vnllk tmd Verlag: vrühl'sche UnioerfilStt-vuch- und rieindnickeret B. Lange in Liehen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe r. tr|d) f tnt täglich,avtzer Sexntage enb ^titrtags Vellage»: Gtetzener FamlliendlLtter Heimat u eingehenden Studien in Südosteuropa gewesen. • • Bald l g e s Ende des Winters? Aus Örontfurt a. M. berichtet uns der WSN.-Dienst: Am Freitagnachmittag zog eine große, etwa 60 bis 70 Vögel zählende Schar von <-chneegänsen in Keil- form hoch über Frankfurt nach dem Norden. Schein« bar hat unsere milde Witterung sie bereits veranlaßt, wieder Quartier im Morden aufzusuchen. Gewöhnlich ziehen sie sonst erst im Februar dorthin. Nach dem Volksglauben ist jetzt mit dem baldigen Einzug de» Frühjahrs au rechnen. • • Eine öffentliche Handelslehranstalt deren Trägerin die Industrie- und Handelskammer Gießen ist, wird demnächst im Schullokal Nordanlage 15 (Kaufmännisches Dereinshaus) den Unterricht aufnehmen. Anmeldungen von Schülerinnen muffen bis zum 30. März erfolgt fein. Nähe- ree in der heutigen Anzeige. • • Schiffahrt a u f der Wiese ck. Gestern nachmittag konnte man drei Paddelboote auf der durch die andauernden Regenfälle mehr Wasser fuh- renben W i e s e ck beobachten. Auch auf dem großen Teiche der Eisbahn zeigten die Paddler, daß es für sie überall gute Fahrt gibt • • Der Zufahrtsweg zur Kläranlage gesperrt. Wegen Vornahme von Kanalbauarbeiten hat das Polzeiamt den Zuiahrtsweg zu der Kläranlage bxro. zu den Lagerplätzen und Wohnbaracken zwischen dem Ucbergang des Anschluß- -leise» dis zur Wegabzweigung bis auf weiteres für den Fährverkehr gesperrt. W-vN. 1 3 7 6 5 6 4 Rundfunkteilnehmer in Deutschland. Im Monal Dezember 1926 hoben sich 39 442 Rundfunkhörer neu gemeldet. Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reiche beträgt nach dem Stande vom 1. Januar 1927: 1 376 564. Oberhessen. Landkreis (gießen. OO Älein-Cinben, 16.Jan. Heute tal, waren die Kameraden teilweise mit ihren Angehörigen herbeigeeUt, um dem großen M i l i - türkonzert der Kapelle des l. (hessischen) Grenabierbataillons 15. Inf.-Dcgts. aus Gieß en unter der Leitung dcS Obormusikmeisters Löber zu lauschen. Alle zum Bezirk gehörigen Ortschaf, ten batten Abordnungen entsandt, ein großer Teil der Vereine war sogar geschlossen mit Krhnen erschienen. Der Licher Kriegerverein, unter Leitung von Stadtrechner Häuser, hatte die Vorbereitungen zu dem Konzert geleistet. Mit der Mahl deS Lokals, der neum Turnhalle, hatte . ________ _____ hielt der für unsere Gemeinde neuernannte Pfarrassistent Göbel seine Antrittspredigt. Er legte ihr den Text Epheser Kapitel 6, Vers 10 zugrunde. Der Eo. Kirchengesangverein unter Leitung seines Dirigenten Germer verschönte die Feier durch den Vortrag einiger Ehorlicder. z. Allendorf a. d. Lda., 15. Jan. Hier wurde eine K o ch s ch ul e im Rohmen einer Fortbildungsschule eingerichtet, die Frl. Schneider aus Grun- berg leitet Der Unterricht findet wöchentlich einmal statt und erstreckt sich auf lämNiche Haushaltung»- fädjer. Es nehmen sechs Mädchen aus Allendorf und fünf aus Elimbach teil. Das Inventar, wie Herd und Küchengefchirr, wurde von der Gemeinde bc- schafft T L i ch, 16. Jan. Der Bezirk Lich der Kriegerkameradschaft Hassia hielt heule in unserem Städtchen eine Tagung ab, die aber nicht gcschästlichcn Charakter trug, sondern der Erbauung der Mitglieder gewidmet war. Von allen Seiten, selbst bis aus dem oberen TDetter* man einen guten Driss getan, denn kein anderes Lokal in Lich wäre imstande gewesen, die riesiae Menschenmenge zu fassen. Pünktlich um 3.30 Uhr wurden unter den Klängen des Präientier- morsches die Zahnen der Vereine eingebracht. Dann hielt der DezirlSvorschende. Tierarzt Dr. Waller von Lich. eine Ansprache. Er gedachte der Geschichte der Kriegcrvereine und würdigte dann die hohe Bedeutung der Vereine in der Gegenwart. Seine Rede gipfelte in einem Hoch aus doS Vaterland, worauf die 4. Strophe des Deutschlandliedes gelungen wurde. Das Konzert - programm brachte im ersten Teil Streichmusik. Außerordentlich starker Beifall lohnte die vorzüglich vorgetragenen Stücke. Der zweite Teil, welcher der Blasmusik gewidmet war. begann mit zwei Faitiarenmärschen für Heroldlrompcten und Kesselpauken von Haurion. Die „Grüße von der Lahn" von W. Löber wurden mit großem Beifall aufgenommen. Den Höhepunkt des ganzen Programms bildete das grobe Schlachtenpo^vourri Wien Sie MBorieiie Im netten AWW Nur eigenhändiger und vollständiger Eintrag in die Hau», und Flrmenlisten schützt vor den peinlichen Nachteilen mangelhafter Aufnahme in dem wichtigen Nachschlagewerk ober vor gänzlicher Ausschaltung. Die Sicherheit richtiger (Einträge in die Listen kann von den Hausbesitzern ober ihren Stellvertretern wesentlich gefördert werden durch die Überwachung ordnungsmäßigen Umlaufs der Listen. Überprüfung der (Einträge, sowie rechtzeitige Bereitstellung zur Abholung durch die Polizelbeamlen. Wem die Hauskiste nicht vorgelegt wurde, oder wer die Firmenliste nicht erhallen hat, wolle seine Rechte wahren durch Meldung beim Adreßbuchoerlag, Schulstraße Nr. 7. von 1870/71 von A. Saro. Begeistert stimmte die Wenge in das den Schluß bildende Deutschlandlied ein. Tierarzt Dr. Walter dankte zum Schluß der Reichswehrkapelle und ihrem verdienstvollen Kapellmeister, Obermusikmeister Löber, für die vorzüglichen Darbietungen. Sein Hoch galt der Kapelle Der üeberschuß der Veranstaltung kommt bedürftigen Kameraden des Bezirks Lich zugute. rcid Aricdbcrg. WEN. Friedberg, 16. Jan. In den letzten Nächten hoben rohe Dubenhände in verschiedenen Straßen jungen Bäumen d i e Kron en ab gerissen. Seitens der Stadtverwaltung sind zur Straßen jungen Bäumen bie Kronen ab- gesetzt worden. B. R o d h e i m v. d. H., 15. Jan. Am 11. Januar vollendete der z w e i t ä 11 e ft c Rodheimer, der Musiker Johann Georg Leonhard W o r r e t, seinen 8 7. Geburtstag. Der Greis zeichnet sich durch [ellene geistige und körperliche Frische aus. Er ist der einzige Ueberlebenbe von den Konfirmanden, die 1854 in Der neuerbauten großen Kirche eingesegnet wurden. Kreis Büdingen. A Aus der Tö e 11 e r a u,- 15. 3an. In den Kleinbasaltwerken, die im Sommer 8um Teil still liegen, da sich die Besitzer dann mehr der Landwirtschaft zuwenden, wird jetzt wieder fleißig gearbeitet. Es werden vornehmlich Decksteine für die durch den Autoverkehr sehr geschädigten Straßen hergestellt. Das Material wird meist per Achse an Ort und Stelle gebracht. Kreis Alsfeld. -er. H o m b e r g a. d. O h m , 16. Jan. Vom 1. Januar ab hat Lehrer Vieh mann aus Ober-Ofleiden die 2J.:ung unseres Männer- Gesangvcreins übernommen. — Das h e sige 5 o r ft a m t wird in Kürze, voraussichtlich im Februar, durch Oberförster Wagner, der seither in Lorfch tätig war, neu beseht. — Ge-^ legent.ich der vorjährigen Kirchweih kam es in Deckenbach zu einer schweren Schlägerei, die jetzt ein gerichtliches R a ch f p ie l vor dem hiesigen Amtsgericht hatte. Von den vier Haupttatern erhielten drei je 30 Mark Deldstrafe, außerdem haben sie die sehr ansehnlichen Prozeßlosten zu bezahlen. Der vierte Angeklagte wurde freigesprochen. d Kirtorf, 14. Jan. Heute fand in der Wirt- schäft „Zur Krone' die stark befugt. Generalversammlung der Spar- und Darlehenskasse e. G.m. b. H. zu Kirtorf statt, der mit großer Spannung entgegengefefjen wurde. Der Rechenschaftsbericht ergab, daß die bean- standeten Kreditüberschreitungen ordnungsmäßig gesichert sind und tonst keinerlei Unrcgelmäftigteitvn bestanden haben. Die Bilanz für 1926. die mit einem erheblichen Reingewinn abschloß, wurde einstimmig genehmigt, nachdem der anwesende Oder-Revisor Eid- mann» Lauterbach die nötigen Erläuterungen gegeben hatte. Für den verstorbenen Direltor K. Lutz wurde Lehrer Erdmann - Kirtorf gewählt. im übrigen wurde der bisherige Vorstand durch Zuruf cmftimniig. der seitherige Rendant Hartmann gleichfalls wiedergewählt. Starkenburg. Darmstadt, 16. Jan. Der Verein der Theaterfreunde hat der Generaldirektion des Hessischen Landestheaters 30 0 0 Mark überwiesen, die für dekorative Zwecke verwendet werden sollen. — Die Ortsgruppe Darm- stad: der Deutschen Bau - und «iedlungs- gerne ins cho st hielt heute nachmitiag in der Turnhalle am Woogplatz eine TBerbeocriammlung ab, die sehr zahlreich besucht mar. An die Regierung, die Provinzialdirektionen und die Kreisämter waren Einladungen ergangen; aber niemanb von ihnen war anwesend, (o daß die erwartete Ausein- anderjetzung über bie Bewegung nicht zum Austrag kam. Die Begründer der Bewegung, Architekt Heilmann und Dr. Klotz, sprachen über deren Erfolge. Nach längerer Aussprache wurde eine Entschließung angenommen, in der gefordert wird, daß den Mitgliedern der Dau- und Siedlungsgeinein- fchafi die Bauerlaubnls erteilt werde. WSR. Darmstadt, 16. Jan. Aach einer Mitteilung der Kriminalpolizei macht hier feil einiger Zeit ein unbekannter, etwa 23 bis 25 2ahre alter Mann die S t r a h e n des Rordwest- viertels unsicher. Er folgt alleingehenden Da- man, packt sie im günstigen Augenblick, wenn keine Passanten in der Rahe sind, am Halse und an den Deinen und sucht sic auf den Boden zu werfen. Es scheint sich nicht um einen Räuber, sondern um einen S i 11 li ch k e i t S v e r b r e- cher zu handeln. * Ossenbach, 16. Jan. Den künstlerischen Leitern der Entwurfsttassen der unter der Direktion des bekannten Architekten Hugo Eberhardt stehenden Offenbacher Kunst- gewerbeschule: Rudolf Koch, Ludwig Enders. Richard T h r o 11, Karl Huber, Franz Holz und Philipp Häusler wurde durch Beschluß d^s hessischen Gesamtministeriums die Amtsbezeichnung Professor zuerkannt. Rheinbessen. WSN. Lingen, 15. Ian. Die Grippe ist besonders im Nohctal stark verbreitet und macht sich auch von Lingen abwärts unangenehm bs- mertbor. In den meisten Ortschaften mußten die Sch ulen geschlossen werden, da besonders die Kinder von der Krankheit befallen sind. Preußen. Kreis Wetzlar. WDR. Wetzlar. 16. 3an. Der DerkehrSverein Wetzlar, der einen provisorischen Omni* busverkehr vom Bahnhof nach der Stadt organisiert und mit Hilfe eines von den Magdeburger Automobilwerken entliehenen Wagens bewerkstelligt hatte, kann aus so gute Resultate blicken, daß in der letzten Sitzung be- schlossen wurde, drei große Omnibusse käuflich zu erwerben und damit einen regelmäßigen Verkehr auch nach den weitergelegenen Stadtgebieten einzurichten. Mtciö Marvucg. sch. Marburg, 16. Jan. Der Ä r i e g ß b l i n b e Dr. jur. Karl Otto Endemann (Marburg) ist mit Genehmigung des Reichsministers der Finanzen dem Bezirk des Landessinanzamtes Kassel auf ein 3ahr probeweise Aunetcilt. Er wird beim Finanzamt Marburg als Assessor beschäftigt. Dr. Endemann ist der zweite Kriegsblinde, der beim hiesigen Finanzamt beschäftigt wird. Mrcie icdeniopf. WSN. Biedenkopf, 15. Jan. In der Gemeinde Reddighoufen (Kreic Biedenkopf) wurden vor einigen Tagen zwei Schweine ge- schlachtet, die das hohe Schlachtgewicht von 535 bzw. 557 Pfund hatten, ein Erfolg, der seit 1914 nicht mehr zu verzeichnen war. Dillkrcis. WSA. Strahebersb ach, 16. Ian. Gestern nachmittag wurde hier durch Lanürat Dr. Bün- ger-Dillenburg die Ausstellung deS Kreisverbandes für Geflügelzucht Dilkkreis und Biedenkopf eröffnet. Die Schau umfaßt 320 Dummern mit zum Tell hervorragendem Material an Hühnern, Tauben und Enten. 50 Ausstellungsobjekte könnt, n mit der Tlote sehr gut. 80 mit gut und 66 mit befriedigend bewertet toerben. Mainflau. Frankfurt a. M., 17. Ian. (DSD.) Am gestrigen Sonntag nachmittag hat der 22 Jahre alle Elektroarbeiter Richard Mohn in Frankfurt a. M., Däckerwegl9. seinen 20jährigen Bruder Rudols durch Hantieren mit einer Sechstladepistole versehe ntlich erschossen. Die beiden Brüder begaben sich in da» Zimmer eine- Untermieter#, der gerade verreist war, und wollten auS dem Schreibtisch bringend benötigte Papiere nehmen. Hier sanden sie bie Sechstladepistole und hantierten damit herum, wobei sich die Waffe entlud. Das Geschoß drang hem Rudolf Mohn in den Bauch. Er wurde inS Hospital übergefübrt und ist an den Folgen der Verletzung geftorben. Kommunalpottlischer Konflikt in Vilbel. WSR. Vilbel. 15. Jan. Hier ist ein schwerer kommunalpolitischer Konflikt zwischen den bürgerlichen Gemeinderäten und der Gegenseite entstanden. Die Bürgerlichen hatten einen Antrag eingebracht, wonach der Bürgermeister eine Verfügung erlassen sollte, die es allenGemeindebeamten verbietet. Berichte an Zeitungen zu senden, die das Ansehen derGemeindevertreter schädigen und einzelne Personen herabwürdigen könnten. Der Antrag wandte sich besonders gegen einen Stadtkassenschreiber, der während der ©emelnberaLSfihungcn vom Zu- schauerraum aus den Bürgerlichen beleidigende Zuruse gemacht hatte. Die sozialdemokra- tische Mehrheit des SladtparlamentS lehnte den Antrag unter der Begründung a b. daß man den Gemeindebeamten außerhalb des Dienste« chre politische Betätigung nicht verbieten könne, woraus die bürgerlichen Gemeinderäte beschlossen, den Sitzungen solange sernzubleiben, bis ihnen Genugtuung gegeben und der gewünschte Beschluß gefaßt sei. Sie haben ihre Drohung wahrgemacht und sind in den Streik getreten. Sine einberufene Gemeinderatssitzung war beschlußunfähig und mußte abac- brochen werden. Einigungsverhandlungen. Die vom Bürgermeister Aechthien eingekitet waren. verliefen ergebnislos. Run ist eine neue Sitzung anberaumt worden; sollte auch weiterhin keine Verständigung möglich sein, dürfte die Verwaltungsbehörde clngrcifen. Stadlverordnetenwahlen für Groh-Wiesbaden. WSR. Wiesbaden, 16. Jan. Bei den heule hier vorgenommenen Stadtverordnetenwahlen für Groß-Wiesbaden (nach Eingemeindung der Vororte Biebrich. Schierstein und Sonneberg) wurden insgesamt abgegeben für die Sozialdemokrat., 13214 (seither Wiesbaden ohne Vororte 11 603 Stimmen): Christlich-soAiale RcichSpartei 178, (—): Kamps- bund für Auswertung und Volksrecht 2284, ( j; Völkische Liste der nationalsozialistischen Ar- btiierpartei 727, (—); Kommunisten 5545, (5200); WirtschastSpartei 5661 (3458): Demokratische Partei 3339 (5677); Liste Waldstrasx 390, (—); Deutsche DolkSpartei 7634, (9082); Parteilose Liste 596 (--); Zentrum 5814. (6515); Deutsch- nationale Volkspartei 2333, (5200). Die Wahlbeteiligung betrug zwischen 50 und 60 Prozent. Bemerkenswert ist Der große Stimmenzuwachs der WirlschaftSpariei und deS Bundes für Dolksrecht und Aufwertung. Auch die Sozial- bemofraten und Kommunisten haben sich gut gehalten, während die Deutschnatioralen und die Demokraten erhebliche Verluste zu verzeichnen haben. Die Mandate für daS neue Stadtparlament verteilen sich folgendermaßen: Sozialdemokraten 15 (seither 12); Kampsbund für Voiksrecht und Aufwertung 3 (—), Kommunisten 6 (5), Wirtschaftspartei 6 (3), Demokraten 4 (6), Deutsche DolkSpartei 9 (9), Zentrum 6 (6). Deutschnationale 3 (5). Die üb.i-en Listen gehen leer auS. Die Zahl der Stadtverordnetensitze hat sich durch die Eingemeindung von 48 auf 52 erhöht. Rundfunk-Programm deS frankfurter TrnderS. (Aus der .Radio-Umschau'.) Dienstag, 18. Januar: 3/30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Tanzmusik. