llr. 240 Erster Blatt Donnerstag, 13. Moder (927 177. Jahrgang Die Tagung des deutschen Einzelhandels Licht auf die Fi sellschaft, die in P, tischen am Vertrages den kann. Der preuhijche Staatsrat zur Befotoungsreform Ä. Eigener Drahtbericht des ..Gießener flnaeigers*. Berlin. 13.07t Der bereit- vor wahren verstorbene ehemalige Generalftabschef der britischen Armee Feldmarschall Sir Henry Wilson hat ein Tagebuch hinterlassen, daS vor kurzem in London vervssen licht worden ist 3n diesem Tagebuch zeigt sich Wilson nicht nur alb ein grausamer Satiriker seiner Umgebung und der ephemären Großen von Versailles, sondern auch alS ein im Grund« duvchauS ernster An ähnlichen Sinzelszenen ist daZ Buch des ehemals höchsten Offiziers der britischen Arniee überreich. Auch wenn Lloyd George und die andern sich gegen die absolute Richtigkeit der Sarftdlung jetzt verwahren sollten, ist es kaum anzunehmen, baf) ein Mann, dec in seiner mili- türischen Eigenschaft eben die ernstesten Fahre deS Kriege- hinter sich hat. sich all diele DetailS nur aus Lust an Bosheit au- den Fingern gesogen haben sollte. Vielmehr wirft seine Darstellung, selbst wenn sie in Einzelheiten übertrieben oder unwahr sein sollte, ein so bezeichnendes r i v o l i t ä t der ganzen Ge- tenbörfe. märf., 253-251 ®t, llärj 211 biS 216 is 239, Ott 24550 >44, Mm? 248,W big 251 Mers: M). Oft 214,50. ?a PlaiL \Sft bi/ 5 tv I» bis to,50 (n# (*); W* Loggenkleie 14 W 52 biS 58; fieine rrbfen 22 biS 24, bvhnen 22 M« 24: (au 14,50 bis 15.50; einstlchen 22,50 bi« bis 11; jden 25 bis 25,50. (Ein kompromittierendes Tagebuch. Feldmarschall Wilson über den Geist der Friedensstifter von Versailles. ui««' mUNg amerikanischer irn ISS» ’t.W tll.tt 59,-f t.V II!* >e H 15.0 ns 1.1« 112.0 113.* I».U S.92 l.l« liM H Z Ä "iU' 1(7,ft y.b8 llO.J' 59.0; 3.61 113.53 *11,39 Tt 93 12,317 73,05 Achten. jkguttg anleihe. V. aus Deuyork g- ^.Willionen- der AM- HarnS Vorbereitungen ;6ctu Ende gWt nnetS tag. zumAck c «eSatti«’’1- I !lh' 1L _ | Zrschotnt täglich,außer | 5o*ntags und Feiertag» Beilagen. ( Siebener FamUienblättcr Heimat im Bild Die Scholle BZonatS'BejegsFTds: i ? Reichsmark und 20 fieichspfennig für Irlgct. ahn, auch bei Richter- Heinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt Zernfprechanschlüsse: B 61, M und 112. Huschrist für Drahtnach- -cht« Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: ^eitfnrl am Blain 11686. aussetzung hat. Eine zweckmäßige Ordnurm der streditbeeithungen zwilchen dem Einzelhändler und Innrn Kunden sowohl wie zwischen ihm und seinen Lieferanten gewinnt ganz außerordent- lid) an Bedeutung. Was die gegenwärtige Lage des Einzelhandels ganz allgemein gegenüber früher er- chiv^rt. sind innere Strukturwandiungen im beut- chen Wirtschaftsleben. Der Wettbewerb zwi- chen den einzelnen Unternehmungen ist wesentlich churser geivorden. Der Wettbewerb wird ferner er- chwert durch das Anwachsen de» Hausier- mb Straßenhandels. Man darf diese Tat- ache in ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung nicht unterschätzen. Der deutsche Kaufmann ist Anhänger einer freien Wirtschaft und wendet sich ganz mit Recht gegen obrigkeitliche Einengung de» freien Güteraustausche». Und doch v« ... »lariS unter rauschenden Siegesfesten und in einem Wettbewerb der Eitelkeiten die schicksalsschwere Frage einer Veugestaltuna Europas so nebenbei zu lösen versuchte, daß diesen Dokumenten vielleicht eine grössere mensch- liche und historische Bedeutung z.lomml. als irgendwelchen bisher erschienenen schweren Alten- sammlungen. Damit wird natürlich die moralische Grundlage der Friedensvcrlräg. an die sich die Gegenseite so krampshaft Hämmert, noch weiter erschüttert, und zusammengehalten mit den bereits bekannten Dokumenten, die die Unkenntnis der Große,: Vier und ihrer Cniitarbcitei" in geographischer, ethnogcaph.- scher und historischer Beziehung kraß genug beleuchteten. wird ein weiterer Beitrag geliefert, der den Völkern schließlich die Leberzeugung beibringen muh, dah ein in solcher Atmosphäre und aus solchen fänden hervorgegangeneS VertraaS- werk unmöglich für alle Ewigkeit sakrosankt blei» bei Ländern und Gemeinden. rück. Das wird auch durch denReparations- agenten anerkannt, der insbesondere die Beamtengehälter in den mittleren und oberen Gruppen für unzureichend erklärt. Ein- menbanfcn gegen die Besold ingserh bang könnten nur erhöben werden bezüglich des Ausmaßes der Erhöhung und bezüglich des Zeitpunkte» der Besoldungserhöhung. Gegen den ersten Einwand sprechen die Zahlen und der Zeitpunkt der Durch- führung der Bejoldungscchöhung wird gerechtfertigt durch die Tatsache, dah die konmenden Jahre politisch ohnehin genug belastet sein werden, so bah sie eine neue Besoldungsordnung nicht tragen würden. Em Teil des Befoldungsmehrauswandes wird aus laufenden Mehreinnahmen bestritten werden können. Db cs gelingen wird, eine stärkere Hilfe des Reiches zu bekommen, ist eine offene Frage. Ich glaube, die preuhische Staatsregicrung wird oui die grundsätzliche Forderung. dah das Reich helfen must, nicht verzichten können. Sollten wir vom Reich teinellniej- ft ütz u n g bekommen durch die »enberung des Finanzausgleiches, so wird die Deck ina 'ür L' -nbrr und Gemeinden sehr schwer fein. Wenn de bc- vorstehende Besoldungsechohang zu B re isst ei- ar rangen benutzt werde, so könne das nicht scharf genug verurteilt werden. Dazu liegt kein Anlaß vor. Weder d'S Reich roch vr< J-;en Plenen pr.: «re Steuererhöbun?cn. .• j war: - v:r einer Angstpsychose, 2ie sich daran cus- w:rke. dah die Beamten in der E^vartuixi von Preiserhöhungen olles mögliche einkauien. 5*e feil- len es e bi ihnen. in Geschäften zu kau'en. die gkrecktfertigte Preissteigerungen vornehrr.Der Minister schloß mit der Heroorheb- dah die vor- peschiagene Erhöhung die äußerste Grenze oüd». Die Brsoldungserhohuno fei jedoch eine stoatspoütische Ronoendtgkeit. — Bei der Ar Stimmung w^rde ein stzialdemvkrati'cher Antrag betreffend 21 recht- erhaliung der Gleichstellung der Äomnuinfllbeamien rmt den Staatsbeamten angeno.nmen. Dem Gutachten des Hauptausfchuffes wurde zugesnmmt. Politischei Beobachter. Die Veröffentlichung dieses BucheS hat in England vor allem deswegen eine lebhafte Erregung hervorgerusen. weil darin Oie zur Zeit noch amtierenden Grüßen. wie Lord Robert Cecil und Lloyd George, recht schlecht wegkommen. Dieser letztere hat sich deshalb ver- a.ckaßt gesehen, in den Zeitungen Heike einen Bries zu veröftentlichen. worin er eine Anzahl der Mitteilungen des verstorbenen Sir Henry Wilson bestreitet, andere wieder damit abzuschwächen versucht, dasz er scherzhafte Bemerkungen als ernstgenommene Behauptungen hingestellt bezeichnet. Aber daS ist gerade der wunde Punkt. An einer Stelle seines BucheS richtet sich die schärfste Kritik WilsonS dagegen, dah die Man- ncr. denen man in Versailles das Schicksal der Welt unter besonders tragischen Umständen in die Hand gegeben hatte, die ganze Sache leichtfertig und zum Teil humoristisch auftaßten. Da sagt er von Lloyd George, er habe am Dorabend der Uebergabe des Versailler an die deutsche Delegation den Vertrag selb st noch nicht gesehen gehabt, so wenig wie irgend ein anderer, und habe bei biefer Gelegenheit die Verfassung des Böl- kerbundes .ein äußerst lächerliches unglaubliches Dokumen f genannt. 2L 3. Balfour seinerseits habe, als Wilson mit ihm idcbörsk. D>e SBdrfe oerfitf iteis, dagegen war rt ermäßigt Mehl ernMchcschäst ver- flut, gesund, Irodtn, jen, gesund, Irodtn, 25; Weizen, Detlev 3 Prozent Feuchlig- ischer, 24,75 bis 25, !6 bis 28; haser, in- ausländischer, 24,50 25; Weizenmehl in. is 39; Woggenmehl I, Roggenkleie 12,75 Absatzmethoden. namentlich im Hinblick auf die Frage der Preis st unduna und der Ratenzahlung und empfahl bei Prüfung der Verwertbarkeit solcher Mckhoden die besondere Eigenart der deutschen Verhältnisse sorgfältig zu berücksichtigen. Eine Betriebsrationalisierung. wie sie bl Großbetrieben möglich fei, könne im Mittel- und Kleinbetrieb nur weit weniger vollkommen gelingen. Das dürfe indessen nicht zum Verzagen in den Reihen der selbständigen mittleren und Äldnb. triebe führen Da» Bedürfnis nach individueller Kundenbedienung und -beruiung ziehe aua> < < r Qliir’ Warenhäuser eine gewisse Grenze. Nachdem der Minister auf die Wichtigkeit des sogenannten Kundendienstes, der in Amerika besonder- hoch entwickelt sei. bingewlesen hatte, stellte er mit Befriedigung fest, dah die krisenhaften Ab- fatzstv 'ungen. die für die Marltstige allgemein im Anfang dicfeS 3ahreS kennzeichnend waren, allmählich einem normaleren Lagerum f ch I a g gewichen find. Auch die Kaufkraft der Verbraucher fei im Wachen, doch warnte der Minister vor einer Liebertchäyung der Kaufkraft der Beamten. Er warnte w.'iter vor der lieber- treibung der Konjunklurbevbachtung bis zur Jton- junkturprophetie. die nur die öftenlliche M inung verwirre. Die richtige Haltung liege vielmehr darin, die Gunst der Stunde mahvoll zu genießen. Der Wirtschaft fei nicht mit Hochspannung und Erschlaffung gedient, sie er- fcr15 gegen ßonbo.i '0 89,15 unb TIg. hat feit etwa einem Jahre eine Frage weite Streife de» deutschen Einzelhandel» schwer beunrub.gt. und zwar die Lockerung der Zwangswirtschaft für gewerblich benutzte Räume. t*r Redner ist der Meinung. daß das allgemeine Mietrecht schleunigst dahin geändert werden muß. daß dem M^ter, der seine ; tiichten gegenüber dem Bennle- ter erfüllt und insbesondere eine angemessene Tliete bezahlt, nur dann gekündigt werden darf, wenn ein wichtiger Grund für die Kündigung oorliegt. Von den der Aussprache des MinckterS folgenden Referaten verdient bdoni ctc Erwähnung der Vortrag von Dr. Passau über daS Thema: Der Einzelhändler als Abnehmer und al- Lieferant. ferne Umsätze und feine Unkosten". Der Redner warnte vor der allgemeinen Reigung zur Derdeamlung. die auch den Einzel. bandel nicht verschont 6abe und vor icber zuntt- leri'chen Erstarrung Das geschäfte udrende H:t- fllixi) der Hauptgeine n'chast. Dr. Tiburliu.'. wies in feinem Korreferat auf tnc stloNve,dig- feit der Konjunkturerkenntnis für den Einzelhandel h.n. Der Einzelhandel zeige zur Zeit grbsttente ls noch gute Umsätze, doch ir.r c feine Fähigkeit, weiierzud^ eben, geschwächt durch da» MißverhälmiS zwischen seinen SinfauU- preisen unb Unkosten und seinen eigenen Zahlungseingängen. Cin selbständiger Ein'.elhandel- inde» sei In Vorbereitung. Belch»wirtschast»mlnlster Dr. tturflu» hielt bann eine Rede, in der er zunächst über die Aufgaben des Einzelhandels sprach, die In dem Sai.e gipfelten, daß ein felbständiger Liirzel- handel für eine erfchöp'ende und rasche Waren- vcrmittlung zwischen Produktivn und Verbrauch unentbehrlich ist. und bellen Ausgabe in der Erzielung eines möglichst hohen Umsatzes in QuolltäKuxiren durch größtmögliche Senkung der Der- triebskosten unb einem möglichst billigen Derka uf spreis besteht Der Minister rfannte es eine Verkennung wichtiger wirtschaftlicher Gesetze. n>enn die Steigerung bc r Kaufkraft. die mit einer Erhöhung der Einkommen Verhältnisse großer Verbraucherschichten verbunben ist, zum Anlaß für eine Heraufsetzung der Preise genommen wird. Damit würde die Steigerung ber Kaufkraft wieder aufgehoben werd.m. Die Rci^ - tegierung erwarte, so betonte ber Minister t ut Rachdruck, daß der Sinzelhanbel in der aegen- wärligen Konjmik urvhase die e gesamtwirlf txiU- lichen Grundsätze und Forderungen beachtet urb damit zugleich seinen eigenen Interessen am besten bient. Dr. CurtiuS kam bann auf die gegenwärtige Entwicklung des Einzelhandels zu sprechen, die neben zahlenmäßiger Vermehrung der ‘Betriebe wichtige Strukturwandlungen inne - halb deS Einzelhandels aufweise. Ramentlich sei das Warenhaus, dessen Dedeuft'ng in d r RachkriegSzeit außerordentlich gewachsen fei, eine ganz besonders wirksame Absatzform geworden. Der Minister warnte jedoch vor einer fdbema- Metzemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vnick »stß Verlag: vrühl'lche Univerßlütr-Vuch. unö Sletnörnderel R. Lange in Gießen. Schnflleitnng und GefchästZttelle: 5chnfttraße 7. T61> l.liA) i8,3} nM ' tU.rr 10,^ 16,« jB.1»» ir.o i.w 69, 1.3- 13.r j,lLl ,0.68 dl.s» über die Friedensbedingungen zu sprechen versuchte, eine vollkommene Unkenntnis gezeigt und ganz unverhohlen vor den Damen Witze über die Komik der ganzen Sache gemacht I .lind er wird zu unterzeichn em haben!" setzt WU- svn sarkastisch hinzu. üeeabwe vo> lajetaca für |ie lagtsnummcr di» juwi Rachminag vorher. Preis fit l mm höhe ftr Anzeigen von 27 mm Breite ertlich 8. au ♦märt» IO Reichspsenmq; ftr Re- klaMeanzeigen von 70 mm Breit« 35 Reichopfenniq. Platzvorschrift 30* , mehr. Lheiredakteur Dr. Fnedr Dilh. Lange. Verantwortlich für Pot :ilt Dr. Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H Tdynot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschrtn: für den An- jeigenteil Kurl Hillmann, sämtlich in Vie en. I llgene Drahtmeldung des „Gießener Hnäelger»*. Berlin. 13. Ott. Mil dem Abschluß der Einzelhandelstagung 6aben die össent- l^cn Hauptversammlungen der drei großen --itzenverbände der Warenerzeugung unb -txt- -lung. nämlich des Reichs Verbandes der Deut- Hen Industrie, des Reichs Verbandes des Groß- cndelS und jetzt der Hauptgemeinschaft des putschen Einzelhandels ihr Ende gefunden. 3m • llgemeinen pflegt eS so zu fein, dah die Haupt- edanken und Wünsche, die von einer dieser roßen Wirtschaftsgruppen auSgehen und auf den sfenlllchen Jahresversammlungen diskutiert wer- 1 pn, von den andern Gruppen übernommen und .eitergetragen werden. Rach den drei Tagungen !rm fest gestellt werden, daß in vielen Dinaen. i welchen früher Gegensätze bestanden haben. zum Teil noch aus der Zwangswirtschaft 5rtrührten. die Zielrichtung die gleiche jjDorben ist, daß also mit anderen Worten die rirtschasilichen Rotwendigkeiten den einzelnen Gruppen Ziele gesetzt Haden, die nur in ein- ),itl ichem Streben verwirllicht werden !6|men. Der vom Rcichsverband der 3 n d u ft r i e :rlählich feiner Frankfurter Tagung in den 7'vrdergrund gestellte Gedanke der Q u a l i t ä t S- ! tb c 11 und der Schaffung von Qualitätswaren sn auch in den Streifen des Groh- und Ein - ,ei Handels den ftärfften Widerhall gefunden. Gerade die Stellungnahme de- Deutschen Einzelhandels, der innerhalb der Gesamt- -.ittschast eine bedeutende Rolle spielt und die- inge Produktionsstuse harftdlt. d.e dem Pubii- ! irr am nächsten stebt. ist von besonderer Bete itung. Der Sinzelyandel hat bi.-ber den Ver- whingen einer ».irtdllerten Wirtschaft wider- anben unb das gesunde Prinzip des freien vettbewerbs gewöhn, wenngleich er seine ribere Rolle als Träger deS streng indioidua- ftischen Prinzips in ber W rtfchaft wenigstens Ersichtlich der Organisation aufgegeben Hal unb cb tn Fachverbänden zusammengeschlossen hat. >ah es überhaupt gelungen ist. die gchimten Sranchen unb vielseit.gen Interessen des Srn^el- Mnbete in eine so große Gemeinschaft zusam- tzenzuschliehen, ist erfreulich, und derHan- VlSminister Dr. Schreiber als Verfechter der reien Konkurrenz, die immer im Einzelhandel »Herrschend fein muß, hat diese Tatsache be- nr-derS hervorgehoben. 