sL'L M N°"Aai^ Janisch^ J ^ölteT- 'er musikalis^uchlel £Ät !£*Ä i^WSNtn 5/W^ •gen ^5ef,e 'Meis ifito ?9cn ' "-Ucr Aiw^ Eum. iK-ÄL'S robr-, ben 5 ^"' »•tiSgfe 4Mi£ ^b«S°!ch!ch^ r $Äi6,6Ä t B werden in gSJf* ?Mnw^ yntev4|Q bie beViXn 616 -ÄtmW un? der Zeitwende ((i *9 in Mnchenj %Ä 21x teflnÖerCr" ?Mer dec „ßcfoi. 'i der Lofotfischer liegt d>e in die amerikanisch? I>e in harter entbeh- ■ malten. Das Helden- -beiden wird in diesem wt schlichten männlichen ch in diesen Menschen p'el zwischen dem Drang Liebe zur Heimat ein ton allgemein germanisches Problem. Werte nie vergessen und *xr- in der gewaltigen Ein- Glanz. Zer Geist dieses gen Beiträge des Hcstrs gebet Dr. Erich Mehne .ö.H. Union Deutsche ignieberlassung 'Berlin, eitschnst beginnt mit dem chrgang. Aus dem viel- i wir die Aussähe »Thea- " und „Fliegende Tiere'. m Teil heben wir eine des kürzlich in Deutsch- ’riftan Dernard hervor. IW hinter die Kulissen, geweihter Autor, der sich verbirgt, den ßefeni schnitt „Die Lustreise mit seltenen Augaus- tilel des Fliegers und Doch über einen von Leitung“ (Mag i Aus bem Inhalt des >n des Marders schildert ; Sin Aäuber in Dald ^"interessante W« belichtet über.Wasser. - Süfte“ A. Heimcke sührl rch viele Vilder belebten ,r Hauptstadt von An- e Dummer an V.ülag Kunst und des Oirtifel yumor m alt.m Z--M l". Foorrichtnnge S3*-«* en. Md-riditen- b6#«-W >1. ®~tl‘3*“ (.'3r^call"n 5^ .i»« **f«*iW* 5 b'S jpl, kL-s-°: Nr. U Erster Blatt UZ. Jahrgang Zreltag, U- Januar 1927 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Pro» mid Verlag: BtWIdje UniverfUSIr-Sach, nni> SttinOmtftrci R. !an,e in Gießen. Schristleitnng und S-lchSst,Nelle: $J)nI!tra6e 7. Unnahmc von Mnjugtn für ölt lagttnummer bis zum Nachmitlag vorher. Preis für | mm Höhe für Anzeigen ov.l 27 mm Drelle brllich 8, auemärts 10 Rcichepsennig, für Reklameanzeigen von 70 mm Drelle 35 Reichrpsennig, Platzovrschrist 20“ , mehr, dbefrebakteur Dr Friedr Wilh Lange. Derontworllich sür Politik Dr Fr Will) Lange, für Feuilleton Dr H Tdyriot; für Öen übrigen Teil Ernst Dlumlchein^ für Öen Anzeigenteil i Dertr H. Deck, lämtlid) in Dießen. Erschein« täglich,ouher Sonntags unö FeieNag» Beilagen. •itfoener Famtliendlütt« Heimai im Bild Die Scholle HTonais-l ejogirrtls; 2 Reichsmark unö 20 Reichspfennig für Trüge» lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummem infolge höherer Gewalt. Fernfprechonschlüffe: 51, 54 unö 112 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sieben. Post sch.cklonto: granlfurtam Main 11680. Vor der Entscheidung des Zentrums. Durch den Beschluß des Zentrums, der in weiten Ktc.len zunächst als Absage an die Regierung der bürgerlichen Parteien betrachtet wurde, ist die ganze Frage der Regierungsbildung in ein neues Licht gerückt worden, das heißt. in ein neues Licht nur in dem Sinn«, dab man noch am Dienstag ziemlich ungewiß über die Haltung des Zentrums überhaupt sein konnte. Auch jetzt sind noch lange nicht alle Drücken zwischen dem Zentrum und den Deutsch- nationalen alS abgebrochen zu betrachten. Dr. Curtius jedenfalls hat den Beschluß der Zen- trumssrauion, wohl auch auf Grund bestimmter Informationen aus Zentrumskreisen selbst, nicht als eine völlige Absage betrachtet, sondern er ist im Gegenteil bestrebt, die Verhandlungen weiter in Fluh zu halten. DaS Verhältnis der bürgerlichen Parteien untereinander bedarf nach vielen Richtungen bin einer gründlichen Klärung. Wenn man es sich fo leicht machen will, wie die großstädtische Presse der Linken, dann braucht man aUe^oiilgS weiter kein Mort mehr darüber zu verliere,z, dann ist die Droste Koalition mit den Sozialdemokraten selbstverständlich. Rur vergessen die Herrschaften dabei, was vielfach auch geflissentlich von Zentrumskrcisen im Geiste der „Germania". vergessen wird, dast unmittelbar nach der Rede Scheidemanns im Reichstag über die Reichswehr der ZentrumSiührer und damalige Kanzler Dr. Marx selbst die Drohe Koalition mit den Sozialdemokraten für außer Frage erklärte. Cs ist notwendig, zum Verständnis der Situation gerade diesen Punkt immer wieder von neuem hervorzuheben. Es trennt das Zentrum. wenigstens in seinem gröheren Teil, von den Sozialdemokraten einmal die Behandlung der Reichswehr und zweiten- doch auch die Sozialpolitik. Ucbrigens sind auch die Demokraten in dieser Hinsicht keineswegs so einig, wie man es so gerne darftcllen möchte, sondern auch Demokraten gibt es genug, die mit der Behandlung der Retchswehrsrage durch die Sozialdemokratie alle- andere als einverstanden lind. Mit diesen Demerlungen ist auch schon die Stimmung im Zentrum gestreift worden. Dort spielen allerdings die Anhänger der christlichen Gewerkschaften eine starke Rolle. Ds ist unverkennbar. dast eS in der Arbeiterschaft unter dem Druck der großen Arbeitslosigkeit stark gärt und hast di« Arbeitermassen augenblicklich zum Radikalismus neigen. Hieraus must auch di« Führung der Zentrumspartei Rücksicht nehmen und dadurch erklärt sich auch die Reigung gewisser Zentrumskreise, lieber nut den Sozialdemokraten zusammenzugehen. Aber auch sie stosten sich umner wieder, wenn es zur praktischen Durchführung der Sozialpolitik kommt, an den Gegensätzen. die zwischen ihnen und den Sozialdemo- kratcn klaffen. Der Delitfchen Dolkspartei liegt die Aufgabe des ehrlichen Maklers zwischen Zen- t r u m und Dcutschnationalen ob. Daß das keine leichte und dankbare Aufgabe ist, haben sich die Führer der Deutschen Volkspartei von Anfang an selbst gesagt. Dr. Curtius hat bereits in den wenigen Tagen, seitdem ihm der 'Auftrag des Reichspräsidenten zuteil geworden ist, erfahren, wie schwer und undankbar eine solche Aufgabe ist. Trotzdem sind wir immerhin in der Klärung der Dinge ein gutes Stück vorwärts gediehen. Wenn cs bei den Besprechungen mit den Führern der Zentrums. Partei darauf anfomint, sie dem Gedanken einer bürgerlichen Regierung mit Einschiust der Deutsch» nationalen zugänglicher zu machen, so bedarf es dazu des weitesten Entgegenkommens der Deutsch- nationalen selbst. Sie müssen in Zukunft, gleichgültig, wie die jetzigen Verhandlungen auch auslaufen mögen, von der verhängnisvollen Hebung a^fehen, durch ein taktisches Zusammengehen mit den Sozialdemokraten etwa das Zentrum zu ihrer Auffassung zwingen zu wollen. Ein derartiges Verhalten läßt sich eine große Partei unter keinen Umständen gefallen. Jetzt ist die Hauptsache, bah man sich vor Augen hält, worauf cs wirklich anfommt. Der Reichstag und namentlich die beiden genannten bürgerlichen Parteien stehen vor der Frage, ob sie cs auf eine Reichstagsauflösung und Reu- wählen mit allen ihren unerfreulichen Begleiterscheinungen ankommen lassen wollen oder nicht, zumal im Hinblick darauf, dast voraussichtlich doch eine nennenswerte Verschiebung der Parteiver- hältnisse durch eine Reuwahl nicht zu erreichen sein wird. Unter solchen Umständen wäre es besser, man machte den Versuch, mit e ner bürgerlichen Regierung eine gesunde nationale und soziale Politik zu treiben. Dr. Curtius empfängt die Zentrumsführer. Die Entscheidung auf Freitag vertagt. Berlin, 13. Ian. (SIL) Heute nachmittag 5 Uhr wurden die Führer der Zentrums^rteu die Abgccrdneten von Guerard und Stege r w a l d im Reichswirtschaftsministerium von Dr. Gurti uä und dem Reichsaußenminister Dr. Strcfemann emp'angen. Die Zentrums^ührer kehrten nach dreistündiger Aussprache wieder^nach dem Reichstag zurück und berichteten ihrer Fraktion kurz über die Unterredung. Die Frakiions- sihung wurde aber sogleich abgebrochen, ohne daß in eine Beratung eingetreten wurde. Die Zentrumsfraktion will sich vielmehr erst ara Freitagnachmittag 5 Uhr wieder versammeln. Amtlrch wurde über die Besprechung im Reichswirtschaftsministerium folgendes Kommunique veröffentlicht: Heute nachmittao fand die angekündigtc Besprechung zwischen den Beauftragten der Zen- trumsfraltion des Reichstages, den Abgeordneten o. Guörard und Stegerwald und Dr. E u r t i u s und dem Reichsaustenminifter Dr. Strefemann im Reichswirtschafts- minifterium statt. Die Vertreter der Zentrums- frattion trugen die schweren inner- und austen- politischen Bedenken vor, die die Zentrumssraktion gegen die Bildung der von Dr. Curtius in Aussicht genommenen Regierung habe. Daran schlost sich eine eingehende Aussprache an. Herr Dr. (Surtius hat in Aussicht genom- Oer amerikanisch-mexikanische Streit Dor dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen. London, 14. Jan. (IDIB. Funkspruch.) „Daily Telegraph- berichtet aus Reuyork, die Meldungen mexikanischer Korrespondenten bezeichneten die Lage in der Hauptstadt Mexikos als so gespannt, dast eine Lösung der Beziehungen zu den vereinigten Staaten noch diesen Monat erfolgen könne. Diese Meinung sei der Riederschlag des Eindrucks, den die Erklärungen Loolidges und Kelloggs in Mexiko gemacht hätten. In einer Erklärung an die Associated Preß spricht der liberale Präsident 5 a - casa von Rücktrittsabsichten, da dadurch vielleicht die Möglichkeit eines Krieges Nicaraguas mit den übermächtigen vereinigten Staaten verringert werde, wenn es auch seht schon Tatsache sei, dast beide Länder sich im Kriegszustand befinden. Sorahs Feldzug gegen Loolidge. Washington, 14. San. (WTB. Funkspruch.) Senator Borah griff im Senat die Politik der Regierung gegenüber Ricaragua an. Er forderte die Regierung auf, in ihren Beziehungen zu Mittelamerika die Anwendung von Gewalt zu unterlassen und Freundschaft durch freundschaftliches Verhalten zu schaffen. Die Monroedoktrin komme nicht in Frage. Keine nichtamerikanische Regierung erstrebe einen Landgewinn ober versuche, die Regierung von Ricaragua zu stürzen. Die Vereinigten Staaten hätten auf Grund der Monroedoktrin kein Recht, in die Rcgicrungsangelegcnheiten irgendeines rnlltclamerikamschen Landes sich ein- zumischen. Zweck der Monroedoktrin sei es, die lateinamerikanischen Bürger von der Beherrschung durch Ausländer zu schützen. Wir können niemals Frieden in M.ttclamerika haben, wenn wir uns nicht auf den Voliswillen stützen. Gegenüber Ricaragua solle Amerika ebenso handeln, wie gegenüber den mächtigen Rationen, bei denen zu intervenieren Amerika sich ja auch nicht erlaube. Schließlich forderte Borah die Zurückziehung der amerikanischen Truppen und Ausschreibung neuer Präsidentenwahlen in Ricaragua. Die Entscheidung über das mexikanische Oelgcseh werde am besten einem Schiedsgericht übertragen. Amerika dürfe auf keinen Fall seine Macht zur Errichtung des noröameri- kanifchen Imperialismus in Latein-Amerika mißbrauchen. Die mit großer Spannung erwartete Rede des Senators Borah stellt einen glatten Bruch mit der Rcgierungspolitik dar. Während der Rede waren die Galerien des Senats überfüllt. Die Rede Staatssekretärs Kellog über die drohende kommunistische Gefahr hat bei der Opposition im Kongreß nicht die geringste Wirkung gehabt. Von den Rednern der Opposition wurde erklärt, daß die Ausführungen über den Kommunismus dazu bestimmt seien, die Opposition und die Weltmeinung umzustimmen, daß es sich also nur um eine Propagandaaktion der Regierung handele. Senator W Heek er erklärte. Kellogg habe bewiesen, daß lediglich einige amerikanische Kommuni st ennach Mexiko abgeschoben worden seien, Mexiko also allen Grund habe, die Vereinigten Staaten dafür anzugreifen. Kellogg verwechsele scheinbar Kommunismus und Liberalismus. Die Anklagen Kelloggs basierten auf unwesentlichen Dingen, die bereits Jahre zurücklägen. Kcl- log müßte eigentlich ebenso wie gegen Zentralamerika auch gegen den Senat Kriegsschiffe in Bewegung setzen. Auch die amerikanische P r e s s e ist nicht sehr begeistert von Kelloggs Erklärungen über die Tätigkeit der Kommunisten. Die „Rewyork Times" schreibt: Es ist der amerikanischen Tradition unwürdig, wenn die Regierung behauptet, daß der wirkliche Beweggrund für ihre Politik in Zentralamerika die schmähliche Furcht vor den ruf» sifchenRevolutionären sei, bi« von keiner Ration, am wenigsten von den Vereinigten Staaten, gefürchtet zu werden brauchen. — Die „Rew- york World" ist der Ansicht, daß die amerikanische Regierung ernsteDinge vorbeveite. Der gegen Mexiko geführte Schlag könne nur so erklärt werden, daß er entweder vollkommen unverantwortlich ober vorsätzlich unfreundlich war. Kelloggs Erklärung wäre daher nur Propaganda, um sich selbst aus der Patsche zu ziehen, oder ein Versuch, die öffentliche Meinung zu erregen als Vorspiel zu dem diplomatischen Bruch und zum bewaffneten Eingreifen. Da Amerika völlig antisozialistisch eingestellt ist und leinen Unterschied zwischen Sozialismus und Bolschewismus macht, kann durch nichts besser die öffentliche Meinung beeinflußt werden, als mit derartigen Schlagworten. 3m übrigen sind die Zeitungen weiter mit Greuelmeldungen aus Mexiko gefüllt. Man sagt, Mexiko sei in völliger llnorb- nung. In der Rähe von Mexiko-Cif) hätten Amerikaner 142 airgesehene Mexikaner au gelängt gefunden, die von den Regierungstrupp eil dorthin verschleppt worden seien. Die A.B.T.-Slaalen bieten ihre 'BermitHunq an. London, 14. Jan. (MTV.-Funkspruch.) „Times" meldet, in diplomatischen Kreisen in Mexiko seien Gerächte verbreitet, daß Argentinien, Brasilien und Chile, beabsichtigen, ihre Dienste als Vermittler zwischen den vereinigten Staaten und Mexiko anjublefen. Die Kontrollverhandlungen. Die deutschen Ostsestungen. Paris, 13. Ian. (WTB ) Seit Rückkehr des Generals v. P a w e I s z und des Geheimrats For- [ter nach Paris wird die öffentliche Meinung in Frankreich täglich mit Berichten überschüttet, die offenbar von einer Stelle inspiriert werden, die alle Veranlassung hat, die Dinge so darzustellen, als machten die eingeleiteten Verhandlungen keine Fortschritte. Während einerseits behauptet wird, die deutschen Delegierten hätten überhaupt keine neuen Vorschläge unterbreitet, wird andererseits wieder, und zwar in einer angeblich aus London stammenden Havasmeldung, die sich auf Informationen aus englischer Quelle in Paris stützt, erklärt, deutscherseits versuche man, die Diskussion nach Berlin zu verlegen. Demgegenüber muß, um lebe Zweideutigkeit zu vermeiden, feftge- stellt werden, daß General v. Pawelsz überhaupt nur über die Fe st ungen an der deutschen O st g r e n z e verhandelt, während die Verhandlungen "über die Begriffsbestimmungen für das Kriegsmaterial nach wie vor in Berlin zwischen deutschen und alliienen Sachverständigen geführt werden. Der Quai d'Orsay hat offenbar nach der alarmierenden Berichterstattung der französischen Presse aus London die Ueberzeugung gewonnen, daß Tcndenzmeldungen entgegengetreten werden müsse, denn der „T e m p s", der gewiß in der Frage der Entwaffnung nicht als unparteiisch bezeichnet werden kann, muß erklären, daß dos französische Außenministerium ausdrücklich sestgeftcllt hat, daß die Verhandlungen im Gegensatz zu den pessimistischen Auffasiungen, die gestern und heute festzustellcn waren, sich'in einer eher günstigeren Atmosphäre vollziehen sowohl in Berlin wie auch in Paris. Der „Paris Soir^ kann sogar der „Temps"-Meldung noch hinzufügen, daß sich in den letzten Tagen eine überein stimmende Auffassung über das Gelingen der jetzt im Gange befindlichen Verhandlungen zeige. Der englische Pessimismus. London, 14. 3an. (WT2. Funkspruch.) Rach bem bipsomatischen Berichterstatter des „Daily Telegraph" herrscht jetzt in London die Ansicht vor. das; die Frage der Rechtsmäßigkeit der von der Reichswehr in der Rähe Königsbergs i. Pr. und anderer ostdeutscher Festungen gebauten Vorwerke auf bem Wege über Genf dem Haag zur schiedsrichter- llchen Entscheidung unterbreitet werden müsse. Perrinax meldet dem „Daily Telegraph" aus Paris, daß der Autorität Vri- ands ein sehr ernster Schlag verseht werden würde, wenn bis zum 31. 3anuar kein« Verständigung erzielt werbe. — Der Pariser Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt, in alliierten Kreisen bestehe der Wunsch, die augenblicklich in Berlin ftatfinbenben Erörterungen über Kriegsmaterial ebenfalls nach Paris zu verlegen. Trotz der Andeutungen in einigen Abendblättern, daß die Lage besser sei. scheine der allgemeine Eindruck nach den Besprechungen der letzten beiden Tage noch keineswegs günstig zu sein. men, am morgigen Vormittag über die Ergebnisse dieser Besprechung mit den Vertretern der Deutschnotionalen Dolkspartei zu verhandeln. Die Vertreter der Zcntrumssrak- tion nahmen in Aussicht, am morgigen Nachmittag eine endgültige Stellungnahme ber 3entrumsfrottion her- beizuführcn. Die heutige Besprechung für die ursprünglich nur eine Stunde in Aussicht genommen war, dauerte fast drei Stunden an, so daß allein aus dieser Tatsache auf die Wichtigkeit ber Unterhaltung ?«schloffen werben kann. 3m Anschluß an diese Bc- prcchung konferierte Dr. Curtius längere Zeit allein mit bem Rcichsaußenininifter Dr. Ctrefe- mann. Nach bem augenblicklichen Stanb ber politischen Lage wirb Dr. Curtius morgen abenb nach ber Fraktionssitzung bes Zentrums dem Herrn Reichsprösibenten seinen abschließenden Bericht erstatten. Die Lage. DatzZcntrumbt'anspruchidcnKanzlcrPostt'n Berlin, 14. 3an. (TU ) Obwohl über die heutigen Verhandlungen strengstes Stil.schweigen gewahrt wird, wird von den Wor zcnblätt.rn allgemein angenommen, daß die Bedenken, die die Zentrumspartei geäußert hat. d e n D c u t s ch- nationalen zur Kenntnis gebracht werden sollen, damit diese Gclegrnhcck hatten, sich zu ihnen zu äußern. Die „Deutsche Tageszeitung" erklärt in diesem Zusammenhang, falls oas Zentrum die Deutschnationalen sondieren lassen wolle, ob und unter welchen Umständen sie etwa doch bereit wären, eine Reg erung äu ermöglichen, an der sie zunächst nicht selber beteiligt seien, könne schon jcht fest- gestellt werden, daß diese Frage von deutsch- nationaler Seite eine ablehnende Antwort« finden würde. 3n dem Stegerwald nahestehenden Gewerk-' schaslsorgan „®cr Deutsche" wird noch einmal eines der Hauptbedenken des Zentrums gegen eine Kanzlerschaft Dr. Eurtius hervorgehoben, daß nämlich das Zentrum einer Besetzung des Kanzlerpoftens und des Außen- ministeriums mit Volks partcilcrn seine Zustimmung nicht geben werde. Wenn sich Dr. Curtius. so heißt es dann Weiter, entschlossen hat, trotzdem die fachlichen Verhandlungen sortzusehen. so tut er das in dem offensichtlichen Glauben, daß er Damit die Wege zu einer Regierung mit den Deutschnationalen ebnen kann. Die Führung des Kabinetts wird das Zentrum stellen. Für die Stimmung in den dem Zentrum nahestehenden Kreisen wird im übrigen als bemerkenswert eine Ausführung der Kocrespoirdenz der Bayerischen Volkspartei angesehen, in Der cs heißt: „Sie Stellung Der Zentrumspartei ist im ganzen Spiel sehr bedeutsam. So unabhängig ist Die Partei nicht, daß sie auf die Deutsche Volkspartei keine Rücksicht zu nehmen braucht. Auch von der Bayerischen Vollspartei wird das Zentrum wissen, daß sie volles Verständnis für den Gedanken einer Politik der mittleren Linie hat, daß sie aber das 3entrum unter keinen Tlmständen auf Wege begleiten wird, die nicht mehr als Zentra mswege angesehen ~erben können, weil sie von der 3dee der nahen Mitte abirren." Die wirlschaftlichen Spitzenverbände bei Curtius. Berlin, 13.Jan. (Wolff.) Um 10 Uhr vormittags fand im Reichswirtschaflsmimfterium ber Empfang ber Fndustrieoertreler durch Dr. Curtius statt, zu bem der Reichsverband der Deutschen Qnbuftrie, ber Deutsch« Jnbusirie. und Hanvelstag unb die Vereinigung ber deutschen Arbeitgeberverbände etngelaben worden waren. Zu dieser rein informatorischen Besprechung erschienen u. a. die Herren Frohwein, Krämer unb Geheimrat Kastl vom Reichsocrband, Minister a. D. Hamm vom Industrie- und Handelstag, Präsident Braunweiler unb Geheimrat Borsig von ber Arbeitgeberoereinigung. Die Vertreter wiederholten zu den zur Debatte stchenden Fragen ihren in der Oeffent- lichkeit bereits bekannten Standpunkt. Es wurde jedoch beschlosien, von einem Äommuniqus abzusehen. Das preußische Stäötebauge^. Berlin, 13. Ian. (V D. Z) 3m n.