Nr. 188 Erstes Blatt (l.) 177. Jahrgang Samstag, 13. August 1927 Erscheint täglich,auster Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monats-Bezugspreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvuf einer Erholungsreise in Lindau gestorben. Der Entschlafene war am 1. Suli 1870 als der Sohn eines Pfarrers zu Altenschlirf in Oberhessen geboren, 'er studierte Rechtswissenschaft und gehörte während seiner Giehener Studentenzeit dem Wingolf an. Dom 8. Dezember 1893 'war Dernbeck Akzessist bei verschiedenen Behörden und bom 2. Juni 1897 an Gerichts- assesivr. Zunächst war er in Friedberg in der Rechtsanwaltschaft und zugleich als Sekretär der dortigen Handelskammer beschäftigt. Dom Jahre 1899 bis 1903 war er Kreisamtmann beim Kosis amt Erbach, bom 1. Oktober 1903 an KreiS- amtmann in Büdingen. Im Jahre 1906 kam er in gleicher Eigenschaft nach Darmstadt. Am 3. April 1907 trat er als Aisessor in das Oberkonsistorium ein, wurde ein Jahr später Oberkonsistorialrat und 1915 Geheimer Oberkonsistorialrat. Daneben war er Mitglied des Prooin- zialauSschusses der Provinz Starkenburg und beauftragtes Mitglied dieser Körperschaft für die Historische Kommission für Hessen. Als die evangelische Landeskirche in Hessen auf eine neue Grundlage gestellt worden war, wurde Dernbeck durch die Wahl des Landeskirchentages vom 9. Juni 1903 zum Vizepräsidenten der Kirchenregierung bestimmt. Groß ist der Verlust, den die Landeskirche durch fein Hinscheiden erleidet. Dernbeck war ein Jurist von großem Scharfsinn, daneben ein ausgezeichneter Finanzmann, vor allem auch ein rechtlich denkender, aufrichtiger und freundlicher Mann. In der Rachkriegs- und Inflationszeit war ihm die schwere Aufgabe gestellt, die Finanzen der Kirche zu regeln, eine Aufgabe, die er mit großem Geschick gelöst hat. In allen seinen Aemtern hat der Entschlafene Ausgezeichnetes geleistet, vor allem verdankt die Hessische Landeskirche seiner hervorragenden Arbeitskraft und Sachkenntnis unendlich viel. In Anerkennung seiner Verdienste um die Hessische Kirche hatte die Theologische Fakultät bei- Universität Gießen den Entschlafenen bet dem vorjährigen Reformationsjubiläum zu Homberg zum Ehrendoktor der Theologie ernannt. D. Dr. Dernbeck war während seines Urlaubs an Blinddarmentzündung erkrankt. Er mußte sich in !Lindau am Bodensee einer Operation unterziehen, die günstig verlief und baldige Heilung versprach. Eine briefliche Rachricht, weilche die Besserung des Zustandes meldete, wurde aber durch ein Telegramm überholt, welches das Ableben des Kranken anzeigte. Es war eine Embolie eingetreten, die den Tod herbeiführte. Die Arbeilsmarkllage im nördlichen Oberhesien. Die Besserung auf dem Arbeitsmarkt für das nördliche Oberhessen (umfassend Stadt und Kreis Gießen, die Kreise Alsfeld, Lauterbach unb Schotten) hat auch im Juli weiter angehalten. Die Landwirtschaft und bas Baugewerbe beanspruchen im Hinblick auf bie verstärkten Saison-Arbeiten noch mehr Arbeitskräfte, daneben hat sich erfreulicherweise auch bie Lage in ber Industrie so gebessert, bah eine weitere Anzahl Arbeiter Beschäftigung finden konnte. Ferner sind in den Kreisen Gießen, Alsfeld und Schotten noch Rotstandsarbetten im Gange. Im einzelnen ist ziffernmäßig zu berichten: Gießen-Stadt: 1. August: 173 Hauptunter- stüyungsempfänger, 501 Zuschlagsempfänger (1. Juli: 231 bzw. 397): Kreis Gießen: 1. August: 78 Hauptunterstützungsempfänger, 92 Zuschlagsempfänger (1. Juli: 117 bzw. 147); Kreis Alsfeld: 1. August: 18 Hauptunter- stühungsempfänger, 41 Zuschlagsempfänger (1. Juli: 25 bzw. 40); Kreis Lauterbach: 1. August: 20 Hauptunterstützungsempfänger, 26 Zuschlagsempfänger (1. Juli: 36 bzw. 72); Kreis Schotten: 1. August: 11 Hauptunier- stützungscmpfänger, 23Zuschlegsempsänger (l.Juli 42 bzw. 65); insgesamt 1. August: 300 Hauptunterstützungsempfänger. 683 Zuschlagsempfänger (1. Juli: 451 bzw. 721). Gietzsnc^ xvocherrma;• üvreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter (Pfund) 1,70 bis 1,90 Mk., Matte 30 bis 35 Pf., Käse (10 Stück) 0,60 bis 1,30 Mk., Wirsing (Pfund) 15 bis 20 Pf., Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 15 bis 20, gelbe Rüben 15, rote Rüben 15, Spinat 20 bis 30, Römischkohl 15, Bohnen (grüne) 8 bis 15, Bohnen (gelbe) 15 bis 20, Erbsen 20 bis 25, Tomaten 20 bis 40, Zwiebeln 15, Rhabarber 15, Pilze 20 bis 30, Kartoffeln 6, Frühäpfel 12 bis 40, Falläpfel 6, Birnen 15 bis 30, Kirschen 25 bis 50, Himbeeren 40, Aprikosen 70, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 25, Pflaumen 20, Zwetschen 30 bis 50, Mirabellen 20 bis 50, Reineclauden 35 bis 40, junge Hähne 0,80 bis 1 Mk., Suppenhühner 1 bis 1,10 Mk, Tauben (Stück) 60 bis 80 Pf., Eier 13 bis 14, Blumenkohl 20 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 8 bis 60, Einmachgurken 2 bis 3, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Radieschen (Bund) 10 bis 15 Pf. LZornotizen. — Tageskalender f ü r Samstag. G. D. A.: 8.30 Uhr „Stadt Wetzlar", Monatsversammlung. — D. H. V: 8.30 Uhr Kaufmännisches Vereinshaus, Monatsversammlung. — Spielvereinigung 1900: 9 Uhr Gasthaus Boller, Feier des Stiftungssestes. — Anti-Kriegskundgebung 8 Uhr, Saalbau Sauer. — Palast-Lichtspiele: „Der Feldherrnhügel". — Astoria-Lichtspiele: „Die Flucht in den Zirkus". — Tageskalender für Sonntag. Männer-Da de-Verein: Strandsest. 9—1 Uhr norm. Wettschwimmen, 3—9 Uhr nachm. Strandkonzert. — V.f.B.-Waldsportplah: Fuhballwett- spiele. — Lichtspieltheater: wie Samstag. — — Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Cs sei nochmals auf die Wiederholung des interessanten Werkes „Der Garten Eden" von Dernauer unb Oesterreicher, die am Dienstag, 16. August, stattfindet, h.nge- wiesen. Die Erstaufführung an unserem Stadt- theater hatte einen durchschlagenden Erfolg: die Spannung im Publikum hielt bis zum Schluß des Stückes an. Es ist demnach zu erwarten, daß auch die zweite Aufführung ein gut besetztes Haus bringen wird. Die Spielleitung liegt in den Händen des Herrn T a n n e r t. * ** Straßensperre Butzbach — Pvhl- göns. Wegen Vornahme von Straßenumbauarbeiten wird die Provinzialstraß« Butzbach— Pvhlgöns vom 15. August ab bis auf weiteres für den Wagen- unb Automobil-Durchgangsverkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über ©am» bach—Holzheim—Langgöns. * Für den Verkehr wieder freigegeben. Die Provinzialdirektion gibt bekannt, dah die gepflasterte Fahrbahn auf der Teilstrecke zwischen Windhof und Landesgrenze der Provinzialstraßenstrecke Gießen—Rodheim am 15. August für den Verkehr wieder freigegeben wird. ** Dienstjubiläum. Der Verwaltungs- Sekretär Lorenz Schmalz begeht am 15. August sein 25. Dienstjubiläum bei der Stadtverwaltung Gießen. ** Zwei bedauerns wert e Unfälle ereigneten sich heute vormittag in der Gummiwarenfabrik von Poppe u. Eo. Der 27 Jahrs alte Ernst Bepperling aus Krofdorf kam mit der rechten Hand in das Walzwerk, wobei ihm die Hand völlig zerquetscht wurde. Das Städtische Sanitätsauto brachte den Verunglückten in die Chirurgische Klinik. Den zweiten Unfall erlitt ber 26jährige Heinrich Balser, Licher Straße 59 wohnhaft, gegen 9 Uhr auf die gleiche Weise. Dem Bedauernswerten wurden jedcch beide Hände durch die Walze zerquetscht. *♦ Das neue V.f.B.-Haus. Man schreibt uns: Wie bereits in der gestrigen Vorschau berichtet, feiert der Verein für Bewegungsspiele am morgigen Sonntag die Einweihung feines neuerbauten Ver- einshauses auf dem Waldsportplatz. Der vor bereits li Jahren begonnene Bau des Hauses mußte im Herbst vorigen Jahres wegen Geldmangels unterbrochen werden und konnte erst vor vier Wocken bis zu der am heutigen Tage vollendeten Fertigstellung fortgesetzt werden. Mit diesem letzten Satz ist ein Stück Vereinsgeschichte geschrieben, dessen sich der V. f. B. ohne Ueberhebung mit berechtigtem Stolz rühmen darf, und das sich würdig anreibt an den kaum verflossenen Zeitabschnitt, in den die Tat des Platzhaus fällt. Sich auf diese Weise Zug um Zug seine Tradition eropfern und erschaffen kann nur ein Verein, dessen Führer sich zur Tat bekennen und nur durch rastlose positive Arbeit, gestutzt auf eine opferfreudige Mitgliedschaft, in der Förderung des Vereins die Verwirklichung des hohen Sportgedankens anstreben. Das herrliche Gesamtbild der in glänzender Verfassung befindlichen Waldsportplatzanlage wird bestimmt auf jeden Besucher den denkbar besten Eindruck machen und ihn zur vollsten Anerkennung des in jedem Teil gelungenen Werkes des rührigen Vereins zwingen. ** Kein Autodrofchkenchauffeur. Zu unserem Bericht vom 10. d. M. über die Verurteilung eines Chauffeurs, der am hiesigen Bahnhof Merger- nis erregt hatte, wird uns mitgeteilt, daß es sich hierbei um einen Privatchauffeur, nicht um einen Autodroschkenchauffeur handelt. •• ©in Stranbfest veranstaltet ber Mäw- ner-Dabeverein e. V. am kommenden Sonntag; vormittags ist ein Wettschwimmen vorgesehen, nachmittags S irandkonzert, außerdem Wassev- fpiele, Kinderspiele u. a. Belustigungen. ** M i l i t ä r k o nze r t. Das 8. (letzte) Abonnementskonzert unserer Reichswehrkapelle unter Leitung von Obermusikmeister L ö b c r sand gestern abend auf der „Liebigshöhe" statt. Der Besuch dieser Veranstaltung, mit der die diesjährige Sommer-Kon- zerkserie ihr Ende erreicht hat, mar wieder außerordentlich gut. Die in vortrefflicher Weise zum Vortrag gebrachte Musikfolqe bot u.a. die Ouvertüre zu „Athalia", die große Fantasie aus der Oper „Die Walküre", die Ouvertüre zur Oper „Die luftigen Weiber von Windsor" und Den „Feierlichen Zug der Frauen zum Münster" aus der Oper .Lohengrin". Die einzelnen Darbietungen der Kapelle lösten üben aus lebhaften, z. T. stürmischen Beifall aus, so daß zahlreiche Einlagen erfolgten. Das gestrige Schluß- konzert der Diesjährigen Sommers« ne bietet Anlaß zu einem kurzen Rückblick auf die Reihe dieser Veranstaltungen. Die vorzüglichen Leistungen der Kapelle und die gut gewählten Musiksolgen haben bei den Besuchern stets besten Anklang und Damit die verdiente Würdigung gefunden, so daß unsere Reichswehrkapelle mit Genugtuung und Stolz auf ihre Darbietungen zurückblicken kann. Die Bürgerschaft unserer Stadt hat durch den zahlreichen Besuch ihr regstes Interesse an derartigen Sommerabend- konzerten bekundet. Die abgelaufenen Konzerte haben erneut dazu beigetragen, Das BanD Der guten Beziehungen, die zwischen der Einwohnerschaft und der Kapelle bestehen, enger zu knüpfen. In diesem Sinne möge ferneren Konzertveranstaltungen im Interesse beider Teile wieder ein guter Erfolg beschieden sein. " Briefe an die Redaktion. Um unliebsame Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir, alle für die Redaktion bestimmten Briefe nicht mit namentlicher Anschrift eines der Redakteure zu versehen, sondern allgemein „an die Redaktion" zu richten. Rur dann kann eine schnelle Erledigung gewährleistet werden. Weitere Lokalnachrichten im 2. Blatt. Kirchlich? Nachrichten- Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 14. August. 9. Sonntag n. Trinitatis. In allen Gottesdiensten feierliche Eröffnung des Konsirmandenunterrichtes. Stadtkirche. 8: Psr. Becker. 9'/,: Pfarrer Mahr. Johannesktrche. 8: Pfr. Ausfeld. 9V,: Pfarrer Bechtolsheimcr. 11: Kinderkirche für Die Lukasge- rneinde. Pfarrer Dechtolsheirner. - Kirchberg 10; 11: Christenlehre f. ö. weibl., konfirmierte Jugend. Rachmittags IV, Lollar. — Wieseck x D Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen. Für unverlangt eingesandte Dl a n u f f t i pj e ohne beigesügtes Rückporto wird keine Gewahr übernommen. r Welt. ***£ ffjsfc « der dst » st, und d" en Sfeg INI V21J -SH KK ■» WX chiver» S °i- i«e Aeltei" iriilj rs 1 fei hh Vr- \uJ Ac£ (Schutz t)or OVER SWLZjäfach ungen spiralförmig um die Zigarette herumläuft. Dieses Zeichen wird bereits bei der Fabrikation des Zigarettenpapiers angebracht und ist infolge der angewendeten Technik vor Nachahmungen sicher. Sollte dennoch einmal eine Fälschung versucht werden, so wird sie an der schlechten Ausführung ohne weiteres erkennbar sein. * * * Wir bitten den OVERSTOLZ-Raucher.in Zukunft auf das Echtheitszeichen zu achten und uns zu benachrichtigen^ wenn ihm Zigaretten angeboten werden, welche dieses Merkmal nicht tragen. Die Presse berichtete während der letzten Monate des öfteren^ über Fälschungen unserer OVERSTOLZ- Zigarette. Wir Konnten bereits erklären, dass diese Berichte die Vorkommnisse vielfach übertrieben haben und dass die Beunruhigung der OVERSTOLZ-Raucher nicht begründet war. Dennoch sannen wir sofort nach Massnahmen.um künftigen Fälschungen vorzubeugen. ■* * * Alle OVERSTOLZ-Zigaretten.die von jetzt ab im Handel sind, tragen in der Art eines Wasserzeichens den Aufdruck HAUS NEUERE URO,welcher y> * H ~Q U S NEUERBURG * « »'★ HQUS NEUERBURG »*HDUS NEUERBURG *.££ N E U E R S U R G~ * 2 RADIO Röhren Anlagen Apparate Kopfhörer Lautsprecher Heizbatterien Anodenbatterien sowie sämtliche Einzelteile zum Selbstbau liefert preiswert Hans Kögel Feinmechanik Goethestraße 61 / Telephon 980 Accumulatorenladestation 0=863 im Alter von 62 Jahren. Tiefbetrübt: D [Stellenangebote Lager. 240c CariSchunck ES 6879a empfiehlt ZahnantDr.Petscb praktiziert wieder troffen. 7389D 7374 D 05891 Näheres gesucht. 05898 Junker. OM31 älteres 7410V 7379 D gesucht. 7430V ruhe. 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Die Zulassung deutscher Militärattaches im Ausland ist bekanntlich eine Frage, die augenblicklich zur Erörterung steht und bereits Veranlassung bot, der in- und ausländischen Presse rnch fach Cel.'g'.nhrit z r Stell ngnahme z geb n. Charalteristisch iji, toic immer, auch hiei wieder die Erscheinung, dah, sobald es sich um Belange unserer Wehrmacht handelt, Frankreich derjenige Auslandsstaat ist, der sofort nnt allen Mitteln versucht, unserem Lande Schwierigkeiten in den Weg zu legen. Diese Erscheinung ist allerdings nichts Reues und somit verdient auch die jüngste Aeuherung des „Temps" über diese Frage, die zu dem Schluß kommt, daß gegenwärtig noch nicht daran gedacht werden könne, deutsche Militärattaches in den Ländern der Alliierten zuzulassen eigentlich an sich keine weitere Beachtung. Indessen werden die Auslassungen deshalb interessanter, weil sich in ihnen auch nachstehendes findet: „Die Einwände der deutschen demokratischen Presse gegen die Schaffung von Militärattaches, die die Politik der Regierung durchkreuzen könnten, seien allerdings nicht stichhaltig. Man könnte sich nicht denken, welchen persönlichen Einfluß irgend ein Militärattache ausüben könnte, falls nicht der betreffende Botschafter ihm die Hand reiche." Diese Auslassungen sind recht interessant und beleuchten einmal wieder die Tatsache, daß unsere eigene Linksrichtung bei'der Beurteilung dieser Frage päpstlicher als der Papst gewesen ist und der bösen Reichswehr sofort wieder Gefährlichkeiten angedichtet wurden, die nicht einmal von unserem doch offensichtlich größtem Widersacher Frankreich als stichhaltig angesehen werden. Leider ist es im heutigen Deutschland schon Gewohnheit geworden, jede von militärischer Seite kommende Anregung von links als reaktionär, militaristisch, antirepublikanisch und als Gott weiß sonst noch was anzusprechen Trotzdem aber werden sich die verantwortlichen Stellen nicht bc» irren lassen, sondern nach wie vor in überparteilicher Weise jederzeit für solche Dinge eintreten, die nach langjähriger Erfahrung ihre Berechtigung und Rotwendigkeit erwiesen haben Zu solchen Dingen aber gehört ohne jeden Zweifel auch die Institution der Militärattaches, und niemand anders als Bismarck war es, der jederzeit den größten Wert auf militärische Mitarbeit im Auslandsdienst legte. Dies war bei einem so überragendem Staatsmann auch sehr natürlich, denn er war sich wohl keinen Augenblick darüber im Unklaren, wie eng die beiderseitigen Arbeitsgebiete miteinander verwachsen sind. Jeder geschulte