Nr. 12 Erstes Blatt 177. Jahrgang Samstag, <5. Januar 1927 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvif vn- Verlag- Vrvhl'sche Uiiverfilätr-Vuch- und Steinöruderd R. Lange in Sietzen. Schriftleitunz und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Cr|d)etnf täglich,avtzer Sonntag» und Feiertag, Beilagen. Dtetzenre I-amittendlütte» Heimat im Dild Die Scholle Monat,-kezt-xrrret,: 2 5tttd)snarh und 20 Reichrpfenntg für Trägerlohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanfchlülle: 51, 64 und 112. Anschrift für Drohtnach» richten Anzeiger Ließeil. pof!sch:ckkonto: Frankfurt am Main 11686. Annahme von Lnzelae» für die Tagesnummer vi» zum Nachmittag vorher. Preis jttr 1 mm höhe für Anzeigen ov i 27 mm Breite örtlich 8, ousmärt, 10 Reichspfennig- für Re* Klameanreigen von 70 u m Breite 36 Reich»pfennig, Platzoorfchtifl 20“ , mehr. Chefredakteur Dr Friedr Wilh Lange, verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H Thyr-ot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den An« zeigenieil i.Dertr. H Beck, sämtlich in Gietzen Hankau. Die Bemühungen um das Zustandekommen einer neuen Regierung in Deutschland befinden sich in einem Stadium, das niemanden ermuntert, sich damit zu beschäftigen. Man verhandelt hinter vcr- schtossenen Türen in Fraltionszinirnern und Ministerien, und als Ergebnis wird der veffentlichkeit Abend für Abeich ein sehr dünnes, sehr geheimnisvoll klingendes und alle Möglichkeiten offenlassendes Kommunique vorgesetzt, mit dem niemand etwas anfangen kann. Da ist es gut, die deutschen Dinge einmal ein paar Tage lausen )u lassen und die Blicke auf das große Welttheater jenseits der Meere zu wenden, auf dessen Breitern gerade ein Akt gespielt wird, der einmal welthistorische Bedeutung erlangen zu sollen scheint. Der Hauptakteur ist der angelsächsisch« Imperialismus und das Feld seiner Tätigkeit einmal Mitte l a nr e ri k a , wo die junge Republik der Bereinigten Staaten wieder einmal einen ihrer krassen Eroberung: Züge zur Sicherung ihrer finanziellen und politischen Vormachtstellung auf dem amerikanischen Kontinent beginnt. Das moralische Män- tolchen, mit denen die Staatsmänner des Weißen Hauses ihre Litton in Nicaragua und Mexiko zu verschleiern trachten, ist zu rissig, um nicht aus allen Löchern die (Bier nach dem mexikanischen Del und der Kanalzone von Nicaragua durchscheinen zu lassen. Zur b-Wissensberuhigung zarter besaiteter Dankees hat .'^llogg noch gerade zur rechten Zeit das famose Schlagwort vom Kamps gegen den Bolschewismus in d.e Desfentlichkeit geschleudert und uralte Papiere auegcgraben, mit denen er beweisen will, daß kein anderer als der böse Bolschewik drüben in ^Mexiko die Fäden in der Hand hält. Wobei es ilj** nicht darauf ankommt, im Vertrauen auf die Unknrtnis seiner amerikanischen Landsleute in europäifd./i Dingen, Kommunismus und So- iialismus gleich-usetzen. Denn Calles, Mexikos Prä- ident, ist Sozia-.st, dessen harte Landgcsetzgebung ich gegen die Ucberfrembung der mexikanischen Delwirtschast richtet und damit allerdings die auch in Washington allmächtigen Finanzinteressen Wall Streets empfindlich getroffen hat. Befinden sich hier die Angelsachsen im Angriff, so sehen wir si« in China in mühsam durchge- kämpster Defensive. Der Union Dock, Großbritanniens -^-'t'.ehrrrschsnües Banner, ist vom britischen Konzessio.nsgebiel in Hankau, der großen Wirt- schastsmetropole im mittleren Pangtse, niederaeholt worden, und an feiner eteUe flattert die neue Flagge der Kantonregierung über einer der stolzesten Niederlassungen des britischen Kaufmanns. Es wird uns Deutschen schwer, sich von den Dingen in China, die zu dem eben geschilderten Vorgang geführt haben, ein rechtes Dild zu machen und die Folgen zu Ende zu denken, die sich hieraus für das Verhältnis Europa—Asien im ganzen ergeben müssen. Wenn ein Teil der britischen Presse sich in den heftigsten Anklagen gegen das Foreign Office ergeht, das diesen schweren Schlag für das britische Prestige in Ostasien h t zulassen müssen, so ist das zu einem guten Teil ungerecht, denn was jetzt in China vorgeht, hat eine viel frühere englische Regierung selbst heraufbeschworen, als sie während des Weltkrieges gemeinsam mit anderen Alliierten das Pekinger Kabinett dazu drängte, den Konzession s- vertrag mit Deutschland zu annullieren und sich dem Bündnis gegen das Deutsche Reich anzu- schließen. Man hat damals China die größten Versprechungen gemacht, Zollsouveränität, Kündigung der drückcndenVerträge mit denFremdmüchlen und Besei- gung der Exterritorialität der Fremden, alles Dinge, um die jetzt Chinas Fre.heitskampf geht. Aber man hat auf der Friedenskonferenz von Versailles zum ersten Fehler den zweiten hinzugefügt urd sich nicht gescheut, alles, was man damals feierlich versprochen hatte, auch fernerhin Versprechung bleiben zu lassen. Inzwischen ist das chinesische Volk zur Selbsthilfe geschritten. Aus den endlosen Bürgerkriegen, die das weite Reich der Mitte ohnmächtiger machten denn je, ist im Süden die Regierung von Kanton, dem Sih der Kuomintang, fiegreid) hervorg.gangen, zu der im Norden Marschall Tschangtsolin, der Beherrscher der Mandschurei, das Gegenstück bildet. Gewiß steht auch heute noch im Hintergründe das große Spiel zwischen (England und Rußland um die Seele Asiens, aber in der klugen Politik der Kantonregierung zeigt sich etwas wie eigener Wille, wie nationales Selbstvertrauen. Kampflos, ohne Blutvergießen wird England aus einer Position nach der anderen herausgedrückt. Die großen Massen des chinesischen Volkes, das Heer der Jndu- ftriearbeiter, die politisch fanatisierten Studenten, die chinesische Intelligenz der großen Städte, sie alle sind die wertvollsten Schachfiguren in dem großen politischen Spiel, das Herr T s ch c n , Außenminister der kantonesischen Republik, zur Befreiung seines Landes von der britischen Vormundschaft begonnen 1)2L Kein Tropfen fremden Blutes wird vergosien, (einem Fremden wird ein Haar gekrümmt, nur Boykott, Streik und Demonstration sind die Mittel des großen Kampfes. Unaufhaltbar wälzen sich die Masten gegen die fremden Niederlastungen, und die Regierung von Kanton braucht nur durch Verhandlungen mit den Vertretern der Mächte in politisch« Formeln zu bringen, was das Volk selbst sich in unwiderstehlichem Anprall erobert hat. Herr Tischen entschuldigt sich, bietet Genugtuung an für alle II?bergriffe seiner Landsleute, aber er weicht nicht einen Schritt zurück und wird, wie heute in Hankau, morgen vor Schanghai, dem stolzesten Bollwerk britischer Macht auf dem Boden Chinas, stehen. Alles dies geschieht unter den Geschützen der englischen Kriegsschiffe, die weder auf dem Pangtse noch an der Küste Miene gemacht haben, zum Schutze des britischen Konzessionsgebietes ihre Rohre auf die chinesischen Demonstranten zu richten. Man wird gut die Bildung eines Kabinetts Lurtius gescheitert. Das erste Stadium. Das Zentrum hat in dieser Kabinettsbildung ein sehr merkwürdiges Spiel getrieben, es hat abwechselnd, je nachdem, wie es ihn: paßte, außen- und innenpolitische Bedenken gegen die Zusammenarbeit mit den Deutschnationalen ins Feld geführt. Llrsprünglich bestanden, wie auch nachher in den Fraktionsbeschlüssen gesagt wurde, scharfe außen- und innenpolitische Be- denken, dann versank urplötzlich die Diplomatie hinter die Kulisse und die innere Politik wurde in den Vordergrund gerückt: jedem, der nur zuhören wollte, wurde noch vor vier Tagen aus- einandergeseht, über die Außenpolitik läßt sich ja zur Doi reden, aber die Innenpolitik! Und auch da war es nicht so sehr die Deutsch- nationale Vrl.spartei, d.e eigentlich der böse Mann war, sondern seltsamerweise die D e u t- sche Volkspartei, die nun für das Zentrum der böse Sozialreaktionär war. Dasselbe Zentrum. das doch eigentlich in allen Fragen, zuletzt noch über das Arbeitszeitgeseh, sehr rasch eine Verständigung mit der Deutschen Voltspartei fand, deutete den Deutschnationalen plötzlich an, daß sich ja an sich mit den Deutschnationalen wegen ihres starken Arbeiterflügels auch über die Sozialpolitik und gerade über die Sozialpolitik sehr gut reden lasse, daß dagegen mit der Deutschen Volkspartei überhaupt nicht zu arbeiten fein würde: weil sich in ihr d i e I n t e r- essen der Großindustrie verkörpern. Menn also sozialpolitische Dedenken gegen die Deutschnationalen vorgebracht würden, dann richte sich das zwar formell an d e Adresse nach rechts, tatsächlich aber sei die Deutsche Volks- Partei gemeint. Dieser Trick war so massiv, daß die Deutsche Volkspartei es nicht für nötig gehalten hat, überhaupt darauf zu antworten, und auch die Deutschnationalen haben nicht darauf reagiert Deswegen mußten nun plötzlich wieder die außenpolitischen Dedenken in den Vordergrund gerückt werden, und zwar in einer Ausmachung, dje gerade vom Standpunkt der Außenpolitik Widerspruch Hervorrufen mußte. Denn wenn das Zentrum den Außenminister selbst ins Spiel zieht, um ihn gewissermaßen offiziell zu interpellieren, ob er denn ein aktives Eingreifen der Deutschnationalen in die Regierungs- Politik für tragbar hält, dann wird doch damit Herrn Poinacrä und der ihm nahestehenden Presse ein starker Trumps in die Hand gespielt. Herr ötrefemann hat dem Zentrum den Gefallen selbstverständlich nicht getan, diese Dedenken zu teilen, er hat dazu auch um so weniger Veranlassung, als doch die Ansangsgründe jeder Diplomatie schon erkennen lassen müssen, wie wichtig die Zustimmung der Deutschnationale n zu außenpolitischen Verträgen ist. Daß die Sozialdemokraten allen derartigen Verträgen ihre Stimme geben, ist außerhalb unserer Grenzen längst bekannt, dafür gibt uns kein Driand auch nur das leiseste Zugeständnis. Wenn aber die Deutschnationalen die Verantwortung dafür übernehmen und ihre Unterschrift geben, dann bedeutet das eine so starke Di.ndung der deutschen Politik, daß dafür selbst Herr Poin- card vielleicht zum Entgegenkommen bereit sein könnte. Zugegeben, daß vielleicht im Dezember, als Driand wackelte, der (Eintritt der Deutsch- nationalen in die deutsche Regierung den letzten Anstoß zu seinem Sturz hätte geben können. Darüber ist die französische Politik heute längst hinweg. tun, diese im ersten Augenblick gewiß seltsam an- mutende Haltung England nicht als Schwäche aus- zulcgen. Gewiß, England hat in China eine schwere Niederlage erlitten. Sie äußert sich weniger in dem drohenden Verlust wirtschaftlich ungemein wichtiger Konzessionen, als in dem starken Stoß, den das politische Prestige Großbritanniens in ganz Asien erhalten hat. Der russische Gegenspieler kann einen Erfolg von noch nicht abzusehender Bedeutung buchen. Aber es scheint so, daß das Kabinett von St. James bereits eine radikale Umstellung seiner Politik in China vorgenommen hat. Wie es ja immer die Stärke der britifd)en Staatslenker ge- lvosen ist, eine veränderte Lage schnell zu begreifen und mit dem zähen Mut des Briten entschloßen die Konsequenzen daraus zu ziehen. Versailles bildet eine verhängnisvolle Ausnahme, verhängnisvoll auch für den Lauf der Dinge in Ostasien. Aber mit zusammengebisienen Zähnen liquidiert England jetzt diese verderbliche Epoche einer schwächlichen Politik und bezieht gleichzeitig die neue Stellung, von der aus es auch im jungen China eine zwar den veränderten politischen Derhältnisten angepaßte, aber auch seinen eigenen Interessen entsprechende Rolle spielen wird. Es würde schwer fein, eine andere Erklärung für den kampflosen Rückzug aus den Konzessions- gebielen zu finden. Chamberlains berühmtes Memorandum legte den anderen in China interessierten Mächten ein Programm für die politische und wirtschaftliche Reformierung des chinesischen Reiches vor. gleichzeitig mit der Einladung. sich an diesem Reformwerk zu beteiligen. Mit nicht geringer Schadenfreude haben sämtliche Mächte Herrn Chamberlain die kalte Schulter gezeigt. England haben diese Körbe nicht lange in Verlegenheit gebracht. Man hat allein gehandelt und wird vermutlich auch einst allein die Früchte ernten, wenn die Kantonregwrung einmal merkt, daß man auch in China nicht ohne Geld regieren kann, und besonders nicht, wenn Mag man nun also die sogenannten Bedenken gegen den Eintritt der Deutschnationalen in die Regierung, wie das Zentrum es tut, von draußen nach drinnen, ober, wie Herr Dr. Stresemann es wohl in erster Linie versteht, von drinnen nach draußen betrachtet, sie sind in jedem Falle hinfällig. Damit kann jedenfalls das Zentrum es nickt be» gründen, wenn es die Regierungsgemeinschaft mit den Deutschnationalen ablehnt. Wichtiger scheinen ihnen ja wohl auch die personellen Bedenken zu sein, die darin liegen, daß in einem Kabinett Curlius, wie es geplant war, Kanzleramt und Außenministerium beide in die Hände von Volksparteilern gekommen wäre. Das Zentrum beansprucht den Kanzlerposten für sich. Das nächste Stadium der Regierungsbildung dürfte dadurch also wohl seine Prägung erhalten, daß ein Zentrumsmann die Nachfolge von Dr. Curtius übernimmt. Heißt er Marx, wird man für eme Mehrheitsregierung mit Hinzuziehung der Rechten nicht viel erwarten dürfen. Dr. Curtius berichtet dem Reichspräsidenten. Ein Briefwechsel mit dem Zentrum. Berlin, 14. Jan. (TDIB.) Relchswirlschafts. miniffer Dr. Curtius hat an den stellvertretenden Vorsitze irden der Zenttumsfraktion, Herrn von Gu 6 rard , einen Brief gerichtet, in dem der Minister auf der Grundlage der Verhandlungen mit den Vertretern der Zentrumsfraktton auf der einen, der Deutschnationalen Volkspartei auf der anderen Seite für diejenigen Fragen, die den Hauptgegenstand dieser Besprechungen bildeten, Richtlinien für ein koa I i t ionsregierungsProgramm skizziert. Er drückt dann die Annahme aus, daß di» Deutfchnationale Volkspartei diese Richtlinien als eine geeignete Grundlage für Verhandlungen über ein vollständiges Programm akzeotieren würde, und bittet die Zen - krum sf raktion ihrerseits, zu erklären, o b f i c bereit fei, diefe Grundlage für weitere Verhandlungen anzunehmen. Schließlich erklärt Dr. Curtius zur Beseitigung eines Mißverständnisses, daß er zunächst nur die Ausgabe übernommen habe, fachliche Verhandlungen zum Zwecke d?r Bildung einer Koalition zu führen, und daß nach feiner Auffassung bei sachlicher (Einigung das Zustandekommen der geplanten neuen Regierung nicht an der Frage der Führung scheitern dürfe. Das habe er dem Herrn Reichspräsidenten gegenüber auch bereits vor der Entgegennahme des Auftrages wiederholt betont. Der Blinifter erhielt darauf von der Zentrums- fraftion folgendes, von Herrn von Guerard unterzeichnetes Schreiben: „Sehr verehrter Herr IHinifter! 3d) bestätige dankend den Empfang Ihres Schreibens vom 14. Januar d. J. Dasselbe ist Gegenstand eingehender Würdigung geraden. Aus diesem Schreiben haben wir ersehen, daß Sie, Herr IHiniftcr, lediglich bi? Ausgabe übernommen haben, sachliche Verhandlungen zum Zwecke der Herbeiführung einer Koalition zu führen. Unter t>en gegenwärtigen politischen Verhältnissen unterliegt d.e von Jhn.en beabsichtigte Regierungsbildung für uns nach wie vor den schweren Bedenken, die Ihnen von unseren Beauftragten und auch namens unseres Herrn Parteivorfitzenden Dr. Marx dem Herrn Reichsaußenminister Dr. Stresemann dargclegt worben sind, wir hatten den versuch der Bildung einer ein so umfassendes Reformwerk gelingen soll, wie es für die nationale Selbständigkeit des chinesischen Volkes Voraussetzung ist. Der Moskauer Freund hat selber nichts. Herr Dorodin, der rote Sowjetmann, liefert zwar Propaganda- schriften und Offiziere, aber die Millionen sind oud)_ im Russenreich dünn gesät. Richt umsonst bemüht man sich feit langen Fahren um die Gunst der Londoner City. Hier wird England einsetzen und der Kantoncegierung mit gewichtigen englischen Pfunden unter die Arme greifen, wenn diese darangeht, das in dem unblutigen Befreiungskrieg Erworbene in friedlicher Aufbauarbeit zu sichern. Hier liegt für England die Möglichkeit, feine Stellung in China zu behau, ten, wenn auch die veränderten politischen Verhältnisse dafür andere Formen, ein anderes Gesicht der britischen Vormachtstellung in Ostasien verlangen. England weiß, daß der erste Schuh auf die chinesischen Massen den blutigen Krieg der Asiaten bedeutet. Das chinesische Volk ist leicht fanatisiert, und überall in den unendlichen Gebieten Asiens schwelt die ©lut des Hasses gegen den europäischen Vormund, die Sehnsucht nach Freiheit und dem von den europäischen Mächten einst pomphaft verkündeten Selbstbestimmungsrecht auch der asiatischen Völler. Diesmal würde es einer Hnvasionsarmee der Mächte nicht gelingen, wie seinerzeit im Daxeraus stand. China nach einem kurzen Feldzug zu Boden zu werfen. Der Funke, den Schüsse aus britischen Langrohren vor Schanghai ent'achen würden, könnte ganz Asien in Brand setzen, ©nglanb weiß selbst genau, was von seiner Politik in China für die britische Herrschaft in Indien, für seine Stellung in Dorderasien und Aegypten abhängt. Es wird sich auch der Verantwortung bewußt sein, die es mit seinen Entschlüssen im fernen Osten vor ganz Eupa übernimmt Regierung der Mitte nach Lage der Dinge für den gegebenen weg zur Beilegung der krtte wir können uns ba.jcr von einer Fortführung jhrer Verhandlungen auf der Grundlage Ihres Schreibens vom 14. Januar keinen Erfolg versprechen. Ein Eingehen auf die in diesem Schreiben mitgelcillcn Richtlinien dürfte sich darnach erübrigen.“ Wie amtlich mitgeteilt wird, hat Relchsminisler Dr. Curtius heute abenb den, Herrn Reichspräsidenten über die durch das Schreiben des Vorsitzenden der Zentrumsfraktion an ihn geschaffene Lage berichtet und erklärt, daß damit sein versuch der Bildung einer Mehrheitsregierung unter Zuziehung der Deutschnationalen gescheitert sei. Der Herr Reichspräsident behielt sich seine weitere Entschließung noch vor. was nun? Tie Meinung der Berliner Presse. Berlin. 15.3an. (WTB.) Die Entschei- dung liegt nunmehr beim Reichspräsidenten— das ist das Gemeinsame an den Äomire.t- taren der Diät er zu der E tiialung des ge le gen Tages. Daß die Mission Dr. Curtius' was feine Person anbrtrifft, alfi erledigt gelten kann, kommt in fast allen Blättern tum Ausdruck, uä,re; b der Er olg ici er Mmühun- gen in sachlicher Beziehung von den D.üt.e^n verschieden beurteilt wird. — Die „Deutsche Tageszeitung" sch-e b1. daß der Qljf.raj des Reichspräsidenten an Dr. Cur.ius, eine sachliche Einigung zwischen der Reckten und der Mite herbeizuführen, nicht gescheitert sei. De Deuiscknatioi.cllen haben nie., a ä ihre Dereitscha t zur Mi.arbelt nach fach i er 61; ijung re toci.ett. Sir werden es auch unter anderer Führung nicht tun, wenn die Basis die gleiche bleibt. — Der „Lo k a l a n z e i g e r", der die Betrauung eines Z e n t r u m s m a n n e S sür das wahrscheinliche bäli, nennt die Ramen Stegerwald, Dr. Brauns und v. Guerard. — Die »Tägl. Rundschau" glaubt über die Haltung der Deutschen Volkspartei sagen zu können: Man kann sicher fein, daß der am Montag zusammentretend« FaktionSvorstand den Gedanken der Großen Koalition ebenso ablehnen wird wie den Gedanken einer Koalition der Mitte mit Bindung nach links. Sollte im weiteren Verlauf der Ereignisse das Bestreben zutage treten, die Entwicklung nach dieser Dichtung zu drängen, so würde d.eAcichs- tagssraktion der Deutschen Dolkspartei ihr sicher Widerstand leisten. — Die A Z" sagt, der Mißerfolg Dr. Curtius' liege nicht bei ihm und Wohl auch nicht in feinem Programm. Es wäre zweifellos bei einem größeren Entgegenkommen des Zentrums möglich gewesen, zu einer tragfähigen Regierungsmehrheit zu kommen. Dach Lage der Dinge bleibe ein Kabinett der Mitte in Anlehnung nach rechts z. Zt. der einzige gangbare Weg. Man sollte nach wie vor alleS daran sehen, ihn zu beschreiten. Falls diese Lösung nicht ernstlich angestrebt werde, so bleibe kein anderer Weg als die Auflösung des Reichstags. Die „Börsenzeitung" bedauert das Scheitern Dr. Curtius' und meint, Stresemann müßte nunmehr den Auftrag erhalten, unter Zuziehung der Deutschnationalen eine Regierung zu bilden. — Die „Germania" kommentiert den Brief des Fraktionsvorstandes deS Zentrums, in welchem ein Kabinett der Mitte als das er- Die Verteidigung von Schanghai London. 14. Jan. (WB.) Reuter erfährt, daß die Meldungen, wonach in der jüngsten Kabinettssihung ein Beschluß über die Verteidigung Schanghais nicht gefaßt worden fei. unzutreffend seien. Es werde als s e l b st v erst ä n d l i ch angesehen, daß alles mögliche geschehen müßte, um die ausländischen Konzessionen zu verteidigen, falls sie mit Gewalttätigkeiten bedroht würden. Doch werde daraus hingewiefen, daß öie Verteidigung der interall.ierten Konzes ion u. der getrennt davon liegenden französischen Konzession in Schanghai eine internationale Angelegenheit sei. Es bestehe Grund zu der Annahme, daß die Verteidigung der ausländischen Interessen in Schanghai gegenwärtig von den beteiligten Regierungen erörtert werde. Der .Daily Telegraph" berichtet, daß man in Londoner offiziellen Kreisen fest entschlossen sei. die internationale Konzession in Schanghai, trenn nötig mit Waffengewalt, z u verteidigen. Chamberlain hatte gestern eine längere Aussprache mit dem Ministerpräsidenten Baldwin, die sich, wie man glaubt, mit der Lage in China befaßt hat. Dach Meldungen aus Tokio hat die japanische Regierung jede Jnterven- 1 s v n in China abgelehnt, solange japa- m'c9£,.3ntercf'en nicht ernsthaft gefährdet find. — Wie Reuter erfährt, hat keine der Mächte, bie in China etngreifen. die Absicht, einen Art eg gegen China zu führen. Die englische Politik laufe allerdings nicht darauf hinaus, englisch« Interessen unter dem Druck von Drohungen auszuqeben, aber es handele sich um wirtschaftliche, nicht um politische Interessen. Die ergriffenen Maßnahmen sollen lediglich das Leben und den Besitz britischer Leichsangehöriger schützen. Gana ge- im Laufe ins verletzt d,n SS Unk ? ®e« der worden. Auch Vie fremden Konsuln, vor allem die englischen, sollten getötet werden. Dachlan schreibt das Mihlmgen des Aufstandes dem Umstand zu. daß zahlreiche Aufständische mit den an sie gelieferten Schußwaffen nicht um« zugehen verstanden. nesischer Rat auS sechs Personen gebildet werden soll c. und zwar auS ihm (Dachlan), den bclann.cn eingeborenen Kommunistcnführern 6e» maoen. Alimin und Moeso, sowie zwei Aussen. Es sei geplant gewesen, sämtliche Vertreter der schlug. Peters war sofort tot; anderen Insassen wurden schwer Krankenhaus geschasst. Gerüskeluskurz. Der kommunistifche Ausstand auf Java. Amsterdam. 