-ugebil- deten Landtagsausschuß für das Siebte- baugesetz wies Wohlfahrtsminister Hirt sieter zunächst darauf hin. daß wir gezwungen sind, m Den nächsten 3ahren eine Million Familien wohnlich neu unterzubringen. Es gilt, die Arbeitslosen aus Städten und 3nbuftriegebieten in Gebiete zu bringen, in denen Mangel an Arbeitern vorhanden ober für die Zukunlt zu erwarten ist. Der formelle Anlaß zur Einbringung des Gesetzes war der ülmstand, daß bisher die Bestimmungen über das Bauen in einer Anzahl von Gesetzen zerstreut waren. Es war notwendig, sie in einem Gesetz zu vereinheitlichen und zugleich die Bestimmungen den neu e ttichen Anforderungen über den S.ädtebau anzupasien. Dazu kommt die Aenderung in der Auffassung, für die richtige Unterbringung der Menschen überhaupt, die dahin geht, die Mer.schen wieder in stärkerem Maße mit der Scholle in Verbindung zu bringen und die ®e- fahr der WurzellosigkeU von Hunderttausenden von DoKsgenos.en zu unterbinden. Zu der Frage, ob genügend Land vorhanden sei, erklärte der Mi-mter, es komme nur der zehnte Teil des Oedlandes in Frage, das wir haben. Der Mi.ifter nies sodann auf die bedenkliche Bildung der Bodenpreise hin, an denen die schassenden S ände ci.i Önlcreffe halten und machte daraus auunertsa.n, daß in den übrigen deutschen Ländern ver Gegenstand g!eich:a:l6 in Angriff genommen sei. — Der Ausichuh beschloh, die Verwirlstchrn.g des von Prozessor Schumacher-Hamburg ausg arbeiteten Kölner De-- bauungdplanes in 2lUr,ensche.n zu nehmen, im Ruhclohle b^i.k einen Do.trag des Verband^-- direktoro Dr. Schmidt zu hören r.nd die Berliner Bezirke zu bZich.igrn. Der Varmatprozetz. Berlin, 13. San. (SU.) Am heutigen zweiten Berhandlungstage des BarmatprozeUes sind nur die bcioen Bormats. sowie Die Angeklagten Klonsky, Dr. Hellwig und Dersicherungs- direllor Hanlow anwesend. Das Gericht wrrd sich über die Folgen des A u s b l e i b e n s d e r anderen sechs Angeklagten noch schlüssig werden und beschloh, die Verhandlung in ihrer Abwesenheit fortzusehen. Bor Eintritt in die Derhandlung beantragt die Verteidigung, B a r- m a t Gelegenheit zu geben, sich über seine Ver- mögensverhältniise noch einmal zusammenfassend zu äußern. Angeklagter Julius Barmat verliest hierauf eine Reihe von Briesen amerikanischer Bankfirmen, wonach er 1920 aus eigenen Mitteln ein Aktrcdi.iv von zwei Millionen Dollar gestellt habe. Der Vorsitzende unterstellt als wahr, dah Barmai 1920 ein Vermögenvonrund neun Millionen Dollar gehabt habe. Der Angeklagte erklärt wiederholt erregt, er müsse hier alles vortragen, um der falschen Behauptung der Rechtspresse entgegenzutreten, dah er als ein armer Schnorrer nach Deutschland gekommen sei. um hier Geld zu machen. Durch Verlesung weiterer Briese sucht er nachzuwersen, dah amtliche deutsche Stellen ihn wiederholt ersucht hallen, nach Deutschland zu kom- m e n. DaS Gericht unterstellt als wahr, dah Barmat aus Wunsch verschiedener deutschen Persönlichleiten und amtlicher Stellen ersucht worden sei, nach Deutschland zu kommen. Julius Barmat schildert bann die Entwicklung seiner Geschäftsunternehmungen. Erst im März 1924 sei er an den Krediten der Staatsbank selbst beteiligt gewesen, die ihm anstandslos bewilligt worden seien, nachdem Dr. Rühe und Dr. Hellwig mit der Verwaltung der Staatsbank Fühlung genommen hatten. Die Staatsbank sei davon unterrichtet gewesen, dah er nennenswerte Beträge wieder weiter verlieh und, dah die A n e x i m a in Berlin ein Finan- zierungsinstitut war. Besonders günstige Bedingungen habe die Staatsbank ihm nicht bewilligt. Die Herren der Staatsbank hätten ihm besondere Vorteile nie angeboten. Auch bann nicht, als er ihnen in ber Inflation Lebens- mittel geschickt habe, welche sie durchaus bezahlen wollten. An Bestechungen habe er hierbei nicht gedacht. Wenn er Dr. Hellwig eine Stellung angeboten habe, so habe er auch nicht daran gedacht, dadurch günstigen Einfluh bei der Staatsbank zu erlangen. Es wurde bann der Angeklagte, Finanzrat . Dr. Hellwig, über seine Beziehungen zu den - Barmats vernommen. Der Angeklagte wies dar- - auf hin, dah er am 1. März 1921 ohne banktechnische Vorbildung aus dem Justizministerium in die Preuhische Staatsbank gekommen sei und nach kurzer Anlernung bald ein selbständiges Referat erhalten habe. Während eines Urlaubes des Dr. Rühe habe er di e Verhandlungen mit den Barmats allein zu führen gehabt und, da er die Barmatfchen Unternehmungen solide fundiert glaubte, sei er zu Julius Barmat in ein freundschaftliches Verhältnis gekommen. Zu spät habe er erkannt, dah Julius Barmat nicht nur ehrgeizig, sondern vor allem ein unbegreiflicher Optimist sei. Dr. Hellwig betonte, daß die Staatsbank eine ber letzten Banken gewesen sei, die selbst in der Inflation noch Kredite zu normalen Bedingungen gegeben habe. Dabei seien die fälligen Gelder ber Bank so dahingeschwunden, dah sie im November 1923 der Anexima den Kredit nahezu gänzlich kündigen mutzte. Dr. Hellwig begründet sein Vertrauen zu den Barmats damit, baß Empfehlungen Vorlagen seitens des Reichskanzlers a. D. Bauer und des sächsischen Gesandten Gradnauer, die bei.de der sozial- bemofratischen Partei angehören. Heber die Goldmarlkredite befragt, erklärte Dr. Hellwig, datz für sie die bret Aktienpakete als dauernde Deckung gegeben worden seien. Bei ihrer Bewertung seien ihm allerdings, heute unverst ä n d l i ch e Fehler unterlaufen. Dr. Hellwig gab unumwunden zu, datz er. unter Barmats Einfluß die Zukunftsaussichten der Papiere m a tz- los ü b e r s ch ä tz t habe, doch entschuldigte er sich damit, daß er selbst noch unter dem Einfluß Per Papiermarlsummen gestanden habe, als er die Ehromo mit etwa sechs Millionen Marl ringe» schätzt habe. Dr. Hellwig verwahrt sich entschieden dagegen, daß die Barmats. als die Staatsbank anfangs 1921 viel flüssiges Geld zu vergeben halte, von ihm bevorzugt worden seien. Weder die Lebensmittelpakete, zu deren Bezahlung er stets bereit gewesen war, noch die Aussichten auf eine angenehmere Stellung in ber Hypothekenbank hätten ihn bewogen, den Bar» ma'S eine Vorzugsstellung einzuräumen. Die Verhandlungen wurden darauf auf Freitagmittag vertagt. Cotbans Besuch in Od-rMesten. . *1 ® • ’3- 3-n. CZSDlff.) ©eitern fand auf Schloß Reudcck, dem Sitz des Präsidenten der Gemischten Kommission Cal ander. ein Emvsang inli anschließendem essen und vertrau- llcher Besprechung statt, die sich wiederum mit bem Proolem ber oberschlesischen Minderheit frage befaßte. Daran nahmen u. a. Sir Eric Golban. Präsident $ a Ion ber von der Gemischten Ko.nmijs.cn. der Präsident des Schieds- geeichtes für Oberfchlesien Äädenbcd, die Spitzen der deurschen Behörden, darunter Öder- prä ident Dr. Proske, der deutsche Generalkonsul Geheimrat von G rü n a u , das öeu': MUglied der Dem schten Kommission Landrat a. D. Dr. Lucaschek. und andere teil Nachmittags traf Eolban in Oppeln zum Betuch beim Oberpräfidenten Dr Proste ein In seiner Begleitung befanden sich Präsident Calo n der und die Generalsekretäre Huber und V e 11 e r I e von der gemischten Kommission. Zur Begrüßung durch das Auswärtige Amt war Gesandtschaftsrat Dr. Boltze aus Berlin erschienen. Der Oberpräsident gab ein Frühstück, an welchem neben einer Reihe deutscher Herren auch Präsident Käckenbeck teilnahm. Der Oberpräsident hielt hierbei eine Ansprache, in der er ausführte, daß Oberschlesien berufen erscheine, ein Schrittmacher zu sein für die Lösung des in der Welt so brennend gewordenen Problems des Minderheitenschutzes. Zu den Lebensrechten der Völker gehöre auch das Recht auf die Pflege ihrer individuellen Geisteswelt und der Ablehnung jeder Vergewaltigung. jedes Zwanges, jeder Verunglimpfung Sir Eric C o l b a n begrüßte besonders warm die jetzige Mitarbeit Deutschlands im Völkerbund. Die Regierungen und Völker aller Staaten müßten zu ber Einsicht kommen, baß die Grunblagen ber Zivilisation ber Menschen als gleichberechtigt behanbelt werben müßten. Bedrohung Schanghais. Bertcidigungsinas;itahmcn der Mächte. Schanghai, 13. Jan. (WTB Funkspruch.) Der Oberbefehlshaber der asiatischen Marinestreitkräfte der Vereinigten Staaten, Admiral Williams, ist an Bord seines Flaggschiffs' „Pi11burgh" von Manila kommend hier etn- getrossen. Mit seiner Ankunft beginnen die Pläne für die Verteidigung Schanghais endgültige Gestalt anzunehmen. Cs herrscht die Ansicht vor. daß Schanghai zweifellos der Schauplatz ernster Unruhen werden wird, infolge ber riesigen Zahl ber Agitatoren, die in ber Ein» geborenenftabt tätig sind. Zunächst rechnet man mit zahlreichen Streiks und wenn die Wut des Pöbels den Höchststand erreicht habe, wird, so erwartet man, ein Funken die ganze Stadt aufflammen lassen. Der diplomatische Berichterstatter des „Daily Telegraph" schreibt, die internationalen Niederlassungen in Schanghai würden erforderlichenfalls entschlossen von d e r ö r t l i ch.e n Freiwilligenwehr verteidigt werden, die von allen verfügbaren britischen Streitkräften unterstützt werden würde. Außer Japan und Frankreich würden voraussichtlich auch die amerikanischen Kriegsschiffe an der Verteidigung Schanghais teilnehmen. Gestern abend kam es bereits in zwei Baum- wollsplnnereien ber Firma Jardine, Matheson & Co. zu Ruhestörungen. Die Polizei mutzte die Hilfe der Feuerwehr in Anspruch nehmen, um die Arbeiter zu vertreiben. Unter letzteren befanden sich zahlreiche Frauen, die eine Hauptrolle bei den Beschädigungen des Eigentums der Spinnereien spielten. Die Ruhestörer, deren Zahl auf 1000 geschäht wurde, benutzten Spulen und andere Maschinenteile der Spinnereien als Wurfgeschosse gegen die Polizei. Sie zerstreuten sich aber, als der Wasserstrahl ber Feuerwehr auf sie gerichtet wurde. Der Befehlshaber der Feuerwehr und »nefirere Polizisten wurden (eiebt verletzt. Man glaubt, datz der Aufruhr von Extremisten angestiftet wurde, von denen mehrere eine führende Rolle unter ber Menge spielten Doch wird die Angelegenheit als rein lokal betrachtet, da in zwei anderen Spinnereien ber gleichen Firma, die sich in ber Nachbarschaft be- finden, die ganze Nacht in ber üblichen Weise gearbeitet wurde. Die Polizei hat die Barrikaden rings um die englische Konzession verstärkt. Die britischen Marinestrei tkräste in Schanghai sind außerordentlich verstärkt worden. Es werden Vorbereitungen für den Abtransport von 4C0 Aus- ländern getroffen. Der britische Konsul in Han- »au, der sich an Bord eines Dampfbootes auf» hwlt, hat das Archiv abtransportieren lassen. Dec französische Zollinspektor versieht seine Funl- rivnen gleichfalls an Bord eines Schiffes. Die MartneftreiKräfte der ausländischen Mächte in xiufi sind durch einen amerikanischen Minen- leger und ein japanisches Kanonenboot verstärkt worden Der Vertreter des englischen Cesandten in Peking hatte gestern eine längere L1.it er- retung mit dem Kantoneser Außenminister. Vor Beginn ber Verhcrnblungen nahm er Rücksprache mit den Vertretern der britischen Kolonie, ber Handelskammer und anderen Stellen. Chinas Zollpolitik. Die Stellung Japans zu der Entwicklung in China. e 9 ' ^3. 3an. (Wolff.) Die Regierung hat drei Derorbnungen erlassen, durch die ein allgemeiner Zu, chlagszoll von 21/» und für Luxusartikel ein weiterer Zuschlag von 5 Proz. eingeführt wirb. Außerbem wird ausgesprochen, dah China vom 1. Januar 1929 an Zollauto- nomie verlangt. Der Minister des Auswärtigen ist angewiesen worden, bei den Mächten auf eine baldige Wiedereröffnung der Zollkonferenz hinzuwirken. In einer weiteren Verordnung wirb bestimmt, daß der Ertrag ber ^°nö5öne für Zwecke ber inneren und äußeren Anleihen, und zum Ausbau der Verwaltung verwendet werben soll. Der japanische Minister für auswärtige An- gefegcnheiten beauftragte den japanischen Gc- sandten in Peking, gegen den Beschluß ber ch.ne- hschen Regierung Protest einzulegen. Es wirb jedoch als unwahrscheinlich betrachtet, daß Japan Gewalt gebrauchen wird, es sei denn, daß Ch na den Ver.uch macht, die Zollzuschläge gewaltsam in Tsingtau und Oairen zu erheben. Man 9wrwt. baß die chines fche Erklärung über die oUichlagszölle eine Erleichterung ber Auf - va Lm,e„c 1 ncr inneren Anleihe eher als die Erfassung der Zölle selbst bezweckt. Die ja- panische Regierung bewahrt auch weiterhin über iijre Haltung zu dec chines.scheu Frage Zurück» oaltung. Dagegen bringt die Zeitung „Asahi ^Jr^oun einen Art.kel, nach dem das japanische Minister um des Aeutzern folgenden Standpunkt einnimmt: 1. Japan muß sich jeder aktiven At- t i on m dem Streck zwischen Nordchina und Süd» chiua und ebenso jeder Handlungen enthalten die eine Versöhnung der beiden Teile verhindern konnten. 2. Zollaufschtäge dürfen nur nach Ge- nehmiaung durch die Lariskonferenz, auf der so- tooljl Nordchnia tote auch Südchina vertreten fein sollen, emgefuhrt werden. 3. Japan steht dem chinesischen Wunsche, die ^»^ndischen Niederlassungen in hn^.7ltlta9^Lcn Suruckzuerhalten. sym- bathtftb gegenüber, es billigt jedoch nicht die ungesetzlichen Mittel zur Erreichung dieses Zieles und wird sich vielmehr jedem Versuche, die japanischen Vertragsrechte zu verletzen, und jeder Handlung, die die japanischen Rechte und Interessen in China gefährden, energisch widersetzen. Verhaftung des belgischen Konsuls in Hankau. Pari-, 13. Jan. (WB.) Nach einem im belgischen Außenministerium eingeganaeuen Telegramm ist der belgische Konsul in H a n t a u , als er, da er gleichzeitig das Amt eines Konsuls der N i e ° derlande verficht, sich der Fortführung des Direktors einer niederländischen Firma durch einen chinesischen Kaufmann widersestte, von diesem chinesischen Kaufmann mit Unterstützung von Eingeborenen einem chinesischen Polizeiposten übergeben worden. Auf energisches Eingreifen des französischen Konsuls ist der belgische Konsul alsdann wieder freigelassen worden. Englands Flottenrüstungen. London, 13. Jan. (TU.) Das Budget der englischen Admiralität für 1927 28 wird aller Voraussicht nach die Vorjahrssumme von 58100 000 Pfund überschreiten, da neben den bereits im Bau befindlichen Schissen drei neue Kreuzer, neun Zerstörer und sechs Unterseeboote in Angriff genommen werden sollen. Im Verlauf von sieben Jahren, bis Ende 1930, gibt England nicht weniger als 64 Millionen Pfund für den Bau neuer Kriegsschiffe aus und erreicht so den Jahresdurchschnitt von 9 150 000 Pfund Sterling allein für Kriegsschiffsneubauten. Der Gesamtaufwand für Neubauten einschließlich der bereits im Bau befindlichen Schiffe wird 10 723 000 Pfund erreichen. Einschließlich der für das Finanzjahr 1927/28 in das Budget gesetzten neuen Schiffe jinb seit März 1924, als das erste Nachkriegsschiffbauprogramm durch die Arbeiterregierung angenommen wurde, für Schiffsneubauten mindestens 41 Millionen Pfund aufgewendet worden. Das Regierungsprogramm sieht ferner für die Jahre 1928 bis 1930 den Bau weiterer Schiffe mit einem Gesamtkostenaufwand von schätzungsweise 23 Millionen Pfund vor. DasSchicksa! Deutsch-Ostasrikas Berlin, 14. Jan. Der Gouverneur von Tanganjika, Sir Donald Cameron, hielt anläßlich der Eröffnung des neugebildeten gesetz- gebenden Rates bes Direktoriums von Tanganjika eine Ansprache, in der er mit bc- sonberer Betonung barauf hinwies, baß Tanganjika ein permanentes britisches Mandat sei. (!) Er sagte: Es bestehe keine Bestimmung, die eine Beendigung ober eine ilebertragnng des Mandates vorsieht. Ich gebe biete Erklärung mit voller Autorisation ber britischen Regierung ab. Möge sie das Interesse aller derer finden, die es angehet. Aus aller Welt. Die Grippe in Berlin. Wie das Hauptgesundheitsamt der Stadt Berlin mitteilt, befinden sich in den Berliner städtischen Krankenhäusern zur Zeit 899 Grippekranke. Die Zunahme seit Mittwoch beträgt 100 Fälle. In den Krankenhäusern sind seit dem 7. Januar 17 ausgesprochene Grippetodesfälle, vorgekommen. Nachdem die Stadtverwaltung Berlin umfassende Vorbereitungen für den Fall eines weiteren Fortschreitens der Grippe getroffen hat, wird das Haupt- gesundheitsamt von Freitag ab regelmäßige Bulletins über den jeweiligen Stand der Krankheit her- ausgeben. Die Räumung von Schulen zur Unterbringung von Kranken ist bisher nicht erfolgt, da dazu kein Anlaß vorliegt. Sie ist jedoch in jeöer Beziehung vorbereitet. Lungcnpefl in Algerien. Amtlich wird das Vorkommen von Lungen- pest in dem algerischen Hafen von Bona gemeldet. Hitzewelle in Australien. In verschiedenen Teilen Australiens herrscht augenblicklich eine starke Hitze, In Südaustra- lien sind zahlreiche Todesfälle zu verzeichnen. so in einem Altersheim in Adelaide allein sieben. Als Folge der Hihwelle werden zahlreiche Brände in verschiedenen Landesteilen berichtet. Einzelne Bezirk- leiden empfindlich unter Wassermangel. keine Hochwassergefahr mehr am Rhein. Koblenz, 14. Jan. (WTB.-Funkspruch.) Da der Regen nachgelassen hat und die Temperatur etwas gesunken ist, ist in dem Steigen der Flüsse ein Stillstand eingetreten. Der R h e i n geht langsam zurück. Auch für die Mosel wurde aus Trier ein Fallen des Wassers gemeldet. Aehnlich lauten die Meldungen über die Lahn. Die Hochwassergefahr ist als beseitigt anzusehen. Das Hochwasser der Ober. Die reicsluven '~i.vu.J_. tage Der letzten Tage haben das Hochwasser der Oder erneut zum Steigen gebracht. Das Bruch ist meilenweit von einer unübers.hbaren Wasserfläche bei e it. Von überall her treffen alarmierende Nachrichten ein. In K ü st r i n ist das Wasser der Oder und der Warthe bis an die Mauern der Stadt herangetreten. Im Warthebruch steht das Wasser zum Teil über einen Meter hoch. Die Aeaer sind vollständig überschwemmt. 37 lote bei einer Schissserplosion. Bei einer Ga,eti.-Exptotiou auf einem Dampfer tollen in Tampico (Mexiko) 37 Hafenarbeiter ums Leben gekommen sein. 'ISettervorauS^age. Noch weiteres Anhalten des unbeständigen, trüben, regnerischen Wetters, bei späterem langsamem Temperaturrückgang und südlichen bis westlichen Winden. Gestrige Tagestemperaturen Maximum 6,4 Grad, Minimum 3 Grad Celsius. Niederschläge 0,3 M'llimcter. Heutige Morg ntemperatur- 1,4 Grad Celsius. Wetterlage auf dem hoherodskopf vorn 14. 