Diplomat weih, daß er die reale Macht eines Staates in erster Linie in den Bereich seiner Erwägungen zu ziehen hat und daß er hierzu des sachverständigen Rates bedarf; nur Phantasten werden, befangen von der Idee des Pazifismus, anders handeln; dürfen dann allerdings auch nicht erstaunt sein, wenn ihnen schließlich di« Erkenntnis ihrer Trugschlüsse kommt. Heute gilt genau so wie bisher die Rotwendigkeit für jeden Staat, mit größter Aufmerksamkeit die militärischen Vorgänge bei den Anderen zu beobachten. Der Ausgang der letzten Flottenabrüstungs-Konferenz in Genf hat ja wieder einmal zur Genüge dargetan, wie es in Wahrheit um den Abrüstungswillen der Mächtigen bestellt ist. Im übrigen Iaffen die großartigen Rüstungsmahnahmen Frankreichs und nicht minder auch die militärifchen Vorkehrungen Italiens wohl kaum einen Zweifel darüber, dah die Welt an alles andere, denn an den ewigen Frieden glaubt. Gewiß, unser deutsches Vaterland ist entwaffnet, wir nennen nur noch eine kleine und verstümmelte Wehrmacht unser eigen, und doch muß auch diese kleine Macht mehr denn jq, ja doppelt auf dem Posten sein, um mit vffenen Augen zu sehen, was die Anderem Machen und daraus wenigstens Schlüsse zu ziehen. Sommerritt. Von Sofie von Uhde. Wenn der Sommerwind durch die Wellen des Kornes weht, und das Glück der Hellen Abende und der warmen Nächte uns überfällt, bann regt sich in meinem Blute unwiderstehlich der Wandertrieb, von irgendwelchen unseßhaften Vorfahren auf mich vererbt. Und bann hilft es garnichts, wenn ich weiß Gott wie weit fliege ober fahre ober mich sonstwie neuzeitlich auf ben Weg mache; nein, bann bringt nur eines Erfüllung: auf einem guten Pferd die alte Romantik der Landstraßen wiederfinden, immer die blaue Ferne vor Augen und Winden und Wolken und der dunklen Stille der Wälder innig verbunden. Also reiten wir. Mein Araber Hamil ist schon allerhand Extravaganzen gewöhnt und als ich nach Packtaschen und Woilach greife, scharrt er ungeduldig und freudig; denn diese Ausrüstung bedeutet ein paar Wochen ungebundenen Landstreicherlebens, er kennt es wohl und er liebt es wie ich, mein vierbeiniger Freund und Kamerad. Und voll bester Laune traben wir zum Tor hinaus in den klaren Abend. Denn wir beginnen unseren Ritt nicht mit der Morgensonne, wie die braven Leute und die vernünftigen Pferde es tun, wir wollen die holde, warme Sommernacht genießen, wir wollen die dunkle Erde im Schlafe atmen hören, und in der unbestrittenen Einsamkeit uns als Könige und Herren fühlen; heute nacht gehört uns die Welt. Im schnittigen Trab des jungen Pferdes fliegt das Isartal vorüber — morgen früh, wenn es Tag wird, werden die Berge um uns sein. In einem Farbenspiel von unsäglicher Zartheit sinkt der Abend über die sommerlichen Wälder, letzter stiller Vogelruf verklingt, — schon atmen Laub und Erde stärker in der Kühle. Beim ruhigen Wechsel von Trab und ausruhendem Schritt verrinnen die Stunden, Wälder schatten dunkel und öffnen sich wieder. Wiesen glänzen betaut im sanften Dammer der Hellen Nacht, durch schlafende Dörfer traben wir mit hallenden Hufen — schon liegt der Starnberger- see zwischen den Lichtern seiner Ufer neben uns. In einem kleinen, grünverwilderten Wirtsgarten sitzen späte Zecher beim Glas in der milden Nacht — Hamil schaut in nicht mißzuverstehender Weise nach mir um, und auch ich bin gar nicht abgeneigt, her mit dem Krug! Und den Gaul am Zügel trete ich in den Garten. Maßloses Erstaunen empfängt wich, bas sich nach tiefem Stillschweigen in ben Die Entsendung von Militärattaches liegt aber nicht nur im Interesse der Reichswehr allein, sondern hier sind es Überhaupt staatlich? All- gemeininterefsen, die in Frage kommen. Abgesehen von anderen Gründen spielt auch das Prestige eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die Vorenthaltung zur Berechtigung der Entsendung derartiger Attaches ist eine Beleidigung unseres Staates, da wir unsererseits die Anwesenheit dieser fremdländischen Offiziere dulden müssen, und wahrlich, unser deutsches Vaterland hat sich seit Kriegsschluß zur Genüge Demütigungen über Demütigungen gefallen lassen müssen; wir haben somit alle Ursache, mit Zähigkeit, Schritt für Schritt an der Beseitigung aller derartigen kränkenden Desttrnmungen zu arbeiten. Es wäre geradezu unverantwortlich, wenn unsere berufenen Vertteter nicht mit allen Kräften in diesem Sinne tätig wären. Ein erheblicher Schritt vorwärts zur Gewinnung der Gleichberechtigung würde mit der Zulassung unserer militärischen hielten. Unter der straffen Regierung eines Bismarck wurden derartige Mißstände recht schnell und nachhaltig beseitigt. Im übrigen sei darauf hingewiesen, daß die offene und von allen SteUen anerkannte internationale Instttution der Militärattaches dazu dienen soll, dem dunklen Spionagewesen, das sonst wohl allzu üppig ins Kraut schießen würde, gewissen Einhalt zu tun, indem auf legalem Wege im Gegenseitigkeitsverhältnis Gelegenheit zur Beobachtung der militärischen Machtverhältnisse geboten wird. Cs wäre daher nicht recht begreiflich, wenn wir der von freundschaftlichem Willen zeugenden Anregung ehemals feindlicher Mächte ablehnend gegenüberstehen würden, das aber um so weniger, da doch gerade von den Linksparteien ständig auf möglichstes Entgegenkommen unseren früheren Feinden gegenüber der größte Wert gelegt und bei diesen Bestrebungen auch häufig die Grenze nationaler Würde durchaus nicht immer genügend gewahrt wird. Mahnung zur Hindenburgspende Geh. Rac D. Dr. Dulsberg; Präsident des Reichsverbandes der deutschen Industrie: Deutsche! Erfüllt Eure Pflicht! Liebt Euer Vaterland wie unser treuer Hindenburg. Franz von Mendelsohn, Präsident des deutschen Industrie- und Handelstages: Wichtiger als trauernde Erinnerung an vergangene Zeiten oder gläubiges hoffen auf künftige Schickfalwendung ist in der Wot bas opferwillige Bekenntnis zur Gegenwart des Staates. Das lehrt uns Hindenburgs Beispiel. Dr, h. c. Adam Stegerrvald, preußischer Ministerpräsident a. D.: Hindenburg: Unverzüglich nie verzagen, rastlos tätig, klaren Sinnes, stets voll Goktvertrauen, so ist er Vorbild seines Volkes, ehren wir uns in ihm! Gaben für die Hindenburgspende werden angenommen in der Ge- schäftsstelle des „Gießener Anzeigers, Gießen, Schulstraße Vit. 7. Attaches bei unserer diplomatischen Auslandsvertretung getan. Sache des Auswärtigen Amtes tn Verbindung mit dem Reichswehrministerium ist es. die Arbeitsbefugnisse dieser militärischen Vertretungen zu umgrenzen, und wir dürfen Wohl überzeugt davon sein, dah dies in richtiger und angemessener Form geschehen wird. Aus gewiß nicht sortzuleugnenden Fehlern der Q3ergangen* gangenheit auf diesem Gebiet, die manchmal ein unersprießliches Gegeneinanderarbeiten im Gefolge hatten, haben wir reichlich Gelegenheit gehabt, unsere Erfahrungen zu sammeln; auch sollte nie vergessen werden, daß die Schuld durchaus nicht lediglich auf Seiten der militärischen Stellen gelegen hat, sondern vielfach darauf zurückzuführen gewesen ist, daß die leitenden Äaats- männer das Heft nicht genügend in der Hand Worten Luft macht: „Sie fan g'rviß Amerikanerin?" Ich muß es verneinen unb nach gebautem schwerer Pause kommt bie zweite Frage: „Sie {an g'wiß dem Herrn Gemahl burch'brennt?" Auch bas kann ich mit gutem Gewissen ablehnen. Aber nun wissen bie Sprachlosen keine weitere Definition mehr für meine nächtliche Rettererscheinung unb ich kann ungestört unter ben alten Kastanien sitzen, währenb Hamil vor einer gehäuften Fuhrmannskrippe neben mir sich's wohl fein läßt. Leise schlagen bie kleinen Wellen ans Schilf, unter bem gestirnten Nachtzeit geht bie Luft in lauer Süße unb ber herbe weiße Wein buftet im Glas — hold leben- biges Glück ber Stunbe! Aber bie Zeit verrinnt, auch ber letzte Stanb- hafte reißt sich vom Kruge los, längst ist Mitternacht vorbei unb wir müssen reiten. Allzu fern ist es nicht mehr, unser Ziel: in Lauterbach an ben Öftersten will ich ben ersten Tagesschein auf bie Benebikten- roanb fallen sehen, also vorwärts, mein Schwarzbrauner! Hamil, ber diese Wege kennt, unb sehr liebt, geht so voll Uebermut, baß es wahrhaftig gilt, gut im Sattel zu sitzen, unb so lasse ich denn mit viel Haltung statt mit dichterisch geniefjenber Nonchalance Wälder, See unb betaute Nacht an mir vorübereilen. Als wir, nun im Schritt, an ber jchlafenben Mühle von Lauterbach vorbeireiten, ist noch tiefe Nacht. Dunkel steigen bie Schatten ber Berge unter bie Sterne, irgenbroo schlägt ein Hunb an, unb ber Mühlbach rauscht — alte Wanberburschenpoesie mitten in unserm hastigen Maschinenjahrhunbert, welche Quelle lebenbigen Glückes bist bu für ben mobernen Menschen, besten Freiheitstrieb bie Großstadt eingefangen und übertäubt hat! Oben überm Wiesenhang am Waldsaum weiß ich eine offene Laubhütte, dort wollen wir rasten, bis das Licht kommt. Schnell ist Hamil von Zaum unb Sattel frei unb in den Woilach geschnallt, eine Weile bleibt er noch grasend zwischen den lichten Stämmen, dann legt er Lch behaglich schnaubend neben mich ins Laub. Ader mich faßt kein Schlaf. In einer Bezauberung ohnegleichen fühle ich die freie Einsamkeit bet Wälber, all bie nächtlichen Stimmen unb Düfte bes Sommers unb bie starke, geschwellte Kraft bes Bodens, dies seltsam betörende, seltsam atavistische Glück, der Erbennähe. Ich bin eins mit Wind und Laub, mit den stummen Augen meines Pferdes, die voll Nacht unb Stille finb, unb mit ber bunflen Ackerkrume, auf bie ich meine Hanb lege unb beren gärenbe Fruchtbarkeit mich burchbraust wie ein Lieb. Es ist basfelbe primitive unb blut- Außenpolitische Umschau. Von Puof. Dr. Otto Hoehsch, M. d. R. Die amerikanische Außenpolitik hatte nach dem Kriegsende wenige feste Gesichtspunkte tn bezug auf Europa. Nachdem sie in der Repa- rätionsfrage zum Dawes-Plan geführt hatte, ist sie ganz passiv geworden. Auch in der Frage der internationalen Schulden hat sie keinen energischen Anttieb ausgeübt. Desgleichen ist bie Beteiligung Rordamerikas am direkten Wiederaufbau der Weltwirtschaft, sagen wir 'also gleich dem Versuch der Weltwirtschaftskonferenz in Genf, nicht greifbar und fördersam gewesen. Rur in einem Punkte war Europa gegenüber die amerikanische Außenpolitik fest und sicher. Sie wollte und will auch, daß die Abrüstungsbewegung weiter gehe, unb oft warme Glück, benfe ich, bas unsre Urväter empfan= ben, wenn sie sich ausruhend auf ben Boben ihrer Wälber streckten. Aber allmählich hämmern bie ersten Schatten auf, unb erfreut ahnt man bas Licht. Auf ber Bene- bittenroanb erwacht ber zarte Schein der Frühe und über den unendlich stillen Wipfeln hebt sich leis der erste Vogelruf vor Tau und Tag. Fernehin, aus Dunst und Duft und gehauchten Konturen der Berge hebt sie sich, die verlockende Ferne, nach der wir ausgezogen sind. Siehst du sie, Hamil? Nun, wir werden sie nie erretten, immer wird sie vor uns zurückweichen, immer sie bleiben, was sie ist: die Ferne! Und so ist es uns recht, denn solange wir auf ihren holden Spuren ziehen, sind wir frei wie bie Gotter. Aber ist es nicht oerbammt frisch geworben? Wir werben uns „ben 'göttlichsten Schnupfen unb einen unsterblichen Husten" holen.... Her mit Sattel unb Zaum unb auf in bie Weite. Gegrüßt, Morgenlicht! Um Shakespeares Grabstätte. Aus London wird folgendes berichtet: Shakespeares Grab — es ist eine der wenigen Grabstätten großer Männer, die bisher unberührt bsieb. Ja, es scheint wirklich, als habe der Fluch, den der große Will gegen die Störer seiner Ruhe tn seiner Grabschrift schleuderte, bisher auch die Vorwitzigsten von einer Hebung des einfachen Grabsteins in der Kirche von Sttatford abgehalten. Was Shakespeare mit den selbstverfaßten Versen dieser Grabschrift eigentlich bezweckt hat, darüber hört man am besten einen Genossen seines Jahrhunderts, den wackeren William Hall aus Oxford, der im Jahre 1694 die Grabstätte des Dichters besuchte un& von seinem Besuch in einem Briefe folgendes berichtet: „Die Verse, die er bei seinen Lebzeiten verfaßt hat und auf seinen Grabstein setzen ließ, lauten: Um Jesus Willen, guter Freund, hüte dich, den Staub dieses Grabes zu stören! Gesegnet sei, wer diesen Stein ehrt, verflucht aber, wer mein Gebein berührt!" Das englische Original weift vier sich untereinander reimende Zeilen auf, die weder besonders schön noch irgendwie erheblich ttef sind; es ist eine ganz durchschnittliche Grabinschrift, wie sie jene Zett zu Hunderten kennt. Daher kann man es jenem William Hall nicht verübeln, wenn er in seinem Briefe fortfährt: „Die geringe Bildung, Samstag, (3. llMft (927 - ■ —■ l HUM ."WT»—JSCT genug war der, der die Abrüstungsbecvegung der Gegenwart im höchsten Grade skeptisch beurteilt, genötigt, darauf hinzuweifen, daß, wie auch die Dinge liegen mochten, der Wille der mächtigsten Wacht der Welt hinter der Abrüstungsbewegung stehe. Rach der ganzen Situation war klar, daß dabei die Abrüstung zu Lande Und auch in der Luft nicht so sehr im Vordergrund der Bemühungen der Dereinigteii Staaten itand. Das Maß der Landrüstungen ist für bicicn Staat gleichgültig und konnte deshalb ten Bemühungen der europäischen Staaten überlassen werden. Die Zeit aber, wo die Lufloerbindung über den Ozean hin sich auch militärisch, in der Rüstung der betrefseiiden Staaten. auSwirkt, liegt ja Wohl noch in weiter Ferne. Sa hat sich die Abrüstungspolitik der Vereinigten Staaten praktisch auf das Gebiet der Seeabrüstung beschränll. Don vernherein lag darin schon eineSchwäche. Die Mächte, die, wie Frankreich unb Italien, aus bestimmten Gründen eine Abrüstung überhaupt nicht wollen, konnten mit Recht sich hinter den Satz zurückziehen, daß eine wahrhafte Abrüstungsbewegung nur im großen Zusammenhang der 'Abrüstung zu Lande, Wasser und zu Luft erfolgreich sich vollziehen kann. Es ist nicht zu bestreiten, daß darin etwas richtiges liegt, und mit jener Trennung, die Rordamertta vornahm, in die Gesamtwirkung einer folg;en Bewegung von vornherein ein schädlicher Riß und Bruch kommen mußte. Indes könnte man auch sagen: Schritt für Schritt vorwärts und voran! So hat Rordame- rika in der Seeabrüstungskonferenz von Washington 1921/1922 ja gearbeitet, und mit ©rfolg. Es gelangte nicht nur mit England, sondern auch mit Japan, Frankreich und Italien zu Beschlüssen über die Kontingentierung der Linienschiffe. Dabei hat schon damals England um des höheren Gesichtspunktes fester Verbindung mit den Vereinigten Staaten nicht nur das Opfer gebracht, das alte bewährte Bündnis mit Japan verschwinden zu lassen, sondern zugleich auch Amerika als eine in der Seerüstung gleichberechtigte und gleichstarte Seemacht anzuerkenneir Dieser Schritt, der für England ein erhebliches Opfer war, hatte aber für England doch den Vorteil, daß damit Washing- iton die Möglichkeit .aufgab — die es pekuniär sich ohne weiteres Hätte leisten können -- eine auch der englischen überlegene Flotte zu schäum. So war die Situation deutlich: England und Amerika in enger Zusammenarbeit, mit Isolierung Japans, konnten auch Frankreich und Italien in diese feste Regelung des Verhältnisses des Tonneninhaltes für die Linienschiffe einfügen. Dies war ein Erfolg für Amerika, das war einer auch für England. Es ist die Grundlage der englischen Politik sechs Jahre lang gewesen. Ohne diese Sicherheit hätte die englische Politik nicht so arbeiten können, wäre sie noch unsicherer und uneinheitlicher gewesen, als sie trotzdem schon war. Das muß man sich vor Augen halten, um die große Bedeutung des Ausganges der Genfer Seeabrustungskvnferenz zu erfassen. Rordamertta wollte jene Arbeit von Washington weiterführen und auch die Hllfsschiffe, Kreuzer, U-Boote, Flugzeugmutterschiffe in ein solches Verhältnis bringen. Es stieß dabei auf die Ablehnung Frankreichs und Italiens, die von ihrem Standpunft mit Recht die Beteiligung ablehnten, weil sie .im Linienschiffbau, sowieso durch ihre