Nr. 65 Erster Matt 177. Jahrgang Zrettag, '8. März 1927 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen VnlS und Verlag: vrühl'lche Univerßtäl5-V»ch- und Steinöruderei R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Gefchäftrftele: Schulltraße 7. rtunahme non Injetata für btt lageenummet bi» zum Nachmittag oorh«. Preis für | »m Höhe für Anzeigen dm 27 mm Breite örtlich 8, auswäre» 10 R«ich»pf«nnig, für Re» hlameanjeigcn von 70 mm Brette 35 Rtichspfrnnig, PloyoorfchriN 20' , mehr. Chefredakteur Dr Fn«dr Wilk Lange. Derantwonlich für Dd'hli Dr Fr Wilk Lang«, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein: für den An- zeigentetl i. Dertr. h. Bech. lämtlid) in Dieben. Erlchetnt tSglich.ouhet Sonntag» and Feiertag» Beilage». Gietzenet FamtlienblLtter Heimat tm Bild , Di« Scholl« Keeats-BeiicsFreis; 2 Rcchsmarl« and 20 Retchspfenntg für Träger» lohn, auch bet Richter- ßeinen etnjelnerTlummerw folge höherer Gewalt. Fernfprechanf chlüff«: 61, 54 und 112 Inschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Oletze». postfchccklonto: Sra»ffunam Main 11688. Vie Finanzlage des Reichs. Eigener Drahtbericht des „Siebener Anzeigers". Berlin. 17. Marz. Nachdem sich bereits gestern der Interfraktionelle Ausschuß der Regierungsparteien mit den erheblichen Mehraufwendungen über den Etatooranfchlag beschäftigt hatte, und dabei dahin kam, daß diese Aufwendungen einen Betrag oon annähernd 700 Millionen ausmachcn werde, hat stQ heute auch das Kabinett mit der allgemeinen «rinanzlage beschäftigt und dabei vor allem die geforderten Mehraufwendungen eingehend überprüft. Der Reichsfinanzminl- [t e r soll eine klare Rechnung aufgemacht haben über die Mittel, die zur Deckung der oon den verschiedenen Regierungsparteien gewünschten, über den Etatooranfchlag hinausgehenden Ausgaben dienen können. Es wird sich nun Herausstellen, in welchem Mähe die angcmeldeten Wünsche befriedigt werden können, und die Regierungsparteien werden sich darüber einig werden müssen, wie sic ihre Forderungen mit derfinonziellen Leistungs- fähigkeit des Reiches In Einklang zu bringen gedenken. Es ist denkbar, daß bei Lösung dieser Frage auch die Anträge der Oppositionsparteien Berücksichtigung erfahren, die erhebliche Einsparungen an den geplanten Ausgaben ermöglichen. Wahrscheinlich wird das Kabinett ein Programm derjenigen Mehrausgaben aufstellen, die es doch für finanziell durchführbar halt und gleichzeitig sich darüber äußern, wie es sich die Deckung hierfür denkt. Jedenfalls wird mit Einschränkungen in verschiedenen Etotspositionen und in dem oon den Regierungsparteien beantragten, über den Etat hinausgehendeu Ausgaben, zu rechnen fein. i Verhandlung die die bn; Oeffentlichkeit angehende Materie sowohl im Inter fraktionellen Ausschuß der Regierungsparteien als auch im Reichskabinett hinter oerschioffenen Türen vor sich gehen, ist vielleicht mit taktischen Gründen zu rechtfertigen. Im Interesse der OesfenUichkeit imb besonders der Wirtschaft muß jedoch verlangt werden. daß nach Abschluß der Beratungen e i n klares Bild von der Finanzlage des Reiches gegeben wird, damit die Beunruhigung über die bereits gerüchtweise verzeichnete Drohung von Steuererhöhungen endgültig beseitigt wird. Das Arbeitszeitnotgesetz. EtttvottHparicilichcrPcrmttilnnttsvorschlag Berlin, 18. März. (Priv. Tel.) 3n den Verhandlungen über das Arbeitszeitnotgesetz innerhalb der Regierungsparteien ist insosern gestern ein gewißer Abschluß erreicht worden, als die Beratungen des für diese Zwecke einge- sehten Unterausschusses beendet worden sind. Eine Einigung ist allerdings im älnterausschuh nicht erzielt worden. Vach der .Tägl. Rundschau' ist dem Unterausschuß von der Deutschen Dolkspartei ein Vermittelungsvorschlag unterbreitet worden, bei dem es sich um einen Ausgleich zwischen der Forderung der Deutschen Volks- Partei nach Aufrechterhaltung der Mehrarbeit und dem Verlangen des Zentrums nach einer gesetzlichen Regelung der Lohnzuschläge für die Mehrarbeit handelt. Der Vermittlungsvorschlag ist den Fraktionen der RegicrungSkoalition zur Beschluß- sossung zugegangen, und es bleibt abzuwarten, ob eine Einigung unter den. Regierungsvarteien auf dieser Grundlage erreicht werden wird. Für den Fall, daß es zu einer solchen Einigung nicht kommen sollte, glaubt das »B. T." Voraussagen au können, daß dann eine Vorlage des Reichskabinetts anfangs der nächsten Woche den parlamentarischen Körperschaslen zugeleitet werden soll, bei denen dann die Entscheidung liegen würde. Stresemann vor dem Auswärtigen Ausschutz. Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers". Berlin. 18. März. Der Auswärtige Ausschuß de» Reichstages trat gestern vormittag um 9.30 Uhr unter dem Borsitz des 2Ibg. Wallraf (Dntl.) und bei Teilnahme fast sämtlicher Ausschußmitglieder und zahlreicher Äertreter der Reichsbehörden zu der Sitzung zusammen, in der über die allgemeine poli tische Lage und insbesondere bie Genfer Verhand lungen beraten wird. Dom Reichskabinett war nur der Reichsaußenminister Dr Strese- m a n n anwesend, da zugleich eine Kabinettssitzung stattfand. Der Reichsaußenminister war von dem Staatssekretär Dr. v. Schubert und Ministerialdirektor Gauß begleitet. Dr. Stresemann leitete die Verhandlungen mit seinen Ausführungen über Genf und die politische Loge ein. Die Verhandlungen konnten noch nicht zu Ende geführt werden sie sollen heute vormittag fortgesetzt werden Aus her Dauer der Aussprache wird in parlamentarischen Kreisen geschlossen, daß die Auseinandersetzung uber die verschiedenen außenpolitischen Probleme doch gründlicher ist. als man ursprünglich ar.ge uommen hatte. Aus dem. was über den bisherigen Perlauk der Aussprache verlautet, ist zu entnehmen, daß von allen Rednern der Tart eien, also von Prof. Hoetzsch für die Dej'h'dmationaler, von Dr. 51 a o s für das Zentrum und oon Dr. Breit scheid für die Sozialdemokraten die Aufrechterhaltung des deutschen Rechts st andpunktes sowohl in der oberschlesischcn Schulfrage als auch in der Frage des Saargebietes unbeschadet der in Genf aus politischen Gründen oon deutscher Seite gemachten Konzessionen besonders betont wurde. Bersassungsfragen im Reichstag. Die Programmrede des Reichsinnenmintsters Dr. von Keudell. Berlin, 17. März. 3m Reichstag wird die zweite Lesung des Haushalts des Reichs- ministeriumS für Ernährung und Landwirtschaft fortgesetzt. Abg. Hemeter (Dn.i fordert ein Pflanzen- schuhgesey. um die Einschleppung gefährlicher Pflanzenschädlinge aus dem Auslande zu verhindern. Ferner tritt der Redner für die Kenntlichmachung ausländischer Eier ein 3m 3ohre 1926 wurden Eier im Gesamtwert von 234 Millionen aus dem Auslande eingeführt. Abg. Dornefeld-Cttmann (3) schildert die Schuldenlast der Landwirtlchast und den schlechten Zustand der Gebäude, die er aus die steuerliche älebcrlaftung zurückführt. Zwischen kleinen und großen Landwirten dürfe man kernen Strich ziehen. Dre Pachtschuhordnung müsse revi- diert und die Siedlung gefördert werden Abg. 3 a n s o n (D. Vp.) glaubt, daß mit Krediten allein dem Winzer st and nicht zu helfen sei. Man müsse ihm auskömmliche Preise für seine Produkte verschaffen Die größte Sorge der Winzer sei die angebliche Absicht der Regierung, Frankreich im provisorischen Handelsabkommen die Weineinfuhr nach Deutschland zu erleichtern. (Sehr richtig! rechts und im Zentrum.) Reichsernährungsminister Schiele nimmt hierauf das Wort zur Beantwortung der sozialdemokratischen und komrnunisttschen 3nter- pellationen über die Frage der Roggenversorgung. Rach der Dorratsstatistik des Deutschen Landwirtschastsrats standen am 15. Dezember 1926 noch 22 Prozent der gesamten Ernte an Roggen zum Verkauf zur Verfügung. Geht man davon aus, daß in diesem 3ahre von der gesamten Roggenernte etwa 40 Prozent, höchstens 45 Prozent, zum Verkauf kommen werden, so würden diese 22 Prozent der Gesamtmenge etwa 50 Prozent der GesamtverkaufSmenge ausmachen, das entspricht fast genau den Vorkriegsprozeist- sähen. Der Schluß ist nicht gerechtfertigt, baß die Roggenversorgung Deutschlands für den Rest des Wirtschaftsjahres nicht mehr sicher gestellt ist, oder daß man gar in kurzer Zeit eine Roggennot erwarten müsse. Die Roggenpreile im laufenden 3ahre waren zwar ungleich höher als die stark gedrückten Preise des Vorjahres, sind aber im Durchschnitt nicht höher als diejenigen des Wirtschaftsjahres 1925 26 Wenn bei den jetzigen Preisen der Landwirt nur einen knappen Ersah für den Minderertrag erhält, so bereitet diese Entwicklung dem EmährungSminister naturgemäß Gorge. Die Steigerung des Preises für Roggen- aeback beträgt durchschnittlich sieben Pfennig pro Kilogramm und ergibt eine Mehrbelastung auf den Kopf der Bevölkerung von 8.40 Mk. im ganzen 3ahre. Abgesehen davon, daß eine vorübergehende Suspendierung des Roggenzolles die Versorgungslage des Volkes kaum beeinflussen würde, so würde in den Roggenmarkt für den Rest der diesjährigen Versorgungsperiode eine nicht zu verantwortende Unsicherheit hineinge- tragen werden. Den Vorteil der Suspendierung würde nur das Ausland haben. Es folgt die zweite Beratung des Haushalts des Reichsinnenministeriums. Neichsinnenminister v. Keudell leitet die Beratung ein mit einem Hinweis auf die Festigung unseres Staatswesens. Seine Ausgabe sehe er darin, unter Vermeidung jeder Schwächung des Vaterlandes für dessen weiteren Eine Entschließung der deulsch- saarländischen Dolksparter. Saarbrücken. 17. März. IWTD.) Die Deutsch-Saarländische Dolivpartei hat nach einem Referat des Landtagsabgeordneten Schmelzer, der als Mitglied der Saardelegation in Gens weilte, eine Entschlteßung gefaßt, in der sie mit t« cf ft em Bedauern davon Kenntnis nimmt, daß c ch der Völkerbundsrat die bestimmten Er- ungen der Saarbevölkerung nicht erfüllt at und eine baldige Umgestaltung des Caarc gimcv im wahren Völkerbunds- geist fordert. Reichsaußenminister Dr. S 1 r e s e» m a n n wird der Dank dafür ausgesprochen, daß er die saardeutschen 3ntercffen im Rahmen des Möglichen vertreten hat. 3m übrigen härten die Genfer Verhandlungen die Erkenntnis bestärkt, daß c.nc befriedigende Lötung nur möglich ist durch einen baldigen und restlosen Wiederanschluß des Saargebietes an bas Vaterland. Ferner wurde die Absendung eines Dankttlcgramme an Dr Ctrcfc» mann beschlossen Das dä ische Königspaar in Berlin. Eigener Drahchericht des ..Gießener Anzeigers". Berlin. 13.März. Wie schon kurz gemeldet. traf mit halbstündiger Verspätung gestern vormittag um 9 Uhr König ChristianX. von Dänemark und die Königin Alexandrine (eine Schwester der früheren KronAusstieg zu wirken. Der ReichSkaitzler habe ja bereits in seiner Erklärung von der Ehrung unserer Geschichte gesprochen. Die Verunglimpfung vergangener Zeiten bient auch zur Verächtlichmachung des Reichs im Ausland (Sehr wahr! rechts.) und stößt viele ab. die bisher schon dem Vaterland in seiner neuen Form ehrlich gedient haben und auch erneut dienen wollen. Anderseits ist es eine Tatsache, daß die Svmbole des neuen Staates HerzenS- ideale eines großen Teiles unseres Volkes geworden sind. Der Reichsregierung nächste Aufgabe ist nicht die Verabschiedung möglichst vieler Gesche, sondern eine Behandlung der Der - fassungssrage mit dem Endziel, daß der Mensch in den Mittelpunkt gestellt wird und nicht der Geldbeutel. Die Möglichkeit staatlicher Einwirkungen auf unser Geistesleben kann man verschieden beurteilen Immerhin besteht hinsichtlich der Dchulgesetzgcbung eine Beunruhigung weiter Kreise nach zwei Richtungen: Einmal der seit Jahren immer vernehmlichere Schrei der Elternschaft nach Kinbercrzie- hnng im Glauben der Väter, und dann neuerdings — etwa zusammenfallend mit der Regierungsumbildung — Besorgnisse vor Preisgabe staatlicher Belange gegenüber der Kirche. Diese Beunruhigung ist ein Anzeichen dafür, wie sehr in den politischen Tageskämpfen der lehten 3ahre die Fragen der Weltanschauung zu kurz gekommen sind. Auf dem Gebiet der Aufrechterhaltung der christlichen Grundlage unseres Volkslebens ist viel wieder gut au machen Ich bin der festen äleberzeugung. daß ein Weg gefunden werden kann, welcher den Konfessionen das gibt, woraus sic Anspruch haben, und im übrigen dem Staat beläßt, was des Staates ist. Als Deamten- minifter liegt mit die Weiterführung der De- amtengesetzgebung ob. Die Reichsdienst- strafordnung steht vor ihrem baldigen Abschluß Das Deamtcnvertrctungsgeseh geht der Abstimmung im Reichsrat entgegen Das allgemeine Beamt eng cf eh soll folgen. Ich begrüße bei dieser Gelegenheit erneut die Mitwirkung der Deamten- organisationen und weiß mich mit ihnen in der Durchführung einer der wichtigsten Aufgaben meines Amtes eins, die DienftfrcublgfeU unseres Berufsbeamten turne zu erhalten und zu mehren Gerade unter diesem für die Zukunft unseres Staatswesens geradezu entscheidenden Gesichtspunkt muß ich eine Erscheinung erwähnen, welche geeignet ist. in den Kreisen der Beamten Erschütterung zu erwecken und damit eine Schädigung der Staatsinteressen herbeizu- führen. 3n der Tages- und in der wirtschaftlichen Fachpresse sind an Zahl und Bedeutung nicht zu unterschähende Stimmen vernehmbar geworden. welche die Beamtenschaft und die Erhaltung der ihr eigenartigen Rechtsstellung als eine mit der heutigen Wirtschaftslage unseres Volkes unvereinbare Belastung unserer öffentlichen Haushalte bezeichnen. Diese Ideen werden nicht selten in propagandistischer Art vorgetragen, indem die Beamten geradezu als Drohnen hingestellt werden Das droht Mißstimmung in der Bevölkerung gegen sic oder einzelne ihrer Kategorien zu erzeugen und hat sie leider schon hier und da hervorgerufen. Ich kann diese Erscheinung, bei der vielfach auch unrichtige oder irreführende Zahlenvergleiche eine Rolle spielen, nur tief bedauern. Wirtschaft und Beamtenschast sind auseinander angewiesen: die eine ohne die andere ist undenkbar. Eie sollten daher nicht einander bekämpfen, sondern sich bemühen, einander zu verstehen unb zu würdigen Prinzessin Cäcilie) mit dem Rordcrpreß aus Paris auf dem Bahnhof Friedrichstraße ein. Zum Empfang hatte sich der h efige dänische Gesandte, Minister Zahle, mit den gesamten Mitgliedern der dänischen Gesandtschaft und ihren Damen, sowie im Hamen der deutschen Rcichs- regicrung der Chef des Protokolls. Gesanbtcr Köster, auf dem Bahnsteig emgefunötn. 3n Anbetracht der Verspätung hatte sich ebenfalls ein zahlreiches Publikum auf dem Bahnsteig an gesammelt, das nur mit Mühe von den ab- sperrenden Pollzcibeamten zurückgehalten werden konnte. Geführt von hem Gesandten verlieh das Königspaar, das noch ein Spalier von Photr- graphen und Filmoperateuren oassieren mußte, durch den Diplomatenausgang her. Bahnhof und begab sich sofort in das Hotel Adlon, in dem der König für die Zeit seines hiesigen Aufenthaltes abgeftiegen ist Der König fuhr kurz vor 12 Ahr in Begleitung des kgl. dänischen Gesandte:'. Zahle unb des Kammcrhrn Lberstltn Dalberg am Hause des Reichspräsidenten vor. in dellen Ehren- Hofe eine Abteilung Reichswehr die militärisch-: Ehrenbezeugung erwies. Der Herr Reichs- Präsident cmfchng Seine Vlajestät den Komg am Eingang und geleitete ihn in das Botschafter- zimmer, wo die beiden Staatsoberhäuprer eine längere Unterredung hatten Gegen ein HHr stattete der Herr Reichspräsident, der von Staatssekretär Dr. Meißner begleitet war, in der dänischen Gesandtschaft dem König einen Gegenbesuch ab. Im Anschluß hieran fand auf der dänischen Gesandtschaft ein Frühstück statt, an dem der Reichspräsident teiLnaäm. Zu diesem Frühstück waren ferner geladen: Reichs- vie Stellung der Beamten zur deutschen Reich»- versassung und zur deutschen Republik al» der in der ReichSversassung ichgeiegten Staatsform ergibt sich aus ihrem auf die Verfassung geleisteten Eid und daraus, daß die Verfassung die Grundlage ihrer Tätigkeit bilbet Auch ich stehe auf dem Standpunkt, daß die Beamten sich dem Staate verbunden fühlen sollen Das bedeutet für mich nichts anderes, als daß sie entsprechend der von keinem anderen Staat übertroffenen Beamtentradition ihre ganze Kraft dem Staate zu widmen haben Ich füge ausdrücklich hinzu, daß selbstverständlich auch für d e Beamten nach wie vor die Verfassungsartikel 118 und 130 im gesamten Umfange gelten, welche volle Freiheit der politischen äleberzeugung gewährleisten und wonach jeder Gewissenszwang, jede Gcllnnungs- schnüsselei ausgeschlossen ist. Roch ein Wort zum Schluß Aum Verhält- nis von Reich und Ländern: 3ch bin mir der besonderen Aufgabe meines Ministeriums in dieser Hinsicht voll bewußt. Manch einem mag das Rcbene nander der Regierungen in manchem überflüssig — ja schädlich erscheinen. Die Möglichkeit von Reibungen und Hemmungen fei zugegeben Rechtfertigt Mei die Inangriffnahme grundstürzender Aenderungen lebensvoller. geschichtlicher Grundlagen unseres Reichs? Unb das nach dem erbrachten ungeheuren KrastbeweiS im Weltkrieg? Auch heute erblicke ich in der Mannigfaltigkeit unserer staatlichen Verhältnisse eine unerschöpfliche Kraftquelle, wenn wir e» nur verstehen, nicht nur theoretisch die Synthese zu finden, sondern diese Ströme nationaler Eigenart und kulturellen Lebens zu gemeinsamer, Im besten Sinne produktiver freudiger Mitarbeit föt die Gesamtheit, ohne Erbitterung einzelner leite, zu vereinen. Die Reichsregierung wird jederzeit für Ausglei- chung und Einschränkung von Meinungsverschiedenheiten zwischen Reich und Ländern wie zwischen letzteren elnlrcten. Ich halte es als Reichsminisier des Innern für meine ganz besondere Pflicht, nicht nur in leidenschaftsloser Beharrlichkeit dies Ziel zu verfolgen, sondern mit aller Wärm« durch Pflege persönlicher Beziehungen und oettrauensvoller, fachlicher Zusammenarbeit darauf hinzuarbeiten und hierbei stets eingedenk zu sein des allösterreichischen Wahlspruches: „Viribus uniti«' — Mit vereinten Kräften' (Beifall bei den Regierungsparteien.) Abg. 6 o H m a n n (So,j.) erklärt, daß der Haus- holt des deutschen Kultusministeriums zu kümmerlich ausgestattet sei. Unsere kulturelle Rüstung ist sparsamer als unsere militärische. f)crr v. Keudell zeichnet sich durch eine allzugroße Bescheidenheit aus. Sein Programm ist nichtssagend. Wir fordern von ihm und der Reichsregieruna Stellungnahme zum Ablauf des Republikschutzgesetzes am 1. Juli. Die Republik muß dem ehemaligen Kaiser auch nach dem 1. Juli die Rückkehr unmöglich machen. Wir verlangen das Ausführungsgesetz zum Artikel 4 8. Einen militärischen Ausnahmezustand darf es nicht mehr geben. Die Sonderrechte der Länder müssen eingeengt werden. Wir bedauern, daß das Reich sich die Führung der Verhandlungen mit dem Heiligen Stuhl anscheinend ganz aus der Hand nehmen läßt. Abg. Dr. Mumm (Dntl.) bespricht das G e - s e tz zum 6d) utz der Jugend gegen Schund und Schmutz. Der Blick auf verwüstete Kinderseelen sei starker als die Klage derer, die skrupellos verdienen wollen. Einmütig würde an- erkannt, daß die Ansätze im Ministerium äußerst kauzler Dr. Marx, Reichsaußenminister Dr. Stresemann, bie Staatssekretäre Dr. M : i sine r unb v. Schubert, ber Ehes bes Protokolls, Gcsanbter Koester, Professor Erz. v. H a r - nack, ber kgl. bänische Generalkonsul v. Men- belssohn-Bartholby unb bie Mitglieder ber dänischen Gelanbtschafi Das Königspaar hat gestern abend 6.55 Uhr Berlin wieder verlassen und sich nach Kopenhagen zurückbcgcben. Zum Abschied hatten sich der dänische Gesandte mit sämtlichen Mitgliedern der dänischen Gesandtschaft, sowie von feiten der deutschen Regierung der ffrjtf des Protokolls, Gesandter R ö st e r, auf dem Bahnsteig eingefunden. Preußischer Landtag. Berlin. 17. März Der Preußische Landtag letzte am Donnerstag die Beratung bes Kul- tusetals fort. Wiederum spielte bie Frag?: Simultan- ober Bekenntnisschule, sowie btc Koikordatssrage in der Debatte eine große Rolle. Die Aussprache über den Kultus- etat wurde unterbrochen um Abstimmun- geb zum Landwirtschastsetat vorzunehmen. U a. würbe ein Ausschußantrag angc- r.ommer. ber die völlige Bes itigung der Zwangswirtschaft für landwiriichaftliche Werkwohnungen verlangt. Ebenso wurde ein beutschnarwnaler Antrag angenommen, wonach der gegen Polen festgesetzte Kartoffelzoli von 2 Mark je Doppelzentner Mindestsatz werben soll. Annahme fand auch mit den 6tinuncn bev Linksparteien ein kommunistischer Antrag, ber bie Aufhebung jeher Beschränkung des Koali- tionSrechts ber Landarbeiter verlangt. sparsam ausgestellt sind, aber man muß nicht nur die nackten Ziffern sehen, sondern muß es sich lebendig oorstellen, wie durch Gaben an die Studien- iiiftung der Studentischen Wirtschaftshilfe Hunderte, denen sonst die volle wissenschaftliche Durchbildung versagt geblieben wäre, zum Ziele kommen können, und was unsere Erziehungsbeihilfen bedeuten, wenn der Ernährer stirbt und die Mutter für ihr Kind lorgen muß. Den christlichen Millionen, die seit sechs Jahren unausgesetzt das Re ichs schul ge- i c B fordern, wäre es unerträglich, wurde der Reichstag bis November in die Ferien gehen, ahne das Zchuloeseiz in Angriff genommen zu haben. 2lbg. ®r. Schreiber (3.): Die dauernde Kritik an der Staatsform dari nicht fortgesetzt werden. Die Republik muh mit aller Kraft bejaht werden. Die Republik muh uns eine Staatsform sein, die wir mit sittlichem Gehalt füllen. Eine Staatsform auf Kündigung muh abgelehnt werden. Der Parlamen- tarismus hat seine Schwächen, aber er wird sie überwinden und seine Tradition entwickeln. Ruch ist eine realistische Außenpolitik nur möglich, wenn wir uns zum Parlamentarismus bekennen. Mit Befriedigung stellen wir fest, dah die Verfassung im Volk an Boden gewinnt. Dom Ministerium des Innern verlangen wir bewußten Schuh der Verfassung und Staatsform. Der republikanische Gedanke darf im Ministerium kein bloßes Firmenschild sein. Wir wünschen moralische Eroberungen für die Republik, namentlich auch in der Beamtenschaft. Der Dualismus zwischen rein mechanischer Hingabe und innerer Opposition der Beamten, die dem Gedanken der Staats- nutorität Abbruch tun, muh verschwinden. Den Militarismus und Zentralismus, etwa der französischen Kultur, lehnen wir für Deutschland ab. (Beifall im Zentrum.) Provinz ist kulturell unterjochtes Land. Wir aber wollen die Heimat. Den Ländern müssen wir also nach wie vor beachtliche Kulturkompetenzen zubilligcn, aber das Heid) hat sich schon bisher führend bekciligt an der Kulturpolitik Deutschlands, namentlich im Ausland. An die Spitze der deutschen Kulturpolitik gehört das deutsche Dorf. Der Steinhaufen der Grohstädte — darauf weiß auch Spengler hin — steht am Ende der Kultur. Wir müssen das Dorf in seiner schöpferischen Kraft erhalten. Auch das Problem der Landwirtschaft muh kulturell angegriffen werden. Mittelpunkt der Heimatkultur muh die Dorfschule fein. Wir begrüßen ,ede Förderung der Heimatbewegung. Wir wollen eine einheitliche Lehrerbildung, lehnen aber eine Engung der Weltanschauungen ab. Wir warnen deshalb vor einer voreiligen Ueberspannung des staatlichen Schulmonopols. Wir verlangen demgegenüber das Prinzip der Bewegungsfreiheit der Mi'- weiten. , , Abg Dr Cremet (DDP.N Wir haben unser Schickiac selbst in die Hand genommen und die Derfassung von Weimar als Rechtsnorm gesoffen, und wir schätzen den Staat in dieser seiner heutigen Form in seinem Bestände. Er muh auch in seiner äußeren Erscheinungsform respektiert werden. Aber das ändert gar nichts an unserer persönlichen Anschauung über die Notwendigkeit von Derbesserunge n dieser Derfassung und an der Forderung, unsere ruhmreiche Vergangen- heit zu ehren. Sehr bedenklich sei es, dah Preußen für seine Polizisten mehr ausgebe, als das Reich für seine Soldaten. Dagegen müsse man noch prüfen, ob die Länder alle ihre Pflichten ■ zur Förderung der Wissenschaft und Kultur erfüllen. DaS Reich hat nur dann einzugreisen, wenn einem Land Mittel nicht zur Derfügung stehen. Der Redner schließt mit der Hoffnung, l daß cs bald gelingen werde, die Zahl der heut» schen Länder zu vermindern * Weiterberatung Freitag. Der Finanzausgleich. Berlin. 