3anuor. morgens 8 Uyt: Wi.rich'.ung- Süd: Wind'tä.k.v start Quft- remperatur: minus 2 Grad C Isius: Höchsttemperatur in bei letzten 24 Stunden: 0 Grad (SHilus; Ge'arnlsch. eel öhe: 33 Zentimeter: Höhe bes in drn letz en 21 Stunden ce allen en Neuschnees: 1 Zentimeter: Beschaf enheit te. Schneedecke: fest: Sportmögckchkeit für Ski: noch vor- I Händen Aus der Provinzialhauprstadt. Gießen, den 14. Januar 1927. Wie vermeidet und heilt man Frostbeulen? Don Dr. med. Grundmann. Frostbeulen gehören zu den unangenehmsten Begleiterscheinungen des Winters. Es ist viel besser, die Bildung von Frostbeulen von vornherein 3U vermeiden, als sie nachher heilen zu müssen. Am meisten leiden an „Frost" Menschen mit Blut- armut und Bleichsucht. Oder solche, die kalte Füße und kalte Hände von einem ihrer Vorfahren geerbt haben. Alle diese Personen müssen ganz tatkräftig an eine Allgemeinbehandlung ihrer Blutarmut und ihrer Blutstockungen gehen. Kalte Hände und Füße behandelt man am vesten durch tägliche Wechselbäder, zuerst heiß, dann ganz taU, jmmer im Wechsel, zuletzt kalt aufhören. Statt kalten Wassers kann man auch Schnee nehmen. Auf jedes Wechselbad folgt ein sehr kräftiges Abreiben und Durchkneten der Hände und Füße, insbesondere der Zehen und Fingerspitzen, in denen die Blutstockung am stärtsten vor sich geht. Ein weiteres, vorzügliches Mittel gegen kalte Füße und Hände ist eine kleine Turnübung, die man insbesondere mit den Händen vornehmen kann: Man läßt die Hände ganz locker im Gelenk und macht mit den Armen derart kräftige Schüttelbewegungen, als wollte man Hände und Finger von sich schleudern. Diese Schüttelbewegungen vollzieht man einige Zeit nach oben und unten, dann wieder nach rechts und links. Durch die Zentrifugalkraft wird das Blut in die Fingerspitzen geschleudert, und die Hände erwärmen sich viel kräftiger, als wenn man sie bloß reibt ober am Ofen erwärmt. Dieses Mittel kann man jedenfalls sehr leicht überall anwenden und von vorn, herein die Bildung von „Frost" und Frostbeulen an den Fingern verhindern. Ganz wichtig ist ee auch, daß man niemals mit halbabgetrockneten Händen ins Freie ober in kalte Räume geht. Ferner find oft zu enge Handschuhe, insbesondere Lederhandschuhe, die ja ohnehin Jefjr kalt sind, die Ursachen von Frostbeulen. Wie heilt man nun Frostbeulen? Da gibt es verschiedene Mittel. Das einfachste Mittel ist das Vergraben der Hände in frisch gefallenen Schnee. Man läßt die Hände solange darin, bis der Schnee ge schmolzen ist. Dann tut man die Hände in heißes Wasser, darauf wieder in Schnee bis er schmilzt usw. In ein bis zwei Wochen ist ber „Frost" aus den Fingern herausgezogen. Ein anderes einfaches Mittel ist das Hineinstecken der Hände in heißes, steifes Kartoffelmus. Man läßt die Hände so lange darin, bis die Kartoffelmasse sich abzukühlen beginnt. Das wiederholt man mehrmals. Man nimmt diese Behandlung jeden Abend vor dem Schlafengehen vor. Nach einigen Tagen oder Wochen ist ebenfalls jede Spur von Frost verschwunden. Be kannt ist ferner die Behandlung der Frostbeulen mit einem heißen Aufguß von getrockneten Eichenblät tevn oder -rinde. Man stellt diesen Ausguß her, indem man zwei Eßlöffel Eichenrinde in ein Liter heißes Waßer tut, die Mischung aufkochen läßt und durchseiht. Man kann diesen Aufguß auch aus selbst gesammelten Eichenblättern Herstellen, selbst solchen, die bereits vom Baume gefallen sind, sofern sie nur noch fein Anzeichen von Fäulnis an sich tragen. Auch Tanninbäder sind gut gegen Frostbeulen. Einen Teelöffel Tannin rechnet man auf ein Liter heißes Wasser. Auch diese Bäder werden allabendlich vorgenommen. Man sieht also, es gibt eine ganze Reihe von wirksamen Mitteln gegen die Frostbeulen! Jeder kann sich das Richtige und für ihn Passende aussuchen. Die Hauptsache freilich ist. daß man die Behandlung täglich vornimmt und solange durchführt, bis |le völligen Erfolg gehabt hat. 5. M. der Käufer. Der Käufer ist in dem Gesamtmechanismus der Wirtschaft das Triebrad. Ohne ihn müßte die Pro- duktionsmaschine bald leerlaufen. Eine kapitalkräf. tige Käuferjchicht löst automatisch die Schaffung von Werten zur Befriedigung vorhandener Bedürfnisse aus. Daher dienen Luxusgegenstände der Erhaltung der wirtschaftlichen Blutzirkulaiion cbensosehr wie etwa die Herstellung von Schnürfenkeln oder Kernseife. Eine kapitalverknappte Berbraucherschicht muß naturnotwendig die Lebensenergien der Produktionsfaktoren lähmen. Umstellungen, Vereinfachungen, Normierungen, Typisierungen usw- werden erforderlich, um die Betriebsstillegung abzuwen« den. Ein halbtoter Paukt, auf dem wir in der Hauptsache noch immer stehen. Wir rationalisieren, um ihn zu überwinden. Theoretisch vorläufig in der Hauptsackx- In der Praxis wird der kleine (berühmte) Silberstreifen am Horizont erst mit Fernrohr und auch dann nur zeitweise sichtbar. Dieser S i l b e r st r e i f e n ist (nehmt alles nur in allem) S. M. der Käufer. Nicht die amerikanische Blutübertragung in Gestalt von Anleihe- und Kreditinjektionen. Ein Kredit kann nämlich gefährlich werden. Er kann, wenn man es so aus- drücken will, zu einer wirtschaftlichen Euphorie führen. Zu einer Selbsttäuschung. Zu einer Trübung des Blicks für die tatsächlichen Verhältnisse, die in dem Geldbeutel ihre reale Basis haben. S. M. der Käufer bekommt in diesem Fall, medizinisch gesprochen, eine Art Eäsarenrausch. „Was kostet die Welt?!" Er kauft. Kauft noch einmal. Kaust wieder. Denn die „Zahlungserleichterung gestattet" ihm, großzügig zu sein. Bis — zum nächsten Ersten. Dann werden aus den Zahlungs- erleichterungen eine Reihe von fälligen Monatsraten, die man zusammenhält und — sich an den Kopf greift. Weil sie bezahlt werden müssen. Dom Gehalt oder Lohn, ober einem anderen Verdienst, die sich leider diesem Zug ins G'oße nicht ange- schlossen haben. (Wie es so viele Undgreiflichkeiten im Leben gibt.) S. M. der Käufer fühlt mit einem Mal, wie der Hermelinmantel der „spielend leichten" Erwerbsmöglichkeit seine tariflich ausbalanzierten Schultern zu drücken beginnt. Wie man sich nach der Decke strecken muß, um den Boden unter den Füßen zu behalten. Der Kredit soll eben nur Brücke, Notbehelf und kein Fundament sein. Aber trotzdem bleibt S. M. der Käufer wirtschaftlicher Angelpunkt. „Der Käufer ist ein König", so lautet ein amerikanischer Geschäftsleitsatz, ein König, den man entsprechend behandeln soll, selbst wenn seine Prioatschatulle nur ocringe Anschaffungen zulüßt. Nur wenn er rollt, arbeitet der Taler! Vor noch nicht langer Zeit war S. M. der Käufer zum Bettler, zum Nichts, und die Ware, der „Sachwert" alles geworden. Langsam kam die Hochachtung vor dem Groschen wieder, und gleichlaufend damit wurde der Käufer wieder umworbener Kunde, den man zufrieden zu stellen sich bemühte. Man erhob S. M Erwin Wenzel Willi Wenzel Gießen (Brandgasse 4), den 13. Januar 1927 Statt besonderer Anzeige. Gestern abend 8 Uhr verschied sanft nach schwerer Krankheit me'ne herzensgute Frau, unsere treusorgende Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin, Tante, Nichte und Cousine Frau DinaWenzel geb. Hecker im Alter von 44 Jahren. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Otto Wenzel Die Beerdigung findet Samstag, den 15. Januar, nachmittags 21/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt Von Beileidsbesuchen bitten wir absehen zu wollen. 0262 * - A N Hat schon der 2. ATB.-Sk Gießen, Januar 1927 Vermittle ATB. I Wintr in jeder Höhe zu S1/. Prozent bei voller Auszahlung. Schriftliche Angebote unter 95D an den Gießener Anzeiger erbeten. Vereins zimmer, separater (Eingang, von 15- 120 Perlonen salsend, sind noch einige Tage in der Woche frei. auf Herren-Anzüge, Ulster, Paletots, auf Damen-IWänte!, auf Kleider, Kostüme, Tanz- — . . - - kleiden — "—.—r; Benutzen Sie diese günstige Gelegenheit! Für die uns anläßlich unserer Goldenen Hochzeit erwiesenen Aufmerksamkeiten sagen wir hierdurch unfern herzlichsten Dank Johannes Hirz und Frau um 15 bis 20 Prozent. Dolkshalle-Verein und Gewerbeausstellung. Der Vorstand des Dolkshalle-DereinS Drucksachen aiier/iri tiefe: i In jeder vewünKhlen Ausstattung etile em u- 1 preiswert die ßrübl'ecbe Uolv.-Dmckerei. 8. U>»c* bergalm bei Biichofehofen unter Leitung des ATV. Graz statt. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schrlstlcttung ) A. Die Steuerjorbcrunfl an Sie besteht zu Recht, denn nicht der yund wird besteuert, sondern der Hunde b e s i tz ist steuerpflichtig. Wenn Sie sich trotzdem beschweren wollen, so müssen Sie sich an das Hauptzollamt in Gießen wenden. * Darmstadt, 13. Ian. Wie früher . , kurz gemeldet, soll hier ein hessisches Dragoner-Denkmal erstehen, für das die Stadt einen Platz in der Anlage an der Waldstrahe zur Verfügung gestellt hat. Der Entwurf des Ehrenmals stammt von Dr.-Ing. Blaß, Leutnant d. 91. a. D. im Leibdragoner- Rgi. Nr. 24; es soll aus untersränkifchom Muschelkalk hergestellt werden. Nach dem Entwurf besteht es aus einem Mittelstiick, das gewissermaßen einen Altar darstellt und das auf seiner Vorderseite die Hauptinschrift trägt: „Den Gefallenen des Großh. Hess. Garde-Dragoner-Regi- ments Nr. 23 und des Großh. Hess Leib-Dragoner- Regiments Nr. 24, 1914-1918." Das Mittelftück ist flankiert non zwei Säulen, geschmückt mit je einer Reiterfigur, den beiden Regimentern gewidmet. Der Sockel des Denkmals ist 10 Meter lang, die Säulen ohne die Reiterfiguren ra. 5,80 Meter hoch. Auf der Rückseite werden die von den Regimentern aufgestellten Formationen, sowie die Gefechte, an denen die Regimenter teilgenommen haben, aufgeführt. Wenn die Mittel zusammenkommen, soll das Denkmal noch im Sommer 1927 enthüllt werden. WSR. Offenbach, 13. San. Am Mittwoch vormittag wollte in einer hiesig :n Lederwarenfabrik ein junges Mädchen einen brennenden Füllofen nachsehen. Beim Anschüren des Feuers schlug plötzlich eine .Stichflamme aus dem Ofen und setzte die Kleider desMädchens in Brand. Che jemand zu Hilfe eilen konnte, hatte es schwere Brandwunden erlitten. Die Verletzte wurde nach dem Stadtkrankenhaus gebracht, wo sie an den schweren Brandwunden gestorben ist. Rheinhessen. WSR. Mainz. 13. Jan. Wie der „Mainzer Volkszeitung" aus parlamentarischen Kreisen mit» geteilt wird, dürsten die Tage des Kreis- amteS Oppenheim gezählt sein. Infolge der in Aussicht genommenen Sparmaßnahmen der hessischen Regierung soll der bisherige Kreis Oppenheim unter die Kreise Mainz, Akademischer Turnbund (ATB.) Der Akademische Turnbund, her Ver band nicht nrbentragenber Turnvereine und Turn Verbindungen an d.-ulscheu Hochschulen und in Deutsch-Oesterreich, will auch in diesem Jahre ein• Reihe von Veranstaltungn zur Durchführung brb gen, dis sich bereits im verflossenen Winter va> züglich bewährt haben. Mitte Januar wird di zweite A T B- S ch u l u n g ö w o ch e In Benin stattfindcn, auf der Vorträge über Grenz und Au. landdeutschturn, Kolonialfragen, HochschulpolitU Ehren- und Waffenfragen, sowie über Leibesubun §en gehalten werden sollen. Als Redner sind bi eften Fachkenner und Führerpersönlichkeiten gewonnen worden. Die Schulungswoche, in deren Rahmen auch das große Winters chauturnin der Berliner Bundeskorpo.ationen fällt, schließt ab mit dem Reichskommers des ATB, der am Freitag, 28. Januar, in der Philharmonie in Berlin stattfindet. Dieser Reichskommers, der sich nach dem Kriege aus den früheren Winterfesten des ATB. entwickelt hat, soll sich zu einer machtvollen vaterländischen Kundgebung des gesamten Bundes gestalten und aud) praktische Beweise für die ernste zielbewußte Arveit auf dem Gebiete der Leibespflege erbringen. Anfang Februar unternimmt der Rundfunk-Programm. Samstag. 15. Januar: 3.30 bis 4 Uhr: D.e Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr- Konzert des Haucorchesters: Aeltere Operetten. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 dis 6.45 Uhr: Der Brieskasten. 6.45 bis 7.15 Uhr Funkhochschule: „Die Philosophie der Gegenwart erster Vortrag: Wilhelm Dilthcy" Vortrag von Privatdozent Dr. Heinemann. 7.45 bis 8.15 Uhr „Bevölkerungsbewegung ", Vortrag von Diplom- kaufmann Steyer. 8.15 Uhr: „Rausch", Drama von August Strinoberg. Anschließend bis 12.30 Uhr: Tanzmusik. bei guten Schneeoerhältnissen seine 2 4. rbrockensahrt, Mitte März findet hrgang auf der Mitter- bm Käufer wieder auf den Thron, well er die Seele und Säule der Tagesbilanz ist. Weil die wirtschaftliche Gesamtmaschinerie damit geölt wird. S. M. der Käufer wird bedient. Nicht mehr abgefertigt. Man bestürmt ihn mit Reklarnelockun- gen. Man fragt nach seinen Wünschen Man bittet um unverbindliche Besichtigung. Man legt ihm be- reitwilligst Auswahl über Auswahl vor, Man be cleitet ihn zur Tür und schickt ihm die Ware ins fhius. Kurz: S. M. der Käufer ist wieder „die Seele von's Geschäft."' Kreisausschust (Ziehen. Der Kreisauschuß des Kreises Dietzen hatte unterm 18. Dezember v. 3. über die Vergütung des Bürgermeisters und die Besoldungen der Gemeindebeamten der Gemeinde Bettenhausen verhandelt. Die Verkündung der Entscheidung war damals ausgesetzt worden. In der gestrigen öffentlichen Sitzung wurde nun folgende Entscheidung verkündet: Die Vergütung des Bürgermeisters der Gemeinde Bettenhausen wird aus jährlich 1000 Mk., die Besoldung des Gemein^echners auf jährlich 700 Ml., dcS Polizeidieners auf jährlich 350 ORL. des Zeldschühen auf jährlich 450 Mk. feslgesetN. und zwar mit Wirkung vom 1. Januar 1927 ab Rach den Ausführungen des Vorsitzenden des Ge ihts legte der Kreisausschub der Berechnung der Bezüge folgendes zugrunde: beim Bür - germei st er: die Einwohnerzahl, die Gröhe der Gemarlung (Acker- und Wiesenland), die Drohe der unverpachteten Grundstücke, die Größe de.-i Geniei.idewaldes, die Lcistungsiahigkeit der Gemeinde nach dem Umsatz des Voranschlags. Richt einbegriffen in die Vergütung des Bürgermeisters soll sein, die diesem gemäß Art. 84. Abs. 2 S?. G. O. zustehende Vergütung für Bürcbedürsnisse (Stellung des Amtszimmers, Porto und Telephonauslagen): beim G e - meinderechner: die Einwohnerzahl, die Größe der unverpachteten Grundstücke, die Größe des Gemcindewaldes, die Leistungsfähigkeit der Gemeinde nach dein Umsatz des Voranschlags. Richt einbegriffen in di« Besoldung soll sdn die Vergütung für Stellung eines Kassezimmers sowie entstehende Portokost en: beim Polizeidi ener: die Einwohnerzahl, die Ortsfläche. knirn Feldschühen: die Größe der jgelbgemarfung (Acker- und Wiesenland), die Gröhe der unverpachteten Grundstücke, die Zahl der Obstbäume. Gegenüber den seitherigen Bezügen bedeutet die Reufestsetzung der Gehalte eine Ermäßigung KrciS Büdingen. )( Ridda, 13. Ian. Am Dienstag wurde unter dem Vorsitz von Pfarrer Dock- Odarin ockstadt und Lic. Dr. Stumpf- Eschenrod ein Der tre tert ag der Kirchenaesangverein« des südöstlichen Oberhessens obgehalten. Es wurde beschlossen, auch in diesem Jahr ein Derbandsscst zu feiern, das am 8. Mai in Schotten stattsind en soll. Die Feier soll unter dem Grundgedanken „Ostern" stehen. Dem Verband gehören zur Zeit folgende zehn Vereine an: Büdingen. Gedern. Glauberg. Set' chenhain, Ridda. Ober-Mockstadt, Ober-Seemen, Ortenderg, Wallernhousen und Wenings. 1 Stockheim, 12. 3an. Die Svange 1. Dolksgemeinf chaf t hat am Samstag und Sonntag im Kreise Büdingen 12 Versammlungen gehalten. Die meisten Kundgebungen waren recht gut besucht. Vertrauensmänner meldeten sich überall, die Gründung von Ortsgruppen steht in den Versammlungsorten bevor. Kreis Lauterbach. tz Lauterbach. 13. 3an. Unter dem Vorsitz des Kreisdirektors Dr. Michel sand hier eine Versammlung der Vürgermeister des Kreises Lauterbach statt. Es wurde über die Auswertung der Gemeindeanleihen verhandelt und dabei beschlossen, den Gemeinden allgemein und ohne Rücksicht aüf Alt- oder Reu» besitz, auf Groß- oder Kleingläubiger eine 12,5 prozentige Auswertung zu empfehlen. Hinsichtlich der Aufstellung derGemelnde- voranschläge für 1S2Z mußte dis Mitteilung gemacht werden, daß nach einem Ausschreiben des Ministers eine Kürzung der Steuer- überweisu na e n vom Reich für die landwirtschaftlichen Kreise in Aussicht stehe. ß Lauterbach, 13. Jan. fin der jüngsten Sitzung des Stadtvorstandes wurde ein An- trag, auch den st ä d t i s ch e n Beamten über der Gehaltsgruppe 6 die Weihnachtsbeihilfe nach den Reichsfätzen auszuzahlen, mit allen Stimmen gegen die des Antragstellers a b • gelehnt. Ein «traßendurchbruchspro- jekt Hintergasfe Obergasse soll zwecks Kostenermittelung zunächst noch durch Verhandlungen nut den Grundstücksbesitzern geklärt werden. Weiter beschäftigte man sich mit der Aufwert ungder ausgeliehenen städtischen Kapitalien. Nach den Ausführungen des Bürgermeisters handelt es sich fast durchweg um meniger_bemittelte Personen. Er schlug vor, um diesen Schuldnern entgegenzukommen (zumal die Stadt durch den Ankauf der Pfandbriefe bei ihrer Auswertung gut weggekommen ist) eine 121 prozentige Aufwertung zu fordern. Der Stadtvorstand schloß sich diesem Vorschlag an. Am Schluß der öffentlichen Sitzung gab der Bürgermeister noch davon Kenntnis, daß die Freiherren Riedesel nun« mehr den Vergleich, wonach ab 1. Januar 1927 eine Getränke st euer nicht mehr e r - hoben werden soll, angenommen haben. Starkenburg. sich gestern abend mit dem Plane einet (Siebener Gewerbe-Ausstellung beschäftigt und ebenso wie der Orts-Gewerbeverein .Y Z ' ...s......dieser bedeutsamen Veranstaltung zugcstimmt. Ebenso wie der Ortsgewerbe- verein ist auch der Vorstand des Volkshalle- Vereins der Ansicht, daß eS notwendig ist, die Volksballe bis »um Zeitpunkte der Ausstellung vollständig auszubauen, damit die Gewerbeschau in der Volkshalle eine würdige Stätte finde. Bornotizen. — Tagcskalender für Freitag. Stadt lheal er: 7.30 Uhr, „Johannisfeuer"' (Ende gegen 10 Uhr). — V. H. E.: Hovfeld, 5)auptversamm- jung. — Lichtspielhaus, Bahnyosstraße: „Alles für die Firma". — Astoria-Lichtspiele: „Tom Mix als König der Gaukler". * Das Mieteinigungsamt der Stadt Gießen hatte auch im abgelaufenen Kalenderjahre einen regen Geschäftsbetrieb zu verzeichnen, der allerdings hinter den Ziffern des Jahres 1925 ansehnlich zurückblieb. 3m Kalenderjahr 1925 wurden dem Mieteinigungsamt insgesamt 160 Anträge zur Erledigung vorgelegt (1925 waren es 214). Davon waren von Privatpersonen gestellt 2 Anträge betr. ge- ioerblicheu Zuschlag zur Ladenmiete (1925: 0), 91 Anträge auf Festsetzung der Friedensmiere (120). Anträge auf gesetzliche Miete 0 (18), 30 Anträge auf Genehmigung zur ilnteroermietung (22), 2 Anträge auf Entscheidung über Geeignetheit von Woynräumen (11), Anträge auf Verwendung von Dohnräumen für Geschäftszwecke 0 (5). Das Wohnungsamt stellte 9 Anträge auf Errichtung eines Zwangsmietverlrages (19) und 23 Anträge betr. Beschlagnahmebeschwerden (14). 3m 3ahre 1925 wurden ferner 4 Anträge auf Inanspruchnahme der großen Instandsetzungszuschläge für Gebäude und eine Pachtsache vorgebracht, 1926 wiederholten sich diese Anträge nicht. Mündliche Verhandlungen waren 1926 insgesamt 153 erforderlich, gegen 213 im Jahre 1925. Die Instandsetzungsstelle beim Mieteinigungsamt hatte sich im Kalenderjahre 1925 mit 151 Anträgen zu beschäftigen, die in 23 mündlichen Verhandlungen erledigt wurden, Samstag, den 15. Januar Schlachtessen „„Andres" Auerhahn-Dräu Inh.: W. Däu! ke. - 0266 Empfehle Mittags, und Abendktamm» essen, sowie Speisen nach der Karte. Alzey. Bingen auf geteilt werden. Ein en: scheidender Schritt in der Sache soll jedow bei den amtlichen Stellen noch nicht erfolgt sein Preußen. jlrcift Metzlar. —-Z— Hochelheim, 13. Ian. Der hiesige Männergesangverein „Frohsinn" beabsichtigt, Ende Mat einen größeren Gesangs Wettstreit zu veranstalten, zu dem schon zahl reiche Meldungen vorliegen. Langjähriger Dirigent ist Lehrer Drescher von hier. Alrci# Marburg. WSR. Marburg. 13. Jan. Aus Anlaß der bevorstehenden 400-Iahrfeier der Marburger Universität hat die Stadt Marburg einen Preis von 500 Mark aus gesetzt für einen Wettbewerb Aur Gewinnung eines leicht singbaren LtedeS über Marburg mit eigener Melodie. Der Umfang soll fünf Verse nicht übersteigen. Maingau. WER. Homburg v. d. H., 13. Ian. In der Wohnung eines hiesigen ArzteS Erschien gestern nachmittag ein etwa 30 bis 35)ähriger Mann mit der Angabe, daß er im Austrage einer Frankfurter Apothele ein Paket mit Medikamenten im Werte von 50 Mk. ab* zuliesern habe, und daß er den Betrag sofort einkassieren solle. Als das HauSmädchen Bedenken hegte, führte der Mann ein fingierte» Telephongespräch mit dem Arzte, woraus das Mädchen den gefälschten Lieferschein bezahlte. Rach Rückkehr deS Arztes stellte sich dos Ganze als ein grober Schwindel heraus. Das Paket enthielt eine Zigarrenkiste mit Gips. WSR. Höchst a. M, 13. Jan. Ein schwe rer Ciuto Unfall hat sich heute morgen auf der Wiesbadener Straße ereignet. Ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen der Münchener Film-Gesellschaft „Emelka" überholte einen Personenkraftwagen der Farbwerke. Hierbei verlor der Führer des Münchener Autos anscheinend die Herrschaft über den Wagen. DaS Auto fuhr in den Straßengraben und über- schlug s i ch. Drei Insassen wurden hierbei erheblich verletzt. Der Wagenlenker kam mit lnch tcren Verletzungen davon. Die drei Schwerverletzten wurden In das hiesige Krankenhaus gebracht. Oberhessen. Landkreis Gießen ± Alten-Buseck, 13. Ian. Die Maul- und Klauenseuche, die vor einiger Zeit hier ausgebrochen ist, hat weiter um sich gegriffen. Die gesamte Gemarkung ist als Sperrgebiet erklärt worden. Die Schafherde darf nicht ausgetrieben, das Klauenvieh nicht gefahren werden. Glücklicherweise verlief die Seuche bis jetzt ohne Verluste. n. Grohen-Linden, 13. Ian. Der G e - meinberat erhöhte den Gehalt des Bürgermeisterei-Schrci.bgehilsen. Einem Antrag, die Gemeinde als Mitglied zur Bau und Siede- lungs-Gesellschaft anzumelden, wurde nicht stattgegeben. j) Lich . 