Nr. 63 Erstes Blatt 177. Jahrgang Mittwoch, 16. März 1927 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvetzt mit Bayern darüber, was den 640 Millionen Posiab- sindung des Jahres 1920 heute entspricht. Wenn wir entsprechend dem Dorschlage Preußens zur gegenseitigen Aufrechnung schreiten, werden nur auch An s p r ü d) e des Reichs finden. Auf die Durchführung der Realsteuergesetze hat das Reich keinerlei Möglichkeit einzuwirken. Wir beabfidjti- gen aber, in dem Reichsrahmengesetz für die Grund- und Gewerbesteuer eine Grundlage zu schaffen. Abg. Pfleger (Bayr. Vp.) erkält. von Sondcrveryandlungen mit Bayern könne gar leine Rede fein. Die Regelung Der Di erst euer 1925 sei nur unter Vorbehalt erfolgt. Bayern könne allo noch neue Ansprüche geltend machen. Der OleDner spricht seine Befriedigung Darüber aus. daß auch Der Sozialdemokrat Dr. Hertz die Gemeiirde- gctränkesteuer als unentbehrlich bezeichn.! habe. Man könne sich allerdings den Bedenken Der Gewerbetreibenden nicht ganz verschließen. Vielleicht könne man die Steuer wenigstens für V-.r schon bei den Brauereien zusammen mit der Berste uer bzw. bei dem erheben, der daS Bier in Die Gemeinde einführt. Staatsrat v. Wo 1 ss erklärt. Bayern habe eine Erhöhung des Anteils Der Länder an Der Einkommen- und Körperschaftssteuer von 75 auf 90 Proz verlangt und Halle daran fest. Die 45 Millionen Biersteuer für Bayern sollen durchaus feine ewige Rente fein, sondern nur eine Hüchstgr. ize. Maßgebend bleibe nach tote vor d'r Prozentsatz Der Beteiligung Bayerns an Der Viersteuer Abg Seiffert (Völk.) lehnt ein weit Provisorium ab unD forDert einen endgültiger Finanzausgleich An Den Preisen habe man von Der Senkung Der Umsatzsteuer gar nichts gcmvft. Man solle Die Steuer wieder erhöhen Auch S-kt- fteuer und Vrannttoeinmonopol könnten mehr erbringen. Die HauszinSsteuer müßte abgefcfcaffl werden. Abg Keinath (D. Vp.) verlangt einen V e- ginn der öteuermil&erung. Auch Der Abbau Der Real steuern nxrrDc erst Durch- geführt werden, wenn daS Reich einen Druck ausübe. Der Redner begründet feinen Antrag, der nur eine Sollbestimmung vorletzt. macht fedvch darauf aufmerksam, daß diese milde Form mir bestehen bleiben könne, wenn die Länderregieruu- gen befriedigende Erklärungen abgebcih Die Deutsche Volkspartei mache jedoch Davon ihre Stellungnahme abhängig Preußischer Landtag. Berlin, 15. März. Aach etwa dreiwöchiger Beratungspause nahm Der Preußische Landtag heute seine Plenarsitzungen wieder aus. Als einziger Punkt stand auf der Tagesordnung Die 'Benähme unnutz, habe sie Ergebnisse, so sei es immer noch Zeit, zu prüfen, ob Frankreich sich ihnen an- schließen könne. Der „Gaulois" schreibt, Frankreich würde seine überseeischen Besitzungen koinpromiitieren Durch Ausgeben seiner Hauptthese von Der Verbundenheit Der Bewaffnung zu Land, zu Wasser und in Der Lust und von den „potcntielx de guerre Das „Oeuvre" nennt Das Problem der Entwaffnung ein unteilbares Ganzes, Das in seiner Gesamtheit allen Ländern gemeinsam sei. Das Blatt lehnt die Beteiligung an der Konserenz ab. Der „Temps" schreibt: Man kann incht die Auffassung vertreten, daß einigen großen Seemächten allein die Entscheidung über die Be- hcrrschung des Meeres nach ihrem Belieben zuer- ieilt wird, da vom Meere die Unabhängigkeit, ja die Existenz aller zivilisierten Nationen abhängt. Es ist auch nicht möglich, eng miteinander die Sec- und LandrÜstungen zu verbinden, menrt man anerkennt, daß man Dem „polenticl de guerre" aller Nationen Rechnung tragen muß, um in gerechter Weise die Aktionsmittel feder Nation einzuschränken. Hierin liegt die entscheidende Einwendung gegen die amerikanischen Vorschläge. Es erscheint schwierig, daß Frankreich irgendeine moralische Verantwortung übernehmen kann, dadurch, daß es sich einem derartigen Unternehmen anschließt. Das „3ournal deS Debats" schreibt: QBerm die französische Regierung glaubt, einen Beobachter zu Den Beratungen Der Seeabrüstungskonferenz entsenden zu sollen, wird sie ihm vvr- schreiben müssen, die größte Reserve zu betoabrer. um alles zu cermeiDen, was alS eine Zustimmung erscheinen könnte, llebrigeitS wäre es unter Diesen ÜntftänDen ein Vorteil, wenn Frankreich Durch einen Marinesachverftän- Digcn vertreten wäre Der in Der Lage wär.', genau zu beobachten u.iD sich gut zu informieren. „Nichts alsAnregungen!" Ter Bericht der Genfer Abrüftungskommijfion. Genf., 15. März. (MTB.) Das Rats- fomitce für Die Vorbereitung Der Abrüstungskonferenz hat heute abenD feinen Bericht an Den Ra t über Artikel 11 DeS Völkerbunds- Paktes fertiggcßdll unD beschlossen, feine Tagung vorläufig zu unterbrechen Der heute genehmigte Bericht hat Den in Der Debatte gegebenen Anregungen in weitem Maße Rechnung getragen. An Den Vorschlägen zur Verhinderung akuter Kriegsgefahr, Die u. a. schleuniges Zusamrnen- treteii Dcs Rates Durch telegraphische Aufforderung Des Ratspräsidenten. Schaffung einer neutralen Zone, See- unD LuftflotlenDemonstralio- nen vorsehen, ist inhaltlich zwar nichts geändert worden, aber Durch Die neuen Formulierungen wirD Der bindende Charakter dieser Vorschläge noch weiter abg e schwächt und die vollkommene Entschließungsfreiheit des Rates betont Andererseits wird aber auch Der Souveränität Der einzelnen Staaten, hauptsächlich aus englische und italienische Anregung hin. in erhöhtem Maße Rechnung getragen. Das gilt insbesonDere für Die neue Formulierung in bezug auf Die Schaffung einer neutralen Zone. Desgleichen tourDc Der Vorschlag von Luftflottcndcmvnstraiio- nen wesentlich abgeschwächt. inDem an die Anwendung in.der Vergangenheit erinnert und dann bemerkt wird: „Cs ift möglich, daß Luslflotten- Dcmonftrationen in vernünftigen Grenzen berncht werden können." Schließlich wird in dem Bericht unter Berufung auf Die sehr allgemein gehaltene Fassung des Arlllels 11 Der GrunDsatz ausgesprochen. Daß Der Rat im Falle DrohenDer Kriegsgefahr alle Maßnahmen ins Auge fassen kann, Die nicht als Kriegsmahnahmen gegen Den eines Vorstoßes schulDigen S'.aat auf- gefaßt werden können. Außerdem wird nochmals betont, daß alle in dem Bericht aufgezählten Maßnahmen nichts als Anregungen dar- stellen. Lupen-Malmedy. Zaspar lchnl jedeTcbatte über die Nnäqabc dcr deutschen «reise ab. Brüssel. 15.März. (0B5"B.i 3er f:,ia- listische Abg. Somerhausen interpellierte in Der belgischen Kammer über Die Politik Der belgischen Reg.erung gegenüber Öen einuerleibten Kreisen Eupen unD Malmedy. M.nisterprä ident Jasper antwortete, er hätte geglaubt, daß Der VorreDner übet die Art unD V>e:le interpellieren wollte, wie Belgien Diese Kreise verwalte. Die Rede Eomerhausens entspreche aber nicht Dem Wortlaut Der Anfrage. Die Lage Der beiDen Kreile sei fest gelegt unD e n D g ü 11 i g geregelt Jasper fuhr fort: .Ich spreche im Damen uer ganzen Regierung aus, diese Kreise sind belgisch und werden es bleiben! Unter Wille in dieser Sache entspricht dem Beschluß des Völkerbundes, der festgestellt hat. daß die Volksabstimmung in den Kreisen Eupen und Malmedy rechtmäßig und unverfälscht gewesen ist. und daß t> e deutschen Anschuldigungen Velg.enS hinsichtlich dieser Qlb- ftimmung durch nichts gerechtfertigt waren. Somerhausen will den Verialller Vertrag und das Locarnoabkommen durchbrechen Wir können ihm nicht folgen. Die Haltung der belgischen Regierung wird sich nicht durch die Haltung einer kleinen Minderheit hindern lassen, die mit den deutschen Rationalisten offenbar in Verbindung steht. Sie (Somerhausen unD feine Anhänger) sind, ohne cs zu wollen, die Verbündeten her kriegslustigen Junker." die veutschen in Süöflmmen. Eigener Drahtbcricht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 16. März. Bei Beratung dc» Budgets des LInterrichtsininisters in der serbischen Skuplchtina hatte sich dec Führer der Deuiscken Partei, Dr. Stephan Krafft, für Die kulturelle Autonomie Der in Sübslaw.en lebenden Deutschen eingesetzt unD Dabei scharf die Schulpo.itil Des Winistcrs Pribitschewitsch angegriffen, Der Die WlnDerhe.tSschulen. nachdem ihre Schülerzahl künstlich heraogetzrückr worden sei. nacheinander habe schließen lassen. Pribitschewitsch hatte daraus in persönlicher- Sache Die Bemerkung gemacht. Daß Die Deutsche Minderheit in Südllawien nicht besser behandelt werden könne, alS die slawischen Minderheiten in Oesterreich und tie Wenden in Der Lausitz. Gegenüber Dieser Ungeschicklichkeit des Ministers ist Daraus hinzu- weisen, daß noch nie ein Lauscher Wende, well er seine Rationalität betont, Prügel bekommen oder gar halb tot geschlagen worden ist, wie z. B. Der AbgeorDnete Krafft im Sebruar 1926. Krafft erwiderte, die Deutschen in Südllawien feien feine politischen Geiseln. sondern gleichberechttgte Staatsbürger, die auch ohne Rücksicht auf Die WinDerheirenpolitik in anDeren Staaten ihre Rechte gcL cnD machen könnten. 3m übrigen handelt es sich bei Der Bemerkung PribitschewitschS Doch wohl nur um Die Entgleisung eines c.nzelnen Ministers, Dessen DeutschseinDlichkeit Eelannt ist. Denn in Aeu- ßerungen führenDer süDllawilcher Politiler ist Der Wunsch unD Die RotwenDig'eit einer Deutschfreundlichen Außenpolitik Sudflatoiens in der lctzlen Zeit des öfteren zum Ausdruck grkommm. Eine solche Außenpolitik kamt aber nur über eine d e u t f ch - f r e u n d li ch e Minderheitenpolitik zum Erfolg führen. tatvng des KultusetatS. RegierungSvertre- 1er erklärten u. a., Mr; das Ministerium >ur leit nicht in her L'age fc., eine andere Regelung des Lastenousgleich-ö bei den Schullasten herbei- zuführen. Die Frage Der Trennung von Kirche und Staat werde noch den Gegenstand späterer Verhandlungen bilden. Sn der allgemeinen Aussprache wurde von deutschnationaler Seite heftige xritit an der Tätigkeit des Kultusministers Dr. Lecker geübt, dem die Fähigkeit abgesprochen wurde, diesen Posten zu bekleiden. Die Aus' Ivrache wird am Mittwoch fortgefe.h,t. OieInvalidenversicherung ' Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 16. März. In den Verhandlungen des Reichstages, die neben lern Plenum einhergehen, steht der große Komplexer Finanzfragen im Vordergrund. Bisher ist es noch nicht gelungen, die Regierungsparteien in diesen Dingen unter einen Hut ;u bringen. Das liegt einmal daran, daß jede Parte: die Taschen roller eigener Wünsche mitbringt, die natürlich alle Geld tosten, daß sie aber starke und stärkste Bedenken hat, sobald die anderen Wünsche Vorbringen. Eine' besondere Rolle spielen bei diesen Finanz Verhandlungen in den Ausschüssen augenblicklich die Fragen, di'e mit der Invalidenversicherung Zusammenhängen. Sie sind akut yeworden. seit dem sich herausgestellt hat, daß die Einnahmen her Reichsveriorgungeanstalt für die Inoolidsnoer- sicherung nicht mehr ausreichen, um den bisherigen Stand der Leistungen aufrecht zu erhalten. ' Raä; zuverlässigen Angaben ist deshalb eine E r - Höhung der Beiträge um 15 Prozent erforderlich. Außerdem hatten mehrere Parteien noch meitergehende Leistungswünsche vorgebracht. Das Reichsarbeitsministerium plant eine SOprojentige Steigerung der Altersbeiträge und die Erhöhung der Sätze für die Witwen von Invaliden über 65 Jahren. Das Zentrum will aber noch weitergehen und eine Erhöhung der Sätze für alle Rentenempfänger durchdrücken. Sn Kreisen der wirtschaftlich interessierten Abgeordneten denkt man hierüber naturgemäß recht skeptisch. Und zwar deshalb, toeil einmal eine Erhöhung des Reichs Zuschusses erforderlich wäre, der auf 100 Millionen jährlich geschäht wird, ferner mühte aber auch eine weitere zehnprozentige Erhöhung der Beiträge eintreten, die sich also insgesamt auf 25 Prozent stellen würde. Außerdem weist man aber in diesen Kreisen darauf hin. daß die Snbali'Jen« Versicherung nur einen Aus'lchni'.: aus der großen Fülle von Forderungen darstellt, dir uns noch sehr viel Geld kosten werden, ohne daß man im Augenblick weiß, wo man es hernehmen soll. Es ist vielleicht ganz interessant, diese Probleme einmal nüchtern avfzuzählen. Da ist zunächst die Rotwendigleit einer Erhöhung beS Wohnungs' geldes für die Beamten, die bereits versprochen ist. ferner die seit zwei Sahren latente Beamten- besoldungsresorm, bann die Regelung der Li- guidationsschäden, die Aufwertung, die Anleiheablösung, deren Kosten beiläufig auf die Kleinigkeit von 120 Millionen geschäht werden, ferner die 5ürforfle für die Kriegsbeschädigten und schließlich sind auch gewisse Forderungen für Bedürfnisse deS besetzten Gebietes zu erwähnen, die man auf etwa 60 Millionen veranschlagt. Man sieht also ohne weiteres, wie umfangreich und schwierig die Lösung der Finanzproblemc ist. Es ist deshalb auch natürlich, daß die Parteien noch nicht zu einer Einigung gekommen sind. Mittelstandsftaqen im Reichstag ' Berlin, 16. März. (DDZ.) Auf her Tagesordnung steht die Fortsetzung her zweiten Lesung des - Haushaltes des Neichswirtschaftsministeriums. Abg. - Diener (Du.) weift darauf hin, daß nach den Er- * gebniffen der letzten Berufszählungen die Zahl der , Selbständigen immer mehr zurückgehe. Er führt -das darauf zurück, daß die öffentliche Hand zu stark als Unternehmer in das Wirtschaftsleben ein-- greife. Dabei fei der Mittelstand das Element des jozialen Ausgleichs das man doch nicht zerstören dürfe. Schwer geschädigt werde da? kleine Gewerbe auch durch die Krebitnot. Der Redner fordert einen Staatssekretär für das Handwerk im Wirtschaftsministerium. Da dies noch nicht durchzusetzen sei, begnügt sich der Redner mit dem gemeinsamen Antrag, der nur einen Ministerialdirektor verlangt. Die Schädigung der Geschäftsleute durch die Dec kaufsstände auf den Bahnhöfen müsse aufhören. Abg. Deythin lD. Bp.) beantragt, den Rückzahlungsdienst für die Mittelstandskredite mit Rücksicht auf die Rotlage im mittelständischen Wirtschaftsleben hinauszuschieben und in dem gleichen Sinne auf die Länder einzuvirken. Der - gewerbliche Mittelstand habe auch heute noch seine Daseinsberechtigung. Durch die wiederkehrende Achtung vor dem Gesetz und durch die Währungssestigung habe er sogar wieder neuer. Boden gewonnen. Dringend nötig sei eine Saften- Verminderung für Handel, Handw-'rl und Gewerbe. Manche neue Wettbewerbsarten seien bedenklich. So die Konsumkrediikinanzierung. Größter Wert fei auf Hebung des Bar- Verkehrs zu legen. Der Zugabeunsug tu?r- d ene Betau Pfung. Be Aenderung Der Gewerbe-- rrhnur.q müsse verboten tverden der Hausierer- -mäßige Bert rieb von orientalische:'. Teppichen usw. * bg Sommer (Ztr.) begründet feine Snter- 'M' die besonders auf die Konkurrenz der R<■ chsdr uckerei für das Buch, dru - -werbe hinweist Solche Eingriffe in die P-nra «wirtschaft müßten verboten werden. Die * -"'Ti fragt: „Sft die Reich-regierung i'ete'J lolrl- Be'riebsgrnndungen auf das urt- nedingt notwendige Maß zu beschränken und v? -Li'n-.e auf die Länder einzuwirken Welche ■ ‘‘"f । ngen haben die vom Reichsjustizminister um '.uqp'r it 'u Maßnahmen zur Einschränkung des w'rtschet :।di-’n Wettbewerbs der Strafanstalten ehabt?" 9(Hg. Brüll ("Sem) fordert von der Sn' dustrie Aufhebung ihrer Werkware'Häuser von ar Eeie"geb"ng Berbot oes Zugabeunw-esen-, Redner bekämpft gleichfalls die Bahnhofs- Rcichswirtschaftsmiilistcr Dr. Curtlvs rJärt die Planwirtfuiajt fe> lein AUhe.sintttel. in Widerspruch in sich sei es. wenn man gleich g Ar - t ehnerhahu g und Arbeitszeit- r.'irzunq obre auch Produkl onssteigerung ''er ngc. Frau Sender Soz.: Llfto find ä c g-g*n :.'de Lohnerhöhung? Davon, so er '•‘-.Ht"ö.-r Mmistcr. habe ich nichts pefagt. Das 7.« r/isterium mach: seine Polt'.k auch nicht ab- hängig von der Stellungnahme der Snt.r>"äea- rrganifationen. Den Demokraten muß ich doch erwidern D'e 5°- * el -ert ag ol't ! Haber tr r mit Ihnen zwölf Monate lang gemeinsam betrieben. Erst seit zwei Monaten hoben mir uns — leider — von der Demokratischen Partei trennen müssen, und in dieser Zeit ist da.- Wirtschaftsministerium ebenso aktiv gewesen wie vorher. Unsere Handelspolitik wird auch weiterhin auf Herabsetzung der Industriezölle gerichtet fern. Wir müssen zunächst einmal eine gewisse Konsolidierung in den anderen Ländern und den Abschluß der Weltwirtschaflskonferenz ab« warten. Zur Frage der Subventionen erklärt der Minister: Die Gesamtsumme der Darlehen beträgt 36,5, die der Garantien 119, die der Re.chsbürgschasten 369 Millionen einschließlich der Russengarantie. «Hör:! Hört!) Also verhältnismäßig viel gegenüber den Leistungen anderer Länder. Für das Zündholz^eletz hätten die Demokraten selbst den Stein ins Rollen gebracht. Die Handwerksordnung sei ben Ländern zur Stellungnahme zugegangen. Sie werde im Laufe des Jahres Gesetzeskraft erlangen. Der Minister schließt mit dem Hinweis, daß durch die Rationalisierung die mittleren und kleineren Betriebe nicht erdrückt worden seien. Abg. Loibl «Bayer. Dp.) beantragt, die Betriebe des Reichs und der öffentlichen Körperschaften mit Ausnahme der gemeinnützigen Ter- sorgungsbetriebe auf das Mindestmaß zu be» schränken. Der Mittelstand sei es. der die Arbeiter durch die Zeit der Arbeitslosigkeit hindurchbringe. Die Steuern mühten ermäßigt werden. namentlich für die Landwirtschasl. Sn der Einzelaussprache fordert Abg. S i - mon-Franken (Soz.) einen Gesetzentwurf, der die Unternehmer verpflichtet, dem Statistischen Reichsamt auf produktionsstatistische Fragen wahrheitsgemäße Auskunft zu geben. Abg. Sinn (Z.i fotbert Steuerkontrolle für den Hausierhandel. Abg. Frau Dr. Lüders (Dem.) fragt, mit welchen Summen sich die Privatindustrie auch am Reichskuratorium für Wirtschaftspolitik beteilige und wünscht eine rationelle Förderung der Hauswirtschaft durch das Kuratorium. Damit schließt die Aussprache. Es folgen die Abstimmungen. Das Gehalt des Ministers wird bewilligt, desgleichen bis auf einzelne zurückgestellte Titel der gesamte Haushalt. Auf Antrag des Aus- jchuffeL wird der Beitrag zur Hebung der Wirtschaftlichkeit der gewerblichen und industriellen Produktion von 1,2 auf 2 Millionen, der für das Institut für Konjunkturforschung von 60 000 auf 100 000 Mk. erhöh«. Dreiviertel Millionen für Förderung des Außenhandels werden auf Vorschlag des Ausschusses g.-strichen. Dos Zündholzgeietz und verschiedene Anträge der Parteien werden den zuständigen Aüs- schüssen überwiesen. Dis Rctttonatftierung der Kundschaft. Die Aufgabe des LinzelhandetH. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 16. März. Die gestrige Tagung des Reichskuratoriums für Wirtschaftlichkeit, das bekanntlich von der Wirtschaft als Zentralstelle für alle Bestrebungen zur Erhöhung des Wirkungsgrades unserer Wirtschaft zusammen mit dem Reich geschaffen worden ist. ließ die Praktiker auf den verschiedenen Geoieten über die von ihnen gemachten Erfahrungen in der Rationalisierung zu Worte lommen. Hierin lag gerade der Wert der Tagung, daß man von der grundsätzlichen Behandlung des Rationalisierungsproblems absah, und dadurch erreichte, daß durch die Besprechung der Rationalisierung in derPraxis sich die Voraussetzungen an die eine erfolgreiche Rationalisierung von nachhaltiger und dauerhafter Wirkung geknüpft sein muh. klarer herausstellten. Denn es wurden auch die Schwierigkeiten und Hemmungen erörtert. Allgemein trat die Ansicht zutage, daß mit einer Rationalisierung der Produktion, die in erster Linie auf E r s p a rn i s s e ausgeht, die Rationalisierung Der Kundschaft verbunden sein muß. Unter Rationalisierung der Kundschaft versteht man daS Streben, die Kundschaft mit dem vereinheitlichten und vereinfachten Erzeugnis zu befreunden und sich damit einen dauernden Absay zu schaffen. Sn diesem Zusammenhänge kam dem Vortrag des Oberregierungsrates Tiburtius besondere Bedeutung zu, da er sich mit der Rationalisierung des Einzelhandels beschäftigte, der dem Abnehmer am nächst«', liegt. Gerade bem Einzelhandel kommt es zu, genormte Waren, soweit sie sich als Verbesserungen Herausstellen, der Kundschaft zu empfehlen, und dadurch die Normungsbestrebungen der Sndustvie zu unterstützen. Grenzen find allerdings auch hier durch die Individualität des deutschen Käufers gesetzt, der nicht in dem gleichen Maße zu Seriensabrikaten neigt, wie beispielsweise der Amerikaner. Eine der Hauptaufgaben der Zukunft auf dem Gebiete der Rationalisierung ist her Dienst am Kunden. Verständigung über das Arbeitszeitnotgesetz? Xe Hin, 15. März. (Priv.