•« 4? hX 'n jlebet. <•!» ^aktion. ^!b**ii ö,t * Ä» S*ne K S,*«tnife Nr. 190 Erstes Blatt 17Z. Jahrgang Dienstag, 16. August (92Z Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monat$»Be$ngspret$: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger: lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 61, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Zrankfnrt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen VrvS «nv Verlag, vrühl'sche Univerfilütr-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Stehen. Zchrtftleitung und Geschäftsstelle: Zchulsttahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig.- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Rcichspfennig, Platzvorschrift 20°,, mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Men. en" -ßuge. cahlmelöung.) itcd) ‘i^aufa oom J|ug. ‘gegangenen Juni. u91eu9um 1115 lon in oft. 1 e 1 rootbtn. infolge des ungün- n. a Hannover meldet, Millich infolge des ‘bet dem Ozean ge- ‘g abzubrechen. AWe Englands in morden. Eine Lesläli- ch nicht vor, jedoch en" Infolge der un- ansozcanftug abge- M^cheks. fWDL. Funlspruch.) daschinefifche cktritt von dem imus der nativ- erklärt Ischang- : an feiner ßührung inb feiner Rückschläge chuldigungen, daß er ng verantwortlich fei, w, folange er - Ige feines physischen 5 stelle er die Partei- z und habe bcschlofsen, I mit der natio- on zu lösen. Er Posten zurück, werde Zartei als ein- Hen. Äi rend der Nachsaison iktion u. Reisebüros 0 em Päckchen- w -ird Sie angen^ isten Geschäften. langen neural^ nnd 6 6 i 23,09 108,?2 59J2 >,61? 112.80 di.Z 71,0« 12, iS 13.» a. Ä. ivu.(‘ iie.y Wirrt 10.6J® z2,!Ö ü)3' 1,2" 16,2» oli 2^ ;i,l? ,993 ü» s,y 166,«*’ 22,99 |OS,?8 59.18 2,59? 112,37 >11,06 ;J81 12,12 73.10 ,zrankst^ Die neue Revolution in Portugal. Don S. von Alngern-Sternberg. 3n der Serie der portugiesischen Revolutionen Ivar eine längere Atempause eingetreten. General Carmona hatte die Zügel der Diktatur straff in die Hand genommen, und man glaubte schon, daß das schöne Land an den Ufern des Tejo von weiteren Erschütterungen verschont bleiben würde. Die meisten Putsche hatten zwar einen operettenHaften Charakter gehckbt. So wurden die Aufrufe der Revolutionäre gewöhnlich ganz friedlich, trotzdem sie von kühnen Worten überschäum- ten, neben den Gegenplakaten der Regierung angeschlagen. Regierungstruppen und Aufständische defilierten, voran die Offiziere, mit gezogenem Säbel, durch die Straßen. Man gab einige Cuft- schüsse ab, eine verirrte Kugel verwundete irgendeinen Zivilisten, der Rocio wurde abgesperrt, die diskutierenden Kaffeehausbesucher durften nicht die Avenida betreten... und dann schloß man Frieden. Die erste Ausnahme im ungestörten Verlaufe der Revolutionen hatte das Jahr 1921 gemacht, da war viel Dlut geflossen, aber das war schon lange her und man vergaß schnell. Man zeigte in den folgenden Jahren Touristen das Kriegsschiff, das jeweils bei einem Aufstande seine Kanonen auf die Stadt zu richten pflegte, ■ oder man bewunderte eine Mauerstelle, in die eine blinde Kugel eingeschlagen. Auch der Generalputsch, der dem jetzigen Diktator zur Macht verhalf, hatte einige operettenhaste Momente. Die Generäle de Costa und Carmona bildeten nämlich zunächst mit dem Marinekommandanten Cabezadas ein Triumvirat, das den Staatspräsidenten zum Rücktritt zwang. Cabezadas trat an die Spitze der Regierung, wurde aber, da er sich vom General Gomez da Costa, dessen Truppen vor Lissabon lagerten, unabhängig machen wollte, seinerseits aus der Regierung vertrieben. Gomez da Costa fühlte sich nun als Alleinherrscher und ernannte, um sich von seiner Gegenwart zu befreien, General Carmona zum Gesandten beim Vatikan. Carmona aber kehrte den Spieß um, sammelte einige getreue Offiziere um sich, ließ General da Costa verhafte.n, und verbannte ihn nach den Azoren. Alm die bittere Pille zu versüßen, ernannte er ihn bald darauf, noch in der Verbannung, zum Feldmarschall. Die Herrschaft Carmonas wurde aber bald durch eine wirklich ernste Revolution im Winter des Vorjahres getrübt. Durch einige Tage wütete rin wirklicher Bürgerkrieg in den S - aßen Lissabons und Oportos, die Arbeiterorganisationen, die stark mit Kommunisten durchweht waren, und die sich, angeblich auf Befehl Moskaus, an den Barriladenkämpfen beteiligten und die Regierungstruppen von den Dächern und Fenstern aus beschossen, rechneten nicht ohne Grund auf die Unterstützung einiger Truppenteile, da ein Teil der Republikanischen Garden und der Polizei, je nach den Almständen, bald auf der Seite General Carmonas, bald auf der seiner Gegner dampften. Aber schließlich gelang es dem Diktator doch, den Aufstand niederzuwerfen. Die linken Parteien unter Alfonso Costa, Alvaro ie Castro und Horton de Mattos mußten sich ihm auf Gnade und Alngnaöe unterwerfen. Der Eieg General Carmonas war unbestritten. Man verglich seine Diktatur mit der Primo de Riveras im Rachbarkönigreich. Aber wenn i -auch gewiß eine Analogie besteht, so sind die ; Verschiedenheiten doch sehr groß. Die Diktatur in Portugel kann nicht mit der traditionellen, Termittelnben Macht eines Monarchen rechnen. -3n Portugal sind persönlichen Einslüs en Türen -und Tore geöffnet. Im Gegensatz zur spanischen ist die portugiesische Armee mit politischem " ■Älüngeltoc'en durchseucht und scheint Prätorianer- Gelüsten nicht abgeneigt zu sein. Man kann nie Lasur bürgen, daß die siegreichen Regierungs- truppen, wenn ihren Wünschen nicht Genüge geschieht, nicht wieder die Fahne des Aufruhrs * erheben. Die Politik Carmonas, ebenso wie die Primo iie Riveras, war es. vor allem die Ruhe im Lande wiederherzustellen, das frühere Partei- vesen zu vernichten und das parlamentarische System zu begraben. Trotz der Ablehnung des Parlamentarismus führten aber beide Diktatoren ■■ (ine durchaus soziale Politik, stützten die kultu- rften und Arbeiterinteressen so weit, daß der Führer der portugiesischen Sozialdemokraten Dr. Karewa Surto in einer seiner letzten Reden <’uf Die Rotwendigkeit hinwies, die Diktatur n ihren sozialen Aufgaben zu stützen und den Standpunkt der absoluten Opposition aufzugeben. Aber wenn in Spanien das frühere korrupte 'Parteiwesen wirklich vernichtet erscheint und die llerat.ende Kammer scheinbar ohne alle Hemm- > i.isse im Oktober in Madrid zusammentreten ■ fcirö. so war in Portugal das Parteiwesen rvohl unterdrückt aber nicht erloschen, im ge» • feimen wurden Verschwörungen angezettelt, 'an denen sich Offiziere beteiligten, und wieder ein- । mal brach, für die Oesfentlichkeit recht uner» j wartet, eine Revolution in Lissabon aus. Alm eine Versöhnung aller Volksschichten zu fördern, hatte der Diktator General Carmona den Obersten Passos Sousa, dessen links gerich- (tete politische Anschauungen bekannt waren, zum Vizepräsidenten des Ministerrates ernannt und dadurch die Empörung der monarchischen Partei In der Armee und eines Teiles der Minister selbst erregt, die, wie hauptsächlich der Finanz- minifter, selbst Monarchisten sind, oder doch radikal rechts gerichteten Anschauungen huldigen. „Bremen" bricht den Ozeanflug ab. Durch Sturm und Nebel zur Umkehr gezwungen. Als am Sonntagabend die „CBrem en“ und die „Europ a" in Dessau glatt und ohne Schwierigkeiten starteten, wird sich so manchem die Frage aufgetirängt haben: „Werden sie es schaffen, werden sie ihr Ziel erreichen und die Alnwetterzonen des Atlantik überwinden?" Die Antwort darauf ist ziemlich rasch erfolgt; noch in der gleichen Rächt mußte die „Europa" über der Rordsee kehrt machen, einmal weil Motorstörungen eintraten, zum anderen, weil die Führer der Maschine klug genug waren, die lieberquerung des Ozeans nicht ertrotzen zu wollen und dabei vielleicht sich dem gleichen Schicksal auszuliefem, das die beiden wackeren Franzosen R u n g e s s e r und Coli ereilte. Sie gaben das Rennen aus. Anders dagegen vorerst die „Bremen". Sie konnte die schweren Stürme, die widrigen Winde und Gewitterbarrieren, wenn auch schwer kämpfend, überwinden und bis über die irische Westküste hinaus auf den Atlantik Vorstößen. Dann aber zeigte sich das Wagnis des Alnternehmens erst in seiner ganzen Gröhe. Aussichtslos erschien es den mutigen Piloten, bei einer Windstärke, die sogar größte Ozeandampfer in Mitleidenschaft zieht, mit dem schwer beladenen und tief fliegenden Flugzeug die amerikanische Küste zu erreichen. Auch sie kehrten heim, weil Wind und Wetter stärker waren. Der Versuch, den Atlanfik von der europäischen Seite her zu überfliegen, ist zunächst mißlungen. Er ist aber damit keineswegs aufgegeben. Das dürfte wohl schon zur genüge aus dem Start am Sonntagabend hervorgehen, der erfolgte, obwohl die Wetterberichte alles andere denn günstig waren, und der unter diesen Almständen auch deswegen vor sich ging, weil es den Fliegern an Mut und Entschlossenheit nicht gebrach. Wir bedauern es auf das tiefste, daß ihr erster Angriff von der Kraft der Raturelemente abgeschlagen wurde. Aber schließlich galt es hier doch nicht, ein toH» kühnes -Unternehmen auszuführen. Der Welt sollte gezeigt werden, daß es unter Umständen möglich ist, einen Passagierverkehr zwischen den beiden Kontinenten einzurichten. Wer sich von diesem Gedanken leiten ließ, konnte natürlich nicht blind drauflos fliegen. Damit wäre der deutschen Fliegerei, die doch schließlich in dem kommenden europäisch-amerikanischen Verkehr eine nicht unerhebliche Rolle spielen will, ein sehr schlechter Dienst geleistet. Wer sich zur Ausgabe gemacht hat, einmal Personen von einem Festland zum anderen zu bringen, der muh auch zeigen, /)aß er Verantwortung s- bewuhtsein genug besitzt, um sich das Vertrauen derjenigen erwerben zu können, die einstmals unter deutscher Führung den Ozean überfliegen werden. Die Flieger haben gezeigt, daß sie dieses Verantwortungsgefühl besitzen. Mag das auch das einzige Akfivum ihres mißlungenen Fluges fein. Ihr Wille, wieder aufzusteigen, sobald es die Wetterlage zuläht, ist durch diesen Fehlschlag aber nicht gebrochen. Die Umkehr der Bremen. Wir wir in einem Teil unserer gestrigen Ausgabe noch berichten konnten, überflog die „Bern en" gestern früh 7,05 Uhr die irische Westküste und flog auf des offene Meer hinaus. Indessen zeigte sich, wie weiter unten berichtet wird, sehr schnell, daß der Weiterflug bei den schweren Stürmen ein Ding der Unmöglichkeit war. „Bremen" kehrte deshalb um und tourDe um 11,15 Uhr auf 5326 0 nördlicher Breite und 1,14 0 östlicher Länge mit Flugrichtung O st-Süd-Ost gesichtet. Die Heimkehr erfolgte erfreulicherweise glatt. Dessau, 15. Aug. (Wolff.) Die „Bremen" ist um 16,30 Uhr auf dem Flugplatz Dessau glatt gelandet. An Bord ist alles wohl. Die Maschine befindet sich in bester Verfassung. Die Flieger hatten den Entschluß zum Rückflug gefaßt, weil die Stürme über dem Ozean ihn vom Standpunkt der Vernunft ratsam erscheinen ließ. Auch G. 31 wieder in Dessau. De s s a u , 15. Slug. (WB.) Heute abend gegen 6 Uhr ist auch das Begleitflugzeug der Ozeanflieger, die Großmaschine G 31, von Bremen wieder auf dem hiesigen Flugplatz gelandet. Einige Offiziere drangen mit Revolvern bewaffnet in die Wohnung des Präsidenten ein und der Leutnant Moraes S a r m e n t o forderte von ihm unter Drohungen seine Demission. Da sich General Carmona zur Wehr setzte, fielen einige Schüsse, wodurch der Sekretär des Finanzministers verwundet und der Iustizminister durch einen Streifschuß ganz leicht verletzt wurde. Andere Offiziere versuchten unterdessen die Truppen aufzuwiegeln und den Major Filiomeno d a Samara zum Diktator bzw. zum Statthalter des Königs zu proklamieren. Da die aufständischen Offiziere geflüchtet waren und die Regierung die Tragweite des Putsches nicht übersehen konnte, zog sie es vor, sich auf den Flugplatz von Amadora zurückzuziehen und dort Truppen um sich zu sammeln, um für alle Vorkommnisse gewappnet zu sein. Man behauptet, daß der Bevollmächtigte des Königs, Sr. Rorton, in Lissabon eingetroffen sei. Iedoch glaubt man nicht recht, daß Die „E u r o p a" wird a b m o n t i e r t und nach Dessau verladen. Sturm über bem21 Jantifo. Berlin, 15.21ug. (Wolff.) Nach soeben hier eingetroffenen amerikanischen Wettermeldungen herrschte auf dem Atlantik schwerer West- sturm der Stärke 11:12. Der AmtlicheBritischeFunkdienst mel det heute abend, daß wegen der einlaufenden U n - Wettermeldungen in ganz England große Besorgnis über das Schicksal des zweiten deut schen Ozeanflugzeuges „Bremen" geherrscht habe. Heber das Unwetter meldet der Amtliche Funkdienst: In der vergangenen Nacht und im Lause des heutigen Tages herrschten in vielen Teilen von England heftige Stürme, die größtenteils von wolkenbruchartigen Regenfällen begleitet waren. Das Unwetter hat großen Sachschaden angerichtet. Verschiedene Straßenbahn- und Autobuslinien mußten ihren Betrieb einstellen. In Cumberland war die Eisenbahnlinie zwischen Carlisle und Applebey infolge Dammrutsches gesperrt, und der Hauptgüterverkeyr nach Schottland mußte umgeleitet werden. Auch an der Südküste wurde durch die schwere See großer Schaden angerichtet. Die Sturmfahrt der „Bremen." Dessau, 15. Aug. (Wolff.) Rach den Berichten der Piloten hat die „Bremen" .eins Sturmfahrt hinter sich, wie sie in der Geschichte der Luftfahrt geradezu einzigartig dasteht. Am bezeichnendsten ist wohl die Tatsache, daß die Maschine an manchen Stellen nur zwei Meter über dem Erdboden fliegen und Bäume und andere Hinderniffe mit einer gewaltsamen Kraftanstrengung gewissermaßen überspringen mußte. Während der Motor sonst bald nach dem Start gebroffelt zu werden pflegt, mußte er diesmal während des ganzen Fluges unter Vollgas arbeiten. Er hat diese Leistung vollbracht, ohne daß sich irgendein! Schaden gezeigt hätte. Al eher der Rordsee traf die Maschine ein furchtbares Gewi tter, das sie zwang, etwas von der Route abzuweichen. Als die Unwetter sich dann heute vormittag immer mehr steigerten, faßten die Piloten den Entschluß zur Rückkehr. Kurz nach der Landung der „Breme n" hat der eine der Flieger, Hauptmann a. D. Köhl, dem Berichterstatter der „Boss. Ztg." eine kurze Dar- stellung des Fluges gegeben, in der er u. a. sagte: Die „Breme n" verließ das deutsche Festland ungefähr in Höhe von Norderney und nahm dirett Kurs nach Nordengland, und zwar auf 91 e ro c a ft l e zu. Dort fand das Flugzeug, das zunächst das Glück gehabt hatte, zwischen zwei über dem deutschen Festland und der Nordsee lagernden Gewitterfronten hindurchzuschlüpfen, im Norden seiner Route so schweren und d i ch t e n , 91 e b e l, daß es unmöglich war, weiter den beabsichtigten nördlichen Kurs zu verfolgen. Es drehte nach Südwesten ab, und zwar in Richtung Liverpool-Birkenhead, wodurch es über eine Stunde verlor. Bei dem fabelhaft erleuchteten Birkenhead ging die „Bremen" auf die Irische See hinaus und südlich von Jsle of Man auf Dublin zu. In Irland traf die „Bremen" g e - naufo schwere Wetter. Nordirland war vom dichtesten Nebel bebeeft, so daß wiederum nach Süden abgebogen werden mußte. Wir flogen bei diesem hin und her über Irland fast nur in 5 bis 10 Meter höt^. Hauptmann Köhl versuchte nun, an der Südküste von Irland entlang auf den Ozean hinauszukommen, wo aber so schwerer Gegenwind blies, daß ein Hinausgehen auf den Atlantik sich als völlig zwecklos erwies. Das Flugzeug versuchte nun, Irland nach Norden zu um fliegen; aber auch dieser Verbuch mißlang vollkommen, worauf beide Flieger sich entschlossen, den Rückflug anzutreten. Eine jMort nach der Landung in Dessau vorgenommene Untersuchung ergab, daß das Flugzeug allen Ansprüchen tadellos stand- gehalten hatte. Direktor Sachsenberg von den Junkerswerken äußerte sich dem Berichterstatter gegenüber über den Flug der „Europa" und „Bremen", die beiden Maschinen hätten erwiesen, daß sie den ihnen gestellten Anforderungen vollkommen genügt hätten. Ob es unter den gegenwärtigen Wetteroerhältnissen möglich sein wird, noch einen zweiten Versuch eines Ozeanfluges zu unternehmen, bleibe dahingestellt. Morgen wird eine Unterhaltung zwischen der Direktion der Junkerswerke und den Piloten stattfinden, iji der weitere Entschlüsse gefaßt werden sollen, lieber die:■ endgültigen Maßnahmen soll in den allernächsten Tagen ein Bericht heraus- g eg eben werden. Die Flieger werden jetzt zunächst eine gewisse Zeit zum Ausruhen brauchen. Inzwischen wird die „Bremen" genau untersucht und der Motorin allen Einzelheiten Überprüft und überholt werden. Die Erfahrungen des Fluges sind für den nächsten Versuch der Ozeanüberquerung zweifellos von erheblichem Wert. Wann er unternommen wird, das hängt von den erwähnten Besprechungen und der Äenderung der Wetterlage ab. Die Piloten der „Bremen" erklären, daß die Bravour, mit der die Maschine diese gewaltige Sturmfahrt überstanden hat, ihr Vertrauen in das schließliche Gelingen des Unternehmens nur noch verstärken konnte. Edzard über seine Notlandung. Bremen, 15. Aug. (Wolff.) Der Ozeanflleger Edzard gewährte einem hiesigen Pressevertreter ein Interview, in dem er u. a. ausführte: „Zwischen Oldenburg und Emden gerieten wir in ein schweres Gewitter. Aln- aufhörlich umzuckten uns Blitze, und schwere Wetterwände schlossen uns ein. Gut 100 Kilo- zmeter nordwestlich Borkum wurde unsere Maschine von Gewitterböen furchtbar geschüttelt. Plötzlich stellten wir fest, daß auch noch unfer Motor überaus unregelmäßig arbeitete. Ich entschloß mich daher, im Einverständnis mit Risticz, schweren Herzens zur Almkehr. Ich habe das Gefühl, richttg gehandelt zu haben, indem ich umkehrte. Ich flog also Bremen an und landete auf dem Flugplatz. Infolge der im Verhältnis zum Leergewicht dreifachen Belastung zerbrach das Fahrgestell, und der Schwanz des Flugzeuges wurde zusammengdrückt. Rumpf und Kabine biteben heil, die Insassen unverletzt. Ich hoffe, den Flug baldigst abermals antreten zu tonnen. Die Entscheidung darüber liegt bei den Iunkerswerken." Telegramme an Prof. Junkers. Dessau, 15. Slug. (WTB.) Professor 3unters erhielt von dem amerikanischen Botschafter in Berlin folgendes Telegramm: „Es tut mir leid zu erfahren, daß Ihre Flieger durch schreckliche Gewitter und Nebel gezwungen worden sind, die „Bremen" und die „Europa" wieder nach Deutschland zurückzubringen. Ich gratuliere ihnen zu ihrer Geschicklichkeit und guten Führung und hoffe zuversichtlich, daß die Unwetter bald nachlassen werden, so daß sie ihren Flug wieder aufnehmen können, auf den ganz Amerika wartet. 9JHt freundlichen Grüßen an Sie Schur- m a n." Der Generaldirektor des Norddeutschen Lloyd, Geheimrat Stimming, sandte an Professor Junkers nachstehendes Telegramm: „Beglück- wünsche Sie zu den Leistungen Ihrer Flugzeuge. Daß die „Bremen" nach 22stiindigem Fluge in schwerem Gewitter unbeschädigt nach Dessau zurückkehren konnte, ist eine Glanzleistung des Materials und der Besatzung. Der bei der schlechten Landung der „Europa" entstandene Bruch ist in Anbetracht der Umstände geringfügig zu nennen und hat weder mit den Eigenschaften des Flugzeuges, noch solchen des Bremer Flughafens das geringste zu tun. Schätzen wir uns glücklich, daß die Güte Ihres Materials die großen Vorbehaltungen, Vorbereitungen und die Tüchtigkeit der Besatzung trotz der unerwarteten Wetterkrise Unfälle verhütet haben. Wir wollen aus den gewonnenen Erfahrungen lernen. Grüßey Sie die braven Besatzungen beider Flug- zeuge und seien auch Sie auf das herzlichste gegrüßt. S ti mm i ng." Berliner BlütLerstimmen. Berlin, 16. Aug. (Priv.