lk. 217 Erster Erschetntlüglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Vtetzrner Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Vezugrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für TrSger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße«. Postscheckkonto: Zronftnrt am Main 11686. Blatt 177. Jahrgang Zrettag, 16. September 1927 General-Anzeiger für Oberhessen Dratf rnib Verlag: vrühl'sche Unwerfilüls-Buch- und 5te!ndruüe?el R. Lange in Sietzen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°;n mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich siir Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Vie herbstsrssion des NeichstagL Vertagt t Graf Westarp hatte. Es wird die CBcrmu» tung ausgesprochen, daß bei diesen Erörterungen die Richtlinien eine wesentliche Rolle spielten, die für das Zustandekommen der Regie- rungskoalition maßgebend waren, und die nach Auffassung in Zentrumskreisen in der Flag g e n f r a g e von den Deutschnationalen n i ch eingehalten worden seien. Es wird sogar damit gerechnet, daß es zu interfraktionellen! Aussprachen zwischen Zentrum und Deutschnatio- nalen in dieser Angelegenheit kommen werde. Es ist zu erwarten, daß diese freimütigen Erörterungen zu einer Bereinigung des unerquicklichen Konfliktes führen, da keine der Koalitionsparteien ein Interesse daran haben dürste, die Koalition zu sprengen und vorzeitig Reu- Beifall steigerten sich noch, als bei der namentlichen Abstimmung Briand an ihrem Tisch oor- beikam und Chamberlain anstatt der ihm entgegengestreckten Hand Briands dessen Rockzipfel ergriff. Die Vesatzungser!eich1eru7?gen. Berlin, 16. Sept. (Priv.-Teb) Wie die „D. A Ztg." erfährt, wird in der noch ausstehenden fran zösischen Note über die Besatzungeerleichterungcr mitgeteilt werden, daß die Besatzung doi Germersheim, wo eine starke Spannung mi der Bevölkerung besteht, wesentlich o-e r r i n g e r werden wird. Ebenso soll auf Grund erfolgreiche Bemühung des Staatssekretärs Weismann B a i Kreuznach von der Besatzung überhaupt be freit werden. um vorauszusagen, daß die Aussichten auf eine Verabschiedung des Schulgesetzes noch in diesem Jahre gleich QluU sind. Und wenn der Reichstag erst einmal in der Etatsberatung steckt, werden wieder einige Monate ins Land gehen, bis das Schulgesetz in die zweite Lesung des Plenums kommen rann. Gerade ireshalb aber ist es falsch, | jetzt bereits von Krisengerüchten inner- I halb der Reichsregierung zu sprechen. Das Schul- < gesetz ist die starke Belastungsprobe, an der die Koalition vielleicht scheirern kann. Vorher aber wird sie nicht scheitern, obwohl — das muh einmal ausgesprochen werden — die Polemik, die zwischen den Deutsch nationalen und dem Zentrum jetzt völlig überflüssigerweise über die Auslegung der R i ch t l i n i en ausgebrochenist, nicht gerade dazu beiträgt, den Zusammenhalt innerhalb der Regierungsparteien zu stärken. Aarnpf um die MchtlMen. Zentrum und Dcrrtschnationalc erörtern dre Flaggcnfragc. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 16. Sept. Im Zusammenhang mit. den Beratungen des Aeltestenrates des Reichstages, die bekanntlich zu einer Hinausschiebung des Zusammentritts des Reichstages auf den 17. Oktober führten, wird in einem Teil der Berliner Abendblätter Mitteilung gemacht von Besprechungen, die der Zentrumsführer v. G u e - rar b mit dem deutschnationalen Fraktionsführer Der Eindruck bei der deutschen Delegation. Gens, 15. Sept. (Sil.) Zu den Reuwahlen in den Völkerbunds rat wird von deutscher Seite darauf hingewiesen, daß das Ergebnis der Wahlen als zufriedenstellend angesehen werden kann. Die Wahl Kubas sei lediglich auf die persönliche Stellung des kubanischen Delegierten zurückzuführen, der allgemeine Hochschätzung genieße. Die Wahl Kanadas habe zweifellos prinzipielle Bedeutung. Die Riederlage Griechenlands, bas bis in die letzten Sage noch als ein aussichtsreicher Kandidat galt, wird allgemein auf die unbefriedigenden innenpolitischen Verhältnisse in Griechenland sowie teilweise auch auf die Stellungnahme des griechischen Delegierten zurückgeführt, die in den letzten Sagen nicht überall als friedlich empfunden wurde. Vielfach hat besonders Verstimmung her- vorgerusen, daß Griechenland nicht gesonnen ist, die Verpflichtungen der Pangaloserklärungen anzuerkennen. Die Wahl Finnlands ist allgemein lebhaft begrüßt worden. Es ist zu erwarten, daß Finnland ebenso wie die anderen skandinavischen Mächte seinen Einfluß im Rat als neutrale Macht geltend machen wird. Da in Finnland soeben eine neue Regierung gebildet worden ist, steht noch nicht fest, wer Finnland im Rat vertreten wird. Zu der Ablehnung der Wiederwahl Belgiens wird daraus hingewiesen, daß Belgien seine Kandidatur zur Wiederwahl seinerzeit in ileberetn- stimmung mit den Locarnomächten । gestellt hat. um Bellen die Möglichkeit zu geben, an den Besprechungen der Locarnv- mächte, die bisher stets in Verbindung mit den Ratstagungen stattgesunden haben, teilnehmen zu können. Bei de^ künftigen Besprechungen! der Locarnomächte wird, wie erklärt wird, von den übrigen Mächten nach wie vor auf eine Teilnahme Belgiens an den Besprechungen Wert gelegt. Tiefe Enttäuschung in Belgien. Brüssel, 15. Sept. (Sil.) Die Rachricht von dem Ausscheiden Belgiens aus dem Völ- terl-undsrat hat alls-wLin in Belgien tiefe Enttäuschung hervor gerufen. Der „Soir" bemerkt hierzu, daß diese Riederlage in Belgien allgemein stark bedauert werden würde. Man frage sich, was für Einflüsse wirksam gewesen seien, um Belgien' auszuschiffen, Belgien, das Land, bas der Vorkämpfer und das Opfer des Rechtes gewesen sei. Das Bl-tt schließt mit der Feststellung, daß Belgien den Dölker- bundsrat in einem Augenblick verlasse, in dem Deutschland in den Dölkcrbundsrat ausgenommen worden sei. Dies sei ein bedeutsames Zeichen der Zeit. Das sozialistische „Peuple" stellt fest, daß Belgien eigentlich im Völkerbundsrate hätte bleiben müssen, weil es zu den Ländern gehöre, die an d e r Rh ein- landbesehung beteiligt seien und zu I den Hauptmächten gehöre, die an der Ausführung des Vertrages von Versailles interessiert seien. Diese unheilkündende Entscheidung beraube den Völkerbundsrat Vanderveldes, der zusammen mit dem gleichfalls ausscheidenden Benesch ein Diener des Friedens gewesen sei. Die friedlichen und demokratischen Scndenzen seien so im Schoße drs Völkerbundes gesckwächt worden. Auch Frankreich ver- liere damit zwei sichere Freunde. Pariser Klagen. Sil. Paris, 15. Sept. (SeL-Hr-hn.) Di< Pariser Abendpresse beklagt sich einfttmmig über bas Belgien vom Völkerbund angetane Anrecht wobei sie allerdings hervorhebt, daß gerad« Dr. Stresemann ostentativ sein« Stimme für Belgien abgegeben habe Dennoch spricht der „Temps" von einem uw günstigen Eindruck, den die Anwesenheit Deutsch lands als ständiges Mitglied des Völkerbundratt Hervorrufe, während Belgien, als erstes Opfei des Weltkrieges, nicht an den Ratssitzungen leib nehmen könne. Der offiziöse „Petit Parisien' meint, man hätte Belgien, indem ma*< ihm einet ständigen Ratssih verweigerte, die Wieder, wähl versprochen. Was gesch>.7)t nun, si fragt das Blatt, mit diesem Versprech'^, wem sich die Vollversammlung gegen d»s Prinzis der Wiederwählbarkeit ausspricht? werfen. Belgien hat sich mit Würde in sein Schicksal gesunden. Herr V a n d e r v e l d e-hat in einer sehr geschickten Erklärung die Spitze, die in dem Ausgang der Wahl gegen Belgien liegen konnte, abgebogen, indem er sie aufs Prinzipielle abscyob und hinzufügte, daß die sachliche Arbeit Belgiens für den Vollerbund durch diesen Mißerfolg in keiner Weise beeinflußt werden würde. Trotzdem bleibt die Riederlage bitter für Vandervelde, der ein ausgesprochener Völkerbundsfreund ist und als solcher sich auch betätigt hat. für Belgien, das von den übrigen Bundesmitgliedern als Gernegroß behandelt worden ist, aber auch für Frankreich, das mit allen Mitteln diese Kandidatur zu fördern gesucht hat. Belgien hatte sich eben dadurch, daß es den Siegermächten angehorle, daran gewöhnt, im großen europäischen Rat mit zu entscheiden und halte dadurch eine Stellung gesunden, die seinen Machtmitteln in keiner Weise entsprach. Wenn es hart auf hart ging, ist es dabei immer der getreue Trabant Frankreichs gewesen, trotz Vandervelde, der manchmal gerne rrndere Wege gegangen wäre, aber bei Eupen- Malmedy und kürzlich wieder bei der deutsch- belgischen Kommission zur Antersuchung des Franktireurkrieges trotz seiner eigenen besseren Aebeczeugung sich dem französischen Diktat stügen mußte. Vermutlich wird auch das ihm bei manchem in Gens geschadet haben, weil sich daraus doch nur das eine herauslesen ließ, daß Belgien bei uirbezweiselbarem ehrlichen Friedenswillen nicht stark genug war, sich gegen Frankreich durchzusehen und daß es deshalb nicht nützlich gewesen sein fonnte. den Einfluß Frankreichs im Rat, der ja ohnehin durch die polnische Stimme schon stark genug ist, noch weiter zu vermehren. Herr Briand Hal eine gründliche Ansprache der Locarno st aalen, auf die Deutschland bestimmt gerechnet hatte, zu Hintertreiben gewußt mit der Begründung, daß er die Empfindlichkeit der kleineren Staaten nicht verletzen und nicht den Eindruck erwecken wollte, als ob die Locarnomächte eine besondere Wahlpolitik trieben. Wir haben diese übermäßige Rücksichtnahme aus die anderen von vornherein als eine Ausrede empfunden, die nur dazu dienen sollte, einer Zwiesprache mit Deutschland über die Rheinlandräumung aus dem Wege zu gehen. Genutzt hat sie nichts, Frankreichs Schützling ist d u r ch g e f a l l e n. Aber gerade wegen der Begründung, die Briand seiner Zurückhaltung gab, ist jetzt die Riederlage Belgiens auch zu einet Riederlage Frankreichs geworden. Der Wahlakt. Genf, 15. Sept. (Wolfs.) Die heutige Vor- mittagssihung der Völkerbundsverfainmlung galt lediglich der Erledigung des belgischen Antrages auf Wiederwählbarkeit. Bei der Llbstimmung hat Belgien die nötige Zweidrittelmehrheit von 32 Stimmen nicht erreicht, sondern nur 29 von 48 Stimmen für seinen Antrag auf, sich vereinigen können. Dieses Ergebnis macht die sofortige Wiederwahl Belgiens in den Dölkerbunds- rat unmöglich. Rach Verkündigung des Ab- sttmmungsergebnisses betrat Vandervelde die Tribüne, um eine kurze Erklärung abzugeben, dahin lautend, Belgien habe seine Kandidatur nach Ablauf seiner Ratsperiode auf Wunsch einer Anzahl anderer, besonders der Locarnomächte ausgestellt. Die Mehrheit habe sich dagegen entschieden, die belgische Delegation sei aber durchaus davon überzeugt, daß das negattve Votum auf Grundsätze zurückgehe, die durchaus achtenswert seien und nichts mit irgendwelchen unfreundlichen Gefühlen gegen Belgien zu tun hätten. „Weiter möchte ich erklären". Wahlen herauszubeschwören. Noch kein KaLinellsbeschLuß zur VesoidungsvorlQge. Berlin, 16. Sept. (WTB Funkspruch.) Die gestrigen Beratungen des Reichskabinetts über die Deamtenbesoldungsreform haben noch zu keiner Verabschiedung der Vorlage durch die Reichsregierung geführt. Die Verhandlungen sind auf heute vertagt worden. Die endgültige Stellungnahme des Reichskabinetts dürste erst erfolgen, wenn auch die voltsparteilichen Reichs- miniiier Dr. Stresemann und Dr Sur» tiu s, die an der gestrigen Beratung nicht teil- nehmen konnten, gehört worden sind. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers*. Berlin, 16. Sept. Es hat im Aeltestenrat des Reichstages doch große Aeberraichrrng gegeben, als Herr Löbe im Auftrage des Reicys- kanzlers mitteilte, daß die Vorlagen der Regierung noch nicht hinreichend vorbereitet seien, um dem Reichstag schon Anfang Oktober vorgelegt werden zu können und daß infolgedessen vor dem 17. Oktober das Zusammentreten des Reichstages keinen Sinn habe. Herr v. G u 6 r a r d, der Vorsitzende der Zentrumssraktion war darüber so verblüfft, daß er eine Vertagung des Aeltestenrates aus 24 Stunden beantragte, um sich vorher mit seinem Fraktionsvorstand zu beraten. Es ergab sich also das eigenartige Bild, daß der Reichskanzler als Parteisthrer seinen Parteifreund, den Frac- ttonsvorsitzenden, offenbar nicht unterrichtet hatte, woraus jeder herauslesen kann, daß da irgend etwas nicht stimmt. Allerdings ist für das Zentrum der ganze Fall sehr unbequem, denn gerade das Zentrum war es gewesen, das auf eine Beschleunigung des Reichsschulge- s e h e s gedrängt hatte. Es hatte zunächst darauf bestanden, daß die erste Lesung noch vor der Sommerpause stattsand, damit während der Ferien dann der Ausschuß beraten könne. Das war nicht möglich, weil Herr v. Keudell m i t seinem Entwurf nicht fertig wurde. Rur um dem Zentrum den Gefallen zu tun, wurde deshalb eine kurze Herbstsession in Aussicht genommen, die ursprünglich im September stattfinden sollte. Auf den September hat das Zentrum auch schon verzichten müssen, jetzt bleibt ihm nichts weiter übrig, als weitere vierzehn Tuge zu warten. Der Reichsregierung kann es einen Vorwurf daraus nicht machen, Herr v. Keudell hat fachlich seine Arbeiten hinreichend beschleunigt. Man merkt aber bei dem ganzen Spiel wieder die Hand des preußischen Ministeriums, in dem zwar auch einige Zentrumsminister sitzen, in dem aber die Führung bei den Sozialdemokraten liegt. Die Sozialdemokraten aber legen wieder alles darauf an, die Entscheidung über das Schur- gefetz möglichst hinauszuziehen, um dadurch das Zentrum nervös zu machen. Zu dem Zweck muhte der preußische Kultusminister sogar während seines Arlaubs eine Denkschrift zum Schulgesetz ausarbeiten, die im preußischen Ministerium ihren Riederschlag in einer ganzen Reihe von Anträgen finden wird. Diese Anträge gehen an den Reichs rat. Der Reichsrat, der am 15. September zusammentritt, wird darüber erst wieder beraten müssen. Das geht nicht so rasch, weil sich erst die einzelnen Länderregierungen schlüssig werden müssen, wie sie dazu stehen. Aus diese Weise ist in der Tat vor Mitte Oktober technisch gar nicht daran zu denken, daß der Reichsrat zu einer Entschließung kommt, die das Schulgesetz für den Reichstag reif macht. Da die eigentlichen Kämpfe aber erst i m Reichstag einfetzen werden, und zwar im Ausschuß, gehört kein großer Prophetenblick dazu, Man soll doch nie sagen, was aus einer Wahl herauskommen kann: von 38 Staaten hatte sich Belgien während der Völkerbundstaaung die Zusicherung geben lassen, daß fie_ für feine Wie der wäylbarkeit stimmen wurden, unter dem Schuhe der geheimen Wahl haben nur 29 da« Versprechen gehalten. Da für die Wiederwählbarkeit eine Zweidrittelmehrheit notoenbig war, also 32 Stimmen von 48, hat Belgien die erforderliche Mehrheit nicht erreicht, es kann also nicht wiedergewählt werden und scheidet auS dem Rat aus. Belgien ist da« erste Opfer de« reichlich komplizierten Systems geworden, das bei dem Eintritt Deutschlands zum Umbau und zur Erweiterung des Rate« getroffen wurde. Man schuf damals ständige und nichtständige Sitze. Die Richt st an - di gen sollten im TurnuS von drei Zähren wechseln, dabei war aber vorgesehen, daß jeweils dvei der Richtständigen wiederge- wählt werden können, wenn ihnen diese besondere Qualifikation mit einer Zweidrittelmehrheit Bestätigt wurde. Polen hat davon schon Gebrauch gemacht, als die Reuordnung getroffen wurde, es kann sich also nach Ablauf feiner dreijährigen Periode zur Wahl stellen. Belgien wäre der zweite Staat gewesen, so daß dadurch das Recht der Völkerbundsmitglieder auf freie Wahl um einen weiteren Sih eingeschränkt wordeN wäre, wenn auch allerdings nicht gesagt ist, daß aus der Wiederwahlbarkeit an sich die Wiederwahl selbst erfolgen kann. Es wäre durchaus denkbar — und wir wurden es wünschen —, wenn Polen nach Ablauf seiner Jahre die W' heit der Stimmen für seine Wiederwahl nicht auf sich vereinigt. Der AuSgang der Abstimmung hat in Gens eine ziemliche Sensation hervorgerufen, zumal ba er mit ben vorher gegebenen Zusagen in schroffem Widerspruch steht. Und die Recyen- künstler find rasch bei der Hand gewesen, herauszudividieren, wieso dies negative Ergebnis zustande kommen konnte. Uns will scheinen, daß es gar nicht so schwer zu erklären ist. Belgien ist eben das erste sichtbare Opfer der Opposition der kleinen Staaten geworden, die schon mit der holländischen Entschließung einen Vorstoß gegen die Vorherrschaft der Großmächte machten. Sie haben die Tatsache, daß Belgien von dem Ring der Großmächte präsentiert wurde, schon als hinreichenden Grund angesehen, um dagegen zu stimmen und zu beweisen, daß sie nicht lediglich als Stimmvieh behandelt werden wollen, sondern sich ihre Meinungsfreiheit wahren. Rechnet man dazu alle die Kandidaten, die selbst auf einen Sih im Rat hofften und die bevorzugte Kandidatur Belgiens ausschalten wollten, rechnet man dazu die ändern, die wirklich das Prinzip des Wechselns der nichtständigen Sitze hochhalten wollten, so kommen die neunzehn Stimmen, die gegen Belgien gestimmt haben, sehr schnell zusammen. Ob es gerade nötig ist, mit solcher Entschiedenheit zu betonen, daß Deutschland für Belgien gestimmt hat, lassen wir offen. So übertrieben loyal braucht Deutschland wirklich nicht zu fein, wenn auch zuzugeben ist, daß die Bedenken, die vom deutschen Standpunkt aus gegen den belgischen Ratssih sprechen, bet weitem nicht so groß sind, daß die Einwendungen, die wir gegen Polen als Ratsmacht eigentlich hätten erheben können, die aber im vorigen Zähre wohl trotzdem nicht ausgereicht Haben, um die deutschen Stimmen gegen Polen in die Wagschale zu Die Wahlen zum Völkerbundsrat. Belgiens Wiederwahl abgelehnt. - Kuba, Finnland und Kanada neue nichtständige Ratsmitglieder fuhr Vanderfelde fort, .daß dieses Abstimmungs- I ergebnis uns in keiner Weise hindern wird, in der aktivsten, aufrichtigsten und entschiedensten Mitarbeit an dem großen Werk des Völker- I Hundes fortzufahren, wie in der Vergangenheit.' Am Nachmittag fand bann die Wahl bet drei nichtständigen Mitglieder des Dolkerbundsrates statt. Die Dahl ergab bei 49 gültig abgegebenen Wahlzetteln: 43 Stimmen für Kuba, 33 Stimmen für Finnland und 26 Stimmen für Kanada, die damit an Stille der drei ausfcheiden- den Staaten Belgien, Tschechoslowakei und San Salvador für die nächsten drei Jahre in den Rat gewählt find. Weiter erhielten Griechenland 23, Portugal 16, Uruguay 3, Dänemark 2, Liam eine, die Schweiz eine und Haiti eine Stimme. Nach Beendigung der Wahlhandlung gab der Vertreter Persiens, wie in den letzten Jahren bei dieser Ratswahl, eine Erklärung ab, wonach die asiatischen Völker Anspruch auf einen S i tz im Rate erheben, Persien als deren Wortführer jedoch im Hinblick auf die komplizierte allgemeine Lage in diesem Jahre von der Geliendmach ig des Anspruchs abgesehen habe und sich Vorbehalte, in der kommenden Völkerbundsversammlung darauf zurückzugreifen. Die Wahlsitzung hatte mit einem kleinen Zwischenfall begonnen. Als Dr. Stresemann und Chamberlain, die zu Wahlprüfern ernannt worden waren, sich gemeinsam auf die Rednertribüne begaben, und das Profil zum Saal gewandt, in 50 Zentimeter Abstand, gleich als ob sie sich zu einer der in diesen Tagen viel kritisierten Groß- mächtekonventikel niedecließen, einander gegenüber an den kleinen Tischen Platz nahmen, aus denen die Stimmen gezählt wurde, bemächtigte sich der Versv.nmluna derartige Heiterkeit, daß sie zuerst in lautes Lachen und dann in spontanen Applaus ausbrach. Diese Heiterkeit und dieser Der Wahlkamps in Frankreich im Zeichen -er „Deutschen Gefahr". Eine Rettungsaktion für den nationalen Block. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin. 16. Sept. Wenn auch die Kammer- Wahlen erst im konrrnenden Frühjahr fällig find, so werfen sie bereits jetzt ihre Schatten voraus. Das gesamte politische Leben Frankreichs steht schon im Zeichen der Wahlkämpfe, die sich zwar vorläufig noch in bescheidenen Dahnen bewegen, aber doch erkennen lassen, daß ftarfe Kräfte am Werke sind, um die unter Poincarss Führung marschierenden Parteien nicht auseinanderlausen zu lassen, sondern den alten Regierungs- block, wenn möglich noch zahlenmäßig verstärkt, in das neue Parlament hinüberzuretten. Es gibt aber auf dem Gebiet der Znnenpolittk so manches, was die Geister scheidet und bei einem Auspauken der Meinungsverschiedenheiten ülm- gruppierungen herbeiführen könnte, die ein Weiterbestehen der Regierung Pvincares in Frage stellen würden. Kein Geringerer als der Radikalsozialist Franklin Bouillon ist nun auf den Einfall gekommen, die innere Einigkeit auf dem Llmwege über die Außenpolitik sicherzustellen. Er, der seine Landsleute sehr gut kennt, hat das Thema „Sicherheit und deutsche Gefahr" in die Wahl- bebatte geworfen und damit eine Wahlparole ausgegeben, auf die so ziemlich alle Parteien nicht nur eingehen müften. sondern auch eingehan werden. Franklin Bouillon will anscheinend mit dem Schreckgespenst der deutschen Revanche nicht nur die Wählerschaft der für die Aufrechterhaltung der Rheinlandbesatzung eintreteirden Parteien sicherstellen, sondern gleichzeittg noch die „Volksbewegung" auslösen, die Poincare schon so oft gute Dienste geleistet hat, wenn es galt, die Unantastbarkeit des Versailler Vertrages zu betonen und alle Versuche, auch nur ein Wort dieses Diktats auf friedlichem Wege abzuändern, zum Scheitern zu bringen. Der „Temps" gegen Bernstorfs. Das Echo einer unbequemen Rede. Paris, 15. Sept. (WLB.) Der „Temps" veröffentlicht sirren heftigen Artikel gegen die gestrigen Ausführungen des Grafen Bernstorfs in der 3. Kommission des Völkerbundes. Rach seiner Ansicht ist im Versailler Vertrag nicht ein Wort enthalten, aus dem man herleiten könnte, daß Deutschland seiner Entwaffnungsverpflichtung ledig wäre, wenn die allgemeine Entwaffnung nicht vollzogen wird. Ganz abgesehen davon, daß Graf Bernstorfs eine derartige Behauptung nicht aufgestellt hat, sucht das Blatt die Präambel zu Abschnitt 5 des Versailler Vertrages dadurch eigenartig auszulegen, daß es den Hauptwert auf das Wort „vorbereitet" legt, mit anderen Worten, in spitzfindiger Weise sucht der „Temps" zu erklären, man brauche nur eine allgemeine Ab- rüstungsbeschrankung vvrz übereilen und habe damit, selbst wenn man zur Durchführung Lkahrzehnte brauche, dem Vertragstext Genüge geleistet. 3m Munde eines Blattes, das von der genauen Erfüllung des Versailler Vertrages nach seinem Buchstaben und nach seinem Geist so oft zu schreiben pflegt, nimmt sich diese Textesauslegung recht seltsam aus. 3m übrigen fahrt der „Temps" fort: .Die Deutschen sind wirklich nicht diejenigen, die sich darüber beklagen dürfen, daß die Sache der Abrüstung nicht genügend rasch voranschreite. Sie vergessen, was notwendig gewesen ist, um sie selbst so weit zu bringen, den Verpflichtungen ihrer eigenen Entwaffnung zu entsprechen. Außerdem stellt die materielle Eirtwaff- mmg nicht eine wirkliche Sicherheits- garantie für Europa dar, da sie nicht parallel mit einer aufrichtigen morali schen Abrüstung vor sich gegangen ist. Die nationalisttfche Propaganda und die reaktionären Machenschaften, der Revanchegeist, der in den deutschen Schulbüchern unteichallen und gefördert wird, alles das beweist nur zu sehr, daß die Friedensgedanken sich noch nicht in der Gesamtheit des deutschen Volkes durchgeseht haben. Die Entwaffnung besteht nicht allein darin, Gewehre und Karwnen a^uschaffen, sie ist nur in dem Maße vorhanden, als es gelingt, den Haß in Len Herzen der Völker zu ersticken. Die Ereignisse beweisen, bah daS deutsche Volk noch nicht soweit ist." Poren sabotiert die deutsche Schule. Deuthen, 15. Sept. (WTD.) Aus Mhs- l o w i h wird berichtet: Nachdem vor kurzem der 600 Kinder zählenden deutschen Minderheitsschule von den ihr zur Verfügung stehenden 12 Räumen drei entzogen wuvden, versetzte die Woiwodschaft mmmchr vier der bewährtesten deutschen Lehrkräfte in Mys- lowih nach anderen Orten. Diese Verfügung der polnischen Schulbehörde rief in den Kreisen der Deutschen Bürgerschaft große Erregung hervor. Die Auswirkungen der Portoerhöhung. Die Finanzlage der Reichspost bleibt ernst. Berlin, 15. Sept. (Wolff.) Der Re ichs- p o st m i n i ft e r gab in der heutigen Sitzung des Berwaltungsrats der Deutschen Reichspost Auskunft über die finanzielle Wirkung der Postgebührenerhöhung: Rach dem Finanzergebnis für den Monat August wird für das laufende Rechnungsjahr mit einer Mehreinnahme in Höhe von etwa 146 Millionen Reichsmark aus der Gebührenerhöhung zu rechnen fein. Doch läßt sich über das Jahres- Ergebnis noch kein abschließendes Urteil fällen. Die fu erwartenden Mehreinnahmen aus der Gebühren- erhühung werden durch die bevorstehenden Mehr- ausgaben, namentlich auch für die Beamtenbesoldung, großenteils aufgebraucht werden, so daß die Finanzlage der Deutschen Reichspost auch nach der Gebührenerhöhung sehr c r n ft bleiben wird. Gegenüber dem bei der Beratung der Gebührenvorlage festgestellten Bedarf bleibt nach wie vor eine große ungedeckte Spanne bestehen. Daneben ist eine Anleihe in dem vorgesehenen Bettage von 174 Millionen Reichsmark erforderlich. Es wird großer Anstrengungen bedürfen, ttti in der nächsten Zeit durchzukommen, wenn die Deutsche Reichspost unabhängig vom übrigen ver Reichspräsident bei der deutschen Marine. Sonderbericht des „Gießener Anzeigers". Swinemünde, 15. Sept. 1927. Badeorte erleben alljährlich „ein letztes Glück und einen letzten Tag". Für Swinemünde gestaltet sich der 2llfchied vom Sommer diesmal besonders eindrucksvoll, denn die Flotte ist hier versammelt und der Reichspräsident anwesend. Schon am Dienstag, 13. Sept., gab es etwas zu sehen. Von der See her dampften Torpedoboote, Minensucher, Kreuzer und Linienschiffe heran. Die lleinen Schifte liefen in den Hafen ein und machten gruppenweise fest, von den großen folgte ihnen nur das Linienschiff „Schleswig-Holstein" .wahrend die anderen auf der Außenreede blieben. Die „Schleswig-Holstein" war dazu ausersehen, den Reichs- präsidenten zur Flottenschau zu tragen. Roch bis vor kurzem hatte prächtiges Spätsommerwetter geherrscht, nun aber wehte eine kühle Brise mit Regenschauern. Gewiß hat es Swinemünde nur der Flottenschcru zu danken, daß auch die Herbstwinde und herabwirbelnden gelben Blätter viele der Badegäste nicht verscheuchen konnten. Roch weit größerer Zuzug stand in Aussicht, denn eine ganze Reihe von Dampfern sollte am 14. Zuschauer mit hinausnehmen, und für den 15., 16. und 17. werden Besichtigungen der Schiffe durch das Publikum und gesellige Veranstaltungen angekündigt. So war am 13. Stadt und Bad in froher Erwartung und der Hafen von frischem Leben erfüllt. Kohlen- und Tankwagen rollten auf der Hafenbahn hin und her, Boote und Dampfer tarnen und gingen, Flaggen- und Lichtsignale wurden ausgetauscht. Lieber Rächt besserte sich das Wetter, allerdings nur genau für die Dauer der Schau, und die Morgensonne beschien in Stadt und Hafen das übliche bunte Bild eines Präsident en- Empfanges. Ein Marinetender brachte H t n- denburg, ferner den Reichswehrminister und den Chef der Marineleitung zur nahen „Schleswig-Holstein" hinüber, die ihn mit Salut begrüßte und sofort in See ging. Viele Personendampfer, dicht mit winkenden Menschen gefüllt, folgten unter den Klängen ihrer Kapellen nach, darunter auch die schmucke neue „Preußen", die ich, tags zuvor von Zoppol kommend, verlassen hatte, und die erst am Abend die — übrigens höchst empfehlenswerte — regelmäßige Tourenfahrt nach Ostpreußen wieder anzutreten braucht. Die Marine-Leitung hatte für ihre Gäste und die Presse den großen Llohddampfer „Roland" igcns von Bremen kommen lassen. Eine an Bord be- fiirdliche Regiments-Musik lieh sich vernehmen und rasch ging es, an dem kleinen Kadetten- Schulschiff „Riobe", einem uralten Segler, vorbei, dicht der „Schleswig-Holstein" nach. Rauchwolken am Horizont verkündeten das Nahen der Flotte. In Kiellinie dampfte sie heran und in nächster Nähe vorüber. Es waren die Linienschiffe „Schlesien", „Hessen", „Elsaß", die Kreuzer „Berlin", „Amazone", „Nymphe", die erste und zweite Torpedobootsflottille mit 20 und die erste Minensuch-Halbflottille mit 7 Einheiten unter dem Befehl des Vizeadmirals Mommsen. Die Matrosen in ihren weißen Uniformen halten sich bei den Händen gefaßt, standen in mehrfachen Linien Front zu Hindenburg In Parade und bildeten schmucke, lebend« Kränze auf den tadellos sauber gestrichenen und geputzten Schiffen. In wenigen Minuten war ein Ueberblitf über die gesamte Flotte gewonnen. Wir wußten es, fast alle Schifte waren alt, die großen z. B. sämtlich aus den Jahren 1899 bis 1906, aber ihr Aussehen, die Ordnung, in der sie fuhren, und das Bewußtsein, daß der 80jährige Reichspräsident, weithin sichtbar in seiner Feldmarschall-Uniform, ihnen ein Beispiel seltener Pflichterfüllung gab, ließ die technischen Mängel vergessen. U-Boote und Flieger, unentbehrliche Bestandteile jeder neuzeitlichen Seestteitkraft, fehlten, den Bestimmungen des Friedensvertrages gemäß, ganz. Gewiß, eine Seeschlacht gegen einen gut ausgerüsteten Feind wird die heutige deutsche Flotte nur mit wenig Aussicht auf Erfolg wagen können, aber dazu genügen die Schiffe offenbar doch, den guten Geist der alten Marine aus ihren besten Zeiten zu bewahren und fortzusühren. Die Schifte formierten sich neu, „Schleswig-Hol stein" übernahm die Führung, und nun gab es volle Fahrt seewärts. Wir auf unserem seetüchtigen Dampfer bemerkten die rasche Fahrt kaum, da alles, mit Ausnahme der sehr langsamen und daher ausscheidenden Minensuchboote, sich gleichmäßig vorwärts bewegte. Allmählich wurde sie dadurch offenbar, daß die begleitenden Paradebummler, die Rad- und sonstigen Personendampfer, mehr und mehr zurückblieben. Schließlich gehörten „Roland" und die erwähnte „Preußen" nur noch allein zu dieser Klasse. Die Flotte selbst führte eine Reihe von Dewe- Smgen aus, auf deren Einzelheiten ich mich als andratte Hier nicht einlafsen darf. Alle möglichen Namen und Bezeichnungen von Formationen unh Manovern schwirrten umher, den Sachverständige genug waren an Bord. Am tätigsten erwiesen sich unter uns die Pressephotographen. Wie Maschinen- gewehrfeuer knatterten die Kameras, Schlitzverschlüsse sausten, und sicherlich werden in den Kinos die Wochenschauen und in den illustrierten Zeitungen und Zeitschriften zahllose Stehbilder dem In- und Auslande in den nächsten Tagen und Wochen ein anschaulicheres Bild dieses überaus bewegten, sich jeden Augenblick verschiebenden, großen Flottenoerbandes geben, als Worte es vermögen. Di« wehenden Gimpel und Flaggen, die dicken Rauchwolken, im frischen Westwind davongetrieben, die kleinen und großen Fahrzeuge wie im wirbelnden Reigen wendend, schwankend, auseinander- und zu- scrmmenstrebend, alles dies vereinigte sich zu einem reizvollen Schauspiel voller Kraft, Disziplin und Leben. Cs sand sein Ende, indem „Schleswig-Holstein" von rückwärts her in Volker Kraft nacheinander alle in Kiellinie fahrenden großen Schiffe überholte, die sich ihrerseits wieder ihr anschlossen. „Roland" machte kehrt und eilte in voller Fahrt dem Hafen wieder zu. Prompt setzte nun, da alles vorbei war, Regen ein. Rach scharfer zweistündiger Reise waren wir wieoer auf festem Boden. Heute wird Hindenburg auf dem Kreuzer „Berlin" nach Königsberg fahren, um an der Tannenberg-Feier teilzunehmeir. So ist er rastloS unterwegs und im Dienst, so verbindet er die lebendige Gegenwart mit der größten Stunde jüngster deutscher Dergangenhett, so Flotte, Heer und Volk. Es ist trie Einheit und Mnigkeit aller Deutschen, die er betreibt und verkörpert. B ö l ck e, Oberstltn. a. D. Reichshaushall sich selbst decken und ihre Ausgaben durch eigene Einnahmen bestreiten soll. Die Befürchtung, daß die Gebührenerhöhung einen außergewöhnlichen Verkehrsrückgang Hervorrufen werde, hat sich nicht bewahrheitet. Ebensowenig haben sich die zahlreichen Voraussagen einer Inflation nicht verwirklicht. Die Gesamtmeßziffer für Lebenshaltungskosten betrug im Juli 150, im August 146,6, so daß im August ein Rückgang von 2,3 o. H. eingetreten ist. — Der Verwaltungsrat genehmigte die Richtlinien für den Sparkommissar, der, wie die anderen Reichsverwaltungen, nunmehr auch die Geschäftsführung der Reichspostverwaltung nachprüfen soll. Verwaltung und Wirtschaft. Der Großhandel verlangt eine großzügige Berwaltungs- und Vcnaisnngsrcforrn. Hannover, 15. Sept. (Wolff.) Der Reichs- ausschuh des Reichsverbandes des Deutschen Groß- und Ueberseehandels nahm heute eine Entschließung an, in der es der Ausschuß begrüßt, daß di« Spitzen verbände der deutschen Wirtschaft es übernommen Haden, auf eine baldige großzügige Reform der Verwaltung der öffentlichen Körperschaften hinzuwirken. Darüber hinaus sei eine möglichst baldige Verfassungsreform notwendig, da nur so wirklich durchgreifende Ersparnisse erzielt werden könnten. In einer weiteren Entschließung heißt es: „Die Schaffung einer wirksamen S t e u e r- erleichterung sei nur möglich, wenn rücksichtslos der Kampf gegen den übermäßigen Länderpartikularismus für eine Vereinfachung der Staatsform aufgenommen wird. Der Reichsverband des Deutschen Groß- und Seehandels ist entschloffen, diesen Kampf aufzunehmen. Der Großhandel begrüßtes, daß die Steuervereinheitlichung für die Realsteuern angeftrebt wird. Der Großhandel muß aber feine Zustimmung zu einer Steuervereinheitlichung davon abhängig machen, daß der Grundgedanke einer Senkung der Realsteuern wieder in den Vorder- gründ tritt." Die bevorstehend« Gehaltserhöhung der Beamten wurde außerordentlich ernst beurteilt. Man glaubt, daß eine allgemein« Lohnbewegung die Folg« sein wird, die die Gefahr neuer Preissteigerungen mit sich bringen würde. Große Unruhe rief das Gerücht hervor, daß maßgebende Persönlichkeiten eine Preissenkungsaktion befürworteten. Demgegenüber wurde betont, daß die frühere Preissenkungsaktion der Reichsregicrung ein völliges Fiasko bedeutet hab«. Die Finanzlage der Gemeinden. Berlin, 15. Sept. (Wolft.) Der Finanzausschuß des Deutschen und Preußischen Städtetag es verhandelte über wichtige Fragen der tommunalen Finanzpolitik. Der jetzt geltende Finanzausgleich in Preußen, insbesondere die gegenwärtigen Einkommen- und Körperschaftssteuerverteilung wird, so wurde erklärt. von den Gemeinden als unzulänglich empfunden. Es wird eine stärkere Berücksichtigung des örtlichen Auftommens gefordert. Starre Kritik wurde an der Politik der Beratungsstelle für Ausländsanleihen geübt. Der berechtigte Kredttbedarf der Stabte für werbec.de Zwecke und für Wohnungsbau müsse wenigstens in gleichem Maße Berücksichtigung finden wie der Kreditbedarf der privaten Wirtschaft. Allgemein wurde die Rotwendigkeit einer durchgreifenden Besoldungsresorm anerkannt, jedoch wurden ernste B^orgnisse laut, wie die dadurch notwendig werdenden Mehrausgaben ohne eine Aenderung des Finanzausgleichs aufgebracht werden sollen. Während das Reich die Befoldungsreform aus laufenden Einnahmen bestteiten töirne, sollen die Einnahmen der Gemeinden durch die in Aussicht genommenen neuen Steuergesetze weiterhin abgebaut werden. Aus aller Welt. Könncckc startet zu einem Europa-Asien-Landflng. Von unterrichteter Seite erfährt das Wolft- bureau, daß der Start Könneckes zu einem neuen Antern^men tatsächlich dicht bevorsteht. Sein Plan hat in den letzten Besprechungen in* sofern eine Abänderung erfahren, als die vorgeschrittene 3ahreszeit einen Flug über den Stillen Ozean als sehr bedenklich erscheinen läßt. Könnecke hat deshalb den Entschluß zu einem großen Fluge um Europa und Asien gefaßt. Die Route dürfte etwa folgendermaßen verlaufen: Schwarzes Meer— Kleinasien—Basra — Kalkutta — Hongkong — Japan — Sibirien über Rußland zurück. Schätzungsweise wird die Gesamtstrecke etwa 22 000 bis 25 000 Kilometer umfassen. Schon daraus geht hervor, daß auch dieses neue Projekt außerordentlich große Anforderungen an Piloten und Maschine stellt. 3n Berliner Luftfahrtkreisen begrüßt man die Umstellung der Pläne Könneckes außerordentlich und hofft, daß auch dieser Flug einen neuen Beweis für die Leistungsfähigkeit des deutschen Luftfahrtwesens erbringen wird. Einen Vertreter der „Associated Preß" über die Ausgabe seiner transatlantischen Flugpläne verwies der Flieger Könnecke auf die Trostlosig feit der Wetteraussichten für einen Flug über den Ozean. Der plötzliche Rückschlag in der Wetterlage habe auf ihn und auf Graf Solms außerordentlich deprimierend gewirkt und Veranlassung zu ernstlichen Erwägungen über die Erfolgaussichten eines noch späteren Abfluges gegeben. Um der auf die Nerven gehenden Zeit des Wartens ein Ende zu machen, hätten er und Graf Solms sich dann entschlossen, den Plan zu ändern und den gemein- samen Flug, der ursprünglich erst nach dem Trans- ozeanflug unternommen werden sollte, unve r z ü g- lich zu unternehmen. Die Ausrüstung des Flugzeugs fei den veränderten Plänen entsprechend bereits fertiggestellt. Ein geeigneter Funker sei gewonnen. Sämtliche in Frage stehenden Vorbereitungen seien mit dem heutigen Tage beendet, so daß der Flug unverzüglich begonnen werden könne. Das Unioerfitätsjubiläum in Upsala. Die 450-3ahrfeier der Universität Upsala wurde mit der Enthüllung eines Denkmals ihres Gründers, des Erzbischofs Jacob LIlffsen Oerne- fot, im Beisein des Königs bei prachtvollem Wetter eröffnet. 3n seiner Festrede betonte der Rektor der Universität, Stavenow, die vierfachen wissenschaftlichen Bindungen mit Deutschland. Der Rektor der Hniberfität Greifswald, Prof. v. d. G ö l tz. erinnerte an die 200jährige Zugehörigkeit Greifswalds zu Schweden. die aber keine Fremdherrschaft gewesen sei. Professor LI h l i g - Tübingen überbrachte die Grüße des württ em bergischen Altersgenossen und dankte Schweden für seine Hilfe bei der Wieder- aufrich-.ing der internationalen wissenschaftlichen Beziehungen nach dem Weltkriege. Berlin ehrt den Reichspräsidenten. Rach einem Beschluß des Magistrats Berlin soll das neu zu errichtende Stift in der Schönholzer Heide den Ramen Hinden- b u r g - S t i f t erhalten. Dem Reichspräsidenten werden darin 30 Zimmer mit Küche zur Unterbringung von 30 Männern, Frauen oder Ehepaaren. die in Berlin wohnberechtig! sind, zur Verfügung gestellt. Dem Reichspräsidenten werden ferner 10 0 Neubauwohnungen für Kriegsbeschädigte mit einem Mietszu- schuß von jährlich 300 Mark je Monat zur Verfügung gestellt. Das Erdbeben auf der Krim. Aus den weiteren über das Erdbeben vorn 12. September begannt werdenden Einzelheiten geht hervor, daß in Koreis und anderen Orten des Gebietes von Jalta viele Erholungsheime und Sanatorien erheblich beschädigt worden sind. In Simeis ist der große Napoleonsfelsen abgestürzt. Das riesige Wasserreservoir in Dreanöa hat Risse bekommen, denen täglich 350 000 Liter Wasser entströmen. Bedeutende Zerstörungen werden aus den Tatarendörfern gemeldet Im Dorfe Lomen und den benachbarten Ortschaften wurden 700 bis 800 Häuser zerstört oder beschädiAt. Heute nacht wurden in Simferopol, Jalta und Se» baftopol neue Erdstöße wahrgerxommen. Die Geologen schließen einmütig auf einen tektonischen Charakter des Erdbebens. Im Erdbebengeoiet herrscht vollkommene Ordnung. Es ist kein einziger Fall von Plünderung bekannt geworden. Heute traf Rykow, der eine Erholungsreise noch der Krim angetreten hatte, in Sebaftopol ein. Er unterrichtete sich in einer Unterredung mit Vertretern der örtlichen Gemeinden über die Lage im Erdbebengebiet. Die Unwetterkatastrophe in Japan. Rach einer Havasmeldung aus Tokio, hat der Taifun in 3 okoh ama Sachschäden angerichtet, die auf eine halbe Million Ben geschätzt werden. 30 Personen wurden verletzt, zwei große Gebäude und mehrere Häuser zerstört. Rach Meldungen von der Insel Kiushiu sirrd 2000 Soldaten mit Rachforschungen nach den infolge der Sturmflut vermißten Personen beschäftigt. Bisher konnten 4 0 0 Leichen geborgen werden. Außerdem wird gemeldet, daß 500 Fischerboote auf der Höhe von Ragasaki gekentert und dabei 25 Fischer ums Leben gekommen sind. 3m Badeort Karaschi wurden 12 Hotels durch den Wirbelsturm vernichtet und ein dreizehntes schwer beschädigt. 