Mast. UtQtf ’** n «1 h. 9 in$ ’.-Banb 8g Ns Qlrt/lr Densch^ Zsör §4'2 ' Aenscken ■ Md J ougc dÄ ßfflE 'Tochter IustuL ^lsigkeit und S Net $S?Ät Mhaste in Worte feine bncmichende ® .«in ton 6om* teneurbiß, dai m r der Malerri «, M. mtec dieser Rubrik >ie Redaktion dem leiantoortung.) le. i-Tesellschast Der- , hat sich auch in irch gerissene Atzen- ungtn verschafft für chlands Bäder und und verklagt nun Geschästsleute, die -Aufträge toll zu Leiter des linier- HaschK, ist bereits »rbestrast er Oberstaatsanlvol! in AD. 40, Lache. Teschästsnuimer 4 en des Amttgerich. mtnis gegeben, dah ^paganda-HestÜschiis^ igelegten Hchwindel m Kaufmann Kurt wegen fortgesetzten t, unt> zwar am L Ibt es deshalb un- pwhaamdä^elell« .ZahlungSbe« o ist die Mänkge mindert, daß »eiter- nies Geld unter be- (e Hände gerat? sunkundiger. ‘ogramm EenderS. Üinskbau'-f vlembtt. . Stunde der-ou^ WE etuni» WJjJ ■& VA sichert- -n us ve™0 in fSS ®*d w7 68.45 I1M? Ül/*5 4,116 L« 68,5*5 lll." U1.P 113.U 16> Sg 'ili 1,6 SS Ä *8 S fe jiA-t l,9fo J.4W5 50,18 Vl.W 7,3»» 73.3» <^cld, T>34 IlM Ö.87 'S 1Ä» «.85 79.76 11.407 73.25 —AMirruni W E_ M, —" 1b? LÜH 6> § ß ■’:s 1,1* m. 278 Erster Blatt tn. Jahrgang $am$tag, IT. September (927 Erscheint täglich,außer Sonntag« und «ytiertags. Beilagen: ®l«fc«ner FamlltenbUM« Heimat im Bild Di« Scholle. Btawtt’Be»xig»prti«: 3 Reichsmark und 20 Reich«pfenntg für Träger» lohn, auch bei Richter» scheinen etnzelnerNummerN infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsser 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger «lefien- vostschecktonto: 8rer f e tlit ä t sei unerläßlich. Trotzdem könne man Europa, das besonders gefährdet sei, im Auge haben und Vereinbarungen grundsätzlich für andere Mächte offen halten Es gebe auch eine Unterschiedlichkeit der Garantien dem Grade nach, ohne daß sie deshalb an sich an Wert einbüßen Fede Garantie sei besser als nichts. 3n Uebereinstim- nrung mit der Frage selbst forderte er schließlich daß die Sicherheit durch die Arbeiten des vor«» berettenben Abrüstungsausschusses ausreichend Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers". Berlin, 17. Sept. 3m Zusammenhang mit der Behandlung d.r Danziger Fragen in Genf sind vielfach Mißverständnisse auf getaucht, die unbedingt getlän werden müssen Bei der Westerplattenfrage sind zwei Momente zu unterscheiden, einmal die Rechtsfrage über die Exterri - torialität der Westerplatte und zum anderen der Antrag Danzigs, das polnische Munitionslager von der Westerplatte zu verlegen Die erstere Frage kommt noch in dieser Tagung des Völkerbundes zur Verhairdlung, die zweite Frage bleibt dagegen zunächst noch offen Es wurde in Genf beschlossen, daß Danzig nochmals ein neues Verfahren vor dem Völkerbundskommissar beginnen solle. 3n den nächsten Tagen wird es nunmehr zur Behandlung der ersten Frage kommen, d. h. die der Exterritorialität der Westerplatte überhaupt. Auch hier handelt es sich um ein juristisches Problem, das unbedingt einer Klärung entgegengeführt werden muß. Denn bisher war es nicht üblich, in selbständigen Staaten derartig exterritoriale Gebiete zu schassen, so daß also hier Gewohnheitsrecht, Sachrecht und Gewaltmahnahme in Balance zu bringen sind. Man darf gespannt fein, ob der Völkerbund den Mut haben wird, dem juristischen Grundgedanken beizustinnnen. Welcher groteske Zustand im Hafengebiet herrscht, zeigt neuerdings ein Vorfall, der sich dort soeben abgespielt hat. Danziger Polizei wollte den Gerüichten nachgehen, wonach der verschwundene General Z a g o r s k i auf der Westerplatte von den Polen gefangen gehalten werde. Der Kommandant wies aber die Beamten mit der Erklärung zurück, dah ohne eine Einwilligung der diplomatischen Vertretung des polmschen Staates die Platte nicht betreten werden dürfe, weil sie polnisches Gebiet fei. Davon kann natürlich keine Rede fein, den Polen ist lediglich die Westerplatts vorübergehend als Munitionsstapelplatz gewährleistet blecht, wenn die Abrüstungskonferenz ihre Arbeiten aufnehme. Die Mandatspolitik des Völkerbundes. Fridtjof Nansen kritisiert. Genf, 16. Sept. (WTB.) Im politischen Ausschuß der Völkerbundsversammlung nahm der norwegische Delegierte Nansen zum Tätigkeitsbericht des ständigen Mandatsausschusses des Völkerbundes Stellung. Er erbat Auskunft, warum eine Reihe Beschwerdeschriften dem ständigen Ausschuß nicht zugegangen seien und betonte dabei die Notwendigkeit des Petitionswesens bei der Verwaltung der Mandatsgebiete. Weiter verwies er auf den Mißbrauch, der im Handel mit g e i ft i g e n Getränken an Eingeborene in wachsendem Maße getriebeh werde. Nansen streifte ferner die jüng st en Vorkommnisse in Samoa. Er plädierte zum Schluß für die weiteste' Oeffentlichkeit der Arbeiten des Mandatsausschusses und legte Verwahrung gegen die aus Ersparnisgründen beabsichtigte Kürzung der Veröffentlichungen ein. In seiner Erwiderung sprach der Vertreter Neuseelands die Bereitschaft aus, den Wünschen Nansens in bezug auf Aufklärung der Zwischenfälle in Samoa zu entsprechen. Der Oberkommissar für Südafrika, Smit, begrüßte den Eintritt des deutschen Mitgliedes in den Mandatsausschuß, insbesondere mit Rücksicht auf die ehemals deutschen Gebiete. Der Holländer van Rees, Vizepräsident des ständigen Mandatsausschusies, gab der Hoffnung Ausdruck, daß die von Nansen erwähnten Beschwerdeschriften bereits bei der nächsten Tagung des Mandatsausschusses tm Oktober vorliegen werden. eingeräumt worden, weil der Hafen Gdingen noch nicht ausgebaitt war. Wenn sich der Völkerbundsrat jetzt auch noch nicht entschließen konnte, das Munitionslager aufzuheben, so würde er sich aber doch einer geradezu ungeheuerlichen Rechtsbeugung schuldig machen, wollte er sich dem von dem Kormnandanten vertretenen Standpunkt anschliehen, daß die Westerplatte! mindestens vorübergehend der Hoheit des Danziger Freistaats entzogen wird. Danzig Hut ein gutes Recht darauf, auch auf der Wester- platte Amtshandlungen vornehmen zu lassen, so daß das Ansehen des Rates nur Schaden! leiden würde, wenn er eine Entschließung fassen sollte, die die Westerplatte auch juristisch den Polen ausliefert. Enttäuschung in Danzig. Danzig, 16. Sept. (TU.) Die Danziger Blätter geben zu der Ablehnung des Danziger Antrags auf Verlegung des polnischen Munitionslagers von der Westerplatte der tiefsten Enttäuschung über die Genfer Derschleppungsmanöver Ausdruck. Die „Danziger R. R." schreiben, dah man sich in Genf zwar bemühen wollte, in der Westervla ttenangetegen- heit eine gerechte Entscheidung zu fällen, daß man aber d i e lebenswichtigen Inter e'ssen und die Stimmung der Danziger Bevölkerung zurückgestellt habe hinter die opportune Erwägung, jetzt eine Polen ungünstige Entscheidung fällen zu müssen. Die „Danz. Allg. Ztg." schreibt, dah die Hinauszögerung der Frage sich durchaus der bisherigen Danstger Po- litif des Dölkerbundsrates anpasse. Jedes entschiedene Vorgehen für Danzig werde in Genf tunlichst vermied em Danzig sei nunmehr weiterhin den schwersten Gefahren durch das Munitionslager ausgesetzt. Danzig werde aber nie aufhören, gegen das ihm in Gens angetane Tlnrecht zu protestieren. ........ iiitauf irni imajm-na Das SchiMal der Westerplatte. Der Völkerbundsral verschleppt die Entscheidung. - Polen verbietet Danziger Behörden den gutritt. einen Ersatz zur Hand. Das Schlagwort des kontinentalen Sicherheitspaktes beherrscht seit einigen Tagen die politische Diskussion. Mit Ausnahme der englischen Garantie, die ja nun einmal nicht zu haben war, gleicht der neue Plan dem alten wie ein Ci dem andern. Ihn abzuwehren ist für Deutschland natürlich viel schwieriger, weil es hierbei nicht mehr mit der Bundesgenossenschaft Englands rechnen darf. Chamberlain hat bereits kein Hehl daraus gemacht, daß es ihm völlig gleichgültig fei, wieviel Pakte dieser Art die Kontinental- mächte untereinander abschlössen, ja, er hat sogar auf gutes Zureden französischer Journalisten nicht mit seinem persönlichen Segen gespart.. So ist also von hier aus kein Widerstand gegen die neue Intrige zur Verewigung des Versailler Vertrags zu erwarten. Aber Poleu hat nicht nur seine Westgrenze gegen Deutschland zu schützen; seine übrigen Grenzen, namentlich gegen die Ukraine, Weißrußland und Litauen sind nach weit labiler. Formell herrscht z. B. zwischen Polen und Litauen noch der Kriegszustand, und ohne eine Bereiniung der Wilnafrage, in die sich auch noch Rußland durch den Vertrag mit Litauen hineingehängt hat, ist eine Beruhigung an der polnischen Nordostgrenze undenkbar. Der litauische Ministerpräsident W o l d e m a « ras hat gerade eben in Genf die Gelegenheit benutzt, um die breite Oeffentlichkeit auf diesen sehr schwachen Punkt der polnischen Politik hinzuweisen und damit zusammen hängt der Plan einer Neutralisierung aller baltischen Staaten, der von dem lettischen Außenminister Z e e l e n s kreiert wird. Es ist begreiflich, daß sich gerade die baltischen Randstaaten, die aus den Trümmern des Zarenreichs in sthr schwankenden Grenzen geschaffen wurden, als junge, traditionslose Staaten in der Nachbarschaft des bolschewistischen Rußlands und des nicht minder imperialistischen Polens sehr ungemütlich fühlen. Ihr verständliches Bedürfnis nach Sicherheit glauben sie am besten dadurch befriedigen zu können, daß ihr Besitzstand in dem heutigen Umfange durch einen Neutralitätspakt analog den Dor- kriegs-Neuttalitätsverträgen Belgiens rind der Schweiz einerseits durch die roejt= und mitteleuropäischen Mächte einschließlich Polens, andererseits durch Rußland feierlich garantiert wird. Sie würden auch gern sehen, wenn Finnland sich an diesem Abkommen als passiver Kontrahent beteiligen würde. Damit hätten sie einmal die im Innern und nach außen am stärksten konsolidierte Macht des Baltikums für sich, und dann auch mit dem finnischen Ratssitz gleich eine wirkungsvolle Vertretung ihrer Interessen im Völkerbundsrat. Aber in Helsingfors neigt man dazu, sich mehr als eine skandinavische Macht zu fühlen und glaubt als solche die Solidarität mit den Rand- ftaaten nicht bis zu einer so festen Bindung, wie sie ein Neutralitätspakt in sich schlösse, treiben zu dürfen. So ist dieser Gedanke einer Neutralisierung der baltischen Staaten durchaus noch nicht ausg-- reift. Um so weniger, als die Großmächte, auf die es doch schließlich ankommt, noch keinerlei Slcl- luna dazu genommen haben. (£ h a m n « f « ; - würde ja gewiß nicht abgeneigt fein, dielen Pakt mit aus der Taufe zu heben, und der englische Pate würde dann alles daran setzen, daraus einen Wall gegen Rußland zu machen. Die Einstellung der anderen Mächte, namentlich Polens, Deutsch- l a n d s und Rußlands wird im wesentlichen da- von abhängen, wie der Pakt selbst aussieht und ob vorher die Streitfragen geklärt werden, die zwischen diesen dreien und den baltischen Mächten schweben. Wir brauchen nur an Memel und Wilna zu erinnern, um von den vorhandenen Schwierigkeiten einen Begriff zu geben. Reben diesen viel erörterten Plänen, Europas Sicherheit frisch zu „verankern", hat bislang der Gedanke eines Balkan-Locarno im verborgenen geblüht. Immerhin besteht berechtigte Hoffnung, daß er unter Englands Aegide zum kräftigen Schößling gedeihen wird, bevor man ihn den rauhen Winden der Kritik aussetzt. Den Bater des Gedankens darf man wohl in Belgrad suchen. Südslawien fühlt sich seit dem Konflikt mit Italien um Albaniens Willen vereinsamt. Mussolini hat überall hin seine Angeln ausgeworfen. Mit Rumänien wurde die Freundschaft erneuert durch die Ratifizierung des Bessarabien-Abkommens, mit Griechenland und Bulgarien suchte man Fühlung, der Besuch des Grafen Bethlen in Rom knüpfte neue Bande mit dem zerfetzten, grollenden Ungarn. Die Sicherheit, die die Kleine Entente den Südslawen wohl gegen ungarische Restaurationsversuche bieten mochte, wird gegen die Großmacht des faszistischen Italiens doch sehr problematisch empfunden. Auch der Unterstützung Frankreicys fühlt man sich nicht sicher, denn der neue Kurs in Paris, den Poin- core bestimmt, geht auf einen möglichsten Ausgleich mit Italien. Um des Balkans willen wird Poin- car6 gewiß keine Divisionen marschieren lasten und England, der intimste Bundesgenosse Italiens, wünscht dringend eine friedliche Beilegung des Albanienkonfliktes. So sind hier die Aussichten für ein Balkan-Locarno an sich nicht ungünstig, wenn man nicht in Rom einen derartigen Pakt als gegen sich gerichtet empfindet und bei den Balkanfreunden sowohl als in London alle Minen springen läßt, um Südslawien in seiner Isolierung zu belassen. Wir sehen, die Frage der Sicherheit beschäftigt die Gemüter außerordentlich. Man hat sogar Hoffnung auf praktische Ergebniste, während die Erörterung des Abrüstungsproblems, mit dem man die Sicherheit so gern verknüpft, in der grauen Theorie stecken bleibt. Das war d i e zweite Enttäuschung in Genf, daß die Debatte über die Abrüstung bemerkenswert zahm verlief. Auch Herr Dr. Stresemann wagte in seiner, der Atmosphäre des Reformationssaales an- gepaßten Rede vor der Dölkerbundsversammlung kein energisches Wort für Deutschlands berechtigte Forderung, nun endlich auch auf der Gegenseite mit der Erfüllung der Abrüstungsbedingungen des Versailler Vertrages zu beginnen. Erfreulich entschieden war jedoch die Sprache des deutschen Delegierten in der Abrüstungskommission. Graf Bernstorfs stellte klar heraus, daß der Völkerbund schon im vergangenen Jahre die Sicherheit für hinreichend garantiert angesehen habe, um für 1927 eine Abrüstungskonferenz einzuberufen. Es fei unverständlich, warum jetzt plötzlich die Sicherheit wieder als ungenügend betrachtet werde. Der Streit um die Formulierung der Sicherheit werde in der öffentlichen Meinung der Welt lediglich als Grund für einen Aufschub der Abrüstung auf- gefaßt. Mit diesem Satz hat der Graf Bernstorff endlich einmal im Kreise verantwortlicyer Männer der Katze die Schelle umgehängt. Das beweist am besten die Flut von Schmähungen und Verdächtigungen, die als Echo der Bernstorffschen Rede von der Pariser Boulevardpreste jetzt wieder auf Deutschland niedergeht. Sie wird aber nicht hindern können, daß die Abrüstungsdebatte in Fluß bleibt und daß namentlich den kleinen Rationen endlich einmal ein Licht aufgeftetft wird, wohin die Reise geht, wenn Frankreich und feine Trabanten in ihrer Sabotagearbeit fortfahren. Don dieser Völkerbundstagung dürfen wir trotz der deutschen Offensive kaum noch einen neuen Äntrieb für den Abrüstungsgedanken erwarten. Aber wir können hoffen, daß die kleinen Rationen, die er ft vor wenigen Tagen durch die Ablehnung der Wiederwählbarkeit Belgiens zum Völkerbundsrat noch einmal erneut ihren entschiedenen Willen zu eigenen Wegen tunbgetan haben, bas Abrüstungsproblem nicht versacken lassen werden. Die Einheitsfront der Kleinen sei den Großen ein memento, daß nicht aus dem Revolutiönchen dieser Genfer Tagung eine Revolution werde, die diesen falschen Völkerbund im Sturm von hinnen fegt. Frcm-öfische Schikane. Dee Rheinlandkommission verbietet Schauflüge in Wiesbaden. Wiesbaden, 16. Sept. (Wolff.) Sn der Zeit vom 16.—19. September findet hier die 16. Ordentlichen Mitgliederversammlung der wissenschaftlichen Lustschiffahrt statt. Die Tagung wurde heute nachmittag mit einer Sitzung des Vorstandes und daran anschließend mit einer De- grühungsversammlung im Kurhaus eröffnet. Für Samstag und Sonntag ist eine Reihe von Vorträgen erster Kapazitäten über allgemeine und spezielle Fragen der Lustschisfahrt vorgesehen. Sm Zusammenhang mit der Tagung war be- labsichtigt, einige Propagandaflüge zu veranstalten, die den Zweck haben sollten, weitere Kreise auf die bereits genehmigte Errichtung eines Flughafens bei Erbenheim für die Städte W i esbaden und Mainz aufmerksam zu machen und die des weiteren die Möglichkeit der Landung von Wasserflugzeugen auf dem Rhein bei Mainz demonstrieren sollten, da später die Errichtung eines Hafens für Wasserflugzeuge in Mainz in Aussicht genommen ist, der ebenfalls von beiden Städten gemeinsam betrieben werden soll. Diese Schauflüge wurden jedoch von der Dheinlandkommission verboten, trotzdem die Luftfahrt im besetzten Gebiet freigegeben ist. Weiterhin wurde 2 0 Reichswehrvsfi- zierendie Einreise in das besetzte Gebiet zwecks Teilnahme an der rein wissenschaftlichen Zwecken dienenden Tagung von der Rheinlandkommission verweigert, trotzdem nach dem Pariser Abkommen mehr als 20 Offiziere im Fliegen aus- gebildet werden dürfen. Die Genehmigung wurde verweigert, obwohl sich die englische Botschaft in Berlin sehr um deren Erteilung bemüht hatte. An o f f i 3 i c 11 e r S t e (I e find die Gründe, die zu dieser vollkommen unverständlichen Maßnahme führten, unbekannt. Jedoch glaubt man in ein- geweihten Kreisen diese auf einen kürzlich in der in Wiesbaden gedruckten Zeitschrift „Die Mensch- beit" erschienenen landesverräterischen Artikel über deutsche Rüstungen zum Luftkampf zurückführen zu Der Putsch in Tauroggen. Litauens Staatskrifis und die Diktatur Woldemaras. Don unserem U.-Korrespondenten. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Kowno, 15. September. An den Grenzen Deutschlands befindet sich ein junger Staat in bedenklicher Krisis! Bei der Beurteilung der Vorgänge im benachbarten Litauen darf man aber nicht mit demselben Maße wie in den festgefügten Staaten des Westens messen, denen eine Jahrhunderte alt« Erfahrung und Tradition zur Seite steht. Der Osten hat ein anderes Maß, das staatliche Gefüge ist noch im Werden begriffen, und da pflegt sich auch der Kampf um die Macht a n - Öers als bei uns auszutoben. Die heutigen Unruhen in Litauen find die Folge einer längeren innerpolitischen Entwicklung des Landes und außenpolitischer Schwierigkeiten, die sich vor dem jungen Staate auftürmten. Das litauische Rechtsempfinden wurde durch den Raub von Wilna, der ungesühnt blieb, tief verletzt. Schwere wirtschaftliche Krisen machten sich bemerkbar, dazu kam, daß die verschiedenen parlamentarischen Gruppen des Sejm das Land mit Korruptionsmethoden auszusaugen begannen. Jede politische Kligue verfolgt ihre Sonderinteressen, und wenn der Staat sich nicht aufgeben wollte, so führten die Verhältnisse naturgemäß zur Diktatur. Wenn sich jetzt gegen die Regierung pes Professors Woldemaras und gegen die Militärherrschaft der Widerstand regt, und wenn ein Putsch mit einem Gegenputsch beantwortet wird, so handelt es sich dabei nicht um Weltanschamrn- gen, sondern vielmehr um den Wunsch, die herrschende Gruppe aus der Regierung zu verdrängen, um an die Stelle der einen Diktatur eine andere zu fetzen. Die Methoden würden dadurch kaum geändert werden. Der Putsch von Tauroggen wird seiner politischen Bedeutung nach leicht übertrieben. Es handelt sich da mehr um ein Wild-West-Räuberstück als um eine mißlungene Revolution. Tauroggen liegt zu abseits, ist ein zu unbedeutender Kecken, als daß seine „Eroberung" durch die Putschisten auf die Geschicke Litauens einen entschiedenen Einfluß gehabt haben könnte. Kommunistische oder irgendeine andere revolutionäre Propaganda mag gewiß einigen Mitläufern den Kopf verwirrt haben. Dem Exhauptmann M a j u s und den anderen Führern kam es aber wahrscheinlich hauptsächlich auf den Bankraub an, der ihnen tzine reiche Beute versprach. Es befanden sich nämlich nicht weniger als anderthalb Millionen Litas (ein Lit = 40 Pfennige) und mehrere tausende Dollarnoten in der Dank. Dazu war die Grenze so nah, daß den Führern ein Entkommen nach Lettland, respektive von dort nach Sowjetrußland, leicht auszuführen schien. 