3a. er ist sogar sehr reit gegangen, wenn er Verwahrung gegen alle Bestrebungen im Einzelhandel einlegte, die im Konkurrenzkampf gegen Kons u m ve r- tlne unb Großbetriebe den Staat für bre Interelfen einlpannen möchten, unb erklärte. M könne nicht Aufgabe des StgateS fein, fsth In Mcfc Entfcheidung einzrnnifchen. die allein 'en Verbrauchern überlaffen werden muffe. Pirfer freie Wettbewerb könne allein nur zu Qualitäten führen. Die freie Konkurrenz fei ker beste Schutz des Kunden, wenn ber Stunde ff verstehe, diese Konkurrenz aus'unutzen. Auch der so ost erwähnte .Dienst am st ilnden" ist eine wirtkchaftliche Rotwendigkeit li.t den Einzelhandel, da nur Dauerkund^t die rentable Sntwicklmig deS einzelnen Geschäftes Gingen können. Aus der anderen Seite muß -,!ürli leiu Dr. Adolf Wermuth, ist heute im Lichterfelder Kreiskrankenhaus nach viertägigem Krankenlager an einer Lungenentzündung im Alter von 73 Jahren gestorben. 3m Reichsdienst war Wermuth unter anderem Reichskoinmissar für die Weltausstellung in Melbourne 1886 87, nach dem Uebergcrng Helgolands an Deutschland 1890 erster Gouverneur der Insel und 1893 wiederum Ausstellungskommissar für die Weltausstellung in Ehtkago. Am 15. Juli 1909 wurde er -um Staatssekretär des Reichsschatzamtes ernannt, eine Stellung, die er bis -um 16. Marz 1912 bekleidete. Am 15. Mai 1912 wählten ihn die Berliner Stadtverordneten -um Oberbürgermeister aus 12 Jahve. Bei der Gründung Groh-BerlinS am 22. September 1920 wurde er mit 107 von 157 Stimmen zum Oberbürgermeister der neuen Stadlgemeinde gewählt, nahm aber schon Im Rovember seinen Abschied Aus aller Welt. Dcr Liart bcö Heinkcl.Wasserflugzeugs. Wa. cmünbf (Flughafen), 13.Oft. (Wolff.) Da» Hemkel-Wasserslngzeug D 1220 ist gestern 13.21 llbr zu seinem Langstrcckcnflug gestartet. Bet leichtem Ostsüdost und bedecktem Himmel ging dcr start glatt Donftnhen. Dao Flugzeug nahm nach dem Start zunächst Flugrichtuna über Fehmarn und folgte bann dem Katser-Wilhelm-Kanal. Das Wetter nxir zunächst dick, nmrbe bann aber besser. Die D 1220 machte in 300 bi» 400 Meter Höhe glänzende Fahn mit leichtem Rückenwind. Der Mo. tor arbeitete mährend bet oanyn Fluae» einwand- frei, obwohl die Maschine schwer belastet war. Der Apparat stand bauernd in RtinfDerbmbimp mit Warnemünde. Die verslänbünmg war gtänwnb ebenso funktionierte Ne Funkpeilung tadellos, lieber dem Kalser-Wilhelm-Kanai stellte sich hemu». bah der Kühler etwas Wasser verlor: e» bandelte sich dabei um eine ganz ’ a«. rinafüfltfle Unrege Im äfelgkeit. Trotzdem riet Warnemünde dazu, zu landen cmd den Wühler zunächst einmal nachzusehen, um Den Fehler 3u beseitigen. Die Flieger liefern sich dadurch be« stimmen, auf der Elbe zu landen und wurden dann in die alte Schleuse in Brunsbüttel ringe- schleppt, von wo das Flugzeug beute früh gegen halb sieden Uhr von der allen Schleuse in den Rordostseekanal elngefchleuft wurde. Die Besatzung prüfte nochmals den tipparat im einzelnen durch . Rach Beendigung der ©tartporbereitungen stieg das lug zeug D 122n um 9.45 Ubr bei etwas diesigem 'Wetter zum Weiterfluge auf Es schiug die Richtung Cuxbaven-Rordernen ein. Rach ffrflanm- fchrift, wonach b le Gemeinschaftsschule unbedingt als Regelfchule gelten soll, und ferner um öle Streichung deS kirchlichen Aufsicht« rechts über den Aeli- gionSunterrtcht. Schliehlich wurde da- Verlangen Sachsen« angenommen, daß eS ebenfalls einen erhöhten Schutz öte Slmultanfchulen genießen soll. Blätter glauben jedoch nicht, daß in dcr Plenarsitzung deS ReichSrateS am Freitag biete radikalere Fassung de« Gesetzenlwurses Annahme sindet. sondern vielmehr im wesentlichen die Fassung mit den preußischen Abänderungs- anträgen. Eine von den süddeutschen Ländern beabsichtigte Beantragung der Wiederher- stellung der Regierungsvorlage hat, nach Ansicht der Blätter, gleichfalls keine Aussicht auf Annahme In der Vollversammlung. Sollten die Dinge diese Entwicklung nehmen, so wird nach Ansicht der Blätter die Reichsregierung die Einbringung einer Doppelvorlage im Reichstag nicht verhindern können. Die Höhe der deutschen Anleihen in Amerika. Berlin, 13. Oft (Priv.-Tel. deS D. A.) AuS einer Veröffentlichung der „Associated Preß geht hervor, das) Deutschland feit Auslegung der internationalen DaweSanleihe in Amerika Anleihen im Gesamtbeträge von 880 Millionen Dollar auf genommen hat. Außerdem wurden noch mehr als 100 Mill. Dollar durch privat e Banktransaktionen und Kredite ausgebracht. Die Festste!» hmg dieser Zahlen ist besonders interefsant. da Deutschland mit dem 11. Oktober in das vierte Weiterer Rückgang der Erwerbslosigkeit. Berlin. 12. Oft. (WB) In der zweiten Septenwerhälste ist die Zahl der männlichen Hauptunterstützungsempfänger von 303 000 auf 286 000 Aur ü «f gega n gen . Ne der weiblichen von 78 000 aus 69 000, die Gesamtzahl von 381 000 aus 355 000. Der Gesamtrückgana betragt also rund 26 000 gleich 6,8 v. H. Die Zahl der ZuschlagSempsänger (unterstützunasberechtigte Fa- milienangehörige] hat sich Im gleichen Zeitraum von 426 000 auf 406 000 vermindert. Der ©efamtrüdgang in der Zahl der älnterstützungS- emvsänger im Monat September betragt rund 49 000 gleich 12.1 v. H. Auch der Berliner Magistrat hat sich mit bem Flaggenkompromiß beschäftigt. Der Magistrat to.rb sich vermutlich dem Kompromiß an sch ließ en. Sr erblickt jedoch in dieser Ver- einbarung noch keine endgültige Re ae - lung. In Magistratskreisen w'rd daraus hur- gewlesen, daß es nicht .RecchSflaggen". sondern nur eine Reichsflagge gibt, nämluh die schwarzrotgoldene. und baß erst dann wirklich etn be- friedtgender Zustand erzielt ist, wenn Ne e deutsche ReichsflaggeSchwarzrvigold ohnejedenBor- behalt gehißt tovtb. Reichsrat und Schulgesetz. Neue Abänderungsanträge der Länder. Berlin, 13. Oft (Priv.-Tel.) Die zweite Lesung des Reich^IchulgesetzeS in den Ausschüssen deS Reichsrar« hat eine wesentliche Veränderung insofern gebracht, als nicht nur die Ab- änderungsanträge der preußischen Regierung, sondern auch eine Reihe noch weitergehender Anträge Sachsens und einiger kleinerer Länder angenommen worden sind. SS handelt sich hierbei vor allem um eine schärfere Fassung der Vor- Polens Amerikacmleihe perfekt i aus Hannover Die Wetterlage. J^abenfz. Doppelter lodesftvrz von der Klrchturmfptße. Bei Erneuerungsarbeiten an bem durch Witte- Kind an Außerdem fungen zu Finanzminister später Nachtstunde . zurzeit des Einsturzes auf der höchsten Spitze deS Turme« be- Ozechowicz hat gestern in den Vertretern der amen* TJw der' «* müQtteil! spinaler Kinderlähmung gestorben sind dort noch zwei ©eilet» Ucfran- verzeichnen. Staatshilse für die Unwettergeschädigten LandwirtZchaflsdebatte im Preußischen Landtag. rungSeinslüsse schadhaft gewordenen Kirchturm in Frauenwald bei Ilmenau stürzte em Teil des Gerüstes ein und Atoei stannnende Arbeiter, die sich z auch bis £ '£*^ «dm ■ iqM&aigi _ Tür toi •>tt Da- ?*^rveir Beine abgefahren. Die Papiere des Solen lauten auf einen Kapitän Wodrich aus Delling in der Uckermark. ES fleht noch nicht fest, ob es sich um ein Verbrechen oder um einen Unglückss..ll handelt. Dreiste Jaffabennetter er. Einen dreisten Streich verübte., Fassaden- Netterer in der Wohnung eines Regie.unasrateS im Erdgeschoß eines Haukes in den Zelten in Berlin Der Hausberr hatte in den vorderen Räumen e I ne kleine Gesellschaft bei sich. Mntcrbeffcn stiegen Fassadenkletterer : n das Schlafzimm er ein und stahlen eine wertvolle Perlenkette, eine Bril'antnadel sowie etne andere Brillantnadel mit einem großen Stein, im ganzen Schmucllaa-e:, im Werte von 10 000 Mark. Außerdem nahmen sie aus einem Schrank eine eiserne vernickelte Kassette, m de: sie vergeblich die Hauptschrnucksachen suchten, mit. 15 Kinder bei einer Explosion verletzt. In Stuttgart kamen bei der Reinigung eines Kanals Revolver-Munition und H Ichen 15 bi« 18. SrtxnfKvrcit 50. H-Jk 45 bis 50, junge Hähne 103 bi« 110. Suppenhühner 100 bis 120. Gänse 100 bi« HO JM da« Pfund: Kale (10 etüd) 60 b.« 130 Pf ' fr.et 16 b.« 17. Blumenkohl 20 bis 130. Gntavien 10 bi« 15. Ober-Kob Lrxxbi 5 bis 10. Lauch 5 b 4 10. Rettich 10 b« 20. Sellerie 20 b.« 40 Pff da« Stück. Hadieschrn 10 Pf. das Bund. Das Deuts luminderBukowina wk ** kraule tH*1 fa lullet. hing von Londeslennmi« und deutscher Thr- licht«t die beste Gewähr für die vorteilhafteste Vertretung unserer wirtschaftlichen Jnterellen im Ausland. - 3n örtammi« diele« ihres Werte lassen ihm bte deutschen Xc^crnngen vchu.i und H.I'e ange?eiben. Orft seit sich« Vtzrnaten ist die Bukowina BetreuungSgebiet des Landesverbandes Hessen und schon konnte der Hetnrr* mit dankbarer Befriedigung auf von sachlicher Huhe und grobem Interesse diktierten Stiftungen de« Verbände« Hinweisen. k?ornoti\cn. — Tageskalender für Donnerstaa Konzert der Deutschmeister XapeUe. 8 Uhr. dafc Xicib. — Gewerbeverein: 8.15 Uhr. Gewerdehaus. Mügllederversammlung. — D. O B 8.15 Uhr. Dffi- zlershe:m (foftmr), Mnqliederversamm (ung — Pnlofl Lichtspiele: JJo Bohime". — »sto- ria-Lichtsvlele: ..Der Mann au» Zelle 19'. - Au« dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Auf d.c movgigt Ausführung von Ludwig Zuldas 6übldxm Lustspiel Der LebenSschüler" im Olbonncment sei auch an dieser Stelle hinaewiesen. Da« Derk hat becellS im Sommer bei einer einmaligen Aufführung eine lehr freundliche Aufnahme gefunden. Unter der Spielleitung des Herrn To l a sind in Hauptrollen beschiftigt neben dem Spielleiter die Herren Defser« und Tannert und die Damen Baumann. Krahmer. H e y m und M a r ck s. — Der Goethe-Bund ocranftaltet zusammen mit der (Siebener Volkshochschule am nächten Sonntag ein Gastspiel der Deutschen Mono- nevenspiele au» Nassei. Dem Kasseler Marionetten- tbcater geht, wie man un» mitteilt, ein guter Bus norau», au herbem ist da» für die hiesige •’lufjuh» mng gewählte Schauspiel für das Puppenspiei besonder» geeignet, so dast eine genußreiche und literarisch beachtenswerte Veranstaltung zu erwarten ist. (Siehe heutige Anzeige.) hihi«, v-1 , «j--- K yiblt -essen etwa 17 000, die besonder» in der Cffenbc*?r Gegend stark vertreten sind •• Verwertung noch nicht ! ä 111 g c r Aufvertung-sorderungen Amtlich wird mitgeteilt: Der Veichsarbeitsmmisler hnt Mittel zur 'Btrlögimg gestellt, durch di« KIctth renfnem d-e Möo'ichkeit gegeben werten soll» noch nicht fällige Aufwerttm.^Forderungen unter gewiff en Bedingungen, durch Verlaus oder Be- •• Der Prooinzialausschuh der Provinz Dderhessen hält am kommenden oam»- tag, vormittag» 8,30 Uhr beginnend, im R-gierunas- a2aude zu Giehen eine öffentliche Sitzung ab. Auf der Tagesordnung stehen folgende Punkte: stlage des Miwaol Becker in G letzen gegen das Kreisamt Dietzen auf Aufhebung de» Bescheids vom 12. Avril 1927 wegen Entzieh:mg des Wandergewerbes ci> ins: Besoldung des tzeidfchützen der De- meinte Wölfersheim, hier: Berufung gegen das Urteil de» Krei sau »schufst« des Kreist» ,ined- berg vorn 6. April 1927; Klage de» Dezirksfüttorge- verbände» der Stadt Dietzen gegen den Bezirksfür- forgeverdand be» Kreise» 2D »feto wegen Ersatzes von llnterstützimgskosten für Hans Gunther Pfeil aus Dietzen; Berufung des Ministers des 3nnem gegen das Urteil be» Kreisaussämffes de» Kwilcs »Singen oom 21. Mai 1927 in Sachen EtHchadi- aung für an Seuchen gefallener Tiere, hier: “ntrag de- Georg KtpUiII j- -eegheim: Klage des Be- r’SSBs I BSäSä Erstiftes von Unterftutzungskosten für Wim Knaue Ta» _ «C8 oufzuhal.cn. Da kommt der Mann, der sich beschwert. lieber die HeichSbahn. die HeichSpost. Iber Dr Schacht. Wus ollni und den Oberbürgermeister Auch sollten die Zeitungen die Ozean- r iegerei verbieten. Da kommt die alte Frau, die die Steuer für ihren Hund nicht mehr aufbringen kann. Habet bewacht der Hund schon seil acht 2ahrcn Oren kleinen Semüfewagen. während sie den Menschen »rbsen und Bohnen in« Haus trügt, ainb sttzt soll ihr der Hund geholt werden! Da kommt der Beamte, vorsichtig, mitz- ßrauisch. der bittere Klagen gegen einen ungerechten rigorosen Dorgesetzten erhebt, und der erst, nachdem er über bte unerschütterliche Festigkeit be« Hedaktionsgcheimnisse« aufgeklärt ist, seine bU »um Hand gefüllte Derdrutzkiste auspackt. Da kommt der Vorbestrafte, der seinen Leidensweg schildert, aus dem chm so-iale iln- eernunft und Mihtrauen jegliche ArbeU unmöglich machen. Da kommt der Mediziner, der ein un- sthlbare« Krebsniittel entdeckt Hai. Ob man durch die Prelle keine Verbindungen nach Amerika habe, da die deutschen Kollegen einen Kollegen nicht auskommen la’ en. der nicht durch irgendeine Vrvsessur gewappelt sei. , _ Da kommt die Tochter de« Witwers stht. mit 64 Jahren noch so schamlos ist und heiraten wolle, während fte mit ihrem O«kar keine Wohnung hat, und der Alte die Heue, die rtm ganz Böse mit 30 Jahren sei. in die eiter- lche Fünfzimmer-Wohnung holen wolle. D . lon.m: Fräulein ll euch en Müssest' mann die gestern abend beim StistungSlcst bc« Verainv der Kaninche»Züchter den Prolog gesprochen hat und der man versicherte, datz fit rin Dust-Grs atz lei. Sie mühte in die Zeitungl •lud) ihr Bräutigam — der übrigens Abonnent sei - habe ihr geraten, auf jeden Fall die oei- tungen aus ihr Talent ausmerksam zu machen Da kommt die Hebamme, die sich über bi» Hotis beschwert, in der es dietz, datz in einem Bezirk ein Bud angemeldet sei, obwohl e« in Wirklichkeit ein Mädel gewesen wäre. Sie verlangt Desichtigung und Berichtigung. Da kommt der übliche Querulant, der 6gefchmillen. r... * m < Da kommt — gelobt sei de« Geschickes Walkens — der Gelbbriesträger, der in feine dickbauchige Tasche langt unb--eine Hachau» (stiehen. * 'Abänderungen von Baufluchtlinien werden von der Stabtoerroaltunq im nn- zeigenteil unseres heultgen Blatte» zur öffentlichen Kenntnis gebracht Die PISne liegen auf dem Stadt- bauaml zur Einsicht offen, wo auch etwaige um- roen^ungen innerhalb 14 lagen oorgebracht werden gctwnb tu den ersten Stock de« Erweiterung». bauH verlegt worden. Bon den alten nach Den neuer. Laben räumen in bet Parterres ront des Hauses werden umsaaareiche Durchbruche aus- ariühri Zugleich damit erfolgt eine teilweise Jieuge lalnina Der Schaufenster. Man hofft Die Arbeit in Sturv zu Snde dringen zu können, io datz der TI.. au in Verbind .ng mit den renet» erten bi < *„. n Häumen ge e.i Erde d e'eO Mona.» dem Publikum »verkehr übergeben werden kann. •• Hcubau in der Gvethestratzn Mit Dem eines IBofrv unb Grichüsts- baufc» in der ^retdestratze zunschÜ der Süd- anlajc durch die 8*.nna H Böhringer dahier ist seit emtgri Tagen begnmen Das Srd>grichostt wird *ür ilstschält? >> vecke e.ngerichtri, rvahrenh bet' Oberges- tz a.» lAröming für den ^e- schästsinhaber dienen Icsl Den Xoöbau botft man euch vor Gintritt des Winters fertig«»»- stellen. Tiit Der Herstellung dieses «DedäubeB unb des in der S^ntflltrUinKi begriffenen 3lach- harbauk» ist t gestern a 'end kurz nach 8 Uhr un Seltcrsweg . el a g se. Dort war ein tleine« ge- I chlollenes ^erioneiu j.o in dem Augenblick rückwärts au« der Ma -.alle hcrausgetommen. als ein Wagen der Cira .ent-abn in der Hichtung Kreuxplatz derangesahr.n kam. Beide Zahreug» I ftlefxen zu'ammen. wobei an dem Auto da« Ver» w.e eine Gla«lcheil»e in Trümmer ging. Auch ker I Strotz.ndahnwagen erlitt e nige Belch.lliguiige«x. Der Dorsall harte e.ne lurxc Der cirreltk'runa ,ur Folge Uever die Schuldfrage fchwe^n z. 3. noch behordl.che <5rnr.;tlungen. •• DasFestdergoldenen Hochzeit be» l gehen am cam»tag, 15. Oktober, die Eheleute Wilhelm Ja n z, Erdkauterweg 50 wohnhaft. •• E i n Wahloussch reiben veröffentlicht fluf der Heimreise von einer Tagung im stuhr- -biet üdervalchend und Jurj in Dietzen v7rweilend, -rach am Mon:agabend in einer — die gute Ge- iegenheit nutzend — rasch an beraumten Bersom n- lung der Ortsgruppe Dietzen des Ber- e i n» für da» Deutschtum im Suilonb fjerr Harth au» Wien, bis vor karzern in Der Bukowina wohnend, über da» neue Betreuungsgebiel des hessischen l.'anb<»oerbanDes be» VDA bi» Bukowina. Mit schlichten, aber packenden Worten Derftjnb es der Redner, e.n klare», anschauliche» Bild von feiner Heimat zu zeichnen und Dabei in», besondere Die Lage Der dortigen Deutschen ju schil- Dern. Zwar geboten die Deutschen Dort zu Den politischen Minderheiten, wie die cn 3ab< stärkeren Ukrainer, die jedoch im Gegensatz zu den Deutschen eine Loslösung vom rumänischen Staat am.reben, wie die Juden (Träger zwar nicht deutschen Geiste», aber beutfdxr Sprache, wie Ungarn und Zigeuner, doch bilden tue Deutschen ein wichtige* Kultur- efement; die find die geistige und kulturelle Oberschicht be» Lande:. In früheren Iahchunderten au» )ihe,nhessen und der Pial, cingeroanbert. haben sie treu ihren allen Aeimatdialek: deutsche» Denken und fühlen bewahrt. So ft *■? hat sich die deutsche . Sprache gezeigt, datz sie in Bukowina» Hauptstadt. Czernowitz al» herrichemx Geschäst»sprache ange- leben werden mutz. Llls 1775 infolge österreichischer nerrfdxift eine veritörkung des deutschen Clementes durch Militär und Beamte statt'and, konnten in der Bukowina eine deutsch: UnioersitSt. deutsche Gymnasien unb fixiert Lung.’entüalt.n g.v.rünbr werben. DL Schule t w rn Privatanstal.en. meist auf ein Heine« (iru<) ’1 fundiert, da«, wenn bte Gerne-. u>e arm wat. g.