Briand verteidigt die Politik von Thoiry ZndcrsozialdcmokratischenAraktionssitzung wurde beschlossen, gegen ein Kabinett der Mitte keine grundsätzlichen Einwendungen zu erheben. Die letzte Entscheidung wird jedoch von der -Zusammensetzung des Kabinetts und von dem Programm der neuen Regierung abhängen. Tie demokratische Reichstagsfraktion beschloß, die Erklärungen des Reichskanzlers Dr. Marr abzuwarten Bisher sind von diesem der Fvaktion noch keine sachlichen oder Eriche in» tögl >ch, ovtzer Sonntag* und ^titnag*. Beilagen: Gießener FamiliendlStter Heimat im ‘Bild Di» Scholle Monat,»bezv^rprelH. 2 Retd)*marh und 20 ■flttd)spfennig für Iräget* lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummerA msolge höherer Gewalt. Fernsprechans chlüssa: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gieba». Tic Rcichötagsfraktion der wirtschaftlichen Bereinigung kennzeichnete in ihrer heutigen Fraktionssihung ihre Stellung etwa dahin: Die Wirtschaftliche Bereinigung, deren Vertreter bisher n o ch n i ch t über ihre Stellungnahme befragt worden sind, hält an ihrem Standpunkt fest, daß sie sich keinem Kabinett gegenüber dauernd binden, sondern ihre jeweilige Entscheidung nach den wirtschaftlichen Bedürfnissen der von ihr vertretenen Dolkskreise treffen muß. 3m Interesse dieser Vollskreise würde sie Bedenken gegen ein Kabinett der Mitte haben, das in sozialpolitischer Beziehung zu weitgehende Bindungen eingeht. die Haltung der volttpattei. Auch weiter für eine gcsamtbürgcrliche Koalition. Berlin, 20. Ian. (Wolff.) Zu der partei- ofsiAiellen Mitteilung über die gestrige Sitzung der RcichLtagsfraktion der Deutschen Vollspar- tei bemerkt di« „D. AZ": In der starten Be- tonung der von Dr. Eurtius gepflogenen Der- handlunaen, und in dem Hinweis auf die bisherigen Beschlüsse der Fraktion liegt ein starker Srud regen alle Bersionei. die Toltspartei werbe ihr bisheriges Ziel aufgeben und sich der stillen Koalition mit links fügen. — Die „Tägliche Rundschau" schrcirt: In der Mitteilung kommt, ganz klar zum Ausdruck, daß die Fraktion die Terhandlunren zur Herbeiführung einer gesamtüürgerlichen Koalition auch jetzt noch für aussichtsreich hält, und eine endgültige Klärung dieser Möglichkeit wünscht. Die Fraktion hält den siebergang zu Berhandlungen mit den Deutschnationalen für den einzig möglichen Weg. — Das ..B. T." will sogar wi'sen, daß in Konsequenz des Ergebnisses der gestrigen Fraktionsberatung der Deutschen DoNspartn bereits gestern abend der Fraktions- Vorsitzende Dr. Scholz erneut Dcrhand- lungen mit Vertretern der Deutsch- nationalen. vor allem mit Graf Westarp, gepflogen habe. — Die „Germania" schreibt: man nehme an, daß Dr. Marx in der Stellungnahme der Deutschen Volkspartei keine Absage erblickt. Von einer Rücknabe des Auftrages an den Reichspräsidenten sei daher zur Zeit keine Rede. — Der „V orwärts" schlägt als Ausweg aus den Schwierigkeiten vor, daß Dr. Marx seine Ministerliste und sein Programm aufstellt, und beide so einrichtet. daß der Sozialdemokrat'« die Unterstützung nicht unmöglich gemacht wird. Die Bemühungen des Reichskanzlers, die Regierungskrise einer Lösung näherzubringen, führten also auch am Mittwoch zu keinem Ergebnis. Schwierigkeiten für «ine wohlwollende Haltung der Sozialdemokraten einem Kabinett der Mitte gegenüber, scheint das Festhalten des Zentrums an der Person Dr. Geßlers als Reichswehrminister zu bilden, worauf auch der Beschluß der Funliionär« der So- zialdemolratlschen Partei Groß-Berlins hindeutet, der von der sozialdemokratischen Reichstags- sraktion fordert, daß sie unter allen Umständen einer Regierung, der Geßler angehört, den schärfsten Widerstand entgegensetze. In parlamentarischen Kreisen wird di« Rede Dr. Stresc- m a n n s. die ein dringendes Mahnwort an die Parteien war. ihre Hand von der Reichswehr zu lassen, dahin ausgelegt, daß die Volkspariei eine Aenderung der gegenwärtigen Besetzung des Reichswehrministeriums nicht wünscht. Die Sterling der Parteien. Tie Neichstagösraktion dcr Deutschen Boltspartei nahm in ihrer heutigen Sitzung die Berichte der Abg. Dr. Scholz und Dr. C u r t i u s über den bisherigen Gang iVr Regierungsbildung entgegen Die Fraktion sprach dem Abg. Dr. C u r t i u s den Donk für seine Fahrung der Behandlungen aus und erklärte sich einmütig mit der Art dieser aussichtsreich geführten Verhandlungen einverstanden. Die Fraktion stellte fest, daß infolge des Abbruchs dieser Verhandlungen durch die Zentrumsfraktion die Frege nicht endgültig geklärt ist, ob die sachlichen Voraussetzungen für ein Zusammenwirken mit der deutsch- nationalen Fraktion auf innen- und außenpolitischem Gebiet gegeben sind. Die Fraktion betraute ihren Vorsitzenden mit der Weiterführung der Verhandlungen und wird diese auf der Grundlage ihrer bisherigen Beschlüsse führen. Keine Entscheidung in Berlin Ausreichender Beschluß der Sozialdemokraten. Persönlichen Vorschläge gemacht worden. Die Fraktion verhandelte ferner die Frage der Reichswehr und nahm bei fast vollständiger Besetzung einstimmig folgenden Beschluß an: .Die Deutsche Demokratische Fraktion, die sich durch alle berufenen Vertreter stets für die Reichswehr eingesetzt und deren Entpolitisierung als Voraussetzung der Wehrhaftigkeit der Ration gefordert hat, mißbilligt es auf das schärfste, daß ein G e n e r a l in die Politik eingreist und hierbei verletzende und durch Tatsachen widerlegte Angriffe gegen die Deutsch? Demokratische Partei erhebt. Sie ersucht ihren Vorstand, die nötigen Schritte gegen die Wiederholung eines solchen Vorganges und für die Beseitigung der Mißstände, die ihm zugrunde liegen, zu tun, weil nur dann die Reichswehr eine Sache des gesamten Volkes werden kann." 3m Ausschuß der Pariser Kammer. Paris, 19. Ian. (Havas.) Dcr Kammer- ausschuh für Auswärtig« Angelegenheiten ist heute nachmittag zusammengetreten, um das Expose des Ministers für auswärtige Angelegenheiten. Briand. über die auswärtige Lage entgegenzunehmen. Der größte Teil des Exposes von Briand war der französisch-deutschen Politik gewidmet. Vor allem legte Briand Wert darauf, sestzustellen, daß vollständige Einigkeit der Regierung in ollen Fragen der Außenpolitik bestehe, ob eS sich um Deutschland, Italien, Spanien oder China handele. Alle diese Probleme seien von ihm dem Ministerrat dargelegt worden, und in vollem Einvernehmen mit seinen Kollegen seien die Hand- ümgen vorgenommen und ebenso die Beschlüsse gefaßt worden. Man müßte auf das Vergnügen verzichten, ein Blatt aus der Artischocke zu reihen, man muffte vielmehr die Artischocke so nehmen, wie sie daliege. Außenminister Briand erinnerte alsdann an die Bedingungen, unter denen di« Regierung die Annäherungspolitik mit Deutschland durch den Abschluß des Abkommens von Locarno eingeleitet habe. Zwischenfälle wie die, die sich in der besetzten Zone ereignet hätten, so bedauerlich ntcht zur Tatsache geworden und offiziöse Auslassungen geben sogar zu erkennen, daß man ein_ gewisses Entgegenkommen der Deutschen zu schätzen weih und sich von den mündlichen Verhandlungen befriedigende Resultate verspricht. Es ist gewiß richtig, daß Briand mehr Aussicht auf ein erfolgreiches Eingreifen hätte, wenn eS zur offenen außenpolitischen Aussprache käme, aber das ist ja nun einmal daS älebl« an dieser Regierung der nationalen Einigung, dah sie Gegensätze sowohl wie schwierige Entscheidungen nicht zum offenen Austrag bringt, sondern v e r- t a g t. Aber dies sind Gründe, di« die gesamte Existenz des ganzen Kabinetts Poincare ebenso bedrohen, wie die Stellung des Außenministers allein. Wie lange diese Politik des Ausichie- bens und dec verweigerten Entscheidungen noch durchgehalten werden kann, ist sehr fraglich. Zum mindesten im _ Punkte der interallierten Schulden dürste die äußerste Grenze bald erreicht sein, denn Amerika beginnt mit leisen Mahnungen an den Schuldner. Verschieden« Gruppen der Rechten haben sich iuxf) neuerdings daraus festgelegt, dem Berenger-Ablommen ihre Zustimmung zu verweigern, aber das wird alles nichts Helsen. Vorläufig dementiert Poinrarte noch die Meldungen von amerikanischen Vorstellungen. doch ist man sich allgemein darüber klar, daß die Schuldenregelung zur parlamentarischen Behandlung reis und überreif ist. Frankreich und die verlinerRegierungskrisis Don unserem Berichterstatter. IRachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten I) Part-, 18. Januar 1927. SS ist eigenartig, daß der Kampf um den französischen Außenminister nicht nur in Frankreich selbst, sondern auch in Deutschland geführt wird. Dem Pariser Beobachter scheint es, als ab in beiden Füllen sich in der Oessentlichkeit Diele Irrige Ansichten über di« wahren Fronten m diesem Kampf gebildet hätten. Was den innerfranzösischen 6;urm auf Briand anlangt. Io sollte man weder Briands Ab Wehrkräfte unter- Ichätzen, noch auch dle Möglichkeiten und Ab- 'ichtcn seiner Gegner zu hoch bewerten. Gewiß: eS ist nicht mehr so wie im vorigen Jahr, als der nationale Block mehr oder minder unfrei- d l II t g Briands Verträge und politische Pläne etnstecken mußte. Der französische Außenminister ist heute auch nicht mehr so mächtig, daß er sich im Augenblick eine Wiederholung des Genfer Lxperimenls vom Dezember erlauben könnte, bei dem er allem durch die Drohung seines Rücktritts die widerstrebenden Gemüter um Louis Marin dazu zwang, zunächst einmal ihrPlacet .nie Beendigung der Militarkontrolle zu geben. Der Stimmungswechsel läßt sich schwer erklären, denn die Angriffe der Nationalisten sind durchaus nicht heftiger geworden als früher, sic vollziehen sich nur in breiterer Oeffentlichkeit als im vorigen Jahre. Es ist wohl die Linke selbst, die die schuld daran trägt, daß Aristide Briand nicht mehr die übermächtige Kraft ist, die er war. Es spielen hier mit Sicherheit die polnischen Verbindungen eine große Rolle. Polen erfreut sich noch oon früherer Zeit her einer gewissen Gunst der französischen Linken. Es hat zwar alles getan,, sich durch eine imperialistisch« Politik diele Gunst zu »erscheinen, aber sie ist doch recht tief verwurzelt. Stimmen, wie die jenes polnischen Generals, der klar und nüchtern aussprach, die deutschen Oft- ftcstungen hätten keinerlei Angriffs-, höchstens einen issschrunkten Aetteidigungswcrt, verhallen ungehört, roenn der polnifd^e Außenminister selbst die Minen teiner Propaganda springen läßt. Und der polnische Außenminister ist in Paris in den letzten Wochen sehr rührig gewesen. Rick-t nur in den offiziellen Besprechungen am Quai d'Orsay, sondern ejdj m weniger offiziellen Unterhaltungen mit dschen und höchsten Militärs und mit beutcluftemen Männern der Rechtspresse. Beachtet man diese Zusammenhänge, so wird nur zu bald klar, daß die Behauptung, Briands Stellung wäre vor allem durch die Versuche einer deutschen Regierungsbildung mit den Ceutfdf)nntionnlcn geschwächt, nicht die hun- d ertorozentige Wahrheit enthält. Gewiß, auch diese Versuche müssen im Kampf gegen den unbequemen Naßenminister herhalten. Aber was wird nicht alles hierfür benußtl Wenn es nicht dies Argument ist, d-:nn ist es ein anderes — und Agitation ist noch r- cht Politik. Jeder einsichtige Franzose weiß, und i ir den Kreisen des nationalen Blocks spricht man es i'ich offen aus, daß 50prozentige Zugeständnisse von toten des Reiches mit der Unterschrift der Deutsch- I n etionalcn m e h r wert sind, als lOOprozentige Lisicherungen, die von Parteien gemacht werden, diie in dem Geruch einer Politik des Verzichtes I chen. Letzten Endes ist es doch gerade die stets •eferoierte Haltung der deutschen Rechtsopposition, den französischen Militärs die Scheingründe lie- ,r't. von den zwei Gesichtern zu reden, die das Meich zur Schau trage. 2lnbcrS freilich steht es mit gewissen Folgen, frfe eine deutsch« Rechtsregierung für die deutsch- 'cttnzösische Unterhaltung in bezug auf die persönliche Fühlungnahme auch inoffizieller Stellen beider Länder hätte. In Paris, "-iel mehr als in Berlin, sieht man. welche Fäden ^ch aüßer den diplomat schen über die deutlch- Omzösische Grenze laufen. Die Emissäre der ^Dellen Internationale und ihre Bedeutung bür- nicht unterschätzt werden. Ob aber deutsche Zozialdemolraten soviel Selbstverleugnung auf- 'itngen, auch e ner ihnen innerpoli.isch unangenehmen Reichsreg erung ihre internationalen Verbindungen zur Verfügung zu stellen, ist und .'leibt fraglich. Leute, die es wissen müssen, haben itir gesagt, daß d e zweite Internationale, und «ar gerade deren deutsche Sektion, v'ellelcht am cten auch mit außenpolitischen Mitteln zum I'.griff auf eine bürgerliche deutsche Regierung Netzen würde. Aber di« Gefahr einer bürgerlichen Reichs» 'Gierung ist ja nicht der Angelpunkt im inner- Dälischen Kamps gegen Briand. Die tiefgehen- '■ea Meinungsverschiedenheiten tm Kabinett wer- ; ''n auf der einen Seite übertrieben, auf der •-mieten Seite zu Unrecht abg«leugnet. Tatsache fL daß Briand für die Formulierung seiner Er- Lärungcn vor der außenpolitischen Kommission pte Zustimmung des Kabinetts hat. Es scheint -ch in letzter Zeit weniger um die politische kristenz Briands im augenblicklichen Kamps zu Sßiöeln, als vielmehr um den Versuch, Briand n: beeinflußen, seine Haltung gegenüber Deutsch- and etwas zu „versteife n". Darauf läßt h« augenblickliche Stand der Verhandlungen in Sra-ge der Ostfestungen schließen. Der zuerst mjekündigte Wbruch der Verhandlungen ist sie seien, dürften Frankreich nicht hindern, sein hervorragendes pazifistisches Werk fortzusetzen. Dce Regierung wolle nicht die Orientierung unterbrechen, die sie ihrer Auswärt gm Politik gegeben habe, und sie werde entschlossen daran fest halten mit der festen Hwsnung. daß ein entsprechender Wille ihr ihre Ausgabe erleichtern werd«. Die Pressekampagne, die den Außenminister so hingestellt hatte, als habe er im Prinzip die vorzeitige Räumung des Rheinlandes ohne Gegenleistung angenommen, bezeichnete Briand als abfüjeulid). 3n dieser Beziehung habe er vollkommen freie Hand gewahrt. 3cbcn alls besitze Deutschland auf Grund des Vertrages das Recht, die Frage der vorzeitigen Räumung ju stellen, wenn es feinen Verpflichtungen hinsichtlich der Reparationen und der Siche« eit Genüge geleistet habe. An dem läge, an dcrn Deutschland einen derartigen Antrag sielten werde, werde er vom Ministerrat geprüft werden, der darüber zu entscheiden habe, ob die Garantien genügend seien, die angeboten mürben, sowohl hinsichtlich der Reparationen wie der Sicherheit als Gegenleistung für die vorzeitige Aufgabe des Besahungerechls, das Frankreich aus dem Versailler Vertrag herieite. Es werde also die ganze Regierung mit t«m Problem befaßt werden und eine Entscheidung zu treffen haben. Auf keinen Fall würden der Ministerrat und daS Parlament vor vollendete Tatsachen gestellt werden. Was die Frage der Entwaffnung betreffe, die eine der wesentlichsten Faktoren der Sicherheit bilde, so gab Briand einige Präzisionen über die zwischen der Botschafterkonferenz, dem Interalliierten Militärkomitee von Versailles und General v. Pawels geführten Verhandlungen. Die Frage der Zestungenan derdeutschenO st grenze nehme ihren Lauf. Man erwarte gegenwärtig neue deutsche Vorschläge und zweifle nicht daran, daß ein Abkommen vor dem 1. Februar zustande kommen könne, dem Zeitpunkt, an dem der Völter- bundsrat automatisch mit der Frage besaßt werden würde, wenn biS dahin kein Abkommen zustande gekommen sei. Briand wieS dann auf die Besserung der Beziehungen zwi'chen Frankreich und Italien hin, fern.r auf die bevorstehen- den Verhandlungen mit Spanien wegen Tangers. und weiter auf die Ereignisse in China. Nach dem Sxposö brachte der Vorsitzende deS KammerausschufseS für auswärtige Änge- legenheiten, der Abgeordnete Franklin Bouil- l o n, einige Vorbehalte wegen der Annäherungs- Politik vor, die seiner Ansicht nach eine» Grenze haben müsse. — Briand antwortete mit Entschlossenheit, daß das Parlament berufen sein würde, über die Politik der Regierung zu beraten, und daß er kein zweideutiges Vertrauen annehmen könne. (5r für seinen Teil bleib« bei seinem Glauben, baß der Frieden nicht Improvisiert werden könne, daß er sich ergebe ans einer Atmosphäre gegenseitigen vertrauens zwischen den Völkern, und daß die Annäherunnspolitik ne- robe zum Ziele habe, die Atmosphäre des M.