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: Stadtmedizinalrat Dr. Keding vorn Stadtgesund' beit samt Kassel über „Praktische Fragen aus der Rassenhygiene" 6.45 bis 7.15 Uhr: „Im 19-P.S. Leichtflugzeug über den Großglockner', Vortrag von Dr. Ing. W. o. Langsdorfs. 7,15 bis 7.45 Uhr Englischer Sprachunterricht. 7.45 bis 8 Uhr: Englische Literaturproben. 8 bis 8.15 Uhr: Senckenbergviertel- l'tunöe. „Die Hautfinne", Bortrog von Dr. T. Edinger. 8.15 Uhr: Sinfonie-Konzert. Arbeitsvcrgcbnng. Die Einfriedigungen der städtischen Dohnhausarundstücke „Am Kugelberg 8 bis 50 , bestehend aus: ca. 205,00 m gehobeltem fiattengitter, ca. 225,00 m rauhem Lattenzaun, ca. 24 Stück Türchen hierzu und ca. 460,00 w Drahtzaun fallen vergeben werden. Näheres durch Architekt Hamann, Bergstraße 1L 5068 Angebote sind oerschlosien und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Montag, den 24. Januar 1927, vormittags 10 Uhr, daselbst einzureichen. G i e ß e n , den 15. Januar 1927. Der Oberbürgermeister. I. D.: Dr. Harn in. ÄjWWlWW mit Konzert am 20. Januar 1927 ' U-taWirg ____5O5D Bekanntmachung. Nutz- und Brennhalzoersteigerung der Gemeinde Laubach aus den Forstorlen Wann ID, Rother-Stahl 5a—b, 7 und 8, Hahnkops 9b, Einfürste und Ramsberg am Donnerstag, den 20. Januar 1927, Schnitthai,: Eiche 1. Kl. 1,00 kw, 2. Kl. 1,22 Im. 3. Kl. 0,46 km, Stämme: Elsbeern 5. Kl. 0,10 fm, Nutz-Scheiter: Eiche 1 rm; Derbstaugen: Fichte 1. Kl. 0,16 fm. Scheit: Luche 604,6 rm, Hainbuche 2,7, Eiche 8,8, Kirschbaum 2,1, Fichte 2,5 rund; Knüppel: Buche 369,9, Hainbuche 14, Eiche 14,9, Elsbeern 0,7. Fichte 3,3; Reisig: Buche 265, Eiche 24; Störte: Buche 120, Hainbuche 1,5, Eiche 6,8, Fichte 3. 511V Das Nutz- sowie das Brennholz von Nr. 1 bis 55 aus Ratherthal 8 und Hahn- kapf 9 und bas zerstreutsitzende Holz aus Cinfürfte und Ramsberg, kommt mittags beim Feuer zum Ausgebat. Der Anfang ist vormittags 9 Uhr in der wann bei Brennholz Nr. 80. Saubach, den 14. Januar 1927. Hess. Bürgermeisterei Laubach. Boehm. BESTE GESCHÄFTSREKLAME IST STETS EIN INSERAT IM GIESSENER ANZEIGER 4trbeitsverne1>nng. Die Tüncher- und Anstreicherarbeiten zum Neubau von 32 Dierzimmerwohnun- gen und die Einfriedigungen unserer Wohnhausgrundstücke „Am Kugelberg 57 bis 63", bestehend aus: ca. 110,00 m rauhem Lanenzaun, ca. 200,00 m gehobeltem Lattengitter, ca. 60,00 m Drahtzaun sollen vergeben werden. ,j07D Näheres durch Architekt Hamann, Bergstraße 11. Angebote sind verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Montag, dcn 24. Januar 1927. norm. 10 Uhr, daselbst einzureichen. Gießen, den 15. Januar 1927. Baugenossenschaft 1394, c. G. in. b. h. Fourier. H. W ö l f e^___ ftür den Vertrieb eines erstk!asfigen Marten-Sektes sucht führende Sektkellerei für den Platz Gießen und Umgebung einen rührigen 522«« Vertreter mit guten, ausgedehnt. Verbindungen. Ausführi. 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(Eintritt frei. 513c »um Bügeln wird angenommen. Weilealayo 51 II. I. Schreiner-, Glaser- und WeiBbinder- arbeiten zu vergeben. Näheres bei 0834 W. Link Nödgen b Giesten. Astoria-Lichtspiele Ab heute bis einschl. Bittwocli: Exotische Frauen G Akte aus dem Wunderland der Südsee. Die Sensation dieses Films bildet: Der Kampf eines Mädchens unterWasser mit Haifischen. Der fremdartige Reiz der braunen Südsee-Töchter und die abenteuerliche Romantik moderner Licbespiraten bilden hierbei das berauschende Parfüm des Werkes Ferner: Das ausgezeichnete reichhaltige Beiprogramm. In aller Kürze bringen wir im Lichtspielhaus Bismarck 2. Teil 6O3c Der Film der Deutschen unter der Schirmherrschaft des Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg. Der L Teil, der bereits voriges Jahr in Gießen mit so grobem Erfolg zur Aufführung gelangte, wird, um ein besseres Verständnis von dem 2. Teil zu bekommen, vorher nochmals zurAufführunggelangen. Dr. med. Augst Allendorf a. d. Lumda. Bekanntmachung. Brennstolzversteigevung im Gemeindewald Langsdorf. 3n dem Forstort Hegerich werden nach vorheriger Zusammenkunft am Waldeingang Straße Langsdorf—Nonnenroth am Freitag, dem 21. Januar 1927, vormittags Uhr, versteigert: Scheiter: Buche 810 rm Knüppel: Buche 234 „ Knüppel: Linde und Fichte 16 „ Reiser: Buche 721 „ Stöcke: Buche 183 „ Stöcke: Fichte 25 „ Nutzreisig: Fichte 13 „ Derbstangen: Fichte 186 Stück 11 fm Gute Abfuhrlage, Sämtliches Holz sitzt im Vorderwald, 20 Minuten vom Bahnhof. Günstige Zahlungsbedingungen. Langsdorf, den 15. Januar 1927. Bürgermeisterei Langsdorf. Kneipp. 517D 2 WM. verschiedene MWeM 1 großer WM (Theke), elektr. cwW taieout Armen- Hmen!(. WenWen mehrere Zentner WM Wer und anderes. Näh. Ludwig- straße 5 pari., von 9—12 und 3—6 Uhr, oosp Gut erhaltener Menmnlel (für 14 täbrtaen) au verkaufen. 0301 Lndwiattr. 20 ii. |Varschiedenesj 5 to-lfnütoaacit fftbrt Mlllwoch ron ffrankfiirt a. M. leer zurück. 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Drüsen und Gewebe gibt, die sogenannte chirurgische Tuberkulose, so genannt, weil man bisher eigentlich kein anderes Mittel gegen sie wußte, als das Messer des Chirurgen, schmerzhast und gefährlich und in seiner Anwendung nicht immer von Ersola begleitet. Obwohl diese tückische Krankheit nicht so verbreitet ist wie ihre unheimliche Schwester, die Lungentuberkulose, so ersordert sie doch immerhin alljährlich noch zahlreiche Opfer. Die Lungenkranken schickt man, wenn eS die wirtschastlichen Mittel erlauben, nach Davos und Arosa, und jedermann weih, wie günstig die Heilkräfte des Körpers durch den Aufenthalt im Hochgebirge beeinflußt werden. — Aber viel weniger bekannt ist es in Deutschland, dah eS auch gegen die chirurgische Tuberkulose in den Bergen der Schweiz eine Heilstätte gibt, deren Erfolge so fabelhast, fast aqs Münder grenzend sind, dah sie die von Davos und Arosa bei weitem in den Schatten stellen. Ich meine Leysin. Wer kennt sie schon, diese wunderbare Krankenstadt. hoch oben in den Bergen der Schweiz, etwa zehn Kilometer südöstlich der Ostspitze des Genfer Sees, oberhalb des RhönetalS, am Fuße der Ormont-Kette. 1300 bis 1630 Meter hoch gelegen? Schon die Reise dorthin ist einer Beschreibung wert. Wir fahren von Basel über Bern nach Lausanne, an« Alfer des Genfer Sees. Hier umfängt unS Äordländer bereits der Zauber des ©übend, hochragende Palmen in den Hotelgärten, fremde farbenprächtige, starkduftende Blumen und Sträucher. Der Schnellzug kommt aus den Bergen heraus. Alles steht an den Fenstern des O-Zug- wogenS. da, noch eine Windung, ein kurzes Tunnel und — ein allgemeines Ahl des Erstaunens. — In seiner blauen Pracht liegt der herrliche Alpenfee vor unseren trunkenen Augen da. 3m Hintergrund steigen riesenhafte Berge auf. Wie ein gewaltiger Deckel eines ungeheuren ©at- kophages überragt sie alle die DentS du Midi, deren weihe gl et scher bedeckte Hänge sich schimmernd im klaren Wasser des Sees spiegeln. Lieblich schmiegen sich die Keinen Städte und freundlichen Ortschaften an die Flanken der Berge. Wethe Billen schauen aus dem üppigen Dunkelgrün der Gärten, Weinberge klettern an den Hängen empor. — Montreux, die Perle aller Städte am See, erscheint jetzt vor unseren Augen. 3n Terrassen baut sich dieses Paradies vom Alfer des Sees auf bis hoch hinauf in die Berge. Reben sechsstöckigen Riefenhotels liegen allerliebste lleine Pensionen halb in den Gärten versteckt. Hier in diesem Rizzo der Schweiz, gibt sich die internationale Geldaristokratie ein Stelldichein. Auf den halb im Grün der Gärten verborgenen Ten- msplätzen miht sich die Jeuncsse dor£s“ der halben Welt im Turnier. Man sieht schlanke, graziöse Gestalten im weihen Dreh anmutig hin und her huschen. Dorbei. vorbei. Weiter donnert der Zug. Neue Bilder gleiten an den entzückten Augen vorbei. Da taucht das altersgraue. sagenumwobene, mächtige Schloß Chillon auf einem Felsen im See auf. Malerisch hebt sich seine trotzige, turmbewegte, gedrungene Silhouette vom dunkeln Waldhintergrund ab. Da unten in den Kerkern und Kasematten dieser uralten Burg Hai so manche Tragödie ihren blutigen Abschluh gefunden. Mehr als tausend Jahre haben seine starken Mauern dem Wind und den Wellen und so manchem feindlichen Ansturm Trotz geboten. Im Mittelalter beherrschte es die wichtige Straße, die von Burgund über den Großen St. Bernhard noch Italien führte, und die Durchganas. zolle waren eine Haupteinnahmequelle der Grasen von Savoyen. Später bewahrte man in dieser uneinnehmbaren Burg die Haupt- und Stoatsver- brechcr Geräumige, gewölbte Kerker sind unterirdisch in den Felsen eingehauen, von denen em aebeimer Gang hinaus in den See suhrte. Ueber- läust es uns nicht wie schauerliche Ritterromantik bei dem Gedanken an die furchtbaren Szenen, die sich hier unten abgespielt haben mögen in Den Viten als Folter und Inquisition noch ihre Opfer in den europäischen Ländern forderten? — Man Gberheffifcher Aunstverein. Auf einer Ausstellungsreise von Stuttgart kommend, sind einige elsässische Künstler mit ffiren Werken im Turmhause eingekehrt: sie gehören einer Künstlergruppe an. die sich unter tem Romen „Arc“ zusammengeschlossen hat. Der tiefere Sinn dieser Gemeinschastsar. e t ist aus dem Ramen abzulesen: es handelt sich um einen Kreis von Schassenden, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, unter dem Symbol des gotischen Bogens mit ihrer Arbeit Brücken zu schlagen zwischen Osten und Westen, zwischen deutscher und sranzösischer Kultur und Geistesart: der Gedanke ist zweifellos gut. denn es bestehen unleugbar (obwohl oft genug verschüt- tet) Gemeinsamkeiten und Wechselbeziehungen ? wischen hüben und drüben, in geistigen, fünften] eben Dingen zumal, und das Land dort unten wo diese Arc-ßeute stehen, heut eigentlich Riemcmdsland. ist wohl der beste Boden für solche Wittlerschofl. die zwei Gesichter tragt, für einen Brückenbogen, der drüben wurzelt und hüben auswächst. Der Wille ist gut und ehrlich — ohne Frage: man wird dennoch bie Arbeit, die Schwierigkeiten. ®ctrenn es zu einigen die Ferne des annLherungswe.se erreichbaren Endzieles nicht gering anschlagen dürfen man Wird auch gut tun, dieses Ziel toe- niger politisch, als vielmehr geistig und all- gemein kulturell aufzufassen. Dor solchem Hintergründe heben sich die individuellen Almriffe der einzelnen Aussteller ab- durchaus eigene Temperamente, obwohl in gemeinsamer Arbeit verbunden Auch äußerlich verbunden übrigens in den Teilen Hr:r Bilder, die charakteristisch für sie sind, tm technischen und Handwerklichen, von dem etwa, ganz em- fach. zu sagen ist: diese Elsässer haben alle etwas gelernt sie können etwas in jenem als selbstverständlich voraussetzenden Sinn einer langst begrabenen Malergeneration. 5ern:r: sie bevorzugen im wesentlichen das Aquarell: und. wiederum in gewissem Zusammenhang hiermit, sie sind vorwiegend Koloritmaler. Freilichtbildner. mit F^ .benproblemen sehr eingehend und eigentlich überall beschädigt. 3m Gesamteindruck, um abermals Gemeinsames zu nennen, wirken e noch beute den Ring und die Kette, mit der ioard, der Prior von oL Viktor in Genf, für feinen unerschrockenen Freimut gegenüber dein Herzog von Savonen an einen Pfeiler geschmiedet worden war. Es ist der „prisoner of Chillon", dem Lord Byron sein unsterbliches Gedicht gewidmet hat. Wir verlassen diesen Ort des Grauens. Schloß Chillon ist längst oorübergeglitten, und die elektrische Schnellbahn eilt das Rhönetal hinauf. In Aigle besteigen wir eine elektrische Zahnradbahn, die in steilen Windungen in einer etwa fünf Kilometer langen Strecke 1000 Meter hinaus in Die Berge führt. Rechts stürzen die Felsen oft lotrecht hinab in die liefen. Immer Heiner werden die Dörfer, Häuser und Menschen des Tales. Wie ein schmales blaues Band schlängelt sich tief unten die Rhone dahin. — Da, mit einem Male tauchen riesige Hotelbauten auf, ein langgestrecktes Hochtal tut sich vor unseren Blicken auf, das nach Süden offen ist und an dessen Nordwand sich die großen Hotels und Sanatorien übereinander gestaffelt empor- türmen — Leyfin! Es mögen etwa 25 Jahre her fein, seit Dr. Rollier seine ersten Heilerfolge bei Dorfbewohnern von Leysin durch eine von ihm erdachte und beharrlich durchgeführte Methode der Sonnenbestrahlung erhielte. 