13. Ian. Bei der heutigen Brenn« Holzversteigerung im hiesigen Stadtwald war ein erheblicher Preisrückgang zu verzeichnen. Es kosteten im Durchschnitt pro Buchen: Scheiter 13 bis 15 Mk., Knüppel 9 bis 10 Mk., Stöcke 4 bis 6 Mk. Vuchen-Wellen 50 Stück je nach Qualität 10 bis 14 Mk. ri. Cid), 13. Ian. Gestern wurde in der Turnhalle der zweite Teil des Bethel-Films vorgeführt, am Nachmittag für die Kinder, am Abend für die Erwachsenen. Wie seinerzeit der erste Teil, so machte auch dieser zweite und der erläuternde Vortrag einen sehr tiefen Eindruck auf die Erschienenen. Bethel hat von jeher in Lid) treue Freunde gehabt, die Vorführung dieses Films hat zu den alten Freunden neue gewonnen. * Lich, 14. Jan. Der Bezirk Lid) der Krie- gerkameradschaf t Hassia und der Kriegerverein L i ch haben für nächsten Sonntagnachmittag ein M i l i t ä r k o n z e r t in der hiesigen Lurnhalle angesagt. Das Konzert wird von der Gießener Militärkapelle unter Leitung von Obermufilmeiftcr C 5 b e r gegeben. In unserer Stadt und d:r Umgegend sieht man dem Ereignis, das im heutigen Anzeigenteil des Gießenrr Anzeig.rs bekanntgeg^.ben wird, mit gnftem Iittereste cn'gegen. in U 3anuQt 192?* neidet 7"an, beulen vnn 's' viel Mr Ä ^'"herein d»rch fägii*eU8 8u6c 8°>tz en- Gtait l»r K-'L-Lkr ■6*45**; ZS LA «t6 $ln| nb bit kzändr umänntn tc,bi »b« ytiild kann man jeb» Sn ^b von von und Jroslbkuln ist er bnlbQbgekotfntlen hän. ' "aume «Hf. gemtr «nsbefonbere fieber 1 lehr kalt sind, die llr- s'b/ulen? Da gibt le SErss: SB™*«,!*" LM- 1 e Siöit '» S !a»n stn Krem r 0 aUi,, in, lvenn ° (fuphorie ö)irl|N*eip(r Irü- läufW.vä hre re^ diesem 8^ teiom9rtGälartiirdU? eine M 2„och "N' 15 m?al. wl< M- 'er s,nh (ein ü I! |(( eid' u«< < !$. »‘I np,(L*f5 unö Dl l”S* ,= 6»®» •benfr ery Bis 50°/o Rabatt— vom 15. —25. Januar ITT^ANN, Kapcl”Tq”P” 10 424 D 1926 waren es dagegen 219 Anträge, für die 209 I Verhandlungen erforderlich waren. Bei der Betrachtung dieser letztgenannten Ziffern ist zu be- | achten, daß im Jahre 1925 die meisten Anträge durch Vermittlung deS Sachvc.rständigen und des Vorsitzenden des Mieteinigungsamtes auher- terminmähig erledigt wurden, während im Jahre 1926 auf Antrag des hiesigen Hausbesitzervereins diese- Verfahren nicht mehr Anwendung fand und infolgedessen alle Anträge eine Verhandlung notwendig machten. •• Das Gießener Krematorium, das bekanntlich am 10. August v. IS. in Betrieb gesetzt wurde, hatte bis zum 31. Dezember 1926 insgesamt 28 Einäscherungen zu verzeichnen. Dayon waren 15 Feuerbestattungen aus Gießen, 13 von auswärts. Die höchste monatliche Inanspruchnahme bracht« bisher der Dezember, in dem 8 Einäscherungen vorgenommen wurden. WSR. Ermäßigung der Schließ- sachgebühren. Die Deutsche Reichspost hat, um die Schließfachabholurg zu erleichtern, die Gebühr für die Benutzung oer Fächer bedeutend ermäßigt: für ein gewöhnliches Schließfach werden monatlich nur noch 75 Pf., erhoben, für ein größeres eine Mark. Die Benutzung eines Schließfachs bietet bekanntlich den Vorteil, daß der Fachinhaber seine Postsendungen, sobald die eingehende Post verteilt ist und solange die Abholungsräume geöffnet sind, jederzeit den Schließfächern entnehmen kann. ' Das Genosfenschaftsfeft der bar» ftellenben Künstler des Stab 11hea - ters Gießen finbet am 19. Februar in ben Räumen bes Gesellschaftsoereins statt. Es ist hier in den letzten Jahren keine berartige Veranstaltung mehr abgehalten worben, teils aus wirtschaftlichen, teils aus zeitlichen Grünben. Um fo mehr hoffen die Künstler, in biesem Jahre mit bem Zuspruch bes Publikums rechnen zu können, liegt ihnen doch außerbem baran, inbem sie bas Banb zwischen der Gießener Bürgerschaft und ich fester knüpfen, ihren burch Engagementslosig eit und Alter barbenben Kollegen eine Unterstützung zu- kommen zu lassen. Bei brei Kapellen soll sich ein recht buntes Leben abwickeln, bas burch befonbere Ueberraidjungen unb Darbietungen und burch eine zweckentsprechende Dekoration ber Säle bes Ge- sevschaftsvereins einen gediegenen, künstlerischen Rahmen erhalten wird. Die Gießener Radfahr-Gefell- schast von 1 896 „D i e Wanderer" beging am Samstag auf der Lieb.gshöhe ihr 31. Stiftungsfest. Den zahlreich erschienenen Besuchern wurden von der Vereinskapelle der „Wanderer" unter Kapellmeister Krengel und von den sportausübenden Mitgliedern angenehme Stunden der Unterhaltung bereitet. Besonders erfreut wurde man durch die ausgezeichneten Schmuckreigen, um deren Durchführung der Fahr- wart Willi Muhl sich sehr verdient gemacht hat. Die Leistungen fanden allgemein lebhaften Beifall. Priistiiefflm für Mtlchwagen ne eignet, zu oett °”rt yöWcttr.flffe is, (yfinit. (Melenenbcu 5irr nuten Existenz geboten durch Haus mit Brot- und Feinbäckerei. Cafe tadellos einaetidjiei u floitflcbenöin einer Kreisstadt Cbcrbci- fenö, in bester Vnnf- mit einem tänlidien llmfnt» von 2 3 Cfeu '.Hiot, 40 - 5‘J Brucl, Weißw.ire, außer (£nfe rc.mi Sommer iit der Umfav erbeb« lirt) höher durch Kurgäste, in nächster jtäbe vielbesuchter Budevlav- BreiS 50000 bei 15-20000 Anzahla. Gelsenhof, Roth & ßammerer, Örnnffuri Dl., lau» nuSin. 52-60. <1HA | Vereine ] SifKtnjüdittrotr. töifjjtn u. llmqcg. SMIEvImilMg »omifofu 16.Jan., nachmittags 3 Uhr, bei Straft, (ytefcen, , 2 Pfd.-Doso Kohlrabi i. Sch. Mk. 0.70 Erbsen miltcli. Mk. 0.90 G m. Gemüse Mk. 0.95 Brechsparg.Idn.Mk. 1.20 Slang.-Spargel Mk. 1.55 183,1 94,7 5 44,1 79 2-Pfd.-Doße SchDittbohDen Mk. 0.58 Mbohoen. Mk. 0.58 Cemüs&Erbsen Bk. 0.63 Karotieo.geschJk. 0.42 Erbs.m.Karolt. Mk 0.75 Beispiele: D.-Sp.-Schuhe schwarz C Q81 Boxrind u*ÜU braun R-Chevr. weiß (?ed. 6.50 Lack 6.80 Bevor Sie kaufen, besichtigg Sie bitte unsere Auswahl und unsere Qualitäten! 4«a BrenoljOli Slnmachhoiz und Tägmebt auhi Räuchern liefert I. Wellhöfer. Televh. 743. 239D D.-Halbschuhe schwärzt Qfl braun U.UÜ Boxr, Rahm.- Arbeit 6.50 MM zum Verkauf von ^haliungöaeacu- iiändcn bet nutem Verdienst gesucht. 5 dir. An geb unter 416Dn. d. Gieß. Anz. Bäugeläi* en. 1OOO qm, Leihaei. Weg, billig zu verk S dir. Ana. unt. 0259 an den Gieß 21 m. U* I tnsorloren bringt Gewinn a. d Gieü- Sinn. erb. — .______-. t. Zusammenkunsl: Kreuzung sd)neise — 9. Schneise. 3al)lung<'bcbinnuncicn: Holzgeldschuldig- * feiten bis zu 100 Reichsmark werden bis! 11. 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Bezirk des Försters Arft: Submifsionshoizverfauf Aus hessischen Staats- und Gemeinde- waldungen verschiedener Forstämter der Forstbezirksgruppen Gießen und Nidda kommen zum Submissionsverkauf: Schnittholz: Kiefer 40 fm Bauholz: Kiefer 542 fm Fichte 1680 fm Sonstiges Stammholz: Kiefer 1398 fm Fichte 5128 fm Derbsiangcn: Fichte 80 fm Reisslängen: Fichte 46 fm Bohnenstangen: Fichte 10 000 Stück. Das Nähere geht aus dem Holzverzeichnis hervor, das ebenso wie die Zahlungsbedingungen und Angebotsvordrucke auf An- fordern kostenlos von unserem Sekretariat bezogen werden kann. 419V Gebote sind verschlossen mit der Aufschrift „Submissionsholzoerkauf aus Staats- und Gemeindeivald" am 7. Februar 1927, bis spätestens Montag, den 7. Februar 1927, vormittags 9 Uhr, bei dem Forftaml Gieren zu Gießen, Wilhelmslrahe 56, einzu- reichen. Gebote, die nad) diesem Termin einlaufen, werden nicht berücksichtigt. In den Geboten ist ausdrücklich anzugeben, ob der gebotene Preis für geschältes oder mchtgeschältes Holz gilt. Falls nichts bemerkt ist, gelten die Geböte für nichtgeschältes Holz. In diesem Falle ist bei bereits geschältem Holz der Käufer verpflichtet, den Schälerlohn zu ersehen. Für jedes Forslamt bzw. jede Gemeinde .und jedes tos ist ein besonderer Ange- bolsvordruck zu benutzen. Eröffnung der Gebote: Montag, den 7. Februar, vormittags 10) Uhr, zu (Sie- * ßen, Hotel-Restaurant Hindenburg (5d- tersroeg). Darmstadt, den 11. Januar 1927. hessisches Ministerium der Finanzen. Abt. für Forst- und Kameralverwaltung. Vrennholzversteiqerungen Aus den Waldungen der Stadt Gießen {ollen versteigert werden: . Dienstag, den 18. Januar 1927, vormittags 94 Uhr beginnend, aus Abt. 77a des Stadtwaldes, Bezirk des Försters Arft, Forsthaus Hochwart: [Stellenangebote} Provisionsvertreter tüchtiger, bei einschlägigen Geschäften gut eingef., für Gießen und Umgebung sucht leistungsfähiges Südwein- Importhaus. Schriftl. Angebote unter 367D an den Gieß. Anz. erbeten. [Vermietungen | MöbL Zimmer z.i vermieten 625' Eflnöer.-M-BllQiM. Laden auch als Bureau ob. für Sachen anfzu- stellen xu vermieten Hu evfr. in der Ge- fchätidstelle d. (Hief; AnzeiaerS 0273 1 Mietgesuche uiiiimiiiiiiniiiiimiiHiiiiiv 5- 6 - WM- VOWllg befcklaatiabmefrei, in unter Wolmlage WtCRcnS 421a 413D Schuhhaus Wolff Gießen, Seltersweg 4 Mein großer I* Inventur-Ausverkauf hat begonnen - Auf Rest- und Einzelpaare teilweise über 50 %Rabatt «8. laus oition adier-DakÄ^ hrn Uhelm LLber Krieger. ladenl U W MD Gießen-1|h. tess” :»rob: vährl. Bed. Eertr. Sol. 8er- tfl. en. Mqin,Leibaei'.. Lea- billig au uei! 2 dir. 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Zunächst' er überbietet alle Erwartungen, die durch eine kühne und vielversprechende Propaganda erregt wurden. Weit hinter sich läßt er alle noch so kostspielige und prvyige amerikanische Filmproduktion, mag sie nun „Ben Hur' oder „Der Wanderer" betitelt sein: er übertrifft auch die letzte Leistung seines Regisseurs Fritz Lang, die ..Ribelungen", er ist etwas ganz Reues und Eigenartiges, ein Schritt auf unbebautes Gelände, ein entschlossener und imposanter neuer Anfang. Archaisch die ..Ribelungen", historisch , Ben Hur" und wie die Millionen- und Massen- films sonst hießen: „Metropolis" aber ist Zukunftsvision. Ein großer bedeutender Vorwurf: die ctaot der Zukunst, da die Maschinen alles bedeuten, da Zahl und Hirn alles regieren werden, da Eigenes und Menschliches völlig unter dem Druck einer schematischen Mechanisierung erstorben ist. Es ist immer diese Metropolis-Idee, die in dem Film bezwingt: der Mensch im Kampfe gegen die Maschine, die er erdachte, und d'.e rhn nun unterdrückt hat. Von diesem unendlich fruchtbaren Gedanken lebt eigentlich der ganze Film, er ist die Keimzelle des Werkes. Die Handlung, die Thea von H a r b o u in die Wa- schinenstcä)t bettet, verschwindet daneben und sei nur in großen Zügen erzählt: wie sich in Me- Die Teuerung in Paris. (Von unserem Pariser >V.-8.-Berichterstatter.) Paris, Ianuar 1927. Die Pariser Bevölkerung erlebt nun schon seit längerer Zeit am eigenen Leibe, daß sich die Preise für den täglichen Bedarf wohl sehr schnell heraufsehen lassen, daß aber die infolge der gegenwärtigen Frankenbcs'crung erwartete Herab s e tz u n g der Preise sehraufsichwarten läßt. Die Spanne zwischen Divisenkurs und innerer Kaufkraft ist augenblicklich größer denn je und erweckt die Unzufriedenheit im Lande in hohem Maße. Monatelang schrien die Kaufleute: „Das Pfund steigt, wir müssen die Preise herauf sehen!" Sie sehen sie aber keineswegs wieder herunter, obgleich sich der Franken nunmehr bessert. Im Gegenteil, viele Grossisten kündigen an. daß sie die Preise erneut herauf- sehen müssen Die Fleischpreise sind in Paris jetzt sehr hoch. Die Milch ist im Kleinvertauf abermals um 10 Cts. teurer geworden, llad) dem augenblicklichen Kursstand kostet der Liter Milch jetzt in Paris 25.6 Pfennig. Butter und Käse werden täglich teurer. Es durste besonders unsere Hausfrauen interessieren, daß auf dem Pariser Markt nach dem jetzigen Stand des Franken ein Ci 23 Pfennig kostet. Kartoffeln sind erheblich teurer als in Deutschland. Wohnungen sind in Paris augenblicklich unerschwinglich, genau so wie im Frieden. Auch sonst wird das Leben hier immer kostspieliger. Ein Paar Damenschuhsohlen und Absätze tosten 3,70. ein Paar Herrcnschuhsohlen und Absätze 4.30 Mark. Man erlebt jeht in' Paris so vielfach dieselben Teuerungs- und Inflationserscheinungen wie bei uns vor wenigen Iahren. Die Post verausgabt z. B. fortgesetzt neue Briefmarken: augenblicklich sind bereits 6 Marken mit Ueberdruck (also mit geänderten Werten) im Kurs. Die französischen Kühe leiden an der gleichen „Krankheit", wie die deutschen vor einigen Iahren. Sie geben nämlich feine Milch mehr. Rur wenn Leute mit Geld kommen, wird dies sofort behoben. Das überträgt sich dann auch auf das Stadtleben. Die Milchgeschäfte geben ihren Kunden zu den vorgeschriebenen Höchstpreisen nur noch Milch ab, wenn gleichzeitig auch andere Waren mitgekauft werden. Die Wirtschaften dürfen laut behördlicher Verfügung überhaupt keine frische Milch mehr ausschenken. Die Kellner freuen sich darüber. Denn statt des „cafd au lait" trinkt der Pariser jetzt seinen Kaffee „mit einem Gläschen" (Rum u. dgl). Das ist teurer und das Trinkgeld infolge&eften reichlicher. Durchweg erweisen sich solche „Regie- rungsinaßnahmen" zur Bekämpfung der Teuerung praktisch als undurchführbar. Poincare hat z. B. vor einigen Monaten verfugt, daß jeder Gast im Restaurant nur zwei Platten bestellen darf. Kein Mensch bekümmert sich praktisch um diese Bestimmung, die sich im übrigen ganz einfach dadurch umgehen läßt, daß man im gleichen Restaurant ruhig fitzen bleibt und einfach — zweimal hintereinander ißt. Dort, wo der Hebel wirklich angeseht werden müßte, zur tatsächlichen gewaltsanien Herabsetzung der Preise, versagen alle behördlichen Eingriffe. Die Indexziffern steigen, das Geld wird immer knapper. Die Kaufleute freuen sich über jeden Kunden, der ihnen etwas abkauft. Die Unzufriedenheit der Festbesoldeten und der Beamten wächst von Tag zu Tag. Es ist außerordentlich bezeichnend, daß uns auf Anfrage eines der größten Pariser Warenhäuser mitteilt, daß es feit zwei Monaten überhaupt keine Einläufe mehr tätigen konnte. Dasselbe Kauf- Haus hatte 350 Angestellten gekündigt. Ein anderes Kaufhaus, das unmittelbar daneben liegt, hat 200 Angestellte schon am 1. Dezember entlassen, also im besten Monat, dem Monat des Weihnachtsgeschäfts. Alles drängt hier immer mehr zu einer Entscheidung, nur weiß niemand recht, wie diese Entscheidung eigentlich ausfallen soll. Hotel-Portiers und Autodroschken-Chauf- feure sind feit einigen Wochen von geradezu auffallender Höflichkeit. Als die Engländer und Amerikaner Paris zu Hunderttausenden überfielen, da dachte doch kein Pariser Hotel daran, eine auch noch so höfliche Anfrage nach freien Zimmern und Preisen überhaupt zu beantworten. Heute sind manche Hotels leer. Mit großer Sorge blicken die Besitzer der vielen, ihrer Vollendung entgegensetzenden Hotelneubauten in allen Teilen der Stadt der Zukunft entgegen. Sie scheinen sich ganz gründlich verspekuliert zu haben! Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Zreitag, 14. Januar 1927 Die Taxi-Chausfeure fordern jeht höflich zur Mitsahrt auf. Roch vor wenigen Wochen würdigten sie einen Fahrgast, der nachts „nur" zur Taxe fahren wollte, überhaupt keines Blicks. Die große Pariser Fremdenindustrie am Montmartre sucht sich dadurch über Wasser zu halten, daß sie geradezu Wucherpreise nimmt, besonders die Rachtlokale. Sie verkaufen Weine und Champagner mit 4000 bis 5000 Prozent Aufschlag. In den lumpigsten Lokalen auf dem Montmartre bekommt man heute keine Flasche Champagner mehr unter 200 bis 300 Franken, die im Kleinverlauf 8 bis 9 Franken kostet. In den besseren Lokalen wird Champagner nicht unter 600 Franken die Flasche verkauft. Hierzu kommt oft noch ein Aufschlag für Ausländer Geboten wird dafür aber gar nichts. Rur die sprichwörtliche Unverfchämth''jt der Oberkellner einiger besonders beliebter Rachtlokale in der ruc de Clichy bessert sich. Sie nahmen bis spät in den Sommer hinein nur Tischbestellungen von reichen Amerikanerinnen und Engländerinnen entgegen, öle ihnen sofort Hunderte von Franken Trinkgeld im voraus in die Hand drückten, und vermieteten dieselben Tische gleichzeitig mehrere Male, um sie schließlich den Gästen endgültig zu geben, die nochmals ihren „Tribut" entrichteten. Heule sind in denselben Rachtlokalen Kellner und Musiker den Gästen gegenüber durchaus in der Ueberxahl, und die Herren gerantä (Geschäftsführer) sind allmählich recht kleinlaut geworden. Die Fremden bleiben aus. Der ganz geringe Prozentsatz von Ausländern, der gegen- toärtig sich für längere Zeit in Paris aufhält, wird ausgebeutet. Es werden ihnen Preise ab- verlangt. die geradezu lächerlich sind. Die Schnellzüge nach Paris sind leer Riemand fährt mehr hin. — Halt, das ist übertrieben! — Es gibt immer noch llebcnlugc. besonders aus Deutschland, die nach Paris fahren, um hier „billig" einzukaufen. Wenn sie wieder daheim sind, dann erkennen sie, daß man ihnen alte Ladenhüter angedreht hat, und zwar durchaus nicht billig. Mit Reid bilden sie dann auf die anderen, die das, was ihnen nicht gefällt, in reellen einheimischen Geschäften Umtauschen können und erleben so wenig Freude an ihrem „billigen Gelegenheits- lauf" aus Paris. Wilhelm II. und Gras Tisza. Ein Beitrag zur Vorgeschichte des Krieges. Zu den Eigenarten Wilhelms II. gehörte es. sich blitzschnell ein Urteil zu bilden. So kam es, daß. oft sehr zum Erstaunen seiner Umgebung, Personen rasch seine begeisterte Anerkennung fanden, die. näher bei Licht besehen, eine vorsichtigere Beurteilung erheischt haben würden. Als Wilhelm II. im Mai 1914 auf der Reise nach Venedig, wo er mit dem König von Italien zusammentras. kurzen Ausenthalt in Oesterreich als Gast des Erzherzog-Thronfolgers Franz Ferdinand nahm, hatte er eine Begegnung mit dem ungarischen Ministerpräsidenten Gras Tisza, iln- zweiselhast war Tisza ein bedeutender Politiker mit großer geistiger Befähigung. Mit einem weiten Blick für die politische Zukunft verband er ein großes Ziel, dem er unbeirrt anhing. Dieses Ziel war ein starkes magyarisches Ungarn. das durch seine Einheit und straffe Organisation dem anderen Teil der Monarchie überlegen war und den Schwerpunkt der Monarchie allmählich zu sich herübcrz-ehen sollte. Der eng- begrenzten national-magyarischen Politik Tiszas stand die universellere Auffassung einer Konsolidierung der Gesamt Monarchie, wie sie dem Thronfolger vorschwebte, diametral entgegen. Dem Habsburger mußte schon durch die geschichtliche Tradition die Erhaltung der Monarchie seines Hauses in erster Linie am Herzen liegen. Er konnte die Politik Tiszas nicht nur als nicht richtig, er muhte sie sogar als gefährlich bekämpfen, gefährlich in der Taktik, die jedes Hindernis mit Gewalt wegräumen wollte, gefährlich aber auch in ihrem Wesen. Der Eindruck, den jedoch gerade Graf Tisza in der erwähnten Unterredung auf Wilhelm II. machte, blieb nicht ohne Wirkung, wie sich auch dem nachstehenden Schriftstück ergibt, das wir aus dem in Kürze bei der Deutschen Derlags- gesellschaft für Politik und Geschichte in Berlin erscheinenden 39. Bande der Großen Aktenpublikation des Auswärtigen Amtes*) zum Vorabdruck bringen. Der Botschafter in ölen, von Tschirjchky, an den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, von 3 a g o ro. Privatbrief. Abschrift. Geheim. Wien, den 10. Mai 1914. Ganz vertraulich möchte ich Ihnen einige Mitteilungen machen, die sich zu amtlicher Berichterstattung nicht eignen. Wie Ihnen bekannt, hatte Seine Majestät, unser allergnädigster Herr anläßlich seines jüngsten Besuches in Schönbrunn den ungarischen Ministerpräsidenten in längerer Audienz ernp- ') „Die Große Politik der europäischen Kabinette 1871—1914." Sammlung der diplomatischen Alken des Auswärtigen Amtts. Im Auftrage des Auswärtigen Amtes herausgegeben von Iohan- nes Lepsius (t), Albrecht Mendelssohn- Bartholdy. Friedrich T h l m m c. 5. Reihe. Dritte Abteilung: Band 34 bis 40. „Europa vor der Katastrophe." 