Mittel den ganz großen Mächten unterlegen, mit der Annahme einer solchen Regelung sich ganz in die Hände der großen Seemächte Amerika, England und Japan gegeben hätten. Das war für Coolidge nicht angenehm, aber nicht weiter bedenllich, wenn die Einigung unter den ganz großen Mächten gelang. Heute, da man sieht, daß sie nicht gelingt und man nur mühsam den offenen Bruch vermieden hat, da auch eine Persönliche Begegnung des englischen Miittster- präsidenten und amerikanischen Staatssekretärs nicht die Brücke Herstellen wird, fragt man sich, ob denn Coolidge die Situation so verbreitet hat, wie sie verbreitet sein müßte. Rordamertta bestand auf der Gleichberechtigung absolut welche diese Zellen verraten, würde ein stacker Beweis dafür fein, daß es dem Verfasser auch an Wissen mangelte —, enthielten sie nicht etwas, was notwendig erklärt werden muß. 2n der Kirche befindet sich ein Raum, den man Gebeinhaus nennt, die Lagerstätte für alle Knochen, welche aüs der Erde herausgenommen werden. So viele sind ihrer, daß man eine große Anzahl Wagen damit beladen könnte. In der Absicht, seine Gebeine unangetastet zu erhalten, legt der Dichter nun einen Fluch auf jeden, der sie an- rührt; und da es sich Ijierbei um eine meist sehr ungebildete Menschenllasse handelt, verseht er sich auf den Tiefstand ihrer Fassungsgabe und verzichtet auf die Kunst, die keiner seiner Zeitgenossen im reicheren Grade besessen hat. Die Absicht hat ihren Zweck erreich:. Denn aus Furcht, dieser Fluch möge nicht nur ihr eigenes Haupt treffen, sondern auch auf ihre Nachkommenschaft fallen, haben sie ihn siebzehn Fuß tief in die Erde gebettet, tief genug, um seine Ruhe zu sichern". Das ist es, was Hall über Shakespeares Grab zu erzählen weiß. Augenblicklich ist in England wieder eine 'Bewegung im Gange, welche die Oeffnung der Sttatforder Grabstätte erzwingen möchte, natürlich nicht aus Reugier, sondern zu dem idealen Zwecke, endlich einmal alle Legenden um Shakespeares Persönlichkeit zu zerstreuen. Der „An- tiquarian“, eine Zeitschrift, hinter der namhafte Wissenschaftler stehen, leitet diese Bewegung mit dem Gedanken ein, daß eine Oeffnung des Grabes am Ende kein so ungeheuerliches Verbrechen wäre, da man schon die Ruhestätten so vieler großer Männer aufaebrocyen habe. Unb natürlich, daß diese Rachgrabung edelsten und höchsten Zwecken dienen wird, ja, daß sie eigentlich sogar die höchste Ehrung des Dichters bedeute, dessen Andenken nun erst von allen Gerüchten gereinigt werden wird. Diese Argumente erscheinen auch dem Laien höchst fadenscheinig. Daß Shakespeare .wirklich" gelebt hat, sollte doch nun endgültig erwiesen sein; daß eine Oeffnung seines Grabes ihn etwa von der Bacon-Legende befreien wird, ist nicht anzunehmen, und wenn man auch die Grabstätten anderer großer Männer geöffnet hat: um so schlimmer. So sollte man wenigstens den letzten nachdrücklichsten Willen des Genius ehren, der alle gemeint hat, die jemals an feine letzte Stätte zu tasten wagen werden. und schlechthin. England verlangte angesichts der Sage seines Reiches, die allerdings einzigartig ist, eine gewisse Berücksichtigung dieser Lage im Kreuzerbau, die die anderen sich hätten gefallen lassen können. Denn richtig ist zwar, daß auf diesem Wege und mit Benutzung der englischen Stützpunkte überall Englands Vorherrschaft auf den: Meere in der Theorie wieder hergestellt würde, aber praktisch hätte das kaum etwas bedeutet. Denn diese Verteilung der Streitkräfte über die Welt ist ja zugleich eine Schwäche Englands. Sie hindert, in irgend einem Konfliktsfalle im Stillen Ozean, wo Englands Flotte der ganzen amerikanischen, der ganzen japanischen Seemacht gegenüberstehen würde, die Konzentration der maritimen Kräfte Englands an dieser Stelle. Denn England kann doch nie damit rechnen, daß in solchem Konflikt seine anderen Stationen ganz entblößt werden könnten, daß es in solchem Falle unbedingt auf Freundschaft und Anterstühung der Seemächte zweiten Ranges rechnen könnte. Dieser Gegensatz zwischen England und Amerika ist aber als unüberbrückbar empfunden worden. Man sieht nicht recht, warum Rordamerika auf eine Lösung mit England, die so möglich gewesen wäre, sich nicht eingelassen hat, warum es in dieser Weise, die schließlich etwas doktrinär ist, auf der Gleichberechtigung bestand. Als die Konferenz begann, meinte man wohl, daß Coolidge in jedem Falle in günstiger Lage sei. Führte sie zu einem Ergebnis, so konnte er sagen, daß der Abrüstungsgedanke durch Amerika siegreich vorgetragen worden sei. Scheiterte sie, konnte er sagen, daß die Sache hoffnungslos sei. „toeU Europa nicht wolle und Amerika eben seinen besten Willen erfolglos eingesetzt habe. Gleich damals wiesen wir darauf hin. daß darin ein Druckfehler liegt und daß es Coolidge auf ein Scheitern nicht ankommen lassen könnte. Ein Denkfehler, weil es ja nicht eine europäische Auseinandersetzung ist. Sie vollzieht sich zufällig auf europäischem Boden, aber sie ging zwischen England, das in dem Falle keine europäische Macht ist. Japan und Rordamerika. Dringt man ein in das Wesen der Sache, das durch die marine- technischen Einzelheiten bloß verschleiert wird, so sieht man, daß Amerika sich hier versteifte, und daß es mit einem Mißerfolg nach Hause geht in einer Anternehmung, für die es sein allerhöchstes P r e st i g e eingesetzt hatte. Das wirkt unmittelbar zurück auf Amerikas Wahlbewegung. Vielleicht hängt der plötzliche Entschluß Coolidges, nicht wieder kandidieren zu wollen, mit diesem Fehlschlag zusannnen, der sein eigener Fehlschlag ist Er hat sich hier einmal bei einem ganz auffälligen Punkte, wie auch sonst schon, als nicht Besonders stark in der Politik gezeigt. Aber das ist noch nicht das Wichtigste. Wenn Amerika und England jetzt so aus Genf auseinandergehen, so heißt das. daß die engen Beziehungen zwischen London und Washington, das A und O für jede englische Partei, getrübt und erschüttert sind. Zum ersten Male ist seit Kriegsausgang ein Riß in die angelsächsische Einigkeit gekommen! Gr ist, weil er fundamentale Gegensätze offengelegt hat, mdjt mit Redensarten zu heilen. Er wirkt sich weltpolitisch im höchsten Maße aus. Italien, Frankreich, Japan ziehen daraus ihre Schlußfolgerungen. Rußland blickt heute zu richten. Zn geeigneten Fällen sollten auch beschleunigte Triebwagenfahrten zur Herstellung günstiger Anschlüsse an Schnell-, Eilund Z?-Züge in Frage kommen. An den Darmstädter Besprechungen, sowie an einer vorhergehenden Fahrplankonferenz (vor etwa 14 Dogen) in Bad-Dauheim, war der V e r k e h r,s b u n b Oberhessen in hervorragender WÄse beteiligt. Landkreis Metzen. £ Wieseck, 13. Aug. Am Sonntag und Montag findet die aus der ganzen Umgebung, besonders von Gießen aus, immer stark besuchte Kirmes statt. Zur Aufnahme des zu erwartenden Fremdenzustromes findet in diesem Jahre in nicht weniger als fünf Gasthäusern Tanzmusik statt. Wie der Gemeindeverband Wieseck Alten-Buseck bekanntgibt, wird für den Sonntagnachmittag zwischen Walltor-Gießen und Wieseck ein ständiger Pendelverkehr eingerichtet werden. Deden der Aufrechterhaltung des planmäßigen Sonntagsveriehrs wird vom Walltor ab etwa viertelstündlich ein Wagen ab- fahren. Zn den gleichen Abständen wird die Rückfahrt nach Gießen möglich sein. Die Fahrgelegenheit wird natürlich über die fahrplan- mäßige Zeit hinaus ausgedehnt. Aus Gründen der Verkehrssicherheit fahren die Autoomnibusse während der Zeit des stärkeren Verkehrs nicht bis zur Endstation, sondern bis Grabenstraße, Alicestraße, Lurnstraße, Gießener Straße. Ausgenommen hiervon sind die fahrplanmäßigen Wagen. Bei Bedarf findet am Montag ebenfalls verstärkter Verkehr statt. Grünberg, 12. Aug. M i t dem Motorrad gestürzt ist ein Kaufmann aus dem nahen Lindenstruth in dec Aähe von Flensungen. Er zog sich schwere Verletzungen am Bein und einen Knöchelbruch zu. —Hungen, 12. Aug. Ein Bock und Ziegenmarkt verbunden mit Prämiierung fand dieser Tage unter Leitung des Kreis - ziegenzuchtvereins des Kreises Gießen statt. Der Auftrieb betrug über 200 Tiere. Da die Dachfrage sehr stark war, ging der Handel sehr flott von statten. Zährlin'gsböcke kamen auf 80 bis 100 Mark das Stück, Bocklämmer je nach Qualität 50 bis 90 Mark, Mutterlämmer 20 bis 50 Mark. Aus dem Prämiierungsergebnis seien folgende 1. Preise erwähnt: Aeltere Bockklasse: 1. Preis Stadt Lkch: jüngere Dockklasse: Gemeinde Hattenrod ; ältere Ziegen: Hch. Rühl2 und Hch. R a u 4, Hattenrod: zweijährige Ziegen: W. G r ü n w e i n, Hungen: einjährige Ziegen: K. Peter, Laubach. Kreis Friedberg. WSD. Bad-Dauheim, 12. Aug. Zn der hiesigen Geptarkung wurde dieser Tage ein K i n- berballon gefunden, der aus einem angehefteten Zettel den Damen der Absender und die Znschrift „Gruß von der Gevelsberger Kirmes" enthielt. Wunschgemäß meldete der Finder nach Gevelsberg in Westfalen, daß der Ballon auf feiner Fahrt bis in die Wetterau gelangt sei. Kreis Büdingen. Lpd. Büdingen, 12. Aug. Ein schwerer 11 nglücksfall ereignete sich in dem der Firma Looth und Pulver gehörenden Steinbruch in Ranstadt. Der verheiratete Arbeiter Wilhelm Luft aus Ranstadt geriet unter im Bruche herabstürzende Gesteinsmassen, wurde verschüttet und muhte in schwerverletztem Zustande in die Gießener Klinik verbracht werden, wo man an seinem Aufkommen zweifelt. /X Didda, 12. Aug. Die hiesige Bahnhofswirtschaft ist zum 1. Oktober neu zu verpachten. Gestern wurden die eingelaufenen Angebote geöffnet. Wie begehrt die Wirtschaft ist, erhellt aus der Menge der Bewerber. 34 hatten sich gemeldet. Die Pachtgebote schwanken zwischen 700 und 6000 Mark. Von hier sind 5 Pachtliebhaber, einer von Kohden, einer von Bad Salzhausen, zwei von Gießen. Die übrigen aus 18 anderen Städten Süd- und Mitteldeutschlands. Y. D a u e r n h e i m. 12. Aug. Zn der letzten Zeit war der Fischbestand der Didda gering. Um so wunderbarer war der ergiebige Fang des Fischereibesitzers Hch. Reinhardt hier. Er sing kürzlich innerhalb 2 Stunden 22 Pfund Fische. Man nimmt an, daß der neue reichliche Zuwachs an Fischen durch die in den letzten Tagen wiederholten Hochwasser der Didda vom Oberlauf hierher zugeführt worden sind. Kreis Schotten. * Laubach, 12. Aug. Die ehemaligen Lehrer und Schüler des Gymnasiums Fridericianum in Laubach werden am 20. und 21. August wieder eine Zusammenkunft ■'-ir-rrrrcr-t'’ ,ni.»m amwzaawiwjiTO.ii»., in Laubach haben. Diesmal hat die Tagung den Zweck, über die Mittel zu beraten, durch die der Stadl Laubach die höhere Lehranstalt erhalten bleibt. Zwei Vorträge über den Wert der humanistischen Bildung werden die Tagung einleiten. Besonders ältere Zahrgänge des ehemaligen Gymnasiums haben ihr Erscheinen in Aussicht gestellt. Kreis Alsseld. d Aus dem Ohmtal, 12. Aug. Roggen und Gerste sind nun überall geschnitten. Das Heimfahren des Roggens wurde begonnen oder bereits vollendet. Da bei vielen Landwirten das alte Brotgetreide zur Neige gegangen, wird während der Regenzeit bereits Roggen der neuen Ernte ausgedroschen oder „geklöppelt", wie das oberflächliche Ausdreschen genannt wird. — In großer Anzahl tritt in diesem Jahre bei uns der Kohlweißling auf, hauptsächlich in den Gärten in der Nähe des Dorfes. Kreis Lauterbach. 6 Schlitz, 12. Aug. Der hiesige Turnver- e_i n , der zu den ältesten und rührigsten Vereinen des Turngaues Hessen zählt, feiert am Samstag und Sonntag fein 60jähriges Bestehen. Im Vordergrund der Veranstaltung stehen die turnerischen Darbietungen. Außer den besten Geräteturnern des Gaus, die unter Leitung von Gauoberturnwart W. W i I l Gießen deutsches Geräteturnen zeigen werden, sind auch die Frauenabteilungen der Turnvereine zu Butzbach und Lauterbach zur Mitwirkung gewonnen. Die wenigen noch lebenden Mitbegründer des Vereins sollen feierlichst geehrt werden. Rheinhessen. Lpd. Mainz, 12. Obig. Kurz vor 9 Uhr würbe gestern abend ein Großfeuer aus Mainz-Ko st heim gemeldet. Zn bcm Hof des Anwesens der Witwe Franz Frosch in der Hauptstraße brannte eine Scheune mit ungedroschener Frucht lichterhoch. Die Kostheimer Freiwillige Feuerwehr und die Derufsfeuerwehr griffen das Feuer an, doch war an ein Löschen der brennenden Frucht nicht zu denken. Die Wehren mußten sich darauf beschränken, die umliegenden Wohngebäude und Scheunen vor einem Aebergreifen des Feuers zu schuhen. Während das Großvieh gerettet werden formte, kam das Kleinvieh in den Flammen um. Der Schaden ist sehr groß und nur teilweise durch Versicherung gedeckt. Preußen. Sitxid Wetzlar. OO Krofdorf, 12. Aug. In der vorgestrigen Gemeinderatssitzung wurde folgendes verhandelt und beschlossen: Der Gemeinderat überzeugte sich an Hand der Wahlakten, daß an Stelle des von seinem Amte zurückgetretenen Gemeindeverordneten Ludwig Schleenbecker der Weißbinder Wilhelm Schm i d t zu treten hat. Herr Schmdit war zu der Sitzung geladen und wurde durch den Vorsitzenden in sein Amt eingeführt. — Wegen Verkaufs von Bauplätzen an der Kinzenbacher Straße will der Gemeinderat vor der nächsten Sitzung eine örtliche Besichtigung vornehmen. — Den Mitgliedern der Pflichtfeuerwehr in Krodorf und Gleiberg sollen künftighin für die Teilnahme an Hebungen jedesmal 50 Pf. aus der Gemeindekasse gezahlt werden. — Die Waldwirtschaftspläne für 1927/28 wurden durchgeführt und genehmigt. Die Gemeindevertretung beschließt zugleich, zur Deckung der entstandenen hohen Kanalisationskosten einen Extrahieb von 300 Raummeter zu beantragen. — Der Vorsitzende gab Kenntnis von piner Feststellungsoerfügung der Aufsichtsbehörde, betreffend Einstellung eines fünften Bullen. Wenngleich die Vertretung sich mit dieser Feststellungsverfügung keineswegs einverstanden erklären konnte, so wurde doch beschlossen, von dem Rechte des Einspruchs feinen Gebrauch zu machen. Vor der Beschaffung des Bullen muß indessen der Platzfrage xur Unterbringung des Bullen näher getreten werden. — Die Vertretung nahm davon Kenntnis und war damit einverstanden, daß der Gemeindeoer- ordnete Heinrich Schmidt fein Amt niedergekegt hat. Sie überzeugte sich aus den Wahlakten, daß an Stelle des ausgeschiedenen Mitgliedes Fritz Funk in Krosdors Nr. 33 zu treten hat. — Der Vorsitzende gab schließlich Kenntnis davon, daß die Kreissparkasse und die L a n d e s b a n k das beantragte Darlehn für die Kanalisation und Wcgebauten abgelehnt haben. Der Gemeinderat autorisierte den Bürgermeister, durch persönliche Fühlungnahme in Düsseldorf die Anleihe zu erhalten. Atzbach, 12. Aug. In der letzten Gern e i n b e r a t s s i h u n g wurden die Walb- w i r t s ch a f ts p l änc für das Jahr 1927 28 genehmigt. Es gelangen danach nächsten Winter zum Einschlag: 470 Raummeter Derbholz und 1530 Raummeter Reiser. Für die Kulturen und Wege wurde eine Summe von 1200 Mk. bewilligt. Die Wiegegebühren für die Gemeindefuhrwerkswaage wurden neu festgesetzt. Sie sollen betragen: für ein Stück Groß o ich 1 Mt., für ein Schwein über 3 Zentner Gewicht 1 Mk. und für ein Schwein unter 3 Zentner Gewicht 0,50 Mk., für em Stück Kleinvieh 0,50 Mark, und im übrigen pro Zentner Gewicht netto 2 Pf., mindestens aber 20 Pf. L Dutenhofen, 12. Aug. Hier hat man dieser Sage mit dem Ausdrus ch des Rog - g e n s begonnen. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, ist der Körnerertrag gut. Die sonstigen Erntearbeiten schreiten ebenfalls rüstig vorwärts. Auch die Soimnirrfrucht verspricht einen guten Ertrag. Kreis Biedenkopf. 