Montag, 20. Juni (927 177. Jahrgang Nr. Hl Erster Blatt Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen t>md mö Dtrlaf: vrühl'fche Uiiversitüts-Vuch' «nd Sietutniderei R. Lange in Stetzen. 5chnftlerrnng und «-ejchäftsjtelle: Zchnlttra^e 7. $r|d) 8, auoa>4rts 10 Rrid)»pftnmg; fir 9ie- klameantftgen von 70 mm Breite :<> Rc-tzspfernüg, Plotzvorlchrttt 20* , mehr. Cbefrebakteet Dr. Fnedr. Wüt» Lange. 'Ber»ntwörtlich fUrDvUtiK Dr. Ar. Mlb. Lange, für Feuilleton Dr. H.Tyyriol; tür den übrigen leil Ernst Blumfchein: für den An- zeigen,e>l »Inrt HiNmann. fämtltd) in Dietzen. Ein ftanzöstich-ameritanifches Locarno. Don unterem I.-Bernchterstaner (Hadjbrud. auch mtt QueUenagabe. verboten!) Pari«, den 18. Juni 1S27 Anläftlrch ix« zehnten Jahrestage« bei Eintritt« der Bereinigten Staaten m den Äneg hielt Drtand eine Rede, in der er der arnerttanifchen Regierung einen vielbeachteten Vorschlag auf Aoschluft eine« französisch-ameri- kan tschen Dertragc« machte, der die Mog- lichlett emr* Är.egt» zwischen d.eien beiden Ländern ein für allcma! auSfch'.iehen sollte Briand versprach sich offenbar von diesem Vorschlag lehr Diel, da angeficht« de« damals berorstehen- oen Besuches de« französischen Staatspräsiden, ten Doumcrguc in London, diese Ausfor- derur ■ chen 2tuf,cnminiftcr« doppelt freundlich auf Amerika wirken muhte, weil dieser Vorschlag auf da« deutlichste besagte, das, Frankreich nicht nur England sondern auch deifen grohen angelsächsischen Detter zu schätzen wisse. Trotzdem wurde der Drtandsche Vorschlag ziem- Itxb kühl ausgenommen unb nur einige wenige Blätter behandelten chn mit Wohlwollen. Der Vorschlag schien also in» Wasser gefallen ,u fein und Sie franzöfischersert« groh angekündigte Aktion geriet fast in Dergessenheit. weil andere, aktuellere D nge da« Interesse der Oef» fentl.chkeit erheischten. Erst die Oiecnübcrguerung LindbcrghS t rachte die Angelegenheit wieder inv Rollen, da die Reden d r Staatsmänner anläftlich dieser Gelegenheit. und die geradezu krampfhaften Be- nühungen de« amerikanischen Botschafter« in pari«, Mtzrion T. Herrick der Ozeanübcr- luerung auch ein politische« Nachspiel anzuhängen, den erwünschten populären Widerv>ll in 5er amerikanischen Oefsenllia-keit sanden, und da« Staatsdepartement m Wafhinaton zwangen, den Rufforderungen des französischen Ruhenminister» mehr Gewicht beizulegen al« bisher. Der amerikanische Botschafter in Patntz wurde beauftragt der sranzcf.-chen Regierung mttzutei- len. daft die amerikanische Regierung bereit fei. diplomatische Derba nblungen über den Rbsch uh eine« französisch-amerikanischen Vertrages aufzunehmen Damit ist die Frage de« amerikanisch-französischen vertrage« offiziell zur Diskussion gehellt und die Frage der französisch-amerikanischen Schuldenregelung wieder aktuell geworden, da eS sich selbstverständlich trotz einer Vermeidung die,er Beze.chnuii-, im Grunde genommen, bei franzc-si^ch-amerikonischen Besprechungen nur um dieses Problem handeln kann, das sowohl für Frankreich, tote auch für Qinie- rika nach wie vor von ausschlaggebender polte tischer Bedeutung ist. von diesem DcNchtü »unkt u«i» muh zunächst sestgestellt werkten. dah die Tatsache, dah Amerika auf die Initiative Briand« eingegangen ist. als ein nicht zu unters,atzende« Svmptom eine« Gesinnungswandels in den Vereinigten Staaten angefprochen werden muh. Amerika dürfte allo von seinem intransigenten Standpunkt abzurücken bereit sein, und dementsprechend eine Rhänderung de-> letzten sogen nnten Mellon-Berenger-AbkommenS nicht glattweg abschlagen. wenn Frankreich um Besprechungen in diesem Sinne ersuchen sollte. Da bekanntlich h u c vor n d) t bereit ist. diese« Abkommen zu ratifizieren - noch vor einigen Tagen stellte Poincare in der Kammer fest, dah niemand hierzu seine Hand reichen wolle - fo ist da« allo ein Rachgeben Amerikas, wie es sensationeller kaum gedacht werden kann, well e« angesichts des Affronts erfolgt, den Frankreich Amerika in der Frage der eeeabrüftung zugesügt hat und in absolutem Widerspruch zu der bi-herigen Haltung der amerikan.fchen Regierung steht. Immerhin sind einige, von der Weltpresse bisher nicht übermaftig beichtete Handlungen Amerika» diesem öffenllidxr. (tzestnnungswechsel voraus- gegangen, die die amerikanisch Llellungnahm« zu», Briandfchen Vorschlag uerftänblidjer er- scheinen lasten. So Hot die amerikanifch BankweU, ium Teil sogar unter Führung der Federal Reserve Bank (der amerikanischen Jlolenboivf) schon lange mit der Bank von Frankteich ein in der Deffcntlid)- feit bi »her so gut wie überhaupt nicht behandelte» ä b t o m m e n aetroffen, da» den amerikanischen Banken grotze Finsgcwinne und der Dank von Frankreich die jXinnfuhrung der Stabilisierung»- poiittk ermöglicht hat. Weiter haben diese Danken. VI. auch in Verbindung mit der „Bank of England". die Ansammlung eines graften Devisen- Vorrats und eine erstaunliche Ansammlung von Gold durch die Bank von Frankreich »ugriafien und sogar aktiv gesördert. die erst die Stabilisierung, wenn nicht sogar eine weitere Revalorisierung de» Franken ermöglicht bat. Und endlich ist durch diese Politik der amerikanischen Banken — die wohl nnt Recht für ihre früher der französischen Wirtschaft gegebenen Kredite xitroeilig gefürchtet hatten — die Sanierung de» französischen Budget», di« Durchführung der fionfolibarion der schwebenden Schuld und endlich eine Unabhängigkeit der Bank von Frankreich geschaffen worden. die so bald nicht wieder in eine Abhängigkeit vom Ausland umgewandelt werden kann. Die ame- rifanijtfcen Banken können — und da» vermag kein Dementi der amerikanffchen Regierung hinwegzu- leugnen — dies« Maßnahmen nicht o y n e Billigung de» Staatsdepartements in Washington geduldet haben, so daft aus dieser Haltung Amerikas geschloffen werden must, baft sie in Eine Sonntagsrede Poincares. Pari«. 19. 3unt iWTB> 3n ßunetnlle wurde heute ein Kriege: benfmal in Anwefen- beit des Minifterpräsidenten Pvrncar. enibüllt Die Rede, kne Poincar.- hielt, läfrt die Srrnne- rung an da« Jabr 1923. als er Sonntag um Sonntag Reden ähnlichen Inhalts hielt, lebendig werben 3n seiner Betrachtung ging Poincar,.- zurück bi« zum 3af>rc 1913. al« ein eppe- linluftsctzifs in Lunevi11e not la n Den mufre Gr crflärte. daft man damals auf diplo- rnatifchem Wege Beschwerde r*?gen beleibt gen der. mit Kreide auf dem Luftschiff angebrachten Aufschriften nur deshalb habe unternehmen lassen, um daS neue M i l i t ä rge se h. das damals dem Reichstag vorlag durchzudrücken. Poinear- erwähnte dann da« Jcberfliegen der Stadt Rürnberg zu Beginn de« Monat« August 1914 durch französische Fliegei und behauptete, am 3. August 1914 hätte ein deu tf che« Flugzeug sech« Bomben über 2 u ne- Dille a bgeworsen. Trotzdem, so erklärte Poincar/. suchten weder die Lvchringer. noch die Franzosen in ihre- schrecklichen Erinnerung an den Krieg Gründe ewigen Haffe« (rflen eine benachbarte Ration. wenn Deutschland nach seiner Niederlage offen di« Regierung und die militärische Kaste, die e» in den Krieg getrieben habe, desavouiett hätte, wenn e» unsere eigene Terlcugnunq von 1870 nachgemachl. wenn e» nicht gegen jede Wirklich- feit die riederschmetterud.' vecantwcrtlichkeit der kaiserlichen politif abgeleugncl halle, würde «6 niemand in den Sinn gekommen sein, da» Volk mit einem Regime in Verbindung ju bringen und der Allgemeinheit der Deutschen die schrecklichen Attentate upifd) - I Zeuge wir gewesen sind. T3ir sind zu gerecht, um nicht die notwendige Unterscheidung zu machen, und keiner von uns verfolgt alle Deutschen mit einem Haft unb einer Ranküne, die kontrastieren würde mit Sen ritterlichen Traditionen Frankreichs. Frankreich hat spontan dem Besiegten die Hand gereicht, >edoch unter einer Bedingung, daft man nicht nerfudn, ihm seinen Sieg streitig zu machen. Der, seitdem ter Friede proklamiert mürbe, chn gestört hot, da» ist genrift nicht der schlechte Wille Fran kreichs. Frankreich I)üt n ie m a ( 9 a u ft e r- halb der Verträge ober über bie Der - träge hinaus gefordert. Es fordert nur bie Sicherheit feiner Grenze unb Repara- tionszahlungen. In Locarno wie in Genf hat Frankreich, glaube ich. ziemlich offenkundig Bewerfe sem-s friedkichen WiHens gegeben. Tiber »Darum Hot Deutschland vor zwei Wochen ostentativ nach "Lissabon ein Kriegsschiff ent- f a n b t, das noch dazu den Namen El saft trägt? Warum hat in Reben vorn 1. unb 3. 11. 1925, d. h. nach Locarno, ein deutscher Winifler, unb nicht der geringste, erklärt, daft der Verzicht aus die bewaffnete Gewalt Deutschland lediglich durch die Tatsache diktiert wurde, daft e» keine uewafinetr IN acht mehr besitzt? Warum hat er c.-klärt, daft Deutschland in keiner Weife moralisch auf deutsche Provinzen ober deutsche Be- oSlfcrung verzichtet habe? Unb warum hat ein anderer INinlster ausdrücklich hin zugefügt, baft er das (Elfaft al« eine deutsche Provinz betrachte« und baft Deutschland, wenn es auch aus die Gewalt verzichtet, boch auf fein beuksches Gebiet verzichtet habe? Ob bie Berliner Regierung glaubt baft eine berartiqe Auslegung der Lo camo-tlbfommen dem Gefühl Frankreich» enl- ipricht? Warum lasten andererseits hohe bcutidtc Finanzauloriläten bereit» setzt durchblicken, baft binnen zwei Jahren ventfchlanb eine R e o i - Hon de» Da tot «plane« «ordern und nicht mehr die vorgesehenen Zahtungen leisten könne? S.nd das wirklich hinsichtlich der c-'iden ragen die Frankreich für vital halten must. Worte der vlughnt und tvr Dersöhnnng? Wenn Deutschland inte offen sagen Würbe: 34) habe auf ülsast-Lvthr-.ngen. das ich euch 1870 g.waltfam en tristen habe unb daS einmütig gegen die Annektion protestierte, verzichtet, ich werde nicht versuchen, e« euch durch eine neue Gewalttat. noch durch List, noch auf irgendeine andere Weise wieder zu nehmen, wenn D utschland gleichzeittg enbllch. wie die Bollchafterkontercnz am 10. Februar b. 3S. es gefordert hat, ein- willigen würde, seine Polizei zu reorganisieren. die militärischen Devchände auszulösen, die Arsenale und Kasernen zu veräustern, die e« in Derletzung de« Derttages behält und die Riederlegung der verbotenen Fefiungsanlagen au becndiaen. dann würde eS der Welt FriedenSpsänder geben, die sede Beunruhigung beseitigen und eine ^in- näherung erIcid)teTn. die wir b.S zuletzt wünschen. Bor einigen Wochen, al« ich ösfentlich. ebenso wie meine sämtlichen Vorgänger eS getan hatten, auf diesen beiden wesentlichen Bedingungen beftanlKm habe, nämlich Reparationen unb Sicherheit, sind die wenigen Worte, die ich an dieser Stelle gesprochen hab«, in vielen deutschen Zeitungen entstellt (?) und bisweilen mit Titterlcit kommentiert worden. Man hat mich al« eine Art Monomanen hingestellt und behandelt al« die halsstarrige Per- fon'.fizierung des armen Lochringen, unfähig anderer Absichten als die der Rache zu nähren. Unsere Toten haben gedacht, fcaft ein Krieg, der ihnen erklärt wurde, nicht zu GnZ>e gehen dürfe, ohne dost Frankreich die Provinzen zurückerhalte, die man ihm genommen hat. Der Sieg hat unsere ‘Bemühungen gekrönt. Frankreich Hit nichts mehr zu wünschen als den Frieden und die B e o b - achtung der Verträge. ES hat auch nichts anderes gewollt: es will heute nichts andere« und eS wird morgen nichts anderes erstreben. Wirklichkeit im vollen Einverständnis mH der amerikanischen Regierung erfolgt ist. Au« all dem ergibt sich bk überraschende Cchiusifolgerung. dast trotz aller Divergenzen über die Möglichkeit einer Durchführung des Mellon- Berenger-Abkrmmens. zwischen Frankreich und Amerika tatsächlich eine Annäherung erfolgt ist, die nur durch gemeinsame gröbere Interessen bewirkt .norden fein kann. Die Vermutung, die fich unmittelbar an diese Tatsache knüpft, geht, wie das auch in Pariser politischen Streifen ganz offen zugegeben wird, dahin, dast die R e q c l u ng derXriegS- schuldenfrage überhaupt das zwingende Motiv für die zweideutige Haltung Amerikas ist. Denn die befannte Differenz der Ansichten Zwischen Amerika und seinen Gchuldnerstaaten — der Streit, ob Deutschland mit Hilfe^ des Dawesplane« alles bezahlt, oder ob die Länder auS eigenem hin-,usteuern müssen, um die Verpflichtungen ge.