17. März. Der Steueraus- schuh des Reichstags setzte am Donnerstag die Aussprache über den Finanzausgleich fort. Reu eingegangen ist ein Antrag der Regierungsparteien. das Reich solle den Ländern u n t> Gemeinden den gesamten Aufwand für die Erwerbslosenfürsorge bis zum Inkrafttreten der Arbeitslosenversicherung ersehen. . Der preußische Finanzminister Dr. H o p k e r- Aschoff erklärt, daß dem auf Preußen entfallenden Mehrbeträge Einnahmeverminderungen und unvermeidliche Mehrausgaben in Höhe von 117 Millionen gegenüberstehen. Die Entlastung auf den Gebieten der unterstützenden Erwerbs- lofenfürsorge wirke sich im preußischen Haushau nicht aus. Angesichts der Senkung der Realsteuern erscheine es ihm bedenklich, den Gemeinden das Recht zur Erhebung von Getränkesteuern zu nehmen. Rach dem klaren Wortlaut deS Antrages wegen Erhöhung der Diersteuerentschädi- gungen komme ihm verfassungsändernde Bedeutung zu. Ministerialdirektor von Leyden vom preußischen Ministerium des Innern erklärte, daß für die preußischen Gemeinden die gewünschte Senkung der Realsteuern schon durch das neue Gewerbe st euergeseh eingelei- t c t fei, die dem Mehraufkommen an Einlommen- und Körperschaftssteuer mehr als entsprächen. Diese Senkung werde auch praktisch zur Auswirkung kommen, wenn den Gemeinden die Belastung durch die Erwerbslosenfürsorge abge- nommen und nicht auf dem Umwege über die Krisenfürforge wieder auferlegt werde. Bedauerlicherweise wird jedoch In einzelnen Gemeinden eine Erhöhung der Realsteuern eintreten müssen, wenn ihnen die Getränkesteuer genommen werde. Der Dertreter Badens erklärte' Die ha- dische Regierung steht vollkommen auf dem Standpunkt des Ausschusses, daß die Realsteuern der Länder nach Möglichkeit gesenkt werden sollen. Baden hat im Jahre 1926 seine Realsteuern umgestellt in dem Sinne, daß daS gewerbliche Der- mögen nicht mehr nach dem Wert, sondeim nach dem Wert und dem Ertrag besteuert wird. Erst wenn das Ergebnis der ersten Veranlagung vorliegt, kann beurteilt werden, ob die Rotwendigleit und Möglichkeit einer weiteren Senkung der Realsteuern vorliegt. Wenn dies der Fall fein wird, wird die badische Regierung eine Senkung eintreten lassen. Bayerischer Staatsrat v. Wolf erklärt, Bayern werde von feinen föderalistischen Grund- sähen nichts aufgeben. Das Gesetz von 1919 bc- , gründe den Anspruch der süddeutschen Länder aut die vorgeschlagene Erhöhung der Vicrftcucr- entfchädigungen. Falls die ©etränlcfieuer” beledigt würden, würden die Gemeinden genciiat fein, ihre Umlagen zu erhöhen Er bitte dringend die Getränkesteuer aufrechtzuerhalten, wenigsten- für Bier. Abg. Keinath (D. Dp.) betont, tatsächlich habe Dr. Reinholds Finanzausgleichsentwuri alles beim alten lassen wollen, während jetzt eine Senkung der Realsteuern und eine Beseitigung der Getränkesteuern beabsichtigt sei. Abg. Dr. Gerikc ^5>n.) weist darauf hin, dah Preußen einem Teil der Gemeinden aus der Einkommen- und Körperschaftssteuer wesentlich weniger geben will als bisher. Diesen Gemeinden bleibe doch nichts weiter übrig, als die Real- steuern zu erhöhen. Abg. Dr. B e ck e r - Hessen (D.Dp.) betont nochmaö die Rotwendigkeit, Länder und Gemeinden durch äußeren Zwang zur Herabsetzung ihrer Ausgabenzu veranlassen. Die Umsaysteuersenkung habe sich vom finanziellen Standpunkt als verfrüht erwiesen. Auch die Derbraucher würden das beule wohl nicht mehr bestreiten. An dem Standpunkt der Deutschen Dolkspartei zur Getränkesteuer habe sich nicht das geringste geändert. Aus dem Finanzausrchutz des Hessischen Landtags. Don unserer Darmstädter Redaktion. D a r m ft a b t, 17. März. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags begann heute mit der Beratung der zum Ministerium des Innern gehörenden Kapitel des Stoatsvoranschlags, und zwar bei Kapitel 27 (TI i n i ft e r i u m des Innern) Es wurden Fragen hinsichtlich der Assessoren und Dienstanwärter besprochen, aber noch keine Be- schliisse darüber gefaßt, weil man diese Angelegen- heit zusammen mit anderen Ministerien erledigen will. Der Abgeordnete Galm hat den Antrag gestellt, die Positionen 2, 3, 4 und 5 (Staatsrat, Ministerialräte, Oberräte usw.), sowie auch Position 8 (einen Polizeirat als Hilfsreserenten) zu streichen. Der An- trag wurde abgelehnt. Ein Antrag Dr. Leuchlgens- Glaser will von der Zahl der Beamten ein Drittel auf den Inhaber bewilligen. Die Auswahl der (Stellen soll dem Ministerium überlassen bleiben. Das Ziel des Antrages ist, eine Vereinfachung der Verwaltung und eine Verminderung des aufgeblähten Beamtenapparates herbeizuführen. Der Antrag wurde der Regierung als Material überwiesen. Das Kapitel selbst wurde angenommen. In Kap. 28 (Stellvertretungs- und AusHilfskosten) find 6550 Mk. weniger als inr Vorjahre angefordert; das Kapitel wurde genehmigt. Für das Kapitel 29 (Postgebühren) werden 15 000 Mk. weniger gefordert und für das Kapitel 30 (Regierungsblatt) werden 20 000 Mk. weniger gefordert; beide Kapitel wurden ebenfalls yenehmigt. Zu Kapitel 31 (Prooinzialdirektionen und K r e i s ä m t e r) liegt ein Antrag Widmann vor, 8 Regierungsräte auf den Inhaber zu fetzen und 4 Regierungsasfefforen zu streichen; dieser Antrag wurde gegen 3 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Angermeier will, daß die Position 1 (Provinzialdirektoren) und Position 4 (Tagegelder) von 45 000 Mark auf 30 000 Mk. herabgesetzt wird. Der Antrag wurde ebenfalls abgelehnt. Ein Antrag Dr. Leuchtgens-Glaser ersucht die Regierung, die Zahl der Beamten und Angestellten an den Provinzialdirek- Honen und ftreisämtern, unter gleichzeitigem Abbau der Aufgaben dieser 21 ernte r, auf den Vor - kriegsstand zu bringen. Der Antrag wurde mit 6 gegen 3 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen a n - genommen. Ein Antrag Kindt, zwei vom Reich übernommene Beamte in den Gehaltsoerhältnissen ebenso zu behandeln wie mittlere Beamte, wurde abgelehnt, dagegen ein gleichzeitiges vorliegendes Gesuch dieser Beamten der Regierung als Material zur nächsten Besoldungsordnuna überwiesen. Das Kapitel selbst wurde genehmigt. Zu Kapitel 34 (Arbeitshaus Dieburg) beantragt Abg. Widmann, den Arbeitsverdienst für Sträflinge auf 1,50 Mk. für Tag und Kopf feftzufetzen. Die Abstimmung hierüber wurde vorläufig ausgesetzt. Ein An- trag *'2Ingermeier will, daß den Sträflingen ein der geleisteten Arbeit entsprechender Verdienst gewährt wird; es müsse der jeweilige Tariflohn in Rechnung gestellt werden. Der Antrag wurde abgelehnt und das Kapitel angenommen. • Dem Landtag ist eine Anfrage der Abgeordneten Frau Balser, Frl. Birnbaum und Frau Heraus zugegangen; sie lautet: Ist es der Regierung bekannt, daß in einigen Mädchen- fortbildungsschulen der Säuglingsunter. richt eingestellt wurde? Aus welchen Gründen ist diese Einstellung erfolgt und was gedenkt die Re- dey. Birnbaum und Fraktion beantragen, die Abg. Reiber fragt an: Wie viele Lehrer und Lehrerinnen haben Dekrete, ohne ihren Dienst aus Mangel an einer Wohnung antreten zu können? In wie viel Fällen handelt es sich dabei um Dienstwohnungen, die von den früher in den Ruhestand versetzten Stelleninhabern oder deren Familie (Witwe) nicht geräumt werden? Was gedenkt die Regierung zu tun, um diesen unhaltbar gewordenen Der- hältnissen abzuhelfen? Die vollsparteilichen Abgeordneten Dingel- dey Birnbaum und Franktion beantragen die Regierung zu ersuchen, alsbald eine Regierungsvorlage zu unterbreiten, durch die die feit Jahren beklagte ungerechte Zurücksetzung der Alt- pünsionäre endlich beseitigt und die Altpensionäre endgültig den Reupensionären in ihren Rechten gleichgestellt werden, Dawesplan und interalliierte Schulden. N e u i) o r 1, 18. März. (WTB.-Funkspruch.) Der Direktor der Princeton-Universität, Hibbens, erklärt, die Behauptung des Schatzsekretärs Mellon, die Alliierten erhielten die Beträge zur Tilgung ihrer Schulden aus dem Dawesfonds, widerspreche der Feststellung der Schuldenkommisfion vom 30. September 1925, daß die deutschen Reparationen und die Schulden Frankreichs getrennte Probleme seien. Außerdem sei Mellons Standpunkt auf die Ueberzeugung gegründet, dah Deutschland 60 Jahre lang regelmäßig Zahlungen aus dem Dawesplane leisten werde. Diese Annahme könne nicht als zweifelsfrei gelten. Ferner seien Deutschlands Zahlungen an Frankreich zur Wiedergutmachung von Zerstörungen bestimmt, während Mellon verlange, dah Frankreich die ganze Summe an die Vereinigten Staaten wieder auszahle. Englands Lustrüstung. London. 17.März. (WB) 3m Unterhaus brachte Ponlonby (Arbeiterpartei) einen Antrag ein. der die Vermindern ngderLufi- ft t e i 11 r ä f t e von 33 OCO auf 1000 Mann for- hert Der Luftfahrtminister erklärte zu diesem Antrag. London fei die verwundbarste Hauptstadt für Luftangriffe in Europa. Am Ende des Krieges habe England die größte Luftstreitmacht Europas gehabt; es habe sie bis zur Bedeutungslosigkeit vermindert, ohne dah die übrigen großen Mächte dickem Beispiel gefolgt wären. England sei verpflichtet, sich in einen besseren Verteidigungszustand zu sehen. Der Abänderungsantrag Ponkonbys wurde verworfen. Amerika und die Abrüstung. Eigener Drahtbericht des „Giehener Anzeigers". Berlin. 18. März. Es ist bekannt, daß Der neue Vorschlag des Präsidenten E o o l i d g e zur Durchführung einer zweiten Marineabrüstungskonferenz außerhalb Englands und. Japans, also besonders bei Frankreich und Italien, auf eine ziemlich deutliche Ablehnung gestoßen ist. Der Grund dafür liegt bei Frankreich einerseits in dem Bestreben, die Land- und Seeabrüstung, oder was man sich in Frankreich darunter vor- ; stellt, zusammen zu behandeln, weil man auf diese Weise einen Druck auf England ausüben zu können glaubt, der der Abrüstungsfeind- schäft weiter französischer Kreise eine Vermeidung wirklicher Abrüstung ermöglicht Zweitens aber widersetzt sich Frankreich auch deshalb der Konferenz. weil der bei der vorigen Washingtoner- Konferenz festgesetzte Schlüssel, der Frankreich und Italien mit je 1.7 gegenüber einem Quotienten für Amerika und England von je 5 und Japan von 3 abfand, ihm insbesondere für feine U-Bootflotte ganz untragbar erscheint. Dieser letzten Einwendung tragen bereits die jüngsten amerikanischen Veröffentlichungen über die Möglichkeit eines anderen Schlüssels und einer Monitoren Rücksichtnahme auf den akuten Fall der Gefahr einigermaßen Rechnung. Run kommt die Meldung, dah in einer Rote an das Sekretariat des Völkerbundes Amerika einen ganz eigenartigen Vorstoß macht, um die führenden Militärmächte zur Anerkennung seines Abrüstungsschemas zu veranlassen. Washington lehnt nämlich alle Maßnahmen ab, die auf eine Kontrolle, aus das Verbot gewisser Methoden der Kriegsführung und, wie das von den Amerikanern ausgedrückt wird, auf eine Einschränkung der Sou- veränitätsrechte hinauslaufen. Zur Frage des Verbots des chemischen Krieges bemerkt die amerikanische Regierung, dah die vom gemischten Ausschuß gemachten Vorschläge in Feinem Zusammenhang mit der Frage der Rüstungsbeschränkung 6eben. Vs fei notorisch, daß die Mehrzahl der chemischen Produkte, die in Kriegszeiten zu Kriegszwecken verwendet werden könnten, für die Friedens Industrie z u den täglichen Bedarfsartikeln gehören. Kein Land tomie mit Sicherheit die Verpflichtung ein- gehen, auf Vorbereitung zur Verteidigung gegen einen mit chemischen Mitteln geführten Angriff zu verzichten. Zur Vorbereitung her Abwehr solcher Angriffe seien besonders Ausbil- bildungskurse unter Berücksichtigung der chemischen Fragen unerläßlich. Die amerikanische Regierung spricht sich deshalb gegen ein absolutes Verbot solcher AuSbildungSkurfe auS. GS ist nicht anzunehmen, daß Amerika mit dieser Rote eine direkte pazifistische Tendenz verfolgt, vielmehr nimmt man an, dah seine eigenen Militärkreise hinter diesem Vorstoß gegen das Abrüstungsprogramm des Völkerbundes stehen. Aber, in Zusammenhang gebracht mit den eifrigen Bemühungen der Vereinigten Staaten um das Zustandekommen einer neuen See-Abrüstungskonferenz ergibt der neue Schritt doch praktisch eine außerordentliche Erschwerung in der Fortführung der komplizierten und mit außer- ordentlicher Spitzfindigkeit bisher durchgekämpf- ten Methode Frankreichs, die Abrüstungsfrage auf sein eigenes Gleise zu schieben. Neuer Feldzug gegen die Reichswehr. Scharfe Angriffe im französischen Lenat. Paris, 17. März. (Wolff.) 3m französischen Senat ergriff bei der Beratung der Rachtrags- kredile, die der Kriegsminister verlangt, der elsässische Senator E c c a r t das Wort, um auf die fortgesetzten Erhöhungen des Budgets der deutschen Reichswehr hinzu- weisen. Er erklärte, die Reichswehr bilde in Deutschland einen Staat im Staate. Man müsse nach Prüfung des Budgets der Reichswehr und der Reichsmarine feststellen, dah das Budget übertrieben sei und daß die deutsche Reichswehr das Parlament beiseite schiebe. Während die Effektivbestände durch den Friedensvertrag von Versailles unverrückbar sind, wachsen die Kredite. Sie sind von 450 Millionen im 3ahre 1924 auf 700 Millionen im 3ahre 1927 gestiegen. Der Senator spricht auch von den übertriebenen Ausgaben für die deutsche Kriegsmarine und geht alsdann auf die deutsche Handelsmarine ein, die eine Pflanzstätte für Offiziere geworden sei. Das sei auch eine Erscheinung wenig erfreulicher Art, die beweise, daß Deutschland sein altes Prestige in her Welt wieder aufrichten wolle. Trotz der Schwierigkeiten Deutschlands, sein Budget für das 3ahr 1927 aufzustellen, hätten es Sie Sozialisten nur vermocht, eine Herabsetzung von einem Prozent bei den militärischen Krediten zu erzielen. Dr. Gehler habe sich geweigert, eine Kontrolle über die Verwendung her Kredite anzunehmen. Er habe seine Gedanken. das Heer und das Land auf e i ne n künftigen Krieg vorzubereiten, nicht verheimlicht und er habe nicht ableugnen können, daß Beziehungen zwischen der Reichswehr und den patriotischen Verbänden bestehen. 3m Reichstage habe man auch hie m o n^i r ch i st i s ch e Gesinnung der Offiziere aller Grade aufgedeckt. Der Reichswehrminister habe diese Tatsache nicht abgeleugnet, sondern erklärt, dah diese Offiziere sich loyal in den Dienst der Reichswehr gestellt hätten, und daß kein Grund bestehe, an ihrer Loyalität zu zweifeln. Die Beunruhigung des belgischen Kriegsministers, der erklärt habe, dah die Reichswehr sich zu enem Viertel in jedem Jahre erneuere. was Deutschland gestatten würde, im Falle eines Konfliktes ein Heer von 600 000 Mann aufzustellen, sei ihm verständlich. Der Senator erwähnte die Enthüllungen des sozialdemokratischen Abgeordneten Künstler im „Vorwärts" und fuhr fort, die jetzt Regierenden in Deutschland können unS nicht genügend Garantien geben, daß wir Vertrauen in die pazifistischen Erklärungen der deutschen Regierung haben Kirnen. Jüngst habe Reichspräsident v. Hindenburg an einem Bankett teilgenommen, das unter Vorsitz des Feldmarschalls v. Mackensen stattfand und der Erinnerung an den Grafen Schliessen diente, dem Manne, der den Plan des Einfalles in Belgien aus gearbeitet hatte, otrefemann ist der geistige Schüler Bismarcks, der nur provisorisch aus die Machtpolitik verzichtet hat. Frankreich müsse auf wirtschaftlichem, militärischem, maritimem und auf moralischem Gebiet unaufhörlich seine Wiederaufrichtung vollziehen. Ministerpräsident P o i n - c a r 6 erklärte, die Regierung habe in ernstlicher Weise ihre Aufmerksamkeit auf die von Senator Eccart vorgebrachten Tatsachen geteilt. Sie toerbe fortfahren, im Einverständnis mit den Parlamentsausschüssen alle Mahnahmen zu ergreifen, die die Sicherung des Friedens und die Auf - rechterhaltung der nationalen Sicherheit erfordern. Generalstreik in Schanghai? Landon, 18. März. (IDIB. Funkspruch.) „Times" berichtet aus Schanghai: Die lange angekündigte Absicht der Südheere, ihre gesamten Anstrengungen aus die (Einnahme Nankings zu richten, dessen Fall automatisch zu dem Schanghais führen würde, scheint in voller 2TG » f ü b - r u n g begriffen zu fein. Rach zuoerlässigen Informationen machen die Südtruppcn einen zweifachen Angriff zwischen wuhu und dem Taihu-See. Auf die Rachricht von der angeblichen Einnahme Raulings durch die kantonefen sollen die Arbeiteragitatoren in Schanghai den Generalstreik verkündigt haben. Man erwartet, dah bis heute abend die Zahl der streikenden Arbeiter 250 000 betragen werde. Aus aller Welt Der Sohn des Reichswchnninisters gestorben. In Augsburg starb an den Folgen einer schweren Gripvcerkrankung der jüngste Sohn des Reichswehrministers Dr. Gehler, der damit seinen letzten Sohn verloren hat. Der älteste der beiden Söhne erlag bereits im Jahre 1924 einem Herzschlag. Die Leiche wird nach Lindenbera im Allgäu ubergesuhrt, wo die Beisetzung im Familiengrab erfolgt. Donnertaa vormittag fand in der Heiligen Kreuzkirche ein Trauergottesdienst statt, dem das ganze Realgymnasium, dessen Unterprima der Verstorbene angehörte, beiwohnte. Reichspräsident v. Hindenburg hat dem Reichswehrminister telegraphisch seine herzlichste Anteilnahm« ausgesprochen, ebenso der Reichskanzler Dr. Marx. Rückkehr des Schulkreuzers „Hamburg". Der Schulkreuzev „Hamburg", der am Donnerstag von feiner Weltreise zerückgekehri ist, wird am Samstag von dem Chef der Marine- lettung, Admiral Zenker, auf der Reede besichtigt. Diese Besichtigung gilt vornehmlich den Kadetten, die ihre Ausbildung durch eine Abschlußprüfung (Fähnrichexamen) im spanischen Hasen Vigo beendet haben. Der Kreuzer wird nach der Besichtigung durch den Chef der Marineleitung am Sonntagnachmittag in die dritte Einfahrt der Wilhelmshavener Schleuse einfahren, wo er von der Admiralität, den Behörden und der Bevölkerung empfangen wird. Der Kreuzer macht dann für einige Tage im Ausrüstungshafen fest. Eine Sensation In der Cuff. Der bekannte Segelflieger Espenlaub unternahm auf dem Kasseler Flugplatz einen neuen Versuch mit seinem Segelflugzeug, bet bisher in der Welt einzig dafteht. Er hängte sein motorloses Flugzeug, da- von ihm selbst gesteuert wurde, mit einem langen Kabel a n ein s chw eres Motorflugzeug an. Der Start beider Maschinen geschah also zu gleicher Zeit. Sobald das Flugzeug mit Anhänger ein« beträchtliche Höhe erreicht hatte, löste Espenlaub mit einem Griff seinen Segler von der Lustlokomottve und segelte nach dem Flugplatz zurück. Rach Beendigung seiner gegenwärtigen Versuche will er mit diesem Problem zum ersten- mal in diesem Jahr an einer Flugveranstaltung teilnehmen. Die Veethovenseler des Reichsoerbandes der Gemischten Lhöre. Unter den Konzertveranstaltungen, die aus Anlaß des 100. Todestages Beethovens zu Ehren des Meisters begangen werden sollen, ist besonders bemerkenswert daS Festtonzert, daS der ReichSverband der Gemischten Chöre Deutschlands am 19. März in Berlin veranstalten wird. Das Festkonzert, das unter der Leitung von Brun» Kittel stattfindet, wird von nicht weniger al» 2000Sängerinnen unh«Sängern ausgeführt werden. Vorgesehen sind im Programm die bekanntesten Chor- und Sologesänge und Volkslied« Beethovens. Veethovenseler In Pari». Die Feierlichkeiten zu Ehren Beethovens Haden in der Kirche R o t r e Dame mit einer Aufführung der Missa Solemnis begonnen, die geleitet wurde vom Dirigenten der Colonne-Con- certe P i r n 4. Der Kirchenchor war durch den Chor der Colonne-Concerte und viele Mitglieder der Großen Oper verstärkt. Der Aufführung wohnten der Kardinalerzbischof Dubois mit der gesamten höheren Geistlichkeit, ein Vertreter des Präsidenten der R e p u b l i k und das gesamte diplomatische Korps bei. Der neue Bürgermeister von Hindenburg. In der Hindenburger Stadtverordnetenversammlung wurde das Mitglied der gemischten Kommission für Oberschlesien Landrat a. D. Dr. L u k a s ch e k mit den Stimmen sämtlicher Parteien gegen die Stimmen der Kommunisten, und zwar mit 39 gegen 11 Sti men, zum Oberbürgermeister gewählt. E-n Glockenspiel au» Porzellan. Anläßlich der Feier des tausendjährigen Bestehens der Stadt Meißen im Mai 1929 wird die Staatliche Porzellanmanufaktur der Stadt für den Stadtturm ein Glockenspiel aus Porzellan schenken. Die Glocken werden bis zu einem Meter hoch sein. Das Honorar der Pawlowa. Eine Geschichte von der berühmten russischen Tänzerin erzählt ein bekannter SportSmann in feinen soeben erschienenen Erinnerungen. Sie war während ihres letzten Aufenthalts m Amerika gebeten worden, a u f einer Privatges ell- schaft zu Chicago zu tanzen und forderte dafür 1000 Dollar. Der Dame des Hauses war daS zu Diel. Sie werden eS auch wohl für 800 machen, fragte sie .Rein" war hie entschiedene Antwort. .Run gut. dann sollen Sie KOO haben, sagte die Dame, „aber ich muß sie darauf aufmerksam machen, daß Sie nur zu dem TanZ erscheinen und nicht In der Gesellschaft. „Warum haben Sie daS nicht gleich gesagt." antwortete die Tänzerin, .unter diesen Um» ständen begnüge ich mich auch mit 800 Dollar. Aus der Provtnzialhauptftadt. Gießen, den 18. März 1927. Der Dammrutsch bei Lang-Go is. An der Wirderhcrstellung deS Eil en bahn Dämmte zwischen Lang-Göns uni) Großen-Linden wird in eifriger Weife Tag und Dachl gearbeilet. 3n beiden Arbeite'chichten lind je etwa 70 Ceutc tätig, die o,i der geborstenen östlichen Damm!eite Erde auf füllen. wahrend andere gleichzeitig cm Fuße des Bahn- dommcs mit der Errichtung einer Stützmauer beschäftigt sind Die Llnsaillelle liegt etwa ein Kilometer nördlich '?on Lang-Göns in einem Abschnitt, der die höchste Erhebung des Bahn- damm-s an dieser Cirede darstellt. Die Ducht dec adgerullchten Erdmaslcn war so grob, daß uhrere 3 . Meter tief in den Bahndamm . gciTtaueitc ©teintigolen beileite gcfcrüdt ^o.c gehoben wurden, so daß daS schwere Stinmaterial zum Teil durcheinander geriet. Immerhin habe diese Rigolen bewirlt, dah der Sarimrutk lediglich auf d e östliche Seite der v Titlet langen SchadenS '.e le bcschränr. blieb, o dost das westliche GleiS Gießen — Frankfurt ohne jede Gefahr, jclbft- n csländlich mit verringerter De'chwindigleit, b e - fahren werden kann. Die Rutschung ist aus den waflerunburchläs i jen Lettcboden zurückzu'ühren, den man bei Erbauung der Main- Weiervahn verwandt hat. Die Erdmassen waren bis gestern nachmittag noch nicht zum Stillstand gelcnimen, wenn auch das Arbeiten des Bodens wesentlich nachgelassen hat. Um den Crdmengen einen festen Halt zu geben, wurde im Laufe der letzten Dacht mit der Errichtung einer starken Stützmauer am Fuße des Bahndammes begonnen; diese Mauer wird zwei Meter tief auf gewachsenem Erdboden aufgesetzt und übersteigt die Erdoberfläche um 2,5 Meter, so dah die Mauer also eine Gesamthöhe von 4,5 Meter hat, ihre Stärke wird 6 Meter Durchmesser betragen. Es ist also ein gewa tigeS Steinwerk, da» den rutschenden Erdmassen entgegengestellt wird. Die Maurerarbeiten, die von der Bausirma Weiß in Drohen • Linden auSgeführt werden, sind eifrig im Gange, damit die zu gleicher Zeit vom Scheitel des Bahndammes aus iwrgcnommenen AuffuUungsarbeiten zur Befestigung des Dammes die erforderliche wirksame Unterstützung finden. Trotz aller Anstrengungen dürften ledoch noch einige Tage vergehen, bis der Schaden vollständig beseitigt ist und das Gleis Frankfurt— Gießen wieder benutzt werden kann. Die zuständigen Gießener Amtsstellen der Reichsbahnverwaltung und die an der Unfallftelle eingesetzte Arbeiterschaft erwerben sich durch die eifrige, in größter Hingabe geleistete Arbeit zur möglichst raschen Behebung des Schadens und damit zur Wiederherstellung eines geordneten Fahrplanes auf der Frankfurter Strecke den Anspruch auf die Anerkennung der Oei'scntlich. feit. Ebenso anzuerkennen ist die große Aufmerksamkeit, die von den leitenden Beamten der zuständigen Dienststelle und dem beteiligten Streckenpersonal bei der bisherigen Beobachtung dieser schon lange nicht ganz festen Stelle des Bahnkörpers bewiesen wurde; dank dieser Ausmerkfamkeit und Voraussicht konnte das Gleis rechtzeitig gesperrt und dadurch ein Unglück verhütet werden, das im anderen Falle, ha der Dammrutsch in der Nacht entstand, sehr leicht zu einer furchtbaren Katastrophe für die bald nach dem Zeitpunkt des Rutsches fälligen Schnellzüge hätte fuhren können. Im Interesse einer schnelleren Durchführung der Reparaturarbeiten werden eine Anzahl Güterzüge über andere Strecken umgeleitet. Einführung neuer Sonntagsharten. Um den SonntagSausflugSverkehr noch weiter zu heben, hat sich die ReichSbahn- direktion Frankfurt a. M. entschlossen, im Bereiche ihres Bezirks nach zahlreichen Städten im Rhein-, Main- und Lahngebiet, sowie im TaunuS. Spessart, Vogelsberg und der Rhön die Verausgabung von Sonntagskarten neu einzuführen. Diese Aenderungen treten sämtlich zum 1. Apri< in Kraft. Deu eingeführt werden u. a. Sonntagskarten von Frankfurt a. M. nach Amorbach, Bad Salzhausen, Gießen, Michelstadt, Dingen. Hartmannshain oder Schotten; nach Frankfurt von Altenstadt (Ober- Hessen). Brandoberndorf bei Ufingen, Eppstein, Hofheim i. T., Lißberg, Ortenberg. Gießen nach Gedern oder Schotten. Hungen nach Bad-Rauheim, im Lahngebiet; Freiendiez nach Desterburg oder Montabaur. Hadamar nach Bad Em» und Äoblcii). Stockhaulen naw L.mburg und Gießen; Dilunar nach G eßen und Weilburg; im Dhön- und Speffartgebiet: von Hanau- Ost nach Milleburg ober Di.dflecken Obeniburg- Ellense'd, Kleinwallstadt und Miltenberg-Erbach, von Hetter.haui'en nach Fulda, von ,-,ea)enheün- Mai'kur nacy Wächtersbach und von BoUmerz nach Fulda ober Bad Brückenau 2Uf einigen Strecken lz. D. nach Bad EmS, okoblenz. Bingen. Gießen und Michelstadt werden künftig auch Son.tagsfahrkarten zweiter Klasse verausgabt. ©ämfliöc Fahrkarten werden zu einem ■.“'reife abgegeben, der ein Drittel billiger ist als derjenige für gewöhnliche Fahrkarten Boruottze». Lageskalender für Freitag. Smdttheater. 7’. Uhr: .Aus der Sonnenseite (Snbc gegen 9 4 Uhr). — Loheland. 8 Uhr. .Kalhol. Verctnshaus": Gtzmnastil-Vorfühiung. — Schachlluo Gießen. 8' , Uhr. Hotel Schütz: Simultanspiel. - Eoangel. Stadtmission. 8- , Uhr: Vorlrag Lich.spielhaus. Bahnhofstraße: .Die keusche Susanne'. — Astoria-Llchifpicle .Der Gaunerstreich aus der Felton-Farm — Aus dem S t a dt t h e a t e r b u r e a u wird uns geschrieben: Zur Aufführung des .Glöckchen des Eremiten" am kommenden Sonntag fei ausdrücklich darauf hingewiefen, daß. um stärkeren Beuch zu ermöglichen, nur Operettenpreise für bi?fc Dorstellung genommen werden. — Die^Dolkshochschule Gießen weist aus ihren Schlußabend hin, der am mflrgigen Samstag. 19. d. M, in der Tumhalle der Dbcrreab schule stattfinden und an dem u. a. das Schelmen- fpicl „Der Harnineldieb" aufgeführt werden wird. (Siehe Anzeige in der heutigen Nummer.) — Eine öffentliche Kriegsbeschädigte n - K u n d g e b u n g soll am nächsten Sonntagnachmittag im Gewerkschastshaus ftattfinöcn. Näheres im heutigen Anzeigenteil. ' DaS oberhessische Schwurgericht tritt, wie jetzt amtlich mitgeteilt wird, am kommenden Dienstag vormittag zur Erledigung des FememordprozesscS gegen den Chausseur Schwing und den früheren Leutnant von Salomon, beide von Frankfurt a. M., sowie den früheren .Stahlhelm"-Dcdakteur Heinz von Magdeburg zusammen. Die Anklage lautet auf Mordversuch bzw. Beihilfe. Den Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Cramer. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Justizrat Weidemann, Verteidiger find Dechtsanwalt L u l e h - Gießen für Schwing, Dechtsanwalt Dr. Cuetgebrune Göttingen, für von Salomon und Dechtsanwalt S ch l i n k - Gießen für Heinz. ** Dektor Müller 65 Jahre alt. Seinen 65jährigen Geburtstag und damit die für Beamte gesetzlich festgelegte Altersgrenze erreichte gestern (Donnerstag- der in weiten Streifen der Bevölkerung sehr verehrte, um da- Schul- und Gemeindewesen Gießens hochverdiente Leiter der Schillerschule iStadtmädchenschule), Dektor Valentin Müller. DaS Lehrerkollegium bet Schule ließ durch seinen Sprecher dem förpre- und geistesfrischen. Jubilar einen prächtigen Blu- menlorb überreichen, wofür der Geehrte in seiner bekannten, eindrucksvollen Art herzlichst dankte. *’ AuS dem Gießener StandeS- amiStegister. ES verstarben in der Zeit vom 1. bis 15. März: l.März Heinrich Weller, Weißbindermeister, 60 Jahre alt, Großer Steinweg 12 , 1. März Konrad Lotz, ohne Beruf, 81 Jahre alt, Licher Straße 74; 2. März Amalie Will, geb Borchert, Witwe. 79 Jahre alt, Mäi^- bürg 12: 6. März Heinrich Dambmann, Oberpost- fefretär. 58 Jahre alt, Ludwigsplay 14; 7. März David Jacob, Kantor. 62 Jahre alt, Deuenweg 10; 8. März Jakob Balser, Gepäckträger i. R.. 78 3ar;rc alt. Wolfstraße 10; 10. März Christina Dühl. geb. Wagner. 56 Jahre. Wilsonstraße 11; 10. März HanS Pfeuster, 3 Monate alt, Walltor- straße 33; 11. März Ludwig Sauerwald. Kaufmann. 25 Jahre alt, Alter Rödger Weg 12, 13. März Wilhelm Klappert, ohne Beruf, 69 Jahre alt. Licher Straße 74; 15. März Ludwig Gerstenschläger. 5 Monate alt, Wetzsteingasse 43. * • Fahrplanänderung. Der Personenzug 565 (werktags) Gießen—Grünberg, der nachmittags 5.35 Uhr in Gießen abfährt, erhält vom 21. d. M. ab in Göbelnrod einen ständigen Aufenthalt. * * Eine Wiedersehensfeier bet ehemaligen Angehörigen des Stabe- der 2 5. Infanterie-Division soll am 23. und 24. April in Darmstadt stattfinden. Die Divisionskommandeure Erz Kühne und Er», von Dreßler haben ihr Eriche.nen zu- gesagt, ebenso viele frühere Offiziere. Sin Ortsausschuß ist in der Gründung begriffen. Ehemalige Angehörige des Stabes, die Interesse an der Feier haben, werden gebeten, ihre An- schritten an den ehemaligen Kommandanten deS Stabsguartiers. Graf Hardenberg. Darmstadt. Schloß, zu senden, damit ihnen Nähere- betannt gegeben werden kann. " Raubvogelfrechheit. Man schre.bt unt: Ein Vogelliebhabcr in Darmstadt läßt feinen Kanarienvogel .n der auf der Rückseite seines Haukes be'indlichen Glasveranda frei umher- fliegen. Als vor wenigen Tagen der Vogel nabe an einer Fensterscheibe saß. gab es plötzlich einen gewaltigen Schlag wider die Scheibe. Ein Sperber, der den kleinen gelben Gesellen offenbar bemerkt hatte, suchte ihn zu erhaschen, stieß aber unversehens so heftig w.der die Glasscheibe daß er durch den Zusammenstoß halb ohnmächtig wurde und auf den vor der Veranda sich hinziehendcn Gartenweg fiel. Hier lag er. mit den Sängen um s:ch schlagend, auf dem Bücken. AIS ihn der Kanarienvogelbefitzer erhaschen wollte kam der Raubvogel wieder zu sich und strich ab. Kanarienhähne sind für Raubvögel offenbar fein angenehmer Leckerbissen. " Die diesjährige Hauptversammlung des Hessischen Philo- kogenvereins findet am 21. und 22. April in Offenbach statt. Die Fachsitzungen werden den einzelnen Fachgruppen der hessischen Philologen Gelegenheit geben, ihre Erfahrungen über die hessischen Lehrplanentwürse auszutauschen und ihre Anregungen und Wünsche für die endgültige Gestaltung der Lehrpläne zum Ausdruck zu bringen. Der zweite Tag ist der Besprechung der allgemeinen schul- und standespolitischen Fragen gewidmet. Den repräsentativen Höhepunkt der Veranstaltung bildet die Festversammlung. Auf ihr wird der bekannte Leipziger ilninerii- tätsprofesfor Theodor Litt, der Verfasser zahlreicher grundlegender Arbeiten zur Kultur- Philosophie und Pädagogik, den Festvonrag über die psychologischen Grundlagen des Arbeüsschul- gcdankens halten. Damit wird von sachkundigster Seite ein Thema behandelt, das nicht nur für den engeren Kreis der Philologen, sondern für die weitere gebildete Oeffentlichkeit von zeitgemäßem Interesse ist, weil der Arbeitsfchulgedanke dnm der Kernpunkte der modernen Schulreform dar- stellt. Dorfkirchenvorsteher-Tagung für das südliche Oderhessen. - a- Wölfersheim. 16. März. Vorgestern tagte in unseren Mauern die Dorfkirchenvorstehertagung für das südliche Oberhessen. Heber 160 Mitglieder der Kirchenvorstände aus 41 Orten der Wetterau hatten sich emgefunben. Der Prälat der hessischen Landeskirche, D. Dr. Dieh l. der mit dem Superintendenten der Provinz Oberhessen, Oberkirchenrat Wag - n e r, erschienen war, hielt in unserer schönen, im letzten Jahre wiederhergestellten Kirche die Festpredigt. An Hand von 2. Kor. 4 zeigte er aus der Geschichte der Gegend vor 300 Jahren, den Jahren der katholischen Gegenresormal.on. wie damals die Glaubenskraft der evangelischen Kirchenvorsteher und der Familienväter während der Jahre der Vertreibung der evangelischen Pfarrer standgehalten habe, und rief zu gleicher Glaubenskraft in heutiger Zeit auf. Zwei Vorträge wurden geboten. Pfarrer Waldeck, jetzt am Glisabelhenstift zu Darmstadt. legte die Notwendigkeit des Kin» dergottesdienstes gerade in heutiger Zeit wo so viele andere Sinslüsse auf die Kindesfeele einbringen, und wo so oft das Elternhaus versagt. in warmen Worten dar und zeigte die Möglichkeit der Einführung und Durchführung auch auf dem Lande. Rach einer Mittagspause, während welcher die auswärtigen Tellnehmer Gäste der Wölfersheimer Familien waren, wurde in die Besprechung dieser Frage eingetreten und die Schwierigkeiten der Einführung auf dem Lande besprochen. Betont wurde, daß der Kindergottesdienst nichts mit dem Religionsunterricht gemeinsam habe, da dieser dazu da sei. religiöses Wissen zu vermitteln, wahrend der KindergotteS- dienst den Kindern eine religiöse Feierstunde, einem Gottesdienst in der ihrer kindlichen Fas- sungstrast und ihrem kindlichen Gemüt gemäßen Form bieten soll. Mit großem Beifall wurde dann der zweite Vortrag, den Pfarrer Köhler. Ridda hielt, aufgenommer. Er handelte von der Pflege des Kirchhofs und des Friedhofs. Ist auch der Friedhof E.gentum der bürgerlichen Gemeinde. «o bat doch der Kirchenvorstand, der daS meiste Verständnis für die Pflege dieser heiligen Stätte haben muß. die heilige Pflicht, dafür zu sorgen, daß er in würd:gem Zustand ist. Mittel und Wege, seinen Einfluß geltend zu machen, gibt es überall. An Beispielen wurde das Bild eines Friedhoss. wie er sein soll, vor Augen gestellt, aber auch Bilder der Verschandelung gezeigt Ebenso wurde die Stätte deS alten Friedhof» der Umgebung der Kirche, in den Kreis der Betrachtungen gezogen und auch hier gezeigt. waS zu tun ist. Der stimmungsvolle, poetische Vortrag schloß mit dem Appell an die ■ Vorsteher, sich ihrer Pflicht gegenüber der Stätte der Toten bewußt zu fein, an dem man die .Seele deS Dorfes' erkenne. 6.ne sehr lebhafte Aussprache setzte ein. an der sich auch eine Anzahl Kirchenvorsteher beteiligten Von einem Vertreter der bürgerlichen Gemeinde wurde die Notwendigkeit des Handinhandarbeiteirs von bürgerlicher Gemeinde und Kirchengemeinde betont. Alle waren sich darüber einig, daß die Friedhvse .heiliges Land" sind, und daß fit einer belferen Pflege bedürfen. Diesen Gedanken in die Gemeinde htnauszutragen. wird als erste Pflicht der Kirchenvorsteher genannt. MS unmittelbare praktische Ergebnisse der Tagung wurde gefordert, zunächst dafür zu sorgen, dah es kein ungepflegtes Grab mehr geben dürfe, und daß Wege gesucht werden müßten, auch die Gräber derer, die ferne Angehörigen mehr haben würdig zu pflegen. Verwahrlosung der Gräber, wie auch häßliche Unrathaufen an sichtbarer Stelle müssen überall vermieden werden. ES wurde eint Entschließung angenommen, die Regierung zu bitten, durch ein Gesetz dafür zu sorgen, daß in den . Friedhofskommissionen" ein Mitglied des Kirchenvorstandes Sih und Stimme haben müsse. Wertvolle Winke und Anregungen gab ein Vertreter deS KreiSbauamtS. Er wies daraus hin, daß im Kreisbauamt eine Beratungsstelle für Reuanlagen von Friedhöfen und Wahl der Grabdenkmäler vorhanden fei. Der Sonntag gestaltete sich für die Orte» gemeinde zu einem Festtag. In dein Fest- gottesdienst zeigte bet Prediger. Prof Keller. Friedberg, und in dem Gemeindeabend Pros. L a m p a S. Friedberg, in zündenden Worten. letzterer an Hand der Geschichte. waS wir an unserer Kirche haben. Beide Veranstaltungen waren sehr stark besucht. Der Vorsitzende der Dorfkirchenvereinigung. Dekan Scriba, Eichelsdori. richtete an die Gemeinde ein herzliches DegrühungSwort. in dem er besonders ausführte. WaS die Dorfgemeinde an ihrer Dorfkirche hat. und zur Treue zu ihr auflief. Preußen. ft ixi6 Wctzlar. WSR. Wetzlar, 17. März. Bei der Verpachtung der Gemeindejagd Aßlar konnte eine übet 50prozentige Ermäßigung der Jagdpacht festgestellt werden. Ein Äevierteil, das bisher 4720 Mk. Pacht erbracht hatte, wurde für 2030 Mk. loSgeschlagen ein weiterer Revierteil ging von 1250 auf 610 Mk. Pachtertrag zurück. Meistbietende waren in beiden Fällen westfälische Industrielle. Kreis Marburg. Marburg. 17. März. Der hiesige Früh» jahrs-Pserdemarkt war mit rund 400 Pferden und Fohlen beschickt. Dezahlt wurden für Belgier 1000 bis 1600 Mark. Oldenburger 1000 biS 1600 Mark; mittlerer Schlag 600 bis 1000. minderwertige Tiere 100 bis 600 Mk per Stück, junge Rusfenpserde 1200 bis 1300 Mark daS Paar. Der Handel war flau. — Während deS lebhaftesten Verkehrs warf heute nachmittag in der W e 11 e r g a J f e ein Mann feine Möbel nebst Bettzeug aus dem Fenster auf die Straße. Die Polizei nahm den Mann in Schutzhaft. P- verwitwete Leun, geb. Nern 01985 im 81. Lebensjahre. Namens der trauernd Hinterbliebenen: Nachruf 0.75 ia langes NIMeW la Sn!MW. olle 5tMe... 1.00 Der Vorstand der Chewra-Kadischa L. Bock, 1. Vorsitzender. 2606D M07Q Los Los Los Los Los Los Wilhelm Mank II Friedrich Mank I., Gastwirt Gustav Weller, Bäckermeister Karl Lang. Eichenstammabschnittc --- 3,21 fm Nr. 122—124 Buchenstammabschnitte = 3,67 fm Nr. 125—127 Buchenstammabschnitte = 3,67 fm Nr. 128—132 Der Vorstand des Israel. HJfsvereins. Boö - HouHeim Wen bares Gedenken. Gießen, den 17. März 1927. Der Vorstand des Vereins Altersheim. Familie Familie Familie Familie Wieseck, 18. MV.rz 1927. im 73. Lebensjahre, weiches wir Venvandten und Bekannten hierdurch zur Kenntnis bringen. Die trauernden Hinterbliebenen: 100 1.10 1.30 1.10 Einreichung der Gebote wie in der Bc- kanntmachung vom 10. d. M. gesagt. Ferner wird darauf hingewiesen, daß die Nadelholzstämme vv. nicht bis zum 15. Mai, sondern zum 15. April 1927 entrindet sein müssen. Ehringshausen, den 15. März 1927. (Kreiß Wetzlar). Der Bürgermeister: Grell. 2595V Ludwig Hofmann Familie J. Magnus Familie Dr. med. Leun Großen-Linden (Frankfurter Straße 91), Reichelsheim in der Wetterau, den 17. März 1927. Die Beerdigung findet statt: Samstag, 19. März, nachmittags 37< Uhr. Todes-Anzeige. Gestern abend 10 Uhr entschlief nach kurzem Krankenlager meine Hebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Schwester, Großmutter und Urgroßmutter Frau Katharine Elisabethe Hofmann Nach schwerer Operation ist am Mittwochabend in noch nicht vollendetem 45. Lebensjahr unser 2. Vorsitzender Herr Siegmund Fuld sanft entschlafen. Wir verlieren in dem Heimgegangenen einen langjährigen aufrichtigen, treuen Freund, ein Mitglied, das uns immer ein Vorbild treuester Pflichterfüllung gewesen ist. Wir betrauern seinen allzufrühen Heimgang auf das tiefste und werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. 3-6 Zimm.- Wobn. möglichst be'chlaa- nabmesrel. ne«. Ab- nndungundBorauS- zahlung «auch Neubau» zu mieten ges Schr. Angeb unter 01989 a. d Gieß Anz. Für den Frühjahrsputz empfehle in großer Auswahl und guten Qualitäten: ,159D Besen, Schrubber, Bürsten, Bohner, Fensterleder, Putzlumpen, Putzeimer und Bohnerwachs Ludwig Kohlermann IV. Bleichstraße 12 Todes - Anzeige. Mittwoch mittag 12'/. Uhr entschlief sanft nach kurzem Krankenlager unsere gute Mut'cr, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Nr. 16 3 4.U.5. Kl. Nr. 17 3 3.il4. KL Nr. 18 5 3. Kl. Hausen zum Verlauf: Nr. 13 G Eichenstammabschnittc 4.-6. 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März, nachmittags 2 Uhr statt. zeoso Tief erschüttert beklagen wir den plötzlichen Heimgang unseres Mitgliedes, des HerrnSiegmundFuld Sein volles Verständnis für die soziale Arbeit, seine freudige Unterstützung aller gemeinnützigen Institutionen, sein unermüdlicher Fleiß und seine gewissenhafte Pflichterfüllung hatten den reichsten Anteil an den Erfolgen unserer Bestrebungen und sichern diesem vortrefflichen Manne ein unauslöschliches dank- Vermietungen 11 Gul möül. Zimmer m. elekir. L-, evtl, rutl Penk . k. vertu. Wetzlarer Wen 77. (Gut möbl. iounig. Zimmer iclektr. L.) sofort zu verm. Wilbclmitr. 47 Hl. Die Beerdigung findet Freitag, den 18. März, nachmittags 3 Uhr, vom Sterbehause, Gießener Straße 10 aus statt. in guter Geschäftslage sofort zu vcr- mteten. Angebote an Bäckermeister I 19»; matthöns Moler. | Mietgesuche M -Kränze :ie^:'er ,,.a Äcehuhe Modehaus Salomon Wir emvseblcu- ia Dtßfen- unö HioüfW... 1.00 Bekanntmachung. Die Lieferung von 300 Zentner baser ist zu vergeben. 2579C Bedingungen können bei der unterzeichneten Verwaltung eingesehen werden. Angebote sind verschlossen und versehen mit der Aufschrift „Angebote für die Hafer- lieferung" mit dem Muster bis zum 5. April 1927, vormittags 10 Uhr, einzu- reichen. In den Angeboten find die Bedingungen anzuerkennen. Zuschlagsfrist 6 Tage. Das einzureichende Hafermuster, 1 kg enthaltend, muß getrennt von dem Angebot verpackt mit der Aufschrift „Muster zum Angebot für Haferlieferung" versehen sein. Gießen, den 16. März 1927. Verwaltung der veterinär Jnslitule. Nrbeitsvergebnttg. Für die Gewerbeausslellung Gießen 1927 ist die Verlegung von etwa 3500 qm Fußboden auf Lagerhölzer und die Verarbeitung von etwa 1500 lfd. Meter Latten zu Pfeilern usw. zu vergeben. Das erforderliche Holz wird gestellt. Angebote sind bis Mittwoch, den 23. Marz 1927, auf dem Stadthaus, Berg- ftraße 20, Zimmer 14, einzureichen, woselbst auch die Bedingungen zu erhalten sind. 2598B Nutzholzverkaus. Die Nutzholzausschrcibung vom 10. d. M. — erschienen im Gießener Anzeiger vom 12. d. M. — erhält folgenden Nachtrag: Außer den Losen 1—12 der Gemeinde Ehringshausen kommt noch folgendes Nutzholz aus dem Gcmeindewald Ehrings- ia smwelnefleilffi: BoDfliloDDen... BtaienüOfle..... aoteiells........ lajieifdjrourlt.... Zweite; Kroll- Mief he 90 — 1OO M U5ir. Mifa - Fabrik verkauf- Neuenweg 4. Leiter /. P. Mono Katalog gratis von dieser Stelle oder unnuttelbar durch Mifa-Werke, Niederlassung für Westdeutschland, Düsseldorf, Moltke- straße 30-36 Zag-schlößchen Dutenhofen Telephon 1423 Amt Gießen empfiehlt sich den verehrten Vereinen und Gesellschaften für Ausflüge und Tanzkranzchen oi«» Günstige Äahnverbindung / Staubfreier Weg durch den Heßler oder der Bahn entlang. 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Don e , • Daß die griebensjchlüsie im Osten Europas und chre Folgewirkunqen altes andere ab eine Konsolidierung der Verhältnisse bedeuten, ist eine Tatsache, die immer deutlicher zutage Irin. Ohne eine grundlegende Aenderung der deutschen Oltgrenzen, ohne dnc Bereinigung der Korridor- und der oberichle- Mchen öroflc ist eine Verständigung zwischen Deutschland und dem neugeschassenen polnischen Staate nicht möglich. Ebensowenig kann von einer Wiederherstellung normaler Beziehungen zwischen Nutzland und Rumänien die Rede fein, ehe nicht der Streit um Betzarabien seine Erledigung gesunden hat. Bon diesen und anderen Fragen abgesehen, gtif die in diesem Zusammenhänge nicht näher ein- gegangen sei. mutz aber das Wilna- Problem, dessen Richtlösung einen latenten Kriegszustand zwischen den nächstbeteiligten Staaten, Polen und Litauen, bedingt, eine Quelle dauernder Unruhe im Osten Europas bilden. Durch den Vertrag zwischen Litauen und der Sowjetunion, die Umwälzung in Litauen und die Berhaftung der weißrussischen Abgeordneten durch die polnischen Behörden, ist dieies Problem wieder einmal in den Mittelpunkt des po» litischen Interesses geruckt. Das Wilnagebiet zieht sich etwa von der Breiten läge der Stadt Grodno über Lida und Wilna bis zur Diinau hinauf. Wilna selbst war bis zum Ende des alten polnischen Reiches die Hauptstadt Litauens, aber die Union mit Polen hatte die Stadt zum großen Teil polonificrt, während sich auf dem Lande der Großgrundbesitz in den Händen des litauischen, später polonificrten Adels befand. So er- gibt sich, daß in der Stadt Wilna von der Bevölkerung, die auf 150—160 000 Einwohner geschätzt wird, neben 25 v. S). Russen (Klein- und Grotz- ruffen), etwa 32 v. S). Polen, aber nur 2 v. f). Litauer sind, während die Juden-mit rund 40 v. f). bas Hauptkontingent stellen. Wesentlich anders liegen die Zahlen des prozentualen Anteils der Be- völkerungsichichten im Kreise Wilna, das heißt mit dem dazu gehörenden Vanbc; hier machen die Juden 7 v. H., die Litauer 35 o. H.. die Polen 12 n. H., die Weißrussen hingegen 42 o. H. aus. Wie die Sprachenkarte des östlichen Europa zeigt, liegt Wilna auf dem weißrussischen Sprachgebiet unweit der Grenze gegen das litauische Sprachgebiet, wobei zp berücksichtigen ist, datz es sich hier, wie bei allen Gebieten des früheren Westrutzland, nicht um eine reinliche Scheidung der Nationalitäten und Sprachgebiete handelt, als weißrussisches Gebiet vielmehr nur solches auszufassen ist, in dem das Weißrufsenium alle anderen Nationalitäten zahlenmäßig über- wiegt. Unter diesem Gesichtswinkel betrachtet, ist litauisches, sondern ein polniich-lilauisches-weißrussi- sches. Die Bedeutung der Wilnafrage für die staatliche Entwicklung im Osten Europas liegt begründet in der verkehrsgeographischen Wichtigkeit Wilnas als politischer und wirtschaftlicher Drehpunkt zwischen den neuen Oststaaten. Wilna beherrscht den Dcr- bindungsweg von Polen und der westlichen Ukraine noch den baltischen Staaten und nach Petersburg, oon Ostpreußen und Litauen und als Handels- und Um'chlagplatz den Verkehr oon der Ostsee nach dem westlichen Rußland. Die militär-politifdjc Bedeutung 'Wilnas endlich wird gekennzeichnet durch Darlegunaen des „Journal de Pologne" aus dem Iohrc 1022: „Was ist Wilna für Frankreich? E i n strategischer Punkt er st en Ranges. Ist das Dreieck Wilna-Kowno-Grodno in den Händen Polens, so ist ein starker Wall geschaffen, den die S)eere Moskaus nicht so leicht durchbrechen werden. Dagegen würde Wilna in den Händen eines beul beeinflußten Litauens mit feiner Eisenbahn eine Brücke von Deutschland noch Rußland bilden." Bei btr Wichtigkeit Wilnas in politischer, militärischer und wirtschaftlicher Hinsicht ist der erbitterte Streit zwischen Polen und Litauen um das Wilnagebiet durchaus verständlich. Durch den Frieden von Moskau vorn 12. Juli 1020 trat Rußland seine souveräne Rechte auf Litauen mit dem ganzen Wilnagebiet an Litauen ab Uvd erkannte es als selbständigen Staat de jure an. Polen aber machte Litauen Wilna und das Wilna- Sbiet streitig: überlegene polnische Truppen griffen e Litauer an und zwangen sie zum Rückzüge. Durch das Eingreifen des Völkerbundes kam zwi- Fünf Laib Brot. Don Friedrich TV a U i f ch. Aki und Hakim, zwei arme Handelsleute, zogen durch die Wüste zur Stadt des Kalifen. Vie fanden auf ihrem Wege einen fremden Wann, der entkräftet in dem schmalen Schatten eines Sandhügels lag. .Helft mir. gute Freunde!" lallte er. .Ich habe nichts mehr, meinen Hunger zu stillen." .Auch wir find arm,“ gab ihm Ali zur Antwort .Wir haben in unseren Säcken nichts als ein paar Laib ‘Brot. Die aber wollen wir brüderlich mit dir teilen. Die beiden legten sich zur Seite des Fremdeit in den Schatten und zogen aus den Mantel- fäcken ihren Mundvorrat hervor. Es zeigte sich, daß Ali noch drei Laib Brot besaß. Hakim aber zwei Laib. So teilten sie denn ihr kärgliches Mahl, und jeder der drei Männer bekam gleichviel Brot zur Nahrung. Dann schritten sie gemeinsam ihres Weges. Dor den Toren der Stadt nahm der Fremde Abschied von feinen Begleitern. Er dankte ihnen für ihre Hilfe und reichte Ali fünf Silbers ekel mit den Worten: .Nehmt das für die Nahrung, die ihr mir gegeben habt, und teilt euch ehrlich darein!" Dann mengte er sich unter das Volk, das durch die Tore strömte. Erfreut wog Ali die silbernen Münzen in der flachen 5)anb und reichte deren zwei feinem Reisegenossen. .Hier nimm. Hakim, was dir gebührt!" „Das heißt du ehrlich teilen?“ brauste dieser auf. .Mir gebühren zwei und ein halber Sekel. nicht anders als dir." „Tor. der du bist!" rief Ali. „Gab ich nicht drei Brote zum gemeinsamen Mahle? Du aber gabst nur zwei. So gebühren mir drei Sekel. und dir gebühren zwei." Wie sie dieser Art untereinander stritten, sammelte sich Bolt um sie an. Und einer aus der Menge sprach. .Ist es wohlgetan, daß ihr an den 'Toren unserer Stadt hadert wie Schakale um die Leiche eines Kamels? Hörtel ihr niemals von unserem weisen Kadi, der allen Streit der Menschen durch sein Urteil gerecht zu schlichten weih? Geht zu ihm, und eure Freundschaft Eichener Anzeiger (Heneral-Anzeiger für Oderhessen) sreiiag, 1k. März 1927 schen Litauen und Polen im September 192»» ein Abkommen zustande in dem zwischen Den beiden streitenden Parteien ein« prooiiornche Demarkationslinie. die sog. Curzon-Linie, testgctetzl wurde: diesem Abkommen folgte am 7. Oktober 192" der allerdings provisorische und die territorialen Ansprüche nicht definitiv regelnde Vertrag von 3u- lualli, in dem Dolen unter anderem «eine vermeintlichen Ansprüche au» das Wilnagebiet an Litauen abtritt. Aber die Tinte unter diesem Vertrage war noch kaum trocken, als am 9. Oktober die Truppen des polnischen Generals Zeligowlki Wilna überfielen, die Litauer überwältigten und die Stadt be- letzten. Die polnische Regierung lehnte zwar ]cbc Verantwortung für das Vorgehen Zeligowfkis ab und erklärte sich außerstande, die angeblichen Meuterer zurückzuholen. Aber, wie vorher in Ost- galizien und später in Oberschtesien, waren die berühmten „vollendeten Tatsachen" geschaffen, und in Warschau wurde General Zeligowlki als Volks- Held und Retter des Vaterlandes gefeiert. Zeligowfkis Handstreich wurde am 14. Oktober durch eine offizielle Note des Präsidenten des Aöl- ferbunbsrates Leon Bourgeois als eine Verletzung der dem Völkerbund gegenüber übernommenen Der- pslichlungen durch Polen bezeichnet. Und nun setzte eine Reihe oon Vermittlungsversuchen des Völker- blindes ein, die dessen ganzes Unvermögen zur Lösung politisch.wichtiger Fragen mit aller Deutlichkeit aufzeigten. Die Dermittlungsaktion legte der Völker- bund in die Hände des Belgiers Hymans. dessen erstes Projekt eine allgemeine Volksabstimmung unter Ueberwachung durch eine Kommission des Völkerbundes und eine besondere, oon einer Reihe unbeteiligter Staaten zu stellende Militärpolizei von 5000 Mann vorsah, ein Plan, der jedoch in Widerständen verschiedenster Art scheiterte. Kein besseres Los war dem zweiten unter dem Namen Hymans- Projekt bekannt gewordenen Lösungsoorschiag be- schieden, der im wesentlichen darauf hinauslies, das Wilnagebiet als autonomes Gebiet einem zu schas- senden litauischen Förderativstaat anzugliedern, unter ähnlichen Vorbehalten, wie sie später Litauen für bas Memelgebiet zugestehen mußte, während Litauen in eine Art Union mit dem polnischen Staat einwilligen sollte, die sich auf die Gebiete der Außenpolitik, des Heerwesens, sowie der Wirtschaftsund Zollfragen erstrecken sollte. Nachdem alle diese Vermittlungsversuche sehlgeschlagen waren, und die zweite Vollversammlung des Völkerbundes im Jahre 1921 sich darauf beschränkt hatte, natürlich ohne Erfolg, in schönen Worten beiden Parteien eine Einigung anzuempfehlen, stellte 'chlietzlich auch der Völkerbundsrat leine Bermittlungsläkigkeit ein. Unterdessen hatte, Ende Februar 1922 der Willi aer Landtag, dessen Wahlen unter dem „Protektorat" der Zeligowsti-Truppen gestanden hatte, die - Zugehörigkeit des Wilnaer Landes zu Polen" beschlossen. Einen Rechtstitel auf das Wilnagebiet erhielt Polen damit natürlich nicht: dieser wurde ihm in allerdings rechtlich anfechtbarer Gestalt erst zu- teil durch die Entscheidung der Botschafterkonferenz vom März 1923 über die endgültige Festsetzung der polnischen Ostgren.zen, die Artikel 87 des Versailler Vertrages offen lieft, eine Entscheidung, gegen die Litauen Protest erhoben und die es nicht anerkannt hat. Rechtlich sind die Ansprüche Litauens auf das Wilnagebiet unantastbar. Den Waffenstillstand von Suwalki hatten Polen und Litauen unter Vermittlung einer (Entcntetommiffion freiwillig geschlossen, und es war militärischer Treubruch und Desavouierung der vermittelnden Ententemächte zugleich, als Zeligowski die südlich Wilna gezogene, beiderseits vereinbarte und oon der (Entente sanktionierte De- marfationslinie durchbrach und Wilna okkupierte. Die Entscheidung der Botschafterkonferenz aber stellte sich dar als eine unberechtigte Einmischung in den lediglich Polen und Litauen angehenden Streit, als einseitiger Akt, da er weder von dem Vorbesitzer des Wilnagebietes, oon Rußland, noch von Litauen anerkannt Ist und wird. Schließlich ist noch der Frieden von Riga zwischen Rußland und Polen vom 18. März 1921 heranzuziehen, der ebenfalls für Polen keinen Rechtstitel auf das Wilnagebiet begründet, denn im Artikel 3 dieses Vertrages verzichtet Rußland lediglich für sich selbst auf das Wilnagebiet, was es bereits gegenüber Litauen neun Monate vorher getan hatte. Im übrigen aber wird zum Ausdruck gebracht, daß die rechtliche Regelung des üßi Ina ft reifes lediglich eine wird nicht um einiger Münzen willen zerbrechen!" Ali und Hakim nickten Beifall. „Auch zu uns ist der Nuhm eures weisen Kadi gedrungen." sagten sie. „Wir wollen ihm unseren Streit vortragen. Obwohl kein Zweifel fein kann, haft ich im Necht bin," ergänzen beide zugleich, mit einem scheelen Blick auf den Reisegenossen. Der weife Kadi hielt vor seinem Hause Gericht. und es waren wohl an die tausend Menschen um ihn. die seiner Weisheit lauschten. Als ihm Ali und Halim ihren Streit vorgetragen hatten, teilten sich die Meinungen der Leute in zwei Lager. Denn die einen wähnten, Ali müsse drei Silbersekel bekommen, da er drei Bote besessen hatte: die anderen aber sagten, jedem von beiben gebühre ohne Zweifel die Hälfte des Geldes, da ein jeder mit all feiner Habe zu dem Mahle beigetragen, und da der Fremdling ihnen besohlen habe, sich ehrlich in den Lohn zu teilen. Der weise Kadi aber schüttelte den Kops und sagte: ..Dir, Ali, gebühren vier Sekel, dir. Hakim, aber gebührt nur einer." Er hatte die Münzen an sich genommen und gab Ali deren vier, so daß der Glückliche gar nicht wußte, wie er diesen hohen Lohn verdient hatte: Hakim aber mutzte sich mit einem einzigen Sekel begnügen. Alnö nun geschah das Unglaubliche, das sich noch nicht ereignet hatte, seit der weile Kadi in der Stadt des Kalifen Recht sprach Das Boll begann zu murren. Halblaute Schmähreden gegen das unbillige Urteil wagten lich hervor Der weise Kadi gebot Ruhe und sprach zu der Menge: „Ich sehe, meine Freunde, datz ihr mit dem Spruche nicht zufrieden leid, den ich gefällt habe. Merkt gut auf. und ihr werdet sogleich erkennen, datz ihr dümmer seid als die Schafe, die sich mit euren dürren Wielen begnügen? Ali gab zum gemeinsamen Mahle drei Brote ist es nicht fo? und Hakim gab zwei Brote. Es waren aber drei Hungrige beisammen. Also nahmen sie jeden Laib und teilten ihn in drei gleiche Teile, tatet ihr das ? Die beiden nickten. „Nun gut. Dann hatte Ali dreimal drei Teile, das waren neun Stück Brot. 11 nb Hakim hatte zweimal drei Teile. So besahen nun die drei Männer gemeinsam neun und sechs Stück, das zwischen Polen und Litauen zu entscheidende An- oeiegenheit fei. Vom biftorifcheu Standpunkt aus bat Litauen ebenfalls ein ungleich höheres Recht als Polen auf Wilna, das die Hauptstadt eines im 13. und II. Jahrhundert mächtigen litauischen Staates war: einem Volke seine staatliche Selbständigkeit wiederzugeben ihm aber seine alte luston'chc Hauptstadt vorzuenthatten. erscheint absurd. Dabei aber gehört das Wilnagebiet vom geographischen und wirilchast- lichen Gesichtspunkt aus zu Litauen. Für Polen andererieits ist Wilna eih Wegzeiger |tir.