-Tel. des WTB.) Die Berliner Blätter sprechen in ihren Kommentaren zu der Rückkehr der „Bremen" den kühnen Piloten ihre Hochachtung für die hervorragende Dom Manvel, der jetzt ein schönes und ruhiges Leben in England führt, wirklich Sehnsucht danach verspürt, den ihm entrissenen Thron zu besteigen. Sein Vater, Dom Carlvs, und fein ältester Bruder, Dom Luis Felippe. wurde,: durch Flintenschüsse ermordet, und der Thron der Braganzas ist heute im Lande der ewigen Revolutionen wirklich kein Ruhesessel. In den sechszehn Iahren seit der Vertreibung des Königs, hat es 40 verschiedene Regierungen und etwa 400 abgesehte Minister gegeben. Erst unter dem Diltator General Carmona schienen die portugiesischen Verhältnisse wieder stabil zu werden, bis der jetzige Offiziersputsch die Ruhe unterbrach. Es ist wahrscheinlich, daß der Putsch unterdrückt ist, und so nimmt man ihn in Lissabon nicht tragisch. Alle diese Revolutionen greifen nicht an die Wurzeln des Volksempsindens, man sieht auf sie wie auf ein unvermeidliches Uebel. Natürlich ist eine strenge Pressezensur verhängt, und Telegraph und Telephon sind gesperrt, so daß man sich über die Entwicklung der Bewegung in der Provinz vorläufig kein rechtes Bild manchen kann. Mer da General Carmona schon einmal bewiesen hat, daß er einen Auf stand niederzuwerfen versteht, und da er ein tapferer und energischer Mann ist, so wird es ihm auch diesmal gelingen, Herr der Sage zu bleiben. „Vollkommene Ruhe." Lissabon, 15. Aug. (WTB.) Fast die ganze letzte Rächt hindurch hat der Minister- r a t getagt, tum über die Durchführung der im Hinblick auf die Alnruhen in Aussicht genommenen Maßnahmen zu beschließen. Es herrscht vollkommene Ruhe. Die Truppen, die um Lissabon zusammengezogen waren, sollen wahrscheinlich heute zurückgezogen werden. Die Regierung beschloß die Auflösung des 5. Iägerregiments zu Fuß. schreibt: | werde. Es ist vielmehr in Aussicht genommen, ntif zer- einen gutgeschulten Funker rnitzunchmen, der I tn Die Wetterlage gegen in Graf Solms vom Flug zurückgeireten. Köln, 15. Aug. (Wolff.) Könnecke « Aus nai Worte \W L khre und Mu X Heimstatt habi Adener E ^M-sllicherst vergab er es dem Der erste Dorsis Dereinshaus i Mut mit dem 1 nur echt tomerabjd btr sich jederzeit $ j.8. vereinbare allem den Herren liüene Opjersreudi, in hohem Maße < beigetragen, ferner ^arbeitet haben. L ÄhmuckM des ' wahren, damit es Deist spockichen g im D.s.D. * Als Dertreier bracht- Herr We enbunq des schon« sriundschasstichen D.s.B. überreich .hassia" mit dem zeit fröhlich im W Sympathie der „ Der erste S Lehrer Klingt des M. T. B. zu bau. DaS schöne Platz zur Pfleg« licher Zusammei auch bei dieser Wachsen und G ihm eine cm gern Redakteur B namens der Rek (Wtöünfd)? $u i eins aus, bie fid Sportplatzes mürb ynube und Lieb beweise die @c| Redner wünschte b reicher Weise an : zuch Wohle des damit am deutsche wirken möge. Dei einem ansc >°sn im Dereinsha, Worte gesprochen, Dezirtsvochtzender Herrn happ, werte Beispiel bi Rochahmuno b°t die Presse, Wr in woh ®?.5 Bereinsl zweckdienlich, (U ;.°"we, die auf t ^'"druck machten Absicht,gt der ? L„d»rchzufük beglückwi Beater Wh Nif. ^Stunbt*1 Duttn 60 bis ] S butz ] $oma£ ^20. Pill- A 2o- bis -i bis 40 e’ eeren Anschaffungskosten nicht viel höher als die eineS besseren Autos im Preise von etwa 20 000 Mark seien. Direkte Funkverbindung Deutschland—Philippinen. Wie wir erfahren, ist gestern von der Trans- radio A. G. für drahtlosen Ueberseeverkehr in Berlin eine unmittelbare Funkverbindung zwilchen Deutschland und den Philippinen (Nauen—Manila) dem öffentlichen Verkehr übergeben worden, lieber diese Verbindung können gewöhnliche, dringende, LC- und Pressetelegramme von und nach den Philippinen befördert werden. Die Telegramme können bei sämtlichen Post- und Telegraphenanstalten am Schalter ober durch Fernsprecher aufgeliefert werden. Gebrauchsmuster Jlr. 1 000 000. Das Reichspatentamt, das kürzlich die Feier seines 50jährigen Bestehens beging, hat jetzt einen neuen Markstein in seiner Tätigkeit erreicht : Es trug das Gebrauchsmuster1 000 000 ein. Line Brieftaube nach sieben Jahren heimgekehrt. Eine Brieftaube eines Geflügelzüchters in Bergzabern startete im Jahre 1920 zu einem Wettbewerb nach Eisenach (240 Kilometer) und kehrte nicht mehr zurück. Am Sonntag kam nun die Taube nach siebenjähriger Abwesenheit wieder gesund in ihrem Heimatschlag an. Geständnis eines Frauenmörders. Der Seidenhändler Paul Gutowski. in dessen Wohnung in der Kurfürst enstraße in Berlin am 6. August bie Leiche eines Mädchens namens Hedwig Oesterreich gefunden worden war, und der sich nach mehrtätiger Flucht der Polizei selbst gestellt hatte, hat nunmehr gestanden, dah er der Mörder der Prostituierten Else Arndt ist, die anfangs Juli in einem Privathotel in der Stofen» thaler Strahe ermordet aufgefunden wurde. Er gibt an, die Arndt im Streite erwürgt zu haben. Ob der Tod der Hedwig Oesterreich tatsächlich, wie zuletzt angenommen wurde, auf einen Un* glücksfall zurückzuführen ist, wird stark bezweifelt. Die Ermittlungen in dieser Richtung werden fortgesetzt. Mord und Selbstmord. In Frose (Anhalt) hat gestern ein Arbeiter feine 15jährige Stieftochter, die er des längeren mit sträflichen Anträgen verfolgt hatte, erschossen und darauf Selbstmord begangen. Beim Baden ertrunken. Im Sportbad Berlin-Halensee ist gestern der 14jährige Schüler Herbert Heiden beim Baden entrungen. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Der 18jährige Kurt Riedel aus Berlin ist gestern beim Baden im Groß-Seddiner See ertrunken. Seine Leiche wurde später geborgen. Schweres Lastkraftwagenunglück. Aus Solingen wird gemeldet: Ein Lastkraftwagen, auf bem’ fid) 26 Mitglieder einer hiesigen Gesellschaft befanden, fuhr am Sonntag in einer Kurve in einem Fels einschnitt bei Beyenburg an der Wupper infolge Versagens der Bremse gegen den Bera. Bei dem furchtbaren Anprall wurde der Wagen vollständig zertrümmert. Ein Mcmn wurde getötet, 12 Pexsonen wurden schwer verletzt und in die Krankenhäuser von Schwelm und Lennep gebracht. Die übrigen Mitfcchrenden tarnen mit leichteren Verletzungen davon. Die Sturmschäden in Frankreich. Zu den gestern berichteten Sturmschäden in der Gegend von Eharvlles wird weiter gemeldet, dah die Dächer zahlreicher Webereien innerhalb einiger Sekunden weggerissen waren, wodurch mehrere tausend Arbeiter zur Arbeitslosigkeit verurteilt worden sind. Mehr als 10 000 Bäume finö entwurzelt worden. 3n B6thune sollte ein Start von Freiballons um einen Preis statt- finden, den die Besitzer der dortigen Bergwerke gestiftet hatten. Reun Freiballons waren auf dem Flugplatz von ©ernt) erschienen. Infolge des herrschenden Sturmes sind jedoch vier Ballons geplatzt, ein anderer wurde losgerissen und abgetrieben und nur ein einziger konnte starten. Explosionsunglück. — Jflnf Tote. In einem Arbeiterwohnhaus in Montreal entstand gestern früh ein Brand, der eine Explosion zur Folge hatte. Fünf Personen sind getötet, sechs verletzt worden. gekennzeichnet werden. Die „G e r m a n i a", die vor Resignation warnt, erinnert an Echterdingen, wo vor 19 Jahren das Werk Zeppelins in Trümmer ging. Unvergleichlich großer als die heutige Enttäuschung war die jener Tage von Echterbingen, und bennoch wuchs aus den brennenden Trümmern des Luftschiffes bie granbiofe Hilfsgemeinschaft bes ganzen Volkes, bie Zeppelins Gebanken zum Siege führte. Sollten nicht jetzt genug Gläubige unb Hilfsbereite sich Hoben, um aufs neue an bie Arbeit zu gehen, ober wenigstens bie Arbeit tatkräftig zu unterstützen? Die „DAZ." schreibt, nicht Mut, sonbern Wahnsinn wäre es gewesen, unter ben gegebenen Witte- rungsumftänben den Flug fortzusetzen. Der Abbruch werbe die Weiterverfolgung der Ausgabe nicht hindern. Je solider bie technische Basis sei, auf der ber erste beutsche Transozeanflug gelingt, um Jo großer werde ber Nutzen für bas Ziel fein, ein wirtschaftlich brauchbares Schnellverkehrsinittel für bie Ozeanüberquerung zu schaffen. Alle Plätter sinb sich barin einig, daß man ben Mut nicht sinken lassen solle, unb daß ein unter günstigeren Umftänben wieberholter Versuch besseren Erfolg haben werbe. Amerikas Bedauern. A e u y o r k, 15. Aug. (WB.) Die U rn k eh r der .Bremen" hat allgemein tiefstes Bedauern ausgelöst. Dr. Kimball, der Meteorologe der Bundeswetterwarte, die den amerikanischen Ozeanfliegern die Wetterberichte geliefert hatte, äußerte sich gleichfalls bedauernd über das Mißlingen deL Fluges, da die „Bremen", falls es ihr gelungen wäre, die Stürme des Atlantiks zu durchfliegen, wertvolles Material über die Ozeanftürme geliefert hätte. .Sun" sagt im Leitartikel, die Umkehr der Führer der .Bremen" fei ein Zeichen großer Klugheit gewesen. 3n keinem Falle-könne der Mut der Flieger beider Flugzeuge in Frage gestellt werden. Die Welt sei froh darüber, daß sie jenen größten Mut besahen, der vielleicht ein weiteres Unglück in der Bezwingung der Lust verhütet habe. Die „Bremen" und die „Europa" könnten ihr Unternehmen unter günstigen Verhältnissen wiederholen. „ffiorlb" bezeichnet Köhl unb Looses Rückkehr nach Dessau als einen weisen Entschluß. Beibe hätten, wie ihre Vorgänger Linbbergh, Cham berlin unb Byrd, auf dem Ozean Detter v e r hältnisse oorgefunben, bie beim Abflug nicht voraussehbar waren. Auch ihre Erfahrung beweise erneut bie Notwenbigkeit besserer unb reichhaltigerer Berichte über bie Wetterlage im mittleren atlantischen Ozean, bie durch ben Funkdienst unb bie Mitarbeit ber Dampfer leicht erreichbar seien. Das Echo in Frankreich. Paris, 16. Aug. (WTB. Funkspruch.) Zum vorzeitigen Abbruch bes beutschen Transozeanfluges nehmen nur wenige Blätter Stellung. Der „Figaro" schreibt: „Der Wettkampf ist noch im Gange, aber bie Aussichten unserer Flieget erscheinen jetzt wieber in neuem Glanze. Man sagt, sie seien bereit, unb fie sinb es; sie erwarten besseres Wetter unb sie haben bamit vollkommen recht. Jede Uebereilung wäre unter diesen Umständen unangebracht. Die deutsche Expedition, wenn fie auch einen guten Ausgang genommen hat, ist ein deutlicher Beweis dafür." „E r e Nouvelle" erklärt . „Das bedauerliche Ergebnis dieses übereilten Fluges zeigt, baß ber, ber zuviel beweisen wolle, überhaupt nichts beweist. Das Blatt wendet sich bann scharf gegen bie mysteriöse Haltung Leoines unb erklärt, bie einzige Mannschaft, auf bie heute Frankreich eine sichere Hoffnung setzen könne, seien Co sie unb le Brix. Der „Exeelsio r" schreibt: „Was ein Triumph werben sollte, ist ein Mißerfolg geworden. Je mehr man nachdenkt, desto mehr wundert man sich, daß die beiden deutschen Mannschaften es gewagt haben, bei einem solchen Wetter das Abenteuer zu unternehmen. Die Kühnheitder Piloten und die Tüchtigkeit ber Maschinen haben aber die Ungunst der Elemente nicht überwinden können. Die Flieger müssen jetzt ihre übereilte Haltung bedauern. „Qu o tibi en" schreibt: „Die Verantwortung derjenigen, bie Riszties und Loose ben Befehl zum Start gegeben haben, ist beträchtlich. Der nationale Stolz, bie Ersten sein zu wollen, hat nicht bas Recht, in biesek Weise Menschenleben leichtfettig aufs Spiel zu setzen. Wenn die „Bremen" unb bie „Europa" trotz bes Sturmes weitergeflogen wären, so wären sie sicher irgenbroo an der amerikanischen Küste abgeftürzt. „Gaulois" erklärt: Der doppelte Mißerfolg zeigt wieder einmal bie Schwierigkeit bes Unternehmens. Er beweist uns anmaßenben Menschen, baß bie Natur unseren Unternehmungen wenn nicht unüberwinbliche, so dock) gefährliche Schranken in ben Weg stellt. „LeSoi r" schreibt zu bem beutschen Ozeanflugversuch vor Bekanntwerben berNach- richten von ber Umkehr: „Bravo! Man muß ben M u t ber beutschen Flieger begrüßen. Diese großen Europäer zeigen ben Rückweg nach Amerika. Wir empfinben_ bie Abfahrt der Deutschen vor den französisck)en Fliegern nicht als Erniedrigung. Die Antwort der Alten Welt ist abgegängen, das Flugzeug „Bremen" überbringt sie. Wir werden, wenn der Flug der Junkersflugzeuge gelingt, darauf ebenso stolz sein, wie, wenn dieser Flug der amerikanischen „MH Columbia" ober ben Franzosen Nungesser unb Coli gelungen mär* Die Meinung in Wien. Wien, 16. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter bringen bie Berichte über den deutschen Ozeanflugversuch in großer Aufmachung und betonen allgemein, daß es angefichts der ungünstigen Wetterlage ein Wahnsinn gewesen wäre, den Flug fortzusetzen. Die Heiinbringung ber beiben Flugzeuge wirb von ben Fachleuten über- einftimmenb angesichts ber katastrophalen Wetterlage als eine ganz hervorragenbe Sei» ft u ri g bezeichnet. O wofKemos 0 neuer. 3 haro Gedeckt - wofklo. • Gedeckt • i'W' Sehnet △ Graupeln » NeGeL ■RGe*'it'ir,(g)windstille. «O< st** leichter o$i massiger SOdsudwesi q stürmischer nordWtsl Vie Piene fliegen mit dem winde. Die Gei den Stationen stenenden Zahlen geoen die Temperatur an. Die Linien VerGinden Orte mit-gieKneO au# Meeresniveau umoerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Roch Fortdauer des unbeständigen, wechselnd wolkigen, auch aufheiternden kühlen ^Wetters mit einzelnen Regenschauern bei auffrischenden nordwestlichen Winden. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 18,5 Grad Celsius, Minimum 11,5 Grad Celsius. Niederschläge 15 Millimeter. Sonnenscheindauer 1 Stunde. Heutige Morgen" temperatur: 14,4 Grad Eelsius. — Witterung»" aussichten für Donnerstag: Wolkig, auch viel" fach aufheiternd und meist trocken. ben Entwurf in seiner jetzigen Fassung a b l e h n t. Eine ähnliche Erklärung würbe von bem Ringver- banb ber geschäbigten Auslanbbeutschen unb Ver- brängten abgegeben. Die Vertreter beiber Verbänbe nahmen nach Abgabe ber von ihnen verlesenen Erklärungen an ber Besprechung nicht weiter teil. Mit den übrigen Verbänden wurde ber Gesetzentwurf in großen ßügen burchgesprochen. Seitens bes Reichsfinanzmimsteriums wurde bie Auffassung ber Regierung zu ben einzelnen Bestimmungen bes Entwurfs bargelegt. Die Vertreter ber Verbänbe brachten bie wieberholt erörterten unb gegen ben Stanbpunkt ber Regierung sprechenben Gedanken- gänge zum Vortrag. Das beschlagnahmte deutsche Eigentum. Wafhinglvn, 16. Aug. (WTD.-Funkspr.) Das Staatsdepartement veröffentlicht den Aotenwechfel mit der britis chen Regierung über die bttttfch-amettkanifche Einigung betr. das deutsche Eigentum, das in den beiden Ländern während des Krieges auf Grund des Verbotes, Handel mit dem Feinde zu treiben, beschlagnahmt worden ist. Danach erhalten amettkanische Frauen oder Frauen in den alliierten Ländern, die vor dem 6. April 1917 mit Angehörigen der Zentralmächte verheiratet waren, in gewissen Fällen ihr Eigentum zurückerstaltet. Ferner werden den britischen und amettkanischen Gläubigern Zugriffe auf das beschlagnahmte Eigentum deutscher Schuldner unter gewissen Bedingungen g e st a t t e t. Kommunistische Auss^reitungen Breslau, 15. Aug. (Wolfs.) Aach dem Pvlizeibettcht ist es am Sonntagnachmittag in der Michaelisstrahe zu Ausschreitungen der Roten Frontkämpfer, die gestern einen Gautag in Breslau veranstalteten, gekommen. Ein berittener Polizeibeamter, der in einer Lücke des Umzuges der Roten Frontkämpfer ritt, wurde hinausgedrängt, und btt dem Versuch, den Platz wieder einzunehmen, tätlich angegriffen. Einigen Beamten, die zu Hilfe ttlten, ging es ebenso. Mit Fahnenstöcken und Musikinstrumenten schlugen die Frontkämpfer auf die Polizei. DrerPolizisten wurden verletzt. Mit Hilfe von Gummiknüppeln und durch den Dertttschaftswagen der Schutzpolizei, der am Ende des Zuges fuhr, wurde die Ordnung wieder hergestellt. Ruhland lehnt ab. Genf, 15. Aug. (WTB.) Meldung der Schweizerischen Depeschenagentur. Die Sowjetregierung hat dem Sekretariat des Völkerbundes mitgeteilt, dah sie sich auf der dritten allgemeinen Verkehrs - und Tranfitkonferenz nicht mehr vertreten lasse. 3n einem Bries vom 26.Juli hatte der russische Außenkommissar berichtet, die russische Regierung werde auf der Konferenz vertreten fein unter der Voraussetzung, daß Rußland den Mitgliedern der Verkehrs» und Transitorganisation gleichgestellt werde. Für innere Angelegenheiten der Organisation, die nur Mitglieder betreffen, sind jedoch nur diese selbst zuständig. Zwei derartige Fragen stehen u. a. auch auf der Tagesordnung der Konferenz und aus diesem Grunde hat nun die Sowjetunion auf ihre Teilnahme verzichtet. Regelung des englisch- abesfinischen gwischenfalles. London, 16. Aug. (WTB. Funkspruch.) „Times" bettchtet aus Addis Abeba, daß ber Regent Ras Safari einer Untersuchung des im 3uni erfolgten Angriffes abesfi - nischer Truppen auf eine britische Karawane durch eine gemischte englisch- abessinische Kommission unter einem neutralen Vorsitzenden zugestimmt, fein tiefes B e- dauern über den Vorfall ausgesprochen und eine persönliche Spende von 1000 Pfund Sterling für die Verwundeten und die Familien der getöteten britischen Somalis gegeben hat. Der Regent ersuchte auch den btttischen Gesandten, dem König zu telegraphieren, daß er den Zwischenfall bedauere. Franzosen schon gar nicht geeignet, bei ber saattänbi- schen Bevölkerung Sympathien für ben französischen Nachbarn zu erwecken. Die überhaupt allgemein ein- getretene Verschlechterung ber Lage im Saargebiet sollte unserer Reichsregierung Veranlassung geben, bie bevorstehende Genfer Tagung zu benutzen, um ben Völkerbund dahin zu bringen, sich etwas mehr als bisher um bie Politik speziell ber französischen Verwaltung ber Sa ar grub en zu kümmern. Die Forderungen der Saarbergleute. Eigener Drahtbericht bes ..Gießener Anzeigers-. Berlin, 16. Aug. In Verfolg der Demonstrationen, die sich vor einigen Tagen in Saarbrücken abgespielt haben und die sich gegen die Engherzigkeit der sranzösischen Grubenverwaltung richteten, haben die Vertreter der Saarbergleute der Regie- rungskommissiion gegenüber eine Anzahl Forderungen aufgestellt, die darin gipfeln, daß Frankreich unter Bevorzugung der Einfuhr aus dem Saargebiet vor jeder andern die Saarkohle abnehmen solle, die vorgekommenen Entlassungen mit den Gewerkschaften zur Prüfung der Wiedereinstellungsmöglichkeiten gemeintam nachkontrollitzren solle, daß «Reueinstellungen nicht borgenommen würden, dah für die Feierschichten eine höhere ilnterftütjting (gewährt leerte, ferner daß die Regierung verschiedene soziale Maßnahmen in Kraft sehen, die Erwerbslosen-Anter- stützung erhöhen und eine allgemeine Unter» stühungsaktion für die Bergleute durchführen solle. Die Saarregierung hat sich bereit erklärt, mit der Grubenverwaltung zwecks Unterstützung der Wunsche der Grubenarbeiter zu verhandeln: und die letztere hat den Bergarbtttern in bezug auf Entlassungen und Wiederttnstel- lungen auch einige flehte Konzessionen gemacht, aber in der Kernfrage — Unterlassung weiterer Feierschichten und Verstärkung des Absatzes nach Frankreich — ihre vergangenen Sünden nicht wieder gut gemacht. Das Kriegsschädenschluhgesetz. Berlin, 15. Aug. (WTB.) Im Reichsfinanzministerium fand beute die in Aussicht genommene weitere Besprechung über den Entwurf eines Kriegsschäbenschlußgesetzes mit ben Spitzenverbänben ber Wirtschaft unb ben Interessenvertretungen statt. Die A r d e i t s gern c i n s ch a f t für ben Ersatz von Kriegs- unb Ver- brängungsschäbcn legte in einer formulierten Erklärung ihre B b e n r c n gegen bie Bestimmungen * des Entwurfs bar unb brachte zum Ausdruck, daß sie Leistung aus. Die „T ä g l. Rundschau" j ( An einer W i n d st ä r k e 12 über dem Atlantik zer bricht jeder menschliche Wille. Der Flug der Dessauer muß als eine flugtechnische Tat ersten Ranges Tschechische Manöver gegen Deutschland. Eigener Drahtbericht bes ..Gießener Anzeigers-. Berlin, 16. Aug. Die tschechoslowakischen Manöver werden nach zuverlässigen Nachrichten aus Prag dieses Jahr von Pribam gegen die bayerische Grenze unb von Jung-Vunzlau gegen bie sächsisch-schlesische Grenze entwickelt werden. Den Führern des tschechoslowak. Heeres soll durch die Entwicklung beiber Gruppen Gelegenheit gegeben werden, sich in der Initiative unb Entschlußfähigkeit bei Derteibigung ber Westgrenzen der tschechoslowakischen Republik untereinander zu messen. Man wirb sich hüten müssen, dem noch nicht näher bekannten strategischen Grundgedanken dieser Manöver irgendeine politische Auslegung zu geben. Es ist aber bekannt, baß bie tschechoslowakischen Manöver seither hauptsächlich nur der Durcharbeitung von Einzelheiten ber im Weltkrieg entstandenen Kampfmethoben galten. Daß die ersten Manöver des tschechoslowakischen ! Heeres mit einem großen strategischen Grundgedanken gegen bie beutsche Grenze entwickelt werben sollen, wirb beshalb in Deutschland einiges Befremden erregen, und man wird sich bei uns mit Recht fragen; warum I einen gutgeschulten Funker rnitzunchmen, der die zu fahrende Route genau kennt. 