200 000 Litas und einige tausend Dollar wurden denn auch von ihnen erbeutet, ehe das Militär ihre Verfolgung aufnehmen konnte. Die Führer des Putsches liehen, wie das meistens zu geschehen pflegt, ihre Helfer und Getreuen im Stich und entkamen mit dem Gelde. Sm Zarenreiche waren, solche Banküberfälle der sogenannten linken Sozialrevolutionäre, bis Stolypin mit ihnen aufräumte, keine Seltenheit. Hier in Tauroggen scheint es sich um einen ähnlichen Fall gehandelt zu haben. Die Aufregung in Litauen ist natürlich sehr groß, und die Regierung verfolgt die Putschisten mit drakonischer Strenge. Da die sozialdemokratische Partei direkt oder indirelt mit dem Putsch in Verbindung gestanden zu haben scheint, so richtet sich auch die Verfolgung gegen sie. Fünf ehemalige Sejmabgevronete wurden sofort verhaftet, Haussuchungen finden täglich statt, und viele, unter ihnen auch der bekannte Politiker Pleskaitis, flüchten ins Ausland. Todesurteile an den gefangenen Putschisten — unter ihnen auch fünf Studenten — werden erbarmungslos vollstreckt, und die Regierung ist entschlossen, auch vor dem Aeußersten nicht zurückzuschrecken, um ihre Autorität zu behaupten. Unter den Kriegsgesehen ist die Ruhe in Litauen bewahrt und die Dittatur ist Herr der Lage. Die Putsche haben sich nicht wiederholt, und wenn der Regierung Woldemaras auch manche Gefahren drohen mögen und sie mit Schwierigkeiten zu kämpfen hat, so werden sie doch gewiß nicht Bankräuber zu Fall bringen. Der Putsch von Tauroggen dient bestenfalls als Rechtfertigung der Diktatur, da dem Land ohne sie das Chaos drohen würde! Rach der Rückkehr des Professors Woldemaras aus Genf wird eine Kursänderung der Politik erwartet, da sich bis dahin der Terror der Polizei und des Militärs ausgetobt haben dürfte. Sn Wirklichkeit ist der Putsch von Tauroggen schon heute liquidiert, nicht aber sind die Schwierigkeiten der litauischen Politik behoben. Deutschland und Litauen. Woldemaras kommt nach Berlin. Eigener Drahtbertcht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 17. Sept. Während der litauische Ministerpräsident in Rom weilt, wird die neue Version in den deutsch-litauischen Verhandlungen, daß nämlich Woldemaras nach Berlin kommen will, um hier die bereits in Gens begonnenen Besprechungen mit Dr. Stresemann zu vollenden, eifrig kommentiert. Hinzu kommt noch, aaß der litauische Ministerpräsident gegenüber einem Vertreter des Asien-Europa-Dienstes Erklärungen abgegeben hat, die für die kommenden Besprechungen, sollte es sich um prinzipielle Erklärungen handeln, von nicht zu unterschätzender Bedeutung sind. Man kann nur hoffen, daß Herr Woldemaras nun endlich einmal seinen Worten Taten folgen läßt. Was die kommenden Besprechungen im einzelnen betrifft, so ist in Aussicht genommen, als Ergebnis dieser Besprechungen ein Protokoll niederzulegen, in dem die Richtlinien fest- gelegt werden sollen, die den weiteren Verhandlungen als Grundlage dienen können. Dieses Protokoll, also ein diplomatisches Schriftstück, würde dann einen Rotenwechsel ersehen, und vielleicht eine stärkere Bindung darstellen als ein Austausch diplomatischer Roten. Selbstverständlich wird in diesem Protokoll in erster Linie die Memelfrage berücksichtigt werben, die doch ganz besonders dringend einer Lösung bedarf. Als Termin dieser Besprechungen ist zunächst das Ende dieses Monats vorgesehen. (Irgendwelche näheren Dispositionen liegen aber zur Zeit noch nicht vor. müssen. Auch die Tatsache, daß keine offiziellen Einladungen zur Teilnahme an Franzosen, wohl aber solche u. a. an Amerikaner und Engländer ergingen, wird als etwaiger Grund in manchen Kreisen erwähnt. Das Verbot wird in keiner Weise die wissenschaftlichen Verhandlungen der Tagung, an der auch Prinz Heinrich von Preußen als Ehrenvorsitzender teilnehmen wird, beeinflußen. Französisch-amerikanische Freundschaft. Die amerikanische Legion in Paris. Drohender Zollkrieg. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 17. Sept. Die etwa 700 000 Köpfe starke amerikanische Legion ist bereits in Frankreich aufmarschiert: am Sonntag, mehr aber noch am Montag, dem neuen Nationalfeiertag, werden ungezählte Reden und Trinksprüche steigen, die alle die Verbundenheit der französischen und der amerikanischen Ratio n feiern, wie sie auf den Schlachtfeldern besiegelt worden sei. Wer gerade jetzt einen Blick in die amerikanische Presse wirft, der wird zu seiner Ueber-- roschung feftftellen müssen, daß man sich jenseits des Ozeans kaum noch auf die mit Frankreich geschlossene Freundschaft zu besinnen vermag. Das hat sich ja auch schon in den letzten Jahren wiederholt gezeigt, als die Franzosen sich in einer für sie wenig angenehmen Art an die Rückzahlung der Kriegsschulden erinnern lassen mußten. Jetzt ist man drüben auf das äußerste wegen der f r a n- 3 ö f i f ch e n Zollpolitik gereist und macht seinem Aerger ohne Rücksicht auf die zu erwartenden Verbrüderungsszenen zwischen französischen und amerikanischen Kriegsteilnehmern in heftigsten Ausdrücken Luft. Das ist der Pariser Presie ebenso, wie der Regierung PoincarS, recht unangenehm, ist doch der drohende Ton der Amerikaner, der auf einen bevorstehenden Zollkrieg abgestimmt ist, nur geeignet, den Empfang der Legion um seine für Frankreich so wichtigen propagandisti- schen Wirkungen zu bringen. Wenn nun aber die Amerikaner sich über die hohen französischen Zölle bitter beklagen und sogar ein Einfuhrverbot für französische Waren in Erwägung ziehen, so muß doch aus Gründen der Gerechtigkeit auf die Schutzpolitik der Union hingewiesen werden, die an Schärfe nichts zu wünschen übrig läßt. Aber damit darf man den Amerikanern bekanntlich nicht kommen, sie fühlen sich mehr als die Franzosen als die wirklichen Sieger des Weltkrieges und glauben namentlich Europa zeigen zu müssen, welche Machtpositionen sie inne haben. Wir erleben jetzt, daß ein Sieger dem anderen die Pistole auf die Brust setzt, während mindestens der eine versucht, Freundschaft und Sympathie für den anderen zu heucheln. Der deulscheSprachunterrichl im Ersatz. Paris, 17. Sept. (WTB. Funkspruch.) Wie die Blätter aus Straßburg berichten, ist durch den Rektor der Straßburger Universität der deutsche Sprachunterricht in den Volksschulen neu geregelt worden. Der deutsche Sprachunterricht, der bisher mit dem dritten Schuljahre begann, wird künftig vom zweiten Schuljahre an gelehrt werden. Das Deutsche soll ferner bei den Abschlußprüfungen der Volksschule berücksichtigt werden. Es soll eine schriftliche und eine mündliche Prüfung, die für die Gegenden des deutschen Sprachgebrauchs obligatorisch, für die übrigen fakultativ ist, ftattfinben. Rußland schwenkt ein? Angebliche Sondierungen der Sowjetregierung in London. London, 17. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die liberale „Westminster Gazette" will wissen, daß die russische Regierung einen Pakt mit Großbritannien erstrebe. Das Blatt schreibt, es habe guten Grund zu der Annahme, daß die Sowjetregierung in nächster Zeit versuchen werde, Verhandlungen für die Wiederherstellung normaler Beziehungen mit England zu ermöglichen. Die Grundlage für die Verhandlungen sollen die Regelung der Ansprüche der britischen Gläubiger sein, wogegen die Sowjets hoffen, britische Kredite zu normalen Sätzen für die russische Industrie zu erhalten. Augenblicklich würden offiziöse Sondierungen unternommen. Rach dem Monat Oktober, in dem die Sowjet- Behörden hauptsächlich mit den Jahresfeiern der Revolution beschäftigt sein würden, werde die Frage aktiv verfolgt werden. Dieser Schritt sei zurückzuführen auf die gegenwärtige schwierige finanzielle Lage der Sowjets. Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident v. Hindenburg i't an Bord des Kreuzers „Berlin" am Freitagvormittag in Königsberg ein getroffen. Oüer- prä,ident Dr. Siehr, der Befehlshaber im Wehrkreis 1 v. Esebeck und Oberbürgermeister Dr. Lohmeyer begrüßten den Reichspräsidenten. Loh» meyer hielt eine Ansprache, in der er den Reichspräsidenten als Befreier Ostpreußens feierte und dem Bedauern Ausdruck gab, daß der Aufenthalt des Reichspräsidenten in Königsberg nur so kurz bemessen fei. Der Reichspräsident erwiderte in kurzen Dankesworten für den Will- kommengruß. Schulkinder sangen darauf „Sch hab' mich ergeben". Rachdem der Reichspräsident auch den Kindern gedankt hatte, begrüßte er die zum Empfang erschienenen städtischen Körperschaften und die übrigen Ehrengäste. Dann bestieg er das Auto und fuhr durch die flaggen- geschmückten Straßen der Unterstadt, in denen eine tausendköpfige Menge dem Reichspräsidenten zujubelte, nach M a r k i e n e, wo er beim Vorsitzenden des Provinzialtages, Exzellenz v. B e r g, Aufenthalt nimmt. * Unter dem Namen Hessische Dolksrechts- Partei hat sich aus Kreisen der Hypothekengläubiger, des Sparerschutzbundes, des Reichsbankgläubigeroerbandes und des Hessischen Rentnerbundes eine neue Partei gebildet, die beschlossen hat, sich an den am 13. November stattfindenden hessischen Landtagswahlen zu beteiligen. Als Spitzenkandidat wurde der in Darmstadt wohnende frühere deutschnationale, jetzt bei den Sozialdemokraten hospitierende Reichstagsabgeordnete, Oberlandesgerichtspräsident a.D. Dr. Best ausgestellt. Die Volksrechtspartei muß, da sie bisher nicht im Landtag vertreten mar, 7000 Unterschriften beibringen und eine Gesamtsumme von 3000 Mark stellen, die dem Staat verfällt, wenn keiner ihrer Kandidaten gewählt wird. Das Reichskabinett hat in seiner Freitag-Sitzung den Entwurf des Besoldungsgesetzes endgültig verabschiedet. Der ehemalige Reichskanzler Dr. Lüth e r ist der Ortsgruppe Essen der D e u t s ch e n Vvlkspartei als Mitglied beigsetreten. Aus aller Welt. Reue Erdstöße in der Krim. Freitagnacht wurden in der ganzen Krim erneut Erdstöße verspürt. Sn Laspi bei Sebasto- pol stürzte der Eliasfelsen ab. Es wurde festgestellt, daß die während des Erdbebens über dem Wasserspiegel zwischen Sebastopol und dem Kap Lukull erschienenen Feuer- säulen auf einen großen Einsturz des Meeresgrundes zurückzuführen sind. Die infolge des Einsturzes hervorbrechenden Gase entzündeten sich bei ihrer Verbindung mit der Luft und bildeten vom Ufer aus sichtbare Feuersäulen und Rauchwollen. Die Hitzewelle In Amerika. Die Hitzewelle im mittleren Westen ist nun auch bis R e u y v r k vorgedrungen, wo das Thermometer bis zu 32 Grad Celsius stand, was einen Rekord für die September-Temperatur bedeutet. Wolkenbruch über London. Lieber dem nördlichen Teil der Stadt ging ein Wolkenbruch nieder, der schweren Schaden verursachte. Hunderte von Häusern und Geschäften wurden überschwemmt. Der ganze Straßen- verkehr wurde vollständig lahmgelegt. Auch außerhalb Londons richtete der Regen bedeutenden Schaden an. Die Manöver, die gerade im Gange sind, wurden abgesagt. Es regnet jetzt schon seit sechs Tagen und die Themse steigt außerordentlich Trftt nicht bald eine Aenderung des Wetters ein, so muß mit großen Liebers chwemmungen gerechnet werden. Schwere Gülerzugberaubungen bei Bebra. Schwere Güterzugberaubungen wurden auf der Eisenbahn st recke Bebra — Eichenberg festgestellt. Die Täter sprangen nachts auf die fahrenden Züge, öffneten gewaltsam die Türen und warfen die Kollis heraus, die von einem war tenöen Gefährt in Sicherheit gebracht wurden. Es gelang, den Haupttäter festzunehmen. Auf seinem Grundstück wurden im Heu, im Garten und Keller, sowie auch im Walde versteckt, eine Unmenge der gestohlenen Güter wiedergefunden, und zwar Fäßer voll Wein, Stoffballen, Wäschesendungen usw. Es waren mehrere Fuhrwerke nötig, um die Sachen wieder zur Bahn zurückzubringen. Schweres Automobilunglück in Spanien. Auf der Straße von Santa Coloma (Provinz Barcelona) versuchte das Auto eines Spinnerei- Direktors einen durch Regengüsse zum reihenden Sttom gewordenen Dach zu durchqueren. Der Wagen wurde von den Wellen fortgerissen. Der Besitzer und der Chauffeur konnten sich durch Schwimmen retten, während die anderen Snsassen, die Schwester des Besitzers, seine Tochter und deren Gouvernante durch Ertrinken ums Leben kamen. Die Wetterlage. •Scydlsf U. FVei ta d d en 46. Sept. 192.: Jfaiends. 12. ■f0 I Mapiri 1 xrrJfa 16 >O ' P ixt. •f# * Pt ö ftor ©wolkenlos. 0 neuer ® nai» oeoecKi. ® woihiq, ® oedecKt. elttgen * Schnee & Graupeln « Ncoei K Gewiner.@win sehr leichter Ost _p massiger ^udsoowest Q stürmischer nordwesl Vie Pfeile fliegen mit dem winde Oie o Oden Stationen stehenden Zahlen geben die Temperatur an Oie Linien reromden Orte mit gleichen» tut rtxeresnweau umgerechnelen Luitdruck Wettervoraussage. Das gestern südlich von Ssland gelegene Tief hat sich weiter verstärkt und gleichzeitig ostwärts nach der skandinavischen Westküste fortbewegt. An seiner Rückseite dringen polare Luft- massen weit nach Süden vor. Unter dem Einfluß der Kaltluft bleibt das kühle unbeständige Wetter fortbestehen. Dabei muß mit einzelnen Riederschlägen, die mehr in Form von Schauer- regen auftteten, gerechnet werden. Wettervoraussage: Veränderlich, wechselnd wolkig mit Auf klaren, kühl und vereinzelte Regenschauer. Witterungsaussichten für Montag: Fortdauer des unsicheren Wetters. Lufttemperaturen am 16. September: mittags 17,8 Grad Celsius, abends 13,7 Grad Celsius; am 17. September: morgens 13,2 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 16. September: abends 16,9 Grad Celsius: am 17. September: morgens 14 Grad Celsius. Maximum 18,4 Grad Celsius, Minimum 11,8 Grad Celsius. — Niederschläge 0,2 Millimeter. M W »r!age. düngen bei Bebra, düngen wurden auf Bebra - Eichen^ r jprangen nachls aus i gewaltsam die Türen is, die von einem war t gebracht wurden. zunehmen. Auf feinem im Sorten und Keller, tft, eine Unmenge er wiedergesun- ioü Wein, Stoffballen, waren mehrere Fuhr i wieder zur Bahn zu. igfütf in Spanien. jnta ßoloma (Provinz 'luto einti Spinnerei* itgüffe zum reißenden ,u durchqueren. Der DeUen svrlge- der Lhausseur tonnten len, während die an« ter des Besitzers, seine jemante durch len. fei. te'fc su. ? hÄil4’« Welt. «tot*- sSS. öerfiinbung mit h* «re^ Umeuta. ^?Wn ist mm r,“* MniÄ stand, ®^tembewJem, r Loudon. 6* emg ?. toteren Schaden Msern und Teschäs. Dsr ganze Straßen« lahmgelegt. Auch .achtete der Segen le Manöver, die wurden abgesagt, echs Tagen und die 4. Tritt nicht bald ein. so Mß mit Zungen gerechnet k«««'L»d von " arkt und KAsl-L OLS kühle seinen ’’ . a 8*““ > 16.6'1'' Ä&'S Aus der proviuzialhauptstadt. Gießen, den 17. September 1927. Der Klub der Unzufriedenen. Ich möchte einen Verein gründen, aber es darf keiner der üblichen Verein«. sein. Mit zehn Mitgliedern ist mir nicht gedient. Wenn ich schon meine kostbare Zeit opfere, dann muh es sich auch lohnen. Eben deshalb kam ich auf den Gedanken, einen Klub der Unzufriedenen inS Leben zu rufen. Eigentlich war nicht ich der Vater des Gedankens, sondern mein Freund. Aber ich habe die Idee ausgebaut und beanspruche das Urheberrecht. Zu unguter Stunde kam nämlich mein Freund zu mir und jammerte mir vor, wie wertlos das Leben sei. Ich widersprach ihm, denn ich halte dafür, dah er zum Klagen am wenigsten Anlaß hat. Er verdient, was er braucht, hat kie Aussicht, einmal Generaldirektor oder «in ähnliches großes Tier zu werden, auch ein Erbonkel wartet darauf, das Zeitliche zu segnen und ihm einen Dahen Geld zu hinterlassen. Außerdem ist er ein hübscher junger Mann, d:m die Frauen schöne Augen machen, wenn er sich irgendwo sehen läht, hat ein gutgeöltes Mundwerk, das ihn nirgends im Stich läht, und die nötige Frechheit, mit der er sich durchs graue Da ein schlägt. Also hat er, meiner unmaßgeblichen Meinung nach, keinen Grund, sich wegen Venachteiligung bei Frau Fortuna zu beklagen. Aber er beklagt sich doch, ist unzufrieden mit sich und der Welt. Wenigstens zeitweise. Gewöhnlich dann, wenn es auf den Letzten zugeht. Er war es auch, der die Frage aufwarf: Ob überhaupt einer zufrieden ist, der auf dieser unvollkommenen Erde mit gesundem Verstände lustwandelt? Ich konnte ihm die Frage nicht mit der wünschenswerten wissenschaftlichen Gründlichkeit beantworten, aber ich glaubte, sie verneinen zu müssen, denn es ist auch mir bisher nicht geglückt, einen zu entdecken, der an der Welt nichts auszu- fefcen gehabt hätte. Lind das war der Anlaß dazu, den Gedanken zu erwägen, ob es nicht einem dringenden Bedürfnis entspräche, zu den vielen Vereinen und Klubs, die es heutzutage schon gibt, noch einen zu gründen, und zwar einen umfassenden, ge« wissermahen den Verein, den einzigen, der überhaupt schon längst hätte gegründet werden müssen. Den Verein, der sich vor der Fülle von Anmeldungen nicht zu retten weih. Eben den Klub der Unzufriedenen. Lieber seinen Zweck und sein« Ziele habe ich mir den Kopf noch nicht zerbrochen. Das findet sich später. Es gibt ja Leute, die darauf brennen, ihre guten Ideen anzubringen. Auch die Satzungen werden mir keine Scherereien verursachen, denn die Juristen wollen auch etwas zu tun haben. Jetzt schwelge ich zunächst in Phantasien, wie ich den Verein einrichten könnte. Selbstverständlich mühte es ein grohes, modernes Gebäude sein. Modernste Bauweise. Wenn es in zehn Jahren nicht mehr gefällt, kann man's ja wieder niederreihen. Das belebt den Baumarkt. Ob ich unser G eßen zum Stamm H") wählen würde weih ich noch nicht. Aber eines weih ich: Allen meinen Vettern und Freunden würde ich zu guten Posten verhelfen. Der Jahresbeitrag brauchte nicht zu groß zu sein. Bei der halben Einwohnerzahl Deutschlands = etwa 32 Millionen Mitgliedern (zunächst) würde 1 Mark Jahresbeitrag für meine Bedürfnisse vorerst genügen. Ich bitte Sie, waS ist 1 Mark für die Mitglied- scha't eines so großen und bedeutenden Vereins? Die« Mark würde ich kassieren. Jawohl, ich würde diese Arbeit im Interesse des Vereins auf mich nehmen. Lind dann? Dann würde ich vielleicht der einzig«--Zu'riedene fein. Ab« ' ich wü de mich hüten, es zu sagen. ... S—r. Die Ueberlegenheit der Zeitungsanzeige. Das wirksamste Rellamernittel ist die Zeitungsanzeige! Die Zeitung wird in die Hand genommen in den Augenblicken der Ruhe und Sammlung. Was da der Leser auf sich wirken läßt, bleibt haften. Der Zeitungsleser ist in dem Augenblick, da er sich in sein Blatt vertieft. aufnahmebereit (das ist vielleicht das ausschlaggebende psychologisch« Moment, das über die Lleberlegenheit der Zeitungsanzeige als Werbemittel entscheidet!). Man kann überzeugt sein, derm es liegt in der Ratur der Sache, daß kein Zeitungsleser sein Blatt aus der Hand legt, ohne auch den Inseratenteil durchgesehen zu