vomerrtag, W. Juli (92i TH. Jahrgang Nr. 162 Erstes Blatt Reichsrat und Zollvorlage nt. Die Rheinlandbesatzung Frage und Antwortspiel nn Unterhaus. gierung seines Heimatlandes zeigt sich, daß auch dort sein Ansehen offenbar im Schwinden begriffen ist. Die Unglücksraben, die schon das Ende der Koalition im Reichstag krächzend voraussagten, sind eines anderen belehrt worden. London, 13. Iuli. (WTB.) Im Unterhause richtete der konservative Abgeordnete Sir Frederick Wi s e an den Staatssekretär des Kriegsministerium ~ ' *■” "* -' — A“■ " “ * i dei Arbeitslosenversicherung die Pflichtarbeit nicht abgeschafft. Bei der Arbeitslosenversicherung handelt es sich um eine Reichsorganisativn, die in keiner Beziehung an die Ländergrenzen gebunden ist. Zentrum der Organisation ist die Reichs- anstalt, die gegründet werden soll, die Aufsicht der Reichsregierung ist auf bestimmte De- fugnrsse beschräM. Zur Schlichtung von Streitfragen werden Spruchausschüsse bei den Arbeitsämtern, Spruchkammern bei den Landesarbeitsämtcrn und ein Spruchsenast bei der Reichsversicherungsanstalt gegründet, die in gleicher Weise von Arbeitgebern und Arbeitnehmern beseht werden sollen. Aus diesem Aufbau ersieht man, daß es sich hierbei um einet streng gegliederte Verwaltung handelt, die in ihrer Organisation dazu beitragen dürste, der Erwerbslosigkeit zu steuern. "ltzfbä 'S 'S 11237 81,015 71,9 12,4* DieHindenburgspende in Bayern München, 13. Juli. (WTB.) Die bayerische Staatsregierung hat anläßlich des bevorstehenden 80. Geburtstages des Reichs- präsidenten einen Aufruf erlassen, in dem es u. a. heißt: „Es wird allen Deutschen im In- und Auslande ein Herzensbedürfnis sein, der allverehrten Person des Reichspräsidenten, dem großen Führer des deutschen Volkes in schwerster Zeit, dem obersten Vertreter des Deutschen Reiches, Beweise dankbarer Verehrung zu geben. Mit Hindenburgs Ehrung ehrt das deutsche Volk sich selbst, toerrn es in dankbarem Gedenken der gewaltigen Leistungen und Opfer derer sich erinnert, die unsere Heimat, Haus und Herd vor Kriegszerstörung bewahrten, und wenn es der Hinterbliebenen derer eingedenk ist, die getreu bis zum Tode dem Vaterlande gedient." Schließlich werden alle Bayern aufgefordert, mitzuhelsen, zum Festtage des allverehrten Reichspräsidenten von Hindenburg ein Werk der Fürsorge zu schaffen. 147 ,98$ | -9,28 12,476 E J,0!‘ 5 5,664 I i |3< ! "wL —o 168,93 »'S 108,fi 69,57 112,5 72,20 ir,50 a. Ä 10,0 76^ & I & I K» । Kein Einspruch. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 14. Juli. Als wenige Tage vor dem Schluß der Reichstagssessivn der Reichsrat zur allgemeinen Äeberraschung die ihm zunächst von der Reichsregierung zugeleitete sogenannte kleine Zollvorlage im wesentlichen ab» lehnte und nur die Erhöhung des Zolls auf Schweinefleisch guthieh, jubelte die gesamte Oppositionspresse hell auf, daß nunmehr kerne Aus- sicht auf endgültige Annahme der Vorlage bestehe. Es aalt in diesen Kreisen für selbstverständlich daß dieselbe Mehrheit des Reichsrates sich beider zweiten Abstimmungeb en- s o entscheiden und daß damit das Schicksal der Vorlage besiegelt werden würde. In den Kreisen der Regierungsparteien betrachtete man die Sachlage ungleich ruhiger und nüchterner und der Erfolg hat ihnen Recht gegeben. Es steht lAt bereits fest, daß der Reichsrat von seinem Recht, gegen die Zollvorlage Einspruch zu erheben und damit eine neue Situation herbeizuführen, keinen Gebrauch machen und daß der Verkündung des neuen Gesetzes im Reichsanzeiger binnen wenigen Tagen nichts mehr im Wege stehen wird. Es ist aber interessant, sich etwas mehr mit den Vorgängen im Zusammenh ang und den dazugehörigen Presseüußerungen zu beschäftigen. ÄWÄ SU I Durchführung Einspruch Es ist beschlossen tierupfl BrttL. WZ 1,792 58,bi 109,8 112-68 112,? rf 10*465 4,215 16,51 -Z 1,98» i,498 *36 .2,4 7.4# Ä 'S 4.1«' 0,498 59.46 £ 6|,.V Ä $ Dwahwe von Anzeigen für Me Tagesnummer bis zma Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klam eanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Thefredaktem: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. DerantwortNch für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. 39ennW LS rück. bis 18725 1^ 258; bis Z8-' nt,,00 22 n 22 bis 1,791 S 112,16 111-9 Berliner Pressestimmen. Berlin, 14. 3uli. (Xil) Da die amUiche Mitteilung übet die Einigung des Reichskabinetts über den Reichsschulgesetzentwurf keine Angaben über den Inhalt des Gesetzentwurfes enthält, stellen die Berliner Morgenblatter irn allgemeinen eine ausführliche Stellungnahme b^ zu seiner Veröffentlichung zuruck. Die ,,-L^gl. Rundschau" stellt als bemerkenswert fest, daß das Kabinett verhältnismäßig rasch — vis aus die Fragen der Simultanschulen — zu einer Einigung gelangt sei, während Regier um gsfraktionen bis zur ^.Derta» auna des Reichstags eine Einigung nickt hatten erzielen tonnen. Wie die Fraktionen der Degierungskoalition den Entwurf aufnehmen werden, lasse sich um so weniger beurteilen als der Inhalt der Vorlage noch nicht bekannt sei. Man werde aber daran festhalten müssen, daß die Fraktionen bei der Vertagung des Reichs taaes sich gegenüber dem Reichsschulgesetzentwurf des Kabinetts freie Hand Vorbehalten hätten, so daß sie durch die Bestimmungen des Entwurfs im einzelnen nicht gebunden seien. Die „Germania" sagt, das Zentrum werde alles daran setzen, um die Verhandlungen tilgen des Reichsschulgesetzes zum Abschluß zu bringen. Man dürfe schon jetzt sagen, daß das Zentrum die Grundzüge des Gesetzes b i l l i g e n und unterstützen werde. — Das »D. ^L,. meint, die Befürchtung, daß die volkspartellichen Minister umfallen würden, habe sich bestätigt. Das Programm der letzten Kabinettssitzung. Berlin, 14. Iuli. (Priv.°Tel.) Das Re^S- Tabinett hat sich gestern neben dem Schulgesetz mit einer ganzen Reihe weiterer wichtiger Gesetzentwürfe beschäftigt, darunter mit der E n t - schä digung für die Auslands den t - sch en, mit dem Steuervereinheitli- chungsgesetz und der geplanten Verordnung gut Regelung der st and esherr li chen Ansprüche, weiter mit dem Plan, eine 100 Millionen-Anleihe für Wohnungs- Zwecke aufzunehmen. Der Abschluß der Dera- tungen in dieser Frage soll in der heutigen Kabi- nettssitzung herbeigeführt werden, voraussicht- jkch die letzte vor den Sonnnerferien der Reichsminister sein Wird. Beamtenunterstützung inSach-en Berlin, 14. Iuli. (Priv.-Tel.) Die sächsische Regierung hat nach einem Vorschlag der Regierungsparteien den ilnierstühungsbeitrag für Beamte erhöht und den Beamten und Be- hördenangestellten eine älnterstühung gewährt, die in Besoldungsgruppe I—IV 40 v. H., Besoldungsgruppe V—VI 30 v. H in Besoldungsgruppe VII—IX 25 v. H. und in Besol- dunqsgriippe X und höher 20 v. H. des auf den Monat Iuli zahlbareii Grundgehaltes zuzüglich Ehefrauenzulage und Kiiiderbeihilfe, höchstens jedoch 200 Mk. beträgt. Entsprechend wird auch Den Wartegeld- und Ruhegehaltsempfängern sowie den Deamtenhinterbliebenen eine einmalige LlnterstÜtzung gewährt. Auf Grund oes Börnchens der sächsischen Regierung hat der preußische Landtagsabgeordnete Rave (Dem.) em Schreiben an den preußischen Sinansmmiffer gerichtet, in dem er eine gleiche Zwischenregelung für die preußischen Beamten fordert. Der „Vorwärts" ist ehrlich genug, unumwunden zuzugeben, daß nicht nur P r e uh en, sondern auch Bayern, Baden und Sachsen im Reichsrat jetzt anders gestimmt haben würden, als beim ersten Mal. Dabei ist, soweit Bayern in Betracht kommt, zwischen der Abstimmung über den Kartoffelzoll, über den Zuckerzoll und die Zuckersteuer zu unterscheiden. Bayern hat von Anfang an für den Kar- tvf felzvll gestimmt, in der richtigen Erkenntnis, daß er den Kleinbesitzern bet der Schweinezucht helfen soll. Es stimmte gegen den Zuckerzvll nur aus taktischen Erwägungen und ließ durchblicken, daß seine endgültige Abstimmung anders aus fallen werde^ Die Mehrheit gegen den Kartoffelzckll war auch so gering, daß ein Ilmschwenken der vier Stimmen Sachsens aus der Mehrheit gegen eine solche für den Kartoffelzoll gemacht haben würde. Die Aenderung der sächsischen Stimmabgabe ist bekanntlich darauf zurückzuführen, daß seither durch den Eintritt eines deutschnationalen Ministers in das sächsische Kabinett dort eine anders eingestellte Regierung geschaffen worden ist. Don allgemein politischer und von parteitaktischer Bedeutung ist die Aenderung im Verhalten Preußens und Badens. Die preußische Regierung hat den Beschluß bekanntgegeben, im Reichsrat sich mit einer Erklärung zu begnügen, in der sie noch einmal ihre Gründe gegen den Kartoffelzoll anführt, im übrigen aber auf einen Einspruch zu verzichten. Das gleiche dürfte für Baden gelten. In beiden Fällen ist die Sinnesänderung zweifellos auf den Einfluß des Zentrums zurückzuführen. Kurz vor der ersten Sitzung des Reichsrates hatte die Parteitagung des preußischen Zentrums stattgefunden, und kurz nachher war der Reichszurücklassen. viesranzöfischeBesol-ungrresorm Annahme des Negierungsentwurfs in der Kammer. Paris, 13. Iuli. (Wolff.) Die Kammer hat heute vormittag über die Kredite für die Aufbesserung der Gehälter und Pensionen beraten. Rach dem sozialistischen Abg. Ca- navelli, der für eine Kompromißlösung zwischen dem Regierungs- und dem Kommissionsentwurs eintrat, ergriff Ministerpräsident Poincars das Wort, um an die Kammer den Appell zu richten, die seit einem Iahr mit Erfolg betriebene Sanierungspolitik nicht durch unbesonnene Ausgaben zu gefährden. Die Kammer, so erklärte Pvinccrrs, steht cm einem Kreuzweg zwischen Wirtschaftlichkeit und Verschwendung. Sie kann die Aufbesserungen, wie sie die Regierung vorschlägt, annehmen, oder sie kann weitergehende Erhöhungen vornehmen, die aber nur auf dem P apier stehen würden, und die durch Herbeiführung eines neuen Frankenrückganges neue Preissteigerungen verursachen würden. Die Regierung sehe sich daher genötigt, für die Annahme ihres Vorschlages die Vertrauensfrage zu stellen. Poincars hctt Erfolg gehabt. In der Abendsitzung nahm die Kammer unter Ablehnung verschiedener Gegenanträge den Artikel 1 oes Gesetzentwurfes über die Besoldungsreform in der von der Regierung gewünschten Fassung mit 347 gegen 200 Stirnen an, ebenso Artikel 2 mit 325 gegen 198 Stimmen. Mit entsprechenden Mehrheiten erfolgte auch die Abstimmung über die beiden letzten Artikel und den gesamten Gesetzentwurf. Gegen die Regierung stimntten die Sozialisten, die Kommunisten, einige Radikale und die Sozialrepublikaner sowie einige rechtsstehercke Abgeordnete. Nack dem nunmehr angenommenen Gesetzentwurf wird jur das Finanzjahr 1926 ein Kredit oon 898 83100 Franken und für das Finanzjahr 1927 em folck' I von 2029 500 000 Franken bereitgestellt. Das Arbeitslosen- Bersicherungsgefetz. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 14. Iuli. Bereits vor einigen Tagen konnten wir die Bedeutung des noch vor den Sommerferien vom Reichstag beschlossenen Arbeitsversicherungsgesetzes eingehend würdigen. Das Gesetz bedeutet die obligatorische Regelung der Arbeitslosenhilfe. Die Versicherung erstreckt sich auf alle Arbeiter, mit Ausnahme der in der Land- und Forstwirtschaft mit langfristigen Dienstverträgen angestellten Arbeiter. Bei den Angestellten ist die Grenze des Versichertenkreises die gleiche wie bei der Angestelltenversicherung. Die Einziehung der Beiträge ist den Krankenkassen überlassen. Der Beitrag selbst setzt sich aus einem sog. Landes- und einem Reichsanteil zusammen, beide werden jedoch zusammen und in gleicher Form erhoben. Zur Berechnung der Beiträge sind elf Lohn- klassen ausgestellt worden, bei denen der Durchschnittslohn aus den letzten drei Monaten maßgebend war. Der Beitrag ist auf drei Proz. vom Arbeitslohn begrenzt, die Leistungen der Unterstützung sind bei einem Wochenlohn bis zu 10 Mark 75 Prozent, nach Lohnklasse I, und gehen in Lohnklasse XI bei einem Wochenlohn bis zu 60 Mark bis auf 35 Prozent zuruck. Als Familienzuschlag werden weitere fünf Prozent für jeden zuschlagsberechtigten Angehörigen ausgezahlt. 26 Wochen müssen innerhalb der zwölf vorausgegangenen Monate bei einer versicherungspflichtigen Beschäftigung nachgewiesen werden, wenn die A n w a r t s ch a f t zum Bezug der Unterstützung erfüllt sein soll. Es sind jedoch eine Reihe von Ausnahmen hierbei vorgesehen, die sich vor allen Dingen auf Krankheitsfälle, Ausbildungszeit, Schwangerschaft usw. beziehen. Die LI n t e r st ü tz u n g s d a u e r ist auf 26 Wochen begrenzt. Für die ausgesteuerten Arbeitslosen ist eine Krisen Unterstützung vorgesehen, die jedoch keinen Versicherungscharakter trägt. Hier ist im Gegensatz zu der ausschuß des Zentrums zu einer Sitzung zusammengetreten. Beide Körperschaften Hainen Entschließungen angenommen, in denen sowohl das i .t ob Gesamtstärke FEU wie dws ^eichszen^im i&re völlige ^i ie rVe n T r u p p e n stn b e s e tz t e n R h e i n +Wn ni horVn 1 /i en klonen und land unb die Truppenzahl der drei Besatzung sowohl der preußischen wie der Reichstagssr^- ™^n ^ntoorteT^f ^nadj Am tehtei? Berich tivn des -Zentrums das Vertrauen ausgesprö^n I , , .. $ mann R-ranfreici rfVh^v 7y>TT frcnriifocr ödfö froh I am $1. Juni 56 569 Mann und Belgien an ST1 -bÄitäen 10. Juni 12 381 Mann im besetzten Rheinland unter aTfem HÄtung dW P ul , Ponsoncy (Arbeiterpartei) fragte, in wel Zentrums ^r R^tagsft^ion mcmm^ ? Behältnis diese Gesamtstärke der Besät fache und starke Widerspruche ftcy ossen- x u de r Stärke der deutschem bart hatten. Während der Tagung d«s Deichs- 3 9 x\\Ux\ en vor dem Kriege stehe. Der Staats ausschusses ist das Verhältnis Zentriuns und fone n «orlöjm feine Koalittonszugehorigkeit zu rechts und links I .. ^raae über die Kosten der Be im Landtag und 2^ichstag eingehend besprochen r^^erklärte er, ^daß sie einen Teil der Verein worden, wobei auch lne verhmignrsvolle KoHe. ^rungcn über die Reparationszahlungen die Dr. bilden, als daß sie bei Beantwortung einer Anfrage mA unerortert geblieben ist. Man hat wohl werden könnten. Die Deftteitung der De- doch im Zentrum eingefeyen, daß nm" satzunaskoften erfolge aber aus dem Revarationc - Q^rtrauen E^^^ler m bu harter m^ ei Ser Arbeiterabgeordnete Trevelyau allgu großen De.af^ngs^ok^ aus^m darß in- I weiter, ob sich aus den jetzigen Zahlen eine rem man z.B. inJJJreuten ober durch die ^en- ^etira{j(€bUnfl der Besatzungstruppen gegenüber ßischen Stimmen tmJRexc^rat g^ eme Vor- ergebe, was d?r Staatssekretär bejahte läge auftritt, die vom Zentrum im Reichstag m-t öem bemerken, daß er die genaue Zahl der Der- befürwortet wird. ringerung der gesamten Besatzungsstärke nicht am .Nian nach außen ,hjn s^"^ geben könne. Der Arbeiterabgeordnete Kirkwood Selbständigkeit und Hnabban^eit betont batte, ^Ute wissen, wie es komme, daß die Arbeiter in hrelt man doch für an der ^t, sur eine Deutschland unterbesserenVerhältnissen bessere Zusammenarbeit zu sorgen, ^hten, obwohl Deutschland im Krieg g ef d)la ge n Preußen und in Baden Heftchen ungefah^gl^ch- worden sei. Unter dem Lachen des Hauses antwortete geartete Koalition, also Burckmisse des Zen Stacttssekretär, daß er zu dieser Frage nichts trums mit Demorraten und Sozialdemokraten. , Es liegt klar auf der Hand, daß zu dem über» Wn rann . raschenden Stellungswechsel in den Kabinetten beider Länder die Einflußnahme oes Zenttums // geführt hat. Es wäre ein auf die Dauer un- Woldemaras litt litauischen Kavmelt. — haltbarer .Zustand eingetreten, wenn tatsächlich ^eue Ausweisungen aus Memel, dieselbe Partei, wenn auch in zwei verschiedenen ___ ~ Ti ntauHcbe Mi- fetonM,t,Täni,is in rdn 0ca5ntoI £ »'Gl hie VoMscke Zeitung" der ob außenrninister Dr. Stresemann. Wahrend die irnibt. 1 3cranttDortunq) lasroetf! als Antwort auf Dir nichis- Mbervytzgten Klagen bm über» ' Siebener Hausstauen akb?r sind, die so mutig nitUchteit mit Dir auf? 1 nur Tatsachen reten en Kriegs- und Aach- inem vernünftigen Men, -ich für schlechtes Gas da wußte jeder, daß Msuhr und schlechtem er jetzt, in den letzten sobrikmt und jeder Greiner Kundschaft wieder zu liefern, fällst Tu, nehm auf. Diese Klage Die angenehm enchsan- ) ich früher den Besitz Gasbadeofen! Das Zim- nt, das Wasser lick fast - heute müssen tm bei r ins Vvlksbad gchen, lälten trollen, oder noch n den Herd heizen, um sser heiß zu machen, um gemäßen erträglich zu ich auf einem kleinen flittagessen, - heute, im Herdes, muh gar manches er Herd angezüntet teer« ur Zckt fertig wird. Auf den bei Vir, liebel Gas« ial einen Mann ge/chiat en der Dohve, sogar mit mment '. nachdem ich ein M mü energischen und hmuigen, kam mi ch dnesser - M Gas blieb to Beschwerte sagte nur w Mre seien SU A - MM waren sie am l-stage nur deinen w’ ^cker was ich Dir aw „sich Mhrend der Aus ff» das Gas so prachtwll ch gar mW lagen mir mit dem flkjJW« ch Dir nur verrat^ Anisinnig yR en. Einer nen Flammen auf w T Ausstellung,E s ts** Äamen nemsti aoII, 55^^ ,->byriot — i Zentrums n ber hob der Kriegs Minister gegen die oftn-ttge daran verhindert werden, sich rn allzu weit | . ‘jiortix’tcm ber deut- E? WLS? si*ä?hä t» Preußen wie auf Baden kann man zugleich auch S ck i e s z g i r r c n (Kreis cheydekrug) hatte einen Ung-rzÄ« *fd**"” f ü rsf u chla niopti er t und maßgebenden Zentrumskrersen über Vöirths , othfniif hpr um Aufenthalts- tätigtet ist Manffid»-tBota« unö m der veränderten Stellungnahme der Re- | ^ur^c je|jocfj verweigert. Am letzten Donnerstag erschienen Polizeibeamte und brachten die Familie nach cheydekrug. Hier wurde sie bis Dienstag im Gerichtsgefängnis fest gehalten, um dann am nächsten Tage gewaltsam nach Deutschland abtransportiert zu werden. Der Familie wurde auf dem Abtransport nicht einmal Zeit gelassen, den Hausrat mitzunehmen. Auch ein zweijähriges Kind mußte die Optantenfamilie Das Reichsschulgefetz vor dem Kabinett. Die Stellung der Simultanschule. — EinBorbehalt der vottsparteitichenMinister Berlin, 13. Iuli. (WTV.) Die mehrlagigen Beratungen des Reichskabinetts über den Entwurf des Reiaisfchulgesetzes sind heute zum Abfchlntz getaugt Die Vorlage fand die einmütige Zustimmung des Kabinetts. Bezüglich der Behandlung der füdweftdeutschen Simul. 1 u n f ch n l e (Artikel 174 der Reichsverfasiung) erklärten die Reichsministec Dr. Lurtius und Dr. Stresemann nach Mlehnung des von ihnen dazu gestellten Antrages, ihren Standpunkt m dieser Trage a u s r e ch t z ü e r h a l t e n Die verof ent- lichung des Gesetzentwurfes wird noch in dieser Woche erfolgen. „ ., x wie die „Tägliche Rundschau schreibt, handelt e» sich bei den Bestimmungen über die S m u l - tanschule, denen gegenüber die Rliulst^ Dr. Stresemann und Dr. Lurtius ihren Stcm^unkt cmf- rechterhalten haben, um einen der wichtigsten Teile des ganzen Gesetzes. Der Artikel.1/4 der Reichsverfasjung sieht vor, daß In dem Reichsschul- gesetz die Reichsgebiete, in denen die Simultanschule, d h die nach Bekenntnissen nicht getrennte Schule, gesetzlich besteht, „besonders zu berücksich- iigem sind. Daraus sei, so fuhrt das Blatt weiter aus, zu folgern, daß nach den Absichten der Verfassung die Bestimmungen des Reichsschulgesehes anfBaden, Hessen, undRassau, in denen die Simultanschule gesetzlich einZeführt sei, nicht dieselbe Anwendung finden sollen, wie Sbie übrigen Teile des Reiches. Das Zentrum e während dec parlamentarischen Vorverhand- g über das Reichsschulgesetz die Auffassung vertreten, daß das Antragsreckt der Eltern auch der Simultan s ch ule gegenüber gelten soll. Nach dieser Ausfasjung hättendic Eltern auch In Baden, Hessen und Nassau d,e Möglichkeit, die Errichtung von B e k e n n t n i s schule n zu beantragen. Ls sei anzunehmen, daß sich die Untroge der Minister Dr. Stresemann und Dr. Lnrtiv.s gegen diese Auffassung gerichtet haben. 41 UGietzener Anzeiger scheinen einzelnerNummern General-Anzeiger für Oberhessen gtannÄmSiis«. »rn« tmb Dertog - SrSHI'lche UnwerfitStrMnch. und Lteindrucktt-i «. Lange in Sietzen. Schristlkitimg und S-lchWGrSr: rquIMaste 7. Iwan Kutisker 1°. Berlin, 13.3u(L (Wolff.) 