1903 eröffnete er fein erstes Chalet für Äranke. Damals hat er wohl felbft nicht geahnt, welcher Welterfolg feinen ersten fast schüchternen Versuchen einmal befchieden fein würde. Heute gibt es in Leysin-Village 38 Rollier-Kliniken, in denen mehr als 1000 Kranke aus allen Teilen der Welt untergebracht lind. Die bereits Geheilten zählen nach vielen Taufenden. Bleich, abgemagert, mut» und hoffnungslos, die kranken Glieder häufig in schweren Gipsoerbänden, so kommen fast alle Kranken heraus. Meist wollen sie zu Anfang mit ihrem Elend allein fein und oer- langen Einzelzimmer. Aber nicht lange bleiben sie so. Man befreit sie von ihren Gipsoerbänden, und lanasam, ganz allmählich, mit den Füßen beginnend, setzt man sie den kräftigen Strahlen der Hoch- gebirgsfonne aus. Verwundert Horen sie das Singen und fröhliche Lärmen der anderen Kranken von den gemeinsamen Galerien. Sie können es nicht begreifen, wie Menschen, die von einer so schweren Krankheit befallen sind, so luftig sein können. Aber es dauert nicht lange, so macht sich die heilsame Wirkung der Sonne und der Höhenluft bemerkbar. Die Schmerzen lasten nach, die blaffen Wangen bekommen wieder Farbe, die müden Hände bewegen sich lebhafter, die Augen erhalten wieder Glanz, und bald nehmen sie auch selbst teil an dem fröhlichen Treiben. Und nun haben wir Winter hier oben und welch herrlichen Winter mit viel Schnee, starken Frost, fast völliger Windstille und lachender Sonne aus wolkenlosem, tiefblauem Himmel. Im Winter ver- lebt man hier die schönsten und erfolgreichsten Kur- monatc. Während die Sonne ihre wärmenden Strahlen hernieder auf die Erde sendet und den weiten weißen Schneeflächen einen Glanz verleiht, daß einem die Auaen von der Fülle des Lichtes schmerzen, liegen alle Kranken völlig nackt auf den Schneegalerien und nehmen ihr alltägliches mehrstündiges Sonnenbad und erfreuen sich an dem An- olick Der Winterfportler, die auf den Abhängen vor den Kliniken ihre Skikünste probieren. Hier sehe ich, wie viele Leser ungläubig den Kops schütteln und sich fragen, wie es denn möglich sei, nackt In freier Lust zu liegen, wo doch eine dicke Schneedecke rings den Boden bedeckt? Ja, es ist so, und alle Kranken beneiden in diesen Monaten bestimmt nicht ihre Mitmenschen in der Ebene, die frierend sich hinter die warmen Defen verkriechen müssen, die im Winter nur Nebel, Regen und spärlichen Schnee sehen, der nach Stunden schon in eine schwarze schmutzige Mässe zertreten ist. Das Weihnachtsfest ist nun auch vorüber. Man sollte meinen, eine Weihnachtsstimmung, Weih- nachtssreude und Erwartung komme hier unter den Kranken nicht auf. Weit gefehlt! Die Kliniksverwal- tungen fetzen alles daran, um den Patienten das Fest so erhebend wie irgend möglich zu gestalten und ihnen etliche frohe Stunden zu bereiten, die ihnen über das Gefühl der Einsamkeit, das in diesen Tagen stärker denn je in den Kranken erwacht, hinwegzuhelfen. Die Post arbeitet mit ganz besonderem Fleiß und Aufopferung, und Berge von Briesen und Paketen von all den Lieben zu Hause gelangen pünktlich in die Hände der Kranken. Und so wurde in diesem Jahr das Weihnachtssest hier in fröhlicher sie alle durchaus modern, d. h. nirgends akademisch, ohne indessen den erkennbaren Anschluß an die letzten Alebergangsstadien zeitgenössischer Produktion zu geben, sogar fast ohne Bindung an die (vorletzten) Versuche des absterben- den Expressionimus. (Es ist aber, wie stets in künstlerischen Dingen, unzukömmlich, ohne Anschauungsmaterial und Beispiel, nur mit blassen Worten etwas erklären zu wollen: wer die Bilder selbst betrachtet, wird den Stil der Gruppe, soweit sie hier ausstellt, etwa im Sinne des Gesagten überprüfen können.) Also: die Bilder selbst. Zunächst die des Ober- elsässers Schachenmann. vortreffliche Beispiele für das Bestimmende feiner Gruppe durchaus koloristisch ist er eingestellt, in Farben schwelg! er, wie sie sein reiches, schönes Land verschwenderisch, stets wechselnd und gerade darum für das Künstlcrouge bestechend anbietet. Er saugt das Koloritbild der Landschast in flüssigen Wasserfarben auf. Seine Blätter sind zwar typische Aquarelle, aber nie blaß, sondern ungemein saftig, offenbar schnell, vielfach fast heftig gemalt; wodurch übrigens in manche Bilder eine merkwürdige Unruhe hineingebracht wird, die das Auge auch aus angemessener Weite schwer bändigt. Aber er versteht sich auf ganz preziös«, zarte Wirkungen, in slüchtig-min.aturhast behandelten Blättern. Der gleiche ausgeprägte Farbensinn wird in einem starken Porträt spürbar; in dessen figürlicher Haltung irgendwie (ohne daß man es hier näher bestimmen könnte) zugleich der westliche Einschlag, die Berührung mit Paris und dem modernen Frankreich, wie auch eine leichte Hinneigung zu jener Zeit sich anzu- beuten scheint, aus der die Arc-Gruppe ihren sinnvollen Ramen gewonnen hat. Bon einem Bildnis des MalerS Dreittvieser gilt AehnUches. B r e i t w i e s e r selbst wirkt mit seinen Aquarellen ungleichartig: in manchen noch verschwommener und zerfließender. als jener, in andern strenger, geordneter, mehr vom rein Farblichen abstrahier:, auch auf das Raumelement bedacht, das jedes Bild nötig hat. Bezeichnend hierfür ist das unferm Gefühl nach stärkste Bild von Dr.. eine Landschaft, die die Rotweihflecken eines Dorfes in das stumpfe, satte Grün der Almgebung einbettet, und mit einem blauschwarz-gewittrigen und heilerer Stimmung gefeiert, und die erhebenden Stunden bleiben in allen als ein unauslöschliches Andenken haften. Ueberhaupt die Stimmung hier in Leysin! — Es ließe sich ein ganzes Kapitel darüber schreiben! Ich weiß nicht, welcher Geist und Schutzpatron über diesem merkwürdigen Orte schwebt, aber es muß ein guter, heiterer Geist sein! Man koinmt sich wie in einer schöneren, reineren Welt vor! Das Tiefland mit seiner drückenden Luft, einem Staub, der kalten Feuchte seiner Regen- chauer, der mörderischen Arbeitshetze seiner Groß- täbte mit all dem Hasten, Drängen und Jagen, liegt weit, weit unter ans, durch ein dickes Dlebclmcer aetrennt. Ein tiefblauer Himmel in wolkenloser Pracht, aus dem die Sonne in fast überirdischer Straft und Reinheit herabstrahlt, die Majestät Der gewaltigen Berge, dar schimmernde Weiß der Firnen und Gletscher umgibt uns und verleiht auch der Seele der Menschen einen höheren Schwung. — Aller Kleinmut, ade Verzagtheit weichen von dem Patienten, eine fast vlnmpische Ruhe und Heiterkeit überkommt ihn. Die Leichtigkeit der Luft, ihre Würze und Reinheit durchdrinat ihn, der Frohsinn der anderen steckt ihn an. Hoffnung und Glaube an seine Heilung erfüllen chn ganz. Und nun geht es vorwärts mit ihm! Nur wer die Macht dieses Geistes von Leysin hier verspütt hat, der kann es begreifen, daß die Patienten eine monate-, ja unter Umständen sogar ein jahrelanges Liegen im Bett ertragen, ohne mürrifcy und verzagt zu werden. Die körperliche und geistige Ruhe kräftigt sie, Gesang und Musik heitern sie auf. Ein typisches Zeichen von Leysin ist das Auftreten der vielen Wandermustkanten, die meist aus Italien kommen und, von Klinik zu Klinik ziehend, den Stranfen aufspielen. „Valencia" verfolgt uns von einem Ende des Dorfes zum andern. Auch an leichter Arbeit findet sich bald wieder Freude. Man sieht sie bei Flecht- und Korbmacherarbeiten. Dr. Rollier forderte dies durch Gründung einer Arbeitskolonie und sorgte für Aufträge und Absatz fertiger Sachen. So mancher verdient sich hier feinen Unterhalt selbst. Gewiß ist das Leben in einem Höhenkurort nicht billig. Aber es ist erstaunlich, wie es das Organisationstalent von Dr. Rollier sertiggebracht hat, Sanatorien beinahe in jeder Preislage zu schaffen, so dah es auch Minderbemittelten möglich ist, hier Genesung zu finden. Es gibt Kinderkliniken, Kliniken für Damen, Kliniken für Herren, gemischte Kliniken, ein Universitätssanatorium nur für Akademiker und Studenten, eine Mililärklinik, eine Waldschule für genesende Kinder usw. Das gesamte Leben hier im Ort wird von bett Kranken beherrscht. Das Kranksein hat hier feilt Odium verloren, des Stockes und der Krücken braucht sich hier keiner zu schämen. Fast alle Geschäfte und Berufe sind in den Händen ehemaliger Kranker, die zur Beicsttgung ihrer roiebergefun- denen Gesundheit noch ein paar Jahre hier oben bleiben. Auf allen Straßen und Spazierwegen sicht man Genesende an langen Stäben daherwandeln, um sich nach der langen Liegekur wieder im Gehen zu üben. Schon Fortgeschrittenere sieht man beim Sport Der Ruhm Leysins hat sich allmählich über die ganze Erde verbreitet. Von allen Völkern, allen Nationen kommen die Kranken herbei, um bei Dr. Rollier und in Der WunDersonne von Leysin ihre Heilung zu suchen unD zu finDen. Alle Schranken Der Nationalität sind hier überbrückt und Das, was Die Staatsmänner in Dem benachbarten Genf nun schon seit vielen Monaten in vergeblichen Verhandlungen zu erreichen suchen, den VölkersrieDen. dar bat sich hier in dem stillen Hochtal, 1000 Meter höher, schon längst verwirklicht Ein Völkerbund, eine „Soci6t6 des Nations", hat sich hier gebildet in Der gemeinsamen Bekämpfung Der menschenmorDen- Den Seuche. FrieDlich flattert Die Deutsche Fahne neben Dem Sternenbanner und Dem Unionjack. Und Die Sonne Leysins, siehe, sie leuchtet auch uns!“ Der letzte Versuch einer deutsch-englischen Flottenverständigung. Churchills Naval Holiday im Spiegel des Diplomatischen Aktenwerks. Der letzte Versuch, den England in den Dot- kriegsjahren machte, um mit Deutschland zu einer Verständigung über bie beiderseitigen Flotten- rüftungen zu gelangen, bestand in dem Vorschlag eines Naval Holiday. 3n der Parlaments- sitzung vom 26. März 1913 äußerte der Erste Lord der Admiralität, Winston E h u r ch i l l, als er seine jährliche ausführliche Erklärung über das englische Flottenprogramm abgab, und nachdem er auf die bedeutende Steigerung der Kostenvoranschläge hingewiesen hatte: „Warum sollen wir nicht für ein 3abr wenigstens In der Konstruktion von Schlachtschiffen eine Pause madjm?“ Dies sei die Frage, die "er schon voriges 3ahr angebeutet habe, und die er jetzt wiederhole. Dieser Vorschlag bedeute keinen Verzicht auf irgendeine geplante Marineorganisation ober Flottenverrneh- rung, et wiberspteche auch keinem Flottengeseh, könnte zu keinem Mißverständnisse Anlaß geben und würde den Finanzen aller Länder zugute fommen. Dieser Appell sei an alle Länder gerichtet, aber an keines in einer aufrichtigeren Weise als an den großen Rachbar jenseits der Rordsee. Der Reickskanzler von Dethmann Holl» to e g nahm bann in seiner Reichstagsrebe vom 7. April 1913 auf biefen Vorschlag Bezug, indem er bie ©chwieriakeitcrn anbeutefe, bie die Ausführung dieses Problems in sich berge, und auf welche die Marinesachverständigen diesseits und jenseits der Rordsee schließlich übereinstimmend binqewiesen hätten, und sagte: .Minister Cbur- chiU selbst hat diese Schwierigkeiten zugegeben, auch ist mir nicht bekannt, daß seine Gedanken in der öffentlichen Meinung Englands oder im engliscken Parlament besonderen Anklang gefunden hätten. Wir werden also abwarten können, ob die englische Regi-rung mit konkreten Vorschlägen hervortreten sollte." Hintergrund abschließt. Ein paar gute kleinere Bilder, diesem ähnlich; einige ©tilleben (unter denen der ©ommerblumenstrauß ziemlich hart- linig und farbig unverbunden dasteht). Weiter: 3s ke erscheint bei ebenfalls lebhaften Farben doch gedämpfter und übrigens viel linearer, als die beiden Vorgänger. Almr.ft und Proportion im Dildganzen sind ihm wichtig und durchaus betont, werden raumbildende ©tilmittel; er arbeitet viel sichtbarer als jene mit drei Dimensionen; ganz klar zeigt das etwa die im übrigen wenig befriedigende, well koloristisch roh und ungefüg behandelte Landschaft „Tiarie zur Sich", der „Straßburger Schlohplatz", die »Wirt» schäft" und der als Bild ausgezeichnete „Kanal bei Straßburg". Dazwischen em sonderbar zerklüftetes und Irot) scharfer Vertikalbtonung kaum zur Einheit tamponiertes großes Stück „Stein- oachtal". Roch zu nennen wären zwei Freilicktakte. deren einer durch den ganz pointlllistifch verdichteten Hintergrund auffällt. Breitesten Raum hat der Straßburger Fischer. Er ist. was die Farben angeht, unter allen wohl der Leidenschaftlichste und Alnbebing- tefte. Er malt die Dirge so wie Schachenmann (s. o.) und noch intensiver. Aber er bl töt. während jener ganz im Farbigen sich aufzulösen scheint, noch in seinen flammendsten, leuchtendsten Landschaften ganz beherrscht; er sieht über die Farbe hinaus: sein Raumgefühl, die Plastik und dynamische GUederung beansprucht fast gleiches Interelfe, ist mit ganz klarem Können gestaltet. Aus dielen beiden tragenden Komponen'en setzen sich seine besten Arbeiten zusammen: die sehr seine „Dorfstraße", daS für ein Aquarell geradezu wuchtig wirkende .St. Johann", das erstaunlich gedrungene und geschlossene .Weselnheim". bie auS Blau und Ditnolgrün gemischten, scharf fonturierten Felberflächen von .Schlettstadt . der hagelgelbe Prospekt deS .Sonnenuntergangs in bet Rhein- ebene". bie fast tropischen Kolorits von „Zabem" und anberer Stücke. Man meint zu fühlen: Fischer ist das deutscheste Temperament des Kreises. m seinen Bildern sieht man das nach Osten gewandte Antlitz der Gruppe, den germanischen Pfeller des gotischen Drsickenbogens. Ein gleichsam entgegengesetztes Prvfll zeigt der Straßburger ©eebach-Schület Lucien Hassen. Der ausgesprochen westliche Einschlag, von Churchill war alsdann in gelegentlichen Aln'er- Hatungen mit dem Botschafter Lichnowsky und dem deutschen Marineatl^chä in London mehrmals darauf zurückgekommen, indem er betonte, daß eS ihm mit dem Vorschlag vollkommen ernst sei, wenngleich er die Schwierigkeiten nicht verkenne. Erst in einer am 18. Oktober 1913 in Manchester gehaltenen Rede griff er dann die erwähnte Erklärung des Reichskanzlers auf und führte aus. die englische Regierung beabsichtige nicht, in der Frage Schritte zu tun, wenn die deutsche Regierung es nicht für zweckmäßig holte, denn sie müsse den Anschein vermeiden, als ob sie f ü r sich selbst den Lorbeer eines Vorschlages zur Rüstungseinschränkung anftrebe, um damitDeu'sch- land in die Zwangslage einer Ablehnung zu versehen. Der gegenwärtige Augenblick sei für eine Wiederaufnahme des Feierjahr-Gedankens günstig; die Entwicklung der Dalkankrise Hobe gezeigt, wie fest die Friedensliebe unter ben Großmächten wurzele, unb Deutschlanbs Beziehungen zu Eng- lanb hätten sich, unbeschadet deS Freundschaftsverhältnisses zu anderen Staaten, erheblich ber» bessert. Als der Staatssekretär von T i r p i h in der Sitzung der Deichshaushaltskommission am 4. Februar 1914 sich eingehend über den Gedanken eines Naval Holidav. geäußert hatte, ließ der englische Außenminister. Sir Edward Grey, du^ch ben englischen Botschafter in Berlin am 6. Februar ein Aide-memoire überreichen. 