haben. Selbst der eifrigste Politiker, der Sensationsjäger, der Verehrer des Feuilletons. — sie alle sind heute wirtschaftlich viel zu stark interessiert, als dah sie den Inseratenteil überschlagen würden. Dah man Frauen nachsagt, sie nähmen die Zeitung nur der Inserate wegen in die Hand, ist zwar humoristische Llebertreibung, die die politische Uninteressiertheit der Frau treffen soll, aber es ist ein Körnchen Wahrheit darin. Jeder Beobachter wird wenigstens so viel schon wahrgenommen haben, dah die meisten Frauen die Zeitungen von hinten zu lesen anfangen. Das ist natürlich. Der Sinn der echten Hausfrau geht darauf aus, ihre Bezugsquellen zu vergleichen, neue ausfindig zu machen, und je schwieriger sich die Zeitverhältnisse gestalten, um so schärfer wird das Auge der Frau bei der Suche nach neuen, günstigeren Geschäftsverbindungen. Don diesem Standpunkt aus ist es auch totafc verkehrt, wenn manche Geschäftsleute sagen, in schlechten oder weniger guten Zeiten habe das Inserieren keinen Zweck. Man könnte mit vielen Gründen vielleicht das Gegenteil vertreten. Gerade in schlechten Zeiten ist der Käufer in der Wahl seiner Bezugsquellen doppelt vorsichtig, weil für ihn jeder Pfennig Wert hat. So nützt ein guter Inseratenteil nicht nur dem Produzenten und Händler, sondern auch Dem Verbraucher. Es ist kein Zufall, dah eine tüchtige Hausfrau, wenn mehrere entsprechende Zeitungen zur Wahl stehen, derjenigen den Vorzug gibt, die den größeren und reichhaltigsten Inseratenteil hat. Man weih ja auch, dah Kaufleute bestimmter Zweige manche Zeitungen nur des Inseratenteils wegen halten. Der Geschäftsmann, der sich über die richtige und beste Art seiner Werbung klar werden will, sollte auch eins nicht vergessen: Der rechte Zeitungsleser ist immer in seine Zeitung ein bißchen verliebt. Er schwört auf seine Zeitung! sagt man häufig. Wenn es so ist, läht er sich von ihr nicht nur politisch beraten, sondern auch geschäftlich. Vielleicht geben dies viele nicht zu, aber es ist so. Llnbewußt folgt der „treue Abonnent" seiner Zeitung in allen Dingen. G.ht aber der Leser mit seinem Blatte auf der Politi ken Linie mit, läßt er sich von ihm in anderen Lebenslagen beraten, so ist es gar keine Frage, daß diese Beeinflussung und Beratung auch nicht beim Inseratenteil halt macht. Aus irgendeinem Anlasse befragte ich kürzlich einen hervorragenden Dolkswirtschastler über eine Mittelstandsangelegenheit. Es war mir dabei außerordentlich überraschend, dah der Herr eine der Hauptursachen für den beklagenswerten Riedergang des Mittelstandes darin sah, daß die Handwerker, Llnternehmer und Kaufleute dieser Kategorie — wenig oder gar nicht inserierten. Sie Dürfen sich nicht wundern, so ungefähr drückte sich der Mann aus, dah sie hinten bleiben, denn sie überlassen den andern das Inseratenfeld! Es ist möglich, dah diese Angehörigen des Mittelstandes glauben, das Inserieren sich nicht leisten zu können. Cs kommt nicht auf die Gröhe des Inserates an. Auf einer vollen Seite wirken bei geschicktem, wirkungsvollem Arrangement auch kleinere Inserate. Cs ist erstaunlich, aber es ist so: der geschäftliche Mitt.lstanD ist geraden noch ReulanD für das Inserat. Cs mag sein, dah hier und da die Dinge anders liegen, aber nach meinen Beobachtungen stellt der mittlere und kleinere Kaufmann und Produzent ein so karges Kontingent der Inserenten, daß es gerade- zu eine Existenzfrage für ihn ist, sich hier auf seine sonst bewiesene Tüchtigkeit und Zähigkeit zu besinnen. —nk. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Gießener Nudergesellschast: 9 Uhr, Bootshaus, Generalversammlung. — Altersvereinigung 1877/1927: | 8.30 Uhr, Hardt, Geburtstagsfeier. — Palast-Lichtspiele: „Sie, die Einzige".— Nstoria-Lichtspiele: „Betrogene Frauen". — Tageskalender für Sonntag. Gesangverein Concordia: 4 Uhr, Karlsruhe, Sommerfest. — Lichtspieltheater: wie Samstag. — Wähltatigkeitskonzert. Wir machen auf den am nächsten Freitag, 23. September, in der Aula der Universität zugunsten der Hi n d c n b u r g • spende stattfindenden Konzert- und Opernabend aufmerksam, den Lic. I. F. L a u n (Gießen) mit einigen Sängern und Sängerinnen, die mit ihm in der Gesangsschule Desy Pollitz (Frankfurt a. M.) ausgebildet sind, veranstaltet. Der Abend wurde in ähnlicher Weise vor kurzem in Frankfurt mit einem außergewöhnlichen Erfolg gegeben. • •• D i e Kraftpost Giehen — Hochelheim verkehrt nach dem Winterfahrplan der Kraftposten ab 2. Oktober wie folgt: Ab Gr.- Linden nur Dienstags, Freitags und Samstags 3.56, an Hochelheim 4.12; ab Giehen nur Dienstags 5.10, an Hochelheim 5.44; ab Giehen werktags 8.30, an Hochelheim 9.19; ab Giehen täglich 19.00, an Hochelheim 19.49; ab Gr.-Linden 12.47, an Hochelheim 13.04 Uhr. In umgekehrter Richtung fahren Die Wagen wie folgt: Dienstags, Freitags und Samstags ab Hochelheim 3.25, an Gr.-Linden Bahnhof 3.46; ab Hochelheim nur Dienstags 4.20, an Giehen 5.00; ab Hochelheim werktags 6.40, an Giehen Markt 7.40; ab Hochelheim 11.40, an Gr.-Linden Bahnhof 11.56; ab Hochelheim täglich 13.15, an Giehen Bahnhof 14.04 Uhr. * Der Umbau Der Eisenbahnbrücke an der Reustadt ist jetzt in Angriff genommen worden. Gegenwärtig sind die Abbruchsarbeiten am Mauerwerk der Brück« auf Der Seite nach der Reustadt zu im Gange. Das Gleis Gießen—Lollar ist gesperrt, der Zugverkehr wird an der Baustelle auf dem Gleis Lollar—Gießen eingleisig aufrecht erhalten. Zu diesem Zwecke wurden, wie wir kürzlich schon berichteten, vor und hinter der Baustelle besondere Weichen eingebaut, ferner ist dort ein besonderer Sicherheitsposten stationiert. Die Züge passieren Die Umbaustelle mit stark verringerter Geschwindigkeit. Für Den Straßenverkehr ist die Unterführung des Bahnkörpers völlig gesperrt. Sobald Der diesseitige Teil der Drücke fertig umgebaut ist, wird unverzüglich der jenseittge Teil in Angriff genommen werden. *• D i e Sperrung des Viadukts an der Reustadt für jeglichen Derkehr gibt dem Polizeiamt Veranlassung, darauf hinzuweisen, daß aus verkehrspolizeilichen ©rimben der Fährverkehr von der Rodheimer Strahe nach der Stadt durch Die Lahnstrahe—Gabelsberger Straße nach der Westanlage, Der Fährverkehr mit Ausnahme von Langholzfuhrwerken von der Stadt nach Der RoDheimer Straße Durch Die Hamm- strahe geleitet wird. Langholzfuhrwerke haben durch Die Gabelsberger Straße — Lahnstrahe zu fahren. * * Späterlegung des Schü lerzuges Grünberg—Gießen. Der zur Zeit in Grün- berg um 6.29 Uhr abfahrende Personenzug, Der hauptsächlich Dem Schülerverkehr nach Gießen Dient und hier um 7.10 Uhr eintrifft, wirD mit Beginn des neuen Winterfahrplans, ab 2. Oktober, um 6.54 Uhr in Grünberg abfahren unD um 7.35 Uhr in Gießen eintreffen. * * E i n öffentlicher Impftermin fin« Det am Mittwoch, 28. September, nachmittags von 3 bis 4 Uhr, in Der Turnhalle Der Schillerschule, Schillerstraße, statt. Näheres ist aus Der heutigen Bekanntmachung ersichtlich. * * Der nächste Viehmarkt in Gießen findet am Dienstag, 20. September, statt. An diesem Tage wird Rinder- (Nutzvieh-) Markt sein. Am Mittwoch folgt ein Schweine- und Schlachtviehmarkt. * * Ob ft oer ft eigerungen Der Stadt Gießen finden am Mittwoch und Donnerstag nächster Woche statt. Interessenten seien auf Die heutige Bekanntmachung hingewiesen. ** Reichsbahn-Personalien. Reichsbahnobersekretär Hch. Junker aus Lollar, vorn Bähnhof Giehen, ist ab 1. Oktober als Oberbahnhofsvorsteher nach Hungen verseht, Reichs- bahnsekretär Ludwig Junker aus Lollar, ebenfalls vorn Bahnhof Giehen, für den verstorbenen Bahnhofsvorsteher von Burg - und Rieder- Gemünden als dortiger DienststeUenleiter bestimmt worden. OberdahnhofSvorsteher Rau von Bahnhof Schlitz tritt zum Bahnhof Frankfurt. =* Fe st genommen wurden hier zwei Hand- werksdurschen. Die in BaD-Nauheim einen jungen HunD (brauner Dobermann) mitgenommen hotten. ** Die 19. Haupttagung Des lutherischen Einigungswerkes /Allgemeine Ev.- lutherische Konferenz) finDet von Montag bis Freitag nächster Woche in Marburg statt. Auf Der Tagung merDen u. a. auch Die lutherischen Kirchen von Schweden, Norwegen, Finnland, Ungarn, Frankreich, Tschechoslowakei und Estland durch prominente Führer vertreten sein. Den Vorsitz führt Landes- bischof D. Ihmels (Dresden). •• Die Evangelif ch« Sterbevvr- svrge in Hessen. Man schreibt uns: Dank der erfreulichen Beteiligung, Di« das jüngste Werk des Zentralausschusses für Innere Mission Der Deutschen Evangelischen Kirche m allen Teilen Der evangelischen Bevölkerung fand, ist diese Einrichtung in ihrer Entwicklung biS jetzt schon ein gutes Stück vorwärts gekommen. Die zahlreiche Beteiligung liefert aber auch gleichzeitig den Beweis, dah Der Zentralausschuß für Inner« Mission mit Der Gründung der Evangelischen Sterbevorsorge noch vielen Familien rechtzeitig die helfende Hand geboten hat. Die Sterbekasse ermöglicht es jedem evangelischen Christen bis zum 8 0. Lebensjahr, schon gegen einen Monatsbeitrag von 50 Pf. Aufnahme zu finden. (Siehe heutige Anzeige.) Schöffengericht Wetzlar. Q Unter Ausschluß der Oefsentlichkett wurde gegen einen Einwohner aus Giehen wegen Verbreitens unzüchtiger Schriften verhandelt. Der Angeklagte hatte mit einer Schreibmaschine in mehreren Fällen Briefe unzüchtigen Inhalts geschrieben, diese in einen Briefumschlag gesteckt und zum Teil in Wetzlar in der Anlage an einer Stelle nieDergelegt, wo sie dann von Schulkindern aufgefunöen wurden. Rach dem Täter wurde seinerzeit längere Zeit gefahndet, und nur Den eifrigen Bemühungen der Polizei. Die seinerzeit über 400 Schreibmaschinenschriftproben sammelte, ist es zu danken, daß der Täter mit Hilfe des Gerichtschemikers Prof. Dr. Popp in Frankfurt a. M. entlarvt wurde. Der Angeklagte büßte fein Tun mit 600 Mark Geldstrafe, hilfs» weise für je 10 Mk. ein Tag Gefängnis, die er annahm. Lediglich aus Mitleid mit dem Angeklagten, um diesem seine Existenz nicht au vernichten, erkannte das Gericht auf Geldstrafe. Ein Lehrer aus Herborn war wegen Sittlichkeitsvergehens angeklagt. Auch in diesem Falle wurde unter Ausschluß der Oefsentlichkett verhandelt. Der Angeklagte hatte sich an Mädchen jugendlichen Alters vergangen. Gegen ihn erkannte das Gericht auf zwei Jahre sechs Monate Gefängnis. Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre vier Monate Zuchthaus beantragt. Was ist Lukutate? Die Medizin stebt nicht mehr weit von der Erkenntnis, daß alle Krankheiten im Grunde nur Erkrankungen der Drüsensind, (Schilddrüsen, Keimdrüsen, Pankreas, Nebennieren, Bauchspeicheldrüse, etc.) Die Drüsen sind verantwortlich für Jugend oder Alter, für Gesundheit oder Krankheit, für Altersschwäche oder Lebenskraft. Lukutate kann als das Drüsenmittel der Zukunft bezeichnet werden. Es entspricht einem dringenden Bedürfnis, wie Erfolge und Nachfrage beweisen. Ein großes dankbares Publikum empfiehlt Lukutate von Mund zu Mund. Man wählt je nach Geschmack oder wechselt: l Lukutate-Gelee-Früchte, die süße Oescbmaduform Mk. 3.60 Z Lukufate-Boulllonwürfel für den, der ^05" nktit mag, sowie für Korpulente und Diabetiker . Mk. 3.60 3. Lukutate-Mark, Marmelade als Brotaufstrid» etc. . . . Mk. 3.60 4. 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Die sechzig Kilometer, die uns räumlich Don Berlin trennen, werden durch Wellen überbrückt, die mir, während ich umständlich eingeseift und noch umständlicher geschabt werde, allerlei übermitteln, was so das Programm just aufzuweisen hat: meistens Grammophonmusik, einmal der Dichter Hans Alfred Kihn mit seinem urkomischen Klcrbehn-Vortrag. dann wieder Ratschläge, wie ich meinen Kindern einen Sportgarten anlegen soll — ach, mein geliebter See mit aller Freiheit seiner langen Ufer ist uns tausendmal lieber! —, und bisweilen auch Wohl mittags das Spiel der Berliner Paro- chialkirche. — Rur wenige Male bin ich früher durch die Klosterstraße gegangen, wo diese Kirche, nach R erings Entwurf 1714 von G erlach beendet, steht; imb jedesmal habe ich fein gewartet, bis es soweit war, daß dieses alte Glockenspiel zagend und zitternd ausklang, das einmal König Friedrich!, um teures Geld aus Holland für den erhöhten Münzturm seines Schlosses kommen ließ und das Andreas Schlüter, der Kchlohbaudirektor, dem die Vollendung dieses Turmes aufgetragen, nie zu hören bekam, da er, von feinem königlichen Auftraggeber verbannt, verbittert in St. Petersburg starb. Der Münz- hirm mußte seines mangelhaften Hintergrundes vnd gewaltiger Risse in den verschiedenen Stock- fr-erfen wegen abgetragen werden; an seiner Stelle fcxirb der Turm der neuen Parochialkirche vom König dazu au.sersehen, das aus dem Rumpel- kxller wieder hervorgeholte holländische Glockenspiel über Berlin in allerlei schönen, alten Kir- Nr. 2f8 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oherhessen)5amstag, 17. September 1927 Genf und die Außenwelt. Außenpolitische Umschau. Von Professor Dr. Otto Hoetzsch. OK. b./R. Mitglied der deutschen Dölkerbundsdelegaiion in Genf. Die Völkerbundstagung ist itoch in vollem Gange, vornehmlich hat sie sich auf das Problem zugespiht, ob zur Bekundung und Durchsetzung des Finedens- und Abrüstungswillens des Völkerbundes die bisherigen Satzungen und Verträge ausreichen, etwa zu bekräftigen durch eine neue Deklaration, oder ob, wie ein erheblicher Teil in der Versammlung wünscht, doch zur Aus- fülhmg der bekannten Lücken im Völkerbundsstatut wieder auf das Genfer Protokoll in irgendeiner Form zurückgegriffen werden solle. Darüber wird in der 3. Kommission unter dem Vorsitz Benefchs gehandelt. womit der ganze Komplex der Abrüstungsfragen überhaupt schier unübersehbar sich von selber wieder aufrollt. Ob es richtig fein wird, wie über die Generaldebatte zusammenfafsend im „Journal de Geneve" gesagt wird, daß nach zwei Jahren des Zögerns der Bund ^etzt wieder vorwärts marschiere, steht noch dahin. So ist das Gesamturteil über die Tagung noch zurückzuhalten. Rur selten einmal spielen in sie Fragen von draußen hinein. Der Pole hat die Vereinigten Staaten erwähnt, aus denen übrigens dem Völkerbund eine große Schenkung für die Bibliothek zugeflossen ist. Der Pole wie der Lette haben Rußland ge- Inannt. Aber das ist nur ganz gelegentlich. Aus Rußland verfolgt man die Verhand- kungen mit Mißtrauen und mit der bekannten ermüdenden Wiederholung, daß sich auch dort die Front gegen die Sowjetregierung weiter vor- dereite. Der polnische Antrag, dem Deutschland. Frankreich mrd England zustimmen, gibt dazu stricht die geringste Veranlassung. Er legt ja die Verpflichtung auf, jeden Angriffskrieg zu vermeiden. Lind toetm England, wie Chamberlain förmlich gesagt hat, diesem Antrag, der den Angriffskrieg verfehmt und untersagt, zustimmt, so ist das auch für die Beurteilung angeblicher Angriff sabsichten wichtig, die man in Moskau immer wieder England zutraut. Zwei Einzelfälle, aber recht schwerwiegender und weittragender Art, ‘unabhängig von der Genfer Versammlung und neben ihr, haben in der letzten Woche Rußlands Stellung verschlechtert. Das ist einmal der Konflikt mit Aantreich um den russischen Botschafter in Paris, Rakowski. Dieser hat eine Erklärung der Parteiminderheit anläßlich der Verhandlungen des kommunistischen Zeirtralkommitees mit unterschrieben, die die Angehörigen von Ländern, die im Krieg mit Rußland sind, verpflichtet, „akttv für die Riederlage ihrer Regierung zu arbeiten“ und „alle fremden Soldaten einladt, zur roten Armee überzugehen.“ Das ist nun für einen aktiven Botschafter starker Tabak und der Protest des französischen Ministeriums dagegen ist sehr begreiflich unb berechtigt. Tschitscherin hat auch sofort diese Erklärung mißbilligt. Wer aus Frankreich mehren sich die Sttmmen, die die Abberufung dieses Botschafters fordern, und Rußland wieder weigert sich eben doch, den scharfen Strich zu ziehen, der hier nötig ist. Das ist das allgemein Bedeutungsvolle dieses Vorfalles. Rußland tnihbilligt, daß sein Botschafter eine Erklärung abgibt, die die 3. Internationale abgeben könnte, und sogleich reserviert es jedem, also auch seinem Botschafter, doch das Recht, an dergleichen Bemühungen sich zu beteiligen. Das ist die absichtliche Unklarheit zwischen russischen Regierung und Komintern, die immer aufrecht erhalten toirb. Aber ohne ihre Beseitigung wird das Verhältnis Rußlands zu den anderen Mächten aber nicht vorwärts gehen. Roch wichsiger ist der Abbruch der Begebungen, den der Kongreß der englischen Gewerkschaften in Edinbourgh am 6. September gegenüber den russischen Gewerkschaften ausgesprochen hat. Fast zwei Millionen haben sich dafür ausgesprochen, nur 600 OOO dagegen. Das ist der Llbschluß einer längeren Entwicklung, die schon mit der Auflösung des englisch-russischen Komitees begann. Der Beschluß steht zunächst unter Wahlrücksichten. In einem kommenden Wahlkampf, auf den man sich in England durchaus schon vorbereitet. hätte der Vorwurf gegen die Arbeiterpartei eine für sie verhängnisvolle Rolle gespielt. sie stünde in Beziehungen mit Rrchland und habe infolgedessen kommunistische Absichten. Diesem Vorwurf ist schon jetzt die Spitze abgebrochen worden und die Zusammenarbeit zwischen Arbeiterpartei und Liberalen wird damit von einer großen Belastung freigemacht. Aber es ist nicht nur Wahlerwägung, die hier mitsprach. Die Führung der englischen Ge- werHchasten beendet eine Beziehung zur russischen Arbeitergewerkschaft. für die bei den Engländern eine Minderheit sehr energisch arbeitete. Der 'Beschluß ist zugleich ein Sieg über die eigenen Radikalen und iomml aus der anttkommuni- stischen (Stimmung, die auch in der englischen Arbeiterschaft besonders stark ist. Run wird man in Rußland natürlich sagen, daß auch die Gewerlschaften in die Rühe der für einen Angriffskrieg gegen Rußland arbeitenden eingetreten seien. Davon ist keine Rede. Aber der Abschluß einer Entwicklung in der englischen Arbeiterschaft, der in dem Edinbourgher Beschluß zum Ausdruck kam, wird die Wiederaufnahme der englisch-russischen Beziehungen noch mehr erschweren und in Rußland sieht man keine Anzeichen, daß man, wie ihm der Vorfall mit Rakowski und der Beschluß von Edinbourgh zeigt, klar und entschieden drehen muh, wenn man überhaupt Beziehungen mit den europäischen Mächten hoben will. Die will man haben, weil man sie haben muß. und diese Rotwendigkeüt wird durch die Erklärungen der Moskauer Presse gegen hie Genfer Verhandlungen nicht aus der Welt geschafft. In Genf denkt niemand daran, eine solche Front zustande zu bringen. Das russische Problem steht vielmehr ganz draußen, außerhalb der Verhandlungen und Besprechungen, der Erwägungen und Besorgnisse darüber, wie man Überhaupt den Völkerbund vorwärts bringen könne, dem Abrüstungsgedanken einen neuen Stoß vorwärts, einen neuen Auftrieb und Antrieb nach oben geben könne. Italien und der Völkerbund. Don unserem Dr. tia.-Derichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Rom, Mitte September 1927. Die Beziehungen von Rom zu Genf, die Haltung Mussolinis zum Völkerbund, hat sich etwas geändert seit der Zeit, da ein Mitglied der italienischen Delegation erklären konnte, Rom hat in Genf nicht Den Völkerbund zu verteidigen, sondern Italien gegen denVolker- bund. Das schroffe Wort stammt aus der Periode, da man nach regelmäßigen Vorbesprechungen zwischen London und Paris Italien freundlich einlud, auch seine Unterschrift zu geben. , Das Mißtrauen Mussolinis gegen die Zwei- mächte-Politik hat sich abgeschwächt, nachdem er in einem persönlichen Meinungsaustausch mit Chamberlain die Gründlage für eine italienisch- englische Verständigung gelegt hat. Die Skepsis gegen die Wirksamkeit des Völkerbundes aber ist geblieben. — Es macht sich nachteilig geltend, daß Mussolini selbst stets fern bleibt und sich somit auch der Möglichkeit entzieht, durch persönlichen Kontakt mit den anderen Außenministern diese oder jene Frage zu klären. Für diele Haltung Mussolinis ist wohl maßgebend, daß er tatsächlich nicht in der Lage ist. sich in regelmäßigen Zwischenräumen für eine Woche von Rom zu entfernen, da dann die ganze von ihm allein bediente ita lienische Regierungsmaschine still steht. Rach den viermaligen Attentaten kommt auch der Gesichtspunkt feiner persönlichen Sicherheit in Frage — weniger für ihn selbst, denn er ist völlig Fatalist, aber doch im Interesse des Landes. Auch die persönliche Antipathie B r i a n d s und Danderveldes gegen Mussolini sprechen mit. Sie gehen ist erster Linie wohl auf inner- politische Gegensätze der faszisttschen Staatsauffassung zur demokratisch-sozialistischen zurück und verletzen gerade dadurch Mussolini, der immer wieder betont, daß der Faszismus fein eigenstes Werk und eine ausschließlich italienische Angelegenheit sei, in die sich einzumischen einer anderen Regierung nicht zustehe. Die Taktlosigkeiten Vandervelles in Genf während Mussolinis einziger Teilnahme an der Ratssitzung, die sich denn auch in der einfachen Ignorierung der Einladung Mussolinis durch ftanzösische, belgische und jugoslawische Pressevertreter auswirkte. — die vorangegangene Unhöflichkeit Driands während der Ratstagung in Rom. wo er als letzter der Delegierten erst am letzten Sihungstage Mussolini einen Besuch abstattete — — all dies wird in Mussolini auch aus persönlichen Gründen den Wunsch nach einer Teilnahme an den Ratssitzungen nicht verstärkt hoben. ©olange eine selbständige italienische Presse bestand, zeigten die beiden großen liberalen ober- italienischen Blätter. Sortiere della Sera und Stampa, chre Shmpathle wenigstens für den Döllerbundsgedanken. Heute sind auch diese Blätter skeptisch geworden, und zwar nicht nur infolge der redaktionellen Umformung, sondern auch aus der tatsächlichen Erwägung, daß man bei allen tiefgehenden Streitfragen den Völkerbund anzurufen vermeidet. — was auf wenig Vertrauen zu seiner Leistungsfähigkeit schließen lasse. Das ist dasselbe, was die faszisttsche Presse gröber ausdrückt, wenn sie schreibt, letzten Endes verläßt sich England doch auf seine Schiffskanonen und Frankreich auf seine Armee. Der Widerstand Frankreichs gegen die Durchführung einer allgemeinen Abrüstung, der Mißerfolg der Konferenz zur Seeabrüstung läßt die Genfer Versammlungen in Italien nicht mehr ernst nehmen. Ganz allgemein wird der Rücktritt de 2ou- venels und Cecils als eine Desavouierung weiter Kreise auch in England und Frankreich angesehen; man sagt, Jouvenel verschwinde als ein Sühneopfer, das Briand Herrn Poincare bringe und Cecil dokumentiere mit seinem Rück- Preisausschreiben in der wöchentlich einmal am Donnerstag erscheinenden Beilage des Gießener Anzeigers Heimat im Bild offen für alle Bezieher des Gießener Anzeigers und für Neubesteller zum 1. Oktober, sowie für deren Familienangehörige. Bedingungen Das Preisausschreiben erstreckt sich über die Ausgaben von „Heimat im Bild" Nr. 38 bis einschließlich 40 in der Zeit vom 22. September bis 6. Oktober 1927. In jeder dieser Nummern von „Heimat im Bild" sind eine Reihe von Lichtbildaufnahmen aus der Landschaft Oberhessens und der an- grenzenden Bezirke wiedergegeben. Das Ziel der Teilnehmer am Preisausschreiben soll sein, die Landschaftsausschnitte zu erkennen und in fortlaufender Nummernfolge von 1 bis 16 möglichst lückenlos und kurz zu bezeichnen. Nicht erkannte Bilder sind durch einen Strich neben der Nummer kenntlich zu machen. Die schriftliche Aufstellung ist bei der Redaktion von „Heimat im Bild", Gießen, Schulstraße 7, einzureichen. Die Annahmezeit für die Lösungen beginnt am 7. Oktober 1927. Der Schlußtag ist auf den 15. Oktober festgesetzt. Spätere Eingänge bleiben unberücksichtigt. Sämtliche Losungen müssen an der Spitze Namen, Stand, Wohnort, Straße und Hausnummer des Einsenders tragen. Die Beifügung der Oktoberquittung über den Bezug des Gießener Anzeigers ist Bedingung. Die Teilnehmer erkennen die Entscheidung über die Preisverteilung als endgültig an. Die Preisträger werden nach Vollständigkeit und Richtigkeit der einlaufenden Losungen ermittelt. Es kommen 20 Bücher bezw. Bilder zur VerteillMg. Verlag und Redaktion des Gießener Anzeigers. djenliebern erklingen zu lassen. Aber jedesmal, wenn ich in der Klostergasse stand und darauf lauMe. daß die Glocken ihr leises, zögerndes Singen anh^>en nröchten. zersprengten Autvhupen den tönenden Hauch der Melodie oder auch Wohl ein vorüber polternder Wagen. Ich ward immer um den Genuß dieser Poesie hier betrogen. Run habe ich sie ganze sechzig Kilometer fern von Berlin viel inniger und schöner — freilich bei eingefeiftem Gesicht. Aber, da man die Augen schließen kann, entlörpert man sich schnell so zauberhaft imb füUt sich wie mitgetragen vom wehenden, klingenden Metall. 2m vergangenen Jahr war es, daß ich in Dünkirchen war, wo die Glocken des Carillons dieses schöne Reigen- und Scherzlied singen: ..Ein wollnes Rockelein. Drauf ein weiß Mäntelein, Und wißt ihr, wo ich wohne? Wohl in Sankt Gillis Dors.“ Ober vielmehr, man muh das flämisch gehört hoben, wie mir das im Krieg einmal in Gent ein Mädchen Erna Monica sang, als nur die Sehnsucht Dünkirchen erreichen konnte: „Een kalemanden Rock, Een Wit mantlhntjen d'rop, En weet he, toacr da'k toeunen ? Al in (3-tnt Gillis dorp.“ In, Kriege schwiegen auch in Gent die alten Glockenspiele; und auch sie habe ich erst im vergangenen Jahr gehört: vom alten Delftied die getoaltige Rolandsglocke, die allein über 3000 Kilo wiegt und ihren majestätifchen Ruf über die Stadt sendet: „Het is de Hotte Roelandt; Wanneer zij klepi. is't brand; Wanneer zij.luidt: triomf in Vlaanderland I“ Der Krieg hat die flandrischen Leute wieder in ihr Stammesbewuhtsein zurückgeführt; Deutschland hat es in ihnen neu erweckt. Hier auf dem alten Genter Beifried, neben der Rolandsglocte stand im Sommer 1765 mit seinem Vater ein Kind. Mozart geheißen, und lauschte und lauschte; und auch auf dem kleinen Turm der Kirche der Baudelovabtei stand er, um dann auf diesem Glockenspiel des Gießers Pieter H em o n y seinen „Türkischen Marsch“ über Gent erklingen zu lassen. Wenn Kaiser K a r l V. am 30. April 1540 den Befehl erließ: „Wij verclaeren oik ghe- consisqueert de clocke ghenoempt Roelandt", so hat Deutschland im Weltkrieg diese Glocken ehrfurchtsvoll den alten Türmen gelassen. Run stehe ich wieder auf dem alten Delfried zu Brügge, neben den neunundvierzig Glocken des Meisters Joris Dumery aus dem Jahre 1741. Des Peter Benoit „Beiaardlied“ aus seiner „Rubens-Kantate“ ist um mich: „Dan mocht de beiaarb speien, Ban al uw torentianfen, Dan mocht de grijsheid kwelen, Don mocht de jonkheid bansen.“ Wie einmal im Kriege, so ftanb ich auch im vergangenen Jähr hier oben, schaute die Höhe von 35 Metern herab auf den Groote Markt und weiter in den kleinen Eiermartt, da einmal Marie- Louife Vereeckes Lächeln durch die engen Gast- hvfzimmer „Zum König von Spanien“ huschte, und weiter, weiter bis and Meer, gen Zeebrügge, wo nun ein historisches Museum von den Taten unserer U-Boote spricht. Der Ton des Glockenspiels hier ist ehrlicher; er ist rein verblieben. — Cs ist derselbe feine Ton. der noch immer von der Berliner Parochialkirche an mein Ohr kommt. Aber da fehlt das Brüllen der vier ßöteen, das einmal aus diesem Lihrwerk kam, und das der alte Meister, vom Rate der Stadt geblendet, da er gegen den Befehl ein noch weit schöneres Singspiel erschaffen wollte, selbst zerstörte. als man ihn auf seinen Wunsch kurz vor seinen, Tode noch einmal auf den Turm der Parochialkirche führte. Dieses noch weit schönere Singespiel: „Die Reiter der Offenbarung will ich aus goldenen Türen reiten lassen, wenn die Stunde schlägt; fingen soll die Uhr wie mein seliges Herz!" — ach, wie sehe ich es so herrlich vor mir. In feinem Klang sind alle Glocken, auch Gents Roland und Brügges Bourdon und Mozart und Benoit: „Dan mocht de^ grijsheid kwelen, dan mocht de jonkheid bansen!" .ilnb bas Alter, mein Barbier nämlich, singt, und bie Jugenb, als welche ich mich fühle, tanzt und hat ganz vergessen, baß sie eben eingefeift und rasiert wirb. Daß aber vergißt sie. bei aller sphärischen Entrücktheit, denn boa) nicht: aufzuspringen, da sie vom singenden Barbier eben erheblich in die Wange geschnitten wurde... weil das Spiel der Berliner Parochialkirche also schön durchs Radio herüberkam... Das hat man davon, wenn man sich zu willig seiner Phantasie hingibt, wenn man ins Tanzen kommt, während man rasiert wird. Mit einem neuen prächtigen Schmiß werde ich nun nach Berlin zurückkehren von meinem Urlaub. Dummes, liebes Glockenspiel, du! Ekelhaftes, wundervolles Rodio, du! „Singen soll die Uhr. wie mein seliges Herz!" Das intelligente Chamäleon. Im allgemeinen gelten die Vertreter des Eidechsengefchlechts nicht als besonders intelligent. „Als ich erst Lizzie, dann einige Monate später Dcyden aus Florida bekam." erzählt Geo W. Smith im Oiature Magazine, „konnten sie mit nichts von ihrer Heimat berichten, s,e waren ja nur Chamäleons. Dies „nur“ habe ich später als ungerecht zurückgenommen. Eifriges Bemühen um die beiden Tierchen zeigte schließlich beten Gelehrsamkeit. Die veränberliche Farbgebung ist bei Lizzie grau und dunkel gefleckt, bei Dryden gelb bis weiß; im elektrischen Licht erscheinen beide glänzend bunt. Rach längeren Beobachtungen stellte sich zunächst bei Lizzie heraus, daß sie auf Stimmen achtete und sie wieder erkannte. Durch ständiges Futtern mit lebenben Fliegen wurde ihr Vertrauen erworben, sie kam auf Anruf, schließlich sprang sie auf Befehl von einem Stein auf einen andern, wofür es dann eine Belohnung gab. Der eine Stein war blau, der andere rot; letzteren mochte Lizzie nicht leiden und wartete ängstlich auf den Befehl, abzuspringen. Der Grund dieser Abneigung wat nicht festzustellen; jedenfalls lag er nicht in der Farbe, denn Lizzie schläft bei kühlem Wetter auf einem Stück roten Flanell. Später folgte ein schwierigeres Kunststück: Lizzie und Dryden lernten den Mast einer kleinen Wippschaukel hin.ruf- kriechen, sich auf den Schaukelbalken begeben und auf diesem schwankenden Sitz längere Zeit aus- halten, bis der Befehl zun, Absprung und bie Belohnung kam. Auch springen beide auf Anruf vom Tisch in die Falten eines Fmstervor- Hangs. Dryden ober, der anfangs bisiig war, jpringt jetzt sogar durch einen Reifen." tritt die Unmöglichkeit einer Abrüstung. Da der bleibe im Hintergrund aller pazifistischen Utopien die nüchterne Erkenntnis, daß nur die eigenen Waffen eine Sicherheit geben. Dasselbe kann man auch aus dem Munde von oppositionellen Abgeordneten hören. Mussolini hat also leichtes Arbeiten, wenn er die öffentliche Meinung für seine These einspannt: Bereite dich auf den Krieg vor, wenn du den Frieden haben willst. Da der Versailler Vertrag eine Reihe von Absurditäten gebracht hat, die auf diplomatischem Wege nicht wieder auf die Basis einer vernünftigen Realität zurückgeschvben werden können, so glaubt man in Italien, daß erst nach einem weiteren Klärungskrieg und einem ganz anderen Friedensschluh mit einer langen Periode tatsächlichen Friedens gerechnet werden kann. Auch hierin deckt sich die öffentliche Meinung in Italien mit der in der HrmmelfaHrtrede und ihrer Anspielung auf den „Kreuztveg für Europa in den Jahren 1935 bis 1940“ ausgesprochenen Auffassung Mussolinis — trotz aller Kritik an der Opportunität dieses offenen Ausspruches. Das diesmalige Genfer Programm interessierte Italien wenig. Danzig und die Herabsetzung der Besahmrgstruppen sind Probleme, die außerhalb seiner eigenen Interessen liegen. Man meint, die Frage der Besatzung erledige sich in wenigen Jahren ja sowieso und das Danziger Problem könne mit Genfer Flickarbeit nicht überdeckt werden. Seine Absurdität sei so augenscheinlich, daß jeder Versuch diplomatischer LImschreibung die Unzulänglichkeit der Genfer Methoden nur noch schroffer ins Licht stelle. Es interessierte hier nur der englisch-französische grundsätzliche Unterschied in der Bewertung der Besatzung: Die französische These von der Besatzung als einem Instrument der frmrzösischen Sicherheit und die englische des Mittels zur Erfüllung des Versailler Vertrages und des Hinweises an Frankreich, daß dessen territorialer Schuh lediglich im Locarnoabtommen fuße. Hier deckt sich die italienische Auffassung mit der englischen, was insofern von Bedeutung ist, als Italien an der Besatzung nicht teilge- nom m en hat, wohl aber eine der Signatarmächte des Locarnoabkomtnens ist. Frankreichs Sicherheitswünsche werden hier als die Ursache aller Versuche eines Ostpaktes oder eines Balkanlocarnos angesehen, die beide mit einem italienischen Wider st and zu rechnen haben. Der Ostpakt würde bei den unhaltbaren tatsächlichen. Verhältnissen wieder auf einer Fiktion fußen, die jeden Augenblick durch Lebens- notwendigkeiden umgestürzt werden könnte. Diel Weniger noch entspricht den italienischen Interessen ein Balkanlvcarno, das in erster Linie Jugoslawiens Einfluß als Hauptmacht der Kleinen Entente stützen würde und von dem man ein Auf leben des französischen Einflusses an der Donau und auf dem Balkan: fürchtet. Deshalb verfolgt man auch mit Mißtrauen die angekündigten vertraulichen Besprechungen zwischen jugoslawischen und bulgarischen Staatsmännern in Gens, die die Einbeziehung Bulgariens in den Interessenkreis der Kleinen Entente zum Zweck haben. Hinter allen Fragen einer Vergrößerung oder Umgestaltung der Kleinen Entente steht das Schreckgespenst einesZweifrontenkrieges. Berechtigt oder nicht — es ist jedenfalls eine Tatsache, daß di« italienische Politik von dieser Besorgnis beeinflußt ist. Weiter interessiert Italien dreMandats- frage. Stand sie auch nicht offiziell aus der Tagesordnung, so bleibt man immer mißtrauisch. Die italienische Auffassung geht dahin, daß D e u t s ch l a n d als Mitglied dÄ Völkerbundes wie jede andere Macht das Recht auf einen Sitz in der Mandatskommission hat, die lediglich ein Kontrollorgan der Ausübung eines Mandates ist, und nicht Wer eine Mandatsübertragung zu entscheiden hat. Ferner hält man das Mandat selbst für ein V e rw a lt un gs m an- d a t und nicht für einen Besitztitel, wie neuerdings englische Staatsmämrer betonen. In diesen beiden Punkten stimmen Deutschland und Italien überein, eine weitergehende Verständigung, vor allem in betreff eines deutschen Mandates ist von keiner Seite angestrebt worden. Diesbezügliche französische Meldungen hatten Wohl nur den Zweck, Mißtrauen gegen Deutschland und Italien zu säen mit dem Hintergedanken, ein italienisches Demertti zu provozieren um es gegen Deutschland auszunuhen. - Ein offizielles Dementi ist nicht erfolgt, es veröffentlichte nur das „Giornale d'Italia", das heute der Regierung sehr nahesteht, einen von seinem Direktor D. Gahda signierten Leitartikel zu der Frage der Mandate, in dem die oben skizzierte Auffassung mit dem Ausklang näher ausgeführt wird, Deutschland selbst denke Wohl zunächst nicht an ein Mandat, sondern werde sich mit einer wirtschaftlichen Durchdringung der Kolonien und Mandatsgebiete begnügen. Wenn allerdings eine neue'Mandats- Verteilung in Frage kommen sollte, dann müßte das beim Friedensschluh leer ausgegangene Italien seine Vorrechte geltend machen. Schon um deswegen, da der Bodenreichtum des eigenen Landes weit hinter dem Deutschlands zurückstehe und einer Ergänzung durch Kolonialbesitz dringend bedürfe. Auf Mandate aus deutschem Kolonialbesitz legt Italien kein Gewicht. Die italienischen Wünsche gehen nach Tunis und auf den Ausbau seiner Kolonien am Roten Meer. Richt ganz klar liegen die Verhältnisse bei einem vielleicht möglich werdenden Mandatswechsel in Syrien. Die italienische Presse hat die Verfolgung der syrischen Versuchsballons, die immer 'roieber in französischen Blättern aufsteigen, vermieden, auch dann, wenn ihre Fahrt in Richtung London ging. Kreis Alsfeld am 1. September: 32 Hauptunterstützungsempfänger, 74 Zuschlagsempfänger (1. August: 18 bzw. 41). Kreis Lauterbach am 1. September: 20 Hauptunterstützungsempfänger, 37 Zuschlags- empfänger (1. August: 20 bzw. 26). Kreis Schotten am 1. September: 12 Hauptunterstützungsempfänger, 18 Zuschlagsempfänger (1. August: 11 bzw. 23). Insgesamt am 1. September: 274Hauptunterstützungsempfänger, 473 Zufchlagsempfänger (1. August: 300 bzw. 683). Krisensiirsorge-Empfänger: Giehen-Stadt am 1. September: 35 Hauptunterstützungsempfänger, 41 Zuschlagsempfänger (1. August: 38 bzw. 64). Kreis Gießen am 1. September: 34 Hauptunterstühungseinpfänger, 43 Zuschlagsempfänger (1. August: 39 bzw. 62). Kreis Alsfeld am 1. September: 4 Hauptunterstützungsempfänger, 11 Zuschlagsempfänger (1. August: 4 bzw. 12). Kreis Lauterbach am 1. September: 3 Hauptunterstützungsempfänger, 3 Zuschlagsempfänger (1. August: 3 bzw. 3). Kreis Schotten am 1. September: 3 Harchtunterstützungsempfänger, 2 Zuschlagsempfänger (1. August: 3 bzw. 3). Insgesamt am 1. September: 79 Hauptunterstützungsempfänger, 100 Zuschlagsempsänger (1. August: 87 bzw. 144). * Gin Auto-Zus am men st oh ereignete sich gestern abend gegen 7 ilhr in der Marburger Straße/Ecke Wiesecker Weg. Dort fuhr ein Auto von Heuchelheim, das aus der Richtung Wieseck kam, einem auf der Fahrt nach Marburg befindlichen Auto in den Dorderwagen. Der Anprall war so heftig, daß der Insasse des Heuchelheimer Wagens herausgeschleudert wurde licherweise kam der Mann ohne ernste Verletzungen davon. Durch den Zusammenstoß wurden beide Wa^en schwer beschädigt, so daß einer abgeschleppt werden muhte, während der andere in eine Auto-Reparaturwerkstätte eingeliefert wurde. ** Unfall auf der Wetzlarer Sophien- Hütte. Der seit langen Jahren auf der Sophien- hütte der Duderusschen Eisenwerke in Wetzlar beschäftigte Drechsler Jakob Dittert erlitt gestern dadurch einen schweren Unfall, daß er mit einer Holzlatte dem noch im Schwünge befindlichen Aufspannkreuz seiner Drechfierbank zu nahe kam, wodurch er sich eine schwere Bauch- verlehung zuzog. Die sofort im Wetzlarer Krankenhaus vorgenommene Operation ist erfreulicher- weise gut verlaufen. Das Befinden des Verletzten ist zufriedenstellend. Dittert ist seit langen Jahren Witwer, seine beiden Söhne sind auswärts beschäftigt. Buntes Allerlei. Der Uleifferbieb auf Krücken. 