3m Interesse der Durchführung des Fluges ist G r a f S o l m s zu dem Entschluß gefommen, daß die Bedienung der Funkanlage des Flugzeuges in die Hände ttnes erstklassigen Funkers gelegt wird. Durch den Rücktritt des Grafen Solms ist in der Die •Bergarbeiternot im Saargebiet. Die französische Verwaltung der Saararuben nimmt gegenwärtig zahlreiche Arbeiterentlassungen vor, die in ber Bevölkerung eine nicht zu beschrei- benbe Erbitterung ausgelöst haben. Massendemonstrationen gegen die Politik der Grubenverwaltung verpufften leider wirkungslos, weil es dank bem Auftreten kommunistischer Agitatoren oder auch französischer Provokateure zu hefttgen Zusammenstößen mit der Polizei kam. Dennoch verdienen bie Vorgänge im Saargebiet ernsteste Aufmerksamkeit vor allem bes Völkerbundes, dem dieses Jndustrierevier zu treuen Händen anoertraut wurde, von dem sich aber nicht behaupten läßt, daß er sich um das Saargebiet unb seine Bewohner schon jemals gekümmert hak. Er glaubt sich durch die Regierungskommisston in Saarbrücken gut vertreten, die aber wegen ihrer Zusammensetzung nichts anderes als ein Instrument ber Franzosen ist, und bie ihre Aufgabe nur darin erblickt, ber französischen Grubenverwaltung gefällig zu fein unb ihrer Ausbeutungspolitik keine Hindernisse in ben Weg zu legen. Wäre es anders, dann -würden die Franzosen es nicht wagen, mit ben deutschen Bergarbeitern so umzuspringen, wie sie das jetzt tun. Oft genug ist auf die Methoden der Franzosen hingewiesen worden, die von bem Saararbeiter bei niebrigften Löhnen höchste Leistung verlangen unb an der Saar kohle einen Raubbau treiben, wie er sich schlimmer nicht vorstellen läßt. Ganze Ott- f (haften sinb bebroht, weil man selbst bie Sicherheitspfeiler abbaut, viele Häuser mußten von ihren Bewohnern geräumt werben, da infolge ber Bobern jenkuygen eine Einsturzgefahr besteht. Die Regie- rungskommisfion ist dagegen bisher niemals ein geschritten, fie hat sich auch noch nie ber Arbeiterschaft angenommen, obwohl in Genf fortgesetzt für eine Sozialpolitik die Trommel gerührt wirb, bie ben Arbeitnehmern den Himmel auf Erden verspricht. Daran denkt man aber nicht dort, wo ber Völkerbund maßgebenden Einfluß besitzt, auch nur einen Teil ber von Genf befürworteten Sozialpolitik zu verwirklichen. Statt dessen mußten vor kurzem viele Arbeiter, bie körperlich nicht auf ber Höhe sind, ober schon eine gewisse Altersgrenze überschritten haben, bie Gruben verlassen. Da es sich aber nur um Deutsche handelt, macht sich bie französische Verwaltung keine Kopf- chmerzen darüber, was mit ihnen weiter geschieht, ie denkt auch gar nicht daran, bie Belegschaften durch Die schlechteren Zeiten hinburchzuschleppen. Für sie kommt es nur darauf an, möglichst hohe Gewinne aus ben übereigneten ©aatgruben herauszuschlagen unb bie Ausgaben bis auf das kleinste Maß zu drosseln. Sollte es in Paris noch Leute geben, die da glauben, Frankreich werde bei ber Volksabstimmung im Jahre 1935 die Saarlänber auf feiner Seite finden, bann geben sie. sich einer großen Täuschung hin. Ganz abgesehen von der Treue, bie bie Saarbevölkerung bem Deutschen Reich burch alle Zeiten ber Not hindurch bewahrt hat, ist das Vorgehen ber :Mren- ■Jan Mayen- -Vaidersund- Ä o «s S^Stocki?. ^ntaa. den 75 GuguiWZ Trabend* --Kost - "=*i- Senil für Bewe - Gästen, Freun- f4 — f3 2. Tc5-c4+ usw. 6 . Und nun 5 5 3 3 breitere falscher Banknoten und Münzen vom 2 wäre auch dos Turmopfer Gut gespielt, hält die Zwangsstellung auf- rlage. o '■■R0.icha.rdt Sportkraft verjüngt und stählt den Körpei oder mit i! waren, um 9. 10. 11. 1. f2-f4 2. f4xe5 3. e5xd6 4. Sgl — f3 13. Dd4xb2 14. SbS - c6 15. Db2-e5 16. Th8-h2 17. De5-f6+ 18. Df6-c3 13. e2-e3 14. Sbl-d2 15. Ddl-bl 16. Kcl -f2 17. Lfl — e2 18. Kf2-el 5. h7-h5 6. g5-g4 7. Ld6-e7 8. h5-H4 9. h4xg3 10. Le7-g6 11. Lg6xg3+ Lcl — f4 Lf4xg3 Thl-gl Chancenreich 0 vy ' ,0 46 24. Th5-H2 25. Lc8-g4! gespielte Partie. matt. f2, f3. 1. e7-e5 2. d7-d6 3. LfBxdö 4. g7-g5 24..... 25. Sd2xf3 Eine recht gut Dieser Zug stammt von Lasker und dürfte Wohl die stärkste Entgegnung an dieser Stelle auf H2. 12. h2xg3 Ein starker d 12. Dd8-d4! Zug, der die Schwächen der Weih zieht und seht in drei Zügen Weih: 6 Steine. Ka2; De7; Le3; Be6, Schwarz: 1 Stein. Ke5. Partie Nr. 83. Gespielt in der ersten Runde des Silberpokab turniers zu Wiesbaden. Froms-Gambit. Weih: Heilberg, Würzburg. Schwarz: Haar Frankfurt a. M. weihen Stellung entscheidend ausnuht. Das weihe Spiel geht nun rasch an der energischen Spielweise des Rachziehenden zugrunde. von Schwarz bilden. 5. g2-g3 6. d2-d3 7. Sf3-h4 8. Sh4-g2 15 bis 20, Mirabellen 30 bis 35, Reineclauden 30, Honig 50, junge Hahnen 90 bis 100, Suppenhühner 100 bis 110 Pf. das Pfund: Eier 13 bis 14, Blumenkohl 20 bis 60, Salat 5 bis 10, Salot- gurken 10 bis 40, Einmachgurken: 2 bis 3, Endivien 10, Ober-Kohlrabi 5 bis 10, Rettich 10, Tauben 90 Pf. das Stück: Radieschen Bd. 10 Pf. liberalen Geiste des ihm befreundeten Wilhelm Humboldt war er tätig für Einheit und Freiheit." So lautete mein Urteil, und ich begründete eS durch die Mitteilung geschichtlicher Tatsachen. Für diese Gesinnung hat nämlich Fr. G. Welcker Amlsentsehung und langjährige politische Untersuchung erlitten. Ich füge hier als meine persönliche Ueberzeugung hinzu, dah dieser berühmte Altertumsforscher Welcker, dessen Gedenktafel vor kurzem in Gießen enthüllt worden ist, jetzt Republikaner wäre, treu seinem Wesen und seiner politischen Einstellung. Daher habe ich mich auch auf ihn, Fr. G. Welcker, in meiner Festrede am Verfassungstage „beziehen zu müssen geglaubt". G i e h e n , 15. August 1927. L. Hüter, Oberstudienrat i. R.» Professor. Ein Bankier forderte den überaus witzigen Dichter Saphir auf, sich in seinem Stammbuch zu verewigen. Saphir schrieb: „Leihen Sie mir hundert holländische Gulden und vergessen Sie auf ewig Ihren Freund M. G. Saphir. recht. 19. a2-a3 20. Kel-dl 21. Sd2 — f 1 22. Sg2-f4 Es folgt nun ein 23. Le2xf3 24. Sfl —d2 verblich wegen f2 ■ Arn Sonntagmittag versammelte sich eine kleine Feiergemeinde auf dem B. f. B.-Waldsportplatz zur Einweihung des neuerbauten Vereinshauses des Vereins Der Physiker Gauß wurde auf einem Hoffeste von einer wißbegierigen Komtesse gefragt, was der Unterschied sei zwischen „abstrakt" und „konkav"! Die alte Exzellenz erwiderte: „Das ist dasselbe wie zwischen Gustav und Gasthof, oder zwischen Brau- stübel und Brustübel oder zwischen Kaufladen und Kuhfladen!" Der österreichische Schriftsteller Ferdinand von S a a r hat unter anderem auch ein Epos „Hermann und Dorothea" geschrieben. Ein hoher Beamter, den er in einer Gesellschaft traf, wollte ihm eine Schmeichelei sagen, klopfte ihm auf die Schulter und äußerte: „Ihr Epos „Hermann und Dorothea", Herr v. Saar, habe ich viel lieber als das von Schiller!" worauf der Dichter sich in die Brust warf und antwortete: „Euer Exzellenz Aeußerung be- schämt mich und Goethe." Alitterwochen. .Schatzi, koste doch mal, ob das Wasser kocht! ., Spr. Bel. 2. Tc5-a5+ usw. ., e4 — e3 2. Sd5xc3 usw. Es droht 2. Tc5-b5+ usw. DaS Winteriurnier 1926 27 des Gießener Schachklubs ist nach hartnäckigen, schweren Kämpfen beendet. Die Sieger in den einzelnen Klassen sind folgende Herren: ^-Klasse. 1.Preis: Rechtsanwalt Rothenberger. Derselbe hat damit gleichzeitig den Titel Klubmeister und den Wanderpreis für 1927 errungen. 2.Preis: Professor Weitz- erber. 3. Preis: Derwaltungsamtmann R o t * amel. 1. Klasse. 1. Preis: stud. jur. Schiefer. 2.Preis: Kaufmann Sonn. II. Klasse. 1.Preis: Lehrer Stumpf. 2.Preis: Kaufmann Schäfer. Das sehr rege Schachleben wird anlählich des 70jährigen Stiftungsfestes des Giehener Klubs im Frühjahr 1928 zur vollen Geltung kommen. r geborgen, igenunglüd. iftet: Ein Lostkrast- ,«;■ her einer hiesigen Ge> ■ mrtag in einer Krim . jenburg on der Dup :mfe gegen den Sero. 9 >urde der Wagen voll- " lärm mürbe getötet verletzt unb in die l und Lennep gcbradjl 'amen mit teueren .' Frankreich. m ßhirml^äbm in rö toeiter gerne!M, Webereien innerhalb \ tonten, wodurch ur ArbrlMigleii 1 ati 10 000 Atme Böchune sollte ein einen Preis W dortigen * baüvns waren chienen. infolge jedoch vier * lvsgenßen formte starten. - Jünf lole. m fn Montreal tp ffe E men sind getötet W bres Geistes Kraft unermüdlick; tätig oas neue Werk würdig zu vollenden, dieses Haus binein- i treue Kameradfcha' Die Löserliste erscheint in einer der nächsten Schachnummern. Lösung deS Problems Ur. 119. Don 3. Pofpifil. Dd6-b6!, c3-c2 2. Sd5-e3 usw. denstruth- Butzbach wies auf die Bedeutung der Zusammenarbeit der benachbarten Bereine für den einzelnen Verein und die Gesamtbewegung hin. Den Abschluß der Veranstaltung bildete eine Besichtigung unter Führung von Domänenpächter L y n k e r. ’* Di e Rheinfahrt, die von der Gießener Vertretung der Hapag am nächsten Sonntag als Gesellschastsunternehmen veranstaltet wird, findet auf zwei Dampfern statt. Man beachte die heutige Anzeige. ** Briefe an die Redaktion. Um unliebsame Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir, alle für die Redaktion bestimmten Briefe nicht mit namentlicher Anschrift eines der Redakteure zu versehen, sondern allgemein „an die Redaktion" zu richten. Rur dann kann eine schnelle Erledigung gewährleistet werden. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orb ach geifterung dem ....... , ziere der neue schmucke Hausbau den schönen Platz. Der Redner dankte allen, die mit ihrer Hände Arbeit Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonSttsch. kleine Geschichten von berühmten Leuten. Heinrich Heine erhielt einmal in einem Gasthaus eine Suppe vorgesetzt, in die eine Fliege gefallen war. „Suppe mit Geflügel habe ich nicht bestellt", sagte der Dichter und gab die Suppe zurück. Rundfunk-Programm. Mittwoch, 17. August. 15.30 bis 16 Uhr: Die Stunde der Jugend. — 16.30 bis 17.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Romantische Opern. — 18.15 bis 18.45 Uhr: Die Bücherstunde. — 18.45 bis 19.15 Uhr: „Schopenhauer über die Verneinung des Willens zum Leben über das Genie und das innere Wesen der Kunst", Vortrag von Pfarrer Clemens Taes- ler. — 19.15 bis 19.45 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene. — 19.45 bis 20 Uhr: Senckenberg- Viertelstunde: „Pflanzcnleben im Herbst", Vortrag von Dr. W. Sittig. — 20 bis 21 Uhr: Übertragung von Kassel: Eine melodramatische Stunde. — 21 Uhr: Gastspiel Robert Koppel. Reichsfinanzministerium hohe Belohnungen zugesichert sind. " Der Polizeibericht teilt mit: 3m letzten Jahre sind in hiesiger Stadt wiederholt kleine Brände entstanden, welche dadurch verursacht wurden, daß die Asche in nicht feuersicheren Behältern aufbewahrt wurde. Wenn auch von den Beschuldigten angenommen wurde, die Asche sei kalt gewesen, so ist doch die Brikett- asche gefährlich und kann nach mehreren Stunden, ja Tagen, evtl, noch durch Luftzug begünstigt, zur Entzündung kommen und einen gefährlichen Brand verursachen. Insbesondere, wenn die Asche in leichtsinniger unö fahrlässiger Weise in Pappschachteln und Holzkisten aufbewahrt wird. Eine derartige Aufbewahrung von Asche ist nach Artikel 172 des Hessischen Polizeistraf- gesehes verboten und unter Strafe gestellt. Der Artikel besagt folgendes: Asche von Holz, Torf, Steinkohlen ober anderen Brennmaterialien darf nur, nachdem solche vollständig gelöscht ist, in feuersicheren Behältern und niemals auf Böden oder überhaupt in den oberen Teilen des Hauses aufbewahrt werden. Zuwiderhandlungen werden bestraft. Um sich vor Schaden und Strafe zu schützen, darf man Asche nur in feuersicheren Behältern und so zu verwahren, daß ein In- brandsehen unmöglich gemacht wird. Zuwiderhandlungen werden, mit Rücksicht auf ^ine gefährlichen Folgen, rücksichtslos zur Anzeige gebracht. ** E i n Unglücksfall im Braun st ein- Bergwerk ereignete sich gestern nachmittag gegen 4 Uhr. Dort waren zwei Bergleute mit Sprengungen beschäftigt, wobei ein Schuß anscheinend zu früh losging und den Arbeiter Konrad Keßler aus Steindorf bei Wetzlar traf. Der Bedauernswerte erlitt einen komplizierten Unterschenkelbruch des rechten Beines, ferner Verletzungen im Gesicht. Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz verbrachte den Verunglückten in die Chirurgische Klinik. *• Bund der Kolonialfreunde. Der herrlichstem Sommerwetter konnte die Ortsgruppe Gießen des B. d. K. ihr diesjähriges Gartenfest in „Daressalam" auf der Karlsruhe abhalten. Der erste Teil des reichhaltigen Programms war Den beiden Iugendgruppen „Waterberg" und „Maua" gewidmet. Zunächst wurde der verdiente Führer der Iugendgruppe „Waterberg", Herr Heß, dadurch von seiner Schar geehrt, daß ihm diese ein Oelgemülde „Elefant in der Steppe" überreichte. Dann folgte die Ueber- reichung von Geschenkbüchern an die Bundesfreunde Tetzner, Hermes und G o p p e l t. Zur größten Ueberraschung wurde der Ortsgruppe selbst durch ihren Bundesfreund K r o m - b a ch em von ihm angefertigtes Oelgemülde gestiftet. Anschließend an diese Ehrungen wurde durch den Vorsitzenden der Wimpel der Iugendgruppe „Maua" eingeweiht. Der zweite Teil des Abends war überschrieben: Eine Fahrt nach unseren ehemaligen Kolonien: mit Lichtbildern, Rezitationen, Tänzen und Musik. Die Vorführung der Lichtbilder nebst dem Degleitvortrag wurde von Herrn Mohr übernommen, während die Mitglieder der Iugendgruppe „Maua" die einzelnen Widmungen an die Kolonien sprachen. Dundesfreund Dittmar brachte durch seine großartig ausgeführten Schwänke, „Der Regerfürst von LibeÄa mit Gefolge" und die „Aequa- tortaufe“ die Lachmuskeln der Anwesenden in Bewegung. Die beiden Musikkapellen sorgten in den Zwischenpausen für Abwechslung. Die Entwicklung der Iugendgruppe-Musikkapelle ist besonders zu begrüßen. Wenn die Gruppe auch selbst keinen Ueberschuh erzielte, so war durch die wohlgelungene Veranstaltung der koloniale Gedanke wieder einmal in den Vordergrund gerückt. *'Die evang. ArbeitervereineDuh- bach, Gießen und Wetzlar veranstalteten am Sonntag eine Familienzusammenkunft auf dem Schisfenberg. Rach Ankunft der Vereine von Butzbach und Wetzlar in Gießen erfolgte der gemeinsame Abmarsch mit Musik nach dem Treffpunkt. Auf dem Schiffenberg begrüßte der Vorsitzende des Gießener Vereins, Stadtv. Kirchner, die Erschienenen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß neyi^ dieser geselligen Veranstaltung sich die Vereine auch bald wieder zu ernster Arbeit zusammenfinden würden. Pfarrer L i n - 19. Sc6-e5 20. Sg8-f6 21. Th2-h5 22. Se5-f3! glänzender Schluß. 23. g4xf3 24. 8xst5 wäre sofort oer- lldr»“ WM li ** Falsche Zwanzigmarkscheine im Umlauf. Vor einigen Tagen wurde in einem Darmstädter Geschäft das Falsifikat eines Zwanzigmarkscheines, datiert vom 11. 10. 