^nüber Amerika zu erfüllen — eriftiert Frankreich gegenüber deshalb nicht, weil ^Frankreich infolge feiner finanziellen Mißwirtschaft tatsächlich nur daS bezahlen kann, was es aus dem Dawesplane herausholt und nicht mehr. Der Gegensatz, der zwilchen England und Amerika in der Frage der Revision des Dawes- plane« dadurch gegeben ist, dast England klar sieht, die Aufrechterhaltung des DawesplaneS in seiner jetzigen Form werde zu einer Verschärfung der Konkurrenz auf demWelt- markte führen muffen, die ihm unweigerlich schadet, während Amerika dies kalt lästt. führt al scheint nicht lange auf sich warten lassen zu wollen. Die MandatSkommtstion wird über die Zweckmäßigkeit des Eintritts einer deutschen Persönlichkeit in die Kommission befragt werden, und der Rat wird im September darüber entscheiden. StrefemannS wichtiger Bericht über die WirtschaftSkonserenz veranlaßte im Rat Kundgebungen zugunsten gröberer Freiheit des Güteraustausches, benen die Regierungen werden Rechnung tragen müssen. Man darf hoffen, dah binnen wenigen Tagen diskrete, aber wirksame Interventionen den Konflikt zwischen Albanien und Jugoslawien beendige., werdew An den Erzählungen von einer heiligen Allianz der westlichen Regierungen gegen die Sowjet« ist kein wahres Wort. Alle scheinen im Gegenteil darin einig zu sein, daß die Stellung zu Rußland eine Angelen he it j e t>e « einzelnen Lande« ist. und daß jeder Versuch, gegen die Sowjet« eine Einheitsfront zu bilden, nur die Wirkung haben dürfte, die Stellung der Solvjet« in Rußland felbst zu festigen. Eine letzte Besprechung. Gens. 19.3uni lWolff ) Der englische Staatssekretär für Aeuftece«, Sir Austen Eham- b c r l a i n , hat Samstag vormittag um 10 Uhr Reichsaußenminifter Dr. Stresemann am Sitz der deutschen Delegation ausgesucht. Die Unterredung dauerte 1,45 Stunden. Die sehr eingehende Aussprache zwischen den beiden Staatsmännern erstreckte sich auf den ganzen Fragenkomplex, der während der letzten Tagung zwifchen den Vertretern der sechs Hauptmächte gepflogenen privaten Besprechungen. Montagvormittag wird die deutsche Delegation wieder nach Berlin zurückkehren, und der Reichsauftenminister wird voraussichtlich schon am Montagnachmittag dem Reichs- k a b i n e 11 über das Ergebnis der Genfer Beratungen Bericht erstatten. Jedoch stebt noch nicht fest, ob diese Sitzung schon am Rachmittag des Montag- stattsinden wird, da dies selbstverständlich auch von Dr. Sttesemann persönlich mit abhängt. Auch ist es noch nicht bestimmt, ob es sich, wie sonst bei dieser Ge- egenbet' mn einen *25 t u 11 e f t a t unter Bor- Utz bei Herrn R e i figen 3uflenMor>e und gymnastische Borstellungen eingeleitete Beransttltuna In einer riesenhaften Massenversammlung. Mn besonderes Gepräge erhielt diese Massenversammlung dadurch, daß Vertreter der dem Völkerbund anqc- hörenden Staaten unter den Klängen der TUrtio- lalhymne in ihrer Landestracht votbrizreacn und von der Herzogin von Athol l. Mlt- ilied des Unterhaules. und dem Unterstaatslekre- är Im Unterrichtsministerium begrüßt wurden die »on den Vertretern der auswärtigen Missionen in London darunter Gesandtschaft-rat Dr M«h- nen von der deutschen Botschaft, umgeben war Als die deutsche Gruppe, die sich aus Mitgliedern der deutschen Gemeinde in London zusammensehte. unter den von der Musikkapelle der schottischen ©arte gespielten Klängen des Deutschlandliedes In schönen farbenreichen beut» chen Landestrachten vvtbeizogen, die der deutschen Böllerbundsliga, besonders den Bemühungen der Gräfin Dohna *u verdanken find, brach die vieltaufendkopflge Meng« In stürmischen Beifall aus. An diesem Erfolg der deutschen Gruppe haben bei anderen Anteil Dastor Wehrhan von der deutschen Christu-kirche In London und seine Gattin, deren unermüdlichen Arbeit es mi dan- ’en ist, daß Deutschland auf der Kundgebung so vürdig vertreten war. Die Freiheit der Presse, für Ausezeftaliunq des neuen Preßstesetzes Dresden. 18 3uni. kW L. V.) Auf der hier zusommengetretenen Iahreshauptveriamm- lung des Vereins Deutscher Zeitungsverleger sprach der zweite steNvertre- lende Vorsitzende Professor Julius Feldmann Wolff - Dresden über ..Freiheit der Presse, ihre Voraussetzungen und ihre Grenzen". Ausgehend von der großen Wandlung >«s Pressewesens in den letzten achtzig Jahren, '»etonte er die Aotwenbigkeit, an die Stelle des wllständia veralteten Pressegesetzes vom Jahre 1874 ein neues modernes Pressegesetz au sehen, das von dem Gedanken ausgehe. bah die Presse das größte Instrument der öf» lentllchen Meinung und eine der wichtigsten geistigen Produktiveinrichtungen Ist. Ts liege aus der Hand, bah im neuen Pressegesetz auch die Prefsefreiyeit genau umschrieben sein muh. Es werde bei gutem Willen nicht schwer sein, die Pressefreiheit vom staatsrechtlichen Standpunkt aus so zu gestalten, baß der ehrenwerten, verantwortungsbewußten Dress« keine Beschränkungen aufetkgt werden, Die von Aach- teil und Schaden sind. Schwierig werde es jedoch sein, die allgemeine moralische Detontwottung der Presse so au umschreiben, bah die Pressefrccheit nicht zum all- gemelnen Schaden eingeschränkt wird. Der Be- griff „öffentliches Inte reff e" fei noch in keiner Weise feftgelegt und stark umriffen. Die Zeitung fei das suV.cktivfte Ding, und deshalb sei der Satz unrichtig ..Verleger und Redakteure handelten jederzeit als Beaus- fragte im öffentlichen 3n 1 ereffeCs gibt keinen Auftraa für irgend jemanden, da« sogenannte össentlich« Interesse, dessen Größen ganz unbekannt feien, zu vertreten, Es ist falsch, so sagte der Redner unter Zustimmung, zu verlangen als Meinungsbeamter mit dem öffentlichen Interesse belastet zu werden, Unsere selb st geschaffene moralische Verantwortung ist zu groß, und ihre Be- ichtmia und Aichtveachtung tn der Arbeit vollzieht sich so vor aller Oesfentlichkeit, daß ich das Recht für mich in Anspruch nehme bis zum Beweis deS Gegenteils, in Vertretung ihrer Interessen zu handeln. Roch schärfer ab- zulehnen ist die Auffassung, Redakteure und Verleger verwalteten ihr Amt als eine öffentliche Be a uf tr aaung. Ts ist ein großer Unterschied, ob öle Presse der Sachwalter der sogenannten öffentlichen Meinung ist, oder ob sie verlangt, anerkannt zu werden a I s Diener am Gemeinwohl. Weder TJcr- eger noch Redakteure find einzelne Beauftragte. Melmehr betätigen sich beide in Uiitemehmun- icn. die in weitem Mas)« den Interesteii der .'illgemeiiiheit dienen. Daß dieser Leitsatz aner- annt wird, muß unbedingt vom Gesetzgeber rer- anal werden Diese moralische ‘Bcrantroorlung der Preste kann ’abilificrt merden dadurch, daß die Sorgsalt»- pf licht, die jeder in feinem Berufe zu erkennen hat. im Pressegesetz ganz besondere betont .ulrd. Dazu gehört auch, daß die Preste sich f e 1 b ft ihre Freiheiten beschränkt, wenn e» brr Gesetzgeber ich« kann. Sv ist auf» tiefste zu beklagen, ivenn <\r Kritik an verantwortungsvollen Stellen weit iber da» Ziel hinausgebt. Die richtet nor allem aus dem (tzebirt der Äiißcnpolitik Den größten Schaden on (Uebbafte Zustimmung.) In der 'Außenpolitik muß sich die Zeitung die Grenzen 'fließen. uw c» di« national« Disziplin oerlanat. Wichtiger aber al» da» geschriebene Preste- esetz bleibt da» ungefchriebene. Da» von den Frei eiten der Preste un» edelsten Gebrauch machen aßt. Und ba kann nur ein Lcilged^inke gelten, ha». 1’0» unser unvergeßlicher Robert Faber al» Pavle herausgegeben bat: „Ueber un» allen bie Geltung! Nicht nur über Beamte de» offen!- >chen Intereste» nein, über alle durch Begabung md Charakter bestallten Zeltungvleut. die jene ;röftere Freiheit der Preste und Sittengesetze in stch eigen, lieber un» die Zeitung" Das veamlenheimftättcngesetz. eigene Trabtmelbung be» . Gießener Anzeigern" Berlin. 15 Juni. Die Tagesordnungen de. Reichstagssitzungen glänzen nach wie vor nicht durch besondere Reichhaltigkeit Sie lind viel mehr so mager, daß es verwunderlich erscheint. Wit es überhaupt das Plenum fertig bringt, mehrer« Stunden beisammen zu bleiben um di« Die Tariferhöhung der Reichrpost vertagt Eigener Drahwericht des ..S.eßener flnutgrrs' Berlin. 19. 3imi Ser Kampf «m b* 0t- dührenverordnung der Reicbspvsi tt tu ein Stat-.um getreten da» selbst Wenn w.ax noch so objektiv sein well, doch rwimrrt " einen höchst ungewohnten Sin druck macht L^chdem der hn Reichst a g einaebracht« Antrag, fei es durch eine ZulaUsmehryeit. angenommen wurde und damit die Gebührenverordnung pmächst z a - tüdgezvaen werden mußte hatte, wie wir bereit» an dreier Stelle berichteten, nunmehr der Verwaltungsrat der Reichsvvst das Wort. Die allgemein« Lag« war nun so. daß non auch hier mit einer Zurückziehung der Vorlage rechnete, und es kam ja schließlich auch dahin, dah der Aeichspotzministc-r erklärte, nunmehr dem Wunfch« des Reichstags Rechnung tragen zu wollen und di« Gebährenvorlage znrtzck- iuziehen. Das war ein höchst erfreulicher nttchluß. Und ganz gewiß hätte sich der Reichs- polnnintfrer auch darauf verlassen können, daß bei einer späteren Bearbeitung di« Wirt- fchaltskrrise eingehend nochmals bk seitens der Post vorgcbrachten Gründ« geprüft hätten. Wahr- tcheinlich hätte er auf diele Weise eine reibunas- losere Erledigung seiner Borlage erreichen können. als es nunmehr zu befürchten ist. Wider Erwarten stellte jedoch der Reichs- pvftminister den Antrag, die Vorlage in der Samstag-Sitzung des Verwaltung-tat es wieder einzubringen All das geschah in einem Zeitraum von weniaen Stunden, nachdem Dr Schätz! noch kurz vorher die Drohung ausgesprochen hatte, 12 000 Arbeiter entlassen zu müllen, falls die Vorlage nicht Im Verwaltungsrat angenommen würde Dies« Art der Behandlung von Derartig bedeutfamen Fragen wie die Erhöhung der Posttarife, die doch die Wirtschafskrrile außerordentlich belasten, ist. da- muß unbedingt fest gestellt werden. In jeder Beziehung neuartig. Mag sein, daß der Re ichspostrni nistet glaubt, aus diese Art und Welse zu seinem Ziel zu kommen. Aus alle Fälle läßt sich auch nicht verleugnen, bah eine berartigt Behandlung solcher in das Wirtschaftsleben tief einschneidender Fragen eine Ignorierung aller tmrgebrodjten wirtschaftlichen Bedenken einerseits und zum andern auch eine Ignorierung des Parlamentsbe- schluffes, ganz gleich wie er erreicht wurde, dar- stellt. Selbstverständlich ist der ReichSpoflminister durch fein doppelseitiges Verhältnis einmal als politischer Minister und dann auf Grund des Reichspost- Finanzgefeyes als oberste Instanz der Post rechtlich vollkommen in der Lage, eine solche Stellung ein^unehmen. Daraus wirs der Minister denn auch zu Beginn ber Samstagssihung des Derwaltunasrats Bin, wenn er sagte: Die Haltung deS Reichs- postnnnister» werde durch den Reichstag bestimmt. Der Reichspvftminister ist ferner durch daS Reichspvftfinanzgefetz der verantwort- lieben Entscheidung deS DerwaltungsrateS unterstellt. In der Erklärung heißt eS u. a. weiter SS ist feine unfaire Drohung, wenn ich gesagt habe, es müssen Ausgaben eingestellt und infolgedessen Atbertrt entlassen werden. DaS ist einfach die pflichtgemäße Feststellung von Tatsachen. Als verantwortlicher Minister bin ich nicht tn der Lage. Ausgaben zu bestreiten, für die kein« Einnahmen ba sind. Bei dieser Situation war es klar, was Sie vielleicht überrascht haben mag. baß ich die Vortage zurück-: ehe r. mußt«. Aus bet M.tt« be» 7k rmaltungirof» wurde »on verschiedene« Mitgliedern zum Ausdruck gedtacht. daß nach dem Re:chÄO»tzfinau;gesetz in letzter if.nie der Verwaltungsrat ketantwunnch fei ffcr die Wirischafrsführung der Deutsch«» Reichspo^r. Es sei für die 38itj>ieber t«» Verwa'.rungstats nicht möglich, unter politischem D r u d wirtschaftliche Verhandlungen zu führen. Rach längeren Beratungen sand diese Austaffung chren Riederschlag m erner mit großer Mehrchert angenommenen Gnt*-n Rachrich en ft tätig waren. Di« Tat sridst fei als besonder 4 a'- mrin anzutehen. weil bte drei Perlonen Wirtschaft- Ilch und gesundheitlich aus« schwerste ae- schüdigt worden ftnb Einer davon tet ort tu- berfulole crtranll und Zeit seines Lebens ,um Krüppel geworden Brjvnbers gemein Iri. daß ein Deut cher für bie Silberlinge eines Franzosen feine deutschen Brüder eusgetic 1 erl habe DaS Gericht hat dem- nach auf Me schwerst« Straf« surüdTtwnmen muffen. Kunst und Wissenschaft. tlurianberfolge eine» deutschen RomponfHen. Willi Möllendorf», des bekannten, seit einigen Jahren in Gießen lebenden Komponisten und Vorkämpfers für das Dierteltonsystem. ^Drci Gesänge aus Phantasus von Arno Holz' (mit Begleitung de» bichromatischen Harmonium») h»'tten kürzlich bei ihrer Uraufführung in Jerusalem in einem Konzert des .Jerusalem Institute for Rew TOirfic“ (Leiter Dr. M Sandberg) «mtn großen Erfolg. Desgleichen Möllendorss ..Anbant? rriigiofo orientale" für Cello und Vierteltonhormornum Aus aller Wett. Die Amerikafliegcr in München und Wien Die amerikanischen Transozeanstieger Chambertin unb Lewine sind am Sonntagnachmittag von Berlin nach München geflogen, mo chr Flug- zeug, die berühmte „Columbia", Gegenstand be- gciftcrter Huldigungen wurde Die Landung erfoigte clcHt und sicher Im Nu war die Absperrung durch brodpn unb die „Columbia", der Chambertin und Lewine entstiegen, von lausenden umgeben, die den beiden Fliegern immer wieder stürmisch zujubetten und nicht cnbenwollende Huldigungen darbrachten. Im Iriumphzug wurden Chambettin und Vereine yi dem mit 'Blumen und Wimpeln geschmückten Kraft, wagen geleitet. Den Willkommensgruß der bayerischen oloatengierung entbot Staatslekretar Freiherr o. Welfer mit einer kurzen An'prach« Die Dpdyrufe der Menge wollten kein Cnde nehmen, al» Chambertin sich vom Dach eine» der Gebäude der Flugstation au» der Menge zeigte Unter immer erneuten stürmischen Äunbgelumgen erfolgte die Ab- f-'brt zum Rathau». reo sich zum (frrrp’üna >itstreiche Persönlichkeiten der Reicks, unb Staatsbehörden und Denreter der Lufthansa und dcr Fliegerklub» sowie der Umoerfität und ber Technischen nod)|*ute Münch«" einpehmbtn hatten. Um 5J3 Uhr startete auf bem Fli g elb Db« rroirienfrib reo „,m Vlbhug der Flugzeuge abermals laufende von Zmchaurn vor s-ammelt waren, die ..Lolumdia" mit Chambertin und Vereint an Borb zum Weüerstug nach Dien ?iach einem Runbflug über Wien imb den Flugplatz landete di«^ ..Columbia" um 7J0 Uhr unmittelbar vor dem für die wsiztelten Persöntichteiten abg, Iperrirn Raum. Al» bie Flieger bie ..Columbia" verließen. burchvruchen viele Zuschauer ben obgeiperr* len Raum, um sie auf bte Schultern zu heben und Mii Blumen z»l uberichätten N.ichktem ber erste 6u«mi der Veqeisierung vorüber war. konnte Bun. bewrinifter Dr 5 d) ü r f f seine Ansprache halten. Di« Flteger begaben sich dann noch bwn ttotri Im P«n st. wo «in be'onben-r Empfang durch brr. arnrri- kanifchen Gesandten ftath tmrm Block gearbeitet ist. hm bereit» m einem hatn auf bem warn Kops am TOatn rm Angesicht der Festung Narienberg ferne Anstellung gelinden. Die ■ artn.