14. Ian. (WTB.) Aach Meldungen aus Batavia legte der verhaftete Führer des Aovemberausstand^s auf Java. Dachlan. ein volles Geständnis ab. Er erklärte, das; für den Fall, das) der Ausstand auf Java Erfolg gehabt hätte, ein nationaler i n d o- Als in Dortmund zwei Arbeiter auf einem rüst von 15 Meter Höhe am Deneratorhaus Unionbrauerei beschäftigt waren, stürzte dieses in beideÜmrSe' 6acen ,, H|"S( * n wu he, F Dl Frau E geben die polizeilichen Ermittlungen eine tatiäd). I fei' get tiche militärisch« Betätigung, so sind die Bereinigun. I holländische gen a u f 3 u I ö |e n. Ergeben die Ermittlungen ' immerhin einen Verdacht, so ist der detreftente Ikr. strebknLwerie Ziel bezeichnt Wird, dahin, bah Ach ein solche« Kabinett, das eine MlnderheitL- regierung sein würde, nur an die Sozial- Vemokratie anlehnen konnte, da die Deutschnationalen mehrfach zum Ausdruck gebracht hätten, das) sie ein MltteUabmett nicht tolerieren würden. In einer Zeit, dir ganz unter dem Zeichen der sozialpolitischen Gesetzgebung steht fällt es dem Zentrum, unter dessen Anhängern die christliche Arbeiterschaft eine so wesentliche Volle spielt, schwer, die «zuhrung der Deichsregierung einem ^onenten bc3 toirt- schaftlichen und auch weltanschaulichen.Liberalismus anzuvertrauen. Die Bemühungen des Zentrums müssen nach wie vor darauf gerichtet sein, zunächst die Einigkeit und dre ge- schlossen« Zusammenarbeit zwischen den Parteien der Mitte wieder herzustellen und, wenn das Zustandedringen einer Mehrheitsregierung sich als völlig unmöglich erweisen sollte, v o n n e u e m der Versuch mit einerDegrerung der Mitte zu machen, für die parlamentarische Mehrheit zu finden durchaus nicht hoffnungslos ift — Die demokratischen Blatter holten es nach Lage der Dinge für das Gegebene, datz ein Mitglied der Zentrumspartei mit der Kabinettsbildung beauftragt wird. Aach 21^10)1 Des B. T." könne ein solches Kabinett unter Zen- trumssührung nur ein Minderheitskabinett sein, das Anlehnung nach links suchen müsse. — Der Vorwärts äußert sich: Selbst wenn sich die Sozialdemokratie zur Unterstützung emes solchen Kabinetts entschließen konnte, muhte sie diesen Entschluß von der Z u s a m m e n t e h u n g dieses Kabinetts und von seinem Programm abhängig machen. Dr. Curtius verhandelt weiter? Dom Hess. Philologenverein geht uns zu diesem Thema folgende önfo-rnntlon zu: Die normale Dauer der Grundschule beträgt 4 Jahre. Doch können Schüler und Schäle« | rinnen, deren geistige und körperliche Beran« lagung und deren Schulleistungen erwarten lassen. I dah sie ohne Ueterfpannung ihrer Kräfte im Un« j terrichte der Sexta mit guten Schälern, die den vierjährigen Grundschullehrgang durchlaufen haben, j auf die Dauer Schritt halten können, schon nach dem t iiV’lfct Wf tei#. Sfcf.S fjÄ bring«' lafler |«W 15 6 “Cn ar dem » 1. Ä Das w» sfe* iM ein« au Ln Schuft zu ^qenstand ® 5 Deutschs und na* Hal man w echn'.env die nad schule «'ntrvien, k Gießener Dan schreibt Vkm'L neben 6cm W Erneuerung Aahnbotso" red/ ansehnlich« 3. ist in uns«« Nauheim, Znedm Karmstadt) manä teilenden, zur st; 6nb zur Derschc Anders in ( Mischen Auge d Hof ein Bild, da toenig schmeichelh vberhessischen Pro recht vird. Leit gO Jahren ist an mehr geschehen. 1. Klasse sieht 11 ist es im Wartest bauliche Seite in Vir die Dahnhl hier viele Mä durch das durchdri her die Farben te Hat man für die Mauerwerk und bei der Aeichsbah DaS Gewölbe bei geführt und in mauern befestigt, der Feuchtigkeit stark; es ist die ‘ dah eines Tages, stadt, ein Teil d Der trägt die 1 durch einen ung kommen? Jach fr fr'm DahnhosS/mü schönen Jerkchrsrgi gar bald wurde di bau der Gepäck gäbe, sowie bur Tperre in der beschränkt. Damals noch einigemahen sie ihm durchaus kommt an derlehrö sich das Pubiitun mühsam durchzwä blüumsveriehr vor eine Ausgangst wurden, zwei dc raum versverri. 5 packraumes ai sperre an di. oL|,y dergröf dem Derkeh. auch ein < des Qebädta: ®on dar Übender Stelle r M. und dabei fffe flWfen w RNj finfr Eine » v,erung he «rin< J“ *• und 2. 3tf !oum mit einer ? Auf anderer ZM- T „ Für dic t eilnahme t Un$erer ou|{ M S* Wankt E Dießen ßVi|< die Tiefe. Hierbei tourte ein Maurer getötet Zwei Bergleute verschüttet. Zwei ^Bergleute aus Lbeuwulvenburg wurden auf dem Ferdinand-Schacht der Fürstensteiner Grube verschüttet und konnten nur als Leichen geborgen werden. Folgenschwere Explosion. In Gelsenkirchen explodierte In einer von der Schutzpolizei belegten Baracke auf dem Flugplatz, wahrscheinlich durch Selbstentzündung, eine Kiste mit Leuchtpatronen. Der Sachschaden ist sehr groß. Zwei Schutzpolizei- beamte trugen stark blutende Verletzungen davon. Sin in einem Rebenraum befindlicher Beamter wurde durch dcn Lusttzrua aus dem Fen st er geschleudert und leid t verletzt. Schr.eeslürme in Zenkral-Ruhland. Die aus Moskau gemeldet toiro, dauern die Schneesturme in Zentral-Rußland weiter an. Der Schnee liegt teilweise sechs Meter hoch. Anweit Samara ist ein Personenzug fünf Tage lang stecken geblieb-n. Die Reger In Amerika. Der amerikanische Ausschuß für Innenhandel hat eine Entscheidung der Pullmann- aesellschast gutgebei' en. nach der keine Fahrkarten an Reger verkauft werden dürfen. । Behörden aufAuhängen. Rur diejenigen Eurcpaer, die sich Der kommunistischen i Herrschaft unterworfen hätten, wären geschont halten. 3m Zeichen der Abrüstung. Nm die Tragweite der Schiffsgeschtttze. Reuhork, 14. Ian. (DB.) Der Bot- schafter der Vereinigten Staaten in London. Hougthon, wird heute abend auf der »Aqm- tania“ nach London abreisen, um mit der englischen Regierung die Frage der größeren Tragweite der Geschütze aus den amerikanischen Schlachtschissen zu er- Örtern, die der Tragweiter der englischen und japanischen Geschütze angepaßt werden soll. Aus Kongreßkreisen verlautet, dah die gegenwärtige Tragweite der amerikanischen Geschütze 17 000 Bords betrage gegenüber 30 000 Vvrds bei den Geschützen aus ausländischen Schissen derselben Klasse. Es wird auch daran erinnert, daß ter Kongreß vor vier Jahren ein Gesetz über die Heraufsetzung der Tragweite der Geschütze angenommen hat und daß Großbritannien dagegen Einwendungen erhoben hatte, weil eine solche Maßregel dem Geiste des Washingtoner Abrüstungsabkommens zuwiterlause. Der damalige Staatssekretär Hughes habe dieser Ansicht beigestimmt. Die Maßregel sei deshalb nicht zur Ausführung gelangt. Es werte nicht angenommen. daß Japan gegen den Vorschlag betreffend die Heraufsetzung der Tragweite Einwendungen erheben werte. Günstiger Verlauf der Pariser Besprechungen. Paris, 14. Jan. (Havas.) General von Pawels und Geheimrat Forster hatten mit General B e t a D l e r , dem Generalstabschef des Marschall Foch, eine Besprechung, in der beide deutsche Delegierten die schriftlich niedergelegten Vorschläge überreicht haben. Diese Vorschläge werden von den alliierten Militärsachverständigen eingehend geprüft. Sie sind bereits jetzt schon der Ansicht, daß sie eine Verhandlung s b a s i s bilden könnten. Havas berichtet ferner, daß die Verhandlungen über die Herstellung von Kriegsmaterial in Berlin günstig sind. Cs wird an zuständiger Stell»: versichert, daß bereits eine große Zahl der Leilsragen gelöst sind. Man zeigt sich auch hierin optimistisch und ist überhaupt der plcberzeugung. daß man zu einer baldigen Verständigung über Die g fam'en Fragen gelangen wird. ..Echo de Paris" will erfahren haben, daß das Interalliierte Militär-Komitee den Rat erhalten habe, auf die deutschen Vorschläge betr. die deutschen Ostfestungen nicht mit Weigerungen oder Befehlen zu antworten, sondern mit Abänderungsvorschlägen und Zusahanträgen. Das würde besagen. daß der Plan des Generals von Pawels die Unterteilung ein?« Gegcnplanes nach sich ziehen würde. Geyen die militärische ^Betätigung von Verbänden. Berlin, 14. Ian. (Wolfs.) Der Reichs- Minister des Innern Hal an die Lantesrcqie- rungen ein Rundschreiben gerichtet, in dem diese ersucht werden, in allen Fällen, wo Nachrichten über eine militärisch Betätigung von Verbänten auf- tauchen, unverzüglich die notwendigen Polizei- lichen Ermittlungen anstellen zu lassen. Er- Berlin, 15. San. (TU.) Da der Reichs« Präsident Dr. Curtius erklärt hat, sich seine Entschließung über die weitere Behandlung der Regierungsbildung vorbehalten zu wollen, so wird in parlamentarischen Kreisen erwartet, daß neue Verhandlungen heute Bormittag bereits in Gana gebracht werden. Der Reichspräsident wird im Laufe des Samstags verschiedene Parlamentarier, darunter Herrn von Guerard, empfangen, um sich mit ihnen über die Möglichkeit weiterer Verhandlungen zu unterhalten. In parlamentarischen Kreisen schließt man aus der Tatsache, daß Dr. Curtius tem Reichspräsidenten bisher seinen Auftrag nicht zurückgegeben hat, daß die Derhand- lungcn von Dr. Curtius weitergefuhrt werden, um nunmehr eine Regierung auf mittlerer 58 a f i s gu bilden, die sich im wesent« kjchen auf Deutsche Volkspartei, Bayerische Volkspartei, Zentrum, Demokraten und wohl auch die Wirtschaftspartei stützen würde. Dieses so gebildete Kabinett würde dann vor den Reichstag treten, um sich für fein Arbeitsprogramm ein Vertrauensvotum zu erbitten. Da dieses Arbeitsprogramm in erster Linie außenpolitische und soziale Fragen umfassen wird, rechnet man in den Kreisen der Mittelparteien damit, ein Vertrauensvotum für das Kabinett au er« Die Vereinigten Staaten in Nicaragua. Reuhork, 14. Jan. (TU.) Die Wafhing» Inner Regierung hat angeordnet, dah d'.e ame- rikan scheu Truppe., jede ci.i^eemaßen bedeutende Ortschaft, auch im Innern V.caraguas, besetzen. 3n Washingto. er diplomatische.! Krci en wird erklärt, daß Amerika nicht ohne weiteres den Vermittlungsvorschlag Tost ar icas, der alle.dings offiziell noch nicht gemacht worden ist, zurückweisen werte, jedoch müsse Amerika Eigentum und Leben seiner Staatsbürger sicherstellen. In ganz Mexiko finden zahlreiche Protestkundgebungen gegen das Vorgehen der Vereinigten Staate statt. Der vierte mexikanische Stutenlenkongreß erklärte in einer scharsen Resolution, dah ganz Lateinamerika der brutalen Gewalt der Washingtoner imperialistischen Regierung gegenüberstehe. Die amerikanische Presse rerös'entlicht weiter Greuelmeldungen aus Mexiko. So sollen in ter Aähe von Mexiko wieder 16 Rebellen ausgehängt trorten sein. Aach einer Meldung der Associated Preß ift es ter mexikanischen Regierung überall gelungen, die Putsche nieder- zuwersen. Aus aller Welt. Die Grippe. Die Grippeerkrankungen am Mittelrhein halten unvermindert an, so dah ter Schulunterricht an vielen Orten ausfallen mußte. Auch im Hunsrück nehmen die Ernranlungen erschrecienden Umfang an. Wie das Gesundheitsamt Der Stadt Berlin mitteilt, hat die Zahl der Grippekranken in den Berliner Krankenhäusern von gestern auf heute um 79 zugenommen. Wegen der Grippe-Epidemie hat die dänische Regierung den öffentlichen Tanz verboten. Für Kopenhagen gilt das Verbot absolut. In Der Provinz kann Die Polizei im Einvernehmen mit Den Kreisärzten ebenfalls Den Tanz an allen öffentlichen Stätten verbieten. In der Kaserne der Landespolizei in Aschaffenburg ist auch eine heftige Grippeepidemie ausgebrochen, dir anscheinend durch Urlauber eingeschleppt Worten ist. Von den 100 Landespolizisten sind 68 erkrankt, darunter auch der Arzt ter Landespolizei, so daß die Kranken von einem Privatarzt behandelt werden müssen. 2m rheinisch-westfälischen 2 n d u st r i e g e b i e t hat sich die Grippe in den letzten Wochen sehr stark ausgebreitet. Die Grippe hat nunmehr auch in die Hansestädte ihren Einzug gehalten. Ali n in Der letzten Woche steigerten sich Die Krankheitsfälle um 65 Prozent gegenüber Der Vorwoche. Einige Krankenkassen melden sogar eine Steigerung von 80 Prozent. Die Epidemie tritt indessen gutartig aus. Die Grippe hat seit Dem 1. Januar in Der Stadt Saarbrücken allein 44 Todesopfer gefordert. von einem dreijährigen Kinde erschossen. In sträflichem Leichtsinn war einem dreijährigen Kinde in Böck (Pommertz) von den Eltern ein Revolver zum Spielen überlassen worden. Man glauv'e, dir Waf'e sei entladen. Plötzlich krachte ein Schuß, Die Mutter wurde getroffen und st a r b bald Darauf. 60 Kinder ermordet. In B i a l y st o k wurde eine Frau verhaftet, die 60 Kinder ermordet und verbrannt hat. Sie hatte die Kinder in Pflege genommen und sich für jedes Kind eine bestimmte Summe zahlen lassen. Wenn die Mütter nach ihren Kindern fragten, erzählte sie ihnen, daß sie auf dem Lande seien. Der Kinobrand in Montreal. Auf Grund gerichtsörtlicher Untersuchung erklärte das Gericht, daß ter Besitzer und zwei An« g e st e l l t e des (Saurier Lichtspieltheaters an dem Tode von 78 Kindern schuldig seien, die am I 9. Januar bei dem Brande in tem Lichtspieltheater umkamen. Aus den Bekundungen der Zeugen geht hervor, daß sie Dafür verantwortlich sind, daß Kinder ohne Begleilun.g von Erwachsenen zugelassen wunden, was gegen die Bestimmungen verstößt. Schwerer Autounfall. Auf Der Chaussee zwischen Kirins und Groß- Ilsede (Sachsen) stoppte Der Fahrradhündler Kurt Peters aus Peine fein mit noch zwei Personen be- Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, Den 15. Januar 1927. Der Uebergang von der Grundschule zur höheren Schule. Don Etudienastessor Dr. Heinrich Kraushaar. Es geht auf Ostern zu. Für viele Eltern wird nun die Frage brennend: Was soll mit unserem Kinde geschehen? Wollen wir es in der Volksschule belassen oder in eine höhere Schule schicken? Diese Erwägung können und dürfen nur solche Eltern anstellen, die überzeugt sind, daß ihr Kind tatfäch» lich gut begabt ist. An Unbegabten hat die höhere Schule und die Allgemeinheit kein Znteresse. F u h- rernaturen sollen hcrangebiltet werten, und dafür sind die Besten gerate gut genug. Gerade heute, wo so viele Eltern ihren Kindern nur eines mitgeben können: eine gute S ch u l b i I b u n g , darf die höhere Schule nicht zum (Sefitlinplah (ob eher gemacht werten, deren väterlicher Geldbeutel allein sie zum Besuch priuiliert. Nicht Massenware, sondern Qualitätsware muß unser Streben auch auf schulischem Gebiete sein. Schreiber dieser Zeilen hatte Ostern 1926 Gelegenheit, die Meinung ganz einfacher Bauersleute über die „Sitzenge blietenen" zu hören. ,Mit tenen", sagten sie, „sind wir betrogen. Sie sollen doch einst unsere Führer und Vorgesetzten werten und sind die geborenen Dummköpfe". Vor allem und in erster ßinie wird ein unbegabtes Kind s e l b st ter Leidtragende jein. 3n absehbarer Zeit kann es nicht mehr gleichen Schritt mit seinen Kameraden halten, muß Demütigungen aller Art erleben und schließlich wieder den Rückmarsch zur Volksschule antreten. Das ist keine Schande: aber beschämend für Eltern und Kind ist cs doch. Man gibt vor Der breiten Oessentlichkeit zu, daß „man wohl große Stangen im Kops, aber nichts drauszuhängen hatte." Wie stellt nun ein Vater, eine Mutter fest, ob sich das Kind zum Besuche einer höheren Schule eignet? Man überwache längere Zeit hindurch sorg- fällig die Schularbeiten und überzeug« sich, ob es sie selbständig und verständig erledigt. Man diktiere ihm häufig 5—6 Reihen aus seinem Lesebuch und stelle die Zahl der Rechtschreibfehler fest. Man prüfe, ob das Kind das kleine Einmaleins nicht nur „kann", sondern tatsächlich beherrscht. Wenn der Vater nach diesen persönlichen Beobachtungen die Meinung bekommt, daß das Kind „auf dem Damm" sei, denn erst gehe er zu dem Lehrer des Kleinen und hole fein Urteil ein; denn er kennt ja das Kind besonders gut und besser als der Vater, der doch nie ganz objektiv sein wird. Roch größer ist diese Gefahr bei der Mutter, bei deren Urteil das Herz noch niehr mitspricht. Wenn der Lehrer der Meinung ist, daß der Junge reif sei für die höhere Schule, bann zögere man nicht mit ter Anmeldung. Voraussetzung ist natürlich, daß auch der Junge will; denn nichts ist schlimmer und rächt sich bitterer als Zwang. Doch eine neue Frage erhebt sich! In welche Schule soll der Junge gehen? Bekanntlich haben wir drei Sch'.ilgattungen: das Gymnasium, die Oberrealschul« und das R e a l g y m n a - s i u m. Jede steht im Dienste einer besonderen Gei- stesrichtung: das Gymnasium ist geisteswissenschaftlich, die Oberrealschule naturwistenschastlich eingestellt, das Realgymnasium aber pflegt beite Richtungen. Richt die sozial« Stellung des Vaters, nicht die Ansicht der Tante ober eines Nachbars barf die Schulart für unser Kinb bestimmen, sondern allein seine Anlagen. Ist es technisch interessiert, knetet und bastelt es gern, ist es praktisch eingestellt, so dürste die Oberrealschul« in Frag« kommen. Steckt aber ein rechter Dürgerwurm In ihm, der sich zu kleinen Hantierungen ungeschickt an- stellt, so entschlösse ich mich für das Gymnasium. Das Realgymnasium ist, wie schon bemerkt wurde, eine Vereinigung beiter Grundrichtungen und darum wohl die idealste Schulgattung für den Hochbegabten. Man beachte, daß es etwa doppelt so viel Hauptfächer hat als jede der beiden anderen. Es vermittelt ja geisteswissenschaftliche und naturwissen. schaftliche Schulung. Damit soll natürlich nicht gesagt sein, daß Gymnasium und Oberrealschiile ganz einseitig sein. Auch im Gymnasium wird Chemie und Naturgeschichte gelehrt, auch in der Realschule Latein, aber sie stehen nicht so im Mittelpunkt des Lehrplans. Man erkennt deutlich, daß demnach das Realgymnasium mit seiner doppelten Einstellung die höchsten Anforderungen an den Schüler stellt, aber der Besuch lohnt sich: nach der Reifeprüfung ist ter junge Mann so vorgebildet, daß er sich nach Belieben entweder dem technischen ober wissenschaftlichen Stubium zuwenben kann. Da es bei einem 9. bzw. 10jährigen Jungen nicht immer einwandfrei seststeht, nach welcher Richtung er neigt, Wandlungen im Laufe der Schulzeit nicht au-geschlossen sind, hat also auch das Realgymnasium seine volle Berechtigung. Seit korzer Zeit haben wir noch eine neue Schulart: die A » f b a u s ch u 1 e. Sie nimmt den hochbetagten 13jährigen Volkcschüler auf und führt ihn in kürzester Zeit zur Reifeprüfung. Sie kommt einem dringenden Bedürfnis entgegen und gilt be- sl'nders für solch« Schüler, die 9. bzw. 10jährig den Anschluß an die höhere Schule verpaßten ober soweit von ihr entfernt wohnen, daß finanziell« Gründe den Besuch unmöglich machten. Die Aufbauschule will vor allen anderen Schulen eine Auslese der Begabten durchführen und dazu beitragen, daß das im Krieg geprägte Wort: „Freie Bahn tem Tüchtigen" sich immer mehr verwirkliche. Aus diesem Grunde wendet ihr ter Staat seine besondere Gunst zu und gibt Erleichterungen aller Art. Roch auf eins sei hingewiesen: bi« Aufnahme« prüfuna, so wie sie heute gehandhabt wird, ist eine reine Kenntnis Prüfung. Hier liegt m. E. ein Mangel vor. Sie müßte ergänzt — nicht e r • setzt! — werden durch eine Begabungs Prüfung. In Hamburg, Hannover, Stiel, Dortmund unanderen Städten hat man sie eingeführi und glän« zende Ergebnisse erzielt. Es ist zu hoffen, daß auch in Hessen sich bald die Erkenntnis Bahn bricht: neben Lehrerurteil und Kenntnieprüfung muß dir psychologisch begründete Degabungsprüsung treten, damit unsere höhere Schule wirklich das wird, was sie sein soll im idealsten Sinne des Wortes: die Wiege der künftigen Führer des deutschen Volkes. band unter Hinweis auf die gesetzlichen Desttnmum- | gen ausdrücklich zu verwarnen. Wie ter Amt« liehe Preußische Pressedienst dazu mitteilt, erklärte ter preußische Minister des Innern, daß er im Falle der Zuwiderhandlung gegen die gesetzlichen Destimnrungen durch Auslösung der betreffenten Vereinigungen unnachsichtlich einschreiten werbe. Gegen ungesetzliche Einstellungen in die Reichswehr. Berlin, 14. Jan. (WB.) Die neueste Nummer tes Reichsgesetzblattes enthält eine Verorbnung über ungesetzliche Einstellungen in bie Reichswehr. Die Verordnung ist am 31.Dezember 1926 vom Reichspräsidenten gezeichnet, vom Reichswehrminister gegengezeichnet und verbietet auf Grund des § 11 des Wehrgesetzes vom 23. März 1921 u. a. jede Ausnahme junger Leute, die nicht gesetzmäßig eingestellt sind, in die Kasernen, Ausbildungslager und in bie Truppenteile, fei es auf Probe oder für freiwerdende Stellen, sei es für einen Ausbildungslehrgang oder zur zeitweiligen Erhöhung der Mannschaftsbestände. Desgleichen wird die Vorbereitung und Ausbildung von R e - I servestämmen im allgemeinen sowie von Re- | serveosjizieren im besonderen verboten. Versuchtes Eisenbahn-Attentat in der Pfalz. Landau, 15. 2an. (WTB. FunksPruch.) Don Eisenbahnern wurde kürzlich festgestellt, daß auf dem Bahnkörder Der Strecke Landau-Zweibrücken in allernächster Rähe der von der französischen Besatzung benutzten früheren ISer-Ka- feme fünf große Zementröhren lagen. Die sofort angestellten Ermittelungen ergaben, Daß zahlreiche Fußspuren, Die von genagelten Schuhen herrührten, zur Mauer Der französischen Kasernen führten. Da auch ein Polizeihund Die Fährte zu der Mauer verfolgte, steht es außer allem Zweifel, daß dieTäter französischeSol- d a t e n waren, die nachts über die Kasernenmauern gestiegen sind. Der französischen Desatzungsbehörde wurde Anzeige erstattet. Der Varmatprozetz. Berlin, 14. Jan. (TU.) Zum heutigen dritten Derhandlungstag des Darmatprozesses ist auch der AngeklagteHenriDarmat nicht erschienen. Das Gericht nimmt die Deweisanträge Der Verteidigung entgegen, nach denen unter anderem unter Beweis gestellt wird, daß die Staatsbank niemals über den Umfang des Anexima - Konzerns im unklaren war und daß dieser Konzern nicht günstiger behandelt wurde als alle anderen Tanken. Die Staatsbank habe anfangs 1924 erheblichen Geldüberfluß gehabt und Darauf gedrängt, das Geld schnellstens weiter zu verleihen. Ohne Desra- gung der Generaldirektion hätten die zuständigen Beamten auf Grund der allgemeinen De- leihungsgrundsähe Kredite geben können. Im ganzen wurden von der Verteidigung etwa 20 Zeugen, Darunter Oberfinanzrat Rühe unD Der sozialdemokratische Landtagsabgeordnete Heilmann benannt. Als erster sachverständiger Zeuge äußert sich Dann Obersinanzrat Soldat von der Preußischen Staatsbank über die GeschäftsgrunD- sähe Der Staatsbank und ihre Richtlinien fiir die Kreditgewährung. Danach dursten alle Renten- markkLedite und alle Kredite, die 300 Goldmark übersteigen, nur mit Zustimmung der Generalbirektion gegeben werden. Rach einem Protokoll Der Generaldirektion vom 19. Mai 1924 hätten Kulisker. Darmat und Michael Sie« dite im Gesamtbeträge von 35 Millionen besessen. Danach ha.« die Gei:eraldirek- lion auf Die Abgabe dieser Kredite gedrungen. Dr. Hell?.'ig erklärte, daß er davon erst viel später erfahren habe. Rachste Sitzung Montag. Das Urteil gegen Zorn von Bulach. Paris, 14. Jan. (WTB.) Wie ter „lampe" aus Kalmar berichtet, ist vom Apellationsgerichtshof die B e r u f u n g tes Barons Zorn v. Bulach gegen das gegen ihn ergangene Urteil nicht nur a b g« = wiesen, sondern bie Straf« von drei Monaten Gefängnis, die mit Bewährungsfrist ausgesprochen worben war, dadurch verschärft worben, bah b i e Bewährungsfrist gestrichen wovben ist. Der neue spanische Botschafter. Madrid, 14. Ian. (Agen'ur Fabra.) Miliar des Acu 'ern TZangulas erklärte zu der Ernennung Espinosas ve Los Monteros zum Botschafter in Berlin: Der neue Botschafter, Der sich nach Deutschland begibt, erfreue sich eines großen Ansehens. Der größte Beweis seiner IstnparteUichleit, den er habe gelen können, sei gerade die Ernennung Espinosas zum Dot- schas.er in Berlin, die er vorgenommen habe, obwohl er sich dadurch seines wertvollsten Mitarbeiters beraube. Durch die Dien sie, die Espinosa de Los Monteros sich zuerst als Llnterstaats- f e i r e i ä r für auswärtige Angeiegenheiten und Dann als Ge neralselretär tes Mini- steliums tes Auswärt'.gen in der tätigen Führung Der internationalen Angelegenheiten und schwierigen Fragen, an denen er teilnahm, fich erworben har«, habe er sich bie,« Besörterung verdient. Der Mniister ist davon überzeugt, daß Der neue Botschafter in Berlin viel zur A u s - rechterhaltung derherzlichen Beziehungen zwischen Spanier und Deutschland beitragen werde, um so mehr, als Espinosa Deutschland vollkommen kenne. Denn er habe lange Z U Dort studiert und von ter UnlDctfiiät Berlin mit Auszeichnung Den Titel eines DoktorsderRechle nach Berteidi^ung einer in Deutscher Sprache ab.;e atzten The c erhacken. Tie Deu.schen schenlten chm ebenso Vertrauen wie die Spanier. setztes schnell fahrendes Auto plötzlich, um einen über Den Weg laufenden Hund nicht zu itbersahren^wobei sich Der Wagen Dreimal ü b e r- Dte beiden den k % w- ’3anuflt Ito >*!.