Samstag, 16. Juli <927 in. Jahrgang Nr. M Erstes Blatt ‘nbaupt einstellt, weiterhin ■ Frage der Mitgliedschaft Notenwechsel zwischen Moskau und Warschau bi5= her positive Resultate nicht gebracht haben. Doch hat auch hier keine Partei Lust, es aufs Aeußerste ankommen zu lasstn. Brennpuntte -er Weltpohtit. Wenn nicht gerade unvorhergesehene Ereignisse eintreten, sind für die nächsten Wochen weltpolitische Entscheidungen von grundlegender Tragweite kaum zu erwarten. Politische Flaute, bedingt durch die in den diplomatischen Kanzleien bereits sich ankündigende Ferienruhe und die Sommerpause in den parlamentarischen Arbeiten. Unter diesen Umstäiiden scheint mne kurze Darstellung der derzeitigen weltpolitischen Lage nicht unangebracht, und das um so weniger, als die politische Ruhezeit nur kurz beineslen sein und die politische Kampagne spätestens mit Beginn der Genfer Bölkerbundstagung im September mit vollen Akkorden wieder einsetzen wird. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für l mm hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfcnnig, Platzvorschrist 20 °/n mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehen. Postscheckkonto: Srantfnrt am Main 11686. Schwere Unruhen in Wien. Protestdemonstrationen gegen den Schattendorfer Freispruch. - Blutige Straßenkrawalle. - Der Iustizpalast in Flammen. - Die Polizei machtlos. schließlich das Uebergewicht über die Demonstranten, die auch Barrikaden errichtet hatten, und'die Herrsch aft über die ganze innere Stadt. Rach uberern* stimmenden Aussagen von Reisenden, die aus Wien hier eintrafen, ist es unmöglich, daß sich jemand über die heutigen Vorgänge in Wien ein . einigermaßen klares Bild machen kann, der nicht unmittelbar im Stadtinnern, dem Zentrum der Ereignisse, anwesend war. In den übrigen Stadtteilen Wiens umlaufende Gerüchte lauten sehr- phantastisch. Alle Rachrichten aber bestätigen, daß der Iustizpalast vollkommen aus gebrannt ist. Die Wiener Straßenbahn, der Telegraph und das Telephon liegen still, jedoch wird in den Elektrizitätswerken gearbeitet. Die elektrische Bahn von Pretzburg nach Wien verkehrt nur bis in die Vorstadt Schwechat. Schwere Ausschreitungen im Stadtinnern. Prag, 15. Juli. (Tschechoslowakisches Pressebureau.) Die über die heutigen Ereignisse in Wien bis 19.50 Uhr hier eingegtregenen Mel-' düngen widersprechen sich vielfach. Sicher ist, daß das Iustizpalois brennt und daß der Brand nicht gelöscht werden kann, da die Demonstranten die Feuerwehr daran hindern. Die Polizeiabteilung, die der ^-euer- wehr ihre Tätigkeit ermöglichen fsllte. wurde entwaffnet, die Beamten wurden mißhandelt. Alle Meldungen stimmen darin überein, daß noch in den späten Aachmittagsstunden in den ' Straßen Schüsse fielen. Doch hatte es um 18 Uhr den Anschein, daß die Polizei das Ueb er- gewicht erlangt und die Demonstranten aus dem Stadtinneren zurückdrängt. Völlig widersprechende Meldungen liefen auch über das Verhalten des Republikanischen Schuhbundesein. Rach dem einen Bericht ist diese Organisation bestrebt, um jeden Preis die Ordnung wiederherzusteNen. Ihre Mitglieder haben die in das Innere der Stadt führenden Drücken abgesperrt, um den Zustrom weiterer Demonstranten zu verhindern, während nach anderen Mitteilungen Züge dieser Organisation im Rücken derPvlizeimanovrie- ren, sie aber nicht unterstütze^, ja an ihrer Tätigkeit hindern sollen. Rachrichten, daß die Gebäude der „Wiener Reue-sten Rachrichten", der „Reichspost" und der „Oesterreichi- schen Tageszeitung" demoliert wurden, werden bestätigt. Rach einer anderen Version sollen sie in Brand geseh t sein. Weitere Meldungen, die aus Wien hier eingingen, besagen: Das Präsidium der Oesterreichs schen Sozialdemokratischen Partei trat heute mittag zusammen und erklärte sich in Permanenz. Auch das ganze Plenum des Ausschusses der Gewerkschaftszentrale wurde zur Mitarbeit eingeladen. Lieber diese Tagung wurde bisher kein offizieller Berichte ausgegeben, doch verlautet, daß beschlossen wurde, für Wien und Umgebung den Generalstreik der gesamten Arbeiterschaft zu proklamieren. Dieser soll auch "auf die Buchdruckereibetriebe ausgedehnt werden. Don Wiener Dlättern wird morgen nur die ^Arbeiterzeitung" erscheinen. Die Straß en- bahnangestellten und die De amt ent des Post- und T e l e g r a p h en d i e n st e s haben sich mit der Arbeiterschaft solidarisch erklärt. Bisher ist es ungewiß, ob auch die Eisenbahnangestellten den Dieiist env- In Frankreich ist es zur Zeit^außenpolitisch still geworden; die Außenpolitik ist hinter der Innenpolitik insbesondere hinter der Wahlreform zurückgetreten. Eine endgültige Entscheidung über die Einstellung der französischen Politik wird erst bei den französischen Wahlen im kommenden Mai fallen. Bis dahin dürfte das Kabinett ber nationalen Einigung, das allerdings alles andere als innerlich geschloffen ist, im Amte bleiben. Solange das aus Männern der Linken und der Rechten zusammen- gesetzte Kabinett, in dem sich die Kräfte gegenieitlg das Gleichgewicht halten, am Ruder ist. erscheint lebe losenkreisen, teils wahrscheinlich auch aus Verbrecherkreisen gehandelt zu haben scheint. So wird auch erzählt, daß die Leute, die den Iustizpalast beseht hielten, den Transport von verwundeten in das Parlament, wo eine Rettungsstelle eingerichtet war, hinderten, und daß die vermundetentrans- porte nur mit Hilfe des Republikanischen Schutzbundes zustandegekommen sind. Die Räumungstätigkeit der Polizei ist noch immer nicht beendet, doch ist die Gegend um das Parlament und das Rathaus im weiten Umkreis gesäubert. Rur aus dem Justizpalast muß die Polizei zeitweilig Schüsse auf Gesindel abgeben, das versucht, die Löscharbeiten zu stören. Die Säuberungsaktion der Polizei ist jetzt bereits in den Vorstädten und nähert sich der sog. Gürtellinie, die die inneren Vorstädte von den äußeren Vororten trennt. In den späten Rachmittagsstunden wurden starke Polizeitruppen zum p o - lizeigefangenenhaus in der Elifabety- promenade beordert, weil verlautete, daß Demonstranten die Absicht hätten, dieses Gebäude zu stürmen und die Gefangenen zu befreien. Rach späteren Meldungen ist es der Polizei in den Abendstunden gelungen, die Aufständischen bis in -ie Vorstädte zurückzudrängen. Weiter wird von einem Eingreifen der Militärmacht berichtet. Um 7 Uhr abens ist vor dem Parlament ein BataU- (o n Infanterie mit Maschinengewehren aufmarschiert, um das Gebäude zu schützen. Rücktritt Seipels gefordert. Um 18 Uhr erschienen bei dem Bundeskanzler Dr. S e i p e l die G e s a n d t e n der in Wien attre- dikierten Staaten zu einer Besprechung über die Situation. In den Straßen Wiens wurden Flugblätter verteilt, in welchen der Rücktritt Seipels und Schobers verlangt wird. Ebenfalls wird mit dem Generalstreik gedroht. Die ausländischen Journalisten sehen die Stellung der Regierung als erschüttert an. Entgegen den Meldungen, daß das Militär versagt haben solle, wird festgestellt, daß das Militär deshalb nicht einschritt, weil es durch Bürgermeister Dr. Seih zurückgehalten wurde. Der Justizpalast ist bis auf den Grund niedergebrannt. Ls wurden sämtliche Grundbücher, Prozeßakten und zahlreiche andere Dokumente vernichtet. Die Straßenkämpfe. Prehburg. 15. Juli. (WD.) Die Telegraphen- und Telephvnverbindungen zwischen Prehburg und Wien sind seit den Abendstunden unterbrochen. Die Berichte, die aus verschiedenen, meist aus Privatquellen, bis in die Abendstunden hier einlangten, schildern die Lage in Wien am heutigen Rachmittag ungefähr folgendermaßen: Am Rachmiltag kam es zwischen Demonstranten, deren Zahl auf 300 geschäht wird, und Polizei inderRähederDotivkirche zu Zusammenstößen. Als die Polizei mit der R ä u m u n g des Platzes begann, wurde aus den Reihen der Demonstranten gegen sie bas Feuer eröffnet. Die Polizei erwiderte das Feuer. Den Demonstranten soll es gelungen fein, die Polizei zurückzudrängen. Die Menge stürmte dann gegen den Justiz- p a l a st und zerschlug die Rohre der Gasleitung des Gebäudes. Das crusströmende Gas wurde dann anaezündet, so daß das Gebäude in kurzer Zeit in Flammen stand. Unverbürgte Rachrichten behaupten, daß durch den Brand auch das Parlament, das Rathaus und die Universität bedroht seien. Die Polizei erlangte zedoch dem die Türkei sich wieder von Moskau mehr und mehr abgewandt, nachdem der Bolschewismus im fernen Osten eine schwere Niederlage sich geholt hat, ist überhaupt die Stellung Sowjetrußlands in Asien schwächer geworden; zeigten noch m den letzten Jahren Persien und Afghamstan das Bestreben, zwischen London und Moskau zu lavieren und sich mit beiden Mächten gutzustellen, so scheint man setzt sowohl in Teheran wie in Kabul für Ena- land optieren zu wollen, vor allem wohl deshalb, weil man auf die englische finanzielle Hilfe an- gewiesen ist. Die Lage in China, dem Borfeld des britisch- russischen Machtkampfes, ist nach der Niederlage der Hankauregierung äußerst undurchsichtig geworden. Gerüchte, die von einer Annäherung Tschcmgkai- schecks, des Eroberers von Nanking, an den mandschurischen Diktator Tschangtsolin wissen wollten, scheinen sich nicht zu bestätigen. Im Westen ist auch der sog. christliche General Tenghusiang wieder auf dem Kriegsschauplatz erschienen, Tschangtsolin hat sehr empfindliche Schlappen erlitten und ist an die Grenze seines eigentlichen Machtgebiets zuruckge- gangen. Seine Schutzmacht Japan hat zur Wahrung ihrer Interessen in lldordchina bereits Truppen landen lasten. Das ist in kurzen Strichen der gegenwärtige Stand der Dinge, soweit er sich von hier aus auf Grund der gerade in letzter Zeit äußerst spärlichen Nachrichten aus dem fernen Osten überblicken läßt. Es ist gleichsam ein weißer Fleck auf der weltpolitischen Karie, „unerforschtes Gebiet", dessen Umrandung aber dazugehört, wenn man ein ibe|amt= bild der weltpolitischen Lage, wie sie sich uns im Augenblick darstellt, gewinnen will. Trotz der Friedens Verträge, die eine Festigung der europäischen Ordnung mit sich bringen sollten, trotz der Verträge und Bundnisse, die die europäischen Staaten miteinander verknüpfen, trotz des Völkerbundes, der seiner Aufgabe nach friedenfördernd wirken sollte, steht sowohl die europäische wie die "Weltlage weiter im Zeichen der Ansichexbeit und Ungewißheit. Das gilt nicht zuletzt für die politische Situation, in der sich Deutschland befindet. Die Hoff- llrungen, die sich an den Abschluß der Locarno- Verträge und an den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund knüpften, haben sich nicht erfüllt. Auch in der Folgezeit war die Politik unserer Vertragsgegner eine Kette von Rücksichtslosigkeit und Unauftnchtigkeit. Die uns zugesagte Verminderung der Truppen im Rheinlande unterblieb; und während die eigene, im Friedensvertrage und in der Völkerbundssatzung begründete Abrüstungsverpflichtung, die auch im Schluß- protokoll von Locarno noch einmal bestätigt war, verleugnet wurde, fehlte es in der Entwaff- nungdfrage Deutschlands gegenüber an jedem Entgegenkommen. Der Gipfelpunkt war die Zumutung der Sprengung der Unterstände im Osten und des über die Bestimmungen des Versailler Vertrages hinausgehenden Kriegsgerätegesehes. Aitzh diese beiden Restpunkte der Entwaffnungsfrage sind nunmehr erledigt, der eine durch die Feststellung der Militärattaches, der andere durch die Annahme des Gesetzes im Reichstage. Damit ist die int Versailler Vertrage Deutschland auf- gezwungene Entwaffnung in allen Stücken vollständig durchgeführt. Es bleibt, wie der Manchester Guardian" nachweist, »nichts mehr zu erfüllen übrig", und Deutschland hat „alle ihm durch den Versailler Vertrag als Vorbedingung für eine frühere Rheinlandräumung vorgeschrie- beNen Bedingungen erfüllt". Deutschlands Recht auf Besatzung« Verminderung auf den normalen Stand gemäß der in der Rote vom 16 Rovember 1925 gegebenen Zusicherung ist ebenso unbestritten, wie unser Anspruch auf die völlige Räumun g der Rheinlande gemäß Artikel 431 des Versailler Vertrages. Jede Verweigerung der Räumung, unter welchem Vorwand auch immer, ist ein glatter Vertragsbruch unserer Gegner. Im Juni hat man in Genf von der Rheinlandräumung nicht gesprochen, weil angeblich die Atmosphäre dafür nicht günstig War. Für die Septembertagung ist die Aufrollung der Räumungsfrage für Deutschland eine zwingende Rotwendigkeit. Aber die Art und Weise, wie man sich in Pans und London bisher um die Locarno-Verpflichtungen ' herumgedrückt hat; wie man die im Vergleich zu anderen Fragen geradezu lächerliche Angelegenheit der Ostbefestigungen behandelt hat, wie man sich zur Rheinlandfrage überhaupt einstellt, weiterhin die Zweideutigkeiten in der Frage der Mitgliedschaft Deutschlands "in der Mandatskommission sowie die Haltung Frankreichs in der Angelegenheit der Militärattaches lassen einen tiefen Einblick in die Mentalität unserer Locarno-Partner tun; alle diese Dinge zeigen, wie man in Paris, Brüssel und auch schließlich in London die mit immer neuen deutschen Opfern erkaufte Verständigungspolitik auftaht. Im wesentlichen hat sich das Entgegenkommen gegenüber Deutschland auf A e u ße r l i ch k e i te n beschrankt, und wo man Deutschland brauchen konnte, ließ man sogar das Konzert der Mächte wieder auf (eben. In Wirklichkeit aber kann von einer tatsächlichen Gleichberechtigung Deutschlands noch nicht die Rede sein. Während, wie der Verlauf der bisher erfolglosen Abrüstungsberatungen gezeigt hat, die anderen Mächte an eine Rüstungsbeschränkung nicht heran- gehen wollen, während Frankreich seine Ostgrenze neu befestigt und den Grundsatz des Volkes in Waffen bis zur letzten Konsequenz zur Durchführung bringt, ist die deutsche Armee auf ein Minimum reduziert, ihre Bewaffnung stark beschränkt, die Anfertigung von Munition auf das äußerste begrenzt. Stück um Stück hat Deutschland seine Souveränität preisgeben müssen. Die deutschen Eisenbahnen unterliegen fremder Kontrolle, unsere Einnahmen werden für die Dawes-Zahlungen verwandt und weite Strecken deutschen Landes bleiben weiterhin besetzt. Wie man sieht, ein wenig erfreuliches Bild. Jetzt muß es sich endlich zeigen, ob die Absichten unserer Vertragsgegner wirklich ehrlich gemeint sind oder nicht. Unsere Locarno-Partner, vor allen Dingen Frankreich, haben das Wort. Der Anlaß. Im Januar t>. 3. ereignete sich in Schat- tendvrf im Burgenland ein Zusammenstoß zwischen Mitgliedern des vorwiegend aus Sozialdemokraten bestehenden „Republikanischen Schutzbundes" und Angehörigen des rechtssSdikalen .Frontkämpferbundes" statt, bei dem zwei unbeteiligte Personen erschossen urtb fünf schwer verwundet wurden. Drei dieser Vorfälle wegen auf der Anklagebank erschienene Frontkämpfer, die Brüder Joseph und Hieronymus Tscharmann und der Müllerbursche Pinter wurden von dem Wiener Schwurgericht nun nach einem mehrere Tage währenden Prozeß f r e i g e s p r o ch e n. Diesen Freispruch haben die Wiener Arbeiter zum Anlaß für Straßendemvnstrativnen genommen, die gestern zu schweren blutigen Kämpfen geführt haben. Wir erhalten darüber folgende Einzelberichte: Sturm auf den Iustizpalast Wien, 15. Juli. (Wolff.) Wegen des Freispruchs im Schattendorser Prozeß wurden heute vormittag; auf der Ringstraße, insbesondere vor der Universität, dem Iustizpalast und dem Parlament Kundgebungen veranstaltet, bei denen die berittene wache wiederholt gegen die Demonstranten oocging. Bei den Zusammenstößen wurden von den Demonstranten, die Barrikaden zu errichten versuchten, Holzlatten gegen die Wachleute geschleudert. Bei den Kundgebungen versuchten Demonstranten ins Parlament, in den I u st i z p a l a st und in die Universität einzudringen. Sie wurden aber von der Sicherheitswache gehindert. Durch die bei den Demonstranten abgefeuerten Schüsse wurden sowohl Wachleute wie Demonstranten verletzt. Spater gelang es einem Teil der Demonstranten, in das Justizpalais einzudringen, wobei Akten auf die Straße geworfen und verbrannt wurden. Aus dem Untergeschoß an der Ecke des Justizpalastes schlagen Flammen hervor. Es sind Aktenbündel angezündet worden. Die Feuerwehr sucht sich einen Weg durch die Menge zu bahnen. Auch an der anderen Ecke des Gebäudes sieht man Demonstranten Aktenbündel auf die Straße werfen. Die Ringstraße ist nicht nur um den unmittelbaren Schauplatz zwischen Parlament und Iustizpalast beseht, sondern auch stark bevölkert, zumeist von Leuten, die aus Fabriken und Betrieben in die innere Stadt ziehen. Dazwischen sieht man Lastautos mit dem Zeichen des Roten Kreuzes durch die Straßen eilen. Andere Lastautos führen Schuhbundabteilungen heran, welche zu ihren im Bereiche des Schauplatzes der Ereigniffe verteilten Kameraden stoßen, um, wie es scheint, beruhigend auf die Menge einzuwirken. Gegen halb zwei Uhr nachmittags scheinen sich in der Rähe der Boliv- Kirche Zusammenstöße vorzubereiten. Man sieht dort Demonstranten in Gruppen gegen das Landgericht anlaufen. Polizei zu Fuß und zu Pferde folgt ihnen. Es verlautet, daß Bürgermeister Dr. Seih und Dr. Bauer in den frühen Rachmilagsstunden, als noch der demonstrierende Pöbel das herannahen der Feuerwehr an den noch brennenden Iustizpalast verhinderte, selbst einen Löschzug bestiegen (jaben, um ihn an den Iustizpalast heranzubringen. Aber auch dieser Löfchzug wurde von den Demonstranten sowie alle übrigen ausgehalten. Diese Episode zeigt mit besonderer Deutlichkeit, daß es sich vorwiegend um kommunistische Agitatoren und um Gefolgsleute teils aus den radikalisierten Arbeils- Auf dem Balkan ist der albanisch-südslawische Zwischenfall beigelegt. Aber