-:' ttxn Arbeiten sind In 0altern (Bange. Pie Stadt Würzburg wird ba» Denkmal in ihren be- sonderen Schutz nehmen. Den CnthüLungririerttch. knien werben öhrmgdfte au» atzen leNm be» deute ichen Sprachgebiete», Vertreter ber Jtegwrungee. Rektoren unb andere Personlichkeiten beiivotznen. Pir Kosten werben au» ben Mitteln der Deutschen Swdentenl chatt bestritten. Cine Frau zum Ehrendoktor ernennt. Anläßlich des Svangel.'chen Kirchentages tn Königsberg i. Pr gab ber Dekan der L-ev- logischen .iifuliüt Manta, daß Frau Karola Barth, Köln, wegen ihr« Verdienste um dm wissenschaftliche Religionskunde zum Ufnvnbohot ernannt wvrden ist Bruno Walter ie Reugork Der Generalmulikdirektor bet Berliner Städ- tilchen Oper Prv'ellor Bruno Walter ist an Bord der „Relianc«- in Bcunorf «tngetto’feiu Er wird in verschiedenen Städten Amerikas so in Llevelonb. San Francisco und Hollywood, mehrere Orcheßerkrm'erte Dirigieren. Schwere» pabbdboofiunglüd Am Samstagabend gegen 6 Uhr kenterte auf bem Rhein bei Duisburg tn der Räh« ber Hagen» selber Brücke ein mtt drei jungen Leuten besetztes Paddelboot wahrscheinlich infolge des hoben W.stlenfchl.iges Während es einem 3n- faffen gelang, sich durch Schwimmen zu retten, ertranken Me beiden anderen, ehe Hill« zur Stelle war. vorstcht beim Baden. In Heibelbera sprang ein Ißiähnger Maurer in erhitztem Zustande in den Rcdar. um iu baden. Er versank sofort und konnte nur als Leiche geborgen werden Gin Herzschlag hatte seinem Leben rin jähes Ende bereit*. Wlebet rin Aaltenbote überfadeu In Spandau wurde ein Kasiendott bet 1700 Mk bei einet Bank rinzahten sollte, betet Betreten des Bankgtdäubes von zwei jungen Burschen überfallen. Mc ihn mtt einem stumpfen Instrument ntederschlaaen. De.stesgegenwärrig hielt jedoch ber Uebertal- lent bi« Kaste mtt dem Gellte fest unb fchti« um Hille. Em« grobe Menschenmenge und mehrer« Polizeibeamte verfolgten die Täter, bi« bald eingeholt unb festgenommen werben konnten. Bei dem einen, einem 19jährigen Burschen, fand man ein« scharf geloben« Pistole. Schwerer Alrtbenroub kl Prag. In bi« Drcifal i^ke.lSkirch«, «tnem tm Zentrum ber Stabt gelegenen Barvckdau. drangen Kirchenräuber durch das Dach ber Sakristei, verwüsteten bie Altäre und raubten Beine silberne und vergoldete Meßgeräte. Gin Bild der Jungfrau Maria wurde zu Boden geworfen unb bet mit Perlen unb Halbedelsteinen besetzten Krone sowie einer Perlenkette beraubt Die Almosen- büchken im Innern her Kirch« wurden erbrochen und geplündert. Die meisten Betstühle wurden Acrtrümm.*Tt Di« in einer Glastruhe ruhenden Gebein« des Heiligen Prokop, des Beqrünbert bet Kirche, würben geschändet Die Räuber brachen der Reliquie den rechten Zrigefinger ab. der mit einem kostbaren Ring geschmückt war. und stahlen die Krone M Heiligen di« reichen Schmuck mit Halbedelsteinen trug Bon den Ätr- djenräubern fehlt jede Spur Von bet Marksburg gestürzt Eine größer« Vese'.i'^a^ aus Leipnig br- lichttgte be Marksburg Einet bet Trilnehnwr stürzte im Burghof ob unb zog sich eine schwere Gehirnerschütterung sowie Arm- unb Bern drückte zu Erft nach langwierigen RettuTi-zsarbeiten geling es der Bergwerk« leuetwehr von der Silber - Hütt« den UnnLün einer Einbre^erkolonne heimaefuchr die mii großer Dreistigkeit ans Werk gebt Dte griähiiiche.i Ber- brechet sind mit Pistolen iusgerüstet 3n her Rocht zum Sonntag stellten vier Räuber einen D^chtbean- en. her Fie nach rin m Einbruch vrr- ♦olgte. mit v-tgeholten-m Revolver Irisriren unb knebelten ihn und schleppten ben HLflo'en In den Wald Cu entkamen in dem dichten Forst Die Landjägerti hat aus Grund bittet BoriäNc ben Sichetkeitsdlenst hi ber ganZei. Gtgtnd verfchärtt Schwert» Unwetter le Sübllalten In bet Umgebung von Leecv wütet« ein 'urchkbarer ölur.n Hagel und Regen sind mit -Idtet Gewalt mebergtganoen. baß die gesamte Del- unb W«i lernte auf Jahre hinaag Vernich« t e I ist Der Schaden wirb auf etwa TO Millionen Lire geschätzt. ^clicrvoraut sage. mechietnh molllq. auch zrittoeif« Bodä- 'inaacbnahmf. mäßig warm, tn btt t roden ütelrrige I oar»wmpe«o turen Äarimum: 19.1 Grad u -rb mit BlwewfaWen »ergehen dank del QMunuT.’d-mud- ■Dettbettxrbi. den der Ob ft« unb ®ortenbom>cretn nj Leben gerufen hat Auch viele Höu'er habax ein leuchtende« Gewand tn modernen Farben m gelegt. um dem Ort ein frru-ivtlche« Qluefebcn veUechen Die Tbnchergrtchaflc find tchon cxnx:^n nicht übet 1000 can (6 Rxmdrn) Bis«- Aachen < HaweP Davibfvn) 1 ' ___Jg X.... /mM H BGLEICH wir nur den deutschen Markt versorgen,verlassen an jedem Werktage rund 65O 000 Packungen mit je 25 Zigaretten unsere Fabriken. Einzeln hintereinander gereiht, würden die Zigaretten in einem Jahre ACHT Kugeln von der Grösse unserer Erde umspannen. Mit diesem Umsatz überragen wir bei weitem jede andere Fabrik unserer Industrie. Die Güte der HAUS-NEUERBURGMarken kann nicht deutlicher bestätigt werden als durch das gleichartige Urteil der vielen Menschen,welche diese Zigaretten rauchen und täglich danach fragen. N Overstolz * RAvenklAu«Löwenbrück*Güldenring SerMn,MieMWlAkle 11. Fortsetzung. Nachdruck verboten dieser Verwunderung de« Detektiv» offenbar ganz glaubhaft anhörte.' Sie •m Nu drückten sie ihn durch die Tür. Bloh und ein nichts rnui’t Lache Roman von Sven Lloestad. Copyright bei Georg Müller. München. kleines Stück von dem einen Dein flog ab. aber do» lotzi sich leicht wieder anlrimen. Gon behüte!" Der Pol,zeichef wurde unruhig. „Und die Politur wurde wohl auch beschädigt?" ..Natürlich", rief der Mann. ..Sw drückten do» Möbel |d hinaus verstehen eir* über ich glaube nicht, doh vom Wichtigsten war entzweigegongen ist. rin paar Töne, meine ich. obschon es schwer geseufzt Hot im Saften, al» sie ihn auf den Dagen mwi' „Ader wo» sagte denn der Schutzmann zu Mitz Handlung?" ..Oh. der war sehr ernst. und gesagt Hot er weiter, nein. (Er meinte dlotz, beim Um^ug man sich in manches finden. Nein. nein, die ist gut gegangen. Mit Ausnahme von dem grotzen epwari." ..Da» ist damit geschehen'" forschte der Polizei- chri ernst. .D. der wurde tä allerdings zerdrückt. w«e man sagen muh." Der Pol'z< ich,i wischte sich den Schwritz von der Stirn: ..Uni noch ein»»7" ..Richt doh ich wühle. Über die Hängelampen und die grohen Sanbeiober, da» bade ich nicht gesehen. wie'» nnt denen ging. Denn do war ich nicht dabei." „Sehr tröstlich hort sich da» olles nicht an." Asbjörn Srag hatte während der letzten Minuten dagestonden und di, Reihnägel sorgfäit'g betrachtet. Run begann er. die erstarrt,, obcr spröde Masie loszuklopfen und abzublasen. Gr nickte zufrieden. Aut dem ersten der Reihnägel sah man deutlich die Striche de» Fingerabdruck"- Srag verfenigte eme Tüte au» nrwm Blatt seine» Notizbuches, legte die Rerhnägel vorsichtig hinein und steckte das Ganze, zusammen mit den beiden Dokumenten, in die Rocktasche. Dann bot er um do» Signalement der vier Zieh- leute. und der Portier, der ein ziemlich gute» Ge- dächmi» zu hoben schien, gab ihm die nötigen Aus. klärungen ..Da» sollen wir mm tun'" fragte der Tob- zriches ..Die (Einladung annehmen", erwiderte Srag. ..Da» meinen eit? Glauben eie denn, doh wir den Dieb im Eontinentol-Hotei treffen'" „3a, unter gewissen Bedingungen " ..Welchen Bedingungen'" ..Gewih. do» hat er so Im Vorbeigehen erwähnt. Der Polizeichef sei damit beschäftigt, sagte er, ein paar freche Buben zu fangen, die es sich in den Sops gesetzt hätten, die Stadt zu plündern — darum habe er jetzt keine Zeit, an sein, eigenen Angelegenheiten zu denken, sagte er Und ich fand dah sich das MonSver mit den Heftzwecken beobachtet hotte. „Bonn sind die Soch-n weggeholt worden'" ..Gestern", war die Antwort. ..Wieviel Fuhren?" ..Drei. Die erste kam um sieben Uhr morgen», und die letzte ging um halb zwölf Uhr mittags ab Ader es war immer der'klb, Wagen." „Gehörte er einem Spediteur?" „Rrin. es ftand keine Firma darauf. E» war ge» wih Prioatfuhrwerk." Der Bolizeichef nickte „3d) hob, mich schon bei den Spediteuren erkundigt". sag:, er. „Aber keiner weih etwa» von diesem einzigartigen Umzug." .hatten Sie denn gar feinen Verdacht dah do etwas nicht in Ordnung sei?" ..Rein durchaus nicht C» rft schon öfter vor- gekommen doh der Herr Advokat mich nicht davon unterrichtet Hot. wenn jemand ausgezogen ift. Dorum »ff» mir nicht weiter ausgefallen Außerdem roor jo der Schutzmann dabei." ..Der Schutzmann?" fragte Srag erstaunt. Der Chef lächelte: er kannte btt Geschichte schon, und die .3d) kann Ihn«, ganz genau sogen, unter weichen Beengungen er sich mcht sehen lasten wirb'" bemerkte Srag. „So—oo? n wir viele Monn hoch hingehen. Pottzri auf olle Gänge und auf bu Strohe polieren’" „Die Beamten formen ya verflerdet sein." . Sie unterschätzen den geheimnisvollen Herrn, mir dem wir es ui tun hoben. Er wcrd es sofort merken und sich ernhalien." • Sie meinen also, doh wir zwei un» allem rm Hotel einfinden tollen'" .-3a." Und wenn ,» nun eme Fall, ift?" .'3d) wümcht, tto» wär, versicherte Srag. 3n diesem Augenblick sah er zum Fenster und nchr heftig zusammen. 3m Dunkel drauhen bette er etwa» gesehen Ueberroicht zeigte Srag nach dem Süchenienfter bin. Sohstchnx-r^ Finfterms füllt, die wer Felder, ober m beri untersten link» storch ein bleiches G,- sicht, da» plötzlich oer'chwonö Ln den jyiusHur1' rief der Bolizeichef. Ader Srag war ichon drauhen im Sorridor Al» er die dlogenlür öffnete, hörte er schnell. Inff auf dem Holzfußboden der BortaiWölbung, und der Driektio erkannte, dah er ju spät gekommen war. Der Heuperiae hatte sich schon entfernt. tr.*c trat auf die otrage bmau» Di, Bygdo-Allee lag memchenl,< da. Drüber glitten ein paar Droschken und Huttunobik port)cinoemflblenrr Zucker 10 Heute bl» einschl. Donnerstag: Lilian Harvey und Harry Halm in dem großen Ufa-Lustspiel in 6 Aktern Vater werden ist nicht schwer Nach der bekannten Novelle ..Mein eretee Abenteuer“ von Ernst v.Wolzo^en In den Hauptrollen LlHa« Harvey. Harry Halm, Han» Nierendorf. Albert PaullfL Julia Serda. Julius Falkeuateln. Ferner Chamberlins ausführlicher Ozeanflug Sowie: Ufa-W ocheneehan. Eilberichte na» aller Welt Und: Dam Inet le-' Belprocramm. Ab heute bl» elnechlleßl. Mittwoch: Lippenstift und Bubikopf Ein Drama In 6 Akten an» dem modernen Wiener lieben mit Harla Cor da In der Hauptrolle. Ferner: Reginald Denny In der großen Sensations-Komödie In 7 Akten Vorsicht, ich bin verheiratet Dienstag, den 21. d. M nachmittag» 2 Uhr versteigere ich im ..Löwen". Reuen weg 28 dahier, zwcmgvweife gegen Barzahlung: zwei Puppenstuben, drei Vuppenküchen. drei siausladen. drei Burgen, eine Dampsmaschine, drei warenschranke. eine Ladenkasse. eine Mähmaschine, eine Waschmaschine, rin Büfett, eine Chaiselongue, zwei Korbsessel, rin schwarzpolierle» ttlaoler. Bestimmt: Oberhess. Gesellschaft für Natur-und Heilkunde Nntnrw lewen erb iwftl. A bfe11 nnk Donncretac. den 23. Jnnl 1927. H1 , Uhr abend», im Hörsaale des Ilota- nl*chen Inathntea, brandplatz 4 In tiefer Trauer: Jetta Stein. Gießen (Ludwigstraße 37). 19 Juni 1927. Die Beerdigung findet Dienstag, den 21. Juni, nachmittags 3 Uhr, vom Portale des Neuen Israel. Friedhofes aus statt Blumenspenden dankend verbeten Rubl,Babnbotstr.lü um Laden». Ehrliche». lleihtge» Mädchen für tagSiidergri.^» Lonnenstr. 