**■ '£»?« raSte nur’te^N daß ibr ’ft Cltem L?°b'e?h^,Wch. SwSftj !r.-Ü?L.L 9UI« Äff tinn ud)t «n Ä | lol. itete ftinBÄStrtben '«fe LI* werden unb Ihh y« Sri hi „*ft fr.**- A nÄ?rt Een unb Sy zur Aolksschllte ?u\y flibl vor .jj ”b An mot)l Qroftt Ijje einer höheren Sdwlc longereQeit hindurch |ora. .unb überzeuge sich, ob t> onbig erledigt. Man diktiere " °ur [einem Much und chreibsehler |e|i. Man prüfe, leine Einmaleins nicht nur hlich beherrscht. Denn der jvnlichen Deabach'.ungen die dah das Kind „auf dem gche er zu dem Lehrer des Urteil ein; denn er lennl fa il und befier als der Soler, klio fein wird. Nach größer er Mutier, bei deren Urteil nitfpridjL Wenn der Lehrer der Zunge reif fei für die ßere man nicht mit der Am ist natürlich, daß auch der chis ist fchlimmer und rächt rage erhebt sich! Zn welche ! gehen? Detanniiich haben !N: bas Tymnofium, die und das fBedlfliimno- Dienste einer befonberen ©ei' napum ist geisteswiffenfchast- t nakurwiffenfchafllich ringe ium aber pflegt beide SRI*' t Stellung bei 'Men, niti der eines 'Jladjbart barjlu Kind bestimmen, \onben gen.Zst es te Winter- t es gern, ist es prattifch eim >rr*k in 8"« tom- rechter Durgerwunn In ihm, fjanliemngen ungffdjich an- h mich für das Eymnasium. ist, wie fchon bemerll wurde, itiber ®runbrld)lunflti unb [le Schlllgattunglurbtnl)°ch' e daß es etwa hoppelt |o vic jede der beiden onderen. C. Nenlchaftliche und naturwisien bamit foU natürlich nicht gejajt im «*”" 'oben kanm rinmnnb- W^S/ neißt Donb ZS-is n SQoKofdJüier o i (oinini L peifcpruW X gilt he- W Äj feg ch'-ler- „«paßten g höhere Schute ° inoaN n wohnen. ° v jje Auf- a?Ä“ Ä# Y en«1 „S1 al« ilet " x,<,!»i--«"«'" 1161 »wm; heute 0™Ai|j liegt v ((l ZBSZ K'Kn- RS"' t ü n ‘1 w I. Grundschuljahr iw die Sexta der höheren Schulen ausgenommen werden. Eltern, dl« der Ansicht sind, hab ihre Kinder diesen Bedingungen entsprechen, und deshalb von der Möglichkeit der Abkürzung der Grundschui- ?e i t Gebrauch machen wollen, haben einen ent- prechcnden Antrag schriftlich oder münd- I i ch beim Nektar der Grundschule zu stellen. Es empfiehlt sich dringend, diese Anträge schon in den nächsten Tagen einzureichen, da die Schul- leiter die Anträge mit den nötigen Unterlagen (Schulzeugnis. Gutachten des Grundschullehrers, lehrers, schulärztliches oder amtsärztliches Gutachten, soweit es erforderlich erscheint) bis zum 1. Februar dem Kreis- oder Stadtfchulamt vor- (tgen müssen. Das Kreis- oder Stadtfchulamt ent- scheidet spätestens bis zum 1. März über die An- träge; gegen seine Entscheidung steht dem Er- ziehunasoerechtigten die Beschwerde an das Landes- amt für das Bildungewefen zu. Die Schüler haben dann nach Ostern zu Beginn des neuen Schul- johres eine Aufnahmeprüfung an der höheren Schule zu bestehen, die sich auf den Leh r- g^ gen st and des 3. Grundschuljahres im Deutschen und Rechnen erstreckt. Dem Vernehmen nach Hot man bis jetzt in den höheren Schulen mit Schülern, die nach dreijährigem Besuch der Grund- schule eintroten, gute Erfahrungen gemacht. (Biebener Dahnhofswünsche. Man schreibt uns: Der sich auf Reisen d'.e Badnhöse aufmerksam betrachtet, wird öfter feststellen können, hab die Reichs öahpverwaltung neben dem Reubau von Bahnhöfen bei der Erneuerung und Unterhaltung von B.a hnhofsanlagen in den letzten Jahren recht ansehnliche Leistungen vollbracht hat. Z. B. ist in unserer näheren Umgebung (Dad- Rauheim. Friedberg, Wetzlar, Frankfurt a.M., Darmstadt) manche gute Tat zum Dorteil der Weisenden, zur flüssigen Gestaltung deS DerkchrS vnd zur Verschönerung deS Baues geschehen. Anders in Gießen. Hier btetet sich dem kritischen Auge deS Reisenden auf dem Bahnhof ein Bild, das für die Reichsbahnverwaltung venia schmeichelhaft ist und der Bedeutung der »beryessischen Provinzialhauptstadt nur wenig gerecht wird. Seit dem Hm- und Reubau vor SO Lkahren ist am hiesigen Bahnhof fast nichts mehr aeschehen. Der Wartesaal 3. und 4. Klasse sieht trostloS auS, nicht viel besser ist eS im Wartesaal 1. und 2. Klasse, soweit die bauliche Seite in Betracht kommt. Betrachten Vir die Bahnhofshalle, so finden wir auch fcler viele Mängel. An den Wänden find durch daS durchdringend« Regenwasser vom Dache her die Farben teilweise fast ganz weggewaschen. Hat man für diese Schäden, die doch auf daS Mauerwerk und den Putz zerstörend einwirken, bei der Reichsbahnverwaltung kein Verständnis? Das Gewölbe der Halle ist in Rabitzpuh auS- geführt und in den Flanken an den Seitenmauern besestiat. Durch ben ständigen Einflust der Feuchtigkeit leidet dieser Konstruktionsteil stark, es ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, hast eines Tages, wie in dem Bahnhöfe in Darmstadt, ein Teil der Decke herunterbrechen kann. Der trägt die Verantwortung, wenn Menschen durch einen unglücklichen Zufall zu Schaden kommen? Rach der Fertigstellung der Halle bei dem Bahnhossneubau freute man sich über den schönen Derkchrsrauin, aber leider zu früh; denn gar bald wurde dieser Raum durch einen Einbau der Gepöck-Annahme und Ausgabe, sowie durch die Errichtung der Sperre in der Halle fast auf die Hälfte beschränkt. Damals genügte die Halle trotzdem noch einigermasten dem Verkehr, aber heute ist sie ihm durchaus nicht mehr gewachsen. Es kommt an verkehrsreichen Tagen stets vor. dast sich das Publikum zu den Fahrkartenschaltern mühsam durchzwängen must. Der ganze Pu- bluumSvcrkehr von Rorden nach Süden hat nur eine AusgangStür, trotzdem drei geschaffen wurden; zwei davon sind durch den Gepäck- raum versperrt. Durch Verlegung des Gepäck r a u m e 0 an die nördliche Seite und der Sperre an die Ausgangstüren würde die Halle vergröstert und dann für absehbare Zeit dein Verkehr genügen. Unter Umständen Wäre auch ein unterirdischer Einbau des Gepäckraumeö Wohl in Erwägung zu ziehen. Man darf Wohl hoffen, dast an mastgebender Stelle recht bald tatkräftig gebandelt wird und dabei d i e Verbesserungen in der Halle geschaffen werden, die unumgänglich notwendig sind. Eine Erweiterung und Verbesserung der Bedürfnisanstalten ist ebenfalls dringend geboten. Beim Warte- faal 1. und 2. Klasse befindet sich ein Waschraum mit einer Klofettanlage, die früher von dem Publikum stark benutzt wurden. S.'it längerer Zeit sind diese Räume aber geschl 0 s - I e n. Aus anderen Bahnhöfen wird für derartig« Anstalten alles getan, um sie dem Publikum zweckmäßig zugänglich zu machen, auf dem Bahnhof in Diesten aber verschließt man einfach eine für das Publikum doch wichtige Anlage. AuS welchem Grunde? Ist «S richtig, dast daran der pekuniäre Intereslengesichtspunll der Verpachtung schuld ist? Wegen der Einrichtung von Fernzügen und Zugverbmdungen im allgemeinen waren auch noch einige Wünsche zu äustern. Dieses Kapitel mag aber dem Verlehrsbund Oberhessen überlassen werden, der sich dafür sicherlich tatlräftig cinsehen wird. W—n. siebener Wochenmarktpreise. ES kosteten auf dem heutigen Wochcnmarkt: Butter 120 biS 150. Matte 30 bis 35. Käse (10 St.) 60 biS 150. Wirsing 12 bis 15. Weißkraut 10 bis 12, Rotkraut 12 bi« 15. gelbe Rüben 10, rote Rüben 10. Spinat 40, Unter-Kohlrabi 8 bis 10. Grünkohl 20. Rosenkohl 45 bis 50, Feldsalat 120 biS 200. Zwiebeln 10. Meerrettich 35 bis 80. Schwarzwurzeln 35 bis 50. Kartoffeln 6. Aepsel 15 bis 30. Birnen 10 bis 25. Honig 50. junge Hahnen 100 bis 120, Suppenhühner 100 bis 130. Gänse 100 bis 120. Endivien 80 bis 90 Pf. das Pfund; Eier 17 bis 20. Blumenkohl 80 bis 150. Lauch 5 bis 15. Rettich 10 bis 15. Sellerie 20 biS 40 Pf das Stück. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Deutscher Ostbund. 8 Uhr, Restaurant Hindenburg. MonatSversammlung. — Artillerie-Verein: 7'/i Uhr: Winterfest. — Gesangverein Concordia: 8 Uhr, Kath. Vereinshaus. Winterfest. — Fuhr- werksbesitzer: 8', Uhr. Restaurant Vogel, Lud- wigstraste 62, Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: »Alles für die Finna".— Astoria- Lichtsplcle: »Tom Mir als König der Gaukler". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 7 Uhr „Bettinas Verlobung". (Ende gegen 9’/* Uhr.) — „Hubertus": 31/, Uhr nachm., Vereinslvkal. Hauptversammlung. — Vienenzüchterverein Gießen und 11mg.: 3 Uhr nachm., bei Kraft, Frankfurter Straße. Hauptversammlung. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Alles für die Firma". — Astoria-Lichtspiele. „Tom Mir als König der Gaukler". — Palast- Lichtspiele :„Die Kleine vom Bummel". Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben. Eins der gewaltigsten Werke von Friedrich Hebbel, seine „3 udit h", wird nm Dienstag in Szene gehen. Das Werk ist hier noch niemals im Abonnement gegeben worden, nur vor etwa zwei Jahrzehnten einmal durch ein auswärtiges Ensemblegastspiel mit Rosa Poppe. Die Regie führt Herr T e l e k y ; die beiden Hauptrollen der Judith und des Holofernes liegen in den Händen von Frl. Baumann und Herrn ©e f f e r s; außerdem ist fast das ganze Personal in den Episodenrollen beschäftigt. — Reichsgründungsfeier. Am nächsten Montag, 17. d. M., hält die Deutjchnationalc Dolkspartei im „Postkeller" eine Reichsgrün- dungsfeier ab. (Siehe heutige Anzeige.) Wettervoraussage. Wechselnd bewölkt, Temperaturen nachts fallend biS an den Gefrierpunkt und darunter, mit vereinzelten Riederfchlägen ist noch zu rechnen. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 4,2, Minimum 2,5 Grad Celsius. Riederschläge: 62 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: IL Grad CelsiuS. WSR. Die Zunahme der Tages- lange macht sich bereits bemerkbar. Zwar tritt sie am Morgen noch nicht In Erscheinung — die Sonne geht jetzt nur um einige Minuten früher auf als am kürzesten Tage — aber am Rachmittag ist es bereits bedeutend länger hell. Diese Ungleichmäßigkeit hat ihren Grund in dem Unterschied zwi.chen der wahren Sonnenze'.t unb unserer Urzeit. Der Umstand, daß die Erde nicht immer gleich weit von der Sonne entfernt ist und sich je nach der geringeren ober größeren Entfernung schneller ober langsamer bewegt, hat eine Ungleichheit ber wahren Sonnentage, d. h. des zwischen zwei aufeinanderfolgenden Miltagen ober (oberen) Kulminationen der Sonne liegenden Zeitraumes zur Folge. Man denkt sich daher statt der wahren Sonne eine mittlere, die sich mit voller gleichmäßiger Geschwindigkeit bewegt, und nennt den Zwischenraum zwischen zwei auf- einandersolgenden Kulminationen ti?fer ge achten Sonne, der das Mittel aus allen wahren «Sonnentagen im ganzen Sommer ist. einen mittleren Sonnentag. Daher unterscheidet man auch wahre unb mittlere Zeit. Die erstere wird von den Sonnenuhren angegeben, nach letzterer finb die im bürgerlichen Leben gebräuchlichen Taschen- unb Pendeluhren reguliert Beide Zeiten unb Zeitangaben weichen zweimal im Jahre ungefähr eine Viertelstunde voneinander ab. Der Unterschied zwischen beiden Zeiten heißt Zeit- glelchung. Während die Ze.tglcichung am kürzesten Tage ungefähr null war, d. b. mittlere und wahre Zeit übercinftimmten. beträgt dir Zeil- gleichung jetzt plus sieben Minuten. Ende des Monats sogar pluS 14 Minuten. Daher kommt rau Gießen (Wilsonstraße 8), den 15. Januar 1927. 0297 und Kinder. Hausen, den 15. Januar 1927. Drucksachen «HerArt ftattuiig1 Itilrein und prdstxfl 1U VrLhl'sche Uaioerfltälr Druckerei. B. Lange. Siehen. LchulRr. L Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Elisabethe Größer geb. Lang Teilnahme bei dem Heimgang meiner heben unserer guten Mutter, sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden sei hiermit allen herzlich gedankt 456D Eduard Stille und Kinder. Danksagung. Für die überaus zahlreichen Beweise inni; ÄS* Auf Veranlassung des lanäioitll®. Eotolupreins Lietzen wird am Zleilllg. Öföi 21. MM 1921 IN dem Lichtspielhaus in der Bahnhofstraße der Film Hie KM Mnirit torgeführt. Beginn ter Vorführung 2 Uhr nachmittags, Ende aeqen I'/,Ul)r Anschließend Aussprache im Hotel Hopscid Die Mitglieder des landw. Lokalvereins Dießen, wie auch alle übrigen Interessenten sind zum Besuche herzlichst eingeladen. Jur Deckung der Unkosten wird ein (Eintritts- Selb von 50 Pfennig erhoben. 447D Landwirlschastskammer-Ausschuh für Oberhessen Metallbetten StahlBätratiea.Hxü.rbettsa i-ünit an’Vrio e Aufführung einer Operette durch Mitglieder des Gesangvereins „H^terkeit", aus gezeichnete musikalische Darbietungen drr Kapelle Weller und Tanz füllten den übrigen Teil des Abends Ä’-ir Zufriedenheit aller Besucher bestens aus. •* I m Lichtspielhaus Bahnhof- ft t a <3 e gelangt gegenwärtig ein Lustspiel „Alle» für die Firma" zur Vorführung. Die^Hauptrolle spielt das amerikanische Film-Wunderkinb Jackie Coogan. Seine vorzüglichen darstellerischen Leistungen bilden den Hauptanziehungspunkt des FilmS, dessen Bearbeitung unschwer die Absicht erkennen läßt, den kleinen Künstler entsprechend herauszustellen. Ein zweites Lustspiel „Riff und Raff im Weltkriege" ist stark auf den amerikanischen Geschmack zugeschnitten unb zeigt im wesentlichen ‘Silber amerikanischen „Soldatenhumors". •• Di e Maul- und Klauenseuche ist neuerdings In Rommelhausen unb Oberau (Kreis Büdingen), ©tornborf (Kreis Alsfeld) und Schlitz (Kreis Lauterbach) amtlich festgestellt worden. In Klein-Linden unb Großen-Änden hat die Seuche sich nicht weiter ausgebreitet, so daß die Gemeinden Allenborf (Lahn) und Leihgestern aus dem DeobachtungSgebiet aus- geschieden werden konnten. In Staufenberg (Kreis Gießen), Wallernhausen unb Fauerbach (Kreis Büdingen), Obcrfotg (Kr/.S Alsfeld) und Wallenrod (Kreis Lauterbach) ist die Seuche et’ loschen. AuS dem Beobachtungsgebiet ausge- schicden wurde ferner noch die Gemarkung Mainzlar. - -L. '■ Chinosol Schnupfen, Grippe, Katarrhe verhütet und heilt man sicher durch Spulen und Gurgeln mit Chinosol. Verlangen Sie In Apotheken und Drogerien kostenlosen Prospekt mit Anwendungsvorschriften. 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B. emnial an die technischen Möglichkeiten auf dem alten Raturhom und dem jetzigen Dentilhorn. Dann aber hat auch die harmonische Entwicklung des vergangenen Jahrhunderts ihr eigenes Gesicht getragen, und letzten Endes hat auch das hörende Publikum seine Aufnahmefähigkeit dem anfangs so neu und ungewohnt Erscheinenden gegenüber gesteigert. r Geht nun ein Moderner mit diesen Mitteln an die alten Formen heran, jo wird er da das Ringen um die Form als solche fortfüllt, nm so mehr eine Vertiefung und Vergnügung seines Stiles geben und ihn zu sublimiertester Feinheit steigern. Und ist er wirklich ein Musiker mit Herzblut, d. h. quellen aus ihm her- aus die Melodien in Frische. Natürlichkeit und Beseeltheit. frei von kühler Refrekllon, dann wird er stets das Echo des Hörers ftndcn. denn er gibt ja dann das. was der Hörer von der Moderne erwartet, Geist der Gegenwart, getragen vom Persönlichen, in klarer <5orm. ilnö wir sehr das bei dem „Divertimento von Paul Grüner zutrifft, bewies der starke Beifall nach dem Ende dieses stimmungsvollen, man möchte fast sagen, liebenswürdigen Werkes. Wie unendlich fein hat Gräncr jede Klangfarbe nut ihrer Charakteristik zur thematischen Arbeit herangezogen. und wiederum wie natürlich und selbst- verständlich war der Fluß der einzelnen Stimmen, «in so feines durchsichtiges Stimmengetoebe. eine fo jugendfrische, unverbrauchte Melodik! Nicaragua. Don Dr. Paul Rohrbach. 3n der Sonderbotschaft des Präsidenten Eoolidge vom 10. 3anuar über die Politik der Vereinigten Staaten in Mittelamerika steht der Satz: „Die Eigentumsrechte der Vereinigten Staaten an der Kanalroute von Ricaragua, zusammen mit den Verpflichtungen, die aus den Kapitalsanlagen aller Klassen unserer Bürger in Ricaragua fließen, versetzen uns in die Lage einer besonderen Verantwortlichkeit." Der Ausdruck „besondere Verantwortlichkeit" ist die bekannte Umschreibung für „Anspruch auf ein Protektorat". Zunächst steht in der Lat fest, daß seinerzeit zw ischen der Republik Ricaragua und den Vereinigten Staaten ein Vertrag des Inhalts geschlossen worden ist, daß die Rordamerikaner das ausschließliche Recht aus den Bau eines zweiten interozeanischen Kanals durch das Gebiet der Republik erhalten, falls ein solcher Bau sich als iwtwendig erweist. Dazu muß mast zunächst an zwei Stellen die geographischen Verhältnisse in Betracht ziehen. Der Panamakanal ist fertig, und seine gegenwärtigen Leistungen für den Schiffsverkehr Genügen für absehbare Zeit vollauf. Er liegt aber bekanntlich In einer durch Erdbeben gefährdeten Zone und kann jeden Tag durch eine vulkanische Erschütterung, die nicht einmal besonders groß zu sein braucht, aus kürzere oder längere Zeit unbrauchbar gemacht werden. Diese Besorgnis ist so alt wie der Kanalbau selbst. Außerdem befürchtet man auf amerikanischer Seite, daß im Fall eines Konfliktes mit Japan die Japaner trotz der scharfen Bewachung des Kanals durch überraschende Flugzeugangriffe oder durch Verrat ein Mittel zur Zerstörung von Schleusen oder anderen wichtigen Anlagen finden würden. Für solche Angriffe sind verschiedene Stützpunkte denkbar, zum Beispiel auf mexikanischem Boden oder auf den zu Ecuador gehörigen Galäpagos-Jnseln, die. gerade unter dem Aequator, dem Kanal auf eine Entfernung von 800 Seemeilen gegenüberliegen. Aus diesem Grunde bemühen sich auch die Amerikaner, den Archipel von Ecuador zu kaufen — bisher vergeblich. Die Möglichkeit, daß die Japaner rechtzeitig ein Flugzeuggeschwader auf die Inseln bringen, oder sich mit den Mexikanern entsprechend verständigen, liegt ohne weiteres vor, zumal bei der Abneigung und dem Mißtrauen. das gegenüber den Rordamerikanern in den meisten lateinamerikanischen Ländern lebendig ist. Gelänge es im Fall eines Konflikts den Japanern, den Panamakanal unbrauchbar zu machen, vielleicht in einem Augenblick, wo der größte Teil der amerikanischen Flotte sich im Atlantischen Ozean befindet, so könnten sich daraus sehr gesährliche militärische Folgen für die Lage an der ganzen Westküste der Union und überhaupt im Stillen Ozean ergeben. 'Natürlich ist auch c i n zwe iter K a n a l leine absolute Versicherung gegen solche Möglichkeiten. aber einen gewissen Sicherungs- faftor bildet er doch. Daher ist es begreiflich, daß die Vereinigten Staaten dauernd die Eventualität eines zweiten Kanalbaus im Ange haben und über ihr Dertragsrecht in Ricaragua sorgfältig wachen. Der Ricaragua-Kanalbau würde zunächst den ins Caribische Meer mündenden Fluß San Juan, den wasserreichen Abfluß des Ricaragua-Sees. mit Hilfe von Schleusenanlagen in einen Fahrweg für große Schiffe verwandeln, dann den nur 33 Meter über dem Meere gelegenen Ricaraguasee durchqueren und zuletzt die Landenge zwischen dem See und dem Stillen Ozean zu durchstechen haben, die nur ein Drittel so breit ist. wie die Landenge von Panama. Auch die Crdbebengefahr ist an dieser Stelle, wie man glaubt, geringer als irgendwo anders in ganz Mittelamcrika. Die Gesamtkosten würden geringer fein, als beim Panamakanal. Mit Rücksicht auf die Kanalfrage ist es seit langem Ziel der amerikanischen Politik, in R i - caragua eine gefügige Regierung zu haben und außerdem dort so viel wie möglich andere Interessen, vor allen Dingen Landbesitz. Plantagen und sonstige Kapitalsanlagen, zu schaffen. Gegen die von den Amerikanern protegierte Regierung in Ricaragua hat sich, wie das in Mittel- und Südamerika üblich ist. eine Revolution erhoben. Die Revolutionäre tragen selbstverständlich die Flagge des Patriotismus und der ungeschmälerten Selbständigkeit des Landes vor sich her und haben sich, ebenso selbstverständlich. an den Gegenspieler von Washington, den mexikanischen Präsidenten Calles, um Hilfe, d. h. um Geld. Gewehre und Munition, gewendet. Die dritte Selbstverständlichkeit ist. daß jetzt auch in Mexiko gegen Calles Aufstände aus- gebrochen sind, denen die amerikanische Finanzierung hilfreich zur Seite steht. Mexiko ist eins der petroleumreich st en Sänbcr der Welt. Die mexikanische Petroleumregion liegt bei Tampico, im Staat Tamaulipas. nördlich von Vera Cruz. In früheren Jahren, als die imenfe Reichhaltigkeit der Oelzone von Tamvico noch nicht erkannt war und als man in Mexiko froh war. ausländisches Kapital und leistungsfähige Besteuerungsobjekte ins Land zu bekommen, wurde mit Petroleumkonzessionen freigiebig gewirtschaftet. Die Konzessionen wurden unbeschränkt und mit dauernden Besitzrechten an dem Grund und Boden erteilt. Allmählich merkten die Mexikaner aber, daß sich hier bei ihnen eine gewaltige fremde Macht etablierte und daß deren Leistungen für den mexikanischen Staat verhältnismäßig gering waren. Präsident Callcs hak cs nun unternommen, durch eine allerdings scharfe Gesetzgebung, nicht nur für die Zukunft, sondern auch rück greif end auf bereits in früheren Jahren verliehene Rechte, da- Staatsintercffe gegenüber den Oclgesellschaften zu sichern. Das beteiligte englische und holländische Kapital hat sich gefügt: die amerikanische Regierung aber protestiert. Die Konflikte wegen Tampico und we^en Ricaragua haben also einen nahen inneren Zu- sammeichang. In Ricaragua handelt eS sich hauptsächlich um das Kanalrecht. Eine nicaraguanische Regierung, die nicht von Washington abhängig wäre, sondern statt dessen sich auf das stammverwandte Mexiko stützte, wäre, falls einmal die Kanalsrage akut wird, für die Vereinigten Staaten vielleicht sehr unbequem. In Tampico stehen gewaltige Geldinteresfen auf dem Spiel, und bei der unmittelbaren Verknüpfung. die in den Washingtoner Regionen zwischen Kapital und Politik besteht, ergeben sich Ton und Inhalt der von dort nach Mexiko gesandten Roten von selbst. Käme es einfach auf das materielle Kräfteverhältnis an, so wären die Vereinigten Staaten natürlich imstande, sowohl mit Mexiko als auch mit Ricaragua kurzen Prozeß zu machen, eine offene Gewaltpolitik namentlich gegenüber Mexiko, würde aber sofort in ganz Lateinamerika bte ohnehin herrschende Antipathie in Helle Flammen ausbrechen lassen — und das Beispiel Chinas gegenüber England hat ja gezeigt, daß in solchen Fällen Kanonen und Bajonette nicht mehr, wie früher so oft. die allhelfenden Mittel find, um den Standpunkt deö Bewaffneten gegenüber dem Unbetoaffnetcn durchzusehen. Politisches Petroleum. Von unserem römischen L.