-Tel.) Die Be- mühungen um Herbeiführung einer Verständigung unter den Regierungsparteien im Reich in der 5luge des, Aröeitszeftnotgesehcs scheuen nunmehr von Erfolg gekrönt zu fein. Die bisher im § 11 Absatz 3 bet Verordnung vom Rovemder 1923 enthaltenen Bestimmungen über bic Mehrarbeit, die in der Regiernags- botlagc «ortgefallen sind, sollen nun in einer etwas anderen Form in den § 10 der Reg erungsvorlage übernommen werden. Auch in der Frage der Festsetzung des L o h n - Zuschlages für Mehrarbeit dürfte eine Formulierung gefunden werden, der sämtliche Koalftwnsparte-en Auftimmen werden Zu erwähnen ist noch, daß sich nunmehr auch die d e u t s ch n a t i o n a l e n Arbeiter :n der Frage zum Wort melden, und zwar fordert der D. n: sch nationale Arbeilerbund in einer Ent- sch'.Rung eine Regelung derart, daß DL sogen, freiwillige Mehrarbeit n.cht mehr unter Zuhilfenahme to.rtscha'ftüchen Druckes erzwungen werden kann, w.e es jent in weitem Umfange ge- schchc. Auch die pflichtw: fe Festlegung einer Hoher" ezahlung der übet die 43 Stundenwoche h.nausgehende i Mehrarbe ft wird von- en deutsch- nationalen Q[tb<- tern verlangt, die insbesondere an die deutschactionale Parteileitung appellieren, indem sie daran erinnern, daß bic Deutsch- nationale Partei bei bet Regierungsbildung ihre Silage zur Schäftung dieses Gesetzes gegeben Handwerksbetriebe der bieichsdahn. Der oolksparteiliche Abgeordnete Dr. Riepoth hat folgende Anfrage :m Landtag cingedracht: Wie bekannt geworden iit betreibt dieReich - bahn in Friedberg unter Leitung des dortigen Betriebs- omtsvorstehers eine Weberei, in der Web waren hergestelll werden, die anders Dienststellen von der in Betracht kommenden Industrie beziehen. Die Vorbereitung der Wedketten erfolgt in der staatlichen Webfchule in Lauterbach. Es beharr keines Beweises, daß die Einrichtung eines Webereibettiebes nicht im Aufgabenkreis-der Reichsbahn liegt, und daß durch eine derartige Maßnahme bic einheimische Industrie und das einheimische Gewerbe geschädigt wird. Ist die Regierung bereit, ihren Einfluß bei der Reichsbahn geltend zu machen, damit der Webereibetrieb in. Friedberg eingestellt wird, insbesondere ist die Regierung bereit, die Leitung der aus staatlichen Mitteln unterhaltenen Web schule in Lauterbach anznwesien, die Anfertigung der Webkotten für die Reichsbahn zu unterlassen? Aus bem Finanzamts,chutz des Hessischen Landtags. Dar m ft a b t, 15. März. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtugs nahm feine Beratungen des Staatsvoranschlags bei Kap. 18 (Landtag) wieder auf. Es wurden bei dieser Gelegenheit Wunsche her Presse nach einem Zimmer besprochen: man kam zu der Ueberzeugung, baß die Raumnot im Landtag, unter der auch die Bibliothek unb anderes leiben, nur durch einen Anbau beseitigt werden könnte, der aber gegenwärtig nicht durchzufüh- ren ist. Das Kapitel wurde angenommen. Zu Kapitel 19 (Staatspräsident) ha« Abg. Dr. Leuchtgens einen Antrag eingebracht, die Zahl der Veamtenstellsn zu vermindern, sowie die Registratur und bic Buchhaltung allmählich mit einer onberen Behörbe zu vereinigen. Dieser Antrag sowie ein weiterer Ersparungsantrag bes Abg. Kindt wurden ^bgelehnt und bann bas Kapitel gegen vier Stimmen angenommen. Zu Kapitel 20 (S H als- o e r l a g s f o n b s) hat Abg. Dr. Leuchtgens einen Antrag eingebracht, die „Darmstädter Zeitung" als Einrichtung des Staates aufzu- heben unb die Einnahmen und Ausgaben dafür zu streichen. Dieser Antrag wurde gegen 4 Stimmen abgelehnt. Ein Antrag Storck unb Gen. die Einzelausgaben unter Titel 1 dieses Kapitels unter sich übertragbar zu machen, wurde ebenfalls abgelchnt: das Kapitel selbst wurde angenommen Bei Kav. 21 (Auswärtige und R e i ch s v e rh ä l t n i f s e usw.) wurden Mitteilungen gemacht über die Frage der-B esetzungdeshesslfchenGesandten P-o ft e n in Berlin. Der jetzige Gesandte, Herr von Biegeleben, wird demnächst in Urlaub gehen und bann in ben Ruhestand treten. Ihn wirb künftig der zweite Beamte der Gesandtschaft, Ministerialrat Dr. Eduard, vertreten. In besonderen Fallen soll ein kommissarischer Vertreter ober ein Minister in Berlin anmefenb sein. Die Neubesetzung bes Postens soll bis nach den Landtagswahlen im Herbst hinausgeschoben werden. Das Kapitel wurde einstimmig angenommen. Die Kapitel 18 bis 26 wurden ohne Debatte genehmigt. Die Auseinandersetzung in der Kuomintang. London, 15 März. (Wolfs.) Sm Gegensatz zu anderen hier vorliegenden Meldungen will der Berichterstatter des „Daily Expreß" in Schanghai wissen, daß die K o m m u n i st e n gegenwärtig innerhalb der Kuomintang die Oberhand gewonnen hätten und daß General Tschang- kaischek so gut toi*» unterlegen fei. Reuter meldet ferner aus Hankau: Die Zentral-Exekutive der republikanisch - revolutionären Partei, genannt Kuomintang, hat beschlossen, die bisher von T s ch a n g ka i s ch e k beklebten Posten des Vorsitzenden des politischen Rctt's, des Hauptausschusses und des Militärischen Rates abzuschaffen und an ihre Stelle einen aus mehreren Mitgliedern bestehenden V o r st a n d zu sehen. Tschangkaischek wird einfaches Mitglied des Militärischen Rates. Erst die Zukunft wird zeigen, ob durch diese Veränderungen her Einfluß Tfchangkcülcheks vermindert worden ist. Kleine politische Rachrichten. Anläßlich des Ablebens des lettländikchen Staatspräsidenten T s ch a k st e hat der Herr Reichspräsident der Witwe des Verstorbenen in herzlichen Worten seine Teilnahme telegraphisch übermittelt. Ebenso haben der Reichskanzler dem lettländischen Ministerpräsidenten und der Reichsminister des Aeußern dem lettländischen Minister des Auswärtigen telegraphisch ihr Beileid ausgesprochen. 4 Sn der Dienstagsitzung des preußischen Staats- Ministeriums ist an Stelle des als Regierungspräsident nach Kassel versetzten Polizeivizepräsi- denten Dr. Friedensburg der bisherige DegierungsdirAwr im Berliner Poli.;cipräs:dium Dr. Weiß zum Polizeivizcprästdcn.ca ernannt worden. • Der 18 Sabre alte einzige Soh n des Reichswehrministers Dr. G e ß s e r ist. nachdem er sich infolge Erkrankung auf dem Wege der Genesung befand, durch plötzliches Hinzutreten von Kon.vli- fcilioncn an Genick st arre erlranfi. Die Verschlimmerung machte eine Ueverjührung in das Augsburger Krankenhaus noi . endig. Der Reichswehrminister befindet sich in Augsburg. Rach dem ofthziöfen Blatt „De Burger" beabsichtig: die Regierung Südafrikas Geschäftsträger in verfichiedenen av.dtänM Yen Ländern zu ernennen 21 us oller Welt Die Erfahrungen mit bem Rotormotorschisf „Barbara". lieber bie Erfahrungen, bic seil der Erfindung des Rotormotors durch Flcttner cicinacht morb.n sind, sprach auf bem Deutschen Seeichisscchrtstag her Kapitän zur See Lohmann. Wir entnehmen seinem Dortrage bie nachfolgenden interessanten Ausführungen: Bei der Indienststellung des Fahrzeuges Barbara im Sommer vorigen Jahres war man sich darüber klar, daß es noch lange Zeit dauern würde, bis cs mcg.'ich &ä:e, ein Urteil über den technischen unb wirtschaftlichen Wert des Rororen antriebes zu gewinnen. Inzwischen sind jedoch die Bedenken, die anfänglich von vielen eeiten wegen der zu verwendenden Kraft aufgetaucht sind, durch die praktischen Erfahrungen zerstreut morden Der I Brennstoffverbrauch wird auf 1 Kilogramm pro I 3rur.de unb pro Rotor berechnet. Durch bie Rotor- । urJage auf einem 10 000-Tonncnschiif würbe nach den bis jent mi: der Barbara gemachten Erfahrungen eine ^ufatzleistuna von 2—3000 P. S. bei mittlerer Windstärke erzielt werden können. Außerdem hat sich gezeigt, daß bic Aluminiumrotoren imstande lind, den schweren Stürmen, wie sic z. B. bei ben Fahrten in der Biskaya auftreten, durchaus Trotz zu bieten. Auch die Bedenken, daß durch Dinddruck veim An- unb Ablegen, beim An- unö Auslaufen i’cn Häfen Behinderungen entstehen könnten, sind durch die praktischen Erfahrungen zerstreut worden. Es ist auch möglich gewesen, die Geschwindigkeit der । Schiffe mit Hilfe der Rotoren zu erhöhen. Bei ungünstigem Wind betrug die Geichwindigkeitserhöhung durchschnittlich zwei Ki.oten, bei günstiaem Winde sogar 3,5. Versicherung gegen Kegen. Das Reichsauftichrsamt für Privalversiche- rung hat einem großen Berliner Vcrsicherungs- konzern die G.m.ehmigung zur Aufnahme der Regenversicherung erteilt. und diele Gesellschaft hat diesen neuartigen Versicherungszweig bereits eröffnet Ein Beamter. Angestellter oder Geschäftsmann kann nunmehr die Kosten seiner Urlaubsreife gegen Regen vers chern lassen Tritt toäfrtÄ^ dos ilr- (aub3 Rogen ein. so hat er Ansprn.ch aut den versicherten Betrag. Die Prämie ist abhängig von den an den einzelnen Plätzen statistisch erfaßten Regenmengen. Sn gleicher Weise ist es möglich, daß sich ein Unternehmer, der fiir einen bestimmten Tag eine Veranstaltung im Freien beabsichtigt, sich für dicrc Zeit gegen Regen versichern läßt. Aueh für eine ganze Saison, also mehrere Monate, kann sich ein tlntornehmen gejen Regen vorlichern lassen. Lin großartiger 5unb. Sn Köln herrschte große Aufregung in der Budengasse. 3m Ru war die Straße fo bevölkert, daß kein Fuhrwerk mehr durchkam und der Fußgängerverkehr bald gänzlich stöckle. AUeS scharte sich um eine besser gekleidete Same, die eine Brieftasche krampfhaft an sich preßte, die sie mit mehreren Hunderttausend Mark Inhalt auf der Straß« gefunden hatte. Dios war aber von mehreren Personen beobachtet worden, die sich um die Finderin herandrängten, um zu erfahren, wie hoch sich der Wert der Geldscheine stelle. Die Dame hatte die Brieftasche n ur halb geöffnet, und als ein dickes Bündel Kassenscheine zum Vorschein kam, verbarg sie die Brieftasche unter ihrem Pelz. Die Neugierde der Umstehenden war groß, aber die Dame zu aufgeregt, die Summe zu zählen. Wie leicht konnte ihr da jemand das Geld eritreihen. Laut wurde die Frage erörtert, wieviel Finder lohn d'.e Finderin gesetzlich beanspruchen könne. Mittlerweile schwoll die Zahl der Neugierigen immer mehr an und die Finderin konnte noch nicht verschwinden: sie war buchstäblich eingepreßt. Endlich näherte sich ein Polizeibeamter und es stellte sich heraus, daß der Inhalt der Brieftasch« auS Inflationsscheinen bestand, die ein W hbold in eine alte Brieftasche verpackte, auf die Straße geworfen hatte und aus dem Fenster feiner Wohnung neben feiner Gattin die Wirkung des Scherzes beobach e.e. Ein allgemeines Gelächter als die Dame mit vor Zorn gerötetem Gesicht den Schauplatz verließ. Unwetter in Italien. Mittel- unb Norbitasicn finb von heftigen Stürmen unb Gewittern heimgesucht worben. So finb in den Gebirgen bei Florenz heftige Gewitter mit Sturm unb Schneefällen niebergegangen. Die Straßen finb teilweise beschabiat, unb oer Verkehr durch große Schneemasfen oerhinbert. Der P o ist infolge andauernder starker Regenfälle wieder gestiegen unb an einigen Stellen bereits über bie Ufer getreten. Auch im nördlichen Apennin unb im Tal von Aosta ist roicber viel Neuschnee gefallen. Der Luftverkehr Sevilla—Buenos Aires. Wie aus Madrid berichtet w:rd, wird der Probefluz Sevilla—Buenvs-AiceS. der dem regelmäßigen Flugverkehr vorangeht, von einem Zeppelin unter Führung Dr. Eckeners im Monat Juni versucht toecöen. Das lenkbare Luftschiff wird bereits in Friedrichshafen gebaut. Cin amerikanisches Theater eingeäschert. Im Gayty-Varccte-^yeater in Brooklyn brach während der Vorstellung ein Brand auS. Eine Panik unter den 1200 Zuschauern konnte mit knapper Not dadurch verhindert werben, daß das Publikum durch die Notausgänge herauS- gesührt wurde. Das Th cater verbrannte vollständig. IRach 22 Jahren verurteilt. Das Potsdamer Scywurgerich: verurteilte den Sägewerlsbesitzer Lehmann auS Jüterbog wegen Meineides zu einem Jahr sechs Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Lehmann, desftm Sägewerk im Jahre 1905 abbrannte, und der von, der Versicherung 18400 Mark erhielt, hat im November vergangenen Jahres in einem ihm von der Versicherungsgesellschaft zugelchobenen Eide beschworen. daS Sägewerk nicht in Brand gesteckt zu haben. Aus einem Briefe feines Kompagnons ging aber unzweideutig hervor, daß beide gemeinsam den Brand angelegt hatten. Da die Brandstiftung inzwischen verjährt war. konnte Lehmann nur wegen Meineids verurteilt werden. wegen vatermorbes zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Das Schwurgericht in Kassel verurteilte einen Steinbrucharbeiter wegen Totschlags zu lebenslänglichem Zuchthaus und dauerndem VerluO der Ehrenrechte. Der Mörder hatte Linen Barer erschlagen, dann die Leiche zerstückelt unb in einem Steindruck) versteckt, wo sie erst nach Monaten gefunden wurde. Unregelmäßigkeiten an der Charlottenburger Technischen Hochschule. । Berliner Blätter wissen von Unregelmäßigkeiten bei der Studentenschaft der Technisc'en I Hochschule m Eharlottrnburg zu berichten. Don einem noch nicht ermittel en Studenten so len von dem Kassenwart der Studentenschaft ous^e- stel te Blankoschecks gestohlen toorlen und bei der betreffenden Bank präsentiert worden sein. In der Angelegenheit ist ein Disziplinarverfahren cmgcleitet und eine genaue Kafsen- revifion angefeyt worden. Wcttcrvoraussagc. Vorwiegend Hefter, nachts Temperaturen bis an den Gefrierpunkt unb darunter, trocken, morgens vielfach Nebel. Gestrige TageStenrperaturen: Maximum TJ5. Minimum minuS 0.8 Grad EelfiuS. Heutige Morgentemperatur: minuS 2.7 Grad EelsiuS. 21115! So Glut SonnU Mten " Trd feil' “ N 01' ' lafinf S'.llc ’ Frau ®ctn ’’ Srüi Herl ’ Huu Katz ' fels 2au gen) 2au aul iulchauern wnrJt fiert werden. MB öerbrannfc voll' » In btt Mt h k, duchlam 4 notüt M» Samt. mVlbaft an wwn ^unbtrt» trabe gchmfo-n 'yrercn $(t|o. 71 ^'e Finderin .die hoch sich ■t Dame have .und al- ein jnt zum Lor. lasche roter nstehendtn Dar |t, die Summ« dr da iemarl die Frage n- " die Zindeck lenveile lchv-l! ' mehr an hl ettotainbtn; fei der Besuch der Dersammlung allen Mitgliedern des Vereins dringend empfohlen. Die bevorstehenden großen Ausgaben unserer Berkehrswerbung machen es erwünscht, daß die Vereinslcitung die Wünsche der Mitglieder in weitgehendem Maße kennen lernt. " Geschäftsjubiläum. Auf das 25- jährige Bestehen seines Geschäftes konnte am gestrigen Dienstag, 15. März, der Installationsund Speoglermeister Heinrich Lich. Sonnen- strahe 31. zurückblicken. Die handwerkliche Tüchtigkeit des Meisters hat daS Geschäft aus kleinen Anfängen in guter Weife zu feinem heutigen Stande gebracht. • Betriebsunfall. Gestern vormittag gegen 10 Uhr kam der Arbeiter Hermann Bruck aus Heuchelheim in dem Betriebe der Firma Schunk & Ede auf dem Dindhof. wo er beschäftigt ist. mit der rechten Hand in die Presse einer IQadiinr. Der Ringfinger und der Mittelfinger wurden ’o schwer gequetscht. dah sie in der Klinik soson zur Halite abgenommen werden muhten. Die übrigen Finger der Hand sind leicht verletzt. Die Freiwillige Sani- tätskolonne vom Boten Kreuz in Giehen batte den Perunalüdten mit ihrem Sanitätsaulo in die Ein- nirgiimc Klintt verbracht. Der Moon wird noch einige Tage in Kliniksbehandlung verbleiben muffen. — Vom Verband hessischer Schul- geographen. In Derbindung mit seiner in der Wocve nach Ostern in Offenbach fiattfinden- Den Hauptve.fammlung unternimmt her Verband hessischer Schulgeographen am 19 und 20. April eine heimatkundliche Stud enfahri durch die Wald-, Ackerbau- und Industrielandschaft der nördlichen Mainebene Der erste Tag der Lehrwanderung führt durch die Dreiei ch und wird einen Einblick in die kulturgeographilchen Fvr- mcNClemenle einer Waldkandschast und in den Entwicklungsgang dieser Kulturlandschaft unter Berück«ichtigung der vhysisty-geogravhischen Gegebenheiten vermitteln. Der zweite Tag wird in einem Gang von Bergen über Enkheim unv Fechenheim nach Offenbach a. M eine Ackcrbau- landfchaft im Hebergang zur Industrielandschaft »eigen Anschließend an Die Wanderung findet Die Hauptversammlung statt, in der Kreisfchul- rat Dietrich lDarmstadts über ..Die Erd- und Heimatkunde in der Grundschule una ihre Bezie- yunzen zur höheren Schule" berichten wird. Studienrat Meist «Worm-i wird der Hauptversammlung einen Plan übet Lehrwanderungen vorlegen Der auf längere Sicht möglichst alle Landschaften Helfens erfaffea soll. Vorgesehen ist auch ein Vortrag von Studienrat Grau «Offenbach a. M.) über den 55 eng ft er. daS bekannte Moorgebiet bei Olertshausen, das jetzt unter Raturdenkinaltchutz gestellt tvotden ih (Eine Jubiläums- und IDerbetagiing in Dad-Naubeim Z Bad-Rauheirn. 15. März. Die am v. Februar 1902 gegründete Verkehrskorn- Mission, in der außer Der Bad- und Kurverwaltung und Der Stadtverwaltung a le wir:- schaftlichen Verbände unserer Stadt vertreten sind, verband mit der Feier ihre» 25jährigen Bestehens am Samstagabend eine eindrucksvolle Derkehrswerbevcrsammlung Der langjährige rührige Voriitzende Der Rsr- fehrslominisfion. Rechtsanwalt und Retir Stahl, konnte eine stattliche Festver ammlung begrüßen, vor allem auch zahlreiche auswärtige ($är:c. Vertreten waren u. a. Die Bad- und Kurverwaltung, die Stadt Bad-Rauheim, Die Polizei«. Post- Eisenbahnverwaltung. die Industrie- u. Handelskammer Fricdb'rg. d e Reichsoanki'cbcnstelle. der n.-ugegründete Friedberger Berkehrsverein. Tom Ministerium der Finanzen und von der Reichszentrale für deutsche Verkehr-Werbung waren schriftlich Glückwünsche eingetrosfen. Unter lebhaftem Beifall kam auch ein sehr herzlich und anerkennend gehaltenes Glückwunfch'ch: eiben vom Verkehrsbund Oberbessen iGießen) zur Verlesung In kurzen Ansprachen übermittelten Grüße: Regierungsrat Dr. Rinds uß iFriedberg) für das KreiSamt Friedberg und das Polizeiamt Bad-Rauheim, Bürgermeister Dr. Kayser für die Stadt Bad-Rauheim, Bad- und Kur- Direktor v. B o e h m er für Die DaD- und Kurverwaltung In längerer, geDankenreicher Ansprache verbreitete sich Rotar Stahl sodann über die Gründung Der Verkehrskommission und ihre Arbeit in Den 25 Jahren ihres Bestehen-, Dabei die Verdienste zahlreicher Einzelprrsönlichkeiten und der unterstützenden Behörden dankbar anerkennend, dabei aber auch allgemeine Verkehr-Probleme in interessanter Weise erörternd. So führte er aus, daß nur organisierte Werbearbeit von Erfolg fein könne. Die Frage, ob öffentliche Verkehrsvereine in Die Hand des Staates, der Stadt oder Privaten gehören, sei noch nicht entschieden. Redner schloß sich ter Ansicht von Oberbürgermeister Dr. K ü l b (Mainz) an. Der auf Der Hauptversammlung Der Hessischen Verkehr-- vereine unter Dem Beifall sämtlicher Anwesenden festgestellt habe, daß das Wirken und die Tä'ig- feit gemeinnütziger Verkehrsvereine die Mitarbeit aller am Werke interessierten Privaten nicht entbehren könne, ja sogar ganz entschieden dem bureaukratischen Arbeiten Der Stadt und des Staates vorzuziehen sei. Die Bad-Rauheimer Derkehr-kvmmission habe immer auf diesem Standpunkt gestanden und sei daher auch in jüngster Zeit n.cht mit dem Plan einverstanden getreten, die Aufgaben der Kommission auf die Hotina «Hotelindustrie) zu übertragen. Es fei Hrundverkehr! gemeinnünige Aufgaben einer .lachorganisation mit ausgesprochen wirtschaftlichen privaten 2n> März: x-'tcLicr.Aianfenbat. Rodenhauien, Erd- Pansen (Blabenbadt 5 Lid. Abt. 750 Uhr tBieverialbabn». 3. Kl. 4. „ 3- fr 4. „ 5a „ 5b „ III. All. IV. „ Susanne Pomarel. des DoktorsNichte u. Braut Charencey ...... Rose, seine Frau..... Alexis. Aushilfskellner Henry. Remis Freund Eiche-Bauholz Eichen-Bauhölzer Fichten- „ Wilhelm Moser, Gießen Gärinereibesitzer und Friedhofs-Gärtnerei Wiesecker Weg 10 ♦ Fernruf 1614 Freiwillige Gail'sche Feuerwehr. SamStag, 26. März, abends 8'. Ubr, bei Kamerad Arnold (Schivkävatz). Ordentliche.tzaupiversammlung sie sind durrß ^attbaröeit, Prriswüröigkoit und angenehmss Tragen überall beliebt. Halb Weyher Otto Wall bürg Sascha Bragowa Albert Faulig Ernst Hofmann -- 0,78 fm = 16,52 „ = 2,90 „ - 11,61 „ -- 27,93 „ = 49,0.5 Bedienung unter kulanter Preisberechnung pflanzendekorationen bei Trauerfeierlichkeiten in der Friedhofskapelle Kranz- und Bukettbinderei Projcctor A -G., Geschäftsstelle 2, Frankfurt am Main Neue Mainzerstraße 6. Tagesordnung Jahresbericht Kassenbericht Rechnungsprüfung Auszeichnungen seitens der Wehr Anträge geniäst Satz 20 der Satzungen Neuwahl des Vorstandes cnispr.Satz 12 der Satzungen Verschiedenes. 2520c 4,25 fm 11,41 „ 8,43 11,67 „ 4,17 „ 1,79 „ 6,15 „ 9,42 „ 12,42 „ 17,10 „ 46,63 „ 25,89 „ 24,74 „ WM Modromö Industrie. 1. Absaat, ancrkann' teS Saatgut, hat nb- Eine noch gut erhaltene hanötadel- winde (Auszug) zu kaufen gesucht. Schr. Angeb. unt. 01944 an den Gießener Anzeig. Kätchen Gilbeefchild. zIttaEEo Katchon (Sol6f(f)i(6,Seiöenf(oT. Frankfurter Symphonie-Orchesters. Leitung: Dr. Stefan Temesvary Solist: Anton Witek (Violine). Beethoven-Ouverture zu Cor io la-n^. Konzert für Violine, Siebente Symphonie in A-dur Eintrittskarten: 4.-, 3.- und 2.- Mk. bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten 1.- Mk bei Herrn Sekretär Ritter gegen Ausweiskarte. Eine Kur für 4 Wochen nur Mk. 3 —. Niederlage in Gießen Reformhaus Paul Scholz, Kreuzplatz 5. 