ltt. (65 Erstes ölalt irr. Jahrgang Zreitag, 15. Juli v)2i Erscheint täglich,anher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Vezngrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprech ans ch küsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zrankfvrl am Main 11686. GiehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck rmd Verlag: Vrühl'schr UniverfttätL-Buch- und Steinöniderei R. Lange in Liehen. Zchnstleitung und Geschäftsstelle: Zchulsttahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/n mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.TkMiot: für den übrigen Teil Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in (Liehen. Verbesserung des LiquidationsschSdengesetzes. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 15.Juli. Das Reichskabinett hat den Gesetzentwurf über ' die Entschädigung der Liquidattons- und Gewaltgeschädigten nunmehr genehmigt imb zwar in einer verbesserten Form. Den Bemühungen des Reichssinanzministers ist es gelungen, die für die Durchführung des Gesetzes erforderlichen Summen wesentlich heraus- z u s e tz e n. Es bleibt bei einer Vollentschädigung bis zü 2000 Mark. Die in dem Gesehentwur vorgesehenen Sähe sollen jedoch nur Entwurzelten' und sog. Verdrängten zugebüligt werden. Bei Richteniwurzelten soll eine Ermäßigung der Sätze für Schadensbeträge zwischen 2000 Mark und 1 Million Mark um jeweils 5 Prozent ein- treten. Andererseits sollen diejenigen Geschädigten, die den W iederausbau ihrer ^Inter- 'Nehmungen in Angriff genommen haben, eine erhöhte Abfindung erhalten, und zwar durch Gewährung besonderer -^uschüs!". Hierbei Internationale öanlentonserenz. Relchsbautprasident Dr. -schacht über die Ergebnisse. Reuhork, 14. Juli. (Wolffty Reichsbankpräsident Dr. Schacht hat um Mitternacht die Rückreise nach Deutschland angetreten. Zu seiner Verabschiedung sanden sich der Geschäftsträger Dr. Kiep und Generalkonsul v. Levinskr am Pier ein. Dor seiner Abreise empsing Reichsbankpräsident Dr. Schacht Vertreter der deutschen Presse im Generalkonsulat, um kurz über die Themen und das Ergebnis der Besprechungen in Amerika zu be- rich' m, sowie gewisse vor kurzem veröffentlichte irrtümliche Darstellungen über die Konferenz zu berichten. Zunächst betonte Dr. Schachts daß sein hiesiger Aufenthalt durchaus nichts Mysteriöses in sich berge. Die Zusammenkunft wäre zuerst in Europa geplant gewesen, aus persönlicher Rüc^ sicht auf Gouverneur Strong sei sie jedoch nach Reuhork verlegt worden Bei den Leitern der großen Rotenbanken habe sich die Gepflogenheit entwickelt, alljährlich zusammenzukommen um gemeinsame Interessenfragen zu besprechen. Eine besonders erfreuliche freundschaftliche Rote habe Vie diesjährige Zusammenkunft durch die Beteiligung Rists, des Dizegouverneurs der Dank von Frankreich, erhalten. Dr. Schacht führte aus: Es wurden keinerlei politische Fragen erörtert, insbesondere nicht, wie vielfach behauptet wird, die Reparationsfrage oder die Frage der Stabilisierung b ? 8 franzo- fischen Franken. Im Mittelpunkt der Erörterungen stand die Frage der Goldverschiffungen, wobei Mittel und Wege beraten wurden, die Verschiffungen auf das unbedingt notwendige Maß zu beschränken, zu vereinfachen und zu verbilligen Irgend welche Vereinbarungen sind nicht getroffen worden, es ist jedoch anzunehmen, daß ttinsttg in höherem Maße als bisher eine gegen- . fettige Verständigung der großen Rotenbcnnen bei den Goldverschiffungen stattfinden wird. ®r. ■ Schacht glaubt, daß beispielsweise etwas plötzliche Golddispositionen, wie sie letzthin in London usnd Paris erfolgten, durch rechtzettige Verständigung oder Benachrichtigung vereinfacht werden können. Eingehend sei auch die Frage der Kaufkraft des Goldes besprochen worden, wobei angesichts der Ratur dieses Problems die Erörterun- aen sich zunächst mehr auf theoretischer Grundlage bewegten Schließlich sei auch das Problem des Diskonts erörtert worden, wobei als selbstverständlich festgestellt wurde, daß das eigene Bedürfnis und die Interessen des jeweiligen Landes für die Gestaltung der Diskontpolitik der Rotenbanken maßgebend sein müßten. Darüber hinaus sei jedoch eine engere gegenseitige Fühlungnahme und Verständigung im Interesse aller Beteiligten denkbar. . 2lbschließend bat Dr. Schacht, die Gesamtarbeit der Roterchanken, welche sowohl der Wirtschaft der einzelnen Länder, wie auch der Weltwirtschaft zugute kommen, nicht als eine politisch^ Aktion zu betrachten, an welche sensationelle Schlußfolgerungen zu knüpfen wären, vielmehr sei mne oerartige Zusammenarbeit als erfreulicher Beweis zunehmender internationaler Wirtschaftsbetätigung zu betrachten und durch sachliche Berichterstattung zu fordewu Dr. Schacht erflärte zum Schluß nochmals: „Ich habe hier nichts gewollt und habe mit keiner Bank über Anleihen verhandelt oder gesprochen Ich habe jedoch sestgestellt, daß man Deutschland g roß es Vertrauen entgegenbringt". Dies Gefühl sei noch stärker als anläßlich seines letzt«! Besuches 1925. Es herrsche allgemein das Gefühl der Sicherheit und die Ueberzeugung, daß Deuts ctz- land nichts unternehme, was finanziell unvernünftig wäre. Auf eine Frage erllärte Dr. Schacht Nochmals daß der Dawesplan und die Elsen- bahnbonds während der Besprechungen mit keiner Silbe erwähnt wurden Die Frage der Eisenbahnbonds sei ein Problem, das nicht außerhalb des Rahmens des Dawesplanes akut werden könne. Dr. Schacht vertrat persönlich die Auffassung, Daß der Dawesplan Alle Möglichkeiten vor sehe. Cs sei deshalb unrichtig, von einer Revision zu reden. In Frage kommen vielmehr zu gegebener Zeit eine Ergänzung des Planes Durch Ausfüllung noch offener Punkte, nämlich die endgültige Entscheidung über den Transfer und die Festsetzung der Höhe der Gesamtzahlungen Der Kamps um die Schule. Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers". Berlin, 15. Juli. Auf die Verabschiedung des Reichsschulgesetzes durch das Reichskabinett soll die Veröffentlichung des Wortlautes folgen. Der Reichsrat wird den Entwurf an den zuständigen Ausschuß verweisen und Ferien machen. Somit haben die Länderregierungen reichlich Zeit, sich mit ihrer späteren Stellungnahme zu beschäftigen, was von besonderer Bedeutung für Baden, Hessen und die Provinz Hessen- Rassau ist. Mit diesem Augenblick jedoch beginnt im deutschen Volk in Wirklichkeit der große Kampf um die Schule. Man wird sich erinnern, daß schon während der Rationalversammlung in Weimar sehr heftig um die Schule gestritten worden ist. Damals standen sich Zentrum und Sozialdemokraten als die hauptsächlichsten Gegner gegenüber, obwohl sie zusammen in der Regierung saßen. Rach langem Hin- und Her- zerren einigte man sich aus das für alle Koalitionen schließlich geltende berühmte Kompromiß, worin das Zentrum den Sozialdemokraten das Zugeständnis machte, der Gemeinschaftsschule (Simultanschule) einen gewissen Vorrang einzuräumen, während die Sozialdemokraten wiederum einwilligten, die Entscheidung in diesem Kampf zu vertagen, in der ~ Form, daß die weitere Ausgestaltung einem später zu erlassenden Reichsschulgesetz Vorbehalten werden sollte. Da sich damals somit die Rationalversammlung und die Koalition, Zentrum, Sozialdemokraten und Demokraten, um die eigentliche Entscheidung herumgedrückt hatten, hält das Zentrum jetzt den Zeitpunkt für gekommen, mit Hilfe der Deutschnationalen das Ziel zu erreichen, das es sich von Anfang an gesteckt hat. Die nächsten Wochen und Monate werden widerhallen von dem Kampf der Meinungen über diese Frage. In der Hauptsache handelt es sich um drei Punkte. Den eigentlichen Kern des Streites, die der Simultanschule neben oder über der Bekenntnisschule zuzuweisende Stellung, haben wir bereits angedeutet. Der zweite Punkt betrifft die Frage, bei welcher Schülerzahl man noch von einem „geordneten Schul betrieb" sprechen kann. Der dritte Punkt bezieht sich auf die Form, in der die Beaufsichtigung des Religionsunterrichts in den Konses- ionsschulen vollzogen werden soll. So wichtig die beiden anderen sind, noch wichtiger ist die Stellung der Simultanschule. Es kann gar keinem Zweifel unterliegen, daß ein Reichsschulgeseh der Einrichtung der Simultanschulen den Todesstoß verseht, wenn es bestimmt, daß ohne jegliche Einschränkung auf Antrag der Eltern von Schülern Bekenntnisschulen errichtet werden müssen. Eine Bestimmung, wonach auf Antrag von Eltern auch Gemeinschaftsschulen errichtet werden müssen, ist wertlos, weil ganz naturgemäß solche Anträge nicht kommen werden. Wohl aber ist überall, wo die Simultanschulen vorherrschen, also in erster Linie in Baden, Hessen und Hessen-Rass au, mit Bestimmtheit das Eingehen von Anträgen zur Errichtung von Bekenntnisschulen zu erwarten. Man braucht sich auch darüber gar keinen Illusionen hinzugeben, daß nicht etwa der Einfluß der Geistlichkeit aller Konfessionen in dieser Richtung geltend gemacht werden würde. Wer Anhänger der Simultanschule ist, der stützt sich gerade auf den Gedanken, daß durch sie der konfessionellen Zerklüftung in unserem Volke vorgebeugt wird. Die logische Schlußfolgerung hieraus ist, daß mit Beseitigung der Simultanschule die konfessionelle Spaltung begünstigt wird. Um diese Frage wird der Kampf der Meinungen gehen. Man kann wohl sagen, daß zum ersten Male seit Bestehen der deutschen Republik unser Volk, das bisher nur um materielle Güter oder äußerliche Fragen, wie Symbole, Hoheitsrechte, Rationalfeiertag usw., gestritten hat, vor die Entscheidung einer kulturellen Frage von höchster Bedeutung gestellt ist. So heiß und heftig der Streit sicherlich werden wird, vielleicht liegt darin doch der Vorteil, daß unser Voll aus fast schrankenlosem Materialismus zur Betrachtung des Wertes geistiger Güter geführt wird. Gegenüber der grundsätzlichen Bedeutung des Unterschiedes von Gemeinsamkeits- und Bekenntnisschule tritt die Frage des geordneten Schulbetriebes einigermaßen zurück, obwohl sie in engem ursächlichen Zusammenhang damit steht. Man hat bisher im allgemeinen angenommen. daß in einer schule mit weniger als vierzig Zöglingen ein geordneter Schulbetrieb nicht aufrechtzuerhalten ist, daß bann also die Simultanschule eintreten muh. Wird diese Beschränkung aufgehoben, dann gibt es kein Halten mehr. Was die Frage der geistlichen Schulaufsicht betrifft, so sei daran erinnert, daß schon vor Jahren, lange vor dem Kriege, der Kampf darüber in dem Sinne entschieden worden ist, daß die Religionsgemeinschaften das Aufsichtsrecht verloren. Es ist richtig, daß sich seit der Revolution die Stellung des Staates und der Religionsgemeinschaften zueinander stark verändert hat. Für die katholische Kirche ist freilich die Frage, ob geistliche oder staatliche Aufsicht, leicht gelöst, nicht aber für die protestantische Kirche. Es machen ich sehr gewichtige Stimmen dagegen geltend, mn wieder grundsätzlich die geistliche Schulauf- icht einzuführen. Wie man sich im Reichskabinett die Lösung aller dieser Fragen vorstellt, werden wir aus dem Wortlaut des Entwurfes nach feiner Veröffentlichung erfahren. Bekannt ist bis jetzt nur, daß ich die volksparteilichen Minister für die Erhaltung der Simultanschule in Baden, Hessen und Hessen- Nassau im Sinne der Verfassung eingesetzt haben. Es muß aber ausdrücklich betont werden, daß sich sämtliche Fraktionen, unbeschadet der Stellungnahme ihrer Minister im Reichskabinett, volle Freiheit des Handelns Vorbehalten haben. Wenn der Reichstag am 26. September zu einer kurzen Session wieder zusammentritt, wird sich die Entwicklung wohl klarer übersehen lassen. Die parlamentarische Behandlung. Berlin, 15. Juli. (Priv.-Tel.) Zur Beratung des Reichsschulgesetzes werden diejenigen Abgeordneten, die als Vertreter lhrerFrak- tionen die parlamentarischen Vorverhandlungen über das Schulgesetz geführt haben, in Berlin erwartet, wo sie Gelegenheit haben werden, sich mit Regierungsvertretern zu besprechen. Die „Tägl. Rundschau" unterstreicht noch einmal, daß di e b c i - den volksparteilichen Mini st er ausdrücklich erklärt haben, sie müßten ihrer Fraktion die Stellunngnahme zu dem Entwurf in voller Entschließungsfreiheit überlassen. Die „Voss. Ztg." glaubt, daß eine Sondertagung des Reichsrats erforderlich fein werde, damit bis uir geplanten Septembertagung des Reichstages die Beratungen im Reichsrat abgeschlossen werden können. die vreimächtekonserenz in Genf. Die Beschränkung der Kreuzer auf der öffentlichen Sitzung. Genf, 14. Juli. (Sil.) Die Seeabrüftungs- kvnfevenz hielt heute ihre zweite öffentliche Vollsitzung ab, in Der sämtliche Delegierte und mili- tärische Sachverständige sowie der französische und der italienische Beobachter teilnahmen. Als Erster sprach der Führer der englischen Delegation, der erste Lord der Admiralität Bridgeman, der daraus hinwies, daß die großen Schwierigkeiten, die sich im» Laufe der Konferenz ergeben hätten, notwendigerweise durch die sehr verschieden gelagerten De - dürfnisse der einzelnen Länder an Seestteit- kräften bedingt seien. Gegenwärtig wäre auf Grund der Arbeiten des Sachverständigenkomitees im großen bereits eine Einigung über die Beschränkung der Zerstörer, der Unterseeboote und der nichtkriegsverwendrmgs- fähigen Schiffe erzielt worden. In der Frage Der Beschränkung der Grohkampf- schiffe wären Verhandlungen eingeleitet worden, die alle Aussicht auf Erfolg hätten. Das Ziel der englischen Vorschläge sei, ein Wettrüsten in der Klasse der Großkampsschifse unmöglich zu machen, und zwar durch Festsetzung einer bestimmten Zahl und bestimmter höchsttonnoge für jedes Land. Es gäbe kein anderes Mittel, das Wettrüsten zwischen den Staaten zu verhindern, als ein Abkommen, in dem die Maximalgröße für die Schiffahrls- klasie als auch die Zahl endgültig festgesetzt würde. Die Erfahrungen des Weltkriegs hätten gelehrt, daß für England die Festsetzung einer bestimmten Zahl von Kreuzern eine lebenswichtige Frage sei. England sei bereit, eine Höchsttonnage von 400 000 Tonnen für die Kreuzerklasse anzunehmen. Entscheidend für England sei jedoch, daß die Zahl und die Höchsttonnage der Grohkampfschiffe für jedes einzelne Land feftgelegt würden. Die englische Delegation sei zur eingehenden Prüfung aller Vorschläge bereit, die