3m Verlage d .r Deutschen Verlagsgesellschaft für Politik und Geschichte In Berlin W 8. sangen. Gras Tisza hatte durch fein offenes, bestimmtes Wesen auf Seine Majestät einen sehr günstigen Eindruck gemacht, und der Kaiser stand ganz unter dem Eindruck der starten Persönlichkeit des Grafen. In Miramare hat nun Seine Majestät dem Thronfolger gegenüber den Grafen Tisza als den einzigen Staatsmann der Monarchie warm empfohlen und ihm geraten, ihn näher an sich heranzuziehen. Der Thronfolger hat seiner Majestät gegenüber, wie es seine Art ist, seiner innersten Meinung über den Grafen Tisza und dessen Politik keinen Ausdruck gegeben, sondern nur erwidert, er werde sich die Sache überlegen. Was ich nach meiner Kenntnis des Erzherzogs leider voraussah, ist nun tatsächlich eingetreten. Die Worte des Kaisers haben auf den Thronfolger einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen, aber nicht in der von Seiner Majestät gewünschten Richtung. Wie mir von zwei verschiedenen, absolut zuverlässigen Seiten mitgeteilt wird, hat sich der Erzherzog dem Chef seiner Kanzlei gegenüber dahin ausgesprochen, daß ihm die Worte Seiner Majestät leider gezeigt hätte, daß man in Berlin nicht das richtige Verständnis habe für die Richtung. in der die notwendige Revision und Konsolidierung der zur Zeit völlig verfahrenen inneren Verhältnisse der Monarchie vorgenommen werden müsse. Der Erzherzog hat dabei der Besorgnis Ausdruck gegeben, daß man ihm vielleicht von Berlin aus in den Arm fallen werde, wenn er, zur Regierung berufen, das schwere Werk der Sanierung der inneren Verhältnisse der Monarchie werde in die Hand nehmen müssen. Daß an eine Aussöhnung des Thronfolgers mit dem Grafen Tisza nicht zu denken ist, erhellt aus einer weiteren Aeußerung des ersteren, daß er den Grasen nicht 24 Stunden an der Spitze des Ministeriums lassen werde, weil er riskiere, daß dieser sonst in 48 Stunden eine Revolution gegen ihn organisieren würde. Die Kluft zwischen diesen beiden Männern und ihren politischen Anschauungen und Zielen ist unüberbrückbar. Es wäre nun das Natürlichste, daß der Erzherzog Seiner Majestät gegenüber seiner Meinung über den Grafen Tisza offen Ausdruck verliehen und dem Kaiser seine politischen Pläne für die Zukunft und deren Begründung auseinandergefetzt hätte. Dazu wird sich Der Erzherzog aber in mündlichem Gespräche, wie auch sein Kanzleichef äußert, kaum entschließen. Er ist dem Kaiser gegenüber besangen und durch dessen überragende Persönlichkeit eingeschüchtert. Da die mündliche Aussprache zwischen den beiden hohen Herren ausgeschlossen erscheint, es andererseits im Interesse der Ausrechterhaltung eines offenen Freundschaftsverhältnisses zwischen ihnen geboten ist, daß sich Der Erzherzog unserem alkrgnäöigften Herrn gegenüber Lust macht, so habe ich Durch meine Dertrauensperson, Dem Kanzleichef Den GeDanken suggerieren lassen, Der Erzherzog möge ein Promemoria auf» sehen lassen über seine politischen Pläne unD Dieses höchstpersönlich Seiner Majestät ein» schicken. Ob dieser Gedanke zur Ausführung kommt, ist zetzt noch nicht zu übersehen. Sollte tropolis Die Gegensätze zwischen Millionären unD Arbeitern zur ^Verträglichkeit zuspihen, wie Die schwarzen Arbeitermassen, zur Bedienung Der gigantischen Motore gepreßt, Dumpf und beengt in Der lichtlosen Unterftaöi Hausen: wie sie sich gegen ihre UntcrDrüdcr empören, wie sich am Ende zwischen Herren und Knechten eine Brücke schlägt: es sind Die Söhne, Die Kinder, das Heranwachsende Geschlecht, das die klaffenden Gegensätze zwischen Der Oberwett Der Reichen unD Der Untertoelt Der Besitzlosen überwölben wirb. Das wäre also Die Moral dieses Filmbuchs, wie sie am Beginn und am Schluß Des Titels aufleuchtet: „Es muß ein Mittler fein zwischen Hirn und Hand, es ist das Herz". Schön und herrlich. Aber jedermann weiß, daß sich Der Sozial! s nicht durch eine Formel unD in einem Filmschluß beseitigen läßt. Daß Die Fabel vom _ ^gen unD Den Gliedern, die auseinander abgestimmt unD angewiesen sind, uralt ist unD doch nichts geändert hat an dem Lauf Dieser Welt. Ieder aber weiß auch, daß ein Film nicht geschaffen wurDe, um Sozialpolitik zu treiben, Die Welträtsel zu lösen oder gar „ethische Bereicherung" zu hinterlassen. Film ist Geschäft, er zielt auf alle Klassen eines Volkes, er zielt nach Dem AuslanD, er möchte ins wohlhabenDe Amerika — unD man kann Dem Regisseur Fritz Lang danken, daß bei diesem rücksichtsvollen Geschäft eine, trotz allem, so vollendete künstlerische Leistung herausfpringt wie „Metropolis". Es ist nicht alles Kupfer und Messing, was hier gleißt, funkelt, wirbelt: nicht alle Maschinen Der Maschinenstadt wuchsen auf Dem Aufnahme- gelänDe zu so gigantischer Höhe empor wie im Bild. Man hals sich mit billigeren Spiegel- verfahren, Modellbauten, Ersatzmitteln. (Das Programmbuch Der Ufa verrät manches, vielleicht zuviel davon.) Dennoch: wie der Film jeht vorliegt, in zweijähriger nervenaufreibender > Arbeit geschaffen, ist er eine herrliche Leistung, ein Gipfelwerk, wie es in deutschen Werkstätten bisher noch nicht gelang. Das UnDenlbarfte ist Erfüllung, Die phantastischsten Zukunstsvisionen sind Wahrheit getooröen. der Film hat wieder einmal eine ihm gemäße, Die einzig gemäße Aufgabe und Möglichkeit gefunden. Gibt es Pedanten, Die sich vor Diesem Werke noch fragen, was Die Galerien Der Schattbretter sollen, Die rotierenDen Metalltrommeln, Die leuchtenden Säulen. Die menschenverzehrenden Maschinen- beftien? Genug. Daß sie Da find, stampfen und laufen, daß diese technische Wunderstadt Metropolis einen Hintergrund technischer Phantastik bietet, in dem sic Wirklichkeit werden. Zugegeben, daß einige Episoden (wie Die des Turmbaus zu Babel) nicht mit Der HanDlung verschmolzen sinD, Daß das Gewirr der einzelnen Ereignisse sich bisweilen störend in Die Maschinenwett von Metropolis eindrängt, auch Diese unorganischen Bestandtelle wirken noch hin- reihenD, weil auch sie noch von Dem Regisseur zu prachtvollen filmischen Leistungen genutzt werden. Eine Zukunftsstadt. Sie hat ihre eigenen Gesetze. Die nur in dieser Welt gelten, sie hat ihr eigenes Tempo - und diesem Tempo nicht zuletzt dankt Lang die übertoältigenbe Wirkung seiner Bilder. Auch wenn das Unerhörte geschieht, wenn der Maschinenmensch geschaffen wird, sich aus einer Metallpuppe zu einem blut- vollen Wesen entwickelt, wenn die Lichtringe beschwörend und formend um den werdenden Ho- munculus kreisen: auch dieses kühne Experiment wirkt hinreißend durch die Art. wie es vorgetragen wird, durch den erregenden Rhythmus, wie er durch die elektrischen Strahlen und Kreise zuckt. Eine neue Wett Der neuen Sachlichkeit, der großen Linien, der großen Ereignisse. Rirgends ist diese Linie der Wucht und Monumentalität durchbrochen. Lang sammelt einzelne Zustände in dies der Fall sein, und ©eine Majestät bann mit Euerer Exzellenz Darüber sowie über Die hierauf zu erteilende Antwort sprechen, so würde ich unmaßgeblich anheimstellen. Die Ausführungen mit Dank für das gezeigte Vertrauen zur Kenntnis zu nehmen und vor allem Dem Erzherzog öu versicheren. Daß Seine Majestät jederzeit mit Interesse und gleichem Vertrauen Die zum Heile Oesterreichs gewiß notwendigen Maßnahmen des Erzherzogs verfolgen werde. ES kommt zunächst vor allem Darauf an. Daß DaS Mißtrauen des Erzherzogs, alS beabsichtige unser allergnädigster Herr, ihm die TiSzasche Politik aufzuoktroyieren, beseitigt wird. In Der Sache selbst ist es ja gewiß nicht sicher, ob Die vom Erzherzog beabsichtigten Maßnahmen Das alte Gebäude des habsburgischen Staates wirllich wieder befestigen werden. Sicher ist jedoch, daß es bei der jetzigen Inneren Politik mehr und mehr und in rascherem Tempo verfällt. Sicher ist ferner, daß Der Erzherzog seine Pläne jeDenfalls ausführen wird, mit oder ohne etwaige Bedenken unsererseits. Es ist also Das Klügste, ihm Vertrauen zu zeigen. Dann erfahren wir wenigstens vielleicht noch zur rechten Zeit, was hier geplant toirD, und können eventuell, wenn wir in irgendeiner geplanten Maßnahme eine wirkliche Gefahr erblicken sollten, unsere Stimme Dagegen erheben. Am 12. Iuni werben die beiden hohen Herren sich wieder in Konopischt sprechen. Es wäre sehr nützlich, wenn Seine Majestät vorher gebeten werden könnte, Dem Erzherzog nicht wieder von Tisza zu sprechen, ihm im Gegenteil zu versichern, daß es ihm jederzeit fernliege. Einfluß auf seine innere Politik zu nehmen. Graf Fürstenberg hat unter Dem 4. d. Mts. Rr. 32, einen Bericht über Den Gegensatz zwischen Dem Thronfolger und Dem Grafen Tisza geschrieben, Dem ich vollständig beipslichte. (gez.) von Tschirschky Bemerkung von Bethmann Hollwegs am Kopf des Schriftstücks: Seiner Majestät heute vorgelesen. v. B. H. 20. V. Rach einem späteren Bericht des Botschafters von Tschirschky war der Erzherzog auf den Plan, ein Promemoria mit Begleitbrief an Kaiser Wilhelm abgehen zu lassen, eingegangen. Bei Der Frage nach Den Gründen sür die Aktion deö Kaisers Darf kaum angenommen wer« Den, Daß Die innerpolitische Tendenz Tiszas Die Sympathien Des Kaisers gewann. Deshalb Dürften Die gegenseitigen Berührungspunkte wohl nur auf außenpolitischem Gebiet zu suchen sein, Denn hier war Gras Tisza ein Mann von konziliantem Geiste unD Durchaus kein Kriegshetzer Er war es bekanntlich, Der im Wiener Ministerrat am 7.3uü 1914 ein zu scharfes österreichisches Vorgehen gegen Serbien bekämpfte. Er vertrat die Meinung, daß auch ein diplomatischer Erfolg nut nachdrücklicher Demütigung Serbiens ein hinreichendes Ergebnis sei. und er erreichte cS, Daß Der Ministerrat sich zugunsten von harten, aber nicht unannehmbaren Forderungen entschloß, Denen ein Ultimatum erst nach Ablehnung folgen sollte. Er widersprach auch jeder territorialen Erweiterung der Monarchie auf Kosten Serbiens. Die überaus starke, in mancher Hinsicht unbedingt gewinnende Persönlichkeit und das kluge außenpolitische Urteil Graf Tiszas waren es deshalb zweifellos, die den Mißgriff einer Einmischung Wilhelms II. in Die inneren Angele- genbeiten Oesterreich-Ungarns erklären. Die neue Regierung in Zachfen. Der Scherbenhaufen in Sachsen ist notDürftig zusammengekittet toorDcn. Ueber zwei Monate nach Den LanDlagswahlen ist es nach schwierigen DerhanDlungen gelungen, ein Ministerium He 1Dt zu bilDen, Das in seiner Zusammensetzung Dem früheren Kabinett entspricht, nur mit Dem einen UnterschieD, Daß Das neue Kabinett, das sich aus Vertretern Der Altsozialisten, Der Deutschen Volkspartei, Der Wirtschaftspartei unD den Demokraten zusammenseht. nicht mehr über eine tragfähige Mehrheit verfügt. sondern aus die wohlwollende Unterstützung Der Den tscbnationalen angewiesen ist, Die mit ihren 14 Stimmen Die gestrige Wahl Des Ministerpräsidenten Heidt ermöglichte. Daß nur eine Regierung ohne feste Mehrheit gebildet werden konnte, ist auf die verkehrte Taktik der Altsozialiften zuruckzusühren, Die. obwohl ihre Fraktion nur über vier Mitglieder verfügte, außer Dem MinisterpräsiDium noch zwei weitere Mi- große BilDer: wenn etwa Die Wolkenkratzer, Lichtreklamen, ewigen Gärten unD StaDien Der Millionäre gezeigt werden, weiß man von diesen genug; die schwarzen dumpfen Arbeiterheere, Die scheu unD verhalten zur Arbeit wanken, wenn Die mächtige Sirene zum Schichtwechsel heult, oDer eine Arbeiterkappe mit einer Rümmer Darauf sagen von Den Verhältnissen in Der Proletarierstadt mehr aus als alle Detaillierende und zersplitternde Kleinmalerei. — Fritz Lang ist, so weit man auch blickt, Der einzige Filmregisseur, der ein so spannendes, zum Schluß in furiosem Tempo sich überstürzendes und mit ausgepeitschten brandenden Menschenmassen durchsetztes Werk zu schaffen vermochte. Das größte Lob gebührt neben ihm den Photographen Karl Freund und Günther R i 11 a u, die unvergleichliche Btlder gefilmt haben, Der jungen blonDcn Brigitte Helm — sie spielt Die Doppelrolle Der Maria und ihres mechanischen Doppelgängers — einer Entdeckung Langs, die viel für Die Zukunft verspricht unD den andern Darstellern, die nicht immer prägnanteAuf- 9oben fanden: Alfred Abel, Gustav Froehlich, K 1 ei n - R o g g e, Loos, Heinrich George; Fritz R a s p, der einen schwarzen Detektiv mit unheimlich böser Intensität darstellt, seien besonders erwähnt. Sei nod) einmal der Pressechef gepriesen, der die Welt so lange und so geschickt auf diesen Film vorbereitet hat! Das große Ereignis hat sich vollzogen. Berlin kann ruhig schlafen, es war wieder einmal eine Sensation für alle Teilnehmer, die älsa-Theater am Zoo und Aollendorf- Platz dicht beseht, Gesellschaftstoiletten, riesiger Aufwand von uniformierten Pagen — ein ganz großer Abend. And feine Enttäuschung! Metropolis kann seinen Zug durch die Welt beginnen; der deutsche Film hat sich seiner wahrlich nicht zu schämen. G. B Turnen, Sport und Spiel auf die Bedeutung des Eiweihfutters für die Milchbildung hingewiesen. Ein entsprechender Gehalt an Mineralstoffen (Kalk, Phosphorsaure und Kochsalz) dürfe im Futter nicht fehlen. Die amerikanischen Wahlen von Milchleistungen konnten auch bei uns durch richtige Wartung erzielt werden. Die Höchstleistungen könnten ohne Schaden auf 30 Liter am Tag gebracht werden. 1600 Liter Milch seien die jährliche Durchschnittsleistung einer Kuh in Deutschland; die Tagesleistung müsse etwa 16 Liter täglich betragen, wenn eine Kuh rentabel sein soll. Generaldirektor Dr. Hamann knüpfte an den Dortrag die Warnung an die Kleinbauern, nicht zu viele Kühe zu halten, da sie dann schlecht gefuttert werden. So lange nicht bessere Preise für Bullen angelegt und bessere Tiere erworben würden, werde es nicht besser mit der Rindviehzucht werden. — Auch dieser Vortrag fand lebhaften Beifall. Verein für Grünlandwirtschast. - Darmstadt, 13. Januar. Heute nachmittag fand unter dem Vorsih des OberamtmannS G ü n g e r i ch - Hof Engelhard die Tagung des Vereins zurFörderung der Grünlandwirtschast in Hessen statt. Administrator Siebold vom Hofgut Altenberg hielt einen Vortrag über das Thema „R e u- zeitlicher Diesen-, Weiden- und Ackerbau". Beim Wiesenbau muß, wie der Redner betonte, die Entwässerung allen anderen Maßnahmen vorangehen. MooS läßt sich mechanisch nicht dauernd aus den Wiesen entfernen; hessische Lau-Wirtschaftliche Woche. (Von unserer Darmstädter Redattion.) '■ Darmstadt. 13. San. Der heutige dritte Tag der Hessischen Land- wirtschastlichen Woche begann mit einer Ansprache des Präsidenten Hensel, der seiner Freude über den guten Besuch der Veranstaltung Ausdruck gab. Den ersten Vortrag hielt Dr. Kurt R i t l e r, Privatdozent an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin, über „Wirtschaftspolitik und Lage der Landwirtschaft". '»Der Redner erklärte u. a.: Sn den letzten Mo» y-naten ist ein gewisser Optimismus dem frühe* • i:en Pessimismus gewichen. Die Waggongestel- r (ung bei der Eisenbahn und die Ziffern der Arbeitslosen, die man eigentlich als höher annehmen müßte, sind Anzeichen einer Besserung der deutschen Wirtschaftslage. Die Gründe der Besserung sind nach htm Institut für Konjunkturforschung beim Reichsamt des Innern auf die Zunahme der deutschen Ausfuhr zurückzuführen; wie lange jedoch dieser Zustand an-- dauert, läßt sich nicht seststellen. Sn erster Linie ist es der englische Bergardeiterstreck, der den deutschen KvhleNmarkt belebte. Da der englische Kohlenarbetterstreil auch aus die englische Industrie hemmend wirttc, war die deutsche Industrie imstande, sich manches Absatzgebiet im GMichten von der Löwenjagd. > 'e Löwen und Tiger, denen früher die unbe* wasfnelen und ziemlich hilslvsan Eingeborenen von Afrika und Indien zur leichten Beute wurden, haben in den starl bewaffneten Europäern einen furchtbaren Gegner gesunden, auf den sie sich erst einstellen müssen. Sie tun dies aber in zunehmendem Maße und werden immer kühner und gefährlicher, wie ein englischer Großwiidjäger, der Admiral <£. M. Beadnell, in einer interessanten Erzählung seiner Iagderlednisse hervorhebt. Die Raubtiere vollbringen nach feiner Darstellung jetzt Taten, die man ihnen früher nicht zutrauen konnte. „Kürzlich wurde ein Tiger, auf den ein hoher Preis qesetzt war, In Indien erschossen und damit dem Lande eine wahre Plage genommen. Die Bestie war im ganzen Land bekannt, weil sie eine merk- wüidige Halsmähne trug; sie war aus der Gefangen- schalt entwichen und hatte eine geradezu teuflische Schlauheit und Unerschrockenheit. Dieser Tiger griff z. B. einen Ochsenwagen im Hellen Tageslicht auf der offenen Landstraße an. während der erschrockene Treiber stoh. Er drang in Dörfer ein und trug Kinder unter den Augen der Eltern fort. Groß war er in überraschenden Angriffen, und Jahre hindurch entging er allen Fallen und allen Jägern. Aber schließlich wurde er doch umzingelt und mußte daran glauben. Als die Eisenbahn von Mombasa nach den großen mittelasrikanischen Seen gebaut wurde, wüteten die Löwen unter den Arbeitern und Beamten. Zwei Beamte pflegten im Gebiete des Alhi-Fiusscs aus Kissen in einem Blockhaus zu schlafen. Mitten in der Rächt erwachte der eine, fand die Türe offen und feinen Freund fort. Als er hinausging, hörte er das Knirschen von Knochen. Der Löwe war bei der MahlzeitI Bor einigen Jahren war ich in demselben Gebiet auf der Groh- Wildjagd, und als ich mich durch eine Wirrnis von Felsen und Dickicht durcharbeitete, land ich kaum drei Kilometer von der Gifenbahnstrecke entfernt einen Haufen gebleichter und zermalmter Skelette. Zwischen den Knochen von Antilopen und Gazellen befanden sich die Ueberreste von zwei, vielleicht drei Menschen. Als ich eines Rachts mit meinen 20 Dakikuju.Regern am Lagerfeuer an den Ufern des Athi faß, da erzählten sich die Leute, die mit ihren. settglänzenden dunklen Körpern und den leuchtend weißen, gefeilten Zähnen mit den rot gefärbten Haaren einen romantischen Anblick boten, allerlei lustige Geschichten, und als sie einmal besonders hell auflachten, da lieh ichmir die Geschickte Ausdauer und bei geselligen Reisen stete ßilfsbe reitschaft, Kameradschaftlichkeit und Unterordnung zum Wohle der Allgemeinheit. Der Kanusahrer vollbringt seine Höchstleistungen im Kampf mit den Elementen draußen auf freier Wasserbahn, auf dem Meere, auf weiten Seen, auf gefahrvollen Wilkp flössen, wo ihm zwischen Fels und Wirbel kein menschlicher Blick folgt, kein Mund anerkennend zv° ruft und keine Hand Beifall winkt. — So kommt es, daß diese Taten für die Werbung fast zwecklos und unbrauchbar sind, wenn sie nicht durch Schrift und Bild der Oeffentlichkeik vor Augen ge führt werden — aber er leistet damit seinem eige- nen Ich zweifellos hohe Dienste! Zween Herrn dient ja der Kanusport: Dem Körper und dem Gemüt. Auf Wettfahrten, deren wochenlange harte Hebung vorangeht, werden die Kräfte aneinander gemessen, auf gemütvoller Was- ferreife erfrischen sich die Sinne an den Wundern der Natur, die Der Kanumann in ihrer ganzen Verschwiegenheit, in ihrer heimlichsten Poesie schauen darf. Was dem Landwanderer ewig ver schlossen bleibt, das unberührte Leben und Weben an stillen Waldbächen, die seltsame Verträumtheit der weiten niederdeutschen Sumpsaebiete, machtvolle Bilder an den Ufern unserer reißenden Bergflüsse — alles das öffnet sich dem recht empfindenden Gemüt des Kanufahrers! Die Schönheit unserer großen Ströme, des Rheins, der Donau, der Elbe und aller ihrer malerischen Zuflüsse kann er in weit höherem Maße genießen, als der Reisende, den eilige Dampfer und schnelle Züge viel zu rasch ar all der Pracht oorbeiführen; wo ihn ein Bild fesselt, schlägt er fein Zelt auf, wo ihn ein Ziel im Binnen lande lockt, legt er sein Boot einem freundlichen Bauern in die Scheuer und wandert bann auf Schusters Rappen — so weit er will — abseits in die Berge, nach Burgruinen und Kapellen, ihm ist sogar das Meer geöffnet, denn fein leichtes flaches Boot kann an jeder Küste landen, ihm sind selbst kleine Bäche Wanderstraßen, wo sich die Welt von ganz neuen Gesichtspunkten erschließt und viel unbekannte Schönheit zeigt, die sich dem Land wanderer niemals bietet. Völlig unabhängig ist der Kanumann von ge bahnten Menschenwegen, von bezahlter Unterfunfl, Verpflegung und vom Kursbuch, keine lärmende Gesellschaft stört ihn, wenn er abseits der hastenden Welt Ruhe sucht, sein Tag nimmt — so er will — kein Ende: Nachtfahrten auf einsamem, schweigen- dem Fluß gehören zum schönsten, was das Kanu bieten kann: ihn hindert auch kein stürmisches ilnb Moebius, der schlaue Gauner und geniale Geschäftsmann schlüpft in die Chamäleon-Haut des besseren Herrn, monopolisiert ihn und schlägt Reichtümer aus dein. Liebesbedürfnis alter Mädchen und Frauen. Ihm gegenüber tritt der Com- pah-Kompler, vertreten zunächst durch Compah- Vater, einen Mann der neuen Sachlichkeit, dessen Trusts den Weltball umspannen; für ihn sind Ehe und Firmengründung eins. Lia Compaß ist die rechte Tochter ihres Vaters, sie sucht durch Heiratsannonce einen besseren Herrn zum ©alten. Harry Compaß, der Sohn, frech, schnoddrig und gerissen, erwählt zum Schluß Liane, das Zimmermädchen, zur Lebensgefährtin. Schließlich kommt in der FamilieMutterComPah, dieFrau, dieHemmun- gen und Gefühle statt Sachlichkeit mit sich herum- schleppt. Die Grundidee ist ganz gut, aber nicht ausreichend, mitunter nimmt das Ganze einen sprühenden Anlauf, man ist gespannt, der Witz ist ftachlich und kitzelt die Gegenwart, dann wieder wird der Ton flach, und allzu oberflächliches Theater verdirbt Pointen. Verschiedene Moebius- Szenen hatten geistigen Schwung, leider wird der Schluß hilflos. Sansibar liegt weit, aber die Lösung in der Verehelichung des MoebiuS mit Lia und Versetzung alS Generaldirektor dec Com- paß-Wcrke nach Sansibar lag zu nahe, als daß sie hätte umgangen werden können. Der Schluß vereint zwei Liebespaare; ein wenig bürgerlich. Herr Hasenelever! — Weicherts Regie durchwirbelte mit tausend Einfällen das Spiel. Lautsprecher, Bildtexte, Grammophon, Jazz, Trom- pete, Klavier, Schreibmaschinengeklapper und Menschengeschrei wurde zur Etzenenfassung und begleitete die Drehungen der Buhne; Stimmung, großes Theater! Das Publikum war sofort im Bann, aber mitunter überklang die Zwischenmusik das Rezitativ der Szene. Trotzdem — die Aus- führung war gut. machte den Abend interessant und bunt. Ludwig Sieverts Bühnenbilder waren voll überlegenen Humors. Ben Spaniers Compaß hatte nicht immer die überzeugende Schärfe der von ihm verlangten Sachlichkeit, O d e m a r, als Sohn vollkommen im Sinne der Rolle, Lilli Ser at (als Gast) zu schwankend in der Charakterisierung der Tochter «der Dichter macht e8 ihr auch nicht leicht). Als großzügiger Gauner Franz Schneider voller Intensität, famos in Episoden Einzi g. Sievert und Ettel. Das Publikum begeisterte sich von Szene zu Szene stärker, Hasenelever und Weichert konnten dankend den Beifall Quittieren. L. W 5trinbberg als Schveibkünstler. Die Handschriften Strindbergs, die aus feinem Aachlaß in das Nordische Museum zu Stockholm gekommen sind, bieten einen eigenartigen und für die Schasfensweise des Dichters höchst bezeichnenden Anblick. Sie zeigen dieses Universal» genie auch als Schreibkünstler. ,In einem der Schränke dcS Slrindtarg-Nachlasses" so berichtet Dr. Ernst Harms, ..befinden sich noch gegen 1003 Blatt schwersten Büttenpapiers, auf das der Dichter seine Manuskripte zu schreiben pflegte. Hier ist auch noch Strindbergs Schreibtisch im Zustande des Todestages erhalten. Auf ihm liegen neben Schreib- und Maluteniilr^n. Chemikalien und Reminiszenzen des alchimistifck!