die eingetretene Beruhigung ist schließlich nur eine oberflächliche, wie ja auch das Verhältnis Italiens zu Südslawien und in weiterer Folge das zwischen Italien und Frankreich in ihrem Kampfe um die Vorherrschaft auf dem Balkan im Grunde genommen das gleiche bleibt. Nach anfänglichen Erfolgen ist der Versuch Italiens, feine Position auf dem Balkan zu verstärken, vorläufig zum mindesten ins Stocken geraten. Rumänien löst sich, nachdem der Franzosenfreund B r a t i a n u erneut zur Macht gelangt ist, wieder mehr und mehr von Italien, nachdem bereits vorher die stark betonte Freundschaft Italiens zu Ungarn in Bukarest gewisses Mißtrauen erregt hatte. Bei Ungarn dürfte die Freundschaft mit Italien auch nicht so weit gehen, daß es sich an einer gegen Jugoslawien gerichteten Kombination beteiligt, ba es, nachdem ihm Fiume als Freihafen von Italien ein geräumt werden soll, auf Jugoslawien als Durchgang sland nicht verzichten kann. Auf der anderen Seite haben sich die italienisch- türkischen Beziehungen gefestigt, die zwischen Moskau und Angora jedoch abgekühlt. Der Wunsch Roms, die Beziehungen zu Angora wieder freundschaftlicher zu gestalten, liegt in der Tatsache begründet, daß eine Besserung der Beziehungen zu der Türkei, ichon mit Rücksicht' auf Bulgarien, der italienischen Baltän- politik einen stärkeren Rückhalt geben wurde. Nachpositive Fortentwicklung auf außenpolitischem Gebiete unmöglich. Hier liegt nicht zuletzt die Ursache für die Versandung der Locarnopolitik. Auch die englische Politik wird zur Zeit von innenpolitischen Problemen, wie dem Gewerkschaftsgesetz und der Oberhausreform, beherrscht, wobei es sich gezeigt hat, daß der großen konservativen Mehrheit im Unterhause die Stellung des Kabinetts Baldwin-Chamberlain durchaus nicht mehr so unumstritten ist. Im englisch-russischen Konflikt läßt nach der Rückkehr Tschitscherins nach Moskau die russische Außenpolitik das Bestreben nach Milderung der Gegensätze erkennen, gleichzeitig aber auch eine gewisse Kursänderung im Sinne einer wieder mehr westlichen Orientierung, was nach dem Zusammenbruch der russischen Chinapolitik, nach der anscheinend endgültigen Erledigung der Hankau- Regierung und der chinesischen Absage an den rusti- schen Kommunismus burd^us erklärlich erscheint. Hinzu kommt bie Annäherung ber a m e r i t a n i = chen Geschäftswelt an Sowjetrußland durch oer- chiedene, teils bereits getätigte, teils in Aussicht tehende Geschäftsabschlüsse, insbesondere des russt- chen Naphtha-Syndikats mit der Standard-Oil, sowie )ie Ausgestaltung des sogenannten Harrimann-Der- traqes. So schiebt sich die amerikanische Geschäftswelt in bie durch den Abbruch der englisch-russischen Beziehungen entstandene Lücke und sucht bie Engländer auszustechen. Damit fällt der Pfeil, den die konservative Regierung in England zum Teil aus innerpolitischen Gründen gegen Moskau abgeschlossen hat. wieder auf den Schützen zurück. Auch der russisch-polnische Konflikt scheint in ruhigere Dahnen zu gelangen, wenn auch die russisch-polnischen Verhandlungen feit dem Eichener AMger General-Anzeiger für Oberhessen vnicr und Verlag: vrühl'sche Univerfiläls-Vuch- und Sleindruckerei R. Lange in Gießen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulfttahe 7. neuen werven. Mach einer um 19 Uhr eingegan- lenen Meldung soll das Präsidium der Oester- .ttchischen Sozialdemokratischen Partei beschlossen laben, eine Deputation zum Bundeskanzler Seipel zu entsenden und ihn zum -Rücktritt aufzufordern. Vor dem Gebäude er Druckerei und Redaktion der „Reichspost" kam es zu stürmischen Demonstrationen. Die an* gesammelten Demonstranten durchbrachen den Polizeikordon, der sie an dem Eindringen in das Gebäude hindern sollte. Das ganze Unternehmen murde von den Demonstranten verwüstet und auch die Druckeretmaschinen vernichtet. Vierzig Todesopfer? Berlin, 15. Juli. Rach einer Meldung der „Boss. Ztg." aus Wien erklärte der Chefarzt der Wiener Freiwilligen Rettungsgesellschaften. daß nach feiner Kenntnis die Zahl der Opfer bisher vierzig Tote und zweihundert Verwundete beträgt. Der Brand im Justizpalast. so meldet das Blatt weiter, hat seinen Höhepunkt erreicht. Das ganze riesige Gebäude ist ein einziges Flammenmeer. Gewaltige Rauchwolken bedecken den Himmel. Die Morgenzeitungen werden nicht erscheinen können. Der Dahnverkehr auf der Süd- und Westbahn ist noch immer unterbrochen und der Strahenbahnverkehr eingestellt. Auf der Bellaria wird gegenwärtig noch geschossen. Die Polizei hat die Vorstädte g e- räumt, so daß sich der Mob dort breitzu- machen gedenkt. Die Automvbile werden in dec Vorstädten angehallen, ihre Insassen beraubt und verprügelt. Man sieht Automobile durch die Straßen fahren, auf denen sozialdemokratische Ordner mit weißen Taschentüchern stehen. Ein optimistischer Polizeibericht Preßburg, 15. Juli. (WTB. Funkspruch) In einem aus Wien von zuständiger Stells verbreiteten Bericht wird Über den Verlauf der heutigen Ausschreitungen u. a. berichtet: Da keine Aussicht bestand, auf andere Weise die Ordnung wiederherzustellen, und die" Versuche einiger Ordner, die ^Haffen zu beruhigen, erfolglos blieben, mußte sich die Polizeibehörde entschließen, mit Gewehren ausgerüstete Abteilungen zu entsenden, die, als sie in der Lichtengelsgasse, in der Rähe des Rathauses, von Demonstranten nicht nur mit' Steinen und anderen Wurfgeschossen beworfen, sondern auch angeschossen wurden, von der Schußwaffe Gebrauch machten, um den Platz mit Gewalt zu räumen. Gleicherweise hat auch die mit Gewehren bewaffnete Sicherheils-Kraftabteilung, als sie mit Steinwürfen empfange nwurde, in der Umgebung des Iustizpalais einige Schüsse abgegeben und die Ordnung wiederhergestellt, so daß nun die Feuerwehr eingreifen und den Brand im Iustizpalais lokalisieren konnte. Auch zwei Zeitungsredaktionen, die „Wiener Reuesten Rachrichten" und die „Reichspost" wurden von Demonstranten angegriffen, wo sie das Mobiliar zerstörten und die Manuskripte zerrissen. Die Versuche. auch die Maschinen zu vernichten, wurden durch die inzwischen verstärkte Polizei vereitelt. Am Rachmitlag ist die Sicherheitswache damit beschäftigt gewesen, durch größere, mit Gewehren ausgerüstete Patrouillen zu Fuß und zu Pferde die Reste der Demonstranten zu zerstreuen und die Ruhe wieder völlig herzustellen. Die Plätze in der Umgebung des Rallonalrates und des Iustizpalastes sind von Militär beseht. Eine Gefährdung de- Eigentums ist nirgends erfolgt. Die Sicherheitsbehörde ist vollkommen Herrin der Situation. Die Beratungen bet; Negierung. Prehburg, 16. Juli. (WTB. Funkspruch.) Aus Wien wird gemeldet: Gestern nachmittag wurde ein mehrstündiger M t n i st e r r a t abgehcrlten, m dem auch Polizeipräsident Schober, Generalpostdirektor Hoheisel und die leitenden Beamten des Bundeskanzleramtes hinzugezogm waren. In den Abendstunden sand eine Aussprache zwischen dem Bundeskanzler und den' sozialdemokratischen Abgeordneten, Bürgermeister Seitz und Dr. Bauer statt. Die Regierung hat alle Vorkehrungen getroffen, um ein Wiederaufflackern der Unruhen in den folgenden Tagen nach Möglichkeit zu verhindern. Darüber, ob dann der National r a t einberufen werden soll, um zu der durch die Unruhen geschaffenen politischen Lage Stellung zu nehmen, ist noch keine Entscheidung getroffen, obwohl diese Frage zum Gegenstand von Besprechungen zwischen dem Bundeskanzler und den Führern der Opposition war. Der Ministerrat bat sich in Permanenz erklärt. Er wird heute früh ohne weiter? Einberufung mit dem Bundeskanzler zusammentreten. x Die Lage in Tirot. Innsbruck, 15. Juli. (SIL) In den übrigen Bundesländern ist es völlig ruhig. Selbst wenn es zur Ausrufung einer sozialistischen Republik kommen sollte, ist nicht anzunehmen, daß die übrigen Bundesländer dem Folge leisten werden. Der Landes- hauptmann von Tirol. Dc. Stumps, der sich in Urlaub befand, hat sich auf die Rachrichten uns Wien sofort nach Innsbruck begeben. Im Tiroler Landeshaus, dem Sih der Tiroler Landesregierung, tagt eine Konferenz, die sich mit den Vorgängen in Wien beschäftigt. Auch die Tiroler Heimatwehr hält eine Sitzung ab. In maßgebenden Kreisen Tirols ist man der fcftcn Meinung, daß ein Uebergreifen auf Tirol unter allen Umständen verhindert werden müsse, wozu auch die zu befürchtende Intervention Italiens zwinge. Eme Darstellung der Vorwärts. Berlin, 16 Juli. (WTB. Funkspruch.) Zu 1 ?il blutigen Zusammenstößen in Wien schreibt er Vorwärts" u. a.: Eine Parole zu irgend- 1 eichen Demonstrationen oder Aktionen wegen ces Freispruches im Massenmörderprozeß sei von der Sozialdemokratischen Partei nicht aus- -cgeben wordeir. Eine Reihe von Betriebsder- -ammlungen beschloß, die Arbeit sofort niederzulegen und vor das Parlament und das Rathaus zu ziehen. Gegen v210 Uhr ■irgend trafen die ersten Züge vor dem Parament ein. Es wurde eine Abordnung n das Parlament entsendet, um gegen ?as Urteil zu protestieren. Die demonstrie- enden Arbeiter warteten in Ruhe. Inzwischen war aber von der Polizeidirektion ein Trupp berittener Polizi sten zum Parlament ntsandt worden. Der Führer gab seiner Mann- chaft ohne ausreichenden Grund den Befehl, e Straßen vor dem Parlament zu räumen’ Dem Vorgehen der Polizei wurde Widerstand entgegengesetzt. Dies hatte zur Folge, daß Polizeitrupps aus allen Stadtteilen herbei- geschafft wurden. Es entspann sich vor dem Parlament ein Hin und Her. wobei wahrscheinlich .dem gewaltsamen Vorgehen gewaltsame Abwehr entgegengeseht wurde. Es sollen dabei auch Steine geworfen worden sein. Run hieb die Polizei mit Säbeln drein. Bald fielen auch Schüsse der Polizei. Die Rettungsgesellschaft war andauernd mit der Bergung der Toten und Verwundeten beschäftigt. Der Waffengebrauch der Polizei stachelte die Erregung der Demonstranten zur Hellen Wut an. Einmischung der Komintern. Riga. 15. Juli. (TU.) Aus Moskau wird gemeldet, daß dort die Wiener Ereignisse naturgemäß größtes Aufsehen erregt haben. Die Kommunistische Internationale soll einen Aufruf erlassen haben, in dem die Arbeitermassen in Wien aufgefordert werden, gegen die bürgerlichen Klassen in Oesterreich zu kämpfen. Außerdem soll das Vollzugskomitee der Kommunistischen Internationale beabsichtigen. zur Unterstützung der österreichischen Arbeiter Geldspenden zur Verfügung" zu stellen. In russischen Kominternkreisen bezeichnet man die Wiener Ereignisse als einen Versuch der Arbeitermassen, die bürgerliche Regierung vollkommen zu st ü r ze n. Die Tangerfrage. Ein neuer Vorschlag Spaniens. London, 15. Juli. (WTB.) Zu der neuesten Entwicklung der Tangerscage. die mit der Ani- Wesenheit des spanischen Königs in London in Zusammenhang gebracht wird, schreibt der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph", anscheinend würde Spanien bereit sein, wieder in den Völkerbund einzutreten, vorausgesetzt, daß es das ausschließliche Recht der Polizeikontrolle in Tanger und dem benachbarten Bezirk erhalte, oder mit anderen Worten, daß es allein die Verantwortung für die Aufrechterhaltung der inneren Ordnung in der Enklave erhalte. Es brauche nicht gesagt zu werden, daß es sich hierbei nicht um einen formellen Vorschlag handele, sondern um diskrete Andeutungen, die Übrigens nicht zum ersten Male vorgebracht würden. Für diesen Gedanken werde die britische Un t er st ü tzu ng gesucht, aber es könne von keiner britischen Regierung erwartet werden, daß sie ein vitales strategisches Interesse, wie die Erhaltung des internationalen Statuts, für ein anderes Interesse aufopfere, das im Verhältnis zum britischen Reiche nur einen vagen und akademiichen Charakter habe. Der Korrespondent bestätigt, daß neuerdings in britischen amtlichen Kreisen die Abhaltung einer Bi e r m ä chcke k on f e r e nz zwischen Großbritannien. Frankreich, Italien und Spanien über Tanger begrüßt wird. Die Angelegenheit sei aber noch vollkommen in der Schwebe, öa maßgebende französische politische Kreise befürchten. daß England und besonders Italien in einigen Punkten Partei für Spanien ergreifen würden. Bäumer Löblich adgeMrz; Kopenhagen, 15.Juli. (TU.) Heute abend um 19,50 Uhr ist der bekannte deutsche Sportflieger Bäumer, der sich im Kriege als Jagdflieger den Pour le mLrite erworben hatte, aus dreitausend Meter Höhe, zwei Kilometer von der Küste von Oeresund entfernt, tödlich abgestürzt. Auch bei seinem Todesfluge hatte er ein kleines Rohrbach- flugzeug geführt. Neben Übet war Bäumer der beste deutsche Kunst- und Rekordflieger. Noch gestern hatten wir von neuen Rekordflügen Bäumers berichtet. Als Ursache des tödlichen Absturzes wird bekannt, daß sein Motor In 3000 Meter Höhe plötzlich aus setzte. Der Flieger stürzte mit dem sich Überschlagenden „©auferoinb" 'mitten i * den Oeresund, wo er und leine Maschine sechs Meter tief unter der Meeresoberfläche begraben liegen. der Lniwurf Les Reichsschulgesetzes. B e r I i n, 15. Juli. (WTB.) Der vom Reichskabinett gebilligte Entwurf des Reichsschulgesetzes behandelt in seinem ersten Abschnitt die „Aufgaben, Formen und Kennzeichen der deutschen Volksschule". Unter Bezugnahme auf Artikel 148, Abs. 2 der Deutschen Reichsverfassung wird in diesem Abschnitt ausgeführt, daß in allen Volksschulen darauf Bedacht zu nehmen ist, daß die Empfindungen Anders denkender nicht verletzt werden. Es werden bann als Formen der deutschen Volksschule bezeichnet: a) die nach Bekenntnissen nicht getrennte Volksschule (Gemeinschaftsschule), b) die Bekenntnisschule, c) die bekenntnis freie Schule (weltliche oder Weltanschauungsschule). Diesen Schul formen ist — unbeschadet des Artikels 146, Abs. 1 der Reichsverfassung — im Rahmen der Bestimmungen des Schulgesetzes freie Entwicklungsmöglichkeit zu geben. Die Gemeinschaftsschule stckt grundsätzlich allen schulpflichtigen Kindern offen. Sie erfüllt die Unterrichts- und Erzie- hungsaufgaben auf religiös-sittlichen Grundlage ohne Rücksicht auf die Besonderheiten einzelner Bekenntnisse und Weltanschauungen. Die aus dem Christentum erwachsenem Werte sind im Unterricht und in der Erziehung lebendig zu machen. Der Religionsunterricht ist für alle Klassen ordentliches Lehrfach und wird nach Bekenntnissen getrennt erteilt, lieber • die Bekenntnisschule bestimmt das Gesetz, daß Voraussetzung für die Errichtung einer Volksschule eines bestimmten Bekenntnisses das Bestehen einer mit den Rechten einer Körperschaft öffentlichen Rechts aus- geftatteten Religionsgesellschaft dieses Bekenntnisses ist. Die Bekenntnisschule dient zur Aufnahme von Kindern eines bestimmten Bekenntnisses sowie von Kindern eines verwandten Bekenntnisses, doch können aus besonderen Gründen auch andere Kinder eingeschult werden, wodurch die Schule ihren Charakter als Bekenntnisschule nicht verliert. An der Bekenntnisschule dürfen nur solche Lehrkräfte hauptayttlich angestellt werden, die dem betreffenden oder einem verwandten Bekenntnis angehbren. Die befennfntefrek Schule ist für solche Kinder bestimmt, die entweder keinem Bekenntnis angehören oder nach dem Willen der Erziehungsberechtigten vom Religionsunterricht abgemeldet sind und nicht an der Gemeinschafts- oder Bekenntnisschule erzogen werden sollen Sie steht unbeschadet ihres Charakters als bekenntnis- freie Schule aus besonderen Gründen auch anderen Kindern offen. Sie erfüllt die Unterrichts- und Erziehungsaufgaben der deutschen Volksschule aus allgemein-sittlicher Grundlage ohne bekenntnis- mäßige oder weltanschauliche Bindung. Religionsunterricht wird nicht erteilt. Es ist als ordentliches Lehrfach Unterricht in einer bestimmten Weltanschauung zu erteilen, wenn für die Pflege dieser Weltanschauung eine mit den öffentlichen Rechten einer Körperschaft auggeft artete Vereinigung besteht, und wenn die Erziehungsberechttgten von wenigstens zwei Dritteln der die Schule besuchenden Kinder dieses beantragen. Doch kann zur Teilnahme an dem besonderen Weltanschauungsunterricht kein Kind gegen den Willen des Erziehungsberechtigten gezwungen werden. Der zweite Abschnitt des Gesetzentwurfs be- hanbelt die Einrichtung und Umwandlung der 5deformen. Innerhalb einer Gemeinde ist zur Stellung des An ttags auf Einrichtung einer der drei genannten Schulformen oder auf Umwandlung einer Schul- form in eine andere, jeder deutsche Reich-angehöriqe berechUg , dem die Sorge für die Person eines volksschulpflichtigen und die Volksschule besuchenden Kindes zusteht. Der Antrag muß von den Erzie- ( hungsbereckstigten von mindestens vierzia schulpflichtigen Kindern gestellt werden Sind in einer Gemeinde weniger als 200 swul ' pflichtige Kinder vorhanden, so kann nach näherer Bestimmung des Landesrechts von diesem Ersorder- g es eh c n werden. Dem vorschriftsmäßig gestellten Antrag ist stattzugeben, wenn die bean- tragte Schulform nicht ober nicht in ausreidienber ^zahl m der Gemeinde vertreten ist und wenn die einzurichtende Schule den geordneten Schulbetrieb auch im Sinne von Art. 146, Abs. 1 der Reicbsver- fässung gewährleistet. Einen rechtsgültig gestellten Antrag auf Umwandlung einer Schulform in eine andere ist stattzugeben, wenn die Erziehungsberechtigten o o n wenigstens zwei Dritteln der die Schule besuchenden Kinder sich dafür aussprechen. Im dritten Abschnitt behandelt das Gesetz die Schulaufsicht und Schulverwaltung. Es wird bestimmt, daß die Aufsicht über alle Volksschulen der Staat führt. Bei der Besatzung von Stellen von unmittelbaren fachmännisch vorgebilde- ten Schulaufsichtsbeamten ist auf die Art der ihnen unterstellten Schule Rücksicht zu nehmen. In die örllichen Schulverwaltungskörper, denen Schulen unterstehen, an welchen der Religionsunterricht ein ordentliches Lehrfach ist, ist je e i n Vertreter der entsprechenden Reil» gionsgesellschaft (evangelischer Pfarrer, ka° cholischer Pfarrer, Rabbiner) mit Sitz und Stimme aufzunehmen. Im vierten Abschnitt wird # der Religionsunterricht in Volksschulen bHandelt. Der Religionsunterricht wird von Angehörigen der betreffenden Religionsgesellschaft in Uebereinsttrnmung mit ihren Grundsätzen, unbeschadet des Auffichtsrechtes des Staates, erteilt. In den Gsmeinschafts- und Bekenntnisschulen ist für die Be> kennttrismin dech eiten Religionsunterricht als ordentliches Lehrfach einzurichten, wenn durchschnittlich mindestens zwölf Kinder des betreffenden Minder- heitsbekenntnisses in der Schule vorhanden sind, die an dem Religionsunterricht teilnehmen. Die Bestimmungen über Lehrplan, Lehr- und Lernbücher für den Religionsunterricht werden im Einvernehmen mit der Religionsgesellschaft erlassen. Auch bei Festsetzung her Zahl der diesem Unterricht zur Verfügung stehenden Wochenstunden wirkt die Reli- aionsgesellschast mit. Zur Einsichtnahme in ben Religionsunterricht bestellt der Staat im Schulwesen erfahrene Beamte, die von der Religionsgesellschaft vorgeschlagen werden. Den obersten Stellen der Religionsgesellschaften ist Gelegenheit zu geben, s i ch davon zu überzeuge n^, ob der Religionsunterricht in Uebereinsttm- mung mit den Grundsätzen der Religionsaesellschaft erteilt wirb. Die bei Inkrafttreten bes neuen Gesetzes bestehenden, nach Bekenntnissen nicht getrennten Volksschulen mit Religionsunterricht gelten als Gemeinschaftsschulen im Sinne dieses Gesetzes. Sämtliche bei dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes bestehenden Schulen gelten als beantragt im Sinne des neuen Gesetzes, wenn nicht rechtsgülttge Antkäge auf neue Schulformen gestellt werden. Die bestehenden und als beantragt geltenden Schulen sind unverzüglich in Uebereinsttrnmung mit den Vorschriften des neuen Gesetzes zu bringen, die dis Fragen des Rellgions- und Weltanschauungsunterrichts betreffen. Die Länder haben die zur Ausführung dieses Gesetzes erforderlichen Vorschriften so rechtzeittg zu erlassen, baß spä- tesie ns zwei Jahre nach |einer Verkündigung mit der Durchführung begonnen werden kann. In den Ländern Baden und Hessen sowie in dem ehemaligen Grohherzogtum Ras - sau tritt bas Gesetz erst fünf Jahre nach seiner Verkündigung in Kraft. Volkspartei und Schulgesetz. Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers". „ r Der l i n, 16. Juli. Der nunmehr veröffentlichte Entwurf des Reichsschulgesetzes hat lange Zett gebraucht, bis er Gestalt gewonnen hat. Man kann wohl sagen, daß es in den letzten r^ricfn toeriig Vorlagen gab, die hinter den Kulissen ein so hartnäckiges Ringen sahen. Es liegt in der Ratur der Sache, denn schließlich handelt es sich hier um das größte geseh.< geberische Werk, das in der Rachkriegszeit aus kulturellem Gebiete geschaffen toor-1 ‘ wesentlichen standen sich bei ben' Verhandlungen meist zwei Parteien gegenüber: die Bayerische Dolkspartel, baß Zentrum mch die Deutschnationalen auf oer einen, die Deutsche Volkspartei als die Verfechterin des liberalen Gedankens auf der orderen Seite. Zweifellos ist — das liegt ganz naturgemäß in der Schwierigkeit der Materie — auf keiner Seite das, Gefühl vorhanden, daß alles Wünschenswerte erreicht worden ist, aber man rann doch den Eindruck wiedergeben, daß überall im Koalitionslager Befriedigung darüber herrscht, daß bas Werk bis zu diesem endgültigen Entwurf gediehen ist. Dabei wird gerade von । einer maßgebenden vottspartettichen Seite zum Ausdruck gebracht, daß die Gegenseite — besonders das Zentrum — es an Bereitwilligkeit zu Konzessionen nicht hat fehlen lassen, wo es ihr irgend möglich erschien. Auch die konziliante Art. in der der Ches des federführenden Ministeriums die Verhandlungen leitete, wird von unserem volksparteilichen Gewährsmann rühmend her- vorgehoben. Was nurt den Inhalt des Gesetzentwurfes anlangt, so herrscht in den beteiligten Kreisen der Deutschen Dolkspartel vor allem Befriedigung darüber, daß die alte Simultanschule in der neuen Gemeinschaftsschule fest» gelegt wird, und daß der christliche Charakter dieser Schulart In der Form sichev- gestellt । ist, daß der Entwurf es als ihre Auf- gäbe bezeichnet, „die aus dem christlichen Glauben erwachsenen Werte der deutschen Volkskultur lebendig zu machen". Bei der Behandlung der Bekenntnisschule machte die Frage des Religionsunterrichtes wohl erhebliche Schwierigkeiten, namentlich soweit es "sich um den „Geist des Bekenntnisses" handelte. Hier hat man den Ausweg gefunden, indem der Entwurf nunmehr vom „Glauben" spricht. Man verweist auch darauf, daß das Antragsrecht für Gemeinschaftsschulen gesichert ist. Ein weiterer Streitpunkt war die Frage „aeord - ne ten Schulbetriebs". Das Bemühen, allen Richtungen möglichst Toleranz zu zeigen, schloß die Gefahr von Zwergschulen in sich. Ihr ist dadurch begegnet worden, daß der Begriff des geordneten Schulbetriebes dahin feft gelegt wurde: Die in § 1 des Gesetzes gestellten Bildungsziele müssen erreicht werden, und zweitens ist der Begriff geordneter Schulbetrieb nach den relativen Verhältnissen des Ortes bestimmt, d. h. also, daß beispielsweise in Berlin, das durch seine großen Systeme besonders hervorragt, eine einklassige Schule nicht als geordneter Schulbetrieb angesprvchen wird. Defriedi- gung herrscht im liberalen Lager auch darüber, daß die Schulaufsicht grundsätzlich — oder doch in den meisten Fällen — durch Schulmänner erfolgt Rur in den katholischen S- ulen sind auch Geistliche, aus kirchenrechtlichen Gründen, zugelasfen. Das Echo der Berliner Presse. Berlin, 16. Juli. (Teb-11.) Rachdem nunmehr der Reichsschulgesehentwurf im Wortlaut vorliegt, nahmen mehrere Berliner Zeitungen dazu Stellung, weisen aber gleichzeitig darauf hin, daß sie auf einzelne Punkte noch ausführlich zurückkommen werden. Die „Tägliche Rundschau" schreibt, eine Reihe von Wünschen de» D. D. P. seien in dem Gefetzentwurs nod> nicht berücksichtigt. Es werde im Ausschuß GelegerchSit gegeben sein, für sie mit aller Entschiedenheit einzutreten. 2lls Verhandlungsgrundlage sei der Entwurf jedenfalls annehmbarer als nach der ursprünglichen Fassung und nach den parlamentarischen Vorverhandlungen zu erwarten gewesen sei. — Der „Lokalanzeiger" hebt als bemerkenswert hervor, daß der Keudellsche Entwurf das Bestreben hat, gleiches Recht für alle Eltern und sonstigen Erziehungsberechttgten zu schaffen. — In der „Kreuz-Zeltuttg" stellt der Abg. Mumm als größten Vorzug des Gesetzes fest, daß der Bekenntnisschule im Rahmen der Verfassung freie Entwicklungsmög- lichkeit gegeben werde. — Die „Dörsenzei- t u n g" meint der Gesetzentwurf trage In wirklich liberaler Weise den Wünschen aller Richtungen Rechnung. — Das ,D. T." schreibt, die Erhebung des unveränderten Entwurfs zum Gesetz würde einen im Interesse des Ideals der Einheitlichkeit der Dolkserziehung tief beklagenswerten Rück - schr itt bedeuten. — Der „D5r senkur i er" meint, werde der Entwurf Gesetz, so werde das deutsche Schulwesen eine Revolution durchmachen, wie sie sie bisher noch nicht erlebt habe. — Der „Vorwärts" erflart, die Sozialdemokratie werde alles hm, um zu verhin dern, daß die Vorlage in dieser Form Gesetz werde. Aus aller Wett. Eine Flasche von Nungesser und Lott in Dangeroog? Die Deutsche Lufthansa, Flugleitung Wil- helmshafen-Rüstringen, teilt mit: Arn 14. Juli wurde in Wangeroog beim Westanleger eine Flasche angespült, die eine kurze Kartenskizze und folgenden Postinhalt hatte: „Soüvez nous sans pain, Sans eau petite isle dans Patlantique. Nungesser et Coli." Die Untersuchung darüber, ob es sich um eine Mystifikation handelt oder nicht, ist noch nicht abgeschlossen. Rach der Kartenskizze müßte die Flaschenpost der französischen Ozeanflieger westlich von Bermudas aufgegeben sein. Die Leiche kuttskers obduziert. Die Obduktion der Leiche Iwan Kuttskers hat laut „Voss. Ztg." ergeben, daß die ©iognofe, Kutisker fei an einer Lungenembolie gestorben, irrig gewesen ist. Er ist vielmehr einer allgemeinen schweren Schlaaaderverk al- kung, insbesondere einer Verkalkung der Hsrz- schlagader, erlegen, ntit der eine Rierenkrank- hett verbunden war. Wie das genannte Blatt hört, will der Verteidiger Kuttskers t>en Staat für den Tod Kuttskers verantwortlich machen. Zugzusammensloß. Freitag morgen gegen 8 Uhr fuhr der Personenzug 640 Warburg—Altenbeken auf den vor dem Bahnhof Altenbecken haltendem Güterzug 6Z10 auf. Von dem Güterzug sind mehrere Wagen entgleist und zwei zertrümmert worden. Die Lokomotive des Personenzugs wurde stark beschädigt, während der Packwagen zertrümmert wurde. Der Zugführer des Personenzugs wurde getötet, em Schaffner. schwer und ein anderer leicht verletzt. Die Reisenden blieben unverletzt. Die Strecke War- burg—Altenbeken wird für zehn Stunden gesperrt bleiben müssen. Der Verkehr wird durch Um» steigen aufrecht erhalten. • 59 Todesopfer der hihe in Amerika. , Vöie der „Rew Port Herald" aus Reuhork meldet, sind bei der Hitzwelle, die sich längs der Ostküste der Vereinigten Staaten hinzog, 59 Personen ums Leben gekommen. Wettervoraussage. Stellenweise Frühnebel, tagsüber wolkig, auch vielfach aufheiternd, mäßig warm und meist trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 23 Gr. Celsius. Minimum: 12,5 Grad Celsius. Sonnenscheindauer: 6 Stunden. Heutige Morgentemperatur: 15,3 Grad Celsius. Witterungsaussichten für Montag: Wechselnd wolkig mit Aufheiterung und vereinzelt Gewitterneigung, sonst trocken. Decke uni) Si bit von AOOO l 99 Was ist Lukutate? 3.60 Ga- unb bis Pf. Eine in Indien heimische Beetenfrucht, die wegen ihrer besondente reinigenden, entgiftenden Verjüngungs-Eigen- schäften soeben auch in Deutschland Hufseben erregt. Die Hauptwirkung der Lukutate liegt in der Befreiung, Entgiftung, Stärkung und Verjüngung der Drüsen (Schilddrüsen, Keimdrüsen, Leber, Galle, Nieren, Hypophyse usw.) und in der daraus folgenden Stärkung der Nerven- und Herztätigkeit und der Entgiftung des ganzen Organismus. Lukutate ist Natur, keine Kunst und dient als einfache Vor- und Nachspeise, als Brotaufstrich oder als erfrischender Beerensaft (im Sommer!). Man wählt je nach Geschmadt oder wechselt: l. Lukafate-Qelee-Früehte, die süße Oes*mad«form Mk. 2. Lukutale-Bouillonwürfel Rlv den, der „süß" rdd>t mag, sowie fUr Korpulente und Diabetiker . MK. 3. Lukutate-Mark, Marmelade als Brotaufitrkb etc . . . Mk. 4, Lukutate-Beerensaft, (mit Indtxbem Robrtwher) . Mk. 3.60 3.60 2.60 25, Weißkraut 25, Rotkraut 35, gelbe Rühen 10 1 bis 15, rote Rüben 15, Römischkohl 15, Dohnen I (grüne) 20 bis 50, Bohnen (gelbe) 60, Erbsen 25 bis 30, Mischgemüse 15, Tomaten 50 biß 70, Zwiebeln 20, Rhabarber 10 bis 15, Kartoffeln 8 bis 9, Birnen 60, Kirschen 35 bis 70, Heidelbeeren 35 bis 40, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 25 bis 35, Erdbeeren 50 bis ICO, Himbeeren 50 bis 80, Pflaumen 60, Reini- clauden 60, Honig 50, junge Hahnen 90 bis 130, Suppenhühner 100 bis 130 -Pf. das Pfund; Käse (10 Stück) 60 bis 140 Pf.; Eier 12 bis 13, Blumenkohl 10 bis 1Q0, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 40, Ober-Kohlrabi 5 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Tauben 80 90 Pf. das Stück; Radieschen 10 bis 15 das Bund. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. belsberger Stenographen-Verein von 1861 Damenverein „Gabelsberger": 8,30 Uhr, Schützen MädchenfreundschastenI Sie sind zart und schon. Aber sie sind Wandelhast. 3n kurzem wird em anderer in ihr Leben treten, bie Freundin wird zwar Freundin bleiben,_ aber sie muß sich mit einer geringeren Rolle begnügen. Wie immer es auch sein mag: Es ist schon. Schön wenn sich das selbstlose Verlangen äußert, dem andern, dem Genossen unserer Wanderfahrt durchs Leben, Freude zu bereiten. Erne Freude, die nicht nach Lohn und Vorteil fragt, sondern nur schenken, sich verschenken, nur Freude geben will. Es sind weder Reichtum noch Kostbarkeiten dazu nötig. s‘r- Vorzugsrente oder Verkauf der Auslosungsrechte. Bekanntlich sind Reichsangehörige, die im Jn- lande wohnen, berechtigt, auf Grund von Auslosungsrechten, die ihnen für eigenen Anlewe- altbesitz zugeteilt worden sind (und m gewissen Ausnahmefällen auch auf Grund ererbtet Auslo- sungsrechfe), Im Falle der Bedürftigkeit bei ihrer zuständigen Dezirksfürsorgesteile die Gewährung einer Dorzugsrente zu beantragen. Soeben haben die gesetzgebenden Körperschaften ein neues Gesetz angenommen, demzufolge die Einkommens- ; renze, innerhalb deren Bedürftigkeit angenommen werden darf, von 800 auf 1000 M a r k erhöht wurde. Für alle Personen, deren Einkommen zwischen 800 und 1000 Mark liegt, entsteht daher die Frage, ob für sie nicht richtiger ist wann sie, statt ihre Auslosungsrechte zu her- laufen, diese als Grundlage für eine Dorzugsrente verwenden. Aber auch, wenn ihr Einkommen zur Zeit 1000 Mark übersteigt, kann es sich empfehlen, die Auslosungsrechte zu behalten und sich wenigstens für die Zukunft die Möglichkeit einer DorzugSrente zu sichern. Das Anlecheablösungsgesetz sieht für eine solche Absicht in seinem § 24 eine besondere Erleichterung tn der Weise vor, daß Personen, die sich eine Dorzügsrente für den späteren ^H ibrer Bedürsti^eit sichern wollen, durch eine Erklärung gegenüber der Reichsschuldenverwaltung bis aus weiteres aus die Teilnahme an der Auslosung verzichten können; eine solche Erklärung ist stets widerruflich. ®kfcener Wochcnrrrcnttprenc. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 180 bis 190, Matte 25 bis 30, Wirsing Abbauen, Entgiften, Reinigen, Erneuern, das ist das Geheimnis der menschlichen Verjüngung. Der Abbau der in den Drüsen, im Blut, im Darm, in den Organen viel zu lange lagernden Genußmittel- und Selbstgifte, — das ist der Weg zu neuer Lebens- und Kraftentfaltung. Das dicke saure Blut muß entgiftet werden; die träge Verdauung muß reguliert; Leber, Galle, Nieren, der Darm gereinigt; die Körpervergiftunc beseitigt; besonders aber muß das Drüsensystem freigelegt und seine Funktionskraft hergestellt werden. Verjüngung beißt: - Drüsenbefreiung und Reinigung! Ätzung der Stadtverordneten. Im nachfolgenden bringen wir den Schluß des Berichtes der Stadtverordnetenfthung vom Donnerstag, den 14. Juli. Erwerb der Spring- und Leuchtfontäne. Für die Beschaffung der von der Firma Rickster & Borcherdt, Berlin-Steglitz, für die Gewerbe-Ausstellung mietweise zur Verfügung gestellten Spring-und Leuchtfontäne wird ein Betrag von 12 000 Mark bewilligt. Die Kosten gehen zu Lasten des Elektrizitätswerkes. De chaffung von Sabeln. Für Kabelbe chaffungen bei der A. E. G. wird ein Kredit von 15 276 Mark zu Lasten des Elektrizitätswerkes zur Verfügung gestellt. _____ nehmigung zu einer HauLjammlung in Hessen erteilt. Die kameradschaftliche Vereinigung ehern. Leibgardisten Gießen und Umgegend erläßt hierzu einen Aufruf mit der Ditte an alle, die sich den i Sinn für unsere große Vergangenheit, insbesvn- < dere ein ehrendes Gedenken an die fast 3000 Gefallenen des Regiments bewahrt haben, die Sammler nicht abzuweifen, fonbem ein Scherflein zu dem Ehrenmal beizusteuern. (Räheres siehe heutige Anzeige.) ** Vierhundertjahrfeier der Universität Marburg. Das Festprogramm sieht u. a. für Freitag, 29. Juli, einen studentischen Fackelzug und eine Illumination der Stadt vor, für Samstag, 30. Juli» Uebergade der Jubilamnsbauten, für Sonntag, 31. Juli, einen historischen Festzug, Schloß- sest mit Schloßbeleuchtung und eine Beleuchtung der Eltsabethkirche. (Näheres siehe heutige Anzeige.) Militärtonzert. Am Donnerstagabend fand auf der „Liebigshöhe" das 4. Abonne- mentslonzert unserer Reichswehrkapelle statt. Die Veranstaltung wies einen außerordentlich guten Besuch auf, der am besten Zeugnis davon ab» legte, daß auch in diesem Jahre das Interesse der Bürgerschaft an derartigen sommerlichen Abendunterhaltungen ständig im Steigen begriffen ist. Die Kapelle wartete wieder mit einem gut gewählten Programm auf, daA flott zum Vortrag gebracht wurde. Die vorzüglichen Leistungen der Kapelle fanden bei den Besuchern die verdiente Anerkennung, die in lebhaftem Beifall zum Ausdruck kam. Durch verschiebens Einlagen zeigte sich die Kapelle für die freundliche • Ausnahme ihrer Darbietungen erkenntlich Besonderen Anklang fanden, u. a. die Ouvertüre zum „Rachtlager in Granada", die Große Fantasie aus dem Ballett „Eoppelia", der Marsch „Der alte Berner", das Charakterstück „Die Wacht- Parade kommt" und das Schlußstück, Potpourri aus der Operette „Gräfin Mariza". Aus der ProvinzicrlhaLptstadt. Gießen, den 16. Juli 1927. (Ein kleiner Blumenstrauß. 