2lls den gefährlichsten und geschicktesten Taschendieb Londons schildert ein Kriminalist in einem englischen Blatt einen Mann, der auf Krücken geht und der Führer der größten Bande von Taschendieben ist, die man seit vielen Jahren beobachtet hat. Man nimmt an, dah er nicht nur die jungen Leute, die er beschäftigt, ausbildet und beobachtet, sondern daß er selbst durch seine erstaunliche Geschicklichkeit die reichste Deute macht. Als Feld seiner Tätigkeit wählt er sich die größten Bahnhöfe aus. Die Diebe seiner Bande befinden sich stets unter den Menschenmengen, die sich zu den Omnibussen drängen oder die bevölkertsten Untergrundbahn- Unser aller Borbild. Von Dr. A Stegerroald, preußifcher Ministerpräsident a. D. Jedes Kulturvolk hat eine Reihe großer Männer. Ihr Wirken bedeutete geradezu die Kultivierung des Volkes. Aber jedes Volk hat nur eine geringe Anzahl von großen Männern, an denen es schon zu deren Lebzeiten hangt. Und warum hängt es an ihnen? Weil sie der Ausdruck seines Wesens, weil sie selbst ein Stück Volk sind, weil sich daS Doll sozusagen in ihnen widergespiegelt findet. Und dieses deswegen, weil solche Männer des Volles schlechte Eigenschaften vermissen lassen, die guten Eigenschaften aber an ihnen in besonderem Maße erprobt wurden und sie diese Pröbe beftanben haben. Das deutsche Volk hat, wie jedes andere Voll, gute Eigenschaften, und es hat schlechte Eigenschaften. Zu feinen guten Eigenschaften gehören feine physische Kraft, sein Unternehmungsdrang, fein Hang zum geistigen Erfassen der ganzen inneren und äußeren Welt, sein Fleiß, seine Gründlichkeit, seine Zähigkeit, seine Schicksalstapferkeit, sein Gemütsreichtum, ©eine schlechten Eigenschaften sind sein Hang zur Maßlosigkeit, zur Ueberheblichkeit, zur Ueberschähung des Materiellen, zri Reid und Mißgunst. Und diese guten und schlechten Eigenschaften find gleich- zeifig in allen Schichten des Volles vorhanden. Hindenburg aber hat durch fein langes Leben, durch sein Tun in ällen Jahrzehnten, die hinter seinen Kinderjahren liegen, Fleiß, Beharrlichkeit, Gründlichkeit, Pflichteifer, Treue und Gottvertrauen bekundet. Er konnte etwas leisten, wurde verkannt und erlahmte nicht. Er hat Erfolg gehabt und wurde nicht stolz dWei. Er hat Unglück über sich und seine Sache herein» brechen sehen, wie es nur selten in der Weltgeschichte sich abgespielt hat, und zerbrach selber nicht. Er sah die Regierenden verzagen und verzagte selber nicht. Er sah die Mafien sich aufbäumen in Elend und Wut und blieb gelassen. Er sah Treulosigkeit um sich herum und blieb seinem Volke und sich selber treu. Er sah Haß auflodem und haßte nicht einmal die Feinde im Felde. Der geschlagene Sieger deS Weltkrieges führte — welche Tat! — in männlicher Besonnenheit die zurückwogenden Heere ind Land heim, leitete die Demobilisierung und blieb unverbittert unter seinen verbitterten, erschreckten, zusammengebrochenen, kummervollen, ordnungsuchenden Landsleuten. Welche Dchick- salstapferkeit! Welches Dollsvertrauen! Welches Gottvertrauen! Das wieder gekräftigte Voll ehrte ihn durch Ehrfurcht, aber es stritt sich über seine Geeignetheit zum Präsidenten der Republik. Mit geringer Mehrheit gewählt, nahm der Betagte die Wahl — man kann heute ruhig, sagen, aus innerer Verbundenheit mit seinem Bolle — an. Er folgte den: Rufe der Mehrheit dieses Dolles und leistete ihm mit 78 Jahren den Schwur der Treue in die Hand eines politischen Gegners. Und settdem ist er das Symbol für den guten Geist dieses Volkes und das Volk ehrt sich, indem es ihn ehrt. Wie alle großen Männer, die das Voll als fein eigenes Symbol liebt unb ehrt, reiht er es nicht zu großen, einmaligen Ttten hin, sondern er hilft ihm zur Reife durch die Stetigkeit und die reine Wärme feines Wesens. — Edcl sei der Mensch, hilfreich und gut; diesem einfachen, erhabenen Worte unseres größten Dichters lebt der alte Präsident unserer Republik nach, der er ebenso ohne Falsch ergeben ist, wie er auch der größte und treirefte Diener des kaiserlichen Deutschlands war. Und es stimmt ganz mit seinem Wesen überein, wenn er den Drang des Volles, ihm zum 80. Geburtstag eine besondere Ehrung zuteil werden zu lassen, in der Abwendung von Rot und Bedrängnis von Kriegsteilnehmern, Kriegerwitwen und Kriegerwaisen sowie der durch die Inflatton Verarmten bestätigt sehen möchte. Erfreuen wir den Getreuen und uns sslbst durch reichliche Erfüllung seines edlen Wunsches! Jedenfalls würde eine französische Zustimmung zu einem solchen Mandatswechsel nur mit der Zustimmung zur französischen Entnationalisie- rungspolitik in Tunis zu erlaufen sein, von der 120 000 Italiener von drei zu drei Monaten, bedroht sind. — So kann man abschließend urteilen, daß die Mandatsfrage zu keinem deutsch-italienischen Gegensatz führen dürfte. Ans der PrsviMalhauMM. Gießen, den 17. September 1927. Der Sonntag. Abendgang durch die erhellten Straßen. Lichter spiegeln sich auf den regenfeuchten Steinen, aus erhellten Räumen flingen weiche Geigentöne, die sich zu einer fremden, sehnsuchtsreichen Melodie aufbauen. Die sonntagsstillen Straßen werden belebt, alles zieht dem entschwindenden Feiertag nach, eine letzte Stunde suchend, die vielleicht noch das bringt, was man vom Tage erhoffte. Sechs Tage Arbeit, sechs Tage voll Sehnsucht auf diesen einen Feiertag, man wünschte und wollte ... und der Tag war grau, der Regen schlug ans Fenster, man sah und träumte In den verschleierten Himmel. Oder man suchte unter Menschen den Sonntag, und sie waren alle so fremd, und die Musik schluchzte zu allen ihr Lied, und auch aus seinen Tönen klang die Sonntags- sehnsucht der Herzen. Lind nun ist es Abend. Die Lichter flammen auf, rufen zu irgend einem Vergnügen, täuschen irgend etwas vor, man sucht unb findet nichts. Die Menschen haben meist müde Augen, nur wenige sind es, die mir entgegenkommen mit lachenden, daseinsfrohen Gesichtern. Sttäuße von Dahlien und letzten Rosen im Arm. Sind jetzt abgespannt vom Sage, den sie irgendwo in einem kleinen Dorfe verlebten, wo sie nur auf das hofften, was sich erfüllte: Raturverbundenheit. Sie wandern fröhlich ihrem Rachhause zu, im Erzählen alle Stunden wieder erlebend, und gehen morgen mit frischen Kräften in ihren Arbeitstag. Wir anderen aber? Suchen den Sonntag dort, wo er nicht ist. Vielleicht muß ma,n ihn in sich tragen und findet ihn dann überall. Im Liede des Regens, in den Spiegeln der Lichter, in jedem Geigen ton. Der Abend wird zur Rächt, in der Stille hält man Zwiesprache mit seinem Herzen. Der Sonntag aber versinkt in das Meer der Ewigkeit. Sonia von M a s s o w. Die ArdeilsmarkLlage im nördlichen Sberhessen. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im nördlichen Oberhessen (Stadt und Kreis Gießen und die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten) hat sich auch im Laufe des Monats August noch etwas weiter gebessert, wie aus den nachstehenden ziffernmäßigen Angaben im einzelnen ersichtlich ist. Das Baugewerbe und die Landwirtschaft benötigten nach wie vor eine erhebliche Anzahl Arbeitsttäste, ferner gelang es, weitere Leute in der Industrie unterzubringen. Im einzelnen ist ziffernmäßig über die Erwerbslvsensürsorge folgendes zu berichten: Giehen-Stadt am 1. September: 163 Hauptunterstützungsempfänger, 296 Zuschlagsempfänger (1. August: 173 bzw. 501). Kreis Giehen am 1. September: 47 Hauptunterstützungsempfänger, 48 Zuschlagsempfänger (1. August: 78 bzw. 92). Rationen beleben. Als Opfer erküren sie sich hauptsächlich Reisende oder Ausflügler, weil sie annehmen, daß sie größere Geldsummen mit sich tragen. Der Meisterdieb scheint seine Krücken nur zu dem Zwecke bei sich zu führen, um sich sein Geschäft zu erleichtern. Er rechnet mit der Tatsache, daß es immer gutmütige Menschen gibt, die Krückenträgem beim Besteigen eines Gefährtes helfen. Wenn ihn jemand in den Omnibus oder in den Zug hilft, dann findet er die beste Gelegenheit, um ihn zu erleichtern. Die Spinne als Barometer. Die Bauern haben bekanntlich seit uralter Zeit die Tiere als Wetterpropheten erkannt und richten sich gern nach dem Gesang oder dem Flug der Vögel, nach den Bewegungen der Insekten usw. Der größte Wert aber wird in vielen Gegenden der Spinne zugeschrieben, die man für das beste Barometer hält. Lange unö genaue Beobachtungen der verschiedenen Art, in der sie ihr, Gewebe anlegt, haben zu sicheren Rückschlüssen auf die Witterung geführt. Wenn Wind oder Regen droht, dann verkürzt die Spinne die Fäden ihres Rehes, und sie läht sie so lange in diesem Zustand, wie das Wetter Unsicher bleibt. Wenn dagegen die Fäden lang sind, kann man mit ziemlicher Bestimmtheit annehmen, daß es schön bleiben wird, und aus der Länge der Fäden kann man auf die Dauer des guten Wetters schließen. Wenn die Spinne faul ist und unbeweglich in ihrem Retz hockt, gibt es Regen; macht sie sich aber an die Arbeit, während es regnet, so kann man daraus schließen, daß der Regen nur noch kurze Zeit dauern wird und daß es bald schönes Wetter gibt Wenn die Spinne noch gegen 6 oder 7 Llhr abends Veränderungen an ihrem Gewebe vornimmt, dann kann man mit einer schönen und klaren Rächt rechnen. Der Landmann glaubt daß diese Voraussagen der Spinne sicherer und genauer sind als jedes (Barometer, aber freilich bedarf es dazu einer scharfen Beobachtung der Tiere und ihrer Arbeit. Mussolinis stampf gegen die Wucherer. Die Besserung der Lira hat eine Herabsetzung der Preise notwendig gemacht, die von Mussolini und seiner Regierung mit vorb.ldlicher Energie durch geführt wird. Keiner, der das Volk übervorteilt, mag es nun ein Kaufmann oder ein Hauswirt fern, hat auf Gnade zu rechnen. Jede Verfehlung gegen das Wuchergesetz kann dem nächsten Schutzmann gemeldet werden, der sofort einfdjreitet; ja, der Bürger ist sogar im Interesse des Allgemernwvhls verpflichtet, sofort Anzeige zu erffatten. Die Prozesse, in denen gegen Wucherer verhandelt wurde, waren zunächst überaus zahlreich. Als aber die Schuldigen die ganze Strenge des Gesetzes traf, haben sie bald abgenommen. Die Wucherer zittern jetzt so vor den Gerichten, daß sie bei einer drohenden Klage lieber ihr Hab und Gut im Stich lassen und flüchten. All- wöchentlich oder alle 14 Tage werden Tafeln ausgchängt, die die Preise in den wichtigsten Rahrungsmitteln angeben, und wer diese Preise überschreitet, kommt ins Gefängnis und muß empfindliche Geldstrafen zahlen. Auch wird fein Geschäft zeitweise und im Wiederholungsfall dauernd geschlossen. In allen Läden trnirbe, nachdem der Wert der Lira gestiegen war, eine Preisherabsetzung von 10 Prozent ungeordnet. Die meisten Kaufleute richltten sich danach, und man zahlte den festgesetzten Preis „weniger 10 Proz.". Manche Geschäfte setzten ihre Preise herab und mußten das auf Rat der Polizei in den Schaufenstern durch Plakate bekanntgeben. Ein Florentiner Kaufmann suchte dadurch die Preishevab- setzung zu umgehen, daß er alle seine Waren um 10 Prvz. höher auszeichnete. Ein Käufer, der einen Gegenstand für 20 Lire erstand, fand aber die frühere Auszeichnung mit 18 Lire, Me versehentlich nicht entfernt war. Eine daraufhin erfolgte Klage zog die Verhaftung des Geschäftseigentümers nach sich: er wurde zu Gefängnis und einer großen Geldstrafe verurteilt und fein Laden für unbestimmte Zeit geschlossen. Rundfunk-Programm. Sonntag, 18. September. 8 bis 9 tthr: Qllotgenfeier, veranstaltet von den Chören der Christus!irche. 11 bis 11.30: Elternstunde: „Dgs unverstandene Kind", Vortrag von Mittelschullehver P. Grupp. 11.30 bis gegen 15: Alebertragung von Tannenberg: Einweihungsfeierlichkeiten des Tannenbcrgdenkmals. 11.30: Begrüßung des Reichspräsidenten von Hindenburg durch General Kahns, d. Bors. d. Denkmalsausschusses, unb Erwiderung des Reichspräsidenten. Daran anschl. bis 13: Marschmusik. insbesondere Parademärsche von Truppenteilen, die bei Tannenberg gefochten haben. 13.30 bis 13.50: Feldgottesdienst. 14: Posaunenchor im Innenraum des Denkmals, ile&ergabe des Denkmals an den Reichspräsidenten und Antwort des Reichspräsidenten. 14.30: Sängerchor des Sängergaues Tannenberg. (Die gesamte Veranstaltung wird durch eine Schilderung umrahmt, die ein Sprecher von dem Festbllde, dem Denkmal und dem Schlachtfeld gibt.) 15 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16 bis 17: Konzert deS Sängerquartetts Schwalbach i. T. 18 bis 19: Stunde des Rhein-Mainischen Verbandes für Volksbildung. 20.30: Der Karneval in Rom. Operette in drei Akten von I. Braun. Musik von Ivh. Strauß. Anschließend bis 0,30: Tanz- programm. Montag, 19. September. 16.30 bis 17.45 Ähr: Konzert des Haus- orchesters: Die Oper der Woche. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.45 bis 19.15: .Die Erzählungen des indischen Leichendämons", Vortrag von Dr. Ludwig Harald Schütz. 19.15 bis 19.30: Englische Literaturproben. 19.30 bis 20: Englischer Sprachunterricht. 20 bis 21.30: -lieber» tragung von Kassel: Klavier-Abend. 21.30 bis 22.30: Frankfurter Mundartdichtung. H Laß fte miy yHm dliMJ igarette Siel rote her Harne \ • M Jeder Kunde erhält beimEinkauf von M.10.- an ein Los i großer Auswahl 8427a Neuheiten Gießen Gegründet 1889 Mäusburg Nr. 12 Suche ein 06703 ■wmu/v VI.. uutva m».« -I Hinein im ZNei-Ltagenhaus Ha W^arms mit je 5 bis 6 Zimmer und Garten 6 I in ruhiger, freier Lage zu kaufen. 81* ^>*51 83948 statt: LariAowachSeltersweg 851 a) Öen Bäumen an den Klaranlagen am i Wetzlarer Weg, im früheren Throm- ! schen Garten am Leihgesterner Weg > und am Alten Hardtweg. Zusammenkunft findet um 8% Uhr 84060 werden. 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Die Bedingungen liegen während der Dienststunden auf der Kanzlei zur Ein- icht offen, sie können auch abschriftlich gegen Erstattung von 80 Pf. bezogen Dienstag, den 20. September 1927, Rindvieh- (Nutzvieh-) Markt, Mittwoch, 21. September 1927, Schweinc- und Schlachtviehmarkt. Gießen, den 17. September 1927. Der Oberbürgermeister. 9.23.: Klingspor. Obftversteigernng. Nächsten Dienstag, 20. September, wird das Obst der Gemeinde Dors-Gill, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwischen, versteigert. 83920 Dorf-Gill, den 16. September 1927. Schmidt, Bürgermeister. Größerer Vorrat wenig gespielter, gut durchreparierter Pianos von RM. 300 an WELLBUECH - KAUVeW Qbftversteigernng. Nächsten Mittwoch, den 21. September 1927, vormittags von 8% Uhr ab, soll das der Gemeinde Allendocf a. d. Lahn gehörige Obst, bestehend aus Aepfeln, Birnen und Zwetschen, meistbietend versteigert werden. Anfang bei den neuen Schulen. Mendorf a. d. Lahn, 15. September 1927. Bürgermeisterei Mendorf a. d. Lahn. Volk. Sie finden bei mir: Jedes Gewebe jede Farbe, jede Qualität zu außergewöhnlich niedrigen Preisen Reelle Preise Günstigste Zahlungsweise Frachtfr. Lieferung nach auswärts Unter dieser reichen Auswahl erster Qualitätsmarken findet auch der verwöhnteste Musikfreund das ihm zusagende Instrument. ObstverfteigerunK. Dienstag, den 20. September, nachmittags 1 Uhr, soll sämtliches der Gemeinde gehöriges Obst, bestehend aus Aepfeln, Birnen und Zwetschen, versteigert werden. Anfang am Bahnhof. 83960 Muschenheim, den 14 September 1927. Bürgermeisterei Muschenheim. Becker. Zusammenkunft vormittags 9% Uhr Ort. Saasen, den 17. September 1927. Hessische Bürgermeisterei Saasen. Schmitt. aMic Fleisch-Raucher- und Aufbewahrungsschränke von äNavV an Teilzahlung bis zu einem Lahr Preisliste gratis und franko Sackoken-ZndustneKlist.Kunz Lauterbach 258 m Hessen 8382D Pi»ta | MM Seltersweg 91 Seltersweg 91 MST HEIZUNG WOa.? NETTER GJA^OBIwerke Obstvevsteigerung. Mittwoch, den 21. September, soll das der Gemeinde Saasen gehörige Obst, bestehend aus Aepfeln, Birnen und Zwetschen, öffentlich meistbietend an Ort und Stelle versteigert werden. 84460 Flttel * Mros Bechstein, Biütbaer, Feurid’, Schiedmayer, Berdux-Mfin- chera, RCnisci», Thürmer, Rosenkranz, Hupfeld, Gebr. Zimmermann A.-G. u. a. m. LBernard jetzt Plockstraße 16 8387a LagvrinHH, MoMbi AuieDtfcalts- und B6ro6eb8nde In rerlvhdnr. Holz-, Beton- odar Eisen- ' Beton-AngfiihrDnfi. Prospekte uni Brachten durch: o67os Kari Peggler, Bidieg, Marta8ei$Sr.29 SUNLICHT SEIFE Der grosse Würfel für die qrosseWsche "'"///////IIIWW"' — sind dem TeefriBfcer bekannt. Jede dieser Sorten hat ihren ausgesprochenen Charakter. Da wir nun die einzelnen Sorten lediglich veredeln, ohne Ihren eigentümlich Geschmack zu beeinflussen, muß bei uns jeder Teetrinker seinen Tee finden. Der Tee wird nicht umsonst das Getränk derlntellektuellen genannt, denn nichts, außer Kaffee, bedarf eines so großen Verständnisses beim Einkauf und der Zubereitung, wie gerade Tee. Man kauft ihn daher nur beim Spezialisten. Emmsricher Waren-Expedition ßseßen Setter-sweg 39 Teiephan 1257 Tees von Mk. 3 — an. Sbstversteigerung der Stabt Gießen. Mittwoch, den 21. September, und Donnerstag, den 22. September 1927, soll die diesjährige Obsternte öffentlich meistbietend versteigert werden, und zwar. 84228 Mittwoch, den 21. September 1927: Drucksachen al ter Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und oreiswert die Brühl’eche Unlv.-Druckerel, R. Lenge. Damen-, Herren- u. Kinderschuhe nur gediegener bewährter Fabrikate zu billigsten Preisen Vornehme Gesellschaftsschuhe, Sport- und Tourenstiefel gratis (Ziehupg 6.0kt.) Bekanntmachung. Mittwoch, den 28. September 1927, nachmittags von 3 bis 4 Uhr, findet in der Turnhalle der Schillerschule, Schillsrstraße Nr. 8, ein öffentlicher Jmpflermin statt. Es können zu diesem Termin alle in 1926 und früheren Jahren geborenen, bisher noch nicht oder ohne Erfolg geimpften Kinder gebracht werden. 83956 Die Kinder sind sauber gewaschen und in reinlicher Kleidung zur Impfung zu bringen. Kinder aus Familien mit ansteckenden Krankheiten dürfen nicht gebracht werden. Die Jmpfnachschau findet Mittwoch, den 5. Oktober 1927, nachmittags 3 bis 4 Uhr, statt. Gießen, den 12. September 1927. Der Oberbürgermeister. I. B.: Klingspor. ter der Kaserne. Zusammenkunft vormittags 8Yi Uhr in der Wirtschaft „Zur Gbstversteigerung. Donnerstag, den 22. September d. 3., von vormittags 8 Uhr ab, soll das der Gemeinde Alten-Buseck gehörige Obst an Ort und Stelle in Abteilungen meistbietend versteigert werden. Es kommen große Mengen bester Aepfel und Birnen zum Ausgebot. 84110 Der Anfang ist an der Straße nach Wie- seck (Gemarkungsgrenze). Alten-Buseck, den 17. September 1927. Bürgermeisterei Alten-Buseck. IneenIeu^SchuleH I MaschlneftbanEfeKtrc-a ' nik.Hee^H. Ticraab, » Toninous/rie. 6ohc»o« m VMMMWMMln, s/ed-*»»i»aL«frpälfl8fre/. H vormittags an den Kläranlagen statt. 1 Die Birnen am Alten Hardtweg werden an denKläranlagen mitversteigert. b) Nachmittags 21/, Uhr beginnend von den Bäumen am Alten Steinbacher Weg, am Lutherberg, an der Licher Straße, im Lärchenwäldchen und an der Sandgrube bei der Liebigshöhe. Zusammenkunft in der Licher Straße an der Wirtschaft „Zur Stadt Lich". Donnerstag, den 22. September 1927: vormittags 8K- Uhr beginnend, von den Bäumen im städtischen Obstbaumstück hin- Hei» Kurfvs im Kleidermachen, Weißzeugnähen und allen Hrm'lsrbeiten beginnt am 1. Oktober 1927. Anmeldungen von 9—IT Uhr. 