ß- trauens, ter Verdächtigungen und der Beunruhigung, die sich aus den Bedingungen der Nachkriegszeit ergebe, zu beseitigen. Die Frage ter Rheinlandräumung sei in der Tat in Thoiry aufgevor'en Worten, aler weder damals noch sci.'dem fei irgendeine Verpflichtung ein gegangen. An den Deutschen sei es, Vorschläge zu machen, da 'ir die Fordernden seien. Aber bisher sei kein derartiger Vorschlag ihm cf iz.ell iugegangen. Dir Enthüllung«i c-cr Intcr- alli erten Kontrollkommission ü:«r ti? Festungen an der deutschen Ostgrenze läsen vor der Politik von Locarno und rührten auS der Z ir der R-hr- be'etzung her. Seitdem sei durch die Annähe- rungspositik eine Entspannung eingetreten, fi? es der Kontrollkommission ermöglicht Haie, methodischer bei ihren Enqueten Vorzüge'en. die früher auf Sch rirrigkciten gestoßen fe en. Richts- destowenizer bleibe beste'en, daß das Inv.stiga- tionsshstem. das unter der Aegid« drs Völler- bundes errichtet werden würde, durch seine ', ständigen Eharakter mehr Garantien bieten werde. Der elsässisch« Abg. Frey be.nerite, daß die Politik von. Locarno nicht die deutsche Propaganda verhindert habe, im Elsaß und Lothringen sich auszuwirlen. Briarrd antwortete, ti:se Politik sei nutzt unwirksam getreten, da ja durch tv «er iche Anerkennung der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich durch Deutschland und durch tie Garant e Eng'ands di« Sicherheit ter Wi:ter7«wo"nener Provinzen sehr verstärkt worden sei. Briand erNarte dann noch: „Es ist sehr leicht möglich, daß die, die sich als besonders widerspenstig Zeigen, morgen die wärmsten Anhänger der Politik fein werden, die ich betreibe. DasAtesenMche ist, daß Frankreich nicht das Opfer Innetpollflfdjet Kombinationen wird und daß es entfchlosten eine friedliche Haltung teilt. Ich W erklärt i’nb IG werde bei jeder Gelceenheit wiederholen, daß die Regierung der naflocalcn Einigung solidarisch und elnmüfia ist. Ich laste mich nicht von ihr trennen, ich bin in keinem Augenblick uneinig mit ihr gewesen. Ein Abgeordneter rief : „Auch nicht in Genf?*. Driand antwortete: „Selbst nicht in Genf!" Die Ergebnisse unserer Verhandlungen sind von der ge• Stocken der Verhandlungen. Tas amtliche Kommunique. Berlin, 19.3an. (WVV.) Nachdem Reichskanzler Dr. Marr noch gestern abend die Mitteilungen des Abgeordneten Hermann Müller über die Haltung des Vorsiandes der sozialdemokratischen Fraktion enlgcqcngenommen hatte, empfing er heute vormittag zunächst den Arak- tlonsoorsUzenoen der Deutschen Bolkspartei, Abg. Dr. Scholz zu einer erneuten Aussprache, hieran schloß sich vor dem Zusammentritt der sozialdemokratischen Fraktion in den Mittagsstunden eine kurze Besprechung mit dem Abgeordneten Hermann Müller. Da sich die Bekanntgabe der verschiedenen Fraktionsbeschlüsse bis in die Abendstunden hinzog, konnten weitere Schritte zur Behebung der Regierungskrisis seitens des Reichskanzlers heute nicht mehr unternommen werden. KZD Ui“ noch"'^ • die aus KiA^ttte b Der J wLache bei ,Qn beobsiLt. fun|* S'Kr L'LZK Srrs die genügende N jetzt inunet Dstsenschlmgev, .Abneigung gegen die suchen erlangen liegt ite, vielleicht ein uraltes >. bei Dem die Schlange • Aolle spielte. Aber n schleichenden Aeplilen -OMchiigung, besonder- ' Freßweiie dieser Tiere, angel* wird. Sic lange ist ein so furch!- chau'piel, daß man es Paris und Zoologischen nderu die Ktterung in «rat die Schlangenhäusn S8 genügt schon zur Er« wenn man die Diesen- uung beobachtet und den unförmig ausgetriebenen »leier, der das Md der z bisher gnädig bedectte. )skh in eine genauen Schi!« ; Hagenbecks Illustrierten lt“ bietet. 3m chagenbecl- n sich gegenwärtig etwa ie lebende Schweine, fia- en, Satten und Hühner i!e brauchen die riesigen s 4 OBcdjen gefüttert ,0 9en9Sid) -tat Oett£ antcmafl' Schlage fflrtrt dungen ÄS f und aet «-xfjnqalt ®H‘ »’n d-". -in- StadiulN.^«erän^ l^.vs kaum s>-b Schl" iert^^bß^ul' r0T6äti”e'i^5c *tt <■ w. £*&"" 7 Qtptll Derk-ül! %D «äulne- bieten iw °. metö o . LeMn 5ieiie« kosttse Mer v^lalat & Zivicbeln " sD 11 biß 18. - 15, Detttch ha8 Stück. Rückzug Kelloggs. Amerika für ein Schiedsverfahren im mexikanischen Lelkonflikt. Washington. 13. 3an. (2DIB.) Senat unb Repräsentantenhaus beschäftigten sick erneut mit der poli.ik der Regierung gegenüber Mexiko und Nicaragua. 3m Senat sagte Senator Reed: 3ch bin nicht daiür, die aus den Schuh.der amerikanischen 3ntercffea gerichteten Bemühungen Coolidges zu stören, solange es nicht offenbar ist, daß Coolidge einen gefährlichen Kurs einschlägt. Mexiko hak nicht In jeder Hinsicht uns gegenüber aufrichtig gehandelt. 3ch bin bereit, der Regierung Gelegenheit zu geben, das Problem zu regeln. Es wird keinen Krieg mit Mexiko geben, es sei denn, daß Mexiko uns dazu zwingt, indem es die Rechte ocr Vereinigten Staaten von Amerika verletzt. Eoolidge wird nicht mit einer Armee wegen eines religiösen Streites nach Mexiko marschieren. Niemand würde das zulassen, wenn er es tun wollte. Die IHonroc- dokkrin legt uns Verpflichtungen auf. Auch andere Rationen haben in Mexiko 3nterefsen. Sie wurde., diese 3ntercssen selbst schützen, wenn wir cs nicht tun. Denn andere Staaten gezwungen sind, in Mexiko einzurücken, so würde es zum Kriege kommen. Unsere tage ist daher sehr heikel. Staatssekretär Kellogg gab dann nach einer Unterredung mit Eoolidge eine Erklärung ab, die zweifellos einen Rückzug in der Mittelamerikapolitik da-slelll. Kellogg erklärte unter Bezugnahme aus die Enlschlietzung des demokratischen Senators Robinson, in der die Verweisung des Ocl- konfliktes mit Mexiko an ein Schiedsgericht gefordert wurde, daß die Regierung die Entschließung willkommen heiße, und daß Schiedsvrrfahren eine der Richtlinien der amerikanischen Politik seien. Die Enlschlietzung Robinsons wurde mit knapper Mehrheit angenommen. 3u der Begründung seiner Enlschlietzung machte Robinson unter anderem noch den Vorschlag, daß E a l l e s und Eoolidge an der 0ren*2 eine Zusammenkunft zur Festlegung der Einzelheiten des Schiedsverfahrens haben sollten. Entspannung in Mexiko. Mexiko, 20. 3an. (Associated Preß.) Die Erklärung Kelloggs, daß er bereit fei, die Meinungsverschiedenheiten über die Anwendung des Petroleumgesetzes vor ein Schiedsgericht zu bringen, rief in Mexiko ein allgemeines Gefühl der Erleichterung hervor. Die Bekanntgabe von Kelloggs AÄußerungen führte sofort dazu, daß die ungewöhnliche Spannung, die in der vergangenen Woche herrschte, sofort nach- lleß. Es wird jetzt die Hoffnung ausgedrückt, daß die Verhandlungen, die einem Schiedsgerichtsverfahren vorangehen müssen, in versöhn l i ch e m Geist geführt werden. Deutschland und Lateinamerika. Ncichskanzler Luther berichtet über seine Steife. Berlin, 19. 3an. (WB.) Reichskanzler a. D Dr. Luther hielt im Verein Berliner Dresse einen Vortrag über seine Eindrücke in Südamerika. Cnlsptechmrd diesem Rahmen gab der Redner zunächst Bilder aus der Presse der latein-amerikanischen Länder. Er berichtete über die außerordentlich hochentwickelten technischen Einrichtungen und die mit besonders großen und vielsntigen Wohlfahrts- und andern Einrichtungen versehenen Gebäude der großen Landespresse. Daneben betonte Dr. Luch er d ie Bedeutung der deutschsprachigen Presse in diesen Ländern. Zu den Dernchrseinnchtungen übergehend, erörterte der Vortragende in interessanten Ausführungen die Verhältnisse der Länder, wo »u o ch alles und schon alles" vom Einbaum bis zum Flugzeug existiert. Dr. Luther hat im Wasserflugzeug die von Passagieren noch nie unternommene Fahrt über den Rio de la Plata, Parana und Paraguay auswärts bis zur Hauptstadt Paraguays unter zum Teil aufregenden klimatischen Verhältnissen au.'geführt, und er hat schließlich die Strecke Buenos-Aires— Rio de 3aneiro an der Küste entlang und über den Urwald zurückgelegt. 3n politischer Hin» sicht betonte Dr. Luther, daß der Wunsch nach Freundschaft mit Deutschland auch bei den im Kriege nicht neutral gebliebenen Regierungen in gleichem Maße wie in Argen- 3m Monat Dezember 1926 haben sich 39 442 Rundfunkhörer neu gemeldet. Die Gesamtzahl aller Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reiche be> Aus der provinzialhauprstadt. Gießen, den 20. 3anuar 1927, Der gweigverein Dietzen vom Surren Kreuz Um 3»/4 Uhr vertagt sich das Haus auf Donnerstag. Auf der Tagesordnung steht die zweite Beratung des Gesetzes zur Bekämpfung Der Geschlechtskrankheiten und die Vorlage übet Gerichtskosten und Dechtsanwaltsgebühren. Die Beratung des kommunistischen Antrages auf Reichstagsauflösung wird gegen die Stimmen der Kommunisten und Sozialdemokraten abgelebt. Die Not der Schauspieler. Berlin, 19. 3an. (WTB.) 3n der heute nachmittag abgehaltenen Versammlung der erwerbslosen Schauspieler über die Frage der Erwerbslosenfürsorge erstattete der Vorsrtzende des Arbeitsausschusses der Vühnenangehörigen Deutschlands Bericht über die mit dem Präsidium der Dühnengenossenschaft in dieser Frage gepflogenen Verhandlungen. Danach sollen vier Monate lang jeden Monat 1 0 0 Schau- pieler gleichzeitig beschäftigt werden mit der Maßgabe, daß im nächsten Monat andere 100 Schauspieler engagiert werden. Angenommen wurde ein Antrag, die bisherig»: .Ar- beitsqemeinschast der erwerbslosen Schauspieler au »lösen und in eine Kommission umzuwandeln, der orei Erwerbslose und ein Vertreter des Präsidiums der Genossenschaft angehören, die die Weiterberatung über die Erwerbslosenfürsorge ortsetzt. Die Kommission soll ferner d ie richtige Verteilung der von der Regierung gespendeten Gelder überwachen und mit der Regierung wegen weiterer Unterstützungen verhandeln. Ferner soll eine Rot - standsküche für die Berliner engagementslosen Schauspieler errichtet werden. samten Regierung gebilligt worden. 3ch kann Ihnen sagen, daß das ®lücfrounfd)tetegramm, das ich erhallen habe, von allen Mini st er n unterzeichnet war, und wer hat, so frage ich, der Politik von Locarno eine andere entgegengesetzt? Niemand! Dann aber hat man nicht das Recht — wenn man nicht ein Verbrechen begehen will — das Vertrauen dieses Landes au zerstören. Nach Schluß der Beratungen wiederholte Briand in den Wandelgängen der Kammer den Journalisten, daß die Frage der Rheinlandräumung nicht gestellt worden lei und n i ch t o h n e S i ch e r h e i t Helts- und Reparationsgarantien gestellt werden könne. Zweifelsohne hätten er und Stresemann die verschiedenen Probleme zwischen . Frankreich und Deutschlan bin Tboiry geprüft. Es sei das Recht Stresemanns gewesen, das Problem der Nheinlandräumung aufzuwerfen, wie es das Recht des französischen Außenministers gewesen sei, Stresemann an die Bedingungen des Versailler Vertrages zu erinnern unb zu erklären, daß eine bcr- artige Anregung nicht ohne Gegenleistungen gestellt werben könne. Stresemann habe erklärt, baß er dieses Problem studieren würde, aber er habe noch keinen präzisen Vorschlag gemacht. Eine Kampagne, so erklärte Briand zum Schluß, werde indessen in Frankreich aesührt, um ihn — Briand —, den Mystiker, zu beschuldigen, daß er die Türme von Notre Dame und sonst noch etwas verkauft habe. „Ich bin vielleicht ein wenig naiv," so erklärte Briand, „ aber nicht in diesem G r a b<." Einspruch Hessens gegen die Zwiscr enfälle im besetzten Gebiet. Main;, 19. 3an. Der Kommissar für die besetzten Gebiete Hessens' sprach vor einigen lagen beim französischen Oberkommando vor und erhob im Auftrag der hessischen Regierung Vorstellungen gegen die sich in letzter Zeit im besehtcn Gebiet Hessens ereigneten Zwischen'älle, wobei er besonders die Vorkommnisse in Mainz erwähnte. Der kornutandierende General erklärte, dah er alle Mittel anwenden werde, um künftighin den Schuh der Bevölkerung zu gewährleisten. einem von den Abgeordneten stehend angel)orten Rachrul für den verstorbenen sozialdemokratischen Abg. Z u b e i l. An Zubeils Stelle ist der Schriftsteller Kurt peinig in den Reichstag eingetreten. Vor Eintritt in die Tagesordnung stellt Abg. Stöcker (Komm.) folgenden Antrag: ' „Der Reichstag fordert feine Qluf- l ö s u ng. Die Reichsregierung wird beauftragt, die Durchführung der nottoenbigen Maßnahmen zur Auflösung und R e u w a h 1 dem Reichspräsidenten vorzufchlagen." — Abg. Leicht (Bayr. Vp.) erklärt dazu, daß nach dem Vorschlag des Aeltestenrates der kommunistische Antrag auf die Tagesordnung der morgigen Sitzung gesetzt toerben solle. Der Gesetzentwurf über die Reichswohnungszählung im Jahre 1927 unb die Feststellung der Zahl der Wohnungssuchenden kommt dann zur ersten Beratung. Es liegt ein Antrag vor auf Ucbertoeifung der Vorlage an den Woh- nungsausschuß. Abg. Dr. Frick (Völk.) übt Kritik an der jetzigen staatlichen Wvhnungswirt- schaft. Bei der Wohnungszählung müßte auch feftgcftelü werden, wieviel Wohnungen von Ostjuden belegt seien. Die Vorlage geht an den Wohnungsausschuh. Es folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfes über die Zulassung zum Heb- ammenberuf. Darnach sollen die Länder berechtigt sein, die Riederlassungsireiheit der Hebammen einzuschrankew Abg. Frau Arendsee (Komm.) bekämpft die Vorlage. Das preußische Hebammengefetz, dem die Reichsregierung mit ihrer Vorlage die reichsoechtliche Autoritä: verschaffen wolle, habe fick nicht bewährt. Auf Antrag des Abg. Esser (Z.) wird die Vorlage dem sozialpolllischen Ausschuß überwiesen. Aus aller Welt. Wieviel verschiedene Briefmarken gibt es? - Rach einer Phllatelistischen Zuiammenstel- lung haben die Staaten Europas allein etwa 26 000 verschiedene Briefmarken herausgegeben. Dazu kommen noch etwa 40 030 des Übersee!- fchen Auslandes, so daß sich eine Gesamtzahl von 65 003 Exemplaren ergibt, eine Zahl, die durch die ständigen Reuerscheinungen ständig im Wachsen begriffen ist. Ein Sammler müßte 35 Jahre lang täglich fünf Mark erhalten, wollte er diese Unfummen von Werten und Abarten in T'i2 Hand bekommen. Viele davon sind überhaupt n7cht mehr zu bekommen. Eine große Seltenheit ist zum Beispiel die rote 1-Cent- Mar3e von Britisch-Guayana aus dem 3ahre 1856, die 1920 von einem amerikanischen Sammler auf einer Versteigerung um 30 030 Dollar gesteigert wurde. Zwei der berühmten Mauritiusmarken von 1847 wurden in der gleichen Bersteige- rung mit „nur“ 160 000 ©olbfrarVen bezahlt. Diese beiden Weiste sind nun dieser Tage in die Hände eines gewtsfen Mr. Hind übergegangen, der sie um die hübsche Summe von 55 003 Dollar erwarb. Botschafter Solf nach Satan ab gereist. Der deutsche Dotschafter in Tokio, Dr. Soff, ist gestern abend von Berlin abgereift, um über Rußland nach 3apan zurückzukehren, wo er die deutsche Republik und den Reichspräsidenten persönlich bei den Beisetzungs- feierlichkeiten für den verstorbenen Äaifer von Haban vertreten wird. Der Reichspräsident hat verfügt, daß die Schisse der Marine bei der Beisetzung des Kaisers von 3apan Trauergala anlegen. Die in fremden Häfen befindlichen Schiffe haben sich nach den bezüglichen Bestimmungen zu richten. Tschitscherins Kuraufenthalt. Der russische Volkskommissar für auswärtige Angelegenheiten, Tschitscherin, ist vor einiger Zeit im Kurhaus Bühlerhöh (Vaden) zu längerem Kuraufenthalt eingetroffen. Der „Emdens-Zwischenfall in Kapstadt. Der „Daily Chronicle" bespricht in einem Leitartikel den Zwischenfall von Kapstadt und sagt: Es soll vollkommen klargemacht werden, daß das Vorgehen des Kommandanten und der 'Besatzung des deutschen Kreuzers „Emden" etwas verhindert hat, was zu einem furchtbaren Unglück hätte werden können. Der Berichterstatter der „Times" in Kapstadt schreibt: Einige Tatsachen entlasten die Besatzung der „Emden" von jeder Schuld, und einige Augenzeugen glauten, dah ihre Handlungsweise einen beinahe unvermeidlichen Verlust an Menschenleben verhindert hat. Auf jeden Fall ist der Zwischenfall nur von unwesentlicher Bedeutung, wenn auch der Aerger derer, die mit Wasser bespritzt wurden, begreiflich ist. Raubmord am eigenen Batet. 