*r E^pan- 'lonsbeiirebungen. ist doch die Einverleibung Litauens. das leit Wladislaus Iagiello erst in Personal-. dann in Realunion mit dem alten Polen verbunden war. das Ziel des neugeschaffenen polnischen Staates; dabei aber sieht Polen bereits heute das urdeutsche Memelgebiet als Bestandteil Litauens an und hofft, auf diese Weise einmal einen zweiten Ausgang yim Meere sich zu sichern, zum .mderen aber gleichzeitig, Ostpreußen von zwei Seiten zu umklammern, um auf diese Weise um >o sicherer seine imperialistischen Ziele verwirklichen zu können. Lin pariser Zinanzslandal. Bon unserem Pariser W. ^.-Berichterstatter. Paris. Mitte März. 5)a$_ Interesse des Pariser Publikums wird gegenwärtig nicht von dem Ergebnis der Genfer Berhandlungen. von der Saarfrage usw. im Atem gehalten, sondern von der riesigen Betrugs- a f f ä r e des „Bankier" Rochette. der nach oberflächlichen Schätzungen zum mindesten zehntausend Personen zum Opfer gefallen sein dürften, während die Höhe der erschwindelten Summe nicht weniger als 40 Millionen Franken beträgt. Rochette ist keine unbefanntc Persönlichkeit. Schon vor dem Kriege, in den Jahren 1905 bis 1908 wurde der Name Rochette berühmt. Er „gründete" damals eine Industrie- gesellschaft nach der anderen, Banken mit einem Kapital von angeblich 20 Millionen Francs usw. bis eines Tages der große Krach kam. der den französischen Sparern und Rentnern nicht weniger als 2 0 0 Millionen Go 1 dfran - fen kostete. Rochette. der zu drei Jahren Gefängnis verurteilt wurde, verstand es. durch Einlegung von Berufung und Revision, den Strafantritt solange hinauszuschieben, bis er eines schönen Tages nach Mexiko verschwand. Während des Krieges und in der Nachkriegszeit tauchte sein Name wieder auf und Herr Rochette hatte sich verschiedentlich vor französischen Gerichten wegen Betrügereien zu verant- toorten, die fast stets in die Millionen gingen. Jetzt hat der ehemalige Kellner einen ganz großen „Coup" verübt; es mußten aber erst etwa zehntausend Personen auf den groß angelegten Schwindel hereinfallcn, bis eS der Pa- riler Kriminalpolizei gelang den Urheber zu verhaften. Mit großem Raffinement ist Rochette zu Werke gegangen Er gründete zuerst einige Z i - nanzzettschrifte n", die verschiedene, angeblich an der Börse notierte Papiere anpriesen und gleichzeitig dem Publikum tu verstehen gaben. daß man bei der Redaktion" nähere Informationen über den Wert der betreffenden Papiere erhalten könne Es kamen zahlreiche Anfragen und die Arbeit der Anreißer" begann Auch hier ging Rochette klug und vorsichtig zu Werke. Seine Agenten, die mit 20 Prozent bei dem Geschäft beteiligt waren, „sondierten" erst ihre Opfer, hauptsächlich in kleineren Städten und auf dem Lande. Man unter» hielt sich von rv-.i schweren Zeiten, der wenig gewinnbringenden Vermögensanlage bet leftu«- zinslichen Staatspapieren und über die Aussicht, einen schönen . Schni11" machen zu können, wenn man em klein wenig in Börsenpapieren spekulierte Der Wert der angeprietenen Börsenpapiere wurde dann bereitwilligst an Hand von weiteren Finanzzeittchriften. deren Gründer natürlich ebenfalls Herr Rochette war. eingehend belegt. Nachdem man sich überzeugt hatte, daß das Geschäft zu „drehen" war. kam einige Zeit später ein neuer, elegant gekleideter Herr in einem schönen Automobil vorgesahren unh schloß ab. Die schön gedruckten, aus 200. 300 und 500 Francs lautenden Aktien hatte der H.rr Agent in seinem Auto, so daß dem Käuseo nicht die geringste Unbequcmlicbleit erstand Eine Zeitlang fliegen dann in den Finanzzeitfchriften Rochettes die betreffenden Papiere, verschwanden dann plötzlich, das Publikum wurde unruhig, zog nähere Erkundigungen ein. die Anzeigen häuften sich, bis dann der ganze Schwindel auf- gedeckt wurde, und die Sparer und Rentner zu ihrem Entsetzen ersuhren. daß die schön gedruckten Aktien wertlos seien. Herr Rochette und seine Helfershelser hnen nun hinter Schloß und Riegel. Es erhebt sich indes eine andere Frage. Ist in dieser Skandal- assäre, die die französische Wirtschaft zirka 40 Millionen Franc« kostete, nicht ein Krebsschaden Poincare scher Finanzpolitik zu erblicken? Es ist verschiedentlich an dieser Stelle darauf hingewiesen worden, daß. bei nicht stabilisierter Währung die Gefahr der Spiel- und Spekulationswut sehr groß ist. Das charakteristische — und die Assäre Rockette beweist es deutlich ist dabei die Tatsache, daß von dem Spielteufel hauptsächlich das kleinere Publikum, wie Rentner. Beamte usw., erfaßt wird, deren Ersparnisse eine bessere Verwendung finden könnten, als in den Taschen des Herrn Rochette. In Deutschland ist die Zeit der Klante. Barmat. Kutifker. vorüber. In Frankreich. trotz der „tatsächlichen" Stabilisierung des Herrn Pvincarc anscheinend noch lange nicht. waren sünszehn Stück Brot. War es nicht so? Wieviel bekam nun jeder der drei Männer? Jeder bekam fünf Stück. War es nicht so?" Ali und Hakim nickten. „Es muß so gewesen fern, meine Freunde. Denn wie hättet ihr anders ehrlich teilen können? Mso gab Ali von seinen neun Stück vier Stück dem Fremden, und Hakim von seinen sechs Stück nur ein Stück. Lohn gebührt aber nur für das. was ihr gegeben habt. Deshalb sprach ich Ali, der dem Fremden vier Stück überließ, vier Sekel zu; Hakim aber, der nur ein Stück Brot gab, muh sich mit einem Sekel begnügen." Da lachte die Menge über ihrs eigene Dummheit und pries in lauten Worten das gerechte Urteil. Selbst Hakim stimmte in das Lob ein, das jedermann dem weisen Kadi zollte Die chinesische Mauer. Die eine amerikanische Zeitung meldet, besteht die Absicht, die chinesische Mauer, die vor über zweitausend Jahren (nämlich 200 Jahre v. Ehr.) unter der Regierungszeit des Kaisers Huang-Ti an der Nordgrenze des chinesischen Reiches errichtet wurde, um die Einfälle der kriegslustigen Mongolen abzuhalten, im Laufe der nächsten Jahre abzubrechen. Heber diese Mauer, die eine Länge von über 3000 Kilometern aufweist und das gewaltigste Bauwerk darstellt, das je von Menschenhänden errichtet wurde, hat der bekamttc (vor einigen Jahren verstorbene! Weltreisende Ernst von Helte- Wartegg in einem seiner Reisebücher folgende Angaben gemacht: .Elf bis zwölf Meter hoch. am Fuß zehn, oben über sieben Meter breit, aus mächtigen Granitquadern auf- geführt, zieht sich die Mauer auf dem Gebirgskamm dahin nach Ost und West, in unabsehbare Fernen, die steilsten Höhen empor, in tiefe Täler hinab, manchmal in den die Bergspiyen verhüllenden Wolken verschwindend, streckenweise durch andere vorliegende Höhen dem Blick entzogen, um dann wieder in ihrer Mächtigkeit für meilenweite Strecken hervorzutreten. Kein Hindernis war groß genug, daß es nicht überwunden wurde. Welche Riesenarbeit, um dieses Bollwerk zu errichten, das sich von den Küsten des Gelben Meeres bis weit in das Innere der Wüste Gobi hinzieht und mit seinen Abzweigungen eine Gesamtlänge von über dreitausend Kilometern erreicht." Turnen, Sport und Spiel. Südwestdeutscher Turnerverband. Die Vereine des Südwestdeutschen Turner- verbandes und zwar Turngemeinde Dietzenbach (Iahn-Starkenburg-Gau). Turnverein Kelsterbach (Main-Rod-Gau) und Turnverein Lollar (Lahn-Dünsberg-Gau). veranstalten am Samstag in Lollar einen Gerätemannschafts- k a m p f. an dem sich je 8 Turner der Vereine beteiligten. Drei mrparteiische Turner aus diesen Turngauen bildeten das Kampfgericht. Geturnt wurden an jedem Gerät 2 Kürübungen, sowie eine Kür-Freiübung. Die Veranstaltung war von Turnern des Lahn-Dünsberg-Gaues sehr gut besucht war es doch der erste Dereinswettkampf. der innerhalb dieser Gaue des Südwestdeutschen Turnerverbandes zum Austrag gelangte. Bad) kurzer Begrüßung durch den Borsiyenden des gastgebenden Vereins, Bürgermeister Schmidt, begann der Wettkampf. Es entwickelte fich nun vor den Augen der Zuschauer ein slottes, schnei- diges Turnen an allen Geräten. Ebenfalls ae- langten recht fchöne Freiübungen zur Vorführung. Die Turner der Turngemeinde Dtetzenback» erzielten an allen Geräten die besten Leistungen, dagegen errangen die Turner des Turnvereins Lollar bei den Freiübungen einige Punkte Vorsprung. Gegen 12' Uhr war das Turnen beendet Kurz darauf konnte die Oiegcrberfünbimg vorgenommen werden Die Turngemeinbe Dietzenbach wurde mit 1284 Punkten erster Sieger. Turnverein Lollar mit 1227 Punkten zweiter, der Turnverein Kelsterbach mit 1160 Punkten dritter Sieger. Die Zuschauer haben die llebeneugung gewonnen, daß sich die Turner des Südwestdeutschen Turnerverbandes vor der Öffentlichkeit zeigen können. Um Süddeulschlands Fuszball Spielsystem. do. Die Bezirksliga-Dereine des Süddeutschen Futzball-Berbandes haben sich zur Frage des Spielsystems dahin entschlossen, dem Verband folgendes Spielsystem vorzuschlagen Hesse-Wartegg führt zum Vergleich an, daß diese Mauer, wenn sie in Europa errichtet worden wäre, von Schottland bis an die Dardanellen oder von der Krim bis an das nördliche Eismeer reichen würde. Und wenn man es heute unternehmen wollte, eine derartige Mauer zu errichten, so würde, nach Kostenberechnungen unserer Baumeister, eine Summe von über zehn Milliarden Goldmark aufgebracht werden müssen. Welche gewaltigen Steinmassen bei der Errichtung dieses Bauwerks verwendet wurden, wird deutlich, wenn man sich vergegenwärtigt, daß die dabei benutzten Steine ausreichen würden, um eine Mauer von drei Meter Höhe und einem Meter Dicke rings um die Erde (längs des Ae- quators, zu bauen. Bei dem Bau der riesigen Cheopspyramide in Aegypten, deren Ausmaße wir mit Staunen betrachten, waren 2,5 Millionen Kubikmeter Steine erforderlich, während bei der Errichtung der chinesischen Mauer nicht weniger als insgesamt 300 Millionen Kubikmeter ®ra- nitfteine notwendig waren, eine Menge, die ausreichen würde, um 120 Eheopspyrarniden (!) hm- -ustellen Wie Herodot mitteilt, haben an der Riesenpyrarnide von Gizeh etwa 100 000 Menschen dreißig Jahre hindurch m harter Fronarbeit gebaut. Die chinesilche Mauer wurde in nur 15 Jahren vollendet, aber kein Buch nennt die Zahl der Hände, die an diesem Bau mittoirften, und jeden der vielen Millionen von Quadersteinen über unwegsames Land über die Gebirge und durch kahles Flachland bis zu 2000 Meter hohen Gipfeln fchleppten. Alle diese Menschen sind vergessen. Rur der Borne des Kaisers Huang-Ti wurde durch den Ozean der beiden Jahrtausende getragen, der Name dieses Mannes, heften monumentales Denkmal bie gewaltige Grenzmauer jenes Reiches ist. Hunderttaufende von Soli aten haben einst an biefer Mauer, die mit 20 000 Wachttürmen versehen ist, Wache gehalten. Jetzt ist es dort still geworden. Nur zuweilen ziehen Karawanen in der Nähe der Mauer entlang und Hirten treiben ihre Herden vorüber. Gelegentlich verirrt sich wohl auch ein Europäer, von Neugierde verlockt, m die Einsamkeit, um ein Bauwerk ehrfürchtig au bestaunen. das aus bewegter Bergangenpeit in untere noch bewegtere Gegenwart ragt: aL8 eine» bet sieben Weltwunder und al« em asanbiofe« Werk menschlicher Leistung. U.R. Las Spielshstem toirb am 5 Jahre festgesetzt. Die Dezirksliga spielt in diesen 5 Jahren in 5 Bezirken mit je 12 Vereinen. Für da« Spieljahr 1927/28 wird die Zahl von 12 Vereinen folgendermaßen sestgestellt: Die in der Tabelle an erster bis achter Stelle stehenden Vereine werden durch die beiden an erster und zweiten Stelle stehenden Kreismeister ergänzt. Die an neunter und zehnter Stelle stehenden Bezirks- ligaveserne haben mit den an dritter und vierter Stelle stehenden Kreismeistcrn QualifikatioNs- spiele auszutragen. Die beiden besten Vereine treten dann in die Bezirksligo ein. 3n den folgenden Jahren steigen stets die beiden letztem Vereine ab, die an erster und zweiter Stelle stehenden Kreismeister rücken aus. Der Süddeutsche F. V. wird dann aufgesor- dert, einen außerordentlichen Derbandstag einzuberufen, der das Spielshstem endgültig regelt, damit berekTS im Mai die Qualifikationsspiele beginnen können Um die westdeutsche Fußballmeisterschaft. tz. Jn der Runde der Meister ist unser Vertreter, Kurhessen Kassel, nach der anstrengenden Partie gegen Dirisburger Spielverein (4.1) am Sonntag spielfrei und kann Atem holen für den 27. Marz. Von den anderen Paarungen interessiert vor allem Schalke gegen Arminia Bielefeld. Die Schalker, die es in einem beispiellosen Zuge fertig brachten, vom aufge- ftiegenen Liganeuling zum Truppen- und dann Bezirksmeister zv avancieren, werden den Bielefeldern ein spannendes Treffen liefern. Man ist allseits gespannt auf den zunächst völlig offenen Ausgang. In der Runde der Zweiten greift Hessen-Hannovers zweiter, der Spielverein Kassel, nach einsonntäglicher Pause wieder in den Kampf ein. 3n Reich begegnet er dem Tabellenzweiten des Rheinbezirts. Odenkirchen 07, einer Mannschaft, die durch ihre wechselnde Form bislang auffiel. Man kann also in diesem Falle, zumal da die Kasseler Sp. V.er ebenfalls bald nach dieser oder jener Richtung angenehm oder unangenehm enttäuschten, keine auch nur ungefähre Ansicht über den voraussichtlichen Ausgang dieses Treffens äußern. II. Bezirksklasse Lahnkreis. tz. In der Fortsetzung der durch die verspätete Zuteilung des F. E Wetzlar iwch rückständigen Verbandsspiele des Lahnkreises steigt zuerst am kommenden Sonntag in Marburg das Rückspiel Germania gegen g. 6.05. Gemessen an den Leistungen des Vorspiels, das der F. C., überlegener als es das 4:1-Resultat besagt, gewann, würden die Germanen, nachdem sie auch neulich in und gegen Riedergirmes wenig zeigten, kaum irgendwelche Chancen gegen Wetzlar haben Diesmal kommt jedoch das Moment des Sieges um jeden Preis hinzu. Die Germanen haben die Meisterschaft zu verlieren, die Wetzlarer aber nichts. Unentschieden oder knapper Sieg für Germania ist diesmal deshalb unser Tipp, erst recht, wenn Wetzlar mit Ersatz antritt, wie das voraussichtlich der Fall sein wird. — Die zweite Begegnung des Sonntags ist von untergeordneter Bedeutung: Gladenbach gegen Franken- berg, unter der Leitung von Lösch, Gießen. Zwei ungefähr gleichstarke Gegner treffen hier aufeinander, was die Gesamtleistung anbetrifft. 3m einzelnen könnte jedoch der bessere Sturm der Gladenbacher, besonders in diesem Falle auf eigenem Platz, den Ausschlag zu einem knappen Sieg geben, wenn auch die Frankcnberger Verteidigung schwer zu schlagen ist. t Fuhball-Lokaltreffen in Giehen. r. ö. Mit Spannung erwartet Gießens Fuh- e ballgemeinde das Zusammentreffen der beiden größten Fußballvereine Gießens im Gesellschaftsspiel am kommenden Sonntag. Die S p i e l v e r - einigung 1900 Giehen empfängt die Liga-, I. Jugend- und 1. Schüler-Mannschaft des V er - eins für Bewegungsspiele Gießen auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe zu den Rückspielen. Bekanntlich trafen die Ligamannschaften beider Vereine nach jahrelanger Pause am letzten zweiten Weibnachtsfeierlag erstmalig wieder auf dem Spielfelde zusammen. 1900, zur Zeit der Kreisliga angehörend, unterlag damals dem Gegner aus der 1. BezirkskAse mit dem knappsten aller Resultate (1:0). Moralisch bedeutete das Spiel für die Blauweißen einen großen Erfolg, konnten sie doch das Tressen in der zweiten Spielhälste glänzend überlegen gestalten, nachdem es vor der Pause vollständig ausgeglichen war. Rur mangelnde Schießkunsl Mallorquinische Rundfahrt. Von Leo Matthias. Man fährt von Marseille aus vierundzwanzig Stunden: von Barcelona zwölf. Am nächsten Morgen liegt man vor Palma, der Hauptstadt Mallorcas. Vielleicht muß man jene Enttäuschung erlebt Haden, die ich als Fünfjähriger hatte, um spa- nische Häsen zu lieben, wie ich. Damals machte ich meine erste Reise nach Hamburg und lebte vier Stunden lang in der Erwartung. den Hasen zu sehen. Aber ich sah nichts anderes als Schiffe, den Hafen konnte ich nirgends entdecken — ich war sehr verwundert, als mein Vater am nächsten Tage von .unserer" Fahrt durch den Hafen sprach. Alle, nur ich nicht, schienen den Hafen gesehen zu haben. Meme Begriffe verwirrten sich, als man mit sagte: auch ich sei im Hasen gewesen. Zwanzig Jahre später begriss ich: alle spanischen Häsen sind schön, weil sie so sind, wie man sich als Kind einen Hasen vorstellt. Man fährt nicht in einen Fluhschlauch hinein oder in eine jener kleinen Buchten, um die sich schützend zwei Molen legen — sondern der Hafen ist da, plötzlich, ein Wunder im Festland: man sieht ihn erst, wenn man die Einfahrt passiert hat. Man fährt in den Hafen von Palma wie in einen Binnensee. Zu beiden Seiten sieht man die Höhen geschlossen und in der Mitte, dort, wo daS hügelige Gelände zurücktritt: Palma, die Stadt Der Hasen von Palma ist schön Ein Teppich von Häusern fällt über die Hügel. AuS der Stadt ragt, wie ein breiter Kristall, die Masse einer Kathedrale. Mit ihren Segeln schneiden die Jach- ten schneeweiß in ein afrikanisches Blau. Trotzdem: man hatte mir zuviel von Mallorca erzählt. Ich toar mißtrauisch geworben Ich ge- stand dem Chauffeur der mir e*“ Atchenuntel spräche war i altere! gemütliches schlich des £ rir MttHohwen schule M Stuviena moderne eie tigt wurde. < des grvstari gerade keine mlereslanten genommen tt btt beut' einen Tor em geborene sprach, öinl führung eini trag in seins durch reiche - 06c: ergangenen Beschlich gefa sation vor llnlerdvrses k losten und bei wirb eine ja ein? einmalb Mahstab für yerlicherungs Gebühr wird 3ersichcrungi = Lob meüideeimch geschwächten Amte zur er das Änr versehen. folger Stör, agertien. 8 Feld, Wochen ist d Kirche gesp Kn Kn Kn Kru Km U ü 3BU Kleider SUHA wöscbr wdsser°o • o. und schonender! c o für 8 bii0 1 TStoijm altt W bv6 55 Uli m 2&u|h ton Ml. Der Nid- er Mnermar?' Tertmififtänb. Ipruch gut g lüQ. 3r. r.«i ein 2rbeil-rbn bicligc Oit«* rt für eine» ir einem 3ayre x. während da» itf 220CK» M nicht richtig,be f bet biSbengen » die Dbo^ tschaslltcher 2-i >l werden in den die edjnfP' konnte >e A nubirtui, *#rn" SK* -Aä Ijimmfunp ^benchi ivV -nde tnltsufeh $ THart tw rid) ein i) den Tkrtoui ‘e Spareie, ehrt! lie b«. chen, da8 auch nn letten Auß 1 ^>nz wurde daS cuslchn- udw. Luh IX debranb II. 1 Ään $u ^hretberiä» ? ^ro;. ..... /rrvorragendc w“u lenen $. Wrz. 2m dbieälttle ine Wagner ebentjahr. gleit und ®ei- lang aul ihrer Jahren wurde , der kurz vn värter bri der er SklnhSuier n bWtf wohl i betanni lein )er Austrieb zu 1 bei Schweinen ch sehr schwach davon Z8 von ptg vorzüglich, nur langsam "rN M 2 s?l$ "• 4a- 4ul'» £ «fS* 4*58 tquüw. W suhr *«9* id in unb vvA und Sollers Serpentinen af ie Mer ** * Torweg bela- ethrd kW gg*„ n HflbÄtK < rfwK S?$S Der Tunfifte QPranb in unserer Ce^ieinbe her yi: gi. nötig auch hier der II a u einer B a f wie irin vr- Buntes Allerlei. Die Wohnungsnot tn Rußland. ADenn man in Deutschland ganz genau die Wohnungsverhältnilse Sowjet-RuhlandS kennen wurde, muhten die deutschen, vsl beklagten und getoib nicht vorbildlichen Zustände dnen unbe- liest. völlig >u erneuern S;c hur be[ann:cn Surckengie^erri Rinder halb in 2ktMnbung geletzt Mrci» Aloscld. L Zlenlungen 17. Mär< I N*r vom Re ch Vorgelege Vertrag rroch ver- [ • cdiebene ÄaiuwcrfTriften und für bi< Stadt äuftern ungünstige Bedingungen. So weist bei- 'vieleweile die pom Reich rorgdegu Ren:ab i- räiibcrettnung ein pon der S:adt zu tragendes D. izit von eiwa 260 2R£ au* Da die e Berechnung jedoch^ äußerst günstig ausgestellt ist. erhöht s ch der Zehlbetrag nach den Berechnungen des Bürgermeister- aul «.wa 650 Mk. i^hrlich Oiad) eingehender Aussprache wurde de chlofsen. den Prä identen de» CanieJinan’am.c# in diel er Angelegenheit nochmals zu hören. — Sodann behandel: der Stadtvor tand die Frage deS 11 n - baue- des höbt. iSleklrizitälS- wertes Aach den Ohiöhibningcn des B^r- gemcihcrÄ ist die grobe Mehrzahl der Gin- wohncr'chast lur D efelmotoranlage Der B rger- mcifter nur aßl jedoch, um die ganze 3nqe- legenheir noch weiter zu klären, die Snllchridung 'n bieler jragc norttit um ein Zahr e chnen. Dagegen ist «ine große Anzabl von Tdohnhäu'cm bvrch die 2?crtra rlolung der Xeooluiionojabre entweder ein» estürzt oder unlewohndar pttoorben Die Zlache der Wodnungen in Petersburg betrog 17 Uli..innen Qua^rakmetcr im Zabre 1917. jetzt ist ste auf 13 Mil!., allo um 1 . varüdaegan. en. Tabci stnd die IDobnung#jcrbältnine >m balb- netlafTencn Peter»vurg-L?ninarad noch bedeutend bester al# m Moskau wo fi sämtliche RetierunaS- eestort» sowie die B ireaa» der unzähligen staatlichen DrustS und HandelSantemedmungen befinden ffin Zimmer, pefchw ige denn eine Tiöobnung in Moskau bald zu finden ist für ein^n Zugereisten Io gut Wie unmöglich Man muß im euren ftoiel mobnen. während das Wohnungsamt heb schwere Rübe gibt, den Wodnung^fu senden irgendwie unkei zu- bnngen. Meistenteils wird da- 1o gemacht, daß cm bewohntes Zimmer durch eine dünne Ward tn zwei leite getrennt wird Man tenn lich leicht vorstellen, wie e# zugeht, wenn in einer kleinen Wohnung bis zu zedn verschiedene Parteien mit gemeinsamer KüchrnbeNutzung hauten. Die Gerichte und mit Streitlachen der .^ollektivmieiee' über- bürbet. Ist ein Zimmer zu klein, um getrennt iu Der den so wird einfach der Zwangvmieter darin einauariicrt. 2S pastien sogar, baj wegen Raummangels Personen verschiedenen Dcfchlechl# in einem Zimmer zwangsweise einquartiert werden. . obwohl eS geleylich verboten ist Daß geschiedene lkhepaare öftere tn einem Zimmer wohnen bleiben müssen, versteht sich beute in den russischen Stadien von selbst. Aber man kann in Moskau du.ch Schiebung manches erreichen. Dort kann man. wenn man besonder» viel Gluck hat. durch eine Abstand- zahlung ein Zimmer bekommen, wöbet der Abstand für ein Zimmer sehr stoch berechnet wird - eiwa 2—3 000 Rubel (4—6 OOO Mark!. Solche Summen können natürlich nur die Neureichen ober die sog. .roten Kaufleute* zahlen. Die Miete dagegen ist sehr niedrig und wird nach der sozialen Stellung deS Mieter# berechnet. So zahlt ein Arbeiter oder Angestellter 3 bis 5 Rubel lür ein Zimmer, während ein Geschäftsmann lür denlc-lben Raum — die Miete wird nach der Raumfläche bestimmt — 100-150 Rubel zu zahlen hat Die niedrigste Miete beträgt zur Zeit nur 34°, der Borkriegs- miete. Sie ist übrigen# ab 1. Januar 1927 um K". erhöht worden. Zn .etzter Zeit stnd in Rußland zahlreiche kooperativ« Bougelellfchaften gegründet worden, die den Zweck verfolgen, die Wohnungsnot durch Neubauten zu bekämpfen- Die Rarhal- anlagc in dieser WirischoflSbranche rentiert sich aber so schlecht, daß viele von diesen Unternehmungen sehr bald ihre Tätigkeit einstellen mußten. So wird die Wohnungekrise in Rußland von Tag zu lag schärfer, und die Aussichten auf eine Besserung stnd insolg« einer allgemeinen wirtschaftlichen Depression sehr gering. /ßJGOS REGATTA EINE ZIGARETTE MILD oocxWORZiG m. Butzbach 17. OSät; Der Bortrag von Dr. Äinbcrmarn. dcn ile Liga zum Schutze der deut chen Jtuiiar hier veranstaltete brachte einen vollen Saal im Höre, zum Deutschen HauS. Aach einem kurzen BegrüßungSwon von S udienrat Werner sprach der Tor.tagen, e über seine Erlebnisse in m'fi'dvn Kerkern. Der Bort rag sand den lebhaften Beifall der stark leiere ü r en Zestörnr i Olt beim b. Butzbach. 