3n kalten, gleichgültigen, schmucklosen Düro- rämnen sah ich ihn stehen, den kleinen Blumen, strauh Richt rote Rosen, die t)ie Liebe schenkt. Rein, einfache, schlichte Gartenblumen, irgendwo in einem Schrebergarten gezogen. Ein kleines Mädchen hatte den Strauß einer Mitarbeiterin gebracht. Unerwartet, unvermittelt standen die Blumen auf dem Tisch Kein Wort fiel dazu Und man empfand doch, daß, etwas Reues und Schönes plötzlich in die Räume gekommen war. Es war wie wenn ein buntfarbiger Schmetter- ling durchs offene Fenster flattert oder em Sonnenstrahl durch eine Wolkenluke brtcht, sich als goldfarbenes Band auf die Landschaft breitet und die Herzen erhellt. Ein ganz schlichter Blumenstrauß war es, wie gejagt. Aber es war in ihm doch weit mehr, als man glauben sollte. Es war mir, als sähe ich das Mädchen am Abend im Garten stehen. Der Vater jätet und ordnet, die Mutter Hilst mit. Sie sind beschäftigt mit der Pflege ihres resihtums. Qlbct das junge Mädchen steht an inen Daum gelehnt, fühlt sich einsam, weiß ftfbft nicht recht warum, läßt die kleinen Ereigmssse des Tages an sich vorüberziehen. Der laue Llbend, der Dust der Blumen sprechen zu chm in wunderlicher Sprache, bunte Bilder tauchen in der Seele auf, Phantasien und Träume, wie sie nur die Jugend hat. älnb inmitten dieser Bilder steht immer die Freundin, zu der sich das Mädchen hingezogen fühlt. Etwas Eigenes, Wunderliches wird im Herzen lebendig, dem sie keine Worte zu geben weiß. Sie weiß nur, daß die Liebe zu den Eltern nicht alles ist, was sie glücklich macht. Gin anderer Mensch ift in ihr Leben getreten, der ihr shmpatisch ist, dessen Rähe Jle erfreut Impulsiv neigt sie sich und pflückt (Blumen, bindet sie zum Strauß und tragt sie heim. And noch im Einschlafen ist der Gedanke tn ihr: Wird sich die Freundin darüber 5. Lukutate-Mark konzentriert, (Loku-ta-te rndia original Hiner).................... Haus, Vereinsabend. — Liederkranz: 8,30 Uhr, Karlsruh, Familienabend. — Palast-Lichtspiele: „Die Villa im Tiergarten." — Astoria-Lichtspiele: „Die Abenteuer des Bufallo Bill". — Tageskalender für Sonntag. Gesellschaft Liebig-Museum: 1H Uhr norm, Hörsoal Des Lie'oig-Laboratoriums, Dortraw — Markusge- meinde: 2i Uhr auf der Hardt, Gemeindeseier. — Lichtspieltheater: Siehe Samstag. — Aus Ve m Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Es fei nochmals auf die Aufführung «des neuen Schwankes von Aniold und Dach „Hurra — ein Junge!" hingewiesen, die am Dienstag, 19. Juli, ftattfinbet. Die „Guido Thielscher- Rolle" spielt Herr Rudolf Goll; die Spielleitung liegt ip den Händen des Herrn Teleky. Die Vorstellung verspricht verzüglich zu werden, und es ist ein volles Haus zu erhoffen. Auch auswärtigen Besuchern ist bequeme Heimfahrt möglich, da die Ausführung kurz nach 10 Uhr beendet ist. •• Dom Botanischen Garten. In der Dlumenausstellung sind eine Reihe neuer sehenswerter Objekte zugänglich gemacht worden: eine Sammlung der einheimischen insektenfressenden Pflanzen (Drosera rotundifolia, Dr. intermedia u. a.), einige gesteinnachahmende Mesembrian- themum-Arten (M. Bolusi6 u. v. a., „Mimikrtz ) und zahlreiche Mimosen oder Sinnpflanzen (Mimosa pudica), deren Dewegungserscheinungen den Besuchern vorgeführt werden. '* Der Oberhessische Kun st verein hält am Montag, 18. Juli, nachmittags 6 Uhr in; Stadthause, Saal Rr. 6, seine ordentliche Mitgliederversammlung ab. Tagesordnung siehe Anzeige in Rr. 155 des „Gießener Anzeigers vom 6. Juli. — Die derzeitige Ausstellung hessischer Gemälde ist nur nÄch morgen Sonntag, den 17. und Montag, den 18. 3ult, von 11 ms 1 Tihr geöffnet. Anläßlich der beginnenden Ferien und notwendiger Erncuerungsarbeiten bleibt der Ausstellungsraum wieder bis zum Oftober ge- stimmend. Chaussierung eines Feldweges am Flugplatz. Die Cl)aussierung des den Flugplatz auf der westlichen Seite umsäumenden Feldwegs wird genehmigt und ein Betrag von 16 500 Mk. zur Verfügung gestellt. Stadtv. S ch w i e d e r (D. Vp.) weist -Darauf hin. daß auch die übrigen Feldwege der städtischen Gemarkung sich in schlechtem Zustande befinden, und ersucht um baldige Herrichtung der Wege. Vergebung von Arbeiten und Lieferungen. Die Pflasterarbeiten zur Neubefestlgung der Frankfurter Straße zwischen der Klinikstraße und der Straße Am Steg werden an den Unternehmer Start Schnepp in Krofdorf zum Angebotspreis von 9890 Mark vergeben. Die Lieferung von Basaltzementvlatten für die Rollbahn im Flughafen wird der Finna D e r n & C 0., Gießen, zum Preise von 4,10 Mk. pro Quadratmeter vergeben. Gesamtpreis 8200 Mk. Die Lieferung von Bürgersteigvlatten wird der Firma Dem & (Jo., Gießen, zickn Angebotspreis von 3540 Mark übertragen. Die Lieferung von Kleinpftastersteinen für das Rj. 1927 wird der Fir/na I. Re eh, A.-G. in Dillenburg zum Preise von 286 Mk. für zehn Tonnen übertragen. Sauarbeiten in den städtischen Neubauten in der Welckerstraße werden dem Anträge der Verwaltung entsprechend vergeben. Mit der Lieferung von Oelfchaltern für das Elektrizitätswerk werden die Siemens-Schuckertwerke beauftragt. Verschiedene Vorlagen. Der Beitrag der Stadt Gießen zum Gleiberg- verein wird vom Jahre 1927 ab von 100 Mark 1 auf 200 Mark jährlich erhöht. Die Rechnung der st ä ü t i s ch e n Straßenbahn für Rj. 1925 wird genehmigt. Die Rechnung schließt ab mit 334 793,18 Mark. Es werden festgesetzt: Die Rücklagen zum Erneuerungsstock auf 11 229,29 Mark; die Rücklagen zum Reservefonds auf 768,84 Mark; der Betriebszuschuß auf 6962,33 Mark. Für die Vergrößerung des Ziegenstalles des Ziegenzuchtvereins, die Instandsetzung der Schaffung einer Müllgrube wird ein Kre- ) Mark bewilligt. Der Voranschlag der P l 0 ck ' s ch e u S t i f t u n g wird mit 1277,44 Mark für Rs. 1927 genehmigt. Die Errichtung einer Stützmauer entlang des Weges „An der Margareten Hütte' hinter der Einführungsweiche b/s Anschlußgleises Mar- garetenhüite einschl. der erforderlichen Nebenarbeiten wird zu Lasten der Stadt genehmigt. Die von der Reichsbahnverwaltung vorzunehmenden Gleisumbauarbeiten werden ebenfalls zu Lasten der Stadt übernommen. Der erforderliche Kredit in Höhe von 4000 Mark wird zur Verfügung geffeÖt. Die Instandsetzung des Seitengebäudes des frul)e- ren Hospitals Seltersweg 11 b mit einem Kostenbetrag von rtittb 800 Mark wird genehmigt. Es sollen hierbei zwei Wohnungen geschaffen werden. Mit der Beteiligung an der Erbauung der Kraftwagenhalle in Hochelheim mit einem Betrage bis zu 1500 Mark ist man einverstanden. Für die Anlage einer Rodelbahn auf dem ö st 11 chen Teil des Triebs wird ein Kredit von rund 2300 Mark zur Verfügung gestellt. Dem Entwurf eiyer Polizelverorbnung über den öffentlichen Z e 11 e l a n s ch l a g in der Stccht Gießen wird zu gestimmt. — Bei dieser Gel eg en heck wird von mehreren Rednern scharfe Kritik an der Hess. Regierung geübt, die bis heute noch nicht die Verkehrsregelung im Seltersweg genehmigt hat, obwohl dort die Verkehrsver; hältnisje zeitweilig direkt lebensgefährlich sind. Stv. Fischer (Dem.) erklärt, er prophezeie, sobald der erste Mensch im Seltersweg totgefahren fei, werde am nächsten Tage die Verkehrsregelung vom Ministerium genehmigt. Mehrere Baugssuche und einige Schanlkon- zessionsangelegenheiten werden antragsgemäß glatt I erledigt. schlossen. ,, •* Der Hessen-Darmstädter CB 0 113- festverein Reuhork besuchte gestern unsere Stadt. .Ueber die Veranstaltung bedauern wir im einzelnen nicht berichten zu können, da uns keine Einladung hierzu vorlag. ** Reichsfürsorge für Kleinrentner. Der Reichstag stellte im Haushalt des Reichsarbeitsministeriums für 1927 für die Kleinrentnerfürsorge den Betrag von 2 5 M i 11 i 0 n e n M a r k zur Verfügung. Durch das bedauerliche, zum Teil allerdings auf Anregungen von den Rentnervertretunaen selbst zurückzuführende Verhalten einer großen Zahl von Bezirksfürsorgeverbänden sind die Kleinrentner bisher nicht in den Genuß dieser Bettäge gekommen. Um eine weitere Verzögerung der Nutzbarmachung dieser Beträge zu vermeiden, haben das Reichs- arbeitsministerium und das Reichsministerium des Innern jetzt über die Verwendung der Mittel neue Bestimmungen getroffen. Danach erhalten die Kleinrentner, die bereits a ml. April in Fürsorge standen, alsbald eine einmalige Unter st ützung in Höhe des für Juli geltenden Kleinrentnersatzes, mindestens jedoch a) als alleinstehende 30, b) gls Ehepaar 50, c) für zuschlagsberechtigte Kinder je 10 Mark. Es ift nunmehr zu erwarten, daß die Mittel, die der Reichstag für die Verbesserung der Lage für Kleinrentner zur Verfügung gestellt hat, alsbald ihrer Zweckbestimmung zugeführt werden. ** Gefallenendenkmal des Leib- garde-Jnf. - Reg iments 115. Sim den Aest der für das Gefallenendenkmal der 115er in Darmstadt erforderlichen Mittel aufzubringen, hat das Hessische Ministerium des Innern die Ge» ** Das gestrige P r 0 m e n a d e n k 0 n - zert unserer Reichswehrkapelle am Liebig-Denkmal erfreute sich bei günstiger sommerlicher Witterung eines ausgezeichneten Besuches. 3n den Anlagen hatte sich eine stattliche Zuhörer-« menge eingefunden, die den vortrefflichen Darbietungen mit Vergnügen lauschte. ** V 0 m Städt. V 0 1 ksdad. Die Räume für Heißluftbäder im Dolksbad müssen hergestellt werden und bleiben daher vom 19. Juli ab vis auf weiteres geschloffen. (Siehe heutige Anzeige). ** D i e Hegezeit für Enten ist für das laufende Jagdjahr bereits mit dem 14. Juli beendet. ** Straßensperre. Wegen Vornahme von Kleinpflasterarbeiten wird die Provinzial- straße Inheiden—Tttphe vom 19. Juli ab bis auf weiteres für den Wagen- und Automobilverkehr gesperrt. Die Umleitung erfolgt über Grund-Schwalheim — Tlnterwiddcrsheim — Rod- Heim. ** Die Maul- und Klauenseuche ist ausgebrochen in Heegheim und Lindheim iKreis Büdingen). In Wenings (Kreis Büdingen) ist die Schafräude erloschen. ** Zur Richtigstellung. Durch em Versehen des Verfassers hat der Artikel in Rr. 161 des „Gieß. Anz." vom 13. Juli „Auf dem Wege zur Kleinrentnerfürsorge" von Dr. iur. Hugo Lotz, Büdingen, diese Tieberschrift erhalten. Richtig lautet sie: „Auf dem Wege zur „Kleinrentner Versorgung " Briefe an die Redaktion. Um unliebsame Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir, alle für die Redaktion bestimmten Briefe nicht mit namentlicher Anschrift eines der Redakteure zu versehen, sondern allgemein „an die Redaktion" zu richten. Rur dann kann eine schnelle Erledigung gewährleistet werden. 6.ccid)iuüti eu'.cxt Wiizgi: Gieb-Anz erb. Lßll-UÄVNMlosserei 999999999999 I Baumann,Wnntorft.33 »änöigt iss «ui®»" Jtoörfg* getan Ku Jogcrti und aber E die ernK auch ziehen toett W- Ded -ah. wen weiter ve sahen der den- an. Am 1 eine gwi An der reich begin Ein frenjö1 sich bisher selige Deri Halle schon nungsbrstu freilich so werden b etwa hn ( stimmen h der wir j übernommi in Franke im Augen! letzten Kän bittermig ir und Akad. Rusen abteilunn. zo* Heute *98 SommetRsöjts- döenö -= im Bootsbaus. Braves Lehrmädchen nicht unter 15 Jahren, mit guten Schulzeugnissen für Kurz-, Weiff- und Woll- warengeschäft gesucht. Es kommen nur jüngere Mädchen in Frage, die m Gieffen wohnen. Selbstgeschriebene Bewerbung unter 6652V an den Gieff. Anz. erbeten. Alte, angesehene, leiftungss. Zigarren- sabrik Gieffens sucht einen tüchtigen, bei Kolonialwarenh. u. Wirten bestens eingef. 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Für Deutschland ist das alles im Augenblick viel weniger wichtig als die nun eben so mit aller Schärfe gestellte Frage an die andere Seite, ob der fällig gewordene Wechsel in bezug auf die Rheinland» räumung eingelöst wird. den, die Aufmerksamkeit von den außenpolitischen I getan hat, ist heute noch Mitglied des belgischen Kabinetts, das also dafür im ganzen verantwortlich ist. Aber auch das ist nicht wesentlich. Wesentlich ist, was die französische Politik tun wird, die nach Schluß ihrer Kammer, traditionell nach dem Rationalfeiertag am 14. 3uh, eine Reihe von Wocheii zur äleberlegung und Entschließung frei hat, bis in Genf die Dölrer- ____, . ____________ _ _ „ , .chen I Fragen ablenkten. Aber so, wie die Kammer ihre Ferien gemacht hat und das französische Kabi- | Die Frau von Stein. Von Wilhelm Schäfer. Auf Stein bei Rassau lebte die Herrin der Burg in ernstem Witwentum und hatte ihre Söhne so trefflich aufgezogen, daß sie um ihrer ritterlichen Sitten willen geachtet wurden überall. Auch ihre Töchter waren wohl gebildet, so daß zur rechten Zeit sich Ritter fanden, die fte auf ihre Burgen holten und gut beweibt waren. So kam es, daß am sechzigsten Geburtstag der so beglückten Mutter sechs Ritter auf der Burg zu Rassau in Eintracht beieinander sahen, zwei Sohne und vier Eidame, die frohen Sinnes angekommen waren, den Freudentag zu feiern. Da gab es eine klingende Tafel, und indem die Enkelkinder nachher im Burghof ihre Hellen Spiele hatten, sahen in dem Saal bei ihr die jungen Elternpaare und erzählten von dem Glück, das jedem anders, doch allen gleicherweise zugekommen schien. So gab es in der Burg ein rechtes Fest, wie es die Menschenkinder selten finden, und als die Rächt gekommen war, und längst die Enkel schliefen, ein jedes mit dem Kuh der alten Mutter auf den •Lippen, und die Kinder beieinander um ihren Stuhl dafahen, darum sie Rosen und Dergihmein- nicht gewunden hatten: da stand der Burgkaplan zu ihrer Rechten auf und sprach mit wunderschönen Worten von dem Glück, das als ein Segen Gottes ihren Lebensweg mit Freudenblumen reicher bestreut habe als hier die Wände und die Tafeln darin prangten Und wie ihr jeder Wunsch geraten sei, so dah man schon nach kleinen Sorgen forschen müsse, damit das Glück nicht .übermächtig scheine. Da sah die Frau nach ihren Kindern, wie alle ihr das Glück mit glänzenden Augen verdanken wollten, und eine tiefe Wehmut fiel ihr ins Herz nach ihrem eigenen Glück. Und während der Kaplan noch weiter sprach von Gottes Gnade, da dachte sie an ihre Jugend, und wie die Sorge langer Jahre um alle, die da frohen Sinnes saßen, ihr eigenes Glück beiseite geschoben hatte: wie ein Keil, der immer breiter wurde, so dah sie schließlich von sich selber kaum etwas wußte und ihres eigenen Lebens fast Der- yah. Run aber, wie sie alle das Glück auf ihren Lippen hatten, das längst an fremder Liebe hing, da fiel die Gehnsucht ihrer eigenen Liebe ihr ins bundsversammlung beginnt. Deutschland hat seine Parlamentssession in dieser Frage jedenfalls ganz einig geschlossen. Es gehört zu ihren stärksten Ergebnissen, dah der Reichstag im ganzen die Fragestellung an- genommen und sich zu eigen gemacht hat, ob „Ruhr oder Locarno" das Merkwort der europäischen Politik sein soll. UnZ) e§ ist eine tendenziöse und lügnerische Phrase, dah die Teilnahme der Deutschnationalen an der Regierung die deutsche Außenpolitik zu der Unfruchtbar- keit und Stagnation zwingen, in der sie heute ist. Diese Stagnation, eine Folge der französischen Politik, war längst da, monatelang schon, ehe die Deutschnationalen in die Regierung eintraten. Die Gründe auf der fraiizösischen Seite dafür sind bekannt. Poincare hat es versucht, die französische Zentralfrage, mindestens vorläufig, gut zu lösen und die Währung vorläufig zu sichern und es scheint auch, als sei er gegenüber den Tendenzen und Absichten jener Reuyorker Daniierkonferenz in einer für Frankreich recht vorteilhaften Situation. Manche Leute behaupten, seine Rede in Luneville neulich hätte den Zweck verfolgt, Europa und Deutschland zu zeigen, dah auch mit ihm der Weg von Locarno fortzusehen sei. Ist das seine Absicht, so ist es an ihm, das zu zeigen. Die europäische Zentralfrage rückt nunmehr ihrer Entscheidung näher und näher! England erkennt das an und tut das seine, den Wechsel einzulösen, in einem Gefühl von Anstand und „fairneß", das eben mit jener Zusage die eigene Ehre eingelegt sieht. Aber England kann nach der ganzen Weltlage und nach der eigenen Situation etwas Entscheidendes nicht tun. Als entscheidend werden wir nicht bärachten, wenn England das täte, was es hin kann: nämlich seine Truppen aus dem Rheinland zurückzuziehen. Wir sehen auch nicht, daß darin ein Vorteil für Deutschland läge. Die anderen Staaten kommen nicht in Betracht. Zu notieren ist freilich, dah Belgien, mit dem in bessere Beziehungen gekommen zu sein die deutsche Regierung doch gehofft hatte, in diese Erörterung ganz im Sinne bfer Pariser Politik einen Stein zuungunsten Deutschlands gerollt hat. Der Kriegsminister, der das Schwebt Europa heute in Kriegsgefahr? Wer diese Frage beantworten will, muß zugeben, dah drei wichtige Momente bestehen, die als Anzeichen für den bevorstehenden Ausbruch eines Krieges gewertet werden können. Der erste Moment ist die Fortdauer des Rüstungswahnsinns. Wo große Armeen gehalten werden, besteht Kriegsgefahr, denn schließlich ist es ja die Aufgabe der Heere, Krieg zu führen. Wie ist nun in militärischer Hinsicht die Lage in , Europa? Obwohl das Rattonalvermögen der europäischen Länder durch den Weltkrieg außerordentlich zusammengeschmolzen ist und obwohl der Staatshaushalt in den meisten Ländern stark in Unordnung geraten ist, greift der Rüstungswahnsinn immer weiter um sich. Obwohl ferner durch die Friedensverträge die Militärmacht von vier europäischen Ländern rein auf die Bedürfnisse der inneren Sicherheit beschränkt wurde, geben die Völker der Erde zusammen dennoch mehr als 15 Milliarden Mark jährlich für Rüstungszwecke aus, Europa allein mehr als 9 Milliarden Mark. Die Wirtschafts- abteilung des Völkerbundes hat errechnet, dah diese Summe in Gold beinahe dem Betrage gleichkommt, der im Jahre 1913, in welchem bekanntlich die Kriegsdorbereitungen ihren Höhepunkt erreichten, für Rüs^ngen aufgewandt wurde. Da die vier besiegtenLänder gezwungen wurden, ihre Rüstungen auf ein Mindestmaß zu beschränken, so müssen die Siegerstaaten — und vor allen Dingen diejenigen Länder, die durch die Friedensverttäge neu entstanden oder ihr Gebiet als Folge dieser Friedensverträge erweitern konnten — ihre Armeen vergrößert haben. Heute sehen wir in Europa beinahe 1 Million Soldaten mehr unter Waffen als vor dem Kriege. Der zweite Umstand, der auf einen kommenden Krieg hinzudeuten scheint, ist der Mangel an Vertrauen unter den europäischen Rationen. Mißtrauen entsteht aus dem Gefühl der Unsicherheit. Krieg unt> Frieden sind letzten Endes Auswirkungen psychologischer Vorgänge: die