1 Nr. 189 Erstes Blatt 177. Jahrgang Montag, 15. August <927 *'="'3 2^?; SS' **3 O (8 O 2 westirIsche Küste überflogen und somit das deut- die stets mit Neid auf un d & die „Europa" ca. 1500 Sendungen an Bord. und -'S- Die die : ts: ®«3 Dessau. 14. Aug. (Dom Sonderberichterstatter des WTB.Bureaus.) Punkt 6 Uhr startete die Lotsen maschine G 31. Die ..Breme n" startete um 18.21* Uhr und war 18.22 Uhr in der Luft. Der Start ging glatt vonstatten und die Maschine verschwand schnell in westlicher Richtung über dem Walde. Die „Europa" setzte sich um 18.25 Uhr in Bewegung und erhob sich nach dreihig Sekunden glatt vom Erdboden. Eine Minute lang war die Maschine noch zu sehen, dann verschwand sie über dem westlichen Walde. und einer der Propeller gebrochen. Auf den Atlantik hinaus. Berlin. 15. Aug. (WTB. Funkspruch.) „Breme n“ Hal heule vormittag 7.05 Uhr offene Meer erreicht. Das Lotsenflugzeug G 31 in Bremen gelandet. Bremen, 14. Aug. (WB.) Von der Deut- Die englische Presse zum Transozeanflug. London. 15. Aug. (W. T. B. Funkspruch.) Alle Blätter veröffentlichen an erster Stelle De- richte über den Start der beiden deut- chen Flugzeuge nach Amerika, von denen die „Europa" inzwischen notgelandet ist, und Bilder der Teilnehmer und Flugzeuge. Sie heben hervor, daß viel vom Wetter abhängen wird. Die Meldungen von gestern abend besagten, daß die Wetterbedingungen an der irischen Küste nicht günstig sind. Man berichtet aus Southampton, daß während Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ne- Klamcanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorschrist 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wich. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wich. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Dießen. Öl « i -x Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Bezugspreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzslnerNuminern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. 5 HS L? :Z-2.VA Dessau, 14. Aug. Der Sonderberichterstatter des Wolffbureaus hat einige Persönlichkeiten, die zum Ozeanflug in Beziehung stehen, gebeten, ihm ein Geleitwort zu diesem Unternehmen scher Flieger zur Verfügung zu stellen: MUIS W*' des Fluges zahlreiche Schiffe aller Nationen im Atlantischen Ozean sein werden, aber nur das deutsche Schiff „Deutschland" des Norddeutschen Lloyd, das Southampton gestern verließ, werde die deutschen Flieger passieren sehen können. NeuyorKer Pressestimmen. Neuyork, 15. Aug. (WTB. Funkspruch.) Nach zahlreichen, hier eingetroffenen Meldungen bringt man dem deutschen Transozeanflug überall regstes Interesse entgegen. Man lobt die außerordentlich forgfältige CB o r- Bereitung des Fluges und mißt gerade diesem .Unternehmen erhöhte Bedeutung bei, da die glückliche Ankunft, mit der man bestimmt rechnet, die Transozeanflugfahrt auf dem Gebiete des Sportes in die Sphäre des regelmäßigen Luftverkehrs rücken werbe. „Tribun e“ berichtet ausführ'':') über die großartigen Fortschritte des deutschen Flugwesens. „W ashington-Star" weist die amerikanischen Fliegerkreise darauf hin, daß ihre Flüge ebenso ernsthaft vorbereitet werben müssen, wie der deutsche Transozeanflug. Der Flugwettbewerb San Francisco—Honolulu, der schon vor dem Start drei Todesfälle und mehrere schwere Stürze zu verzeichnen hatte, zeige, daß die Ausschreibung von Geldpreisen allein nicht genüge, um die Entwicklung der Flugschiffahrt zu fördern. Die Besatzungen der Ozeanflugzeuge an Nungessers Mutter. Dessau, 14. Aug. (Bom Sonderberichterstatter des WTB.) Die Besatzungen der Ozeanflugzeuge „Breme n" und „Europa" haben bei ihrem Start an Frau Nungesser in Poris folgendes Telegramm gesandt: „Auf den Dahnen des „Weißen Vogels" gedenken wir der beiden Helden und grüßen in Ehrfurcht Nungessers Mutter. Köhl, Lvose, v. Hünefeld an Bord der „Bremen". Aisticz, Edzard, Knickerbocker an Bord der „Europa"." Geleitworte zum Ozeanflug. die W a f ch i ne beschädigt worden. Personen wurden nicht verletzt. Bremen, 15. Aug. (WB.) Die R ü ck k e h r der „Europa" ist auf e r n ft e Motor st ör ungen zurückzusüh-.m, die sich nach etwa halbstündiger Fahrt über der orbfee plötzlich eingestellt hatten und die Flieger Risticz und Edzard nach vergeblichen Versuchen zur Behebung des Schadens zur Umkehr zwangen. Die Auffindung des Landungsplatzes in Bremen gestaltete sich ziemlich schwierig. Schließlich konnten aber die Flieger die Lichter des Landungsplatzes entdecken. Die Landung war trotz aller Vorsicht der Flieger ziem, lich hart, konnte aber ohne persönlichen Schaden der beiden Flieger und ihres Passagiers Knickerbocker durchgeführt werden. Das Fahrgestell wurde jedoch unter der starken Last beschädigt Paul Lobe, Präsident des Deutschen Reichstags: Den heroischen Flug zu erwidern, der die tatkräftigen und mutigen Söhne der amerikanischen Nation zu uns brachte, ziehen Sie, tapfere Landsleute, auf den Riesenvögeln, deutscher Arbeit entsprossen, über das weite Meer. Millionen folgen klopfenden Herzens dem heldenhaften Wagnis, Millionen harren gespannten Sinnes jeder Nachricht, die Sie aus dem unendlichen Luftmeer senden, Millionen werden jubeln, wenn nach geglücktem Versuch ihr Flugzeug den amerikanischen Boden berührt. Und wenn in unseren Jubel sich der des Besuchslandes mischt, wie einst bei der Ankunft Eckeners in Neuyork, wie vor wenigen Wochen bei der Begrüßung der sieghaften Flieger Amerikas in unserem Lande, dann möge das Band des Frie- dens sich festigen, das die Völker der Erde umschließt, dann überbringen Sie der großen amerikanischen Republik die Grüße des deutschen Volkes. Jacob Gould Ltzurmau. Botschafter der Vereinigten Staaten in Berlin: Den deutschen Ozeanfliegern die besten Wünsche für den Erfolg, von dem ich schon jetzt überzeugt bin! Die Junkersflugzeuge haben ihre Vortresf- lichkeit gezeigt. Die Flieger Edzard, Nisztics, Loose und Köhl, die ich zu meiner Freude persönlich kennengelernt habe, sind prächtige Jungens und Meister der Flugkunst. Sie haben bereits Ehamberlins wundervollen Weltrekord geschlagen, indem sie sich 52 Stunden und 23 Minuten ununterbrochen in der Lust hielten. Im Transozeanflug von Osten nach Westen, den _ sie jetzt unternehmen, ist die Aufgabegroßer als in der entgegengesetzten Dichtung. Mögen Wind und Wetter das Vorhaben begünstigen unö die Elemente ihm geneigt sein! Wenn die deutschen Flieger den ersehnten Hafen in Amerika erreicht haben, werden sie einen großen und herzlichen Empfang finden. Sie werden amerikanische Gastfreundschaft erfahren und Zeugen sein amerikanischer Freundschaft für das deutsche Volk; amerikanischer Bewunderung für das erfolgreiche Abenteuer und besonders für Deutschlands erstaunliche Leistungen in der Wissenschaft und der Kunst der Luftfahrt. Der Empfang wird eine große Kundgebung dieser Empfindungen werden. Mir ist, als hörte ich schon den Freudenschrei der amerikanischen und der deutschen Adler in Neuyork. Professor Junkers: Unser ganzes politisches und soziales Leben ist so durch Gegensätze zerrissen, daß wir uns allenthalben geradezu nach einer E r - lösung sehnen. Dabei haben wir nun die merkwürdige Tatsache, daß in all diesem Streit 3 0^ '3' er 2 C 2 . 3 n 9 2 S'r- 3 < O »3 2 'i = * 3 es^-.g *1 r. n - 3-0- fr-*. durch einen englischen Piloten an dem Ozeanflug beteiligt werde — Deutschlands Flieger sind die einzigen, welche auf deutschen Apparaten aufgeftiegen und unterwegs sind. Auch die Nation, fere Erfolge sieht, wird es 3,2'3 - cf<3‘<£Ö3-rt'p- 3 5 Ms O« c X" s s: X "iS Cu r, 2. schen Lufthansa wird mitgeteilt: Die Begleitmaschine G. 31 ist 20.20 Uhr in Bremen gelandet. Flug auf der nördlichen Route. Dessau, 14. Aug. (Vom Sonderberichterstatter des Wolff-Büros.) Auf Grund der meteorologischen Verhältnisse ist im letzten Augenblick beschlossen worden, die ursprünglich vorgesehene südliche Noute über Holland auf* zugeben und dafür die nördliche Noute Über Bremen-Helgoland. die Nordküste von Schottland unZ) die Orkney-Inseln einzuschlagen. Auch über dem Atlantik wird die nördliche Noute beibehalten werden. Sie ist auch die kürzeste. Von den Orkney-Inseln wird in direkter Linie auf Cap Nace zugesteuert. Unter diesen Umstanden haben sich auch die Dispositionen für die Lotsenmaschine geändert. Da die G 31 eine Landmaschine ist und das Risiko eines weiten Ueberwasserfluges in keinem Verhältnis zu den Aufgaben des Flugzeuges steht, wird diese Maschine etwa bei Helgoland umkehren unZ> dann voraussichtlich in Hamburg oder Bremen landen. Das Wetter über dem Atlantik. Hamburg, 14. Aug. (WB.) Das Tiefdruckgebiet ist etwas nordostwärts gezogen. Sein Kern liegt jetzt auf 55 Grad Nordbreite und 7 Grad Westlänge. Unter seinem Einfluß herrschen über dem größten Teil Englands noch immer starke böige südwestliche Winde. In Schottland hingegen haben sich bereits Ostwinde eingestellt. In England und über dem westlichen Teil der Nordsee fällt Negen. Auf dem Ozean ist ein neues Tiefdruckgebiet auf 35 Grad Nordbreite und 45 Grad Westlänge erschienen, das aber zunächst keinen wesentlichen Einfluß auf die Witterung auf dem Ozean gewinnt. Erne interne Abschiedsserer. Dessau, 14. Aug. (Vom Sonerbericht- erftatter des WTB.) Kurz vor dem Start der O z e a n f I i e g e r hat im Verwaltungsgebäude der Junkerswerke noch eine interne Abschiedsfeier stattgefunden. Ministerialrat Brandenburg überbrachte dabei^ die Grüße des Reichsverkehrsmini sters unt> des Staatssekretärs Gutbrodt. Prof. Junkers führte aus, daß von den Junkerswerken alles getan worden «fei, was geschehen konnte; das übrige liege nun bei den Fliegern. Wir wünschen ihnen alles Gute! Namentlich unterstrich Prof. Junkers die Verdienstezdie sich Oberingenieur T h i e d e m a n n für die technischen Dorb^eitun- gen des Ozeanfluges erworben habe. Nach Mi- nifterialrat Brandenburg dankte Prof. Junkers für die freundlichen Wünsche und bat, an den Neichsverkehrsminister seinen Dank zu übermitteln. Schließlich übermittelte Postdirektor Kruse die besten Wünsche der Neichspost. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß alle Sendungen wohlbehalten ankommen. Uebrigens seien f ü r 7 4 000 Mark Sendungen befördert worden, und zwar habe die „Bremen" ca. 2000 & n -J <5 5 n SS- .2 A Die Junkersflieger sind gestern gegen Abend gestartet. Leider wurde die „Europa" wenige Stunden nach dem Abflug über der Nordsee von einem bedauerlichen Mißgeschick betroffen, das sie zur Umkehr und zur Landung bei Bremen zwang. Aber die Besatzung der „Bremen" fliegt weiter. Diese Männer dürften zur Stunde wohl über dem Ozean schweben. Sie fliegen nun auf dem gleichen Wege, auf welchem die Spuren Nungessers und Colis schrecken, den Lindbergh, Chambcrlin-Levine und Byrd in anderer Dichtung zurücklegten, der das Ziel vieler Wettbewerber ist; sie schweben auf der unsichtbaren Straße, auf welcher sich in Zukunft der Verkehr zwischen Europa und Amerika entwickeln soll. Diese neue Derkehrsstraße, ihre Tücken und Fährnisse auszukundschaften, die Fähigkeiten und Möglichkeiten ihrer Maschinen auf dieser fast unbekannten Strecke zu erproben, sind sie aufgestiegen — mit) die ganje Welt folgt ihrem kühnen Unternehmern Es ist wie in jenen Tagen, da Dr. Eckener seinen Zeppelin nach Amerika lenkte, und mit den gleichen Empfindungen, die uns Deutsche damals beseelten, als der Niesenleib des Luflkreuzers von Friedrichshafen aufstieg, gedenken wir in diesen Stunden der Piloten und ihrer Maschine. Sie fliegen nun, jede Stunde bringt sie ihrem Ziele und der Vollendung einer weltgeschichtlichen Tat näher — wir aber können nichts weiter tun, als mit den herzlich ften Segenswünschen ihrer gedenken und warten. Wir wissen: mit uns wartet die Welt, teilnahmsvoll, gespannt, aber auch zum Teil eifersüchtig und neidisch. Mit uns warten die wenigen Freunde und die vielen Feinde, die Nationen, welche uns in Versailles einen Vertrag auf- gezwungen haben, durch den gerade unsere deutsche Luftfahrt schwer geknebelt werden sollte, und die jetzt erleben müssen, daß alle Paragraphen nichts gegen den Aufstiegwillen und die Tüchtigkeit einer Nation vermögen, mit uns wartet Frankreich, dessen Luftwesen nicht über krampfhafte Versuche einer Ozean- Überquerung hinausgekommen ist, mit uns England, das versucht hat, Lewine durch Geld und gute Worte zu veranlassen, einen Engländer zur Rückfahrt zu verpflichten, damit England wenigstens, wenn schon nicht durch eigene Maschinen, so doch wenigstens uns nicht verübeln können, wenn wir uns dieser Umstände mit einigem Stolz erinnern. Wir wollen nicht zu früh jubeln, denn noch ist nichts entschieden, immer noch rattern die Junkers- motore über dem Wasser, auf dessen Grunde irgendwo die Leichen von Nungesser und Coli ruhen, der ersten Pioniere, die dieses Unternehmen wagten und daran scheiterten. Unsere Gedanken aber kehren mit den wärmsten Wünschen zu den Männern der „Bremen" zurück. Mag ihr Flug verlaufen, wie er wolle — schon daß er mit deutschen Mitteln und Maschinen von Deutschen gewagt wurde, ist schön! Ein Abschiedswort der Piloten. Dessau, 14. Aug. Die Piloten der beiden Ozeanflugzeuge übergaben dem Sonderberichterstatter des Wolffbureaus vor dem Start folgendes Ab- fchledswort: „Wir haben die feste Zuversicht, daß wir es schaffen werden. Edzard, Risztics, Köhl, Loose." Die „Bremen" über Irland gesichtet. Berlin, 15. Aug. (WTB. Funkfpruch.) Rach einem Bericht, den die Deutsche Lufthansa heule früh erhalten hat, passierte die „Bremen" um 5.15 Uhr früh Kingstown bei Dublin. Die „Bremen" hatte gestern abend um 19.13 Uhr in 100 Meter Flughöhe Braunschweig passiert, war 19.38 Uhr über Hannover geflogen und 21.15 Uhr über Norden (Ostfriesland) festgestellt worden. Nach Mitternacht wurde das Flugzeug über der Küste von Südengland gehört, um 1.40 Uhr stand es über Wakefield, nördlich von Manchester. Um 2.45 Uhr früh passierte es bei starkem Regen Fleetwood, 35 Kilometer nördlich von Liverpool. Die „Europa" umgekehrt. Hannover, 14. Aug. (WB.) Die Deutsche Lufthansa teilt uns mit: Die „Europa" ist um 23.01 Uhr bei Bremen gelandet. Bei der Landung ist die Luftfahrt gewissermaßen eine Oase bildet. Vielleicht liegt das daran, daß jeder sie als seine eigene Sache ansieht und sich dementsprechend an ihr freut. Man spürt es in der Art, wie man begrüßt wird, wie Freundlichkeit und Herzlichkeit einem entgegengebracht werden, wenn man in der deutschen Luftfahrt steht. Aber das darf nicht überheblich machen; denn die Freude gilt nicht der Person, sondern der Sache, gilt der Luftfahrt selbst. Diese Gemeinsamkeit durch die Luftfahrt hat sich vielleicht hier bei uns in Dessau am sichtbarsten herausgebildet. Aber sie umfaßt im größeren Nahmen die ganze Nation. Wie die Gegensätze sich auf diese Weise bei uns gemildert haben, so hoffe ich, daß das Unternehmen unserer braven Ozeanflieger ein Scherflein dazu beitragen wird, sie auch über die Grenzen hinaus zu vermindern und die Freundschaft von Volk zu Volk zu vertiefen. Ltto Merkel, / Direktor der Deutschen Lufthansa: Herzen schlagen höher beim Gedanken an Eure Wikingfahrt, Ihr Führer der „Europa", „Bremen" und „Germania". Wünsche ohne Zahl begleiten Euch. Möge das unerforschte Luftmeer über dem Atlantik Euch so freundlich sein w.e Lindbergh, Chamberlin und Byrd. Selbst dann müßt Ihr einen Kampf überdauern, der Eure äußer st e Kraft beanspruchen wird. Führer, Mafchinen unb Motoren sind geprüft. Aber noch gibt es keine geprüften Pfadfinder durch das rastlose Hin und Her der Luftdrucke über der See. Euer erfolgreicher Flug wird ein weiterer Anreiz für uns sein, die wir einen regelmäßigen und sicheren Transozeanluftverkehr erstreben. Wir grüßen Euch als Verkörperung des Geistes, der immer strebend sich bemüht und dessen Losung heißt: Am Anfang war die Tat! Geheimrat Stimming, Generaldirektor des Norddeutschen Lloyd: Wohl jedes treuschlagende deutsche Herz ist beim Start der Tleberseeflugzeuge zum großen Flug über den Ozean bewegt. H e i ß e st e Wünsche für das Gelingen begleiten die Männer, die alles für die Erreichung dieses Zieles einzusehen bereit sind. Was in Menschenhand stand, ist zur Vorbereitung geschehen. Möge eine gnädige Hand über dem Unternehmen wallen und auch die Gefahrenmomente ausschalten, die von höheren Gewalten abhängen. Ohne diesen Einsatz find gerade in der Derkehrstechnik Fortschritte nicht zu erzielen. Dank gebührt denen, die selbstlos bereit sind, die Farben ihres Landes in einem Wett bewerb, wie dem des Ozeanflugs, zu vertreten. Schon der Einsatz ist in solchen Fällen ein Erfolg, weil er der Welt den ungebrochenen deutschen Willen beweist. Möge der Erfolg das Werk krönen! Die Vorbereitungen in Amerika M i t ch e l s i e l d b. N e u y o r k, 15. Aug. (WTB. Funkspruch.) Sobald die Nachricht von dem Start der Iunkersstugzeuge bei dem hiesigen Flugplatz ein- getroffen war, hatte der Kommandant des Flugplatzes, Oberstleutnant F o u l o i s eine Besprechung mit dem deutschen Generalkonsul von Lewinski, worauf er mit den Vorbereitungen für den Empfang der Flieger begann. Um die ungeheure Menschenmenge, die sich voraussichtlich einfinden wird, um der Landung bei« xuwohnen, genügend in Schach halten zu können, forderte Oberstleutnant F o u l o i s sofort 500 Mann von den Armeeposten des Neuyorker Gebietes für den Flugplatz an, um die unter feinem Kommando stehenden 500 Mann Fliegertruppen zu verstärken. Die Soldaten werden von einer Abteilung Polizei unterstützt werden, die für die Aufrechterhaltung des Verkehrs in der Umgebung des Flugplatzes sorgen soll. Außer den helleuchtenden roten Scheinwerfern, die eine ständige Einrichtung des großen Flugplatzes bilden, beorderte er acht Scheinwerfer, die zum Abfuchen des Himmels nach Flugzeugen dienen, von dem benachbarten Fo^t. Diese werden nicht nur den Flugplatz selbst bei der Landung der deutschen Flugzeuge erhellen, sondern auch die weitere Umgebung des Platzes in einem Umfang von 10 Quadratmeilen. Foulois hat ein lebhaftes persönliches Interesse an dem Fluge wegen seiner Verbindungen, die er als Militärattache bei der deutschen Botschaft in Berlin von 1921/24 angeknüpst bat. Die städtische Nundfunkstation in Neuyork bereitet mit der National Broadcasting Company mit einem Netzwerk an etwa 50 Funkstationen eine eigene Nachrichtenübermittlung über den Flug der deutschen Flieger vor. Sie wird sofort nach der Landung zunächst deutsch und dann englisch rundfurcken. Die Marine- Ration Barharbor (Maine) sendet für Deutschland und für die deutschen Flieger fortlaufend Wetterberichte aus. An dem von dem städtischen Empfangskomitee zu Ehren der deutschen Flieger zu veranstaltenden F e st b a n k e t t im Astorhotel, welches vorläufig für den nächsten Donnerstag belegt worden ist, werden etwa 1000 Personen teilnehmen. Cs werden alle amerikanischen Ozearrflieger eingeladen werden. Desgleichen wird die deutsche Fliegerin Thea Nasche zugegen sein. Die Flieger werden von Vertretern der Stadt und der Dun* Metzener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Drucf und Verlag: vrühl'sche Univerfiläts-Buch- und Steindruckerei H. Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulfttahe 7. r c n - J:h bequem Berlin, 15. Aug. Die wegen der Betruas- igetreuen Beamten Böhm bis auf weiteres verscho- Stresemann vier Jahre Außenminister Berlin, 13. Aug. Heute jährt sich zum v i e r t e n m a l der Tag, an dem Reichsminister des Aeußern Dr. Stresemann in die Reichsregierung eintrat und die Leitung der deutschen auswärtigen Politik übernahm. Die „Tägliche Rundschau" nimmt die vierjährige Wiederkehr dieses Tages zum Anlaß, um einen Rückblick auf die Ministertätigkeit Dr. Stresemanns zu werfen. Das Blatt schreibt u. a.: „Am 13. August 1923 übernahm Dr. Stresemann die Führung des Kabinetts der Großen Koalition, das die fast unlösbare Aufgabe hatte, den Ruhrkampf zu liquidieren. Rückschauend sieht sich der Herbst des Jahres 1923 heute wie ein politisches Inferno an. Die Widerstandskraft an der Ruhr war an der Inflation verblutet. Die Geldentwertung riß die gesamte Wirtschaft und den Einzelnen in eine immer fürchterlichere Rotlage und Verzweiflung. Im Westen drohte die Separatisteit- herrschaft, der von Frankreich geförderte Abfall der DHeinlande, in Bayern völkische Putsche, in bene Ziehung der 5. K l a s s e der Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie wird nunmehr nach einer soeben ergangenen Mitteilung der Direktion bestimmt am kommenden Mittwoch früh um 8 Uhr beginnen. Am Tage vorher bereits wird die Einschüttung der Lose erfolgen. Dem Beschluh der Direktion ist von feiten des preuhischen- Finanzministeriums bereite zugestimmt worden, so daß also eine weitere Verschiebung der Ziehung nicht mehr in Frage kommt, lieber die nunmehr endgültig getroffenen Maßnahmen, die in Zukunft jede betrügerische Handlung auszuschliehen imstande sind, äußert sich die Direktion etwa folgendermaßen: Es muß bei der kommenden Ziehung noch einmal ohne besonders konstruierte, mechanische Einrichtungen gezogen werden. Dafür aber wird eine Ziehungskommission gebildet, die aus drei Kommissaren und zwei Protokollführern bestehen soll. Diese Kommission wird nun nicht mehr, wie früher, aus Beamten der Lotte rieverwaltung bestehen, sondern aus solchen Beamten, die der Lotterie völlig fernst ehe n. Die Kommissare werden täglich durch andere Personen ersetzt werden. Außer diesen personellen Aenderungen wird dem Publikum besser als früher gestattet werden, jede, auch die kleinste Handlung am Rummern- oder Gewinnrade beobachten zu können. Wenngleich die Direktion der Ansicht ist, dah durch die Verwendung ganz fremdelt Personals jede betrügerische Handlung, zu der mindestens zwei Personen gehören, ausgeschlossen ist, so will man doch durch die größtmögliche Beteiligung der Öffentlichkeit die Gewähr vergrößern, daß in Zukunft Unregelmäßigkeiten nicht mehr vorkommen können. Die Lotterieverwaltung beabsichtigt ferner, die gesamte 5. Klasse der vorigen 28. Preußischen Klassenlotterie nochein malziehen zu lassen, Cs soll hierbei so verfahren werden, daß in das Losrad lediglich die F e h l l o s e — die Rieten — noch einmal eingeschüttet werden, und in das Gewinnrad kommen ein Gewinn von 100 000 Mark und ein Gewinn von 25 000 Mark. Aus dem Losrad würden dann nur zwei Rummern gezogen werden, auf die dann die beiden Gewinne in Abteilungep A und B fallen. Man glaubt, daß diese Lösung den Wünschen der Lotteriespieler am besten gerecht werde und daß Spieler, die ihr Los bereits am Ende der 28. Klassenlotterie aufgegeben haben und nicht mehr besitzen durch entsprechende Bescheinigung des Lotteriekollekteurs den Rachweis ihrer nochmaligen Spielberechtigung leicht werden erbringen können. 2m dn Fino Sarmftai der Hp 2 ehre1, Bunge scheu Li sicht, k entnehm 60 Orte Storkenb ollen Pi meldeten Betracht, ^gemein .Sishej Aus aller Welt. (Ein französischer Weltrekord von Deutschland überboten. Mit 1000 Kg. Nutzlast startete am 12. August abends in Staaken das Großflugzeug „Rohrbach Roland", das in den letzten Wochen bereits neun neue Nutzlastrekorde über Geschwindigkeit und Entfernung aufstellte, unter Führung Steindorfs zum Höhenflug. Dabei wurde laut amtlicher Feststellung eine Höhe von 6850 Meter erreicht. Der in französischen Händen befindliche Weltrekord der „Breguet 19" von 6540 Meter, ist mit dieser Höchstleistung um 310 Meter Überboten worden. Das Ergebnis wird der F. A. T. zur Anerkennung als Weltrekord ein» gereicht. Bei diesem Fluge dürste besonders zu erwähnen sein, daß die,,Rohrbach Roland" ebenso wie bei den bisherigen Flügen mit normalen B. M. W. Serienmotoren ausgestattet war. Drei Personen vom Blitz erschlagen. Ein gestern über Wittenberge bei Berlin niedergegangenes kurzes Gewitter hat in den benachbarten Dörfern drei Todesopfer durch Blitzschläge gefordert. Eine Frau und ein Knabe wurden ebenfalls durch Blitzschlag schwer verletzt. Schweres Unwetter in Frank ^ch. Vorgestern nachmittag ist in der Gegend von Charolles (Frankreich) ein Orkan: niebergegangen, der die Gegend vollkommen zerstört hat. Der angerichtete Schaden soll mehr als 15 Millionen Franken betragen. Zahlreiches Vieh ist getötet worden, auch mehrere Personen sind als verletzt gemeldet. Man nimmt an, daß der Wiederaufbau der Gegend mehrere Jahre in Anspruch nehmen werde. Erdbeben in Engadin. Nach einer Meldung des schweizerischen Erdbebendienstes wurde Samstag früh 2 Uhr in Ober» engadin, besonders in Pontresina, heftige Erdbeben verspürt, welche die Bevölkerung aus dem Schlafe weckten, jedoch keinen Schaden anrichteten. Man hat im Engadin noch nie Erdstöße von solcher Stärke wahrgenommen. Einbruch in eine Poskageniur. — Mord. In der Rocht zum Samstag drangen Ern- brecher in die Postagentur Mülverstedt (Kreis Langensalza) ein und versuchten vergeblich, den Geldschrank zu offnen. Als ein Arbeiter früh morgens an der Agentur vorüberkam, wurde er von den Einbrechern, die sich erkannt glaubten, erschossen. Geraubt wurde anscheinend nichts. Die polizeilichen Ermittelungen schweben noch Große Unterschlagungen. In einer Berliner Armaturenfabrik in der Frankfurter Allee find große Unterschlagungen eines ungetreuen Buchhalters und Kassierers aufgedeckt worden, die den Betrag von 150 000 Mk. überschreiten dürften. Es handelt sich um den 30 Jahre alten Kurt Richter, der seit dem Jahre 1912 bei der Firma beschäftigt war und sich im Laufe der Jahre eine Vertrauensstellung erworben hatte. Richter ist geflüchtet. Das Hlottendauprogranim Amerikas. Rapid Eity, 15. Aug. (MTB. Auntspruch.) Am Schlüsse seiner Konferenz mit dem Präsidenten Eoolidge erklärte General Lord, der Direktor der Haushaltsabteilung im Staatsetat, der Präsident habe eine wesentliche Erhöhung der näch st jährigen Ausgaben für die nationale Verteidigung, und zwar sowohl für Armee wie Jlotie, die in umsassender Weise vorgesehen seien, gebilligt. Das 5jährige Marine- und Cuffflotfenprogramm, ebenso wie das Lustslotten- programm des Handelsamtes würde rasch durch- geführt und außer dem Beginn des Baues von neuen Kreuzern würden andere Flotteneinheiten, fo die Schlachtschiffe „Re- oada" und „Oklahoma", modernisiert werden. Der Putsch in Portugal. Paris, 13. Aug. (WD.l Havas berichtet aus Lissabon: Trotz der gestrigen Ereignisse herrscht überall Ruhe. Major F i l o m e n o Samora, der Führer der Aufstandsbewegung, ist verhaftet worden. Heber die Vorgänge in Lissabon berichtet Havas in einer weiteren Meldung: Reuen Rachrichten zufolge brach die Aufstandsbewegung gestern früh aus. Drei Offiziere drangen in das Konferenzzimmer der Ministerien, das in der Residenz des Staatsoberhauptes liegt und überreichten dem Präsidenten der Republik ein Schreiben, in dem der Rücktritt gefordert wurde. Einer der Offiziere, der Leutnant Moraes Sarmento, wollte die Meinung eines Teils der Armee über die politische Lage auseinandersetzen und den Kriegsminister bestimmen, die von einer Offiziersgruppe betreffend die angekündigte Umgestaltung des Ministeriums getroffenen Beschlüsse anzunehmen. Als der K r i e g s m i n i st e r sich weigerte, sich in eine Diskussion einzulassen und den Offizieren ihre Verhaftung mitteitte, gab Leutnant Sarmento in der Richtung der Regierungsmitglieder Re ° volver schlisse ab und traf den Sekretär des Finanzministers mit einem Schuh, ein anderer streifte den Justizminister am Fuß. Der Präsident der Republik warf sich entschlossen auf die Offiziere, doch gelang es Sarmento, in der allgemeinen Verwirrung zu entkommen. Kurz darauf wurde er jedoch verhaftet. Etwas später versuchten mehrere Offiziere in Begleitung des Direktors der Rationalbibliothek und des Direktors der Rationaldruckerei die Veröffentlichung eines Dekrets im Staatsanzeiger zu fordern, durch das die Regierungs ihren Rücktritt bekanntgeben und als Diktator und Inhaber sämtlicher Ministerpvrtefeuilles den Leiter der Ausstandsbewegung Major Filomeno Samara ernennen sollte. Der Direktor der Rationalbibliothek wurde verhaftet. Vorher hatten Offiziere verschiedener Regimenter versucht, die Truppen aufzuwiegeln. Sie hatten jedoch damit keinen Erfolg, da ihnen das Betreten der Kasernen verwehrt wurde. Die Regierung hat im Fluglager von Amadora im Hinblick auf etwa eintretenbe Ereignisse Truppen konzentriert. Wie der „Chicago Tribüne" in einem durch die Zensur verzögerten Telegramm aus Lissabon gemeldet wird, ist die Lage verworren. Cs werde eine strenge Zensur ausgeübt. Verschiedene Kämpfe hätten in Lissabon stattgefunden. 1 In einer Rote an die Regimentskommandeure der um Lissabon zusammengezogenen Truppen erklärte gestern der Mini st e r r a t, daß die Regierung nicht die Absicht habe, die Teilnehmer an dem Staatsstreich ebenso hart zu bestrafen wie die Februarrevolutionäre. Rach einer Erklärung des Kriegsministers ist die Umbildung des Ministeriums verschoben worden, um den Anschein zu vermeiden, als ob die Regierung einem Druck nachgebe. Der Ministerrat hat beschlossen, die in die Aufstandsbewegung verwickelten Personen nach den Kolonien zu deportieren. Leutnant Sarmento ist aus der Liste des Heeres gestrichen und der Direktor der Ranvnalbiblio- thek, Rigeiro, ist seines Am tes enthoben worden. Der Indianeraufstand in Bolivien. London, 15. Aug. (WTB. Funkspruch.) „Daily Mail" berichtet aus Buenos Aires, die letzten Meldungen aus La Paz, der Hauptstadt Bolivias, besagten, daß der Auf st and der Indianer unter eingeborenen und ausländischen kommunistischen Führer äußerst ernst ist und daß 200 000 gut bewaffnete Aufstän- diIche jetzt die Eisenbahnlinie besetzt halten. Die Regierung gibt den Ernst der Lage zu. Die weihen Ansiedler appellieren um Schutz. Die Wirren in China. Schanghai, 13. August. (WTB.) Reuter. Tschiangkaischeck ist heute mit seinem Stab aus Nangking hier eingetroffen und hat sich sofort ins Hauptquartier begeben. Es sind verschiedene Gerüchte über die gegenwärtige Lage in Nanking im Umlauf, jedoch können sie infolge der strengen Zensur nicht nachgeprüft werden. Jedenfalls trägt ihr Inhalt dazu bei, den Glauben immer mehr zu verbreiten, daß Tschiangkaischecks Rücktritt unmittelbar bevorstehe. Wie Reuter erfährt, ist die Ernennung des Nachfolgers des zurückgetretenen Außenministers Tschen von der Hankauregierung rückgängig gemacht worden. Die Hankauregierung wird sich für die nächste Zeit ohneAußenminister behelfen. „Daily Mail" berichtet aus Schanghai, daß Tschang-Kai-Scheks Heere sich nach einem Verlust von 30 000 Mann in voller Flucht befinden und aus Ranking große Brände berichtet werden. Wettervoraussage. Unbeständig, wechselnd wolkig mit vereinzelten Schauerregen, etwas kühler, auftrischende westliche bis nordwestliche Winde. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 21,3 Grad Celsius, Minimum 14,0 Grad Celsius. Riederschläge: 14,6 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 15,6 Grad Celsius. — Witterungsaussichten für Mittwoch: Wolkig mit zeitweiser Aufheiterung und meist trecken. anhönd gleich n an ■ mit ifi i mir M unb müfi Mischer, nicht so i auf uns- worben < im zuletzt is ben, die mit den mürbe, geräumt Geschehe nicht leibens gi solche, f leicht vor aus dem baren gei men, war her roirb Windham meist har Starte ir dem M kleinen' großen 1 auch so, viel roer bensächli einmal j Eine ein köstl ausjchwii Bem Le der Sell füllen, wohlvor Beispiel dort gel Mensche mit den leins m erft Men cdjux Unb zur verwechsel jutim, ab men. AK Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers'. Berlin, 15. Aug. Die Reichsregierung hat, wie wir erfahren, bei der litauischen Regierung ernste Beschwerde wegen der Unterdrückung der deutschen Sprache erhoben. Es ist ein charakteristisches Zeichen für den Mangel an Selbstbewuhtsein der verschiedenen Staaten, die durch die Friedensverträge deutsche Minderheiten erhalten haben, daß sie das Schulwesen und die Sprache ihrer deutschen Bevöllerungsteile zunächst zu unterdrücken suchen, also die charakteristischen Merkmale der deutschen Kultur. Wenn ein Volk gleich Wertvolles zu bieten hat oder gar bei der Vergleichung gewinnen kann, so hat es alles Interesse daran, die Muttersprache der Staatsangehörigen fremder Rationalität pfleglich und entgegenkommend zu behandeln, um zum Dergleichen herauszufordern. Unterdrückung ist auf diesem Gebiete eine noch größere Unklugheit, als auf dem rein politischen. Deutschlands Kolonialsorderung Williamstown, 13. Aug. (WTB.) Auf der Tagung des Institute of Politics erklärte der ehemalige deutsche Finanzminister Dr.Reinhold, Deutschland empfinde die Wegnahme desbehörden begrüßt werden. Die Steuben- Society ernannte einen Bürgerausschuß, um mit dem städtischen Cmpsangskomitee zusammenzuwirken. Alles deutet darauf hin, dah sich die Ankunft der Flieger zu einer Ries enkund- gebung des guten Wi llens einer deutsch-amerikanischen Annäherung gestalten wird. Die amerikanische Presse bringt bereits £eit Tagen eingehende Berichte über die Vorbereitungen zum Abflug der deutschen Flieger. Könnecke und Graf Solms in Köln. Köln, 13. Aug. (WTB.) Könnecke und Graf Solms, die um 4.28 Uhr in Berlin gestartet waren, sind glücklich und glatt um 20.50 Uhr hier gelandet. Bei dem Eintreffen der Rachricht, daß Könnecke heute nachmittaag in Berlin zum Flug nach Köln gestartet ist, wurde das Bild auf dem Kölner Flughafen bei schönem Flugwetter immer belebter. Die >Flughafenanlage ist gesperrt. Ein starkes Polizeiaufgebot sicherte die nötigen Absperrungen. Es wird allgemein erwartet, daß Könnecke morgen mit seinen hier noch beabsichtigten Belastungsflügen beginnen und bei einem zufriedenstellenden Resultat und guter Wetterlage dann bald zu seinem Amerika-Flug aufsteigen wird. Unter den bereits anwesenden Gästen befinden sich auch Vertreter des amerikanischen und des französischen Konsulats. Bei ihrer Landung wurden die Flieger st ü r - misch begrüßt. Namens der Stadtverwaltung und der gesamten Bürgerschaft begrüßte Beigeordneter Dr. B e ft die Flieaer. Nach weiteren Begrüßungen und Beglückwünschungen fuhr Könnecke mit seiner Frau und seinem Söhnchen zum Verwaltungsgebäude durch die immer wieder in begeisterte Hochrufe ausbrechende Menge, wo ihn mehrere der ihm Zujubelnden auf die Schultern nahmen und ihn in das Gebäude trugen. Wie Könnecke dem WTB.-Berichterstatter erklärte, hat der Flug von Berlin nach Köln etwas länger gedauert infolge stürmischen Gegenwindes. Er beabsichtige vorläufig nicht, einen neuen Motor einHubauen. Die von ihm geplanten Belastungsflüge gelten der Erprobung der hiesigen Startverhältnisse. Graf Solms erklärt, die ungünstigsten Wetterverhältnisse bei dem heutigen Flug gehabt zu haben. Belastungsflüge Könnens. Köln, 15. Aug. (WTB.-Funkspruch.) Der Flieder Koennecke nahm gestern abend einige Belastungsflüge vor. Er startete zunächst mit einer Desamtlast von 3100 Kilogramm. Nach einem Anlauf von etwa 500 Meter erhob sich die Maschine in die Luft. Der Flieger umkreiste einige Male den Hasen und landete, um kurz darauf noch eine weitere Belastung von 500 Kilogramm vorzunehmen. Der zweite Start nahm etwas mehr Rollfeld in Anspruch. Bei der Landung erklärte Könnecke, daß er mit den bisherigen Versuchen vollkommen zufrieden sei. Nur einige unwesentliche Verbesserungen technischer Natur seien vorzunehmen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit bei den Belastungsflügen betrug 160 Kilometer. Den nächsten Startversuch mit wahrscheinlich noch größerer Belastung will Könnecke heute früh 6 Uhr vornehmen. Die Mitteilung von dem Start der Junkersflieger nahm Könnecke mit der Bemerkung auf: „Heil und Sieg. Ich hoffe, die Kameraden in Amerika wieder z u sehe n." Start in 3 bis 4 Tagen. Köln, 14. Aug. (WTB.) Bei einer Pressebe- sprechung im Domhotel teilte der Flieger Könnecke u. a. mit, daß, wenn sich die Wetterlage entsprechend gestalte, er hoffe, seinen Flug in 3 bis 4 Tagen antreten zu können. Die Wahl einer der vier vorgesehenen Routen werde ganz von den Anfangsverhältnissen des Fluges abhängen. Sabotage üii der „Miß Columbia". Paris, 14. Aug. (WTB.) Wie die Morgenpresse berichtet, ist gestern der Propeller des Flugzeuges D r o u h i n s , „M iß Columbia", beschädigt worden. Man hält es nicht für ausgeschlossen, daß es sich um einen Sabotageakt handelt. Da alle Reserveteile von Levine nach Reuyork abgesandt wurden, ist der beschädigte Propeller der einzige passende Metallpropeller, über den man augenblicklich verfügt. Der Wächter der Halle erklärte, daß kein Unbefugter an den Apparat herangekommen fei. Dem „Petit Parifien" zufolge erklärte Levine. vielleicht fei der Propeller auf dem Transport des Apparats von der einen Halle in die andere beschädigt worden. Die „Miß Columbia" Levines und Drouhinssoll nunmehr einer französischen Reparaturwerkstätte zur Anbringung eines neuen Propellers übergeben werden. Man hatte in französischen Kreisen befürchtet, dah Levine auf Grund seines Kontraktes vom Fluge zurücktreten würde. Art. 4 des Vertrages mit Drouhin besagt, daß, wenn vorher ein anderer Europa- Amerikaflug stattfinden würde, die kontrahierenden Parteien das Recht hätten, innerhalb 8 Tagen vom Kontrakt zurückzutreten. Levine soll nun, wie die Blätter berichten, erklärt haben: „Obwohl ich nach dem Buchstaben des Kontraktes das Recht des Rücktrittes habe, liegt es nicht in meiner Absicht, das zu tun, denn als dieser Artikel abgefaht wurde, war lediglich von französischen Fliegern die Rede, und ich sehe in dem Start der deutschen Flieger keinen Grund, nunmehr vom Vertrage zurückzutreten." Der geplante Flug Costes nach Amerika. Paris, 15. Aug. (WTB.