3n Anschluß an die bereits gestern gemeldete Auffindung der Leich« des feit einem Jahre verschwundenen und ermordeten Maurers 3oh. Schmalz, wurde gestern in Böhne ein mehrere Stunden dauernder Verhör abgehalten. 3m Dorfe war sofort der Verdacht aufgetaucht, dah als Täter nur die beiden seinerzeit zu Besuch in Döhne weilenden Kinder des Ermordeten, Theodor und Marie, als Mörder in Betracht kämen. 3nzwischen meldete sich ein anderer Sohn der Ermordeten, der Drunnenarbei- ter Karl Schmalz aus Wildungen und bezichtigte seinen Bruder des Mordes am Vater. Er habe sich' seinerzeit an den Rachforschungen nach dem Verbleib seines Vaters beteiligt. Dabei hätten verschiedene Beobachtungen in chm diesen Verdacht erweckt, den et nur aus Mangel an direkten Beweisen nicht Laut werden lieh. Der Mörder Theodor Schmalz hat bereits einen Raubmord begangen und eine Zuchthausstrafe dafür verbüßt. Die Schwester Marie, mit einem 3taliener Pratie verheiratet, jedoch von diesem getrennt in Vohwinkel lebend, ist bereits verhaftet. Ebenso konnte Theodor Schmalz, der nach (Bremen verzogen war, feftgenommen werden. Das Motiv der Tal dürfte in gewinnsüchtigen Absichten liegen. Schwerer Unfall im Karlsruher Badenwerk. 3m Schalterhaus des Vadenwerks geriet gestern nachmittag ein Monteur mit einer unter Spannung stehenden Leitung von 100 000 Volt in Verührung. Die Folge war Kurzschluß, durch den der Mann im nächsten Augenblick zu einer Feuersäule verwandelt wurde. Zur Befreiung dcs Verunglückten mußte die ganze Leitung ausgeschaltet werden, so dah das gesamte Gebiet der Stadt Karlsruhe bis $ur Beendigung der Rettungsarbeiten, über eine halbe Stunde, ohne Strom war. Trotz des raschen Eingreifens erlitt der Monteur schwere Vereins ist das aus fünf gleichgroßen Quadraten zusammengesetzte Rote Kreuz im weiheo Selb. Der Verein hat folgende Aufgaben 1. Hilfeleistung bei Qlotftänben; 2. Beteiligung an Maßnahmen zur Hebung der Vollsgeiund« beit und Bekämpfung von Dolkskrancheiten: 3. Ausbildung von Krankenpflegern. Krankenträgern und Helfern und ihre Verwendung zm ersten Hilfe bei ilnglüddfällcn und plötzlichen Erkrankungen, sowie zur Beförderung von Verletzten und Kranken: 4. Beschaffung und Bereithaltung von Gegenständen und Einrichtungen zux ersten Hilfe bei Änglückssällen sowie zur Krankenbeförderung und Krankenpflege: 5. Mitwirkung bei der Fürsorge für die im Feld Verwundeten, Erkrankten und Gefangenen, für Kriegerhinterbliebene, Kriegsbeschädigte, Vertriebene und Verarmte: 6. Unterstützung deS amtlichen Sanitätsdienstes. Die teilweise Durchführung dieser Mah- nahmen liegt der eine Grundlage der DereinS- organifation bildenden freiwilligen S a ni- tätskolonne vom Roten Kreuz ob. 3m übrigen hat sich der Zweigverein vom Roten Kiew mit dem hiesigen Alice-Frauenverein zv einem planmäßigen Zusammenwirken bei Ersill- lung der beiden Vereinen obliegenden gemein» samen Aufgaben zusarnmengefchlossen. 3m Dereinsleben ist jede Erörterung politischer oder religiöser Fragen ausgeschlossen Vereinsmitglied kann jeder unbescholten« Deutsche ohne Unterschied des Standes, des religiösen Bekenntnisses unb der politischen Gesinnung werben, der sich verpflichtet, den sahungs' mäßigen 3ahresbeitraa (1,50 Mk.) zu entrichten Die Mittel zur Erfüllung seiner Ausgabe« beschafft sich der Verein durch die sahunzs' mäßigen Beiträge seiner Mitglieder, durch allgemeine Sammlungen, Lotterien und sonstige Veranstaltungen. Die Krüppelheim-Bauloiterie dient einem ausgesprochen hessischen Zwcä Der Hessische Fürsorgeverein für Krüppel ü Darmstadt, der auch im abgelaufenen 3ahr buid die Gewährung von Heil-Zuschüssen die Heil' behandlung von über 400 hessischen Kindern er möglicht hat, mußte im Laufe der 3ahre immct mehr erkennen, daß seine Arbeit nur Stüdtoed bleibt, solange nicht die Möglichkeit besteht, überall draußen im Lande die Schäden einer Verkrüppelung rechtzeitig, ö. L im frühesten Kind«- alter zu erkennen. Zur Ermöglichung der Aw- bilburig der jungen Aerzte in der Spezialwiss«' schäft, der Orthopädie, hat er sich im Einvernehmen mit der Landes Universität eß' schlossen, an deren Sitz ein Krüppelhell» verbunden mit Klinik und Forschung s' i n st i t u t. zu errichten. Für diesen Zweck fir) ihm in den beiden letzten 3ahren Spenden Ü Werke von 50 000 Mk. zugeflossen. Die Stadl Gießen hat das erforderliche Gelände xt Klinikviertel unentgeltlich zur 'Be:' fügung gestellt. Schließlich haben deutsche *»<•* brifen aus ihren Erzrugni'sen geeignete ©<* Winne im Werte von über 33 000 Mk. für eid Lotterie geschenkt. Da nach dem Gewinv plan 120 010 Mk. ausgelost werden müsset werden die noch fehlenden Gewinne, abgeftl)^ von dem 1. Hauptgewinn, in hessischen DesHil' ten angekauft. Es werden nut Waren beftd Beschaffenheit erworben. Der Hauptgewinn eine Villa im Werte von 30 000 Mk.. die nai "Voraussage. Mimen, nachts um tat m.er, mU. ftelltnteeijen Sitkt- von Schnee ist zu rechneL Pecaturen: minus Minimum: 2 Grad TelliuL »eratur 1,5 Grad Selfiui üerlage auf dem hohers-rka^ muar, Dorm. 8 H$r Erhoff; OBinWarte: nrltitf; ! 5 Grad 5el|iu8; Grlamt- 40 Zentimeter; tzähr bei, \n nden gefallenen Leufchnees: sr, Drlchaffmhck bet Schnee- Spvrtmvglichleit: lehr gt WlkllSikMMM im vm DnUit! Nur eigenhändiger und vollständiger Eintrag in die Hau«, und Firmenlisten schützt vor den peinlichen Nachteilen mangelhafter Aufnahme in dem wichtigen Nachschlagewerk oder vor gänzlicher Ausschaltung. DI« Sicherheit richtiger Einträge in die Listen dann von den Hausbesitzern oder ihren Stellvertretern wesentlich gefördert werden durch die üb rwachung ordnungsmützigen Umlaus» der Listen, Überprüfung der (Einträge, sowie rechtzeitige Bereitstellung zur Abholung durch die Polizeideamten. Wem die Hausliste nicht vorgelegt wurde, oder wer die Firmenlifte nicht erhalten hat, wolle seine Rechte wahren durch Meldung beim Adretzbuchverlag, Schulstrahe Nr. 7. — Oberhessisches Schwurgericht. 3m Montag und Dienstag nächster Woche tritt Has Schwurgericht der Provinz Oberhessen, wie litten kurz gemeldet, in Gießen zusammen. 2lm Montag wird wegen Meineids verhandelt gegen Heinrich Weitzel. Georg Herdt. Heinrich 3 ä- ।je r und Herm. Andr. Spahn, sämtlich von Ältenburg. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Lina uh; Verteidiger sind die Rechtsanwälte Dr. Aaron. Gießen; Engisch. Gißen; D o r n- fiel ft AlSseld; Dr. Rosenthal. Gießen, und Dr. Wämser. Gießen. Am Dienstag wird Wenfalls wegen Meineids gegen Hermann 3 u n g Son Dambach verhandelt. Ankläger: Staatsanwalt Schneider. Verteidiger: Rechtsanwalt Mendelssohn. Gießen. P Verbesserung der Südanlage. An Der Anlage bei der 3ohanneSkirche werden gegenwärtig umfangreiche Derbesserungsarbeiten lotgenommen. Der Platz um die Resormations- Knde soll gartenbautechnisch so hergestellt werden. Laß die ResormationSlinde in die Mitte dieser Anlage kommt. Zu diesem Zwecke ist notwendig. Laß der seitherige Zugangsweg von der Süd» xnlagc nach der 3ohanneskirche etwa 30 Meter «ach der Vleichstrahe zu verlegt wird. Ein alter tllndenbaum wird dieser Wegverlequng zum Opfer fallen. Der Platz neben der Kirche wird keiner und mit Gras neu eingesät werden. Ein □aumgürtcl wird die neu geschaffene Anlage von Set einen vorderen Ecke der Kirche M3 an die Untere Ecke des 3of)annc5faaleä umschließen. u*ic Entfernung von zwei biS drei großen Ulmen. Ae dem Gesamtbild hinderlich im Wege stehen -nd die Väume der Anlage im Wüchse hindern, .irften wohl auch noch fallen. Den Beschauer utet der Platz zur Zeit wie eine Wildnis an. denn die Umgruppierung technisch gut durchge- ihrt wird, dürfte er biS zum Sommer schon eine ierde der Stadt sein. Die Gleisarbeiten ander Stra- e n b o h n beim Stadttheater sind beendet. Die tue Weiche wurde gestern in der Frühe aus- ?'wechselt. Der Verkehr wurde durch Umsteigen •: den Morgenstunden aufrechterhalten. Um '! Uhr waren die Arbeiten schon soweit vorge- '•Öritten, daß die Straßenbahnwagen die Repara- ! erstelle wieder befahren konnten ** D er Verbindungsweg zwischen Kaiserallee und Licher Straße an der mtuen Treppenanlage erhält jetzt Chaussierung. §ie Bürgersteige werden eingefaßt und Abfluß- gpslen für das Regenwasser angelegt. ** Der Universitäts-Sportplatz tninter dem Schützenhaus hat jetzt eine vorbild- i«he Schlacken-Laufbahn erhalten. Außerdem ^ird der Spielplatz planiert, ferner werden die Sellen fler den Toren, die bei Regenwetter immer große Pfützen bildeten, so daß die Spieler Wünschen des Gewinners an seinem Dohnstn errichtet werden kann. DaS Los kostet nur 1 Tlt Die Lose sind überall erhältlich. Die Ziehung ist am 7. April 1927 in Darmstadt, bei vorherigem Verkauf der Lose auch früher. Riemand versäume. Lose der Krüppelhe i m bau- lotterte z u erwerben. Abgesehen von der Möglichkeit. ein Eigenheim zu gewinnen, bieten sich gute Aussichten zur Gründung oder Ergänzung einet Heimes. 3m ungünstigsten Falle weiß der Lose-Erwerber. daß er einem wirklich mildtätigen Zweck geopfert und unglücklichen Menschen geholfen hat. Jicfreucr Leochcnmarktprcise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Sutter 130 bis 150. Malte 30 biS 35. Käse (10 St.) 50 biS 150. Wirsing 12 biS 15, Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 15. gelbe Rüben 8 biS 10. rote Rüben 10. Spinat 25 bis 40, Unter-Kohlrabi * biS 10. Grünkohl 20. Rosenkohl 35 bis 45. Feldsalat 100 bis 200, Endivien 80 biS 90. Zwiebeln 15 bi« 20. Meerrettich 35 bi« 80. Schwarzwurzeln 35 bis 50, Kartosseln 6, Aepfel I5 biS 30. Dirnen 15 bis 25. Honig 50. Müsse 60. lunge Hahnen 100 bis 120, Suppenhühner -100 bis 120. Gänse 100 bis 120 Pf. das Pfund; Sier 17 biS 18. Blumenkohl 80 bis 150. Lauch 5 bis 15. Rettich 10 bis 15. Sellerie 20 bti 40 Pf. ha« Stück. Vornotizen. — Dageskalender für Donnerstag, verein der Freunde des humanistischen Gymnasium«: 8 30 Uhr. Hörfaal des Physikalischen Institut- (Stephanstraße), Vortrag. — Deutfch- lationaler HandlungSgehilfen-Verband: 8.30 Uhr. kaufmännisches DercinShauS, Vortrag. — Licht- pielhauS Bahnhosfiraße: „Es blasen die Trom- >eten“. — Astoria-Lichtspiele: ,Da« rollende Haus". — AuS dem Stabttheaterbureau Dlrb unS geschrieben: Auf die Freilag-Auffüh- rung von Franz WerselS histortscher Komödie: .3 u a r e z u n d M a r i m i l i a n" soll au3 einem besonderen Grunde nochmals aufmerk am gemacht verden. Don all den Verfönlichkeilen, die der 'Dichter unS in verblüffender Treue vorführt, ragte al« Lebende nur noch die Exkaiserin Charette in unsere Tage. Run ist sie vom irdischen -Lchauplah für immer geschieden. Richt ohne Er- griffen bei! wird jeder Besucher der Freitag- Tnorftellung tk Gestalt Charlottens darum an sich norüberziehen sehen. Die Rolle der Charlotte Itielt anstelle deS erkrankten Frl. Baumann Frl. «Susanne Heym. ODinjialtiaupiitaöt eBen, den 20. 3amr 1321 eigverem Gieren Sioten Kreuz Hrssischen LaniXsvnims Mu wiederum QBüglie) W jtreudti. Das 2lvzciq>m ta i fünf gklcügtD^n üiutoam iole Xtcuj im bat svlürnde Ausgabli ti DvtKnden; 2. Mit Hchnng drr Kung v°n oon Krankenpflegern, Ätanlm fern und ihre ünglüddfällen und W Vie zur Beförderung von 4 Deichaffung und «reit enftänben md , für bie m QC[CgeT^iruP' gft.*6- l! SurÄ™» lenden f ' 05. 3m übP ■Ser- rrsKK .-‘ÄS'- neu- $:ate in ßtzW Alrnn " {»den o . erricht^,Jahren <■» ©t«.’ ^ÄWC0elSn&‘l« oooi» tu« Lr MM tte 0 " > ^erd-n L K>* S«- V Aerte **"< °Mrgi °us8efu°nde^ f«te ,u6 "«ÄÄÄ1 ’Sit. lauer ßrin#1 c Der %, gth4 ?m ein. W. ieben cmchtet. Amtliche« ppe l° Bagttu. S?f?riel(Mwr Im ls-hen Reiche. m6er haben sich zg^ S meldet. Die ßamtä S?m Mdjen Sitich. bh -itmb vom 1. fianufl, ^7 Der Rechtsspiegel. Der Vorbehalt bei Annahme einer Zahlung. Son einem juristischen Mitarbeiter wird uns geschrieben- Sowohl das Aufwertungsgesetz (§ 14). als auch das Unklheadlöjungsgesetz (§ 32, Absatz 1. § 40, Absatz 3) sprechen den Grundsatz ans, daß trotz der Bewirtung der Leistung, z. B. Zahlung aut eine geschuldete Summe, die Auswertung noch zulässig ist, wenn sich der Gläubiger beider Annahmeder Zahlung feine Rechte vorbehalten l>U. Dieser Vorbehaltavegriff spielt gegenwärtig in der D u r ch - sührung der Auswertung eine erhebliche Nolle, feint Auslegung ist umstritten, so daß sich das Reichsgericht bereits mit feiner Interpretation befaßt hat. In feinem Urteil vorn 25. November 1925 (V 18 25), abgedruckt in IBameqer, Rechtsprechung des Reichsgerichts 1926 Nr. 56, Heft 3, spricht sich das Reichsgericht dahin au.-, daß eine vorbehaltlose Annahme der Leistung nur bann ooriiege, wenn das Verhalten des Gläubigers den Willen zum Ausdruck bringt, daß er die an ihn bewirkte Geldleistung als eine Erfüllung feiner Forderung annehme. Ist eine Annahme in diesem Sinne nicht erso.gt, so bedarf es k e i n e s L 0 r be h a l t e s zurErhaltung des Auswertungsanspruches. Ob nun eine derartige Auslegung des Verhaltens des Gläubigers gerecht- fertigt ist, kann nur nach Lage des einzelnen Falles unter Berücksichtigung der Verkehrssitte, der im Handelsverkehr geltenden Gewohnheiten und Gebrauche und der Grundsätze von Treu und Glauben beurteilt werden, wie das Reichsgericht in der Begründung des Urteils näher ausführt. Wenn auch in dem angeführten Reichsgerichtsurteil der Vorbehaltsbegrifs zweifellos sehr weitgehend ausgelegt worden ist, so muß doch allen Gläubigern, die sich auf dieses Urteil berufen, eine gewisse Vorsicht empfohlen werden. Die Berufung auf dieses Urteil ist nicht ohne weiteres auf jeden anderen Fall zu übertragen, und zwar deshalb nicht, weil bei dem der reichsgerchtlichen Entscheidung zugrunde liegenden Sonderfall der Wille des Gläubigers, d. h. des Zahlungsempfängers, zunächst gar nicht zum Aus- druck kommen konnte. Im genannten Falle handelte es sich nämlich darum, daß ein Gläubiger auf die Nachricht von der ihm aus fein Postscheckkonto erfolgten Ueberroeifung von 18 000 Papiermark, die nach dem damaligen Stand bei Gold- marf ?inen Wert oon */*> Pfennig darstellte, anfänglich schwieg und den Vorbehalt erst spater erklärte. Das Reichsgericht stellte sich, wie ooen aus- geführt, in diesem Falle auf den Standpunkt, daß das anfängliche Schweigen des Gläubigers nicht als vorbehaltlose Annahme des Darlehensbetrages an = zuschen sei. Zu berücksichtigen ist bei diesem Urteil ferner, daß die Zahlung in einer Zeit erfolgte, zu der die Inflation ihren Höhepunkt nahezu erreicht hatte. An sich kann ein solcher Vorbehalt auch mündlich, was noch nicht allgemein bekannt ist, erklärt worden fein. Ein vorsichtiger Gläubiger hat aber jedensalls bei Annahme der Leistung einen etwaigen Vorbehalt feiner Aufwertungsrechte schriftlich erklärt, da dies den Beweis wesentlich erlci ’ tert, der bei mündlich abgegebener Erklärung natu emäß schwieriger ist, falls der Schuldner den Vorbehalt bestreitet. Da das Anleiheablösungsgesetz im Gegensatz zu dem Aufwertungsgesetz eine Rück- Wirkung froft Gesetzes nicht oorsieht, so kann eine Auswertung, soweit sie unter das erstere Gesetz fällt, z. B. bei Rückzahlung oon Schuldscheindar- lehen von Gemeinden, nur verlangt werden, wenn die Geldgeberin bei Almahme des Tilgungsbetrages einen r e - ‘l'Oi-rtnnb. Vorbereilung van Mediziner für da5 Physikum tHauvtfächert ver sofort gesucht. Angeb. u. Nr. 155 an Nnuoucn Exved.tUermcr & LLagucr. 