3rooti Kutisker m heute mittag 13 Uhr in der Charite verschieden. Die Verhandlung des Kutiskerprozesses, in der am Donnerstag das Urteil gefallt werden sollte, hat in dauernder Anwesenheit eines Assistenzarztes der LharitL stattgefunden. Roch am 7.3uli hat Professor Hitz die Verhandlungsfähigkeit Kutiskcrs vor Gericht erneut feslgeslellt. Anscheinend ist dec Tod durch eine plötzlich aufgetretene Lungenembolie herbeigefuhrt worden. Mit Kutisker ist eine Persönlichkeit dahin- geschieden, die den Zeitabschnitt deutscher Ge- fchichie charakterisiert, in dem es in Politik und Wirtschaft drunter und drüber ging, eine Persönlichkeit, in der sich die ganze Periode der deutschen Währungsinflatton mit ihren übelsten Begleiterscheinungen symbolisiert. Mtt dem Tode Iwan Kutiskers wird nun wohl auch der mit den größten Mitteln und dem größten Aufgebot aufgezogene Prozeß, der in das Dunkel seiner mannigfachen und mitunter sehr zweifelhaften! Geschäftsmanipulativnen ein Licht werfen sollte, frühzeitig zum Abschluß kommen, noch ehe all die trüben Inflationserscheinungen und deren skrupellose persönliche Ausnutzung durch Leute wie Iwan Kutisker restlos aufgeklärt worden sind. Der weitere Verlauf des Prozesses gegen Iwan Kutisker hätte sicherlich noch manche hochinteressanten Zusammenhänge geschichtlicher und wirtschaftlicher Art zutage gefördert. Mit dem Verstorbenen ist zweifellos einer der übelsten Zeitgenossen dahingegangen. Rücksichtslos, nun? auf den eigenen Vorteil bedacht, bereicherte er sich an deutschem Volkseigentum, verschob und verschleuderte es, betrog, wo er nur konnte. In Rußland kam er hoch, die Revoluttonswellen trugen ihn nach Deutschland, wo er ein neues Betätigungsfeld fand, auf dem er sich im wahrsten Sinne des Wortes austobte. Wahrend das deutsche Volk nicht wußte, wie es di« Not und das Elend abwehren follte, lebte Kuttsker auf Kosten dieses Volkes in Saus und Braus. Uni) mit ihm die Darmats, deren Anhang die Schuld daran trägt, daß der Raub deutschen Volkseigentums organisiert werden und zu höchster Blüte gelangen konnte. Neue Unwetter in Franken und Schtesien. Berlin, 14.3uIL (TU.) Lieber die Provinzen Riederschlesien unb Oberschlesien, gingen) schwere Unwetter mit Hagelschlag und Sturm nieder, die neuen, in die Hunderttausende gehenden Schaden anrichteten, und auch mehrere Menschenleben forderten. Im Kreis Kreuzburg in Oberschlesien warf der Sturm zahlreiche Scheunen und Gebäude um, Bäume wurden entwurzelt, der Verkehr vielfach lahmgelegt. Im E u l e g a u wurde durch die Fluten die Ernte so gut wie vernichtet. In Diederschlesien, wo das Unwetter besonder- in der Gegend von Brieg und Oels schweren Schaden anrichtete, wurden allein sechs Personen vom Blitzschlag getötet. Heber Breslau ging am Mittwochvormittag ein schweres Gewitter mit Wolkenbruch nieder. Die Feuerwehr muhte in über hundert Fällen eingreifen. In dem bekannten sVchweidnitz er RatÄveinkeller stand das Wasser einen Meter hoch in den Restaura- tiorrsräumen. Auch in Hnterfxamlen&rt ein schweres Unwetter mit Wolkenbruch großen Schaden an* gerichtet. Kurz vor der Station Rentweinsdorf wurde der Bahndamm unterspült, so baß auf einer Strecke von 50 Metern die Schienen frei in der Luft hingen und der in ©bern ab» fahrende Zug kurz vor der Gefahrstelle zum Hatten gebracht werden mußte. Im nördlichen Franken wurden mehrere Personen durch Blitzschlag getötet und verschiedene Häuser einge* äschert. Die Not in Sachsen. Berlin, 13. Juli. Berichte aus dem Unwettergebiet im Muglitz- und Gottleubatal bezeichnen die Lage der von der Katastrophe heimgesuchten Ortschaften und ihrer Bewohner als geradezu trostlos. Angesichts der Zerstörungen der Sttahen und Brücken ist ein fahrplanmäßiger Personenverkehr mit Kraftwagen vorläufig unmöglich. Zunächst soll deshalb eine einigermaßen den Verkehr ermöglichende Wiederherstellung der Verkehrswege in Angriff genom- men werden. Es wird jetzt angenommen, daß insgesamt etwa 100 Millionen Mark nötig fein toeröcn, um die Zerstörungen zu beseitigen. Weitere Tote sind nicht mehr gefun° Den toorben, so daß man annehmen kann, daß ?on 145 die endgültige Dotenziffer ist. Die Wiederherstellungsarbeiten, für die zwei Sabre vorgesehen sind, werden nach einem Ge - nera{beb (TaungS^ Ian burchgeführt werden. Die letzten Opfer der Katastrophe wurden am Mittwoch beerdigt. x>m Zwischenausschuß des sächsischen Landta- ges gab Ministerpräsident Heldt eine kurze ©djUoerung der Lage im Unwettergebiet. Etwa S^uzlich verschwunden und über 100 in einem solchen Zustande, daß sie ab» g ebr ochen werden müßten. Die Wiederausbauarbeiten dürften in etwa 14 Tagen so weit geför- ein ? oiverkehr auf den zer- y. icn ‘Straßen wieder ausgenommen werden könne und die Elektrizitäts-, Gas-, Wasser- und Nl^bonaickagen wiederhergestellt sein würden. Die sächsische Regierung habe heute beschlossen, weitere 10 Mil livnen Mark zur Verfügung zu stellen. Reichswehrminister Dr. Geß- vT’JSf^^^ommissa r e aus Berlin I“™ eingetroffen, um Unter- Sg^-^iches zu gewinnen. Der Ausschuß beschloß einstimmig, die Regierung zu ermächtigen, nicht nur für die ostsächsischen die westsächsischen vom Unwetter ra^blGte fur eine Hilfsaktion notwendigen Gelder zu verausgaben. Die Hilfsaktion Berlin, 13 Juli. (Wolff.) Rach Mitteilungen der Reichsgeschäftsstelle der Deutschen Rothilfe in Berlin W ist bie Spende bon Kleidungsstücken und Lebens- °PfcT sächsischen Hochwasserkatastrophe dringend erwünscht. Es wird Jlra:«‘fle öbenben unmittelbar an das Sächsische ArbeitS-und Wohlfahrts Ministerium, Dresden R.6, zu senden der Gesamtschaden auf 93 bis 100 Millionen Mark geschäht wird, möge jeder nach f c nen Str äfte.n dazu beitragen, den von der Katastrophe Getroffenen zu helfen. Die Regierungskommission des Saargebiets hat an das Auswärtige Amt in Berlin folgendes Telegramm gerichtet: „Anläßlich der Katastrophe, welche eine der schönsten Gegenden Deutschlands verwüstete und zahlreiche Opfer an Menschenleben forderte, spreche ich hierdurch der deutschen Regierung das aufrichtige Beileid der Regierungskom- missivn des Saargebiets aus. Die Re- gierungskommission beschloß, der deutschen Regierung für die Hilfsaktion zugunsten der Opfer der Katastrophe einen Betrag von 5 0 0 00 Franken zur Verfügung zu stellen, gez. Wilton." Die deutschen Offiziere bei den britischen LustmQnöoern. London, 13. Juli. (WTB.) Im Unterhaus richtete der Arbeiter abgeordnete Kirkwood an den Staatssekretär für Flugwesen die Frage, ob bei den Manövern de r englischen Luftflotte in Hendon auf Einladung des Luft- fahrtministeriums irgendwelche deutschen Offiziere zugegen gewesen seien. Wenn dem so sei, wieviele Offiziere und welchen Ranges anwesend waren. Sir Samuel Hoa re antwortete, die jährlichen Manöver der Luftflotte wären öffentlich. Dach den ihm zugegangenenDach- richten waren 14 deutsche Offiziere neben vielen anderen Offizieren fremder Mächte anwesend. Diese Offiziere haben die Vorführung der englischen Luftflotte auf ihre eigene Initiative besucht. Sie waren mit den üblichen erweiterten Zulassungskarten versehen, die den fremden Offizieren ausgestellt werden. Der Staatssekretär fügte hinzu, daß nach seiner Kenntnis von den deutschen Offizieren fünf den Rang eines Obersten hatten. EngLische Phantasien. Berlin, 13. Juli. (Wolff.) Eine Meldung des „Temps" bespricht die deutschen Bestrebungen auf Island und bringt öie Anwesenheit des deutschen Gesandten in Kopenhagen auf Island mit den Trennungs- beftrebungen der Isländer von Dänemark in Zusammenhang. Wie die Blätter erfahren, ist allerdings der deutsche Gesandte in Kopeichagen zur Zeit auf einer Reise begriffen, die ihn auch nach Island führte. Zu der Erklärung des Vertreters der isländischen Dauern ist weiterhin zu sagen, daß auf dem Programm dieser selbständigen Partei die Trennung von Dänemark schon längst steht. Daß deutsche Gelehrte und deutsche Geschäftsleute Island besuchen, ist nichts D e u e s. Daß sie Hand auf die Reichtümer Islands gelegt haben sollen, ist sehr unwahrscheinlich, denn die Reichtümer Islands bestehen hauptsächlich in Wasserfällen, und auf diese wollen die Engländer die Hand legen. Amerika und die Dreimächtekonserenz. London, 13. Juli. (Wolff.) Reuter meldet aus Washington: Präsident Coolidge hält sich in seiner Sommerfrische in Rapid Gith übet die Verhandlungen in Gens genau auf dem laufenden. Die Umgebung des Präsidenten äußert, daß der Präsident die Hoffnung auf ein Kompromiß, daS sich im Einklang mit ben amerikanischen Zielen befände, nicht auf* gegeben hat. Kellogg scheint die vpttmistische Auffassung Coolidges nicht zu teilen, er lehnt eS aber ab, die Möglichkeit eii^s Scheiterns der Konferenz in Betracht Ausziehen. In nicht amtlichen, aber gut unterrichteten Kreisen in Washington herrscht die Meinung, daß das Staatsdepartement, ehe es die Konferenz- scheitern ließe, die Annahme eines Kompromisses vorziehen würde, wonach Großbritan- meir den Bau großer Kreuzer einstellen würde, bis Amerika die Parität falls bessere Bedingungen in den nagten Dagen unmöglich erscheinen sollten. Gegen die chinesischen ZoNzusÄiläge. Schanghai, 13. Juli. (WB.) Die Ge- n e r a l o a n d e l s k a m m e r, die aus gewählten Vertretern Oer amerikanischen, belgischen, briti- oeu tschen französischen, italienischen, holländischen, japanischen und schwedischen Handelskammern besteht, hatandenDohendes K on su l a r l o r p s ein Schreiben gerichtet in toelcpem J‘e scharf gegen die illegalen Zuschla9 e und Erhöhung der Tonnagegebüh-- ren durch die D a n k i n g - Re g ie r u n g pro- testtert. Der amerikanische Generalkonsul hat als ältester Konsul eine Abordnung empfangen. Wie verlautet, machte er jedoch se h r w eni g H o f f- nung Darauf, daß die betreffende Angelegenhett von den in Betracht kommenden Konsuln aufae- würde. Er betrachtete die Aus- sichten für den auswärtigen Handel in China als außerordentlich ungünstig. Die Werfafiungsfeier. Berlin, 14. Juli. (Prio.-Tel.) Zwischen der preutzi chen und der R e i ch s r e g i e r u n g haben gestern Besprechungen über die Verfassungs- feier am 11 August stattgefunden. Es ist vereinbart worden, daß eine gemeinsame Feier in den Funkhallen auf dem Berliner Messegelände statt- sinden soll. Die Festrede wird der preußische Kultusminister Dr Becker halten, das Hoch auf die Verfassung wird Reichskanzler Dr. Marx ausbringen. Aus qsttzr Wett. Die Beisetzung des Generals Hoffmann In der Jnvalidenkirche fand Mittwoch nachmittag die Trauerfeier für den in Bad Reichenhall Z S verstorbenen General Hoffmann statt. Vor Beginn $2£aUx-^'erlichkeiten nahmen zwei Reichswehr- O|fixere die Ehrenwache zu beiden Seiten des Sarves ein. Unter der zahlreichen Trauerversammluna sah man den Ne ich s p r ä s i d e n t e n v. h j n d e m b uxr 0 -den Ehes der Heeresleitung, General he n e und viele Vertreter des Offizierkorps der Reichswehr und i <5 alten Heeres. Auch die bulgarische Ar- mee Hal : einer Vertreter entsandt. Rach Orqelvor- 0 t) r i n 0 ö.e Trauerrede. Der Sara wurde hier- auf von Reichswehrsoldaten auf eine Lafette qe- tjoben, bann bewegte sich der Lrauerzug zu den- nahen Jnvalidenfriedhof. hier wurde der Sarg unter Öen Klängen des Liedes vom guten Kameraden in die Gruft gesenkt. Eine Abteilung des 8. Regiments Berlin gab zu Ehren des verstorbenen Heerführers eine dreifache Salve ab. Das Erdbeben in Palästina. Rach zuverlässigen Dachrichten über das Erdbeben in Palästina entfallen nahezu die gesamten Verluste an Menschenleben auf rein arabische Städte und Dörfer. Die Zahl der Todesopfer steht noch nicht fest. Es ist jedoch als sicher zu bezeichnen, daß die Angabe von 1000 Opfern an Menschenleben übertrieben ist. Die zionistischen Siedlungen in Emek und das übrige jüdische Ko- lonisationsiverk sind von dem Erdbeben nicht betroffen worden, hingegen hat die neue hebräische Universität in Jerusalem einen erheblichen Sachschaden zu verzeichnen. Schweres Unglück in einem Steinbruch. In Stromberg (Hunsrück) ereignete sich im Steinberg der Firma Wandsleben ein schwerer Anglücksfall, der drei Menschenleben forderte. Von niederstürzenden Steinblöcken wurde der Schießmeister Bröckel aus Eckenroth und sein Gehilfe Fritz G u t h m a n n getroffen und begraben. Guthmann verlor beide Arme und Beine und wurde außerdem am Kopfe erheblich verletzt. Schießmeister Bröckel konnte nur noch als Leiche geborgen werden. Sein Körper wo* gänzlich verstümmelt. Auch der 22 Jahre alte Arbeiter Schmitt wurde, im Begriff, sich vor den herabstürzenden Felsblöcken zu retten, von diesen erfaßt und erschlagen. Er war sofort tot. Die Ärsache zu dem furchtbaren UnN fall bildet der seit langem anhaltende Regen, der die Gesteinsmassen gelöst und sie zum Herabstürzen gebracht hatte. Tragisches Ende eines Eisenschluckers. In Mannheim hatte ein 44 Jahre alter Tagelöhner, der sich wegen eines Verbrechens in Untersuchungshaft befand, mit Gewalt Blech- und E i f en ft ü cf e von seiner Bettstelle gelöst und diese verschluckt, wodurch er sich der Untersuchungshaft entziehen wollte. Der Mann mußte ins Krankenhaus überführt werden, woselbst er nach der notwendig gewordenen Operation v e r st o r b e n ist. Beinahe 400 Gramm Eisenteile wurden aus dem Magen und der Luftröhre entfernt Der Nachlaß eines Multimillionärs. Vor dem Gerichtshof für Erbschaftssochen wurde die Erllärung abgegeben, daß der bekannte Finanzmann James White, der kürzlich durch S e l b st m o r d aus dem Leben schied, derart verschuldet war, daß niemand, nicht einmal seine Witwe, etwas erhalten werde. Eröffnung des Trierer Weinmuseums. Im ehemaligen Landesarmenhaus fand die Eröffnung des Weininuseums der Stadt Trier statt. An dieser Feier nahm u. a. auch Oberpräsident Dr. Fuchs teil. Oberbürgermeister v. Bruch- Hausen (Trier) hielt die Eröffnungsansprache. Im Keller des Museums wurde die Eröffnungsurfunde in einer Kapsel zusammen mit mehreren edelsten Weinen vermauert. Eine Grotzviehmarklhalle in Mannheim. Die Stadtverwaltung LNiannheim plant die Errichtung einer zweigeschossigen Großviehmarkt- halle mit einem Kostenaufwand von 500 000 Mk., die der Unterbringung von ZOO Pferden und Großvieh dienen soll. Eine entsprechende Vorlage ist dem Bürger ausschuß bereits zugegangen. Eröffnung der ersten Woolwockh-Einheitspreisladen. Di« ersten deutschen Einheitspreisläden der Woolworth werden, wie wir erfahren, im Laufe des Monats August in Berlin und Bremen eröffnet. Weitere Läden sollen in Düsseldorf, Wiesbaden und Bochum eingerichtet werden. Das Verkaufs- und Zahl- shstem sowie die innere Einrichtung werden in allen Laden einheitlich durchgeführt. Bestimmte Waren sind nur an bestimmten Verkaufstischm erhältlich, von denen jeder eine besondere Zahl- kasse erhält. Die Verpackung der gekauften Gegenstände besorgt der Käufer selbst. Durch die un- mitteivare Aushändigung der Ware an den Käufer kommen besondere Warenausgabestellen in Fortfall, wodurch Ersparnisse gemacht werden, und auch das Publikum schneller ab gefertigt werden kann. Ob sich diese neue Art des Verkaufs- systems in Deutschland wirklich einbürgern wird, erscheint nach ben bisher speziell in Berlin gemachten Erfahrungen mit Änheitspveisgeschäf- ten für Artikel des täglichen Bedarfs, fraglich. Jedoch muh man bedenlen, daß die neuen Einheitspreisläden von den Woolworthkonzern finanziert werden, und daß bei ihnen alle bie Erfahrungen des in Amerika mit Erfolg in Gebrauch befindlichen Systems um so besser verwandt werden können. Ein lcmggefuchter Hoteldieb gefaxt Eine Serie von Hoteldiebstählen, die in der zweiten Hälfte des letzten Jahres in Berlin ohne Entdeckung des Täters geglückt waren und damals großes Aufsehen erregten, hat eine unerwartete Aufklärung gefunden. In Brüssel gelang es der dortigen Kriminalpolizei, den 28 Jahre alten Diomede Dhszliuk, der aus der Likraine stammt, festzunehmen und einen Teil der ■®eute beschlagnahmen, die aus sieben Hoteldiebstählen in Berlin stammt. Der nunmehr vergiftete Hoteldieb, der in den Großstädten und Luxusbädern aller europäischen Staaten arbei- tete, hat als Transportmittel fast ausschließlich das Flugzeug benutzt. So ist festgestellt, daß er im Juli vorigen Jahres von Zoppot ab- flog, einen Tag in Berlin weilte, dort einen ! Hoteldiebstahl verübte, und schon am nächsten Sage mit dem Flugzeug nach Brüssel I werterflog. Im Besitz des Verbrechers fand man nicht weniger als ein Viertelpfund ungefaßter Brillanten und Saphire. Cs kann kaum einem Zweifel unter- ttegen, daß er einen großen Teil seines Raubes L*1 ^Kontc Carlo verspielt hat. Seine Verhaftung erfolgte in einem Hotel in Brüssel, wo er Juwelen im Werte von 250 000 Franken gestohlen hatte. Wettervoraussage. . bwlkig, teils heiter, warm und meist oqo ro" TeHn9e Tagestemperaturen: Maximum 23,9 Grad Celsius, Minimum 16,8 Grad Celsius. ?xnnS$-,nbauet: 31/< Stunden. Diederschläge- Heutige Morgentemperatur: 1<,2 Grad Celsius. , ,.?^tt"^6saussichten für Samstag: Vielfach _c.ng auch aufheiternd, warm und durchweg troden. u Zeitungsschau. Unter der äleberschrist „Von kommenden Dingen" betrachten die »Leipziger Deue° ft e n D a ch r i ch t e n" die parlamentarische Zukunft. Das Blatt schreibt: „---Unter dem Kaiserreich lebte der „schwarz-blaue Q3IocT, der Bund von Zentrum und Konservativen, der bewährten ^Stützen von Thron und Altar", von dem unbewiesenen Axiom: „Die Sozialdemokratie darf nicht mitregieren!“ Das sucht die Sozialdemokratie, gedankenarm, wie sie geworden ist, jetzt zu ihren Gimsten umzukehren. Solange die Äeutschnatio- nalen außerhalb der Regierung ftanben, war die Sozialdemokratie weder von den Demokraten noch vom Zentrum zu überreden, in die Regierung einzutreten. Kaum aber waren die Deulschnatto- nalen drin, so wurde das Leitmotiv soziawemvkra- tischer Reichspolitik: Die Deutschnationalen müssen aus der Regierung heraus! Wie die Deittsch- nationalen regierten, daraus kam es gar nicht an, sie sollten und muhten heraus^ Wie nach ihrem Austritt regiert werden sollte,' davon war nicht erst die Rede, und doch Watte das die Hauptsache gewesen! Denn da die Sozialdemo- ftaten nein zu sagen pflegen, wenn ihnen der Eintritt in die Regierung angeboten wird, und fra ®oäiaIbemoEraten’ Demokraten unb Zentrum noch gar keine Mehrheit ergeben, so wäre die Frage, was nach der Zerstörung der regierenden Koalition werden solle, die wichtigste Dorftage gewesen. Aber nein, davon wollten die Sozialdemokraten nichts hören, sie wollten nur zerstören, um des Zerstörens willen, um ihre Anhänger durch Kampflärm und Schlachtgebrüll unter Atem zu halten und nur nicht zum Nachdenken kommen zu lassen: was nachher kam, davon sollte nicht die Rede sein. Die Demokraten waren ganz mit dieser Takttk einverstanden.-- August Winnig, der ehemalige sozialdemokratische Oberprasident von Ostpreußen, ist gu Den Altsozialisten gegangen.---Wirmig hat als deutscher Arbeiter und deutscher Sozialist nur den innigen Wunsch, daß sein deutsches Vaterland frei werde von der Schmach der Unterwerfung unter Das Versailler Diktat, daß es wieder gleichberechtigt und stark und frei dastehe unter den Völkern dieser Erde. Das ist eine Gesinnung, bie zweifellos auch sonst vorhanden ist in den sozialistischen^ Reihen, die die Drahtzieher der „Vereinigten" Sozialdemoftatischen Partei ober um keinen Preis aufkommen lassen möchten, well sie nicht wüßten, wie sie die Partei dann noch einheitlich lenken und leiten sollten. Daher das große taktische Ablenkungsmanöver der Hetze gegen die Koalttion mit den Deutschnationalen. Möglich gemacht wird ihnen das Qltonöber nicht erst durch die ülnterstützung der Demoftaten — die bedeuten an sich nicht viel, sondern erst durch die Polittk mit doppeltem Boden, die das Zentrum treibt. Das Zentrum besteht daraus, in Preußen mit der Sozialdemokratie weiter zu regieren, während es im Reiche mit den von der Sozial- demvkratte auf Tod und Leben bekämpften Deutschnattonalen regiert. Dadurch ist es möglich geworden, den Reichsrat unter Führung der preußischen Regierung in den Dienst des sozial- demokrattschen Ablenkungsmanövers zu -stellen. Den Lärm auf der Linken hätte man hören mögen, wenn der ReichSrat e5 sich hätte ein» falten lassen, seine parlamentarische Entlastungs- vffensive gegen eine LinkSkoalition ins Werk zu setzen! Die „führende" Linkspresse der Reichs- harchtstadt wäre doch ans doktrinären Tobfuchts- anfällen nicht mehr hevausgekommen. Die Kernfrage dessen was da kommen will, wird also tzin, ob das Zentrum es sich zutraut, das neckische Spiel auf der Wippschaukel zwischen Preußen und dem Reich zwischen Sozialdemoftatte und Deutschnationalen bis zu den Wahlen des nächsten Jahres weiter zu spielen. Die anderen Parteien der regierenden Koalition im Reiche wären von allen guten Geistern verlassen, wenn sie nicht einen vorzeitigen (terfall der Koalition ernschaft ins Auge faßten. Ramentlich die Deutschnationalen würden gut tun, wenn sie die Kunst des Mitregierens endlich unter anderen Gesichtspunkten würdigen wollten, als m der monarchistischen Zeit Geltung haben mochten. Für die damaligen Kvnservattven, die im Bunde mit dem Zentrum das Lieich und Preußen oeherrsw- ten, kam es nicht so sehr darauf an, ob die Vertrauensleute, die sie in der Regierung sitzen hatten, für das Amt auch besonders geeignet waren. Das System trug die MänNer, auch wenn sie sich ohne das System auf dem Posten den sie auszufullen hatten, nicht behauptet haben würden. Das System von heute hat solche Tragkraft aerobe für die Rechte nicht mehr. Wenn man schon in einer Koalitionsreaierung sitzt deren verfassungsmäßiger Kopf auf 'Führung bewußt verzichtet, — um die Kreise seiner Partei im größten deutschen Lande nicht zu stören, so hätte man allen Anläße das Innemninifterium mit der tüchtigsten Kraft zu besetzen, worüber man zu verfügen hatte. Denn, wenn der Kanzler nicht führt, muh der Innenminister in den Hauptfragen der inneren Politik ftühren. Vom Justizministerium auS geht das auf die Dauer «"fach nicht. Herr v. Keudell ist gewiß ein ernster Mann, ein kenntnisreicher Mann, ein gewissenhafter Mann. Aber der Mann, die auseinanderstrebenden Kräfte der Koalition zu bändigen und geschlossen gegen die von Preußen unterittchte Koalition »u führen, ist er nicht. Unb was einer nicht ist, kann ein klangvoller Ttame allein heule nicht mehr ersehen. Hier also ist die schwache Stelle der Koalition, daß die Deutschnationalen noch allzusehr an Methoden .^O^runggtunft festhalten, die gründlich ungenügende Umstellung der stärksten Regierungspartei kann uns die Krise bringen, wenn sie am wenigsten erwartet wird. Aus der anderen Seite wird die zukünftige Cnt- wicklung bestimmt durch die Gedankenhohlheit der le* te71 Oppositionspartei, die — nach den Methoden, die sie der wilhelminischen Aera abge- guckt hat — notwendige innere Kämpfe nicht durc^zufechten wagt und innere Leere und Zerrissenheit durch lärmendes Auftreten nach außen h^rdecken sucht. Die Sozialdemokratie kämpft mtt verzweifeltem Mute um Zeitgewinn, um -Verschleierung ihrer inneren Schwäche bis ju den nächsten Wahlen. Sollte der Schleier vorher reißen, so würde automatisch auch das ie hflrujlÖ«t Tf-T11’ ft'M’li te' ^fe?Ä Söffet Sb-üSs .^ÄKjS^ A A'? Ijet^ M nich, ^den fom‘ x~3re nod) «> M« *2 am tt ÄN die Nm, n3 entboten ?TDfait^miZ)^fUnb «Ä,'S S, «K L £■ fc.T* * nadi, Ätsss Ä.äS$ ,teÖ2**S „tJ. ?,to,eö® gleich- ?a i? ^Se unter dm Ü’V0* ^kmmng, bio ist in brn te- >e Drahts-ch« dm ,3et, Jft® Partei aber um i wflen möchten, weil li» Partei sollten, liöder der ichnationalen. Manöver mch Demokraten - 0i< sondern erst durch die Boden, die das 3entrum Mt barattf, in Preudci Mtie weiter zu regieren ! mit dm von der Sozial- °nd Wen bekämpften iert Dadurch ist es mög- -ichsrot unter Führung der l in dm Dienst des sozial- KmgsmMövers Kl Hellen. Linken hätte mm hören ächSrat es sich Mir ein» rfameruariföe fotflaftungs« faBfoalition ins Derk zu Änksprefse ba Äeichs- vs doktrinären Lchfn^s- «msglLmMn. Die Keri - kvMLn tttil, wird also rS sich Mtraut, das neckisch: rschaukei zwischm Preußen chen Sozialdemokratie und zu dm Dahlen des näch- i spielen. Die murren Par- Koalition im Reiche wären iftem verlassen, wenn sic ?n Zerfall der MM faßten. Namentlich die den gul tun, wenn sie die mß mdlich unter anderen iaen wollten, als m der teltung haben mochen.'M Mven, die im W M .ch und Preußen oehe^' chr daraus an, ob die L in der Regierung W : auch besonders aefflj die Männer ach L auf dem „ nicht behauptet ^n hL hat s-lche TM AeÄe nicht mehr. War- LÄ7M r/S6 - *g’S» » ren MM M Zauer y Ä £»*n ». Keudell w « em emrtnis«rc^ W-mn. D der Wann-LA «E? r ist. kam Aier also cht mehr E^ paß hie l- der KoollMn ch allzusehr ® S& Ä l&Wfe ngemge^ " hie -GM ZKW Die Kge»ig i11^: Mte ^’L&c&e 616 eitern Eßleier ihrer lM M ^haS pürbe r.rfl unrn ^rK'ZZ geschäftige Uebung entwickelt, bringt die stärksten psychischen Ermüdungserscheinungen des werk- HX?#vnt<4wyn VwxrVxrvr »IHt QUtLITXr; Airedale- Terrier Bauplätze MISS Vermietungen j I |S te he n an geböte] "1 'nm ittnhr? * 5riiulein oder iBltroe Z-1'M.Ml! Neuen Baue 7. Telephon 612. BESTE GESCHÄFTSREKLAME IST STETS EIN INSERAT IM GIESSENER ANZEIGER Carl Christ (Siesten, Liebigttraste 65. Feinstes MaßschubaeschSst. Vermischtes. Das gewisse „Etwas steht der CBilfe zur Geschmacksbildung in der Kleidung, ef ist naturgegebener Ausdruck seelischer Kultur. Die „Neue Frauenkleidung und Frauenkuitur", Zeitschrift für persönliche, künstlerische Kleidung, Körperkultur und Kunsthand- Werk, ist Beraterin der gebildeten Frau in all diesen Fragen. Die Erstehenden Auszüge sind dem Aufsatz von Emma Stropp im neuen Heft 7 entnommen, das wiederum eine reiche Fülle von Anregungen und Gedanken von großer praktischer Bedeutung für Kleidung, Haus, körperliche und geistige Erholung enthält. Alle lyrischen Dichter preisen in erster Linie die äußeren Eigenschaften der Geliebten, ihren vollendeten Wuchs, ihre rosigen Lippen und Pfirsichwangen und das Feuer oder die „blaue Tiefe" ihrer Augen. Auch in den meisten Romanen wird die Heldin mit allen aphroditischen Reizen geschmückt, während die die Konflikte heraufbeschwörende „Intrigantin" vorwiegend als eine von der Natur überaus stiefmütterlich fiele 740 qm, ä qm für 2 Mk. zu verkaufen. kadenfür mit Glaöetnsatz, ca. 2,18xS,89rn,z. kaufen gesucht. Schristltche Angeb. unter 0518t an den Gieß. Anz. Jahre länger Ihre Freude daran haben werden. Naumann's Kernseife trägt stets diesen Stempel: ''Zwei zusammen- liegende als 1. 