10 II. Bekanntmachung. Die Ernte der Kirschenolantage der Gemeinde Lützellinden an der Holzburg — zwischen Lützellinden und Slein-Linden — loii am Donnerstag, dem 23. d. Ist nachmittags 5 Uhr zusammen oder einzeln an Ort und Stelle meistbietend verkauft werden. Grosz-Rechtenbach. den 18. Juni 1927. Der Bürgermeister. Zuverlässige, sauber arbeitende MeMMeii stellt sofort ein Malergeschäft Marcus in Wetzlar. rMU) Vereine Gavten- geräte rmonrbli *(a EdkiirBomuann Con.i- Mab Huche,i- aeräte. (Aiefcrn. Verschiedenes! Herren Anker»dr. mi: Rümmer und 4'«onoaramm. am Donner»,a» !ft. »x. dinrer der Saferne l. auf dem «tuhroffl neben ber : ira';rn- bahn erfenbr». Ui ertr. in b Getchof ic'- • itraiL weiche am litman nachm um 3 Udr >br Paket nm Bibnho'Glenen m- «aulchi bar. wird nr de«en. diel am Elndn- boKWrfc.. Ainiöbiiii'. irirtLabAUO-anbrill'. illitriitrtiiiiiiii 1877-1927 Die Mouatbvsr lammluua am 2k Jun« findet im Motel Kahler Nesi an tage. hott. V. f. B. Auhcrorötntl. Arneral- versanimliinq am DvnnerStag. d. 23. Juni. abends 8*, Mbr, Im e,MD u. c. Der Vorstand. <»eute ad 7 Uhr: Aorschiehen eines gesttfteien stid. rftecher» unb einer Edrenschride. flBlle 5DleiofrflolQai< ooo 19 Or. B. Iuaead ■flblrilee«« Dieustaa.ri. Jun«. abend» h1 . Uhr: Iuaend itleriawWiuua im Frssfcierlsr Hst :rchuna der am kommenden r. 5 r i e b r i <6 Lange Fünf Jahre sind e* her. bah auf Grund be* Genter Fehllpruch«* Choberfdilefien am 19. unb 20 3uni 1922 den Polen ü b e r a n 1 - Wörter irurbc. fünf Jahre bie eine ununterbrochene Statt schwererer Verstöße gegen Recht unb Gerechtigfeir darstellen. Rur ganz kurze 3eit im 11. unb 12. Iahr- »nmberl war Oberschlesien einmal Bestandteil Polen» gewesen bann war es fortgetert unb unbestritten deutsch. «Friedlich lebten deutlche unb slawische (eine eigene Mundart redende- Ober- schiefier nebeneinander, bi» um bie leite Iahr- bunberiwenbe ber gewaltige nnrt’cbaltltdx Aul- schwuog be» Lanbe» bie grvhpvlntsche '2*cychen. er hätte vielmehr mit Borliebe und zwar dauernd, also auch be; seiner Arbeit — echt amerikanischen Tw ist-Tabak gekaut Sc mortius - aber waS soll man dieser Tatsache gegenüber machen. De. aller Pietät kann solch ein Ereignis doch nicht verheimlicht werden, und so fragt man fich schaudernd, was wohl Hedda Gabler gesagt haben würde, hätte sie erfahren, daß ihr Schöpfer einer so unästhetischen Leidenschaft frönte? Diclleicht gar die Worte Bivies in ShawS ..Frau Warrcn* Gewerbe" vom Blute dos Wüstling*, das in ihren Adern rollte? Und überhaupt ber arme Shaw? Die englischen Blätter fragen schon mit mitleidiger Ironie, wie sich ber berühmte Dernarb damit abfinben wird, daß Ibsen, sein Ibsen — es ist einfach nicht auszudenken! Rur in ber neuen Welt, wo man gesund genug ist. sich durch Pietät das Geschäft nicht verderben zu lassen, hat die Offenbarung von OSlo eine Sensation erregt. Wie wir hören, rüsten bic Tabakfabriken der il. 0. A. eine große Expedition nach Skandinavien aus. um herauszubekommen, welche Marke Ibsen bevorzugte. Dann wirb eS auch nicht mehr lange bauern, bi* bas Bilb Henrik* des Großen mit ben Mitteln mobemftcr Re- klametechnil in die Augen unb Hirne aller TJan- kees gezwungen wirb, burch bie unumstößliche Tatsache, daß the great Henrik Ibsen only Twist Tadacco smoceb. Und die Moral von ber Ge- schicht? Man soll nicht in ben Geheimnissen von Großen kramen. Aber bie Erben ber alten Hau-, hälterin werden fich freuen ... Rundfunk-Programm. Dienstag, 21. 3uni. 15 bis 1520 Uhr Die Stunde der Jugend. 16 bis 18 Uhr- Ueberiragung von Stuttgart: Nachmittagskonzert. — 18.15 bis 18.30 Uhr: Ueberiragung von Staffel: Die Stunde der Frau. 18.30 bis 19 Uhr: Ueberiragung von Kastel Vortrag Dr. Hopfner über Sprachstörungen. 19 bis 19.30 Uhr: Entwicklungsstufen des Wirtschaftslebens (Schlußvortrag,. Don Conrad Droßwiy. 19.30 bis 20 Uhr: Funkhochschule: Altdeutsche Tafelmalerei. 3. Teil. Borlrag von Dr. V. (Bör, Assistent am Städelschen ftunftinftitut. 20 bis 20.30 Uhr: Die Schachstunde. 20.3" Uhr: Zweites (Uaftipicl Enk Wirt: Der Bogelhändlcr. Operette in drei Akten von West und Held. Musik von Karl ZrUer. Aus Der prooinzialhauplstadt. Gießen, den 20. Juni 1927. Die Welt drauszen. Die Wei: draußen und die Welt daheim. Böllig ve'lchrcden voneinander durch unlcie Ge- füdlseinstellung zu den Dingen, d.e uns umgeben. 3m Grunde aber doch dasfelbe Denn wa» uns in die Fen^- lockt, ist Alltag denen, die in dieser Ferne ständig wohnen Gewiß bieten andre Gegenden andre Reize Hier präch ige Wälder, kubn geschwungene Bergrücken, fchne.ige Firnengipfcl. stille Täler mit verträu.r.er Ro- mantik, ein breiter See rr.t silberspiegesider Fläche das ewige Meer mit seiner Unendlichkeit Allies eutel Rücksicht genommen. Billige Sonderfahrten ermöglichen c*. andere Gegenden und Länder kennen zu l.-rnen Reisegesellschaften sorgen für gutes unb billige* Unterkommen Kein Wunder auch, daß wir in der letzten Zett eine Zunahme der Reiselust zu verze chnen haben, die noch vor kurzem niemand für möglich gehalten hätte Unb e* wird wohl feinen geben, der da* nicht begrüßte Wer von der Welt ein größeres Stück gesehen hat. wer sich freute an der Stille einsamer Gebirgstäler und am einfachen Wesen einfacher Menschen, wer sich aber auch vom Rhythmus de* Leben* in anderen Städten fortreihen ließ, wer diesen Rhythmus empfand, wer kinc Augen öffnete gegenüber der vielgestaltigen! Welt, bie sich ihm barbot. der wird mit viel größerem Weitblick in die Heimat zurückkehven. Solche Alenfchen sind nicht eng auf ihre Sigen- bröbelci eingestellt, sie lassen auch andere unb andere Ansichten gelten, denn fie haben erkannt, daß man auf viele Weise selig werden kann unb daß viele Wege nach Rom führen. Dia Welt draußen" kann eine gute Lehrmeisterin sein. Aber nicht alle, die bei fifrr zur Schul« gehen, sind gute Schüler 6- r. Bornotize«. — lageef alenber für Montag. Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): ,.Vater werden ift nicht schwer". — Astoria-Lichtspiele „Lippenstift unb Bubikopf. — Aus bem Stabttheaterbureau wirb uns geschrieben: Das neue Lustspiel von Lothar Sach* .Schach bem Manne", da* morgen hier gegeben wird, hat bei feiner Erstaufführung am Freitag im Bad-Rauheirncr 5tur- tHeater ganz außerorbentllch gefallen, wozu nicht wenig bte abgerundete Darstellung unter 3arl Bolcks Spielleitung beitrug. Da* Publikum imhm all die feinen Pointen mit sichtlichem Wohlgefallen auf. In den tragenden Rollen sind Fräulein Baumann und bie Herren Geifer* unb Tannert beschäftigt, daneben wirkt noch ein großer Teil be* Personals in Episodenrollen mit. Personaliett. Ernannt wurden ber Amtsgerichtsrat bei dem Amtsgericht Gießen Fritz Reuroth unter Belassung tn seiner Stelle al* Amtsrichter zugleich zum LandgerichtSrat Aber Täuschung und ihre Dorspicgelung ist alleS: feine Isabella mit ben bunllen Augen ber Schwärmerei unb der ber Seele tritt über die Schwelle, dahinter ich sitze mit dem Traume bet Unwahrhastigkeit. Ich kenne fie nicht, ich habe sie nur in meinem inneren Leben gesehen; ich kenne nur die kleine schmutzige Magd des Hauses, die mit plumpen Schuhen die Treppe erschüttert und mit unertragbaren Augen voll Stumpfheit und bösem Flackern an meiner Türe stehen blecht. So sitze ich da. den Kopf etwa- nach vorne gebeugt, als ziehe ihn ein versteckter Schlag nieder, oder als lauere er auf ein Geräusch, auf einen Laut oder einen Schritt, der von einem geheimnisvollen Geher herrühren könnte: vielleicht wäre eS gut, nur das zarte Zwitschern eine* Bogels zu vernehmen, der das Fenster mit ermattetem Flügel auf ber Suche nach einem Rachtplatz streift. Doge', des Abends, Lhimäre meiner nieder- gebeugten Müdigkeit, der mir zum Sinnbild eines schmerzlichen Suchens wird, ach du kehrst heim aus der frischen Rebelfrühe, aus dem Gold- geäft verwunschener Mimosen, bie Flügel noch vom Staub der Blüten betupft, hinter dir liegt der Rachmittag wie ein paradiesiiches Gesilbe, in dem bie Stimme deiner Hellen Lebenslust aufjubelte...... Ich höre die schwankende Uhr schlagen unb verstehe c* nicht, warum ich hier sitze, ein wenig fröftelnb von ber unbarmherzigen Einsamkeit, unb den Schlag nachzähle, tote er mit einem leisen Rachllang verhallt. Um das Unheimliche der quälenden Schwermut und Lautlosigkeit zu zerstören, drängt sich mir ein halblautes Flüstern auf die Lippen, Bruchstücke eine* Gebete- au* der Kindheit ober ein paar Berfe. die ein Dichter crlann, als ihm vielleicht da* Herz vor Schmerz unb Mübigkcit stockte. Woran noch rühren? An Erinnerungen? An die getanen Dinge? An die nein en Erlebnisse der Jugend? An bie Wälder, die einmal vor den Fenstern wie das Mec: rauschten? Oder an ein Zier, dessen Augen durch die Dämmerung den Schein seiner Seele wars? Oder an die Liebe, die heiße Worte in ein Gesicht flüsterte? Der Heine blaue Doge! duckt sich in feinem Schlaf ohne Ueberlegungcn unb Erinnerungen, ohne zu denken und das Dergangene zu betrachten, er ist nut dem neuen Morgen und bem neuen Lebenstag zugeneigt. Aber manc Seele fymanlt in dieser Stunde zwischen Gestern, H:ute und Morgen, zwischen Derlangen unb t itfagung. -wischen geringer Freude unb großer Trauer, zwischen Unlust unb Angst vor dem Kommenden. Ich stehe auf, da das Schweigen um mich ein Gewicht hat, da* unerträglich ist. Ich stehe auf und hinterlasse eine Stunde voll Träumereien, nutzlosem Denken, vergeblichen Wünschen, quälendem Besinnen unb stockenden Gesprächen mit mir selbst der Vergangenheit. bi* mich wieder eine zweite erwartet. morgen, übermorgen oder später, deren Schwermut immer unheimlicher und drückender wird. Bekenntnisse eines Hungernden. Die Qualen von Hungernben find un* von Dichtern oft geschildert worden, vielleicht am anschaulichsten von Hamsun in seinem ersten Roman. SS scheint aber, daß man sich beim Hungern auch recht wohl fühlen kann: wenigsten* mehren sich die Zeugnisse von solchen, die au* Gesundheitsrücksichten längere Zeit auf jede Bohrung verzichteten unb dabei bie besten Erfahrungen machten. Hungerkuren werden jetzt vielfach von Aerz- ten empfohlen und sind in unfern Tagen, da man Schlankheit tür nicht nur ästhestisch notwendig häli. lehr beliebt. Gin angesehener englischer Geistlicher, der Reverend Walter Wynn, ber 5 2 Tage lang gefastet hat, erzählt in einem Londoner Blatt von biefer erstaunlichen Leistung: .Ich war krank. Dret 2lerzte hatten mich aufgegeben. unb zwei hervorragende Männer, bie an dem!eiben Leiden litten, waren beide nach einer Operation gestorben. Man legte mir nahe, daß ich hungern sollte, aber ich lachte zuerst darüber. denn ich hielt Fasten für eine Erfindung von Quadfalbem. Die Verzweiflung brachte mich dazu. al* letzte Hoffnung diesen Versuch zu wagen. Rach 24 Stunden litt ich an unerträglichem Hunger. Der Arzt bat mich, noch 24 Stunden au-zu- haften. und ich tat e*. Am dritten Tage hatte sich mein Hunger gelegt, und ich glaubte, daß ich nun ft erben muhte. Aber ich fühlte keinen Hunger mehr bis zum Ablauf meiner langen Fastenzeit, die fast zwei Monate dauerte. 3m Lauf ber Stur entdeckte ich, bah eine große Veränderung mit mir vorging. Ich nahm rasch ab, etwa zwei Pfund jeden Tag. und langsam brachte ich e* dahin, dah ich wieder beim Stehen meine Zehen sehen konnte. Ich arbeitete mehrere Stunden jeden Tag angestrengt in meinem Garten, und ich schrieb ein Buch von 100 Seiten. Rach acht Tagen fühlte ich mich schwächer, aber leichter, glücklicher unb ganz frei von Schmerzen. Gegen Ende meiner Fastenzeit war mir, al- wenn Essen eine lächerliche Zeit- Verschwendung wäre, wie wenn der Störper vollkommen mit Wasser, frischer Luft und Sonnenschein auskommen könnte. Aber al* ich am 52. Tage zu hungern aufhörte, da hätte ich gern ein gute* Beefsteak gehabt. Ich muhte mich aber mit einer Milchdiät zwei Tage lang begnügen, unb dann erst versuchte ich e* mit etwa* Schinken, hatte aber sehr halb zu viel gegessen. Durch meine Äur erhielt ich einen besonderen Geschmack für Früchte. Mein Gaumen wurde viel feinfühliger, und ich genieße jetzt alle Rahrung viel bewußter als früher. Besonders war ich erstaunt darüber, dah da* Wasser, da* man meist geschmacklos findet, verschiebenartige* Aroma aufweist wie der Wein, unb baß es, wenn ber Gaumen genügend erzogen ist einen ganz eigenartigen Geschmack besitzt. Während des Fastert* rauchte ick) Pfeife unb bet Tabak hat mir besser aeschmeckt al* je zuvor Durch ba* Fasten wirb Der Geist klarer, und es ergreift einem ein wundervolle* Gefühl von Leichtigkeit. Gehen wird zu einem außerordentlichen Vergnügen, Schlaflosigkeit verschwindet. und man fühlt sich besser unb besser. Mein Fasten bedeutet für mich das größte Ettebni- meine* Dasein." bei bem Qanbgerirbt der Provinz Ob«whetten unb bei AmtSg.r^chisrat vei bem LmtSgerich: Offenbad) Dt Wilhelm TB o b a e g c zum Am's- gerichtSrat bei dem ArntSgerich: (Biegen. * Die ®etoerbeau»He[lung Bi«- fjen 1 9 2 7 hak gestern abenb ihre Pforlen gc- chloffen. Der gestrige Lag brachte ben Aus- 'kellung-hallen unb der VvlkShalle noch einmal shr harten Belach 3n ber Gesamt hc" be- rachtek bürste bte Aussteldmg hinsichtlich bei Besuch» zur vollen Zusrieberrheit ihrer Ber- anBalter ausgefallen feir. wurden insgesamt -erkauft: 1502 Dauerei nlrittskcrrt en baxu 2042 Beitarten. 46366 Lageseinl ritt starten für Et- nachseno 4209 Tageskarten für Kinder 8306 suschlagskarten bei brtanderen BeranS alt ungen. 