eine Einigung in dieser äußerst schwierigen Frage herbeiführen könnten, und hoffte, daß bis zu der nächsten Sitzung eine Verständigung auf der Basis der englischen Vorschläge zwischen den Delegationen gefunden werde. Der englische Admiral I e l l i c o e, der Führer der englischen Flotte im Weltkrieg, begründete dann im einzelnen die Notwendigkeit der Beibehaltung einer großen Anzahl von Kreuzern für England. Er betonte dabei, daß die englische Flotte bei Ausbruch des Weltkrieges 114 Kreuzer besessen habe, während England auf der gegenwärtigen Konferenz lediglich 70 Kreuzer anfordere, die das M i n d e st m a ß dessen darstellten, was England für die Sicherheit seiner Seeewege und seiner Kolonien bedürfe. Im Flamen der japanischen Delegation gab hierauf der japanische Botschafter Grat I s h i i eine Erklärung ab. Er betonte, daß das hauptsächliche Ziel der gegenwärtigen Konferenz eine Herabsetzung der auf den Staaten lastenden schweren, drückenden Flottenausgaben sei. Die schwierigste Frage sei die Beschränkung der Kreuzerklassen. In dieser Frage schließe sich die japanische Delegation dem Vorschlag der amerikanischen Delegation an auf Festsetzung einer Gesamttonnage von 450 000 Tonnen für die Kreuzer und Zerstörer für England und Amerika und von 300 000 Tonnen für Japan. Zum Schluß erklärte der amerikanische Botschafter Gibson, daß die amerikanische Delegation sich bei dem Vorschlag, für die Zerstorer- und Kreuzerklasie «ine Gesamtonnage von 450000 Tonnen für England und Amerika anzunehmen, von der Ueberzeugung leiten lasie, daß das Bedürfnis «ft Seestreitkräften keineswegs für jedes Land eine feststehende Größe sei, sonDen« ausschließlich von der Anpassung der Rüstungen zwischen den einzelnen Ländern abhänge. Die amerllanische Delegation lehne daher den Gedanken eines feststehenden Bedürfnisses an Seestreitkräften für ein Land grundsätzlich ab. Als beste Methode für die Herbeiführung einer Beschränkung der Seestveitkräfte halte sie die Festsetzung einer Gesa m t tonn a ge für jede einzelne Schiffsklasse, innerhalb deren es jedem Staat frei stehe, die ihm nach seiner besonderen geographischen Lage und der nationalen Sicherheit notwendig erschttnenden Zahl von Größen zu bauen. Äachdem der Botschafter dann noch betont hatte, daß zwischen der amerikanischen und der japanischen Delegation in einzelnen Fragen bereits eine weitgehende Verständigung erzielt worden fei, wurde die zweite öffentliche Sitzung der Seeabrüstungskonfevenz geschlossen. Die Haltung Japans. London, 14. Juli. (Wolff.) Der Reuter- Korrespondent hatte nach Schluß einer längeren Konferenz zwischen den Mitgliedern der japanischen Delegation mit Saburi, dem Führer der japanischen Delegatton, eine Unterredung. Dieser lehnte ein förmllches Interview mit Rücksicht auf den gegenwärtigen Stand der Verhandlungen ab, äußerte aber, sein Ziel sei nach wie vor eine Einschränkung der Seerüstungen zu erlangen. Er betonte, daß die japanische De- legattvn mit ehrlichen Absichten nach Genf gekommen fei und unmöglich mit einem vergrößerten Dauprogramm nach Hause kommen könne. Er sagte weiter, die japanische Delegation hätte keinen Einwand dagegen zu machen, daß Großbritannien und die Vereinigt«" Staaten zu einer Vereinbarung gelangen, fei vielmehr für eine solche Vereinbarung. Wenn sie aber Japan zu einer vermehrten Bautätigkeit zwinge, bann würde Japan es ablehnen, Verttagsbeteiliater zu fein. Saburi meinte aber, die japanische Delegation hege immer noch Hoffnung, daß ein allgemeines Abkvmemn erreicht werde. Auf eine Anfrage wegen der Gerüchte von der Möglichkeit einer neuen Allianz erwiderte der japanische Admiral, die englisch- japanische Allianz sei für immer tot. Die Klagen über ihren Hingang seien ebenso groß, wie man den Heimgang eines treuen Angehörigen beklagen würde, aber wir haben uns damit abgefunden. Wir würden das : Bündnis ebenso wenig ins Leben zurückrufen, ! wie wir einen betagten Freund in diese Welt I zurückrusen würden, nachdem er ein nuh - I bringendes Leben beschlossen hat. sollen jedoch Bewilligungen nicht über den Betrag von 4 Millionen Mark hinaus erfolgen. Ber den Wertpapiergeschädigten soll, wie verlautet, gleichfalls eine abgestufte Entschädigung Platz greifen und zwar in der Weise, daß für Schäden bis 200 000 Mark 12 Prozent, für die nächsten 800 000 Mark 6 Prozent und für die 1 Million Mark überschietzenden Beträge 4 Prozent vergütet werden. Auch bei den Wertpapiergeschädigten soll die Entschädigung nicht 1 Million Mark übersteigen dürfen. Das nunmehr dem Reichsrat überwiesene Liquidattons- schädengeseh sieht insgesamt einen Bettag von einer Milliarde vor, statt wie im ursprünglichen Entwurf 800 Millionen. Kärntens Nationalitätenpolitik. Klagenfurt, 14. Juli. (WB.) In der heutigen Sitzung des Kärntner Landtags wurde ein Antrag auf Erlaß eines Autono- mlege setz es für die slowenischen Minderheiten Kärntens dem Schulausschuß zugewiesen. In der Begründung heißt es u. a.: Kärnten soll unter allen deutschen Ländern den Vorzug genießen, die Frage des Schuhes der sprachlichen Minderheiten in günstiger Weise und restlos zu losen. Kärnten wünscht die Sicherheit des nationalen Friedens im Lande und ist bereit, dafür große Opfer zu bringen, Opfer, die auch in materieller Beziehung trotz der Armut des Landes wett Ä>er die durch den Verttag von St. Germain auferlegten Verpflichtungen gehen. In der Bestrebung nach kultureller Befriedigung seiner na tionalen Minderheiten hat Kärnten alle Stinnnen beachtet, die auf dem europäischen Festlande in der Miickierheitenfrage laut gewor den sind. Ramentlich waren die Entschließungen der verschiedenen Minderheit en'on- grosse über die kulturelle Autonomie. Man erwartet von dem Gesetz eine günstige Rückwirkung auf die Behandlung der deutschen Minderheiten in anderen Ländern. Wasrika ein neuer britisches Dominium. Tas Mandatsgebiet wird einbezogcn. London. 15. 3ulL (XU.) Die englische Regierung hat eine Kommission eingesetzt, die die politische und Wirtschaftsoerfassung für ein D o - millium rein tropischen Charakters in Zentral - und Ostafrika ausarbeiien soll. Zuerst sollen die beiden alten englischen ostafrikanischen Kolonien Kenia und Uganda mit dem Mandatsgebiet Tanganyika, dem ehemaligen Deutsch-Oslasrika, zu eine r Wirtschaftseinheit verschmolzen werden. Diese drei Kolonien sollen nach Art der Linzelstaatcn der Südafrikanischen Union ihre provinzialver- f a s s u n g e n erhalten, aber in wichtigen politischen und Wirtschaftsfragen als Einheit aufkreten, vor allem einen einheitlichen Zolltarif bekommen. Den Kolonien Zansibar. Uyassa- land und Nord-Rhodesien soll zu einem etwas späteren Zeitpunkt gestattet werden, als selbständige Einheiten dem neuen Dominium beizu- trelen. In der Begründung zu dem gestern veröffentlichten Auftrag der Kommission heißt es ausdrücklich: Die Tatsache, daß wir bezüglich des Gebietes von Tanganyika die Pflichten als Mandatsmacht übernommen haben, schafft keine Schwierigkeiten oder Verwicklungen bei der Lesung des Problems der engeren Vereinigung der ost- afrikanischen Kolonien. Die Schließung des polnischen Sejm. Pjlsudskis Kamps gegen das Parlament. Warschau, 15. Juli. (Wolff.) Die polnische Regierung hat den Sejm, wie schon kurz gemeldet, Durch einen Erlaß des Staatspräsidenten geschlossen. Wie die Polnische Lelegraphen-Agen- tue aus maßgebenden Kreisen erfahr', hat sich die Regierung hierbei von folgenden Motiven leiten lassen: 1. Die Arbeiten des Sejm und des Senats an den Regierungsvorlagen, wie auch hinsichtlich der Ratifizierung der aus internationalen Gründen notwendig erscheinenden Verträge waren bereits erschöpft. 2. Rachdem die vom Standpunkt dec allgemeinen Staatsinteressen gebotenen Arbeiten bereits beendet waren, wurden gerade in den letzten Lagen Fragen angeschnitten, die einerseits das Bestreben auf Einschränkung bestimmter Prärogative des Staatspräsidenten, andererseits aber auch alle Anzeichen eines ernstes Konfliktes zwischen den beiden parlamentarischen Körperschaften verrieten. In der Ab'icht, den Folgen dieser Lage vorzubeugen, hat sich die Regierung entschlossen, dem Staatspräsidenten gemäß den Artikeln 25 und 37 der polnischen Staatsverfassung einen Antrag auf Schließung der außerordentlichen Session des Senats und des Sejm vorzulegen. 3. Die beiden legislativen Körperschaften sind als für die Dauer von einigen Monaten suspendiert zu betrachten Während dieser Zeit sollen Vertrage ausgearbeitet werden, die dann den Kammern zur Beratung vorgelegt werden. Die Morgenpresse nimmt in lebhaften und teilweise sehr drastischen Aeußerungen zu der demon^ strativen Schließung des Parlaments Stellung. Die meisten Blätter nehmen schärf st e oppositionelle Haltung gegen die Regierung ein. „War- szawianka" fragt, wozu der Sejm überhaupt einberufen worden sei, und erklärt, wenn die Reaieruna die Haltung des Sejm nicht teilen wollte, so hätte sie ihre Stellung lieber offen erklären und den Sejm auflösen sollen. Der sozialistische „Robot- nik" schreibt, die Methode der Regierung konnte nur das Ziel haben, das Ansehen des Parlamentarismus herabzudrücken und seine Stellung im Staate zu schwächen. Die Regierung zerstöre die Achtung des Volkes vor den demokratischen Grundlagen. Die offiziöse „Epoka" jagt, es handele sich um einen Kampf zwischen Sejm und Regierung. Die Regierung hätte eine Schwächung ihrer Stellung durch den Sejm nicht zulassen können. Die Abgeordneten müßten zu der Ueberzeuguna kommen, daß man an der Konstitution nicht immer schon nach Maßgabe äußerlicher Situationen etwas stückeln könne. Man könne aus den Fundamenten des Staates nicht immer Einzelteile herausnehmen und neue hinein setzen, weil dies zur Zerstörung des Staates führen werde. Das Pilsudski-Oraan „Glos Prawdy" erklärt, die Schließung der Session sei dasein zig richtige Mittel zur Bekämpfung des Gespöttes der Nationaldemokraten auf die Konstitution, (lieber die allgemeine politische Lage in Polen unterrichtet ein Brief unseres Warschauer Korrespondenten, den unsere Leser im Beiblatt finden.) Die Regierungsbildung in MeckSenburg-Strelitz. Neustrelitz, 14. Juli. (WB.) Nachdem die Versuche der sozialdemokratischen Fraktion, eine Regierung auf Grund des Wahlergebnisses zu bilden, infolge der ablehnenden Haltung der Fraktion für Handwerk und Gewerbe au keinem Ziel geführt hatten, wurde seitens der oeutschnationalen Fraktion mit der Fraktion der Handwerker, der Volkspartei und der Demokraten verhandelt mit dem Erfolg, daß es nach langen Verhandlungen nunmehr gelang, eine neue Regierung mit den beiden bisherigen Ministern Dr. Hustädt und Schwabe zu bilden. Der neue Landtag wird vom Staatsmini- sterium auf den 26. Juli einbernfen werden, um die Präsidentenwahlen und die Bestätigung der beiden Minister zu vollziehen. Die chinesischen Wirren. Schanghai. 14. Juli. (Reuter.) Der Bürgerkrieg in China scheint eine neue Wendung zu nehmen. Aus Peking eingetroffeno Rachrichten besagen, daß Tschiang Katsch e k sich in der Richtung Pukau zurückziehe, weil er den Angriff aus Ranking von Hankou aus befürchte. Rach einem Funkspruch aus Kiu° kiang sind Truppen aus Hankau in Kiuliairg unter dem Befehl des Generals T s ch a n g Fu - tuet angekommen, der die Absicht äußerte, Ran- king anzugreifen. In Peking ist man der Meinung, daß die Haltung Feng Ju-hs längs, falls es zu einem Kamps zwischen Hankou uiw Ranking kommen sollte, von großer Bedeutung sein werde. In gut unterrichteten Kreisen gezweifelt, daß sein vor kurzem mit Tsti•;c,;tg Kai-schek abgeschlossenes Bündnis a u f r i ch , ,7 gemeint ist. Man hält es für wahrscheinlicher, daß Feng auf die Seite Hankaus trete. Die vor einigen Monaten von gruppen Tschang- tsolins auf einem Schiff des Vangtseflusses gefangengenommene Frau Borodin, dre Gattin des russischen Beraters der Regierung von Hankau, ist in diesen Tagen mit drei russischen Kurieren zusammen wieder f re i ge l a ss en worden In Peking herrscht über die sreilassung große Erregung. Die freigelassenen Russen halten sich augenblicklich im G e s a n d f ch a f t s- viertel auf. Die chinesischen Behörden haben beim holländischen Gesandten, dem Doyen des Diplomatischen Korps, Schritte unternommen und die Auslieferung der Russen gefordert. Rach einer Beratung im Diplomatischen Korps lehnte es der holländische Gesandte ab, die Rus- sen nach ihrer formellen Freilassung wie Verbrecher wieder auszuliefern. Das Steuervsreinheillichungs- gesetz. Berlin, 14. Juli. (WTB.) Das Reichskabinett verabschiedete in seinen letzten Sitzungen außer dem Reichsschulgesetz u. a. das eo t e u e r - Vereinheitlichungsgesetz, welches als Mantelgeseh vier Einzelgesehe umfaßt. Cs handelt sich dabei um das Grundsteuerrahmengesetz, das Gewerbesteuercahmengeseh, das Gebäudeentschul- dungssteuergeseh und das Steueranpassungsgeseh. Diese vier Gesetze werden durch ihren gemein» famen Zweck miteinander verbunden. Sie dienen der Vereinheitlichung und Vereinfachung der Steuern selbst und der Steuerverwaltung und sollen auch eine Ersparung an Verwaltungskosten und größere Bequemlichkeit für die Steuerpflichtigen herbeifuhren. Aus Februar von Einfluß sind. Einem höheren Luftdruck in Argentinien während der an- gebenen Monate entspricht ein wärmerer Sommer in Mitteleuropa. Mr der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 15. Juli 1927. Sommerliche Tage. Don Dr. Paul M. Holz. Der bisherige Verlauf des diesjährigen Sommers hat denen recht gegeben, die schon vor Monaten als fein besonderes Kennzeichen .Viel Regen" nannten. Der Juni war überaus «ich an Niederschlägen und, abgesehen von einigen warmen Tagen, äußerst kühl. Der Juli brachte zwar eine stärkere Erwärmung, aber er war unbeständig, sehr zum Leidwesen derer, die bereits in der Sommerfrische sind oder vor der Serienreife stehen. Wir haben vereinzelt heiße Tage gehabt^aber eine eigentliche Hitzeperiode haben wir in diesem Jahr noch nicht erlebt. Auch vor zwei Jahren (1925) trat die große Hitze erst in der zweiten Iulihälfte em (am 21. Juli) und brachte in verschiedenen Gegenden Deutschlands Temperaturen von 30 bis 35 Grad Celsius im Schatten. Solche hohen Temperaturen gehören freilich zu den Seltenheiten und die Aufzeichnungen aus den letzten 50 Iah- r:n zeigen, daß ähnlich hohe Temperaturen (nämlich 35 Grad) nur in sechs Jahren gemessen wurden, und zwar 1881, 1892, 1893, 1894, 1911 und 1921. In Berlin wurden sogar schon einmal (am 20. Juli 1865 in den Mittagsstunden) 37 Grad festgestelft, eine Rekordtemperatur, die seitdem in der Reichs Hauptstadt nicht wieder erreicht worden ist. Auch die Jahre 1918, 1919, 1922 und 1923 brachten sommerliche Temperaturen, die an 35 Grad nahe her ankamen. Es ist vielleicht nicht uninteressant, wenn hierbei erwähnt wird, daß an solchen heißen Tagen in Berlin der Verbrauch an Wasser auf 500 000 Kubikmeter steigt, während er bei normaler Sommertemperatur nur etwa 300 000 Kubikmeter täglich beträgt. Die Anfragen an die Wetterwarten, die von den verschiedensten Seiten gerade während der Reisezeit gestellt werden, wollen in der Regel nur eine Antwort darauf, ob es regnen wird oder nicht. Der Landwirt, der sehr häufig auf Regen wartet, verspricht sich von der Antwort etwas anderes als der Serienreifenbe, der von der Wetterwarte die Nachricht über Lu.iozean der Erde und ihre Auswirkungen ist cir? besonders interessante Aufgabe, cm der die r, eteorokogische Wissenschaft seit Jahren ar- E itet. Es besteht also die Möglichkeit, daß eS einmal gelingen wird, auf längere Zeit berech- rete Wettervorhersagen zu machen. Aus diesen Prognosen wird dann jeder seinen Vorteil ziehen, Landmann, dir Volkswirtschaft und nicht zu.etzt der Ferienveisende. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag: Verein Rudersport: 9 Uhr. Bootshaus, Monats- •• Pers onalie. In den Ruhestand tritt am 1. August d. I. auf Grund des Gesetzes über die Erreichung der Altersgrenze der Oberrechnungsrat bei der Hessischen Hauptstaatskasse Heinrich K o ch in Darmstadt. L. U. Don der Landesuniversität. Am Sonntag, 17. Juli, vormittags 11.15 Uhr, findet in der Reuen Aula ein Univerfi- täts-Gottesdienst statt, zu dem in erster Linie die Angehörigen der Universität eingeladen sind. Selbstverständlich hat aber auch jeder andere Zutritt. Die Predigt wird Professor D. Dr. Hans S chmi dt halten. •* Schulferien! Heute beginnen die großen Sommerferien. Morgen ist der erste Ferientag. Für vier Wochen winkt dem Schulvölkchen die goldene Freiheit. Di er lange Wochen köstlicher Ungebundenheit, die ganz der körperlichen Erholung und geistigen Auffrischung gewidmet sein sollen. Rehmen wir es als ein gutes Dorzeichen für die kommende Ferienzeit, daß heute morgen der Himmel blau ist, und die Sonne freundlich und warm auf uns herunterlacht! Möge das so bleiben, wir haben es alle nach den bisher wenig schönen Tagen des heurigen Sommers redlich verdient. Wir wünschen allen, für die heute die schönste Zeit des Jahres beginnt, eine recht gute Erholung und hoffen, in vier Wochen recht viele von ihnen mit sonnengebräunten Gesichtern ind blanken Augen Heimkehr en zu sehen. " Die Ortsgruppe Gießen des Deutschen Iugendherbergenverban- des hielt am Mittwoch abend im Singsaal der Oberrealschule ihre diesjährige Hauptversammlung ab. Rach Eröffnung und kurzer Begrüßung durch den Dorsitzenden, Beigeordneten Dr. Frey, erstattete der Geschäftsführer der Ortsgruppe, Dr. Flörke, den Jahresbericht, aus dem zu entnehmen war, daß die Zahl der Mitglieder 186 und 32 körperschaftliche (im Dorjahr 205 und 26) beträgt. Die Zahl der Uebernachtungen betrug im letzten Geschäftsjahr in der Jugendherberge Gießen 1303 (im Dorjahr 972), in der Jugendherberge auf dem Hoherodskopf 1029 (im Dorjahr 930). An Zuschüssen wurden der Ortsgruppe von der Stadt Gießen 400 Mk., von der Provinz Oberhessen 200 Ml. und von dem hessischen Staat 1500 Mk. gewährt. Die Kasse wies am Schlüsse des Rechnungsjahres einen Barbestand von 902.78 Mk. auf, der aber inzwischen für Arbeiten in der Jugenoherberge Hoherodskopf Verwendung fand. Für das laufende Jahr ist die Zuführung von elektrischem Licht in diese Herberge geplant. Der seitherige engere Vorstand wurde durch die Reuwahl von Lehrerin Fräulein Hotz ergänzt. Der erweiterte Vorstand, der je"t 12 Personen umfaßt, wurde durch Reuwahl einer Dame und eines Herrn vergrößert. Rach der Prüfung der Rechnung hielt Dr. Flörke einen Lichtbildervortrag über die oberhessischen Jugendherbergen. Die gezeigten Lichtbilder, die von dem Redner selbst a.i Ort und Stelle ausgenommen worden sind, zeigten Lichtbilder der Herbergen vom Hoherodskopf, von Gießen, Gedern, Schlitz, Alsfeld, Butzbach und Büdingen. Der Vorsitzende sprach unter dem Beifall dec Zuhörer dem Vortragenden herzlichen Dank aus und wünschte der guten Sache im Interesse unserer Jugend ein weiteres Blühen und Gedeihen. WSR. Monats- und Zeitkarten werden billiger. Ab 1. September 1927 werden, wie die Deutsche Reichseisenbahngesellschaft mitteilt, ergänzende Bestimmungen über die von der Reichsbahn im Personenverkehr verkauften Monatskarten für mehrere Wege in Kraft treten. Die Reichsbahn berechnet diese Zeitkarten für mehrere Wahlwege bekanntlich nicht einfach nach dem längsten Wege, sondern erhebt außerdem einen Zuschlag. Dom 1. Sep- 8chn«id«r, M» BertHbtgtmg führt Nechtsanwaii Dr. Meuser. / •• Fundsachen. DaS Hessische Polizeiami teilt mit: Wir machen darauf aufmerksam, daß im vergangenen Jahre und auch dieses Jahr eine große Anzahl von Brillen, Portemonnaies, Stöcken, Schirmen, Handtaschen, Handletterwagen und sonstigen Gegenständen als gefunden abgeliefert, aber nicht ab geholt worden ist. Die Interessenten werden daher gebeten, zwecks Abholung der Gegenstände auf dem Fundbureau, Weidengasse 5, Zimmer 3 vorzusprechen. •* Zur Richtigstellung. Der Rame des um das Fest des Alicefrauendereins in der Volkshalle sehr verdienten Kunstgewerblers ist in unserem Bericht vom 13. Juli durch einen Druckfehler unrichtig wiedergegeben; es handelt sich um Herrn H. Küchel (nicht Kückel), einen Sohn unserer Stadt. Erst hier tarn Krag auf den Gedanken, daß der Gelehrte jemand auf einer der ZiegHeien besuchen wollte. War d'Albert nun der Anführer der Bande, was lag bann näher als die Vermutung, daß er nach dem Coup der Polizei einige seiner Anhänger in der Ziegelei versteckt hatte! Hier trieb er sich des Nachts ja soviel Gesindel herum, Müßiggänger von allen Sorten, Männer und Frauen der oerschie- densten Altersstufen, Leute ohne Obdach, die sich für die Nacht auf den großen Ziegelöfen wärmten. In dieser Hefe konnten ein paar Menschen leicht ver- schwingen. _ Krag ließ fein Auto an der Ecke halten. Zusammen mit Jens stieg er aus und näherte sich den glühenden Augen des anderen Waaens. Dieser blieb stehen, vom Dunkel umhüllt. Als Krag mit seinem Begleiter daran vorbeikam, hörte er, wie jetnanb, der neben dem Automobil stand, fluchte und schimpfte. Am Ton konnte er erkennen, daß es eine echte Christianiaer Stimme war. Krag ging an den Wagen heran. Der Chauffeur stand neben der offenen Tür und wetterte und schalt. „Was ist denn los?" fragte der Detektiv. „Er is wie weggeblasen, der Halunke!" schrie der Chauffeur. „Da hab' ich ihn wieder hierher bis ans Ende der Welt gefahren, und nu is er durchgebrannt. Ich hab' ihn ja schon mal gefahren, aber da is er mir doch nich ausgekniffen." „Haben Sie eine Laterne?" Der Chauffeur hatte keine. Da leuchtete Krag mit seiner eigenen Taschenlaterne in das Auto hinein. Der helle Schein beleuchtete jeden Winkel. Auf dem Sitz lag der große Mantel des Gelehrten. Darauf lagen zwei Zchnkronenscheine. Begierig griff der Chauffeur nach dem Mantel und dem Gelbe. Er war auf einmal vollkommen befriedigt. „Er ist doch ein Gentleman", sagte er. „Wie gesagt,, ich habe ihn schon mal gefahren. Ich weiß, wie er’s yaoen will. Ich soll gewiß den Mantel ins Hotel zurückbringen." „Wie oft haben Sie ihn schon gefahren?" ,/Einmal, öfter nicht." Der Chauffeur schloß die Tür und traf Anstalten, roieber ab zu fahren (Fortsetzung folgt) In strahlendster Laune entstieg Jens seiner Kellnertracht und schlüpfte in einen Kittel, den Krag ihm verschafft hatte. Als die beiden Männer zusam- menftanben und ihr Aussehen oorm Spiegel musterten, konnten sie leicht für einen Arbeiter mit seinem Sohne gelten. Jens umschlich die Tür des gelehrten Herrn d'Albert. Von Zeit zu Zeit überbrachte er Meldungen an Krag. Der Gelehrte rumorte in seinem Zimmer mit Koffern und Stiefeln. Offenbar war er im Begriff, sich umzukleiden. Zwei Minuten vor zwölf hielt Herrn d AlArts geschlossenes Automobil vor dcm Hotel. Auch Krag hatte telephonisch ein Auwmobil bestellt, das auf der anderen Seite der Sttaße zwischen den dort stationierten Droschken warten joUte. Punkt zwölf Uhr verließen Krag und sein Gehilfe durch eine Hintertür das Hotel und nahmen im Automobil Platz. Durch das Wagenfenster konnten sie schnell feststellen, wenn der Gelehrte sein Auto bestieg. Kaum waren fünf Minuten vergangen, als der Portier einen Herrn herausließ, der mit einem langen Mantel und einer Reisemütze bekleidet war. Er war es. Der Chauffeur hatte offenbar schon seine Befehle, denn er fuhr ohne weiteres davon. Krag gab seinem eigenen Chauffeur die notwendigen Anweisungen, und dieser folgte d'Alberts Wagen in ziemlich weitem Abstand, da Krag fürchtete, von dem Gelehrten bemerkt zu werden. Aber es war jetzt so wenig Verkehr auf den Straßen, daß es Krags Chauffeur dennoch nicht schwer fiel, zu folgen. Fünf Sekunden später als der erste Wagen bog der zweite um die Ecke. Krag hatte erwartet, daß d'Albert in seiner merkwürdigen Verkleidung nicht durch die beste Gegend der Stadt, sondern zum Hafen hinunterfahren werde. Aber d'Albert tat keines von beiden. Er fuhr durch den dichtesten Stadtteil nach Osten hin. Hier in den östlichen Grenzbezirken herrschte vollkommene Stille und Finsternis. Die kleinen Holzhäuser und die drohenden großen Mietskasernen lagen mit erloschenen Augen ba. Jtein Laut war zu hören außer dem Schurren der Automobilreifen auf dem steinigen Weg; und kein Menich war zu sehen. „ . Schließlich hielt das Auw am Ende einer Straße, die auf die großen Ziegeleigrundstücke mündete. _____ tember b. I. ab wird dieser Zuschlag. ofrne Rücksicht auf die Zahl der Wahlwege, allgemein auf 10 Proz. des Unterschieds zwischen dem längsten Weg und der Gesamtlänge aller Wege festgesetzt; jedoch darf der Zuschlag 20 Proz. der Grundentfernung, d. h. des längsten Weges, nicht überschreiten. Gleichzeitig werden die Preise auf Gnffernungen von 51 bis 94 Kilometer staffelförmig um 0,5 v.H. je Kilometer gesenkt. Außer den Monatskarten mit Wahlwegen werden auch die übrigen Zeitkarten, wie z. B. Schülermonatskarten, Arbrilerwochenkarten usw. entsprechend herabgesetzt werden. Die Reichsbahn hofft, durch die jetzige Ermäßigung den auf Kleinbahnen und Kraftwagen abgewanderten Reiseverkehr, namentlich den Berufsverkehr, zurückzugewinnen und weitere Abwanderung zu verhüten. ** Dom Ertrinken gerettet Beim Baden in der freien Lcchn geriet dieser Tage eine Frau auf eine abschüssige Stelle, wo zuvor ausgebaggert worden war, und verschwand plötzlich in den Fluten. Durch Hilferufe aufmerksam gemacht, kam der Student Willy Lieb au von Gießen ihr zu Hilfe und rettete sie mit eigener Lebensgefahr vor dem ©rtrinfen. Liebau hat bereits drei Menschen das Leben gerettet. * Der Bauersche Gesangverein Gießen ist, wie uns mitgeteilt wird, von der Kurverwaltung in Bad-Rauheim eingeladen worden, mit dem Kurorchester zwei Konzerte zu veranstalten. Die Konzerte finden am Sonntag, 17. Juli, nachmittags 4 Llhr und abends 8 llhr mit jeweils vollständig neuem Programm statt. Der Besuch der Konzerte kann empfohlen werden. ' Gemeindefeier der Markusge- m ein de. Am nächsten Sonntagnachmittag wird die Markusgemeinde wieder mit der Kinderkirche zusammen ihre Gemeindefeier auf der Hardt halten. Wie in früheren Jahren ist auch diesmal ein reiches Programm vorgesehen: Ansprachen unb musikalische Darbietungen, Reigen und sonstige Spiele, auch Wettspiele. Jedermann ist herzlich eingeladen. (Siehe heutige Anzeige!) " Landwirtschaftliche Landesausstellung Darmstadt 1 9 2 7. Die Dorbereitungen für die große landwirtschaftliche Landesausstellung schreiten rüstig fort. Die Anmeldungen gehen erfreulicherweise sehr gut ein. Es ist mit einer hervorragenden Ausstellung aus dem Gesamtgebiet der Landwirtschaft und allen Industrie- und Gewerbezweigen, die mit ihr in Verbindung stehen, zu rechnen. Don besonderem Umfange wird die Tierausstellung werden. Es werden zur Ausstellung gelangen zirka 450 Stück Rindvieh, 200 Pferde, 250 Schweine, 350 Ziegen, außerdem Schafe. Auch wird das Geflügel, Dienen und Kaninchen in umfangreicher Zahl von Einzelnummern vertreten fein. ** Zum Marburger Universitäts- jubiläum. In letzter Zeit konnte man in der Presse wiederholt lesen, daß die Unterbringung der Gäste beim Marburger Unioersitatsjubiläum (29. Juli bis 1. August) Schwierigkeiten bereitet. Demgegenüber sei festgestellt, daß noch reichlich Zimmer zu mäßigen Preisen durch den Marburger Verkehrsverein zu haben sind. (Dergleiche morgige Anzeige.) •• D i e Jahresversammlung des Vereins gegen den Al ko Holismus wird voraussichtlich im September in Dresden stattfinden. Den Gegenstand der Hauptversamm- lung wird die Frau in ihren Beziehungen zur Alkoholfrage und alkoholgegnerischen Arbeit bilden unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Alkoholfrage auf dem Lande. Mit der Tagung wird wieder eine Trinkerfürsorgekonferenz und die Jahresversammlung des Trinkerheilstätten- vereins verbunden sein. ** Oberhessisches Schwurgericht. Das Schwurgericht der Provinz Oberhessen wirb am Montag nächster Woche unter bem Vorsitz des Land- gerichtsrats Hirsch eine Sitzung abhalten. Astge- klagt ist Andreas Reul von Lauterbach wegen Meineids. Die Anklage vertritt Staatsanwalt Rundfunk-Programm. Samstag, 16.3ulL 15.30 bis 16 Uhr: Die Stunde der Jugend. - 16.30 bis 17.45 Uhr: Wunschnachmittag. — 17.4 bis 18.05 Uhr: Die Lesestunde. — 18.15 bi. 18.45 Uhr: Der Briefkasten. — 18.45 bis 19.1 Uhr: Kraftfahrzeugwesen und Kraftfahrzeugbc steuerung, Vortrag von Dr. Köbner. — 19.13 bis 19.45 Uhr: Junge Arbeiterdichtung, Vorttv? von Alsred Auerbach. — 19.45 bis 20.15 Uhr: Stilwandlungen in der Mimik der Bühne, Vortrag von Alfted Auerbach. — 20.15 bis 21.15 Uhr: Klavierkonzert Michael Zadora. — 21.15 bis 22.15 Uhr: Das sorbisch-wendische Lied. — Anschließend Tanzprograorm. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. 3fr. Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). SamStag,den 16. Juli 1927. Vorabd. 7.45, morg. 8.30, Predigt, abds. 8.45 u. 9.25. Gottesdienst der tsr. Religionsgesellschast. Sabbatfeier, den 16. Juli 1927. Freitag abend 7.45, Samstag Dorrn. 8.00, nachm. 4.30, Sabbatausgang 9.25. Wochengottesdienst: morgens 6.15, abds. 7.15. Ergraut Ihr Haar frühzeitig ? Dann tun Sie gut, es hygienisch zu behandeln, d. h. es öfters mit einer Lösung von 10 Gramm Lavareu- salz tn 250 Gramm Wasser zu waschen. Die durch diese Behandlung erzielten Erfolge werden Ste sehr zufrtedenstellen. 6522A Roman von Sven Elve st ad. Copyright bei Georg Müller, München. 31 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Er hatte in bas Hotel einen von seinen Leuten als Kellner eingeschmuggelt, seinen alten Diener Jens, der jetzt als jüngster Eleve in der Krvminialabteilrmg tätig war. Dieser Mann, der ihm treu ergeben war, erstattete ihm fast stündlich Bericht darüber, was ber Franzose unternahm. Und da Jens von früher wußte, baß fein Herr felbft auf die unbedeutendsten Mitteilungen Wert leate, jo erfuhr Krag, wann Herr d'Albert zu frühstücken geruhte, wann er sein Mittagsschläfchen hielt, wann er ausging, wie er gekleidet war, ob er einen Wagen benutzte ober zu Fuß ging und so weiter und so weiter. Man versteht, bah Asbjörn Krag bei alledem Grund zur Ungeduld hatte. Eine Stunde verging nach ber anderen, die Tage verstrichen, und noch immer ereignete fick nichts. Seine lUeube roar daher außerordentlich, als ihm Jens ttckttch an jenem Samstag die Mitteilung überbrachte, baß aus einem sehr untergeordneten Kaushause m der Großen Sttaße ein ansehnliches Paket an Hern d'Albert angekommen sei. Es ist notwendig, zu bemerken, daß Herr d'Albert während der ganzen Zeit im Hotel tfran= Misch gesprochen hatte und sich auch nicht barem sand, in einer anderen Sprache angeredet zu LT-.ben. Nach allem zu urteilen, mußte d'Albert seine Einkäufe in dem erwähnten Geschäft selbst gemacht h-ben. Krag schickte Jens aus, um Näheres zu er- j.ihren. Jens kam nach einer halben Stunde atemlos zurück. Zunächst hatte er gefragt, ob die Sachen an den französischen Herrn hn Viktoria-Hotel abgesandt seien. Als Jens von dem „ftanzösifchen Herrn sprach, schien der Geschäftsinhaber ared)t erstaunt. Aber er gab zu, daß verschiedene Waren an einen Herrn Albert ins Viktoria-Hotel aeschickt worden seien. Wer diese Waren gekauft habe, fragte Jens. Nun beschrieb der Kaufmann Herrn d'Albert so genau, baß kein Zweifel darüber herrschen konnte, daß er selbst die Sachen gekauft hatte. Aber d'Albert hatte bei dieser Gelegenheit nicht I Französisch gesprochen, sondern Norwegisch, obendrein reinen, unverfälschten Christianiaer Dialekt. Der Geschäftsführer war keinen Augenblick im Zweifel darüber gewesen, bah ber Herr Norweger sei. ... . Das war eine wertvolle Mitteilung für Krag. Jetzt konnte er auf ber Aktivaseite buchen: Herr d'Albert, ber sich bisher für einen Franzosen ausgegeben hatte und nichts von einer anderen Sprache hatte wissen wollen, sprach ausgezeichnet Norwegisch mit ausgeprägtem Christianiaer Dialekt. Noch verblüffender aber war die Mitteilung des Jens, was für Sachen Herr d'Albert in dem recht primitiven Geschäft gekauft hatte. Jens hatte alles aufgeschrieben, und die e Liste sah so aus: ein Paar große ©eemannsftiefel, ein Paar weiße Wollstrümpse, ein Paar blaue Leinenhosen, eine isländische Wolljacke, die im Fenster gelegen hatte und die daher schmutzig war (halber Preis), ein schottisches Halstuch, eine brauntarierte Mütze. , .., Als»Asbjörn Krag bisse Mütze >ah, war er sich sofort klar darüber, daß Herr d'Albert eine Verkleidung bebabfichtige. Wahrscheinlich wollte er zu den Schiffsanlegeplätzen. Waren ihm die Augen dafür aufgegangen, daß er ausspioniert worden war, und wollte er versuchen, als Seemann verkleidet, an Bord eines Schiffe? zu entkommen? Den Polizeibeamten erschien dies letztere wenig wahrscheinlich. Vieles sprach dafür, daß andere Dinge im Gange waren. Es war jetzt zehn Uhr fünfzehn Minuten abends, und Herr d'Albert war noch nicht nach Haufe gekommen. Aber der stets diensteifrige und allgegenwärtige Jens hatte in der Portierloge gehört, der Herr habe Anweisung gegeben, daß um ^mkt zwölf Uhr ein geschlossenes Automobil norm Hotel hatten solle. Es war ein nebliger, regnenscher und sehr dunkler Abend. m e, .. Asbjörn Krag legte eine Verkleidung an, die mit derjenige übereinstimmte, in der Herr d'Albert offenbar am heutigen 21benb erscheinen wollte. Krag hatte stets einen Handkoffer bei sich, der verschiedene Kleidungsstücke enthielt, so daß er jederzeit sein Aeußeres schnell verändern konnte. Die Restbestände m Damen-, Mädchen-, Kinder-Mänteln und Kostümen Kleidern, Blusen, Röcken und Sommerstoffen werden, um gänzlich damit zu räumen § zu jedem annehmbaren Preise verkauft U J. Pfeffer, Gießen, Marktplatz 6 6617 65&5J) Neue Vereine | Walltor. 6623D beten. 6611V Der Vorstand. Ter Vorstand. 3 3bis4l?e pvVsrbe 6631D Die Ereignisse in China ! ' Fortsetzung folgt f Bitte aufbewahren / Kukirolen Sie auch schon ? *■ 05222 Preisen 5930a empfiehlt Mifa-FabrikVerkaufstelle Gießen Neuenweg 4 / Leiter: /. P. Mono DRUCKSACHEN aller Art liefert die Brühl'sche Druckerei 59-64-19-OO-IOOMusw Bequeme tVodien« und Monatsraten Kartoffeln lausend zu haben. Wiederverk-u Groh- abn. Vorzugspreise. IE. Trechsler. Stemstr.73, Tel. 1581. Der Ausflug mit Damen am Samstag, dem 16. Juli, findet nickt nack der Hardt-Terrasse, sondern nack der Karlsruh statt. Abmarsch 8.30, wir gegen sehr hohe Berkaufsprov. tücht. vertteleriWM. HEaBcoreettiabrik Backofen &Llebscher Döbeln I. S. Gegr. 1899. «i5ss Kinder! 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Mal baut man ab, mal wieder auf. denn Wiederaufbau ist ein schönes Wort, fast so schön wie Kukirol. aber letzteres ist erfolgreicher / Äiteps-Vereiniguog 1857-1007 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Alterslollegen von dem Ableben unseres lieben Alterslollegen Ludwig Seth geziemend in Kenntnis zu setzen. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung am Samstagnachmiltag 3 Uhr. 0521 s Gießen (Ebelstraße 23), den 14. Juli 1927. Beerdigung Samstag, den 16. Juli d. J., nachmittags 3l/2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof. Freibank. Samstag, den 16. Juli, von 8 Uhr vormittags ab ““D MjtMrlM. Mädchen d. nickt mehr tortbtb dungSschulpflichtig ist, gesucht 052i)2 Bäckerei Philipp Lange, Neustadt 47. UlllllllllllllinilllllilllllllllD Landarzt sucht volle Pension in Gienen für seinen 13jährig., gesunden, wohlerzogenenSohn bet guter Familie; beoorz. Lehrer od. Beamter, wo gleichalteriger Sohn vorhanden. Schrift!. Angebote m. Pensionspreis unter 6627D an den Gteff. Anz. aillllllHIII!lllllllllllllll!ll!9 Statt besonderer Anzeige. Hiermit die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Paul Neumann Eisenbahn-Sekretär i. R. \ im Alter von 68 Jahren nach kurzem schweren Krankenlager heute früh sanft entschlafen ist. In tiefer Trauer namens der Hinterbliebenen: Marie Neumann geb. Woelke. | Mietgesuche | Laden für Lebensmittelgeschäft geeignet, in guter Lage gesucht, evtl, mit Wohnung; kann auch in der Nähe Wiegens sein. Schriftl. Angebote mit- Preisangabe unter 05219 an den Gieff. Anz. erberen. 2. juli 1927. Berlin, Intern. 3-Stunden-Rennen Rütt-Arena, Sieger: Knappe- Tonani auf 3 j1 & Edgar Borrmann Haus- und Kiickcn- geräte, Gienen. Grundstück an der Marb. Str. lnochv. Wieseck. Weg) zu verpachten. Ansr. uni. U.2HAnn.-Exp. Roslefsky, Bonn Mit anderen Worten , Treiben Sie richtige, also Kukirol-Fußpflege? 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"1 Mark. 1 Probepadrang .rnirhidieMiweißM^ S*S'ä% Eine Bledistreudose kostet r-LETr ^ÄeinentW Ihren FüGen d» SlfederPodrunW ggSSÄS? xS-u °-AS UF 661* Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesfen)________ Freitag, f5, Zuli 1927 mmb—m—^MnaautumnKMCMriufiM—fim——am—————lMiM—iM——i zentriert sich zur Zeit auf die B e r st ä n d i g u n g mit Rußland zum Zwecke der endgültigen Liquidierung des durch die Ermordung des russischen Gesandten entstandenen Konflikts. Der polnische Gesandte in Moskau, P a t e k, hat soeben in Warschau über den gegenwärtigen Stand der polnisch- russischen Beziehungen Bericht erstattet. Er hofft zuversichtlich auf „Reinigung der Atmosphäre". Weder Polen noch Rußland wünschen kriegerische Berwick- lungen. Marschall Pilsudsii braucht sein Heer im eigenen Lande, um sich selbst an der Macht zu erhalten. Daß es mit der Sowjet-Armee nicht zum besten bestellt ist, weiß inzwischen die ganze Welt. Wenn zwei Staaten und Völker ein Zusammenleben und Zusammenwirken wünschen, sagte Tschitscherin Herrn Patek als Botschaft an die Polen, dann wäre es eine „Indolenz" ihrer Vertreter, wenn sie diesen ersehnten Zustand nicht herbeisüh- ren könnten. Naturgemäß sind die polnisch-russischen Beziehungen damit noch nicht als gut bezeichnet. Daß sich die polnisch-deutschen Beziehungen in den letzten Monaten nicht gebessert haben, darf als bekannt vorausgesetzt werden. Aber in diesem Zusammenhänge muß zum Abschluß noch ein Wort über die Wirtschaftslage Polens gesagt werden. Aus dem Ueber- schwang des vergangenen Jahres ist eine tiefe Depression geworden. Nirgendwo zeigt sich im Augenblick ein Hoffnungsschimmer. Die Kaufkraft der Bevölkerung sinkt rapide. In den ersten Monaten des Jahres bis in den Mai war wohl eine gewisse Belebung durch den Verbrauch der Kon- jukturgewinne des vergangenen Jahres festzuftellen. Indessen begründete man dieser Tage in der Lodzer Textilindustrie die Einschränkung der Arbeitstage auf 3 in der Woche mit dem Sinken der Kaufkraft. Die Handelsbilanz wird, wie wir schon sagten, fortschreitend passiv, und zwar wegen der Notwendigkeit verstärkier Getreideeinfuhr. Die Getreideeinfuhr ist wiederum eine Folge ver- fehlier Handels- und Agrarpolitik. Es wäre selbstverständlich, daß ein Land von der Gröhe Polens mit seiner dünnen Bevölkerung Getreide ausführte. Das Gegenteil ist der Fall. Seit Anfang des Jahres importiert Polen ^Roggen und Weizen, um seine Bevölkerung zu ernähren. Dabei sinkt die Ausfuhr, die, weltwirtschaftlich gesehen, ihrerseits ein Verlustgeschäft darstellt. Viele polnische Ausfuhrartikel werden unter Herstellunaspreis nach dem Auslande verkauft, so z. B. Holz, Zucker, Kohle. Man muß dabei die außerordentlich^niedrigen Eisenbahnsrachten in Betracht ziehen. Sie stellen einen Raubbau am Verkehrswesen dar. Viel wird von der kommenden Ernte abhängen. Die Felder in Polen stehen nicht schlecht. Aber nach den Erfahrungen des vergangenen Jahres erscheint es recht zweifelhaft, ob der Ausfuhrüberschuß an Getreide auch nur ausreicht, um die in den ersten acht Monaten erfolgte Einfuhr von Brotgetreide wettzumachen. Ob aber die polnischen Machthaber aus der fortschreitenden Senkung der ncttio- nalwirtschaftlichen Leistung Polens politische Konsequenzen ziehen werden, bleibt nach wie vor Zweifelhaft. Es ist in diesem Zusammenhänge ein Wort Korfantys nicht uninteressant, der vor einiger Zeit erklärte, daß der gesamte polnische Staat von den Zuschüssen lebe, welche die ehemals preußischen Westprovinzen für die Erhaltung des Restes leisteten. „Quatorze juillet“. Don unserem elsaß-lothringischen Mitarbeiter. Straßburg, 14. Juli 1927. Der französische Rationalfeieriog ist da. War es Stimmungsmache für diesen Lag, daß Poin- eure in der Kammer für den 14. Juli („quatorze juillet") „gewisse Begnadig ungsuiaß- nahmen" angelünoigt hat, die den gemaßregelten Unterzeichner des Heimatbundmanifestes zugute kommen sollen? Eine kräftige Auffrischung der „Liebe zur Mutter Frankreich" könnte freilich nicht schaden; es ist aber nicht anzunehmen, daß Poincares Regierung (und jede denkbare andere französische Regierung ebensowenig) etwas Wirksames zur Abdämmung der Unzufriedenheit iun wird. Bei Erscheinen dieser Zeilen wird es ja bereits bekannt sein, ob die „Gnadenmaßnohmen" überhaupt verwirklicht worden sind, die seit über einem Jahre fällig und seit dreiviertel Jahren zugesagt worden sind. Selbst wenn Frankreich tatsächlich ein Teil des Unrechts wieder gut machen sollte, das es an Männern verschuldet hat, die nur dem natürlichsten MenschenMenschlichkeit"; denn Foerster und die ihm Gefolgschaft leistenden deutschen Pazifisten haben sich auch in der elsaß-lothringischen Frage endgültig an die Seite der schlimmsten französischen Chauvinisten gestellt und bestärken diese im Kampf gegen das deutsche Volkstum der Elsaß-Lothringer: „Unmenschlich ist es, ein Volk aus dem Mutterboden seiner Kultur zu entwurzeln. n - menschlich ist es, ihm so seine Geschichte zu rauben, das Andenken der Väter in seinem Herzen zu verlästern. Unmenschlich ist es, einem Volke gar die Bunge zu lähmen, ihm feine Sprache zu rauben, es so in der Verteidigung seiner Interessen niederzuhalten, seine geistige und seelische Entfaltung zu unterbinden." Was hier aus gepeinigtem elsässischen Herzen hervorbricht, gilt für alle europäischen völli- schen Minderheiten gleicherweise. Es ist kaum je das Unmenschliche der „Anfsaugungs"pvlitik schärfer, das Verbrecherische der Derwelschungs- oktion eindringlicher gekennzeichnet worden. Eine Abkehr von dieser Unmenschlichkeit allein könnte den französisch-elsaß-lothringischen Gegensatz übec- brüden. „G n a de" ü la Poinoare will unser Volk nicht! Es will nichts als sein gutes Recht; das Recht auf Leben. recht gehorcht haben, wäre damit für die Füllung des „Grabens" nichts getan, der sich nach einem Worte des Straßburger Beigeordneten und Chefredakteurs L. Minck zwischen den Cingewanderlen und Einheimischen, zwischen Franzosen und Elsässern aufgetan hat. Ein Straßburger politisches Witzblatt brachte dieser Tage die „Meldung": Elsässische Autonomisten hätten den amerikanischen Ozeanfliegern 100 000 Dollars angeboten, wenn sie es unternähmen, die Kluft zwischen Elsaß-Lothringen und Frankreich zu überfliegen. Das Angebot sei abgewiesen worden, weil etwas Unmögliches verlangt würde Dieser Scherz mit seinem bitteren