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Wenn man sich der Frauen erinnert, die in der Geschichte durch die Bewunderung, die ihnen ein ganzes Zeitalter zollte, berühmt wurden, so findet man in ihren Reihen eine nicht unbeträchtliche Zahl solcher, die nicht einmal als hübsch anzusprechen waren, deren Gesichtsschnitt und Gestalt sogar erhebliche Mängel aufwiesen. Trotzdem wurden sie zum Mittelpuntt eines in bezug auf Frauen- schönheit sehr verwöhnten Kreises. Es ist also nicht nur die von uns Schönheit genannte Eigenschaft, die diese Wirkung auszuüben vermag, viel» mehr jenes ungewisse „Etwas", das angeboren sein kann, durch vorausblickende Erziehung mid Beeinflussung des KindeS aber auch zu entwickeln, ebenso durch Selbstbeobachtung und Willenskraft zu erwerben ist. — Dann soll auch nicht verkannt werden, dah eine wohlduvchdacht«, auch in den Farben gut abgestimmte Kleidung außerordentlich viel dazu beitragen kann, die Erscheinimg zu heben. Durch geschickt gewählte Kleidung kann ein Nachteil zu einem Vorteil umgewandelt werden... Hebler Gefallsucht, filoder Eitelkeit weltenfern Suche zum 1. Aug. sauberes, steiniges WWW möglichst nut Koch- kenntnissen. 05208 Rim £. 51111er Bahnhofstraße 3S. *• V. H. E. Die Iuli-Wanderung des Zweig- dereins Gießen führte am vergangenen Samstag und Sonntag auf die höchsten Erhebungen des Dogelsberges und hatte in der Hauptsache den Zweck, das vom Gefamt-V. H. E. im vorigen Jahre errichtete Gefallenendenkmal und das Dater-Bender-Heim auf der Herchenhainer Hohe zu besichtigen. 51 Teilnehmer trafen sich am Samstagmittog trotz strömenden Regens am Bahnhof, um die Wanderung von Hirzenhain aus auszuführen. Erfreulicherweise besserte sich das Wetter bald, und so konnte die Wanderung ohne Regen vonstatten gehen. Der Weg führte zunächst nach Steinberg und von hier nach kurzer Kaffeepause auf herrlichen Waldwegen, an dem idyllisch gelegenen Gederner See vorüber durch eine wunderbare uralte Buchenallee dem Ziel des ersten Tages entgegen. Vor Eintritt der Dunkelheit wurde das Heim auf der Herchen- hainer Höhe erreicht. Es ist ein herrliches Werk, das von den V. H. C.°Mitgliedern unter Führung von Professor Dender, Frankfurt, hier oben für die Iugend geschaffen wurde, und die Verpflegung bewies, daß die Leitung des Heims in den besten Händen liegt. — Am Sonntagmorgen gegen VolO Uhr wurde die Wanderung fortgesetzt. Zunächst wurde das Gefallenen-Denkmal besichtigt wobei der Vorsitzende des Gießener Zweigvereins, Oberreallehrer Will, in stimmungs- ** Personalien. Auf Grund des Gesetzes über die Llltersgrenze der Staatsbeamten tritt am 1. September d. I. der Senatspräsident beim Oberlandesgericht, Ferdinand Schmidt, zu Darmstadt in den Ruhestand. — Ernannt wurden am 6. Juli der Installateur bei der allgemeinen Verwaltung der medizinischen Klinik, Frauen- llinik und der Klinik für Haut- und Geschlechtskrankheiten der Landesuniversität Gießen, Io- hann Seif er th in Gießen, zum Werkmeister mit Wirkung vom 1. Iuni 1927 ab; am 20. 3uni öie Schulamtsanwärterin Elsa Schweitzer aus Lauterbach zur Lehrerin an der Volksschule zu Angersbach (Kreis Lauterbach). In den Ruhestand trat: am 11. Iuli auf Grund des Ge,etzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten der Direktor der Lehranstalt für Obstbau und Omw* wirtschaft zu Friedberg, Karl Spieß, mit Wirkung vom 1. November 1927 an. *• Erledigte S teilen. Erledigt ist die Stelle des Amtsvorstandes des Forstamts Schif- fenberg zu Gießen vom 1. August d. I. an. Schluß des Meldetermins 25. Iuli. — Erledigt ist ferner eine Lehrerstelle für einen evangelischen Lehrer an der Dollsschule in Allendorf a. d. Lahn (Kreis Gießen); eine Dienstwohnung ist vorhanden. sicher diesem Fond« noch weitere Mttel w I fliehen werden, darf mit dem Baubeginn des I Krüppelheims im kommenden Iahr gerechnet werden. , „ .1 •• DaS neue Flughafengebäude ist in den letzten Wochen so weit gedie^n, daß es nunmehr auch in der äuheren Herrichtting vollendet ist. Der Neubau hebt sich in wirkungsvoller Weise von dem grünen Hintergrund teS Waldes ab und wird durch seine gute architektonische Gestaltung das Wohlgefallen der Flug- hafenbesucher finden. Gegenwärtig wird die Anlage an der Hauptfront des Gebäudes herge- I richtet, und gleichzeitig die erforderlichen Ausschachtungsarbeiten für die betonierte Rollbahn I gefördert. Die Freitreppe vor den gärtnerischen Anlagen nach der Rollbahnfiäche ist bereite serttggestellt. Man darf wohl damit rechnen, daß I der Neubau Ende August der Benutzung Übergeben werden kann. ♦* Neue Ruhebänke im Stadtwald, j An dieser Stelle ist wiederholt darauf hinge- wiesen worden, daß die Wiederherstellung der I durch Witterungseinflüsse oder durch zerstörungswütige Elemente beschädigten Ruhebänke im Stadtwald, sowie die Vermehrung der Ruhegelegenheiten durch Neuaufstellung weiterer Bäicke eine dringende Notwendigkeit ist. Erfreulicherweise können wir heute mitteilen, daß die zuständigen Stellen, wiederholten Anregungen entsprechend, in jüngster Zeit die erforderlicheii Maßnahmen durchgeführt haben. Zum Beispiel sind am Schiffenber«r Weg, sowie an den Wiesenwegen vor dem Walde in anerkennenswerter Weise Bänke aufgestellt worden, denen hoffentlich auch in den übrigen Teilen des Stadtwaldes zahlreiche weitere folgen werden. Bei dieser Gelegenheit sei aber auch den jugendlichen Herrschaften dringend ans Herz gelegt, dieses der Allgemeinheit dienende Werk zu respektieren. wenn wir schlafen. v , ,, . Daher kommt auch die Verschiedenheit der Zeitwertung. Ganz in Nerven und Gehirn über» gehen kann die Ährenvegelmäßigkeit wohl niemals, aber demw'h unterliegt das Zeitbewußt- sein einer weitgehenden Entwicklung. Wer hat nicht schon einmal einen Zug versäumt und fluchend auf den nächsten warten müssen? Als es mir einmal so gegangen war, saß bei mir em Bäuerlein und wartete auch. Ich sah gewiß hundertmal nach der Uhr, er fragte nicht einmal nach der Zeit. Für mich war die Wartezeit eine Spanne von einer Stunde und noch sehr Dielen Minuten, für ihn eine einzige Welle nämlich „die Zeit bis zum nächsten Zug". Ich wartet« darum a-rade hundertmal solange als er. Man wird sauen: Er hatte Zeit, ich nicht! Das stimmt, aber nicht weil er minder Wichttges vor sich hatte, sondem nur, weil er eine andere, geruhsamere Zeitrechnung gewohnt kvar. Das ZeithabenwoNen sc: reibt sich also daher, daß unser Zeitbewutztsein durS die objettive ilhrenzeit wie auf ein Prokrustesbett gespannt wird, dgs ihm bald zu lang und bald zu kurz ist. Es folgt ihr nur gezwungen und befindet sich in einem ständigen Widerspruch mit des „Dienstes ewig gleichgestellter Uhr". Dieser Widerspruch aber, der nur um so krasser wird, je mehr sich die Zeitschähung in uns durch ** Liebig-Museum. Am Sonnta. 17.Juli, früh 11.15 Uhr pünktlich, hält im i. des Liebig-Museums Sanitätstat Dr. med. et phil. Kranz-Busch aus Wiesbaden einen schon durch das Thema außerordentlich interessanten Vortrag über leuchtende Tiere und Pflanzen. Diese Erscheinungen beruhen im Grunde auf chemischen Pro- S’fen, die mit den Lebensvargängen der Tiere und langen aufs engste verknüpft siud und in ihrer irkung bei den Tieren auch für das psychische Geschehen, g. B. als Reiz- und Anlockungsmittel, Beveutung haben. Der Vortragende ist schon durch seine frühere Betätigung im Liebig-Museum rühmlich bekannt. Der Besuch des öffentlichen Vortrags sei allen naturwissenschaftlich Interessierten dringend I Einfamilienhaus modern eingerichtet, Heizung, vretäro. au verk Schr. Ana u. 05197 an d. G- Anz. Tret gebr. irische Rippen- Oesen für Werkstätten besonders geeignet, billig Gbaufleben. Näheres durch Kirchendiener Sier, Roonstraße 34. für frauenL Haush. gef. üalls Grund- od. Barverm., Beteiligung am Geschäft mögl. Schristl. Angebote unt. 05190 an den Gieß. Anz. Tüchtiges, solides Mädchen *6rau S.Äoicvb, Westanlage 29. Weg. Verheiratung meines Mädchens für 1. August esesD besseres Mädchen gesucht, das kochen k. u. sonst. 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Eigentümlich aber ist, daß diese wesentliche Komponente der Erholung zwar von jedem ganz iriebsicher gesucht, aber kaum einem klar bewußt wird So ist kürzlich an einen ziemlich weiten Publikumskreis die Anfrage gerichtet worden: „Worauf freuen Sie sich am meisten auf Ihrem Urlaub?", und nur bei einer ganz geringen Anzahl von Antworten war erteanttich, daß dem Antwortenden mehr das Wie des den Urlaub Verbringens als das Was seiner tatsächlichen Erfüllung wichtig schien. Als ich daraufhin an Hörer und Bekannte eine ähnliche, aber näher präzisierte Frage richtete, bekam ich mit einer geradezu überraschenden Einstimmigkeit eine Antwort, die den Dirm jener obengenannten Hären mochte: „Auf das ZeithabenI" Nur den Grund dieser Sehnsucht, der leicht einen tieferen Einblick in das seelische Betriebe unserer Zeit geben könnte, r-ußten sie nicht anzugeben. Und doch scheint dieser Grund recht nahe zu liegen. Die Zeit ist es nämlich, die als bedrängend, müdehetzend und aufreibend empfunden wird. Und nicht mit Unrecht. Freilich ist es nur Vie Erfüllung der Zeit, unsere Geschäfte, fite sich in ihr abwicteln, was drängt und jagt und — wie gern zur Erklärung gesagt wird — schneller ge- wvrfien ist. Aber fite Vorstellung geht auf fite Zeit selbst über, well wir es nicht mit fiem natürlichen Zeitbewuhtsein, das etwa Tag, und Macht als Grenzen unterscheidet, sondern mit fier vbjektiv konstruierten und durch komplizierte Methoden und Apparate allen gleich zugemessenen ZÄt zu tun haben. Diese Uh renzeit muh für alle gelten; gerade darum aber kann sie nicht jedem einzelnen immer gleich angemessen sein. Unser subjektives Zeitbewuhtsein kümmert sich nicht um die objektive Zeit: Eine Stunde nach der Uhr filetfit sich immer gleich. Für uns kann sie sich ins Endlose dehnen, wenn wir in banger Erwartung sind, kann zum Augenblick schrumpfen, wenn wir uns freuen, ja sie wird zum Nichts, MW LMsS, *"£> MäuSbura 3. | Verseh iedenesj Neue FrütorÄln „Böhms allerfrttheste gelbe", la Wetter- auer Ware, »er Ztr. x 8— inkl. Sack ab Station Echzell, versendet gegen Nachnahme Ludwig Erb, Kartoffelversandgeschäft, Echzell m der Wetterau. Teleohon Nr.21,AmtRetchels- heim lWetterau). Schnelle und gute Bedienung. 6572D Suche Fleckicnca Händler. 50 Stuck 2Rm. Nach«, franko. moA P. Dolfter, Breslau F. 438. Sicheret« Mädchen das felbständ. kocht und iämtlldje Hausarbeiten erledigt,^gesucht. Angebote mit Gehalttzansnr. an hlM SlWM 43oft Ortenficrg lOberhessen'. empfohlen. ,, , " Die hessische Krüppelheimbau- lotteric hatte nach der Abrechnung der Hessischen Deamtenbank e. G. m. H. in Darmstadt vom 1. Juli 1927 folgendes Ergebnis: Es verbleibt ein Reinüberschuh per 1. Iuli von 119 141,48 QKari. Dieser Ueberschuß dürfte sich noch erhöhen, da einige Beträge noch ausstehen. Leider war ein völliger Ausverkauf fier Lose infolge verspäteter Zulassung fier Lotterie für das preußnche Staatsgebiet nicht zu erreichen. Da aber einschließlich der bisher gesammelten Mittel jetzt ein Betrag von 170 000 Mark vorhanden ist und tote jeden Men weinbrand- u. Hotwein- Hlaschen voller SBetfc der hn Weltkrieg gefallenen B. H. C.-Mitglieder, rnsbefondeve derjenigen vom Gießener Zwrigverein, gedachte. — Auf schönen Wegen über saftige, farbenprächtige Wiesen, fiurd; hübsche Waldungen, die öfters herrliche Aus' blicke auf unser heimatliches Gebirge Boten, wurde gegen 12 Uhr fier Hoherofiskopf, das Endziel fier Wanderung, erreicht, von wo man nach mehrstündiger Rast, fite auch zum Besuch fies Tauf' stet ns benutzt wurde, den Weg nach Schotten antrat, UM von hier aus heimzufahren. •* Die Vereinigung der Fünfziger des Iahrgangs 1862 feierte am letzten Samstag und Sonntag ihren 65. Geburtstag Man traf sich am Samstagabend zu einem Heinen Festessen im Hause des Gesellschaftsvereins; Küche und Keller boten Vorzügliches. Unter den Klängen fies Orchestervereins vergingen fite Stunden in ungetrübter Geselligkeit. Am Sonntag fand I vormittags Kirchgang statt. Am Nachmittag vereinigten sich fite Altersgenossen mit ihren Familien zu einer Familienfeier tm Philosophenwald fiel Kaffee und Kuchen. Beide Feiern verliefen in harmonischer Weise und zeugten von fiem guten Geist, fier in dieser Vereinigung steckt. •• Anlaa enkonzert. Am Freitagnachmitt tag 18 Uhr (bei günstiger Witterung) veranstaltet die Kapelle des I. (Hess.) Bataillons. 15. Insaa terieregiments am Aebig-Denkmal ein Anlagen konzert. Die Musikfolge ist: 1. Armeemarsch III, 124 Kürassiermarsch Großer Kurfürst, Walter von Simon; 2. Große Fantasie aus fiem Bal' lett „Coppelia", L. Dellbes; 3. Florentiner- marsch, I. Fucik; 4. Ouvertüre zur Operette „Flotte Dürsche", Franz von Suppe; 5. Chatten- Marsch, W. Löber. Weitere Lokalnachrichten im 2. Blatt. g. p. Steigende Frequenz der Lande sun i D e r f i t ä t. Die Zahl fier Studierenden fier Landesuniversität ist von 1326 im letzten Wintersemester auf 1476 im lausenden Sommersemester gestiegen. Hinzu kommen noch 178 Hospitantinnen, Gasthörer- und Hörerinnen. Besonders erfreulid; ist das starke Anwachsen der nicht- hessischen Hörer. Die Einrichtungen der medizinischen Fakultät sind in letzter Zeit durch das neuerbaute physiologische Institut und das Institut für Körperkultur vermehrt worden. ~ ‘ ig, den Hörsaal Mädchen d. nicht mehr sonbil- dunqSschulpflichtia ist, qesucht 05202 Bäckerei Pbilivp Laune, Neustadt 47. Stellengesuche| LandwinSiahnmlt alt Arbeit, t.b Land- wirlfch.erf.kiestüvtn ante Zeugn., wünscht i Veriraneuxrteileng, al welch. Art. Werde mich vers. vorstellen. Heinrich Jung, Lvl-doiw, rchulaasse Eintritt. Schriftliche Anqeb. unter 05194 an d. Gien. Anz. erb. * bess Ansf., zu verm. 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Größte Auswahl im Spezial- < Geschäft ^a i LPbalüiausWinierhoii J Kreuzplatz 9 Es gibt darum für den Urlaub keinen bessern Wunsch, als den alten Gebirglergruß: »Zeit- lassen!" — Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: Abonnementskonzert der Reichswehrkapelle: 8 Uhr „Liebigshöhe". — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Die Villa im Tiergarten". — Aftoria-Lichtspiele: „Die Abenteuer des Buffalo Bill". — Aus fiem Stafittheaterbureau wird uns geschrieben: Am Dienstag, 19. Iuli, geht ein neuer Schwant in Szene. Es bedarf wohl keines besonderen Hinweises, daß fiieHerren Arnold und Bach — die bekannten Verfasser von ,Spanische Fliege", „Zcoangseinquartierung' und „Der wahre Iakob" — mit ihrem neuesten Schwank „Hurra — ein Iunge!" einen Sieg auf bet ganzen Linie erfochten haben. Die Berichte von allen Seiten, aus Berlin, Leipzig, Graz sprechen alle von einem durchschlagenden, außer» ordentlichen Erfolg und von zwerchfellerschütternder Wirkung. Also ein Stück, so recht geschaffen für den Sommer, wo das Publikum überall leichtere Kost verlangt. WEN. Vorsicht bei Sonnenbädern. Sonnenbäder können mehr schaden als nützen, wenn sie nicht mit fier erforderlichen Sachkenntnis oder im Uebermaß angewandt werden. Dor allem ist darauf zu achten, daß die Haut nut allmähllch den Einwirkungen fier Sonnenstrahlen ausgesetzt wird. Es empfiehlt sich, Sonnenbäder während der heißesten Zeit fies Jahres in fiert Vormittagsstunden zu nehmen und unter keinen Umständen zur Mittagszeit oder am frühen Nachmittag. Man hüte sich auch, sich den Sonnenstrahlen umnittelbar nach dem Verlassen des Wassers auszusetzen, da es sonst zu schmerzhaften vvn ____ ........... - Entzündungen der Oberhaut kommt. Es gibt ^^H^e Kreatur geschildert wird. Es ist daher zu Mittel, die Haut gegen fite chemischen ®intoir- verstehen, daß im allgemeinen Volksempsindcn Jungen fier Sonnenstrahlen weniger empfindlich Annahme vorherrscht, daß einzig und allein zu machen. Diese Mittel kommen auch für den Mädchen und Frauen, fite im Vollbesitz weiblicher Fall in Betracht, daß man lange in greller Aeize sind, Zuneigung und Liebe zu gewinnen in Sonne zu wandern oder zu fahren hat. Es ' - - -■ - — - *■ - ' '—L— empfiehlt sich z. B., fite Haut mit süßer, ungekochter Milch einzureibcn, oder eine milde Hautcreme, auch Zitronensaft werden angewandt. Gute Dienste leistet ein Zusatz von Borax und Benzoetinktur zum Waschwasser. Sleltere Periou I d. kochen kann, sucht für LanSiiber Bc- schäftinung. Schr. Ana u.05198a.d.G.A. Verkäufe \ Verkaufe IP.schwere zugseste belgische PaOpferde gar. sehlersretSluie 5=, Wallach lljähr., | Händler aerbeten. Schr. An fr. u. 05198 an den Gieß. Anz. 1 Pärchen chinesische Reisfinten mit Korb zu verk. Anzusehen vorm-E Ludwinrir. 1III- Modewarenhaus Reste Seltersweg 85 ten Preisen 6603a Restposten Restposten dem 15. Juli 1927, vormittags 11 Uhr, statt. 05204 Nur Qualitätswaren! 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Alten- Buseck, für die ersten Hilfs- und Liebesdienste des Herrn Dr. Schmidt, Wieseck, sowie für die trostreichen Worte der Arbeiter und Angestellten der Firma Wilh. Zurbuch. Lackfabrik. Gießen, und dem Gesangverein Sängerkranz, Wieseck, für die erwiesene letzte Ehre am Grabe, für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden und allen denen, die an dem Schicksal, das uns so schwei- betroffen, Anteil nahmen, sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Die tief trauern den Hinterbliebenen: Familie Ludwig Werner, Imdwigsburg Familie Wilh. Momberger, Klein-Eichen. Der Vorstand des Alice- Franenvereins vom Roten Kreuz tm Ausschnitt '/«Pfund O.1O Edamer Käse 20% Fett.................. Schweizerkäse noCrett..................... Blutwurst geräuchert ...................... Plockwurst schnitisest ...................... Zervelatwurst Holsteiner ................. Matjes-Heringe ..................... Neue Kartoffeln ....................... '/«Pfund '/.Pfund . Pfund .. Pfund .. Pfund 3 Stück Gießen (Bleichstr. 36), Münchholzhausen (Kr. Wetzlar,) H Juli 1927. Auf Wunsch der Entschlafenen findet die Beerdigung von ihrem Elternhause in Münchholzhausen, Station Dutenhofen, aus am Freitag, Alle QUlgefjenöe Bäckerei in Kreisstadt Im Lahneal, ist wegen Hohen Alters zu verpacht. Uebernahrne ovll. foiort.Ersorder' lick 6000 - 7000 Nm. Schr. Ang. 11. 6591D. an den Giest. Anz. Kindersöckchen, Kinderstrümpfe, Größe 6-10 0.75, Gröhe 2-5 Kinderschlupfhosen, blau....... Kinderhemdhosen, weiß........ Kindersweater, Spielanzüge..... Kinderkleidchen, Baumwolle.... Kinderkittel mit Höschen, Krepp Kinderwesten u. Pullover, Wolle und Wolle mit Seide, Serie I Serie II 0.90 0.60 0.80 1.60 B. G. V. Sieben e. V. Sonntag, 17. Juli, um 16 u. 20 Uhr: Mitwirkung bei Konzerten auf der Zlurterrasse in Bad-Naubeim. Abfahrt 12.32 Uhr, Sonmagskarte. Die Mitglieder erhalten für ein Angehöriges eine Eintrittskarte zu ermäst. Preis für beide Konzerte. Da mit dieser Reise ein Ausflug mit Damen verbunden ist, werden auch die passiven Mitglieder um Teilnahme ersucht. Auf alle übrigen Waren 10% Rabatt. 65980 L. Teitler, Gießen, Dammstr. 25p. Gegenüber der höheren Mädchenschule. Kein Laden. Aut® Ruf-Nr. 17 90 Kinder-Söckchen Knie-Socken Auf alle anderen Waschanzüge, Kieler Waschanzüge, Drellhos., Sporthemden Sportblusen während des Ausverkaufs MlMMM Bavaria A. H. - Verband undAttiverBund Samstag, d. 16. Juli 20% Uhr oh» Große Kneipe -73— Gegründet 1859 6601a 90BEET HÄA» NAC HF. ^1 Meine Spezialität Der JUgwt-Stnm pf ist seit Jahrzehnten bekannt als bester und preiswertester Strumpf ALLE MODEFARBEN ALLE PREISLAGEN Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine innigstgeliebte Frau, unsere gute Mutter, Tochter, Schwiegertochter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Elisabeth Kinzenbach M. Schmidt nach erfolgter Operation im Alter von 41 Jahren am Montagabend zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Kinzenbach und Kinder, Auf alle and. War en, m. Ausnahme von Markenartikeln, währ, des Ausverkaufs 10 Prozent Rabatt! Berreilg. d. Urkunden v. Stenotyp.- u. Bezirkswetischreib. Gßüelsü.-Qlenogr.- Verein u. 1861 unö Danienner. „Gaöels- herger, C„8c Äterito«. Samstag, 16-Juli, abends 8*/a Uhr: ImlieiMM aus der Karlsruh. Stadttheater Dienstag. Den 19. Wi obenöö 8 Uhr: Gastspiel des Kurtheaters Sad-Aauyeim Erstaufführung! Hom - ein Junge! Schwank in 3 Akten von Franz Arnold und Ernst Bach (Verfasser von „Die spanische Fliege" „Der wahre Jakob" usw.). Ende nach 10 Uhr. Der Vorverk. findet Samstag. Montag und Dienstag in den gewöhnlichenKassen- stunden statt. 6602C Freibank. Freitag, den 15. Juli, von 8 Uhr vormittags ab MWMlM. Weist emaillierte, gustetserne, schwarze und grün emaill. HERDE empfiehlt 5930a Edgar Borrmann Eisentvarcn,Werk zeuge, Gicsten. 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Fuli 1927, vormittags 11'/. Llhr, im Hörsaal des Liebig-Laboratoriums. - Darauf Führung durch dos neu hergerichtete Museum. Für den Dorstand: Dr. Fritz Merck. Pros. Dr. Sommer. Apotheker A. Adolph. »»«D Obstpresse zu verleiben 115181 Hann Stamm, Bahnhossiraste $55, . die eine Kolonne von 10 Vertretern haben, oder die eine solche sich beschaffen können, oder die ohne Kolonne selbst arbeiten wollen, zum Besuch der Privalkundschafr für gutgehende Textilwaren (Scklager- artikel» gegen höchste Provision und tägl. Bareinnahme sofort von leistungsfähiger Firma gesucht. Bewerbung mit Lichtbild. „SATAW A“ Tapisserie - Fabrik, Dresden-A 16, Schumannstraste 41. llhennorgen ist Sdfliifi meines Ausverkaufes. Und die Reste — — — — «L Hier! Sooiert'Irio für Tanz, noch für n. Samstag und Sonntag ! frei! Schr. Ang. u 05200 an den Gieh. Anz. Polster- Werkstatt Nl. all. Zubehör, zu mieten od.z. kauf.ges. fiebr. Baer, „ig, Marktstrabe. Vereine ] \ 5WLMM ।............. Filialen in allen Stadtteilen 6578c I Donnerstag, H- Zuli (92r Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. (62 Zweites Blatt en 6574a >rn Gießen | ng 05182 Veranstaltung. Mit diesem e.B. RLS für Chor und Orchester gegenüber mit seiner Frische und seinem durchsichtige Stil, em gelungener Ausklang der worden, so hätten nach den unzweideutigen Erklärungen der Finanzminister der Länder die Vertreter der Länder im Reichs rat ihre Zustimmung versagt. Der Reichstag hätte dann die Möglichkeit gehabt, durch Aufbringung einer Zweidrittelmehrheit seinen Willen durch' zusetzen. Richt etwa den Willen auf Auszahlung, sondern bloß den Willen auf Herbei- ührung einer Regierungskrise, denn dah der Reichsfinanzminister einen solchen Beschluß des Reichstages nur mit seinem Rücktritt beantworten konnte, wird niemand zu bestreiten wagen. Dann hätten die Beamten statt der Gewißheit auf Auszahlungen zum I. Oktober nichts als die Sicherheit auf Vertagung auf unbestimmte Zeit gehabt. Daß sich die Kommunisten um die Wirkung chrer Agitationsanträge den Teufel scheren, weih jedermann. Niemand wird in den Verdacht kommen wollen, diese Anträge ernst zu nehmen. Peinlicher ist das Verhalten der Sozialdemokraten. Von ihnen, die sich rühmen, diesen Staat geschaffen zu haben und deren Sprecher überall, wo sich die Partei in einer Regierung befindet, den Oppositionsparteien so gern die Pflicht zu staatserhaltender Mitarbeit predigen, muß man mehr Verantwortungsgefühl verlangen. Bei dem geschäftigen Bestreben, die jüngsten Deamtendemonstrationen parteipolitisch auszuschlachten, haben sie völlig vergessen, daß sozialdemokratische Reichskabinette Herzlich wenig für die Beamten übrig hatten, und daß der erste Demonstrationszug von hungernden Beamten im Dezember 1919 vor das Reichskanzler- polais marschierte, in dem damals der Genosse Bauer residierte. Deamtenfreundlichkeit wird man es auch nicht nennen können, tooä die sozialdemokratischen Redner im Haushaltsausschuß über die Beteiligung der im Reichsdienst stehenden Arbeiter an der Besoldungserhöhung der Beamten zu sagen wußten. Ich habe oft zum Ausdruck gebracht, daß es nicht angeht, Bcamtengehalt und Arbeiterlvhn in eine feste Relation zu bringen. Das ist auch jetzt abzulehnen. Man kann aber an der Tatsache nicht vorbeikommen, daß das Reich (und ebenso natürlich Länder und Gemeinden) seit langem den Arbeitern sehr viel mehr Lohn zu zahlen hat, als die Beamten Gehalt bekommen. 