-Korrespondenten. Rom, Mitte Januar. Das Album der Staatsverträge, immer reich. Petroleum dasür sehen. ilnö für Italien, den jedoch nicht mannigfaltig gewesen, ist seit dem Kriege durch zahlreiche Reuerscheinungen vermehrt und dadurch so dick und bunt geworden, daß der Laie verständnislos darin blättert und der Historiker und Politiker manchen Schweiß- tropscn daransetzcn muh, um auf den ilrgrunö der Dinge zu stoßen. Alle Verträge, wie sie auch immer getauft sein mögen, haben natürlich wie seit altcrshcr den Zweck, den Frieden und die guten Beziehungen zu den Rachbarstaaten aufrecht zu erhalten. So will es die Etikette. Rur das tückische Schicksal ist daran schuld, wenn es anders kommt. Wir haben nun nicht mehr bloß Bündnisse, Schuh-, Sicherheits- und Protektoratsverträge, außer den Handelsverträgen, den Konzessionen und Interessensphären, sondern auch Mandats-, Völkerbunds- und Freundschaftsverträge, um nur die wichtigsten Gattungen zu nennen. Zwischen den Friedensverträgen. die, wie der Versailler, mit Blut geschrieben wurden, folglich wieder Blut wecken werden, und den Handelsverträgen, bei denen einwandfreie Bureautinte durch die Feder floh, stehen die Verträge, die mit Petroleum geschrieben werden. Zu dieser interessanten Sorte zählt das Abkommen, das die italienische Großmacht mit dem halbkultivierten Skipetaren- staat Albanien abgeschlossen hat. Ein ungeschriebenes internationales Gesetz verlangt, daß bei keiner diplomatischen Vereinigung. und gehe sie einem Volke bis ans Mark, der Betriebsstoff mit Ramen genannt werden darf, dem sie ihre Entstehung verdankt, der mächtigste unserer Zeit: das Petroleum. Es hat der unbekannte Gott zu bleiben, man darf zu ihm beten und ihm Altäre errichten, aber niemals öffentlich. Andernfalls würde eine nackte Ausbeutungskonzession daraus und das schickt sich nicht. Ist das Rohöl noch dazu mit politischen Stoffen durchsetzt, so bleibt gar kein besserer Ausweg übrig als der Freundschaftsvertrag, das Mandat oder der Sicherheitsvertrag. Der unübertroffene englische Geschäftsgeist hat es bei der Ramengebung zu einer vorbildlichen Meisterschaft gebracht: hieß es früher, der Brite sage Gott und meine Kattun, so darf man jeht getrost gelehrigen Schüler des britischen Weltreiches, bedeutet eben Albanien dasselbe wie Mesopotamien für den Meister. Werfe man also im Glashause nicht mit Steinen. Wenn irgendein Rachbar, so hat überdies 3talien das Recht, in Albanien Fuß zu fassen. Warum sollte Valona nicht das Malta der Adria werden dürfen? Warum Rom nicht die albanischen Berge besehen dürfen, wenn Belgrad die schwarzen einsteckte? Warum die Agip nicht das Petroleum verwerten dürfen, um das sich schon die Standard und die Shell rauften, also aus weiter Ferne gekommene Interessenten? Mischt sich ja Italien auch nicht in Mexiko ein, nur beim Rachbarn, wie Uncle Sam. Außerdem hat Italien schon etwas fiele i ft e t, wo die andern nur plündern wollten. Schon während der Besetzung des Landes in den Kriegsjahren von 1915 bis 1920 wurde vorbereitet, ein Stück Zivilisation geschaffen, das sich sehen lassen kann. Treffliche Straßen verbinden heute nicht nur die Küstenstädte. Durazzo und Valona. sondern die Hauptstadt Tirana mit Koriha und Argirocastro, also das adriatische mit dem griechischen Jnselmeer. HebcraH stößt man auf den stillen, rührigen Pionier der gegenüberliegenden Großmacht und was Fortschritt in diesem bisher unwegsamen Derglande heißt, mag aus der Tatsache ermessen werden, daß seinerzeit der Mbret, Prinz von Wied, zum grenzenlosen Staunen seiner Untertanen eine Art Teufelserfindung aus ©urobien kommen lassen mußte, das erste W. C. Aus der Lafette sitzt in modernen Kriegen immer der Ingenieur und so konnte es nicht ausbleiben, daß die feldgrünen Geologen zu schürfen anfingen, wo das Rcgentoasser so merkwürdig fett und schillernd abfloß. Die Sondierungen ergaben bedeutsame Lager von öligen Rohstoffen in allen Aggregatzuständen. An vielen Stellen entweicht das Pettoleum in Gasform feit Jahrtausenden in die Lust! In reiche Rebenstoffc ist das flüssige gebettet, nicht fehlen Zement. Kupfer. Schwefelkies, Eisenerze und Kieselerde, und alle Hauptbedingungen für die industrielle Ausbeutung sind gegeben, vor allem Wasserreichtum, eine außerordentlich günstige Und mit welcher Liebe nahmen sich die Frankfurter dieses Werkes an, das war echte Musizierfreude, ein Dirigentenmeisterstück von Dr. T e m e s v a r h, der mit Delikatesse die seine instrumentale Zeichnung herausarbeitete. Chopins Klavierkonzert in ll-Moll kann als der Typ des romantischen Klavierkonzertes gelten. Hatte das Deethovensche Konzert shm- phonischen Charakter getragen und Solopart und Orchester miteinander verwebt, so gibt das romantische Konzert vielmehr dem Solisten Raum. Dem Virtuosen wird immer mehr Recht eingeräumt. das Orchester kommt in feiner Ausdrucksfähigkeit weniger zur Geltung. Unter der zahlreichen Zeitproduttivn hat gerade Chopin sich mit seinen beiden Konzerten seinen Platz bis in unsere Zeit hinein behauptet: denn er ist nicht wie viele seiner Zeitgenossen der Zeitmode und damit der Vergessenheit Versalien, sondern seine Werke tragen starke persönliche Züge durch seine ausgeprägte Rasseeigentümlichkeit. Man wird seinen Konzerten immer wieder gern begegnen, wenn sie in solcher Form geboten werden, wie im letzten Konzert durch Lubka K o l e s s a. Ein neu entdeckter Stern, der, aber überaus glanzvoll strahlt, und der auch für die Zukunft seinen Platz am Kunsthimmel behaupten wird. Selten wird man das -Moll-Konzert so hören wie von Lubka Kolcsfa. Zern von allem Klavier- titanen- und Virtuosentum, ganz Sachlichkeit: ein Aufgehen im Werk, das das Publikum zur hellsten Begeisterung zwingen mußte. Denn die Solistin verfügt über das nötige Rüstzeug, es ist ihr ganz zur Ratur geworden, und in ihrer natürlichen Selbstverständlichkeit wuchs sie mit dem Werk und das Werk mit ihr. Diese Kraft des Anschlags und wiederum diese Weichheit und innige Beseeltheit der Kantilene; diese perlenden Passagen, aber nur sachliche Hingabe, ohne Eitelkeit, ohne Maniriertheit: dieses Sprühen im Rondo vivace! Und war nicht schon ihr Aeuheres dazu angetan, ihr die Sympathien des Publikums zu wecken? So war der Erfolg so stark, wie er größer nicht gedacht werden kann. Ein seltener Augenblick! Entsprechend der Anlage des Konzerts kam das Orchester nur an wenigen Stellen zur Geltung. aber auch da zeugte jeder Ton von einem Mitgehen mit dem Solisten. Voll entfalten sollte es sich in der ll-Dur-Symphonie von Brahms. Brahms gehört zu den Persönlichkeiten der Musikgeschichte, die von führendem Einfluß auf eine ganze Epoche waren, die aber andererseits in ihrer Umwelt die größte Gegensätzlichkeit fanöcn. Und damit erklärt es sich, daß Brahms in feiner Bedeutung nicht immer voll gewürdigt wurde, insbesondere als Symphoniker. Man ist auch jetzt immer wieder geneigt, ihn als einen Formalisten hinzustellen. Sicher mit Unrecht. Denn gerade er schrieb nur das nieder, was ihm innerstes Erlebnis geworden war. Allerdings wird man selten bei ihm auf irgendeine Begebenheit verweisen können, die sich konform in seinem Werk widerspiegelt: sondern fein Schaffen sieht alles von einer höheren Sphäre: nicht mehr die individuelle Handlung ist zu erkennen, wohl aber ihr geistiger Riederschlag, als Ausdruck seiner persönlichen Weltanschauung, als Erleben von Spannungen und Losungen. Es wäre verfehlt, bei ihm irgendein poetisches ^Programm unterzulegen. die zwischen den Tonen gebundenen rhythmischen und melodischen Kräfte geben seinem Werke den Pulsschlag und damit das Leben. Denn gerade im Gegensatz zur vorausgegangenen romantischen Epoche betont er gleich Beethoven die Kraft des Rhythmischen, und durch die Verbindung von rhythmischen und melodischen, bzw. harmonischen Akzenten erhalten seine Themen plastische Schärfe. Und wenn er die sogenannte _ durchbrochene" Verarbeitung der Themen in Beethovenscher Form wieder durchführt, fo wendet er sich damit ganz dem klassischen Symphonie- ideal zu. erweitert cs aber auf seine Weife durch neue harmonische Mittel. Ausnützung der seiner Wesensart besonders zusagenden Kontrastwirkung von Dur und Moll (toie z. B. in den ersten Takten des ersten Satzes: oder in dem Anwenden der äolischen Septime im dritten Satze). Der vergeistigte Ausdruck prägt sich in den Symphonien in einer Abkehr von individueller sinnlicher Klangfarbe aus. Mag so seine Instrumenta- non nicht jedem farbfreudig genug erscheinen, so ist sie doch wiederum voller Feinheiten in der stimmlichen Verwebung. Ein großer Zug geht durch den ersten Satz mit seinen gegensätzlich gestimmten Themen. Das Andante ist ein Klangidyll voller Schönheit, während Samstag, 15. Januar 1927 topographische Lage und ausbaufähige Transportwege. DaS albanische Petroleum ist von einer ausgezeichneten Qualität, feine Dichte beträgt 0,908 bis 0,975 gegen 0,777 beim persischen, 0,836 beim russischen, 0,843 beim hannovcranischen. 0,865 beim kanadischen und 0,879 beim japanischen Rohöl. Die Dichte Pcmünöert sich mit der Diese deS Lagers, nach Daum(gradcn gemessen spielt sie zwischen 0,909 und 0,979. Selenitza. eineS der Hauptlager, liefert ein Erdpech von 1.0344 spezifi* schem Gewicht (Trinitatisinseln 1.0994, Bermudas 1,0823); chemisch betrachtet, kann es sich an Reich' tum mit den besten bisher bekannten Materialen messen, betragen doch die unreinen Beimischungen nur 13,4 gegen 23.4 gegenüber dem mexikanischen Erdpech. Bei der Destillierung ergibt sich nach Coguand: 43 Prozent Leicht- und Schweröle. 43 Prozent Koks. 16 Prozent Schlacken. Besonders entwicklungsfähig erscheint die Industrialisierung desjenigen Produktes, das nach der gänzlichen Durchhcchelung deS Petroleums als unbestimmter. schwarzer Punkt zurückbleibt: der Asphalt. Die schneidende Rivalität zwischen den Welt- firmen. den übermächtigen angelsächsischen und russischen Oeltrusts. hat der italienischen Privatindustrie einen schweren und vernichtenden Kanrps geliefert. biS endlich Mussolini eingriff und durch staatliche Unterstützung oder besser gesagt. Verstaatlichung der bankrotten Unternehmen den Umschwung herbeiführte. Roch ist das Ringen, von dessen riesigem Ausmaß und erbitterten Zähigkeit sich der Außenstehende, der einfach an der nächsten Straßenpumpe sein Ben- zin kauft. daS Cdelprodukt des Petroleums, keine Vorstellung machen kann, nicht zu Ende, aber schon zeichnet sich der Sieg Italiens ab, der durch die Besprechungen Mussolinis mit Chamberlain eingeleitet wurde und durch die englische Zustimmung zum entscheidenden Vertrag mit Albanien eine sichere Unterlage erhielt. Vorher beherrschten die amerikanische Standard Oil und die englische Royal Dutch Shell vollkommen den italienischen Markt, jetzt fängt Italien an. sich selbständig zu machen. Rur nebenbei sei erwähnt. daß der Oel- und Benzinimport natürlich auch stark auf die Handelsbilanz und damit wieder auf die Valuta drückt. Die Politik ist heute vom Welthandel nicht mehr zu trennen. Alle privaten Unternehmungen waren, wie gesagt, an der übermächtigen Auslandkonkurrenz zerschellt, die Azienda Generale Jtaliana Petroli (Agip) erst kam auf eigene Füße zu stehen. Raummangel verbietet cs, näher auf die interessante Geschichte der Entstehung dieser Gesellschaft einzugehen, die, was wäre natürlicher, freilich auch viele Gegner hat. gerade wegen der staatlichen Unterstützung. Die Cun (Confor- zio Utenti Rasta), die Gnom (Societn Razivnalc Oll Minerali) bilden die Etappen. Die Snom hatte vom Raphtafyndikat U.R.S. S. für den Vertrieb des russischen Petroleum- eine Art Monopol erhalten, aber da die Standard Oil die Hauptkundin der U. R. S. S. ist, bestimmte der Amerikaner trotzdem den Grundpreis des russischen Petroleums in Italien. Finanzminister Volpi reichte der notleidenden Gesellschaft und ihren notlcibenben Wechseln im Interesse des Staates die Hand, die Snom ging in die Agip auf. Starke Interessengegensätze, die wiederum nach Rumänien hinüberspielen, waren zu überwinden, führten zur Gewährung einer Anleihe art Rumänien von 200 Millionen Lire seitens der halbstaatlichen Agip, zur Aufsaugung vcr- schiedener italienisch-rumänischer Gesellschaften, wie der Prahova. der Petrvlifera latina u. a.. und der Uebernahme der betreffenden Leiter in die Agip. So wurde der Vizepräsident der Pra* hova. Anorctti, technischer Direktor der Agip. Die Russen wurden bald mürbe, als ihnen die Bodenkonzession für die Anlage von Reservoiren in Italien verweigert wurde, sie sehen sich auf Verhandlungen angewiesen. Die im vorstehenden gegebene Darstellung wird aber zum Teil von den Gönnern der Agip beftritten, ihr Vorsitzender. Senator Conti, teilt durchaus die günstige Meinung des Finanzministers Volpi auch über die Entwicklungsmöglichkeiten. Welche Bedeutung für Italien das Petroleum hat. mag man daraus ersehen, daß von den 900 000 Tondos Poco Allegretto mit seinem Cello« bzw. Horn- thema einen eigenen Charakter trägt. Das tragisch angelegte Finale in ?-Moll wendet sich zu einem lichten Bertlingen in Dur. Die Durchführung einer Brahms-Symphonie ist ein Prüfstein für die geistige Auffassung des Dirigenten für sein musikalisches Können. Und mit welcher Klarheit, welcher Nachgiebigkeit dem einzel- nen Thema gegenüber wurde das Werk vor uns ausgebreitet! Hatte Dr. T e m e s o a r y im vorigen Konzert Bruckner? gesättigte Klangwelt erweckt, so wurde er hier zum berufenen Künder des geistig ganz anders eingestellten Werkes. Das Orchester leistete besonders in seinen Solostimmen Hervorragendes. Das vollbesetzte Haus war von gehobener Festes- stimmung durchflutet: dem Konzertverein die sicherste (Gewähr' für sein Verdienst um das Kunstleben Gießens. —in— Generalmusikdirektor Rosenstock verläßt Darmstadt. Generalmusikdirektor Josef Ros en stock hat feine Stellung beim Hessischen Landestheater gekündigt und wird in der kommenden Spielzeit die Opernleitung am Staatstheater in Wiesbaden übernehmen. Rosenstock stammt aus Wien, wo er an der Akademie für Musik und darstellende Kunst ein Schüler Franz Schreckers war. dessen Unterricht er im Klavierspiel und in Kompositionslehre genoß. Er wirkte dann mehrere Jahre als Pianist in der Oefsentlichkeit und wurde zweiter Kapellmeister beim Philharmonischen Chor in Wien und sodann Lehrer an der Opemschule und Hochschule für Musik in Berlin. Rach kurzer Wirkungszeit als musikalischer Assistent am Württembergischen Landestheater in Stuttgart, kam Rosenstvck im Jahre 1922 als Kapellmeister an das Hessische Landestheater in Darmstadt. Im Sommer des Jahres 1925 wurde er zum ersten Kapellmeister ernannt und nach dem am 2. September 1925 erfolgten Tode des General- musillürektors Michael Balling mit der vorläufigen Versehung von dessen Posten beauftragt. Anfangs Oktober wurde et Generalmusikdirektor Unter Rosenstocks Leitung haben in Darmstadt zahlreiche bedeusame musikalische Veranstaltungen stattgefunden. Opernuraufführungen und Konzerte nen Petroleumprodukten. die es jährlich braucht, bisher nur der zweihundertste Teil aus dem eigenen Boden kam. Senator Eonti ist gegen die Monopolisierung, da auch der albanische Zuschuß auf lange Zeit hinaus noch nicht ausreicht, um die Auslandprodukte zu verdrängen. 2lber entschlossen angepackt, kann die albanische Industrie zu einem Faktor auf dem Weltmarkt gesteigert werden. „ ,,, Lind damit zu einer Gröhe in allen politischen Gleichungen. Es ist das gute Recht der Zuspät- gekommenen, am italienisch-albanischen Vertrag herumzumäkeln, aber eine Schuld als die, den andern zuvorgekommen zu sein, darf man deswegen dem aufstrebenden Italien nicht zuschieben. s. Kierkegaard als politischer Prophet. Im Jahre 1848 machte Sören Kierkegaard, doch wohl einer der größten religiösen Denker Europas im 19. Jahrhundert, in feinen Tagebüchern Eintragungen, die soeben zum ersten Male in Deutschland im Januarheft der »Zeitwende" lC. S). Beck in München) veröffentlicht werden und die uns heute durch ihre Weitsicht in Erstaunen sehen. Das mögen die folgenden Ausführungen des dänischen Philosophen erweisen: „Sie Frage geht weder um Einkammer- noch Zweikammer- noch Zehnkammersystem, weder um Cinsehung von Komitees noch Aufstellung von Ministern. Allerdings geht die- Frage fortwährend um nichts anderes: aber all dies ist, was die Zeit fordert, nicht, was sie in tieferem Sinn braucht. Deshalb ist selbst die Katastrophe, wie sie bisher sich gezeigt hat, nur Einleitung: denn erst, wenn man soweit gekommen ist, daß es verstanden ist, worum die Frage geht, erst dann beginnt die neue Zeitrechnung. Rings in Europa hat man weltlich, weltlich frech oder weltlich verwirrt mit steigender Leidenschastsgeschwin- digkeit in Probleme sich verirrt, die nur göttlich sich beantworten lassen, die nur das Christentum beantworten kann und die das Christentum längst beantwortet hat. Damit, daß der vierte Stand, d. h. alle Menschen das Problem der Gleichheit zwischen Mensch und Mensch lösen wollen in dem Medium: Weltlichkeit, d. h. in dem Medium, dessen Wesen Verschiedenheit ist, kommt man wesentlich nicht einen Schritt weiter, — selbst wenn alles Reisen in Europa aufhörte, weil man in Blut waten müßte, und wenn alle Minister schlaflos würben, um zu grübeln, und wenn jeden Tag zehn Minister von Verstand kämen und jeden folgenden Tag zehn neue begännen, wo die anderen stehenblieben, um wieder von Verstand zu kommen. Jedes neue Ministerium meint dadurch, däh es die Begebenheiten kaleidoskopisch in einer etwas anderen Art geschüttelt hat, das Gesuchte gefunden zu haben. Lind so kommt ein neues Ministerium, das weniger über die Bierzapfer tut, mehr für die Lichtzieher, und dann wieder mehr aus den Grundbesitzern zieht und das Proletariat mehr vorzieht, die Pfarrer den Küstern angleicht und hauptsächlich einen rundrückigen Wächter, einen schiesbeinigen Schmiedegesellen zu den geraden Menschen macht. Das eine aber sieht man nicht, daß wesentlich etwas ganz anderes not tut: Religiosität nämlich. Das Problem ist ein religiöses, ein christliches Problem und, wie gesagt, schon längst beantwortet. Denn schaff' uns die Ewigkeit wieder, die Aussicht auf sie in jedem > Augenblick, ihren Ernst und ihre Seligkeit, ihre Linderung: schaffe jeder Einzeln- die Ewigkeit ^wieder: so tut kein Blutvergießen not, und man kann auch die Minister ihren respekriven Verstand behalten lassen." hessische LandVirtschastliche Woche. (Von unserer Darmstädter Redaktion.) Darmstadt, 14. Ian. Heute vormittag sand im Rummclbräu die außerordentliche Hauptversammlung des Landesverbandes der Obst- und Gartenbauvereine Hessens unter dem Vorsitz des Geheimen Regierungsrates von Hahn statt. Kreisobstbauinspektor Metternich- Büdingen sprach (mit Demoustrationen) über die „Einführung eines einheitlichen und zeitgemäßen Obstabsatzes unter besonderer Berücksichtigung der Verpackung". Der Redner erklärte u. a.: Wenn wir unser deutsches Obst genau so in der Ausmachung verkaufen, wie das Ausland, werden wir auch dieselben Preise erzielen. Wir sind inDeutsch- land sehr wohl in der Lage, dieselbe Qualität von Früchten zu bieten, wie das Ausland. Mit dem bisherigen Packmaterial, zumeist Körben, die schon einmal gebraucht waren, kommen wir nicht weiter. Die Ansprüche der Verbraucher haben sich gesteigert. Der Verkäufer muh jetzt auf die gesteigerten Wünsche der Käufer eingehen. Zunächst ist eine Werbung notwendig, damit der Verbrauch deutschen Obstes wieder zunimmt. Ferner muß eine Hmftellung in der Beschickung des Marktes vorgenommen werden, und zwar durch bessere Sortierung und Verpackung. Der Obstzüchtcr darf nicht mehr Schauware bieten, oben die größeren und unten die kleineren Früchte. Notwendig ist die Schaffung von Zentralstellen zur Obstverwerlung. Es wird jetzt eine Obstverwertungszentrale ins Leben gerufen. Ferner werden von dieser Stelle 'Beerensäfte bereitet, auch Beeren- und Apfelweine sollen hergestellt werden. Weiter ist die 'Verfertigung von Halbfabrikaten und die Bereitung von Edel- branntweineu ins Auge zu fassen. Anschließend an die Zentralstellen sollen noch Bezirksstellen eingerichtet werden, etwa zur Verpackung. Für eine richtige Sortierung empfahl der Redner, das Obst nach der Ernte sofort in bestimmte Latten- krsten zu verpacken und nicht erst in Hausen aufzuschütten. Größere Lagerräume müssen ge- schassen werden sowohl in Bezirken wie an den Zentralstellen. Rur auf diese Art werde man in der Lago ,-in bai Obit in bet günstigsten Zeit auf den Markt zu bringen und einen höheren Preis zu erzielen Als Verpack ungSgefäh kommt nur die Elnheitskiste in Betracht. Sic ist in Ausmaß und Fassungsvermögen der ameriLmi- schen Kiste nachgebildet. Ein Verkauf von Obst in Körben erbrachte nach einem Beispiel, das der Vortragende mitteilte, rund 23 Mark im Durchschnitt, aber 35 Mark bei Verpackung in Kisten. Für den Postversand wird eine flache Kiste verwandt. Der Vortrag wurde sehr beifällig auf genommen. Kreisobstbauinspektor Mazarin hielt hierauf einen Vortrag über: „Sic Sorten - beschränkung, ein Ziel zur Hebung des Obstabsatzes". Der Redner zählt zunächst eine Reihe von Rachteilen auf, vor allem die Heberzahl von Sorten, die dem Obstbau geschadet haben. Das Ausland hat sich demgegenüber auf wenige Sorten, namentlich solche mittlerer Größe und gefälligen Aussehens beschränkt. Der Redner beschrieb im einzelnen, welche Forderungen an das Obst heutzutage gestellt werden müssen, die je nach der Art des Verwendungszweckes verschieden sind. Er erörterte die Frage, wann frühe oder späte Sorten vorzu- ziehen sind. Frühsorten sind vor allem lohnend in der Rähe größerer Städte. Sie Gemeinden und Gegenden, die bevorzugte Lagen und Absatzmöglichkeiten haben, müssen unter Führung der Landwirtschaftskammer oder der Ausschüsse ge- markuugsweise Hmpfropfungen der Odstbäume vornehmen, wozu wenige aber geeignete Sorten zu wählen sind. Wichtig für die Entscheidung, ob Früh- oder Spätsorte, ist das Zurateziehen einer phänologischen Karte. Der Kleinobstbau ist in den Grohobstbau einzugliedern. Bei der Erwähnung der geeigneten und anbauwürdigen Obstsorten bezog sich der Vortragende im wesentlichen auf die von der Landwirtschaflskammer festgestellte Liste und wies empfehlend auf besondere Sorten hin. In seinen Schlußworten betonte der Vortragende den Wert einer großzügigen kaufmännischen Organisation für die Obstverwertung. wie sie das Ausland bereits hat. Auch dieser Vortrag war von lebhaftem Beifall begleitet. Amtsgericht Gießen. Gießen, 12. Jan. Ein Hauseigentümer von hier, der mit einem seiner Mieter Streitigkeiten hatie, schrieb diesem einen Brief, in dem er u. a. ausführte, er habe seine Unverschämtbeiten längst satt, vielleicht werde ihm sein Verleumdermaul einmal gründlich gestopft, man sei ja an seine Gemeinheiten gewöhnt usw. Der Mieter ließ sich diese Liebenswürdigkeiten nicht gefallen, sondern erhob Prioatklage wegen Beleidigung. Vor Eintritt in die Hauptverhandlung schlossen die Parteien heute auf Anregung des Richters einen Vergleich. Der Hauseigentümer nahm seine beleidigenden Aeuße- rungen mit Bedauern zurück und zahlte sämtliche Kosten des Verfahrens. Hierauf kamen eine Privatklage eines Mieters gegen die Tochter eines Vermieters und eine solche des letzteren gegen die Ehefrau des ersteren zur Verhandlung. Die Tochter des Vermieters hatte Den Mieter und seine Ehefrau beleidigt und wurde deshalb zu zwei Geldstrafen von je 20 Mark verurteilt Ferner hatte die Ehefrau des Mieters bei drei verschiedenen Gelegenheiten die Tochter des Verniieters beleidigt und erhielt deshalb drei Geldstrafen non je zehn Mark. Die Ver- urteilten haben außerdem die jeweiligen Kosten zu tragen. Gerichtssaal. lleberfchreilung des Züchkigungsrechts. WSN. Limburg, 14. Jan. Der Lehrer Blentge aus Dehrn bei Limburg wurde vom Großen Schöffengericht wegen Körperverletzung eines Schülers, die er in Ueber- schreitung des Züchtigungsgesetzes beging, zu drei Monaten Gefängnis und 5 0 M a r k Geldstrafe verurteilt. Gegen Zahlung von weiteren 250 Mk. wurde B. eine Bewährungsfrist von drei Jahren zugebilligt. Weil der Schüler die Schulaufgaben nicht gemacht hatte, war er von dem Lehrer derart verhauen worden, daß er sich in ärztliche Behandlung begeben und eine Woche das Bett hüten mußte. Vorsicht beim Betreten des Fahrdammes. Am 15. Januar 1925 wollte der Konditor Fock von einer Haltestelle der Goethestrahe in Hannover aus die Straßenbahn benutzen. „Blind" und „taub“ für den andern Verkehr betrat er den Fahrdamm und sah nur nach der Straßenbahn aus. Hierbei wurde er von einem ÄranferupitD. das von einem Feuerwehrmann gesteuert wurde, angefahren und so schwer verletzt, daß ihm ein Bein abgenommen werden mußte. Das Landgericht Hannover stellte fest, daß der wegen fahrlässiger