Untergrund gibt ein höchst anschauliches Bild der Lage. Die letzten Wochen haben eine höchst belehrende Aussprache zwischen dem deutschen „Pazifisten" Prof. F. W. Foerster (von der Wiesbadener „Menschheit") und den heimatrechtlichen Zeitungen „Zukunft" und „Volks- st i m m e" gebracht. Foerster, der aus Vorkriegszeiten in Elsaß-Lothringen zahlreiche Verehrer besaß, hat in den Heimattreuen Kreisen nunmehr völlig abgewirtschaftet; das ist der wertvolle Ertrag dieser Auseinandersetzungen. Die „Volksstimme" hat dieses Ergebnis auf die Formel gebracht: „D ie Menschheit geg en die die Gießener Zchulhausfrage gelöst. Die Biersteuer. - Der Derkehrsskandal im Seltersweg. - Spende |ür das sächsische Notgebiet. Gießen, 14. Juli 1927. Die Stadtverordneten haben in ihrer gestrigen letzten Sitzung vor den Svinmerserien des Hauses noch sehr bebeutjame Arbeit geleistet. In vorderster Linie steht dabei die Lösung der Schnlhaus- frage. Nach eingehenden Prüfungen der verschiedensten Losungsmöglichkeiten hgt man nun eine Plattform gefunden, auf der man in voller Uebereim sliimnnng diese große Frage unserer Kommunalpolitik endlich aus der Welt schaffen will. Zu der jetzt beschlossenen Regelung ist nur zu jagen, daß man sie als gut und sehr zweckdienlich bezeichnen muß, und daß sie gestern mit Recht die einstimmige Aufnahme des Hauses gefunden hat. Wenn wir uns vor einigen Wochen über das Tempo bei der Lösung dieser Frage einmal sehr kritisch ausgesprochen haben, so geschah das damals nicht, um für irgend ein in der Erwägung stehendes Projekt Stimmung zu machen, sondern lediglich aus der Erwägung heraus, daß man die Prüfung der Angelegenheit nach Kräften beschleunigen solle, um möglichst noch in diesem Jahre mit den Bauarbeiten beginnen zu können. Den erfreulichen Erfolg dieser Arbeit der zur Entscheidung berufenen Stellen sehen wir jetzt vor uns. Hoffentlich gelingt es nun auch, den Rest der Vorarbeiten rasche- stens zrl bewältigen, damit schon in den nächsten Wockxen mit der Umsetzung der Pläne in die Tat begonnen werden kann. Vor eine schwere Entscheidung gestellt sah sich das Haus in der Frage der E r h e b u n g einer kommunale n Viersteuer. Mit Recht wurde allseitig der schweren wirtschastlichen Lage des Gastwirtsgewerbes die gebührende Beachtung geschenkt, jedoch von verschiedenen Rednern ebenfalls mit guter Begründung darauf hingewiesen, daß die Stadt bei ihrer außerordentlich angespannten Finanzlage auf den Betrag von 50 000 Mk., wie er aus der Biersteuer erwartet wird, in Ermangelung anderer lohnender Steuerquellen nicht verzichten könne. Wenn man sich dann weiter die Berechnung vergegenwärtigt, die in dieser Sitzung über das Ausmaß der steuerlichen Belastung für den Biertonsum gegeben wurde und nach der die Steuer auf ein Glas Bier nur einen Pfennig ausmacht, (o muß man sagen, daß diese Steuer in der Tat nicht von der Hand zu weisen war, und daß sie von den Brauereien weder auf das Gastwirtsgewerbe, noch auf die Konsumenten abgewälzt zu werden braucht. Bon allen diesen Erwägungen geleitet, entschied sich denn auch die Mehrheit des Hauses für die Erhebung der Steuer, wobei man die Erwartung ,3um Ausdruck brachte, daß die in wirtschaftlicher Beziehung unter guten Verhältnissen arbeitenden Brauereien diese steuerliche Anforderung diesmal voll auf eigene Schultern nehmen werden. Sehr umkämpft war auch die Erhebung der F i l i a l st eu e r, für die sich schließlich gleichfalls eine große Mehrheit aussprach, um durch diese Steuer eine wirtschaftliche Gleichung der Betriebsgrundlagen der hiesigen und der auswärtigen Geschäfte zu erzielen. Wenn auch der auf 12000 Mart geschätzte Ertrag dieser Steuer nicht allzu groß ist, so muß man sich doch sagen, daß bei der heutigen Lage der kommunalen Finanzen eben alles mitgenommen werden muß, was nur einigermaßen lohnend erscheint. Ernste Beschwerden wurden von dem Hause mit Recht über die ganz unverständliche Verzögertmg in der Erledigung der schon vor Wochen beschlossenen Verkehrsregelung im Seltersweg erhoben. Der Hemmschuh ist jetzt das Ministerium in Darmstadt. Die Behandlung dieser Angelegenheit wird nachgerade zu einem öffentlichen Skandal, denn schon seit etwa zwei Jahren ist man nun daran, den unhaltbaren Derkehrszuständen im Seltersweg xin Ende zu bereiten, und nachdem endlich in Gießen vor einiger Zeit völlige Uebereinstimmung erzielt wurde, läßt man nun in Darmstadt offensichtlich aus rein bureaukratischen Gesichtspunkten die Sache schleifen. Wenn sich im Seltersweg erst Uitglückssälle mit sehr tragischen Folgen ereignen, wird man dir Regierung dafür mitverantwortlich machen müssen. Einen sehr anerkennenswerten Beschluß faßte bas Haus am Ende seiner öffentlichen Sitzung, als es für die durch die älnwetterkata- strophe in Sachsen betroffenen Volksgenossen eine Spende von 3000 Mark einstimmig bewilligte. um damit die innige Anteilnahme unserer Stadt an der Rot jenes Gebietes zum Ausdruck zu bringen. Diese Entschließung der städtischen Körperschaften wird ben vollen Beifall aller Bürgerkreise finden. Schließlich brachte der Stadtv. Balzer noch eine Beschwerde gegen den „Gießener Anzeiger" vor. Hnw Balzer meinte bei seiner Rückzugskanonade von der Viehhofange- legenheit, durch unsere Bemerkung im Bericht über die vorige Sitzung: „Dafür (für den Dieh- hof) stimmte auch der Stadtv. Balzer, der dieses Projekt im vorigen Jahre so entschiede, 1 bekämpft hatte", sei ihm von uns grundsätzliche Gegnerschaft gegen dieses Projekt unterstellt worden. Das ist uns weder bei jener Bemerkung, noch früher jemals eingefallen, wir haben uns vielmehr immer nur an die Tatsache der Gegnerschaft des Herrn Balzer gegen jenes Projekt gehalten, ohne es dabei lohnend zu finden, seinen Gründen noch besonders nachzugehen. Von diesen Erwägungen geleitet, haben wir auch die Aufnahme einer „Berichtigung" abgelehnt. die er uns vor einigen Tagen zu- schickte und deren Ablehnung er uns heute zum Vorwurf machte. Wir fönnen aber gar nicht einsehen, daß wir Grund hätten, etwas zu berichtigen, was wir niemals gesagt haben, älnd so bleibt eben — mag Herr Balzer auch noch so viel Erklärungen abgeben — die Tatsache unbestreitbar b e st e h e n, daß- Herr Balzer das Viehhofprojekt im vorigen Jahre entschieden bekämpft hat. Da i o Zweiter Blatt Polnischer Brief. Anlcihevertrag. — Zahlreform. — Depressionen. Don unserem Warschauer Korrespondenten. Warschau, 13. Juli 1927. Die sonst so tödlich langweilige Zeit der sauren $ (gurten hat in Polen in diesem Jahre, ja, man 8 Cann jagen schon seit Jahren, ihren Charakter völlig ' verändert. Der polnische Topf brodelt mit interessanten Dingen, er gärt non Befürchtungen und idjäumt vor Hoffnung. Dieje etwas kühne Bildergalerie ist die einzige Möglichkeit, den Stand der ; polnischen Frage ungefähr zutreffend auszudrücken, i, Ton Norden nach Süden, von Osten nach Westen nimmelt es von Problemen. Die polnische Presse ist um Stoff nicht verlegen. Sie dementiert die | Wahrheit und schwindelt Neuigkeiten. Man wittert I Spione im Westen und im Osten. Hie und da fliegt ein kleines Munitionslager in die Luft, so in War- ' schau, so in Bromberg. Der „Dzienntt Bydgoski" ; wünscht den Danziger Staatspräsidenten Sahin an den Galgen oder an den Pfahl. In Lemberg hat man ein paar tschechische Lehrer verprügelt. In der Ostsee erwartet man den Besuch englischer Kriegsschiffe, die merkwürdigerweise nicht nach Danzig fahren dürfen, sintemalen sie dort deutschfreund- t liche Eindrücke empfangen könnten, und zu alledem tagt der Sejm und ist der polnische A n - i leihevertrag mit den Amerikanern, s wie man sagt, unterzeichnet worden. Diese Anleihe erbringt zunächst den imposanten ! Betrag van 15 Millionen Dollars, der aber charak- I teristijcherweise nicht etwa im regulären Wege durch ; Zeichnungen des Publikums aufgebracht wird, son- ! dem der von den iyi der Anleihe beteiligten Ban- j Fen aus eigenen Mitteln gezahlt wird. Offensichtlich will die internationale Finanz erst einmal die I j Wirkung dieser Propagcmdaaktion auf das Publi- ■ fum der Geldgeber abwarten, ehe man sich ent- I schließt, den Restbetrag von 45 Millionen Dollars im Vjerbft zur öffentlichen Zeichnung anfzulegen. Die frühere polnische Anleihe steht nämlich so schlecht im Kurse, daß eine polnische Emission zur Zeit völlig aussichtslos erscheint. Hier muß nachge- I halfen werden. Die erste Folge des Anleiheabschlusses unter so fragwürdigen Bedingungen war ! ein allgemeiner Kursstu r z an der Warschauer Pörse. Die Aktion der Bank Polski, der Staatsbank, purzelte von 170 auf 118. Den Jndustrieaktien I ging es nicht besser. Wirtschaftlich sind solche Kurs- I schwankungen natürlich ohne große Bedeutung. Aber sie zeigen doch eine außerordentliche Nervosität. Vergleicht man den großen Erfolg der Danziger Anleihe mit den bisherigen Mißerfolgen der pol- । nijchen und bedenkt man dabei, wie leicht die nationalistische Ueberreiztheit des Polen „iibelnimmt", dann läßt sich die Stimmung der maßgebenden I Kreise in Polen leicht ermessen. Der Betrag von I 15 Millionen Dollars wird schon zum Teil durch I die 'Auslandpropaganda verschlungen worden sein, I die sich Polen jährlich viele, viele Millionen kosten Lofr- Kennzeichnend für wachsende Nervosität selbst der leitenden Stellen ist die Wiedereinberufung des s-erbenden Sejms, der inzwischen wieder durch einen Erlaß des Staatspräsidenten geschlossen I ist. Der Konflikt zwischen Regierung lind Volks- I Vertretung ist keineswegs beseitigt. Aber selbst I Pils u d s k i scheint allmählich eingesehen zu haben, t daß er zur Durchführung einer de fseto-Diktatur I cuf allen Gebieten noch zu schwach ist. Sicherlich be- I sPt er die politische Macht im Staate. Dennoch I dc.ickt die wachsende Passivität der Handelsbilanz, I die inzwischen einen Fehlbetrag von 50 Millionen I Goldzloty im letzten Monat erbrachte, die zuneh- I wende Depression der Wirtschaft und daraus sich I ei gebend die wachsende Abhängigkeit vom Aus- I lande mildernd auf die Tatsveude des Marschalls. 5m Sejm wird die Wahlreform beraten. I Die Anzahl der Abgeordneten soll auf 412, jene der I (Senatoren auf 103 festgesetzt werden. Es hat keinen [ Zweck, alle Einzelheiten des Parteistreites um diese I Reform darzulegen. Die Minderheiten haben bean- I tragt, die Abgeordnetenziffer auf 438 und der Senatoren auf 117 zu erhöhen, weil nämlich die gegenwärtige Vorlage eine außerordentliche Benachteiligung der polnischen Ostgebiete bebeutet. Die Gleichheit' der polnischen Staatsbürger vor dem Gesetz steht nämlich nur auf dem Papier. Die drei Teilgebiete werden ganz verschieden behandelt. Besonders raffiniert ist die Wahlkreiseinteilung, die den Zweck hat, den Minderheiten die Ausübung ihres Wahlrechtes zu nehmen. Das außenpolitische Interesse in Warschau fon= —1, rnwim»«»— ...................... Festtage in Koblenz. Von Rikolaus Schwarzkopf. Eine herrliche Stadt, dieses Koblenz! Was I seither in aller Weltgeschichte unzulänglich war: Fier wird's Ereignis! Diese gastfreie Stadt läot I alljährlich die rheinischen Dichter auf drei ^age zu I sich ein, und sie ist nicht spröd in der Auswahl I und steckt die Grenzen großmütig wett, und so ß tann es geschehen, daß von Wilhelm Schäfer, I Alfred Mombert, Rudolf G. Bin ding bis zu mir herunter die Dichter groß und klein in trautem Kreiö drei Tage gottvoll verfaulenzen! ! - ausschuß-Mehrheit erfolgte mit Rücksicht darauf, idast die Realsteuern für 1927 nicht so erhöht worden sind, um ohne diese Steuer den Fehlbetrag des Haushalts für 1927 decken zu köimen. Auch über diese Vorlage wird sehr lange de- • ' “' - Beckmann (Soz.), Hauses bekannt, daß er durchaus kein Grundsatz sicher Gegner des Viehhofes gewesen sei. Da der „Gießener Anzeiger" die Aufnahme eurer Berichtigung dieses Inhalts gegen die oben, zitierte Bemerkung abgelehnt habe, müsse er (Redner) die Sache hier richtigstellen, damit falsch? Anschauungen in der Bürgerschaft korrigiert würden. Im Anschluß an diese Darlegungen des Stadtv. Balzer wendet sich Stadtv. S chm ah l (Fr. Vg.) an die Verwaltung mit dem Ersuchen, in Zukunft derartige persönliche Erklärungen in der Stadtverordnetensitzung nicht mehr zuzulassen, zumal wenn das Haus noch eine so lange und wichtige Tagesordnung vor sich habe wie heute. Zum Schlüsse bemerkt Stadtv. Schmäht noch wörtlich: ..Die Stellungnahme des Herrn Balzer zum Biehhof interessiert uns hier gar nichl' Weitere Wortmeldungen erfolgen nicht. (Wir verweisen auf unsere Antwort an Herrn Balzer in der Einleitung des Berichts. D. Red.) lieber die übrigen Berhandlungspuntte wer^ den wir morgen beachten. gerichtet und außerdem durch einen Anbau erweitert - cherden soll. Alle diese Vorteile, die eine allseitig be- friedigende Lösung der Schulhausfrage darstellen, rnachen den Entschluß zur Ausbringung der Mittel leicht. Wenn auch nicht alles so wahrgenommen werden kann, wie es ursprünglich geplant und von der Lehre^chaft gewünscht war, wenn auch angesicyts der Finanzlage ein starker Verzicht hingenommen werden muß, so sollte man nun aber von werteren Einwendungen absehen. Jetzt ist eine Mittellinie ge= sunden worden, auf die man sich einigen rann, -ia) bitte angesichts dieser Sachlage, von einer werteren Erörterung abzuseyen und die Vorlage einstnnmrg anzunehmen, damit umgehend die letzten Vorberer- timgen getroffen und die Arbeiten noch in diesem Jahre begonnen werden können. Mit dem heuttgsn Beschluß soll der Weg freigemacht werden zum Handeln. — Der Aufforderung des Ausschußberichterstatters entsprechend wird die Vorlage ohne weitere Aussprache einstimmig genehmigt. Ern weiterer Antrag der Anterkommrssron beantragt folgende Beschlußfassung: Für Behebung des bei der gewerblichen Fortbildungsschule bestehenden Mangels an An- terrichtsräumen wird für die Erstellung von Behelfsbauten mit bis zu 7 Klassenzimmern ein Kredit von 20 000 Mark zur Verfügung gestellt. Die Entscheidung über das für die Aufstellung der Bauten in Anspruch zu nehmende Gelände, das sich in nächster Rähe der Gewerbeschule befinden mühte, und die Art der Ausführung soll die Baudeputation treffen, nachdem von dem Stadtbauamt ein entsprechender Vorschlag ausgearbeitet ist. , _. Als Ausschuhberichttrstatter bemerkt Stadw. Dr. Krausmüller: Diese Vorlage ist eine Ergänzung zu der vorhergehenden. Gegenwärtig sind Klassen der Fortbildungsschule auswärts untergehracht, auch in Gastwirtschaften. Cs ist notwendig, daß bis zum l.Rovember 7 Schnl- säle beschafft werden; hierfür sollen die 20 000 Mark dienen. Diese Schulsäle sollen in Barackenform in der Rahe der Schule erstehen. Diese Baracken sollen so hergerichtet sein, daß sie nach dec Vollendung des neuen Schulhauses wieder abgebrochen und an anderer Stelle als 2^t- wohnungen verwendet werden können. — Die Vorlage wird gleichfalls einstimmig angenommen. Ausbau von Strafen. Auf Antrag des Bau-Ausschusses wird eine Erhöhung des für 1927 vorgesehenen Kredits für Kanalbauten um 200 000 Mk. genehmigt. nachdem Beigeordneter Dr. Hamm als Berichterstatter pie Notwendigkeit dieses Beschlusses mit dem Ausbau noch weiterer Strahenstrecken begründet hat. Stadtv. S ch w i e d e r (Dt. W>.) Bittet, bci dieser Gelegenheit auch an die Er- | schliehung des Rordost-Biertels zu denken. Beigeordneter Dr. Hamm antwortet, Paß dahinzielende Maßnahmen bereits vorgesehen sind. Städtische Spende für die Anwettergcschädigten in Sachsen. Oberbürgermeister Keller gedenkt am Ende der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung in herzlichen Worten der bedauernswerten Volksgenossen in Sachsen, die durch die furchtbare Unwetterkatastrophe so schwer betroffen wurden, und spricht namens der ganzen Stadt die tiefe Anteilnahme und das warme Mttgesühl mit den schweren Verlusten an kostbaren Menschenleben und wertvollen Gütern in dem Rotgebiet aus. Als äußeres Zeichen der Anteilnahme der Stadt Gießen bewilligt das Haus auf Antrag der Stadtverwaltung einstim'ittiq den Betrag von 3000 Mark zur Linderung der Rot ber leidenden Volksgenossen in dem Unfrei tergebiet. Sladkv. Daher gegen den „Gießener Anzeiger". Am Schlüsse der öffentlichen Sitzung nimmt Stadtv. Balzer (Mittelst.