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Nach der gleichnamigen Operette von Jean Gilbert, nach File ä Papa von Antony Sara und Kanrico Deavalliires. Für den Film bearbeitet von Hana Slnrui. Regie: Btcbzrd Elchberg. Bauten: Jack Botmil. Photographie: Heinrich Gärtner. Hergestelit von: Elchberg-FUm G. m. b. H., Berlin W, Friedrichstraße 171. Personenverzeichnis: Auto 3- oder 4 Sitzer, gebraucht, au kaut. ges. PluefübtL Angeb u. 01941nn Ö. ©. ?1nA. im Stadttheater Zehntes (letztes) Abonnements-Konzert Beethoven-Feier Symphoniekonzert Angebote sind verschlossen, nach Klassen getrennt, bis zu obigem Termin an die unterzeichnete Stelle einzureichen, woselbst die Eröffnung in Anwesenheit etwa erschienener Bieter erfolgt. Sämtliches Holz ist mit Rinde gemessen. VerkausSbcdin- gungcn werden vor dem Termin bekannt gegeben. Besondere Bemerkungen werden nicht berücksichtigt. Tas Holz auS LoS 11 ist größtenteils an die Absuhrwege gerückt. Treis a. d. Lda., den 12. März 1927. Hess. Bürgermeisterei TreiS a. d. Lumda: Ab morgen bis einschließlich Sonntag: Der Gaunerstreich auf der Felton-Farm Wildwest-Sensationsfilm in 6 spannenden Akten — Ferner: Verborgene Gluten Gesellscbaftsdrania in 6 Akten. In den Hauptrollen Imogens Robertson und Allons Fryland. Was fehlt Ihnen? Kennen Sie schon die von einem Geheimen Mcdizinalrat. der gerichtlicher Sachverständiger ist, so warm empfohlenen Kräuterkuren mit Waldflora? Es handelt sich nicht um einen Tee, sondern um eine ganz besondere Art von Krfiuterkuren, viel wirksamer und viel einfacher als Tee „Waldflora“ Nr. 0 bei: Gicht, Rheuma, Ischias, Kopfschmerzen, Aflcrnverkalkung, Fettleibigkeit, Entzündungen, Haulaus- Schlägen, Eiterungen, Krampfadern, offenen Beinen, Geschwüren. Verkäuflich. 1 SäMllWiie roeiitfl gebraucht. ncueueS Syüem öfter, Klein-Hai» sia-Enra, 125 Uhr- Spurbreite, für 22U Alk bet l'fatxcr Waoner, Beuern bei Gienen. 01936 empfiehlt sich im Anlegen, Äepflanzen und Unterhaltung Grabstätten auf dem Neuen Friedhof bei reeller Bin unter Telephon-Nummer 1795 Einladung zur Feier des öchahrigen bestehens Mtional-Meralenpartei am Sonntag, 20. März, nachmittags 3'/, tfljr, auf der Liebigshöhe veranstaltet von der Ortsgruppe Gießen der Deutschen Dolkspartei Festfolge^ v ’ 1 a Begrubm^r Lltloesfreuo' und Liebesleid von Kreißler für $Tfa» vier und Violine Zum Gedächtnis der Jlational-Liberalen Partei (Prolog) 60 Jahre nationale und liberale Politik. Herr Oberstudiendirektor Dr. Ringel, Wetzlar Oer deutsche Tanz von Ouffeck, für Klavier u. Violine Pause „Der Herr Doktor." Gin Äiedermeierlustspiel Heffespäß und Märchen, vorgetragen von der Der- fafferin Frau Dr. Frohwein-Äüchner. (rintrittskarten an dar Kaffe und im Vorverkauf bei: Bäckermeister Löber, Dalltorstraße; H. Kaeß Nachf. Wilh. Horn, ffreuzplah 15; vuhgeschäft Ludw. Lembke, Seltersweg 35. 2524c Für Mitglieder: Einzelpersonen 2R9JI. 0.50 M -Kranze Modehaus Salomon Gar. reut B.enen- Bl«tcn HüNEG iSchleuderi la Qua- Ittät, 10 Pld. • Tofe ^*10.— franko 5Pjd • Dole .* 5.50 franko 9tachnahme30^mebr Propagandavackchen L1',Psd. .xi.TOrrfo. bei Borelniendung. Gar.Zurückn.Lebrcr i R. bischer, ubor- nenland 76, Ber Lre- men. Postscheckkonto Dambura 5625. 106Gid 3crgang^! * Don - Destarabk Ä l £tllen 5. 2el " SW gfiJS i tfiÄ« bi*1 ® Diele. nE erhaltene ®p •nei uralten bi'chen Sergi 1 mittelländische Mttwms: di am A-rduftt peutijen 2W £00)01 stand । scheS I liegt, eine p'B Auch Herodotll Ionien, die mit 3m vierten i dort die Daz' sündigen Rat 2. Mrdunde Dessarabien vr Provinz Sacm fort die römif fie Deren eben mänen, die au leuen. Wer sch Destarabien zur I rungen: Voten | toen, Loaren I fierende TolL I bessarabiichem 1 I srilig. 2lls lei I rS die Mongol« I r- gansc NnauMt u v. iXmfeli; iwcn die Gen: Phönizier unb i dort ihre M fingen auch tf.e Bißen an, sich Zluhiälern zu nchr in 3ef!ar iich von ihm li ’ogcnannlen Dc Jer letzteren to Oal heutige Q einigten sich uz Xm molbaui 16. Iahrhunder lrhtnrn gtixi) Burgen, tüe nc Jsmaila, Den unter die Herr alten Ac vieder auf un I xmement im ammenbruche ’im 1918 von Nmen Gro ilt jedoch n Aschen Auman Bessarabien Unheil dar. «L dem Donau ten Aordloesten /Breite, tr Kilometer f »«nze bildete Ä Grenze d jy Million« 5a „ = 14,95 5b „ = 49,82 4. M --- 20,20 5. „ --- 23,65 Etwaige Slniräge sind btS jum 22. d. M. schriltl. bei dem I. Hauvtmann einzureichen. Uniform: ArbettSanSrüstung, Helm. Der Vorstand Cafe Emst Ludwig SaniKtag, den 19. Jlärz, 8 Uhr Ein heiterer Abend Dagobert Kernten, der bekannte Vortrags künster und Komiker mit seiner Partnerin: Tolfe Sarewcn, erstklassige Stinimungssängerin Konzert der Hauskapelle Mitglied des Deutschen, Hessischen und Lahntal-Sängerbundes Chorleiter: Herr Karl Stein, Lieh , Sonntag, 20. März, nachm. 4 Uhr, in der Tiolial;e zu Lieh KONZERT Mitwirkende: Herr Wilhelm Schmidt (Bariton), Mitglied der Mainzer Oper Herr Bruno Herrmann, Gießen (Cello) Am Flügel und Harmonium: Herr Karl Stein, Lieh. Zum Vortrag kommen : Chöre von J. S. Bach, F. Curti, Mendelssohn- Bartnoldy, F. Abt, F. Hegar und S. Breu Lieder von J. S. Bach, Las en, Henschel, Loewe und Ries Cellostücke von J. S. Bach, Mozart, M. Bruch und D. von Goens Karten im Vorverkauf bei Herrn Friseur Gg. Lotz, SchloQpiatz, und nachmittags an der Kasse. Numerierter Platz (Sperrsitz) Mk. 1.20, 1. Platz Mk. 0.80, 2. Platz Mk. 0.50 2532D Baron de Aubrais Hans Junkermann Delphine, seine Frau Lydia Potechina Jacqueline \ deren { LUIlan Harvey Hubert * Kinder ' Werner Fuetterer Ren6 Boislurette . Willy Fritsch Dr. med. Pomarel . Hans Waßmann Magen- u. Darmleiden Nr. S Nervenleiden......Nr. 9 Stuhlbeschwerden . . . Nr.10 Nutzholzversteigerimg Freitag, den 18. März 1927, vormittags 81/» Nhr anfanycnd, werden tu den Waldunr,. • o - Gemeinde Allendors a. d. Lumda, .' । Fichten wiese, Hahnekamm, Rcnern',' Wohllaut, Hormelseck und verscin>'i . (Forstwartei 1) versteigert: SsWMM U.WW -Annerod- Donnerstag, den 17. März Schlachtfest MMWZWMIflMlllil SrOöL Sehr billiges Angebot! Schwere Schlafzimmer (Eiche) Plattenzimmer mit echt. Marmor und KrimaDffla*(Schrank l.bO m) Verkaufspreis: Mk. 67V.— Ferner halte ich Tannenschlafzimmer. Kücheneinrichtungen sowie alle sonstigen Einzelmöbel stets auf Lager August Weil, Lang-Göns Sttau SHaetiu DS« Mw. 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Nr. 65 Zweites Blatt Bessarabien. Vergangenheit unb Gegenwart, Land und Doll. Don Dr. 2L Gaorielowitsch Deffaraoien, daS ncuerdingS wieder durch die Ratifizierung des Rumänienaokommens von teilen Italiens m den Brennpunkt de- politifdcn 3n:er- efses getreten ist. ist m jeder Hinsicht eines der bedeutsamsten Gebiete Südeuropas. Schon in der Geschichte tritt es als solches hervor und zwar von den ältesten Zeiten an bis zur Gegenwart. Selten kann man in der Tat ein anderes ' Land nennen, da- sich in Mannigfaltigkeit der Landschaft und deS Volkstums. der Rassen und Sprachen, Sitten, Gebräuche und historischen Ge- schicke mit Bessarabien vergleichen liehe. Schon in der ältesten Zeit war Bessarabien, dieses Landgebiet am südosteuropöischen User des Pontu- Euxinus, im Gegensatz zu den meisten Ländern Europas, eine gut broölune und teilweise auch kultivierte Gegend. Die Urbewohner des Landes waren die nomadisierenden und barbarischen Skythen, die Vorfahren der Slawen. Diele, noch bis zum heutigen Lage in Bessarabien erhaltene Grabhügel stellen lebende Denkmäler jener uraltem skytbischen Periode der bessara- bischen Dergangenheit dar. Weiter hatten die mittelländischen Kultur- und Handelsvölker teS Altertums: die Phönizier und Die Griechen, auch am Rorduser dcS Schwarzen Meeres, also im heutigen Bessarabien, zahlreiche Kolonien gegründet. Schon im sechsten vorchristlichen Jahrhundert stand z. B. an dem Orte, wo die heutige bessarabische Stadt Ackermann unweit von Odessa liegt, eine phönizische Siedelung namens Osiuso. Auch HerodoiuS erwähnt daselbst griechische Kolonien. die mit dem Mutterlande Handel trieben. 3m vierten vorchristlichen Jahrhundert lebten dort die Dazier, die sich mit den Galliern in ständigen Kämpfen befanden. Am Anfang des 2. Jahrhunderts unserer Zeitrechnung wurde Bessarabien von den Römern besetzt und zu chrer Provinz Dacium gemacht. Bald darauf gründeten dort die römischen Kolonisten ihre cicMungen; sie waren eben die Dorsahren der heutigen Rumänen. die auch ihren Ramen von chnen her- feiten. Aber schon vom 3. Jahrhundert an wurde Bessarabien zum Schauplatz grober Völkerwande- tungcn; Goten und Hunnen. Bulgaren unb Slawen. Awaren und noch viele andere nomadisierende Dollsstämme folgten einander auf bessarabifchem Boden und bekämpften sich gegenseitig. Als letzter der Rcnnadenstämme waren es die Mong. len. die im 13. Jahrhundert ähnlich t"’*' "'cd garje Osteuropa, so auch das untere Sonaujcbiet übe.schwemm en. dcmscloen ^,ay. ,-ur.oert traten in Bessa- tarnen die Genueser auf. 3n die Fußtapfen der Phönizier und der Griechen tretend, gründeten sie dort ihre Kolonien. 3n der gleichen Periode fingen auch die Rachkommen der römischen Kolonisten an. sich zusammenzuschließen und in den Fluhrälern zu konzentrieren. Sie gründeten nunmehr in Bes arabien sowohl als auch in der westlich von ihm liegenden Gegend eine Anzahl von sogenannten Banaten, b. h. Fürstentümern. Eines der letzteren war auch die B a s s a r a 6 a, d. i. das heutige 'Bessarabien. Alle diese Banate einigten sich und bildeten im 14. Jahrhundert den moldauischen Staat; er wurde un 16. Jahrhundert von den Türken erobert. Diese letzteren gründeten dort einige Festungen und Burgen, die noch heute chre allen Ramen tragen: JSmaila, Dender u. a. 1812 siel Bessarabien unter die Herrschaft der Russen, Diese nahmen den alten Ramen des Gebietes. Bessarabien, wieder auf unb bildeten das bessarabische Gou- Jcrncment im russischen Reiche. Rach dem Zu- lammenbruche des Zarenreiches wurde Dessara- oien 1918 von Rußland abgetrennt und in den Nahmen Groß-Rumäniens ausgenommen. Es ist jedoch noch heule ein akutes Streitobjekt zwischen Rumänien und Rußland. Bessarabien stellt eine geographische Einheit bar. ES liegt zwischen dem Dnjestr und dem Donaunebensluß Pruth. Im entferntesten Rordwesten hat eS im ganzen 20 b s 25 Kilometer Breite, während eS im Südosten 150 bis 200 Kilometer sind. Die alte russisch-rumänische Grenze bildete der Fluß Pruth. während die jetzige Grenze der Dnjestr ist. Bessarabien hat 45 629 Quadratkilometer Flächen'nhalt und zahlt etwa 3 Millionen Einwohner. Im Rordwesten Der Unglücfcs^maragb der Romanows. Don Dr. H. von Rosen. In den sürstlichen Schatzkammern der ganzen Welt gab es von jeher große Mengen herrlicher Kostbarkeiten-. in Europa freilich nicht in der Fülle, wie in i>cn prunlliebenbcn Despotien des Orients Aber in >rn noch monarchisch gebliebenen Staaten Europas lenn man auch beule noch in den Krönungsdiademen L' btr Königinnen von England, Spanien, Italien und Belgien herrliche Kronjuwelcn bewundern. Reich an herrlichen Edelsteinen war bis 1917 der glänzende russische Zarenhof. Berühmt war in dieser Schah- lammet unter anderem der 1842 im Ural entdeckte, nach Alexander II. benannte Alcxandnt, der. ein- . dg in seiner Art, wunderbar in grünem und rotem Ächte erstiahlte. Auch herrliche Smaragde gab es | hort, die ßch bekanntlich, abgesehen von Südamerika, tast nut im Ural finden. Mit dem gröhlen und schönsten dieser Smaragde ist eine Legende verknüpft, die die Schicksale des Herrschergeschlechtes der 'Romanows im Vaufe von brei Jahrhunderten in einem Bilde von zuletzt er- 'chütlernder Tragik enthüllt. Ihren Uribrung ver- egt diese Legende in den Beginn des 17. Jahr- »inderts, als der tatarische Fürst Boris Godunow >m Thron von Moskau ufurpiert halte. Godunow batte als Tbronptätendenten besonder die drei Bruder Feodor, Joan und Rikita Roma- nvw zu fürchten. Der jüngste der Brüder. Rikita, her dem schönen Gesch echt sehr ergeben war. hatte sich zu jener Zeit in die ichönc Tochter des reichen Salarenfürften Buluk-Ehan verliebt. Es entspann sich ein Dethältnis, das nicht ohne Folgen blieb, vorauf der "Batet vom Fürsten Rikita verlangte, tr solle seine Tochter ehelichen. Das konnte dieser 16er nicht, da et im geheimen bereits mit einer Russin getraut war. Der erzürnte Duluk. Chan schwor i nun furchtbare Rache und wandte fich deswegen an einen tatarischen Zauberer. Dieser vetkaulte ihm einen herrlichen Smaragd und riet ihm, diesen mit einem furchtbaren Fluche behafteten Stein demRi- tita alS scheinbares Zeichen der Austöhnug zu schenken. Et sagte ihm: .Unter dem Fluche dieses tonnberbaren Steines wird nicht nur der Schändet Sietzener Anzeiger sGeneral-Anzeiger für Gderhesseu- tiiittipod), März 1927 und in der Mitte ist Bessarabien ein Hügelland. Die Totgebirge der Karpathen erfüllen nämlich diese ganz« Gegend, und zwar bis zur Landeshauptstadt K i s ch i n e w. Roch heute schmücken üppige Wälder, d e Uebetbleibfel ältester riesiger Waldungen lind, viele der bassarabischen Hügel. Die Buche ist charakteristisch für diese Waldungen: daher stammt auch der Rame .Bukowina". Die Raturfchönhcir dieleS Landgebietes wird noch durch zahlreiche historische Denkmäler, die hier vorhanden sind, erhöht. Auf Schr.tt und Tritt begegnet man hier in den Betzen und aus den waldigen Hügeln Ruinen und erhaltenen Burgen und Schlöllcrn. Klöstern und anderen Denkmälern. die dem Reisenden von der grauen Der- gangenheit des Landes bunte Geschichten und packende Legenden erzählen. Je mehr man südwärts geht, desto mehr nimmt daS Land einen Steppenchataktet an. was ja allgemein typisch ist für daS alte Rumänien und die Ukraine. Rach der Donau hin und am Küstenfaum stellt Bessarabien ein Tiefland dar. Wie in den Ebenen der Rachbargebiete, also in der Ukraine und den moldauischen und wala- chilchen Tiesebenen. ist auch in Bessarabien die Schwarzerde vorherrschend. Gegenwärtig s.nd alle diese Steppen bebaut, überall erstrecken sich kultivierte "21 oder und Gärten: es sind Kornkammern Europas. Ganz Bessarabien ist von zahlreichen größeren und kleineren Rebenflüssen des Pruth und des Dnjestr durchschnitten. Die Meeresküsten und die Donaudelten sind voll von kleineren, langgeftred en Seen, die oft durch schmale Wasserzungen mit dem Meere verbunden lind und Limane heißen. Manche der Flüsse trocknen im Sommer aus. Das Donaudelta ist bedeckt mit zahllosen Sümpfen. Auch das Klima Bessarabiens ist für die Landwirtschaft günstig. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt etwa Plus 10 Grad. 3n der Dorkriegszeit hatte Bessarabien etwa 2,5 Millionen Einwohner, heute werden deren schon 3 Millionen gezahlt. Die bessarabische Bevölkerung ist ein Döliergemisch: zahlreiche Ras "en und Sprachen sind aus diesem verhältnismäßig nicht großen Landgebiet vertreten: Rumänen und Slawen, Bulgaren und Ukrainer, Polen und Serben, Russen und Deutsche, Türken und Zarteren. Juden und Zigeuner, Griechen und Armenier und noch einige andere Dollsstämme des Schwarzmeerbedcns. Die Etammbevölkerung besteht jedoch aus Moldauern, einem der rumänischen Hauptstämme. Auch östlich von Bessarabien, also am linken Ufer des Dnjestr, ist eine, wenn auch verhältnismäßig geringe Anzahl von Moldauern ansässig, deren Siedlungsgebiet in letzter Zeit russischerseits autonom proklamiert worden ist. um eben dadurch diesem in der unmittelbaren Rachbarschaft der besfarabischen SlammeSgenoffen gelegenen Gebiet eine Anziehungskraft zu leihen. Die Moldauer bilden etwas mehr als die Hälfte der bessarabischen Bevölkerung. Die rumänischen Behörden tun in den letzten Jahren ihr Möglichstes, um Bessarabien zu rumänifieren. Denncxh trifft es nicht zu. wenn rumänischerseits behauptet wird, 64 Prozent der Gesamtbevölkerung feien jetzt Rumänen. Das Moldauische ist ein Dialekt des Rumänischen, also eine der Tochtersprachen der romanischen Sprachfamilie. Es ist jedoch vom Slawischen und namentlich von dessen Wortschatz stark beeinflußt. Sehr zahlreiche slawische Stammwörter sind im heutigen Rumänien bzv. Moldauischen vorhanden. Hierdurch, wie auch durch den Umstand, daß sie orthodoxe Christen sind, stellt die Bevölkerung einen Ucber- gcmg von der. romanischen zu den slawischen Böllern dar. Auch die Lebensweise und die Dolkstrachl sowohl, als auch das ganze Dollsund Familienleben der Moldauer ist von den Slawen stark beeinflußt. In dieser Hinsicht überwiegt das fiawische Element. In ihrem äußeren Leben und in der Kleidung kann man die Rumänen schwer von den Bulgaren unterscheiden. Wie die Bulgaren tragen auch tue rumänisch- moldauischen Bauern lange Beinkleider, kurzes Hemd, schwarzen Ledergürtel, weiße Weste, kurzen Rod, kurze wollene Strümpfe und Mützen aus Schaffell. Die Stauen tragen Kopftücher — Mädchen gehen barhaupt — geftridtc Hemdröcke und Doppelschürzen mit langen Gürteln und Wollstrümpfe. Die Moldauer haben zahlreiche Dolkslieder: sie fingen, musizieren und tanzen gerne. deiner Tochter, sondern sein ganzes Geschlecht zugrunde geben!" Und in der Tat wprde der junge Fürst schon wenige Tage, nachdem er das Geschenk an fich genommen, vom Detderben ereilt. Bon den Schergen Godunows in der Rächt überrascht, wurde et in Ketten nach Sibirien verfchleppt und dort in eine tiefe Grube geworfen, die er lebend nicht mehr verlieh. Der Smaragd war mit Dikita in feinem frühen Grab in der fibirischen Erde verschwunden. Als aber im Jahre 1689 die Regentin Sophie, die Halbschwester Peters des Großen, den BJchl erteilt hatte, das Grab dieses Romanow in Sibirien aus- zusuchcn und die Leiche nach Moskau zu schaffen, fand fich der verhängnisvolle Stein unter den Resten der Bekleidung. Die Herrscherin trug den schönen Stein an einer Kette und verlachte den Aberglauben ihrer Höfiinge, die fie dringend davor warnten. Aber noch in demselben Jahre cre'Üe fie ihr Geschick. Sie wurde von ihrem Halbbruder Peter gewaltsam entfernt und in ein Kloster gesperrt. Vielleicht in böser Absicht hatte fie zum Abschied das verfluchte Juwel ihrer Schwägerin Eudoxia Lopuschina, der ersten Gattin Peters des Grvhen, geschenkt. Und auch diese ereilte daS gleiche Geschick fie wurde verstoßen und in ein Kloster verbannt. Beim Abschied von ihrem Sohne Alexei übergab sie ihm ahnungslos das gefährliche Kleinod. Alexei wurde bekanntlich auf Befehl seines Vaters hin- gerichtet. Unter der Regierung Peters des Drohen und der Herrscherinnen des 18. Jahrhunderts ruhte der Stein unberührt in der Schatzkammer, denn der Glaube an seine verderbenbringende Wirkung war allgemein. Erst Kaiser Paul I. interessierte sich wieder für das wunderbar schöne Kleinod und lieh es alS Degenknauf umarbeiten. Am 23. März 1301 trug er den Degen zum erstenmal, der in der Rächt, die diesem Tage folgte, im Kampfe mit den Zaren- mörbern in Stücke brach. Alexander I. lleh den Smaragd aus dem Degenknauf brechen und ihn in einer Schatulle auf bewahren, in der er dann bis 1881 unberührt geruht bat. Im März 1881 äußerte die ungekrönte Gattin Alexanders II., die Fürstin Dolgoruky-Jurjewskaja, den Wunsch, den mysteriösen Edelstein zu sehen. Die Slawen find zusammengenommen kaum mehr als ein Fünftel der Gesamtoevölkerung; sie find größtenteils keine Russen, sondern Ukrainer: von den etwa 500—550 030 Ulra.nem und Russen sind die ersteren in überwiegender Mehrzahl vertreten: 75 Prozent. Groh ist treiter die Zahl der bessarabischen Juden, die schon zur Vorkriegszeit ein beträchtliches Element der bessarabischen Stadtbevölkerung waren. Ihre Zahl beträgt 250—300 000. Kisch.new kann man ruh.g eine jüdische Stadt nennen. Verhältnismäßig groß ist auch die Zahl der Deutschen: etwa 60 000. Die Ansänge der deutschen Sicdrtung in Bessarabien fallen in das 2. Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts und stehen im engsten Zusammenhang mit der Kolonisationspolittk des ru[- flf '.en Zaren Alexander 1. Richt weniger als «00 schwäbische Familien waren es. Männer und Frauen, alte und junge, die zu Wagen donauabwärts den Weg nach dem ..gelobten Lande" nahmen. Wie einst der Rüctzug der 10 000 Griechen unter Tenophons Führung, so hatte auch der Auszug der 8000 Württemberger allzu große Schwierigkeiten zu bekämpfen, die den Teilnehmern empfindliche Deriuste brachten. Kaum an der unteren Donau angelangt, unterlagen etwa 1100 Auswanderer dem furchtbaren Sumpffieber. Rur 500 Familien gestattete die russische Regierung, weiter über die kaukasische Gebirgskette nach dem Süden. Transkaukasien, zu ziehen: der Rest mußte eben in dem Gebiete der unteren Donau sitzen bleiben. Die Rachkom- men jener und späterer deutschen Auswanderer sind als die heutigen Kolonisten in Bessarabien, die dort ihre zahlreichen musterhaften Siede- hingen haben. Die überwiegende Mehrzahl der bessarabischen Bevölkerung ist in der Landwirtschaft beschäftigt. Der Mais ist der Hauptertrag des Landes. Auch die Tabaktultur ist in Bessarabien wett verbreitet, ebenso Obst- und Weinbau. Zur Russenzeit war Bessarabien an Weinbau das bedeutendste Gebiet des gesam.en Zarenreiches, wenn auch der bessarabische Wein sich keiner hervorragenden Qualität rühmen konnte. Die Hauptstadt des Landes, K i s ch i n e w. hat etwa 150 030 Einwohner: annähernd die Halste davon sind Rumänen. Den Rest bilden hauptsächlich die Juden, erst dann kommen die Russen und andere Dollsstämme. Trommelfeuer auf Elfatz-Lothrtngen. Metz, Mitte März 1927. Immer mehr verstärkt sich der konzenttische Angriff der französischen Oesfentlichkcit aus die elsaß-lothringischen Heimatforderungen. Hatte im Dezember der Pariser »Temps" mit sensationellen, alsbald ins Leere verpufften .Enthüllungen" gearbeitet hatte dann im Januar das Pariser .Journal" seinen Mitarbeiter Ed. Helsey ein noch heftigeres Kartätschenfeuer abgeben lassen, so sind nunmehr die gröbsten Kanonen aufgefahren worden: Dir .Aktion Fran^aise" hat mit der ihr eigenen Grob» schlächti gleit »den unflätigsten Ton angeschlagen und babei sowohl den Vatikan als auch die „Boches" und selbst den »kläglichen Poincare" fie lamentable Poincar^) der Unterstützung der schlimmsten antifranzösischen Umtriebe beschuldigt. Einen doppelten .Erfolg" hat es dabei bereits gegeben: eine wehrlose Reichsdeutsche, die frühere Sekretärin des den Franzosen verhaßten ehemaligen Ehefredakteurs des.Elsässer Kuriers", ist kurzerhand auSgctoiefen worden, und zum anderen: unser Volk hat einen neuen kräftigen Beweis für die .Liebe" der französischen .Brüder" vordemonstriert bekommen' eine Lehre, die diesmal sitzen wird. Roch in anderer Weise ist die französische Oeffentlichkeit — recht erfolgreich! — bemüht, dem gegenseitigen Verstehen der .Befreiten" und .Befreier" entgegenzuarbeiten. Sowohl in der akuten Sprachen frage als auch in Bezug auf die Autonomieforderung haben wir von französischer Seite Ansichten zu hören bekommen, die nicht nur von erschreckender Verständnislosigkeit zeugen, sondern von hohnvoller Gehässigkeit. In Blättern der verschiedensten Richtungen ist auf beiden Gebieten die Unmöglichkeit einer Erfüllung unserer Forderungen bargetan worden. Und was schlimmer ist: bet den gesetzgebenden Faktoren (Pon deren .wachsender Einsicht" un- viel erzählt worden ist« ist dieser selbe Deist offenbar geworden, Io etwa in bet Elsaß-Lothringen- Kommission der französischen Kammer, die bei den Terhandlungen über die Anträge Seitz (Sprachen- und Schullommissionl und Walter (Autonomie für Elsaß-Lothrmgen) sich völlig unbelehrbar gezeigt hat die Ernennung eines anüauionomjh,d)en und nicht-elsaß-lorhringtschen Berichterstatters macht das anschaulich. Der Vorsitzende dieser ausschlaggebenden Kammerkommission. der — algerische Deputierte Mallarme. hat in einem Bries an den .TempS" ausdrücklich erklärt, von Zugeständn.ssen in der Sprachenfrage könne für Da» Gebiet der Schule überhaupt keine Rede fein, da Frankreich durch .Hlachgiebigkeit" hier die schlimmsten Folgen herbeiführen könnte »Wir predigen tauben OhrenI" — rief da der Straßburger .Elfässer" aus. der mit Strahendemonftrationen und dem Sprachenstreit droht. waS bei dem Blatte, dem Organ der Leitung der .Elsässischen DollSpartei" und der weitverzweigten katholischen Organisationen, keine leere Drohung ist. Daß andere Blätter, die nicht wie der .Elsässer" an Kompromißlerei kränkeln, noch schärfer sprechen, daß man bei uns aus der Straße und in Versammluttgeir wahrhaftig nicht sanfte Töne anschlägt, ist selbstverständlich. Die Franzosen spielen ein gefährliches Spiel. Sie reden und schreiben beständig von ihrer .Friedensliebe", häusen aber an einer so explosionSbereiten Stelle, wie fie unsere Grenzprovinz zweisellos darstellt. Zündstosl mit einer unglaublichen Naivität an. Sie verkennen eben noch immer, wieweit die Unzufriedenheu in diesen acht Jahren schon in die Liefe gegriffen hat. Daß alle diese Ungeheuerlichkeiten von jenseits der alten Grenze gegen den Willen der Regierung Poincarö geschehen sollen, vermögen wir nicht mehr zu glauben. Im Gegenteil dürsten offiziöse, wohldotierte Stellen ihre Hände kräftig bei dieser planmäßigen Mißachtung des Wille n S unseres Landes mit im Speele haben. Möge eS ihnen und ihren Auftraggebern so wohl bekommen, alS sie s um ihreS .Friedens"-Werkes willen verdienen! Die hessischen Steuern für 1927. Don Bürgermeister Dr. Dölsing, AlSfeld. Die Deranlagung und der Ausschlag der Steuern sür das Rechnungsjahr 1927 wird sich noch schwieriger gestalten alS in den früheren Jahren und zwar durch daS Moment, daß vom 1. April 1927 ab die Länder und die Deinemden und Gemeindeverbände die neuen Einhe.tswerte nach dem Reichsbewertungsgesetz ihrer Besteuerung zu Grunde legen muffen. Diese gesetzliche Dorschrift ist aber zunächst nicht durchführbar, weil die ReichSeinheitswerte noch nicht endgültig feststehen, insbesondere ist die nach der x;er- legungSverordnung über die Einheitswerte lehr schwierige Zerlegung der Werte unter 5000 Mk. noch vorzunehmen, was eine erhebliche Arbeit für die Finanzämter bedeutet Es bleibt daher unter diesen Umständen, zumal die Finanzämter mit Arbeiten völlig überlastet sind, nichts andere- übrig, als auch für das Rechnungsjahr 1 9 2 7 daS System der vorläufigen Steuererhebung auf der Grundlage der seitherigen Landessteuerwerte nochmals beizube- halten. Die Regierung hat dem Hessischen Landtag soeben ein bcsonde.es Lieueroo auszahlungs- gesetz für daS Rechnungsjahr 1927 zugehen lassen, worin vorgesehen ist, daß bezüglich der Staats- steuern für das Rechnungsjahr 1927 vorläufig dieselbe Summe weiter erhoben wird, wie im Rechnungsjahr 1926. Anders verhält es fich bei den Gemeindesteuern, bei denen diese Anordnung infolge Verschiebungen und Änderungen im Umlagcnbcbctf nicht übernommen werden kann, zumal sich insbesondere auch gerade bei den Geineindeverbänden lKreise) vorn Rechnungsjahr 1927 ab eine wesentliche Verschiebung des Umlagenbetiar 6 durch den Ueber- gang der KreiSstraßen auf die Provinzen vollziehen wird. ES wird deshalb in den, Steuer- vorauszahlungsgefey vorgesehen, daß für die Gemeinden für das Rechnungsjahr 1927 eine Das Kleinod gefiel auch dem Zaren so gut, daß er es am 13, März, als er seine Kufine. die Großfürstin Katharina Michailowna. zum Frühstück besuchte, mitnahm. um es ihr zu zeigen Don dort begab er fich zu einer Parade, und auf der Rüdiahrt wurde er das Opfer des schredlichcn Bombenattentats. Ein diensthabender Offizier fand später den Smaragd im blutigen Schnee der Mordfielle und brachte ihn inS WinterpalaiS zurüd. Die Gattin Alexanders III., bte Kaiserin Maria Feodorowna, hatte eine so heilige Scheu vor dem Unglüdsstein. daß man ihn in ihrer Gegenwart nicht einmal erwähnen bürte. Aber der unglücklichen Kaiserin Alexandra, die invielenBeziehungen imGegensatzzu ihrerSchwiegcr- mutter stand, gefiel der schöne Smaragd so sehr, daß fie fich ein Pendrtogue daraus machen lieh und es beständig trug. Eine Dertraute der Zarin, die Fürstin Radziwill. meint, fie habe den Schmuck auch am 18. Juli 1918 getragen, alS die in der Weltgeschichte beispiellos dastehende Metzelei in Jekaterinenburg von den vertierten Schergen der Tscheka veranstaltet wurde. Sehr wahncheinlich ist es nicht, weil die unglüdliche Kaiserin in jenen entsetzlichen Tagen wohl kaum daran gedacht habn wird, fich mit Juwelen zu schmücken. In dem von der Sowjetregierung angefertigten "Verzeichnis der Pretiosen der Zarentamilie soll dieser Smaragd angeblich nicht erwähnt sein. So weih man nicht, in Westen Besitz dieser Unglüdäftein fich jetzt befindet, ob ihn eine Milliardärsgattin oder die im höchsten Luxus prunkende Geliebte eines Dolsche- wifienführers fragt. Bemerkenswert ist bei der ganzen Legende jedenfalls, dah fie bereits von 1689 an immer mehr ein historisches Gepräge annimmt Frankfurter Theater. Direktor Arthur Hellmer brachte un Reuen Theater Franz Molnars „Spiel im Schloß" in einer ungemein flüssigen und temperamentvollen Aufführung heraus. Dieses Spiel gehört wohl zu den besten Lustspielen, die seit langer Zeit über die deutschen Bühnen gegangen sind. Hier ist Idee, Witz und. waS Die Hauptsache ist, Esprit, wie der Franzose sagen würde. Sin lustiges Quintett belebt die Handlung: ein Librettistenpaar (Doppel-Dichter- Firma), ein junger, hoffnungsvoller Komponist, bemuttert von den beiden Librettisten, eine scsche Soubrette mit sehr großem Herzen, die die offizielle Braut des Komponisten ist, nebenher aber eine inoffizielle Liebelei mit ihrem früheren Lehrer, dem Herrn Hoffchauspieler hat. Im zweiten und dritten Akt wird eine im ersten zustande gekommene, peinliche Begegnung sehr ge- schickt, einfallsreich und komisch wieder zurecht gebogen, der Komponist wird von der Unschuld seiner Braut überzeugt, die Operette wird starten, die Soubrette die Hauptrolle fingen, und der Komponist feiner verliebten Seele die schönsten Melodien entlüden. Das ganze Spiel ist so sprühend, dah man Molnar, dem Reuen Theater und dem Publikum zu dem anregenden Abend gratulieren kann. Prachtvoll Georg L e n g - bach (der geborene Molnarspieler) als der Mann, der die ganze Angelegercheit managt, nicht minder gut Karl Staudt als sein Kom- paanon, dazwischen Lucie Englischs lebendig gestallete Soubrette. Karl GüntherS famos tarifierter Hofschauspieler. Kner und Lingen. Das Publikum applaudierte auf offener Szene, und so wurde daS »Spiel im Schloß'" ein Erfolg auf der ganzen Linie. L. W. Uraufführung eines oberhessischen Dramatikers in Bamberg. Man schreibt uns: 3m Stadtthealer Samberg wurde dieser Tage das Drama „Der (Bottgeborene8 von Dr. Bernhard Schwarz, geboren in Echzell, unter großem Beifall des Publikums aufgeführt Dr. Schwarz, ein gewesener Jurist, hat letzt im Alter Don 53 Jahren seinen dramatischen Erstling in Bamberg auf die Bühne gebracht. In formschöner Sprache gestallet er bas große Problem des Kampfes zwischen der aüumfaffenoen Liebe und Machtbestre- den der weltlichen Gewalten in den Begegnungen Alexanders des Großen mit Diogenes, dem Ph,lo« fopyen in der. Tonne. Eigenes Zeiterleben, eigene Lebenserfahrung im Kampf für die allesbeglückende Menschenliebe yat in diesem Drama einen edlen Niederschlag gefunden. neu2 Steuerfestsetzung zu erfolgen hat, dahin- flehend, daß sie berechtigt sind. Grund- und Gewerbesteuern für das Rechnungsjahr 1927 nach denselben Besteuerungsmer'malen wie für das Rechnungsjahr 1926 zu erheben' daneben die Sondergeüäudrstener nach de.n vo le'enden Entwurf eines Gesetzes über die Sonderte bä udesteuer für das Rechnungsjahr 1927. Diese Steuerveranlagung hat aber nur einen vorläufigen Charakter. Sobald die neuen Einheitswerte nach dein RLichsbewertungsgefeh feUUei;en, was im Lause des Rechnungsjahres 1927 zu erwarten steht, erfolgt eine Reuveranlaaung zur Steuer auf Grund dec neuen Wert? so das; der an sich sehr unerwünschte Zustand eint «icn wird, daß man mit zwei Steuern in einem Rechnungsjahr zu rechnen hat und voraussichtlich mit zwei verschiedenen Steuerzetleln. Für die Gemeinden ergibt diese Regelung außerdem noch die Rotwendigkeit der Ausstel ung eines neuen Heberegi'ters. trenn die endgültige Reran'agung auf Grund der neuen Einheitswecte kommt. Don Interesse ist, daß bci der nach oben erwähnten vorläufigen Steuererhebung für 1927 bei der Gewerbesteuer die Erhebung einer Gewerbesteuer vom land- und forstwirtschaftlichen Betriebskapital nicht mehr gestattet ist, weil eine besondere Besteuerung desselben nach den neuen reichsrechtlichen Bestimmungen nichtmehrzulässig ist, sondern dieses Kapital im Einheits- Wert bei der Grundsteuer-Beranlagung mit eingegriffen wird. Der steuerliche Zustand, wie et sich für das Rechnungsjahr 1927 nach dem oben Ausgesühr- ten ergibt, ist jedenfalls wenig erfreulich, da das System der vorläusigen Steuern immer un» erwünscht ist für das gesamte Wirtschaftsleben. Indessen wird für dieses Steuerjahr nichts zu ändern fein, da dies mit der noch nicht ab- geschloffenen neuen Einheitsbewertung zusammenhängt. Wie sich die steuerliche Veranlagung auf Grund der neuen Einheitswerte auswirlen wird, kann naturgemäß heute noch nicht überblick werden, aber es kann nach dem bekannt gewordenen Einheitswerten, insbesondere für das Grundvermögen, jedenfalls heule schon darauf ßingetcie'cn werden, dah es grundstürzende Verände- r un gen bei der Festsetzung der Steuerausschlage geben wird. Oberhessen. Lrrirdkrcjs (tzieftcu. CO Klein-Linden, 15. März. Im hiesigen Zrauenvercin sprach am Montagabend Re^e- schwester Lydia vom Ronneweier Mutterhaus über Gründung, Zweck und Ziele des Mutterhauses. Rund 860 Schwestern hat das Mutterhaus in die Welt gesandt. Die recht ansehnliche Kollekte wurde der Reiseschwester für das Mutterhaus überlassen. Pfarrer G v b e l dankte als Vorsitzender des Frauenvereins der Rednerin für ihre Ausführungen. • Leihgestern, 15. März. Dieser Tage hielt der hiesige Evangelische grauen- verein bet starker Beteiligung sein diesjähriges I a h r e S f e st ab. Zu seiner großen Freude konnte er seinen einstigen Gründer, Kirchenrat Strack, den langjährigen Pfarrer und Seelsorger unserer Gemeinde, in seiner Mitte begrüßen. 3m Mittelpunkt des Abends stbnd ein warmherziger Vortrag der Leiterin der „Zuflucht" in Gießen. Schwester Irma schilderte anschaulich die Aufgaben und die Arbeit der „Zuflucht", die schon in der kurzen Zeit ihres Bestehens viel Segen gestiftet, und bat in launiger Weise den Verein, bei diesem jüngsten Kindlein der Inneren Mission in Gießen 93atentfette zu übernehmen, was ihr auch zugefagt wurde. Eingerahmt wurde der Vortrag von Gedichten ernsten und heiteren Inhalts, die von einigen Konfirmandinnen gut vorgetragen wurden. Der Ortsgeistliche eröffnete den Abend mit einigen Dorten der Begrüßung: erstattete im weiteren Verlauf den Rechenschaftsbericht und schloß die Feier mit einer kurzen Andacht. X Wieseck, 15. März. Die kirchen musikalische Passiv nsan dacht cm Abend des Dolkstrauertags wurde von dem Ortsgeistlichcn mit der Verlesung einer Andacht von Friedrich Rau mann: „Fromme Musik" eingeleitet und mit Paffionsgebet, Vaterunser und Segen beendet. Den Hauptleil des gehaltvollen Abends bildete ein reltgiofer Orgelvortrag des auf der Akademischen Hochschule für Musck in Berlin vorgebildeten Künstlers v. d. A u aus Mainz. Das Thema der Predigt des Ocgel-Eoangcliums war: Ioh. Seb. Bach und Iesus Christus. Zwischen die einzelnen, vom Zug nach Jerusalem bis zu den Erscheinungen des Auserstandenen führenden Abschnitte waren Lieder von Bach. Vater und Sohn, eingefügt. Dank eines dem Besucher in die Hand gegebenen ausführlichen Programms war der Abend nicht nur eine Stunde bet Andacht, sondern auch eine Stunde der Einführung in das so manchem noch verschlossene Gebiet der geistlichen Musik. Reben der Kunst des Orgelspielers zeigte die Veranstaltung auch die Güte unserer O-nel. L Lollar, 15. März. Der „Gießener Anzeiger" berichtete kürzlich ü-er das Proje.t einer A u t o- mobilstraße von Hamburg nach Mailand. Die Straße wird hessisches Staatsgebiet aus einer Länge von etwa 110 Kilometer in Rordsüdrich- tung durchschneiden. Sie wird in der Gegend von Ruttersyausen in den hessischen Volksstaat eintreten und weiter über Wieseck. Gießen, Griedel. Höchst a. M., wo sie den Main übe:- schreiten wird, und dann durch bas Ried fuhren. Die Straße sott möglichst die Ortschaften umgehen und starke Steigungen (über 4'1-) und Kurven (unter 500 Meter Radius» vermeide.. Dies laßt sich auf der hessischen Strecke sonst übet all verhältnismäßig leicht durchführen. Rur in unserer Gegend stellen sich der Ausführung einige Schwierigkeiten entgegen, da die Straße auf der e iten Seite durch das Ueber'chtocmmungsgebiel der Lahn und durch sumpfige Strecken geführt werden muß, was die Errichtung von Dämmen notig macht, andererseits wieder, um zu starke Steigungen und Kurven zu vermeiden. Gelä.tdeeinschnitie vorgenommen werden müssen. Auch eine Vrücke über die Lahn muß geschlagen und an ver'chicdenen Stetten Landstraße und Eisenbahn über, uert werden was durch Unter- bzw. Uebersührungen zu geschehen hätte. Ein Vertreter des hessischen Ministeriums, dem die Dearbeilung des Planes für die durch unfern Volksstaat gehend' Strecke der Straße Übertragen ist. we'lie hier, um das in Frage kommende Gelände in tvr Umgegend unseres Or.es zu besichtigen und auf die Möglichkeiten der Führung de.- Straß" zu prüfen. Es Ware sowohl im Interrise des Verkehrs als auch des unsere Landstraßen benutze.iden Publikums, sowie ferner her vielen Arbeitslosen, die bei dem Dau Arbeit und Brot finden könnten, zu wünschen, daß das großzügige Projekt zur Ausführung käme. I — 1 Lollar. 15. März. Die Bezirks- lehrervereine Lollar und Londorf hielten cm Samstag nachmittag im Zeichensaale der hiesigen Schule eine gemeinsame Konferenz, in der Rektor V i th -Wetzlar eingehend über das Thema „Das freigeistige undd das werktätige Prinzip im Unlerr.chi der Arbeitsschule" spracy. In hem ersten Teil erläutert’ der Re> ner den Begriff um) das Wesen der Arbeitsschule: AIS Losung für die echten von den vielen Richtungen, die sich Arbeitsschulen nennen. ist die Forderung der Eigentät gkeit des Schülers kennzeichnend. Viele pädagogische Reuerscheinungen und Reuauflagen von älteren Werken nach dem Krieg, die alle unter der Flagge „Arbeitsschule" segelten, haben dielen Begriff vielfach zu einem Schlagwort herabgedrückt. Unter der wahren Arbeitsschule ist die Schule zu betrachten. in der Bildungsziel, Verfahren und (Stoff durch den Begriff der Arbeit bestimmt werden. Im Gegensatz zur Arbeitsschule steht die Lernschule, in der die Schüler mir passiv waren, d. h. der Lehrstoff wurde ihnen mund- qerechl vorgesetzt, und sie hatten ihn nur zu bemalten; während in der Wtbeitslchule die Schüler durch ein freies geistiges Mitarbeit:n den Stoff besser erfassen und begreifen sollen. Diele feg. freie geistige Arbeit ist das ümfaffenbe des großen Gebäudes der Arbeitsschule, ein Grundpfeler ist der Arbeitsunterricht, der in einem besonderen Lehrfach die Methode und technische Kniffe lehren will. Ein weiteres Wc- sensmertmal ist die Schülersrage. durch die sich die Schüler selbst Klarheit ver-chafsen sollen. Im zweiten Teil gab Herr Vith in geschickter Weise Anregungen und Erläuterungen über verschiedene Techniken, die in der Arbeitsschule zweckmäßig zur Anwendung kommen. So führte er vor: verschiedene Arten von Tafelzeichnen, Wischtechnik, den dreiteiligen und den vierteiligen Faltschnitt, Schneiden von Buchstaben, die Technik des Transparents, Pinsel- und Slempel- drucl. Im dritten Teil des Vortrags zeigte er im Lichtbild Aufnahmen von feinem Wevcunter- richt. Zeichnungen, die von großem, selbständigem und lunstverständigem Können der Kinder zeugten, Arbeiten in Holz und Draht, Treibarbeiten in Messina und das Einbinden von Büchern wurde in sehr anschaulichen Bildern vorgesührt. Zum Schlüsse dankte Lehrer Keller für die lehrreichen, oft mit gesundem Humor gewürzten Ausführungen. In der regen Aussprache, die sich bei einem gemütlichen Zusammensein dem Vortrag anschloß, wurde noch über die verschiedenen Begriffsbestimmungen wir Ar c ts° schule, Werkunterricht. Handfertigkeitsunterricht und die sie vertretenden Organisationen Klarheit geschaffen. z. Rödgen, 15. März, Unterer Volksbücherei wurden im Lause des Jahres verschiedene Zuwendungen gemacht, die gern und dankbar zum Ausbau der Bücherei angenommen wurden. Die Kreiskasse überließ ihr 10 Mark, der Gemeinderat bewilligte in verständnisvoller Weise 25 Mark, im vorletzten Jahr 20 Mark, und unsere beiden Gesangvereine „Harmonie" und „Konkordia" bedachten sie anläßlich ihrer Familien kränzchen mit freiwilligen Gaben. Mit dem Gelbe konnten verschiedene Werke neu eingestellt werden. Wohl weist das Bücherverzeichnis noch bedeutsame Lucken auf, wohl fehlen noch so viele Erzähler mit gutem Rainen: aber es ist zu hoffen, daß der Bücherbestand jedes Iahr vermehrt werden kann. t. Linden st ruth, 15. März. Die Arbeiten zur Wieseckregulierung sind bis über Lindenstruth hinaus durchgeführt, ruhen nun aber schon seit einigen Wochen. Die Ursache ist in langwierigen Lohnverhandlungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgeber zu suchen. Bei Aufstellung de§ Voranschlags wurde der Tarif für Waldarbeiter, also 53 Pf. Stundenlohn, zugrunde gelegt. Rach diesem Tarif wurden auch die Arbeiten vergeben. Rachträglich hat sich herausgestettt, daß der Stundenlohn für Tiefbauarbeiter, also 73 Pf., in Frage kommt. Da eS sich hierbei aber auch um Wasserarbeiten handelt, müßten sogar 93 Pf. bezahlt werden. Für den Unternehmer waren damit ganz andere Verhältnisse gegeben, und die Arbeiten wurden sofort eingestellt. Durch die Lohnverhandlungen wird die Ausführung der Arbeiten, die als Win!erarbeiten gedacht waren, weit hin- ausgeschoben. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft hat jetzt entschieden, daß die beteiligten Gemeinden Linden st ruth und Reiskirchen die sich aus den n uen Lohnsätzen cr- geberßen Mehrkosten zu tragen haben. Den Landwirten erwächst damit ein großer Schaden, denn es muß damit gerechnet werden, daß ein Teil der Heuernte verloren geht. Die Arbeiter fallen in dieser Zeit der Arbettslosen- fürforge anheim. ri. Li ch, 15. März. Hier besteht seit dem 14. Iahrhundcrt das Marienstift, eine Stiftung der Vorfahren des Licher Fürstcnhau'es. Dieses Marienstist hat früher sämtliche kirchlichen Ausgaben in Lich getragen, war allerdings schon in der Zeil vor dem Kriege infolge der veränderte!' Geldoerhältnisss auf Zuschüsse auS der Stadtkasse angewiesen. Aber außer den kirchlichen Ausgaben in Lich hatte das Marienstist die Dau- und Unterhalt angspf licht dcS Pfarrhauses in dem nahen Langsdorf und den dritten Teil der Unterhaltung des Pfarrhauses zu Vellingen. Durch die wirtschaftliche Umtoäl- zung ist das früher reiche Stift arm geworden. . Der Stift", wie die Lichrr sagen, kann heute seinen Vervttich'ungen nicht mehr nacßlommcn. Die Grundstücke bringen infolge der übergroßen Lasten, die darauf ruhen, kaum ein paar Ma ick ein. die Wertpapiere sind entwertet. Run ist nach langen und nicht einfachen Verhandlungen unter Mitwirkung deS Landeskirchen amt es ein Vcrgl ei ch zustande gekommen, wonach das Marienstist leine Verpflichtungei: gegen Langsdorf und Bilfingen in der Weife erfüllt, baß cs den genannten Kirchengemeinden einen entsprechenden Teil der Grundstücke überweist Die beteiligten Gemeinden haben diesen Vergleich angenommen. Damit hat zu allgemeiner Befriedigung eine sehr schwierige Frage eine friedliche Regelung gesunden. 4 Lich, 16. März. Wie aus dem heutigen Anzeigenteil eriichi.ich ift, veranstalte! der hiesige Männcrgesangverein Cacilia" am kommenden Sonntag sein diesjähriger Konzert Die geplanten Darbietungen stehen auf einer bohen kün'tierischen Stufe. Der Besuch verspricht recht gut zu werden, werden doch na- r.entließ aus den um Lich liegenden Ortschaften viele ©angebireunhc erwartet. Auch viele Sänger aus dem Lahnialsängerbund. dem der Verein .iSäctlia“ angesHlossen ist. haben jetzt schon ihr Erscheinen zugesagt. Die neu erweiterte Turnhalle ist der bestgeeignete Raum für die Veranstaltung großer Konzerte, bietet lie doch weit mehr als 1000 Personen bequeme Sitzgelegenheit. Da aua) die Akustik ausg^eichnet ist. fo stehen den Besuchern des Konzertes einige genußreiche Stunden bevor. !! Lich, 15. März. Die bekannte Brauerei 2 h r i n g - M --1 ch i o r, die in den letzten Jahren ihren Betrieb schon mehrfach vergrößerte, bat in den legten Monaten durch die Dausinna öebr. Fey in Lich ein neues Sudhaus errichten lassen. Durch diesen Erweiterungsbau wird die Brauerei in den Stand gesetzt, künftighin etwa das Doppelte der bisherigen Produktion erzeugen zu können. Die Inbetriebnahme des neuen Sudhauses wird voraussichtlich im Frühjahr erfolgen. ri. Riederbesfi n gen, 15 März. Mis- sionsInspektor W e i s h a u p t aus Leipzig, der zur Zeit auf einer Reife durch Oberhefsen begriffen ist. die ihn in die Gemeinden führt, welche mit der Leipziger Mission in Verbindung stehen, sprach gestern abend in der bis auf der. letzten Platz gefüllten Kirche über die Missionen aufgaben der Gegenwart. Besonders ausfubrlich schilderte er die Aufgabe der Leipziger Mission in Ostasrika, das er aus eigener Anschauung kennt. Leider versagte auch diesmal wieder, wie schon einmal kürzlich bei ähnlicher Gelegenheit, kurz hör Beginn der Veranstaltung das elektrische Licht in der Kirche. Man muhte sich mit einer dürftigen, aus einigen wenigen Petroleumlampen bestehenden Rotbeleuchtung behelfen. L Hungen, 15. März. Vor einigen Tagen wurde in Reustadt a. d. Hardt ein hiesiger junger Mann von 18 Jahren von der dortigen Polizei in Schutzhaft genommen, als er gerade im Begriffe stand, über die Grenze zu gehen, um in die französische Fremdenlegion einzuteeten. Ob er aus eigenem Antrieb dieser „rosigen" Zukunft entgegenqetrieben wurde, oder ob er Werbern in die Hände gefallen ist. konnte noch nicht ermittelt werden. Jedenfalls zeigt diese Begebenheit, daß es immer noch junge, leichtfertige Menschen gibt, die jeder Warnung zum Trotz diesen verhängnisvollen Schritt zu tun. den sie dann leider zu spät bereuen müssen. Der junge Mann wird seiner Heimatgemeinde wieder zugeführt werden. Aus der nördlichen Wetterau, 15. Marz. Die Wintersaaten sind, soweit man jetzt übersehen kann, gut durch den Winter gelcmmen. Infolge der milden Witterung hat sich besonders der Winterweizen gut entwickelt und beginnt sich zu bestocken. Einige Klagen hört man über den Stand des Roggens, der teilweise sehr dünn fteßri Während nickst der geringste Schaden durch Mäuse sestzustetten ist, macht sich in den letzten Wochen die Plage des Schneckenfraßes in empfindlicher Weise be- mertbar. Oft stößt man auf mit Roggen besäte Aecker, die vollständig kahl gefressen sind und notwendigerweise mit Sommerfrucht neu ausgestellt werden müssen. Besonders auffällig ist der Schneckenfraß auf Kornäckcrn neben wenig befahrenen, mit Gras bewachsenen Feldwegen und neben Kleeäckern. Man findet unter einer hohl liegenden Ackerscholle oft 3—5 dieser gefräßigen Fernde. Auch die Gartenbesther klagen sehr über Schädigungen durch Schnecken. Der im Herbst in Reihen gepflanzte Wintersalat ist bi- auf die Blattrippen kahlgesressen. An dem Win» tergepflänz kann man auch oft den Wurzelfraß des Engerlings feststellen, der wegen der geringen Frostes den Winter über in den oberen Bodenschichten geblieben ist. Die reichliche Winterfeuchtigkeit ohne lange Ueberfchwemmungs- perioden hak den Wiesen die Vorbedingungen zu einer günstigen Entwicklung gegeben. Kreis Friedberg pb. Butzbach, 15. März. Am Sonntag fand im Restaurant „Zum Gambrinus" dahier unter Vorsitz von Oberstleutnant a. D. R o g a l l a von Bieber st ein eine Bundes-Ausschuß- sihung des Bundes ehern. Leibdragoner Rr. 24 statt. Außer einer größeren Anzahl ehern. Leibdragoner aus der hiesigen Gegend waren die Kreisvertreter von Büdingen. Darmstadt. Friedberg. Gießen, Offenbach a. M.. Frankfurt a. M. usw. erschienen. Der Hauptpunkt der Tagesordnung war die am 4. Rovember 1927 in Darmstadt stattsindende Einweihung des Gefallenendenkmals, sowie die Beschlußfassung über einen im nächsten Iahr in der früheren hiesigen Garnifonstadt abzuhaltenden Dragoner-Tag. An der Versammlung nahmen als Vertreter der Stadt Bürger neister Dr. Iansen und Beigeordneter Ploch teil. — Anläßlich des Faselmarktes wird die Buh- bach—Licher Bahn am Donnerstag ab Müschen heim und Oberkleen je einen Sonderung fahren. Ersterer fäbn vcr.n. 7,32 in Muschenheim ab und ist 8,07 hier, letzterer Dorrn. 8.00 und trifft hier 8,23 auf dem Ostbahnhof ein. Die Autobusgesellschaft hat zur Bewältigung des Verkehrs an dem Markttag fünf Omnibusse im Betrieb. Krcis Büdingen. I! Büdingen, 15. März. Die Zahl der Erwerbslosen im hiesigen Kreis ist im steten Steigen begriffen. Während vor vierzehn Tagen noch kaum 500 Erwerbslose vorhanden waren, ist deren .-',2hl jetzt auf über 900 gestiegen. Eine Desjeru,. der Verhältnisse ist vorerst nicht zu erwarten. — Die neue Hochdruckwasserle.tung ist nunmehr schon in Betrieb genommen Bis in bie hochstgelegcnen Häuser am Wildcnstein und Pfassenwald reicht nun der Druck des Wasser? Einem langjährigen liebel ist jer-l endgültig ob- geholfen. — Die Stadtverwaltung hat Ne Anschaffung von 7 alten Eisenbahnwagen beschlossen, die zu R o i w o h n u n g e n hcrgerichtet werden sollen th. Lei dH ecken, 15. März Durch die beginnende Bautätigkeit ist die Zahl der Arbeitslosen in unserer Gemeinde auf acht gefunden. Diese werden mit Drainage- arbeiten in hiesiger Gemarkung beschäftigt. Krcis Schotten. Schotten. 15. März. Im Rarbaus zu Schotten fand unter dem Dorsis von Bürgermeister M e n g e l - Schoten eine Versammlung des Hess. Landgemeindetags, Kreisverein Schotten, statt, die vollzählig besucht war. Dom Krcisaml Schotten wohnten Regierungürat Helm re ich und Derw.- Infpektvr 21 ü l l c r den Verhandlungen bei. Der Vorsitzende des he sischen Landgemeindc- tagS, Bürgermeister Alexander - Gonsenheim erstattete ausführlichen Bericht über die Bedeutung und feitßcrigc Tangiert des heff. Land» gemrindetags lieber die Wichtigkeit des Zu- fammenschlulies aller Landgemeinden fru einem starken großen Verband herricht nur eine Stimme. Der deutsche und hessische Landgemeindetag bilden heute in unserem politischen und wirtschaftlichen Leben einen bedeutenden Machtfaktor. Bürgermeister Alerander ftttiftc alsdann alle wichtigen Gebiete der Gemeindeverwaltung, auf denen der Landgemeindetag bisher im Interesse der Gemeinden tätig war. Der Finanzausgleich zwischen Reich, Ländern und Gemeinden wurde berührt, die verschiedenen Steuern behandelt Auswertung der Gemeindeanleihen. Er- werbslofenfrage, Verwaltungsreiorm. Wanderer- fürforge, Wobnungsge'etzgeo'.lng. Haftpflichtversicherung, Zuschlagsrecht zur Einkommensteuer und ähnliche Fragen wurden eingehend brivrochen. Sehr rege war die anschließende Aussprache. Eine Entschließung sand Annahme, die strengere Wahrung des Amtsgeheimnisses und des amtlichen Schweigeverbotes bei allen Dienststellen fordert, da sonst, wie einzelne Fälle erwiesen haben, eine objektive Berichterstattung nicht garantiert ist. Ferner wird eine Vereinsachung der standesamtlichen Einträge angeregt in Fvrm von einheitlichem, übersichtlichem JMufter. Die derzeitigen langatmigen Einiragulkyen sind nicht mehr zeitgemäß. Die diesjährige Tagung des hessischen Landgcmeindetags findet in Dad-Rau- heim statt, zu deren Tagung eingeladen wurde. Der Wunsch nach Abhaltung öfterer derartiger Versammlung wurde dringend laut. Ein ein** faches Elfen im Gasthaus .Zur Krone" schloß sich an die Tagung an. * Eichelsdorf. 15. März. Die im Ridda- tale liegenden Teile unserer Gemarkung litten schon immer unter dem zu hoch liegenden Grunb- Wasserspiegel. In den letzten nassen Iahrcn steigerte sich dieser Uebelstand jedoch bis zur iln# ertraglichkeit, und nun ist man endlich zur Entwässerung eines Teiles deS sehr miirderwertia gewordenen Geländes geschritten. Die oberhalb unseres Dorfes gelegenen Mühlwiefen. etwa 40 Morgen Ackerland und Wiesen, werden eben nach den Plänen des KulturbauamtS Gießen drainieci. Maurermeister Fciedr. Rau von hier hat di- Ausführung der Arbeit übernommen und beschäftigt in der Holzindustrie arbeitslos gewordene und sonstige Arbeitsuchende aus unserer ; Gemeinde. Da man jetzt schon die bodenver» bessernde Wirkung der Drainage erkennen kann, dürfte die Fortführung der Entwäsierungsarbeit in anderen Teilen unserer Gemarkung nicht allzu lange auf sich warten latten. Im Falle einer Feldbereinigung hoffen die an Der Entwäffe- rungsarbeit beteiligten Landwirte durch eine bessere Bonitierung ihrer entwässerten Grundstücke Ersah ihrer jetzigen Unkosten zu finden. — Wie in vielen Rachbargemeinden, so stand auch hier die Reuse st schung der Gemeindebeamtengehälter auf Der Tagesordnung einer Gcmeinderatssitzung. Die nunmehr gewährten Bezüge stellen aber keine wcfentl'^che Minderung der seitherigen dar. Der Bürgermeister erhält nach wie vor 2200 Mk. Dem Gemeinderechner und Polizeidiener wurden Die Frauenzulage gestrichen, so daß sie nun 1600 Mk. bzw. 825 Akk. bekommen. Der Fekdschühe. der seither bei vierstündiger Deschästigungszeit 800 Mk. und Sondervergütung aller Rebenarbeiten bezog, soll nun mit 1000 Mk. Gehalt als vollbeschäftigt gelten Kreis Alsfeld. --- Ober-Ohmen, 15. März. Am Sonntag abend veranstaltete der hiesige VolkSbil- dungsvere^n einen gut besuchten Vortragsabend. Lehrer Strack- Ruppertenrod sprach über Astronomie. <3r wußte seinen Vortrag so fesselnd zu gestalten, daß jedermann angeregt seinen Aussührungen folgt«. Starkenburg. WER. Offenbach. 15. März. In der Rächt zum Sonntag wurde in der Filiale vo« Schade & Fü11grak> e im Vorort CBürgd eingebrochen. Die Täter stahlen eine Kassette mit 600 Mark Bargeld, Zigaretten und Schokolade. Die Einbrecher konnten ermittel! werden. Sic wurden fe st genommen und dem hiesigen Amtsgerichtsgelängnis zugesuhrl. Alt Täter kommt ein junger Mann in Frage, der bei der Filiale angestellt ist und sein Freund, ein Tapezierer aus Klein-Steinhe m. Die 'S tX halten die Kassette mit nach Klc n-Steinheim genommen und Dort erbrochen. DaS gestohlen« Gut, das die Diebe versteckt hatten, konnte den Eigentümern wieder zugeführt werden. — Zwi* schen Ottenbach und B.eber entzündete sich am Samstag abend im Personenauto Cf* fenbach—Bieber infolge Heißlaufens des Motors plötzlich das Benzin. Die Flammen schlugen zum Gluck nach oben, statt in den mit Personen gefüllten Wagen, fo daß ein größeres Unglück verhütet wer en konnte. Dank der Geistesgegenwart von Fahrer und Schaffner lonn.e eine Erplofion noch verhindert werden, da sie schnell entschlossen große Massen oon Sand auf die Flammen warfen und sie dadurch erstickten. Das Unglück soll infolge der starken Steigung auf dem Biederer Berg entstanden fe.n. WSR. Rüsselsheim. 15. März. In der letzten Stadtverordnetensihung wurde milgcitiü. daß die Stadt RrüssclSheim gegenwärtig nur 51 Arbeitslose hat. Man hofft, dah diese bei dem kommenden Brückenbau restlos untergebracht werden können. Ferner wird damit gerechnet, daß die Firma O -c' demnächst noch Arbeitskräfte eintf :tten wird Preußen. Die 5pritfd)iebunnen in Mainz und Oppenheim. WSR. Franksurt a. M. 15. Mär- 3° den Spritschiebun gen in Mainz und Oppenheim wird werter gemeldet, daß es H® um die Firma Rödling in Mainz handelt, die daS Reich um mehrere Millionen geschädigt hat. Die Brenn er rien befinden sich tn Oppenheim. Die Firma gebörre zu den bedeutendsten ihrer Dumche. Ihr Umiay wird nut von wenigen deutschen Greßärcnnereren übertroffen. Seil ahren hat Di-: Firma RddliN- 87proz. Sprit bezogen. Der als minderwertiger Branntwein deklariert worden war. ES handeU sich dabei um Trauben» oder Obstweine, Die sich zum Genuß nicht eignen und die In den Drerme- reien zur Herstellung von Branntwein Dee- Wendung finden. Für diesen Brennwein ist der zu entrichtende ZoÜbetrag ein sehr geringer Er steht in (einem Verhältnis zu dem sehr hohen Zollsatz für hochprozentigen Sprit, tote ihn DK Ä Damit. M ckmehm«, Unterst A Mr xii! f^m ; DtjcnDcn. ' icDtn sahn W Dagcn iiende- hrüdte d ein. Ei"/ qeßen anK aelchrc-st» * verschoben., palüert ©!■ rechnen» 0 8“5 Sie „Atzb perlc.it it'LX Wungen a r>on Den 3' bedürftig b' Jahre ist ] «Men in» worden. ...Aui Jn Den le Grelle ein >ucht bcmc lachkncgcio HU Schafe nur noch g trieben. Sie niedrigen H ;urücizusühre leulch Der Haller sehr \ ringen Bell die hohen < wenn nicht; Herden führ Dolletzeugu r.^r lohnen in den fehlen dr. Maul- sperre fielen, gefreffen, fc Schafe bequ< Ätc .etrerber Äi dort, und € diesen Tagen O Ho tagabenD fa wie ein Mensche Das rieh weiten,, zangen i ^rtigung mir, Ein M\. |c Neus «üoiie. nu 'n LÄ-- «lat» -M' ! dar w, und aJ^- *?<* 6tS^ Br&t m»fc ÄS lü'yM >; eilt. GW« L Ä& Gattung 'MCE ä£ frj- äihag «d laut ft" "*wSlM Jbj Die im Aidda, r Gemarkung litte» frunA, .nafftn 3Ä5ttn [,», 1 Ech jur t n n Avalen. «L» W derben uurbauamti ^t. Sou von ’m übernommen urj Me arbeit-,»z fl«. suchende auj unl«a ^on ke bodenvev- "age trtenntn lann, SnttDäliminfliarbtü Markung nicht a2p 11 3m 5gIU tip.,1 an da Snttvälk- ltdivirie durch eine mtwäslerlen -rund- ntoften zu kinbrn. - tnbtn, |o f.anJ «4 der ©emeiait. der Suats ottr; Die nunmehr geü? e velenlliche Lir> Der Sürgmnrita Bit Dm ßtmtinh- wurden die Arant» ’ nun IöiX> W. bzv eAchühe, der 'eilhei ngszci'l 800 M und narbeiten bezog, lofl ali DodbeWIM S«i*n fiirma Rübling bezogen Hal. S» kommen etwa 28 Waggons falsch deklarierter Brennweine in Brirachk. Der Schaden, den das Reich erleidet, soll sich aus 5 b i 6 8 Millionen belaufen. Rübling. der trotz seine» Ge» ßändnifse» wegen Berdunkclungsgcsabr verhaftet ist. bat natürlich Helfer gehabt. Dir Fahndungsstelle ift augendliolich bami: dcschüf- tigt. diese Mitschuldigen fcfi^uftellen. Wei lere Verhaftungen stehcn bevor. Gestern sind erneut mehrere Beamte nach Mainz gefahren, um dort Feststellungen zu machen. Men r.^aet damit, daß Röblmg eine grob? Anzahl llnter- abnebmer nchabt hat. Inwieweit sie «ich frraf- rechtlich schuldig gemacht Haden, muh die weiter? Untersuchung ergeben. Kreis rvetzlar. LSR. W e h l a r. 15. Würz. Gin tolle» Stück lciltete sich ein Automobilist au» Wles- bafc?n. Offenbar in animierter Stimmung fuhr er mit seinem Wagen, in dem sich mehrere Personen befenben, durch di« unwahrscheinlich engen Kätzchen der Oberstab: die po i eilich für jeden Fährverkehr gesperrt sind. Schließlich rannte der Wagen mit Wucht gegeneinvorsprtn« gendes Hau» am Lieblrauenbrrg und drückte dessen Vorderfront teilweise «i n. (Sin altes Ehrpaar, da» sich zum Schlafengehen anscoilkte, wurde unsanft au» der Ruhe geschreckt. Das im Zimmer stehende Drtt wurde verschoben. Den leichtsinnigen Fahrern ift nichtpassiert. Sie dürfen auf einen faltigen Strafzettel rechnen. 0 Au» dem Kreis« Wehlar, 16. März. Di« Ahl) acher Dezirls-Armenkasse verteilt i«des Iahr aus ihren Mitteln Unterstützungen an solche Konfirmanden, die ihr von den zuständigen Bürgermeisterämtern al- bedürftig bezeichnet werden. Auch in diesem Iahre ist wieder eine Anzahl armer Konfirmanden mit derartigen Untrrltützungen bedacht worden. AuS dem Kreise Wetzlar. 15. Mürz. 3n den letzten Iahren macht sich in unserem Kreise ein starker Rückgang der Schafzucht bemerkbar. Während in den Kriegs« und ÄachkriegLjahren auch der kleinste Landwirt mehrere Schafe hielt, wird die Schafzucht heute nur noch gewissermahen aus Liebhaberei getrieben. Dieser Umschwung ift aus den äußerst niedrigen WollpreiS. etwa 2 Mk. pro Pfund, zurückzuführen, fo dah bei dem üblichen Umtausch der Schafwolle gegen Strickgant die Schafhaller sehr schlecht abschneiden. Reben dem geringen Wollpreis sind eS auf der anderen Seite die hohen Schüserldhne. die zur Verkleinerung, wenn nicht gar zur Abschaffung mancher Schafherden führen, oa unter diesen Umständen die Wollerzeugung, sogar zum Eigenbedarf, nicht mehr lohnend et. Außerdem haben die Schafe in den Unten W ntern, wo sie meistenteils wegen dc.' Maul- und Klauenseuche unter die Stall« sperre fielen, große Löcher in die Wintervorräte gefressen. so daß der Landwirt für mehrer« Schafe bequem ein Stück Rindvieh halten konnte. ~ Krofdorf. 16. März. Die SchulamrS« dewerber K i e h l und Schmidt, beide in Krofdorf. und Seim in Wißmar bestanden in diesen Tagen die zweite Lehrerprüfung. O Hochelheim, 15. März. Am Samstagabend fand im Saale der Gastwirtschaft Philipp Jung ein von der hiesigen Kirchen- gemeinde veranstalteter Spielabcnb statt, der durch «ine Spielschar auS Wetzlar unter Leitung von Stadtjugendp«leger Hörning- Weylar au»gcfübrt wurde. Der Reinertrag der Veranstaltung ist für die Stadljugenb- Pflege bciairnnt. 3 Ki«d«rkleen, 15. März. Aue dem zur hiesigen Pfarrei gehörigen Wald. .' slar.de wurde durch den Verwalter der h efigen Forsten einige tausend gern.'cht« Welten lguttr ‘2: i'.xtäti öffentlich meistbietend verkauft. 3u$ den benach. barten (Bemeir.ben Hochelheim und Dornholzhausen waren «ben|alle Kautlusrige erschienen. Die 'Bellen iDjrJhn gut bezahlt (bao Aunbert mit 14 bi» 15‘Ulf.), so daß die Psarrgemeinbe mit ihrem (Erlös zufrieden sein darf. Tilltrcis. bl. Herborn. 15. März^ 3n den Gemeinden Oberöbcrg und Medenbach ist man gegenwtirtig mit dem Dau neuer Schul- hä ufer beschäftigt Maingan. WSR. Frankfurt a. M., 15. März. Lei der Zwangsversteigerung de» Industriebau- ses find bekanntlich Handwerkerforderungen von über 900000 Mark ausgefallen. 