24, in Zahlung gegeben. Das Falschstück hat die Nummer 7 142 358. Ein gleiches Falsifikat mit derselben Nummer ist auch in Mannheim festgestellt worden. Die Fälschung ist insbesondere an den allgemein schwachen Wasserzeichen und an den helleren Farben zu erkennen. Während bei den echten Noten die Wasserzeichen von dunkelbrauner Farbe über das ganze Papier gleichmäßig und deutlich sichtbar verteilt sind, ist bei den Falsifikaten das Wasserzeichen, insbesondere am Schaurand, kräftig konturenartig nachgeahmt. Wenn Falsifikate gegen das Licht gehalten werden, ist das Wasserzeichen unter dem Frauenbildnis unsichtbar, während bei den echten Noten die Wasserzeichen deutlich zu sehen sind. Es wird darauf hingewiesen, daß für die Ermittelung des Herstellers und Ver- auf den er gestellt fei, seine Pflicht erfüllen, bann werde auch der lag wieder kommen, wo wir als freies Volk auf freiem Grunde stehen. Mit dem Wunsche, daß dieses Heim immer eine Stätte sreundschaftlicher sportlicher Betätigung sein möge, übergab er es dem Verein zur Benutzung. Der erste Vorsitzende, Herr Albolt>, übernahm das Vereinshaus namens des Vorstandes in treue Obhut mit dem Wunsche, daß in seinen Räumen nur echt kameradschaftlicher Geist seine Stätte finde, der sich jederzeit mit den sportlichen Idealen des V. f. B. vereinbaren lasse. Der Redner dankte vor allem den Herren P l o ch und Nagel, die durch seltene Opferfreudigkeil und nimmermüdes Schaffen in hohem Maße zum Gelingen dieses Hausbaues beigetragen, ferner allen denen, die an dem Bau mit« gearbeitet haben. Den Mitgliedern empfahl er, dieses Schmuckstück des Vereins zu pflegen unb zu bewahren, damit es allezeit Zeugnis ablege von dem Geist sportlichen Gemeinsinns, und künftige Kräfte im V. s. B. anfporne, es weiter auszubaüen. Als Vertreter des Ruderklubs „Hassia" überbrachte Herr W e b er herzliche Wünsche zu der Vollendung des schönen Baues. Als äußeres Zeichen der freundschaftlichen Gesinnung der „Hassia" für den D. f. B. überreichte er diesem einen Wimpel der „Hassia" mit dem Wunsche, diesen Wimpel, der allezeit fröhlich im Winde flattern möge, als Beweis der Sympathie der „Hassia" anzusehen. Der erste Sprecher des Männerturnvereins, Lehrer Kling, beglückwünschte den Verein namens des M. T. V. zu dem wohlgelungenen Vereinsheimbau. Das schöne Haus möge dem V. f. B. stets ein Platz zur Pflege treuer Kameradschaft und sportlicher Zusammengehörigkeit sein. Dem V. f. B. auch bei dieser Gelegenheit ein weiteres kräftiges Wachsen und Gedeihen wünschen zu können, sei ihm eine angenehme Pflicht. Redakteur B l u m s ch e i n sprach dem Verein namens der Redaktion des „Gießener Anzeigers" Glückwünsche zu dieser neuen, schönen Tat des Vereins aus, die sich der trefflichen Herrichtung des Sportplatzes würdig anreihe: daß im V. f. B. mit Freude und Lieb zur Sportsache gearbeitet werde, beweise die Gesamtheit dieser Vereinsschöpfung. Redner wünschte dem Verein, daß er stets in erfolgreicher Weise.an der Ertüchtigung unserer Jugend zum Wohle des Vaterlandes weiterarbeiten und damit am deutschen Wiederaufbau segensreich mitwirken möge. Bei einem anschließenden geselligen Beisammensein im Vereinshaus wurden noch manche trefflichen Worte gesprochen, aus denen die Glückwünsche des Bezirksvorsitzenden des Bezirks Hessen-Hannover, Herrn Happ, hervorgehoben seien, der das lobenswerte Beispiel des V. f. B. allen Sportvereinen zur Nachahmung empfahl. Ein weiterer Redner bat die Presse, auch fernerhin die Tätigkeit der Sportler in wohlwollender Weise zu unterstützen. Das Vereinshaus enthält eine Anzahl sehr zweckdienlich, luftig und sonnig eingerichteter Räume, die auf die Besucher allgemein einen guten Eindruck machten. Sobald sich die Möglichkeit bietet, beabsichtigt der Verein den weiteren Ausbau des Hauses durchzuführen, um allen Erfordernissen in »ollem Umfange genügen zu können. Man kann aber heute schon den V. f. B. zu diesem neuen schönen Besitztum beglückwünschen. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 8 Uhr, Gastspiel des Bad-Nauheimer Kurtheaters: „Der Garten Eden" (Ende nach 10.30 Uhr). — Palast-Lichtspiele: „Die Frauengasse von Algier". — Astoria-Lichtspiele: „Das Geheimnis einer Stunde". Gietzencr Wochenmarktpreise. Es kosteten auf bc.n heutigen Wochenmarkt: Butter 180 bis 190, Watte 30, Käse (10 Stück) 80 bis 130, Wirsing 12 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 20. gelbe Rüben 10, rote Rüben 10, Römischkohl 10 bis 12, Dohnen, grüne 8 bis 18, gelbe 15 bis 20, Unter-Kohlrabi 30, Erbsen 25, Tomaten 25 bis 40, Zwiebeln 15, Rhabarber 10, Pilze 25 bis 40, Kartoffeln 6, Frühäpfel 20 bis 25,. Falläpfel 6 bis 8, Dirnen 25, Kirschen 40, Johannisbeeren 35, Brombeeren 40, Pflaumen Diele gute Wünsche seien in gebaut worden. Einigkeit und treue Kameradschaft, Pflichtgefühl und Begeisterung für eine edle und große Sache, den Sport, möge in diesem Heim wohnen: und am Giebel möchten die ungeschriebenen Worte stehen: Pro patria. Aber auch deutsche Ehre unb deutsche Sitte solle in diefem Hause eine Heimstatt haben. Jeder möge an dem Platze, Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Zu dem Eingesandt des Herrn Oberregierungsrats F. Welcker bemerke ich folgendes: Ich habe nicht behauptet, wie es, nach dem Eingesandt scheinen könnte, dah Friedrich Gottlieb Welcker Republikaner gewesen sei. Republikaner sein bedeutete damals revolutionär- radikal sein. Das war Fr. G. Welcker nicht. Ich stellte in meiner Rede fest, dah schon von Beginn des 19. Jahrhunderts an auch in unserer Vaterstadt Gießen „-eine freiheitlich-bürgerliche Gesinnung" geherrscht habe. Ein mannhafter Vertreter einer solchen war z. B. Fr. G. Welcker. „Im Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 16. August 1927. Einweihung des D.s.B.-Hauses bergen alle Energien einer gütigen Natur zu Wohlbehagen Kraft und Schönheit, lum Aufbau, aller Körperkräfte Sie sättigen und stärken wohlfeiler und nachhaltiger als eine essfertige Kost anderer Art und beseitigen jede geistige und. körperliche Ermüdung# her atz z. «nS* Men dem 1 Wo ooo. 51^ Ä*« in Ä N »» «ntm und ä hm „„„ ^Wesenheit toie, lag an. ^Mörders. in dessen fefe Berlin namens ” W unb ÄÄ -lunorn wurde. ru haben, itermch tatsächlich de> aus einen Uiv ud stark bezweifelt Dichtung werden mord. -fcrn ein Arbeitet e er des längeren igt hatte, erfass«, len. unten. lee ist gestern bet Jen beim Baden efr । nicht geborgen wer- edel aus Berlin ist veddiner See ertrun- gungsspiele. Neben geladenen ( den und Gönnern des Vereins hatten sich, wie gestern schon kurz berichtet, auch die Spieiermann- schaften vor dem neuen Haus zu der schlichten, würdigen Feier eingefunden. Der Ehrenvorsitzende des D. f. 23., Dr. Köppler, Limburg, wies in seiner einleitenden Ansprache darauf hin, baß der Verein erst vor 2j Jahren sich den schonen Sportplatz geschaffen, den juaenblicyen Opfermut in heller Be- ANe für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 122. Don K. Erlin. 08 a 8 8 2 g '0 (6 V3® . ’o* * ES lll.M Mädchen-Schürzen, gestreift, für das Alter von 1.00 2.50 5 bis 9 Fahren 2.50, Mädchen-Taghemden mit Feston oder Stickerei, 1.20 1.50 Größe 60 1.60, 0.75 2.75 3.00 2.75 7452a 1.75 1.50 1.75 3.50 2.50 2.00 einaeladcn. D Der AnSichust. 7470D raden geben 05952 Walltorttrahe 10. 7461D Volkshochschule 7481D platz. L Mittwoch irüh 9 Uhr emtreffend: Die Landsmannschaft „Chattia I.A.d.C.: W. Menk . X X X ai ff. Seeladis . Pfund Altersvereinigung 1870,1920 Der Vorstand 05951 Familie Familie Familie Familie Familie Familie Zu emcr Versammlung behufSw'itcrer Stellungnahme gegen die Ber- kehrsordnung werden die Anli'ger des Selierswcgo. Hausbesitzer und (Ocwerbctrcibeude Mittwoch abend s llbr 30, in da7 Hotel Hiudeuburg Friedrich Steinmüller Ludwig Steinmüller Wilhelm Steinmülier Ferdinand Steinmüller Otto Steinmüller Therese Steinmüller Witwe. Meue boll.Vollberinae3St.0.35 Neue cngl.Matjeöbcr.3St 0.70 FLIT */»Blccbpackung mit Muodzcrsläuber R.M. 2.50, i/i Blechpackung R.M 3.75, Doppelpackung R.M. 6.50, Großpackung R. M. 19—, Handzeritiuber R. M. 2. — , Kombinierte Packung (enthalt Vi Blechpackung nebst Handzerrtäuber) R.M.5.50. Der Quartiermeister des Sdmakenheeres entdeckt Herrn Müllers Wohnung! prima Gchulstrümpfe aus reiner Wolle, für bas Alter von 6 bis 10 Jahren........... prima Schulstrümpfe aus Daumwolle, für bas Alter von 6 bis 10 Fahren............ . 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Mädchen'Kniehöschen, reich mit Stickerei, für das Alter von 6 bis 9 Fahren............ Weihe Mako-Hemdhöschen für Knaben und Mädchen, für das Alter von 6-8 Fahren .. FLIT befreit das Haus in ein paar Minuten von krankheitskeimtragenden Fliegen und Stechmücken. FLIT ist sauber, zuverlässig und handlich im Gebrauch. Xfernlditet alteHauiimekten. FLIT vernichtet auch Wanzen, Küchenschaben und Ameisen. Es dringt in alle Risse und Spalten, wo Insekten nisten und brüten. Bestäube die im Alter von 57 Jahren in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Helena Emig geb. Brückmann Hans Emig Willi Emig Adam Emig, Oberpostschaffnef i. R. 0.25 0.30 0.25 0.40 0.30 Gießen (Hillebrandstraße 1), den 16. August 1927. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 17. August, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt. Das Seelenamt Donnerstag früh 6'/„ Uhr. 7469D *) Dir gebe, tonnten JüiM und früheren Pi «nirag zur Erc ohne dadurch diejem bebeutia Ferienkurse: 0ragen der Lebensgesialtung in der tieraiur der Gegenwart. lW.Hegar». Ort: Oberrealschule. Beit: Donnerstag, 18. August, abc v°- 8 Uhr. Gebühr 2,50 Mt. Rhythmische Gymnastik |H. Steinbach. Unseren Mitgliedern die traurige Nachricht, daß unser Heber Altersbruder Herr Johann Emig entschlafen ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 17. d.M.. nachm. 3 Uhr, statt und wir bitten unsere Mitglieder, sich zahlreich an derselben zu beteiligen WWi sofort gesucht. 7477D Fink, Weihbinder- meister, Stephan- strahe 43. Heute vormittag 5'/, Uhr entschlief sanft nach langem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Jakob SteinmüEer XII im Alter von 74 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Kleider mit FLIT. FLIT tötet die Motten und stoffressenden Larven. FLIT, mittels Zerstäuber angewendet, verursacht keine Flecken. Ein auf wissenschaftlicher Grundlage hergestelltes Insekten -VcrHlgungsmitteL FLIT ist das Ergebnis jahrelanger Versuche bekannter Insektenforscher u. Chemiker. FLIT ist unschädlich für den Menschen. FLIT ersetzt die bisher gebrauchten Mittel, da es alle Insekten rasch und sicher vernichtet. Kaufen Sie noch heute eine FLIT-Packung nebst Zerstäuber. Ueberall erhältlich. Johann EnigjoMM findet Mittwoch, den 17. August, nachm. 3 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. Rege Beteiligung erwünscht der Vorstand. Kuhmist n. MkarMlu lsd. abzugeben. 06629 keiligellerner weg 21. Telephon 1308. Kühlers Knaben.Anzüge für das Alter von a k ßß 6 Fahren ab........................ ±vJ.W Mäbchen-Zaltenröcke, ein Restposten, für das a ß ßß Alter von 8 bis 14 Fahren............ ±V.Vv Pullovers für Knaben u. Mädchen für das Alter ßß von 10 -12 Fahren 7.50, für d. Alter 0.6 - 8F. OAJV Mittwocu, / Aua., abends 8.30 Uhr. im Klublok.Baycr.Hof Gemütl. Abcnd mit Damen Erscheinen aller Mitglieder sehr erwünscht. 7464c Der Vorstand. IWe marin. Me Rollmops, Bismarckheringe, Heringe t. Gelee, Lraiheringe, alles aus feinst., weihsleischig., englischen Hering, die 1 OK 1-Liter-Dose .. ../< 1« AU Deutfeh-Amerikanifche Petroleum-Gefellfdiaft Abteilung Spezialprodukte / Hamburg 3ö Gesucht au 40jähr.. teilweise gelahmter Dame einfache, kräftige, freundliche Hilfe die anher der per* sönlichen Bedienung das Rollstuhlsabren übernimmt. Angebote nur mit langjährigen Beuflti. an Sri. Mannbardt, Bad Nauheim. Hotel Metropole. Ta7 Junger BOüeroefefle niit guten Zeugnisten sucht Stellung in einerKonditoret. wo ihm Gelegenheit geboten wird, üch weiter auszubilden. Sdir. Angeb. u. 05936 an d. Gietz. Anz. erb. Mil« Morgen abend7.7,0 Wiederbeginn der Singstunde Zunge achtbarer Elterw der daS Metzgerhandwerk erlernen will, gesucht. 7456L) Heinrich Lich "Metzgerei. Londorf (Cberh.). Tüchtiges Msmeii für sofort gesucht. Solche, die im Hotel- betrieb gearbeitet, bevorzugt. 74551) SlngulaB-GiW. Schülzengesellschalt 1926 Giefen. 'Mittwoch, den 17., fällt daS Schieben auS u. wird hierfür Donnerstag abcnd geschossen. 7482 D Ter Vorstand. M^WMMIU Gießen I Die Beerdigung un ‘ seres lieben Käme- VLB Mittwochabend Abtriink im Vereinsbaus auf dem Waldsvori- Miitwoch, Öen 17. August 1927 versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, ab 2 Llhr: 1 Speisezimmer, 2 Küchen, 1 Kleiderschrank, 2 Sofas, 1 Schreibtisch, 1 Sekretär, 1 Tisch (oval), pack- u. Küchentische,! Schreibpult, 6 Ladenregale, 1 Stehleiter, 1 Schiebkarre, 2 Flurgarderoben,! Waschmaschine, Äetten, 1 Motorrad, 1 Küchenherd, Herren- und Damenräder, Schreibhefte und Äilder, gefr. Herren- und Oamenkleider und Schuhe, eine Schreibmaschine (Continental) u. n. v. a. Versteigerung bestimmt. 7475V Ludwig Hartmetz, Auktionator und Taxator Neuenweg 28_____________Telephon 1414. Heuchelheim, Großen-Buseck u. Klein-Linden, den 15. August 1927. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 17. August, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause Bachstraße 82 aus statt. |7466D Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, gestern meinen lieben Gatten, unseren treusorgenden Vater, Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Onkel Heute abend /a9Uhr ftarb nach längerem Leiden unter innigftgeliebter Brudet Karl Klebe im Alter von 66 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Sally Klebe Gießen, den 15. Auguft 1927. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 17. Auguft, nachm. um 1/24 Uhr auf dem Neuen Friedhöfe statt. Beileidsbefuche dankend verbeten. 05950 2>on Dec «urzem 6 , 5mi( Aol. ft ®*«‘ von feefji als ©tunt iuhl B 1 v£.rri ärtet Nr. 190 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Abrüstung? Don Ramsah Macdonald, ehemaliger britischer Ministerpräsident'). Die langwierigen Genfer Besprechungen über die Verminderung dec Flottenrustungen und deren trauriges Ergebnis müssen den unvoreingenommenen Beobachter zu der Ueberzeugung gebracht haben, daß das Problem der internationalen Abrüstung entweder unlösbar ist, oder daß wir jedenfalls noch nicht den richtigen Weg gesunden haben, um uns der Lösung zu nähern. Ich glaube, daß das letztere der Fall ist. Die Abrüstungsfrage sollte nicht zwischen den betreffenden militärischen Stellen verhandelt, sondern als eine Angelegenheit der Außenpolitik betrachtet werden. Kriege werden nämlich durch Vorgänge bedingt, auf die im allgemeinen weder ein Kriegsministerium, noch eine Admiralität Einslus; haben. Zwar können sich die Marineministerien der einzelnen Länder wohl auf gewisse Daueinschräntüngei; einigen, die unter Beibehaltung des augenblicklich begehenden Gleichgewichts der Kräfte die relative Kampfstärke der einzelnen (Nationen nicht schwächen. Solche Vereinbarungen bedeuten natürlich eine Verringerung der nationalen Ausgaben und sind als Sparmaßnahmen natürlich gut, aber dem Weltfrieden bringen sie uns um keinen Zoll oder um keinen Tag näher. Sie bewirken nur, daß die Nationen im Falle eines Krieges, durch gewisse Bestimmungen beschränkt, in die Feindseligkeiten eintreten; aber welche Nation wird sich deshalb etwa den Sieg in irgendeiner Weise gefährden lassen wollen?! In der Zwischenzeit können diese Nationen ihre finanziellen und industriellen Hilfskräfte aus jede Weise stärken und so ihre Kampfstärke insgeheim erheblich vermehren. So sehr man also derartige Abkommen begrüßen mag. so darf man sie doch nicht über Gebühr würdigen. Obschon ich mir dessen bewußt bin, daß meine Ausführungen nicht unwidersproä-en hingenommen werden, erkläre ich offen, daß nach meiner Meinung auch auf lange Sicht geschlossene Verträge zwischen den einzelnen Nationen, wie etwa der Locarno- Vertrag, ihre großen Schwächen besitzen. Schiedsgerichtsoerträge basieren nämlich auf Auffassungen, die durch eine friedliche Einstellung bedingt sind. Zwar verpflichten sie die d«ran teilnehmenden Nationen, in Streitfällen zunächst das Schiedsgericht anzurufen und nicht sofort an die Waffen zu appellieren. Ich bin aber der Meinung, daß, wenn erst einmal Kriegsgefahr entstanden ist und die nationalen Leidenschaften aufgepeitscht sind, daß dann die Vorschriften solcher Schiedsgerichtsverträge keineswegs die Entfesselung des Krieges vermeiden können. in den Verträgen festgelegten Bestimmungen werden sich dann eben als unzureichend erweisen. Ein Krieg entsteht meist aus ganz unvorhergesehenen Ursachen, er chricht aus" wie ein Fieber oder eine Panik und wirst alle Vorsichtsmaßregeln über den Haufen, die man vorher in friedlichen Zeiten vereinbart hat. Die Erfordernisse der nationalen Sicherheit und der aufschäumende Patriotismus werden je5en bestehenden Vertrag einfach zerreißen, falls nicht irgend eine überlegene Macht die Ausführung des Vertrages überwacht. Wir dürfen den gefährlichen Einfluß des Masferrinstinktes nicht unterschätzen, namentlich wenn diese „Masse" eine Nation ist. Die Vorgänge beim Ausbruch des Weltkrieges haben zur Genüge bewiesen, daß viele der scheinbar mächtigen Bollwerke gegen den Krieg nichts als Seidenpapier waren. Es kommt daraufan, dem Kriege selb st als einem Fluch der Menschheit den Garaus zu machen, und die einzelnen Kulturnationen müssen sich zur Erreichung dieses Zieles zusammenfinden. *) Wir geben diese Meinungsäußerung des bekannten Führers der englischen Sozialdemokratie und früheren Premierministers als bemerkenswerten Beitrag zur Erörterung der Abrüstungsfrage wieder, ohne dadurch unsere eigene Stellungnahme zu diesem bedeutsamen Weltproblem festlegen zu lassen. Emil Nolde. Von Friedrich Mellinger. Der Maler Emil Nolde wurde vor lurzem 60 Iahre alt. Emil Nolde ist vermutlich kein Freund des glatten Dezimalsystems. Jedenfalls gilt der Ablauf von sechs Jahrzehnten seines Lebens ihm nicht als Grund, sich umständlichen Festen auszusetzen. Dieses in weitestem Rhythmus schwingende Dasein läßt sich nach Kalendermaß nicht messen. Mag Nolde also dort oben in seiner friesischen Heimat — wo Wiesenflächen unter blauem Himmel und getürmten, weihen Wolken liegen — sein Schaffen und seine Stille haben (wie stets während der hellen Hälfte des Iahres), und bereiten w i r uns eine Feier durch Besinnung auf seine Gestalt und sein Wesen! Der erste und" nachhaltige Eindruck, den man von dem breiten und hochgewachsenen Manne empfängt, ist: Gelassenheit. Oder wie sonst soll diese Haltung, dies Leben, das einem da kindhaft und majestätisch zugleich begegnet, wohl bezeichnet werden? Das mit kleinster Gebärde so tiefe Wirkung zu üben vermag — wenn etwa im Gespräch ein Muskel des Gesichts sich leise rührt und im Auge das wasserhelle Blau sich nych aufzulichten scheint? Lleberall in diesem schweren Menschen mit dem weichen und stolzen Gang des Löwen — überall und fortwährend müssen Gegensätze miteinander sich versöhnen. Darum kostet ihn das Sprechen so viel Mühe — denn gesprochen klingt paradox, was allein die Kunst auszusagen vermag: das unauflöslich ineinander verflochtene Ia-und-Nein. Beständig scheint in Emil Nolde die Freudigkeit des Lichts gegen alle Schwermut trächtiger Erde zu kämpfen. Es binden sich Zartheit mit Härte, Demut mit Rebellion, Streitbarkeit mit utnfangender Güte in seiner geräumigen Brust. Ia und Rein sagt dieses blasse Antlitz zur schönen farbigen Welt. Ia und Rein: Paris, Iava, Ehina, Zirkus, Tänzerinnen und schöne Frauen! Reines, schweigendes Ia immer wieder nur zu seiner Arbeit und zur Gemeinschaft mit der kühnen und schönen Gefährtin. Er ist ihr Meister — und darf sie darum anschauen mit diesem rückhaltlosen Kinderblick, beide: die Arbeit und die Gefährtin. » Wer ihn einmal bei der Arbeit, beim Aquarellieren, hat sehen dürfen — wenn er große Bilder schafft, läßt er niemanden zuschauen — Die Besprechungen auf der Flottenkonferenz in Genf haben gezeigt, wie schwer sich die Abrüstrmgs- frage von der großen Politik trennen läßt. Ausgaben für Rüstungszwecke lassen sich nicht vermindern, als wären sie nur eine Frage des Steuer« budgets. Bei Abschluß des Locarno-Vertrages hat man bi. Tatsache Rechnung gettagen, daß jeder Friedensvertrag, der das Papier wert sein soll, auf dem er geschrieben ist, von anderen Mächten garantiert sein muß, als denjenigen, die sich in dem Vertrage gegenseitig verpflichten. Bevor die Schiedsgerichtsbarkeit irgend eine Sicherheit gewährt, muß diese Idee allgemeine Anerkennung gesunden haben. Eine Nation wird nicht allzu schwer zu bewegen sein, einen Krieg zu beginnen, wenn sie die feste Ueberzeugung hat, aus dem Kampfe siegreich her- vorzugehen. Nur falls es gelingt, den Völkern klar zu machen, daß ein Sieg unmöglich ist, wird die Welt Frieden