3n diesem wurde auf die bisherige Entwicklung unb B Handlung des Nav.-LHolidav^ebanfeng Bezug genommen. um Alebermit lung des Wortlautes der erwähnten Tirvihschen Ausführungen geFe’en und die Erklärung hinzuaefügt. daß bie englisch- Regierung keine Vorschläge in bWer Richtung machen würbe, wenn sie nicht willkommen seien, baß aber anbererleits bie englisch«» Dk^i-rung, dem wir bei Schachenmanns Bildnis sprachen, ist hier, bei ganz anderer Technik, unverkennbar. Man sehe etwa die pariserische Eleganz zwc.er weiblicher Akte: das Glatte. Abgerundete noch in der Skizze; die Feinsühligkeit im Formalen, die man in dieser zartblühenden Körperlichkeit gewahr wird. Haffen arbeitet mit bunter Kreide so sicher, daß er auf den ersten Blick wie ein Aquarellist oussieht; seine Pastelltechnik bedingt zwar eine gewisse lineare Grundierung, die auf saft allen Blättern wiederkehrt, zugleich abfle auch eine sehr frische, Helle Klarheit unb Konzentration ber Farben, endlich eine eigentüm* liche Wärme des TonS, die sowohl einem ganj plastisch aufgefafoten Porträt von 3ske (s. o.). wie allerlei volkstümllchen Mot.ven, einem fa- mos beweglichen Dauerntanz, einer Prozession, einer Wagenfahrt vorzüglich zustatten kommt. Dazwischen, spitz und zart, eine Landschast; ganz locker und aufgelöst eine Rinderherde. Hasien ist nicht das monumentalste, aber vielleicht interessanteste und schlllemdste Temperament ter Ausstellung. Endlich Hesselbart h, mit seinen Holzplastiken. ber witzige Kleinbildhauer der Elsässer; winzige Figürchen, aus sprödem Stoss mit großer Sicherheit herausgeschnitten, lebendig, beweglich, oft grotesk. Die Arbeiten sind tote ein schnörkelhaft figürliches Rankenwerk, wie ein spielerischer, grc»iöser. liebenswürdig spöttischer Zierrat im Werk der Gruppe „Arc". — Gewisse Formatähnlichkeiten verbinden ihst mit einem Künstler, der, ohne zu ben Elsässern zu zählen, mit ihnen ausgestellt hat: F. v. Lampe. Ec bringt Kleinmalerei; allerlei Karikaturen in krausem Linienspiel, drei hübsche Farbenholzschnitte, eine Aquarellfolge mit Wandervogelmotiven und anderes. Die Ausstellung wurde am gestrigen Sonntagvormittag bet Öffentlichkeit übergeben; für den Kunstverein sprach Landgerichtsdirektor Bücking, der in einem kurzen Rückblick zunächst aus den guten Erfolg der vorjährigen Wcih- nachtsausstellung hinwieS, sodann eine Einführung zur gegenwärtigen Ausstellung gab und Wesen unb Ziele ber ArcZBetoegung kurz erläuterte. — y — taue jdudc Vorschläge opportun seien, nicht zögern würde, sie zu machen, oder in dem Falle dem Parlament gegenüber wenigstens eine Erklärung schuldig sei. weshalb die Vorschläge unterbleiben würden. Lieber den sich hieran anschließenden Schrift- wechsel bringen wir hiermit aus dem in Kurze bei der Deutschen Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin erscheinenden 39. Bande der Großen Aktenpublikation des Auswärtigen Amtes*) die nachfolgenden Dokumente zum Vorabdruck: Der Reichskanzler von De tb mann Holl- Weg an Kaiser Wilhelm 11. Konzept von der Hand des Dirigenten der Politischen Abteilung Wilhelm von Stumm Berlin, den 8. Februar 1914 sabgegangei am g. Februars Der Königlich Großbritannische Botschafter hat unter Lleberreichung des alleruntertänigst hier beigefügten Aide-memoires um eine authentische Interpretation der Erklärungen gebeten, die der Staatssekretär des Deichsmarineamts in der Budgettomnlission des Reichstages am 4. d. Mts. zu der Frage eines Rüstungsabkommens mit England abgegeben hat. Großadmiral von Tirpitz hat in der Budgetkommission ganz allgemein erklärt, daß offizielle Borschläge für Rüstungsbeschränkungen - etwa auf der Basis 10:16 — nicht an die deutsche Regierung gelangt seien. Er hat dann hinzugesügt, die Ausführungen Mr Churchills gelegentlich einer Rede in Manchester bezüglich eines naval. holiday könne er als einen offiziellen Vorschlag nicht ansehen Er wolle aber doch gleich hinzufügen, daß er den Gedanken eines ho’iday f ü r deutsche Verhältnisse nicht für ausführbar halte. In Deutschland handele es sich in den nächsten Iah reu nur um Ersatz bauten. Eine Verschiebung derselben um ein Jahr hätte zur Folge, daß sie cm nächsten Jahre nachgeholt werden müßten. Dadurch kämen die deutschen Finanzen, die ArbeitSdisposit.onen aus den Werften und auch die militärischen Dispositionen wegen des ungleichmäßigen Zuwachses fertiger Reubauten in Anordnung. Ein gänzlicher Ausfall der Ersatzbauten eines Jahres vermindere den gesetzmäßigen Sollbestand von Schiffen und sei daher a u s g e s ch l o s s e n. Euere Kaiserliche und Königliche Majestät bitte ich, Allergnädigst mich zu der Antwort an Sir E. Goschen ermächtigen zu wollen, daß die Kaiserliche Regierung zur Prüfung jeden Vorschlags bereit sei, den ihr die englische Regierung amtlich zwecks Einschränkung der Ausgaben für Rüstungszwecke machen werde, daß sie den von Mr. Churchill propagierten Gedanken eines Rüstungsseiertages» praktisch nicht für durchführbar halte, daß sie aber der englischen Regierung die Entscheidung darüber ganz überlassen müsse, ob sie mit einer entsprechenden Anregung an uns hervortreten wolle. Da Sir E. Grey den Wunsch ausgesprochen hat, den Standpunkt der Kaiserlichen Regierung tunlichst noch heute kennen zu lernen, wage ich Euere Majestät alleruntertänigst zu bitten, mir Allerhöchstdero Entschließung huchreichst durch Randvermerk miheilen zu wollen. von Pethmann Hollweg. Kaiser Wilhelm I I. an den Reichskanzler von Dethmann tzollweq Abschrift. । Berlin, Schloß, den 9. Februar 1914 Ich fasse das Aide-memoire des Sir Edward (Moschen bar)in auf, daß Sir Edward Grey noch einmal klare Auskunft haben wollte, über ’) „Sie Große Politik der Europäischen Kabinette 1811—1914." Sammlung her Diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes. Im Auftrage des Auswärtigen Amtes Herausgaben von Jo- hanres Lep'ttus (f), Albrecht Mendelssohn Bar- thoidy, Friedrich Thimme. 5. Reihe. Dritte Abteilung Bond 34 bis 40. „Europa vor der Katastrophe". Jin Verlage her Deutschere Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin W 8. Polarkälte und Wetter. Don unserem wissenschaftlichen ^.-Mitarbeiter. Die wissenschaftliche Erforschung der Arktis soll, nachdem im Mai o. I. der Nordpol zweimal »en worden ist, nunmehr in zielbewußter ematischer Weise in Angriff genommen werden, weil nur bann, wenn wir von allen Teilen der Erde Kenntnis haben, aus gewisse Fragen eine zuverlässige Antwort gegeben werden kann, und weil nur dann die Erscheinungen in anderen Gebieten der Erde eine richtige Beurteilung erfahren. Auf dem internationalen Kongreß der „Gesellschaft zur Erforschung der Arktis mit dem Luftschiff", der Mitte November v. I. in Berlin tagte, hat Prof. Frithjos Na ns en darauf hingewiesen, daß wir die Wärmeverhältnisse in unseren Breiten gor nicht verstehen können ohne eine genaue Kenntnis der Luftzirkulation in den Polargebieten. Die Erwärmung der Erdoberfläche durch die Gesamtzirkulation der Atmosphäre ist, so erhärte 9hinjen, vergleichbar mit der Heizungsanlage eines Hauses, dessen Kessel in den Tropen liegen und die in den Polargegenden die stärkte Abkühlung der Röhren erleidet. Es roirb tatsächlich von ben wenigsten Menschen begriffen, daß das Wetter, das mir tagtäglich spüren, nichts anderes ist als das Wechselspiel zwischen den kalten Luftmassen, die aus der Polargegend hereinbrechen und den mannen Luftmassen. die aus ben Tropen herüberfluten. Diss meteorologische Wissenschaft hat deshalb ein ganz besonderes Interesse daran, die Luftströmungen in der Arktis zu erforschen, um ihrer Arbeit ein sicheres Fundament zu schaffen. Dann wird es auch möglich sein, das Geheimnis jener gefürchteten Kältesin- brüche aufzuklären, die in gewissen Zeiträumen - in unseren Bretten hie plötzlichen Wetterstürze herbeiführen. Es liegt im Plan der Gesellschaft zur Er- lorschung der Arktis (der übrigens bereis Vertreter von 19 Äulturnationen angeboren), eine ständige und jahrelange Ueberwachuna der Arktis durchzufuhren. Zu diesem Zweck sollen in den höchsten nördlichen Breiten Deobachtun-sstatonen mit Radiodicnst eingerichtet werden, die in täglicher Verbindung m.t sämtlichen wissenschaftlichen Instituten und Wetterdienststellen der n5r?( chcn Halbkugel stehen. Diesen Beobachtungsstationen wird es obliegen, nicht nur die Strömungen im Luftmeer der Arktis ständig zu beobachten, fon- dern sie haben auch die Aufgabe, d:e Strömunas- verhäklnisse im Polarmeer zu untersuchen dellen Wirkungen die gleichen sind wie die. die durch das, was Admiral von Tlrpltz tn der Duöget- kommission gesagt hat. Infolgedessen ist der erste Teil Euerer Exzellenz Eingabe bis zu den Vorschlägen Euerer Exzellenz geeignet, die gewünschte Klarheit bei Sir Edward Grey hervorzurufen und ist ihm demgemäß mitzureilen. Was Euerer Exzellenz Vorschläge betrifft, so ist mein Standpunkt folgender: Ich will das ganze, endlose, gefährliche Kapitel der Rüstungsbeschränkung möglichst nicht noch einmal aufae rollt haben- So oder so kommt es doch schließlich auf einen Einspruch Englands in mein Recht der Bemessung der für Deutschland nötigen Seemacht heraus, sowie am Ende auf einen Versuch zum Brechieren des Flottengesetzes. Falls die englische Regierung d e Absicht hat, uns Vorschläge auf der Basis der von beiden Rationen seftgelegten Zahlen der Geschwader der Linienschiffe zu acht Schiffen, der Schlachtflotten (fünf Geschwader zu acht) zu machen, würden wir dieselben prüfen. Diese Vorschläge müssen berücksichtigen, daß nicht andere Großmächte mit zu starken Rüstungen fortfahren. Was den Rüstungsseiertag betrifft, bin ich mit der Auffassung Euerer Exzellenz einverstanden, daß derselbe praktisch nicht durchführbar fei, und müssen Euere Exzellenz sich darüber im klaren fein, haß es ausgefchlos- f en ist, daß ich jemals daraus eingche. Die Form der Ablehnung überlasse ich Euerer Exzellenz. tgez.) Wilhelm I. R. Staatssekretär von Jagow teilte diese Entschlüsse dem englischen Botschafter in Berlin Sir Edward Goschen am 10. Februar mit und fügte hinzu: Falls die Königlich Großbritannische Regierung die Absicht hat, der Kaiserlichen Regierung Vorschläge zu machen auf der Basis des Verhältnisses 5:8 der Geschwader der deutschen und englifchen Schlachtflotte zu je acht Linienschiffen, so würde die Kaiserliche Regierung dieselben prüfen. Diese Vorschläge müßten berücksichtigen, daß andere Großmächte mit nicht zu starken Rüstungen fortfahren." Englischerseits kam man in der Folge auf den Gedanken des Naval Holiday nicht wieder zurück. Der deutsche Marineattache in London, Korvettenkapitän von Müller, vertrat die Ansicht, daß der Vorschlag auch in England niemals wirklich ernst gemeint angesehen worden sei. In der Tat muß es Wohl auch als unwahrscheinlich erscheinen, daß England. als damaliger „Weltrüstungslieferant", der die größeren und kleineren Seemächte, beginnend bei Rußland, Italien und Japan, bis hinunter zur Türkei, zu Griechenland und den südamerikanischen Republiken mit Schissen und Kriegsmaterial versorgte, an einer internationalen Rü- ftungseinschränkung ein ernstliches Interesse gehabt hätte. hessische Landwirtschaftliche Woche. (Bon unserer Darmstäbter Redaktion.) * Darmftabt, 14. Januar. Der heutige Freitag, ber letzte Tag der Hessischen Landwirtschaftlichen Woche, wunde von dem Präswenten der Landwirtfchasts- kammer, Hensel, im Fürstensaal mit einer Ansprache eröffnet, in ber er ben Besuchern ber Land- wirtschaftlichen Woche für ihr Interesse bankte; er knüpfte daran ben Wunsch, baß bas Gehörte zum Wohle ber hessischen Landwirtschaft ausschlagen Möge. 9tachbem ber Präsident noch die Ehrengäste be- arüßt hatte, darunter besonders die Vertreter des Lanbes-Pferbezuchtvereins, hielt Rittergutspächter Dr. Hangen (Wanfried bei Kasiel) einen Vortrag über „Fragen aus de m Gebiete der Kaltblutzucht unter Berücksichtigung der bäuerlichen Verhältnisse. Der Redner vertritt in der Frage Warmblut- oder Kaltblutzucht nicht die Ansicht, baß eine Art vorzuziehen ist. Wenn die Kaltblutzucht heute bevorzugt wird^ so geschieht es beshalb, weil Kaltblüter mehr finanzielle Vorteile bringen. Das Pferd belgischer Raffe wird stets an erster Stelle ber Zucht stehen. Der Redner behandelte bann ben Typ der Kaltblutrasse, die Aufzucht und Vorgänge im Luftozean hervorgerufen werden. Die gewaltigen Eismassen, die aus der Arktis nach Süden abgetrieben werden, bewirken eine Abkühlung der Lust und eine Veränderung der Witterungsperhältnisse. Es ist ja hinreichend bekannt, daß die schwimmenden Eisberge sich den Schiffen schon auf weite Entfernungen durch die Luftabkühlung ankündigen. Reben diesen beiden Fragen der Luft- und Meeresströmungen intersssiert natürlich auch die Klärung der Frage nach der Verteilung von Land und Wasser im Polargebiet. Denn auch in dieser Beziehung sind, trotz der beiden vorjährigen Polarflüge, unsere Kenntnisse noch äußerst lüaen* hast. Bekanntlich hat Hänfen auf seiner vor dreißig Jahren durchgeführten Polarexpedition im hohen Rorden ein Lefenmesr entdeckt, dessen Ausdehnung freilich unbekannt ist. Das Flachmeer, das die Kontinentalmassen begleitet und an dessen Außenrändern erst der Absturz zum Tiefmeer beginnt, ist im hohen Rorden bisher an drei Stellen festgestellt worden: nördlich von Spitzbergen. nordwestlich der neusibirischen Inseln und nördlich von Alaska, bzw. westlich von Banksland. Das sind die einzigen sicheren Fest- ftellungciL Unbekannt ist weiter die Ausdehnung des 1913 entdeckten Rikolaus U.