6.ne große auswärtige Handwerkerfirma. die dabei einen beträchtlichen Schaden erlitten hat. hat gegen zwei Firmen, die im Induslriehaus Q3ureauräume haben, nunmehr Anzeige wegen unlauterer Manipulation erhoben. WSR. Höchst a. M.. 15. Mürz Zu dem Leichenfund auf der Landstraße zwischen Höchst und Hattersheim wird weiter mitgcteilt, daß die Personalien des Getöteten jetzt feft- gestellt sind. Es handelt sich um den 32 Jahre alten Handwerksburschen Wilhelm @ tönern e i e r aus Lemgo In Lippe. In der Rächt Aum Sonntag weilte er im Frankfurter Obdachlosenheim. wurde dort vormittags entlassen und begab sich bettelnd über Höchst nach Hattersheim. Unter der Angabe, daß er völlig mittellos sei, lieh er sich dort noch ein Rachtessen geben. Gronemeier lebte feit Iahten von feiner Frau und feinen Kindern, die in Mülheim bei Koblenz wohnen, getrennt und kümmerte sich nicht mehr um fic. Die heutige Sektion der Leiche hat einwandfrei ergeben, daß der Getötete in der Dunkelheit von einem auS Richtung Wiesbaden gekommenen Auto, das an- scheinend mit rasender Geschwindigkeit gefahren ist, überfahren wurde, wobei er so schwere Kops- und innere Verletzungen erlitt, daß der Tod unausbleiblich war. Insgesamt haben in der fraglichen Zeit fünf Autos di« Strecke passiert. Welches Auto den Mann zu Tode gefahren bat. konnte noch nicht festqestellt werden. WSN. Bad Soden, 15. März. Dad S o > den kann in diesem Jahre ein seltenes Jubiläum feiern, nämlich das des 2 25jährigen Le- stehens als Heilbad. Die Kurverwaltung beabsichtigt. aus diesem Antah während der Saison eine Festschrift herauszugeben. Gerichtssaat. Verurteilung eines fugendlichen Muttermörder». WSR. Mainz, 15. März. Der 17jährige Kauf- mannslehrling Wilhelm Conrad, der am 14. Ottoder o. 2. in Bingen iein« Stiefmutter im Hausflur der elterlichen Wohnung durch mehrere Messerstiche tötete, wurde heute vorn Jugendgericht wezen Morde» zu der hochstzulässigen Straf« von zehn Jahren Gefängnis i*rurt«lll. Verurteilter Heiratsschwindler. WSN. Fulda, 14. März, vor dem hiesigen £*öffcngeridn hatte sich der 30 Jahre alte Koch Gustav Winter aus Darmstadt unter der Anklage bes Heiratsschwindel» zu verantworten Winter hatte in Hanau im Vorjahre eine Krieger- wi:tv? aus (Biedxnbad) tennengelernt und sich mit ihr verlobt, (fr erzählte ihr, daß er in Osten dach eine Dreizimmerwohnung habe, dah sie deshalb chre Möbel also nicht mltzunehmen brauch«. Die Frau orrfaufk de-Haid ihre Einrichtung und begab sich nach Oisenbach. wo am 20. Dezember 1926 bi« Trauung erfolgte Bereits am andern läge verduftet.' sich Winter und ließ die Frau völlig mittellos zurück, fo daß sie das Wohlfahrtsamt in Anspruch nehmen mußte. Insgesamt wurde di« Frau um 800 Mk. ae sct-ädigr. Das Gericht verurteil!« Winter wegen Betrugs im Rückfall zu 1 Oahr 2 Monaten Zuchthaus. 12 Jahr« Zuchthaus für «inen Gattenmörder WSR. Wiesbaden. 14. März. Rach mehr tägiger Verhandlung verurteilte da» Schwurgericht den unter Anklage des Gattenmordes stehenden Werkmeister Paul Dockius, der im November vorigen Jahres sein« Frau erschossen hatte, wegen Totschlags zu 12 Jahren Zuchthaus und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 10 Jahr« Kunst und Wissenschaft. Die Slöhner-Expeditton nach der Rord-Mandschurel. Der verdienstvolle deutsche Erforscher Oft« tibets Walter Stötzner beabsichtigt, jetzt mit einer neuen Expedition den noch völlig unbekannten Rorden der Mandschurei zu crforfd)?n. Es handelt sich um da» Gebiet de» Helung Kiang, das sich in einer Breite von 400 Kilometer und «iner Länge ton 1000 Kilometer an der nördlichsten Peripherie des chinesisch« Reiche» erstreckt. Stöhner, der in erster Linie ttcr» und völkerkundlich arbeiten will, wird ton dem Leipziger Geographen Dr. Hans Maier und dem Oberpräparator Walter Fritsch auS Dresden begleitet. Die Ab reife von Berlin ist auf den 21. April festgesetzt. Richard-Strauh-woche In Dresden. Die Dresdener Richard Strauß-Woche nahm mit einer Ausführung der „Ariadne auf Raros" unter persönlicher Leitung von Richard Strauß ihren Anfang Beim Erscheinen am Dirigentenpult schon lebhaft begrübt, ließ der Tondichter das eigenartige Werk, in dem sich Alltagsprosa mit Poesie, romantische Ironie mit Begeisterung so seltsam paaren, unter feiner Stabführung in voller Schönheit vor den Hörern erstehen, besonders stattete er da» kleine Orchester mit glitzernder Farbenpracht au« und wußte im ersten Teil des Werkes den Gegensatz zwischen gelungenem und gesprochenem Wort so auszugleichen, daß man eine neue Stilart deutlich erkannte. Die äußerlich ganz ruhig und schlicht, aber dabei doch höchst lebendige Dirigierweife de« Meister« führte Sänger und Orchester zum Einsatz ihrer besten Kräfte, zumal erst vor wenigen Wochen I da« Werk völlig neu einstudierl worden war So kam «ine Vorstellung zustande, die de» festlichen | Abend« würdig war In erster Linie zeichneten ! 'ich die Damen Stünz n er, Born und Röhl ’riric die Herren Paktier« und S t a« gern a n n au« Am Schluß wurde Strauß nebst allen Mttwirkenden vielmals stürmisch gerufen. Buntes Allerlei. ftlpling und das (Dflrlcllirr. Kudyard Äiphng, der in feinen Versen jo manches Neue gebracht hat, hat auch In einem bekannten Gedicht das tfarlellier In die Literatur eingefüfarl. Diese Tal Wille für ihn bei feinem jetzigen Vesucki in Brasilien nicht ohne folgen bleiben Aon einem feiner Bewunderer wurde ihm ein lebendes Gürtel- Iler als Geschenk ins Hotel gesandt. Der Dichter b« hielt dieses merkwürdige „Schoßtier" einen Tag bei sich schickte es aber dann dem gütigen Spender zunick mit einem Briese, in dem er ihm auseinander- fetzte, das Holelleben fei „ein zu furchtbares Schicksal für ein Gürtel:! r". Cine menschliche Uhr Ein eigenartige# Experiment wurde dieser Tage mit der berühmten Uhr der St Paul- Kathedrale in London gemacht, die den itlekn in dem belebtesten Teil der Elty Tätigen die Zeit angtbt. Die Uhr blieb in der Rocht plötzlich stehen und konnte nicht bi« zum Morgen repariert werden, fo daß die Stty de« gewohnten Zeitmefser« hätte entbehren müssen. De-halb kletterte ein Mann in den Mechanismus der Uhr hinein und stellte, mit einer Ühr in der Hand, von Sekunde zu Sekunde den großen Zeiger der Uhr. Drei Stunden lang arbeitete er so, und kein Mensch auf der Straße, der zu dem Zeiger emporblickte, konnte erkennen, daß sich da« etwas Ungewöhnliche« ereignete. Unterdessen wurde der Mechanismus der Uhr eingehend untersucht und die Reparatur vorgenommen, so baß der menschlich« Uhrersatz feine Arbeit aufgeben konnte. Rundfunk-Programm. Donnerstag, 17. THdrj: 1,30 bi« 2,30: lleberlraoung von Kassel: Mit- lagskonzert der Kasseler Hauslapelle. 3,30 bis 4: Die Stunde der Iugend. 4,30 bis 5,45: Konzert des Hausorchesters. Rimsktz-Korsakoss. 5.45 bi» 6,05: Die Lesestunde. 6,45 bis 7,15: .Der Zin«- beginn bei Aufwertung-Hypotheken im Hinblick auf da« Reichsgerichtsurteil vom 29. Oktober 1926". Vortrag ton Dr. Th. Leonhard. 7.15 bis 7.45: .Moskauer Bries" von Dr. Bernhard Reich. 8,15 bl« 9,15: ^Übertragung von Kassel. Rezi- tationsstunde Bruno Schoenfeld: »Don Goethe bis Zuckmayr". 9,15 dis 10,15: Hcbertragung aus dem Mannheimer Besprechungsraum: Kompositionsabend Emst Doch. Anschließend bis 12,30 Tanztstusik. Sprechstunden der Nedakkio«. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bl» 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Jür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird feine Gewähr übernommen. Unjcigenaufträge sind lediglich an di« Geschäftsstelle zu richten. zen- o-'K befinden V* Skgög t ss sKA »Ä täte tld. Mcz. Äm )irstgr HolUblb ,t Wuä)ltn Tot- tad-HiiVDtrttrri c wühle leinen Top dah jcdemami o- i folgt«. bürg. 15. Mürz. 3n * I ! in der Mast» im 2owrt. W ler stahlen eine ,v vQ>, Zigaretten :r lonnten «mW enommenunöro gniS zugetzlhn » Mann in 8^-* ist und lem.Otfl-- Jteinfie m. 5>-c \ nach K-c n-Steinst- chen. S-s it hatten, konnte do hr! werden.7-0 b»-w.'•? >««• ” en lon.tte- - kret und >"*"&!?* | Vermielungsn j S^raimnier mit leo (Erna fofort AU vermißen 011114 --citerettve!'. H.t H fens. Ml fiTa Det mrbl. Zimmer Kittegstlsch. : Tel ^,.1' Laden inBad-Nnulicim Nltt Einrlchlunz und Nrvemrau'n . eutl. 'ietter. in be itt flinlage für fofori metsiucn au »ein». 2wr. jÄnaeb. nn:er 2(21l)a. d.u)te> Lin, txxsrr » OTA-1IXOBI Bureau, '4r. heu. Parterre Aimmer tn fi. aciht. 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Bei Rächt '.äuscht die Entfernung," fügte dieser ohne Erregung. .Und dann — die Wegbäume standen ollen — Leide.' Das hot mich irregeführt." Reichmann lehnte sich wieder zurück. Der Mann hatte recht. Ihn traf kein Verschulden Einige Mi- nuten später stoppte der Chausseur so unvermittelt, daß der Doktor beinahe aus dem Wagen geschleudert wurde. An der Straßenböschung, die Füße nach der Chaussee gekehrt, lag ein Mann Das Warum der offenen Strecke erklärte sich nun. Der Bahnwärter, welcher diese zu bedienen hatte, war vom Blitze gestreift worden und aus seinem Standort der hoch oben am Bahnkörper thronte, herabgeschleuden worden. Reichmann untersuchte ihn. Er begann sich zu regen. Sah sich um und sand sich gleich darauf zurecht. Der Doktor rieb ihm die Schläfe, gab ihm aus der mitgenommenen Weinflasche zu trinken und hall ihm, während der Chauffeur am Wagen blieb, wieder die Böschung hinauf. Der Dank des alten Mannes war überschwenglich. Nun noch einmal einen solchen Aufenthalt wie hier und an der Grenze, bann bekam man unmöglich vor drei Uhr Prag zu sehen. Reichmann begann nervös zu werden. Aber es gab keinen Zwischenfall mehr. Der Wagen lief brav, ohne jede Panne. Auch das Unwetter hatte sich ausgetobt. Das Knattern und Dröhnen verstummte. Nur mehr ein fernes Wetterleuchten zuckte hin und wieder am Westhimmel auf. Nach zwei Stunden schweigender Fahrt legte sich ostwärts ein matthelles Band um den Horizont. — Prag sandte seine Lichter empor. Noch war nichts zu unterscheiden. Aber jede Umdrehung der Räder verminderte die Kilometerzahl. Dann rauchten glänzende Punkte auf, mehrten sich, bildeten eine Kette, die ersten Villen stießen bis dicht an den Fahrweg. Das holpernde Pflaster der Iosephsstadt machte schütteln. Dann glitten die Gummireifen über die Karlsbrücke mit ihren Bogen, Standbildern und Heiligengruppen, hinüber nach der Kleinfeite auf dem linken Ufer der Moldau. „Halten Sie!" Reichmann legre jemem Chauffeur die Hand auf den Arm. „Steigen sie mol aus und fragen Tie nach dem Palasthorel.' Der junge Mann kam nach wenigen Minuten ziemlich erregt zurück. „Kein Mensch will mir Antwort geben. Herr Doktor. Hier kann anscheinend niemand Deutsch." Reichmann lachte belustigt auf. „Probieren Sie's auf tschechisch." „Das kann ich nicht. Der Doktor stieg mir schweren Beinen aus. Er horte sich rasch eingelaufen und ging geradewegs auf einen Herrn zu, der in die Brücke einbog. Frage und Antwort klappten radellos höflich „Nun wird's doch endlich etwas werden" dachte Reichmann mit kribbelnden Nerven. Don der Sr. rtaurenzokirche. die auf dem höchsten Punkt der Kleinseire thronte donnerten erst vier helle, dann zwei weithallende, dumpfe Schläge. Der Dom auf dem Hradschin gab die Bestätigung der Richtigkeit der Zeit. Fast ohne Ruck, in eleganter Kurve ein- biegend. hielt das Auto vor dem Palace Hotel „Bleiben Sie hier am Wagen." befahl der Dok- ror. „Ich schicke Ihnen ein warmes Frühstück heraus." Der Chauffeur griff bejahend an die Leder» mütze. Dann klappten die Windfänger des Hotels hinter Reichmann zusammen. Eine laue, parfüm- geschwängerre Luft schlug ihm entgegen. Musikklänge schmeichelten sich ins Ohr. Lachen und Plaudern 'chwirrte durcheinander. Unter dem Grün der Palmen, die wintergartenartig die große Halle belebten, staild eine Gruppe von Herren, die ihn ungeniert musterten. Reichmann gab zornblitzend den Blick zurück und hielt einen Boy, der eben die teppichbelegte Haupttreppe hinaufspringen wollte, test. Das schlanke, pagcnartig gekleidete Bürschchen schüttelte verständnislos den Kopf. „Kein Deutsch!" tagte der Junge etwas von oben herab „Ganz richtig", dachte Reichmann. „Warum foll's mir besser gehen als meinem Wagenlenker." Er wiederholte die Frage auf tschechisch, tat sogar noch ein übriges und druckte ihm ein Geldstück in die Hand. „Sofort, mein Herr!" war die rasche Antwort. Verblüfft sah ihm der Doktor nach. „Verfluchter Bengel! — Für zehn Kronen kann er Deutsch!" Kaum hotte er es sich in einem Klubstuhl bequem gemacht, lieh das Rauschen von seidenen ^rauenge- wändern ihn umsehen Eine Wolke von Fliederdusi schwang sich zu ihm „Das ist ia ein herrlicher Einfall von dir, mich hier aufzusuchen", rief Nella und streckte ihm die Rechte zum Kusse entgegen. Aber er ließ sie noch kühlem Drucke wieder sollen. Seine Brauen wölbten sich drohend über den blanken Augen Er hatte be- merki. wie die Gruppe der Herren lüstern nach ihm und Nella herüberspähle. „Annemarie ist krank,' sagte er halblaut, „es ist notwendig, daß du heimkommst!" „Ach, deswegen", meinte sie gedehnt. „Ich bitte dich, was soll ich auch noch zu Hause! Ich kann ja doch nichts helfen. Mein Mann ist ohnedies da. Zuviel Menschen in einem Krankenzimmer sind niemals wünschenswert." „Du wirst mitfommen!" stieß er unbedachtsam laut hervor „Gut! Ich will iehen ob ich den Schnellzug noch erreiche!" „Ich bin un Kraftwagen gekommen, dich zu holen! Mach' rasch'" befahl er. eie empfand Furcht vor leinem Blick seinem Ton und dem Herrischen seines Wesens. „Ich habe dem Grafen Chertek noch eine Tour Foxtrott versprochen", wandte sie trotzdem wenn auch etwas verschüchtert, ein Er sah sie nur an. Sie begriff, es war für den Augenblick nicht zu spaßen mit ihm. Lässig winkte sie einen Diener herbei und ersuchte ihn um ihre Garderobe. Reichmann überließ die Sorge, sie in Mantel und Pelz zu hüllen, _gana dem Bediensteten. Er selbst rührte keinen Finger dabei. „Hast du Kronen, Georg?" „Jo", sagte er barsch. „Bitte, gib das Trinkgeld für mich." ^Wieviel?" Sie zuckte die Achseln. Er gab nach Gutdünken! Es mußte a'ber reichlich gewesen sein, denn die Flügeltüren öffneten sich angelweik als das Paar aus der Halle schritt. Gras Chertek kam einen Augenblick später aus dem Oberstock ins Vestibül herabgesprungen. ,^hol niemand meine schöne Tänzerin geiehen? Sie ist mir durchgewischt!" „Donk deinem Schöpfer", lochte der Jüngste aus der Herrengruppe. „Ihr Mann hot sie geholt. Donnerwetter! Der hätte dich mit dem kleinen Finger in die Luft gehoben. Weißt du, wie sie sich vor ihn, gekuscht hoi. Kein Wort der Gegenrede. Ach, die Weiber! Je derber man sie anfaßt, desto anhäng, 'kicher sind sie und . . Er sprach den Satz nicht fertig. Reichnionns Hünengestalt schob sich noch einmal durch den Windsänger „Das ist er!" tuschelte man Chertek zu. Den juckte das junge, übermütige Blut und der Sekt und bas genossette Diner. Er trat auf den Doktor ZU „Empfehlen Sie mich Ihrer Frau Gemahlin' Sie hat mir . . Ein Blick, von oben noch unten gleitend, schnitt jeöes Wort ab. „Verschlasen Sie erst Ihren Kaier", sagte 9er Doktor grob. Ein deutsches Schimpfwort prallte hinterdrein. Rellas vergessene Tasche an sich nch- menb, schritt er dem Ausgang zu. Ein wieherndes Gelächter ergoß sich gleich dar auf in Cherteks Ohr. „Brüdertein, das roar'obenbrcm ein Deutscher. Köstlich! Was werden wir nicht alles noch erleben in der Slowakei!" „Tschechoslowakei'" lallte ein dicker, angebundener Junggeselle. — ..Ist zu lang!" warf Chertek dagegen. „Die Frau des deutschen Hünen soll leben! — Prost'" Während er das Glas eines seiner Klubfreunde bis zum letzten Tropfen leerte, huschelte sich Nella in der rechten Ecke des Dagenfonds kuschelnd zu- - jammen. Es war so angenehm gewesen droben im großen Festsaal des Palasthotels, und in Graf Cher- teks Arm. und nun diese Kalte! Das Gewitter hatte ordentlich abgefrischt. „Mich friert!" klagte sie verärgert zu Reichmann, der eben Öen Schlag zukkappte und die Handschuhe abftreifte. „Mich auch!" sagte er lakonisch Mehr sprachen sie nicht. Jedes saß mit zusammen- gekniffenen Lippen in seiner Ecke. In Reichmann regte sich das Gefühl des Kavaliers. Ohne etwas zu sagen, erhob er sich, hüllte ihre Füße in die von Renkell milgegebenen Decken und breitete seinen Mantel über ihre Knie. ..Frierst du noch"" jna-&bst vom. lustigen Srps'guitis. )Js Vst?) mir 5OPfg ■ W i WM Das muß wohl das Beste sein, Was dieMeisten kaufen ein: _ Rama butter fein butterfein HemdenluK/Mko/Linon grob- und feinfäbig / bewährte Qualitäten zu billigsten Preisen 2536a (Sonneborn, Alicestraße 11 LMköe-MMllng'GWli 1. bis 19. Juni 1927. MlÜtMMMt Geschäftsstelle: GewerbehauSKtrchstr.16 Faselmarkt Butzbach Drucksachen aller Art Mit vrühl'sche Universitätr'vrvckerei. B. Lange. 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Wildeln V'Nten, de unhfenl Srfl llranL. «grgb *** Mim ”> nSv»* ’Sr^-n, 5rüu ©emcfi’? <• Än Itidnum rL^"< tÜBQI U W in dir VS" 'd breitete \mh du noch'' ' «"M It* W$" »■« ÄS ?hkn mrOkn n“ln ©roi (Eher. 05 ©twintr hau« ?# M™m. 0 w Handschuh, «en d Kreisen, tem Der h und hilft o.ai hältlichf (Tort Nr. 63 Drittes Blatt Eießener Anzeiger (General-Anzeiget für Gberheffen) Mittwoch, (6. März 1927 Aus der Welt des Films. Berliner Filmpremieren. VeritaS-Film hat un$ den .0 chwarzcn Zyklon" beschert. DaS Hingt schaurig und vielversprechend. Aber der .Schwarze Zyklon" ist ein hübschet Pferd, das man liebhaben muh. gleich von Kindesbeinen an, wo besagte Kindesbeine noch lang und unbeholfen einen struppigen Fvhlenkörper durch die weite Steppe tragen .Nüssen, ©an» mutterseelenallein stapft das Pferdchen bergauf und bergab, nachdem seine treusorgende Pferdemama an einem Schlangenbiß verendete. Aber das frühzeitige Angewiesensein aus sich allein macht aus dem kleinen Fohlen einen prächtigen, starken Hengst, der auf Abenteuer ausztehl und dabei daS Herz einer schönen Schimmelstute .Lady" erobert. Aon nun an ist der Arave nicht mehr allein und gedenkt, diese herrliche Zweisamkeit auch biS an sein Lebensende zu geniesten. Doch genau wie bei den Menschen gibt eS auch unter Den Tieren Rebenbuhler, und als CBertreter dieser unangenehmen Sorte tritt .Totschläger" auf. ein kräftiger gescheckter Hengst, der troy eines zahlreichen' HaremS auch aus Lady fein Aug egeirorfen hat und in erbittertem Kamps mit de n Schwarzen Zyklon die schöne Schimmeldame gewinnt. Man muh die traurigen Augen Ladys und die noch viel traurigeren Augen des Zyklon gesehen haben, um die Tragik des Geschehen- miterleben zu lönnen. Der arme schwarze Mustang ist wieder allein, aber er kann Lady nicht vergessen und brütet Rache. Der Handlung Im Reiche der Tiere läuft parallel eine Handlung zwischen zwei Männern und einer Frau, Bewohnern einer Ansiedlung am Rande der Steppe Damit der junge Liebhaber, ein Eowboy, die ©.liebte — der schwarze Zyklon aber leine Lady wiederbekommt. verguickt der Regisseur Fred 3arfmann die Ereignisse so, dast Mensch und Tiere sich gegenseitig Helsen. Zum glücklichen Ende, nachdem der Cowboy <®uinn Williams) seinen gehä.sigen Nebenbuhler (Christian Frank) und der Schwarze Zyklon den gesähr» tichen Totschläger aus dem Felde geschlagen haben, sieht man beide Paare vereint. Ihn und Sie (Kathleen ©ollins) und die beiden Pferde beisammenftehen. und wie die Menschen, so liebkosen sich auch die Pferde. Man könnte manche- gegen diesen Film einzuwenden haben Doch wozu? Osts auch Dressur, die aus den Pferden fast menschliches Gehaben und Gefühl heraus- holt, fo hat man doch die Illusion, dast alles ganz gut fo möglich sei, und die prachtvoll gelungenen Aufnahme Der Kämpfe zwischen den beiden Hengsten, der über die Steppe hinjagen- den. von Jägern verfolgten Pferderudel. machten den Film lebendig und spannend. Da- Publikum folgte ihm interessiert und spendete reichen BellalL ©and reizend ist auch der neue Henny Poren-Film .M eine Tante — Deine Tante" Henny-Porten-Froelich-Film der Ufa). Der Re- tiffeur Carl Froelich hat da ein heiteres und eben-würdiges Lustspiel geschaffen, da- Henny Borten reichlich Gelegenheit gibt, sich auSzu- ollen. Mit Humor und überraschenden Einfällen, n der kleinsten Geste wirkungssicher. ohne lleber- reibung. spielt sie ihre Rolle, die sie in das 5chloh eines alten Weiberfeindes führt, dem sie natürlich — um nicht gleich zu Beginn herau-- zeworfen zu werden — in Männerlleidung begegnet und sich als junger Musikant a Sgibt. Sie tat ihre Gründe dafür, denn im Schiost weilt augenblicklich ihr eigener Mann. der. ein Reffe bes alten Herrn, von diesem zum Universalerben oestimmt wurde, aber nur unter der Bedingung. Dast er nicht verheiratet sei. Sv must alles geleugnet werden und daS lästt sich auch ein Weilchen durchführen. Aber nicht lange. Dann kommt die Wahrheit heraus. Und wie das nun gelingt, wie Henny Den Schlohherm. Der von R. A. Roberts ausgezeichnet Dargestellt wurde, vom Weiberfeind in einen, wenn auch spät erwachten Liebhaber verwandelt, wie sie sich notgedrungen mit ihm verloben muh und es Dann Doch zuwege bringt, ihn abzuschrecken — ja. ihn noch dazu bestimmt, seinen Reffen zum Crsay- partner vorzufchlagen. das ist alles entzückend gemacht, ist wiyig und unterhaltend. Man lacht 'ehr viel und findet nichts auszufehen. Etn Bravo Dem Regisseur und den Darstellern für diesen „Die Gesunkenen". Astoria-Lichispiclc Gietzcn. Seit einiger Zeit schon sind Der östlichste Cften und der nördlichste Rorden von Berkin als Schauplätze von Filmhandlungen große Mode. Das „Milieu" in feiner abstoßendsten Form wurde ein Überaus beliebter Anlaß: die obersten und alleruntersten Stockwerke der hintersten Hinterhäuser (.Dritter Hof) der Acker- und Mulackftraste schienen auf einmal viel interessanter als der feine, stille Grünewald oder .feine" und geräuschvolle Kurfürstendamm um die Ge- dächtmSkirche herum. Zum mindesten aber erwies es sich als effektvoll und von lebhafter Kontrast- Wirkung, wenn man beides nebeneinander oder, womöglich und noch besser, mittels einer raffinierten Aufnahmetechnik, beides zugleich, auf inem Bilde ineinander übergehend, zeigen konnte. Der Ruhm Heinrich Zilles. einer erstaunlich iberfchätzten, in Berlin ungemein beliebten Lokalgröße — zur Bewertung seines tonftleri- chen Könnens Dient am besten eine kurze ©egen- Iberfiellung der KW>e Kollwitz —. Zilles Ruhm ilso hat offenbar Vaul Simmel nicht ruhen assen: und eS entstand der Film »Die ®c- unfenen". nach einem Roman Der Luise We st- ! irch. Das Buch kennen wir nicht, glauben ibrigenS auch. daß seine Lektüre zur Beurtei- ang des Streifens nicht erforderlich ist. Die Handlung, die Ereignisse. Die Zuständ-e and auch Die große Mehrzahl Der Personen in diesem Film sind äußerst unsympathisch und -nersreulich. Ein Strahenbahnführer begeht, um Die Begräbn.