-Funkspruch.) Der Flieger Co ste will mit dem Flugzeug „Runges ser-Coli" starten, sobald günstige Witterung eintritt. Er rechnet damit nicht vor kommenden Mittwoch. Er gedenkt einen kleinen Funkapparat mit einem Sender von 1000 Kilometer mitzuführen. Jede Stunde will et während 5 Minuten fein Zeichen „FR- AM" (Frankreich-Amerika) senden. Außerdem sollen zwei kleine Boote an Bord genommen werden. Der russische Europa-Rundflug abgebrochen. Moskau, 14. Qlug. (Wolff.) Der Flieger Wvischitzki, der heute zu seinem Europa- Run d f l u g crufgestiegen war, ist nach Moskau zurückgekehrt, da er wegen des dichten Rebels im Leningrader Gebiet nicht landen konnte. Der Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 15. August 1927. Leicht und schwer. Nicht darauf kommt es an, was man erlebt, sondern, wie man erlebt. Da ist ein Mann, der durch Unfall beide Arme verloren hat, dort der andere, den ein heimtükisches Schicksal des Augenlichtes beraubte. Und beide tragen i^r Unglück mit einer staunenswerten Gelassenheit, ja sie Irringen sogar einen gewissen Zug von Lebensfreude und Humor auf, den man völlig an anderen vermißt, die nach unferm Ermessen mit ihrem Los mehr als zufrieden (ein müßten. Dort aber begegnet man einem, dem ein kleines Mißgeschick zustieß, so lächerlich gering, daß gar nicht die Rede davon lohnt. Und doch trägt er es so schwer, sieht die Welt schwarz und trostlos und würfe am liebsten die Flinte ins Korn. Die Menschen flieht er und vergrabt sich immer tiefer in seinen Gram, daß a ich ihn die Menschen meiden, weil er ihnen ein unbequemer Weggenosse ist. Anlage, sagen wir. Ader damit ist nur wenig beantwortet. Denn Anlage allein ist es nicht, wenngleich nicht zu leugnen ist, daß wir alle ein wenig an den Ketten schleppen, die uns die Vererbung an= gehängt hat, aber auch schätzenswerte Eigenschaften mit in die Wege gelegt bekamen. Im Grunde sind wir doch alle aus den gleichen Stossen aufgebaut und müßten das, was uns zustößt, auch mit gleicher seelischer Bereitschaft empfangen. Da das aber nicht so ist, besteht kein Anlaß, zu leugnen, daß wir aus unferm Weg durchs Leben auch manches erworben haben, was uns Schweres leicht tragen läßt, im Gegensatz dazu aber auch Leichtes schwer. Nicht zuletzt ist es die Erziehung, die wir empfangen haben, die bisher gesammelten Eindrücke sind es, die mit den Ausschlag geben. Wer als Kind verhätschelt wurde, wem alle Schwierigkeiten aus dem Wege geräumt wurden, wer sich stets im Mittelpunkt alles GeschHens fühlen konnte, für den ist es dann gewiß nicht leicht, sich den harten Anforderungen des Lebens gewappnet gegemiberxuftetien. Besonders solcke, stets behüteten Menschen sind es, die sich leicht von jeder Widrigkeit niederwerfen oder doch aus dem Gleis bringen lassen. Wer von Jugend auf daran gewöhnt wurde, das Leben als das zu nehmen, was es ist, Kampf um die Selbstbehauptung, der wird viel weniger dazu neigen, sich von jedem Windhauch umblasen zu lassen. Er weiß, daß es meist hart auf hart, geht, daß sich nur der innerlich Starke und Lebenstüchtige behaupten kann, und wird dem Rechnung tragen, mit zäher Energie gegen die kleinen Widrigkeiten seinen Mann stehen, aber auch großen Fährnissen zu begegnen wissen. Meist ist es auch so, daß man sich von den großen Fährnissen viel weniger umwersen läßt als von den kleinen Nebensächlichkeiten, die unferm Wünschen hier und da einmal zuwider laufen. Eine mit Humor gemischte Gelassenheit ist sicher ein köstliches Geschenk. Nicht jeder kann sich dazu aufschwingen. Aber dazu kann es jeder bringen: Dem Lebenskämpfe Rechnung tragen. Die Aufgabe der Selbstbehauptung ist jedem gestellt. Sie zu erfüllen, dazu bedarf es keiner Reichtümer, keiner wohlvorbereiteten Lebensbahn. Die Geschichte gibt Beispiele genug, die uns sagen, daß das Bedeutende dort geschaffen wurde, wo alle guten Kräfte im Menschen mobil gemacht wurden. Gerade im Kampfe mit den großen und kleinen Widrigkeiten des Daseins wurden die Kräfte geweckt und,erprobt, die erst Menschenwert ausmachen. Schwer und leicht sind ganz individuelle Begriffe. Und zur rechten Zeit kann es dienlich sein, sie zu verwechseln, das Schwere mit einem Achselzucken abzutun, aber das anscheinend Geringe ernst zu nehmen. Aber das ist wieder ein anderes Kapitel. S—r. Die Spätfröste des Jahres 1927 in Hessen. 3m Auftrage des hessischen Ministeriums der Finanzen untersuchte Professor Dr. Ihne- Darmstadt die Witterungsverhältnisse in der Zeit der Spätfröste (Frühjahrsfröste) in diesem Jahre sowie die dadurch verursachten Schädigungen. Die Ergebnisse sind jetzt in der „Hessischen Landwirtschaftlichen Zeitschrift" veröffentlicht, der wir die nachstehenden Mitteilungen entnehmen: Eingelaufen waren Meldungen aus 60 Orten, und zwar aus Rheinhessen 13, aus Starkenburg 20, aus Oberhessen 27. Die aus allen Provinzen für den 8. oder 9. April gemeldeten Fröste kamen als Spätfröste nicht in Betracht. Anders war es mit dem 27. April: allgemeiner Frosttag. Die „Kalten Heiligen" oder „Eisheiligen" vom 10. bis 15. Mai brachten überall Frost. In Rheinhessen wurde für den 27. April von fast allen Ortcn Frost gemeldet, nicht von Bo.enheim, Oocc O.in, Worms, welches überhaupt keine Spätfröste meldet. Für den 11. Mai liegen von der Mehrzahl der Stationen Meldungen vor, für den 12. bis 15. Mai nur vereinzelte, z. B. Dosenheim, Offenheim, Frei-Weinheim (hier für den 11. fein Frosteintrag), Dom-Dürkheim. Gegen Ende Mai (27., 29.) trat an einigen Orten ebenfalls schwacher Reif auf, so in Bosenheim, Wörrstadt, Wolfsheim, in Dom-Dürkheim am 4. und 5. Juni. Wenn auch Reben, Obstblüte und manche Gartengewächse etwas durch die Fröste gelitten hatten, so wurde eigentlicher Schaden doch nicht verursacht: viele Meldungen heben dies ausdrücklich hervor. In Starkenburg war es ähnlich. Was den Schaden betrifft, so waren, wie in Rheinhessen, wohl die Obstblüte, die Triebe der Ruß- und einiger Waldbäume, gewisse Gartengewächse etwas gedrückt worden, die Befürchtungen erheblichen Schadens stellten sich aber als grundlos heraus. Auch in Ober Hessen war am 27. April überall kräftiger Frost, der sich bei einigen Orten im 'Horten der Provinz, z. D. Homberg, Lauterbach, R< ,iA ..»rod, in geringerem Maße an dem folgenden oder nächstfolgenden Tagen wiederholte. Zu der Zeit der „Eisheiligen" war in Oberhessen ebenfalls am 11. Mai Frost am meisten verbreitet, doch folgten bis zum 15. an weit mehr Orten — im Vogelsberg und in der Wetterau — als in Starkenburg und Rheinhessen weitere Tage mit Reif und Frost. Einige Stationen des Vogelsbergs (Freiensteinau, Herbstein, Lauterbach, Alsfeld, Homberg, R..,..m» rod) verzeichnen auch Reif am 2. Mai. Die Fröste vom 26. bis 29. Mai traten in Oberhessen spärlicher auf als in den anderen Provinzen, Meldungen nur aus Lauterbach, Freiensteinau, Trais a. d. Lda. Schaden an der Obstblüte, am Laub den Buchen und Eichen, besonders an Waldrändern, an einigen Gartengewächsen wurde etwas mehr gemeldet als in Rheinhessen und Starteickurg, bedeutend war er aber auch hier nicht. Äornotizen. — Tageskalender für Montag. Palast-Lichtspiele: „Die Frauengasse von Algier". — Astoria-Lichtspiele: „Das Geheimnis einer Stunde". * ** Personalien. Ernannt wurden: der Vortragende Rat im Ministerium des Innern Dr. Rudolf S i e g e r t zu Darmstadt zum Referenten für das Polizeiwesen im Ministerium des Innern mit der Amtsbezeichnung „Ministerialrat"; der Polizeirat August Fuchs zu Darmstadt zum Hilssreferenten für die Polizei im Ministerium des Innern mit Der Amtsbezeichnung „Regierungsrat', beide mit Wirkung vom 1. April; der Gendarmerieoberwachtmeister Karl Fischer zu Alsfeld zum Gendarmeriekommissar mit Wirkung ab 16. Juli; der Gendarmeriewachtmeister Georg Berghöfer zu Altenstadt (Kreis Büdingen) zum Gendarmerieoberwachtmeister mit Wirkung ab 1. Juli. Generaldirektor Dr. Fillmann f. In einer Privatklinik in Jena verstarb an den Folgen eines Darmleidens nach einer Operation der Generaldirektor ter Porzellanfabrik Kahla und Präsident der mittelthüringischen Handelskammer, Dr. h. c. Heinrich Fillmann. Der verewigte war ein Sohn ter Stadt Gießen; er tourte hier am 24.11.1871 als Sohn des GlasermeisterS Heinrich Fillmann geboren. Lange Zeit war Fillmann in unserer Stadt beruflich tätig. In diesen Jahren gehörte er u. a. dem Vorstand der Gießener Rudergesellschaft 1877 an, um die er sich große Verdienste erwarb. In Anerkennung dieser verdienstvollen Tätigkeit ernannte die Gießener Rutergesellschaft Dr. Fillmann gelegentlich ter diesjährigen Jubiläums-Regatta zu ihrem Ehrenmitglied. Seit August 1914 war Fillmann Generaldirektor ter Porzellanfabrik in Kahla, seit 1. Januar 1924 Präsident der mittel- thüringischen Handelskammer. ** Seinen 70. Geburtstag begeht am morgigen Dienstag der Schuhmachcrmeister Marcus Kahn, Seltersweg 57 wohnhaft. Gleichzeitig sind 34 Jahre verflossen, daß der alte Herr in dem Hause des Metzgermeisters M e i st e r, Seltersweg, als Mieter wohnt. ** Einweihung des V. f. B. - H a u s e s. Gestern mittag weihte der V. f. B. sein auf dem D.f.D.-Sportplah neugeschaffenes Haus in schlichter aber bemerkenswerter Weise ein. Zu der Feier hatten sich gelatene Gäste, Freunde und Gönner, sowie die Spieler des Vereins cinge- funden. Dem Verein wurden beste Wünsche für dieses neue Werk, das im Laufe Der Zeit «roch weiter ausgebaut werden soll, mit auf den Weg gegeben. Heber Die Feier werden wir morgen im Rahmen des Gesamtberichtes über Die gestrigen D.f.B.-Sreignisse noch näher berichten. " Der Technische Verein Gießen feierte am Samstagabend im Cafs Leib sein 30jähriges Stiftungsfest. Der Ortsverein Marburg, sowie Die hiesigen technischen Verbaute überbrachten durch ihre Vertreter Glückwünsche. Es wurde erwähnt, daß im Laufe dieser 30 Jahve die Technik außerorteirtlich große Fortschritte gemacht habe und daß auch ein großer Teil davon ter Stadt Gießen zugute gekommen sei; insoesondere wurde auf die lirzwischeu In unserer Stadt eingeführte Kanalisation, sowie auc' Die Verbesserung der Straßen, Einführung der Elektrischen Straßenbahn, sowie am. eine Anzahl öffentlicher Bauten hingewiesen. Mit tem Bekenntnis, daß auch Der technische Verein, die auf dem Gebiet ter Technik erzielten Fortschritte Der Allgemeinheit übermitteln wolle, endete die allgemeine Feier, ter sich noch einige Stunden geselligen Zusammenseins anschlossen. = Vom hessischen Tierschutzverein. Der Tierschuhverein für Hessen. Der auf eine 50jährige erfolgreiche Tätigkeit zurückblicken kann, hält^ seine diesjährige Hauptversammlung am 16. September in Erbachi. O. ab. Der Verein hat im letzten Jahre 100 003 Stück des beliebten Tierschuhkalenters an Hessens Schullinder verteilt. Die freiwillige Spenden für das in Darmstadt zu errichtende Lierheim haben die Summe von 650 Mk. erreicht. Einrichtung einer Posthilfs - stelle auf dem hiesigen Flugplatz. Aus Dem Gießener Flugplatz ift jetzt eine Posthilfsstelle eingerichtet worden, Die sich mit Dem Verkauf von Flugpostfreimarken und ter Annahme und Beförderung gewöhnlicher Luftpostbrief- sendungen befaßt. Die Posthilfsstelle wird mit einem besonderen Driefaufgabestempel mit Der Inschrift „Gießen Flughafen" ausgestattet werben. Die Echlußzeiten für die Auflieferung gewöhnlicher LuftpostbriefsenDungen bei ter Posthilfsstelle sind für den Flug nach Frankfurt a. M. (ab Gießen 14.20) auf 14.05 und für den Flug nach Hannover (ab Gießen 13.45) auf 13.30 festgesetzt worden. Mit tem Flug um 14.20 nach Frankfurt a. M. werben nach Bedarf besondere Luftposten nach Frankfurt a. M.. Darmstadt, Mannheim, Karlsruhe i. B., BaDen-Baden, Dillingen i. B. und Konstanz, mit Dem Flug um 13.45 nach Hannover besondere Luftposten nach Kassel—Bettenhausen, Magdeburg, Berlin, Dresden, Hannover, Braunschweig, Bremen, Hamburg, Kiel, Flensburg, Wilhelmshaven und den Rorbseebädem Wangerooge, Rorderneh und Borkum abgefertigt. In diese Posten toerben nicht nur Lustpostsendungen nach Den betreffenden Orten selbst, sondern auch solche nach ter näheren und weiteren Umgebung und nach Den von diesen Orten abzweigenden Ctfenbahnstrecken usw. aufgenommen. Die Schlußzeiten für diese Posten sind beim Postamt in der Schulstrahe auf 12.15 und beim Hauptpostamt auf 12.45 Uhr festgesetzt. Durch die Einrichtung der neuen Posthilfsstelle bietet sich also Gelegmheit, auch noch über diese Zeiten hinaus wichtige Briefsendungen mit den Flügen um 14.20 und 13.43 Uhr zur Absendung zu bringen. ** Die bauliche Entwicklung an Der „Schönen Aussicht" macht weiterhin rege Fortschritte. Reuerdings läßt Dvof. Dr. Collin an ter Ecke Der „Warte" und des Leih- gefterner Wegs ein Wohnhaus erbauen. Damit wird ter Anfang ter Bebauung des Leih- gestemer Wegs zwischen Warte unö Rodhohl gemacht. ** Militär-Streichkonzert. Dem stets außerordentlich guten Besuch ter diesjährigen Abonnementskonzerte sowie Den zahlreichen Rachfragen entsprechend, hat sich Obermusikmeister Gober entschlossen, zwei weitere Sonterkon- zerte zu veranstalten, von Denen das erste .am kommenden Mittwoch, 17. August, abente 6,15 Uhr stattfintet. — Am 5>onner£tag und Freitag dieser Woche konzertiert die Gießener Reichs- toehrkapelle in ter Frankfurter Ausstellung „Musik im Leben der Völker". " Reichsjugendtag des Deutschnationalen Handlungsgehilfen- Verbandes. Anläßlich des Reichsjugend- tages in Hamburg wurden Berufswettkämpfe abgehalten, an denen sich 800 Lehrlinge und Junggehilfen beteiligten. Wie Die jetzt beendete Prüfung der Arbeiten ergab, sind sechs Preise auf Teilnehmer der Ortsgruppe Gießen entfallen. und zwar: Hans Bepperling und Heinrich Mosbach, beite im Hause W. und G. Schuchhard, Otto E r b im Hause K. Mohr, Georg Hanitsch im Hause H. Schaffstädt, Heinrich Seibert im Hause Gebr. Kahl und Wilhelm Möhl. — Am 20. und 21. August veranstaltet der Kreis Mitelhessen (Oberhessen, Lahn- und Dillgebiet) einen Kreisjugendtag in Rlsseld, bestehend in einem Begrußungsabend, Feldgottesdienst, sportlichen Wettkämpfen, Besichtigung der Stadt «Rathaus, Heimamuseum usw.) und einer öffentlichen Kundgebung. Be- russwettkämpfe innerhalb des Kreises Mittel- hessen werden im Rovember für alle Ortsgruppen bezirksweise in Gießen, Lauterbach, Marburg und Dillenburg am gleichen Tage abgebalten werden. *• Die Justizwachtmeister erhalten Gummiknüppel. Die vielfachen Aus- schveitungen in den Gerichtssälen, die in Deal letzten Jahren in steigendem Maße zu verzeichnen waren, haben, einer Berliner Meldung zufolge, die zuständigen Behörden jetzt veranlaßt, den Saaldienst tuenden Beamten strenge Anweisungen zu geben, mit allen Mitteln Derartige Ausschreitungen, die sich gegen das Gericht odeo Zeugen von feiten rabiater Airgeklagter richten, im Keime zu ersticken. Die Justizwachtmeister werden in Zukunft also ständig mit Gummiknüppeln, Seitengewehren mit Koppel, Handfesseln und SignalpfÄfen ausgerüstet, und es werden auch in jedem Sihungssaale ßeterriemeit zur Festnahme vorhanden sein. Der größte Teil der Justizwachtmeister soll im Jiu-Jitsu ausgebildet werden. Diese Einrichtung, die allerdings vorläufig erst in den Berliner Gerichten vorgenommen worden ist, oerölent unstreitig Nachahmung auch in den anderen Gerichten, Denn häufig sind nicht nur in Berlin Die Angeklagten so temperamentvoll, daß sie durch besonders nachhaltige Mittel zur Raifon gebracht werten müssen. ** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schl acht Vieh markt: 263 Ochsen, 98 Bullen, 653 Kühe, 369 Färsen, 503 Kälber, 60 Schafe, 5952 Schweine. Berliner Börse. Esfektcn-Frühvcrkehr. Berlin, 15. 2Iug. (WTB. Funkspruch.) Auch zu Beginn der neuen Woche herrscht im heutigen Esfeklen-Frühverkehr große Geschäftsstille, doch scheint die Tendenz weiter freundlich zu bleiben. Die Konvertierung Der neuen Reichsanleihe von 1927 von 5 auf 6 Prozent wird mit Befriedigung aufgenommen und löst eine gewiss« Genugtuung aus. Die fortschreitende Entspannung auf Dem Geldmarkt beeinflußt die allgemeine Stimmung günstig. Man hört nur einen Farbenkurs von 316. Am Deoissn- marft hört man London gegen Paris mit 124,03, Kabel mit 4,86z, Madrid mit 28,75. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion Dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Da Herr Oberstudienrat Hüter in feiner Festrede zum Derfassungsfeste sich auf Friei) rich Gottlieb Weicker beziehen zu müssen geglaubt hat, so sei aus einem BriefF. G. Weickers an den Galerie-Inspektor, Hofrat T e r n i t e, Berlin, vom 10. Februar1849, folgendes gebracht: „Ich hoffe, daß Sie unterdessen nicht unter die Republikaner gegangen, sondern denen treu geblieben sind, die noch von Wissenschaft und Künsten ein Teil gerettet sehen möchten. Möge es Ihnen in dem trüben Durcheinander nicht allzu übel ergangen sein und Ihre Pläne und Interessen nicht allzu sehr leiden unter den Umständen der Zeit." Gießen, 12. August 1927. F. Welcker, Ober-Regierungsrat. Sprechstunde» der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewahr übernommen. 2t n zeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st elle zu richten. Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschein. und wenns geht, auch ein wenig 'Kleingeld find etwas ganz Kdftliches. ‘Das (chdne (gefuhl der'’ freiheit und des ‘"Ungebundenfeins macht uns unternehmungsluftig, 'Plane werden ge(chmie„ det-fahren wir an die See, ins (gebirge oder bleiben daheim, ? Dasr ift die frage ! (glücklich, wenn wir [ie uns felbft beantworten können und nicht erft eine Zwiefpradie mit der— Qeldbörfe halten muffen. jAber einerlei - ob an der See, im (gebirge, daheim, die f reude wird großer und die Stimmung noch gehobener,—2 wenn wir uns des (genuffes fo wundervoll— aromatischer (Zigaretten -wie Greiling und erfreuen können. ‘Das pianefchmieden - oder auch das ‘Verzichten, fallt viel leichter. -Diefe prachtvollen fdarken bringen zuftande, unfer Gefühlsleben in 'Bahnen zu lenken, die unftrem ‘Wohlbefinden am-—*— 1 v I / forderlichften find« Süddeutsche Hotel- und Gastwirte-Ausstellung Würzburg Mai 1927 Höchste Auszeichnung, Goldene Medaille und Ehrenpreis. Auto 1 Telephon Nr. 1730. Jwetschen- Kuchen. Billige Bühler Zwetfchen verkaufe ich jetzt wieder von morgen ab jeden Wochen-Marktlag am gelben Auto auf dem Wochen-Marki. 06818 Besitzer: Jak. Eichbladt. EiDkocbapparalg verzinkt u. emailliert empfiehlt 6879a EdgarBorrmann Eiienwaren,Werk- zeuge, Gießen. Bekanntmachung. Bett.: Obstoerpackungslehrgang an der Hessischen Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft. Am 2. September 1927, vormittags 8 Uhr beginnend, wird an unserer Lehr- anstall ein Obstverpackungslehrgang abgehaUen. Zugelassen werden in erster Linie berufsmäßig ausgebildete Baumwärter, jedoch können auch sonstige Interessenten teilnehmen. Schulgeld wird nicht erhoben. Den auswättigen Teilnehmern kann eine entsprechende Fahrgeld- oergütung gewährt werden. 7439V Anmeldungen sind baldmöglichst an Die Direktion zu richten, die auch zu jeder roeUeren Auskunft gern bereit ist. Friedberg, den 15. August 1927. Direktion der Hessischen Lehrandall für Dbftbeu und Landwirtschaft. Spieß. * KrJ8 ■ a Oasl Seiteneingang) • und gewährt während des Umbaues auf alle Waren ausgenommen die bereits herabgesetzten, 3k- HMjllous-Löettkämpse 05921 vom Sterbehause Kirchstraße 51 aus statt. 744 6D ö 7443 D 7447 D 10 Frau Elisabeth Jochem Witwe Gießen, den 15. August 1927. 7448V gesucht. 7379D Wieseck, den 13. August 1927. '15913 dm Fremd, Pianohaus 05855 uorzuat. Braugassc 6. Südli 7438c Für die vielen Beweise wohltuender Teilnahme und für die so zahlreichen Blumenspenden anläßlich des Ablebens meines unvergeßlichen Mannes sage ich auf diesem Wege meinen herzlichsten Dank. (Zugang durch den nen die U Möglichkeit Für die vielen Beweise inniger Anteilnahme beim Heimgang meines Mannes danke ich zugleich im Namen meiner Kinder herzlichst. Fran KäMen ßöll geh. MfficUter. Maria Jacobini Camilla Horn Warwick Ward Jean Bradin Elliza la Porta A. v. Schlettow Paul Otto Maria Forescu LydiaPotechina V.G.-V. Sieben e.v. DicuStas, 16. 8.: MdertzrWv 0« regelmöB. Brooeu. Bollz. Erscheinen dringend erfordert. scher Hand, Petroleum, Mchtigte mon-Trup onlagemög Der Giefeener Wingolf I. N. u. A. : W. Mainz F.-V, Wir suchen zum sofort,gen Eintritt jungen Kaufmann mit guter Allgemeinbildung. Bedingung flotter Stenograph und gute Handschrift. Nur schrifti. Angeb. mit Zeugnlsabschr. an Tonwerle Mendstern G. m. b. 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August Dr. Adam Für dringende Fälle Herr Dr. Fischer. t ■ 5o >st e «-nd°n erborg. Großes Mitarkonzert 8 Llhr abends, Dotkshalle / .(eitg.: Obermusikmstr. Löber Fanfarenmärsche, Historische Marsch^ / Großer Zapfenstreich mit Spielleuten und Fackelträgern Tanz Gintritt: Mark 0.50 / Kinder unter io Zähren haben zu den Veranstaltungen keinen Zutritt. Die S atnw. De Genfer e den, W nur des 6 fonfe™ ,-freuirdscha opferte, ur SWßpwi beit die d N,'täusch« jatz wird r aelöft. Ei Lnjer Be hauptseewc neuen Ehin der angelsa Uneinigkeit nnabhängrg fernen Vs» raum. Bei der Washington handelskam den Nußlar Myork un dings, des über das , der Union einen M' Der vsfem beiden Del Folge der gen den • nationaler M zuk 3 man kaum und Asiens Verzweifle Werkzeuge die veffentl Was ab bruch sowie amerikanP Trotz Fehl Handels»«' Staaten i doppelt so 30. Sep!e> führte die Werte non fuhr von 3 handelsor, lichen, ban Union na 12 Monat man-Gesel 55 MiUioi konische £ brachte it höhe DOi irgendein! 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Ein allseitig befriedigendes Ergebnis der Genfer Beratungen hätte me Einheitsfront der Hauptseemächte gegenüber Sowjetrußland und dem neuen Ehina bedeutet, bei ungeschwächter Fortdauer der angelsächsischen Vormundschaft über Japan. Die Uneinigkeit der angelsächsischen Mächte gewährt einer unabhängigen Entwickelung der Verhältnisse im Fernen Osten wie in Europa wieder freieren Spielraum. Bei der feindseligen Haltung, die sowohl das Washingtoner Staatsdepartement wie die zentrale Handelskammer der Bereinigten Staaten gegenüber den Rußlandgeschäften der Standard Oil Co. von Reuyork und der VaccuumOilCo. einnahmcn, hätte sich gewiß mit Hille der Standard-Oel-Gesellschaft von Neujersey die Achterklävuna Sir Henry Deter- dings, des Führers der Royal Dutch Shell-Gruppe, über das „gestohlene" russische Petroleum auch in der Union durchgesetzt, wenn die Genfer Konferenz einen glücklicheren Verlauf genommen haben würde. Der offene Ausbruch des Konfliktes zwischen den beiden Oelparteien war schon eine unmittelbare Folg« der Unfruchtbrkeit der Genfer Konferenz. Gegen den Bolschewismus ließ sich wohl ein internationaler Kreuzzug predigen, aber für einen Feldzug zuk Befreiung „gestohlenen" Petroleums wird man kaum die LÄdenschaften der Völker Europas und Asiens zu entflammen vermögen. Nur helle Verzweiflung über das Versagen seiner politischen Werkzeuge konnte einen Detkrding zur Flucht in die Oeffentlichkeit veranlassen. Was aber soll jetzt noch den vorläufigen Durchbruch sowjetfreundlicher Wirtschaftsinteressen in der amerikanischen Oeffenllichkeit aufhalten können? Trotz Fehlens von Handelsattaches, Konsulaten und Handelsverträgen ist der Handel der Vereinigten Staaten mit Rußland heute schon weit mehr als doppelt so groß wie vor dem Kriege. In dem am 30. September 1926 abschließenden Rechnungsjahre führte die Union aus Sowjetrußland Waren im Werte von rund 20 Millionen Dollar ein. Die Einfuhr von Mangan ist dabei nicht berücksichtigt, da die Handelsorganisationen, die diese Angaben veröffentlichen, damit nichts zu tun haben. Die Ausfuhr der Union nach Sowjetrußland betrug in denselben 12 Monaten, abgesehen von der Ausfuhr der Harriman-Gesellschaft und anderer Konzessionäre, nahezu 55 Millionen Dollar. Der Amtorg, die größte amerikanische Organisation für den Handel mit Rußland brachte im Mai d. I. in der Union Aufträge in Höhe von 3 500 000 Dollar unter, mehr als in irgendeinem Monat ihres dreijährigen Bestehens. Das allrussische Textilsyndikat kaufte im Laufe der letzten lieben Monate für 35 Millionen Dollar ame- rikaniscye Baumwolle. Die weitere Entwicklung der Handelsbeziehungen zwischen der Union und Sowjetrußland ist nur eine Frage der Kredite, die die Sowjetrussen bei den Amerikanern erhalten können. Eine Verständigung über vorrevolutionäre finanzielle Verpflichtungen Rußlands gegenüber der Union böte an und für sich nur geringe Schwierigkeiten. Zweifellos arbeiten nicht nur in Sowjetrußland starke Kräfte in dieser Richtung. Unter den Fremden, die Moskau in den letzten Monaten besuchten, befanden sich auffallend viele amerikanische Geschäftsleute, darunter Vertreter amerikanischer Handelskammern, Finanzgruppen, Elektrizi- tätsgcsellschaften, Bergbauunternchmungen, Kahlen-, Petroleum- und Mangan-Sachverständige, Bevollmächtigte des Rockfeller-Konzerns und der Harriman-Gruppe. Nirgends ist man heute über Kapitalanlagemöglichkeiten in Sowjetrußland so gut unterrichtet wie in den Vereinigten Staaten. Und alle Amerikaner, die nach Rußland kommen, scheinen die Ueberzeugung zu gewinnen, daß dort die Möglichkeiten, Geschäfte zu maä)en und Kapital anzulegen, glänzend sind, daß aber der erste Schritt darin bestehen müßte, den Sowjetstaat mit einer langfristigen Anleihe auszustatten, die groß genug wäre, die staatlichen Handelskontrollkommissare mit genügendem Kapital für viele Jahre zur Entwick- Südliche Morgenstunde. Von Anton Schnack. Jetzt ist das Zimmer erfüllt von einer großen Hornisse, die den süßen und aufreizenden Geruch aus einer Schale voll zuckersaftiger Kirschen weit in ihrer grauen Felsenritze oder in ihrem zerschäbten Baumloch gespürt hat. Sie fliegt suchend die weiße Decke entlang, ihr ganzer Leib ist durchzittert von Spürsinn, der sie immer wieder von der harten Kälte der geweißten Decke zurückprallen läßt. Zornig klingt ihr Flügelgeräusch aus dem lichtblauen Glas des geschlossenen Fensters, auf das sie sich gestürzt hat, und durch das trügerisch der ungetrübte Himmel, die glühende Fläche des Meeres und im Felsgestein der immergrüne Strauch der aromatischen Myrte mit elfenbeinweißen und zärtlichen Blüten lockt. So ist es immer: du goldenes Tier mit wildem spielenden Stachel, auch uns locken die Düfte unbekannter und süßer Dinge, die in irgendeinem Dunkel verborgen sind, und denen wir entgegentreiben, erwartungsvoll, suchend, neugierig, unüberlegt und bereit Gefühl, Hunger und Wißbegierde an ihnen zu erproben und zu befriedigen. Ich lauere auf diese Stachelliere, sie sind die einzigen Tiere, die ich hasse: und zwar schon von den Tagen der Kindheit an, da ich an einem Rain mit kleinen braunen Schneckenhäusern spielte und plötzlich von einer dieser Wespen in das weiche Fleisch des Kinderarms gestochen wurde, obwohl ich nichts anderes tat als dazusitzen, mit einem Brot daneben, auf das mir die Schwester süßes Zwetschen- mus gestrichen hatte. Es ist schon die Fünfte, die mit gekrümmtem Leib am Boden vor dem Fenster liegt. Verzeihe mir, Geist der Tiere, daß ich sie mordete mit der dünnen Spitze meines Schreibstiftes, es ist die einzige Grausamkeit, deren ich gegen Tiere noch fähig bin! Du mußt es roiffen, Geist, wie es mir unmöglich war, dem kleinen Krebse Beine und Scheren abzureißen, um den Leid an die Angel zu spießen: Denn der Meersisch beißt nur an das, was gleich ihm im Meere lebt und gedeiht. Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Montag, 15. August 192? hing der geplanten umfassenden staatlichen Handelsunternehmungen zu versehen, die in manchen Fällen wohl bereits eingeleitet wurden, aber aus Man- gel an finanziellen Mitteln zum Stillstand kamen. Das bezieht sich sowohl auf das Donez-Kohlcnrevier, wie auf die verschiedenen Elektrisierungspläne, die Ausbeutung der reichen Petroleumfelder, der neu entdeckten Kalilager, die sehr umfangreich sein sollen, und der Mangan-Vorkommen bei Nikopol und in anderen Gegenden. Dasselbe trifft zu auf die Landwirtschaft, Die entsprechend finanziert, gewaltige Mehrerträge liefern könnte. Noch immer sind 85 Prozent der Bevölkerung Rußlands in der Landwirtschaft tätig. Bei der Mannigfaltigkeit der klimatischen Verhältnisse des Riesenreichs, die die verschiedenartigsten Kulturen ermöglicht, könnte Rußland das reichste Agrarland oorstellen, wenn seine land- wirtschaftlichen Betriebe nur genügend mit Geräten und Maschinen ausgestattet würden. Die wirtschaftlichen Gründe für eine Annäherung zwischen der Union und Sowjetrußland werden aber nunmehr auch auf amerikanischer Seite durch politische außerordentlich verstärkt. Der Pariser „Temps" malte schon in seiner Ausgabe vom 22. Juli eine „französisch-englisch-japanische Politik", als „mögliche Folge" der Genfer Seeabrüstungskonferenz an die Wand. In dieses Bild paßt der japanische Plan, der südmandschurischen Eisenbahngesell- schast ähnliche Machtbefugnisse zu geben, wie sie die ostindische Compagnie einst besaß, ausgezeichnet. Wird aber die Union, deren Anspruch auf Seemachtsparität England nicht gelten läßt, ruhig zusehen, wie England, das in Indien kriegerische Vorbereitungen trifft, Süd- und Mittelchina seinem Ko- lonialrciü) einzuverleiben und Japan Nordchina zu einer Art Japanisch-Indien zu machen sucht? Wird man sich nicht vielmehr in Washington überlegen, daß die rote Diplomatie und die Rote Armee mit Hilfe des amerikanischen Finanzkapitals für die Begünstigung amerikanischer Interessen im Fernen Osten verpflichtet werden könnten? Man vergesse nicht, daß die Union schon einmal nahe daran war, die Zweckmäßigkeit einer amerikanisch-russischen Linie fernöstlicher Politik zu erkennen, nämlich damals, als Japan anläßlich des Poltschak-Abenteuers viel mehr Truppen in Wladiwostok landen ließ, als den mit Amerika getroffenen Abmachungen entsprach. Wilson drohte, die Ausfuhr von Baumwolle und Stahl nach Japan zu verbieten, wenn das Gros der in Sibirien eingedrungenen japanischen Truppen nicht zurückgezogen würde. Japan gehorchte, Wilson rettete damit Sowjetrußland vielleicht feine fernöstlichen Provinzen. Heute kehrt Japan mit englischer und französischer Begünstigung zu seiner alten Eroberungspolitik zurück. Und ebenso wie damals wird man in Washington einsehen, daß die Ausbreitung des japanischen Imperialismus auf dem asiatischen Kontinent für Amerika ein größeres Ucbcl fein würde als die des Einflusses Sowjetrußlands, soweit dieser die chinesische Unabhängigkeitsbewegung begünstigt. UmdieRat§fitzede§vö!kerdunde§ Nachdem es im Herbst vorigen Jahres gelungen war, die Mitgliedschaft zum Völkerbundsrat, wenn auch nicht zu aller Zufriedenheit, zu regeln, wird man sich in Genf in diesem Herbst zu überlegen haben, welche Staaten an die Stelle der nur auf ein Jahr Ist neingewählten Nationen treten sollen. Belgien, die Tschechoslowakei und San Salvador müssen ihre Ratssitze zur Verfügung stellen: der Wunsch, in den Rat zurückzukehren, durfte aber wohl bei allen drei Ländern gleich stark fein. Es sind jedoch noch andere Völker vorhanden, die Anspruch auf einen Ratssitz erheben. An erster Stelle steht Finnland, dessen Aussichten nicht ungünstig sein sollen. Portugal und Griechenland, die sich auch um je einen Sitz bewerben, werden voraussichtlich kaum eine Mehrheit für sich finden. Schweden wäre weiter eine Nation, die jetzt in den Rat hineingehört. Dann aber kann Südamerika nach dem Ausscheiden San Salvadors nicht ohne Vertreter bleiben. Argentinien will in den Rat einziehen, der Völkerbund wird jedoch noch zu überlegen haben, ob nicht Brasilien ein enftprechendes Angebot zu machen wäre, um es zu bewegen, den schon angekündigten Austritt aus dem Bund wieder zurückzuziehen. So, wie im vorigen Jahre, wird auch diesmal ein heftiger Kampf um die drei frei werdenden Sitze entbrennen, der den Bundesdiplomaten alle Hände voll zu tun geben wird, um zu vermitteln und den Frieden zu wahren, besonders bann, wenn bei der Neubesetzung dieser Sitze die eine oder andere Nation sich nicht berück- sichngt finden wird. im-'-wravtM'.Mmrwur.i im r. -arujn..ur«_ i.-a Du mußt es wissen, wie mein Jagdblut nach dem schwankenden Bambus des Angelsteckens sich sehnt, wenn die Schwärme der Fische aus dem schwarzen Schein der Tiefe auftaudjen und am Uferrand entlangtreiben, um den verfaulten Schlamm nach Fraß zu durchstreifen. Hier sah ich auch eine junge Meer- schildkröte schwimmen: ich, an dich großen und wilden Geist der Tiere denkend, enthielt mich jedes Steinwurfes und ließ sie, die unbeirrt und schwankend vorwärtsschwamm, in den Höhlungen des Uferrandes verschwinden. ♦ Ich weiß, daß du mir, da ich dieses denke, gütig gesinnt bist: denn im Gewirr der phönizischen Sadebäume und des immergrünen Kreuzdorns singt ein mir unbekannter gebeneöeiter Vogel, eine Sängergrasmücke oder eine Blaudrossel vielleicht, jetzt die Melodie ihrer Stunde. Dann, wenn der heiße Mittag kommt, wird sie schweigen. Zunächst ist es ein Ton, als hätte er zu warnen ober einer Erregung Ausdruck zu geben. Dann wird er süßer, schwellender, mit schluchzenden Lauten angefüllt, hin- geroorfen wie ein abgestimmter Fall von klingenden Kugeln und in einen langen klagenden Ton hinge- gehalten. Dazwischen hinein springt und fällt das zwitschernde Geplapper einer Felsenmeise. Dreimal am Tage läßt du mich ihn, Geist und Pan des steinigen Abhanges, hören. Zum erstenmal morgens, wenn die dunklen und verbrannten Jnsel- bauem, mit den roten Mützen auf den Ohren und den riesig-blauen Pluderhosen um die Schenkel auf Segelbooten in die Bucht treiben und die Berge ganz erstarrt und steinkalt aus der kühlen Nacht sich schälen. Ehe ich noch meinen Traum beende, singt der Vogel seine zarte, schwermuchafte Strophe aus dem wilden Granatapfelbaum. Man kann seine Kehle einer Flöte vergleichen, di« ein trauernder und in sich versponnener Knabe bläst. Wie soll ich ihn deuten, diesen reinen rufenden Ton der Morgenkühle, der ich mich mit nackten Füßen über den Stein der Terrassen schleiche, um nach dem Sänger zu spähen, wie er seine kleine klopfende Kehle durch das Ge- zweige pochen läßt. Nicht uninteressant ist auch die Präsidentenfrage. Chile ist die Leitung der 46. Session zugefallen, für die 47. käme China in Frage. Welche der chinesischen Regierung wird aber nun bas Präsidium zu übernehmen haben, die in Nanking oder di« in Peking? Zur hessischen landwirtschaftlichen Landesausstellung. Nach 22jahriger Unterbrechung ist es erst dieses Jahr möglich geworden, wieder eine landwirtschaftliche Landesausstellung, die vom 15. bis 20. September in Darmstadt stattfinden soll, abzuhalten, um die Fortschritte auf sämtlichen Gebieten der Landwirtschaft und der mit ihr in Verbindung stehenden Industrien allen Devölkerungskreisen in Stadt und Land vor 2luaen zu führen. Die Vielseitigkeit der Ausstellung macht besonders umfangreiche Vorbereitungsarbeiten erforderlich. So tagte am 10. d. M. in der Landwirtschaftskammer der Wirtschafts- und Vergnügungsausschuh, in dem u. a. die Ernährungsfrage auf der Ausstellung besprochen wurde. Reben einem Hauptrestaurant sind noch mehrere Hallen und Kantinen für Essen und Trinken vorgesehen, ferner ein großes Eafö, eine Milchkosthalle u. a. m. Ein Orchester wird in der Nähe des Dorführungsringes vor- und nachmittags spielen und nachinittags wird noch eine zweite Kapelle an einem anderen Platze des Ausstellungsgeländes Unterhaltungsmusik machen. In einem Kino werden bei freiem Eintritt landwirtschaftliche Lehrfilme vorgeführt. Am Abend des 10. August tagte ferner der Platzausschuh, der sich mit der Errichtung der 'Bauten, der Platzverteilung und der Elektrizitäts-, Gas- und Wasserversorgung der Ausstellung befaßte. Alles in allem läßt sich sagen, daß in eingehender und vorsorglicher Weise von der ßanb» Wirtschaftskammer in Verbindung mit den zuständigen Stellen alles getan wird, was geeignet ist, um den Verlauf der Ausstellung ganz hervorragend zu gestalten. Tagung der hessen-nassauischen Handelskammern. In der letzten Sitzung des Verbandes Hefsen-Rassauischer Industrie- und Handelskammern in Frankfurt a. M. wurde beschlossen, folgende Anträge in Her Herbstsihung des Landeseisenbahnrates Frankfurt a.M. zu stellen. Zugänderungen, die nur den Bezirk einer Direktion betreffen, sollen auch innerhalb des laufenden Fahrplans durchgeführt werden. Auch soll es nicht zulässig sein, daß die Reichs- bahndirektion die Erstellung wirtschaftlich notwendiger -Züge von der Gewährung besonderer Zuschüsse abhängig macht. Ferner soll beantragt werden, die Stückgutannahmestellen bis 5 Uhr nachmittags offenzuhalten. Im Interesse der Bergwerks- und Hüttenindustrie an Lahn und Dill soll die Gewährung von Frachterleichterungen beantragt werden. Die Weekend-Bewegung wurde, insbesondere vom Standpunkte des Einzelhandels aus, einer Erörterung unterzogen mit dem Ergebnis, daß eine Uebertragung des in Großhandel und Industrie üblich gewordenen Geschäftsschlusses am Samstagmittag auf den Einzelhandel nicht angängig fei, da der freie Samstagnachmittag in erster Linie zum Einkauf dienen soll. Schließlich wurde der neue Entwurf eines Deichs rahmengesehes über dieReal- fteuern besprochen. Es wurde übereinstimmend dem lebhaften Bedauern darüber Ausdruck gegeben, daß der ursprüngliche Gesetzentwurf unter dem Druck der Länder erhebliche Verschlechterungen erfahren hat, die den Zweck des Gesetzes, nämlich die baldige Vereinfachung der Steuerverwaltung, stark gefährden. Insbesondere wurde beanstandet, daß es nach dem neuen Entwurf in das Belieben der Landesregierung gestellt ist, ob sie Sicherungen gegen die Ueberspannung der Gewerbesteuer im Auftichtswege oder durch das Anhvrungsrecht der Derufsvertrekungen schaffen will. Kunst und Wissenschaft. 