'Jieuenrocgöa Kaiser Friedri-h III (Kronprinz Friedrich Wilhelm) Köniu Friedrich Wilhelm III. . . 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Die Beerdigung findet Freitag, den 21 Januar, nachm. 1 Uhr, vom Sterbehause Brauhausstraße 2 Krankenkasse gM. 1899 und Klcin-Lebeuc-Trcrsichcrung mit tönlidicH cparcinlnacn in Lvar- biiroicn sucht allen Crto tüchtige General-Vertreter Kavauma fi0Sid Frankfurt a.M., 2lm Tornbuich 1». -...... Morena Kaiser Wilhelm l. (König Wilhelm) . Adolf Klein Sum vraustüb'I ■-------• Wolkengasse 26 - -- -r ■■ Morgen $reitag Bin un:er Nummer 1767 Masken-KostümeModehaus Mk. 25^,20.-, 15.- u.Mk. IU6I7. Salomon | Vermietungen") LerWeüene schöne Lagerräume nam oder geteilt abzugebeu, evtl, mh Bureau. Schriftliche An geb. unter 0419 an den Ostest. Anzeiger erbeten. 21.1.7' «Uhr: B.-R.7' Uhr I T. L • Nc Hausfrauen verwendet für 303A Haus- und Kücnenbrand die hochwertigen Tiuhr ^Siform brihetts weil wesentliche Ersparnis gegenüber sonstigen Brennstoffen. In größeren Kohlenhandlungen erhältlich. Sttllkl gelernt,22Jabre alt. fuebt möfll. bald ob. water Stellung. um E. Seeberg, Butzbach, OochmeilelerStr.il». 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Denn auch Slfaß-Lo/Hringem man Heute doch in Versailles,ge schon längst tviede gen hineingezvgen beispielsweise bod deS Papstes eine ausführliche Aom eine 8rmu toegung in Elsc sichtigt habe. Presse hatte in nämlich so etwae päpstlichen Nun spricht allo schon flültig gelösten" Sie sranzösi 5)«tn Poincare binden labt, ha Aussprache i der vertagt. fül. * chl. Sonntag: 616: Verschiedenes « ?rtrtb.__ nmldjeb sich lür >- > Ml, a 'i’üoatin. ; Rdfie tu t fltlnd 2M flnocb. u. »U'J1 nn btn (8ien. Jim ir 1927, Ivun.ien ■inin bei QiieMWimi, rv l ^xromthlVt'iA'opt izert- snts irstand. olf erei M*1 tfrtitath votnutiM^ ab »v Fisch-Zentrale Marktlaube. irtfl wi* ücdtige hodcig f&icnrt. eosid liidU8, ienltlfitfSfnhunflei Seefische in grober Au-wabl ein. Kerner irilche grüne Herivgr ^rlatiidUiiMOOt’ nn«« »Ml&M :htspiele hl. Sonntag: ide Haus ilm in 7 Akten Beiprogramm »IV bu'«. ®L u llachd«' .t8 ju «• U, .parfu«. Ävoil'cle linteM e 0id Areitas. MM 3 Mitt.., kSÄ'AÄ rthaus >*NN; Ü?e»en 2 Bummei «Heil ,6^schen ' ’ßichnis; ptialf Ludwig Franz Ludwl? helml' Er?a rim Ad°lf Klein .. Betdler ..... 'pn?oerti.I*,rier " pl?en Moebioi ...... Kückert '■ "Margarete Schön ,9Opo,d Ledebour .'V' ■ Karl de Vogt irbara von Annenkoft ”en wir dem werten •h den 1. Teil des iochmals anzusehen grrs»arni, ‘‘9 ^ÄU-h. 13-400 ®l nnknö£L-- Elegonte »sleir iofliiiiit ,U »erleiljc. eaerfrJLi Maskenkostüme ■ii oerle'be^ jey A. rh Nr. 16 Zweiter Matt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Donnerstag, 20. Zannar (027 Elfah-Lothringen als Weltproblem. Don unserem elsaß-lothringischen Mitarbeiter. Straßburg Januar 1927. Die am 9. Januar stattgehabten Senats- wählen im Ober- und Alnterelsah und im Bezirk Lochringen haben der französischen Propaganda nur geringen Trost gespendet. Gewiß, man kann damit vor der Welt .Staatmachen", daß die Elsaß-Lothringer ihre berühmte .Liebe zur Mutter Frankreich" durch die Wahl von lauter Ratio- nalblockleuten wieder einmal kräftiglichst unterstrichen haben. CS ist aber allerlei Bitteres in dem süßen Tränklcin: unter den neuen Senatoren, die nach Paris geschickt werden, befindet sich der in französischen Streifen wahrlich nicht übermäßig beliebte Berfechter der Rechte Elsaß-LothringenS, Professor Müller, den die Parteileitung im Interesse deS Stimmenfangs neben die übrigen Kandidaten gestellt halte, und der eS auf die zweithöchste Stimmenzahl gebracht hat. Auch ist die ganze Wahlpropaganda der beiden siegreichen Rationalblockparteien, das heißt der katholischen .Volkspartei" und der Demolraten. mit starker Hervorkehrung heimatrechtlicher Gedanken geführt worden, so daß eS mit der französischersellS so sehr hervorgehobenen .allgemeinen Verurteilung der Auto- nomiften" nicht weit her sein kann. Der Wahlausgang ist nichts anderes als ein Sieg der Disziplin der Wahlmänner der .Elsässischen Volkspartei". ES standen weit .patriotischere" Kandidaten zur Wahl, die kläglich abgeschnitten haben, etwa der französische General Taufflieb — der 222 Stimmen gegenüber den 729 deS Professor Müller erhielt — oder der Straßburger sozialistische Bürgermeister Peirotes. Ritter der Ehrenlegion, der es gar nur auf 172 Stimmen bringen konnte. Mit dem .Sieg des französischen Gedankens" ist's also ganz bestimmt nichtSl Im innersten Grund ihrer Seelen machen sich darüber die Franzosen keine Illusionen. Wären sie der elsaß-lothringischen Herzen so sicher, wie sie'S zu sein vorgeben, so wäre der ganze Aufwand an Enthüllungen und Schauernachrichten unverständlich, mit denen die französische und französisch-beeinflußte Tages- und Zeitschriftenpresse seit über einem Jahre bemüht ist. über die — .deutsche Propaganda" zu jammern, die die harmlosen Elsässer und Lothringer zu umgarnen bestrebt sei. Hatte kurz vor Jahresende der Pariser .T e rn p S" einem Mitglied der französischen Akademie gestattet, tagelang über .alldeutsche Machenschaften" zu wehklagen und die autonomist.sche Bewegung als abhängig von reichsdeulschcn Einflüssen (und Gold- millionen) hinzustellen. so ließ sich ein anderes französisches Blatt mit Riesenauflage, daS Pariser .Journal", nicht lumpen und eröffnete daS neue Jahr mit ebenso — glaubwürdigen 6nt- hüllercien eine« Herrn Helsey, der als Sonderberichterstatter deS BlatteS .Fürchterliches" entdeckt hat. Wenn auch der europäische Friede wegen Elsaß-LothringenS nicht in Gefahr ist, so kann man heute doch kaum mehr bestreiten, daß die in Versailles .gelöste" elsaß-lothringische Frage schon längst wieder in internationale Erörterungen hineingezogen ist. Bezeichnend dafür ist es beispielsweise doch auch, daß der Dertreter deS PopsteS in Paris in diesen Tagen eine ausführliche Erklärung erlassen hat. wonach Rom eine Ermutigung der autonomistischen Bewegung in Elsah-Lothringen keineswegs beabsichtigt habe. Die nationalistische französische Presse hatte in ihrer heillosen Angst vor Unheil nämlid) so etwas auS der Reujahrsansprache des päpstlichen RuntiuS herauslesen wollen. Man spricht allo schon sehr lebhaft von der .endgültig gelösten" Frage. Die französische Kammer, die sich brav von Herrn Poincare immer wieder den Mund verbinden läßt, hat die seit langem versprochene Aussprache über Elsah-Lothringen schon wieder vertagt. AlS einen gewissen Ersah für die dauernd verschobene öffentliche Debatte möchte der Präsident der .Elsässischen BollSpartei". Ab- geordneter Thomas S e l h. bekanntlich eine Kommission eingesetzt wissen, die Dertreter der Abgeordnetenkammer, des Senats und der Regierung umfassen, und die sich eingehend im Lande selbst umschen soll, wie man .der wachsenden Unzufriedenheit" und der .systematischen Opposition" zu Le be rüden kann. AU das deutet auf die schwere Unzufriedenheit unserer Bevölkerung hin, die mit Mundverbinden — bischöfliches Schreibverbot an die Heimattreuen Geistlichen! — natürlich nicht zu beheben ist. Schon spricht man in der Presse von einem Protestler-Block, ter für die nächsten Kammerwahlen Kandidaten aufstellen will, die die Parole Selbstbestimmungsrecht und Volksabstimmung verfechten werden! Daß eS der Pariser Regierung auch im Bunde mit dem sranzösisch-nationalisti.chen Straßburger Bischof und der gefügigen Leitung der „Volks- parlei" nicht gelingen wird, noch einmal eine so grobe Umsälschung der Dolk.stimmung zu bewirken, wie cS diesmal dem äußeren Anschein nach gelungen ist, können wir versichern. Die Parteigewaltigen mögen ganz gerissene Taktiker sein, zur Führerschaft für ein um sein LebenSrecht kämpfendes Dolk fehlt ihnen alles. Richt zuletzt — — Rückgrat. Unser Dolk hat längst die an Pariser Schnüren zappelnden Hampelinänner satt. Hebet Parteidisziplin geht daS Heimatinteressel Bilder vom Balkan. In Mazedonien. Don unserem zu einer Jnsormationsreise entsandten l..kO.-Sonderberichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Ealonili-Monastir. Januar 1927. Ich besuchte daS serbische Mazedonien, oder wie es jetzt ofiiziell genannt wird, Südseroien im Frühjahr 19zo zum letzten Male. Damals wie auch jetzt vermied ich es. die Gönnerschaft deS offiziellen Serbien in Anspruch zu nehmen. Denn dies ist der einzig richtige Weg, um nichts zu sehen und nichts zu erfahren. Alle meine Informationen sind aus Gesprächen mit der Bevölle- rung selbst geschöpft, deren Sprache ich spreche, und mit deren autoritativen Vertretern im Lande selbst ich alte freundschaftliche Beziehungen unterhalte. Der Mazedonier ist ein vorsichtiger und verschüchterter Mensch: die türkische und die serbische Herrschaft haben ihn gelehrt, feine Gedanken zu verbergen, und man muß erst sein Vertrauen erwerb, n. bevor er mit der Sprache herausrückt. Journalisten, die. wie es gewößnllch die französischen tun, das Land mit dem Automobil des Regierungspräsidenten (Szupan) in Begleitung von zwei serbischen Gendarmen und eines serbischen Beamten besuchen (der letztere ist zugleich Dolmetsch> kommen natürlich zu der Ansicht, daß es „in Mazedonien nicht mehr Bulgaren gibt, als in den Pariser Tanzdielen" (wörtlich wicdergrgebener Ausdruck eines französischen Journalisten). Aber es gibt dort deren mehr als in sämtlichen Tanzdielen Europas — und zwar über 800 000. Und dies trotz der offiziellen serbischen Ansicht, laut welcher es in Makedonien nur Serben gibt, die durch die bulgarische Propaganda bulgarisiert worden seien. Sie will die Belgrader Regierung zu echten Serben machen, und zwar mittels rein östlicher Methoden. Jenes Regime des Terrors und der Willkür, das ich in Mazedonien 1925 und besonders 1923 zu beobachten Gelegenheit hatte, machte auf mich auch diesmal einen niederschmetternden Eindruck. Alle bulgarischen Schulen (es waren deren 1400 mit 70 000 Schülern). alle bulgarischen Gymnasien wurden geschlossen: die bulgarisch-mazedonische G istlichkeit wurde durch den serbischen KleruS erseht: die bulgarischen wirtschaftlichen Genossenschaften wurden vernichtet: der Verkauf bulgarischer Bücher einschließlich des Reuen Testaments verboten: sogar der Gebrauch der Muttersprache wurde verboten. Zu dieser Kulturschande ist noch hinzu- zufügen die Gewalttätigkeit der Verwaltungs- Brücke ins AU. Von Dr. Manfred Schneide r-München. Aus einem der belebtesten Plätze der Groh- Sabt, in Der ich lebe, begibt sich zu Beginn jeder oten Rächt ein von den meisten Tor.chergehen- ben kaum bemerkter Vorgang, der m seltsamem Gegensatz zur Hast der Umgebung steht: ein älterer schmächtiger Mann schleppt einen großen hölzernen Dreifuß, bann ein mächtiges Rohr und allerlei kleines Gerät herbei und baut daraus ein astronomisches Fernrohr auf dem Gehsteig einer der Inseln auf. Alsbald richtet er es auf ein Gestirn, verkündet auf einer Papptafel, was eS zu sehen gibt (für 20 Pf., Kinder 10 Pf.): .Der Mond mit feinen Kratern" oder „Jupiter mit seinen Monden". .Der Planet Mars", „Saturn mit feinem Ring", und seht sich wartend auf feinen Feldstuhl. Ich lasse mit nicht selten durch die Zauberkraft dieses RohreS die Gestirnwelt näherrücken — mitten unter den geschäftigen und den müßig- gehenden Menschen, von denen ich so wenig getrennt bin, daß sie mich streifen können, wäh- renö meine Blicke und Gedanken um den Mond kreisen. Erschreckend nah schwebt die glatte todweiße Äuget — voll beleuchtet einem blanken Eiskörper gleichend: mit scharf, atmosphärelos ab- gezeichneten Kratern, wenn ein Tell verdunkelt ist. Greisbar nah —: der Anblick des Mondes durch das nur 70sach vergrößernde Okular ist derselbe, wie wenn wir auf 5500 Kilometer an daS Gestirn herangekommen wären. Alnö was bedeutet in unserem Zeitalter die wirlliche Entfernung — noch nicht 30 Erddurchmesser? 30mal 13 000 Kilometer? Wann wird die erste Raumrakete auf den Mond abgeschossen? Der trübgelbe Saturn, der dort hinter den hrchgetürmten Dächern schon unterzugehen droht, wird zur kleinen Kreisscheibe, um die sich der schwebende Ring wie eine Gloriole legt Wer kennt das Bild nicht? Als Wirklichkeit geschaut löst es tiefes Erschauern und staunendes Entzücken aus. Beglückender noch ist das Femrohr- bild des Jupiter, der deutlich als Kugel erscheint mit zarten parallelen Zonenlinien unb den vier großen Monden, die als Helle Lichtpunkte auf dem Hintergrund der Weltnacht stehen. Alle vier schweben in derselben Ebene: ihr zentrifugales Hinausgeschleudertfein unb ihr Festgehaltenwerden durch ben Riesenmagneten der Jupiterkugel läßt sich geradezu blldhaft schauen. Man glaubt sie kreisen zu sehen — und wirklich ist oft genug Gelegenheit, das Auf- und Untergeben des innersten Mondes am Rand der Kugel zu beobachten. Denn obwohl Jupiter so groß ist. daß er fast 1400 Erdkugeln fassen könnte, umkreist ihn jener Trabant ein wenig mehr als anderthalb Tagen. Ein Mondausgang auf die Entfernung von rund 1300 Millionen Kilometer beobachtet — ein wahrhaft grandioses Schauspiel! Zu später Stunde, wenn der Andrang noch geringer ist als sonst, bitte ich mitunter den sehr kenntnisreichen Astronomen, mich ein wenig in die Geheimnisse des Fixsternhimmcls blicken zu lassen. Dann zeigt er vor allem Doppelsterne, jene fernen Sonnenpaare, die um einen gemeinsamen Schwerpunkt kreisen, den lichtschwachen Stern im Schwan, der sich in einen toten und einen blauen Feuerpunkt auflöst, — jenen Stern im Widder, der sich wie in zwei ferne, sich berührende Bogenlampen verdoppelt — die lichtstarke Sonne im Orion, neben der wie ein Planetenmond eine Diei schwächere aus dem All taucht. Aus dem Orionnebel, dem milchigen Wölkchen, strahlen dicht zusammengedrängt gar vier Sonnen, das „Trapez", wie ein Geschmeide Gottes. Und die Plejaden, das Siebengestirn, werden zu einem Schwarm Don 200 Sternen, aus dem Allyone herrlich herausfunkelt. Was bedeuten hier noch Zahlen, was bedeutet das „Wissen" darum, daß wir die Fixsterne sehen, wie sie Dor Jahrzehnten, Jahrhunderten, Jahrtausenden „waren", — daß sie durch ben Raum rasen, ohne daß Don der Erde aus im Lauf eines Menschenlebens die leiseste Veränderung ihres Ortes wahrgenommen werden konnte, — daß Diele Don ihnen mehrtausendfach größer sind als unsere Sonne? Was sind Raum und Zeit da noch anderes als menschliche Behelfe zur Rettung Dor Weltschwindelgefühl unb Wahn- finnsabgrund? Die Sinne halten sich an die Bilber, an biefe letzten dem sterblichen Menschen faßbaren Bildet gigantischer Schönheit. die wie lichtfunkelnde Weisheitsworte der Gottheit im Kosmos schweben. ruhen, tanzen, rasen. Wahrlich: Gott redet aus den Gestirnen. Brücken ins Universum, zu Weltinseln sind geschlagen. Die noch tiefer eindringenden Bilder Organe, b. h. der bis auf die Knochen bemorali- ficrien Beamten und ber wirtschaftliche Druck, bet von ihnen ausgeübt wird. Unb trotzdem konnte ich schon 1925 den Mißerfolg dieser Politik bet Unterdrückung feststellen, was ich auch in der ..Times" wie bei Ihnen ausdrücklich unterstrich. Daß dieser Politll ein Fiasko beschieden ist. ist auch zur Uebetzeugung der Serben geworden. Denn die Verhältnisse, die ich jetzt beobachten konnte, sind zwar seht drückend und fast unerträglich, aber in vielen Beziehungen haben sie sich doch gebessert. Das bedeutet nicht, daß die Verwaltung sich gebessert habe. Sie besteht auch jetzt noch aus Empfängern von De- stcchungsgeldern. Beamte, die nach Mazedonien bettelarm kamen, verlassen dieses Land nach einigen Iahten als Millionäre. Einige der beliebten Methoden der Verwaltung, wie die 03er- prügelung der Bevölkerung, die Zerstörung ganzer Dörfer werden nicht mehr angewandt, hoffentlich hat