7171 Eintrittskarten beim gefchlvl lenen Besuch non Schulen, ferner wurden noch 962 Aussteller- 'arten verausgabt 2tr UuöfteU .ng»führern würben rund 5000 6lud verfault Dic elektrische Straßenbahn beförderte während der Jeit der Ausstellung vom 1. bis 19 Juni insgesamt runb 165 000 Personen nach und von der Aus- 'tellung. Wie wir hören, ist auch für die Aussteller die Veranstaltung als befriedigend an- zusehen. denn teilweise wurde auf der Ausstellung bereits gut verkauft, zum anderen sind dort wertvolle Verbindungen angeknupft worden, von denen man sich vorteilhaften Warenabsatz versprich "Die Di ebener Hochschulgesell« djaft hat ihre Äluglieder setzt zur Hauptver- ammlung unb Festsitzung auf den 2. Juli etn- qeladen 3m Anschluß an die Hauptvertarnrn- lung, in der die üblichen geschälilichen Punkte auf der Tagesordnung stehen, werden in ber Fest» 'itzung in der Tleuen Aula zwei Vorträge gehalten Prof Dr. H a u e r - Marburg fprtcht üb?r Sin indischer Macchiavelli", Prof Dr Lewh- Fießen über .Die 5t ei Il(f>rtft leite der Universität Liesten" •• Das neue Z l u g h a f e n g e b ä u da luf unterem Flugplatz ist jetzt im Aohbau vollende k. Es macht in feiner architektonischen Ge» ilaltung einen vvrtrJfllchen Ombrud und paht sich, unmittelbar am Waldrand gelegen, harmonisch dem Landfchaftsbild em. Bekanntlich soll bas Debäude bis Anfang August zur Benutzung fertiggesteNt fein. ei Aenovterungsarbeiten in und bet ber Stadtkirche. Der westliche Trep- aennulgang zu ben Emporen der Slablkiiche wird gegenwärtig durch einen neuen Anstrich frisch stergerichtet, ebenso werden auch bet Markus- und ber Matthäussaal im Evang Gcmeindehau» m der Kfrchstraste renoviert. Die alle Türmer- ovhnung. die vor vielen Jahren vor der Gin- übrung der Feuerwache vo.i bem Turmwächler ewohni wurde, wirb ebenfalls durch Jnftanb- yung vor Ihm Verfall geschützte sie erhält •inen neuen Anstrich 3m vorigen Bahre wurden 'kst das Geländer und die Fenster von allsten trstrichn. " Die beiden letzten Bauplätze in »ec Johannes st raste werden in absehbarer teil bebaut sein Wie schon mitgeteilt, wird gegenüber dem Stadtth?ater dos an der Jo- )anne»ftraste gelegene unschöne Haus, das ehemalige Wirtschaftsgebäude des Wiener Hofes, endlich verschwinden unb an seiner Stelle ein KulissenhouS für bas Stadttheater erstehen. Der andere und letzte Bauplatz, das Gelände des früheren SIS- oder Kühlkeller» ber eingegangenen Brauerei Friedel P< Asprion. das sich im Besitz de» Ghana Schwesternhauses befindet, soll einem Erweiterungsbau bei Evong. Schwestern- haufes nach Entwürfen des Architekten Baurat Hans Meyer dienen. Sobald die Finanzierung dieses Bauvorhabens gelöst ist. dürfte wohl noch im Lause dieses Jahr«S mit dem Dau begonnen werden. “ Vefihwechsel. Der 3nhaber der Finna Kühn Vachs. Otto Georg hat den Garten des ehemals Gutsleischschen Anwesens in der Alicen» stmste käuflich erworben, um dort ein Wohnhaus zu errichten. ,e ,Gngfah" Gemeinnützige A k t- Gel für A n g e st e 111 en - Äe l m ft ä 11 en. Man schreibt uns Aus Veranlassung der Ortsgruppe des Deutschnationalen §>andlungSgehilsen- iit.- ui ein« ui Orts aussckust bei .Dagfah" zusammengeschlossen. >jwed de» ÄuSschuffe» ist der Bau von Angestellten- Heimstätten in größerem Umfange. Da auch der Bund der technischen Angestellten und Beamten, Deutsche»' Bankbeamtenverein. Deutscher Werkmeister-Verband. Gewerkschaftsbund der Ange- fteflleT’ Verband kakhvl taufm Vereinigungen Deutschlands. Verband redender Aaidkuit und der Zentralverband der 2ngeftelhen der .Gag« sah ac.geschloffen find, dürfte mit einer baldigen Ausführung de» Bauvorhabens in größerem Umfange gerechnet werden können " Eine totale Sonnenfinsternis werden totr am 29.Jun erleben. Zur genauen Beobachtung des Himmelsvorgangs Itnb von allen Ländern zahlreiche Eipedlnonen nach bem äußeren Vorbei Aortvegen» unterwegs weil von dort aus die Finsternis am besten beob- : htel werden kann Auch bie deutsche Wisten- fchatt bat eine Aeihe von Astronomen mit zahlreichen Meßinstrumenten nach Vorweaen haus zu erbauen Areie Artcdderg Friedberg 19. 3uni Der Gast - Witte-Verein der Wetterau -ant bem Sitz in Friedberg, erhebt in einer Entschließung öffentlich Protest gegen bte Einführung einer städtischen Biersteuer ES sei ungerecht und unsozial, ausschließlich das Getränk der größeren Vvlksgemetnschaft mit einer Steuer zu belasten 4 Bad-Aauheim 18. 3uni. Die Beratung de» Haushaltsvoranschlags der Stadt für 192 7 stand in den letzten Amtstagen deS Bürgermeisters Dr Kayser fchon zweimal aus ber Tagesordnung der Stadtoer- ordnetenversammluna. 3n der ersten Sitzung führte die Aussprache zu den gestellten Abände- rungSantrögen zu heftiger- per'önlichen Aus- einandertehungen zwischen der Uinfen unb ber Mitte die zur Folge hatten baß der größte Teil der Stadtverordneten ben Sitzung»!aal verließ und die Versammlung befchlußunfabig wurde 3n der AbschiedStetzung de» Bürgermeister» Di. Kayser fand gegen seinen Willen, wie wir seinerzeit berichteten, ein Vertagungsantrag die Mehrheit. Sv blieb es geftern der ersten geschäftlichen Stadtverordnetenfitzung, die ber neue Bürgermeister Dr 2 h 1 leitete, vorbehalten, ben Voranschlag zu verabschieden. Er lag im Druck vor unb wurde mit einigen Abänderungen in dieser Form nach längerer Beratung mit großer Mehrheit angenommen. Die Aussprache befaßte sich weniger mit den Einzelposten ber Ausgabenseite. als mit ber Gestaltung ber Einnahmen. Die verschiedensten Steueranträge, die zumeist eine Senkung ber Steuersätze im Auge hatten, lagen vor unb wurden von ben Antragstellern eingehend begründet Drei verschiedene .Stcuersenkun^Santräge" allein wollten eine Herabsetzung de» im Voranschlag vorgesehenen Sa?..» der (1.50 Mk. auf je 1 Mk. staatliches Gewerbesteuersoll j Gewerbesteuer vom Ertrag. Angenommen wurde ber Beschluß be» Finanzausschusses. bte Gewerbesteuer vom Ertrag von 1L0 Mk. auf 1.35 Mk. herabzufetzen. Bet ber Orunbfteuer fah ber Voranschlag einen Ausschlag von 15 Pf . uf 100 Ml. deS G'bäude- tirui.btrrrtc» und 30 Pf. auf 100 Mk. de» unbebauten Grundbesitzes vor Annahme fanden aber bie Anträge die die vorjährigen Sätze beibehalten wissen wollten, b. h. 12 P s bzw. 2 4 P f. Dagegen würbe ein Antrag, bte Sondersteuer vom bebauten ^Grundbesitz von 38.6 auf 37,6 Prozent herabzusetzen, abgelebt. während die Erhebung einer Bier- ft euer in Höhe von 7 Prozent beschlossen wurde. Für bie genehmigten verschiedenen Steuerermäßigungen mußte durch entsprechende Streichungen ‘Ärdung geschaffen werden Eine längere AnSfprache entspann sich in diesem Zusammenhang über einen von einem Abgeordneten ber Linken gestellten Antraa, die für Errichtung eine» Gesallenen-Shrenmals angelegten 5000 Mk zunächst zu streichen. Der Antrag sand mit großer Mehrheit Ablehnung. Der Etat schließt ab in ber Betriebsrechnung in Einnahmen und Ausgaben mit 1 455 400 Mk. (im Vorjahre 1 257 500 Mk -. in ber Ber - mögen-rechnung mit 138 000 Mk. (im Vorjahre 723 050 Mk.> An Einnahmen sind u. a vorgesehen Anteil an her Beichsetnkom- men- unb Körperschafts steuer 129 719 Mk. Anteil cm der Umsatzsteuer 35 281 Mk, Gemeindesteuern: Filialfteuer 1500 Mk. Grunberwerbs- fteuer 18000 Mk. Hundesteuer 5000 Mk, Vergnügungssteuer 15000 Mk, Biersteuer 15 000 Mark. Gemeinde umlagen: HauSsteuer von 0,12 auf 100 Mk. Gebäudewert und 0.24 auf 100 Mk. unbebauten Grundbesihwert zusammen 85 000 Mk, Gewerbesteuer vom Anlage- unb Betrieb-kapital bei einem Ausschlag von 0.70 auf 100 Mk Steuertap«al ammer y? (XX) Jh"! ^ewerkch» heuet vom Ertrag bei einem Aus schlag von 1 35 Mk au' je I Mk. staatlicher Gewerbestru« deich 67 500 Mk. Sonber steuer vom bebauten rmchtigstrt Ausgabeposten < mb folgende alIgrncnw Verwaltung 200 000 Mk Polizei ,tu unb ber bedeutend« ?.üdgan^ anderer Gemeindesteuern Getränte unb Vergnügen» Haden einen bedeutenden Ernnahmeaussall gebracht, für den Ersatz in euer Beteiligung an bet staatlichen Äurtare -llertvenigstens die Zulassung einer st 5. blich e n Ä u r t a f e an gestrebt worden fei Gs leiht dann weiter . Vielleicht tragen die iahten de» Voranschlags zur jxi»labmra bei. daß die finaniteilvn Kräfte der Stadt Baid-Aaubeim mit Einschluß der Steuern bie das Bad kraft v^rtenc» zahlt, nicht aus reichen, die ihr als Badestadt obliegenden .lemein blichen Pflichten zu erfüllen unb zugleich den Kleinwohnungsbau 'v zu fördern, daß dem Bad tn< Fremdenzumner . rhalten Nethen. Dir erheben fernen Xechts- n'pruch und wünschen keinen Vorzug vor aiw HerstellerprrtfeS und - erg e r, A a t h t n a u und Weidtg vertehen werden soll, zu errichten, entspann sich ein» längere Debatte Da» Gcfuch wurde gegen 'leben Stimmen genehmigt Der Bür'.,erm«nster Idirn nie ^Wildgans wurde aus ossener See von einem Blitzttrahl getroffen und angezündet. Eine ungeheure Panik ergriff die Ttf i'cnben Alle» stürzte an Deck, jeder wollte ber erste fein, um in eine» der AettungSbote zu gelangen. Alt» das kleine Töchterchen be» Kapitän» aus seiner Kajüte trat, sah eS sich einem drängenden, stoßenden heulenden Haufen, anscheiitend 3rrtinniger. gegenüber. Die Kleine war ganz gefaßt unb begriff nicht, warum die Menge fo außer sich war. Sie stellte sich ihr dreist entgegen und rief in beruhigendem Tone .Aber fo l.id doch ruhig! Papa ist ja schon gegangen und IMdrt da» Feuer f Da» Feuer löschen cm diese Möglichkeit batte noch niemand gedacht Alle hatten ohne weiteres daS Schiff auf gegeben und mir an ihre eigene Bettung gedacht Erst die Mahnung de» kleinen Kinde» brachte sie auf den Gedanken selbst föfchen zu helfen, eine Aufgabe, welcher ber Kapitän mit ber SchiffSlefatzimg allein nicht gewachten war. bie aber jetzt, ba bunbert willige Helfer fich ihnen zugefellten, wohl zu löschen war Eine andere Rettungttat ging von einem vierjährigen Heinen Jungen auS Dieser, der Sohn eine» bretonischen doHklbatcn. hatte die üble Angewohnheit, bed Abend» nicht gern schlafen zu geben So trieb er such auch einet Abend» spät noch am MeereSufer umher Da bemerkt« er zwei ihm unbekannte Bkänner. die emsig an ber Van Mette be» großen Damme» Erde wegschautelten. Das siel ibm aus Gr rannte zu feiner Mutter und erzählte eS ihr. Diese fragte, ob denn der Schleusenwärter dabei gewesen ki DaS verneinte ber Knabe Ser Wächter habe aus ber Bank vor 'einen Häuschen gelegen und feil geschlafen Darauf weckte die dhl, D m sreiwil ig au^ge'chiedenen Vodiyen- -en Müller wurde allseitige Anerkennung für die Führung der Dereins-Geichüfte leit der Gründung zuteil. Aus den weiteren Verhandlungen ist .-in Vorschlag des Verftvenden hervorzuhcben. der dahin ging, bei dem stulluramt au Wenlar den Antrag zu stellen, die üb-r 100 Morgen grvhen Petvaiwaldungen der Ortseinwohner bei der zur Zeil im Gange befindlichen wirtschaftlichen mlegung der Grundstücke der hieswen Gemar- kung. zufammenhüngend an einer Stelle Ausweisen au lasten, um auf diele Weife der Fr^ge der Anlage einer Viehweide nähertreicn zu können. Der Vorschlag sand bei der Mehrzahl brr Versammlungst iliiehmer Zustimmung, es lost über ihn in stürze eine besondere Beratung ftottflnben. Ärrii Marburg. Das neue StrahenverKehrsrecht Don RegierungsnU Dr. jur. strebs Darmstadt Se stellt itnn aitgei ^esetzeSterminologi strastfahrzeug. TB« . Die Verordnung bringt nicht etwa durchweg neues Recht, sie deckt sich Atun Teil inhaltlich mit älteren lmchcsrechtlichen Vorschriften, so u. a. mit zahlreichen Vestimmungen des hessischen Po- lizetstrafgesetzbuches vom 30. 