-Vg.) das Wort zu einer persönlichen Erklärung gegen den „Gießener Anzeiger". Stadtv. Balzer glaubt, mit unserer Bemerlung in dem Bericht über die vorige Sitzung des Hauses im Abschnitt „Genehmigung des Viehhof-Projekts": „Dafür stimmt auch Stadtv. Balzer, der diel es Projekt im vorigen Jahre so entschieden bekämpft hat", hätten wir gesagt oder sagen wollen, er sei grundsätzlicher Gegner des Diehhofes gewesen und habe nun doch f ü r das Projekt gestimmt. 3n einer langen Erklärung, wobei er mehrfach Bruchstücke avä von uns abgebmdten, aber auch ab gelehnt en Artikeln qus seiner Feder vorliest, gibt er bei wiederholter Heiterkeit des reimt einen Teil ihres auhero^entllchen Gewinnes dergestalt der Allgemeinheit zur Vsr> fagimg stellen, daß sie diese Steuer Ä auf sich übernehmen. Eure Abwalzung dieser Steuer auf das Gastwirtsgewerbe und dann auf die Konsumenten fei nicht berechtigt. Dm einem Preis von 35 Mk .ie Hektoliter werde die jetzt vorgeschlagene Bierst^ier sage und schreibe 1 Pfennig für ;edes Glas Bier ausmachen, und diesen einen Pfennig Biersteuer brauchten die Brauer nicht abzuwalzen, so daß also eine Belastung der Gastwirte oder eine Erhöhung der Ausschankpreise durchaus mcht am Platze sei. Durch diese Steuer komme für die Stadt ein Betrag von 50 000 Mk. in ^^ttacht, an dem man angesichts der stark beanspruchten anderen städtischen Steuerquellen mcht voruber- gehen könne. Oberbürgermeister Keller bringt ?um Ausdruck, daß ihn der Verlauf der Aussprache nicht befriedigt hat. ^Wenn ,notwendige Rahrungsmittel im Preise erhöht wurden, habe er im Stadtparlament keine Klagen gehört, wenn aber - wie hier - ein Getränk mft 1 Pfennig je Glas besteuert werden solle, muffe man so lange Debatten erleben, obwohl doch das Reich den Gemeinden kaum noch eine Steuerquelle gelassen habe. Die sozialdemokratische Fraktion m Offenbach habe der Biersteuer zugestimmt. Wenn unsere Stadt nicht alle lohnenden Skeuerquellen ausschöpfe, verliere sie das Recht, sich an Mfr9 ren maßgebenden Stellen zu Beilagen. Ger Redner gibt zum Schluß zur Kenntnis daß die sozialdemokratische Fraktion namentliche Abstimmung beantragt Hal. Aach einigen Bemerkung^ -des Stadtv. Beckmann (Sog.) wird die Aussprache geschlossen. Es folgt nun die namentliche Abstimmung. Dem Antrag der Verwaltung und des Finanzausschusses auf Erhebung der Biersteuer stimmen z u: die Stadtv. Frau Diermam', Fischer, Goerz, Hanbach. Hohn, .Horn, Kirchner. Kreiling, grau Kramer. Dr. Krausmüller, Löher. Leop. Mäher, Frau Romann, Schmahl. Schfrieder, Wenzel, sowie die Beigeordn. Klinqspor, Dr. Rosenberg. Dr. Hamm, Dr. Frch. Dr. Seid und Oherbiirgermelster Keller. Dagegen stiinmen: die Stadtv. Balzer, Baum, Beckmann, Christ, Diener, Hornberger, Kästner, Jos Meier, Mann. MovSdorf. Frau Otti.ie, Raßnefeld. Frau Reh. Schmidt und Vetters. Stimmenthaltung üben: die Stadtv. Kurz, Lannsbach. Ricolaus. Ringel. 'Drißbecker. Die übrigen Mitglieder des Hauses fehlen. Mithm ist die Vorlage mit 22 gegen 15 Stimmen bei 5 Stimmenthaltungen angenommen. Errichtung von Echulhausbauten. Die Unierkommission für Schulhausbauten und des Bau- und Schulausschusses beantragt folgende Beschlußfassung: a) für die Errichtung neuer Schulhausbauten und Ergänzung der Schillerschule wird ein Kredit von 2 Millionen Mark zur Verfügung gestellt. b) Die Schulhausfrage soll dadurch gelöst werden, daß die Pcstalozzischule für die Berufsschulen zur Verfügung gestellt wird, daß 1j Volksschulneubauten mit 24 bzw. 12 Klassen und ein Anbau an die Gewerbeschule errichtet werden, sowie daß die Schillerschule durch einen Zwischenanbau ergänzt und in ihrem jetzt bestellenden Teil instandgesetzt wird. c) Die Stadtverwaltung wird ermächtigt, etwa erforderlich werdende Enteignungsverfahren einzuleiten und durchzuführen. Stadtv. Fischer als Ausschuhberichterstatter bemerkt zu diesem Antrag: Das Ergebnis von mehrjährigen Beratungen liegt jetzt vor uns. lieber die Notwendigkeit einer durchgreifenden Verbesserung unserer Schulverhältnisse braucht man heute kein Wort mehr zu sager.. Die Volksschule an der Nordanlage (Pestalozzischule) wird als Volksschule aufgehoben und der Gewerbeschule mit allem, was dazu gehört, überlassen. Ein Anbau an die Gewerbeschule soll dazu dienen, hier den erforderlichen Raum für die Fortbildungsschulen zu schaffen. Dadurch wird erreicht, daß diese Schulen dahin kommen, wo sie hingehören: in die Mitte der Stadt. Durch die letzige Regelung kann aber auch ein großer Uebelstand unserer bisherigen Volkschulplätze beseitigt werden: wir bekommen nun eine richtige Verteilung der Schul- 1) auf er, denn für das aufgegebene Volksschulhaus an ber Nordanlage wird ein Neubau an ber Wolfstraße und ein anderer in der Crednerstraße erstellt werden. Durch diese Verteilung werden vielen Kindern in Zukunft weite Wege zu den Schulen erspart bleiben. Ein weiterer Vorteil der jetzigen Lösung ist der, daß das Schulhaus in der Schillerstraße völlig neu her- Wie ein Fleckchen Seligkeit, aus einem moderten RitterbUderbogen gehascht, so liegt die Reuburg bei Passau. Eine trutjig*? Burg: Mit Türmen und Bastionen. Einst zerfallen, verludert und vergessen. Jetzt reckt sie sich wieder wie ein aufwachenden Ritter, der sich d^i Schlaf aus den Augen reibt und erstaunt unter feinen Füßen das flitzende Band des 3nn blitzen sieht und zu Häup- ten die Kronen grüner Bäume quirlen hört. Einst tafelte und saß hier ein hartes, ränkesüchtiges Geschlecht in seiner Landsknechtsglorie. Adlerhaft frarf cs sich Über die reichen Schiffe, die von weither, bis an den Rand gefüllt, der Donau zustrebten. Hier wurde gefochten, gesungen, gefoltert und geliebt. Hier glitten die knisternden Schleppen zärtlicher Burgfräulejn über die zier- sichen Treppen. Hier war eine Welt, über die sich schützend ein frischer Himmel spannte, der nachts sein Millionenheer der Sterne in die Butzenscheiben frars. Käuzchen schreien. Und der Mond ließ Schwerter und Lanzen aufblitzen. 3n den Rischen rußten und zuckten Fakeln. An den weiten Kaminen schaukelte sich auf den Spinnweben eine Zeile aus einem silbernen Minnesänrnwgesang. Draußen tropfte der Brunnen: Jeder Klang ein Märchen. Rosen hauchten ihre Farben in die Rächt: jeder Hauch ein Liebeslied.-- Das ist wohl lange her. And die Stürme sind über die Burg gegangen. Die Mauern wurden angefressen. Feuer loderten. Zugbrücken verfaulten. ilnb eines Tages kam ein schwerreicher Mann, erwarb für blanke Taler dieses halbverkommene Ritterhimmelreich und wirtschaftÄe hier in seiner Großmannssucht, schwindelte sich in einen adeligen Glanz hinein, bis er's satt hatte und dieses klobige, bärbeißige Spielzeug stehen lieh. IXnb dann kam ein bayerischer Professor, erwarb den ganzen Kram für eine lächerliche Summe und fing nun an, mit künstlerischer Begeisterung und mit Zuschuß seiner Regierung diesen Fund für deutsche Künstler zu entdecken. Er tat das mit einer künstlerischen Frömmigkeit, die jeden Stein andächttg betrachtete, jeden Raum liebevoll umfing, jedes Fenster zärtlich abtaflete, jeden QU* tan wie ein großes Wunder auf sich wirken lieh. Rach einigen Jahren hatte er die Burg so freit, daß sie wieder ritterlich stehen konnte, daß sie wieder Geschichte in sich fühlte. And nach weiteren Jahren riß die Burg ihre vielen Zimmer gastlich auf, ihre Säle, ihre Kirche, ihre Kemenaten. Änd alles war fast wie vorher, als hier noch Panzer klirrten und Pagen sich im Bogenschießen übten. Maler strömten hin in die Burg, und sie liehen sich's gut fein. Unb die Burg stemmt sich schützend vor das Malervoll, damit der wüste Atem dieser Zeit die Flügel ihrer Seele nicht versenge. Hier, auf Reuburg, in diesen Räumen dieser Luft, hier leben sie für einige Monate ir.i Jahr: sorgenlos, billig. Dem reisigen Geschlecht ist ein lustiges, buntes Geschlecht gefolgt: das im Dnrgteiche herumschwimmt, mulattenbraun wird, bei Windlichtern im Rittersaale tanzt, auf hohem Altane deklamiert und im Grase vor Staffeleien liegt. Ein Geschlecht, das sich in diesen Tagen Kräfte holt zum Siege. Allerlei praktischez für die Reife. Von Frieda von Oppeln. Drückend liegt die Sommerhitze über der Stadt. Alles sehnt sich nach grünen Matten, nach Wald und Berg. Schon der Gedanke, den Tag über auf einer Wiese zu liegen und auf das Rauschen von Wasser und Wind zu hören, hat etwas Erfrischendes. Wohl denen, die ihre Wünsche in die Tat umsetzen können! Hinauswandern dürfen in die herrliche Bergwelt. Wandern! Welch ein Zauber liegt in dem Wort. Frei, ungehemmt, bald hier bald dort zu rasten, frie es die Stimmung mit sich bringt. Der Koffer wird vorausgeschickt und soll uns an einem der größeren Plätze des Harzes, Thüringens, des Schfrarzwaldes oder der Bayerischen Alpen erwarten. Wir aber wandern mit aufgeschnalltem Rucksack fröhlich ins Weite. Er enthält alles, was man füx einige Tage und Rächte braucht. So rücken wir denn abends in unser erstes Nachtquartier ein. Auf der Terrasse des Reinen, gutempfohlenen Gasthauses sehen wir einige hellgekleidete Frauengestalten. Run, auch wir können, nachdem wir den Wanderstaub abge- waschen, eine frische Batist- und Voilebluse an» ziehen. Sie steckt nebst einem zweiten Rock im Rucksack. Doch mit Entsetzen fast ziehen wir ein zerknittertes, kaum mehr kenntlicyeL Etwas heraus. Was ist aus der zarten, blütenweißen Bluse geworden! Und nicht viel besser sieht der helle Trikotrock aus! Ueberall Falten, wo keine hingehören. Zum „Aushängen" ist keine Zeit mehr, es läutet zum Essen. Wenn auch nicht bedrückt, so doch sehr „zerdrückt" kommen wir in den Speisesaal. Ich erhalte meinen Platz neben einer jungen Frau und bald kommen wir in ein Gespräch. Halb lachend, halb ärgerlich erzähle ich von den Tücken des Rucksacks. „Ja", sagte sie freundlich, „mir ging es ganz ähnlich, bis ich eines Tages die Bekanntschaft einer praktischen, vielgereisten Dame machte, die mir eine Fülle von weisen Lehren gab". „Darf ich davon einige bescheidene Brocken abbekommen?" frug ich. Gern", eutgegnte sie lustig, „ich werd- Ihnen ein Privatissimum halten. Also erstens: Um eine Bluse im Rucksack tadellos frisch zu transportieren, nehme man zunächst einen Pappendeckel. Dieser darf nur die Große von der Breitenfläch" des Rucksacks haben, also daß man ihn bequem in diesen hineinschieben kann. Dann legt man die Bluse zusammen, so daß ihre Fläche dem Umfang des Pappendeckels entspricht. Um dies zu erreichen, breitet man die Bluse auf den Tisch. Aer- mel, Kragen, Falten werdet mft kleinen Stecknadeln gegen den Stoff befestigt, wie man dies häufig bei fertiggekauften Blusen in den Geschäften sieht. Dann steckt man die so in sich selbst gefestigte Bluse mit etwas größeren Radeln auf dem Pappendeckel fest und breitet noch ein frisches Taschentuch darüber, damit auch das Reiben anderer Gegenstände die Bluse nicht beschmutzt. Vorsichtig schiebt man hie derart präparierte Bluse in den Sack und zieht sie glatt, sauber und hübsch, auch nach langer Wanderung, wieder heraus. Qlun der Dock. Dieser wird glatt auf den Tisch gelegt, gefaltet und dann gerollt. Ja, so fest gerollt, daß er fast den Eindruck einer dicken, kurzen Wurst hervorruft. Um ihn in diesem Zustande zu erhalten, steckt man ihn mit Sicherheitsnadeln zusammen. „Wie einfach", rief ich freudig erstaunt, „und wie praktisch!" Meine liebenswürdige Lehrerin lächelte. Ich will Ihnen noch eine ebenso einfache Sache verraten. Auf Wanderungen kann man nie genug saubere Taschentücher haben. Ist der Vorrat aufgebraucht, so findet man nicht immer Wäscherinnen. Oder man muß am nächsten Morgen fort und hat keine Zeit zu warten. Ratürlich kann man selber waschen, doch ungebügelte Taschentücher sehen immer wie ungewaschene aus. Da lehrte mich die prakttsche Dame folgendes: Das gewaschene und. gespülte Taschentuch wird leicht auSgedrückt, also noch recht naß an eine Fensterscheibe geklatscht, dann sorgfältig auf dessen Fläche ausgestrichcn, bis keine Falte oder Blase mehr zu sehen ist. Dies so geglättete Tuch läßt man an der Scheibe trocknen. Scheint die Sonne daraus, dann geht dies sehr schnell, wobei das Tuch auch n< > gebleicht wird. Ist es ttocken, so löst sich das Tuch von selbst ab und sieht fast schöner aus, als wenn es gebügelt wäre. Unser Mahl war während dieser lehrreichen