60. Geburtstag von Rudolf G. Dinding. Am 13. August feierte der Dichter Rudolf G. B i n d i n g den 60. Geburtstag in seinem kleinen Unergründlich bleibt mir, wovon der Vogel singt: von dem Hause vielleicht, das Schatten über den Baum wirft, der davor am Felsen hängt; und in dessen Gabel dein Nest, selige Kreatur, im kaum gewahren Winde zittert? Don dem Mädchen, das bald an den Strand kommen wird und mit Muscheln spielt? Don mir, der ich nach den Segelbooten spähe, die hölzerne Fässer an Bord und weiße erlegte Fische unter den Ruderbänken haben. Aber was geht ihn das Menschliche an! Seine Geheimnisse, seine Gefühle, seine Stimmungen, seine Klagen bleiben mir so unbekannt wie die Gesetze, die das Gestirn des Großen Wagens im diamantenen Wirbel der hohen Sommernacht aufbauen. Den ganzen Mittag wird er ruhen: dann ist nur das Geräusch der Wellen vernehmbar und das leichte Sausen des Mistralwindes, der weit draußen auf dem Meere sich um die Zeit erhebt, wenn die Kraft der Sonne am stärksten und glühendsten ist. Der Dogel ist verstummt, nun ist Schweigen. Auf der Terrasse liegt mit weißen ätzenden Feuern die Sonne. Der Ausschnitt der Türe, durch die ich schaue, hält mir die Spitze einer Zypresse entgegen, die starrend und unbewegt mit schwarzem Riß die Bläue schneidet. Ich weiß nicht, was ich tun soll: es ist wie ein Schlaf, der feinen Segen und sein Heiligtum hat. Ich wage ihn nicht zu stören. Hochschulnachrichten. - Der von der Carl-Zeiß--Stiftung begrün» bete Ernst-Abbe-Gedächtnispreis zur Förderung der mathematischen und physikalischen Wissenschaften und deren Anwendungsgebiete sowie die mit dem Preise verbundene Abbe- Medaille kommt Ende des Jahres 1928zum ersten Male für Anwendungsgebiete bet Mathematik und Physik zur Vergebung. Das Preisgericht wird von den Herren Hecker- Jena, P r a n t l- Göttingen, Z e n n e ck - München gebildet. Besondere Bewerbung ist nicht erforderlich. - Der erste mathematische Preis wurde 1924 Felix Klein für seine „Mathematischen Werke" zuerkannt, der Haus in Buchschlag bei Frankfurt, das er schon lange Jahre bewohnt. Dem kleinen Dillew- Vorort hat er vor dem Kriege als Bürgermeister vorgestanden. Erst verhältnismäßig spät hat sich Dinding der Dichtkunst zugewendet, uni) wenn man heute fein Werk übersiebt, erscheint es klein. Uni) doch ist der Dichter heute im besten Sinne in Deutschland populär. In feiner prachtvollen Fliegernovelle „Unsterblichkeit". der „Keuschheitslegende" und vor allem im „Opfer- gang" erweist sich Dinding als Beherrscher der Sprache und des Wortes von höchster Kultur. Der Krieg, den Binding als Ofsizier an der Front mitmachte, wurde ihm zum großen Erlebnis. widergespiegelt in seinem Tagebuch „Aus dem Kriege". Die philosophische Fakultät der Universität Frankfurt hat dem Dichter Rudolf G. Binding aus Anlaß feines 60. Geburtstages zum Doktor der Philosophie ehrenhalber ernannt. Oberhessen. Neuer Stauweiher des Wasserkraftwerkes Oberhessen. I Glashütten, 14. Aug. Das Wasserkraftwerk der Provinz Oberhessen hat seither sehr günstig gearbeitet. Schade ist es nur, daß das Staubecken im Hillersbachtal zu klein ist, um neben dem Rückstauwasser des Hirzenhainer Staubeckens noch nennenswerte Wassermcn- gen des Hillersbaches, die dieser zur Zeit führt, aufzunehmen. Diese oft sehr bedeutenden Wassermengcn gehen heute nutzlos verloren, während sie, aufgc- speichert, die Zahl der Betriebstage des Kraftwerkes erheblich vermehren konnten. Die Provinz ist bereits dem Gedanken der Aufspeicherung dieser Wassermassen nähergetreten und hatte die Erhöhung der Staumauer des Staubeckens im Hillersbachtal erwogen. Diese Adsiäst hat sich jedoch als untunlich erwiesen, da die so erhöhte Staumauer nicht genügend stark und genügend fun= damentiert sein würde, um dem Wasserdruck aus alle Fälle standzuhalten. Nun plant die Provinz, dem Vernehmen nach, die Anlage eines neuen Stau weihers unmittelbar oberhalb des bereits vorhandenen. In der Gemeinde Glashütten findet dieser Plan keinerlei Gegenliebe. Gegen ihn wird ins Feld geführt, daß er den besten Wiesengrund der Gemarkung, der durch die Arbeiten der Feldbereinigung noch wertvoller wird, in Anspruch nimmt. Andererseits erkennt man die Notwendigkeit eines zusätzlichen Staubeckens an und macht den Vorschlag, es weit oberhalb Glashüt- t en s in einer Talenge des Hillcrsbach- t a ( e s zu errichten. Die für den Betrieb des Kraftwerkes in Betracht kommenden Wassermengcn aus Schneeschmelzen, schweren Regengüssen usw. tonnten auch an dieser Stelle aufgespeichert werden. Darüber hinaus aber hätte die Anlage noch mehrere nicht gering einzuschätzende Vorteile: Zunächst würde statt wertvollen Geländes minder wertvolles zu erwerben fein. Ein Teil des Geländes könnte im Feldbereinigungsverfahren durch Tausch erworben werden. Für die Zwecke der Mühlen und der Bewässerungsanlagen könnte stets Wasser zur Verfügung stehen, da es ja immer von der unteren Talsperre wieder ausgenommen würde. Von ganz besonderer Wichtigkeit erscheint aber folgender Umstand: Bei der Schneeschmelze, plötzlichen starken Regengüssen usw. werden die tiefliegenden Häuser Glashüttens stets vom Wasser beschädigt. Die Gefahr ist oft sehr groß. Hier würde die Talsperre oberhalb des Dorfes eine Rettung aus ständiger Gefahr bringen. Und um zum Schluffe mich nock den Naturfreund zu Worte kommen zu lassen: Unser Vogelsberg hat wirklich Mangel an kleinen Weihern und Teichen, die andere Mittelgebirge so beleben. Ein Talsperrensee im oberen Hillersbachtal würde sicher eine Freude für alle Touristen fein und immer mehr Ausflügler in unseren schönen Vogelsberg locken helfen. Landkreis Gictzen. r Rödgen, 14. Aug. Seit einigen Jahren bewohnt unseren am Ende der Langen Oris- straße gelegenen Dorf teich die in der Mitte des vorigen Jahrhunderts aus Rordamerika eingewanderte Wasserpest. Ihre Dermehrung ist sehr erstaunlich. Jrn letzten Jahr wurden zwei große Hausen dieses Wassergewächses mit einem steinbeschwerten Seil herausgeschafft, und dieses Jahr ist es schon wieder bis unter die Wassererste physikalische Preis 1926 Pros. Wilhelm Wien- München, „einem Meister der Theorie und des Experiments". — Der erste Assistent am kunsthistorischen Institut der Universität Bonn Dr. phil. Josef Busley ist vom 1. Oktober 1927 ab zum Dezernenten für Kunst- und Denkmalpflege der Rheinprovrnz bei der Landes- Verwaltung in Düsseldorf berufen worden. Dusleys Sondergebiet ist mittelalterliche, kirchliche, insbesondere karolingische Architektur. — Der Senat der Universität Heidelberg hat Frau Fanny Hoffmann, Witwe des Geheimrats Pros. Dr. I. Hoffmann, in dankbarer Würdigung ihrer der Universität erwiesenen großherzigen Unterstützung die Würde eines Ehrenbürgers der Universität verliehen. — Der o. Professor der Mathematik an der Berliner landwirtschaftlichen Hochschule Dr. Aloys Timpe ist zum ordentlichen Professor an der Berliner Technischen Hochschule ernannt worden. — Die Ernennung des a. v. Professors Dr. med. Theodor Drugsch in Berlin zum ordentlichen Professor und Dir^tor der medizinischen Klinik der Universität Halle a. d. S. als Rachfolger von Prof. Dolhard ist erfolgt. — Der a. o. Professor De. Karl August Rvjahn in Freiburg t B. ist zum Dorsteher der pharmazeuttschen Abteilung am chemischen und pharmazeutischen Institut der Universität Halle und zugleich zum ordeittlichen Professor in der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität daselbst ernannt worden. Rojahn ist in Halle Rachfolger des im Rovember 1926 verstorbenen Prof. Dr. H. Schulze. — Pros. Dr. thevl. et phil. Johann Stefses an der Universität Rymegen (Holland) hat den an ihn ergangenen Rus zur Uebernahme des Lehrstuhls für allgemeine Religionsgeschichte und vergleichende Religionswissenschaft in der katholischtheologischen Fakultät der Universität Münster i. W. als Rachfolger von Prof. F. Dölger crn- genonnnen und bereits seine Ernennung zum Ordinarius in Münster erhalte!» Oberfläche gewachsen. — Der Teich ist mit Karpfen besetzt. In diesem Jähr soll junge Brut hineintominen. — Allgemein ist das Bedürfnis nach einer Gelegenheit zum Baden im Freien. Manche Kinder suchen den »Tümpel" bei Trohe auf; Erwachsene gehen vereinzelt in die Wieseck beim Stolzen Qltorgen. Aber die Ufer der Wieseck sind sehr steil und das Wasser ist, jedenfalls weil es so tief und eingeengt fliestt, verhältnismäßig kühl. Es wäre gut, wenn bei der Regulierung der Wieseck, die ja in absehbarer Zeit einmal vorgenommen wird, an einer günstigen Stelle ein Flachufer geschaffen würde, damit sich jeder im Sommer den Genuß eines Freibades verschaffen könnte. V L ich, 14. Aug. Wenn in diesen Tagen Landwirtschaftsämter und andere berufene Stellen auf die große Gefahr aufmerksam machen, die unserer Gemüseernte durch dieRaupendesKohl- weißling-Schmetterlings droht, so hat das seine volle Berechtigung. Zu Tausenden kann man diesen Falter täglich ausschwärmen sehen; die Weibchen suchen sich an Gemüsepflanzen geeignete Stellen zur Eierablage. Wie stark diese ist, zeigt ein Versuch, der hier auf einer ca. 150 Qm. großen Gern iisefläche gemacht wurde. Hier fanden sich an den Blättern von Weißkohl, Wirsingkohl, krauser Kohl und besonders an Blumenkohl insgesamt 80 Eierhäufchen. Bei einzelnen dieser Häufchen wurden die Eier gezählt, oft waren es mehr als 100 Stück. Nimmt man die Häuschen mit durchschnittlich 75 Stück an, dann hätten sich aus diesen 80 Häufchen 6 0 0 0 Raupen bilden können. Man kann wohl annehmen, daß nicht alle Eier ausgehen, auch Raupen durch alle möglichen Umstände zugrunde gehen, aber wenn auch nur 3000 Stück übrig geblieben wären, dann hätte das sicher genügt, um sämtliches Gemüse zu vernichten. Darum ihr Gartenbesitzer, die Augen auf! Die Eier müssen unbedingt vernichtet werden! Sind die Raupen erst geschlüpft, dann wird es in den meisten Fällen zu spät sein. Bei dieser Gelegenheit soll nicht versäumt werden, auf den Schutz der Singvögel hinzuweisen, diesefmbdie besten Gehilfen im Gemüse- und Obstbau. Man vergesse auch die Kröte nicht, sie ist sehr nützlich und vertilgt viel schädliches Ungeziefer. Kreis Friedberg. —Friedberg, 14. Aug. Die Wette r a u e r Zuckerfabrik Friedberg-Fauerbach beschloß in ihrer ^gestrigen Generalversammlung eine Dividende von 8 Prozent zu verteilen. Auf Den Zentner Aktienrüben soll eine Nachzahlung in Höhe von 6,5 Pfennigen erfolgen. Damit stellt sich der Preis für den Zentner Zuckerrüben auf 1 Mark 71,5 Pfennig. Der bisherige Aufsichtsrat wurde einstimmig wiedergewählt. / Bad-Nauheim, 14. Aug. Zur Teilnahme an den deutschen Meisterschaften der Deutschen Turnerschaft in Berlin sind die bekannten Volksturner K. May und A. Langsdorf vom hiesigen Turnverein abgereist. Auf Grund der Leistungen beim Kreisturnfest in Darmstadt ist ersterer zu der Meisterschaft im 800-Meter-Lauf. letzterer zu der Meisterschaft im Kugelstoßen zugelasfen. — Die am 4. Mai 1879 eröffnete Kinderheilanstalt Elisabethhaus hat sich aus bescheidenen Anfängen zu einer der angesehensten deutschen Kinderheilstätten entwickelt. 1660 Kiick)er hatten im. vergangenen Jahre darin Aufnahme gefunden, wie bei der letzten Jahresversammlung vom Vorsitzenden, Pfarrer Knodt, berichtet werden konnte. Neu in den Vorstand wurden Bürgermeister Dr. Ahl und Prof. Dr. Weber berufen. Die Rechnung des letzten Geschäftsjahres schließt ab mit 140 049 Mk. rn Einnahme und 129 398 Mk. in Ausgabe. pb. Butzbach, 14. Aug. In der letzten Stadtverordnetensitzung wurden die Aaicäge um Ueberlassung von Bauplätzen und kleinen Geländestreisen am Zipfenweg ohne Widerspruch genehmigt. — Der Vereinbarung des Kreisamtes Friedberg mit den 6 Guten Bad-Nauheim und Friedberg über die Benutzung der Motorspritze bei auswärtigen Branden soll auch seiteirs der Stadt Butzbach beigetreten werden, jedoch soll als De:gütung für die Bedienungsmannschaft der Betrag von 1 Mk. und nicht 0,75 Mk. für die Stunde festgesetzt werden. — Weiterhin wird beschlossen, daß W o h n u n g s b a u t en,, die im Kalenderjahr 1927 begonnen werden, für das zur Zeit der Fertigstellung laufende und für die nä bstsolgenden fünf Rechnungsjahre auf Antrag grundsteuerfrei bleiben. — Bei allen Neubauten in solchen Straßen, in denen bereits Randsteine für erhöhte Fußsteige gesetzt find, Geschichten von Joseph Joachim. Joseph Joachim lebt in den Herzen aller derer fort, denen es vergönnt war, fernem seelen- vollen, von einer einzigartigen Harmonie getragenen Geigenspiel zu lauschen, und dankbar toiro die große Gemeinde, die er in der ganzen Welt besaß, seiner gedenken, da in diesen Tagen zwei Jahrzehnte seit seinem Hinscheiden Der« güK.en sind. Joachims Schaffen lebt nicht nur in der Geschichte des Diolinspiels fort, sondern i her Musikgeschichte überhaupt, da seine Per- sö. ck. icit mit den Großtaten deutscher Musik im 10 ^ahrhutzdert von Liszt bis zu Brahms eng verbunden war. Don seiner Persönlichkeit ging ein bezwingender Zauber aus, eine Güte und Bescheidenheit, von der so manche Geschichte er ,lt. Bezeichnend für ferne Schlichtheit ist l r . ers ein Zug, den der große Arzt Prof. Bi hesm Ebstein in feinen Erinnerungen er- z. । . Es war an einem Sonntag 1894, als der $ unor in seinem Sprechzimmer in der Götti r.r Klinik die Visitenkarte Joachims auf seb- r u Schreibtisch sand. Joachim wollte wegen f. er Hände um Rat fragen, da ihm seine ge- schwolleneir Fingergelenke Sorge machten. Er er» kündigte sich über die Aussichten, die ifjm für die Zukunft beim Gebrauch seiner Hände biet« ben würden, und obwohl er damals bereits Welt- bc..i)mt war, fügte er doch erklärend hinzu: „Ich brauche meine Hände sehr nötig. Ich geige nämlich!" Ebstein, der den Meister schon oft gehört hatte, versicherte ihm, daß er das wohl Wicke; er konnte ihm auch über seine Hände beruhigende Auskunft geben und ihm eine wirksame Behandlung empfehlen. „Joseph Joachims Ausspruch: .Ich geige nämlich0, schließt der Professor. „ist für mich immer ein geflügeltes Wort gerieben, das als eins der vielen Zeichen seiner rührenden Bescheidetcheit Wohl verdient, auch weiteren Kreisen bekannt zu werden: es charakterisiert den Mann!" Als Joachim noch Konzertmeister in Hannover war, wollte er auch gern Schlittschuhlaufen lernen. Ein Bahnseger Dull- meyer bot sich ihm als Lehrmeister an: „So, Herr Joachim," nach beendigtem Anschnallen, soll der Bauherr verpfliichtet werden, zukünftig gleichzeitig den Fußsteig anzulegen. Die Versammlung stimmt oieser Vorschrift zu. — Weiterhin genehmigt sie den Nachlaß von 1410 Mk. Obligationszinsen an die Butzbach—Licher Eisenbahn-Gesellschaft zur Deckung des Fehlbetrags aus dem Rechnungsjahr 1926. — Weiterhin beschließt die Versammlung, um den durch den stets stärker werdenden Fuhrwerks- und Autoverkehr verursachten s ch l e ch t e n Z u st a n d des H a u p t st r a ß e n z u g s der Stadt in der Richtung Frankfurt—Gießen zu verbessern, die Weiseler und Wetzlarer Straße aus chüeßlich Marktplatz, sowie auch die Bahnhofstraße bis zum Bahnübergang mit Asphalt-Tetckn (Tapelabelag) zu versehen. Die Arbeiten werden im Anschluß an die Fertigstellung der Ortsausgänge, die mit gleichem Material versehen werden, ausgeführt. Die Kosten betragen etwa 40 000 Mk., die durch Kapitalaufnahme aufgebracht werden sollen. — Zur Unterbringung der Kleinkinderschule muh ein Neubau errichtet werden, da die Räume in der Langgahschule für über 120 Kinder zu klein geworden sind. Nach dem Kostenvoranschlag betragen die Baukosten etwa 40 000 Mk. Der Kugelhausfonds ist bereit, zu den Baukosten einen Zuschuß von 20 000 Mk. zu 2 Prozent Zinsen gegen hypothekarische Sicherung zu gewähren, wenn ihm die Benutzung der Räume an einigen Abenden in der Woche zu evangelischen Gemeindezwecken zur Verfügung gestellt wird. Die Versammlung beschließt den Dau und ist mit der Her gäbe von 20 000 Mk. zu 2 Prozent einverstanden, verlangt