3n Berlin bekommt ein 24 Jahre alter Pvsthelser vom ersten. Tage seiner Tätigkeit an so viel wie ein bejahrter Postschaffner 12 Jahre nach seiner planmäßigen Anstellung. Soll nun die zur Verfügung stehende Summe wiederum zwischen Beamten und Arbeitern geteilt werden? Diese kihliche Frage wird von den Sozialdemokraten bejaht. Sie wird von jedem rechtlich denkenden Arbeiter verneint werden. Sie wird manchen Beamten die Augen über die Deamtenfreuridlichkeil der Sozialdemokratie offnem wird dadurch verzögert, aber rächt gefährdet. Der § 87 des Reichsversorgungsgesehes stellt überdies die Kriegsbeschädigten völlig sicher. Wenn das Reich Mittel für Desoldungsaufbesse- rungen zur Verfügung stellt, dann gehören davon in Auswirkung gesetzlicher Vorschriften 47 Prozent den Beamten um) 53 Prozent den Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen. Die Regierungsvorlage soll nach dec Zusage des Reichsministers der Finanzen noch im oveB 71 SaWl t Dr. Temesvarh erwiesen, wie man selbst in einen: durch die Verhältnisse gegebenen Rahmen künstlerische Werte zu heben vermag, wenn eine geeignete Persönlichkeit die Führung übernimmt. — in— .Jul'- Übr- ch> Mce- W W Rumänien und Deutschland Aus den Memoiren Alexander Marghilomans. (DauM" . UH',!,« ' ■ »'!W SxsS-x gftja/ Juli fertig werden, und bei gutem Willen muß es dem ReichSrat gelingen, sie bis Mitte September zu verabschieden. Dann kann der Haushaltsausschuß des Reichstags im September ans Werk gehen. Je weniger in diesen! Ausschuß geredet und je mehr gearbeitet wird, je schneller kommen die Beamten aus der Zeit der am 1. Oktober beginnenden Abschlagszahlungen heraus und in den Besitz der vollen Gebührnis- erhohungen. ot......0,75 mmwolle 0.75 Tr&8«.. Loo 1.00 idWuch- ............ delfonn. 2.00 K'sdde.. 3.25 u.......430 D 530,1 3.75 Men. 730 ‘Usnahme von s Ausverkaufs w. können." , Dieser Antrag wurde «ach den unvermeidlichen Agitationsreden angenommen. Gewiß ist damit nicht alles erreicht, was die Beamtenschaft mit gutem Recht erwarten konnte: nämlich eine sofortige Hllfe. Andererseits wird jeder, der nicht geschmacklos genug ist, um aus der Enttäuschung der Beamten Vorteile für die Partei zu ziehen, zugeben müssen, dah nocf) Lage der Verhältnisse eine bessere Lösung nicht möglich war. Deutlich bringt die Erklärung zum Ausdruck, dah die Verantwortung für ine uter- zögerung in erster Linie die Regierungen der Länder zu tragen haben, just der Länder auch, in denen die im Reich so freigebigen Parteien m der Regierung sitzen. Betrachten wir doch einmal me AussAten der Oppositionsanträge auf sofortige Auszahlungen mit Rückwirkung vom 1. Aprll an und anderen schonen Dingen. Wären sie angenommen Was die erforderlichen Mittel anbetrifft, so sind sie längst nicht so hoch wie das im Haus- Halls ausschuh ein Zentrumsredner behauptete. Die erforderlichen Mittel werden aufgebracht werden, ohne daß es notig ist, irgendwelche Steuern oder Abgaben zu erhöhen. Sie müssen aufgebracht werden, denn es ist nun einmal nicht zu bestreiten, dah nach den amtlichen Veröffentlichungen der Lebenshaltungsindex, der zur Zeit, der letzten Besvldungserhöhung auf 122 stand, jetzt auf 146 gestiegen ist. Die gesamte Oeffenllichkeit und nicht zuletzt die verantwortlichen Führer der Wirtschaft sind bereit, die Konsequenzen daraus zu ziehen. Gute Leistungen sind nur bei angemessener Zahlung zu erwarten, und der innere Markt kann nicht gesunden, wenn l1/. Millionen Beamten mit ihren Familien schlechte Käufer und noch schlechtere Zahler bleiben. Die zu gewährende Aufbesserung muß auch durchgreifend sein. Sie muß auf Jahre hinaus ausreichen, damit die leidige Frage der Beamt en- befvldung endlich einmal aus der öffentlichen Diskussion verschwindet. Die Regierungsparteien hatten die gute Absicht, zugleich mit dem Besoldungsantrage für die Beamten, einen ähnlichen Antrag zugunsten der Kriegsopfer zur Verabschiedung zu bringen. Das wäre nur gegangen, wenn niemand Einspruch erhoben hätte, ilnb es fand sich ein kommunistischer Abgeordneter, der den traurigen Mut dazu hatte. Die Annahme des Antrages Wllllil „Politische Roten" betiteln sich die Memoiren Marghilomans. Es sind Tagesaufzeichnungen, im Strudel des täglichen Kampfes niedergeschrieben, deswegen aber gerade so wertvoll, weil sie rächt frisiert, zur Verteidigung der eigenen Politik zurechtgemacht sind und, die durch ihren ursprünglichen Charatter für die Geschichtsforschmrg besonders bedeutungsvoll werden. Wer Marghiloman war, ist bekannt, rumänischer Politiker von großem Weitblick, 1913 an die Führerschaft der zweiten großen Partei, der Kon- servattven, gelangt. Deutschlands Freund in freudigen wie auch in bitteren Tagen, das er, der seine Studien in Frankreich absolviert und die französische Sprache wie eine zweite Muttersprache beherrschte, wegen seiner Leistungen anfangs bewunderte, dann liebte.... Er weih aber immer das Interesse seines Landes voranzustellen Gelegentlich des Kronrates vom August 1914 tritt er für die Reu- t r a l i t ä t Rumäniens ein, weil sie juristtsch möglich sei und auch den rumänischen Interessen, nachdem Italien abgesprungen war, am besten entspreche. Allerdings: er fordert vollkommene Reutralität, auch die indirekte Brgünstt- gung der Entente, wie sie der damalige Ministerpräsident Dratianu übte (durch starke Verminderung der rumänischen Getreide- und Erdölausfuhr nach Deutschland), verwirft er. Dem König 'Ferdinand sagt er nur allzu ost, dah seine Regierung die versprochene Reutralität nicht nach beiden Seiten innehalte. Die Haltung Dratia- nus macht Marghiloman mißtrauisch und obgleich der damilige Ministerpräsident ihm. als dem Führer der „Opposition Seiner Majestät", auch in der Außenpolitik nichts zu verheimlichen vorgibt, ist Marghiloman davon nicht allzu überzeugt. Er fragt sich lange vor dem Kriegseintritt Rumäniens, schon im Ollober 1914, ob C3; -ianu mchi schon vor dem Ausbruch des Wc.ttcieges, im Mai'1914 gelegentlich des Besuches des russischen Kaiserpaares in Constanza, einen geheimen Pakt mit Rußland, und somit mit der Entente eingegangen ist. Die Gewißheit seines Verdachtes hat Marghiloman bis zu seinem Tode, soweit aus seinen Memoiren ersichtlich ist, nicht bekommen können. Kürzlich erst, gelegentlich eines Vortrages über die „Rumänische Außenpolitik bis zum Weltkriege", hat Dratianu diesen Geheimpall zugegeben Allerdings, meinte er, er sei mit Wissen König Carols geschlossen worden Was wir uns bis zur Veröffentlichung authentischer Dokumente zu bezweifln gestatten, da sonst die Haltung König Carols, der durch und durch deutschfühlend war, und sein» Hohenzollern- Abstammung nicht verleugnete, unverständlich wäre, hat er doch im Krvnrat vom August 1914 den Krieg an der Seite der Zentralmächte gefordert. Trotzdem hat Marghiloman bis zum letzten Augenblick nichts unversucht gelassen, wenn schon nicht den Kriegseintritt Rumäniens an die Seite Deutschland zu bekommen, was infolge der inner- politischen Lage und der neuen Königin Maria, einer geborenen Engländerin, unmöglich gewesen wäre, so doch dessen für die Zentralmächte freundschaftliche Reutralität zu sichern. Alm der Kriegspartei, die sich um Rikola Filip es cu und Take Jvnescu geschart hatte, den Wind aus den Segeln zu nehmen, verlangt er von Oesterreich-Ungarn Konzessionen in Siebenbürgen und in der Bukowina. Aus der Haltung des damaligen österreichischen Gesandten, des Grafen C z e r n i n, darf geschlossen werden, daß Oesterreich gewillt war, Landkonzessionen im rumani- Ricolo Piccini, den Gegner Glucks, der aber auf den jungen, alles in sich aufnehmenden Mozart sicherlich ebenso stark gewirkt hat und ihm innerlich ebenso fördernd gewesen ist wie Gluck. Dieser Entwicklungsreihe wurde denn mit zwei Mozart-Arien eine Fortführung gegeben. Während die zurückliegenden Arien den Ausdruck eines in ihnen festgehallenen Grundaffelles darstellen. gleichsam aus einem bestimmten Punlle des Geschehens heraus sich stimmungstärkend ausbreiten, gewinnen Mozarts Arien durch die innere Weiterentwicklung im Individuum, und durch die daraus resultierenden Handlungen werden sie zum wirksamen Faktor des Dramatischen. Die Mannigfalttgteit der einzelnen Arien! wurde im Vortrag durch Sängerindividualitäten! gehoben, die jeder nach eigner Art, dem Vortrag eine besondere Rote gaben. Irmgard Heermann hat seit ihrem letzten Auftreten an Volumen der Stimme bedeutsam gewonnen. Ihrem Organ scheint die italienische Sprache besser zu liegen als die deutsche. Mit Domenico Scarlattis „Consolati“, wie auch mit R. Piccinis „O notte" und Pevgvlesis „Se tu m’arni" erzielte sie starke Wirkungen. Erich Meyer- Frankfurt besitzt eine sehr weiche Baritonstimme, die recht modulationsfähig ist und starke dramatische Kraft zu entfalten vermag. Sehr ausgeglichen und voll Intensität der Steigerung war sein Crescendo, ebenso egalisiert sein Decrescendo. Sehr geschickt verwandte er die mezza voce und ausgeprägt erklang die affektbetonte Koloratur. Beiden Sängern stand llniversitätsmusildirektor Dr. Temesvarh als berufener Begleiter zur Seite; in den getragenen Arien wußte er dem Instrument vrgelhast volle stimmungsgesättigte Klänge zu entlocken. In den Arien Piccinis und Pergolesis traf er stilsicher den Grundcharakter der Werke. Im zweiten Teil des Programms, der völlig Mozart gewidmet war, bot Lic. I. F. Saun zwei Tenorarien. Herr Laun verfügt von Ratur aus über sehr beachtliche Stimmittel, und versteht sehr geschmackvoll und mit innerer Wärme zu singen, den Vortrag zum dramatisck-szenischen Erleben zu steigern und mit seinem Organ heldische Kraft zu entfalten, obwohl dieses von Hause aus lyrisch veranlagt ist. Es Ware schade, Aonzert zum Vesten der Gießener Ztudentenhilse. Auch wenn man von dem guten Zweck ab- sieht dem das Konzert am Dienstag gewrdmri war so konnte schon die Vortragsfolge für sich Höver in großer Zahl Aus den Grundlagen, die der Musck im 17. und 18. Jahrhundert gegeben wurden der Höhepunkt des 19. Jahrhunderts erwachtem fStam nun unsere Zeit, die in der Kunst nod) immer in einer Amorientterung begriffen ist, Wieder die Führung sucht mit ruckliegenden Stil- evvchen so bedeutet das gleichzeitig em Zurück- Lehren zu Ausgangsquellen. Denn jene Zeit war nickt allein die Schöpferin von Formen, die maß- aebend wurden für folgende Jahrhunderte, sondern sie sah im Gegensatz zu unserer formauflösenden. ja formzerirümmernden Gegenwart alles in der veredelnden Wirkung des Formalen. Das bedeutete aber für damalige Zeit ein Schönheitsideal. Und so muhte diese Entwicklung unbedingt ihren Ausgang in dem Lande des Schönheits- kultus nehmen, in Italien. v , Während bei uns Deutschen Inhalt und Ausdruck höher geachtet wurden als die Form, trat bei den Romanen der Formsinn als treibende Gestaltungskrast hervor. Der schöne Ton wurde zu dem Material, aus dem die Form erstand (belcanto). Der oberste Grundsatz der Form aber war die Klarheit im Harmonischen, wie auch im Melodischen. Formbeherrschung aber lieh das Virtuosentum hervorsprießen mit allen seinen späteren Auswüchsen im Opernhaften. So räumte die Veranstaltung dem Sologesang ein breites Feld ein und andrerseits war es zu begrüßen, daß überall die Originalsprache, das Italienische, gewahrt blieb. Denn nur so konnten die Werke ihre ursprüngliche Formung erweisen. Zudem gewährte die Reichhaltigkeit des Gebotenen eine Erkenntnis der im Stil ruhenden Probleme. In den Händelschen Arien die Abge- llärtheit und ideale Durchsichtigkeit mtt schärfster Prägnanz der Abformung, eine durchaus stackere, rein-niüsikalische Komponente atö bei bem Stil Domenico Scarlattis. Denn die Fortbildung der Arie durch Pergolesi und nicht zuletzt durch ! ick nickt it werden! r im- Ubr, . Die .allen M-S rkarlc isffr t. T° se ein 'alne" ’ wer' issioen .reit' Der Finger. Von Liesbet Dill. „Das Silber stimmt, Marie." „Kann ich dann gehen, Frau Gräfin?" „Ja, gehen Ste nur und seien Sie Punll elf bei Baron Oeste, um mich abzuholen. Vergessen Sie aber nicht wieder Ihre Schlüssel." „Rein. nein. Ich hab sie bei mir.“ Die alte Wirtschafterin nahm den Schal um und schlug die Tür hinter sich zu. Die Gräfin begann das Sil- ber fortzuräumen, das nach dem gestrigen Dmer noch auf den Tischen stand. Sie tat die Bestecke in das Safe, das in der Wand eingelassen war. Dann hing sie das Bild, eine sehr verdunkelte Copie eines Brueghel. das diesen Geheimschrank verbarg, in welchem sie Silber, Schmuck und Papiere aufzubewahren pflegte, wieder an seine Stelle und betrachtete die rotseidenen Vorhänge ihres kleinen Boudoirs, das di« Wohnung nach einer Seite abschloß. Die Vorhänge hingen immer noch schlief, obwohl ste der Tapezierer gestern erst aufgesteckt hatte. Sie strich mit ihren fernen, ringgeschmückten Händen die Fallen des steifen Damast gerade. Ste war schon in Gesellschaftskleidung, denn sie hatte sich bei ihrem Freund Oeste für den Abend zum Bridge angesagt. Am Sonntagabend ging sie immer aus. Dieser Tag hatte etwas Unheimliches für sie, besonders gegen Abend, sie mochte Sonntag abends nicht allein bleiben in ihercko sttllen Wohnung. , . , Die Gräfin war eine reife, aber noch tefir mutige, schöne Frau von jener nordischen Raste, die nicht früh verblüht. Eie stellte fest, daß das neue Kleid aus erikaroter. weicher Seide mit dem roten Süllschal unter der matten Perlenkette sie I sehr gut kleidete. schen Seil der Bukowina zu machen, daß aber alle diese Verhandlungen von der Budapester Politik des Grafen Tisza zum Scheitern gc^ bracht wurden. Graf Tisza widersetzt sich sowohl kleinen Grenz-Korrekturen, wie auch der Gewährung größerer politischer Freiheiten an die Siebenbürger Rumänen, das alles verschiebt er bis „nach dem Krieg". Hier erleidet die deutsche Politik in Rumänien ihre erste große und tooljl auch entscheidende, allerdings nicht allein verschuldete Schlappe, als die Reichsregierung auf die Intervention des deutschen Gesandten, Herrn von dem Dusche, mit ihren Demarchen in Budapest nicht den gewünschten Erfolg erzielt. Marghiloman, der mit Recht gehofft hatte, durch die gewährten Konzessionen großen Eindruck auf die öffentliche Meinung zu machen, die von den erzählten Leiden der Siebenbürger Rumänen stark aufgepeitscht war und der zu jener Zeit die nicht zu unterschätzende Chance hatte, die Regierung Bratianu zu stürzen und selbst ei^e den Mittelmächten freundliche Regierung zu bilden, stellt alle seine Bemühungen ein. In seinen Memoiren äußert er sich mit größter Bitterkeit über diesen ^D^^Rad des Geschickes, unaufhaltsam im Rollen, nimmt weiter seinen Lauf. Rumänien er» klärt am 14. August 1916 den Krieg. Im Kron- rat beschwört der König Marghiloman, in das damalige Kabinett einzutreten. „Ich kann eine Kriegserklärung gegen Deutschland nicht unterzeichnen", war Marghilomans Antwort. Der König: „Dann später". Marghiloman: „Wenn cs schlecht gehen sollte, werde ich hier sein, um Ihnen zu helfen". Der König: „Ich rechne auf Ihre Unterstützung". Marghiloman: „An schwarzen Sagen werden Sie mich sinden". Marghiloman bat Wort gehalten. Als die rumänische Front Anfang 1918, infolge der Dolschewisterung Rußlands, gänzlich zusammenzubrechen drohte, übernahm er die Regierungsgewalt und schloß den Frieden von Bukarest, den besten Frieden, den die Zentralmächte Rumämen damals gewähren wollten. Dabei hat er, hauptsächlich gegen Kühlmann, einen förmlichen Kampf zu führen gehabt, um die Krone für König Ferdinand zu retten.... rr Als später, tm Rovember 1918, der Waffenstillst and auf der Westfront geschlossen wurde, wurde Marghiloman auf Wunsch der Enteiste tote ein Diener entlassen. Roch mehr: sanstllche Gesetze seiner Kammern verfielen gesetzwidrigerweife der Annullierung. Marghiloman und seine ehemaligen Minister erheben beim König Protest, sie, die Konservativen, erinnern an seinen Verfassungseid, der ihm »erbot, gesetzmäßig zustande gekommene Gesetze zu annullieren. Und in seinen Aufzeichnungen findet Marghiloman bittere Worte für diesen königlichen Dank ihm gegenüber, der die Krone iwch Anfang des Jahres gerettet... Das Schicksal geht aber seinen Weg weiter. Marghiloman wird nunmehr von den Staatsge- schästen ferngehatten, er ist der „Verräter", der „mit Mackensen paktiert", der „den schmählichen Frieden von Bukarest" unterzeichnet hatte.. König Ferdinand läßt dies alles zu, auch daß die Marghiloman-Partei, die konservative, gelegentlich der Wahlen, durch die Verwaltung jeglicher Propagandamöglichkeit beraubt, leer ausgeht. Rur bei schwierigen Situationen holl sich der König immer noch Rat bei Marghiloman. Manchmal allerdings ganz geheim. Durch Mittelsmänner. Der König war sein eigener (befangener. 3n die aktive Politik greift Marghiloman nicht mehr ein. 1924 erkrankte er an einer unheilbaren Die Besoldungsreform. Don Albrecht Morath, M.d.R. In der Sitzung des Reichstages am 2. Juli gab der Vorsitzende der Fraktion der Deutschen Vollspartei für die eigene Fraktion und die Fraktionen der Deutschnationalen Vollspartei, des Zentrums und der Bayerischen Dolkspartei folgende Erklärung ab: „Die Regierungsparteien sind sich darin einig, daß die drückende Rotlage der Beamten eine möglichst schnelle Verabschiedung der von der Regierung angekündigten Vorlage zur Erhöhung der Beamtenbesoldung verlangt. Sie fordern, daß diese Vorlage, die seit Erlaß des letzten Besoldungsgesetzes vom 1. April 1920 aufgeführten Mängel abstellt und den Beamten aller Gruppen die Lebenshaltung ermöglicht, auf die ste nach Vorbildung, Verantwortung und Leistung Anspruch haben. Sie geben ferner der Erwartung Ausdruck, daß die Länder und Gemeinden sich dem Vorgehen des Reichs an- schließen. Sie verlangen, daß die den aktiven Beamten zu gewährenden Verbesserungen auch den Warte st andsbeamten und Ruhestandsbeamten, sowie den Hinterbliebenen zukommen. Rach den Erklärungen des Reichsministers der Finanzen, sowie der Finanzminister der Länder und ihrer Regierungen, daß eine Möglichkeit zur Erhöhung der Deamtenbezüge vor dem 1. Oktober d. I. nicht besteht, haben sie sich, um die Einheitlichkeit der Besoldung unter den Beamten des Reichs, der Länder, der Gemeinden und der Körperschaften des öffentlichen Rechts zu wahren, trotz schwerster Bedenken leider entschließen müssen, den dringenden Wunsch auf Auszahlungen vor dem 1. Oktober zurückzustellen. Die Regierungsparteien verpflichten sich jedoch, dafür zu sorgen, daß die Reichsbeamten am 1. Oktober Abschlagszahlungen auf die kommende Besvldungserhöhung erhalten. Zur Sicherstellung dieses Versprechens beantragen die Regierungsparteien: 1. Die von der Reichsregierung beabsichtigte Vorlage über die Reuregelung der Beamtenbesoldung gilt, sobald sie dem Reichstage zugeht, als dem 5. Ausschuß (Reichshaushalt) zusammen mit den übrigen zur Reuregelung der Deamtenbezüge gestellten Anträgen und Entschließungen überwiesen. 2. Sollte die Vorlage vor dem 1. Oktober 1927 vom Reichstag nicht mehr verabschiedet werden können, so wird der zu 1. genannte Ausschuß vor dem 1. Oktober über eine Er - mächtigung an die Reichsregierung Beschluß fassen, in welcher Hohe Abschlagszahlungen auf di« künftige Desoldungs- erhöhung zum 1. Oktober ausgezahlt werden können. Die Regierungsparteien sind sich bewußt, dah sie den Beamten nach Lage der gegebenen Verhältnisse mit diesem Anträge am besten dienen. Die richten an alle Parteien des Hauses die Bitte, dem Anträge zuzustimmen und knüpfen die Hoffnung daran, daß es den Beratungen des 5. Ausschusses gelingen möge, die Vorlage der Regierung in allerkürzester Frist zu Der- abschi^en, damit die Beamten möglichst bald in den Genuß der vollen Erhöhung kommen wenn diese Stimmen nicht noch durch ein eingehendes Studium zum glockenhast strahlenden Erklingen in echter „voce di testa" geweitet würde. Die Begleitung der Mozartacien führte Ernst Wolff, Frankfurt a. M., sehr geschickt durch. Es ist mit Recht zu begrüßen, daß Mozarts A-Dur-Klaviersonctte in den letzen Jahren immer mehr den Konzertsaal wiedergewinnt; denn einmal birgt dieses Werk sowohl in der Variationenfolge als auch in den anderen Sätzen eine Fülle von musikalische. Feinheiten, zum andern kann an ihr am besten ein Spieler erweisen, wie weit er in den Mozartschen Geist eingedrungen ist. Paula Segnete pianistische Fähigkeiten sind schon früher an dieser Stelle gewürdigt worden. Technische Brillanz wird bei ihr aur Selbstverständlichkeit, ihr „jeu perlö“ vermag Mozartsche Passagen zur Stilkunst zu erheben. Mit der Variationenfolge erwies ie hochmusikalische Durchgeistigung und starken per- önlichen Einschlag in der Phrasierung. Ebenso verland sie es, Mozartsche Kantilenen zu blühendem Leben au erwecken. Das Menuett packte ste recht energisch an, und mit sprühendem Vortrag führte sie das „alte turca" durch. Das Collegium musicum der Universität führte den Abend mit dem ersten Sah aus dem 3. Brandenburgischen Konzert (0-Dur) von I. S. Bach ein. Man lernte hier einen Streicher klang- körper voll satter Fülle, rhythmischer Intensität und vornehmster Abtönung kennen. Die Crescendi entwickelten sich machtvoll, und bei aller Klanq- größe erstand alles in durchsichtiger Klarheit. Die führenden Jnstrumentalstimmen sielen sehr angenehm auf, und in den einzelnen Episoden war der Vortrag überaus fein nuanciert. Ein beredtes Zeugnis für das Durchsetzen der künstlerischen Persönlichkeit Dr. Temesvarhs auch in diesem Kreise. Mit der Begleitung des „Ave verum"“ und des „Offertorium" legte dieser Klangkörper weitere Proben seines Könnens ab. Mozarts „Ave verum" wurde zu einem großen inneren Erlebnis: aus dem Richts sich erhebend, verllärt entschwindend, mit dramatischen Steigerungen — und idealer Ausgeglichenheit des Chvrklanges. Diesem Werk aus dem letzten Lebensjahr beä Meisters stand am Schluß das „Offertorium pro festo sancti Joannis Baptistae" 85 -je unser Mes s M unieMten. 