-Land nördlich vom Kap Tscheljuskin. Unter den Polarforschern dep letzten Vergangenheit verdient neben Prof. Raufen, der mit Recht als der populärste und berühmteste gilt, noch der Amerikaner Peary besondere Erwähnung. Er hat um die Jahrhundertwende achtmal Grönland durchquer! und die Jnselnatur dieses unwirllichen Geblets festgestellt, ist dreimal, allerdings vergeblich, zum Pol vprgestohen und hat aus der vierten Expedition, die am 1. März 1909 vom Cap Columbia aus begonnen wurde, nach vierzig Tagen (am 9. April) die 768 Kilometer betragende Strecke zum Rordpol zurückgelegt. Die Geographische Gesellschaft in Washington hat die Angaben Pearys nachgeprüft und diese als richtig anerkannt, jedoch sind sie von anderer Seite als voreilig angefochten worden. Der 151 .-^tunbenUug des Amerikaners VYrd vom 9. Mai vorigen Jahres und der drei Tage später durchgeführte Polarflug Am u n bf e n s mit dem Lustschiff »Rorge" hatten cein sportliche Bedeutung und blieben ohne jedes wissenschaftliche Ergehn.s Es ist übrigens durch- aus ungewiß, ob Byrd überhaupt den Pol erreicht hat. Fütterung. Die Grundlage einer gefunden Zucht bildet die Zuchtstute. Man strebe danach, sich die Kenntnis guter Stammbäume anzueignen: man sehe sich möglichst genau Vater und Mutter, evtl, auch Geschwister an. Durch die Deffnuna der Grenzen im Jahre 1925 wurde die Pferdezucht schwer geschädigt. Die Zahl der Kaltblutpferde ist immer noch gestiegen, imd die Zahl der gebrauchten Pferde ist keineswegs im Schwinden, nur die Zahl der Wagen- und Luxuspferdc wurde herabgemindert. Anschließend hieran wurde die GeneraLoersammlung des Landespserdezuchtvereins für Hessen abgehalten, mit der die Feier seines 5 0jährigen Bestehens verbunden war. Die Veranstaltung leitete Oetonomicral Müller. Detonomierat Fritsch, Dilshofen, sprach über „5 0 Jahre Landespferdezuchtoerei n". Der Vortragende gab einen eingehenden Rückblick über die Geschichte des Landespserdezuchtvereins seit seiner Gründung. Er unterstrich dabei die großen wirtschaftlichen Vorteile, die die Pserdezuchtoereine, namentlich auch für Hessen gebracht hat. Der Redner besprach die Zuchtrichtungcn und forderte zu einem engen Zusammenarbeiten mit der Lqnbwjrtschafts- farnmer auf, deren Entgegenkommen und deren Unterstützung man vieles zu verdanken habe. Oekono- mierat Müller dankte dem Redner für seine ausgezeichneten Ausführungen. Präsident Hensel überbrachte Jubiläumsglückwünsche der Landwirt- schaftskammex und überreichte einigen Mitgliedern, darunter ben Ockonomieräten Müller unb Fritsch, sowie Oberstleutnant Neuville Ehrenurkunden ober Medaillen. Prooinzialbirektor Kranzbühler übermittelte die Glückwünsche der Staatsregierung. Im weiteren Verlauf ber Tagung wurden noch geschäftliche Angelegenheiten erlebigt. Am Schluß ber Sitzung wurde nachstehende Entschließung angenommen: „Die anläßlich der Feier seines 50jährigen Bestehens anwesenden Mitglieder der Landespferdezuchlvereins, sowie die anwesenden Pferdszüchter aus allen Teilen Hesiens bedauern außerordentlich die vorgenommenc Verminderung pes LandgestÜts. Sie halten den bereits erfolgten Abbau des LandgestÜts im Interesse der hessischen Pferdezucht für außerordentlich schädlich lind eine weitere Verminderung der Zahl der Hengste für unmöglich. Eine weitere Verminderung der Zahl der Hengste wird auch eine weitere Verminderung der Deckstationen mit sich bringen, unb die zurückzulegenden Wege bis zur nächsten Deckstation werben berart groß werben, baß bie Pferdezucht in einigen Gebieten Hessens nicht mehr ausrechtzuerhalten ist. Die hessischen Pferdezüchter sind zumeist alle kleinere Landwirte, bie nur in ber Sage sinb, Pferde zu züchten, wenn dies nicht mit großen Kosten verstunden ist, wenn also der Staat für geeignete naheliegende Deckstationen sorgt. Die Verminderung der Zahl ber Deckstationen, aus der man eventuell einen Rückgang ber hessischen Pferdezucht entnehmen könnte, ist nur eine vorübergehende Erscheinung. Die hessische Landwirtschaft hält eß wirtschaftlich für besser, wenn der Vferdebedaxf im eigenen Lande gezogen werben kann, als-Htß alljährlich für den Pferbeankauf große Summen Gelbes über die Grenze gehen. Die hessischen Pferbezüchter haben weiter Kenntnis davon erhalten, daß der bewährte Leiter des LandgestÜts, Herr Landstallmeifter S ch ö r f e, wegen Erreichung der Altersgrenze in den Ruhestand versetzt werden soll. Die Pferdezüchter halten es gerade in dieser Zeit, in der durch den Abbau des LandgestÜts eine Organisationsänderung desselben notwendig ist, nicht für zweckmäßig, wenn ein Wechsel in der Person des Leiters des Landgestüts ein tritt. Sie glauben daher, daß man dem jetzigen Leiter des LandgestÜts, welcher sich bei der hessischen Landwirtschaft wegen seiner großen Erfahrungen unb Sachkenntnis in ber Pferdezucht allgemeiner Beliebtheit erfreut, noch einige Jahre an seiner Stelle belasfen soll. Die Nachmittagsversammlung des Landesverbandes der Obstund Gartenbauvereine wurde von dem Vorsitzenden, Geheimen Regierungsrat von Hahn, eröffnet. Eines ist jedenfalls sicher, daß die Erforschung der Arktis nicht die Aufgabe eines Ein- seinen fein kann, und daß das Ziel nicht auf dem Wege eines Konkurrenzkampfes erreichbar ist, fonöem daß nur durch eine internationale Arbeitsgemeinschaft auf die Dauer fruchtbare Ar» beit geleistet werden kann. Diese Gemeinschaftsarbeit will die Internationale Studiengesellfchaft zur ©rforf^ung der Arktis mit dem Luftschiff leisten. Voperst wird man versuchen müssen, mit einem geliehenen Luftschiff (mit Besatzung) die ersten Polarflüge auszuführen. In Frage kommen ein englisches Luftschiff (das für den Verkehr von London nach Australien bestimmt ist. sowie zwei deutsche Luftschiffe (ein Zeppelin- kreuzer und ein Luftschiff, das nach ben Plänen von Hauptmann a. D. Bruns gebaut wird). Die Kosten einer mehrwöchigen Forschungsarbeit sind auf 500 000 Dollar veranschlagt. Wie verlautet, hat Dr. Eckener der Studiengefellschast das zur Zeit im Bau befindliche Grohluftschisf, das für bie Strecke Sevilla—Buenos-Aires unser- sehen ist, für zwei Stubienfahrten über dir Arktis zur Verfügung gestellt. Ein Beschluß Darüber, welches ber Luftschiffe für die Zorschungsflüge gewählt werden soll, ist bisher noch nicht gefaßt worden, da die Luftkreuzer noch nicht oersügungs- bereit find, und auch die notwendigen Mittel noch aufgebracht werden müssen. Daß mit zwei Polarfahrten die große Arbeit nicht geleistet werden kann, ist gewiß einleuchtend. Es wird vielmehr notwendig sein, ständig ein Luftschiff, dessen Gasraum mindestens 150 000 Kubikmeter fassen muß, für diese Polarflüge zur Verfügung zu haben, da nur durch eine fortgesetzte Deperwachung, in bie sich die Beobachtungsstationen und die Luftschiff-Stationen zu teilen haben, die systematische Durchforlchung Der Arktis in allen E.nzelfragen durchzuführen ist. Die Arbeitsgemeinschaft ber Rationen wirb nunmehr, nachdem bie Ginzekunternehmungen nur Teilerfolge buchen konnten, ben großen Plan bei1 Arktissorschung in Angriff nehmen, dessen Durchführung fretlid) nur im Zeitraum vieler Jahre erfolgen kann. Auch an diesem wissen- schastlichen Projekt Wird Deutschland in hervorragender Weise mitzuarbeiten berufen fein. Uraufführung in Darmstadt. Am Hessischen ßanbestbeater erlebte am Samstag bie Äomobie in fünf Aufzügen ».Gelb* von Vernarb o. B r e n ta n o chre Uraufführung. Der junge Autor ist Erbe eine- berühmten 9tamtne, der Lanbesobstbauinspektor Pfeifer, Darmstadt, sprach über „Neuzeitliche Schädlingsbe- f ä m p jung im Öbftbau*. Der diebner stellte den GeSanken voran, baß bie Nützlinge, die Gegner ber Schädlinge (bie Vögel) nicht ausreichen, manche ber Schädlinge wirksam zu bekämpfen. Kann ber öanbmirt allein bie Schüblinge mit Erfolg bekämpfen, ober ist hierzu ein Zusammenschluß notwendig? Der Redner erklärte hierzu: Die vorbereitenden Maßnahmen kann der einzelne Landwirt vornehmen, z, B. das Ausputzen der Bäume ijn roeiteften Sinne. Baumruinen, bie Herbe ber Schädlinge, find in allererster Linie zu entfernen. Zu dicht stehende Bäume müssen ebenfalls beseitigt werden. Bei Neuanpflanzungen ist möglichst mit ber Obstart zu wech- sein: auf Bobenart ist babei Rücksicht zu nehmen. Die eigentliche Schädlingsbekämpfung muß durch Arbeitskolonnen oorgenommen werden unter Führung eines Obstbauvererns ober des Bürgermeisters. Der einzelne ßonbroirt kennt ja die Schüblinge lange nicht alle, auch nicht die Stadien ihrer Entwicklung. Schon weil bas Heer ber Schädlinge außerordentlich groß ist, muß die Bekämpfung möglichst wirtschaftlich gestaltet werben. Man muß mit einem Mittel mehrere Arten zu treffen suchen: auch ist auf bie Zeit der Bekämpfung zu achten, bie je nach Lage bes Ortes verschieden sein kann. Die Maßnahmen im großen durchzuführen, empfiehlt sich ferner fchon deshalb, weil die Bekämpfungsmtttel, im großen bezogen, weit billiger sind. Zu beachten ist, baß viele ber Mittel giftig sinb. Oer Leiter einer Kolonne kann die Kontrolle leichter ausüben, als dies bei einer Bekämpfung im kleinen geschehen kann. Eine Rentabilitätsl>erechnung iister ben Ersolg ber Bekämpfung läßt sich nicht von einem Jahre, sondern erjt von mehreren auffteUen. Man kann zufrieden fein, menn man bie Schädlinge bis zu etwa 70 Protzen t, wie im Weinbau, zurückbümmen kann. Weiter erörterte der Redner die Art, wie die Bekämpfung im Winter unb im Frühjahr vorzunehmen ist. Die Obftmabe (Apfelblütenstecher) ist mit Arsen zu be kämpfen: am wirksamsten geschieht es zur Zeit, wenn bie Blüte abfällt. Nach etwa zehn klagen ist bas Spritzen zu wiebcrholen, unter Umständen noch einmal. Die Schädlingsbekämpfung bewirkt ohne Zweifel, bah mehr marktfähige Ware bereitgestellt werden kann. Zu bedenken ist immer, baß man nur das erntet, was dje Schädlinge nach ihrem Fraß übriggelassen haben. Geheimrat von Hahn dankte dein Redner für seinen von ber Versammlung mt lebhafter Zustimmung aufgenommenen Vortrag. Der Vorsitzende er- klärte sobann etwa: Wenn Die Maßnahmen, die heute von ben Rednern besprochen wurden, durchgeführt werden sollen, wenn der Kampf um den Markt siegreich sein soll, so darf es ber Führung. Die Obstbauvereinc müssen gefördert werben: werben Sie deshalb für diese Vereine. Die Sachverständigen im Obstbau sind die gegebenen Führer, es sind die Obstbaubeamten. Am 1. April gehen nun bie Kreisstraßen an die Provinzen über, damit auch hie Obstbäume an ben Kreisstraßen. Es heißt, baß jebodj bie Provinzen nicht alle Obstbaubeamten übernehmen wollten. Die maßgebenben Kreise sollten dafür wirken, bah diese Beamten uns erhalten werben. Es wäre gerabezu katastrophal, ba wir nur wenige Obftbau» beamte haben, wenn nicht alle in ihren Wirkungskreisen vlieben. Man hatte eigentlich gerade bas Gegenteil erwartet und gehofft, baß bei der Neuordnung alle Kreise Obstbanbeamte erhielten. Im Anschluß an biete Darlegungen nahm bie Versammlung die nachstehende Entschließung, die ber Regierung, den Pravinzialbirektionen und ben Kreisämtern mitgeteilt werben soll, e i n st i m * mig an: Die Hauptversammlung des Landesverbandes der Obst- und Gartenbauvereine hält es für unbedingt erforderlich, daß die jetzt im Lande tätigen Obstbaubeamten auch künftig her ohstbautreibenden Bevölkerung zu r sachverständigen Beratung zur Verfügung ftef)en, ja, daß ber Uebergnna ber Kreisstraßen auf die Provinzen ein Anlaß fein sollte, auch denjenigen Landesteilen, roeldjc bisher keinen Obstbaubeamten hatten, einen solchen zu verschaffen. Sie bittet daher alle Körperschaften, welche mitzu- sprechen haben, in diesem Sinne zu wirken. » Als Abschluß der Veranstaltungen im Zusammenhang mit der Hessischen Landwirtschaftlichen Woche fand der durch (Tiemens Brentano unb Bettina von Arnim (geb. Brentano) ber deutschen Literatur angehört. Zugleich ist er ein Sohn des gegenwärtigen hessischen Ministers des Innern und der Justiz. Das war namentlich die Veranlassung, daß dem Ereignis der Uraufführung der hessische Staatspräsident, der Sanblagspräflbent und zahlreiche Mitglieder der Staatsverwaltung beiwohnten, außerdem, wie sonst üblich, viele literarische Persönlichkeiten. Der Zu- drang ist auch erklärlich, weil bie Uraufführungen seit etwa einem Jahre hier viel seltener geworben sind; es ist dies eine Rückwirkung bes Publikums- geschmacks. Im allgemeinen hatten nämlich die jüngeren Dramatiker mit ihren Leistungen wenig Glück; vor allem blieben Erfolge von Dauer aus. Brentanos Komödie „Geld* wird diejes Schicksal ebenfalls teilen, obwohl ber Beifall, ben sie erzielte, stärker und wärmer war als sonst. Viel ist baoon allerbings auf Rechnung ber Persönlichkeit des Dichters zu setzen, ben seine Anhänger am Schluß ber Vorstellung vor bie Rampe riefen. Brentanos „Gelb* ist als ftomöbie bezeichnet, doch ist der Ton echter Koniödie nur selten getroffen; überhaupt erwecken die Vorgänge auf ber Bühne kaum näheres Interesse für bas Schicksal ber hanbelnden Personen. Das Drama steht noch stark unter ben Einflüssen expressionistischer Kunstansck-auungen und erscheint deshalb in feinem äußerlichen Verlauf oftmals wirr unb sprunghaft. Das Stück, das vor mehreren Jahren erfahr würbe, ist durch bie literarische Entwich lang bereits überholt. Dies gilt auch von ber Schilderung feiner Umweit bes Schiebertums. Die Sucht nach Gelderwerb beherrscht Ulrich, ben Leiter ber Auslanbableilung eines deutschen Handelshauses, ber babei seine Frau ganz vernachlässigt, die in den Bannkreis eines jungen Musikers gerät. Da Ulrich gegen ben Willen seiner Firma Bergwerke auf- gekouft hat, roirb er entlassen, aber sie finbet es doch vvm finanziellen ©tanbpunft aus vorteilhafter, ihn roieber einzustellen: zugleich finbet sich auch feine Frau wieder bei ihm ein, nachdem sie ber Musiker, ber überdies nichts besitzt, verabschiebet hat. Die Macht des Gelbes hatte Ulrich ins Verderben gestürzt, sie hot ihn auch wieder daraus errettet. Eirttgs Szenen bes Dramas sinb geglückt ebenso manche Dialoge, als Ganzes genommen war jedoch bie Aufführung ein Versager bis auf die Darsteller, die den äußeren Erfolg herausholten. In erster Linie sind hier zu nennen Generalintendant Ernst Legal In ber Rolle eines betriebsamen Spekulanten, Rudolf W i t t g e n als tatkräftiger Leiter der Auslandabteilung des deutschen Handelshauses, und Maria Fein als besten treulose Sattia. E. B Phlttlch-, 5 fonff $1?