man sie für immer aufgegeben. Die Bevölkerung fängt wieder an aufzuatmen und sich zu erholen. Der Terror rief einen solchen Ausbruch des Hasses seitens der Bevölkerung gegenüber bet Regierung hervor, bah bic höheren Vertreter der Staatsgewalt im Lande selbst gezwungen waren, auf eine Aenderung bes Systems zu bringen, um so mehr als bic ganze Schwere der Schreckensherrschaft nicht auf bic unauffindbaren Komitatsch s, ble eigentlich verhaßten „Banden" fiel, sondern auf die friedliche Landbevölkerung. Zum Zwecke der Riedetkämp- fung der Komitatschis verfielen die Regierungs- Organe vorn Jahre 1921 an auf die Organisation von Gegenbanden. Es ist dies für einen zivilisierten Staat ein eigenartiges System der Bekämpfung von Räuberbanden (die serbische Regierung betrachtet die Banden der mazedonischen Organisation als Räuber) durch andere Räuberbanden. Aber die serbischen Gegenbanden bestehen tatsächlich auS Verbrechern und dem Abschaum her Bevölkerung, für welchen weder Sitte noch Gesetz besteht. Ich behaupte nicht, daß die Komitatschis der Mazedonischen Organ fatton das Anrecht auf den Tugendpreis haben. Doch werden sie wenigstens durch eiserne Disziplin und durch die einz'ge Strafe, d. h. die Todesstrafe, die für jedes Vergehen vorgesehen ist. in ben Schranken gehalten, während die MUglieder der Gegenständen durch nichts und durch niemand zurück- gehalten werden und die friedliche Bevölkerung plündern und morden. Der „Organisation" gelang es außerdem, ihre Leute in die Reihen der Gegenständen zu bringen, und dadurch eine Reihe von Führern der Gegenbanden, wie Sokolarski, Zikless. Mischeff und andere umzubringen. Zuguterletzt, und zwar unter dem Drucke der De- Döllerung, teilweise auch aus Angst, daß die Gegenständen sich in reguläre mazedon sche Banden verwandeln könnten, wurden diese Gegenständen von den Serben entwaffnet und aufgelöst. Die Kolonisierung hat auch keine greifbaren Resultate erziell. Die Kolonisten konnten sich weder an daS mazedonische Klima gewöhnen, noch die mazedonischen Methoden der Bodenbearbeitung übernehmen. Sie liefen einfach davon, wie z. B. die Kolonisten aus Batina bei Jstrip, wo von 500 Familien bloß 20 übrig blieben, oder sie fingen an, ihr Land ben ansässigen Dauern zu verpachten, wie z.D. in Owtsche Pole. Kotschany u. a. O. Es ist noch zu bemerken, daß die Bewaffnung der serbischen Kolonisten zur Bildung einer Klasse von Räubern führte, wie dies auch in den türkischen Zeiten war. Diese bewaffneten Herrschaften terrorisieren die Bevölkerung, und die Verwaltung, die sie zuerst als Schützer des Friedens und der Ordnung etablierte, hat recht viel Unannehmlichkeiten mit diesen Kolonisten und sucht sie zu entwaffnen. Alle diese Methoden der Verwaltung sind, wie ich schon bemerkt habe, zum alten Eisen geworfen worden und das Verhältnis zwischen der Bevölkerung und der Regierung hat sich gebessert. Es muß zwar jetzt noch der Mazedonier eine Erlaubnis erwirken, um von Skoplje nach Jstip reifen zu können, und jetzt noch ist Mazedonien von Gendarmen und Polizei überschwemmt. Ein Drittel sämtlicher Polizei- und der Riefeninstrumente in den Sternwarten rühren nicht so gewaltig ans Herz als Verkündigung, Mahnung, Trost, wie diese bescheideneren, die in Reichweite der Kotspritzer der Automoblle aufleuchten. Die Vorstehenden läßt mein Astronom nie an den Planetenwundern teilnehmen. Rur durch Ankündigung größerer „Objette“ kann, er die Mission erfüllen, deren er sich vielleicht gar nicht bewußt ist: die Vorübergehenden für einen Augenblick aufzurütteln, ihnen zuzurufen: „Schaut, wie herrlich die Schöpfung Gottes ist! Wie klein die Erde! Blickt durch dieses Guckloch ein wenig auf das Wesentliche! Schaut, welch ein hoher Geist in der Materie wohnt! Restmt an ihm teil!" Wieviele von den Menschen, Die da vorüber- lommen, haben sich oder die Erde jemals astronomisch eingeordnet, sind sich auch nur je bewußt, daß sie auf einem Gestirn, auf einer freifdjtoe- benben Kugel leben? Die meisten lassen die Sache auch gar nicht an sich herankommen oder lächeln über die Kinderei: andere sind einen Augenblick betroffen, würden sich mächtig inter- efficren, aber — so auf der Straße vor allen Menschen? Verliert man da nicht an Würde? Auch Geizhälse find darunter, die für „so was" kein Geld ausgeben. Wenige stellen sich vorsichtig beobachtend in die Rähe, mit verlegenen Gesichtern, und von diesen schält sich nun der eine oder andere heraus und tritt wirllich ans Fernrohr — meist noch immer verlegen. Manche setzen dann, wenn sie hindurchgeschaut haben, ihren Weg sehr nachdenklich oder auch beglückt fort. Aber es gibt auch andere. Rie vergesse ich den satten Lebemann, der nach Jupiter schaute und dann blasiert fragte: „Ist das alles?", und die wohlgenährte Dame, die zu Saturn gönnerhaft sagte: „Ganz hübsch" und noch während des Durchschauens dem Rohrbesitzer ihre 20 Pfennig wie ein Almosen in die Hand gleiten ließ. Ich sollte nichts über Gesichter sagen. Wenn ich selbst aus dem Kosmos zurückkehre, und mir das Jnsektengewimmel ringsum sehr Nein und fremd vorkommt, mag ich auch seltsam aussehen. Und noch seltsamer, wenn mir dann wieder inS Bewußtsein kommt, daß man Wohl oder übel gezwungen ist, mitzuwimmeln. Dann fühle ich mich dem Fernrohrbesitzer noch näher verbunden und beneide ihn, der zu all dem Rummel um ihn her keinen Standpunkt als den des Abwartens einzunehmen braucht, um seinen schönen weltfernen Dendarmeriekräite Südslawienv ist in Mazedonien tät g. Die Erlangung eine# AuSlandSpas'e- ift mit ungeheuren Schu. Irrigkeiten verbunden. Jetzt noch zittert die Bevölkerung vor ben Gendarmen, aber alles dieses bedeute: sehr wenig im Vergleich zu dem früheren Regime der nackten Willkür und der Gewalt. Vevrigeas ift baS Derhallen ter Regierungsorgane zur e i n s ä s s i i» gen mazedonischen Bevölkerung und zu den ein- gewanderten Serben grundverschieden. Dieser Unterschied drückt sich in erster Linie in einem cigcnarti ca ..wirtschastl chen Protck io- nismus" aus De serbischen Kaufleute, Industriellen und GeschäftSleu.e werden in allem bevorzugt: sie bekommen ic chliche Kredi e, während es Dem mazedonischen Kausmann fc ,r sch er gemacht wird, Kredite in der Volksbank (Ra- tionalbank) zu erlangen. So hat z. D. ein mazedonisches Handelshaus, welches jährlich 350 000 Dinar Steuern zahlt, nur 180 000 Dinar kreditiert bekommen, während ein Serbe, der zur Gründung eines Unternehmens 500 000 Dinar anwandte. einen Kredit von 750 000 Dinar erhielt In der Stabt Veles gibt es nur einen lerl i'chen Kaufmann, bes en Vorsätze ben Umsatz von Dutzenden anderer Äau’lcute kaum erreichen: diesem Serien wurde ein Kredit von der Rationalbank eröffnet, der 48 Prozent sä nt- licher von dieser Dank den Kaufleuten von Ve'es überhaupt ge ährten Krebi e auömacht Die Lieferungen für die Armee und die Rcierungs- bauten werden ausschließlich an Serben vergeben, wobei Unterschlei en größten AuSmaße- vorkommen. Beim Dau bes Doll^theaterS von Skoplje, ciaes GebäuteS m ttlercn Umfan es von außerordertlich häßlicher Architeltur, iru bei kiS jetzt 25 Millionen Dinar (über 2 Millionen Mark) ausgegeben. Dabei ist bas Gebäude noch nicht vollendet. In Skoplje habe ich sogar Dott einflußreichen serbischen Jntellektue len gehört, daß diese Methoden die Bevölkerung in zwei feindliche Lager spallen. die Gegensätze Der» schärsen und zu einer Entfremdung, statt einer Annäherung der ci isä sigen Devollerung gegenüber den Serben führen. Die Barmats. DaS zwei elhaste Bergnü-en, mit JulluS Darmat in Geschä tsverbindung gestanden zu haben, hat der Preußischen Staatsbank in bciläuiig 15 Monaten rund fünfzehn Mlllionen Reichsmark gekostet. Es hat lange gebauert, lis der Prozeß gegen bi: Darmats endlich aufgezogen werten konnte, viel zu lange. alS daß nicht der größte Teil der Ze.tgenos e.i sich barü er leire Gedanken gemacht hätte. Die Darmats sind keine Zusa'.iS- erscheinung, sondern bas ech e Erzeugnis einer Zci . in der politische und soziale Verlotterung in Fäulr iZ überzugeben droh e Run wirb die Bar- ma.inische Legende in Terlin-Moabit aufgcrollt, mittels eineS Prozeßapparates, der so ungewöhnlich groß ist, daß er die Angellagten völlig erdrückt. Und die Presse, die auS den Verhandlungen gegen tt? Fe nemörder in e.national« Skandale machte, schweigt in allen Sprachen. Wozu auch? Der Fall Darmat ist ein Kor - ruptionSsall schlimmster Sorte schlechthin. Aber die handelnden Personen, sowie die Statisten vor und hinter den Kulisfen sind nicht Reakt'wnäre, sondern sozialdemokratische Großwürdent.äger. W.rd eS prozeßtechnisch möglich fein, die Zusammenhänge zwischen Darmat und seinen Gönnern und Freunden aufzudecken? Es gilt ja nicht den Personen allein, sondern vor allem dem System, da- die ungeheuerliche Darmatinische Korruption überhaupt möglich machte. DaS deutsche Voll hat ein lebendiges Interesse daran, zu erfahren, ob dies System weiter bestehen darf, ein System, das mit der Staatsform nichts zu tun hat, bas vielmehr nur die gegebene Macht dieser Staatsform ausnutzt, um s i ch und anderen perfönliche Vorteile zu schaffe n. S<> on die parlamentarischen Un.ersuchungsauSschülse haben dazu beigetragen, den wirklichen Tatbestand zu verwischen. Der Prozeß gegen die Darmats, der auf Grund ter Sira Prozeßordnung "Beruf. Aber vielleicht ut es gar nicht fein einziger. Vielleicht muß er bei Tag Schuhe flicken. Charlotte von Mexiko. Rachdem Charlotte von Mexiko über ein halbes Jahrhundert in Geisteskranlhnt auf Schloß Douchout bei Drüfsel dahingelebt, nachdem sie schon wiederholt, zuletzt vor einem Jahre, totgesagt und im Gothaischen Kalender auS der Liste der Lebenden gestrichen worden war, ist sie jetzt im Alter von 81 Jahren durch den Tod von einem qualvollen Dasein befreit worden. So ist das Schicksal der unglücklichen Kaiserin in der letzten Zeit wiederholt Gegenstand rück- schauender Dctrachtung geworden: man weiß, daß sich ihr Gatte, der Erzherzog Maximilian von Oesterreich, von Rapoleon III. verleiten ließ, sich in das gefährliche und verhängnisvolle mexika- nifche Äaifcrabenteuer einzulassen. daß französische Truppen ihn in das fremde Land einführten und daß der anfängliche Siegeszug des Kaiser paare» durch Mexllo von der ganzen Welt mit Teilnahme verfolgt wurde. Dann kam der Rückschlag: die Truppen des Marschalls Dazaine verließen den Kaiser Maximllian. Charlotte begab sich zu einer demütigenden und heldenhaften Dittfahrt an die Hofe Europas, wurde aber von Rapoleon unb vom Vatikan abgewiesen, damit war daS Ende des mexikanischen Kaisertums besiegelt. Diesen vielen Erregungen und Enttäuschungen war die zarte Ratur der schönen Frau nicht gewachsen, bald machten sich WahnfinnSspuren bemerkbar, wohltätig verhüllte ihr die Krankheit die Ereignisse, die sich inzwischen in Mexllo entwickelt hatten, den Zusammenbruch des jungen Kaisertums, die Erschießung des Gatten in Queretaro durch die Truppen des Präsidenten Juarez. Daß die Kaiserin Charlotte noch unter den Lebenden weilte, ist kaum jemals recht zum Bewußtsein gekommen, war sie doch für die Vorgänge der Welt längst abgestorben. Sie erfuhr nichts vom Weltkrieg, dessen Schlachten in ihrer nächsten Rähe tobten, fie war nur noch ein Schatten auS einer historisch gewordenen Vergangenheit. — Franz Werfel hat sie In feinem Schauspiel „Juarez und Maximillan" als die Persönlichkeit geschildert, die sie einstmals gewesen ist, als eine schöne und blendende Erscheinung, voll Entschlossenheit und ShrgeiK, als eine treue unb wagemutige Helferin ihres fchwächllchen unb schwankenden Gemahl-. geführt werden ntuß, soll nun den Schleier von allen Vorgängen ziehen. Der Tatbestands laßt sich nicht aushellen, wenn nicht die Täter als solche in ihrem wahren Wesen und ihren Werten nach erkannt werden. Es läßt sich nicht sagen, daß das Gericht die Darmats so behandelt, wie das Leuten zu geschehen Pflegt, die unter einer ähnlich schweren Anklage stehen. Schließlich ist es kein Pappenstiel, daß d e Dar- mots dir Staatslank um fünfzehn Millionen Mark geprellt haben, das zu einer Zeit, wo gute und solide deutsche Firmen wegen Mangels an D e t r i e b s k r e d i t r n zusammenbrachen. Julius Darmat hat bei seiner Vernehmung betont, baß er nicht als armer Schnorrer nach Deutschland gekommen sei. Ob er 1920 wirklich ein Vermögen von 3 bis 5 Millionen holländischer Gulden besessen hat, läßt sich nur glauben, wenn Darmat zunächst einmal seine Steuerveranlagung in Holland vorlegt. Dos Gericht hätte ihm diese Vorlage nicht Nachsehen dürfen, um so weniger, als die holländischen Zeitungen vor zwer Zähren unmittelbar nach der Verhaftung der Dormats energisch Einspruch dagegen erhoben, daß die Bier oder fünf Gebrüder in Amsterdam hochangesehene Kaufleute gewesen seien. Uni) wer in Amsterdam so viel Geld gemacht hat, pflegt sich solche Deziehungen geschossen zu haben, daß er sie schon aus geschäftlichen Gründen nicht so leicht aufgibt, sondern sie, wenn er ein kaufmännisches Genie ist, weiter ausbaut. Deutschland war doch nicht die Heimat der Varmats, wohin es sie so mächtig zog. Die log entschieden weiter östlich. Was der Prozeß indessen bisher einwandfrei ergeben hat, dos ist, daß Julius Darmat bei Kriegsausbruch nicht als kaufmännisches Genie aalt, sondern sich kümmerlich als kleiner Lieberseher für die polnische Sprache in Amsterdam durchschlug. Dann hat er verdient, was kein Kunststück war, denn die deutsche Zentraleinkaufsstelle bewilligte jeden Preis für jede Menge Ware, die sich nur her- anschosfen ließ. Es wäre doch immerhin interessant, zu wissen, welche Menge Barmat im Kriege geliefert hat, und was et dafür bezahlt bekam, da doch irgendwie aufgeklärt werden muß, wie der kleine Liebersetzer von 1914 im Jahre 1919 mehrfacher Guldenmillio- n ä r sein konnte. Es ist auch nicht wahr, daß die Darmats die einzige Vermittlungsstelle für Deutschland in Amsterdam gewesen sind, denn den Agenten der Zentraleinkaufsstelle boten sich im neutralen Ausland so viele Vermittler an. daß die großgeschriebenen Verdienste über Gerechte und Llngerechie nur so hageln mußten. Auch darin bekundet sich nicht das kaufmännische dSenie, daß die Barmats nach der Rovemberumwälzung persönliche und geschäftliche Verbindungen mit den neuen Machthabern in Deutschland ausbauten und ausnuhten. Jedenfalls ist der Gewinn der Barmats dadurch nicht geringer geworden, ilnö diese Verbindungen reichten aus. um den kaufmännischen Genies den Weg in das von der Inflation heimgesuchte Deutschland freizumachen. Gs haben das auch andere mit mehr oder weniger Erfolg getan. Aber sie hätten nicht sofort den engen Anschluß an die Preußische Staatsbank finden können, wenn nicht einige Obergenossen den sympathisierenden Auchgenossen Darmat als Schrittmacher gedient hätten. Die Darmals find doch nicht als atme Schlucker in Deutschland aufgetreten, sondern haben sehr nachdrücklich mit ihren legendären Guldenmillionen aufgetrumpft, wofür der Briefwechsel zeugt, den der Reichskanzler a. D. Dauer mit dem Amsterdamer Haus der Bar- matS pflog. Gehört unter diesen Umständen wirklich ein kaufmännisches Genie dazu, schloßartige Landhäuser und Aktienpakete zu kaufen, wenn die Staatsbank anstandslos jeden Kredit bewilligt? Mit fünfzehn Millionen Mark hätten wirkliche Kaufleute und Unternehmer auch 1924 ganz andere Geschäfte einleiten und ausführen können, als den Aufbau dieses Barmat-Konzerns. dessen Leitung in Händen lag. die nur das »Waschen" -.nn übertragenen Sinne gründlich gelernt hatten. S* r<*rfift!inben der Nednklion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nachmittag geschlossen Jür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wirb keine Gewähr übernommen Oberhessen. Landkreis Gießen. )( Großen-Linden, 19. Ian. Die