Nr. 15 Erstes Blatt 177. Jahrgang Mittwoch, 19. Januar 1927 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Cretf un6 Derlcg: viM'schc Unioerfitäts-Bud). und Stebi6ni Seschästrstelle: SAuItraHe 7. €r|d)eint lägt ich, außer Sonntags und gcirrtage Bdkflffl; Vletzener Familienblätter ßtimal tm Bild Die Scholle meeers»r' , .erwürbe" Z ch den "sein oder ? ^^d oird/Än Iff' Bnft und unser Gelöbnis der Treu« und abe lassen wir auLklingen in dem ersten e deS Deutschlandliedes. Die Versammlung erhob sich zum gemeinsamen Gesang der Aationalhymne. 3m Mittelpunkt der Feier stand die Festrede von Pros. Dr. Aubin, dem Vertreter des FocheS der mittelalterlichen Geschichte an unserer Universität. Ausgehend von den Ausgaben, den Zielen und Möglichkeiten historischer Forschung im allgemeinen leitete der Redner über zur Betrachtung deS staatspolitischen Problems. daL im Verhältnis der einzelnen Glieder »um StaatS- aonzen sich begründet und in wechselnden Sr- scheinungSiormen durch die Geschichte zu verfolgen ist von den ältesten Zeiten bis in unsere Gegenwart hinein. Gin lebendiges Beispiel für diesem den Historiker immer wieder beschäftigenden Problemkomplex bildet daS Verhältnis von Stadt und Staat in derdeutschenGefchichte. das sich Prof. Aubin zum Thema feiner Rede gewählt hatte. Der Redner entwickelte die Entstehungsgeschichte. daS Aufblühen und den späteren Verfall deS deutschen StädtewesenS und des mit ihm als völlig neues, in der Folgezeit vor allem wirtschaftlich hochbedeutfameS Element fich durchsetzenden Bürgertums: eS wurde gezeigt wie die Entwicklung bei unS etwa In der Mitte liegt zwischen ähnlichen Bewegungen in Italien und in Frankreich, wo einerseits eine Hypertrophie der Stadlrepubliken und deS selbständigen, machtvollen Dürgertums. andererseits eine kluge und umfassende Eingliederung des aufstrebenden StädtewesenS in das Staatsganze als daS Endergebnis der Wechselbeziehungen zwischen Staat und Stadt zu verzeichnen ist. Demgegenüber wurden weiterhin in groben Zügen die Wandlungen der staatlichen Formen in den entscheidenden Jahrhunderten dargelegt, die mit wechselndem Erfolge geführten Versuche einer Zusammenfassung und Einung der aufblühenden Siadtgemcinden. ihre Machthöhe und Bedeutung zur Zeit des Rheinischen Städtebundes und der Hansa, ihr Ricdergang und da» Aufgehen deS freien StädtewesenS im Reichsganzen, die fortschreitende Entwicklung vom Punktstaat zum Flächenstaat. Rach einer ausführlichen Würdigung der preußischen Verhältnisse und des Steinschen Rcsormwerkes. insonderheit seiner Städteordnunq von 1806 führte der Redner die großen Sntwicklungslinien seine- Themas, dessen ausführliche Behandlung sich an dieser Stelle auS Rücksichten auf den Raum verbietet, bis in die nahe und nächste Gegenwart hinein. — Im Anschluß an den Vortrag brachte der Akademische Gesangverein das schwungvoll sich steigernde .Halleluja" aus Händels „Messias" zum Vortrag. Ein Orgelnachspiel ließ die ausgezeichnet verlaufene nationale Gedenkfeier würdig auSklingen. Der Personenverkehr der Deutschen Reichsbahn 1926. Jeder Rci end« legt im Durchschnitt 23 Kilometer zurück. — Achtzig Prozent der Reifenden fahren In der vierten Klass«. RDD. Mit der Deutschen Reichsbahn sind im Jahre 1926 schätzungsweise 1850 Millionen Personen befördert worden. DaS bedeutet ein Mehr von 223 Millionen Fahrgästen gegenüber dem letzten VorkriegSjahr 1913. in dem 1577 Millionen Personen die deutschen Eisenbahnen benutzten. Die Verkehrszahlen der Rachkriegszeit lassen deutlich einen Inflationszustand erkennen (im Jahre 1922 : 2902 Millionen Fahrgäste), der auch jetzt noch nicht ganz überwunden ist. Jedenfalls bleibt die Tatfache bestehen, daß die Eisenbahn jetzt öfter als früher in Anspruch genommen wird, ein Umstand, der auf vermehrte Grwerbstätigkeit, Zunahme der räumlichen Trennung zwischen Wohnort und Veschaftigungsstelle, sowie auf stärkere Reiselust zurückzuführen sein dürfte. Ebenso wie auf allen anderen Gebieten deS wirtschaftlichen Lebens ist eine Erhöhung der Preise für die Eisenbahnfahrt eingetreten: die Einheitssätze für den Tariskilometer in Personen- und QlUügen noch Abzug der Steuer find in der 1, Klaffe um 33 v. H., in der 2. Klasse uta 46.2 v. H.. in der 3. Klasse um 48,8 v. H. und in der 4. Klasse um 50 v. H. gestiegen. Allerdings werden nur etwa 30 v. H. der Reifenden zum Rormaltaris befördert, während etwa 70 v. H. der Reisenden eine Ermäßigung in Form von Sonntagsrückfahrkarten, für Studien- und Schulfahrten und zugunsten der Jugendpflege für Ferienkolonien usw. in Anspruch nehmen. Infolge dieser Fahrpreisermäßigungen. die noch dem Kriege mit Rücksicht auf die verschlechterte wirtschaftliche Lage weiter Volkskreise erheblich erweitert sind, ist die durchschni'tliche Einnahme der Reichsbahn auf 1 Perfonenkilo- meter gegenüber dem Jahre 1913 nur um etwa 22 v. H gestiegen, sie bleibt also durchschnittlich um weniger als die Hälfte hinter der Tariferhöhung zurück. Die Wirkung der sozialen Vergünstigungen kommt auch in der durchschnittlichen Länge der Reise bei vollen und ermäßigten Sarifen zum Ausdruck. Bei Fahrten zum vollen Preis ist die durchschnittliche Belörd'r'mgslänqe von 35 7 Kilometer im Jahre 1913 auf 31.9 Kilometer im Jahre 1923 gesunken, während sie z u ermäßigten Tarifen von 11 Kilometer in 1913 auf 15 7 Kilometer in 1925 und 17,7 Kilometer In 1926 gestiegen ist. Auf die Zahl sämtlicher Reisenden bezogen, d h. ohne Rücksicht darauf, ob sie Fahrpreisermäßigung hatten oder tum Rormaltaris befördert wurden, ist die Be- ^örderunoslänge im Jahresdurchschnitt annähernd gleich geblieben, nämlich 1913 23,21 Kilometer ii'd 1925 23,24 Kilometer. Jeder Reifende legt ilfo auf den deutschen Eisenbahnen im Durch- chnitt einen Weg von rund 23 Kilometer zurück. Die wirtschaftlichen Verhältnisse hoben eine Abwanderung in die niedrigeren Wagenklossen aut Folge gehab' dnnrt. d"ß der Anteil her 1. bis 3. Klalle q'fünfen, der Anteil der 4. Klasse gestiegen ist. Wurden 1913 0.15 v. H in der 1. Klosse, 4 28 v H in der 2. Klosse. 36,12 v. H. in der 3. Kl. und 59,45 v. H. in der 4. Klasse befördert, |o gestaltet sich jetzt die Verteilung folgendermaßen: 0,04 v. H. in der 1. Klasse. 1,62 v. H. in der 2. Klasse. 17,99 v. H in der 3. Klasse und 80.33 v. H in der 4 Klaffe. Hiernach ist beim Fernverkehr der Anteil der 4. Klaffe bei den beförderten Personen von 59,45 v. H. auf 80.35 v. H. gestiegen. Der Reiseverkehr auf Bahnhof Gietzen im Jahre 1926. Im Anschluß an die vorstehenden Mitteilungen über den Reiseverkehr des Vorjahre- im ganzen Reiche dürften unseren ßefern einige Angaben über den Personenverkehr auf dem Bahnhof Gießen im Jahr« 1926 willkommen fein. Durch Erkundigung an zuständiger Stelle erfuhren wir folgendes: Im Iahxe 1926 wurden an den Fahrkartenschaltern deS Bahnhofs Gießen 980 764 gewöhnliche Fahrkarten (d. h. 1. biS 4. Klaffe und Militärfahrkarten) verkauft, gegen 1 043 601 Stück im Jahre 1925. Der Rückgang um rund 63 000 Stück im Jahre 1926 gegenüber dem Vorjahre findet feine natütl che Erklärung in der Tatsache, daß wir 1925 das große KreiS- turnfest, daS 116er-Fest, da- Gustav-Adols-Fest und einige andere bedeutendere Veranstaltungen hier hatten, die auch der Reichsbahn ab Dießen starken Verkehr brachten, während wir 1926 als große Veranstaltung mit einigermaßen Reiseverkehr eigentlich nur die Gartenbau- und Elektrizitäts-Ausstellung verzeichneten. Ferner ist hierbei in Betracht zu ziehen, daß durch die erweiterte Auflage von Sonntagsrückfahrkarten die Rachfrage nach gewöhnlichen Fahrkarten zurück» ging. An Sonntagsrückfahrten wurden im Jahre 1926 in Gießen 67 503 Stück gelöst, gegen 54 426 im Jahre 1925. Der Absatz von Arbeiterrückfahrkarten ist Im verflossenen Jahre gegen 1925 ungefähr gleich geblieben: 1926 8433 Stück. 1925 ----- 8592 Stück. Ziemlichen Rückgang erlitt die Rachsrage nach Monats- und Schülermonatskarten: 1926 insgesamt 12 306 Stück gegen 14155 im Jahre 1925. Der Ausbau der höheren Schulen in der Ilm» gegend (Grünberg. Butzbach usw.) dürfte manche Schüler als regelmäßige Kunden der Reichsbahn in Fortfall aebracht haben, während der Abbau bei der Reichsbahn die Rachsrage nach Monatskarten seitens der Reichsbahnbeamten gesenkt hat. Ein starkes Fallen der Frequenz ist bei den in Gießen verlangten Arbeiterwochenkar- ten festzustellen: während im Jahre 1925 insgesamt 27 168 dieser Karten benutzt wurden, waren eS Im Jahre 1926 nur noch 20 777 Stück. In diesem starken Verlust der Dahn kommt ebenfalls die verschlechterte vorjährige Wirtschaftslage in der Industrie der UmgegenD (Butzbach. Wetzlar, Aßlar usw.. wo viele Arbeiter aus Gießen und UmgegenD tätig waren, die aber bei der rückläufigen Beschäftigungsmöglichkeit entlassen wurden) zum Ausdruck, denn die vorerwähnten Leute hatten nun keinen Grund mehr zum regelmäßigen Eisenbahnfähren. Beträchtlich gestiegen ist die Zahl der auf Beförde- rungsfcheine zu ermäßigten Fahrpreisen abgefertigten Personen: 1926 — 21 340 gegen 15 692 im Jahre 1925. Diese große Steigerung findet ihre Erklärung in der Erweiterung der Inanspruchnahme verbilligter Fahrmöglichkeit durch die Herabsetzung der Seil» nehmcrzahl an solchen Fahrten von 30 auf 20. Insbesondere sind hierin die Schulfahrten und die Iugendvereine-Reisen enthalten. Die Rachfrage nach Bahnsteigkarten in Gießen ist im Jahre 1926 gegen 1925 gleichfalls gewachsen, und zwar auf 125 400 Stück gegen 124 000 im Jahre 1925. Die obengenannten Ziffern der verkauften Sonntagsrückiahr.arten, Arbcilerrück ahrkartcn, Monats- und Schülerrnonatskarlen, sowie der Wochenkarten sind aber nicht identisch rmt der Jahre- - Deförderungs^ifser. Wenn man nämlich die Zahl der täglich beförderten Perfonen ermitteln wollte, fo müßte man die Rückfahrkarten zweimal rechvon, da sie ja zur Hin- und Rückfahrt benutzt werden, die Monatskarten sechzig Mal, da sie täglich für zwei Fahrten gelten, die Wochenkarren vierzehn Mal, da auch für sie täglich zwei Fahrten in Betracht zu ziehen find. Aber Darauf kommt es uns in diesem Zusammenhänge nicht an. Wir wollten hier lediglich In Kürze zeigen, welche Fahrkartenverkausszi fern auf unserem Bahnhof erzielt wurden, Und man muß sagen, daß diese Zis ern für den Außenstehenden doch überraschend hoch sind. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch: Stadtlheater, 7.15 Uhr: „Boccaccio" (Ende gegen 10 Uhr). — Verein für das Deutschtum im Ausland, 8.30 Uhr: Gesangsaal des Realgymnasiums, Vortrag. — Jungdeutscher Orden: Bruderabend. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Es blalen die Trom» peten*. — Astoria-Lichtspiele: „Exotische Frauen". — Vom Raturheilverein wird uns geschrieben: Dem Raturheilverein ist es gelungen. den ärztlichen Leiter des Sanatoriums Hohenwaldau. Dr. med. Friede. Katz aus Degerloch-Stuttgart, zu einem Vortrag: „Wie vermeiden wir die Beschwerden und Krankheiten der Wechseljahre" (Frauenvortrag) zu gewinnen. Die Wichtigkeit des Themas dür'te angesichts der Tragweite der Krankheiten und in Erinnerung an die Tatsache, daß Vorbeugung stets leichter als Behandeln ist, ohne weitere- erkannt werden. Der durch seine populärwissenschaftlichen Vorttäge weithin bekannte Referent gewährleistet wertvolle Aufschlüsse und reichliche praktische Anregungen. Der Besuch des Vortrages (siehe gestriges Inserat) ist jeder Frau zu empfehlen. — Deutschnationaler HandlungS- gehilfen-Verband. Morgen Donnerstag, 20. Januar, hält der D. H. D. seinen 5. Winter- vortrag ab. Dr. Rennert, Geschästssührer der Liga zum Schutze dec deutschen Kultur, spricht im Kausm. Vereinshaus über „Die Politik der Gegenwart." Räheres siehe heutige Anzeige. •• Die neue Gießener Messeord- n u n g für die Abhaltung der Frühjahrs- und Herbstmärkte wird jetzt im Amtsverkünbigungs- blatt veröffentlicht. Aus den neuen Bestimmungen ist als besonders wichtig hervorzuheben, daß auf die Derkau'Sbuden die i«^eils geltenden gesetzlichen Bestimmungen üiier die Geschä tszeit der offenen Ladengeschä:e Anwendung finden. An den Markt- (Messe-) Sonntagen ist d.e Verkaufszeit von 2 Llyr nachm. bis 7 älhr abends. A.le Besucher des Marktes (Weife) haben bei Eintritt Der Polizeistunde, abends 10 älhr, an Dferdemark.tagen und Sonntagen 10,30 ilbt abend-, den Markt- (Messe-) Platz zu ver- laf'en. O 2lepa ratur-Arbeit am Straßen- babnglei s. An der Ausweichstelle der Straßenbahn beim Stadttheater ist die Weiche, besonder- da- Herzstück, seit längerer Zeit ausgc- fahren und schadhaft. Die Welche wird nämlich seit längerer Zeit einseitig befahren, d. h. die Straßenbahnwagen biegen nicht in die Kreuzung ein, sondern benutzen den geraden Weg. Hierdurch hat (ich da- Herzstück Der Weiche stark einseitig abgenutzt. Man hat nun mit Der Freilegung der Weiche und de- Herzstücke- begonnen, Damit in einer Der nächsten Rächte Die neue Weiche eingebaut werden kann. Die Arbeit soll so geschehen, daß der Straßenbahnbekrieb dadurch keine Störung erleidet. v) Eine Schar Schneegänse überflog gestern (Dienstag) nachmittag gegen 5 Llhr den südlichen Stadtteil, Die luftigen Wanderer kamen aus der Richtung Grotzen-Linden, überquerten Den Wetzlarer Weg in der Höhe der Klii itstraße, üben logen den Bahnhof und wand:en sich dann nach Rorden. -d. Städtische Holzoer st eigerung. Bei der gestrigen Brennholzoerfteigerung der Stadt Gießen wurden folgende Durchjchnittspreise erzielt: Buchenscheiter 18 Mk.. Fichtenfcheiter 13 Mk., Hain» buchenscheiter 15 Mk., Buchenknüppel 14 Mk., Eichenknüppel 8,50 Mk., Buchenstöcke 7 Mk., Fichtenstöcke 6 Mk. je Raummeter, Buchenreifig 28 Mk., Eichenreisig 18 Mk., Hainbuchenreisig 21 Mk. se 100 Wellen. f Die Pestalozzi-^eier in Gießen. Zu der für den 17. Februar vom Kreis-Lehmrocrein Gießen geplanten 100jährigen Gedächtnisfeier des Todestages Johann Heinrich Pestalozzis hat Prof. Dr. Messer von der Gießener Universität den Festoorttag übernommen. Die Feier, mit der musikalische Darbietungen verknüpft weißen sollen, findet in der Neuen Aula der Universität statt. Auch in den Landorten des Kreises Gießen werden allent» halben Gedächtnisfeiern zu Ehren des großen Pada» gogen veranstaltet. S Schulfahrt an den Rhein. Wie im verflossenen Iayre, so beabsichtigt Der Kreislehrerverein Gießen auch in diesem Jahre wieder eine Fahrt an Den Rhein zu unternehmen, um hierdurch Den Schülern aus den Ortschaften, Die sich an der vorjährigen Rheinfahrt nicht beteiligt hatten, Gelegenheit zu geben, für verhältnismäßig wenig ©cID dieses schöne Stück unseres deutschen Vaterlandes kennen zu lernen. Oeff entliehe Handelslehranstalt im Kaufrnänn. VereinshauS. Zu unserer Rvtiz in Der Montagausgabe übet Die Oefsentliche Handelslehranstalt, Rordanlage 15 (Kausm. VereinshauS) sei. um salsche Auffassungen richtig zu stellen, bemerkt, daß eS sich bei diesem Institut nicht um eine Reugründung der Industrie- und Handelskammer Gießen handelt, sondern daß diese Anstalt bereits seit Drei Jahren besteht. Der Unterricht wird an Schüler und Schülerinnen erteilt * 84 Jahre alt Am morgigen Donnerstag begeht Frau Witwe S ch i e f e r st e i n. in der Familie des Herrn Dr van Bentheim, Goelhe- straße 69 wohnhaft, in voller geistiger und körperlicher Frische ihren 84. Geburtstag. *e 3m Frauenverein vom Roten Kreuz für Deutsche über See spricht am Donnerstag. 27. Januar, Major Köhl aus Würzburg über „Erinnerungen aus Dem WunDerlanDe RuanD a“. Er stand Dort bei Ausbruch DeS Krieges und ist einer der wenigen, Die mit Lettow-Vorbeck wie Durch ein Wunder gerettet zurückkamen. Er verfügt über eine Menge wundervoller Lichtbilder und weiß viel Wissenswertes über unsere früheren Kolonien zu enä&Ien. Durch zahlreiches Erscheinen bei dem Vortrage helfen alle mit, unser Ansehen im Ausland wieder zu stärken. Da der lleberschuß Des Vortrag- für unsere Schwestern über See bestimmt ist, Die Dort in hervorragender Weise arbeiten und Denen es ost am Rötigsten für sich und ihre Schützlinge fehlt. ” Der Goethe-Bund gibt im heutigen Anzeigenteil fein neues DortragLprogramm bekannt. daS mit Den Dichterabenden von Walter von Molo. Rudolf Herzog und Frank Thieß sicherlich größtes Interesse finden Dürfte. Bei einem ganz geringen Vierteljahresbeitrag haben, so schreibt man unS. Die MitglieDer des Bundes mit Angehörigen zu Den Bundesveranstaltungen freien Eintritt. Reuanmeldungen. um Die Der Bund bittet, find an Die MusikalienhanD- lung Ehallier zu richten, " Die Maul- u n D Klauenseuche ist neuerdings in Lich (Kreis Gießen) und in Huhdorf (Kreis Lauterbach) amtlich festgestellt worden. In Angersbach (Kreis Lauterbach) ist Die Seuche erloschen. Kirche und Schule. Hessische Evangelische Vereinigung (Friedberger Konferenz). wg. Die Diesjährige Hauptversammlung der Hessischen Evangelischen Vereinigung (Friedberger Konse-' r e n z) fand am Montag in Fcanlfurt a. M. unter starker Beteiligung Der Mitglieder statt. Professor Werner- Friedberg erstattete den Rechnungsbericht für 1S21 und 1925. Bezüglich der Eingabe der Hesiifchen Organiften- Vereinigung wegen Mitwirkung bei der R e u - regclung Der Organist en-Gehälter wurde zur Bearbeitung der Materie ein Ausschuß gewählt, bestehend aus: L?hrer Dollinger - Alsfeld, Bürgermeister R i ck e r i ch - Flonheim und Pfarrer Knodt- Wimpfen. Der Vorsitzende, Professor L a m p a s-Friedberg, erstattete hierauf den I ahreSbericht und gedachte dabei mit warmen Worten der verstorbenen Mitglieder: Profes'or Luleh- Darmstadt, Professor Kölsch- Büdingen, Musikdirektor Schmidt- Friedberg. Pfarrer L o o s- Butzbach, Pfarrer i. R. Roth- Butzbach. Fabrikant Egli- Gießen. Hinsichtlich Der MitglieDrr- zahl konnte Der VorsihenDe von einer erfreulichen Zunahme berichten: in Starkenburg hat die Vereinigung 105 Mitglieder, darunter 57 Richtgeistliche. in Oberhessen 158 Mitglieder, davon 85 Richtgeistliche, in Rheinhessen 49 Mitgl eher. Darunter 12 Richtgeistliche, unD außerDem noch 3 auswärtige Mitglieder. 