Ä^run?n -°--t f'L'LgemoM PubüiW^ rSunflen M'? i6r^ ' 'hfliitr ü^ ffr^h Wei« £d,i'|fll rÄÄC .tltflftS ins AnhE Brentanos Pampe E--, der To" in' 3 geiMM . m nähert • der Kuhn rau I der ^t-n ßinilfili.1" stark ^rn6l *n‘ OK »S‘fes‘,3 SjsS&i d> >p"L»<» |n8eö/hi6flur % tM .sag" b * . lien. 3” §rnst g h-l°Ainl-"^'speku. ne« ßf'|er Mi.-* : bchSdi^^ ?/rU5r^en m9net '?br *ft‘Ä »Ls»! MV Derben. der Obstort 1! 71eu‘ x-W S~ss L»b HM * r&'" Wittd, jw" 1°' ’fert* aU5Wen X K'» Ä W M™ S ?*■ I*m :,59n kann ju rieben K .bl5 cfma 70 $ro= ■kommen fann, Wter ' mu: die Bekämpfung WWnehen isl'Z 1 W mit Arsen zu tx m e//L i unK A.wn \\\ !.'untc- Mtanben MM bemirll ohne S*8.e Mare bereitgc|kl!t ift immer, daß man nur llin9« nach ihrem Fraß dantie dem Redner für n9 mi lebhafter Suflim. ktag- Der 'Mnjenbe er. 1 die Maßnahmen, hie N besprachen wurden, eis, wenn der Kampf |ein sosl, [o bad e$ audereinc muffen gerben Sie deshalb für mdigen im Obstbau sind !std die Obstbaubeamten, ^reisstraßen an die Pro- die Dbftbäume an den B jedoch die Prpoinzen iten übernehmen wall, ist fällten dafür wirken, halten IDerben. Es wäre Dir M wenige Obstbau- alle in ihren Wirkungs« ie eigentlich gerade das ehofst, daß bei der Neu- bftixuibeamte erhielten. Darlegungen nahm die nbe Sntschließung, rooinjialbireffionen uni werden folf, ein ft im- nmlung des Üandesver« enhaupereint hält es für i die fetzt im Lande mten auch künftig nben Bevplkerung en Beratung jur ja, bc6 der Uebergnng der inzen ein Anlaß fein M, ihn, weiche bisher kern«" nen foldjen zu perfWm. -perfchajlen, welche witju- Sinne zu wirken. । Manstaltunsen ™ > hesiilchen LmdvMch» Derbandstag 5e{[ifd)er Geflügelzüchter klatt. Er wurde von dem zweiten Vorsitzenden de- Verbandes, Gewerbelehrer B roh m-Darmstadt geleitet, der den Präsidenten der Landwirt- schaftskammer, Hensel, sowie zahlreiche Vertreter von Geflügelzuchtvereincn begrüßte. Den Haupwottrag hielt der Verbandsvorsiyende Rarl Beith- Reichelsheim sWetterau) üder das Thema „Diegemeinsame Tätigkeit deS Landesverbandes und der Land- wirtschaftskammer' Der Redner gab zunächst eine historische Schilderung des Geslügel- zuchtwelens, namentlich unter Betttal ich tigung der Schassung der Organisationen. Er vetonte hierbei die Zusammenarbeit der Vereine mit der Land- wirtschastslammer. Der Redner machte dann eine Reihe stattstischer Angaben über den Umfang der Hel fischen Geslügelzucyr; die Höchstzahl war 1924 mit 1 764 000 Stück tohne Tauben) errcicht. Auch die Taubenzucht soll mehr gefördert werden, da der Ruben der Tauben durch Vertilgung von Unkraulsamen größer ist als chr Schaden. Bei der großen Eiereinfuhr aus dem Auslands müsse daS Ziel der Geflügelhaltung die Deäung des * Marktes durch einhämische Produkte fein. Der Redner fand mit feinen Ausführungen starken Beifall. Südafrikanische Studenten in Frankfurt. WER. Frankfurt a. M., 15. Ian. Eine Studiengefellschast von etwa 50 südafrika- nifchen Studenten und Studentinnen weilte hier mehrere Tage als Gast der Frankfurter Studentenschaft. Sie besichtig en zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen und Institute, Das Stadion, ein Werk des Farbentrusts, das Ltädel- sch« Museum und die. historischen Säle des Römers. Vei dem Besuch im Römer hieß Stadtrat Meckbach die ausländischen Gäste willkommen und wies dabei auf die Bedeutung Frankfurts in der deutschen Geschichte hin. Der Sprecher der Studenten erwiderte mit Wotten des Dankes. Kraftpost Ulrichstein-Mücke. Das Postamt Ulrichstein bittet uns um die Aufnahme nachstehender Zeilen In der letzten Zeit sind mehrere Zeitungsartikel erschienen, die sich mit der Kraftpost Ulrichstein Mücke befassen. In dem einen Artikel werden die Kraftwagenführer und die Einrichtung gelobt, in dem andern dagegen (Richt im »Gieß. Anz." erschienen. D. Red) derart beschrieben, daß das Postamt gezwungen ist, dazu Stellung zu nehmen. Aus dem Kurs werben im Wechsel drei Kraftwagen gesahrcn. Davon sind zwei lustbereift, einer vollbereift. Zwei Wagen haben je 18, ein Wagen hat 19 Sitzplätze. Da die Luftreifen im Schnee besser greifen als die Vollreifen, kommt es vor, daß die luftbereiften Wagen bei Schneewetter vorzugsweise auf den schneereichsten Kursen nach Lauterbach und Schotten benutzt werden, während der vollbcreiste Wagen gleichzeitig öfter auf dem Kurs nach Mücke gefahren wird. Der v o U • bereifte Wagen älterer Bauart, auf den man es offenbar abgesehen hat, ist in j e d er Weise betriebsfähig. Er ist erst vor kurzer Zeit vollständig neu mit Parabelreifen, dem neuesten Erzeugnis der Volkreifenindustrie, bereift worden. Ein Unterschied gegenüber Luftreifen ist natürlich vorhanden. Ein Vergleich mit über Granattrichter fahrenden Lastwagen scheint jedoch reichlich verfehlt. Die Reichspost kann es sich jedenfalls nicht leisten, noch voll betriebsfähige Wagen außer Betrieb zu sehen. Rebenbei sei erwähnt, daß von keiner Gemeinde ein Zuschuß zu der Linie Ulrichstein Mücke gezahlt wird Wenn das Verhalten einzelner Kraftwagenführer in Einzelfällen zu Klagen Anlaß geben sollte, so wird dem durch eine Beschwerde pon Fall zu Fall an das betriebst leitende Postamt bald abgeholfen fein. Rach den Mitteilungen vieler Reisenden, die die Kraftpost regelmäßig benutzen, ist das allgemeine ungünstige Urteil, das in einem Artikel der letzten Tage (Ebenfalls nicht im »Gieß. Anz." erschienen. D. Red.) über die Kraftwagenführer gefällt wurde, vollkommen unrichtig. Es werden in dem Artikel sogar Bruchstücke aus freundlichen Unterhaltungen zwischen Reisenden und Kraftwagen- OerFrosch mit derMaske Roman von Edgar Wallace. 42. Fortsetzung Nachdruck verboten. Lola lachte leise. „Was für ein kluger Mann «ie sind, Herr Broad", fagte sie. „Nein, ich interessiere mich gar nicht so sehr wie Sie für Gefangene. Uebrigcn-3 wem gilt denn eigentlich Ihr besonderes Interesse?" „Aber, aber! Nummer sieben, der im Gefängnis oon Pemonoille sitzt", sagte Broad lächelnd. „Ich habe so eine Ahnung, daß er auch Ihr Freund ist." „Nummer sieben?" Lolas Erstaunen mürbe einen weniger abgehärteten Mann als Joshua Broad überzeugt Haven müssen. „Ich glaube, das hat etwas mit den Fröschen zu tun?" jagte sie. „Dao ftimnit!" antwortete Broad. „Fräulein Lassano, ich möchte Ihnen ein Anerbieten machen l" ..Machen Sie mir das Anerbieten, ein Auto holen zu wollen, ich bin sehr müde", sagte sie. Und als sie beide im Wagen saßen, fragte Lola: „Also — und was ist es mit dem Anerbieten?" „Ich biete Ihnen soviel an, als Sic brauchen, um England zu verlassen und ein paar Jahre außer Landes zu leben, bis der alte Frosch verspielt hat. Und — er wird verspielen. Ich habe Sie seit längerer Zeit beobachtet und bitte Sie, es nicht als Frechheit aufzufassen, wenn ich Ihnen sage, daß ich Sie gern habe. Es ist etwas äußerst Anziehendes an Ihnen — nein, lasten Sie mich ausreden, ich bin nicht im Begriffe, Ihnen den J)of zu machen. Ich habe Sie in irgendeiner Art von Mitleid lieb, «ie brauchen darüber nicht beleidigt- fein, aber ich möchte nicht, daß Sie zu Schaden kommen." Er war sehr ernst. Sie erkannte seine Aufrichtigkeit und die sarkastische Bemerkung, die ihr auf der Zunge lag, blieb unausgesprochen. „Sind Sie wirklich so gänzlich desinteressiert?" fragte sie. „Soweit es Sie selbst betrifft, pölligl" antwor, tete er. „Aber, Lola, ich warne Sie. Es wird ein furchtbares Erdbeben stattfinden und höchstwahrscheinlich werden Sie dabei von den herumfliegenden Stucken getroffen werden." Sie antwortete nicht sofort, denn was er ge- fagt hatte, verstärkte bloß ihre eigene Unruhe. sührer. die von den Reisenden mit dem ihnen persönlich bekannten Kraftwagenkührer an den Halte- oder Endpunkten begonnen wurden, wieder-^ gegeben und daraus falsche Schlüsse gezogen. Höflichkeit wird den Kraltwagenführem von der vorgesetzten Verwaltung ständig zur Pflicht gemacht. Entgleisungen werben nicht gebilligt und nicht geduldet. Der Gerechtigkeit halber muh in diesem Zusammenhang aber darauf hingewiesen werden, daß den Kraftwagenführern die Ausübung dieser Pflicht, oft. z. B bei der Durchführung der Fahrordnung (Rauchverbot. Mitnahme umfangreichen Gepäcks in die Wag^n ulw.) recht schwer gemacht wird Es wäre erwünscht, trenn berechtigte Beschwerden über den Betrieb nicht nur in den Zeitungen veröffentlicht, sondern unter Mitteilung von Tatsachen zunächst dem betriebsleitenden Postamt mitgeteilt würden, damit für Abhilfe gesorgt werden kann. Kritik bient dem Fortschritt Es gibt aber auch eine Form, die niederreißend tririen kann. Wir alle wollen doch die Fortentwicklung der genannten Kraftpost, die sich tr 'brenb der nunmehr 6' .jährigen Betriebszeit beliebt und unentbehrlich gemacht hat. 4.80 m. Schlagball 55 m, Speerwurs 27 m, Diskuswurf 22 m, Kugelstoßen 9 m. Beim 5000- und 1000-m-Cauf ist die Beteiligung nur auf einer der beiden Strecken möglich, ebenfo bet den Mehrkämpfen, von denen der Lechskamps aus 100-, 1500-m-ßauf, Hoch-, 'Deitsprung, Steinstoh, CdtlcubcrbaUtourf, der Zehnkampf aus IOC. 400, 1500 m, 110 m .Hürden, Hoch- Weit-. Stabhochsprung. Kugelstoßen, Speer-, Diskuswerfen besteht Lport-Film-Schau in Frankfurt Frankfurt a. M.. 16. Jan Die Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik ücranftakete gestern gemeinsam mit der hiesigen Stadion- schule eine Sport- Film-Schau, die namentlich propagandistischen Zwecken dienen sollte. Rach einleüenben Worten des Bundeslekretärs der Deutschen Sportbehörde für Leichtathletik 3. Hell- München wurden im Film und durch lebende Ergänzungen die Ansänge sportlicher Betätigung gezeigt. Andere Filmstreifen gaben ein fesselndes Bild von fortgeschrittener sportlicher Entwicklung bis zu Der Erzielung von Meisterleistungen. Unter anderen wurde auch der berühmte Rekordlauf des Mittelstrecklers Dr. P e l tz e r s. in dem er Rurmi und Wide in Weltrekordzeit zu schlagen vermochte, den interessierten Zuschauern vorgeführt. Alles In allem war die Vorführung sehr gelungen und Dürfte eine gute Propaganda für Den Sport bzw Dia sportliche Betätigung gewesen fein. Die Fuhballergebnisse vom Sonntag. Aiainbezirk: Viktoria Aschaffenburg—Viktoria 94 Hanau 6:0. Eintracht Frankfurt—V. f. R. Mannheim 2:2. Kickers Offenback-—Kurl-essen Kassel 4:5. Fußballsportveretn Frankfurt—Griesheim 02 7.3. Bayern: 1. F. C. Nürnberg—Spielog. Fürth 2:0. Wacker München—Schwaden Augsburg ti;ü. 1860 München—A. S. V. Nürnberg 5:2. 1. F. E. Bayreuth—Bayern München 2:3. Württemberg-Vaden: Vhömr Karlsruhe—B. f. B. Stuttgart 1:2, 1. F. C. Freiburg—Karlsruher F.V. 2:9. Stuttgarter Kickers—S. E, Freiburg 5:3. Union Bückingen—S. C. Stuttgart 2:3. Rheinheffen-Saar. S. V. Wiesbaden—Ißormatia Worms 3:1. Saar 05 Saarbrücken—F. S. B. 05 Mainz 3:5. Borussia Neunkirchen-F. B. Saarbrücken 1:3. Alemannia Worms—F. C. Idar 1,3. Nheinbezirf: S. V. 98 Darmstadt—Phönix Ludwigshafen 0:4. Spielvgg. Sandhosen—Mannheim-2üaldyos 3:0. B. s. L. Neckarau—Speyer 5:1. Phönix Mannheim—F. C. Pirmasens 1:2. Zwischenrunde um den vundespokal: In Hambura ßeroann die Pokaünannfchaft voy Norddeutschlanb über die von Mitteldeutschland knapp mit 3:2. In Berlin wurde Südostdeutschland von Brandenburg mit 4:1 geschlagen. Boxkampf Haymann-ClLment. Bei einem Borkampf in Stuttgart siegte in dem Hauptkampf deS Abends zwischen Hayman n - München und Element- Genf H a y - mann über zehn Runden nach Punkten. Das Catalina-Schwimmen. Das nach langen Vorbereitungen auf Samstag angesetzte Eatalina-Island-Wettschwimmen, zu dem 143 StartmelDunßen vorlagen, wurde von Dem 17jährigen Amerikaner George Voung-Toronto in 15.45 Stunden gewonnen. Die favorisierte Clarabella Barrett gab nach 14 Meilen auf. Lpielplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Dienstag, 18. Jan., 7 bis 9-/4 Ahr: Fidelio. Mittwoch, 19., 3 bis 5>/2 Uhr: Peterchens Mondfahrt. 7V? bis gegen 10 Uhr. Die Lästerschule. Donnerstag, 20., 7 dis 9: Hänsel und Gretel. Freitag, 21., 8 bis IQ: La Argentina. Samstag, 22., 3*/a dis 6: Peterchens Mondfahrt. TVg bis gegen 10'/,: Der Troubadour. Sonntag, 23., 6 bis gegen 10l/e Festvorstellung. „Der Ring Elks 2lugen fielen auf den leeren Bierkrug und er hätte gern gewußt, wie oft dieser gefüllt worden sei, seit Maitland nach Hause gekommen mar. Denn im Tone des alten Mannes lag soviel Brutalität, seine Augen blitzten so trotzig, daß man auf mehr als bloße Aufregung schließen mochte. „Ich werd auf keine Fragn nich antroortn," sagte er laut. „Ich werd nich die Wahrcheit sagn un nich ein« Lüge." ..Herr Maitland," sagte Johnson zögernd, „diese Herren möchten gerne etwas über das Kind erfahren." Der alte Mann schloß die Augen. „Ich werd nich die Wahrheit sagn un ich werd feine Lügen sagn", wiederholte er monoton. „Herr Maitland," bat der gutmütige Elk, „ändern Sie Ihren Entschluß und sagen Se uns, warum Sie in jenem elenden Quartier in der Eldorstraße gewohnt haben?" „Keine Wahrheit nich un keine Lügen nich", murmelte der Alte. „Einsperrn könnt Ihr mich, aber erzähln werd ich Euch schon gar nichts. Sperrt mich ein, ich bin Ezra Maitland, ich bin ’n Millionär. Ich könnt Euch auffaufn. Ich könnt alle andern auch auftaufn, der alte Ezra Maitland bin ich. Im Straf- Haus bin ich gewefn und im Loch bin ich gemein, joha!" Dick und sein Gefährte tauschten einen Blick, und Elk schütteite unmerNich den Stapf, um die Nutzlosig. leit einer weiteren Fragestellung anzudeuten. Nichtsdestoweniger machte D»ck noch einen Versuch: „Warum sind Sie neulich des Nachts nach Hör- fham gefahren?