01 tobet 1855. — 3m einzelnen gilt folgendes^ BegrüßungSanspra Donnerstag gehalten von Dr. _ Iing. Frau Regierung-rat Dr. Sann, Heppenheim^ Fürstin öl ifabeth zu Erbach- Schönberg, streisdirekwr Pfeiffer, Heppenheim, Bürgenn elfter Schllsfers. Heppenheim. und von den Vertreterinnen der kon- leliioncllen Berd ntgun gen. Landtagspräsident Adelung führte in einer Ansprache im Verlaufe des Abends aus. er fühle sich als Parla- 1[ Marburg. IS. 3um. Mu dem heutigen Tage gingen die Refvrmationsfest- spiele zu Ende. Auch die letzten DorsteHun- gen. einschließlich der heutigen, erfreuten 'ich lehr zahlreichen Besuchs. - Der dem schweren Gewitter, das am Freitag nachmittag über das Lahntal zog und strichwe.se ^)ag das neutrale Volkstum all« ; ah!ich seit dem Mittelalter gebildet hat. Das Wesen des Bo k»tumS kt fchw.r zu ergründen, aber die gemeinsame Sprache 'ei eine seiner Grundzüge T » Volkstum zu b’legen, müste die vor- nedinste Ausgabe der dcut'chen Frauen fein, ebenso hie 0 r-itbung zu Ehrfurcht und Verantwortungs- gefuhl. Alle Vorlrüae wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen cks folgte dann eine Aussprache über die Borttäge. flm heutigen Sumstng benchtrie (Brätln Pauline ‘JÄ o n i g e I a • ütxi cenndx GvenKand- not" und stellte die cargen der Südtiroler um die In diesen lagen werd man lesen, daß bte I hessischen streisämter eine Verordnung über den allgemeinen Verkehr auf ftffent- Irchen Wegen ' Straßenverkehrsordnung er- lasten Diese Straßenvertzrhrsordnung ist eine Polizei Verordnung, die von jedem Ämeamt für hch nach dem gleichen Muster und im wesentlichen mit gleichem Wonlam vervsienritchi wird. Dem Laien wirb daS Verfahren au" allen. Ls muß deshalb zunächst ein Wort «u der staatsrechtlichen Grundlage dieser Verkehrsordnung getagt werden. Der Verkehr mit A r a f 11 a bezeugen ist durch das Gefetz über den Ver- kchr mit «traftsahrzeugen vom 3 Mai 1*39 reichsrechtlich geregelt Dieses Gesetz ist am 21.3uU 1^23 in einzelnen Punkten geändert und ergänzt worden. D.e näheren 2tu»'uhr.ina‘bdiimmun- gen enthält die Verordnung über den Äraftfafcr- »eugterfebr vom 5 Dezember 1925 in der .Täflung vom 28 Juli 1926 H er findet man insbesondere auch die Bestimmungen über die Ordnung des Straßenverkehrs, über die besonderen Pflichten des Krostfahnzeugführer» und über die Verkehrsregelung durch die Polizei. Der Reichstag Halle bereits bei der Beratung des erwähnten Gdcnes vom 21. Juki 1923 in Artikel VI eine Vorschrift angenommen, wonach die Reichs- regierung mit Zustimmung des Reichsrat- auch Anordnungen über den allgemeinen Fahr- nerfebr ertasten sollte, .soweit dies in Rücklicht auf den Krastsahrzeugverkehr erforderlich" sei. Diese Beschränkung der Zuständigkeit des Reichs aus die mit dem straftfahrieugverkehr zusammen- hängenden Vestimmungen hätte zur Folge gehabt, daß auch in dieser Verordnung nur ein Teil der Vorschriften für den übrigen Verkehr hätte ge» 3. Reifverkehr. Sinngemäße Bestimmungeii gelten auch für den Reitverkehr, sowie für das Treiben und Führen von Tieren, ausgenommen Hunde. 4. Außgangeroerkehr. Eine besondere Regelung hat der Verkehr des FußgängcrS erfahren. (2r soll in der Regel dis Fußsteige benutzen, bei Benutzung und Ueberfchrei- tung des FahrwegS die erforderliche Rücklicht auf den übrigen Verkehr nehmen, den Weifungen und Zeichen der Polizeibeamten folgen, auf Fahrzeuge nicht während der Fahr auf- und ablbringen. an Straßenbahnhalleslellen auf dem Fußsteig warten und betonteren Reit- und Rahfahr- wegen fernbleiben. Dom Standpunkt einer geordneten Verkehrsadwicklung ist es jjeroif) zu begrüßen. wenn die Gesamtheit der Fußgänger allmählich lernt, sich in ihren Gewohnheiten den allgemeinen Del lehrSdedürsnisten anzupassen, wenn z D. die Hebung verschwindei. i>erkehrs- reiche Straßen in langgczogener Diagonale zu überqueren, um abzuschnriden. oder wenn längere Aussprachen von der Strahenmitte an weniger vel-kehrsf'orende Plätze verlegt werden. 2lller- dlngs dürfen die rechilichen Auswirkungen die mit dieser nunmehr für das ganze Reich geltenden Vorschrift verbunden find, nicht unterschätzt werdeii. Zuwid«Handlungen gegen die mit Ctraf- androhung verbundenen Verbote stellen einen Verstoß gegen ein Schutzgefeh im Sinne des tj 323 Ab'av 2 des VD.D dar. der somit auch privat- iecht.ich« Schadenersatzpflicht zur Folge haben kann; mindestens aber wird bei Verkehrs uns allen, bei denen gegen di« Vorschriften über den Fußgängerverkehr verstoßen worden ist, von den Gerichten ein enitwirkendes Verschulden des Fußgängers in Betracht gezogen werden können Es erscheint nicht aucgeschlossen, daß die gesamten wirtschaftlichen Grundlagen, d. h. die Risiken der Hastpf licht- und Unfallversicherung der Kraftfahrzeug- Halter Fuhrwerksbesitzer und Radfahrer einerseits und des FußgäiiaerS andererseits eine nicht unwesentliche Verschiebung zugunsten des Fahrzeughalters erfahren So wird möglicherweise auch der § 9 des KrastsahrzeugverkehrSgefetzes vom 21. Juli 1923 der von dem mitwirkcnden Verschulden des Verletzten handelt, in der fünft i- wen Rechtssprechung eine über die bisherige Praris hinausgehende Anwendung finden. Mentaricr und wisse Wohl, daß die einzelnen I Parteien zur Belebung deS gesamten politischen iiiid sozialen Leben» nottvendia seien, aber Ziel und Zweck der charitativen Verbünde bedinge eine interkonsessioneile und überpartelliche Zusammenarbeit. Volkes not mache die Bildung einet Volksgemeinschaft notwendig. Der weitere Verlauf her Veranstaltung war ein Unter- Haltungsabend Am Fteitaavormittag hielten Dr. Frei in I von Hertling und Legattonsrat Dr. Heinemann, Darmstadt. Begrühungs- anfprachen. Dieser übermittelte die Grüße deS Staatspräsidenten und wieS an Hand von fta- t.stischen .Feststellungen auf die Leiden Hessens burch die Besetzung elneS großen Teiles seines Gebietes hin. Er sagte hierüber u. a : Hessen st durch die Besetzung in einem feine Eristenz bedrohenden Blaße betrossetz. Einmal, weil ein überaus großer Teil des Landes (25.5 Prozent) und ein noch größerer Prozentsatz feiner Bewohner <36 Prozent) zum besetzten Gebiet gehören, niid zum anderen, weil im hestischen besetzten Gebiet saft 26 Prozent der Besatzung untergebradbt sind, während die Bevölkerung deS hestis«chen besetzten Gebiets nur etwa 13 Prozent her Gesamtbevölkerung der besetzten Gebietsteile ; auSmacht. Handel und Wandel liegen infolge- dessen in Heften besonders schw.r danieder. Richt iahlenmähig zu ertasten ist die Unsumme von innerer psychischer Rot. die aus den Bewohnern des besetzten Gebiets lastet, hervor- gerusen durch di« Tatsache, daß sie jahraus, lahreiii unter den Bajonetten einer fremden Macht leben mästen. Selbst wenn die BefatzungS- stärken merLur herabgesetzt werden, ober di« Besatzung ..unsichtbar" gemacht wird, di« lat- >ache der Besetzung wird weiter aus der Seele der ftolksgenosicn im besetzten Gebiet lasten. Di« äuße» 7en Last.» brr Besatzung müssen vom Reich und •oroeit möglich von ftefien auch weiterhin geimden wertzeii. Zur Erleichterung der inneren Betagunii»- not sollen Veranstaltungen wie teh: die nefsisch« Fiaunitagung briirogtn. Die Schwestern Im unbe- -tzfeii Gebiet sollen aus dem Munde der Frauen, die aus dem besetzten Gebiet aekommen >tud. er* hreii, wie cs dort aussieht, vor allem aber sollen ich die -chweflern aus dem besetzten 'sebiet ihr >crz erleichtern durch eine Aussprache an der i-vv- •en Bergstraße aus jrricm deutschen 8oben. Jer* landni, zu erwecken and liebevolles ^Berfteben z'.i '."inden. möge der Erfolg der Frauentagung • ein Die Räumung der besetzten Gebiete ist das vo'iti'che Zick des ganzen deuftcheu Boikes P .'s >nunq hierauf, oder unabhängig davon dos Gefühl, lür bas ganze dcustche Volk und feine Zu* tun ft einen Kampf zu -ähren, der umzerstörbor in \ij Buch der Ge'chichie eingetraaen ist. möge den Schwestern irr.ö Brüdern im besetzten Gebiet ein Trost und eine Stärkung sein. Prof. Dr. Rühlmann sprach dann über den gegenwärtigen Stand der deutsch-franrösi- jchcn Beziehungen. Der Redner schilderte uinächst die gesamte p^Ntische Lage Europa; unter besonderer Berücksichtigung der Rheinland- frage. Die deutsch- sran zöfst chev Beziehungen wären nicht vom Standpunkt der TagespoliHf au; zu bei netto n, sondern nur unter Berückft^tiaung der historischen und säkularen ffräite. Die Berftän digungsveriuche wären ziemlich negativ oeilaufen; Frankreich betone wieder die Sicherheiwfrage. habe eine Heeresresorm durchgeiührt und feine Dftwmnt- 1. Juhrwerksverkehr. Fuhrwerk und Bespannung müssen verkehrstauglich sein. Die Ladung muß in an- gcir.d,cnem VeehältniS zur LclftungSfähiakeit von Fuhrwerk und Gespann stehen und sicher verwahrt sein. Lastsuhrwerke, Wohnwagen. Hantelswagen u. dgl. müssen Romen und Wohnort des Fuhrwerksbesitzers tragen. Sämtliche Fuhrwerke müssen bei Dunkelheit links vorne eine nach vorwärts leuchtende Laterne führen. Langholzsuhr- werk? und ähnliche Fuhren, sowie Möbelwagen und Anhänger außerdem ein Rücklicht. Sämtliche bespannten Fuhrwerke müssen einen Führer haben der körperlich und geistig geeignet, nüchtern und grundsätzlich über 14 Jahre alt fdn muh Wegen Verstoßes gegen verkehrspvlizei- liche Vorfchrisien bestraften •Personen kann die selbständige Führung bespannter Fuhrwerke dauernd ober icittr\-i'c untersagt werden. Der Führer des Fuhrweicks hastet neben besten Besitzer für die BerkehrStuchtigkeit. Ankoppeln von mehr als einem Fuhrwerk ist nur mit polizeilicher Erlaubnis zulästig. Von den bisher genannten Vorfchristen können unter gewiftenVoraussetzungen Ausnahmen für WirtschostSfuhren zugela"en werden. daS sind Fuhren, die innerhalb der Gemarkung des BetriebSsiyes oder benachbarter Gemarkungen für Zwecke der Land- oder Forstwirtschaft ausgeführt werden Der Führer muh fein Gespann stets in der Gewalt haben und feinen Platz fo wählen, daß er freie Aussicht nach vorne und nach den Seilen hat. Richt eingespannte Tiere dürfen grundfäylick» nur an bet rechten Seit« ober hinter dem Führers mitgeführt werden und müsten kurz angebunden sein. Die Fahrgeschwindigkckt muß fv eingerichtet fein, daß bet Führer stets in der Lage bleibt, seinen VerpsAchtungen Genüge au leisten, insbesondere muh er bei starkem Verkehr oder behinderter Sicht so langsam fahren, daß er auf kürzeste Entfernung Alten kann. Die Art wie her Führer eine« Fuh'. Werkes Wam.ingszeichen gibt, vb durch Zuruf ober in 'onst geeigneter Weife ist ihm überladen, der Gebrauch von Hupen jedoch verboten. Die Fahrordnung enstpricht der im Verkehr bereits üblichen und eingebürgerten, von dem Krvftsahrzeugverkehr übernommenen Regelung. Sämtliche Fuhrwerke find grunbfätzl-.ch verpflichtet. die rechte Seite des Deges dauernd einzuAlten. Langfarn fahrende Fuhrwerke haben innerhalb geschlossener Ortsteile mögiichft die äußerste rechte Seite eiiyuhalten. Stets gilt diese Vorschrift beim Durchsahren von scharfen e rbaimng des Deiuscbkum» in brn Bardergrund ihrer Be-rachtungtn. hifr Haden, wie sie darlegte, die Deutschen am meisten zu leiden, denn gegen sie mutet rin fönnliiber Vern>chkungskampf der von Mussolini in; Werk ae epr ist. Die Jugend wirb zwangsweise ikiltantfur:. deutsche .stinder^itirten und deutscher Pr>oanmterr,cht sind verboten, selbst der Religivnsiinterttcht in der Muttersprache ist von dielen- Vcrdvt detrv''en. E« ist unmöglich, iwh eine Öupeirb herannxiit)(t. der 'olche au zwungene Bedingungen EeidstverständUchkeit werden konnie-.i. Wenn auch vom Völkerbund nicht alles Heil »u erwarten ist. so müßen wir doch versuchen, eine Revision aUei ime einschnürenden Scbinyingfn zu erreichen. Rotwcndig ist vor ollem ein seelischer Zusammenschluß-, ohne diesen wirb auch die äußere Einigung nur Stückwerk bleiben. grau non Rechenberg erörterte sodann die ..Grenllandnot in der Rordmark und tm Otten". Diese Not kann, der Rednerin zusolge, mir vorn gesamten Volt adgewehtt werden, denn der einzelne vermag dazu nicht viel. Für die Dänen ist die Ent- deiitschung Rordschtoswig» die dedeulendste inner- und außenpolitische Frage- das Deutschb.im hat deshalb schwer dagegen anzukamosen. Danzig wird von den Polen auf alle mögliche Weise gequält, imb der '."ölkerlandskornmifsar erfüllt stet» alle polnischen Wünsche. Die Dinzlger Deutschen werden indessen die Rechte ihrer Stadt ausß äiigerfte verteidigen. Die die Deutschen br!>iinbdt wcroen die den polnischen Korridor mit der Bahn durchfahren, ist geradezu eine Kulturschande. Do» Memel land wird von den Litauem dauernd drangsaliert; auch die Genscr Ler- Handlungen werden ihm kaum ein« Bessemng seiner Lage bringen. Ostvr?ußen erleidet wegen seiner Ad- trermung vom Reicbe die schwersten wirls.liastlicheii Jlötr. Grenzlandnot erstreckt sich namentftch auf bas Gebiet beiderseits der neuen Gren>ze von West- preuszcn, Posen. Riederschlesien und vberschiesien. Bei allen Sorgen um die Erhaltung Ihrer Kultur müssen die Deutschen wirtschastlich außerordenttlch wogen der willkuttichen Grenzziehung um ihr, Exl- nn im Olten kamp't aber nicht allein um seinetwillen, sondern mich sur da» Watertanb; Ostnot ist Baterlandsnot. Richt nur tm Dulden und Leiden, auch im Wollen und Handeln muß unser Volk geeint sein. Reichsminister a. D. Dr. E m m I n g e r, M. d. R., legte dar, wie der großdeustche ©ebanfe das Ge- 'chsecht um die Mitte de; vergangenen Jahrhundert- stark bewegte, wi« der flcinöeut|d)c Gedanke schließlich gesiegt hat, aber noch viele, leibst die Fühver ht bic’cn Kanipsen, darin nur eine halbe Lösung sahen. Der großdeutsche Gedanke muß heute Gemeingut ber politische. -Inscbauungn eine» jeden Deutschen merbtn, wirisch-iftllch, juristisch und sinanzlell, nicht iuletzt auch seelisch ist der Zusammenschlub vorzude- reiten. In Oesterreich sind alle Patteien über den ichastlich (Bodenschätze und Wasserkräfte) wird Deutfchlanb einen Gewinn davon haben. Wir alle müssen dahin streben, den großdeutschen Staat mög- lichst bald zu schaffen. Den Vorträgen folgte rine Au-spräche; abends veranstaltete zu Ehren der Gäste die 2k)mi(täb1,r Madrigaloereinigtmn ein Konzert, in dem Heimat- und Vollslieder geboten wurden. Di« Borträge der Tagung wurden von Bertreto- rtrettm ganz »erschiedeiier onschauungen - halten; man könnt, darin einen Ausdruck des Strebend nach b«r Volksgemeiiftchast er- n Ueußeriich trat dies auch in Erscheinung, intern die Leitung der Verhandlungen wechselte zwischen den Vorsitzenden des Micc-Frauen-D«rein-, der Arbeiterwohliahrl, de» Deutsch-evang. Frauenbundes. des Jüdischen Frauenbundes, des Kachol. deutschen Fraueni'-indes. des Landesrates der kath. Frau.