2n seinem Vortrag über „Ziel und Taktik DerVereinigung" beton'« Der Vorsitzende Die Dem We en nach überparteiliche Einstellung Der Vereinigung, Die aber Doch, wie elen die kirche::poli:lschen Verhä t i se gestaltet fei-'n. n cht unfyin könne, sich auch kirchenpolitisch im kirchlichen Parlament, also den Landeekirchen- tag. zu betätigen unD ihre Belange lrastvoll au wahren, wobei Richtung gebenD sein Dürfe, lediglich Das Wohl Der Landeskirche, sowohl hinsichtlich Der allgemein-kirchlichen, wie auch der personalen Fragen. Dem Vortrag folgte eine lebhaf.e Aussprache. Hieran schloß sich an Die Stellungnahme zu Der Vorlage der Kirchenreg e.ung an den Landes- klrchentag betreffend „Vorbildung Der KandiDaten für Das Pfarramt", Die in Der fast allgemein vertretenen Anschauung gipfelte, eS müsse zur besseren praktischen Einführung in DaS geistliche Amt Das sogenannte Lehrvikariat aeschafsen werden. Da Atoel Vorstandsmitglieder ihr Amt nie Der- gelegt hatten und auch der Posten des Schriftführer- neu besetzt werden muß. erfolgte Ersatzwahl. bei der gewählt wurden für Oberhellen: Dekan Vogel- Bruchenbrückcn und Pfarrer Widmann- Gedern, für Starkenburg: Pfarrer Knodt- Wimpfen. Pfarrer D. W a i tz. Darmstadt, referierte hierauf über Die infolge mehrfachen Protestes von Dekanat-konferenzen und DekanatStazen notwendig gctoorDcnen Vorschläge Der Vereinigung zur Aenderung DerKirchenverfasfung unD Des kirchlichen Wahlrecht- Hierzu wurden folgende Anträge angenommen: 1. Mitglieder deS LandeSkirchenamtS Dürfen nicht Mitglieder deS LandeSkirchenlagS fein. 2. Die Wahl zur Kirchengemelnbevertretung erfolgt unmittelbar. gleich und geheim: fie erfolgt nach den Grundsätzen der Verhältniswahl, wenn ein Zehntel Der Wahlberechtigten es verlangt. Auch wurde noch berührt die Frage der Verringerung der Zahl derDekanate. Keine «Sympathie fand Der Gedanke Der Ernennung DeS Dekans und feine- Stellvertreter- durch Die Kirchenregierung. Gerichtssaal. Unterschlagungen auS Menschenfr:undllhk«it. WSR. Frankfurt a. M.. 18. Jan. Der Geschäftsführer deS ReichSbundeS Deutscher Kriegsbeschädigten. Otto Wenzel, hatte sich wegen älnterschlagung im Amte vor dem Schöffengericht zu verantworten. Liner geschiedenen Frau, Die zu ihm aus- Bureau kam, half er durch kleine Aufmerksamkeiten übet 'chwcte Tage hinweg und stellte ihr zwecks Gründung eines Geschäfts aus Der von ihm verwalteten Kasse im Zeitraum von 10 Monaten 2400 Mark zur Verfügung. Als Da- Geschäst nicht florierte, griff er noch tiefer in die Kasse und entnahm ihr so nach und nach die Summe von 4170 Mark. In seiner Ehrlichkeit ließ er sich nur über Di« erste Summe In Höhe von 980 Mark einen SchulDschein ausstellen. Schließlich wurDe Die Sache bei einer unerwarteten Revision aufgcDecft Vor Gericht behauptete Die Frau, daß sie Die Drei restlichen TausenDer von Wenzel geschentt bekommen habe. Sowohl Der Angeklagte, toi« Die Frau bestritten. Daß sie intime Beziehungen mlteinanDcr gehabt hatten, unD Wenzel gab an. Daß er aus purer MenschenfreunDlich- k e i t gehandelt habe, toaS allerdings schlecht gelohnt worden sei. DaS Gericht verurteilte Wenzes zu einem Jabre Gefängnis und zwei Jahren Ehrverlust. Dermischtes. Die denlschen Fachärzte. Eine Statistik der Fachärzte Deutschlands im Jahre 1926, Die in Der deutschen Medizinischen Wochenschrift mitgeteilt wurde, zeigt, daß von Den mehr als 44 000 Aerzten rund 14 000 Aerzte Fachärzte sind, also auf Die Gesamtzahl 3 2 Prozent Spezialisten kommen. Fünf Prozent aller Aerzte sind Dermatologen und Urologen. nämlich 2428. Ein solcher Spezialist kommt auf 26 000 Einwohner. Die 1638 Internisten und 1661 Rervenärzte und Psychiater machen je 3.7 Prozent Der gesamten Aerzt.zahl au-. Lhlrurgen gibt es 1536, Frauenärzte 1479, Ohren-, Rasen- unD Halsärzte 1338, Augenärzte 1185, Kinderärzte 975, Chirurgen und Frauenärzte zugleich 570, Lungenärzte 409. Orthopäden 312, Magenärzte 239. Die Fachärzte konzentrieren sich fast durchweg auf Die Groß- und Mittelstädte: nur Rervenärzte, Lungenärzte und Orthopäden gibt es In größerer Zahl auf dem Lande, well dort sich Kurorte und Heilstätten befinden. Briefkasten der Redaktion. W. Ech. in G. Anonyme Einsendungen werden nicht berüaslchtigt. Wenn S.e in dieser Angelegenheit Qlu.fun.t haben wollen, so sprechen Sie auf Der ReDattion vor. Rundfunk-Programm. Donnerstag, 20. Danuar: 1.30 bis 2.30 Uhr: Jlii tag-jioiuert Der Kasseler Haustapelle: Jacques Offenbach. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde Der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchefters: Albert Lort- zing. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lefestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: Übertragung von Kassel: Vortrag von Intendant Paul Belker vom Staatstheater Kassel. 6.45 bis 7.15 Uhr: ,Vad Münster am Stein und seine Heilquellen", Vortrag von Dr. med. Ernst Müller-Bad Münster a. Stein. 7.30 Uhr: Uebertragung aus dem StaatStheater Kassel: .Orpheus in der Unterwelt". Burlesk Oper in zwei Akten und vier Dild-rn von Hektor Cremieux. Deutsch von Ludwig Kalisch. Musik von Jacques Offenbach. Anschließend: Tanzmusik. Todes-Anzeige Frau Jota* Hofau Wo. A tia was wir hiermit allen Bekannten tiefbetrübt mitteilen. Gießen (Neuen Baue 6), Cleve, Mannheim, den 19. Januar 1927. Die Beerdigung findet Freitag, den 21. Januar, nachmittags 21/, Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. 593D Gasherde Bajazzo Automaten Gießen, den 18. Januar 1927. 0415 Zur bevorstehenden MOMWU offerieren wir: Telephon 1051. 0405 l Düngemittel 0395 Vertreter HMNMNkl oder Gießen, Wilhelmstraßc 10. 577D Inserieren bringt Gewinn (Siebener Sliuetflcr». 585 D Mietgesuche Stellenangebote |Wohnungstausoh 04'6 misten mieten r.64D Marburger Str. 101. Nltrophoska Schwefels. Ammoniak Kalkstickstoff Natronsalpeter Leutrasalpeter Kalksalpeter Amm.»Superphosph. Superphosphat Thomasschlackenmehl Kali und Kainil Ein säst neuer Kino-Apparat i£hcaicrmnfd)lnei 1 Kleiderschrank C2llteriumi zu ucrt Schr. Sittneb. u. 0398 an den Gl es; Sin*. Don einer Großhandlung wird tüchtiger, zuverlässiger Reisevertreter gegen festen Gehalt und Provisston gesucht. Offerten mit Zeugnisabschriften unter 566O an den Gießener Anzeiger erbeten. 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Ausstellungen ähnlicher Art waren aus Deranlassung von Profestor Haupt, des Leiters des Gewerbemuseums. schon hier zu sehen, aber sie waren-nicht so bedeutsam wie diese, die einen liefen Einblick in die Arbeitsweise des Schristkünstlers Rudolf Koch gewährt. ES sind etwa 25 Jahre her. der Katalog nennt das Jahr 1903, seitdem Koch mit einer neuen Schrist hervortrat. 3toci Reuerungen waren es, durch die er die Ausmerksamkcit auf sich lenktet er schrieb mit einer breiten Feder. unD, was besonders aufficl. er gab den Buchstaben neue Formen. Die Schriflformen erscheinen leicht als etwas Gegebenes, Unveränderliches und Starres. Koch hat sie neu belebt. Er ging keineswegs grundslürzend vor, wie so viele andere vor und nach ihm, die Schriftgattungen erfanden, die den Leser allzu fremdartig anmuteten oder auch fast unlesbar waren. Koch ging von den allen Schrist- formen, namentlich denen des Mittelalters aus, und schuf durch vorsichtiges Weiterbilden neue Schriftarten, einen eigenen Stil. Allein das wäre nur eine kunstgewerbliche Angelegenheit gewesen, die neuen Schriften wären wohl immer Zierschriften geblieben, wenn der Künsller nicht mit der Schriftgießerei Gebr. K l i n g s p o r in Offenbach in engere Derbindung getreten wäre. Dadurch wurde dem Schaffen Kochs eine sichere Grundlage und eine weitere Verbreitung gegeben. Daneben widmete sich Koch der Pflege der Handschrift. Es ist bemerkenswert, daß in den letzten Jahren, trotz des Buchdrucks — wenn auch nur Liebhaber als Käufer in Betracht kommen — handschriftlich hergcstellte Bücher Absatz gefunden haben. Die Ausstellung im Gewerbemuseum zeigt Proben davon. Die Erzeug- Ätffe der Offenbacher Werkstatt stellen aber eine Zusammentritt bes Reichstages. Don D. Dr. Dr. Bredt. Al. d. R . o. Prof, der Rechte an der Hniversitäl Marburg. Der Reichstag ist noch selten unter so schwierigen Verhältnissen zusammengetreten wie diesmal. Die Regierungsbildung stößt auf Schwierigkeiten außergrwöhnlicher Art. aber auch die sachlichen Ausgaben werden in der kommenden Sesiion nur mit großen Mühen zu lösen sein. Es ist daher keineswegs ausgeschlosien. dah der Reichstag bald nach seinem Zusammentritt der Auflösung anheimfallen wird. Die Schwierigkeiten für die Regierungsbildung liegen in der Eigenart der Parieikonftella- tion. Die letzte Regierung toure« vor Weihnachten gestürzt durch einen plötzlichen Vorstoß der Sozialdemokratie, mit der sie sich wesentlich im Einklang zu besinden vermeinte. Entscheidend war eS daoei, daß die Deutschnationalen btc Sozialdemokraten bei ihrem Vorgehen unter- stützten, so daß die Regierung -einem konzentrischen Stoße von links und rechts zum Opfer fiel. An sich mühte nun nach parlamentarischer Gepflogenheit die Opposition die Bildung der neuen Regierung übernehmen, aber hierzu besteht keine Möglichkeit, denn Deutschnationole und Sozialdemokraten bilden zusammen keine einheitliche Opposition, die zur Regierungsbildung befähigt wäre. Der Schwerpunkt liegt bei uns in der Mitte, und eS ist nur die Frage, ob die Mitte mit rechlS oder mit links zusammen die neue Regierung bilden will. Für das Zentrum mag dabei die Entscheidung sachlich schwer fein, aber das eine muß man sagen: solange das Zentrum nicht entschlossen nach der einen Seite geht oder nach der anderen, solange ist eine dauerhafte Regierung bei uns überhaupt nicht au bilden. Von den beiden Flügel- parteien der Mitte neigt die Deutsche Volkspartei zweifellos nach rechts: die Demokratische Partei neigt ebenso nach links. Die Entscheidung liegt also allein beim Zentrum, und alles wird daraus ankommen, ob diese Partei eine wirlliche Bindung nach der einen oder nach der anderen Seite eingehen will. Mit dieser Frage der Regierungsbildung hängt sachlich zusammen zunächst die Frage der Außenpolitik. Man braucht nicht den mindesten Zweifel zu hegen, daß Dr. 6 t r e f e - mann als Außenminister sich halten toirb; daher werden wir hier auch mit keinen grundsätzlichen Aenderungen zu rechnen haben. Die deutsche Außenpolitik ist allmählich in feste Dahnen gekommen. die zwangsläufig weiter führen. Es handelt sich im Grunde nur noch darum, welche- Tempo bet dieser Politik eingeschlagen werden soll und nur hier gehen die Meinungen noch auseinander. Die bisherige Außenpolitik wird getragen von der Mitte mit Hnterstützung von links — nicht von rechts. Für die Außenpolitik Dr. Stresemanns wäre daher ein nach links gerichtetes Kabinett zweifellos bequemer. Vielleicht bezweckt aber Dr Stresemann gerade eine Fesselung der Deutschnationalen an seine Außenpolitik und will darum mit ihnen zusammen eine Regierung bilden. Eng zusammen mit dec Frage der Außenpolitik hängt die wichtigste Frage der Innenpolitik . das ArbeitSzeitgesetz. ES scheint, daß zwischen den Spitzen der Unternehmer- und der Arbeiter-Verbände eine gewisse Einigung zustande gekommen ist. so daß es vielleicht möglich sein wird, dieses viel umstrittene Gesetz nunmehr so unter Dach zu bringen, daß von keiner Seite mehr ein grundsätzlicher Widerspruch erhoben wird. Aber selbst dann, wenn dies gelingt, steht im Hintergründe die Frage, ob dabei das sogenannte Washingtoner Abkommen ratifiziert werden soll. An sich geht dieses Abkommen wohl kaum hinaus über das. was jetzt im Wege der inneren Gesetzgebung erreicht werden soll. Wird aber daS Abkommen ratifiziert, so seht gleichzeitig eine internationale Kontrolle deS Völkerbundes ein, die für Deutschland sehr gefährlich werden kann. Wir sehen eS jetzt bei den Fragen der Abrüstung, daß England unter dem Vorwande einer Ein- Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) schränkung der Rüstungsindustrie tatsächllch eine Beeinträchtigung der gesamten deutschen Industrie erstrebt: anders ist fein unglaubliches Verlangen in Bezug auf die opttsche Industrie gar nicht zu verstehen. Selbst wenn daher die anderen Staaten ebenfalls das Washingtoner Abk »mmen ratifizieren, bleibt diese Gefahr immer noch bestehen. 3m kommenden RttchS'age werden triefe Dinge lehr eingehend zu prüfen fein. Sie werden vermutlich auf innerpolicischem Gebiet zu großen Kämpfen führen, wenn es nicht vorher gelingt, auf der Grundlage der Regierungsbildung zu einer Einigung zu kommen. Die größte Aufgabe des Reichstages wird wiederum die Verabschiedung des Staatshaushaltsplanes fein. Zur Heberraschung aller hat die Vorlage der Regierung hier den letzten Staatshaushalt ganz erheblich überschritten aus Gründen, de noch nicht ganz ersichtlich sind. Wie das deutsche Volk die Lasten tragen soll, die ihm durch diesen Staatshaushaltsplan zugemulet werden f ollen, das bleibt bisweilen unerfindlich. De Lasten des Dateesplanes b^ginn-m erst letzt allmählich in voller Schwere sich geltend zu machen. Wenn nun außerdem die Lasten im Innern derartig anschwellen, ist nicht damit zu rechnen, daß wir die nötigen Summen noch aus unserem Volke herauspressen fönnen. Bedenklich ist es schon, daß desmal der R e i ch s r a t die Ausgaben n'cht verringert, sondern noch erhöht hat. 3m Reichstage werden erfahrungsgemäß die Ausgaben niemals herabgesetzt, sondern immer nur erhöht. Man kann daher hier mit großer Sorge in die Zukunft sehen. Wenn unsere Finanzwirtschaft gesund bleiben soll, muß diesmal der Reichstag starke Hand anlegen und den Staatshaushalt auf ein erträgliches Maß zusammen st reichen. Ob man hier aber große Hoffnungen hegen kann? Wenn nun eine feste Regierungsbildung nicht möglich ist. bann wird vielleicht der Reichstag aufgelöst werden. Man muß sich aber klar darüber sein, daß damit vermutlich wenig erreicht werden wird. Gerade die drei Parteien, auf die eS ankommt, die Dentschnaiio- nalen. das Zentrum und die Sozialdemokraten, werden sich in ihrer Stärke nicht so nennenswert verschieben, daß eine andere Zusammenstellung möglich fein wird. Vielleicht werden sich aber die Parteien schneller und leichter einigen, wenn sich erst die Zwecklosigkeit einer Auflösung her- ausgestellt hat. Dedaueriich ist eS nur wieder, daß die schwere, sachliche Arbeit, vor die der Reichs an sachlich jetzt gestellt ich. noch erschwert wird durch die Frage der Reg erungsbildung. Sachliche Arbeit allein aber kann uns über die jetzige mehr als schwierige Finanzkrise Hinweghelsen. Wir wollen die Hoffnung noch n'cht sinken lassen, daß es doch möglich sein wird, die Partei! chen Gegensätze vor den drängenden sachlichen Aufgaben zurücktrelen zu lassen. Die Arbeitslosenversicherung. Von Generalsekretär Wilhelm F e ch t, Berlin. Der Reichsarbeitsminister hat dem Reichstag den neuen Gesetzentwurf über Arbeitslosenversicherung zugehen lassen. Das Problem der Arbeitslosenversicherung gehört zu den schwierigsten und dielumstrittensten sozialpolitischen Fragen. Auch der Gesetzentwurf, der Ende Ro- vember vom Rcichsrat eingehend verhandelt worden ist. dürfte von verschiedenen Gesichtspunkten aus beurteilt werden. Schon der Reichs rat nimmt in einer wichtigen Einzelheit, über die noch zu sprechen fein wird, gegenüber dem Re- gierungsentwurs einen abändernden Standpunkt ein. Wichtiger erscheint jedoch, daß der lange erwartete Entwurf nach ausgiebigen Vorarbeiten endlich beim Reichstag vorliegt. Seit 1919 sind verschiedene Gesetzentwürfe über eine vorläufige Arbeitslosenversicherung entworfen Worten. Der vorläufige ReichsteirtschastS- rat hat sich 1922 mit dem Problem sehr eingehend beschäftigt, zu einer Verabschiedung kam es im Reichstag infolge der Inflation nicht, trotzdem damals von feiten der organisierten Arbeitgeber verhältnismäßig weniger Einwände er- 3nbuftric bar; eS ist jedoch eine 3nbuftrie, die noch aufs engste mit dem Handwerk verbunden ist. Heberhaupt ist für Koch das Handwerkliche die Grundlage seines kunstgewerblichen Schaffens. Das ist besonders deutlich an den kunstgewerblichen Erzeugnissen zu erkennen, die religiös-kirchlichen Charakter tragen. 3m Grunde genommen offenbaren fie dieselben Eigentümlich- feiten wie die neuen Schriftgattungen Kochs; fie verbinden Altes mit Heuern. Sie stellen eine Vereinigung überlieferter Formen mit neu- erfundenen bar und bilden so ausgeprägt neuartige Leistungen, denen man ohne weiteres an- sieht, daß sie von einem erstklassigen Stilkünstler herrühren. Aehnlich wie die Schr.ft erscheint auch die religiöse angewandte Kunst, namentlich die Kleinkunst, in ihren Formen vielfach erstarrt; was aber Koch erstrebt, ist eine formale Reubelebung, mit der die seelische Hand in Hand gebt. Alles, was Koch und seine Offenbacher Werkstätte an kirchlichen Geräten, Stickereien, insbesondere an Paramenten usw. auf der Ausstellung bieten, ist unter diesem Gesichtspunkt zu betrachten, und ma# darf Wohl sagen, daß diese Arbeiten berufen find, die kirchliche Kunst zu erneuern, jedenfalls weisen sie Wege in ein Reuland. Die Grundlagen der Kunstanschauun« *gen Kochs lassen sich auch auf das Zeichnen und den Schreibunterricht in den Schulen aus- dehnen. Daher zeigt die Ausstellung eine Reihe von Vorlagen und Arbeiten, die das Ergebnis eines dieser Weife erteilten Unterrichts find. Auch auf diesem Gebiete find die Wirkungen einer gefunden Reform zu verspüren. Die Ausstellung wendet sich nicht nur an Kunstgewerbler, sondern an viel weitere Kreide, an Handwerker Gewerbetreibende. an die Vertreter der Kirchen und an die Lehrerschaft. Es ist zu hoffen, daß sie von den hier genannten Kreisen auch zahlreich besucht wird: sie wird längere Zeit im Dewerbe- mufeum zur Schau gestellt sein. Opium — ©Tuch und Geißel der gelben Rasse. „Ob in der kostbaren Schildpattpfeife des kunstliebenden Mandarins, ob im geschwärzten Bambusrohr des Bürgers oder in der schmutzigen Pfeife deS Landstreichers — allen schenkt das Opium die dreifache Gabe, die die Menschheit hoben wurden, alS daS heute der Fall fein Dürfte. Die Reichsregierung Hal bann von dem Ermächtigungsgesetz Gebrauch gemalt und die gegenwärtige Rege ung der Erwerbelofeitfürorgc geschaffen, die in ihren Grundlagen trotz vieler Aenderungen im einzelnen auch heute noch be- ■ Unausgeglichenheiten in sich, die sich aus ihrem Üebergan.-c)ara:ter ergeben und — wie es in der Begründung zum Gesetzentwurf heißt — von Domperein nur für eine beschränkte Zeit gcwoi.lt und auch nur für sie erträglich waren. Die gegenwärtige Regelung ist eine Mittelstufe zwischen Fürsorge und Ver- sicheiung. Dcitragspslicht und Uxternüfcung stehen in der Srwerbslvseniürforze unverbunden nebeneinander. Während die Dc tragspflicht zur Zeit auf dem Prinzip der Versicherung beruht, ist für die Unterftütjung das Prinzip der F ü r - sorge entscheidend. Danach hat, wer arbeitslos wird, zunächst noch keine Anwartschaft auf Unterstützung erworben, denn diese wirb nur gewährt, wenn der Arbeitslose bedürftig ist. 3n dieser Regelung, die allerdings durch die Praxis gemildert wurde, liegt eine große Hn- gerechtigtcit gegenüber denjeni.-e t Arbeitnehmer- schichten, die sozial höher stehen. Diele Schichten erhalten zum Dank für ihre S-arsamkeit und andere wertvolle Eigenschaften, wenn sie arbeitslos werden, keine llnterftü^ung, während umgekehrt andere Schichten, für die solche Voraussetzungen nicht zutresfen. durch die Fürsorge Alntcrftüi ung bekommen. Die zwci Orum.-fragen zur Einführung der Arbeitslosenfürsorge — ober Versicherung find denn auch erneut in der Begründung des Gesetzes eingehend crör eet. Das Gesetz hat sich für das Versicherungs- Prinzip entschieden. Die Frage, wie weit dadurch eine weitere finanzielle Belastung e.it- steht, ist stark umstritten. Rach der Begründung zum Gesetzentwurf haben amtliche Erhebungen ergeben. daß eine Steigerung von 5 Pro »ent zu erwarten ist. Ob diese Ziffer ausreicht, ist noch fraglich, jedoch scheinen Ziffern, die über 10 Prozent hinausgehen. wohl zu hoch gegriffen. Damit find wir bereits zur Erörterung der Grundlagen des neuen Geseeys selbst gekommen. Die Träger der Arbeitslosenversicherung werden die Lanbesarbeitsloseniassen sein, deren Bezirke sich mit den Bezirken der Landesämter für Arbeitsvermittlung decken. Sitz der Landesarbeitslosenkasse ist das Landesamt für Arbeitsvermittlung. Als Organ dieser Kallen ist ein Ausschuß und ein Vorstand vorgesehen. Bei den Arbeitnebmerrertretungen soll sich mindestens ein Angestellter befinden. Heber den Landes- arbeitslosenkasfen besteht beim Reichsamt für Arbeitsvermittlung eine Ausgleichskasse. Die Frage der Organisation der Zünftigen Arbeitslosenversicherung unterliegt noch gewissen Meinungsverschiedenheiten. Einigkeit besteht darüber, daß die Arbeitslosenversicherung in engster Verbindung mit der Organisation deS Arbeitsmarktes durchgeführt werden muß. Dagegen wird von manchen Seiten vorgeschlagen, die Arbeitslosenversicherung den Behörden der allgemeinen Verwaltung zu übertragen. Reben diesen sollten die Versicherten und ch»e Arbeitgeber durch die Verwaltungsausschüsse der öffentlichen Arbeitsnachweise Mitwirken. Rach Ansicht der Begründung steht dem die Auffassung gegenüber, daß die Arbeitslosenversicherung nur dann ihren wirtschaftlichen und sozialen Zweck erfüllen könne, wenn sie eigene Versicherungsträger besitze, In denen die Beteiligten unter unparteiischer, öffentlicher Führung (also toirt- f christlicher und ös.entlicher Einfluß in einem Organ vereinigt) die Angelegenheiten der Verwaltung ordentlich leite und verwalte. Die Arbeitslosenversicherung könne nicht an den Erfahrungen vorübergehen, die an den anderen Trägern der Sozialversicherung gewonnen worden sind. Von weiterer Wichtigkeit im neuen Gesetz find Personenkreis. Läger der Kosten und die Leistungen der Arbeitslosenversiche- rung. Versicherungspflichtig können nur Arbcit- nehmet fein. Denn der Schadensall ist der Verlust der Arbeitsstelle. 