Unterhaltung beendigt. Meine Rachbarin erhob sich. „Ich will rasch meine Sandalen anziehen, Herr Balzer semerzett falsch gettppt hEe, frtoe ZjedmUls für ihn besser gewesen, über diese Angelegenheit nun Gras wachsen zu lassen, anstatt mit einer „Berichtigung" die in Wrrllich- feit nur ein Lufthieb ist, noch einmal vor Zue Oeffentlichkeit zu treten. Datß er dabei nicht gewinnen würde, hätte er sich von vornherein falber sagen können, und welchen Eindruck er jetzt auf das Stadtparlament gemacht hat, geht omS der widerspruchslos hingenvmmenen Erklärung des Stadtv. Schmahl, die wir im nachstehenden Bericht reqisttieren, zur Genüge iyertxyr Sitzungsbericht. Anwesend: Oberbürgermeister Keller, die Beigeordneten Dr. S e i b, Dr. S r e t), Dr. Hamm, Kommerzienrat Klings Po r, Justiz- iat Dr. Rosenberg und 37 Stadtverordnete. Der Zuhörerraum ist nur schwach besetzt. Erhebung einer Filialsteuer. Die Stadtverwaltung beantragt, einem Ortsstatut über die Erhebung einer FcklMeuer in der Stadt Gießen zuzustimmen. Rach § 1 des Entwurfs sollen Gewerbetteibende, die im Gememve- bezirk -- ohne in ihm ihren Wohnsitz oder Äauptt betriebssitz zu haben - Verkaufsstellen oder Lager unterhalten, von denen aus Waren zum Verkauf abgegeben werden, zur Zahlung einer besonderen Gewerbesteuer — Filialsteuer — verpflichtet sein. Die Filialsteuer soll in der Form eines Zuschlags zur gemeindlichen Gewerbesteuer in Höhe von 200 Prozent der letzteren mu Wirkung ab 1. April 1927 erhoben werden, lieber die Borlage entspinnt sich eine längere Ausspracye. Die Linke — Sozialdemokraten und der 5wmmu- nist —lehnt diese Steuer ab, weil sie auf die Verbraucher ab gewalzt werde, mithin eine mm« reffe Besteuerung der Konsumenten bedeute, wahrend die übrigen Parteien für die Steuer sind, da sie keine Verteuerung der Preise bringen toerOe und vor allem den Zweck habe, für vlle Geschäfte gleiche Wirtschaftsbedingungen zu schaffen atso mit der bisherigen steuerllchen Vorzugsstellung der hiesigen Filialbetriebe auswärtiger -Unternehmungen ein Ende zu machen. Die Vorlage tmrd schließlich mit allen Stimmen qegen die der Sozialdemokraten und des Kommunisten angenommen. Erhebung einer Bicrsteuer. JIW f, in 6 iui L liuftt m ”r Wrvesonds c Ktz S'ä« jung von 10 L hörend Damit «Mrstai bi. Aus Sic Trtrrid npmmen: 0,e« norden. 3m Anbauflache >rs milden durch Auswrn stüstigen Hom 7i»ngen vorgeko oolltomEN ent ein sehr guter immer seltener unter Dach uno Ser Ertrag ist ist allerdings o MniersaMN, tt mistens auf ga aiaeb cie Inflation und die Auffrertungsgesetze berei ihrer Renten und Betriebsreserven beraubt wvi den sind." Sim diesem Zustand ein Ende zu machen, un um die der volkswirtschaftlichen Bedeutung Oc gewerblichen Mittelstandes und der in der D: friedigung ihrer Dekürfnisse von ihm abhängig. Verbraucherschaft entsprechende wirkliche Geltun zu ^erzwingen, haben die Spitzenorganisativnen de Gewerbes beschlossen, die im Äovember v. I errichtete Abtve'hrfrvnt gegen die Hirtsiefer Verordnung zu einer dauernden auf Brei testen Grundlage auszugestalten Unter Ausrechterhaltung der Selbständigke' jeder Organisation in reinen Derufsangelegen Heiken soll die Geltendmachung gemeinsamer sozial- und frirtschaftspolittscher Interessen gegenüber den in Betracht kommenden öffentlichen Kö> - perschaften und Instanzen geschlossen erfolgen. Das Organ hierzu soll die „Reichs g cm e i n - schäft der Handel- und Gewerbetreibenden, der Kleinindustriellen un ■ der freien Berufe" sein. Der Beitritt ftei; jeder gewerblichen Fachorganisation und den A» gehörigen aller gewerblichen Stände ohne llncc. schied der parteipolitischen Einstellung offen, fremi sie sich verpflichten, die Solidarität in Gemeinschaftsfragen gemäß den Satzungen zu wahren. Sprcürftnndetr der NeDaktio». 12 bis 1 Ahr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nachmittag geschloßen. Jur unverlangt eingesandke THanuffripte ohne beigefügles Rückporto wird keine Gewähr | übernommen. Gieren KFvS: gt im Laufe dieses Frühjahrs unb litt! hat h und Samstag, 16. lnl: Sie kaufen ii n < u । ij 11 <«. i >' > i rri :TiTinri,7HnHni!n!iiii i .H Gegründet 1889 Mäusburg Nr. 12 i;621D gesucht. Ständige kostenlose Beratung für alle Meiden nach System Dr. Scholl 6620aP M nachdem sie bun uiwertungsgesebe ber.-i :bsre'erven beraubt troi ein Ende zu machen, un Mich« Bedeutung C< ÜS und der in der 1: Slobus-AusmksteiG.m.b.S. Äezirkssielle Offenbach Main, (^isonbabnsiraße 4°*. Bühnerangen, Hornhau! verschwinden bald ; durch Karns bewährte | HühneranileniiiiWiir geniral-BrogerieSühnlstr. und suchen eme PersönUdileti. welche über nute Beziehungen zu den industriellen u. städt. Betrieben uerfüot. ES handelt nch um den Vertrieb bekannter Spezialiiaten rechn. Asbest- und Gninnnwaren. Ltavt' Altanaesehene, vestrenommierte Slibest- u. 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Die Darmstädter Gruppe lDorsihender Kunstmaler Alexander Posch) eröffnet am Sonntag in der Kunsthalle am Rheintor ihre Sommerausstellung, die bis Ende August dauern wird. — Ober- lanbesgerichtsrat i. R. Hermann Sandmann feiert heute seinen 75. Geburtstag. Er ist in Ersrode bei Rothenburg in Kurhessen als Sohn eines Riedeselschen Beamten geboren, der" brachte aber seine Jugendjahre in Lauterbad), wohin sein Baler versetzt wurde. 3n Gießen hat er das Gymnasium besucht und auch dort studiert. 3m Jahre 1377 bestand er sein Staatsexamen und stand dann im hessischen Justizdienst in Alsfeld. Wald-Michelbach, Butzbach, Orten-- berg uni) Gießen, wo er seit 1893 als Landgo- richtsrat und von 1904 ab als Oberlandesge-- richtsrat tätig war, bis er im Jahre 1922 in den wohlverdienten Ruhestand trat. Preußen. äkreis Wetzlar. □ Ebersgöns, 14. Juli. Gemäß Beschluß des Gemeinderats soll nunmehr auch der hiesige Oberhessen. Landkreis Gietzeu. • Garbenteich , 14. Juli. Der Gesangver- e-n .Frohsinn" feiert im nächsten Jahre sein jähriges Bestehen. In der letzten ®enerai- ^tfammlung wurde beschlossen, das Fest mit ?mem Gesangsweltstreit zu verbinden. Als üest- t/a Büchertisch. — Lenz, Friedrich: Aufriß tre r politischen Oekonomie. (Gottascher Verlag, Stuttgart 1927. Geh. 5 Mk., geb. 7.50 Mk.) Aufbauend auf Friedrich Lists Systemgedanken zur Politischen Oekonomie gelangt der Verfasser, ord. Prof, der wirtschaftlichen Staatswissenschaften an unserer Ludwigs-Universität, über eine „Kritik der Sozialökonomie" hinaus zum „Versuch einer kollektiven Wirtschaftslehre", die eine vom gemeinschaftsgestaltenden historischen Geschehen der vergangenen Jahrzehnte längst überholte liberale Wirtfchaftslehre ablösen soll. Das Ziel, „die Gesamtwirtschast auf das Gemeinwesen zu gründen, Wirtschaft und Staat in eins zu denken", führt zu neuer Gliederung der politischen Oel^° nomie, zu einem „Aufriß des Wissenschaftsgebäudes". Ausblicke auf innere und äußere wirtschaftspolitische Fragten der Gegenwart zeig'.n, daß die innere Verbundenheit von Staat, Wirtschaft und Recht jedes wirtschaftliche Gescheh.n zugleich als staatlich-rechtliches und politisches ersd)einen lasse, — daß „dir Einheit drs Aationol- geistes mit dem Rationalkörper", die „gesellschaftliche Wirtschaft im Staat" (Gesamtwirtschast) notwendig das Ziel jeder Wirtschaftsführung sein muß. Das Studium dieses wirklich aktuellen Buches wird allen Interessenten der Wirtschaft und der Wirtschaftswissenschaft empfohlen. 388 Dr. A. Wirtschaft. Die heurigen Kursnotierungen der Frankfurter und Berliner Mittagsbörse, das Berliner Börsenstimmungsbild, sowie die Berliner Devisenkurse konnten heute wegen Gewitterstörungen im Fernsprech- und Funkverkehr nicht übermittelt werden. Derkehrsverein und die Flettnerslottille Mitwirken. Die Wassersportler stellen hierzu einen Festzug auf dem Main zusammen, der, reich illuminiert, von 100 Kanubooten begleitet wird. Auf den vor Anler liegenden Schiffen sind Musik- lapellen und Fackelschwingcr gruppiert, ein besold eres Schiff wird als Feuerwerksschifl armiert. Die führenden Persönlichleiten der Staat und der verschiedenen Regierungen haben chr Erscheinen zugesagt. Das Fest soll in diesen Ausmaßen und dieser Vielseitigieit ein Spiegelbild der gesamten Arbeitersportbewegung werden, da neben dem hier Gesagten noch weitere Sportorganisationen, wie Schachspieler, Schützen, Kegler, Athleten usw. aktiv und passiv mitwirken. Spielvereinigung 1900 Metzen. Eldracher bei den Deutschen Meisterschaften. ö. Auf Grund seiner guten Leistungen wurde Eldracher, 1900 Gießen, vom W.S.V. mit Houben, Schüller, Salz und D r e i b - Holz zu dem 100- und 200-Meter-Lauf gemeldet. Eldracher fährt in Begleitung seines Trainingsleiters W. Schmidt, und man darf auf sein Abschneiden gespannt sein. Dus 4. Marburger L-ergreunen war ursprünglich für den 19. Juni angesetzt. Wegen der Eröffnung des Rürburg-Ringes muhte der Termin verlegt werden. Rach mancherlei Schwierigkeiten tonnte nun der 24. Juli festgesetzt werden. Das Marburger Bergrennen findet zum vierten Male statt und erfreut sich reger Beteiligung aus allen Sportkceisen, da die Rennstrecke besonders interessant ist. Das Renken ist eine Veranstaltung des Gaues III b des ADAC. Ein besonderer Preis, ein Iubiläumspreis anläßlich des 400jährigen Jubiläums der Marburger Universität, soll ausgetragen werden, und zwar erhält ihn der Fahrer der besten Zeit des Tages. Der Trotze Preis von Deutschland der für Sportwagen am Sonntag auf dem R ü r - burgring unter Beteiligung von 26 gemeldeten Fahrern zum Austrag kommt, wird über insgesamt 508,752 Kilometern ausgefahren, wobei die Rürburgstrecke 18 mal zu durchfahren ist. Unter den Teilnehmern befinden sich bestbekannte Fahrer und Firmen. Rhön-Segetflug-Wertbewerb. Rachdem nunmehr der Rachmeldetermin für den diesjährigen Rhön-Segelflug-Wettbewerb abgelaufen ist, wird die Zahl der gemeldeten Bewerber mit insgesamt 72 bekannt: im Vergleich dazu nahmen im Vorjahre nur 52 Flugzeuge teil. Mehrere Gruppen aus verschiedenen Teilen des Reiches, insbesondere aus dem Westen und dem Südwesten, werden in diesem Jahr zum erstenmal in den Wettbewerb treten, ein Zeichen, daß die Segelflugbewegung weiter an Boden gewinnt. Aus Düsseldorf, Köln, Bonn, Ulm usw. liegen Meldungen vor, von akademischen Fliegergruppen werden Darmstadt, Clausthal, Köthen, München, Stuttgart u. a. zur Stelle sein. Auch ein Ausländer, ein Franzose, hat sich mit einem eigenen Segelflugzeug angemeldet. Daß so bekannte deutsche Segelflieger wie Mehring, Hesselbach, Kegel zu den Teilnehmern zählen, ist selbstverständlich: nur wird leider der Weltrekordflieger Schulz nicht in die Rhön kommeri können. Groß ist auch die Zahl dev Iungflieger, die sich um die Preise des Schu- lungs- und Uebungsfliegens bewerben. Von verschiedenen Seiten sind auch wieder Geld- und Ehrenpreise zur Verfügung gestellt worden. Ein neuer Weltrekord Bäumers. Der Hamburger Pilot Bäumer überbot am Dienstag seinen eigenen Geschwindigkeits-Weltrekord für Leichtflugzeuge ohne Passagier. Er startete mit seinem Flugzeug „Sausewind" um 19 Uhr 51 Minuten 52,8 Sekunden und legte die 100 Kilometer betragende Flugstrecke Borsteler Renn- bahn-Reumünster und zurück bis 20 Uhr 20 Minuten 12.6 Sekunden zurück. Damit erreichte Bäumer eine Stundengeschwindigkeit von nicht weniger als 211 Kilometer, wodurch fein alter Rekord um etwa 23 Stunden-Kilometer übertroffen wird. 47.5 80 24 124,5 131 145,25 125.9 i 125 5 i~ 137,5 I 154 i Otlwerke......... Ber. Glanzstoff..... Benibcrg Zellstoff Waldbof.... Zellstoff Aschaffenburg • Charlottenburger Wasser Dessauer GaS Daimler Motoren. . . . Demag . . . Adlerwerke Klever. . . . Ludw. Üoeire . .... Rat. Automobil..... Orcnstein & Koppel . . . Linke Hofmann .... Leonhard Tietz... ... Bamaa-.u cginn . . . . . Jranli. Maschinen . . . Gritzner ..... . . • Hehligenstacdt ..... Jungbans Lechtverke ...... Mainkraftwerke . . . ». Miag Nekarsulmer ...... Peters Union ..... Gcbr. Roeder . .... Boigt & Haeffner .... Eüdd. Buder...... 452 433 733 590 .,29 214.75 163 215.5 134 104 126,5 294 131.5 139 173 83 Turnen, Sport unv Spiel. Aus dem Arbeiter-Turn- und Sporlbund. Das kreisfest am 16-, 17. und 18. Juli im Frankfurter Stadion. ±, Seit einer langen Reihe von Monaten sind Vorbereitungen im Gange, die das 7. Kreisfest des 9. Kreises, zu dem unser heimatlicher 3. Bezirk zählt, zu einem turnerischen und sportlichen Ereignis ersten Ranges werden lassen. Der wesentlichste Grundgedanke des auf groß- zügigster Basis aufgebauten Festes ist zunächst einmal das Massenaufgebot aller Sport treibenden Werktätigen, die im Arbeiter-Turn- und Sportbund ihre Organisationsform gefunden haben. Ausgehend von der großen Werbekraft solcher Massenveranstaltungen ist denn auch von der technischen Leitung alles getan worden, um ber ganzen Veranstaltung den Charakter eines Massenaufgebots au geben. Bei der Einstellung auf diesen grundlegenden Gedanken muhte natürlich eine Richtung, die sonst im sportlichen Leben im Vordergrund steht, zurücktreten. Dies ist die Erreichung von Höchstleistungen. Schon von jeher hat der Arbeiter-Turn- und Sportbund aufs energischste den Standpunkt vertreten, statt durch Hervorlehrung des Höchstleistungsprinzips nur die Befähigteren zu den Leibesübungen heranzuziehen, durch Einstellung zum Massensport die sportliche Betätigung zum Allgemeingut werden zu lassen. Rur dann erhält der Sport und die Körperpflege die ihr zukommende Bedeutung, wenn jeder Geeignete an der ihm zusagenden sportlichen Betätigung teilnimmt. Da nun in der Arbeitersportbewegung die gesamten Sportarten — nicht weniger als 15 zentral organisiert sind, war es für die Organisatoren des Festes nicht leicht, alle Wettkämpfe und alle Veranstaltungen in drei Tagen zu erledigen. Derartige Veranstaltungen sind eben nur auf Sportanlagen wie dem Frankfurter Stadion durchzuführen, dessen sämtliche Plätze während der drei Festtage von morgens bis abends die verschiedensten Wettkämpfe sehen. Einschließlich der Dor- und Entscheidungswettkämpfe werden die etwa 10 000 aktiv Teilnehmenden über 1000 Wettkämpfe auszutragen haben, die sich auf die Turner und Turnerinnen, die Leichtathleten, die Schwimmer, die Kanufahrer, die Fußballer, Turnspieler, Radfahrer und Schachspieler verteilen. Am Samstag vormittag treten die Turner und Turnerinnen in etwa 80 Riegen mit 1000 Teilnehmern zum Gerätewetttampf an, gleichzeitig finden die Einzel- und Mannschaftsvvrkämpfe der Leichtathleten statt. Dereinsriegenturnen, Ausscheidungsspiele in Hand-, Faust- und Trommelball, Beginn der Entscheidungskämpfe der Leichtathleten, zwei Fuhballwettspiele, eine Probe der Räissenübungen der Männer und Frauen und eine Regatta der Wassersportler auf dem Main füllen den weiteren Sonntag aus, der mit einem Empfangsabend in der großen Kampfbahn, wobei das Reuzeitlichste auf turnerischem Gebiet gezeigt wird, schließt. Den Höhepunkt erreicht die Veranstaltung am Sonntag vormittag mit dem Festzug. Hier gilt nur die Losung: Sport. Kein Festwagen, kein Festschmuck tpirb mitgeführt, sondern 10 000 Sportler und Sportlerinnen in Sportkleidung werden dem Zug ein eigenes Gepräge geben. 