Körperverletzung angellagte Fahrer zur Warnung des Verunglückten mehrere Hupenzeichen gegeben, stark gebremst und auszu- weichen versucht hatte, was ihm aber wegen des andern Verkehrs nicht möglich war. Das Landgericht erkannte deshalb auf Freisprechung des Angeklagten. Ausschlaggebend ist. daß der Unfall nur durch die Unaufmerksamkeit des Verletzten herbeigeführt worden ist, der alle im Straßenverkehr erforderliche Sorgfalt außer acht gelassen hat. Sie vom Verunglückten gegen dieses Urteil beim Reichsgericht eingelegte Revision ist ohne Erfolg geblieben und vom 3. Strafsenat des Reichsgerichts verworfen worden. (3 D 862/26. — 10. Januar 1927.) Bahnhofswirtschaften und Bahnhofsverkaufsstellen. WSR. Ser ReichSrat hat kürzlich Richtlinien für die Behandlung der Bahnhofswirtschaften und der Bahnhofsverkauf s st e l l e n aufgestellt und den Landesregierungen zum Vollzug empsohlen. Wir entnehmen diesen Richtlinien folgendes: Bahnhofswirtschaften und selb- ständige Grfrischungshallen im Sinne dieser Richtlinien sind nur solche, die sich aus einem Personenbahnhof innerhalb ober außerhalb der Bahnsteigsperre befinden. Für die Einrichtung neuer Bahnhofswirtschaften und selbständiger Er- frischungshallen ist bas Bedürfnis des Reiseverkehrs maßgebend. Hinsichtlich der Polizeistunde werden derartige Einrichtungen innerhalb und außerhalb der Sperre gleichmäßig behandelt. Rach Eintritt der örtlichen Polizeistunde ist der Ausschank alkoholischer Getränke grundsätzlich verboten. Ausnahmen kann die Reichsbahndirektion im Einvernehmen mit der höheren Verwaltungsbehörde zulassen. Der Wirtschaftsbetrieb darf frühestens eine Stunde vor dem 'Abgang des ersten Personenzuges geöffnet und vicht später als eine halbe Stunde nach Abgang oder Antunfl des letzten derartigen Zuges ge» schloßen werden. Dic B a h n h o f v e r k a u f s ft e l l e n haben grundsätzlich die örtliche Ladenschlußzeit einzuhakten. Ausnahmen können im Einvernehmen mit der höheren Verwaltungsbehörde auch hier zugelassen werden. Für die Regelung soll das Bedürfnis des Reiseverkehrs, insbesondere die Zuglage maßgebend fein. Sabei sind folgende Gesichtspunkte zu beachten: Bei den Bahnhofsver- kaufsstellen innerhalb der Sperre kann in der Regel angenommen werden, daß sie ausschließlich dem Bedürfnis des Reiseverkehrs dienen. Für diejenigen außerhalb der Sperre dürfen Ausnahmen nur für den Verkauf von Reisebedarf zugelassen werden. (Insbesondere Zeitungen und Reiselektüre, Tabakwaren, Lebens- und Genuß- mittel und Blumen.) Sie außerhalb des Personenbahnhofs, wenn auch auf bahneigenem Gelände, gelegenen Verkaufsstellen sind ausnahmslos den siir offene Verkaufsstellen geltenden Bestimmungen unterworfen. Sie Geschästsstunden der Friseur Kuben werden nach den Bedürfnissen des Reiseverkehrs nach den gleichen Grundsätzen wie bei den Bahnverkaufsstellen geregelt Bei der Beschä f tigung ihres Personals sind die Pächter der Wirtschaften usw. gehalten, die Arbeitnehmerschuhbestimmungen zu beachten. Buntes Merket Feste im abessinischen Urwald. Zwei englische Entomologen. Sr. Hugh Scott und Omer-Cooper, sind nach längerem Aufenthalt in dem schwer zugänglichen abessinischen Urtoälöern nach Addis-Äbeba zurückgekehrt und erzählen interessante Einzelheiten von demTier- leven, das sie studiert haben, und von den seltsamen Festen der Gallastämme, die diese Urwälder bewohnen. Omer-Cooper studierte die Tierwelt eines sumpfigen Sees in einem Wuram- bulschi genannten Walde und hörte von den Eingeborenen,' daß eine Schlange in dem See lebe, die ihn sicherlich auffressen werde, wenn er in ihre Rähe komme. Als er. aber seine Untersuchungen im See glücklich beendet hatte, da erklärten die Gallas, die Opfer für sein Leben dargevrachi hatten, sie würden der Schlange nun feine Geschenke mehr machen. Ein nicht im- gefährliches Erlebnis hatte Sr. Scott mit einem großen Rudel von Pavianen, die ihm eines Tages plötzlich den Weg versperrten. Als alle Mittel, sie zu verscheuchen, versagten, mußte der Gelehrte als der Klügere nachgeben und sich zu- rüdrieben. In der Zeit, die sie im Hrwald verbrachten, wurde das Mascal-Feft begangen. Dies ist in der abessinischen Kirche die Feier der Abnahme Christi vom Kreuz: bei den Bewohnern des Djem Djem-Waldes aber ist es eine Zeremonie, in der sich uralte heidnische Züge mit christlichen merkwürdig vermischen. Am Abend vor dem Mascal-Feft waren alle Dörfer und einzelnen Hütten bald nach Sonnenuntergang bis gegen 11 Hhr hell erleuchtet. ileberaÜ brannten Feuer, und Tänzer rannten von Feuer zu Feuer mit Fackeln in den Händen. Diese Tänzer führten miteinander Kriegsspiele von großer Raturtreue auf. Am folgenden Tag wurde dann das Haupt- fest gefeiert. Ein großer Baum steht am Ufer eines Flusses und die Menge versammelt sich am gegenüberliegenden Ufer. Dann überqueren sie in kleinen Gesellschaften.den Fluß. Blumensträuße in den Händen, die sie in das Wasser tauchen, und nachdem sie sich selbst mit den nassen Blumen besprengt haben, legen sie sie am Fuß des heiligen Baumes nieder. Dem Baum werden nicht nur Blumenopfer dargebracht, sondern er wird mit Butter eingerieben und von den Frauen geküßt. Dann vergeht der Tag mit Kriegsspielen und Taris en. Bald jagen sich zwei Parteien zu Pferde und führen kriegerische Hebungen aus: dann wieder vereinen sich etwa 25 zu einem Kreis. Sie Tänze werden beaufsichtigt von einem Führer, der einen Stab trägt und ;eden auf die Füße schlägt, der nicht den richtigen Rhythmus einhalt: sie springen auf und nieder und beiucgen nur den unteren Teil des Körpers, während der obere ganz steif bleibt. Auch die Frauen haben ihre Tänze, sind aber nicht bewaffnet, sondern springen zu Paaren herum, singend und in die Hände klatschend. Bisweilen verbergen die Gefährtinnen eine Fran mit ihrem Schal, um dadurch dem Tanz ein größeres Geheimnis zu verleihen. Je weiter das Fest fortschritt, desto aufgeregter wurden die Tänze, die Scheintänze arteten in richtige aus, ein Gallahäuptling wurde getötet, ein anderer schwer verwundet. Die Unsterblichen und die Tierseele. Die 40 Hnsterblichen der französischen Akademie, die ihre langen Sitzungen zumeist mit den Verhandlungen über die Aufnahme der einzelnen Worte in das französische Standard-Wörterbuch verbringen, haben wieder einmal von sich reden gemacht, indem sie so nebenbei ein Problem gelöst haben, über das sich in früheren Jahrhunderten die Kirchenväter und in neuerer Zeit die Gelehrten viel den Kopf darüber zerbrochen haben. Haben die Tiere eine Seele? Aus diese Frage kamen die Hnsterblichen, als sie das Wort „M6moire" behandelten. Sie beschäftigten sich dabei auch mit dem Gedächtnis der Tiere, und da es unter ihnen so manchen Tierfreund gibt, wollten sie nicht unterlassen, den vierfüßigen Freunden des Menschen einiges Schmeichelhafte zu sagen. In der Sitzung, an der u. a. die Marschälle Ioffre und Foch und der Kirchenfürst Mgr. Baudrillcirt teilnahmen, wurde angeregt, in das Wörterbuch einen Paragraphen aufzunehmen, der in ebenso schlichter wie sicherer Weife folgendes feststem: „Sie Tiere haben sicherlich eine Seele, aber eine Seele gleichsam zweiter Güte." Mas an einem IBod hängt. Bei manchen Gerichtsverhandlungen und anderen wichtigen Entscheidungen spielt ein einziges Wort ein? entscheidende Rolle. So handell es sich z. B. bei dem großen Prozeß um den Besitz Labradors zwischen Reufundland unb Quebec hauptsächlich uni die Auslegung des Wortes „Küste" in einem alten Dokument. Reufundland behauptet, daß man darunter auch eine In- landgrenze verstehen konnte, während der Gegner diese Bezeichnung nur für eine Linie am Meer gelten lassen will. Am häufigsten sind solche Kämpfe um einzelne Worte bei der Auslegung strittiger Testamente. Llls vor einiger Zeit in London ein gewisser Harry McCalmont starb, vermachte et seiner Frau fein Haus „mit allem Mobiliar darin". Run fand man aber in dem Haus bedeutende Geldmengen, wertvolle Schmucksachen, Kästen mit Medaillen usw. Sie Frage erhob sich nun ob diese Singe zum „Mobiliar" gerechnet werden könnten. Rach langen Verhandlungen wurde dies von dem Gericht verneint. Hm das Wort „Gouvernante" drehte sich ein Gesellschaftsskandal, der sich kürzlich an der amerikanischen Marineschule zu Annavolis ereignete. Ein Kadett hatte hier eine junge Same zu einem Ball begleitet, bk als Gouvernante kn der Familie eines Seeoffiziers diente. Sa die Etikette sehr streng gehandhabt wird, so nahm man daran Anstoß, daß der Kadett auf dem Fest mit einer „Hausangestellten" erschienen sei. Er wurde deswegen von seinem Vorgesetzten zur Rede gestellt. Sie junge Same aber, die die. Tochter eines Professors an der Pale-Hniver ; fität war. lieh diese „Schande" nicht auf sich'. sitzen. Ihr Vater wandte sich an einige Ab' . geordnete, die bei dem Staatssekretär der Ma < rine vorstellig wurden. Alles hing von der Fragc ab, ob eine Gouvernante eine Hausangestellte ist V Hochnotpeinliche Verhöre zogen sich eine Zeit- lang hin, aber die junge Same rriumphiertc, schließlich, und die Leiter der Marineschule muh- ten sich bei ihr entschuldigen. Ein falsches Wort in einem Telegramm kann schwerwiegende Fol- * gen haben. Sas zeigt eine Schadenersatzklage . die vor einiger Zeit ein Reuyorker gegen eine Telegraphen-Gesellschaft einbrackte. Er hatte ein Telegramm an seine Braut auf gegebenem! den Worten: „Ich liebe Dich für immer". Durch rin Versehen wurde aber daraus: „Ich lasse Sid: für immer". Sic junge Same schickte darauf den: Mann seinen Ring und seine Briefe zurück uni • weigerte sich, ihn wiederzusehen. Eie vermählte sich mit einem anderen Mann, und der eritc Bräutigam hatte das Rachsehen. Jazz und Radio im „Othello". Die von England ausgehende „Modernisierung" der Shakespeare-Aufführungen macht-, rasche Fortschritte. Nachdem wir bereits „Ham-.. let im Frack" und „Romeo im Smoking" erlebt haben, muß jetzt auch der „Mohr von Venedig" in moderner Uniform auf treten und sich inc neuesten Errungenschaften zunutze machen. Eine Othello-Aufführung der Dramatischen Gesellschaft des King's College in London leistete in dieser Hinsicht Erstaunliches. Der eifersüchtige General selbst und seine Offiziere erschienen in Uniformen, die der des heutigen französischen Heeres ähnelten: die Samen waren nach der neuesten Mode gekleidet, und Desdemona legte sich in einen verführerischen Pyjama auf das Lager, von dem sie nicht mehr aufstehen sollte. Der Schauplatz der entscheidenden Szenen war „die Empfangshalle im Regierungsgebäude zu Zypern", wo eine Jazzband die stimmungsvolle Begleitung durch die neuesten Foxtrotts und Charlestons schuf und wo Whisky getrunken wurde. Der „Rats-Saal", in dem Othello feine berühmte Stählung vorträgt, war durch „einen Raum im Kriegsministerium au Venedig" ersetzt. Sen Höhepunkt der Modernisierung aber bot die zweite Szene im zweiten Akt, die im „Senderaum der Rundfunkgesellschaft von Zypern" spielte und in der der Herold durch das Radio ersetzt wurde. Rundfunk-Programm deS Frankfurter Senders. (Aus der .Radio-Hmschau".) Sonntag, 16. Januar. 8.30 bis 9.30: Morgenfeier. 11.30 bis 12: Elternstunde. 12 bis 1: Mittagsständchen, veranstaltet vom Harmonieorchester des Frankfurter Orchestervereins. 4 bis 5: Sie Stunde der Jugend. 5 bis 6: Konzert des Hanauer Wandv- linenorchesters. 6 bis 7: „Kultur und Dichtung in Luxemburg", Vortrag und Vorlesung aus eigenen Dichtungen von Pros. Sr. Rikolaus Welzer-Luxemburg. 7 bis 7.30: Sie Bücher- stunde. 8.30 bis 9.30: Volkslieder des Ostens. 9.30 bis 10.30: Konzert des Dessoffschen Frauenchores. Anschließend bis 12.30: Heber tragung von Berlin: Tanzmusik. Montag, 17. Januar. 3.30 bis 4: Die Stunde der Jugend. 4.30 biS 5.45: Konzert des Hausorchesters: Die Opcr der Woche. 5.45 bis 6.05: Die Leseftunde. 6.40 bis 7: Kienzls Oper „Der Evangelimann", einführender Vortrag von Klaus Rettstraeter, Erster Kapellmeister des Frankfurter Opernhauses. 7: Hebertragung aus dem Frankfurter Opernhaus: „Scr Evangelimann". Musikalisches Schauspiel in zwei Auszügen, Dichtung und Musik von Wilhelm Kienzl. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 16. Januar. 2. nach Epiphanias. Gießen. Stadttirche. 9'/,: Pfr. Mahr. 11: Kinderkkrche für die Matthausgemeinde. Pfr. Mahr. 5: Pfr. Becker. - JohanneSkirche. 9Pfr.Bech- tolsheimer. 11: Kinderkirche für die Lükasgm. Pfr. Dechtolsheimer. 5: Pfarrassist. Schultheis. Beichte u. hl. Abendmahl f. Lukas- u. Zohannesgemeinde. — Reue Aula. HniverfttälS-Gottesdienst vorm. II1/«. Predigt: Lic theol. Dr. Adolph. — Ltch. Kollekte für die Heidenmission. 10: Stiftsdechant Lenz. %!: Kindergottesdtenft. 2: Stiftspfarrer Schorlemmer. Mittwoch 8: Bibelslunde. - Kirchberg. Vorm. 10, nachm 1 ’/,: Mainzlar, nachm. 4: Kirchberg: Kirchenkonzert. — Wieseck. '/JO; 11: Kinderkirche.—Watzenborn-Garbenteich. Watzenborn-Steinberg : 1. Garbenteich: 10. Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, den 15. Januar. 4'/,u. 7 Beichte. Sonntag, den 16. Januar. 2. Sonntag n. Epiphan. 6*;, Beichte, 7 Messe, Korn, der Jungfrauen u. Hausangestellten, 8 Korn., 9 Hochamt m. Pred.. 11 Messe m. Pred., 51/, fakramentaiifche Bruderschaftsandacht. — Grünberg. 91/, Meße m. Pred. — Hungen. 8 Messe mit Predigt. — Laubach. 10 Meße mit Pedigt. — Sich 10 Hochamt mit Pred. Soumansdienst ö.'Herste u. Apotheken am 16.1.27 Dr. Älewitz Dr. USloch Htrschavoiheke. Farmarzt: Dr Mlcher. :02D tdGrippeJnfluensa' u. a. Lr^iltungrkrankhtittu haben sich logal-ttablclten hervorragend bewährt. 3m flnfangsftablum genommen, verschwinden die ttrankheitserschcinungen sofort. Laut notarieller Bestätigung sind innerhalb 6 Monaten Mehr als 1600 Gutachten allein aus ürztekreisen ringegangen, darunter o. namhaften Professoren n. aus erstem Kliniken u. Krankenanstalten, überraschende (Erfolge! fragen Sie 2hren Krzt! Togal ist L all. fipotb. erh. Preis ITT. 1.40 12,5 Lhh„0.46 Chinin. 74,3 Acld.acet aal. ad ICOamyi. Winterkur tür 3U2ss Nervenkranke u Nervös-Erschöpfte. SpezialkoraneiMt Hof heim i. Tauno« bei Frankfurt a M. Prospekte durch I>r. 3. Schulse-Kahleysw, Nervenarzt. t ft toitb' r®0 dir Modelt auf fc * •*3S*P * an der QiaI' £le dir W' sich lich- °shin7L§>, $«S*y: St äS»S ««** ein w Jff* *« dr araiti: fi< Siebt; „Sf "an Venedig' uftreten und sich L SLjJi Eine dramatischen ®4e[r, ■ in London kifiete in $n ^^üchMe ,M«e ttW.tntntn aS'T ^Wichen ^men Warrn nach btt ? uno Drsdenwna kalt Uchen Pyjama aus bat 5/, mehr aufstehen sollte scheidenden Szenen tvar , AegierungsgebLude zu )ani> die stimmungsvolle neuesten Foxtrotts und .„to0. Dhisky getrunken • . in dem Othello seine ■trägt, tvar durch „einen tfum au Venedig" et- rr Modernisierung aber m zweiten Mt, die im unkgesellschast von Fh- ■ der Hewld durch das Programm ter TenderS. Pto41mW.) 16. Qamiat. itgenjeiet. 1130 bis 12 : Mittagssländchen, ver- Mchester des Frankfurter 5: Die Stunde der 3ir f des Hanauer Dando- : Kultur unb Dechtung n unb Torleftmg aiti n Pros. Dr. Nikolaus bis L30: Die Richer- VoWeder des OW des Dessvsfschen Frauen- r.§ 12.30: Hebettraflima '•aD IT. Oanuar. Stunde der Ougenti. 'J; HausoMers: Op« 5.05: Die Lescstunde. 6.4C .Der Evangelinmn, Klaus Dettstraeter Erster mkfurter Opernhauses^ ' Frankfurter Overchaus Musikalisches . Dichtung und ®uW von rittA * Nachrichten. he Gemeinde«. -"Ä ^^^'2nnesgemerndr. S&--S LSxAHS ÄiMljÄL L- Ä Ä* «nteW w- 8eWei«b* 4le. [15.3®““'4 ' «■ 2-6,n^Ä ,lnfli'e5a rSSr^s ery^nke Aw%>*‘, Die Lösungen der Weihnachtspreisrätsel. Damen- l^r Bedarfs-Artikel Wochenbett-Ausstattungen J sowie alle \ hygienischen Artikel Gummi-EeltstoHe / Sämtiicbe GammJvareo k Drogerie Winterhoff A M. Getrennter Verkaufsraum ak Stindlee Damen- bedienung 224a MM NW® mit guter Ftillanc und Katin von Mark 18 - an - Alte Steppdecken werden fachgemäß aalgearbeitet bei billigster Berechnung. SleppiIeckeohaD8,WaIlfor8lp.24, kein La^en .hi Arnsdain iftr. Alstetd, gelegenem WMWWS mit einem Mornen Gartenland erbn.tt tm ftabte 1912, unter lehr nüniunen e- dmaunaen au vettnufen Näherem bc: ö. HwiH AruShiiii, SiiJIsicli) Die Schlacht ist geschlagen! Endlich! Dor zwei Tagen erschien — wieder so in der abendlichen Dämmerstunde — der rätselhafte alte Monn auf der Redaktion (ein wenig angegriffen nnb blaß sah er aus und murmelte manchmal in tiefen Gedanken ein paar Areuzwörter in seinen Patriarchen- bart wie z. B.. Berg im Kaukasus ... chemischer Grundstoff ... Engelsgruß — aber das hotte weiter nichts .zu bedeuten, und es ging ihm sonst ganz leidlich) — erschien also auf der Redaktion, und es begann zum endgültig letzten Male die entscheidende Wühlarbeit in St ästen mehr oder minder sauber beschriebenen Papiers: cs begannen die Schafe von den Bocken sich reinlich zu scheiden, man konnte — Sonne im Herzen — daran gehen, gewaltige Pakete auf dem Tisch zu sondern: Io — nein — richtig — falsch — Preis — Niete.- Und unaufhörlich tackte die Schreibmaschine, wurden Bleistine gezückt, weiße Bogen geglättet, Bücherstöße aufgetürmt, Kalender beliebäugelt, Bilder prüfend durch die fachmännische Faust betrachtet. Wurden auch Probleme gewälzt wie dieses: Wie alt Ist man, sagen wir, wenn man die lila 3 des Lyzeums besucht und (wie wir hosten wollen) seither nicht sitzen geblieben ist? Ist diese anmutige Erzählung besser von Buben oder von Mädchen zu lesen, wer interessiert sich für Sport, wer sehnt sich noch Abenteuern in fernen Ländern, wem soll man von der Schlacht bei Roßbach erzählen, wem die Eroberung der Luft beschreiben lassen? Paßt etwa so ein Blumenbild am besten in ein Iung- mädelzimmer, oder dies hier mit den Papageien? Beim Zeus, das will olles überlegt fein. Und der gute alte Onkel hat sich immer wieder den prächtigen Bort getraiüt, und einmal Hot er, mitten in oll dem Trubel, im Atlas die Tafel ..Kaspisches Meer" aufgeschlaaen und leise, aber herzlich auf den Druckfehlerteufel und einige andere verruchte Persönlichkeiten geschimpft. Wir haben aber den Mut nicht sinken lasten, nein, wir haben uns durchgekämpft durch den Popierberg. wie seinerzeit der sagenhafte Monn im Lande Der Schlo- raffen durch einen Chimborasso von süßem Milchreis. Und endlich — heil euch und uns! — war alles geschafft. In den ersten Tagen nach Weihnachten hatte es |o ausgesehen, als ob eine gräßliche Faulheit in der oberhessischen Jugend ousyebrochen sei, und als ob ein einzelner Monn in einer kleinen halben Stunde bee Ergebnisse dieses Preisausschreibens würde überprüfen können: aver das war eine grobe Täuschung, und wir freuen uns darüber, je naher der Endtermin rückte, desto mehr Lösungen kamen, und der letzte Sonntag brachte geradezu eine vorläufig nicht überbotene Höchstleistung der hessischen Rätsellöser und der getreuen Post. Was die Beteiligung betrifft, so ist zu sagen, dost diesmal die männliche Jugend zahlenmäßig den Bogel abgeschossen hat, was hinwiederum in der Preisverteilung sichtdarlich zum Ausdruck kommt. Dagegen erhielten wir von weiblicher Seite das niedlichste Gedicht: wir haben überhaupt mehrere Lösungen in Versen bekommen, wir können sie nur nicht alle abdrucken, well der Plast nicht reicht, aber dieses eine (von einer jungen Gießener Läserin) wollen wir doch ihren Mitbewerbern nicht vorenthalten. Es war übrigens nicht ganz einfach, die obere Grenze der „Jugendlichkeit" zu bestimmen, doch glauben wir nach reiflichem Bedenken das Rechte getroffen zu haben. Ausscheiden mußte eine Anzahl von Bewerbern, die sicherlich im Herzen Kinder ucblieben sind, die aber doch wohl eine au scharfe Konkurrenz gebildet hotten: sie mögen sich indessen trösten: über ein kleines werden wir abermals ein Preisausschreiben veranstalten, dos i|t für die Großen" gedacht, und dazu laden wir sie jetzt schon herzlich ein. Was die „untere Grenze" ongeht (wenn man so sagen darf), so ist zu melden: das feinste und sauberste Manuskript, in Schreibmaschinenschrift, kam von einem vierjährigen Mä- delchen: wir glaubten schon ein Wunderkind entdeckt zu haben, es fiel uns ober noch rechtzeitig ein, hier könnten doch am Ende gute Heinzelmännchen mitgeraten haben. Ob olle anderen Löser und Löse- rinnen auf so märchenhafte Mithilfe verzichtet haben, wissen wir nicht, wollen es aber hoffen. Jedenfalls hat — sage und schreibe — nur ein einziger unter den vielen Einsendern die Beihilfe eines guten Onkels offen zugestanden. Leider hat er dies mal keinen Preis bekommen tonnen, weil nicht alles ganz richtig geraten tvar. Dos nächste Mal. hoffentlich! Wir bringen nun unten die Auflösungen samt den Namen Der glücklichen Gewinner, zuvor aber dos schon erwähnte Gedicht: es vereinigt die Er- gebniffe mit einem zierlichen Dank an den Rät- selonkel, der euch alle schön grüßen läßt: Auf Wiederraten Weihnachten 1927! Lieber Rätselonkel! Noch klingt es in den Ohren Uns allen, groß und klein . Zu Bethlehem geboren Ist uns ein Kindelein. Es brachten die Feiertage Nicht diese Botschaft allein, Die Rätsel schossten viel Plage. Wie kann bas auch anders fein' Verschieden war die Schwierigkeit, Die Lösungen zu finden. Ich fand barin mein Leibgericht: Der Rittersporn kam hinten, Unb Tausender war'n auch babei. Die möcht' ich wohl verdienen, Dann wär' mir manches einerlei, Nicht wahr, so gmg's auch Ihnen? Das Silbenrätsel war recht leicht — Da staunst Du wohl, mein Lieber? — Nachdem den Schlüssel man erreicht, Ach so! Doch mm Schwamm drüber. Man sand gar bald durch Ärcuß und Quer In Süden drin die gute Mär, Dom Himmel hoch, da komm ich her. Mühsam war, bas ist wohl klar. Das Rötselvaten dieses Jahr. Man hatte nicht wie's vorige Mal Mehr Freude brau als Plack unb Qual, Auch könnt' man biesmal nicht um zehn Am selben Tag zum Kasten gehn, Ilm dort, was man so schnell erraten, Mit Wohlgefühl auch obzuladen. In Summo halt' ich Freude dran, Auch wenn ich's heut erst schicken kann. Doch eines schosst mir bittre Quak: Entdeck' ich ba mit einemmal. Daß von der Kreuzworträtselei Nur eins zu roten nötig sei. Was tun? Das andre bringe ich als Spende Dem Onkelchen zur Jahreswende. Einmal stieg mir fast die Galle, Doch bas war nur Phantasie. Ein Organ, das wissen olle, Funktioniert, drum steigt sie nie. Auch ward an Kolchis Strand zuletzt Durch Druck im Nu 'ne Slodt versetzt Vorn Schwarzen.Meer, vom Ostgestude Zum Kaspi-See. Nun such' und rate! Und sindst Du's recht. Dann war die Sache gar nicht schlecht. Zum Schluß nahm ich das Rossel her. Nordwärts trabt's mit mir zum Meer. Noch Husum, jener „grauen Stadl", Wo Theodor Storm geschrieben hat. Dem Rossel hab' ich abgejagt. Was er für seine Söhne sagt: Blüte edel st en Gemütes Ist die Rücksicht: doch zu Zeiten Sind erfrischend wie Gewitter Goldne Rücksichtslosigkeiten. Wackrer heimatlicher Grobheit Setze Deine Stirn entgegen; Artigen Leutseligkeiten Gehe schweigend aus den Wegen. Die andern Lösungen zum Schluß, Dem Rätselonkel Donk und Gruß. S. W. Die Preisträger: 1. Margot ©raultng, Grünberg. (Bild.) 2. Sigrid Weber, Gießen, Bismarckstr. 46. (Bild.) 3. Herma Hechler. Gießen. Ludwigstr. 32. (Bild.) 4. Lotte O st, Gießen. Wilhelmstr. 41. (Bild.) 5. Hildegard Schäker. Alskeld. Lutherstraße 10. (Bild.» 6 Haima Hirfchfeld. Dießen. Ludwig- stroße 42. (Bild.) 7. Irene Lohr. Gießen. Hofmcrr.nstr. 1. (Schuhmacher ..Heimat um Heimat".) 8 Gertrud Schulze, Lollar (Johanna Spyri: ..Diner aus dem Hause Cefa".) 9. Gretel We h r h e i m, Gießen, Stein» ftraße 51. (Johanna Spyri: ..Heimatlos".) 10. Hertha Richter. Gießen, Frankfurter Straße 4 II. (Dürer-Kalender > 11. Liselotte D r l e r, Gießen. Gortenstr. 17. (litt) ..Prolelsors Zwillinge in der Waldschule".) 