Feldbereinigung gehl hier ihrem Ende entgegen. Die Liebergabe der neuen Grundstücke wird im Herbst 1928 erfolgen. Der Wunsch- termin findet am 2. Februar 1927 statt. Der Rcllerverein wünscht sich als Reitplatz einen Mot- gen neben dem Wäldchen bei der Luhmühle. Da anderes Land hiergegen zur Verfügung gestellt wird, so dürfte dem Wunsche sicher entsprochen werden. Auch die Gemeinde dürfte gut tun, wenn sie sich zum Schulhausneubau nebst Spielplatz einige Morgen großes Gelände unmittelbar hinter dem Orte am Mahrweg oder am Schindlachsweg wünschte. Da die Gemeinde anderes Gelände in belieb ger Größe als Tausch bingeben kann, käme sie auf diese Weise zu einem äußerst billigen Platz, denn es handelt sich hier nur um die Bonitierung von etwa 30 Pfennig pro Quadratmeter. Versäumt die Gemeinde diese nie wiederkehrende Gelegenheit, so wäre dies recht bedauerlich, denn der von der Gemeinde bereits angeZaufte Platz ist erstens viel zu klein und zweitens in hygienischer Hinsicht nicht ganz einwandfrei. f Lang-Göns, 19. Jan. Zu der Dür- germei st erwähl in unserem Orte am 30. Januar sind folgende Kandidaten aufgestellt: Beigeordneter Wilhelm Karl R o m p f, Maurermeister Heinrich Schaub. Gast- und Landwirt Heinrich Henrich II., Landwirt Wilhelm Müller V. und Platzmeister Karl Faber. r. Garbe nteich, 19. Jan. In der jüngsten Gemeinderatssihung gab der Bürgermeister bekannt, daß der Gemeinde nach dem Aufwertungsgesetz eine Aufwertungsschuld von annähernd 11000 Mark erwachse. Rach Prüfung dec vorgelegten Unterlagen stimmte der Gemeinderat dieser Aufwertung zu und beschloß gleichzeitig, die kleinen Beträge bald zu bezahlen, die größeren Beträge aber nach zu treffender Vereinbarung mit den Gläubigern (meist Kassen) mit jährlich 10 bis 15 Proz. zu tilgen. ch Lich, 19. Ian. Unsere Braugasse befindet sich seit der vor einigen Wochen dort vorgenommenen Kanalisation in einem trostlosen Zu - st a n o. Das an für sich schon schlechte Pflaster ist durch schwere Lastwagen ganz aus seiner ursprünglichen Lage gedrückt worden. Infolge der tiefen Löcher und eingeborenen Furchen ist es für Radfahrer unmöglich, die Straße s ährend zu passieren. Aber auch für Fuhrwerke jeglicher Art bebeuiet die üble Beschaffenheit der Straße eine Gefahr, ganz zu schweigen von dem Schlammbad, das dem Fußgänger widerfahren kann, wenn er bei Dunkelheit die Straße überquert. Hoffentlich wird die unbedingt notwendige Reu - bzw. Kleinpflasterung dieser Straße, wie auch der durch Ober- und Llnterstadt ziehenden Hauptverkehrsstraße bald Bor genommen. ± Weickartshain, 19. Ian. Auch hier herrscht zur Zeit die Grippe. Fast kein Haus ist von der Krankheit verschont geblieben. In vielen Häusern ist die ganze Familie erkrankt. Es kommen auch genug bedenkliche Fälle mit Lungenentzündung Bor. Die S ch ul- jugend ist zur Hälfte erkrankt. Aus diesem Grunde und um der weiteren Verbreitung der Grippe etwas Einhall zu gebieten, ist der Schulunterricht auf Anordnung des Kreisschulamtes im Einvernehmen mit dem Kreis- gesundheitsamt für acht Tage geschloffen worden. — Die hiesige Eisensteingrube, die schon länger als ein Jahr ihren Betrieb eingestellt und die Arbeiter entlassen hat, begann vor etlichen Wochen mit Ausbesferungs- arbeiten In den Betriebsanlagen. Rachdem diese Arbeiten ihrem Ende zugehen, ist mit der baldigen Wiederaufnahme des Gruben- b e t r i e b e § zu rechnen. Die hiesigen Grubenarbeiter sollen sich zur Einberufung bereit halten. v. Londorf, 19. Jan. Gestern abend g^en 8,30 Llhr brach in dem Abfüllgebäude des Brauereivertreters Ihring-Melchior, August Göbel, Feuer aus. Durch das rasche und tatkräftige Eingreifen der hiesigen Feuerwehr konnte das Feuer auf seinen Herd beschränkt werden. Heu- und Strohvorrate, sowie eine Menge Ha - fer und Geräte sind mUnerbrannt Durch die Explosion von Kohlensäureflaschen erfolgten Heber 21u$roenöig=Dirigieren. Don Wilhelm Furtwängler. Aus dem musilalischen Almanach .,D e r Musiku s", den der bekannte Musik- schri Isteller Walter Dahms unter Mit- aib.it von Künstlern wie Adolf Busch, Edwin Fischer. Wilhelm Furtwängler, Sigrid Onegin, Sieg rieö Ochs. Anna Pawlowna, Ermanno Wolf-Ferrari u. a soeben im Panorama-Ver ag, Berlin-Steglitz, her- ausgegeben hat. (Preis 3 Mark.) Ich werde öfters ge ragt, ob ich das heute mehr und mehr in Ausnahme kommende Aus- wendig-Dirigieren für nö.ig halte. Dazu wäre folgendes zu bemerken: Die Begriffe des .Epischen" und d.S „Drarnati'ch n" — wie wichtig sie z. B. Goethe und Schiller erschienen, geht daraus hervor, daß ein größerer Test ihres Briefwechsels ihrer Klärung gewidmet ist — stellen gewissermaßen Llr.ormen menschlicher Äunftbetätigung dar, die sich überall, in jeder Kunst und zu jeder Zeit, wieder,inden. In der Mu L' ionnie man etwa Bach als den ausgesprochen epischen, Beethoven als den vorwiegend Drama ich en Musiker ansprechen. Es ist natürlich und selbstverständlich, daß der Schauspieler, als Derkörpeter einer dramatischen Figur, das. was er zu agen hat, aus- wendtz sagt und sich mit demselben volllommen iDe;.t.fixiert, wahrend etwa der Beomitt'e: eines epiichen Werkes der Sprecher einer TiOBcIle ufw. am ..Vorlesetische" erscheint, als der Ob- lek.ive, mehr ..Reser.erenDe". Dasselbe finden wir in der Musik. Alle wesenhast dramatische Musi, verlangt cm Sich-mit en. i c nftei.en, Sich- volUommen-identijizieren mit dem musikalischen •öorgana; das AuSwendig-Reproduzieren deS eiben ist h er nur selbstverständliche Vor^edinauna während Musik mehr erzählenden, epischen Eha- rak:ers eine objektivere Form der Vermi Luna gestattet, die ein völliges Auswendig-Beherr- scheu des SwfseS nicht immer unbedingt erfordert. Aber noch etwa- anderes spie.t hierbei eine Rolle SS gibt Musik, bei der Inhalt und Form nicht immer notwendig zusammenfallen bei der d.e Formen in großen Zügen übernommen sein können, und Deren Wirkung, ohne daß das gerade unmittelbar ihrer« Wert beeinträchtigen muß, doch mehr tm effektvollen Arrangement und im großen Faltenentwurs liegt, als im Inneren Durchleben ihres Stoffes. Es gibt andererseits Musik, bei der jede kleinste reinmusikalische und formale Biegung zugleich auch einen Seelen Vorgang bedeutet, bei der, so monumental-dekorativ sie auch manchmal wirken möge, doch alles und jedes von einem lebendigen Zentrum aus geschaut und gefühlt ist. Soll eine solche Musik einigermaßen zu ihrem Rechte kommen, so muß sie dem Reproduzierenden — man kann sagen — anliegen wie seine eigene Haut. Sie muß au ihm gehören, er muh mit ihr eins sein, er Darf sie nicht nur „darstellen", sondern muß mit ihr geradezu im eigentlichen Sinne des Wortes verwachsen sein. Während er zu der zuerst gekennzeichneten Art von Musik, um im Bilde zu bleiben, etwa ein Verhältnis haben mag wie $u einem Mantel, der zwar die Maße des Trägers haben muß, der ..sitzen" muß, um richtig zu wirken, bei dem es aber doch mehr auf das Dekorative im Ganzen an- kommt — und den man im übrigen nach Belieben aus- und anziehen kann. Gs ist klar, daß hier die Forderung des Austvendig-Inter- preüerens nicht mit derselben Lln^edingt^eit und inneren Berechtigung aufgcftellt werden" tann wie dort. Ausnahmslos alles aufwendig zu dirigieren ist daher eine Sache, die meinetwegen ihr sportliches Interesse haben mag. aber für die Kunst nicht gerade wesentlich ist. Wogegen — wie mir die Erfahrung immer wieder bestätigt — gerade die größten und tiefsten Wcrke unserer Literatur einer freien Interpretation aus dem Kopse unmöglich er.tralen können, sollen sie auch nur einigermaßen zu ihrem Rechte kommen. Ausmessung eines entlegenen Sternhaufens. , k>er Hamburger Siernwarle in Dergedorf bat Dr. W. Ltaave von dem im Sternbilde des ?0D.te6 kugelförmigen Stern- baufen 71®© S 466 eine größere Zahl photo- graphischer Ausnahmen mit Dem Spiege'.telelkop gemacht und auf Den gewonnenen Platten genaue llleflungen vorgenommen, um daraus Die Entfernung deS SternhaulenS von un« zu ermitteln. Bekanntlich war man bis in die allerjüngste Zeit vollkommen Im unklaren übet Den wahren Abstand der Sternnebel und Slernhauken, weil bei diesen Objekten Ne sonst bei Den Fiffsternen angewandte einige sehr starke Schläge. — In der Generalver- famnjlung des K r i e g e r ve r e in S wurde zum ersten Präsidenten Br e träger Heinr. Theiß, zum 3 trci.cn Wachtmeister i. R. Weitz gewählt. Der s.i herige verdienstvolle P .ä iie.1t, Zugsüyrer i. R. E r f e r t, Halle feines Ackers wegen eine Wiederwahl abgelehnt. Mrcis Aricdbcrg ss. Friedberg, 19. Ian. Im Saale des Hotel Trapp fand gestern abend eine gutbesuchte Versammlung des Grund- und Hausbesitzer-Vereins statt, bei Der Dr. Reif von Der Handwerkskammer und Dr. Goebel von der Handelskammer über Die neue Steuereinheitsbewertung referierten. Die ReDner nahmen Stellung gegen Die in Hessen besonders hohe ungerechte Bewertung. An Die Vorträge schloß sich eine sehr rege Aussprache an. — Die hiesige Ortsgruppe des V. D. A., Deren Vereinstätigkeit seit langem geruht hat, hielt jetzt wieder eine Monatsversammlung ab. Der Dor- sitzende, Studienral Eckes, begrüßte Die Versammlung und legte in kurzen Worten Die Ziele des V. D. A. Dar. Darauf sprach Fräulein S t a u b a ch in klaren, zu Herzen gehenden Worten über die deutsche Rot in Südtirol. Ein aus der Iungmädchengruppe des V. D. A. zusammengestellter Ehor verschönte Den Abend durch musikalische Darbietungen. — Der Obst - und ©artenbauBerein des Kreises Friedberg hielt heute im Ratskeller seine diesjährige Hauptversammlung ab. Die sehr gut besucht war. Kreisd rektor Gebhardt begrüßte Die Erschienenen und Gartenbauinspektor R e n t s ch erstattete Den Geschäftsbericht für das Jahr 1926, aus dem hervorging. daß im Laufe des vorigen Jahres 15 neue Ortsgruppen gegründet und an 44 Orten Vorträge gehalten wurden. Der derzeitige Mitgliederstand beträgt ungefähr 1500. Zum ersten Male nach dem Kriege wurden auch wieder kostenfrei Edelreiser abgegeben, und zwar ca. 8000 Stück. Reallehrer Ringshausen gab den Kassenbericht und den Voranschlag für 1927. Die Finanzlage des Vereins tonnte als sehr gut bezeichnet werden. Eine lebhafte Aussprache entspann sich lediglich über Die Frage Der Preisgestaltung Der Vcrbands- zeitschrift. Rach Erledigung des geschäftlichen Teiles sprach Landes-Obstbauinspektor Pfeif- f e r über Schädlingsbekämpfung. Ä Bad-Rauheim. 19. Ian. Unter Dem Vorsitz von Studienrat Dr. K n i e r i e m hielt Die hiesige Ortsgruppe des Vereins für das Deutschtum im Auslände gestern ihre gut besuchte Hauptversammlung ab. Wenn auch im vergangenen Jahre die Ortsgruppe Ausländsdeutsche nicht zu Gast hatte, so wurde im stillen doch mancherlei für die gute Sache getan, wie Der Jahresbericht des Vorsitzenden im einzelnen Dar legte. Für Die nächste Zeit ist ein Vortrag geplant, für Den man möglichst Pastor Schmidt, den einzigen Abgeordneten im dänischen Reichstag gewinnen will. Da das Deutschtum in Rordschleswig gewiß dem Interesse weiter Kreise begegnen dürfte, rechnet man damit, daß gegebenenfalls der Redner bei Der Gelegenheit auch in Gießen und FrieDberg sprechen könne. Angeregt wurde ferner, für Die Mynats- zusammenkünfte ab und zu Ausländsdeutsche, die in Gießen studieren, als Deierenten zu gewinnen. Im Mai soll eine Werbewoche „Deutsches Voll in Rot" veranstaltet werden. Man denkt an_ einen Postkartenverkauf, außerdem an eine größere Saalveranstaltung. Der seitherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Kreis Büdingen. * Büdingen, 19. Ian. Das Mitglied des Kreisausschusses Büdingen, Amtsgerichtsrat Dr. A n d r a e - Ortenberg, hat bei der Kre'Sverwall tung beantragt, in den Kreisvoranschlag 1927/28 folgende Mi.tel einzusehen: 1. Als Beitrag zur Unterhaltung der l a n d w i r t s ch a f t - l ich en Schule in Ridda denselben Betrag wie für die Schule in Büdingen, und zwar mit Wirkung vom Rechnungsjahr 1926/27 an; 2. als Beteiligung des Kreises an der Obstbren- nerei-, Kelterei- u. Verwertungs- Genossenschaft Büdingen Den Betrag von 10 000 Mark. * Ridda, 19. Jan. Wenn vor etwa Jahresfrist versucht wurde, im Riddatale Leute für eine Erbschaftsangelegenheit zu inter» Methode Der Parallaren-Bestimmung gänzlich ver- sagt. 711 an mußte daher auf andere Mittel sinnen, um diefes für die Stellarastronomie so wichtige Problem zu lösen. Der Zufall kam diesen Bestrebungen zu Hille. Um die Wende des letzten Jahrhunderts entDedte man in manchen Spiralnebeln und Kugel» sternhausen das Dorko »men von neuen Sternen und namentlich von veränderlichen Sternen, D. h. Sternen, Die einen bestimmten Lichtwechsel zeigen. Da nun das Verhallen solcher Sterne aus den Beobachtungen der zahlreichen sich fortgesetzt mehrenden 730 tretet innerhalb unseres eigenen Spiralnebels, des Sternshsteins der Milchstraße, schon sehr genau bekannt ist und von vielen ver- änderlichen und mehreren neuen Sternen auch Die Entfernungen festgestellt sind, bot sich eine Mög- lichkeit, auch Die Abstande der sog. Rebel-Ber- änderlichen und Damit Der Rebel selbst zu berechnen. 3am nicht geringen Erstaunen Der astronomischen Fachwelt ergaben sich dabei Werte von einer solchen Größe, wie man sie früher kaum für möglich gehalten hat Das gilt sowohl von den Spiralnebeln tote von den in minderer Zahl vor- handenen Kugelsternhau en, während die offenen Sternhaufen, Die vorwiegend aus helleren Sternen bestehen als jene, durchweg uns nähetliegende Gebilde sind und im wesentlichen Dem Mllchuraßen- fystem angeboren. Der von Dr. Baade jetzt ver- mefiene Sternhaufen ähnelt bei kürzerer Belichtung Der Platten, bei der nur die Riesensterne heraus- koinmen, mehr den offenen, ohne scharfe Begrenzung sich Darstellenden Sternhaufen; längere Belichtung bringt aber den dichten Hintergrund der Zwerg- fleme heraus und zeigt, daß man es hier doch mit einem Rugelfternbau.enautun bat. Gleich allen anderen Vertretern seiner Art ist auch R G.E 5 466 Dem unbewaffneten Auge verborgen, seine Gesamt- Helligkeit erreicht nur Die Größe 8,5; Das bloße Auge aber nimmt nur Sterne bis zur 6. Größe wahr. Die genaue Auszählung der dem Haufen ange» hörenden helleren (Riesen.) Sterne ergab 173, deren mittlere Helligkeit jedoch außerordentlich klein ist und Dec Größe 16 17 entspricht Unter diesen Sternen entDedte Dr. Baade nicht weniger als 13 veränderliche, gleich 7u,n, sowie einen abseits stehenden. Sie gehören alle Dem ThpuS Der log Cepheiden an. d. h. veränderlichen Sternen, die von ihrem Hauptoeckreter, Dem Sterne Delta tm TMlbe des Eepheus, ihren Flamen tragen und eine kurze, sehr regelmäßig- Periode de» Licht Wechsels aufweisen. AuS der Helligkeit der 13 Hausen-Ber- effieren, so sind eS in Diesem Winter bereits zwei Geldquellen. Die angeblich mit Leichtigkeit zum Fließen zu bringen seien. In unD um Scyotlen müht man sich um eine Erbschaft Reumann, im benachbarten Unter-Schmitten sucht man Den Rachlaß Des am 16. September 1760 in Ober- Schmitten geborenen Johann Peter 6 ch ö p p erlangen. Der um 1783 nach England ausge- toanDcrt ist und hier als reicher Grundbesitzer kinderlos verstorben sei. Wie in einer Inter- essentenversammlung zu Unter-Schmit len von zwei Frankfurter Herren mitgcieilt wurde, sei nur noch Die Sterdeurtunde herbeizuschallen, dann könnten die Reichtümer Schöpps verteilt werden. Und wirklich finden sich Leute. Die bereit find, die zur Ausfindigmachung Des Sterbeortes und Herbelschasiung der Sterbeur.unde' benötigten Gelder zu geoen, also ,gutes Geld an schlechtes hängen wollen". Lx Ridda. 