jedoch vertragliche Festlegung mit dem Kugelhausvorstand. — Zur Aufbringung des Gemein beum« lagebedarfs für das Rechnungsjahr 1927 in Höhe von 149 000 Ml. werden folgende Ausschlagsätze beschlossen: 1. Gebäudesteuer 0,12 Mk. von 100 Mk. Wert, 2. Grundsteuer 0,24 Mk. von 100 Mk. Wert, 3. Sondergebäudesteuer 40 Prozent der staatlichen Sondergebäudesteuerzahlungen, 4. Gewerbesteuer a) 0,80 Mk. von 100 Mk. Anlage- und Betriebskapital, b) 1 Mk. auf 1 Mk. des staatlichen Gewerbeertragssteuersolls für das Rechnungsjahr 1925. — Weiterhin wird auf speziellen Antrag des Stadtverordneten Iontz beschlossen, zur Alnterstützung der Gesangvereine einen Betrag von 300 Mk. zu bewilligen, womit die Vereine die jeweils zu zahlende Vergnügungssteuer decken sollen. — Ferner wird auf Anregung der Feuerwehr beschlossen, unter dem Marktplatz einen Wasserbehälter für Feuerlöschzwecke mit einem Fassungsvermögen von 100 Kubikmeter zu chrichten. Die Kosten betragen etwa 3700 bis 5000 Ml., die durch Kapitalaufnahme gedeckt werden sollen. —Rockenberg, 14. Aug. Sein 50-jghriges Priesterjubiläum beging heute unser Ortspfarrer, Geistlicher Rat Dekan Waldmann, der zugleich als katholischer Seelsorger am Zuchthaus Marienschloh tätig ist. Er wirkt seit 27 Jahren hier. Dekan Waldmann ist 1853 in Seligenstadt a. Main geboren, während des Kulturkampfes wirkte er in Bayern, bis er später in Gonsenheim, Viernheim, Gcm- Dickolheim, Großsteinheim mrd seit 1900 in Rockenberg Verwendung fand. tz Ossenheim, 14. Aug. Eine der ältesten Wetterauer Dorfkirchen ist unser kleines Gotteshaus, das zur Zeit im Innern renoviert wird, nachdem vor kurzem ein neuer Turm aufgesetzt worden ist. Das ehrwürdige Kirchlein ist in der Zeit des steigenden Einflusses des Klosters Fulda gegründet worden und zwar als eine Filiale der Dergkirche zu St. Johannis bei Bad- Nauheim Ein noch vorhandener Taufstein, der der Zeit um 1200 entstammt, beweist, daß unsere Kirche um diese Zeit das Taufrecht besaß. Das Gotteshaus erlebte 1608 und bann wieder im 18. Jahrhundert größere bauliche Veränderun- gen, bei welchen jedenfalls auch die wertvollen Malereien entstanden sind, die man jetzt beim Abkrahen der Südwand entdeckt hat. t Assenhsim, 14. Aug. In dem Gemarkungsteil „in der alten Burg" konnte der Friedberger Altertumsforscher Prof. Dr. Blecher im Vorjahr Reste einer römischen Siedlung fest- stellen. In seinen diesjährigen Sommerferien hat nun der eifrige Forscher die Ausgrabungs - arbeiten mit Erfolg fortgesetzt. Die Grundmauern einiger römischer Gebäude sind bereits freigelegt. Bei den Arbeiten schnitt man auch Siedlungen aus der jüngeren Steinzeit an. Die gemachten Funde sind von neuem ein Beweis für die ununterbrochene Besiedlung der Wetterau aus den frühesten Zeiten der Vorgeschichte bis in unsere Tage. Kreis Schotten. □ Gonterskirchen, 13. Aug. Nachdem unsere Gemarkung vermessen ist, beginnt nunmehr die Feldbereinigung. Gleichzeitig soll auch der Lauf der Horloff neu reguliert werden, da bet Bach die Gemarkung in Versumpfung bringt. — llnfer.' Kirche wirb gegenwärtig wiederh:r- gestellt. Sie sollte vergrößert werden, da ihr Raum für unsere Gemeinde zu klein ist. Der Denkmalpfleger Prof. Walde (Darmstadt) hatte jedoch erklärt, baß wegen des landschaftlichen Bildes vom Dorfe aus nur die Rordwanb geändert werben dürfe. Man hat deshalb von einer Vergrößerung überhaupt abgeschen. Untere Kirche, Die der politischen Gemeinde gehört, wirb von Sachverständigen in ihrem ältesten. Teil dem 13. Jahrhundert zugewiesen. £ Helpershain, 14. Aug. Dieser Tage kam aus den unbenutzten Wirtschaftsräumen der hiesigen Schule eine Henne mit neun Küchlein daherspaziert. Sie hatte die Schar ganz unbemerkt ausgebrütet und mußte sich und ihr Volk, bis ihr Besitzer sich ihrer annahm, von den Frühstücksresten der Schulkinder ernähren. Kreis Alsfeld. ! O-ber-Ohmen, 14. Aug. Die Frei- herrlich Riedesel sche Verwaltung hat die V e r s e tz u n g der beiden hiesigen Forstbeamten, des Reoiersörsters Hansult und des Försters Falk, rückgängig gemacht. Infolgedessen bleiben beide Beamte, die es während ihrer seitherigen Wirksamkeit verstanden haben, sich geachtet und beliebt in unserer Gemeinde zu machen, in Ober- Ohmen. — Unsere Gemeinde hat nun auch eine Badegelegenheit. Nachdem die Riedeselsche Reoieroerwaltung im vergangenen Winter den im nahen Berggarten gelegenen Teich instand gesetzt und mit Wasser gefüllt hat, erlaubte Revierförster Hansult in entgegenkommender Weise das Baden in dem Teich. Inmitten des Teiches befindet sich eine kleine Insel, die durch eine Brücke mit dem Ufer verbunden ist. Da die Insel mit Bäumen und Gebüsch umgeben ist, eignet sie sich sehr gut als Aus- und Ankleideplatz. Hoffentlich wird nun von den Einwohnern Oder-Ohmens recht reger Gebrauch von der Badegelegenheit gemacht. — Die Schüler der hiesigen Schule haben während ihrer freien Zeit innerhalb einer Woche 15 000 Kohlweißlinge gefangen, ein Beweis dafür, in welch ungeheuren Massen der gefürchtete Schädling in diesem Jahre auftritt. Reichlich drei Viertel der Schmetterlinge waren Weibchen. Da jedes Weibchen 200 bis 300 Eier legt, hätte ihre Nachkommenschaft mindestens 2i Millionen Raupen betragen, die genügt hätten, um die gesamte Gemüseernte in der hiesigen Gemarkung zu vernichten. Trotzdem ist die Gefahr noch sehr groß. Wenn aber in allen Orten mit demselben Erfolg gegen die Kohlweißlingsplage oor- gegangen wird, so würden gewaltige Werte vor der Vernichtung bewahrt. Kreis Lauterbach. 4= Eichelhain, 13. Aug. Die diesjährigen Reichsjugendwettkämpfe für den Bezirk Engelrvd wurden in der Nähe von Eichelhain auf einer großen Hutweide auSgetragen. Auf die sieben beteiligten Ortschaften wurden die 32 Preise für Jungen und 4 für Mädchen wie folgt verteilt: 6 nach Dirlammen, 4 nach Eichelhain, 1 nach Eichenrod, 4 nach Engelrvd, 7 nach Hörgenau, 3 nach Hopfmannsfeld, 7 nach Lanzenhain. Die beste Leistung im Dreikampf fiel nach Gichelhain (71 Punkte). Drei Mädchen aus Lanzenhain und eines aus Hopfmannsfeld konnten preisgekrönt werden. Rheinhessen. WSN. Mainz, 13. Aug. Der hn 84. Lebensjahre stehende Domkapitular Engelhardt kann am Montag, 15. August, (dem Tage Mariä Hinmrelfahrt) sein 60- jähriges (diamantenes) Priesterjubiläum begehen, Preußen. Kreis Wetzlar. O Aus dem Kleobacht al, 13. Aug. Der Schnitt des Roggensist im Kleebachtale im großen und ganzen beendet. Die Ernte des Hafers und der Sommergerste ist im vollen Gange. Hier und da war schon damit begonnen, den Roggen in die Scheunen einzufahren. Nach den bis jetzt vorliegenden ersten Ausdruschergebnissen ist der K ö rncr er trag gut. Der zweite Grasschnitt zeigt einen sehr guten Stand, so daß mit einer guten Grummeternte gerechnet werden kann. Auch der Stand der Kartoffeln „nu stellen Sie sich mal auf die Schrittschau — so — un nu smieten Sei bat eine Bein so un bat andere so herut un da loprn Sei hen." Joachim folgte der Weisung, fiel aber bald unsanft auf dem Eis hin. „Ja, ja," meinte Düllmeyer, indem er ihm wieder auf die Deine half; „so licht is bat nich als Viggelinspeelen!" Joachim erfreute sich des bei den Musikern traditionellen üppigen Haarwuchses. Als er einmal in London Konzerte gab, trat er in einen Laden, um sich rasieren zu lassen. Der bienftbefliffene Figaro wollte ihm durchaus die Haare schneiden, und als Joachim die mächtige Künstlermähne energisch schüttelte, sagte er schließlich im Ton bet Verachtung: „Wollen Sie denn wirklich genau so aussehen wie ein deutscher Musiker?" Eine hübsche und wenig bekannte Geschichte von Joachim hat der langjährige Pastor der amerikanischen Kirche in Berlin, Dr. I. F. D i ck i e, ausgezeichnet. Die amerikanische Gemeinde wollte damals in der Reichshauptstadt eine amerikanische Kirche bauen, und in einem Konzert, dem auch Joachim beiwohnte, bemerkte bet Gesandte Der Vereinigten Staaten, Andrew White, baß bet Meister besonberS guter Laune war. Er gab also dem Geistlichen einen Wink, er solle Joachim bitten, ein Konzert für den Kirchenbau zu geben, und ihm versprechen, er werbe bann „in den amerikanischen Himmel" kommen. Als der Geistliche sein Sprüchlein vorbrachte, fragte Joachim mit verschmitztem Lächeln, ob denn der amerikanische Himmel so besonders schön sei. Der Geistliche bejahte dies, als aber Joachim humorvoll Gewißheit darüber verlangte, ob er auch in den amerikanischen Himmel kommen werde, sagte Dickie: „Ich will Ihnen eine Geschichte erzählen. Ein reicher alter Schotte, der auf dem Sterbebette lag und wegen seiner vielen Sünden die ärgsten Beklemmungen hatte, ließ einen Geistlichen kommen, und fragte ihn, ob er wohl ins Paradies käme, wenn er der Kirche 20 000 Pfund vermache. Der Pastor erwiderte, garantieren könne er ihm nicht, aber die Sache wäre unter allen Umständen eines Versuches wert." Joachim lachte und sagte, er werde es auch auf einen Versuch ankommen lassen, worauf er ein Konzert gab, das für den frommen Zweck eine stattliche Summe erbrachte. Kater Murr. Don Margarete Friederici. Nicht von dem in der deutschen Literatur berühmt gewordenen Kater sei hier die Rede, sondern von einem leibhastiaen modernen Namensvetter, der ein sehr angenehmes Leben in den Räumen einer Redaktion führi. Mit bewundernswerter Grazie und absoluter Selbstverständlichkeit steigt er zwischen Manuskripten, Büchern, Tintenfässern, Leimtöpfen und allerlei Schreibgerät umher. Seine Person wäre dort einfach nicht fortzudenken, und er ist von seiner Wichtigkeit auch durchaus überzeugt. Er weiß etwas, das wahrscheinlich noch nicht einmal allen Menschen bekannt ist, nämlich: daß die Menschen zur Bedienung der Katzen auf der Welt sind. Diese Tatsache tritt besonders sinnfällig in Erscheinung, wenn Murr fein Lieblingsspielzeug, einen winzigen Ball, unter Schränke und Regale zu rollen beliebt und die Menschen das Spielzeug wieder hervorholen müßen. Inzwischen kann er seine Spaziergänge und Entdeckungsfahrten über die Schreibtische antreten. Es geht sich gar zu gut über Berge von Manuskripten und Zeitungen, auf denen man sich gelegentlich zu einem kleinen Schlummer niederlassen kann. Und wenn die unvernünftigen Menschen durchaus ein Blatt Papier hervorsuchen wollen, auf dem er gerade ruht, so ist das zwar störend, aber für ihn, durchaus fein Grund aufzustehen. Auf dem Schreibtisch gibt es sonst noch interessante Dinge, Scheren, FederhaUer und Bleistifte, mit denen er spielen kann. Tintenfässer und Leimtövse, zwischen denen er sich geschickt und graziös hinourchwindet, ohne je etwas umzustoßen. Keiner seiner bewundernden Zuschauer könnte ihm das nachmachen! Sein höchstes Interesse aber erregt der Mechanismus der Schreibmaschine, wie es bei einem Redak- tionskater ja auch selbstverständlich ist. Er ist eine Forschernatur; mit angespannter Aufmerksamkeit beobachtet er das Hochspringen der Typen, und zuweilen tastet er mit seinem weißen Pfötchen vorsichtig in die Maschine hinein, um des näheren zu und sonstigen Hackfrüchte läßt auf ehre ertrug* reiche Ernte schließen. Der zweite Kleeschnitt dient vielfach der Gewinnung von Kleeheu. Was die Ob st aussichten anlangt, so kann wohl gesagt werden, daß es Aepfel reichlich gibt Der Behang der Aepfelbäume ist ein guter, daß die Bäume zum größten Teile gestützt oder gebunden werden müssen. Die Aussichten auf die Zwetschenernle sind gering. Der Behang der Birnbäume läßt auf eine mittlere Ernte schließen. Das Frühobst ist zum größten Teile bereits geerntet. Pflaumen gab es Diel; sie fanden meistens auf den Wochenmärkten in Gießen und Wetzlar Absatz. Mit den erzielten Preisen war man zufrieden. — Um eine bessere Verwertung des Obstes zu gewährleisten, hat sich in Wetzlar ein Ob st Verwertungsausschuh gegründet. Ausgabe des Ausschusses soll es sein, die besseren Obstsorten als sortiertes Spezialvbst zum Versand zu bringen, um einem Absatz zu Schleuderpeisen. wie er im vorigen Jahre hier und da vdrgekommen ist, vorzubeugen. Kreis Biedenkopf. T Waldgirmes, 14. Aug. Die Kanalisierung unseres Ortes schreitet rüstig vorwärts. Die Arbeiten hat der hiesige Tiefbau- untemehmer Karl Weimer für 23 000 Mark übernommen. Da die Gemeinde keinen Zuschuß erhält und keine Anleihe machen darf, wird für die genannte Summe vorläufig nur der untere Teil des Dorfes kanalisiert. Jeder Hausbesitzer bezahlt eine einmalige Abgabe von 40 Mk. Del den Arbeiten durchschnitt man ein Feld von Knochen und Hufeisen, die von einem spanischen Reiterregiment auo dem Jahre 1632 herrühren. Gleichzeitig verschwindet mit der Kanalisierung auch ein Stück alte Geschichte von Waldgirmes, nämlich der Brauhaus-Weiher. Die Mauern vom alten Brauhaus sind geschleift, der Wacher wird ausgefüllt. Dis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts braute hier jeder Bürger nach einer gewissen Ordnung selbst sein Gebräu, das war dünnes Bier. Am 15. August 1807. also vor genau 120 Jahren, hatten die französischen Offiziere von hier und Umgegend im hiesigen Pfarrhaus eine Versammlung. Da die Gemeinde nicht genug Fleisch, Butter usw. liefern konnte — 28 ötücf Vieh waren nur noch da, und zwar Im Walde —, zerschlugen die „gebildeten Söhne der Großen Ration" im Gemeindebrauhaus alle Bottiche, Fässer und Fenster. ff Gladenbach, 14. Aug. Auf der Ehauffee zwischen hier und Erdhaufen wurde dieser Tage ein Mann bewußtlos aufgefunden. Es stellte sich heraus, daß der Verunglückte von dem Soziussitz eines Motorrades gestürzt, und dessen Lenker, nichts merkend, weitergefahren war. Der herbeigerufene Arzt stellte eine schwere Gehirnerschütterung fest. DiMreis. bL Breitscheid, 14. Aug. Beim Steinbruch Reeh in unserer Gemarkung wurden von Arbeitern.Urnen gefunden, die sehr wahrscheinlich aus der Römerzeit stammen. Leider zerfielen drei noch gut erhaltene Almen bei den Ausschachtungsarbeiten. Man fand auch Aschen« refte. Es wird angenommen, daß sich'hier noch mefjr alte Gefäße befinden. Mairrgair. WSN. Frankfurts. W., 13^ Aug. Gestern vormittag gegen 1/t10 Alhr sollte ein 17V9 jähriger Kassenbote namens Max aus Frank-- furt a. W. im Auftrage seiner Firma beim hiesigen Postscheckamt den Betrag von 6500 M t abhvlen. Nachdem er die Summe ab geholt hatte, begab er sich nach Hause, zog sich um und fuhr dann mit einem der Firma geljorenM den Rade bis zum Forsthaus Hinkelstein, wo später das Rad unter Reisig versteckt aufgefunden wurde. Der Ausreißer scheint sich von dort aus nach Mainz oder Wiesbaden begeben zu haben. Er ist 1,75 Meter groß, bartlos, dunkelblond und trug einen blaugestreiften Anzug. — Gestern nachmittag kurz vor 3 Alhr stürzte ein mit zwei Pferden bespannter Wagen, der dem Fuhrunternehmer Duch- wald gehörte, am Deutschherreickai. in den Mairn Die sofort alarmierte Feuerwehr holte das Gespann wieder heraus; die beiden Pferde waren jedoch leider bereits ertrunfen. WSN. Bad Homburg, 13. Aug. In der vergangenen Nacht drangen Einbrecher in ein Villengrundstück in der Tannenwaldallee ein und raubten Alleren, Schmuckfachen und Juwelen im Gesamtwerte von etwa 20 000M. Die polizeilichen Ermittelungen sind im Gange, doch fehlt von den Tätern bisher jede Spur. untersuchen, wie inwendig eigentlich alles zugcht. Er kann auch selbst schon sehr gut schreiben. Mit den Vorderpfoten tritt er auf die Tastatur, um jedesmal erschrocken zurückzufahren, wenn die Typen hochkommen. Auf seinen Spaziergängen über die Bretter der Regale nimmt Murr zuweilen in einem der Manuskriptkörbe zu einem Schläfchen Platz. Dann kann es geschehen, daß er mit den physikalischen Gesetzen in Konflikt kommt, wenn er seinen „Schwerpunkt" im Körbchen zu weit über den Rand des Regals hinausverlegt. Meist geschieht das hinter dem Rücken eines in Gedanken Versunkenen, so daß der Fall und das Umherwirbeln der mitgerissenen Manuskripte auf alle Fälle überraschend wirkt. Um seine unsanft gestörte Ruhe fortzusetzen, nimmt Murr dann wohl, ohne zu fragen, auf dem Schoß eines der Anwesenden Platz. Es ist ihm höchst gleichgültig, ob diese „Anwesenden" seine Freunde oder etwa fremde Besucher sind, die von seiner Existenz keine Ahnung hatten, und für die es daher eine große Ueberraschung bedeutet, plötzlich einen fremden Kater auf dem Schoß zu halten, der sich .-.ans fapon zum Schlummer zusammenrollt. Bis jetzt hat aber noch jeder diese Bevorzugung von selten Murrs zu schätzen gewußt, und es erscheint überhaupt unmöglich, sie zurückzuweisen. Murrs liebster Spielkamerad und bester Freund ist ein grauer, zottiger Hund. Mit ihm jagt er sich spielend durch alle Räume, läßt sich von ihm bewundern und die rosigen Ohren lecken. Einträchtig wie Max und Moritz laufen beide zur Tür, wenn es klingelt und sehen, sozusagen Kopf an Kopf, mit neugierigen Augen den Eintretenden entgegen. Ein überraschender Anblick für den Besucher und ein in Geschäftsräumen gewiß außergewöhnlicher Empfang! Murr ist weiß, mit einem außergewöhnlich dicken, buschigen Schwanz und einem vorwitzigen dunklen Fleck auf der Nase. Mit großer Anmut leckt er das Milchschälchen aus, das auf einem der Schreibtische immer für ihn bereitgestellt wird. Im Vor« übergehen wirst er dann wohl einen Blick in eine illustrierte Tierschutzzeitung, entdeckt das wohlge« lungenc Konterfei eines Vetters und spielt mit den Pfoten in den raschelnden Seiten des Heftes. GEH/TQ 16. Fortsetzung. Nachdruck verboten. ie- Färberei Laden; Marktplatz 8 Telephon Nr 1459. 