-mystifchcn Ge^ Ausland zu erobern Es besteht aber kein Zweifel, daß die englische Industrie den Kampf um die Weltmärkte bald wieder aufnehmen toirö. Man rechnet damit, daß die günstige Lage, die durch die englischen Verhältnisse geschaffen wurde, bis März, höchstens bis Mai anbauett. Dann wirb wieder das Arbeitslvsenprvblem in den Vordergrund öffentlicher Erörterungen treten. Viele sind es. die arbeiten wollen, aber keine Arbeit finden. Es muh eine produktive Er- werbslosenfürsorge geben; mit der Unterstützung muh eine Arbeitsleistung verbunden sein, schon damit nicht weite Devvlkerungskreise demoralisiert werden. Man muh das Problem der Erwerbslosensürsorge mit der allgemeinen Wirtschaftslage in Verbindung bringen. Der Redner legte sodann das System des deutschen Haushaltsplanes dar und übte daran im einzelnen Kritik; ebenso verfuhr er mit dem Dawes*Abkommen und mit den Reparationszahlungen. Besonders in der Landwirtschaft muh man Interesse dafür haben, wie die Geldmittel des Reiches verwandt werden. Hunderte von Millionen sind vom Staate verwandt worden, um Konzerne zu unterstützen. Diese Summen sind der Landwirtschaft entzogen worden. Es kommt bald eine Zeit, in der das Reich der Wirtschaft keine Geldmittel mehr zuführen kann. Darum muh die Landwirtschaft sehr vorsichtig sem. Wir haben mit einer Zeit zu rechnen, die große Sparsamkeit erheischt. Rotwendig ist eine Herabsetzung der Dawes-Lasten. Dadurch iönncn Handels- und Finanzpolitik für und günstiger werden. Im Ausland ist Stimmung vorhanden, die Reparationsforderungen herabzusetzen, notwendig ist aber, daß die Deutschen in dieser Frage einig sind. Reparationen zahlen heißt aus dem Ausfuhrüberschuß bezahlen, um diesen zu erreichen, müssen Zugeständnisse in Handelsverträgen gemacht werden. Diese werden aus Kosten der Landwirtschast gemacht. Das französische Zol - Provisorium wird auf Kosten der Landwirtschaft verlängert werden; auch andere Schädigungen werden folgen. Wir haben nur dem Namen nach Schutzzölle; die Industriezölle sind stark erhöht, die Agrarzölle herabgesetzt; sie erreichen kaum die Dorkricgszölle. Es wäre schon viel erreicht, wenn Agrarzölle erlangt werden könnten, die die Wirkung der Industriezölle eliminieren. In der Wirtschaft sind große Wandlungen vor sich gegangen; die Industrie hat sich schon längst aus die Produktion für den Markt eingestellt, für die Verbesserung der Betriebe und der Produktion. In der Landwirtschaft hat diese Entwickelung später eingesetzt. Der schwerste Schaden für die deutsche Landwirtschaft ist, daß sie sich nach dem Krieg wegen der Zwangswirtschaft nicht gleich auf den Absatz, aus die Wünsche der Kunden, einstellen konnte. Zusammenarbeit der deutschen Landwirte ist notwendig, um eine Besserung der Verhältnisse für die deutsche Landwirtschaft heybeizuführen. — Dem Vortrag folgte eine Aussprache mit Beantwortung von Fragen. Den zweiten Vortrag sollte Prof. Dr. Zorn, Direktor des Instituts für Tierzuchtlehre an der Universität Breslau, über „Aörderungsmahnhmen der Rindvieh zücht unter besonderer Berücksichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse" halten. Der Redner tonnte aber wegen eines Unfalles nicht anwesend sein. Da er jedoch das Manuskript seines Vortrages eingeschickt hatte, so verlas Generaldirektor Dr. Hamann den Vortrag. Als Förderungsmaßnahmcn für Milchleistung, Fleischleistung und Arbeitsleistung wird darin besonders auf Züchtung, Aufzucht, Fütterung und Pflege verwiesen und Einzelheiten aus diesen Gebieten besprochen. Es nütze z. D. nichts, ein Tier noch so gut zu füttern und zu halten, wenn die Erbanlagen für die Milchleistungen nicht gut find. Wichtig waren die Erbanlagen sowohl des Mutter- wie des Vatertieces. Die Rassen- frage sei besonders wichtig, und die Einfuhr einer f rem Len Rasse fei eingehend zu prüfen. Rur gut gehaltene Kälber tonnten gute Zuchttiere abgetan. Ausführlich wurde der Typ einer Wirtschasts- tuh beschrieben. In einer entsprechenden Fütterung des Milchviehes liege heutzutage dec Erfolg der ganzen Zucht. Es wurde eine Reihe von Maßnahmen hervorgehvben zur Fütterung des RiiidviehS, und Anweisungen über Zusammensetzung de» FutterS gegeben. Nachdrücklich wurde «isterien verlangten und außerdem noch ein« Koalition mit den Deutschnationalen ablehnten, die, um endlich erste tragfähige Regierung AU ermöglichen, sich bereit erklärt hatten, mit den Att- fozialisten an einem Kabinett teilzunehmen uno dabei den Altsozialisten den Ministerpräsidenten- posten einzuräumen. Das haben die Altsozialisten mit Rücksicht auf ihre Partei ab lehnen zu müssen geglaubt, vielleicht hat auch die Berliner Zentrale dabei ein Wort mitgcsprochen, Die gegen jede Koalition mit den Deutschnationalen ist und daher gegen dieses weitgehende Entgegenkommen der Deutschnationalen war. Die neue Regierung verfügt nun im Landtag im ganzen über 35 Sitze, wahrend d»e Links- sozialisten und die Kommunisten 45 Sitze inne haben. Die ersten Abstimmungen im Landtag bei der Ministerpräsidentenwahl haben den Altsozra- listen praktisch vor Augen geführt in welche Situation sie die alte Koalition durch ihr unge- schicktcs Verhalten hineinmanövriert haben, -vn der ersten Abstimmung, in der sich die Deutfch- nationalcn der Stimme enthielten, wurde Der linkssozialistische Abgeordnete Fleiß ner allerdings nicht mit absoluter Mehrheit zum Minister Präsidenten gewählt, so daß tatsächlich, wenn die Deutschnationalen bei ihrem Verhalten beharrten, in Sachsen ein Linkstabinett zustande gekommen wäre und die von dem Kabinett geleistete Aufbauarbeit vergeblich gewesen ^^WaS eine solche Lösung der Krise für das Land Ku bedeuten gehabt hätte, daraus braucht nicht besonders hingewiesen zu werden die -taten der roten Regierung sind noch zu lehr in aller Erinnerung und auch in ihren Auswirtungim noch nicht restlos beseitigt. Lind eine neue Auf- kösuna des Landtages — den Gedanken daran hatte die falsche Taktik der Altsozialisten tatsächlich in den Vordergrund geschoben — hatte die Lage nur noch mehr verwirrt, da anzunehmen ist, daß eine neue Wahl die alte Sozialdemokratie völlig aufgerieben hätte. Schon solche Erwägungen hätten die Altsozialisten ermutigen sollen entgegen dem Wink von Berlin, eine Koalition mit den Deutschnationalen einzugehen, dann wäre eine Regierung vorhanden gewesen, die dem Linksansturm entschieden Widerstand hatte entgegensetzen können. So ist nur eine halbe Lösung zustande gekommen. Der Scherbenhausen ist nur notdürftig zusammengekittet unD kann jederzeit wieder zerfallen, wenn die Deutschnationalen nicht mehr gewillt sind, lediglich Hilssstel- lung zu leisten, und den D a n k dafür fordern, daß sie die Regierung ermöglichten. Dann werden sich auck die Altsozialisten überlegen müsse-,i, ob sie das Wohl des Landes höher stellen wollen als die Vorschriften der Berliner Parteizentrale. inS Englische übersehen. Cs war ein unfehlbares Rezept, um auch Den hungrigsten Löwen zu erschrek- hm, „Alles, was man zu tun hat,' sagten die Wakikuju, „besteht darin, dem Löwen den Rücken zuzuwenden, den Kopf durch die Beine zu stecken, ihn starr anzusehen und direkt auf ihn zuzugehen." Obgleich ich dieses Mittel nie erprobt habe, so gelang es mir doch einmal, einige Löwen zu eischrecken. ES war etwa 10 km von Nairobi, alS ich einen stattlichen Rhinozcrosbullen erlegt hatte und zum Lager zurückging, Plötzlich sah ich, nicht mehr alS 1520 m von mir entfernl, 4 mächtige Löwen im Sonnenlicht stehen. Ich streckte die Hand hinter mich und fehlte meinem Träger in Suaheli zu: ..Gewehr! Gewehr!" Da ick keine Antwort erhielt, sah ich mich um und bemerkte zu meinem Entsetzen, daß der Boy geflohen war. Ich suchte mich nun vor den Löwen zu drücken, aber sie tarnen immer näher. Da blieb ich denn stehen und dachte nach, unbfie taten desgleichen. Die Lage war unangenehm. Die Tiere wurden unruhig und zeigten durch die Bewegungen ihrer Schwänze und die Stellungen ihrer Ohren, daß sie allerlei Im Schilde führten. Die ungereimtesten Gedanken schossen mir durch den Kopf. Ich hatte eine Vision von einem Hund, der die Zahne fletscht und durch einen offenen, leicht bewegten Schirm vertrieben wird. DaS war mein Fingerzeig. So ruhig wie Ich tonnte — Denn ich zitterte vor Angst -- nahm ich das Futteral meines Krimstechers von der Schulter, packte die Enden des Riemens und wirbelte das Futteral durch die Luft, wobei ich ein Derfeikecgeheui ausstieß. Aber noch bevor ich mein eigenartiges Geschoß schleudern konnte, halten alle vier mit einem dumpfen Gebrüll Kehrt gemacht, und weg waren sie. . der Boden muß deshalb mit Kall entsäuert werden. Eine sachgemäße Kompostierung ist für einen neuzeitlichen Wiesenbau unerläßlich; alle drei bis vier Jahre muß eine Wiese neu gedüngt werden, und zwar nach Dem ersten Schnitt. Am notwendigsten ist Stickstoffdüngung, denn sie bewirkt die Eiweißbildung in der Pflanze. Weiter besprach der Redner verschiedene Düngungsfragen und meinte noch, daß der erste Schnitt in Deutschland im Durchschnitt 14 Tage früher stattfinden könne; namentlich wäre das möglich, wenn nut Stickstoff gedüngt worden ist. Bei der Weide muß im Sommer vor der Stickstoffdüngung gewarnt werden, weil die Frehlust der Tiere darunter leidet. Den Wiesen» und Futterpslanzey sind die besten Wachstumsbedingungen zu geben. Die Auswahl der Gräser ist am besten Sachkennern der Grünlandwirtschaft zu überlassen. Bei Erörterung von Fragen des Futtecanbaues besprach der Redner hauptsächlich den Rotllee und die Luzerne. Sn seinen Schlußworten machte er auf die bisherigen Erfolge dec Gcünlandbewe- gung aufmerksam und forderte die A^wcfentan auf. sich die neuesten Erfahrungen 8U eigen zu machen. Dem mit starkem Beifall ausgenommen^ Vortrag folgte ein lebhafter Meinungsaustauich. An den Redner wurden zahlreiche Anfragen gestellt. worauf dieser Auskunft erteilte. Im zweiten Teile der Tagung wurden em Grünland-Film und ein Silo - Fil m gezeigt, die bei der Versammlung großes Interesse fanden. Vom Kanusport. Der Sport, wie er heute betrieben wird, ist meist Körperübung in der Natur, ahne bewußten Genuß ihrer Schönheit und Reize. Die Natur wurde lediglich Betätigungsfeld und Mittel zum Zweck. Die anderen aber, die nur um der Natur willen ins Freie hinausgingen, hören sich nicht gerne „Sportler" nennen: Sport und Naturgenuß sind also scheinbar zwei Dinge, die nicht harmonieren! So stand es bi$ vor einigen Jahren — der Wanderer war dem Sportsmann fremd, man hatte feine gemeinsamen Berührungen. Erst das Kanu schuf hierin eine Acnderung; cs hat die Interessen beider Gruppen verknotet, gab dem Sportler Gelegenheit zu reicher körperlicher Betätigung und führte gleichzeitig dcn Wanderer auf neue, bisher unbegangene Wege, die schöner, ruhevoller und anregender sind als alles, was ihm das trockene Land bisher bot. Diese Doppelstellung zwischen reiner Leivesübuna rmd Naturerlcben, diese Bindung der körperlichen Betätigung mit Gemütswerten ist auch die Ursache für die überraschend schnelle Ausbreitung des Kanusportes in unserem Vaterlande! Vom Ruderer anfangs aofallend kritisiert, vom Segler ob der Kleinheit seines Schiffleins mitleidig belächelt, hat sich der Kanusport heute Überall durchgesetzt und in De 'tschlands Sportkreisen eine wichtige Stellung errungen. Jene, Die den „Paddler" einst belächelten und ihn nicht als voll anerkannten, hatten Des Wesen der Sache noch nicht erfaßt, denn Kanufahrt ist ein Sport, wie er anregender und großartiger gar nicht gedacht werden kann. Allerdings, der Paddler lebt mehr im Verborgenen, er ist nicht so öffentlich wie die Ruderer, deren schnelle Boote vor den Ufern unserer Wasserstädte üben, er wirkt auch auf Wanderfahrten nicht so sehr durch eindrucksvolle Exaktheit, wie die Besatzung eines Vierers oder Achters, deren Anblick besticht; und auf der weiten Fläche einer belebten Segelbahu fällt sein Heines Kanu selbstverständlich nicht so itart ins Auge, wie eine große Jacht, die mit dreißig oder fünfzig Quadratmeter weißer Leinwand am Mast pfeilschnell durchs Wasser eilt. Der Kanumann ist eben einsamer und in weit böserem Maße aus sich felbft angewiesen, als seine Vettern vom Rc.llsitz und Peitschenmast! Schon die kleinste Wasserreise stellt ernste Anforderungen: Geschicklichkeit. Orientierungsvermögen, schnelle Entschtußfähigkeit. Wagemut und Besonnenheit in heiklen Lagen, dazu je nach Art und Länge der Fahrt ein gutes Teil körperlicher donkenkceiscs, auch Buchbinder-Handwerkszeuge, mit denen er feine Manuskripte selbst hergestellt und ausgeschmückt hat." Wie so viele Dichter belaß Strlndberg auch eine malerische Begabung und ließ seine Phantasie beim Niederlchreiben seiner Werte in Bilder auSströnien. Die er Dann selbständig als Maler und Zeichner gestaltete. Daneben verwandte er auf die Herstellung seiner Manuskripte große Aufmecksamkelt und machte sie dadurch zu bibliographischen Merlwürdigkeiten ersten Ranges. Selbst In der Zelt der größten wirtschaftlichen Rot schrieb er auf echtes Bütten und zeigte sich als ein kunstvoller Schönschreiber, der jede Seite mit buntem T^trand versah und seine Manuskripte mit Initialen und Vignetten verzierte. Die selbstverfertigten Einbände entsprechen in ihrer Form und Ausgestaltung dem Inhalt des Wertes. Die Anregung zu dieser Ausgestaltung seiner Handschriften, die an die Arbeiten mittelalterlicher Mönche gemahnen. verdankte ex wohl seiner Tätigkeit als Bibliothekar, wahrend der er viel mit mittelalterlichen Handschriften zu tun hatte. Er sammelte fo bedeutende schriftkunmiche Kenntnisse, die er für die wundervollen Schönschristen seiner Manuskripte ausnutzte So ist z. B. das Spiel „Mittsommer" aus blaß- grünes Papier geschrieben, und der in dorten Farben gehaltene Umschlag versucht auch schon äußerlich den lyrischen Dust dieser Komödie auS- zudrücken. Die Handschrift des Marchenfpiels „Abu Casems Pantoffeln" Kt ganz in der Art orientalischer Manuskripte gehalten: die persischen Schriftzeichen sind mühevoll in Gold, die andere Ziecschrist ist mit bunter Tusche gemalt. Die Titelblätter sind alle farbig ausgefuhrt und z. T. mit sehr bezeichnenden, Schmuck versehen. Die Freude am bildtünstlerischen Gestalten vereinte sich hier mit dem Drang, seinen Schöpfungen auch ein entsprechendes äußeres Gewand zu verleihen. und schuf so einzigartige Werke der Handschriftenkunst Frankfurter Theater. Die erste Uraufführung 1£27 im Schau- spielhaus ist- „Ein besserer Herr" von Walter Hasenelever. Rach langem Schweigen redet der Dichter wieder auf dem Forum der Buhne, diesmal ist es ein zweiteiliges Lustspiel, das ec dem Publitum mitzuteilen ha'.. Glosse auf Zeit, Menschen. Lebens- und Arbci.stempo will das Lustspiel geben. Dieser ..bessere Herr" ist die Mensck gewordene Phrase aller Heiratsannoncen ptel. " fttie w v.nb Unterorbnun» Dn Kanusahkn ?9‘n w‘ Sompf mH btn freier Äasferdohn, auf M«f gefahrvollen M. Ötlß unb Wirbel kein 1 Mund anerfennenb iu> ill winkt. — So komm! >>e Werbung fast zwecks ni>, wenn sie nicht durch mtlidjM vor Augen ge Wei damit feinem eiac lenste! a der Kanufport: Dem Aus Weilsahrlen, deren g vorongeht, werden die n, auf gemütvoller Das- Sinne an den Wundern numann in Ihrer ganzen 'er heimlichsten Poesie öandwanderer ewig ver Ährte Leben und Weben ,e seltsame AerKäumtheit Sumpfaebiete, machtvolle serer reifenden Pergflüffe dem recht empstndender. i! Die Schönheit unserer ins, der Donau, der Elbe n Zuflüsse kann er in roeil i, als der Reisende, den le Zuge olel zu rasch au i; wo if)n ein ßilb fesselt, ihn ein Ziel im Sinnen Boot einem freundlichen und wandest dann am weit er M - :uinen und Äapcken, ihm inet, denn sein leich ee^ let Küste landen, ihm sind onderstrasien, wo H esichtrpunktenerlchliehl''nd it zeigt, die sich, dem Land ft der Kanumann von g« ' von bezahlter Unterkuck Kursbuch, keine lärmende nn er abseits der N"ben SÄ*' MM; alter Mad- iiebesbeMmsai^ n SUNäE A , bc((tn r neuen M umspu"f'^sompabisi ung eins. - |u^t durch 5 Gatten. «ÄoM>ns «J 6'3$ SS St-nfiRS i'fe.j» an rst dann wU wirb d? 0% 3»V> ,rel0Tur irde g Än£’t fofort »" AM KtzN •^ranLn S'US^le ll* y •* < L der rin? £6,0011 '""dslanlen^x"'^ len iu yinb die n bAnö Die Überlassen ^^£01 blich den S® be- e der tw ,°°chte er tttle bie'ilS6'’1-’ ** . ZM ?in W wurden rm un9 großes 3nlct?|i? Baffer, beim fein eingebetftes, birf)toerfd)Ioffenes Doot trotz noch Wind unb Wetter, wenn sich der Ruderer mit seinem offenen Gefährt schon längst im schützenden Hofen geborgen hat. So ist das kleine Schiffchen ein Mittel geworden, die Schönheiten unseres Vaterlandes erst recht zu genießen und am Herzen der Natur Erholung, inneren Frieden und frische Kraft für schweres Tagewerk zu finden. H. Freude!. Die Spiele in der D. T. GauverbandSspieltag. -= Der Spieltag des 1. Gauverbands des Mittelrheinkreifes der D. T. (Gaue Helfen. Frankfurt a. M., Offenbach- Hanau. Main und Kinzig) fand am Sonntag in Frankfurt a. M. unter dem Boriitz des l.Dou- verbandfpielwarts Klinge (Frankfurt a.M.) statt. Dem Jahresbericht des DerbandspielwartS war zu entnehmen, daß der Handball in sämtlichen Gauen zugenommen hat. dagegen die Sommerspiele stark im Rückgang begriffen sind. Trommelball, Schleuderball und Barlauf wurden im Gauverband überhaupt nicht mehr gespielt. Schlagball-Turner, Schlagball-Turnerin- nen und Handball-Turnerinnen hätten nur noch im Gau Frankfurt a. M. eine Pflegestätte gehabt. Etwa« belfer stehe es mit dem Faust- b a l l. Dieser habe aber auch nur in den Gauen Hessen und Frankfurt a. M. zugenommen. 