sich ergebenden Tatsachen sind nur eine lungsmethoden den Mund zu halten. So verlieren ihre Angriffe gegen das bolschewistische Rußland viel an moralischem Wert. Die heutigen Diktaturen in Europa m ü s s c n in einem Kriege enden. Mussolini, Italiens Diktator spricht in allen seinen Reden nur vom Kriege. Obwohl Italien sich in der schwierigsten wirtschaftlichen und finanziellen Lage befindet, hat es doch alles Geld, das es im Auslande ausgenommen hat, nur für Kriegsvorbereitungcn verwandt. In seiner hochbedeutsamen Rede vom 26. Mai d. I. ermahnte Mussolini die Italiener, di^ Geburtsrate zu erhöhen. „Falls Italien" — so sagte er — „etwas in der Welt gelten will, so muß es in die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts mit einer Bevölkerung von nicht weniger als 60 Millionen Menschen eintreten. Wir müssen in der Lage sein, mindestens 5 Millionen Menschen jederzeit mobilisieren zu können und über das nötige Kriegsgerät zur Führung eines größeren Krieges verfügen." „Unsere Rechte", so sagte Mussolini weiter, „müssen anerkannt werden". Was für Rechte meint er und gegen tuen will er sie geltend machen? Der Krieg soll nach seinen Angaben zwischen 1935 und 1940 kommen. Ist es nicht Wahnsinn, schon jetzt die Zeit sest- legen zu wollen, in der ein Krieg kommen soll? Ist es nicht unter den heutigen gespornten Verhältnissen äußerst gefährlich, davon überhaupt zu sprechen? Zum Kriegführen gehören mindestens zwei Kontrahenten. Dieser zweite will sich nicht überraschen lassen. Es besteht darum auch jetzt schon vielfach ein geheimer Kriegszustand. Die Streitigkeiten zwischen der faschistischen Regierung und Griechenland, der Türkei, Jugoslawien und die letzten Vorgänge in Albanien, sind in sich selbst bereits Anzeichen einer bewußten Kriegspolitik. Wo immer eine Diktatur herrscht, da besteht Geheimdiplomatte, da besteht Geheimprvpaganda — ob sie rot oder weiß ist. macht keinen Unterschied — und da wirken ungezügelte Kräfte unter der Oberfläche. Wie läßt sich die Gefahr dieser Lage 6annen? Der Völkerbund, verfehlt in der Anlage Die europäische Zentralfrage. ! Außenpolitische Umschau. Don Professor Dr. Otto Ho eh sch, M. d. R. ' - Am 8. Juli ist die Reise zur Besichtigung der । »erstarken Ostfestungen beendet und ist durch ein gemeinsames Protokoll festgestellt worden, daß die Pariser Vereinbarung über die Zerstörung dieser Unterstände an der putschen Ostgrenze vollständig d u r ch g e s ü h r t ist. Damit ist nun , die Rheinland-Räumung fällig! Die wig Schlaudraff, Leun. Lobende Anerkennungen: Peter Graulich, Oberndorf; Peter Wenzel Lau d , f un^Friedrich Schäfer, Garbenheim. Klasse 3: Dullen im Alter von 2 bis 2Va Jahren: 1. Preis und Keine Medaille der Land- wirtschaftskamnter Herdbuchgesellschast Wetzlar für ihren Dullen in Reiskirchen. Lobende Anerkennung: Johs. Veit, Laufdorf. Klasse 4: Dullen im Alter von mehr als 2i/? Jahren: 1. Preis und Siegerpreis für den besten Dullen HerdbuchgeselNchaf tW e tz- lar für ihren Bullen in Griedelbach; 2a-PveiS Gemeinde Donbaden; 2b°Pveis Gemeinde Lützellinden; 3a-Preis Wilh. Stroh, Reiskirchen; 3b-Preis Ludwig Säumer, Garbenheim ; 3c-Preis Johs. Dach, TÄünchholzHau- sen; 4. Preis Ehr. Mül ich, Garbenheim. Lobende Anerkennung Wilhelm Schnorr, Garbenheim. " Klasse 5: Rinder im Alter von 12 bis 21 Monaten: a) gedeckt: 2a--Preis Witwe Heinr. Dach, Hochelheim; 2b--Preis Ludwig Schweizer, Hochelheim; ,3a-Preis Witwe Friedrich Held, Raubvrn; 3b-Preis Vorsteher Lehn» Hardt, Reiskirchen; b) nicht gedeckt: 1. Preis Johs. Ludwig, Hörnsheim; 2. Preis Friedrich Will, Atzbach; 3a--Preis Philipp Jung, Hochelheim; 3b°Preis Anton Engel V., Hörnsheim; 4.!-Preis Ludwig Schmidt. Reukirchen; 4b-Pr<'s Wilhelm K o l m e c, Griedelbach. Klasse Za: Kühe a) sichtbar tragend: la» Preis und große Preismünze der Landwirtschaftskammer in Bonn Wilh. S a l t c n b e r g i., Griedelbach; Id-Preis und silberne Preismünze des Landwirtschaftlichen Vereins für Rhünpreu- ßen Wilh. Saitenberg L, Griedelbach; 2a» Preis und 2. Siegerpreis der Stadt Wetzlar Heinrich Rühl, Aßlar; 2b°Preis Friedrich Will, Atzbach; 3a°Preis Johs. Engel, Hörnsheim; 3b°Preis Ferdinand Engel, Hörnsheim; 3c>Preis Heinrich Friedrich, Rauborn; 3d» Vas Mont-Cenis-Verschren und feine Aussichten. Die Fortschritte der chemischen Industrie und die Erkenntnisse der chemischen Vorgänge habet, in den letzten Monaten eine Reihe von Ergebnissen gezeitigt, die wahrscheinlich eine 51m» Stellung unserer Stickstoffwirtschaft im Gefolge haben werden. Dies dürfte mittelbar die Folge der ungesunden Verhältnisse in der Sleinlohienwirtschaft fein. Rach Beendigung des enalßchen Bergarbeiterstreiks ist der Wettbewerb auf bei: deutschen und europäischen Kohlenmärkten unerträglich geworden. Der deutsche 6tein» kohl, nbergbau will seine Produktion nicht erneut ermäßigen, wie es in den Krisenjahren 1923, 1924 und 1925 geschehen mußte. Das Produk- tionsverhältnis bei Stein- und Braunkohle hat sich in den letzten 14 Jahren zuungunsten der Steinkohle gewandelt, da heute nur 45 Prozent Steinkohle, dagegen 55 Prozent Braunkohle aus den Bergwerken zu Tage gefördert werden. Dabei muß in Betracht gezogen werden, daß an und für sich die enorm angewachsene Produktion an Braut: kohle ihre wirtschaftliche Berechtigung findet, Denn vielfach ist bei der Braunkohle der Lagebergbau möglicy. wählend die Steinkohle aus der Tiefe hervorgeholt werden muß, also große Anlagen und Damit erhöhte Kosten erfordert. Der Wettkampf der Steinkohle fann also nur dadurch unterstützt werden, daß es getingt, aus ihr größere Energiemengen heraus- zuholen ober sie reichhaltiger als bisher auszu- nuhen. Hierfür sind zwei Möglichkeiten gegeben: einmal die Gasfernversorgung, die die bei der Verkokung der Kohle entfallenden überschüssigen Ofengase weiterleitet oder das M o n t» Cenis-Verfahren, das die gesamten Gase mit ihrem Wasserstoffreichtum sofort an Ort und Stelle zur Stickstoffherstellung benutzt. Während der erste Weg die Aufwendui^ großer Kosten erfordert, und bis zu einem gewissen Grade eine Aenderung in der kommunalen Gaswirtschaft mit sich bringt, ist der zweite Weg insofern einfacher, al8 hier nicht auf Bestehendes Rücksicht genommen zu werden braucht, sondern dem Bedürfnis an Stickstoff nachgekom- men wird. Die Koksofengase, die bisher einfach veriüch- tet, d. h, verbrannt wurde::, nachdem man ihnen die sog. Rebenprodukte, wie Leer, Benzol, Raph- talin usw., entzogen hatte, werden nach dem Mont-Cenis-Verfahrei: ausgenutzt. Es wird ein viertes Pr^>ukt, das A m m o n - S u l f a t, mit ihrer Hilfe gewonnen. Die Koksofengase bestehen bekanntlich zu etwa 50 Prozent aus Wasserstoff. Dieser Wasserstoff wird zusammen mit dem Stickstoff, — wobei auf drei Teile Wasserstoff ein Teil Stickstoff kommt — ditz> wichtige Rohstoffquelle für den Ammoniak-Dünger. Vermittels des Gegenstromprinzips wird der Wasserstoff aus diesen Koksofengasen herausgezogen und dabei ein Element von außerordentlicher Reinheit erhalten, wie es für die Vereinigung mit dem Stickstoff unbedingte Voraussetzung ist. In großen Gasometern wird der so erhaltene gereinigte Wasserstoff ausgespeichert, während gleichzeitig vermittels des Lindeschen Verfahret aus der Luft der Stickstoff gewonnen wird. . Tte Vereinigung der beiden Elen:ente Stickstoff und Wasserstoff, die auf dem genannten WeAe erzeugt wurden, wird vermittels eines besonderen Katalysators erzielt. Bisher hatte man nur Katalysatoren, die bei sehr hohen Drucken und Temperaturen die Vereinigung von Stickstoffs und Wasserstoff vornahmen. Bei den Hohen Temperaturen und Drucken zerfraß der Wasserstoff sehr bald die Apparaturen, und es konnten mir kohlenstossarme oder kohlenstoss lose Stähle, sog. Edelstahle, Verwendung finden, um worden ist, befindet sich in der Geistesverfassung aller Gläubiger, d. h. es wünscht nicht, daß sich seine Schuldner zugrunde richten. Aber wer kann prophezeien? Wenn wirklich Kräfte bestehen, die in wirksamer Weise gegen die Kriegstreiberei gewisser Mächte arbeiten, so sind sicherlich auch starke Kräfte am Werk, die eine Kricgspolikik begünstigen. Torheit kennt beim einzelnen Menschen und im Völkerleben kein Gebot. Hoffen wir, daß diese Episode der Torheit bald iyr Ende nimmt, und daß die moralischen Gesetze im Leben der Völker ihre Macht behalten. „Sie sind auffaüenb langsam gefahren", sagte Krag. „Warum haben Sie das getan?" ..Der merkwürdige Herr selbst ljat mich darum gebeten." „Wann?" ..Als er aus dem Hotel kam. Fahren Eie ganz langsam, sagte er. „Hat er Sie auch das vorige Mal langsam fahren lassen?" „Nein, da ging's ihm nicht schnell genua." Da verstand Krag, daß der Gelehrte sich schon, als er das Hotel verließ, klar darüber war, daß er verfolgt wurde. Jetzt in der dunkeln Nacht war jehe weitere Un- tersuchung der Sache aussichtslos. Das Spiel war vorläufig, verloren. Krag konnte nicht in den schla- fenben Häusern Lärm machen und nach einem Mann in Seemannskleidern fragen; und hier ringsum $ab es so viele Ziegeleien, daß er nicht wissen konnte, wo er beginnen sollte. Cs blieb daher nichts anderes übrig, als zur Stadt zurückzukehren. Er ließ den Chauffeur mit dem leeren Automobil voranfahren und folgte selber mit Jens in dem anderen. Roman von Sven Elve st ad Copyright bei Georg Müller, München. den Angriffen des Wasserstoffs zu widerstehen, was naturgemäß die Kosten der Herstellung außerordentlich verteuerte. Durch das Mont- Cenis-Derfahren ist nun ein neuer Katalysator gefunden worden, der bereits die Gewinnung großer Mengen Ammoniak auch bei _ niedrigen Drucken ermöglicht. Es ist deshalb möglich, die Apparaturen aus einfachem Siemens-Martin- Stahl statt aus Chrom, Rickel oder Edelstahl herzu stellen. Wenn man bedenkt, daß Siemens- Martin-Stahl etwa 200 Mark pro Tonne. Edelstahl etwa 2000 Mark pro Tonne kostet, so wird man sofort die Ersparnis, die auf diesem Wege erzielt werden kann, erkennen können. Rach der Vereinigung der beiden Elemente, Stickstoff und Wasserstoff, zu Ammoniak, erfolgt die Herstellung des weißen Düngemittelpulvers Ammon- aber trotzdem Zeit genug zu den Beobachtungen im Hotel. Er war der Ansicht, baß jetzt so viele Verbachts- grünbe gegen den Gelehrten Vorlagen, baß er, ohne zuviel zu wagen, etwas kühner auftreten konnte. Um elf Uhr vormittags ging b'Aldert aus. Jens folgte ihm unb konnte Krag einige Minuten später telephonisch mitteilen, baß Herr d'Albert sich zu einer wissenschofilichen Konferenz zu dem Sonder- ling^in der Theaterstraße begeben habe/ Das Gänze erschien Asbjörn immer märchen Hafter. , War Herr d'Albert wirklich der Anführer der Diobesgesellschast — und zu dieser Anschauung neigte Krag jetzt immer stärker —, warum spielte er bann die seltsame Komödie mit seinen altägypti- schen Studien? Verfolgte er auch damit einen Plan? War er ein wirklicher Gelehrter, oder wollte er nur den alten Dotkor Saling verblüffen? Was wollte er in der Nacht bei den Ziegeleien? Und wie war es ihm gelungen, sich an Krags Auto zu hängen? Es war nicht nur eine Kühnheit, sondern geradezu ein akrobatisches Kunststück. Sobald Krag wußte, daß dÄldert bei Doktor Saling in Sicherheit war, beschloß er, in sein Hotelzimmer einzudringen, was er bisher nicht gewagt hatte. Natürlich war es eine Kleinigkeit für ihn, die Hoteltür mit einem Dietrich zu öffnen. Er achtete nur darauf, daß keiner ihn sah, unb verschloß die Tür wieder sorgfältig, sobald er drinnen u>04 Zum erstenmal war er nun also in d'Alberts Zimmer, und er merkte, baß er ein klein wenig nervös wurde. Wenn er sich irrte, so stand er im Begriff, eine gehörige Dummheit zu begehen. Wenn er sich aber nicht irrte, so befand er sich auf ber Schwelle zu einer bedeutsamen Entdeckung. Das Zimmer glich allen anderen Hotelzimmern, aber es herrschte auffallende, zierliche Ordnung darin. Auf dem Koffergestell in ber einen Ecke ftanb ein großer amerikanischer Reisekoffer. Er trug mehrere Zettel, darunter solche aus Nizza, Kairo, Paris. Krag versuchte, ihn mit seinen Sieh "chkn zu offnen, aber das war unmöglich. In dem Kleiderschrank hingen, zierlich aufge- hängt, verschiedene Anzüge, Fracke, Smokingröcke, Hausjoppen; ein Bademantel lag zusammengefaltet über einer Stuhllehne.» Preis Karl Friedrich Stroh, Reiskirchen; Ze- Preis A. Schwarz Witwe Hörnsheim; 4a» Preis Philipp Jung, Hochelheim; 4b-Preis Anton Schwarz Witwe, Hörnsheim; 4c-Preis Gebr. Marx, Dorlar; 5a-Preis Ludwig Engel, Hörnsheim; 5b°Preis Karl Friedrich Stroh. Reiskirchen. Klasse 7b: Kühe in Milch: I. Preis und kleine Preismünze des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen Wilhelm D e p l e r< Hörnsheim; 1. Preis und Siegerpreis des Kreises Wetzlar Wilhelm Depler, Hörnsheimo 2. Preis Georg Hedrich, Hörnsheim; 2c-Prei- Anton Müller IV., Hörnsheim; 3. Preise Johannes Krombach, Lützellinden und Johannes Staudt, Raunheim; 4. Preise Johs. Ohly, Witwe, Hörnsheim; Adolf .Koch, Dlasbach, Anton Engel V., Hörnsheim; Vorsteher a. D Saltenberger, Griedelbach und Johannes Staudt, Raunheim; 5. Preise Heinrich Hofmann l., Hörnsheim und Karl Hinkel II.. Raunheim; 6. Preise Friedrich Will/'Atzbach und Johannes Staudt, Raunheim. Klasse 8. Familien: Kühe mit mindestens zwei Rachkommen: 1. Preis Friedrich Will, Atzbach; 2. Preis Johannes Ohly Witwe, Hörnsheim; 3. Preis Anton Schwarz Witwe, Hörnsheim; 4. Preis Anton Engel V., Hörnsheim. Lobende Anerkennungen Karl Friedrich Stroh, Reiskirchen und Anton Engel V., Hörnsheim. Klasse 10. Sammlungen aus einer Gemeinde, mindestens acht Tiere, darunter ein an- gekörter Dulle, vier Kühe und drei Rinder, oder an Stelle der letzteren zwei Rinder und ein Jung- bulle: 1. Preis Gemeinde Hörnsheim; 2. Preis Gemeinde Griedelbach und,3. Preis Gemeinde Reiskirchen. Klasse 11. Sammlungen von Einzelzüch tern, mindeste:^ vier Tiere: 1. Preis Anton Engel V., Hörnsheim; 2. Preis Anton Schwarz Witwe, Hörnsheim; 3. Preise Vorsteher a. D. Saltenberge r, Griedelbach und Friedrich Will, Atzbach; 4. Preis Johs. Ohly Witwe, Hörnsheim; 5. Preise Karl Friedrich Stroh, Reiskirchen und Heinrich Friedrich, Rauborn II. Rindvieh (S im m e n 1 h a l e r); Klasse 12. Bullen: 1. Preis Gemeinde Lützellinden; 2a° und Ehrenpreis der Gemeind« Oberkleen Friedrich Jung, Hochelheim und 2d» Preis Heinrich Henrich, Schwalbach. Klasse 13. Rinder: 1. Preis Friedrich I u n g , Hochelheim; 2a-Preis Wilhelm Mack 1., Riederkleen und 2b-Preis Louis Engel, Riede rkleen. III. Pferde, a) Kaltblut. Klasse 1: Stuten im Alter von mehr als 4 Jahren mit oder ohne Fohlen: 1. Preis und Silberne Me- daUle des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen Buderussche Gutsverwaltung, Hofgut Altenberg; 2a-Preis und Kleine Medaille der Landwirtschaftskammer, für die Rheinprovü^ Karl Petry. Reiskirchen; 2b-Preis Heinrich Haub II., Riederüeen; 3a»Preis Wilh. Saltenberger II.. Griedelbach; 3d-Preis Louis Volk, Hörnsheim; 4.Preis Konrad Held, Reiskirchen. Klasse 2: Stuten im Alter von! 3 Jahren mit oder ohne Fohlen: 3a- und 3b» Preis Louis En gel, Riederkleen. Klasse 3: Fohlen im Alter von 2 Jahren: 1. Preis Louis Volk, Hörnsheim und 3. Preis Friedrich Lu d- w i g Witwe, Riederkleew Klasse 5: Familien: Ehrenpreis, 2. Preis und die Große Me^nlle der LandwirtschaftÄammer für die Rheinprvvins: Buderussche Gutsverwaltung, Hofgut Altenberg. b) Warmblut. Klasse 6: Stuten im Alter von mehr als 4 Jahren mit oder ohne Fohlen: 1.Preis Johannes Schäfer, Hörnsheim ; 2. Preis Ludwig P e p p l e r , Hörnsheim; 3. Preis «Johannes Schäfer, Hörnsheim. Klasse 7. Stuten im Alter von 3 Jahren mit ober ohne Fohlen: 1. Preis Otto Schneider, Hörnsheim; 2. Preis Friedrich Schmidt, Weidenhausen und 3. Preis und Ehrenpreis Ludwig P e p p l e r , Hörnsheim. Klasse 9: Fohlen im Alter von 1 Jahr: 1.Preis Albert Engel, Hörnsheim. (Fortsetzung folgt.) Erster Tag. Q Wetzlar, 14. Juli. Das von ber Lokalabteilung des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen unb ber Bauernschaft des Kreises Wetzlar e. V. veranstaltete Kreistierschaufest, bas alle drei Jahre gefeiert wird, "nahm heute feinen Anfang. Im Gegensatz zu den früheren Festen würben in diesem Jahre die Belange der Land wirtschafte in Diel stärkerem Maße in den Vordergrund ber Veranstaltung gerückt, insofern als an dem ersten Tage, an dem bie eigentliche Tierschau stattfand, ber Festzug ausfiel unb auf den letzten Festtag, bei: Sonntag, verlegt wurde. Das Fest hat sich im Laufe ber Jahre gerade zum Nationalfest der gesamten Bevölkerung hes Kreises Wetzlar herausgebildet. Davon zeugte die gemalt i g e Beteiligung, bie nach Eintritt günstigeren Wetters schon von den frühen Vormittagsstunden ab einfetzte. Schon von vormittags 6 Uhr ab wickelte sich der Auftrieb der Tiere nach dem Festplatz ab. Etwa eine Stunde später trafen die Preisrichter auf dem Festplatz ein, um zunächst im Schauleitungszelt eine,Vorbesprechung über ihre Aufgaben abzuhalten. Ais Ob- richter für alle Tiergattungen fungierte Oekoiiomie- rat 2) e 11 i n g e r, Bonn; als Preisrichter waren tätig: für Vogelsberger Rindvieh: Professor Dr. Kn eil, Gießen, Landwirt I. Becker, Frohnhausen, Direktor Hopp, Erndtebrück, Gutsbesitzer Th. Fischer, Hof Zwiefalten, Oekonomierat Wagner, Gießen. Landwirt H. Velten, Göbelnrod; für Simmentaler Rindvieh: Tierzuchtinspektor Sintert, Bad Kreuznach, und Landwirt Karl Hahn, Bellsheim; für Pferde: Gutsbesitzer Jakob Sch warze ntraub, fjof Bubenrod; für Schweine: Tierzuchtinspektor Schulze- Rößler, Westerburg, und Gutspäckter B ü ch s e n s ch ü tz , Lich; für Schafe: Tierzuchkinspektor Dr. T o r n e b e, Biedenkopf, und Gutsverwalter ©rietet, Kohn- häuserhof; für Ziegen: Oekonomierat De11inger, Bonn, und Landwirt Münster, f)atienrob; für Geflügel: Geflügelzu chtinspektor Müller, Neuß, unb Geflügelzüchter C. Rübsamen, Gießen. Das Richten der zur Schau gestellten Tiere fand in fünf verschiedenen Richtungsringen statt. Nachdem d(e Festmusik, die ehemalige Bockenheimer Husarenkapelle, zunächst einen Umzug durch die Studt veranstaltet und sich bann zum Festplatz begeben hatte, fand dort vormittags gegen 10 Uhr die offizielle Eröffnung des Festes durch den Vorsitzenden der Lokalabteilung Wetzlar des Landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen, Landrat Geheimrat Dr. Sartorius statt. In feiner Ansprache wies Dr. Sartorius u.a. darauf hin, daß es sich hier Um ein Fest handele, das den Landwirten des Kreises Gelegenheit gebe, nach großer unb schwieriger Berufsarbeit auch einmal die Erzeugnisse ihrer Stolle zu messen. Das Kreistierschaufest sei .311 einem großen Heimat- und National f e st für b e n ganzen Kreis Wetzlar geworden. Dr. Sartorius schloß seine mit großem Beifall aufgenommene Ansprache mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland, worauf bie Festmenge gemeinsam das Deutschlandlied sang. Die für mittags 12 Uhr vorgesehene Vorführung der ausgezeichneten Tiere nebst der Preisoerteilung konnte erst nachmitags gegen 3 Uhr ftattiinben. Unter den Klängen des „Ochsenfestmarsches" wurden die prämiierten Tiere vor einer großen Zuschauermenge in den großen Vorführungsring vor die Tribüne geführt, von der aus die Bekanntgabe und Verteilung der Preise erfolgte. Die Prämiierung hatte folgendes Ergebnis: 1. Vogelsberger Rindvieh: Klasse 1: baren Ereignis verhaftet. Krag beschäftigt, fand Aus dem . ^tgungsSlatt. ** Das Amtsverkündigungsblati Ar. 53 vom 15. Juli enthält: Die Hegezeit für Enten. - Straßensperre Inheiden—Lltphe. — Die ansteckende Dlularmut der Pferde. — Dienstnachrichte::. ejmm» ui i—an—B5.?fL:. Als sie em Ende weil gefahren waren, sahen sie eine Gestatt auf die Straße treten und Krags Wagen durch eine Handbewegung „Ist dies Auto Nummer - W' M F ■ ' W I I M 1 WWMW'?