3nfolgebeffen kennt das Gesetz eine freiwillige Selbst- oder Weiter- beglückt: Vergessen der Vergangenheit. Verachtung der Gegenwart und Gl:ichgält-gk it für die Zukunft...3n solchen Worten ist im Orient das Opium gepriesen worden, dies gefährliche Gift, daS mit dem Leben der grlbea Rasse viel enger verbunden ist als Tabak und Alkohol mit dem unfrigen, und das man als „®lüd und Geißel" des Asiaten bezeichnet hat. Der Kampf gegen das Opium ist uralt, und er ist jetzt in ein neues Stadium getreten durch die Durchführung des ,3ntemationcl-n Opium-Ab'ommens". das auch Deutschland bei seinem Eintritt in den Völkerbund angenommen hat. Dr. Arthur Mayer, der sich in einem Aufsatz über ^Völkerbund- Fragen" mit der Bekämpfung des Opiumhandels durch den Völkerbund beschäftigt, betont, daß die Durchführung aller Abmachungen in Deutschland in weitestem Maße gesichert ist. Dagegen kann man gespannt sein, ob die anderen Dertrags- mächte. denen die Hauptaufgabe bei der Unter» drückung der Opiumpest zufällt, sich streng daran halten werden. Heber die Gefährlichkeit des Opiums gehen die Meinungen auseinander; man weiß noch nicht genau, in welcher Form es schädlicher wirkt, ob geraucht oder gegessen, und unter welchen besonderen Bedingungen der Genuß zu den schweren körperlichen und geistigen Schädigungen führt. Vielfach nimmt man an. daß Opium, in mäßigen Mengen und gelegen.lich g noffen. fjarm- loö ist. und hält den mäßigen Opiumgenuß für die gelbe Rasse ebenso unschädlich wie ein gutes Glas Wein für den Europäer Diefes Glück des Opiums, an dem der O.ientale so hängt, verwandelt sich aber bei übermäßigem Gebrauch in eine furchtbare Geißel. Wenn auch über die in China verbrauchten Opiummengen keine genauen Angaben vorliegen, so kann man doch nach den in* Formofa von 3apan durchgeführten Beobachtungen annehmen, daß der chinesische Gewohnheitsraucher täglich etwa 3,5 Gramm verbraucht, das ist daS Siebenfache der deutschen Maximaldolls. Der indische Opiumesser nimmt bedeutend weniger zu sich, aber auch hier wird das Opium so mißbraucht. daß Krankheit und Elend die Folge finb., ganze Länderstriche zugrunde gerichtet und entvölkert tperben. Der Kampf gegen bas Opium ist daher im letzten 3ahrhunderi mit großem Eifer geführt worben, freilich ohne rechte Erfolge, weil immer toieber geschäftliche Rücksichten bie Mahnungen der Moral übertönten. Die Mohn- lultur und der Opiumhandel sind nämlich für die Mittwoch, sy. Januar 1927 Versicherung nicht. Ferner können nur die Personengruppen eingezogen werden, die der ver- sicherun zsmäßigen Vorsorge für den Fall der Arbeitslosigkeit bedürfen. DaS sind in erster Linie diejenigen Arbeitnehmer, die gegen Krankheit versichert sind. Einschränkungen sind vorgesehen für Per!onengrupPen und Deru'Sarten per Land- und Forstwirtschaft. Ferner erfahren eine Ausnahme von der BerficherunaSpfllchtig- kett Personen, die im Lehrverhältniö stehen. Hier tritt d.e BerftcherungSpsttcht erst sechs Monate vor Ablauf bcS Lehrvertrages ein. Sie Hausgehilfen, die in der Erwerbslosenfürsorge noch für beitrag-frei crllärt sind, sollen aus der Versicherung nicht mehr ausgenommen werden. Heber die Kranlenrersicherunarpflicktiten hinaus ist der PerfonenkreiS in zweiscn' er Richtung ausgedehnt. Einmal für die Seeleute und bann für die Angestellten. Die Angestellten s.nd in der Krankenversicherung nur biß zu einer 3ahreS- arbeitSverdienstgrenze von 2.00 Mark. Bei der Lage des Arbeitsmarktes kann man sie nicht ungeschützt lassen, zumal auch die Erwerbslofenfür- ’orge in dieser Frage d i e Versicherung bereits vorbereitet hat. Seit dem 1.3a- nuat 1926 sind alle Angestellten über die Grenze der Krankenversicherung hinaus bis zur Höchstgrenze der Angestelltenversicherung (6000 Mk.) in der Erwerbslosenfürsorge beitragspilichtig und unterstühungssähig. 3nSgcsamt d.rite die Erwerbslosenfürsorge etwa 16.5 Millionen Qlrbeil» nehmet umia'fcn. Der Entwurf sucht die Träger der Versicherung finanziell selbständig zu machen. Die Mittel werden durch die Beiträge der Arbeitnehmer und Arbeitgeber je zur' HÄfte aufgebracht. Da wir aber zur Zeit in wesentlich anormalen Verhältnissen leben und ein Gesetz auf diese nicht aufgebaut werden kann, trennt der Entwurf das Risiko für die Arbeitslosenversicherung .die die Versicherung aus ihren .eigenen Einnahmen tragen soll, und das Risiko für die Krisenunterstützung, die in außergewöhnlichen Rotzeiten für solche Arbeitslosen bestimmt wird, bie entweder ihre Anwartschaft nicht voll erfüllt oder den Anspruch auf Arbeftslosenunlerstühung bereits erschöpft haben. Das Risiko der Krisenunterstützung nimmt der Entwurf ganz auf öffentliche Mittel. Rach den Vorschlägen des Reiches sollen sie drei Viertel für bas Reich, ein Viertel für die Gemeinde betragen, bet Reichörat beantragt dagegen die Gemeinden nur mit einem Reuntel und daS Reich mit acht Reunteln zu belasten. Vielleicht am grundsätzlich wichtigsten ist, daß für die Bemessung der Arbeitslosenunterstützung in Zukunft Lohnklassen eingerichtet werden sollen, die an Stelle der derzeit-igen schematischen Arbeitslosenunterstützung treten. Die Leistungen aus der Versicherung sollen sich in Zukunft nach dem Arbeitsverdienst deS Unter» stützungsberechtigten richten. 3m ganzen sind sieben Lohnklassen vorgesehen, und zwar Lohn- llasse I bei einem wöchentlichen Arbeitsentgelt bis zu 12 Mk., Lohnklasse II von 12 bis 18 Mk., Lohnklasse III von 18 bis 24 Mk., Lohnklasse I V von 24 bis 30 Mk., Lohnklasse V von 30 biS 36 Mk., Lohnklasse VI von 36 biS 42 Mk. und Lohnklasse VII über 42 Mk. Die Hauptunterstützung beträgt In den Klassen I und II 45 v. H. eineS für die Klassen angenommenen LmheltS- lohneS (12 und 15 Mk.), In den Klassen III IV und V 40 v. H. deS angenommenen Einheitslohnes (21, 27 und 33 Mk.). In den Klassen VI und VII 35 v. H. des Einheitslohnes (39 und 42 Mk.). Als Familienzufchlag werden für jeden zuschlagsberechtigten Angehörigen bis zu gewissen Grenzen 5 v. H. des Einheitslohnes gewährt. 3n dieser Bestimmung ist der Kernpunkt der Neuregelung, die Unterstützung nach dem Arbeitsentgelt. der nicht die Rachteile anhaften, die beim Leistungssystem der Erwerbslcllenfür- sorge und ihrer schematischen Regelung entstanden sind. 3n Zukunft wirb die Unterstützung des Arbeitnehmers Im Verhältnis zu seinem früheren Einkommen und damit gerechter fein. Sum Schluß noch eine kurze allgemeine Bemerkung: Die Arbeftslosenversicherung dient, wenn der neue Entwurf Gesetz wird, nicht dazu, beiden größten Erze.:g?r7ei)iete. für Ehina und 3nöien. von ungeheurer wirtschaftlicher Bedeutung. Das meiste Opium wird in China erzeugt, unb bort bürste ber Mohnbau trotz beS kaiserlichen Verbotes im 3ahre 1906. in bem die letzten amtlichen Berichte ausgegeben wurden, nicht sehr wesentlich zurückgegangen sein. Ebenso wirb in 3nbien trotz aller schönen Verspr- chungen ber Englänber zweifellos nicht viel weniger an- gebaut als früher. Die gesamte Wellerzeugung an Rohopium wirb nicht weit hinter 45 M'-ll onen Kilogramm zuürckblciben. Diese M nr-e stellte 1906 einen Wert von. 935 Millionen Mark bar. ber letzt bei ber beträchtlichen Steigerung ber Opium- Preise auf etwa l1/- Milliarbe Golbmark angewachsen ist. Das inbische Opium-Monopol brachte ber inbischen Regierung bis zu B ginn bes Weltkrieges jährlich 7 Millionen Rupien, unb bi ess Einnahmen sind natürlich ein schweres Hinbernis gegen eine wirklich durchgrellenbe Bekämpfung bes Opiumhanbels. Der chinesische unb inbische Mohnpflanzer hat gar keinen Gewinn, denn der Mohnbau ist ein schlechtes Geschäft und wird in 3ndien nur durch bie Erhöhung bet Mohn- Prämien aufrechterhalten, währ-mb in China bie 3nnenprovinzen, die hauptsächlichen Mohverzeu- ger. von 3ahr zu 3ahr mehr verarmen. Rur die Schanghaier und Hongkonger Großhändler haben mit bem Opium Reichtümer gesaw.m llt. Ein großer Teil bes inbischen Opiums wirb in China eingeführt. 3m ganzen werben von ben Opiummengen n/i4 von den Erzeugern selbst verbraucht, wahrenb 3/-u in ben internationalen Hanbll kommen. Davon etwa 75 Tonnen nach Deutschland. Selten ist in einer geschichtlichen Bewegung der Zwiespalt zwischen den Geboten der Sitllichkeit und Hygiene unb ber Gier nach Macht und Gewinn deutlicher hervorgetreten als im Kampf gegen den Opium, der gegen Ende des 19. 3ahr- hunderts von Gladstone energisch ausgenommen wurde, aber bisher nur wenig Erfolg hatte. Rach allen Berichten ist noch am meiften in China vor bem Weltkrieg burchgesetzt worben, wenn auch von keiner burchgreifend-m Bekämpfung bie Rede sein konnte. Der wichtigste Grund für bie Abnahme des Opiumverbrauchs war bie Steigerung der Opiumpreise. Man barf hoffen baß unter der Führung des Döllerbundes bessere Ergebnisse gezeitigt werden. die Arbeitslosigkeit als solche zu bekämpfen. Man sollte sich überhaupt mehr als bisher daran ge- tDÖfjncn, IlnterslühungSmaßnahmen nicht als eine Bekäntpsung der Arbeitslosigkeit zu betrachten. Bekämpft wird jede Arbeitslosigkeit nur durch Arbeitsbeschaffung. Der neue Gesetzentwurf soll aber an Stelle der bisherigen lieber* gangsbestimmungen klare Verhältnisse schaffen. Dabei wird im einzelnen über vieles gestritten werden. Die Grundlage selbst dürfte aber im allgemeinen anerkannt werden. Der litauische Gefahrenherd. Don unserem memelländischen Mitarbeiter. Tilsit. Januar 1927. Die starke Gärung, in der sich seit dem Abschluß des Weltkrieges und der durch die Fr^densvecträge bedingten Neuordnung der Dinge der Osten befindet, hat durch den Staatsstreich in Litauen neuen Ausdruck gesunden. Die Gründe für die Umwälzung waren innerpoli'.ischer Natur und in der Hauptsache beki'.gt durch die ungünstige Wirtschaftslage und di» schwierigen Finanzverhältntsse. in benen_ sich wie die meisten der von Nußland losgelösten Oststaaten auch Litauen befindet. Ob und in- wiewetl als außenpolitisches Moment der Vertrag mit der Sowjetregierung, den die nach den letz:en litauischen Wahlen zur Herrschaft ge- long e >m Oktober vorigen Jahres abgeschlossen halte und der innenpolitisch eine reger: CC i.kett der Kommunisten auslöste, bei dem Umsturz, durch den sich die litauische Rechtslrcise in den Besitz der Macht setzten, eine Nolle gespielt hat. läßt sich schwer ab» schätzen. Ebensowenig läßt es sich Voraussagen, ob i i? yurch die Umwälzung geschaffenen Verhältnisse, die ihren Ausdruck fanden in der Wahl Professor S m e t o n a s zum Staatspräsidenten, gewissermaßen als Legalisierung des Staatsstreiches, und in der Bildung des Kabinetts Woldemaras, von Bestand sein werden. Jedenfalls ist die Lage von einer Stabilisierung noch weit entfernt und das um so mehr, als sich das Kabinett auf eine feste Parlament tarische Mehrheit nicht stützen kann und. auf Kompromisse angewiesen ist. Mil einem fest umri»nen Programm über die von ihr zu versolgende Politik ist die neue Negierung bisher nicht hervorgetreten, doch ließen ©rtiärungen des Ministerpräsidenten Woldemaras erkennen, daß in außenpolitischer Bezi.hung eine Kursänderung nicht geplant sci Das bedeutete auf der einen Seite Beibehaltung der antipolnischen Einstellung, solange die W i l n a f r a g e nicht im litauischen Sinne gelöst sei, auf dec anderen Seite Aufrechterhaltung des Vertrages mit der Sowjetregierung und Pflege freundschaftlicher Beziehungen zu Moskau. Gegenüber Memel wollte die neue Negierung ihre Politik auf eine größere gegensei.ige Verständigung stützen. Und was die D^iehungen zu Deutschland anbelangte, so konnte man nach dem, was der Ministerpräsident und Außenminister Woldemaras am 20. Dezember in Kowno den Vertretern der Presse gegenüber eröffnete, darauf schließen, daß die Staatsumwälzung dieser nur förderlich sein würde, zumal auch der Staatspräsident Emetona sich zur Zeit der deutschen Okkupation während des ■ Krieges zum mindesten nicht deutschfeindlich und auch später als Negierungskommissar in Memel 1 für die Wünsche der Bevölkerung ein gewisses y Verständnis gezeigt hatte. Wenn es aber je einer Negierung gelungen ist, sich zwischen alle überhaupt nur vorhandenen Stühle zu setzen, so ist dies in der kurzen Zeit seiner Amtsführung dem Kabinett Woldemaras gelungen, lind damit gewinnt die Staatsumwälzung in Litauen erhöhte außenpolitische Bedeutung. Kaum war die neue Negierung Gebildet, da sollte die Ausweisung von rei reichsdeutschen Nedakteuren auS Memel und Hehdekrug erfolgen. Konnte man zuerst annehmen, daß es sich nur um eine Eigenmächtigkeit des Kriegskommandeurs im Memelgebiete handelte, so wurde diese Erwartung getäuscht durch die reichlich naive Erklärung des zu Jnformationszwecken nach Memel gekommenen Ministerpräsidenten, daß die Ausweisungen nur »lokalen Charakter" trügen und die amtlichen Beziehungen zu Deutschland nicht berührten. Und das, obwohl Herr OerFroschmitderMaske Roman von Edgar Wallace. 44. Fortsetzung. Nachdruck verboten „Offenbar ein Frosch!" sagte Elk und war außer sich vor Freude zu hören, daß eine Photographie des Mannes existiere, die ihren Ursprung in einem weitschweifigen und harmlosen Sßijj, dessen Objekt die Köchin war, gesunden hatte. Der Spaß hatte darin bestanden, daß man Im Arbeitskorbe der Köchin eine Photographie des häßlichen Mannes ouffinden sollte, zu welchem Zwecke der jüngste Lakai eine Momentaufnahme gemacht hatte. „Kennen Sie ihn?" fragte Dick, indem er das Bild betrachtete. Elk nickte. „Er ist schon durch meine Hände gefangen und ich glaube nicht, daß es mir schwer allen wird, mich seiner zu erinnern, obgleich mir ür den Moment sein Name entfallen ist." Die Nachforschungen im Statistikbureau offenbarten bald die Identität des Flüchilings, und es erschien eine Vergrößerung des Bildes, der Name des Dieners, die Namen, die er früher getragen hatte und die allgemeine Charakteristika in allen Abendblättern. Einer der Diener gab an, den Schuß gehört zu haben. Aber er war der Meinung gewesen, es sei nur eine Türe zuaeschlagen worden, ein verzeihlicher Irrtum,, denn Herr Maitland besah die Gewohnheit, alle Türen schmetternd zuzu- schlaaen. „Maitland war ein ganz richtiggehender Frosch", berichtete Elk, nachdem er den Leichnam hatte in die Totenhalle überführen lassen. „Auf dem linken Handgelenk ist er wunderschön dekoriert, der Frosch sitzt ordnungsgemäß ein bißchen schief. Nebenbei gejagt, ist das einer der Punkte, den Sie mir nie aufgeklärt haben, Kapitän Gordon. Warum es schick ist, aus dem linken Handgelenk tätowiert zu sein, das kann ich noch verstehen, aber warum der Frosch nicht gerade tätowiert wird, das wird mir nie klar werden." Der vermißte Lakai hotte am Nachmittag ein Telegramm erhalten. Man entsann sich dessen erst, nuchdcm Elk in die Polhcidirektion zurückgckchrt war. Ein Telephonanruf beim Dezirkspostamt brachte eine Kopie der Drahtnachricht. Sie lautete Woldemaras wissen mußte, daß gerade die Memelfrage bei den deutsch-litauischen Beziehungen die ausschlaggebende Nolle spielt. Auf bie deutscherseits erhobenen Vorstellungen ist b:e Ausweisung dann bisher nicht erfolgt, aber auch formell nicht zurückgenommen worden. Daß die vorläufig verhinderte Ausweisung der deutschen Nedakleure nichts anderes bezweckte als die völlige Mundtotmachung der deutschen Presse im Memellande, da es memelländische Journalisten sonst nicht gibt und neuen reichsdeutschen Journalisten selbstverständlich die Einreiseerlaubnis nicht erteilt werden würde, ist ohne weiteres klar. Aber auch im übrigen zeigt dir neue Negierung, daß sie genau wie die bisherige sich über die dem Memellande durch die Memel» konoen ton üe;b rieften Arche hinaegzusetzen und die von jeher verfolgte Bedrückungs- und Ent- nationalisierungspolitll fortzusetzen gewillt ist. Zunächst ist der bisherige Gouverneur des Memelgebietes Schalkaukas, der als Vertreter dec gestürzten Kownoer Negierung seine Demission eingereicht hatte, auf seinem Posten belassen worden. Schalkaukas aber war es. der den Memelländern das vom memelländischen Landtage gestürzte Landesdirektorium Falk aufzwingen wollte. Die Ablehnung dieses Direktoriums. in dem u. a. der Großlitauer Borchert saß. durch den Landtag, in dem bekanntlich von 29 Abgeordneten die deutschgesinnten Parteien 27 Sitze inne hatten, hat den Gouverneur aber nicht gehindert, das Memelland erneut und in noch verstärktem Maße herauszusordern. indem er ohne Fühlungnahme mit den Landtagsparteien den Großlitauer Schwellnus zum Präsidenten des Landesdirektoriums ernannte. Wenn Schwellnus seinerseits wieder zwei Großlitauer. den abgelehnten Borchert und einen anderen Großlitauer zu seinen Mitarbeitern bestellt hat, so ist das eine unerhörte Provokation durch die litauische Negierung, die damit zeigt, daß fte es zu einem Einvernehmen mit dem Memelland nicht kommen lassen will und ihre Litauisierungs- bestrebungen in dem zu 99 v. H deutschen Memel- gebiet fortzuseyen beabsichtigt. Selbstverständlich wird der memeliändische Landtag diesen neuen Angriff gegen das Memelstatut und die verbrieften Rechte der Memelländer zurückweisen und das Landesdirektorium Schwellnus ebenfalls ablehnen. Allem Anschein nach arbeitet man in Kowno auf eine Auflösung des Landtages und auf Neuwahlen unter dem Druck des Kriegsrechtes. der die Presse knebelt und alle bürgerlichen Gerechtsame aufhebt. hin. Ihren Zweck allerdings wird die Kownoer Regierung nicht erreichen, denn je starker ihr rechtswidriger Druck sich geltend machen wird, desto mehr wird der Widerstand des Memellandes gegen die Bedrückungspolitik wachsen, lind schließlich ist die Hoffnung auch nicht ganz unberechtigt, daß der Völkerbund, dem ja jetzt auch Deutschland angehor! und der über die Innehaltung der Memelkonvention zu wachen hat, noch ein Wörtchen mitspricht. Daß vom Deutschen Reich mit Litauen keinerlei politische und wirtschaftliche Verhandlungen geführt werden, solange nicht die Ausweisungen offiziell zurückgenommen und darüber hinaus die unerhörte Bedrückungspolitik gegenüber dem Memellande eine Qlenberung erfährt, ist selbstverständlich. Wie mit dem Deutschen Reich, so hat sich die Regierung Woldemaras auch zu S o w j e t r u ß- land in scharfen Gegensatz gesetzt. Die litauische Regierung, die, wie es an sich ihr gutes Recht ist, gegen die Kommunisten im eigenen Lande mit aller Schärfe vorgeht, hat vier Kommunisten erschießen lassen, was in Moskau natürlich einen Sturm der Entrüstung beroorgerufen und zu der Ankündigung der Möglichkeit einer Kursänderung Anlaß gegeben hat, dahingehend, daß man Litauen zugunsten einer Annäherung an Polen fallen lassen könnte. So hat Kowno den Draht sowohl nach Berlin wie nach Moskau reißen lassen, obwohl jede litauische Regierung, die nicht durch einen Ausgleich mit Polen eine völlige Schwenkung ihrer Außenpolitik