^ndün 124,0), rKs l4Ä£ 3*H£ ^lüN^lich L^UgoJ Mmuz u •A*c Sä®- «wlt he U. n Drahtberichi Mt bei der mo- e ganz gleichem Dirtschasts- Die SpÄla- lachenden treffenden QK0: Die zweite Hand sogar mit einen > die erste Hand ■ den engsten e beschrankte sich der den Durch- r lagen. Stärke, lus 10 Prozen! >erg plus 4 Prozent, Deutsche imische An- rdeuÄenten ebenso Oester- Mexikaner und (bmarit tom it Desürchtunge? auch der Grund ene Abschwä- se gaben im alb nach, Spritwer!' Pwzcnt, Elan- oigt & Haeffnc linuZ 3,5 Prozcn! machte sich spätei eit bemeränii. vebörse. ept. Die Drizn emähigt, da bi. uf die hiesige ermü muhte auch -abgesetzt Verden tret) des schr len. was feinen ihlen nur wenig In Detterauer der nÄrigsien m sein, währmd zu 31 Mart bc- notiert: Deizm, agen, inländischer, . für lörauzweäe I bis 24; tzaser. Os 18,75 biß 19; 39.25 biß ^.5^ Seizenllere 13 vw Tendenz: M'-g. -nbörse. rden notiert W 257 bis 261, &P: 274,50 bis 2ft^- „.v Roggen, mark, UL $, Otwber bis 242,50 (mott); jÄÄ“): ?9,11 !,58j 12,57 zo,84 Tu» I68.7J 22,56 71,07 12,465 73,57 MZ I 11- . 112- 112.'° 10,56 *g tS | 'M- '0.Sf 71^ 1,973 „49. -9,165 rf.<4- 1,»SB . üi'i , ,88 -, 594 । Ei* 22,9tö 10,455 t> 16,59 >1,1 11.16 __. W™‘ E- & HL4 112,6* I13.Z 1(1,60 2.405 33,27 a K M. 216 Erster Blatt 177. Jahrgang vomerrtag, 15. September 1927 Erscheint täglich, außer Sonntags anb Feiertags. Beilagen: Meiner FamUienblStler Heimat im Bild Die Scholle. HoeabtBeiugspreh: 8 Reichsmark and 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanschlüffe: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Eiehen, postschecktonto: stranlfnrt am Main 11686. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhesien VrvS Mv Verlag: vrühl'sche UniverstlStr-vuch- mid ZteindruSerei K Lange tn Sietzen. Zchrtftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Rcichspfennig, Platzvorschrift 200;„ mehr. Chefredakteur. Dr. Fnedr. WUH. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An- zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Die russisch-französische Spannung. Um die Abberufung des Pariser Sowjetbotschafters Rakowski. - Nutzlands Isolierung. Die Politik Tschitscherins. Zwischen Rußland und Frankreich ist schon seit längerer Zeit ein Pressekrieg im Gange, der von dem Gebiet der Diplomatie seinen Ausgang nimmt und möglicherweise auch weittragende politische Konsequenzen ziehen wird. Der Anlaß ist an sich sehr gering. Der Sowjet- botschaster in Paris, Rakowski, hat eine Entschließung des Zentralkomitees der dritten Internationale mit unterzeichnet, worin di« Soldaten der kapitalistischen Länder zur Revolution aufgefordert werden. Gs kann natürlich ein Zufall fein, daß die französische Regierung diesen Fall ausgegrisfen hat, unmittelbar nachdem Chamberlain auf der Durchreise nach Genf sich mehrere Tage in Paris aufhielt. Jedenfalls sind in Moskau diplomatische Vorstellungen erhoben worden und Tschcksck)erin hat — selbstverständlich seinen Botschafter des- avouieist. Herr Rakowski selbst hat eine längere Erllärung veröffentlicht, worin er sich damit entschuldigt, dah er unterzeichnet habe als Mitglied des kommunistischen Zentralkomitees und nur einen eventuellen Krieg gegen Rußland im Auge gehabt habe, dah er also an- Frankreich gar nicht gedacht haben könne, dessen Politik Rußland gegenüber immer als Friedenspolitik bezeichnet worden sei. Er hat darüber hinaus mit Entschiedenheit die Andeu- - tung zurückgewiesen, als ob er in Frankreich Aufstände oder Desertionen organisieren könne. Wenn er erwartet hat, dah er damit den Sturm im französischen Blätterwalde beschwichtigen würde, so ist er im Irrtum gewesen. Der zielbewußte Kampf gegen ihn geht unentwegt weiter. Die törichte Verkettung zwischen der International« und der ofsiziellen russischen Regierungspolitik, die ja schon wiederholt zu Zu- sammenstöhen geführt hat, macht sich auch hier wieder unangenehm bemerkbar. Auch der deutsche Außenminister hat Herrn Tschitscherin in Baden- Baden zu verstehen gegeben, daß dieses Reben- und Durcheinander der beiden Instanzen aufhören und «in« reinlich« Scheidung «Intteltn müsse, weil auch Deutschland es sich nicht gefab- len lassen wird, dah dieselben Persönlichkeiten, die als amtlich« Vertreter des russischen Reiches gute Beziehungen zu Deutschland predigen, als Beauftragte des Bolschewismus die Zersetzung der inneren Ordnung Deutschlands betreiben. Wenn Frankreich sich in derselben Form zur Wehr setzt, so ist das an sich nur verständlich; allerdings, die Schärfe, mit der die französische Rechtspresse den Kampf gegen Rakowski betreibt, deutet doch darauf hin, daß hier noch andere Momente im Spiele sind. Sie liegen zum grohen Teil selbstverständlich auf dem Gebiet der inneren Politik. Herr Poin- care hat bereits mit den Vorbereitungen für den neuen Wahlkampf im Mai nächsten Jahres begonnen unb da ist ihm der Kommunismus ein dankbares Wild. Denn die Angst des französischen Bürgers vor dem Kommunismus, den et ja aus eigener Erfahrung noch gar nicht kennt, ist riesengroß und kann die schwankenden Elemente wohl aus feiten Poincares treiben, wenn «r ihnen klar zu machen verftefyt, dah er der Hort des Bürgertums und des Kapitalisnrus gegenüber dem Vordringen den Bolschewismus ist. Das französische Kabinett hat sich denn auch mit der Entschuldigung Rakowskis nicht einverstanden er» Härt, sondern einen weitergehenden Beschluß gefaßt, der offiziell geheim gehalten wurde, der aber doch nicht ohne Absicht in die Öffentlichkeit durchgesickert ist. Er soll dahin gehen, daß die Moskauer Regierung aufgefordert wird, Rakowski abzuberufen. Die endgülttge Entscheidung wird erst am Freitag fallen und es ist verständlich, wenn Briand den Wunsch hat, an den Beratungen des Kabinetts teilzunehmen, da er inzwischen sich in Genf dahin ausgesprochen hat, daß kein Grund nach seiner Meinung zu einem so gewaltigen Schritt vorläge, der die russisch-französischen Beziehungen brüskieren mühte. Daß ein Botschafter mißliebig geworden ist und seiner Regierung vertraulich seine Abberufung nahe gelegt wird, kommt ja öfter vor, braucht auch, wenn die. Gründe einigermaßen stichhaltig sind, die Beziehungen zwischen zwei Ländern nicht zu stören. Hier aber liegen die Dinge doch anders, hier ist dafür gesorgt, dah die Verhandlungen sich auf öffentlichem Markt abspielen, und wenn Tschitscherin Rakowski jetzt abberiefe, dann würde er damit eine diplomatische Riederlage erleiden, jedenfalls zeigen, wie schwach er sich fühlt und in künftigen französisch-russischen Verhandlungen Frankreich das Liebergewicht geben. Vermutlich wäre ein Bruch mit Frankreich ten Russen im Augenblick mehr als unbequem. Dah England ihnen den Stuhl vor die Tüv setzte war schon eine peinliche Schlappe, die Mng'e in China haben sich auch nicht so entwickelt, daß die Sowjetpolitik da irgendwelche Erfolge geerntet hätte, in Amerika kommt Moskau in den Kreditverhandlur?en trotz aller hochtrabenden Bersicherunaen nicht recht vom Fleck; die englische Politik hat bei der Isolierung und E-nkesselung Rußlands, also in den letzten Monaten. unzwcrftl- haft große Fortschritte gemacht, zumal nachdem jetzt aud> die englischen Gewerkschaften — ebenfalls aus Angst vor den Reuwahlen und vor dem Abfchwimmen des Treibholzes tn den Wählermassen — den Bruch mit den russischen Arbeitern vollzogen haben. Grund genug für Tschitscherin, sich krampfhaft zu bemühen, dah wenigstens der Draht nach Paris nicht auch noch abreiht, Grund genug aber auch für Chamberlain, jetzt einen Torpedo gegen di« russisch- französischen Verbindungen abzuschiehen. ilnb cß scheint, als ob Poincare bereit ist, Chamberlains Spiel mitzuspielen, wobei er die stimmgewaltige Unterstützung der gesamten französischen Rechtspresse genießt und sich auch auf die Mitarbeit der Rationalisten im Kabinett unter Führung von Marin und Bokanowski verlassen kann. Briand kommt dabei tn die Enge, und wenn er in diesem Falle unterliegt, würde das erneut beweisen, wie schwach seine Stellung innerhalb des Kabinetts ist. Darüber hinaus würde allerdings der Abbruch der russisch-französischen Beziehungen neue internationale Schwierigkeiten schaffen und den Konfliktsstoft in Europa erhöhen; eine eigenartige Illustration für die Genfer Verhandlungen, die irn. Zeichen der Friedenssicherung und Friedensförderung standen. Tschitscherin gegen Rakowski. Erregte Auseinandersetzungen in Moskau. Paris, 14. Sept (111.) Lin Sonderkorrespondent des „Jnlransigeanl" In Kopenhagen will aus unbedingt zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß sich die Sowjetregierung erst nach einer heftigen Diskussion am 1. September entschlossen habe, Rakowski zu desavouieren. Tschitscherin habe, um znm mindesten eine Desaooniernng Rakowskis zu erreichen, u. naiD oeoe:*u »-omi». eoeottit .-ejew * Sehnet a 'iraupcin « Ntoa K 0ewitter.@uindi:>uc-O' «W leichter Ost £> noch war da- Trab e Mutier des btititi d. Artist in einem Ke en. Sr wollte ban kreiti nach einige t Aotleine. Obtvch war er schonbe- rz nach seiner 6t» dm lob. lichtete sich ein jingn n Liter Echnts» te wurde unoersländ- ter großew Hollo bene Gastwirtschaft, wo nb bie Wette dusßf t jungt Wann tränt ) schon nach wenigen chl. Al- Witdiibelr. i, wurde ein Arzt de» ;ch den bereits tingt- tember in Gießen. •e Austrieb auf dem heutigen Frankfurter S ch la ch t v ieh m a r k t: Kälber, 648 Schafe, 849 Schweine. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Eine Bitte an den Evangelischen KIrcherworsland. Wenn der Landmann einen Morgen sauerer Arbeit hinter sich hat, wie erfreut ihn dann der Ton der Mittagsglocke, — der Arbeiter, das Schulkind, die Hausfrau, wie gerne hören sie das Mittaglauten, das die erste und meist schwerer« Tageshälfte beendet. Wenn man des Abends über Land geht. US 0 0 N&y out* f j" jrn<‘ s&sS, is i«lin ^rtMuet *■ SÄ* n"‘ > »«sr*; *M$ 3A ®L|(6lafl< * Sn unb »Äs Aj, lt unb 'n Kch. b R k* bis zu ?b'r zur Rch. x, eter weite mb Jhj ?01,nbtL» ■*H' i» für kn fimWnbenl,, ntroloetbanbes sw M«v chrmbm Jag. * ledigen 18^ 'beim Dnsuchaw ^oiser-lautern-Law ?ide Führ ab. >tt srr VnlkhMgm wie schön und stimmungsvoll ist das Abendläuten —, wie gerne hört jedermann die Feierabendglocke nach des Tages Arbeit. Wir haben hier in unserer Stadt zwei schöne Gotteshäuser mit wundervollem Geläut, aber wir dürfen die Glocken nur Samstags und Sonntags hören. Run kommen noch zwei neue Glocken. Ehe sie eintreffen, möchste ich an dieser Stelle im Ramen mancher Gleichgesinnten dem Kirchenvorstand eine Bitte unterbreiten: Lasset diese neue Glocke auch an Werktagen Mittags- und Abendglocke sein zur Freude und Erbauung I Der Dank und die freudige Anerkennung aller Christen unserer Stadt wird „ÄttfeSe* -Binder gedeihen pvälhtig, sind gesund, widerstandsfähig und machen ihren Eltern Zreude. Oie vorgefaßte Meinung, daß „Kufeke" teuer sei, ist falsch! .Kuseke" ist billig f Oie für eine Mahlzeit be- nötigte Menge Kuseke für ein Kind bis JTfc Mf zu 6 Monaten kostet tUr9*** Jo helfe (ülut ontsiammm S /^7~ Am Sonntag fand in Frankfurt a. M. unter ... Leitung des Oberwachtmeisters Veith- Darmstadt die diesjährige Hauptversammlung des Vereins hessischer Straf- vollzugsbeamten unter starker Beteiligung sämtlicher Strafanstalten Hessens statt. Zunächst wurden die internen Fragen, sowie sachtechnische Fragen behandelt. Hieraus sand die offizielle Versammlung statt. Erschienen waren hierzu vom Hess. Deamtenbund Rektor und Landtagsabg. Winter- Main- und Hausverwalter W o l f« Gernsheim, sowie die Landtagsabgeordneten Leuschner und S 1 or? - Darmstadt. Die Regierung und andere Parteien konnten wegen anderweitiger Bindungen nicht erscheinen. Der Vorsitzende leitete die Verhandlungen über Wünsche und Forderungen für die kommende Zeit der Strafvvllzugsbeamten ein, er wie- besonders darauf hin, daß man den Cicherheitsbeamten hinter den hohen Mauern nicht das Interest« entgegenbringt, wie den Sicherheitsbeamten auf der Straße usw., trotz des sehr gefahrvollen Dienstes. Abg. Winter gab Aufllärungen über allgemeine Deamtenfragen und ging dann näher auf die Forderungen der Strafvvllzugsbeamten zur Besoldungsneuregelung ein. Herr W o l f - Gernsheim verbreitete sich in nahezu »/« Stunden in sehr geschickter Weise über Organisationsfragen. Abg. Leuschner sprach über Besol- dungsprobleme und Wirkungen, er versicherte, daß seine Partei die Forderungen^ der Strafvollzugsbeamten mit unterstützen würde. Ebenso ging Abg. S t o r k auf die interessierenden großen Beamtenfragen ein. Sämtliche Redner ernteten für ihre von großem Interesse getragenen Ausführungen lebhaften Beifall. Der Anschluß an den Hessischen Beamtenbund wurde vollzogen. Uns der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 15. September 1927. Die Singvogelzucht in O berhessen Vielen durch ihren Berus ans Haus gefesselten Bewohnern des Dogelsberges, besonders den Handwerkern, bietet die Zucht von Kanarienvögeln ein« angenehme Unterhaltung, und trotz der heutzutage nicht niedrigen Futterpreise eine willkommen« Reben einnahrne. Jetzt bei beginnendem Herbste seht der Züchter die Iungvögel teilweise schon ab, während er den größeren Teil der jungen Kanarrenhähne. die sog. „Zukunftshäbne", weiter durch erstklassige alte Edelrvller, durch die .Vorsänger", tm ®efang vervollkommnen läßt, um sie vor Weihnachten zu beträchtlichen Preisen zu verkaufen. Auch die einst allenthalben sehr beliebte Aufzucht von Gimpeln oder Dompfaffen, im BogelS- berg „Blutfinken" genannt, well sie mit einer schön karminrot gefärbten Brust geziert fmd, ist noch hierzulande allgemein verbreitet. Stet Vogelsberger Dauer entnimmt die jungen Gim- pcl nach der ersten Woche dem Rest, päppelt sie zu Hause auf und pfeift ihnen unermüdlich mit dem Munde odrr der Vogelorgel einfache Melodien iror, die sie dann leicht nach einiger Zeit beherrschen und nachahmen. Allerdings wird meist der größte Tell dieser abgerichteten Blutsinken sog. „Stümper" bleiben und nur wenige werden zu wirklich „guten“ Hähnen werden: solche „gelernten" Gindel finden aber stets Liebhaber, werden meist nach England oder Amerika in Sammeltransporten ausgeführt und gut bezahlt. Wie groß immerhin in manchen Jahren die Deute der Züchter war, beweist Karl Rudolf Fischer in seinem „Vogelbuch von Vogelsberg, Wetterau und Rhön", worin er mitteiU, daß im Jahre 1872 allein im Vogelsberg für 24 000 Mark abgerichtete Blutsinken zusammen gebracht und mich England oder Amerika ausgefuhrt wurden. Das größte Züchterdvrs ist Angers- b a ch, wo der Haupthändler seit 1896 einen Waggon mit 5000 bis 6000 Käsigen und etwa 8000 Vögeln zum Versand gebracht hat. 600 bis 900 von diesen waren gelernte Gimpel, der übrige Teil Kanarienvögel. Der Versand der anderen Vogelsberger Züchter und Händler, von denen jeder einzelne ost bis zu 30 Dlutfinken grvh- zieht, ist reichlich noch einmal so groß wie der Angersbacher Export. Für einen guten Qitfter- sänger, der zwei oder mehrere Lieder singt, werden 30 bis 40 Mark, für .einfache" Sänger 20 bis 30 Mark, für einen .Dummen" oder „Stümper" dagegen nur 2 Mark und für ein Weibchen, das man nicht abrichten kann, nur 50 Pfennig« bezahlt. Der große Krieg hat natürlich auch ktem Vogelfang und der althergebrachten Vogelzucht vollkommen Einhalt geboten, doch blühen sie jetzt wieder von neuem empor. Jetzt im Herbst beginnt auch wieder di« Arbeit des nach dem Reichsvogelschutzgesetz noch erlaubten Handels und Fangs einzelner Singvögel zu Käfigzwecken. So werden in den Dörfern Oberhessens von Vogelliebhabern mit Vorliebe die bunten Stieglitze oder Distelfinken, die sangeseifrigen Blut- oder Grünhänflinge und besonders gern von den Weichfressern das Rotkehlchen und das Schwarzköpfchen (Mönchsgrasmücke) als liebe Stubengenossen gepflegt. Einheitliche Verkehrszeichen in ganz Deutschland. Rachdem durch ReichSvervrdnung vom 8. Juli 1927 neue Des ährenreichen für den Kraftfahrzeugverkehr mit Wirkung vom 1. September an festgelegt worden sind, haben die preußischen Minister für Landwirtschaft, des Innern und für Handel und Gewerbe jetzt einen Runderlaß herausgegeben (Ministerialblatt vom 13.9.1927), der eine einheitliche Regelung der Verkehrszeichen für Preußen anordnet. Da dieser Runderlaß einem Beschluß sämtlicher Länder entspricht, so toirb man von nun an in ganz Deutschland einheitliche Verkehrszeichen antreffen. Außer den bereits durch Reichsverordnung festgelegten Gefahrenschildem kommen bei der einheitlichen Regelung noch in Betracht: Schilder, die zur Bekanntgabe von Wege- Zerrungen oder von Geschwindigkeits- oder sonstigen Derkehrsbeschrankungen dienen (Verbotsund Verkehrsbeschränkungsschilder). Wegweiser, die an Wegekreuzungen die Zielpunkte kter Wege angeben und Ortstafeln, die dem Wegebenuher den Ramen d«S Ortes, den er berührt, anzeigen sollen. Zu den Verbots- und Derkehrsbeschränkungs- schildern gehören alle diejenigen Tafeln, die dem Publikum ein« polizeiliche Anordnung