2473id 7£ hören Sie mir zu! Das Pflügen interessiert die Stadtleute nicht: zugegeben! Die großen Gutsbesitzer sind keine Volksmasse: auch kommen sie nicht in die Stadt. Sie haben kein Geld mehr wie vor fünf Jahren. Wir müssen es anders angreifen. Wenn Sie damit einverstanden sind, lasse ich heute abend in alle Zeitungen eine Anzeige einrücken. Ich habe sie schon im Entwurf in der Tasche. Hören Sie! Passen Sie auf, Delano!" Er zog einen Bogen Papier aus der Brusttasche, auf dem in viel korrigierter Schrift folgendes zu lesen war: „Fangen Sie nicht auch an, die Flügel hängen zu lassen!" mahnte Lawrence. „Das tut unser (9i schäftsführer schon hinreichend für uns alle. Aber wer sah als ertotefen cm. txxfi sie einen ruhig zur Arbeit gehenden allen Manu grundlos roh miß. handelt hatten. Im Dezember 1926 war es in einem Alsfelder (5af£ zwischen zwei Gästen zu einer Auseinandersetzung gekommen, die zu Tätlichkeiten führte. L,as Amtsgericht Alsfeld Halle den einen Gast Wegen Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt. Die Strafkammer sprach ihn frei, sie für nicht einwandfrei festgeslellt erachtete, daß er zuerst geschlagen hatte. Geld und Erfahrung Novelle von Max Eyth. Turnen, Sport und Spiel. Wirtschaft. Erhöhung des Zinsfußes der Reichsanreihe 1927. Seit Begebung der Reichsanleihe im Februar 1927 haben sich die Verhältnisse am deutschen Kapitalmarkt grundlegend verändert. Läh- rend in früherer Zeit die Anleihen des Reiches un wesentlichen stabile Kurse hatten, ist unter dem Einfluß der steigenden Kapitalver'nappung m den letzten Monaten, wie bei fast allen festverzinslichen Papieren, so auch bei der neuen Reichsanleihe ein verhältnismäßig starker und anhaltender Kursrückgang eingetreten. Von diesem werden insbesondere auch die Kreise betroffen, die die Anleche zur festen Anlag? erworben und dementsprechend eine Sperrverpflichtung übernommen haben. Sie sind, soweit sie Bi- lanzen aufzustellen haben, zur Verbuchung erheblicher Verluste gezwungen. Eine günstigere Gestaltung der Anleiheverzinsung ist daher geboten. Sie etwa durch Aufhebung des Steuerabzugs vom Kapitalertrag durchzuführen, ersc'n'n sowohl aus politischen Gründen als auch deshalb nicht angängig, weil eine solche Maßnahme in ihrer finanziellen Auswirkung für die Anleihebesitzer keine ausreichende Verbesserung der Rente brmgen würde. Angesichts dieser Verhältnisse hat sich der Retchsminister der Finanzen entschlossen, den Zinsfuß der jetzt mit 5 Prozent ausgestat- teten Reichsanleihe von 1927 mit Wirkung vvm 1. August 1927 ab auf 6 Prozent zu erhöhen, und zwar bts zum 31. Juli 1934, also bis SU dem Zeitpunkt, in dem die erste Auslosung der Reichsanleihe stattsindet. Der erste Zinsschein der mit dem erhöhten Betrage zur Auszahlung kommt, wird am 1, Februar 1928 fällig. Der Tilgungsplan bleibt unverändert, d. h. die Riia-, Zahlung der Anleihe erfolgt nach vorang.-aan- gener jährlicher Auslosung innerhalb 25 Jahren xn der Zeit von 1935 bis 1959 zum Nennwerte, ile&er die technische Durchführung ergeht weiter» Bekanntmachung. Von den Schlachtviehmärkten. An den Schlachtviehmärkten der vorigen Woche hielten sich die Zufuhreix ungefähr auf der Höhe der Vorwoche, mit Ausnahme voir Schafen, bei denen der Auftrieb trotz der gut verlaufenen vorwöchigen Märkte um ca. 2000 Stück auf 13 237 zurückgegangen ist, so daß es icheint, daß es an ausreichenden schlachtreif ml Bestäixden dieser Gattung mangelt. Das Geschäft gestaltete sich trotz des sommerlich warmen Welters vielfach lebhafter als in der Vorwoche. Das gilt namentlich für Kälber, aber auch für Schweine. 3n Süddeutschland wurde die reichlichere Beschickung auch durch den bevorstehenden Feiertag veranlaßt. Der Export hielt sich weiterhin zurück, ebenso erlegten sich die übrigen Aufkäufer Reserve auf. Rinder formten die letzten Preisnotierungen behaupten. Rur Bullen Waren knapp und vermochten Preiserhöhungen durchzusehen. Der Kälbermarkt brachte die Vorräte meist glatt unter. Bei Schweinen setzte sich die für diese Saison bezeichnende Preiserhöhung um 2 bis 8 Pf. weiter fort. Besonders magere Tiere waren knapp. Fette Ware blieb dagegen nach wie vor vernachlässigt. Es wurden in Pfennig per Pfund Lebendgewicht notiert: Strafkammer Gießen. Gießen, 12. Aug. Em Kohlenhändler aus Bad-Rauheim hatte in 5 Fällen seinen Kunden zu wenig Kohlen geliefert. Das Amtsgericht hatte ihn wegen Betrugs zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. Die Strafkammer erkannte mit Rücksicht auf seine seitherige älnbestraftheit wegen Betrugsversuchs in 5 Fällen auf fünfmal 100 Mk. Geldstrafe: vollendeter Be- trug kam um deswillen nicht in Frage, weil die Kunden das Fehlgewicht alsbald entdeckt und nicht bezahlt hatten. Der Arbeiter Karl I. und der Friseur Hermann K. von Gießen waren von dem Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu je drei Wochen Gefängnis verurteilt worben. Ihre Berufung wurde verworfen. Auch die Strafkam- immer verlorene Arbeit unserer farbigen Mitbürger zu schaffen bestimmt ist, zieht täglich Tausende von Schaulustigen nach dem Ausstellungspark der Landwirtschaftsgesellfchaft von Louisiana. Die Prüfungskommission dieses wahrhaft patriotischen Vereins, bestehend aus den Herren Lawrence — hier folgten zehn weitere, mir völlig unbekannte Namen — hat dem riesigen Kulturinstrument einstimmig den ausgesetzten Ehrenpreis von siebenhundertund- sünfzig Dollar zuerkannt. Wenn in Indien der Elefant am Pfluge des Rajahs Wunder der Kraft und Klugheit verrichtet, so arbeitet in unserem erleuchteteren Lande die elefantine Kraft des Dampfes an der neu erstehenden Wohlfahrt unseres zu Boden getretenen Südens. Ein Volk, das im Handumdrehen den Pflug mit dem Schwert zu vertauschen weiß, wie unser wackerer Longstreet so wahr bemerkte, kann nicht untergehen." „Wenn ich nur wüßte, wo ich die siebenhundertundfünfzig Dollar auftreiben sollte, mit denen mir das verehrliche Komitee seit acht Tagen in den Ohren liegt", brummte der Geschäftsführer. „Deshalb kommen wir zu Ihnen, Herr Eyth", sagte Lawrence mit wachsendem Frohsinn. „Die Elefantenidee hat gezündet: ich weiß es von verschiedenen Seiten. Wenn Sie uns ein wenig die Hand bieten, so wird sich alles zum Besten wenden." „Aber was kann ich mehr tun, als Ihren Park vierzehn Zoll tief aufreiben?" fragte ich, ziemlich ratlos um mich blickend. „Wenn dies Ihren ruhmbedeckten Süden nicht interessiert, so blrtbt mir schließlich nichts anderes übrig, als ihn seinem Schicksal zu überlassen." Die 2 ch w i m m e i st e r s cha f t e n wurden gleichfalls am Sonntag fortgesetzt und brachten folgende E r g e b n i s s e: In der 4mal 100-Meter-Frei- stilstaffel siegte der Turnverein Offenbach in 4:58,2. Mehrkampfe für Aeliere: 1. Bitsch (Frankfurt a.M.) 951 Punkte. Tauchen: 1. Neumann (Elbing) 41A Meter in 48 Sek. Frauenschwimmen: 4mal 50 Mo'er Freistil: 1. Stuttgarter T. B. 2:50,2 (Jtet.j. Mehrkämpfe: Frau Pits ch (V.S.L.58 Charlotten- bur^ 120 Punkte. In der Wasserballvorrunde siegte die Dresdner Turncrschaft gegen den Mto. Stuttgart mit 7:3 und der S. A. Uergingen über die Berliner Turnerschaft mit 7:3. Verbandsspiele im Mainbezirk. Der dritte Sonntag der Fußballverbandsspiele der Gruppe Main brachte eine Heber» raschung, da Rotweiß Frankfurt in Hanau gegen Viktoria 94 1:2 verlor. Auch der glatte Sieg der Offenbacher Kickers war nicht ganz erwartet. Germania 1894 Frankfurt gegen Viktoria Aschaffenburg brachte mit 2 :3 das vorausgesagte ganz knappe Ergebnis zu Gunsten der Bayern. Eintracht Fransurt erfocht wiederum einen hohen Sieg, diesmal mit 6 : 1 Toren gegen Hanau 1860 in Hanau. Auch Union Riederrad enttäuschte nicht unb schlug Fechenheim 03 auswärts mit 4 :2 Treffern. Der Mainmeister, Fußballsportverein Frankfurt weilte zum „Sie sehen, welches Interesse die Bevölkerung an unserem Pfluge nimmt", antwortete ich, auf die zwei Jungen weisend, die wirklich eine lose Mutter gefunden hatten und emsig an der Arbeit waren. „Heute vormittag mar auch ein alter Herr hier, der sich ernstlich nach der Leistungsfähigkeit der Maschinen erkundigte. Er brauche eine billige Lokomobile zum Wasserpumpen, erzählte er mir." „Der Kassierer behauptet, er müsse am Ostende des Platzes über den Parkzaun gestiegen sein", bemerkte Delano, die zwei Bürschchen mit finsteren Blicken messend. „Das kann so nicht fortgehen, Herr Lawrence. Wir müssen den Zaun am Ostende reparieren lassen. Wenn nur Geld in der Kasse wäre? Guter Gott, wenn nur etwas Geld In der Kasse wäre!" „Man wird doch deshalb den Mut nicht sinken lassen!" rief Lawrence, ohne den Geschäftsführer zu beachten. „Zweifellos haben wir den richtigen Weg noch nicht gefunden, das gesamte Interesse des Südens auf unsere Sache zu lenken, Herr Eyth. Dis ..Crescent City News' fahren allerdings fort. Ihnen Opposition zu machen. Das ist gut; das regt an." Er holle das widerwärtige Blatt aus der Tasche. „Mir scheint es eher abzuschrecken", meinte ich. Der Lump van Redakteur schrieb gestern wieder ein paar Zeilen über den plumpen englischen Dampf- (cfanten, der in blinder Arbeitswut unseren schönen Ausstellungspark aufwühle." „Sehr gut! Sehr gut!" rief Lawrence. „Sehen Sie, Herr Eyth, Sie verstehen unsere Sprack/e noch - icht völlig. Das ist ja verzeihlich: aber Sie sollten mit sich selber etwas Geduld haben. Wir müssen ••en Mann bezahlen, wenn er verspricht, kräftiger zu himpfen. Hören Sie einmal, was der „Picgyune" •cute früh sagt. Es gefällt Ihnen vielleicht besser: ■aber es ist nicht halb so wirksam." Er zog eine zweite Zeitung hervor, setzte sich auf den Pflug und las mit pathetischem Feuer: „Der glänzende Erfolg der großen englischen Erfindung, die uns einen Ersatz für die wohl für einer weit größeren Zufchauermenge als am Vortage statt. Die gebotenen Leistungen standen wieder aus hoher S.use, wurden doch in fast allen Wettbewerben die bestehenden Höchstleistungen zum Teil rech: beträchtlich überboten. 17 Läufer starteten zum 0 ? 1 u u f- N"ch den ersten fünf Runden im Stadion hatte der Favorit Tietz die Führung, bei 15 Km. rückte Schumann (Friedrichsberg) auf, passierte die Spitzengruppe und beendete das schwere Rennen unangefochten mit fünf Minuten Vorsprung in 2.42:15,6 vor T i e tz (Friesen-Berlin) und M e i s- ler (GutsMuths-Berlin). lieber die kurze Strecke bci den Bahnwettbewerben bestätigt- über 100 Meter Lammers (Oldenburg) seine gute Form. Er siegte in der neuen Bestzeit 10,5 Sek. vor Becker (Stendal) und B e ck (e-chweinfurl). Heber 1500 Meter fügte Wichmann (Karlshorst) seinem Siege vom Vortage einen neuen in der Bestzeit von 4:06,8 hinzu. Kapp und liebe belegten die nächsten Platze. In den Meisterschaften über 400 und 110 Meter Hürden gab es knappe Entscheidungen. Banz (Staffel) wurde über 400 Meter von Heymann (Leipzig) in 51 um Handbreite bezwungen. Das Hürdenlaufen wurde von Dahns (Osnabrück) in neuer Bestzeit von 15,8 vor (Taft er (Lichterfelde) und Schlie (Kiel) gewonnen. Auch die Frauen standen am zweiten Tage nicht zurück. Frl. Junker (Kassel) brachte in 100 Meter eine neue Bestzeit von 12,2 Sek., sehr stark bedrängt von der Hamburgerin H o l d m a n u. In der 4mal 100-Meter-Staffel war die Mannschaft des Hamburger Turnbundes von 1862 siegreich. Die Ergebnisse toaren: Marathonlauf über 42,2 Km.: 1. S ch u m a n n (Friedrichsberg) 2.42:15,6. 100 Meter: 1. Lammers (Oldenburg) 10,5 Sek. (Rekord). 400 Meter: 1. Heymann (Leipzig) 15,37 (Rekord). 110 Meter Hürden: 1. Dahns (Osnabrück) 15,8 (Rekord). 4mal 100-Meter Staffel: Berliner Turngesellfchaft 43,6 Sek. 3mal 1000-Meter- Staffel: l.Karlshorster Tv. 8:02,8. Schlagball (Weitwerfen): Wentzel (Tschernitz) 64,80 Meter. Hoch- fprung. 1. Haa k (Göppingen) 1,82 Meter. Kugelstoßen (beidarmig): 1. Hehler (Fürth) 24,12 Meter. Speerwerfen (beibamxig): 1. Stoscheck (Breslau) 93,55 Meter). Diskuswerfen (bestarmig): 1. Ling- nau (Dortmund) 39,91 Meter. Frauen: 100 Meter: 1. Frl. Junker (Kassel) 12,2 Sek. (Rekord). Speerwerfen : 1. Schumann (Essen) 37,11 Meter. 4mal 100-Mcter-Staffel: Hamburger T. B. 1862 51,2 Sek. 3d) suchte mich zu fassen und ruhig zu sprechen. „Ich kann doch ganz unmöglich meinen Dampf- pstug zu einem solchen Karnevalsstreich, zu einer so verrückten Barnurniade hergeben/' „Ich bitte Sie! Bornum ist einer der geachtet- ften Bürger unserer großen Republik. Ein Charak- ter! Ein Charakter, Herr Eyth! Er hat kleiner am gefangen als Sie und hat heute das größte Museum der Welt. Er ist Millionen wert, Millionen, hat schon drei Kirchen gebaut, ist dreifacher Kirchen- ältester in seinen eigenen Gotteshäusern und kann sich den Degen umschnallen, den Napoleon bei Waterloo verlor, wenn es ihm beliebt. Ich bitte Sie, warum denn nicht?" „Meine Dampspflugmaschinen — Wettrennen!" nef ich mit neu erwachendem Entsetzen. „Die plumpen englischen Dampfelefanten, wie die „Crescent City News" sagen! Sie laufen ja keine vier Meilen in der Stunde, beim besten Witten." „Das ist ja eben das Pikante! Ein Elefantenwettrennen, ein Dampfmammutwettrennen! Nichts von Ihren windigen Vollblutskniffen der Alten Welt; Feind brutale Tierquälerei Ihrer barbarischen Vergangenheit — das ganze elegant, human, würdig — Zukunftsmusik! Der „Picayune" wird jubeln; der „Crescent City News"-Nedakteur wird sich die Haare ausreißen. Die ganze Stadt wird auf unserer Seite fein. Und diese Reklame! Diese Reklame! Bedenken Sie doch!" „Dor der ganzen Welt werden wir dastehen wie blamierte Hanswurste", sagte ich düster, denn ich fühlte, daß etwas in mir nachgab, daß eine Feder meines Innersten brechen wollte, die ich bis jetzt für stahlhart gehalten hatte. Lawrence merkte es ebenfalls, setzte sich wieder auf den Pflug, von dem er in der Hitze des Gefechts aufgesprungen war, und fuhr ruhiger und eindringlich fort: „Sie verstehen dieses Land nicht. Sie können den mächtigen Strom des Fortschritts nicht fassen, der uns über solch kleinliche Bedenken roegträgt und größer gemacht hat als alle anderen Nationen des Erdballs. Aber Sie müssen einsehen, was ich Ihnen hier biete. Jetzt sitzen Sie da vor zwei kleinen Jungen, die Sie auslachen. In ein paar Tagen haben Sie fünfzigtausend Menschen hier, die Sie anstaunen." __________________(Fortsetzung folgt.) „Große Sensation! Wettrennen der zwei Dampf- elefanten John Bull und Jonathan: John Bull, geritten von dem berühmten englischen Dampfelefantenjockei Mtster Jem Parker; Jonathan von dem amerikanischen Gentlemanreiter Mister Eleazar Stone. An die aesamte Bevölkerung, Damen und Herren, groß und klein, alt und jung der Staaten Louisiana, Alabama, Mississippi und Texas! Nachdem die berühmten Dampfelefanten John Bull und fein Bruder Jonathan während der vergangenen Woche in gewaltiger Arbeit den Urgrund des Mississippitales aufgewühlt haben, beabsichtigen diese gewandten und zu heiterem Spiel geneigten Tierchen ihre angeborene Munterkeit in einem kleinen Wettlauf zum Ausdruck zu bringen, der auf der Rennbahn des Parks der Landwirtschaftsgesellschaft von Louisiana am Donnerstag, dem 4. März, nachmittags fünf Uhr, stattfinden wird. Besondere Anziehung wird das Rennen dadurch ausüben, daß der Elefant Jonathan von dem amerikanischen Amateur Mister Stone, John Bull dagegen von dem berühmten englischen Berufsjockei Parker gesteuert werden wird. Es sollen bereits beträchtliche Wetten auf den Erfolg des einen oder anderen der kühnen Reiter angeboten und angenommen worden sein. Herr Stone stammt aus einer alten Familie Vir- giniens und wird die Ehre des neuen Kontinents aufrechtzuerhalten wissen, während Parker vor einigen Tagen aus England eintraf, so daß ihm die ganze Geschicklichkeit und Erfahrung der älteren Kulturwelt zur Verfügung steht. „Achtung, Bürger von Louisiana, Alabama, Texas und Mississippi, Achtung! — Der Riefenmammutwettkampf zweier Welten, in Arbeit unb Sport! Amerika gegen England! England gegen Amerika! Wer wird der Sieger bleiben? Parkkassenöffnung um zwei Uhr. Eintritt einen Dollar. Tribünenkarten drei Dollar." Lawrence sah sich um, als habe er zu eigener Verwunderung das Ei des Kolumbus auf den Kopf gestellt; die trüben Augen des Geschäftsführers blitzten, eine hektische Röte war in seine gelben Wartgen gestiegen. Mir standen die Haare zu Berge. „Das ist ja aber rein unmöglich, mein lieber Herr Lawrence", rief ich, nach Luft schnappend. „Unmöglich?" schrie Lawrence stürmisch. „Unmöglich! Mein bester Gedanke seit dreißig Jahren! Aber warum denn, mein lieber Herr Eyth?" Pokalendspiel in Stuttgart, deshalb war D.f.R. Offenbach spielfrei. Sp.-Dg. Fürth süddeutscher Pokalsieger. Am Sonntag fand in Stuttgart vor etwa 10 000 Zuschauern das Endspiel um den süddeutschen Fußballpokal zwischen Spvg. Fürth und Fußball-Sportverein Frankfurt statt. Trotz häufiger Feldüberlegenheit der Frankfurter konnten die Fürther bis zur Pause bereits mit 2:0 in Führung gehen und siegten schließlich mit 3:0. 1. F. L. Nürnberg - Hamburger SLadLemannschasl 3:0. 3m Rahmen der Hamburger Turn- und Sportwoche fand am Samstag vor etwa acht- bis zehntausend Zuschauexm das FußbaUfpiel des deutschen Meisters 1. F. C. Nürnberg gegen eine Hamburger Städtemannschaft statt, die ohne Spieler des H. S. V. allerdings nicht gerade die stärkste Hamburger Vertretung darsteUte. Sie zeigte aber während des Spiels recht gute Leistungen; demgegenüber ließen die "Nürnberger anfangs ein durchschlagskräftiges Spiel vermissen. Da auch die Hamburger Torchancen nicht ausnuhen tonnten, verlief die erste Halbzeit torlos. Bei einem Zusammenprall noch kurz vor dem Wechsel zwischen dem herauslau- senden Stuhlfauth und dem Hamburger Meyer ll erlitt dieser einen Beinbruch, auch Stuhlfauth war bis zur Pause kampfunfähig. Rach Wiederbeginn gelangen den Rürn- bergern dann drei Tore — durch einen Durch» bvuch des linken Flügels das erste, durch Wieder das zweite, durch Kopfball von Hochgesang das fcxitte. MafserbakZspiel um die deutsche Meisterschaft, wasserfreunde Hannover — Sparta Köln 7:2 (3:2). Das am Sonntag in Köln ausgetragene Wasserballs piel um die Deutsche Meisterschaft zwischen Wasserfreunde Hannover und Sparta Köln verlief von Anfang bis Ende spannend. Hannover hat verdient gewonnen, da Sparta immer eine Klein igfeit später am Ball nmr, und das Stellungsspiel der Wasserfreunde viel ausgeprägter war. Neus FLugrekorde. Wie aus Friedrichshafen gemeldet wird, stellte dieser Tage das Dornier-Flugzeug, Type Merkur, auf Schwimmern mit BMW.-6-Motor drei weitere Rekorde auf. Die Gesamtstrecke mit 500 Kilogramm Nutzlast betrug 2100 Kilometer (alter Rekord 1702,8 Kilometer). Das Flugzeug erreichte mit 500 Kilogramm Rutzlast über 2000 Kilomeier eine Stundengeschwindigkeit von 172,05 Kilometer, ohne Ruhlast über 2000 Kilometer einen Stundendurchschnitt von ebenfalls 172,05 Kilometer. Das Flugzeug wurde von den Piloten Wagner und Fath geführt. Der We|| zor Hygiene •■■■■■■ und Sauberkeit führt eigentlich zwangsläufig zur chemischen Reinigung Ihrer Garderobe und aller Gegenstände, mit denen Sie täglich in Berührung kommen. Nicht nur Schmutz, Flecken und Krankheitskeime werden aus Ihrer Kleidung, Ihren Decken, Kissen, Teppichen, Vorhängen, Handschuhen usw. beseitigt, die meisten Dinge werden auch wieder wie neu. Auch das Auffärben und Plissieren aller Arten Stoffe wird von uns in der bekannten erstklassigen Weise ausgeführt. Meisterschaften der Deutschen Lurnerschast. Reue Höchstleistungen an beiden Tagen. In den frühen Morgenstunden des Samstags begannen im Deutschen Stadion in Berlin bereits die Vorkämpfe zu den volkstümlichen Meisterschaften der Deutschen Turnerschast. Das unbeständige Wetter — bald Regen, bald Sonnenschein — hatte nur etwa 3000 Zuschauer zu den Kämpfen angelockt. Die Leistungssteigerung der D. T.