-pacht et tocr^ n musite. niemand . - 7te sich um diese bar um ihr täglich QJr-’t r ngenden und im fre i ' >. vanb aeflen Widcrw.'rligkriten aller Art kam nden deutschen KplonUten. bi« 1907 in Oestcrr . ) eine Bewegung eingeleitet wurde, die reg Unterstützung des Deutschen Oteidy« fand u.ib sich die Auswanderung und Ansiedlung der Bulo- winadeutfchen nach Oft- unb Westpreulien zum Ziel setzte Da lebte in den bisher unorganisierten deutschen Siedlern ein Gemeitllchastsdlriuhl der Abwehr auf. sie schlossen sich zu dem Bund christlicher Deutschen in der Bukowina zusammen und suchten Süblunj und Hilfe bei dem fernen Mutterland, wo sie j:dvch wenig Unter'iuvung fanden. Infolge der ansteigenden Sehrergehalter unb der fühlbarer werdenden Armut der Gemeinden gingen die Schulen allmäh.ich fast garri m Die Hande des Staate« über. Dor dem Krieg nur von Vorteil, wurde dies zur Dolksnot. al« nach dem Krieg btt Bukowina an Human en kam. Bedrückungen aller Art setzten ein, von denen da« Verbot der Hegienma. Die Schule als Versammlungsort auch der schulentla'senen Jugeird gelten zu lasien. al« besonder« drückend empfunden wirb. Losgelöst von einer größeren Vvllsgemeinsa-aft. im Kamps um ihren kärglichen Lebensunterhalt, fanden vor dem Krieg individualistische Strömungen öingang. Die Un- abhäng.gkeitsbestrebungen der Lehrer von den Pfarrern nahmen immer schärfere Formen an unb endeten schließlich mit einer bewußten LvS- Iftfung von bet 5^irche und Verstaatlichung der Schule, fline Welle neuer sozialer Forderungen brang auch ui die Bukowina. Vicht Döswillig- keit veranlatzie die Lehrerschaft zu ihrem Vor- gehen, sondern nur da« Gefühl der Hilflosigkeit den neuen Ideen gegenüber, da« Anlehnung«-- bedürsi-.is an eine größere Macht. Die an cielle der Kirche nun der Staat e.nnchmen sollte. <,um Teil ist Die Kirche an d.escr 2tenberum selbst schuld; die katholischen Geistlichen refruneren sich \u einem grötzcten Prozentsatz au« Polen, die dem Deutschtum fctrMtd) gegenübertreten. wäh- rrnb die evangelische Geistlichkeit infolge ihrer Studien oft DaS enge Gerne.nschaftsg fühl mü Dem Volk verloren hat. - Gleich allen AuslanD- brutschen leibet auch der DickowtnaDeutfche an Dem inneren ^wiripa'.t -wischen engerer Heimat unD Mutterland. Durch ute Heimatsiebe mit Der Bukowina verwachten, fühlt er sich durch Gemüt und Innenleben mit Deutschland verbunden Vur wenige lernen es kennen. Diese« umfassetche Mutterland, und doch lieben sie es. Sie beiahen den rumänifdym Staat, sa sie sind sogar zur Wahrung ihrer Kultur zum Amch.ust an eine rumänsiche Partei gezwungen, ohne jedoch darum ihr deutsche« SiammeSgefühl zu vergessen. Die diesjährige Szernowitzer Jugendtagung unter Leitung von H -rrn Harth leigte das Interesse der knikowinischen deutschen Jugend an Den Fragen ihre, Bottes. Sine tat!Giftige Unter- , stützung von selten be« deutschen Mutterlandes sollte ihnen zu teil werden, nicht etwa nun durch alnroienähnliche Geldsper.den. sondern durch Anbahnung eine« persönlichrn Verkehrs buixa Xeifcn in die landschaftlich teilwetse sehr reiz- ool'.e Bukc>v>.na. Gleich Pionieren des Reiche» Ment da« Auslanddeutschtum dank seiner kulturellen Höbe, banl feines Lebens- unD Hr- beitsaeisteS al« Bahnbrecher bet fremden Vellern und wirkt lo in feinem Anstoß zur Jntensip»- nmg ttreberum befruchtend auf Die beupdxJ Wirckckxtsi ein. Auch bietet eS in derVervrn- b»r Lorstand der Uanblranlenlulfc de» Landkreises Gichtn im bnitigen Bnzeigentell. tt» handelt sich um die Neuwahl der Mitglieder bc» Ausschüsse«, die am Sonntag, 27. November, ftattsindet. Nähere» ist au» der Bekanntmachung zu ersehen. •• Personalien (Ernannt wurden dis 6d)ulamt»anroartrr Otto Schwarz au» Oder- Breidenbach, «reis Alsseld, tum Lehrer an der Volksschule tu Storndors, Krei» Al»feld. Heinrich Neinhardt au» Allendorf a d Lda, Kreis Gietzcn, tum Lehrer an der Volksschule zu Nieder- Mockstodi, Kreis Büdingen. Paul Jung au» heuchelhcm, drei» Gtetzen, Aum Lehrer an der Volksschule zu chitzkirchcn, «reis Büdingen; ,,riedr. Steiner aus Butzbach, Kreis Friedberg, zum Lehrer an der Volksschule zu Usenborn, «rei» ^edn auiyiau* v5, . en«, o m ^-/mi »LabuniL:' ' 3al(on-3i,tl I t Die Insel Iß itgen etwa jftfo, breit, ihn Utz» m Tätigkeit britrö- ‘Iran an. eit Istg H von Duüiolvsa h Bttg. Vtn (Saar) brnachbiw i Bt5 ÄOfjltttlagejIü r sich vor Iahrrn d« e, in Brand gt | I "bahn JJorbeifabrtnhfi» | besonders bei Dunfr: ' j ilb. Die Äerghaide last > 'n gegen den h:nm- müssen. D . " Der Dau De« Finanzamtes unD Versorgung-amtes in Der Lessingstratze. Ecke Goethestrosie. ist jetzt in Der Fundamentte- rung bcenbet. Zur Zeit ist man habet, bte Keller- maucrn aulzurühren. wobei eiibcimif5>?r Lung- stein a>« DerblendungSmaterial OkTT^T.buTxa stn- bet Sbenlv werden gegenwäriig Die Vorbereitungen zur Ausbringung der Kellerdecke getro- fer die in der Hauptsache bis ön't nächster Woche vollendet sein dürste. Wie man letzt schon an dem Umfang der Grundlage des Gebäude« leben kann, wird dieses recht wuchtige Formen erhalten. Die Arbeiten haben biShrr einen ra'chen Fortgang genemmen. Werm nicht poryitiger dem Weiterbau ein programmwidriges Cmbe bereitet, wird man bis gegen Snde Die'es Jahre« soweit tmrangetommen fein, tast Dann jum Au'schlagen De« Dachstuhl« geschritten wer- den Fairn. •• Der Lrwekterung-bau Der Firma Bette in der Wettergasse ist jetzt Io reit gediehen bah die Vereinigung Der alten unD ter r.eugc' a lenen ßabenräurre durchgefuhrt Ehrten kann. D e Verkaufsräume lind vorüber- Lus der Provinzialhauptstadt. Gielien. Den 13. Oktober 1927. Da kommt • . . «0 Miaut:» .Aedak.io»«sprechft»»de'. Wenn Men Ichen bei Gericht ihr vermeint- iches Hecht nicht tu bekommen glauben, wenn ifc ttgenDemen tiefen Groll im Herzen tragen, gen* sie glauben, dah Der Käfehändler notor.ich aD absichtlich immer zu knapp wiegt Dann kom- titn sie zur — Hedaktion. Da« Blatt. Da« alles zeih, must auch ihnen helfen können. Wäiinlcin und Weiblein, alt und jun?, jeg- scher Stand unD jegliche« Gewerbe ist vertreten Unzählbar und unwägbar find Die Wünsche unb refchwerien. die bei diesem kostenlosen Appell Ivr geb rächt werden. Da hat ein Hausherr im Treppenhaus ybruilt dah alle Mieter .Vefindel" seien. Ob «an nichts dagegen machen könne. Da kommt Die Mutter. Vor Dem Amts- »richt fei heute thr Sohn Paul, natürlich un- chuldig. »u anderthalb Jahren De'ängnis ver- urteilt worden. Da« Dürfe nicht in« Blatt kom- men — ihr Paulchen überlebe Da« nicht Da kommt der erglühte Jüngling. Der OringenD aus den Parnast muh unb Gedichte von jinreihenDer Glut schreib:. Hur mit schwersten hbtDebnn au nahmen ist dieser lyrische Dorstost Ho .ViWWd Kinder-Mäntel bei Carl Nowack Seltersweg 85 Verkauf im I. Stock Gießen (Hammstr. 8), 13. Okt 1927. Staufenberg, den 12. Oktober 1927. 9293 D 92961 07391 Ineerleren bringt Gewinn Vienenhonig s"lcr'."in:Ä 1.45 Feigen Süße Trauben Pfund Mk. 0.48 t) FREITA SAMSTAG Oktober b O echten Einsätzen . .Mk. 3.90 Einsätzen Mk. Herren-Hosen 1.95 wollgemlicht. kräftige Qualität. Oröbe 4—6................Mk. 6.50 HMMMtßOHM ULI Uhr: Zentrale: $rnnffurt a.M. (Biegen, Bahnhofstrahe 14 9265a _ n 1 Sportkragen la Piket, weih.... SamStaa, 15. Ctt, 20 30 llbi: Autzcr ordentliche Haupt- bcriammlmifl in d. ,Stadt ifirb**. DertvichtiaenTageS- ordnunq tveaen wird nm zahltcicheS Er- scheinen gebeten. Ter Vorstand. Sporthemden la Flanell, mit Kragen Einsatzhemden fester Trikot, mit karierten, wasch Lollar, den 11 Oktober 1927 DfeBaerdlgung findet Freitag, 14. Okt 1927, nachmittags 2 Uhr, etatt Oberhemden la Zephir, beste Verarbeitung. Mk. Einsatzhemden la wollgemlscht, mit waschechten Die Beerdigung findet Freitag, den 14. Oktober, nachmittags l1/, Uhr, statt. Gießen (Hammstraße 111, den 13. Oktober 1927. ________________________________________________Q3O5D Die trauernden Hinterbliebenen: Mina Marotz geb. Hartmetz. Die Beerdigung findet in aller Stille statt __________9303D Die Preise haben nur Freitag und Samstag Gültigkeit! Bei einem Einkauf von Mk. 1.50 an ein Ballon gratis! Hansa Handelsschule J. Kunzeimann Oteßen, Bohnhojetr. 60 Beginn neuer Kurse 17. Oktober. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die vielen Kranz» nnd Blumenspenden anläßlich des Hiuscheidens meines lieben Mannes, unsere* guten Vater» sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Marie Schupp geb. Grebe und Kinder. Allzufrüh ist meine liebe Frau, unsere gute Mutter, meine unvergeßliche Tochter Fran Lina BeilWdiäler im blühenden Alter von 36 Jahren von uns geschieden. Die trauernden Hinterbliebenen: i.d.N.: Ernst Bell und Binder Fran Wolle Schiller Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die zahlreichen Kranz- nnd Blumenspenden der Firma Poppe & Co^ der Arbeiter schäft und des Bürgerv^relns-Sachsenhausen", ebenso für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrassistenten. sage ich auf diesem Wege meinen innigsten Dank. P. Spies Wwe. Gießen, den 13. Oktober 1927. Bei Hustenreiz Heiserkeit, Verschleimung uö.w. kaufen Sie jetzt nur noch Husiosil Katarrh-Bonbons Sie schmecken angenehm u wirken schnell und sicher. Beutel 50 PH. Probebeutel 30PH Aeu eingetroffen: .........Pfund nur Ulf. U*TO Ber. Q I. Auch!. ■eiewnabeal Stadttheater Freitag, 11. Cft., 2.3rdtig-H6on-BdL n. IS'/, b aen 22 Ußr Der Xtbenefdiüitr Komödie in 4 Aus- »uaen u. Vubm-tjulöa Hierdurch die schmerzliche Mitteilung, daß heute morgen 2* , Uhr meine Hebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Großmutter. Schwester und Schwägerin FrauMarieDeibel geb. Erdmann im 65. Lebensjahre sanft entschlafen Ist In tiefem Schmerz: Friedrich DeibelVI.und Familie. »0.30 Oberhemden a neueste Muster, garantiert wasch- ZA. W echt, mit passenden Kraßen. Mk. Nachthemden la Barchent weih, mit wasch- echten Besätzen............Mk. S^**-^^* Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Mann, guten Vater, lieben Sohn, unseren lieben Bruder und Schwiegersohn Herrn Feldwebel Kört Marotz. unerwartet nach längerem Krankenlager im Alter von 29 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen. „4.45 die beste Kernseife Halbsteife Kragen /k äußerst bequem und praktisch. Kl W einfache Wäsche............Mk. Herren-Hosen »3 a la wollgemlscht. beste Qualität. > Zit I Gröhe 4—6................Mk XV Herren-Hosen g la woDgemledit. Oröhe 4-6. 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Parteipolitiker werden ausgeschaltet, dem Präsidenten der Hotionalverfammlung ist in den Statuten streng vorgeschrieben, feine leeren, parteilich gefärbte Reden der Abgeordneten zu dulden. die .Kammer soll sachliche Arbeit lei- sten und in erster Linie nur an daS Wohl de- Vaterlandes denken, sie soll also Überpartei- auf 70 Mandate henmtm^ank und damit einen starken Teil feine» alten Einflusse« verloren bat. Kommen die bayerischen Mandate hinzu, dann bat da- Zcn'ru n wieder Aussicht. eine Fraktion von ncun'ifl Dtann zusammen- zubring«. wa5 naturgemäß für daS Schwergewicht feiner Ernschridung von starker Bedeutung wäre. STbcr es hat sich rasch gezeigt. b r\ da- im Aut nblick nyi> nicht zu err.v ben iri D - Unterhändler sind de-hilb befcbei x-ncr g.ward.n und haben nur noch e.ne Arbeit-gemeinschaft der Srafttoneh anpesteuer'. die bei Aus rocht crlxil- hing der eigenen »Organisation eine enge 3u • farimenarbeit 1 m Reichstag ermöglichen würde. Da- wäre sehr leicht zu erreichen, wenn die Bayern nicht verlangt hätten, daß al- Morgcngabc gewikscrrnaßoi bas Fenlrum den Verzicht auf die Aus cllung eine- eigenen Kandidaten in der Pfalz mit in die Ehe bnictee. Die Versuche deS Zentrums, in Bayern selbst sich anzufiedeln, sind zieml'.ch gescheiten, dagegen hat es in der Psalz ein M indat bekommen. auf das eS nicht gvr.ie verzichten nwchte. Ilm diese- eine Mandat drehl sich der Streit nun schon seit Monaten, ohne das, man einen Schritt vorn 51 cd kommt. S- scheint a'.vr, al- ob diesmal aus politischen Hotwendi.tkcll« herau- die Aachgieb,gleit auf beiden Seiten größer ist and das; vielleicht in absehbarer Zeit den Partei- verständen ein Abkommen vorgelcgt werden kann, das eine fraktionelle Arl-eitSg m nschaft der beiden Parteien im Reichstag einleitct. -fr- Am Sonntag sand, wie gestern schon hin im Dorbericht gemeldet, auf dem HohervdSlopf eine Aotkundgebung der Vogelsberger Kleinbauern statt, die überaus stark besucht war. AuS etwa 30 Orten waren ungefähr 300 Landwirte erschienen Die Behörden waren sehr zahlreich vertreten: u. a. waren erschienen: Ärri5btrettx>r Gchetmrat Dveckrnann für den KreiS Schotten, Kreisdirektor Dr. Michel für den Krei- Lauterbach. Finanzrat Dr. Plvch. Veterinär rat Dr. Schmidt, Staatsrat Dr. Weber. Direktor Dr. Helfen und der Finanzrat deS Finanzamtes Aidda. Außerdem waren noch die LandtaaSabg. Dr. LeuchtgenS. Jost. Wolf und 3 nper meter erschienen. Der Versammlungsleiter. Fortblldungsschul- teurer Steinmann-Hevchenhain, eröffnete die CDerfannnUmg mit Worten der Begrüßung und deS DankcS gn die Vertreter der Behörden, die Landtagsabgeordneten und die erschienenen Landwirte. lieber den Zweck der Versammlung führte er etwa auS: Aach den beiden Dauernoersamm- langen in Hrrchenhain und Ulrichstein war es notwendig, für unsere Bestrebungen, die die Besserung der wirtschaftlichen Verhältnisse deS Vogelsberger Landwirt- zum Ziele haben, eine möglichst breite BasiS zu schaffen. Die- ist heute erreicht worden, indem in dieser gemeinsamen Versammlung nicht allein die praktischen Landwirte zu Wort korn- komi'chr dement erhielt noch in dem närrischen Bedienten PancratiuS seinen Vertreter. Den stärksten Widerhall bei der Mitwelt aber fand das Werk durch die Verspottung des Zeitgeistes. Durch Fcltff Mendelssohns Begleit- musu zu Svpho'lrt „Antigone" war da- Interesse für ba j Griechentum geweckt worden, und die Auswirkung war fo stark, das, eS in ..Pleilw- Athen" zum guten Ton gehörte, vom klassischen Griechentum zu schwärmen. Dies« oftmals unnatürlichen Snthu'iasmuS nahm sich Lortzing -um Zielpunkt seine- Spottes und verkörperte diele- Moment in der parod.stischen Figur der Gräfin Überbach und griff so nr.t diesem Beispiel den späteren Gestaltungen Offenbach- voran-. Andrerseits aber erhielt die Handlung durch die Einführung der gnechl'chen Gedanlcnwelt e.ne Wendung in» Geistige. * Die Musik zum „Wildschütz" kann wohl al- die re.ffte ange'ehen werden unter allen Low: .:g- 'chen Opern. An c amtlichen Arien bietet die Parti: ar nur bat Lob de- WitwenstandeSl Baronin,. die überaus charakteristische Arie deS Daculus »Fünftausend Taler" mit ihrer drastischen Komik, unb die Arie des Grasen ..Hc ter- feit und Zrohl.chkeif. Fein durchgearbeitet - nd die Gn^embleS. besonder- in der Billa' ene. deren Galanterie durch den Choral-enntu^ fir- mus deS DaeuluS ihre komisch? Wendung erhält. von überraschender Feitcheit in der Stimm- lührung zeugt da- Quartett de- letzten Akte- ..Unschuldig find wir alle", da;;, hie überall cmaeft reuten lieb förmigen Sä e ir da- ..A-B- E-Lied" unb .Bin ein schlicht?