12. Dva Lohr, Gießen, Hofmannstroße 1. (Siebe: ..Kasperle im Kasperland".) 13. Lothar Keller. Lollar. (Behm ..Planetentod und Lebenswende".) 14. Karl Stork. Gießen, Am Steg 16. („Der wilde Landor".) 15. Waltber 2 ob. Gießen. Danunstrahe 32. (Beede. „Galapagos".) 16. Werner Küchler, Gießen. 2aiibgrafen* straße 6 („Die Eroberung der Lust".) 17. Herbert Scharfs. Gießen. Plockstr. 5. (Deutscher Kalender.) 18. Karl Adam, Gießen. Marburger Straße 58. (Deutscher Wertkalender.) 19. .Kurt Wenzel. Grünberg, Bahnhofstraße 20. (O'Rcll: „Abenteuer in Swozi- land".) 20. Burlhard Werner, Butzbach. Ludwig» strahe 4. (Banning: „3m Zauber mexikanischer Gewässer".) 21. Reinhard Decker. Gießen? Rhonstr. 33. („Deutsche Gedenk- und Weihestätten".) 22. Karl Schneider. Gießen, Kaiserallee 78. (Blodigs Alpenkalender.) 23. Karl S ch w i n n, Gießen. Liebigstr 18. (Theo de Haas: „UrwaldhauS und Steppen- zelf.) 24. Hans Jäger, Leihgestern b Gießen. (Härlin. „Roßbach und Minden".) 25. Martin Burmester, Gießen, Schisfen» berger Weg 66. (Elektrokalender.) 26. Karl Kobel, Gießen, Liebigstraße 9. (Reuender!: Turn- und Sportbuh.) 27. Werner Loh. Gießen, Bismarckstr. 10 II. (Roch: „Stanleys Reise durch den dunklen Weltteil".) 28. Otto Lindenstruth. Gießen Schisfenberger Weg 43. (Bayernlalender.) 29. Hans Müller, Heuchelheim. (Helling: „Der Perlenfischer von Bombay'.) 30. Karl Moos, Lollar, Hauptstraße 81. (Spyri: „Aus unferm Lande".) 31. Hans Zeidler, Gießen, Lonhstraße 7. (Gartenlaube-Kalender.) 32. Hans Hermann Becker. Gießen. Marburger Straße 106. (Derhoff: „Seltsame Entdeckungsfahrten".) 33. Karl Friedrich Mewes, Gießen. Kaiser- allee 9. (Spyri: „Am Sonntag".) 34. Maithies Küster, Gießen, Senckenbergstraße 15. (Rerlin Moore Taylor: „Bei den Kannibalen von Papua".) 35. Hans Dam, Sylbach (Lippe) (Har- tenau-^Thiel: „3m Reiche des Königstigers".) Die Preise können von den Gießener Lösern von Montag ab nachmittags zwischen 5 und 7 Uhr auf der Redaktion in Empfang genommen werden: auswärtigen Losern werden die Preise zugestellt. Die Auflösungen: Rätsel In Reimen. 1. Gericht, Leibgericht, Halsgeruht. 2. lau, Sender, Tausender. 3. Verschieden. 4. Ritter, Sporn, Rittersporn Zahlenrätsel. Aeppelin. Unjamwesi; Beate; Eichel: Themse: Heliand, Lofoten: Efendi: harnack: Einhorn: ZHas- cagni; Gladiole, Ennius. Boston: Olbernhau. Rendant: Eris; Nagasaki. Zu Bechlehem geboren ist uns ein fiinbelein. Einsatzrätstt. 3agb; Arm. Helm. »eise. Ernte. Säge: Wald. Eis; Ruß Dach: Esel. Jahreswende. Silbenrätsel. 1. Evora: 2. Korvettenkapitän. 3. Omina. 4 Ohrenspiegel: 5. Fingerhut, rt. (Emmentaler; 7. Im mermann; d. Segelkuttei: 9. Altersrente: 10. Rho dus: 11. Rotauge: 12. Schildwache, 13. Oderbruch. 14. Wagen: 15. Ekloge: 16. Rottanne: 17. Amalie IN. Dmaruru; 19. Niobe. 20. Scherbengericht: 21. Ehrenbreitstein: 22. Questenberg. Dom Himmel hoch, da komm ich her. ich bring euch gute neue Mär Rösselsprung Blüte edelsten Gemütes Ist die Rücksicht, doch zu Zeiten Sind erfrischend wie Okroitter Goldne Rücksichtslosigkeiten. Wackrer heimatticher Grobheit Setze deine Stirn entgegen Artigen Leutseligkeiten Gehe schweigend aus den Wegen. Kreuzworträtsel L Wagerecht: 1. Kehle: 5. Skala: 9. Haspe. 13. Ale: 14. (beier: 16. Olive. 18. Aas: 19. Pilger, 20. Nobel: 21. (Elbrus; 22. Rodin, 23. Werra. 24. Atom; 27. Bern: 29. 9,er; 30. Tlarengo; 34. Rosa; 37. Drfc; 39. Lahnstein: 40. Egel, 43. Ha- lali; 44. Ernani; 45. Bonn; 46. HamiO'; 47. Afrika; 51. Obolus; 54. Ural; 55. Brasilien: 56. Pera; 57. Drei: 59. Cholera; 62. Pisa; 64. Bier; 67. Kino; 69. Alois; 71. Chrom, 74. Tillis; 76. Botha; 77. Daudet; 79. Udo, 80. Dativ; 81. Esher; 82. Ave; 83. Maria: 84. Saale; 85. Koran. Senkrecht: 1. Kappa; 2. Eli; 3. Helios; 4. Eger; 5. Seni; 6. fironer; 7. Loewen; 8. Alle; 9. Heia; 10. Sardes; 11. Pau; 12. Esten, 15. Eros; 17. Dera; 25. Tiara; 26. Medea; 27. Bozen; 28. Rasen; 31. Achenbach; 32. Este, 33. Grenadier; 35. Alibaba; 36. Anemone, 37. Ohlaul 38. Flora; 41. Galle: 42. Lista, 48. Fredi: 49. Iller; 50. Aid; 52. Optik; 53. llrban; 58. Rektor; 60. Orsooa, 61. Eichel; 63. Sirdar; 64. Batum; 65. Elsa; 66. Bode; 68. Osten; 69. Aida, 70. Ibis; 72. Hase; 73. Mark: 75. Ida; 78. Eva. Kreuzworträtsel II. Wagerecht: 3. Ras; 6. Flasche; 7. Lasche, 0. Asche; 10. Rehau; 11. Nil; 12. Riga; 16. Croy; 19. Faun; 21. Glas, 22. Ubi; 23. Rod; 21. (Ed*. 26. Pau; 27. Eu; 28. Ob; 29. Alba; 31. Peru; 32. Önaberort; 35. Oho. Senkrecht: 1. Maschinengewehr; 2. FF; 3. Rasen; 4. Schal: 5. Le, 7. Lar; 8. Heu, 13. If; 14. Gau; 15. Aube. 16. Clou; 17. Rad; 18. Os; 20. Nice: 21. Grad; 25. Kufra; 26. Porto; 30. Ag; 31. Pt; 33. Do; 34. NO. Meßmer^. sachgemäße Mischungen v. heroorraneuder Qualität größte Ergieb's, kett — daher Svarsamkettt. Verbrauch 10 IYUUwwm billiges Baugeld zu nur B°/o Zins wurden von der Bausparkasse der Gemeinschaft derstreund« Luftkurort Düstenrol in knarr» IK Jahren an 600 Dau. Ipcirct »um Bao von Eigenheimen und gemeiruiühigen Bouttn vergeben Wer nach einem löigenheim strebt, ver- lange alle Unterlagen Sofortige Darlehen werden nicht «geben. Die-be^uyttche Anfragen zwecklos. Die Gemein, schaß der freunde ist die erste,älteste,gröhte.erlolßre>chst«, ieiUungSsahigste und sicherste Bausparkaste Deutschland». Beknnntnincktnng. Der Jrüf) jabrsmarf t in Gießen (Schaumesse) 1927 findet vom 27. Mär; bis 3. April 1927 statt. Die Plätze für erstklassige Fahr- und Schaugeschäfte, Schieß- unb Verkaufsbuden sind im Wege schriftlichen Angebots zu vergeben. Bedingungen und Angebot- scheine sind bei ocr Stadtverwaltung («tadthaus Vergstr. 20, Zimmer Nr. 12) erhältlich; dort sind auch die Angebote unter Verwendung des oorgeschriebenen Angebostcheins bis spätestens 15. Februar 1927 (einschl.) ein zu reichen. Der Frühjahrs- marft ist in der Zulassung von Geschäften -kein offener, sondern ein beschränkter Markt. Grundsätzlich werden nur solche Geschäfte (auch Spezialisten) zugelassen, die sich rechtzeitig um Plätze beworben haben unb Denen bie Zulastungsgenehmi- gung vor Beginn des Marktes schristlich zuaegangen ist. Die Vergebung der Plätze gejd)i1cht nur durch die Stadtverwaltung; Glückspielunternehmen jeglicher Mrt sind verboten. 446B Gießen, den 15. Januar 1927. Der Oberbürgermeister. _________I.V.: KNngspor L VrennhoßversteMrung im Licher Stadtwaldc. In den Distrikten Eisenkaute, Mönch- köpfe unb Zappenau werden nach aor* beriger Zusammenkunft am Kreuzungs- punkt der Mittel- und Konzebühlschneise in Monchköpfo 36 am Donnerstag, dem 20. Januar 1027, vormittags 10 Uhr. versteigert. 670 rm Buchenscheitholz, 100 Buchenknüppelholz, 7300 Stück Buchenwellen. 240 „ Eichsnwellen, 250 rm Buchenstöcke. Günstige Zahlungsbedingungen. Nächste Brennholzoersteigerung: Donnerstag. den 27. Januar 1927. 442D L i ch, den 12. Januar 1927. Hess. Bürgermeisterei Sich Volker. Heknnntmnclinng. In unser Handelsregister Abt. A wurde am 30. Dezember 1926 eingetragen- a) die Firma Hessisches Plakatinstitut Robert Herr, Gießen. Inhaber ist der Kaufmann Robert Herr in Gießen. Der Robert Herr Ehefrau, Elsa geb. Siegler zu Gießen ist Prokura erteilt, b) Bei der Firma H. F. Nassauer Nachf.. Gießen: Die Firma ist erloschen. 432C Gießen, den 10. Januar 1927. Hessisä)es Amtsgericht. WBüfliör SlMMkerWliMMkersgl Die Lieferung von ca. 5700 cbm Unter- haltungsklelnschlag (3 bis 4 cm Korngröße) aus bestem Hartbasalt sowie ca. 2400 cbm Splitt und Sand für die Pro- oinzialstraßen innerhalb des Kreises Gießen für das Rj. 1927 soll, nach Straßen aetrennt, öffentlich vergeben werden. Lieferungsbedingungen unb Straßenverzeichnis können im Kreisamtsgebäude. Zimmer 22, eingesehen werden. 487V Angebote sind bis zum 28. d. M.. vor mittags 10 Uhr, einzureichen. Zuschlagsfrist 3 Wochen Gießen, Den 14. Januar 1927. Der Provinzialbaubeamte: Cel 1 orius. Prbeitsvergebnng. Für die Feldbereinigung wieseck sollen Montag, den 24. Januar 1927, vormittags 9 llhr, auf der Bürgermeisterei zu Wieseck Chaussiieiungsarbeiten, zu 420 Mark veranschlagt, vergeben werden. 435D Die Verdingungsunterlagen liegen auf Hess. Bürgermeisterei offen, wohin die Angebote in Prozenten des Voranschlags verschlossen, mit entsprechender Aufschrift versehen, postfrei bis zum Eröffnungstermin ein-,ureichen sind. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 12. Januar 1927. Hessisches ftulturbcuamt. y>. Steinbach. Verlauf auf Abbruch. Montag, den 24. Januar 1927. vor- mittags 11 Uhr. soll das alte Pfarrhaus zu Trais-horloss. welches ein Fachwerksbau von Eichenholz ist, zu den vor der Versteigerung bekanntzugssbenden Bedingungen offentlid) versteigert werden. Zu- fammenfunft beim Pfarrhaus. 481D Utphe, den 12. Januar 1927. I. A.: Dietz, Bürgermeister. Nutz- und örenn- hoiz-versteigerungen der fürstlichen vberförsterei Lich Montag, den 17. Januar, werden in den in unmittelbarer Nähe der Kreis- straße Lich—Gießen gelegenen Distrikten ('Breuerberg, Konzebühl, Brunnenwald, Mühlberg) versteigert: rm Scheich. Buche 168, Eiche (mit Gartenpfosten) 9, Hartholz 3, Weichl. 1, Fichte 3; Knüppelh. Buche 55, Eiche 16, Stockb Buche 53, Eiche 18; Wellen Hdt. Reish. Buche 42, Eiche 13, Harcholz 19, Weichl. 4, dabei 4 Tausend Forstwellen; Lichenschnitthol; bis 82 cm 6, Gartenpfosten 1, Stamm Holz Feldahorn 1, Ahorn, Kirschbaum, Ulme, Esche (Wagnerholz) zuf. 1 iw. Zusammenkunft 9.30 Uhr vorm. an der fürstlichen Feldscheune unweit der Stadt. Dienslag. den 18. Januar, werden aus Distr. Meilbach u. Münchwald versteigert: tq Scheich. Buche ca. 200, Eiche (Gartenpfosten) 3, Birke 5; Knüppelh. Buche ca. 100, Eiche 30, Birke 2, Weichl. 11, Fichte 1; Stackholz Buche ca. 100, Eiche 6, Fichte 1: Wellen Hdt. Reish. Buche ca. 50, Eiche 15, dabei 3 Taufend Forstwellen. Zusammenkunft 9.30 Uhr vorm. auf der Lreisstrahe Lich—Hattenrod. Stadtwald- grenze. 205V Um 1.30 Uhr nachm. pünktlich am Straßenkreuz Aldach—Hattenrod, Wald- straße Meilbach—Burkhardsfelden beginnend findet eine Ruhholzoersteigerunv von Buchenschnitcholz, Eichen- und Dir kenwagnerholz und schwachem langichar- tigem Ficktenbauholz (Sparren u. Derb- ftangen) statt. Zum Ausgebot kommen 65 Im Bucken (30 bis 63 cm), 13 Im Eichen (13 vis 30 cm), 1 fm Birken, 0,5 Im Esckenstangen und eine Linde, ferner ca. 50 fm Fichtenstamm, und -stangenholz, 6,6 rm Buchennutzrollen, 1,50 lang. Das Holz liegt in guter Abfuhrlage, meist an oerfteinten Waldwegen. Weitere Holzversteigerungen sind vorgesehen: Montag, den 31. 1.: Höler-Kellers- berg, Dienstag, den 1. 2.: Riedwald; Montag, den 7. 2.: Hard, Wehrholz, Er- lesberg, Langeberg, Graudorn ulw. (zu- fammen in Lich), und Dienstag, den 8.2.) Monchwald ufw Blenderungen Vorbehalten. Dienstag, den 25. Januar, werden im fürstlichen Walddistrikt Schwarzwald und Haler versteigert Rm. Scheich. Buche 200, Eiche 9 (Dabei Gartenpfosten u. Nutzrundscheit), Birke 2; Knüppel Buche 110, Eiche 40, Fichte 9; Stockh. Buche 70, Eiche 12; Fichte 18; Reish. (z. T. gute Forstwellen) 3500, Eiche 500, Birke 130; Schnittholz Eichc 38/4 = 0,45 Fm. 4751) Zusammenkunft 9i Uhr vorm. am Siedlungsabtrieb, Nähe der Straße Lich- Steinbach. Spreclislunden! Gießen, Bahnhofstraße 54/1 Werktags von 1—4 Uhr Mittwochs keine Sprechstunden L MM UMtzO Mitglied der Vereinigung deutscher Magnetopathen 0317 Is Bruchsteine für Bauten stets vorrätig Anfuhr prompt und billig C.Rübsamen,Gießen Fernsprecher 1659. 93c 460a TH :■ Basier Lebensversicherung;-Gesellschaft Gegründet 1864 Lebens- und Lnfall-Derficherungen Kinkerlitzchen Basel (Schweiz) Verstcherungsbestand Fernsprecher 689 Gießen Stephanstratze 28 493a 1 C' N r Ihre Vermählung zeigen an Artikel sowie vollHändige Aus- 4 ffatfimgen / Sämtliche Hrllkel für 0263 mit Tanz. Gießen (Wilhelmstraße 49), den 15. Januar 1927 Wieder händige Damenbedienung. 449a Oberhessischer Kunstverein «■«as® NWK | Inserieren orlngt Gewinn L !IIIIIIIillll!lliIiliiiiiIiIiiiIilii!iilIiiIiliIilliliiIiiiIiliiiIIII!lliil!IIIii»iIIl»IiIIiiiIiI!ii!l!IiiIII^ liiiiiiW r r *: sind es, wenn Geschäfte bei der Anpreisung von Waren alle möglichen Geschenke usw. versprechen. Die kluge Hausfrau läßt sich hierdurch nicht irre machen, denn sie weiß, daß sie in Wirklichkeit gar nichts geschenkt bekommt Deshalb kauft die kluge Hausfrau ihre Lebensmittel nur in den Edeka- Geschäften, welche zwar keine Geschenke geben, dafür aber alle Waren gut und billig liefern. NWK WES Zum Karneval für Vereine, Familien, Cafts, Ball-Lokale ■ Preis RM. 30.- ■ Man verlange Jazz-Piospekt 49 Auch gegen Teilzahlungen! Georg Bernhard*,UlpzIgEl „Bajazzo“ der Koffer-Jazz-Apparat ni' -l Preise, wöch'-ntl. -ä3,- an. Vorführung bereit willigst. 477 D Job. 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Jahr. — Prompte Auszahlung bei vollster Sicherheit. — Vorschläge und Auskunft jederzeit bereitwilligst und kostenlos durch Bezirks-Vertretung Gietzen und Oberhessen: Theo Zacob WchtnerHeaterverciulWills gear. 1926. Sountaa, 16. Januar 1927, abends ’/,« Uhr, Saalbau Sauer Zamilien-Abend ICHTSPIELE Lichtspielhaus Bahnhofstraße 34 5flfllöflii5flner Donnerstag, den 20. Januar, abends 8.29 Uhr «22 DER GIESSENER L Palast-Lichtspiele Lindenplatz Astoria-Lichtspiele 467 c Sclterwweg Nur noch heute und morgen: Jackie C'oogan in seinem neuesten Filmschauspiel in 6 Akten: Alles fürdie Firma Feiuer Riff und Raff im Weltkrieg Ein Zwerchfellerschütterndes Lustspiel in 6 Akten. In aller Kürze Bismarck 2.Teil Der Film der Deutschen Schirmherr: Reichspräsident General- feldmarschall von Hindenburg- bet 6tcvntooll»$pinnevei Vafyvenfetd s. m. b. H. die ßygiene des Kindes und d^r v mutter / Hile Gummiwaren Drogerie Winterhofi, Abteilung: ßygiene Nur morgen Sonntag: LILIAN HARVEY die scharmante Künstlerin in ihrem feinpikanten Filmschauspiel in 6 Akten: Die Kleine vom Bummel Ferner Jimmys Abenteuer in Neu-Mexiko Lustspiel in 2 Akten. Sowie: HAROLD LLOYD Er bei den Türken Lustspiel in 2 Akten Nur noch heute und morgen: TOR 31IX In seinem gewaltigen Sensations-Schauspiel in 6 Akten: Oer König der Gaukler Ferner Vampyre der Rennbahn 6 spannende Akte aus dem Turfleben Ab Montag: Exotische Frauen _ Von Sonntag, den 16. Januar an: Elsässer Künstler Aquarelle von Paul Inke. Lucien Haffen, Albert Fincher < Straß bürg). Arthur Schlichen mann lAli- kirch), Robert Breitwiewer IMül hausen), in Holz geschnittene Miniaturen von Louis Hc*selbarth (Straßburg) Dip Ausstellung wird am obengenannten Sonntagvormittag 11 Uhr eröffnet und bleibt zu den bisher üblichen Zeiten: Sonntags, Montags. Mittwochs, Freitags von 11-l Uhr. Mittwochs auch von 3-5 Uhr zugänglich. Eintritt für Mitglieder frei- Für Nichtmitglieder 30 Pf. Eintrittsgeld 455c Nur noch drei Tage dauert unser diesjähriger Inventur-Ausverkauf. Nutzen Sie diese einzigartige Einkaufsgelegenheit denn Sie genießen jetzt noch die Rabattsätze und Sonderpreise in allen Abteilungen. Auch ein zweiter Besuch lohnt sich, weil bei dem starken Andrang in den ersten Tagen mancher vorteilhafte Artikel übersehen sein dürste. Gießener Konzertverein Sonntag,23Januar 1927, nachm.5Uhr,UniAersitäts-Au1a Sechstes Konzert: Wendling-Quartett (Carl Wendling, HansMichaelis, Ludwig Natterer Alfred Saal.) Streichquartette: Max Reger op. 74 d-Moll. — Franz Schubert op .161 g-Dur. Eintrittskarten: 4.—, 3.— und 2.— Mk bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten 1.— Mk. bei Herrs Sekretär Ritter gegen Ausweiskarte. 466c Inventur-Ausverkauf nur noch bis zum 21. Jan. io0/- . | Rabatt! L T eitler Dammstr. 25 pt. gegenüber der höheren Mädchen- 4630 schule. Kein Laden." Klein-LindeB - Gsslhans zur Düulsclien Eiche Sonntag, den 16. Jnnnar 1927 Tanz-5" Theater Anfang 4 Uhr- Anfang 4 lThr! Es ladet freundlichst ein 0261 Gesangverein „Burgundia“. Nr. 12 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Samstag, 15. Januar 1921 Außenpolitische Umschau. Don Professor Dr. Otto Hoetzfch, M. d. R. Co interessant die Vorgänge in China und in QHltielamcrJa und so bedeutungsvoll sie auch In ihren Zernwirlungen für Europa sind, wir haben nähere Sorgen und Fragen. Das Verhält- niS zu Frankreich und das zu Polen steht im Mittelpunkt der Debatten. Vriand hat es für richtig gehalten, die Forderung einer Klärung zu erheben, in zwei VeujahrSintervicwS, in denen er die Aeuherun- gen deS Vatikans, des RuntiuS von Paris und deS Pariser Erzbischofs für sich benutzte. Eine Klärung worum und worüber? Natürlich denkt man dabei an die Außenpolitik, an Locarno und daS Verhältnis zu Deutschland, die Fragen, über die, wie allgemein bekannt, Meinungsverschiedenheiten im Kabinett Poincare bestehen. Man kann schwer beurteilen, ob diese Lage und auch mancherlei im eigenen Ministerium für Vriand wirklich genügender Grund waren, auf eine solche Auseinandersetzung um d e Führung in der Politik Frankreichs hinzuarbeiten. Ganz ungefährlich ist d.ese für ihn selbst nicht. Denn er geglaubt hat, die Erneuerung eines Drittels deS Senats am 9. Januar würde im Senat eine unbedingte Linksmehrheit herbei- führen, so hat er sich darin getäuscht. Der Gewinner ist nicht die Linke schlechthin, Denn diese war bei den Mahlen so zersplittert, wie überhaupt im politischen Leben Frankreichs. Gewinner sind die Sozialisten, die im Senat letzt eine eigene Fraktion bilden-, darüber besteht rein Zweifel, wenn dieser Zuwachs natürlich im Sinne VriandS und der Locarnopolitik auch eine Verstärkung ist. Denn der Senat hat mit überwältigender Mehrheit die Locarnoverträge an» Eommen, für die ja Poincare auch selbst ge- imt hat. Der Senat ist eine feste Stühe für Kabinett Poincare schlechthin. Das aber beißt für ein Kabinett, das die Mährungs- sanierung und Finanzordnung zu Ende führen soll. Gelingt das Poincare, so ist er zweifellos der große Mann, und die De- mühung darum fesselt ganz von selbst und durch ihre Zusammenhänge auch eine Außenpolitik, die Poincarö sicherlich in seinem Herzen heute anders wünschte und gern anders betriebe. Aber er kann, wenn er den Franken sanieren will, die Wege der Außenpolitik einfach nicht verlassen. Er kann aufhalten, er kann Steine in Den Deg werfen, ober er kann ohne Gefährdung der eigenen Position schlechterdings nicht eine scharfe Kurve machen. 3ft das aber so, dann erkennt man eigentlich nicht recht den Zweck einer großen außenpolitischen Auseinandersetzung, die Vriand herbeiführcn wollte, und die man jetzt hinaus- schiebt, zeitlich sowohl, wie von der Kammer in den Senat verlegt, und nicht ohne Geschick wird dafür die deutsche Regierungskrise als Grund benutzt. Für unS hat diese Auseinandersetzung insofern etwas Erfreuliches, als sie mit aller Schärfe die Frage der Räumung des Rheinlandes stellt. Denn daS ist das nächste, waS konkret und praktisch angefaht werden muß: die logische Fortsetzung der Politik von Locarno ist. daß alsbald der letzte Soldat der Besatzung vom Doden Deutschlands verschwindet. Das ist Wohl auch Vriands Einsicht und Mille, unb die Presse der Linken sekundiert ihm darin auch DaS wird PoincarS aufhalten wollen. Das wollen erst recht aufhalten und verhindern die militärischen Kreise, die die These ausstellen, daß eine Räumung deS Rheinlandes vor dem Vertragstermin unzulässig sei, bevor nicht die französische Armee reorganisiert und das französische FestungSsystem an der Rordostgrenze vollständig Wiederhergestellt sei. 3n diesem Zusammenhang werden natürlich auch die letzten noch übrig bleibenden Enlwalfnungsfragen. über die augenblicklich direkt in Paris verhandelt wird (Ostfestungen und Kriegsgerät), benutzt, um die Fortführung der auf die Räumung des Rheinlandes zielende Politik zu erschweren. Unsere nächste Forderung ist also, neben der Vereinigung der letzten übrig gebliebenen Entwaffnungsfragen die Räumung des Rheinlandes in kürzester Frist. Mit Recht hat auch der Reichspräsident öieie Forderung in einer seiner Reujahrsansprachen OerFroschmitderMaske Roman von Edgar Wallace. 41. Sortierung Nachdruck verboten „(Er nannte sich auch Eollet-Vanson", sagte Dick. „3a, den kenne ich sehr gut! Der pflegte Maitland oft im Bureau zu besuchen und gewöhnlich lehr spat abends. Maitland arbeitet dreimal in der Woche im Bureau die Nacht durch, wenn alle Beamten gegangen sind, wie ich leider an meinem eigenen Leibe ersahrcn habe", sagte Johnson. „3a, ja — es war ein großer hübscher Mensch, von so ungefähr vierzig Jahren." „Stimmt", sagte Dick. „Er hat ein Haus in der Nähe von Windsor." „3a, obwohl ich selbst nie dort war, weiß ich das, weil ich Briefe an ihn aufgegeben habe." „Was für Geschäfte hatte CoUct-Banson mit ÜRaitlanb? Ä „Das konnte ich nie herausbekommen. 3ch hielt ihn immer für einen Agenten, der Grundbesitz zum Bertaut anbot, denn das waren die einzigen Leute, die zu Maitland zugelasien wurden. 