25 Todesopfer der hihe in Lhikago. Die Hitzewelle in Chikago dauert bereits den vierten Tag an. 25 Todesfälle werden gemeldet. Die Schulen sind geschlossen. Die Kaufläden stehen leer. Der Wassermangel verursacht ernste Angelegenheiten. Sprengff offunglütf. Bet Rödingen (Luxemburg) fanden svielend- Kinder auf einer Wiese eine Sprengstofskop- se l mit Zündschnur. Sie warfen dieselbe in ein schnell ang«3Ünoet«s Feuer und hatten ihre Freude er der zischenden Zündschnur. Dabei explodierte di« Kapsel und die sechs umstehende Kinder wurden zum Teil schwer verletzt. Die Wetterlage. Donnerstagden 155ept. Waiendi. 492. ? •Jen Maren -O- Hl AMrdcen 21 *5 rranlrf 101 Q O Hieetnf. Inge— nor \O warsen 6 o SerdlstX—-- ©wonttnfos.o nenn (> naiv oedeett @ noixiq, e otetttt • Regen * Sehnet ä Qreupem ■ Heoei "R Qewititr,@wmd$tiiie.«O'sehr leichter Ost y ",*Micer Südsüdwest q stürmischer nordwest Bit Pfeile fliegen mit dem winde Oie oetcen Stationen stehenden zahlen gehen die Temperatur an Pie Linien rerpindcn Orte mit gleiche* auf neeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Das im Rordwesten zwischen den britischen 3nseln und Island liegende Druckfallgebiet hat sich weiter vertieft. Da es eine mehr östlich: Zugrichtung einschlagen wird, dürste es wenig Einfluß auf unsere Wetterlage gewinnen. Die westlichen kleinen Deilwirbel dagegen werden sich auf die Witterung Mitteleuropas auswirken. Vordringende Kaltlust auf Rückseite der Wirbel gibt neben wechselnder Bewölkung auch Anlaß zu vereinzelten Regenfällen. Die Luftwärme geht dabei wieder etwas zurück Fortdauer des veränderlichen, wolkigen, auch vorübergehend aufklarenden, wieder etwas kühleren Wetters, vereinzelt Riederschlage. Witterungsaussichten für Sonntag: Roch immer veränderliches Wetter. Lufttemperaturen am 15. September: mittags 18,8 Grad Celsius, abends 14,5 Grad Celsius; am 16. September: morgens 14,5 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 15. September 11,9 Grad Celsius: am 16. September 13,5 Grad Celsius. Maximum 18,8 Grad Celsius, Minimum 11,9 Grad Celsius. — Niederschläge 1,4 Milli- '*• meter. Md Dalüst-L Lichtspiel Kerti DK und es d dankens« Äatur « em' laden st Salgenü fasten b vergesst loser, a Totentai Die Aeouelh Dirttl i L'imit ® ßtoentf« bcMoni Spiel ds bestreute noch >nnn ^rausche W das -tsamAl render A< Moders. Moderst Dann den Deri fasten. Srregtsei Derzücku di« ernt märwMfd Inlichst geistern., vilden c dann, v Stamm h Var und mit ihren Mer das der Jähret **31. Semei zweiten $ hat die K Pfarrer L in Mein«! in hohem und lang Johannes assistent 1 Hausen. 1 Äur der provWalhcmpistadt. Gießen. den 16. September ISN. Totentanz? Der oberflächliche Betrachter nimmt das f al* Hube Qaub als eine Olaturnottoenbigfeit zur Doti-. Manchen berührt dieser .Fall' tiefer, unb eS stellen sich dann Die melancholrschen Ge- dankengänge über .Das große Sterben in der CRatirt1' ein. Dicht mit Unrecht, obwohl Sterben und Sterben zweierlei Abgang sein kann. Der eine legt sich hin und ist tot Sin anderer mmmt Abschied vom Leben, als ob er zu einem Fest geladen seil Frohgelaunt (nicht zu verwechseln mtt Galgenhumor!) und läßt mit Übermullgen Ern* fällen den Schmerz und die Ditterkert der Stunde vergessen. Dichts ist darum Plöter und Poefre- loser, als in dem fallenden Laub nur einen Totentanz zu sehen. Wie der allzu phantafleretche Einfall ernes Revuetheater-Regisseurs einen farb^flrrrendsn Wirbel tanzender Mädchen über dr« schemwerfer- bunte Bühne jagt, wie einen Krater sprühender L> oenslust aufbrodeln läßt, so stürmt es an einem herbstsonnemibergoldeten Tag im anfeuernden Spiel des Windes über grüne Dasen und sand* bestreute Parkwege. als ob ein letztes Trunkensein noch einmal alle Daseinswvnne auskosten wolle. Berauschend durch den ungehemmten Rhythmus, der das einzelne Blatt in den Vollakkord des Gesamtbildes hineinreißt Wie ein triumphierender Reigen über dem offenen Grab künftigen Moders. Wie ein tücherschwenkendes: Auf Wiedersehn! Dann scheint es geschehen zu sein. Tanzenden Derwischen gleich, di« erschöpft zu Boden fallen Bon dem Uebermaß leidenschaftlichen GrregtfetnS. von dem Taumel einer fanatischen Verzückung erschlafft. Bis ein neuer Luftzug di« ermüdeten Tänzerinnen wieder zu einem mänabischen Ballett hochpeitscht, daß sie wie Irrlichter über den Plan zucken Hin- und her- geistern, wie von einem Gesicht gehetzt In wilden Sprüngen sich suchen und finden, und bann, wie zusammensinkende Körper an dem Stamm herabgleiten, der ihnen nährende Mutter war und dem sie dankbare Kinder sein werden, mit ihrem Tod das Leben anderer zu erhalten. Fallendes Laub ist farbensprühendes Finale, bas der Winter zu der Ouvertüre des nächsten IahreS umkompvtüert K. 3. G. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Palast-Lichtspiele: „Sie, die Einzige". — Astoria- Lichtspiele: „Betrogene Frauen". • •* Neuer Pfarrer der evangelischen Gemeinde. Zum Pfarrer der neuerrichteten zweiten Pfarrstelle an der Johannesgemeinde Gießen hat die Kirchenregierung den Stiftsdechanten zu Lich, Pfarrer Otto Lenz, ernannt Pfarrer Lenz wurde in Klein-Linden als Sohn des vor wenigen Wochen in hohem Alter hier verstorbenen Schreinermeisters und langjährigen Mitglieds des Kirchenoorstandes Johannes Lenz geboren. Er war drei Jahre Pfarr- assistent in Wackernheim, dann Pfarrer in Stock- Hausen. 1912 wurde er als zweiter Pfarrer an das Viakonfffenhaus Ellfabetdenstfst nach Darmstadt bi- rufen. Seit 1917 ist er Pfarrer in Lich. — Gl« i Serweiterung auf dem G i«h euer Güterbahnhvf. Auf Dem hiesigen Güterbahnhof werden gegenwärtig umfangreiche Erweiterungsarbeiten ausgeführt. Di« Dammelgleise, in welche die Wagen vom Rangierberg aus ablaufen, erweisen sich bei dem außerordentlich starken Güterverkehr als nicht ausreichend. Die Dahnverwaltung war daher gezwungen, dies« Gleise zu verlängern. Sie werden teilweise näher an den Ablaufberg heran* gezvgen, neue Weichen werden angelegt, Signale umgestellt und eine neue Gleisbremse eingebaut. Ein Sammelgleis mit einer Länge von etwa 300 Mtr. wird vollständig neu gewonnen. Die Leitung der Arbeiten hat Oberbahnmeister K ö m p f. Etwa 150 Rottenarbeiter sind hierbei beschäftigt. ** Sonderzüge zur Landwirtschaft- lichen Ausstellung in Darm st ad t. Der erste Sonderzug zur Landw. Ausstellung nach Darmstadt verkehrt am morgigen Samstag, und zwar von Alsfeld ab 5.59 Uhr, Grünberg ab 7.00, Gießen ab 7.30, Butzbach ab 7.57, Darm- stadt an 10.20 Uhr; der zweite Sonderzug wird im gleichen Plane von Bad Salzschlirf ab gefahren. Die Rückfahrten erfolgen am Sonntag von Darmstadt ab 18.15 Uhr, Butzbach an 20.09, Langgöns an 20.23, Gießen an 20.36, Grünberg an 21.11, Alsfeld an 22.02 Uhr, bzw. von Darmstadt ab 18.40 Uhr, Gießen an 21.00, Grünbera an 21.37, Alsfeld an 22.26, Salzschlirf an 23.13 Uhr. Die vorstehen- den Züge können nur mit Sonderzugfahrkarten benutzt werden, deren Ermäßigung ein Drittel der üblichen Fahrpreise beträgt. Der amSamstag fahrende Zug hält nicht auf den Stationen: Nieder- Ohmen, Göbelnrod, Saasen, Reiskirchen, Rödgen; das gleiche gilt auch für den ersten Rückzug Darm- ftadt ab 18.15 Uhr. Der amSonntag verkehrende Zug häll nicht auf den Stationen: Rieder-Ohmen, Göbelnrod, Saasen und Rödgen. Bei der Rückfahrt von Darmstadt ab 18.41 Uhr sind keine Haltestationen in Rödgen, Saasen, Göbelnrod, Rieder-Ohmen und Renzendorf vorgesehen. •• Ein« Üble Schießerei. Wie man unS mitteilt, wurde gestern von einem Jäger in der Rähe unserer Stadt eine Brieftaube angeschossen. Das Tierchen wurde von dem übereifrigen Schützen in den Schenkel des rechten Beines getroffen, blieb aber noch flugfähig, so daß es sich in den heimischen Schlag flüchten konnte. Das arme Tier, das uns mit der frischblutenden Wunde vorgezeigt wurde, muhte natürlich getötet werden. Mit Recht vertrat der Züchter den Standpunkt, daß die Schießerei auf Tauben ein jagdlicher Frevel sei, der aufs schärfste gerügt werden müsse. 3m vorliegenden Falle ist Der üblen Schießerei ein Tierchen zum Opfer gefallen, das bei dem letzten Preisflug des Gießener Briestaubenklubs einen glänzenden Erfolg erzielte Man muß hoffen und wünschen, daß dieser Fall vereinzelt bleiben möge und daß künftig alle Schützen mit ihrer Büchse etwas weniger rasch bei der Hand sind. •• Fremdenverkehrs-Statistik in Hessen. Auf Weisung des hessischen Ministers des 3imern wird die Hessische Zentralstelle für die Landes stall stik von jetzt ab auch eine Statistik über den Fremdenverkehr in Hessen durch- führ«. 3tf*m HokeDefch« tfrtb Gastwirt werden Fragebogen zugeleitet, auf denen eine Anzahl Rubriken für Die Zwecke der erwähnten Statistik auszufüllen sind. Di« Fragebogen haben nicht nur die llebernachtungen von Fremden arm Gegenstand, sondern sind auch der Derov stalllmg von Ausstellungen, Kongressen, Sänger- festen, Turnfesten, Sportdarbiellrngen_ usw. gewidmet. Die Fragebogen ftnb halbjährlich an die Zentralstelle für die Landesstallstik einzusenden. von wo aus dann die Verarbeitung der Angaben und die Bekanntgabe des Resultates erfolgen wird. 3m 3nteresse einer gut fundierten Fremdenverkehrs Werbung kann man diese Arbeit nur begrüßen. •* D i e Ablösung der Markanleihen der hessischen Gemeinden. Nach einer neuen Verordnung des hessischen Ministers des Innern läuft die Frist für die Anmeldung der Markanleihen der hessischen Gemeinden und Gemeindeoerbände vom 1. Oktober 1927 bis 14. Januar 1928, sofern nicht gleichzeitig mit der Anmeldung die Gewährung von Auslosungsrechten beantragt wird. Das gleiche gilt für die Anmeldung solcher MarkatÄeihen hessischer öffentlich-rechtlicher Körperschaften, auf die die Vorschriften des Anieiheablösungsgefetzes über die Markanleihen der Gemeinden und Gemeinde- verbände für anwendbar erklärt worden sind. *” Beteiligung des hessischen Staates an den Oberhessischen Obst- Werken in Büdingen. Der hessische Finanzminister beantragt in einer Vorlage an den Landtag die Zustimmung zur Beteiligung des hessi- fd>en Staates an der neugegründeten Obstverwer- tungsgenvfsenschaft „Oberhessische Obstwerke e. ©. m. b. H. in Büdingen" mit Geschäftsanteilen in einer Gesamthöhe von 500 Mark und mit einer Haftsumme von 2000 Mark. Der Genossenschaft gehörten am 1. 3uli d. 3. bereits 86 Mitglieder mit 126 Geschäftsanteilen zu je 100 Mark und einer Haftsumme von insgesamt 63 000 Mark an. Das Unternehmen hat bekanntlich in dem Müller-Thüringischen Anwesen in Büdingen eine komplette Obst-Konservenfabrik eingerichtet. ** Verbotene Pserdeeinfuhr. Der hessische Minister des Innern hat die Einfuhr von Hengsten und Stuten aus Italien und Spanien nach Hessen wegen der in jenen Ländern herrschenden Beschälseuche verboten. ** Neue 50-Psennigstücke. Seit einigen Tagen sind die neuen 50-Pfennigstücke im Verkehr. Die neuen Münzen sind etwas kleiner als die 10- Pfenniostücke und bestehen aus einer Nickellegierung. Auf der Vorderseite steht die Zahl 50 inmitten eines Stroh mbündels, umrahmt von einem Eichenkranz. Die Rückseite enthält den Reichsadler und die Inschrift „Deutsches Reich 1927". ** Schloßbeleuchtung in Weilburg. Am nächsten Sonntagabend veranstaltet Der Kur- und Verkehrsverein in Weilburg eine Beleuchtung des dortigen Schlosses, verbunden mit einem Feuerwerk. Die Beleuchtungseffekte werden von dem Pyrotechniker Beisel (Heidelberg) ausgeführt. Sonderzüge nach allen Richtungen werden Den aus- roärtigen Besuchern Die Heimkehr ermöglichen. Man beachte Die heutige Anzeige. "DerhessischeKinDergottesDienst- verband hält am nächsten Sonntag seine zweite Landesversammlung in Bad-Rauheim ab. Der auch als Dichter bekannte Pfarrer Knodt aus Wimpfen wird vormittags in Der Dankeskirche predigen. Einer OEZ der hervorraaendstrn süddeutschen Führer der Äht- Dergottesdienstfache, Pfarrer Schmidt aus Augsburg. hält nachmittags den festlichen Kindergottes- Dienft und spricht in Der Wilhelmskirche in einer Hauptversammlung über Die Erziehung Der Kinder zum praktischen Christentum. WSR. Born Verein für das Deutsch- tum im Ausland«. Dieser Tage hatten die Borständ« der Landesverbände Hannover, Hessen- Rassau und Hessen-Darmstadt des Vereins für das Deutschtum im Ausland« (D. D. QI.) im Kurhaus zu Bad-Rauheim eine gemeinsame Besprechung. 3m Mittelpunkt der Verhandlungen, di« unter Vorsitz von Staatsrat Block auS Dem hessischen Landesamt für Bildungswesen stattfanden, stand die 3uaendfrage im D. D. QI. und Die Teilnahme der 3ugenb an dem jährlichen Pfingsttreffen des Vereins; das nächste Treffen soll in Gemünden (Ober-Oesterreich) statt- ftnden. Zwischen den Verbänden Hessen-Rassau und Hessen-Darmstadt wurde die Veranstaltung einer Schulungswoche vereinbart, die im kommenden Frühjahr an einem geeigneten Ort an der Bergstraße abgehalten werden soll. ** Verschobene Tagung. Wie wir hören, ist Die für Anfang Oktober in unserer Stadt in Aussicht genommene Reichs-Bundestagung des Bundes für christliche Erziehung in Haus und Schule wegen Erkrankung des Bundesdirektors Winkler auf das nächste Jahr verschoben worden. * Deutschnational erHandlungs- gehilfen-Verband. Dieser Tage hielt daS Mitglied der Gießener Ortsgruppe d es D. H. D. Fr. H i r s ch in einer Versammlung des D. H. V. des Katholischen Vereinshauses einen interessanten Lichtbildervortrag über „Die Herrschaft der Fünfhundert". Der Vertragend« machte seine Hörer in fesselnder Weis« bekannt mit der Ar» beit der etwa 500 Abgeordneten, die bei der letzten Wahl in den Deutschen Reichstag eingezogen sind, ferner zeigte er in Lichtbildern Die Parlamentsgebäude der wichtigsten Staaten der Welt und zahlreiche bemerkenswert« 3nnenauf* nahmen aus dem Reichstagsgebäude, wobei er die Stärke der einzelnen Parteien im Reichsparlament an Hand von aufschlußreichen Tabellen veranschaulichte. Dem Vortragsstoff aus der Gegenwart schickte der Redner ei«e Betrachtung über die in das Thema des Abend- passende Geschichte der früheren 3ahrhu7rd«rte voraus. Wenn in dem kurzen Rahmen dieses Vortrages der Stoff auch nicht nach allen Richtungen hin erschöpft werden konnte, so gewannen die Hörer doch einen tiefen Einblick in Ding« und Verhältnisse, di« ihnen bisher zum großen Teil fremd geblieben waren. Der lehrreiche Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall belohnt. *■* Briese an Die Redaktion. Um unliebsame Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir. alle für die Redakllon bestimmten Briefe nicht mit namentlicher Anschrift eines der Redakteure zu versehen, sondern allgemein „an die Redakllon" zu richten. Rur Dann kann eine schnelle Erledigung gewährleistet werden. Gehen Ihnen die Haare aus? Dann ist es höchste Zeit, daß Sie Ihr Haar hygienisch lülegen, das betht mit einer Vnfuna von 1 > Gramm VaoarenfaU in 250 Gramm Wasser waschen. Sie werden über die mit dieser Behandlung erzielten (Erfolge überrascht fein. [G522A Spangen mit Plantagen-Krepp-Gummisohlen Lack~ Bindeschnhc mit grauer Kombination, sehr schönes Modell Herren- Lackschuhe Goodyear Welt Braune und schwane Rindb.-Schnürschuhe m. Plantag en-Krepp- Gummisohl. 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Für jeden Menschen ist es eine Selbstver-- ständlichkeit, daß er auch ohne die Uhr zu sehen oder zu hören, mit mehr oder minder großer Sicherheit weiß, wieviel die Glocke gerade geschlagen hat. Wenige werden sich aber darüber Rechenschaft geben, wie dieses Wissen eigentlich zustande kornmt. Trotz der ungeheuren Fortschritte, dre Die Seelenforschung durch Aufdeckung der Wurzeln unseres Denk-- und Gefühlslebens gemacht hat, hat das Problem der Zeitempfindung noch keine befriedigende Klärung gefunden. Die Tatsache, daß jeder diese Fähigkeit besitzt, steht außer Frage. Völlig dunkel ist jedoch ihr Zustandeikommen und ihre Artung. Man weiß, daß z. D. ein Gesichtseindruck so entsteht, daß die lichtempfindlichen Elemente des Auges durch Lichtstrahlen aus einem bestimmten Wellenbereich gereizt werden und ihren Erregungszustand in das Großhirn weiterleiten. Für den vermutlichen Zeit sinn kennt man aber weder eine, dem Auge vergleichbare, Eingangspforte, noch eine Energieform, die ihn unseren Empfindungsorgeinen übermitteln könnte. So griff denn die Anschauung Platz, daß das Zeitgefühl keine eigentliche Sinnesleistung, sondern die Frucht bewußter und unbewußter gedanklicher Kombinationen wäre: Der Stärkegrab von Körpergefühlen, wie Hunger, Durst, Müdigkeit, die jeweilige Helligkeit, der Stand der Sonne und andere äußere Faktoren tonnten die Merkpunkte für die Zeitbestimmung sein. Dazu gesellen sich im Lebenskreise jedes einzelnen noch bestimmte regelmäßige Geschehnisse, wie z. D. das Erscheinen des Briefträgers, das geräuschvolle Herausströmen von Kindern aus einer benachbarten Schule oder ähnliche, für einen unserer Sinne leicht wahrnehmbare, als Zeitsignal dienende Begeben- Hochschulnachrichten. Der Direktor des Universitäts-Bibliothekswesens an der Universität Frankfurt o. M., Dr. Richard Oehler, wurde von dem Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung beauftragt, vom Wintersemester 1927/28 ab in der Philosophischen Fakultät die Bibliothekswissenschaft in Vorlesungen und Uebungen zu vertreten. — Als Rachfolger des in den Ruhestand tretenden Prof. K. Jacobi ist der bisherige o. Professor Dr. med. Felix Haffner von der Universität Königsberg vom 1. Oktober 1927 ab zum ordentlichen Professor der Pharmakologie in Tübingen ernannt worden. — Der o. Professor der Mathematik an der Universität Basel Dr. Hans Mohrmann ist vom 1. Oktober 1927 an zum ordentlichen Professor an der Technischen Hochschule in Darmstadt ernannt worden. — Der Ordinarius für Astronomie und Versiche- rungswissenfchaft in der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Frankfurt, Direktor der Sternwarte, des Planeteninstituts und des Seminars für Dersicherungswissenschaft Dr. Martin Brendel ist zum 1.Oktober 1927 von den amtlichen Verpflichtungen entbunden wprden. — Der neuernannte Direktor der Staatlichen Akademie für Kirchen- und Schulmusik in Ch ar- [ottenburg, Dr. Hans Joachim Moser, ist zum Honorarprofessor in der philosophischen Fakultät der Universität Berlin ernannt worden; zugleich ist ihm ein Lehrauftrag für deutsche Musikgeschichte in der genannten Fakultät erteilt worden. Der bekannte Musikwissenschaftler, der als Rachfolger des in den Ruhestand getretenen Prof. Karl Thiel aus Heidelberg berufen wurde, hat sich als Historiker für Kirchen- und Schulmusik einen Ramen geschaffen, aber auch zur Musik der Gegenwart steht et in engen Beziehungen. Von leinen zahlreichen Veröffentlichungen ist die dreibändige „Geschichte der deutschen Musik" am bekanntesten. — Der o. Professor der romanischen Philologie an der Universität Greifswald Dr. FerdinandHeuckenkamp ist zum 1. Oktober von den amtlichen Derpflich- lungen entbunden worden. — Der o. Professor der Kunstwissenschaft an der Königsberger Universität Geh. Regierungsrat Dr. Berthold Haendcke ist zum 1. Oktober von den amtlichen Verpflichtungen entbunden worden. ASLSW bei- „ . . , Jacksonville Florida, Vergleicht man damit die Ergebnisse der Genfer Tagung, bann läßt sich vom englischen Standpunkte allenfalls ein persönlicher Erfolg Chamberlains feststellen. Die Rede Strese- manns wird hier sehr verschieden beurteilt. Die einen fanden sie farblos, andere und einflußreichere ahen darin ein politisches Ereignis von größter Tragweite. Die Frage der sogenannten Fakultakiv- f lauf et erregt hier das Hauptinteresse. Man weist darauf hin, daß England nicht imstande wäre, sich dem Vorgehen Deutschlands anzuschließen, weil bann nämlich ber paraboxe Fall entstehen könnte, baß die ebenfalls im Völkerbund vertretenen englischen Dominions bei Rechtsstreitigkeiten mit ber Londoner Regierung das Haager Schiedsgericht anrufen könnten. Das wäre untragbar. Auch findet man, daß Deutschlands Vorgehen im wesentlichen nur akademischen Wert besäße, weil die Locarno- vertrüge in allen wichtigen und wahrscheinlichen Streitfällen die Anrufung des Haager Gerichtes chon vorsähen. Um so mehr unterstreicht man demgegenüber die Rede Chamberlains in Genf. Keine weiteren Garantien! Nun wird der deutsche Leser den wesenllichen Inhalt ber Chamberlainschen Ausführungen schon längst kennen. Interessant bleibt aber die Behandlung des Kriegsoerbotes und die angebliche Abfuhr für 'die „polnische Jntrigue". Diese galt nicht dem sachlichen Inhalt, sondern nur dec Methode der polnischen Politik. Man könne, schrieb gestern tigen Frage nach dem Vorhandensein eines besonderen Sinns für die jeweilige Uhrzeit und dess-en Fortbestehen im Schlafzustand reichten jedenfalls solche Einzelbeobachtungen nicht aus. Heber planmäßige Versuche zur Lösung dieser Frage berichtet Frobenius aus Heidelberg: An fünf mit gesundem, festen Schlaf gesegneter, Personen verschiedenen Alters wurden durch 250 Rächte Versuche über die Zeitorientierung im Schlafe borgenommen, und zwar so, daß den Betreffenden aufgegeben wurde, zu einem bestimmten Zeitpunkt aufzuwachen und den Zeitpunkt des Erwachens zu notieren. Der Ausfall der Versuche war verblüffend. Don allen beobachteten Fällen des freiwilligen Erwachens, und ein solcher trat so gut wie ausnahmslos ein, fiel eine überwiegende Mehrheit in die kurze Zeitspanne von nur 5 Minuten vor der festgesetzten Zeit bis zu dieser selbst. Hierbei war es vollkommen gleichgültig, ob die betreffende Versuchsperson schon an die Aufwach- übungen gewöhnt war oder sie zum erstenmal unternahm. Ebensowenig spielte der Ermüdungsgrad eine Rolle: auch nach einer ganz durchwachten Rächt trat in der nächsten das Erwachen zum gewünschten Zeitpunkt ein: Selbst eine außerordentlich gewaltsame Schlaf einschrän- hmg (die opferwillige Versuchsperson schlief drei Wochen lang jede Rächt nur 2\2 Stunden), beeinträchtigte die Pünktlichkeit des beabsichtigten Erwachens nicht. Sogar absichtliche Irreführung durch eine Ahr, die, selbstverständlich ohneWissen der Versuchsperson, falsche Stundenzah'len schlug, beeinflußte das Versuchergebnis in keiner ungünstigen Weise. Das Erwachen erfolgte meist plötzlich ohne besondere Hnlustgefühle, oft ohne das Bewußtsein der Absichtlichkeit. Auftretende Träume standen mit dem Versuch nicht im Zusammenhang, sondern wurden häufig von dem Aufwachzwang unterbrochen. Das Wiedereinschlafen erfolgte nach Rotierung des Zeitpunktes der Schlafunterbrechung meist sehr schnell. Versuche, bei denen die Ausgabe gestellt war, nicht zu einer bestimmten Stunde, sondern nach bestimmter Zeitspanne nach dem selbstverständlich unbekannten Zeitpunkt des Einschlafens aufzuwachen, verliefen nicht eindeutig genug, um feststellen zu können, ob unsere unbewußte Zeitorientierung auch auf Jntervallschähung eingestellt ist. Mit Sicherheit scheint jedoch aus den Versuchen hervorzugehen, daß wir einen von Gedankenarbeit und Kvmbinationstätigkeit unab- heiten. So hat denn die Anschauung, daß die Fähigkeit der Zeitpunkt-Wahrnehmung nicht gefühlsmäßig, sondern nur verstandesgemäß, auf dem Wege der Folgerung entsteht, viel Bestechendes. Sie hat dies aber nur für einen Teil unseres Daseins, für den Zeitraum, in dem wir in der ------ , . . _ . . Lage sind, unserer Denktätigkeit bestimmte Auf- . Schlasunterbrechungen mit dem beabsichtigten gaben zu stellen, den mehr oder minder hohen Zeitpunkt zusammenfällt. Zur Klärung der wich- Zwischen Räubern und Soldaten. Im chinesischen Seebad. Von unserem H. ^.-Berichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Peitaiko, 28. August 1927. Peitaiko oder Tsingtao — das ist die Frage, wenn die sommerliche Hih'e naht. Ganz gleich, ob Revolution herrscht oder nicht. Peitaiko ist lühker, primitiver, chinesischer — zur wahren Erholung geeigneter. Keine Kurkapelle, keine Tanz- lokale, kein fließend Wasser — Kanalisation und Badewanne müssen hier noch erfunden werden —. meerfeuchte, schimmelige Zimmer — es bleibt dem hartnäckigen Stubenhocker wirklich nichts anderes übrig, als sich in Sonne, Meer, Wald und Berge zu flüchten, und die übelriechende Petroleumlampe treibt den losesten Rachtvogel um 9 Hhr ins Bett. Man kann nicht umhin, sich hier prachtvoll zu erholen. Sehr spaßig kommen uns die Ansichtskarten aus den deutschen Seebädern vor, wo voll Stolz ein Strandkorb in der zehnten Reihe als Eigentum angekreuzt ist. Hier gibt es noch Einsamkeit, wir brauchen fünf Stunden, um den Strand Peitaikos abzulaufen, vom weichen Sandufer Westends bis zum romantischen Felsgeklüft East Cliffs, im Süden das Gelbe Meer, prachtvoll blau (nur an den Flußmündungen lehmgelb), im Rorden waldige Hügel und dahinter die scharfe Silhouette der „Blauen Berge", die so kahl und senkrecht ragen, daß sie Hochgebirgscharakter haben, obwohl sie nur 500 Meter hoch sind. And immer Sonne, blauer Himmel, die vierwöchentliche Regenzeit ist in diesem Jahr auf drei Tage zusammengeschrumpft, unb vor allem kühler, würziger Seewind. In dieses Dorado flüchten Frauen und Kinder vor Chinas Sonnenglut, die es heuer nicht unter 115 Grad Fahrenheit zu tun scheint. Morgens geht es gleich im Badeanzüge an den Strand, Kinder und bequeme Leute reiten hoch zu Esel hinunter. Eselritte sind überhaupt an der Tagesordnung, in die Berge oder am Ufer entlang. Wie es eine Mandarin-, eine Gelehrten- und eine Kulisprache im Chinesischen gibt, so gibt es auch eine Eselsprache. Das Bemerkenswerte daran ist, daß es hier Wörter für „rechts" und „links" gibt. Die Chinesen unter sich verschmähen diese Eselsbrücke und ersetzen „rechts" und „links" stets durch die in Frage kommenden Himmelsrichtungen. Wir Europäer sind also zum mindesten in dieser Beziehung für die Chinesen rechte Esel. Es gibt Damen, deren Passion es ist, zwanzig Gäben burchzuwühlen unb nichts zu kaufen. Peitaiko ist ein Schlaraffenlanb für sie. Am Straub, im Garten, wo man es nur wünschen mag, packen die chinesischen Händler geduldig unb freundlich ihre Schätze aus. „Rur ansehen,_ nicht kaufen", versichern sie. Filet- unb Klöppelspitzen, Decken aus Grasleinen mit herrlichen Stickereien, seidene Mandarinröcke, Amulette aus Elfenbein, Ketten aus Amethyst, Rosenquarz oder grünem Jadestein, künstliche Blumenstöcke mit silbernen Blattern unb Blüten aus Halbedelsteinen geschnitten — am Ende kann man doch nicht widerstehen unb kauft, freilich erst, nachbem man auf 50 Prozent des geforderten Preises herab- gehaudelt hat. In den Tagen des Vollmonds ist das Baden ein zweifelhaftes Vergnügen. Es wimmelt von Quallen. Sie brennen bei der Berührung im Gelben Meer nicht weniger als in anderen Meeren. Die Dadeirden quietschen und springen so absonderlich, als wollten sie Jazzband- und Charlestontänzer zugleich vorstellen. Zum Glück erlösen uns die chinesischen Fischer bald von diesem Quallensegen. Denn was dem Europäer wie Ameisensäure erscheint, sieht der Chinese als Haifischflossen an, wenn er sich im chinesischen Gasthaus für schwere Silberdollars an Haifischflossensuppe delektiert. Es wird nämlich in 75 Fällen von 100 mit Quallensuppe betrogen. Unb ber Krieg? Er kümmert uns wenig. Zu unserem Schuh taucht hin unb toieber ein Kreu- Km___ Kl B. HZ29. ’M 55000 bis fO 00ß M fm* !®W)t 6id)tI, Wtwifamtfimen gesucht. @d)t. Singel u, 06649 an ben Gieß. Anzeign. Flug unfeiner Gebanken in bestimmte, vorgeschriebene Bahnen zu lenken. Das ist ber Fall, solange mir bei vollem Bewußtsein, solange wir coach finb. Ganz anbers aber liegen die Dinge währenb bes Schlafes. In biesem Zustand ruht die Gedankentätigkeit entweder vollkommen oder ist mindestens, soweit sie sich in Traumgebilden fvrtseht, unserer willkürlichen Kontrolle und Richtunggebung entzogen unb unter alleinige Herrschaft des Hnterbewußtseins gestellt. Wenn nun also ber viel umstrittene Zeitsinn auch im Schlaf zustanb besteht, so ist bamit ein ziemlich schlüssiger Beweis erbracht, bah es sich bei ihm um keine rein gedankliche, sondern um eine übergeordnete Sinnestätigkeit handelt. Denn während jene während des Schlafes aus- oder zum wenigsten umgeschaltet ist, erfährt diese zwar eine nach der Tiefe des Schlafs abgestufte Beeinträchtigung, jedoch keineswegs irgendeine Richtungsänderung: Ein Lichtstrahl, ein Geräusch, ein Gefühlseindruck, und sei es auch nur das Krabbeln einer Fliege auf ber Rasenspihe. Wärme- unb Kältereize werben im Schlafe genügenb deutlich empfunden, um sogar ein Erwachen^herbei- führen zu können. Als interessante Tatsache ist hierbei zu vermerken, daß reine Geruchs- empfindungen. das sind solche, die nicht gleichzeitig einen schmerzhaften Reiz auf die Rasenschleimhaut oder gar Erstickungsgefühle auslösen, nicht als Wecksignale dienen können. Hier besteht ein bedeutsamer . Zusammenhang zwischen der Wahrnehmung wirklicher Sinnesreize und den Phantasiegebilden ber Traumwelt, unter benen, wie jeder an sich selbst beobachten kann, Geruchsvorstellungen so gut wie nie Vorkommen. Außerordentlich viele Leute behaupten nun von sich, die Fähigkeit zu besitzen, genau zu der Stunde, zu der sie es sich vorgenommen haben, auf wachen zu können: Richt etwa nur zu der allmorgendlich gleichen Zeit des Tagewerk-Beginns, auf die der Organismus durch Hebung unb Gewöhnung eingestellt ist, sondern zu irgenb- einem beliebig gewählten Zeitpunkt. Eine kritische Bewertung bieser Angaben ist auherorbent- lich schwierig: bewußte Hebertreibungen unb Selbsttäuschungen ber verschiedensten Art beeinträchtigen ihre Beweiskraft. Wenn z. D. ein nervöser Mensch zu einer sehr frühen Morgenstunde eine Reise antreten will, so wird sein Schlaf unruhig sein, er wird häufig aufwachen, wieder einschlafen, bis schließlich eine dieser Edinburgh und Genf. Bon unserem Londoner Mitarbeiter. London, Mitte September. Im Hauptbuche der englischen Politik sind in dec letzten Zeit wieder zwei Erfolge eingetragen worden. Einmal das politische Ergebnis des Gewerkschaftskongresses in Edinburgh, zum anderen Genf. Obschon bei der ausgesprochenen Teilnahme der deutschen politischen Oesfentlichkeit an den Genfer Vorgängen diesen der Vorrang vor dem englischen Gewerkschaftskongreß gegeben wird, laßt sich doch sagen, daß politisch gesehen, die Edinburgher Tagung schwerer wiegen dürfte als die '.in Resorinationssaal gedroschene Phrasenspreu. Allerdings sind wir Deutsche an dem Gewerkschaftskongresse nur indirekt interessiert, während wir an der Völkerbundstagung unmittelbar beteiligt waren. Wir müssen auf das vergangene Jahr zuruck- greisen, wollen wir die in Edinburgh zu einem gewissen Abschluß gebrachte Umstellung der englischen Gewerkschaftenbewegung richtig verstehen. Damals befand sich die englische Gewerkschastspolitik im Fahrwasser des wildesten Radikalismus. Der Führer der Bergarbeiter Cook und seine Leute bat mit Generalstreik und Kohlenkrisis England in einen Exerzierplatz des Kommunismus verwandelt. Beide Unternehmungen sind gescheitert. Nichtsdestoweniger versuchte die sogenannte Minderheitsricy- tung mit allen Mitteln die Führung zu behalten und die Beziehungen zur russischen Gewerkschaftsleitung enger zu knüpfen. Man hat inzwischen auch hiermit kein Glück gehabt. Die Berliner Konferenz mit den Vertretern Rußlands, die Abfuhr, die sich Purcell auf der ''Pariser Tagung der Amsterdamer Internationale verdientermaßen holte, war der Auftakt zu der nunmehr in Edinburgh erfolgten, aeradezu überwältigenden Ablehnung rufi = sischer Methoden. Und diese Ableitung des Moskauer Systems war vielmehr ein Ausdrück der Grundstimmunü des Kongresses. Sie kam von unten aus der Masse ber Delegierten. Er kennzeichnet die Lage, daß der Premierminister Baldwin den Kongreß in einer Botschaft ersuchte, seine Stimme im Sinne des Wirt- schastsfriedens zu erheben. Es war natürlich die Annahme dieses Vorschlages von einem politisch in der Opposition stehenden Gremium aus parteipolitischen Rücksichten nicht möglich. Man hätte damit der konservativen Regierung einen ungebührlich großen innenpolitischen Erfolg zugejchanzt. Aber es ist doch wiederum bemerkenswert, daß der heftige Angriff auf den Premierminister in der Hauptsache auf der genannten parteipolitischen und nicht schlichen Ablehnung beruhte. Die „Times" schreibt: „Die Ge- werkschaftsbewegung stände im Augenblicke marschbereit und wenn sie auch noch keinen Schritt getan habe, so blicke sie doch schon meine neue Richtung. Die Frage ist: werden wir jetzt und im künftigen Jahre eine Aera der Zusammenarbeit mit den Unternehmern, eine Abkehr vom Ideal des Klassenkampfes erleben. Wenn auch noch nichts Entscheidendes in diesem Sinne erfolgt ift, so dar man wohl sagen, daß der Kongreß von Edinburgh den Beginn eine neuen Epoche für die englische Wirtschaft ein geleitet hat." Das ist von vielfältiger Bedeutung. Das Wichtigste daran ist der unbestrittene Erfolg der konservativen Regierung. Vor allen Dingen der persönliche Erfolg für den Ministerpräsidenten Baldwin. Trägt dieser neue Geist Früchte, erfolgt tatsächlich eine Uederwindung des Sozialismus von innen heraus, dann hätte der viel kritisierte Ministerpräsident eine große Anzahl seiner Gegner widerlegt. Wir wollen es dahingestellt sein lassen, ob der Erfolg ausreicht. Das bliebe abzuwarten. Aber die an den Kongreß gerichtete Botschaft zeigt sehr deutlich, daß sich Stanley Baldwin als der Patenonkel, als der Uri) eher dieses sozialen Entgiftungsprozesses oorkommt. Die Bedeutung dieser Tagung im deutschen Sinne liegt darin, daß erstens die Sicherung des Arbeitsfriedens in England eine Vermehrung der Konkurrenz auf dem Weltmärkte bedeutet, zweitens in ber Verbesserung der konservativen Wahlaussichten und drittens in ber Stärkung der Stellung des englischen leitenden Staatsmannes, die uns nicht gleichgültig sein kann. So Se'orgia, \Mili3 » Ö3 \ FtValley ® \ Montgomery j Vereine | MmiM M-M Samstag, It.Lepl.. abends 8'1, Ubr, aus der Hardu Setrtlwtti Von 8 Uhr an Auto- verbind. aOswalds- gart. DirVmlul »srtilgiM mm Nächsten Sonntag, \ Pennsylvania \Jerse$> ' Philadelphia 'andusky j X (r^sburq----i ßrettag, 16. September 1927 I« s.-i.®*1-1 11* e«S$.W Ausslug Karlsruhe \) Dewberry - 8 \\8 V 'ÄColumbia X® Süd-Carolina \>5 «Charleston f*- SutiviHe l S Vuy inia / u Richmond/, i^Randoiph "TC \ 0 Dun\JCord-Carolina zer am Horizont auf, und eine französische Ana- mitentruppe liegt bauemb hier. Ihre Offiziere nehmen bie Mahlzeiten in unserer beutschen Pension ein unb benehmen sich so bescheiden und unauffällig, wie bie Franzosen in China überhaupt. Am kriegsinteressiertesten ist ein alter Engländer, früher ein Deutschenfresser, jetzt sucht er den Umgang mit uns. Und während er im Weltkrieg den beutschen Kindern den Hungertod wünschte, überfüttert er sie jetzt mit Schokolade. Zweck der Freundlichkeit: Propaganda gegen China und Rußland. Wir können nicht umhin, ihn mit heimlicher Bosheit um die sonderbare Langmut der Engländer in Asien zu befragen. „Wait and watchr< war immer unser Grundsatz, sagt er und doch merkt man ihm an, daß er mehr fürs Dreinhauen wäre. Gr spricht de» Chinesen jede Kultur ab, und wenn wir auf ConfrtcichS Hinweisen, so erschlägt er uns mit den Worten: Wenn sich die Chinesen von heute noch etwas aus den alten Kung einbilden, so ist das geradeso töricht, als wollten die Deutschen noch jetzt aus die Siege ihres Königs Attila (II) pochen. Hoppla! — das ist die Geschichtskenntnis der Engländer! Wir haben in unserer Pension auch Flüchtlinge aus dem Kriegsgebiet in Schantung und hören mit Schaudern ihre Erzählungen an: Auf der Chungchin-Kohlenmine (in der Nähe von Linching, dem Ort des berühmten Eisenbahn- übersalls) werden die Südtruppen erwartet, nicht ungern, denn sie bringen ja Ordnung, Recht und Frieden, brechen mit dem verrotteten Bestechungssystem und erlösen Schantung von den gefürchteten Räubern. Man stellt sich von ihrer Idee begeisterte Kämpfer Der. — Da erscheinen sie: in Lumpen, mit Strohsairdalen, Gier in den Augen. „50 000 Dollar, dann lassen wir euch in Ruh!" Man zahlt. „100 000 Dollar ober ihr krepiert!" Man zahlt! Als Gegenleistung holen die Südtruppen die Bergräuber herbei, bewaffnen sie bis an die Zähne und lassen sie in die Mine hinein. Die Räuber erpressen und mork^n, verstümmeln die Leichen aufs entsetzlichste. Rur den einzigen Europäer, einen österreichischen Ingenieur, lassen sie ungeschoren. „Wir nehmen nur Rache an unseren persönlichen Feinden, du hast uns nichts getan!" Jede Rächt macht sich ein wichtiger chinesischer Minenbeamter heimlich davon, und der Oesterreicher, der die Mine in der gefahrvollen Regenzeit nicht im Stich lassen will, wäre wohl eines Morgens allein unter Kulis und Räubern aufgewacht, wenn die Rord- truppen inzwischen nicht wieder die Ordnung hergestellt hätten. — Bor einigen Tagen haben 400 Banditen einen Ueberfall aus den Erpreß Mukden—Peking geplant, nur zwei Stationen nnr unserem friedlichstillen Badeort lagen die Räuber in Bereitschaft. Durch Verrat wird der schon heranbrausende Zug gewarnt, er fährt zurück und holt Soldaten herbei, die die Bande in die Berge zurück- scheuchen. Einen Augenblick denken wir: Welche Kleinigkeit für die Räuber, das männerlose Pei- taiko (die 20 Anamiten sind kaum zu rechnen) auszuplündern und die Europäerinnen — für asiatische Begriffe stehen sie ja lächerlich hoch im Kurs —. als Geiseln in die Berge zu führen. .Schleunigst abreisenl--115 Grad Fahrenheit in Tientsin! Rein! Wir bleiben in unserem kühlen Paradies. Asiens Gleichnrut hat auch uns schon im Dann. Maski! Oberhessen. Von der PofLautoLinie Ulrichstein - Mücke. Aus dem Vogelsberg geht uns der nach- fM?enbe Notschrei zu, dem wir die ernsteste Beachtung der Postverwaltung wünschen. D. Red. Schon öfter wurden an dieser Stelle Klagen des Vogelsberges über die Hintansetzung aller berechtigten Wünsche durch die O b e r p o st - direktion Darmstadt — veröffentlicht. Aber scheinbar betrachten manche Herren am grünen Tisch dos „hessische Sibirien" als das letzte Rad am Wagen. Die Vogelsbergbewohner sind ja gutmütige Menschen, die sich alles bieten lassen. Die wiederholten Klagen über die späte werktägliche P o st zu st e l l u n g , übec die Sonntagsbe- stellung und über den sehr primitiven Telephonverkehr sind spurlos an der Oberpost- direltion vorübergegangen. Sie hat bis jetzt nach nicht einmal zu all diesen, das flache Land sehr berührenden Fragen öffentlich Stellung genommen, noch viel weniger scheint sie das ernstliche Bestreben zu haben, den Wünschen des Vogelsberges entgegen- zukommen. Hier werden Dolmetscher ausgeliehen. Ern Rebenberuf von Weltbedeutung. Von Dr. Paul Bloch. Zur Hebung des Fremdenverkehrs und der Wirtschaftslage, zur Ueberbrückung der nationalen Gegensätze und zur Annäherung der Staaten soll in Berlin eine Reichsdolmetsche r- Zentrale gegründet werden. Der Organisator dieses Unternehmers will in besonderen Räumen Dolmetscher für alle Sprachen bereit halten, die jederzeit für Auskünfte, Uebersetzungen, Ver« mittlungen zur Verfügung stehen. In ollen größeren Städten deS Reiches sind ähnliche Zentralen mit einer überall gleichlautenden Telephonstich- nummer beabsichtigt. Den ausländischen Staaten soll diese Einrichtung und die Telephonnummer bekanntgegeben werden, damit Ausländer bei Reisen in Deutschland leichter die Dolmetscher- zentrale in den einzelnen Städten erreichen. Auf diese Weise hofft man in vielen Fällen, in denen die Verhandlungspartner sich sprachlich nicht verständigen können, einen leichteren geschäftlichen Verkehr zu erzielen und irrtümliche, auf Sprachunkenntnis beruhende Geschäfte und Verluste zu vermeiden. Andererseits soll so den Ausländern, die, der deutschen Sprache nicht mächtig hierher kommen, die Möglichkeit gegeben werden, durch einen televhonischen Anruf sich zu orientieren, Auskünfte einzuholen und bei Der- ständigungsschwierigkeitcn Hilfe zu erhalten. Der Gedanke an sich ist sicher gut. Das Gelingen des Planes wird aber davon ab- hänx^en, ob wirklich eine Zentrale derart sprachkundiger Uebersetzer geschaffen werden kann, die den unzweifelhaft vorhandenen Uebelständen abhelfen können. Das Bedürfnis hierfür ist vorhanden. Wir kennen in Deutschland nämlich keinen Dolmetscherberuf. Es gibt keine regelrechte fachliche Ausbildung und keine Examina. Wie der Oberpostdirektion Darmstadt wohl aus den Statistiken hinlänglich bekannt sein dürfte, ist die Postautolinie Ulrichstein — Mü ck e eine der rentabelsten im ganzen Direktionsbezirk Darmstadt, wenn wir nicht irren, sogar die zweitbeste. Was den Stückgutverkehr der Pvstautolinien anbetrifft, so ist zu erwähnen, daß die Linie Ulrichstein-Mücke mindestens die Hälfte aller Einnahmen aus dem gesamten Stückgutoerkehr im Bereiche der Oberpostdirektion Darmstadt aufbringt. Man kann also sagen, daß die Strecke