beabsichtigt, wofür im Augenblick noch keine Anzeichen vorliegen, zwangsläufig auf gute Beziehungen zu Deutschland und Rußland Wert legen müßte. Polen andererseits aber hat noch keineswegs seine Absichten auf Litauen aufgegeben. Unter Umständen kann also die Staatsumwälzung in Litauen mit all ihren Auswirkungen zu schwerwiegenden Komplikationen und einer Aufpollung des gesamten Ostproblems führen. Oberhessen. Lanvtrcis Gictzcn. X Klein-Linden, 18. Jan. Am Sonntag hielt der hiesige K r ie g e r oe r e i n leine diesjährige Hauptversammlung ab. Aus dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß die Tätigkeit des Vorstandes im abgelaufenen Jahre recht befriedigende Ergebnisse gezeuigt hat. In den Vorstand gewählt wurden Polizerdiener Kam. Jung als 2. Vorsitzender, Kam. Fischer als Schriftführer und die Kam. PH. Jung und L. Viehmann als Beisitzer. Im Lause des Winters soll noch eine Veranstaltung mit Licht- bildervorträgen stattfinden. I—! ®aubringen, 18. Jan. Am Samstag hielt der Gesangverein Saubringen seine Jahresschluß-Versammlung ab. Der seitherige Vorstand (I.Vors. Wilh. Roth, Schrists. Karl G r ö l z. Rechner H. L a t s ch) wurde wiedergewählt. Die Rechnungsablage ergab trotz der starken Ausgaben im letzten Jahre einen Ueberschuh. Um die allgemeine große „ Festseuche" nicht allzu stark zu fördern, wird sich der Verein zukünftig an Festlichkeiten nur solcher Vereine beteiligen, die ihn bei fernem letztjährigen Feste unterstützten. Ein öffeniliches Konzert, das nächsten Monat stattfindet, soll die Winterarbeit des Vereins zeigen. i Allendorf a. d. Lda., 18. Jan. In der Gastwirtschaft zum Bahnhof dahier fand am Sonntag eine D ir i g e nten-Ta g ung des „Lumdatal-Sängerbundes" unter Vorsitz von Lehrer Eberle, 2rei8,_ statt, die in Ausführung der Beschlüsse des Sängertages die Aufgabe hatte, die Chöre für das im Juli in Geilshausen stattfindende Bundeswertungssingen zu bestimmen. Nachdem die Gesichtspunkte festgelegt waren, unter deren Berücksichtigung die Auswahl geschehen sollte, bestimmte die Versammlung einstimmig als Pflichtchor: »Mei Lieb, das ist ein Röselern" von I. Eberle und als Massenchor: »Mein Vaterland" von C. A. Mangold, einem in der letzten Hälfte des vorigen Jahrhunderts in Darmstadt führende^, jetzt unverdienterweise leider fast vergessenen, Komponisten. Ferner soll jeder Bundesverein den »Deutschen Sängergruß" von Methfessel einüben. Die Bestimmung des Kritikers für das Wertungs- fingen soll dem Gesamtvorstand überlassen werden. Damit das Proben des Massenchores am Festtag selber nicht zu lange aufhält, sollen mehrere benachbarte Vereine an vorher bestimmten Tagen zu gemeinsamem Proben unter Leitung von Lehrer Eberle zusammenkommen. • Londorf, 18. Jan. Der hiesige Turnverein hielt am Samstag feine Jahres- h au ptverfammlung ab. Auch das verflossene Jahr brachte dem Verein bei Turnfesten wertvolle Siege. Bei der Vorstandswahl wurde Georg B e r l in zum Rechner, Heinrich Schäfer zum Zeugwart und H. Becker und Wilhelm Haffeibach zu Kontrolleuren gewählt; die übrigen Vorstandsmitglieder blieben im Besitze ihrer Aemter. Einstimmig wurde beschlossen, mit der Gemeindeverwaltung zwecks Schaffung eines Sportplatzes in Der- binining zu treten. v. Londorf, 18. Jan. Am Sonntag abend hielt Herr Heine von derLigazumSchuhe der deutschen Kultur hier einen durch zahlreiche Lichtbilder erläuterten interessanten Vortrag über „Die Siedelungsmöglichkeiten in Rußland für Deutschland". Nach dem Vortrag erfreute der Redner das dankbare Publikum durch einige Lieder zur Balalaika. Hs. Burkhardsfelden, 18. Jan. Nachdem unsere Pfennigsparkaffe 1923 der Inflation zum Opfer gefallen war, wurde sie im Januar 1925 in Anlehnung an die Bezirks- fparkasse neu ins Leben gerufen. Der Versuch ist in glänzender Weise gelüdt. Vorige Ostern konnten an die Konfirmanden bereits 310 Mk. ausbezahlt werden. Zur Zeit weist das gemeinsame Sparlassenheft 2100 Mk. auf. so daß durch die außerordentlich rege Spartätigkeit von nur zwei Klassen in zwet Jahren über 2400 Mark zufammengekommen sind. Für unser lleines Dors gewiß ein erfreuliches Ergebnis. ch ©rüningen, 18. Jan. Die Unternehmer die Au tost recke H o l z h e i m—G eßen haben, da die bisher benutzten Auto-Omnibuise wegen öfterer Reparaturen den Betrieb nicht bewältigen konnten, einen neuen Wagen an- geschafft, der von der Firma Benz geliefert sehr einfach: „Schluß machen und verschwinden!" waren die drei Worte ihres Inhalts. Die Botschaft trug keine Unterschrift. Sie war um zwei Uhr beim Tempelpostamt eingereicht worden, und der Mörder hatte keine Zeit verloren, seine Instruktionen aus» zuführen. Maitlands Bureau war in Händen der Polizei und eine systematische Untersuchung der Dokumente und Bucher war im Gange. Um sieben Uhr abends begab sich Elk nach Fitz- roy Square, und Johnson öffnete ihm mit erstaunter Miene die Türe. Elk sah den Gang mit Möbeln und Packkisten angefüUt und erinnerte sich, daß Johnson ihn am frühen Morgen von seinem bevorstehenden Umzua unterrichtet hatte. „Sie sind schon gepackt?" Johnson nickte. „Ich gehe sehr ungern von hier fort," sagte er. „Aber es ist hier leider viel zu teuer für mich. Es scheint, als ob ich nie eine andere Stellung bekommen sollte und ich möchte dieser Möglichkeit vernünftig ins Gesicht sehen. Wenn ich in Balham wohne, kann ich recht bequem leben und ich habe nicht viel kostspielige Liebhabereien." „Und wenn Sie sie haben, so können sie ihnen jetzt nach Belieben frönen", sagte Elk. „Wir haben das Testament des Alten gesunden. Er hat Ihnen alles vermacht." Johnson riß Mund und Augen auf. „Machen Sie einen Witz?" fragte er. ,Lch mar noch nie in meinem Leben fo ernst. Der Alte hat Ihnen alles, bis auf den letzten Pennn vermacht. Hier ist eine Testamentsabfchrift. Jcy dachte mir, daß Sie sie gerne sehen würden." Er öffnete seine Brieftasche, zog ein Papier heraus und Johnson las: ,£d), Ezra Maitland wohnhaft in Eldor- ftreet Nr. 193, Grafschaft Middlesex, erkläre dies als meinen letzten Willen und verfüge formell, daß alle anberen Testamente und Kodizille zugunsten dieses hier für ungültig erklärt werden. Ich vermache meinen ganzen beweglichen und unbeweglichen Besitz, alle Ländereien, Häuser, Urkunden, Anteile an Aktiengesellschaften jeglicher Art, alle Anwartschaften, allen Schmuck, Autos, Wogen, also meine ganze gesamte Habe ausschließlich Philipp Johnson, liitzroy Square Nr. 471, Beamten in London. Ich erkläre, daß er der einzige ehrliche Mensch ist, den ich je in meinem langen, f ummer- vollen Leben angetroffen habe und ich weise ihn an, sich mit der unermüdlichsten Sorgfalt der Vernichtung der Organisation zu widmen, die als jene der Frösche bekannt ist und die vicrundzwan- zig Jahre lang große Summen von mir erpreßt hat." Es war In einer Johnson vertrauten Handschrift unterzeichnet und von zwei Zeugen kontrajigniert. deren Namen er kannte. Johnson setzte sich nieder und schwieg eine lange Zeit hindurch. „Ich habe in den Adendblätern von dem Mord gelesen," sagte er nach einer kleinen Weile. ,Lch bin auch zum Hause hingeganaen, aber die Polizisten haben mich an Sie gewiesen und ich wußte, daß Sie viel zu beschäftigt seien, als daß ich Sie hätte stören mögen. Wie ist er getötet worden?" „Erschossen!" sagte Elk. .Haben Sie den Mann gefangen?' „Wir werden ihn wohl morgen früh haben," saate Elk mit Uebcrzeugung. .Jetzt, da Balder sitzt, gibt es ja niemanden, der die Frösche warnt, wenn wir ihnen nachstellen." » „Es ist wirklich schrecklich," sagte Johnson nach einer Pause. „Aber das hier," und er sah das Papier an, „hat mir den Rest gegeben. Ich weiß nicht, was ich sagen soll,? Hätte er es doch nicht getan", seufzte Johnson mit Ausdruck. .Ich hasse so groß- Verantwortung. Mein Temperament ist nicht danach angetan, daß ich so große Geschäfte zu führen vermöchte. Nein, ich wollte wirklich, er hätte es nicht getan." „Nun? Wie hat er es auf genommen?" fragte Dick, als Elk zurückkehrte. „Er ist absolut kopfscheu geworden." sagte Elk. „Armer Teufel! Er hat mir geradezu leid getan und ich hätte in meinem Leben nicht geglaubt, daß mir einer leid tun könnte, der zu so einem Haufen Geldes gekommen ist. Er war gerade im Begriff, m die billigere Wohnung umzuziehen, als ich ankam. Er wird wohl nicht in das Palais des Prinzen von Eaur übersiedeln.---Aber die Veränderung in Johnsons Lebensführung mag wohl auch eine solche für Ran Bennett zur Folge haben, Haden Sie das bedacht. Herr Hauptmann?^ ,Ja, ich habe an diese Möglichkeit schon gedacht," sagte Dick kurz. Am Nachmittage hatte Dick eine Unterredung mit dem Chef der Staatsanwaltschaft, die auf Balder wurde. Der Wagen enthält 35 Sitzplätze. Man Darf annehmen, daß nunmehr eine befriedigende Bewältigung der Derkehrsansprüche möglich ist. bs. S t e i n h e i m b. Hungen, 18. Jan. Seit einiger Zeit treibt ein Baumf reble« in hiestger Gegend sein Wesen. Nachdem in der Kirmesnacht vier wüchs.ge, der Gemeinde gehörige Stämmchen an dem Feldwege nach Ober» Widdersheim abgeln.ckt wurden, ereignete sich bald darauf ein weiterer Rohe.tsakt, indem an der Unter-Widdersheimer Straße drei Apfelbäumchen rundum engefebrüten und entrindet tourten. Eifrige Nachforschungen seitens der Polizeibehörden führten zu keinem Resultat. Vor einiger Zeit wurde eine im vergangenen Herbst eingerichtete Daumanlage von acht Ztoetschen- bäumen von einem Wüstling heimgefucht. der gewaltsam fünf Stück die Kronen abbrach. ES wäre höchste Zeit, daß dem Täter das Handwerk gelegt wird. — In der letzten Gemeinderatssitzung wurde die Besoldung der Gemeindebeamten behandelte -Schon Ende September des Vorjahres waren entsprechende Beschlüsse gefaßt worden, gegen die aber von den Beamten Widerspruch erhoben wurde. Man einigte s i ch nun auf folgende Gehälter: Bürgermeister 1200 Mk., seither 1670 Mk., Gemeinderechner 1000 Mk., seither 13£0 Mk., Pvli- zeidiener 570 Mk. gegen 624 Mk. und Feldschütz 930 Mk. gegen seither 1680 Mk. Bürgermeister und Rechner erhalten dazu noch den Ersatz der Portokosten. Diese Abmachungen entsprechen einer Gehaltskürzung von 12 bis 34 Proz. und treten ab 1. Januar 1927 in Kraft. — Die Erbauung einer W a f f e r l e i t u n g mit Kanalisation kommt nun bestimmt in diesem Jahre zur Ausführung. Pläne und Voranschlag sind in Ausarbeitung. Sobald die Berechnungen vorliegen, wird entschieden, ob man ein eigene» Pumpwerk errichtet, oder Anschluß an das Prv- vinzialwasserwerk nimmt Kreis Friedberg. 4 Bad-Nauheirn, 18. Jan. Eine größere öffentliche Pestalozzi-Feier bereitet der hiesige Dildungsverein für den 17. Febr. vor. Die Ausgestaltung der BortragS- folge haben die Schulen übernommen. Kreis Büdingen. bS. Nidda, 18. Jan. Die neue Starkstromfernleitung auf Detonmasten Wölfersheim—Häuserho s—Wasserwerk Inheiden mit Abzweigung nach hier wird in den ersten Tagen unter Strom gesetzt. Die Spannung beträgt 20 000 Bolt: sie kann jedoch auf 60 000 Bolt gesteigert werden. △ Unter-Schmitten, 18. Jan. Der Landwirt Dietrich Georg hier vertauschte seine H o s r e i t e gegen dieicnige des Metzgermeisters Müller dahier und erhalt außerdem noch 3500 Mark bar. Auch hat der neue Besitzer alle Kosten des Tausches zu tragen. Müller beabsichtigt in dem neu erworbenen Haus sein Geschäft zu vergrößern, wozu die Hofreite recht geeignet erscheint. Früher bestand darin eine Gastwirtschaft und Spezerei- Handlung. le. Bleichenbach, 18. Jan. Unsere am 18. Mai 1925 gegründete Schulsparkasse, die an den hiesigen Raiffeisenverein angeschloffen ist. zeigte auch im abgelaufenen Jahre eine erfreuliche Entwicklung. Sie geht bei annähernd 70 Sparern mit einem Guthabenfaldo von 722 Mk. in das neue Geschäftsjahr. Auch die Spartätigkeit der Erwachsenen ist bei dem Verein reger geworden. Wenn auch die Gesamtsumme der Einlagen von rund 10 000 Mk. nicht gewachsen ist, so verteilt sie sich in 1926 doch auf eine größere Zahl von Mitgliedern als 1925. — Der hiesige Gesangveretn, der seit einigen Wochen unter der Leitung deS Lehrers ©inner steht, bot am Sonntag unserer öin- wohnerfchaft einen wohlgelungenen Unterhal- tungsabend. Don den gesanglichen Darbietungen waren es besonders die Volkslieder, die außerordentlichen Beifall fanden und deren freundliche Aufnahme auf das eigentliche Arbeitsfeld der ländlichen Gesangvereine hinweist. Aus dem Niddatal, 18. Jan. Die Grippeerkrankungen sind in den Dörfern desTales in der Z u n a h m e begriffen. In der Hauptsache sind es Kinder, vereinzelt auch gan e Familien, die daran niederliegen. Die Krankheit verläuft gutartig, fo daß in den meisten Fällen kaum ärztlicher Beistand notig wird. Bezug hatte. Der Chef stimmte seinen eigenen Befürchtungen bei. „Ich sehe keine Möglichkeit, wie wir «in auf Mord lautendes Urteil erzielen sollen," saate er. „Obgleich es so klar wie das Tageslicht ist, daß er Mills vergiftet hat und für das Bombenattentai verantwortlich ist. Aber man kann jemanden nicht auf bloßen Verdacht hin hangen. Sogar dann nicht, wenn' der Verdacht nicht den geringsten Zweifel übrig läßt. Wie meinen Sie wohl, hat er Mills umgebracht?" „Mills war erkältet," sagte Dick. „Er hat schon den ganzen Weg im Auto gehustet und Balder gebeten, das Fenster zu schließen. Balder hat das Fenster geschlossen und dem Manne eine Blausäuretablette zugesteckt, indem er vorgab, daß es ein Mittel gegen Erkältung wäre Er war durchaus natürlich für Mills, die Pastille zu nehmen. Ich bin ganz sicher, daß es sich so abgespielt hat. Wir haben Balders Haus in Slough durchsucht und ein Duplikat des Schlüsselbundes gefunben, darunter auch einen Schlüssel zu Elks Safe. Balder kam zeitig am Morgen her und legte die Bombe, da er wohl wußte, daß Elk die Taschen nochmals öffnen würde." „Und bann hat er Hagn zur Flucht verholsen," nickte der Staatsanwalt. „Und das wer noch viel einfacher," erklärte Dick. „Ich vermute, daß der Inspektor, den man um halb drei Uhr hinausgehen gesehen hat, Hagn war. Als Balder in die Zelle ein««lassen wurde, hatte er unter Seinen Kleidern die Jnwektorsuniform getragen und lütte die nötigen Handschellen und Nachschlüssel mit ir ist ja nicht untersucht worden. Und dafür bin ich ebenso verantwortlich wie Elk. Die Hauptgefahr, in der wir schwebten, bestand in Balders Intimität mit uns und der Möglichkeit, dem Frosch sofort jebe Bewegung. die wir machten, mitzuteilen. Sein Name ist Kramer. Er ist gebürtiger Litauer. Er wurde aus Deutschland im Alter von achtzehn Jahren reoolutionärer Umtriebe wegen ausgewiesen, zwei Jahre später kam er nach England, wo er eine Stellung bei der Polizei zu erhallen wußte. Dann er mit den Fröschen in Kontakt kam, weiß ich nicht. Aber es ist durch Beweise erhärtet worden, daß der Mann in verschiedene ungesetzliche Operationen verwickelt war. Ich fürchte, daß es ungeheuer schwer halten wird, ihn des Mordes zu überführe»." (Fortsetzung folgt) 'Hält ,e teu»en ’Okt, *ngeM* erhoben tJ^6011 WStejS °ZrSL ftfiäS wssftft Berechnungen vor- ).en- ob man ein eia«#« J« NM an das N Friedberg. ’m1, ft’ .1S- 31n- Tine grd- .^ungsverein für den Ausgestaltung der (Botttaal* uen übernommen. Vüdingen. San. Die neue Stark» g auf Detonmasten Ml» -Wafferlrer/ Inheiden mit ■ wird in den ersten Tagen Die Spannung betrügt n jedoch auf 63000 M Uten, 18.San. Der Land» hier vertauschte seine ieMige des Mebgermeisters । erhält außerdem noch 3500 der neue besitzet alle Kosten en. Müller beabsichtigt in dem S (ein Geschäft au vergröbern, echt geeignet erscheint. Früher Gaftwirsjchast und Lpezerei- bach, 18. San. Unsere am rdele Schulsparlass«, die iffeifenverein angelchlossen ist. 'iaufencn Jahre eine erfreu» Sie geht bei annähernd 70 ®ut&abcnlaU>D t>on Z22 M. slsjahr. Auch die Spar» rwachsenen ist btt dem ,eit Denn auch dirGesaml» . von rund 10 «0 M erteilt he st- in 1926 doch chl von Milglredern als IW. sanavereln, der fett euu - der Leitung des Lehnrs lt am Sonntag unserer S'n mohlgelungenen Unte^aU Son den gelanMen Db -MW- Gesangvereine hlnveiw Sibbofa(t18.3am^ > sind.^InÄHaupt/ache „eiAit auch gan^e «E Sm"11»«“ » * «Ml# W » * ”V*»**' 6r hat IdK» let," Auto gfi'^er tu schließen. =°T ywiaufr < Wnnk,finL; « ein * iut * ^5 jÖspgsAs (Fils m Da f“ seine 25- jährige Gründungsfeier ab. Der Verein wurde von Oberiealle'rcr Gerhard gegründet. Aach dem Tegrü urg^chor der Sänger, der De- grüburg der Festgäste durch den Vorsitzenden. Schmi:demeister Kopp, einem Prolog. Chorgesang und Duett, hielt Dekan Völp die Festrede, worin er in längerer, geistvoller Ausführung die Bedeutung und den Wert des Gesanges erörterte. 3m Anschluß an einige weitere Chorgesänge des Vereins sand die Ehrung der 42 3 u b i I a r c, der Mitbegründer dcS Vereins, statt. 3eber erhielt eine prächtige silberne Gedächtnismedaille mit entsprechender 3n- schri t. 3m (Hamen der 3u5llarc dankte Oberreallehrer Gerhard, der hochverdiente Gründer des Verein-, für die Ehrung. Er bot dann eine kurze Geschichte der GntwiÄung des Vereins. Dieser ging hervor auS einer Ge - fang'4ableilun g deS hiesigen Turnvereins, die sich 1898 bildete. Aach drei 3ahrcn wurde der Verein begründet, dessen erster SLigen! Olerrealiehrer Gerhard wurde. Er airfie als solcher biS zu Beginn des Krieges und legte ans besonderen Gründen (fein hoffnungsvoller einziger Sohn fiel kurz vor Ende des Weltkrieges) sein Amt nieder. AlS Dirigenten folgten dann di: Lehrer Gimpel, Moxler. Schneider. Ferner verlas Oberreallehrer G. die (Hamen der 13 im Krieg gebliebenen Mitglieder beS Vereins. 