3d) erinnere mich auch, daß das Kind eine Woche lang bei ihm das Kinsaus Maitlands Haus?" fragte Inspektor Elk. Herr Johnson nickte zustimmend. «Sie wissen nicht, was für eine Beziehung zwischen dem Kinde und den beiden Männern besteht? „Nein, ausgenommen, daß ick) ganz sicher bin, daß der kleine Junge wirklich bei Herrn Collet- Banson war, weil ich auf Maitlands Anordnung Spielzeug hinüberschicken mußte. Es »ar an dem Tage, an dem Herr Maitland fein xeftament machte, ungefähr vor anderthalb Jahren. Ich erinnere mich aus einem besonderen Grunde so genau an diesen Tag. Ich hatte nämlich erwartet daß Herr Maitland mich auffordern wurde, das Lcsta- ment mit zu unterzeichnen und suhlte mich als alter, treuer Angestellter recht gekränkt, als er zwei Beamte aus dem Bureau zur Unterzeichnung her- beiholen ließ. Solche kleine Kränkungen haben auf mich den stärksten Eindruck au-geübt", fugte er hinzu. „War das Testament zugunsten des Küides oer- jaßt worden?" gewissermaßen amtlich ausgenommen und ausgesprochen. Gleichzeitig hat eS der polnische Außenminister für richtig gehalten, in zwei Reden, vor seinem Auswärtigen Ausschuß und bei einem Vankett, mit überraschender Schärfe gegen Deutschland zu sprechen. Mo macht denn Deutschland eine, wie er sagte, unerhört starke Propaganda gegen den Artikel 10 der Völkerbundssatzung, der von der Respektierung der Grenzen der Völkerbundesstaaten spricht? Hat er dabei den evenso wichtigen Artikel 19 vergessen, ter doch deutlich sagt, daß unanwendbar gewordene Verträge geprüft und revidiert werden mü sen? Wir verstehen in gewißem Sinne, w i e er zu solchen Angrifsen kam. Er hat innen- und außenpolitische Gründe dazu. Das System Pilsudskis erweist sich als unfähig, den Staat vorwärts und weiter zu bringen. Der Gegensatz zwischen den Parteien greift weiter als je, und der Außenminister, der im Kielwasser Pilsudskis schwimmt, hält es für wirksam, auf der Plattform der Leidenschaft gegen Deutschland eine Drücke zwischen dem Marschall und seinem Anhang einerseits und der Rechten und Dmowski zu schlagen. Die außenpolitischen Gründe liegen dd$ allem in dem Dewusitftin der zunehmenden Isolierung. In die kleine Entente ist Polen nicht hereingekommen. Mit Rußland kommt kein Verhältnis zustande. Die litauische Frage schwelt weiter. Mit der Hegemonie Polens innerhalb der Randstaaten und an der Ostsee ist es nichts. Mit Deutschland lebt man im Zollkrieg und in einer außerordentlich großen Spannung. Unb zuletzt Frankreich? Es srißt und wurmt in Polen, in seinem Außenminister, daß Frankreich zwar im Locarnopakt feine Grenze gegen Deutschland gesichert hat, daß aber die gleiche Garantie für die polnische Westgrenze gegen Deutschland in diesem Vertrag nicht zu erhalten war. Und Zaleski weiß, ebenso gut wie Graf Skrzyn- ski, daß infolge des Locarnovakts und des Eintritts Deutschlands in den Völkerbund das fran- zösisch-polni che Verhältnis sich abgeschwächt hat. Er weiß, daß Polen jetzt allein seine Forderungen im Völlerbundsrat vertreten muß, und er hielt es deshalb für richtig, indem er das an Frankreich ausiprach, dies durch scharfe Angriffe auf Deutschland zu überdecken. Wir behalten ruhiges Blut Wir wissen (und deshalb sinsd die Reden des Herrn Zaleski nichts Rcues), daß einer der Gefahren- und Unruheherde eben Marschau ist: die Unberechen- barleit dcs Marschalls, die Zerfahrenheit der polnischen Parteiverhältnisse. die Unfähigkeit, der inneren Probleme Herr zu werden, und daher vielleicht die Reigung, das Ventil dafür in der Außenpolitik in einem kriegerischen Abenteuer zu suchen. Daß Polen dabei selbst viel riskieren würde, weiß cs selbst am besten. Und was die polnische Westgrenze anbetrifst, so weiß Polen so gut wie Europa, daß Deutschland an eine gewaltsame Aenderung dieser Verhältnisse nicht denkt, aber daß es ebenso bestimmt und eindeutig a b l e h n t, die deutsch-polnische Grenze zu garantieren, die, wie die oberschlesischen Wahlen zuletzt aufs deutlichste gezeigt haben, an vielen Stellen eine pure Unmöglichkeit ist. Der Friede von Europa ist und bleibt gefährdet, wenn diese unmöglichen Grenzverhältnisse so bleiben, in Oberschlesien, im Korridor, die Danziger Verhältnisse und was sonst noch dazu gehört. Der polnische Außenminister erklärt, wie fein Vorgänger und wie wahrscheinlich jeder polnische Politiker von heute, daß Polen eine Revision seiner Westgrenze nicht zulafsen werde: .Um keinen Preis werden wir auch nur einen Fußbreit pommerellischen oder oberschlesischen Dvdens abtreten, jener seit Jahrhunderten polnischen Ländern, die uns übermächtige Gewalt genommen hatte und die unS der Sieg des Rechtes und der Gerechtigkeit wieder zurückgegeben hat." Auch dieser Außenminister betont die Einmütigkeit der ganzen polnischen Ration darin. Das ist freilich leichter und wirkungsvoller, als wenn sich ein solcher Außenminister nüchtern und mit Selbstüberwindung die Frage vorlegte, ob gute nachbarliche Beziehungen zu Deutschland, auf die Polen angewiesen ist, auf die Dauer denkbar sind, wenn diese Grcnzverhältnisfe so bleiben und wenn die ganze polnische Praxis den Minderheitsstaaten gegenüber aufrecht er- Johnson schüttelte den Kops. Und immer zu Elk gewendet, denn Dick schwieg während dieser Unterredung, sagte er: „Er hat die Sache nie mit mir besprochen. Er wollte nicht einmal einen Advokaten zu Rate ziehen. Er sagte mir, daß er die äußere tyorm des Testamentes einem Buche entnommen habe." Dick erhob sich. „Ich danke Ihnen herzlich für Ihre interessanten Ausschlüsse, Herr Johnson", sagte er, den Philosophen zur Tür begleitend. Am nächsten Morgen Halle Dick eine Unter- rebung mit dem Gefangenen von Pentonoille und sand ihn in recht widerspenstiger Stimmung. „Ich weiß nichts von Babies und von Spielzeug und wenn Johnson sagt, daß er es geschickt hat, dann lügt er in feinen Hals", sagte Balder trotzig. ,Lch verweigere jede Aussage über Maitland und meine Verbindung mit ihm. Ich bin das Opfer einer polizeilichen Verfolgung geworden und wünsche meine Enthaftung. Ich fordere Sie auf, einen Beweis zu erbringen, daß ich auch nur eine einzige strafbare Handlung in meinen Leben begangen habe, ausgenommen, daß es vielleicht in Ihren Augen ein Verbrechen ist, ein Leben wie rin Gentleman zu führen." „Haben Sie aber nicht doch vielleicht eine Nachricht für Ihre liebe Frau und Ihre sieben Kinder zu bestellen?" fragte Dick sarkastisch. Die drohenden Züge des Gefangenen glätteten sich für einen Augenblick. „Nein, für die wird Elk schon sorgen", sagte er. Eine Stunde vor der Zell, zu der der Gerichtshof sonst öufanTmenjutreten psleate, wurde in Born- ftreet die Anklage gegen Balder erhoben. Der Arrestbefehl wurde erteilt und Balder im Auto unter Bewachung von Pentonoille weiterbefördert. In der drillen Nacht nach Balders Einlieferung in das Gefängnis von Pentonoille, kam Romantik in das Leben des zweiten Hauptaufsehers. Er war verhältnismäßig jung, alleinstehend, von recht angenehmen Aeußern und wohnte bei seiner verwitweten Muller in Shepherds Bush. Es war seine Gewohnheit, nach der Arbeit des Tages einen Autobus zu benützen, um sein Heim zu erreichen und er war gerade im Begriffe, bei seiner Straße auszusteigen, als eine Dame vor ihm ausstieg, strauchelte und zu Boden fiel. Er war fofort bei ihr, um sie emporzuheben. Sie war jung, elegant halten bleiben. So Hot un< die Rede deS polnischen Außenministers nichts RcueS gebracht, sondern nur wieder daran erinnert, daß wir in daS neue Jahr hier mit einer Spannung etn- iTcien, die unerfreulich ist. aber ohne unsere Schuld. Es ist nicht Deutschlands Schuld, wenn die Grenzen so unmöglich laufen, und nicht Deutschlairds Schuld, wenn man in Warschau einen Weg zur Verständigung nicht findet und, wie die Rede ZalestiS zeigt, auch nicht finden will! Lüftungsanlagen in öffentlichen Lokalen. Die Frage, wie in öffentlichen Sälen, Krnos, Theatern, Versammlungszimmern, kurzum in allen Räumen für öffentliche Zwecke eine gute Durchlüftung erzielt werden kann, ist eine bedeutsame Angelegenheit unserer Zeit, in der von allen Seiten als Gegengewicht gegen den nervenaufreibenden Daseinskampf immer neue Möglichkeiten gesucht werden, um die Gesundheit des Volkes auf der Höhe zu halten. In den großen Sälen, in denen sich viele Menschen zu- fammenfinben, um Vorträge zu hören. Fckme zu sehen, oder aber auch sich aktiv durch Tanzen zu betätigen und zu bewegen, findet man trotz fortgeschrittenster Technik und modernster Bauart oft eine derart schlechte Lust, daß sich immer dringender die RotwenLigkell ergibt, zu untersuchen, was getan werden kann, um endgültige Vesserungen zu schaffen. In öffentlichen Gebäuden wurden schon seit einigen Jahrzehnten besondere Lüftungsanlagen eingebaut, mit denen jedoch meist nicht allzugute Resultate erzielt wurden, weil sie in technischer Hinsicht das Problem nicht restlos erfaßt haben. „Luft und Licht", so erklärte der bekannte Architekt Prof. Heinrich S t r a u m c r einem Mitarbeiter der Verkehrszeitschrift „Verkehr und Vä- der", „möchte ich das Prinzip nennen, unter dem heute der Häuserbauer seine Aufgaben ausführt. Die moderne Architektur hat sich von allen Spezialisierungen und Koniplizierungen des Stils freigemacht, um in Weitestern Maße die Zweckmäßigkeit und Gesundheit des Vaues zu gewährleisten. Hierzu gehört ohne Frage auch die Lösung des Entlüftungs- Problems, zumal für große Räume. Wenn ich den Grundsatz heutiger Baukunst wie oben in zwei Morten zu charakteri'ieren suche, so zeigt sich hierin gleichzeitig auch die Erfassung dieser Frage, die durch ixn Einbau genügend großer, leicht zu öffnender Fenster wenigstens in Mohnräumen mittleren und kleinen Ausmaßes sich auswirkt. Schwieriger hingegen ist, es. bei großen Sälen eine einwandfreie Entlüftungsanlage zu konstruieren. Hier empfiehlt es sich für den Architekten, mit dem (Sntlüftungö- spe^ iaIisten zusammenzuarbeiten, gilt eS doch besonders für den Minter, die Räume gut zu entlüften, während die Kälte das Oefsnen vo i Fenstern auSschließt. Vei großen Sälen reichen auch die Fenster gar nicht aus. um den genügend starken Wechsel von frischer und verbrauchter Luft zu gewährleisten. Eine künstliche Entlüftikng mit maschinell er Vorrichtung wird unvermeidlich. Eine solche besteht darin, daß frische, in besonderen Kammern vorgewärmte Luft hineingepreht und die schlechte Luft durch Saugapparate — sogenannte Exhau- storen — herausgezogen wird. Bei Neubauten sind die K o st e n für derartige Entlüftungsanlagen relativ niedrig. In Hohlräumen über der Saaldecke ober an, den Seitenwänden führt man Kanäle, die dann über das Dach hinaussteigen. Die Frischluftkanäle werden in gleicher Weise im Untergeschoß- oder an Sellenwänden stugefuhrt. Die Maschinen zum Ein- vressen der frischen Luft ordnet man zweckmäßig im Keller an, man soll aber die frische Luft möglichst ein Geschoß höher aufsaugen. Es muß vermieden werden, Kellerluft ober feuchte Erbluft einzuführen. Bei Ansammlung vieler Menschen muß ein solches Verfahren immer angewandt werben. Ohne Kraft betriebene Anlagen reichen für ben Luftwechsel in großen Räumen nicht aus, um so weniger, wenn z. B. bei Festlichkeiten die Anbringung be- fonberer Dekorationen notroenbig wird. Vorhänge, Portieren ober Dekorationen wirken besonders stark als Staubfänger. Auch hier soll die Gestaltung der Innenraume schon unter Rücksichtnahme aus die Lust erfolgen. Asio unter Vermeidung über,luftigen Zierates. Jede Frischlustzusuhrungsaniage ist so her- AufteUen, daß sie mit einer Saugoornchtuna zum Entfernen der verbrauchten Lust verbunden ist. „Ev ist meist wesentlich einfacher als man annimmt, bestehenden Sälen neuzeitliche Frischlustanlagen einzuglicdem, denn fast überall wird es unbenützte Boden- ober Dachräume geben, ble zur Unterbringung der Kanäle geeignet, sind. Da gerade bei Sälen ältester Bauart in großem Maße Verzierungen, wie Kehlen, Konsoloor- ragungen usw. vorhanden sind, so wird man diese benutzen, um die Kanäle dahinter anzulegen. Auch hierfür stellen sich die Kosten nicht sehr hoch, gleich- zeitig gewinnt aber her Saal durch eine solche Maßnahme In der Meinung des Publikums nicht unbeträchtlich. Wo dieser Umbau technisch unmöglich ist, wird mau gut tun, neue Decken einzuziehen, wenn zugleich ble Säle eine Erneuerung erfahren." „Sehr Intcrcfiant," so äußerte sich Pros. S t r a u- m c r weiterhin, „lagen für mich in einem Cpezial- faU ble Verhältnisse, damals nämlich, als ich in sehr kurzer Zeit da» Haus der Funk-In- b u ft r i e in Berlin zu bauen hatte. Hier handelte es sich auch darum, eine Entlüfttinas- und Heizungsanlage einzubauen, aber es durfte wegen der besonderen Bedingungen für den Rundfunkempfang kein Eifen für die Kanäle bzw. Rohrleitungen verwendet werden. Unter ben Galerien befinden sich Gitter, durch die die Frischluft einftrömt, die in be- sonderen Kammern vorgewärmt wird. Für die Leitungen wurde ein neues Material verwandt, dessen Zusammensetzung aus Kalk und Gips und Lumpen wir praktisch erst approbieren mußten. „Allgemein kann man sagen, daß die Deffcnt- kichkeit der Frage der Enttustung nicht d i e Beachtung schenkt, die sie verdient. Gerade die Entwicklung des Häuserbaues zum Turmhaus, wie wir sie jetzt sehen, macht das Vorhandensein gut funktionierender Luftwechfler notwendig. So sind in den Warenhäusern oft sehr mangelhafte Anlagen vor- Händen, wenn auch bei Neubauten auf diesem Gebiet große Fortschritte erzielt wurden. Hinzu kommt, daß behördliche Vorschriften für dieses Gebiet wenig vorsehen und daß erst in allerneuester Zeit die Absicht besteht, der Schnellentmicksiing der Zeit Rechnung zu tragen. Die Baupolizei bemüht sich, ihre früheren Verordnungen zu ergänzen. Architekt und Entlüftungstechniker werden daran denken, daß die neuzeitliche Entwick- lung z. B. des Sportes neue große Ausgaben mit sich bringt und neue Probleme stellt, die erst noch gemeistert werden müssen. Auch für den Bau von Ausstellungshallen müssen gerabc in bezug auf die (Entlüftung die bisherigen Methoden einer Revision unterzogen werden. Nichts ist unanae- nehmer, als eine Messe ober Ausstellung zu besuchen, wenn es sich in ben Hallen vor heißer und verbrauchter Luft kaum aushalten läßt. lieber- raschend gut ist übrigen» die (Entlüftungsfrage tu ben Lichtspieltheatern mancher Städte ae- löst, wo durch ble Folge mehrerer Vorstellungen bc- sondere Anforderungen aestellt werben. Oft ist bei Grohkinos die Anlage so, daß die größte Anzahl der Türen direkt ins Freie führt, so daß bei dem Wechsel der Besucher zwischen jeder Bor- stellung ein genügender Durchzug em tritt Die Anforderungen des neuzeitlichen Lebens führen zwangsläufig auch auf* diesem Gebiet der (Entlüftung zu ganz neuen Wegen. Der Ausdruck der Architektur im Inneren wie im Meuteren hat sich bereit» gewandelt, und der Stil, der schon heute als Zweckstil bezeichnet wird, begünstigt auch die Anlaae solcher Entsüftungsvorrich- tungen, wie sie dem Aufenthalt der Menfck)en nützlich sind.__ Oberhessen. Landkreis Gicstcu. 00 Klein-Linden, 14. Ian. Au» der Bevölkerungsstatistik des verflosienen Jahres ist zu berichten: Die Zahl der Eheschließungen betrug 12 gegen 20 im Jahre 1925, geboren wurden 27 Kinder (1925: 33). An Sterbesällen sind 14 zu verzeichnen (1925: 18). Das Jahr 1927 scheint ein sehr fruchtbares zu werden. Sind doch in ben ersten 14 Tagen bereit» 7 Kinder als geboren an- gemeldet worden. und erstaunlich hübsch. Er führte sie behutsam auf ben Gehsteig. „Es ist nichts geschehen", sagte sie lächelnd, aber mit schmerzlich verzogenem Gesicht. „Es war sehr dumm von mir, mit dem Bus zu fahren. Ich habe mein altes Dienstmädchen besucht, das erkrankt ist. Wollen Sie mir bitte, ein Auto rufen?" (Ein vorbeifahrendes Auto ward herangewinkt und das blaffe Fräulein sah sich hilflos um. „Wenn ich nur jemandem begegnen würde, den ich kenne. Ich mochte so ungern allein noch Hause fahren! Ich habe Angst davor, ohnmächtig zu werden." „Wenn Sie gegen meine Begleitung nichts ein- zuwenden hätten," sagte der Hauptauifehr, mit all dem warmfühlenden Ernst, ben der Anblick einer hilflosen Frau im Busen des empfindsamen Mannes weckt, „Jo will ich Sie gerne nach Hause begleiten. Ein langer Blick voller Rührung und Dankbarkeit traf ihn aus ihren Augen, sie nahm seine Begleitung an und murmelte nur ihr Bedauern über die ihm verursachte Mühe. Sie bewohnte eine wundervolle Wohnung. Der Hauptausseher dachte, er hätte nie vorher eine so anmutige und schöne Dame in so passender Umgebung kennen gelernt und damit hatte er allerdings recht. Er hätte gerne nach der Verletzung an ihrem Knöchel gesehen, aber sie fühlte Jich viel, viel wohler und gerade kam auch ihre Zofe herein. Und ob er nicht ein bißchen Whisky mit Soda haben wollte? Und ob er nicht, bitte, rauchen wolle? Sie wies ihm den Platz, wo er Zigaretten finden konnte und bann sprach der Hauptaufseher eine Stunde lang von sich selbst und hatte so einen äußerst unterhaltsamen Abend. „Ich bin Ihnen sehr zu Dank verpflichtet, Herr Bron" sagte sie beim Abschied, „weil Sie soviel Zett an mich vergeudet haben." „Wenn das die Zeit vergeuden heißt, so hat es keinen Sinn für nach, mit ihr zu sparen." „Das ist ein wunderschönes Apercu!" sagte sie lächelnd. „Also, dann will ich Ihnen auch erlauben, morgen zu mir zu kommen, um sich nach meinem armen Fuß zu erkundigen." Er notierte sich sorgfältig die Adresie des alleinstehenden Häuschens in Bloomsburg Square, und als er am nächsten Abend klingelte, war er nicht mehr in Uniform. Um zehn Uhr ging er m Ekstase fort, ein Mann, der den Kovs hochhielt, mit sich selber sprach. Denn, „oer Duft ihrer Reize/ wie er ihr schrieb, „hatte sein Innerstes durchdrungen". Zehn Minuten, nachdem er gegangen war, kam die Dame heraus, schloß da» Haustor sorgfältig hinter sich ab und trat auf die Straße. Der Müßiggänger, der auf dem gegenüberliegenden Gehsteig auf und ab schlenderte, warf seine Zigarre weg. „Guten Abend, Fräulein Basiano", grüßte er. Sie nahm eine abwesende Haltung an. „34 fürchte, daß Sie sich irren , sagte sie steif. „Nicht tm geringsten! Sie sind Fräulein Baffano und meine einzige Entschuldigung dafür, daß ich mir erlaube. Sie anzusprechen, ist, daß ich ihr Noch- bar bin." „Nun erst sah sie ihn näher an. „Ach, Herr Broad!" sagte sie In etwas freundlicherem Tone. „Ich habe eben eine Freundin besucht, die sehr schwer erkrankt ist." „3a, das hat man mir berichtet. Ihr Freundin hat eine recht hübsche Wohnung," sagte er und begann neben ihr herzugchen. ,Hch selbst wollte sie vor ein paar Tagen mieten. Die möblierten Wohnungen sind recht schwer zu finden. Stimmt, vor einer Woche war ich hier. An dem läge, an dem Sie Ihren beklagenswerten Unfall in Shepherds Bush hatten." ,Lch verstehe Sie nicht!" sagte Lola. „Die Wahrheit ist," sagte Herr Broad im Tone der Entschuldigung, „daß auch ich versucht habe, mit Herrn Bron bekannt zu werden. Während der letzten zwei Monate habe ich mich mit dem sorgfältigen Studium des Gefängnispersonals in Pen- tonville beschäftigt und besitze eine Liste der leicht zugänglichen Jungen ,die zusammenzustellen mich einen Haufen Geldes gekostet hat. Ich vermute, daß Sie noch nicht das Stadium erreicht haben, wo Sie ihn hätten überreden mögen, über s-ine interessanten Gefangenen zu sprechen. Dazu spricht Herr Bron allzugern von feinen seelischen Vorgängen. Ich habe es letzthin mit ihm versucht," fuhr Broad fort, „er besuchte einen Tanzklub in Hammer Smith, und ich wurde mit ihm durch ein Mädchen, de er hofiert, bekannt. Sie sind, nebenbei bemerkt, nicht die einzige Liebe feines jungen Lebens." (Fortsetzung folgt.) ver- de r (pjazwl Fr; Goetf ^Rcuvmaus ]f FRANKO 1298$ Verls schrii masc ist d; Arbe stellung von Waffenscheinen. — Gefunden, loren. — Dienstnachrichten. Berlin, bei sehr ntfia Kursen. Die i "ach unten.. echte Sodener Pastillen gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung bereitet gegen» Wirtschaft. Börse und Geldmarkt. Mit der Diskontermähigung n. Großen-Linden, 14. Ian. Di« am südlichen Ortsausgang abseits der Straße auf einer Prioatwiefe stehende sog Napoleon-Pappel, ein riesiger Baum, sollte von dem Besitzer dieser Tage gefällt werden, do die gegenwärtig 'n der Durchführung begriffene Feldbereinigung sog. Wud- baume nicht berechnet. Das Kreisamt Gießen v e r - b o t jedoch die Fällung des Baumes, da dieser unter Denkmalsschutz sieht. is. Steinbach. 14. Jan. Wie schwer tne Lotlausseuche im vergangenen Jahre unsere Schweinebeständ« heimsuch le. £«-gt die IahreZrechirung der Schweineversicherungskasse. Annähernd 3 0 0 0 M L wurden als Entschädigung für gefallene Tiere bezahlt: dabei wurde aber eine ganze Anzahl Schweine bei den ersten Anzeichen der Erkran- fung abgeschlachtet und verwertet. Um der Seuche toinfam begegnen zu können, wurde in der letzten Generalversammlung beschlossen, das) jedes Kassenmitglied seine S ch w ei n e b e st ä n d e zweimal im Jahre 1 9 27 probeweise her Sch utzimp sung unterziehen lassen muh. Trauungen. 23 Sterbefälle, verein „Sang er kränz' toärtig für den 23. d. Mts. ein Konzert vor. das eine Leihe von Chören und außerdem Dar- bietungen guter Solisten bringen wird. Der Veranstaltung darf man mit großem Interesse ent» Die Grippe in Frankfurt. WSA. Frankfurt a. M.. 14. Ian. In den letzten Tagen hat hier die Grippe zwar etwas zugenommen, sie ist j.doch im Gegensatz zu früheren Jahren meistens harmlos verlaufen. Immerhin find einige Todesfälle zu verzeichnen. Die Krankenhäuser sind jetzt sämtlich gefüllt. Seitens des Stadt- gefundheitsamtes ist in Aussicht genommen, bei weiterem Umsichgreifen der Krankheit ein Schul- gebäude zu räumen und dieses für die Belegung mit Kranken herzurichten. Auch das Walderholungsheim bei der Schwein- ftiege im Frankfurter Stadtwald ist geräumt und mit Grippekranken belegt worden. Das Krankenhaus Sachsenhausen macht darauf auf» merksam, daß der Besuch bei Grippekranken wegen der gesteigerten Gefahr einer Ansteckung bis auf weiteres untersagt ift Bei lebensgefähr ichen Erkrankungen werden Ausnahmen von Fall zu Fall unter Mitwirkung des Arztes zugelassen. Die Millionenvsrluste bei der Frankfurter Arbeitszenlrale. WSN. Frankfurt a. M., 14. Ian. Der im Sommer d. I. vom Stadtparlament eingesetzte Untersuchungsausschuß über die Vorkommnisse bei der Frankfurter Erwerbsbeschränkten- Zentrale hat jetzt feine Arbeiten beendet und den Bericht der Oeffentlichkeit übergeben. Der Aus- schuß kam einstimmig zu der Feststellung, daß die Mißwirtschaft bei der Arbeitszentrale in einem Zeitraum von 21 Jahren einen 23 e r I u ft von rund 2400000 Mark verursacht hat, was im wesentlichen auf die mangelhafte, unkaufmännische und unwirtschaftliche Leitung der Arbeitszentrale und die völlig ungenügende Mitwirkung und Beaufsichtigung seitens des zuständigen Amtsdezernenten zurückzusühren sei. Die Entlassung der beiden Direktoren Trapp und Roß wird aufrechterhalten. Schließlich wird gegen den Dezernenten der Arbeitszentrale, Stadtrat Dr. Schlotter, die Eröffnung des Disziplinarverfahrens gefordert. t Grünberg, 14. Jan. Die standes - amtliche Statistik des Jahres 1926 zeigt folgende Feststellungen' 2? ©eburien. 13 — -- ' "" . — Der Ges ang- $ ' Mit 15 Aus dem Amtsverknndigungsblatt. " Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 3 vom 14. Januar enthält: Adreßbuch der Stadt und des Kreises Gießen. — Heimatbuch von Glentz und Lutz. — Maul- und Klauenseuche in Klein- Linden, Großen-Linden und Staufenberg. — Aufnahme in die gewerblichen Klassen der Fortbildungsschule. — Feldbereinigungen Großen-Linden, Watzenborn-Steinberg und Stangenrod. — Aus- • Hessische LandeS-Hhpotheken- bank A.-G. in Darmstadt. Zur Frankfurter Börse wurden 5 Millionen Goldmark Zprozen- tiger Goldhypothekenpfantzbriefe Serie l. b Millionen Goldmark dto. Serie II und 5 Millionen Goldmark Iprozentiger Goldpfandbricse Serie III zugelassen. Aach dem Prospekt wurde im März 1926 das Hypothekendarlehensgeschäft ausgenommen. Bon den bewilligten Darlehen waren bis Ende September 1926 11,9 Millionen Goldmark angenommen und 8.67 Millionen Goldmark ausgezahlt. Der Pfandbriesumlaus betrug damals 10,5 Millionen Goldmark. Der Unterschied zwischen Psandbriefumlaus und Hypothekendarlehen wurde vorübergehend durch auf Goldmark lautende hessische Staatsanweifungen gedeckt. Die deckungsfähige Beleihung ist auf inländische Grundstücke beschränkt und der Aegel nach nur zur ersten Stelle zulässig. Aach Ablauf von 40 Jahren hat der Staat dcts Aecht, die Dank nach vorhergehender einjähriger Kündigung zu erwerben. * Frankfurter Hypothekenbank. Die Ordentliche Generalversammlung genehmigte einstimmig die Erhöhung des Aktienkapitals von 5 285 000 Mk. b s auf 10 005 000 Mk. Der Ausgabekurs soll mindestens 125 Prozent betragen. Das gesetzliche Dezugsrecht der Aktionäre Bleibt ausgeschlossen. Bon den 4 720 000 Mk. neuen 211.len übernimmt ein Dankenkonsortiurn 3 720 000 Mark mit der Maßgabe, sie zum Hebern a')meTurS den alten Aktionären dergestalt anzubieten, daß auf fünf alte Stammaktien über je 120 Mk. zwei neue zu je 200 Mk. bezogen werden können. Die restlichen 1 000 000 Mk. neuer Aktien bleiben vorläufig zur Verfügung der Derwaltung und sollen evtl, dazu dienen, die Einführung der Aktien an der Berliner Börse zu ermöglichen. • Zum rumänischen Auftrag für den Stahlwerksverband. Zwischen der Derwaltung der rumänischen Staatsbahn und dem Stahlwerksverband, Düsseldorf, ist nunmelji endgültig der Vertrag auf Lieferung von Eisen- bahnoberbaumaterial im Gesamtwerte von 40 Mill. Arn. zustande gekommen. Der Vertrag wird auf Aeparationskonto ausgeführt werden A e i ch s b a n k sind die Tendenzen, die wir in der letzten Betrachtung der Dörsenlage kennzeichnen konnten, noch erheblich stärker in die Erscheinung getreten. An den Terminmärkten zogen die Kurse, luenn auch nicht gleichmäßig auf allen Gebieten, bedeutend an. Das Publikum zeigte einen wahren Heißhunger für gut rentierende Einheitsaktien und gab dabei auch Kauforders großen Ilmsanges für solche Papiere zur Börse, die als weniger qualifiriert und dementsprechend als kaum steigerungssähig bezeichnet werden müssen. Wahrscheinlich hängt das mi. der Unkenntnis der Verhältnisse bei den einzelnen Geselstchaf en zusammen. D e Tatsache, daß wahllos di.' b Eigen Papiere aus dem Kurszettel herausgesucht und gekau t werden, trägt aber auf der andern (Seile d.e Gefahr einer Reaktion in sich, wenn die Auffassung binnen kurzem eine ruhigere geworden ist. Aepartierun- gen und plötzliche Kursavancen sind in diesem Ausmaß jedenfalls feit langem an der Berliner Börse nicht mehr zu verzeichnen gewesen. Rentabilitätserwägungen waren es auch, die dem Markt der festverzinslichen Werte eine breite Käuferschicht zusührten. Durch die Herabsetzung des Reichsbankdiskontes ist die Rendite bei diesen Papieren naturgemäß größer geworden. Die in den letzten Tagen erfolgten Kurssteigerungen dürsten aber nunmehr eine ausreichende Anpassung an den niedrigeren Lan- deszinssatz darstellen. Die 7prv'entigen Gold- Pfandbriefe und Goldanleihen haben im allgemeinen den Parcstand erreicht oder überschritten, und dis Bestrebungen, zum bprozentigen Psandbriestyp als Aorm überzugehen, dürsten jetzt Aussicht auf eine rasche Verwirklichung haben. Einen rein spekulativen Charakter trug demgegenüber d e Haussebewegung in der Kriegsanlethe und anderen Aeichsanleihen, fotr ie den Papiermarkanleihen der Einzelstaaten. Die Hoffnungen, daß aus irgendci em Grunde eilte Günstlserstellung der Aeubesltzanleihe.i über die Bestimmungen des Auswertungsgesetzcs hinaus möglich sein werde, sind aber von offizieller Seite dementiert worden. Dec KriegSanleihelurs, der scharf in die Höhe gegangen war, unterliegt damit im 2Iuge:tbTicr wieder ebenso wie das Aiveau der übrigen gleichartigen Anleihen einem empfindlichen Druck, weil die Käufer b:ftrebt sind, die neuerworbenen Bestände in diesen Werten nun zu realisieren. Die durch die Ermäßigung dec Aeichökmnlrate ausgelöste Hausfestimmung ist neuerdings zwar auf normalere Verfä taiffe zu- rückgeschraubt, doch be.ssält das Kurs ioeau nach L ie vor eine bemerkenswerte Festigkeit. Die Führung hat bei dieser Situation weniger di? Dörsenkulisse, als das Privatpublikum, dessen A.'schaf,ungen dem Markt immer wieder einen stabilen Grundton ce'cn und Baisse- W E ! N B Generalvertreter: 5. Grünewald, Bebra. angrtffe zum Scheitern bringen. 