17. März. Die Arbeiten an Der neu geha lten Wasserleitung unö Ä a n a l i i a t i_o n haben infolge de» günstigen Setter» recht gute Forychrine gemacht. Der Safier- dehülter ist bereit» fertiggestellt. Zur Zeit wird eifrig an den Hausanschlüsten gearbeitet so baß die Haupt- Itraße weiterhin für jeden Derkehr gesperrt bleiben muß. Bi» Bfingsten soll fpätefien* die x£toper!eitung im gesamten Dorfe in Betrieb genommen lein 4- Steinfurth. 17. März Gestern mittag fand hier eine Zusammenkunft der Junglehrer deS Kreises Ztiedbetg üalt. Lehret Hirsch hielt ein« Lebtprvbe mit dem ersten Schuljahre ab und zeigte wie sich 'chon im ersten Schuljahr auS rinem kleinen Schriftsatz ein Bildchen 6e:au#!riftalli?ieren läßt. 3*am Schluß gab et noch eine Probe auS feinem Rechen unterricht u|w Die anschließende Aussprache war fehr anregend Auch eine ganze Anzahl älterer Lehrer hatte sich eingesunden Sin gemütliches Beisammensein schloß sich als Abschluß deS diesjährigen Ardeitsjahres an Kreis Büdingen. = Aidda. 17. März. Bor einigen Sagen unternahmen die Schüler unterer Gewerbeschule unter Führung ihrer Lehrer einen StudienauSslug nach Franks urt. wo die moderne Siedlungskolonie bei Praunheim besichtigt wurde Der Aachmittag war der Berichtigung des großartigen Stadions gewidmet. Pa gerade keine Veranstaltung stattfand, tonnten die interessanten Anlagen ungestört tn Augenschein genommen werden — Die Liga zum Schutze bet deutschen Kultur veranstaltete hier einen Vortragsabend, in dem Dr. Kraft. Icitung ist Das Waller wurde .unS- st auS Brunnen hetbe.geholt, die aber ba d ker waren. Zu dem am Dorfe vorbei lief enden Bache muhte eine lange Sch.auchleitung gelegt werben was bei Weiter abgelegenen Ortlt.ilcn nicht mögtchwart. Zum Glück betritt te Während des Bran.es vollständige Windstille. Aur so war es möglich, d'e benachbarten Gebäude zu retten die sonst auch den Flammen zum Opfer gefallen wären Hoffenllich tritt der ibrt-vv.stand nun dem Bau einer Waffetleitung einmal näher. Bon der S-n- wohnetschalt würde die Wasserleitung freudig begrübt und die entstehenden finanziellen Lasten gern getragen werden Unsere Gemarkung ist 4ud1h Roeder-Gasherd kostet RM. 96.— Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten Säcke l.alleBermenöimgS- imedc lielrtt luUiqit rbrnfo wafserhichi« " agenplanen tn ieb lÄröiie. wasser- Vichie und wollene Pferdedecken aller Sri Ankauf I öon allen 2oricn ac brauchtet Lacke bet I Dt. Gb. '.W üb 1 ft ein Lackaroirdandlung ,*1) tubtoiaftt 31. LMM empfiebli 2677D Kart Krug, Dlaiklvlatz 29. Gebrauch, gegenstände Zu haben bd Bant Noll, Ludwiirsplatz I 'rogerie und Neustadl - Drogerie: Löwen - Drogerie, Selters weg 79a: 1'rogerie WinterhoU Krenxplatz 10: Kreuz Drogerie, Bahn- hofitr oi: Kronen-Drogerle.WalltorBtr M; Germania-Drogerie, Frankfurter Str. 3k ? Bah Sie sch Lose«Sriippellieiiii-Öaiilotlerie ? Lose überall zu haben, wo unsere Schilder aushängen. 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Forstamt Schiffenberg. ßtrotrbtauSiltflunfl kicßeii 1027. Die nachstehenden Wirtschaftsbetriebe der Gewerbeausstellung Gießen 1927 sollen verpachtet werden: a) Volkshalle, 25998 b) Zelthalle von 1000 qm, c) Cafss von je 120 qm. Es bleibt Vorbehalten, die Betriebe ins> gcjamt oder einzeln zu verpachten. Die Bedingungen find im Stadthaus, Bergstraße, Zimmer 14, zu Erhalten. Schriftliche Angebote sind bis zum 25. März 1927 dort einzureichen. senloch); Derbstangen: 20 Stück Eiche, 9 Stück Esche und 840 Stück Fichte, 57 km: Nußscheiler.rm: Buche 4 (Breite- loh), Eiche 150 (3 Meter lang, Niederholz); Nutzknüppel, rm: (3 Meter lang) Eiche 54, Fichte 3; Nußknüppelreisig: Erledigung aller Bankgeschäfte Holzverkauf. Freitag, den 25. März, vorm. 9$ Uhr, in der Gastwirtschaft „Zum weißen Roß", Queckborn, aus Försterei harbpch: Forstorte: Breiteloh, Grauwinkel, Stoppe, Krummstrauch, Niederholz, Pfaffenloch, Zuhaag und verschiedene: Stämme: 94 Stück. Eiche 2. bis 6. Kl., 33 fm (1 St. Breiteloh, Nr. 447, 11 St. Grauwinkel) (sämtl.), 81 St. (Niederholz) (samt!.), 2 St. (Zuhaag, Nr. 378 u. 383); 5 Stück Buche 2. bis 4. Kl., 5 km (Grauwinkel); 2. Stück Esche 6. Kl., 0,4 fm; 50 Stück Kiefer 2. und 5. Kl., 56 fm (Grauwinkel); 4 Stück Lärche 1. bis 4. Kl., 4 fm; 43 Stück Fichte, 3., 4. u. 5d-KI., 15 fm (Grauwinkel, Pfaf- MlIOWM Gips- u. Zementdielen-Wände Verputzarbeiten WeNMMMW Cafe Ernst Ludwig Samstag, den 19. Bftrs, S Uhr: ■ Ein heiterer Abend ■ Dagobert Kereten, Vortragskünstler u. Komiker Tolte Narenea. Stimmungssängerin tenstammholz in Hegberg wird sämtlich L? '-^e 5. ' Snüvpelreisig: ' Kiefer 6; steigert Nähere Auskunft durch Herrn L^'Z^.?Buche 4."Eiche 510; Stocke: Forster Sche.g m Atzenhain und die unter- 9 8. Fichte 41 rm (in Schichten). Ferner Fstm., 4. Kl. 47 St. =- 21,83 Fstm., Brennholz, rm, Scheiter: Buche 29, * 5. Kl. 15 St. — 5,00 Fstm.; Fichte 3. Kl. Eiche 58, Kiefer 48, Fichte 10; Knüppel: i 3 St. = 3,42 Fstm., 4. Kl. 21 St. = Buche 11, Eiche 14, Esche 4, Birke 2,1 19,54 Fstm., 5a-$tL 58 St. = 36,36 Fstm., Kiefer 18, Ficht« 18; Knüppelreisig: 5b-Kl. 119 St. = 33,98 Fstm. Dcrb» Aspe 4, Kiefer 16; Reisig gern.: Buche 8, stangen: Fichte 1. Kl. 38 St. =- 3,70 Fstm., Eiche 32, Esche 10; Stöcke: Buche 19 (ein 2. Kl. 23 St. = 1,00 Fstm. Nutzscheiter, Teil zur Selbsternte), Eiche 9, Kiefer 26, Rm.: 9,2 Esche (1,25 m und 1,60 m lang), ---- — 2565V 17,5 Kiefer (2,5 und 3 m lang), 30,7 Fichte .................v.., .... Forstort (3 m lang). Rutzknüppel, Rm.: 19,8 Fichte Graüwinke?'sit durchwegs von guter Be-. (3 m lang). Das Nadelstammholz ist ent- schaffenheit. I rindet. Blau unterstrichene Nummern Samstag, den 26. Mär,, oorm. 9 Uhr, kommen nicht zum Ausgebot. Es wird vor bei Gastwirt Herzberger, Harbach, aus herige Besichtigung des Holzes empfohlen, Försterei Harbach: Forstorte Bettenwald weil nachträgliche Beanstandungen wegen und Niederholz: Nur Brennholz, und i Mangels und Güte nicht angenommen Scheiter: Buche 2, Eiche 166, Kie-1 werden. Weitere Auskunft erteilen die fer, 79 Fichte. Die zur Versteigerung kommenden holz- nummern sind rot unterstrichen. Das Fich- BoHnO SlemWlMsleiWW. Donnerstag, den 24. März 1927, vormittags 9t Uhr, in der Krugschen Wirt, schäft zu Atzenhain aus den Forstorten Seilbach 1, Sauplatz, Hegberg 1, Schmidt- busch 2 und 3, Streithainskopf 3, Igels- Hain 2, Timmelberg 3, 8 und 9 der Försterei Atzenhain: 2546V Stämme, Lichen (in Seilbach und Sauplatz): 1 Stück 1. Kl., 1,41 fm, 1 Stiirf 3. Kl., 0,94 fm, 10 Stück 4. Kl., 9 fm, 14 Stück 5. und 6. Kl., 8 fm. Buchen (in Seilbach): 1 Stück 1. Kl., 2,42 fm, 6 Stück 2. und 3. Kl., 11 fm, 11 i Stück. ,kiesern: 3. bis 5. Kl. in Igelsheim 6 fm. ^Fichten (in Schmidtbusch und Hegberg): 16 Stück 3. und 4. Kl., 16,5 fm, 34 Stück 5s-Kl., 23 fm,- 70 Stück 5b-Kl., 27 fm 64 Fichtenderdslangen, 4 fm, 6 rm. Eichennutzscheiter (rund 1,25 Meter lang), 9 rm. Fichtennuhreisig (Schichte). Ferner Brennholz, Scheiter, rm: 280 Buche (meist Seilbach und Sauplatz), 2 Hainbuche (rund), 28 Eiche (26 rund). 10 Kiefer (rund), 25 Fichte (rund). Knüppel, rm: 104 Buche (58 rm Stammknüppel), 8 Hainbuche, 13 Eiche, 2 Kie- fer, 18 Fichte. knüppclreisig, rm: 6 Weymouthskiefer. Reisio, rm: 868 Buche (454 rm Stamm- reisig in Streithainskopf), 6 Eiche, 114 Fichte (Schichten). Stücke, rm: 184 Buche, 12 Eiche, 2 Kie- Frdr.Teipel Markt 16 Zweiggeschäfte: Bahnhofstr. 5, Hillebrandstr.2 2564n und Kommunion Etamineilife0.95 Krgkbnng von khoosficroogs- unö PWrrorbkilev. ’Unter Hinweis auf die staatlichen Ber- dingungsvorschriften sollen für den Neubau des physiologischen Instituts zu Gießen öffentlich vergeben werden: zirka 310 qm Chaussierung, 260 qm Kopfpflaster, 250 qm Kleinpflaster. 50 cbm Erd- aushub. 2578C Die Verdingungsunterlagen liegen wäh- rend der Bureaustunden auf unserem Amte, Stephanstraße 18, zur Einsicht offen, Angebotsvorschriften sind daselbst soweit der Vorrat reicht, zum herstel- lungspreis erhältlich. Angebote sind verschlossen, portofrei und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum Donnerstag, dem 31. INärz d. 3., vormittags 11 Uhr, dem Eröffnungs- termin, bei uns einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 16. März 1927. Hess. Hochbauamt Gießen. i. V.: Kuhlmann. Bankhaus Herz & Co Gießen, Neuen Bfiue 23 Nutzholzversteigerung Donnerstag, den 24. März, von vormittags 9 Uhr ab, werden auf dem Schiffenberg im oberen Wirtschaftssaal aus dem Staatswald der Förstereien Baumgarten, Leihgestern und Großen^ Linden auS den Distrikten Schiffenberg 30c, Beunde 33, Tempel 48, Rabenpfuhl 49a und b, Buchenberg 58c, Wachholderheide 62b, Schinderskopf 21c, Herenbusch 13a, Wüstung 15a und b und verschiedene versteigert : Lchnittstämme: Eiche 3. Kl. 1 Stück = 0,66Fstm.; Kiefer 2. Kl. 4 St. = 3,93Fstm. 3. KI. 69 St. = 41,43 Fstm.; Fichte 2. Kl. 1 St. = 1,27 Fstm., 3. KI. 2 St. = 1,95 Fstm. Sonstiges Stammholz: Eiche 3. KI. 3 St. = 2,69 Fstm., 4. Kl. 3 St. - 1,76 Fstm., 6. Kl. 6 St. = 2,93 Fstm., 6. Kl. 6 St. = 1,81 Fstm.: Esche 3. Kl. 2 St. --- 1,30 Fstm., 4. Kl. 18 St. = 15,95 Fstm., 5. Kl. 21 St. = 13,01 Fstm., 6. Kl. 22 St. — 7,07 Fstm.; Hainbuche 3. Kl. 1 St. = 0,57 Fstm.; Rüster 4. Kl. 1 St. = 0,26 Fstm.; Kiefer 3. Kl. 15 St. = 8,80 MeM Menget H. Trechsler, LleinNr.73. Tel. 1581 Versende franko Nachn. 9.5 Md. voll- fenen, mlttetgetochl vollfasttgen Beyer. Eamentalerklss für 13.50 Rmk. BerMehr- abnabme btlltger. Käferei Ereil Felix, Vuchenbübl, V. Weiler i. Allgäu. 241«. ___________________ Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kriegerhinterbliebenen Gau Freistaat Hessen, Bezirksleitung Oberhessen Geschäftsstelle Gießen: Neustadt 29, Telephon 1183. Am Sonntag, dem 20. Marz 1927, nachmittags 3 Uhr, findet im großen Laale des Gewerkschaftshauses, Gießen, Schanzenstrahe 18, eine öffentl. Kundgebung statt. — Tagesordnung: 1. Beidslog o. Kriegsopfer; 2. Die MM Her griegsopfetöerfotgnng Referenten: Gauleiter Klerx, Köln und Gauleiter Mom b erg er, Darmstadt. Alle Kriegsopfer sowie die übrige Bevölkerung werden zu dieser Versammlung Auto Limousine, 4-Sitzer. ' < Jahr gefahren, fast neu. vretSwerl abauacben. 01926 Westantage I I. Klavier sehr guter Ton, säst nicht gesoielt,schwarz tu verkaufen. Schr. Ang. it. 2555D an den Gieß. An». Uno wie neu, billig zu verkaufen. W Förster, Bahnhofstr. 65 b. Meiner WWW 80 cm. billig au verkaufen. Schrifll Anfragen unter 01981 an den Gies;. Anz. Einige Fuhren Gersten-, ttorn-, weizen- oder haserstroh abzugeben. 2538V Wilhelm Hab« 1L, Annerod. Teleph. Gießen 1167. | Kaufgesuche | Motorrad 2—3 P. S.. gut er&nl« len. gegen Kasse sofort au kaufen gesucht. Schrilll. -Sinnebote uni. 01977 an den Gieß. Anzeiger. Bl» einschließlich Sonntag: Die keusche Susanne Ein lustiger Film nach dei gleichnamigen Operette von Jean Gilbert, in 6 Akten. In den Hauptrollen: Lilian Harvey. Ruth Weyher. Willy Fritsch. Ernst Hofmann. Albert Panlig. wC ,™ So ist Paris Eine heitere und pikante Episode ans der Zeit des Charleston, in 7 Akten. Regle: Ernst Eubltech. _______________-8»«P WMMWWM KtnderlosesEbevaar aus d. Lande «Kreis Büdingen» würde '™ro;;5 Kinder besserer Herkunft in Pflege nehmen, am liebsten Watse. Pensionspreis n. Hebet- einkunsk. Schr. Ang. u. 25840 a. d. GAnz. itmtwm eoand^ hr. »•taf grübE.Acin übcr^ $ori SH ■Tldtlet Q 6 .< .AiÄiung ' Sungätteuet Sie He allen 'heolo mcinungen Doran dem Dodendes^ lassen von dem jrömmtflkil nid h-chW, and-' Clcidi'Mligstit' .qirchengemeinde fi>n Staubens brüdcrüiü-- ß-' i < für Ni Ur. 20 JnhaltS.M zur Srbaum Fvr> Betr.:2ie! runfl Kreis Der Herr s 8. Tfläti M Wassergenossi setzes, die % her Fassung stehender A Kenntnis ge, 1. Name 2. Sitz d 3. Gegen und 8 4. die do: in ort: Ausmc Gießen _ Auf Grui Itnnhig fließ« Mung Dom JlUtrood), bei Annerod anbi ^agesordn ®i«ben T°rf und An bie Zur g.-Friedrich ^8lurT ^schreibun« meifterei All Al öerjenio unö benjeibi D°n diesem Wir bea unnachsjchtij ttr. 91.S. Nr. 65 Drittes Matt Eietzrner Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Freitag, (8. März syzr Kirche und Schule. .tzejsi-che evangelische Vereinigung. hr. Sie Be-irkSgruppe Sieben der Hessischen evangelischen Bereinigung hatte für Mittwochnachmittag zu einer Versammlung in den Matthäussaal in Sieben eingeladen. die von Landgerichlspräsident Rcuenhagen-Dießen mit Worten der Begrüßung eröffnet ward und bei der Pfarrer Georgi-Ermenrod einen Vortrag hielt über daS Thema ,3enf et td der Richtun - gen", ein Won, das als die alte Losung der ehemaligen .Friedberger Äonfeten)'* in neuer Form gelten kann. Ser Redner unterschied die .Partei" als ein organisiertes Äampsmittel von der.Richtung", die Gesinnungsgcmcinschaft über- zeugungStreuer Menschen ist. .Jenseits der Richtungen^ heißt keineswegs ohne Richtung, ohne Ziel, sondern da- bedeutet möglichst große Weit- Herzigkeit in allen Singen, die unsere Äirche an- gehen, Weilherzigkcit, die keine Schwäche in sich birgt und nicht lau ist. sondern die in brüderlicher Gemeinschaft mit jedermann zusammenzuarbeiten bereit ist. SaS ist der Geist der .Vereinigung", den bet Redner an Beispielen aus Geschichte und Gegenwart erläuterte Sie .Vereinigung" steht jenseits aller theologischen und parteipoliti'chen Richtung und Dertotrft jegliches Parteitreiben, die kirchliche Einiakeit und Gcschlossenheit stellt sie allen theologischen und kirchlichen Sonder- meir.ungen voran. Sie steht einzig und allein auf dem Boden deS Evangelittms und will sich tragen lassen von dem Geist 3efu. damit Äirche und Frömmigkeit nicht durch Einseitigkeit und Engherzigkeit. andererseits ober auch nicht durch Gleichgültigkeit und Lauheit entstellt werden. Sie Äirchengemeinde muß die Trägerin des evangelischen Glauben- und Lebens und die Pslanzstätte brüderlicher Gemeinschaft werden. Rach außen hin gesehen, erreichen die ejiremen Richtungen, die Rechte oder die Linke mehr als die „Quitte", die die gemeinsame Arbeit betont und sich bald der. bald jener .Gruppe" zulchlägt in den verschiedenen Fragen. Aber das. so betonte der Redner, darf uns nicht abhalten, um fo treuer unseren Grundsätzen nachzugehen. 3n der Aussprache ergriff zunächst der Leiter der Versammlung, Präsident Reuenhagen, daS Wort, der als Vorsitzender des Geseh- gebfngsauSschusses bei der neuen hessischen Äir- chenversassung. die 1923 verabschiedet ward, Belege der Arbeit der .Friedberger Äonferenz" aus dein Geist heraus, wie der Redner ihn geschildert hatte, gab und insbesondere auf das Wahlrecht zum LandeSkirchentag und die umständliche Listenwahl einging. Rach ihm sprach der erste Vorsitzende der .Hcsf. Evans,. Vereinigung", Professor LampaS - Friedberg und betonte besonders, daß Gegensätze immer dagewesen seien, immer da sein müßten, und daß man nicht mit faulen Äompromifsen sie überbrücken wolle: aber von gemeinsamer Arbeit wird viel, wird alles erwartet. Gerade in der jungen Theologenschast, die durch Kriegs- und Rachkriegszeit besonders gereift ist. regt sich starker Widerwille gegen alles Parteiliche: in ihr sind die Gegensätze zwischen rechts und links schon bedeutend ausgeglichen. Wir dürfen niemals um einer Partei willen, sondern um der kirchlichen Gemeinschaft willen handeln und arbeiten. Und hierzu bedarf eS der Rkitwirkung nicht nur der Pfarrer, sondern vor allem der Gemeindeglieder, einer lebendigen, opferbereiten, christuSdurchdrungenen Gemeinde. Gerade wegen dieser Mitarbeit der Laien hat die ehemalige .Friedberger Konserenz", weil sie keine ausgesprochen theologische Gemeinschaft mehr sein will, ihren Rainen geändert, sie will eine Vereinigung evangelischer Christen der hessischen Landeskirche sein. Rektor Saab-Lollar stellte besonders die Mitarbeit junger Kräfte in Kirchenvorstand und Gemeindevertretung heraus. es dürfe nicht so sein, daß man darin nur graue Kopfe entdecke. Darauf, daß die Kirche in politischen Singen sich nicht einseitig festzulegen habe, ging Dekan Gußmann-Kirchberg ein; wenn ein Arbeiter ganz von links zu uns kommt — und wir haben solche — so ist das nur sehr erfreulich. Mit Worten des Dankes an den Vortragenden, die Redner und die Versammlung schloß Präsident Reuenhagen die recht angeregte und anregende Sitzung Wirtschaft. * Exportbelebung in der Farben- i n d u strie. Gegenüber dem Jahre 1925 macht sich in der deutschen Zarbenindustrie eine Export- belebung bemerkbar. Diese Tatsache ist in An- betracht des scharfen Konkurrenzkampfes besonders mit den Vereinigten Staaten und England, die vor dem Kriege Deutschlands beste Kunden waren und in den letzten Jahren bedeutende Faktoren in bet Farbenproduktion geworden sind, erfreu- sich. wenn auch die deutsche Ausfuhr von Anilin- und Alizarinfarben im 3ahre 1926 noch weniger als tin Drittel der Vorkriegsmenge ausmacht. Die ausländische Industrie tritt heute auch in qualitativer Hinsicht auf den Auslandsmärkten in erfolgreichen Wettbewerb. Die starke Stellung der deutschen Farbenindustrie vor dem Kriege, wo sie etwa 75 Prozent des Weltbedarss an Teer-, Anilin- und Alizarinfarben deckte, irirb wohl niemals mehr erreicht werden können, da die früheren. Einsuhrstaaten ihren Eigenbedarf zum erheblichen Teil heute selbst produzieren. • A. - G. für Zellstoff - und Papierfabrikation in Aschaffenburg. Das Geschäftsjahr 1926 ist günstig verlausen, so daß eine Dividende in Höhe von 8 bis 10 Proz. (i. D. 3 Proz.) erwartet werben bürste. Auch im laufenden Jahre habe sich das Geschäft sehr gut an- gelassen. ' A. Riebecksche Montanwerke 21. G. Die Aufsichtsratssitzung der 21. Riebeckschan Mon- tanwerke 21. G. hat deren geschäftliche Lage als befriedigend bezeichnet. berliner Börse. Berlin. 18. März. Sie Börse setzte uneinheitlich ein, hatte aber im Gegensatz zu den letzten Tagen einen freundlicheren Unterton. Maßgebend war hierfür die günstige Beurteilung des Deutschen Reichsbankaus- veifes, der auf den maßgebenden Konten e ne Entlastung zeigt. Die Baissespekulation sah sich daher zu kleinen Deckungskäufen veranlaßt, die späterhin zu leichten Kursbefestigun- Kursgewinne und Einkommensteuer. Von Steuerihndikus Dr. jur. et rer. pol. ‘Brenner, Berlin. In'olge der erheblichen Kurssteigerungen der Wertpapiere an den Börsen, die im Laufe des vergangenen 3ahreS eingetreten find, gewinnt die Frage der Besteuerung von Kurs- gewinnen für die demnächst fällige Einkommensteuer Erklärung für 192ö besonderes 3ntcr?ffc. Es ist zu unterscheiden, ob die Einnahmen auS dem An- und Verkauf von Wertpapieren für den Steuerpflichtigen gewerbliches Einkommen bilden oder nicht. Deräußerungs- gewinne, die bei Wertpapierverläufen erzielt werden, die innerhalb des Gewerbebetriebes erfolgen, unterliegen auf Grund deS Bilanzergebnifses der Einlommensteuer ohne Rücklicht darauf, ob die besonderen steuerlichen Voraussetzungen für das Vorliegen von Speku- lationsgefchäiten gegeben find. Für Einzelkaufleute wird, selbst wenn sie die Wertpapiere in ihren Büchern geführt fja- bem die Möglichkeit offenstehen, den Steuerbehörden gegenüber den Rachweis zu erbringen. daß trotz der dahingehenden Vermutung des tz 344 des Handelsgesetzbuches ihre Wertpapiergeschäfte nicht zu iß rem Gewerbebetriebe gehören. Sind die Wertpapiere für gewerbliche Zwecke (z. B. zwecks Verpfändung für Geschäftskredite) in das Geschäft übernommen, so daß sie Betriebsvermögen geworden sind, so wird es allerdings erforderlich sein, daß sie zu privaten Zwecken wieder entnommen sind (Urteil dcs Reichssmanzhofs vom 23. 6. 1922; III A 306 22a). Erwerbsgesellschaften können nach der bisherigen Rechlfprechung deS Reichsfinanzhofs (Dd. 15. 200) im Gegensatz zu Einzelkauf- leuten lediglich Betriebsvermögen besitzen. Ob für das neue Emkom.nensteuergeseh von dem obersten Eleuergerichtsyos ein anderer Standpunkt eingenommen werden wird, erscheint als zweifelhaft, zumal nach dem Reichsbewertungs- gefeh (§ 26) sämtliche Erwerbsgefellschasten — aber auch offenen Handelsgesellschaften und Kommanditgesellschaften — gehörige Gegenstände gewerbliches Betriebsvermögen bilden. 3ft nach dem oben Gesagten in diesen Fällen eine Versteuerung realisierter Kursgewinne nicht zu vermeiden, so ist doch zu beachten, daß. sofern die Papiere noch nicht verkauft find, sich ein einkommensteuerpflichtiger Gewinn nicht zu ergeben braucht. Es ist insbesondere die vielfach verbreitere Auffassung unrichtig, daß Wertpapiere in der Abschlußbilanz mit dem Kurswert vom Stichtage angeseht werdeir müßten. Sie Bewertung mit dem Kurswert ist lediglich für die Vermögenssteuer zwingend vorgeschrieben, wahrend der Steuerpflichtige für die Einkommen- bzw. Körperschaftssteuer grundsätzlich das Wahlrecht hat. die Waren mit dem Anschaffungspreis oder dem gemeinen Wert, also hier dem Kurswert. in die Bilanz einzusehen. Gr kann also auch nur mit dem Anschaffungspreis bewerten. Zu beachten ist darüber hinaus, daß bereits in die vorige Abschlußbilanz aufgenommene Wertpapiere nunmehr lediglich mit einem niedrigeren Wert angeseht werden dürfen, ein höherer Kurswert demnach lediglich für im laufenden Geschäftsjahr angcschaffte Wertpapiere in Betracht kommt. Auch in diesen Fällen stehen aber der höheren Bewertung bei Aktiengesellschaften und Gesellschaften m. b. H. die handelsrechtlichen Bewertungsvorschriften entgegen. Die Zulässigkeit der höheren Bewertung ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn im vergangenen Geschäftsjahr ein Verlust erzielt V1.. der mit derartigen noch nicht rcalifierlen Geir innen ausgeglichen werden könnte. Sind die Dcrtpapiergeschä^e nicht innerhalb des Gewerbes getätigt, so tritt Ein- kommenfteuerpflicht nur ein. wenn der Zeitraum zwilchen Anschaffung und Veräußerung der Papiere weniger als bret Monate beträgt, oder auch, wenn es sich um Fixgeschäfte handelt. Leibst wenn aber ein Verkauf vor Ablauf der drei Monate stattgefunden hat. kann der S.euerpslich- tige nachweisen, daß er die Wertpapiere nicht .zum Zwecke gewinnbringender Wiek^rv räuß. - rung“ erworben, ihm also eine Spekulationsabsicht fern gelegen habe. Da nur Verkäufe in Frage kommen, die vor Ablauf der kurzen Srci- Monatsfrist erfolgt find, fo werden allerdings besondere Umßänbc für die schnelle Veräußerung bargelegt werden müssen. Solche lugen z- D. bei der Veräußerung wegen Krankheit, von durch Erbschaft erworbenen Wertpapieren und in ähnlichen Fällen vor. Auch können der Anlage halber erworbene Papiere infolge außerordentlicher Verhältnisse, die das Papier selbst betreffen (z. B. Aktien eines in Konkurs geratenen Unternehmend) vorzeitig verkauft fein. Ein zur Anlegung des Vermögens vorgenommcner Ankauf wird übrigens nach der Rechtsprechung des Reichsfinanzhofs nicht schon bei der Rebenerwägung zu einem Spekulationsgeschäft, es bei Kurssteigerung auch mit Gewinn veräußern zu können; lediglich die Hauptablicht kann für die Ermittlung des Erwerbszwecks bestimmend fein (RFH. Dd. 12. 242). Die 'De Weislast für die fehlende Spekulationsabficht trifft jedoch stets den S.euer- pflichtigen. 3n einem 3ahre erzielte Gewinne unter 1000 Mk. bleiben stets steuerfrei Spekulations- Verluste können bis zur Höhe des im gleichen 3ahre erzielten Gewinns abgezogen werden. Das Finanzamt kann, wenn bei diesen Verlustgeschäften der Zeitraum zwischen Anschaffung und Veräußerung weniger als drei Monate beträgt, die Ausrechnung des Verlustes nicht etwa aus dem Grunde ablehnen, weil ein Spekulationsgeschäft nicht vorgelegen habe. 3n diesem Zusammenhänge ist auch von 3nteteffc, inwieweit die Banken dem Finanzamt gegenüber verpflichtet sind. Auskunft über die Wert Papiergeschäfte ihrer Kunden zu geben, bis zu welchem Grade m. a. W. das .Bankgeheimnis" noch geschützt ist. Aufgehoben ist die frühere Vorschrift der Reichsabgabenordnung, nach der die Banken regelmäßig Kundenverzeichnisse einzureichen hatten. Eilte Verpflichtung hierzu besteht nicht mehr. Die Danken sind jedoch nach wie vor zur Aus- luufterteilung wie jeder Dritte verpflichtet, d. h. sofern »die Verhairdlungen mit dem Steuerpflichtigen nicht zum Ziele führen oder keinen Erfolg versprechen". Soweit es erforderlich ist. die Wahrheit zu ermitteln, oder wenn Gefahr im Verfuge vorliegt. kann ferner verlangt werden, daß die Dank den Inhalt z. D. eines verschlossenen Depots nachweist; das Finanzamt kann dann vorschreiben, daß dem Steuerpflichtigen nur während einer angemessenen kurzen Frist oder unter Hinzuziehung eines vom Finanzamt zu bezeichnenden Deamten Zutritt zum Schließfach gewährt oder das Depot ausgehändigt wird. — Dringt also der Steuerpflichtige eine Bescheinigung der Dank über sein Wertpapierdepot. Guthaben usw. auf Verlangen des Finanzamts nicht bei, so kann sich das Finanzamt unmittelbar an die Bank wenden. Früher konnte es sich darüber hinaus durch Stichproben bei der Bank überzeugen. ob die Angaben des Steuerpflichtigen zutreffend waren. gen führten. Das Geschäft hatte aber noch einen lehr geringen Umfang un2) war nur in 3. G. Farben. Elektro-, Montan- und Bankaktien etwas lebhafter. Stimulierend wirkte der zuversichtliche Marktbericht des Stahlverbandes und für Bankaktien die gute Bilanz des Barmer Bankvereins, dess n Dprozenliger Dividendenvorschlag den Erwartungen entsprach. Am Geldmarkt ist die Lage unverändert. Tagesgeld war zu 3.5 bis 5.5 Prozent angeboten, Monatsgeld dagegen zu 7.5 biS 8.5 Prozent gesucht. Warenwechsel 4,88 Prozent 3m Devisen verkehr lag der Dollar gegen die Reichsmark relativ fest mit 4,2164. 3m Verlause konnte sich aber die Reichsmark mäßig auf 4,2158 befestigen. London-Kabel 4,8548. Mailand gegen London 105,85, Madrid 27,81. Oslo 18.60. Devisenmarkt Berlin -Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Banknoten. 17. März. 18^ März. Amtliche ‘Jicii tunj Amtliche 'JZorierunj cvcld Bner «eld Brief Sinkt - 'hoi: 168.yi >61.-2 168,43 168,85 ifcutn.»flirr' l.riU 1.787 1.780 I.7M Brtz-'fliiiw ÖH,51 58.6.'» 58.50 58,64 Gbritttanio 109,91 110.19 109,88 110.16 .0.95 81,12 Cva >:n . 73,71 73.89 73.51 73,69 Japan . . . 