-kosten für sein (vermutlich an Krankheit und Unterernährung zugrunde gegangenes) Kind aufzubringen, eine Unterschlagung. Die Polizei kommt. Die Frau deS Beamten gibt in ihrer Angst alles zu und verspricht, den Betrag zu ersetzen. Wenn das Geld aber herbeigeschafft wird, soll Der Staatsanwalt nicht bemüht werden. Eie versuchen es beide, Mann und Frau, ehrlich und redsich. Aber es geht hübschen deutschen Lustspielfilm, Der überall Anklang finden wird. Ebenso nett zeigt sich Der Eichberg-Zilm der Ufa ..Der Soldat De t Marie" nach der gl chnamigen Operette von Leo Ascher. Der Umautor Leo Birinski hat mit der Zusammenstellung des Manuskriptes viel Geschick bewiesen. Denn die Umarbeitung einer Orcrctte zu einem wirkungsvollen Film glückt nicht immer. Hier ist aber eine luftige flo:te Hand.ung zustande gekommen. Der man manche Unmöglichkeiten gern oeaeifjt, sieht man auf das Ganze. Heben Harry Liedtke, der einen forschen, immer verliebten Reichsgrafen sehr liebenswürdig und dezent Darftellt. kommen besonders gut 5mns Albert als Bursche desG^aen undS.eg .ieD Qlmo zur Geltung. Arno ze.gt in diesem J.im. daß er auch andere Seiten aufziehen kann. Denn die Rolle des pensionierten Dallettme.sters und gegenwärtigen Mühlenbefitzers wird von ihm menschlich vertieft und mit seinem Humor gegeben. Seine drei hübschen Töchter toeriea von Xenia Desni, Grit Haid und Hilde Maroff dargestellt. Margarete Kup'er in Der Rolle ei er Witwe und späteren Stau des ple.temachendcn Müllers, hat einige scM luftige Szenen, über Die man herzlich lacht. Man merkt Dem ganzen Werk Die sichere Hand eines gewandten Reg.sieurs an. Erich Schönselder hat da gerade in Kleinig- keilen charalteriftische Wirkungen erziel,. Rur daß zum Schluß die kleine Marie Reichsgräfin wird, erscheint doch ein wenig gewagt und gar zu operettenhaft. Ader sei- drum! Glauben wir Dem schönen Märchen, das unS zwei frohe Stunden bereitete, Die im Fluge vergingen. Doch wie lang, wie langweilig lang zwei Stunden Dahinschirichen können, das erlebt: man bei Der Uraufführung des amerikanischen Mach- werks „Die hfrige Witwe". Armer Lehar, wie hat man Deine Operette verhunzt! Es war ein Skandal. nicht nur Dem Worte nach. Es wurde auch ein Theaterskandal. Denn das Publikum lachte zuerst, besonders bei Den tragischen Stellen. und als es ihm schließlich zu „bunt" wurde (Der Schluß war kitschig, farbig illustr ect) pfiff es mehrstimmig. Auch laute Aeußerungen wie „Geschmacklosigkeit" und ..Zumutung" fielen. Schr richtig! Man braucht sich das wirtlich nicht gefallen zu lassen, weder Die Tat des ungenannten, doch wohlbekannten Regisseurs von Stroheim, noch Die völlig unbegabte May Murray, Der man nach Diesem Film nicht gern zum zwe tenmal begegnen möchte. Bon der „luftigen" Witwe merkt man nichts, im Gegenteil, es ist alles furchtbar tragisch, , und an Leichen mangelt es nicht. Einen Gang über Leichen könnte man demnach Den Weg Der luftigen und Doch fo traurigen Witwe von der Tänzerin Hanna zur Fürsten (denn Die wird sie zum Schluß) nennen. Der Prinz Danilo des Ioyn Gilbert war Der einzige Darsteller, der interessierte Dagegen wirkte Der Thronfolger des Roy D Arc unerträglich mit seinem fortwährend entblößten Gebiß. Reden wir nicht länger über dieses unerfreuliche Produkt der Metro-Goldwyn.Maher. von Dem man nur wünschen kann, daß es schleunigst aus Deutschland verschwindet und in seine Heimat zurückkehrt, wo es seinem Regisseur ja ein beträchtliches Lob eingetragen haben soll. E. A. Der tönende Film. Bon HanS T i s ch e r t. (Rachdruck verboten.) Das „lebende Bild", das wir aus Dem Kino kennen, soll unS ein möglichst vollständiges Abbild Der Ralur in all ihrer Vielfältigkeit geben. Gewiß ist es nur ein Ersatz aber dennoch gehen begreiflicher Weise Die Bestrebungen Der Tech- nifer Darauf hinaus, diese- Surrogat so natur- wahr wie möglich zu machen. DaS Leben wen- Del sich an alle fünf Sinne des Menschen, das Filmbild hat ursprünglich nur einen einzigen Sinn befriedigen können, daS Gesicht, und auch nur teilweise, denn es gab lediglich Form und Bewegung, nicht aber Körperlichkeit und Farbe. Die letzteren beiden seh.'enden Eigenschaften hat sich Der Film in mühsamer SrfinDerarbeit inzwischen auch bereits zu schassen gewußt, denn nicht. Der Mann gerät in Die unrechten Hande und sinkt .von Stufe zu Stufe". Er fängt an zu trinken, in Der Gesellschaft der untersten Zehntausend, bei Dirnen, Zuhältern, Eckenstehern und Tagdieben. Treibt sich in Den übelsten Destillationen umher und verkommt. Es bleibt einem nichts erspart, acht Akte lang. Auch die Menschen auf Der anderen Seite des Lebens, im Fabrikbefitzershaus, taugen nichts, find Schieber. Scheckathlethen, getoiffenfofe Spekulanten. Der einzig Anständige in der Geselsichaft wird durch Die unsauberen Treibereien dieser Leute und durch die Machenschaften einer leichtfertigen Tänzerin ins Zuchthaus gebracht. AIS er wieder draußen ist. kommt er nicht mehr hoch, nicht mehr ins „Vorderhaus" hinein, gerät ebenfalls, nur viel schneller. Schritt um Schritt, in Die Riederungen des Daseins, kommt in dieselbe Destille, zu Den Gestrandeten und Verluderten, und auch zu jener Frau, Die sich vor Den Brutalitäten ihres sinnlos betrunkenen Mannes zu ihm flüchtet... So. ungefähr, läuft Die Handlung- Das übrige ist Zustand, ist Die in mehr als einem Sinne peinliche Ausmalung deS Milieus, der Lumpenquartiere und der wurmstichigen Gefeilscht ts- schichten. Die da- Publikum auSmachen. Kritik an diefem Film bedeutet Kritik an einer Kunst- form, über die, in jeder Hinsicht, feit etlichen Jahrzehnten Die Akten geschlossen sind. Was am Raturalismus gut und orauchbar war. hat sich längst durchgeseht. Gegen Die Glendsschilderung und ©rauingraumalerei ist ebenfalls schon lange alles vorgebracht worden, was zu tagen war. Dah es dergleichen, Zug um Zug in der Wirklichkeit „gibt', braucht nicht bewiesen zu werden- ein Bsick In die Zeitung genügt. Deswegen wird aber ein Film nicht besser und nicht erfreulicher, wenn er sich einen solchen Stoll, und nur einen solchen, zum Vorwurf nimmt. An dieser Einstellung ändert nichts, daß er geschickt gestellt und gekurbelt ist. und daß sehr gute Schauspieler Mitwirken. Zum Beispiel es gibt bereits plastische und tarbiae Film«. Dun aber kommt noch eine weitere außerordentlich wesentliche Eigenschaft hinzu. Die dem Film seine a uhcrortent ich störend empfundene Stummheit nimmt, er kann jetzt reden fingen, mutigeren Schon als Die ersten Filme in den Kino- tHeatern auftauchen, hat man gemerkt, daß es unmöglich ist, lediglich Den Gesichtssinn des Du- blikumö zu besä ästigen, und machte aus Dem Zuschauer auch einen Zuhörer, indem man eine meljr oder weniger gelungene Klavierbegleitung einsührte. Wenn auch inzwischen auS diesen pri- mi Iven Anfängen großartige Symplonicorchester am Fuße der Zlimm'rwLnd cniftanDen lind, so ist DaS doch nur e n )lolbehelf. Es hat sich allmählich eingebürgert, nicht nur Den Hand- lunasvorgang Durch geeignete musika.ifche Illustration mit bekannten Melodien zu un.ermalen, sondern auch Direkt in Das Spiel einzugreifen, z. B. inDcm ein dumpfer Paukenschlag ertönt, wem- Der Komiker unsanft seine vol e Körperlichkeit auf Den Boden setzt oder dergleichen. Die moderne Technik geht weiter, sie kann zwar auch lediglich Untermalung und Begleitmusik liefern, sie setzt jedoch ihren Ehrgeiz darein, die auftretcnden Personen wirklich sprechen zu machen, aus Den auf der Leinwand sichtbaren Instrumenten ihre volle Melodik und Älangkhor- beit ertönen zu lassen Cine ganz R ihe von Verfahren tönender und sprechend, r Filme wurden von ausländischen Erfindern im Lause Der letzten Iahre auSgear- beiiet. In Deutschland kennt man bisher nur Die praktische Dcr.ührung zw ier Me holen. Um Die Jahreswende hat Die Phöbus - Film - A -G. im „Capitol" einen Kabarett-Tonfilm nach dem Verfahren Der dä. ischen Ingenieure Poul en unD Petersen laufen lassen, unD in Diesen Tagen brachte Die Ufa einen nach Dem „Triergon"- Versahren Der Deu:(d en Techni ec Vogt, Massolle unD Engi hergestellten Bildton Um heraus. 'Beide Verfahren sind na.ürlich noch nicht auf Der Stufe der Vollkommenheit angelangt, aber man wird sich wohl erinnern, daß auch Edisons Wvchswalzenpho.wgraph. als er vor manchen Jahrzehnten zum ersten Mal gezeigt wurde, noch eine recht llägli e Angelegenheit war und weit entfernt von der Klangschönheil moderner Grammophone. Man soll Darum nicht an Den noch vorhandenen Mängeln der tönenden Filme bcrummäleln, sondern lieber mit Freude Die ungeahnten Illusionen vermerken, die uns Der tonende Film zu vermitteln in Der Lage ist. Der Unterschied zwischen Dem dänischen und deutschen Verfahren liegt, abgesehen von einer ganzen R.ihe technischer Einzelne.en vor allein darin. Daß die Deutschen Ton und Bild nebeneinander au, den gleichen Filmstreifen aufzeich- nen. der zu diesem Zwecke allerdings über Die Rormaldreitc von 35 Millimeter auf 42 Millimeter verbreitert ist. Die Dänen Dagegen den Ton unD da- Bild zwar gleichzeitig, aber auf je einem .a^rionteren normolbt«. en 5i mfticifen photographieren. Außerdem zeichnet sich daS Tonbild bei Poulson-Petersen in eigenartigen zickzackförmigen Kurvenlinien ab. während es bei Triergon. in Der unterschiedlichen Helligkeit eng aneinander liegender haarfeiner Horizontal- linien zum Ausdruck kommt. Bei beiden Derfahren erfolgt Die Aufnahme von Ton unD Bild Derart, daß Der darstellende Künstler nicht nur vor dem Objektiv der Kino- farnera spielt, sondern auch vor einem geeigneten Mikrophon. Letzteres ist mit der entsprechenden sinnreich erdachten Ausnahme-Apparatur cecbun- den, Die Die Tonschwingungen mit Hilfe eines feinen von den elektrischen Strome., deS Mikrophons exa t gesteuerten Lichtstrahls auf den Film nieberfd)reibt. Würde man nun das Mikrophon und den Tonaufnahme-Apparat einfach in einem gewöhnlichen Filmatelier inftallatleren, so kämen natürlich alle bei einer Kinoaufnahme austretenden Rebengeräusche, das Rattern des Kur- belkastens se.bst, das Zischen der Bogenlampen, die Bemerkungen des Regisseurs usw. mit „aufs Bild". Deshalb muß beim Tonfilm eine ganz besondere Aufnahmetechnil beobachtet werden, die al e Nebengeräusche auSschließt, die Szenen sind peinlichst durchzuprobieren, damit alles ohne jede Einflußnahme des Retzrsieurs (außer etwa pantomimischen Zeichen) vor sich geht, und cs muß auch durch entsprechende akufnlche Vorrichtungen unD Dämpfungen. ähnlich wie in Den Sende- räumen Des Rundfunks, für Reinheit unD Vollkommenheit der Wiekeegabe geborgt werden Im Laufe Der langjährigen Versuche, Die bei Der Ufa Der Regisicur Dr Guido Vagrer im Verein mit Professor Letthäuler vom Xe» iegraphenttchnischen Reichen nt tu ch,e ührt hat. gelang es auch bereits, so weit zu lammen, daß man beim Tonfilm wie beim gewöhnlichem Spielfilm abblenDen. mit bewegter Kamera Die Bildgröße verändern und Großaufnahmen Da- -wischen schalten kann. Wohl gemerkt all Die», ohne daß in der akustischen Vorführung Lücken und Sprünge entstehen, DH. man kann z. B. beim Vortrag eine# Geigenvirtuosen, ohne daß Da6 Spiel im geringsten unterbrochen wird, eine besonders interesiante Stelle in ganz großer Einstellung der Grifftechnik zeigen, wobei übrigens auch *dte Lautstärke der Tonvorsührung im Verhältnis zu Der größeren Bilddimension an- schwiltt Auch die Wiedergabetechnik erforderte ganz besonders eingehende tc^ni^ 0hiD en. bei Denen vor allem der ung teure Schatz Der Erfahrungen der modernen ,^...o-Verstärtungs- technik Den Erfindern außerordentlich zustatten kam. Wan verwendet besonders konstruierte Lautsprecher. Die versteckt in Der Rahe Der Projektionsleinwand angebracht werden, und Die Klangreinheit dieser Instrumente ist so vollkommen. daß man bei dem absolut gleichzeitigen Austrcten von Bewegungsvorgang unD zugehörigem Ton wirklich Den EinDruck hat. als habe DaS BilD auf Der Leinwand Leben gewonnen. Man könnte nun auf diese Art ohire weiteres ganze Opern oder Schauspielaufführungen aufnehmen, um sie in Der Provinz zu reproduzieren. aber man denkt zunächst weniger an diese Auswertung ES soll vielmehr eine ganz neue Art von Stoffen gesucht werden, bei denen Wort und Musik Träger Der Handlung sind, nicht nur Beiwerk zur Erläuterung deS „S^tzau"- Spieles. Ratürlich ist auch ein we.tes Feld für kulturelle Archioarbeii bereitet, unD Die Festhaltung von S.tten und Gebräuchen. Tuiizen und Gesängen verschiedener Volksstämme kann • auf diese Weise in ungeahnter Vollkommenheit erfolgen. Milchwirtfchaftliche Filme Aus Den vielen Anfragen nach geeigneten milchwirtschaftlichen Propaganda- unD Lehr llmen ist zu entnehmen, daß ein gewisses Bedürsnis hierzu vorsiegt. Dies Hal Den ReichsmilchauSlchutz veranlaßt, im Einvernehmen mit de n bayerischen Staatsministerium für Landwirllchaft und dem brandenburgischen ProvinzialmilchauSschuß zwei milchwirischaftliche Filme herauSzubringei' Der erste Film betitelt sich ..Die Milch eine Quelle der Volkskraft" und ist hergestell auf Veranlassung des bayerischen StaatSmlnisteriiimS für Landwirtschaft durch die Emella-Munchen im Auftrage des ReichsmilchauSschusfes. Sachbearbeiter waren. Der Bayerische LandeSinsp k or für Milchwirtschaft. RegierungSral Pirner-Munchen. sowie Landwirtschastsrat Zeiler und Dr. Kieserle von Der Süddeutschen ForschungSanstalt fürMilch- wirtschaft in Weihenstephan. Der Film unterscheidet sich insofern von den bisher geschaffenen ähnlichen Werken, als er versucht, in möglichster Kürze dem Beschauer einen Gesamtüberblick über die Bedeutung her Milch in volkswirtschaftlicher. ernährungSphyfiokogifcher und sonstiger Beziehung zu verschaffen. Daneben werden Dem Landwirt wichtige Hinweise auf die Vorteile einer einwandfreien Milchgewinnung gegeben und Dem Laien in Der Milchwirtschaft wird ein (3 schlick in Die verschiedenen Verwertungsarten geboten. Denrgemäß ist Der Film in Drei Teile eingekeilt. Der erste Teil gibt Aufklärungen über Den volkswirtschaftlichen unD privatwirtschasilick-en Wert Der Milch. Dieser Teil wird durch eine Reihe von Trickaufnahmen und -Zeichnungen wirkungsvoll belebt — Im zweiten Teil lernt man Die Milchbildung und Milcherzeugung kennen, wäh- renD Der Dritte Teil Die Milchverwertung zu Frischmilch, Butter und Käse vor Augen führt. — Die Rielsen. Sollte man s glauben? Asta Aielsen ... man denkt an die schüchternen Anfänge des Kinematographen und besinnt sich, daß sie eine der ersten wirklichen Schaufpiele- rinnert vor dem Kurbelkasten war. Man rechnet und schätzt, wie alt sie heute sein mag und kommt Dabei vor Bewunderung nicht zu Rande, ihr Spiel (sie gibt die Schaffnersfrau) ist noch vom gleichen hohen Rang, wie damals- ihre Augen, ihr Mund, ihre Hände, Die ganze dürftige Gestalt. jede Bewegung, jeder Schritt- dies alles ist auch heute noch von einer nicht alltäglichen Ausdruckskraft: mag sie auf Der Sprechbühne enttäuschen — als Filmdarstellerin leistet sie noch immer Vortreffliches. Auch sonst keine Fehlbesetzung. Lauter gute Hamen. Da ist Dieterle. Der entgleiste Tram- bahner: eine Rolle, die ihm bei all ihrer Scheuß- lichkeit .liegt": er gibt, ohne Frage, eine starke Leistung. Da ist ferner Albers, ein kalter, glatter, mit üblen Mitteln .arbeitender" Fabrikant. Da ist Gebühr, die bemttleidenswerte. charaktervollTle Erscheinung im ganzen Stück, die hübsche Tschechowa als Tätrzerin, der dicke Diegelrnann als Kneipenwiri. da sind Äai« ser-Tiy. Winterstein, Biensfeldt und einige mehr, alles tüchtige Leistungen Es gab leider kein Programm zu kaufen Den Regisieur und den Matmskripthersteller hätten wir gerne genannt UnD wem die Mit spielenden nicht von früher her bekannt und vertraut sind, sindet sich nicht zurecht. -r. Der Filmliebhabev. Gestern habe ich zum erstenmal im ftino statt eines heroischen einen amüsanten Liebhaber gesehen. Es handelt sich nicht um einen Liebhaber. Der amüsiert, weil er lächerlich ist, sondern um einen Liebhaber, der arnüsiett, weil er amüsant ist Das ist eine Seltenheit im Leben, und im Film ab- fohit neu. Für mich ist der traditionelle Filmliebhaber etwas Gräßliches, dieser wohlpomadisierte f)übld)» sing, dem man eine Stellung als männlicher Mannequin anbieten möchte. Was kann man von einem Mann hatten. Der keine andere Sorge im Leben kennt als fein Acuße- res, Der vor allem versucht, seine Körperlichkeit zur Geltung zu bringen, der stets daraus bedacht ist. sich in vorteilhaften Posen zu zeigen? Nun gar der romantische Liebhaber, der die Augen zum Himmel ausichlägt und tiefe Seufzer ausstöht: er wirkt aus mich wie ein Schlafmittel! Ein Mann muß sehr intelligent fein, um sich erlauben zu können, verliebt zu fein, er muß sehr enge intellektuelle Beziehungen und die gleichen geistigen Interessen mit der Dame seiner Wahl haben. Und er muß noch viele andere Qualitäten besitzen. Ader roenn er amüsant ist: Das genügt. Nicht nur. Damit man ihn ertragen kann, sondern sogar, damit man seinem Besuch mit großem Vergnügen entgegensieht. Man muß wirklich schon sehr geistreich sein, um amüsant sein zu können, wenn man versiebt ist. Um ein amüsanter Liebhaber zu fein, muß man nicht nur Phantasie, Einbildungskraft, gute Laune haben, sondern e» bedarf Lazu noch tausend anderer Talente, man muß es verstehen, Dummheiten mit Intelligenz vorzubnngcn, man muß über seine eige> nen Enttäuschungen lachen können, man muß durch ein Bonmot einen Eindruck zu verwischen wisten, der dem befriebigenben Verlauf Der Ereignisse scha' Den könnte, man muß es verstehen, ernsthaft zu sein ... ohne es zu sein ... während man es doch ist... . ES möglich, einen so charmanten Mann schlecht zu behandeln? Ist cs möglich, ihm etwas übel zu nehmen, selbst wenn er einmal den Rahmen Des Höflichkeitskodex ein wenig überschreiten sollte? Dir Frauen lieben n*ii einmal die amüsanten -Jcbhab?r. Aber wie wenig verstehen uns die Filmregisseure, die uns immer den lächerlich Heroischen aufbrängen wollen. i h n unterhaltenden Momenten fehlt es mcf)t; ^inderszenen und gut gelungene Landlchaftsbilder beleben den Film wirkungsvoll. Der zweite Film nennt sich: »Die ungleichen Brüder". Dieser Film ist vom brandenburgischen Provinzialmilchausschuh unter Leitung der brandenburgischen Landwirtichaf^slammcr und un er Mitarbei« des Reichsmilchausschu'ses durch die Werbeabteilung der Ufa hergestellt. Ms Sachbearbeiter zeichnen Tierzuchtinspektor Schmieder und Molkereiverbandsdirektor Lce sig. In diesem Film sind die Rachteike eines unsauberen. Der» nachlässig'en Gatsbetriebes mit vorherrschender Milchviehhaltung und die Vorteile der einwandfreien Milchgewinnung mit ihrem Einfluß auf das Gedeihen der Gelamtwirtschaft klar herausgearbeitet. Daneben erfolgen Hinweise auf die Bedeutung der Steigerung der Milcher?.ugung und Verbesserung der Qualität von Milch und Molkereiprodukten im allgemeinen. — Vermittels einer wohlgelungenen, durchgehenden Spielhandlung wußte der Regisseur QI. Troy diesem Lehr- und Propagandasilm ein besonders wirksames Gepräge zu geben. Wirtschaft. Weiterer gufluh von Auslandsgeldern? -Vachbem durch die starke Beanspruchung des Kapitalmarktes in den letzten Monalen die Dorratskapitalien zum größten Teil aufgebraucht worden sind, erhebt sich die gewichtige Frage, ob der inländische Kapitalmarkt genügend Mittel zur Verfügung stellen kann, um die Emissionen, die die allernächste Zeit bringen muh, aufzunehmen. Die Emission der Re.chsanleihe hat, wie man sie auch sonst beurteilen mag, entschieden zu einer Klärung am Geldmarkt geführt insofern, als die Rotwendigkeit, mit dem vorhandenen Kapital sparsam und produktiv zu arbeiten, nicht mehr durch die am Geldmarkt herrschende übergroße Flüssigkeit verdeckt wird. 3n den Kreisen der Großbanken ist man der Olnsicht, daß nur durch weiteren Zufluß von Ausland- g e l d e r n der inländische Kapitalmarkt keine stark reduzierte Olufnahmesähigkeit erhalten kann. Bemerkenswert sind für diese Erfordernis die Oleußerunge» des Präsidenten des Kuratoriums der Preußischen Hypotheken-Aktien-Bank. der sogar für einen Zinsschuhzoll eintritt. Wie weit neue Wege in der Geldpolitik beschritten werden müssen, auch nicht nur struktueller Art, hängt von der Gestaltung des Quartalsultimo ab. Dann wird auch entschieden werden können, wie weit und in welchem Umfange die Heranziehung ausländischer Gelder notwendig bzw. zweckmäßig ist. Die Zweckmäßigkeit geht allerdings nur zum geringeren Teil aus der Tatsache des Bedarfs hervor. Ausländische Kredite müssen inflatorisch wirken, wenn nicht eine Steigerung der Produktion. des Olbsahes vorhanden ist. Mit anderen Worten, ein Plus des Geldumlaufs durch den Zustrom von Auslandgeldern muß mit einem Plus auf der Urnsatzscite der Wirtschaft verbunden sein, damit diese Gelder auch wirklich produktiven Zwecken zugeführt werden. Jedenfalls scheint uns die Zeit, in der die ausländische Kapitalhilfe auch über das unmittelbare Bedürfnis hinaus in Anspruch genommen wurde, vorüber zu sein. Das beweist eben die Klärung der Verhältnisse am Geldmarkt. Devisenmarkt Derl'm—Frankfurt a. M, Telegraphische Auszahlung. 