65*0 wollt hat/ M. Perlmann. Darmkrankheit, die ihn ein Jahr später hinrafst. Mit ihm starb Deutschland ein guter Freund und großer Verehrer, Rumänien verlor einen glühen- den Patrioten, der, wie er in seinem Testament schreibt »vielleicht manchmal falsch gehandelt, aber immer das Veste für sein Land ge- Die Selbsthilfe Les Vermieters. Von Iustizinspektor O. Schröder, Butzbach. „Niemand darf seinem gesetzlichen Richter entzogen werden I" Sn einem Staat, der diesen Grundsatz in seine Verfassung ausgenommen hat, muh selbstverständlich die „Selbsthilfe" auf ein Mindestmaß beschränkt sein. Die Fälle, in denen nach unserem Bürgerlichen Gesetzbuch die Selbsthilfe möglich ist, sind tatsächlich auch mcht zayl- reich, und in der Regel müssen derartige Selbst- hilseakte unverzüglich durch den gesetzlichen -Richter sanktioniert werden, d. h. es muß eine richterliche Entscheidung nachfolgen. Diese Fälle der Selbsthilfe haben zur Voraussetzung, daß „Dbng- keitliche Hilfe nicht zu erlangen ist und die Gefahr besteht, daß die Verwirklichung des Anspruchs vereitelt oder wesentlich erschwert wird. Sie zu behandeln, ist nicht der Zweck dieser ^Für den Vermieter besteht ein Selbst- hilserecht, das nicht an die vorhin erwähnten Voraussetzungen geknüpft ist und keiner gerich^ lichen Bestätigung bedarf. Da hierüber vielfach Anklarheit besteht, soll es hier kurz besprochen werden. Der Vermieter hat für seine Forderungen aus dem Mietverhältnis ein Pfandrecht an den eingebrachten Sachen des Mieters; für künftige Entschädigungsforderungen und für den Mietzins für eine spätere Zeit als das laufende und das folgende Mietjahr kann das Pfandrecht nicht geltend gemacht werden; es erstreckt sich auch nicht aus die der Pfändung nicht unterworfenen Sachen, also nicht aus Sachen, die für den Bedarf des Mieters oder zur Erhaltung eines angemessenen Hausstandes unentbehrlich sind. Wenn hiernach der Vermieter sich darüber verlässigt hat. daß pfändbare Sachen vorhanden sind, darf er sein gesetzliches Pfandrecht in der Weise ausüben, daß er auch ohne Anrufung des Gerichts deren Entfernung verhindert und, wenn der Mieter auszieht, die Sachen ihm weg- und in seinen Besitz nimmt. Wenn der Vermieter diese Selbsthilfe überschreitet, etwa unpsändbare Sachen a>rg- nimmt, macht er sich nach allgeinein bürgerlichrechtlichen Grundsätzen schadenersatzpflichtig. Sind die Sachen ohne Wissen oder unter Widerspruch des Vermieters entfernt worden, so kann er deren Herausgabe zum Zwecke der Zurückschaffung in das Griindstück und, wenn der Mieter ausgezogen ist, die Überlassung des Besitzes verlangen. Das Pfandrecht erlischt mit Ablauf eines Monats, nachdem der Vermieter von der Entfernung der Sachen Kenntnis erlangt hat, wenn er nicht diesen Anspruch vorher gerichtlich geltend gemacht hat. Hiernach ist es mit der „Selbsthilfe", sobald die Sachen weggebracht sind, wohl meistens vorbei. Das Recht des Vermieters zum Verkauf der seinem Pfandrecht unterliegenden Sachen richtet sich nach den Bestimmungen des Pfandver- kauss, von denen nur folgende hervorgehoben • werden sollen: 1. Der Verkauf kann nur stattfinden, sobald die Forderung ganz oder zum Teil fällig ist. 2. Der Vermieter kann nur soviel Pfänder zum Verkauf bringen, als zu seiner Befriedigung erforderlich sind. 3. Der Gläubiger (Vermieter) hat dem Eigentümer (Mieter) den Verkauf vorher anzu- zeigen, und der Verkauf darf nicht vor 2lb- lauf eines Monats nach der Androhung erfolgen. 4. Der Verlauf ist im Wege öffentlicher Versteigerung zu bewirken. Trotz der „Erleichterung" sind bei diel er Arc der Selbsthilfe doch eine ganz erkleckliche Zahl gesetzlicher Bestimmungen zu beobachten, wenn der Vermieter sich nicht Weiterungen aussetzen will. Der Mietstreitigkeitcn im übrigen ist stets die Anrufung des ordentlichen Gerichts notwendig, das in dringenden Fällen eine einstweilige Verfügung erläßt. Besonders sm davor gewarnt, einem unbequemen Mieter den Gebrauch der Mietsache etwa in der Weise tzu entziehen daß man die Wasser- und Lichtleitung abstellt - oder gar das Dach abdeckt, um chn auszulüften ! Auch hüte man sich, in Fällen, für dre nur die ordentlichen Gerichte zuständig slick), Pvlrzei- vder Gendarmeriebeamte anzugehen. So ist es in manchen Städten sozusagen Ortsgebrauch Morden daß Mieter einen Tor- oder Hausschlüssel dem Däckergehilfen überlassen, damit er morgens früh, wenn er die Brötchen bringt, sich Zugang ins Haus verschaffen kann. Lediglich das ordentliche Gericht hat darüber zu entscheiden, ob der Mieter befugt ist, einen derartigen Gebrauch von einem Schlüssel zu machen. Der Polizei- oder Gendarmeriebeamte aber, der etwa im Auftrag des Hauseigentümers (und sei es selbst der Staat!) den Schlüs'el „beschlagnahmt oder zu beschlagnahmen versucht, seht sich der Gefahr aus, wegen Vergehens im Amt strafrechtlich, mindestens aber disziplinär verfolgt zu werden' seine vorgesetzte Behörde wird nicht imstande sein, ein derartiges Vorgehen zu ent- schuldigen^n Mahnung: Richt zu viel Selbsthilfe! Aus der promnzialhMMM. Gießen, den 14. Suli 1927. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter (Pfund) 1,80 bis 1,90 Mk., Matte 30 bis 35, Käse 0,60 bis 1,40, Wirsing 25 Pf., Weißkraut 25, Rotkraut 35, gelbe Rüben 15, rote Ruben 20, Römischlohl 15 bis 20, Bohnen 50 bis 55, Erbsen 30, Mischgemüse 15, Tomaten 50 bis 80, Zwiebeln 20, Rhabarber 15, Kartoffeln 8 bis 9, Birnen 60 bis 80, Kirschen 50 bis 60, Himbeeren 70, Heidelbeeren 30 bis 45, Stachelbeeren 25 bis 40, Johannisbeeren 30, Erdbeeren 65 bis 70, Pflaumen 50, Reineclauden 80, Honig 45 bis 50 Pf., junge Hähne 1 bis 1,29, Suppenhühner 1 bis 1,20 Mk., Eier (Stück) 12 bis 13 Pf., Blumenkohl 10 bis 80, Salat 5 bis 10, Salatgurken 30 bis 60, Oberkohlrabi 7 bis 15, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Radieschen (Bd.) 10 bis 15 Pf. ** Versendung leichtverderblich er Waren. Die Post klagt darüber, daß letzt FriuHtsendungen u. dgl. in großer Zahl als Päckchen eingeliefert werden, deren Inhalt während der Beförderung meist verdirbt, ausläuft und andere Sendungen beschmutzt und beschädigt. Es wird daher darauf aufmerksam gemacht, daß die Versendung von schnell verderbenden und nässenden Sachen, wie Früchten, Beeren. Butter, Fetten usw. in Päckchen während der heißen Jahreszeit, wenn nach dem Wärmegrad die Gefahr besteht, daß der Inhalt verdirbt und Flüssigkeit abseht, unzulässig und im übrigen nur dann gestattet ist, wenn die Verpackung und namentlich die innere Umhüllung zweckentsprechend eingerichtet sind. LPD. Vermeidung und Behandlung derMü ckelrst i che. Die Vertreibung der lästigen Mücken aus den Wohnungen ist verhältnismäßig leicht. Da sie die Zugluft nicht vertragen können, so kann man sie nach mehrfachen Durchlüften schon aus dem Zimmer bringen. Ebenso hilft ein Stückchen Kampfer, das man stark erhitzt, oder das Halten der Rizinuspflanze, die elin Todfeind der Mücken ist. Sm Freien werden die Insekten mit Tabakrauch vertrieben. Waschungen mit einer Mischung von Kölnischwasser und Nelkenöl. sowie eine starke Verdünnung von Schwesel- äther mit Spiritus sind gleichfalls vorzügliche Abwehrmittel. Hat der Quälgeist nicht mehr rechtzeitig vertrieben werden können, so beuge man dem lästigen Süden durch eine feuchte Seifenöin- rcibung ober durch Betupfen mit Salmiakspiritus vor. Raucher verwenden vorteihaft zum Einreiben Asche von Zigarren ober Zigaretten. WSR. Schulfahrten auch aus Schnellzüge ausgedehnt. Wie die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft mitfeilt, wird zukünftig die Fahrpreisermäßigung für Schulfahrten auch auf Schnellzüge ausgedehnt. Es ist der Beschluß gefaßt worden, diese Tarifermäßigung schon jetzt für den gesamten Bereich der deutschen Reichsbahn durchzuführen. Außerdem werden zukünftig bis auf weiteres Fahrpreisermäßigungen für Gesellschaftsreisen auf den internationalen Strecken auch für ssO-Züge zugelassen. * Gewerbeaufsicht. Der Jahresbericht der hessischen Gewerbeaufsichtsämter _ für das Jahr 1926 ist jetzt erschienen und gewährt einen Ueberblid über das Gewerbewesen und zum Teil auch über das Wirtschaftsleben Hessens im Verlauf des vergangenen Jahves. Hessen hat fünf Gewerbeaufsichtsämter, und zwar mit dem Sitz in Darmstadt, Gießen, Offenbach, Mainz und Worms. Aus Statistiken ist die Bewegung des Arbeitsmarktes während des Jahres 1926 zu ersehen, namentlich auch wie sich diese Verhältnisse in den einzelnen Zweigen der Snbuftrie gestaltet hatten. Aus einer Reihe von Beispielen ist deutlich erkennbar, daß sich die Besetzung eines großen Teiles unseres Landes höchst ungünstig für das Wirtschaftsleben auswirkt. LPD. Aenderung in der Rechtschreibung. Die Worte „Wagen" für Wiegeeinrichtungen und „Wagen" für Fahrzeuge konnten früher nicht verwechselt werden, da das eine mit einem Doppel-a geschrieben wurde. Nach der Einführung der einheitlichen deutschen Rechtschreibung am 1. April 1903 gab die gleiche Schreibweise für die Benennung zweier so verschiedener Dinge zur Verwechslung Anlaß. Der Reichsminister des Innern veröffentlicht nun im Reichsministerialblatt vom 8. Juli 1927 eine Bekanntmachung, wonach im Einverständnis mit den Reichsressorts die Schreibweise für Waagen gleich Wiegeeinrichtungen mit Doppel-a in die amtliche Rechtschreibung ausgenommen worden ist. 6 ** Gleisumbau der Straßenbahn. An der Straßenecke Bahnhofstraße—Liebigstraße, gegenüber der Anatomie, wurden gestern in aller Frühe die Gleise ausgewechselt. Der Straßenbahn- verkehr cr^lt dadurch keinerlei Störung, da bis zum Einsetzen des Waaenverkehrs der Umbau vollendet war, und die Stelle wieder passiert werden konnte. ** Auftrieb aus dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 595 Kälber, 131 Schafe, 398 Schweine. ** Verkauf von Gasmünzen. Für die Inhaber von Vorausbezahlungsgasmessern sind eine Reihe von Gasmünzen-Derkaufsstellen in verschiedenen Stadtteilen eingerichtet. Es wird empfohlen, den Bedarf an Gasmünzen in einer dieser Verkaufsstellen zu decken, wo sie zum gleichen Preise wie im Gaswerk erhältlich find. (Räheres in der gestrigen Anzeige.) ** Deutsches Turn- und Sportabzeichen. Am Sonntag, dem 17. Juli, ist Gelegenheit geboten, die Prüfung für das Abzeichen in Gruppe 5 (Radfahren) abzulegen. Beginn vormittags 8 Ähr Schützenhaus. Anmeldungen bis zum 1L Juli an Gaufahrwart Marx. Gießen. ** Briefe an die Redaktion. Um unliebsame Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir, alle für die Redaktion bestimmten Briefe nicht mit namentlicher Anschrift eines der Redakteure zu Detfeben, sondern allgemein „an die Redaktion" zu richten. Rur bann kann eine schnelle Erledigung gewährleistet werden. Oderhessen. Landkreis Giefze«. fs Obbornhofen, 13. Juli. Der vor Jahresfrist gegründete Kleinkaliber-Schützen- v e r e i n hat sich bei den Linden auf dem Wege der Selbsthilfe eine moderne Schießanlage errichtet, bestehend aus einer in Fachwerkbau hergestellten Schießhalle und einer mechanischen Scheibenanlage. An den nächsten' Sonntagen hält er ein Preisschießen ab, wobei als erster Preis ein Fahrrad zur Verteilung kommt. Der Verein steht unter der Leitimg von Bahnassistent Schmidt und zählt 30 Mitglieder. — Bei der letzten G ü t e r v e r - fteigerung wurden gute Preise erzielt. Es kam der Normalmorgen Ackerland (2500 qm) auf 2700 Mark. Es handelt sich allerdings um erstklassiges Gelände. Für Wiesenland, wonach bei dem allgemeinen Mangel große Nachfrage herrscht, wurde das Ouadratmeter mit 1,15 Mark bezahlt. Ein Baumstück mit einer geringeren Bodenklasse und mit abgängigen Bäumen bestanden, wurde mit 95 Pf. das Quadratmeter bezahlt. *!* Grünberg, 13. Suli. Gestern nachmittag unternahm das Landwirtschaftsamt Grünberg gemeinsam mit dem Leiter der lanu - , wirtschaftlichen Beratungsstelle der S.-G.-Farben- inbuftrie in Kassel, Dr. Kling, eine Rundfahrt durch den Dienstbezirk. Es wurden verschiedene Getreide- und Hackfruchiversuche, die bas Amt angelegt hat und überwacht, in Ettingshausen, Reinhardshain und Geilshausen besichtigt, bzw. zu Dernonstrations- und Vortragszwecken photographiert. Snsbesondere wurde die im Dor- jcchr ins Leben gerufene Beispielswirt- schäft bei Landwirt Kriep in Geilshausen einer näheren Besichtigung unterzogen. XlX Lauter, 13. Suli. Heute fand hier unter sehr starker Beteiligung der Umgegenb die Versteigerung der Gemeinde - Kirschen statt, die in unserer Gegend so berühmt sind. Es wurden sehr hohe Preise erzielt, die teilweise über den Marktpreisen lagen. D Lich, 13. Suli. Der hiesige Verkehrs- und Verschönerungsverein veranstaltet auch in diesem Sah« wieder einen Blumenwettbewerb. Rach den schönen Erfolgen in den »ergangenen Jahren konnte gelegentlich des ersten Rundganges der Kommission wieder eine zahlreiche Beteiligung der Einwohnerschaft festgestellt werden. Alle Straßen unserer Stadt prangen bereits im schönsten Blumenschmuck, die damit viel zu einer Hebung und Belebung des Stadtbildes beitragen. Wie in den Vorjahren, stehen für die besten Leistungen wieder Preise in Form von schönen Blumenpflanzen in Aussicht. Kreis Friedberg. —. — Friedberg, 12. Suli. Eine bedeut same Sitzung hielt der Kreistag des Kreises Friedberg unter Leitung von Kreis direktor Gebhardt ab. Die Iahresrechnuno für 1926 wurde mit einem Abschluß von 1 576 000 Mart in Einnahme und mit 1 464 000 Mark in Ausgabe genehmigt, es bleibt ein Ueberschuß von 115 000 Mark. Der Antrag Wiedermann, im Bedarfsfälle für Rotstandsarbeiten 40 000 Marr vorzusehen, wurde angenommen. Der Voranschlag des Kreiswohlfahrtsamtes mit einer Einnahme und Ausgabe von 610 000 Mark wird angenommen. Der Kreislassenvoranschlag für 1927 zeigt infolge des Ueberganges der Straßen auf die Provinz eine wesentliche Verringerung der Ausgaben, so daß die Kreisumlage auf 135 000 Mark herabgesetzt werden konnte. Der Voranschlag wurde mit 568 500 Mark in Ei' nähme und Ausgabe einstimmig angenomme Sodann wurde mit Rücksicht auf die in Frie berg herrschende Wohnungsnot einftimmig b schlossen, ein Wohnhaus für den Fürsorgear und die Fürsorgeschwestern in Friedberg zu <; bauen. 5 Friedberg, 13. Juli. Die ersten Fruch Haufen zeigen in der Wetterau an. daß di Ernte begonnen hat. Es ist die Winter gerfte, die seit einigen Tagen geschnitten wir. etwas später als in den Vorjahren, wo fü schon anfangs Juli herangereift war. Die Wintergerste liefert in der Wetterau gute Erträge und wird daher in den letzten Sahnen imrnei mehr angebaut. ’ Friedberg, 13. SuIL Der von der Wiesbadner Lehr- und Kunst-Fllmgesellschaft im Mai auf genommene Friedberger Hei- matfilm kam heute erstmals in den beiden hiesigen Lichtspielhäusern zur Vorführung. Die Aufnahmen sind durchweg vorzüglich geglückt und ergeben nicht nur ein abgerundetes Bild von den malerischen Reizen und den geschichtlichen Sehenswürdigkeiten der allen Freien Reichsstadt, sondern legen auch beredtes Zeugnis ab für die blühende Industrie und den regen Handel und Verkehr im Herzen der goldenen Wetterau. Am Freitag, dem letzten Schultag vor den Sommerserien, wird der Film der Friedberger Schul - i fügend vorgeführt, und dann tritt er feine große Reise in die Welt an, um von der Schönheit des Hessenlandes zu erzählen. 2$. Bad-Rauh eim, 13. Suli. Nächsten Sonntag findet hier das diesjährige vberhessische Posaun em fest statt. Die Festfolge bringt morgens einen Festgottesdienst in der Dankes - kirche, nachmittags einen Waldgottesdienst auf dem Johannisberg. Als Redner werden u. a. sprechen Prälat D. Dr. Diehl und Missionar Lauck. ::Pohlgöns, 13. Suli. Da die efige Kirche in ihrem baulichen Zustand sehr viel zu wünschen übrig ließ, wurde vom Kirchenvorstand Sn diesem Augenblick sah sie in dem Spiegel etwas, das ihr das Blut stocken ließ... Es war ein Finger, der in den blauen Samt der Portiere zwischen diesem kleinen Salon und dem Speisezimmer gekrallt war... Weiß geworden bis auf die Lippen, stand sie unbeweglich Shre Knie zitterten, sie stützte sich auf den Sessel... sie fühlte ihr Herz bis an den Hals pochen. War... das — ein Traum — eine QSifioji? ... Rein, nein, es war der Finger einer großen Männerhand, der die Portiere zusammenhielt. Was tun? dachte sie, mit fliegendem Atem überlegend. Mein Mädchen ist fortgegangen ... das Telephon ist im Schlafzimmer. Um das zu erreichen, mußte sie das Speisezimmer durchqueren und an dem Finger vorbei... Shr kleiner Salon hatte keinen Ausgang nach dem Flur, es war ein sogenanntes Kabinett mit einem Fenster und einem einzigen Ausgang. Wer konnte sich da ein- geschlichen haben? Sie war den ganzen Tag in ihrer Wohnung gewesen, hatte mit dem Mädchen die Zimmer geordnet und im Speisesaal noch vorhin den Tisch geräumt. Und währenddessen hatte dieser Unbefannte schon auf sie gewartet? Es lief ihr eiskalt den Racken herab... Der Sonntagabend, dachte sie. Verbrechen, die an alleinwoh- nenden Damen verübt worden waren, tauchten auf und erschienen in Bildern vor ihren Augen... Eine Rachbarin in ihrer Villa war nachts aufgewacht, zwei Männer in Masken standen mit Revolvern vor ihrem JBett. Sie knebelten sie und raubten sie aus, gemächlich den ganzen Schmuckschrank ausräumend, ungestört.. .in dem zweiten Stock der Villa einer belebten Straße. Und nebenan schlief deren Mann und die Sungfer im Vorzimmer ... Sie entsann sich der Warnung ihres Freundes Oeste, den Diener nicht zu entlassen. „Wenn einmal etwas passiert, ist doch wenigstens ein Mann in der Wohnung!" Sie war allein auf diesem Stock. Unter ihr die Familie war verreist. Die Pendule schlug eben 8 Uhr... Der Baron würde sie erwarten... Sie war pünktlich und trat gewöhnlich als erste bei Festlichkeiten ein. Sie stammte aus der Zeit, da Höflichkeit als Zeichen guter Erziehung galt. Würde er mißtrauisch werden. sich beunruhigen, wrnn sie nicht kam? Vielleicht rief er ihr an? Aber wie kam sie an das Telephon? Würde der Unbekannte sie dorthin lassen? Auf was wartet er eigemlich? dachte sie verzweifelt, da er sich nicht rührte... Vielleicht darauf, daß ich gehe ... und er allein ist? Aber woher wußte er denn, daß sie heute allein war? War denn jemand heute hier gewesen, überlegte sie. Der Postbote? — Sa, und dann gegen Abend der Tapezierer, richtig... Er war gestern dagewesen, um diese Gardinen auf« zustecken und war heute noch einmal gekommen, weil er die Dorhangschnur vergessen hatte... Das Silber hatte noch im Eßzimmer auf dem großen Tisch ausgebreitet gelegen, er hatte dann die Gardinen fertiggemacht, sie hatte gar nicht auf ihn geachtet, wann er gegangen war, sondern das Silber gezählt... War er denn überhaupt fortgegangen? Sie erinnerte sich, ihn mit rotep Samtpantoffeln auf der Leiter stehen gefeben zu haben. Und in seiner Gegenwart hatte sie die Etuis herausgeholt mit dem Silber.. .Unvorsichtig war das, aber wer denkt denn auch, daß... Es kann ja auch ein anderer fein... Zweiter Stock, fie kamen jetzt durch offene Fenster in die Wohnungen, mit Strickleitern... Sn ihrer Angst begann fie vor sich hin zu summen ... Soll ich es wagen? dachte sie... Vielleicht wartete er nur darauf, daß sie durch das dunkle Zimmer kam, um sich über sie zu stürzen. Soll ich denn auf solche Weife enden? Plötzlich erhob fie sich entschlossen... Sch werde gehen, dachte sie und ihm das Feld überlassen, er weih nun, wo mein Silber ist... Wie im Traum durchschritt sie ihr Speisezimmer und ging in das Schlafzimmer und warf den Mantel um mit zitternder Hand... Da klopfte es an die Türe... Die Stimme versagte ihr... das war er... der Unbekannte. „Gnädige Frau", sagte eine rauhe Männerstimme ... Sie öffnete die Tür mit einem Ruck und... stand dem Tapezierer gegenüber. Er hatte feine Mühe in der Hand, feine schwarzen Augen fuhren unruhig über fie hin. «Was wollen Sie hier?" fragte sie tonlos. „Sch kam her, um mein Handwerkzeug zu holen." „So", sagte sie gleichgültig, „bann suchen Sie Ihr Handwerkszeug, aber eilen Sie sich, ich muß fort.. Der Mann musterte sie mit seinen kleinen, dunklen, häßlichen Augen, von denen eines schief- stand. „Sie gehen aus", sagte der Mann, dessen Augen unruhig zuckten... „bann möchte ich Sie nur bitten, den Schlüssel hierzulassen..." „Welchen Schlüssels' „Run, von dem Kasfenschrank...“ „Von ... meinem Schrank?" „Jawohl." ...Er trat einen Schritt näher... „Aber Sie erlauben doch daß ich wenigstens ausgehe, ich bin eingeladen." „Das kann fein, aber ausgehen können Sie erst, wenn ich hier fertig bin.“ Der Mann zog einen Revolver aus der Tasche. „Eine Meldung an die Polizei, und es ist aus... Verstanden? Und nun den Schlüssel her..." Sie nestelte mit bebenden Händen an ihrem Schlüsselbund, den sie ihrem fleinen, goldenen; Täschchen entnahm... „Der kleine da ist es" ... sagte sie und blieb an der Süt gelehnt stehen... die Füße trugen sie nicht mehr, sie fühlte sich ohnmächtig werden... Wenn er mich nur herausläht, dachte sie... „Die Türen sind abgeschlossen, gnädige Frau ... seien Sie unbesorgt ... und die Schelle gehf nicht mehr, die ist..." „Abgeschnitten?" „Jawohl. Ich mache nur saubere Arbeit." „Sie sind also kein Tapezierer?" „Bewahre, nur Gelegenheitsarbeiter. Dom Gardinenaufstecken verstehen Sie mehr als ich..." Sie setzte sich auf ihr Bett... Auch dieses Zimmer hatte feinen anderen Ausgang als durch das Eßzimmer. Was tun? Der Mann hatte inzwischen in der ganzen. Wohnung die Lampen angedreht, öffnete den Schrank und begann auszuräumen. Alles, was sie vorhin forgfältigft dort hineingetan, das schöne wappengeschmückte alte Silber, die großen Brotkörbe von ihren Großeltern, die Teemaschine holte er heraus und warf alles in das schwarze Tuch, das er auf dem Teppich ausgebreitet hatte... Wenn nur Oeste ihrer Verabredung gedachte, die fie einmal früher getroffen hatten... Ssic> lebten beide allein, waren Öugenbfreunbe und hatten verabredet, wenn einmal einer vom anderen nichts hören sollte, dann einfach herüberzu- tommen in des anderen Wohnung und nachzu- sehen, denn es gab Zufälle, da man auch das Telephon nicht spielen lassen konnte, wie jetzt... Wenn er doch käme! Sie rief den Freund bei feinem Ramen. Wenn meine Gedanken noch Kraft und Wirkung haben, muß er fühlen, daß ich ihn brauche! Es schlug neun auf der kleinen Pendule. Sie sah ihn auf und abgehen auf dem Teppich feiner Bibliothek, die Uhr in der Hand... beunruhigt, weshalb kommt sie nicht, warum läßt sie mir nichts sagen? — Hilf mir! stammelte sie in ihrer Verzweiflung... und schaute nach der Pistole, die, den Lauf auf sie gerichtet, auf dem Eßtisch lag... Großer Gott, wenn er nun käme! Wie schrecklich, allein zu leben, dachte fie mit einemmal. Er wohnt doch nur um die Ecke, in bet nächsten Straße. Da fuhr sie auf. Sie glaubte Geräusch auf der Treppe zu hören, Schritte klangen. Sie sprang auf. Kam jemand... pochte nicht jemand an die Glastür der Wohnung? Da... wirklich... Donnernde Schläge gegen die Tür, eine Stimme rief ...Es war Oeste. Der Mann hielt inne mit seiner Arbeit und sah sich um... Glas brach in Scherben, krachend öffnete sich eine Tur... Die Tür zum Speisesaal flog auf. Der große, breitschultrige Baron Oeste stand vor ihr. Der Mann sprang auf ... aber der andere hatte ihn schon an der Gurgel und rief: „Telephon! Die Polizei ... rasch, rasch, Uschh!" Ihre zitternden Hande rissen den Hörer ab. Sie rief an... Ein furchtbarer Kampf zwischen den beiden Männern. Sie lief auf die Treppe und rief um Hilfe vom Balkon. Als endlich drei Polizisten amkamen, war es die höchste Zeit. Oeste war der Arm verstaucht. Der Einbrecher wurde gefesselt und abgeführt. „Es ist ein guter alter Bekannter", sagte der Kommissar. „Wir können Ihnen nur dankbar fein--" „Beruhigen Sie sich gnädige Frau", sagte der Polizist und wandte sich an die schluchzende Frau, die wie gebrochen im Sessel vor ihm saß. „Ja, beruhige Dich, Uschh... Kräfte hat der Kerl!" Oeste packte fie bei den Oberarmen. „Ich werde für den Rest meines Lebens ein Andenken an ihn davontragen... Hast Du nun genug vom Alleinwohnen, Uschh?" Er nahm ihren blonden Kopf in die Hände und sah sie an. „Wenn ich nicht an Deine unheimliche Pünktlichkeit gewöhnt wäre ... es wäre vielleicht anders gekonrmen..." „Der Sonntagabend" murmelte sie. Und mit einem erlösten Lächeln sah sie zu ihm auf... Die beobachteten, Verantwortlich für Lokales, Provinz und Wirtschaft i. V. Dr. Hans Thyriot. mflb ®emeta?