- K nd vom Lande". Aach Lortzing« eigenem Urte war der Er- folg dieser Oper cn e.nigen Bühnen rei)t »jjei’el- baft: .Warum? — Ich muh wiederholt das alte Lied fingen: — Unseren deut'chen Sängern mangelt burch'chnittllch die Leichtigkeit teS SpulS. d«S Vortrags, mit einem Worte: die au dieser Operngattung erforderliche Salongewandthe.t. Gerade im Hinblick auf bie*« Aeuherung erscheint eS berechtigt, daß sich die sonst n e : auf daS Schauspiel eingestellte Gie'e.ier Buhni dieses reizvollen Werkes annahm und mit gu’em Erfolge durchführte C. Hechinger wühle dm BacuUiS mit allen typischen ».nnbeiten auszugestalten. Im Spie! wie auch im Gefänglichen gab er eine einheitliche, geflossene Leistung echten Buffostllrt. !nt Hi: z. geko tuen find N.nn noch die bayrf- 'ch.ni vartikul0 risttsche Sonder- wünsche, die aber für das Z.-ntru« nicht- Ur t.-^.-hnlic! t vom Fleck zu kommen. AlS sie das erste Mai ausgenommen wurden. waren beide Parteien sehr zuversichtlich und hatten sich sogar da- Ziel einer vollkommenen Fusion gesteckt. Das wäre an sich nichts Merkwürdiges, denn dem Grunde nach gehören sie zusammen. Sie haben sich erst In den nack)revolutionären Zeiten getrennt, als daS Zentrum immer weiter nach links abrut'chte und die Bayern, die nach dem kommunistischen Abenteuer von Konzessionen nach links genug hatten, sich einer zu einseitigen Orientierung Widers.tz- fam durch die Gasse Gai paar alte Frauen mit dem Äo'lmkranz zw.'chen den Fingern hocken an einer Tür und erzählen sich langweilige Geschichten. biS sich em Windsto' erh:bt und eine Staubwolke s» von -.brem Plaz vertreibt. — Man lebt in den Winkeln ebenso zufrieden wi« in den Prunk': rasten, wir rn her Gran Via. in der Galle Alcala. in der Laste Ilana oder ReeoletoS. Dieselbe Senne scheint über allen, der breite Weg zur Arena steht allen offen, warum soll man sich da mit der Politik daS Leoen vergiften, b.e. wie ben 6Pantern die lange ör’a^rung lehrt, noch n.cmand Glück gebracht hat Wird aber daS Volk zur politischen Betätigung aufgerufen, so äuhert sie sich ti so gemütlichen Formen, dah man sich im 2uSlande kaum men Begriff davon machen kann und dast sie wohl dem FeuiNetov cn, nvcht aber dem Leitartikler Stoff geben. D c größten Greigntffc der letzten Zeil der Dicktatur Prinw de Aivcras waren da- Plebiszit und die Aevolte deS gelernten Artiller e'erp-. Auf Ber- onlaffung der Union Patr otiea tmrrben tn allen Städten und Dörfern, in Madrid an den verkehrsreichen Strasenecken. auf Tischen, an denen würdige Herren lasten. Listen au-gestellt. in denen sich jeder so viel wie er wollte, ein tragen konnte, um der T.hatur 'm Vertrauen auezusprechen. GS gab eifrige Beamte, die den ganzen Tckg damit verbrachten, von einer Liste zur anderen zu eilen und überall ihren Hamen einzufchreiben. ES sott Städte gegeben haben, in denen d e Ae- gteriÄtg mehr Stimmen sammelte als eS Bewohner gab. aber niemand nahm daran Anstost. und so waren alle zufrieden. Aun ruft General Primo de A Dera auch eine Aativnalvcr'ammlung em. die noch tn der ersten Hälfte deS Olwber feierlich vom Par- lamentLpalast an der Carrero de San Ieronymo Besitz ergreifen wird. Al>er auch die Aational- oerfammlung ist eine ureigene Srfindung der spanischen D.ktatur. die man sich kaum in einem anderen Lande Vörstetten könnte. Der Bequem- Die spanische Nationalversammlung. Don G. v. Ungern-Sternberg. (Hochdruck, auch mH Quellenangabe, verboien!) Madrid. Oktober 1927. W« so oft in der Welt, fo haben auch die Propheten in Spanien. dH den Untergang lei DikiatvrS. General Drirn 0 de Aivera. m biedern Jahre voraussagten. Unrecht behalten, und wenn nicht unvorhergesehene Ere gnifse eintreten. wenn nicht doch endlich eines der vielen Äemplottc di« gegen den König und den Diktator geschmiedet werden. Erfolg haben sollte, so ist ferner Negierung noch eine lange Leoens- baucr deschieden^ General Pri.no ce Aivera ist. cbg. eben von seinem Können, unter einem glück! ichen Stern geboten, er w.rd der Schwierigkeiten, die sich vor chm aus türmen, mit erstaunUcher Leichtigkeit Herr und straft alle Pessimisten Lügen Freundlich und lächelnd, wie daS seine Gewohnheit ist. reitet er. unbekümmert um alle Anarchisten, die ihn mit Bomben und Dolch bedrohen, in Begleitung eine« Adjutanten auf der Castellano 'vozieren, täfet sich die warme Sonne in- Gesicht scheinen und ist mit sich Mbft und mit der Welt zufrieden. Sr kennt nicht die Cäsarenpose seine- Diktatorkollegcn in Hom. Mussolini. er sicht ganz so au- wie ein Grand Seigneur. der selbst gern gut lebt, aber auch den anderen bte Freuden dieser Welt gönnt. In der Tat. er istzwar allmächtiger Diktator aber er Ift kein Despot, und wenn man von der leidigen Politik abstcht. so lebt man in keinem Lande freier al- in Spanien. Man soll die spanischen Verhältnisse nicht durch die ausländische Dritte beurteilen! Der Span.er hat immer den Gewinn, dah sein Leben nieyt von Menschen vergiftet wird, denen die Sonne schlt. Der Spanier ist Individualist, er trägt sein Vaterland in sich selbst und fastt es subjektiv auf. Gr liebt die Welt fo an. wie er sie haben will, unb nicht wie fit ist. Die spanifchc Gedankenwelt liegt abseits sozialer ynb politischer Stürme deSbalb ist cs unangebracht, wie es oft im AuS- Icmbe zu ge chehen pflegt, schwere politische Or- schütterongen zu erwarten. Der Spanier hat immer die politische Gewalt a!S von seinem inneren We'en lo-gelöft empfunden. Dem Spanier erschc.nt fein Land wie eine weltabgeschloffene Insel. Die'e seine Insel ist in 49 Provin.en eingetcilt. die Provirizcn wieder in foundjo v.el Deineinden. von denen jede stolz unb selbständig dahinlebt. Iek< glaubt sich Mittelpunkt der Srdc. und daS Fest des Dorfheiligcii wird w.e ein Fest deS Univcr'ums qde.crt. Die Di.'iaiur ist wie eine Wolle, in der sich alle sporn cheii Ligen hei len verdichtet haben. Der Diktator erscheint bem Volke etwa wie em Oberlazlle, dem e- gelungen ist. alle Dorftasiken unter- zukriegen. Sin wenig wie ein andalusischer Dors- bespot. der so hübsch zu reden versteht, den man in se.ner Heimat gern hat. der rnrncr großzügig ist, und der alle leben läßt, solange man ihm den Dorrang nicht streitig macht unb »hm erlaubt, seine Zigarette im Mundwinkel zu hallen und den Hut auf bte Seite gedrückt zu tragen. "A rem and im AtrSlande weist, toi? selbstzufrieden unb sich selbst genügend, wie welt- abseitS daS Volk day.nicbt. seine Bemer- lungen über Külte unb Hegen macht unb sich „Guten Appetit" wünscht. Man lebt in mancher Beziehung in Spanien wie zu ©tobmuttert Zeiten. Der Zeiger der Wcltciruhr ist hier stehen geblieben. Krieg und Hevolution haben daS Königreich verschont. Alle die Grundsätze, die vor dem Weltkrieg als Dogma galten, sind hter nkfjt umgcwer!et worden, die Aervosllät Europas ist nicht übet die Pvrcnäen gedrungen. Sv Slbt eS denn in Madrid noch Hunderte von traben und Häusern, die vom modernen Grost- stadttreiben nicht berührt wurden. ES gibt etwas unsaubere Plätze und halbverwilberle Gärten, wo alles ganz stitt ist. Hinter den hcrabgelassc- nen Jalousien raufen Blumen unb trocknen in bet Sonne bunt'eibcnc Lappen. Irgendein MSb- chongesicht schaut swischen den Blüten hervor und sucht nach dem Glück. Sin Sseltveiber zieht lang- Gießener Stadttheater. W. ». Lortzillg: „Der Wildschütz Die 125jährige Wiederkehr von Lortzings GebunSrag im vorigen Jahre hat da» Interesse für dielen Meister bco deutschen Bicdermeiertums besonders w.ichwcrben lassen, wennschon seine Werke auch noch heute zum festen Bestand im Hepertoirc unserer Opernbühnen gehören. Die meisten seiner Zeitgenossen, die mit ihm um di« Palme deS GrfolgcS gerungen haben, sind vergessen Sein Werk hat dagegen in den langen Jahrzehnt« 1 nicht« von seiner ursprünglichen Frische und Lebenskraft «ingebübt. Wenn auch Lorting nicht zu den überragenden genialen Haturcn gerechnet werden kann (er selbst hat nie darauf Anspruch erhoben,, fo jeidmen fleh doch alle feine Werke durch eine perfönltebc Frische auS. die in Lortzings bcucrcm We'en ihren letz.en Grund findet. Sänge? G^au* lvieler. Kapellmetstcr in einer Person, vowy.e er mit bühnenmästigem Instinkt zu geft allen und feine Intentionen zur Auswirkung zu bnnflen. und wurde durch feine edel veranlagt« Persönlichkeit zum .Künder deutschen FrohsimiS und deutscher ©emütflticfc. Hat man seinen Werken hier und da den sentimentalen Einschlag zum Dorwurf machen wollen, so übersah man habet, dah gerade hierin ein« besondere (Sigenart deutschen Vollstum«. deutschen Gemütes sich ausprägte. Denn alle bte Gestalten, die er auf die Bichne stellte, sind nicht blohe Puppen und MaSken. sondern Mev'ckren. wie sie das Leben in ihrer Kleinlichkeit und Unvollkommenheit und ihrer Beschaulichkeit ihm zeigte. Und so können 'eine Werke alS Dokumente des Deutschtums in der Biedermeierzeit gelten. Hien.als wird man bei Lortzing einem Hingen um Welrossenbarungsprobleme begegnen, seine Gestalten geben sich in natürlicher Frische, ohne jeden Falsch unb Hinterhalt, cben'o wie sie Lortzing in seiner kindlichen Gemütsart unb Natürlichkei: gesehen hat. Unb in dieser Naivität hat auch sein Humor keinen Grund, der weder auf scharfe 'Pointe noch beißende Ironie noch Zynismus sich gründete sondern die Unzulänglichkeit zur Quelle des Lachen- werden läßt und springen der Bayern ha: zur 3.4ge g zuerst die Unabhängigen. hV.L-r bjnn b i.ationalcn das Zentrum weit überflügelten, tw« l ich eingestellt sein. Siimmenenthaltung ist verboten. Auch erhalten bie Diäten von 25 Pesetas pro Komrniss.onSsitzung. und von 50 Peseias pno öfüntliche Tagung nur b.e Anwesenden. D e Abgeordneten, bie unentschuldigt fernbleiben, werden mit Diätenent)ici)img bestraft. — Die Regeln find streng und originell, aber die Spanier scheinen mit ihnen einverstanden zu sein, da sich alle Kreise bei der Negierung um ein Mandat bewerben und auch die Ar- beHcn>ere.nigungcn in Primo de RireraS Ha- 1 iona lversammlimg vertreten sein möchten. Die Löwen vor dem Dort es Palast, die von den Staubwolken, bie vom Prado hinaufwchen, recht grau gefärbt sind, scheinen mißmutig zuzuschauen, wie bie alte Inschrift „Songrefo de DiputadvS" übervinselt und die neue Bezeichnung »Asa mblea Hac Iona T mit großen Vettern über dem Portale angebracht wird. Die steinernen Löwen haben andere Zeit« gesehen. Zwischen ihn« hindurch sind die groben spanischen Parlamentarier EanovaS del Castillo, Stlvcla und manche andere mehr die Freitreppe zum SitzungSsaale hinaufgeschritten. Dort hielten die Prä'identen der kurzlebigen spanischen Ne- publik Eastclar und Margall ihre zünd«dm Reden. Dort wurde Alfonso dem XIII., ihm, der alS König wenige Monate nach dem Tod« sein«S Datert geboren war. als Säugling auf dem Schoße der Mutter. Maria Christina von HabS- l'urg. gehuldigt. Die Hamen von Romero Hob- lebo. G-analcja«. Maura. die ihr Daterland so sgels«rge« («•« schon im »origen 3jhrh jnd€rt^genftcmb ern .er Ikratirr.gen gewesen. 3efrt darf bte 2lrbeitaber nicht ruhen, sie muß zu einem s-uchtba-en ^folg j-sÄhrr toerder- Auch daS Ärei4amt arbr.tet int tirx.aen Jahren an einschlägigen Fragen, vor allem an der Einschränkung de« Acker- baue«, der Echasfung von Weihen, der Züchtung de« DogelSberger Rot- Vieh« u. o. Er ist mt dem Dor sitzenden bann einig, daß alle« geschehen muh. um e.ne U m - st«llung der Betriebe au ermöglichen. Sr verbricht, seine ganAe Äraft Dafür einzuletzen unb ist auch davon überzeugt, daß der Staat diese großzügigen Pläne unterstützen w.rd und mutz. „ . « . . , Landwirt Fischer- Sichenhausen schttbertc dann noch einmal kurz aber treffenb bie schwere TZotlage de« Bogel«berge«. Trotz de« schweren Geschickes lieben auch toir unsere Heimat. Der- AtDcifelt suchen wir nach *2K;ttdn und Wegen, um au« dieser fürchterlichen Rottage herauS- Aufommen. An einzelnen Beispielen zeigte er. wie weil die Rot schon fortgeschritten ist. Die Hllle der Regierung kann nur eine augenblickliche sein. Da« hat da« Jahr 1925 klar aejeigt. ODir wollen nicht immer al« Bettler nach Darmstadt gehen, sondern der Regierung gleichzeitig einen Pstm vorlegen, mit bellen Hilfe wir unter Unterstützung ber Regierung au« bet Rotlage herauS- zu kommen hoffen. Zum Schlüsse bat er um ruhige unb >achliche Behandlung, ba nur dadurch da« Ziel der Dersammlung erreicht werden könne Hierauf trug Herr Weidner- Herchenhain die Wünsche und Beschlüsse ber Herchenhainer Dersammlung vor. Der Anfang ber Umstellung mutz unbedingt die Feldbereinigung un Rahmen eine« allgemeinen ® en er a 11 u [ t u r- plane« für den oberen DogelSberg sein. Die -Zucht de« Dogclsberger Rotv eh« ist zu begünstigen. Ergänzend fügte ber Vorsitzende noch an, dah eine geringe Umstellung schon dadurch zu erreichen sei, dah bet Winterfruchtbau wegen seiner Unrentabilität zugunsten de« Sommer- und Hackfruchtanbau- gänzlich einzu- stellen sei. 3n längeren Ausführungen äußerte sich bann LandwirtschaftSdirektor Dr. Helfen über bie Maßnahmen, die zur Umstellung ber Betriebe auf Viehzucht notwendig seien. Er unterscheidet Augenblick-maßnahmen unb Maßnahmen auf lange Sicht. Hierauf sprach ber kommunistische Abgeordnete Angermeier, der bie Rotlage der Vogelsberger Dauern für seine Zwecke auszu- bcutcn suchte. Der Dor sitzende trat ihm energisch entgegen und verhinderte dadurch, baß die Behandlung der Sache in« politische Gebiet überging. Kreisbirektor Dr. Michel, Lauterbach, betonte vor allem den großen Zug ber durch die Dersammlung gehe. Der Dogeisberger Landwirt will nicht Kostgänger bei ber Regierung sein. Gc will dem Staat beweisen, daß er große Ziele hat unb daß er Wege sucht, die ihn von ber Hilfe de« Staate« unabhängig machen werden, ja die e« dem Landwirt ermöglichen, die früheren Hilfen durch erhöhte Steuern wieder auSzugleichen. Rur der Fortschritt ist richtig, ber sich auf einer guten Ueberlieferung und auf ben tatsächlichen wirtschaftlichen Verhältnissen aufbaut. Er empfahl daher al« guter Kenner ber Vogelsberger Derhältnisfe Umstellung auf Weidewirtschaft. Dor- auSsetzung sei aber eine generelle Bereinigung de« ganzen Dogelsberge« durch einen großen Kulturplan. Der nächste Redner. Landtagsabgeordneter Dr. Leuchtgen« führte etwa folgendes aus: Die Hilfe tut im Augenblick not, es ist uns ganz gleichgültig, wie es im Vogelsberg in 30 Jahren auSschen wird. Aber auch er ist für Verwirklichung der Plane und sagte die Hilfe ferner Fraktion zu. Weiter sprach er über die allgemeinen Gründe, die zur Rotlage der gesamten deutschen Landwirtschaft geführt haben. Herr Stein, Stumpertenrod, setzte sich als prakkischer Landwirt mit Warme für einen allgemeinen Generalkulturplan für den DogelSberg ein. Er forderte bie Landwirte zum Zusammenhalten auf. dann wäre ein wirklicher Fortschritt, ber nur burch eine allgemeine Umstellung kommen könne, sehr leicht zu erreichen. LandtagSabgeorbneter Jost referierte nun über feine Anträge im hessischen Landtag. Er ging weiterhin noch einmal ausführlich auf die Schäden und Fehler de« früheren Generalkulturplans ein und befürwortete mit Wärme einen neuen Generalkulturplan, der aber mit maßgebende r Beteiligung der dabei in Frage kommenden Gemeinden ausgestellt wird. Herr Schnägelsberger. Alsfeld, machte Ausführungen in steuerlicher Hinsicht und empfahl, dies« Fragen ben berufenen Vertretern des Landbundes zu überlassen. ... Herr Th. Tellarius Schotten, tote« auf die Bestrebungen der Lanbwi-tschaftskammer hin, die sich in dem Sinne unb dem Wunsche der Versammlung bewegten. Er wirs weiter auf ähnliche Derhältnisfe in Baben hm und forderte, daß diele ZukunftSpläne nicht auf weite Sicht behandelt würden, sondern sofort in Angriff genommen würden. Regierungsrat Dr. P l o ch vom «Finanzamt Schotten sprach als Vertreter ber mit Unrecht meist gehaßten Behörde. Er erklärte, daß er alle« veranlassen werde, um die Rotlage zu lindern, unb empfahl, von einzelnen Steuerstundungsgesuchen Abstand zu nehmen ba wegen der allgemeinen Rot eine generelle Regelung notwendig sei. AlS Ergebnis der Derfammlung wurde eine Entschließung einstimmig angenommen, die folgenden Wortlaut hat: ..El« zahlreiche Dauernversammlung. die sich am 9. Oktober auf dem HoherodSlopf zusammen- gefunben hat, forbert erneut von ber hessischen Regierung weitgehende Hilfsmaßnahmen für bie durch Witterungsschäden in bringende R o t geratene Bevölkerung des Voaelslerges, insbe'onlere verlangt sie S te u e r- erlässe für Landes steuern, Ermäßigung der Umsatzsteuer von der Reichsregierung und kostenlose Lieferung von Saatgut für Winter- und Sommergetreide. Weiterhin fordert sie Staatsmittel zur Durchführung der Feldbereinigung als Vorarbeit für bie Durchführung bed nach wirtschaftlichen Erfahrungen abgeänderten Gener alkulturplans des Staatscates Weber in ben Gemeinden ^es Dogelsberge«. und die baldige Dorlage eines Ku'kurplancs ähnlich wie beim Riedprojekt in ö.arlenburg.