über e.ne Wegesperrung (Sperrschilder) oder über langsames Fahren (Geschwindigkeitsschilder) oder eine Anordnung, wonach eine Straße nur in bestimmter Richtung oder nur unter gewissen Einschränkungen oder zu bestimmten Zwecken benutzt werden darf, bekanntgeben sollen. Für die Verbotsund Verkehrsbeschränkungsschilder ist dieselbe Farben-usammenstellung — rot-weiß — gewähl worden (Weitzer Grund, signalrote Umrandung) In der Form sollen sich die Sperr- und Ge schwindigkeitsschilder un'ereinander und von dei Gefahrentafeln in der Weise unterscheiden, das die Sperrschilder Pfeilform erhalten, währeni die Geschwiirdigkeitsschilder Viereck g auszuaestal ten sind. Bei den Sperrschildern ist es im Übrigei Lei der bisher üblichen Kennzeichnung der Ver Bote durch Punkte belassen worden. Auch de Unterschied in der Kenntlichmachung solche Sperren, die für die Dauer, und solcher, die nu für Sonn- und Feiertage gelten, ist festgehaltei worden. Da es sich als notwendig erwiesen Hal mitunter bei Krankenhäusern, Schulen und ähn ht ?n Anstalten besondere Tafeln aufzusteller ii_> die Kraftwagenführer zum vorsichtigen un «schaffen werden. Iritodfe sind die Häuser schon soweit Dorangefommen, daß man mit dem Bezug der Wohnungen in nicht zu ferner Zeit rechnen kann. — Der Bau deS neuen Kulisfenhauses beim Stadttheater ist in den letzten Wochen rüstig vorangeschritten. Gegenwärtig ist man mit den Maurerarbeiten bereits im Parterre nahezu fertig. Wenn die Erbauung in dem bisherigen Tempo weiter fortschreitet, so dürfte das Gebäude sicher noch im Laufe dieses Herbstes unter Dach kommen. •• Eisenbahnunf a ll in Lollar. Gestern abend gegen 6 Uhr ereignete sich auf dem Rangierbahnhof in Lollar ein Betriebsunfall. Dort entgleifte die Maschine eines Wetzlarer Zuges beim Umsetzen, als sie mit dem Tender rückwärts zum Prellbock fuhr. Tender und Maschine überrannten den Prellbock, worauf die Entgleisung erfolgte. Dabei kam der Tender so weit vom Dahngclände ab, daß er in der Lust schwebend abwärts hing, während die Maschine auf dem Bahnkörper verblieb. Di« Aus- gleifungsarbeiten wurden alsbald in Angriff genommen; Personen find nicht zu Schaden gekommen, der Materialschaden ist gering. ** Der Landesparteitag der Hessischen Zentrumspar tei findet am 16.Oktober in Frankfurt a. M. statt. Auf ihm wird die Wahlparole für die hessischen Landtaaswahlen ausgegeben werden. Der Landesausschuß tritt am 28. September in Mainz zusammen. --- Der Stenvgraphenbezirk (Gabelsberger) Gießen hält seinen diesjährigen Derbandstag am 24. und 25. Sept, in Schotten ab. Arn Samstag findet eine Besprechung der älnterrichtsleiter statt, an die sich abends die Vertreterversammlung anschlieht. Das Wettschreiben ist für den Sonntagvormittag vorgesehen. iL a. wird auch ein Stafetten^Wett- schreiben abgehalten. Bis jetzt sind schon 200 Wettschreiber angemeldet. Sine Anzahl Ehrenpreise stehen zur Verfügung. ---Di« heimatkundlich« Arbeitsgemeinschaft für den Kreis Gießen veranstaltet demnächst mehrere heimatkundlich« Tagungen. Der bekannt« Geschichtsforscher Prof. Dc. Blecher-Friedberg ist als Redner gewonnen und wird über Einführung in heimatkundlich« Arbeit, Heimatgeschichte uno Volkskunde Vorträge halten. Die Tagungen finden statt am 17. September in G rünberg, am 21. September in Hungen und am 23. Sep- Berliner Börse. Berlin, 15.Sept. (WTB. Funkspruch.) Nachdem noch gestern abend in Frankfurt bei allerdings wenig veränderten Kursen das Geschäft noch ziemlich lebhaft zu nennen war, ist der heutige Frühverkehr vollkommen lustlos. Nur für Farben hört man einen Kurs von 302 bis 302,5, im allgemeinen ist man aber eher schwächer gestimmt. Am Devisenmarkt hört man mit 89,30, Madrid 28,72 und das Pfund mit 4,8630. ____________________ Kunst und Wissenschaft. Isadora Duncan tödlich verunglückt. Paris, 15. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die bekannte Tänzerin I s a d o r a D u n c a n ist bei einem Autounfall in Nizza tödlich verunglückt. Ihx Schleier verfing sich in einem Rade des in höchster Geschwindigkeit befindlichen Wagens, und sie fand, ehe man ihr Hilfe bringen konnte, durch E r st i ck e n den Tod. Der Schleier hatte ihr den Hals eingeschnürt. e Die auf so schreckliche Art ums Leben gekommene Künstlerin wurde am 27. Mai 1878 in Sa n Franzisko geboren. Im Jahr« 1899 kam sie nach (Europa und erregte großes Aufsehen durch die Neuartigkeit ihrer Tanzkunst, die eine Neubelebung des alten griechischen Chortanzes her- beiführen sollt«. Sie trat barfuß und in griechischem Gewand auf und tanzte nach klassischer Musik und in Anlehnung an antike Dorbilder. Ihre Darbietun- gen bedeuteten einen Wendepunkt in der Entwicklungsgeschichte des Tanzes, und während einiger Jahre war die Duncan eine der erfolgreichsten Tänzerinnen von ähnlich vorbildlicher Bedeutung, wie heute etwa Laban oder di« Wigman. 9bre Methoden wurden aber bald von anderen aufgenommen und überholt, so daß die Künstlerin sich von der Oefsentlichteit zurückzog und 1904 in Grünewald bei Berlin eine Tanzschule eröffnete. Später ging sie nach Petersburg, wo sie mehr Erfolg hatte, und aus einer Berquickung ihrer Kunst mit dem alten Ballettstil ein neuer Tanzstil entstand. In Paris, wo sie sich dann hinwandte, begeistert« sie Künstler wie Auguste Rodin, hatte aber das Ballettkorps und wegen ihrer losen griechischen Gewänder die Polizei gegen sich. Sie richtet« sich im Schloß Neuilly ein, wo sie glänzende Feste veranstaltete und einen Kreis von Künstlern um sich versammelte. — Während des Weltkrieges tanzte sie in den Straßen Athens, um die Griechen zur Teilnahme am Krieae anzufeuern. Später folgte die Künstlerin einer Ginladung der Sowjetrepublik und errichtete in Moskau eine kommunistische Tanzschule, angeblich mit der Begründung, daß sie vor der europäischen Kunst, die nur noch ein Geschäft fei, die Flucht ergriffen habe. Der bolschewistische Kultusminister Lunatscharski stellte ihr einen Palast zur Verfügung und gab ihr freie Hand, mit dem alten russischen Ballett gründlich aufzuräumen und eine neue Tanzära einzuleiten. Infolge des großen Vertrauens, das ihr die Sowjetregierung entgcgenbrachte, lag di« Vermutung nahe, daß die Tänzerin einer kommunistischen Propaganda-Organisation angehöre, und unter dieser Begründung verweigerten ihr di« amerikanischen Behörden, in Reuyork an Land zu gehen, als sie mit ihrem Gatten, dem Dichter Jessenin, 1922 dort eintraf. Rach dem Selbstmorde Jessenin- 1925, der sich dem Trunk ergeben hatte, und seine Frau mißhandelt haben soll, begab sich di« Duncan wieder nach Frankreich, geriet dort aber in Rot, so daß ihr Schloß in Reuilld in Gefahr kam, verkauft zu werden. Di« Hilf« von Freunden ermöglichte ihr jedoch zunächst einen Aufenthalt an der Riviera, wo sie in Begleitung des Violinvirtuosen S e r o f f erschien. 3m Januar 1927 machte sie dort, angeblich auS Eifersucht, einen aufsehenerregenden, auf theatralische Wirkung berechneten Selbstmordversuch, indem sie, in ein purpurnes Gewand gehüllt, von ihrer Villa aus ins Meer schritt. Sie wurde jedoch von einem alten englischen Offizier gerettet Ihre Kunstschule in Reuillh wurde inzwischen durch ein Komitee ihrer Freunde in Paris auch gerettet Sie nahm die Hilfe an unter der Bedingung, daß das HauS der französischen Regierung geschenkt wird und ihr zeitlebens als Schulstätte überlassen bleibt. Im Jahr« 1924 äußerte sie die Absicht, 1000 an sie gerichtete Liebesbrief« zu veröffentlichen. Does fand jedoch bisher nicht statt M< rkwürdig ist, daß ihre beiden Kinder ebenfalls infolge eines Autounglücks ums Leben kamen: sie ertranken in der Seine. langsamen Fahren veranlassen sollen, stick) für solche Fälle besonder« Schilder vorgesehen, die nach dem Muster für Geschwindigfeitslchilder ausgestaltet stick). Als sonstige Verkehrsbeschränkungsschilder kommen Richtungsschilder zur Kenntlichmachung des vorgeschriebenen Weges im allgemeinen und an Straßenkreuzungen im besonderen in Betracht, die jedvch feine Wegweiser sind, sondern einen bestimmten Weg zwangsweise vorschreiben: ferner Schilder für Gisenbahnstrahen nick) Straßen 1. und 2. Ordnung, Schilder für Parkplätze und für Stellen, an denen das Parken verboten ist, und endlich Schilder für Fußgängerüberwege. Bel den Wegweisern, deren Ausstellung Sach« der Wegeunterhaltungspflichtigen ist, haben die Wegepolizeibehörden im Interesse der sicheren und hemmungslosen Abwicklung des Verkehrs darauf zu achten, daß die Wegweiser überall da, wo «s notwendig ist, aufgestellt werden. Rach ge- fegentkichen Beobachtungen läßt der gegenwärtige Zustand in dieser Hinsicht noch viel zu wünschen übrig. Besonders müssen innerhalb geschlossener Ortsteile eine hinreichende Anzahl von Wegweisern angebracht werden, so daß der Durchgangsverkehr schnell auf kürzestem Wege durch Städte usw. hindurchgeschleust werden kann. An wichttgen Verkehrsknotenpunkten in Städten ist nach Möglichkeit für Beleuchtung Sorge zu tragen. Die Aufstellung von Ortstafeln hat an allen Durchgangsstraßen, in jedem Falle aber an der Hauptstraße des Ortes, am Eingang und Ausaang des Ortes, zu erfolgen. In der Aufschrift sind auf der Vorderseite die Namen des Ortes, der Kreis und der Regierungsbezirk anzugeben, auf der Rückseite, also dem Ortsinnern zugekehrt, ist der nächste grö- ßere Ort und die Entfernung dahin in vollen Kilometern zu verzeichnen, damit der den Ort Verlassende die Richtung des Weges erkennen kann. Die Farbe der Schilder ist hellgelb mit schwarzem Rand. Die Schrift ist schwarz. Die Tafeln sind, soweit nicht besondere Gründe entgegenstehen, auf der rechten Seite des Weges, nach dem Eingänge des Ortes zu gesehen, aufzustellen. Die Pfosten sind weiß zu streichen und erhalten einen spiralförmigen Querstreifen in schwarzer Farbe. Auf allen Schildern ist die Anbringung von Reklamen verboten. Die Verbots- und Verkehrsbeschränkungsschilder alter Art sind alsbald zu beseittgen und durch neue nach Maßgabe des Runderlasses zu ersetzen. Die Aufstellung der Ortstafeln soll ebenfalls alsbald erfolgen. Gietzencr Wochenmaritpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter Pfd. 2.00 bis 2.10, Matte 30 bis 35. Käse 10 Stück 0.60 bis 1.30, Wirsing Pfd. 12 bis 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 10 bis 15. rote Rüben 10 bis 12, Spinat 25 bis 40, Römischkohl 10 bis 15, Bohnen (grüne) 15 bis 20, Bohnen (gelbe) 20 bis 25, Unter-Kohlrabi 8 bis 10, Erbsen 30, Tomaten 25 bis 40, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 0.50 bis 1.00, Kürbis 8 bis 10, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln 5, Frühäpfel 10 bis 20, Falläpfel 5 bis 8, Birnen 8 bis 15, Zwetfchen 15 bis 20, Mirabellen 25 bis 30, junge Hähne 1.00 bis 1.10, Suppenhühner 1.00 bis 1.20, Eier Stück 15 bis 16, Blumenkohl 0.20 bis 1.30, Salat 10, Salatgurten 10 bis 40, Einmachgurken 3 bis 6. Endivien 10 bis 25. Ober-Kohlrabi 5 bis 15, Lauch 10 bis 15, Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 40, Radieschen Bd. 10, Preihelbeeven Pfd. 60, Brombeeren 50. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Gießener Schachklub: 8.15 Uhr, Cafe Leib, Versammlung. — Palast-Lichtspiele: „Die Tragödie einer Ehe". — AstoriaLichtspiele: „Betrogene Frauen". •• Rechts gehen! In den engeren Straßen unserer Stadt, aber auch in den breiten und viel begangenen Straßenzügen, wie in der Dahn- hofstreße, Frankfurter Stratze usw. kann man immer noch tagtäglich ein Durcheinanderlaufen der Passanten bemerken. Es scheint so, als ob unsere Mitbürger sich gar nicht an die in vieten anderen Städten gcmz selbstverständliche Verkehrsdisziplin des Rechtsgehens gewöhnen tonnten. Daß durch dieses Durcheinanderwimmeln eine starke Behinderung der Flüssigkeit des Ver- * ' * stattfindet, liegt ohne weiteres auf der Man denke nur daran, welche Schwierig- dem Fußgänger begegnen, sobald er eilig _____, die Bahnhofstraße nach dem Bahnhof strebt in einem Augenblick, wo Züge von auswärts angekommen sind, Um alle dies« Widrigkeiten, die doch jeden angehen, ein für allemal zu beteiligen, bedarf es nur des einfachen Entschlusses aller Stratzenpassanten, stets nur auf der rechten Seite zu wandeln. Wenn dieser Entschluß konsequent in die Tat umgeseht wird, ist jedermann wirksam geholfen. Sehr rege $ a u t ä 11 gl eit kann man gegenwärtig beim Ausbau des Wohnviertels „Am Kugelberg" entlang der Oberhessischen Bahnstrecke beobachten. Dort ist schon wieder ein neuer Straßenzug von Wohngebäuden entstanden, in denen zahlreiche Wohnungen mit zugehörigen Gartenstücken fiel wie - e 0 Straßensperrungen ° mitgeteilt vom Oberhef tschen Automobil-Club E. D., Gießen.___________ & Welche Strecke wird ’ gesperrt? In welchem Straßenzug liegt die Strecke? Für welche Fahrz. erfolgt die Sperrung? Voraussicht, liche Dauer der Sperre Umleitung r r r km 22,5 - 22,8 n I Weilburg- Schmitten (Weilsttaße) Für alle Fahrzeuge bis 17. Sept. Grävenwiesbach - Usingen • | Lauterbach - Blitzenrod l, I d 1 Lauterbach- Herbstein- Stockheim te 14. September bis auf weiteres Rudlos - Angersbach ober Frifchborn 06667 77 8329id Statt Karten? /die dffeste Spepeziaffalrik, / Jacob T)ies Frankfurt 7m. 13 Tel. ' ~nsa 2420/29 Langestr. S5, Tel. Langestr. 35 t Gießen Klewienen (Ostpreußen) September 1927 8336D Bis 1. Okt, verreist Prof. Brüning gesucht. 83520 06662 gesucht 83270 £>otct Lenz. 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Die Beerdigung findet am Freitag, dem 16 September, nachmittags 2 Uhr statt. Zkllll Paulo Slylllharv Seltersweg 44 I. Junges MkrinWeli | Kaufgesuche | kL D'Schreiblischß auS Privathand zu kaufen gesucht. Schr. Ang. u. 06653 an den Giefi. Anz. Gut erhaltenes IMmti bis 500 ccm, gegen Kasse zu kaufen gesucht Schr. Ang. u. 06686 an den Gieh. Anz. ^Vsrsebiöljenes^ ÄiMeeb 1790. ScheWche Labliau Seelachs Schollen im Ausschnitt sowie Filets, empfiehlt in nur la Qualität Hamburger Fischhandlg. 21. Koch Nachflar. jetzt ^'"e Mäusburg 15. Sreibank. Freitag, den 16. Sevt., von 8 Uhr oornilliagS ab ^'D Jletltoeriflul Auto 1 Telephon Nr. 1730. Morgen abend Freitag, 16. d. Mts. beginnt der neue Photo-Unterricht von 19.15 bi* 20.15 Uhr im eigenen Vortratrsraum. Interessenten willkommen!! k Photoliaos Winlerholl a 9 Kreuz.platz 9. 8349a Mädchen mit langjähr. Zeugnissen, das verfett kochen kann, für sofort od. 1. 10. gesucht. Zmeitmädchen vorhanden Zu ersragen in d. 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Hierdurch wurde Konnersreuth mit einem Schlage aus seiner Lln- So steht es heute. Schon geht das Bild der Stigmatisierten durch die illustrierten Zeitungen, schon fangen die Witzblätter an. Glossen zu mach n und Karrikaturen zu veröffentlichen. Schon prophezeit man, Konnersreuth werde ein neuer Wallfahrtsort, kommendes Pro-cssionsziel; schon erheben sich Stimmen, die zur Besonnenheit und Zurückhaltung, zum Abwarten mahnen. Und es wird wohl noch eine Weile dauern, bis alle Fragen gelöst, alle Möglichkeiten geprüft, alle Erscheinungen gedeutet sind; bis aus den vielen Fragezeichen um Konnersreuth und die Resl ein Hysterie, der wissenschaftlichen Beargwöhnung, keine plumpe Schaustellung und kein aufgelegtes Geschäft ist, sondern einfach ein Wunder; für die ist der schlichte, alltägliche, unwunderliche Rame kein Hinderungsgrund, ihn mit übernatürlichen. unfaßbaren mittelalterlichen Dingen in Verbindung zu bringen.) Um 1430 sagte man „Ieanne" oder „Pucelle"; und aber nach 500 Jahren sagt man „Resl"... und meint damit dasselbe. Wie viele dabei freilich nicht an Scanne denken, sondern an Hille Dobbe oder Cagliostro, wie viele nicht „Wunder" sagen, sondern „Fall" oder „Schwindel" oder „fauler Zauber" — das wissen wir nicht, und es kann und soll auch hier nicht entschieden werden, wer recht hat und wer unrecht. gedrückt, das Krankheitsbild der Therese Reumann hat seit geraumer Zeit außergewöhnliche Erscheinungsformen angenommen, die sich einer rein klinischen oder psychotherapeuthischen Behandlung en'ziehen. Sie hat Visionen. „Schauun- gen", wie es heißt, sie gerät jeden Freitag in Ekstase, erlebt in langen, qualvollen Stunden die Passion Christi mit vielen „Stationen"; sie ist stigmatisiert, ihre Hände tragen Wundmale, sie weint blutige Tränen, sie hört „Stimmen" (wie jene Scanne d'Arc); sie soll sogar bei der Wiedergabe dessen, was sie sah, Worte eines galiläischen oder aramäischen Dialektes gebraucht haben, wie er zur Zeit Christi gesprochen wurde — man hört, daß Fachautoritäten, namhafte Philologen, sich der Untersuchung dieses Sonderphäiwmens angenommen haben, wie denn schon Mediziner, Psychiater und Raturwusenschaftler mit der Deutung oder Erklärung des Falles von Konnersreuth sich zu beschäftigen beginnen. Und man hat in großen Tageszeitungen eine rohe, unbeholfene, aber immerhin nicht unrichttge Skizze von der Hand der Therese Reumann abgebildet gesehen, worin der Schauplatz der Leidensgeschichte mit Serusalem, Oelberg und Golgatha ausgezeichnet war; und