0 Rodheim a. b. Bieber, 12. Aug. Das hier abgehaltene Missionsfest erfreute sich eines sehr zahlreichen Besuches. Zn dem vormittags in ber Kirche veranstalteten Gottesdienst sprach als Festprediger Missionsinfpektor Pfarrer Held aus Wiesbaden. Der Gemischte Chor fang einige Lieder. Die Rachmittagsseier sand nicht wie sonst im Walde, sondern auf dem freien Platz vor und um die Kirche unter ber sogenannten „Lutherlinde" statt. Zn ihr sprachen Missionar B u f e - Hersfelb und Missionsinspektor Pfarrer Held- Wiesbaden. Missionar Buse berichtete aus seiner Missionsarbeit in Kamerun. Das Schlußwort sprach Ortspfarrer D 5 m e I. Zur Verschönerung ber Feier trugen ber hiesige Posaunenchor unb ber Gemischte Chor bei. Am Abend sand eine besondere Feier in ber Kirche statt, in ber Missionar Bufe noch einmal ausführlich über seine Missionsarbeit in Kamerun berichtete. Die Abenbfeier würbe durch den Guitarrenchor des Zungfrauenvereins verschönert. Die für die Heidenmission veranstaltete Kollekte ergab den Betrag von 187 Marl: außerdem wurden für rund 60 Mark Missionsschriften verkauft. Fernruf 1367 GießQH Bahnhofetr. 65 B Pianohaus Große Auswahl in gebrauchten Pianos \von Rm. 350.- an. Günstige Bedingungen > 41l4aXr '0 ■tSV. I ff ^TEPPICHE Giefeen: Theodor Loos, Kirchenplatz 13 Cafe Astoria (Liga) (Liga) Montag: Dienstag: Mittwoch: Während der Sommermonate besondere PreisermäBigursg 1 s/4 llhr abends Turnerinnen,- 9 Ahr abends Fechter. 5llhr nachm.Schülen'nnenMhr abends Turner und Zöglinge. Dolksturnen und Schwimmen. ,lgeroünfth?en AusMkling Meili u.prelsroerf Oie Brflhlftöe llBlB.-araderei, H. Lange. Gietzeo, SLulstr. 7. VM-fMM, Hh Beginn der Turnstunden 15. 8.1927. Donnerstag: 8 Ahr abends Turnerinnen. Freitag: 6 llhr abends Schüler: 8 llhr abends Turner und Zöglinge,- 83/4 llhr abends Altersturner. Alle llbungsstunden Turnhalle der.Dber- realschule, Äismarckstraße. Dienstag 8 llhr Frauenabteilung, Turnhalle Goecheschule, Westanlage. 7414c Für den MTV. Der Oberturnwart. Zn der pause des Liaatreffens 4x100 m» Staffel beider Vereine. Ab abds. 8V, llhr in den Räumen des Dereinshauses und den Gartenanlagen: „Ztalienlsche Nacht". — Gäste können eingefühtt werden. Der Vorstand. 74130 UliSperrhoiz ri g.s£ h in Eiche, Gaboon u. Kiefer 3-25 mm gi B Bretter und Dielen aller Stärken, schwedische und bayerische Hobel- -= breiter, Svalierlalten, Eichen- u. Z o -Z Buchen-Schnittwaren liefern in a” Ba allen Stärken [TM7D is ü Wen Sflrt & Go., Sietzen Telephon 149. Latten in allen Stärken prompt lieferbar. Zerlegbare LtzilWM t. Holz u Eisenbeton, glänzende Gutachten Prospekte durch 05887 Karl Pevvler, Marburger Str. 29. WaWottplatz des D. f. V. (Endstation rote Linie der Gttaßenbahn) Sonntag, den 14. August 1927 Dorrn. 11V, llhr: Einweihung des neu erbauten Vereinshauses. Dorrn, und nachm. Fußballspiele sämtl. aktiven, Fugend- u. Schülermannschasten gegen auswärtige Gegner auf dem Wald- sporiplah und dem Sportplatz des ehern. Sp. Dereins Reffen" (Trieb). Nachm. 4 llhr: Handballwettfptel. Sportverein Wetzlar - V. s.d. Nachm. 5 llhr: Großes Fußballtreffen. Sportverein Wetzlar - V. s. V. Die AsthnraKur von Dr. Alberts hat nachweisbar unübertroffene Heilerfolge bet veraltetem Asthma und Katarrhen. Aerztl. Sprech- stundentn Gießen. Babnbofsbotel Lenz, leben Montag, 10—1 Uhr. 277sl Heute Tanzabend __05892 Teppichhaus EBERHARD Frankfurt am Main Neue Mainzer Straße 22 Ecke Friedenstraße ___ NORDDEUTSCHER EXOTD BREMEN einzige deutsche Linie, mit regelmäßigen direkten ^Abfahrten für Reisende und Auswanderer von Bremen nach CANADA Nähere Auskunft über Einreisebedingungen u. Abfahrten erteilt | ^Zar Einmechzeit. CITROVI^ r Unerreicht In Geschmack lmö Bekömmlichkeit Axy als Speise- und Ein- \ I ma?h-Essig. 8 A Wk. Auch b Magen-,Nier.- W n. Zuckerkrankheit ärztlich empfohlen. 1 Fi. Citrovin ergibt 3—4 Lt- Speise-Essig. In allen 4890as i einschlägigen Geschäften erhältlich. / LMiMllM Heute Samstagabend 8.30 Uhr TANZ Bis 4 Uhr geöffnetl 7392c Meiner werten Kundschaft teile ich er- gebenst mit, daß ich meinen seith. Laden nach Eiirchenplatz 15 verlegt habe. 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Denn schassen wvl Möglichkett in der sogt berljinbern. tflem in bei Die Regie schuh des Ae demzufolge im ten Duchcs d h. der Krani sprochen werd« sind von den ( eine Aeihe Al den. Ein Te vornherein au Zweit hat. 1 die der Derb, lassen gemach ausgestellt, da Seiner Abteil guederkreis d eines mit Ark be'tssalles sü Wochen Ach En sollen, j _n Krachng, ®elhu Nor 15 kiottsehung. Nachdem der r ! Nr. 188 Drittes Statt teeeeeBawvet-iM-öMcea «Hsxatxz»wu— Kann in der Sozialpolitik gespart werden? Don Wilhelm F e d> t, Berlin. Die Kosten für soziale Aufgaben werden und müssen in Zeiten wirtschaftlichen RieDergangs oder wirtschaftlicher Schwierigkeiten immer höher sein als in normalen Zeitläuften. Das ist eine Tatsache, die kaum bestritten werden kann. Befindet sich zudem noch ein Land in der Lage Deutschlands, wie sie nun einmal seit dem Jahre 1918 gegeben ist, dann wird auch eine wesentliche Erhöhung sozialer Ausgaben verständlich. Man braucht nur an die hohen Kosten zu erinnern, die für die Unterstützung der Arbeitslosen aufgebracht werden muhten. Wenn also heute die soziale Belastung wesentlich höher ist als in Friedenszeiten, insbesondere höher als in dem vielfach zum Vergleich herangezogenen Jahr 1913, so ist das zunächst noch nicht einmal als kritisch auszufassen. Dazu kommt, daß durch die Geldentwertung ebenfalls eine Erhöhung der sozialen Ausgaben eintreten muhte. Trotzdem wird auch derjenige, der die Aotwendigkeit sozialer Forderungen aus einer Reihe von Gründen heraus vertritt, die Steigerung, die die sozialen Ausgaben in den letzten Jahren notwendiger Weise zu verzeichnen hatten, mit gewisser Sorge betrachten. Dabei wollen wir bewuht darauf verzichten, zunächst alle die Zahlenfchähungen anzuführen, die über die jährlichen Sozialausgaben gemacht werden. Man kann annehmen, dah in nächster Zeit eine amtliche Statistik erscheinen wird, und braucht sich deshalb zunächst nicht in die Auseinandersetzung einzulassen, die über die Höhe der Soziatlasten zwischen Arbeitgebers und Arbeitnehmern geflogen wird. lln» bestritten aber dürfte sein, dah auch im Jahre 1926 eine wesentliche Erhöhung der Sozialausgaben gegenüber dem Jahre 1925 zu verzeichnen ist. Ebenso unumstritten dürfte deshalb auch für jeden Sozialpolitiker sein, dah die Möglichkeit, an der sozialen Belastung zu sparen, ohne dabei den eigentlichen sozialen Zweck zu schädigen, erörtert werden muh. Ist eine solche Möglichkeit gegeben? Soziale Deittäge sind ein Teil des Lohnes. Auch der Arbeitgeber empfindet die sozialen Beiträge als Abzug von seinem Einkommen. Daraus hat sich bei ihm so etwas wie der Begriff des „tatsächlichen Lohnes" herausgebildet; er spricht voii dem Lohn (oder Gehalt), den er ausgezahlt bekommt. Kann deshalb bei den sozialen Beiträgen eine Herabsetzung eintteten, so werden alle TÄle der Wirtschaft das begrüßen. Mir will scheinen, als ob dieses Problem vielfach deshalb nicht genügend behandelt wird, weil man sich scheut, den Hebel am Kleinen anzusetzen und weil die Krittk an der sozialen Belastung vielfach von einer Seite ausgeht, von der man nicht sagen kann, dah sie den sozialpolitischen Problemen gerade freundlich gegenübersteht. Wenn wir also sozialpolitische Ersparnisse schaffen wollen, müssen wir prüfen, ob nicht die Möglichkeit besteht, da oder dort, insbesondere in der sozialen Versicherung, Belastungen zu verhindern. Man wird solche Möglichkeiten vor allem in der Krankenversicherung finden. Die Regierungsparteien haben im 9. Ausschutz des Reichstags einen Antrag eingebracht, demzufolge im Herbst eine Aenderung des zweiten Buches der Reichsversicherungsordnung; d. h. der Krankenversicherung im Reichstag besprochen werden soll. In diesem Zusammenhang sind von den Spihenverbänden der Krankenkassen eine Reihe Abänderungsvorschläge gemacht worden. Ein Teil dieser Borschläge scheidet von vornherein aus, weil er lediglich agitatorischen Zweck hat. Wertvoll erscheinen dagegen solche, die der Verband kaufmännischer Berufskrankenkassen gemacht hat. Dort wird die Forderung aufgestellt, dah die Krankenkassen, bezüglich einzelner Abteilungen solcher Kassen, deren Mitgliederkreis durch Gesetz oder Vertrag wahrend eines mit Arbeitsunfähigkeit verbundenen Krankheitsfalles für eine Frist von mindestens vier Wochen Anspruch auf Gehalt hat, das Recht haben sollen, diesen Mitgliedern bis zum Ablauf dieser Schutzfrist ein verkürztes oder überhaupt kein Krankengeld zu zahlen. Geld und Erfahrung Novelle von Max E y t h. 15 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Nachdem der Pflug 6—7mal auf und ab gefahren war, ohne Schiffbruch zu leiden, näherte sich allerdings das Aussehen der letzten Furctze den Windungen eines durch ein Wiesental sich yinschlängelnden Bächleins. General Burnside tröstete mich. Die Linie erinnere ihn lebhaft an seinen ersten Sieg: an die Schlachtlinie der Föderierten bei Bull Run. Dank seiner südlichen Lebhaftigkeit hatte General Taylor mittlerweile alles begriffen und hielt den Augenblick für gekommen, tatkräftig einzugreifen. Er schob Bucephalus von seinem Sitz, setzte sich auf das Geräte und erfaßte das Steuerrad. Dreißig Schritte weit ging alles gut. Der Pflug blieb in seinem durch die Furche gegebenen Gleise, und Taylor sah sich triumphierend um. Dann aber nahm das Instrument plötzlich eine Wendung, nach dem umgepflügten Teil des Feldes und lief, als sei alles verrückt geworden, trotz der verzweifelten Steuerbewegungen des Generals querfeldein. Kein Pfeifen von Parkers Maschine half. Stone, dessen Maschine am andern Ende des Feldes während der Katastrophe den Pflug zog, war mit seinem Feuer beschäftigt und merkte zu spät, welches Unheil vor sich ging, so daß er erst dazu kam, anzuhalten, als sich der General 1 mit dem entlaufenen Pflug mitten auf un .pflügtem Feld befand, hundert Schritte von dem Platz, wo er hätte sein sollen. Er hatte allerdings eine merkwürdig gerade Linie diagonal zur Pflugrichtung über das Feld gezogen. Beschämt stieg er ab und betrachtete sein Werk. Seine alten Kriegskameraden waren außer sich vor Bergnügen. Selbst der unehr- erbietiae Bucephalus, der staunend dem Pfluge nachgesehen hatte, lachte mit, daß sein roter Mund das schwarze Gesicht von Ohr zu Ohr spaltete. Der Erfolg — der Heiterkeitserfolg des Dampfpflugs war großartig. Der ältere Owen, der mehr Ver- ständnis für die wahre Lage der Dinge zu haben schien als alle andern, sagte leise zu mir: „Lassen Sie aufhören' — Die Schildkrötcnbouillon wird sonst falt!" Longstreet nahm Burnside unter dem Arm. Taylor wurde von den andern im Triumph herbeigeholt und als preisgekrönter Dampfpflüger GietzenerAnzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Was wird mit dieser Forderung bezweckt? Der kaufmännische Angestellte, dem gesetzlich oder verttaglich Anspruch auf Gehaltssorizahlung zusteht, braucht nicht genau so wie der Handarbeiter schon nach den ersten drei Tagen seiner Krankheit Krankengeld zu beziehen. Er bezieht zunächst -sein Gehalt weiter, während beim Arbeiter der Anspruch auf Lohn mit dem Tage der Krankheit oder der Stunde des Unfalls aufhört. Hier ist wieder einmal ein Fall schematischer Anpassung unserer sozialen Versicherung an die Bedürfnisse der Handarbeiterschast festzustellen. Die sozialen Bedürfnisse der Arbeiter sind aber andere, ttoh- dem hat man sie s. Zt. einfach für die Ange- fteilten mit übernommen. Es wäre viel wich- ttger, dah der Angestellte, wenn er wirklich eine ernste und schwere Erkrankung hat. ein Krankengeld nach Aufhören der Gehaltszahlung erhielte, das seinem bisherigen Gehalt entsprechen würde. Würde aber eine derartige Maßnahme, wie die angeregte, gesetzlich festgelegt, bann mühte sie naturgemäß wesentliche Ersparnisse zur Folge haben. Der Verband kaufmännischer Derufskranken- kassen hat aber noch eine zweite Forderung aufgestellt. Er verlangt, daß den Versicherten, die gesetzlich oder vertraglich im Krankheitsfälle min» bestens vier Wochen Anspruch auf Gehcrltsfort- zahlung haben, anstelle der heute nach dem Gesetz zu gewährenden Sachleistungen D a r Zuschüsse zu den Kosten der Krankenhilfe gewährt werden dürfen. Run kann man dem entgegenhalten, dah die Versicherten nicht immer in der Lage sein würden, die anteiligen Kosten zu tragen und darum manchmal die notwendige ärztliche Hilfe erst zu spät in Anspruch nehmen würden. Die Vorschläge sind aber nur für solche Versicherten gedacht, die durch Anspruch auf Ge- haltsfottzahlung nicht mittellos sind. Auch sollten die Kassen nicht gezwungen werden, solche Regelungen einzuführen, sondern ihre Mitgliederversammlungen solllen darüber entscheiden. Der Vorteil eines solchen Systems liegt auf der Hand. Es ermöglicht die freieste Arzt- und Krankenhauswahl. Der „Kassenpatient" würde verschwinden und damit würde auch psychologisch ein Votteil erzielt. Der Vorschlag selbst ist nicht unerprobt. Fast alle dem Verband kaufmännischer Berufskrankenkassen angeschlossenen Kassen haben für ihre nichtversicherungspflichtigen Mitglieder solche Möglichkeiten bereits erprobt. Dabei hat sich herausgestellt, dah auch hier tatsächliche Ersparnisse erzielt werden können. Diese Ersparnisse werden im ersten Fall natürlich größer sein. Die beiden Vorschläge zeigen aber, wie und wo gewisse Ersparnisse erreicht werden können. Dabei ist kennzeichnend, dah die Vorschläge von den sogenannten Ersahkassen ausgehen. Diese Ersahkassen sind namentlich der Sozialdemottatte ein Dorn im Auge. Rachdem es bedauerlicherweise nicht gelungen ist, in der Erwerbslosenversicherung die Ersatzkassen jetzt schon einzuführen, ist von sozialistischer Seite jüngst auf der Tagung des Hauptverbandes Deutscher Krankenkassen, der bekanntlich sozialistischen Tendenzen zuneigt, in Königsberg er» klärt worden, daß die Gründung neuer Ersahkassen scharf verurteilt werden müsse. In Wahrheit wird aber eben durch solche berufsständischen Kassen die Möglichkeit gegeben, Mängel in der sozialpolitischen Gesetzgebung auszugleichen und dabei gleichzeitig noch Ersparnisse herbei- zuführen. Cs wäre deshalb wünschenswert, wenn bei den Verhandlungen im Herbst diese Frage, entsprechend den Vorschlägen des Verbandes kaufmännischer Berufskronkenkassen, gelöst würde. 3m heutigen Rußland. Aus begreiflichen Gründen wünscht der Verfasser ungenannt zu bleiben. D. Red. Wer eine Reise von einigen Wochen durch Rußland macht, gewinnt keinen richtigen Eindruck von den dortigen Verhältnissen, selbst wenn er russisch spricht. Am allerwenigsten, wenn es sich um eine offizielle Studienreise handelt und der betreffende von Verttetern des Staates und der Kommunen begleitet wird. Man sieht sicher in solchem Falle recht viel, aber nur das, was die andere Seite zeigen will, d. h. die aus der Zeit der großen Katharina bekannten Pvtemkinschen Dörfer. Diese werden vor allem kommunistischen Gästen anderer Staaten gezeigt. Rur wer viele Monate oder besser Jahre in und mit einem anderen Volke gelebt hat, lernt es kennen und seine wirtschaftlichen: und gesellschaftlichen Verhältnisse beurteilen. Der Fremde, insbesondere wenn er heute ein Deutscher ist, wird an der Grenze und im ßanDe von allen Behörden, in den Hotels, Läden und in der Gesellschaft höflich und entgegenkommend behandelt, wenn er sich nicht etwa durch abfällige Kritck, wozu leider gerade der Deutsche neigt, jede Sympathie verscherzt. Das Savoy-Hotel und die Bolschoja Moskowskaia Gostiniza (großes Moskauer Gasthaus) und das Hotel d'Curope in Leningrad bieten eine Aufnahme wie Esplanade oder Continental in Berlin; auch in den größeren Provinzstädten finden sich in dem ersten Hotel immer einige Zimmer mit allem Komfort. Die internationalen Wagen auf der Strecke Leningrad—Moskau—Charkow- Rostow—Baku—Tiflis gleichen durchaus in allem den Schlafwagen Westeuropas. Das zu beschreiben, wäre also nicht interessant, weil es nichts Reues und nicht typisch Russisches zu schildern gäbe. Am Ende ist es bei uns und allenthalben genau so: wer als Fremder in Berlin im Bristol absteigt «und bei Hiller oder Dresse! speist, kennt nicht Berlin; und wer durch die Friedrichstadt oder die Tauenhinsttahe geht und die Auslagen betrachtet, kennt nicht Deutschland. Wenden wir «uns also dem russischen Volksleben und seiner Wirtschaft zu. Stadt- und Landbevölkerung sind sehr verschieden. Dort fällt der gebildete Bürger auf, hier ist das Analphabetentum noch immer zu Hause. Selbst in Dörfern von zehntausend Einwohnern und mehr fehlen noch häufig Schulen. Dafür find wieder in kleinen Dörfern Bezugsquellen für Wodka zu finden. Das Spritmonopol, das unter dem Zarentum über eine Milliarde Gewinn brachte, ist von 'den Sowjets wieder zur alten Blüte gebracht, dürfte aber wesentlich mehr abwerfen, da der Schnaps etwa viermal so teuer ist und trotzdem in dem gleichen Maße konsumiert wird. Besonders an Markttagen, wie sie auf größeren Dörfern ein- oder mehrmals in der Woche statt- finden, fängt das Trinken schon des Morgens an. Der Russe scheint den Schnaps für das Gesündeste zu halten. Einmal kam ich morgens gegen 1 UTjr in ein sehr großes Dorf, wo sogar ein kleines Restaurant war. In diesem wollte ich frühstücken und fragte meinen alten, eisgrauen Kutscher, ob er wohl auch ein Glas Tee wolle. Treuherzig antwortete er: „Ach Bärin, schon des Morgens fo'n schlappes Zeug Ein Fläschchen Wodka gern.