-noerbände Hessen», des Berdandes evana. kirchlicher Rrauerwreine und des verband,» Hess. Frau,noer,ine. ober unübettichtlichen Weaekrümmungen Für di« Aenderung der Fahrtricheung aüt der allgemeine Grundsatz Recht» kurze Wendung, links weiter Sogen. Sine Ausnahme von de n Grund- fatz Rechr«ausweichen gUt an 'ich eine Selbst- verstänbiichteit . be. Beq jnimg hu Schecnen- 5cbr‘,ugm. wenn bet Abstand zwischen bet betreff enden Schier., unb dem rechten Wegrand ein Rechesau»weichen nicht zuläßt. Ist ein Ausweichen unmöglich «Hohlwege Verkehrsstauungen^ so muß dasjenige Fuhrwerk um!ehren oder rückwärts fahren dem b*.e» nach dni 11 mftänden am leichtesten fallt Uebethot, wird links. Da- gegen find Schienenfahr-euge gründ atzlich rechts zu überholen, lot em die Schiene nicht 'o nahe am rechten Wegrand hegt, baß ein Rechtsüberholen nicht möglich Aaltrnbr Straßenbahnwagen dürfer auf der 3in- und Aussteigeleit« nur in Schrittge'chw.n> gke.l überholt^ werb« und nur. wenn ohne Getährdung der Fahrgäste vorbeigefahren werde« kann. An ^unübersichtlichen unb verengten Stellen der Fahrbahn ist Urberbolen verboten. Bei Wegkreuzungen hat grundsätzlich da» Fahrzeug aus dem Hauptver- kehrsweg tne Dorf ahn grger.übtr den, au» dem Seitenweg kommenden. Jm übrigen hat bas von recht» kommende Fuhrwerk die VorfahN. Wird der Verkehr durch einen Politzeideamten geregelt, fo find besten Weifungen und Zeichen maßgebend. Ss bedeuten Winken in der Fahrtrichtung (ober grünes Licht« Freie Fahrt. Hochheben eines Annes (ober gelbes Licht): Achtung ballen. Seitliches Ausftrecken eines ober beider Anne (ober rotes Licht): Halt. Auch die Führer von Fuhrwerken haben Zeichen zu geben, unb zwar die Absicht des Sttttdaltens durch fenkrechtes Hochhalten des Armes oder der Peitsche, die Absicht des llm- wenden» ober Sinbieaens huret) wagrechtes Halten des Annes in her Richtung des Fahrtwechlel». Die Ausstellung hallender Fuhrwerke muß fo erfolgen, daß der Verkehr nicht behindert wirb (Verbot der Ausstellung an engen Stellen, Wegckrcuzungen, scharfen Kurven, Haltestellen der Straßenbahn usw.). Zugtiere muffen auf der Deichfeiseite abgesträngt werben; leicht scheuende Zugtiere dürfen nicht ohne Aufsicht bleiben. Besondere Anordnungen sind für das Auf stellen unbef banntet Fuhrwerke bei Rächt getroffen. Ausnahmen gelten für die .xnbrtixne her Feuerwehr, der Wehrmacht und der Polizei. Sie find von den Vorschriften über Fahrgeschw n- bigkeit, Ausweichen. Halten, Ueberholen und Vorfahren befreit, auch ist ihnen stets freie Bahn zu schaffen. Einen Vorrang vor sonstigen Fuhrwerken genießen auch Äranten- unb Rettungswagen unb in Tätigkeit besindliche Spreng- und l-ilchrmaschinen. Truppen körper, geschlossene Verlande der Polizei, Leichenzüge unb Prozesttonen bürfen nur durch die im Feuerwehr dienst begriffenen Fahrzeuge unterbrochen werden. 2. Fahtradoerkehr. Fahrräder müssen mit Bremse, Glocke und bei Dunkelheit und Rebel mit Laterne versehen sein, Rücklicht oder Rückspiegel sind nicht zwingend vvrgeschrieben. Aus einem einsitzigen Fahrrad dürfen nur Kinder unter 6 Jahren und auch nur. wenn eine besondere Sihgelegeicheit sür sio vorhanden ist. mitgenommen werden. Alle Verkehrs vvrschristen für daS Fuhrwerk gelten finn- gemäß auch für den Radfahrer. Verboten sind andere Wornung-zeichen als Glocken und zweckloses llebermaß von Läuten. Verboten ist auch Anhängen an Fahrzeuge. 3n lebhaftem Verkehr oder beim Dergabsayren dürfen nicht beide Hände gleichzeitig von der Lenkstange, die Füße nicht von den Pedalen genommen werden. Außerhalb geschlossener Ortschaften dürfen nichterhöhte Dan« kette benutzt werden; sie find jedoch bei Annähe- Strafkammer Gießen. ' Gießen. 17. Juni. Lin Postschaffner hatte sich wegen eine» Vergehen» im Amt zu verantworten. 5t war ana;(lagt, zwei an einen Studenten ger chtete Drucksachen zu Unrecht mit je 10 Pf. Rachgebühr belegt und diesen rechtswidrig erhobenen V .raq nicht abgeliesert zu haben. Gegrn das sreisprechende Urteil des Amtsaericht» Gießen verfolgte die Staats- anwaltfchast Berufung, so dasi^ die Sache nochmals zur Verhandlung stand. Auch heute gab b,r AnqeNogte. wie in der etflen Instanz, an, daß .cht?ri yi verantworten hatte, war durch da- Amt-ge^ch: Butzbach wegen mehrerer Betrügere en zu mehr- monatlichen Gefängni-ftra'en verurte-.il worder wogegen er Berufung vertolgte. Anderen Händlern gegenüber harre er seine finanziellen Ber- HLltnssle so glänzend darzustellen verbanden dah diese ihm Vertrauen schenkten, was he dann später sehr bitt« büßen muhten Heute wurde er wieder in einem Fall des Betrug- für schuldig befunden und unter Einbeziehung einer anderen Gefängnisstrafe zu einer - fomtflrofr von 3 Mona ten 2 Wochen Gefängnis verurteilt. tftbigung recht passiv. Die Strafe jeden der beiden auf j e drei W o rf * lautete pogen ch e n V e' a n g n I •. Dabei ging das Gericht davon ans. dah ruhige ' und flethige Leute wie 6t., die zu ihrer Arbeit gehen, gepen derartige Ausschreitungen geschützt werden müssen. Es handelt sich um einen Ueberfall, ju dem 61. den Angeklagten auch nicht den gering ftrn Anlah gegeben hatte. Ein funger ’JRann, der Drogist I, hatte auf der Strafte mehrfach einen 15jährigen Vehrting verhauen, von dem er sich beleidigt fühlte durch üble Nachrede (Bogen zwei Strafbefehle hatte er Ein- fprud) eingelegt. Wegen groben Unfugs wurde er pflichtig verworfen weil ber Beschuldigte, der wegen «hier auto-Uebertretung angeklagt roar. nicht erschien. Zwei weitere 6nd)cn wurden vertagt. zu zweimal 6 Mark ® cibftr a f e verurteilt. Der grobe Unfug wurde darin erblickt, bah er auf offener Strafte Prügelszenen aufgeführt ^atte. bio den Unwillen des Publikums erregten. 5tra*antrag wegen Körperverletzung war nicht gestellt. Dor Ein pruch eine-) Chauffeure wurde kosten Amtsgericht Gießen. * Gießen 17. 3uni. Der Kaufmann L. A aus Gießen hatte al» Konkursverwalter Gehälter an An gestellte der in Konkurs geratenen Firma ausgezahlt es aber unterlassen, die .zehnprozentige Einkomm«- steuer abzuziehen und an dos Finanzamt abzufüh ren. Gegen einen auf A- Mark lautenden 6teuer- strasbescheid des Finanzamt«» hatte er Einspruch eingelegt mit ber Begründung, tm vorliegenden Fall sei er al« Konkursverwalter zu dem Steuerabzug nicht verpflichtet, auch nicht dazu in der Lage ge wesen. Da» Gericht schloß sich seinen Ausführungen nicht an und verurteilte ihn wegen fabrlässiger Steuerhinterziehung zu 21' Mark (Bclbftrafe. im Falle der Uneinbringlichkeit zu vier Tagen Ge fängni». Die Strafe war so gering, weil es sich um eine verhältnismäßig nicht allzu große Summe handelte, und weil em persönliches Gewinninteresie des Angeklagten gänzlich ausscheibet. Der SerurieHte erklärte, Berufung einlegen zu wollen Aus der Anklagebank saßen der Arbeiter R I. lmd der Friseunneister f). K Sie waren angeklagt wegen gemeinsamer schwerer Körperverletzung, begangen an dem ß2|äl)rigcn Arbeiter 6 t e rf e r au» Alten-Buseck. Dieser ging am 6 Januar morgens gegen 4.1.5 Uhr dtirch die Bahnhofstraße, um mit dem 3ua zu seiner Arbeitsstall.' nach Wetzlar zu fahren. 3n der Nähe der Mühlgasie standen drei Männer auf der Straße und urinierten. Stecker trug eine Laterne, die an seiner Jacke befestigt war. Plötzlich trat der ein« der drei auf ihn zu und verlangte gebieterisch von chm, die Laterne auszu- machen. St. weigerte sich, verbal sich derartiges und erklär»«, er wolle zur Arbeit gehen und in Ruhe gelassen werden. Dasselbe wiederholte sich noch mehr, mals, bi» Et. plötzlich von dem ihm seither unbekannten gepockt. reff gehalten und von den beiden anderen von hinten ms Gesicht geschlagen wurde. Er sank w Boden, erhielt einen Tritt mit dem Fuß, rosste sich wieder auf, wurde wieder zu Boden ge drückt und dabei ständig mißhandelt Schließlich nef er au» Leibeskräften „neuer". Zwei der Täter liefen fort, ber dritte lag auf dem Rücken neben ihm und war daran, die Laterne auszulöschen Diesen, einen etwa» dickeren Mann, erkannte 6t. nun deutlich tm Scheine der Laterne Als sich auch dieser entfernt hotte, setzte St. zunächst seinen Weg fort und meldete den Vorfall dem dlensttuenden Polizeiwacht- meister Ri en Hardt. Auf dessen Anraten ging man in ber Wirtschaft Sauer, ber einzigen, bie noch Polizeistunde hatte. Dort traf ber Verletzte die beiden Angeklagten und erkannte sie einwandfrei als bi« Täter wieder. AI» dritten Täter bezeichnete Sl. den in ber Sitzung erschienenen Zeugen S). Dieser bestritt, setzte sich aber mit den 'Angaben der Zeugen St. und R in Diderfprüche, die den Tatverdacht gegen ihn verstärkten. Er blieb deshalb unbeeidigt. Di« Angeklagten bestritten, die Täter gewesen zu sein. Et. müsse sich irren. Sie wurden jedoch als überführt angesehen. Auch war die Art ihrer Vor- Wirtschaft. Wochenbericht vom Frankfurter Effektenmarkt. Rachdem schon in der Woche vorher an der Börse eine ruhigere Beurteilung der Situation zu verzeichnen war. sand in der verflossenen Berich t Swoche vom 13. bi- 18. Juni endlich wieder opttmlstischere Auffassung der gesamten Börsenlage statt Beranlas- suna dazu gaben eine aanxe Reihe von günstigen poluildicn und wirtschaftlichen Nachrichten Sic schließlich dazu führten, daß gegen Emde der Woche eine allgemeine AuswärlSbe- weg u n g «infehtc. so baft ein grober £dl der in den letzten Wochen erlittenen Verluste wieder ausgeholt werden formte. Hin en hervorragenden Anteil an diesem Tendenzumschwung frat die Erklärung der Stempelvereinigung gehabt daß da- durch die Krediteinschrünkung »rngestreble Ziel nunmehr vollfonunen erreicht sei. woraus man mit Recht zu schließen dürfen glaubt, daß totih-'re Krediteinschränkungen nicht mehr vor- genommen werden und auch für die Zukunft nicht mehr beabsichtigt sind- Vie vor der Kredit- tlnM)runfuna bestehenden Positionen sind inzwischen nach den Angaben der Stempelvereinigung um nicht weniger al- 50 Pro^nk abgebaut Worben, so daß fein Material zu Abbau zwecken mehr an den Markt kam. Fördernd für die all- gemeine TenLrnzbefesttgung war im Zusammenhang damit auch kn« Tatsache, daß »um Medio 3uni kein« Ürefutlonvn mehr vorgenommen zu werden brausten. tH stellte sich vielmehr bei der Medioabwi^ung heran», daß seitens der Baissespekulation in Erwartung einer neuen Abschwächung viel Material vorgegeben worden war. das eingedeckt werden mußte, so daß sich anstatt der erwarteten Abschwächung eine Befestigung einstellte die Nrnb di. oben angeführten gür.frgen äußeren Einwirkungen noch verstärkt wurde Der Geldmarkt hatte an'angS ber Doch« durch feine Anspannung < besonder- Reportgeld war sehr teuer und nur schwer zu haben, sich der Autwärt-Hewegung etwa- bemmenb in den Weg gestellt, aber al- im Laute der Woche de Geldmarkrlage flüssiger wurde, war auch btefee Hindernis für die Erhöhung de- Kur-nlveaus befethgt Außerdem lagen au» ber Montan-, der Kali-, der Maschinen- und der Elektroindustrie sehr günstig« Bericht« über bw Beschäftigung über bte Hereinnahme umfangreicher Auftrage und über befrietHgenbe Abfchlütt? vor. so daß die Börte nach und noch in eine immer besser? und zuversichtlichere Verfassung geriet. Wie sich aus der Kurssteigerung für 3 ® Jarbenindustrie um 12 Prozent ergibt standen dies« Aktien mit im ‘2H t^Lpurlt des allgemeinen 3ntereile» Speziell für diefe» Papier stimulierend und dadurch auch den anderen Martt anregend waren die Ausführungen deS Direktor- D r ü ckm an n - Berlin von der A-G für 3nduftrie und Technik der aufsehenerregende Mitteilungen über den inneren Wert ber 3.D -Akt i e machte. Dieter erklärte u. a.. die 3 G dürste bereit- anfangs nächsten 3ahreS in ber Lage fein, schon die Hälfte de» Derbrauche- Deutschlands an Motorbetri ebS- ftoffen zu erzeugen und mit Ruhen in den Handel bringen. Spätesten- ein 3ahr weiter wäre die 3. G sogar wahrscheinlich in der Lage den gesamten deutschen Bedarf an Betriebsstoff zu liefern und vielleicht noch darüber hinaus auch eine aewiffe Menge für den Er Port bereit- stellen zu können. Die Au-fichren des Unternehmen- würden daher schon auS d.efem Grund« bedeutend fein und in weiterer Dividende- erhöhung ihren Au-druck finden. Auch da- Ar- beiiSproaramm der 3. G. Farben fei durchaus noch nicht erschöpft Da- laufende Betriebsjahr dürfte bann bereit- eine bedeutende Veränderung erfahren, nachdem nicht nur bie technische. fonbem auch bie wirtschaftliche Anwendbarkeit beS Kvhlenverslüssigung-ver- fahren- erwiesen sei. Diefe Aeuh^ungen waren natürlich fehr geeignet die Börse in allgemeine» Erstaunen zu versetzen, da seinerzeit Geheimrat D u i - b e r g von ber 3. ® Farbeninbustrie von einer Ueberfteigerung ber Aktienkurse sprach Es muß habet abgekartet werden, ob bie Bei- Wallung beS Faroenkonzern- sich die Au-süh- runaen be- ^yerm Brückmann zu eigen macht. 