Ulrichstein — Mücke glänzend rentiert und der Oberpostdirektion reichliche Einnahmen abwirst. Jeder Privatunternehmer würde daraus die Konsequenzen ziehen und durch Indienststellung von leistungsfähigen, bequemen und großen Autoomnibussen der Bevölkerung zeigen, daß ihm daran liegt, seine Fahrgäste schnell, bequem, sicher und gut zu befördern, so daß diese mit den Leistungen des Unternehmens vollauf zufrieden find. Was tut aber dir Postverwaltung? Sie läßt auf der so glänzend rentierenden Strecke Ulrichstein—Mücke wie auf den gut rentierenden Strecken Ulrichstein—Lauterbach und Ulrichstein- Schotten Omnibusse laufen, die sich in etwas bevölkerten Gegenden nicht mehr sehen lassen können, ohne dem Spott des reisenden Publikums zu begegnen. Gemeint sind zwei seit 1919 auf den bezeichneten Strecken laufende Omnibusse, die noch mit Vollgummi bereift finb. Das wäre noch nicht das Schlimmste, wenn nicht der Zustand der beiden Wagen ein derart mangelhafter wäre, daß man cs — gelinde gesagt — als einem Skandal bezeichnen muß, daß die Oberpostdirektion Darmstadt dem reisenden Publikum zumutet, mit einem solchen Vehikel zu fahren. Es ist begreiflich, daß während einer so langen Zeit die Wogen vollkommen verbraucht und für den Dienst auf einer so verkehrreichen Strecke ungeeignet geworden sind. Ein Ingenieur, der in diesem Frühjahr die beiden Wagen untersuchte, stellte fest, daß sie für den Personenver- kehr ungeeignet seien und allenfalls zu Lastwagen für den Paketverkehr in den Städten umge- baut werden köimten. Die Postverwaltung entschloß sich darauf, in Ulrichstein, zwei neue moderne Wagen in den Dienst zu stellen. Aber da traten andere Bewerber auf, die die schönen Wagen „nötiger" brauchten: Orte, in denen die Postverwaltung sich mit alten Kasten keine Blöße geben will. Mittlerweile laufen die alten Wagen nach wie vor auf den bezeichneten Strecken ruhig weiter, zum großen Leidwesen des reifenden Publikums, der viel- geplagten Kraftfahrer und des Postamtes Ulrichstein, dem die drei Linien unterstellt sind. In welchem Zustande sich die beiden alten, gicht- brüchigen Wagen befinden, mögen folgende Tatsachen belegen: Vor einiger Zeit geriet einer dieser Wagen in Mücke in Brand. Es dauerte geraume Zeit, bis ein Minimar-Apparat herangeholt war, damit der Brand gelöscht werden konnte. Der Oberbau der Wagen ist derart klapprig, daß bei der schweren Belastung des Verdeckes mit Koffern, Kisten und Stückgütern im Gewicht von mehreren Zentnern die Gefahr des Zusammenbruchs und eine ernstliche Gefährdung der Reisenden besteht. An dem einen Wagen find sogar die Fensterrahmen verfault, so daß Wind und Regen Zugang zu dem Inneren des Wagens haben. Nicht selten ist es, daß ein solcher verbrauchter Wagen unterwegs liegen bleibt. Dann erreichen die Reisenden ihren Zug nicht und müssen stundenlang auf der Straße warten, bis ein Ersatzauto kommt, wenn sie sich nicht entschließen, ihre so jäh unterbrodjene Reise per „pedes aposto- loruni" fortzusetzen. Außerdem sind die beiden Wagen mit ihren 15 bis 18 Sitzplätzen viel zu klein für den starken Personenverkehr auf der Strecke Ulrichstein—Mücke. Bei starkem Andrang werden die Leute in dem engen Raum zusammengepfercht, daß es lebensgefährlich ist, oder sie müssen matten, bis das Auto die Reisenden, die Platz gefunden 'haben, an Ort und Stelle gebracht hat und zurückkommt, um auch die anderen aozuholen. Das sind Tatsachen, die in der Oberpostdirektion wohl hinlänglich bekannt, sein dürften, um deren Abhilfe sich aber kaum ernstlich jemand bemüht. Die Postverwaltung sollte Veranlassung nehmen, auf den gutbenutzten Strecken im Vogelsberg endlich die alten, vollständig untauglichen Wagen auszurangieren und leistungsfähige, große, gegen alle Witterungseinflüsse Schutz gewährende Autoomnibusse einzu- ftelien. Leider ist Postmeister M a t t h e i s (Ulrichstein), dem die erwähnten drei Postlinien unterstellt waren, vor einigen Wochen versetzt worden. Er hat die Belange des Vogelsberges — insbesodere in bezug auf den Kraftwagenverkehr — mit Energie und gutem Willen vertreten und manches Schlimme abgewendet. Die verwaiste Stelle ist noch nicht wieder besetzt. Wir wollen hoffen, daß die Oberpostdirektion Darmstadt, insbesondere die für das Kraftwagenwesen maßgebende Persönlichkeit, sich endlich entschließt, für gründliche Beseitigung der jetzigen Uebel- stande zu sorgen. Es gibt in ganz Deutschland überhaupt kaum ein halbes Dutzend wirklicher Dolmetscher. Denn eine Unterscheidung muß notwendig gemacht werden zwischen dem Ueoerseher aus fremden Sprachen, dem Vermittler bei Verhandlungen und dem ausgesprochenen Konferenz-Dolmetscher. Solche Konferenzdolmetscher benötigt bar allen Dingen der Staat, das Auswärtige Amt, bei den zahlreichen internationalen Konferenzen, Besprechungen und Zusammenkünften, die im Verlauf der Friedensverhandlungen sich eingebürgert haben, und jetzt eine ständige Ginrichtung geworden sind. Aber obwohl Dolmetscher eigentlich dauernd von amtlicher Seite benötigt werden, gibt es doch bis jetzt keinen einzigen im Hauptberuf. Die betreffenden Damen und Herren sind entweder anderweitig im Staatsdienst beschäftigt, werden kraft ihrer hervorragenden Eignung jeweils nebendienstltch mit der Aufgabe des Dolmetschens bei einer Konferenz betraut, oder aber sie sind Privatpersonen und erhalten nebenberuflich den Auftrag, als amtliche Vertreter und Dolmetscher und im Interesse des Staates tätig zu sein. Dieser Auftrag geht nur dn eine beschränkte Zahl von Personen: denn so ungeheuer groß die Zahl derer ist, die glauben, eine Fremdsprache zu meistem oder sie wirklich in Rede und Schrift beherrschen, so wenige gibt es doch, die den Anforderungen des Dolmäschens bei einer Konferenz gewachsen find. Ihre Aufgabe ist mannigfaltig. Die müssen — dos ist von größter Bedeutung — unbedingt diskret und vertrauenswürdig fein, da sie ja oft Zeugen geheimster Verhandlungen, ja der Besprechungen unter „vier Augen" sind Sie müssen weiter ein hervorragendes Taktgefühl besitzen, politischen Spürsinn und Fingerspitzengefühl mrd vor allem auch sachliche Kenntnisse. Denn ihre Aufgabe besteht ja nicht im ruhigen älebersetzen Wort für Wort bzw. Satz für Satz. Das ist der grundlegende Unterschied zwischen dem Uebersetzer und dem Dolmetscher. Landkreis Gietzen. -K- Heuchelheim, 15. Sept. Die Obsternte verspricht in diesem Jahre in unseser Gemarkung selten hohe Erträge abzuwerfcn. Vor allem find es die Aepfelbäume, dje einen sehr reichen Behang zeigen, während die Zwetschen- bäume sehr unregelmäßig tragen, jedoch als Durchschnittsergebnis eine Mittelernte liefern. Auch Birnen gibt es reichlich, trotz der vorjährigen guten Birnenernte. Mit dem Ertrag der Kartoffeln *ft man recht zufrieden. Die Wurzeln .zeigen reichen Behang von ansehnlichen Knollen. Leider sind jedoch aus feuchteren Boden zahlreiche Knollen von Fäulnis befallen, wodurch die Ernte etwas beeinträchtigt wird. n. Grohen-Linden, 15. Sept. Die Bezirkssparkasse Mathildenstift in Butzbach hat, wie schon kurz gemeldet, die hiesige Universität s m ü h l e an einen Müller aus dem Rheinland verkauft. Dieser wird die Mühle, die längere Zeit unbenutzt blieb, wiederin Betrieb setzen. Wenn auch, wie in Rr. 214 des „Gieß. Anz." berichtet wurde, der aus der Gemarkung Hörnsheim kommende Mühlgraben ander- weit verkauft ist und nun vielleicht trocken gelegt wird, so verbleibt der Mühle doch noch die Wasserkraft des Diefenbachs, auf die auch die Lochermühle bei Lang-Göns allein angewiesen ist. Hiermit ist der Zustand, wie er vor Jahrhunderten war, wiederhergestellt. Da diese einzige Wasserkraft für jene Mühle etwas knapp war, bat seinerzeit der Besitzer der Mühle die Hömsheimer Grundbesitzer, sie möchten ihm erlauben, von dem Kleebach bei Hörnsheim aus einen Wassergraben durch deren Grundbesitz anzulegen, um diesen mit dem Diesenbach zu vereinigen. Die Hörnsheim«: lehnten die Bitte ab. Als aber der Mühlenbesitzer damals immer wieder jene Bitte erneuerte, erklärten ihm die Hörns- heimer eines Tags, sein Antrag sei genehmigt, wenn bis zum anderen Morgen das Wasser in dem projektierten Groben fliehen werde. Wahrscheinlich glaubten die Hömsheimer, dies sei in der kurzen Zeit nicht möglich. Der Müller aber eilte nach Gießen, holte sich die dortigen Studenten, diese, mit Spaten und Schippen ausgerüstet, arbeiteten die Rächt hindurch, und am anderen Morgen war der Graben fertig und die Mühle hatte mehr Wasseriraft. Das soll sich, nach mündlicher lleberlieferung, vor 250 fahren zugetragen haben, und von da ab hieß die Mühle „Universitätsmühle". Andererseits wird auch erzählt, nicht Gießener Studenten, sondern herbeigeholte Soldaten hätten d,ese Glanzarbeit ausgeführt. Die Universität Gießen habe dem Müller Geld geliehen, und dadurch sei der Rame „Universitätsmühle" entstanden. Tatsächlich hatte diese Mühle an die Gießener Universität Schulden zu bezahlen, die vor wenigen Jahrzehnten abgerentet waren. Heute hat die Mühle auch elektrische Kraft, so daß der Hömsheimer Wassergraben wohl entbehrt werden kann. + Lang-Göns, 15. Sept. Der Gemeinderat setzte die Gehälter der Gemeindebeamten wie folgt fest: Bürgermeister 3200 Mk., Gemeinderechner 2800 Mk., Polizeidiener 1450 Mk., Bürgermeistereigehilfe 1450 Mk., Fasel- und Ziegenbockhalter 1450 Mk., Flurschützl450 Mk., Nachtwächter und Schweinehirt 1450 Mk. — Am 1. Oktober soll eine Gemeindekrankenschwester noch hier kommen. Leider ist aber das Gemeindehaus für Kinderfchule und Schwesterwohnung noch nicht in Angriff genommen, so daß der Krankenschwester eine Wohnung im Orte beschafft werden muß. ch A 11 e n - B u s e ck, 15. Sept. Die Bautätig- k e i t ift in diesem Jahre in unserem Dorfe im Vergleich zum Vorjahre gering gewesen. Neben einer Anzahl Um« ynd Anbauten find im ganzen nur zwei Wohnhäuser in der Schanzenstraße errichtet worden. Die Wohnungsnot ift fo ziemlich behoben. * Ruttershausen, 16. Sept. Arn morgigen Samstag, 17. September, kann Frau Rebekka Kann Hierselbst in körperlicher und geistiger Gesundheit und Frische ihren 8 0. Geburtstag begehen. Sie führt ihren Haushalt noch selbständig und betätigt sich auch noch eifrig im Garten. t Treis a. Lda.. 15. Sept. Dieser Tage wurden auch an der hiesigen Schule die Re ichs- jugendwettkärnpfe ausgetragen, wobei sich die beiden obersten Klassen beteiligten, und zwar 17 Knaben und 21 Mädchen. Das Turnen der Knaben bestand im Fünfkampf (Reck. Barren, 100-Meter-Lauf, Schlagballweitwurf und Weitsprung), das der Mädchen im Dreikampf (75- Meter-Lauf, Schlagballweitwurf und Weitsprung). Von den Knaben siegten: 1. Hrch. Rtckel (99 Punkte), 2. Ernst Hettche (93 P.), 3. Hrch. Weber (83 P.). 4. Hrch. Pfeil (82 P.), 5. Wilh. Amend Dieser kann auf Grund eines optischen Eindruckes des Textes eventuell mit Hilfe von Wörterbüchern und Rachschlagewerken das fremdsprachliche Schriftstück sinngemäß übertragen. Es werden an ihn außer der genauen Sprachkenntnis keine außergewöhnlichen Anforderungen gestellt. Die Tätigkeit Des Dolmetschers ist völlig anders geartet. Er wohnt den Konferenzen bei. Er hört die Reden der Delegierten und Diplomaten mit an, nimmt sie in sich auf, ihren Wortlaut, ihren Stil, ihren Tenor und ihren Inhalt: er muß sie wiedergeben in anderer Sprache, muh den psychologischen Eindruck festhalten und vermitteln und oft nach einer halben Stunde erst die Rede rekonstruieren. In fremder Sprache sie von neuem halten. Ihr logischer Gehalt, ihr Sinn, ihre Redewendungen und Wortspiele und nicht selten auch das. was nicht deutlich ausgesprochen wird, aber leise im Unterton der Rede mitschwingt, muß er auszudrücken in der Lage sein. Es gehört zu solcher Leistung eine hervorragende schnelle Auffassungsgabe und vor allem auch unerhörtes Gedächtnis, die genaue Kenntms der Materie und ihrer besonderen Formeln vorausgesetzt. Aufzeichnungen können eine Stühe bilden. Kurze stenographische Tlotizen über besondere Wendungen können eine Hilfe fein und eine optische Gliederung der Aufzeichnungen, gewissermaßen ein Satzspiegel (einrüden, aus- rücken, Summastriche, Verbindungszeichen usw.), das Skelett der Rede öarbieten und so die nachherige Wiedergabe erleichtern. Früher wurde Satz für Sah übertragen. Diese Zeit ist vorbei. Heute geht es darum, Rede für Rede zu übersetzen. Das ist die Schwierigkeit. das ist die große Kunst. Wir haben einen Dolmetscher, der eine Rede von einstündiger Dauer zu dolmetschen in der Lage ist, mit allen Feinheiten, mit allen Rüancen. Es ist das eine phänomenale Leistung. 11m zu ihr zu gelangen, gehört eine Berufung. Man kann das nicht erlernen. Aller Unterricht ist fast um* sonst. Alle Examina werden überflst/sig. Man (75 P.), 6. Karl Iungk (74 P.), 7. Wilh. Kehr (73 P.), 8. Wilh. Greif und Wich. Opper (72 Psi. 9. Karl Hettche (71 P.), 10. Wilh. Becker (69 Psi. Von den Mädchen errangen Siege: 1. Kath. Meyer (65 Punkte), 2. Luise Amend (57 P.). 3. Marg. Zecher (54 P.), 4. Marie Euler (51 P.) 5. Anna Amend (50 P.), 6. Christine Ruhn (49 P.), 7. Anna Pfeil (48 P.). 8. Marie Hofmann (45 P.), 9. Anna Klein (44 P.), 10. Elisabeth a Oest (43 P.), 11. Emma Schneider (41 P.). 12. Margarete Opper und Marg. Benner (40 P.). w Kesse 1 bach , 15. Sept. Am nächsten Sonntag findet hier der diesjährige ordentliche Sängertag des Ohm-Lumdatal-Sängerbun- d e s statt. Dornholzhausen, 15. Sept. Das schlechte Welter der letzten Monate hat auch in der hiesigen Gemeinde wesentliche Ernteschäden im Gefolge gehabt. Hauptsächlich wurden der Roggen und der Hafer von den Schäden betroffen; beide Getreidearten sind nach den Feststellungen infolge der Feuchtigkeit bis zu ein Drittel ausgewachsen. <> Niederkleen, 15. Sept. Infolge Sperrung der Straße Pohlgöns—Butzbach für den Durchgangsverkehr, verkehrt der O m n i b u s der Butzbacher Autoverkehrsg: sell- schaft jetzt über Dornholzhausen-Hochelheim- Langgöns—Holzheim—Gambach nach Butzbach. Die bisher Dienstags und Freitags ausgesührten Sonderfahrten sind dadurch vorübergehend in Wegfall gekommen. Es findet nur noch morgens eine Fahrt nach Butzbach und abends eine solche zurück statt, die vorwiegend der Abwickelung des Arbeicerverkchrs dient. Da die Autover- kehrsgesellschast durch die Vcrkehrsumlettung höhere Betriebskosten aufzubringen hat, müssen tic Arbeiter auf die normalen Wochenfahrkarten- preise einen geringen Zuschlag zahlen. Tollkühner Ausbruch eines Zuchthäuslers« WSR. Limburg 15. Sept. 3n ter vergangenen Rächt brach aus dem Freinrdiez.r Zentralgefängnis der Zuchthäusler Otto Kroger, der noch eine 12jährige Zuchthausstrafe zu verbüßen hat, auf tollkühne Weile aus. Der Verbrecher meißelte das Gitter seiner im vierten Stock liegenden Zelle durch, zwängte sich durch die Oeffnunfl und sprang aus ein niedriger gelegenes Dach. Von hier warf er einen Strick, den er sich aus dem Bettzeug feiner Zelle angefertigt hatte, über den neben dem Dach herlause.chen Draht der Starkstromleitung. An den beiden herunterhängenden Seilenden hielt er sich fest und rutschte so den Draht entlang über den Hof in einer Höhe von 10 Metern über dem Erdboden, bis er über die Gefängnismauec hinweggekommen war. Dann sprang er zu Boden und suchte das Weite. Der Verbrecher hatte sich im Zuchthaus eines Einbruchs in Bad Ems selbst bezichtigt und war dann in das Limburger älntersuchungsgefängnis übergeführt worden, von wo aus er im Interesse einer erhöhten Sicherheit nach Freiendiez verbracht wurde. Es ist dies ein alter Trick der Verbrecher, sich selbst zu bezichtigen in der Hoffnung, auf dem Transport in das zuständige Untersuchungsgefängnis oder arrs diesem besser entweichen zu tonnen, als aus dem Zuchthaus. Kirchs und Schule. ri. Lich, 15. Sept. 3m hiesigen Gemeindesaal tagte gestern unter der Leitung des Dekans Engel- Obbornhofen der Dekanats tag des Dekanates Hungen., ju dem sowohl die geistlichen, wie auch die weltlichen Abgeordneten sich fast vollzählig eingefundrn hatten. Die Tagung wurde mit einer von Pfarrer W e - ber - Grüningen gehaltenen Airdacht eröffnet. Der Tekanstellvrrtreter Pfarrer Becke > - Södel erstattete den ausführlichen Jahresbericht über tie zwei vergangenen Jahre, der die Licht- und Cchatteirzeichen in den 27 Gemeinden des Dekanates zeigte. Der Voranschlag für die zwei nächsten Äcchre wurde nach der von Dekan Engel vorckelragensn Vorlage des Ausschusses einstimmig angenommen Besonders bemerkenswert ist es. daß der Dekanatstag als erster (Verfeuert die hochwertigen Ruhr- berg, der früher als alleiniger Lieferant in Frage tam, auf ein Minimum zurückgegangen. — In der Basaltindustrie haben die Aufträge für S ch o t t e r st e i n e seitens der R e i ch s b a h n stark ab genommen, so daß Betriebe, die sich auf die Belieferung der Bahnverwaltung eingestellt hatten, keinen oder nur geringen Absatz haben. Die Klopfmaschinen stehen ganz oder während des größten Teils der Arbeitszeit still. Pflastersteine sind weiter gefragt. _ . v v , ld. Aus dem oberen Nlddatale, 15. Sept. Die Regenfälle der letzten Tage haben die nicht unbeträchtliche Z w e t s ch« ne r n te unsrer Gegend stark gefährdet. Die noch nicht voll ausgereiften Früchte beginnen zu faulen und aufzuplatzen und müssen vor (Eintritt der Vollreife verwertet werden. - Die Bewohner der obstlosen Vogelsberger Dörfer holen eben in den Orten Der Vorberge die ersten Honigbirnen, die, weil in großen Mengen vorhanden, schon für 70 Ins 80 Pfennig für den Zentner zu haben sind. Kreis Schotten. 0 Aus dem Kreise Wetzlar, 15. Sept. Die Zahl der Erwerbslosen im Bezirke des Arbeitsnachweises Wetzlar hat im Laufe des Monats August nur einen geringen Rückgang erfahren. Während zu Beginn des Monats in der allgemeinen Erwerbslosenfürsorge 218 Hauptunter- ftügungsempfflnger mit 376 Zuschlagsempfängern vorhanden waren, betrug die Zahl der Unterstützungsempfänger am Ende des Monats 211 Haupt- unterftütjte und 374 Zufchlagsempfänger. Hiervon entfallen auf die Stadt Wetzlar 156 Hauptunter- stützungsempfänger und 254 Zuschlagsempfänger, auf die Landgemeinden des Kreijes 54 Hauptunter- stützungsempfänger und 120 Zufchlagsempfänger und auf die zu dem Arbeitsnachweisbezirk gehörigen Gemeinden des Kreises Biedenkopf ein Hauptunter- stützungsempfänger. Die Zahl der in der allgemeinen Erwerbslosenfürsorge beschäftigten Notstandsarbeiter betrug Ende August 31 gegenüber 40 zu Beginn des Monats; hiervon entfallen auf die Stadt Wetzlar 15, auf die Landgemeinden des Kreises 16 Notstands- arbeiter. In der Krisenfürsorge wurden Ende August Geläene Uhr, neuste Facon mit gutgehenden Schweiz. Werk genau reguliert, 2 Jahr Garantie, 14 kar. Gold, Orig. Ladenpreis, Bequeme Ratenzahlung von 1.- RM wöcheniiidi en 14 kar gold. Damenarmbanduhr von RM 50 an 14 kar gold. Herrenarmbanduhr . . 55 _ 800 gest. silb. 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Die Versammlung war sich klar darüber, baß eine Erneue- u .g nur von innen foinmten kann, forder e »aber im Zntevesse der Zucht und Ordnung, daß dir be stehenden gesetzlichen Bestimmungen i \ Reichsvierfassung und im hessischen Pcfizeigei.n über Sonntagsruhe und Sonntogsheili.-a g c ? den staatlichen Stellen allgemein gültig aus- gelegt und auch wirklich gehandhabt werd.t sollten. Der Dekan.-tstag faßte den Beschluß sich dies>erhalb an die maßgebenden Stellen . : wenden. Ebenso wurde ein Beschluß gefaßt, ein i Auf ruf an die Gemeinden zu richte-,i, der auf bje Bedeutung der SonntezsZeilis-ung hinweist. Ein rr«iterer Beschluß betraf die Anschaffung einer Kirchenfahne für das *5 > fanat, die bei kirchlichen Festen Verwendung ;iv den soll. Schließlich wurde d:: sch:n oft ur.v c: ; vielen S'. .,cn. aber bis jetzt leider imm r v:r- geblichr Ford2rung ausgesprochen, daß für k • evangelische Deutsch 1 a ndeineinhc ; t- lieber Bußtag jestgesetzt werden soll. Eine Reih? von weiteren Anregungen und F:r :.un- gen, d.