“ Der Wodka ist wohl so die einzige Freude des Bauern Sonst ist er fast bedürfnislos. Rahrung findet er auf seinem Grundstück. Kleidung braucht er wenig, weil er schlecht angezogen geht. Bauen tut er nur, wenn es unbedingt nottoenöig ist, etwa in jeder Generation einmal ein Gebäude. Reparaturen an den Gebäuden und — an der Kleidung werden selten vorgenommen. Der Dauer hat im Durchschnitt etwas mehr Land als früher, aber er bebaut es nicht ganz. Er müsse Ackergeräte zu teuer bezahlen, sagt er und hat damit recht. Denn aus Den Staatsbetrieben erhält er sie nur zu sehr hohen Preisen Auf diese Weise treiben die Sowjets Steuern vom Lande ein, weil der normale Weg ungangbar ist. Gab es doch bis zum Kriege in Rußland keine Einkommensteuer, und sie ist auch bei Analphabeten wohl schwierig einzuführen Immerhin ernährt sich der Bauer heute besser als früher, indem er von seinen Erzeugnissen mehr für sich gebraucht. Die Versorgung der Bevölkerung mit 3n- dustrieerzeugnissen will der Sowjet reg ierung nicht gelingen Dom Auslande Eann nichts eingeführt werden, wenn nicht die ohnehin schon sehr schwache Kaufkraft des Rubels noch mehr herabLouisianas fast auf den Händen getragen. Alles strömte dem Gartenpaoillon zu, wo sich das blinkende Hufeisen von Tischen im Nu gefüllt hatte und die Sektflaschen zu knallen begannen. Es ging hier noch brillanter als im Felde. Die Not der Zeit löste sich fühlbar in dem warmen Sonnenschein, der durch den luftigen kleinen Saal, und im perlenden Wein, der kühlend durch unsre Adern strömte. Longstreet hielt eine prächtige kleine Rede: ernst, männlich, geradeaus: Die große Sache sei verloren; wozu die Augen schließen und die Hände sinken lassen? Die Männer seien noch da, die ehrlich für sie geblutet hätten; sie wiirden sich nicht erdrücken lassen. Die alte Kraft rege sich wieder und werde auf anderen Feldern neue Siege bringen. „Das Schwert ist in unserer Hand zerbrochen", schloß er. „In Gottes Namen — nehmen wir die Lage, die uns der Himmel geschickt hat. Es lebe der Pflug!" Darauf verlangte es der Anstand, daß ich etwas sagte. Der Staub der Plugfurchen steckte mir noch in der Kehle, und die Angst vor dem jeden Augenblick möglichen Zusammenbruch der einen oder der andern Maschine in der Seele; aber ich ließ getrost den Süden leben, dessen tropische Lebenskraft schon mehr als einmal aus den Sümpfen des Mississippi ein Paradies geschaffen habe. Dann kamen andre, weniger harmlos, manchmal bitter und zornig, manchmal allzu laut der wieder keimenden Hoffnung entgegenjubelnb. Der Pflug war vergessen. Die politischen Phrasen rollten mächtig über die erhitzten Köpfe weg. Doch fühlte ich mich ziemlich beruhigt, als ich unter den letzten, die das Gartenhaus verließen, den Chefredakteur des „Picayune" Arm in Arm mit feinem Feind, dem Chefredakteur der „Crescent City News", bemerkte, die abwechselungsweise versuchten, föderierte und fonföberierte Kriegslieder zweistimmig zu fingen. Ein erstaunlicher Grad mangelhaften musikalischen Sinns und der gute Wille, mit dem sie sich gegenseitig unterstützten, ergab eine Verschmelzung von Dissonanzen, die das Beste für die Zukunft hoffen ließ. Nur ein einziger Mißton trübte den Schluß der schöneck Feier. Meine zwei deutschen Freunde waren sich in die Haare geraten. Oberst Schmettkow versuchte den Redakteur der „Deutschen Zeitung" über die Irrtümer seiner politischen Auffassung des Zustandes der Südstaaten aufzuklären. Doktor Wurzler machte vergebliche Anstrengungen, den Obersten zu überzeugen, daß ein verunglückter Iardeoffizier von der Sache nichts verstehen könne. Sie wurden laut und heftig, und nur mit Mühe konnte ich sie bewegen, in zwei getrennten Trambahnwagen nach der Stadt zurückzukehren. Rettungspläne. Regen nach Sonnenschein — können wir mehr fordern vom wechselnden Leben? Aber allerdings, es brauchte nicht gerade ein Donnerwetter zu fein, mit der Aussicht, in einen vierwöchentlichen Landregen überzugehen. Am folgenden Morgen brachten die „Crescent City News" einen zornigen Aufsatz über England und die heimtückische Art und Weise, wie John Bull die Einführung der sonst nicht ganz nutzlosen Dampfkultur benutze, um einer verderblichen und verlorenen Sache neue Lebenshoffnungen einzu- flößen, die nie in Erfüllung gehen können. Doppelt bedauerlich sei, daß der in anderer Beziehung anständige und nicht unintelligente Leiter des unförmlichen englischen Dampfpflugs sich zu Kundgebungen mißbrauchen lasse, die einem förmlichen Wiedererwachen der alten sezessionistischen Bestrebungen gleichkämen. Der Herr möge sich nicht täuschen: neuer Wein, auch der, den er zu verzapfen wünsche, lasse sich nicht in alte Schläuche füllen. Weder Dampf noch Sekt werde die verbrauchten Männer einer verlorenen Partei zu neuem Leben erwecken. Die Sezession fei tot. Den Dampfpflug an die tote Sezession binden zu wollen, sei sicherlich das Törichtste was dieser fremde Herr jemals versucht habe. Es wäre ihm vielleicht nützlich gewesen, wenn er sich zuvor über die Verhältnisse des Südens etwas eingehender belehrt hätte. Als charakteristisch sei zu erwähnen, wie ein gewisser in Louisiana sehr überschätzter General, der sich neuerdings mit Kanalschiffahrt beschäftige, den Pflug quer über das Feld gesteuert und das unglückselige englische Instrument in einer Lage stecken gelassen habe, über die mehrere Sachverständige sich heute noch den Kopf zerbrächen. Uebrigens sei Wohlwollen und Ge- rechtiakeit auch dem Gegner gegenüber stets der Grundsatz der „Crescent City News" gewesen. Die Schriftleitung stehe deshalb nicht an, ihren Lesern die vortreffliche Speisefolge des Gabelfrühstücks mitzuteilen, das den Kern der Eröffnungsfeier des englischen Dampfpflugs gebildet habe: Schildkrötensuppe mit Heidsiek und so weiter. Samstag, (3. August 1921 J-------------------------- gesetzt werden soll. 2,16 Mark für einen Rubel ist ein Zwangskurs, der nicht annähernd Dem inneren Wert der Valuta, auch nicht dem Tscher» tvvnjez, entspricht. Deshalb unterbleibt auch seine Quotierung im freien Handel an Den Auslandbörsen, und deshalb das starre Festhalten der Sowjetregierung am Außenhandelsmonopol. Die Passivität der Russischen Handelsbilanz bedeutet für Rußland viel mehr als für die anderen Länder, Deren Bürger z.T. außerhalb ihres Heimatlandes arbeiten und so Der heimischen Wirtschaft fremde Devisen zuführen. Wie die Ausfuhr, die doch nach Lage Der Dinge in Rußland nur in Rohprodukten bestehen kann, heben, wo ein Antrieb zur Erzeugung über den Eigenbedarf hinaus nicht Da ist und wo es zudem sehr an Betriebskapital fehlt? ©runDoorbcbin- gung für Die Besserung Der Verhältnisse ist Die Erhöhung des Bildungsniveaus: kann der Bauer erst ennmal lesen und schreiben, so wird er Verbindung mit der Außenwelt und Deren Kultur bekommen; er wirb Den Wunsch hegen, sich besser zu kleiden, besser zu wohnen, von richtigem Geschirr, mit richtigen Bestecken zu elfen, anstatt Dien Knochen mit der Hand aus Dem Kochtopf zu nehmen und mit Holzlöffeln die Suppe zu essen, er wird auch Bücher lesen und Zeitungen halten wollen usw. Und dazu wird er_ mehr aus seinem Grundstück herausholen müssen durch Mehrarbeit und durch Verbesserung seines Betriebes, wozu ihm wieder das Studium der einschlägigen Literatur die Wege weisen wird. ^So und nur so kann die .Ausfuhr Dec Dodenfrüchte gesteigert werden. Bep Der Bildung muß also Der Hebel angeseht werden und nicht bei Dem Schnaps. RaDio, Das man auf Der Mehrzahl Der Dörfer finDet, kann Schulbildung nicht ersehen. Mangels der Möglichkeit der Einfuhr von Jndusttieerzeugnissen, wie sie vor Dem Kriege bestand, soll nun Die heimische Industrie einspringen. Diese reicht jedoch trotz der geringen Kaufkraft der Bevölkerung nicht annähernd zur Befriedigung der dringendsten Bedürfnisse aus. Anfang Juni waren auf vielen Dörfern und in Landstädten noch keine Sensen zu haben. QHit Draht und Rägeln ging es fast ebenso. Fensterglas ist eine Rarität auf dem Lande. Selbst in Hosen knöpfen setzte im Vorjahre eine Lieser- kalcunität ein. In den meisten ländlichen Haushalten gibt es keine Gabeln und nur ein Messer, das zu allem verwandt wird, Teller fast gar nicht. Und dabei sind in Den Städten Südrußlands bis zu 40 Prozent dec Arbeiter und Angestellten und mehr seit langem stellungslos und rönnen nichts kaufen! Dabei werden allenthalben Staatsläden geschlossen, weil sie sich mangels Kunden absolut nicht rentieren! And damit wächst Dann natürlich Die Arbeitslosigkeit. An Der traurigen Wahrheit dieser Schilderung ändern die Berichte Der russischen Zeitungen nichts. Es gibt in RußlanD keine freie Presse. Alles ist RegiemngsDiktat, Das abzu» Dructen ist. Da steht Dann allwöchentlich eine Rotiz, Daß irgendwo im Fernen Osten oder sonstwo ganz weit weg eine neue Fabrik eröffnet worden ist. Wieviel Unternehmen in gleichem Zeitraum liquidiert werden mußten, lieft man nirgends, weil es niemand erfahren soll. And dabei ist noch, wenn man genau hinsieht, die „neue“ Fabrik meist eine notdürftig wiederhergestellte alte, die man in Den ersten Jahren nach Der Revolution mangels technischen Verständnisses hat verfallen lassen. Die Irreführung Der öffentlichen Meinung im heutigen Rußland Dürfte kaum anderswo ein Gegenstück finden. Die Wahrheit, wie sie heute Durchsickert, Darf öffentlich, unD selbst im kleinsten Kreise, nur mit Gefahr besprochen werden. Die Geheimpolizei, Die GPU, ist in Rußland aber gut ausgebildet und vorzüglich organisiert. Alles in allem also ein nur schwach pulsierendes Wirtschaftsleben: mit geringstem Umsatz und Kleinstem Kapital. Und trotzdem hohe Preise — selbst für Lebensmittel in Der Older» gegenD 300 bis 400 Prozent höher als vor Dem Kriege —, weil Die Erzeugung aller landwirtschaftlichen und industriellen Produkte noch geringer als das schwache Kapital und das minimale Volkseinkommen ist! Der freundlicher gesinnte „Picayune" begann mit der Speisekarte, brachte eine enthusiastische Beschreibung des Dampfpflugs, die kein Mensch verstehen konnte, und war überzeugt, daß der erste Stein zum Wiederaufbau des Südens gestern gelegt worden sei, „dank den Männern", schloß er, „die entschlossen den großen Aufgaben unserer Zeit entgegentreten und die Not der Gegenwart mit den glänzenden Waffen der Zukunft zu bekämpfen wissen." Da Lawrence, der energisch mitgekämpft hatte, ebenso wie Schmettkow am folgenden Tag etwas unwohl waren, hörte ich von dem kleinen Zeitungskrieg, der um meinen Dampfpslug entbrannt war, zunächst so viel wie nichts. Die ruhigere, planmäßige Arbeit nahm ihren Fortgang. Ich pflügte in den nächsten Tagen jeden Morgen und Abend für das Fünfzigcentpublikum ein paar Stunden lang. Meine Leute tarnen nach und nach in Hebung, es ging mit jedem Versuch etwas besser; nur der Strom der erwarteten Volksmassen blieb aus. Der Geschäftsführer der Landwirtschaftsgesellschaft war mein getreuester Zuschauer, und sein Gesicht wurde nach jeder Vorstellung um einen Zoll länger. Am zweiten Tag wurde der zweite Kassierer am Eingangstor als völlig überflüssig eingezogen, und am dritten konnte auch der noch im Dienste stehende, seine Siesta, die um die Mittagsstunden in seinem kleinen Brathäuschen verzeihlich war, über den Rest des Tages ausdehnen, ohne seine Amtspflichten zu vernachlässigen. Am Abend dieses dritten Tages kam Lawrence mit Selano in ungewöhnlicher Eile über das Feld, als ich soeben die Vorstellung, die wir den zwei Söhnchen des eingeschlafenen Kassierers gegeben hatten, abzuschließen im Begriff war. Man sah es dem Gang der beiden Herren an, daß sie ein neuer, belebender Gedanke trug. Lawrence grüßte vergnügt, der Geschäftsführer grämlich und betrachtete sodann kopfschüttelnd die beiden Knäblein, die eifrig auf dem stillstehenden Pflug herumkletterten und nach Pankeejungenart versuchten, ob nicht da ober dort eine Mutter loszuschrauoen, eine Schraube abzudrehen war. „Nun, wie ging's heute, Herr Eyth? Mehr Publikum hier gewesen?^ rief Lawrence, als ob alles, was er sah, seine höchste Befriedigung erregt hätte. (Fortsetzung folgt.) Die Lage am Frankfurter Schlachtviehmarft teilweise wieder ausgleichen konnten. CQ5 e i ;7e n » kleie war stärker gesucht: vhne daß sich Gewinne «instellien. Mais erfuhr eine Preissteigerung, da die hiesigen Vorräte sehr gering geworden sind. Auch bis zum Ende dieser Woche konnte sich kein lebhafteres Geschäft entwickeln, da dem Markte jede Anregung fehlt. Im Vergleich zu den Votierungen der vergangenen Woche waren die Preise für alle Getreidesorlen kaum verändert, nur Mais und Weizenmehl war eine halbe Mark teurer. Es notierten: Weizen 27,75 bis 28, Roggen 22,75 bis 23, ausländ. Hafer 23,25 bis 25, Mais 19,25 bis 19,50, Weizenmehl 39,75 bis 40. Rvg- genmehl 35 bis 35.50, Wcizenkleie 13,25. Roggen- kleie 13,50 Mk. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. * D i e deutsche Roheisenerzeugung. Rach dem Ergebnis der Erhebungen seitens des Vereins deutscher Eisen- und Stahl- industrieller ist die Rohei'engewinnung im Monat Juli (31 Arbeitstag«) mit 1 108 893 Tonnen um 41 310 Tonnen hoher als die des Juni, in dem an 30 Arbeitstagen 1 067 583 Tonnen hergestellt worden sind. Die arbeitstägliche Leistung stellt sich auf 35 771 Tonnen und ist um 185 Tonnen höher als die des Juni. Sie entspricht 77,89 Prozent der durchschnittlichen arbeitstäg- lick en Leistung des Jahres 1913 im Deutschen Reiche damaligen Llmfangs. Von l195 Hochöfen waren 115 (im Juni 113) im Betrieb und 10 (12) gedämpft. * Erntevorschätzung f ü r Preußen. Das Preußische Statistische Landesamt veröffentlicht in der Statistischen Korrespondenz für Anfang August folgende Vorschützung dex Hektar- Erträge für Preußen, und zwar für Winterweizen 20.4 Doppe zent. er. Sommerweizen 20,2 Doppelzentner, Winterroggen 16,7 Dopvelzentner, Sommerroggen 13,1 Dopt e zentre', Wintergerste 21,7 Doppelzentner, Sommer.-e ste 19,8 Doppelzentner, Hafer 19,5 Doppelzentner. Unter Berücksichtigung einer Anbaufläche von 868 000 Hektar für Winterweizen, 3 532 000 Hektar für Winterrognen und 112 000 Hektar für Wintergerste würde sich für Preußen voraussichtlich eine Ee amternte von 17,7 Millionen Doppelzentner Winterweizcn, 59 Millionen Doppelzentner Winterroggen und 2,4 Millionen Doppelzentner Wintergerste ergeben. benmarkt machte sich in Schweinen im Gegensatz zu den anderen Viehgattungen regeres Geschäft bemerkbar, es wurde auch bald ausver- kaust. Der Gesamtauftrieb bestand aus: 242 Ochsen, 97 Bullen, 649 Kühen, 324 Färsen, 1129 Kälbern, 224 Schafen und 5420 Schweinen. Verglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren 12 Rinder mehr angelrieben, während 470 Kälber, 60 Schafe und 403 Schweine weniger zum Verkauf standen. Bezahlt wurden pro Zentner Lebendgewicht: Rinder. Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: 1. jüngere 63 bis 67, 2. ältere 53 bis 62, sonstige vollflcischige: 1. jüngere 54 bis 57. 2. ältere 49 bis 53, fleischige 44 bis 48. Bullen: jüngere, vollfleischige. höchsten Schlachtwerts 57 bis 61. sonstige vollflcischige oder ausgemästete 52 bis 56. Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlacht- Werts 53 bis 56. sonstige vollfleischige oder ausgemästete 46 bis 52. fleischige 33 bis 45, gering genährte 30 bis 37. Färsen (Kalbinnen, Iung- rinder): vollfleischige, ousgemästete. höchsten Schlachtwerts 62 bis 67. vollfleischige 55 bis 61. fleischige 50 bis 56. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 74 bis 80. mittlere Mast- und Saugkälber 63 bis 73, geringe Kälber 61 bis 67. Schafe: Masilämmer und jüngere Masthämmel: Weidcmaft 43 bis 50, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 42 bis 47. Schweine: vollfleischige Schweine von zirka 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 66 bis 63, vollflcischige Schweine von zirka 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 66 bis 63, vollfleischige Schweine von zirka 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 67 bis 69, fleischige Schweine von zirka 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 65 bis 67. Im Vergleich zu den Votierungen der Der« gan cncn Woch- waren die Prc'se für Rinder kaum verändert, dagegen zogen Kälber und Schweine infolge des geringeren Auftriebes erheblich an. Schafe mußten bis 2 Mark nachgeben. Kälber bester Sorten waren bis 6 Mark, geringere Sorten bis 9 Mark teuerer. Schweine erfuhren in allen Qualitäten eine Erhöhung um 4 bis 5 Mark. ** Zur Abgeltung der Roggenschulden. Vorn Reichsverband der Roggenschuldner, der bekanntlich die Interessen der Roggenfchuldner vertritt und eine Sanierung der Roggenschulden, den heutigen Geld- und Zinsverhältnissen entsprechend anstrebt, um die Lage der Roggenschuldner zu verbessern, wird mitgeteilt: Am 9. August fand im Reichsernährungsministerium mit verschiedenen Berufsorganisationen der Landwirtschaft eine eingehende Verhandlung über die Lage der Roggenschuldner und die Auswirkung der Entschließung des Reichstags uom 9. Juli d. I.. statt. Der Vertreter des Reichoernährungsminifteriums legte in längeren Ausführungen den Standpunkt des Reichsernährungsministeriums dar und berichtete über die Besprechungen mit den Länderregierungen, die sich für die Schaffung der vorgesehenen Sanierunqsstellen bei den Ländern ausgesprochen haben. Der Äorstand des Reichsverbandes der Roggen- und landwirtschaftlichen Pfandbriefschuldner'hielt an seinem wiederholt erörterten Programm fest und forderte insbesondere den Erlaß einer Notverordnung zur Verhütung der Durchführung von Zwangsversteigerungen. Der Vertreter des Reichslandbundes wollte sich entgegen dieser Stellungnahme in der Hauptsache mit der Erfüllung seiner bekannten Forderungen, nämlich Herabsetzung des Verwaltungskostenbeitrages und Streichung des Ablösungszuschlages bei Umwandlung der Roggenschuld, zufrieden geben. ' Waldorf-Astoria-Zigar'etten- f a b r i k, 01.=®., Stuttgart. Die Generalversammlung genehmigte den Abschluß für 1926 mit einem Bruttoertrag von 219 513 (240 264) Mark, der sich nach 213 921 (234 042) Mk. Abschreibungen auf 22 177 Mk. (einschließlich 16 585 Mark Vortrag) ermäßigt. Die wi tichaltliche Lage und insbesondere die gewaltigen Reklameanstrengungen der gesamten Zigarettenindustrie, soweit sie überhaupt noch lebensfähig war, hatten ein einigermaßen solides und rentables Geschäft fast unmöglich gemacht. Trotzdem ist es ohne übermäßig hohe Reklameaufwendungen gelungen, den Umsatz gegenüber dem Vorjahr wesentlich zu erhöhen. * Zuckerfabrik Würzburg A. - G. iß Würzburg. Das Unternehmen, dessen Aktienkapital sich im Besitze der Süddeutschen Zucker- A.-G. in Mannheim befindet, schließt das letzte Geschäftsjahr bei 60 000 Mark Aktienkapital mit einem Verlust von 720 Mark (i. V. 737 Mark) ab, der wieder aus der Reserve gedeckt wird. * Preußische Kraftwerke Ober- weser 01.=®., Kassel. Die Generalversammlung genehmigte den Abschluß per 31. März 1927. Es ergibt sich bei 3,03 Mill. Mk. Gesamteinnahmen ein Verlust von 403 004 Mk., wodurch der Gewinnvortrag auf 27 349 Mk. vermindert wird. * Aus dem Brown Boveri-Kvn- z e r n. Die Lizenzverträge der Drown Boveri & Co. 01.«®. in Baden (Schweiz) mit der American Brown Boveri Elektric Corp., die 1925 unter Mitwirkung, jedoch ohne Kapitalbeteiligung, der schweizerischen Gesellschaft gegründet wurde, sind laut Veuhorker Meldungen der „Reuen Züricher Zeitung" auf Grund freundschaftlicher Vereinbarungen gekündigt worden, jedenfalls infolge der ungünstigen Entwicklung der amerikanischen Gesellschaft, die 1926 mit einem Defizit von 769 000 Dollar abgeschlossen hat. Der Präsident der amerikanischen Gesellschaft fei zum Olbschluß eines neuen Vertrages nach der Schweiabgereist. * Gewinnung von Oel aus Steinkohle in England. Mit Subventionen der britischen Regierung wurde die Fuel Production Co. gegründet, die sich hauptsächlich mi$ der Oelgewinnung aus Steinkohle nach dem mit niedrigen Temperaturen arbeitenden neuen Verfahren der Fuel Station befassen wird. Vorläufig werden täglich 100 Tonnen Steinkohle verarbeitet, welche mehr als 20 Tonnen reinen Brennstoff ergeben. Frankfurter Abcndbörse. Frankfurt a. M., 12. Aug. Die Abendbörse war "Uhig, im allgemeinen aber behauptet. Gegen die fqten Schluß- und Nachbörsenkurse ergaben sich nur geringe Veränderungen. Interesse zeigte sich für Phönix (plus 1 Proz.), Zellstoff Waldhof (plus 2 Proz.) und weiter für Metallbank (plus 1 Proz.). Etwas Geschäft war auch noch in Elektrowerten. Banken blieben gehalten. PH. Holzmann konnten da- dagegey den Höchstkurs nicht ganz behaupten. Renten still. Im weiteren Verlaufe können die Kurse noch etwas anziehen. Besonders Waldhof verlangt und bis 345,5 nachbörslich gesteigert. Ablösung 161, Schutzgebiete 10, Barmer Bank 154, Berliner Handelsgesellschaft 258, Commerzbank 185, Danatbank 24li, Discontogesellschaft 164, Dresdner Bank 1731, Metallbank 1541, Mitteldeutsche Creditbank 256, Buderus 118}, Gelsenkirchen 166}, Harpener 211, Ilse Bergbau 278, Kali Aschersleben 187, Westeregeln 195, Mannesmann 191}, Mansfeld 137, Phönix Wirtschaft. Wochenbericht von der Frankfurter Börse. Obwohl im allgemeinen der Rahmen des Börsengeschäftes serienmäßig klein bleibt, setzt sich doch allmählich eine festere und zuversichtlichere Stimmung durch. Zwar traten immer wieder Rückschläge ein, doch konnten gegen die vergangene Woche schließlich überwiegend Kursgewinne, wenn auch nur kleineren Ausmaßes, erzielt werden. Zur Besserung der Stimmung am wesentlichsten beigetragen hat die endlich eingetretene Erleichterung a m Geld- m a r k t. Hier wurde von Tag zu Tag das Angebot kurzfristigen Geldes größer, auch Reportgeld stand reichlich zur Verfügung und war kaum unterzubringen. Ob es sich bei dieser Enlspannung des Geldmarktes um mehr als eine vorübergehende Erscheinung handelt, ist allerdings noch eine offene Frage. Viel beachtet wurde die Besserung der Arbeitsmarktlage und die steigende Güterwagengestellung bei der Reichsbahn als Zeichen der Konjunkturbelebung, toenn auch die Besserung des Arbeitsmarktes teilweise durch den augerchlicklich starken Bedarf an Erntearbeitern bedingt sein dürfte. Dagegen war die Wirkung des vielbesprochenen Kommuniques der I. G.-Farbenindustrie über das Ergebnis der Verhandlungen mit Standard Oil nicht den Erwartungen e;t« sprechend. Gegen Ende voriger Woche hatte sich die Spekulation bereits stärker engagiert, da sie mit dem Erscheinen des Kommuniques rechnete, als dann aber am Tage der Bekanntgabe das Publikum nicht in dem erwarteten Maße mit« ging und auch die Knappheit und Kürze des Kommuniques enttäuschte, schritt man wieder zu Olbgaben. Viel verspricht man sich aber in Börsenkrcisen von der Ermäßigung des amerikanischen Diskontsatzes, die wieder einen stärkeren Zustrom amerikanischen Geldes zur Folge haben dürfte. Eine Belebung erfuhr die Stimmung dann vor allem durch die verschiedenen Meldungen von der Beschleunigung der Freigabeangelegenheit in Amerika, namentlich durch die offizielle Erklärung des Verwalters der Freigabewerte, Sutherland, daß die Freigabeangelegenheit eine der ersten Punkte der Tagesordnung der neuen Session des Kongresses bilden und die Regierung auf Beschleunigung dringen werde. Für die Kohlen» und Stahlwe r te wirkte der 45= Millionen-Austrag Rumäniens an die deutsche Stahlindustrie stimulierend, ferner die Unterzeichnung des Reparationskohlenabkommens mit Belgien und die Meldung, daß Frankreich an eine Aufhebung der Kohleneinfuhrbeschränkung denke. Für die Glektrowerte sind die Expansion der Diemensgruppe durch den Kauf des Prager Werkes unö die KapitalerÖöhungsabsich- ten bei A E. ®. und Eick r. Liefe r unge n anzuführen. Hier betätigte sich vorübergehend bas private Publikum, auch das Ausland trat wieder als Käufer auf. Zum Wochenschluß trat jedoch wieder ein gewisser Rückschlag ein, da zum Medio Glattstellungen vorgenommen werden mußten. Immerhin erzielten Montan- und E l e k tro- werte Kursbesserungen bis zu 9 Proz., Schiffahrtswerte gewannen bis 5 Proz. . und die Banken bis 4xi2 Proz. Alle anderen Marktgebiete verzeichneten kleinere Kursgewinne, dagegen blieben I. G. » F a r b e n, die zeitweise ziemlich stark vernachlässigt wurden, nur knapp behauptet. Auf den Rentenmärkten herrscht immer noch vollkommene Geschäftsstille. Ausländer lagen durchweg rückgängig, Olblösung und auch Schutzgebiete aber erholt. Der Geldmarkt war, wie schon erwähnt, recht flüssig. Am Devisenmarkt trat infolge der amerikanischen Dislontherab'etzung eine Belebung ein, und das Psunb konnte sich wesentlich befestigen. Später erfuhr der Dollar vorübergehend eine Steigerung. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Das Geschäft am Frankfurter Produktenmarkt war In dieser Woche sehr klein und die Umsätze bewegten sich in sehr engen Grenzen. Anfcngs der Woche waren die Preise für Weizen und Roggen nachgebend, Mehle und Kleie lagen gedrückt. Gegen Ende der Woche machte sich Interesse und Kauflust für Weizen, und hauptsächlich für Roggen bemerkbar, da besonders von der Gießener Gegend größere Posten gesucht und von den dortigen Mühlen höher bezahlt wurden. Die Stimmung wurde daraufhin wesentlich freundlicher, so Laß sich auch die anfänglich größeren Preisverluste hat sich gegenüber der vergangenen Woche wenig geändert. Auch in dieser Woche ist das Geschäft als recht mäßig zu bezeichnen, doch wurden alle Märkte im Verlaufe geräumt. Am Ole» 123%, Rhein. Braunkohle 2721, Rheinstahl 2164, Stahloerein 138*, Adlerwerke 119, AEG. 194 J, Bergmann 203z, Daimler 125, Scheideanstalt 2241, Licht und Kraft 209, I. G. Farben 317, Felten 142, Goldschmidt 142, Holzmann 2031, Holzverkohlung 72, Lahmeyer 182z, Metallgesellschaft 195*, NSU. 117, Rütgcrswerke 1041, Schuckert 211, Siemens 298, Wayß & Freytag 171*, Zellstoff Aschaffenburg 205, Waldhof 343 *, Südd. Zucker 146*, Hapag 157i, Nordd. Lloyd 158, Anatolier I 18%, II 17f. Berliner Börse. Berlin. 12. Aug. Im Vorbörsenvcrkehlo hatte eine gewisse Unsicherheit Platz gegriffen, jedoch war die Stimmung zum offiziellen Verkehr wieder durchaus freundlich und angeregt. Wenn auch bas Publikum der Börse weiter fern blieb, 'so beteiligte sich die Spekulation stärker am Geschäft, und aurf> von Großbankseite machte sich für eine Reihe von Werten! größeres Interesse bemerkbar. Besonders lebhaft lagen Elektrowerte -aus den schon im gestrigen Abendverkehr heroorgetretenen Gründen. In diesen 'Werten fanden Tauschoperationen gegen I. G. Farben statt, -wodurch I. G. schwächer lagen. Lebhafter umgeseht wurden ferner Freigabewer>te und Mannesmann. Am Geldmarkt war Tagesgeld etwas gesucht, doch zum Sah von 4,50 bis 6 Prozent reichlich angeboten. Mvnatsgeld 7,75 bis 8,75 Prozent. Die Effekt enkurse lagen gegen gestern Schluß vereinzelt bis zu 2,5 Prozent fester, doch waren auch geringe Abschwächungen zu verzeichnen. „ Pfandbriefe und heimische Renten fast ' geschäftslos. Von fremden Renten waren Mexikaner eitwas befestigt. Rach Festsetzung der ersten Kurse wurde die Stimmung allgemein fester, jedoch gaben die Kurse im Verlaufe wieder nach, da die Tagesspekulaition zu Realisationen schritt. Fester notiertenMe t allbank plus 2 Prozent, nachdem sie schon anfangs 3 Prozent gewinnen konnten, ebenso Ludwig Löwe. Bevorzugt waren auch oberschlesische Werte, die sich um 2Prozent befestigten. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. OK., 12. Aug. Am gestrigen Vachmittag war größeres Geschäft in Auslands- Weizen. besonders Barusso, zu verzeichnen. In Inlanvsgetreide liegt kein allzugroßes Angebot vor. Roggenmehl für prompte Lieferung wird bereits billiger, da neue Ware schon am Markte ist. Futtermittel liegen fest, insbesondere wird Kleie gut gesucht. Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 27,75 bis 23, Roggen, inländ. 22,75 bis 23, Hafer, ausländischer 23,25 bis 25, Mais (gelb) 19,25 bis 19,50, Weizenmehl, inländisches. Spezial 0 39,75 bis 40, Roggenmehl 35 bis 35,50, Weizenkleie 13,25, Roggenkleie 13,50. Tendenz: Stetig. Berliner Produktenbörse. Verl in, 12. Aug. Vachdem im heutigen Dormittagsverkehr aus das schwächere Amerika hin niedrigere Preise genannt wurden, trat gegen Mittag eine merkliche Erholung ein, die zu Beginn der Börse nur noch Fortschritte, machen konnte. Das schwache Angebot an Brotgetreide und die sich für Roggen weiter bemerkbar machende Exportnachfrage bot am Markt eine Stühe. Für schnellstens verladbaren Weizen wird ein Aufgeld von 6 bis 7 Mark gegen Augustlieferung gern bewilligt, während für August und September etwa die Lieferungspreise geboten werden. Am Lieferungsmarkt hielten sich die Eröffnungsnotierungen 0,25 bis 0,50 Mark über gestrigen Schluß. Sofort verladbarer Rvggon gegen August—September erzielt ein Aufgeld von 2 Mark. Für polnische und tschechoslowakische Rechnung besteht weiter Cxportnach- frage. Am Lieferungsmarkte ist die September- ficht um 1 Mark, Oktober 0,50 Mark und Dezember 0,25 Mark befestigt. Weizenmehl blieb sehr still. Roggenmehl ist in nahen Sichten gefragt. Hafer hat kleines Angebot, die Preise blieben unverändert. Reuhafer ist nur sehr spärlich angeboten und hat gute Konsumnachsrage. Sommer- als auch Wintergerste haben stilles Geschäft. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märk., Sept. 273,50 bis 274,50, Oft. 272 bis 273,25, Dez. 273 bis 274 (fest): Roggen, märk. 215 bis 219, Sept. 220,50 bis 231, Oft. 229,50 bis 230,25, Dez. 230,75 bis 231 (fester): Wintergerste und Fuftergerste 204 bis 210 (fest),' Hafer, märk., Ott. 204; Mais, La Plata 193 bis 195 (ruhig); Raps 275 bis 285 (stetig); für je 100 Kilo: Weizenmehl 35 bis 36,75 (gut bel.); Roggenmehl 31,25 bis 32,50 (fest); Weizenkleie 14 (etwas fester); Roggenkleie 14,75 bis 15 (still); Viktoriaerbsen 42 bis 54; kleine Erbsen 27 bis 31; Futtererbsen 21 bis 23; Peluschken 21 bis 23; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; Lupinen, blau 14,75 bis 15,75, Lupinen, gelb 15,75 bis 17,75; Rapskuchen 14,80 bis 15; Leinkuchen 20,90 bis 21,10; Trockenschnihel 12,50 bis 13. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angesührlen Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent. Lombardzinsfuß 7 Prozent. Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a M. Berlin Schluß. Kurs Schluß Abend- börle Schlich- Kurs Schlich!, Mittag börfc Schluß. Kurs Schluß!, Abrnd- bSrse Schlich- Kur» Schlichk Mittag dürfe Datum: II. 8. 1M. IL8. 12. 8. Datum: 11. 8. 12. 8. 11. 8. 12. 8. 6°/o Dt Relchsanleihe v. 1927 Dk. Aul Ablös Schuld nut AuSIol --Rechten . Desgl. ohne AuSlos.-Rechten 7°/e nraitff Hnp.-Bk. Go.dpi unfmibboT bij 1932 . . •'/»% Rheinische Hpp -Bank Ltgu -Goidvi ... A E G abg BorkriegS-Ob liganonen. rückzahlbar 1932 <% Schwei;. Bundesb.