3n den Mittagsstunden beginnen die Wettkämpfe der Schwimmer, in der großen Kampfbahn zeigen die Frauen und Männer ihre Massendarbietun- gen, die Radfahrer beginnen mit dem Radrennen in der Radrennbahn. Die Cndiämpfe der Leichtathleten, das Schlußspiel der Handballer, die der Bezirksjugend- und aktiven Bezirls- fußballmannschaften füllen den weiteren Rachmittag aus. Am Abend zeigen die Bezirke Volkstänze und ihre Sondervorführungen. Der gesamte Montag ist der jüngsten Jugend, den Schülern und Schülerinnen gewidmet. Die Einleitung erfolgt am Vormittag durch einen Festzug, dem sich in der großen Kampfbahn ein leichtathletischer Mannschaftsdreikampf anschließt. Gleichzeitig zeigen alle Schüler und Schülerinnen Turnspiele. Der gemeinsamen Mittagsspeisung folgen dann die Massenfreiübungen der Knaben und Mädchen, ein Gerätemusterriegenturnen, und Sing- und Reckspiele. 10x50- Meter-Stafetten der Knaben und Mädchen und ein Handballspiel der Knaben beschließen das Kinderturnen. Den Abschluß der sportlichen Darbietungen im Stadion bildet ein Fußballwettspiel Rordmain—Südmain. Die gesamte Veranstaltung klingt in einer Mainbeleuchtung aus, bei der der Frankfurter der Kunstseide also die Kunstwolle. Frankfurter Börse. Frankfurt, 15.Juli. Tendenz, fest. — Gegenüber der schwächeren Abendbörse konnte sich heute ein Tendenzumschwung durchsetzen. Bei lebhaften Umsätzen zogen die Kurse stark an. Außerordentlich anregend wirkten für die Spekulation die verschiedenen Meldungen über Verhandlungen der I. - G. - F a r b e n i n d u st r i e mit der Chemieindustrie verschiedener Länder. Diel besprochen wurde ferner, daß in den Vereinigten Staaten die Freigabeangelegenheit vor den Neuwahlen wieder aufgerollt werden soll. Am Geldmarkt blieb die Lage weiter gespannt, da Tagesgeld infolge des heutigen Zahltages stark gesucht ist. An den E f f e k t e n m ä r k - t e n zogen die Kurse gegenüber der Abendbörse um 2 bis 4 Prozent im Durchschnitt an. J.-G.-Farben gewannen bei starker spekulativer Geschäftstätigkeit 8,5 Prozent: Schiffahrtsaktien zirka fünf Prozent. Auch K a l i a k t i e n waren gut erholt. Heimische und fremde Renten blieben vollkommen vernachlässigt. Im Verlaufe ging die Umsatztätigkeit stark zurück, da verschiedene Wochenschlußdeckungen vorgenommen wurden. Die Kurse blieben im allgemeinen gut behauptet. Nennenswertes Geschäft hatten nur noch I. - G. - F a r b e n , Phönix uiid Schiffahrtsaktien. Im Deoisenverkehr notierte die Reichsmark gegen Kabel 4,2110; gegen London 20,4520; Paris gegen London 124,02; Madrid 28,33; Mailand 89,30. Hrauzosiiche Raren - • • • • • Holländische Noten...... (italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Lcsterr., ä 100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... Devisenmarkt Berlin— Telegraphische Auszahlung. i versichtlich und ihren vollswirtschaftlichen Wert bedeutsam, da die Voruntersuchungen vielver- ! sprechend verlaufen seien. Rach dem Siegeszug Philipp Holjinann . ... 12 Heidelberger Gement . . 8 (Eemcnt Karlstadt 8 Wahß & Freitag 1c Schultheis Patzenhofer. . 15 Frankfurt a. M., 15. Juli. Cs wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 31; Roggen (int) 27.50 nom., Hafer (int) 26, Hafer (ausl.) 23.50 bis 26; Mais (gelb) 18.75 bis 19; Weizenmehl (inl., Spezial 0) 40.50 bis 41; Roggenmeyl 37.75 bis 38; Weizenkleie 13; Roggenkleie 14 bis 14.25; Tendenz: Ruhig. Berliner ProsEcrrbörse. Berlin, 14.' Juli. Es notierten (1000 Kilo): Weizen, Juli 282, Weizen, Sept. 271, Weizen, Oti. 269,25, Roggen, matt. 258 bis 257, Roggen, Juli 253 bis 251,25, Roggen, Sept. 232,25, Oktober 232,50 bis 233, Wintergerste, neue 192 bis 195. Hafer, Juli 251. bis 255, Sept. 193,75, Oktobe 194,75, Mais, La Plata 185 bis 187, Raps 21 bis 225; für 100 Kilo: Weizenmehl 35,75 bi 37,75, Roggenmehl 34 bis 35,75, Weizenklei 13,75, Roggenkleie 15,25, Viltoriaerbsen 44 bis 58, kleine Erbsen 28 bis 32, Futtererbsen 22 bi 23, Peluschken 21 bis 22,50, Ackerbohnen 22 bis 23, Wicken 22 bis 21,50, Lupinen, blau 14,75 bis 15,75, Lupinen, gelb 15,75 bis 17,75, Rapskuche. 15,40 bis 15,80, Leinkuchen 20,20 bis 20,50. gtiebcit Montan...... ■ Bereinigte Stablw. f. ’/«I ,3 Otavi Minen 1 sh Kali Aschersleben.....10 KaliWesteregeln • • • 10 Kaliwerk Salzdetfurth . .2 I. G Jarbcn-Jndustrie U Dynamit Nobel 0 Scheidcanllalt ° ' oldschmidt 0 Rütgerswcrke 0 Metallgescll^chaft io * 'S i e deutschen K 0 h l e n l ie f e r u n - gen an Frankreich. Rach der Journee Jn- )ustrielle ist das am 20. Oktober 1926 in Köln zwischen der deutschen und der französischen Regierung abgeschlossene Abkommen über die Kommerzialisierung der deutschen Kohlenlieferun- gen an Frankreich, das am 30. Juni abgelaufen war, auf weitere drei Monate entsprechend den Ausführungsbestimmungen, die den beiden Regierungen zur Genehmigung unterbreitet waren, verlängert worden. * Nochmals Antrag zur Kohlenpreiserhöhung. Die Shndikatsumlage beim Rheinisch-Westfälischen Kohlensynd.tat, die bisher 73 Pfg. pro Förderr'.ngstonne betrug, soll entgegen anderslautenden Meldungen um ca. 10 bis 12 Psg. auf 83 bis 85 Pfg. heraufgesetzt werden. Diese Heraufsetzung erllärt sich aus der Senkung der Preise in den bestrittenen Gebieten. * Ohmtal-Basaltwerke in O r t e n- berg Oberhessen. Das Werk ist neuerdings derart mit Aufträgen überhäuft, daß Doppelschichten eingelegt werden mußten. An der Bahnstation Ortenberg werden täglich allein über 30 Waggons Schotter verladen, ganz abgesehen von der Produktion der übrigen, gleichfalls gutbeschäftigten Basaltbrüche der llmgegcnb, deren Absatz sich ebenfalls wesentlich gesteigert hat in letzter Zeit. Für den oberhessischen Arbeitsmarkt bedeuten diese Tatsachen eine sehr wesentliche Erleichterung. * Z u m Falle Himmelsbach. In dem von Himmelsbach gegen die beteiligten Länder angestrengten Prozesse ist jetzt die Beweisaufnahme zwar abgeschlossen, der Verhandlungstermin wird sich jedoch infolge der beginnenden Gerichtsferien verzögern. Auch mit einer Gläubigerversammlung kann erst im Lause des Oktobers gerechnet werden. * D i e neue Dollaranleihe d e r Vereinigten Stahlwerke. Die Vereinigten Stahlwerke A.-G. in Düsseldorf haben zur Ablösung der Genuhscheine mit der Reuhorker Banksirma Dillon Read & Co. eine Anleihe von 30 Millionen Dollar, die bald zu 100 Prozent aufgelegt wird, abgeschlossen. Der Zinssatz beträgt 6,5 Prozent mit einer zusätzlichen Verzinsung bei steigender Dividende. Dillon, Read und Co. wird auch den sogenannten' Bonds im Betrage von rund 4,2 Millionen Dollar übernehmen. * Gute Beschäftigung der Sobern- heimer Slrumpfindustrie. Die Sobern- heimer Strumpfindustrie erfreut sich seit einiger Zeit guter Beschäftigung. Für die nächsten Monate sind die Firmen reichlich mit Aufträgen versehen. Sowohl aus dem Inlands wie aus dem Auslande, u. a. aus England, Skandinavien, Südamerika und aus dem Orient liegen ansehnliche Aufträge vor. • Behring-Werke A. G. Marburg cu d. Lahn. Die Gesellschaft schließt nach 125 775 Mk. Abschreibungen mit einem Reingewinn von 90 272 Mk. Daraus werden zunächst 64 620 Verlustvortrag getilgt, 4513 Mk. dem Reservefonds überwiesen und durch G.-V.-Beschluh die restlichen 11 139 Mk. vorgetragen. Das neue Geschäftsjahr zeige eine gewisse Besserung, vornehmlich auf einigen von der Gesellschaft bearbeiteten Spezialgebieten. Falls diese Besserung anhalte, dürfe mit einem günstigen Ergebnis des Geschäftsjahres zu rechnen fein. * 21 u 5 b e m Brown-Boveri-Konzern. Der Abschluß der Aktiengesellschaft Brown-Boveri & Eo. für bas Geschäftsjahr 1926/27 zeigt in seinen wichtigsten Teilen ein Bilb erfreulicher Entwicklung. Das Ergebnis ber Fabrikation ist von 9,4 Millionen auf 10,7 Millionen Schweizer Franken gestiegen. • Zellstoff-Fabrik Waldhof, M ann- heim. Die Gesellschaft stellt Versuche an zur Herstellung von Kunstwolle. Das von ihr erworbene Verfahren zur Herstellung einer dazu notwendigen wollähnlichen Faser aus der Kunstseidefaser, die durch Krümmen spinnfahig gemacht wird, wodurch die Herstellung eines wollähn- lichen Garnes ermöglicht ist, wurde von einem Karlsruher Professor erfunden und ausgebaut. Fachkreise beurteilen diese Erfindung sehr zu- V, I- 4 Mansieldcr...... • • • 7 Oberschles. Eisenb. Bedarf 0 Oberschlcs. Kokswerkc . . .0 Phönix Bergbau - t- V« I 3 Rheinische Braunkohlen 10 Ryeinstabl........0 Frankfurt a. M- Kurs । börse 13.7. । 14. 7. Berlin nurs I börse Geld Brief 16,65 16.61 168,28 168,96 22,97 23.07 198,68 109,1,2 59.40 59,64 260 262 112,42 112,88 81,28 80,96 71,72 72,02 12.462 12,512 73,15 73, <5 §rankfur 0. M. Frankfurt a M Berlin Schlub- fiuts Sckluhl, Abendbörse Schluh- Kurs Schluhk Mittag börse Datum: 13. 7. 14. 7. 14. 7. Frankfurt a.M. Berlin Schlusz- fiurs Schluck. Adcn> börse Schluß» liUTJ S-bluhK Mittag berl- Datum: 13 s- 14.7. 13. 7. 14.7- 5°/0 Dt. Reichsanleihe v. 1927 Dt Anl. Ablös Schuld mit — — 86.9 86.9 297 Au-los -Rechten . ... 298 — 298 Desgl- ohne Auölos.-Rechten 7% Franks Hi)p.-Bl. Go dpi 18,4 — 18,1 18 — — 4W/o Rheinische Hyp -Bank 2iqu -Eoldpi .... 51 E. G abg Vorkriegs-Ob- - - - ligakionen, rülljahlbar 1932 — — — — 4% Schwei; Bundcsb.-Anl. — — — 4% Oesterelchische Goldrtc. . — 28.4 — 4,20% Oesierr ich. Silberne . 4% Oesterreich cinheitl. Rte — — — ■— — — 4% Ungarische Goldrlc. - . — — —- 26 9 4% Ungarische Slaatsr. D. 1910 — — — 4%% desgl. von 1913 . . . 4% Ungarische Kroncnrte . . — — 24,13 24.25 — — — 1.4 4°/. Türk. Zollanleihe v 1911 14,5 14.4 14,5 14.5 4% Türk. Dagdaddahn-Anl scric I...... — - 18.1 18,6 4% desgl. Serie II . . . — 16.6 16,6 4% Rumänen convcrl. Rle. 41 0 Rumänen Goldanl. — - - von 1913 — — 17 — AUg Deutsche Eisenbahn .4% Hamburg-Amerika Pakcr. . 6 148,5 145 90 147.25 89.5 146,9 Hamb -Südam Dampssch • 8 — — 235 232,25 Hansa Dampfschiff ’ • ■ 6 Norddeutscher rlogd • 6 149 .46 213 148,9 230 147,5 AUg. Deutsche Credi.anst.. 10 Bann r Bankverein 10 158,5 152 157 15.!,2b 157,9 153 157.9 Berliner Handelsgesellsch. 12 — 251,25 -49,ü Commerz- und Privat-Bk. 11 188, *• 186 167,5 186 Lärmst, u. Naiionalbank 12 248.5 -43 250 245,5 Le nchc Bank. . .10 17 i 168.5 170,5 169,25 S onto-Gesellschafl Ant. 10 167,5 165 166.9 165 75 ! dncr Bank .10 177.5 174 176.25 1 # D # 1 t leldcutsche Lredilbank 9 — — 256,25 252.5 k'letallbank.......8 151.75 149,75 150 149,75 dteichsbank.....1 172 — — 170.5 193 189 192 5 195.5 205.25 - 204,13 232,75 192.5 186 194 189,5 1'5.5 201 203,62 203,5 148 145 147.65 144.25 — 246.75 245.5 — — 168,5 166,75 172,5 174.5 173 - — 189,75 190.5 08 200.75 207,75 203 — 287.5 295 291 — — 141.5 140,75 186 — 184 — 128.5 124.75 126.9 126,5 167 159 165 161.5 — — 184 184 178 175,5 177 177 15.5 214.5 213.5 216.75 — — 191 192 — 282 284 285 — - 179,25 176,75 — - 189,25 190 204 19» 203 25 2C0 137.25 133 138 135 — - 107 107 — — 107.13 106 5 131 -30,5 130.4 1)2,65 286 282.5 284 284,2. 225.25 -18 222.25 221.25 — _ I76,2n 176.5 143.75 4 1.75 142.25 142 — — 37.4 37,25 186 178 185,5 182.5 193.5 188 192.5 190 247 244 0 12,5 07.25 309,5 310 — — 151.25 151,25 219,5 — — — 148 138.5 141,75 138 109 105 107.5 106,75 — 188.5 — — 13. Juli. 14. Juli. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Briet Amft-- 'Holt 168,65 169,99 168,58 169,92 Buen--Aireö 1,787 1.791 U788 1,792 Brss.-Antw Christi ania 58,56 28,68 .18,53 .8,65 108,69 109,91 108,64 109,86 Kopenhagen 112,54 112,76 112,51 112,73 Stockholm . 112,72 113,94 112,64 112,86 Helllngfors. Italien. . 10,60 10,62 10,602 10,622 22,895 22,935 22,86. 23,905 London. . . .0,435 20,475 20,43 30,47 Reunork . . 4,209 4,217 1.2085 1,2165 Paris. . . . 16,475 16.515 16,47 16,51 Schweiz . . '1,04 ■4,20 »0.99 >1,15 Spanien. 71,83 72,97 71,96 72,10 Japan . . . 1,985 1.989 1,985 1,989 Rio de Jan. Wien in D-> 0,494 0,498 .494 t.496 £ eft. abgesl o9,28 59.40 19,25 19,37 Prag .... 2,476 13,596 12,474 >2,94 Belgrad . 7,408 7.422 7,408 1 • 42 £ Budapest. - 73,35 73,49 73,34 i 3,48 .1,048 20,82 Bulgarien 5.04* 3,045 3,042 2'ssabon . . 20,78 20,82 20,78 Danüg. . . »1,54 81.70 81,55 el,71 Konst, ntin. 2,155 2,159 2,158 .',162 Athen. . . 5,664 5,676 5.661 i,u76 Kanada . 4.202 4.210 4,200 1,209 ( Uru map - - 4,136 4.144 4.13b 1.144 lLatro - - - 20.98 21.02 '0,95 20 ‘.'9 B ..in, 14 Juli. | Geld iöner Amerikanische Noren..... 1 184 4 2ii4 Belgische Noten ....... 58,66 Dänische Noten....... 112,29 Englische Noten....... 20.415 Jfir Seid fial jet&t doppelten Wert beim Einkauf von Schuhwaren. Teilweise sind meine Preise bis zu LFHA/ r. x M c . Äee ermäßigt. Mein Saison-Ausverkauf beginnt am 16. Juli fdiufiftous ®acr, Gießen, JKaiMplatz 1 OstößWll. 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Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. 6610c Gießen, den 12. Juli 1927. I. A. des Amtsgerichts Gießen Leo, Ortsgerichtsvorsteher. Brennabcr-KiHger- M Sportwagen kaufen wollen im Total-Ausverkauf v„„ August Kilbinger ßö56D Beeilen Sie sieh wenn Sie noch billige und gute Warenabgabe nur an Mitglieder Mitgliederannahmen in allen Verteilungsstellen Konsumvexein Gießen m. tong. ^WM J 0. O. m. b. H. ........ 5510a Alle Schweine, solche mit steifen Beinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes RASSOL «rs mengen. Verlangen Sie nur echtes Raffo! in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engelapotheke Gießen. Zu haben in allen Apotheken. 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