«r auS der Mitte der Vermt mlu?.g kamen, mußte zu rücktest rlli werden, .'a die v r',? chrit- terne Zeit eine Aussprache darüber unnröglich machte. Hessischer Landesverband der Osiasienmi sion. In Mainz fand am Sonntag die 15. Jahresversammlung des H e i f i s ch e n L a n dcsverbandes der O ft a f i e n - M i s j i o n start. Sie wurde eröffnet durch einen Festgockes- dienst in der Christuskirche. Die Festprediat hielt Missionsiilspettor D. Dr. Witte ('Berlin). Abends sprach derselbe Redner in einer Missionsversamm lang auch in der Christuskirche über „Die Wirren in China und das Christentum". Der Festgottesdienst wie die Missionsversammlung waren außerordentlich stark besucht. Den Festgottesdienst verschönte der Kirchenchor. In der abendlichen Missionsversamm- lung sprach herzliche Begriißungswvete der Super intendent für Rheinhessen, Oberrirchenrat Zent- graf (Mainz); auch der Vorsitzende des Landesverbandes, Pfarrer Marx (Darmstadt), hielt eine Ansprache. Der Posaunenchor verstand es, durck) zwei gut gespielte Choräle hie Abendversammlung würdig zu eröffnen und zu schließen. Die Ostasienmission ist die einzige deutfch-evangelische Missionsgesellfchaft, die in Nordchina und Japan arbeitet. Als neuestes Arbeitsgebiet hat sie in China seit zwei Jahren die ärztliche' Mission nngefangen. Sie sendet als Missionare für die religiöse Arbeit nur akademisch gebildete Theologen aus, welck)e die Prüfungen für das heimatliche Pfarramt bestanden haben. Sie hat in Japan vier deutsche und vier japanische Berufsarbeiter, in China fünf deutsche und 16 chinesische Berufsarbeiter. Die Einnahmen des Hessischen Landesverbandes in 1926 betrugen 5360 Mark. Nach den Provinzen des Landes verteilen sie fick; auf Starkenburg 3001 Mk., auf Oberhessen 1509 Mk., auf Rheinhessen 850 Mk. Es besteht die Absicht, im nächsten Jahre die Hauptversammlung in Gießen zu halten und damit einen Missionskursus zu verbinden. Kirchliche Ifr. Religion^gemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Si'dan^ge). Same,tag, den 17.Sept. >927. Bora, end 6 15, morgens 5.30, abds. 6.45 u 7.25. E:,ltesdicnst der isr. Religionsgeiestschast Sabbatleirr, den 17. Septbr. 1927. Freitag abu. 6.10, Samstag vorm. 8.00, naebm. 4.30, Saböalausgang 7.25. Wochengottesdienst: Sonntag morg. 5 00, an den übrigen Tagen 5.15, abds. 6.00. Sftrerhstundcn der ^'edaktiori. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen 1 'm Im Herbst, wenn sich die Bäume unter der Last der Früchte neigen und die Spätsommersonne dem Obst die süße Reife gegeben hat, . dann überrasche Deine Lieben mit einer Fruchttorte, mit einem Obstkuchen. Und EureFreude wird vollkommen sein, wenn Du zum Backen das echte Palmin verwendest. Palmin ist naturreines, hundertprozentiges Pflanzenfett, ohne jeden Eigengeschmack. Ob Du nun eine Obsttorte, Zwetschen- oder Apfelkuchen oder gar „Pflaumen im Schlafrock“ mit einer Zipfelmütze aus Schlagsahne bäckst, der durch Palmin gelockerte Teig wird sich sättigen mit dem süßen Saft und dem Aroma der Früchte. Er kann dabei schwer von Fett sein, niemals aber wird das Fett selbt zu schmecken sein, wenn Du Palmin genommen hast. Palmin hat keinen Eigengeschmack. Die „Palmin-Post” (D. R. G. MJ, eine Kinderzeitschrift, wie sie noch gF nicht da war, liegt künftig jeder S ® 1-Pfund-Tafel F^lmin bei. Die „Palmin-Post" bringt künst- S» &JStefc lerische Abbildungen in Form von das naturreine Pflanzenfett Sammelkarten. , Markt 16 Zwischen Wsmd sieben Roman von Liesbet Dill. Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin. 16. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Nach der Probe fuhr ich sofort in meine Wohnung. Sie war leer. Ich erinnerte mich, daß Melitta in letzter Zeit öfters zu ihrem Schneider gegangen war oder zum Zahnarzt ... Merkwürdigerweise hatte sie mir das immer gesagt. Sonst tat sie das nie ... Sie sagte nie, wohin sie-ging und ich habe sie nie danach gefragt. Sie fragte mich auch nie, wo ich hinginge, wenn ich ausging. Jeder hatte seine eigene Arbeit ... Sie fragte höchstens, wann ich nach Hause käme und selbst das konnte ich ihr meist nicht einmal sagen ... Ich rief also den Zahnarzt an, dann ihren Schneider. Beide wußten nichts von ihr. Sie war gar nicht dagewesen seit Wochen. Das war das erste, was mir auffiel ..." „Aber kann sie nicht trotzdem--oder vielleicht Einkäufe —" „Gräfin ... ich weiß genau, daß sie mir noch einige Tage vorher sagte, sie ginge zum Zahnarzt oder zu ihrem Schneider ... Immer Nachmittags ... zwischen fünf und sieben. Und dann kam das Allermerkwürdigste. Das Telephon rief an. Eine fremde männliche Stimme sagte: „Ist dort Dr. Manfred?" ... „Ja, ich selbst ..." Darauf sagte diese Stimme deutlich: „Fahren Sie sofort nach der Platanenstraße. In dem Hause Nummer drei finden Sie in dem Parterrezimmer zu ebener Erde links vom Eingang etwas, das Sie interessiert .. ,‘,Unb Sie ...?" „Ich fuhr hin." „In das — Haus?" Sie stockte ... „Nein, nur — an das Fenster. Wie ein Einbrecher stand ich dort ... und sah durch den Spalt der geschlossenen Vorhänge — — einen Arm ... der mir bekannt vorkam--mit einem goldenen Schlangenreif ..." „Den Sie — kennen?" „Gewiß kenne ich ihn." „Es gibt so viele solcher Reife, Doktor." „Ich habe noch keinen gesehen, außer an Melitta ---und den antiken drüben im Museum, in dem Grab der römischen Patrizierin ..." Die Gräfin schwieg. „Das war alles, was Sie sichen?" „Nein, ich sah noch etwas, nämlich einen jungen Mann, der mir den Rücken zugekehrt, im Sessel am Feuer saß und eine Zigarette rauchte ... Wer es war ... habe ich nicht sehen können, ich sah nur seinen Rücken. Und deshalb bin ich heute hergekommen ... Ich will wissen, wer das ist!" Sie fuhr auf... „Bitte, wir wollen uns keine Komödie hier vorspielen. Dazu ist die Zeit zu schade und die Sache zu ... ernst ... Ich will zu Ende kommen damit ... Einen Tag wie gestern ertrage ich jedenfalls nicht mehr ... Und so waren die Tage vorher alle ... ich meine, die der letzten Zeit ..." „Seit warm?" „Seit meinem Todesurteil!" „Wie--?" „Nun, der Professor, der mein Herz untersuchte ... Es lohnt sich nicht mehr, sich die letzten Jahre mit Stimmungen zu verbittern ... Stimmungen find ansteckend--wie eine Krankheit ... Ich will meine letzten paar Jahre in Frieden leben ... Und ... sie soll's auch ... Deshalb bin ich hergekommen ... Sehen Sie nicht so fassungslos aus ... Gräfin. Sie können doch unmöglich ihre Freundin lein und von dem nichts gewußt haben, was wahrscheinlich jeder andere in der Stadt längst weiß ..." „Nein, Manfred--davon weiß kein Mensch etwas ...." „So ...? Das ist mir beruhigend ... Melittas wegen ... Aber Sie wissen davon. Sie gestatten, daß ich rauche?" „Bitte." Sie schob ihm das Rauchzeug hin ... rind sah zu, wie er sich mit seinen schmalen Händen, die weiß und krank aussahen, sie sah es zum erstenmal heute, eine Zigarette anzündete. Seine Hand zitterte leicht, er warf das Streichholz fort und schaute sie mit seinen klaren hellgrauen Augen an, und sie sah, daß er grau geworden war an den Schläfen ... Sie schwiegen lange ... Draußen klingelte das Telephon, man hörte den Diener im Vorzimmer sprechen, dann war alles wieder still. „Nun ...?" „Es fällt mir so furchtbar schwer--" „Warum? Nachdem ich es doch einmal weiß ... Es handelt sich nur um den Anfang ... Wie begann diese Geschichte? Und wo? Bitte, das interessiert mich ... Wir sind ja nicht die einzigen--- Wir haben Mitwisser." Er schlug auf die beiden sches Schauspiel gesehen ... eine Ehekomödie so alt wie die Welt ... Der Mann hat den Betrug entdeckt, aber er ist glücklich, denn er kennt den Betrüger. Es ist ein junger Mann, der in seinem Hause täglich verkehrt. Große Aussprache zwischen den zwei Männern ... Feiner Dialog — glänzend gemacht — Der Mann hält Gericht, die Pistole in der Hand ... aber der Liebhaber ist tapfer. Er bleibt stehen, er rennt nicht fort, er sagt nur kaltblütig, Auge in Auge: bitte, mein Herr, schießen Sie doch ..." „Und der Mann?" „Der .. kann nicht schießen ... Es ist em Künstler ... Er legt die Pistole fort ... Der Liebhaber wußte das ... Deshalb blieb er so tapfer stehen ... Also, drücken Sie zu ... Ick bin ganz ruhig." Manfred lehnte sich in den Sessel zurück und blickte auf die keifende tickende Pendule auf der Boullekommode neben ihnen. „Wer ist Anna Heine?" fragte sie. „Irgendeine Witwe, die eine Fremdenpension sührt. Meine erste Frau war befreundet mit ihr ... sie gingen zusammen ins Kurhaus, hatten, glaube ich, ein Kaffeekränzchen. Sie hatte Geschmack daran, meine Frau und ich störte ihre Kreise nicht. Ich konnte ihr ja „nichts bieten", wir lebten von meinen unausgeführten Kompositionen und Gesangsstunden. Diese Anna Heine, die einst in der Taunusanlage eine Fremdenpension hatte, verlegte diese eines Tages in die Platanenstraße ... Io, es gibt seltsame Zufälle, Gräfin--. Eine kleine bunfie Sackgasse, hinter dem Kurhause, zwischen Gärten. Sehr einsam, oertrefflich gelegen ... Man kennt sich nicht in dieser Straße, in der nur vier Dillen stehen ... in großen dunklen Gärten. Das Zimmer ist vermietet. An wen, hat mein Beauftragter nicht herausgebracht, da dieser Mieter das Zimmer nur zweimal in der Woche bewohnt und nur für Stunden ... Und dann empfängt er eine Dame ... man schildert sie mir groß und schlank, in einem dunklen Sealmantel ... verschleiert ... man kann ihr Gesicht nicht sehen ... Und das Schlangenarmband, hat mir heute mittag Melitta gesagt, kann sie beim besten Willen nicht finden ... Eigentlich hab' ich es mir gedacht ... Es sollte erst im Safe sein ... aber hn Safe war es nicht, sie glaubt, es verloren zu haben ... Ja, so sagte sie ... Aber sie scheint sich keine Gedanken über den Verlust m machen ... ein Armband mehr oder weniger ..." (Fortsetzung folgt.) Briefe, die zwischen ihnen auf dem niedrigen Tee- tisck lagen. „Die sind geschrieben worden, das sind unsere Zeugen ... Wir müssen nun beschließen, was zu tun ist ..." Er wartete, indem er sie ansah ... „So sprechen Sie doch, um Gottes willen! Sagen Sie mir alles! Ich weiß es ja, und die anderen wissen's auch ... Es wird nicht viel mehr sein ... aber der Name —" „Welcher Name?" „Den Namen des Mannes will ich wissen ... Seinen Namen ... den Sie wissen werden." „Was tut der Name dazu? Wollen Sie sich schlagen?" Er lachte auf und tat die Asche in die gläserne Schale ... „Wir leben im zwanzigsten Jahrhundert ... Mittelalter liegt mir nicht ... Ich bin kein Minnesänger ... kein Frauenlob ..." „Und weshalb interessiert Sie denn der Name?" „Wohnt er etwa hier ... in dieser Stadt?" „Nein, außerhalb ... in der Nähe ..." „Nun, dann brauche ich also nicht zu fürchten, daß er mir unvermutet in den Gassen begegnet ..." „Aber Sie kennen ihn doch gar nicht, denke ich?" „Ich kenne ihn nicht, aber seinen Rücken würde ich unter tausenden herauskennen. In seiner Haltung lag etwas so brutal Verächtliches ... etwas Heraus- forderndes ... Ah" er sprang auf und ging auf dem weichen Teppich auf und ab — „ich sehe ihn noch ... feine Athletenschultern ... ich glaube ihn überall zu sehen, ich begegne täglich ähnlichen Gestalten, auf der Kurpromenade — neulich im Park ... Abends im Theater ... im Konzert suche ich ihn unter meinen Zuhörern ... in jedem Auto sitzt er ... überall, im Nebel taucht dieser Kopf mit dem schwarzen zurückgestrichenen Haar vor mir auf ... Ich träume schon von ihm nachts ... ich halte ihn an der Gurgel ... ich ..." Er stöhnte auf. „Verzeihung, das; ich mich gehen ließ." Er setzte sich ihr wieder gegenüber. „Nun, stoßen Sie zu ... Ich warte ... Sie sehen, ich bin ganz ruhig ... weshalb sehen Sie mich an?" „Sie sind nicht ruhig", sagte sie ernst. „Jedenfalls nicht ruhig genug zu dem, was ich Ihnen sagen möchte." „Doch, doch. Mein Herz klopft ja schon nicht mehr ... Fühlen Sie, bitte ... Ich höre es gar nicht mehr ... mein Puls ist matt, ganz klein, sehen Sie ... hier." Er hielt ihr seine magere Hand hin. „Nur zu, rasch ... Ich habe neulich ein französi- 9IIT0 Cfcfhmfrino besonders auch kränkliche. 44UV ZJUJIWIHV, zurückgebliebene und solche mit steifen Deinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOLXS mengen. Verlangen Sie nur echtes Nassol in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engelapotheke (Biefeen. Zu haben in allen Apotheken. BeiSchlaflosiakeit.Herz-n.Nervcn- lcidcn das bekannte Wörisboscner Ncrvenvräparat, ein hervorragendes Kräftigungsmittel. Ärztlich begutachtet u. tausendfach bewährt. Wöris- bosencr Naturbeilvcrsand, Elberfeld. Niederlage und Alleinverkauf: 8räu(erhnu5 Semi. 3nng. Schulslmtze 5. Große Sendung Koffer« eingctroff.au äußerst günstigen Preisen. Heinrich M, Marktstr. 25. Obftversteigernng. Dienstag, den 20. September, wird das Obst der Gemeinde Grüningen, Zwetschen, Aepfel und Dirnen, versteigert. Anfang morgens 9 Uhr am Gießener Weg. Euler, Bürgermeister. (8369D Obstversteigerung. Nächsten Mittwoch, den 21. September 1927, vormittags 8% Uhr, soll das der Gemeinde Holzheim gehörige Obst meistbietend versteigert werden. Auswärtige sind vom Mitbieten bei Zwetschen ausgeschlossen. Anfang bei der Bürgermeisterei. Nachmittags um 3 Uhr soll das der Gemeinde Bergheim gehörige Obst meistbietend versteigert werden. 8375V Anfang an der Straße Holzheim—Dorf- Gill am Anfang der Bergheimer Grenze. Hessische Bürgermeisterei Holzheim. J.V.: Grieb. BHD Abgabe nur an Mitglieder im 5510a Nimm nur Famos derGEG, und weg ift alles Wafchtagweh Jfamsismwerein Gießen ii. 1tm&. e. G. m. b. H. -- 3 Man bekommt es in jedem Konfumverein, Damenfrisieren Shampoonierenmit prima Ondulation Bubikopf-Schneiden (vollendeteAusführung) sowie Maniküre und Vibrationsmassage mtd Bernh. Bosch Damen - und Herren • Friseurgeschäft Neuen Baue 12, Ecke der Weidengasse ------------—_ r Isidor ©fern I Trude Siern geb. Mecklenburg Vermählte Gießen Lübeck Trauung Sonntag, den 18. September in Kassel Hotel Meier ZwangsversteigerungK24/27 Freitag, Len 23. September 1927, vormittags 9 Uhr, wird auf dem Amtsgericht Gießen, der im Grundbuche von Gießen der Rosa Montag geb. Flötke und dem Balenttn Ditimar in Gießen zu je V- zugeschriebene Anwesen, Löwen« gaffe 20 Flur 1 Ar. 6547,0 =■ 2C6‘/l0 qm Hofreite, geschäht 28426 tRJt, zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist a der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. 6610c Gießen, den 12. Juli 1927. I>. A. des Amtsgerichts Gießen Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Geschäfts-Eröffnung Am Samsiag, 17. Sept, eröffne ich in Gießen WaNorstraße 12, SeietI). 736 und Bleichstraße 31 lEcke Vruchstraße) zwei Verkaufsstellen für Mch und Molkereiprodukie ES wird 'mein eifrigstes Bestreben sein, nur beste Ware an billigsten Tagespreisen zu liefern. Indem ich um gütige Unterstützung meines Unternehmens bitte, zeichne ich Z.HamehMolkerei Lardenbach O66*T f 8361a Waschleder-Stepper, 2 Perlm.-Kn., für Damen, gute Qualität, mit Wasser u. Seife zu waschen Mk. 4.75 Waschleder-Stepper, 2 Perlmutt - Knöpfe, extrafeine Qualität, Mk. 8.00 Ziegenleder-Stepper, 2 Druckknöpfe..................Mk. 6.50 derselbe, 2. Druckknöpfe, feine Qualität................ Mk. 7.50 Glaceleder, 2 Druckknöpfe.. Mk. 5.5§ Echt Wildleder-Stepper Mk. 8.50, 7.50 Nappaleder-Stepper........Mk. 5.00 Gla^eleder, mit eleganter Stulpe, Mk. 7.50, 6.50 Slofl-HanMulie für den üebergang: Wildleder-Nachahmung, Spezialmarke „Erka“............Mk. 1.75 Wolle mit Seide, „Rundstuhl" Mk. 2.00 Lar Vie Lande di« bis Rackste IN»' ts ist un( Sussiellu! 560 eng die aber re re Stu diesem 1 Leistung. statt. Da die über sich ein den Ehi ger, R gienmgs und nie waren n treten, d wirtfchaf Teilen h bereits ir und cmf öffnimys Prasi >Aur das Dl dmM des La der ho herzlich die Au 6tiM präflde willigu keine T fuhr dl Ein m uns stallun! wv er konnte adgcha too an Var 3 großen fanme W 6 Atsch Mn Mal, auf da Amis übmnj ^nlad Äer Adeui muffe । < d hab 'chule^ Mcht« Z'-La »r Stand Len ven W h( Lanksivi unserer unserer ltellung ben an aufrück Rach ir unserer Landw stimm bessere men Ii röte b nach Dessen die Pa Auf bi bilanz cherben einerlei die 6id ehe bei dürfte : Lmen. Men u darüber der Et der ft Zreitag, 16. September 1927 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 217 Drittes Blatt Turnen, Sport und Spiel ri« dberg tagen am kommenden Sonn- bte erste ©nttotdlimg hinaus 3m Verbandsfpiel trifft sie dort auf die erste Elf deS F. C. Burgsolrns. Burgsolms hat jetzt zwei Derbandsspiele ausgetragen und bis I auf ein» im D P P termannschafl verfügt, liegt das Schwergewicht, BP D D UNDZURüCk 18.—21. September 18Z7 Amerikas Turner und das Deutsche Turnfest 1923 in Köln. vv. Die deutschen Turner Amerikas beschlossen kürzlich in Cleveland, in Köln 1928 als geschlossene Einheit aufzutreten. Für die lleber- fahrt nach Deutschland sind drei Schiffe bereits belegt. Es sind die „America" für den Bezirk Illinois, Abfahrt von Reuyork am 25. 3imi 1823, „Bremen" für den Bezirk Pittsbourgh, Abfahrt von Aeuhork am 5. 3uli und „Republik" für den Bezirk Aeuhork, Abfahrt von dort am 7. Juli. Die Turner auf sämtlichen drei Schiffen treffen sich in einer noch zu bestimmende Stadt Deutschlands und werden vereint in Köln einmarschieren, wo sie von dem Vorsitzenden der D. T., Dr. Berger, und der D. T. feierlich empfangen werden. Aach dem Deutschen Turnfest (23. bis 28. 3uli) werden die amerikanischen Turner eine gemeinschaftliche Reise durch Deutschland und die Schweiz unternehmen. Man plant eine Rheinfahrt nach Dingen und Rütes- heim, dann Besuch der Städte Frankfurt, Heidelberg, Stuttgart, Zürich, Luzern, Interlaken, Bern, München, Aürnberg und Leipzig. Aus dem Mittelrheinkreis der D. T. 50s 533 720 ab Gießen an 21“ 22’0 2338 W 101 S 1" 652 849 900 an p^. ab 1936 2100 2224 2305 2351 IVIessausweise zum Vorverkaufspreis bei S. Loeb, Gießen, Bahnhofstraße 52 a auf eigenem Platz, wenig Umstände machen und die Gäste mit einer Aiederlage hckmfchickrn. Oppenrod, das Hachborn empfängt, dürfte es kaum anders gehen, höchstens d;fj hier die Ried.wlage etwas empfindlicher ausfäll. Die SchülerNasse. Einen recht guten Auftakt zu dem Streit- klassespiel in Gießen gibt das Spiel der Schüler ■ Mannschaften Gießens und Wiesecks. D.ide Mannschaften, die ein recht interessantes Spiel, bei dem der Ausgang ungewih ist, zeigen werten, sind sehr befähigt. Dasselbe gilt von den Schillermannschafien Lollars und Wetzlars, die sich in Wetzlar ein Stelldichein geben. Auch hier sind die Aussichten auf den Sieg geteilt. Tennis. Gießener Tennisklub 1922 E. V. gegen Tennisklub „Dlau-Deiß" Limburg 15:3. Am Sonntag trug die 2. Mannschaft des Gießener Tennisklubs 1922 ein Städteweltspiel gegen den Tennisklub „Blau-Weiß" Limburg aus. Die Gießener Spieler waren in sämtlichen Konkurrenzen um eine Klasse besser und gewannen das Spiel leicht mit 15:3 Punkten. Aus dem Amtsverrn .oigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 6 6 vom 13. September enthält: Falsche Reichsbanknoten: Feldbereinigung Gro^en-Brfteck. hat eins gewonnen unö eins verloren. Heuchelheim, das bis jetzt zwei Spiele gewonnen und eins verloren hat, wird sich wohl klar darüber sein, daß ein weiteres verlorenes Spiel sie aus der Spitzengruppe verdrängen wird. Dis Derbandsspiele im Arbetter-Turn- und Sporlbund. Die Kreisklaffe. £ Am kommenden Sonntag findet das erste Spiel der Kreisklassenmannschaften der Aachrunde in Gießen statt. Die ersten Spiele am vergangenen Sonntag brachten den beiden Spitzenmannschaften, Franifurl-We^end und Praunheim weitere Siege, und damit eine Befestigung ihrer Posittvn. Auch die Spiele am nächsten Sonntag lassen keine Veränderung erwarten, denn West end dürfte auf eigenem Platz Dackenheim sicher schlagen, und Praunheim wird sich in Dorheim die Punkte ebenso sicher holen. Das Hauptinteresse konzentriert sich auf das Gießener Spiel: hier treffen die beiden Mannschaften der Tabellen- Spielvereinigung 1900 Gissten. o. Die Ligamannschaf t tritt am kom° 1 menten Sonntag in Marburg der dortigen Sportvereinigung Verein sürDewegungs- piele Kurhessen 05 entgegen. Die Gie» jener Elf hat eine kleine Aenterung gegen den Vorsonntag erfahren. Richt nur, daß man im Lager der DLauroeihen mit der bestimmten Mitwirkung des Linksaußen rechnet, auch in der Mannschaft selbst wurden mehrfache llmftellun- gen vorgenommen, wodurch man hofft, die Elf kampfkräftiger zu machen: vor allem will man einheitliche, erfolgreichere Stürmeraktionen erzielen. Zu berücksichtigen siird bei dem Marburger Treffen die Plahverhältnisse, denn bei der jetzt herrschenden Witterung verliert der bärtige V. f. D.