°Anl. 4®/o Oesteretchlsche Goldrte. 4.2ü°/e Ocfterr, ich. Silderrte < 7o Oesterreich, einheitk» Rte <°A> Ungarische Goldrte . . <°/o Ungarische Staatsr. b. 1910 «Vi°/n desgl. von 1913 . . *% Ungarische Äronenrte . . *°L Türk. Zollanlcihe o 1911 4°/o Türk. Bagdadbahn-Anl. Serie I. . 1°/. deSgl. Serie I>. 4°.o Rumänen convcrt. Rte 4 VA Rumänen Goldanl. . von 1913 , . Alla Deuksche Eisenbahn 4*/$ Hamburg-Amerika Paket. . o vamb-Südam Damvifch. 8 Hansa Dampfschiss . .6 Norddeutscher ülopd . . 6 AUg. Deutsche Creditanst.. io Barm r Bankverein io Berliner HandelSaclelllch. 12 Commerz» und Privat-Bk. n Darm st. it. Nationalbank. 12 Deutsche Bank..... . 10 Diskonto-Gesellschaft Llnt. 10 Dresdner Bank - • • • . 10 Mitteldeutsche Creditbank 9 • 16,65 26.75 4.5 24,*5 22,9 14,25 17 15.5 16,13 157.5 >57,5 152 180.75 .39,5 1U5 162,5 171 150 85,8 60 16.25 26.75 4,5 2M5 « 16.5 15.05 17 157,25 168 150.25 154 258 241.25 167 164 173 6 256 164.25 174,5 85 9 59,5 16,9 26,65 4.4 24,6 23.5 1,9 14,9 17 15 88.13 157,75 234,5 284 158 147.75 152.25 251,9 180.5 ;38.75 164 161.75 17'1 254 148,6 174.13 85.» 59.5 16.25 5 24,*4 23 J 1,9 14 17 15 17,25 88,25 157,25 2s4 234 158 4 150 6 154 255 75 184,5 242 168.25 164,5 173.5 257 162.75 174,65 A. E G........7 Bergmann ........8 Eleltr. Lieferungen . . lo Licht und Kraft.....io Felten L Guilleaume . . .6 Ges f. Elcktr Untern • . 10 Hamb. Elcktr. Werke . . 10 Rhein. Elcktr. ..... 8 Echles. Elcktr.......lo Schuckert .........7 Siemens A HalSke .... 16 Transradio...... . . . 8 Labmevcr L Co- . .... 9 BudernS.......0 Deutsche Erdöl......6 Essener Steinkohle.....8 Gelsenkirchener . f. »/, I. 4 Harpener.........8 Hoesch Eisen .......... Hlse Bergbau........8 Möckncrwerke ........ 5 Äöln-Ncuessen .... 51/, Mannesman» .f. Vi I 4 ManS'rldcr.........7 Obcrlchlef. Eisenb. Bedarf 0 Oberschles. Kokswcrl« . . . 0 Phönir Bergbau. f '/, I 3 Rheinische Braunkohlen 10 Rhcinstahl . .0 Riebeck Montan.......t; Bereinigte Stahlw- f. */• I 3 Otavi Minen......1 sh ilali Aschersleben ... .10 RaltWesteregeln..... 10 Kaliwerk Salzdetfurth . . 12 I G Farben Industrie ■ 10 Dvnamtt Nobel ......0 Scheid anstatt ....... .8 Goldschmidt..... .5 Metallgcscllschaft.....10 It<4 204.5 196.7: 208 5 142.75 166,25 212,5 297,25 178,9 117.75 160,5 165,5 211,6 280 167.5 192,5 137,5 102.25 '24 271,5 2.0,5 179,5 137,5 34.6 180,5 187,5 239 19 222,5 141.5 102,5 192 194,. 203.75 196.25 21'9 142 172 211 .98 182.75 118.5 161 166,5 211 278 168.5 191.5 137 101 123,9 272.5 .16,75 177,75 138.5 34.6 187 195 244 17 224.5 142 104,25 105,5 192,9 202.5 194,75 207.76 140 263 !66 167 183 210,5 295,5 136 25 116.75 162,75 165.5 210 188,25 280 167 184.5 190.75 137.5 102 98.9 123 270.5 219 176.75 137.75 35,13 179.9 189 244 316 5 151.75 Kl.9 101.25 194 205 196 208,5 143.75 268.5 167.75 173,5 184,5 211.75 297,25 137.75 184,3 117.63 16 176 5 167.25 210 189,75 167 186 191,5 136,5 103 105,9 122.75 270,5 216,75 178 138,9 35 185 5 196 251.5 816 152,5 142 9 103,75 ReichSbank ...... n» Frankfurt a.M Berlin Schluh- kur» SchkuhK. Abend- jBrie c 1 Schluß» Ä*\ Mittag nur® 1 b^rls Datumr 1k 8. 12. 8. 11.8. | 13 8. PtNUvv Holzmann . ... 12 Heidelberger Ec ment . . .8 Tement Karlstadt.....8 Wayß & Freitag.....lo Schultheis Patzenhofer. . 15 Ostwcrke.........19 93er. Glanzstoff 15 Bemberg..........x Zellstoff Waldhof. . . . 12 Zellstoff Aschaffenburg . . 10 Charlottenburger Wasser. 7 Dessauer GaS......8 Daimler Motoren..... 0 Demag..... 0 Adlerwerke Kleyee. .... 0 Ludw. Üoelrc ..... If Rat. Automobil....... Orenstein A Koppel.... 4 Linke Hofmann ..... 0 Leonhard Tietz. . . . . . tz Bamaa-Mcgnin ...... 0 Franks. Maschinen .... 0 Gritzner ..... 7 Hcvligcnstacdt ...... 0 IunghanS ....... c Lcchwerke. ........ 8 Mainkraftwerke ...... 8 Miag ..... 10 Nekarfulmer ........ 8 Peters Union ....... 8 Gebr. Roeder . ...... 10 Doiat * Haeffner.....6 Slldo. Zucker.......0 Ban 198 150 190 166,5 >42,75 205,5 124, t 118 46.5 79 25 118,5 24.5 118 U4 128 137.5 118.25 117 141 156 144.5 knoten. 203 5 152 190 171,5 343,5 205 125 119 47^5 84.25 118.5 24,5 120 125,5 139.5 117 118 141 157 146.5 198.5 164.25 438 732.5 589.75 141,25 155.75 216 123,5 95 118 124.5 145,25 158 48 . <5 79,5 118,5 116.75 139 115,5 118 156 143,75 204,25 466.5 440 734 590 341,5 204.5 155.75 215.75 125,25 96,5 110 294,5 126.5 146.25 156 5 48.75 82.5 118 118,5 138 117 116.25 156 143 Berlm. 12 August. Geld Bnei Amerikanische Roten..... Belgische Noten...... Dänische Noten ...... Englische Noten ....... 4.185 68,48 112,32 20,38 4.205 58,72 112,78 20,46 Berlin. 12 August Geld Brief Franjostschc Noten...... R>748 16.54 Holländische Noten..... 168.08 168.76 Italienische Noten..... 22,99 23,09 Norwegische Noten...... Teutsch-Ocsicrr., 5100 Kronen 108,78 108,92 59.18 59,42 Rumänische Noten...... 2.697 2.617 Schwedische Noten...... 112,87 112.66 Schweixr Noten....... Spanische Noten....... 81,06 bl 38 70 81 71,09 Tschechoslowakische Noten . . 12.42 12.48 Ungarische Noten . . . 73,10 73,40 Devisenmarkt Berlin -Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. 11. August. 12. August. Amtliche Noti-rung Amtliche Notierung Geld Briet Geld Brief _ Amst.-Ron 168,64 168,75 168,45 168,70 Buen.-Aires t ,79 t 1,795 1,794 1.798 Brss.°Antw 58,465 58,585 58,46 »8,58 Ehristiania Kopenhagen 108,63 112,59 108.86 112,81 109,10 112,69 109,32 112,81 Stockholm . 112,89 112,91 112,73 112,95 Hrlstngfors. 10,588 10,608 10,585 10,605 Italien. . . 22,89 22,93 23,89 22,93 London. . . O.'eupork . . 4,425 20,465 <0,427 20,467 4,202 4,210 4,2025 4,2105 16,.'1 Paris.... Schwei; .. 16,47 16,51 16,47 81,02 ■51.18 61.08 bl,17 Spanien. . 71,18 71,32 71,0'26 71,165 Japan . . . 1,989 1,993 1,991 1,995 Rio de Jan. Wien in D-- .4957 0,4977 0.496 0,498 Oest. abgest 39,19 69,31 59,18 12,454 69,13 Prag .... 12,407 12,477 12,474 Belgrad . . 7,398 7,412 7,397 7,407 Budapest. . 73,37 73,51 73,33 73,47 Bulgarien Lissabon . . 3,037 20,70 5,043 20,74 3,042 20.68 3,048 20,72 Damig. . . Konstantin. 81,43 81,59 81,39 81,55 2,098 2,102 2,063 2,067 Athen. . . Canada . . 6,514 5,526 5,514 5,526 4,198 4,206 4.198 4.206 Uru iuay. . 4.176 4.148 4,176 4.184 ttatro . . . 20.95 20,99 20.95 20.99 WWOW . uTiEFüSSn' WUW WM!'' vPvVt'L LM -'M. • --^W • >.-.«• k ■? ■ ’ MMM JBw MM; 7)as richtige Gnweidien! Am Abend vor dem LÜaschtag kommt die llUäsche in eine jCösung von- Henko Ll)asch-und Bleich-Soda der Persil wird kalt aufgelöst und kommt in den mit kaltem ÜJasser gefüllten Kessel, nachdem vorher dieses Wasser durch etwas Henko weich'' Kun einmal u/ird gekocht! flach Hinzutun den U)äsche unten öfterem Umrühnen einmal kochen lassen (Kochdauer 15-20 Minuten) gemacht ist. .1 . £ W: T ■/ Y. Zum Schluss gut spülen! Mach viertelstündigem Kochen Sau» ge abkühlen lassen und die LÜösche spülen, erst gut warm/dann kalt-—' Probieren jie es so ~fie werden sehen: &as ist einfach und bequem~ (Das ist arbeitsparend und billig! häji 4 was er 1 verspricht. itrovanilleg ■ffl Jn Apotheken Bei Miiffähe Kopkchmfrz j' tdlgi? Zafii’Sthmcr? DU Wtz M' «t-tyr AD MI H ■ Kurgast. L'tz v*n>negnill n Per İ _^4Uhr S(hMer D Hisl° Tender B Terrasseau Hos| ^^hvn 209 Mmmen t Hste Kurtage stein s. i die npp'ge landes mn Ist es doch getaucht, c über ihm $ mit einem - Licht tv Wäldern Ho sanftem Lo Schlinggelvc In weich g grüne Ml runden sich in diesem i doch ein 2f Deg. stbe umgeben, ’ dorn und unterbrech: sind sie ve förmig gei Alter gern um das § Ausbrechen An fid WiesenHäng weißen Ain nchen die H mit grüner Strohdächer! umrankt. 5 lichtem Aos! Dm grün 1 schimmernde aiebel ausg der mächtig treidereichti meist ein hi bild Dodc Auch die ' - häufig < bäumen. 1 den Gärte sind. 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August, nachmittags 6 Uhr, aus der Bürgermeisterei einzureichen, woselbst die Oeffnung der eingereichten Offerten stattfindet. Gleichzeitig können sich Besitzer sprungfähiger Simmentaler Bullen bei uns melden. Großen-Linden, 12. August 1927. Hessische Bürgermeisterei. Lang. Pläne und Bedingungen liegen auf der Bürgermeisterei Watzenborn - Steinberg offen. Die Eröffnung der Angebote, in Prozenten des Voranschlags, findet Freitag, den 19. d. 2TZ., vormittags 10 Uhr, auf dem Rathaus zu Watzenborn-Steinberg statt. Freie Auswahl vorbehalten. Zuschlagsfrist drei Wochen. Gießen, den 10. August 1927. Hessisches Kulturbauamt. H. Steinbach, Regierungsbaurat. Bulletwerkauf. Die Gemeinde Londorf verkauft im Wege schriftlichen Angebots einen fetten Simmentaler Bullen. 74080 Angebote per Zentner Lebendgewicht sind verschlossen, mit entsprechender Aufschrift, bis zum Donnerstag, dem 18. d. 2H., nachmittags 2 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, woselbst auch die Verkaufsbedingungen eingesehen werden können. Londorf, den 12. August 1927. Bürgermeisterei Londorf. Äumann. L. BERN ARD jetzt nur Plockftraße 16 Vergebung« Für die Gemeinde Wahenborn-Stein- vsrg sollen nachstehende Arbeiten und Lieferungen vergeben werden: Gederner Auguffmarki. Dienstag, den 23. August 1. 3.» findet der diesjährige Augustmarkt, und zwar Rindvieh-, Schweine- und Ziegenmarkt statt. Der Austrieb beginnt um 8 Uhr und muß um 9 Uhr beendet sein. Die Bedingungen sind wie bei den früheren Märkten. 72391) Der Krämermarkt findet am Sonntag, dem 21. August, und Dienstag, dem 23. August, in seiner althergebrachten Weise statt, wozu die oerehrlichen Einwohner von Gedern und Umgegend freundlichst eingeladen werden. Hess. Bürgermeisterei Gedern. Bekanntmachung. I Die zur Neubefestigung verschiedener [ , Straßenstrecken erforderlichen Maurer-,! Pflaster-, Beton- und Asphaltarbeiten. sollen auf Grund der Reichsverdingungs-1 Ordnung vergeben werden. Angebote sind spätestens bis zum 73948 Montag, dem 22. August 1927, vormittags 10 Ahr, beim Stadtbauamt, Asterweg 9, abzugeben. Angebotsvordrucke sind daselbst zu haben. 1 Zuschlagsfrist 3 Wochen, während welcher Zeit der Bieter an sein Gebot gebunden ist. j Stadtbauamt Gießen. Braubach. Bevor Sie einen Gas- oder Kohleaiherd kaufen, lassen Sie sich üaggeiiau bei mir vorführen. Rudolf Rödiger Ulmer Pflüge, „Hassia“- Drillmaschinen und alle Maschinen für die Landwirtschaft A. J. Tröster, Botzbacb WckMSl -- fabrizieren als Spezialität WillielmZimmer G. m. b. H. GIESSEN Bahnhofftrabe 12 Wiederverkäufer befondere Prelle. 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In weich geschwungenen Linien umrahmen hellgrüne Waldungen blau leuchtende Seen. Sanft runden sich die Hügel. Nichts ist hart und schroff in diesem Lande mit dem weiten Horizont, das doch ein Land der Begrenzung ist. Denn jeder Weg, jede Wiese, jeder Acker ist von „Knick s" umgeben, von niedrigen Erdwällen mit Weißdorn und Rosenhecken. Hölzerne Stangenpforten unterbrechen sie an den Wegkreuzungen. Häufig sind sie verschlossen, und man muß sie auf stufenförmig geschichteten flachen Steinen überklettern. Alter germanischer Brauch wird hier festgehalten, um das Eigentum zu schützen und das Vieh am Ausbrechen zu verhindern. An lichten, von Schleedornhecken umgebenen Wiesenhängen grasen friedlich Herden von schwarz- weißen Rindern. Unter alten Eichen und Linden ruhen die Häuser des Dorfs, aus rotem Fachwerk mit grünen Türen und tief herabhängenden Strohdächern. Häufig sind sie von Kletterrosen umrankt. Das gibt eine feine Harmonie von lichtem Rosenrot zu bräunlich sattem Purpurton. Dem grün bemoosten oder wie brauner Sammet schimmernden Dachfirst ist oft ein kleiner Holz- aiebel aufgesetzt. Rund gewölbt sind die Tore der mächtigen Scheuern und Tennen, die den Ge° treidereichtum des Landes bergen. Am First ragt meist ein hölzerner Pferdekopf auf, — das Sinnbild Wodans, das Feuersgefahr bannen soll. Auch die Dorfwege sind von Hecken eingefaßt, — häufig aus Taxus und verschnittenen Lebens- bäumen. Rittersporn und hohe Lilien blühen in den Gärten, die von Rosengerank überwuchert sind. Wenn man stundenlang durch Wald und Wiesen gewandert ist, gelangt man wohl in ein Iagdrevisr. Rehe und Hasen laufen einem über den Weg. Plötzlich taucht zwischen Parkbäumen ein altes Schloß auf, Son Buchenhecken umgeben. Zierliche Lusthäuser erinnern an die galante Zeit des Barock. Bilder au8 der Zeit der Dänen- kvnige tauchen auf und man spürt jenen Geist vornehmen Herrentums, den niemand so eindringlich dargestellt hat wie Liliencron. Noch heute überstrahlt er das stille ackerbauende Land mit dem Glanz einer ritterliche Vergangenheit. Dennoch herrscht auf den Gutshöfen modernes Wirtschaftsleben. Mächtige Biehställe und Molkereigebäude und Felder in hoher Kultur zeugen von betriebsamem, Fleiß. Mit stattlichen Pferden bespannte Wagen führen Lasten ein. Schlanke, blonde, wortkarge Meschen bewohne diese Weltwinkel, über dem die Inbrunst des Werdens zu liege scheint, liliencron sagt von ihm: „Es liegt eine liefe Poesie über jener Provinz. Lind just deshalb, weil den ßeuten dort jede Poesie fehlt, ist sie unbewußt und darum wahr." Am beste lernt man Holstein auf einsame Wanderungen kennen. Mittelpunkt seiner landschaftliche Schönheit ist die sogeannte „Holsteinische Schweiz". Man erreicht sie über Eutin, das an der Strecke Lübeck-Kiel liegt. Eutin, die Hauptstadt Olde- burgs, ist oft die „Rosestadt" genannt worden. Allenthalben roseüberrieselte Backsteinbauten. Vom alten Schloß mit rundem Burgturm, in dem lübecksche Bischöfe, holsteinsche Herzöge und dänische Fürsten gehaust haben und wo noch heute die Bildnisse der Vorfahre von drei europäische Herrscherhäusern hänge, — bis zum kleinen Fachwerkhaus mit vorspringendem Giebel, vor der unmittelbar aus de Steinen des Bürgersteigs ein Rosestock aufsteigt und seine Ranken an die Hauswand schmiegt. Ein unwahrscheinlich hoher gewölbter Lindengang führt vom Schloß zum Cutiner See. Buche mit seltsam verschnörkelte Zweige neigen sich tief über das glitzernde Wasser. Kinder jauchzen am Ufer. Auf dem See blinke weiße Segel. Jeder Besucher Eutins muß das roseumrankte Voßhaus besuchen, in dem Johann Heinrich Voß seine „Luise" dichtete und Ende des 18. Jahrhunderts die „schöne Seele" des Landes, die Grafen Stolberg, Dorothea Schlözer, Jacobi und andere um sich sammelte Ein Denkmal ehrt sein Andeke. Auch dem Komponisten des „Freischütz", Karl Maria von Weber, der hier geboren ist, ward ein Dekmal gesetzt. Von Eutin gelangt man zu Fuß in anderthalb Stunden in die Holsteinsche Schweiz, — unter Buche am Ufer des Kellersees wandernd. Die Zweige neigen sich zu hohe Gewölbe, die an de Ursprung gotischer Dome erinnern. Dom Hügelkamm am Ukleifährhaus schaue -Fremdehäuser aus tausendfach umblühte Rosetore herab. Hinter ihne ruht in einer Senkung still und verträumt der U k l e i s e e. Sagehafte Nymphe solle hier nachts um verloree Liebe weine. Dicht umspönne von Buchengrün, glänzt er geheimnisvoll wie ein dunkles Auge. Vom Kellersee kann man im Dampfer in einer Stunde Malente-Gremsmühlen erreiche, de besuchtesten Erholungsort der Holsteinsche Schweiz, der mit &utin durch die Bahn verbunden ist. Hier reiht sich Fremdenhaus an Fremdenhaus, — bis zum Diekfee. Eine Nebenbahn führt in dreiviertel Stunde durch das anmutige Hügelland der Holsteinsche Schweiz nach L ü t j e b u r g. Dort weht schon der freie Odern des Meeres, der das Land durchzieht, seine weiche Dersonneheit zu kräftigem Lebe steigernd. Verdankt es doch der Meeresnähe die quellende Fruchtbarkeit, die seine Schönheit ist. Verdankt es ihr doch auch jene milde und zugleich kräftige Luft, die belebend auf jeden Besucher Holsteins wirkt. Was dem kleinen Lande den letzte und höchsten Reiz verleiht, das ist jener Hauch der Weite, der trotz aller Ver onncn- heit und Begrenzung über ihm liegt und den man bei jedem Atemzuge spürt, ohne sich dessen immer bewußt zu sein. 3m „Punt" auf dem Main. Don Major a. D. Willy Schmidt. Auf der Themse sieht man sie in Massen, die „Punts", diese