“ Weiterhin wurde noch bie Bildung einer Kommission für bie Dorarbeiten des gewünschten Kulturplons beschlossen, bie sich aus Vertretern ber Gemeinden unb ben Behörden zusammensetzt. Die Kreisämter haben bie sofortige Inangriffnahme dieser Arbeiten zugesagt. Dann wurde noch angeregt, daß Gemeinden, die sich aus irgendeinem Grunde an der Versammlung nicht beteiligen konnten, unverzüglich an den Versammlungsleiter, Fortbilbungsschul- lehrer Steinmann, Herchenhain, die Ramen ihrer zwei Kommissionsmitglieder mitteilen, da- mit ihnen ber genaue Zeitpunkt ber Verhandlungen in Darmstadt befanntgeqeben werben kann unb sie dadurch Gelegenheit bekommen, an den Verhandlungen teilnehinen zu können. Auf diesen Beschluß ber Versammlung fei noch einmal hin- getoiefen unb gleichzeitig angefügt, bah diese Meldungen spätestens am 16. Oktober im Besitz des Versammlungsleiter« fern müssen. So war das Ziel ber Versammlung in gemeinsamer harmonischer Arbeit erreicht. Und so konnte ber Vorsitzende bie Versammlung mit Worten be« Dankes an alle Teilnehmer schließen und mit Berechtigung dem Wunsche Ausdruck geben, bah ber 9. Oktober 1927 ein geschichtlicher Tag für ben Vogelsberg geworden fei und ber Anfang einer neuen und besseren Zeit für bei Vogelsberg sein möge. Schöffengericht Metzen. * Gießen. 12. Oft Am 22. April fuhr der Kraffwagensubrer Sy E. von Ober-Rosbach mit dem Wagen feine« Friedberger Dien st Herrn durch Ziegenberg. Er überholte dort c nen Kraftlastwagen mit Anhänger. Beim Weiterfahren will er nun sein Augenmerk lediglich nach vorne gerichtet und erst bann bemertt haben, baß ihm ein Kind von rechts her auf den Wagen zulief, als eine bet Insassen aufschrie. Er hat darauf nach seinen Angaben ben Wagen nach links gerissen und gebremst. daS Kind war aber schon übersahren unb starb am nächsten Tage. Rach umfangreicher Beweisaufnahme verurteilte da« Gericht den Angeklagten wegen fahrlässiger Tötung. Es hielt für erwiesen, daß er daS Kind schon auf eine größere Entfernung hin ge- schen und unzulässigerweise versucht fcae, auf bet linken Seite der Straße an dem Äinb vot- beizukoinmen. Mit Rücksicht auf verschiedene 8 traftn i lde rungsgründe würbe auf 2 Monate Gefängnis erkannt. Giehener Stadttheater. Vernarb Lhaw. „Kapitän Braßbounds Bekehrung." Wenn ber tapfere Abo el Krim nicht von ben Franzosen in bie Verbannung geschickt unb nicht heute schon samt feinem zähen Unabhängig* keit«lamps so gut wie vergessen toure, bann würde diese« 8tiirf von g.uu besonderer Aktualität fein; denn e-8 spielt in Marokko, und der zweite Akt versteigt sich sogar in« AilaSgebirge. Die aktuelle Bedeutung jedoch, die Shaw bei seinen 3 Akten vorschwebtc. ist von ar derer Art, ist nicht an die Vergänglichkeit politischer Tageseregnsfe gebunden. ist bie gleiche wie in Galswort hyS „Loyalties“. ist bie erste unb letzte Aktualität bei Shaw überhaupt Ablehnung der destel-enben Gcsellschast unb ihrer Einrichtungen, insbesondere ihrer RechtSvslege; Kritik. Spott. Hohn, Bloßstellung, Besscrwisien. Drauf schlagen und immer unb unter allen Umständen .dagegen" und anderer Meinung fein: biti war von je die Freude Shaw«, ba« ist die Meimmg auch in diesem Stück. Zwar geht über Anlaß unb Anregung zu »Br.chbounb« Bekehrung" eine anmutige Legende um: von ber Geburt ber Komödie auS dem Geiste der Ritterlichkeit, sehr frei nach Rietzsche; nämlich: «« fei einmal eine bekannte englische Schauspielerin Großmama geworben unb habe Tränen darob vergossen, daß nun bie schöne Zeit der jugendlichen Heldinnen (unb so) endgültig vorüber sei. Da habe der gute Shaw. Kavalier vom Dollbart bis zur Sohle, ihr diese Rolle aus den zarten Skib geschrieben, in der sie eine Gelegenheit bekommen sollte, da« Gegenteil zu be- beweisen. nun aber um die Rolle herum auch noch, rückstündigerweise, ein Drama sein mußte so entstand die wilde und aufregende geben- V"t 'M Lande Abd d Krim«, bte Geschichte von ber Bekehrung be« RauberhauptmaTtns Bratz- bound, unb al« baS Ganze fertig war. ba mußte jedermann sehen. baß Shaw wieder einmal nicht auS feiner Haut hevauSgekonn: hat. Die Hauptsache ist nämlich gar nicht fo sehr bte Bekehrung be« rauhen Mannes durch bte Güte unb ben Liebreiz der schölten unb tugeubfamen Lady Eicely..., sondern die Dvrgdchichre der Bekehrung, die Geschichte von Groll und Rachedurst des wilden Brahbound. Und indem man bie erfährt, wundert man sich, wie leicht George Bemard Shaw c« sich gemacht hat. um wieviel leichter zum wenigsten, als sein Landsmann GUsworthy, dem eä bitter ernst war, und der nicht das leiseste ßädxrln um die Mundwinkel hatte, als er „Loy.ilties“ fdyrieb. Shaw aber feixte breit, alS er jum Iagbhieb gegen Sir Hallam, den Oberstaatsanwalt, ausholte. Der begleitet nämlich Ladh Ctceln auf ber Reise nach Afrika. Millionär Rankin in Mogador besorgt ihnen al« Führer bei der Expedition ins Innere den Brahbound. Jetzt kommt es — man staune —: es stellt sich heraus, daß ber Dock zum Gärtner gemacht würbe, denn Draschound ist ber verlorene Sohn von Hallams Derftorbene:n Bruder. Und er hat eine Wut, toctl Hallam schlecht gegen seine arme Mutter war und ihn um sein Erbteil gebracht habe. So ein Staatsanwalt! Man denke nur. Wie bie Reisenden aus ben Hauben feindluder Berg stamme gerettet werben, denen Braß- bounb sie freundlich zugebacht hat, wie der Kapitän bestraft werden sott unb endlich zu einem frommen unb gottgefälligen Wandel bekehrt wird, wie Eicely alles zum Besten wendet — ba« erfühlt ber zweite und bet dritte Akt und ist amüsant, aber nicht weiter wichtig. Die Hauptsache ist nunmehr: bie Geburt ber Komödie au« bem Geiste der Ironie unb ber Gescll'cvasiskritik. Mle« gebt gut au«; ein Wunder, bah hierin unb Brahbound sich am Eiide nicht noch .kriegen" 2Ler wenn sie inzwffchm ba« Ganze begab hn Jahre 1899 — nicht gestorben sinb. dann leben sie noch heute. ^Ilnd dos ist eine Betrachtung, bie alle ®in- toände und gehässigen Bedenken sogleich im Keim Oberheffen. Landkreis Gietzen. • Lang-G öns, 12. Ott Am Sonntag hat die Kleinkaliberschützenabteilung des hiesigen Kriegerverein« ihr Herbst- i ch i e h e n abgehalten. Geschossen wurden 15 Schuß 50 Meter kniend. Zehner-Ringscheibe. Den ersten Preis mit 101 Ringen erhielt Aug. Herbei, ben zweiten <94 R.) Karl Söhn- gen. den dritten (91 R.) Wilh. Henrich, den vierten (85 R.) Otto Herbel. ben fünften (62 2L) Wilh. Bink, den sechsten (82 R.) Otto Rudolph. den liebten (66 R.) Hans 2 l t h a u s. ben achten (65 R.) Friede. Höfer. Der gestiftete Ehrenpreis wurde von Wilh. Henrrch errungen. Bei günstiger Witterung soll an den nächsten Sonntagen weiteres Uebungssctz e en ab- gehalten werden. Es wäre zu begrüßen, wenn bie Lang-Gönser Jugend dem edlen Sch ri spart sich mehr als bisher widmen wollte. V Mainzlar, 12. Oft. Sin Unfall, bet leicht schlimme Folgen hätte haben können, ereignete sich gestern nachmittag bei dem Auto- schuppen ber hiesigen Firma Scheidhauer ft Gieß in a. Dort wollte ber Ehausfeur ba« Per- sonen-Autv aus bem Schuppen herausfahren, als in benfeiben Augenblick ein bei ber Firma beschäfttgter Arbeiter Kehr aus Mairrzlar mit seinem Fahrrad den Weg kreuzte. Beide stießen dabei zusammen. Rur durch ben Umftanb, daß ber Ehauffeur sehr langsam fuhr, kam ber Arbeiter mit einigen Hautabschürfungen unb Prellungen ohne sonstige ernste Verletzungen davon. Das Fahrrad wurde zum größten Teil demoliert. j Mainzlar, 12. Oft Dank des guten Wetters der letzten Woche ist die Gemüseernte bei uns zum größten Teile eingebracht. Sie ist vorzüglich ausgefallen. Allenthalben sicht man wieder Haufen eingegrabener Dickwurz auf den Aeckern, ein Zeichen dafür, daß mancher Keller bereits voll ist. Die Aussaat des Wintergetreides kann bei dieser guten Witterung ebenfalls bis Ablauf der Woche zum größten Teil als beendet angesehen werden. Recht geringe Nachfrage besteht gegenwärtig nach 0 b st. Während in früheren Jahren reger Derladebetrieb an unserem Bahnhof herrschte, sind bis jetzt im ganzen nur drei Waggon Fallapfel verladen worden. Die Händler bezahlen 2 bis 2,50 Mk. pro Zentner. z Aus dem DuseckerTal, 12. Oft. Am Bahnhof Großen-Duseck werden zur Zeit große Mengen Tafel - und Kelterobst auS Gr- Buseck und ben umliegenden Dörfern waggonweise verladen. Für das Tafelobst werden 8 bis 10 Mk., für das Kelterobst 2.50 Mk. für ben Zentner bezahlt. b. Beuern. 12. Oft. Bei der von Jahr zu Jahr sich steigernden Bautätigkeit wird cs als äußerst vorteilhaft empfunden, daß man nicht mehr, wie früher, den zum Bauen nötigen Sand bet Gießen ober Wieseck zu holen braucht. In ber Rähe ber Reumühle betreibt ber jetzige Besitzer auf bem sog. „Pfaffenköpf" — ber Rame rührt von bet früheren Zugehörigkeit dieses Di- strikts zum Kloster Arnsburg her — eine Sandgrube. In den oberen Schichten findet sich weißer Sand, ber von ben Weißbindern zum Tünchen verwandt wird. Auch ber tiefer liegende gelbe Sand ist von vorzüglicher Güte und wirb auch von ben Rachbarorten, besonder« von Ber «rod, viel geholt, ba bie Dersröber eine besonders bequeme Zufuhrstrahe zu der Grube haben. Die Sandschicht hat eine Mächtigkeit von etwa 3 Meter. Um aus den tieferen Tellen des Betriebs baS Wasser abzuleiten, hat man einen Durchstich nach bem vorbeifliehenden Mühlenbach vor genommen. DaS Vorhandensein eine« Sandlagers war zwar auch früher schon befannt, jedoch wird eS erst durch ben derzeitigen Inhaber der Reumühle ausgebeutet. Ein: längst verwachsene Dcrtiefung beutet darauf hin, daß auch früher schon einmal im kleinen hier Sand gegraben worden ist. — In diesem Herbste wurden zum erstenmal in unserem Ort, wenn auch nur von einzelnen Landwirten, Kartoffelschleudern zum Ausmachen verwendet, während die Kartoffeln bisher nur mit bem Pflug ausgezackert unb vereinzelt auch noch mit bem Karst ausgehackt wurden. Zahlreiche Zuschauer fammelren sich in ber ersten Zeit immer wieder, wo bie neue Maschine in Betrieb gesetzt wurde. Wie man hört, haben bie offensichtlichen Dorteile dieser Kartoffelerntemaschinen eine ganze Anzahl weiterer Landwirte veranlaßt, sie im nächsten Jahre auch anzuschaffen, da gerade im Herbst jede Zeitersparnis doppelt schwer ins Gewicht fällt. # Hungen, 12. Oft. Die hiesige Spar- und Leihkasse hielt am Sonntag eine außerordentliche Generalversammlung ab, bie sehr gut besucht war. Es wurde beschloßen, an Stellt des verstorbenen langjährigen Rechner» Emmel besten Vertreter H. Büttel zum Rendanten zu ernennen. Weiterhin wurde der Bc» ichlutz gefaßt, von der Stadt einen neben ber katholischen Kirche liegenden Bauplatz käuflich zu erwerben, um darauf ein eigenes Kossenge- b ä u b e zu errichten. Mit der (Erbauung soll im kommenden Frühjahr begonnen werden. Kreis iyricbberg «X Bad-Nauheim, 12. Oft. Zu den lehrreichsten Denkmälern au» der Römerzeit gebärt dank der von Prof. Helmke (Gießen) geleisteten Forscherarbeit das Kastell (Eapersburg, da» in de» letzten Jahren immer häufiger von Ausflügler» ausgesucht wird. Nicht immer behandeln die Besucher aber die ausgegrabenen Kastellreste mit der Sorgfalt, die man Altertümern zuwenden muß. E» waren daher in den letzten Wochen durch das Hoch- bauamt Friedberg verschiedene Ausbcstrungsordei» ten nötig, die von einer hiesigen Baufirma ausgeführt worden sind. Es handelte sich vor allem um Arbeiten an dem freigclegten ranfrfd)tn Bad, das durch den Fremdenverkehr gelitten hat, seitdem ber schützende Drabtzaun nicht mehr erhalten ift Wie man hört, sollen im nächsten Jahre zur Fortsetzung der Ausgrabungs- und Forscherarbeiten größere Mittel vom hessischen Staat bereitgestellt werden. — (Einer ber men gen noch lebenden Mitkämpfer von 1870 71 feierte gestern seinen 8 0. Geburtstag in bester Rüstigkeit. Es ist der Feldschütz i. R. Ronr. Wagner im nahen Schwalheim. Kreis Büdingen. nb. Ribda, 12. Oft. 3m Gasthaus .Zur Krone" fand jetzt die diesjährige Haupwerlanun- lung ber hiesigen DezirfSsparkasse statt. Der Direktor Der Kasse, Rektor Gatzert, erstattete ben Rechenschaftsbericht über da« abgelaufene Geschäftsjahr, ba« al« recht günstig bezeichnet werden kann. Rach bem je)em Teilnehmer gedruckt Überrc.ch en Geschüstsberie^t betrugen die Einnahmen 6 354 032,41 Mk., bte Ausgaben dagegen 6 320 170,97 Mk., so baß ein Rechnungsrest von 33 861,41 Mk. verblieb. Di» Zahl bet Sparkassenbücher hat um 341 Stück zugenommen, bie Zahl ber G.rv-Konten um 15. Rach ber Höhe des Guthabens der 1267 Konten verteilt sich dasselbe auf die Einleger bi« 500 Mk. a 940; 327 haben über 500 Mk. bi« über 10 000 Mk. Guthaben. Für bas verstorbene Dor- ftanbdmitglieb Kaufmann Heinrich Rappvlt wurde Bauunternehmer Adolf L u p p von hier gewählt. Iustizrat Dr. Reh h.ell bann einen Vortrag über bie Zweckmäßigkeit des Zusammenschlusses der hessischen Girozentrale und ber Kommunalen Landesbank in Darmstadt. Die Erläuterungen des Redners waren so überzeugend, daß die Versammlung ben Anschluß ber Bezirkssparkasse Ribda an den Verband cinftimnrig beschloß. # Nidda, 12. Oft. Eine Versammlung der Bürgermeister de» Kreise» fand dieser Tage unter Vorsitz des Bürgermeisters Albrecht aus Düdelsheim und im Beisein von Rreisb’v'tor Dr. ® a ß n e r in Büdingen statt. Allgemein n)u~be Klage geführt über den schlechten Zustand der L a n d ft r a tz e n. Es wurde einhellig belchlos- fen, entsprechende Anträge l m Landgemeindctast zu stellen. Auch die Kostensrage der Tfiafterunq der Ortsdurchfahrten wurde eingehend besprochen # Echzell, 12. Oft. Der jüngste hiesige Schweinemarft hatte einen außergewöhnlich starken Austrieb von 431 Stück zu verzeichnen. Obwohl er von Kaufliebhabern stark besucht war, wurden nur geringe Preise erzielt. Während zu Beginn de» Markte» die Preise auf der Höhe de» letzten Markte» einsetzten, flaute das Geschäft im Verlaufe sehr ab. (Ein großer Teil de» Jungviehs wurde n^cht abgesetzt. Nachfrage bestand hauptsächlich nach starken Tieren, die mit 25 bis 35 Mf. für das Paar bezahlt wurden. 