>craf eine durchgreifende Apparatur beschlossen, die nunmehr, nachdem die Vorarbeiten beendet sind, unter Leitung des Hochbauamts eingetragen hatte. Im Lauf der ersten Tage hatte er festgestellt, daß dieser Herr wirklich identisch war mit dem Professor aus Paris, der ungehinderten Zutritt zu dem Sonderling in der Theaterstraße hatte. Krag notierte sich mit Befriedigung die Resultate, zu denen er nun also gelangt war: Nämlich: Erstens: Als der Anführer der Bande aus dem Automobil geflohen war, ging er in das Haus hinauf, wo der Sonderling wohnte. Zweitens: Der Anführer hatte das Haus nicht in derselben Gestalt verlassen, in der er es betreten Kreis Alsfeld. Xlx Aus dem Ohmtal, 13.Sult. Vorigen Sommer wurde in unserer Gegend ein eigentümlicher Getreideschaden beobachtet. Massenhaft fand man Roggenähren, deren unteres Drittel total abgefressen war, während das Oberteil ganz unversehrt war. Die große Ausdehnung des Schadens erregte Besorgnis. Rach unseren! genauen Beobachtungen ist dieses Jahr keine Spur des unerkannten Schmarotzers zu finden. Rheinhessen. WSR. Monsheim, 13. Juli. Als die hiesige Kirchengemeinde zwei neue Glocken abholen lieh, scheuten auf dem Wege zum Bahnhof dis Wagenpferde des Landwirts Stoll. Dadurch wurde der 80jährige Besitzer auf die Straße geschleudert, wo er schwerverletzt liegen blieb. Der Tod trat bald darauf ein. 4- Stumpertenrod, 13. Juli. Sperrung der Ohm st raße zwischen Ober- seibertenrvd und Unterseibertenrod infolge von Walzarbeiten hat für unsere Gemeinde insofern einen Vorteil gebracht, als in den letzten Wochen das Postauto Ulrichstein—Mücke hier täglich durchkam. Dieser tägliche Verkehr des Postautos hat so gefallen, daß allgemein der Wunsch entstanden ist, das Postauto Ulrichstein—Mucke möchte auch fernerhin unser Dorf regelmäßig berühren. Am Sonntagabend trat der Gemeinderat zusammen, um in dieser Sache einen entsprechenden Antrag bei der Postbehörde zu stellen. Vsrlinsr Börse. Berlin, 14. Juli. (WB. Funkspruch.) Im heutigen F'ruhverkehr bekundete die Spekulation zunächst eine leichte Neigung zu Gewinnmitnähmen. Das Geschäft ist ruhig, und die Tendenz eher etwas schwächer. Man tariert Farben auf ca. 312. Am Devisenmarkt hört man Paris 124,02, Mailand 89,30 und das Pfund 4,8550. ■ AA Al 9 1 R —. "WtS ÄAr A AgL* BkZi AA* - dann tritt er fcine gW m von der Schönheit des Sm 13. Juli ^Mn iß diesjähnge tt Sie Mfolge brkgt tiesdienst in der Hankes' nen D-ldgosiesbimst au! Ncdner werden u.a. o rru[i Da die hefige sä* reich. , , Zweitens: Es war eine Tatsache, daß der -von. derling in der Theaterstraße lange Konferenzen mit d'Albert über wissenschaftliche Themen hatte. Das war ein unzweifelhafter Beweis dafür, daß d'Albert wirklich der Gelehrte war, für den er sich ausgab Drittens: d'Albert halte zweimal den bekannten Professor des Aegyptischen an der Universität von Ehristiania besucht, C. T. A. Winger. Das war derselbe Winger, der an Konsul Birgers bekannter Pokerpartie teilgenommen hatte, von wo dem frechen Dieb alles Geld vor Beginn des Spkels gestohlen worden war. Krag hatte Professor Winger ausgesucht, und dieser hatte ihnc bestätigt, da- Herr d'Albert wirklich in den alten ägyptischen Stachen sehr bewandert war und sogar dem Professor wertvolle Aufschlüsse hatte geben können. Alles in allem: Während sehr schwache Anhaltspunkte dafür vorhanden waren, daß Herr d'Albert der Anführer der mystischen Bande sei, stand unwiderleglich fest, daß d'Albert derje,..ge war, für den er sich im Hotel und dem Doktor Saling gegenüber ausgab — ein Gelehrter, der nur seiner fachwissenschaftlichen Studien wegen nach Ehristiania gekommen war, um mit seinen berühirtzen ^ach- kollegen zu konferieren. Krag trat darum mit der allergrößten Vorsicht auf. Mehrmals war er nahe daran, ganz von dieser Spur abzulassen, sein merkwürdiger Instinkt trieb ihn aber stets darauf zurück. Da geschah etwas, was Krags Verdacht ftörfer erregte als alles Frühere. Herr d'Albert enthüllte sich auf höchst sonderbare Art. Es war an einem Samstagabend gegen zehn Uhr, zwei Tage vor der Verhaftung des Juwelendiebs Charles Thollon. Krag hatte seine geheimen Verbindungen im Hotel. Er war seiner Sache noch nicht so sicher, daß er der Hotelleitung gegenüber seinen Verdacht offen eingestehen konnte. Man glaubte darum schließlich, er wohne dort aus rein privaten Gründen für einige Zeit. So vorsichtig benahm er sich. Er fürchtete, allzu früh Aufsehen zu erregen. (Fortsetzung folgt.) ______ muv » fleinai ( mir! ft-mmck- •n? j.nb schaute no-h MM W.G ±“Ä>ew* gen ui* alter $ Ae ■ , f fttlä an ft S «” % Preußen. Kreis Wetzlar. — £ — Wetzlar, 13. Juli. Aus verkehrspolizeilichen Gründen werden auS Anlaß des Kreistierfchaufestes am 14., 15, und 17. Juli die Provinzialstraßen Dutenhofen- Wetzlar aus der Richtung Dutenhofen, unt) Groß-Rechtenbach—Wetzlar aus der Richtung Groß-Rechtenbach für jeglichen Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Der Verkehr von Gießen nach Wetzlar wird vor Dutenhofen durch den Wellerweg über Garbenheim, und der Verkehr aus der Richtung Butzbach und Lützellinden in Groß-Rechtenbach über Weidenhausen nach Wetzlar umgeleitet. Auch Kraftfahrzeuge, die zum Feftplah wollen, haben die Llmleitungswege zu benutzen. — tz— Münchholzhausen, 13. Juli. Unsre Gemeinde läßt in diesem Jahre verschiedene Wegebauten ausführen. Es handelt sich zunächst um den Ausbau des „Wetzlarer Weges" um weitere 500 Meter, weiterhin wird der Verbindungsweg zwischen der Kirche und dem Bei- tenweg ausgebaut. Die Arbeiten sind von der Regierung als Rotstandsarbeiten anerkannt, der Gemeinde ist ein Zuschuß aus Mitteln der pro- dukttven Erwerbslosenfürsorge bewilligt. Die zum Wegebau erforderlichen Steine werden in einem eigenen Bruch der Gemeinde gewonnen. Kreis Biedenkopf. # Königsberg, 13. Juli. Die das ganze Jahr schon anhaltende Fuchsplage scheint jetzt ihren Höhepunkt zu erreichen. Fast jeden Tag fallen den Räubern einige Hühner zum Opfer. Schwer geschädigt sind die am Rande des Dorfes wohnenden Leute, denen meistens zwischen 7 und 8 Ahr Hühner geholt worden sind. Es ist unverständlich, daß die Jagdbesitzer hier schonend vorgehen, denn die Füchse werden außer Hühnerbraten auch zur Abwechslung junge Hasen und Rehkeulen nicht verachten. — Die Heu ernte ist hier beendet, der Ertrag war auch in diesem Jahve über alles Erwarten gut. Da vielfach noch Restbestände der vorjährigen Ernte vorhanden sind, so macht sich schon jetzt ein empfindlicher Platzmangel bemerkbar. Man ist vielfach gezwungen, einen Teil der neuen Ernte zu verkaufen. Dillkreis. XX Von der Dill, 13. Juli. Die Haus- insch'riften werden in Bälde unter Heimat- schuh gestellt werden, damit die Hausbesitzer die an ihren Baulichkeiten vorhandenen Inschriften nicht einfach verkommen lassen, wie es leider nur zu oft geschieht, und interessante Spriiche ohne weiteres verschwinden. Die Eigentümer von Häusern mit Sprüchen sollten es sich zur Ehrensache machen, bei Umbauten die Dalken mit Inschriften wieder anbringen zu lassen oder einem Museum zu überweisen. Mairrgrrrr. WSR. Höchst, 13. Juli. Der Dautechniker Wilhelm Bauer aus Ried hängte sich gestern mit feinem Fahrrad auf dem Wege nach Höchst an einen Kraftwagen an. In der Hauptstraße stieß er dabei mit einem aus entgegengesetzter Richtung kommenden Lastkraftwagen zusammen, wodurch er schwere Verlehun gen an Kopf, Brust und Deinen erlitt. Sein Zustand ist bedenklich. WSR. Hanau, 13. Juli. Heute vormittag hat sich hier die Ehefrau eines Polizeiwacht- meisters in ihrer Wohnung mit dem Dienst- revolver ihres Gatten erschossen. Die Ursache des verzweifelten Schrittes ist noch nicht geklärt. hatte. Drittens: Nach einem wiederholten Besuch bei Doktor Salings Wirtschafterin hatte Krag erfahren, daß ein ziemlich großer Koffer des Herrn d'Albert bei dem Sonderling stand. Nach der Angabe der Wirtschafterin enthielt dieser Koffer seltene wissenschaftliche Werke, die die beiden Herren bei ihren gemeinschaftlichen Konferenzen über die ägyptischen Dialekte benutzten. Asbjörn Krag ging jedoch davon aus, daß der Koffer auch sehr gut Bekleidungsgegenstände enthalten könne, Perücken, falsche Bärte und dergleichen. Krag hatte den Koffer nicht zu öffnen vermocht. Das Schloß widerstand seinen feinsten Apparaten — und sprengen wollte er es nicht. . i Viertens: Herr d'Albert hak jederzeit Zutritt zu der Büchersammlung und dadurch zu dem Arbeitszimmer des Dorktor Saling. Dies alles schien darauf hinzudeuten, daß Herr d'Albert mit dem Anführer der Bande identisch war. Als Krag in seinen Schlußfolgerungen |o weit gekommen war, erschrak er über das Ergebnis, denn im nächsten Augenblick mußte er ja die anderen, unbestreitbaren Tatsachen feststellen: Erstens: Die französische Polizei teilte mit, daß in Paris tatsächlich ein Sprachforscher namens d'Albert existierte — ein Mann, der keine offizielle Stellung einnahm und der doch in den wissenschaftlichen Kreisen sehr angesehen war. Dieser d'Albert war vermögend und betrieb seine umfassenden Studien einzig und allein der Wissenschaft halber. Er hatte ein Vermögen für Reisen und Untersuchungen verschiedener 2(rt geopfert. Wenn er in Paris war, lebte er sehr zurückgezogen und verkehrte mit niemandem. Augenblicklich hielt er sich nicht in für Balten flgsjagd und fängt im Anfuhr proc tausend Motten und ZT Kerzen starken Lampe e V e (AII tDoCften Stücke verleibt Fernsprevermehrte sie 1925 um 9RHiSSÄH6H9?E1IM5tücf, von denen viele «„gehörten. Vorkeh- sehungSse ier licUetten fanden tn der Stadtkirche tatt, woselbst die Leiche aufgebahrt war. In einer Gedächtnisrede erwähnte Hofprediger Schäfer mit Recht in anerkennenden Worten das segensreiche Wirken der Verstorbenen zum Wohle der minderbemittelten Düdinger Devöl- kerung. Nach der Trauerfeier bewegte sich ein endloser Zug nach dem fürstlichen Friedhof, wo nach Gebet und Vaterunser der Destattungsakt vor sich ging. Dei den Feierlichkeiten wirkten mit der Kalbhennsche Posaunenchor Ober-Mock- tadt, ferner der Gesangverein Liederkranz Bü- tingen und der Düdinger Mädchenchor. A Ridda, 13. Juli. Ein hiesiges armes Dienstmädchen gewann in der Alsfelder Marktlotterie den er st en Preis, be- tehend aus einem Pferd mit Lauterbacher Korbwagen, im Werte von 1 0 0 0 Mark. Ridda, 13. Juli. Die Wetterauer Frühkartoffeln erscheinen bereits auf dem Markte und werden bald die ausländische Ware verdrängen. Eine rasche Senkung der Preise wird die Folge fein. Die Züchter, insbesondere aus der Gegend von Echzell, wo eine anerkannt, gute Kartoffel gedeiht, liefern zum Preise von 10 Mark pro Zentner neue Kartoffeln ins Haus. — Die Zahl der Fernsprechanschlüsse an das hiesige Postamt hat sich in den letztes Jahren so stark vermehrt, daß das Dedürfnis vorliegt, einen durchgehenden Fernsprechdienst einzufuhren. Der von der Stadtverwaltung gestellte Antrag wird um so mehr Aussicht auf, Erfolg haben, als die Teilnehmer die Vergünstigung haben, nach 7 Ahr abends für eine fast um die Hälfte ermäßigte Gebühr nach auswärts sprechen zu können. Gegen diesen Vorteil fallen die geringfügigen Mehrkosten an den Grundgebühren kaum ins Gewicht. Aus dem Dieichenbachtal, 13. Juli. Endlich kann auch hier die Heuernte als beendet betrachtet werden. Jetzt geht es an die H a ck - früchte, und die Landwirte werden hier viel Arbeit finden. — Bei der diesjährigen H e u g r a s - v e r ft e i g er u n g erlitten die Gemeinden einen gewaltigen Gsldausfall. Während 1926 in Wenings der Doppelmorgen auf 50 bis 70 Mark kam, galt er in diesem Jahre 20 bis 35 Mark. Kreis Schotten. (Erweitertes Schöffengericht Gießen. Gießen, 13. Juli. Der Autoschlosser W. K. von Gießen und seine Frau hatten sich, zu verantworten, der Mann wegen schwererKup- pe I e i und Hehlerei, die Frau wegen He h- ler et Das Ende der Zwanzig stehende Paar hatte Freundschaft geschlossen mit dem Dchreib- gehilfen W., der als Angestellter der Bürgermeisterei Klein-Linden nach und nach etwa 5000 Mark Erwerbslosengelder unterschlagen hatte. (Heber die Verhandlung gegen ihn, die mit einer empfindlichen Bestrafung endigte, ist seinerzeit hier berichtet worden.) Wenn W. im Besitz unterschlagener Gelder war, zogen sie mit ihm durch hiesige Wirtschaften und halsen ihm das Geld durchbringen. Die Frau unterhielt mit ihm ein Liebesverhältnis. Der Mann wußte und duldete dies. Etwa ein halbes dutzendmal wurden Schlemmerreisen auf Kosten des W. nach Frankfurt unternommen, wo man von Samstag bis Sonntagabend Beträge bis zu 270 Mk. durchbrachte. Man stieg dabei tn einem verrufenen Gasthaus ab, wo der Angeklagte, der sich für alle Fälle mit falschem Ramen ins Fremdenbuch einttug, seine Frau dem W. zur Verfügung stellte. Der Angeklagte und seine Frau leugneten alles Belastende ab; die Herkunft des Geldes hätten sie nicht gekannt, es sei nichts Schlimmes vorgefallen, W. mache seine belastenden Angaben aus Rache, weil sie sich von ihm zurückgezogen hätten. Die eingehende Vernehmung des W., dessen Angaben in wesentlichen Punkten von anderen Zeugen bestätigt wurden, ergab aber dessen vollkommene Glaubwürdigkeit. Beide Angeklagten wurden für schuldig befunden; der Angeklagte erhielt eine Ges a m t ge fä n g n isst r a f e von elf Monaten, seine Frau eine solche von drei Monaten. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Ans der.Radio-Amschcm*.) Freitag, 15. Juli: 13 bis 14: Reue Schallplatten. — 16.30 bis <16.45: Hausfrauennachmittag. — 17.45 bis 18.05: Die Lefestunde. — 18.15 bis 18.30: Haus und Garten. — 18.30 bis 19: Schopenhauer, Vortrag von Pfarrer Taesler. — 19 bis 19.30: Italienischer Sprachunterricht. — 19.30 bis 19.50: Fortschritte in Wissenschaft und Technik. — 19.50 bis 20: Film-Wochenschau. — 20: Ue&ertragung aus dem Kurhaus in Baden-Baden: Baden-Badener Musikfest 1927. — Anschließend Unterhaltungsmusik. _________ (Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen. $üt unverlangt eingesandtc Manuskripte ohne beigesügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Llnzei genaufträge sind lediglich an die Gefchüftsstelle zu richien. NMMWSlWlAMle Roman von Sven Elve st ad. Copyright bei Georg Müller, Müncheb. 30 Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Waren noch Zettel auf dem Koffer aufgeklebt?" „Mehrere waren darauf gewesen, aber abgekratzt worden. Die Spuren waren noch zu sehen. Ein einziger war zurückgeblieben, das war sehr deutlich. Das Hotelpersonal gibt an, daß Maltes Hotel, Niz^- barauj gestanden habe. Vermutlich Hotel de Malte in Nizza." „Wahrscheinlich." „Andere Ermittlungen waren nicht anzustellen. Dagegen habe ich das Gepäck des Dieners mit» gebracht." „Lassen Sie sehen!" „Das Gepäck bestand aus einem einzigen braunen Handkoffer, der dem von dem Schutzmann eben beschriebenen entsprechen mochte, aber keme Schutzhülle hatte. Am Handgriff war eine Visitenkarte befestigt: Charles Thollon ^aris. Ein Diener," murmelte Krag, „ber die gleiche Art Koffer und Visitenkarten hat rote fein Herr, das nimmt sich sonderbar aus. Nun wollen wir sehen, ^Der^Kosstr wurde geöffnet und der Inhalt auf bem Tisch ausgebreitet. Die Anwesenden scharten sich darum unb sahen mit dem größten Interesse zu. Der Assessor war einer der eifrigsten unter den Zu chauem. Ein harter Gegenstand fiel auf den Tisch. Krag griff danach; es war ein großes blau- ürf'er Browningrevoloer vom schwersten Kaliber. Krag untersuchte die Magazine. Es waren noch fünf Patronen drin. , Ein Schuß ist schon heraus", sagte Krag nach- denilich, während er den Revolver vorsichtig bei- seits legte. „Jst's hier in der Stadt geschehen ober wo sonst? Wer weiß es?" Sann kam etwas Unterwäsche zum Vorschein, von der besten Sorte und vollkommen neu. Die Firmenzeichen waren noch darauf, und der Detektiv las: Magasin du Louvre. .Wollen wir also festhalten," sagte Kraa, „daß die Diebe direkt aus Paris kommen? Wollen wir ferner festhalten, daß dies nicht die Ausstattung twnana1 ’ in ................ eines Dieners ist? Schen Sie hier, echte Seide, wie?" . Darauf wurde her Toilettenkasten untersucht. Er schien cher einem Modeherrn als einem Dieb zu gehören. Der Kasten selbst war aus duftendem Juchtenleder mit eingelegtem Silber. Die verschiedenen Bürsten und Futterale, die sich darin fanden, waren aus feinem Holz, mit Silberbeschlag. Ferner waren da Fläschchen mit wohlriechenden Flüssigkeiten, von denen im Handel jeder Tropfen mehrere Frank kostete. All das war ja recht interessant und stützte Krags Ansichten, aber es gab einem keinerlei Aufschlüsse. Als man das Gepäck des Dieners durchsucht hatte, war man in Wirklichkeit nicht weiter als vorher. Krag war trotzdem zufrieden. „Wir haben zwei Spuren gefunden", sagte er. „Die eine führt zurück, und die andere führt vorwärts." „Wieso?" fragte der Assessor. Krag zeigte auf den Stempel: Magasm du Louvre. Darunter stand Rue du Havre. Die Sachen waren demnach in diesem großen Welt- gescbäft gekauft worden. „Wir wissen,' erklärte Krag, „daß die Diebe aus Paris gekommen find, und zwar vor ganz kurzer Zeit. Das ist die Spur, die zurückführt." „Und welche führt vorwärts?" „Der Koffer, der andere Koffer. Der ist noch immer in der Stadt, und ich glaube, ich weiß, wo er zu suchen ist." VIII. Bevor wir fortfahren mit der Schilderung der weiteren Ereignisse im Polizeigebäude, nachdem die beiden geheimnisvollen Verbrecher in ihre Zellen gebracht worden waren, und der ferneren Ereignisse in Asbjörns Krags Wohnung, müssen wir uns ein wenig näher mit Krags Arbeit im Viktoria-Hotel beschäftigen. . _ . Wie schon gesagt wurde, hatte es tn der Knmi- nalabteilung Aufmerksamkeit erregt, daß Krag sich in diesem Hotel niedergelassen hatte. Man meinte, er verfolge eine Spur, und wartete gespannt darauf, etwas Näheres zu erfahren. Krag wohnte jetzt schon eine Weile dort, und gewöhnlich dauerte es in solchen Fällen ja nicht lange-, bis ein Ergebnis vorlag. Der Detektiv hatte einen bestimmten Verdacht auf den Herrn im Zimmer 24, den französischen Gelehrten, der sich ins Hotelbuch als Herr d'Albert । Paris auf. (Weil er in Ehristiania war?) Die fram zösische Polizei kannte seinen gegenwärtigen StufenL i halt nicht. So lauteten die Mitteilungen aus Frank- Saale des Rathauses oder auf dem fertigen Platze vor der Kirche statt. Von einem Reubau, der von dritter Seite angeregt wurde, da auch an gewöhnlichen Sonntagen dre ^Kirche sich oft als zu klein erweist, um die Zahl der Krrchen- besucher aufzunehmen, wurde abgesehen, da in Meter Zeit der Wohnungsnot usw. andere Bauten — falls Geld vorhanden ist — notwendiger sein dürften. 4 N i e d e r ° W e i s e l, 13. Juli. Der hiesige Ziegenzuchtverein feierte fein 25jäh - riaes Jubiläum und verband damit eine aroße Ziegenschau, lieber 100 Ziegen waren zur Prämiierung angemeldet. Als Preisrichter fungierten: Reallehrer Rin gs h aus en- Friedberg, Philipp Ostheim.Echzell und Zucht- wart Philipp-Watzenborn. Für diese Sachverständigen war es keine leichte Aufgabe, aus dem durchweg tadellosen Zuchtmaterial das beste herauszufinden. In unserem Dorfe bringt man der Ziegenzucht, es ist die Saaner Rasse, großes Interesse entgegen. Der imposante Festzug setzte alle Zuschauer, die aus nah und fern erschienen waren, in Erstaunen. Auf dem Festplahe hielten Ansprachen: der Vertreter der Landwirtschasts- ia-'imer OelonomieratBreidenbach -Dorheim, Der Vorsitzende des Oberhessischen Ziegenzuchtverbandes Oelonomierat K o r e l l - Angenrod und der Vorsitzende des Kreisziegenzuchtvereins Gießen Landtagsabg. Fenchel- Ober-Hörgem. Alle hoben die besonderen Verdienste des hiesigen Ziegenzuchtvereins um die Hebung der Saaner Ziegenrasse hervor. Bei der Pretsvertei- lung wurden die Ziegen folgender Züchter mit Preisen bedacht: 1. ältere Ziegen, bis 1924 geboren: Georg Reuter II., Jakob Wilhelm Bill, August Mohr, Adam Studt I., Jakob Schimpf, Jakob Jung, Peter Rikolai, K. Heinrich Hildebrand, Karl Reuter, Joh. Martin Rikolai, Georg Reuter, OttoWag- ner, Heinrich Karl Adami, Heinrich Ära us- flriil III. 2. 1925 geborene Ziegen: Jakob Bill, Joh. Haub VIII., Heinrich Raffer, August Häuser, Heinrich Adami, Kaspar Lenz, Karl Haub, Konrad Mandler. 3. 1926 geborene Ziegen: August Mohr, Konrad Bill II., Christoph Hildebrand X., Jakob Schimpf, Joh. Haub VIII., Konrad Krausgrill X., Philipp Richter, Jakob Richter II., Heinr. Häuser VI., Konrad Heinr. Hildebrand. 4. 1927 geborene Zie- aen: Georg Riegelhu th, Christoph Hildebrand X., Heinrich Karl Adami, Jakob Bili XL, Hans Ludwig, Georg Reuter, Jakob Schimpf, Heinrich Krausgrill IN.. Georg Reuter II., Peter Koch, Jakob Günther, Georg R u p p e l, Jakob Bill X. Lireis Büdingen. !! B ü d in g e n , 13. Juli. Unter großer Beteiligung der Einwohnerschaft und zahlreicher! Vereine wurde hier die in Büdingen allseits beliebte Fürstin Bruno zu Vsenburg und Büdingen zu Grabe getragen. Außer den in Büdingen wohnenden Fanmienangehörigen waren zur Tvauerfeier u. a. erschienen. Baron und Baronin Rudolf von Thünaen, Gräfin- Mutter zu Solms-Laubach, Fürstin Wolfgang zu Vsenburg-Düdingen, Fürsttn von Colaltv, Prinz itnb Prinzessin Albert ;,u Schl eswig-Ho l stein-G lü cks bürg, Fürst und Fürstin zu Lippe-Detmold, Herzog und Herzvgm Adolf Friedrich zu Mecklenburg, Fürstin zu Stolberg- Roßla, Graf und Gräsin zu Solms-Lau- bach, Graf Bernhard zu Svlms-Laubach, Baron Cornelius v. Hehl zu Herrnsheim, Fürst und Fürstin zu S o l m s - Lich. Die Bei- -2. 6573D Telepbon 239. Dammstraße 24 L Lassen Sie 05180 Pfund 50 Pf. A20 360 400 4W-4SCM Warenabgabe nur an Mitglieder! jfonsumwerein meßen und umg. e.^.m.ß.'M. 6585a ff 4ais^n Hühneraoeen, Bornhaul verschwinden bald durch Kams bewährte Hfibnerangentinlitnr Eentral-DroöerieSdiulstr, Dr. Stuhl praktiziert wieder. 