-Platz nur allzuschnell feine Spielfähigkeit. Bekannt ist, daß die Gießener Elf auf morastigem Spielfeld nie durchstecht, und so wird auch wohl am konrmenden Sonntag bei der zur Zeit schlechten Form der Vereinigten ter Plahverein S. V. Marburg, wenn auch nur knapp, Sieger bleiben. Das Spiel wird geleitet von dem Dezirksschiedsrichterreferenten Colt- mann- Kassel. Alle anderen Senioren- und Iugevdmann- schaften ter SpieLvereinigung 1900 spielen in Gießen. Die Liga res er ve tritt nachmittags der gleichen vom Veretnfür Rasenspiele Butzbach entgegen. Aus Grund ter Leistungen vom Vorsonntag ist damit zu rechnen, daß die Punkte in Gießen bleiben. — Vor diesem Treffen sticht die 3 a - M a n n s ch a f t 1900s im Ver- bandsspiel gegen die 3 a des Ortsrivalen, V e r» ein für De w egungs spiele Gießen. Der Ausgang ist völlig offen, wenn man auch nicht verkennen kann, daß dem Playverein vielleicht ein kleines Plus gutzubringen ist, auf Grund des seitherigen Abschneidens beider Mannschaften. — Die 3b-Mannschaft hat vormittags die 2. Elf vom Sportverein 1920 Heu che lheim zu Gast. Im allgemeinen hat die Gießener Elf im Spiel am letzten Sonntag enttäuscht. Die Elf muß schon alles aei§ sich herausgeben, wenn sie ihren guten Ruf auch weiterhin wahren will, denn auch die Heuchel- heimer II. ist nicht zu unterschätzen. — Die 1., 2. und 3. Iugendmannschaft 1900s tragen Diplomspiele gegen die gleichen Mannschaften vom Verein für Dewegungsspiele Gießen aus. Alle Begegnungen zwischen diesen Mannschaften entbehrten seither nicht des Reizes. Gutes technisches Können, gepaart mit großem Siegeswillen, ließen Kampfesbilter entstehen, die die Zuschauer in ihren Bann zogen. — 1900s erste Schü lerels empfängt nachmittags die jüngste Schülerelf aus dem Gau, die vom Sportverein Klein-Linden, und dürfte erwartungsgemäß einen ziemlich hohen Sieg erringen. Heuchelheim. Burgsolms ist am nächsten Sonntag das Reiseziel der ersten Mannschaft vom S. V. 192 0. - In Friedberg tagen am kommenden Sonntag die Gau-Jugendwarte des Mittel- rheinkreises der D. T. Bereits am Samstag findet eine Sitzung des Kreis-Iugendausschusfes statt. Abends schließt sich ein Tie im Kasino an. Die Haupttagung füllt den Sonntagvormittag aus. Aus der Tagesordnung steht u. a. ein Referat über die Schritt die Rinder den Vorführungsring und zogen an ter Tribüne vorbei, ebenfalls nach Provinzen geordnet. Den Reigen eröffnete jedesmal ein mächtiger Stier, der am Aasenring geführt wurde, dann folgten die Kühe. Es waren vertreten die Vogelsberger Rasse, Otenwälder Rvtvieh und Vieh ter Glan-Donnersberger Rasse. Im Anschluß an die Eröffnungsfeier fand nbd) ein daß die Ausstellung zum Wohl und Segen Hessens und des deutschen Vaterlandes gereichen möge. Bürgermeister Mueller-Darmstadt sprach Glückwünsche ter Stadt Darmstadt aus: er gab u. a. ter Genugtuung Ausdruck, daß die Ausstellung nicht in Frankfurt, was wohl für Oterhessen näher gelegen hätte, sondern auf hessischem Boden ftattfinte. Stadt und Land seien aufeinander angewiesen. Was uns am meisten nottue, sei ein inneres Locarno, eine Versöhnung ter Gegensätze in unserem Volke. Er wünschte der Ausstellung vollen Erfolg, wie auch ter nächste Redner, Fabrikant Schenck, der Vorsitzende der Industrie und Handelskammer Darmstadt. Vorführung von Pferden und Rindern. Die Aufmerksamkeit des Publikums hatte sich inzwischen schon den Pferden und Rindern Au- gewandt, die in einiger Entfernung von der Tribüne aufgestellt wurden. Es waren nur ausgesucht schöne Tiere, Prachtexemplare, die prämiiert worden sind. Auf einen Wink des Präsidenten Hensel betraten dann die Tiere den Vorführungsring: voran Pferde, Kaltblüter, geordnet nach den drei hessischen Provinzen. Ihnen folgten Halb- und Warmblüter in großer Zahl. Dann betraten in gewöhnlichem Rundgang statt. Den Mittelpuntt ter Ausstellung bildet die große Festhalle, in ter zahlreiche Abteilungen einer wissenschaftlichen Schau untergebracht sind, die von der Landwirtschaftskammer und den staatlichen Behörden zusammengestellt wurden. In der Mitte ter Halle ist eine wundervolle Sonderausstellung von Obst und Gemüse, die fich durch eine eigenartige und dem Auge höchst gefällige Anordnung auszeichnet. Das ganze Geläute linier Hand von ter Festhalle ist auf- geteilt und mit landwirtschaftlichen Maschinen und Geräten dicht beseht. Hier ist u. a. ter Elektro-Hof, ein Dorfkino, eine Beregnungsanlage usw. Hinter ter Festhalle (von ter Eintrittsseite aus) stehen die Pavillone verschiedener Syndikate (Kali, Stickstoff usw.). Im Weiterfchreiten gelangt man auf eine größere freie Fläche, dem Vorführungsring, an den die große Tribüne grenzt. 'Iteiter nach Süden schließen sich die vielen großen Bauten und Zelte an, in denen Pferde, Rinder, Ziegen, Schweine, Kaninchen und das Geflügel untergebracht find. Don dem vielen Sehenswerten, was ein Rundgang bietet, soll in einem weiteren Aufsatz berichtet werden. Eröffnung der Landwirtschaftlichen Landesausstellung Von unserer Darmstadter Redaktion. Freizeitbewegung. ZandbaK in der D. T. Kommenden Sonntag stehen sich auf dem Platze des Männerturnvereins die beiten 1. Mannschaften des M. T. D. Gießen imb des Turn- und Sportvereins Butzbach zum ersten Derbandsspiel gegenüber. Bis zum vorigen Jahre gehörte Butzbach zur Gau- verbandssonderklasse und war bis dahin sechsmal hintereinander Gaumeister. Die sympathisch spie- lente Mannschaft spielte nicht nur im Gau Hessen eine führende Rolle, sondern konnte auch gegen namhafte süddeutsche Vereine annehmbare Resultate herausholen. - Wenn auch die Mannschaft in diesem Jahre zur Gaumeisterklasse abfteigen mußte, so ist damit doch nicht gesagt, daß sie an Spielstärke erheblich eingebüht hat. Butzbach gehört immer noch zur stärksten Klasse und wird dadurch die M. T. D.-Mannschaft vor eine schwere Aufgabe stellen. Die Gießener treten in ter stärksten Aufstellung Butzbach entgegen und wollen sich so leicht nicht Niederkämpfen lassen. Ohne die Spielstärke anderer Vereine oder Mannschaften abzuschwächen, dürfte feststehen, daß in diesem Spiel sich die beiden stärksten Vertreter des Gaues gegenüberstehen. Im Anschluß an dieses Spiel treffen sich die 1. Mannschaft des Turnvereins Heuchelheim und die zweite des M. T. V. Kommenden Sonntag greift die V. s. B. - Liga- rn a n n s cha f t wieder in die Derbandsspiele der 1. Bezirksligaklasse ein. Sie hat auf eigenem Platz die bekannte „Borussia" F u ld a zum Gegner. Die Borussen haben unter der Leitung ihres österreichischen Trainers ihre Spielstarke bedeutend gehoben und sind heute wohl zu den stärksten Mannschaften des Bezirks zu zählen. Die beiden, in den diesjährigen Derbandsspielen erzielten Resultate (gegen den vorjährigen Bezirksmeister „Sport" Kassel 2:2 und gegen S. C. 03 Kassel 2:1 gewonnen stellen das Können der Mannschaft unter Beweis und zeugen vor allem, im Gegensatz zur V. f: B.-Els, von einer konstant bleibenden Leistungskurve. Die Stärke der Mannschaft liegt im Sturm. Die V. f. B.- Elf tritt in stärkstmöglicher Aufstellung an; sie will unter allen Umständen versuchen, die Schlappe von Marburg wieder gutzumachen. Bis jetzt hat D. f. B. gegen stärkere Gegner stets beffere Leistungen gezeigt, als gegen schwächere. Gerade Fulda mußte dies in der letzten Derbandsspielserie durch den Verlust von drei Punkten anerkennen. Die Ligareserve hat ebenfalls auf dem Waldsporiplatz Herborns Ligareserve im Verbandsspiel zum Gegner. Obgleich Herborn nicht unterschätzt werden darf, kann man doch mit einem knappen, aber sicheren Sieg der Platzmannschaft rechnen. E r st e und zweite Iugendmannschaf- ten tragen, gleichfalls auf eigenem Platz, die ersten Diplomspiele aus, und zwar sind die gleichen Mannschaften der Spielvereinigimg die Gegner. totn Ne Mannschaft siegen, bei dem Sturm, ter Ne größte Schußfreudigkeit entfalten muß. Friedberg besitzt in seinem Tormann ein sehr stackes Bollwerk und in seinem schnellen und ball» sicheren Sturm eine recht gefährliche Angrisss- toaffe. Dazu dürfte bei Friedberg die Läuferreihe besser beseht sein. Die L Klasse. Gießens Ib ist Gast in Alsfeld. Die Alsfelder hinterliehen am Sonntag nicht den besten Eindruck, und Gießen tut gut, sich ju dem Spiel am kommenden Sonntag mit gesunden Aerven zu wappnen. Ganz ohne Aussicht unternimmt Gießen die Fahrt nicht, denn die Mannschaft zeigte gegen Marburg recht anspre ende Leistungen. Auf eigenem Platz werten die Ali- felter jedoch alles daransetzen. um den Sieg zu behalten, ter dann aber kaum hoch werden dürste. Marburg! und Wehlari treten ia Marburg an. Konnte Marburg am Sonntag nicht so stark überzeugen, so ist doch anzunehmen, daß die Mannschaft auf heimischem Boten besseres leistet. Wehlar gelang eS zwar, den derzeitigen Tabellenzweiten Lollar, wenn auch knapp, zu schlagen. Ne Aufgabe am kommenden Sonntag ist jedoch schwerer. Der Ausgang muh vollständig offen bleiben, aber das steht fest, daß ein faires und ruhiges Spiel in Marburg zustande kommt. Vorher spielen die zweitenMannschaf- t e n ter gleichen Vereine. Auch diese Mannschaften zeigen eine gleiche Spielstärk , so daß die eifrigste Mannschaft auch ter Gewinner fein dürfte. Die II. Klasse. Zu einem • spannenden Spiel treffen sich Rodheim I und Fronhausen 1 in Rod- heim. Die meisten Siegesausjichten hat hsiröei Rodheim, obwohl Fronhausen recht ernst zu nehmen ist und seinem Gegner nicht ohne toei:er?d die Punkte überlassen wird. Burkhardsfelden I geht gegen Leun I in ein aussichtsloses Rennen, denn hier trifft der' Tabellenerste mit dem Tabellenletzten zusammen. Leun wird überlegener Sieger bleiben. Das interessanteste Spiel dieser Klass? dürft, in Dau bringen steigen. Hier stehen sich Saubringen I und Grvßen-Linden I gegenüber. Beite Mannschaften stehen an der Spitze der Tabelle, Daubringen mit einem Pun>: Vorsprung. Der Ausgang des Spiels entscheidet über den 2. Platz. Beide Mann chaften zeigen eia ausgeglichenes sympathische Spiel, bei dem es immer schwer war, den Sieger vorher zu nennen. So ist es auch diesmal. — Vorher spielen die zweiten Mannschaften Grohen-Lin- d e n s und W i e s e ck s in eine n Freundschaftsspiel, wobei sich Wieseck als Ne Spielerfohr n ren zeigen werden. Die Jugendklasse. Rach einer vorgenommenen Spielverlegung kommt Heuchelheim am Sonntag nach Gießern Wenn die Einheimischen ein so schwaches Spiel zeigen, wie am vergangenen Sonntag gegen Kletn-Linteir, so haben sie recht wenig Aussicht, gegen die zwar kleinen, aber I außerordentlich fünfen und technisch Gutes leistenden Heuchelheimer aufzukommen. Wieseck müßte in Klein-Linden mitte, Gießen I und Friedberg I auseinander. Rach dem guten Abschneiden Gießens im Praunheimer Spiel ist es recht schwer, eine Vorhersage zu treffen, denn letzten Endes wird, bei der fast gleichen Spielstärke beider Mannschaf- ten, ter den Sieg erringen, ter den größten Siegeswillen und die stärksten Rerven mitbringt. Da Gießen über eine bemerkenswert sichere Hin» wie in Gießen geben, zeigten, daß sie über di> sind. Lollar wird mit Alten-Buseck, zumal * Darmstadt, 15. Sept. Die heute eröffnete Landwirtschaft l i ch e - Landesausstellung Darmstadt 1 927, die bis zum 20. September dauert, ist zweifellos ein Markstein in der Geschichte der hessischen Landwirt- ■ schäft. Sie übertrifft alle früheren Veranstaltungen , ähnlicher Art nicht allein durch ihre Große, sondern auch durch die Fülle der zur Schau gestellten Tiere, . Ma chinen und sonstiger Ausstellungsobiekte. Es ist nicht übertrieben, wenn von dem unternehmen gesagt wird, daß es das umfangreichste nächst den Ausstellungen der Deutschen La ndw'ri schäft sgesell - schäft ist. Um ein ungefähres Bild dieser Nie enfchan zu geben, sei nur auf den Katalog verwiesen, der 560 eng bedruckte Seiten zählt: eine Wanderung, die aber nur einen Heberblicf gewahrt, dauert mehrere Stunden. Die Landwirtschastskammer hat mit diesem Unternehmen eine ganz cmtzerordentsiche Leistung vollbracht. Noch vor einigen Tagen war nur wenig auf dem Ausstellungsplatz zu sehen, aber es ist ungemein rasch gearbeitet worden, so daß die Ausstellung heute ein fertiges Bild bietet. Heute mittag fand die (Eröffnung der Ausstellung statt. Dar Wetter war prächtig. Auf der Tribüne, die über taufend Zuschauern Raum gewährt, hatte sich ein zahlreiches Publikum eingefunden. Unter ten Ehrengästen waren die Minister Kimber- ger, Raab und Henrich, ferner zahlreiche Rc- gierungsvertteter, Landtagspräsident Adelung und viele Landtagsabgeordnete. Besonders stark waren natürlich die landwirtschaftlichen Kreise vertreten, die Mitglieder und die Beamten der Land- wirtschastskammer und viele Landwirte aus allen Teilen Hessens. Auch die städtische Bevölkerung war bereits in großen Scharen auf dem Ausstellungsplatz und auf der Tribüne zu sehen. Zu Beginn der Eröffnungsfeier ergriff der Präsident der Landwirtschaftskarnmer Delonomierat Hensel das Wort zu einer Begrüßungsansprache, in der er den Ministern, den Vertretern der Staatsregierung, des Landtags,- der Industrie und Handelskammer, der Handwerkskammer und den sonstigen Gästen herzliches Willkommen bot. Er dankte allen, die die Ausstellung gefördert haben, insbesondere den Stifum von Ehrenpreisen, namentlich dem Staatspräsidenten, dann auch dem Landtag für die Bewilligung von Mitteln und allen Ausstellern, die keine Mühe und Opfer gescheut hätten. Der Redner fuhr dann u.0, wie folgt fort: Eine lange Zeit, 22 Jahre ist verfloßen, fett in unserem Hessenland eine derartige Veranstaltung nicht stattgefunten hat. Im Jahre 1910, wo eine Ausstellung hätte stattfinten sollen, konnte sie durch auftret ente Viehseuchen ntcht abgehalten werden. Dann tarn ter große Krieg, wo an eine Ausstellung natürlich nicht zu denken war. In der Aachkriegszett konnten wir bei der großen Rvttage, tn Ne unsere deutsche Landwirtschaft geraten war, an eine Ausstellung gleichfalls nicht denken. Hart und schwer liegt ie Hand dcS Schicksals auf unserer hessischen Landwirtschaft. Hier einzugreifen, ist Ne Pflstht unserer Landwirts chaftSkammer. Wir wollen unserer bäuerlichen Bevölkerung durch Ncfe Ausstellung den vielfach verlorengegangenen Glaubet: an Ne eigene Kraft wieder erwecken, sie aus rütteln und sie auf die Selbsthülfe verwerfen. Rach unserer lleberzeugung wird eine Gesundung unserer Wirtschaft ohne Ne Mithilfe ter deutschen Landwirtschaft nicht möglich fein. (Lebhafte Zustimmung). Wenn auch hier und da infolge ter besseren Beschäftigung unserer Industrie Stimmen laut werten. Ne darin schon die Morgen» rote des Wiederaufstieges erblicken, so kann doch nach unserer Ansicht von einer dauernden Besserung nicht gesprochen werden, solange Ne passive Handelsbilanz keine Besserung zeigt. Auf die Dauer kann doch Nefe passive Handelsbilanz mit Auslandkrediten nicht ausgeglichen werten, das dürfte jedem vernünftigen Menschen, einerlei welchen Standes er ist, klar sein. Daß die Sicherung der Volksernährung nach wie vor eine der wichtigsten Ausgaben ist unö sein mutz, Dürfte man eigentlich als selbstverständlich an» nehmen. Doch scheint man sich in Regierungskreisen und bei der Mehrheit der Parlamentarier darüber keine grauen Haare wachsen zu lassen, llnd erst die Masse des Volkes steht dieser, Gefahr aus Unverstand teilnahmslos gegenüter. Die Eindämmung der Lebensmitteleinfuhr und die Hebung der eigenen Erzeugung ist ein Gebot ter Stunde. Aber dies ist nur möglich, wenn ter deutschen Landwirtschaft Lebensbedingungen geschaffen werden, datz sie existieren, d. h., dah sie rentabel wirtschaften kann. Um unserem Volke zu helfen, ist diese Ausstellung veranlaßt. Möge ter Erfolg nicht ausbleiben. In der Zusammenarbeit aller Berufsstände, unter ter Mithilfe ter Regierungen, liegt der Weg zum Aufstieg eingedenk der Worte Friedrich des Großen: „Rur das ist wahrer Reichtum, was die Erde hervorbringt." Hiermit fei unsere Hessische Landwirtschaftliche Ausstellung eröffnet.“ Die Ausführungen des Redners wurden mit lebhaftem Beifall ausgenommen. 3m Anschluß an seine Ansprache brachte Präsident Hensel ein Hoch auf das Hessenland aus. Minister für Arbeit und Wirtschaft Raab übermittelte den Denk der Regierung für die Einladung zu der Eröffnung der Ausstellung. Er sprach sich sehr anerkennend über das Unter- nehrnen aus, das Zeugnis ablegen solle von der Bedeutung der Hessischen Landwirtschaft. Man müsse sagen, datz die hessische Staatöregierung zu allen Zeiten für die Landwirtschaft gesorgt habe: sie habe mit Staatsmitteln geholfen, habe Fach- schulen, Winterschulen, Landwirtschaftsämter usw. errichtet und auch diese Ausstellung ges ordert. Die Landwirtschaft zu fordern, sei Aufgabe jeder Regierung. Sie sei nicht allein ein wichtiger Stand von Produzenten sondern komme auch als einer der Hauptkunden ter Industrie für den heimischen Markt in Betracht. Trotz aller Schäden durch Krieg. Inflation und Raturereignisse habe die hessische Landwirtschaft sich immer einen hohen Rang in Deutschland behauptet. Der Redner sprach dann der Landwirtschaftslammer Glückwünsche zum Erfolg ihres Unternehmens aus und überbrachte die Grüße des Staatspräsidenten. Der Minister schloß mit dem Wunsche, eigentlich Sieger bleiben, aber nur, wenn sie Ne Punkte nicht "schon vor dem Spiel in Ne Tasche stecken, sonst könnte es leicht eine Heberraschung i, wo Ne Klein-L'nteneft Wirtschaft. Die TexMkonjunktur. Die Gesamtlagr der Textilwirtschaft stellt sich noch immer als sehr günstig dar. -Zwar ist, wie wir aus Fachkreisen erfahren, in einzelnen Sparten der Textilwirtschaft in den letzten Wochen ein Auftragsrückgang einge.retrn, der jedoch bisher den Stand deS Beschäftigungsgrades in der gesamten Textilindustrie noch nicht ungünstig beeinflußt hat. 3m übrigen sehen Fachkreise in dem Nachlassen des Auftragseinganges eine saisonmäßige Erscheinung und messen ihm darum keine besondere Bedeutung zu. 3n dem immer noch anhaltenden Rückgang der Arbeitslosigkeit sieht man eine Gewähr dafür, daß dem Textilhandel auch weiterhin neue Käufer mit ihrem Bedarf an Belleidungsgegensänden zugeführt werden. Außerdem rechnet man nach Beendigung der Ernte mit einem Zugang von Käufern aus der landwirtschaftlichen Beröllerung. die bisher bei der Ungewißheit über den Ausfall der Ernte recht zurückhaltend gewesen ist. Soweit die einzelnen Branchen in Frage kommen, kann im allgemeinen festgestellt werden, daß der Beschäftigungsgrad noch immer gut ist und daß Aufträge fror liegen, die für eine Reihe von Monaten eine unveränderte Beschäftigung sicher stellen. 