3n6bejonbere dankte er noch für die wertvolle Unterstützung und zielbewußte Führung der Vorsitzenden des Vereins (Friedr. Desch, Doll, Kraft, Kopp), indem er die Mitglieder aufsorderL, an den hohen Zielen ihres Bundes allez, i. treu sestzuhallen. Den zweiten Teil der Festsolgc bildete die Vorführung l e - bender Bilder mit Gelang. Um diesen Teil machte fich besonders Uhrmacher P o t h verdient. Alle Chöre zeugten von trefflicher Schulung der Sangcsbrüdcr. Den dritten Teil der Festfolge lildete ein munterer Tanz. ♦ Ulfa. 18. Jan. Seit gestern hat sich der Fahrplan des Perlon en aulos des ZweckverbandeS Hungen-Schotten etwas geändert. Ab Hungen 3.40 fährt nun bet Wagen bis Eichclsdorf, hier ben Anschluß an ben Fünsuhrzug nach Scholten erreichend. Aach Eintreffen des von Schotten in Cich.'lsdors 6.03 ankommenden ZugeS macht er noch eine Fahrt nach Hungen unb ermöglicht bann toieber um 9.12 In EichclSdors ble Benutzung bes Abenbzuges bis Schotten. Die geplante Stationierung bes Autos in Schotten (seither behelfsmäßig in Eichelsdorf) bürste sich wegen bet abends unb morgens nötig toerbenben Leerfahrten Eichclsdorf—Schotten unb Schottert— EichelSbors nicht empsehlen Am zweck- mähigsten erscheint die dauernde Unterbringung des WagenS in Eichelsdorf, da auch der Wagen- süh'er dort wohnt. Auch die bereits erwogene Linienführung Ul'a—Stornfels—Einartshausen— Schotten ist - so schmerzlich dies für die abgelegenen Dörfer StornfelS und Ginartshaufen ist — nicht durchführbar, weil dann die zahlreichen Benutzer des Wagens aus Ulla der billigeren Bahnlinie im ABoalale ben Vorzug gäben Die Mitfahrenden auS den genannten beiden kleinen Ortschaften dürften den entstehenden Ausfall nicht aufwiegen. Die Autolinie Hungn—EichelSdorf. die überb'.es durch die billigere Bahnfahrt Hungen — Eichelsdorf bedroht ist. kann sich nur halten, wenn sie nach kaufmännischen Grundsätzen verwaltet wird, und dies schließr eine Verlängerung der Linie ab Ulsa nach Schotten aus. Die etwas zu knapp bemessenen Fahrzeiten machen eine etwas spätere Ankunsl des Zehnuhrzuges in EichelSbors wünschenswert. Auch erscheint ber Dienst bes Wagenführers, der sich von morgen« 6,15 Li« abends 9,15 säst ununterbrochen auf b:m Führersitze befindet, zu schwer. Sin Ausbau der Linie von Eichelsdorf eichelaufwärts über Eschenrod nach Schotten und Einstellung eines zweiten Wagens könnten diesem Mißstände abhelfen. ♦ Eichelsdorf, 18. Jan. Am Sonntagabend veranstaltete unsere Freiw. Feuerwehr. die seit etwa einem 3ahre besteht, einen Theaterabend, der von Auswärtigen unb Einheimischen sehr gut besucht war. Ernstes unb Heiteres wurde glänzend dargestellt. Tiefe Eindrücke hinterließ der Mehrakter „Ter Hölle von Marokko entronnen", dessen erschütternde Bilder aus dem Leben des Fremdenlegionärs die deutsche Jugend eindringlich vor den Eintritt in Frank- reichs Fremdenheer warnen. ♦ Rain rod, 18. Jan Am Sonntagabend hielt, im Auftrage der Kriegerkameradschaft «Has'ia" der frühere Schuhtrupplcr Major a. D. Krause d ' Avi« in unserem Kriegerverein einen sehr beifällig aufgerommenen Dortrog über unsere ehemalige Kolonie Kamerun, die den Wert dieses Landes unb aller unserer verlorenen Kolonien herausstellle und bie Wieder- gewinnung von Kolonialbesitz als Lebensnvtwen- bigkeit für daS Deutsche Reich betonte. Ib. Aus dem Vogelsberg e, 18.3an. Schneeschmelze unb Regenfälle liefern eben dem Vogelsberger Dauer viel Wasser zum Bewässern der Wiesen. Es ist aber leider festzustellen, daß die- kaum in sachgemäßer Weise geschieht. Trotz aller Aufklärungsarbeit der Landwirtschaftsämter wässert man meist noch so. wie dies zu Urgroßvaters Zeiten üblich war. Man seht seinen Stolz darein, das Wasser, ohne seine Geeignetheit zur Düngung und die Witterung zu beachten, wochenlang über seine Wiesen fluten zu lassen. Das »Wasser» nehmen" ist geradezu ein Sport, der manche Aachtstunde kostet unb nicht allzu selten sogar zu Keilereien auSartet. Statt die Wiese nur zu berieseln unb ihr bann wieder Zeit zur Durchlüftung zu lassen, weist man im Herbst bas Wasser ein unb laßt e« bis zum Beginn bes Wiesenräumens — selbst bei Frost — über bie Wiesenflächen fluten unb sorgt so — wie um letzte Weihnachten — für wundervolle Schlittschuh» unb Schlittenbahnen. 3n einer Zeit, in der es in unseren Wiesen vor allem den ®runb- wasserspiegel zu senken gilt, mühte bas Bewässern auf ein Minbcstmatz beschränkt werden. denn Uebermaß in der Wasserzufuhr führt eine weitere (Berfumpfung und Verunkrautung der ohnehin in den letzten nassen 3ahrcn stark in Mitleidenschaft gezogenen, ehedem so guten Vogelsberger Wiesen herbei. Wenn man daS Maß der Aufklärungsarbeit und die erzielte Wirkung vergleicht, muß man leider feststellen. daß der alte Irrtum, die De- toäffcrung fei daS 2 und O der Wicsenpflege. sehr schwer auSzurotten ist. ^-Stumpertenrod. 18. Ian. In unterer Gemeinde soll am nächsten Freitag. 21. Januar. in der Kirche der 1. Teil de« Bethel- s i l rn S vorgeführt toerben. Dieser zeigt bekanntlich in lebenben Bildern die größte Anstalt der christlichen Barmherzigkeit, die neben mancher anderen Rot vor allem den Epileptischen dienen will und von dem verstorbenen Pastor Dodel- schwingh in« Leben gerufen wurde. Derselbe Film wird am Sonntag. 23. Januar, auch in dem benachbarten Köddingen gezeigt toerben. Kreis Alsfeld. l. Br au e r s ch w e n d. 18. Jan. In unterer Gemarkung werden in Kürze umfangreiche EntwäsferungSarbeiten in Angriff genommen. Das erforderliche Kapital von etwa« mehr alS 30 000 Mark ist der Gemeinde bzw. der neugegrünöcten Genossenschaft aus Reichsmit- t c l n zu einem niedrigen ZinSsuh zur Verfügung gestellt worden. Durch diese Drainagearbeiten wird ein großer Teil nasses Gelände bedeutend verbessert. Dabei erhalten die Erwerbslosen unserer Gemeinde Arbeitsgelegenheit. was vielen willkommener sein wird als bie Erwerbslosenfürsorge. Erbenhausen. 18. Jan. Nachdem die Maul - unb Klauenseuche nun in unserem Orte erloschen ist, erhält man einen Uebcrbltd über den Schaden, ben sie gebracht hat. Insgesamt sind hier der Seuche 3 2 6 t ü d Vieh zum Opfer gefallen. Preußen. Kreis Wetzlar. ]: [ Atzbach. 18. Jan. Am Sonntag veranstaltete der hiesige DolkSbildungsauS- s ch u h einen Radio-Abend, der von der Einwohnerschaft recht zahlreich besucht war. Hauptlehrer E m r i ch würdigte in einem Vortrag die Bedeutung dieses Fortschrittes. Den Besuchern war Gelegenheit geboten, mittel- Kopfhörer das Frankfurter Programm zu hören. Die Veranstaltung fand allgemein beifällige Aufnahme. ~ Dorlar. 18. Ian. Der seit über 50 Jahren hier bestehende Kriegerverein bot am Samstag seinen Mitgliedern nach längerer Pause wieder einen Unterhaltungsabend. der bei Konzert unb gemeinsam gelungenen Liedern einen allseitig befriebigenben Verlauf nahm. Dem Verein gehören gegenwärtig über 50 Mit- glieber an. • Aiederquembach. 18. Ian. Der hiesige Raiffeisen-Verein veranstaltete am Sonntag einen lanbtoirtschaftlichenVor- trag, bei bem Dipl.-Landwirt Schäbel von bet Fachberatungsstelle der Deutschen Raiffeisenbank in Frankfurt über die im Handel befindlichen Kunstdünger sprach. Der lehrreiche Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall mitgenommen. □ Aus dem Kreise Wetzlar, 18. Ian. Der Kreistag hat in seiner letzten Sitzung beschlossen. Po st karten mit Photographien deS Kreise« Wetzlar herauszu- fleben. Man hofft dadurch eine Belebung des Verkehrs im Kreise herbeizuführen. Kreis Biedenkopf. # Hvlzbausen bä Gladenbach. 18. Ian. Aachdem die hiesige P f a r r ft c 11 e fast ein halbe« Jahr verwaist war. wurde am Sonntag der neue Pf artet Hermann T r a u t to e i n von Dekan Lehr- Gladenbach in sein Amt hier ein geführt Pfarrer Traut wein wies in ferner Antritt-predigt besonders auf die Gemeinichaft zwischen Gemeinde und Pfarrer hin. Verschönt wurde die erhebende Feier durch den Vortrag von je zwei Liedern de- Münnergesangvetein- unb de- IungstauenchorS. TillkreiS. bl. Dillenburg, 18. Ian. Die Stadtverordnetenversammlung hat beschlossen. 50 000 Mark Darlehen zur Beleoung der Bautätigkeit an Bedürftige zu vergeben. Kreis Usingen. — ?— Brandoberndors. 18. Jan. Ein Teil der hiesigen Gemeinde-Feld- unb - Waldjagd wurde auf 4 Jahre an einen Bäckermeister au8 Frankfurt a. M. neu verpachtet Die Iagdpacht. die vorher 3300 Mk. betrug, kam jetzt auf 1930 M'. Der Bezirk ist etwa 600 Hektar groß und reich an Riebet-. Reh» unb Rotwild. Kreis Wefterbnrg. WSR. Westerburg. 18. Jan. In den Kreisen Westerburg. Dill und Marienberg wurden von 1924 bi« 1923 5 0 0 Hektar Meliorationsarbeiten in Angriff genommen und vollendet. 3m Jahre 1927 sollen weitere 500 Hektar Oedlaird meliotlficrt werden, also die doppelte letztsährige Fläche, wozu 200 000 Mark bewilligt wurden. Mit erhöhtem Eiset will man die nächsten 3ahte den ganzen Westerwald in blühendes Weideland umwandeln. 15 3ahre toerben jedoch noch dazu erforderlich sein. .'ttaingau. WSR. Frankfurt a. M.. 18.3an. Infolge der Gewährung von Prämien für die Freimachung von Wohnungen sind dem Wohnungsamt seit Februar 1925 rund 7 0 0 Wohnungen zur Verfügung gestellt worden. Die Ziffern für daS Rechnungsjahr 1926 ergeben biS jetzt die Freimachung von 330 Wohnungen bet Aufwendung von rund 225 000 Ml. Prämien. Da hiermit die bewilligten Mittel demnächst erschöpft sind, beschloß Der Magistrat, für den Rest des Rechnungejahres noch toei'ere 50 000 Mk. zur Verfügung zu stellen, mit der Maßgabe, daß für größere Wohnungen die ®etoäfjrung von Prämien nicht in Betracht kommt unb im übrigen ein Abbau berPrämiengewährung eintritt. — Ein Viehhänblet aus Würtlem- berg, bet In der vorigen Woche den hiesigen ' Diehmarkt besuchte, verlor in der Rähe deS Frankfurter Hauptbahnhofs ein Paket mit 30 000 Mk. Bargeld. Ein Giscnbahnarbeitct fand dieses Paket und brachte eS dem Eigentümer zurück. Hoffentlich Hal er auch den ihm zustehenden Finderlohn erhallen. — Die gestern als vermißt gemeldete Frankfurter Lehrerin hat sich heute wieder bei ihren Angehörigen etngefunben. — Dor etwa acht Tagen wurde auf der Straße Hanau—Frank- furt a. M. auf einem Acker eine unbekannte Gießener Konzertverein Sonntag, 23.Januar 1927, nachm.5Uhr,UniAersitäts-Aula Sechstes Konzert: Quartet! (CarlWendling, HansMichaelis, Ludwig Natterer Alfred Saal.) Streichquartette: Max Reger op. 74 d-MolL — Franz Schubert op .161 g- Dur. Eintrittskarten: 4.—, 3.— und 2.— Mk bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten 1.— Mk bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweiskarte. 466c Deutfchnationaer Handlungsgchilfen-Derband Donnerstag, den 20. Januar, abends 8* 2 Uhr, im Kaufmann. Dereinshaus, Nordanlage 15 Dortrag (M07 des Herrn Dr. Nennert, Geschäftsführer der Liga zum Schuhe der deutschen Kultur, über: JeBoniiiöeröegenioflir Auch die Damen sind höflichst eingeladen. Däste können einqefübrt werden. WUMM Hessenquell (PUsener) nflibS Exportbier Hackerbräu „Weltruf" empsteblt in LhPbonS und Orig^Flolchen. fülungcn aus der Brauerei Ihring-Melchior, Lich, und Hackerbräu, München mD Georg Hebstreit gg. Gießen. Klintkstraßc 21. Große leistungsfähige mitieldeutsche Schokoladenfabrik, welche in der tzauplsache mit dem Großhandel und den Droh- Filialbetrieben arbeitet, sucht tüchtigen, besteingesührten mit nachweisbar guten Erfolgen für den Bezirk Gießen. Ausführliche fchristliche Angebote mit Angabe der feithcrigcn Tätigkeit u. Referenzen erbeten u. 563 D a.b. Gießener Anzeiger. Realer & Co LeJjztg ( für ZlJ| eine gute Zigarette! Bisher: Eline Zigarette zum Preise von 4 Pfennig begegnete nicht dem vollen Vertrauen des urteilsfähigen Rauchers. 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Der Tote hatte keinerlei Ausweispapiere bei sich. Er ist etwa 35 bis 40 Jahre alt. Die Wertsachen, darunter eine silberne Uhr, wurden noch vorgefunden. — In der Hanauer Landstraße hat die 36 Jahre alte Frau Melanie Grödel aus bisher noch unbekannter Ursache Selbstmord durchErschietzen begangen. — Der Betrüger, der vor einiger Zeit einige hiesige Bühnenkünstler und Kunstmaler dadurch beschwindelte, daß er sich für die Wochenschrift .Die Woche" Dorschüsse geben lieh und damit verschwand, ist in Hannover s e st - genommen worden. Es handelt sich um den auS Wien stammenden Artisten Leopold John. WSR. Höchst a. M.. 18. Jan. Ein älterer Wanderbursche, der in einer Wirtschaft im Vorort Zeilsheirn gezecht hatte und dabei wahrscheinlich durchblicken Uetz, bah er noch über Bargeld verfüge, wurde zwischen Zeilsheirn und Hoshetm von zwei jungen Burschen überfallen, mit seinem eigenen Knüppel niedergeschlagen und seiner Barschaft beraubt. Die Burschen liehen dann den Bedauernswerten hilflos liegen. Am andern Morgen wurde er von Passanten in einer Blutlache liegend aufgefunden und im Krankenhaus eingeliefert. Die von der Polizei eingelötete Untersuchung war erfolgreich, und bereits am andern Tage konnten die beiden Täter, die Gelegenheitsarbeiter Hermann Busche und Friedrich Will aus Zeilsheirn, 21 bzw. 23 Jahre alt, verhaftet werden. Der kommunale Konflikt in Vilbel. WSR. Vilbel, 18. Ian. Lieber den gemeldeten kommunalpolitischen Konflikt in Vilbel ist weiter zu berichten, datz die aus einer sozialistischen Mehrheit bestehende Gemeindevertretung Frei'ag abend ohne die bürgerlichen Gruppen eine Sitzung abhielt und die Befchlü se aus Grund der Land- gemeinde'.--erordnung für bindend erklärte. il. a. wurde die Enteignung von Gelände für Erbauung eines Postamts beschlossen, wogegen die bürgerlichen Parteien sich scharf gewehrt hatten. Ferner sollen der hiesigen Lokalzeitung die amtlichen Bekanntmachungen entzogen und der sozialdemokratischen „Dolisstimme" in Frankfurt übertragen werden. In dem Konflikt selbst, der mit unverminderter Schärfe weitergeht, wird wahrscheinlich die Regierung das entscheidende Wort sprechen müssen. Sturm im Frankfurter Stadtparlament. Konflikt mit dem Magistrat. — Disziplinierung des Stadtrats Dr. Schlotter. WEN. Frankfurt a. M., 18. Ian. In der heutigen Stadtverordnetenversammlung stand als Hauptpunkt der Ausschutzbericht über das 2j ° M i l - lionen-Defizit der Erwerbsbeschränkte n z e n t r a l e auf der Tagesordnung, der in dem Antrag auf Disziplinierung des zuständigen Dezernenten, Stadtrats Dr. Schlotter, gipfelte. Die Tribünen waren stark überfüllt, zahlreiche Personen konnten keinen Zutritt mehr finden. Gegen einen demokratischen Antrag auf Zurückverweisung des Berichtes an den Ausschuh, um dem Magistrat, der in der entscheidenden Sitzung des Ausschusses nicht anwesend war, Gelegenheit zur Stellungnahme zu geben, wurde von den Vertretern der Linksparteien Sturm gelaufen, in dessen Verlauf es zu stürmischen Auseinandersetzungen zwischen dem Oberbürgermeister Dr. Land mann und dem Berichterstatter Kirchner (Soz.) kam. Der Oberbürgermeister verneinte, eine Einladung zu der fraglichen Sitzung erhalten zu haben, was vom Berichterstatter bestritten wurde. Der demokratische Antrag wurde schließlich mit knapper Mehrheit ab gelehnt. Der Oberbürgermeister erklärte nun namens des Magistrats, daß dieser an den weiteren Verhandlungen nicht t e i l n e h m e n könne, da ihm keine Gelegenheit zu sachlicher Stellungnahme gegeben sei. Unter großem Tumult verließen hierauf die M a g i st r a t s m i t - glieder den Sitzungssaal. Durch eine fast einstimmige Entschließung des Stadtparlaments wurde jedoch der M a g i st r a t gezwungen, sich an den weiteren Verhandlungen durch den Stadt- kämmerer Asch vertreten zu lassen. In der anschließenden etwa 2jstündigen Debatte wurde von allen Rednern die unkaufmännische Geschäftsfirh- rung der leitenden Persönlichkeit und die Fahr- lässigkeit des verantwortlichen Dezernenten in schärfster Weise mißbilligt; von Zentrumsseite wurde jedoch darauf hingewiesen, daß eine soziale Einrichtung, wie die Erwcrbsbeschränktenzentrale, tm« mer ein Zuschußbetrieb, sein werde und daß es schwer sei, einen Ausgleich zwischen Wirtschaftlichkeit und sozialem Charakter herbeizuführen. Ein nochmaliger Antrag auf Zurückverweisung wurde mit allen Stimmen hegen das Zentrum abgelchnt. Hierauf gab Stadtkämmerer A s ch namens des Magistrais eine Erklärung ab, in der er zum Ausdruck brachte, daß der Magistrat selbstverständlich die u n - kaufmännische Geschäftsführung der Arbeitszentrale mißbillige, daß es aber bei dieser sozialen Einrichtung unmöglich sei, datz sie einen wirtschaftlichen Gwinn abwerfe. Durch die Art der Behandlung der Angelegenheit sei nicht nur das Vertrauen zu den städtischen Körperschaften seitens der Bürgerschaft erschüttert, sondern auch die Interessen der Arbeitsbeschränktenzentrale als einer sozialen Einrichtung erheblich geschädigt worden. Schließlich wurde der Antrag des Untersuchungsausschusses, in dem ein grundsätzlicher Reorganisations- plan der Erwerbsbeschränktenzentrale verlangt, ferner die fristlose Entlassung der beiden Direktoren Trapp und Roß aufrechterhalten und der Magistrat ersucht wird, gegen den De- zernentett der Arbeitsbeschränktenzentrale, Stadtrat Dr. Schlotter, ein Diszilinarverfah- rem zu eröffnen, mit allen Stimmen gegen die Stimmen des Zentrums angenommen. Neues Millionendefizit in Frankfurt a. 2TL? WSR. Frankfurt a. M., 18. Ian. Der Stadtverordnete Dr. Rhode (Wirtschaftspartei) hat im Stadtparlament eine Anfrage eingebracht, in der betont wird, in Kreisen der Frankfurter Bürgerschaft gehe das Gerücht um. datz bei der Städtischen Molkerei Osthafen G. m. b. H. ebenfalls ein Defizit von etwa einer Million Mark entstanden sei. Der Stadtverordnete ersucht in der Anfrage den Magistrat um Auskunft, was an diesem Gerücht richtig sei. — Die Angelegenheit wurde übrigens in der heutigen Stadtverordnetensihung von dem Vertreter der Arbeitnehmergruppe, Stadtverordneten G e tz n e r, im Verlaufe der Aussprache über die Mißwirtschaft an Dec ErwervsoeicyLaiuren- Zentrale zur Sprache gebracht, wobei dieser ebenfalls betonte, daß man bereits allgemein in der Bürgerschaft von einem Millionendefizit bei der Städtischen Milchzentrale spreche. 20 Personen vom nassen Tod gerettet. WER. Frankfurt a. M., 18. Jan. Die Frankfurter Ortsgruppe der Deutschen Lebens- rettungsgesellschaft tonnte vor einigen Tagen drei Schwimmer auszeichnen, die im abge- lausenen Jahre insgesamt 20 Personen vom Tode des Ertrinkens retteten. Es handelt sich um die Herren Heinrich Oestreich, der elf mal sein Leben aufs Spiel setzte, um Ertrinkende zu retten, den 22jährigen Fritz Stroh, der achtmal ersolgreich gegen den nassen Tod kämpfte und den Kriegsbeschädigten August C l a tz, der, trotzdem er nur einen QIrm hat, ebenfalls ein Menschenleben rettete. Den drei verdienten Lebensrettern wurde als vorläufige Auszeichnung das bekannte Bild .(Scret.c . von Brütt, verliehen. Außerdem sollen ihre R^.nen zur weiteren Auszeichnung beim Ministerium eingereicht werden. Große Strafkammer Gießen. * Gießen, 18. Ian. Der Journalist Franz Anton Haselmaher — gegen den vor einigen Monaten in Frankfurt a. M., wahrscheinlich aus politischer Gegnerschaft, ein schweres Messerattentat verübt worden ist — verfolgte Berufung gegen ein Urteil des erweiterten Schöffengerichts in Gießen vom 6. Oktober v. I., durch das er wegen DergehensgegendasRepublik- s ch u h g e s e h und Aufreizung zum Klassenkampf zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Der Angeklagte war Gauführer des Gaues Hessen und Hessen-Rassau der nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei. Als solcher hielt er. wie das erste Urteil feststem, am 14. Februar vor. Is. in Hungen in einer von ihm einberufenen, auch von Juden stark besuchten, in ihrem zweiten Teil stark erregten Versammlung, zu der in den öffentlichen Bekanntmachungen nur „Deutschblütige" eingeladen waren, eine Rede, in der er nach den Bekundungen der Zeugen bald in einen gefährlichen demagogischen Hehton verfiel. Er sprach, wie das Gericht annahm, mit Bezug auf die gegenwärtige Regierung von dem Saustall, der sich Regierung nenne, von dem internationalen Parteifaustall. sprach von den Rehen, die die Juden über die Welt zogen, behauptete, sie schändeten deutsche Frauen und Mädchen und verglich sie, die sich durch „Pleitemachen" an den Richtjuden gesund machten und die eine „Promenadenmischung" darstellten, mit den Drohnen, d i e im Bienen staats» umgebrackt würden. Der Angeklagte, jetzt Student oer Rechte in Erlangen, bestritt, sich strafbar gemacht zu haben. Seine Darlegungen feien harmloser aufzufassen gewesen, als sie heute ausgelegt würden. Insbesondere habe er mit der Wendung „internationaler Saustall" nicht die deutsche Regierungsform, söndern nur den Parlamentarismus als solchen angegriffen. Auf Grund einer eingehen- ueii, meyCK.e ouiuu^h uuueciiven ^Handlung, in der zahlreiche Zeugen vernommen wurden, gelangte das Gericht entsprechend den Ausführungen der Staatsanwaltschaft zu der Ansicht, datz das frühere Urteil zu Recht ergangen war und verurteile den Angeklagten abermals z u zwei Monaten Gefängnis. Mit der Bezeichnung .Saustall" habe der Angeklagte dem ganzen Zusammenhang nach offenbar die republikanische Regierungssorm treffen wollen, und die Wendung von den Drohnen, die im Bienenstaat getötet würden, enthalte eine Aufreizung zu Gewalt. Amtsgericht Gießen. * Gießen, 14. Jan. Anfangs Oktober waren zwei Angehörige der hiesigen Reichswehr, ein Obergefreiter und ein Grenadier, in einer hiesigen Wirtschaft in der Reustadt. Als sie Weggehen und am Büfett zahlen^wvllten. entspann sich zwischen ihnen und mehreren Gästen ein Gespräch über die Reichswehr. Einer von diesen meinte, früher sei das Militär mehr im inneren Dienst und Einexerzieren ausgeblldet worden, jetzt dagegen mehr auf sportlicher Basis. Ein anderer sagte unter Hinweis auf das E. K.. das der Obergefreite trug, im Jahre 1918 hätte es die Eisernen Kreuze kochgeschirrweise gegeben. Letzterer verbat sich diese Redensarten und er» klärte, er habe sein Eisernes Kreuz ehrlich verdient. worauf ihm derselbe Gast zurief: „Du Aff, du willst auch noch was heraushaben." Hierüber geriet der Obergefreite in große Erregung, griff trotz gütlichen Zuredens des Wirtes nach einem Bierglas und warf es nach den Gästen. Zum Glück konnte einer von ihnen es noch auffangen, sonst wäre es ihm ins Gesicht geflogen. Sofort warf der Soldat ein zweites Glas nach demjenigen, der ihm die beleidigenden Worte zugerufen hatte, traf aber nicht diesen, sondern einen neben ihm sitzenden, gänzlich unbeteiligten Mann am Kopf, so datz stark blutende Wunden entstanden. Schlietzlich warf er auch noch mit einem dritten Glas, das an der Wand zerspltt- terte. Jetzt sprang derjenige, der vorher den Wortwechsel mit dem Soldaten gehabt hatte, auf ihn ein und schlug ihm ins Gesicht, datz die Rase blutete. Der Soldat zog hierauf sein Seitengewehr, der Wirt, ein anderer Gast und der Grenadier sprangen jedoch dazwischen, um die Streitenden voneinander zu trennen. Trotzdem versetzte der Obergefreite demjenigen, der ihn geschlagen hatte, über den Arm des Gastes, 6er den letzteren zurückhielt, noch zwei Stiche ins Gesicht, die zum Glück nur Deine Verletzungen verursachten. Wegen fahrlässiger Körperverletzung und wegen Körperverletzung mit rechtswidrigem Waffengebrauch erhielt der Obergefreite eine Gesamtgefängnis strafe von sieben Wochen. Aus dem Amtsverkünvigungsblatt. • Das AmtsverkündigungSblatt Rr. 4 vom 18. Januar enthält: Hessischer Schutzverein für entlassene Gefangene. — Maul- und Klauenseuche in Lich. — Abhaltung des Frühjahrs» und Herbstmarktes in Gießen. — Straßensperre. — Berficherungspflicht der Handarbeitslehrerinnen. — Feldbcreinigung in Watzenborn- Steinberg. — Dienstnachrichten. Ausverkauf Ich muß meinen Laden am 25. Januar räumen. Versäumen Sie nicht diese äußerst günstige Gelegenheit zum Einkauf aller Arten Uhren sowie Goldwaren. — Ganz bedeutende Preis - Herabsetzung Uhren- und Goldwarenhaus Emil Otto Bahnhofstr. 