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Vi Dose 75 . h Dose 45 Vd Pfund 35 25 Braunschweiger Mettwurst Schlackwurst Teewurst Kriesdi. Simons SfoL Donnerstag, 14. Juli |927 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) m. O2 Drittes Blatt Geschichten aus Mer Welt freilich wurde Derbleib der Oeffentlichkit Buntes Allerlei. Eine Schmetterlingssammlung für 2 Millionen Mark. Ein Schmetterlingssammler, der sich sein Steckenpferd gegen 2 Millionen Mark hat kosten lassen, ist der Engländer I. Joicey, der auf seinem Landsitz zu Witley mehr als eine Million Schmetterlinge beherbergt, unter denen sich manche einzigartigen Seltenheiten befinden. Joicey hgt als Junge Schmetterlinge gesammelt, wie so viele Jungens. Als er dann als erwachsener Mann einmal zufällig die alten Kästen aus der Jugendzeit wieder auf- stöberte, packle ihn die Leidenschaft von neuem und er begann nun das Sammeln im größten Maßstab. Er schickte erfahrene Naturforscher auf Expeditionen nach allen Teilen der Welt, nach Nordperu und Holländisch-Aeuguinea, nach dem Kongo und nach Sumatra, nach Hainan und Buru. Gr kaufte auch andere Sammlungen, eine für 200 000, eine andere für 60 000 Mark und gab vor dem Kriege jährlich gegen 200 000 Mark für seinen Sport aus. In dem mächtigen Gebäude, in dem diese Millionen von Faltern untergebracht sind, sind die einzelnen Kästen bis hoch unter die Decke aufgestapelt. Den ganzen Tag über arbeitet hier Joicey mit seinen acht Gehilfen, um die Neuankömmlinge zu präparieren und zu benennen. In einem benachbarten Haus befindet sich ein photographisches Laboratorium, ein Saal, in dem die Schmetterlinge gezeichnet werden, und eine Werkstatt für ihre Konservierung. Ist ein Schmetterling aus irgendeinem fernen Urwald oder einem schwer zugänglichen Sumpf glücklich in die Sammlung gebracht worden, dann wird er von Joicey und seinen Gelehrten zunächst enthe- molvgisch bestimmt und wenn es eine neue Art ist, erhält er einen Namen. Das Tier wird getrocknet', dann werden behutsam die Flügel auseinandergespannt; das Insekt wird mit einer Nadel befestigt, ausgeräuchert, um Ungeziefer von ihm und seinen Nachbarn femzuhalten, und dann genau beschriftet. Die Sammlung wird immerwährend durch bisher unbekannte Exemplare aus dem Schmetterlingsreich bereichert. Manche Schmetle'- linge wurden an Bord eines Schiffes, mehr als 100 Kilometer vom festen Land entfernt, gefangen. Sie. waren einige Kilometer auf das Meer hinaus- geflogen und dann von starken Luftströmungen auf den Ozean hinausgeführt worden. Andere Falter wieder sand man lot auf den Schneefeldern der Hochalpen liegen, wohin sie durch warme aufsteigende Luftströmungen emporgewirbelt waren. Ein Kasten enthält 6 Paar Prattocum-Schmetter- linge, von denen jedes 2000 Mark wert ist. Diese überaus seltene Art toure von den bekannten Gammlern Gebrüder Pratt entdeckt und benannt. Als sie diese Falter zuerst in Buru fanden, waren sie sv eifrig, sie zu fangen, datz sie sie mit Schrotflinten schoflen. Andere Seltsamkeiten dieser Sammlung sind Schmetterlinge, die weder weiblichen noch männlichen Geschlechts sind. Ein nordindischer weißer Falter hat ein Paar männliche und ein Paar weibliche Flügel; ein anderes Tier hat fünf Flügel statt der sonst üblichen vier, wieder ein anderes drei Fühler statt der normalen zwei. Der kleinste Schmetterling der Sammlung kommt aus Indien; er mißt mit ausgebreiteten Schwingen einen halben Zoll. Das größte Exemplar, Ornithop- tera Alexandrae, hat eine Flügelbreite von 10 Zoll. Ein einzigartiges Stück ist das Weibchen des Polygrapha Cyanea, das in einem alten Weinfaß ertrunken von einem Eingeborenen des Ortes Nio Pastaza zu Ecuador gesunden wurde- Man hat sonst bisher diesen Schmetterling nirgends austreiben können. Gin besonders seltener und überaus schöner Schmetterling, namens „Papilio, der Listige", ist so schwer zu fangen, datz die Sammler von Joicey ihn zwar in einem Kano im Kongo beobachteten, aber nur eine bunte Zeichnung von ihm Herstellen konnten. Der Sammler ist auch noch weiter uner- müdlich auf der Schmetterlingsjagd und fängt im Sommer allnächtlich an die taufend Motten und Falter, die von feiner 20C0 Kerzen starken Lampe angezogen werden. Die wertvollsten Stücke Derleibt er feiner Sammlung ein; er vermehrte sie 1925 um 17000 und 1926 um 15000 Stück, von denen viele Hundert unbekannten Arten angehörten. Borkeh- zugefichert werden. Nach dem Tode der Königin von Madagaskar der Harem aufgelöst. Lieber den männlichen Odalisken wurde der leider nichts berichtet. Ewig Miller. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) „Dld Ghatterhand" nr Frankreich. (—) Paris. Am 8. Juli wird in Frankreich, vorwiegend von den nationalistischen Kreisen, den Noyalisten um Leon Daudet, den ilnauffinöbaren, und einer Neihe von Schulen der hundertjährige Todestag Nobert S u r c 0 u s s gefeiert werden, des berühmten Korsaren des Konsulats und des Kaiserreichs. In Saint-Malo, wo et geboren ist und wo man ihm ein Denkmal errichtet hat, in Dinatd und Montford-l'Amaury werden aus diesem Anlaß große Feste abgehalten werden, in Paris selbst findet eine Surcouf-Ausstellung statt, in der das Sprachrohr, der Feldstecher, die Pistolen usw. des berühmten Seefahrers gezeigt werden, der während der großen Auseinandersetzung zwischen Bonaparte und England der Schrecken der englischen Schiffe im Mittelmeer und damit gewissermaßen ein BerufsvorlAufer unserer unvergleichlichen Weddigen, Muller- Emden usw. gewesen ist. Mit seiner schnell- segelnden Brigg „La Confiance" hat er dem englischen Handel zur See unermehlichen Schaden zugefügt; die strahlendsten Legenden über feinen persönlichen Heldenmut gehen heute noch um. Lind somit Ware ja alles gut; wir Ausländer haben keine Veranlassung, die vaterländisch denkenden Franzosen wegen ihrer Heldenverehrung zu bespötteln, zumal es sich um einen wirklichen Helden handelt. Aber die französische Änkspresse ist bitter böse über dieses „Mumientheater" und hat numnehr etwas entdeckt, was allerdings auch uns heftigen Grund zum Lachen gibt. Eine nationalistische Organisation in Bordeaux nämlich hat dieser Tage angesichts der bevorstehenden Zentenarfeier Sur- couss an die besten Schüler der Bolks- und Mittelschulen eine Prämie verteilen lassen, ein kleines gebundenes Buch mit buntem Umschlag, auf dem man die stolze Kanonenbrigg „La Confiance" die Wogen der See durchpflügen sieht. Das Werkchen heitzt „Le Corsaire" und schildert mit üppigem phantastischem Beiwerk das Leben und Wirken Nobert (5urcouf3, wobei die historische Wahrheit sehr ost im Interesse der Spannung des Lesers zurechtgestutzt wird. Das ist ja bei vielen geschichtlichen Erzählungen „für die Jugend" der Fall und darum nichts Besonderes. Aber dieses Büchlein, das die unentwegten Chauvinisten Bordeaux' den zukünftigen Daterlandsverteidigern zugeeignet haben, hat zum Verfasser einen — Deutschen, und zwar ist es niemand anders als Kari May, der unbesiegbare Old Shatterhand, der mit indianischen Mokkasins und einem Nock ans Büffelleder bekleidet, der Halbgott unserer Buöen- träume ist! 2ns Französische übersetzt von Francois P a r u h, und von der Zensur des XIX. deutschen Armee-Oberkommandos während des Weltkrieges genehmigt, wie ein Druc^tempel auf dem Titelblatt besagt!!! Kladderadatsch! Tableau! Karl May als intellektueller Helfershelfer des französischen Nationalismus, mit der Ermächtigung einer verschollenen militaristischen Behörde der „Prus- siens", da wird Ben Akiba beschämt daraus verzichten, wettere Bonmots prägen zu wollen — Walfisch-Farmen auf hoher See. (f) London. Stehen wir vor einer neuartigen Lösung des Arbeitslosenproblems? Vielleicht! Denn wie aus Amerika berichtet unö in der englischen Preße auf das lebhafteste kommentiert wird, soll ungelernten Arbeitskräften demnächst auf hoher See Gelegenheit geboten werden, sich nützlich zu betätigen. Kurz gesagt: Man will mitten im Ozean Walfisch-Farmen errichten. 2n einer Ausdehnung. die den Dimensionen der in Frage kommenden Objekte entspricht, sollen „Einfriedigungen" mit riesigen, an Schwimmbojen befestigten Netzen Dor genommen Werder, in denen man die sonst rettungslos dem Aussterben preisgegebenen größten Meeressäuger regelrecht züchten wird. Haben doch „Sachverständige" heraus- gefunden, daß die Walfischzucht nicht viel schwerer ist als die Haltung von Krokodilen in Niesenterrarien. Warum also nicht? Dennoch ergeben sich bei näherem Zusehen einige Schwierigkeiten für die Lösung dieses Problems, das seinen amerikanischen Llrsprrmg beim besten Willen nicht verleugnen kann: Man denke nur daran, in welche Verlegenheit der cowooy, Pardon, whaleboy der Zukunft geraten muß, wenn eines der „weidenden" Ungeheuer etwa a u s b r i ch t. Mit zottigen Schäfer- und auch mit Seehunden ist da wenig anzufangen. Und eine 2agb, deren Gebiet den vierten Teil des Erdballs ausmacht, wird selbst einer „Columbia" ober einer „Spirit of St. Louis" Schwierigkeiten bereiten. Und dann, wenn es sich vielleicht gar nach geglücktem Wiedereinfangen herausstellt, daß der Flüchtling einer anderen „Farm" gehört, denn Unterscheidungsmerkmale werden da schwer anzubringen sein! . Aber andererseits, wo viel Schatten ist, ist oft auch viel Licht. Unsere Nerven sind schon so abgestumpft, daß selbst die wildesten Cowboyfilme der Prärie sich in dunkle Vorstadtkinos Oer» kecken müssen. Jetzt, nach Durchführung der genialen Idee derer jenseits des Ozeans, wird man eben den „Whaleboy-Film" schaffen. Ein wundervolles Gruseln überkommt einen, stellt man sich vor, wie das Lieblingswalbaby der jungen. schönen ozeanischen Farmerstochter von einem abgewiesenen Freier gestohlen wird. (Wie er das macht, ist ja feine Sache.) Und wie dann ein braver Hirtenjunge des Weltmeeres nach einem erbitterten Kamps mit Näubern. Dickhäutern und Elementen, einem Kamps auf Leben und Tod angesichts des Wellengrabs in der ewig feuchten Unendlichkeit schließlich Sieger bleibt, den sweet darling in die Arme (ach so, nach auch diese Schwierigkeit läßt sich überwinden) also den sweet darlrng der insgeheim geliebten Herrin zurück- bringt, die dann beglückt und gerührt den Helden zum Gemahl erkiest. Hollywood, welch neue, herrliche, ungeahnte Perspektiben! Ein Paradies der Männer. (s) Buk a rest. Der russische Gelehrte Kraslow. der vor kurzem von einer längeren Forschungsreise in die Mongolei zurückkehrte, veröffentlicht (in der serbischen Zeitung „Prada") eine Neihe von interessanten Neiseberichten. Er hat auf seinen Fahrten in das Innere des noch verhältnismäßig wenig e rforschten Landes bei der mongolischen Bevölkerung ganz eigenartige Sitten und Gebräuche gesunden. Das Oberhaupt in Gemeinde und Familie ist die Frau. Sie trifft alle Anordnungen und Entscheidungen, sorgt für den Erwerb und das Einkommen, verrichtet alle schweren Arbeiten, während dem Mann die leichten Hcmsarbeitem die Obhut der Kinder und vor allem die Küche überlassen bleibt. Wohlhabende Frauen halten sich einen Harem mit mehreren Gatten. Diese Männer sind von allem möglichen Luxus umgeben, erhalten köstliche Gewänder und verbringen ihre Tage mit süßem Nichtstun, der Pflege ihrer Schönheit, wenn die Herrin sie nicht zum Minnedienst befiehlt. Der russische Forscher ist nicht der erste, der von einem solchen Männer-Harem berichtet. Aehn- liche Verhältnisse sind schon früher aus Zentralafrika gemeldet worden. Als im Jahre 1895 Frankreich Madagaskar annektierte, sah sich die französische Negierung zu den verschiedensten Konzessionen an die Königin Nanavoluna gezwungen. um diese ihre Entthronung leichter verwinden zu Lassen. So mußte ihr vor allen Dingen das Fortbestehen ihres großen Harems, in dem sich unter den vielen Günstlingen aller Nassen und Nationen auch einige Europäer befanden, Vermögen, ebenso Witwen, Minderjährige, Waisen und Erwerbsunfähige mit einem steuerbaren Gesamtvermögen von weniger als 10 000 Mark, wenn ihr steuerbares Jahreseinkommen weniger als 750 Mk. beträgt, sind steuerfrei. Der Steuettarif ist ein proportionaler Stufentarif zu festen Sätzen mit Regression innerhalb der Stufen und beweglichen Zuschlägen. Insgesamt beträgt die Steuer 0,95 v. T. des Anfangsoermögens jeder Stufe. Die Reichsoermögens st euer von 1924 beruht auf dem Dermögenssteuergesetz vom 8. Shnil 1922, der 2. Steuernotverordnung vom 19. Dez. 1923 und der Dritten Steuernotverordnung vom 14. Februar 1924. Sie ist ebenfalls eine allgemeine progressive Vermögenssteuer. Sie ersaht natürliche und nichtnatürliche Personen. Steuerfreie Personen sind u. a. Pflichtige, deren steuerbares Vermögen 5000 Mk. nicht übersteigt, ferner 60 Jahre alte und erwerbsunfähige bzw. dauernd behinderte unbeschränkt steuerpflichttge Personen, wenn ihr Vermögen nicht aus Grund- und Betriebsvermögen, sondern hauptsächlich aus sonstigem Vermögen oder Wohngrundstücken besteht und 20 000 Mk. nicht übersteigt. Der Steuertarif ist grundsätzlich ein proportionaler Tarif mit Ermäßigung für kleinere Vermögen und progressiven Zuschlägen für größere Vermögen. Die Steuer insgesamt beträgt 3 bis 7,5 v.T. Erst die Veranlagungsergebnisse der 23 c r m ö ° gensfteuer für das Jahr 1924 bieten eine Vergleichsmöglichkeit mit der Vermögensbesteuerung der Vorkriegszeit und der des Jahres 1919. Die Veranlagung für das Jahr 1924 geht auf das Gesetz vom 8.2lpril 1922 zurück und beruht im übrigen auf den Vorschriften der Zweiten und Dritten Steuernotverordnung (19. Dezember 1923 und 14. Februar 1924), die basj Vermögenssteuergesetz des Jahres 1922 den veränderten Wirtschafts- und Währungsverhältnisien anzu- paffen suchten. Das für die Veranlagung 1924 gültige Vermögenssteuergesetz wendet zum erftenmale für alle Steuerpflichtigen die gleichen rechtlichen Vorschriften an und stützt sich auch hinsichtlich seiner Durchführung auf einen einheitlich organisierten Behördenapparat. Diese Tatsache ist für die Ergebnisse der Besteuerung von weitgehender Bedeutung. Gleichwohl leidet das Veranlagungsergebnis und damit das Bild des Vermögensstanbes am Ende des Jahres 1924 ebenso wie die früheren Veranlagungsergebnisse der Reichsoermögenssteuern unter der nicht gleichmäßigen Bewertung. Die Bewertungsvorschriften des Vermögenssteuergesetzes 1922 und der Steuernotverordnung sind zwar für alle Steuerpflichtigen grundsätzlich die gleichen, jedoch greift die Zweite Steuernotverordnung auf die bei der Veranlagung zum Wehrbeitrag gehandhabte Bewertung zurück, so daß sich die Ungleichmäßigkeit in der Bewertung, wie sie aus der Organisation des Steuerwesens der Vorkriegszeit entsprang, trotz der vorgenommenen Berichtigung der Wehrbeitragswerte für die Vermögenssteuer 1924 teilweise wiederholt. Die hessische Vermögens st euer beruht auf dem Vermögenssteuergesetz vom 12. August 1899 und auf den Bewettungsvorschriften vom 4. November 1899. Tarifänderungen bzw. -Zuschläge bringen die Finanzgesetze vom 24. März 1910, vom 31. März 1916 und vom 10. Juli 1919. Sie ist eine allgemeine proportionale Vermögenssteuer und umfaßt nur natürliche Personen und ungeteilte Erbmassen. Personen mit weniger als 3090 M^rk v-rsteuerbarem (a) Neuy 0 rk. Ein richtiger Reporter darf nie um einen packenden Stoff verlegen sein; das ist das A und O amerikanischer Zeitungskunst und auch des amerifanifd>en Zeitungsverfolgers, auch wenn die Wahrheit dabei manchmal sehr empfindlich zurecht- gebogen wird. Ist gerade kein Sensationsprozeß im Gange, keine Hochwasserkatastrophe und kein Hotelbrand, ist kein Mord im Chinesenviertek, kein Bankraub in Chikaao und feine Scheidungs- asfäre in Hollywood fällig, so spürt der Neporter irgend etwas anderes auf, etwa einen Marrn, der in fernem ganzen Leben, man denke, noch nicht telephoniert hat, ein Spukhaus in Alleghany oder einen zwölfjährigen Jungen, der feit Jahren an einer Philosophie des „Kosmos" schreibt, oder er interviewt den alten Mr. Hopkins, der vor zwanzig Jahren am Nil einmal von einem Krokodil angeknabbert worden ist. Ein Neporter dieser unerschöpflichen Art, der ein großes Blatt in Boston bedient, hat nun wieder eine solche Entdeckung gemacht, die er in unzähligen Spalten mit den fettesten Ueberschristen und Zwischentiteln jagdgerecht ausgeweidet hat. Diese Entdeckung ist eine Mrs. Miller. Millers gibt es in den Bereinigten Staaten mindestens ebenfoviele wie in Deutschland Schulzes. Diese Mrs. Miller aber ist sozusagen eine Rekord- miller. Und zwar: Eine geborene Miller, wird sie im Alter von 15 Jahren bei einem Doots- unglück von einem anderen Miller gerettet und schwört nunmehr bei sich, im Leben die Gattin nur eines Millers zu werden. Und tatsächlich heiratet sie drei Jahre später einen Eisenbahnbeamten Miller, mit dem sie am Trauungstage eine halbe Tagereise macht, um sich von einem Standesbeamten Miller und einem Ne- verend Miller bürgerlich und kirchlich kopulieren zu lassen. Als das erste Kind kommt, wird ein Mädchen namens Miller als Kindermädchen engagiert; der Gatte kommt bei einem Die vermögensbesteuerung inhessen vor und nach öem Kriege 1 Das Statistische Neichsamt hat im 337. Bande der „Statistik des Deutschen Nerchs" die Ergebnisse der Vermögensbesteuerung vor und nach dem Kriege bearbeitet. Die „Mitteilungen der Hessischen Zentralstelle für Jne Landesstatistik" veröffentlichen in chrem letzten Heft einen Auszug daraus, dessen wesentlrchste Angaben hier wiedergegeben seren: Dis zum Uebergang der Fmanz- und Steuerhoheit auf das Neich war die Besteuerung des Vermögens Sache der Bundesstaaten. Das Neich erhob nur einige außerordentliche Abgaben vom Vermögen, die keine ständigen Glieder eines organischen Steuersystems waren, sondern der Deckung eines einmaligen Bedarfs für Nü- stungszwecke oder aus Anlaß des Krieges Dienten. _ Von den Bundesstaaten führte zuerst Preußen mit dem Rechnungsjahr 1895 eine Vermögenssteuer unter dem Namen „Ergänzungssteuer" ein. Hessen folgte dem Beispiel. Es erhob Vermögenssteuer als Staatssteuer und überlieh Den ©emeinDen die Ertragsbesteuerung. Die Vermögensbesteuerung durch das Neich entsprach seinem außergewöhnlichen Finanzbedarf. Die erste Neichsvermögensabgabe war der Wehrbeitrag vom 3. Juli 1913, zahlbar als einmalige außerordentliche Auslage in drei Jahresraten 1914, 1915 und 1916. Gleichzeitig wurde zur Deckung der laufenden Ausgaben für Nu- stungszwecke eine fortdauernde Vermögenszu- wachssteuer, die Besihsteuer, eingefuhrt. Sie kam jedoch nur einmal, im Jahre 1917, voll zur Erhebung. Bei der zweiten Veranlagung 1920 hatte sie infolge der inzwischen eingeführten Vermögenszuwachsbesteuerung aus Anlaß des Krieges nur noch geringe Bedeutung, so daß weitere Erhebungen unterblieben. Don den Kriegs- und Nachkriegssteuern ist in diesem Zusammenhänge die Kriegsabgabe vom Ver- mvgenszuwachs (Gesetz vom 10. Sept. 1919) zu erwähnen. Sie sollte die Dermögensbesteue- rung der Kriegsjahre — Kriegssteuer vom Vermögenszuwachs für die Zeit vom 31. Dezember 1913 bis 31. Dezember 1916 (Gesetz vom 21. Juni 1916) und die außerordentliche Kriegsabgabe vom gesamten Vermögen (Gesetz vom 26. Juli 1918) — zur Erfassung der gesamten Kriegsgewinne abschließen. Mit der Neuordnung des Finanzwesens durch die Weimarer Verfassung erhielt das Reich das alleinige Recht, Vermögenssteuern zu erheben. Die Vermögensbesteuerung durch die Länder hörte daher mit dem 31. MärZ 1920 auf. Gleichwohl wurde zunächst kein Reichsoermö- genssteuerg^setz geschaffen, sondern das Reich versuchte in erster Linie mit einer wiederum außerordentlichen Vermögensabgabe, dem Reicbsnotopfer, auszukommen (Gesetz vom 31. Dezember 1919). Die Veranlagung wurde durchgeführt, die Enttich- tung des Reichsnotopfers sollte jedoch nicht einmalig, sondern in mehreren Jahresraten erfolgen. Die Geldentwertung höhlte diese Regelung aus. Der Versuch, für den Einnahmeausfall durch das Ve» mögenssteuergefetz vom 8. April 1922, das erstmalig im Jahre 1923 durchgeführt werden sollte, Ersatz zu schaffen, scheiterte gleichfalls an der anschwellenden Geldentwertung. Die Veranlagung wurde zwar durchgeführt, auf die Erhebung mußte jedoch, trotz erheblicher Tarifverschärfungen und besonderer Geldentwertungsvorschriften, verzichtet merben. Gleichwohl ist das Vermöaenssteuergesetz vom 8. April 1922 für die Entwickelung der Vermögensbesteuerung in Deutschland insofern von Bedeutung, als cs den ersten Versuch einer laufenden Vermögensbesteuerung durch das Reich mit einheitlichem materiellen und formellen Recht darstellt, und die Grundlage für die durch die Zweite und Dritte Steuernotverordnung geregelte Erhebung der Vermögenssteuer für das Jahr 1924 bildet. Zugleich mit dem Vermögenssteuergesetz wurde am 8. April 1922 an Stelle des Besitzsteuergesetzes ein Vermögenszuwachssteuergesetz erlasien, das ebenfalls nicht zur Auswirkung gelangte. Auf die Veranlagung zur Vermögenssteuer für das Jahr 1923 baute sich auch die Zwangsanleihe und zum Teil auch die mit die? (er in enger Verbindung stehende Brotversorgungs-- abgabe des Jahres 1923 auf. Infolge der unter dem Zeichen der Geldentwertung stehenden zahlenmäßigen Ergebnisse, die deshalb keine Dergleichsmöglich- keit bieten, auch infolge der Ungleichmäßigkeit der Belastung der einzelnen Steuerzahler sind alle diese nach dem Kriege wirksam gewordenen Vermögenssteuern nur von geringer Bedeutung. Eisenbahnunglück um, und die Witwe Miller wird bald wieder Frau Miller; ihr zweiter Mann ist Versicherungsagent einer Gesellschaft, deren Direttor ebenfalls Miller heißt. Das Kind ist inzwischen schulfähig geworden und kommt in die private Lehranstalt eines gewissen Herrn de Miller — was eine kleine Konzession an das Unabwendbare darstellt —, und schließlich zieht die Familie auch noch um in die Miller-Street. Dort wohnt nun die so kondensierte Mrs Miller, verwitwete Miller, geborene Miller, mit Herrn Mill er von Johnson, Miller & Co., mit dem von Barbara Miller betreuten und Herrn deMil- l e r unterrichteten kleinen Joe Miller und wird wohl auch, wie sie sich das in den Kops gesetzt zu haben scheint, als Millerin sterben. Doch der Ckdu dieser Geschichte kommt ganz zum Schluß. Ausnahmsweise nämlich hat der Neporter des Bostoner Blattes seinen aufregenden Bericht mit seinem Namen gezeichnet, und da rieft man: Alexander Milrer--- Eine mißverstandene Redeblüte. (f) London. Die Chinesen und auch die Japaner sind bekanntlich Meister einer blumigen Umgangssprache, und ihre Höflichkeitsfloskeln sind fast lyrische Hymnen. Wenn wir beim Abschied von jemand sagen: „Na, dann laß' es Dir gut gehen!" umkleidet das der feine Mann der gelben Nasse etwa so: „Möge das leuchtendste Gestirn der blauen Tage die Hibiskusblüten in deinen zauberischen Gärten vertausendfachen," — und wenn man keine Hibiskusärten, nicht einmal einen Tulpentopf auf seinem Balkon besitzt. Ein japanischer Kaufmann, der seit einemMen- schenalter in London lebt und mit einer Landsmännin verheiratet ist, wurde dieser Tage Vater eines Keinen strampelnden Japanerbuben. Voll Freude und Stolz beeilte er sich, dieses willkommene Ereignis seinem älteren Bruder, der als reicher Handelsmann noch im Vaterlande lebt, telegraphisch mit folgenden Worten mttzu- t eilen: „Soeben ist Dein prächtiger Neffe Kahisha in der großen Stadt bei uns eingetrosfen; wir haben ihn mit tausendfältigen Freuden in unserer Hütte willkommen geheißen." Worauf nach kürzester Zeit prompt ein Telegramm aus Tokio zurückkam: „Kerl muß ein Hochstapler fein, sofort verhaften lassen!" Veranlagt sind im Dolksstaat Hessen insgesamt 75 424 Pflichtige, und zwar 74 369 na- sittliche Personen oder 98,60 vom Hundett (97,75 im Reich) und 1055 nichtnatürliche Personen oder 1,40 0. H. (2,25 im Reich) der Gesamtzahl. Von den natürlichen Personen waren 73 866 unbeschränkt steuerpflichsig = 99,32 v. H. (98,81 im Reich) und 503 nur beschränkt steuerpflichtig = 0,68 0. H. (1,19 im Reich) der Gesamtzahl. Da die Wohnbevölkerung nach dem Stande vom 16. Juni 1925 insgesamt 1 347 295 Einwohner und die Zahl der unbeschränkt Steuerpflichsigen 73 866 beträgt, sind somit insgesamt 5,48 v. H. (4,05 im Reich) der Bevölkerung zur Vermögenssteuer herangezogen. Von den 1055 nichtnatürlichen Personen sind 13 nur beschränkt steuerpflichtig oder 1,23 v. H. (0,74 im Reich) der Gesamtzahl. Von den 74 369 vermögenssteuerpflichsigen natürlichen Personen imHessen haben 72 129 Pflichtige oder 96,99 v. H. (96,43 im Reich) der Gesamtzahl Steuer zu zahlen, und zwar zum vollen Betrag 69 688 Pflichsige oder 93,71 v. H. (91,39 im Reich) der Pflichtigen, zum ermäßigten Betrag 2441 Pflichtige ober 3,28 v. H. (5,04 im Reich) der Gesamtzahl. Keine ©teuer zu zahlen haben 2240 Pflichsige oder 3,01 v. H. (3,57 im Reich) der Gesamtzahl. Es sind somit steuerbegünstigt insgesamt 4681 Pflichtige ober 6,29 v. H. (8,61 im Reich) der Gesamtzahl. rungen gegen Diebstahl seiner Kostbarkeiten trifft er nicht. „(Sin Dieb", sagte er zu einem Besucher, .würde leichter Abnehmer für die Mona Lisa oder den Kohinor finden als für eine meiner Seltenheiten, denn jeder Händler im Lande wüßte, daß sie aus meiner Kollektion stammt". Turgenjews Jägerlatein. Die neuen russischen Literaturforschungen erschließen immer neue Quellen, aus denen man unerschöpfliche, bisher vollständig unbekannte Einzelheiten aus dem Leben großer russischer Dichter und Schriftsteller erfährt. Eine literarische Zeitschrift bereitet die Veröffentlichung des Tagebuchs der Frau Panaewa vor, deren Mann in den 70er Jahren Redakteur der literarischen Revue „Sovre- mennik" war. Im Hause Panaewas in Petersburg verkehrten alle literarische Größen-Leo und Alexis Tolstoi, Turgenjew, Dostojewsky waren dort häufige Gäste. Wir entnahmen dem noch nicht veröffentlichten