haben, und die Sicherheit, die die Nationen jetzt im Schutze ihrer Waffenmacht suchen, werden sie durch den Abschluß von Ver.?gen finden. Im Jahre 1924, als ich an der Regierung wär, bat ich verschiedene Mächte, die von ihnen vor- aeschlagenen Schiedsgerichtsverträge noch zurückzu- stellen, weil ich eine noch umfassendere Lösung vorbereitete. Die Frage ist: Werden die Nationen der Welt sich dazu bereit finden, ihre Sicherheit gemeinsam in der Weise zu garantieren, daß sie sich gegenseitig im Falle eines Angriffs durch eine dritte zu Hilfe kommen? Werden sie sich dazu verstehen können, in jedem Falle die Entscheidungen des Schiedsgerichts als unabänderlich hinzunehmen? Auf diese Formel nämlich läßt sich letzten Endes das Problem der Sicherung des Weltfriedens zurückführen. Die Antworten, die von den einzelnen Mächten auf dem vom Völkerbunds auf dem Protokollwege im Jahre 1924 gemachten Vorschlag kamen, lauteten durchaus erfreulich. Sicherlich waren noch viele Fragen offen, die durch Unterhandlungen hätten geklärt werden müssen, aber wenn man nicht damals die ganze Aktion hätte im Sande verlaufen lassen, so wäre man, glaube ich, heute ein gut Stück weiter. Es gibt sicherlich auch im politischen Leben Gelegenheiten, die so selten sind, wie eine totale Sonnenfinsternis; wenn.der Moment oorübergegangen ist, fo müssen wir wieder Generationen warten, ehe sich die Gelegenheit wieder bietet. Wenn wir jedoch den Frieden sicherstellen wollen, so darf das oben erwähnte Protokoll vom Jahre 1924 nicht etwa ad acta gelegt werden. Es mag jein, daß der seinerzeit gewählte Ausdruck „Achterklärung des Krieges" mehr plastisch bildhaft als korrekt ist, trotzdem scheinen mir die gemachten Vorschläge geeignet zu sein, die Aufmerksamkeit auf den Kernpunkt des Problems zu lenken. Es handelt sich nichtum Abrüstung, es handelt sich nicht um Schiedsgerichtsverträge zwischen den einzelnen Nationen, es handelt sich vielmehr um allgemeine Abkommen zwischen den Völkern aus der Grundlage des Protokolls vom Jahre 192 4. Wir können die Kriegsgefahr bannen, wenn alle Länder den angreifenden Staat in Acht und Bann tun, und die Ablehnung, sich dem Schiedsgericht zu unterwerfen, das Merkmal für die Angriffsabsicht ist. Sobald die Nationen der Welt diese Sicherheit haben, werden die Waffen sowohl für einen Defensiv-, wie für einen Offensivkrieg unnötig werden; Abrüstung wird dann von selbst kommen, weil keine Veranlassung mehr besteht, die Rüstungen in umfangreicherer Weise aufrecht zu erhalten, als es die Erfordernisse des polizeilichen Schutzes der einzelnen Nationen notwendig machen. Turnen, Sport und Spiel. Sporthömpfe unserer Garnison. linier Grenadier-Bataillon tritt in diesem Jahre erstmalig mit internen sportlichen und militärischen Wettkämpfen an die Oesfentlichkeit. Ein derartiges,militärisch aufgezogenes Sportfest dürfte wohl für die meisten Bürger unserer Stadt etwas Neues sein. Es werden nicht nur Weltkämpfe der sportlichen Athletik, des Turnens und Spiele ausgetragen, sondern dem militärischen Gesichtspunkt Rechnung tragend wird dem Zuschauer ein Einblick in den neuzeitlichen, vielseitigen Dienstbetrieb geboten, der auch in der Ausbildung den Wettbewerb aufnimmt, um Höchstleistungen in allen praktischen Dienstzweigen aus den Soldaten herauszuholen. Das Programm wird sich in etwa drei Stunden abwickeln, wobei 21 verschiedene Wettkämpfe vorgeführt werden. Die Erfolge des Bataillons bei den kürzlich ausgetragenen Truppenwettkämpfen lassen nicht nur gute Einzelleistungen erwarten, sondern in den militärisch diel wichtigeren Masfenwettkämp- fen (80xl05-Meter-Stafette usw.) werden Leistungen zu erwarten sein, die sich durch die Gleichwertigkeit der Kompagnien bereits zu einer gewissen Höchstform gesteigert haben. Die Wettkämpfe haben am vorigen Mittwoch mit einem Gruppengepäckmarsch begonnen, über den wir bereits berichteten. Heute, Dienstag, vormittag um 8 Uhr begannen auf dem Unr- versitäts-Gtadion die D o r k ä m p f e , um 1011 hr im Hof der Reuen Kaserne die Wettkämpfe im Turnen, Fechten und Gewichtreißen. Vier Musterriegen, aus einem Offizier und 10 Unteroffizieren jeder Kompagnie gebildet, beginnen heute um 3 Uhr nachmittags im Hofe der Zeughauskaserne ihren Wettkampf. Im Anschluß daran werden um 5.30 Uhr die Vorkämpfe des Schwimmens in der Militär-Schwimm- aiütalt ausgetragen. Diese Kämpfe werden eröffnet mit der 20x50-Meter°Stafette, in der sich die 1. Kompagnie mit ihren guten Schwinrmkräften sehr bald an die Spitze sehen sollte, während der hat mit Ergriffenheit diese volle, tiefe Sammlung ohne jede äußere Spannung, diese innige Heiterkeit empfinden müssen, wenn des Meisters Pinsel die Farben in kurzen Minuten zum Bilde zusammenfliehen heißt. Offenbar dient die Farbe ihm willig — sie findet, scheint es, ohne seine Hilfe den genauen, von seinem Auge bestimmten Weg. Eine edle Farbe kann Nolde beglücken. Er hat von einer seiner großen Reisen, aus Aegypten, ein glasiertes Tonfigürchen mitgebracht. Eine jener Grabfiguren — mit schwarzem Haar und keuchtend-coelinblauem Gewände. Er zeigt dieses Blau, eine Farbe, die es heute nicht mehr gebe, wie eine kostbare Reliquie. Das Meer mit seiner brausenden, tanzenden Stille, mit seiner Farbentiefe und spielenden Reflexen des Himmelslichts darüber; pflanzliche Leben, das auf dem Wege von der violetten Erde zum überlohten Himmel die Blütenfarbe gebiert; die blonde Frau im „seltsamen Gespräch" mit diesem Ungetüm, aus dessen (Plicken ein Funke des Höllenbrandes herauf blitzt an den Tag; die Mutter, die das Golteskind dem lobsingen- den Stern entgegenstreckt — alles elementare Sein, vor dem des Menschen Verstand sich bescheiden muß, weih Emil Nolde in einer Farbenüppigkeit ohnegleichen wiederzuspiegeln. Noldes Schaffen ist seinem innersten Wesen nach privat und keusch; mit Recht weist er es ab, wenn man ihn einer Gruppe oder „Richtung" zuordnen möchte. „Es hat für den Künstler etwas Betrübendes, wenn seine Schöpfungen verallgemeinert werden, sie sind so rein, solange sie noch bei ihm allein sjnd" — schreibt er in einem Brief. Er gibt nicht gern feine Bilder her. Uftb dah man Kunst gar wie eine Ware soll kaufen können, läßt fein hoher Stolz nicht zu. Einmal hat ein Museumsleiter, der clllzu geradeheraus ein Werk von Nolde „erwerben" wollte, beschämt das Atelier verlassen müssen; Nolde lieh den Besucher einfach stehen, und feine verständige Frau übernahm es, ihn höflich hinauszukomplimentieren. Seit Generationen sitzen die Noldes, ein altes Freibauerngeschlecht, auf ihrem Gehöft — zwischen Deezbüll, Utentoarf und Mögeltondern — nahe am Meer. Das ist die Landschaft, in der die Gabe des „zweiten Gesichts" beheimatet ist, das „Wafeln", wie man dort sagt. Solch ein Blick, der die festen Mauern der Zeit und des Raumes transparent werden läßt, scheint Emil Nolde eigen zu fein. Man kann es aber nicht gelten lassen, dah seine Bilder (wie es häufig geschieht) mit der Bezeichnung „mystisch" herab2. bis 4. Kompagnie im scharfen Endkampf den zweiten Platz umftreiten. Im 100--Meter-Brustschwimmen stellen alle Kompagnien beachtliche Kräfte. Der Sieger wird 1,35 schwimmen müssen, um den Lorbeer zu ringen. Das Rückenschwimmen hat in Unteroffizier Frick, 2. Komp., und Grenadier Link, 3. Komp., die schärfsten Rivalen für den Endkampf aufzuweisen. Ueber 400 Meter beliebig ist Obergrenadier John. 1. Komp., der Typ, der bei den Divisions-Wettkämpfen das Bataillon vertreten hat. Wenn Unteroffizier Frick seine alte Leistung von 42 Sek. für 50- Meter-Tauchen erreicht, sollte er den Preis des Streckentauchens der 2. Kompagnie holen. Das Wasserspringen kann Unterfeldwebel Schmidt, 1. Kompagnie, der bei den Heeresmeisterschaften 6. Sieger wurde, nur verlieren, wenn er Pech hat. Gut sind auch Obergrenadier Köhl, 3. Komp, und Oberschühe Kuhnert der 4. Komp. Am morgigen Mittwoch setzen sich die Vorkämpfe und der leichtathletische 10°Kampf fort. Ferner wird ein aus Schiehen, Schwimmen, Laufen, Werfen, Springen und Turnen gebildeter Sechskampf bis zur Vorentscheidung ausgetragen. Um 5.30 Uhr nachmittags wird der 1. Start zu den Schw imm en t sche i d ungskämp f en erfolgen, für die l1/» Stunde Dauer vorgesehen sind. Die Hauptkämpfe beginnen am nächsten Sonntag, 21. August, 3.30 Uhr nachmittags im Stadion der Universität. Im einzelnen sind die Wettkämpfe, chre Folge und Teilnehmer in einem Programm zusammengestellt, das aus dem Sportplatz erhältlich ist. Die Gießener Bürgerschaft, die zu diesem Dataillonsfest eingeladen ist, möge durch ihre Anteilnahme die guten Beziehungen zu unserer Garnison bekräftigen, die ihren geselligen Ausdruck am Abend bei Konzert und Tanz finden. V. f. B. Sämtliche Spiele des Einwechungstages standen im Zeichen denkbar ungünstigsten Wetters. Daß trotz dieses mihlichen Umstandes und der gesetzt werden sollen; sinnlich-handfest sind Noldes Visionen, er malt, was ihm „wafelt". Dem seichten Verstand, der diesen Unterschied nicht anerkennen mag oder ihn überhaupt nicht begreift, mag Goethe hier mit zwei Versen aus seinem „Offenbar Geheimnis" gegenübertreien: Mystisch heißest du ifjnen, weil sie Närrisches bei dir denken und ihren unlautem Wein in deinem Namen verschenken. Du aber bist mhsttsch rein, weil sie dich nicht verstehn, der du, ohne fromm zu sein, selig bist — das wollen sie dir nicht zugesteh'n. Der erste Kaffee in Merseburg. Don Dr. Emil Cartha'us. Es war, wie eine alte, längst vergessene Zeitung, „Der Kalkulator an der Pleihe", erzählt, im Maimonat des Jahres 1637, als der Grvß- kaufmann Hervano in Merseburg folgenden Brief aus Amsterdam erhielt: Monsieur trfcs honore Hervano, Inhaber der Großhandlung Hervanos selig. Wittib zu Merseburg. Da wir nunmehr solange in ordentlicher und ehrbarer Geschäftsverbindung gestanden, fo ermangele ich nicht. Euch gleichzeitig mit diesem eine Probe von dem hier in Amsterdam eingeführten und beliebt gewordenen „Kofseyi" einzuschicken und bitte Euch, Eurer wohlehrbaren Hausfrau anzubefehlen, diese Körner fein zu mahlen oder zu zerstoßen und dann in Wasser kochen zu wollen. Ich bitte Euch, mir Eure Meinung zu schreiben, wie Euch dieser Trank geschmecket. Euer wohlgewogener van Snuiten. Als der ehrsame Handelsherr diesen Bries gelesen, ließ er seine Hausfrau Christine, geborene Ferrari zu sich in seine Schreibstube bescheiden. Sie war eine auf ihren Reichtum nicht wenig stolze Frau. Deshalb erging sie sich, als ihr der Chgemahl die Geschichte mit dem „Kofseyi" aus- einandergeseht hatte, in die Worte: „Dieser van Snuiten scheint sich in seinem Amsterdam gar feinen Begriff machen zu können, was sich für eine Frau von meinem Stande schickt, oder er muh uns für recht arm halten, weil ich die schwarzen Dinger da in Wasser kochen soll. Dir zuliebe wlll ich es einmal mit dem Zeugs versuchen, werde aber natürlich kein Wasser, sondern eine gute, kräftige Fleischbrühe nehmen." Und fo geschah es. Am nächsten Tage er- Dienstag, 16. August (927 großen Anzahl der Wettspiele sich das Programm reibungslos und ohne Zeitverlust abwickelte, beweist, daß die Organisation des Spielausschusses ganz vorzüglich war. Ihm und dem Jugendleiter gebühkt für die hierzu geleistete immense Arbeit besonderer Dank. Der Vormittags- sowohl wie der Nachmittagsbesuch waren verhältnismäßig sehr gut zu nennen, ein erneutes Zeichen dafür, daß der Waldsportplah, zumal jetzt im Schmuck des neuen Vereinshauses, sich großer Del eotheit beim Gießener Sportpublikum erfreut. Spielfeld und Zuschauerräume waren trotz des reichlich niedergegangenen Regens in der besten Verfassung. An dieser Stelle sei jedoch auf einen Mißstand hingewiesen, hen zu beseitigen Sache der Stadtverwaltung wäre. Der Zugungsweg zur Plahanlage befindet sich in einem Zustand, der in stärkstem Kontrast zu der peinlich in Ordnung gehaltenen Sportstätte steht. Die nachfolgend angeführten Resultate geben Zeugnis davon, auf welcher beachtlichen Höhe das Können sämtlicher V. f. B.-Mannschas- ten steht. Von elf Spielen wurden vier, und zwar die der aktiven Mannschaften, gewonnen, vier, zum Teil durch Pech, knapp verloren, die restlichen drei endeten unentschieden. V. f. D. Liga —' Spv. Wetzlar Liga 4:1, V.f.B. Ligares. — Heuchelheim l. 4:1, V. f. B. IHa — Spv. Wetzlar III. 4:3, D. f. B. Illb - Heuchelheim II. 3:0, V. f. B. Handballm. — Spv. Wetzlar I. 0:1, D. f. B. A. H. - Großen-Duseck I. 1:2, V. f. B. I. Jugend - Spv. Wetzlar I. Jgd. 1:1, V.f.B II. Jgd. — Spv. Wetzlar II. Jgd. 0:2, V. f. B. III. Jgd. - Großen-Buseck I. Jgd. 1:2, D. f. B. I. Schüler — Wetzlar I. Schüler 0:0/ V. f. B. II. Schüler — Klein-Linden I. Schüler 1: 1. Den Reigen der Spiele eröffnete die Illa- Mannschaft schon morgens früh. Bei Halbzeit führte sie bereits 4:0 gegen die Dritte Wetzlars, hatte sich aber anscheinend zu stark ausgegeben und mußte in der zweiten Halbzeit sich noch drei Tore gefallen lassen. Sie hatte alle Mühe, den knappen Sieg bis zum Schluß zu halten. Das Treffen der Alien Herren endete wider Erwarten mit einem 2:1-Sieg der Ak.iven Großen-Busecks, die damit bewiesen, daß sie in der letzten Zeit sehr viel hinzugelernt haben. Die Alten waren dem Tempo der forschen Jungen doch nicht mehr so recht gewachsen. Das siegbringende Tor fiel trotzdem erst kurz vor dem Schlußpfiff. Anschließend hatte die lllb-Mannschaft die Zweite Heuchelheims zum Gegner. Die V. f. B.-Mannschast zeigte sich technisch und taktisch sowie auch physisch überlegen und gewann trotz der zähen Abwehr Heuchelheims verdient mit 3:0. Während diese Spiele auf dem Waldsportplah ausgetragen wurden, mußte die dritte Ju- gendmannschaft zu ihrem Treffen gegen die Erste Großen-Busecks den früheren Hessenplah benutzen. Die körperlich weit unterlegene V. f. B.-Mann- schaft war wohl technisch recht gut, mußte sich aber doch dem stärkeren Gegner mit 2:1 beugen. Die zweite Jugend mußte sich von der gleichen Wetzlars eine 0:2-Niederlage gefallen lassen. Die Gäste gewannen verdient, da sie viel eifriger am Ball waren; jedoch ist auch hierbei die körperliche Ueberlegenheit Wetzlars zu berücksichtigen. Den im Training gezeigten Leistungen nach zu urteilen, hätte man von der ersten Schülermannschaft einen glatten Sieg über die ersten Schüler Wetzlars erwartet. Statt dessen enttäuschte sie mit einem 0:0-Resultat. Im Felde waren die Leistungen der flelnen V. f. B.er recht nett, vor dem Tore fehlte es jedoch an der Schußfreudigkeit. Auch die Kleinsten, die zweite Schülermannschaft konnte gegen die Schüler Klein-Lindens ebenfalls nur ein Unentschieden herausholen. Rach der Mittagspause trat die erste Jugendmannschaft auf eigenem Platz zum Gesellschaftsspiel gegen die erste Jugendmannschaft Wetzlars an. Die aus den ersten Jugendmannschaften der beiden vereinigten Vereine zusammengestellte Elf verfügt über ein gutes Können und ist als sehr spielstark bekannt. Das Endresultat 1:1 entspricht dem Spielverlauf und schien das holländische Lieblingsgericht auf der Tafel. Die eigens dazu einge[at>enen Gäste schienen jedoch den Geschmack des Amsterdamer Mynheers nicht zu teilen; denn sie schlürften einmal sehr bedächtig, dann mit ausgeprägtem Mißtrauen noch einmal, darauf aber schlürfte niemand mehr, sondern auf allen Gesichtern drückte sich die herannahende Seekrankheit aus. Die große Terrine mit ihrem köstlichen Inhalt wanderte hinunter in das Eßzimmer, worin das dienende Personal, vom Prokuristen bis zum jüngsten Lehrling und den Knechten, sein Mittagsmahl hielt. Der Prokurist, der den Brief des Herrn von Snuiten gelesen, konnte nicht umhin, in einer längeren Rede die Seltenheit und den außerordentlich hohen Preis des braunen Exttaktes und zugleich die Freigebigkeit des Herrn Prinzipals rühmend hervorzuheben. Alsdann schöpfte er einen Becher voll aus der Terrine und begann zu kosten. Kaum war das geschehen, so schloß er krampfhaft seine Augen und wurde — so schreibt der „Kalkulator an der Pleiße" — rot wie ein Zinshahn. Schnell setzte er den Becher ab und sagte: „Hm, nicht übel!“ Damit verließ er schleunigst das Eßzimmer, und nun beeilte sich jeder, seinen Teil zu erhallen. Es erging ihnen jedoch nicht besser als den Gästen am Herrentisch. Sie schluckten einmal, zweimal, und dann stand die Terrine mit dem, wie Fritz, der Hausjunge, behauptete, nach schwarzer Seife und Heringslake schmeckenden holländischen Nektar einsam da, scheu angesehen von dem ganzen Personal. Späterer Brief des Herrn van Snuiten in Amsterdam: „Ihre Psefferbestellung habe ich richtia erhalten, schicke Ihnen jedoch keinen, weil ich auf eine Geschäftsverbindung mit Ihnen, von welcher ich für meinen guten Willen nur Grobheiten hören muß, verzichte. Wenn Euer ganzes Personal nach Genuß dieses vo^üglichen „Kof- feyi" franf geworden ist und Ihr mir sechzehn gute Groschen für Purgiermittel in Anrechnung bringen wollt, so muß ich mir das emstens verbitten. Ich habe bereits 5 Ballen Kofseyi nach Leipzig verladen lassen, und jeder, der davon getrunken, lobt es. Ein Beweis, daß die Leipziger einen feineren Geschmack haben, als Ihr groben Merseburger. Und somit Gott befohlen! Amsterdam, September 1637. van Snuiten. Damit war die Geschäftsverbindung zwischen der Firma Hervanos selig. Wittib und Mynheer van Snuiten für immer gelöst. gibt bas Kräfteverhältnis beider Mannschaften richtig wieder. Lebhaft begrüßt, betrat anschließend die neu .ufgestellte Handballmannschaft des V. f.D. das Spielfeld, um ihre Kräfte mit der ersten Hand- aallrnannschaft des Sportvereins Wetzlar zu messen. Nach einem sehr interessanten, von beiden -eilen forsch durchgeführten Spiel war Wetzlar .tücklicher 1: O-Sieger. Für die junge V. f. CD.» Mannschaft bedeutet diese knappe Niederlage einen Achtungserfolg, der zu den besten Hoffnungen für die Zukunft berechtigt. Jedenfalls ist die Bildung der Handballabteilung nach der Wiederbelebung des Leichtathletikbetriebs ein weiteres Zeichen für die stete Aufwärtsentwicklung des De einS. Das Hauptinteresse des Tages beanspruchte naturgemäß das Ligatreffen. V. f. B. hatte sich die Liga des Wetzlarer Sportvereins (Vereinigung der beiden Vereine F. C. und B. C.), die am vorigen Sonntag die Bezirksliga der Marburger Germania 4:3 schlagen konnte, eingeladen. Die Platzmannschaft stand mit Böckler, Schneider, Bingei, Möller. Kreß L. Henrich II., Post, Sieger, ö t tiger, Flachskamp und Kleinke. Die Vertretung Wetzlars dürfte wohl auch die ftärkftmögliche gewesen sein. Bald nach Beginn schon zeigte es sich, daß die V. f. B.