2,073 2,077 2.079 3.086 'Hio de gar Dien in T -.496 0.498 Ja« >.498 Ctft abfltfi J9.23 o9,J7 59.23 59,37 Prag - . - 12.465 13.505 12,461 12,501 Belrrad 7,4u 7,42 •.V) 7.42 Budav-'i . 73,43 73,61 73.42 73.61 Bul-'arten »,G42 3,052 1,042 1,052 tnloboa . 21,555 2l,6Uj .'1,5X> 31,615 Tanj.a • 81.55 81.75 81,55 81,75 .«tonftantu: 2.115 2,125 2,112 .‘,122 flldrn . 5,49 9,5t 5.49 5 51 Tanada 4.190 4,207 4.199 1.209 Nrn uar 4.255 4.245 4,235 1,215 Tatro -U.974 21.036 20.974 1.01« Berlin, 17 März Seid Brie' flmcrikamlche 'Jlom ..... Belgische $oten ....... Dämiche *i?oicn ....... Sngm'Le Noien........ Franzonkch« •.Horen ...... volläodiiche *??otni .... 5t. l-enische Noten...... Norwegische Noten..... Deutsch Lctrrr , 5100 HT» l-hhr- Nur, hnre Anfang « i r'. 17. 3. 18 3. 17. S. 18. 8. 3|8 — 3.0 <20 318 5 X! 1.5 320.5 .8 83.2 23 28.1 99.5 2 99 8 — — 1 16.3 16.4 — — — 232.5 250.8 205.5 206 2U5 207 270 274 268 271.5 181 5 18.1.5 1-4 178 178 25 178 178 25 I7W 180,5 178 180 152 151 5 151.25 151,25 226 235 .27.5 237 8,9 8.75 8.9 8.9.5 — ■ 182.12 183.62 183 — 181.5 181.5 117 b 116,25 117 116 181.5 182,5 IM1.' 181 75 181.75 182 75 182 182.5 219 239 217.5 225 196 — IM.75 195 >95 196 19 ■>,25 195 9t.ü 92 25 91.25 202 25 203.75 20.1,5 202,5 115 145 115,5 115 115 5 — ,2« 115.75 Sl 132 130.25 132 284 280.12 282 216 9 217,7. .'16.25 117.25 lt>6 165,12 165 165 128 — * 14 .5 1'5,62 141.25 145 — II'. 146,75 145.1.3 141,5 141,5 140,12 1MI 159,5 160 • 18.! — 182,12 183 — * 110,25 144.1 145.5 144,75 144.75 70,75 72.75 — 293,1 295.15 292,25 283.5 133.25 134,25 1'4 184,5 21V 220.75 159 158,25 158,25 157.25 178.75 179.25 178 5- 177 195 5 — 192 1X1.5 191 193,75 194 192,5 135 168.5 169,5 1t,* 168.25 249 -50,5 247,4 250.25 127 125.25 126.5 125.5 114,25 114 114 114 :k; — — 56,5 — 55 — — * 34 * 19 •— _ 76,25 —— ■ 181 25 — — 122 —B 122,75 — •iS ** 76 —» — 173.6 171,75 — 456 252,5 451.25 252.5 Schöffengericht Gießen. • Gießen, 16. März. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde gegen einen hiesigen Handwerker wegen Verbrechens gegen § 176 Ziss. 3 StGB, verhandelt. DaS öffentlich verkündete Urteil ergab, daß das Gericht den 2lngenagten für überführt hielt, in drei Fällen mit einem noch nicht 14 3ahre alten Mädchen strafbare Handlungen vorgenommen zu haben. Die Strafe lautete auf zwei 3ahre Zuchthaus. Ein hiesiger Geschäftsmann hatte mit der Eisenbahndirektion Frankfurt wegen eines Unfalls seiner Ehefrau verhandelt und soll dabei gefäschte Quittungen eingesandt haben. Da fein Sohn behauptete, er habe diese ohne Wissen seines Vaters versehentlich abgesandt, sprach das Gericht den Angeklagten mangels Beweises frei. Aus dem gleichen Grunde wurden zwei Frauen auS Ober-Mörlen von der Anllage der Abtreibung freigesprochen. Auch für diese Verhandlung war die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Wettervoraussage. Wechselnd bewölkt, Temperaturen nachts etwas ansteigend, vorwiegend trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 10.4, Minimum minuS 1,4 Grad Eelsius. Heutige Morgentemperatur: minus 2,6 Grad EelsiuS Rundfunk-Programm. Samstag, 19. IHärj: 330 biS 4 Uhr: Sic Stunde oct Jugend. 4.30 biS 5.45 Uhr Konzert des HausorchestecS: Reue Schlagermusik. 5.45 biS 6 05 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr Der Briefkasten. 6.45 bis 7.15 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts-. 7.15 bis 7.45 Uhr: .Fortschritt der Technik und Erfinderschutz". Vortrag Don 3ng. R,ch. Horn 7 45 bis 8 15 Uhr .DaS ^uch als D'ldungsmittet". Vortrag von Direktor H. -afrenz. 8.15 biS 9.15 Uhr: Übertragung von Dassel Max-Reger-Gedächtnisstundc. 9.15 biS 10.15 Uhr: Kammermusik-Äonzert. Anschließend bi# 12.30 Uhr Uebertrogung von Bersin: Saru- musik Schnupfen, Grippe, Katarrhe verhütet und heilt man sicher durch Spülen und Gurgeln mit Chinosol. Verlangen Sie m Apotheken und Drogerien kostenlosen Prospekt mit Anwendungsvorschriften. Chinosol Sei ganz ruhig, sagte die Mutter liebe- von Pflichtgefühl ,Du nicht .Wenn du mein Weib wärest hr Gedächtnis. Seltersweo 31 2593a HO? Al Ein Posten (ca. 50 einzelne) provisionrvertteter Musterstücke von Inedrleren bring« Gewinn 988a Ankermarke Wildleder | Mk. 7.90 Glaceleder\ das Beste vom Besten Mk. 8. Kein Hoben. Eingang Erke BotkSdad Y.LS MC MC wohnt werde Gießen Seltersweg 31 schläft, (fr war sehr müde, voll. Annemarie fuhr wimmernd aus den wissen auf und rief nach dem Vater. r sie wirklich ein |o verworfenes, oer mein Liebling der Papa und liebtest mein Kind nicht, ich würde dich züchtigen und davonjagen wie eine Dime", hatte der Geliebt« ihrer Jugend ihr in der vergangenen Nacht zugerufen. achtenswertes Geschöpf, daß ihr eigenes Kind sie der „Jede Anordnung, die ich gebe, muß gewissenhaft und aufs pünktlichste befolgt werden. Ich müßte sonst jede Berantwortung ablhnen!" sagte ec, den Fieber- Bekannte technische Grotzsirma sucht rührigen ortsansässigen aus den Kissen. Ein tiefes Rot auf den Wangen, machte sie Renkell Platz. Als die Kleine die Augen schloß, flüsterte Nella ihrem Manne zu, er solle sich zu Bett begeben. Das Kind würde sich rasch an sie haben. ..Bitte, nun geh' auch, Ferdinand! £ . dich sofort wecken, wenn es schlimmer werden sollte!" mahnte sie dringend. Ihr die Hand küssend, zögerte er noch, ihr zu Branchekennlntsse nicht erforderlich P,\v schrillen nebst kurzer Schilderung de.- Lebenslaufes unter Nr. 1657 an Herko, M. A. E., Gießen. OUiOU grad notierend. „Du darfst ganz unbesorgt sein. Auch ein so verachtenswertes Geschöpf wie ich besitzt noch einen Rest kam es eisig. Für Mädchen Lack-Spangenschuhe beste Qualität Lack-Schnürschuhe feinste Ausführung Schwarze Spangenschuhe echt Boxkalf, moderne Form ... Handarbeit 0» a ü XStolO; ■Jo W-T- „Dann werde ich mich eben daran gewöhnen!" Reichmann sah für eine Zekunde zu ihr hinüber. Wie bleich sie war, und diesen eigenen Zug um den Mund. Um Jahre gealtert, stellte er fest. Annemarie bewegte sich unruhig hin und her. Reichmann wollte >hr eine etwas bequemere Lage geben. Nella schob >hn beiseite und bog sich über das Kind. " Materie soll kommen!" klang es willfahren. „Tie haben wirklich Ruhe nötig," stimmte Reichmann bei. „Die ganze Nacht in den Kleidern macht schrecklich müde!" Man sah. Renkell entfernte sich ungern. Immer wieder blickte er nach Annemarie und neigte sich herab, nach ihren Atemzügen zu lauschen. Schon an der Tür. wandte er sich mehrmals um und bat dringend, ihn spätestens nach einer Stunde wieder wecken zu lassen. Nella nickte ein vielversvrechendes Ja. Dann war sie mit Reichmann allein. Die sieber- glänzenden Augen des Kindes standen weit offen und ruhten forschend auf ihnen beiden. Nella empfand beinahe Furcht vor diesem wissenden Blick ihres allein. Auch der Mann, den sie einst so heiß geliebt hatte, ging, _als halte er nie einen Teil an ihr gehabt. Ein Fremder! e Und war doch ihr Liebstes gewesen. Der Traum ihrer Jugend! Das Sehnen ihrer Nächte hatte ihm gegolten. Sein Weib zu sein der Gipfel ihrer Ihre erste Ehe war ein Irrtum gewesen Als ältestes von acht lebenden Kindern hatte sie mit neunzehn Jahren ihre Sjäntie Jn die des alternden, schwerreichen Freiers gelegt. Sie hatte nicht anders gekonnt — deuchte ihr damals wenigstens. Die Eltern waren tot. Nach kaum einem Jahr Zwischenraum folgten sie einander in den Gottesacker, junger und Not warteten zu Hause, dem allen entgingen sie und ihre Geschwister durch ihre Eh« Au^ den Iugendgeliebten zu warten, lag in jo weiter jeme und schien so aussichtslos — sie waren beide unbemittelt, zudem hatte sie für den Troß der Ge- schwister zu sorgen. Als ihr Mann dann nach drei Jahren kurzer Ehe starb, nannte sie Annemarie ihr eigen und ein nach Millionen zählendes Vermögen. Reichmanns Werben ließ nicht lange auf sich warten. Ihr Ja wurde ihm ohne Zögern. — Dann kam der Krieg. Reich- mann mußte ins Feld und zählte schon nach dem ersten Halbjahr zu den Vermißten. Ihre Nachforschungen blieben erfolglos, man rechnete ihn mit Sicherheit zu den Toten Es war ihr heute noch ein Rätsel, wie sie sich so ohne weiteres mit Renkell hatte verheiraten können. Sie wollte jemand haben, auf den ste sich in dem Durcheinander der Kriegsjahre stützen konnte, jemand, der ihr die Verwaltung ihres Gutes und ihres Riesenoermögens abnahm. Renkel schien ihr wie geschaffen dazu. So war sie ohne Besinnen sein geworden. Daß er dos Kind aus ihrer ersten Ehe liebte und es sofort als das seine adoptierte, war ihr äußerst bequem erschienen. Nun war sie auch dieser Sorge enthoben. Sie brauchte demnach nur mehr an sich zu denken, und das tat sie redlich. Die Sorge für Toiletten, Vergnügungen, Besuch, Gäste, die Wahl eines Reitpferdes, die Beschaffung eines neuen Kraftwagens waren die alleinigen Dinge, die ihre Tage ausfüllten. Und nun dieser graue Spätsommertag mit seiner lastenden Sorge und diesem fürchter- lichen Alleinsein. schwersten loünben zeihen durste? „Du tanzt Foxtrott und zu Hause bei dir kauert der Tod auf den Dielen." — Der Tod! — Und er hielt ihr Kind umfaßt. Sie schnellte auf, als Annemarie um Wasser bat. Ihre Hände zitierten wie die einer Greisin, als sie das gefüllte Glas zum Bette trug. „Trink, mein Kind!" Sie mußte das Glas wegnehmen, denn Annemarie hätte es bis zur Neige leeren gewollt. „Was wirft du tun. wenn ich tot bin. Mama?" Leichenblaß starrte Nella auf das Kind. „Der Papa fall mich in den Park legen! Ich will immer bei ihm sein!" (Fortsetzung folgt.) Kindes. Ratlos beklommen sah sie zu Reichmann hinüber und atmete auf, als Annemarie die Lider wieder sinken ließ. „Bist du wirklich gewillt, sie allein zu pflegen?" sagte Reichmann im jlüfterton. Für Knaben Schwarze Stiefel & Rindbox, Rand weiß genäht .... Schwarze Stiefel F) Rindbox, breite Form Schwarze Halbschuhe gute Qualität, besonders billig „Nur von Pflichtgefühl?" „— und von Mutterliebe", schwankte es in schwerem Stoße aus ihrem Mund. Er sah sie an. aber sie wandte sich ab und neigte sich über das Kind. Als er ging, übersah sie seine Hand und drückte die ihre in die reichen Falten ihres seidenen Morgenkleides. Er fnig, ob er gegen Abend nochmals kommen solle. „Erst gegen Abend?" entfuhr es ihr. „Wenn du wünschest kann ich auch früher da sein." „Ja, früher^" Dann kam das tonlos lahmende Schweigen, das sie und ihr todkrankes Kind umfing. Durch die hohen Fenster rann das düstere Grau eines Spätjommer- tagce. Eintönig riefelte der Regen von dem Schiefer des Daches, tickte von den Bäumen und Sträuchern und sprühte gegen den weißen Kies der Parkwege. Nella hatte das Gefühl, als müsse sie an etwas ersticken, und sie fand nicht, was dieses war. Grenzen- Io«; elend und verlaßen kam sie sich vor. ,Jch ertrage es nicht, es ist unmöglich!" schrie es in ihr. Sie wollte ihren Mann wecken, aber ein Blick auf die Uhr lehrte sie. daß er erst knapp eine halbe Stunde der Ruhe genoß. Annemarie warf sich unruhig in den Kissen hin und her. Stilliegen sollte sie, hatte Reichmann eingeschärft. Ach, und ihre -lande waren so ungeschickt und ließen sich immer wieder beiseite drücken von den fieberhasten Fingern des Kindes. Sie war so gar nicht geschaffen zur Pflegerin in einer Krankenstube. Bewundert, umschmeichelt, verwöhnt, gehätschelt hatte man sie, die märchenschöne Fra», und nun ließ man sie ganz allein — ganz Märtyrer der Liebe. Roman von I. Schneide'-Förstl. 27 Fortsetzung Nachdruck verboten „Ich werde Ihnen eine Schwester besorgen!" sagte Reichmann, während er den Verband erneuerte. „Nein!" , „ . Renkell schrak auf, als jeine Frau dieies Nein rief. Er trat zu ihr und strich freundlich über ihr flimmerndes Blondhaar, „fierr Doktor Reichmann meint es nur gut, mein Liebes. Die Pflege wurde dich zu sehr anstrengen. Auch wenn ich mich mit dir in die Nachtwachen teile, kannst du das nicht leisten. Gebrauchte Ansttge, noch febr flut erhalt., von Mk 10.— an. Frack-, Smoking-, Gehrock-, Cutaway-Ansttce icUr billig, Hosen iowic Kollnerweiten nutzer st preiswert Ein Vcrsoch lohnt! SeueWiHerM-Ws t WenWlg Sieben. Seitersiveg 58.1 rrevve. ”w*a Die Modefarben für das Frühjahr Wildleder, Kascha, Eidechse In meinen bekannten Seidenflorstrümpfen Nr. 1152 ,,Goldstempel'4 zu Mk. 2.20 Nr. 1175 ,,Garanta“ zu Mk. 2.78 und In meinen beliebten Waschseidenstrümpfen Nr. 2055 in ganz feiner neuer Art wunderschön klar zu Mk. 2.78 Nr. 2080 Bembergseide, Spezialmarke „Asra“, reiner Seide ebenbürtig, zu Mk. 3.78 sind eingetroffen Preiswerte Lederhandschuhe Waschleder in bester Qualität .... 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Sie empfand ein Grauen vor sich selbst- „eine schlechte Mutter sind Sic und eine schlechte Frau", schrie efflt Stimme in DW bedeutet für Sie jeder Einbaus in meinem Herren- | Garderobchaus. Alle diejenigen, welche Werf auf Em I elegante und besonders preiswerte Debleidung W I legen, sollten sich diese selten günstige Kaufgelegen- M heit nicht entgehen lassen. Nur in guter Qualität! Nene moderne Herrenanxttge in all. Farben u. Grützen I H von Mr. 23.— an, Bursobenansttso in allen Farben u. Em Km Grützen von Mk. 22.— an, Koulirtnandenaniäne m Blau Efl I von Mk 24.— an. Manctteatoranittge Mk 35.—, Sport- BB Ri anzüge von Mk 25.— an. Ertthjahramäntel in allen B B Grützen n. Warben enorm billsip Lodenmantel Mk. 15.—, ME I Gummimäntel von Mk 12.— an. Frack- nnd Smoking- g# H a zage äußerst vrctSwer«, Windlaeken in allen Preis- Ä BßB Ionen, blaue Arbeltianxüge u. Mk. 7.— an, Weißbinder- « anittge Mk. 10.—, Manchesterhosen von Mk. 8.50 an. 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Erscheint täglich,sühn Sonntags und Feiertags Beilagen. Bietzener Familienbliller Heimat im Bild Die Scholle Monat».ke;vf,prel»: 2 7?fkt5mark und 20 Beichspsennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechans chlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger «iehe». Postscheckkonto: KrankfuttamMain 11686. Innerpolitische Debatte im Reichstag. Berlin. IS. März. (BSZ.) 3m Reichstag wird die zweite Lesung des Haushalt- des Reichs- Innenministerium- fortgesetzt. Abg. Koch-Weser (Sem.): Sa8 Legitimität-Prinzip haben die Seutschnationalen aufgegeben in dem Augenblick, wo sie sich auf den Boden der Verfassung gestellt haben. Schafft da- Boll sich wieder einmal ein Kaisertum, so ist es nicht legitim. Wenn wir kne Republik stärlen wollen, müssen wir der 3ugend -eigen, daß sie die einzig mögliche und beste StoatSform ist. Wir haben dem Präsidenten mehr Rechte gegeben, al- der englische König hat, aber weniger al- der amerikanische Präsident hat, denn wir wollen keinen Dualismus zwischen Parlament und Staatsoberhaupt, weil Deutschland in seiner schwierigen polittschen Stellung ost schnell handeln must. SaS Zweiparteiensystem ist für uns vielleicht gar nicht erstrebeirswert. Wir brauchen keine Regierung von Recht- oder Link-, sondern einen Ausgleich. Entschieden müssen wir es verurteilen, daß der Minister die Souveränität der Länder anerkennen Dill. Jeder Reichsminister hat die Ausgabe, für die Reichseinheit und Souveränität einzutreten. (Beifall links.» Wir verlängert den Ausbau der Reichseinheit und beantragen zunächst Einführung der Reich-angehörig leit an Stelle der Staatsangehörigkeit. Ser Redner tritt ferner für ein deutsch-österreichisches Zollge - biet und für eine Berwaltungsreform auf unitarischer Grundlage ein. Schul- angelegenbetten leien Staats angelegenheiten und könnten nicht durch Konkordate geregelt werden. 2lbg. Petzold (Wirtsch. Bereinigung) betont die grobe Anteilnahme des Mittelstandes an den Kulturaufgaben. Sie ungünstige Finanzlage doS Reiches mache es aber unmöglich, den Forderungen der verschiedenen Parteien auf Erhöhung der Ausgaben zuzustimmen. 3m Ausschuß seien beim Etat des Ministeriums des 3nnem insgesamt 361'/, Millionen Ausgaben über d i e ursprünglichen Etatssähe hi n a u S gefordert worden. Sic Förderung des Tum- und SportwesenS müsse sich von den Auswüchsen des modernen SportbelriebeS freihalten. Sie T c d) nische Rothilse ist noch nicht gan- entbehrlich, aber ihr Abbau sollte beschleunigt werden. Ser Beamtenminister sollte energisch dagegen einschreiten, das) Reichsbeamte durch schwunghafte Handelsbetriebe dem gewerblichen Mittelstand Konkurrenz machen. Abg. Leicht (Bayr. Dpt.) begrüßt es. daß der Minister sich für die staatliche Eigenpersönlichkeit der Länder ausgesprochen hat. Diese Einstellung sei der Reichsverfassung besser angepaßt al- die der Redner, die in den Ländern nur geographische Begriffe sehen. Reichsinnenminister v. Keudell erklärt, welche Bestimmungen des Republikschuhgesetzes aufrecht erhalten werden sollen, werde zur Zeit im Reichsjustizministerium geprüft (Zuruf linkS: Und Ihre Ansicht?) Damit halte ich bis zuin Abschluß dieser Prüfung zurück. Die Rückkehr des Kaiser- ist nicht akut. Wir werden dazu bei der Verlängerung des Republikschutzgesetzes Stellung nehmen. Ser Entwurf über die Arbeitszeit der Beamte n bezieht sich auf die Hoheitsverwaltungen. Darüber sind noch Verhandlungen mit anderen Ministerien erforderlich. Richtlinien über Befähigung und Einstellung von Beamten werden demnächst das Kabinett beschäftigen. Das provozierende Tragen von Abzeichen durch Beamte im Derkehr mit dem Publikum ist unterlagt. Der Postminister hat überhaupt politische Abzeichen untersagt. (Zurufe links: Und der 3nnenmimfter?) Teilt Ihnen mit. was der Postrnmister veranlaßt hat. Zur Frage der Titel und Orden kann ich mich mit Rück- sicht auf die schwebenden Verhandlungen mit den Ländern nicht äußern, ebensowenig über die Ausführungsgeseye juni Artikel 48. (Unruhe und Gelächter imks.) lieber das Privatschulwesen sind einheitliche Vereinbarungen mit den Ländern getroffen worden. Am 1. April sollen noch einmal Kinder in die untersten Klassen der Privatschulen ausgenommen wer- den können. Berwaltungsresorin und Abbau sind besonders wichtige Pflichten des Innenministers, die möglichst bald zum Abschluß kommen müssen. Das Problem der Staatsangehörigkeit ist völlig befriedigend nur international zu lösen Bei der nächsten internationalen Privatrechtskonserenz ist eine Erörterung in Aussicht genommen. Selbstverständlichkeiten wie die Reichseinheit, habe ich gestern nicht ausführlich behandeln wollen Ich kann aber nu t zugeöen, daß die Länder ihre Eigenstaatlichkeit verlorer^chätten. Abg. Martin (Sn.) wünscht daß nicht Sporlskanonen gezüchtet werden, sondern daß durch vernünftigen Sport dieBolks- aeit gehoben wird. Er verteidigt das u r to e f e ix und weist darauf hin. daß das Boxen viel mehr Schädigungen und Todesfälle zur Folge habe. Einen Sotengebenftag empfiehlt der Redner, 'tf Abg. Frau Dr. Behm (Sn.) bittet den Minister, zu überlegen, ob nicht die Schulzeit ein Jahr später beginnen kann und die Kinder, die aus der Schule entlassen werden, ohne schon arbeitsfähig zu sein, oder Arbeit zu finden, noch ein Jahr in der Schule bleiben . können. Das Defizit im Reichshaushalt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 19. März. Da man es nicht immer so machen kann wie seinerzeit der Rcichsrat, der, um eine Balancierung im Reichshaushallvvoran- kchlag für 1927 zu erreichen, einfach die Beträge der zu erwartenden Einnahmen nicht unwesentlich heraussetzten wollte, macht die Deckung eines Vefi- zits wie desjenigen, was sich nunmehr im neuen offenbarte, schon einigermaßen Schwierigkeiten, wenn man dabei vor allem nicht von dem Grundsatz abwcichen will, möglichst allen notwendigen Forderungen auch nur einigermaßen gerecht zu werden, ohne dabei in eine weitere Verschuldung zu geraten. Um diese Frage geht die feit einigen lagen währende Derhckndlung im Interfraktionellen Ausschuß, wo sich die Rcichsrcgie- rung mit den Finanzsachverständigen der Regierungsparteien zusammengefunden hat. An den Beratungen beteiligten sich von der Regierung der Reichskanzler Dr. Marr, der Jinanjminifler Dr. Köhler, der Landwirtschaftsminister Schiele, der Mirtschaftsminister Dr. Lurtius. der ver- kchrsminister Dr. k o ch. Die Besprechungen zogen sich bis zum Abend hin. ohne daß man schon zu einem abschiießenden Ergebnis gekommen wäre. Man weiß auch in der Oeffentlichkcit noch nicht positiv, In welcher Richtung sich Regierung und Parteien den Ausweg aus dem Defizit denken. Das Bureau des VDZ. will erfahren haben, daß man versuchen werde, diese gespannte Lage durch Ersparnisse und Ab striche von den Erhöhungsanträgen wieder auszugleichcn. Das Bureau glaubt auf das bestimmteste versichern zu können, daß dabei -an Steuererhöhungen nicht gedacht werde, insbesondere nicht an eine Erhöhung der Umsatzsteuer. Meniger hoffnungsvoll für den Steuerzahler klingt jedoch bas, was die „(0er- m a n i a . das Blatt des Reichskanzlers, über den Gang der Verhandlungen mitzuteilen weiß. Sie berichtet, daß der Etatsausgleich u. a. durch L r - Höhung einer Reihe von Einnahme- Positionen gegenüber dem Llatsvoranschlag herbeigeführt werden soll. Vas Reichsfinanzministerilim ?taube durch schärfere Erfassung der Ein- ommensteuer und der körperschafts- st c uer wesentlich erhöhte Erträge aufbringen zu können. Man spreche von Summen bis zu 300 Millionen Mark. Mir würden diesen Weg zu einem Ausgleich zwischen vorhandenen Ltatmitteln und überspannten Wünschen für überaus bedenklich halten. Die plötzlich mit solcher Scharfe zutage getretenen Schwierigkeiten in den Finan zoerhältnissen des Deutschen Reiches bestätigen doch zunächst einmal das eine, daß wir uns bis heute keineswegs von den Folgen des finanziellen Zusammen- vruchs vollkommen erholt haben, daß wir vielmehr noch strengster Einsparungen und A b st r i ch e n an den auch noch so notwendigen Erfordernissen des Wirtschaftslebens bedürfen, um über die zunächst in schwerem kampsc errungene Stabilität der Lage überhaupt zu einer in jeder Beziehung gefunden Finanzlage zu kommen. Wir würden es dabei für wesentlich halten, daß alle agitatorischen Forderungen an den Etat gestrichen werden und daß die wenigen Mittel, die uns zur Verfügung stehen, einzig und allein im t)inblick auf den Ratzen für die Gesamtheit verwandt werden. Wenn es diesmal noch geglückt war, trotz der außerordentlich bedenklichen Lage einen Ausaleich im L)aushalt herzustellen, so durfte dies doch keineswegs dazu verleiten, weitere Anforderungen an den Etat za stellen, vielmehr gilt es jetzt, Mittel und Wege zu finden, um die notwendigen Anforderungen dadurch aus der Welt zu schaffen, indem man ihre Ursachen beseitigt Kriegsgefahr auf dem Balkan. Rom berichtet von serbischen Rüstungen gegen Albanien. Rom, 18. Mörz. (WTB.) „Giornale b'3talia" meldet aus Belgrad, daß nach aus sicherer Quelle stammenden Rachrichten der südslawische G e - n e r a I st a b unter Führung des Königs mit der Durchführung eines umfangreichen planes befchöf- tigt ist, den man als Mobilisierung mit außerordentlich envorbereitun gen be- xeichnrn kann, die den Eharakter großer Eile tragen. Alles weife darauf hin, daß Maßnahmen ergriffen worden feien, um das Heer so schnell wie möglich aus Kriegsfuß zu setzen. Der Berichterstatter der Zeitung erklärt, die Gerüchte über die Dorbereitungen zu einer Mobilisierung an der albanischen Grenze bestätigen zu können. 3m Arsenal von Kragujevatz und in den staatlichen Pulverfabriken werde viel intensiver gearbeitet als früher. Große Einkäufe von Zelten und Ausrüstungsgegenständen würden vorgenommen. Man führe überall Verhandlungen für den Ankauf von Tanks und Flugzeugen. Gleichzeitig würden die meisten Brigade- und Divisionskommandeurstellen neubesetzt und eine militärische Organisation der Komitatschiy durchgesührt. 3n aller Eile würden die Eisenbahnlinien und Landstraßen 3ugoslawiens ergänd und umgebaut. So sei die wirtschaftliche unbedeutende Eisenbahnlinie Belgrad—kragujevatz—kostooo unter Hinzuziehung der Bevölkerung zu den Arbeiten erneuert. 3m Auslpnde dränge 3ugoflaroien auf beschleunigte Lieferung von Kriegsmaterial und Ausrüstuuasgegenständen. Alles laste auf eine unvorhergesehene Mobilisation schließen. Diesen Bericht kommentiert „©tornalc d Italia dahin, daß die Rachrichten über diese jugoslawischen Rüstungen bis ins einzelne kontrolliert seien. Unzweifelhaft sei eine Re- gierung in Jugoslawien am Ruder, die alles andere als einen Frieden auf dem Balkan und eine Freundschaft mit Italien beabsichtigt. Unzweifelhaft sei aber auch, daß Jugoslawien bei dieser Politik der bewaffneten Faust und der verschleierten Provokation von einer anderen europäischen Macht unterstützt werde. Während man in Genf die Abrüstungskonferenz vorbereite, schüre Frankreich auf dem Balkan Mißtrauen gegen Italien und versuche die Kleine Entente in einen Balta n b l o ck zu verwandeln, um die italienische Balkanpolitik zu zerstören. Ser jüngste Ausstand in 6 f u t a r i sei von dem jugoslawischen Generalstab schon zusammen mit französischen Elementen hervorgerufen worden. Durch Frankreichs Vermittlung würden jetzt in belgischen Waffenfabriken Maschinengewehr: für Jugoslawien hergestellt. Italien sei über diese Dorgänge nicht besorgt, weil eS sich stark fühle. Besorgnis in England. Eine italienische Note über die Lage auf dem Balkan. London, 19. März. (Wolff. Funkspruch.) Die englische Regierung hat am Freitag von Italien eine- Rote erhalten, in der die italienische Regierung die Aufmerlsamieit darauf lenkt, daß in Jugoslawien Vorbereitungen für einen neuen Einfall in Albanien zum Sturz der gegenwärtigen albanischen Regierung getroffen würden. Sie Rote soll auch anderen ausländischen Regierungen zugegangen sein. Italien erklärt, daß es kürzlich mit dem albanischen Präsidenten den Vertrag von Tirana abgeschlossen hat und daß es dem Schicksal dieser albanischen Regierung nicht indifferent gegen über stehen könne. Sie italienischen Meldungen über angebliche Mobilisierungsmaßnahmen in Jugoslawien finden in einem Teil der englischen Presse große Beachtung. Ein Berichterstatter der „Times" in Albanien schreibt: „3n Tirana sei beträchtliche und berechtigte Besorgnis verursacht worden durch Berichte, daß neue Vorbereitungen auf jugoslawischem Boden gegen die albanische Regierung getroffen werden. Seit langem sei bekannt gewesen, das; die unzufriedenen Elemente eine Organisation und einen Ausschuß in Jugoslawien haben. Bei einem Einfall von Komitatschi-Danden nach Albanien würde der Vertrag von Tirana in Wirksamkeit treten und italienische Hilfe würde den albanischen Widerstand stärken. Es erübrige sich, die ernsten Möglichkeiten einer solchen Lage hervorzuheben." — „Westminster Gazette" schreibt: „Die gestern abend in London eingetroffenen italienischen Berichte über eine ungewöhnliche jugoslawische Tätigkeit an der albanischen Grenze seien besonders beunruhigend, da sie amtlich in Rom in- spirtert zu sein scheinen." - .Times" betont, das international anerkannte Interesse der italienischen Regierung an der Unabhängigkeit Albaniens und fährt fort: „Das schlimmste Merkmal in der augenblicklichen Lage ist. daß, nachdem ein Versuch Ahmed Zogu zu stürzen gescheitert ist, ein neues albanisches Abenteuer in Jugoslawien vorbereitet wird, unter ilm- ständen, in denen sogar sein teilweiser Erfolg eine italienische Intervention zur Der- teidigung des albanischen Etatusguo unvermeidlich machen wird." Schanghai vor dem Fall. Tic Hantontruppcn vor den Toren Nankings London. 