49 Bahnhofstr. 49 590D ir oen Wrk NMssen G^ellschast de/^Unsall-, lstpflicht«, Auto-Casko-Dranchcn bewahrten Fachmann als MlSMWW chrt wird: Gehalt, Spesen und höchste (Generalagentur-) ision, damit Untervertreter bezahlt werden können. Gefällige ausführliche Angebote nur seriöser Fachleute unter an den Gießener Anzeiger erbeten. ileött für Kaovensitzungen und karnevalistische Bcrannalliingen in größeren Mennen vorra litt. 0408 Druckerei Seibert Ederilr. 3, Tel. 679. «5D Morgen Donnerstag Triumphator- Anstich Konzert Spezial-Platten Hotel-Restaurant Hindenburg Bekanntmachung. Das An fertigen und Versetzen von 271 Stück Inschriftsteinen für die Gräber auf dein Ehr-enfriedhof Hierselbst soll auf Grund der Reichsverdingungsordnung für Bauleistungen öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen beim Stadtbauamt, Ästerweg 9 Hierselbst, zur Einsicht offen. Daselbst sind Leistungsver- zeichnisse zum Preise von 10 Pf. zu haben. Die Angebote sind versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen vor dem Verdingungstermin am Donnerstag, dem 27. Januar 1927, vormittags 10 Uhr, bei dem obenbezeichneten Amt abzugeben. Die Eröffnung der eingegangenen Ange- bote erfolgt im Beisein der etwa erschienenen Bieter. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. Es wird noch darauf hingewiesen, daß die für die Anaebotsabgabe zu verwendenden Briefumschläge keinen Firmenauf- druck haben dürfen. 5898 Gießen, den 19. Januar 1927. Stadtbauamt Gießen. I. D.: Grob e. Brennholzverfteigerung Dienstag, den 1. Februar 4927, vormittags 10 Uhr anfangend, werden im „Deutscl)en Haus" dahier folgende Men- gen Holz öffentlich verkauft: Distrikt 38, 46, 49 (Weidenhain): 54 rm Eichenschciter, 40 „ Eichenknüppel, 13 „ Eichenreiserknüppel. 500 Buchenscheiter, 400 „ Buchenknüppel, 160 „ Buchenreiserknüppel, 5600 Stück Buchenwellen, 24 rm Eichennutzscheit, 1,20 m lang (Küferholz). 5690 Brandoberndorf, den 19.Januar 1927. Der Bürgermeister. Stahl. Donnerstag, 20. Januar, nachm. 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen- dahier, Neuen» weg 28, zwangsweise gegen Barzahlung: I. 1 Büfett, 1 Kredenz, 1 Kassenschrank, 1 Wäscheschrank, 1 Sekretär, 1 Klavier, 1 Eisschrank, 1 Bücherschrank, 1 Schreib- ma chlne, 1 Nähmaschine, 1 Diwan, 2 Sessel, 3 Schreibtische 4 Vertikos, 2 Spiegel, eine Truhe, 1 Sofa, 1 Tisch, 1 Fahrrad, einen großen Beleuchtungskörper, 1 Feuerlöscher, 1 eiserne Kassette, 2 Ballen Pergamentersatz, 20 Flaschen Sekt, 8 Kartons Schokolade, 1000 Ansichtskarten von Gießen, 1 Opel- wagen, 2 Läuferschweine. II Anschl eßend bestimmt im »Frank, furter Hof-: 2 Sofas, 1 Wanduhr, 21 Tisch» decken. 1 Toilettenspiegel, 1 kupfernen Kessel, 1 kleinen Eisschrank, 1 Gasherd, 117 Bier, gläser, 8 Weingläser, 1 Transparent, zwei elektrische Lampen. Dern, Gerichtsvollzieher in Gießen Steinstraße 13. bsoc *Mh i --a* CfflSma QdtehnniMQ' Gibt’s so etwas? Jawohl, so widersinnig der Ausdruck auch klingt. Streiten Sie doch nicht! Hier haben Sie den Beweis: Als der Sohn des Weinbauers Wässerling volljährig wurde• nahm der Alte ihn zur Seite und eröffnete ihm: „Mein Sohn, Ich habe Dir ein wichtiges Geheimnis mitzuteilen: auch aus Trauben kann man Wein machen“. Warum der Mann so leise dabei sprach, ist unbegreiflich. In diesen Worten liegt doch schon ein offenes Geheimnis, nicht wahr? Aber nun genug des Guten -von wirklichen Geheimnissen wol~ len wir sprechen. Unser Münchner Kindl, das Wahrzeichen der alten, weltbekannten Zuban-Zigarettenfabrik, gelangte mit dem Dr. Ali Nabh unserem Tabakdoktor, zu einem merkwürdigen Gebäude. „In diesen Geheimkammem sind Kostbarkeiten geborgen, die nach meinen langen Erfahrungen dazu angetan sind, durch ihre Mitverwendung die köstlichsten Zigaretten der Welt zu schaffen. Diese seltenen Tabakedelsteine bekommt nur mein alter Freund Zuban zugeteilt“, so erklärt der Dr. Ali Nabi. Der Zuban-Zigarettenfabrik ist es dadurch möglich, in der Qualität unübertreffliche Zigaretten herzustellen. Der Weltruf der Zuban-Zigaretten bringt den Beweis dafür. Die Zuban-Raucher sind Qyalitätsraucher. Sie bleiben ihrer Marke treu, denn die Zuban-Zigaretten sind Meisterwerke, die sie wohl zu schätzen wissen. Täglich werben sie neue Freunde zur großen Zuban-Rauchergemeinde. Übermorgen hören Sie mehr! Die Geschmacksrichtungen der Raucher sind wandelbar wie die Zeiten. Wir gehen mit! Die leichten, süffig süßen Mischungen unserer Zigaretten sind Glanzstücke der heutigen Zigaretten-Herstellungsart. Drum seien Sie nicht nur Lebenskünstler, sondern werden Sie Künstler des Geschmacks! Rauchen Sie: Lucy Doraine, die Zuban-Fünfer! t-f.-v Hessen Ä'jm. nen' die Im % Unb die 2jine 2uÄ7°« ? Sieben. Sä?* k AÄ^E» ®afe„ '® f«« 3®A t™ f (xfiaefrfuJJ:., 18 Hoile '"LL-Z^ faw sm« 2iS? “■ ^inÄÄ Ä4Ä Ägm. . J'n Mei ©lag 2 'ie belMgenden Dvrle «> ^n. gMllch unb?t^tatm ?a° ^tt blutcnbe Dundm J toarf er auch noch mit das an der Wand AM. derMiqe, der vorher den voidclen gehabt hatte, auf n «ns Gesicht, daß die Aase .zog hierauf sein Seiten- m anderer Gast und der tedoch dazwischen, um die zu trennen. Lwydem >rite dmjenigen, der ihn den Am des Gastes, der !lt, noch zwei Stiche ins i nur kleine Derlehungen chrlassiger Kvchnreriehung lehung mit rechtswidrlM ;lt der Obergesreite eine iSsirase von sieben ivcrkükdigungsblatt. fverkündigungsblatt ir enthält: Wischer Schuh- Gefangene. - Äaul- und I. - Whaltung des Früh- rktes in Giehcn. - Strahen' :ngspflicht der Handarbeils- Bereinigung in Dahenborn- nachn'chten. lltltUM ,dntodn>*auäxkW. pradi,üt &§££***■* .»eichen der ,n/ tr gf-gusld hrtr *>-»**•" id1u>«rben i-ihgf idiö sSsr ieuii»eniv ****"-*/ , Möurk, Rr. 15 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, 19. Januar 192Z Für den Büchertisch. Deutsche Literatur. — Die Edda, übertragen von Karl Sim» rock, hgg Don © He del. Berlin: Deutsche Buchgemeinschaft, 1926. (Die Deutsch« Buchge- meinschaft gibt die bei chr erschienenen Wert« nur an ihre Mitglieder ab.) Karl SimrockS Eddaübertragring, die 1851 ium ersten Mal «rschien und später viele Auf» lagen erlebte, war in den letzten Jahrzehnten m den Hintergrund getreten. Die sünfundsiebzig Jahre, die seit dem ersten Erscheinen verflossen sind, haben viel neue Erkenntnisse sowohl im Einzelnen gebracht, wie auch die gesamte Stellung zur Sdda stark geändert, und neue Ueberschun- gen traten hervor, die dem Rechnung trugen, die von Hugo Gehring und von Felix Genzmer. Insbesondere diesem ist eS gelungen, die Edda al< Denkmal germanischer Poesie weiteren Kreisen zu eröffnen, in vielen Punkten allerdings frei gestaltend und ordnend. Hier setzt nun der neue Herausgeber Simrocks, ®. Reckel, ein: er bewahrt die Reihenfolge der Lieder, so daß der Urtext bequem verglichen werden kann; er behalt den geringeren Abstand EimrockS vom Original bei und sucht die Schwierigkeiten, die dem heutigen Leser entgegentreten, durch eingehende (3 m- leilungen und Anmerkungen zu beheben. Gleichzeitig reinigt er den Simrockschen Text von Fehlern, ohne ihn zu zerstören. Die Zahl der Verbesserungen ist immerhin sehr grob, vieles mußte ganz neu geformt werden. Eine allgemeine Einleitung führt in die Bedeutung der Edda als der „Urgroßmutter deutscher Sage und Dichtung" mit knappen und klaren Ausführungen ein. Entstehung und Auszeichnung der Eddalieder, ihr Verhältnis zur deutschen Heldensage, die Quellen und Schichten der Edda werden besprochen: am Beispiel des Ribelungen- fiedes wird der Zusammenhang der deutschen Hel- dendichtung mit den älteren Stufen gezeigt. Kurzen Bemerkungen über .Drrskunst und Stil" folgen dann Dinzeleinleitungen zu jedem der 37 Lieder, di« sich zum Teil mit kurzer Inhaltsangabe begnügen, zum Teil aber zu ausführlichen Erläuterungen anwachsen. Erst von Seite 165 ab soltzt der Text selbst, durch hübsche Holzschnitte geschmückt. Dem Laien wird hier mit großem Geschick von einem der berusensten Kenner der Weg zur Edda geebnet, der Fachmann erhält zugleich eine Abschlagszahlung auf den längst erwarteten zweiten (Kommentar-)band der Edda- auSgabe Neckels. Dr. F. Maurer. 839 Gotthold Ephraim Lessing: Die Matrone von Ephesus. Gin Lustspiel in einem Auszug«. Ergänzt von Emil Palleske. Herausgegeben und mit einem Rachwort Der- >ehexr von Georg Richard Kruse. Philipp Re- elam, Leipzig. Universal-Bibliotbek Rr. 6719. — Die Erzählung von der treulosen Witwe, die bitterste Satire gegen den weiblichen Leichtsinn, ist oft in dramatische Form gekleidet worden. LcssingS Lustspiel steht unvergleichlich höher als die dichterischen Gestaltungen diese- Stoffes seiner Borgänger und Rachsolger. Seine köstliche Prosa ist die Sprache des reifen Dichters und mutet uns so modern an, daß man oft an den Spötter Shaw denken muß. Georg Richard Kruse hat das Lessingsche Fragment mit der bisher ungedruckt gebliebenen Ergänzung von Emil PalleSke he raus gegeben. 3 — Ernst Slias Riebergal l, Dramatische Werke, herauSgegeben von Prof. Dr. jur. et phil. Karl Esselborn, Darmstadt, Verlag der C. F. Wintcrschen Buchdruckcrei. — Die beiden Darmstädter Lokalposlen des früh verstorbenen Ernst Elias Riedergall find in den letzten Iahrz^nten immer mehr in ihrem Werte erkannt worden. Unübertrefflich und mit gesundem Humor wird hier das Darmstädter Bürgertum in 6er ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts geschildert. Karl Esselborn hat uns eine Neuausgabe geschenkt, die in jeder Beziehung mustergültig ist. In der Einleitung wird und ein Bild von dem ^Darmstadt zur Zeit Ernst Riebergails und ein Spiegel seiner Werke" entworfen, am Schlüsse findet sich ein .Riebergall-Wörterbuch", das sich mit der Mundart der beiden Lokalpossen auseinanderseht und eigentümliche Redewendungen erklärt. Besonders wertvoll sind die beigegebenen Zeichnungen Hermann Müllers, der die Figuren des Dichters kongenial aufgesaßt hat. Die beiden Theaterstücke erscheinen hier in einer durch Manualdruck hergestellten Wiedergabe der Erstausgaben von 1837 bzw. 1841, sie werden in ihrem neuen Gewände ihren alten Freunden auf das neue willkommen fein. 13 — Die Nachfrage nach billigen und doch guten Büchern ist heute außerordentlich stark, xcin Wunder in einer Zeit, wo breite Schichten des Volkes zu großer Sparsamkeit gezwungen sind, und wo andererseits ein nicht zu bestreitender Bildungshunger herrscht. Die Firma Hesse & Decke r. Verlag in Leipzig, hat. diesen Verhältnissen Rechnung tragend, eine neue schöne Buchfolge geschaffen: Die Schatzkammer. Diese Reihe, die bis jetzt 50 Bände umfaßt, bringt in vorzüglicher Ausstattung eine Fülle von bestem Lesestoff. Die stattlichen Leinen» und Halbleder- Bände (je 2,85 und 3.75 Mk.) eignen sich ganz besonders au Geschenken, zumal da der Verlag fast ausschließlich Werke gewählt hat, die sich wegen ihres fesselnden Inhalts großer Beliebtheit erfreuen. Reben guter Unterhaltungsliteratur finden wir weltberühmte Meisterwerk« wie Flauberts »Frau Bovary" und Werke von echt deutschem Gepräge in dieser billigen Sammlung. 14/15 — Langens Bücher der Bildung. — Wie zeitlos klar und zielbewußt das Programm der in ihrer Art einzigen Sammlung ..Bücher d-er Bildung" ist, beweisen diese drei neuen Bände. — Ludwig Uhlands Gestirn vor fast einem halben Jahrhundert versunken, steigt von Jahr zu Jahr wieder höher und r.ä er. „HeldensageundRittertum" te.- einigt seine heute noch unübertroffenen Würdigungen der deutschen Heldenepen und Gralssagen. 6in Gelehrter, zugleich jedoch durch und durch Künstler, sichtend, ordnend, neufüaend. --estallend. vermi telt uns Uhland die unvercängl chm Werte des deulschen Altertums. — Ei er unter unseren Größen, der seil einigen Jahren gewissermaßen unterirdisch mahnt und pochte wie der Geist von' Hamlets Vater, Herder, wird erneuert In dem Bande „Von deutscher Art und Kunst" durch sein Wesentliches: einen Humanismus, der tief im Rationalen wurzelt. Absage an die Herrschaft des französischen Wesens, kritische Wertung des Lateinischen, Einführung in den germanischen Genius Shakespeare. Würdigung des Mittelalters, Einsicht ins Innerste des Volkslieds, Reugestaltung reprä'entatiter Deutscher — Luthers, Huttens Baldes —. die Erweiterung des Nationalen zu geistiger Wclt- bürgerlichkert, — dies die großen Themen der von Joseph Bernhart aus voller Beherrschung des zyklopischen Stosses gefügten Auswahl. — Ein kleines Lesebuch für große Leute nichts anderes scheint ..Das deutsche Antlitz" auf den ersten Blick. Aber jeder der Beiträge hat etwas Besonderes auszusagen zu der Frage: Was ist deutsch? Großen Toten: Goethe, Rich. Wagner, Hans Thoma. Fichte, Hans von Ma- ree», Adolf Hildebrand. Max Dauthendey gesellen sich Lebende: Thomas Mann. Ernst Bertram, Karl Scheffler, Rudolf G. Binding, Hans Earossa, Hans Psihner. Georg Dehio, Karl Alexander v. Müller, Andreas Heusler, Hans Joachim Moser, und es ist ergreifend, wie sie alle im tiefsten sich begegnen unb bestätigen. Josef Hosmiller gibt damit nicht nur das eigenartigste Lesebuch unterer Tage, sondern ein Brevier innerlichen Deutschtums. (868) — Arnold Zweig: Gerufene Schatten. Mit einem Rachwort von Heinz Stroh. Philipp Reclam Verlag, Leipzig. Universal- Bibliothek Ar. 6711. — Vier Heine Rovellen in einem schmalen Bändchen vereinigt. Die ersten drei beschwören Schallen der Vergangenheit: den Kampf ums alte Jerusalem, eine Episode aus dem französischen Barock, die von größeren Schatten verdunlelte Gestalt Johann Peter Eckermanns; diese drei sind knapp, eindringlich und farbig gestaltet. Angehängt ist ihnen eine kleine Episode aus dem Weltkrieg, die weder in der thematischen Rundung, noch im Stil jene andern Geschichten annähernd erreicht: die Anekdote wirkt erlebnisfern und literatenhgst. 4 — Carl Sternheim: Mädchen. Novellen. 195 Seiten 8\ Paul Zsolnay, Verlag, Berlin, Wien, Leipzig 1926. — Echtester Stern- beim. Fünf Rovellen, etwa auf der Linie des „Busekow" stehend. Das Ganze sehr uneinheitlich im Eindruck: vieles ist ausgezeichnet erzählt: der knappe, witzige, eindringliche Sprachstil mancher Komödien taucht wieder auf. Aber das Wie der Erzählung und auch gelegentlich das Erzählte selbst, der thematische Vorwurf, zwingen ebenso oft zum Kopfschütteln und zu offener Ablehnung, wie man in andern Teilen zum Lachen gereizt wird. Das, was brauchbar ist, muß jeder Leser sich selbst aus dem Bande herausholen: ein wenig Psychologie, ein bischen Lebenswahrheit, den literatenhast filtrierten Lebensrhythmus unserer stürmischen Gegenwart. 871 — Das Mädchen aus der Fremd«. Lustspiel in vier Akten. Don Korfiz Holm. 239 Seiten 8°. Albert Langen, München, 1926. — Der bekannte Autor verarbeitet eine nicht gerade wahrscheinliche, possenhaft verwickelte Fabel in vier Akten, die etwas in die Breite geraten find, aber stellenweise auch gefällig-flüssige Dialogpartien, handfeste Theatersituationen und einige liebenswürdige Rollen (über den schwankmäßig üblichen Typus hinaus) aufweifen. 649 — „Das vertauschte Gesicht", Roman von Franz Taver Kappus. Verlag Ernst Keil's Nachfolger (August Scherl) G. m. b. H., Berlin SW 68. Ganzleinen 4,50 Mark. — Im Expreß nach Palm Beach sitzt ein Mann mit auffälligem Gesicht: Spuren einer besseren Vergangenheit darin, halb verwischt durch dunkle Erlebnisse, deren Zeichen es krampfhaft verbirgt, Stolz und abgehetzte Angst — der Steckbrief eines Deklamierten. Der Expreß entgleist. Als einen der wenigen Aleberlebenben schafft man d'.e'en Mann mit zur Unkenntlichkeit entstellten Zügen ins Hospital. Wochen später verläßt es John Morrow, geheilt durch die Kunst der plastischen Ehirurgie, mit einem neuen Gesicht. Die Brandmarke ist gelöscht. Die Vergangenheit erwacht und zieht ihn zurück an ihren Schauplatz — Deutschland. Und nun beginnt dieser Energiemensch. den das Druderlos unter Verbrechern zäh und hart gemacht hat, fein Leben da wieder auszubauen, wo es ihm Jahre zuvor eine Mordaffäre zerbrach. Die Geliebte, die er damals, schwer errungen, verlassen mußte, ist die Frau eines anderen. Er, der Verfemte, wirbt um das Weib, das dem Mörder flucht. Er. der Fremde, Namenlose, nimmt den Kampf auf um ein« Frau, die Reichtum und Unglück illusionslos gemacht haben. Wit nichts als einer Waske, die ihn dem ärmsten Gerechten gleichstellt, und der kalten Entschlossenheit, dem Geschenk seiner Unglücksjahre. Dieser Kampf vollz eht sich nicht wie im Märchen, wo der Verlorene der Geliebten als Bettler ein Blättchen zusteckt, um die Verzeihende in feinen Armen aufzusangen. Hier kämpft ein durch und durch einsamer Mensch gegen das Phantom seiner Vergangenheit in und um sich. Der Stärkere, nicht der Frühere siegt in dem Kamps um die Frau. Und daß dieser Stärkere gleichzeitig der Frühere ist, das ist das glänzend gelöste Problem, das dem Roman neben der inneren Wahrhe t die sensationelle Nuance gibt, um derentwillen er zu den spannendsten gehört, die wir seit langem gelesen haben. 865 — HansOltoBecker: Sportsopfer. Schwank in zwei Aktdn. 48 Seiten 8°. Paul Mähler, Verlag, Stuttgart 1926. 