^ '-MvA-'.-- c'-- <• ■ '.--r.-Äv-s W ... 5.<^' gebnis für die Schonung des Geiuebesl oyiefoio.\ Tonin juirrit liHnr Jlfioria Heute &anz-Abend Voranzeige: Mittwoch, den 20. Juli 1927 3VlilitÜK-3£on%ert Bahnhofs-Restaurant Gießen Sonntag, den 17. Juli 1927 MITTAGESSEN I Kirmes | nach TROHEI Sonntag, den 17., Montag, den 18. Juli Es laden ein Gastwirt Seipp Bursdienklub Fidelio W Bekanntmachung. Oie Räume fürHeißlufibäder im Volksbad müssen hergesieklt werden- sie werden daher vom ly.d.M. ab bis auf weiteres geschlossen. Gießen, den 15. Fuli 1927. Städtisches Volksbad Gießen. • Beseitigung - äuge -ohne Umbau- "Tcarl ■10jähr.6ARANTIE- WEBER - Frankfurt a/M. Sandwog 6 -Tel. Carolus 4C566 ||| Vereid. SchwammsachveretSndlger Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 164 Drittes Blatt Samstag, 16. Zull 192? 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Allmählich wird es Abend; Schatten senken sid) herab. Es wird stiller und immer stiller, und schließlich ist der Rastende allein in wundersamer Einsamkeit. Der Mond zieht allmählich herauf und übergießt das Land und die Berge und den weiten Seenspiegel mit seinem Glanz. Jetzt kann die Phantasie frei schalten und walten. Die Gegenwart versinkt; uralte Geschichte und ein reiches, bewegtes Menschentum dämmern herauf. Wanderfahrten. Saasen— Queckborn—Ettingshausen—Lich. Von Saasen, dem Ausgangspunkt unserer Wanderfahrt, geht es auf Feldwegen über den Veitsberg, der durch Glaubrechts Erzählung: „Der Kalendermann vom Veitsberg" bekannt geworden ist. Schule und Kirche, in welchen der Held der Erzählung gewirkt hat, stehen noch. Bald ist die Landstraße erreicht, auf der man in etwa einstündigem Marsche nach Queckborn gelangt. Hier haben wir nun Gelegenheit, unser köstliches Wasser, das uns selbst in den heißesten Sommern nicht im Stiche gelassen hat, an der Quelle zu betrachten und unter kundiger Führung die Gewinnung und Art der Hinschaffung nach Gießen kennenzulernen. Der weitere Weg führt, stets auf guter Landstraße, durch Ettingshausen sodann vorbei an M ü n st e r und dem malerisch gelegenen Oberbessingen nach Vie derbes sing en. Unterwegs kreuzen wir die gelbe Strichmarkierung: Gießen-Laubach und gerade an dieser Stelle bietet sid) eine prächtige Vundsicht. Außer einigen im Tale liegenden Ortschaften und Mühlen wird das hochgelegene Grünberg sichtbar, während in der Ferne die Höhen des Vogelberges grüßen. Vach etwa vierstündiger Wanderung erreichen wir unser Endziel L i ch. Herzhausen—Jtlerlal—Vöhl—Schloß Waldeck— Sperrmauer—Herzhausen. Der Besuch derCdertalsperre und seiner reizvollen Umgebung ist, da die Bahnverbindung über Marburg nicht sehr günstig, zweckmäßig m eineinhalb Tagen auszuführen. Von den mancherlei Wandervorschlägen in die dortige Gegend sei der folgende, als nicht sehr anstrengend und doch Mo vevloÄen <$ie Zbv tVoOmiend? M „solNser Eöroen“, Wussels-MrnlM Inh.: L. Wahl, Telephon 34, direkt am Bahnhof, Strecke Wetzlar« Grävenwiesbach. Herrliche Waldspaziergänge zum Schloß und Tierpark. Pensionspreis 7.50 ä Person ein sch l. SamStag- und Sonntag-Abendessen, für längeren Aufenthalt 5.50 pro Tag. Zugverbindung ab Gießen (Umsteigen Wetzlar oder Albshausen) 2.00, 615 Rückfahrt ab Station BraunfelS-O. IlM-_______4414D Kurgästen und Paffanten hält sich bestens empfohlen Hospiz Bad-Nauheim Telephon 2096 (Dir. Armin Hanke) Benekestr. 6—8 Vollkommen neuzeitlich eingerichtet. 80 Zimmer, ICO Betten. Veste Kurlage. — Vorzügliche Verpflegung. — Mäßige Preise. 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Die Insel Reichenau mit ihren Spielzeug- chachtelbaulichkeiten streckt sich lang und schmal in den See. Gaienhofen liegt wie im Schlummer. Ein köstliches verschlafenes Dorfidyll. Es geht leicht bergan; vereinzelte Häuser lugen aus dem Grün hervor. Ein leichter Föhn hat sich von der Schweizer Seite her aufgemacht, ermüdend und Witterungswechsel ankündigend. Rast im Hause Finckh. Der Dichter lebt und schafft in seinem Heim, dem urbehaglichen, weitab von der großen Heerstraße in verwunschener Stille. Eine Blumenfülle in dem Gärtchen. Trauliche Winkel und Ecken in den behaglichen Stuben. Ein großer Kachelofen, an dem es sich gemütlich sitzen lassen muß, wenn die Seewinde sich um das Haus pressen, und der Hausherr aus dem reichen Schatz seiner Erfahrungen erzählt. Gerade diese Einsamkeit, dieses Gebundensem an Scholle und Familie verleiht dem Poeten diejenige Konzentrierung, deren er benötigt. Von der Insel Reichenau ist es nicht allzu wett nach dem Hauptschauplatz der Ekkeharddichtung, dem Hohentwiel. Man kommt nach der Mettnau, dem Lieblingsaufenthalt Scheffels, nach der uralten Stadt Radolfzell und von dort nach Singen. Zunächst geht es langsam bergan, aber bald gibt es erheblichere Steigungen zu überwinden, bis man über sich die gewaltigen Ueberreste alter Befestigungen sieht. Dann geht es auf versd)lungenen Pfaden zwischen Burgtrümmern an herrlichen Aussichtspunkten vorbei. Das weite, weite Land dehnt sid) zu Füßen des seltsamen Bergkegels aus. Man kommt schließlich in das obere Plateau, das einen Ausblick gewährt auf die Nachbarberge, den Hohen- krähen und den Hohenstoffeln. Drüben dehnt sich der weite Spiegel des Bodensees aus, und der Säntis liegt leicht verschleiert mit seinen zackigen Umrissen und seinen weiten Schneefeldern vor mir. Allmählich kommt Ekkehardstimmung über den Wanderer. Gar manches sieht hier anders aus, als die Phantasie des einstigen Lesers jenes kostbaren Buches es sich vorgestellt hatte. Die Wirklichkeit, die rauhe, zerstört manches, aber wenn man aufmerksam der Stimme der Natur lauscht und sich nicht ganz gefangennehmen läßt durch die Wirklichkeit, wie man sie vorfindet, dann kommen doch Gedanken, Bibelheim FlnigeM Mücke t Oberbess^n tm VogelSgebirge, 320 m über d. Meer, reine Höhenluft, wette Waldungen. Gute bürgerl. Küche, vier reicht. Mahlzeiten, Milchkur, mögt. Neubau m. fließ. Wasser i. d. Zimmern, Zentralheizung, Badegelegenheit t. Hause. Täglich Andachten. Pensionspreis 3.50— 4.50 Mk. täflL Erholungsuchenden, welche Stille u.Stärkung für Leib u. Seele suchen, als Ferienaufenthalt sehrempiohl. Prospekte gratis. fiprhftpill 450m ü^d"M^chbnewatdr. Gegend, hübsche Badegeth. Gasthaus „Zum weißen W Pension mit täglich 4 Mahlzeiten Mk. 4.— Eigene Metzgerei. 6S40D Bad Homburg v.d.H./Ma Meteor Kurpension direkt am Kurhaus und Bark. 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Vach genügender Vast in den gastlichen Räumen des Schlosses Abstieg zur Sperrmauer, die in ihren gewaltigen Ausmaßen einen überwältigenden Eindruck macht. Bei der Mauer ist eine Anlegestelle des Motorbootes, das wir nunmehr benutzen, um eine genußreiche Fahrt über den ganzen See bis Herzhausen zu machen, von wo wir, da ein späterer Zug in Marburg keinen Anschluß hat, schon 14.56 Uhr zurückfahren müssen. Die Wanderung am ersten Tage wird zweieinhalb Stunden, d.e die am zweiten Tage etwa dreieinhalb Stunden beanspruchen Reisewinke. Reise bargeldlos! Wie oft geschieht es, daß einem Serien» reisenden sein mühsam erspartes Geld auf der Vdise infolge Unachtsamkeit, die meist durch Veisefieber bedingt ist, abhanden kommt. 11 nb manche Veisefreuk^n werden schon beim Gedanken an diese Möglichkeit, daß das Geld aus der Tasche gestohlen werden könnte, gestört, ja besonders ängstliche Personen kommen durch die dauernde Furcht gar nicht erst zur reinen Vetse- sreude. Alle diese Sorgen wären überflüssig, wurde man mehr mit Kreditbriefen reisen. Während der Amerikaner und auch der Engländer schon längst mit seinem „Traveler-Scheck" reist, macht der deutsche Veisende von den Veise- Kreditbriefen, die eine ähnliche Einrichtung darstellen, noch viel zu wenig Gebrauch. Die Welt- Veisekreditbriefe des Mitteleuropäischen Veise- burcaus (MEV) z. B, die ersten in Deutschland nach Kriegsende zusamLnengestellten Zirkular- Kreditbriefe, bieten größte Vorteile, da sie die drei Forderungen, die man unbedingt an einen Kreditbrief stellen muh, erfüllen: sie sind sicher, billig und bequem. Sicher sind sie, weil auf den Kreditbrief allein kein Unberechtigter Abhebun- Koblenläurebaltige Solcmeüen. Liihium-, Stadl- u. SLweAauellen. Jvhalatorium, Höhensonne, Sonnenbad mll Soldascke. He^ticher grober Ba^un» Wald. WS*ge Preise. Prospekt durch Hessische Badedrrektton Bad S-»«v«ueu. Sonnige Tage am Bodensee. Konstanz—Reichenau—Hohentwiel. Von L. Heilbronn. Das große Becken des „Schwäbischen Meeres" mit seiner näheren und weiteren Umgebung, ine eine Uebersülle deutscher Kultur und deutscher Eigenart in sich vereinigen, bietet jedem, der an (eine Gestade kommt, so unendlich viel, dag man reichbeschenkt wieder in die Heimat zuruckkehrt Die Weiten des herrlichen Seespiegels, das 6arben- spiel die abwechslungsreichen Ufer, die zahlreichen deutschen Gaue, die an den Ufern des Bodensees einmünden, die Eigenart des Himmels, der sich über das ganze Bild wölbt, geschichtliche Erinnerungen ÜUf Schritt und Tritt, weile, weite Wälder und orüne Matten, die Kette der schneebedeckten Berge, alles das vereinigt sich zu einem wundervollen Ganzen Ein Kommen und Gehen, ein Verkehr von hüben nach drüben, kein Staub, erfrischende Kuhle, liebenswürdige, heitere Menschen, hilfsbereit und zuvorkommend. _ ..... Konstanz als Standquartier. Der berühmte Gasthof auf der Insel, der unvergleichlich klare romanische Kreuzgang in diesem ehemaligen Dominikanerkloster, die Lage unmittelbar am See, inmitten herrlichster Parkanlagen. Das Schiff, mit dem man von Friedrichshafen kommt, läuft in den lichtum- kränzten Konstanzer Hafen ein, der an einer Seite von dem hochragenden Zeppelin-Denkmal flankiert wird, zur Erinnerung an den großen Sohn der alten Bischofsstadt. Dann geht's durch die buntbeleuchteten Anlagen, in denen eine festlich gekleidete Menge bei den Klängen der Musik lustwandelt. Laue Luft weht vom Seegestade herüber. Es ist em wahrhaft südländisches Bild, das sich hier entrollt, unvergeßlich jedem, dem es anzusehen vergönnt war. Eine stille Wanderung durch das nächtliche Konstanz ist von großem Reiz. Der Vollmond steht hock) am Himmel und leuchtet in die Gassen und Gäßchen hinein, die sich um das hochragende Münster scharen. Weniger erfreuliche Bauten, die eine Neuzeit schuf, werden mitleidsvoll durch die weitausgreifenden Schatten verdeckt, und es entsteht so dem Besci;auer ein Bild von hohem Reiz. Drüben, nach dem Hafen zu, der mächtige Kasten des Konzilgebäudes, das alte Kaufhaus, das gegen Ausgang des 14. Jahrhunderts errichtet wurde, in dem um 1417 herum das Konzil von Konstanz tagte, den Kardinal Colonna auf den päpstlichen Thron hob, Johann Huß zum Tode auf dem Scheiterhaufen verdammte. Die gewaltigen Hallen dieses Hauses schließen sich ausnahmsweise noch zu recht später Stunde. Drinnen in dem eigentlichen Konzilium-Saale ein Bild von unvergeßlicher Wucht. Mächtige Balkensaulen aus Eichenholz, das die Ewigkeit überdauern wird, tragen das Gewölbe, das, nur durch wenige Lampen erleuchtet, im Halbdämmer daliegt. ttungskuren l3080*11 Erholungsbedürftige med. Paal Reinöhl. MerAmSbmg bei Lich 3893D Idyllisch gelegener Ausflugsort mit bester Verpflegung in der Klostermühle. 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Lh ih^^M- >*SÄÄSi ö? 1C S» > sAiifchcr 0^ ’l^ Lferer M'SmflJ .el'ich ftta zu JJf hatten j.SÄS'«4' -1' hier ist es sofort zu erkennen, ob Du Dein Haar richtig pflegst. Eine richtige Pflege aber, die den ganzen Zauber Deines schönen Haares entfaltet, ist nm möglich mit zünden Kreis Schotten. Der 8 bc Burgen Anzie- 15. Juli. ein Der auch Rad- ronntcn bei sich den ir.it in ganz Hessen veranstaltet wurde, hat äußerst befriedigendes Ergebnis gezeitigt. Gesamtertrag der Sammlungen belief sich 35 000 Mk. hungskraft ausüben. Kreis Alsfeld. WSR. Offenbach a. M., 15. Juli, falsche Hohenzollernprinz Domela, der dieser Lage zu 7 Monaten Gefängnis verurteilt worden war, hatte vor einiger Zeit auch in Offenbach ein kurzes Gastspiel gegeben. Er pumpte von einer in Offenbach lebenden baltischen Familie 40 Mark. Man hatte das Geld schon als verloren betrachtet: aber jetzt Hai Domela seine Schuld der betreffenden Familie einschließlich Zinsen zutückbezahlt. Rheinhessen. MSR. Büdesheim, 14. Juli. Der Ge- RundsrmÄ-yrogramm des Frankfurter Senders. (Aus der.Radio-Umschau".) Sonntag, 17. 3uli. P. Schlitz, 15. Juli. Das /vom hiesigen Verkehrsverein für den 20. Juli geplante L r a ch - teufest scheint, nach allen Vorbereitungen zu schließen, ein Glanzstück zu werden. Der geplante Festzug wird wundervolle Gruppen Altschlitzer- lauder Trachten crufweisen, neben denen aber auch die heutige schmucke, farbenfrohe Rationav' tracht der Schllherländer weiblichen Jugend sich noch sehen lassen kann. Sonderzüge werden an dem Festtag auf der Strecke Hersfeld— Schlitz und Fulda—Bad-Salzschlirf verkehren. Aucy die für abends 10 Uhr vorgesehene Beleuchtung unserer mittelalterlichen Stadt mit ihren und Türmen wird wohl eine große L Aus dem oberen Ohmtal, Während die Heu ernte im vorigen Jahre um diese Zeit fast beendet war, ist bis jetzt kaum die Hälfte der Heuernte unter Dach. Die Arbeit wird durch die fortwährenden starken Regengüsse sehr behindert. Die Qualität des Futters wird natürlich auch sehr beeinträchtigt. Ein wahrer Ueberfluß herrscht an Futterkrau- 1 e r n. Sogar auf den Berggipfeln und an gestern abend, weil sie keine Laternen siihrten, gegeneinander. Der eine, ein Arbeiter aus Vordeck wurde vom Vad geschleudert und blieb am Platze liegen. Man trug Bundestag Des Hessischen Besmlenbunves E. V. Am 9. und 10. Juli hielt der Hessische Veamtenbund in seinem schönen Erholungsheim zu Jugenheim a. d. B. feine 8. Vertreterversammlung ab. Aus der Tagung, die aus allen Teilen des Hessenlandes und von sämtlichen angeschlossenen Fachvereinen vollzählig beschickt war. wurde höchst ersprießliche Arbeit geleistet. .Unter den Ehrengästen bemerkte man die Herren Staatsrat Balser, Landtagsabgeordneten Kindt, Dr. Keller und Veiber, sowie zahlreiche Vertreter befreundeter Organisationen. Eine ganze Reihe von Anträgen, die fast alle einstimmig angenommen wurden, bestimmen die Marschrichtung des Bundes für das nächste Jahr und werden den maßgebenden Stellen gegenüber mit aller Kraft vertreten werden. Im Mittelpunkt stand das B e a m t e n r e ch t und die Besoldungsrefvrm. Der Standpunkt der Beamtenschaft zur Desoldungsneuregelung wurde in folgender Entschließung niedergelegt : „®et Hessisch? Deamtenbund E. V. möcyte die Oeffentlichkeit nicht darüber im Zweifel lassen, daß er mit der ganzen Behandlung und auch mit der vorläufigen Erledigung der seit 1925 feierlichst versprochenen Besoldungsreform nicht z u f r i e d e n ist. Mit Entrüstung weist er auf die abermalige, anscheinend planmäßige Verschleppung — mit tiefster Sorge auf die Gefahren hin. die bis zur endgültigen Erledigung im Herbste drohen. Die deutsche Beamtenschaft hat sich unter einer „Besoldungsreform" etwas anderes vorgestellt als eine „etwa durchschnittlich lOproz. Erhöhung", wie der Herr Reichssinanzminister sagt! Angesichts der gewaltigen Preis- und Zollerhöhungen für die notwendigsten Lebensbedürfnisse. angesichts der Tatsache, daß die Löhne für die gelernten Arbeiter und die Gehälter der Angestellten gegenüber 1924 um 30 bis 40 Proz. gestiegen sind, wodurch übrigens die Teuerung noch nicht voll abgegolten wird, lehnt die Beamtenschaft ein Ausmaß von etwa 10 Proz. mit Empörung ab. Der Hessische Beamtenbund fordert für eine Besoldungsreform eine stärkere D e- 8 Schotten, 15. Juli. Der Hessen- Darmstädter Volksfestverein Reuyork stattete gestern auch unserer Stadt einen Besuch ob In vier großen Reiseautos trafen zirka 100 Gäste mittags hier ein. In Rainrod wurde kurz gehalten, ein geborener Rairöder war vor 55 Jahren ausgewandert und wollte seine alte Heimat Wiedersehen. Der hier gebotene Empfang des alten Heimatgenossen wirkte sehr ergreifend. In Schotten wurden die Amerikaner vor dem Rathaus und der Kirche unter Mitwirkung des Mu- silvereins und des Sängerchores offiziell enchfan- qen. Bürgermeister M e n g e l sprach in sehr zu Herzen gehenden Worten den Willkommengruh aus. Sein Hoch galt der Treue und Liebe zur abgestammten Heimat. Der Präsident des Vereins. H. Ries, dankte in betoegteit Worten. Im Darmstädter Hof wurde ein Willkommentrunk gespendet von dem hier geborenen „llrschvite Carles Weih". Ein Festessen in der reich geschmückten Turnhalle schloß sich an. Hier begrüßten Regierungsrat Dr. Helmreich namens des Kreises und der Vorsitzende des Turn- und Gesangvereins, E. Zeschktz. die Gäste. Der Heimatdichter Georg H e h (Leizgestern). als oberhessischer Hannes, sprach in oberhessischer Mundart den Willkommengruß. Vamens der Gäste dankten die Herren Reisemarschall Strauß und Charles Weitz und sprachen sich außerordentlich dankbar über den Empfang au6. In hochherziger Weise überwiesen sie der Stadt eine größere Spende. Abends fuhren die Gäste nach Bad-Vau- beim zurück. □ Laubach. 