2stn einzelnen ist der D a n k a k t i e n m a r k t mehr in den Hintergrund gehe.en, nachdem das voraussichtliche Bezugsrecht der Commerzbank eine Enttäuschung bar )t eilte und der Kurs dieses Instüuies auf Glattslellunge.i ci.;en mehrpro-e.ati en Rückgang erfahren hat. Montanwerte sind ebenfalls nach zeitweiser bedeutender Bevorzugung in den Hintergrund getreten. Teilmei'e mögen Tausch- operationen dieser Papiere in die momentan im Mittelpunkt stehenden Altien stattgesunden haben. Zu den letzteren gehören vornehmlich Elektropapiere, Kaliaktien und eine beträchtliche Anzahl sogenannter Qlebenteerte. Auch SchiffahrtS- aflien sind unter gleichzeitiger Betonung ihreS Fceigabecharalters wieder mehr beachtet. I.-G.- Farben, die zeitweise vemachlä^sigt blieoen, find in der Mitte der laufenden Woche ebenfalls neu auf das Schild gehoben worden. Gs steht nur mehr die Medioprolongation bevor. Die Opera.ionen, die sich durch dir Vorbereitungen dieses Abwicklungstermines ergeben, können die Tendenz in den nächsten Tagen möglicherweise bc- einslussen. Grund zu ernsteren Besorgnissen scheint trotzdem nicht vorzuliegen, selbst, wenn man das große Ausmaß der Kurssteigerungen berückjich- tigt, da die Aeportgelder keine Einschränkung erfahren werden und dir Verzinsung von Prolongationsgeldern mit 7 bis 7,5 Prozent diesmal wesentlich billiger ist, als bei der älltimo-Dezember-Liquidation. Isis fett Ort und Stelle, wie auf dem Staatsarchiv in Darmstadt, wo er im Amt und später im Ruhe- stände lebte, verdient gemacht. Insbesondere tft ihm die Kenntnis der Wüstungen im oberen Aiddertale (Eigelshain, Alt-Sichenhaufcn. Enckarh, Unter- und Oberniddern) zu verdanken. Kreis Büdingen. • Büdingen, 14. Ian. Zu dem in Ar. 7 des ^Gieß. Anz." vom 10. Januar veröffentlichten Bericht aus Stockheim über eine Versammlung zwecks Gründung einer Obstverwertungs- genossenschast ist mitzuteilen, daß die Angabe in jenem Bericht, jede Genossenschaft werde bei dem geplanten Unternehmen etwa 500 Mk. zeichnen und Anteilscheine von 2000 Mk. alö Geschäftsanteil übernehmen müssen, auf einem Irrtum beruht. Nichtig ist vielmehr, daß die Geschäftsanteile auf 100 Mk. tauten mit einer Haftsumme von 400 Mk. Genossenschaften und Vereine sollen gehalten fein, mindestens fünf Geschäftsanteile zu nehmen. Mitglieder des Unternehmens können werden die landwirtschaftlichen Genossenschaften, die Vereine mit juristischer Persönlichkeit, Verwaltungen, Gemeinden und Einzelpersonen. _L Aidda, 14. Ian. 3m Gasthof .Zur Traube" tagte am Dienstag die Aeujahrs- konferenz der Geistlichen des evangelischen Dekanats Aidda unter dem Vorsitz von Dekan Scribd» Eichelsdorf. Dabei kamen die schwierigen f i n a n z ie l lenVe r hält- nisse der Kirchengemeinden zur Sprache. Aus Antrag aus der Versammlung beschloß die Konferenz, das Landeskirchenamt zu bitten, zur nächsten Konferenz einen Vertreter der Kirchenbehörde zu entsenden, der den Kirchengemeinden Aichtlinieu für die Aufstellung der Voranschläge geben soll. 3m Mittelpunkt der Tagung stand das sehr aktuelle Themas „Krieg und C h r i st e n t u m“, worüber Pfr. W o l f-Aanstadt sprach. Den Pazisismus in der Form, wie wir ihn heute vielfach finden, ablehnend, kam der Vortragende zu dem Schluß, daß das Ziel des Christentums bleiben müsse, den Krieg aus der Welt zu schassen. An der sehr lebhaften Aussprache beteiligten sich außtzr dem Vorsitzenden die Pfarrer Obechosprediger Ehrhardt -Hirzenhain, Dr. Heymann -Aodheim, Weidner- Ober-Lais und A a u - Wallernhausen. Kreis Alsscld. ' Aied er-Ofleiden, 13. Jan. Gestern wurde hier der weit über unseren Ort hinaus bekannte frühere Gastwirt Aikolaus Metz zur letzten Auhe bestattet. Er war in unserer Gemeinde der älteste männliche Einwohner und der letzte Veteran aus dem Kriege 1870/71. Als sich der Trauerzug in Bewegung setzte, v e r s ch i e d auch die seit längerer Zell schwer leidende Gattin des Heimgegangenen, die nun an feiner Seite bestattet wurde. Starkenburg. WSA. Darmstadt, 14. Ian. Zum vierten Male innerhalb nicht allzulanger Zeit hat sich hier wieder ein E t r a ß e n e i n b ru ch ereignet, und zwar diesmal in der Wehprechtstraße, in der Größe eines Handkarrens. Wie bei den Senkungen in der Anna- und Eichbergstraße, handelt es sich scheinbar um Undichtigkeiten der Kanalrohre. Preußen. Dillkreis. bl. Dillenburg, 14. Ian. Die Um« und Erweiterungsbauten am hiesigen Bahnst o f werden in Kürze in starkem Maße wieder aufgenommen. Man will nun mit dem Ausbau der Empfangshalle beginnen, die bis zum 1. April ferjiggeftent fein soll. Im Herbst gedenkt man alle Arbeiten an Gebäuden und Unterführungen vollendet zu haben. bl. Herbornseelbach, 14. Ian. Gestern abend entstand hier ein B r a n d. Eine Scheune fiel dem verheerenden Element zum Opfer. Es wird Brandstiftung angenommen. Kreis Limburg. WSA. Limburg, 14. 3cm. Heute nachmittag ereignete sich aus der oberen Diezer Straße kurz vor den ersten Häusern Limburgs ein schwerer Automobilunfall. Ein Opel-Dreisitzer aus einem Aachbardorfe, in dem sich neben dem Chauffeur ein Vater mit feinen beiden Kindern im Alter von 3’/a Jahren und 20 Monaten befand, wollte ein Fuhrwerk überholen und geriet dabei auf der glitschigen Straße ins Schleuk^ern, so daß es in höchster Fahrt gegen einen Baum geschleudert wurde. Der Wagen wurde in der Milte auSeinanderger.s- fen und vollständig zertrümmert. Der Chauffeur erlitt einen Schädelbruch und schwere Brust Verletzungen, das 31/,- iübrige Kind ebensoll einen schweren Schätz e l b r u ch, den es la tm überstehen wird. Der Vater und das jüngere Kind find bereits etwa 10 Meter vor dem Zusammenstoß aus dem Wagen herausgeschleudert worden und kamen mit leichteren Verletzungen davon. Maingau. WSA. Höchst a. M. 14. Ian. Bel Okriftel ist gestern nachmittag das Auto der Linie Okriftel —Hosh ei m im TaunuS einem Brande zum Opfer gefallen. Der Chauffeur führte wegen Motordesekts Aeparaturarbeiten aus. Dabei geriet aus bisher unbekannter Ursache daS Benzin in Brand. Der Wagen wurde vollständig vernichtet. Der Chauffeur wurde mit schweren Brandwunden im Höchster Krankenhaus eingeliesert. Die Feuerwehr hatte gerade noch Zeit. das Uebergrrifen des Brandes auf das Depot zu verhindern. MS ;FS-°° Trtiöntr BM Sklcllban.\-*i C yiutelfituuÄt £tftc:rttd)itoc flkiisbonl ■ Sübcta» • • gtlfenhrttener Haw-ucr flaürotrf iaurahüi« ■ • *• •- enne ■ Mus rlscr. • •1 --> flte.iir Mhkiiiischk Srour Stjtiniiabl ■■■ ■ Ifcbrf Montan ■ StUiti ScrMi. Brrrinifltt eiaoir Amtburo flmtrila $ort>bcutlcbcr L'lo Etzrromilchc Dcrk itancnnwrf beit'1 Wlipp fioliumni MAIO (iont Ona tixiniitfic Wvcr Öjlbidimibt ■ • faijDtr oblunn- ■, üiigtLrvrrre. ttrif cin'ialt.. !0fl. SltltruilätM ttrflmanii fl ftr. Yttfmmßri jtflll und.firnft.. ii'ainfnvtttrtrfe ■. LMM..... (irmtni 4 Hulikr lökriwrft .QltOtr loimkr betören. tfr,lifltllfi(K6! - l’icouin. ..... Hannhrimcr Moti Iran'furtcr «nun joiilfrocninbril f Hi'tiQllfi'fclI djait1 Sei. Union A -iA. tdjnlrnbn! pet| eilcl..... Scllitofj fltoafar Benito i Walddos Sudcriabnt Frar Sudirifibtil Lag gegenfehen. df. Langs darf, 14. Jan. Die von der Lantzesgenossenschaftsbank im April 1925 hier errichtete Sch u l s p a r ka s s e erfreut sich eines recht schönen Erfolges. Seit ihrem Bestehen wurden von 74 Einlegern, abzüglich der Rückzahlungen, 907,80 Mark eingelegt, so daß das Konto Schulsparkasse beim hiesigen Vorschuß- und Kreditverein am 1. Januar 1927 mit Zinsen ein Haben von 974,33 Mark aufweist. Besonders das Aeujahrsgeld wandert fast restlos in die Sparkasse. Während im Januar 1926 auf diese Weise nur 160 Mark in die Kasse. Die flössen diesmal 257 Mark in die Kaste. Die Einlagen sollen nicht vor Beendigung der Schulzeit zurückgezahlt werden. Cs ist anzunehmen, daß mancher Einleger im Verlauf der Schulzeit eine ansehnliche Summe erspart. die später ihm oder den Eltern recht willkommen sein kann. — Der von Pfarrer Klin- g e l h o f s e r gegründete Gemischte Chor, der in Wirklichkeit nur ein Kirchenchor war und zeitweise schlief, um dann vor den Festen wieder zu kurzem Leben erweckt zu werden, ist jetzt wieder aufgelebt. Doch soll er diesmal nicht nur ausschließlich kirchlichen Zwecken dienen. Sein Hauptzweck besteht in der Zusammenfassung der Jugend zur Pflege des guten Gesangs. Die Leitung hat Lehrer H e l d m a n n übernommen. Kreis Friedberg. Sf. Friedberg, 14. Jan. Die Wetter- euer Museumsgesellschaft hielt heute abend im großen Hörsaal des Polytechnikums ihre Hauptversammlung ab. Im Anschluß an den geschäftlichen Teil sprach der verdienstvolle Heimatforscher Professor Dr. Blecher über Hulturzufammenhänge zwischen Altertum und Jetztzeit. Er zeigte an Hand guter Lichtbilder, zum großen Teil au8 dem Friedberger Museum, daß nicht alles das, was uns heute zum Leben nötig ist, Errungenschaften der Aeuzeit ' find, sondern daß gar vieles, z. B. Pflug, Korn- mühle, Sicherheitsnadel, Brosche, Schmuckkette usw., schon einige 1000 Jahre vor Christus in mehr oder minder großer Vollkommenheit vorhanden war. Kreis Schotten. □ Laubach, 14. Jan. Die Einrichtung eines Prämienmarktes, worüber mir bereits berichteten, ist jetzt von der Landwirtschaftskammer genehmigt worden-, von der Kammer wurde auch ein Zuschuß bewilligt. Der Markt oll in Verbindung mit einer Zuchtvlehver- teigerung am dritten Tag des Anschusses (14. Juni) auf dem städtischen Bleich- ilatz an der Wetter abgehalten werden. — In diesen Tagen sand im „Solmser Hof" unter dem Vorsitz von Architekt S i l ß eine gutbesuchte Versammlung statt, worin die Gründung einer Orts- ?ruppe Laubach und Umgegend der „D e u t- rb e n Bau, und Siedlungsgemeinschaf t" beschloßen wurde. Der Redner, Ingenieur Essinger- Butzbach, besprach eingehend die Ziele der Gemeinschaft. Lebhaft trat er auch für eine höhere Aufwertung aller Anleihen ein. 45 Mitglieder traten bereits in die neue Ortsgruppe ein. — Gedern, 14. Ian. Der hiesige Turnverein beschäftigte sch In einer außerordentliche« Generalversammllmg mit der Frage eines Turnhallebaues. Allgemein besteht für dieses Projekt gute Stimmung, jedoch macht die Frage der Geldbeschaffung noch Kopf -erbrechen. Die Stadtverwaltung ist bereit, hinsicht- llch der Finanzierung den Plänen des Vereins soweit wie möglich Unterstützung zu gewähren, jedoch ist erforderlich, daß die Mitglieder die ZinSgarantie für das auszunehmen de Kapital übernehmen. Unter Zugrundelegung dieser Verpflichtung wurde einstimmig beschlossen, dem Bau näher zu treten. Mit den Vorarbeiten wurde eine Kommission beauftragt, die auch zunächst die Bauplahfrage zu prüfen hat. B. DurkhardS, 14. Ian. Mit dem Geheimen Schulrat Dr. Theodor Schweisgut, einem ehemaligm Vurkhardser Pfarrerssohn, der am 12. Januar 77 Jahre alt verstorben ist, verliert unsere Gemeinde einen warmherzigen Freund und Gönner. Schweisgut hat sich um die Erforschung der Geschichte von Dorf und De- richt B'.irkhortzs durch umfangreiche Studien an n * vag ö 11 oen Au, * Auch Ti- An. tiger W beoSS1® ?* Äd?•?l- iw ‘bin wc. Wenfalls Jj; steh, -r 5US* Die Ope. eben, b e'^ ■*9tn ntbafi*JJ® ^?n* teWr»SKto?^ be- t lelbst.dN^ UrM 'S* "''i’im’i f'J;«!»»'5"'«- en Soldmark öpro-en- dbnr e Serie I. ZM. n® " und 5 Millionen »E-ick Serie,,, Wck wurde Im M» *W» ««W en Darlehen tonm w* 1.9 Mionen Svidrnari KiIRontn Tolömaik aus- numlauf btltug bamali ct Der Unterschied »toi. unö Hhpolhekenk^rlehm urch aus Goldmark lau- nlveisungen gtöcdt. Tie ng ist aus inländisch« ind der Regel nach nur ssig. Aach Maus von iat das Aecht. die Dank njähriger Kündigung zu Hpothekrnbank-Die mmfunfl Lehmig!« «indes Mlienkcchiialt von 5005 000 1L Der Aus« ! 125 Prozent betragen, ich, der Attionäre bleibt :n 4720 000 Mk. neuen lankenlonsortium 3 720 000 , sie zum Ueberrahm^urS rergrstali an-ubieten, dah allien über \t 120 HL 1 bezogen werden können. Ml. neuer Aktien bleiben mg der Aerlvaltung und icn, die Einführung der r Dörse zu ermöglichen, scheu Auskrag sür erb and. 3»Wn te Men Staatsbahn unk , Düsseldvrs, ist »Hi aus Lieferung von Eisen- im Gesamtwerte von . gekommen. Der Vertrag Itonto ausgesührt werden. echte jodfUff i PdslillMW1' MeitWimng 84 186 75 9 6 177.5 1S7 119 182 .53.5 186.5 18-, 189.5 170.75 178 5 86 «12.25 14 Caro Deutsch Lurembnra (Sclfriitirdiener «crgroetle . . Aarpeiier Bergbau 'laliwerke HfcherSledrn. . . . flülDDcrf Westeregeln Eaurabutte . ’j* anneSmann . . . Maua rlo.r L'berbeBarf Phonir Bera'ian ..... WiKutifdic Braunkohlen . .. Diueinftnhl......... . Wübcrf Montau........ DclluS Bergbau Wrrctiiiqte Stahlwerke . . . . Aambura -Imerila Paket. . . MorddcuUchcr L'tflQD . . . Clxramlsche Werke Aldln . . riexncimvtil Heidelberg . . . Pdilivp Hol;uiaun ..... ■naIo (£onr lSuano..... Chemische Mayer Alavin. . . tiolbidjmibi . . . . . ftoljucr oylunci........ « W Rar.en-gnbuftrie. . . Wcigcr^törrle........ Schetdaunalt »Hfl- riektruiiötS-Sesellschast Bergmann ........ El Irr. l-ieserongen...... L'cht und -liraft Mainkrn nverke..... . . Schucken Eiemens * Halske 1l dl er werke 'lieber ..... Daimler Motoren. ...... HeyligeuKaedt ........ W.eouin. ........... •lannbelmcr Motoren . . . Sronffitrtcr «rmaiuren . . oiiferucnfnürif Braun . . Metallgefett chast fttaitlfinl . ®vt Union ?!..<» Schuh-abrik Her« Sichel - - . Hellftoff Pllchossenburg. . . . B'-nflo r Wntdlwf. ... . ^iirfcnabrif Frankenthal . . Budcrfnbnt Waghäusel - . . Uranktun a.M. Berlin btuiu *i i«4ac» J urs 1 Aars Sch.u!,. ttniana Aut» -vtr-. Tnut-n: 111. 15. 1. 14. 1. | 15. 1. Berliner Börse. Berlin, 15. Jan. Die Samstagbörse eröffnete bei sehr ruhigem Geschäft mit wenig veränderten Kursen. Die Tendenz neigte zunächst eher n a ch unten. Das Interesse der Spekulation war Bur». Airri 1.738 1.742 1,737 1.741 Brsi Antw 58,5-1 .')8 61 14.42 5».61,29 €t>a bn . 67.J2 67.4» 47.72 07,88 Jamm . . . t.C45 2,048 1.051 2,0.15 •Hto de (ton '.492 1.491 . 49 Amerilanilchk Noten ..... Noten ..... . Däiitiche '.Koten ....... (htqlifdic Noten ....... ^ron;öfifdjt Noten ...... polländiscv^ Noien...... Stt.firni(dir Noten...... Nonveoiltbe Noten..... $nttfcb Ceftcrt. ä 100 Arenen Rumänische Noten..... Eckwedifche Noten..... Cchioriter Noten...... €>miii iidh1 Noten...... Tlch'choitownkische Noten . Ungarische Notm 4.191 58..35 111.83 20.372 16.72 167.83 1K.4U Iü7,58 59.21 2.Z4 111.97 81.13 67.2» 12.425 7 .42 4,2ll 58.63 112 41 20.472 16.8') 161.67 18,50 IV'.12 59.51 2.26 112.53 81.48 67.57 12.485 7? 4* Z ranl.nrtt . ,rse. F r a n k f u r t a. M., 15. Jan. Tendenz: unsicher, Spezialwerte fest. Die Mediaobwicklung veranlaßte die Spekulation .zu größter Zurückhaltung und vielseitigen Glattstellungen, so daß die Gesamthaltung am Wochenschluß sehr unsicher und geteilt wurde. Erst im Verlaufe stellten sich einige Spezialbewegungen ein, die teilweise in hausseartige Bewegungen umschlugen. Anfangs feg- ten Bank- und M o n t a n w e r t e schwächer ein. Di« Rhein-Elde^Sruppe verlor 1,5 Prozent, Rhein. Braunkohlen 25 Prozent, nur Rheinstahl in Verbindung mit I.-G.-Forben leicht erholt. Kaliaklien bröckelten ab. Schisfohrtsoktien schwächer. Rordlloyd minus 1,25 Prozent, Hapag minus 3,75 Prozent, iklektroaktiem nach anfänglicher Ab- fchwächung wieder erholt, jarbenattien bei mäßigen Umsätzen gut behaupiel. Don variablen Werten lagen Dtaschinenaktien auf ihre gestrigen Steigerungen etwas schwacher. Bauwerte auf Realisationen ebenfalls abgcjchwächt. Autoaktien uneinheitlich. 3m Verlause kamen Scheiden n st alt in ein« lebhafte Haussebewegung. Das Pa- pier zog in kurzer Zeit von 234 auf 253 Prozent (plus 19 Prozent) an. Auch für Zell stoss» a k t i« n zeigte sich stärkere Nachfrage, so daß die Kurse wesentlich in die Höhe gingen. 'Waldhos plus 75 Prozent, Aschaffenburg plus 4,5 Prozent. 3m Verlause zogen Zardenaktien um 1 Prozent an. Bankaktien befestigten sich durchweg bis zu 3 Prozent. 3nterefse zeigte sich vor allem für öfter- reichische Werte, u. a. für Oesterrcichische Kre- dit. Am Anleihemarkt blieben Skl-iegsanleihe gefragt und zogen weiter an. Ausländische Renten bei stillem Geschäft kaum verändert. Der Geldmarkt ist nach Ueberwindung des Medios wieder leicht. TagesgeL) 3,5 Prozent, Manatsgeld 4,90 bis 6 Prozent. 3m Deoifenverkehr lag die Reichsmark auf weitere 3ntervcntionen fest, der Kurs stellte sich gegen Kabel auf 4,2125, gegen London auf 20,4450. London-Kabel 4,8530, Paris gegen London 122,075, Mailand-London 111. Kleine Strafkammer Eiehen. e Gießen, 14. 3an. Ein Händler aus Düdelsheim hatte im Sommer 1926 ein Halbverdeck, das er von einem Landwirt geliehen hatte, verlaust. Er war daher wegen Unter- schlagung in erster Instanz zu 200 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Seine Berufung wurde heute verworfen, und auf Antrag des Staatsanwalts die Strafe von 200 auf 300 Mk. erhöht. Bon zwei durchreisenden Handwerksburschen hatte ein Landwirt und Milchhändler aus Trais-Münzenberg einen Deutschen Schäferhund für 25 Ml. gekauft, der, wie sich später herausstellte, gestohlen war. Das Amtsgericht hatte ihn daher wegen Hehlerei zu 70 Mk. Geldstrafe verurteilt. Es war der Ansicht, daß der Angeklagte aus den Umständen (insbesondere im Hinblick auf die Persönlichleit der Verkäufer und den geringen Kaufpreis) hätte entnehmen müssen, daß der Hund durch eine strafbare Handlung erlangt worden sei. Die Stras- lammer war anderer Ansicht, da die Beweisaufnahme ergab, daß der Kaufpreis angemessen war. Es erfolgte daher Freisprechung. Der schon mehrfach wegen Betrugs vorbestrafte Kaufmann Christoph A. auS Bieder- Weisel stand erneut unter der Anklage deS Betrugs. Er hatte von einem Mann aus Oberndorf einen Waggon Buchenholz gekauft und Zahlung binnen drei Tagen versprochen. Dann verkaufte er das Holz weiter und verbrauchte den vereinnahmten Kaufpreis für sich, ohne an seinen Verkäufer in Oberndorf auch nur einen Pfennig zu bezahlen. Dieser ist um etwa 400 Mk. geschädigt. Das Gericht erster Instanz erblickte daS betrügerische Verhalten des Angeklagten darin, baß er gur Zeit des Kaufabschlusses zahlungsunfähig war und durch sein ZahlnngSver- sprechen innerhalb dreier Tage ZahlungSlähizkeii und ZahlungSwilligkeit vortäuschte. ES verurteilte demgemäß den A. zu sechs Wochen Gefängnis. Seine Berufung wurde verworfen. Kauft in Giessen! Derselbe Angeklagte war vom Amtsgericht wegen Betrugs zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt worden, weil er einen anderen Kaufmann durch unwahre Angaben über seine Vermögens- Verhältnisse zum Abschluß eines Gesellschaftsvertrags und zu einem Einbringen von 1000 MI. veranlaßt habe. Die Strafkammer hielt in vielem Falle den Beweis, daß der Angeklagte betrügerisch gehandelt habe, nicht sür erbracht und sprach ihn frei Letzte Nachrichten. Neue Empfänge bei Hindenburg Berlin, 15. Ian. (TU. Drahtmeldung.) Amtlich wird mitgeteilt, der Herr Reichs- Präsident empfing heule früh den Führ« der Zentrumssraktion, Abgeordneten von G u e - rard. den Vorsitzenden der deutichnationalen Fraktion. Graf Westarp und den Aeichs- arbeitsminister Dr. Brauns zu B.sprechungen über die politische Lage. Heute nachmittag 5.30 Uhr wird der Aeichspräsident den Reichskanzler Dr. Marx empfangen. Sprech£*unbcn der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags» Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt eingesandte Ulanufkript« ohne be'.gesügte» Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Unzeigenaustrage sind lediglich an öle Geschäfts st eile zu richten. Koptscyen Neuralgie Zahfischmerz Bei itrcvanille Jahr-lOte bewährt. Prospekte k >st«-nlos dti^ch Olfo & Co.chem.-pharm. Lab. 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Auch unser Münchner Kindl, das Wahrzeichen der alten weit• bekanntenZuban-Zigaretlenfabrik.unlerhällsich mit Dr. Ali Nabt,un. seremTabakdoktor, darüber.als beide neue Lagerhallen durchqueren. . In diesen besonders sicher verschlossenen Speichern sind jene Partien, die nur begrenzt verfüg bar sind. Sie werden von altersher nur furZuban bewahrt•, so unterrichtet der alte Tabakdoktor das Kindl. „Du sagtest mir, daß in Deiner Heimat andere für ein und dieselben Zigaretten immer wieder andere Namen prägen und diese fortwährend in neuen Packungen herausbringen. Bei den Qpalm- rauchem erzielen sie damit vielleicht Augenblickserfolge. Freuen wir uns darüber, daß .Zuban• nicht so oberflächlich ist, um mit solchen Scheinrechnungen zufrieden zu sein. Die Zuban - Raucher sind anspruchsvolle Qualitätsraucher. Sie bilden eine große Zuban-Rauchergemeinde, die täglich neue Zu- banfreunde wirbt. Diesen Gedanken durch immer größere Leistungen weiterzulragen, das soll unsere vornehmste Aufgabe sein." - Übermorgen hören Sie mehr! Die Geschmacksrichtungen der Raucher sind wandelbar wie die Zeilen, Wir gehen mit! Die leichten süffig süßen Mischungen unserer Zigaretten sind Glanzstücke der heutigen Zigaretlen-Her- steliungsart. Drum seien Sie nicht nur Lebenskünstler, sondern werden Sie Künstler des Geschmacks! Rauchen Sie die 4 Pfg.-Zigarette Zuban Nr. 6! Konfektion ganz bedeutend herabgesetzt Auf Kleider- und Seidenstoffe 10 Prozent Rabatt / Restbestände ganz besonders billig Ein Besuch wird sich bestimmt lohnen 5 Meyerhoff & Goslar 44OD Ul Emil Schmall, Biergroßhandlung GIESSEN Fernruf 83 Fernruf 83 443D Das erste Mal in Gießen! F Qualitäten (Nur 14 Tage) 18°° 18°° und brauchen Sie die älteste Spepezi alfabrik, Jacob T)ios Frankfurt %l 13 Tel, Hansa 242S/29 Lanyestr. 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