der Vergleich mit einer Lagekarte aus den üblichen Atlanten ergab nur unbedeutende Abweichungen im Grundriß der Reum arm. Dies mag unwesentlich sein. Bemerkenswerter ist im Zusammenhang mit alledem etwas anderes: die Therese hat seit vier Sahren, bis Weihnachten 1926, nur von flüssiger Rahrung gelebt; seit dieser Zeit nimmt sie überhaupt keine Speise mehr zu sich; nur ein Stückchen Oblate, einen geringen Teil der Hostie täglich und ein wenig Wasser. Dabei hat sich ihr Gewicht nicht vermindert. Rur an den Freitagen, in der Ekstase, verliert sie etwa zwei Pfund, erreicht aber bald das vorherige Maß wieder; 55 Kilogramm sind es wohl. Die Aerzte schütteln den Kopf, und viele sagen, es sei ein frecher Schwindel, eine gröbliche Täuschung des Publikums, man habe ja vor einiger Zeit, als das „Mode" war, mit den „Hungerkünstlern" die fatalsten Erfahrungen gemacht... Therese Reumann, so wird berichtet, wurde am 9. April 1898 geboren; nach Angaben ihrer Mutter an einem Karfreitag. Als ältestes Äind einfacher Schneidersleute; hat neun Geschwister. Shre Sagend war ganz normal: sie besucht die Schule, kommt mit 14 Sahren in einen „Dienst", ist „brav", arbeitet wie sich's gehört, und ist ein Menschenkind wie andere auch. Rur „so viel krank" ist sie halt immer gewesen. Das begann wohl im Frühjahr 1918, da hat sie einen Brand löschen helfen, hat sich überanstrengt, erkältet... seitdem ist sie krank. Gliederschmerzen, Ohnmacht, Krämpfe, Lähmungserscheinungen. Man behandelt sie auf Hysterie, aber es wird nicht besser, sondern schlimmer. Die Krankheitsgeschichte der Resl ist mitleiderregend. Man hört von Erblindung, von Geschwüren und offenen Wunden, von Blinddarmentzündung und Muskelzerrungen. mindesten merkwürdigen Falles entspricht.. Wunder... Rätsel... Krankheit... Geschäft. Betrug. hth. Dies alles ist freilich weder ein Rätsel noch ein Wunder, sondern nur eine lange Kette trauriger Tatsachen; es werden aber darüber hinaus von der Reumann Dinge berichtet, die eben nicht mehr nur traurig und auch nicht mehr alltäglich genannt werden können; und wenn wir sie nun aufzählen, so ist es aus mehr als einem Grunde selbstverständlich, daß der Leser überall da. wo wir sagen: „ist" oder „hat" oder „wurde", Übersetzen muß: „soll" oder „sagt man“ oder „wird berichtet". Die in Konnersreuth sagen so: „Die Resl leidet am Freitag." Das heißt, deutlicher aus- bc4anntheit, feiner idyllischen Abgeschiedenheit, feiner ungestörten Fichtelgebirgseinsamkeit erlöst; wurde bekannt, berühmt (oder berüchtigt, wem das richtiger klingt), ein Tagesgespräch, Diskussions- thema, Sensationsname. Fremdenverkehr seht ein nach der Oberpfalz, nach Konnersreuth, zur Resl. Hunderte, Tausende kommen hin, zu Fuß, mit der Bahn, im Auto. Ernsthafte und Spötter. Wissenschaftler und Laien, Gläubige und Ungläubige; Touristen und Der- anügungsreisende, Kurgäste aus Karlsbad und Riarienbad; Aerzte und Sournalisten und Photographen; Heilungsuchende, Bittgänger und Hilfeflehende; unzählige von denen, die immer und überall „dabei fein" müssen, wo „was los" ist; Amerikaner, Engländer, Franzosen. Holländer. Oesterreicher, Tschechoslowaken — alle wollen die Sungfrau Therese gesehen haben; aus Reugier, aus Senfattonslüsternhett, um davon erzählen zu können, um darüber die Achseln zucken und die Mundwinkel verziehen zu können, um eine photographische Aufnahme mit heim zu bringen, ein paar hingekritzelte Worte der Resl, um ihre blutigen Hände berührt oder einen flüchtigen Blick in ihr bleiches Gesicht getan zu haben. Ganz flüchttg. denn ihrer sind viele: man steht an, in Schlangenlinie, wenn Besuchszeit ist und die Schaustellung beginnt; man schiebt sich Schritt um Schritt in die mit Heiligmbildern und Blumen geschmückte Stube der Therese Reu- mann hinein. Gendarmen regeln den „Verkehr" ... (Rachdruck; auch mit Quellenangabe, verboten.) Aegypten feiert fein Rationalfest: die große Rilüberschwemmung. Was feit Jahrtausenden der Gipfelpunkt der Begeisterung des Pharaonenvolkes gewesen, das hat auch heute seine Anziehungskraft für die Bewohner der Ufer des heiligen, ewigen Stromes bewahrt. Die Menschen, deren Sprache wir trotz aller Hieroglyphen-Forschung nicht kennen, deren Kultur und Technik uns aber mit ehrfurchtsvollem Staunen erfüllt, sind verschwunden. Selbst der Kopte, der, in den Schreibstuben über Zahlenreihen gebeugt, für seinen moslemitischen Arbeitgeber Rechnungen erledigt, ist kein Rachkomme der Pyramidenerbauer. Die alten Aegypter sind fort, getötet, verlaust oder vom Sande des Ungeheuers Wüste verschlungen, das unheildrvhend auch heute noch — und vielleicht mehr denn je — auf den Augenblick lauert, da der Vater Ril seinen fruchtbaren Schlamm nicht mehr seinen Kindern verschwenderisch austeilen wird. Die Schauspieler auf der ägyptischen Bühne haben gewechselt, aber die Ratur hat auch die Reuankömmlinge in ihren Dann geschlagen, so daß sie, wie vor ungezählten Jahrhunderten das Volk der Ssis. mit unbeschreiblichem Subel das göttliche Wasser danVar bcgrüßen, weil es auch für sie das Leben schlechthin bedeutet. Freilich, auch die Symbole der Dankbarkeit sind andere geworden. Die Braut des Ril, das schönste Mädchen Aegyptens, das der Pharao einst in prächtige Kleider hüllte und versenken ließ in Wasser und Schlamm, ist heute zur Strohpuppe geworden. Und wer weiß, ob nicht der ewige Vater der Flüsse und Ströme ob dieses Betruges zürnt? Die Regulierungsarbeiten der Briten im sudanesischen Süden machen sich bereits bemerkbar. Der Schlamm bleibt in den Kanälen hängen — imd der fette Boden des Pharaonenlandes wird stellenweise schon mit Kunstdünger verbessert. Die Düngereinfuhr aus Indien und Chile ist im Steigen begriffen, und die Menge des fruchtbaren Rilschlammes finft. Dort Said und Alexandria sehen mit Schrecken den unheimlich schnell wachsenden Konkurrenten im Südosten, das auf- blühende Port Sudan, über dem der Union Sack flattert Und gls ob mit dieser brennenden Wunde dcB Volk nicht schon genug gestraft wäre, drückt noch eine neue Sorge auf das Land. D i e Baumwollbaisse. Der Fellache weiß buchstäblich nicht mehr ein noch aus. Das Rezept des Hebräers der Vorzeit, das die Regierung jetzt anwandte, hat sich diesmal nicht bewährt. Die Daumwollvorräte, die in den „fetten Sahren" — es waren diesmal nicht 7, sondern 6 — von 1920 bis 1926 aufkaufte, hängen wie ein Damvkles- Schwert über dem Land. Der Sowjetkommis f a r, der alles aufkaufen wollte, ist wieder mit seinem Gold nach Moskau gefahren, und so wird man doch einmal verkaufen müssen. Und diese Möglichkeit drückt die Preise und beugt das sorgenvolle Haupt des Farmers noch tiefer. folg« der franwstschen Schwierigkeiten Rumänien jetzt mit Deutschland allein abschloß. Wenn die finanzielle Verlockung fehlschlug,- so bebaute man um so eifriger einen anderen Licker. Mit französischem Geld« wurden in Patts und Bukarest „franko-rumä- nische Gesellschaften" gegründet, um eine Annäherung der beiden Nationen vorzubereiten; bekannte Vertreter der Presse wie Tardieu, Tagespolitiker wie Deschanel, Gelehtte und ehemalige Offiziere gingen nach Rumänien (Anfang 1914), um Vorträge über die französische Geschichte, Literatur, die Armee und dergleichen zu halten. In den überschwänglichsten Worten wurden die Leistungen Frankreichs auf allen Gebieten gepriesen, wobei es an Seitenhieben gegen die Mittelmächte nicht fehlte. Oesterreich, hieß es z. B., sei der natürliche Gegner Rumäniens, habe es sich doch schon der Uebernahme der Regierung durch König Karl im Jahre 1866 widersetzt. Und Deutschland habe Rußland auf dem Berliner Kongreß gezwungen, Bessarabien zu annektieren, um An Sensationen hat es uns bisher in den Lagen der Ozeanftüge wahrhaftig nicht gefehlt, und Betrug, Vorspiegelung, Uebervorteilung, grobe und plumpe Spekulation sind uns auch nichts Reues unter der Sonne. Aber... ein Wunder? Davon hat man in unserer nüchternen, zahlengerechten, formelbereiten, aufgeklärten und fortschrittlichen Welt seit langem nichts gehört. Wunder: das ist cm Wort aus verschollenen Legenden, ein mittelalterliches Wort, das klingt wie »Heilige Cäcilie" oder „Sungfrau von Orleans“. Heute haben wir eine „Sungfrau von Konnersreuth"; ihr Rame ist Therese Reumann. ('Sie Leute dort unten sagen in der Sprache ihres Landes ganz einfach: „Resl"; so sagen sie halt, und für die, denen dieses Mädchen kettre Sensatton, kein Rätsel, kein Fall der Auch mit dem Tabak hat man seinen Kummer. Die Produktion selbst ist ja gering und spielt im übrigen auch keine so große Rolle. Aber die Einfuhr für die Veredelungs Industrie geht zurück. Ein bedenkliches Zeichen! Zwar sind Die Bakterien, die dem importierten Tabak jenes wundervolle Aroma verleihen, das die „ägyptische Zigarette" weltberühmt gemacht hat, dieselben geblieben. Aber man kehrt sich offenbar draußen in der Welt nicht mehr so an die Originalität. Begnügt sich damit, ein eittsprechen- des Etikett mit der Phantasiegestalt eines rauchenden Fellachen aufzukleben, und das unwissende Raucherpublilum ist zufrieden. Die Regierung hat ihr Konsuln im Auslande angewiesen. im Snteresse der ägyptischen Volkswirtschaft diesen Mißbrauch zu bekämpfen — vergeblich. Die Fremdensaison hat noch nicht begannen. Die komfortablen Salondampfer, die nach Assuan fahren, sind leer. Aber schon laufen in Kairo und Port Said die telegraphischen Bestellungen für Kabinen ein. Und bald werden sie kommen mit Baedeker. Kamera und Fernrohr. Run, man wird das Museum bewundern, die Gräberstadt und das Gizeh-Tal. Aber die Sorgen dieses Volkes wird man nicht beachten und würde tze übrigens auch nicht verstehen. Die Sorgen dieses Volkes, dessen höchstes und heiligstes Fest durch eine nationale Trauerbotschaft zerstört worden ist. Der Subel, der sonst um diese Zeit hier herrschte, findet keinen richtigen Boden, kein Echo. Wohl bekam der Ril auch diesmal sein Ströhvpfer, aber über der Pseudo- braut schwebte der Schatten des toten Fellachen, um dessen Palast die Vertreter der ägyptischen Sugend Rächte hindurch die Ehrenwache hielten. Die Trauer um Zaghlul Pascha übertönte den Festjubel. Diese Trauer ist unermeßlich wie der Verlust dieses klugen, geschickten, diplvmattschen Vorkämpfers siir die ägyptische Freiheit. Die Waft-Partei hat ihren Führer verloren. Diese Partei, die, wie ihr Rame schon sagt (Waft = Delegation) gar keine Partei war, sondern nur eine Vereinigung von Elementen, die die nationalen Ziele durch geschickt» Diplomatte erreichen wollten. Diese stärkste Vereinigung im Lande wird sich auflosen und ihre Mitglieder werden zu den Radikalen übergehen. Die englandsreunduchen „Liberalen" und die königliche „Union" werden dem überuqellenden Rationalismus kein Gegengewicht leisten können, und so dürfte London bald wieder Grund „zum Einschreiten" haben. Und England ist noch niemals umsonst eingeschritten... Man hat dem Ril seine Braut aus Fleisch und Blut genommen. Richt jetzt erst natürlich, aber die Rache des heiligen Stromes braucht eben ihre Zeit, so wie Gottes Mühlen langsam mahlen. Vielleicht ist dies, wie manche munkeln, der Grund für das Unglück, das dieses Land bestürmt. Vielleicht, wer kann es wissen? Sn den silbernen Mondscheinnächten von Gizeh lächelt die Sphinx... Nilbraut. Von unserem O.-Derichterstatter. Konnersreuth. Konnersreuth ist ein bahetrischer Marktflecken im Fichtelgebirge unweit der tschechoslowakischen Grenze (Regierungsbezirk Oberpfalz, Bezirksamt Tirschenreuth), hat kaum 1000 Einwohner und war vor kurzem so gut wie unbekannt. Auf einmal ist der Rame dieses Ortes In aller Munde, und in dem, was man davon sprechen hört oder geschrieben liest, lauten die wichtigsten und immer wiederkehrenden Worte: Wunder... Rätsel... Sensation ... Schwindel. Und in Verbindung damit: die ausschlaggebenden Satzzeichen, geschrieben oder gesprochen, sind entweder Ausrufestriche oder Fragezeichen; diese überwiegen durchaus, meist schon in der Ueber- schrift oder der Anrede: „Was sagen Sie dazu?" — „Was halten Sie davon?" Weil aber der Rame des idhUischen Ortes immer wieder auftaucht, weil Berichte. Gespräche, Anklagen, Debatten, Streit der Geister für und wider nicht verstummen, sondern eher zuzunehmen und anzuschwellen scheinen, ist es vielleicht geboten, auch an dieser Stelle einmal den geheimnisvollen Ramen auszusprechen. Obwohl, und hieraus muß eine besondere Betonung gelegt werden, ein großes Fragezeichen in Verladung mit dem Ramen noch immer die den bisherigen Ergebnissen am ehesten entsprechende Signatur ist; wenn von Ergebnissen überhaupt die Rede sein kann. warf, den ältefien Sohn des rumänischen Thronfolgers mit einer Zarentochter zu vermählen, um Den deutschen dynastischen Einfluß in Bukarest durch den russischen zu ersetzen (Herbst 1913). In dieser Zeit fand auch der Bundesgenosse Rußlands wieder Gelegenheit zur Propaganda. Als Rumänien eine Anleihe auf dem Pariser und Berliner Markt unterzubringen suchte, verlangte die französische Regierung, daß Deutschland von der Beteiligung ausgeschlossen werde, und daß Rumänien weitgehende Konzessionen für die französische Industtie mache. „Es handelte sich", schtteb der deutsche Gesandte in Bukarest, „von französischer Seite um einen regelrecht vorbereiteten Schlag, der gegen unseren politischen und wirtschaftlichen Einfluß in Rumänien geführt werden sollte." Allerdings waren die Anstrengungen umsonst. Die französische Regierung hatte geglaubt, der deutsche Geldmarkt werde nicht imstande sein, die Anleihe unterzubringen, wenn sich Frankreich fernhielt; sie mußte erfahren, daß in- es mit Rumänien zu verfeinden. Allerdings habe sich Rumänien später auf Oesterreich stützen müssen, weil es sich durch den Panslawismus bedroht fühlte, aber diese Zeit sei jetzt vorbei, denn Rußland vertrete feine panslawistischen Ziel« mehr. Oesterreich sei dagegen seiner rumänenfeindlichen Haltung treugeblieben, wie die Behandlung der siebenbürgischen Rumänen und seine Rolle in der bulgarischen Frage beweise. Der Dreibund endlich könne Rumänien nichts mehr bieten, da Italien fith bereits tatsächlich von ihm losgelöst habe und Oesterreich bei seinem inneren Zerfall einen Machtfaktor nicht mehr darstelle. Rumänien gehöre daher an die Seite Rußlands und Frankreichs: nur mit ihrer Hilfe könne das nationale Ziel, Errichtung eines großen rumänischen Reiches durch Erwerbung Siebenbürgens, erreicht werden. Durch die Presse geschickt vorbereitet, sanden solche Vorträge viele Hörer, und der russische Gesandte Po- klewski, dem in der Diplomatenwelt cme besondere Geschicklichkeit für solche Agitationen zugeschrieben wurde, vereinte selbstverständlich seine Anstrengungen mit denen der Franzosen. Mit ©enugtuung berichtete er, daß in der rumänischen „öffentlichen Meinung ein bedeutender, ja vielleicht ein entscheidender Umschwung zugunsten Rußlands eingetreten sei". Die Sprache der rumänischen Presse wurde in- folgedessen immer schärfer gegen Oesterreich, und an Straßenkundgebungen fehlte es abermals nicht. Die Regierung, voran der König, sahen diese Vorgänge mit schwerer Besorgnis. Der König, der entschlossen war, am Dreibund festzuhalten, erkannte doch, Daß er bei der augenblicklichen Stimmung seines Landes nicht imstande jein werde, im Kriegsfälle feinen Bundesgenossen veizustehen. Er empfahl daher dringend, einen Ausgleich zwischen Magyaren und ungarischen Rumänen zu suchen; dann werde, meinte er, der Dreibund wieder populär werden. Bon Berlin wurden solche Ratschläge in Wien lebendig unterstützt, und dort fanden sie namentlich beim Herzog Franz Ferdinand Beachtung. Indessen, ehe Durchgreifendes auf diesem schwierigen Gebiete der inneren österreichisch-ungarischen Politik geschehen konnte, setzten die serbischen Mörder seiner Tätigkeit ein Ziel. In Rußland wußte man ganz genau, daß der kluge und loyale König Karl sich zu einem Bruch mit Oesterreich nicht verleiten lassen werde, infolgedessen stellte man ihm gegenüber die russische Politik als möglichst harmlos yin, um ihm das Zusammengehen mit Rußland zu erleichtern. Weder gegen Oesterreich noch gegen die Pforte hege man Angriffsabsichten, versicherte Sasonow auf einer Zusammenkunft in Eonstanza (Juni 1914): man wünsche nur die Offenhaltung der Meerengen für den Handel, eine politische Beherrschung liege der russischen Regierung fern. Wie es mit der Wahrheit dieser Behauptungen bestellt ist, wissen wir jetzt zur Genüge: eine geheime Beratung des russischen Ministeriums aus dem Januar 1914 hatte mit Genehmigung des Zaren als Ziel der russischen Politik, die Meerengen unter russische Herrschaft zu bringen, hingestellt und zugleich ausgesprochen, daß diese Lösung nur durch einen europäischen Krieg erreicht werden könne. Und was die Politik gegen Oesterreich angeht, so braucht man nur auf die Gespräche Sasonows und des Zaren mit Pasitsch, dem serbischen Minister aus derselben Zeit, zu erinnern, in denen ein neuer Balkanbund mit dem ausgesprochenen Ziele der