19. Ian. Wegen beabsichtigter Aufgabe Des Pferdefuhrwerks und Der Apsel- weinkelterei hatte ein hiesiger Gastwirt und Metzger eine größere Versteigerung von zwei Pferden, Wagen, lanDwirtschafllichen Geräten, Motoren und Fässern, Apfelwein u. Dgl. gestern anberaumt. Ein große Menschenmenge hatte sich cingefunDen, und man glaubte, daß Darunter sehr viele Steigliebhber wären. Doch erwies sich Diese Annahme balD als irrig. Fast alle waren Reugierige, Die kein Gebot abgaben. Die Gebote, Die auf manche Gegen- ftänDc gemacht wurden, waren so gering, daß fast nichts genehmigt tourDe. Rur curfnft neues Motorrad mit Beiwagen ging für 400 Mark an einen Steigerer über. Für zwei Pferde, etwa neunjährig und in gutem Zustande, wurden nur 400 Mark geboten. Gastwirte aus Frankfurt lobten den Apfelwein, Drei Doppelstück, kauften aber nichts. Der ganze Verlauf Der Versteigerung zeigte, daß bei allen StänDen die Kaufkraft infolge Der GelDknappheit sehr tief gefunden ist. Ober-WiDDersheim, 19. Ian. Der Ri-dDatalsängerbund. Dem Die Gesangvereine von Schotten, RiDDa, Breungeshain. Ru- Dingshain, RainroD. Eichelsachsen. SichelsDorf. Ober- unD Llnterschmitten. Ulfa, Ginartshausen unD Ober-WiDDersheim angehören, hält am 6. Febr. seinen Delegiertentag in Ober- WiDDersheim ab, um Den Arbeitsplan für Das laufenDe Jahr festzulegen. Von Den BunDesvereinen veranstaltet Schotten im Juni einen Sängerwettstreit. Eichelsachsen feiert im glc chen Monat seine Fahnenweihe. WER. E ch z e 11, 19. Jan. Die hiesige M o l - kerei-Genosfenfchaft, zu Der Die meisten Orte Der mittleren Wetterau gehören, kann auf ein außerordentlich günstiges Geschäftsjahr zurückblicken. Der Gefamtjahres- umsatz für 1926 beläuft sich auf etwa 600 000 Mk. Die tägliche Milchverarbeitung schwankte zwischen 7000 und 8000 Liter. Insgesamt gehören Der Genossenschaft über 430 MitglieDer an. h. Aus Dem mittleren RiDdatal, 19. Ian. Ganz auffallenD rasch sink» in Den letzten Tagen in hiesiger GegenD Die Ferkelpreise gestiegen. Vor zehn Tagen konnte man noch sechs Wochen alte Tiere Das Stück für,20 Mark kaufen, jetzt werDen schon 30 Mark und mehr Dafür geforDert und auch bezahlt. Man vermutet, daß der milde Winter an dieser Erscheinung schuld ist, weil in früheren Jahren um diese Jahreszeit Infolge Der Kälte die Aufzucht Der jungen Ferkel noch sehr erschwert war. |:[ Aus dem B l e i ch e n b a ch t a l, 19. Ian. Bei der gestrigen Holzoer ft eigerung, die für unsere Gegend die erste war, wurden in dem Stoll berg-Wernigerödischen Forstrevier sehr hohe Preise erzielt. Obwohl hier Gelegenheit ist. Kohlen zu erhalten, kam doch der Raummeter 1. Klasse Scheitholz durchschnittlich auf 18 bis 19 Mark und höher, der Raummeter 2. Klasse auf 12 bis 14 Mark und darüber. Angesetzt waren beide Klassen von der Forstoerwaltung auf 13 Mark. Alles andere besorgten die ©feigerer selbst. — Am 30. Januar wird das neue Schulhaus in Gelnhaar, dos jetzt endlich fertiggestellt ist, eingeweiht. Kreis Schotten. Q Laubach, 19. Ian. Am Montag und gestern fanden im ..Solmfer Hof" die beiden ersten Holzversteigerungen Des gräflichen Forstamtes statt. Am Montag wurde Holz aus den Distrikten Kreu s.e.ierberg, Alten- änderlichen berechnete dann Dr. Baade die wahre Entfernung des Sternhaufens zu 19 000 Sternweiten,,, deren jede 30,8 Billionen Kilometer oder 3 26 Lichtjahren entspricht, Da ein Lichtjahr 9,46 Billionen Kilometer gleich kommt, ist also das in jeder Sekunde fast 300COO Kilometerzurücklegende Licht von jenem entlegenen Sternhaufen 62 000 Jahre unterwegs, bevor es bei uns anlangt. In dem Zustande, wie wir dieies Sternsystem heute erblicken, war es daher, als in Europa noch die Eiszeit herrichte und der Mensch noch ein höchst primitives Sa)ein führte. Don Interesse ist schließlich auch der Abstand des vereinzelten, etwa einen Viertel Dogengrad von dem Haufenzentrum entfernten Veränderlichen; er ergab sich zu 81 Stern- weiten oder 265 Lichtjahren. Da er zweifellos ein Mitglied Des ötetnbau ens ist, erkennen w.r tote ungeheuer weit in den Raum sich auch dieses Sternshstem erstreckt. Schwimmende Nie^enhaushalte. Die großen Passagierdampfer stellen heute schwimmende Hotels bar, Die gewaltige Mengen Don HaushaltungLgegenständen aller Art mit llch. fuhren. Wie bedeutend diese Mengen find, ergibt sich aus den Summen, Die zur Ergänzung in Das Budget der Schifjahrtslinicn eingestellt werden. So beträgt Die Summe, Die alljährlich auf sechs Dampfern Der englischen Cunard-Linie notwendig ist. um Die „verlorene' Wäsche. Glaswaren, Porzellan. Messer und Gabeln usw. zu ersetzen, gegen 2 Millionen Mark. Wieviel Davon Durch natürliche Abnutzung unbrauchbar wird und wieviel die Passag.ere durch ihre Rachläsfig- keit und Schuld vernichten, ist eine schwer zu lösende Frage. Die Klagen über Die . Zerstörungswut" Der Passagiere auf Den großen Dampfern nimmt immer mehr zu. Sin einziges Schiff Der White - Star - Line würde 115 000 Wäschestücke nach VollenDung einer Fahrt von Southampton nach Reuyork und zurück zum Waschen geben müssen, wenn nicht ein großer Teil Der Reinigung schon während Der Fahrt Bor- genommen würde. Die Teller. Gläser usw.. Die sich aus einem solchen Schiss befinden, befragen gegen 500 000 Stück, und mehr als Diese Menge wird Im Laufe eine« Jahre« zerbrochen. An Messern. Gabeln und Löffeln führt ein solcher schwimmender Rlefenhausholt 250 000 Stück mit sich, und 40 000 Davon müssen jährüch ersetzt werden. fan 7ru_, Mö?“ 3*. jsfcs •*««„‘■gg. S’K N?Sen «e. flt°6e C? u-dgl. . und tnan ?Wnfle eigliebA S sr; * «ä § hlt lein ra N die QUf J,*n Tebvi ' toaten |0 ’jjj ^flin- WÖe- Ä8, ? gi"g lütT SU(i cLSS MfCgs "SSV«** ZLLs F??vä J»ä.: ZUW ' '"ueFohnenweibe. • yan. Die piefig, ®ol, f „3U jJn dir meisten ™ gehören, kann auf 9 Bunftiaei ®t. wn. Der VrKmWrr«. i'J auf etwa 6XW3 Dl. pM schwankte toi- Jita. Insgesamt gehören «0 Mitglieder am Utleren Aiddatal. no rasch find in den lchten lend die Frrkelpreife in Tagen konnte man noch re das Stärk für.U Dark chon 30 Mark und mehr auch bezahlt. Man der. Winter an dieser Skschei- in früheren Jahren um fje her fällt die Auf. nach lehr ttftftoert mar. lchenbachial, 10. Qan. >erfteigerung,bie ^r war, wurden in dm Stob Forstrevier sehr hohe il hier Gelegenheit ist, Koh. ich der fRaummrler 1. Klasse ch aus 18 bis 19 Mari und 2. Klasse aus 12 bis 14 Mark waren beide Klassen von der 13 Mark. Alles andere bfr lbst. - Am 30. Januar wird ms in Gelnhaar, dar I ist, eingeweiht. Schotten. 9. Jan. Am Montag und Solrnser Hof die beiden igerungen des gtäf* ß statt. Am Montag wurde en Kreusteierl'Ng, Alten« dann Dr. Aaade die wahre SternbaulenS W 19 000 öe 30 8 Dillionen Kilometer enifpricht-SaeinWjahr (et gleichlommt, 'siafo daS ^00 Kilometer zuni-kegenr .epenen Sternhaufen 6 000 }nf es bei uni anlangl 3» ir Sietes Stern/Pstem Me T als in Europa noch A s' "mpnfA noch ein hvwn il-14» ,8 wrilmelito.«»«»’“ dm 8««Srt eiS e ergab M »« f1.,6" t,,.n Da er zweifellos tm W!*SÄ sagierdampsn " en dar. die ^"?^diese Äcngea F«*J deutend M« g^una iunÄn6rt?I& eingKU i .verl°^D^ln usv.ru Abnutzung" , LachlSl.0' s-'O/s w« L ä wenn 2 her W» 1 ®Si ®|ä,et “&<« und A »erbro^^cher hau. Tränkbach. Ziegenberg. Wetterauerberg. LtßewLldchcn des Försterbezirls Frer- en s een versteigect. Die Preis« Loren verhällnismähig niedrig. ES kamen im Durchschnitt d«r Raummeter Duchensche.t auf 11 biS 12 Mark. Knüppel auf 7 bis 8 Mark, Glorie auf 5 biS 6 Mark: Reiferknüppel auf 4 biß 5 Mark. Gestern wurde Hol- aus den Distrikten Lenzes- berg. Hirschrod, Hubberg des Försterbe-rrks Ruppertsburg versteigert. Dabei waren die Preise etwas höher, da viele Käufer aus der nördlichen We'terau crsch enen waren. Es kamen im Durchschnitt der Raummeter Buchenfcheit auf 12 LU 14 Mark. Knüppel auf 8 biß 9 Mark. Stöcke auf 5 LU 6 Mark, Zopfreifer auf 3 bis 4 Mark. Reisig aus ISO Mark. — Montag wurde hier vom „Rotenberg" auß ssüdlich der Stadt) wieder ein starker Zug Schneegünse beobachtet, der vom oberen Horlofftal auß in südlicher Richtung flog. Ruf einer Wiese diese- Tales sanden sich die deutlichen Spuren des Lagernß dieser Q5ögel (ausgefallene Federn usw ). T Ober-Lais, 19. Ian. Der Krieger» verein halbe die Gemeinde am Sonntag zu einem Ünlerhallungßabend geladen, in dessen Mittelpunkl ein Vortrag des Lehrers Ströhinger über die Kümpfe bei Verdun und an der Somme im Jahre 1916 stand. An Hand zahlreicher Lichtbilder gab der Dortragend« ein außerordentlich anschauliches Bild der damaligen Ereignisse in diesen Drohkampsgebieten. Der Ort-geistliche. Pfarrer W et bner. gedachte nach dem Dortrag der Opfer des Welt» kriegeß und gab der Hoffnung Ausdruck, bah sich Mittel und Wege finden würden, den Krieg mit all seinen Schrecknissen endgültig auß der Well »u schaffen. Der Gesangverein ^Lieder- freund" und die Ortßkapelle bereicherten den Abend mit ihren cmSgezrichneken Darbietungen. Die Deranstaltung hat der Gemeinde gezeigt. wie wertvoll daß durch die Schule angeschaffte Spidiaßkop ist. Kreis Alsscld. «■er. Homberg a. d. Ohm, 19. Ian. Der hiesige Krtegerverein nahm am Samstag in der Stadthalle gelegentlich der Wintcrveran- staltung durch seinen Dorsihenden. Oberamtsrichter D u n d r u m . eine Ehrung langjähriger Mitglieder vor. ES erhielten Ehren- tafeln: für 50jährige Mitgliedschaft: Heinrich Rühl IV. und Heinrich Pfalzgraf: für 40jährige Mitglieds cho ft: Ee^rg Wilhelm II., Ludwig Kaus, Heinrich Seih II., Wilh. Pfalzgraf Ul., Ludw. Dr.i'kowski. Michael Geist und Apotheker öuf'ert: für 35jä hrige Mitgliedschaft: Dürgermeister Spamer, Ludw. Wilhelm, Karl Rühl fen., Gg Hch. Kuhl, Hch. Köhler V.. Dan. Köhler. Wilh. Fett 1.. Lehrer Hedi ich und Förster Wilh. Christ: für 30jäb- rige Mitgliedschaft: W. L. Schepp II., Wust. Rühl I.. Karl Hisserich II., Karl Deltmar, Karl Echepp. Will). Paul und Pfarrer Prae- lortuß: für 25jährige Mitgliedschaft: Ludw. Maar I, Dan. Mensdorf, Karl Christ, Hch. Paul Moritz Kohlhagen, Wilh. Rühl V., Karl Fleischhauer, Aug. Ginolf, Wilh. Fischer, Ludw. (Seibel 111, Iohß. Fuhr. Heinr. Langstrvff, Friedr. Fuhr, Konr. Krug und Heinrich Dromm. 3m Hamen der Geehrter? sprach PsarrerP r a e- t o r i u s herzliche Dankcsworte. Die Milgliederzahl deS Vereins hat sich im kehlen Jahre vermehrt. die Kriegervereinßsache ist hier und In der Almgegenb sest begründet. Kreis Lauterbach. Q Schlih, 19. Ian. Dorgestern abend fand hier ein Kirchenkonzert statt, veranstaltet von dem Hvrnquartett des PfarrerS Kalb- h e n n auß Grohen-Duferi bei Diesten und seinen Sühnen. Unsere Kirche toieß einen überraschend guten Desuch auf, ein Beweis dafür, dast der Ruf des bekannten Quartetts auch bis in die nordöstlichste Ecke Oberhessenß gedrungen ist. Mit großer Freude und Ergriffenheit lauschte die Gemeinde den wundervollen Klängen der meist alten Choräle und Motetten. Der Dortrag zeugte davon, dast haß Blasen neben groster Kunst auch Herzenssache sein kann und muß. Daß eß als solche geboten und von den Hörern empfunden wurde, brachten die kurzen Schlußworte des Oberpfarrerß Boeckner zum Ausdruck. Q DernShausen, 19. Ian. Am Sonntag verstarb dahier einer unserer ältesten Mitbürger. Herr Konrad M a-r x. Er war Mitkämpfer des Kriegeß 1870,71 und hatte lange Jahre an einer im Feldzug sich zugezogenen Krankheit zu leiden. Starkenburg. • Darmstadt. 18. Ian. Die Technische Hochschule veranstaltete heute vormittag eine Reichsgründungsfeier in der Dito» Berndt, Halle. Der Rektor der Hochschule, Prof. Knipping, betonte in einer Ansprache die Rotwendigkeit, "baß sich die Anhänger der alten und der neuen Staatsform in Duldsamkeit einigen. damit sei d.c Grundbedingung für die Auferstehung und die Freiheit des deutschen Dolles erfüllt Die Festrede hielt Prof. Dr. P. Luchtenberg über das Thema .Dom Schöpfertum der Gegenwart". Der Redner fetzte sich nament- lich mit SpenglerS »Untergang des Abendlandes" auseinander und enttoideltc eine Reihe von Gedanken. die wieder an die Philosophie Hegels an» lnüpften Der Feier wohnten außer den Kreisen der Hochschule auch zahlreich: Ehrengäste bei. WSR. Groß-Gerau, 19. 3an. Die Ober- postdirellion Darmstadt hat dem Antrag der Bürgermeisterei auf Einrichtung des ununterbrochenen Fernsprechdiensteß ab 1. Februar 1927 zugestimmt. Rheinhessen. WSN. Worms, 19. Jan. In einen Wasch- kübel mit kochendem Wasser ist am Sonntagabend hier ein fünfjährige r Junae gefallen. Er erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurz darauf verstarb. Preußen. Kreis Wetzlar. —Dutenhofen, 19. Ian. Sein Goldenes Jubiläum, verbunden mit einem G e - fangsmettftrelt, begeht am 11., 12. und 13.Juni der hiesige Gesangverein .Lieder- k ra n z". Der Sclegiertentag ist auf den 6. Februar festgelegt ~ Dorlar, 19. Ian. Wohl kaum in einem Jahr zuvor war die Holzfällung so schnell erledigt. als diesmal. Tagtäglich zogen 37 Arbeiter, meist Arbeitslose, in den Wald, und so konnte bei der günstigen Witterung im Zeitraum von 20 Tagen sämtliches Holz geschlagen werden. ~ Ah buch. 19. Jan. Gegenwärtig läßt die Bahnverwaltung sämtliche Schuhhecten anden Böschungen der Strecke W e h l a r—L o I ( a r von Garbenheim ab bis zur Lahnbrücke bei Lollar biß auf 30 Zentimeter Höhe zurückschneiden. Man sucht auf diese Weise diese Weistdornhecken von Grund aus dichter zu machen, damit sie für die Folge allen freibrütenden Vögeln als Unterschlupf und Brutstätten dienen können. T Lützellinden. 19. Jan. Die Arbeiten an dem elektrischen Ortsnetz der hiesigen Gemeinde, bei denen ein Teil des früher in Eisen erbauten Rehes in Kupfer umgewandelt wurde, sind nunmehr beendet. Es wurden insgesamt rund 8000MeterSlsenleitungen durch solche von Kupfer ersetzt Die Arbeiten wurden durch den Ingenieur Fritz Groh von Leun ausgeführt. Die Bauleitung lag in Händen der Ueberlandzentrale der 2u- derusschen Eisenwerke in Wetzlar. <> Dornholzhausen. 19. Jan. 3m Gegensatz zu früheren Jahren haben die Holzfällungen im hiesigen Gemeindewald In diesem Jahre schon jetzt ihr Ende erreicht, waß darauf zurürizuführen ist. daß Infolge der allgemeinen Erwerbslosigkeit mit den Arbeiten früher begonnen wurde und auch die Zahl der Holzhauer diesmal eine wesentlich größere war. als in früheren Jahren. Der Einschlag beträgt etwa 60 Festmeler Ruhholz. 120 Rm. Brennholz unb über 1000 Rm. Reiser. Der Derkaus soll durch zwei Qkrftdgcrungen erfolgen. Während der heimische Bedarf an Brennholz durch die Fällungen nicht gedeckt ist. besteht am Reisern Ueberschuß, so daß solche von auswärtigen Käufern hier erstanden werden. Die bei den Holz- sällungen beschäftigten Erwerbslosen fallen jetzt wieder der allgemeinen Erwerbslosenfürsorge zur Last. Die Zahl der Erwerbslosen ist in der Gemeinde auf über 20 gestiegen. Die Erwerbslosen werden von der Gemeinde an zwei Tagen in der Woche mit Pflichtarbeilen beschäftigt. O Aus dem Kleebachtal. 19. 3an. Allgemein hört man hier Klagen über das zahlreiche Auftreten von Rattern Eß handelt fich um die Wanderratte (Mus decumanus). die sich besondrrß in Dieh- und Schweineställen einnistet und hort in Futterkrippen. Schweine- trögen u. dgl. die Ucbcrtcfte an Diehfutter verzehrt. Da die Ratte bekanntlich nicht nur ein gefährlicher Rager, sondern auch ein Derbreiter von ansteckenden Krankheiten sowohl unter den Menschen, alß auch dem Vieh ist. lassen sich die Landwirte die Vertilgung mit allen zu Gebote stehenden Mitteln angelegen fein. TittkreiS. ,5 Herborn. 