15. Juli. In gedeihlichster Weise hat sich der Geschäftsverkehr der hiesigen landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft entwickelt, obre bisherigen Lager können nicht mehr den Bedürfnissen genügen. Die Genossenschaft hat deshalb am Bahnhof, unterhalb der Maschinenhalle. ein Grundstück von 400 Quadratmetern erworben und darauf verschiedene Gebäude errichtet, die am 1. August bezogen werden sollen. Zur Aufbewahrung von Getreide, Füller- und Düngemitteln ist eine geräumige Halle von 20 Meter Gänge und io Meter Breite errichtet worden, worin sich auch ein Geschäftsraum für den Rechner und den Lagerhalter befindet. Außerdem ist noch ein Schuppen für Kohlen und Briketts, sowie em Raum für Fruchtreinigungsmaschinen erbaut worden. — Die Heuernte füllt nach Beschaffenheit und Menge recht gut aus, wird jedoch durch die fajt ununterbrochenen Regengüsse sehr geschädigt. Das Getreide weist trotz verschiedener Krankheiten (Rost, Blasensuh usw.) im allgemeinen einen guten Stand auf, ebenso der Klee und die Hackfrüchte. Die G a r t e n f r ü ch t e inw die Kartoffeln zeigen nur einen mittleren Stand: hier hat das Regenwetter ungünstig ge- Ivirkt. Gurken und Bohnen wird es nur in geringer Menge geben. Die Obsternte fällt besser aus. als man nach den starken Maifrösten annahm. Eine schwere Gefahr bildet die Blutlaus, die massenhaft auf tritt. Kreis Lauterbach. Montag, 18. Juli: 16.30 bis 17.45: Konzert des Hausorchesters: Romantische Opern. — 17.45 bis 18.05: Die Lese- stunde. — 18.15 bis 18.40: „Die lleberheibung der schlanken Linie", Vortrag von Dr. Weher. — 18.40 bis 19.10: „Zweck, Ziel und Aufbau der Koblenzer Ausstellung: Der Rhein, sein Werden und Wirken", Vortrag von Beigeordneten Ochs. — 19.10 bis 19.15, Wirtschaftsmeldungen. — 19.15 bis 19.40: „Die Anfänge Der Musik" Vortrag von Dr. Erwin Felber. — 19.40 bis 20.15: „Hans Jörgs Erwachen", erster Akt, von Paul Apel, vorgetragen vom Dichter. — 20.15: Heiterer Abend. 1. Musik. 2. Die fünf Frankfurter, Lustspiel in drei Akten von Karl Röhler. Iett>enöen Deamt e« tn ben unteren un: mittleren Gehaltsgruppen. Gr fordert: Für das Land Hessen unbedingte Anerkennung der Reichseinheitlichkeit, d. h. Herüber- nähme aller Bestimmungen der Reichsregelung für Beamte, Anwärter, Ruhegehaltsempfänger und Hinterbliebene. Vachdem versäumt worden ist, schnelle Hilfe zu bringen, konnte es die hessische Beamtenschaft nicht begreifen, wenn Regierung und Parlament eines Dolksstaates nicht endlich das notige Verständnis für die berechtigten Wünsche ihrer Beamtenschaft zeigten!" • Bei den Wahlen wurde der seitherige Geschäftsführende Vorstand, an der Spitze die drei Vorsitzenden: Dr. El ah, Koch und Wolf, unter starkem Beifall wiedergewählt. Landgerichtsrat Dr. Bernhöft, der 1. Vorsitzende des Mecklenburgischen Deamtenbundes, hielt einen Vortrag über „Gegenwartsfragen der deutschen Beamtenschaft". Die Teilnehmer waren von der gesamten Tagung aufs höchste befriedigt. Strafkammer Gießen. Gießen, 15. Juli. Arn 18. Dezember 1926 erfolgte an der Kreuzung Ludwigstrahe und Gartenstraße ein Z u - sammenstvh zweier Autos, bei denen der eine Fahrer, der Zeuge E.,' verletzt wurde. Dieser fuhr die Gartenstraße, von der Wieseck- brücke kommend, nach Steins Garten zu. Als er aus der Kreuzung war, sah er das Auto des Angeklagten R. die Ludwigstrahe herunterkom- men. E. fuhr nach der linken Straßenseite zu. n noch so vorbeizukommen. R. bog aber in die Gartenstraße ein (er wollte nach der Grün- berget Straße) und nun stießen beide Autos zusammen. Ebenso wie das Amtsgericht sah auch die Strafkammer in dem Verhalten R.s eine fahrlässige Körperverletzung und bestätigte das auf 7 5 Mark lautende Urteil DillkreiS. M. Hirschberg (Dillkreis), 15. Juli. Bei dem am Freitagmorgen über unsere Gegeird gezogenen Gewitter schlug der Blitz in die heinckehrende Viehherde ein. Zwei Kühe wurden auf der Stelle getötet. Den Hirten fand man nach dem Unglück bewußtloß daliegend auf. Ätaingau. WER. Frankfurt a. M., 15. Juli. Die Zahl der Arbeitsuchenden ist in der vergangenen Woche etwas gestiegen. Zu Beginn der Woche waren 14 569 Erwerbslose gemeldet: dazu tarnen 1540 Reumeldungen, so daß insgesamt 16118 Arbeitsuchende vorgemerkt waren. Am Schlüsse der Berichtswoche verblieben hiervon 14 575. Die Zahl der angebotenen und vermittelten Stellen ist in der letzten Woche weiter zurück gegangen. Es formten nur 964 (1039) Dauer- und 1021 (1159) AushilfssteNen besetzt werden. WSR. Bad Homburg, 15. Juli. In den Waldungen um die Saalburg bis weit in die Homburger Gemarkung- macht sich die Wildschweinplage in steigendem Maße bemerkbar. In rOten, die bisher eine Wildschweinplage fast nur dem Ramen nach kannten, wie Wehrheim, Köppern, Seulberg, Obemhain, Rod a. d. W. u. a., brechen die Rudel jetzt allnächtlich aus den Wäldern hervor und richten auf den Aeckern, insbesondere auf den Kornfeldern und Kartoffelstücken, den größten Schaden an. WSN. S) ö d) ft, 14. Juli. Don Regierungsseite wurde bekanntlich vor mehreren Wochen die Frage der Eingemeindung von H o chst nach Frankfurt angeregt. Der Höchster Magistrat hat nun hinsichtlich der Eingemeindungsfrage folgenden Beschluß gefaßt, der in der heutigen Versammlung den Stadtverordneten vorgelegt wurde: „Die Stadt Höchst a.M. hat in ihrer über tausendjährigen Geschichte und namentlich in den letzten schweren Jahren bewiesen, daß sie lebens- und leistungsfähig ist und sich in starker Auswärtsentwickelung, befindet. Eine Vereinigung der Stadt Höchst mit Frankfurt a.M. ist also aus den Lebenserfordernisfen unserer Stadt heraus nicht notwendig. Wenn die preußische Staatsregierung diese Vereinigung zur besseren Entfaltung der Wirtschaft im Untermaingebiet in Vorschlag gebracht hat, so kann Höchst in Verhandlungen über diese Eingemeindung nur unter der Bedingung eintreten: 1. Daß all die sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Einrichtungen und Errungenschaften, die Höchst durchgeführt oder in seinem Programm für die nächsten Jahre vorgesehen hat, in Zukunft gesichert bleiben; 2. daß die bisherigen engen Beziehungen zwischen Höchst und seinem Wirtschaftsgebiet, die vor allem durch den Kreisverband gegeben waren, in Zukunft fortbestehen und weiter entwickelt werden, insbe>sondere dadurch, daß der Sitz der «Krcisr rwaliung und der sonstigen für das Wirtschaftsgebiet zuständigen Behörden in Höchst verbleibt-, 3. daß die Fortsetzung der jetzigen Entwicke- ’lung der Stadt und ihrer Vororte unter wirksamer Anteilnahme der Bevölkerung sichergestellt wird: 4. daß aber darüber hinaus aus der Vereinigung erhebliche Vorteile für die Gesamtgemeinde sich cr= geben." — Diese Erklärung des Magistrats wurde von der Stadtverordnetenversammlung debattelos zur Kenntnis genommen. dbflttftatten. Der Empfang fand hn „HeWschen Hof statt, woselbst zunächst Bürgermeister Dr. Ja n s e n die Gäste, unter welchen sich auch ein geborener Butzbacher, Heinrich Fischer nebst Familie befand, bewillkommnete, und ihnen den Dank für die geleistete Hilfe in der Rach- kriegszeit aussprach. Ihm erwiderten der Vorsitzende des Vereins Otto Ries und der Rerse- führer William Strauß. Ein von Frl Aenne Bramm vorgetragenes DegrüßunEgedrcht m Wetterauer Mundart fand lebhaften Verfall. Ein Hehler Imbiß sorgte für die nötige Erfrrschunß während Musikstücke der Feuerwehrkapelle die Bichrüßungsfeier umrahmten. Kreis Büdingen. ]:[ 15. 3uli. M« abladen stürzte em M a d ch e nv v m Gerüst auf die Scheuertenne und blieb mtt e t n - gedrückter Schädeldecke bewußtlos sie- gen. Der sofort herbei gerufene Arzt ordnete dte LIebersührung nach Gießen an. — B^i einem gestern vorbeizrehenden schweren © e to 111 c r schlug der Blitz dreimal em, jedoch ohne zu „ bis 9 Uhr: Morgenfeier. 11.15 Uhr: lieber tragung aus Kassel: Bundestagsfeier des Jugend> bundes vom Gewerkfchaftsbund der Angestellten 13 bis 14 Uhr: Die Stunde der Jugend. 14 bis 16.3C Uhr: Übertragung vom Nürburgring: Großer Prei: von Deutschland für Automobile. 16.30 bis 17 Uhr Die Elternstunde. „Die Erziehung des kranken Kin des", vorgetragen von Professor Dr. Erich Stern, Gießen. '17 bis 18 Uhr: Uebertragung aus dem Saxophonsaal der Musik-Ausstellung: Gamelan^ Konzert. 18 bis 19 Uhr: „Die griechischen Auffüh rangen im griechischen Theater zu Syrakus", Dortrag von Universitätslektor Roedemeyer. 19.35 bis 20 Uhr: Einführungsvortrag zur Uebertragung vom Baden-Badener Mufikfest, gehalten von Kapellmeister Klaus Nettftraetsr. 20 Uhr: Uebertragung aus dem Baden-Badener KurLeater: Aufführung musikalischer Bühnenwerke. Anschließend: Sportnachrichten. Darauf bis 0.30 Uhr: Tanzprogramm. trockenen Rainen herrscht ein GraSwuchS wie selten in anderen Jahren. Der erste Klee muß zum Teil dürr gemacht werden, da der zweite bereits groiß genug ist. Der Stand des Getreides berechtigt zu den schönsten Hoffnungen. Der Sommerraps wird augenblicklich eingeerntet und liefert auch gute Erträge. Die Hackfrüchte haben sich ebenfalls recht gut entwickelt. — Die Ob st ernte scheint auch besser auszufallen, als man zuerst annahm. Die meisten Birnbäume hängen sehr voll: mehrere Apfelsorten tragen auch reichlich: Pflaumen liefern eine reiche Ernte. Zwetschen eine Mittelernte. Die Voaelkirschen. die ja im Vogelsberg überall reichlich anzutreffen sind, werden meist eine gute Beute der Vögel und der Buben. Starkenburg. WSR. D a r m st a d t, 14. Juli. Die Wer be° woch e des Vereins für das Deutschtum im Auslande (V. D. A.), die kürzlich Kirchliche Nachrichten» Evangelisch« Gemeinden. Sonntag, den 17. Juli. 5. Sonntag n. Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8 : Psr. Becker. Zugl. Christen!, f. d. Reukonfirmierten a. d. Markusgem. 9'/,; Pfarrvikar Hertel. Deichte u. heiliges Abend- mahl für Matthäus- und Markusgemeinde. 11'/.: Kinderkirche f. d. Matthausgem. Pfarrvikar Hertel. Johannrskirche. 8: Pfr. Ausfeld. Zugl. Christenl. für die Reukonfirmierten a. d. Jvhannesgemeinde. 97,: Pfarrassist. Schultheis. Llniversitats-Gottes-- dienst. Reue Aula. II1/« vorm. - Lich. 7,10 Festgotlesd. z. Jugendfest. Stiftspfr. Schorlemmer. Kinderkirche u. Rachmittagsgottsdienst fallen aus. - Wieseck. 9'/,: (Pfarrer Becker-Gießen). — Aarbenteich. 97,: (Pfarrassistent Geih-Lollar). — Hausen. Rachmittags 1: (Pfarrassist. Geih-Lollar.) - Watzenborn-Steinberg. 97,: (Christenlehre). — Kirchberg. 10: Christen!, f. d. weibliche Jugend. Rachm. 17,: Mainzlar. — Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 16. Juli. 47, und 7: Beichte. Sonntag 17. Juli. 6. Sonntag nach Pfingsten. 67, Beichte, 7 Meße, Kom. der Jungfrauen und Hausangestellten, 8 Korn., 9 Hochamt m. Pred., 11 Messe m. Pred., 2 sakrarnentalische Bruder,chasts- andacht, 3 Versammlung der Jungsrauenk ongre- gation. — Grünberg. 97, Meße mit Predigt. — Hungen. 8 Mesie mit Predigt. — Laubach. 10 Messe m. Predigt. — Lich. 10 Hochamt m. Pred. Sonntagsdienst o.'Acrzte u. S.-R. vr.Schliephake. Frl.vr PrsutzLN. Eine neue Lahnr»rüä;e. WSR. Bad Ems, 14. Juli. Zwisch.n Dörfern Rievern und Fachbach Wird jetzt dem Bau einer neuen Lahnbrücke Brücke liegende Scheune wurde bereits gerissen. Kreis Marburg. sch. Marburg. 15. Juli. Zwei fahret aus Rordeck und Dreihausen gönnen. Die Ausführung ist einer Düsseldorfer Firma übertragen worden, und zwar derselben, die auch die Wehr- und Schleusenarbeiten bei Dausenau ausführt. Eine im Zuge der neuen “ ‘ ‘ ' "" nieder- den Unglücklichen in seine Wohnung, wo er schwer darnieder liegt. — Den Bau einer Hochdruck wasser leitung plant man in dem nahegelegenen Dorfe Bracht. Mit den Vorarbeiten wird bereits begonnen. Es sind zwei Projekte aufgeftellt und berechnet. Das eine zieht eine Dorfquelle in Betracht, von der das Wasser mittels einer Pumpstation in den Hochbehälter gefördert werden soll. Die Kostenanschläge belaufen sich auf 50Q00 Mk. Das zweite Projekt ficht vor, das Wcfiser aus einer außerhalb des Dorfes gelegenen Quelle in einen Hochbehälter zu leiten. Der Kostenanschlag für dieses Projekt beträgt 70 000 Mk. Man überlegt noch, welches Projekt für die Zukunft am billigsten und zweckmäßigsten ist. sch. Marburg, 15. Juli. Zum gestrigen Schweinemarkt waren 450 Ferrel und 10 Läuferschweine aufgetrieben. Die Preise betrugen für bis zu 6 Wochen alte Ferkel 8 bis 15 Mark, für 6 Ibis 8 Wochen alte 15 bis 18 Mk., für 8 bis 10 Wochen alte 20 bis 25 Mark. Läuferschwcine kosteten je nach Qualität 35 bis 50 Mark. Der Handel toar flott. — Zum Foh- len m a r k t, der mit einer Prämiierung verbunden war, waren etwa 50 Fohlen aufgetrieben. Saugfohlen kosteten 250 bis 300 Mark, ältere entsprechend mehr. Der Handel war flott. 5ireis Kirchhain. WSR. Kirchhain, 15. Juli. Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer letzten Sitzung beschlossen, ein Darlehen in Höhe von 25 000 Mk. als Beitrag zu den Kosten der O h m - regulierung aufzunehmen. Kreis Biedenkopf. sch. F r a n k e n b e r g . 15. Juli. Beim Wäsche- spülen an der Edder rutschte in Rennertehausen ein junges Mädchen aus, fiel in den Fluh und wurde von den Fluten fortgerissen. Gestern suchte man vergeblich die Edder nach der Leiche ab. — In dem Rachbardorfe Haina traute der 86jährige Standesbeamte Frar^z Scheller, der bereits 43 Jahre im Dienst ist, seine 19jährige meinderat stimmte in feiner gestrigen Sitzung mit neun gegen eine Stimm? bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten einem Anträge auf nochmalige Abstimmung über den Volksentscheid auf Eingemeindung nach Bingen zu. Der frühere Beschluß der Vereinigung mit der Stadt Bingen ist damit fn weite Ferne gerückt. Die Sozialdemolraten bezweifeln die, die Zulässigkeit einer nochmaligen Ab- ftirnmung und woll'n bei der Verwaltungsbehörde Einspruch erheben, um cme Entscheidung ' dem Verwalt-" herbei zuführen. Hardie 6648 D Aus unserem Ermuri-S ortiment: Werbetrommel Bezirkavertreter: W.Blondlno Lassen Sie 05180 nachmittags gestattet. 6635 D 6637:1 Inserieren bringt Gewinn (int, WKW Sie warteten! s AUSVERKAUF spindel, 6543ss Solidität Olli Hier nur einige Beispiele: Betriebes. 6636a , 21.00 nammmaiÄe79-00'« BeHei8üiigsliaiisIlirSCilGieBen,Marlitsir. Inhaber Theodor Köhler 05260 '» tonte Eigenart *£3 Ludwigstraße 26 Aemsprecher 1639 6658 D NATIONAL ist das Kennzeichen der Gas-Geräte. Es ist eine Vereinigung widerstandsfähiger u. praktischer Konstruktion, langer Lebensdauer bei preiswerter Anschaffung sowie billigen JehnebnUb*» wlhrt Rueb oed mild wirkend Paket t 5 Pulver LIS, Schachtel t 10 Oblaten 130. Proipekto kosten), durch Otto & Co., fhttn. pbann. Laborat., Frankfurt 14 Hroze 1 Plttler-Bevolverbank E. R. L., 45 mm Spindelbohnmg, 1 Elnpllesterhabeler, Billeter & Klunz, 750x2000 mm, m. 