Zertrümmerung Oesterreichs verabredet wurde. In einigen Jahren hoffte man zum Werke schreiten zu können. Es waren also durchaus offensive Ziele, von denen die russisch-französische Agitation in Rumänien geleitet wurde. Die Dinge tn Rumänien logen mithin behn Ausbruch des Krieges so, daß ein beträchtlicher Teil des Volkes für die Entente gewonnen war, die Regie- rung baaegen, noch voll Mißtrauen gegen Rußland, einen offenen Bundesbnich ablehnte, ohne aber ihren Pflichten gegen die Mittelmächte nachkommen zu können. Ein rascher Erfolg über Rußland hätte Rumänien für die Mittelmächte retten können: Rußlands Ansehen wäre gesunken, und die rumänische Begehrlichkeit hätte sich von Siebenbürgen auf Bessarabien gewendet. Da der Erfolg ausblieb, Oesterreich vielmehr zuerst Niederlagen erlitt, gewann die österreichfeindliche Richtung im Kriege täglich an Boden, bis man schließlich nach zwei Jahren, nach einer neuen Schlappe Oesterreichs, offen Partei zu nehmen wagte. Vorbereitung Des Weltkriegs durch Rußland undZrankr ich in Rumänien Don Dr. Gustav R o l o f f, o. Professor der Geschichte an der Universität Gießen. Wenn die russisch-serbische Propaganda unter den Südslawen das Gefüge des österreichisch-ungarischen Staates im Frieden zu zermürben suchte, um oen Dreibund für die von Rußland längst geplante kriegerische Auseinandersetzung zu schwächen, so war das nicht das einzige Operationsfeld der Feinde der Mittelmächte: es wurde zugleich planmäßig daran gearbeitet, Rumänien von ihnen zu trennen und es für die russische Ofsensivpolitik zu gewinnen. Die Vorgänge in den Balkanwirren 1912/13 erleichterten das Vorhaben. Deutschland hatte in dieser Krisis, wie frül)er einmal bargelegt, bas verdünbete Rumänien begünstigt, Oesterreich dagegen mehr zu Bulgarien gehalten, um an ihm ein Gegengewicht gegen bas erheblich vergrößerte Serbien zu erlangen unb mit seiner Hilfe die friedensfeindliche panslawistische Politik Ruß- kmbs einzudämmen. Bulgarien bot aber nach der Anschauung der deutschen Regierung fein« sichere Stütze für eine solche Politik, da weder der König noch das Pattament Vertrauen verdienten. Wenn Rügland zehn Deputierte kaufe, sagte der Staatssekretär Iagow, werde die Regierung gestürzt, und der Botschafter in Rom meinte, Rußland besitze in Bulgarien zur Bearbeitung der Regierung und der öffentlichen Meinung „solche Gewaltmittel der Verschwörung, des Mordes, der Bestechung und andere, daß es für ein« andere Macht unmöglich [ein würde, damit zu konkurrieren". Man solle sich also das zuverlässige Rumänien nicht durch Begünstigung feines unsicheren Nachbars verscherzen. Die Wiener Regierung verschloß sich dieser Anschauung nicht völlig. Auch sie wollte Rumäniens Bundesgenossenschaft behaupten, aber zugleich die Bulgariens gewinnen, sie suchte daher nach Mitteln, die Gegensätze zwischen Bulgarien und Rumänien — Rumänien hatte sich auf Kosten Bulgariens vergrößert — auszugleichen, konnte aber Erfolge nicht erzielen, führte vielmehr jtur eine Abkühlung in den Beziehungen zu Rumänien herbei. Die Späheraugen der Entente entdeckten diese Lücke in der Rüstung der Mittelmächte sogleich und bemühten sich nach Kräften, sie zu erweitern. Kaum waren die ersten Anzeichen der beginnenden Spannung erkennbar, da bot Potncars der rumänischen Regierung Unterstützung in ihren Vergrößerungs- wünfchen an, falls Rumänien im Kriegsfälle feine Bundesgenossen verlasse (Ans. 1913). Zugleich setzte eine lebendige russische Propaganda in Rumänien ein. Durch die Presse und mündliche Agitatoren wurden unter Anleitung der russischen Gesandtschaft namentlich die unteren Bevölkerungsschichten bearbeitet, um sie gegen Oesterreich einzunehmen, wobei ebenso die rumänifch-bulgarische Frage wie das gespannte Verhältnis zwischen den Magyaren und den Rumänen in Ungarn vortrefflichen Agitationsstoff gewährten. Bald griff man zu stärkerem Geschütz. Als während der Verhandlungen über die Wiederherstellung des Dalkanfriedens in Petersburg eine Konferenz der Großmächte den Gegensatz zwischen Rumänien und Bulgarien zu schlichten vernicht war, wollten die Vertreter des Dreibundes Rumänien SHiftria und eine Ausdehnung feines Gebietes am Schwarzen Meere verschaffen, während der Dreiverband Widerstand leistete und schließlich auch die Beschränkung Des rumänischen Anteils an der Küste durchsetzte (April 1913). Das Ergebnis der Konferenz sollte einstweilen geheimgehalten werden: ttotzdem teilte Sasonow, der russische Minister des Auswärtigen, sogleich insgeheim oen Konferenzbeschluß nach Bukarest mtt unb benutzte bie Gelegenheit, bie österreichische Politik zu verleumden: auf ihren Widerstand sei das unbefriedigende Ergebnis der Konferenz zurückzusühren, wahrend Rußland alles tue, um die rumänische Freundschaft zu verdienen. Die russische Saat ging in der Tat auf: Demonstrationen fanden in Bukarest gegen Oesterreich' statt, bie zu Vorstellungen der Wiener Regierung Anlaß gaben (Juli 1913). Mit großer Freude verzeichnete man in Petersburg diese Anzeichen des Zwistes zwischen den Bundesgenossen; es sei Sasonows Meisterstück, schrieb Iswolski, der Botschafter in Paris, daß er Rumänien von Oesterreich getrennt habe. Er selbst habe als Minister (bis 1910) immer davon geträumt, ohne es erreichen zu können. So eng glaubte man scyon die Beziehungen, daß Sasonow den Plan ent- baten 8339 Id 1 starke (hisse Rehmen festge- mg auf in Um- ertobung tnll iifl Aölzing i!ch anjujeigtn Gll'gllll ; verreist ä A. V । abend 16- et- ter als Dr. Keller, daß er von der Deutschen Volkspartei die.unbedingte Ablehnung des Entwurfes forderte. Wenn die Deutsche Volkspartei ihre Zustimmung verweigere, sei der Entwurf erledigt, er werde bann glatt in der Versenkung verschwinden. Redner forderte, einen nachdrücklichen Protest gegen diesen Entwurf nach Berlin zu schicken. Studienrat Dr. König wünschte die baldmöglichste Schaffung eines wirklich vorbildlichen Reichsschulgesetzes, schon im Hinblick auf die Deutschen in Oesterreich und im Burgenland, für die ein solches Gesetz bei der Anschlußfrage von Wichtigkeit sei. Lehrer Kling als Vorsitzender des Deutschnationalen Volkspartei in Gießen stimmte der Stellungnahme des Referenten zu und gab der Hoffnung Ausdruck, daß auch die Deutfchnationale Reichstagsfraktion dem Entwurf in dieser Gestalt ihre Zustimmung versagen werde. Rektor Loos sprach sich, wie sein Parteifreund Schulrat Fischer, nachdrücklich für die Ablehnung Wo aber liegt der Gipfel? Sind wir schon soweit, dann kann es auch nicht lange dauern, bis der Mensch im Flugzeug ausgeschaltet wird und die Wellen die Maschine von sich aus zu lenken vermögen. Lind wenn wir diese Wellen endlich gefunden haben, warum sollen wir nicht auch noch andere Zwischenreiche entdecken, geheimnisvolle Dinge, von denen wir jetzt nichts ahnen, die auch zu den Objekten gehören, von denen sich unsere Schulweisheit nichts träumen läßt? Jemand, der es wissen mühte, hat mir gesagt, alle diese Wellen seien nur tausendstel Bruchteile eines Amperes stark. Run, ein Ampere ist nicht gerade viel, und einen so winzigen Teil dieser Kleinigkeit kann sich der Laie nicht vorstcllen. Wie nun, wenn eines Tages einer das feine Mikrophon finjet, das Gedankenwellen ausnimmt^ und den Uec ertraget, der diese Wellen deutlich macht? Aber hier weigere ich mich, weiter zu denken. A. Polarbesiedlung. Der englische Geograph Dr. R udm v se - Drown ist in einem Vortrag, den er auf dem englischen Wifsenschaftskongreh zu Leeds hielt, nachdrücklich für die bereits von dem Polarforscher S t e f a n s s o n vertretene Anschauung eingetreten, das Polargebiet zu besiedeln. Rach feiner Anschauung bietet das Gebiet des Rordpols eine gewaltige Flache von etwa acht Millionen Quadratkilometern, jedenfalls bedeutend größer als die Vereinigten Staaten, in der Menschen ein reichliches und behagliches Auskommen finden können. Er hat selbst beide Polarkreise erforscht und hebt die Raturreichtümer der Arktis gegenüber dem Südpolarkreis hervor, der eine furchtbare Wüste darstellt. Die Lebensbedingungen im hohen Rorden sind in neuester Zeit bedeutend verbessert toor- den. Der Skorbut, der früher für die Polarforscher so verhängnisvoll war, kann jetzt vermieden werden: Kleidung und Rahrung, alle Rotwendigkeiten und Erleichterungen des Lebens kann man sich auch hier sichern. Der Transport des Entwurfs und für einen Protest nach Berlin aus, ferner begrüßte er die Erklärung des deutsch- nationalen Gießener Sprechers. Der Referent. Oberstudiendirektor Dr. Keller, hob in seinen Schlußworten noch einmal hervor, daß der Schul- gesetzentwurf in seiner gegenwärtigen Gestalt ihm ebensowenig befriedige wie die Herren von bcr demokratischen Partei, und daß er glaube, der Entwurf werde nicht die Zustimmung der Deutschen Dolkspartei-Frattion im Reichstag finden. Er sei aber nach wie vor nicht für die Ablehnung kurzer Hand, sondern für den Weg der Verhandlungen, den ja auch die Weimarer Koalition seinerzeit gegangen sei, um ein brauchbares und annehmbares Gesetz zu schaffen. Hierauf schloß der Vorsitzende, Prof. Dr. Krausmüller, mit Dankesworten an den Redner und die Versammlung die bedeutsame Kundgebung.. Oderhessen. Landkreis Gießen. £ Wieseck, 14. Sept. Der Verlauf der diesjährigen Reichsjugendwettkämpfe an der hiesigen Volksschule brachte zunächst die erfreuliche Tatsache, daß der Wert der sportlichen Betätigung auch von der Schuljugend mehr und mehr erkannt wird. Dies toirb illustriert durch die im Vergleich zur Gröhe unseres Dorfes beachtliche Teilnehmerzahl von 106, während im vergangenen Jahre 85 Schüler und Schülerinnen an den Wettkämpfen teilnahmen. Roch mehr als durch die Teilnehmerzahl tritt das Interesse der Jugend aber durch das erreichte Ergebnis hervor, denn von den 106 Teilnehmern an den diesjährigen Wettkämpfen erreichten 91 die erforderliche Punktzahl zur Verleihung einer Llrkunde. Rach dem Darrenturnen der Schüler «ruf dem Schulhofe ging es in geschlossenem Zuge nach dem schön gelegenen Sportplatz, wo sich unter der Leitung der Lehrer die einzelnen Wettkämpfe glatt abwickelten. Die Schüler der Oberstufe, 7. und 8. Schuljahr, führten einen Fünfkampf durch (außer der Barrenübung m>ch Weitsprung, Dreisprung, 100-Dieter-Lauf, Dallweit- wurf), die Llnterstufe, 5. unb 6. Schuljahr, und die in gleicher Weise gestaffelten beiden Schülerinnen- stufen maßen in einem Dreikampf, Weitsprung. Ballweitwurf und 75-Meter-Lcruf, ihre Kräfte. Die hierbei erzielten Leistungen sind durchweg als sehr gute zu bezeichnen und lassen in den Spitzenleistungen di« gute Trainingsarbeit der beiden hiesigen Turnvereine erkennen. Folgende 9 Teilnehmer erhalten die Ehremnckunde des Reichspräsidenten: Schüler (Oberstufe): 1. Otto Weller, 146 Punkte, 2. Otto Deibel, 116 Punkte, 3. Adolf Ql bei, 113 Punkte, 4. Otto Balser, 108 Punkte: Schülerinnen (Oberstufe): 1. Elli Pausch, 70 Punkte, 2. Hildegard Bremer, 67 Punkte: Schüler (Llnterstufe): 1. Walter Kreiling, 68 Punkte. 2. Otto Leib, 61 Punkte: Schülerinnen (Llnterstufe): Äina Schöffmann, 68 Puickte. Die Llrkunde des Reichsausschusses für Leibesübungen erhalten 82 Schüler und Schülerinnen, von deren Veröffentlichung mit Rücksicht auf die geringe Anzahl der verbliebenen Richtpreisträger Okbstand genommen wird. ~ Trohe, 14. Sept. LandwirtschaftSvat Trautmann, Direktor des LcrndwirtschastS- amtes Grünberg, hielt am Sonntag einen interessanten Vortrag über Jungviehauf- z u ch t“. Der Redner erörterte in afigemeinDer» stündlicher Weise vor zahlreich erschienenen Landwirten die richtige und die falsche Aufzucht der Jungtiere. Die Olussprache war sehr anregend und zeigte, welche- 3ntereffe man dem Vortragsthema geschenkt hatte. Reicher Beifall belohnte die lehrreichen Ausführungen deS Vortragenden. V" Mainzlar, 14. Sept. Die Kartoffel- ernte ist jetzt hier in vollem Gange. Der Ertrag ist als recht zufriedenstellend zu bezeichnen. Besonders gute Erttäge liefern Industrie, Preußen und Odenwälder Blaue. Die Kartosfelfäulnis tritt hier ganz wenig auf, da der Boden zum Teil etwas sandig ist. Von den Landwirten sind bis jetzt noch keine Verkäufe abgeschlossen worden, infolgedessen läßt sich über die Preisbildung auch noch nichts Bestimmtes sagen. z. A11 e n d o r f (Lumda), 14. Sept. Der hiesige Kleinkaliber-Schützenverein beendete jetzt sein diesjähriges PreiS- schießen. Geschossen wurde auf lOer-Ring- scheibe. Die Schuhleistungen waren durchweg gut. Die vier ersten Preise, alle mit 29 Ringen, wurden durch Stechen wie folgt entschieden: nach der Polarzone geht sehr viel leichter und sicherer vor sich; Luftschiff und Flugzeug eröffnen die Aussicht auf rasche Hilfe in notwendigen Fällen. Erfindungen, wie das Grammophon oder das Radio, können eintönige Stunden verkürzen, und der Rundfunk ermöglicht eine beständige Beziehung zu der übrigen Welt. So hat das Leben auch in sehr hohen Breiten jene Mühen und Entbehrungen verloren, die wir auf Grund der Berichte früherer Polarreisender noch immer damit verbinden. Aber Besiedlung verlangt einen dauernden gewinnbringenden Aufenthalt, nicht die Anlegung für wissenschaftliche Beobachtung und Forschung, wie es die meteorologischen Stationen sind, für die ein deutsches Komitee jetzt internationale Llntcrstühung sucht. Dr. Rudmose- Brown entwirft ein anziehendes Bild von der Anmut der geschützten Polartäler, die im Sommer mit Blütenpracht geschmückt und im Winter reich an Moosen und Flechten sind. Er legt weniger Wert auf die M.neralschätze der Arktis, wenngleich auch darin Grönland, Spitzbergen und das nördliche Kanada bedeutende Aussichten bieten. Sekne Hoffnungen beruhen auf der Zucht des Moschusochsen und des Renntiers. Diese Tiere leben in dem arktischen Kanada, in Spitzbergen, auf der Südinsel von Rowaja Demlja und in weiten Gebieten der Hauptländer von Alaska, Kanada und Sibirien. In den ausge- dehnten Tundren ist eine Lleppigkeit des Wachstums, die .alle Erwartungen übertrifft", und das sind die natürlichen Weideplätze des Karibu oder amerikanischen Renntiers, des Renntters der Alten Welt und des Moschusochsen. Diese Geschöpfe der Arktik können die Ibinterfälte ertragen und haben keinen Feind außer dem Wolf und dem Menschen. Der Mensch sollte nun nicht der Gegner, sondern der Hüter und Züchter dieser Tiere fein, die ihn mit einem unbeschränkten Vorrat von Fleisch und Fellen und vielleicht auch von Wolle versorgen würden. Da Rudmose- Brown die Tropen für ungeeignet für Besiedlung durch Weiße hält, so bleiben nach seiner Meinung nur die Polarzonen übrig, um der Menschheit große, neue und glückliche Siedlungsgebiete zu erschließen. I. ©leger ®rnft Wüst, 2. 3a$ot> Heil» 8. Oui>» big Schwarz. 4. Karl Müller. L Wirb er g, 14. Sept. Eine 50er- Feier beftmtem Art wollen dir 50er uns eres Kirchspiels am nächsten Sonntag begehen. Es findet ein Festgottesdienst in der Mutterkirche auf fern Wirb erg statt, in dem der Pfarrer, der vor 36 Jahren die Konfirmation vornahm, die Festpredigt hält. Es ist dies der noch im Dienste befindliche Pfarrer Ahl- heim aus Münster bei Lich. Die Feier wird durch Solo- und Duettgesänge zweier «Sängerinnen verschönt werden. Eine schlichte Aach- feier mit den Familien findet in Reinhards- Hain bei einem Alterskollegen statt. 