19. Ian. Der 36. Deutsche Wandertag, d. h. die diesjährige Hauptversammlung des Verbandes Deutscher Ge- birgs - und Wandervereine, findet hier statt. Die Tagung, die TDanöcrfreunbc auß allen Teilen des Reiches zu uns führen wird, wurde auf den 1. biß 5. September fcflgelegt. Was der Tagung einen besonderen Reiz und eine besondere Bedeutung geben wird, ist die Tatsache, daß am 4. September, einem Sonntag, ein D e u t- scher Trachtentag im Rahmen der vielseitigen Deranstaltungen vorgesehcm ist. bl. Herborn, 19. Ian. Don Oberndorf nach SlnShausen, quer durch den Scheider Wald, wird eine neue Landstraße erbaut. Mil den Derrnessungsarbellen hat man jetzt begonnen. Kreier 8 im Ru hrbergbau. Die Zahl der erwerbslosen Bergarbeiter und der Hauptunterstüyungs- cmpfänger hat erfreulicherweise in den letzten Monaten stark abgenommen. Die Zahl der arbeit» suchenden Bergleute ist von 22 018 am 15. Oktober < darunter 19 030 Hauptunterstützungsempfänger) auf 14110 (11948) Mitte Dezember zurückgegan- gen. Am 15. Dovember 1926 waren von den arbeitsuchenden Bergleuten 1218 volleistungs- söhige Kohlenhauer, und zwar nach den eigenen Angaben der Arbeitsuchenden bzw. nach den ärztlichen Untersuchungen. Am 15. Dezember war diese Zahl bereits auf 701 zurückgegangen. Inzwischen ist aber zweifellos noch eine weitere Verminderung eingetreten. • Der Crzoergbau im Dezember 1 9 26. Bei den Siegerländer Eisenstein- gruben sind im Dezember 1926 noch über 600 Bergarbeiter neu eingestellt worden, nachdem die Etaatsbeihilse bis April 1927 verlängert worden ist. Die von Monat zu Monat geseigerte Förderung der Gruben geht voll in den Verbrauch, und es kommen auch, nachdein der Cisenbahnwagenmangel aufgehört hat, die Vorräte zum Versand. Entsprechend einem lebhafter einsetzenden Abruf ging der Eisensteinversand aus dem Lahn» und Sillgebiet während des Monats Dezember auf dem Bahn- und Wasserwege glatt vonstatten. Besonders gegen Ende des Monats Dezember trat ein größeres Interesse für hier gefördertes Eisenerz zutage; der Absatz besserte sich wesentlich. In entsprechendem Maße zeigte auch das finanzielle Ergebnis der Grubenbetriebe ein günstigeres Bild. * „Ema g", Elektrizitäts-Akt. -Ges, Frankfurt a. M. Die Verhandlungen der Gesellschaft mit dem Rheinisch-Westfälischen Elektrizitätswerk sind, wie der DHD. erfährt, in ein entscheidendes Stadium gerückt. Das RWE. wird die 304 000 RM. Dorrats- aftien der „Emag" zu 10 Proz. über den Börsenkurs übernehmen und dagegen noch der „Emag" für längere Zeit feste Aufträge geben, so daß für 1927 eine volle Beschäftigung des Unternehmens bereits gesichert ist. Daneben beabsichtigt die „Emag", einen Teil ihres günstig gelegenen Geländes zu veräußern, so daß durch diese Transaktion eine fast vollkommene Liquidität ihres Status erreicht wird. Für das abgelaufene Jahr ist wieder mit einer Dividende zu rechnen (i. D. 5 Proz.). Letzter Börsenkurs 0,548 Billionen Prozent gleich 91,33 Goldprozent. • Rheinische Stahlwerke. Wie der WTB.-Handelsdienst erfährt, werden die Rheinischen Stahlwerke der demnächstigen Generalversammlung die Konsolidierung ihres Kapitalkontos dergestalt Vorschlägen, daß von den noch im Besitz der Gesellschaft befindlichen rund 35 Millionen Dorratsaktien 10 Millionen einge- Aogen werden, um das Aktienkapital von 160 Millionen RM. auf den endgültigen Betrag von 150 Millionen RM. herabzumindern. Rund 16 Millionen Dorratsaktien sind bekanntlich beim Vankkonsortiuin der Gesellschaft hinterlegt, um die Ansprüche der Obligationsinhaber aus der Wandelanleihe des Jahres 1925 im Betrag von 21 Mill. RM. zu sichern. Die restlichen rund 9 Mill. RM. sollen demnächst an die I.-G.- Farbenindustrie begeben werden, um dafür 7 500 000 RM. junge Aktien dieser Gesellschaft * hereinzunehmen. Der Aufsichtsrat hat dieser, die Vorratsaktienfrage klärenden Lösung zugestimmt und die entsprechenden Verabredungen zwischen den beiderseitigen Vorständen inzwischen getroffen. Dadurch wird das enge Verhältnis zwischen beiden Gesellschaften noch vertieft, ohne daß die Rheinstahl ihre Selbständigkeit aufgibt. Die I.-G. war schon bisher der ausschlaggebende Großaktionär der Rhein. Stahlwerke. Diese werden demnächst in der Beteiligung bei der I.-G. im Nennwert von 19 500 000 RM. ein höchst wertvolles Aktivurn ihrer Bilanz besitzen. Damit finden auch die Meldungen ihre Erledigung, die von Verhandlungen über den Erwerb von Rhein- stahlaktien aus dem Besitz der sogenannten Qlren- berggruppe wissen wollten. Derartige Verhandlungen haben Überhaupt nicht stattgefunden. * Internationale Arbeitsgemein- jchaftinderKunftseidenindustrie. Lon- dauer „Dailn Expreß" erfährt, daß zwischen der großen britischen Kunstseidesirnia Courtaulds, der bedeutenden italienischen Kunstseidengesellschast Snia Viszofa und den Vereinigten Glanzstoff-Fabriken (Deutschland) eine Arbeitsgemeinschaft abgeschlossen worden sei. Das Abkommen werde sofort in Kraft treten. -ErneuteHerabsetzungdesDiskont- satzes der Bank von Frankreich? „Petit Journal" glaubt zu wissen, daß zur Zeit die Mög. lichkeit einer weiteren Herabsetzung des Diskontsatzes der Bank von Frankreich, der bereits am 23. Dezember von 71 auf 6 Proz. ermäßigt worden war, geprüft werde. ' Eine 7proz. Anleihe der fran- höfischen Staatseisenbahnen. Zwischen der französischen Regierung und der Schwelzerischen Kreditanstalt in Zürich ist ein Vertrag abgeschlossen worden betreffend die' Ucbemabme einer internationalen siebenprozen- tl^en iDA tw-rr- bcr französischen Staatsbahnen von 130 Millionen Franken Schweizer Währung. Don der Anleihe werden 25 Millionen ,n ^5 !°"?<:ferner 25 Millionen in Schweden Mr öffentlichen Ernis ion gelangen. Weitere 50 Millionen Franken sind bereits mit Sperre im Ausland und bei Versicherungsgesellschaften feft Plaziert, so daß noch 30 Millionen Franken zur Unterbringung in der Schweiz durch ein Bankenkonsortium zur Dersügung stehen. Berliner Börse. . D e r l i n, 20. Ian. Dach uneinheitlicher Er- ofsnungStendenz wurde die Haltung der Aktien- markte erneut überwiegend fest. Einige DDt.r1S.t flc Aktienbesitzer schritten zu den ersten amtlichen Kursen zu Gewinnsicherungen, so daß T^oenz zunächst nicht einheitlich war. Eine Anzahl von Spezialhaussen und die ungewöhn- Amertkanffche Note« ..... Betniskde Noten..... , . Tanffche Roten Englische Noten. ...... ftramöliidR Roten...... Holländische Noten frialtcnische Noten...... Norwegische Noten Deiitsch-Ocstcrr.. 5 ioo Kronen Rumänische Noten Schwedische Noten . . . Schwerer Noten....... Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . Ungarische Noten ..... Aranksurti. 5e/„ Deutsche Rcichsanletbe . 4% Deutsch? RcichSanleine . S’/»% Deutsche Reichsanleihe 3% Deutsche Reichsanleibe • DculscheSoarprämiciianiethe 4°/0 Preußische «onsolS . . • 4% Heiken 3WA Hessen.......... 3°/0 Hessen.......... Deutsche Vertb. Dollar-An l. dio. Doll.-Schatz-AMreisng. . 4% Zolltürkcn ........ 5% Acldnierikaner Berliner Haud-.lSqcsellschaft. tz'onrmer;- und Pnvat-Bank Tarmst. und Ranonalbank . Deutsche Baut Diskonto liommanbit .... Dresdner Bank Metallbau! Mitteldeutsche Creditbank. . Lcsierreichische Grcbüanflatt. Reichöbank. .... Bochumer Guß ....... Buderutz . . ..... Caro ............. Tcolsch-Lurembnrg...... Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpcner Bergbau...... ötalnoerke AscherSleben.... Kaliwerk Westeregeln Vaurahiitte Mannesmann......... Manüielder. . Cbcrbctmn Phoiiir Bergbau Rheinische Braunkohlen . . . lHl)cinfml)t........... RicbeS Montan Tcllns Bergbau . Bereinigte Stahlwerke.... Hamburg Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd . ... Cli-ramische Werke Albin . . ^icmeiltwerk Heidelberg . . Philipv Hotzmann Anglo Cent Guano..... Chemische Mayer Alaptn. . . Goldschmidt Holzverkohlung......... fr (9- frorbrn-frudustrie. . . Rütgerswerkc Scheideanstal« Alla. ElektriziiätS-Gesellschasl Bergmann........... Elektr. Lieferungen...... Licht und Kraft ....... Mainkrastwrrke Schuckcrl........ Siemens 0 — 102 1 - 16,9 : 17.12 1 16.8 ! 45.75 1 45 — 276 277.25 280 218.5 217 218.5 218 281 2-cJ 284.5 282 193.5 194 194 193,5 11*6.1 185.75 186.75 186.9 183.3 183.5 >82 184,25 196 197,75 200 196,75 186 — 188 188.75 10.45 10.6 10 65 10,9 180 181,75 180,75 181.5 191 — 190 191.5 125.75 126,75 125 126 188,5 191,5 190 191.9 191.5 194,5 191 193 r.w 203.5 200 5 203 174 156 175 171,75 186 188 75 187 190.5 93.5 94.5 92,7 j 94,5 22.3 230,5 224.5 231 154.5 153.5 155 75 154,5 129.9 131.75 128 129 75 141 143.5 140.5 142.5 263 264 260 264 222 288.5 222 227.75 189.6 — 19'J 189,9 126 — — — 159.4 159 159 159 175,75 180 75 175.75 178,75 160,75 1C4,5 160.4 164,12 159 75 159,75 _ _ 183.75 179 182 178 129 — 127,5 — 154.75 155 154.25 154.5 — 100.5 — _ :J38.5 ^38 >37.75 138.75 145.75 146 5 146.4 146 265 267.75 — 176 9 175.75 175.9 175 — 173 174 175.9 183.9 183 182.5 183.75 1x9,5 — 189 190 144.9 142 — 177 175.25 176.5 176.25 218 9 216 216 | 215 124 125 123.0 121,75 109.25 104,25 103 104,9 42 25 — —— 65 —> 68 —— — — 43,6 251 — 83 | * 210 211 — 129. b — 129 81 . — 78 2,95 — 6 25 188 25 186 169,5 180 261 : 265 -67 ' 276 117.25 ' — 117 | 147,5 | 145,9 146 ' — 19. fran. 20. fran. Amtliche G)c(b Roti rung Arier Amtliche Rotieruna Geld 1 Brief Smst.-Rori. 168, 168.85 168.47 168,89 Bucn.^AircS 1,738 1,742 1.739 1,743 Brss-Amw 58,55 58.69 58,56 •58,70 Gbrifttania. 107,34 107,60 107,27 107,53 Koprnbnacii 112,21 112,49 112,27 112,55 Eklxkbolm . Hclssngfors. 112,38 112,66 112,44 112,70 10,592 10,632 10,595 10,63.5 fr kalten . . . 18,25 18.29 18,27 18.31 London. . . 20,439 20,491 20,442 20,494 Ncunork . . 4,211 16,725 4,221 4,212 4,222 Parts.... Schweiz .. 16,745 16,73 16,77 61,10 Bl.bO 81,145 81.34.5 Cvauirn. 67,91 68,09 67,96 68,14 Japan . . . Rio de fran Wien in D-- 2.055 2,059 2.05.5 2.059 0,493 0.497 0,493 0.495 abflcit 59.365 59,512 59,375 59,515 Pran .... Scljrab . . 12,468 12,508 12,472 12,512 7.412 7.432 7.41 7,43 Budapest. . 73,69 73,87 73,68 73,86 Bulaaricn 3.04 3.05 3,017 3,047 Lissabon . . 21,545 21,595 21,545 21,595 Danzin. . . 81,52 81.72 81,55 81,75 ■Honftantin. 2,12 2,13 2,122 2,132 Athen. . . Tanada . 5.39 5.41 5,49 5,51 4.201 4.211 4,201 4,211 Urn nah 4,245 4,255 1.245 4.255 Cairo . ».954 Bc 21.006 n t n o t e 20,959 n. 21,001 zur Schau trägt, wer sich mit guten Mur über die Unzulänglichkeiten dieses Daseins hinweg- setzt. der ist schon auf dem besten Wege zur inneren Heiterkeit zu gelangen, und so darf man getrost die Frauen das glücklichere Geschlecht nennen " 3n den Händen der Sklavenhändler. Sie Küste von Dordwestafrika, die in früheren Zeiten als Hauptschlupfwinkel der Seeräuber und Sklavenhändler bekannt war, ist auch heute noch nicht von diesen abenteuerlichen Verbrechern so frei, wie man wohl nach so vielen Jahren der französischen Herrschaft annehmen möchte. Das zeigt das Schicksal dreier französischer Flieger, über das der Präsident der Heereskommission der französischen Kammer, General Girod, aufsehenerregende Mitteilungen machte. Die modernen Sklavenhändler sind zu einer solchen Landplage geworden, daß die fran- zösische Regierung beabsichtigt, Fluggeschwader an der Küste Bomben auf die Verbrecher ab- Werken zu lassen. Im vergangenen Monat wurde ein französisches Flugzeug, das den regelmäßigen Dienst zwischen Casablanca und Dakar versieht, gezwungen, in der Wüste nahe der Küste zu landen. Der Flieger Gourp und sein Mechaniker Pintado versuchten, die Maschine auszubeffern. und ein anderes Flugzeug, das von dem Flieger Grable geleitet wurde, kam ihnen zu Hilfe. Wäh- rend der Arbeit wurden sie plötzlich von einer Schar maurischer Sklavenhändler überrascht, die zehn gefesselte Sklaven aus den benachbarten Dörfern mit sich führten. Da Tote nicht reden können, und die Mauren eine Anzeige ihrer Untaten fürchteten, eröffneten fic ein Gewehrfeuer gegen die Flieger, durch das Grable und Pintado getötet wurden. Gourp erhielt eine schwere Wunde im Bein, blieb aber bei Bewußtsein. Einer der Mauren, der französisch sprach, bot ihm im geheimen an, sein Leben zu retten, wenn er eine Summe von 10 000 Frank bezahle. Der verwundete Flieger wurde dann drei Wochen lang von den Sklavenhändlern teils mitgefahren, teils mitgeschleppt und stand furchtbare Qualen aus. Als die Sklavenhändler in die Dähe einer französischen Patrouille kamen, ließen sie ihn sterbend zurück. Er wurde von der Potrouille nach Casablanca gebracht und lebte noch zwei Tage, während deren er noch einen Bericht über das Verbrechen gab. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gen- .ri';r rc;n:r!?i 'I.voN ng.) Schlimme Straßenzustände im Riegelpfad. Daß verschiedene Straßen der Stadt Gießen in letzter Zeit erneut hergerichtet werden, ist sehr zu begrüßen. Verschiedene Herren Stadtväter gingen bei dem trockenen Wetter letzten Herbst durch den R i e g e l p f a d. Schade, daß sich diese Herren nicht jetzt das Straßenblld einmal an- sehen. Kein richtiger Bürgersteig; daselbst steht Wasser oft tagelang. Die Straße ist durch das Fuhrwerk zum Ausfüllen des Aulweges grundlos, voll Löcher und Schlamm. Wehe den Leuten, die diesen Weg benutzen Knüffen, besonders bann, wenn ein Auto kommt, ilnö die armen Hausfrauen, die auf Reinlichkeit halten, find gezwungen, fast täglich ihre für andere häusliche Arbeiten so notwendige Zeit zum Fensterpuhen zu opfern. Wir können nicht verstehen, warum man die Anwohner des Riegelpfades in dieser Hinsicht so stiefmütterlich behandelt. Es wäre an der Zeit, daß hier so bald wie möglich Abhilfe geschaffen würde. Vielleicht ließe es sich ermöglichen, daß der Bürgersteig ähnlich wie in der oberen Ebelstraße angelegt und die Straße in Ordnung geschafft würde. Der augenblickliche Zustand ist jedenfalls unhaltbar. Viele Bewohner des Riegelpfades. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der .Radio-Umschau".) Freitag, 21. Januar: 3.30 bis 4 Ufjr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Ubr: Hausfrauennachmittag. »Romantisches aus dem Blumengarten", Vortrag von Rektor Merkel. 5.45 bis 6.05 älhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 ilfjr: Funkhochschule, „lieber Ermüdungserscheinungen und ihre Ursachen". Vortrag von Prof. Dr. phil. et med. Erich Stern- Gießen. 6.45 bis 7.15 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 8.15 Uhr: „Am Teetisch". Lustspiel in drei Akten von Carl Sloboda. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden Isr.ReligionSgemeinbr. Gottssd. f. d.Synagoge (Südanlage). Samstag, den 22. Ian. 1927. Vorabend: 5.00, morgens: 9.00. Abends; 5.15 und 5.55. Gottesdienst der isr. ReligionSgesellschafr. Sabbatfeier, den 22. Jan. 1927. Freitag abend 4 40, Samstag vormittag 8.30, nachm. 3.30, Sabbatausgang 5.55, Wochengottesdienst: morgens 7.00, abends Letzte Nachrichten. Dr. Marx gibt seinen Auftrag zurück. Berlin, 20. Jan. (TU. Drahtmeldung.) Arnt.ich wird rnitgeteilt: 3n Fortführung der auf Bildung einer Regierung der Mitte gerichteten Bemühungen halte heule morgen der Reichskanzler erneut eine eingehende Besprechung mit dem Führer der Fraktion 6er Deutschen Dollspartei, dem Abg. Scholz. In den Mittagstunden erstattete der Reichskanzler dem Reichspräsidenten Bericht üle? das Ergebnis seiner bisherigen Sondierungen. Angesichts der Widerstände, auf die er bei seinen Bemühungen um die Bildung einer Regierung der Mitte gestoßen ist, lece der Reichskanzler den ihm gewordenen Austrag in die Hände des Reichspräsidenten zurück. Der Reichspräsident hat sich seine weiteren Entschlüsse Vorbehalten. -U I*in,n Sherer ,n’ol9‘ Jed)onlorr# Lösung sMlegt. hsvorgerusen, avei und unkfiriffm o Men Derhastml «rfslgt Hove, liegt raschung bann, der klar, dah alle De Milte mit Anlehm « stellen, scheitern scher Dolkspartei ' lamt einem erhebll der einen Seite w der anderen Seite । bare Klusi vvrl Die Führung DvllSpartei, die ' obwaltenden Um, inneren Politik, n nntastbarkeit unfei fülluna dringender Hilfe der öozla/öe: können Der sich ö. tot Äugen hält, w hängMvvllen Hebe langer Mar; in il 'amten Zentrum u dah aus absehbare den Loüaldemolr der muhte sich i kurze Zeit daraus erscholl, eS könne regierung gebildet Man muh zu Dnttschnationalen Vie man unter dir dürfen. Eie haben den Zentrumssühr Steuer so zu drehe Koalition nach re beacht werben könr andere Lösung d< «ne reine Regien Dehrhelt hinter f gehend cis ley tmnmen, nicht abe 6o” der Gnade e . ?Un beginnt der ®iro er ausgehen? 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