-Elf ihrem Gegner in Ballbehandlung und vor allem im Zuspiel weit überlegen war. Trotz der sich daraus ergebenden Feldüberlegenheit erzielte Wetzlar durch zu weites Aufrücken der Gießener '-ßerteibioung und infolge eines Mißverständnisses zwischen Tormann und Verteidiger das erste Tor. Mit Ausnahme kurzer Zeitspannen war D. f. B. bis zur Pause stets leicht überlegen und übernahm auch durch zwei Prachttore von Flachskamp und Kreß I. die Führung. War das Zusammensviel der Platzmannschaft schon vor dem Wechsel recht ordentlich, so war es nach der Halbzeit ganz hervorragend. Es war ein Genuß, Len Ball in so selvstoerständlicher Weise von Mann zu Mann wandern zu sehen. Sportverein versuchte dies durch Energie und Wucht auszugleichen und verlegte sich auf Durchbrüche, die hin und wieder recht gefährliche Mümente vor dem Gießener Tor hervorriesen, ledoch ohne Erfolg blieben. Dagegen konnte wieder Flachskamp eine von den zahlreichen, vom Sturmführer B ö t t i g e r herausgearbeiteten Torchancen zu einem weiteren Treffer verwerten. In der Mitte der zweiten Spielhälfte fiel die V. f. B.-Mannschaft mit einem Male völlig auseinander und ließ sich für etwa zehn Minuten von Wetzlar stark bedrängen. Nach Ueberwindung dieser auffallenden Schwäche kam Gießen wieder stark auf und zeigte wieder sein blendendes Zuspiel. Wetzlar kam mit einem wetteren Dcrlusttor durch Elfmeter, den Henrich verwandelte, verhältnismäßig gut davon. Das Endresultat lautete denn 4:1 für V. f. B. — Das Spiel wurde im allgemeinen von beiden Seiten fair durchgeführt und dürfte die trotz Regenschauer erschienen Zuschauer befriedigt haben. Die beabsichtiaten Stasselläufe mußten leider wegen zu späten Äntretens der Wetzlarer Läufer, bedingt durch Zugverspütung, ausfallen. Sptelöcretnigung 1900 Metzen. ö. Aus Anlaß des 27. Stiftungsfestes, das mit zwei internen geselligen Veranstaltungen begangen wurde, war für alle Abteilungen des Vereins Spiel- und Startverbot angeordnet worden. Nur die 3b- (4.) Mannschaft trug ein vereinbartes Gefell- . schaftsfpiel gegen den Verbandsneuling, den Sportverein Steinbach (Str. Gießen), aus, und konnte nach schönen ansprechenden Leistungen die 1. Elf der Gäste mit 7:0 geschlagen nach Haufe schicken. Die nur aus jungen Leuten zusammengestellte 4. Elf 1900s zeigt von Spiel zu Spiel größere Fortschritte und wird wohl in den kommenden Derbands- spielen ein gewichtiges Wort um die Meisterschaft dieser Klasse mitsprechen. Für den ausgebliebenen Schiedsrichter leitete ein Herr vom Platzverein zur beiderseitigen Zufriedenheit. Die deutschen Rudermeisterschaften, die am Sonntag auf dem Medeweger See bei Schwerin ausgetragen wurden, brachten die erwarteten Ergebnisse. Meister im Vierer o. St. wurde Berliner R. C. in 7:8,2 vor dem Dresdner R. V.; Meister im Einer der Frankfurter Flinsch vor Koblo-Berlin; Meister im Zweier o. St. Hellas- Berlin in 8:8.1 vor Heidelberger N. K.; Meister im Doppelzweier Wiking-Linz in 8:5 vor Brema- Bremen; Meister im Achter die Kölner R. G. 1891 m 6:42,2 vor Berliner R. C. ■> .'iiwm iw « wni «mrt iimiiM1 Geld und Erfahrung Novelle von Max E y t h. 17 Fortsetzung Nachdruck verboten „Ich glaube gar nicht, daß ich Jem Parker bewegen kann, den Narren zu spielen", brummte ich. „Dafür lassen Sie mich sorgen!" rief Lawrence freudig, denn er sah, wie schwach ich wurde. „Sechs Glas Jamaikarum und fünfzig Dollar Trinkgeld! Damit zieht er uns eine brennrote Jockeijacke an. Stone, der ein Vater von sieben Kindern ist und Professor an einem Technikum in Buffalo war, will in grünem Spenzer und gelben Hosen antreten. Er denkt wie ich. Aber wohlgemerkt, Sie müssen es ihn gewinnen lassen. Er repräsentiert Amerika." „Das ist ein weiterer Punkt", warf ich ein. „Die beiden Maschinen gleichen sich wie ein Ei dem andern und laufen genau gleichschnell. Von einem Wettrenne» ist also nicht die Rede." „Kann man dies nicht machen, wie man will?" fragte Lawrence, fast wieder aufgebracht über meine Borniertheit. „Das wird mit Stone und Parker ganz genau verabredet. Dreimal über die Bahn, denke ich mir; zuerst Stone voraus; dann Parker voraus, immer weiter voraus, eine halbe Bahnlänge zwischen beiden. Stone in Nöten — Parker lachend. Dann auf einmal Stone hinterher wie der Teufel, mit offenen Zylinderhähnen, damit man sieht, daß jein Elefant sich anstrengt. Parker pustet und keucht. Vergeblich. Fünfzig Schritte vom Ziel sind sie beide Schornstein an Schornstein. Parker hat die Innenseite der Bahn; noch immer kann er gewinnen — aber in den letzten drei Sekunden, unter dem donnernden Jubel von fünfzigtausend Menschen, siegt Amerika mit einer Nasen- oder Rüffeloder Kesseklänge, ganz wie Sie wollen. Was sagen Sie jetzt?" „Die einzige Rettung für uns alle!" stöhnte Delano, der mich ängstlich betrachtete. Es mußte mit der Landwirtschaftsgefellschaft von Louisiana in der Tat schlecht stehen. „Ich will mir's überlegen!* sagte ich zögernd und fühlte, wie die scharfe Lust Amerikas mein Lungengewebe durchdrang und das schwere deutsche Blut rascher oxidierte. Die Empfindung steigender Wärme war nicht unangenehm. Auch leichter fühlte Oberhessen. iiöircifl Gictzen CO KleinLinden, 15. Aug. Der hiesige Evang. Kirchengesangverein, einer der ältesten seiner Art in Oberhessen and einer der rührigsten im Dekanat Gießen, feierte am Sonntag das Fest seines 50jährigenDestehens. Schon rund 25 Jahre wird der Verein von Kreisbauinwart Germer dirigiert. Der hiesige Posaunenchor, ebenfalls unter Leitung von Kreisbauinwart Germer, eröffnete in feierlicher Weise am Sonntagmorgen mit Choralblasen das Fest. Der Festgottesdienst brachte ein überfülltes Gotteshaus. Gemischte Chöre des Kirchengesang- oereins wechselten ab mit Gemeindegesang, begleitet von den Posaunenchöven von Lang-Göns und Klein-Linden. Für die Festpredigt war Pfarrer Germer- Dingen, ein Sohn unserer Gemeinde, gewonnen worden. Er legte feiner sehr ernsten und tief zu Herzen gehenden Predigt einen Text aus der Offenbarung Johannis, Kapitel 3, zugrunde, und gedachte in seiner Ansprache ganz besonders des zur Zeit der Gründung schon mehr als 60 Jahre zählenden Philipp Jung, der sich um den Derein und das kulturelle Leben unseres Dorfes große Verdienste erworben hat; Jung war auch der Gründer des schon 1854 erstandenen Pomunenchors. Nachmittags fand die Nachfeier statt. In seiner Begrüßungsansprache überbrachte der OrtSgeift» liche, Pfarrer Göbel, die Glückwünsche des leider am Erscheinen verhinderten Superintendenten für Oberhessen, Oberkirchenrats Wagner- Gießen. Auch von den einst in Klein-Linden tätig gewesenen Geistlichen waren Glückwünsche eingegangen. Der Vertrauensmann der Kirchen- gefangvercaie, Pfarrer Staubach- Watzen- horn, hatte seine Grüße und Glückwünsche schriftlich übermittelt. Die Festansprache hielt Stiftsdechant Lenz- Lich, der ebenfalls ein Sohn unseres Dorfes ist. In seiner Ansprache über Matthäus 13, Ders 44, wandte er sich namentlich an die Jugend und ermahnte sie zur tatkräftigen Mitarbeit an den schweren Aufgaben unserer Zeit. Der Gemeindegefang wurde von den vereinigten Posaunenchören von Lang-Göns und Klein-Linden begleitet. Die Evang. Jugendvereinigung trat mit einigen Liedern mit Lauten- und Geigenbegleitung zum erstenmal an die Oefsentlichkeit. In tr^ftichen Worten würdigte Dekan Gußmann - Lollar, der Dertreter des Dekanats Gießen, die Verdienste des Jubelvereins und sprach über die hohe Bedeutung unserer Kirchenlieder. Zum Schluß dankte der Ortsgeistliche, Pfarrer Göbel, allen, die gum guten Gelingen der Feier beigetragen hatten. Mit dem gemeinschaftlichen Lied „Ach, bleib mit deiner Gnade" fand die erhebende Feier chren Abschluß. Die sehr reichlich ausgefallene Kollekte kommt je zur Hälfte der Inneren Mission und dem Kirchenbau in Gau-Alaesheim zugute. I Mainzlar, 15. Aug. Dank des guten Auftragsbestandes wurde biefer Tage bei der hiesigen Firma Scheidhauer & Giebing der fünfte Ringofen in Betrieb genommen. Diese Vollbeschäftigung mit sämtlichen Oefen konnte man letztmals im Jahre 1913 fest stellen. Auch werden z. Z. umfangreiche Vergrößerungen des Betriebes vorgenommen. Infolge dieses guten Geschäftsganges hat unsere Gemeinde schon seit März d. I. feine Erwerbslosen mehr, und eine größere Anzahl kleiner Landwirte der Umgegend fand wieder lohnende Beschäftigung. Die Firma beschäftigt z. Z. zirka 400 Arbeiter; teilweise sogar in drei Schichten. Die Fertigsabrikate gehen zum Teil ins Ausland. 8 ©rünberg, 15. Aug. In der hiesigem Kirche wurde gestern im Nachmittagsgottesdienst das 50jährige Bestehen der Kleinkinder sch ule „Henrietten stift" feierlich begangen. Die Schule wurde im Jahre 18Z7 gegründet. Unter den Gründern waren u. a.: Bürgermeister Bracht, Hermann Jöckel I., Philipp Sehrt, Gustav Rohleder, Konrad F u l d a t, Baurat D i e f f e n b a ch und Pfarrer Koch. Durch hochherzige Stiftungen wurde schon zehn Jahre nach der Gründung der Dau eines eignen Heims möglich. Tesonders hervorzuheben wäre eine größere Geldspende von Frau Dekan P u 11 m a n n. Die Schule stand zunächst unter der umsichtigen Leitung der Schwester Charlotte. Leider war sie an der Teilnahme bei der heutigen Feier infolge Krankheit verhindert. Die übrigen Schwestern — es waren 19 - - der letzten 50 Jahre waren zum Jubiläum nach ©rünberg ich mich, wie ein Ballon, dem plötzlich mit weiteren fünfzig Kubikmeter Gas unter die Anne gegriffen wird. „Und ich," rief Lawrence, indem er mir rasch die Hand drückte, „laufe auf die Redaktionen. Für die Morgenblätter wird es gerade noch Zeit fein. Aus Ihnen, Herr Eyth, kann immer noch etwas werden. Ich gebe Sie nicht ganz verloren. Adieu!" Er lief, den nächsten Weg über das gepflügte Feld nehmend, dem Parktor zu, und zwar so eifrig, daß er, über die mächtigen Furchen stolpernd, zweimal auf,die Knie fiel, ohne Zeit zu verlieren. Delano und ich sahen einander an, zaghaft, trübselig, ich noch immer in einem unbeendeten Seelenkampf, in dem die Neue und die Alte Welt miteinander rangen und mich qualvoll hin und her zerrten; Delano mich mißtrauisch bewachend, als ob er fürchtete, es könne doch noch alles schief gehen. „Es ist gut, daß Sie sich entschieden haben", sagte er endlich mit dem ersten Lächeln aus seinem gelben Gesicht. „Wenn Sie nein gesagt hätten, wäre ich morgen früh nach Kuba abgereift. Ohne die Ge- sellschaftskafse. Die ist leer." * Neue Hoffnung. Die „Crescent City News" waren besiegt, sogar vor dem großen Tage, auf den Lawrence feine ganze Hoffnung setzte. Wie er dies zuwege gebracht hatte, blieb ein Geheimnis. Die spaltenlangen Inserate, in denen das kommende Wettrennen zur Anzeige kam, konnten den Stimmundswechsel kaum hervorgebracht haben, dafür waren sie trotz der fetten Buchstaben nicht groß genug. Aber die spitzen Bemerkungen über die plumpen Dampfpflüge hörten plötzlich auf. Die löbliche Absicht, ein Wettrennen abzuhalten, wurde laut und dankbar anerkannt, die beiden Dampfelefanten John Bull und Jonathan in begeisterten Farben geschildert, ihre merkwürdige äußerliche Aehnlichkeit nicht verschwiegen, jedoch darauf hingewiesen, daß in ihrem Innern wesentliche Verschiedenheiten bestehen dürften. Das Verhältnis von Heiz- und Rostfiäche, vom Zylinderraum zum Dampfraum im Kessel, eine künstliche Zugvorrich- tung, ein heimlicher Expansionsschieber, kurz das eigentliche Seelenleben beider Maschinen laste den Ausgang des Kampfes durchaus zweifelhaft erscheinen. Uebrtgens komme es, wie bei jedem Rennen, doch auch wesentlich auf die Jockeis an, und da Jo- geeilt. Dekan Schmidt legte sssiner Predigt die Ch^istusworte (Markus, Kap. 10,14): „Lastet die Kindlein zu. mir kommen und wehret ihnen nicht" zugrunde. Er würdigte die segensreiche Einrichtung der Schule für Eltern und Kinder und gab einen Aeberblick über die verflossenen 50 Jahre. Die Kleinsten verschönten die Feier durch vortragen von Gedichten und Gesängen. Der sechsjährige Robert Römer richtete an die Gäste und Festteilnehmer einen gut vor- getragenen Wilttommengruß. Eine ausgezeichnete Leistung stellte der Chor der Schwestern dar, die das Lied „O, daß ich tausend Zungen hätte" zu Gehör brachten. Die sttmmungsvolle Feier wurde durch die Darbietungen eines Streichorchesters umrahmt. Nach Beendigung des Gottesdienstes tour.cn die Kleinen durch eine Brezelgabe überrascht. In der Kleinkinderschule fanden sich dann nach der kirchlichen Feier die erschienenen Schwestern und Gäste zu einem gemütlichen Plauderkaffee zusammen. Heute Mon- tagnachmittag erhielten auch die Kleinen einen „ Festkaffee" mit Kuchen in der Schule gereicht. Im Durchschnitt wird die Schule von 40 Kindern besucht. Die Kleinkinderschule Henriettenstift steht unter der rührigen Leitung der Schwester Babette, die schon auf eine 25jährige Tätigkeit zurückblicken kann. ) L i ch , 15. Aug. Der Schutz- und Polizeihund-Sportverein Lich und Umgegend hielt gestern auf dem Hardtberge dahier feine diesjährige Zucht- und Schutzhundprüfung ab. Als Preisrichter fungierte Polizeiwachtineifter Nienhardt - Gießen. Zur Prüfung standen ein Rüde und fünf Hündinnen. Bereits in den frühen Stunden begann die Nasenarbeit, während nachmittags Gehorsamsübungen und Mannarbeit geprüft wurden. An die Besitzer der Tiere konnten fünf Schutzhundzeichen uni) eine Zuchthundbescheinigung ausgegeben werden. Die Preisverteilung, für die recht schöne Ehrenpreise zur Verfügung standen, gestaltete sich wie folgt: 1 Preis Lotto von der Vogelshöhe, 16 M. alt, Besitzer Josef Brünning, Lich, 2. Asta, 3j Jahre alt, Bes. Ludwig Menges, Lich, 3. Bella v. d. Lahnquelle, 17 M. alt, Bes. Schutzmann Kempf, Lich, 4. Willja vom Tiefenweg, 2 I. alt, Bes. Ernst Pein, Nieder-Bessingen, 5. Senta, 3 I. alt, Bes. Karl Eise, Lich, 6. Nero, 34 I. alt, Bes. Rechner Rühl, Ober-Bessingen. Sämtliche vorgeführten Tiere waren deutsche Schäferhunde. — Die Hunde- dressuren verdienen besonderes Jnteresfe, und anerkennenswert find die Bestrebungen des hiesigen Vereins, geeignete Schutz- und Polizeihunde heranzubilden. T Nieder-Bessingen, 15. Aug. Der B e - zirk Lich der K r i e g e r k a m e r a d f ch a s t „Hassia" hatte dem hiesigen Kriegerverein unter seinem rührigen Vorsitzenden Wilhelm Lotz sein erstes nach dem Kriege stattfindendes Bezirks- scyießen übertragen. Nachdem schon am 7. August das Probeschießen abgehalten worden war, wurde gestern durch den Vorsitzenden des Bezirks Lich, Tierarzt Dr. Walter, mit einer Ansprache, die in einem Hoch auf das deutsche Vaterland ausklang, das Bezirksschießen eröffnet. Nach 13jät)riger Pause trafen sich die besten Schützen der dem Bezirk Lich angegliederten Kriegervereine von Lich, Muschen- heim, Bettenhausen, Birklar, Ronnenroth. Nieder- und Ober-Bessingen, Ettingshausen und Hattenrod. Aus je 15 Mitglieder eines Vereins kam ein Teilnehmer am Bezirksschietzen. Es wurden je vier Schutz auf die Ringscheibe 12 mit dem Gewehr- mode ll 71 abgegeben. Nachstehend folgen die zehn ersten Sieger: 1. Preis mit 44 Ringen H. Mohr, Ettingshausen; 2. mit 44 Ringen H. Kämmerer, Bettenhausen; 3. mit 43 Ringen P. Walter, Ettingsl-ausen; 4. mit 43 Ringen H. Müller, Lich; 5. mit 43 Ringen H. Schomber, Ettingshausen; 6. mit 43 Ringen H. Pauli, Bettenhausen; 7. mit 43 Ringen H. Heckmann, Muschenheirn; 8. mit 43 Ringen K. C. R a u, Lich; 9. mit 42 Ringen K. Müller, Birklar; 10. mit 41 Ringen W. Lotz, Nieder-Bessingen. Jrn ganzen wurden 30 Preise (der letzte mit 36 Ringen) ausgegeben. Die von dem Hauptverband gestiftete Hassia-Ehrenscheibe errang Will). Kraus, Lich. Laut Beschluß des Bezirks soll das Beürksschießen nun wieder alljährlich abgehalten werden. # Aus der nördlichen Wetterau, 15. Aug. Die Getreideernte ist so ziemlich beendet. Die Gerste hat etwas unter dem starken Wachstum des ein&e'äten Ro.tte^s gelitten, der oft über die Gerstenähren hinausragte und teilweise zu blühen begann. Die Dreschmaschine hat schon die Arbeit auf genommen. Das Druschergebnis ist als gut zu bezeichnen. Auf einem nathcm von dem berühmten Amerikaner Stone (grün und gelb), John Bull von einem nicht minder hervorragenden Engländer, Jem Parker (rot und blau) geritten werde — der Berichterstatter entschuldigte sich hier, daß er beim Anblick der eleganten Dampfrenner unwillkürlich in die Sprache des Turfs verfalle —, fo fei der Sieg des einen oder des anderen keineswegs eine leicht ooräuszufehende Sache. An den Schenktifchen der Hotels und Salons von St. Charles- und Kanalstratze fei das Wetten bereits in lebhaftem Gang. Im allgemeinen fei in den Kanalstraßenrestaurants Jonathan der Favorite, während im St. Charles-Hotel Wetten von zwei gegen eins auf John Bull, dessen Jockei man größere Erfahrung zuschreibe, bereitwillig angenommen werden. Unser nutzloses Pflügen im Ausstellungspark wurde nicht wieder aufgenommen. Das amerikanische Fieber, das den wohlatklimatifietten Lawrence in einen jungen Mann voll Feuer und Energie verwandelt hatte, packte auch mich mit jeder Stunde mehr. Am Slorgen nach unserer Besprechung im Park, nachdem ich nicht ohne Herzbeklemmung die bekannte Anzeige in fünf Zeitungen gesehen und mich an deren Aussehen ein wenig gewöhnt hatte, schlug ich mit einer entschlossenen Aufwallung alle Bedenken in den Wind. Ein Trost blieb mir ja immer: Louisiana war viertausend Meilen vorn würdevollen England entfernt. Wenn es nun einmal sein muhte und mein ernster, ehrbarer Dampfpflug auf ein paar Stunden den Narren spielen sollte, nun, dann lieber auch recht! — General Longstreet fand nichts Bedenkliches in der Sache. Im Gegenteil; er lobte mich, daß ich Land und Volk so rasch begreifen lerne. Persönlich wünschte er allerdings in diesem Falle mehr in den Hintergrund zu treten. Um so tätiger waren feine jungen Geschäftsteilnehmer, die beiden Owen, die das Wetten unter ihren Freunden in einen Schwung brachten, der mich kleinen Anwandlungen von Ge- wisiensbiffen aussetzte. Lawrence lachte mich aus: „Ist es unsere Aufgabe, dafür zu sorgen, daß die jungen Leute ihr Geld in der Tasche behalten?" fragte er. „Ist es für das gemeine Wohl von irgendwelcher Bedeutung, in wessen Tasche bes Volkes es schließlich sitzen bleibt?" Ich mutzte ihm recht geben. Parker machte keine Schwierigkeiten. In seiner trockenen Weise sagte er. „Mister Fowler schickte Morgen werden durchschnittlich 8 bis 11 Zentner Korn crusgedroschen; bei Weizen hat man 14 bis 17 Zentner auf gleicher Fläche geerntet. Wenn nun noch die auf Haufen stehende Frucht gut eingebracht wird, so haben wir heuer eine sehr gute Körnerernte zu erwarten, wie auch der Strohertrag als vorzüglich bezeichnet werden muß. Auch die Hackfrüchte stehen in gutem Wachstum. Die in kiefern Jahre allenthalben vermehrt angcbauten Zuckerrüben zeigen jetzt bereits Knollenstärkon, wie sonstjahrs zur Zeit der Ernte. In diesem Jahre haben die Landwirte wieder viel Stoppelerbsen und -Wicken gesät, dir durch die vorhandene Erdfeuchtigkeit gleichmäßig aufgelaufen sind und bereits gut treiben. Dir Aepf el- und Virnenernte verspricht gute Erträge. Ganz verschiedenen Behang zeigen die Z w e t s ch e n, die vor allem zur Herstellung des Wetterauer „Hoinks" benötigt werden. In den Gärten liefern Dohnen und Gurken vollen Ertrag. Streid Friedberg ZFriedberg,15. Aug. Einen feierlichen Empfang bereitete heute abend die hiesige Turn- gemeinde dem Turner W. Schäfer am Bahnhof, als er von den Deutschen Meisterschaften in Berlin zurückkehrte, woselbst er von den Schwimmern im Streckentauchen zweiter Sieger^geworden ist. 4# Steinfurth, 15. Aug. Das Gustav- Adolf-Fest des Zweigvereins