3 Grünberg, 14. Sept. Die Bautätigkeit ist in diesem Jahre in unserer Stadt sehr rege. Es wurden bisher allein zehn Einfamilienhäuser erbaut. Diese sind bereits bezogen, so dah acht Altwohnungen fori wurden für Wohnungsuchend«. Zwei Geschäftshäuser und weiter vier Wohnhäuser find im Bau. Der Bau des neuen Finanzamts- gebäudes in der Theo Kochstraße macht recht gute Fortschritte. Das Erdgeschoß ist soweit errichtet. Man hofft noch in diesem Jahre mit dem Rohbau fertig zu werden. Reben dem Fi- nanzamtsgebäuöe wird außerdem noch ein Beamt e n m i e t h a u s errichtet. Für nächstes Frühjahr sind weitere Wohnbauten in Aussicht genommen, so dah die hier noch herrschende Wohnungsnot eine merkliche Linderung erfahren wird. Der innere Ausbau des Airbaues an die alte Oberrealschule macht weiterhin gute Fortschritte. Kreis Friedbcrs WSR. Friedberg, 14. Sept. 3m benachbarten Roctenbe r g ist in einem Garten der Frühling wieder eingekehrt. Dort kann man unter blühenden Erdbeeren März- veilchen bewundern, die in diesem Jahre schon zum dritten Male reiche Blüten tragen. Auch ein Apfelbaum, der reich mit Früchten beladen ist, tragt einige Blütenbüschel. WSR. Buybach, 14. Sept. Wie wir dieser Tage mitteilten, wurde bei den Wiederherstellungsarbeiten des hiesigen Rathauses eine Erinnerungsurkunde an die Renovation des Rat Hauses im Jahre 1887 gefunden. Sie enthält zum Schluß die Bemerkung, daß die am Dau beschäftigten Geschäftsleute usw. einen beim Mathildenstist verzinslich angelegten Fonds gründeten, der im Jahre 2087 zur Erneuerung des Rathauses dienen soll. Bon den 70 Personen trug jede den Betrag von 20 Pfennigen bei, so dah insgesamt 14 Mark zusammenkamen. Dieser Betrag würde im Jahre 2087 mit Zins und Zinseszins auf über 50 000 Mark angewachsen fein. Krieg und Inflation entwerteten jedoch das Guthaben fast völlig, so dah cs sich nach der Aufwertung nur noch auf 4,85 Mark beläuft. In entgegenkommender Weise erklärten sich nun die hiesige Bezirkssparkasse Mathildenstift sowie die hiesigen Bankinstitute bereit, den Betrag aufzufrischen und zeichneten zu diesem Zweck den Betrag von 125 Mark, der nunmehr wieder beim Mathildenstift mit der alten Bestimmung angelegt wird: eine entsprechende Urkunde soll der alten beigefügt werden: Don den Spendern im Jahre 1887 leben heute nur noch zwei, Ehrenbürger Medizinalrat Dr. Bogt und Mehgermeister Groh. Krcis Büdingen. rl. Büdingen, 14. «Sept. Das Lehr- k i n o des Kreises befindet sich zur Zeit auf feiner siebenten Dorführungsreise durch den Kreis. Diesmal bringt es ausnahmsweise einmal vielerlei: Raturgeschichtliche Filme (Seidenraupe, insektenfressende Pflanzen, Blut und Blutuntersuchungen), einen technischen (Eisengewinnung), einen erdkundlichen (Bilder aus dem Reckartal), Sportbilder (Weitsprung, mit Zeitlupe aufgenommen), zur Erheiterung Affen-- aufnahmen und „Max und Moritz": außerdem werden noch Leistungen von Polizeihunden im Filme gezeigt. An verschiedenen Orlen finden auch Äbendvorführungen für Erwachsene statt. rl. B l e i ch e n b a ch, 14. Sept. Die hier aus- getrage'en Reichsjugendwettkämpfe waren durch schlechtes Wetter sehr ungünstig beeinflußt. Don 29 Teilnehmern beider Stufen konnten nur drei die vorgeschriebene Punktzahl erreichen: Wilhelm E m r i ch, Leonda Reidelbach, Emma Kraft, alle von der Unterstufe. # Echzell, 14. Sept. Der hier abgehaltene Schweinemarkt hatte einen Auftrieb von 104 Ferkeln und Springern zu verzeichnen. Die Preise waren anziehend, da die steigenden Preise für Fettschweine von 60 aus jetzt 75 Pf und die Aussicht auf eine vorzügliche Kartoffelernte zum Kaufe anregten. Bei flottem Handel wurde der Markt restlos geräumt Es kosteten 6 bis 7 Wochen alte Jungtiere 10 bis 12 RL, 7 bis 8 Wochen alte Ferkel 13 bis 15 Mk. pro Kopf, 9 Wochen alte 16 bis 20 Mk. Große Rachfrage herrschte besonders nach stärkeren Ginlegschweinen, die zur ersten Schlacht gesucht waren und je nach Stärke und Alter mit B bis 60 Mk. bezahlt wurde,r. # Llnter-Widdersheim, 14. Sept. Mit den Feldarbeiten ist man hier noch weit im Rückstand. Es hat dies seinen Grund vor allem im Mangel an landwirtschaftlichen Arbeitskräften. Die Hochkonjunktur in der Basaltindustrie und die Bauarbeiten auf der ehemaligen Grube „Friedrich" haben sämtliche Hilfskräfte, ja sogar Klein- landwirte, ausgesogen. Selbst Knechte verlassen ihre Herrschaft und gehen zur Industrie über. Hier ist die Fruchternte noch nicht ganz geborgen. Reben einigen noch abzuerntenden Haferäckern stehl noch Verhältnis mäßig viel Hafer auf Haufen im Feld, der natürlich durch Auswachsen und Körnerausfall gelitten hat. Die Grummeternte ist nur teilwese beendet. Der gute Wiesengrund im Hvrlosftal hat vorzügliches Futter geliefert. Die in diesen Tagen abgehaltene Grummetgrasversteigerung in den Gemeindewiesen erbrachte sehr mäßige Preise. Es kam das Stück (1500 Quadratmeter) trotz besten Grasstandes nur auf 2 bis 7 Mk., vereinzelt wurde der Zuschlag sogar für 20 bis 50 Pfennig erteilt Die Frühkar t of f eiern t e ist hier sehr gut ausgefallen. Für Fallobst, das eben auf Bahnhof Ober-Widdersheim zur Verladung kommt, wird 4 Mk. für das Malter bezahlt. # Geiß-Ridda, 14. Sept. Es wird hier als ein großes Unrecht empfunden, daß der von der Reichsoahnverwaltung ab 2. Oktober neu eingelegte Personenzug aus Richtung Friedberg auf unsrer Station nicht halten sott. Da die Gemeinde beim Bahnbau seinerzeit große Opfer brachte, ist beabsichtigt, bei der maßgebenden Behörde vorstettig zu werden, damit noch nachträglich ein Aufenthalt des Zuges auf unsrer «Station vorgesehen wird. Durch die Stillegung des Braunkohlenbergwerks am Bahnhof hat sich der Arbeiterverkehr mehr nach RiR)a verlegt. Die in den letzten Kriegsjahren errichtete Beförderungsbrücke ist abgerissen und die Aufenthaltsbuden für Arbeiter sind verkauft worden. Auch sämtliche Maschinen wurden abmontiert und veräußert. Kreis Schotten. • Schotten, 14. Sept. Im Singsaal der neuen Turnhalle fand für Herrn Charles Weih, den Präsidenten des Schottener Männerchors in Reuyork, ein schön verlaufener Abschiedsabend statt, an dem der hiesige Männerchor einen wesenttichen Anteil hatte. Der Dorsitzende, Karl Zeschkh, überreichte dem Scheidenden ein für den Reuyorker Bruderverein bestimmtes Lied, wofür Herr Weitz herzlich dankte. Letzterer gab weiterhin dem Wunsche Ausdruck, dah sich der Schottener Männerchor auch ferner auf feiner jetzigen Höhe halten möge, die er in erster Linie seinem eifrigen Dirigenten Louis (Süffel verdanke. * Gichelsdorf, 14. Sept Der Talboden des oberen Riddatales leidet sehr unter den Menge des zu Tage tretenden Quettwassers. Im vergangenen Frühjahre begann daher unsere Gemeinde mit der Gntwäss erung der in den „Mühlwiesen" liegenden Aecker und Wiesen. Da bald darauf die Dortelle der Drainage augenfällig wurden, entwässerte auch die Gemeinde Rainrod ein Stück Talgelände unterhalb des Dorfes östlich der Ridda. Run- mehr schreitet Eichelsdorf am begonnenen Werke weiter und läßt das nördlich der Straße Eichelsdorf—Ulfa liegende „Hoffe! d" nach Plänen des Kulturbauamtes Gießen drainieren und die anfallenden Wassermassen durch den Weidgraben in die Ridda führen. Kreis Alsfeld. =er. H omberg a. d.Ohm, 14. Sept. Die im August gemachten Eingaben des Der- kehrsvereins an die Reichsbahndirektion um Einlegung eined Personenzuges oder Triebwagens auf der Strecke Burg- und Riederge- münden—Kirchhain, und die an die Oberpostdirektion. um Einrichtung eines zweiten Bestellganges in der Stadt am Rachmittag, wurden leider abschlägig beschieden. Trotzdem sucht der Verein auf dem Wege der perf kmttchen Aussprache sein Ziel zu erreichen. Gelegentlich des Besuches der Landwirtschaftlichen Ausstellung in Darmstadt werden einige Vorstandsmitglieder bei den betreffenden Stetten nochmals vorsprechen und unsere Verkehrsinterefsen daselbst mit allem Rachdruck vertreten. Z Homberg a. d. Ohm, 14. Sept. In der hiesigen Stadthalle findet am 15. September die Vorführung des Lehrsilms »Das Volk der schwarzen Zelte" für die Schulen der Umgegend statt. Die Veranstaltung erfolgt durch die Hessischen Lichtspiele für Schule und DoWblldung in Darmstadt. Z Kirtorf, 14. Sept. Infolge der Mauser der Hühner hat die Oegetätigfeit der Tiere sehr nachgelassen, wodurch jetzt die E i e r - Preis e gestiegen sind: das Stück kostet zur Zeit 11 bis 12 Ps. Der Butterpreis hat sich gleichfalls erhöht: er beträgt 1,40 bis 1,50 Mark je Pfund Landbutter. Der Vollmilch- preis der Molkereien ist 16 bis 17 Pf. Die Landorte werden durchweg von mehreren «Si.cr- und Dutteraufkäufern besucht. «Es gibt Orte, die sogar fünf Aufkäufer aufzuweisen haben. Kreis Lauterbach. fl. Lauterbach, 14. «Sept. Am Sonntag sand in Eisenbach die Herbstvers am m - lun g des BienenzüchtervereinsLau- terbach statt. In seiner Begrüßung wies der Vorsitzende, Lehrer Mink, Dlitzenrod, auf die überaus schlechte Honigernte hin. Er teilte weiter mit, dah ein Gesuch an das Kreisamt ab - s ch l ä g l i ch beschieden worden sei. Darin hatte der Verein gebeten, das Abreißen der blühenden Kätzchen zu verbieten, wie dies z. B. in Alsfeld geschehen ist. Daß bereits schon ein ministerielles Verbot, Frühlingsblumen abzureihen, bestehe, war den Anwesenden unbekannt. Darauf hielt Lehrer Rühl, Maar, einen Vortrag über „Die Biene im Volks- mund und in der Dichtung". Zum Schlüsse sprach Lehrer Mink über das Zusetzen von Königinnen. Rachdem man noch allerlei praktische Jmkerfragen besprochen, wurde die Versammlung geschlossen. Preußen. Kreis Wetzlar. WSR. Wetzlar, 14. «Sept. Gestern nachmittag brach auf dem Frhr. v. Scheu cfschen Hofgute Hermannstein ein Brand aus, bürd') den einige Wirtschaftsgebäude vernichtet wurden. Der beträchtliche Schaden ist durch Versicherung gedeckt. — Ein tragisches Zusammentreffen unglücklicher Umstände kostete einem Invaliden in Aßlar Hab und Gut. Während die Ortsfeuerwehr zur Bekämpfung des Brandes nach Hermannstein geeilt war, brach in dem Anwesen des Invaliden H uttel in Aßlar Feuer aus. Da keinerlei Löschgeräte vorhanden waren, mußte man machtlos dem Wüten des Elements zusehen, das in kurzer Zeit das große Wohnhaus mit Scheune in Asche legte. Die zurückgerufene Feuerwehr traf ein, als nichts mehr zu retten war. — In der Gegend von A l l e n d o r f, Kreis Wetzlar, wurde im Walde eine männliche Leiche gefunden. Rach den Papieren handelt es sich um einen 63jährigen Erwerbslosen namens Schneider aus Darmstadt. Die Fundstätte wies Spuren eines schweren Todeskampfes auf. Vermutlich ist Schneider einem Lobsuchtsanfall zum Opfer gefallen. Die Leiche wurde nach Allendorf zur Obduktton gebracht. Kreis Limburg. WSR. Limburg, 14. Sept. In der vorigen Woche wurde im hiesigen Sta dtwald ein Pappkarton aufgefunden, der die L ei ch e e i n e s neugeborenen Kindes enthielt. Die «Zedierung ergab, daß das Kind durch Erdrosseln getötet worden war. Als Täterin wurde nun gestern nachmittag im benachbarten Frickhofen die 31jährige Landwirtstochter Anna Jung verhaftet. Das Mädchen hatte sich dadurch verdächtig gemacht, daß es an dem fraglichen Tag mit einem Karton nach Limburg gelob en war. Die vorgenommene Haussuchung ergab weitere Verdachtsmomente, und nach längerer Vernehmung legte die Verhaftete ein volles Geständnis ab. Bemerkenswert ist, daß vor einigen Jahren in der Rähe ihres elterlichen Anwsens schon einmal die Leiche eines neugeborenen Kindes gefunden wurde. Ein damals gegen das Mädchen eingeleitetes Verfahren mußte aber wegen Mangels an Beweisen Eingestellt werden. Kreis ffSesterburg. OO Westerburg, 14. Sept. Am Sonntag fanden hier die Jugendwellkämpfe der Turn- und Sportvereine des Kreises Westerburg statt. Vormittags um 8 Uhr begannen die Einzelkämpfe: Kugelstoßen, Weitsprung, 100-Meter-Lauf, Geräteturnen, Stabhoch und Dreisprung. Von 10 Uhr ab wurden di« großen Strecken (400 Meter, 1500 Meter und 3000 Meter) gelaufen. Gleichzeitig fanden die Mannschaftskämpfe in Fuh- und Fauftball statt, aus öenen im Gndkamvf die 1. Fuhballmannschaft, sowie die 1. Faustbattmannschaf t des Sportvereins Westerburg als Sieger hervorgingen. Aus dem Festzug am Rachmittag marschierten die Turner und Sportleute sofort zu den Freiübungen (Körperschule) auf, die Kreisjugendpfleger Metz in hervorragender Weise zu leiten verstand. Hierauf bot die Sängervereinigung Westerburg zwei Sieber dar, um dann dem Landrat Dr. S ch u n k das Wort zu lassen zu einer anfeuernden Ansprache an die Jugend des Kreises. Rach weiteren an- eifernden Worten des Bürgermeisters B i t t - tau - Westerburg zogen die Turner mit klingendem Spiel vom Platz. Während auf dem Reu- markt Volkstänze, eingeübt von der Kreisjugendpflegerin Fräulein Hörnchemeyer, vorgeführt wurden, entspann sich auf der Reuen Straße ein heißer Kampf in der 4x100- und lOxlOO-fStafette. Beide «Stafetten wurden von ganz hervorragenden Läufern des Turnvereins Wallmerod gewonnen. Zwei Pokale, gestiftet vom Regierungspräsidenten bzw. von: Kreis Westerburg, bildeten die Siegestrophäen Tauziehen und Tamburinspiele der Damen ergötzten noch die Zuschauer, bis die Sieger verkündet wurden Trotz der harten Bedingungen fomiten außer den bereits mitgetetlten Siegen 283 Leistungen einzelner Kämpfer preisgekrönt werden, so daß eine beträchtliche Anzahl Teilnehmer mit Eichenlaubkränzen ober goldenen Eicheln geschmückt, die Heimreise antreten konnten. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 14. Sept. Der hiesigen Kriminalpolizei ist es gestern nachmittag gelungen, den 16jährigen Pagen eines großen Mannheimer Vergnügungsetablissements, der mit einigen tausend Mark, die er bei der Dank einzahlen sollte, flüchtig gegangen war, fe st zunehme n. Einen ziemlich großen Teil der unterschlagenen «Summe hatte der jugendliche Durchbrenner bereits in leichter Gesellschaft duvch- gebracht. WSR. Höchst a.M, 14. Sept. In der ae- ftrigen Stadtverordnetensitzung konnte der Stadt- ver-ordnetenvorsteher eine Mitteilung des Bürgermeisters Dr. Müller bekanntgeben, wonach bei den Eingemeindungsverhandlungen hie Vertreter der Stadt Frankfurt, vorbehaltlich der Zustimmung der städtischen Körperschaften, den von Höchst gestellten Vorbedingungen grundsätzlich zugestimmt hätten. Frankfurt habe sich von der Rotwendigkeit einer ersprießlichen Weiterentwicke- lung der «Stabt Höchst auch im Rahmen der Großstadt Frankfurt durchaus überzeugt. Rur die Form, m der dieses Recht verankert und organisiert werden solle, müsse noch gefunden werden. Rundfunk-Programm be8 Frankfurter Sender-» (Aus der .Radto-Amscha»*^ Freitag, 16. September. 13.30 bis 14.30: Hebertragung von Kassel: Mittagskonzert der Kasseler Hauskapette. — 16.30 bis 17.45: Hausfrauen-Rachmittag, veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauenverein in Frankfurt a. M. — 17.45 bis 18.05: Die Lese- stunde. — 18.15 bis 18.45: „Der Koran als Dichtung und als Gesetzbuch", Vortrag von Dr. Ludwig Harald «Schütz. — 18.45 bis 19.15: Bearn» tenfortblldungskursus: „®le gincmalage des Reichs in Gegenwart und Zukunft", Vortrag von Dr. Fritz Reumark. — 19.15 bis 19.45: Berichte des Frankfurter Rundfunks aus den Europäischen Hauptstädten: „Paris", Vortrag von Dr.Walther Benjamin. — 19.45 bis 20.05: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. — 20.15: Gastspiel des Operet en-Ensembles S ander-Graef. Der Karneval in Rom. Operette in drei Akten von I. Braun. Musik von Joh. Strauß. Anschließend: llebertragung von Kassel: Spätkonzert. ZwangsversteigerungK Dienstag, den 11. Oktober 1927, vormittags 9 Llhr, wird im Amtsgericht Gießen, Zimmer 112, das im Grundbuche von Gießen dem Adolf Sauer und Ehefrau Anni geb. Taferner in Gießen, zu je zugeschriebene Anwesen Reustadt 58 Flur 1 Är. 1018 = 171 qm Hofreite „ 1 „ 1019 = 183 „ „ 1 „ 1033= 181 qm Hofreitegrund geschätzt auf 60625 Reichsmark, versteigert, jedoch nur die dem Ehemann zustehende ideelle Hälfte. Die amtsgerichtliche Verfügung ist zur Einsicht an der Ortstafel, Bergstraße 20, ausgehängt. [7514c Gießen, den 13. August 1927. I. A. des Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. äirbeitsvergebung. Unter Hinweis auf die allgemeinen Vertragsbedingungen für die Ausführung von Bauleiftungen werden die zur Erbauung einer Autohalle für die Gemeinde Annerod erforderlichen Maurerarbeiten, Zimmerarbeiten, Dachdeckerarbeiten, Glaserarbeiten, Schreinerarbeiten, Schlosserarbeiten und Weißbinderarbeiten hiermit zum öffentlichen Wettbewerb ausgeschrieben. Zeichnung und Voranschlag liegen bei der unterzeichneten Behörde zur Einsicht offen. Angebote sind bis zum 22. September 1927, vormittags 10 Uhr, bei dem hessischen Hochbauamt Gießen, Stephanstr. 18, einzureichen. 8334C Zuschlagsfrist: 14 Tage. Gießen, den 14. September 1927. Hessisches Hochbauamt Gießen. Verth. Zwangsversteigerung'^' Am Donnerstag, dem 13. Oktober 1927, vormittags 9 Ahr, wird durch das Amtsgericht Gießen, Zimmer 112 daselbst, das im Grundbuch von Gießen 1. dem Ludwig Schäfer, Händler in Gießen zu XA, 2. der Elise «Schäfer geb. Seeling in Gießen, dessen Ehefrau, zu % zugeschriebene Anwesen, Dammstraße 5, Flur 1, Nr. 1302 = 679 m Hofreite geschätzt, 6538 Mark, versteigert 7932C Die amtsgerichtliche Verfügung ist zur Einsicht an der Ortstafel, Bergstraße 20, ausgehängt. Gießen, den 29. August 1927. I. A. des Hess. Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Zwangsversteigerung -W Dienstag, den 25. Oktober 1927, vormittags 9 Ahr, wird am hiesigen Amtsgericht, Zimmer 112, 1. Obergeschoß, das im Grundbuch von Gießen den August «Schneider Eheleuten in Gießen zugeschriebene Anwesen Am Riegelpfad 50, Flur 5, Nr. 121 = 788 qm Hofreite, geschätzt auf 18 530 Reichsmark, versteigert. 8328C Die amtsgerichtliche Verfügung ist an ber Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 12. September 1927. 9. A. des Amtsgerichts Gießen. Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Bekanntmnchnng, In unser Handelsregister Abteilung B wurde heute bezüglich der Firma Buchhandlung der Pilgermission, Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen, eingetragen: Der Geschäftsführer Friedrich Herrmann in Wieseck ist ausgesch:eden. Gießen, 12. September 1927. (8326C Hessisches Amtsgericht. % tpfuaö SO Pfennig. ar Ware ift nicht nur der Preis auafchlaggebend,{andern, vor Allem öic deshalb ydxta tüchtige ^huofhuien ble^emfofhu arg arfnt .Blaubaad "allen anderen Warfen vor. Zwischen fünf und sieben Roman von Liesbet Dill. Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin. 15. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Dor dem Grab des Dichters Frauenlob, das an die Wand aufgerichtet stand, hielt der Pater die Laterne hoch und das Licht glitt flüchtig über den Namen des Minnesängers, zu Grab getragen von den Frauen der Stadt ... Hier ruhte der galanteste Ritter, der sein Leben den Frauen geweiht ... Ein Schutthaufen lag zu seinen Füßen. Manfred warf einen Blick auf Melittas ernstes Profil. Weinte sie im Schatten der Säule? ... Oder sah es nur so aus? ... Dachte sie an jenen Abend, als sie hier gesessen hatte und einer vergrabenen Liebe nachtrauerte? Zwilchen damals und dem Heute lag etwas--unüberorückbar--. Er wußte es nun ... Sie gingen von Grab zu Grab. Das Licht glitt weiter, über Grüfte und Steinsärge, über Grab- mäler, sie wanderten auf plattgetretenen Rasen und Bischofsmützen aus Stein, durch die eiskalten Kreuzgänge. Man stieg über Schutthaufen. Eiskalt wehte es durch den hohen gotischen Kreuzgang, lange dunkle Schatten folgten ihnen an den Wänden. Die Laterne in der Hand des Priesters schwankte und warf zuckendes Licht auf die Gräber ... Jenen steinernen Sarg, der einem Backtröge glich, hatte man vorgestern ausgegraben mit den Ueberreften eines Erzbischofs aus dem 17. Jahrhundert ...In dem anderen schweren Steinsarg hatte man die Leiche des im Jahre 1020 verstorbenen Erzbischofs Aribo gefunden. Seine Knochen, seine roten Haarbüschel, einen Ring und ein paar Lorbeerblätter, die sich über tausend Jahre erhalten hatten, das war alles ... Er war in Italien gestorben, man hatte seine Leiche hergebracht, in Leder eingenäht, und sie einbalsamiert hier aufbewahrt, bis die Maurer in die Gewölbe hier einbrachen. Sie waren verstummt, von der Stimmung gesungen, die sie gespenstig umgab wie Nebel, der sie eiuhüllte und die Welt von ihnen abschloß. Sie standen zusammengedrängt im Lichtkreis der alten Laterne und der Pater nannte die Namen derer, die hier ruhten. ttm Töt rechte Hm TMttta tit Hand tmb bairtfe ihm. Dann wandte sie sich noch einmal zurück, ihre Augen suchten das Grabmal Frauenlobs . . . Aber der Priester war schon in der Kapelle verschwunden und der Kreuzaang lag finster, Nebel wallte durch die engen Gassen . . . In einer grauen dichten Wolke von Nebel fuhren sie heim. Sie waren alle schweigsam. Die Leslie ordnete ihre eingekauften Bilder auf den Knien... Manfred schaute hinunter auf den Rhein. Dor seinen Augen stand die Madonna mit den zwei Gesichtern und dem rätselvollen Lächeln und das Scylangenannband der römischen Patrizierin in dem gläsernen Sarg . . . „Frau Gräfin zu Hause?" „Ich werde Nachsehen." Manfred wartete in dem bildergefchmuckten Vorzimmer, den Hut in der Hand . . . Gleich darauf führte ihn der alte Diener in den Salon . . . „Frau Gräfin wird gleich kommen, sie ist eben beim Umkleiden." Es war derselbe hohe, helle Empiresalon mit den mattgoü) glänzenden Seidentapeten . . . Dor dem runden Ecksofa stand ein gedeckter, niedriger Teetisch mit verschobenem Silbergeschirr und grünen chinesischen Teetassen. Darüber hing das lebensgroße Kniebild eines schlanken brünetten Herrn im roten Frack mit Monokel und Reitgerte. Daß sie den noch dort hängen läßt, dachte Manfred ... Wahrscheinlich weil er gut gemalt ist. Die Gräfin erschien. Sie hatte ihre Toilette offenbar unterbrochen und nur rasch eien leichten, rosa Schlafrock übergeworfen. „Verzeihen Sie, daß ich Sie so empfange. Ich hatte ein paar Gäste zu Tisch und mich gerade etwas hingelegt--. Wie nett, daß Sie mich einmal besuchen ... zur Teestunde ... Sie nehmen doch eine Tasse?" Sie wollte die Klingel unter dem Tisch berühren, aber er wehrte ab. „Nein, danke, ich nehme nichts. Ich habe nur etwas zu fragen. Sie sah ihn an. „Ist es etwas — mit Ihrer grau?" „Ja, es ist etwas mit Melitta. Wir sind doch allein? . . ." „Jg — cs ist niemand da . . . Aber — — um Gottes willen, sprechen Sie ... Was ist geschehen?" „örfifln . . . ich will feint langen Umschweife machen . . . Sie . . . müssen mir Rede stehen . . . ich ertrage feine Lügen mehr . . . Ich will jetzt die Wahrheit wissen." Er öffnete den Mantel und legte den Hui auf den Tisch. Sein Gesicht war aschfahl und verstört . . . „Um was handelt es sich denn?" Er sah sie fest an. „Um wen, wollen Sie wohl fragen? . . ." Sie fnäulte das kleine mattblaue Batisttuch in der Hand... „Um wen?... Ich verstehe nicht..." „Sie werden mich verstehen, wenn Sie diesen Brief lesen..." Er entnahm feiner Brieftasche einen mit Maschine geschriebenen Brief und reichte ihn ihr. Sie nahm ihn zögernd. Ihre Augen glitten rasch über die Zeilen. Ihre Hand zitterte leicht, ihr Atem ging rasch ... „Wer kann das fein ... der das an Sie schrieb?" Er zuckte die Achseln. „Das weiß ich nicht, Dieb mehr, ich kann es nicht beweisen, ich ahne es nur .. „Eine ... Frau?" „Sicher." „Aber ... die Maschinenschrift?" „Hier ist der zweite Bries. Lesen Sie." Sie las ihn und ließ ihn auf die Knie sinken, „grau Anna Heine?" „Sie wissen nicht, wer das ist, Gräfin?" „Keine Ahnung, habe nie den Namen gehört ..." Sie konnte kaum sprechen, so schlug ihr das Blut in den Halsadern ... „Eine Rache sicher ... aber --wer ist diese grau? ... Und wie kam der Brief in Ihre Hand? Die beiden Briefe? Der andere ist, wie ich sehe, gar nicht an Sie gerichtet ..." „Es ist gleichgültig, an wen er gerichtet ist jedenfalls ist sie in die Schlinge gegangen." „Die Sie ihr ... gestellt?" „Sie wundern sich? ... daß ich so ... bin? ... Ja, man verändert sich, die Erfahrung reift ..." „Seit — — wann sind Sie im Besitz dieser Briefe, Manfred?" „Seit einigen Tagen ... Der erste kam in einer Probe zu meinem Novemberkonzert ... russischer Abend. Sie erinnern sich noch?" „Gewiß ..." Sie sah ihn an. „Kurz vor dem Beginn der Generalprobe wurde er mir überbracht." „Don wem? Don der Poft?" „Nein. Don einem grünlivrierten Liftboy ... 3d) habe nachträglich herausbekommen, daß es ein den Lift bedienender Jüngling aus einem Badehaus war. Ein junger Mann hatte ihr den Brief zur Besorgung übergeben." „Ein junger Mann?" „Ja ... irgendeiner ... der Zwischenträger natürlich) ... die Dame wird vorsichtig sein ... es gibt ja Dienstmänner genug, die keine roten Mützen tragen". Er fuhr sich über die Stirn. „Eine Minute vor Beginn kam der Brief an. Ich machte ihn auf ... las ihn ... aber der Briefbote war schon verschwunden ..." „Das hat Sie sehr erschreckt?" „Ja . . . zuerst ... Ich dachte an irgendeine Schurkerei, aus Neid ... von einem Kollegen, der am Ende im Saal saß ... Wer weiß denn, in was für einer Umgebung er lebt?!" „Und dann ... was taten Sie?" „Ich steckte den Brief ein ..." „Und dirigierten?" „Meine Probe ..." „Ohne zu forschen?" „Doch ... in der ersten Pause ging ich ans Telephon ... mein Diener antwortete. Melitta war zur Stadt gegangen ... niemand wußte, wo sie war ... sie hatte nur gesagt, sie käme zum Tee nicht zurück ..." „Wann hatten Sie sich zuletzt gesehen?" „Zu Tisch, wie jeden Tag. Sie war ruhig, gelassen, in bester Stimmung, sie hatte morgens Lieder geprobt ... wie immer ... Wir sprachen bei Tisch von ihrem Konzert. Nachmittags um drei ging ich zu einem Arzt, der mein Herz untersuchte. Es dauerte sehr lange und ich tarn gerade um vier ins Kurhaus ... Ein Geiger hielt mich noch auf, der alte Schmidt, der sich krank meldete. Ich bat ihn, trotzdem zu spielen, er tat’s--von der Katastrophe nachher in der Generalprobe haben Sie gehört?" „Ja, davon habe ich gehört." Sie betrachtete noch immer die beiden Briefe und die gewöhnliche, kritzlige Handschrift, „grau Anna Heine" stand schief unter dem Maschinenbrief ... „Und bann?" (gortsetzung folgt.) zu MM ® besonders preiswert und in großer Auswahl: itoae waren naus -'S a Gummimäntel moderne Karos Mk. 29 —, 26»" Casi N oüv aas G Gummimäntel apart.Streif. u. Schotten ab 32.- ötiefo en / Seltersweg 85 —Erster Versicherungs-Konzern— sucht für den wetierenAuSbau desK,lein- Lcbens-Gcichiists (Hcimfparkasscn) einige tüchtige 8325ss Ssriveiev negen festen Zuschuß und Provision. Bewerbungen erbeten unter F. W. Itl. 3i)3a.NudoU Moste, Franksurta.M. Die Lieferung von 1250 lfd. m vier- eckigem, gut verzinktem Maschendraht- gesiecht von 2 mm Drahtstärke und 60 mm Maschenweite, 1,20 m breit, in Rollen von 20 m Länge, sowie von 6000 verzinkten Krampen von 82 mm Länge frei Bahnstation Gießen wird öffentlich vergeben. Liefertermin: 1. November 1927. 8344B Schriftliche Angebote mit Aufschrift „Maschendraht" sind bis 1. Oktober 1927 an den Oberbürgermeister einzureichen. " Gießen, den 14. September 1927. Der Oberbürgermeister. ________I. D.: Dr. R o f e n b e r g._________ Freitag, den 16. d M., versteigere ich im „töwen", Neuenweg 28, ab 2 Uhr: 1 Speisezimmer (bell Eiche), 6 Küchenschranke, 1 Wäscheschrank, 2 Vertikos, einen Bücherschrank, 2 Trumeauspiegel, 2 Wandspiegel, 1 Kleiderschrank, 1 Chaiselongue (fast neu), 2 Tische, 2 Regulatoren, einen Nähtisch, 2 Handwagen, 1 Dezimalwaage mit Gewichten, Stühle, 1 Nähmaschine, 1 Grammophon, 1 Sattel, 1 Obstpreffe mit Mühle, 1 Teppich, einen Kinderwagen, ein Fernglas (-Leitz), Zinkwannen und Cimer, 1 Motorrad (Stock), Herren- und Damen- räder, 1 Zentner Kaffee, Cisschränke, 30 Kirsch- und 30 Ciche-Äohlen, 1 DKW mit Sozius u. n. v. a. 8347D Versteigerung bestimmt. Ludwig Hartmetz, Auktionator und Taxator Neuenweg 28__Telephon 1414. Ausstüttiing ftlkeln u.oreismerl OieBrührfdje llnlo.-Bmäerei. H. Longe. Wen. Stfwiftr.z. Dr ■ »■'>.: j: 3 •$ :frv Ä MiMmN MülMsl Mund 1.70 ZmeialiMsl . Pfund L80 Men süße . Mund 0.421 lomoten reife 3 Pfund 0.52 MMgek Nie ^Mund 0.56 MetzerM ”°Xnb 1.60 ViSMiMkiM nnO Boilmops 1-Ltter-Dose 0.82 MWliM holl, »Stück 0.28 MiMiM . . Pfund 0.48 Sonder-Angebot von Streitno, den 16., biS Tienötag, dcn 20. September: legt die praktische Hausfrau Wert darauf, für wenig Geld etwas Gutes auf den Tisch zu bringen. Deshalb kauft sie gute und billige Lebensmittel in unseren Filialen. Wir kaufen in größten Mengen direkt unter Ausschaltung jeder Zwischenstufe an den ProdukuonSstätten und Hasen- vliitzen. Dte hierdurch erzielte Ersparnis lassen wir unseren Kunden durch billige Preise zugute kommen. 5WWe Filialen in allen Stadtteilen 8350= 8s-F-Kaffee die Qualitätsmarke in der bekannten Packung Pfund 4.60, 4.-, 3.20, 3.-, 2.60 Schokoladen 3 Insel» Speise- ... 0.75 3 ,SltzMlZ- ....1.05 3 „ mild)-......0.95 3 „5&H0IW-1.20 35 MITA ■i SAMSTAG September s o o © em Maschinenbriej Reichsrechtliche RahmenregeLung der Gewerbesteuer. enhaus ade sweg 85 einem ltnsÄ irgendeine nn- 'N was jur vor derHochpoienE in Reidiardt Sportkraft! Die Energien dieser Kraft kost verjüngen alle Aufbaudrüsen, bilden wie Fleisch nur» Blut und Muskeln und sind wie die Rekorde von Sportgrößen beweisen Verwertung der von Mitgliedern selbst gewvn- neuen landwirtschaftlichen oder gärtnerischen Erzeugnisse zum Gegenstände haben (Molkerei- genvsseirschasten, Winzervereinigungen usw.). Mit den hier vorgesehenen Steuerbefreiungen seht sich der Entwurf in vollen Widerspruch mit der wohl Einstimmigen Auffassung der amtlichen Derussveriretungen von Handel und Industrie, welche dahingeht, daß alle diese Betriebe und Unternehmungen als organisch „mit der lokalen Wirtschaft ihreS Bezirkes ebenso verbunden wie die Privatbetriebe" unter keinen Umständen eine steuerliche Bevorzugung genießen dürfen. Bezüglich der Unternehmungen. welche ausschließlich gemeinnützigen oder mildtätigen Zwecken zu dienen bestimmt sind und aus diesem Grunde steuerfrei bleiben sollen, muh verlangt werden, daß sie ebenfalls der Besteuerung unter- worfen werden, wenn feststeht, dah sie der Privatwirtschaft erhebliche Konkurrenz bereiten. Als Besteuerungsmahstäbe sollen in Betracht kommen: der Ertrag, das Anlage- uird Betriebskapital und die Lohnsumme, und zwar soll die gleichzeitige Heranziehung dieser Steuergrundlagen die Regel sein. Den Ländern wird ledvch die Befugnis zugestanden, neben der Ge- werbe^rtragssteuer als Hauptsteuer entweder die Kapitalsteuer allein oder die Lohnsummensteuer allein zur Erhebung zu bringen. Gegen dieses hiermit den Ländern eingeräumte Recht wie überhaupt gegen die dem ganzen Entwürfe innewohnende Tendenz, den Ländern hinsichtlich des Kreises der Steuerpflichtigen, der Steuermerk- male, der Steuerbefreiungen usw. möglichst weiten Spielraum »kraft eigenen Rechts" zu lassen, kann nicht ernstlich und scharf genug Einspruch erhoben werden, weil sie den Sinn des Gesetz- gebungswerkes, nämlich die von der Wirtschaft sehnlichst erstrebte Vereinfachung und Vereinheitlichung der Steuern in Reich und Ländern in das Gegenteil verkehrt. Die Gewerbesteuer nnrh deshalb im Reichsrahmengeseh „bis in alle Einzelheiten geregelt werden, so dah Abweichungen der Länder und Gemeinden von den reichsrechtlichen Bestimmungen, abgesehen von der Höhe der Steuersätze, ausgeschlossen sind". Zu der schwierigen Frage, welcher von den drei Besteuerungsmahstäben für die Gewerbesteuer bei der Reichörahmenregelung als der zweckmäßigste anzusehen ist. darf in Anlehnung an die in der bekannten Denkschrift der Spitzenvertretungen der deutschen Wirtschaft von Hensel und Becker gemachten Ausführungen grundsätzlich folgendes gesagt werden: Betrachtet man ^'Icheniiag„ n " *W3 .30 0Ä h n5^e’ te Ä mar aur he war... um nicht zu- . gesehen?" >e mar ruhig, g(: '»e morgens Lic- ®Ir sprachen bei ta95 um drei ging unterjuchte. Gs Mbe um vier ins niä) noch auf, her Me. 3d) bat ihn, - von der fiala- Iprobe haben Eie Bebrillte Rennpferde. Die Stadt Saratoga im Staate Veuhork hat sich jetzt in der Geschichte des Turfs einen unsterblichen Ramen erobert, denn zum erstenmal, so lange Pferde über den grünen Rasen laufen, erschienen hier die Renner mit Brillen bewaffnet, und es scheint fast, als ob das bebrillte Rennpferd eine alltägliche Erscheinung werden solle. Ein Mister Verdank Green hat nämlich herausbekommen, daß mindestens 10 Prozent der Rennpferde in den Vereinigten Staaten kurzsichtig sind, und daß sie mit Drillen nicht nur besser sehen, sondern auch schneller und gleichmäßiger rennen. Er hat daher eine Bewegung zur Ausrüstung der Rennpferde mit Augengläsern ins Leben gerufen und zahlreiche Anhänger gefunden. Wir erfahren nichts Näheres über das Aussehen der Favoriten, die so ausgerüstet starteten, aber wir dürfen wohl annehmen, daß man ihnen jene so bedeutend wirkenden Hornbrillen nicht vorenthielt. mit denen sich die Jugend von heute ein würdiges Ansehen verleiht. Das hehre Vorbild der amerikanischen Tierfreunde dürfte auch nicht ohne Nachahmung bleiben. Die A.ne- rikaner sind ja längst schon führend bei den Wettrennen, seit der „Affensih", die Erfindung des berühmten amerikanischen Jockeys Tod Sloan, sich Geltung eroberte, und wie sich auch europäische Jockeys zu diesem Affensih bequemten, als man seine Vorteile erkannte, so werden die .15 Die Standuhr Philipps des Guten. Seit kurzem ist in der Münchener Ausstellung „Das bayerisch« Handwerk" ein kostbares Stück der Uhrmacherkunst ausgestellt, di« Standuhr des burgundischen Herzogs Philipps des Guten, Die um 1430 aefchaffen wurde. Das Kunstwerk wird auf mehrere Millionen Mark geschätzt und gilt im besonderen als eine unvergleichliche kunstgewerbliche Schöpfung der Uhrmacherkunst. Sie ist in dreifacher F-eueroergol- dung und stark kupferhaltiger Bronze gearbeitet. Das Aeuhere erinnert etwa an eine Miniaturnachbilduna der Doppelturmfassade des Kölner Doms und ist reich verziert mit Krabben und Fischblasen, Fialen, Löwen, Tigern und menschlichen Fiaürchen. Als besondere Seltenheit gilt ihr Schlüsselaufzug und die Uhrfeder, deren Erfindung bisher dem Nürnberger Peter Henlein zugeschrieben worden ist. Der amerikanische Bankier Morgan hat sich mehrmals, jedoch vergeblich, um die Erwerbung dieses Kunstwerks bemüht. Rennstallbesiher auch nicht umhin können, ihren kurzsichtigen Vollblütern Brillen verschreiben zu lassen, wenn die bebrillten Rosse der neuen Welt durch ihre erstaunlichen Leistungen den Segen der Augenheillunde für die Tierheillunde beweisen. Ein neues! Feld eröffnet sich für unsere Tierärzte: sie werden den Weitsichtigen ebenso helfen müssen wie den Kurzsichtigen, und vielleicht wird die Technik deS Wettrennens auf eine ganz neue Grundlage gestellt, indem man die Renner mit Vergrößerungsgläsern ausrüstet, so daß ihnen die Hindernisse höher erscheinen und sie ihre Kräfte um so mehr anspannen, ober vielleicht erweisen sich verkleinernde Gläser nütz- lieber, die den Tieren größeres Vertrauen zur Ue6ertoinDung der Hürden einflöhen. Auch eine neue Pferdeschönheit ist im Entstehen, und wenn die Drckle den fluten Kopf der edlen Tiere schmückt, dann wird auch der Favorit mit dem Monokel nicht lange auf sich warten lassen. Das Wettrufcn der Pagen. In unserer Zeit der vielen Wettbewerbe wollten auch die Hotel-Pagen nicht zurückstehen, und so haben die 14 Jungen, die als dienstbare Geister in dem Hotel Cecil zu London, die Gäste hsrausrufen, wenn sie am Telefon verlangt werden, ein Weltrufen veranstaltet. Vor einem erlesenen Preisrichter- Kollegium trat jeder Page auf, durchschritt zweimal den Saal und rief den