6 bis 7 Wochen alte Ferkel kamen auf 10 bis 12 Mf. pro Kopf. Stärfere Springer unb Einlegschweine waren gesucht, da» Stück wurde je nach Große und Alter mit 30 bi» 45 Mf. bezahlt. — Man ist hier eben mit dem Ein- ernten der Dickwurz beschäftigt, die sich bei dem Sünftigen Wachsweiter sehr gut entwickelt hoben, nollen von 20 Pfund Gewicht find feine Seltenheit. Die Anbaufläche ist zugunsten ber Zuckerrüben, die in den letzten Jahren immer mehr angebaut werden, zurückgegongen. Bei dem diesjährigen Mindestpreis non 1,70 Mf. pro Zentner gegen 1,05 Mf. im Vorjahre sind auch Heinere Landwirte zum Zuckerrübenbau übergegangen, zumal neben Lieferung billiger Trockenschnitzeln der hohe Futter- wert des Rübenkrautes zum Anbau reizt. Außerdem haben die Zuckerfabriken in Würdigung erstickt; z.B baß e« doch komisch fei.. . komischer, als es in einer Komödie erlaubt ist..., baß ausgerechnet bie gute Eicely unb ber böse Staatsanwalt zusammen eine so weite unb beschwerliche Reise tim, unb baß sie ausgerechnet in Marokko diesem Manne begegnen, gerabe diesem, bem sie besser nicht begegnet wären. Der Kritiker Alsreb Polgar hat sogar hämischerweise erwogen, ob es mir ber ganzen Bekehrung nicht überhaupt Essig sei, wenn Laby Cicely einen Blähhals hätte unb eine Warze am Kinn unb O-Beine. .Aber sie hat ein halbes Antlitz wie bie kolorierten Mägden m ber Christraas number ber „Londons News*-. Unb bas charmanteste Lächeln. Unb bie schönsten Augen. Und bie Deine sieht man bei Shaw nicht." Die Rolle ber Eicely ist wirklich, was man bei Shaw kaum erwartet hätte, so etwas wie eine Liebeserklärung an ihre Trägerin, bie noch boAU bie unglaubliche Ehance hat, ganz allein unb ohne jede Konkurreitz unb weibliche Nachbarschaft unter vielen weißen und braunen Männern geschäftig einherzuwanbeln, unb Gute« zu tun. Maryela Dau mann tat am gestrigen Abend sehr viel Gutes, tat es mit soviel straulicher Grazie, Schelmerei unb überlegner Bewußtheit ihres Geschlechts, baß man ganz vergaß, sich darüber zu Wundern. was für phantastische Hüte um 1899 getragen wurden unb was für lange Röcke, selbst im Atlasgebirge. wo bas sicher recht beschwerlich ist. Bekehrt wurde Gefser«, man fühlte sich bei brekem wohlgefälligen Werke de« öfteren angenehm an feinen weiberte.üblichen Esirsieblcr in .Dover—EalaiS" erinnert; vielleicht nahm er seine Sache ein wenig zu schwer, aber seine ernsthafte unb ehrenvolle Kapitulation laßt, was wirllich nicht vonnöten ist, den Glorie ifchein seiner Uebertrnnberin in noch milbcrem Lichte erstrahlen. Biel schwierig« hatte c« Telekv, ber ben von Shaw wirklich wenig liebevoll aus gegatteten Hallam spielte: einen langen, hageren, zugeknöpftere Gentleman, ber sich trotz allem redlich ben - . bas Ansehen Olbenglanbs unb feiner Rich r- schast auch im finstersten Marvlk nicht vertom nen zu lassen. Aus ber abenteuerlichen und wahrhaft fclkn«» werten Schiffsbesatzung des Kapi ans verdient K u r z h o f f hervorgehoben zu werden, ber ein dunkles Subjekt mit Ramen Felix Dnnkwat« zum besten gab. bas in brolligem K ladtrweffch unpassende Zwischenrufe anbringt unb sich wich ig macht. — Dolck war ein würdiger Miffivnar, Schubert ein stattlicher unb wohlwollender Marineoffizier. T annert ein Hn ft er er Berber» fä^id) und Gehre ein aufgeregter Kadi in wallendem Burnus. Die Aufführuna unter Telekhs Führung war auf einen frischen unb heiteren Ton gestimmt (einige textliche Unebenheiten im dritten Akt werben sich ab'cMcifen) unb hatte in drei sehr hübschen unb stimmungsvollen Bühnenbildern — bie Herren Löffler imb Keim feien mit Anerkennung genannt — die intercflant? Ausgabe gelöst. unS einmal afrikanisch zu kommen. Es war ein amüsanter Abend Dr. Th. Hochschulnachrichten. Mit Wirkung vom 1. Oktober 1927 ab sind an der Leipziger Universität in ben Ruhe- stanb getreten: Der ordentliche Professor ber speziellen Pathologie unb Therapie Dr. Friedrich Rolly unb ber Ordinarius der Statistik Geb. Reg.-Rat Dr. Eugen Würzburger. — Dm amtliche Ernennung be« Geh. Hofrat« Prof. Dr. Zerdinanb Sauerbruch zum ordentliche» Proselior in ter Medizinischen Fakultät ber Universität Berlin ift jetzt erfolgt. — Professor Dr Eduard Luka« in Graz wird bem Ruf auf den Lehrstuhl der Dolkswirtichaflslehre und Staustik als Rachfolger von Prof. Süden an der Universität Tübingen folgen. ber wittschaftllchen Lage des Btramtftcnbe» den Äübcnbouem einen zinslosen Kredit zur Beschaffung der nötigen künstlichen Düngemittel zur Verfügung gestellt und do» Saatgut unentgeltlich geliefert. ]:| Oelnbaar, 12. Oft Gestern nachm.tta- gegen -3 ilpr wurde ein Teil der Ottsemvvh- ner durch Feuerrufe alarmiert Mir Streich» hölzern spielende, unbewachte Kinder hatten do« Heu eine« kleinen Solchen- in Brand acrtedt. Sin Clüd war. daß kein Stroh auf dem Boden laa lonlt wär? auch dis Wohnhaus, in dem 17 Personen wohnen, ein Laub der Flammen geworden. Einige beherzt? Männer hatten das Feuer rasch erstickt. -- Wie man hört soll am Kalten Marti Sonntag. 30. Oktober, unser Kriegerdenkmal einge- weiht werden. Urei# Schotten. T Gedern. 12. Oft. Auf Anregung des von hier stammenden Pfarrers Weber zu Dietzenbach hat frch hier eine Bereinigung der Fünfzigjährigen gebildet, dle am kommenden Sonntag eine Wiedersehens- feier veranstalten will. An Deranstalkungen sind geplant e.n Acstgoltesdienft. den Pfarrer Weber selbst in feiner alten Heimattirche halten w-rd in Verbindung mit einer Gedächtnisfeier für d.e verstorbenen und die im Kriege gefallenen Schulkameraden, und ein Familiena! end mit rednerischen, musikali'chen und dellamawrt- schen Darbietungen. *2D;e man hört, sind schon ^»hlreiche Anmeldungen der auswärts wohnenden Fünfziger eingelaulen. Kreis Alsfeld. y Appenrod, 12 Oft Unsere Rochbarge- meindc M a u l b a ch (Post Ehringshausen) ist mit der Postdestellung besser behandelt al» wir. Seit Kriegcbeginn ist un» die Sonntagrbestellung und zweite Werktagsbestellung genommen worden, während cistere» in Mauldach durch das Vorgehen der dortigen Leute nicht geschahen konnte. Dadurch erhalten wir wichtige Briefe und alle Leitungen erst om folgenden Montag. Die Bestellung an Werktagen ist reichlich spat, so daß die Postbezieher in Dannenrod, das gleichzeitia mit hier bestellt wird, ihre Post mitunter um 2 Uhr nachmittags er halten. Unser Postort Homberg ist jetzt mit einer zweiten 'lüerktag-b?stcilung beglückt worden, was nur durch das Vorgehen des Homberger Verkehrs- verein» bei der vderpostdirektion Darmstadt und beim Reich ^polt Ministerium Berlin veranlaßt wurde. Da wichtige Aenderungen nur durch ^u» samm?nschluß erreicht werden, so dürfte es auch für unsere Gemeinden dringend erforderlich sein, zweck» Wiedereinführung der Sonntags- und 2 Werktagsbriesbefiellung die erforderlichen Cd'ritte zu unternehmen, zumal da» Reichspostministerium zugesagt hat, infolge der neuen Portotariserhohungen auch den Postoerkehr auf dem Land, heben zu können. Hoffentlich wird der Erfolg nicht ausbleiben. Starkenburg. WSA. Offenbach a. W., 12. Oft. Aach In- betriebnahme der neuen Sifenbahnbrücke über txm Main zwischen K l e in - S t e i n he i m und Hanau beabsichtigen Preußen und Hessen gemeinsam den Erwerb der alten Glsenbahn- brücke zur Ergänzung der seit den siebziger wahren bestehenden unb in ihren st at. scheu Verhältnissen ungenügenden Straßenbrücke. Der Kreisausschuh Offenbach hat in feiner gestrigen Sitzung es abgelehnt, den vom Staat ge- ♦ ocN-O?!'. Betrog von etwa 60 000 HL zu be- tt-illiflen. we.l nach ferner Ansicht he Brücke Aligemeininteresse hat und daher die Kosten vorn Staat allein M» tragen lind Dagegen hat er sich bereit erklärt. b.t Kolter, für bi? Zufahrtsstraße in Höhe von runb 27 OX Mark ku übernehmen. MVA. Jugenheim 12 Oft. Sin folgenschwerer Unfall ereignet? ftch am E.ngang «um BaUhäu'?r Tab Mu ULiem Motorrad fuhr der Architekt Lenk von Darmstadt nachts vom .Kühlen Grund" in Lichtung Jugenheim. Dabei stieß er mit voller Wucht gegen das EcktzauS des Schahmachermeisters Fuchs Lenk erlitt c nm doppelten S chä del bruch . an dessen Folgen er starb. Preußen. Accit Marbura. • Friedelhausen. 12. Oft. An der preußischen Seite des Lahnufers, an der Brücke über den Fluß, werden jetzt zur Erzielung einer belferen Dorsiut. besonders bei Hochwasser Erdbewegungen durch die preußische Wasserbau behärbe vorgenommen. Es handelt sich darum, mit der Zeit a geschwemmten Boden zu entfernen. Kreis Wetzlar. WSA. Wetzlar. 12. Oft. Aus der Straße Ulm Holzhausen (Kreis Wetzlar» stürzte der 2)jährige Kaufmann Zutt aus Hoizhausen mit feinem Motorrad so unglücklich, daß er e.n« s chwer e S chä de l verl etz ung erlitt und noch auf dem Transport zum Krankenhaus starb. XX Ü u • der Bürgermeisterei A tz - bad), 12 Oft Unter den Frlbsrüchtcn ist die Kartoffel wohl die einzige Frucht, die am schnellsten entartet und durch neue Sorten oster ersetzt werden muß. Al» beste Speisekartosfel galt in unserer Gegend bisher die .Industrie", die sich besonderer Beliebtheit erfreute. Leider scheint sie aber für unsere Gegend vollständig entartet zu sein, infolge der übermäßigen Feuchtigkeit meliert sie stets ihr glattes Aussehen und neigt leicht zur Fäulnis Als Ersatz bauen unsere Landw rtc zur großen Zufriedenheit „Blaue Odenwalder", „Erna" und als neueste Sorte „Preußen" an. Letztere hat diesmal besonders gute (Ertrage geliefert, erntete doch ein Landwirt unserer Bürgermeisterei von 1 Zentner Saatgut auf mittlerem Baden 75 Zent- ner dieser vorzüglichen Speisekartoffel. Auch „Gelbe Niesen", eine gleich gute Eßkottoffel, gilt hier al» neuere Sorte, sie lieferte wohl die dicksten Knollen, es Höngen aber nur wenige am Strauch. tbcrweftcrwaldkrcs. .»1 Sie sparen bann Gelb, Sorgen unb ernten Zreube. <4nd|äfUi #. la 0. O,e ttngelegenhe.l ist zur (Irhbigung im Briefkasten nicht gee gnet. Wir empfehlen Obnrn, einen Rechtsanwalt zu befragen. flir (bild'- Rachricblen. Israelitische Rdigionvgrmrintx. Gottesdienst in der cnuaguge (Sui. '.läge). Samstag. 15. Oki oder 1027 Vorabend 5.15 Uhr. morgens 8 30 lH)r; abends 5 40 und 6 20 Uhr Israelitische Bclig onvgesellschast. eabbatjeler den 15 Oktober 1927. Freitag abend 5 05 Uhr Samstag vormittag s Uhr. nachmittag 4 Uhr. Saddataus- Bang ' 20 Uhr Wochengotlesdlenst morgen» 6 30 Ihr; abend» 5 Uhr. Nundfu! K-Programm. Freitag, 14. Oktober 13 30 bis 14.30 Uhr Schallplattenkonzert: Ro- mantischc 'Mufti. 15.20 bis 1b Uhr: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45 Uhr: Hausfrauen-Roch- mittag, veranstaltet vom Frankfurter Hausfrauen- verein. Programm u a. „Dk Frau über die Frau in der modernen Literatur", Vortrag von August Kruhm. 17.45 bis 18.05 Uhr: Die Lefestundc. 1830 dis 19 Uhr: „Die Örunbbegrif e der Dergleichsord- nung", Dortrag von Iuftizober ekretär Heinz Biehn. 19 bis 19.30 Uhr: „Dom rufsi chen Kinde und von der Kindercrzikhung in Sorojetrufjlanb", Vortrag von Dr. Bernhard Reich, Moskau. 19.30 bis 20 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben auf- märtet 20 Uhr Uebettrogung au» dem Große» Saal de Saalbaue> Fweite. Freitogs »onzett der Frankfurter Bkufeumsgeiellschoft. Nn chließen» bi» 0J0 Ubr: UebtrtruguBg von Kassel Lpttkonzett. Berliner Börse. Berlin. 11 Olt. (TVTB. Funk'v nacht Bei 7^14) ro.e vor totaler Eb'chättslos. gleit ist bie Tendenz un beut gcr. Früher lehr wenig verändert Bvn >er D^konterhohung m Holland erwantt man leinen nach.e.ltgen e.n'Lug w* geg-r macht sich für OIcnWoM.aftiHL deren a infubrung an bet Londoner Bdtle jetzt unrntttef- ir Ixr'vrstedt. ein Intere « bet 045 Prozent bemerkbar 3. Farben härt man mit 293 Geld 3m Devtsenvettehr nennt man Par^s gegen London mH 124 02, Ma land 8s 15. Madttd 27.99 und Uonbon-Äabel 4 8715. i Die Sitte gegen Gicht und Rheumatismus. Sie wissen kein sichere» Mittel gegen diese Plagegeister, (Einreibungen, Packung ’. Sä6er, Salben usw. lindern meisten» nur für einige Seit die chmcrzen, aber sie packen nicht immer da» liebel an der Wurzel. Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobte» Mittel, und oie sollen e» selbst versuchen, ohne daß e» Sie etwas kostet: aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen oie den folgenden Brief: Ich bin von der Wirkung Ihres wundervollen Präparates „(Bidjtofint“ förmlich überrascht, es hat nicht nur meine Hoffnungen erfüllt, sondern bei weitem übertroffen, wofür ich Ihnen meinen herzlichsten Dank an dieser Stelle ausfpreche. Schon am ,mellen läge nach dem Gebrauch von Gichtosint, waren die fürchicrlichcn Schmerzen, die mir des öfteren die ganze Nachtruhe raubten, nicht mehr so heftig und konnte ich daher, seit einigen Jahren zum ersten Male, einen erquickenden, ruhigen Schlaf finden. Seitdem ließen die Schmerzen täglich immer mehr nach, und kann Ihnen heute zu meiner größten Freude mitteilen, daß alle Schmerzen spurlos verschwunden sind und ich mich wieder wie neu geboren fühle. Hochachtungsvoll I. M. L M. Solche Briefe besitze ich Tausende, und nun hören sie weiter: Gicht und Rheumatismus können nur von innen heraus wirklich kuriert werden durch (Entgiftung des Blutes. Diese» ist ver- unreinigt durch zurückgebliebene harnsaure Salze, und diele muffen heraus, sonst nutzt alles (Einrciben unb Warmhalten nichts. Jur Beseitigung der Harnsäure aber bient da» Gichtosint. Sie können das glauben ober nicht, aber Sie sollen keinen Pfennig dafür ausgeben, ehe Sie sich überzeugt haben. Xeüen Sie uns Ihre Adrette auf einer Postkarte sofort mit und adressieren Sie diese an: Wcneralbepot ber Viktoria Avolheke, Berlin A 235, Friedrichstraße 19; es geht Ihnen bann vollständig kostenfrei eine Probe Gichtosint mit weiteren Aufklärungen und genauer Gebrauchsanweisung zu Wenn Sie sich überzeugt haben, so steht es Ihnen frei, mehr von dem Mittel zu beziehen, ober es in einer dortigen Apotheke zu kaufen 92670 Gichtosint ist in allen Apotheken zu haben. 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November d. 3. sowohl für die Ar- beitgeber wie für die versicherten statt Ort und Stunde der Wohl werden noch bekanntgegeben. 