18. März. (211.) Rach Meldungen aus Schanghai schreitet der Zusammenbruch der nordchinesischen Armeen unaufhaltsam fort. Die Kantontruppen stehen dicht vor Rankings Toren. Stündlich ist die Heber- gäbe der Stadt zu erwarten. Damit wären die in Schanghai stehenden Truppen Tschangsunt- schangs von jeder Verbindung nach dem Rorden abgeschnitten, so daß auch die Heb ergäbe von Schanghai akut geworden ist. Der Generalstreik in Schanghai soll solange anhalten, bis die Kantontruppen von der Stadt Besitz ergriffen haben. Sem Terror der radikalen Gewerkschaft.'n sind dretßtg Personen zum Opfer gefallen. In Schanghai überfielen gestern vier bewaffi,ete Chinesen den Inhaber einer bekannten englischen Firma und zwangen ihn unter Mißhandlungen, einen €5q>e(f über 1200 Pfund zu unterzeichnen. Ser lieberfallene wurde heute morgen völlig erschöpft in seiner Wohnung aufgefunden, während der Scheck bereits eingelöst worden war. Der leere Neichsfäckel. Seit acht Tagen nun ist Retch^außenmimster Dr. 5 t r e | e in a n n wieder aus Genf zurück. Er hat • .ir seine Stellungnahme im ’Sblfcrbunbeiat tue Billigung des Reichskabinctts gefunden, das sich aber auch seine Entschiedene Recht-Verwahrung in der Angelegenheit der oberschlefischen 5Klnberhcii;|d'ulen und des Saargedietes zu eigen gemacht I>.-.|. ?;ud) im Auswärtigen Ausschuß ist die Debatte über die b ii e bei Genfer H t :ig> • j l und Stresemann rüstet sich nun um in nächster Wrche im Reichstag-Plenum seinen Kritikern von rechte und litik^ Rede und Antwort zu stehen. Wahr.-.ddessen beherrschen tnnerpolilische Fragen grundsätzlichen Charakters ausschließlich den pario mento rischen Schauplatz. Während im Reichstagsplenum ein Ressortminister nach dem anderen seinen Etat vertritt, wird im Steuerausschuß tim das A und 0 des Reichshaushalt':. um den F i n a n t u » g he i üi. gekämpft. Das Parlament befindet sich in der Periode seiner höchsten Aktivität Denn in vierzehn der Reichshaushalt vom Reichstag ve«- idschiedet sein. Illach dem, mos man hört, scheinen sich unsere Pot's- perlrctcr nach den Anstrengungln dieser Wintermonate eine ausgiebige Ferienzeit gönnen zu wollen. Es soll bereits beschlossene Sache sein, erst einmal bis zum Juni eine Osterpause zu machen, und d-inn nach einer kurzen Iunitagung von drei Wochen sich bis zum November zu vertagen. 'Iber bis dahin gilt es eben, noch einen Berg wichtigster innerpolitischer Probleme durchzuarbeiten. Im Vordergründe steht, wie gesagt, der Finanzausgleich zwischen Reich. Ländern und Gemeinden über die Verteilung der gesamten Steuer-inlim‘te. Da der endgültige Finanzausgleich als SM.ß- stein der großzügigen Steuerreform und Ausgru . . punkt einer umfassenden Verwattungsrefonn noch aus Jahre hinaus verschoben ist. handelt es sich dantm, das bestehende Provisorium zu vertun- gern. In zwei Jahren hofft man bann die Grund- lagen für den endgültigen Finanzausgleich geschaffen zu haben. Bis dahin bleiben also Länder und Gemeinden auch weiter finanzielle Kostgänger des Rei- ches, so unerfreulich dies auch fein mag. im Interesse einer Hebung des Selbstverantwortungsgefühls der Länderparlamente und kommunalen Vertretungen in finanziellen Dingen. Der noch von dem demokratischen Finanzminister Dr. Reinhold stammende 'Voranschlag für das Reichshaushalisjahr 1927 28 steht nur für Ueberweifungen an Länder und Ge- mcinben 2644 Millionen Mark vor, gegenüber 2380 Millionen im Haushaltsplan für 1926 27. Diese Erhöhung ist beflrünbet in bem Mehrertrag, auf den man btc Uebcrroeifungffteuern auf Grund der letzten Monatseinnahmen geschätzt hat. Der neue Reichsfinanzminister Dr. Köhler hat nun in dem bem Steuerausschuß vorliegenden Finanzausgleichs, gesetz eine Erhöhung ber Garantie von 2,4 auf 2.6 Milliarben vorgesehen. Er hat sich darob heftige Angriffe von feiten ber Opposition gefallen lassen müssen, die ihm oorwarf. daß dieses „Ge- Idjenr von 2 Millionen an die Länder und Gemeinden in Widerspruch zu seiner pessimistischen Etatrede stehe, in der er eben erst betont habe, wie angespannt alle Positionen des Etats seien. Die Kritik der Linken verkennt dabei, daß die Erhöhung der Garantie nur eine logische Folge der tatsächlichen Erhöhung der dem Finanzausgleich unterliegenden Steuereinnahmen ist. Durch diese Erhöhung der Garantie wird den Ländern nicht eine Mark mehr „geschenkt", als in dem von Herrn Dr. Reinhold her- rührenden Reichshaushaltsooranschlage vorgesehen ist. Länder und Gemeinden wissen jetzt jedoch genau, womit sie für die nächsten beiden Jahre zu rechnen haben und werden also in der Lage fein, ber so dringend notwendigen Senkung der Realsteuern energisch näher zu treten. Reben diesem Streit um den Finanzausgleich — bei dem noch die Neuverteilung ber Sonderentschä- bigungen aus ber Biersteuer, bie insbesondere Bayern zugute kommen, unb bie Aushebung ber kommunalen Getränkesteuer eine besondere Rolle spielen — ist nun eine neue Frage von weitreichen, der Tragweite aufgetaucht. Das sind bie Etats - Überschreitungen, bie bei fast allen Punk- ten des Voranschlags sich in erschreckendem Umfange gezeigt haben und nun drohen, den ganzen Haus- haltsplan über den Haufen zu werfen. Seit langem ist es in allen Ausschüffenades Reichstages gang und gäbe, auf der einen Seite Steuersenkungen Zu fordern, auf ber anberen jedoch kaum einen Etat- poften, ber zur Beratung gelangt, ohne beträchtliche Erhöhung ber vorgesehenen Summen vorübergehen zu lassen unb darüber hinaus in neuen Bewilligungen für aUe möglichen Dmge zu wetteifern. Dem Geschick des fieren Reichs- fmanzministers überlassen es dann die Volksvertreter in rührender Selbstbescheidenheit, diese beiden Extreme miteinander in Einklang zu bringen. Wer in tiefen Wochen den Etatberatungen im Plenum unb unb in den Ausschüssen gefolgt ist, wird erstaunt fein, worauf sich nicht alles die Fürsorge der Reichsboten erstreckt, für welche möglichen unb unmöglichen Dmge das Reich Geld haben soll, wobei sich die vor gesehenen Positionen oft nach wenigen Minuten um fiunberttautenbe erhöhen unb für neue Wünsche gleich Millionen freigiebig neu eingestellt werden So ergibt sich bann das rührenbe Bild, daß heute schon der Etat um annähernd 700 Millionen überschritten ist, wobei man noch gar nicht absehen kann, was das fiofje Haus in den restlichen vierzehn Tagen der Etatberatungen noch mehr bewilligen wird. Run haben sich Reichskanzler und Reichsfinanzminister mit bem sogenannten Interfraktionellen Ausschuß der Regierungspartcien zusammengesetzt, um biefem Unfug auf irgendeine Weise zu steuern. Ter Reichsfinanzministcr wird einen Ueben'chlag machen, was ihm an Geldern über den Etat hinaus zur Verfügung steht und bie Parteien werden sich fiter ein detailliertes Programm ihrer finanziellen Wünsche einigen müssen, das dann mit den vorhandenen Mitteln durch energische Abstriche in Einklang gebracht werden muß. Woher der Finanzminister allerdings auch nur annähernd die von den Volks- Vertretern gewünschten Summen hernehmen will, ohne eine gewiß von allen Parteien abgelehnte Steuererhöhung ins Auge zu fassen, erscheint vorläufig noch schleierhaft. Denn Dr. Köhler hat doch ichon in seiner Etatrede darauf bingewiesen, daß für die Fortsetzung der Erwerbslosenunterstützung, die bis zum 3n Traft treten der Arbeitslosenversicherung dem Reiche noch zur Last fällt, keine Deckung vorhanden ist. Besondere Wünsche knüpfen sich nun an die Ausgestaltung der Jnvalidenoersiche r u n g , die einen ungefähren Mehraufwand von 100 Millionen beanspruchen würde. Dazu kommt die schon seit langem in Aussicht gestellte Erhöhung der Beamtenbesoldung und die Anpassung der W o h n u n g s g e l d e r für die Beamten an die gesteigerten Mieten. Die Befriedung der Entschädigungsansprüche der Ausland deutschen, die nach der Entscheidung des Haager Schiedsgerichts nicht aus den Doweszahlungen erfolgen soll, wird dem Reich recht beträchtliche Leistungen auferlegen. Die vom Reichsjustizminister bereits angekündigte günstigere Gestaltung der Aufwertungsge- «etzgebung wird neben der Ablösung der Reichsanleihen große Summen verschlingen. Dazu kommt eine von allen (Seiten als notwendig anerkannte Aufbesserung der Bezüge' für die Kriegsbeschädigten. Das sind nur einige herausgegriffene große Posten, die im Boranschlag nicht berücksichtigt sind, die aber für sich allein schon ohne weiteres die vom Reichsfinanzminister angegebene Etatüberschreitung von 700 Millionen ausmachen mögen. Dazu kommen noch alle die kleinen Summen und Sümmchen, um die die Einzeletats von den bewilligungsfreudigen Abgeordneten erhöht find. Man weiß nicht recht, wie der Herr Reichsfinanzminister nun dies Geld schaffen soll. Mit einer Anleihe wird er nach dem Mißerfolg der Rein- holdschen kaum Glück Haden. Den Gedanken, der R e i ch s p o st statt der bisherigen 700 Millionen künftig 200 Millionen abzuzapfen, und es dieser dann gütigst zu überlassen, durch eine Erhöhung der Tarife diese immerhin beträchtliche Summe vom Publikum einzuziehen, halten wir für recht unglücklich. Die deutsche Wirtschaft hat an den ver- tehrshemmenden und produktionsverteuernden Tarifen der Reichsbahn genug zu tragen. Gelingt es der Post durch wirtschaftlichere Gestaltung ihrer Betriebe und durch verkehrsfördernde Tarifpolitik ihre Umsätze zu steigern und die an das Reich abzuflihrenoen Gewinne zu erhöhen, so wird man sich damit einverstanden erklären können. Bedenklich ist aber eine fiskalische Tarifpolitik, die auf das Wesen der Post als Mittel des Verkehrs und dienendes Glied der Wirtschaft keine Rücksicht nimmt. Gerade bei der augenblicklichen Wirtschaftslage, die die Wirtschaft in stetem Kamps um eine Verbilligung der Verkehrstarife sieht, würden wir diesen Ausweg aus dem Finanzdilemna des Reiches für verfehlt ansehen. Richtiger wäre schon rücksichtsloser Abbau an den Aufgaben, die das Reich in früheren Jahren an sich gerissen hat und gleich rücksichtsloses Streichen an den Ausgaben, die über den Etat hinaus bewilligt wurden. Vielleicht empfiehlt es sich auch, einen Gedanken zu erwägen, der unter dem Finanzregime Cail - la uy in Frankreich eine gewisse Rolle gespielt hat. Caillaux verlangte damals, daß die Kammer über Fas Budget hinaus keinerlei Bewilligungen ohne Zustimmung des Finanz- • Ministers machen dürfe. Die französische Kammer hat diesen Eingriff in das ihr verfassungsmäßig .zustehende Bewilligungsrecht nicht zugelassen. Cail- 'laur wurde gestürzt und Pvincarö begann seine । Aktion zur Rettung des Franken, ohne das in diesen gingen sehr empfindliche Parlament " zu einer f oe[bftentäiiBerung seiner Rechte zu zwingen. Der Gedanke, den Caillaux hier aufgeworfen hat, nfirb f im Deutschen Reichstag gewiß kaum mehr Gegenliebe finden, als seinerzeit in der Pariser Kammer. Ader die Parteien werden sich darüber klar wer den müssen, daß bei der Unmöglichkeit neuer Steuern eben mit dem au »gekommen werden muß, was vorhanden ist, so lange nicht eine Revision des Dame splans erzielt worden ist und die öon Jahr zu Jahr wachsenden Reparationsleistungen auf der Wirtschaft ruhen. Kommt das Parlament nicht dazu, in strenger Selbstzucht sich mit der Bewilligung notwendigster Ausgaben zu bescheiden, wird, so unangenehm dies Hingt eine Art Finanzdiltatur schließlich auch in Deutschland einmal unausbleiblich werden. Beunruhigung im Osten. Litauen befürchtet einen polnischen Neberfatl. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 19. März. Die sowjetrusiische Te- legraphen-Agentur verbreitete die Rachricht, daß ein bewaffneter Konflikt zwischen. Polen und Litauen für die allernächste Zeit drohe. Die polnische Regierung wurde SamStag, am Geburtstage Pilfudskis. die litauische Regierung in ultimativer Form zur Anerkennuna deS polnischen Standpunktes in Der Frage der Regelung der polnisch-litauischen Beziehungen aufsordern. und im Ablehnungsfälle ^ie litauische Hauptstadt Kowno militärisch besehen lassen. Ferner wird behauptet, Großbritannien habe versprochen, die polnischen Bestrebungen zu un t er stütz en und einen bewaffneten Einmarsch Polens in Litauen zu billigen. Es wird hinzugefügt, daß polnische Truppen bereits an der polnisch-russischen Demarkationslinie konzentriert seien. In baltischen Kreisen ist man der Auslassung, daß alle diese Berichte von Moskau ■weqegangcn sind, um einen günstigen Abschluß noffiziellcr polnisch-litauischer Besprechungen zu verhindern, die nach Ansicht Moskaus in einer europäischen Hauptstadt im Gange seien. Immerhin hätten die Berichte, die offensichtlich von bolschewistischen Agenten zunächst in Litauen und später in Moskau verbreitet worden seien, eine gewisse Revosität in Litauen hervoraerusen. An Berliner amtlicher Stelle ist von derartigen polnischen Plänen nichts befannt. DaS schließt allerdings nicht aus. daß tatsächlich Polen die Absicht hat. seine militärischen Machtmittel zur Beilegung des zwischen Polen und Litauen bestehe'iden latenten Kriegszustandes in die Wagfchale zu Wersen. An mehreren Berliner unterrichteten Stellen nichtamtlichen Charakters lagen nämlich in den gestrigen Abendstunden verschiedene detaillierte Meldungen vor. die darauf schließen lassen, daß ein polnisches Borgehen gegen Litauen mit Waffengewalt oder wenig0ens unter Aiidrohung Der Anwendung von nv tärischen Machtmitteln nicht unmöglich ift Die Verbesserung der Auswertungsgesetze Der Regierungsenlwurf im Rechtsausschutz des Reichstags. Berlin, 16. März. (BDZ.) Der Rechtsausschuß des Reichstages begann die Beratung der Auswertungsanträge Die Reichsregierung legt einen Gesetzentwurf vor über die Verzinsung aufgctoerteter Hypotheken und ihre Tlmwandlung in Grundschulden. Der Entwurf hält an den Grundzügen der Aufwertungsgesehgebung fest, enthält aber Bestimmungen. die bestehende Härten bei der Verzinsung von Hypotheken mildern, sowie mißbräuchliche Auslegung von Gesetzesbestimmungen verhindern und den Gläubigern die Befugnis erteilen soll, die Umwandlung der Hypotheken in Grundschulden zu beantragen. Abg. Dr. Best begründet einen von ihm eingebrachten Entwurf über die ilmtoanbtung von Hypotheken und anderen Ansprüchen. Rach diesem Entwurf soll bei Ansprüchen, die vor dem 1. Januar 1919 Durch die Veräußerung eines Grundstückes entstanden sind, die Umrechnung durch das Verhältnis bestimmt werden, in Dem nach der Ansicht der Beteiligten der Ersah preis zum Werte des Grundstückes stehen tollte. Bei Industrie-Obligat onen, Pfandbriefen. Rentenbriefen, Kommunalobligationen und anderen Schuldverschreibungen soll an die Stelle des Tages der Entstehung derTag der Aufwertung treten. Der Entwurf verlangt auf dieser Grundlage die Umwertung aller Ansprüche. die auf vor Dem 16. Februar 1924 begründeten Rechtsverhältnissen beruhen und eine Geldsumme zum Gegenstand haben, die durch die Inflation entwertet ist. Reichsjustizminister Hergt erklärt, die Reichsregierung wolle auf dem Gebiete der Kleinrentnerfürsorge 25 Millionen zur Verfügung stellen zur Verstärkung der Bezüge. Der Rückgriff auf das sonstige Vermögen des Kleinrentners solle verhindert und ferner solle nach Möglichkeit bedürftigen Inhabern von aufgewerteten Hypotheken usw. durch Aufcauf ihrer Forderungen sofort Geld verschafft werden. Der Reichsfinanzminister beabsichtige, den Antrag Emminger (betr. Barablösung der Auslosungsrechte von Personen über 65 Jahre, die nicht mehr als 3000 Mark Einkommen haben) durchzuführen und daneben in möglichst weitem Umfang bei Bedürftigkeit Dorzugsrenten zu gewähren. Es müsse jetzt daran sestgehalten werden, daß daö vom Reichstag nach schweren Kämpfen geschaffene Au f w e r t u n g s g e s e h ein Werk von Dauer bleibe. Dieses Gesetz habe wesentlich zur Festigung der Währung beigetragen und es habe den Gläubigern reale Werte gebracht. Der im nächsten Jahr in Kraft tretende höhere Zinsfuß von 5Prozent für Aufwertungshypo- kheken werde die Lage- der Gläubiger weiter verbessern. Rach Mitteilungen der Länder sind etwa 81 Prozent aller Aufwertungssachen, 66 Prozent der Grundbuchsachen erledigt. Die meisten Länder hoffen bis zum Ablauf dieses Jahres fertig zu werden. Erfreulich sei, daß seit Dem 1. Januar 1927 den Pfandbriefgläubigern mit 4',, Prozent verzinsliche Liguidationspfandbriese ausgehändigt würden. Der Regierungsentwurf hält an den Aufwertungsgrundlagen fest. Er bringt nur Bestimmungen, durch die unvorhergesehenen Auswirkungen des Gesetzes abgeholfen und verschiedenen Schiebungen ein Ende gemacht werden soll, die sich bei der Anwendung des Gesetzes gezeigt haben. Abg. Dr. Wunderlich (D. Bp.): Die in der jetzigen Koalition vereinigten Parteien sind dieselben, die im Sommer 1925 die hart umstrittenen Aufwertungsgesetze angenommen haben. Sie haben sich schon damals nicht verhehlt. daß diese Gesetze mancherlei Härten im Gefolge haben würden. Die Regierungsparteien begrüßen es daher, wenn die Reichsregierung durch die Bereitstellung neuer Mittel den Geschädigten eine weitere Hilfe sozialer Art bieten will und daß sie durch ein Sondergeseh auch die Unvollkommenheiten des Hypothekenaufwertungsgesehes nach den Erfahrungen der Praxis ausgleichen will. Die Regierungsparteien waren sich einig, daß an den Grundlagen der Aufwertungsgesetzgebung nicht gerüttelt werden dürfe. Die Regierungsparteien stellen sich deshalb hinter die Re- | gierungsvorlage und bitten, unter Ablehnung aller weitgehenden Anträge sie zur Grundlage I der Verhandlung im Rechtsausschuh zu machen. Daß eine polnische Aktion unmittelbar bevorsteht, ist allerdings kaum anzunehmen. Die Unbeständigkeit in der polnischen Politik, insbesondere die impulsive Ratur P i l s u d s k i s , der sich bereits vielfach nicht gerade von politischen lleberlegungen Ijat leiten lassen, bildet aus alle Fälle ein großes Gesahrenmoment. Der Jndochinaskandal vor der Pariser Kammer. Paris, 19. März. (TU.) Die französische Kammer war am gestrigen Freitag überfüllt, da der Jndochina-Skandal zur Debatte stand. Als erster Interpellant sprach der Abg. Autrey von Der Gruppe Marin, Der zuerst den Koloniatniinister Perrier angriff, weil er den Staatsanwalt Colonna, der ein dickes Aktenbündel über des Gouverneurs Sabatier Gewaltherrschaft in Indo- China besäße, nicht empfinge. Sabatiers Schandtaten seien unzählige. Bei einem Straßenbau von 500 Kilometer Länge habe er die Eingeborenen wie Sklaven behandeln lassen. In den Schulen seien . zahlreiche Kinder mit dem schweren S cü a n d h o l z a in H a l s e aufgesimden worden. Savatiers Beamte hatten die eingeborenen Frauen vergewaltigen und viele eingeborene Familien zwingen können, ihre Wertgegenstände zu einem Spottpreis herauszugeben. Zahlreiche Hinrichtungen im grausamen Ausmaß müßten auf Sabatiers Konto gesetzt werden. 8000 Hektar Land seien auf 99 Jahre zu einem Spottpreis an einen Freund des Generalgouverneurs V a r e n n e verkauft worden, dessen TerraingeseUschaft das Land mit außerordentlichem Nutzen weiterverkauft hätte. Daraus verteidigte Kolonialminister Perrier Varenne und Sabotier. Der letztere habe in 14jährlger Tätigkeit Indo-China endlich der französischen Zivilisation erschlossen und Dem unruhigen Lande Ordnung und Ruhe geschenkt. Daher Hobe Sabotier die Ehrenlegion verdient. Die Anschuldigungen gegen Sabotier seien unbegründet. Der Bischof von Lüttich gegen den Heimatbund. Berlin, 18. März. (Priv. Tel.) Der Bischos von Lüttich hat Den yeimatbunb in Eupen-Malmedy in einem Brief an den gesamten Klerus der Kreise Eupen und MalmedH als antinational verurteilt. Das Vorgehen erinnert an die seinerzeitige Kundgebung des Bischofs von Straßburg Msgr. Ruch gegen die elsässische Autonomistenbewegung. Das zeitliche Zusammenfallen mit Der Brüsseler Kammerdebatte über Eupen-Malmedy ist sicherlich nicht ganz zufällig. Das Berliner Zentrumsorgan, die „Germania", bedauert vom katholischen Standpunkt aus das Verhalten des Bischofs von Lüttich, da es für viele Katholiken überflüssigerweise einen schweren Gewissenskonflikt heraufbeschwöre und unter Umständen der Kirche mehr schade, als es dem belgischen Staate zu nützen geeignet sei. Kleine politische Nachrichten. Dn Thüringen müssen die Derhandlun- gen zur Bildung einer großen Koalition vom Landbund bis zur S. P. D. als gescheitert betrachtet werden. Der Präsident des Landtages hat den Aeltestenrat auf Dienstag einberufen, um zur Rechtslage Stellung zu nehmen Zu der Beisetzung des Sohnes des Reichs- toe&rminifterä Geßler sind Reichsarbeitsminister B r>a u n s und Staatssekretär P ü n d e r als Vertreter des Reichskanzlers nach Lindenberg im QHlgäu gefahren. • Das Landgericht München verwarf die Berufung von a ch t Kommunisten, Die als Teilnehmer einer Partei konker-enz z u je drei M o - naren Gefängnis verurteilt worden waren. In Der Begründung heißt es daß die TeHacde Der Eigenschaft e.nes Funktionärs I D c r Kommuni ß ischen Partei Deutschlands genügend Grund zu einer Verurteilung ist, auch wenn sonst keine strafbare Handlung vorliegt. Commendatore Alfonso S? i m o n g e I [ i ist zum Bürgermeister von Bozen ernannt. Limon- gelli war längere Zeit Präfekt in verschiedenen italienischen Provinzen » In Riga wurde unter großer Teilnahme der Bevölkerung die Le ich,e des lettländi- schen Staatspräsidenten beigesetzt. An der Beisetzung nahmen auch der litauische Staatspräsident, der Ministerpräsident und der Parlamentspräsident Litauens, der litauische Oberbefehlshaber und andere Persönlichkeiten teil. » In der Wathäikirche in Berlin fand eine Trauerfeier für den lettischen Staatspräsidenten statt, an der der lettische Gesandte, der lettische Generalkonsul und zahlreiche Mitglieder der lettischen Kolonie in Berlin teil* nahmen. Von deutscher Seite waren als Vertreter des Reichspräsidenten Staatssekretär Dr. Meißner, ferner Reichskanzler Dr. Marx. Reichsaußenminister Dr. Stresemann und andere Herren des Auswärtigen Amtes erschienen. Aus aller Wett. Hermann Abraham. Ein hochverdienter Bürger Berlins, Hermann Abraham, vollendete in Diesen Tagen sein 80. Lebensjahr. Schon vor 35 Jahren erkannte er zuerst Die Notwendigkeit Der „Schulkinder- f p e i | u n g", Die heute in Der ganzen Welt als kommunale Pflicht durchgesühri wird unD legte, Durch Begründung Des „Vereins für Kinder- Volksküchen und Volkskinder horte" Den GrunDftein für Die Ertüchtigung der Berliner Volksjuaend, für ihre Belehrung, für ihre Liebe zur Natur, Durch Arbeit in Gärten und an Beeten, Die in Den Sommermonaten von Den KinDern bepflanzt und gepflegt wurden. Zur Zeit der HimgertNockade bewahrte er, Durch Errichttrng Der „Mittelstands- u nb Beamtenküchen" feine Mitbürger vor Der schwersten Ernährungsnot. Nach Dein Weltkriege schuf er Die KinDererholungsheime ont Meer und im Gebirge. Viele, viele Kinder finden in diesen Heimen Kraft und Gesundheit wieder. Unter den zahlreichen Ehrungen, Die Dem Jubilar an seinem Geburtstage zuteil wurden, sei besonders ein Almanach hervor- gehoben. Der ihm überreicht wurde und in welchem Die Geistesführer unseres Volkes mit innigen Gedenkworten vertreten sind. Durch einen besonders herzlichen Glückwunsch ehrte unD erfreute Der Herr Reichspräsident von hinDenburg und Reichskanzler Marx Den Achtzigjährigen. Möge Diefem Pionier Der fiinDerfürforge, Diesem Ehrwur- Digen schasfensfrohes Leben beschieden sein! westeuropäischer Unioersitätskongreß in Brüssel. In Brüssel wurde der westeuropäische Universitätskongreh eröffnet, aus dem Deutsch, land, Frankreich, England, Italien, Die Schweiz, Holland, Belgien. Luremburg und baS Völker- bunb5fefretariat durch Delegierte und Amerika durch fünf Beobachter vertreten sind. Der Kongreß bezweckt bie Förderung der europäischen Eintracht und wird sich mit dem Verhältnis Amerikas zum Völkerbünde und zu Europa, ferner mit dem Problem der interalliierten Schulden. der Trusts und der Kartelle, der Locarno- Politik und der Paneuropabewegungen befassen. In der Eröffnungssitzung hielt der ehemalige belgisch« Minister Janssen ein Referat über die 'Bedeutung des Dölkerbundes. Auch Der deutsche Delegierte Friedlaender ergriff das Wort. Deutsche Studenten in London. Aus dem Jahresbericht der Universität London ergibt sich, daß im vergangenen Jahre mehr als 400 nichtenglische Studenten an der Londoner Unioerfität eingeschrieben waren. Deutschland stehl dabei mit 192 Studenten in der vOrder st e n R e i h e gefolgt von Den Verein. Staaten mit 