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Hcidelberacr dement dement Karlstadt ■ • Wayß L Sreitag • 328 214,25 üiH bis bis 137 153,5 47,5 83 125 24.5 124.5 123,25 129,5 146.5 125 4 212 58,91) 117.75 II 485 12 15 8 12 10 7 8 0 0 0 16.6 168,94 23,03 108,83 59.42 2.675 112,84 81.22 72.10 12.511 73,47 a. TL ton sind zur Zeit Hapag und Lloyd, für den Lloyd sind annähernd 190 000 und für die Harn- burg--Amerika<-Linie rund 140 000 Registertonnen im letzten Vierteljahr in Arbeit gewesen. wenn der gut in Gang getomnWie Baumarkt nicht wieder in seine frühere Lethargie zurücksinken soll. Die Bedingungen, zu denen auf dem Hypothekenmarkt neuerdings ausländisches Geld an- geboten wurde, waren keineswegs besonders günstig; sie gingen vielfach über das auf dem einheimischen Markte gewohnte Maß hinaus, so daß man annehmen kann, dah Abschlüsse nur in geringem Umfange zustande gekommen sind. Es ist daher zu begrüßen, dah die Rentenbank-Kreditanstalt mit ihrer Anleihe in Amerika einen großen Erfolg gehabt hat. Für den Wohnungsbau sollen noch weitere ausländische Anleihen im Betrage von etwa 100 Millionen Mark ausgenommen werden. * Zur Frage der Rückgabe des deut- jchenEigentums. Zur Frage der Rückgabe des beschlagnahmten deutschen Eigentums, über die der Stellvertreter des Sekretärs des Schatzamtes Mills eine Erklärung abgegeben hatte, erfährt „World" aus Washington noch, daß folgende Gründe für ein beschleunigtes Vorgehen der Regierung in dieser Angelegenheit sprechen: Erstens lasse das Herannohen der Wahlen eine Rücksichtnahme der deutsch-amerikanischen Wähler angebracht erscheinen, die über die bisherige schleppende Behandlung der Eigentumsrückgabe verstimmt seien. Zweitens habe die Eigen- tumsoerwaltung zu Skandalen geführt, die während des Wahlseidzuges gegen die Regierung ausgenutzt werden könnten, falls die Frage bis dahin nicht völlig erledigt wäre. Drittens könne der Aufschub ihrer Erledigung infolge der starken Kongreßstim- mung für Steuerminderungen eine Komplikation herbeiführen. Werde nämlich die Steuerreduktion vor der Eigentumsrückgabe vorgenommen, so werde schwerlich der für die Eigentumsrückgabe erforderliche Betrag erübrigt werden können. * Zur Lage des Emissionsmarktes. In den letzten Tagen ist eine, wenn auch bescheidene, Belebung des Pfandbriesgeschaftes zu beobachten. Ob sich diese als von Dauer erweisen wird, läßt sich noch nicht übersehen. Tlan ist sich darüber klar, daß die Stagnation im Emissionsgeschäft nicht mehr tai Wirtschaft. Wochenbericht von der Frankfurter Börse 452 433 733 690 329 214.75 163 215,5 134 104 126,5 294 131.5 139 173 83 16,54 168,76 22,93 (08,43 59.18 2,605 112,42 811,90 71,80 12.451 73,14 anziehen. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Am hiesigen Produktenmarkt herrschte auch in dieser Woche große G e s ch ä f t s st i 11 e, trotzdem der Börsenbesuch verhältnismäßig gut war. Bei großer Zurückhaltung der Käufer und ermäßigten Auslandsforderungen erfuhr die allgemeine Tendenz eine erneute Abschwächung, und die matte Stimmung hielt die ganze Woche über an. Deutsches Brotgetreide blieb fast geschäftslos. Während sich Weizen noch einigermaßen im Preise halten konnte, mußten die Forderungen für Roggen um eine halbe Mark herabgesetzt werden. 2m Einklang damit war auf dem M e h l m a r k t vor allem Roggenmehl gedrückt, ohne daß sich nennenswertes Geschäft entwickelt hätte. Kleie lag unverändert flau, namentlich Roggenkleie war in größeren Mengen aus Westfalen, angeboten. Futter- und Rachmehle waren aber weiter gesucht. Erst in der zweiten Wochenhälfte konnte sich die Tendenz leicht b e- sestigen auf erhöhte Auslandsnotierungen. Für Kleie wurde die Haltung wieder etwas fester auf die Streiks bei den Mannheimer Mühlen, die auf die Mehle dagegen ohne Einfluß blieben. 145 126 126 133,5 156,5 466,5 442 730 330,25 162 214 132 100,75 287,5 129,4 142 J) 171,5 c 38 bis 44, d 30 bis 37. Färsen a b 58 bis 61, c 50 bis 57. Kälber b----- c 68 bis 73, d 58 bis 67. Schafe al 48 bis 50 a2 40 bis 47. b 32 bis 38. Schwnne a 62 bis 63, b 62 bis 64, c 62 bis 64, d 63 bis 65, Sauen 55 bis 59. 3m Vergleich zu den Rotierungen der Vorwoche gaben die Rinder 1 bis 2 Mar! und die Schafe 2 bis 4 Mark Preise nach, während Kälber gut behauptet blieben. Schweine dagegen konnten um 2 bis 3 Mark * Deutschland und der Weltschiff- b a u. Die soeben erschienene Liebersicht über den Weltschiffban im zweiten Quartal 1927 gibt von der Lage der Schiffbauindustrie ein erfreuliches Bild über die gesteigerte Schiffbautätigkeit Deutschlands. Rach dieser Schiffbauübersicht rangiert Deutschland an zweiter Stelle neben allen Schiffbauländern und zeigt eine erhebliche Steigerung des Baubestandes gegenüber dem vergangenen Jahre. Der deutsche Zuwachs an Dau- tonnage steht erheblich über dem Durchschnitt, und zwar kommt er direkt hinter England. Die bedeutendsten Auftraggeber der deutschen Werf- Frcmkfurt a.M.j Berlin Im Vergleich zu den Rotierungen der Vorwoche gaben Weizen und Weizenmehl je 25 Pf. und Roggen und Roggenmeh'l je 50 Pf. nach, ebenso war Roggenkleie 50 Pf. billiger. Alle anderen Preise blieben behauptet. Es notierten: Weizen 31 nom., Roggen 27.50 nom., Hafer (inl.) ” Hafer (ausl.) 23.50 bis 26, Mais 18.75 bis Weizenmehl 40.50 bis 41, Roggenmehl 37.75 38, Weizenkleie 13, Roggenkleie 14 bis 14.25. Im Mittelpunkt der spekulativen Geschäftstätigkeit stand wieder einmal I. G. Farbenindustrie, die gegen die vergangene Woche um ganze 26 Prozent anziehen konnten. Stimulierend wirkten dabei Gerüchte von neuen Verhandlungen der I. G. mit den Standard Oil Co. Stark verlangt waren dann noch die Zellstoff aktien auf ein neues Patent von Zellstoff Waldhvf zur »Herstellung einer woll- ähnlichen Faser aus der Kunstseidefaser. Waldhof gewannen daraufhin unter Schwankungen 14 Prozent und Aschaffenburg 10 Prozent. Für * E r n t e a u s s i ch t e n. Die Ernteaussichten für dieses Jahr werden bisher allgemein recht günstig beurteilt; insbesondere erwartet man für Weizen, Gerste und Roggen eine' übergute Mittelernte, (o daß aller Voraussicht nach von diesen Getreidesorten in diesem Jahr größere Mengen für den Export bereit aestellt werden können. Bekanntlich bewegte sich die" Getreideausfuhr im vergangenen Jahr in ganz bescheidenen Grenzen. Mit dem Schnitt des Getreides wurde in einigen Teilen des Landes unter günstigen Verhältnissen bereits begonnen. Der Mais ist in seiner Entwicklung infolge andauernder Trockenheit etwas zurückgeblieben, so daß Voraussagen für die Maisernte heute noch nicht gemacht werden können. Im allgemeinen hofft man jedoch auch auf ein günstiges Ergebnis der Maisernte. * Keine Steigern n,g der Baukosten mehr. Die Steigerung der Baukosten scheint den Höhepunkt überwunden zu haben. Während im Vorjahr dauernd eine Senkung der Baukosten eintrat, hat sich seit Jahresbeginn eine ununterbrochene Er- Höhung der Baukosten eingestellt, die so hoch wurde, daß man Befürchtungen für eine ruhige Entwicklung, besonders des Wohnungsbaues, haben konnte. Nach den neuesten Feststellungen ist im Juni eine leichte Senkung der Baukosten eingetreten. Dieser Rückgang erstreckt sich nicht nur auf die Richtzahleü für Baustoffe, sondern auch auf den Bauindex. Die Gründe für den Rückgang dürften wohl in erster Linie in Finanzierungsschwierigkeiten in Anbetracht der ungünstigen Lage des Emissionsmarktes zu suchen sein. I Es ist anzunehmen, daß die rückgängige Bewegung auch im laufenden Monate anhält. Auf jeden Fall wird eine Steigerung nicht mehr zu verzeichnen sein, da vor allem das Bauholz, welches bisher die Baukosten besonders verteuerte, billiger zu werden beginnt. W * Gruppe für Aufwertungsrecht. Anläßlich des 23. Deutschen Anwaltstages in Stuttgart ist aus den Reihen der Rechtsanwälta heraus die Gründung einer besonderen „Grupps für Aufwertungsrecht" erfolgt. Ihr sind in^ zwischen die meisten der schon bisher für die De-) strebungen zur Verbesserung bar geltenden Aufwertungsgesetze tätigen Rechtsanwälte beigetreten. Die „Gruppe für Aufwertungsrecht" soll einerseits der gegenseitigen Anregung und dem Austausch der Erfahrungen, andererseits der planmäßigen und verstärkten Fortführung des Kampfes für eine dem Recht entsprechende Regelung der.Aufwertungsfrage dienen. Rach Ansicht der in ihr vereinigten Rechtsanwälte genügen die die ®lettr otoerte betrugen die Kursbesserungen 6 bis 13 Prozent, für die M o ntan- papiere bis 13 Prozent und für die Banken auf neue Kapitalerhöhungshoffnungen bis 12 Prozent. Alle übrigen ©ffefteixmärfte hatten merttiche Kursbesserungen zu verzeichnen. Rur Autowerte waren kaum behauptet.Die Anleihemärkte lagen wieder fast vollständig geschäftslos. Ablösungsschuld ohne Opttonsschein waren etwas fester, aber Ablösung mit Auslosungsschein erfuhren eine Abschwächung, ebenso wieder die neue 5--Prozent-Reichsanleihe. Der Geldmarkt hat, wie schon berichtet, infolge der Medioliquidation wieder eine Versteifung erfahren. Namentlich Tagesgeld ist gesucht, während Monatsgeld etwas leichter wurde. Am Devisenmarkt war ein beträchtliches Devisen- angehot bemerkbar, da das Geld aus den Anleihen hereinsttömt. Die Mark erfuhr infolgedessen eine Steigerung. W-vchenberiÄt vom Frankfurter Lchlachtviehmarkt. Gegenüber der außerordentlichen G^chästs- ftilte der vergangenen Woche war das Börsengeschäft in der Berichts Woche in Anbttracht der Ferienzeit sehr lebhaft und »ieTe n- den- fest. Das schon einige Zeit zu beobachtende Bestreben der Spekulatton, die Ku^e zu steigern, hatte Erfolg, da das private Publi- kum, wenn auch nur sehr langsam und zögernd frer Geschäftstätigkeit der Kulisse folgte_ Die lange vermißten Kaufauftrag e a uli ö u te Deutschland sollen wieder, allerdings in noch beschränktem Maße, vorgelegen haben, und auch das Ausland hat sich wieder lebhafter am Geschäft beteiligt. Ramentlich aus Holland waren größere Käufe zu beobachten. Im Verlaufe der 2Doche schien aber von dieser Seite wieder größere Zurückhaltung geübt zu werd-n. Dem Willen, eine allgemeine Festigkeit der Tendenz herbeizuführen, kam die Entwicklung des Geldmarktes einigermaßen entgegen, mif dem endlich eine gewisse Entspa n nun g eingetreten ist; wenn auch infolge des Medio, ter im übrigen keine Schwierigkeiten bereitete, Geld noch ziemlich stark gesucht war. Die Erfolge der verschiedenen deutschen Anleiheemii- sivnen im Auslande hat aber in Börsenkreisen allgemein die . Hoffnung hervorgerufen., daß durch das infolge dieser Anleihen hereinfließende ausländische Geld der erschöpfte deutsche Kapitalmarkt wesentlich gestärkt wird und ter Geldmarkt merkliche Entspannung erfahrt. War in ter Vorwoche die Berliner Stadtanleiye em großer Erfolg, so stand ihr das Ergebnis ter 30-Milli onen-Dollar -Anleihe der Rentenbank-Kreditanstalt kaum nach. Deren amerikanische Tranche zweifach überzeichnet wurde. Die Auflegung der holländischen Tranche dieser Anleihe ist nun erfolgt, ferner hat die Bayerische Hypotheken- und Wechselbank eine Englandanleihe abgeschlossen, die Vereinigten Stahlwerke ihre Anleihe in Amerika, schließlich noch die Hannoversche Landes-Kreditanstalt und ter Ruhrverband je eine Gultenanleihe in Holland. Verschiedene wirtschaftliche und politische Rachrichten bedeuteten für das Börsengeschäft bemerkenswerte Anregungen. So wur- ten die Fortschritte ter deutsch-französischen Handelsvertragsverhand- Jungen von der Börse täglich verfolgt, und man ist jetzt von einem baldigen Abschluß eines langfristigen Handelsprovisoriums überzeugt. Auch wurden die Meldungen von der Wiederaufnahme der deutsch-polnischen Verhandlungen mit (Genugtuung ausgenommen. Als Zeichen ter inneren Konjunkturbelebung betrachtet man den günstigen Bericht über die Lage der deutschen Maschinenindustrie und vor allem aber das weitere Sinken der Erwerbslosenziffer. Wenig Einfluß schien dagegen die Ablehnung des dritten Kvh- lenpreiserhöhungs-Anttages durch den Reichskohlenrat auszuüben. Im Verlaufe erwies sich aber die Kursentwicklung nach oben als etwas überstürzt, und gegen Wochenende trat em merklicher Rückschlag ein, da von ter Spekulation Realisationen in größerem Maße vorgenommen wurden. Der Abwärtsbewegung der Kurse kam dabei die Enttäuschung zu Hilfe, die das C o m- munique des Rerchsbankpräs identen Dr. Schacht über die Reuh or ker Besprechungen verursachte, in dem er namentlich dementiert, daß Anleiheverhandlungen geführt worden sind. Auch versttmmte es, daß bei ter viel besprochenen Umwandlung der S ie m ens-Schucker twerke in eine Aktiengesellschaft den Aftiokaren von Siemens u. Halske kein Dezugsrecht eingeraumt wird, wenn man auch glaubt, daß trotz aller Dementis ein Elektrotrust in allerdings noch nicht absehbarer Zeit gebildet werden wird. Trotz der eingetretenen Abschwächungen blieben aber im Vergleich zu der Vorwoche noch ganz beträchtliche Kursgewinne erhalten. Berlin. 15 Juli. Mmcrttani'dje Vfoten . yctfliftiie Noten . . . Dänische Noten - • • Englische s)?otcn Äurs6' Mi-.ag Französische Noten ...... Holländische Noten...... Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterr-, 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten ...... Tschechoslowakisch- Noten . . Ungarische Noten...... gegenwärtig vorgeuommenen Verbesserungen der gröbsten Fehler des Auswertungsgcsetzes nicht; vielmehr wird eine durchgreifende Almgcftalfung, im Sinne der im sogenannten Bestschen Entwurf niedergelegten Grundgedanken, für erforderlich gehalten. FranHurter ^.^enZbörse. Frankfurt a. M., 15. Iuli. Das Geschäft an ter ' Abendbörfe war wieder sehr gering, die Stimmung aber weiter fest. Die Kurse bewegten sich zunächst im allgemeinen efsauer GaS....... Daimler Motoren Demao • ■ • Adlcrwerke Kleyer Ludw. l'ccire Nat- Automobil Lrcnsl.-in & Kovpcl . . . . Linke Hoiviann Leonhard Tietz. . . . . yamag»',1'e,iuin . . . . .. Franks. 9)< schlncu . . . . Gritzner • ■ . . . . . Hevligenstaedt FungbanS Lcchwerke...... . . Mainkraftwcrke Miau . . Nckarsulmer . Peters Union ...... Gebr. Roeder . ..... Voigt & Haeffncr .... Sndd Zucker <»clt> 4 19! . 8 68 117.29 '0.405 Frankfurt a. M. Berlin Schluß- Kurs Schluß!: Abend- börse Schluß. Kurs Schlußh Mittag hörte Datum: 14. 7. 15. 7. 14. 7. 15. 7. A. E G..........7 189 192 195.5 I9I.62 _ 201 2 »2.75 201,75 Elektr. Lieferungen . . . 10 186 18f,5 191,75 Licht und Straft......10 -01 .02 203.5 201,75 Felten & Guilleaume .... 6 145 114 144.25 145 Ges- f- Elekrr Untern . . 10 — 245.5 246 Hamb. Elekte. Werke ... 10 — 166,75 167 Khcin. Elektr.......8 172,5 — 173 172.5 Schlei. Elektr. ■ • ..... 10 — — 190.: 189.75 Schuckcrt ..........7 '00,75 — 203 203,75 Siemens & Halske .... 16 '87,5 -92,75 291 292,5 Transradio..........8 •- — 140,75 — 182 _ _ 124.75 126.5 126,5 126.5 Deutsche Erdöl.......6 159^ 164 161.5 161 Essener Steinkohle . .. . . • 8 Gelsenkirchener . r- 3- < Harvener... ......8 Hocsch Eisen.........8 175,5 214.5 176 -16 184 177 216.75 192 175,25 215.75 190 Ilse Bergbau ....... .8 182 — 285 2 7 4 Älöcknerwerke.......-5 - 1.6,75 176 75 175,2a KölN'Neucssen .....■» ’/s - — 190 187,7.> Mannesman» • - -f- xh I 4 |9$ 153 200,5 133,5 200 135 200.7.3 134.75 Oberschles. Eisend- Bedarf 0 . 107 *1065! 105,75 Oberschlcs. gokswerke . . .0 — — 105 Phönix Bergbau. f- V, I 3 Rheinische Braunkohlen . 10 131),ö 131,75 112,65 131.25 282.5 286 284,25 285 25 R^einstahl..........0 Riebeck Montan.....x .6 *'18 224.5 183 -21.25 176.5 224,3 180 Bereinigte Stahlw- f. V, 8 141.75 141 142 141.ö Ötavi Minen ..... 1 sh —— — 37,25 37,75 Kali Aschersleben.....10 178 184,5 18'.ü 185 KaliWcsteregeln ..... 10 188 193 190 192.75 Kaliwerk Salzdetiurth . . 12 — — 244 243,5 I. G- Farben-Industrie. 10 Dtznannt Nobel ......0 .07,25 ol6 310 151.25 316,5 153,5 Scheideansialt........8 — 220,5 — — Goldschmidt.........o 138.5 141,5 138 140.75 Rütgerswerke.......-0 M!"nllaef''tt choft 1p 105 106.5 100.75 10?.5 - Schluß- Kurs Schluß K. Abend» Jötie Schluß Kurs SülußK Witta-) Datum: 14 7. 15. 7. 14. 7. 15 7- 6eZ0 Dk. Rcichsanleihe v. 1927 Dt. Anl. Ablös. Schuld mit — — 86.9 Auslos Rechten..... — 297 — Dcsgl. ohne Ausles -Rechten 7°/0 Frankf. Hnp.-Bk. Eo.dpf. unkündbar dis 1932 .... — — 18 18 — — — 4,/-2% Nheinische Hhp -Bank yiqu -Goldpf .... AEG abg. Borkricgs-Ob- — — — — ligationen, rückzahlbar 1932 — — — 4% Schweiz. Bundesb.-Anl. — — — — 4% Oeslereichische Goldrte. . '— -- — 4,20°/st Ocsterr. ich. Silberrtc . —— — — ■ 4u/0 Oesterreich, einheitl. yttc — — — 4°/0 Ungarische Goldrte. . ; — — 26.9 25,4 4°/o Ungarische Staotsr. ü 1910 — — — 4',j% deSgl. von 1913 . . . — — 24.25 —* 4% Ungarische Kronenrlc . . — — 1.4 — 4°/, Türk. Zollanlcihe v 1911 4% Türk. Bagdadbahn-Anl. 14,4 — 14,5 Serie 1. ....... 4°/0 desgl. Serie N • — 18,6 — 16,6 — 4°0 Rumänen convcrt. Site. 41 " n Rumänen Goldanl. . — von 1913 - • • — — — — Allg Deutsche Eisenbahn .4*/: Hamburg-Amerika Paket. .6 Samb.-Südam Damplsch. 8 145 150 89.5 146,9 232.25 89.25 149.5 234 211.5 150,25 152.5 157.5 254.5 186 245.5 169,75 165,75 175 75 259 148 5 Hansa DamvfschUi • • • • ® Norddeutscher Llovd • • 6 Allg. Deutsche Crcditanst.. 10 Bacin:r Bankverein 10 146 152 157 150.9 152.5 152 147.5 153 157.9 Berliner Handclsydellsch^ 12 Commerz- und Privat-Br. 11 Darmst. u- Nationaldank. 12 Deutsche Bank..... ■ 10 Diskonto-Gcscllschasi Ant. 10 Dresdner Bank • • ■ ■ lo Mitteldeutsche Creditbank . 9 Metallbank..........« 186 -43 168.5 165 174 149,75 186 246,75 170.5 165.25 175 5 254 i49 186 245.5 169,25 165 75 175,4 252.5 .49.75 Rcichsbank . • ■ 1 - 14. Juli. 15. Juli. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld । Brief Amft.- Rott 168,58 1 169,92 168,56 168,90 Buen-AircL 1,788 1,792 1,787 1,791 Brff.-Antw 58,53 58,65 58,54 1>8,66 Christiania 108,64 109,86 108,62 108,86 Kopenhagen 112,51 112,73 112,51 . 112,73 Stockholm . 112,64 112,86 112,64 l12,85 HclstugforS. 10,602 10,622 10,60 10.62 glatten . . . 22,86. 23,905 22,893 22,935 London. . . 40,43 20,47 40,426 20,466 Neuyork . . Paris.... Schweiz .. 4,2085 4,2165 4,2085 1,2165 16,47 16,51 16,47 16,51 80,99 Dl.15 40,97 -1,13 Spanien . 71,9h 72,10 72,03 72,17 yapan . . - Mo de Jan- 1,985 1,989 1,985 1,989 -.494 ■1,496 0,496 0,498 Wien tu D-- Oest. abgcst Prag .... 59,25 12,474 59,37 12,94 59,25 12,478 -9,37 .2,593 Belgrad . - 7,408 7,424 7,108 7.422 Budapest. - Bulgarien <3,34 1,042 73,48 3.048 <3,34 3.04» .3.48 „045 Lissabon - - 40,78 20,82 20,78 Danzig. . . 81,55 81,71 81,52 81.68 ',164 .Konstantin. 2,158 2,162 2,160 Athen. . . 5,664 5,676 5,594 (Sanaba . 1,200 1,209 4.202 Uruguay - 1.136 4.144 4,136 4*144 Cairo P 95 0 99 | 98 .1.02 ' « bis :€ Beachten 6656 D 6653a S Rudolf Rüdiger,Walltorstraüe B i Böte» 6664V einzuzeichnen. XWW Bminifluno WGle8e»».Mge8..MW melden. 6639V ZU SmeMklMkUU 6682D empfehle s Einziehung vornehmen. 6642D Femaorecher 1659 93c ^aat?ey6s«©®®eeeee®