9274D Zu wählen sind 6 Vertreter und 12 Er- satzmänner aus dem Kreise der Arbeitgeber und 12 Vertreter und 24 Ersatzmänner aus dem Kreise der versicherten. Die Wahlberechtigten werden hierdurch zur Teilnahme an dieser Wahl eingeladen und zugleich die in Frage kommenden Sc- rcchtigten ousgesorderl, Wahloorschlöge einzureichen. , Die Wahl ist geheim und wird aus Grund von Vorschlagslisten wirtschaft- kicher Vereinigungen von beteiligten Arbeitgebern oder von beteiligten Arbeitnehmern oder von verbänden solcher Vereinigungen nach den Grundsätzen der Verhältniswahl oorgenommen. Zur unmittelbaren Einreichung von Vorschlags- listen sind weiter berechtigt Arbeitgeber ober versicherte, wenn sie dafür 30 Unter- schriften von Wahlberechtigten der betreffenden Gruppe aufbringen. Nur solche Wahloorschläae werden berücksichtigt. die spätestens 4 Wochen vor dem Wahltage bei dem unterzeichneten Vorstand (Gietzen. Kaiserallee 3) einge- reicht sind Die eingehenden Wahloor- schlage liegen nach ihrer Zulassung vom 12. November 1927 bis zum Wahltage in den Geschäftsräumen der Kasse zur Ein- sicht aus. Die Stimmabgabe ist an diese Wahloorschlöge gebunden. Kein Wahlberechtigter darf mehr als eine Vorschlagsliste unterschreiben. Als Wählerliste dienen die Arbeitgeber- und Mitgliederverzeichnisse (hebreflifter) der Kasse. Diese können bis zum Tage der Wahl in den Geschäftsräumen der Kasse, sowie bei unseren Ortsstellen für je den betreffenden Ort eingesehen werden. Ein- spräche gegen die Richtigkeit der Wählerliste sind bei Vermeidung des Ausschlusses spätestens 4 Wochen vor dem Wahltag unter Beifügung von Beweismitteln bei dem Vorstand einzulegen. Der Wahlausschuß ist befugt, die Wahl- und Stimmberechtigung jeden Wählers bei der Wahlhandlung zu prüfen. Es empfiehlt sich daher, einen Ausweis hierüber (z. B. letzte Duithina über Zahlung des Kassenbeitrags, Bescheiniguna des Arbeitgebers über Die Mitgliedschaft u. dgl.) zur Abstimmung mitzubringen. Eine weitere Benachrichtigung der Wähler findet nicht statt. Alle weiteren auf die Wahlen sich be- ziehenden Bestimmungen ergeben sich aus »er Satzung und der dieser anaehängten Wahlordnung, die in den Geschäftsräumen der Kasse während der Dienstzeit zur Einsicht ausliegen. Gießen, den 10. Oktober 1927. Der Vorstand der Landkrankenkasse de» Landkreise» (Biefjen. Clemm, Vorsitzender. Goethe-Bund Volkshochschule Sesntao, dee 16. Oktober 1927, abends 8 ükr la der Meten Aula der Ciiverslllt Mspißl der Oeylschen hippenspiele aus Kassel. Marlborough zieht in den Krieg Schauspiel von Marcel Achnrd. Für die Marione?len-Bühne bearbeitet und in Musik gesetzt von Eni st Krenek. JÄitqlleder dee Oeelhe Baades: Eintritt frei auf 2 PiAtzen (rote Karten*. Mitglieder des Vereine Volkshochschule: Karten au 50 PL nor na Vorverkauf in der Geschäftsetelle. Wolfstrabe 10 p. Nichtmitglieder Karten zu Mk. 2.00 und 1.50 bei (.'ballier und an der Abendkasse. Studentenkarten bei Herrn Ritter zu Mk. 1.00. 9199c Restauration AltesMloß Freitag,: 4.ottober Jetzel- suppe Heute empfehlen Leber- u. Blutwurst.... Pfd. 85 u. 100 Pf. do. in 1/l Dosen 75 Pf, 1/t Dos. 45 „ Mettwurst Pfund 170 do. Berliner 140 „ Zervelatwurst....... „ 180 Plockwurst Pfund 180 u. 210 „ Salami wurst „ 180 u. 210 „ Speck Pfund 128 ,. Dörrfleisch „ 140 „ „Scfaoe Jahre Um GeUhmle hahee wieder 0*brn gelernt- AdlUjcrigr fahret, nach wenigen Wod*ee wieder IS Kllomder wett Rad and verrtditeo athwere Arbeit. Kein Tee! Reine* Naturprodukt! Bekanntmachung. Die Stadtverordnetenversammlung hat in ihrer Sitzung vom 30. September 1927 dem Plan zur Abänderung der Bauflucht' linlcn Ecke Gocthestrahe und Lesslngslratzc und Ecke Goethestrahe und Gnouthstraßc zugestimmt Der Plan lieat entsprechend den Bestimmungen in Artikel 5 des Gesetzes, die allgemeine Bauordnung betr., vom 30. April 1881, auf dem Stadtbauamt während der üblichen Dienststunden offen. 0 üimcnbungrn hiergegen sind bei Vermeidung des Ausschlusses innerhalb einer Frist von 14 Tagen bei dem Unterzeichneten schriftlich zu erheben. 92858 Glesien, den 10. Oktober 1927. Der Oberbürgermeister I. D.: Dr. Hamm Bekanntmachung. Die Stadtverordnetenversammlung -»hat in ihrer Sitzung vom 30. September 1927 dem Abänderungsplan für die Baufluchtlinie auf der Nordwestseite des Leihgester- wer Weges von der Rodthohl bl» auf Straße An der Warte zugestimmt. Der Plan liegt entsprechend den Bestimmungen in Artikel 5 des Gesetzes, die allgemeine Bauordnung betr., vom 30. April 1881, auf dem Stadtbauamt während der üblichen Dienststunden offen. Einwendungen hiergegen sind bei Vermeidung des Aus- schlusies innerhalb einer Frist von 14 Ionen bei dem Unterzeichneten schriftlich zu erheben. 9284B Gietzen, den 10. Oktober 1927. Der Oberbürgermeister I. B.: Dr. jjamm. Die Obersörsiereien Oberscheld und Dillenburg verkaufen auf schriftliche Angebote folgende» Holz vor dem Einschlag: 1. Obersorstcrei Oberscheld Lo» 5: ca. 300 rm Buchenbrennscheit, gute Abfuhr, Bahnhof 1 Kilometer 2. Oberforfterei Dillenburg. Los 13: ca. 120 rm Buchenbrennscheit. gute Abfuhr, Bahnhof ca. 2,5 Kilometer Die Gebote sind je Raummeter In Reichsmark und vollen 10 Pfennigen In Wahlen und Buchstaben abzugeben. Bieter erkennt die allgemeinen und besonderen Verkaufsbedinaunaen cm. Einreichung der blebate mit Aufschrift „Vorverkauf bis Uim ?6. Oktober, 9 llhr vormittags, an die Oberförsterei Oberscheld In Dillenburg. Vcfsnuna der Gebote ebendort am 26. Oktober 10 Uhr vormittags P292D Loseoerzetchntsse mit näheren Angaben "ttober durch die Oberförsterei Lbersche» te Dtücnborg. 10000 Familien gehören dem Konsumverein an 10OOP wirklich genossenschaftlich tätige Mitgliederbedeuten eine Macht! öu ” !0Hl eimldm. ftflateHntaiytattm. v^aiahtrrich, örjfli^r pdenUt 6et- c bdiätia*. 6t «. -.65. 3C*-, orrffodd ?TL k— 3* » O«r»«.Crt*M befonörro p 3* i. -parst«. W1I EM wie es weint und lacht! Ein Abend bei der WIENER KAPELLE (30 Mann Streichorchester), gen. DEUTSCHMEISTER Ist unsagbar schön! Die Konzertreise dieser überall mit wirklicher Herzlichkeit aufgenommenen Oesterreicher ist im wahren Sinne des Wortes ein Triumphzug! Wiener Komponisten — Strauß, Ziehrer, Komzak. Launer. Ldhar, Fall. Kälman, Benatzky — von diesen Wienern gespielt ist unnachahmlich! Eintrittspreise: Parterre Mark 1.20, Balkon Mark 1.50. Vorverkauf: Zigarren - Geschäft Cbambr6, Bahnhofstraße und Mitteldeutsche Annoncen-Expedltion. Plockstraße. (9302D Wald Flora Nr. 240 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Dberhessen)Donnerstag, 13. Glieder 1927 Wirtschaft. Die Diskonterhöhung. Don Dr. OB.OH. Frhr. v. Blffing. Die Diskonterhöhung brr Reichs bank, die eigrittlich leit bem Doge in brr Luft lax an brm brr Prioatdis^ont die Höhr des Banksatzes erreicht hatlr. ift troQ allein überraschend ar- kommen. ^leberraschend wohl MiPtgen, w?il btt Oletd^banf nicht abgetoartet hatte, ob nach brr Hebertrtnbung beb Ultimo eine tihUlafrung ibrrf Wechselport cseuilles eintreten würde. 6tne Erhöhung bei Diskonies entspricht durchaus brr Vage der Gesamtwirifchaft. OBte baS Institut für Konjunkturforschung kürzlich mitgetfili hat. ist ln-wischen btc Wirtschaft in baÄ Stabium brr Hochspannung eingetreten. 3e weiter aber brr wirtschaftliche Aufschwung fortschreitet, desto mehr wirb b c Datenbank diejenige Stelle, b.e brn Ärebttbcbarf befriedigen muh, sobald sich eine Beschleunigung bei (Deibumlaufei und die DeuschoPsung von Olralgdb bei ben groben Danken nicht mehr als ausreichend erweist. Schon zu Beg nn des Jahves machten sich Anzeichen bemerkbar, bah die Beanspruchung der Reichsbank in stärkerem Mähe zunahm, als die der groben Banken, wie ein Vergleich des Bestandes an Wechsel und Schecks bei brr DeichSbank und bei den sechs Danken bet 'Berliner Stempel verein i gun g zeigt. Während Wechsel und Schecks bei der Deichsbank stark zunehmen, bleibt daS Bdechkelvvr.e- feuille ber Stempel Vereinigung fast auf gleicher Höhe und zeigt im ersten halben Jahr sogar abnehmende Tendenz. So kam es. bah von der Gesamtsumme der Dech'elz.ehungen ein immer gröberer 'Betrag zur Diskont erung an die Deichs bank gelangte. Wechsel- Wechselbestand Ziehungen ber zehn der ©robb. Reichst» (Milliarden Mark) Ende Dezember 192fl 3,3 Ende Februar 1927 3,2 Ende April 1927 3,4 Ende Juni 1927 3,7 Ende August 1D27 3,9 1,7 1,6 1,6 1,8 1,6 O r 2,7 In ber ll-tzten Septem l»errroche allein vermehrte sich der Wech'elbestand des Zentralnoteninstitutes um 510 Millionen auf 274« Millionen Mark. Der Erfolg war. das, der Desamtgeldumlauf über dcn Friede nSsiind hinaus auf 6.15 Milliarden Mark anichwoll. Die AuswärtSbewegung ber Wirtschaft mit ihrem erhöhten llvarenumiatz, sowie de vom Weitmar., «luAge&enbe preiss.eige .de Tendenz machte ein gctm'te Ausweitung des Deldum- laufeS orte, erlich Ader in ber W rtichaft machen sich l och immer mehr gewisse ReibungS- erscheinungen bemerfbar, die um so beachtlicher sind, als wir in Deutschland nicht mehr über die Kapi talreserven verfugen, wie das in der BorkriegSzeit der RUI war. und well bei unS ber Dentnerstand mit fe;nec fast gle ch- blelbenben Kaufkraft fehlt. Da» Fehlen dieser beiden Momente kann aber bei einer wirtschaftlicher Ueberfbannung leicht eine Krise von auster- ordentlicher Schärfe Hervorrusen. Hierüber konnten die von ben Kommunen auf genommenen ausländischen Kredite le cht hinwegtöu- ichcn. Doch heute sind im Auslande für fast 1 Milliarde Mark Aitsiandanle ben In Borbereitung, darunter allein für 618 M llionen Mark Vanber* und Städteanleihen. Bkmi auch be- ha ip.et wird, dah die Verwendung ber Anleihen feilen» ber Vdnber und Kommunen in produktiver Weise e.sclgt. so fragt es f d) doch, ob unter ben gegenwärtigen De hältnissen die Derwendung. die die Kommunalanle.hen bisher gesunden haben, auch notwendig war Geheimrat Duisberg bat in feiner letzten großen Dede einige Beispiele von Kapitalinvestierungen angeführt, die die Inanspruchnahme auStänd.scher Kredite für diesen Iweck nicht unbedingt zu rechtfertigen scheinen. So stand Vie Deichsbank vor der Ausgabe, einmal eine Bc r mebrung des O c I b umlaufe# mit Hilfe von Auslandanleihen und bann über ben Weg her Wechseldiskontierung zu erschweren. Sie weigerte sich daher seit einiger vielt, die ihr angebotenen und aus AuS- lanbanleiljen stammenden Devisen abzunehmen Damit war die Umwandlung von Devisen in Mark an die Bereitwilligkeit des offenen Geldmarktes geknüpft, fremde Balufen auszunehmen und. da die Aufnahmefähigkeit hier nnr beschränkt war. sank ber Dollarkurs. Eine Erhöhung bes Diskonte- andererseits verhinderte, dah die Devisen ..hinten herum- in Gestalt von Mark* wechteln die zum Diskont eingereicht würden, eine Bcrmebrung dr» Notenumlaufes herbei- sühnen. Handel und Industrie werden in der Diskonterhöhung ein Warnungszeichen sehen und daran erinnert werden, dah die Äuf- nahme ühigkeit ber deutschen Wirtschaft eine beschränkte ist. Dass hie urb ba Borräte im lieber- mast aus Kred't angetdbaff: Und steht wohl zweitellos feil. Die Ti^lonterböbung wird daher gerade auf eine Verminderung dieser Vorräte hinwirken und bte deutschen Unternehmen mehr aus ben amcrilamschen Weg der beschränkten Lagerhaltung Hinweisen. Die Beräuterung ber Borräte dürfte auf eine Senkung ber Prelle In erster Linie für Konsumwaren des täglichen Gebrauchs, hinwirken, die feit Beginn de» Jahres eine starke Steigerung auftoet’en (Inder 150 9 im Januar und 16X0 im August). Sine gänzliche Abdroffelung der Konjunkturbewegung durfte aber die Diskonterhöhung n 1 <6 1 mit sich bringen. Zunächst ist. wie das Institut für Konjunkturforschung feststellt. ..ein gewisser Spielraum für eine weitere Erhöhung der wirtschaftlichen Aktivität noch gegeben". Infolge der zu: ehmenden Ausdehnung be» bargeldlosen Verkehrs hat auch eine Diskonterhöhung heute auf die Produktion nicht bte ab- drosselnde Wirkung, die fie noch in den Zeiten ' vor dem Kriege besäst. Der Grab der Erhöhung der wirtschaftlichen Aktivität wird daher von ber Bereitwilligkeit der grosten Kreditbanken abhängen. weitere Kredite zu gewähren. Es kann daher sehr wohl möglich sein, bast ihr Bestand an Wechseln, sowie gedeckten und ungebedten Debitoren vor allem auf Kosten der Lombards und Deports zunimmt. Eine Senkung ber Preise ber inbu» strie11en Fertigwaren ist für die Landwirtschaft nach der wenig günstigen matlgeT forgialriger Duichberanrng warben die Berhanblungrn über bte ämbeuibctingunaen für ben Handel mit Futtermitteln zum Av'chlun gebracht und deren Einführung am 1. November li>27. bem läge des 3nl[w*urctcn» des Fullermiitelgesedes. beschlossen. Durch bie Schonung dieser Ginhets- beblngungcn ist ben Bedürfnisten des Handel s- verkehrs soweit eine Anpassung an die Bestimmungen bes FuttermiNclgrietzes erfolgen musste und soweit freie Bereinbarungcr zulässig llnb Rechnung getragen Auch allgemeine üRn- heitebebingun^m für den Handel mit Getreide, deren Schaffung schon feit Jahren angeftrrbt wirb, wurden von ber Kommission endgültig festgelegt. Der Zeitpunkt des Inkrafttreten» soll, wie WDB -Handelsdienst weiter erfährt, teflens In ker Mitgliederversammkung des Ber- bcnicü anlässlich des Gnde Januar 1928 ffatt- linbmben SaatrnmarfTei In Berlln beschlossen werben. 'Elektrische Licht und Kraft. Ber- l i n. Dach dem Bericht des Borstande» hat bas Geschäftsjahr 1926 27 den Erwartungen entsprochen. Die m ben Bilanzposten Wertpapiere und Beteiligungen" zufammengesassten Tetctfi- gungen umfassen Aktien und Anteile ber verschiedenen Gesellschaften im Dennwerte von 30 4f6 000 Mk. Dach der Gewinn- unb Ber'.ust- redromg für 1926 27 betrug der Bruttogewinn einfchl. 42B24 Mk. »in bem neun Monate um- fassenden Geschäftsjahr 1925'26 39 192 Mk.) Bor- ttag 2.59 Millionen Mk. (i. B. 2.01 MM Mk.). Aach Abzug ber Handlungsunkosten Steuern und Anleihezinsen von 654 174 Mk. (L B 555 179 Mark) hcrjivibt ein Reingewinn von 1.94 Mill. Mark (i. B. 1.46 Mill. Mt), woraus wieder 10 Prozent Dividende auf die Stammaktien, 6 Prozent auf bie Bvrzugsalllen verteilt unb 52 925 Mk. aus neue Rechnung borget ragen werben sollen. Die Aussichten für daS lau'ende Ge- 'chäftSjahr bür'en. soweit bisher übersehbar, wieder alS günstig bezeichnet werden. ' Diskonterhöhung in Holland Die Niederländische Bank hat gestern ihren Wechseldiskont von 3,5 auf 4,5 Prozent herausgesetzt. Svanlfurtcr Börse. Frankfurt, 13. CL. Tendenz Heber- wiegend etwas fester. — Die Drunbstimmung Der heutigen Börse war etwaS freundlicher. 09ne dass aber das Geschäft über ben Rahmen keS Bortages hinauSg ng. Bei bem roct.eren Fehlen des Publilluns blieb auch bie Kulisse unter sich schritt j'doch verschiedentlich zu Deckungen, ba einige flimurtercnbc Momente vorlagen. Damentkich bie günstigen Auslührun- gen des Senators Bora 9 über die Regelung der Freigabeangelegenheit in Amerika regten an. so bass in SchissahrtSwerten einige Msi- nungskäufe vorgenommen wurden Ferner beachtete man dis Berhandlungen ber Renten- bankkrebitanstalt über eine neue 40- M.llionen-Dollar-Anleihe als ein pichen, bah bie ins Stocken gekommene Aufnahme von Auslanbanleihen toieber in Gang kommt. Der G e l b m a r k t ift weiter erleichtert . tut Zurückhaltung mahnte bagegen bie Eihöhung les holländischen Diskontsatzes, wovon man evtl. Rückwirkungen auf bie englische Diskontpolitik befürchtet Bei im allgemeinen Keinen Umsätzen ergaben sich bei Festsetzung 7er ersten Kurse überwiegend kleine Besserungen von 1 biS 2 Prozent. I.G.-Farben öffneten nur gut behauptet. Glektrvwerte gewannen durchschnittlich 1 Prozent. Gesfüre! plus 2 Prozent. Am Blontanmarti lagen Dheinstahi 2.5 Prozent höher. Harpener Dagegen an geboten und minus 1.75 Prozent. Auto werte uneinfreli- lich. Kleyer minus 1 Prozent, aber DSU plus 2 Prozent. Zellstoffattien blieben vernachlässigt und kaum verändert. Schiffahrtswerte gewannen 1 5 Prozent. Die Anleihemärkte lagen sehr verödet. 3m weiteren Börfenverlaufe kamen kaum noch einige Umsätze zustande. Zunächst gingen die Kurse etwas zurück, blieben jedoch dann behauptet. Für DHeinstahl erhielt sich einiges Interesse. Am Geldmarkt (teilte s.ch Lagergeld auf 6.5 Prozent. 3m Devisen- ve rkehr lag die Reichsmark ausserordentlich fest nut 4 19 gegen Kabel unb 20.412 gegen London Auch London-Kabel weiter fest mit 4 8713. Bari« gegen London 124.02. Mailand 89.10 und Madrid 27.96. Serlinri ivörse. Berlin. 