740 Fremde Literatur. — Martin Andersen Rexö. Schwarze Erde. Novellen. Mit einem autobiographischen Nachwort. Reclams Untrer al- TLIiotbet Nr. 6716. Heft 40 P'g.. Band 80 Pfg.. Ganzkeder 5 Mark. — Marlin Andersen Rerö gilt als der große Proletarierdichter unserer Zeit. Drei für sein Schaffen markante Novellen liegen vor uns: eine Heimarieuernovelle, eine Bauernnovelle und eine Seenovelle. Namentlich ..Die Puppe", die das graue, müb/elige, freudlose Dafein einer Puppenmacherfamilie aus Thüringen schilden und tief in die Seele des früh arbeitenden Kindes hineinleuchtet, inteieUert uni Deutsche. Vortrefflich aber weih er auch lerne dänischen Lands'eute zu gestalten: die Bakke- gaarfcibäucrin, jene alternde grau, die sich „gegen die Ordnung der Natur" verheiratet, und den Bootsmann Blom, den die Ironie des Schicksals bis über das Grab hinaus begleitet. Ein kurzer aulobi. graphischer Abr.ß zeigt Andersen Rexös Werdegang und seine Entwicklung zum Dichter. 2 — P. G Wodehouse: Abenteuer eines P u m p g e n i e s. Engelhorns Roman- bibliclhek, Band 1004. In Glanzleinen 1,75 Mark. — Dieser neueste Band von Engelhorns Roinanbibliothel führt in die Gc ilde echten angelsächsischen Humors. P. G. Wodehouse ist als Humorist in Deutschland noch kaum bekannt: in England und Ame.i'a aber einer der beliebtesten und mcistge'.e cnen Autoren. In einer hübschen Sammlung Heiner, in sich geschlossener, jedoch durch öie Gestalt des Helden zusammenhängender Geschichten schildert der Verfasser die Abenteuer eines mit zahllosen „Millionenobjekten" beschäftigten Phantasten, der in der Zwischenzeit seine Freunde um kleine Schillingbeträge erleichtert. u Erziehung und Bildung. — Emst Homeffer: „Der Ingenieur als Erzieher". Verlag von G. D. Baedeker, Essen, 1926; 72 Seiten, 3 Mark. — Diese neue Schrift des bekannten Philosophen unserer Landesuniversität gewährt vollkommen neue Ausblicke in das Problem der wirtschaftlichen Organisation. Sie ist ein weiteres Ergebnis der Versuche Homessers, eine „angewandte Philosophie", die Lehren von den Grundprin- zrpien auf das gegenwärtige Leben anzuwenden und zu übertragen, zu schaffen. Seine mündlich und schriftlich bargelegten Ideen zu den großen Problemen des Staates und der Wirtschaft haben in politischen und in Regierungskreifen wie in der Industrie großes Aufsehen und lebhafte Beachtung gesunden und führten zu einer umfangreichen Tätigkeit des Verfassers in den wirtschaftlichen Verbänden und in einigen Zweig- vereinen des Vereins Deutscher Ingenieure. Die staatsphilosophifchen Ideen werden demnächst in einem großen Werk über den „deutschen Staat" erscheinen, während die Fragen des Wirtschafts- Problems in dem vor einigen Jahren erschienenen Buch „Die große Wund«, philosophische Betrachtungen über das Verhältnis von Kapital und Arbeit" bargelegt werden. Die neue Schrift „Der Ingenieur als Erzieher" wird in den gleichen Kreisen und in dem Berufsstand der Ingenieure vor allem ebenfalls großes Aufsehen erregen, zumal dem letzteren durch Professor Homeffer eine hochbedeutende Kulturaufgabe zu- gesprochen wird. 808 — Pestalozzis Leben. Don Pros. Dr. F. Medicus. 220 Seiten 8° mit dem Bildnis einer Maske Pestalozzis. Gebunden 3.60 Mk. Derlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Don Pestalozzis warmer Menschlichkeit geht noch heute ein lebendiger Strom durch leben, der eine Aeußerung dieses überragenden Pädagogen oder eine Darstellung seines Lebens und Merkes lieft. Am 17. Februar d. 3. werden 100 Iabre verflossen sein, seit er mit „heiterer, kindlich fröhlicher Miene" aus dem Leben schied, und wir ehren an diesem Tage das Gedächtnis des großen Menschenfreundes. Einer unserer namhaften Pestalozzi-Forscher gibt hier ein lebendiges, ties erfaßtes Bild von dem großen Erzieher, seinem äußeren Werdegang, seiner inneren Entwicklung, dem allmählichen Gmpor- wachsen seiner Ideen aus unbewußtem Grunde und dem Umsehen dieser Gedanken in die Tat. Das bewegte Leben dieses Mannes wird in großen ßinten, mit sicherem Blick für das Wesentliche und psychologischen Verständnis geschildert. Auch sind die Schriften Pestalozzis als wichtigste Zeugnisse seines inneren Lebens ausführlich herangezogen. 16 — Sprachlehre für di e Kinder des D o l k e s. Stoff und Anregung zur methodischen Gestaltung. Don Professor H. Itschner. 3. Ausl. 143 Seiten. In Lcinenband 4,20 Mk. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — In diesem Werk bietet der Verfasser die praktische Anwendung seines pädagogischen Systems auf ein einzelnes Gebiet. Gerade die Sprachbildung ist heute eine immer dringendere Angelegenheit geworden und in ihrer Bedeutung erst jetzt voll anerkannt, die früher übliche und auch gegenwärtig noch häufig angewandte grammatikalische Behandlung, die nichts Höheres kennt als Satzanalysen, Konjugation, Tempi, Modi und Genera, droht das Imeresse des Kindes für seine Muttersprache zu ertöten. Itschner betont mit Recht, daß nur dann ein Anteil des Schulkindes zu gewinnen ist, wenn wir ihm gönnen, sich im Leben der Sprache selbst zu ergotzeir. Machen wir den Unterschied der Mundart und Schriftsprache zum Gegenstand der Betrachtung. Lassen wir das Kind den Reichtum der Ausdrucks- und Gebrauchsfähigkeit der Sprache schöpferisch erleben, und wir werden sehen, daß es sich gern in deren Wunderwerk fröhlich einlebt. Wie dies praktisch möglich und wie es zu verwirklichen ist, zeigt Itschner an einer Fülle anregender Beispiele, nach Unter« richtsstufen gegliedert. Das Buch sollte jeder Lehrer, der es als Ziel feines Sprachunterrichts anfieht, im Geiste Rudolf Hildebrands zu unterrichten, zu Rate ziehen. 742 — Der künstlerische Vortrag. Erster Teil. Eine Anleitung zur Pflege des gesprochenen Wortes. Zweiter Teil. Hebungsstoffe. (Deutsch- kundliche Bücherei.) Don Lektor Dr. E. Drach und Dr. M. Simon. 43 und 46 Seiten. Verlag von Quelle 8c Meyer in Leipzig. — Diese beiden Bändchen der .Deutschkundlichen Bücherei" sind für Anfänger und Laien bestimmt, für jeden, der deutsche Dichtungen in Vers und Prosa gerne ausdrucksrichtig vorlesen tollt An der Hand von 18 Stücken deutscher Dichtung und Prosa wollen sie in die Kunst des Vortrages einführen. Der Weg. der von leichten Aufgaben zu verwickelteren fortschreitet, beginnt bei Grimm und Hebel, leitet über Kellers Legende zur Ballade Meyers und Fontanes, verweilt bei der Lyrik der Droste, bei Morike. Storm und Stadler und erreicht den Gipfel mit der Bezwingung des deutschen Hexameters (Goethe). Der Leser soll nicht bloßer Leser bleiben, sondern zum Uebenden werden. Er nimmt schöpferisch teil an dem Kunstwerk, indem er eS gestaltet Es werden ihm kein« fertigen Rezepte vorgesetzt, wie man »schön deklamiert", sondern nur Anregungen gegeben und Vorschläge gemacht. Die Verfasser gehören zu den namhaften Sprechkünstlern in Deutschland. Aus reicher praktischer Erfahrung haben sie hier Wertvolles mitgeteilt und der Schule, Lehrern wie Schülern, eine gute Deispielfammlung gegeben. 743 — EäuglingSgymnastik. Don Major außer Dienst Reumann-Neurod e. 40 S. mit 20 Abbildungen. Gebunden l,£0 Ml. Verlag von Quelle 8- Meyer in Leipzig. — Das Büchlein erscheint jetzt in umgearbeiteter und erweiterter Form, bereichert um den Ertrag weiterer praktischer Erfahrungen. Die Erkenntnis von der Notwendigkeit der Hebung und Erhaltung unserer Dolksgefundheit bringt heute in die weitesten Kreise unseres Volkes, und es ist das große Verdienst dieser Schrift, daran in bedeutendem Maße mitgewirkt zu haben. Si« hat uns vor allem gelehrt, daß das Krüppeltum vieler Menschen verhindert werden kann, wenn wir schon beiiy Säugling mit zweckmäßigen körperlichen Hebungen beginnen. Die vorliegende Arbeit gibt ein erprobtes System der Säuglingsgymnastik, wie es an der Reichsanstalt zur Dekampsung der Säuglings- und Klemkinderstcrblichkeit eingeführt ist. Die neue Auflage bringt 70 Hebungen für Arme, Beine. Racken, Brust, Bauch und Wirbelsäule des Kindes. Die genauen Anweisungen ermöglichen auch der Halbwegs geübten Laien- hand, die Hebungen am Kinde vorzunehmen. 741 Zur Literaturgeschichte. — »Die Baumeister der Welt" nennt Stefan Zweig den Versuch einer Typologie deS Geistes, von dem bislang zwei Bünde vorliegen. Der eine umschließt Hölderlin, Kleist und Nietzsche („Der Kampf mit dem Dämon"). Heber ihn wurde hier schon gesprochen. Der andere „Drei Meister", vereinigt drei CssayS über Balzac, Dickens und Dostojewski, die drei großen und im Sinne des Verfassers einzigen Romanschriftsteller des neunzehnten Jahrhunderts. Zwerg selbst begründet diese Auswahl mit folgender Formulierung: »Romanschriftsteller im letzten, im höchsten Sinne ist nur das enzyklopädische Genie, der universale Künstler, der — hiev wird Breite deS Werks und Fülle der Figuren zu einem Argument — einen ganzen KosmoS baut, der eine eigene Welt mit eigenen Typen, eigenen Gravitationsgesehen und einem eigenen Sternenhimmel neben die irdische stellt..... Jeder dieser drei Romanschriftsteller hat seine eigene Sphäre, Balzac die Welt der Gsfellfchaft, Dickens die Welt der Familie, Dostojewski die Welt des Einen und deS AUS. Vergleiche dieser Sphären zeigen ihre Untersch.ede, niemals aber ist unternommen, diese Unterschiede in Werturteile umzudeuten ober die nationalen Elemente eines Künstlers in Neigung oder Abwehr zu betonen. Jeder große Schöpfer ist eine Einheit, die ihre Grenzen und ihr Gewicht in eigenen Maßen in sich schließt: es gibt nur ein spezifisches Gewicht innerhalb eines Werkes, kein absolutes in der Wagschale der Gerechtigkeit." Diese wenigen Sätze des Verfassers zeigen am besten, was Zweig wollte und was er tatsächlich erreicht hat, „eine Psychologie des Romanciers in den drei prägnantesten Gestalten". DaS Buch gibt einem Kenner der Werke ästhetischen Genuß, Anregung und Vertiefung. 719 — Paul Wiegler (tat unter dem Titel „D i e große Liebe — W i e sie starben" in einem vom Avalun-Verlag, Hellerau bei Dresden geschmackvoll auSgestattelen Bande eine Reihe von Dichter- und Frauenporträts vereinigt, von denen jedes einzelne ein kleines novellistisches Kunstwerk ist. Weit entfernt von dem Streben nach einem literarhistorischen Essay, geben diese Skizzen doch eine sehr eindringliche Auffassung von Charakter und Milieu dieser Menschen, die nach Lebensschicksal und Lebenswerk es wert sind, betrachtet zu werden. (Preis In Ganzleinen 8,50 Mk.) 814 — Gin schon in der Ausstattung entzückendes Bändchen „Deutscher Liebesbriese" gibt Julius Zeitler im Avalun-Verlag. Hellerau bei Dresden heraus. (Preis Ganzleinen 7 Mk.) Die schönsten und stärksten Zeugnisse b>3 Liebes- gefühlS im deutschen Menschen aus i.eun Jahrhunderten, von den Tegernseer Liebesbriefen Wernhers des Mönches an bis zu Liliencron, ein reicher Schah in köstlich finnigem Gewände. 19 — Wolfgang Golther: Richard Wagner, Leben und Lebenswerk. Mit Wagners Bildnis. Musiker-Biographien 5. Band. Reclarns U^.i ersal-Bibliot(:«k Nr 1660-62. Heft 1,20 Mark, Band 2 Mark. — Woksgang Gol- ther, der bekannte Wagner-Forscher und Literarhistoriker in Rostock, ist in dieser volkstümlichen Wagner-Biographie überall auf das Wesentliche bedacht gewesen. Es gelingt ihm, den Leser mit dem Le.ensgang Wagners und fernen Scha:- fensperioden auf8 innigste vertraut zu machen. Die an Ereignissen reiche Le.'ensgeschichte des größten deutschen Müiidramatilers lieft sich wie ein biographischer Roman. 1 Deutsche Ortsnamenkunde. (Deutschkundliche Bücherei.) Don Archivdirektor Dr. F. Mentz. 2. Auflage. 74 Seiten. Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig. — Einleitend weist der Verfasser nach, daß sich neben den rein deutschen Ortsnamen verschiedene Schichten oder Gruppen von Namen fremden Ursprungs unterscheiden lassen und zwar vordeutsche, d. h. ligurische und keltische Namen, lateinische. Hatei che und litauische sowie altpreuhische Qlamen Rein deutsche Namen treten erst nach der Völkerwanderung auf. Sin großer Teil der Ortsnamen läßt sich aus der Ar» des Siedelns er- flären. sie bestehen dann l.d gllch a^s dem Grundwort. Um jedoch die vielen Orte gleichen Namens zu. unterscheiden, tritt oft zu dem Grundwort ein Bestimmungswort hinzu. Sehr geschickt ist nach dieser Einteilung die Anordnung vorgenommen. Da die Erforschung der Ortsnamen eine wesentliche Aufgabe der heimatkundllchen Forschung darstellt, ist diese Arbett ein wertvoll^ Hilfsmittel. 744 Verfchiedenes. — H. Handke: Der Bubikopf von Agamemnon bis Stresemann. Mit 63 Zeichnungen von Winckler-Tannenberg-, Verlag für Kulturpolitik, Berlin. — Em sehr amüsan:eS, geistreiches Buch läßt der *3erlag für Kulturpolitik erscheinen. Handke, ein Kenner alter und neuer Kultur, seht sich in souveräner Geistigkeit mit der neuen 2Nodeerscheinung des Bubikopfes auseinander. Das Buch ist ganz historisch ausgemacht. eS beginnt bei dem vollen Lockenhaupt Agamcmnons und endet mit den haarlosen Köpfen der heutigen Regicrungsgroßen; eine Entwicklung, die die Männerwelt der Schilddrüse zu verdanken hat. die einmal Haarwuchs, das andere Mal Genialität produziert. Der Bubikopf der Frau bezeugt, wie Handke an Beispielen aus der Weltgeschichte nachweist, jedesmal das Streben der Frau, dem Manne gleichgestellt zu sein, ein Streben, das im Grunde nur geboren ist aus dem Wunsche, wieder als Frau gewürdigt zu werden und an erster Stelle des männlichen Interesses zu stehen. In Perioden der Frauenverehrung, wie in der -Zeit des Minnesangs, dachte keine Frau daran, sich einen männermähigen Haarschnitt zuzulegen. Es ist erstaunlich.. zu welchen Ausfällen auf unsere ganze Kultur dieser merkwürdige Gegenstand Anlaß geben kann. Wissenschaft und Kunst bekommen treffsichere Seiten- hiebe, durchaus berechtigte, und das ist der ernste Hintergrund des immer wihigen. in flüssigem, geistreichen Stil geschriebenen Buches, daß es nicht nur verspotten, sondern einen Spiegel Vorhalten will. 848 — Gegenwartsprobleme der deutschen Baumwollwirtschaft. (Weltwirtschaftliche Gesellschaft zu Münster i. W.). Bon Dr. A. Gildemeister, M.d.R. und Rechtsanwalt Dr. Th. Amfaldem. Gehestet 1,60 Mark. Verlag von Quelle L Meyer in Leipzig. — Gildemeister beleuchtet den Rohbaumwoll-Weltmarlt, seine Finanzierung und seine Kreditierung. Amfoldern beleuchtet die Stellung Deutschlands in der Weltwirtschaft, die Frage der aktiven oder passiven Handels- und Zahlungsbilanz und die Bachteile der Zwangswirtschaft und staatlichen Verwaltung gegenüber der freien Marltgestaltung. 749 — Wester Wälder Heimatkalender auf das Iahr 1927. (Verlag C. Ebner, Hachenburg. Preis 75 Pf.) — Ein Buch, aus dem tn levenswarmen Worten die Liebe zur Heimat spricht, ein Wegweiser in ihre von der Aatur gesegneten Gefilde, die uns ihre Schönheiten und charakteristischen Eigenarten offenbaren. Lebensvolle Beiträge zur Baturgeschichte wechseln mit poesiereichen Heimatdichtungen und humorvollen Anekdoten. Sagenumwobene Geschichten aus längst entschwundenen Tagen, aus der Epoche der Westerwälder Städtegründungen, ter Pestepidemie des Iahrcs 1613. historische Begebenheiten aus dem Seuchenjahr 1807, der Zeit der Zünfte, sind Etappen auf dem Wege, den uns der Heimatkalender führt. Wertvolle Fingerzeige in der Haus- und Landwirtschaft geben kurze, leicht verständliche Aufsähe dieser Art. Kalendarium und Marktverzeichnis geben erwünschte Auskunft. Zahlreiche Illustrationen ergänzen die textliche Ausstattung und charakterisieren in finniger Weise die humorvollen Erzählungen des Kalenders, den ein schmuckes Gewand umhüllt. 873 — Deutscher R e i ch s b a h n - K a l e n - der 1 92 7. Herausgegeben von Dr.-Ing. Dr. Hans Baumann. Berlin, im Konkordia - Verlag in Leipzig. Preis 4 Mk. — Vor uns liegt em Kunstwerk, wie wir es bisher nicht fanden unter den Kalendern, die zu diesem Weihnachtsfest . als Gabe dargebracht worden sind. Unter dem Zeichen „Mit der Reichsbahn durch deutsche Lande" gelangen Bilder von unbeschreiblicher Schönheit vor unser Auge, und die Erklärung darunter läßt uns Interesse gewinnen an den 1 schönen Gebieten Deutschlands. Bekanntlich ist die j Deutsche Reichsbahn in 30 Bezirke eingeteilt, und diese Bezirke werden uns in ihrer geschicht- . lichen Entwicklung mit Bildern vorgeführt. Wer wußte es bisher, in welcher Zeit die einzelnen Großstädte Europas von Berlin aus zu erreichen fini/2 Er erfährt es durch diesen Kalender. Er erfährt, daß täglich 37 mal die Reichsbahn um den Aequator fährt. Roch ein Bild fällt uns ins Auge: Siedlungen der Reichsbahn im Ahrtal, ein herrliches waldgeschmücktes Bild mit einem munteren Flüßchen und bunten Häusern. Wir erfahren, daß die Reichsbahn eine großzügige Siedlungspolitik treibt nicht allein durch dieses Bild, sondern auch durch verschiedene andere Darstellungen. Auch die Betätigung der Reichsbahn auf dem Wasser läßt uns die Bedeutung dieses größten deutschen Unternehmens erkennen. Mit der Reichshahn auf dem Bodensee fahren Dampfer seit 50 Iahren. Durch Fähren über die Ostsee werden die nordischen Länder durch direkte Züge mit dem Rorten verbunden. ilebcraU treffliche Bilder und sich einprägende Erklärungen. 876 Wirtschaft. • Eine Anleihe des Landes Baden. Der badische Finanzminister hat einem von der DiZkontogesellschaft in Berlin geführten Bankenkonsortium, dem sogenannten Dauea-Kon- sortium, dem auch die große Badische Bank an- gehört, den Zuschlag auf eine mit 6 Prozent verzinsliche Anleihe im Rennwert von 33 Millionen Reichsmark erteilt. Der Erlös der Anleihe wird für die wirtschaftlichen Unternehmungen des Staates und für Straßenbauten Verwendung finden. • Zur Kurssteigerung der Scheide- anftalt-Aktien. Die „ F. Z." meldet zur Kurssteigerung der I.-G.-Farben-Aitien, die sich bekanntlich auf Gerüchte über eine engere Verbindung der Deutschen Gold- und Silbersche.de- anstalt mit der I.-G.-Farbenindustrie stützt, daß sich die auf dem Gebiete der Ratriumverbin- dungen wie auf anderen Gebieten vorhandenen Abreden mit der I.-G.-Farbenindustrie in technischer Hinsicht durchaus im Rahmen der alten Beziehungen bewegen, die die Scheideanstalt mit der I.-G.-Farbenindustrie und deren Rechtsvorgängerin unterhalten hat. daß zu weiter- gehenden Vermutungen keinerlei Anlaß vorliegt, und daß insbesondere auch in finanzieller Beziehung keine Verhandlungen geführt oder beabsichtigt sind. Berliner Börse. Berlin, 19. Ian. Die Haussebewegung scheint jetzt zu einem vorläufigen Stillstand zu kommen. Rachdem der heutige Vorbörsenverkehr noch einen sehr festen Verlauf nahm, überwogen bei Beginn des amtlichen Verkehrs Realisationen der Spekulation, während auch das Publikum in seinen Käufen vorsichtiger ist. Die Gesamttendenz geftaltefe sich daher zunächst uneinheitlich, unter Berücksichtigung der vorausgegangenen Kurssteigerungen war aber eine beträchtliche Widerstandsfähigkeit nicht zu verkennen. In Anbetracht der flüssigen Geldmarktlage und infolge Börsen wrie. Berlin Frankfurt a-M. Sct)(u>>- i-Udr- Aur» 19. 1. 19. L 18. I Datum: U.915 0,9125 '1.9226 0,895 16,95 10. 181 180,75 126,25 18t 162,13 1 160 I 183.5 163,25 154,76 175 ; 104.5 0,9125 0,905 0,905 0,89 1 0.89 181 200 d37 145 388 146,75 Schlich- Kur* 188 75 265 118.5 147.9 67.75 44 176 217,75 176 176 5 184.25 19) 128.5 83 6,5 191.4 269.5 115.5 146 183 .88,75 Anfang i ^iiro 175 215,5 128.5 103 184 126 192 192.75 20ü 0.93 0.9.in.'