3n den Baumwollspinnereien herrscht noch immer Hochkonjunktur. Da der Gesamtbeschäftigungsgrad der Textilindustrie immer günstig ist und die Zukunftsausfichten durchaus günstig beurteilt werden, so ist mit einem älmschwung der Preisbewegung vorläufig nicht zu rechnen. Was den Einzelhandel anbclangt, so sind übermäßige Lageranhäufungen bisher nicht festzustellen, wenngleich die Waren- Ic-.cr an und für sich mehr geleert sein könnten. Befürchtungen, die an Lleberdispositivnen im Handel und namentlich in der Bekleidungsindustrie geknüpft worden sind, werden uns als unbegründet hingestellt. ' Günstiger Absatz in Braunkohlen. Die Absatzlage im Bereiche des rheinischen Braünkohlensyttdikats ist zur Zeit recht günstig. Die Werke sind bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit beschäftigt und können ihre Erzeugung dauernd steigern. Auch in den Kreisen der mitteldeutschen Braunkohlenindustrie wird die gegenwärtige Lage durchaus günstig beurteilt, und man rechnet für die nächste Zeit mit einer Steigerung des Absatzes. ’ Aktiengesellschaft f ü r Kohleverwertung. Lieber die Arbeiten d:r Aktiengesellschaft für Kohleverwer^ung gibt die „Deutsche Bergwerkszei ung" weitere Einzelheiten bekannt: Aach Freigabe der westfälischen Provinzialstraßen ist der Dau der Anlagen jetzt praktisch in Angriff genommen worden. Es sind von der Gesellschaft nicht nur erhebliche Röhren- aufträge, sondern auch die erforderlichen Aufträge an die in Frage kommenden Bauunler- nehmungen vergeben worden. Bei den Verträgen mit den nicht dem Aktionärkonzern angeschlossenen Werken handelt es sich um eine Lief rin enge von etwa 200 Millionen Kubikmeter jährlich, die sozusagen fest unter Dach gebracht sind. Das ist eine Gasmenge, die rund ein Drittel des gesamten Gasverbrauches der Stadt Derlln ausmacht. Die Verträge mit den Konzernwerken machen ein Vielfaches der erwähnten Menge aus. Die Hauptarbeiten der Aktiengesellschaft für Kohleverwertung konzentrieren sich auf die Rationalisierung der 3ndustriefeuerung. Die in der Industrie unterzubringenden Mengen sind so gewaltig, daß erst durch diese Grundbelastung die geplante billige Belieferung der Konsumenten ermöglicht werden wird. Das Interesse der Industrie an der Gasverwendung ist sehr groß. * V om Stahlwerksverband. Die diesmouatigen Hauptversammlungen der Roh- stahlgemeiuschaft des /-V-Produk.enveröandes und des Stabeisenverbandes wurden gestern in Düsseldorf abgehalten. Die Marktlage wurde in allen Verbänden eingehend besprocken. und hierbei wurde sestgestellt. daß die Werke ausreichend beschäftigt sind. Beschlüsse über Preisänderungen wurden nicht gefaßt. ' Schramm Lack- und Farbenfabriken A. G.. Offenbach. Die Gesellschaft beantragt Kapitalserhöhuno um 0,52 auf 1,6 Millionen Mark. Die neuen Akt en sollen zu 107 Proz. von einem Konsortium übernommen und den alten Aktionären im Verhältnis von einer jungen auf drei al e Aktien zum gleichen Kurse angeboten werden. Ein Restbetrag soll fest begeben werden. * Großkraftwerk Mannheim A. G. Die G. V. erledigte die Regularien. Aus dem 2ieirg2toinn von 203 115 Reichsmark werden auf die Vorzugsaktien A 10 Prozent, die Vor'.ugsq aktien B 15 Prozent und die Stammaktien 7 Prozent verteilt. 30 000 Mk. werden dem Wohlfahrtsausschuß überwiesen und 12 715 Reichsmark auf neue Rechnung vorgetragen. • Friedrich Krupp A.-G. Essen. Die Friedrich-Alfred-Hütte bestätigt eine Pariser Meldung. daß sie mit dem französischen Kolonialministerium einen Vertrag zur Lieferung von Eisenkonstruktionen für die Dahn in Indochina abgeschlossen habe. Die Bezahlung der Lie erung, die einen Gesamtwert von 4,5 Millionen Reichsmark haben wird, erfolgt aus Reparationsmitteln. ' Hoesch Eisen und Stahl A.-G., und Köln-Aeuesfener Dergwerks-A-G. In den gestern abgehaltenen AR.-Sitzungen der Hoesch A.-G. und der Köln-Aeuessener Derg- werks-A.°G. wurden die Dilanzen für den 30. Juli 1927 vorgelegt. Die Interessengemeinschaft ergab, nachdem bei Hoesch 7 107 071 und bei Köln-Aeuessen 4 007 352 M. Abschreibungen afc- gesetzt worden sind, einen Reingewinn von 9 432 389 M. Es wurde beschlossen, den zum 13. bzw. 14. Oktober einzuberufenden G.D. bei Hoesch die Ausschüttung einer Dividende von 8 Prozent und bei Köln-Aeuessen einer solchen von 9 Prozent vorzuschlagen. Ilm die Mittel für die beabsichtigten Aeu- und älmdauten zur Erweiterung und Verbesserung der Betriebe bereitzustellen, soll den G.V. beider Gesellschaften Erhöhung des St.-A.-Kapitals um je 16 Mill. M. vorgeschlagen werden. e D i e Bank von Frankreich erhöht den Lombardsah um 30 Proz. Die Bank von Frankreich hat bestimmt, daß von nun ab bis 80 Prozent der deponierten Papiere lombardiert werden können. Das bedeutet eine Erhöhung des Lombardsahes um 30 Prozent. Der Zinsfuß bleibt auf 6 Prozent bestehen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M, 16. Sept. Tendenz fest. — Die Börse verkehrte heute in angeregter und fester Haltung, wenn auch der Ge° schäftsumsang infolge der mangelhaften Beteiligung des Publikums nicht größer geworden ist. Die Baissespekulation fuhr in dem Abba u ihrer Baisse-Engagements fort und nahm heute Deckungen vor, veranlaßt durch die reibungslose Ueberwindung des gestrigen Zahltages. Verschiedentlich wurden auch Meinungsläufe vorgenommen, so besonders in I. G. Farben, da sich die Gerüchte über eine Er - fin düng der I. G. auf dem Gebiete des Kautschuk-Ersatzes verstärken. Bon Auslandseite sollen ebenfalls Kauforders vorgelegen haben. Anregend wirkte ferner die in diesem Wrsmaße ziemlich unerwartet gekommene Dividende nerhöhung bei Köln-A.mÄsen und Hoesch, sowie der günstige Bericht der Reichsbahn-Verwaltung über den Monat August. Am Geldmarkt bleibt Geld noch gesucht. Lagesgeld 7 Prozent. Bei Festsetzung der ersten Kurse verzeichneten die Effekten werte Kursgewinne von 1,5 bis 4 Prozent im Durchschnitt. Lebhafte älmsähe hatten wieder I. G. mif plus 4,5 Prozent. Stärker gefragt und gut befestigt lagen außerdem Siemens, plus 7,75 Prozent, und Harpener plus 5,25 Prozent. Von Bau- unternehmungen konnten Holzmann um 4 Prozent anziehen. Voigt u. Haeffner lagen mit minus 2 Prozent weiter abbröckelnd. Vernachlässigt und im Kurse unverändert blieben Scheideanstalt. Heimische Renten ruhig. Von fremden Renten setzten Anatolier ihre Haussebewegung fort. Daneben zeigte sich lebhaftes Interesse für Serben, Rumänen ttnZ> Russen. Im Verlaufe wurde das Geschäft allgemein still, die Kurse konnten jedoch weiter bis zu 2 Prozent anziehen. Für I. G. Farben erhielt sich größeres Interesse. Im Devisenverkehr gab es keine nennenswerten Veränderungen. Man hörte: Reichsmark gegen Kabel 4,2019, gegen London 20,434, London-Kabel mit 4,8535, Paris gegen London 124,02, Mailand 89,35 und Madrid mit 28,72. Berliner Börse. Berlin, 16. Sept. Wieder waren es Bewegungen auf Spezialgebieten, die der heutigen Börse das Gepräge gaben. Nachdem schon der Vorbörsenverkehr ein freundliches Bild gezeigt hatte, konnte sich zu Beginn des amtlichen Verkehrs eine feste Stimmung durchsetzen. Im Mittelpunkt des Interesses standen Montan- und Farbenaktien, erstere besonders durch die in diesem Ausmaße unerwartet gekommene Dividendenerhöhung bei Hoesch und Köln-Aeuessen. Den weitaus größten Gewinn erzielten Klöckner mit plus 9 Prozent, da man hier gleichfalls mit einer höheren Dividende rechnet. In I. G. Farben sol'en u. a. auch verschiedene Auslandkaufaufträge oorge egen haben. Heber die im Durchschnitt 1 bis 2 Prozent betragende Erhöhung hinaus befestigt waren Loewe plus 4 Prozent, Bembcrg plus 7 Prozent und Glanzstoff plus 8 Prozent. Heimische Anleihen lagen ruhig; Ausländer haussierend. Pfandbriefe ruhig, aber behauptet. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld noch etwas gesucht zu 5 bis 7 Prozent, Monatsgeld unverändert 7,75 bis 8,75 Prozent. Warenwechsel 6.12 Prozent und darüber. Im Verlauf blieb das Geschäft lebhaft und fest, besonders für Montanwerte und verschiedene andere Spezialpapiere. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M, 16. Sept. Die Weizen- preife bröckelten unter dem Druck der weichenden Auslandpreise immer mehr ab, während Roggen den Preis Qu halten vermag. Dementsprechend sind auch die Preise für Weizenmehl um 25 Pf. ermäßigt. Die Frankfurter Mühlen sind voll beschäftigt, dagegen soll eine Anzahl süddeutscher Mühlen über sehr geringen Mehlabsah klagen, woraus es sich auch erklärt, daß sich die Kleiepreise halten. Im übrigen ist die Stimmung unverändert. Es wurden notiert: Weizen, Wet- terauer 26,50, Roggen, inländ. 24,50 bis 24,75, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 28, Hafer, inländ. 23 bis 24, Hafer, ausländ. 24 bis 25, Lfiais (gelb) 18,75, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 39,25, Roggen.nehl 35,25 bis 35,75, Weizenkleie 13 bis 13,25, Roggenlleie 13,75. Berliner Produktenbörse. B e r lin, 15. Sept. Der Markt nahm heute einen außerordentlich ruhigen Verlauf. Das Angebot aus der Provinz, besonders von Weizen, war etwas reichhaltiger. Die Mühlen bekundeten aber angesichts des wieder schlechteren Mehl- absahes ziemlich starke Zurückhaltung. Die Offerten für Auslandbrotgetreide waren leicht ermäßigt. Auf dem niedrigeren Aiveau fanden auch wieder einige älmsähe statt. Am Lieferungs- marrt waren sowohl Weizen als auch Roggen bei geringsten Umsätzen um 0,50 bis 1 Mark im Prei.e rückgängig. Weizen- und Roggenmehl hatten bei unveränderten Forderungen sehr ruhiges Geschäft. Hafer ist weiter fest gehalten. Die bessere Äachfrage erstreckt sich nunmehr auch auf mittlere Qualitäten, so daß nur noch allergeringste Sorten vernachlässigt sind. Wintergerste ist knapp offeriert und rege begehrt. Sommergerste begegnet nur in feinsten Drauqualitäteni größerem Interesse. Cs notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt 257 bis 261, Sept. 275, Oft. 274.25, Dez. 274,25 (ruhig); Roggen, märt 247 bis 250, Sept. 254,25 bis 257, Olt. 247 bis 247,75, Dez. 243 bis 243,75 (ruhig); Sommergerste 220 bis 265 (ruhig); Wintergerste und Futtergerste 215 bis 222 (fest); Hafer, märt 195 bis 211 (fest); Mais, La Plata 194 bis 195 (schw.); Raps 300 bis 310; für je 100 Kilo: Weizenmehl 33,75 bis 37,25 (ruhig); Roggenmehl 32,75 bis 34,75 (ruhig); Weizenkleie 15,25 (still): Roggenkleie 15,25 (still); Diktoriaerbsen 46 bis 52; kleine Erbsen 26 bis 29; Futtererbfen 21 bis 22; Peluschken 21 bis 22; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; Lupinen, blau 15 bis 16; Rapskuchen 16 bis 16,40; Leinkuchen 22,60 bis 23,10; Trockenschnitzel 13,90; Soyaschrot 20 bis 20,50; Kartoffelflocken 22,60 bis 23 Mark. Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen, 14. Sept. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen einen Landwirt von Ober-Florstadt wegen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Da der Angeklagte leugnete, mußte eine große Reihe von Zeugen und Sachverständigen vernommen werden; ferner wurden über seinen Geisteszustand zwei Sachverständige gehört. Das Urteil lautete auf neun Monate Gefängnis. Freigesprochen wurde ein Gärtner aus Friedberg von der Anll ge deS Sittlichkeits- Verbrechens, da die Verhandlung Zweifel über die Glaubwürdigkeit der Hauptzeugin ergab. Aach der Urteilsbegründung blieb ein sehr hoher Verdacht allerdings bestehen. Auch diese Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Ein Schlosser von Gießen hat ein Fahrrad gestohlen und es unter Vorlage einer von ihm gefälschten Kaufbescheinigung weiter zu verkaufen gesucht. Ferner hat er sich einem Polize'wachtmeister gegenüber eines falschen Aamens bedient. Seiner Jugend und seines reumütigen Geständnisses wegen wurden mildernde Umstände in weitgehendem Maße angenommen. Er erhielt eine Gefängnisstrafe von einem Monat und fünf Tagen, sowie wegen der falschen Aamenangabe einen Tag Haft. Kunst und Wissenschaft. Rasmussen kehrt zurück. Wie aus Kopenhagen gemeldet wird, befindet sich der dänische Grönlandforscher Dr. Knud Rasmussen, der in diesem Sommer eine Expedition nach Thule auf Grönland unternommen hat, mit feinem Schiff „Sökongen" auf der Heimreise. Man erwartet ihn Mitte Oktober in Kopenhagen. An Bord ist altes wohl. Aach feiner Rückkehr will Rasmussen nach Aberdeen reifen, um die Ehrendoktvrschaft des dortigen Kollegs in Schottland entgegenzunehmcn. Büchertisch. — Ludwig Bäte: Gang ins Gestern. Eine Aovelle. Aachwort von Erckst Sander. 78 Seiten 8°. Reclam, Leipzig. Universal-Bi- bliothek Ar. 6781. Heft 40 Pf., Band 80 Pf. — Ludwig Bäte hat eine ganz eigene Art, Landschaft zu erleben, Landschaft und Mensch als Ganzheit zu erfassen. In der vorliegenden Rahmenerzählung befchwört er die Schatten bedeutender niederdeutscher Menschen, mit denen er sich, aus dem gleichen Mutterboden entsprossen, innerlich eins fühlt. Seine Menschen erscheinen mehr als Farben und Farbwerte eines Gemäldes, denn als Handelnde; in ihnen spiegeln sich die wesentlichen Züge des Landes: in Johanna von Voigt, der Tochter Justus Mösers, die unbedingte Zuverlässigkeit und Dauer, in die nur einmal, doch für ein Leben aufwühlend, ein großes Schicksal bricht; in Jerusalem die Schwermut der Ebene, in Hölty das ernste, gehaltene Träumen, in Grabbe der witte- kindstarre Trotz. Dos Sein und Wesen dieser Menschen findet in der Landschaft den geheimen Trieb; wunderbar hat der Dichter das den Dingen innewohnende Stimnrunoshafte in Worte, in Klänge uingefeht. Es ist feine berauschende, aufbrausende Melodie, sondern ein von Sonne und Schatten überspieltes Interieurblld, das an die holländischen Äteinmeifter der Malerei erinnert Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber {einerlei Verantwortung.) Zahlungsbefehle. Die Deutsche Propaganda-Gesellschaft Berlin W. 62, Lutherstrahe 50, hat sich auch in Friedberg und Umgebung durch gerissene Agenten zahlreiche Anzeige-Bestellungen verschafft für ein angebliches Buch „Deutschlands Bäder und Städte in Wort und Bild" und verklagt nun massenweise die betrogenen Geschäftsleute, die sich weigern, die Inseraten-Aufträge voll zu bezahlen. Der eigentliche Leiter des Unternehmens, Kaufmann Kurt Haschke, ist bereits wegen Betrugs erheblich vorbestraft. Wie wir nun hören, hat der Oberstaatsanwalt bei dem Landgericht 2, Berlin AW. 40, Rathe- notoer Straße 79 unter der Geschäftsnummer 4 c. I. 1014/27 dem Präsidenten des Amtsgerichtes Berlin Mitte davon Kenntnis gegeben, daß die sogenannte Deutsche Propaganda-Gesellschaft, „seit Jahren einen groß angelegten Schwindel betreibt“ und daß gegen den Kaufmann Kurt Haschke abermals „Anklage wegen fortgesetzten Betruges erhoben“ worden ist, und zwar am 4. Juni 1927. Für den Laienverstand bleibt es deshalb unfaßbar, daß die Deutsche Propaganda-Gesellschaft noch immer mit „Zahlungsbefehlen" arbeiten darfl Wo ist die zuständige Amtsstelle, die endlich verhindert, daß weiterhin ehrlich und sauer verdientes Geld unter behördlicher Mitwirkung in üble Hände gerät? Ein Rechtsunkundiger. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (2Iu4 der .Radio-Umsckcm*.) Samstag, 17. September. 15.30 bis 16 Ubr: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Hausorchesters: Wunschnachmittag. 17.45 bis 18.05: Die Lese- stunde (für die reifere Jugend). 18.15 bis 18.30: Liebertragung aus Kassel: Stunde Haus und ©arten, Vortrag von Garteningenieur Karl Hinze. 18.30 bis 19: Der Briefkasten. 19 bis 19.30: Stunde des Frankfurter Bundes für Volksbildung: „Zum bevorstehenden Franz-Schubert- Iubiläumsjahr", Vortrag von Herrn, v. Schmei- del. 19.30: Uebcrtragung aus dem Frankfurter Opernhaus: Hoffmanns Erzählungen. O-er in drei Akten, einem Vor- und einem Aachspiel von Jacques Offenbach Anschließend: Tanz- Programm. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. ~~iC ^i‘-t t nn Papieren angesutzr'en Ziffern geben die 5)öhe der zuletzt befchlofsenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuß 7 Prozent. Frankfurt a.M | Berlin Frankfurt a.N> Berlin Schlu • $".UT3 Kuri Schinh.iÄnscmg finrs | 'iuro Schi ui; Kurs | -UI-r- Kurs Sn, lutz Kurs 21 n jang Kurs Tatit-M- 15. 9. 16. 9. 15.9 16. 9 Datum: 15. 9. 1 16. 9 Li. !l. 16. 9. 6% Dt Reichsattleche o. 1927 87,1 — 87,5 — A.E Ä....... .7 ixi.7u 184.75 i LS4.6> k ?lll( Yiotöf eäjutö mit Bergmann . . . . . . . .8 192,5 195 192 ti.'i 194.8 u Nos -Hechten 54 75 54,78 55 55 El ktr. Lieferungen . . . 10 186,5 18), 75 188 ^ck-gl. ohne AuSl f -Rechten I5.Ü 15,75 15,5 15.6 L cht und Kraft . . . . 10 _ 2->6 207.75 7 ivrantr Hyp.-B,. Go dvr Briten A Guilleaume .6 137.5 139 1 !8 > 139 4 unlui'bbnr bi-5 >932 2 25 204.4 4°>..Schwei', BlN-deHd -Änl. _ — 16 290 294,75 292 -94,4 < o Ocftereichische ("otbrte 28 25 — 27,5 Tran radio . . . . . . .8 133 - 4.20% Ccftcrr ich. ^,-lvcrrte 0.13 5.25 — Labinever /, I »orvener . ...... poa'cb Eisen........ Ilse Bergbau ...... 4 8 .5 .8 153 204,5 156.5 209 75 - — 154,75 107 180.5 2'5 156 210 182 5 — 1775 18.25 ^(öeburtoerfe ...... .5 155 75 - 4 / o 069(11. «erte 11. ... 4° o Rumäne» convcrt Rtc 4%% Rumänen Äoldanl. 14.8 ... 14,9 14,9 15,1 Köln-Neuesten .... .PA NtauneSmann >f. */» Ä 4 Mans cldcr..... . . . 7 175 25 127 178.9 129 75 181 5 176,65 127,75 184.25 178.5 129 — — 15,75 Oberschlcs Eisend. Bedar 0 98,-5 99 100 8llg Dcuiiche Eisenbahn 4% 86 —— 85 Oberschlei. Kokswerte 0 — 104 4 in*. ^aniburc’Vlnicr 2 et. । 151,ö 153 152 7j 153.25 Pbönir Bergbau f V* I 3 112 14 113.5 114.4 Vamb-Sudam Damvisch d —- 228.5 230.5 nyemtiche Braunkooicu 10 198.5 356,25 253 257 Hansa Tampfichiff 6 — — 234 234 mr tnnayi .0 201 200..'5 20 i Norddeutscher riond 6 152 163,5 153 13 152.75 niel-cn Montan...... .6 3 — 164.0 IM 18-i Altg. Deutsche Credilanst. - io 145,25 146 146 ycr'.tmgte Stahlw. f. ’/» 5 127.5 loO 1-8 1-9,5 Bann r Bankverein n 145 146 5 146 146.6. Ctaot 2)itneu . .1 Kali Aschersleben .... sh 34.5 24 .4 Berliner Hanorlsgcsellsch. 12 256 .53 25 ir 175 — 175.5 176 25 Cammer;- und Privat Bk. 1> 175.5 179 176 7a 178 KaliWestcreqeln . • Kaliwerk Salzdetfurth - - 10 184 185 l?5,75 185.75 Tarm'r. u. Ncnionalbank r. 232 33.5 232,75 235 25 12 - — -'18 25 248.5 Deutsche Bank. io Ttslonto-(?csellschas, Anl. 10 Dresdner Bank . 10 iliti 5 157.5 166 167 158 166 167 157.75 h.6 5 167 157.75 165 § ‘ G Warben-Industrie )rummit Nobel .... 5(6cib'>aniinlt . . 10 .0 302,5 217 3U6 305 5 146 307 147,5 Mitteldeutsche Creditbank 9 — 247 247 -47,5 «Goldschmidt........ .5 130 75 13 j i:i 5 i 132,65 Hü MctaUbank........8 Reichs bank ........ lu 143.75 172.5 144.5 145 177 175,5 Nütgerswerke ....... Metallgesellichaft ..... .0 10 96.5 19 196 99 l Berl n. 15 Sevtbr- (Selb «rief französische Noten...... 16.44 16.511 Holländische Noten .... italienische Noten...... 167,96 22.87 168,61 22,97 Norwegische Noten...... Teulsch-Lesterr-.ä 100 Kronen 110.68 111.12 59.09 59,33 Rumänische Noten...... 2,69 2,61 Schwedische Noten...... 112,59 113,05 Schwei,er Noten....... 80,85 81,17 Svanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 70.76 71.04 12.407 12.467 Ungarische Noten . . . 73,25 73.65 Deviseumartt (Berlin -Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Frankfurta M Berlin Schluk-! l'Udr- Schluh Kurs 1 Anfang Kur» Kurs Kurs Datum: 15. 9. | 16 9. 15 9. | 16. 9. 'ÜUtiipp Hoi>inann 199 203 200.75 204 Öcidelberaer Cewer t ; 144 5 145 5 Temen: Karlstadt .... 8 186 — — Davß L Srteiitia - • 1( 162,5 164 — — EchultdctS Pavenboker. - 15 — — 425 Oftwerke . . • . . i: — _ 398 405 Äer. Glanzstoff . — — 7 11 719 Bemderg...... - - - . 8 — — 590 597.5 Hcllito Daldbof. . . • 12 315.5 318 319 319 Zellstoff Slschaffenburo . io 20 .'.75 205 203 Cbarlott nburger Master. 7 143 147.13 eiiauer Gas . - • 8 —- — 199.25 201,5 Daimler Nsotoren. .... 0 12 123 122,25 123.75 Demag .... 0 89,13 89.65 Adlerwerke Kleber. ... 0 H4.6 116 116.75 115,ö Ludw- roeire . . .... 1 — - 273 277 Nat Automobil . — _ 120.13 123.5 Orenst. in & Kovvel — — 137,25 138 Linke Hofmann .... 0 — — — Leonhard Tietz. . — — 162 163.5 Bamag-^ eoutn,. . . . . 0 46,5 — 45 25 — Franis. N. ich.neu .... c 75,5 74 75 — (Srißnet . . . . 7 117 — 114.75 Hevligenstaedr . . .... 0 28 - — Aungoans .... 6 106 10b 106,75 Lcchwerke . . . . . . . 8 122.5 — —• Mainkrastwcrke » . . . . . k 124 124.75 — •— Mtag . . . ... IC 135 135.5 — Nekarsulmcr . . . . . . . 8 116 117 115.25 — Petets Union . . . . . . . 8 114 113.4 — Gcbr. Norder . . . . ... 10 141 _ — — Doigi & Hoewter . . . . . 6 191 189 ^00 192 Sudd Zucker . . - 0 1411 141 140 Banknoten. 15. Septbr. 16. Sevtbr. Amtliche Noli.runa Amtliche Notierung Geld Briet (Selb Briei Amst-Non 168,23 168,57 168,23 168,5? Buen^Aire- 1.793 1,797 1,794 1,793 Bnst^Antw 58,455 58,575 68,455 68,575 Ehristiania 110,89 111,11 H0,b9 111,11 Kovenhogcn 112,39 112,61 112,45 112,67 Skockdolm . 112,86 113,08 112,89 113.11 SelfingforS. 10,58 10,60 IO,58< 10,603 Italien. . 22,865 22,905 22,85 22,89 London. . . 20,415 20,455 -0,415 20,455 Wennort . . 4.198 4,206 4,1975 4.2055 Pari-.... 16,40 16,50 16,465 16,505 Schweiz . . *0,97 >1,13 6Ü,96.> 81,125 Svanien . . 71.04 71,18 71,08 71,22 Javan . . . 1,573 1,977 1,96s 1,974 stio de Jan .49. 1.499 0.4975 1,4295 Wien in D-- Cfft. obgeft 59,185 •>9,305 59,18 59.30 Prag .... 12,412 12,463 12,449 12,469 Belirad . . 7,398 7,412 7,395 7,499 Budavest. . 73.42 73,56 <3,39 73,53 Bulgarien j.Ooü -.036 o,032 >,036 Lissabon 20,52 20,56 20.56 10.60 Danag. . . 81,34 81,60 81,36 81,54 Konfl.ntin. 2,138 2,142 2,139 2,143 Alben. . . 5,591 >,616 5,594 6.606 Kanada 1,199 4,207 4.198 4.206 UruuiiaO - - (.176 4.184 4.176 4.184 Tatro 20.937 20,977 20.945 20.9X4 Berlin, 15 Septbr "leid Brie' Amerikannche Noten..... Belgische Noten...... Dänische Noten...... Englische Noten....... 4.184 58.28 112.13 20.387 4.204 58.52 112.57 20.467