12. Oft Trotz freundlicher Stimmung und kleiner Kurserhöhungen ist das Gesamtbild brr heutigen Börie nur wenig verändert. Allrrd- g« solle» beute kl.-trnv Kaufaultrüge emgetrot en le n, doch beschränkten fie Schrffahrts- aftien konntet d.rchichnitUich 2L Proz ge- tr-nnen. auch d'.e übr aen 5.*?.jjbemeite lagen bi» 2 5 Pkr^ b?k r. Glanz «all xxroen aus Die bevor'^brnde J n >. , .ng an bet Londoner Börst 'NN 1? Prr^ t . Hgt 5 t 2 ?r juxt .Tn war dos Geschäft u) Rhen. .ad'. iu> Sjü-4 u 3:111 Inber still. Anato.ier ca. 0? Pr^- i.-1 r Pfandbrief» vvt.k-immen gesckä't-los »Veld ist umxr'.n^ert. Der mprgtgc 3a:- t j w.rd kaum f .jirier gki en machen. Dagrsgrtd stellt? stch auf 8 b.4 8 Pros., Monatsaeld 8 ist» 9 Proa. uixh darüber BJaren- we^sei S , bis 7 Prrz. 3m Bcrtati'e wurde di» Lender» uhL*t Schwa tkimgen unetuheitlich^ Sve talwerte blleven j doch we.ter se,t Sv i.»k» piu» 5 Broju Brm berg und Glanz'lot' p tif 8 P roz ^tantjecter Wetrciocbihtic. Frankfurt, 13. Dft Dav b utig. Geschäft war sehr st ll unb die Preise unoe»ändert Futtrr- m.rtd sind stark angeboten Der Handel In Inland- gftreibe mnr klein .'farloffeln sind etwa» stärker gefragt. Weijm, gut gesund, trocken, au*trud)»1m. Wei en. gesund, trocken, mit vereinzeltem Auswuchs, 25,25 Vrizen, geringere Qualität bi» 23 Prozent ^euditigfrit, 22 bte 24. Roggen, in- ländischer, 24,75 bi» 2">. Sommergerste (Ur Brau- zwecke 26 bi» 2“, Hafer, »niandischer. 22 bi» 24. Hafer, aiislänbischer, 24,50 bis 25. Mat» (gelb) 19 bi \ 19,25 Ätijenmehl, miaodische», L geztal 0e -i.,0 bis 3'1. Somemrifbl 34,25 tu» 35. WcizenNel» 12^0 bis 12,75; ^oggcnkleie 13^0. Tendenz schwach. Berliner roduktenborse. Berlin. 12. Oft. Am Brobultcnmarlt not.er- ttn (1000 KUoaramm): Wri^cn. märk scher, 248 bis 251 Mk., Oft. 271 bis 271.50 b.s 271, D.-z. 273 bit 272,50 b.s 272.75. Mürz 275.25 bis 276; Bcmren. märlücher. 235 bis 238. Oll. 243 *0 bis 243.25. Dez. 213 bi» 212.50. März 246.75 bis 218 I matter); Sommergerste 218 Di» 265 (matter): Haler, märkischer, 198 bis 212 (ruhig). Oft. 215. 'U,rz 217,50 bt» 219 .ruh g) Bla», La Plata. 192 bi» 194; Raps 305 bis 3i5 (ftet.g); (100 Kilogramm, Weizenmehl 32 b i 35.25 (etwa» matter): Dloggcnmehl 31.75 bis 33.50 .ruhig): W zenkleie 14 bis 14.25 (still). Boggen- flrie 14 (ft-. D; Biftortaerbfcn 52 bis 57; Herne <-rb,en 32 bi» 35; Futi.rerbsen 22 bis 24 4k- lulchken 21 bi» 22; Ackerbohnen 22 bis 24: Wicken 22 bis 24; Lupinen (blau) 14.50 bi« 15.50; Dapsiuchen 15,80 bi« 16.10; Leinkuchen 22 30 bi» 23.60; ^rocke -schnitzel 10.40 bi» 11. Sovalchrot 19,70 bis 20.30. Kartoffel flocke« 25 biS 25.50 Mk. Zeitschriften. — Bon Dem in Lieferung (bei I. ®. B. Mohr. Tübingen) er'che.nenden Handbuch ber 5 1 - nanzwiffenschaft, das Wilhelm Gerlofs und Fran, Meisel in Betbinbung mit e'ner Reihe von Fachmäiinem des In- und Auslandes herausgevTn. liegt jetzt der Schluss des zweien Landes mit einer Doppelllcserung (24 25) vor. Steuerlcfirc zum Olbschluss gelangt. Auch d e gerade im Augenblick ganz besonder» aftuei'cn Probleme, die zu dem .llomplest der F.nanz- roirtf4aft der ö ntl ch n llbrperscha'len und dem des öfsentlichcn Kredits gehören, w.-cden in diesem Bande von erster, Autoritäten behandelt. So hat z. B. der Staatssekretär im Re.chS- finanzm.nisterium. Prof. Popitz. den Abschnitt über den Frnanzauszkc.ch bearbeitet, eine Untersuchung. die für die endgültige Gestaltung des Finanzausgle chS in den künftigen parlamentarischen Bet.janblungen grunölcgenb fein oürfte. Arbeitete lung. die sorgfältige Bearbe-tung etr.e» jeden Gin-ei!ai'.teM btefe» an sich rie'enhaiten Gebietes durch Spezialisten ihre» Faches. Da- für wird man in Mau* nehmen müllen, dass eine einheitliche Grundaufsasfung von den Herausgebern durch das ganze 'Derk hmdurch n.cht immer gewahrt werden konnte. Drotzdem scheint da» Handbuch eines 6er bedeutsamsten und I brauchbarste?, H'.llsmittek für jeden werken zn sollen, her sich mit Finanzfragen irgendwelcher I Art auSemanderztrfetzen hat. Kurszettek der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter ben Papieren ange’übrten Ziffern geben bie Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. - ReichZbankdiglont 7 Prozent, t rar. bin i a M Berlin ^rant una. if-. .irautiiin raun iftluh- ur* l U»r. Qur* ifttufc. fier* N»sa"4 O-r, S<-, iy •■15 Hirt. Nur» i »» U-6- 1 Our* *' 'l-"Q ‘»le • f uu 1.46». ftere lif. Tmeni: I it. la 11 K 1» w. l». 1». In tu in: I». 1». IS. 11. HK Tutinn-. It. 10. 13 10 v. lti- 11 10 F . Li e«t*»anlfib< t> IW? Ii st.il «o:J e<6ul» tn.i flu.lef .S7» « / . *tKi. t'-tt 60» .8ant »IQB ,».0 »VI fl ® * ei» BortrUgs kd ruJMllDür JUM ' - ’t.M 15 5 W !1 » *1 • iS.4 sf.s IS.4 G. .....7 tfrjmann - •Mir. Ütffmnio« - . . 1< t. iifti und »ran .... )o ;: i .! r Uiticrn. . . io 111.4 -f» * 1" 1*1 ZM 133 312 14«.. 5>7 I >;» 31 dfi 1 4.75 12 lei.» fr. e. 17» 21V 31Z » » -n«4»» Vv..u'. au . f'.-tbfTbrr rr {rmtnt . . • rmriit Äurh-aOt..... » . 4 Ärruoa U e*o'!M4 7a*m6ofrr . 1$ C nc-rtr . . , 1».. 195 139 25 13* 5 411 4»; 4H.5 76.74 SS - - f• :Hbrtn. «rir'ir - ..... i -chlei. .............. i^ftuden ...... 7 fc ::'rn4 A eclib 1 1 1 1 1 1 4 16» 167.75 W1 :9l tt 167.86 1.9 01 <42 IWfffTIlOef! .... r . 15 Vrinben.........f< ,'rU»te ■ fPcfbbc# . . .12 . r,lhcH MltÄaWri 1 irrt . i LsrloC-niura« (Mürt 7 - Ul LZ. . »" 547 .07 5 m 134 je 173.75 • — 1-0 4 1,1 ’ <*.'e CthtrtKfc.fdbr (»olbrt< • tnbT-ttn. r k Ja....... l>0 • 179.5 7 -tuilrr i* ............ 114 5 H6.4 HS 7j • 15 5 «.2U*, Ctfttn ift tiUcrrte «"/, Cf.irrret* tut 113 4 llnqHr.Tjnrtf . _ r 9 * fronxi.n .....e IW 1*7.73 197 »* L T.nf- tu ä »'.teil.... 4 ** IM It! 4'/ Zur!- ?>o;ionkibt o 1911 4 Luit «J»MM>aUn.Sni U 25 13.5 13.«* 1« Z5 Ir r* fl ctfre‘TTrrte ...... > — — (mniturj-fliMfritü Ujlr- . t> ISO 5 <4^ rs r4l • .41 a .-«* . t'taNi ...... . i< »7.1 — na — f jmi hh > .*19 25 ÜJ.'i «ÖCW'tCCl .< r- 197.S 1/5.75 U7.s •"rfar'L-'tnrt ...... > lk-5 I«7 106.5 —• Öanfj TonwfiOnft •6 224 22, flNtel iXentan......< - i6t — 5rrre .......► 114 113 5 — Worbt- 142 ZS — 11 - .75 143 . Ceopi . m«:......1 *i E • -9.4 — l»e - Vkiim r fünlurti» 14'.* • 14.1.75 143 r > > MiSlfStrtltbe- .. 1. It» 167 IS- ea:& -tefta..... v 1-7 « u. - S'trlnttr -onrnft). 1. - 241 241 XalttBrtfrfr » V 179 4 Ire.» is: licmmtri« an» Prioai-^l > 'Zaniiif. n ’Müiioualbanf i- fftutidit Bant X 1.2 f.3 172 . 173 yaiiTtrt eal;>*rfwri6 it 2 45.6 23 > Banfnolm. -ij .55 -24 u :r. g Pi jBhatrte r 2" mtamtf ‘J?rt- -o-.-a..... E>fliuot(<®r flöten W..I- U-7.7- -^7— u " I6*,*V a.ev 41.9V ‘.'.'cifrt..... 110,1» 110.44 t-: finr i i«j /trourn w.o 3V..4 •' ....... 60 e.e< fcduwwft • 'Arant ...... e-f ottfrt ne-r ...... II?.It -!.bi 112 71 60 *9 ? . in.'ric / vif» ...... 7t VI :i,ä T »rAi '.'ft ">e .'tsrra . - i2.77 12,43 UuaanlUf -Moten 72.0 1 7343 13. CWr- u. Cttbt- JEil ta>e fleti nn:. ftnirlidx koiwronj m- «db <«•<-• NOt' 147. M lto.it Ito,44 (Mrnltrrt i.7w • .:»< i,71» 1 • / N frfL 6nrro *14 • 6.4u M.14 M.41 Vjnuantn >10.41 II 1.41 iN.34 ne.se »rpentKi-2 •12,27 >12.4, •12.44 112,46 et«fb»Un .12,7' 111, >1 • U.64 neu f^lGnafort. 0. ; .0.347 IV,567 2,m :1.5V a.n zoai n . . . 0,1 >4 0.4.4 20,473 •UaOrf . . 4.1-2 «.15» ..i» «. i 1 st N4. . . . . . .0.44 .4.4» . - ,44 lt.4-4 ■44.76» -e,v2» * 'J ,41 «O.W 9nc rn . 12.94 33,04 • l.'M 74,04 . . i.Ml i.r.7 1.155 I.KÖ-J *«O »k •.34*5 »JW3 .lotj u.ö'jz» 99tra tn I ■ Cdt. otoort HI.24 >2,4.-4 i»,14 12.4*6 W.22 12,4a -.561 7,3», 7.Ä4 j.zz »•* ft.d» «3,54 X*tr. anrn .«r7 •*? ..U2V ..«34 y-sct'-.n .0.6* .0.72 4.62 - - •1.0 -L.46 '1,41 -1,47 ;.25n :.2.3 C.Z1.9 er-xj- . . 4.444 5.5.'* ,541 5,60« (t TTQDC ।, 1 'XI 4.1*4 4, IW 4. IM Lira mo . 4.1V. 4.^4 4.ZM iMftra 1.»2 58.* »UV- Äk*i LlmLrfchiilldMe. Roman von Robert Misch. Copyright by Carl Dunker. Berlin SW 62. 15 ßonifBunfl Nachdruck verboten ,Homme Sie nur, Direktorchen, und sage Sie unserer schönsten Adele-Isa was Nett's!" rief ihm der Kommerzienrat Zongerle zu, der stellvertretende Vorsitzende des Theater- und nurf) des heutigen Festkomitees. Der alte f)crr fnifi ganz be- ge.stert die Augen zu und flüsterte Direktor ’JJlci- ncrt ins Ohr. n „ „Ra, was sage Sie zu der Adel ?! Wie die Jenny Stubel und die Palmci, die ich in Berlin und Budapest gesehen hab' ... Natürlich nehme wir das ins Repertoir aus ... und wir gebe als noch eine zweite Operett', ehe der Fasching da is, mit dem Sotansmädel. — Nun schau«- Sie sich das an ... Alle jungen Herren mache ihr den Hof und die älteren auch. — Na, Spaß — so ein süßer Racker! Und sie nimmt das so gelasfe und ruhig auf wie eine Königin." Mit ihren Kabarettnummern und Chansons erregte sie einen Jubelsturm, so daß sie noch zwei Bolkslietchen dazugeben mußte, die sie einmal in einem Schülerkonzert in Berlin gesungen hotte. Todmüde fuhr sie in Begleitung der Heimel K' chs Uhr früh heim. In ihrem kleinen Wohn- fand sie ein riesiges Blumenarrangement, Kamelien, Flieder, Rosen, dos dies kleine Zimmer in eine Wolke von Wohlgerüchen hüllte. Von wem? — Eberhard? — Aber der Junge wurde von dem gestrengen Vater ziemlich knapp gehalten. (Unsichtbar.) Ein Stadtverehrer ober--? Sie glaubte zu ahnen, von wem es stammte Unsichtbar, kühl und zurückhaltend, aber mit lästiger Zähe, streckte Dr. Kyllenborg seine Hände noch ihr aus ... • Eberhard machte ein etwas enttäuschtes Ge- ficht, als ihn Isa nm nächsten Tage recht kühl behandelte. Zum Abschied küßte er ihr lange die Hand, blickte ihr tief in die Augen und flüsterte ihr trotzig- lachend zu: „Du wirst doch meine Frau! — Vergiß mich nicht!" __________________ Als er endlich fort war, lächelte die Heimel. „Wirklich ein netter Junge — und wie toll in Sie verliebt, Kindchen! — Na, dos wäre doch schließlich ein ganz netter Zukunftsanker. Der braust sich jetzt aus. Später wird so etwas der beste Ehemann von der Welt ..." Isa wurde rot. . „Ich weiß nicht — errate es nicht einmal. — Uebrigens, Ihr wollt alle etwas anderes für mich, als ich es selbst will." ,,2anad) fragt das Leben nicht , erwiderte die alte Dame mit einem resignierten Ton. „Was wissen wir von der Zukunft! Alles kommt anders." Als Isa bei der fünften Wiederholung der Fledermaus" kurz vor Beginn der Vorstellung an bas kleine Guckloch des Vorhangs trat — die Musiker stimmten schon ihre Instrumente, — schrak sie zusammen. In der linken Proszeniumsloge des ersten Ranges saß Dr. Gyllenborg und blickte mit seinem liebenswürdigen, etwas ironischen Diplo- matengesicht auf das Publikum herunter. Und in einer Parkettloge rechis saß der Kommerzienrat Rettebohm und beäugclte die Leute durch fein Opernglas War das ein Zufall, etwa bei der Durchreise? Und sie machte die Heimel auf die beiden Herren aufmerksam. „Na, Kindchen — dann legen Sie mal heule los! Zeigen Sie Ihrem früheren Brotherrn und Wohltäter, was Sie können! Sind Sie bei Stimme und Laune?" Ifa war bei Stimme und Laune; und sie straffte alle ihre Kräfte und Fähigkeiten auf. Sie tollte, wie von einem Rausch ergriffen, über die Bühne und schonte ihre Stimme diesmal nicht Ihr großes Chanson-Couplet: „Spiel ich die Unschuld vom Lande, natürlich im kurzen Gewände" sang sie mit einem so parodistischen Uebermut und grazilen Humor, daß ihr ein Jubelsturm von unten antwor- tete und sie den Schluß wiederholen mußte. Der zweite Kapellmeister, ihr Korrepetitor und im Gegensatz zum ersten Operngewaltigen ihr guter Freund und Verehrer, machte ihr Elogen; und der Chef höchstselbst, Direktor Meinert, kam nach diesem Akt aus die Bühne, tätschelte ihr die Wange und legte sein strenges, gelbes, stets etwas süßfaures Antlitz in so freundliche Falten, wie es ihm nur möglich war. „Gut, Kindchen, wirklich sehr gut! Na, Sie machen sich ja. Da werden wir ja mit der Niiouche schon Erfolg haben " Dann ging er schnell fort, als hätte er schon zuviel gesagt, und fürchte, um einen Vorschuß angegangen zu werden, wovon er bekanntermaßen kein Freund war. (Er klagte auch stets über schlechte Geschäfte und das undankbare Publikum.) In ihrer Garderobe wurden nacheinander zwei Blumenarrangements abgegeben. Ein kleineres mit der Sorte des Kommerzienrates: „Auf der Durchreise erlaube ich mir. Sie morgen vormittag aufzu- suchen. Ich bin aufrichtig entzückt." — Das große bestand nur aus roten Rosen — es lag auch keine Harte dabei, war aber von derselben ersten Blumenfirma wie die früheren Sendungen. Sie vermutete asto den Spender in der großen linken Proszeniumsloge ... Frau Perlackcr kam am anderen Vormittag ganz aufgeregt herein, mit spitzen Fingern eine Karte tragend, als ob sie eine kostbare Schale oder einen Schmuck in der Hand hielte: „Der Herr Kommerzienrat Nettebohm!" Und nun saß er ihr gegenüber Nach der üblichen Begrüßung, die von seiner Seite zeremoniös war, musterten sie sich beide. Der Kommerzienrat konstatierte, daß sie sündhaft schön sei, reifer und schöner noch als früher — aber etwas matt und angegriffen. Berufliche Anstrengung oder — bummelte sie, führte sie ein zügelloses Leben? grübelte er. Und Isa fonftatierte, daß er älter geworden sei; beide versicherten sich aber, wie ausgezeichnet der andere aussah. ,Hein Wunder — bei Ihren Triumphen, mein gnädiges Fräulein!" „Um Gotteswillen, nennen S i e mich nicht so! Für Sie bin ich noch immer die kleine Isa." „Das würde sich durchaus nicht mehr schicken", protestierte der alte Herr mit einer chevaleresken Handbewegung. „Das Kind ist eine Dame und eine Künstlerin geworden." „Das bißchen Operette! Was ich erreichen wollte, habe ich noch lange nicht erreicht" —. „Ich weiß ... meine Geschäftsfreunde erzählten mir. Ich sehe als Kaufmann das wohl anders an als Sie. — So viel mir davon bekannt, verdient man bei der Operette mehr und schneller Geld." — Er blickte sich im Zimmer um, das mit Blumen gefüllt war. .jedenfalls haben Sic Erfolge und — Verehrer." „Die hat man schnell beim Theater, wenn man nicht mordsgarstig ist." Der Kommerzienrat räusperte sich, bann ging er rasch zum Angriff über. „Mein Sohn gehört auch zu diesen Verehrern, wie ich erfahren habe. Er ist zu der „Fledermaus"- Premiere und zu diesem großen Bühnenbasar extra aus Heidelberg nach Mainz herübergekommen, und hat sogar in Ihrer Sektbude verkaufen helfen, Fräulein Isa." Sie fühlte, daß sie errötete und ärgerte sich im gleichen Moment darüber. „Ja, er kam ganz unerwartet, hatte es in der Zeitung gelesen." „Unerwartet?! — Sie haben ihm also nicht ge- ichricben?" „Nein — Gott bewahre! Sie glauben doch nicht etwa —?' Die Falten auf der Stirn des alten Herrn kauften sich zusammen; eine corgenfalte lief plötzlich bis zu den schmalen Lippen herunter. „Ich muß es fast glauben, mein liebes Kind. Bei dem Charakter meines Jungen, bei feiner Jugend und Unbesonnenheit ... Auch seine Mutter ist in Sorge, nachdem man uns das geschrieben hatte. — Und wir haben es ja wohl um Sie verdient, daß Sie — daß Sie nicht ... nicht wahr?" Zwei flehende und gequälte Augen blickten sie an. Das gab ihr ihre Sicherheit wieder. „3d) bin sehr froh, daß Sie gekommen sind, und ich mich mit Ihnen aussprechen kann. Nun ja — ich habe ihn gern — aber nicht f o ... nur als Jugendfreund." „Und Eberhard?" „Ist verliebt . . die erste Jugendliebe! Mein Gott, er ist ja noch ein Junge in meinen Augen." „Wirklich? — Hat er Ihnen denn —?" „Ja, er hat mir, wie das in seinem Alter üblich ist, wo man gleich immer heiraten will, einen Antrag gemacht. „Einen Heiratsantrag?" (Fortsetzung folgt.) FRANCK [SCHUTZMARKE. 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