Wetterau wird am 25. September hier gefeiert werden, wofür Pfarrer D e r n b e ck von Hofheim in Starkenburg und andere Festredner gewonnen sind. — Der Altar unserer Kirche zeigt seit der Rosenausstellung jeden Sonntag frischen Dlumen- schmuck. Jetzt sind es meistens Rosen, die den Altar zieren, und es ist eine schöne Sitte, die sich auf Veranlassung unseres Pfarrers einzubürgern scheint, das Gotteshaus in der Rosenzeit mit der Vlume zu schmücken, deren Kultur der Haupterwerbszweig der Steinfurther geworden ist. Kreis Schotten. Id. Schotten, 15. Aug. Nachdem dieErnte in dem Raume Eichel sachsen — Breungeshain, die durch zwei schwere Hagelwetter stark geschädigt wurde, im Gange ist, bietet sich dem Auge ein trübes Bild, denn gar mancher Acker muß ohne Aussicht auf nennenswerten Körnerertrag abgeerntet werden. Besonders groß ist der Ausfall bei Gerste, Hafer und Weizen, die in vielen Fällen nicht die Saatfrucht bringen dürften. Glücklicherweise ist keine Feldmark in ihrer Gesamtheit betroffen, fo daß wenigstens ein Teil der Ernte befriedigt. Größer als man erst annahm ist der Schaden, den die Obsternte in den Gemeinden Eichelsachsen, Wingershausen und Eschenrod erleidet. Wenn auch die vom Hagel abgeschlagenen Früchte verschmerzt werden konnten, so wird das Ergebnis der Ernte dadurch stark beeinträchtigt, daß die durch die vielen Regenfälle dieses Sommers ohnehin sehr rauhschalig gewordenen Aepfel und Dirnen zum großen Seite von der Wircht der sehr großen Hagelkörner Risse und Druckstellen davontrugen, die mm Ausgangspunkte der Fäulnis werden. Gedern, 15. Aug. Die hiesige Kleinkinderschule veranstaltete am gestrigen Sonntag unter Leitung der Kindergärtnerin Schwester Dora Wenderoth im festlich geschmückten Saale des Bergwirtshauses eine Feier, die in erster Linie eine Ehrung des Bürgermeisters Müller anläßlich seines Geburtstages darstellte, da der Bürgermeister sich um das Zustandekommen der Kleinkinderschule ein besonderes Verdienst erworben hat. Nach einem Musttvortrag für Violine und Klavier der Jugendlichen Walter L i st und Hans Wagner richtete Rentamtssekretär Bauer herzliche Worte der Begrüßung an die zahlreichen Eltern und Freunde der Kleinkinderschule, die den Saal bis auf den letzten Platz füllten. Es wechselten nun ab in bunter Folge Lied- und Gedichtvorträge der Kleinen und Kleinsten, mit denen in sinniger Weise die älcberreichung von Geburtstagsgaben in Gestalt von Blumen verbunden wurden. Die sorgfältige Einstudierung aller Darbietungen zeig.e. mit welch unendlicher Mühe und Liebe zur Sache Schwester Dora Wenderoth der Vorbereitung der Feier obgelegen hatte. Besonderen Beifall fand ein Blumenreigen. Bürgermeister Müller sprach für die Ehrung seinen Dank aus und versprach, auch fernerhin für das Wohl des Kindergartens zu sorgen. Ein Musikvortrag beschloß die stim- -mungsvolle Feier. mich hierher und befahl mir, zu tun, was Sie befehlen. Das find meine Anweisungen. Wenn ich mit meiner Maschine wettrennen soll, fo wettrenne ich; das ist einfach!" — Ich klopfte ihm auf die Schulter und begann, etwas zögernd, von der roten Jacke zu sprechen. Aber auch hier kam mir ein unerwarteter Zwischenfall zu Hilfe. Der ruhige Jem hatte bereits die intime Bekanntschaft einer jungen Dame gemacht, der hübschen, wenn auch etwas bronzierten Tochter eines Handelsgärtners, der in der Nähe des Parks einen stattlichen Bananen- und Orangenwald pflegte. Der Engländer teilte die amerikanische Abneigung gegen leichte Farbenmischung nicht, und die junge Dame war Feuer und Flamme für den hüb- schen, kräftigen, wenn auch stummen Liebhaber, dessen ehrliche Augen die besten Absichten verrieten. Fräulein Sally war begeistert für die rote Jacke, half sie anmeffen und setzte Goldborten auf den Kragen. Ihr Jem sah prächtig aus, wie ein Kakadu! Jetzt erst war sie wirklich überzeugt, eine glückliche Frau zu werben. Er brummte, aber er war ein herziger Junge, ihr Jem, wenn er die Kakadujacke anhatte. Die Ackergeräte blieben irn Felde stehen, wo sie standen, verstaubt und verachtet. Beide Dampfmaschinen dagegen wurden drei Tage lang geputzt und geschmirgelt, dah sie in der Sonne blitzten. Auf der Rückseite des Tenders und auf dem Deckel der Rauchkammer ließ ich durch einen hervorragenden Künstler aus Deutschland, der drüben mehrere Ma- lerschulen besucht hatte und dementsprechend am Hungertuche nagte, die eine mit den Worten ,Lohn Bull", die andere mit dem Namen „Jonathan" bemalen, fo daß ich nun auch selbst wußte, welcher die eine und welches die andere war. Stone brachte auf eigene Kosten nationalfarbene, besternte Tücher, mit welchen er Jonathan schmückte. John Bull fand sich am Mittwochnachmittag mit Girlanden über und über bedeckt, in denen sich reife Drangen besonders reizend ausnahmen. Das war Sallys Werk. Ich selbst sorgte dafür, daß am Tender jeder Maschine zwei Banner befestigt wurden: Parker erhielt die englische Union Jack, die er mit ruhigem Stolz aufstockte, Stone die sternbesäte Flagge feiner amerikanischen Heimat. Das eigentümliche Verhältnis beider war auch nach längerem Zusammenarbeiten das gleiche geblieben. Fortsetzung folgt.) 16. Ulfa, 15. Aug. Unser Dorf leidet seit einiger Zeit unter großem Wassermangel, denn unsere bei Rainrob beginnende Wasserleitung gibt beim Sägewerk Eichelsdors bas von Ober-Schmitten benötigte Wasser ab. Da nun der Hochbehälter dieser Gemeinde tiefer liegt als der unsrige auf dem Eichelsdorfer Berge, flieht die Hauptmenge des Wassers dorthin ab. Wenn nicht Vorsorge getroffen wird, daß die Leitung zu allen Zeiten reichlich Wasser liefern kann, mühte ein ausbrechender Brank) für unser mit Erntevorräten gefülltes Dorf zur Katastrophe werden. Kreis Alsfeld. >4 Alsfeld, 15. Aug. Einem bedauerlichen 51 n g l ü ck s f a l l ist der in Alsfeld sehr bekannte un6 geachtete Landwirt Heinrich Grein aus dem benachbarten Schwalmdorfe Holzburg zum Opfer gefallen. Als er mit einem beladenen Wagen vom Felde heinrkehrte, kippte dieser an einer abschüssigen Stelle im Orte um. wobei Grein eine Quetschung am Dein und einen Knöchelbruch erlitt. Es trat alsbald Blutvergiftung ein, so daß dem Verletzten im Kreiskrankenhaus zu Alsfeld das Bein oberhalb tcs Knies abgenommen werden muhte. Aber auch diese Maßnahme brachte dem Verunglückten keine Rettung, er st a r b an den Folgen der Blutvergiftung am vorigen Sonntag. Sein Schicksal erweckt allgemeine Anteilnahme. -er. Homberg a. d. O., 15. Aug. Die Bautätigkeit in unserer Stadt ist in diesem Jahre recht lebhaft. Eine große Anzahl von Häusern wurde im Aeußeren und Inneren instand gesetzt, wodurch das Stadtbild sehr günstig beeinflußt wird. Reugebaut wurden drei Häuser, unter denen sich ein größeres mit drei Wohnungen besindet. An Stelle eines abgebrochenen Wohnhauses entstand ein großes Wirtschaftsgebäude. Besonders groß ist die Zahl der Umbauten, die sieben Gebäude betreffen, von denen die meisten schon vollendet sind, während andere bis jetzt im Rohbau dastehen. Das Bestehen des Bauvereins hat sich bei der diesjährigen Bautätigkeit als sehr segensreich erwiesen. L Ober-Ohmen, 15. Aug. Pfarrer Jung, der seit 1888, also fast 40 Jahre, in unserer Gemeinde gewirkt hat, wird im Herbste Ober-Ohmen verlassen, um in den wohlverdienten "Ruhestand zu treten. Es ist ein seltener Fall, daß ein Geistlicher eine so stattliche Zahl von Jahren in einer Gemeinde gewirkt hat. Angern sieht das hiesige Kirchspiel Pfarrer Jung von hier scheiden, denn während seiner langen, segensreichen Wirksamkeit hat er sich die Liebe und Zuneigung der ganzen Kirchengemeinde in hohem Maße erworben. Kreis Lauterbach. — Schlitz, 15. Aug. Gestern feierte der Turnverein in einfach würdiger Weise sein 60jähriges Bestehen. Der Festakt am Samstagabend nahm einen echt turnerischen Verlauf. "Rach herzlicher Begrüßung der Gäste durch den Bezirksvertreter des 4. Gaubezirks, Redakteur Ehr. G u n 1 r u m, wurde eine reichhaltige turnerische Darbietungsfolge geboten, dank der Mitwirkung der von Gauoberturnwart W. W i l l (Gießen) geleiteten Gauwerberiege und der Butzbacher Turnerinnen, die unter Leitung ihres Turnwarts Weickhardt neuzeitliches Frauenturnen in feinster Ausführu.g zeigten. Dom Gau Hessen überbrachte Gauoberturnwar' Will in trefflichen Ausführungen die (Äück- wünsche. Zahlreiche Mitglieder, die in jahrzehntelanger Arbeit dem Verein unentwegt die Treue gehalten haben, konnten durch Urkunden geehrt werden. Dei den Feierlichkeiten am Sonntag, die leider stark unter der Angunst der Witterung litten, sprach Bürgermeister Dr. R i e p o l h, die Glückwünsche der Stadt übermittelnd, in vorzüglichen Worten von der großen volksverbindenden Bedeutung der Turnvereine, die die Anter- ftühung aller Dolkskveise verdienten. Erhebend war auch die Gedenkfeier auf dem Friedhof, bei der am Heldenehrcnmal und an den Gräbern der einsttgen Turnerführer L. Müller und H. Römer Kränze niedergelegt wurden. Der heutige Montag gehörte der Jugend, die unter Leitung der Schulen die Reichsjugendwettkämpfe durchführte, wobei sich in zum Teil sehr guten Leistungen der günstige Einfluß bei den Schülern zeigte, die auch im Verein turnen. Don den Mitbegründern des Vereins sind noch am Leben Buchdruckereibesitzer Heinrich G u n t r u m, Rentner Heinrich Roll und Landwirt Georg Pfifferling, alles Turnveteranen, deren Ramen in der älteren Turner-eneratton des Gaues Hessen noch einen guten .clang haben. Die Leitung des Vereins liegt heute in Händen des 1. Vorsitzenden A. Hinkel, der in seltener Pflichttreue nun schon beinahe 25 Jahre dem Vorstand ununterbrochen angehört. Starkenburg. Lpd. rmstadt, 15. Aug. In letzter Zeit mehren fiö im Zentrum der Stadt Aeber- fälle aus Frauen. So wurden wiederholt in der Wilhelminen- und Waldstraße gegen Mitternacht Frauen unter dem Schuh der Dunkelheit in unsittlicher oder räuberischer Absicht angefallen. In den bis jetzt vorliegenden Fällen konnte der Täter sein Vorhaben nicht verwirklichen, da sich die Angegriffenen zur Wehr setzten, oder der Täter beim Erscheinen von Strahenpassanten, die auf die Hilferufe herbeieilten, die Flucht ergriff, sodaß er unerkannt entkommen konnte. * Darmstadt, 15. Aug. Heute vormittag wurde hier auf dem Alten Friedhof der verstorbene Vizepräsident des Landeskirchenamts und der Kirchenregierung Geheimer Oberkonsistorialrat D. Dr. Wilhelm Dernbeck zur ewigen Ruhe bestattet. Zu der T r a u e r f e i e r hatten sich in der Friedhofskapelle zahlreiche Vertreter kirchlicher und staatlicher Behörden eingefunden. Prälat D. Dr. Diehl versah den Trauerdienst am Sarge und gedachte im Gebet des segensreichen Wirkens des Entschlafenen. Am Grabe wurden dann von zahlreichen Vertretern kirchlicher Organisationen und Vereine Kränze niedergelegt. Der Präsident des Landcskirchentages D. Dr. Freiherr Hehl zu Herrnsheim sprach jm Ramen des Landeskirchentages und für den Hessischen Hauptverein der Gustav-Adolf-Stiftung und gedachte dabei in warmen Worten der hohen Verdienste, die sich der Verstorbene um die evangelische Landeskirche erworben hat. Preußen. Kreis Wetzlar. XX K rvfdorf, 15. Aug. Krofdorf rüstet eifrig zur Gauturnfahrt Les Gaues Hessen am kommenden Sonntag. Da der hiesige Turnverein nunmehr auf ein 40jähriges Bestehen zurüablicken kann, ist Krofdorf als Ziel der diesjährigen Gaufahrt gewählt worden. 00 Lützellinden, 15. Aug. Die für den 22. August in Aussicht genommenen Reichs- j u g e n d w e t t k ä m p f e der Schulen der Bur - germeisterei Rechtenbach sind auf den 2 7. August verlegt worden; sie finden unter Leitung des L .crs Graß, Dutenhofen, auf dem hiesigen Schulspielplatz statt. *<> Hochelheim, 15. Aug. Die Verwaltung der hiesigen Postagentur ist dem Bahnarbeiter Johannes R a g e l'übertragen worden, nachdem sie die bisherige Inhaberin, Frau Peter Schaum, mit Rücksicht auf ihr hohes Alter gekündigt hat. Frau Schaum hat die Agentur nach dem Tode ihres Mannes vom Beginn des vorigen Jahres verwaltet, trotzdem sie bereits das 76. Lebensjahr vollendet hatte. Vorher war ihr Mann 27 Jahre Inhaber der Agentur und vorher acht Jahre Verwalter der damaligen Posthilfstelle. ~ Reiskirchen. 15. Aug. Bei der am Samstag stattgehabten Verpachtung der Jagdnuhung des hiesigen gemeinschaftlichen Jagdbezirkes, zu der in der Hauptsache nur Interessenten aus Wetzlar erschienen warm, wurden Gebote von 930 Mark bis zu 1500 Mark abgegeben. Die drei Lehtbietenden waren Fabrikant Friedrich H v l l m a n n (Wetzlar) mit 1500 Mark, derselbe mit 1480 Mark und Major a. D. Lemp (Wetzlar) mit 1460 Mark. Rach kurzer Beratung mit dem im Termine anwesenden Gemeinderat erteilte der Jagdvorsteher, dem nach den Verpachtungsbedingungen die Auswahl des Pächters unter den drei Meistbietenden Vorbehalten ist, dem Höchstbietenden, Fabrikanten Friedrich H o l l m a n n in Wetzlar, auf sein Gebot von 1500 Mark den Zuschlag. Die Größe des Jagdbezirks beträgt 3016 Morgen; davon sind 862 Morgen Wald und 2154 Morgen Feld. Die Jagd hat guten Rehwildbestand. Die Vorkriegspacht betrug 1310 Mark. Bisher war die Jagd zum Preise von 930 Mark an Herren aus Wetzlar verwachtet, denen sie wegen Richterfüllung vertraglicher Leistungen gekündigt worden ist. Kreis Marburg. ]| Marburg, 15. Aug. Dei der Michelbacher Mühle, etwa eine Stunde von hier, landete heute früh ein in Lille in Frankreich aufgestiegener Luftballon mit 4 Insassen. Die Landleute waren bei der Bergung eifrig behilflich. Zur Erledigung der nötigen Formalitäten wurde das Landratsamt in Kenntnis gesetzt. Dillkreis. bl. Dillenburg, 15. Aug. Am Montagmorgen gegen 6 Uhr entstand in dem Lager- und Werkstatthaus der Möbelhandlung Stiehl ein Brand, dem der Dachstuhl des Hauses vollkommen zum Opfer fiel. Außerdem brannten die Räume zum Teil aus. Das Inventar wurde zum Teil ein Raub der Flammen, doch soll der Schaden durch Versicherung gedeckt sein. Die Feuerwehr leistete tatkräftige Sjilfe. Heber die Entstehungs» Ursache ist man sich noch unklar. f. Haiger. 15. Aug. Gestern nachmittag rasten zwei Motorradfahrer aus dem nahen Sechshelden in kleinem Abstand voneinander durch die Hauptstraßen der Stadt. Das vierjährige Töchterchen des Anstrcichermeisters W. wollte di« Bahnhofstraße überqueren und wartete die Dorbeifahrt des ersten Motorradfahrers ab. Der in wilder Fahrt befindliche zweite Fahrer überfuhr das Kind. Die Personalien des Rohlings konnten festgestellt werden. Da« Kind wurde in einem sehr bedenklichen Zustande in das hiesige Krankenhaus emgeliefert. bl. Uebernthal, 15. Aug. Am Montag- morgen ländete man im Siegbach die Leiche der seit dem Samstag vermißten 18jährigen Paula Pfeiffer. Die Untersuchung muß das Nähere ergeben. Maingau. Lpd. Frankfurt a. M.. 15. Aug. Im Karmeliter-Kloster. das vor kurzem wieder instand gesetzt worden ist, wurde bei der Renovierung des Mittelbaues ein Gemälde aufgedeckt, das von Jörg R o t g e b aus Stuttgart stammt und von außerordentlich großem künstlerischen Wert ist. Soweit bisher festgestellt werden konnte, bedeckt das Gemälde die ganze Südwand deS Baues und ist etwa 30 Meter lang. Es stellt eine Landschaft dar. Wirtschaft. Berliner Börse. Berlin, 16. Aug. (WTD Funkspruch.) Die Tendenz im heutigen Frühverkehr bleibt, obwohl noch verhältnismäßig wenig Orders vorliegen, doch fest. Das Interesse für Elekttowerte und auch Spritwerte erhälk sich weiter. Die genannten Kurse liegen 1 bis 3 Prozent über gestrigen Schluß. Schultheiß 478, Ostwerke 450, AEG. 197, Bergmann 211, Siemens 307 bis 308 bis' 309, Schuckert 219 und Farben 318,5 bis 319. Am Devisenmarkt nennt man London gegen Mailand 89,30, Madrid 28,82, Brüssel 34,93, Paris 124,02 und Kabel 4,8610. * • Derdeutsch-schweizerischeAuhen- handel nimmt seit Jahresbeginn eine sehr günstige Entwicklung. Die schweizerische Ausfuhr nach Deutschland ist von 23,9 Millionen Schweizer Franken im Januar auf 30,2 Millionen im Juli gestiegen Roch günstiger war die Entwicklung des Absatzes deutscher Waren nach der Schweiz, der von 34 Millionen im Januar auf 47,2 Millionen Frs. zugenommen hat, der höchsten Monatsziffer seit drei Jahren Interessant ist die Tatsache, daß Deutschland wieder an erster Stelle unter den schweizerischen Versorgungsgebieten steht.. * Deut sch- belgisches Kohlenabkommen Wie von zuständiger Seite bestätigt wird, entsprechen die aus Brüssel kommenden Meldungen über den Abschluß eines deutsch-belgischen Kohlenabkommens den Tatsachen. Die Unterzeichnung durch deck Vertreter des rheinisch- Hämorrhoidenkranke im Gommer. Jeder Hämorrhoidenkranke weiß, daß im Sommer, wenn es heiß wird, sich die unangenehmen Erscheinungen dieser Erkrankung besonders stark bemerkbar machen. Der Juckreiz wird durch die erhöhte Schweißabsonderung fast unerträglich, und da der Sommer die Jahreszeit der Darmerkrankungen ist, wächst die Gefahr einer Infektion der aufbrechenden und blutenden Hämorrhoiden durch die krankhafte Veränderung des Stuhlganges. Infolgedessen können sonst nur örtliche und harmlose Entzündnngserschei- nungen einen Umfang annehmen, der den Kranken nicht nur zur Verzweiflung bringt, sondern auch eine akute Gefahr bedeutet. Es gilt also nicht nur, die fortgeschrittene Krankheit zu behandeln, es heißt vor allen Dingen dafür Sorge tragen, daß durch geeignete Mittel so schwere Schäden gar nicht auftreten. Hier hilft rasch und durchgreifend die bewährte Humidon-Salbe. Seit Jahr und Tag in Hunderten von Fällen bewährt, gehört sie zu den wenigen Mitteln dieser Art, die bei richtiger Anwendung- bald eine erhebliche Linderung und schließlich Heilung des Leidens bewirken. Allein das Verschwinden des Juckreizes schon nach ganz kurzer Zeit bedeutet den ersten Schritt zur vollkommenen Besserung, denn die nervöse Hand läßt die erkrankten Teile in Ruhe und schafft so keine neuen Jnfektions- und Entzündungsstellen. Wenn dann erst die Schrumpfung der Knoten außerhalb und im Darm vor sich gegangen ist, ist schon sehr, sehr viel geholfen. Die drohende Gefahr der Operation ist beseitigt, wodurch auch die Gemütsstimmung des Erkrankten eine ganz er hebliche Besserung erfährt, und wir wissen heute, daß auch hierin ein ganz bedeutender Heilfaktor zu sehen ist. Es liegen Berichte über Humidon vor, die seine Wirkung auch in verzweifelten Fällen preisen. 7459D Wenn Sie sich selbst von der wundervollen Wirkung der Humidon-Salbe überzeugen wollen, dann lassen Sie sich völlig kostenlos eine Probe Humidon kommen. Diese kleine, aber ausreichende Probe wird Ihnen so viel Linderung verschaffen, daß Sie nie mehr zu einem anderen Mittel greifen werden. Sie erhalten ebenfalls gratis eine ärztliche Aufklärungsschrift über Hämorrhoidenerkrankung, aus der Sie sich selbst über Ihr Leiden und seine Beseitigung unterrichten können. Schreiben Sie aber sogleich, ehe Sie es vergessen, an die humidon-Ge- sellschaft, Berlin W 8, Block 331, damit Sie sich keinen Tag länger zu quälen brauchen. — Der Versand erfolgt durch die Apotheke „Zum weißen Kreuz". Schreibe mit KLIO Liebigshöhe Mittwoch, den 17. August, abends 8% Llhr l.Gonderkonzett der Reichswehrkapelle Leitung: Obermusikmeister Löber __________74621) Klio ist der beste Goldfüllhalter Auto 'Ruf-Nr. 17 90 Jetzt sät man Spinat Feldsalat W.