Namen und die Zimmer- nummer eines Gastes. Nach Der Deutlichkeit und dem Wohllaut des Rufes sollte Der Preis verteilt roerDen. Dabei kam es natürlich zu manchen Ungerechtigkeiten. Denn Der Page, Dem Das Ausrufen Des Na- mens Chaurassys zufiel oDer Der Herrn Dokutschew herbeiholen sollte, konnte nicht so klangvoll seine Stimme ertönen lassen wie etwa Der, Der Herrn Kugelmann oder Herrn Schnurbusch herbeirief. Den Preis erhielt Der jüngste und kleinste Der Pagen, Der sich an eine Frau Danziger wenden mußte. Er wurde mit der Ehrenmedaille geschmückt, da er am lautesten und am schönsten sprach. Die, Denen Die schwierigsten Namen zugefallen waren, erhielten Trostpreise. — Es ist immerhin bemerkenswert, wofür man in England noch Geld und Zeit übrig hat. Das gemischte Menü des Straußen. Die Leistungen des StraußenmaLens sind sprichtwortlich, aber auch er kann mcht alles aushalten. Dafür bietet ein trauriges Beispiel der Tod eines solchen Riesenvogels im Londoner Zoo, dessen Erdenwallen ein 4 Zoll langer Na- zugssahig fein; ausgenommen sollen nur die zur ©rünbung oder Erwerbung des Unternehme-,rs oder zu einer den Betrieb des Unternehmend in seiner Grundlage veränderten Erweiterung aufgenommenen Schulden sein. Hingegen sollen im besonderen die Schulden abzugsfähig sein, welche zur Verstärkung des Betriebskapitals oder zu scnstigen Verbesserungen aufgenommen sind und zwar ohne Rücksicht darauf, ob sie lediglich in Form eines laufenden Bankkredits oder im Laufe der Zeit ganz oder teilweise in festfundierte Ge- schaftsschulden (Hypotheken) verwandelt sind. Entscheidend soll also der Zweck fein, für welchen die Schulden aufgenommen werden. Den Reineinkünften aus dem Gewerbebetriebe brauchen Vorteile, welche von Vereinigungen zum gemeinsamen Einkauf von Lebensmitteln oder yauswirtschaftlichen Gegenständen im großen und Absatz im Einzelhandel an die Käufer gewährt worden sind (Kundengewinn), nicht hinzugerech- net zu werden, wenn diese Vorteile 5 Prozent der auf die Waren geleisteten Barzahlungen nicht übersteigen, wober es keinen Unterschied macht, ob der Kundengewinn Mitgliedern oder Nichtmitgliedern gewährt worden ist. Hierzu muß gefordert werden, daß Derartige Vereinigungen (Konsumvereine) voll zur Gewerbesteuer herungezogen werden, da auch der sogenannte Kunden gewinn, gleichviel in welcher Höhe, immer einen kaufmännischen Gewinn darstellt. Die im Entwürfe vorgesehenen Freigrenzen — und zwar 1000 dltarf bei dem Gewerbeertrag. falls dieser 10 000 Mark nicht übersteigt, 3000 Mark bei dem Gewerbekapital. wenn dieses nicht mehr als 20 000 Mark beträgt, und 10 OOO Mark bei der Lohnsumme, wenn diese über 50 000 Mark nicht hin ans geht — sind wesentlich herabzusehen, da sonst ein großer Teil aller Gewerbetreibenden überhaupt nicht oder nur mäßig von der Gewerbesteuer erfaßt würde und die steuerpflichtigen Betriebe um so stärker belastet werden, während doch der Grundsatz immer aufrecht erhalten werden muß. daß die Gewerbe- fteucr auf die denkbar breiteste Grundlage gestellt, d. h. auf möglichst viele Schultern gelegt werden mutz. Als ein weiterer Mangel des Gesetzentwurfes mutz festgestellt werden, daß er es unterläßt, ein festes Verhältnis zwischen Ertrags-. Kapital- und Lohnsummen- (teuer vorzuschreiben mtd gerade hierin den Ländern möglichste Freiheit zugesteht. Dadurch wird die Gefahr heraufbescyworen, daß eine Gemeinde die Kapitalabgabe oder die Lohnsummensteuer zur Hauptsteuer macht und die Gr- tragssteuer als Nebensteuer in den Hintergrund drängt, was aber den Belangen der Wirtschaft durchaus zuwiderlaufen würde. Es sind deshalb auch die in dieser Hinsicht den Ländern eingeräumten Befugnisse auf das Entschiedenste abzulehnen. Es muh. wenn man mit einer einzigen Grundlage (Ertrag) für die Gewerbesteuer nicht auskommen zu können glaubt, gefordert werden, daß die Fassung des ersten Entwurfs wiederhergestellt wird, wonach von dem Gesamtaufkommen etwa 65 Prozent auf den Gewerbeertrag. 25 Prozent auf das Gewcrbekapital und 10 Prozent auf die Lohnfummensteuer entfallen sollen. Die schon seit Jahren von den amtlichen Be- rufsvertretungen aufgestellte Forderung eines gesetzlichen Anhörungsrechts vor der Festsetzung der Gewerbesteuer durch die berufenen Organe der Gemeinden, Kreise und Provinzen wird von dem Entwürfe nur in unvollkommener Weife ersültt und zwar insofern, als den Landern anheimgestellt wird, hierüber „kraft eigenen Rechts" zu befinden. Die Forderung der Regelung dieser Frage im Reichsrahmengesetze selbst muß daher von neuem mit aller Dringlichkeit gestellt werden. Nach § 26 Ziffer 2 des Entwurfs hat der Steuerschuldner bis zur Zustellung eines neuen Gewerbebescheids Vorauszahlungen in Höhe von je einem Viertel der zuletzt festgesetzten Iahresschnsd zu entrichten. Das von der gesamten Wirtschaft schon immer heftig bekämpfte System der Vorauszahlungen soll also durch das Reichsrahmengesetz verankert werden. Es muß aber darauf bestanden werden, daß mit dieser einer geordneten Finanzwirtschast widersprechenden Einrichtung so schnell wie möglich gebrochen wird. Nach 8 2 des MantelgeseheS können die Länder daS Inkrafttreten des jetzt vorliegenden Entwurfes, auch toenn er mit dem 1. April 1923 Gesetz geworden ist. bis zum 1. April 1929 hinausschieben. Unter dem Gesichtspunkte. daß die gesamte Wirtschaft an einer baldigen Steuervereinheitlichung das stärkste 3n- teresse hat, muß das den Ländern eingeräumte Recht abgelehnt werden. Schon diese kurzen Darlegungen mögen beweisen. daß die mit so großer Zuversicht erwartete reichsrechtliche Rahmenregelung der Gewerbesteuer die Wirtschaft schwer enttäuschen muß. Sie wird sich daher auch darüber klar fein müssen, daß es der größten Anstrengungen bedarf, um Den starken Einfluß der Länder auf die Gestaltung der Gewerbesteuer zu brechen. Von Syndikus Dr. Die außer ordentliche Vielgestaltigkeit der Gc, werbesteuer-Gesehgebung in Deutschland und die dadurch hervorgerufene mehr oder minder starke Ungleichheit in der steuerlichen Belastung der Wirtschaft in Den einzelnen deutschen Landes- teiTen Halle zu der im Laufe der Jahre immer dringlicher gewordenen Forderung der Industrie- und Handelskammern und ihrer Spitzen- organifaticn, des Deutschen Industrie- und Han- delStags, gpsührl, dah die Gewerbestecwr reichs- gesehlich geregelt wird. Die Berechtigung dieser Forderung war auch von der Reichsregierung anerkannt und die Vorlage eines diesbezüglichen Gesetzentwurfes bis zum 1. Oktober 1927 in dem Gesetz zur ilcbergangSregelung des Finanzausgleichs ^toifdjen Reich, Ländern und Gemeinden vom 9. April 1927 zugesagt worden. Dieses Versprechen wird jetzt von der Reichsregierung eingelöft. indem sie Dem Reichsrat und gleichzeitig dÄN Reichswirtschaftsrat den endgültigen Entwurf eines Gesetzes über die Vereinheitlichung drS Eteuerrechls hat zugehen lassen. Der Gesetzentwurf umfaßt vier Rahmengesetze zur Neuregelung der Grundsteuer. der Gewerbesteuer, der Hauszinssteuer sowie des Verfahrens in Steuersachen. In diesem Aufsatz soll nun kurz untersucht werden, ob der Entwurf eines Gewerbesteuer-Rahmengesetzes den Wünschen der Wirtschaft auch wirklich entspricht. In Anerkennung der Finanzhoheit der einzelnen deutschen Länder wird in § 1 des Entwurfes der Charakter der Gewerbesteuer als Staats st euer scharf herausgestellt. Hiergegen «muß sich die Kritik in erster Linie und mit aller Bestimmtheit wenden. Will man nicht grund- sä^lich die Gewerbesteuer als Sonder st euer überhaupt ablehnen — ein Standpunkt, der von weiten Kreisen der deutschen Wirtschaft mit guten Gründen vertreten wird —, so muß zum mindesten gefordert werden, daß neben den Gemeinden nicht auch noch Staat, Provinzen und Kreise, wie es z. D. in Hessen der Fall ist, Gewerbesteuern erheben dürfen. Das Aufkommen an Gewerbesteuer ist ausschließlich den Gemeinden zu überlassen. Von der Gewerbesteuer sollen gänzlich befreit sein: die gewerblichen Unternehmungen des Reichs, der Länder und Gemeinden sowie die Zeidler- Gießen. diese Frage unter dem Gesichtspunkt, daß Gewerbesteuern nur aus flüssigen, und zwar nicht aus geborgten, sondern aus verdienten Mitteln gezahlt werden können, so wird man zu dem Schlüsse kommen müssen, daß der Ertrag die hauptsächlichste Grundlage der Besteuerung bilden muß. Der Grundgedanke der Kapitalabgabe liegt darin, daß diese von der im ganzen wohl richtigen Voraussetzung ausgeht, daß jeder in einem Gewerbebetrieb arbeitende Kapitalbetrag einen bestimmten Mindestbetrag abwerfen muß, der vielleicht durch andere notwendige Aufwendungen verschlungen wird, der aber doch zunächst als vorhanden angesehen werden darf und somit als Besteuerungsgrundlage Verwendung finden kann. Demgemäß sichert die Kapitalsabgabe namentlich der Gemeinde, die sie neben der Ertragsabgabe erhebt, selbst in denjenigen Jahren ein gewisses Mindestaufkommen zu, in welchen von dem Gewerbebetrieb eine Ertragsabgabe nicht erhoben werden kann, weil ein Ertrag im Sinne des Gesetzes nicht erzielt worden ist. Somit erweist sich die Kapitals- abgabe als ein Faktor außerordentlicher Stetigkeit im Steuerhaushalt der Länder und Gemeinden. Andererseits besteht aber gerade bei der Gewerbekapitalsteuer die außerordentlich große Gefahr, daß sie in Falle ihrer Uebecffcannung zu einer allmählichen Vernichtung der Substanz führt, was besonders in der gegenwärtigen Zeit vermieden werden muß. wo im Gegenteil alle Bestrebungen Darauf gerichtet sein müssen. Kapital anzusammeln und der Wirtschaft dienstbar zu machen. Die Lohnsummensteuer le:uht auf Dem Grundgedanken, daß die in der Lohnzahlung zum Ausdruck kommende Arbeitskraft Der einzelnen im Gewerbebetriebe tätigen Personen dem ■Unternehmen einen bestimmten Mindestertrag verschaffen mutz, wenn von dem Gewerbebetrieb nicht unproduktive Arbeit geleistet wird. Zugunsten dieser Abgabe wird angeführt, daß sie großen Vorteil insofern biete, als sie sich dem tatsächlichen Beschäftigungsgrade des Unternehmens an- passe. Indem sie bei völliger Stillegung in Fortfall komme und bei steigender Beschäftigungsziffer benfalls steige, lasse sie die Gemeinde Anteil nehmen an den wechselnden Konjunktur- Verhältnissen des Unternehmend. Andererseits aber habe die Lohnfummensteuer Den großen Nachteil, daß sie gewisse Betriebsarten, vor allem Die Rohstoffindustrie wie überhaupt solche Unternehmungen, welche ohne Rücksicht auf Umsatz und Ertrag eine größere Anzahl von Arbeitskräften beschäftigen müssen, unverhältnismäßig stark belaste. Auch würde die in Der Lohnsummensteuer ItegenDe Besteuerung Der Arbeitskraft nicht ohne nachteilige Rückwirkung aus die Lohn- und Absatzverhältnisse bleiben. Lohnfummensteuer und Kapitalabgabe weisen also so erhebliche Mängel auf, dah sie eben nur als Hilfssteuern in Betracht kommen können und daß die Hauptgrundlage Der Bewerb.'besteuerung immer der Ertrag bleiben muh. Ja, es wird sogar von verschiedenen Seiten, Wirtschastsver- tretungen und Steuerpraktikern, der sehr beachtenswerte Vorschlag gemacht, ob nicht an Stelle der Hilfssteuern bei Ertragslosigkeit des Unternehmens ein fingierter Ertrag, etwa 5 Prozent des Anlage- und Detriebskapitals, treten soll. Hiermit würde einerseits die Besteuerung Der gewerblichen Substanz auf ein Mindestmah beschränkt und andererseits der Gemeinde ein Mindestaufkommen an Gewerbesteuer gewährleistet. Aber selbst dieser bereits von der Württembergischen Gewerbesteue ge'ehgebung beschrittene Weg würde sich schließlich erübrigen, wenn man sich dazu entschließen könnte, so schnell wie möglich zu Dem dreijährigen Ertragsdurchschnitt als Grundlage Der steuerlichen Veranlagung überzugehen. Gerade über diesen Punkt schweigt sich aber die Gesetzesvorlage bedauerlicher Weise ganz aus. Die im Entwürfe vorgesehene Hinzurechnung von S ch u l d z i n s e n bei der Ertragsberechnung kann unter Hinweis auf den Gnncd- sah, daß Gewerbesteuern nicht aus geborgten Mitteln gezahlt werden können, nicht gutgeheißen werdeir, sondern verdient entschiedenste Ablehnung. Ebenso muß der bei der Ermittlung des Gewerbekapitals vorgeschriebenen Hinzurechnung Der nicht in laufenden Verbindlichkeiten bestehenden Schulden die Zustimmung versagt werden. Um jedoch die sehr beachtenswerten Bedenken zu zerstreuen, welche gegen den vollen Abzug sprechen, wird vom Handelskammerverband Nie- dersachsen-Kaffel mit Recht auf das Lippesche Gewerbesteuergeseh hingewiesen, welches einen Ausweg aus dem Dilemma tn folgender Weise zeigt: Es sollen nach den zu diesem Gesetz erlassenen Durchführungsbestimmungen grundsätzlich alle mit dem Gewerbebetrieb im wirtschaftlichen Zusammenhänge stehenden Schulden ab- gel ein Ziel setzte, der seine Magenwand durchstieß. Immerhin hatte dieser Strauß seinem Magen allerlei zugemutet, wie eine Aufzählung der darin gefundenen Gegenstände beweist. Der Magen enthielt: Drei einzelne Handschuhe, eine leer« Filmspule einen drei Fuß langen dicken Strick, drei Taschentücher, vier Halfpennhstücke, zwei Pfennigstücke und eine französisch« Münze, einen Schlüssel, einen Handschuhknopf, ein vier Zoll langes Stück Holz, einen etwa ebensolangen Bleistift, einen Teil eines Zelluloid-Kamms, ein Stück eines goldenen Halsbandes, ein Hundehalsband, eine Schraube von einem Zweirad, ein Dutzend Drahtstücke, ein Paar Schrauben, kleinere Nägel, Granitstückchen, Sand und schließ- lich einen andern vierzölligen Nagel, der nicht die Wirkung ausgeübt hatte, wie jener Nagel, der ihn tötete. Wirtschaft. Verbilligung der Rohstoffe durch Frachlsenkungen. Die letzte Gütertarifreform hat lediglich für die hochwertigen Güter eine gewisse Frachtermäßigung gebracht. Dagegen ist die wichtige Forderung der Verbilligung der Rohstoffe durch Frachtensenkung so gut wie unberücksichtigt geblieben. Für den Ruhrbezirk z. B., der hauptsächlich Erzeuger von Massengütern ist und der am Gesamtgüterverkehr der Reichsbahn mit nicht weniger als 26,1 Prozent beteiligt ist, wirkt sich die ganze Tartfreform überhaupt kaum aus. Dabei war der Erwartung, daß die Reichsbahn gerade die Rohstoffe bei der Frach- wnsenkung (insbesondere auch im Nahverkehr) bevorzugt berücksichtigen werde, nicht nur von der Schwerindustrie, sondern auch von einer ganzen Anzahl anderer sehr wichtiger Gewerbe (z. B. Landwirtschaft, Schiffahrt usw.) Ausdruck gegeben worden. Eine besonders große Benachteiligung trifft jetzt die Kohle. Diese wurde vor dem Kriege zu Sätzen in der Höhe der niedrigsten Rohstofsnormal- klassen befördert, während sie jetzt 17 bis 33 Proz. höher sino als der Tarif der Normalrohstoffklasse. Aehnlich liegen auch die Verhältnisse in der Eisenindustrie, die im Nahverkehr — d. h. bei den für Eisen hauvtsächlich in Betracht kommenden Verkehr — besonders hohe Frachten zu tragen hat. Leider ist die Reichsbahn der Forderung auf besondere Berücksichtigung des Frachtenproblems der Massen- und Rohstoffgüter nicht nachgekommen, obwohl eine Senkung der Frachten für Massenrohstoffe am ehesten der deutschen Gesamt wirtschaft zugute kommen würde, weil sie sich letzten Endes in einer Verbilligung aller aus den Rohstoffen heroorgehenden Er- zeugnisie auswirken muß. Im Gegensatz zu dieser Erwägung sind die jüngst gewährten Frachterleichterungen am wirksamsten in Erscheinung getreten bei den Fertigsabrikaten (Ermäßigungen bis zu 30 Prozent); weniger stark bei den Halbfabrikaten und am unbedeutendsten bei den Rohstoffen (bis zu 6 Prozent); dabei fällt für die letzteren noch besonders ins Gewicht, daß sie über 85 Prozent des Nahverkehrs stellen, daß für diesen aber die Ermäßigungen am wenigsten bedeutsam gewesen sind. Auf den Einwand, daß eine allgemeine Senkung der Rohstoffrachten immerhin ein gewisses Wagnis für die Reichsbahn bedeuten würde, wäre zu erwidern, daß sich die Lage der Reichsbahn in der letzten Zeit erheblich verbessert hat. Seit Anfang dieses Jahres betragen ihre monatlichen Ueber- schüsse 22 Millionen Mark gegen 9 Mill. Mk. 1913; im Juni beliefen sich die Gesamteinnahmen auf 450,7 Mill. Mk. gegenüber 254,8 Mill. Mk. im Monatsdurchschnitt 1913; vom ersten Vierteljahr 1927 zum zweiten Quartal stieg die Monatsdurchschnittseinnahme von 360,8 Mill. Mk. auf 422 Millionen Mark usw. Dabei hat der Derkehrsumfang die Vorkriegsziffer noch nicht erreicht, der beste Beweis für die Ueberfteigerung der Frachtsätze. Angesichts dieser Entwicklung und angesichts der Er- fahrungstatsache, daß bei Frachtsenkungen die Belebung des Verkehrs mit Sicherheit einen Ausgleich bringt, erscheint eine Berücksichtigung der Rohstoff« in der Frachtenhöhe keinesfalls unmöglich, zumal von dem Gesamtwert der letzten Frachtensenkung von rund 70 Millionen Mark auf die Rohstoffe nur ein verhältnismäßig unbedeutender Bruchteil entfallen ist. Besonders notwendig erscheint bei den Rohstoffen eine Senkung der Nahfrachten, und zwar vornehmlich durch Senkung der in den Frachten steckenden Abfertigungsgebühren. Wenn die Abfer- tigungsgebühren durch die letzte Tarifreform in den Klaffen der hochwertigen Güter für Nahentfernungen ganz erheblich herabgesetzt werden konnten, so muß auch für die Nahentfernungen der Rohstoffe eine solche Herabtarifierung um so mehr verlangt werden, weil gerade die Kosten der Abfertigung bei Massengütern verhältnismäßig gering sind. Daß für die Rohstoffe und insbesondere für die Kohle eine solche Ermäßigung besonders dringlich ist, bedarf keines besonderen Hinweises. Die deutsch« Kohlenwirtschaft z. B. kämpft mit den größten Schwierigkeiten. Die englische Konkurrenz drückt auf das schwerste, wie die in stärkerem Umfange wieder eingelegten Feierschichten und der Rückgang der Belegschastszahl beweisen. Von einer Nahfrachtensenkung ist eine starke Belebung des Marktes zu erwarten, von der die gesamte deutsche Wirtschaft, nicht auch zuletzt die Reichsbahn selbst, günstig beeinflußt würde.' Schon aus diesen Gründen müssen die Rohstoffe mit den höherwertigen Gütern in der Ermäßigung der Abfertigungsgebühr mindestens gleich behandelt werden. • * Don der Frankfurter Börje. Vom Freitag, 16. September 1927 ab, entfällt die bis- herige Notiz für die auf Kronen lautenden Aktien der Oesterreichischen Kreditanstalt für Handel und Gewerbe in Wien. An deren Stelle tritt di« Notiz für die auf Schilling österreichifcher Währung lautenden 65 000 000 neuen Aktien, Nr. 1—1 625 000 zu 40 Schilling. Die Notierung erfolgt in Reichsmark für ein Stück von 40 Schilling ausschließlich Gewinnanteilschein 1. Die Notiz zum Einheitskurse erfolgt: 1. für Beträge unter 10 Stück, 2. für Beträge von 10 Stück und höhere, durch 5 teilbare Beträge. Für den Verkehr zu veränderlichen Kursen wird der Mindestbetrag auf 50 Stück und auf das Mehrfache hiervon festgesetzt. * Sie Amerika-Anleihe der Deut- scheu Bank überzeichnet. Die Anleihe der Deutschen Bank ist gestern in Neuyork stark überzeichnet worden. Zeichnungen gingen aus allen Teilen des Landes ein. Die Zulassung der Noten zum Börsenhandel wird beantragt. * Elektrizitäts-A. -G., Dorrn. W. Lahm eher & Co., Frankfurt a. M In der gestrigen Sitzung des Aufsichtsrates der Ge- sellschaft wurde die Bilanz nebst Gewinn- und Berlustrechnung für das am 30. Juni abgelaufene Geschäftsjahr 1926/27 genehmigt. Der Reingewinn beträgt einschließlich Dortrag aus dem Dorjahre 2 011117.