Tagebuch einige überaus charakteristische Mitteilungen über den großen Romanschriftsteller Turgenjew, der Deutschland so sehr liebte, daß er den größten Teil seines Lebens in Baden-Baden verbrachte und seine Romane oft in deutschen Städten spielen lieh. „Ich lernte Turgenjew im Jahre 1842 kennen," berichtete Frau Panaewa, „da er damals den Sommer in Pavlovfi (einem an die Zarenresidenz Zarskoje Selo anschließenden Sommerort in der Rähe von Petersburg) verbrachte. Jeden Tag erschien er zur Musik, ein Monokel im Auge, und sah stolz auf alle herab. Er kam öfters nach dem Konzert zu mir zum Tee. Turgenjew erzählte mir eines Tages, wie das Schiff, auf dem er zum ersten Male eine Auslandsreise machte, kurz vor Stettin niederbrannte. Er benahm sich, nach seinen Worten, als Held; beruhigte die weinenden Frauen und verlieh als letzter Paffagier das brennende Schiff. Ich hatte von dieser Katastrophe bereits von einem Bekannten gehört, der auch dabei war und u. a. mir von einem jungen Mann erzählt hatte, der vom Kapitän einen strengen Verweis erhielt dafür, daß er, alle Frauen und Kinder zurückdrängend, als erster das Rettungsboot besteigen wollte und dabei kläglich auf Französisch ausrief: „Mein Gott! So jung fein und schon sterben I" Eines Tages zeigte ich diesem Bekannten, den ich zufällig beim Konzert wiedertraf, den jungen Schriftsteller. „Das ist ja der junge Mann, der nicht sterben wollte!" Ich wollte ihm nicht glauben, er schwor mir aber, daß er Turgenjew genau wieder erkannt habe-besonders sei ihm damals seine hohe Fistelstimme aufgefallen. Später hatte ich noch einmal Gelegenheit mich zu überzeugen, dah Turgenjews Jägerlatein eine feste Angewohnheit von ihm war. Eines Abends fuhr ein Wagen in unsere Gesellschaft, die eben dabei war, das Kurhaus zu verlassen, hinein. Alle kamen mit einem leichten Schrecken davon. Am nächsten Tage erzählte mir Turgenjew, dah er am Vorabend einer Dame das Leben gerettet habe, indem erste, die unter die Pferde geraten war, im letzten Augenblick herausrih. Als ich Turgenjew sagte: „Schämen Sie sich, so aufzuschneiden, ich war ja dabei!" erwiderte er lächelnd: „Ich muß doch die Damen irgendwie unterhalten!".. Seitdem glaubte ich ihm kein Wort mehr. Der bekannte Kritiker Bjelinski pflegte Turgenjew zu tadeln: „Wann werden sie aufhören zu schwindeln! Es ist eine Schande, als kluger und intelligenter Mensch so zu lügen!" Turgenjew erzählte in den aristokratischen Salons, daß er für seine Werke kein Honorar verlange, da er sich schämen müßte, ein bezahlter Schriftsteller zu sein- Als das Bjelinski zu Ohren kam, war er schrecklich empört. „Sie halten es also für eine Schande zu bekennen, daß Ihre Kopfarbeit bezahlt wird," schrie er Turgenjew in einer Gesellschaft wütend an. „Ich erröte vor Scham für Sie!" Turgenjew wurde verlegen und gab Bjelinski das Wort, niemals mehr zu lügen. Ob er es gehalten hat, weiß ich allerdings nicht." Wirtschaft. * Konferenz des Reichs arbeits- ministers mit der eisenschaffenden I n d u st r i e. Im Reichsarbeitsministerium begann unter dem Vorsitz des Reichsarbeitsministers Dr. Brauns die angekündigte Besprechung mit den Vertretern der deutschen eisenschaffenden Industrie über die Frage der achtstündigen Arbeitszeit, deren Wiedereinführung in der Großindustrie ein Gutachten des Reichswirtschaftsrates angeregt hat. Die Konferenz Dürfte längere Zeit in Anspruch nehmen. * Die deutsch-französischen Han- Delsvertragsverhandlungen. Die vom „Petit Parisien" verbreitete Rachricht, es sei bereits bei den deutsch-französischen Handelsver- tragsverhandlungen zu einem Ergebnis gekommen, muh als verfrüht bezeichnet werden. Die Verhandlungen werden aktiv fortgesetzt und es besteht die Hoffnung, dah sie recht bald zu einem Ergebnis führen können. Jedoch ist es unmöglich vorauszusagen, an welchem Tage das Abkommen unterzeichnet werden kann. • I. -G. -Farbenindustrie Frankfurt a. M. Wie man von zuständiger Seite erfährt, sind große Projekte von Belang in letzter Zeit nicht zum Abschluß gebracht worden. Die Jnteressengemeinschaftsverhandlungen mit dem englischen Chemietrusl, die schon früher eine offiziöse Betätigung fanden, würden den gewünschten Fortgang nehmen, doch bedürfe es zu ihrem endgültigen Abschluß noch mehrfachen, die verschiedenen Gebiete umfassenden Besprechungen. Desgleichen seien die Verhandlungen über Grün- dilng einer Kunstseidefabrik in Rußland noch nicht abgeschlossen worden. Was die anläßlich der Börsenbewegung wieder aufgetauchten Gerüchte über einen Umtausch von Rheinstahl- in Farbenaktien betrifft, wird erklärt, daß diesbezügliche Verhandlungen im Augenblick nicht aktuell seien. * Vom Diamante uhandel. Dem Tele- graaf zufolge wird die kürzlich in Amsterdam gebildete internationale Kommission für den Diamantenhandel in Antwerpen zu einer ersten Besprechung zusammentreten. Die Kommission wird vorläufig aus je 6 Vertretern der Amsterdamer und der Antwerpener Diamantenindustrieverbände bestehen. Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht deS „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 14. Juli. Tendenz: schwächer. — Rachdem noch im Dormittags- verkehr namentlich für Montanwerte feste Kurse genannt worden waren — Mannesmann: mit 206 Prozent — erfuhr die Tendenz zu Beginn des offiziellen Verkehrs eine merkliche A b s ch w ä ch u n g bei etwas ruhigerem Geschäft. Das Privatpublicum scheint sich wieder reservierter zu verhalten, vor allem drückten aber die schon gestern abend bemerkbaren Gewinnsicherungen der Spekulation auf das Kursniveau. Auch soll von Großbankseite viel Material an- geboten worden sein, wofür sich der Markt nicht aufnahmefähig erwies, zumal das Kommunique des Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht über die Reuyorker Besprechungen verstimmte, indem er vor allem Anleiheverhandlungen dementierte. Am schärfsten in Mitleidenschaft gezogen wurden Elektropapiere, die gegen die gestrige Abendbörse bis zu 1 Prozent verloren. Siemenswerte waren in erster Linie Angeboten. Im allgemeinen betrugen die Rückgänge 1 bis 3 Prozent. Relativ gut gehalten blieben Z e l l st o f f w e r t e. Stärker abgeschwächt waren Deutsche Erdöl. Renten ohne Geschäft bei abbröckelnden Kursen. Im Dörsenverlaufe zeigte die Tendenz zunächst Reigung zum weiteren Rachgeben, doch konnten sich später die Kurse aus Deckungskäuse wieder etwas erholen. Ra- mentlich Elektropapiere konnten ihre anffing- lichen Kursverluste fast ausgleichen. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld zu 7 Prozent stark gesucht. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Berlin, 14. Juli. Rachdem die Kurse schon im Dormittagsverkehr eine uneinheitlich ck Tendenz gezeigt hatten, und man ein gewisses Entlastungsbedürfnis der Spekulation feststellen konnte, zeigte sich zum offiziellen Beginn, daß die nur in geringem Matze vorliegenden Publikum-Orders nicht ausreichten, um ein Abflauen de r Kurse zu verhindern. Bei uneinheitlicher Kursentwickelung waren besonders die lehttägigen Favoriten stärker gedrückt und bis 7Prozent s ch w ä ch e r. Der Geldmarkt zeigte keine Erleichterung. Tagesgeld 7 bis 8 Prozent. Monatsgeld 8 bis 9 Prozent. Geld soll international gleichsalls recht angespannt sein; England hat seinen Diskont jedoch heute unverändert gelassen. Heimische Anleihen und fremde Renten ruhig und kaum verändert. Im Verlaufe hielt die Abgabeneigung der Börse an. Die Kurse gaben zumeist 1 bis 2 Prozent nach. Stärker gedrückt waren Spritwerte um 3 bis 4 Prozent, ferner Ilse minus 3 Prozent. Dagegen konnten sich Harpener, Bemberg und Charlottenburger Wasser um 1 bis 2 Prozent erholen. Deutsche Waffen, die ziemlich fest mit 91 einsehten, gaben im Verlaufe wieder 2,5 Prozent ihres Gewinnes her. «yviinfvimer (Eigener Drahtbericht des „Gteßener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 14. Juli. Ausland- getrciöe liegt etwas fester. Mais erhöhte seinen Preis gegen gestern. Der Streik bei den Mann- henner Mühlen wirkte sich zwar auf Mehl nicht aus, dagegen auf Kleie. Die amtliche Rotie-- rung für Weizenkleie ist dementsprechend er- höht worden. Futtermehle sind weiter gut gefragt. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 31, nom.; Roggen, inländischer, 27.50, nom.; Hafer inländischer, 26; Hafer, ausländischer, 23.50 bis 26; Mais, (gelb), 18.75 bis 19; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 40.50 bis 41; Aoggen- mefji *37.75 bis 38; Weizenkleie 13; Roggenkleie 14 bis 14.25 Mark. Tendenz: stetig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 14. Juli. Auftrieb: 718 Kälber, 131 Schafe, 466 Schweine. Cs kosteten beste Mast- und Saugkälber 74 bis 79, mittlere Mask- und Saugkälber 68 bis 73, geringe Kälber 58 bis 67; Mastlämmer und jüngere Masthäm- mel, Weidemast 48 bis 50, Stallmast 40 bis 47, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 32 bis 38 Pf. das Pfund. Marktverlauf: Bei ruhigem Geschäft ausverkauft. Schweine wurden infolge des geringen Auftriebes nicht notiert. Berliner Produktenbörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 14. Juli. Der Witterungsumschlag brachte eine Befestigung der Tendenz, ohne dah das Geschäft wesentlich lebhafter wurde. Die ausländischen Weiz-en-Osferten lauten zumeist höher. Llmsätze kamen genau so wenig tote am Vortage zustande. Die ztoeithändigen Forderungen für Westenroggen sind verschiedentlich entgegeittom- mender, so dah es auch vereinzelt zu Abschlüssen kam. Reues inländisches Brotgetreide ist ziemlich spärlich angeboten, das Geschäft kommt nur langsam in Gang. Die im Ausland zu erzielenden Preise sind mit den Inlandsforderungen schwer in Einklang zu bringen. Am Lieferungsmarkte zeigte sich für Juliweizen starke Deckungsfrage, während Iuliroggen einen leichten Rückgang zu verzeichnen hatte. Die Herbstsichten waren für beide Brotgetreidearten befestigt. Mehl blieb weiter geschäftslos, die Marftlage hat sich nicht wesentlich verändert. In Reugerste fanden verschiedentlich Umsätze statt. Büchertisch. — Friedrich Griese: Wittoogel. Eine Erzählung. Mit einem Nachwort von Hans Knudsen. 80 S. Reclams Universal-Bibliothek Nr. 6751. - Die Menschen, die der norddeutsche Dichter Friedrich Griese darstellt, sind von einer schwerblütigen, verträumten Art, die an die Gestalten Jens Peter Jacobsens erinnert. Stets sind sie mit der Natur, mit der Einsamkeit ihres weiten Landes zu einer seltsamen Einheit verschmolzen; die menschlichen Seelen spiegeln gleichsam die rauschenden Kornfelder, die knorrigen Wälder und tiefen Seen. — In der vorliegenden Erzählung wird die Entwicklung einer eigenartigen nordisch-herben Frauengestalt von der Mädchenzeit bis zum einsamen Tode geschildert. Geschlagene und Sehnsüchtige, Triebgequälte und Erlöste, Starke und Unterliegende sind mit ihrem Schicksal verwoben, das über die Wirklichkeit der Er- fd)einungen hinaus auf eine höhere, übergeordnete Welt bezogen ist. 276 — Einen Abriß der hessischen Geschichte gibt Professor W. M. Becker vom Darmstädter Realgymnasium als Anhang zu Pinnows Lehrbuch der Geschichte In kurzer, prägnanter Bearbeitung. (Verlag B. G. Teubner, Leipzig.) 180 — Marga Passon : „M i ch a e l, der Abenteure r". Verlag Ullstein, Berlin. — Michael Borodin ist, im wirklilyen Leben, der geniale Organisator der chinesischen Revolution, der Asien in Bewegung und Aufruhr brachte. Nicht zufällig trägt der Held dieses Romans den gleichen Namen. „Borodin, der Abenteurer" ist vom gleichen Format, ein Mann, dem Europa zu klein ist, der zur vollen Entwicklung seiner Kraft die ungeheuren Maße Asiens braucht. Bezwingend, überwältigend bricht er ein in das dumpfe Elend des sibirischen Rußlands. Und was er erlebt, ist ein Heldenschicksal, das mit reicher Phantasie und einer Kraft, die dem großen Vorwurf ebenbürtig ist, gestaltet wurde. 379 — Calderon, eine Auswahl deutscher llebertragungen. (Phaidon-Derlag in Wien VI. Preis für beide Bände Halblieder 26 Mk.) — Calderon war den Romantikern der größte aller Dichter. Sie stellten ihn sogar über Shakespeare, da dieser, wie sie meinten, nur die Leidenschaften und Schicksale zeige, Auf gang und Untergang, Gesetz, Schuld und Sühne; Calderon aber mit religiösem Ernst auch den Sinn des Ganzen und die Erlösung, den göttlichen Blick undWillen über dem irdischen Treiben. In jener Zeit schien es, daß Calderon deutsches Sprach- und Literaturgut werden solle, wie es Shakespeare, Cervantes und Homer wirklich geworden sind. A. W. Schlegel, Gries, Eichendorf und andere bemühen sich als Liebersetzer um ihn, das Wiener Theater (aus geschichtlichen Gründen dem Barock und dem Geiste Spaniens nie fremd gesinnt) brachte seine Hauptwerke zu lebendiger Wirkung. Das spanische Drama begann seine wieder- erwachte Lebenskraft im Werke der Zeitgenossen zu zeigen, am schönsten in der Dichtung Grillparzers. Doch die deutsche Literatur toanbte sich dann anderen Zielen zu, und die Herrschaft des Raturalismus entfremdete uns Calderon sehr. Unfere Zeit aber ist willig dem Religiösen, dem Ethischen, den dichterischen Visionen und Formen zugewandt, und so ist jetzt die Aufnahmefähigkeit für Calderons ewige Schöpfungen wieder gegeben. Schon fühlen sich die größeren deutschen Bühnen gezwungen, ihn öfter aufzuführen. Reue Bearbeitungen, von Hof- mannsthal und anderen, erscheinen. Die Dichtung der Gegenwart, müde der Formlosigkeit, aber nicht des Ethischen und Geistigen, sucht Anschluß an sormhaste Dichtung der Vergangenheit, der die realistische Rachbildung nur Mittel, nicht Zweck ist, die von den übersinnlichen Leidenschaften des Menschen handelt, vom Sinn und von der Erlösung spricht, — und so muffen wir notwendig zu Calderon kommen. Die Ausgabe des Phaidon-Verlags erscheint im rechten Augenblick und wird Freunde finden. In zwei luxuriös gebrucften und ebenso gebundenen Bänden bringt sie die Hauptwerke Calderons, in Llebersetzungen seiner klassischen Zeit in Deutschland. Als Vorlagen wurden meist die Erstausgaben verwendet; einzelne Stellen wurden sprachlich erneuert. Die Uebertragungen sind zum Teil wörtlich und in den Formen des Originals, zum Teil freier; aber immer getreu dem Geiste des spanischen Dichters und dem der deutschen Sprache. 145 — Rapp, Prof. Dr. Adolf, Die deutsche Monarchie. Eine geschichtliche Betrachtung. Langensalza, Hermann Beyer & Söhne (Beyer L Mann). Pädagogisches Magazin, Heft 1129. 36 Setten. Preis 0,80. 353 — Schum acher, Professor Dr. D., Der Staat des deutschen Ordens in Preußen und seine Bedeutung für das gesamte Deutschland. Langensalza, Hermann Beyer & Söhne (Beyer & Mann). Pädagogisches Magazin, Heft 1136. 24 Seiten. Preis 0,55 Mark. 353 — Merk, Professor Dr. Walther, Der germanische Staat. Langensalza, Hermann Beyer & Söhne (Beyer & Mann). Pädagogisches Magazin, Heft 1151. 60 Seiten. Preis 1,40Mk.— Der Verfasser zeigt mit großem Geschick den Aufbau des altgermanischen Staates, die Beschaffenheit der Staatsgewalt und ihrer Träger und stellt in vortrefflicher Weise als Eigenart des altgermanischen Gemeinwesens heraus seine „volkstümliche Grundlage". Es wird dann die weitere Entwicklung im Mittelalter zum Stam- messtaat und Grohreich, in dem das beutfd; ? Volk zu einer Einheit zusammengefaßt und bi: Grundlage für unser heutiges staatliches und völkisches Leben gelegt wurde, behandelt. 353 — Schwarz, Professor D. Dr. Herrmann, Ernst Moritz Arndt, ein Führer zum Deutschtum Langensalza, Hermann Beyer & Söhne (Beyer L Mann). Pädagogisches Magazin, Heft 1131. 84 Seiten. Preis 1,75 Mark. — All das Treffliche, das Arndt mit feinem visionären Mick für unser volkheittiches Leben auch uns Heufigen noch zu künden hat, ist iji der vorliegenden Schrift äicherst geschickt zusammengestellt zu einer Ericheit, so daß ein geschlossenes und zusammenfassendes Dttd, sowohl von der Persönlich- kett Amdts als auch von seiner Gedankenwelt entsteht. 353 — Adalbert von Chamisso, Gedichte. Herausgegeben von Dr. Ilse Ruland. Mit vier Bildtasän. Klein-Oktav. 236 Seiten. Verlag Strecker und Schröder, Stuttgart. In Dal- lonleinen 3.50 Mark, Halbleder 5.50 Mark. — Die Auswahl begleitet den Dichter in seinem Liebes- und Familienglück, seiner Anteilnahme an fremden Schicksalen und seiner Stellung zum Zeitgeschehen bis zum tiefen Emst seines Lebensabends. Die Auswahl bemüht sich, das Lebenskräftigste aus der Dichtung Chamisios ans Licht zu stellen, wobei die Gedichte den Vorzug erhielten, die, ohne der Erläuterung zu bedürfen, an sich selbst klar verständlich sind, und bei denen auch die sprachliche und künstlerische Fomrung voll geglückt scheint. Der vorliegende Band steht den früheren Ausgaben der Sammlung „Klassische Lyrik" an geschmackvoller Ausstattung in nichts nach und kann allen Freunden Chamisso'scher Lyrik wärmstens empfohlen werden. 349 Oesmrde rMndev - sesrmd evyatterr, fdbtoMMe - SrSsttseu, kvsrrkLn - rrrv Genesung verhelfe«, heißt die Sinder richtig ernähren! Größte Fachärzte bevorzugen und empfehlen , Lombardzinsfuh 7 Prozent. Ievisesmarkt Derkm—Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. Berlin. 13 Ault. Geld Brief Fran;ösische Violen...... Holländische Noten...... 16,54 ra 168,36 169,04 Italienische Steten...... 22,97 23,07 Norwegische Noten...... 168,68 109,02 59.57 260.5 Deutsch-Oesterr.,Lioo Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... 69.33 258.5 112,47 112,93 Schweizer Noten....... 81,16 81,Ä 71,40 Spanische Noten....... 71,60 Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... 17,45 17,51 73,17 73,47 13. Juli. 14. JllN. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Brief Ämst.-Rotr 168,65 <69,99 168,58 169,92 Buen.-AireS 1,787 1.791 1,788 1,792 Brss.-Antw 58,56 68,68 68,53 58,65 Christiania • 108,69 109,91 108,64 109.86 Kopenhagen 112,54 112,76 112,51 112,73 Stockholm . 112,72 113,94 112,64 112,86 HelsingforS. 10,60 10,62 10,602 10,622 Italien. . . 22,895 22,935 22,86> 23,905 Lorldon. . . .0,435 20,475 20,43 20,47 Neuffork . . 1,209 4,217 1,2085 4,2165 Paris.... 16,475 16,515 16,47 16,51 Schweiz . . ■>1,04 ■>1,20 "0,99 1.15 Spanien. . 71.83 <2,97 71,96 72,10 Japan . . . 1,985 1,989 1,985 1,989 Rio de Jan 0,494 0,498 t.494 '.496 Wien in D-- Oest. obgcft 39,28 59,40 59,25 59,37 Prag .... '2,476 12,596 12,474 12,94 Belgrad . . 7,408 7,422 7,408 7,422 Budapest. . <3,35 73,49 73,34 73,48 Bulgarien ■ ,04t 3,045 5,042 1,048 Lissabon . . 20,78 20,82 20,78 20,82 Danzig. . . 81,54 81,70 81,55 81,71 Konstantin. 2,155 2,169 2,158 2,162 Alben. . . 5,676 5,664 5,676 Canada . . 4.202 4.210 4,200 1,209 Urntiuat) . . 4,136 4.144 1.136 1.144 Cairo . . . 20.98 21.02 '0.95 20.99 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angesührten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. - Reichsbankdiskont 6 Prozent Frankfurt a. M. Berlin Schluh- fiurs -Uhr- Kurs Schluh- Kurs Anfang Kurs Datum: 13. 7. 14. 7. 13.7. 14. 7. E’/o Dt Reichsanlcihe v. 1927 Dt Anl Ablös Schuld mit 87.75 86.9 87.9 Auslol-Rechten..... DesHl. ohne AuSlos.-Rechten 298 _ 298 — 18,4 18,25 18,1 18,13 7% Franst. Hyp.-B!. Go'dps unkündbar bis )932 ... _ */z% Rheinische Hhp -Bonk Siqu -Goldps . . . AEG abg Borkricgs-Ob- - - - - ugationen, rückzahlbar 1932 — _ — 4% Schwei;. Bundcsb.-Anl. 4°/0 Oestereichische Goldrtc. . _ 28,4 4,20°/o Oestcrr.' ich. Silberne . 4% Oesterreich, einheitl. Rte - _ _ _ _ 4% Ungarische Goldrte. _ — 4°/0 Ungarische Staats. 6.1910 — 22 65 4V3% dcsgl. von 1913 ... — _ 24.13 4°/ Ungarische Kroncnrtc . . _ _ ?■> ' 4°/, Türk. Zollanlcihc v 1911 4% Türk. Bagdadbahn-Anl 14,5 — 14.5 14,75 «crie 1..... _ _ 18 1 4°/o deögl. Serie n..... _ 16.5 16 6 4°n Rumänen convert. Rte. 4’'Ao Rumänen Goldanl. . — - von 1913 , . — — 17 — All». Deutsche Eisenbahn .4’/2 - — 90 89.9 Hamburg-Amerika Paket. .6 148,5 147,5 147,25 147,5 Liamb-Südam Dampssch. .8 — — 235 234 Hansa Dampfschiss ... .6 Norddeutscher Lloyd .... 6 149 147,5 213 148,9 232,5 148,5 Allg. Deutsche Ercditanst.. 10 — 151 153,25 153.5 Barm r Bankverein . io 158.5 157.25 157,9 157 Berliner Handelsgcsellsch. 12 Commerz- und Prtvat-Bk. H 188.5 254 187.5 251.25 187,5 254 187.5 Darmst. u. Nationalbank. 12 248.5 245 250 247 Deutsche Bank......10 171 171 170,5 170,25 DiSkonto-Gcsellschaft Ant. 10 167.5 165.75 166.9 166.25 Dresdner Bank.....10 Mitteldeutsche Creditbank . 9 177.5 176 248 >76.25 256,25 176,5 253 Metallbau!..........8 151.75 149,75 150 149,75 iRcichsbank........ 10 172 172 171 Frankfurt a.M. Berlin Schlug fürs l-Uhr. Kur» Schkuh.1 ««fang Datn«: 13.7. 14. 7. 13.7. 14. 7. A. E G........... Bergmann........... Elektr. Lieferungen . . . io 193 205.25 192,5 193 201.5 192.5 204.13 194 203,62 147,65 192 202 Licht und Kraft......io gelten & Guilleaume ... .6 Ges. f. Elckr Untern. . . 10 205.5 148 205 146.5 205 146 Hamb. Elekte. Werke . . . lu Rhein. Elektr........ - 174 246,75 168,5 244.75 167,6 Schlei. Elektr...... . . io 174.5 189,75 207.75 295 174,5 Schuckert....... 7 Siemens & Halske . .. . 16 Tranoradio..... .8 208 202.25 290,5 191.5 203,6. 28^ Labmehcr & Co. .... . /, I. a 178 180.5 177 Harpener. . .......s Hoesch Eisen.......... Ilse Bergbau .......z Klöckncrwerke......... 15,5 z - 217,25 285 177 5 213.5 191 284 179,25 189,25 203.25 138 107 107,13 130.4 284 222,25 176,25 142.25 Köln-Neuessen ......5>/2 Mannesmann . . .f. I. 1 ManSieldcr..........7 Lbcrschles. Eiscnb. Bedarf 0 Oberschles. Kokswerkc . . .0 204 107.25 203,25 134.5 1<. 191,25 202 133.. 108 _ Phönix Bergbau. r V, I 3 Rheinische Braunkohlen . 10 Rhcinstahl ... ......0 Ricbeck Montan.......g 131 286 225,25 133 286,75 222 175 5 133 286 223 Bereinigte Stahlw. f. >/, I 3 Ctaüt Minen......1 sh 143.75 142.75 178 143,25 Kali Aschersleben ... . . io KaliWesteregeln . . . . 10 186 193,5 183 193 3. ,4 185,5 192.5 247 182.25 Kaliwerk Salzdetfurth . . 12 I. G- Farben-Jndustrie. 10 Dhnamit Nobel.....0 312,5 311 309,5 151.25 313 Scheideanstall........8 219,5 217 Goldschmidt.........5 RütgerSwcrke........0 Metallgcsellichaff.....10 148 109 140 107,5 190 141.75 107.5 139,75 108 Frankfurt a M Berlin Schluh Kurs 1-Uhr- Kurs Schlutz- Kurs Anfang Kurs Datum: 13. 7. 14. 7. 13. 7. 14. 7. Philipp Holzmann . . . . 12 207.75 207 207,5 206 Heidelberger'Cement . . 8 160,5 162 Cement Karlstadt..... . 8 190 Wavß & Freitag...... 10 173,13 173 — — Schultheis Patzenhofer. . 15 — — 452 449 Ostwerke....... . . 12 — _ 433 — Ver. Glanzstoff...... 15 — — 733 730 Bemberg.......... Zellstoff Waldhof..... 8 — _ 590 12 330 330 329 331 Zellstoff Aschaffenbura . . 10 215,75 216,5 214.75 Charlottenburger Waffer. 7 — 163 162,5 Tessaucr Gas . ...... 8 — _ 215,5 215 Daimler Motoren..... 134 133 134 104 133,5 102,13 Demag .......... 0 Adlerwerke Kleher..... 0 125,25 125 126,5 125,5 Ludw- Loeice ....... 1, 294 131,5 291 Rat. Automobil...... 6 _ _ Orcnstein L Koppel. . . . ■1 — — 139 141,5 Linke Hofmann . . . . . 0 — — Leonhard Tietz ....... 6 _ 173 Bamaa-Meguin...... Franks. Maschinen . . . . 0 47.5 _ _ 0 80 — 83 Gritzner .......... 7 - _ Hehliaenstaedt ....... 0 6 24 Junghans ........ Lcchwerke.......... 124.5 _ 124 _ 8 — Mainkraftwcrke...... 8 131 — — _ Miag............ Nckarsulmer........ 10 145,25 146 145 _ 8 125.9- 126 126 Peters Union ...... 8 125 5 126 Gebr. Roeder....... 10 _ Voigt & Haeffner..... Südd. Zucker....... 6 0 137,5 154 137,5 151 133,5 156,5 — Banknoten. Berlin, 13 Juli. I Geld Brie, Amerikanische Noten. . . I 4,194 4.214 belgische Noten ...... Dänische Noten...... • 58,68 112,37 58,92 112,83 Englische Noten...... 20,41 20.49 I L