-Kopfsalat „ -Weifekraut ,, -Wirsing „ -Rotkraut aus der 05937 Samenhandlung Eulen Scheel Mäusburg 17. Palast-Lichtspiele Bis einschließlich Donnerstag: Sie versäumen viel, wenn Sie dieses Programm lieht sehen. Der Film „Die Frauengasse von Algier“ ist der beste In seiner Art 1. Schlager: Der Monuinental-Ufa-Großfilm Die Frauen^asse von Algier Ein Mädchenhändlerfilm in 7 Akten von äußerster Spannung. Personen-Verzeichnis: Frau Brisson (Musa Samara).......... Maria Jacobini Ihre Tochter Adrienne................... Camilla Horn Nicola Molescu .......................... Warwick Ward Ren6 Cadillac, Staatsanwalt.................. Jean Bradin Mira......... ........................ Elliza la Porta Ein Matrose, ihr Bruder....................... A. v. Schiettow Oberst Guignard . .......................... Paul Otto Eine Wärterin.....■ .................... Maria Forescu Die Gesellschafterin ................. LydiaPotechina 2. Schlager: ZirkUStCUfcl Ein gewaltiger Zirkus- und Sensationsfilm in 6 Akten. In der Hauptrolle Horms Chearer. Df" Ferner: Die neueste Ufa-Wochenschau. "W 7479c Volkstümliche Rheinfahrt! Sonntag, den 21. August 1927 Gesamtpreis Mk. 11.00 einschließlich Mttagstisch, Sonderzug und Sonderdampfer. Infolge großer Äeteiligung haben wir uns enlfchloffen, einen zweiten Dampfer zu mieten. Dis auf weiteres können deshalb noch eine begrenzte Anzahl Personen an der verbilligten Rheinfahrt am 21. August teilnehmen. Näheres und sofortige Anmeldungen durch Reisebüro Loeb / Gießen Fernsprecher 396 / Postscheckkonto 24051 Frankfurt a. M. - Vertretung der Hamburg-Amerika-Linie. 7361 D ■SE3B nrxat u mm .-morj vrzEKzamäsvaim;: KonsumVereln Gleiten I Brolahschlag i Brot I.....Mk. 0.85 Brot II.... 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August 1927. 7458C Hessisches Amtsgericht. westfälischen Kohlenshndikats und durch die belgische Regierung ist bereits vollzogen. Lediglich die Zustimmung der deutschen Regierung steht noch aus, die aber zu erwarten ist. Die Lieserungen beginnen am 1. September. Die Reparationslieferungen sind auch bei Belgien, wie das auch bei Frankreich in ähnlicher Weise der Fall ist, in die Form von Verträgen gekleidet. Die Lieferungen erfolgen teils unmittelbar, teils durch den Handel. Die verkauften Mengen werden über den Reparationsagenten verrechnet. * D i e Kohlenproduktion in Hessen. Die monatliche Statistik der Kohlenproduktion des Dolksstaates Hessen weist für den Monat Juli 1927 folgende Zahlen nach: QIn Rohbraunkohlen wurden gefordert: 34 505 Tonnen, verkauft wurden davon 21996 Tonnen. Der größte Teil der Rohkohle wurde weiterverarbeitet. Aus den verarbeiteten Rohkohlen wurden neben Schwelereiprodukten 441 Tonnen Raßpreßsteine erzeugt. Unter Berücksichtigung der aus den Vormonaten übernommenen Bestände, sowie des Absatzes und Selbstverbrauchs verblieben am Monatsschluß absatzfähig: 8961 Tonnen Rohkohlen, 224 Tonnen Briketts. 1377 Tonnen Raßpreßsteine, zusammen 10 562 Tonnen Braunkohlen und Braunkohlenprodukte im Gesamtwert von 70 421 Mk. * Zur Kapitalserhöhung der AEG. Wie bereits gemeldet, wird die Verwaltung der am 19. September einzuberufenden außerordentlichen Generalversammlung die Erhöhung des Grundkapitals um 30 Mill. Mk. auf 150 Mill. Mark mit Dividendenberechtigung ab 1. Oktober 1927 Vorschlägen. Die jungen Aktien Zollen zum Kurse von 140 Proz. den Stammaktionären im Verhältnis von 6:1 und den Vorzugsaktionären im Verhältnis von 10:1 angeboten werden. Zur Verfügung der Verwaltung verbleiben 6375 Mill. Mark, über die bereits disponiert ist. *Kaliabsah im August. Die Aussichten der Kaliindustrie werden ats günstig beurteilt. Der Augustabsah ist von der Syndikatsleitung vorläufig auf 950 000 Doppelzentner Reinkali geschäht worden, doch wird in industriellen Kreisen erwartet, daß das Ergebnis des vorjährigen Vergleichsmonats 1 019 000 Doppelzentner mindestens wieder erreicht wird. Die Abrufe entfallen hauptsächlich auf das Ausland. Der Jn- landabsah hat infolge der verzögerten Ernte rwch nicht in dem sonst gewohnten Umfang eingesetzt. Er dürfte aber in den nächsten Monaten um so stärker zur Geltung kommen, als bei Anhalten der günstigen Witterungsverhältnisse miU I einer erheblich besseren Ernte als im Vorjahr gerechnet werden kann. Dabei ist noch zu berücksichtigen, daß die Getreidepreise bisher stabil geblieben sind und auf dem Weltmarkt eher noch eine anziehende Tendenz erkennen lassen. Frankfurter Börse. Frankfurt, 16. Aug. Tendenz: Fest, im Verlaufe etwas abgeschwächt. — Die Aufwärtsbewegung an der Börse schreitet weiter fort, und die Stimmung bleibt f e st und zuversichtlich. Der Orde.seingang läßt zwar immer noch zu wünschen übrig, unh im wesentlichen beschränkt sich das zeitweise lebhaftere Geschäft auf die Tätigkeit der Spekulation. Einer weiteren Aufwärtsbewegung der Kurse kommt auch die herrschende Materialknappheit zustatten. Am Geldmarkt bleibt Geld immer noch gesucht. Eine Stühe fand die festere Tendenz in den günstigen Berichten über die Lage der deutschen Maschinen-Industrie, deren Geschäft weiter leicht steigend sei, ferner in der Unterzeichnung des Vertrages über die Wiederaufnahme der Reparations- kohlen-Lieferungen nach Belgien. Die Zahl der lebhafter begehrten Papiere hat sich vergrößert. Starkem Jn.eresse begegnen weiterhin Elektrowerte und Ze l l st o f f - aktien, besonders Zellstoff-Waldhof, ferner Dau Unternehmungen, Autowerte, und von den M o n t a n a k t i e n Mannesmann, bei durchschnittlichen Kursgewinnen von 1 bis 3,5 Prozent gegenüber der gestrigen Abendbörse. Zellstoff Waldhof 5,25 Proz. höher. Voigt & Haeffner plus 4 Proz. Die Rentenmärkte blieben vernachlässigt. Deutsche Anleihen gut behauptet. Im weiteren Verlaufe schrumpfte das Geschäft auf ein Minimum zusammen. Die Spekulation schritt verschiedentlich zu Realisationen, so daß sich die Tendenz abschwächte und die Anfangsgewinne teilweise wieder verloren gingen. Am Geldmarkt stellie sich Tagesgeld aus 6V2 Proz. Am Devisenmarkt war die Haltung ruhig. Die Reichsmark notierte gegen Kabel 4,2050, gegen London 20,448, Paris gegen London 124,03, Mailand 89,30, Madrid 28,85. Berliner Börse. Berlin, 16. Aug. An der heutigen Börse blieb die feste Tendenz weiter bestehen. Das sich schon gestern bemerkbar machende tereffe des Publikums hat sich weiter verstärkt, aus der Provinz sollen heute erhebliche Kaus- vrders vorlieaen. Elektrowerte blieben weiter begehrt. Die Kapitalerhöhung bei der Elektr. Lieferungsgesellschaft regte besonders an.. Den verhältnismäßig großen Kundenorders verbunden mit Deckungskäufen der Spekulation steht nur geringes Angebot gegenüber, so daß sich auf fast allen Märkten ein Materialman- g e l geltend macht. Allgemein anregend wirkten auch die gute Lage der Machinenindusbrie und die Beteiligung der AEG. bei einer neuen Clek- tro-Gesellschaft in Ungarn. Am Geldmarkt ist die Situation weiter günstig bei unveränderten Sähen. Die Effektenkurse lagen im allgemeinen 1 bis 3 Prozent über gestrigen Schluß, Spezialwerte waren bis 5 Prozent befestigt. Ze l l st 0 f f we r t e, besonders Zetlstoff-Wald- hof, blieben weiter stark gesucht. Auch Sprit- werte lebhaft und fest. Don Montanwerken sind Stolberg-Zink mit einer starken Steigerung von 12 Prozent besonders zu erwähnen. Am Farbenmarkte ging es heute wieder etwas lebhafter zu. Deutsche Anleihen lagen fast ohne Geschäft. Die neue Reichsanleihe von 1927, die heute zum ersten Mckle zur Rotiz gelangen soll, war im Freiverkehr mit 87 Geld zu hören, jedoch lagen größere Orders nicht vor. Fremde Renten freundlich. 3m Verlaufe schritt die Spekulation auf allen Märkten zu Realisationen, so daß sich das Kursnive'au bis zu 2 Prozent senkte. Lebhaft blieben weiterhin Zellstoff-Waldhof und Holzmann. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 16. Aug. Infolge des schlechten Wetters und der Erhöhung der Aus- land-Weizenpreise ist man auch für Inlandware fester gestimmt. Weizen zur prompten Lieferung wird nur wenig angeboten. Hafer wurde erstmals notiert. Weißhafer kommt noch nicht an den Markt. Mehl liegt etwas fester. Cs wurden notiert: Wetterauer Weizen 23 bis 28,25. Roggen, inländischer 23 bis 23,25, Sommergerste für Drau- zwecke 25 bis 26,50, Hafer, inländischer 21,50 bis 22,25, Hafer, ausländischer 23,50 bis 25, Mais (gelb) 19,25, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 39,75 bis 40,25, Roggenmeht 34,50 bis 35, Weizenkleie 13,25, Roggenkleie 13,50. Tendenz fest. Berliner Produktenbörse. D e r l i n, 15. Aug. Das schlechte Wetter und die dadurch bestehenden Schwierigkeiten mit der Verladung, die das Inlandan^ebot ganz unzureichend werden lassen, stehen heute den schwächeren Auslandnotierungen gegenüber. Die Cif- offerten lauteten ebenfalls niedriger. Vormittags hatte sich zu den niedrigeren Preisen kein Geschäft entwickeln können und die Tendenz war sehr abwartend gewesen. Während die Provinz- mühlen nur über schwaches Angebot von Weizen klagen, werden hier für Weizen und Roggen in sofortiger Ware mehr Aufgelder als am Samstag bewilligt. Am Lieferungsmarkt liegen die Dotierungen 1,75 bis 2,50 Mk. über den Samstagschlußkursen. Mehl steht in prompter Ware zum Verlaus. Die Preise haben sich feit Samstag nicht geändert. 3n Sommergerste hat sich das Angebot etwas gebessert, für feine Qualitäten besteht Rachfrage. Für neue Sommergerste wird heute erstmalig wahrscheinlich 225 bis 265 Mk. notiert 3n Wintergerste ist keine Veränderung eingetreten. Reuhaser ist heute eher etwas mehr angeboten. Die Preise haben sich nicht geändert. Mais hat unveränderte Aus- lanbofierten. Zweithändige Ware ist eher etwas niedriger im Preise. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt Sept. 275,50 bis 276, Okt 273,75 bis 275, Dez. 275.50 bis 276,50 (feft); Roggen, märt 218 bis 222, Sept. 232,50 bis 234,50, Oft. 232,50 bis 234,50. Dez. 234,50 bis 236 (steigend): Sommergerste 225 bis 265; Wintergerste 204 bis 210 (ruhig); Hafer, märt Okt. 206 (fest); Mais, La Plata 192 bis 194 (still); Raps 250 bis 285 (beh.); für je 100 Kilo: Weizenmehl 35 bis 36,75 (ruhig); Roggenmehl 31 bis 32,50 (ruhig); Weizenkleie 14,25 bis 14,50 (feft); Roggenkleie 14,75 (fest); Viktoriaerbsen 40 bis 50; kleine Erbsen 25 bis 28; Futterervsen 21 bis 22; Peluschken 21 bis 22; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; LupinLn, blau 14,75 bis 15,75; Lupinen, gelb 15.75 bis 17,75; Rapskuchen 14,80 bis 15; Leinkuchen 20,90 Büchertifch. — Peter Z w i e s e w i n d. Ein Dorfroman von Anton Höfer. (Freiburg i. Dr., Verlag Herder. Gebunden 3,40 Mk.) — Die Zwiese- Winds, Mann und Frau, sehen das Alter nahcn und haben keinen Erben für ihren stolzen Besitz. Sie nehmen drei Kinder von entfernten Verwandten auf, ein Mädchen und zwei Buben. Einer von diesen, der echte Sohn eines verkommenen Vaters, bringt recht unerwünschte Bewegung in das ruhige Leben. Er erschwindelt sich den Hof und wirtschaftet ihn so herunter, daß der Besitz schließlich doch dem andern, dem erst verdrängten Mitbewerber, zufällt, der ihn verdient. Wie alles sich anspinnt in den Köpfen und wächst und Tat wird und sich auswirkt in einer Reihe ereignisreicher Jahre, wird in packender Weise erzählt. Das Buch versteht und liest jeder mit Spannung bis zu Ende. Die Sprache verzichtet bescheiden oder stolz auf Künstelei. Höfer spricht einfach, klar, kräftig, zeichnet die bewegte, ereignisreiche Handlung, bringt aber doch, ohne viele Worte, auch das größere, das innere Erleben seiner Personen zum Mitschwingen in der Seele des Lesers. 277 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Sommerkur filr 53* Ute rC3 und Nervös-Erschöpfie. Spczlalkurangfalt Holbelm im Tdunus bei Frankfurt a. M. - Prospekte durch Dr. M. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuß 7 Prozent. Frankfurts M. Berlin Schluß. i'Uhr- Schlutz-t Anfang Kurs ! Kurs Kurs Kurs Tatum: 15. 8. 16. 8. 15. 8- 16. 8. 5°/o Dt. Reichsanleihe p. 1927 Dt. Anl Ablös Schuld mit — — 65 — Auslos-Rechten . . . . . 58,76 59 58,75 59.5 Desai, ohne Äuslos.-Rechten T’lo Franks Hyp>Bk. ®O:bpf unkündbar vis 1932 .... 17 17.1 17 17 —» — — — 4‘/a°/o Rheinische öop -Bank Viqu -Goidps .... A E. G abg Vorkriegs-Lb- - — - — ugattonen, rückjadldar 1932 • —• 4% Schwei,- Bundesb.-Anl. — — 4% Oesteretchische Goldrle. 26.75 — 26.6 — 4,20»/, Oesterr- ich. Silberrte. — — — — 4"/0 Oesterreich, einheitl. Rte — —• 1.4 — 4% Ungarische Goldrie. 24.5 — 24.5 — 4°/0 Ungarische Staaisr. v 1910 22,75 22,75 — — 4*/,% desgl. von 1913 . — — 23.5 — 4% Ungarische Kroncnrte . . — — •> 2,13 4°/j Türk. Zollanleihe v 1911 4°/0 Türk. Bagdadbahn-Anl. 14 14,13 14,1 14.2 Serie I........ 17 — 17 — 4°/o desgl. Serie II..... 15 — 15,4 — 4°0- Rumänen convert Rte. 4'/,°/» Rumänen Goldanl. . — — — von 1913...... 17.13 — 17.4 — Alla Deutsche Eisenbahn .4'/, — 90 90 92 Hamburg-Amerika Paket. . 6 Hamb.-Sudan, Damptsch. 8 157.5 157,65 157» 158,25 — — 234,5 216.25 Hansa Dampfschifs ... 6 Norddeutscher Lloyd . . 6 — — 234,5 236,75 158,65 158,75 158,25 159 25 Allg. Deutsche Crcditanst.. 10 151.75 — 151,13 151,75 Barm. r Bankverein 10 155 156 154.75 156,25 Berliner Handelsgcsellich. 12 Commerz- und Privat-Bk. 11 186,75 260.25 186.75 259 186 187.5 Tarmst. u. Nationalbank. 12 45,75 247 245.25 248 Deutsche Bank......10 Diskonts-Gesellschaft Ant. 10 169 169,75 169.5 170 165.5 165,25 164.75 165,5 Dresdner Bank ...... 10 174.75 174 75 175 175,4 Mitteldeutsche Creditbank 9 — — 260 265 Metallbank.........8 153,75 155 153,25 154.75 Rcichsbank.....1 • — — 174,9 174 Frankfurt a. M Berlin Schtuh Kurs | -Uhr. I Kurs ämluh-l Anfang Kurs Kurs Datum: 15. 8. |'16. 8. I fS. 8. | 16. 8. A. E G..........7 196.25 196,13 195,75 196,11 Bergmann .........8 209,5 211.5 208 211,9 Elektr. Lieferungen... 10 202 5 202.5 201.65 202.75 Lickt und Kraft......10 Felten & Guilleaume .... 6 214 214 214 214,75 149,25 150,75 147.9 151.65 Ges f- Elektr. Untern. . . io — — 273 272 Hamb. Elektr. Werke . . . li — — 171,5 171.75 Rhein. Elektr.......8 177 178 75 178.5 179.75 Schles. Elektr...... . 10 _ _ 190 217,75 188,5 218.9 Schlickert ........ 7 218.5 219 Siemens L Halske .... 16 307,25 308 306.75 308 Tranoradio..... .... 8 — — 139 141 Labmevcr L Co. .....: .9 185,25 188 186 189,5 119.25 121 119.25 121.65 Deutsche Erdöl.......6 163 164.9 163.9 164,25 Essener Steinkohle.....8 — — 178 75 181 Gelsenkirchener . f. »/, I. 4 170 171,5 170.5 170,5 Harvencr . .......8 212 212 211 212 Hoesch Eisen ........ .5 — — 193,9 192,75 ylfe Bergbau........8 280 280 280 — oklöckncrwcrkc ....... .5 169 170 169 170,5 Köln-Neuesscn ......5’/» — — 187.4 189,5 Mannesmann . . ,f. Vi I 4 193 195.9 193,75 195,9 Mans'eldcr..........7 146,25 142,5 140.25 141,5 Oberschles. Eisenb. Bedarf 0 105.75 — 109.13 107 Oberschles. Kokswerke . . . 0 — — 107,75 107.5 Phönix Bergbau. f I 3 Rheinische Braunkohlen 10 -24 124,75 124.13 123,75 274, > 275 273 274 Rheinstahl ... .....0 Riebcck lvlontan.......G .19,5 178.5 220,75 182,5 217,75 221 182 Bereinigte Stahlw. f.I 3 i.;8 138 138,5 138 Olavi Minen.....1 sh 34 — 35,4 35.5 Kali Aschersleben.....10 189,5 — 189 191,5 KaliWcstercgeln ... .10 200,5 203 201 204.5 Kaliwerk Salzdetfurth . . 12 250 258 257 261 9- G 9arbcn-Jndustrie. 10 Ddnamit Nobel ......0 19,25 20 317.5 153 320,25 154 Scheidcanstalt ■ .......8 228 430 — — Eoldschmidt.........5 142 143 112,25 143 4 RütgcrSwerke ........ 0 107 106,9 105,25 106,75 Metallgcsellichaft.....10 195 5 197,5 — — Frankfurt a.M. Berlin SdiluR» Kurs l'Uhr. Kurs Schluh. Kurs Anfang 1 Kurs Datum: 5.8. 16.8. 15. 8. 16. 8. Philipp Holzmann .... >2 Hcidclberaer Gement . . . 8 dement Karlstadt......8 Wahß & Freitag......li Schultheis Patzenhofer. . 15 Ostwerke.......12 Ber. Glanzstoff......15 Bemberg..........8 Zellstoif Waldhof12 Zellstoff Aschaffenbura . . 10 Charlottenburger Wasser. 7 Dessauer Gas......8 Daimler Motoren.....0 Demag..........0 Adlerwerke Klever. .... 0 Ludw. Loeire . ..... 1. Rat Automobil...... 6 Orenstein L Koppel . . . . 4 Linke Hofmann . .... 0 Leonhard Tietz..... c Bamaa-Meguin....... Franks. Maschinen .... 0 Gritzner .... ..... 7 Hehligenstaedt ....... 0 sfungbans ...... f. Lechwerke..... 8 Mainkraftwerke ...... 8 Miag ...........10 Rekarsulmer ........ 8 Peters Union ....... 8 Gcbr. Roeder . ...... 10 Voigt & Haeffner ..... 6 Südd. Zucker ......v Ban 2-i6 153.5 190 175 156 214,75 128,5 123,5 48 84 118 • 4 5 116 12< 128 141 121 141 166 150 fnoten. 5- _ ß i Js 1 oj 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 ■ 5 Zi I. ■ SZI 1 1 1 1 3 1 si» 206,25 475 148 743 590 154,13 210,25 157 5 218.25 129 99.25 121 300 128,65 147.25 155 50 82 119 14t 118 118 164 75 149 210.6 478.5 453.5 748 357.75 159.5 221.25 131,75 100 124 301,5 129,4 148 5 156 142.25 119 170 151,25 Berlin. 15 August. | Geld I Briet Amerikanische ’Jtoien..... Belgische Noten...... Dänische Noten ...... Englische Noten ..... 4 185 58,44 112,33 '0.38 4.205 58,68 112,79 20.46 Berlin. li August. | Geld | Brief Franzoiiswe Bolen...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oestcrr., äiov Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... 16.474 168,08 22,97 109,23 59.15 2,60 112,37 81.09 16. 168.76 23.07 109,67 59,39 2,62 112,80 81,41 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten ... Devifsnmarkt Derbm Telegraphische 79.84 12.425 73.10 —Frankfurt Auszah 71,119 12,485 71,40 a. M. Hfl. 15. August. 16. August. Amtliche Noti rung Geld Brief Amtliche Noticrun Geld 1 Brie' _ Amst>Rolt Buen.-AireS Brff.-Ankw Ehristiania. 3kopcnhagen Stockholm . Helsingfors. Italien. . . London. . . Neupork . . Paris.... Schweiz .. Spanien. . yapan .. . Rio de Jan. Wien in D-- Ceft. abgest Prag .... Belgrad . ■ Budapest. Bulgarien . Lissabon . . Danzig. . . Konstantin. Athen. . . Canada . Uruguay• . Cairo • • 16*i,43 1,794 58,47 101,49 112,61 112,7a 10,588 22,89 i0,43 1,203 16,465 61,04 71,03 I,9ö9 ,.4965 39,21 12,455 7,395 73,35 3,0'7 20,68 81,43 2,115 5,514 4,202 1.176 0.95 168,77 1,798 58,59 109,71 112,83 112,97 10,608 22,93 20,47 4,211 16,505 01,20 71,17 1,993 0.4985 59,33 12,475 7,499 73.49 u.043 20,72 81,59 2,119 5,526 4,210 4.184 20.99 168,13 1,793 »8,46 109,24 112,58 112,75 10,588 22.89 20,425 4,201. 16,465 61.005 70,75 1.9b0 0.4965 59,18 12,452 7,395 73,33 3,037 20.68 81,37 2,114 5,515 4.198 4,176 20.945 168,67 1.797 8,58 109,46 112,81 . 112,97 10,608 22, »3 2U, 463‘' 4,209 16, 0» vl,165 70,89 . 1.994 0,4985 59,30 12.472 7,409 73,47 3,043 20,72 81,53 2,150 5,526 4.206 4.184 20.985 Verlange nun 5897ss Holländerin Grit Haid Buttermilch-Seife nur sie erhält Oir Deines chönheit! Ueberall zu haben! Preis 35 Pf. per Stück Alleinige Hersteller: Günther & Haußner, A.G., Chemnitz-Kappel Zu beziehen durch: Benner, Krumm & Nauer, Bahnhofstr. 40 Neu eröffnet? 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