15. März. 16 März. Amtliche Meld Noti rung Briei Amtliche Geld Dotierung Brief 168,41 168,83 168,45 168,87 Buen. Aires 1,778 58,61 1,782 1,781 1,785 Brss.-Antw 58,65 58,61 58,65 (Eönftiania 11)9.91 110,19 109,75 110,07 Äopenbaflcn 112,13 112,41 112,20 112,4X Stockholm 112,60 112,88 112.61 H2,9a Hellingsors. 10,593 10,633 10,69$ 10,633 «fallen . . . 19.19 19.23 19,11 19,15 London. . . 20,424 20,476 20,429 20,481 'Jtemror! . . 1,208 4,218 4,208 4,218 Paris.... 16,47 16,51 16,465 16,50.. Schweiz . . 80.985 61.185 80,99 61,19 Spanien . 72,96 73,12 72,61 72,79 Japan . .. Wo de yan s.oti 3,075 2,074 2,078 .497 >.499 .197 1.499 Wien in D Ceft. obaeft 69,24 •19,38 59,22 69,56 Prag .... 2.461 12,506 <2,461 12,501 Belgrad . 7.392 7.412 • ..396 7,416 Budapest. . Bulgarien 73,49 73,51 73,4* 73,92 3,045 .,055 ..045 3,055 VlfTabon 0,665 21,605 21,60 21,65 Danzig. . . 81,18 81,68 81,48 81,68 Konstantin -,104 ,114 2,11 2,12 Silben. . . 5,41 5,43 5.41 6.43 Tanada 4,199 4,209 4.199 4.209 llrn.iuat) . 4.235 4.245 4,235 4,215 Cairo -0.954 I 006 20.954 -1,006 Banknoten. Berlin. 16 März (Seid Briei Amerikanilche 'Jloten . » .., nelgische Noten........ Dänilche Noten ....... Englische Noten........ Französische Noten ...... Holländische Noten ...... italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deuilch-Oesterr.-ioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten . . . . Schweiler Noten ..... Spanische Noten...... Uchecha'wwalische Noten ■ • llnoarndjc Diolen Reichsbanldiskv Lombardzinsfuf 4,192 58,13 111,83 .'0,401 16,475 168.03 19,35 109,58 69.15 2,56 112.3" "0.89 72,91 42.438 73.27 it 5 Prozen 7 Prozen 4,212 68,73 112,39 20,501 16,555 168,87 19,45 110,12 59,46 2.6a HZ. 86 81,29 73.27 12.498 73.63 t. . ' Frankfurter Bank-Verein Ql.G. Die Generalversammlung genehmigte in Anwesenheit von 7C des Aktienkapitals den mit» geteilten Abschluß für 1926 mit 10 Prozent Dividende. sodann die Erhöhung des Qlttienkapitals um 0,4 auf 1 Mill. AM. mit Bezugs recht für die alten Aktionäre von 3:2 zu 110 Prozent. Die 90 000 AM. Aarnensaktien wurden in Inhaberaktien umgewandelt. Wie wir erfahren, ist der Antrag auf offizielle Börseneinführung der Qlltien nach Durchführung der Kapitalerhöhung zu erwarten. Lehren -er Leipziger Frühjahrsmesse. (Von unserem Leipziger Wesseberichterstatter.- Die vergangene Woche stand völlig unter dem Zeichen der Leipziger Frühjahrsmesse, die diesmal in ganz besonderem Maße die Aufmerksamkeit auf «ich zog, sollte sie doch den Beweis erbringen, daß wir tatsächlich in einem Konjunkturaufschwung stehen, daß die deutsche Industrie in ihren Aationali ierungs- rnaßnahmen bereits so weit fortgeschritten ist, um einen sichtbaren Erfolg einzuhrirnsen. Man kann jetzt sagen, daß die Leipziger Messe diese Erwartungen erfüllt hat. Keine einzige der Branchen, die auf der Leipziger Messe vertreten waren — und es gibt nahezu kaum noch eine, die dort nicht vertreten war. namentlich auf der Frühjahrsmesse, auf der die technische Messe eine wesentlich größere Volle spielt als aus der Herbstmesse — klagte über unzureichendes Geschäft. Recht viele dagegen sind mit dem Ergebnis, das ihnen Beschäftigung auf Monate hinaus verschafft, zufrieden. Das bekannte Lied von der Konkurrenzunfähigkeit Deutschlands gegenüber dem Ausland hörte man kaum noch. Dank der umfassenden Propaganda des Leipziger Messeamtes und wohl auch aus dem Gedanken heraus, daß Deutschland wieder so weit sei. um der Geschäftswelt der ganzen Welt etwas zu bieten, war diesmal der Ausländer-Andrang ganz besonders groß, und man dars mit Befriedigung feststellen, daß viele nach der Inflationszeit abgerissene Fäden mit dem Ausland wieder angeknüpft worden und neue Verbindungen juftanbe gekommen sind. Daneben hat sich die Vermutung auch als richtig erwiesen, daß infolge Hebung der Umfaße und zum Teil auch wohl infolge der durch die geldliche Lage bedingten Zurückhaltung mancher Käufer im 3n- lande. sich ein großer 3nlandbedarf zur Auffüllung der Läger bemerkbar gemacht hat. Dies gilt insbesondere von der Textil-3ndustrie, die diesmal erneut ihre Messefähigkeit bewiesen hat. War doch der Verkehr auf der Textil-Messe in diesem 3ahre so rege, daß sich die Aotwendig- keit herausstellte, die Textil-Messe. für die ursprünglich nur vier Tage vorgesehen waren, um einen fünften Tag zu verlängern. Aehnlich liegen die Verhältnisse bei der Schuh- und Leder- 3ndustrie. die auf den letzten Messen besonders schlecht abgeschnitten hatte. Die diesjährige Leipziger Frühjahrsmesse hat das 3hrige dazu beigetragen, um die Verhältnisse im deutschen Messewesen zu klären. Der Streit, ob in Deutschland nur eine oder mehrere allgemeine Mustermessen gerechtfertigt und zweckmäßig sind, kann jetzt Wohl endgültig als zugunsten Leipzigs entschieden betrachtet werden. Von der Rotwendigkeit einer Arbeitsteilung zwischen den einzelnen Messen hort man nichts mehr. Die Wirtschaft, die einzig und allein diese Frage entscheiden durfte und konnte, hat sich so offensichtlich für Leipzig entschieden, daß demgegenüber die Lokalinteressen, die vielfach mit mehr Worten als Überzeugungskraft geltend zu machen versucht wurden, völlig in den Hintergrund treten. Hörte man noch im vorigen Jahre einzelne Stimmen aus 3ndustriekreisen, die eine Dezentralisation befürworteten, so hat sich jetzt doch das Ausstellungs- und Messeamt der deutschen 3ndustrie unzweideutig für eine-Zentralisation in Leipzig eingesetzt. Es konnte wohl auch gar nicht anders, nachdem fast alle 3ndustrien, die überhaupt ein 3ntereffc an der Messe haben, sich nur für die Beschickung der Leipziger Messe ausgesprochen und sogar teilweise ihren Mitgliedern Zwang auferlegt hatten, nur auf der Leipziger Mesfe auszustellen. Damit ist vielen Ausstellern ihr Entschluß, sich künftig auf Leipzig zu beschränken, leichter gemacht worden, waren es doch vielfach nur Prestigefragen und Konkurrenzangst, die die Aussteller gegen ihren Willen zwangen, mehrere Messen zu besuchen. Der Rückgang, der bereits im vorigen 3ahre in den Ausstellerzahlen auf den anderen Messe- plähen eingetreten ist. und der sich wohl auch noch weiterhin bemerkbar machen wird, falls die betreffenden Plätze nicht von sich aus ihren Messegedanken aufgeben, spricht eine deutliche Sprache. So ist in Frankfurt in der Frühjahrsmesse 1923 die Ausstellerzahl gegenüber der Frühjahrsmesse 1925 um weit mehr als die Hälfte zu- sammengeschmolzen, desg eichen in B.eslau. Köln und Kiel hatten es belann lich vorgezogen überhaupt keine Früh ahrsmesfe abzuhal en. Es erscheint ja auch als ein Unding, wenn man jetzt, soeben nach Olbschluh der Leipziger Messe, die Ankündigungen für die Breslauer Messe und die Kölner Messe liest. Köln hat allerdings bereits insofern Konzessionen gemacht, als es den allgemeinen Messegedanken in den Hintergrund stellt und die diesjährige Frühjahrsmesse mehr als eine Ausstellung in einem Spezialfach, dem der Elektrobranche, aufzieht. Zur Leipziger technischen Messe muß man wieder sagen, daß biet Leipzig selbst sich Zwang auferlegen und die Pforten der technischen Messe nur einmal im Jahre, dem Frühjahr, öffnen sollte. Der Apparat, dec mit der technischen Messe verbunden ist. ist viel zu kostspielig, um ihn zweimal im 3ahre der deutschen Volkswirtschaft aufzuerlegen. Die technische Messe bildet sich ja auch immer mehr zu einer Heeresschau aus. auf der die deutsche 3ndustrie ihre Fortschritte der Welt zeigen will. Hierzu sollte ein Zeitpunkt im 3ahre völlig genügen. Es müßte ein Weg gefunden werden, um denjenigen Industriezweigen, vor allem denjenigen, die sich unmittelbar an den Konsum wenden, in einer anderen Form Gelegenheit zu geben, sich außerhalb der technischen Messe an der Leipziger Herbstme'se zu beteiligen. Cs wird aber immer einen schlechten Eindruck machen, wenn man zur Zeit der Herbstmesse das riesige Gelände nur zu einem geringen Teil ausgenuht sieht unb an riesigen Hallen, die verödet daliegen. vorbeigeht, oder sogar, wie es bei dem Haus der Elektrotechnik im Vorjahr der Fall war. nur ganz vereinzelte Messestände geöffnet sieht. Nachdem nun einmal die Dinge so weit gediehen sind, dürfte es auch dem Reiche leichter fallen, dem Leipziger Messewesen eine erhöhte Aufmerksamkeit zu widmen, ohne in den Verdacht zu kommen, parteiisch zu handeln. Die Zentralstelle für Interessenten der Leipziger Wesse hat sich vor kurzem an das Reich gewandt. um von ihm einen Zuschuß für Prvpa- gandazwecke im Ausland zu erhalten. Es bedarf keines Zweifels, daß die Leipziger Messe durch ihre enorme Propagandatätigkeit im Auslande allgemeine volkswirtschaftliche QIrbcit leistet, denn die Ergebnisse dieser Propagandatätigkeit sind erhöhte Exporttätigkeit. die uns bekanntlich so dringend notwendig ist. Sie kommen also der gesamten deutschen Volkswirtschaft zugute. Bisher wurden die Kosten dieser Propagandatätigkeit aus den sogenannten Werbebeiträgen der Aussteller gedeckt, ein Betrag, der bekanntlich bei den Ausstellern außerordentlich böses Blut gemacht und manchen Aussteller von Leipzig vertrieben hat. Das Gros der Leipziger Aussteller seht sich aus Klein- und Mittelbetrieben zusammen. Der Werbebeitrag, der von ihnen erhoben wird, richtet sich nach dem Ausmaß ihres Messestandes. der durchaus nicht immer im Verhältnis zu ihrer Bedeutung und Kapitalkraft zu stehen braucht, sondern in erster Linie durch die Art und Form des von ihnen vertriebenen Artikels bedingt ist. Das Messeamt kann also nach dieser Richtung hin den Bogen nicht Überspannen, und zu einer Zeit, wo monatlich Millionen für Arbeitslosenfürsorge ausgegeben werden, sollte der Entschluß, einen kleinen Teil dieser Summen für Propaganda im Ausland abzuzweigen, nicht schwer fein. Wenn durch richtige Ausgabe dieser Summen das 3nteresse des Auslandes an der Leipziger Messe noch erhöht wird, so liegt ja auch hier nichts anderes vor als eine besondere Art der produktiven Erwerbslosenfürsorge. * Beschränkung der Kleinorders im Berliner Börsenverkehr. Der Berliner Börsenvorstand hat einen Beschluß gefaßt, die zu kleinen Orders künftig zur Entlastung des Börsengeschäftes einzuschränken. Vom 1. April 1927 ab sind die Kursmakler angewiesen, im Handel mit Wertpapieren Limite unter 100 Mk. nicht mehr anzunehmen. • Mainkraftwerke Höchst a. M Der Reingewinn im verflossenen Geschäftsjahr beziffert sich auf 1,8 Millionen Mk. (1,79 Millionen Marr im Vorjahr). Die Verwaltung schlägt eine Dividendenverteilung von 8 Prozent auf die Stamm- und 6 Prozent auf die Vorzugsaktien vor. * Stuttgarter Lebensversicherungsbank QL-©. 3n dem in der vorgestrigen Ausgabe wiedergegebenen Auszug aus dem Bericht über das Geschäftsjahr 1926 ist in der vierzehnten Zeile ein sinnentstellender Druckfehler enthalten. Es muß dort statt ,,rechtmäßigen" richtig heißen: »recht mäßigen". Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 16. März. Tendenz: schwächer und still. — Die Effektenbörse zeigte ein vollkommen unverändertes Bild großer Zurückhaltung der Spekulation, wodurch eine weitere Abschwächung der Kurse verursacht wurde. Anregungen wirtschaftlicher Art lagen nicht vor. Auch die mit Gerüchten umgehenden Papiere, wie Harpener und Deutsche Erdöl, traten kaum hervor, lagen vielmehr ebenfalls gedrückt. Kaliaktien stärker abgeschwächt: Aschersleben minus 8,75 Prozent, Westeregeln minus 5 Prozent, Mansfelder minus 1,5 Prozent. Von Bankaktien verloren Commerz 4.5 Prozent. Bayerische Hypotheken 2 Prozent, Dis- conto 2 Prozent. Schiffahrtsakti en bröf- fcltcn weiter ab Aeußerst ungünstig wirkte sich der starke Rückgang der 3. - G. - Farben- -Aktien aus, die von 299,5 Prozent auf 294, also um 5,5 Prozent zurückgingen. 3n Verbindung damit büßten Rheinstahl 2.5 Prozent und Riebeck-Montan 5 Prozent ein. Clektro- aktien im Gesamtrahmen ebenfalls schwächer. Siemens minus 2,5 Prozent, Bergmann minus 1,25, Lahmeyer minus 1 Proz. Bau - aktien verloren 1 bis 2 Proz. Zellstoff- aktien gleichfalls niedriger. Autoaktien dagegen gut gehalten. Die Werte der Metall- bankgruppe verloren bis zu 3 Proz. Scheideanstalt minus 4 Proz. Holzverkohlung konnten sich heute erholen, da sich die Sanierungswahrscheinlichkeit doch nicht allzu ungünstig stellen dürfte. Aus dem gleichen Grunde waren auch Dingwerke befestigt. Maschinenaktien bis 2 Proz. schwächer. Heimische Anleiheü schlossen sich im Verlause der schwächeren Tendenz an. Anleiheablösung 235/8 bis 231 Von fremden Renten lagen Türken etwas lebhafter und zogen um 0,5 an. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 4‘/t Proz., Monatsgeld unverändert 53/4 bis 71,? Proz. Warenwechsel 47', bis 5 Prozent. 3m Devifenverkehr notierten: Paris gegen London 124,02, Mailand 107, Zürich 25,2325, London-Kabel 4,8545. Die Reichsmark lag gegen Kabel weiter fest mit 4,2140, gegen das Pfund mit 20,4565. Der weitere Dörsenverlauf konnte sich nicht beleben und war noch 1 bis 2 Proz. schwächer, Da die Spekulation Blankoabgaben vornahm. Berliner Börse. Berlin, 16. März. Das Börsengeschäft kommt langsam wieder in ein Stadium der Stagnation, die durch die Olbhängigleit der Spekulation von börsentechnischen Gesichtspunkten noch verstärkt wird. Wirtschaftliche Erörterungen treten demgegenüber neuerdings mehr und mehr in den Hintergrund, zumal der erwartete Äon- junlturaufschwung schon reichlich diskutiert worden ist, dafür aber d:e Erscheinungen der Konjunkturbesserung ihre Einwirkung auf den Börsengeldmarkt hemmend ausstrahlen. Der Medio dürfte zwar kaum noch 41 eberraschungen bringen, wenngleich der Difserenzzahltag erst am 18. März statt findet und zur Geldbeschaffung heute noch Qlbgabcn der Kleinspekulation erfolgt sind. Einige Tage darauf beginnen dann schon wieder die nächsten Liquidationen, und die Geldverhältnifse werden dann erneut nachgebend aus die KurS- geftaltung einwirkem Außerdem leidet die Tendenz sehr unter dem ungünstigen Eingang von Kundenorders, wie auch die Discvntogesell'chaft in ihrem Bericht bestätigt, daß die Lust am Börsengeschäft infolge der häuf gen Schwankungen stark vermindert wird. Die erste Börsenstunde verlief daher lustlos und schwächer bei Rückgängen von 1 bis 2.5 Prozent, vereinzelt auch von 4 bis 8 Prozent. Schars gedrückt waren vor allem Kaliwerte. Mitteldeutsche Credit. einzelne Elektroaktien und Kohlenwerle, letztere auf ungünstige Schilderungen des Kohlenmarktes, ferner eine Anzahl Einzelwerte verschiedener Marktgebiete. Qlm Geldmarkt war die Lage unverändert. Monatsgeld stellte sich auf 7 bi8 8 Prozent. Tagesgeld angeboten zu 3,5 bis 5,5 Prozent. Warenwechsel ca. "T.88 Prozent. 3m Devisenverkehr konnten Madrid. Oslo und Mailand die gestrigen hohen Kurse nicht ganz behaupten. lagen aber relativ weiter fest. Die Reichsmark lag gegen Kabel weiter fest mit 4,2135. London-Kabel 4 8545. Börsenkurse "rrtmffim a.M. Berit- Schlu • f.UT« I.Uhe. flirt» Sln6. flnr» Anfang - 15. 3. 16 3. 15 3. 16. 3 Anleihe-Ablösung Nr 1-3000U 318.5 341 32V 5 do- Nr- 30 001-60000 320 — 121 15 321 do- ohne AuSlosungLrecht -4 13 23.5 23.9 23.3 Deutsche Eparprämicnanleiöe Deutsche sperrt). Tollar-Anl- - 99 5 100 1 * 4°/« Zolltürken......... 15,3 15,75 15,6 — 5% Goldmcrikauer ..... 43.13 — Berliner Handelsgesellschaft - Commerz, und Privat-Bank. — - 260 251 213 -'07 5 213 207 Darmst. und Naiionalvank - 270 278 271 5 Temschk Bank......... 187 185,1 187 184 75 TiSkonio Commaudit . . - 180 178 180.62 178.5 Dresdner Bank...... 182.5 180.75 182.5 180.5 Metalldank........... 156 75 155 158 1,4 Muieldeuikche Creditdank. . 226 — 229,5 220.5 Lesteireichische Crcditanstalt U 2 9.1 9.13 9.1 ReichSbank. - .... 184 186 75 182.25 Bochumer (Suh........ 186 186 186 — Buder»S............ 122 5 12tl — 119.5 Deutsch-Luremburg...... Gelsenkirchener Bergwerke. - 185 186.75 185 184,62 188,5 186 5 185 185 Harpener Bergbau...... .Kaliwerke Aschersleben. . 225.6 202 75 220,25 194 224.9 201.5 220.5 193 Kaliwerke Westeregeln..... 201,5 196.5 203 >39 l'nurnbuttc........... ManneSuiann......... 94.5 * 95 211 05.75 210 .115 MauS'eldcr........... 148.75 146.7u 147,75 117 25 Lberbedarf...... . » . 116 - 12.1 117 Phönir Bergbau....... 134,1 132,12 134.6? 132.5 Rheinische Braunkohlen . . . 291,5 — 292 282.75 Rheinsiahl........... -24,75 219 75 225.5 .20 Riebect Montan....... 173 168 171,75 167 TelluS Bergbau........ 128 Bereinigte Stahlwerke .... 145,5 HS 145,62 145 Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... 144 143,25 149,25 143.25 148.25 142 Zementwerk Heidelberg . . . 163.75 - - Philipp Holzmanu...... 187 187 185 Anglo Cont. Guano..... — 112 — o oldschmidi.......... J45 9 147 5 145,75 Holzverkohlung......... 75 — - — (V G Farben-Z nduftrie . 301,5 296 302 75 295.5 RuigerSwerke......... 131 131,75 Ccheideanftalt........ 230 225 - — «llg. Elektrizitäts-Gesellschaft 162 160,75 160.62 159.62 Bergmann........... 183 180.75 182 ibU Elektr. Lieferungen...... 195 194.75 201 193 Licht und Straft........ — 195 197.5 194.» Mainkraftwerke........ 135,6 _ Schütten............ Siemens 4 Halüke...... .76.5 171 176.5 170.13 268 51,75 256,62 251.75 Adlerwerke Kleher ...... 132 130 132,75 Daimler Motoren. ...... 115.6 114,5 116 114 Heyligenftaedt......... Megutn............. 33 65 _ 55 _ Mannheimer Motoren .... - • - — Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . 19.5 76 Metallgesellichast Frankfurt. Pet. Union 31.«0. .... 187 123,5 185 Schuhfabrik Herz . . .... — — 80,75 Sichel.............. 2.2 — 5 — Zellstoff Aschaffenburg.... Zellston Ealdhok...... 177 262 174 259 175 260,62 259 Frankfurter tz-ctreioeöörse. Frankfurt a. M., 16. März. Es wurden notiert: Weizen lWetterauer) 29, Roggen link.) 27, Sommergerste für Brauzwecke 25.50 bis 26, Hafer (inl.) 22 bis 22.75, Mais (gelb) 18 bis 18.20, Weizenmehl (inl., Spezial 0) 40 bis 40.50, Roggenmehl 37 bis 37.25, Weizenkleie 14.25 bis 14.50, Roggenkleie 14.50 bis 14.75. Tendenz: Ruhig. , Berliner Produktenbörse. Berlin. 15. März. Die Ruhe hält im Berliner Produktenhandel auf der ganzen Linie an. Umsätze kommen in Brotgetreide nur in kleinem Umfange zustande: für Z utter- getreiöe find sie gleich QlulL Chicago ermäßigte seine Weizenforderungen und auch Liverpool meldete niedrigere Anfangskurse. Trotzdem zeigten sich die inländischen Eigner in ihren Verkäufen nicht stärker am Markt und auch unnachgiebig. Andererseits aber verhält sich auch der Handel äußerst zurückhaltend. Weizen wurde zu Beginn eine halbe Mark niedriger. Roggen für vordere Sicht behauptet. Sonst etwas abgeschwächt. Mehl in beiden Sorten still. Auch Hülsenfrüchte und sonstige Artikel ohne große Veränderungen. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 267 bis 270, Roggen 246 bis 248, Sommergerste 213 bis 241, Wintergerste 192 bis 205, Hafer, märt 194 bis 202, Mais, loko Berlin 178 bis 180; für je 100 Kilo: Weizenmehl 34.25 bis 36,75, Roggenmehl 33,5 bis 35,5. Weizenkleie 15,75, Rog- genkleie 15 bis 15,25, Viktoriaerbsen 48 biS 63, kleine Speiseerbsen 32 bis 34. Futtererbsen 22 biS 23, Wicken 22 bis 24, Lupinen, blau 13,5 bis 14,5. echte Sodener V PäsHllen gegen Heiserkeit, Verschleimung Die tägliche Suppe ist kein Luxus, sondern für unser Wohlbefinden von größter Wichtigkeit; das bedarf keiner Begründung. Gute Suppen bereitet man bequem .schnell und billig aus MA GGP Suppen - Würfeln 241M