- fragte er. Er hätte sich aber gerne im gleichen Augenblick bie Zunge abgebissen, da er seines Fehlers gewahr wurde. Denn nun war der Alte ganz wach. ,Lch bin nich m Horsham gemein!" brüllte et. -Ich weiß nich, wovon man da quaffeltl Ich werd Euch nichs sagen! lieber bau pt nichs! Schmeißn Sie sie raus, Johnson!" Als sie wieder auf Der Straße standen, sagte Johnson: „Ich habe nie aewußt, daß er trinkt. Er roar abstinent, solange ich ihn gekannt habe." Der Philosoph ging sehr niedergedrückt noch ein Stückchen Weges mit ihnen. Wie er Elk mitfeilte, mußte er morgen aus feiner Wohnung in Fitzroy Square misziehen, um im Süden Londons zwei billige Zimmer zu bewohnen. (Fortsetzung folgt) Turnen, Sport und Spiel. Der KleinKaliberspovt. Bon StaatSminister a. D. Dominicus. Die Erörterung über Den sogenannten ..Kleinkaliber-Unfug' ist in Den letzten Wochen in einem Teil der Presse mieDer aufgetaucht, ja sogar in manchen Blättern zu einer ständigen Rubrik geworden. Dem gegenüber ist «S erforderlich, die folgenden Feststellungen zu machen: Es ist richtig, daß der Kleinkalrber-Schießsport in der letzten Zeit in Deutschland zu einer großen Bewegung angetoadbfen ist. Dem Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen allein gehören zur Zeil bereits drei Derartige Organisationen an; es sind dies: der Deutsche Schühenbund: die Kleintaliber-Abteilung des Deutschen Kartells für Jagd- und Sportschießen sbisher als „Deutsche Sportbebörde" bekannt); der Reichsverband Deutscher Kleinkaliber-Schützenverbände (De’fcn Spitze bisher den Hamen ..Reichszentrale" gerührt hat). Diese drei Organisationen haben sich am 3 Dez. 1926 ju einer Reichsgemeinschaft f ü r Kleinkaliber-Schiehsvort zusammengeschlossen, Deren Vorsitz im Ehrenamt der Unterzeichnete übernommen hat. Diese Entwicklung bei uns in Deutschland folgt aber nur Der gleichen Entwicklung im Ausland. In England ist der Kleinkaliber- Schießsport bereits am Ende des vorigen Jahrhunderts entstanden und hat sich unter Dem Einfluß bedeutender Persönlichlsiten, z.B. des Lord Roberts, Dort schnell sehr erheblich ausgebreitet. Schon 1905 umfaßte Der entsprechende englische Verband über 1500 Vereine. 1908 wurde das Kleintaliber-Schießen in England in die Olympischen Spiele eingereiht. Von Dort übernahmen 1912 die Olympischen Spiele in Stockholm diesen Sport. Eine weitere erhebliche Ausdehnuna sand Der Kleinkaliber- Schießspvrt in Amerika. Zwischen den Vereinigten Staaten und England haben in den letzten Jahren regelmäßige Sportwettlämpfe in dieser Sportart stattgefunden. 3n der Tat handelt es sich bei der Klein- laliber-Düchse um ein Sportgerät und keine Waffe. Ihre Tragweite ist eine kurze, es wird nur aus eine Entfernung von 50 m geschossen. Die Kletnkaliberbüchse hat keinen Sichcrungsslügel und kann infolgedessen weder als Ersatz für eine Jagd-, noch für eine Militärwaffe angesehen werden. Stärkere Munition als die Sportmunition kann aus der Kleinkaliber- Büchse nicht verschossen werden, weil die Wasse sonst zu schwach wäre und zersprerrgt würde. Geschossen wird nur auf Ringscheiben von kleinerer Größe (34 cm), nicht auf irgendwelche Figuren oder bewegliche Scheiben. Aus allen diesen Gründen hat der Artikel 177 des Versailler Vertrages Sport» und Schützenvereine ausdrücklich zugelassen; die Entente hat daher auch einen Widerspruch gegen den Kleinkaliber-' sport nicht erhoben. Wenn so jedes außenpolitische Bedenlen wegfällt, so muh man sich doch fragen, warum es in Deutschland nicht möglich sein sollte, ebenso wie in Den anderen angelsächsischen Ländern, diesen Sport zu pflegen, ja ihn zu einer Volts- litte zu machen? Warum in aller Welt sollte dies in Deutschland nicht möglich sein, wo doch z. D. in der Schweiz, wie jedermann weih, seit langen Jahrzehnten das regelmäßige Schiehen mit Dem Militärgewehr überall eingeführt ist and mit der größten Liebe betrieben wird. Man fürchtet bei uns den Polltischen Mih- brauch, und in Der Tat ist es richtig, dah einzelne Vereinigungen politischer Art dazu über» „Vermutlich wissen Sie, daß ich verheiratet bin?" -Ich ahnte es", sagte er. „Nehmen Sie Ihren Mann mit. Und was wollen Sie mit Dem kleinen Jungen machen?" Es war merkwürdig, daß sie nicht einmal Den Versuch machte, die Nolle, die sie spielte, zu verleugnen. Sie wunderte sich später selbst Darüber. Aber Joshua Broad hatte solch eine zwingende Uederlegenheit, daß es ihr gar nicht einfiel, ihn täuschen zu wollen. „Sie meinen Ray? Ich weiß nicht", sagte sie. „Ich wünschte, daß er nicht dabei wäre. Ich habe ihn auf dem Gewissen. Lachen Sie?" „Darüber, daß Sie ein Gewissen haben, nein. Ich dachte nur Daran, was er wohl für Sie gefühlt hoben mag? Und was bedeutet Der Bart, Den er sich wachsen ließ?" „Darüber weiß ich nichts. Ich weiß nur, daß wir — aber warum erzähle ich Ihnen das alles? Wer sind Sie, Herr Broad?" Er kicherte. „Eines Tages werden Sie es erfahren. Ich verspreche Ihnen, wenn Sie ein wenig mit sich reDen lassen, so werden Sie Die erste sein, die es erfährt. — Behandeln Sie Den düngen gut, Lola." Sie verwehrte ihm nicht, daß er ihren Taufnamen gebrauchte, es nahm sie eher für den geheimnisvollen Mann ein. „Und schreiben Sie an Herrn Dron, den Bize- Hauptaufseher im Gefängnis von Petonville, und teilen Sie ihm mit, daß Sie aus Der Stabt abberufen wurden und ihn in Den nächsten zehn Jahren nicht sehen können." Sie gab keine Antwort, Er verließ sie an der Tür ihrer Wohnung und nahm ihre schmale Hand in die seine. -Solls Sie GeV brauchen, um zu verreisen, werde ich Echnen einen Blankoscheck schicken. Glauben sie mir, es gibt keinen anderen Menschen auf der ganzen Erde, dem ich einen Blankoscheck geben würde." Lola nickte und hatte »ungewohme Tränen in ihren Augen. Sie war nahe daran, unter ihrer Lost zusammenzubrechen, und das wußte niemand bester, als der Mann mit dem Rauboogelgesicht, Der ihr nochsah, wie sie in ihre Wohnung ernt rat gegangen sind, Dielen Kleintaliber-Schiehsport bei sich einzuführen. Wir verstehen, daß Der Staat sich Dagegen wendet, aber die Pslege des Klein- laliber-Schießsports als solchen soll Der Staat unbehelligt lassen Es muß für ihn genügen, Die erforderlichen polizeilichen Sid enxn- gen zu treffen, zu Deren Erfüllung Die Sportorganisationen gern bereit sind. Zu diesem Zweck wird es ausreichen, wenn Die Schießsportvereine verpflichtet werden, amtlich anzugeben, wieviel Büchsen sie haben und wo diese lagern. Dann kann Die Polizeibehörde im Falle Der Rot rechtzeitige Vorkehrungen treffen, Ablieferung verlangen oder Beschlagnahme emtreten lasten. Weitergehende Maßnahmen der Polizei aber scheinen uns durchaus überflüssig zu fein. Insbesondere ist es eine schwere Beeinträchtigung des Spott, wenn, wie in einzelnen Staaten es leider schon geschehen ist, von Der Polizei eine Beschränkung der Zahl Der Büchsen, etwa auf einen bestimmten Prozentsatz Der Zahl Der Mitglieder der Vereine verfügt wird. Denn es ist einleuchtend, daß, wenn z. B. nur eine Büchse auf Äefjn Vereinsmitglieder zugelassen wird, dadurch eine erhebliche Verlangsamung De» Schießbetriebes eintreten mühte, die den ganzen Geist des betreffenDen Vereins unliebsam beeinflussen würde. 3n Der Reichsgemeinschast für Kleinkaliber- schiehsport sind bereits jetzt ungefähr 500 000 deutsche 3ungen5 und Manner vereinigt. Man lasse ihnen Die Freiheit und die Freude an ihrem Spott, man beschränke sich seitens der Polizeiverwaltung auf Die unbedingt eriorderttche Wahrnehmung Der Interessen Der öffentlichen Ordnung und man untelaffe In Zukunft das Gerede von Dem „Kleinkakiber-älnfug"! D. T.-Meisterschasten 1927. vo. Die Deutsche Turnerschaft gibt in Vorbereitung der Meisterschaften im Dollsturnen und Schwimmen, Die am 13. und 14. August in Berlin stattsinden, die Ausschreibung der volkstümlichen Wettkämpfe bekamrt. Die teilweise von der in Den Vorjahren abweicht. Danach wird der Meistertitel in folgenden Hebungen vergeben: Mä nner; 100, 200, 400, 800, 1500, 5000, 10 000, Marathon-, HO m Hürdenlauf, 4X100 m, 4x400 m, 3x1000 m, 10x300 m Kreis. Staffel, Hoch-, Weit-, Stabhoch-. Dreisprung, Ä», Steinstohen, Speerwurs (je best- und mlg), Diskus-, Schleuderball., Schlagball- wurf, Kugelschocken. Deutscher Sechskampf, Zehnkampf; Frauen: 100 m Lauf, 4x100 m Staffel, Hoch*, Weitsprung, Kugelstoßen, Schlagball-, Speer-, Diskuswerfen, Deutscher Vierkampf. Bei den Turnettnnen hat sich niihtS geändert, dafür ist bei Den Turnern Der erst im Vorjahr eingeführte Weithochsprung wieder ge< strichen worden. Ebenso fallt die bisher übliche Schwedenstasfel weg. an ihre Stelle tritt die 4x400.m-<5taffeI. Die Zulassung z u den Meisterschaften ist von der Erfüllung folgenhcr Mindestleistungen abhängig: Männer: 100 m in 11,2, 200 m in 23,6, 400 m In 52, 800 m in 2:04, 1500 m in 4:20, 5000 m in 16:30, 10 000 m in 38, HO m Hürden in 18, 4x100 m in 45, 4x400m ohne Beschränkung, 3x1000 m in 8:20, Hochsprung 1,70 m, Wcitsprung 6,50 m, Stabhochsprung 3,40 m, Dreisprung 12.80 m, Schlagball, tourf 95 m, Schleuderballwurf 50 m, Diskuswurf 35 m, Kugelstoßen best 12 m, belDarm. 19 m, Steinstoß bestarm. 8 m. beibarm. 14 m, Speer- tourf bestarm. 46 m, beidarm. ohne Beschränkung, Kugelschocken, 18 m; Frauen: 100 m in 13,4, 4x100 m in 54, Hochsprung 1,40 m, Weitsprung xxvm” Mord. Das Haus dos Prinzen von Laux, das in Ezra Maitlands Besitz übergegangen roar, war mit einem Aufwand erbaut, Der nicht nach Den Kosten gefragt hatte. Obwohl es als einer Der schönsten Paläste Londons bekannt roar, hatten doch nur wenige Fremde Gelegenheit gefunden, seine inneren Räume zu besichtigen. In Dem fürstlichen Salon mit seinen Säulen aus Lapislazuli, seinem aus Onyx und Silber geformten Kamin und Den mit NiederlänDifchsn Gobelins tapezierten Wänden faß Ezra Mailland, in feinem gro. st en Louis-XV.-Sessel zufammengesunken, ein Glas Bier vor sich, eine schwärzliche Tonpfeife zwischen Den Zähnen. Auf Dem kostbaren Perserteppich waren Die Spuren seiner kotigen Stiefel zu sehen und sein Hut verdeckte halb eine goldene Venus von Marrio- net, Die auf einem Sockel neben ihm stand. Die Hände über feinem Bauche gefaltet, laß er wie eine Statue Da und starrte unter [einen buschigen weißen Augenbrauen auf den Fußboden hin. Dte Vorhänge waren zugezogen, um Das Tageslicht nicht einzulassen, und eine Stehlampe mit feibenem Schirm erleuchtete das Düster des Saales. Herr Mailland zog mit Anstrengung das Glas Bier heran, bas schon abgestanden roar, und leerte dessen Inhalt. Nachdem er es wieder hingestellt hotte, sank er in »eine frühere, starre Stellung zurück. Es klopfte leise an die Tür und ein Lakai in Puderperücke tarn herein. „Drei Herren wünschen Sie zu sprechen, Herr Maitland, — Hauptmann Gordon, Herr Elk und Herr Iohnsonl" Der alte Mann nihr auf. ,x)ohnfon?" fragte er. „Was will Der?" „Sie warten im kleinen Salon." -Stassen Sie sie rein", brummte der Alte. Die Gegenwart der beiden Potizoioffiziere schien ihm gleichgültig. Es war Johnson, an den er bas Wort richtete. „Was wolln Sie Da?" fragte er heftig. „Was mH das hsißn, daß Sie bis daher kommen?" „Die Anregung zu Herrn Johnsons Besuch ist von mir ausgegangen". Jagte Dick. „So? Don Sie, fofo , jagte der Alte, und seine Hastung war, mit der NiedergescUagenhest von vorhin verglichen, merkwürdig kühn. oes Lebelungen". Erster Tag: Die Walküre. — Schauspielhaus. Dienstag, 18. 3an.. 7 bis 10*/2: Qiibclungen 1. Teil. Mittwoch, 19., 8 bis 10’/i: George-Gastspiel: Fräulein Julie. Hierauf: Der Kammersänger. Donnerstag, 20., 8 bis IO1/*: George-Gastspiel: Fräulein Julie. Hierauf: Der Kammersänger. Freitag, 21., 8 bis 10: Die zwei Abenteurer. Samstag, 22.. 8 bis IO1/« George- Gastspiel Fräulein Julie. Hierauf: Der Kammersänger. Sonntag, 23., 3 bis 6: Minna von Darnhelm. 8 bis IO1 Hamlet in Krähwinkel. Wirtschaft. Der Jahresabschluß der Friedr. Krupp A.-G. Die Gesellschaft weist für das am 30. September 1926 abgclausene Geschäftsjahr einen Verlust von 2 106 227 Mark (i. 03. Verlust 15 293 772 Mark) aus, der aus sonstigen Rück- stellungen gedeckt werden soll. Zu dem Abschluß ist zu bemerken, daß die Bilanz diesmal einen außerordentlich flüssigen Eindruck macht und die Aationallsierungsmaßnaßmen gerade bei der Fr. Krupp AG. ihren Zweck voll und ganz erfüllt haben. Die Steuern und Soziallasten erfordern bei 33 015 246 (i. 03. 32 132 255) Mark Betriebsüberschuh 12 387 797 (15 593 124) Mark für Steuern und 8134 092 (6 539189) Mark für Angestellten- und Arbeiterversicherung. Wenn die Steuern um zirka 3 Mill. Mk. geringer als im Vorjahre sind, so erklärt sich das aus der geringeren Belegschaft. Für freiwillige Wohlfahrtsausgaben sind 5245473Mk. (5 295 515); für Zinsen 3 063 995 (4 243 941) Mk. und für Abschreibungen 6 290116 (15 754 257) Mark ausgewiesen. Aus dem Geschäftsbericht geht hervor, dah die Rationalisierungsmahnahmen erfolgreich gewesen sind. Die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres litten unter dem allgemeinen Zustand der Wirtschaft. Dann trat jedoch ein bedeutender Umschwung ein. Die Kohlenzechen konnten bei weiter steigenden Absahverhältnissen ihre Förderung bedeutend erhöhen. Die Erzgruben konnten z. L. wieder in Betrieb genommen werden. Die Friedrich-Alfred-Hütte, die im Anfang des Geschäftsjahres nicht voll arbeiten konnte, war voll beschäftigt. Auch der Eisen- und Brückenbau entwickelte sich günstig. Die Mülhofener Hütte arbeitete befriedigend, während die Saynerhütte, da veraltet, demnächst stillgelegt werden soll. Die Guhstahlfabrik Essen ist der einzige Betrieb, der eine dauernde und sichere Rentabilität nur durch den bekannten Aufbau erlangen wird. Die Essener Stahlwerke haben gegen Ende des Jahres sehr befriedigend gearbeitet. Reue Patente für Jzelt- Flußeisen, unmagnetisches Gußeisen für Karosseriezwecke und ein neues Werkzeugmetall „Widia" ergaben hier u. a. guten Absah. Der Maschinenbau weist einen erheblichen Verlust auf. Auch die Beschäftigung im Lokomotiv- und Wagenbau war unzureichend. 