-Kämpfer spiegelte in den verschiedenen neuen Höch st lei st ungen wider. Von dem außerordentlichen Aufschwung, den die Leichtathletik im Turnerlager genommen hat, sprechen am besten die ausgezeichneten Zeiten, lieber 20u-Meter erreichte Lammers (Oldenburg) im Zwischenlauf die Re- ordzeit Körnigs von 21,4 Sek. Im Endlauf siegte der Oldenburger in 22 Sek. sicher vor Becker (Stendal). Im 800-Meter-Lauf stellte Wichmann (Karlshorst) mit 1:56,6 einen neuen Tumerrekord auf. Weitere Rekorde gab es im Kugelschocken durch Hense (Hagen) mit 21,52 Meter und im 4X400- Meter-Staffellaufen durch die B erliner Turnerschaft mit 3:36,5. Das 10 000-Meter-Laufen wurde im Endspurt von Krake (Apolda) über Held ^Hürden) gewonnen. Die Entscheidung im 400= Meter-Laufen dürfte zwischen Danz (Kassel), der seinen Vorlauf in 51 Sekunden gewann, Bräunig (Dresden) und Schlie (Kiel) liegen. Bei den Frauen gab es bereits im Hoch - fprungkampf eine neue D. T. ° Höchstleistung durch Frl. Nette (Düsseldorf), die 1,53 Meter übersprang. Im Vierkampf siegte Frl. Junkers (Kassel) überlegen mit der höchsten bisher erreichten Punktzahl. Im Schlagballwerfen verteidigte Frl. Schumann (Essen) ihren Titel erfolgreich. In der 4X100-Meker-Staffel startet die Mannschaft des Hamburger Turnerbundes von 1862, die bereits vor wenigen Tagen mit 50,8 Sek. eine neue Höchstleistung schuf, als Favorit. Die Ergebnisse waren: 200-Meter: 1. Lammers (Oldenburg) 22 Sek., 2. Becker (Friesen- Stendal) 22,2 Sek., 3. Gärtner (TSV. Schöneberg). — 800-Meter: 1. Wichmann (Karlshorster Tv.) 1:56,6 (Rekord), 2. Winkler (Karlshorst) 1:59,1, 3. Vach (Barmer To.) 2:01. — 10 000-Meter: 1. Krake (Tv. Apolda) 33:22,4, 2. Held (Tv. Hürden) 33:47,2, 3. Richter (Tv. Maßen). — Kugel - schocken: 1. Hense (A. Tv. Hagen) 21,52 Meter (Rekord), 2. Wittig (Tv. Freystadt) 20,87, 3. Krieger IM. Tv. Regensburg) 20,82. — 4X4 0 0 - Meter- Staffel: 1. Berliner Turnerschaft 3:26,5 (Rekord), 2. Barmer Tv. 3:31,4, 3. VfL. Polizei Dresden 3:33,6. — Frauen, Schlagballwerfen: 1. Schumann (Schwarz-Weiß Essen) 72,46 Meter, ,2. Greth wesen, wenn nicht die Spekulation noch Material vom Freitag gehabt hätte. Am heimischen Rentenmarkt waren Ablösungsschuld für Reubesitz im Zusammenhang mit der neuen Reichsanleihe stärker gefragt. Fremde Ren- t e n still. Der Dörsenverlauf blieb lebhaft und fest. Banken, bei denen Kapitalerhöyungs- gerüchte, die allerdings noch unbestätigt sind, anregten, ziehen weiter an, so Berliner Handel, die schon 4 Prozent eröffneten. Auch Siemens konnten sich weiter befestigen. Auch für Montanwerke trat stärkeres Interesse hervor. Für die neue Reichsanleihe nannte man im Freiverkehr einen Kurs von 87 Prozent. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 15. Aug. Die allgemeine Tendenz an der heutigen Börse war fester. Die Verladungen von Iknlandsgetreide werden kleiner und infolgedessen der Bedarf größer. Weizen ist sehr knapp. Roggen ist ebenfalls teurer geworden. Roggenmehl infolge Angebots le deutend billiger geworden. Futtermittel find gut gesucht. Cs wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 28, Roggen (inländischer) 23 bis 23.25, Sommergerste silr Brauzwecke 25 bis 25.50, Hafer (ausländischer) 23.25 bis 25, Mais (aelb) 19.25, Weizenmehl (inländisches, Spezial 0) 39.75 bis 40, Roggenmehl 34.50 bis 35, Weizenlleie 13.25, Roggcnkleie 13.50, Erbsen 40 bis 60, Heu (süddeutsches. gut, trocken) 5.60 bis 6.00, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 4.50 bis 5.00. gebünd. 3.00 bis 3.25, Treber, getrocknet, 16 bis 16.50. Tendenz: Fester. 3 rarrkfurtcr Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 15. Aug. Auftrieb: 263 Ochsen, 198 Bullen, 653 Kühe. 369 Färsen, 539 Kälber. 60 Schafe, 5952 Schweine. Minder (Ochsen): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 64 vis 68. (ältere) 59 bis 63; sonstige vollfleischige (jüngere) 55 bis 58, (ältere) 50 bis 54; fleischige 45 bis 49. Bulle n: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 58 bis 61; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 50 bis 57 Mk. Kühe: jüngere, vollfleischige. höchsten Schlachtwerts 53 bis 56; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 47 bis 52. Mark. Färsen (Kalbinnen, Stmgrinber): vollfleischige 39 bis 46; gering genährte 30 bis 38 fleischige, ausgemäst., höchst. Schlachtwerts 62 bis 67; vollfleisch 57 bis 61; fleischige 50 bis 56 Mk. Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 75 bis 81, mittlere Mast- und Saugkälber 68 bis 74. geringe Kälber 58 bis 67. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 48 bis 54. — Schweine: Fettschweine über 300 Pfund Lebendgewicht 65 bis 67. vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 300 Pfund Lebendgewicht 66 bis 67, von etwa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 66 bis 68, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 60 bis 65, Sauen 55 bis 60 Mk. — Marktverkauf: Rinder, Kälber und Schafe wurden bei mäßig regem Geschäft ausverkaust. Das Geschäft war anfangs rege, zum Schluß flaute es bei etwas nachgebenden Preisen ab. Cs verbleibt geringer Ueberstand. Äuntes Allerlei. Ausstellung der deutschen Jugend. Im Schloß Bellevue in Berlin wird in der Zeit vom 12. August bis 15. September vom Reichsausschuß der deutschen Jugendverbände eine Ausstellung „Das junge Deutschland" veranstaltet, die eine Gesamrdm:stellung der gegenwärtigen bevölkerungspolitischen, sozialen, hygienischen und kulturellen Lage her deutschen Jugend gibt. Dem genannten Reichsausschuh gehören über 90 Reichsjugeni Organisationen mit mehr als 37« Millionen Mitgliedern an. Die großangelegte Ausstellung bringt somit ein geschlossenes Gesamtbild von dem Leben und Streben der gegenwärtigen jungen Gencratiom Sie baut sich in drei großen Hauptabteilungen auf. Man gewinnt zunächst einen Ueberblick über die Lage der erwerbstätigen Jugendlichen. Auf Grund des Zahlenmaterials des Statistischen Reichsamtes wird zunächst ein Lleberblick über Zahl, Gliederung und Verteilung der Jugend zwischen 14 und 21 Jahren gegeben. Vom allgemeinen zum besonderen weitergehend, folgen Darstellungen über die Erwerbs- uird Derufsbedingungen der Jugendlichen unter besonderer Berücksichtigung der Lohn-, Arbeitszeit- und Freizeitverhältnisse. An der Materialbeschaffung hierzu beteiligten sich auch die Jugendlichen selbst. In den verschiedensten Gegenden Deutschlands, in Groh-, Mittelund Kleinstädten, füllten nämlich die Berufsschüler selbst insgesamt 300 000 umfangreiche anonyme Fragebogen über ihre Arbeits-, Wohn- und Lebensverhältnisse aus. Das Ergebnis dieser Befragung ist durchaus zuverlässig und zufriedenstellend und wird für die Zukunft eine wesentliche Grundlage der Jugendkunde bilden. Anschließend an die Darstellung der Derufsverhältnisse folgt eine allerdings gedrängte Behandlung der Fragen der Berufsberatung und der Berufsschule. Für das letztere Gebiet werden die neuen Ergebnisse der letzten Schulzählung vom Herbst 1926 verwendet. — Mit zu den wichtigsten Dingen bei der Darstellung der Lebensverhältnisse der Jugendlichen gehört ohne Zweifel die Behandlung der Wohnungsfrage, wofür ebenfalls aus der vorstehend erwähnten Befragung der Berufsschüler umfangreiches Material gewonnen wurde. Neben die statistische Uebersicht tritt die künstlerische Behandlung des Problems durch ein besonders angefertigtes Original von Käthe Kollwitz. Rundfunk-Programm. Dienstag, 16. August: 15.30 bis 16 älhr: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45 Rhr: Konzert des Hausorchesters: Operettenmusik. 17.45 bis 18.05 Uhr: Die LeseKurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. stunde. 18.15 bis 18.45 Uhr: Dortrag von Dr. Dippel: „Was uns das Licht von den fernen (Sternen erzählt." 18.45 bis 19.15 Uhr: Ueber- tragung aus dem Mannheimer Besprechungsraum: Vortrag des Deutschen Ausland-Instituts, gehalten von Pfarrer Kaufmann. 19.15 bis 19.45 Uhr: Funkhochschule: „Altdeutsche Tafelmalerei II". Vortrag von Dr. Oswald Götz. 19.45 bis 20.15 Uhr: Die Schachstunde. 20.15 Uhr: Gastspiel des Operettcn-Cnsemblcs Sander-Graef: „Alt Wien", Operette in drei Akten von Gustav Kadelburg und Julius Wilhelm. Musik nach Motiven von Josef Lanner. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung, i Fr. D. Ließen. Die in Ihrem Fall maßgebende Bestimmung lautet: Rach der Kündigung eines dauernden Dienstverhältnisses hat der Arbeitgeber auf Verlangen eine angemessene Zeit zum Aussuchen eines anderen Dienstve,hä:tnisses zu gewähren. Letzte Nachrichten. Die „Bremen" auf dem Rückfluge. Berlin, 15. Aug. (TU. Drahtmeldung.) Rach drei soeben bei der Deutschen Lufthansa vom Flugplatz Lroyton und Pulham eingegangenen Junl- spruchen ist ein deutsches Flugzeug um 11.15 Uhr vormittags in der Rühe von Pulham in ost- südöstlicher Richtung fliegend, gesichtet worden. Die Erkennungszeichen waren infolge des ungünstigen Wetters nicht festzustellen. Die die Deutsche Lufthansa Hannover meldet, sah sich die „Bremen" wahrscheinlich infolge des ungünstigen Detters über dem Ozean gezwungen, ihren Amerikaflug abzubrechen. Sie ist um 11.15 Uhr an der Oftküste Englands in Ost—Südost fliegend gesichtet worden. Eine Bestätigung dieser Meldung liegt noch nicht vor, jedoch ist es möglich, daß die „Bremen" infolge der ungünstigen Witterung ihren Transozeanflug abgebrochen hat. Rücktritt Tschangkaijcheks. Schanghai, 15. Aug. (WTB. Funkspruch.) In feinem Rundtelegramm „A n d a s ch i n e s t s ch e V o l t", in dem er seinen Rücktritt von dem Po st en des Generalissimus der national i st i s ch e n H eere mitteilt, erklärt Tschang- k a i s ch e k, infolge der Kritik an seiner Führung der militärischen Operationen und feiner Rückschläge in Schantung sowie der Anschuldigungen, daß er für die Haltung im Kuomintang verantwortlich sei, die nicht geheilt werden könne, solange er C ralissimus ist, und auch infolge seines physischen und geistigen Zusammenbruches stelle er die Parteieinheit vor persönlichen Ehrgeiz und habe beschlossen, die aktive Verbindung mit der natio« nalistischen Revolution z u lösen. Er trete daher von allen seinen Posten zurück, werde jedoch weiterhin loyal die Partei als ein- faches Mitglied unterstützen. ■Willi) Wseebsd Borkum ern» 'mtiunftm > »i ■■ m; vrBTiuxttwsaaai Ruhige billige Erholung während der Nachsaison Prospekte durch die Badedirektion u. Reisebüros NMM/MMs wie insbesondere bet Erkrankungen neuralg. und vromv?und zuverlässig OennosaotoDseln. Die auffallend rasche und zuverlässige Wirkung bericht auf der spezifischen Zusammensetzung (Amidopbenaz. 0,15 4- Phenaz. sal. 0,45 + Chin. 0,0t + Coff. 0,1). 17434ss In allen Apotheken erhältlich. Schachtel 1 Mark. KäiSerNäfroh bei Magenverstimmung, auf Reisen unentbehrlich. Kaufen Sie noch heute ein Päckchen. Der reine, müde Geschmack wird Sie angenehm überraschen. Nur in grüner Original-Packung niemals lose, in den meisten Geschäften. ^Rezepte gratis. Arnold Holste Wwe.. Bielefeld. (2-66)^ Telegraphische Auszahlung. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuß 7 Prozent. Berlin. 12 Anaust. (5k-(b Arnmöiische Noien...... 16.48 iO? Holländische Noten...... 168,08 168,76 Italienische Noten...... 22,99 23,09 Norwegische Noten...... Teutsch-Oesterr., ä 100 Kronen 108,78 168,92 59.18 59.42 Rumänische Noten...... 2,597 2,617 Schwedische Noten...... 112.37 112.80 Schweizer Noten....... 81,06 81,38 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 7ü 81 12,42 71,09 12,48 Ungarische Noten ... 73,10 73.40 Devisenmarkt Berlin —Frankfurt a. TL Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a M 'Berlin Schlusj- gur» l-Uhc» Kur» Schluß. Anfang ku:s Schluß Kurs -Uhr- Kurs Scylutz- Kurv Anfang Kurs Schluß-! l'Uhr- Schlich. Kurs Anfang Kurs Kurs 1 Kurs Datum: 12.8. 15.8. 12. 8. 15. 8. Datum: 12. 8. 15. 8. 12. 8. | 15. 8. Datum: 12. 8- | 15. 8. 12. 8- 15.8. 5°/0 Dt. Reichsanlethe v. 1927 85,8 _ 85,9 _ A. E 49,75 208.25 344,9 — — — Schuckerl ..........7 21t 214.5 12 1 (i 4% Schweiz. Bundesb.-Anl. — _ _ Siemens & Halöke . ... 16 Tran^radio...... 8 Labmever LTo. ..... .9 4«8 301 297,25 299 Charlottenburger Wasser. 7 155.73 157.75 4% Oestereichilche Goldrte. 4,20% Oesterreich. Silberrt». . 26,75 4,5 4,3 — 182.75 186 184,5 136 5 185,25 Dessauer Gas . . . . . . Daimler Motoren..... 8 0 125 126.4 215,75 125.25 217.4 4 7o Oesterreich. etnbetM. Rte 4% Ungarische Goldrte. ■ . _ 118.5 - 117,65 118.5 Demag . . ........ 0 9>. 5 98.75 24,71 — 24.71 Deutsche Erdöl..... .6 161 164 162 163,25 Adlerwerke Kicher..... 0 119 119 119 4% Ungarische SlaotSr. v. 1910 22,75 _ 22,75 Essener Steinkohle.....8 — — 176.5 — Ludw. Voeire ...... Y 298 4'1/1. desgl. von 1913 . . . 23,5 —- 23,7 Gelsenkirchener . f. >/. I. 4 166,5 il 9,5 167.25 169 12615 128,5 4°/0 Ungarische Kronenrte . . 4°/, Türk. Zollanleihe v 1911 14 — 1,9 14 2 14,13 Harvcncr..... 8 Hoetch Eisen ........ .5 211 211,5 210 189,75 211 192,5 Orenstein & Koppel . . . . 4 — - 146 25 114,25 4% Türk. Bagdadbahn. Anl. Serie I........ 4°/<> deSgl. Serie II. . . 4°;0 Rumänen convert. Ric. 16,5 15.05 — 17 15 tllje Bergbau ....... .8 Klöckncrwcrke ........ 5 Köln-Neueffen ......51/, Mannesmann . . >f. '/, I. 4 278 168,5 191.5 280 192,5 167 186 191,5 187.5 Leonhard Tietz. ...... Bamaa-Megum...... Frantf. Maschinen .. . . ( 6 0 0 47.5 84.25 118.5 84 5 156.5 48.75 82,5 118 155,5 4 Wo Rumänen Goldanl. . ManS'clder..........7 Oberschles. Tiscnb. Bedarf ü 167 139,5 136,5 138.75 §>cvligenstacdt ...... llunavans . . ..... von 1913 ■ .... 17 17,25 101 105,75 103 104.75 r, 8 8 10 140 118,5 _ Allg Deutsche Eisenbahn .4*y, Hamburg-Amerika Palci. . 6 Pamb -Südam Dampssch. 8 Hansa Dampfschiff . ■ .6 >67,25 168 88.25 157.25 214 87,75 158,25 234.75 234,25 Obcrschlcf. Kokswerke . . .0 Phöntr Berabau. f. -/, I .3 Rheinische Braunkohlen . io Rveinstahl.........o Rtebeck Montan.......r Vereinigte Stahlw- f.I 3 Otavi Minen ..... 1 sh Kali Aschersleben • .10 KaliWesteregelu - - 10, Kaliwerk Salzdetfurth . 12 123,9 272.5 216,75 124,65 217 105,9 122.75 270,5 216,75 123.9 272.75 Z17 Lechwcrke . V. Mainkraftwerke ...... Miag............ Nekarsulmer ........ 125.5 139.5 117 — 138 117 — 158 177,75 178 8 Norddeutscher Llovd . . 6 Allg. Deutsche Eredstanst.. io Barm. r Bankverein . . . 10 Berliner HandelSaesellich. 12 Commerz» und DrivakBk. 11 Darmst. u. Nationaldank. 12 168,25 155,75 187 :45,5 158.4 150.5 154 255 75 184,5 24' 158.75 150.65 154.5 259,6 186.5 243.25 138,5 188 Meters llninn...... 118 141 157 146.5 knoten. 116,25 150,25 154 'S 241.25 138.5 14.b 187 195 244 138.9 35 185.5 196 251.5 138 36,5 187.5 197,75 253 Gebr. Roeder . ...... i. Doigt A Haeffner .... 6 Südd. Zucker.......o Ban 160 147.5 156 143 146.75 Deutsche Sani- Diskonto-Gesellschaft Ant. W 167 168.5 168.25 168.76 17- ® Karben-Industrie io 17 16,25 316 315.75 164 165 164,5 164.5 Dvnamst Nobes......o Scheideanstalt ....... .8 — 1 >2,5 152 Berlm. 12 August. 1 Geld | Brie, Dresdner Bank......Io 173.5 175 173,5 175 <24.5 223 Amerikanische Noten. . . M85 | 4.205 Mitteldeutsche Creditbcmk 9 256 259 257 258,75 Goldschmidt ........ 5 142 143 - 143 Belgische Noten ... . - 58,48 58,74 154,25 l5M ö 153,75 174.5 104,25 103,75 105.13 112,32 | 20,38 112,78 20.46 Rcichsbank ....... 10 174.3 Metallgesellschaft.....10 195,5 Englische Noten ...... 12. August. 15. August. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief _ Amst.- Mlott- 168,45 168,79 168,43 168,77 Bucn. Aires 1,794 1,798 1,794 1,7! 8 9'rss.°Aniw »8,46 »8,58 58,47 58,59 Ehristianig 109,10 109,32 109,49 109,71 Kop.'Nhagrn 112,59 112,81 112,61 112,83 Stockholm . 112,73 112,95 112,75 112,97 Hcliingfors. 1U, .>85 10,60.) 10,588 10,608 Italien. . . 22,89 22,93 22,89 22,93 London. . . dl.417 20,467 20,43 20.47 Neuyork . . 4,2025 4,2105 4,203 4,211 Varis.... .6,47 16,. 1 16,405 16,505 Schweiz . . 11.08 61,17 81,04 öl. 20 Spanien . . 71,025 71,165 71,03 71,17 Japan . . . 1,991 1.995 1.989 1,993 Rio de Jan. J.496 0,498 .4965 0,4985 Wien in D-- Lest, abgest. 59,18 69,13 39,21 69,33 Prag .... 12,454 12,474 >2,455 12,475 Belgrad . . 7,397 7,407 7,395 7.409 Budapest. . 73,33 73,47 73,35 73,49 Bulgarien -,042 3,048 .,037 3,043 Liffabon . . 20.68 20,75 .0,68 20,72 Danzig. . . 81,39 81,85 81,43 81,59 Konstantin. 2,063 2,067 2,115 •2,119 Athen. . . 0,514 5,626 5,514 5,526 (Sanaba 4.198 4.206 4,292 4,210 Uruguay . 4,176 4,149 4.176 4.184 Tairo . . . 20.95 20.92 20.05 20.99 iS'»” Stiiass Eichener 3^ Heimat n Die 5d fflonoU'W „ Peichsmarn S'U zfaittstrlamIN' Die w in Don $■ D 0 3n der 6eri< tixir eine länger Tarmona yai in di- Handge dch daS schone von ioriteren l würde. Die me ii* **”2' len, neben den geschlagen. Reg defilierten, vor Säbel, durch di fchüsse ab, eine ein.n Zivilisten die diskutieren nicht die Aveni man Frieden. D Mause der R gemacht, da too Dar schon lange mgle in den Kriegsschiff, d< seine Kanonen oder man bett eine blinde K neralputsch de verhalf, hatte Vie Generäle beten nämlich bauten Gäbe Ltaatspräsiden zadaS trat an aber, da er si dessen Truppe hängig mache: gierung vertri nun als Me von seiner ®e mono zum C aber kehrte dl treue Offijiere Derfyiftyn, uni) Ilm die bittere ihn bald darau Feldmarschall. Die Hecrsä durch eine Dick des Vorjahres ( ein Dicklicher Q bons und Opo dse stack mit K d>e sich, anqebl Varnladenkämt rungstruhpen au« beschossen, d)e, Unterstühn ^l der Depu je nach de General Carm impften. M doch, fr, jnh Partei Castro und £ °uf Gnade GKfl General Ä.*6 em, W1 kuppen, LV 8-chieht S?. "heben. 6)1 de K rolilik Lb 5,a^Ä S im- oß Nj(' '° war "nen norden mal b $ Vsfjz Stegs SÄ', die g«