47, während Großbritannien selbst 2443 und aus den Dominions 236 Studenten eingeschrieben waren Museumsdiebstähle in München. In einem Münchener Museum wurden feit einiger Zeit fortgesetzt Bücher und Bilder von großem historischen und künstlerischen Werte gestohlen. Der Polizei ist es nunmehr gelungen den Dieb, einen aufsichtsführenben Beamten und Bibliothekar des Museums, festzunehmen. Ein großer Teil des entwendeten GuteS konnte wieder herbeigeschafft werden. Veruntreuungen. Veim Heeresverpflegungsamt in Pasewalk hat man große Futtermittelschiebungen aufgebedt 3m Zusammenhang Damit ist ber Inspektor bei Heeresverpflegungsamtes seit einigen Togen spurlos verschwunden. — Ferner sind beim Postamt II in Stettin Unterschlagungen entdeckt tnorben. Es wurde bisher ein Feblbetrag non 10 000 Mark festgestellt. wegen Betrugs verhaftet. Wegen betrügerischer Geschäfte wurden tn Berlin 19 Personen von der Kriminalpolizei festgenommen. Unter den Derhafteten befinden sich Männer, die angesehene Stellungen bellet- den, so der Inhaber eines Bankgeschäftes im Westen der Stadt imb mehrere Peinlichkeiten aus der Handelswelt. Außerdem werden noch zwei an den Schwindelgeschäften Beteiligte gesucht. Die Betrüger hatten zu .kurzfristi-en. risiko- losen" Warenkauf- rrnd BerkaufSgeschäsien Geldgeber gesucht, und etwa 200 Angehörige des Mittelstandes um die betreffenden Beträge geprellt. Kamps mit Schmugglern. An der deutsch-polnischen Grenze im Zollbezirk Rhbnik kam es dieser Tage zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen Zollbeamten und Schmugglern. Die Zollbeamten machten von der Schußwaffe Gebrauch, worauf die Schmuggler das Feuer erwiderten. Ein Schmuggler wurde schwer verletzt, zwei konnten f e st g e - nommen werden, während bie übrigen Mitglieder der Bande unerkannt enttarnen. was aus den Berliner Schlößern wird. Am 1. April werden eine große Reihe von Gebäuden und Liegenschaften, die bisher ber Krongutverwaltung unterstanden, auf bie Staatsverwaltung übergehen. Dazu schoren in Berlin bie Schlösser Eharlottenburg. Bellevue. Monbijou unb R k e b e r s ch ö nh a u- s e n. Heber bas zukünftige Schicksal dies« Schlösser waren allerlei Gerüchte im Gange, bie ben Tatsachen jeboch nicht entsprechen. Rach unseren Erkunbigungen soll bas Schloß Char- lottenburg in alter Schönheit erhaltens bleiben. Cs soll sogar versucht werben, den atten Theaterbau in ein klassisches Kammerthealer zu verwandeln. Schloß und Part Bellevue sollen verschiedenen Iugendverbänden zur Verfügung gestellt werden, die hier Kunstgewerbe- und andere Ausstellungen und im Park Volkstänze veranstalten wollen. Der Park Bellevue soll in seiner jetzigen Form erhalten bleiben. Was das Schloß Monbijou angeht, so beabsichtigt das Kultusministerium im Park des Schlosses eine Augenklinik zu errichten. Das Landschlößchen ber Gattin Friedrichs des Großen. Riederschönhausen, soll für DolksbildungS - und Kun st zwecke verwendet werden. perfonaloetänberungen in Der Reichswehr. Mit dem 1. April 1927 werden ernannt: Generalmajor Fritsch, Kommandeur des 7. preußischen Infanterieregiments, zum Insanterieführer VI. Oberst v. Blomberg, Abteilungsleiter im Reichswehrministerium, zum Chef DeS Truppenamts im Reichswehrministerium. Mit dem 1. Avril 1927 wird versetzt: Generalleutnant Weyell, Chef des Truppenamts im Reichswehrministerium, in Den Stab des Gruppentommandos. Der bisherige Infanterieführer VI, Generalleutnant Frsi- herr v. Forstner, scheidet mit dem 31. März 1927 aus dem Heeresdienst auS. Siouxindianer im Berliner Rathaus. Freitag mittag besuchten Die SiouxinDiancr De» Zirkus S a r a f a n i in Gemeinschaft mit allen Dort auftretenDen Volksstämmen im Schmuck ihrer Heimat mit KinD unD Kegel unter Musikbegleitung Da» Rathaus Der StaDt Berlin. Sie wurDen van einem StaDtrat empfangen unD Die seltenen Gaste machten Darauf einen RunDgang Durch Die Räume Des Rathauses. Nach Der Besichtigung er- hielten Die Häuptlinge ein AnDenken in Gestatt von Tabaksbeuteln, Zigarettentaschen mit Inhalt usw. Die Sioux, annähernD 200 an Der Zahl verließen mit Worten unD GebärDen Des Dankes Das Rathaus, Das einen Derartigen Besuch noch niemals empfangen hatte. Deutschland und der Suezkanalverkehe. Die Iahresstatistik der Suezkanalgesellschaft über 1926 weist eine schwache Abnahme des Verkehrs gegenüber 1925 au«. Während 1925 5337 Durchfahrten in beiden Richtungen gezähtt wurden, waren es 1926 nur 4980 Durchfahrten. Dabei ist die Durchgangstonnag« um rund 700 000 Retto-Register-TonS zurückgegangen. Der unter deutscher Flagge den Kanal passierende Schiffsraum ist aber trotz deS allgemeinen Rückgangs erheblich gngewachsen. Der deutsche Anteil hat sich von 6,7 auf 8,5 Prozent des Gesamtverkehrs erhöht. In den nächsten beiden Jahren kann man wohl bei der Fortdauer normaler Verkehrsverhältnisse mit einer wetteren Steigerung des deutschen Anteils rechnen. Die den Suezkanal benutzenden deutschen Reedereien haben -. Z. eine große Anzahl für den Oftasien-, Indien- bzw. Australienverkehr bestimmte Schiffe in Bau, die teils in diesem, teils im nächsten Jahr ihre Fahrten aufnehmen unb ben deutschen Derkeyrsanteil vergrößern werden. Fünf Linder unter einem umflflrjenben Pfeiler begraben. In Dankersen bei Minden stürzte ein lorpfeiter um, an dem Kinder eine Schaukel befestigt hatten, und begrub fünf Kinder unter sich, die schwere Verletzungen erlitten. Typhusepidemie In Kanada Durch verunreinigte Milch wurde in Montreal eine Typhusepidemic hervorgerufen. Seit dem 4. März erkrankten 512 Personen und während Der letzten 24 Stunden 88. Die Epidemie tritt jedoch nicht bösartig auf. Bisher sind nur 15 Todesfälle zu verzeichnen. Wettervoraussage. Wolkin. mMb, vorroiegenb trocken, höchstens strichweise leichte Regensälle. Gesttige Tagestempelaiuren Maximum: 10,7 Grab Celsius. Minimum: 5,1 Grab Celsius. Niederschläge: 0,2 Millimeter. Heutige Morgentrmperatur: 2,7 Grad Celsius. Aus der Prooinzialhaupistadt. Sieben, den 19. Mär- 1927 Berke*,rsverein Gietzen. *Km Donnerstagabend sand di« üb!:dw Jahreshauptversammlung des Gießener L er- tehrsoereins unter der Leitung des ersten Vorsitzenden stadto. S ch w t e d e r im Hotel Schütz statt. Der Besuch dec Versammlung war recht gut. immerhin ist zu sagen, daß er noch besser hatte lein können, namentlich aus den Kreisen der Geschäfts- weit, die ja doch in erster Lin,.' an dem Schossen de» Vcrkehrsoereins interessiert ist. Zunächst wurden die Rechenschaft-- berichte erstattet. Der Vorfitzenbk Stadto. sch wieder berichtete über die Arbeit tm oer- stoffenen Geschojtsiahr und konnte habet den Nach- weis führen, daz der Vorstand eifrig am Werk gewesen ist und auch sehr beachtenswerte (Erfolge aus Den verschiedensten Gebieten errungen hat. 5m Be- ichtsjahre sanden insgesamt 30 Sitzungen der Vor- landen und Ausschusses und zwei Geiieraloeriamm. -:mgen statt. Die Rechnungsablage des Rech ners. Kausmann T. Loeb, rotes einen Jahres- IM schlag von 7997 Mark aus. Der Kasssnbestond beziffert sich auf 93h Mark, das Vermögen besteht tus 1000 Mark Anteile an der Volkshalle. Dem Verein gehören heute rund 350 Mitglieder an, ein- schließlich verschiedener ösfentlich rechtlichcr Körperschaften. Der Stodtverwolt'ung wurde herzlich gedankt für die tatkräftige Förderung, die sie dem Verein auch im abgelaufenen Jahr« jederzeit hat angedeihen lassen. Die Neuwahl des Gesamtoorstandes sAusschuß) für das neue Vereinsjahr hatte folgendes Ergebnis; Stadto. Schwieder, Verwaltungs- fefretär Maus, Kaufmann Loeb, ®?igeorbhcter Dr. Hamm, Redakteur Blumschein, Stadto. Schwab, Eisenbahnamtmann Dörr, Dr. Roßberg, Kaufmann Frensdorf, Handelskammer- syndikus Dr. Zeidler und Kaufmann Röhr sen. als Vertreter der Industrie- und Handelskammer Gießen (Stellocrtr. Bankdirektor Grießbauer), Bäckermeister H o e l t e r s für die Bäckerinnung. Kaufmann F a l k e n ft e i n für den Kleinhandel und Metzgermeister L. Vogt für die Metzgerinnung Anschließend hielt Dr. Roßberg einen fesieln- den Vortrag über das Thema „W esen und Entwicklung der Städte nach geographischen Gesichtspunkten", wobei er die interessante Materie in seiner Auswertung unter wissensrti>af stich-geschichtlichen, städtebaulichen, oer- kehrspolitischen und praktisch wegweisenden Gesichtspunkten behandelte, um am Schluß noch einige sehr beachtenswert« Ratschläge hinsichtlich der zukünstigen Neu- und Umgestaltung im Lahnoierlel und in bezug auf Vorkehrswerbungsfragen zu geben. Der lehrreiche Dort rag fand verdientermaßen reichen Beifall. Beigeordneter Dr. Hamm äußerte sich zu einigen von dem Hauptredner berührten kommunalpolitischen Fragen und gab bei dieser Gelegenheit seinem Bedauern darüber Ausdruck, daß das städtische Bauamt so außerordentlich knapp mit Personal besetzt ist. wodurch gar manches wichtige Projekt für die Dor wärtsentwicklung der Stadt nicht oorankomme. Z. D. sei der Generalbebauungsplan noch ,in demselben (sehr dürftigen! D. Red.) Stadium wie im Vorjahr. Die vielfach gewünschte Verlegung der aberhessischen Bahn aus der Stadt wolle die Reichsbahn vornehmen, allerdings nur auf Lasten der Stabt; Kostenpunkt heute rund 8 Millionen Mark! Der Entwurf der neuen Dereinssatzung wurde ohne Aussprach« in her von Amtsgerichtsrat Gros in dankenswerter Meise ausgearbeiteten und nom Vorstand nur in einigen wenigen Punkten -was abgeänberten Fassung glatt genehmigt. Größere Heran ft alt ungen im Jahre 19 27. bei benen der Verein kräftig mlthilit, sinb bis jetzt ber Westbeutsche Kaoalleriskentag, bic ober- hessische Gewerbeausstellung Gießen 1927 und der Blumenschmuck Wettbewerb Unter „Verschiedenes" wurde noch eine lange Reih« kommunaler Tagesfragen erörtert. An ber Aussprache beteiligten sich zahlreiche Redner, von denen Stadto. Horn und Kaufmann Frensdorf ihrs Kollegen in ber Geschäftswelt ermahnten, sich allesamt dem Verkehrsverein anzuschließen und an feiner Arbeit kräftig mitznwirken. Beigeorbne'er Dr. Hamm qab eine Anzahl Aufklärungen auf mancherlei Anträgen und teilte u. o. weiter mit daß im neuen st ä d t i s ch e n Voranschlag auch ein Kredit für Reklamezwecke angeforbert werbe. Besprochen wurden u. a. Autoomnibusfragen Angelegenheiten des Rordostviertels, Ausgestaltung des Philosophenwalbweges, Diehmarktfrage, Viest- hoiprojekt Straßendauiachen Lahnkanalisierung, Beleuchtung des Bahnhofsplatzes und her Straßen der Stadt ufro. Die rege und imereffante Aussprache zog sich bis nach Mitternacht hin. Mir Worten des Danke« an die Redner und die bis zuletzt zahlreich ausharrende Versammlung schloß bann der Vorsitzende die Sitzung. Die hünftiqe Badesaison in Gietzen. Es fröstelt zwar noch, aber ber Frühling nabt Nicht nur nach den Vorschriften des .Kalenders, der immer noch ein nicht ganz zuverlässiger Prophet ist. nein, die Pflanzen und Bäume, vor allem die Schneeglöckchen, die Veilchen und di« leider immer noch schutzlosen Weidenkätzchen tünben daS .Kommen bcS- Fr.ih» ltngs. und was das Auge nicht sieht vom Athen de- Frühling-, das bringen und künden die Vögel in Wald und Garten. Auch die Lchausenster unterer Modewar^nhäuler mit ihren farbentreu» di gen Toiletten, die Putzgeschäfte mit ihren möglichen und unmöglichen, die Damenwett entzückenden Hutformen sind Vorländer des F-rühling». ebenso die großen und kleinen allerliebsten fußen Osterhasen in den Zuckerwarenauslagen Wenn trotz Kalender, Frühlingsgedichten B umenklor und Vogelsang sich von Seit zu -Seit ein gr.eS- grämiger Aegentchauer einstellt, so bleibt doch wahr, was der Dichter tagt: „Es muß doch Frühling werden." Die alte liebe Sonne wird auch weiter Licht und Wärme spenden den Menschen, der Erde und dem Wasser Auf warmes Wasser und warme Lust warten aber alle die Menschenkinder, die sich aus der mehr oder weniger lästigen Umhüllung ihres Körvers herau-sehcn. die die natürliche Wörme wohltuend auf sich einwirken lassen wollen In den Lust - und Wasserbädern wird eifrig an der Instandsetzung gearbeitet; bie Badeanstalten zwischen dem Elekttstzitätswerk und der Lahnbrücke. die in den letzten Jahren bedeutend vergrößert und praktisch eingerichtet wurden werden im kommenden Sommer weitere Artnehmlich» f eiten bieten. Den Erweiterungsbauten im Männerbad. die Männern. Frauen und Kindern fröhliche- Treiben ermöglichten, reihen (ich in diesem Jahre ftmfongreid.e A- logen in derM-iller- schen Badeanstalt an. A^tziz zur Sich rung ge^en leider ab und zu vorgelommene Diebstähle verschließbare Einzelumkleidezellen und drei Halten sind neben den bisherigen Räumen neu errichtet worden, und auf dem Platze zwischen den Hallen und Sellen werden vierzig Pritschen zum Liegen in Luft und Lonne einlaben. Die zweckmäßige Einteilung des Platzes in Männer-, grauen- und Farnilien-Abteilung ermöglichen weitestgehende Benutzung der Anstalt. Die Seiten, da hohe Bretterwände b'e>e Abteilungen voneinander trennten und jedes Astloch sorgfältig verstopft wurde, gehören in den Lahnbadeanstalten der Vergangenheit an, die El'ern können ihre Kinder beiderlei Ge'chlechtS begleiten und überwachen. Selbst den Kleinen und Kleinsten ist sowohl im Männerbad wie bei Müller Gelegenheit zur Einwirkung von Lust und Sonne auf ihre Körper durch Herrichtung von Eandbädern, in denen sie nach Herzenslust buddeln können, geboten, und mit welchem Wohlbehagen die Kleinen dies tun, konnte man schon im vorigen Jahre beobachten; der Menschen- und Kindcr- sreund hatte seine Freude daran. Hier schaltet die lästige Rücksichtnahme auf etwaiges Beschmutzen der Höschen. Aöckchen. Strümpfchen und Schuhe aus. Wer von den Kleinsten am wenigsten oder gar nichts anhat. fühlt sich am behaglichsten, und diese Behaglichkeit dient der gesunden Entwicklung de- Kindes fast ebenso wie gutes Eisen und Trinken. Hier liegt der Hinweis für die Eltern, was fie an ihren Kindern tun können, nm sie körperlich und damit seelisch zu kräftigen Menschen werden zu lassen. Möge Mutter Sonne in den kommenden Monaten mit ihren wärmenden Strahlen zum Wohle der großen und kleinen Erdenbewohner nicht geizen. E. Turiterfagung in Gietzen. Eine bedeutsame turnerische Tagung findet am morgigen Sonntag hier statt. Der T u r n g a u Hessen ber D. T. ruft die Vertreter seiner 155 Vereine mit über 15 000 Mitgliedern zu dem 9 5. ordentlichen Gau tag zusammen. Bei der Wichtigkeit der zur Verhandlung stehenden Fragen ist mit einer sehr großen Beschickung zu rechnen. Eine große Zeitersparnis ist wohl in den im Druck vorliegenden Berichten des Gauvertreters, Gaurech n«rs sowie aller Fachwarte zu erblicken. Eine längere Aussprache ist sicher über die „Spa ran träge“ zu erwart«" Ebenso dürfte btt Vergebung des biesiabrigcn Gausrauenroetturnens. um das sich vier Sereine bewerben lGladenbach, Kirchhain, Laubach, Lauterbach», sowie des Gauturnfestes für 1928. welches drei Städte (Bad-Nauheim. Alsfeld, Butzbach, übernehmen wollen, recht lange Zeit in Anspruch nehmen. Daß bei einer Turm-rtagung auch furniert)- nifche Anträge zur Beratung fielen. Ist roobl außer Zweifel. Aus jeden Fall borf angenommen werben, daß sich auch dieser Gauturntog gemäß feiner Bedeutung einer recht großen Beachtung seitens ber Gauvereine erfreut. Gictzener Wochenmarktpreise. 3r kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt Butter 150 bis 170. Matte 30 bis 35 Wirsing 15. Weißkraut 10. Rotkraut 15 gelbe Rüben 10 bis 15. rote Rüben 10 bis 15. Spinas 30 bie- 35. Unter-Aoblraoi 8 bis 10. Grünkohl 20 bis 25, Rosenkohl 40 bis 45. Feldsalat 100 bis 150. Tomaten 70 Zwiebeln 10 bis 20 Meerrettich 30 bis 80 Schwarzwurzeln 30 bis 50. Kartoffeln 7. Aepfel 2? bis 50. Dirnen 15 bie 25. Rüste 70. Honig 50. junge Hahnen 100 bis 130. Suppenhühner 100 bis 130 Pf das Pfunde Käse 10 Stück 60 bis 140 Ps.; Sier 10 bis 11 Blumenkohl 30 bis 100. Salat 20 bis 35; ®n- divien 80 bis 100. Lauch 5 bie 15, Sellerie 10 bis 50 Pf da« Stück; Radieschen 20 biS 35 Pt das Bund. -Löornotizcn. TageSkalen der für SamStag. Volkshochschule; 8 Ufjr, Turnhalle der Oberrealschule. Schlußfeier. — Bürgergesellschaft: 8.30 illjr. Vereinslokal Generalversammlung. — Evangelische Stadtmission: 8.30 Uhr. Vortrag Lichtspielhaus Bahnhofstraße; .Die keusche Susanne". — Astoria-Lichtspiele: .Der Gaunerstreich aus der Felta-Farrn". — Tageslalender für Sonntag Stadttheatcr; 7 Uhr, ..Das Glöckchen des Eremiten"^ (Ende gegen 10 Uhr). — Volksbund Deutsche Äricg5gräbcr:ürforqe: 8 Uhr: Großer Hörsaal der pln.versität. Lichtbilder ortrag Deutsche Dolkspart : 3 Llhr nachmittags. ..Liebigshöhe" Feier des kOjähr.gen Bestehender nationahiberafen Parte - Reichsbund der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Kr.egs- Hinterbliebenen: 3 Uhr nachmittags Gewerk- schastshaus, öffentliche .Kundgebung Evangel. Stadlmission: 8 Uhr. Vereinshau». Vortrag. — Spielvereinigung 1900: 31,» älhr. Sportplatz. Fußballwettspiel. — Gießener Turnerlchast: 3' 2 Llhr nachmittags: M T. V -S.st ttplah. Hand- balitocttfpiel. — Bienenzüchterverem Gießen und Umgebung: 3 Uhr nachrn. bei Kraft. Der- fammiung — Lichtspielhaus, Bahnhosttraße. ..Die ieusche Snsanna". — Palast-Lichtspiele: ..Wetterleuchten". — Astoria-Lichtspiele: ..Der Gaunerstreich aus der Felton-Farm". — Ein L i ch t b i l d e r v o r t r a g über bie deutschen Kriegersriedhöse im Auslande findet am Sonntagabend im Großen Hörsaal der Universität statt. Der Veranstalter, der Volksbund Deutsche Kriegsgräbersürsorge. lädt die Bürgerschaft im heutigen Anzeigenteil zum Besuch ein. Eintritt frei. — (Ein wichtiger Vortrag i m Deutschen D ft b u n b. Zur Erinnerung an die vor sechs Jahren erfolgte Abstimmung in Oberschlesien veranstaltet die Ortsgruppe Gießen des „Deutschen Ostbundes" eine Feier, bei der Frau Stadtverordnete Marie Lowack aus Gleiwitz (Oberfchleftien) einen Vortrag über das Thema „Der Osten, eine deutsche Schicksalsfrage", hallen wird Frau Lowack ist — so schreibt man uns — infolge ihrer Tätigkeit Im Osten als Mitglied verschiedener Kommissionen besonders in der Lage, ein umfassen- des Bild über die wirklichen Zustände daselbst und ihre Bedeutung für das ganze Reich zu geben. Ihr Vortrag dürfte daher von weitestgehendem Interesse sein. Die Ortsgruppe Gießen läßt im heutigen Anzeigenteil eine Einladung an alle Interessenten für diese Fragen ergehen. Gleichzeitig werden an diesem Tag« von nachmittags 5 Uhr ab im Vereinslokal „Hindenburg" ostdeutsche Bücher, Schriften, Bilder, Statistiken ufro ausgestellt, die einen kleinen lieber- blick über die im Osten geleistete deutsche Äulhir arbeit ergeben sollen. Es wäre zu wünschen, daß auch hier sich Interesse für die Dftfragen zeigte. Das bekannte Leipziger Solo- Quartett für Kirchengesang, das unter Leitung von Professor Bruno Röthig aus seinen Krnzertreifen in vier Weltteilen die Sä>ön- heit und Herrlichkeit des evangelischen Kirchenliedes vielen neu erschlossen hat. wird am kommenden Freitag. 25. März, abends 8 Uhr. in der Iohanneskirche singen. Näheres ist aus der Anzeige im heutigen Blatt zu ersehen. •* Jur Verbreiterung der Uisen- bahn Überführung in der Reustadt br- will, gl en die Stadtverordneten, wie uns unmittelbar vor Red-aktion-fchluß gemeldet wird, in ihr« gestrigen nichtöffentlichen Sitzung den Betrag von 40 000 Mark. •• Die heimatgeschichtlichen Sammlungen von Professor Qttmann, der bekanntlich vor kurzem verstorben ist. hat die Stadt käusltch erworben. ee Straßensperren Wegen Vornahme von ötrabrnbauarbeiten ist bie Bahnhofstraße zwischen Westanlage und Schanzenstraße bis aus weiteres für jeglichen Fährverkehr gesperrt. Wegen Vornahme von Hausbauarbeiten wurde die Wettergosie zwischen Maasburg und Marktstraße ebenfalls bis auf weiteres für jeglichen Fährverkehr gesperrt. •• Ausgchobene Straßensperre. Du vom Polizeiam: Mitte Januar angeordnete Sperrung des Sufahrisweges zur Kläranlage bzw. zu den Lagerplätzen und Wohnbaracken bei der Marga- rethenhüne zwischen dem 11 ebergang de» Anschluß gleiscs bis zur Wegabztveigung ist setzt wieder auf gehoben worden da die .Kanalbauarbeiten beendet sind. -d. Städtische Holzversteigerung Bei der gestrigen Brennholzversteigerung her Stadt Gießen wurden folgend.- Preise erzielt. Kiefern'cheitholz 10 Mk.. Kiesernkniippel 9.50 Mk.. Kiefernstöcke 5,50 Mk. je Raummeter. Kiefern- reiftg 13 Mk. pro 100 Wellen * Eine Versteigerung von Fund- gegenständen Habet am nächst eit Mittwoch nachmittag auf dem 1 Polizeirevier in der Senckenbergstraße statt S.itcrcffentcn für Brillen und Steider müllen sich eine halbe Strmd« vor Beginn der Versteigerung auf dem berligen Revier einfinden Man beachte die heutige Anzeige " Oberhessischer Kun st verein. Di« derzeitige Ausstellung von Werken der Marburger Künstler Banner. Siebel. Kätel- hön. Doerbecker bleibt mit Rück'ichl auf das grvhe Sntereffe, das sie findet, noch bis Son >.ag. 27. März einschließlich geöffnet “ Volksbanl Gießen. Die dein Darm- ftdbter landroirtschaftlichen Genossenschaftsverband angejchlofsene Landw. Strcöit- und Bezugsgenosien- fdjah c. G. m. b. H.-Gießen hat in ihrer letzten Gelte- rnlDerlammlung beschlossen, öle Firma in „Volks- bank G.eßen e. G. m. b. H." zu ändern (Näheres siehe heutige Anzeige.) ' Geschästsjubiläum Die Firma Mathilde Rachman n. Putz- und Modewaren, konnte am 15. d. Mtö auf ihr 30jähr;geS Ge- jchäftsbestehen zurückblicken. D.e Inhaber, i and Gründerin, Frau Mathilde Spier geb ich- mann, hat es verstanden, daS Geschäft aus lleinen Anfängen zu einem der ersten Fachgeschäfte am Platze zu entwickeln " Rentenerhöhung für Kriegsdeich ö d i g t e und Kriegerhinterbliebene Die Knegerkameroöschaft „Hasfia" Darmstadt teilt uns mit Wie brr Verband der Kriegsbeschädigten und Krtegerhinterbliebenen des Deutschen Reichs friegerbunbe? Kysshäuser mitteilt, wirb die zur Fell 19 Prozent bet Grundrente betragende „Renten- erhöhung" aus Anlaß der Erhöhung des Wohnungs- gelbes der Beamten vom 1. April b. I ab auf 22 Prozent erhöht. ' Fuhballwettspiele und ähnliche sportlich« Veranstaltungen dürfen nach einer Verfügung des Hess. Ministers des Innern am Palmsonntag lLandes-Buß- und Bettag), sowie am Karfreitag nicht stattfinden. Am ersten Ofterfciertag werden rein sportliche Veranstaltungen nicht beanstandet, toenn sie ohne öffentliche Umzüge und ohne Musik abgehattcn werden. •• Fahrpreisermäßigung zugunsten der Jugendpflege. Bei der Ausstellung der Führerausweise zur Inanspruchnahme der Fahrpreisermäßigung zugunsten her Jugendpflege wird durch Runderlaß des Preußischen Dolkswohlfahrtsministers. - wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt empfohlen, bei der Vorprüfung der Führerausweife auch den Kreisjugendpfleger oder die Kreisiugend- pflegerin heranzuziehen, um diese auf dem emp- fohlenen Weg in den Vereinen bekannt zu machen. FrOhJahrskur für 3U2ss Nervenkranke u. Nervös Erschöpfte. Spczlnlkuranetali Hof heim I. Toonn« bei 1‘rankfurt a M Prospekte durch Dr. M. Sehnixe- Kahle; bw, Nervenarzt. 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März 1927. 2676D Die Beerdigung findet in der Stille auf dem Alten Friedhöfe statt. 01X» Herr Friedrich Heberer Kreisobstbautechniker i. R. ganz unerwartet von uns gegangen. Albach, den 19. März 1927. 2644 D Beileidsbesuche dankend verbeten 2660D Drucksachen aller Art Grabdenkmäler Lrühl Ich« Crorterei Gießen Kaiserallee 12 Kaiserallee 12 Fundgegen- holie I Gießen, den 18. März 1927. 2650D 2671Ü 2670V Krofdorf, den 18. März 1927. Die Beerdigung findet Dienstag, den 22. März, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. DieBeerdigung findet Sonntag, den 20.März, nachm. Uhr, in Alten-Buseck, Große Busecker Str., statt bei25 Prozent Provision.Schrift liebe Angebote erbeten. [02016 Eduard Moos und Familie Willy Moos Die trauernden Hinterbliebenen: Otto Zimmer und Angehörige Reichhaltigstes Lager am Platze Bei Lagereinkauf bedeutende Preisermäßigung Luise Heberer geb. Sack Emmi Weber geb. Heberer Alfred Weber Sigrid Weber. Heuchelheim und Frankfurt a. M., den 18. März 1927. Die Beerdigung findet Sonntag, den 20. März, nachmittags 214 Uhr, statt. WM» billigst Ä.1D Tel. 802. Die trauernden Hinterbliebenen: Anny Fiesser geb. Balbach Mechtild Zschorlich geb. Fiesser Franz Zschorlich, Oberleut i. 15.1.-R. Ein Urenkel Charlotte der in Bahnhofs- u. öffentl. Bediirlntsanstalien. sowie in Hotels, Warenhäusern, Leraniigunaslokalen, Krankenhäusern ufro. ausgestellt wird u. ciue hygienische Klosettschutzüecke einschl. Klosett- vnptcr verabreicht. Beu erbungen nur unter Angabe von vriina Referenzen u. des verfügbaren Kapitals an Probvgiena Auto matcn Vertrieb Harry Behr, Frankfurt/M», Landweg 62. Familie Fr. Bellof. Gießen (Steinstraße 25), den 17. März 1927. Die Beerdigung findet Sonntagnachmittag 2 Uhr vom Sterbehause Orabenstraße 26 aus statt. MlukUeln (Mulinieren) nbut- geben a Ztr. 9 Mk. O. Hüller. Henriet tenhof Pott Laubach.Lberh. Heute morgen entschlief sanft unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter Marg. Balser geb. Kloos im 92. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Krankheit und dem plötzlichen Hinscheiden unseres teuren Entschlafenen, sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden und das ehrenvolle Grab- geleite, sagen wir allen Freunden und Bekannten auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Statt jeder besonderen Anzeige. Heute morgen ist mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater Ärloifeln Odenwälder Blaue, ab Keller oertMl’Ü Hermann Jbring, Aich n der öwen - Drogerie, Kaufgesuchc Gut erhaltenes Klavier nur von Brivaihand zu kaufen gesucht. Schriftliche Angeb. unter (»2053 an den Glen Atneig. Gulerhalt. modern. Slodenoag« blll. z. verk. 961D Walltorftr. 17. 2flamm. GasdkkO mit Tisch, sow. gut- gehender9iegulator au verkaufen. 02024 Ebclstrane 34 H. 1. 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