3n politischer Hinsicht war man an ber Börse zwar schließlich enttäuscht, bah e- bem Außenminister Dr. S tresem ann in Gens doch nicht gelungen ist. eine bindende Zusage hinsichtlich der Derminderung der Befahung-stärke im Rhein land durchzuseyen. aber eS würbe boch beachtet, bah ber Ton in Gens schließlich recht sreunblich war und bie Truppenvelininberung im besetzten Gebiet doch näher in den Bereich der Möglichkeit gerückt ist. Unter diesen Umständen erscheint e- natürlich. dah sich bie Kursbesserungen in einem ziemlich breiten Rahmen bewegten, wenn sie auch leinen "Bergleid) mit früheren Kurssteigerungen bei berart ereignisreichen Wochen au»« halten. Das Geschäft bewegt sich bafür gegenwärtig in zu engen Grenzen, denn alle die genannten bauftegünftigen Momente waren noch nicht ausreichend, um das Publikum, da- durch die mit ber Krediteinschränkung verbundenen Kursverluste noch sehr verstimmt ist, wieder aus den Plan zu rufen. 3m grohen Durchschnitt betragen die Kur-- bentrungen 5 bis 10 Prozent. Vereinzelte Werte brachten es aber aus erheblich größere Gewinne. besonders einige Montanwerke, in denen da» Decouvert besonders groß war. So konnten z. V. Harpener 15 Prozent gewinnen, Ilse Bergbau 23 Prozent. Wannesmann 10 Prozent, 3. G. Farben 12 Prozent. Deutsche Linoleum 20 Prozent. Siemens u. Halste 11 Prozent und Zellstoff Waldhof 25 Prozent. Schwächer lag dagegen im allgemeinen der Anleihemarkt, ber besonder» anfang» ber Woche fchars unter Abgaben zu leiden hatte und sich davon bi- zum Wochenende nicht mehr ganz erholen konnte Einzig Schutzgfdietsanleihen schloffen höher. DaS gleiche gilt für die ausländischen Renten, di« sich bei sehr kleinem Geschäft nur knapp behaupten konnten Etwas lebhafter umgesetzt wurden nur Macedonicr und Russen, doch waren auch hier mir Maeedonier wesentlich höher. Aus die Verhältnisse auf dein Geldmarkt sind wir schon näher eingegangen. Tägliches Geld war durchweg mit 5 Prozent zu haben, erst am Zahltag. 17. 3uni, machte sich eine normale Anspannung bemerkbar, die nur vorübergehender Ratur sein dürste Monatsgeld und Report- gell) waren Ende der Woche etwa» reichlicher zur Verfügung, doch bleiben die Zinssätze weiter noch ziemlich hoch. Auf dem Devisenmarkt lagen bie Verhältnisse ganz unverändert gegen die vorangegangene Woche. e Der erste Re i chS ba n ka u s we i S nach der Diskonterhöhung. D.e Diskonterhöhung der Reichsbank bat ihre Wirkung auf bei' Ausweis vom 15. v. MtS. nicht verfehlt. Dieser zeigt eine starke Entlastung ber ReichS- bank Die gesamte Kapitalanlage an Wechseln unb Scheck». Lombard» unb Es selten ist um 247.5 Millionen Mark zurückgegangen. Durch bie gleichwertige Zunahme ber Giroverbindlichkeiten stellt sich bie gesamte Entlastung auf 356.4 Millionen Mark, währenb die Entlastung in ber Dorbergebenben Woche nur 51 Millionen Mark betragen hatte Der gesamt« Rotenumlaus ist auf runb 4.3 Milliarden Mark zurückgegangen, und ba» Deckung-verhäUni- zeigt eine bemerkenswerte Verbesserung Allerbing- hält sich ba» Wechsel- porteseuille im Vergleich gegen ben Vormonat noch über ber 2-Milliarden-Grenze Der Aveck ber Diskonterhöhung bürste nach biefem AuS- toei» was bie Entlastung ber Reichs bank anbelangt, erreicht werden. e Die Monatsbilanz der Reich», bahngesellschast für April. Die die Deutsche ReichSbahngesellschaft bekanntgibt, betrugen ihre Einnahmen im April au» dem 'Jkr- Ionen- und Gepäckverlohr 112540 000 Mk.. andern Gütevekehr 257 567 000 Mk.. aus sonstigen Einnahmen 33 046 000 Mk., zusammen 403 173 000 Mark Die Au-gaben beliefen sich auf: für Öen Betrieb unb die Unterhaltung 265 749 OCC Mark für die Erneuerung von ReichSeifenbahnanlageTi 45 924 000 Mk . zusammen 311 673 00 OMark; für Dienst- und ReparationSIchuldverschreibunaeii 45 128 000 Mk. für feste Lasten 14163-X0M' zusammen 370 694 000 Mk.: Rückstellung für Abschreibungen 30 000 000 Mk., allgemeine Rückstellung zum Ausgleich von AIinderetnnahmen infolge Schwankungen be» Verkehrs 2 20V 000 Mk zusammen 403173 000 Mark * Di e amtliche Grohhandel-in- 6 < « a i f f e r. Die auf den Stichtag bt» 15 3uni berechnet? GrosthandelSinder-lf er bei Star.ht- schen Reich« am iS war gegenüber der Vorwoche mit 138 0 «1382t fast unverändert * D i « I. -E-Jarbeninbustrie A.-G und die Erklärungen DirektorBrück- manne Die dem W T- B.-Hanbelsdienst von ber Verwaltung ber 3 -G - ^ardeninduftrie A -G mitgetetlt wirb, sind die (ie unterem heutigen Doch«nrückblick von der Franksurter Börse wie- bergegtbenen1 Ausführungen be» Gereraldirel- torS Brückmann über bie Aktien ber 3 -G - Farbeninbustrie 2 -G lediglich als rein persönlich« Aeufterunaen aufzusasfen imb zu werten. Der Erzbergbau im Mai D,. Sortierung ber Siegerländer Gruben tm Mai bewegt« sich auf ber Höhe de» Vormonats: sie fand glatten Abfay. Di« ®ruber, haben e» sich angelegen fein I aff en. ihre Erzauf ber er t u n gsa nla gen weiter zu vervollkommnen, fo bah he beute Röster mit ct.tkinf rannst, und statwaaltxuik . IkHtW? ^anf. Diltouro lü)nnnanbtt iTrSbrur löanf . . . . Wricübant. . ..... WtttrlErnrlA« Cnbitbauk . . Cdlrrr-täUfTf Crrdtlanstali NnLSbaok . . Sochmner Hat Cobcr.i«............ • GrUtntirdifnfr Bergwerke. . fccnxncr viral au . . »alirotrft «ldrtr«Ubci. . . Rüllroertr Bdtmetül. . . . . Laorahmir........... ■U amtrSuiann...... . MonSieldrr........... L brrbtbari Tboelr vrradan ...... -Hlx-Tiiftl: Vmankobten . . . 9ibrtnliab( ... . . . . M«bcrf Üontan........ Lrllu« vcrabau...... «errUilgtr eiabtorrtz . Hamburg ttmercka Paket. . . Norddeutscher Llovo Zemeuaoett Heidelberg . . vbthDD tioUniann...... Inglo Gort »uane .. . Eoldtchmidi . . ßolwcrtoolimg........ 5 «» 3ar-n». In duftete . . Rüigerswerte....... Scheidt anftol«........ Mo ElektrüNStL-Eeielllchakt veramaun .......... 6!:ftr. Lirfrrnngeo 81chl und Straft........ Mato trat uo« rte........ Schocken...... e • . . etanrni h Hat«, ..... Sdlerwertr slrver ..... latmltr HRotortn. ...... Hevltgroftoedi . l'.tqutn......... . . . Maimdcimer Motoren . . . . Stanffurtt: Armaturen . . . onfmxBfabnt Brann . . . I'irlaNaescll'chafl Frankfurt. Del. Union iLö........ e»nbfabnf Herz....... Sichel.............. Zellstoff Lschafteuburg... Zcllston Balbbcf XtlBffwn 6.1R. TcrNe »w- Mir. ^■V rri »er* Xere Man n c. 20 € 11 e. 20- 1. — — * X. — JW.A — 17 5 «■ 17.S — • — — • — I3,te * 11.75 — * — ** — — — zn _ IW, 5 |>C i- 180.71 n: f32.5 zu au IM. 71 Kl 1 167,75 16?. 7i 161 162.4 162.75 IM 114 166.25 M.5 14.1 144 14. • 31 -J9/J5 212.5 «.9 1 * M * 8* 16' • l»8.5 168 — — - — 117 1 116 11* 116 * — — 170 171,5 174.5 171,5 ZO2 207.5 202.75 11 — 172 172.5 176 • 177 — 75 75 113.9 IMjSj 164.75 1* 131.75 131.75 132 1X4.5 M 97.75 97 1« 126 127 126,4 166 167.5 267.«5 — tw 201 201 3)1 * — 162 165 118 — — 142.5 142 151 189 75 141 5 139.4 141.5 1.19.5 141 140 10,5 142.5 152 — * 189.75 191,5 189.5 l»2 - - — — - 13,.75 75 75 - - .'*4 i84.75 w «6 92.75 90.5 91 1 2U5 207 - 178.75 IW. 25 179.3 I81 IK2 l«3 IM 1*7.9 17* 17* 176 5 176.5 — — 197.5 IV» 130 —— MB —- 1*1.5 181,9 1*1.25 »3| «1.5 265.5 M.25 130 >29 130 127.5 121 122.5 130.75 1 —,75 :i — • — 49 — — — — ' * E B-B 30 — • — 70 — ■ ■> — — 115,75 — 116 — 75 - 77,75 — — — — * 207 201 3)4 .94 :oi 296.5 3)3 75 o-ranti'urtcr Börse. ((Stgenet Drahtbertchl de- »Gießener Anzeigers"^ Frankfurt, 20. 3uni. Tendenz: Fester. Rach vorbörslich schwächeren Umfälyen trat zum amtlichen Beginn unter Führung von Spezialwerten ein durchaus irischerer Zug an der Börse hervor. Anregend wirkten auch die Rekorb- zissern ber Eisen- und Stahlindustr e, sowie erhöhte Ruhrkohlensörderung. Die Zellftosswerte lehnten sich stärker an die Berliner Bewegung ber Kunstseidenaktien an, da bei letzteren bereits eine sehr wahrscheinliche Prei-steigerniig vorweg eskomptiert werde. Daneben traten Frei- gabeatticn stark in den Dordergrutid, so vor allem Schifsahrlswerte und auf Berliner Käufe noch Scheideanstaltaktien. Immerhin war das Geschäft nicht allzu groß, da der Orbereingang gering war. Die Rede Poincarö» mahnte zur Zurückhaltung. überhaupt wird die politische Lage nicht allzu rosig betrachtet, ba ba» Genfer Ergebnis für Deutschlaiid allzu mager ausgefallen ist. Rach anfänglicher GeschäftSbelebiing stockten di« Llmsätz« saft völlig. Die ansänglich?:i Gewinne von 1 bi» l*/e Prozent, die zunäd)st für Spezialwerte noch um 1 bi» 3 Prozent überschritten würben konnten im Verlaufe nicht ganz aehalten werden. Rekorbgewtnne hatten Zellstoff Waldhof mit 10 Prozent, wozu un Verlaufe noch 4 Prozent kamen, die jedoch später wieder verloren gingen.Die Farben-Aktien setzten 8 . Prozent höher em, gewannen noch rasch l*/t Prozent, gingen jedoch wieder um den Gesamtgewinn zurück Von Elektro- werten, die gleichfalls sehr hohe waten, zogen AEG. um 1‘A, Schuckert und S emen» u. Halske um IV, Prozent hö^er an. Von Montan- werten lagen Gelsenkirchen, Harpen?c. Wan ermann und Rhern-Braun etwas höher, dagegen 3lfe Bergbau um 11 Prozent. Ils« Genusi!ch . bis 8' , Prozent. Privatdi-kvnt y,'N Warenwechsel 5* . Prozent. Devisen ohne besondere Anregung und unverändert. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht de» .Giehener Anzeigers^.) Berlin. 20. Juni Di« Börse «öffnete heute in etwa» a barsch wächter Haltung Man sühn die Verftim::rung aus Mt Red« PvincarSs In Vuneville zuriick Da» vollkommene Ausbleiben von Publikattonsorders War von ungünstigem Sinsluß. Auf ber anderen Seite Wies man auf Mt Rekordleistung ber Etsen- und Stahlindustrie im Mal und bie Erhöhung der Arb« tstüligkell in ber Ruhrkvb'.mförderunE hin. 3nfolgebe"en ist bie anfänglidK Verstimmung Wieder einer freundlicheren Beur:e.lang der Sörkmlagt gewichen Di? ersten amtlichen _________Banknoten. Serlm. 18 . ältere 61 bis 65, fonftige vollslei'chig« längere 55 bis 60. ältere "0 bi» 54 Bullen, jüngere, vollflei- fch'g«. höchsten Schlachtwrrl» 90 bi» 63. fonftige vollfleifchig« ober cuisgemästete 55 bi» 5^ Äühe. jüngere, vvllsleifchige. böchften Schlachtwert53 bi» 53. sonstige i-ollfletsch.ge ober ausgemasiere 45 bis 52, fleischig« 33 bi» 44. Färfen. voll- fleischige. Giu3g?TiiafKte. höchsten Schlachtwerl» 65 bl» 63. iwlllleischlge 53 bi» 61 fleisch«ge 51 bis 67; Kälber, beste Mast- unb Saugkälber 78 bi» 83. mittlere Mast- unb Saugkälber 70 bis 77. geringe Kälber 60 bl» 64. Schweine ,Sett- schweine über 300 Psb «eben»gern*0. vollfleischige Schverr» von ca. 160 bis 240 Ptb. Lebrndgewche 60 bis 61 von ca 120 bi« 160 Psb Lebenbg«vicht 59 bi» 60. Marktverlauf Rinder ruhig und Ueber- ftanb. Schweine langsam und llebecft.i'.d. Kälber langsam unb ausverkaust. fette Schweine schwer verkäuflich. Uranksnrl.'r Uo.vC.8cuvric. Frankfurt. 20. Juni. E» wurden notiert Weizen iDett., 3125 bis 31.53 Mk. Koggen dnl.i 29 25 b 29,50. Hafer (inL) 26. Hasertauol.) 2425 bis 2650. HUuA (gelb) 19. Weizenmehl (inl. Spezial 0) 42. Rogaenn^hl 39^ bi» 40. Weizenlleie 13^5 Roggenlleie 18 bis 16L0 Mk. — Tendenz: Stetig Berliner ProvilkicttdSrse. Berlin, l1'. 3uni Ta» Geschäft im Berliner Produktenhandel erfährt wiederum keinerlei Belebung, da sich bei den niedrigeren Au»londfor- derungcn unb der warmen Witterung da» Hauptinteresse nur auf dir allrrdringendslen Anschasfun- 8m konzentriere Liesenmgsweizen wurde zum ersten kur» 0,50 bi» 1 Mk schwächer, auch Roggen, mit Lusnahm« be» etwa« srsleren Oktober nicht ganz behauptet Mehl hat nur gennae» Konsumgeschöst. Futtrrmittr' ohn. große Vreieocränbeninfl Bk o,rhältnl»maftig hohen Forderungen de« Inland«» sinb nicht ober nur ichwer zu erreichen. (I, würben notiert (1000 Kilogramm): Roggen 278 bi» 2Ni Mk Sommergerste 241 bi» 275; Wintergerste 241 bi» 275; Futtergerfte 241 bi« 275: flafer, nmrtifcher, 2-M bi» 260. Mai, loco beritt,. 191 bi, IM; (100 Kilo- gramm): W«izenmeht 37.-V) bi, 39L0; Roggenmehl 35,50 bi, 37.5"; Wrnrnkleie 15 bi, 15.25; Roggen- Neie 1750 dir 17,75; Bthohaerbfrn 42 bi, 55; Nein« epeii am Nm: licht n.97 169. XJ 1.714 103.19 168.-1 ilS l«'.M % 4W.lt »TDrnN-.XB 13.71 IH.»I 111.7. IU. «2 >U.M 1U.lt 112.91 II U (xlftri-.-tl .6.616 16.644 16.614 16.6-4 JJtoIeu . . a.« U.51 0.471 U.5l> J.u* Ä.C. 20-54 •■»ert .. «.ax. 4.JX.5 4.115 4.2U ib.:o 16.14 16.k: 16.145 *1.065 91.TZ5 'I.06 •1.21 esani-t !.)! 71,16 11. u 72.17 Hcpcn . 1.971 1 -Ml t.-c« in *?•*» br D -1 lMÖ9 >1.4» U.lt © . 7.4.» 7. tr: -.4'7 7.UU ©■NWI • -J.4J ."5.57 •1.M ‘.»44 -.6- .-41 ,-f .. 49.» -D.M -9.91 Tar/; . . . 81.55 81.71 «1.34 81.N teuft atm 2.1*5 2.1». r.»u 2.N77 Hl ber . . 5,714 5.7S» 5.747 5.754 13.90 in /i'bt *oun........ »0.435 ».!,» j»n-ru tt "'-or'a ...... 14.6J7 ß- !2Ndttch« . .......... ISO. . 4 flt.'.lkrtiltfrr - atm...... O.»* Rotrc,;HtK 9>'3ltn . ... ll«,83 184.17 Tckch, *Soun...... 113.77 IU.19 B<6nxiirr Wortn....... 81.02 1 6rant!(6- ‘Jloim....... Äottn . ■ 11.44 il.M voganfch« 'A’octa . . n.si 73.41 CI c A P ETTE N P 4.UP|k ßojianjoglo Russis