— M. (i.V. 1 878 482.- M.), woraus 6 Prozent Dividende auf die Dorzugs- und 10 Prozent (L D. 9 Prozent) auf die Stammaktien verteilt werden sollen. Die G.D. findet am 28. Oktober statt. Die Gesellschaft hat mit der Schweizerischen Kreditanstalt und der Dank für Elektrische Unternehmungen in Zürich eine sechsprozentige Anleihe in Höhe von 15 Millionen Schweizer Franken mit einer Lauffrist von 25 Jahren abgeschlossen. Auszahlungskurs ist 93 Prozent, Rückzahlungskurs für die ersten 15 Jahre 102 Prozent, die letzten 10 Jahre 101 Prozent. Dom 8. Jahre an ist verstärkte oder auch vollständige Rückzahlung zulässig. * Daimler Mot orenwerke A. G.. Stuttgart. Die Gesellschaft ist in ihren Abteilungen gut beschäftigt. Der Umsatz ging im August auf 14 Mill. Mark gegenüber 15 Mill. Mark im Juli zurück, da die Umstellungsarbeiten auf den Mannheimer Werken in dieser Zett vor sich gingen. Der finanzielle Status könne als günstig betrachtet werden. Zur Zeit werden 14 000 Arbeiter gegenüber 9000 im April beschäftigt. • Umwandlung der jugoslawischen Staatsbahnen in eine Privatgesellschaft. Einer diesbezüglichen Belgrader Der- ordnungsvorlage ist zu entnehmen, daß die Gründung eines Derwaltungsorgans als autonomer Rechtskörper vorgesehen ist. Der Reingewinn der Privatgesellschaft ist an die Staatskasse abzuführen, wogegen der Staat eine 500-Millivnen- Anleihe gewährt, welche innerhalb von zwölf Jahren rückzahlbar ist. Das Derwaltungsorgan der Staatsbahnen würde den Betrieb übernehmen, ohne irgendwelche Belastungen oder Schulden der alten Staatsbahnen. Frankfurter Börse. Frankfurt a . M., 15. Sept. Tendenz: fester. Nachdem vorbörslich in Anbetracht des Zahltags Zurückhaltung geübt worden war, wurde die Haltung zu Beginn des offiziellen Verkehrs etwas freundlicher und fester bei verschiedentlich recht lebhaften Umsätzen. Die Baissespekulation schritt weiterhin zum Abbau ihrer umfangreichen Engagements und nahm in verstärktem Maße Deckungen vor. Das Publikum hielt sich dagegen weiter dem Markte fern. Den Anstoß für die Rückkäufe gab die Tatsache, daß die verschiedentlich oorausgesagten Schwierigkeiten nicht eingetreten sind. Stimulierend wirkte die Meldung von der Ueberzeichnung der 25 - M i l l i o n e n - D o l l a r a n l e i h e der Deutsch en Bank und die gesteigerte Güterwagengestellung der Reichsbahn. Bei Festsetzung der ersten Kurse überwogen die Kursgewinne von 1 bis 3 Prozent. J.-G.- Farben wurden außerordentlich lebhaft gehandelt und zogen 3 Prozent an. Außerdem blieben von Montanwerten Mannesmann, Harpener, Rheinbraun und Rheinftahl gefragt bei Kursgewinnen von 1 bis 3,5 Prozent. Auch Zellftoffaktien zogen 3,5 Proz. an. Elektro werte lagen uneinheitlich, Banken überwiegend iefter. In Voigt & Haeffner fetzte sich der Abbau ort, der Kurs gab erneut 4 Prozent nach. Von ei mi f chen An leihen waren Ablösungsschuld gut behauptet. Von fremden Renten blieben Anatolier gefragt und fest. Im Verlaufe wurde das Geschäft allgemein still. Später setzten die Käufe in J.-G.-Farben erneut ein, und der Kurs konnte noch um 1,5 Prozent anziehen. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld infolge des Zahltages etwas gefragt und stellte sich auf 6,5 Prozent. Im Devisenoer- kehr notierte die Reichsmark gegen Kabel 4,2018, London gegen Kabel 4,8631, Paris gegen London 124,02, Mailand 89,45 und Madrid 28,75. Berliner Börse. Berlin, 15. Sept. Mangels nennenswerter Anregungen hat sich im heutigen Vormittagsverkehr eine starke Zurückhaltung bemerkbar gemacht. Die Spekulation, die sich anscheinend etwas übernommen hatte, war eher noch mit Abgaben am Markte, so daß Heine Kursabschwächungen eintraten. Wider Erwarten wurden die offiziellen An- fangeturje nicht so schwach (es waren 1 bis 3 Proz. höhere Kurse erreicht worden), ohne daß das Geschäft eine größere Ausdehnung erfuhr. Nur J.-G.- Farben hatten auf Käufe eines großen Hauses lebhafte Umsätze aufzuweifen. Einiges Interesse bestand ferner für Schiffahrtsaktien, verschiedene Montanwerte und einige andere Spezialpapiere, die sich über den Durchschnitt erhöhen konnten. Allerdings hatten einige Werte auch stärkere Einbußen aufzuweisen, so Stolberger Zink minus 7 Prozent und Voigt & Haeffner minus 12 Prozent. Heimische Anleihen ruhig, Ausländer etwas schwächer. Anatolier weiter fest. Am Geldmarkt war Tagesgeld infolge des Zahltags etwas gesucht. Der Satz stellte sich auf 5 bis 7 Proz. Monatsgeld 7,75 bis 8,75 Prozent. Im Verlaufe wurde das Geschäft, von I.-G.-Farben ausgehend, lebhafter. Die Tendenz gestaltete sich fester, jo daß verschiedene Papiere (Bemberg, Spritwerte usw.) weiter anziehen konnten. Frankfurter Äetreidebörse. Frankfurt a. M., 15. Sept. Die allgemeine Tendenz ist noch ruhig, beeinflußt durch die matte Stimmung der amerikanischen Märkte. Nur Roggen ist etwas gesucht, und hochwertige Futtermittel finden noch Interessenten. Mehl und Kleie haben nur sehr geringes Geschäft. Es notierten: Weizen, Wet- terauer, 26,75 bis 27; Roggen, inländischer, 24,50 bis 24,75; Sommergerste für Brauzwecke 26 bis 28; Hafer, inländischer, 23 bis 24; Hafer, ausländischer, 24 bis 25; Mais, gelb, 18,75 bis 19; Weizenmehl, inländisches (Spezial 0), 39,25 bis 39,50; Roggenmehl 35,25 bis 35,75; Weizenkleie 13 bis 13,25; Roggenkleie 13,50 Mark. Frankfurter Schlachtvrehmarkt. Frankfurt a. M., 15. Sept. Auftrieb: 60 Stück Rinder, 929 Kälber. 648 Schafe. 849 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfund Lebendgewichl: Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 77 bis 82, mittlere Mast- und Saugkälber 70 bis 76, geringe Kälber 64 bis 69. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthärnrne.', Weidemast 48 bis 53, mittlere tZllastlämm«. ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 40 bis 47, fleischiges Schafvieh 28 bis 39. Schweine. Fettschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 71 bis 73, vollfleischige von ca. 240 bis 300 Pfd. 70 bis 72, von ca. 200 bis 240 Pfd. 70 bis 71, von ca. 160 bis 200 Pfd. 68 bis 71, fleischige von ca. 120 bis 160 Pfd. 65 bis 67. Mc^rl.verlauf; Kälber lebhaft, Schafe langsam und ausverkauft. Schweine langsam und Ueberstand. Berliner Produktenbörse. Be r l i n, 14. Sept. Es notierten: Weizen, mär;. 257 bis 261, Sept. 276, Oft. 274,50, Dez. 274 bis 275 (fester); Roggen, mär?. 247 bis 250, Sept. 258, Oft. 246,50 bis 247,50, Dez. 244 bis 244.50 bis 244 (fester); Sommergerste 220 bis 265; Wintergerste und Futtergerste 212 bis 219, Hafer, märt. 192 bis 209 (behauptet), Sept 210, Oft. 209 (behauptet); Mais, La Plata 196 bis 197 (still); Raps 300 bis 310, für je 100 Kilo: Weizenmehl 33,75 bis 37,25 (ru-)ig); Roggenmehl 32,75 bis 34,75 (ruhkg); Weizenkleie 15,25 (Ml); Roggenkleie 15,25 «still); Viktoria- erbsen 46 bis 52; Hein« Erbsen 26 bis 29, Futtererbsen 21 bis 22; Peluschken 21 bis 22: Ackerbohnen 22 bis 23, Wicken 9.2 bis 24; Lupinen, blau 15 bis 16; Rapskuchen 16 bis | 16,40; Leinkuchen 22,60 bis 23,10; Trockenschnihel 14; Sohaschrot 20 bis 20,50; Kartofselflocken 22,60 I bis 23 Mark. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsiuß 7 Prozent. Frankfurt a M Berlin Schluß. Kure -'Uhr. Kure Schlich. Kure Anfang Kurs Datum: 14.9. 15. 9. 14. 9. 15.9. 6°/0 Dt Reichsanleihe o. 1927 Dl. Slnl Adlos Schuld mit 87,1 — 87,5 — Auslos.-Rechten .... De Sgl. ohne AuSlos.-Rechten 64,75 54,76 55 55 16,85 15,9 15,13 15,13 7°/0 iVvanff. Hnv.-Bk. Go dpf. unkündbar 6t5 1932 .... _ <*/*% Rheinische Svv -Bank Stqu -Goldpf ... E G abg Borkriegs-Ob- - — - - ügationen, rückzahlbar 1932 — — — 4°/oSchweij. Bundesb.-Anl. —» — — — 4°/0 Oesterelchischc Goldrte. 28 — — — 4,2Ö°/o Oesterreich. Silberrte. . 4'7o Oesterreich, einheiil. Rte 5 — _ — — — — 4°/0 Ungarische Goldrte 26,25 — — — 4°/o Ungarische StaotSr. v. 1910 23 — — — 4'/*°/i dcögl. von 1913 . . — — 24 — 4’/, Ungarische Kronenrte . . — — 2,4 2,3 4°/, Türk. Zollanleihe v 1911 Türk. Bngdadbahn-Anl. 14,18 — 13.6 13.9 Serie I. .... — — 17,4 — 4°/o deSgl. Serie II..... 4°/0 Rumänen amtiert. Rte. 14,65 14,8 14.5 —- — _ *'h°lo Rumänen Goldanl. . von 1913 . . . . 15 — 15,13 — Aliy Deutsche Eisenbahn .4'1, — — 82.5 — Hamburg-Amerika Paket. . 6 150 162 150 151.5 Hamb-Südam Dampssch. .8 — — 2 0 5 230 Hansa Dampfschiff . . .6 Norddeutscher Lloyd ... 6 — — 227,75 232 151,5 152,5 150 4 152 l'lllg. Deutsche Ereditanst.. 10 141,5 — 145,5 145,5 Barm.r Bankverein . 10 143.5 144.5 144,5 144,5 Berliner HondelSaesellsch. 12 Commerz- und Privat-Bk. 11 251 — 253 260 177.75 176.5 177,25 176,5 Darm ft. u- Nalionalbank. 12 .32 233 232,75 232,5 Deutsche Bank......10 165 165 164.5 164.5 Diökonto-Ccsellschafr Ant. 10 158,5 1586 157.75 156.75 Dresdner Bank.....10 Mitteldeutsche Crrditbank 9 IW,5 165.25 165 164 — 245 244.6 244,75 Metallbau! .....8 144 144.26 144 RctchSbank 11 17 t,6 172.5 — Frankfurt«. M Berlin Schnitz Kurs | -Uhr- I Kurs 5a)lub»| Anfang Kurs Kurs Datum: 14. 9. | 15. 9. 14. 9. | 15. 9. SU E G......... .7 182 184 182.75 182,75 Bergmann ........ Elcktr. Lieferungen . . . . . 8 194,5 194.25 193 193.75 11) 184 5 186 184,5 184.75 Licht und Kraft...... 10 207 206,5 207,5 205 Felten & Guilleaume . . . . 0 137.25 138 137,5 138 Äes f. Elcktr. Untern- . . 10 269.5 269,25 269 268.25 Hamb. Elektr. Werke . . . 10 — — 166,5 164,13 Rhein. Elektr. ...... . 8 160,5 161,5 161,6 162 Schief. Elektr........ 10 — 169 5 169,5 7 202 291,24 203,5 201.5 291 2'1.5 291 Siemens & Halske . .. . 16 Transradio. ........ Labmcver & Co. ...... .8 — — 132,25 133 .9 177 177,5 172,5 BuderuS......... . 0 111 110,5 HO 109.5 Deutsche Erdöl...... .6 152 153 147.75 152.25 Essener Steinkohle . . . .8 — — 161 162,5 Gelsenkirchener . f. I. 4 155 154 153.75 152.5 Harpener . ...... . 8 202 5 206 202 203.5 Hoesch Eisen ........ 5lse Bergbau....... .5 — — 175 177.75 .8 255 — — irlöcknerwerke ....... .5 154,5 154.5 153 153,25 Köln Neuesten ..... .6'1, — — 176,25 180.5 Mannesmann . ■ .f. '/, I 4 176,5 177.5 176,25 177 Mans'elder......... . 7 127.5 128 126.25 128,25 Lberschles. Eisenb. Bedarf 0 94,5 97 5 97,13 105.5 Oberschles. Kokswerke . . .0 — —- 105,5 Phönix Bergbau. f */. 5? 3 H1.9 112,25 111,5 111.25 Rheinische Braunkohlen . 10 251 253 249 250 Rheinftahl........ Riebeck Montan...... .0 .6 198 182 200.5 183 198,75 181.6 199 182 Bereinigte Stahlw. f. I. 3 125,5 127.25 126 125,25 Otavi Minen......1 sh - — 83.5 34 Kali Aschersleben..... 10 174 __ 173,5 175 KaliMesteregeln .... 10 185 — 182 184 Kaliwerk Salzdetfurth . . 12 243 — 245.5 247 9- G- Färben-Industrie. Dynamit Nobel ..... 10 . 0 202,25 305 303 144,75 803,75 Scheid-anstalt ...... .8 215 216 — Goldschmidt........ 132.13 130.65 97 19'1,5 132,5 131 98 Rütaerswerke ...... . 0 96,6 Metällgeselllchaft..... 10 190 Frankfurt a.M. Berlin Schlug» 1 1-Uhr. Schluh. Anfang Kurs 1 Kurs Kurs ! Kurs Datum: 14. 9. 15 9. 14. 9. 15. 9 Philipp Holjmann . ... 12 198 199.5 197,25 198,5 Heidelberger Cement . . 8 145 145 — llcment Karlstadt......8 186 — - Wayß 4 ffrcitaq......lö 161,5 163 — - Schultheis Payenhofer. . 15 — 420 419.5 Ostwerke . . ..... . 12 — — 400 398 Der. Glanzstoff......is — — 710 709 Bemberg........ , 8 — — 580 592 Zellstoff Waldhof..... 12 315,25 318 314.5 315 Zellstoff Aschaffenburg . . 10 200 201,25 I '7.25 201 Charlottenburger Wasser. 7 — 143,5 143 75 3 cflauer Gas.....8 — — 197,4 198.5 Daimler Motoren. . . . . o 121,25 123 121.9 122,25 Demag . ........ o Ädlerwerke filetier. . .. . ö 117,25 115,5 114 116,75 Ludw. Loewe......1( - — 272 270 Rat- Automobil......6 — — 119 120.5 Orenstein & Koppel .... 4 — — 136 137 Linke Hofmann ■...., o — — — Leonhard Tiey....... c — — 157.5 160 Bamag-Meguin....... 45^ — 46.5 — Franks. Maschinen .... 0 77 — 72 Griyner ..... i 113 — 114 — Hevligenstaedt ....... o 27,9 — — Junghans ...... 6 106 5 — 106,75 — Lechwerke. ........ 8 121,5 — — — Mainkraftwcrke ...... 8 125 — — Miag ..........10 133 135 133,75 _ Nekarsnlmer......... 114 116 U3,7i — PeterS Union ...... 8 114 114,5 112 — Gebr. Roeder . ...... 10 140 —- — Boigt L Haeffner ..... e 207 203 220 408 Südd. Zucker.......o 140 141 139 5 Banknoten. Berlin. 14 Scptbr. Geld Briet Amerilaniiche Roten..... Belgische Noten...... Dänische Noten...... Englische Noten ...... 4,183 58,28 U2.13 ■20.387 4.203 68,62 112,67 0.467 Berlin. 14 Scvtbr Geld Brief Hran;öin'che Noien..... Holländische Noten.....**. Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch ^eftcrr.,ä 100 .Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . llngarische Noten . - Seviseumarkt DerNn Teiegraphijche 16.43 167,91 22,68 110,65 59.09 2.57 112.62 '■1.86 ;t) 76 12.4'7 75.24 —5rantfutl Auszab 16.52 168,59 22,98 111,05 59,33 2,59 113,1 , 81.18 71.01 12,467 73.54 a. M. u n g. 14. Sevtbr. | 15. Septbr. Amtliche Noiierung Amkline Notierung Geld Brief Geld Brief Amft.-Roli 168 168,57 168,24 168,56 Buen.-Airev i,'.9> 1,797 1,794 1.793 Brss-Antw Jd,455 ■58,675 „8.45 .8,5 7 Lhristiania .10,89 Hl.II 110,84 H1,iii Kopenhagen 112,39 H2,6l 112,45 .12,67 Stockholin . 112,86 113,08 112,89 113,11 HelsingforS. Italien. . . London. . . iU,ä8 -0,60 -2,905 10,529 <2,85 10,539 22,89 -0,415 -0,455 ■0,416 <0,456 Weinwrt . . 1,198 4,206 1,1975 4,2055 Paris.... 16,46 16,30 16,465 16,505 Schweiz . . -10,97 il,13 »0,98 »1,14 Spanien . . 71.04 71,18 <0,96 71,10 Japan .. • 1,973 1.977 1.976 1.980 Rio de Jan Wien in D-- .497 j9,185 .499 0'3,305 0.4975 59,19 0,4995 59,51 C eft. abgcst Prag ... -2,442 12,462 12,449 12,469 Belgrad . 7,398 7.412 7,400 7.414 Budapest. Bulgarien <3,42 <3.56 <3,47 73,61 1,030 ',0-6 ■ ..033 7,039 i'iffabon • -0.52 :0,j6 4Ü.38 20.6- Danzig. . ■ '1,34 81.50 81,35 81,51 Qnnftantin. 5,158 ,112 <,H4 2,144 Atgen. . • 5,594 <,606 j,5‘J4 5.606 Eanaba - 1.199 4.207 1.2110 4.208 Iru nati 1.176 4.184 4.176 4.184 Lairo 0.037 <-0-977 ZO-945 20.985 8t he«? Di- Wflts 2 fleiifjs Peichrpft loh", scheinen ei infolge । Fernst' Änschnst. rieten: 1 pol zwiM Bel Mm 1 Dahl hn sich Dell die W Diede' ter dem t da» Dek wählbar! notwendi Belgien es rann scheide daS erste stems ga lands zu Rates gei dige und digen \ wechseln, weils bi wählt' bere £hn bestätigt brauch g wurde, e> jährigen der zweit Recht der ton einer wäre, bei aus der 1 wähl sell deiner - ivmnPvI heit der aus sich ' Der eine zi« da er n schroffem lünftler fi zudividiev stände ton gar nicht eben das Hon d« schon mli Vorstoß । machten, von de sentiei angrsehN oeweisrn. bchandel nungsst, die Kar Aat Hof giens ai andern, seins i ten, so 1 M Bei famnren. ichiedenh Delgie nicht zu Htdenken, Menden nicht st , 5 gegen erheben K Ademn Finnen toetfen. #2? hit d^ ' bi, ein und alz 9'5 ba, LL Nen , r hart Men,8. Mere J Alnred; fische! ZMiv »■'«Sie“" "■«»Sen,