3n der flüssigen Bilanz sind it a. ausgewiesen: Grundeigentum und Werksanlagen mit 168 123 372 Rm. (L V. 185 596 875 Rm.); Vorräte zeigen einen Rückgang von 85 724 063 Rm. auf 44 534 755 Rm. wohl im Zu- sammenhang mit der gesteigerten Konjunktur. Kasse, Wechsel, Schecks ergeben 4 273 377 Rm. (12 140 697), Wertpapiere und Beteiligungen sind mit 55 372 028 (51 584 532) Rm. ausgewiesen. Die Erhöhung erklärt sich aus der Beteiligung beim 'Stumm- und Rombach-Konsortium. Bankguthaben . sind erheblich auf 14 Oll 398 (i. V. 5 007 991) \ Rm. gestiegen. Waren und sonstige Schuldner - ergeben 38 195 705 Rm. (39 703 146), Schuldner aus Werkgemeinschastsverrechnung 17 343 213 , (26 249 637) Rm. Auf der anderen Seite ist die gesetzliche Rücklage 16 Mill. Rm. geblieben, während sich die Sonderrücklage durch Deckung des vorjährigen Verlustes auf 8 706 227 (24 Mill. Rm.) ermäßigt. Deckungen für Schäden und Verpflichtungen sind mit 27 315 723 Rm. (29,5 Mill. Rm.) vorsichtig bewertet. Sonstige Rückstellungen sind von 9513 568 Rm. auf 17 094 753 Am. gestiegen. Die Guthaben der Werksangehörigen find mit 2 009 419 Rm. um ca. 500 000 Rm. gestiegen. Die verminderte Anleihesuinme von 48 100 133 Rm. (i. V. 56 253 034) ergibt sich auÄ der Rück- !Zahlung von Dollarkrediten. Die Anzahlungen ind von 22 169381 Rm. aus 9 571 468 Rm. in- olge Ausführung größerer Objekte zurückgegangen Waren- und sonstige Gläubiger mit 16 568 468 (26 295 384) Rm. beweisen ebenso wie der Rückgang der Dankgläubiger auf 385 289 Rm. und der laufenden Akzeptverpflichtungen auf 2 943 160 (21 898 858) Rm. die große Flüssigkeit der Dilanz. Gläubiger aus Werkgemetnschaftsverrechnung erscheinen mit 23 630 001 (36 315 050) Rm., das AK. beträgt bekanntlich 160 Mill. Rm. 3n dem neuen Geschäftsjahr hat sich die Lage der Friedr. Krupp A.-G. weiter recht günstig entwickelt. Die Hütten, Zechen und Stahlwerke, sowie einige weiter verarbeitende Detriebe sind voll beschäftigt. Auch der Geschäftsgang der Gußstahlfabrik ist ewns befriedigender geworden. Die Firma hatte im Dezem- der 1926 die größte Stahlproduktion seit Bestehen der Gesellschaft. Die Aussichten find also günstig, so daß vielleicht wieder mit Aus- schüttung einer bescheidenen Dividende zu rechnen ist. Friedrich Krupp, Grusonwerk A.-G., Magdeburg. Die Gesellschaft weist bei einem Detriebsüber- schuh von 3466963 (3 729 648) RM. einen Ge- toi nn von 307 583 (694906) RM. ans bei einem Aktienkapital von 10 Mill. RM. Dieses Ergebnis ist deshalb bemerkenswert, weil fast alle anderen Maschinenfabriken ungünstiger gearbeitet haben. Friedr. Krupp, Gcrmanlawerst 21.-®., Klel-Gaarden. Auch diese Gesellschaft hat sich in den letzten Monaten und besonders im neuen Geschäftsjahr sehr befriedigend entwickelt, obwohl sie für das ibgelaufene Geschäftsjahr noch einen Verlust von 161^o RM. ausweist, der von der Friedr. Krupp A.-G. übernommen wird. DaS Aktienkapital beträgt 3 Mill. RM. Uklien-Gesellschasl für Unternehmungen der Eiscn- und Stahlindustrie, Berlin. t Die Gesellschaft zeigt ebenfalls eine sehr befriedigende Entwicklung. Der Konjunkturausstiea k>at sich in den letzten Monaten, besonders im aeuen Jahre, deutlich bemerkbar gemacht Der Sewinn beträgt 82383 RM. Die Hauptversammlung genehmigte einstimmig die vorstehenden Abschlüsse Krupp von Bohlen undhalbach machte in >er Hauptversammlung interessant« Mitteilungen Iber den Verlaus des Geschäftsjahres und die Mög. ichkeit, die Werke wieder rationeller zu gestalten, «nd führte aus, daß nur weitere schärfste Konzentra- !ion die augenblicklich befriedigende Lage aufrechterhalten könnte. Dabei werde es nötig sein, den Betrieb der Essener, im Kriege sehr vergrößerten Anlagen weiter zu verkleinern. Schon im ubgelau- fenen Jahre sei eine Verminderung der Belegschaft vorgenommen worden, und es wäre im Interesse auch der Essener Einwohnerschaft sehr zu begrüßen, wenn der Plan des Oberbürgermeisters durch Eingabe eines Staatskredits zum Ausbau der Essener Werke durchgedrungen wäre. Krupp von Bohlen und Halbach ging sodann auf die bereits gekennzeichnete Verflüssigung der Dilanz ein, die ein Herabsinken der kurzfristigen Berbindlichkeiten von 70 auf 30 Mill. RM. und eine Steigerung der Bankguthaben von 5 auf 14 Mill. RM. ergeben habe. Der Aufsichtsrat habe von seiner Ermächtigung, die 60 Mill. RM. Vorratsaktien einzuziehen, keinen Gebrauch gemacht. Im kommenden Jahre könne man hoffen, die volle Auswirkung der bekannten Rationalisierungsmaßnahmen zu erwarten. Auch im neuen Jahre habe die Konjunkturbelebung, zu der der englische Streik den Anstoß gegeben hat, angehalten. Es sei zu hoffen, daß diese nicht nur eine vorübergehende Erscheinung ist. Hierzu foinrnc die Währungsstabilisierung der westlichen Länder und das Arbeiten auf außenpolitischem Gebiet durch die Reichsregierung, das zwar praktische Erfolge noch nicht brachte, aber eine Besserung der internationalen Beziehungen herbeigeführt Hobe. Zu begrüßen sei vor allem die internationale Rohstahlgemeinschaft, die sich hoffentlich ebenso wie die deutschen Verbände bewähren werde. Die deutsche Industrie konnte ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern, und man könne sagen, daß man im letzten Jahr, wenn auch viel zu langsam, ein gutes Stück vorwärtsgekommen sei, so daß nach Ueberstehen des schweren Winters eine günstige Frühjahrs- und fernere Entwicklung zu erwarten sei. Aus diesen Gesichtspunkten heraus sei zu erhoffen, daß das neue Geschäftsjahr auch für Krupp eine günstige Entwicklung mit sich bringen wird. Die Reichsbahn im Jahre 1926. Die Reichsbahngesellschaft veröffentlicht jetzt ihren Bericht über das Jahr 1926. Der Güterverkehr senkte sich, dem Bericht zufolge, zunächst 1926 — die rückläufige Tendenz des Jahres 1925 fortsehend — noch weiter. Dom Februar an begann sich der Güterverkehr langsam zu erholen und erreichte anfangs Mai die vor- lährige Höhe, bis schließlich infolge des englischen Bergarbeiterstreiks und durch zunehmenden Versand deutscher und zunehmenden Durchtransport polnischer und tschechoslowakischer Kohle eine starke Aufwärtsbewegung einsehte. Rach dem Streikende setzte ein Rückgang ein. Der Güterzugverkehr nach Belgien und Frankreich mußte im Zusammenhang mit der tarifarischen Llnterbin- dung des Ruhr- und Mosel-Wegs durch die belgischen Strecken zweimal völlig u'mgestellt werden Der elektrische Zugbetrieb wurde 1926 auf weiteren 110 Kilometer Streckenlänge aufgenommen. Jrn internationalen Durchgangsverkehr und im direkten Auslandsverkehr wurde die bisherige Wettbewerbstarifpolitik fortgesetzt. Der Jahresabschluß, der irn vorigen Jahre einen Betriebsüberschutz von 819 Millionen Reichsmark erbrachte, liegt für dieses Jahr noch nicht vor. Es kann aber, dem Bericht zufolge, mit einer hinreichend befriedigenden Bilanz gerechnet werden. Durch weitere Llmstellungen im Werkstättendienst war es möglich, in dem Berichtsjahr das ständige Personal von 692 104 auf 655 968 Köpfe zu senken. Süddeutscher Produktenmarkt. jwd. Die schwankende Haltung der überseeischen Welzenexportländer dauerte auch in der abgelaufenen Berichtswoche an. Die im Verlaufe der Woche teilweise gemeldeten Kurserhöhungen konnten sich jedoch nicht behaupten. Der Markt neigt neuerdings zur Schwäche. Die großen verfügbaren überseeischen Weizenexportmengen und die ganze sonstige Lage lassen eine begründete Hausse nicht aufkommen. An den süddeutschen Märkten war das Geschäft in Weizen ruhig, Mühlen und Handel verhalten sich im Hinblick auf schleppenden Mehlabsatz weiterhin abwartend. Von größeren Umsätzen in Weizen sowie in Weizenmehl hat man nichts gehört. Roggen liegt dagegen im Änland, sowie im Ausland, gegenüber der letzten Woche wesentlich fester und ist hierin etwas lebhafteres Geschäft zu verzeichnen gewesen. Auch in Roggenmehl kamen Geschäfte zu erhöhten Preisen zustande. Immerhin läßt sich nicht verkennen, daß man in Anbetracht der immer kleiner werdenden Preisdifferenz zwischen Weizen und Roggen» bzw. Weizenmehl und Roggenmehl äußerst vorsichtig zu werden beginnt. Die allgemeinen Preise sind derzeitig: Weizen, ausl. 30,75 bis 32,75 (Plata- weizen ca. 29,75), Weizen, inl. 29.50 bis 30, Roggen, außl. 26,50 bis 26,75, Roggen, inl. 25,75 bis 26, Weizenmehl, südd., Jan.'Febr. März 40,50 bis 40,75, Weizenmehl, südd., April/Mai 39,75 bis 40, Roggen» mehl, südd. und nordd. 35,50 bis 37,50. Gerste und Hafer lagen etwas fester bei mäßig höheren For- derungen. Braugerste je nach Qualität 26,50 bis 30, Futtergerste 21,50 bis 22,50, Hafer, inl. 19,50 bis 20,25. Mais wurde lebhafter gehandelt. Man zahlte für La Plata-Mais Mannheim disponibel bzw. erwartet 18,75 bis 19 Mt. mit Sack. Am Futtermittelmarkt hält das Geschäft gut an und werden zufriedenstellende Umsätze enieit. Insbesondere die Nachfrage nach prompten Mühlenprodukten ist weiterhin groß und kann nur unzureichend befriedigt werden. Oelkuchen sind etwas reichlicher am Markt. Man forderte für Weizennachmehl 22 bis 22,25, Weizen- futtermehl 14 bis 14,75, Weizenkleie, fein 11,75 bis 12, Weizenkleie, grob 12,50 bis 12,75, Erdnußkuchen 20,25 bis 20,75, Rapskuck)en 16,75 bis 17,50, Malz, keime mit Sack 16,25 bis 16,75, Biertreber mit Sack 16,50 bis 17 Mk. • . 'Die amtliche Großhandels! n de x- zrsfer. Die auf den Stichtag des 12. Januar berechnete Großhandelsmdexzisfer des Statistischen Reichsamtes beträgt 135,7 gegen 136,5 am 5. Januar. Die Indexziffer der Ägrarstoffe ist gegenüber der Vorwoche um 1,7 Prozent zurück- gegangen Die Indexziffer der industriellen Rohstoffe und Halbwaren hat leicht um 0,1 Prozent angezogen, während di« Preise der industriellen Fertigwaren um 0.1 Prozent nachgegeben haben. Der Gesamtindex ist um 0,6 gesunken. Berliner Börse. $ Cwo '1’ ' 17\$0TL Der erste Börsentag der neuen WoA brachte bei Eröffnung des Geschäftes auf verschiedenen Gebieten dec Aktienmärkte eine 5.° U1' c/7 ® ^9 un g , die etwas unerwartet kam. Die Spekulation schöpfte aus den günstigen Meldungen über die Beschäftigung der westdeutschen Esienwerke und aus der flüssigen Bilanz der Krupp» AG. eine Anregung zu lebhaften Käufen in "aHien ®Ieid)3eitig blieben Kaliaktien bet sprunghaft erhöhten Kursen gefragt. Auch bje Werte des Elektro Marktes lagen fest Das Interesse der Spekulation wandte sich au- v«rdem einer größeren Anzahl von Spezial- papieren zu, bis schließlich die Gesamtstim- mung unter dem Eindruck dieser Sonderbewegungen bemertenswert fest wurde. Kurssteige- rungen von 5 bis 7 Prozent waren mehrfach zu verzeichnen. Im Durchschnitt konnte sich das Riveau der Termin- und variablen Werte tun ein bis zwei Prozent heben. Die Prämiererklärungen nahmen einen glatten Verlauf. Am offenen Geldmarkt hielten sich die Sähe ungefähr auf der bisherigen Höhe. Tagesgeld war zu 3 bis 4,5 Prozent und darunter angeboten. Monatsgeld 5 bis 6,5 Prozent. Warenwechsel mit Großbank-Giro 4,63 Prozent. Da kurzfristige Mittel in großen Betragen nicht untergebracht werden konnten, bestand eine erhebliche Rach frage nach Devisen. Die Reichsmark schwächte sich daher gegen Kabel auf 4.2155 bis 4,2165 ab. Paris gegen London befestigt mit 121,95. London-Kabel kaum verändert 4,8530. Dörfenkane. Frankfurt a.M. Berlin Sdjiua» Kur, 1-Uht- Nur, Schind-'Anfang Siut, 1 Datum: 15. 1. 17. 1. 15. 1. 1 17. 1. 5% Deutsche ReichSanleihc . 4% Deutsche NeichSanlciye . 3Vt°/n Deutsche Ncichsanlethe 3°/0 Deutsche Ncichsanleibe . Tcuische Svarprämicnanleihe 4% 'preußische fionsolS . . . 4% Hessen........... 3'/»% Hessen.......... 3% Hessen........... Deutsche Wertb. Dollar-Anl- dto. Doll.-Schatz-Anweisng. . 4°/o Zoll türken 5% Äoldmcxikaner Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Pnvat-Bauk. Darinst. und Nartonalbant . Deutsche Bank......... Diökonto Commandit . . . . Dresdner Bank . . Metallbau! Mitteldeutsche Kreditbank. . Leite, reichliche Kreditanstalt. Netchöl-ank........... Bochumer Guß . ...... Buder.iS Caio Deutsch Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpencr Bergbau...... Kaliwerke AscherSleben. . . . Kaliwerk Westeregeln. . . . . Laurahütte........ • • Mannesmann ........ Mansicldcr Oberbedarf . . Pbönir Bergbau Rheinische Braunkohlen . .. Rheinstabl......... . Riedcck Montan TclluS Bergbau....... . Bereinigte Stahlwerke . . . . Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd Llicramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Plnlipp Holjmann...... Anglo Cont Guano ..... Cheinischc Mäher Alapüt. . . Goldschmidt.......... Holzverkohlung fr G Karben-Industrie. . . RiitgerSwerke Schcideanslalt......... Alla- ElektrijitätS-Geseüschast Bergmann .......... Elektr. Lieferungen l!icht und Kratt........ Mainkrastwerke ....... Schultert Siemens & HalSke ..... Adlcrwcrke filetier ..... Daimler Motoren- . .... Hehltgenstacdt......... Meguin........... . Mannheimer Motoren .... frankfurter Armaturen . . . fionservcnfabrik Braun . . Metailgcsell'chatt Frankfurt. Pet. Union A.-G Schulnabrik Hcrj Eichel.............. Zellstoff Aschaffenburg.... Zcllstotf Waldhof ...... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . U.92 0.9225 0,9175 0,9175 0.9 — 0,9025 0,9'15 — — 0.9025 0.935 0,93 — 0.94 0.95 0.59 — 0.575 —- 0,9 —- 0.90 0,93 — 0.89 — — — 0.9 — 0,98 — 0,895 _ ICO — — — — — — — 16.5 1 17 16,9 42,25 1 — 42.5 — — 274 275.5 218 219.5 218 220,5 269 272 269.5 275 190 — 191 193 183,5 184 183.75 185,13 181,5 185,75 183.5 185 182.5 186 182,9 186.5 185 180.5 185,5 10 45 11.2 10,35 10 8 176 180 179 181 187 — 186.5 191 119.5 123 119 123,25 — — — — 188 189 187 184.75 188 190.25 187.5 190 75 188 192,25 190 173 191 171,5 175.5 178 180.5 191 182.5 188,75 85.5 88 86 87 214 216 9 213.25 216.9 148 151 148 119.9 121 5 —- 124.5 124.5 155.25 137.75 127 139 253 258.5 253.25 259.75 208,5 214 208.5 214 184 189 184,5 188 120 * — — 154.5 lö.,25 154 157,75 175.5 176 176,5 175.5 162 163,5 162,5 162,25 * _ — 149,75 151.25 — — 181 177 183,75 130,5 — 127.5 — —- — — 140 151.5 130 152.5 94,9 105 — 928,6 333.5 328 334.75 138,25 139 139 139,9 250 270 — 171,25 173 9 170.9 173,5 — 170 167 170 —■» 175 173 176.9 — — 182,5 184,5 140 145 — — 169 — 169,5 171.25 207,75 209.75 207,9 208.9 127 130 127,75 130 91.5 100,25 93 101 44,75 — — — 65 — 66 — —- 43 — 25,25 _ 83 — — 184 193 — —— 129,5 — 128,12 f* 82,5 -- 85 3 5.75 — 180 187.5 181 185.25 257.25 268 2-7 -68.5 116 116.5 115.75 — 144.5 145.62 143,25 -- Devisenmarkt Berlin—Frankfurt