> 0,59 0.9102 189 «90 200 179 193 92 224 156 i:jo 140 264.5 219 190 223.5 156 129.9 141 9 263 217.5 191.5 19t.4 201 177 189,9 92,5 223,5 156.5 128,5 142 263.75 217.75 191 0.88 101,7 der Situationsberichte verschiedener Großbanken wagte sich die Baisse-Spekulation mit größeren Abgaben noch nicht hervor, wenngleich bei einer großen Anzahl von Papieren die Kurse die tatsächlichen Verhältnisse beträchtlich übersteigen. Schwächer lagen Maschinen- und QHoto- r e n to e r t c. In eine Haussebewegung gerieten heute Vereinigte Glanzstoff, die in kurzer Zeit um fast 20 Proz. anzogen. Einiges Kaufinteresse bestand für Montanwerte. Chemiewerte lagen ruhig. Elektrowerte notierten bis zu 4 Proz. über den Vortagsschlußkursen, wobei sog. Lieferungswerte bevorzugt waren. Am offenen Geldmarkt herrscht starkes Angebot in Tages- und Monatsgeld. Der Geldüberfluh führte wieder zu bedeutenden Dollarkäufen, so daß die Reichsmark mit 4.2165 bis 4,2170 gegen Kabel weiter schwach lag. Die kontinentalen Valuten lagen gegen das Pfund überwiegend schwächer. Mailand-London auf 112 erholt. 158 177,5 163 159.5 176,25 161.25 281.75 220 282 195,5 187 । 183.5 i 202 188.75 : 10 6 181 191.5 120.4 277.5 221 282.5 194.5 162 ! 183 ! 130 219.5 . 279 1 194,25 186 । 185.9 203.5 | 186 10.5 I 16.8 I 44.25 275 220,25 282 194 186.75 184 202 187 10,75 180.25 188.5 125 155 110 <38 145 5 2;o 176 9 176 182 >88 143 b 176.75 217 129 ' iu2; 43.75 I 67 | 190 .67 156 5 109 428.25 147 261 176 25 176.75 185.5 190 144.75 175 219 5 124.5 104.25 190! 124,55- i89; 190 | 199 1 179.75 ■ 19-1.75 90 224 155 128 139 5 । 265 218 - 190 1 130 | 158 4 | 1159 25 H75.62 i 162 82 216.6 129.5 82 2.8 191 68 5 118.25 147.5 5% Deutsche Reichscmleibc . 4% Deutsche Reichsanlcihc . 3'/9% Deutsche Ncichsanleihe 3% Ternsche Rcichsanlethe . Deutsche Svarprämicnanleihe 4% Preußische ötonsolS . . - 4° o Hessen........... 3'/.,% Hessen 3% Hessen Deutsche Wcrlb. Dollor-Anl- dloDoU.-Schav-Anweisng. . 4% Hofllürfcii......... 5% tJoldmexikaner .... Berliner HandLlßqcsellschast. Commerz, und Privat-Bank. Darmst. und Paiionalvank . Teutiche Bank Diskonto Commandit .... Dresdner Bank Mclallbaut Mitteldeutsche Kreditbank. . Lcsle! reichliche Kreditanstalt. RcichSdank........... Bochumer Guß ....... Buderus....... Caro ............. Teulsch-Luremburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bcrgdan...... Kaliwerke AschcrSleben. . . . Kaliwerk Westeregeln..... Laurabülke ManneSmann Mans'klder. Lderbedarf .......... Pdönir Bergbau Rheinische Braunkohlen .. . Rbciuslnbl........... Nie bett Montan TellnS Bergbau Bereinigte Stahlwerke . . . . Hamburg Amrrila Paket. . . Borddcuischcr Lloyo . . . Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philivv Holzmaun...... Anglo Cont Guano Chemische Mäher Alaptn. . . »-oldschmidt......... Holzverkohlung- . . I G Faroen-Jndustrie. . . Nntgerswerke........ Echetd.annalt....... Alla- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann ......... El ktr. Lieferungen...... Lichi und Kraft Mainkra lwcrke ........ Schuckcrt • . • Siemens & Halske Adlerwerke Kleher ...... Daimler Motoren. ...... Hehligrnstaedt......... '".eguin Mannheimer Motoren . . . frankfurter Armaturen Konservenfabrik Braun . . Mctallgesell djart Frankfurt. Per Union A.-G Schnh abril Herz Sichel.............. Schhoff Aschaffenburg. . . . Srflrto ( Waldhof. . . . . .fitlkeriabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Kurs 18. 1. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung 18. Jan- 19. Jan. ■zuiitlicbe 'Jioti rung Amtliche 'Jiottetunj cüctb Brie- OlClb Briet Ani't.» :Hon 168,45 168.87 168.43 168,83 Bu n Airc 1,739 1,743 1,738 58.55 1.712 ihrss.-?lnrw >1.55 58,6'1 68.68 Lhristiania 197.6. 107.93 107.34 107.611 JlüD.'nbnfl.'ii 112.24 112.44 112,21 112,49 2lodbo(m 112.41 112.69 112.38 <12,66 Öelfinafotj -0.59' 10.632 10.592 10,632 Italien . . 18.0:5 18.0? 18,25 18.29 London. . . .0,437 -0.487 -0,439 20,491 Neunork . . 1.211 1.221 1,21 i 1,221 PoriS. . . i6,75 16,79 16.725 16,745 Crbwci; . . -1.-0 •8.26 51,30 51.10 51,10 Dpa t:n . 08,14 67.91 68,09 Japnu . . . ',053 2.057 2.055 2,059 1.497 *h'io b? Jan Wie» in D-- .493 0.495 1.493 Ceft. abgeit 39,37 59.57 59,365 69,512 Prag .... 12,47 12.57 12.468 12,508 Bclirad . 7.41 7.43 73.83 7.412 7.412 Dudav?>t. 73.63 73.69 73,87 Bul-arien j.u4 d.0.5 u.O4 3.05 l'iffabon . U.565 .1,615 21.545 21,59j Damm. . . 51,53 81.72 11,52 51,72 -Honfi ntin -.122 2,132 2,12 2,13 Alben. . . 5.40 5,42 5.39 5 41 Canada 1,2-H 1,211 4.201 4.211 Uni uaö . 1.24.1 4.255 4.245 4.23. Cairo . . . iO.941 21,001 20.951 21,006 Banknoten. Berlin, 18 Jan Geld • Bricr Amcrikaniiche 'Jtoten..... 4.193 4,215 Belgische Polen . 68,35 58,65 Touiiche Poren ....... 11'2,01 112.56 Englische Molen. ....... 20,392 2Ü.49Z Franzöiische Polen...... 16.74 16.81 Holläub-schc Polen...... 168.0.; 168,82 Italienische 9)otcn...... 18 06 18.14 Parmenische Polen...... 107,33 107,88 Deutsch Oeslerr. ä 100 .stronen oU,28 69,58 Rumänische Polen...... — Schwedische Poten...... 112.07 H2.6I Schw.--->r Polen....... 81.16 K1.5G Spanische Polen....... 68,13 68.47 Tschechollowakischc Noten . . 12,44 12.511 Ungarische Polen....... 73,42 73.78 x.utfc. Frankfurt a. M.. 19. Ian. Tendenz: leicht abgeschwächt. — Durch die bisher beobachtete große Zurückhaltung der Spetulation, die die letzte Haus e eile für Gewinnsicherungen benutzte, und durch die anhaltende Flüssigkeit des Geldmarktes ist ein größerer Kur sein br uch verhütet worden, so daß es nur zu einer schwächeren Gesamttendenz kam. Rach wie vor lagen größere Kaufaufträge aus Publi- kumskrei'en vor, wodurch sich die Kursrückgänge in engen Grenzen hielten. Eine Ausnahme bildeten von vornherein Elektroaktien, die I unter Führung von Siemens & Halske weiter an- üogen. Siemens plus 1,5 Prozent. Lahmever plus 2 Prozent. Don Montanw erten lagen oberschlesische Werte weiter fest, auch die Rhein- Elbe-Gruppe blieb ziemlich widerstandsfähig. Rur Gelsenkirchen leicht ermäßigt. Kal i a k t i e n stärker gedrückt. Westeregeln minus 5Pzt., Aschersleben minus 0,65 Prozent. Metallwerte gut behauptet. Hirsch Kupfer plus 1,25 Prozent. Bankaktien schwächer, lcionders Darmstädter minus 4,5 Pzt., Deutsche minus 1,5 Pzt. Metall- banlkonzern und Scheideanstalt aus Realisationen weiter schwächer. Scheideanstalt minus 3,5, Metallbank minus 4, Metallgrsellschast minus 1,25 Prozent. Freigabewerte (be'ondcrs Schiss- ahrtswerte) infolge der Berzögerung in der Frei- gobeangclcgenheit weiter leicht abgeschwächt. Holzdestillationswerte uneinheitlich. Holzverkohlung 4,12 Proz. schwächer, dagegen Chemische Frankfurt plus 4.12 Proz. Von A u t o w e r t e n büßten Kleher auf Berliner Abgaben 4,5 Proz. ein, während Daimler 1,25 Proz. anzogen. Zellstoff- aktien bis 1,5 Proz. niedriger. Der weitere Börsenderlauf wurde, ausgehend vom Elektromarli. nach mehrfachen Schwankungen wieder reundlicher, wobei sich auch I. G.-Forben und die anderen Chemiewerke erholten. Am heimischen Anleihemarkt lagen Kricgsanl.ihe schwächer, dagegen bayerische 'Vorkriegsrenten fest. Der Geldmarkt ist weiter außerorden'lich flüssig. Tagesgeld unverändert 3 Proz., Monatsgrld erneut leichter mit 45/s bis 6 Proz. Warenwechsel 43 >. Dankakzepte 37/s Proz. Im Devisenverkehr war Paris gegen London leicht abgeschwächt mit 122,20. Mailand-London 112. London-Kabel unverändert 4.8535. Die Reichsmark liegt gegen Kabel weiter schwach mit 4,2165. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 19. Ian. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 29 bis 29.65; Roggen, inländischer, 25.75 bis 26; Sommergerste, für Brauzwecke 26 bis 27.50; Hafer, inländischer, 20.50 bis 21.50: Mais, gelb, 18.25 bis 18.50; Weizenmehl, inländisches, Spez. 0, 40.50 bis 41; Roggenmehl 37 bis 37.50; Weizenkle'.e 13; Roggenkleie 13.25 bis 13.50 Mark. Tendenz: fest. Berliner Produktenbörse. Berlin, 18. Ian. Im Berliner Produktengeschäft bestand heute für Weizen wie auch für Roggen vereinzelt Declungsfrage, so daß die Märkte ziemlich fest eröffneten. Hinzu tarnen erhöhte Forderungen des Auslandes, kleines Provinzangebot und höher gehaltene Preise des Inlandes. Weizen wurde im Durchschnitt 1 Mk. höher. Roggen IV2 Mk., Iuli sogar 21/2 Mk. über gestern. Für Gerste und Hafer haben sich die Offerten in mittleren Sorten gemehrt, doch zeigt sich nur Bedarf für beste Qualitäten. Das Mehlgeschäft wickelt sich weiter recht stockend ab. Die höheren Getreidepreise bringen keine Anregung. Don sonstigen Artikeln behält Kleie gute Frage bei fester Tendenz. Auch Kartoffelflocken und Serradelle werden zu höheren Preisen gesucht. Es notierten für 1000 Kilogramm: Weizen (märt.) 264 bis 268, Roggen 244 bis 248, Sommergerste 217 bis 245, Wintergerste 191 bis 207, Hafer (märt.) 179 bis 189, Mais loko Berlin 185 bis 187; für je 100 Kg.: Weizenmehl 34.75 bis 37.50, Roggenmehl 34.25 bis 36.25, Wcizenkleie 14 bis 14.25, Roggenkleie 14, Diktoriaerbsen 52 bis 66, kleine Speiseerbsen 30 bis 32. Futtererbsen 21 bis 24, Peluschken 21 bis 22.50, Ackerbohnen 20 bis 21, Wicken 23 bis 24.50, Lupinen (blau) 15 bis 16, Lupinen (gelb) 15.50 bis 16.50, Serradelle (neu) 30 bis 32.50, Rapskuchen 16.40- bis 16.50, Leinkuchen 20.80 bis 21.20, Trockenschnitzel 10 50 bis 10.60, Soha-Schrot 19.10 bis 19.80, Kartoffelflocken 29.60 •Buntes Allerlei. Der „König der Lebensretter". Ein 80jähriger Holländer, namens Dorus Rijkers, hat den Ruhmestitel „Der König der Lebensretter" erhalten. Die Liste der von ihm aus Todesgefahr geretteten Personen beträgt gegenwärtig 511 Personen, und dazu kommen noch 42 Schiffe, die er aus gefährlicher Lage in Sicherheit gebracht hat. Er besitzt holländische, englische, belgische, ita'imische Rettungsmedaillen, und besonders stolz ist er auf eine goldene IHjr, die ihm 1837 von dem späteren Kaiser Friedrich überreicht wurde: von Wilhelm II. erhielt er eine diamantbesetzte Goldnadel 1911. Der greife Lebensretter befinde' sich augenblicklich in Paris, und zwar ist er zu dieser Reise auf merkwürdige Weise gekommen. Man hat kürzlich in Holland eine Volksabstimmung veranstaltet, um hcrauszu- befommen, wer der beliebteste Mensch des Landes sei, und der Auserwählte sollte mit einer Reise nach Paris belohnt werden. Da zeigte es sich nun. daß Dorus Rijkers die meisten Stimmen erhalten hat, und so kann er denn noch auf seine alten Tage die Herrlichkeiten der Seinestadt besichtigen, für die er das lebhafteste Interesse an den Tag legt. Das INobelmagazin des französischen Staates. Die französische Regierung ist jetzt dabei, ein Inventar aller Gegenstände aufzustellen, die sie in ihren so überaus reichen Magazinen besitzt. Es handelt sich nicht etwa um Gegenstände, die sich in den Etaatsmuseen von Paris oder der Provinz befinden, sondern nur um die „Einrichtungen", die z. T. in den Ministerien und öffentlichen Gebäuden und in den Botschaften sind. In dem Inventar werden u. a. auch die Möbel aufgeführt, die sich in den GesanN'cha'tspalästen von Berlin, London. Rom, Madrid, Washington, Peking usw. befinden. Iede französische Gesandtschaft ist mit herrlichen Möbeln ausgestattet, die z. T. von großen Meistern des Kunsthandwerks stammen, mit kostbaren Teppichen, mit Gobelins der französischen Staatsmanusakturen, mit Porzellanen von Sdvres und Limoges. Aber nur ein kleiner Teil dieses riesigen Möble- ments ist in Gebrauch. Die meisten Sachen sind in den Möbelmagazinen des Staates aufgespeichert, und nur ein Zwanzigstel dieser Dinge wird im Laufe eines Iahrcs von menschlichen Händen berührt. Der größte Teil schlummert wohlverwahrt und reichlich verstaubt viele Iahr- zehnte, und es ist dringend nottoenbig. daß einmal ordentlich nachgesehen und „gelüftet" wird. Zu den Schätzen dieses Staatsmöbelmagazins gehören Teppiche des 17. und 18. Iahrhunderts, die mehr als 70 Fuß lang und 30 Fuß breit sind: sie stehen seit vielen Iahrzehnttn, mit Pfeffer und Raphthalin dngemottet, zusammengerollt in den Ecken, und es lind 40 Mann notwendig, um einen solchen Teppich aufzurollen und auszuklopfen. Man fürchtet, daß sie durch das lange Herumstehen gelitten haben. Die schönsten Gobelins von Beauvais, die aus echten Gold- und Silbersäden gearbeitet sind, hängen in Serien zu Dutzenden an den Wänden und werden höchstens einmal im halben Iahr ab- gestaubt. Hinter Stahltüren ruher in den Bodenräumen der Magazine, unter fußhohen Staubschichten begraben, merkwürdige Eichen- und Mahagonikästen, die Gold- und Silbersachen enthalten, es sind Teller. Schüsseln und andere Tischgcrätschasten. alle sorgfältig in Futterale gesteckt, die von Motten zerfressen sind. Es sind dies die Tischservice, die einstmals die französischen Herrscher bei ihren Prunkbanketten verwendeten, und dazu kommen noch. Hunderte von Gold- und Silbersachen, die aus Kirchenbesitz lammen, und bei der Säkularisierung der Kirchen- schätze eingezogen wurden. Der Wert aller dieser Kostbarkeiten, die jetzt genau registriert werden, wird auf über 400 Millionen Mark geschätzt, aber es tft auch möglich, daß sich bet der genauen Berechnung die zweifache oder fünf- ache Summe ergibt. Man beabsichtigt, alle diese Kunstwerke, mit Ausnahme derjenigen, die bei besonderen Gelegenheiten in Paris gebraucht werden, aus die scanzosischen Provinzialmuseen zu verteilen. Ein Lund der Richtrauch«-- Eine Gesellschaft der Richtraucher hat sich in England gebildet, die es sich zur Ausgabe macht, die „immer unerträglicher werde.den Liede g.i,‘e" der Raucher zu betämpfen. Als Grund für diese Vorherrschaft der Raucher wird angegeben, daß sie durch die Damen eine gewaltige Stärkung erfahren haben. Seitdem auch das schönere Geschlecht im Eisenbahnabteil und im Restaurant raucht, sind denen, die dem Rikotin anhängen, immer mehr Vorrechte eingeräumt worden. Die Zahl der Räume in den Lokalen und öffentlichen Gebäuden, in denen nicht mehr geraucht werden darf, nimmt immer mehr ab. Die Gesellschaft der Richtraucher will dafür eintreten, daß in Theatern, Kinos, Straßenbahnen. Telephonzellen usw. das Rauchen verboten ist, daß auch in der Untergrundbahn den Äichträuchern die genügende Anzahl Wagen zur Verfügung steht und daß die Richtraucher nicht, wie es sich jetzt immer mehr durchsetzt, überhaupt für „Luft" angesehen werden. DaS Diner der Riesenschlangen. Eine unausrottbare Abneigung gegen die vielfach harmlosen und nützlichen Cö^langen liegt uns nun einmal im Blute, vielleicht ein uraltes Erbteil des Sündenfalls, bei dem die Schlange eine so verhängnisvolle Rolle spielte. Aber dieser Schauder vor den schleichenden Reptilen erhält doch eine gewisse Berechtigung, besonders durch die Angriffart und Freßweite dieser Tiere, die ähnlich höchst selten angetroffen wird. Die Mahlzeit einer Riefenschlange ist ein so furchtbares und grausiges Schauspiel, daß man es den Besuchern der Tierparks und Zoologischen Gärten nicht zumutet, sondern die Fütterung in die Abendstunden legt, wenn die Schlangenhäuser bereits geschlossen sind. Es genügt schon zur Erweckung des Grauens, wenn man die Riesenschlange bei der Verdauung beobachtet und den in der Magengegend unförmig aufgetriebenen Körper sieht. Den Schleier, der das Bild der Riesenschlangenfütterung bisher gnädig bedeckte, hebt nun Ludwig Zukowsky in eine genauen Schilderung, die er in „Carl Hagenbeck's Illustrierten Tier- und Menschenwelt" bietet Im Hagenbeck- schen Tierpark befinden sich gegenwärtig etwa 100 Riesenschlangen, die lebende Schweine, Kaninchen, Meerschweinchen, Ratten und Hühner erhalten. Glücklicherweise brauchen die riesigen Reptile nur alle 3 bis 4 Wochen gefüttert zu werden; ja, sie können sogar zur Rot ein ganzes Iahr fasten. Die unglücklichen Opfer ahnen nich'.s von dem Schicksal, das ihnen droht, und werden zunächst von den zusammengerollten Schlangen kaum beachtet Erft allmählich regen sie sich, un& der Riesenkorper schiebt sich unter ständigem Züngeln langsam durch den Raum. Borbedingung für die Tötung durch sicheren Stoß und Biß ist bei jeder Schlange das S-förmige Zurücklegen deS vorderen Korperdrittels. „Der Kopf bleibt wie versteinert an eine Stelle des Bodens geheftet, während der Hals eine weit nach vorn gelagerte Schlinge beschreibt," so schildert Zukowsky den Vorgang. „Ein Zischen — ein graues, schattenhaftes Durcheinanderfliegen — ein kurzes Aufschreien des umklammerten Opfers sind gewöhnlich Bruchteile einer Sekunde. Im Augenblick liegt das nächste Szenenbild vollendet und ruhig vor uns> Der Llebersall auf das Beutestück geht in so überraschender und schneller Weise vor sich, daß es meist nicht möglich ist, den Vorgang mit dem Auge zu verfolgen.' Wir erblicken nun das unglückliche Opfer von zwei wie Eisenklammern wirkenden Schlingen des muskelbepackten Schlan- genleibcs umwickelt, während der Kopf des Reptils in einiger Entfernung vor der Beute verharrt. Beim Lieberfall packt die Schlange durch blitzschnellen Vorstoß mit dem -ahnbewehrten Rachen das Opser beim Kopf, und im gleichen Augenblick schlingen sich zwei Ringe ihres Körpers um den Leib des Tieres, dem durch den gewaltigen Muskeldruck sogleich der At?m und bald auch die Besinnung genommen i-t. Der Tod eines Warmblüters erMot gewöhnlich innerhalb 1 bis 5 Minuten. Die Scblanae kann an dem allmählichen Rachlassen und Aufdören der Zuckungen genau feststellen, wieweit dos S erben ihrer Beu'e vorgeschritten ist. Die Riesenschlange hat weiter eine genaue Schätzung über die Kraft und die Tötungszeit des von ihr zu erwürgenden Tieres, wie sie auch seine Größe genau zu f(höben vermag. Verspürt sie in dem Körver fein Leben mehr, so lockern und losen sich allmählich die erbarmungslosen Ringe, und der Kadaver wird gierig bezüngelt." Run fetzt der Schkingokt ein: ..Die Schlange packt mit tocVaufceriifenrm Rachen den Kopf des toten TiereS und schlägt die rückwärts gerichteten Zähne nach und nach weiter in ihre Beute, abwechselnd die Kieferhälften vorschiebend. Rachdem die enorm dehnbaren Bänder des Kieferbogens iFire größte Spannuni erreicht haben, ift der Schlund für den Durchtritt deS Kadavers geeignet. Höchst merkwürdig ll'ht eine Riesenschlanae in diesem Stadium des Schsing- aktes aus. Obwohl am Kopf kaum eine Veränderung nochzuweiscn ift, verzerrt und bläht sich ilnkrüefer und Kehlpartie zu einem unförmig weiten Beiüel. Die größte Schwierigkeit bereitet beim Lleberfchlucken eines Säu^eieres der Schultergürtel und beim Bogel die Flügel. Interessant ift der Anblick der je nach der Stärke deS Kadavers mehr oder weniger weit unter diesem aus dem Rachen der Schlange bervorstebenden nackten Luströhre. Hatte das Revtil nicht diese treffliche Einrichtuna. so müßte es als Cungenatmer bei der lonnmierigcn Schsingarbeit ersticken. Sobald die ftärlsten Körperteile unter dem Schlunde liegen, ist nut zu beobachten, wie die Beute stetig hoeiter- gkilet und schließlich in der Magengegend Haltmacht. Runzlig und faltig hänat jetzt der Unterlider herab und langsam ziehen sich die stark veränderten Muskeln und Bänder wieder zurecht." * __i Itr. PtlM Dir Sd 2 (M ifrinentitW1" J 51, »4UI1 aniNA riiteir Zkaiilsxllami unööie 2c « ist e ftaiyösilchen reich W ' mitt). Dem ab in beide viele irrige m vielem innerftanzöf fo follle mar schätzen, nod fichten feinci cs ift nicht ff nationale 2 willig 2ri einftafen mu| ist jeule auch im Augenblu FHerimenls ' drm er alkii itilti die to Marin dazu zur Deendiss Der Gtimi denn die fln; nicht heftiger nur in bre vorigen Jahr schuld daran die übermüd) hier mit Sid düngen ein von früherer |ranjü[i/d;#n l durch eine im wrfd/eqen, ab, Elinuntn, wie Hat unb nüd) mnßtn bättei Mdmlten Ai wenn der poln (einer Propagi ’MenminiHer (ehr rühr! iicUen JBelpn nuch m we hohen und hö Männern der Beachtet 1 nur zu bald vtellung war . ^urschen 2'utfchna te W'nenmimfter 9'erfür benufil ift es eir n|d)t Politik, f Reifen U offen aus, ? Reich Scherungen, i "in btm © L Letzten , ff?? hanjöfi] L°°" den dur tzcho n>ehr als Sr tzrL" 'tA9’’ M '^en6?? öei Angriff mi; mS ?“f ein. 5 Utb?- reg^ die Ä «in kKi !>>»<.