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September 1927, vormittags von 8'/: Uhr ab, soll das der Gemeinde Annerod gehörige Obst, bestehend aus Aepfeln, Birnen und Zwetschen, versteigert werden. Zusammenkunft bei der Kirche. Annerod, cm 17. September 1927. Hessische Bürgermeisterei Annerod. nur Giefeen. Der Waschtag verliert Schrecken bei Verwe MM mit Äutem W Auskunft und Vorführung durch: Zugelassene Installatei An jede Lichtleitung anzu- schliefien. — Unabhängig von Zeit u. Raum. Arbeitet selbsttätig mit billigem Nachtstrom. Bahnhofs-Restaurant Gießen Sonntag, den 18. September 1927 MITTAGESSEN zu Mk. 2.20 Windsor-Suppe Schweinecarr£ Doria Turban-Törtchen zu Mk. 3.50 Windsor-Suppe Halbsole Colbert Frikassee von Huhn Grüne Spargelköpfe Turban-Törtchen ABENDESSEN zu Mk. 3.50 Kraftbrühe in Tassen Steinbutt, Normannische Tunke Lendenstück, Kräuterbutter, nach Gärtnerin Art Creme Carmen Vorausbestellung von Tischen erwünscht! 8428a Freitag, 23. September 1927 um 19 Uhr in der neuen Aula der Universität ü&nzerfr und Opernakend zum Besten der fflndenburgspende Ausfuhren«!« r Toni Knoffc! (Stadttheater Bamberg), Anne F3adung (Kurtheater Bad Orb), Walter Hild» mann, Rezitator (Staatstheater Wiesbaden), Lic. J. F. Laun und andere Damen und Herren aus Frankfurt und Gießen, sämtlich aus der Gesangschule Desy Pollitz-Frankfurt * Am Flügel: Kapellmeister Bruno Hartl, Frankfurt. Lieder von Bizet. Lotti, Hartl, Strauß, Wagner u. a Duette aus Elias, Messias, Butterfley, Carmen, Aida u. a. Tersett aus Aida Eintrittskarten« 3.— Mk., 2,— Mk. und 1,— Mk. bei Ernst Challier und abends an der Kasse e**Ä***Äeee*ae* * Hiermit den verehrlichen Einwohnern von Gießen i t und Umgegend zur gefälligen Kenntnis, daß ich heute, i Samstag, den 17. September 1927, neben meiner | Metzgerei die frühere - MMaMaisnalleeso i | wieder eröffne. I Es wird mein eifrigstes Bestreben sein, meine | r werten Gäste in jeder Weise zufriedenzustellen. t - 5IU6fd!cnt©ie6.Brnn6ou3-Blere,6^ottu.$llf8ner - Ludwig Weber. | Ausspann! 08725 Ausspann! j OBSTKELTERN Lina Lißmann Karl Walz Verlobte Tief), den 17. September 1927 Ihre in Äad (Zms vollzogene Vermählung geben bekannt Or. Karl Schätiler und Frau Elisabeth geb. Klein Gießen, Crednerstraße 45 8444D Statt Karten! Heinrich Kaletsch, Oberbausekreiär und Frau Paula geb. ^öhr Vermählte Lich Lollar 17. September 1927 Holländische Blumen - Zwiebeln preiswert ssitd Samenhandl. Poll, Neustadt 46 Die neuen LEHRKURSE beginnen ab 20. Sept. Nur allerbeste Ausbildung in Schneidern und Wäschenähen Anmeldungen täglich. Evtl. Abendkurse. Eintritt jederzeit, Marie Sack, Lehrerin und Meisterin Goethestraße 31. 8443D in erstklassiger, praktischer Ausführung aus eigener Fabrikation prompt lieferbar. Reparaturen aller Systeme. 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Die Asthmakur von Dr. Alberts bat nachweisbar UN- übertroffene Heilerfolge bei veraltetem Attbma und Katarrhen. Aerztl. Sprech- stunden in Kieken, Babnbofsbotel Vena, jeden Montag, 10—1 Uhr. 277sl nur Marktplatz 21, gegenüber d Engel- avolheke. MnB Gessentffche Erinnerung! Die Zahlung des III. Ziels Landessteuer 1927 kann noch bis einschl. 26. September 1927 ohne Kosten an die unterzeichnete Finanzkaste erfolgen. Gegen Schuldner, die nicht bis zu diesem Zeitpunkt Zahlung leisten,wird - vhneweitereMahnung- die Zwangsvollstreckung eingeleitet. Die Kosten fallen dem Schuldner zur Last. Außerdem sind pom Fälligkeitstag ab (25. August 1927) 10% Verzugszinsen zu entrichten. Gießen, den 17. September 1927. Finanzamt (Finanzkaste) Gießen Obstverstergerung Winnerod. TicuStag, bett 20. Sept. d. I., wird das zu dem Hosgut Winnerod gehörige Obst, bestehend auS einer großen Anzahl Aevfeln und Birnen, öffentlich meistbietend versteigert. 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Die Rückkehr des Darni- städter Sonderzuges erfolgt morgen abend 9 Ähr, durch die Bereitstellung von Sonderwagen ist auch hier Gewähr für Rückbeförderung nach Wieseck und Alten-Buseck gegeben. cP Lollar, 16. Sept. Das Preisschiehen des Veteranen - und Kriegervereins Lollar wird nunmehr am kommenden Sonntag zu Ende geführt. Als Höchstleistung sind bis jetzt 34 Ringe bei drei Schuß auf 12er Ringscheibe bei einer Entfernung von 175 Meter zu verzeichnen. t Treis a. d. Lda., 16. Sept. Um den f ortwährenden Klagen der Rachbarn des hiesigen Gemeinde-Backhauses im Mitteldorf wegen Belästigung durch die Rauchentwicklung beim Backen zu begegnen, hat die Gemeinde jetzt den S ch o r n st e i n.des Backhauses so erhöh e n lassen, daß der Ranch über die umstehenden Häuser hinweg entweicht und wohl kaum noch den Rachbarn, und besonders bet nebenliegenden Schule Rachteil bringt. D L i ch, 16. Sept. Da am nächsten Montag mit der Kleinpflasterung der Durchfahrtstraße Gieße n—H ungen begonnen wird, bleibt die Straße ab Montag bis auf weiteres für den Fuhrwerks- und Autoverkehr gesperrt. Für Umleitung innerhalb der Stadt ist gesorgt. — Am letzten Sonntag im September findet das Hauptschietzen der hiesigen Schühenge- s e l l s ch a s t statt. Dazu haben viele Vereine aus der näheren und weiteren Umgebung ihre Mitwirkung zugesagt. — Die Ernte der Frühkartoffeln wirb jetzt allenthalben vorgenom- men; sie ist als recht gut zu bezeichnen. Trotz der starken Feuchtigkeit der letzten Wochen zeigen einzelne Sorten, wie die frühe „Hindenburg" und die halbfrühe „Blaue Odenwälder" kaum Knollen mit Faulstcllen. Als eine Rekordernte kann man die Erträge der „Böhms Allerfrühsten" ansprechen. Der Preis beträgt für den Zentner im großen zur Zeit durchschnittlich etwa 3.— M. # Trais-Horloff. 16. Sept. Die Er- neuerungs- und Um st ellarbeiten der Grube „Friedrich" werden sehr eifrig betrieben und schreiten rüstig vorwärts. Das gilt vor allem für die neue große Baggeranlage, die zweite ihrer Art in Deutschland, für den im Sagbau zu betreibenden Grubenbetrieb. Der eine Daggerturm, 21 Meter hoch, in unmittelbarer Rähe der Brikettfabrik, ist in Eisenkonstruktion errichtet und auf einem im Gleis fahrbaren Untergestell auf montiert; er dient zur Führung Des großen Baggerseils, an dem die aufgebaggerte Erde zur Kippe befördert wird. Gegenwärtig ist man mit der Montage des eigentlichen Baggers beschäftigt. Es ist dies ein 36,5 Meter hvh^r, ebenfalls ganz in Eisenkonstruktion errichteter Turm mit den gewaltige Ausmaßen von 20x12 Metern Grundfläche. Das Untergestell dieses gewaltigen Bauwerkes ruht auf drei großen Raupenschleppern, ähnlich den im Kriege verwendeten Tanks, deren jeder 10 Meter lang ist und zur Fortbewegung an der Kette ohne Ende 58 gußeiserne schwere Schleppeisen trägt. 2lls Antriebskraft ist in jedem Schlepper ein großer Siemens & Halske-Motor eingebaut. An der Rückseite des Baggerturms wird gegenwärtig in 6 Meter Höhe das Maschinenhaus in Eisen» gcstänge und mit Holzverschalung eingebaut, während das Führerhaus sich in schwindliger Höhe von 32 Meter befindet. Der Reubau soll so beschleunigt werden, daß die Baggerarbeiten zu Anfang Oktober beginnen können. Die Montagearbeiten werden von der Firma Bleicher aus Leipzig, einer Spezialfirma für Baggerkonstruktionen, ausgeführt. Diese moderne Baggeranlage ist sehenswert; sie wird im Betrieb staunenerregend sein, wenn man bedenkt, Die Reugestaltung der Arbeitslosenversicherung in Deutschland ist in diesen Spalten bereits dargestellt worden. Manchem wird es nun wertvoll sein, zu wissen, wie sich diese Reuregelung in der Einrichttmg des Gießener Arbeitsnachweises auswirkt. Auch dieser hört künftig auf, ein eigener Selbstverwaltungscörper zu sein; er wird eine Reben st eile der neuen Reichsanstalt in Berlin. Wann das Landesamt in Frankfurt am Main und mit ihm der Gießener Arbeitsnachweis jedoch von der Reichsanstalt übernommen wird, steht noch dahin. Es gewinnt den Anschein, daß noch eine recht erhebliche Zeit bis dahin vergehen kann. Einstweilen wird das neue Gesetz von den alten Organen durchgeführt. Vorsitzender, Geschäftsführer und Depwaltungsaus- schuß bleiben wie bisher. Rur insofern tritt eine Aenderung ein: Die bisher Mltige Verordnung über Erwerbslosensürsorge vom 16. Februar 1924 gestattete in § 27 Abs. 2 dem Vorsitzenden, die Entscheidung über Änterstühungs- g e s u ch e den Vorständen derjenigen Errichtungsgemeinden zu übertragen, die nicht Der» waltungsgemeinde toaren. Hiervon hatte man in Gießen Gebrauch gemacht. Die Entscheidungs- besugnis war den Kreisämtern Alsfeld, Lauterbach und Schotten für ihre Bezirke, ursprünglich auch den: Kreisantt Gießen für den Landbezirk des Kreises übertragen. Diese Äeber- tragung war in der Satzung festgelcgt. Sie hatte sich deshalb notwendig gemacht, weil bisher bei jedem Änterstühungsgcsuch die Bedürftigkeit des Gesuchstellers nachgeprüst werden mutzte. Diese Rachprüfung erforderte Vertrautheit mit den örtlichen Verhältnissen, wenn nicht bedenkliche Entscheidungen vom grünen Tisch her ergehen sollten. Bei der großen räumlichen Ausdehnung des Arbeitsnachweisbezirkes konnte die erforderliche Kenntnis der öülichen Verhältnisse jedes einzelnen der vielen Hunderte von Gemeinden mit ihren ganz verschiedenen wirtschaftlichen, klimatischen und Bodenverhältnissen bei der Giehener Hauptstelle nicht vorausgesetzt werden. Die neue Gesetzgebung kennt eine Bedürftigkeitsprüsung nur in Ausnahmefällen, nämlich in der Krisen» daß ein so gewaltiges Bauwerk, einem großen Kirchturm vergleichbar, auf dem Ackerland um- hergesahren wird. Kreis Friedberg. z Friedberg, 16. Sept. Gemeinsam Wolken Geistliche und Lehrer unseres Kreises vorgehen, um gegen den Reichsschulgesehen t to u r f Stellung zu nehmen. Die Anregung dazu ging vom Dekanat Friedberg aus und wurde in einer Lehrerversammlung begrüßt. Die gemeinsame Tagung soll in den Herbstferien in Friedberg stattfinden und sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung für die Gemeinschaftsschule gehalten. # Reichelsheim, 16. Sept. 3n ihrer ordentlichen Generalvers ammlung satzte die Spar- und Kreditkasse den Beschluß, ein neues K a s s e n g e b ä u d e zu errichten. Die jetzigen Geschäftsräume find durch den sich immer mehr ausbreitenden geldlichen Verkehr unter Leitung des Rendanten Vogt zu klein geworden. Rach Ausschreibung der Bauarbeiten ist nun mit den Erdarbeiten begonnen worden. Die Maurerarbeiten wurden dem hier ansässigen Maurermeister Fast übertragen. Der Reubau kommt an eine der schönsten Stellen unseres Ortes, Ecke Bahnhof- und Bingenheimer Straße, zu stehen. Die Bauarbeiten sollen so beschleunigt werden, daß der Reubau bis zu Beginn des Winters unter Dach kommt. 3m nächsten Früh- jcchr soll der 3nnenausbau vorgenommen werden. Für Eigenzwecke und auch zum Vermieten werden im Kellergeschoß feuer- und diebessichere Schrankfächer eingebaut. Die Ausarbeitung der Pläne, die Barckeitung und Dauüberwachung wurden dem Dauamt der hessischen Landwirtschaftskammer zu Darmstadt übertragen. sürsorge. Damit entfällt der Grund, der zur Hebertragung der Entscheidungsbefugnis bestimmend war. Zugleich aber sieht das neue Gesetz in dem entsprechenden Paragraph 172 diese ^Übertragung nicht mehr vor. Lediglich die Entgegennahme und Vorprüfung der Anträge kann den Gemeinden und Gemeindeverbänden übertragen werden, desgleichen auch nach Paragraph 205 „andere Geschäfte", wie etwa die Auszahlung der Hnterstühungen. Die Entgegennahme der Anträge und die Auszahlung der Unter» stützungen, wie auch die Kontrolle der Arbeitslosen wird mit Ratumotwendigkeit den Gemeinden außerhalb des Sitzes des Arbeitsnachweises übertragen werden müssen. Schriftlich läßt sich das alles schwer erledigen, und große Reisen oder Wanderungen können vom Arbeitslosen nicht verlangt Werder:. Dagegen steht die Entscheidung über das Unterstühungsgesuch für den ganzen Arbeitsamtsbezirk künftig allein dem Vorsitzenden zu. Gegen seine Entscheidung konnte der Unterstützte bisher Beschwerde an den Verwaltungsausschutz einlegen. Aus den eben ausgeführten Gründen hatte der Derwaltungsausschuß die zweitinstanzliche Entscheidung den aus feiner Mitte gebildeten Unterausschüssen, den sogenannten Zweigausschüssen in Gießen und in den Kreisstädten, übertragen. Der Derwaltungsausschuß hat künftig damit nichts mehr zu tun. Damit erledigt sich die Tätigkeit dieser Zweigausschüsse. Vielmehr ist am Sitze des Arbeitsnachweises in Gießen selbst ein Spruchausschuß neu zu bilden, der über Beschwerden entscheidet (Paragraph 178). Die Verhandlung vor dem Spruchausschuß, auch das ist neu, ist mündlich und öffentlich (Paragraph 195 Abs. 2). Gegen seine Entscheidung. ist ein weiteres Rechtsmittel, die Berufung an die Spruchkammer des Landesarbeitsamts eingeführt. Das Prüfungsverfahren erfährt durch den Wegfall der Bebürftig- keitsprüsung eine sehr wesentliche Vereinfachung. Was aber dadurch für die öffentliche Hand an Arbeit erspart wird, wird durch die Ausgestaltung und Erweiterung des Rechtsmittelzuges voraussichtlich wieder ausgewogen, ja wahrscheinlich 1 noch übertroffen. Kreis Büdingen. # Ober-Widdersheim, 16. Sept. Die Rachfrage nach den Erzeugnissen der hiesigen Basaltindustrie hat sich in den letzten Wochen weiterhin gesteigert. Die immer mehr in Anwendung kommende Betonbauweise erfrr dert große Mengen Basaltgrus und Dasaltklein- schlag. Ebenso werden für den Straßenbau große Mengen Pflastersteine, vor allem Kleinpflastersteine, benötigt. Täglich werden z. Zt. von den beiden hiesigen Basaltwerken, dem Harkbasaltweick von 3ohs Ä i ck e l und dem verpachteten Ge- metndesteinbruch (3nhaber Abt. Lupp L Co.) 40—45 Eisenbahnwagen von je 20 Torrn en Fassungsraum verladen und teilweise nach Südbayern und dem Elsaß, aber auch nach Rord- deutschland verfrachtet. Dazu werden von Fuhr- werken der umliegenden Dörfer nicht geringe Mengen abgeholt. Die großen Erweiterungsbauten des Hartbasaltwerkes sind beendet. Als Abschluß des Werkes und zur Verbreiterung der Fahrbahn wurde an der Gildenwaldstraße eine große 65 Meter lange Betonstühmauer von 5—7 Meter Höhe errichtet. Die Arbe ten wurden vom Maurergeschäft Bach, Wallernhausen, ausgeführt. Die Pächter des sog. Gemeindesteinbruchs beabsichtigen eine Verladeanlage mit Anschlußgleis zu errichten, um den Transport der Erzeugnisse vorn Bruch aus wirtschaftlicher zu gestalten. Seither geschieht die Beförderung per Achse, woraus den hiesigen Fuhrwerksbesihern ein erklecklicher RcbenverÄenst erwächst, wurden im letzten Geschäftsjahre doch etwa 9000 M. für Fährlöhne ausbezahlt. Weiterhin soll noch in diesem 3ahre ein zweiter größerer Brecher angeschafft werden, wozu bereits die Vorarbeiten verrichtet werden. Während im letzten 3ahre in beiden Werken nur 80—90 Mann beschäftigt wurden, ist die Belegschaft jetzt auf über 200 Arbeiter gestiegen. — Die Gleisumbauarbeiten am hiesigen Bahnhof sind beendet. Für den immer mehr steigenden Güterverkehr siird die Gleis- und Verladeverhältnisse zu eng geworden. Die Reichsbahnverwaltung plant des- halb eine Bahnhof serweiterung nach Westen zu. # Echzell, 16. Sept. 3n der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde auf Antrag des Beigeordneten Stoll einstimmig der Beschluß gefaxt, gegen die beabsichtigte Umwandlung des hiesigen Postamts in eine Postagentur Protest zu erheben; auch soll gegebenensalls eine Kommission bei der Oberpostdireltwn in Darmstadt persönlich vorstellig werden. Weiter- hin wurde der Beschluß gefaßt, zur Eindeckung des Södler Weges zwei Waggon mittleren Klein- schlag zu beziehen, dagegen will man dem Antrag des Forstamts Bingenheim nicht entsprechen, der die Chaussierung des GeorgenwegeS vorschlägt und eine gemeinsame Waldwegbefestigung mit der Gemeinde Bisses empfiehlt. Kreis Schotten. I Ober-Lais, 16. Sept. Die hiesige För- sterwohnung entsprach schon seit langem nicht mehr den Bedürfnissen. Sie ist zudem zur Zeit noch durch den pensionierten Förster Schickedcmz beseht, der anderwärts noch keine Wohnung finden konnte. Rachdem nun die hiesige Försterstelle mit Förster Klipstein wieder endgültig besetzt worden ist, hat die hessische Reg.run.', die schon lange beantragteE r r i d> t u n g eines neuen For st Hauses beschlossen. Die Gemeinde wird den erforderlichen Bauplatz zur Verfügung stellen. Die Ausschreibung der Arbeiten dürfte in den nächsten Tagen erfolgen. — Bei den Vorarbeiten für die hiesige Feldbe - reinigung ist die Aufnahme des jetziger: Besitz- und Kultur st andes so ziemlich beendet. Denrnächst soll mit der Bonitierung begonnen werden. T Glashütten, 16. Sept. Die Heber zeugung, daß der Landwirt in unserer Gegend mehr als bisher Wert auf die Viehzucht legen müsse, um seinen Betrieb rentabel zu gestalten, bricht sich immer mehr Bahn. Da zu gedeihlicher Viehzucht eine gesunde, naturgemäße Aufzucht des 3ungviehes gehört, so wurde hier beschlossen, gelegentlich der hier in der Durchführung begriffenen Feldbereinigung das nötige Gelände für die Einrichtung einer3u n g» Viehweide bereitzustellen. Kreis Alsfeld. M Alsfeld, 16. Sept. Stadtvor- st a n ds s i h un g: 3n einer besonders Äibe» räumten Sitzung des Stadtvorstandes am Donnerstag erstattete Oberingenieur Gudernatsch von Darmstadt, der schon feit einer Reihe von 3ähren als Sachverständiger der Stadt Alsfeld für die Angelegenheiten der Elektrizitätsversorgung tätig ist, ein Gutachten über bie Umstellung desElektrizitätswerkeS Alsfeld von Gleich st rom auf Dr eh- st r om. Die Veranlassung hierzu hatte ein Beschluß bei Anschaffung eines weiteren Gleichrichterschrankes für die Uniform er ftation gegeben, auf Grund dessen der Prüfung des Projekts ies Umbauet des gesamten Ortsnetzes von Gleichstrom ax." Drehstrom näher getreten werden sollte. Aus dem von dem Sachverständigen vorgetragenen Gutachten heben wir folgendes Wesentliche hervor: Das vor etwa 30 3ahren errichtete Ortsnetz wird mit Gleichstrom mit einer Verbrauchs, pannung von 220 Volt gespeist. Seit 3anuar 1924 ist die eigeneStromerzeuaungs- anlage aufgegeben worden, es wird von da ab Dreh ström mit einer Spannung von 2 ) 000 Volt vorn Heberlandwerc der Provinz Oberhessen bezogen und in drei Transformatoren auf 380 Volt transformiert. Dieser Riederspannungs- drehstrom wird alsdann in einer Glasgleichrichteranlage in Gleichstrom mit einer Svaunung von 220 Volt umgeformt. Da die Transformierung und Gleichrichtung einen steten gewissen Verlust verursacht, der etwa 25 Prozent beträgt, so ist von der Stadtvertretung die Frage aufgeworfen worden, ob es nicht besser und zweckmäßiger sei, die Anlage von Gleichstrom auf Drehstrom umzubauen und in Zukunft Dreh- Zwischen M und sieben Roman von Liesbet Dill. Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin. 17. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Und da tarnen Sie zu mir?" „Ja. Ich muß heraus aus diesem Gewebe. Ich kann's nicht mehr, es erstickt mich ..., ich will ein Ende machen zwischen uns." Sie zuckte zusammen. „Ich wußte es — als Sie eintraten —" sagte sie tonlos. „Wenn Sie das wußten, Gräfin, und, wie es scheint, bedauern ... in Melittas Interesse natürlich — weshalb, wenn ich fragen darf, haben Sie mich solange im Dunkeln tappen lassen?" „Aber wußte ich denn, daß Sie--?" „Sie wußten es. Sie mußten wissen, daß zwischen uns etwas nicht mehr war wie sonst ... Sie wußten es von--ihr selbst. Melitta hat Ihnen immer alles gesagt. Nein, lügen Sie nicht ... Ich weiß, daß Sie cs wußten. Weshalb tarnen Sie nicht zu mir? Bin ich so schrecklich, daß man mir die Wahrheit nicht sagen kann? Bin ich so feige, daß ich das nicht mehr ertrage? ... Ich- frage Sie, Gräfin ... seit wann kennt sie diesen Mann? Und woher ist er aufgetaucht? In Gesellschaften hab' ich ihn noch nirgends getroffen. Wo hat sie ihn kennen gelernt, auf der Straße oder wo? Ethel schloß die Augen wie vor etwas Furchtbarem, das man kommen sieht, und nicht mehr aufhalten kann ... Das Zimmer schien enger zu werden, die Wände rückten näher. Er saß vor ihr mit gebauten Fäusten und einem starren, eisigen und entschlossenen Blick in den Hellen Augen .. Visionär stieg ein Bild vor ihm auf ... Im Vorüberfahren erfaßt, das ihm im Gedächtnis geblieben war .. Ein Verdacht ... ,,f)ab’ ich ihn gestern vielleicht--?" Er beugte sich vor und sah sie an. „War er — das?" Sie gab nach. „Ja", sagte sie. „Ja, wir fuhren an feinem Haus vorbei, er stand am Hoftor . ." Ein Schauer lief über fein fahles Gesicht. „Also — das — — war — er? Und wann und wo haben sie sich zuerst gesehen?" fragte er. Es klang heiser und hart ... „Im Kurhaus ... Fastnacht ... voriges Jahr ... im März ... auf einem Maskenball. Warum lachen Sie, Manfred? Es ist doch schließlich gleichgültig, wo man sich kennen lernt ..." „Gewiß, man farm sich in einer Kathedrale kennen lernen oder an einem Laternenpfahl. Auf einer Maskenredoute also. Das ist sehr hübsch ... Ich hatte versäumt, hinzugehen, mache mir nichts aus Karneval — er liegt mir nicht — — ich stehe da herum wie der gestiefelte Kater, weiß keine drei Worte zu sagen, weder zu Kolombine noch zu Bajazzo. Ich bin traurig, wenn andere lachen. Melitta liebt das — — sich zu verkleiden ... Sie ist ja Rheinländerin ... sie versteht das ... Sie ging als Pierette, nicht wahr? Schwarz mit Silber und eine giftgrüne Mütze? Ich weiß noch ... Sie küßte mich, ehe sie fortfuhr, sie war lehr schön und klapperte mit der Pritsche ...Ich Hao' ihr noch viel Vergnügen gewünscht ... Und auf diesem Fest hat sie ihn getroffen ... War das Zufall oder ... vorbereitet etwa?" „Zufall. Er kam an unseren Tisch. Ich hatte ihn vorher nie gesehen, er kam aus England, es war sein erstes (jeft ... hier ...Er tarn — spontan — zu Melitta, tanzte mit ihr, dann habe ich die Beiden aus den Augen verloren ... Sie sagte mir nachher, er wollte Besuch machen." „Ader er ist nie gekommen." „Nein ... es war besser ... in diesem Fall. So kennt ihn niemand--. Er ist hier ganz unbekannt --der Sohn eines Sektsabrikanten ... er will wieder ins Ausland gehen ... im Frühjahr ..." „Sie haben ihn also nie mehr wiedergesehen?" „Nein, nie mehr ..." „Aber von ihm gehört ...?" Sie schwieg. „Ich habe kein gutes Gewissen Ihnen gegenüber. Aber was konnte ich — als ihre Freundin — tun? Ich habe sie gewarnt, habe geahnt, wie es kommen würde ... Es war eine Leidenschaft --von beiden Seiten — zuerst-- aber von seiner Seite, glaube ich, ist es jetzt zu Ende ... Er behandelt sie schlecht. Läßt auf sich warten ... Unter Vorwänden schreibt er ihr im letzten Augenblick ab ... Melitta leidet darunter, aber es scheint, daß ein Wiedersehen, wenn es wieder einmal zustandekommt, ihr die Bitterkeiten (Fortsetzung folgt.) ersetzt ... Sie kennt ihn, ist sich klar über seinen Charakter, sie ist durchaus nicht blind ..." „Und gestern die Fahrt zu der Madonna ... war das auch Zufall ... ober arrangiert? Damit sie sich sehen konnten ... wenigstens ... aus der Ferne ... Sie konnte ja nicht kommen, hatte ihm abtelegraphiert ... und er stand vor seinem Tor ... Er wußte wohl, wir mußten vorbei ... ein Blick im Vorüberfahren ... das genügt--sie war den ganzen Tag wie im Fieber ... man sah es ja ... So reden Sie doch!" rief er. „SagenSie mir alles, ich weiß ja alles, wie Sie sehen, ich bin ganz ruhig, ganz gefaßt ... nichts, was mich mehr in Staunen setzen kann ... gar nichts mehr ..." „So hören Sie mir wenigstens zu . . Manfred ... Die gestrige Fahrt war Zufall ... die Begegnung am Tor ... er konnte das nicht wissen ... Sie sahen ja, wie er sich umdrehte ... sie grüßten sich nicht einmal ...So ist es immer in der letzten Zeit ... immer kommt etwas dazwischen, das sie trennt ... und wenn es nichts ist, ist er verreist ... er schreibt ihr ab. Warum? Ich ahne es nicht. Diese Reisen sind erfunden ... ich vermute, es ist nicht eine andere Frau ... es ist einfach ... aus ... Und sie glaubt das nicht ... sie klammert sich an jede kleine Hoffnung. Je schlechter er sie behandelt, desto heißer liebt sie ihn ... Nie hat er eine Aufmerksamkeit für sie ... keine Blume, er beantwortet keinen Brief, schickt nur Depeschen oder telephoniert — er ist ja so vorsichtig" Melitta! Melitta! Es war, als müfie er sich über sie werfen und sie schützen. Er stöhnte auf, den Kopf in den Händen verborgen. „Sie tut mir leid, ich habe sie lieb, aber sie ruiniert sich ... Es handelt sich hier nicht mehr um eine Liebelei ...zu der Melitta niemals zu haben wäre, dazu ist sie zu ernst, zu wertvoll und zu großzügig ... Es handelt sich einfach um eine Leidenschaft und um die Frage, was das beste für Melitta ist. So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben. Sie zerreibt sich in diesem Kampf und ... Sie auch. Und da Sie nun alles wissen ... sollten Sie nicht mehr zögern ..." „Sie meinen ...?" „Ja ... Geben Sie sie frei ..." Ein nervöses Zucken zerriß fein Gesicht. Etwas heißes wie eine Flamme lief über seine hohe I Stirn ...Er griff sich nach dem engen Kragen ... | Das Ende, dachte er ... Das, was er gefürchtet hatte, stand nun vor ihm .. greifbar--fürchterlich nahe... Die Per.dule tickte fein und fiebernd in die schwer« Stille des Raumes. Ein Licht lief an den goldgleißenden Wänden entlang und verschwand ... Sie schwiegen. Draußen rauschte der Regen. Er saß vor ihr in dem Sessel wie gebrochen und sah mit starrem Blick in die Feme ... „Sie müssen das tun, was für Sie beide das beste ist", wiederholte sie. Er hob den Kopf. Seine Augen waren rot, wie entzündet, sie brannten. Er nahm die Brille ab. Es gab ihm ein fremdes, verändertes Aussehen. „Ja," sagte er tonlos, „ich will es tun." Er erhob sich. „Ich muß es selbst hören, aus Melittas Mund. . . Ich hab' das alles — — so geahnt--aber nicht gewagt--zu glauben, --ja, Gräfin — — ich bin nur ein einfacher Mensch. Ganz unkompliziert. In diese neue Welt passe ich gar nicht, ich fühle mich darin unsicher-- wie auf dem Parkett... An meinem Flügel, vor meinem Schreibtisch, auf dem Podium, da bin ich der, den Sie alle kennen, und in meinen vier Wänden bin ich zu Haufe. Und sie hatte mir so wundervoll --aber diese Reminiszenzen führen zu nichts — sie wühlen nur auf ... es ist ein Begräbnis heut ... und ich will's vollenden ..." „Was werden Sie tun? Doch um Gottes willen nicht so zu Melitta hingehen?" „Doch. Ich werde sie fragen, nachdem ich von Ihnen weiß ... was ich wissen wollte/' „Und dann? Werden Sie ... sich von ihr tren en? O, mein Gott! Sie, die beiden, die ich so lieb hatte!" Sie ergriff seine Hände. „Manfred, ich beschwöre Sie, lassen Sie ihr Zeit .. jede Leidenschaft vergeht--" „Und darauf, denken Sie, soll ich warten?" Er machte seine Hände aus den ihren los. „Nein, dazu . . . hab' ich sie zu hoch gehalten und ... zu sehr geliebt . . . Ich hab' mir — nur — um alles zu erfahren — Zeit gelassen. Ich danke Ihnen." M SkM MWlWWr ««UW. Don unserer Darmstadter Redaktion. Zeichnungen, über Behörden. ■ I den Dutenhofen. 16. Sept. Das am Sonntag hier abgehaliene Missivnsfest litt hinsichtlich des Besuchs e!was unter den Ver- material unterstellten i Zustande ins Krankenhaus eingeliefert werden muhte. in ein die . Modellen Ankchauungs- W - W anstaltungen in der Bachbarschaft. 3m Fest- gottesdienst am Dormittag predigte Missionsinspektor Wagner- Barmen. Die Rachver- fammlung fand auf dem alten Friedhof bei der reiches Tätigkeit Es i di Pfe Ac Ha Uei str. schäft zeigt und Statistiken * ® a r m ft a b t, 16. September. Ein Rundgang durch diese Ausstellung, wenn man sich nur wenig an den einzelnen Ständen aufhält, dauert mehrere Stunden. Eigentlich mühte man bei der verwirrenden Fülle des Gebotenen für die Besichtigung mehrere Tage verwenden. 3m folgenden soll versucht werden, eine Ll e b e r s i ch t zu geben über die Eindrücke, die ein Besucher von dem Gesamtbild empfangen kann. Selbstverständlich laim diese Uebersicht nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben, noch auch alles Wichtige hervorheben oder auch nur eine nähere Beschreibung von Einzelheiten zu geben. Bei einem Rundgong tritt man zunächst in die große neue Fe st Halle, einen Riesenbau, dessen Hauptraum für die Zwecke der Ausstellung durch Wände in eine Reihe von kleineren Sälen aufgeleilt worden ist. Die Festhalle vertritt gewissermaßen das Hirn dieser großen Liebersicht über die gesamte hessische Landwirtschaft, denn hier ist die wissenschaftliche Ausstellung untergebracht. Der hessische Staat und die Landwirtschaftskammer gewähren mit ihren Sammlungen usw. einmal einem größeren Kreis der Oeffentlichkeit einen Einblick in ihre Tätigkeitsgebiete^ wie er sonst einem Laienpublikum in dieser Geschlossenheit nicht oft geboten wird. Die Denkmalpflege und das Archiv haben insbesondere Ausnahmen von älteren ländlichen Bauten ausgestellt, die wegen ihrer Schönheit und ihrer Stimmungswerte als Vorbilder dienen können. Die Abteilung für Ernährung und Landwirtschaft des hessischen Ministeriums für Arbeit und Wirt- Conniansdienst v.Aerzte u. Apotheken am 18.9.27 Dr. Geyer. Dr. W Klein. Hirschapotheke. Zahnarzt: Dr. Metz. insbesondere um die Leistungen der K u l t urban ä m t e r. Llebersichtskarten geben genaue Auskunft über die Pläne für die Bodenverbesserungen in den drei Provinzen Starkenburg, Rheinhessen und Oberhessen. Dir Landwirt- s ch a f t ä m t e r sind mit einer stattlichen Lehrmittelsammlung vertreten. Die Feldbereinigungsbehörde legt in Plänen dar, wie ein Gelände vor und nach der Feldbereinigung aussieht. Die landwirtschaftliche Versuchsstation in Dainnstadt bringt in Statistiken, graphischen Darstellungen ufto. eine Reihe ihrer Untersuchungsergebnisse von Deizv ersuchen, Bodenuntersuchungen und Düngungsversuchen. Sehr umfangreich ist die Sonderschau des Veterinärhygienischen und Tierseuchen- instituts in Gießen. Präparate und Abbildungen unterrichten über Schweinepest. Schweinerotlauf, anstehende Blutarmut der Pferde, Milzbrand, Tuberkulose und viele andere Krankheiten Statistiken über die verheerenden Wirkungen der Seuche geben zu denken; sie zeigen, welche bedeutende wirtschaftliche Werte verlorengehen, oder durch die Bekämpfung gewonnen werden können. 3n ähnlicher Weise läßt das Landwirtschaftliche 3nstitut der Landes Universität Gießen einen Blick tim in seine Forschungen auf dem Gebiete der Bekämpfung von Pflanzenkranlh.nten und 51n- kräutern. Besonderes 3nteresse dürste unter den vielen Objekten die Abteilung Grünlandforschung finden. 3m Rahmen dieser Sonderschau seien noch erwähnt die L e h r a n st a l t für Ob st bau und Landwirtschaft in Friedberg, die Geologische Landesan st alt in Darmstadt, die Lehr- und Versuchsstation für Wein- und Obstbau in Oppenheim, die Abteilung für Forst- und Kameralverwaltung, die Landesanstalt für Wetter- und Gewässerkunde, die Drandversicherungskammer und das Landesvermessungsamt. Ungemein reichhaltig ist die w i s s e n s ch a f t - liche Ausstellung der Landwirtschaft s k a m m e r. Da ist z. B. ein wundervoller dekorativer Aufbau von verschiedenen Gemüsearien aus dem Versuchsgut der Landwirt- schaftskammer in Groß-Umstadt. Dieser Aufbau, der durch seinen Umfang und die Farbenzusammenstellung Aussehen erreg!, nimmt zusammen mit einem Arrangement mehrerer Obstsorten den großen Mittelsaal der Festhalle ein und ist ständig umlagert von Besuchern, die mit Bewunderung diese Leistungen betrachten. Don den vielen Sonderausstellungen der Landwirtschaftskammer findet namentlich bei der Frauenwelt die Ausstellung der Frauenschule und landwirtschaftlichen Haushaltungsschule in Michelstadt i. O. Beachtung und Beifall. Molkereiprodukte, Marmeladen, Fruchtsäfte, Gebäck der ihr handelt sich usw., alles sehr sauber zubereitet, bieten sich dem Auge des Beobachters dar. Die wichtigen Aufgaben der Saatzucht, des Versuchswesens, der Grünlandwirtschaft und des Pflanzenschutzes sind in einer anderen Sonderschau zusammen- gefaht und in Pflanzenbüscheln höchst lehrreich dargestellt. Die Buch- und Wirtschafts- beratungsstelle, sowie die drei Provinzausschüsse der Landwirtschaftskammer warten mit umfangreichen Statistiken aus ihren besonderen und sehr umfangreichen Detätigungsgebieten auf. 3n der näheren Umgebung der Festhalle ist u. a. ein Dorfkino, in dem unentgeltlich und fast den ganzen Tag über Vorführungen stattfinden. Einer von den Filmen berichtet über die Landwirtschaftskammer, ihre Einrichtungen und ihre Tätigkeit, ein anderer belehrt die Zuschauer über die Viehzucht und die Weidewirtschaft des Vogelsbergs. Die Stände des Verbandes der Hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften, der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, deS Deutschen Landwirtschaftsrates, des Hessischen Landbundes, des Verbandes Süddeutscher Zuckerrübenpflanzer E.V. Worms und mehrerer Syndikate tonnen hier nur erwähnt werden, doch seien ihre bildlichen und graphischen Darstellungen einer näheren Betrachtung empfohlen. Den größten Teil des Ausstellungsplahes nach Osten hin nehmen die landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte ein. Aus der Ferne gesehen, hat man den Eindruck einer Messestadt, denn man erblickt ein Gewirr von Zelten, Ausstellungshäusern und Reklame- schildern: beim Rähertre'en verändert sich jedoch dieses Gesamtbild. Man sieht nun breite Straßen und quadratisch aufgeteilte Plätze; diese sind dicht bestellt mit Zelten und landwirtschaftlichen Maschinen, als da sind: Dreschmaschinen, Drill- maschi.'.en, Häck eimaschine r, Buttermaschinen usw. Cs ist erstaunlich, eine wie große Zahl von landwirtschaftlichen Maschinenfabriken, namentlich kleinere Betriebe, es in Hessen gibt, und wie groß die Zahl von auswärtigen Firmen ist, die in Hessen ständige Vertretungen unterhalten. Auf eine weitläufige Beschreibung der Maschinen und Geräte (Pflüge usw.) wollen wir uns hier nicht einlassen, sondern nur etwas hervorheben, was neu und von allgemeiner Bedeutung ist. Diele Besucher der Ausstellung sehen hier zum erstenmal eine Melkmaschine. Solche elektrisch an- getriebene Dorrichtungen zum Melken der Kühe sind zwar nicht mehr als neu zu bezeichnen, denn in Amerika wurden sie bereits vor 30 3ahren verwandt. Man hat zuerst darüber gelacht, aber die Melkmaschinen haben sich jetzt auch in Deutschland immer mehr eingebürgert, und ihnen gehört die Zukunft. Auch eine Kleinmolkerei mit elektrischem oder Motorenantrieb, Buttermaschinen und Kneter führen vor Augen, wie sehr heutzutage auch die kleineren Landwirte Vorteile aus maschinellen Hilfsmitteln ziehen können. Auf ein ganz anderes Gebiet der Landwirtschaft kommen wir bei einer im Betrieb befindlichen Beregnungsanlage; für Hessen ist sie etwas Reues, denn erst vor wenigen Monaten meldeten die Zeitungen, daß in Rheinhessen die erste in Betrieb genommen wurde. Mehrere Firmen haben nicht weit davon Gewächshäuser aufgebaut. Diese sind insofern etwas Reues für Hessen, als sie in größerem Umfang jetzt in unserem Land verwendet werden. Reich und Staat haben beträchtliche Kredite bereit- gestellt, damit Gewächshäuser errichtet werden zur Förderung des Frühgemüsebaues. Es ist zu ertoarlen, daß schon im lommenden Frühjahr die Gewächshauserzeugnisse auf den Markt kommen. Die Gewächshäuser werden also bei den Bestrebungen, die heimische Produktion zu heben, eine große Rolle spielen. Hat man auf der Wanderung die vielen Maschinenstände, die Zelte und den sehr sehenswerten Elektrohof passiert, so gelangt man zu zahlreichen Ställen, in denen viel prächtiges Großvieh, also Pferde und Rindvieh untergebracht ist. Von der gewaltigen Größe dieses Teiles der Ausstellung bekommt man einen Begriff, wenn man hört, daß rund 1300 Stück Großvieh vorhanden sind. 3n den Pferde-, Kuh-, Ziegen- und Schweineställen trifft man zahlreiche, von Bewunderung erfüllte ländliche Besucher der Ausstellung an. Eine M i l ch k o st h a l l e und eine Wein- k o st h a 11 e fehlen nicht auf dem Ausstellungsgelände, auch sonst sind mannigfache Gelegenheiten, sich preiswert zu verpflegen, vorhanden. Vorführungen der Reitervereine ufto. und eine Trachtenschau sorgen für Unterhaltung. ch Hörnsheim, 16. Sept. Die Klein- kaliberschühenabteilung der hiesigen Gefolgschaft des 3ungdeutschen Ordens veranstaltete an den letzten Sonntagen ein Preisschießen, das sich einer regen Beteiligung erfreute. Es wurden durchweg recht gute Resultate erzielt. Den 1. Preis mit 36 Ringen erhielt Lehrer Bork, Hörnsheim, den 2. Preis mit ebenfalls 33 Ringen Heinrich Volk, Hörnsheim, 3. mit 35 Ringen Johannes Weber, Hochelheim, 4. mit 35 Ringen Erwin Schmidt. Oberwetz und 5. mit 35 Ringen Hermann Engel, Hörnsheim. Die folgenden 10 Preise wurden mit je 34 Ringen erzielt. Das Schießen fand auf dem neu hergerichteten Schießstande „in der Hohl" an der Straße nach Groß- rechtenbach statt. Kreis Ziegenhain. WSR. Merzhausen, 16. Sept. 3m Spreng st offlager der Firma Gruß ereignete sich gestern ein schwerer Unglücks- fall. Ein 15jähriger Lehrling, der mit Aus- lchachtungsarbeiten beschäftigt war, stieß dabei auf einen unter der Erde liegenden Sprengkörper. Dieser explodierte und verletzte den Jungen sehr schwer am Unterleib und im Gesicht, so daß er in bedenklichem Starkenburg. WSR. Darmstadt, 16. Sept. 3n Unterlahnkreis. WSR. Diez, 16. Sept. Dieser Tage wurde hier eine nicht alltägliche Trauung vollzogen. Ein „schwerer 3 u n g e" aus dem Zentra l g e f ä n g n i s Freiendiez wurde mit Handf ess eln versehen dem Standesveamten vorgeführt und getraut. Der Reuvermählte hat noch drei 3ahre abzusihen. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 16. Sept. In einem Hotel in der Scharnhorststraße hat sich in der Rächt zum Donnerstag ein etwa 20 bis 24 3ahre alter unbekannter Mann mit einem Trommelrevolver erschossen. Der Tote ist 1,72 Meter groß, schlank, hat rotblondes Haar, blaue Augen und große Ohren. Ein Taschentuch, das der Tote bei sich trug, war mit K. S., ein anderes mit einem Schift und dem Wort „Reu- Amsterdam" gezeichnet. — Beim A b w e r f e n von Baudielen innerhalb eines Bauzaunes an einem Reubau in der Cckenheimer Car.; - strafte überschlug sich gestern eine solche Die.e. fiel dabei außerhalb des Zaunes und traf dadurch den gerade vorbeiradelnden 21 Fahrc alten Schnittmacher Wilhelm Prob st. Dieser erlitt eine schwere Kopfverletzung und eine Gehirnerschütterung und muhte in hoffnungslosem Zustande im Kranlen- hause eingeliefert werden. Don der Kraslpoftlinie Wetzlar - Hochelheim. B Wetzlar, 16. Sept. Als der Betrieb auf der Kraftpostlinie We tz l a r—H o ch e l h e i m vor kurzem, umgestellt wurde, war in Aussicht genommen, "nur Mittwochs und Samstags, und zwar vor- und nachmittags, eine Rundfahrt vor Wetzlar nach Groß-Rechtenbach und vor dort weiter über Weidenhause n—B o l» pertshause n—R e i s k i r ch e n—R a u b o r n nach Wetzlar ausführen zu lassen, Im übrigen jedoch den Wagen, wie bisher, von Wetzlar direkt über die Spilourg nach Groh-Rechtenbach bzw Hochelheim zu fahren. Aus betriebstechnischer Gründen hat jedoch die Postverwaltung die Krafts Post bisher täglich vormittags von Groh-Rechtenbach über Weidenhaufe n—D o l - pertshausen—Reiskirchen nach Wetz - l a r und nachmittags umgekehrt verkehren lassen. Die Postverwaltung hat die Absicht, diese vorübergehende Einrichtung auch für die Folge — insbesondere im Winter — beizubehalten, toemx sich hierzu ein Bedürfnis herav.sstellt. Es haben daher Umfragen bei den Arbeitern in Reiskirchen Volpertshausen, Vollnkirchen und Weidenhausen dahin stattgefunden, ob sie im Winter die Kraft- Post nach Wetzlar und zurück täglich benutzen wollen Die Ermittelungen führten zu dem Ergebnis, daß besonders aus Reiskirchen eine größere An zahl Arbeiter sich für die tägliche Benutzung der Linie im Winter erklärte; auch aus Vollnkirchen wurden zusagende Erklärungen abgegeben (die Arbeiter aus dieser Gemeinde wollen die Kraftpost von Volpertshausen aus benutzen). Wenn aus Volpertshausen und Weidenhausen Erklärungen nicht abgegeben wurden, so mag dies daraus zurückzuführen fein, daß viele Arbeiter jetzt noch nicht die Gewißheit haben, ob sie im Winter überhaupt Beschäftigung haben werden 3mmerhin wird die tägliche Benutzungsziffer voraussichtlich eine derartige sein, daß die bisherige Linienführung auch den Winter hindurch beibehalten werden kann. Allerdings mühte dann die Kreisstvahenbauverwaltung dafür sorgen, daß die von der Linie berührten Straften, die sich zum Teil in einem sehr schlechten Zustande befinden, instandgesetzt werden. Hierbei wäre insbesondere auch eine Verbreiterung der schmalen Straßen st recken, sowie eine B e seit igung einzelner geradezu gefährlicher Kurven ein dringendes Erfordernis. Der Verkehr auf der Strecke von Groß-Rechtenbach nach Hochelheim ist, abgesehen von Mittwochs und Samstags, an welchen Tagen in Wetzlar Wochen- markt stattfindet, gering. Die Postverwaltung trägt sich daher mit der Absicht, den Wagen nachts in Groß-Rechtenbach unleczustellen, um auf diese Weise eine wirtschaftlichere Gestaltung der Linie herbeizuführen. Bisher ist es jedoch noch nicht gelungen, einen geeigneten Unterstellungsvaum in Groh-Rechtenbach zu gewinnen. Kirche statt. Als erster Redner sprach hier wieder Missionsinspektor Wagner von öem Glauben, der Liebe und der Hoffnung, und erzählte von seinen Mifsionsreisen nach Afrika, Fnd.-en usw. Missionar Bähr- Groh-Rechtenbach zeigte Gegenstände, die Pfarrer Lic. Müller-Dutenhofen aus einer Sammlung aus China besitzt, z. B. Kleider, Decken, Pfeifen, Götzen, Schuhe, Bilder u. dgl. in. Die Schluftonsprache hielt der Ortspfarrer Lic. Müller. Gr dank e allen Erschienenen und sprach Empfehlungsworte für die Missionsdankopferbüchsen und die beim Schluß erhobene Kollekte, deren ©rtrag für die Rheinische Mission bestimmt ist. Die vorhandenen Missionsschriften wurden fast alle abgesetzt. Zur Verschönerung des Festes trugen der hiesige Posaunenchor und der Gemischte Chor bei. O Riederkleen, 16. Sept. Ein Straßen- toärter von Dornholzhausen fand in der hiesigen Gemarkung unter einer Drücke an der Provin - zialstraheWehla r—D u tz b a ch ein F a h r° rad herrenlos vor, dessen Eigentümer sich bisher nicht gemeldet hat. Da das Rad sich nicht im fahrbereitem Zustande befand, ist anzunehmen, daß es aus einem Diebstahl herrührt und von dem Dieb, der jedenfalls nicht mehr Wetter darauf fahren konnte, an der Fundstelle versteckt worden ist. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 18. September. 14. Sonntag n. Trin. Stadtkirche. 8: Pfr. Mahr. Zugleich Christenlehre f. die Reukonsirrnierten aus der Matthäusgem. 9'/_: Pfr. Becker. Deichte und heiliges Abendmahl für Matthäus- und Markusgemeinde. 11: Kinder- kirche für die Markusgemeinde. Pfarrer Decker. Fohanneskirche. 8: Pft. Bechtolsheimcr. Zugleich Christenl. für die Reukonstrmierten aus der Lukas- gemeinde..9'/,: Pfarrer Ausseld. 11: Kinderkirche für die Iohannesgemeinde. Pfarrer Ausfeld. 8: Bibelbesprechung im Fohannessaal. Pfarrer Müller. — Lich. 9'/,: Stiftsdechant Lenz. Christenl. für die Mädchen. e/J: Kindergottesdienst 2: Stiftspfarrer Schvrlemmer. - Kirchberg. 10: Gottesdienst 11: Christenlehre für die männliche Fügend. Rachm. 17,: Gottesdienst i. Saubringen. - Hausen-Garbenleicb. Haufen: 97,. Garbenteich: 1. — Wieseck 7,10; 7 Emulnon Osteoion" Eiweih- und stark vila. minhaltig l — In zwei Schutzmarke Qualitäten: Oriq.-Sl. zu '/, kg 1.50 u. 1.25 ; 4 kg 8.50 und 7.50, gröbere Mengen billiger. Man achte genau auf Schutzmarke und Firma des alleinigen Fabrikanten ffl. Btodmflnn. Ghem. SfiDt. m. ü. 9., LkivZlg-Eufk. 90c. Zu haben: In Gießen bei: Ernst Noll, Kaiser-Drogerie, Ltndenplah 5. In Langd bei: Wilhelm Dietz. Brodmanns Snttertal! ..3roerg-ninrte einzig dastehend in Ausführung und Leistung. Wende- und Zweischarpflüge sowie alleLandmasdiinen und Geräte Gg. Schiefersteiii, Lieh Fernsprecher 17 7621D HW «MM StzW 286s-; ■ Total - Ausverkauf Alter’s Möbel und Kunstgewerbehaus G.m, b.H. Darmstadt Elisabethenstraße 34 Zimmer straße 2-4 Versäumen Sie diese günstige Kauf-Gelegenheit nichtl Zimmer aller Arten in einfachster bis zur reichsten Ausführung. 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M. 1. *!S> »"'"'Wu. iel. 240 n nachts, ^üling ^ehen8 J°formb:c” '’lleritjabrir « Bacliacker, 'uen Laue 11- fift 11 M nir Rm.AL°l-A „$*** W W^Nbeivi'v.. |fl? l Trö$ gen den früheren elsah-lochringischen Rechts' anwalt August Müller, zuletzt Rechtsanwalt und Notar in Frankfurt, ist Anklage wegen Untreue und H n te r s ch l a g u n g von Geldern seiner Mandanten erhoben worden. Da Muller zu mehreren Der nebmung5terminen und zur Strafverhandlung vor dem Erweiterten Schöffengericht nicht erschien, hat dieses laut „Fr. Ztg." Haftbefehl gegen ihn erlassen, der dieser Tage vollstreckt woi den ist. Seine Verfehlungen sollen in der Haupt fache darin liegen, daß er aus d er Heimat vertriebenen Elsaß-Lvthr ingern als deren Sachwalter die ihnen zugesprochenen Entschädigungen in nicht unbeträchtlicher Höhe vvr- enthalten und für sich verwendet haben soll. Der Beschuldigte ist inzwischen aus dem An waltsstand ausgeschieden und hat sein Notariat niedergelegt. Die Hauptverhandlung findet voraussichtlich in den nächsten Tagen statt. S^sclplan vor FranksnrLev Theater. Opernhaus. Sonntag. 18. September: 7'/z bis 10Vi Hhr: Fidelio. Montag, 19., 7' 2 bis 10: Rigoletto. Dienstag, 20., 7 bis n. 10: Die Jüdin. Mitlwoch, 21., V/t bis 10'/,: Hoff- mannö Erzählungen. Donnerstag. 22, 6' , bis 10V2: Lvhengrin. Freitag, 23., 71/2 bis n. 10: Tu° randvt. Samstag, 24., 7'/8 bis 10'/4: Der fliegende Holländer Sonntag, 25., 7'/2 bis IO1// Hoffmanns Erzählungen. Montag, 26., 7 bis gegen 10V2: Doktor Faust. Schauspielhaus. Sonntag, 18. Sept, 8 bis 10'/2 Hhr: Alt-Frankfurt. Montag, 19., 8 bis 10: Leonee und Lena. Dienstag, 20., 8 bis tl 10’/2: Kolonne Hund. Mittwoch, 21., 8 bis 10: Die Kassette. Donnerstag, 22., 8 bis n. lO'/gj Kolonne Hund. Freitag, 23., Samstag, 24., Sonntag, 25., Montag, 26., 71/, bis n. 10: Cäsar und Cleopatra. auf Grund dessen die Girokunden der Relchs- ba.ck Heberweisungen in Belgien durch Einreichung von AuLlandgiroschecks vornehmen können. Der Verkehr wird sofort ausgenommen. * Preußische Pfandbriefbank. Der Reichsrat hat in seiner gestrigen Sitzung die in der G.D. vom 1. März beschlossene Kapitalserhöhung von 14 Millionen M. genehmigt^ Don diesen 14 Millionen sollen 7 Millionen M. zur Verstärkung der Betriebsmittel der Bank und 7 Millionen für die Aufnahme der Landwirtschaftlichen Pfandbriefbank (Roggenrentenbank) aut Grund des mit dieser Bank geschlossenen Fu- sionsvertrages dienern DaS Aktienkapital der Dank beziffert sich alsdann auf 21 Millionen, der Hmlauf an EmissionSpapieren auf über 300 Millionen Mark. • Heberzeichnung der Anlei he der Deutschen Dank. Auf die am Dmrnerstag in Reuyorl zur Zeichnung aufgelegten 25 Mill. Dollar 6proz. Treuhände moten der Deutschen Dank sind laut „Wallstreet Journal" mehr als 57 Millionen Dollar gezeichnet worden, so daß nur 50 Proz. zugeteilt werden tonnten, ott den Vereinigten Staaten allein wurden 45 Millionen Dollar gezeichnet, während sich bet Rest auf Holland, die Schweiz, Schweden, England und Oesterreich verteilt. Die Zeichnungsllsien konnten bereits eine Stunde nach Eröffnung geschlossen werden. * Eine preußische Anleihe in Amerika. Wie WTB.-Handelsdienst aus Anfrage von der Preußischen Staatsbank erfährt, verhandelt die Preußische Staatsbank für den preußischen Staat in Amerika wegen einer sechs- prozentigen Anleihe int Betrage von etwa 30 Millionen Dollar. Gerüchtweise verlautet von einem Ausgabekurs von 96,5 biß 97 Prozent. * I.-G.-F arbenindustrie. In einem Berliner Blatt wurden int Zusammenhang mit der Verlaufsorganisation für das in den Deutschen Zechen gewonnene Benzol Mitteilungen über den beabsichtigten Vertrieb des neuen synthetischen Benzins der I.-G.-Farbenindustrie gemacht. Zu diesen Ausführungen meldet der WTB- Handelsdienst, daß in bezug auf den Absatz des Leuna-Benzins gewiß Maßnahmen mit den größten ausländischen Oellonzernen bereits getroffen sind. Eine Verständigung mit dem Ruhv- kohlenbergbau wird dadurch nicht berührt. * GuleBeichäftigungbeiDaimler- Benz. Rach einer Mitteilung der Verwaltung ist die Gesellschaft zur Zeit gut beschäftigt. Daß der Hmfatz im August mit 14 Millionen Mark um eine Million Mark gegenüber dem Vormonat zurückgeblieben sei, erkläre sich aus den Hm- stellungsarbeiten. Die Arbeiterzahl habe sich seit April von 9000 auf 14 000 vermehrt. * Kapitalsverdreifachung bei der GD A. Die Gemeinschaft Deutscher Automobil- fabrtfen, Verkaufs-Organisation ihrer Stammwerke und alleinigen Gesellschafter NAG.-Hansa- Lloyd-Breunabor, wird gemäß einem gestern gefaßten Beschluß der Gesellschaster-Dersamm- lung eine Erhöhung ihres seitherigen Stammkapitals von 300 000 Mark auf 900 000 Mark erfahren. Das neue Kapitals das die Gesellschafter selbst aufbringen, soll einer weiteren Intensivierung des Geschäftsbetriebes derGDA. dienen. * Voigt & Häffner A.-G., Frankfurt a. M. Der A. R. der Voigt & Häffner A.-G. in Frarckfurt a. M. hat unter Mitwirkung der vom Betriebsrat entsandten Mitglieder gestern einstimmig beschlossen, sich mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln gegen die drohende Hebetfrembung der Gesellschaft zur Wehr zu setzen. Er wird einer auf den 10. Oktober einzuberufenden a. 0. G. V. der Gesellschaft Vorschlägen. das Akllenkapital um 2 500 000 Mk. durch Ausgabe von 2500 auf den Inhaber lautender neuer Vorzugsaktien über je 1000 Mk. mit ein Mertel Gewinnberechtigung für daS Geschäftsjahr 1927 unter Ausschluß des gesetzlichen De- zugsrechts der Aktionäre zu erhöhen, und in Verbindung hiermit das Stimmrecht der bestehenden Vorzugsaftien derart herabzusehen, daß den Vorzugsaftien über 20 M«k. fortan sechs Stimmen und bei der Beschlußfassung übet Aenderung der Satzungen, Besetzung des A. R. oder Auflösung der Gesellschaft 60 Stimmen gewährt werden. Die neu zu schaffenden 2,5 Mill. Mark Vorzugsaftien sollen eine Vorzugsdividende von 7 Prozent mit Nachzahlungsrecht genießen, mit der Maßgabe, daß sie für je 1 Prozent der an die Stammaktionäre über 7 Prozent hinaus zur Verteilung gelangenden Dividende % Prozent Dividende, jedoch Nicht mehr als insgesamt 10 Prozent erhalten, daß sie an einem etwaigen Liquidationserlös der Gesellschaft von beit übrigen Vorzugs- und Stammaktien mit 120 Prozent teilnehmen und daß sie von 1937 ab zu 120 Prozent einziehbar sind. Der' A. R. ist zu dieser Beschlußfassung gekommen, weil er für die Zukunft Absichien des neuen Aktionärs befürchten muß, die nicht im Interesse der Gesellschaft liegen. * DieNeueinrichtungenbeiHoefch und Köln-Neuessen. Bei den Don der Köln-Neuessener Bergwerksverein A.-G. geplanten Neueinrichtungen handelt es sich um den Dau einer Zentralrokerei mit einer vorläufigen Lei- stungsfähigieit von 400 000 Tonnen, die später erweitert werden soll, sowie um einen neuen Schacht und eine neue Wäsche auf Schachtanlage Anna-Emil. Die Eisen- und Stahlwerk Hvcsch A. G. wird ihr Thomasstahlwerk umbauen, eine Zementfabrik errichten und die Walzwerfbetriebe verbessern. * Russisches Petroleum in Südafrika. Nach Meldungen aus Moskau haben die Käufe russischen Petroleums auf dem südafrikanischen Markt einen derartigen Umfang angenommen, daß ein regelmäßiger Schiffahrtsdienst zwischen den Häfen von Batum, Novo- rosisk und Kapstadt eingerichtet werden mußte. Es sollen auch mehrere Zisternenschiffe in Bau begriffen fein. Frankfurter Börse. Frankfurt, 17. Sevl. Tendenz- Zurückhai- tond. — Die heutige Samstagsbörse Halle außerordentlich kleines Geschäft. Die Spekulation übte große Zurückhaltung, zumal das Publikum weiter passiv bleibt. Verschiedene Realisationen zum Wochenschluß verursachten überwiegend kleine Kursrückgänge, da die Aufnahmelust des Marktes gering war. Eine gewisse Rolle spielte dabei die Tatsache, daß am Geldmarkt die Nachfrage noch immer ziemlich groß ist. Ohne Beachtung blieben dagegen verschiedene anregende Momente, so der bevorstehende Abschluß der 3 0 - M i l l i 0 n e n = Anleihe der Preußischen Staatsbank ufro. Gegenüber der gestrigen Abendbörse verzeichnete die Mehrzahl der Paniere Kurs- schwöchungen bis zu 1 Prozent. Stärker angeboten waren I. G. Farben mit minus 2 Prozent, sowie Scheideanstalt mit minus 2,5 Prozent. Gut behauptet blieben Nordd. Llohd, Zellstoff Waldhos, Gelsenkirchen und Phönix. Für Commerzbank bestand etwas Nachfrage, das Papier konnte um 2,25 Prozent anziehen. Holzmann Wieben in Nachwirkung des Berliner Bauprojektes weiter gesucht (plag 1 Prozent). Außerordentlich starke Nachfrage bestand nach Voigt & Haeffner, die bei dem Mangel an Angebot eine scharfe Steigerung vop rund 25 Prozent erfuhren. Nach den entschiedenen Abwehrmaß- nahmen, die in der gestrigen Auffichtsratssitznng beschloßen wurden, scheint die Gmnpelgruppe eine Stärkung ihrer Position für die kommende Generalversammlung zu versuchen. An den Renten- m ärk'ten blieben Zolltürken weiter gefragt. Bon heimischen Anleihen blieben Ablösungsschuld vernachlässigt. Im Verlaufe ging das ohnehin Dsvffemnarkt Berlin—Frankfurt Telegraphische Auszahlung. | 17. Scptbr. 16. Septbr. Banknoten. Amtliche Notierung I Amtliche Dotierung Geld ' Briet I Geld Brief Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuh 7 Prozent. Berlin. 16 Scvkbr. Ämerikanüche »loten . . Belgische Noren . ■ Täniich: Noten . . . Engliiwr Boten . . Amft.-Siotr Buen.-AireS Brss.-Antw KlnifHania • Kopenhagen Stockholm • HelsingforS. Italien. . London. . . Nenyork . . Paris.... Schweiz .. Spanien « Japan . . • Bio de Jan —«rief. 16.51 168,56 22,97 111,12 59,34 2,61 113,05 81,18 71,14 12,46 7.1.45 a. M. Belgrad . • Budapest. - Bulgarien Lissabon . • Danzig. • • .stonftcmtin. Athen. . . Kanada llru maD • Tatro Berlin. 16 Scptbr. Hranzojvche Ncnen...... Holländische Noten..... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch Ccftcrr , 5100 leronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten ....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten Brie, 4,201 68,52 0)e'd *16,45 167,88 22,87 110,68 69,10 2 59 112,59 80,86 70.86 • 2,40 73.15 <»eld 4,184 58,28 112,13 20.377 ffrankfurt a.M. Berlin Stiilufr Kurs 1-Ubr. ftut* Schiufr! Anfang ftur« /,°/• deSgl. von 1913 4°/.) Ungarische Kronenrte . 4°/, Tücl. Zollanleihe v 1911 4% Türk. Bagbabbahn-Anl Serie 1. 4°/0 beSgl. Serte 11. ... 4e/0 Rumänen conderk. Rte 4llt n Rumänen GolbaNl. . von 1913 , . Lllg Deutsche Eisenbahn .4'/- Haniburg.Amrrila Palet. . 6 vamb.-Südam Dampisch. 8 Hansa Dampfschiff - • « Norbdcutscher iiloub 6 Allg. Deutsche Crebitanst.. 10 Barm r Bnnfvcrein 10 Berliner HandelSoeierlsch. 12 Commerz- und Privat-Bk. 11 Tarmst. u- Nationalbank. 12 Deutsche Bank..... 10 Diötonto-Äesellschaft Anl. 10 Dreöbner Bank.....Io Mitteldeutsche Crrbitbank 9 MetaUbank ........8 ReichSbank 1) 87.1 64,75 16,5 5,1 26,25 23 24,13 14,6 18,25 15.25 6,13 17,9 85 162,6 152,75 145 147 255 176,13 33.75 1V6.5 158 164 211 143 173 ii- 5 S Ulli o'c,S » 1 1 1 5 1 1 1 1 1 . 1 - III i 1 1 1 ! , < . 87 5 55 16,6 — 28,13 - 26,25 14 18,5 15,25 - 17,76 85,75 151.6 229.5 233 75 152,6 145.75 146,5 25U 176 232.6 166,6 157.5 164 .44.5 143 175.5 65 18 9 15,7 228,25 232 26 153 25 146 146,5 249 5 170 .. 231 16«,t5 157 163 75 244 14t 174 A. E G..........7 Bergmann ........8 Elcltr- Lieferungen... 10 Licht Und -straft......10 ffelten L Guill aume ... .6 yef. f. Elcltr Untern . . 10 Hamb- Elektr. Werke ... 10 Rhein- Elekir. .... 8 2chles. Elektr. ..... lv Lchuclert ........7 Siemens L Halske .... 16 TranSrabio...... 8 Labmcver /, I. 4 Harpcner 8 Hoesch Eisen ......... 5 Ilse Bergbau ....... .8 .stlöckncrwcrke ....... .5 Köln-Neuessen .....61/- 'JJiannc§mann .f. V» ff- 4 ManS'clbrr....... . . 7 Oberschles- Eisend- Bedarf C Oberschles. Kokswerke . . .(1 Phönix Bergbau. f ’/a ff 3 Rheinische Braunkohlen . 10 Rhcinstabl . .0 ‘Jiicbcd Montan.......6 Bereinigte Stahlw. f.'/, ff 3 Otavi Minen .... 1 sh stali Äschersleben ■ ■ - .IC KaliWesteregelu ... 10 Kaliwerk ©atibetfnrtb . 12 ff. G ffarden-ffndustrie. 10 Dhnomit Nobel.....0 Scheibeanstalt.......8 15 oloicünübt ...... 5 Rutgerswerke........0 Metall gelelllchakt.....10 183.75 193 186.5 206 t:i!i 267.25 165 204 205,5 179,23 111.5 154 Iß3.5 209 76 256.3 162 176,25 131 75 100 13.5 255.5 199 182 127.75 B>,5 175 185 246 304.5 210 131 9 98 5 195 183 192 294,75 110,t 155,6 175 75 181.6 113,5 — 198.75 127 302,5 212,5 98 194 183.76 191.75 187 206.75 140 269 165.25 163.5 172.25 204,25 295,6 133,26 18J 111 65 152,75 165 156.75 209 5 182 161,23 182.26 1.6,5 131.65 100 103.65 114.13 254 109,5 182 128,5 .4 176,75 184.26 248,5 803.76 145 128,5 100 18 ,76 - 20*5 268.1 163 170 5 2'2.5 294,25 181.23 151.5 163.25 155 207,6 179.6 160,18 181 175.5 131,75 103.5 252 198,5 182.5 127 23,9 184 217 75 807 98.5 M?23 168,57 168,20 168,64" 1,794 . 1.793 1,703 1,797 58,455 * >8,575 .">8.445 58,665 110,89 111,11 110,92 111,14 112,45 112,67 112,38 112,60 112,89 113,11 112,86 113,08 lv.üHt 10,603 10,583 10,603 22,85 22,69 22,87 i2,91 .0,415 -0,455 i0,413 10,453 1,1975 1,2055 4,1955 1,2035 <6,465 16,505 16,455 16,495 3'1.965 81,125 '0,93 si,U9 >1.08 71,22 71,58 71,72 1. 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