3n der Aussprache wurde von allen Seiten eine Wiederbelebung der Sommerspiele, die in der Turnerschaft seit 3ahreS Zeiten ein eiserner Bestand der vielseitigen Betätigungs- Möglichkeiten gewesen, für notwendig gehalten. Sine Förderung des Spielbetriebs erhofft der Gau Frankfurt von der Einrichtung, auch die Sommerspiele in Bor, und Rückspielen auszutragen. Die Anregung der Frankfurter wurde allgemein gutgehelßen; es wurde empfohlen, zunächst im Spielplan der Gaue die Bor- und Rückspiele vorzusehen. 3m Handball beginnen die Ausstieg- spiele der Gaumeister am 21. April, und zwar in Bor- und Rückspielen. Teilnahmeberechtigt sind die Gaumcister von Hessen (T. u. Spv. Marburg). Frankfurt a. M.. Ossenbach-Hanau und Main. Die zwei besten dieser vier Mannschaften steigen in die Gauverbandssonderklasse aus. T. u. Spv. Butzbach, der seitherige Gaumeister des Gaues Hessen . und T. u. Spv. Klein-Auheim, die die Tabellenletzten bei der letzten Gauverbandsrunde gewesen sind, steigen wieder in ihre Gauktassen ob. Als Gauverbands- meister im Handball ist der Altmeister Tv. Seckbach ungeschlagen geblieben. Ein schwieriges Kapitel war die Durchsprachv der neuen Kreis st rasordnung. Wegen zu hohen Geldstrafen, mit denen die geringsten Der- gehen belegt werden sollen, wurde der vor- * liegende Entwurf von allen Seiten mißbilligt. Aus allgemeinen Wunsch gibt die Gauverbandsleitung einen Antrag an den KreisspielauS- schuß beiter, worin gebeten wird, von Geldstrafen abzusehen und mehr durch erziehliche Maßnahmen etwaige Llebelstänbe zu beseitigen. Nadclub Germania Gießen. Die 1. und 2. Radballmannschast deS Radclub .Germania" spielte am Sonntag in Limburg anläßlich dcS SaalsportsesteS deS Radfahrervereins .Rassovia" gegen die 1. und 2. Mannschaft des RadfahrcrvereinS 1885 Gießen. Die 1. Mannschaft deS Radclub .Germania" (W. Bon E i s f. K. Pfund) spielte gegen 1385 1. Mannschaft (Deibel-Epielmann) 14:5. und gegen die 2. Mannschaft (Gebe. Keßler) 13 :4. Die 2. Mannschaft des Radclub .Germania" (O. R ö- diger. H. Faber) gewann nach scharfem Kampf gegen die 1. Mannschaft von 1885 9:8. (Europatour amerikanischer Schwimmer. DaS bereits recht ausgedehnte internationale Schwimmfportprogromm für 192 Z scheint noch durch ein weiteres bedeutendes Ereignis bereichert werden zu sollen. Wie uns aus Magdeburg berichtet wird, ist die Schwimmabteilung deS Reuyork Athletic Club an den Schwimmsport-Club .Hellas" her- angetreten, für sie eine Europatour für den Spätsommer zusammenzuftellen. Die Mannschaft der Reuyorker wird so zusammengesetzt sein, daß sie sich an Wasserballspielen. Staffeln und Einzelwettkämpfen beteiligen kann. Die Dauer der Europatour ist auf etwa vier Wochen bemessen. wobei alle großen Schwimmsportzentren berücksichtigt werden sollen. (Ein Heim für neue Pflege der Leibesübungen. Am Wittwochnachmittag fand in Kassel- WllhelmShöhe unter großer Anteilnahme der Behörden und der angeschlossenen fast 7000 Dereine die Einweihung der neuen Zentrale deS ReichsverbandeS der 3ungmänner- bünde Deutschlands statt. 3n der 6ln- weihungSrede des ReichSwurts der 3ungmänncr- bünde Deutschlands, sowie in der Begrüßungsrede des Vorsitzenden des Reichsausschusses für Leibesübungen Dr. Berger kam zum Ausdruck. daß in diesem Heime vor allem eine neue Pflege der Leibesübungen mit der Zielsetzung der Harmonie zwischen Leib und Seele betrieben werden solle. Was der Sonntai bringt. Bezirks!igavor?chau für Hessen-Hunnover. tz. Der kommende Sonntag ist im ganzen Bezirk mit nur zwei Spielen dec Rordgruvpe beseht, von denen das Haupttreffen In Kassel zwischen Spielverein und dem Eportclub 03 von gewisser entscheidender Bedeutung ist. Den letzthin gezeigten Leistungen nach mu» man 03 für eine Kleinigkeit besser halten, ohne damit aber etwas Endgültiges sagen zu können. DaS andere Spiel in Kassel zwischen Tura und Göttingen 05 sollte unter normalen Umständen mit dem Siege von Göttingen enden, da letztere sich in aufste'gender Form befinden. Bon Turas letzten Leistungen ist man nicht besonders erbaut. II. Bezirksklasse Lahnkreis. tz. Rüchsten Sonntag sind 10 Mannschaften in 5 Tressen im Kampf, darunter ein Lokalkamps in Wetzlar zwischen Niedergirmes und D. C. Die zweifellos bessere Leistung der D. C.er kann durch die größere Energie und Härte der Riedergirmeser leicht einen Ausgleich erfahren. Gießen 1900 hat aus eigenem Platz Gladenbach als Gast, und sollte diesmal bestimmt gewinnen können. Ein weiterer harter Kamps steht in Ockershausen gegen den F. C. Wetzlar bevor. Beide Bereine erscheinen gleich stark, so daß man mit einem Unentschieden rechnen kann. Frankenberg gegen Herborn sind auch eine ungefähr gleich starke Paarung. Buhba ch gegen Dillenburg wird für letztere auf dem Butzbacher Platz nicht zu gewinnen fein. D. f. B. Rach einer Ruhepause von drei Sonntagen findet am kommenden Sonntag auf dem Wald- sportplatz wieder ein LigagesellschaftS- spiel statt. »D. s. B. Ku rh ess en" Warburg ist der Gegner. Wohl haben die Marburger Bereinigten in der verflossenen Ber- bandsspielrunde keine überzeugende Rylle zu spielen vermocht, mußten auch am vorigen Sonntag vom F. C. 05 Wetzlar eine 2:3-Riederlage ein» stecken, sie sind aber trotzdem dank einiger sehr guter Einzelkräste als recht gefährlicher Gegner anzuseben. Aller Boraussicht nach steht ein sehr interessantes Tressen zu erwarten Spielvereinigung 1900 Gießen. ö. Die Ligaelf empfängt am kommenden Sonntag die zum erstenmal in Gießen weilende Ligamannschnst des Sportclubs Gladenbach. Das Dorspiel in Gladenbach konnte 1900 ganz knapp 2:1 gewinnen Die Hinterländer haben eine äußerst ballsichere Verteidigung und einen ganz vorzüglichen Torwart. Die bessere Spielerfahrung der Plahbesitzer dürste trotzdem den Ausschlag geben. Da F. C. Wetzlar 3 abgesagt hat, geht vormittags ein Trainingsspiel Ligareserve gegen Lehr Mannschaft vor sich. Man ist gespannt, wer ber Bessere ist. Die 1. Jugend hat sich B. f. B. Friedberg zum Rückspiel erkoren. (Borspiel 3:3.) Die 1. Schüler haben D, f. B. Kurhessen-Marburg zu Gast. Auch die Handballer treten erstmals wieder auf eignem Platz mit guten Gegnern in die Schranken Um die Kreismeitterschaft im Arbeiler-Turn- und Sportbund. £ Am kommenden Sonntag finden die Spieß- um die Kreismeisterschast ihren Abschluß. B. f. L. Bornheim hat sich durch seine letzten Spiele schon einen derartigen Dorsprung gesichert, daß die Mannschaft unbestrittener Meister ist. Der Kamps geht in der Hauptsache nur noch um die Reihenfolge der nachfolgenden Mannschaften 3m wichtigsten Tressen treten B. f. L. Bornheim und Mörfelden in Frankfurt an Mörfelden war die einzige Mannschaft, welche die Bornheimer während der ganzen Serie schlagen konnten DaS im Dorspiel erzielte 2'0-Ergebnis dürfte sich diesmal in Bornheim wohl kaum wiederholen Friedberg und Hanau geben sich in Hanau ein Stelldichein Hanau wirb wohl seinen Anhängern nicht das Schauspiel einer Rio» derlaae bieten wollen und sich dementsprechend einstellen, zumal die Mannschaft auf eigenem Platz sehr schwer zu schlagen Ist. Rach der Spieleinteilung hat Gießen In Wiesbaden gegen den dortigen D. s. R anzutreten: sie wird. sallS die Mannschaft nicht vorzieht, auf den aussichtslosen Kamps zu verzichten, wenig Aussicht auf Erfolg haben. Sie Spiele Im Bezirk. Die Ib und II. Mannschaft GießenS haben für den Sonntag Spiele mit dem Männer- turnoereln Marburg vereinbart. Die Ib- Mannschaft wird in Marburg auf einen Gegner treffen, der gegenüber den Gießenern vieles voraus hat. Marburg hat immer gute Kombinationsspiele gezeigt. Die Hintermannfchast ist e:n starkes Hindernis. Die -weiten Mannschaften werden sich ein ausgeglichenes Spiel liefern, bei dem eS wohl ohne besonders hohe Riederlage abgehen wird. Heuchelheim hat sich einen besonders ernsthaften Gegner auSgewählt. Die erste Mannschaft der Freien Turnerschast Offenbach ist Gastgeber. Heuchelheim wird sich In der Mainstadl alS Gegner präsentieren, ber auch von besten Mannschaften ernst genommen werden tollt Das Haupttressen wird durch ein Spiel der zweiten Mannschas- t e n eingeleitet Rach dem sich die Fahrt der Wiefecker nach Butzbach am Sonntag In letzter Stunde zerschlagen hatte, sind diese Spiele für den kommenden Sonntag abermals vorgesehen. Die erste Mannschaft WieseckS und die 3ugendmannfchasr haben die meisten Aussichten auf den Sieg Handball. Melsterfchafteentscheibung von Hessen-Hannover TL. S v. in Dehlar. tz. Am nächsten Sonntag kommt in Wetzlar das entscheidende Borspiel für die Handballmeisterschaft deS Bezirkes Hessen-Hannover im Westdeutschen Spielverband zum Austrag. Die Wetzlarer Handball-Els ist derzeit die sportlich beste und leistungsfähigste des LahnkreiseS. Gegner sind die vereinigten Kurhessen-Polizisten Kassel. Aus eigenem Platz erscheint der vor- jährige Meister, Wetzlarer F. C. Polizei (ebenfalls bereinigt), eine Kleinlgkctt besser. Sprechstunden der Nedaktion. 12 bis 1 Uhr mittags. 5 bis 7 Uhr nachmittagr- rmrnslag nachmittag geschlossen. Jüt annerlangt eingesandle Manuskripte ! ui)Qe beigesiigies Rückporto wird keine Gewähr I übernommen. Anzeigenauftrage sind lediglich an bk Geschäftsstelle zu richten amrro ........... II....... 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Dem Vertrage entnehmen wir u. a. sol- gendes: Zur den Fall, daß der Verkauf von 340 OCO Tonnen Kali im Laufe des fünften Jahres nicht erreicht wird, wird vereinbart, daß unter allen älmständcn vom Anfang des sechsten wahres ab die Quantitäten, welche über den höchsten Jahresumsatz^ der fünf ersten Jahre hinausgehen, im Verhältnis 50 zu 50 geteilt werden. Veide Parteien sind verpflichtet, per 10., 20. und ultimo jeden Mona's die genauen Ziffern über die Aufträge. Verladungen und Verschiffungen aufzugeben. Vor Schluß des Dünge- bzw. Dor- rechnungsjahrcs soll auf jeden 'Fall ein voller Ausgleich der Deteiligungszissern erreicht werden. Wenn derselbe infolge höherer Gewalt nicht möglich ist. so erfolgt der Ausgleich entweder durch Rachlieferung oder dadurch, daß die in Vorsprung gekommene Partei an die im Defizit gebliebene Partei eine Vergütung von 15 Proz. Brutto des Erlööpreises in den in Betracht kommenden Ländern zahlt. Es wird eine Kontrollkommission ernannt, welche die Richtigkeit der von beiden Ländern gemachten Angaben ge- gebenensalls zu prüfen hat. Da die Zusammenarbeit den Zweck hat. den Kaliabsah nach den Dedürfnisscn der einzelnen Länder zu entwickeln, Ersparnisse in den Geschäftskosten herbeizuführen und eine unnötige Verteuerung des Kalis für den Verbraucher zu vermeiden, fo soll das vorgesehene Dertellungsverbältnis (70:30 bzw. 50:50) in keiner Weile ausschlicßcn, das; die beiden Parteien die Tonnage von Land zu Land nach einem besonderen älcbereinkomm-m aus'auschen. wenn dies vom vrakti'chen Gesichtspunkt ans ratsam erscheint. Für Differenzen soll die Arbitrage etnrm Sck i dsgerfcht übertragen werden. Bei festgestel^en Verfehlungen werden Bußen bis zum fünffachen Betrage des Objektes und im Wiederholungsfälle innerhalb eines Jahre- bis zum 1 Cf ackert Wert de§ Objektes, für welche die Arbitrage anzurufen ist. der Gegenpartei zuge^prochen Der Dewrag wird auf die Dauer von ? Jahre in Kraft und verlängert sich bei einjähriger Kündigungsfrist stillschweigend von fünf zu fünf Jahren. • • Reue Verhandlungen der I. G. Farbenindustrie mit den Rheinstahl- Großaktionären? Wie der DHD. erfährt, hat die I. G. Farbenindi'.strie bzw. ihr nahestehende Kreise die Verhandlungen mit den ©roRaftinrär-n bei Rheinstahl zwecks Erwerb dieses Ak's-mpaketes wieder ernsthaft aufce.xom- men. Es handelt sich um den Besitz der sogen. Arenberg-Gruppe. die unter Führung des Auf- sichtsrats"vrsi''enden von Rheinstahl, Bergas^cs'or Krawehl. steht. Diese Gruppe dürste mehr als 25 Vrozent des Aktienkapitals von Rheinstahl besitzen, könnte also die endgültige Angliederung der Rhinischen Stahlwerke an die I. G. Farbenindu'trie mit sicherer Sperrminorität verhindern. Angesicht; der aussichtsreichen Versuche der Ruhrkohl nindustrie auf kohlechemischem Gebiet scheint die I. G. Farbenindustrie auf eine baldige Angliederung von Rheinstahl, die nach ihren bisherigen Verlautbarungen erst für spätere Gelegenheit vorgesehen war. Wert ?u legen, um nach erfolgter Fusion als direkter Vertreter in den Verbänden eine sichere Beobachtung ihrer Bestrebungen gewährleistet zu sehen. Aus diesen Gründen Dürfte die I. G. Farbenindustrie bzw. die ihr nahestehenden Kreise neben den bekannten Dörsenläusen in Rheinstahlaktien nunmehr alle Mittel auftoenben. um das erwähnte Minori- tätspaket in ihre Hände zu bringen. "Verkauf einer Kruppschen Hütte. Zwischen der Friede. Krupp A. G. und der Stadl Reuwied schweben Verhandlungen über den Verkauf der der Firma Friedr. Krupp A. G. gehörenden Hermannsh'lte in Reuwied, die seit Mitte 1925 stilliegt. Wie der WTB.-Handelsdienst weiter erfährt, ist der Verkaufsvertrag unterzeichnet worden und bedarf nur noch der Genehmigung der Behörden. Der Verkaufspreis beträgt 200 C00 Mk. Das Gelände ist 83 Morgen groß. Die Stadt Reuwied will das neuerworbene Gelände für industrielle Zwecke benutzen, und zwar für die chemische Industrie. Frankjur. ->dc. Frankfurt, 14. Jan. Tendenz: Rach lebhaftem Beginn wieder ruhig. — An der Effektenbörse blieb zunächst die we.tere Verzögerung der englischen Diskontennäßigung ohne Einfluß, da die ©runbftimmung wieder durchaus s e st lag. Immerhin wurden Tausch-Operationen vorgenommen, besonders in den bisher bevorzugten Bank- und Montanwerten. Gesucht blieben vor allem I. G. Farben, Elektro- und Schissahrtsaltien sowie variable Werte. Rach der Einführung von Kleyer als Terminpapier machte sich eine starke Rachsrage von nominell rund 100 000 Mark geltend, wodurch das Papier um 3 Prozent anziehen konnte. Auch die übrigen Autoaktien konnten sich befe'ligen. Dan C hernie- werten zogen I G. Farben um 2 Prozent an. Elektroaktien lagen freundlich, wem 'ich auch die Besserungen in engen Grenzen hielten. Siemenswerte plus 1,5, Lahmeyer plus 1.25 Proz. Bankaktien überwiegend schwächer. Barmer Bankverein minus 3 Prozent. Am Montan- markt verloren die Werte der Rhein-Elbe- Gruppe 1,5 Prozent, dagegen bleiben reine Koh- lenererte sehr gut behauptet, da im englischen Kohlenbergbau erneut Strei. ge ahr besteht. Kali- aklirn weiter anziehend. Bauaktien lagen sehr fest. Maschi en "erte nur knapp behauptet. Die Rentenmärkte lacen sehr ruhig und ohne nennenswerte Kursre'änfe ungen Der Geldmarkt ist weiter sehr flü'fig, die Sätze waren kaum verändert. Im Devisenverkehr konnte sich die R:ichsmark gegen Kabel auf 4,2135 und gegen London auf 20.4475 befestigen. Paris stellte sich gegen das Pfund auf 122,10; gegen dir Marl auf 110,75. London- Kabel 4,8535. Börsen korle. 5% Deutsche ReichSan ride . 4% Truli^t NetchSanleide . 3 v „ Jm'fd)' 9Lid>»anleQe 3% TeuifkUC iHcidjSmleil): . Deutsche Zonrurjuiienanlcit): 4’/o Prcuhtsche 'toniuS» rimanü J.uro Kirre Rn r« '* •IT*. 13. 1. 14 l. U. 1. 14 1. ■i SS5 u.t-9 ü.tteot . U x9 0 S9.Ü — U.87 0.877 0 HT25 — c .875 U 87 U.9 — n.9: ü 86 3 0.59 — o.57 — 0.8775 0,865 0,863 — — — — - * — —_ ICO — - — --- — — — 16.85 16.6? 16,6 — 43.5 43 43.1 — 275 271 274.5 222 <21 22.1 221.75 »71.9 ?69 270 192.5 191 192.5 192 185.75 1X5 185,75 184.75 186 185 16-5.75 181.75 184.5 185 183 9 1K5 — U-9.25 188 5 9 5 9.37 9 179 — >79,25 177.75 18' 185.75 1M1.5 118.5 120 118.12 14.75 - — 188 188 . 5 186 188,75 IM> 189 >86,12 189 19.i 5 191 75 1'8 75 192 170 171.25 118 173 174 75 178 174.75 179 87 6 - 87 68 .15 213 75 214 14 75 149 149 5 148 5 I4< 25 122 122 124 1'6 5 LG 5 1 17 2j 126.5 138 255 257 255 •/n. 201 2H4 9 •.'011.5 204 4 164 .'> 186 25 183 — Ilo — — 156.25 156.75 155 156.5 176 172 5 176 177.4 162 163 161,75 16.3 9 — — 149 150 - — 182 182 181 182 — 131 129,75 — — * — — 15n - 149.75 151 89 5 91.5 —- — '27 29.75 ,26 329 139,75 110.5 137,75 139.12 234 — — 172 9 173 5 172 173 75 171 — 168 171.5 177.5 179 75 176 179 181 i80 185 134.5 13j * — 169.75 171 1 8 172 206 2uti 205 268 5 12? 128 1211 128 5 88 5 89,75 89 69 9 46 — — _ 6? 65,5 — 4. 4 — 26 5 - 85 — — 189 * - - 130 — 131 - hl — 85,5 2 5 — 5 183 18.'.25 181 182 ■-50 — 2 4 -48 117 117.25 HO - 144.75 146 25 143.25 - Devisenmarkt Berlin—Franksurt a. TL Teleara vh11 che Auszahlung 13. Ian. 14 Ian. Amtliche 'Jton rung Amtliche •JZoticrnna <^eld Briet i^eld Brief Ämft.« 'Hon 168.34 168,76 168.13 168.55 Bu n -Airc- 1.733 1.743 1.738 1.742 Brss. ?tnklv os,57 58.71 58.50 58 64 Gbriftiania Kl8.ll 108.39 107.85 108,11 .1toD:nbnq:i> 112.29 112.57 112,16 112,44 fciortOolm 112,51 112.79 112,35 412,63 6clfntaforj. fttalien . . London. . . 10,50 18,30 10,63 18 34 10,58 18.40 10,62 18.41 -0,417 UJ.46U 10,411 20,46 Wen nort . . 1.212 4.222 4,207 4.217 Paris. . . 16.735 16.775 16.72 Ckbwei; . . 01,17 M.3? 61.085 81.285 Sva t:n . 67,52 67,68 67.32 67.48 Japan . . - 'Hio de Ian 1.056 2.06'1 2.1'45 ,2.049 .491 9.493 0.492 0.494 Wien in T C>'che Noten ...... Hollnndt'che Noten ...... fttr.lteniidie Noten...... Norweniicht» Noten..... Deutsch f? sterr.5100 Kronen Nnmautsche Noten...... Scbwedtiche Noten ..... Schwefrer Noten ....... Epantsche Noten...... Tlchechcnlowakfsche Noten . - Ungarische Noten..... 4,195 58.45 111.92 2O.4OJ 16,74 167,93 18 24 107,78 59.15 2.21. 112,27 81,18 67.28 12.445 73,45 4,215 58,75 112,48 20.509 16,82 168,32 18.37 108,32 59.45 2,252 112.77 81.58 67.8; 12.505 73.81 Berliner Börse. Berlin, 14. Jan. Während die Börsenspekulation nur zögernd neue Deckungen vornahm, setzten sich die Käufe des Publikums in recht bedeutendem Umfange fort: Die Banken- kundschaft bevorzugte Einheits - und festverzinsliche Werte, deren Tendenz sich wieder f e st gestaltete. In Termin- und variablen Werten beschränkte sich das Interesse auf Einzelpapiere. E l e k t r o a k t i en wurden stärker beachtet und gingen höher. Kaliaktien start anziehend. Mon tanwerte lagen überwiegend recht freundlich. Zrllstoffaktien bröckelten dagegen weiter ab. Eine günstige Aufnahme fand der Beschluß der Banken. bJm Mediotermin keine Kürzung der Reportgelder vorzunehmen und den Satz aus 7 bis 7' 2 Proz. herabzumindern. Am Geldmarkt hielt die Flüssigkeit unverändert an. Tagesgeld 3 bis 41Proz., Monatsgeld 51 ? his 7 Proz. Warenwechsel zu 45 . Proz. und Privatdiskonten zu 41 . Proz. rege gesucht, ohne daß nennenswertes Material herauskam. Im Devisenverkehr zog die Reichsmark in Reaktion aus die letzten Rückschläge etwas an und befestigte sich auf 4,2135 bis 4.2140 gegen Kabel. Das englische Pfund blieb weiter stabil mit 4 8535. Die übrigen Valuten zeigten keine erheblichen Veränderungen. Aranksurtcr Getreidebörse. Frankfurt, 14. Jan. Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 29.25. Roggen (inl.) 25 bis 25.25. Sommergerste (für Brauzwecke» 25,53 bis 27, Hafer (inl.) 20,25 bis 20.75, Mais (gelb) 19, Weizenmehl (inl., Spezial 0) 40.50 bis 41. Roggenmehl 36.50 bis 37. Weizenkleie 12,53 bis 12.75. Roggenkleie 12,75 bis 13. — Tendenz: Stetig, Futtermittel fest. Krankenkassen und Arzhonorare. WSR. Frankfurt a. TL, 13. Jan. Der Landesverband Hesse,, und Hessen- Rassau des Hauptverbandes Deutscher Krankenkassen, dem cu?;er einigen Heueren Kassen sämtliche Or viranlenlassen des Freistaates Hessen und der Provinz Hessen- Rassau angeboren, ha t: seine Arbeitge. er» und Arbcitnehmeroertreter zu ei e Versammlung nach Frankfurt a. TL cingeiaden, um neben andere., u ichtigen, die Kranlenversicherung betret enden Fragen zu dem Erlaß des preußischen Wohlfahrtsmi nisters Stellung zu nehmen, durch den das Arzthonorar um 25 Prozent erhöht uird. Der Geschäfts stih re r deS Landesverbandes, Knoblauch»Darin ladt, gab ein Bild von der Entwicklung der Arztfrage. Er wies darauf hin, daß ein großer Teil der Krankenkassen durch die Erhöhung der Arzthonorare gezwungen werde, die Beiträge zu erhöhen. Dadurch werde das Bestreben der Vorstände der Krankenkassen, einen 'Beitrags- abüau vorzunehmen, verhindert. Im Jahre 1924 seien für den Bereich des Landesverbandes an Arzthonorar 8 411 000 Mark audge eben worden, im Jahre 1925 10 810 000 Mark, also ein Mehr von 28 Prozent. Dabei sei schon jetzt sestzustellen, daß für bas Jahr 1926 die Aufgaben für ärztliche Behandlung sich weiterhin gesteigert hät.en. So beispielsweise Lei der All- gemeinen Or skranlenlane F.an.surt a. M um zirka 12 bis 15 Prozent, so daß sicher im gegenwärtigen Augenblick der schweren Wirt- schaftslri e es nicht notwendig gewesen sei, zu alledem iwch einmal eine Erhöhung um 25 Prozent eintreten zu lassen. Der Redner gab bann von einer ganzen Anzahl hessischer und Hesten- Rassauischer Kassen ge a_eJ Ma e.ia!, a ;ö dem hervorging, daß die Ausgab.'n für ärztliche Behandlung hoher waren als die Ausgaben für Krankengeld an die Mitglieder. Das sei ein Zustand, der dem Zwecke der Krankenversicherung zu. verlaufe, Denn schließlich fei die Krankenversicherung doch für die Mitglieder da und nicht nur für die Aerzte. Es müsse gesordert werden, daß die Verord >ung, durch die den Kassen eine 2eproz-mtige Mehrausgabe zugemutet würde, wenigstens so lange a’tfge.obe.i werde, bis Maßnahmen festgelegt seien, durch die die Kassen vor ruinösen Ausgaben deoahrt bleiben. Die Versammlung nahm schließlich eine Entschließung einstimmig an, in der aufs lebhabte,le bedauert wird, daß der preußische Minister für VoLswohlsahrt sich herbeigelassen hat, den 20prozentigen Abschlag von den Mindestsätzen der preußischen Gebührenordnung für Aerzte mit Wirkung vom 1. Januar 1927 aufzuheben. Zu dieser Maßnahme läge schon um deswillen kein Anlaß vor, als allgemein bekannt fei, daß die Einnahmen der Aerzte in den lebten Jahren sich Derart gesteigert hätten, das t on einer Totlage nicht die Rede sein könne. Speziell im Bezirk Hessen undHes- sen-Rassau häuen üch die ärztlichen Honorare vom Jahre 1924 auf 1925 um 28 Prozent erhöht, eine weitere Erhöhung sei nach den bis letzt festgestellten Ergeb st. en für das Jahr 1926 als sicher anzunehmen. D.e Kassenve.treter lehnten schließlich jede Verantwortung dafür ab, wenn Beitragserhöhungen vorgenommen werden müssen und richten Die dringende Bitte an den preußischen Wohlfahrtsminister, seine Verordnung üi.'Der zurückzuz.e'en. Ferner wurde Der Vorstand des Landesverbandes beauftragt, sowohl bei Der hessischen Regierung, wie aud) bei den Regierungspräsidenten in Wesbade i und Kassel vorstellig zu werden, um ihre Mitwirkung im obigen Sinne zu erhalten. Buntes Allerlei. Shaw als Büfjnenfigur. Shaw und Hall Gaine werden unter ihren eigenen Tarnen auf der Bühne in einem Stück vorgeführt, das demnächst in London gegeben wird. Das Stück, das den Titel „Sein wilder Hafer" hat, stammt aus Dem Französischen, wo Drei berühmte französische Dichter namentlich eingesührt wurden. 11m diese nun durch englische zu ersetzen, hat man sich an Shaw und Hall Gaine gewandt mit der Bitte, ihre Tarnen und Persönlichkeiten Dafür herzugeben. Shaw gab Die Erlaubnis in einem feiner witzigen Briefe, in Dem er schreibt: „Die Sache geht eigentlich den Lord-Kanzler an. Er verbietet gelegentlich die Darstellung wirklicher Persönlichkeiten auf der Bühne, wenn es sich nicht Dabei um solche Leute handelt, die der Lord-Kanzler als Richtse ansieht. Vielleicht bin ich einer von diesen, und in einem solchen Falle haben Sie nichts zu fürchten. Meine Maske ist schon oft auf der Vühne nachgeahmt worden, und ich habe niemals temperamentvolle Künstler daran gehindert, mit diesem Witz auf das Lachen des Publikums zu spekulieren. Ich würde niemals daran denken, einzugreifen, wenn nicht dieser Spaß in der unpassendsten Weise verwendet würde. Sie dürfen versichert sein, daß ich den Scherz nicht übel nehme, wenn er gut gespielt wird." 6h „Tomrnobfer“. Der „Schlüsselroman", der un‘er durchsichtiger Tlaäle bestimmte Persönlichkeiten darstellt, wird gegenwärtig besonders in England gepflegt, und die Dabei erfolgten Bloßstellungen bekannter Tiänner haben zu einem heftigen FelDzug gegen diese Art Der Dichtung geführt. Aber nicht nur Die Berühmtheiten haben sich zu beklagen, sondern auch ganz gewöhnliche Leute, Die der Beobachtungsgabe ihrer schriftstellernden Freunde zum Opfer fallen. Solche „Romanopfer" gibt es ja auch bei uns. Denn Der Dichter mnß nun einmal nach MoDellen schaffen, und das ist für die Modelle nicht immer angenehm. Deshalb wird man die bewegliche Klage begreifen, Die ein solches Romanopfer in einem Londoner Blatt anstimmt. „Ich erscheine als lächerlich: Figur in einem Roman, der vor einigen Jahren veröffentlicht wurde. Ratürlich n cht unter meinem wirklichen Tarnen, aber Die meisten Freunde des Dichters, Die mich kennen, haben mich sofort in der Romanfigur erkannt. Es war nicht seine Absicht, mich lächerlich zu machen. Aber unglückl cherweise verführt meine Persönlichkeit leicht zur Karikatur, Sreitag, 14. Januar 1921 und mein Freund ließ sich diese Möglichkeiten in seiner Darstellung nicht entgehen. Er übertrieb meine Geistesabwesenheit, meine unpraktische Lebensführung, meine mannigfachen Seltsamkeiten, die aus einem scheuen Wesen entspr eßen, und erzählte ausführlich die vielen humoristischen Hindernisse, die ein Mann wie ich auf seinem Lebensweg finbet. Alle meine Freunde schüttelten sich über das Buch und sagten, da träte ich Drin, „wie ich leibte und lebte". Mich hat das verletzt. Zum erstenmal wurde mir klar, wie .schrullig" ich andern Leuten erleb.inen muß: das machte mich noch unsicherer und scheuer in jeder Gesellschaft. Außerdem bemerke ich. daß der Eharalter in Dem Buch meine eigene Persönlichleit bei meinen Freunden ausgelöscht hat, die in mir nur noch den Mann im Roman sehen und nicht mehr mich selbst. Die Leute betrachten m ch unbewußt mit einem leisen Lächeln, und in ihre Freundlichkeit m scht sich ein Ten von Geringschätzung. Mein Fall ist Der von vielen Hunder.en, die das zweifelhaf'e Glück haben, m.t Romanschreibern bekannt zu fein. Wir sind DaS Rohmaterial für ihre Arbeiten. Aber während sie das Urheberrecht an ihren Werken haben, haben wir nicht das dlrheberrecht an unferm Wesen." Gepanzerte Pferde beim Etterkampf. Die Resormbestrebungen, die den s-anischen Rationalsport, Den Slicrlamps, „menschlicher" gestalten wollen, haben jetzt endlich zu einem greifbaren Ergebnis geführt. D:r spanische TL.n.ftcr des Innern, General Martinez Ani.w. hat einen Wettbewerb ausgeschrieben für Den g cijnetften Schuhpanzer, mit Dem Die Pierde beim St erkämpf ausgerüstet werden tonnen. Wird ein solcher Panzer gesunden und bewährt er sich, Dann soll das Anlegen dieser S hutzvorrichtung bei allen Stierkämpfen zur Psliast gemacht werden. Es wäre sehr zu wünschen, daß man auf diese Weise die Leiden der armen Titre verringerte. Die berittenen Pikadore haben bekanntlich die Ausgabe. Den Stier durch Lanzenstiche zu schwächen und ihn für die Krönung des Kampfes Die Erlegung durch den „CfoaDa", reif zu machen. Die Lanze hat an Der Spitze eine Vorrichtung, durch die Le nur einen Zoll tief in Den Racken des Tieres eindringen kann. Der Stier muß mindestens drei solcher Lanzenstiche in die Halsmu.keln empfangen. Zu diesem Zweäe wird er auf Den Pilador gehetzt, der auf einem Klepper, dem die Augen verbunden sind, des Ansturms harrt. D.r gefchi t? Pikador bringt seinen Stich an, bevor Die Horner des Stieres das Pferd berühren. Aber Die Vikadore. schwere Männer in sehr gewichtigen Kostümen. Die meist auf elenden Tieren sitzen, sehen sich nicht re.n Der Gefahr etnes Falles aus, indem sie Ich rasch vorwärts beugen, sondern opfern lieber ihr Tier und stechen erst zu. wenn der arme Gaul bereits mit Dem Horn des Tieres Bekanntschaft gemacht hat Würden Die Perde nun durch einen Sicherheitspanzer geschützt werden, D.r Brust, Flanken und Bauch bedeckt, und Der nicht zu schwer ist, um Die Tiere an der Bewegung zu hindern, so würde dadurch dem Sticriampf viel von seiner Scheußlichkeit genommen. Cs würden dann weniger Pferde geopfert werfen: die Veranstalter wären in der Lage, besser? und kräftigere Tiere zu laufen, und Die Pckadore würden ihre Pferde nicht so roh behandeln. Jetzt kommt es oft vor, daß man Die Tiere auf unmenschliche Weise blenDet, daß man ihnen Die Ohren mit Sand vollstopst, shwerverwundete Tiere, Die vom Stier au,geschlitzt sind, rasch zusammennäht und wieder in Die Arena treibt. Man beabsichtigt, einen besonderen Aufseher in Den Ställen Der (Stierarenen anzustellen, der Darauf achtet, daß solche Grausamkeiten nicht mehr vorkommen. Die Sticrkämp'er erllären, daß sie diese Reform durchaus billigen. Die eigentliche treibende Kraft aber ist Die sehr einflußreiche TZaDriDer Gesellschaft zum S u.j Der Tiere und Pflanzen, Die zwar nur 203 Mitglieder hat, Deren Komitee aber hervorragende Mitglieder Der Gesellschaft bilden. Lebte Nachrichten. Die Gewerkschaslsführer bei (Turnus. Ju dem Empfang der Gewerk'chastsführer durch den RcichSwirt.cha tsminis.er Dr. Cnrtius wird noch ergänzend milgeteUt, daß auch die Herren Otto und B a 11 r u s ch von den christlichen Gerrerkschas.en und Brot vom Deutfchnatioralen Handlungsgebllfen-Verband eine Unterredung mit Dem Minister hallen, in dem sie ei.-.e Löfung folgender sozial und wirtfchastspolitischer Fra- gen als besonders dringlich hmstellten: Sozialpolitisch: Eine tragbare Zwischenlösung auf dem Gebiete der Arre tszeitsrage bis zum Inkrafttreten^ des Arbeitsschutzgefehrs. Dabei wurde ausdrück.ich hervorgetzoben, daß Der zurzeit vorliegende Entwurf Di.«es Gesetzes Die Ge- werkschas.en kci eswegs be riebi ,e. Ferner wäre eine gute Regelung Der Frage Der Sonntagsruhe, Der Arb.ilslofenverfccherung und Des Be- russausbildur.gsgefeyes nolwendig. — Wirtschaftspolitisch: Baldige pari äiische Ausgestaltung Der öffentlich-rechtlichen Wi.tfchafts- lammem, beschleunigte Durchführung des Ar- b.iisbeschai.ungsprogramms, to.rliame Maßnahmen auf Dem Gebiete Der Kartell- unD Preis« poillik und Die alsbaldige Fertigstellung e'.i.es auf längere Sicht berechneten Wohnungsbaupro- gramms. Ein Auio verbrannt. Gestern, Donnerstag, vormittag g?g?n 11 Uhr ist auf Der Landstraße zwischen Hausen und Gießen in Der Rähe des Forsthau'es unterhalb vom Schiffenberg das auf Der Fahrt von ®rü- ningen nach Gießen befindliche Personenauto des Maschinen-Grohhändlers und Generalcer- treters Wilhelm Gotthardt aus Dielkirchen (Kr Limburg) bis auf die Eisenteile völlig verbrannt. Das Plnglück wird von dem Chauffeur auf Heißlaufen des Motors zurückgeführt, wodurch der unmi tefbar über Dem Motor befindliche B e n z i n b e hä l t e r ex- bloDicrte und Die Flammen im 5janD- umDrehen Den ganzen Wagen erlassen konnten. Die Insassen. Der Chauffeur Heinrich HirschselD aus Dillhausen bei Wellburg und ein in Der Dortigen Gegend wohnend-r Dreschmaschinenbcsitzer, konnten sich nur mit größter Mühe aus Dem Wagen retten. Ihr? Versuche. Den BranD Durch Aufwerfen von Erde zu ersticken, waren vergeblich. 40 Fonlegung Nachdruck verboten Jlr.3 KWMMUlMSiW Sein schönster Tag x (gegründet 1864) 396 D liM.i.yii.Lii MM o IT r 32 rm Reifer. 417V Denkers Sie daran ' IIIUIIIIIIilillllllllllllllllllillllllllillllllllllll!lllll bei Bedarf in 423 D r. 404 D Gießen, Seltersweg 6 r- Zum Schwanen walUorstrahe 28 0268 Samstag, den 15. Januar suppe 'm Bfi len, B terj Wer nicht probicrbvcrliert! 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Sn,®ro Meist Inventur-Ausverkauf den 15. Januar 1927 ztii °.‘ö /. Dorspruch. . Vorwort . . Geleitwort. Teleitfpruch Verzeichnis i A. Unsere H B. Unser He C. Unser Hei /. Unsere. II- Unsere I III- Fortlaus 0- Unsere Hei I- Unsere f Unser j HL Unsere Zorllaufi E- Unsere Hein Unsere E I. Unsere L [[■ Sottlauft lv- Testtage '• Unsere 2- Unsere 3. Unsere 4- Unsere m , b- Lonstil ^ochspruch. , ‘ • 2iteratnrver Die Oben meinden im, unö im erstes unb Geschichi Gebieten für sollen durch worauf sich d stehend abgedi reiten für die Ich halte begrüßen, wer zur Bersügun I. Teiles beträ Lehrer Elenz Ich empfet das Auch aufr die einzelne £ Interesse nehn liebe zu jörbei Setten = Möbeln Matratzen Schlafzimmer von M. 390.- an Speise- und Herrenzimmer von M. 450.- bis 1500.- Garantie für la Verarbe tunff u. 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Seine Stimme wurde fast unhörbar. „Kommen Sie mit, kommen Sie in mein_ Bureau! Werdn mich doch nicht bloß für einen «paß- vogel halten? Was? — Siebenundachtzig bin ich ge- worn, Froilein! Kommen Sie zu mir herauf und Sie wern lachen." Plötzlich kam das Schluchzen wieder über ihn. „Mich wern sie kriegn, ich weiß! Aber ich hab Mathilda nichts gesagt. Weil, bann würde sie scyrein. So stehts, Froilein. Der alle Johnson is nich mehr da. Besuchn Sie mich nur! — Habn Sie nie einen Brief gekriegt, was?" fragte er plötzlich. „Don Ihnen? Nein, Herr Maitland!" sagte sie überrasche „Geschriebn is er morn," sagte er. „Aber vielleicht nich aufgegebn. Weih nich!" Er fuhr auf und wich zurück, als eine Gestalt sich vor dem Hause zeigte. „Wer is das?" fragte er. Und sie fühlte, wie feine Hand sich zitternd auf ihren Arm legte. „Das ist mein Vater, Herr Maitland," sagte sie. „Ich glaube, er ist meines Ausbleibens wegen ein Zu unterem am SarnStag, dem 15. Januar 1927, abends 8 Uhr, im Saale des Kath. DereinShauseS stattsindenden Winterfest laden wir unsere Mitglieder nebstAngehörigen herzlich ein. Gäste können durch Mitglieder eingesührt werden. Ter Dorstand. Mir möchten unsere Mitglieder noch au merflam machen, daß eine größere Anzahl Sanger von unserem Freundschastsverein „Liederkranz- Bischofsheim bei Mainz anwesend sind. „Aber gewiß nicht," sagte Herr Bennert. „Wollen Sie nicht ins Haus kommen, Herr Maitland?" „Ne, ne," sagte Maitlaird ängstlich, „Mathilda wartet." Er streckte nicht die Hand aus, noch lüstete er seinen Hut. Seine Manieren waren tatsächlich unter aller Kritik. Er nickte dem Mädchen kurz zu, dann sagte er: „Wiedersehn, Herr!" 5n diesem Augenblick trat Bennett aus dem Schatten des Hauses. „Leben Sie wohl, Herr Maitland!" grüßte er. Maitland erwiderte nichts mehr. Seine Augen waren weit und entsetzt aufgerissen, sein Antlitz totenbleich. „Sie? Sie?!." krächzte er. „0 mein Gott!" Er schien zu schwanken. Ella wollte ihm zu Hilfe kommen. Er faßte sich aber und rannte mit einer Beweglichkeit, die bei seinem hohen Alter überraschen mußte, den Weg hnunter, riß die Gartentür auf und stürzte die Straße hinab. In der großen Stille hörten sie ein trockenes Schluchzen. „Vater," flüsterte das Mädchen angstvoll, „hat er dich denn gekannt?" „Das wäre verwunderlich," sagte John Bennett. „Du gehst jetzt zu Bett, Liebling." „Und wohin willst du, Vater?" fragte sie überrascht. „Ick) habe mit ihm zu sprechen." Sie ging nicht zu Bette. Sie stand an der Tür und wartete, — fünf Minuten, — zehn Minuten, — fünfzehn Minuten. Dann hörte sie das Rattern eines Autos und die Limousine flog kotspritzend am Gartentor vorbei. Endlich kam auch John Bennett. „Du bist nicht zu Bett gegangen?" bemerkte er barsch. „Vater, hast du ihn gesprochen?" fragte sie angstvoll. „Möchtest du mir vielleicht schwarzen Kaffee machen?^ „Vater, warum hatte er solche Angst vor dir?" „Liebling, du fragst zu viel, er kannte mich von früher her, das ist alles." „Wenn er nun nie mehr wiederkäme", seufzte Ella angstvoll. , Der kommt nicht wieder", sagte prophetisch John Bennett von Horsham. üelr.:^5 M Die 1 Das absch Innern teilei Effll des Werkes n Gießen SW* Günstige Gelegenheit zum Einkauf bester Schuhwaren Schnhhans Bernhardt, Giessen Fernsprecher 1435 Alleinverkauf der Dr.-Diehl- und Hassia-Stiefel Schulstraße 10 „Sie fin ein liebes Mächen", sagte Maitland heiser. „Hab mir's schon gedacht wie ich Sie's erste Mal gesehn hab. Sie wem einem alten Mann nichs antun, was? Froilein?" „Aber gewiß nicht, Herr Maitland." „Das hab ich mir gedacht. Ich hab es auch Mathilda gesagt. Und sie sagt auch, es is allens in Ordnung mit Ihnen. — Warn Sie schon im Armenhaus? Froilein?" „Im Armenhaus?" fragte sic und lächelte wider Willen. „Nein, Herr Maitland, ich bin nie im Armenhaus gewesen." Erschrocken abwinkcnd sah er sich um und starrte unter seinen weißen, buschigen Brauen auf ein Gesträuch hin, das einen Lauscher hätte verbergen mögen. „Sin Sie schon im Loch gewesen? Ach ja, ich meine Gefängnis, Froilein? Natürlich kann 'n Mächen wie Sie so Sachen nich wissen." Wieder seh er sich um. „Alle großen Leute hab ich dort getrofsn. Macht wetten, daß ich der einzigste bin, der noch den großen Saul Morris gesehn hat, den schwersten Kerl von uns alle. — Dcnkn Sie, Sie fin ich, allens kommt auf das an. Den kn Sie, Sie fin ich. Froilein, — ach, es is schrecklich, Froilein!" „Ich fürchte, daß ich Sie nicht verstehen kann, Herr Maitland", flüsterte sie leise. Sie sah ihn nochmals gequält die Gegend mit den Blicken durchforschen, und bann beugte er sich nahe zu ihr. „Er h hinter Sie her!" Er umklammerte ihren Arm. „Eie wern doch für mich 'n Wörtchen bei ihm einlegen, nich wahr? Sagn Sie ihm, daß ich Sie gewarnt hab, er wird es schon wieder gut für mich machn, nich wahr?" Er sprach fletyentlid), und sie begann zu verstehen, daß mit dem „Er" des Alten Dick gemeint war. Er nahai ihre Sjänbe und tätschelte sie, unb obgleich sie fein Gesicht nicht sah, wußte sie, baß er weinte. „Ich wcrde sicher alles für Sie tun, was nur in meiner Macht steht! Aber Sie sind zu erregt, lieber, 6% H'JchsbiiUdlsk. ca. 4 :Uiili. .M i. £ lei n. '^eiräa r.Grün bei a verg. Ost ii.B N.T. 2lGla.Ä’a- an tf / 1.' XXVII. Herr Droad zeigt sich interessiert. Dick Gordon beendete seine Unterredung mit Ezra Maitland unb kehrte in bie Polizeidircktton zurück, um Elk zu sprechen. „Im großen ganzen halte ich Pentonville für das sicherste Gefängnis unb habe Balder dorthin bringen lassen. Ich verlangte sogar vom Polizeichef, daß man ihn in die Zelle der Verurteilten stecken solle, aber das scheint bei ihnen nicht gute Sitte. Immerhin ist Pentonville der sicherste Flock, den ich kenne, und wenn die Frösche nicht Stekie zu fressen Der- mögen, so wird er doch wohl drin bleiben müssen. Also, was hatte Herr Mailland Ihnen zu sagen. Herr Hauptmann?" „Maitlands Geschichte ist, soweit man von ihm etwas herausbekommen kann, daß er auf Balders Aufforderung diesen besucht hat. ,Was können Sie machen, wenn die Polizei nach einem schickt?' hat er mich gefragt, unb die Frage ist nicht leicht zu beantworten." *= -se „Darüber herrscht doch wohl kein Zweifel," sagte Elk, „daß er Balder nicht in dessen Eigenschaft als Polizeimann in Slough besucht hat. Noch viel weniger Zweifel besteht b-arüber, daß der Mann mit dem Frosch im Bündnis steht." „Maitland ist ein so energischer und trotzdem so ängstlicher alter Herr. Ich glaubte, daß er direkt in die Erde sinken würde, als ich Balders Arretierung erwähnte. Er fiel fast in Ohnmacht." „Dieser Spur müßte man folgen,* sagte Elk ge- * bankenvoll. „Ich habe nach Johnson geschickt. Er • müßte eigentlich schon hier sein. Er ist ein sehr wich, tiger Zeuge, und man sollte die beiden konsron- tieren." Der Philosoph kam nach einer halben Stunde an. „Herr Elk wird Ihnen etwas sagen, was in ein paar Tagen allgemein bekannt sein dürste," sagte Dick. „Elks eigener Beamter Balder ist als Frosch verhaftet worden." Johnson ließ sich erklären, wer Balder fei. und Dick berichtete ihm von des alten Maitlands Besuch in Slough. Johnson schüttelte den Kopf. „Ich habe nie davon gehört, daß Maitland einen Freund dieses Namens habe", sagte er. „Balder? Nein, habe ich nie gehörtl" (Fortsetzung folgt.) Krofdorf, den 13. Januar 1927. Der Bürgermeister. B r o d m e i e r. SVerschiedenes!I ßÖtÖE 11. ... ■ w,.». I werden fdmeli i nd Bis auf weiteres jeden Freitag und Samstag erhält jeder Käufer beim Einkauf für 1M. ausgenommen K als Empfehlungs-Geschenk einige Kostproben* 8 M Schokolade oder Bonbons oder Keks Verkaufsläden in allen Teilen Deutschlands Bet diesem schiech en n alter IHSTHX SIE» Dann nehmen b e nur \\ inrerh iffs ex'ra starke Eocaiynliis ffieillio! Boajoail Beutel oO Pf. Drtne-iB Wlalorhoil Kreuzplatz 0/10 407u