bequemen breiten Flachboote mit ihrem herzerquickende Inhalt, den sweethearts, die in lichte Sommerkleidern auf schwellenden bunten Kissen zart hingegossen liegen und dazu die handsom boys, die das Boot mit Olafen oder Paddel durch das Gewimmel hindurchbugsiere. Auch die Hamburger Jugend weiß die Wasser- promeade auf der Alster im „Punt" zu schätze. Wo ließe es sich auch besser flirten? Disher hatte ich meinen Kahn, der de schönen Name „Krott" (rheinischer Ausdruck für Kröte) führt, nur als bequeme Familienkutsche auf dem Wannsee und der Havel dahingleiten lasse. Warum sollte dieser „Punt" nicht auch einmal auf einem rasch fließenden, dabei zahmen Gewässer zu Bequemer Fahrt in einem der schönsten Flußtäler Deutschlands ausprobiert werde? Also auf zum Main! In wenigen Tage rollte das Doot von Berlin nach Bamberg, und an einem schönen Sonntagmorgen startete zwei schon etwas bejahrte Jünglinge im Bamberger Hafen, Ziel: flußabwärts. Wie weit — das sollte dem Schicksal und der eigenen Laune überlassen bleiben. Zunächst war das Gewässer alles andere, nur nicht rasch fließend, und es hieß, sich ordentlich in die Riemen legen; den Ruderausrüstung mit Ausleger hatte ich außer Paddel, Segel und Stake mitgenommen. Ausrüstung und Gepäck woge zusamme zwei Zentner. Die „Krott" hat einen große Magen. Sie kann aber auch gut hopse, den bald tarnen wir in eine Schiefe, und in deren Kammer lag bereits ein großes klobiges Floß, das uns mit feinen Schlinger- bewegimgen in neckischem Katz- und Mausspiel von einer Ecke in die andere jagte. Dann noch in flotter Fahrt ein gutes Stück weiter, und es war Zeit zum Mittagessen. Ein paar kräftige Schläge auf das Ufer zu, und die „Krott" sprang mit mächtigem Sah auf Land. Eine solche Art des Landens kann man sonst nicht gut einem Doot zumute. Koche im Freie ist sehr interessant, aber die Hockstellung dabei ist nur etwas für Negersvaue oder Leute, die noch 200 Kniebeugen mache könne, ohne zu erröte. Selbstgekochtes zu esse — das ist bei solche Gelegenheiten für Männer auch sehr interessant, aber die Htyenbe Stellung dabei ist ein wenig unbequem. (Ich begreife die alten Römer nicht.) Aber etwas, was uns Männer wirklich gar nicht interessiert, ist das Abwaschen ... Und über diesen Punkt hat e es mit meinem Dootsgeoffcn zu einem Zerwürfnis komme können, wen ich noch weiter darauf erpicht gewesen wäre, meine Kochkünste zu zeigen. Wie schön ist doch das Uebernachten im Freie, im Boot auf weichen Polstern zu liegen, wen in lauer Sommernacht die S ernc funkeln! So schwärmte wir lange schon Aus alle Falle hatten wir ja auch unser wasserdichtes Verdeck bei uns. Die erste Nacht, beschloß der Ra! der zwei, wollte wir allerdings lieber noch im Gasthaus schlafen. Das Geschick wollte, dost in dieser Nacht, als die „Krott" im Hafen von Haßfurt schlief, ein himmlischer Wind das was'erd ehte Verdeck entführte —, vielleicht waren bei der Entführung auch irdische Hände beteilig:. So brachten wir denn alle Räch e bei Sternen- und auch bedecktem Himmel im Beil im Gasthaus zu und überließen in Zukunft das Koche einschließlich Abwaschen den dazu berufenen Hände des zarte Geschlechts. Nach den ersten dreißig Kiilornetern hinter Bamberg wurde das Landschaftsbild immer großartiger. und nun brachte jeder Tag eine Steigerung. Gern legen wir Ruder und Paddel beiseite und lasse uns stundelang von der fleißige Strömung treiben, vorbei an Rebenhügeln und de bewaldeten Höhen des Spessarts und de Odewaldes, vorbei an sonnenbeschienenen, verträumten Dörfern, an kleine malerischen Städte mit ihren mittelalterliche Stadtmauern und Türmen und an alten Burgen und Klöstern. Sehen wir uns diese Schmuckkästen deutscher Romantik näher an, schauen hinein in alte> Patrizierhäuser, in Burgen und Höfe. Wir habe ja Zeit und Muße. Kein unerbittlicher Fahrplan diktiert uns die Stunde. Detsche Geschichte tut sich in lebendige Bildern auf. Glanztage des Rittertums, behäbige Wohlhabeheit der Städte, Prunk und Macht der Kirche, auf der anderen Seite die Erinnerung an Kriege, die hier wüteten und das Versinke einziger Größe. Schwein- furtij, Würzburg, Wertheim, Miltenberg, Klingeberg. A s ch a f f e n bu r g, und viele andere herrliche Plätze, sie laden uns ein, in ihren gastliche Mauern ihre Schönheiten zu bewundern. Habe wir uns müde gesehen und ge- laufen, dann geht es wieder in de „Punt", und faul liegen wir in den Kissen, in Stellungen wie jene sweethearts, und lasse das Panw rama wieder weiter vor uns aufrollen. Wir brauche nicht einmal de Kopf zu wenden; den der „Punt" hat die angenehme Eigetüm- lichkeit, sich ganz langsam selbst zu drehe, wenn er in der Mitte des Stromes treibt. Dem stabile Doot kann nichts passiere, bei dem hohe Wasserstand gleitet es über alles hinweg. Die Sonne brennt, eine Hülle fällt nach der anderen. Wundervolle Stille... Stundelang hört man keines Mesche Stimme, nur fern, oben in den Weinberge sieht man sich fleißige Hände regen. Wird es zu heiß, dann wird ein Sprung ins Gegen Gicht, Stein- und Giofftvechselleiden! / Ermäßigte Pauschalkuren (mindestens) 3 Wochen. 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Die Kost bestand aus einem H^tvliter Regenwasfer, die sie in den drei Gewittemächten zu sich nahmst ns aber erwartet in den Gasthöfen die flüssige Sonne Frankens, der Wein, der göttliche Fran- kenwein. Als uns der freundliche Wirt in Kl in gen berg mit listigem Augenzwinkern den Beicher kredenzte, und dabei Rückerts Ders zitierte: „In Würzburg am Stein, in Klingenberg am Main, in Bacharach am Rhein, da wachsen die besten Wein", da ging es uns «wie dem König in Thule, die Augen gingen p.ns über, Iso oft tranken wir daraus. Rur zu bald ging -die erholsame Zeit vorüber, erfüllt von unvergeßlichen Eindrücken, gewürzt durch kleine Abenteuer. Als wir braun- ' gebrannt, und mit erneuten, dickeren Rerven- strängen versehen, 'in Aschaffenburg -am Hafen standen und der elektrische Krahn unser braves Boot aus dein Wasser hob und im hohen Bogen herumschwenkte, so daß es wie eine Karussel- gondel durch 'die Luft flog, da dachten wir wchmütig: Hätten 'wir die Zeit dazu, dann bestimmt „den ganzen Bers nochmal". Reisewinke. Eine neue Trinkhalle in Bad Orb. Die neue, feit Februar d. I. im Bau befindliche Trinkhalle (Sprudelhaus) geht ihrer Vollendung entgegen. Das schmucke Bauwerk, das dem Besucher schon von weitem ins Auge fällt, ist modern und kräftig gestaltet und aus Natursteinen erbaut; zum Holzwerk wurde größtenteils Eiche verwandt. Die Innenausstattung ist in hellem Granit gehalten, der von allen Steinarten den der Sole widerstandsfähigsten darstellt. Als Seitenbauten sind vorgesehen . ein Musikpavillon, moderne Verkqufsstände und ein I Raum zur Erweiterung des Inhalatoriums. Augsburger Ausflugöfahrien. Mit gl; den schönsten, vielleicht aber auch zu Den am wenigsten bekannten AusfluZsmöglichkei- ten Eüdbayerns gehören einige Fahrten, die man von Augsburg aus bequem unternehmen kann: eine Fahrt den Lech aufwärts bis Füssen, eine Fahrt zu den alten Donaustädten Donauwörth, Höchstädt, Dillingen, Lauingen und Günzburg, und eine Fahrt in das lmchschaftlich einzigartige Gebiet des Rieses. , Die Fahrten können mit dem Kraftwagen ausgeführt werden; größeren Gesellschaftsfahrten steht ein vom Berkehrsverein Augsburg e. B. bereitgesteLter 24sihiger Kraftwagen zur Verfügung. Die Fahrt den Lech aufwärts führt über Gas durch die Angarnschlacht im 3ahre 955 bekannte Lechfeld nach dem reizvoll am Fluß und an turmbewehrten Hängen gelegenen alten Städtchen Landsberch a. L., einem der am besten eri*->dMen, historischen Orte Bayerns, und von da naa> Schongau am aussichtsreichen Hohenpeißenberg. Von Schongau geht die Fahrt weiter durchs DoralpeNland, vorbei an Lechbruck, nach Füssen, wo Gelegenheit zur Besichtigung der bayerischen Königsschlösser geboten ist. Für den k ü n st l e r i s ch und kulturhistorisch Interessierten ist die Fahrt zu den Donaustädten zu empfehlen. Don Augsburg geht die Fahrt nördlich zwischen den Tälern von Schmutter und Lech nach Donauwörth und von hier aus durchs anmutige und waldreiche Donautal über Höchstädt nach Dillingen, Lauingen und Günzburg. Jede der architektonisch überaus interessanten und an Schätzen der kunstreichen Städte ist der Besichtigung wert und gibt Einblick in eine schicksalersüllte und bedeutende Vergangenheit. Die Fahrt ins Ries führt gleichfalls zunächst nach Donauwörth, von dort aus jedoch in nördlicher Richtung weiter über das von einer hochgelegenen Burg belrönte Harburg in die wunderschöne Landschaft des Rieses. 3n Rörd- ling^ n, der alten Reichsstadt mit ihren Wehr- gängen und prachtvollen Toren, endet diese Fahrt. Reise nach Ostpreußen Das Publikum aus dem Reich macht sich vielfach vollkommen falsche Vorstellungen von dem sog. „polnischen Korridor". Dies geht soweit, daß ein Teil der Reisenden sogar der Meinung ist, man könne ohne ein polnisches Visum die Reise gar nicht antreten. Diese Ansichten sind völlig irrig. Die Füge zwischen Berlin und Königsberg werden durch den polnischen Korridor als geschlossene Durchgangszüge geführt. Irgendeine Belästigung der Reisenden findet dabei nicht statt. Seit Jahr und Tag erfolgt nicht einmal in ehr eine Kontrolle in den Zügen. Der Reisende nach Ostpreußen braucht keinerlei polnisches Visum, es genügt vollkommen, wenn er einen ordnungsgemäßen Paß besitzt. Die Fahrt nach Ostpreußen bietet also auch auf dem Bahnwege keinerlei Unbequemlichkeiten. Ein Glas Mineralwasser — 15 Pfennige. Eine Reueinrichtung auf Württembergs Bahnhöfen. RDV. Die Reichsbahndirektion Stuttgart hat auf einer Anzahl geeigneter Bahnhöfe einen besonderen Verkauf von Mineralwasser an den Zügen während der wärmeren Jahreszeit, zunächst versuchsweise, eingerichtet. Hierbei werden die beliebten einheimischen Mineralwasser durch besondere Verkäuferinnen in Trachten aus der Umgebung glasweise (zum Preise von 15 Pfg. für Liter) angebvten. Rach den bisherigen Beobachtungen erfreut sich diese Einrichtung eines teilweise recht regen Zuspruchs der Reisenden. Pullmanzüge Holland—Deutschland—Schweiz. Zwischen Holland und der Schweiz, den Rhein entlang, sollen vom nächsten Jahre ab Pull- man-Züge mit 1. und 2. Klasse, verkehren. Gleichzeitig wird die von der Deutschen Reichsbahn seit längerer Zeit angestrebte ErhöhungderFahr- geschwinbigkeit der Fernzüge verwirklicht werden. Vor allem soll die möglichste Beschleunigung der Fernverbindungen erstrebt werden, durch V e r - m i n b e r u n g der Zahl und Dauer der Unterwegsaufenthalte. Besonderer Wert wird darauf gelegt, daß die Wagen der mit erhöhter Geschwindigkeit fahrenden Züge in einwandfreiem Zustande find. Schoa der nächstjährige Fahrplan wird die Erhöhung dieser Fahrgeschwindigkeiten aufweisen. Wandectayre-r. Ufingen—Alk- und Neuweilnau—Laubuseschbach. Von unserem Ausgangspunkte. Bahnhof Usingen, führen uns schwarze Punkte zunächst durch Feld zur Schönen Aussicht mit hübschem Blick auf Usingen und das Ufatal, sodann Weitermarsch nach Merzhausen. Hier wenden wir uns rechts und gelangen über die aussichtsreiche Dettelfrau (450 Meter) hinab nach Altweilnau. Vor dem Ort genießen wir erst noch einen entzückenden Blick in das Weiltal und auf seine Perlen: Alt- und Reuweilnau. Wir steigen nun hinab in das Tal und jenseits wieder hinauf nach Neuweilnau, dem schönsten Punkte des Weiltals, das wir nach 2l,> stündig er Wanderung erreichen. Runmehr wandern wir ohne Zeichen die hübsche Weilstraße, die jetzt sehr eng und gewunden wird, abwärts über Rod a. d. Weil in knapp 2 Stunden nach Emmershausen. Hier treffen wir rote Striche, denen wir nunmehr nachgehen und die uns über Feld und später Wald (vor demselben prächtiger Blick auf den ganzen Taunus mit Feldberg) die Hessenstraße überschreitend, in 1' .> Stunden nach Laubuseschbach bringen, von wo wir über Weilburg heimfahren. Niederscheld— Schelder Wald—Biedenkopf. Diese Wanderung führt uns von der Dill in bas obere Lahntal. Wir fahren bis Nieberschelb unb wandern von hier dem Scheibetal aufwärts nach bem in schöner, romantischer Gegenb gelegenen Ober- schelb, hinter bem ber Aufstieg gleich kräftig einsetzt unb über zwei Stunden andauert. Reichlich entschädigt für den etwas mühseligen Weg durch den großen Scheider Wald wird man aber durch die entzückenden Ausblicke auf die nahen Hinterländer Berge, Täler, Schluchten unb freundlichen Dörfchen, die sich sehr oft dem Auge barbieten. Der erste Ort, ben wir nach längerer Wanberung erreichen, ist Lix- felb, wo wir Rast machen. Auf guter Straße wandern wir weiter, dem Gansbachtal entlang durch Frechenhausen und Gönnern nach Nieder-Eisen- haujen. In den durchwanderten Orten finden wir noch die Einwohner in ihrer kleidsamen Hinterländer Tracht. In Niebereisenhausen treffen wir bas erste Wegezeichen (schwarzes Kreuz), bas uns burch bas Perftal über Ouotshausen unb Wolzhausen unb später durch das reizende, von hohen Bergen eingeschlossene Walbtal des Martinsbaches nach unserem Endziel, bem lieblichen Lahnstäbtchen Biedenkopf führt. Gesamtbauer der Wanderung etwa 5i bis 6 Stunden. Die Gefälligkeilssahrl im Auto. Von Rechtsanwalt Dr. Ulrich Brefele. Tag für Tag lesen wir in jeder Zeitung von Autounglücken. Es ist daher für jeden Autobesitzer, für jeden Chauffeur, wie auch für jeden Fahrgast von größter Wichtigkeit-zu wissen, welche Haftungsansprüche bei der sog. Gefälligkeitsfahrt bestehen, da erfahrungsgemäß über die Tragweite der Verantwortung anläßlich solcher Fahrten keine Klarheit herrscht. Eine Gefälligkeitsfahrt ist bann gegeben, wenn jemanb in einem Auto aus Gefälligkeit mitgenommen wird. Zu unterscheiden ist zwischen I. uvilrechklicher Verantwortung, und zwar 1. Ansprüchen aus Vertrag, 2. Ansprück)en aus unerlaubter Handlung, und II. strafrechtlicher Verantwortung. Zu I, 1. Nimmt ein Kraftfahrer einen Gast mit, unb es passiert ein Unfall, so muß unter Würdigung ber obmaltenben Verhältnisse festgestellt werben, ob (ausbrücklich ober stillschweigenb) wirklich eine vertragsmäßige Verpflichtung gewährt ober übernommen werden sollte, ob nach dem Willen der Parteien die Mitnahme des Fahrgastes unentgeltlich erfolgen sollte, und ob ein stillschweigender Verzicht auf Haftung anzunehmen ist. Hierbei ist, wenn keine ausdrückliche Regelung erfolgt ist, davon auszu- gehen, daß die Beteiligten die Einzelheiten so geregelt wissen wollten, wie es der allgemeinen Anschauung ber billig benfenben Menschen entspricht. Hiernach wird nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts im allgemeinen bei reinen Gefälligkeitsfahrten ein Vertrag nicht angenommen werden können, eine vertragliche Haftung somit ausgeschlossen sein. Zu ck, 2. Bei einem Unfall anläßlich einer Ge- fällig'eitsfahrt kann aber ber Verletzte bzw. bei dessen Tode bie gesetzlich Berechtigten, selbst wenn kein Vertrag vorliegt, Hastungsansprüche auch nach ben Grunbsätzen über unerlaubte Handlungen gel- tenb machen. Voraussetzung für eine derartige Haftung ist immer ein Verschulden (Vorsatz ober Fahrlässigkeit). Ein Verschulden ist nach der Rechtsprechung des Reichsgerichts in ber Außerachtlassung ber im Verkehr erforderlichen — nicht üblichen — Sorgfalt, also auch schon in der Außerachtlassung ber einfachsten Vorsichtsmaßregeln, bie unabhängig von jeder polizeilichen Regelung zu beachten sind, zu erblicken. Während beim Kraftfahrzeugführer, bas heißt bei demjenigen, der im Moment des Unfalls durch Bedienen der maschinellen Einrichtungen das Fahrzeug lenkt, jede Außerachtlassung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt ein Verschulden bedeutet, liegt ein solches beim Fahrzeughalter, das heißt bei demjenigen, der das Fahrzeug im Moment des Unfalls auf eigene Rechnung im Gebrauch hat und der diejenige Verfügungsgewalt darüber besitzt, bie solcher Gebrauch voraussetzt, in ber Regel nur bann, wenn er einen unzuverlässigen Führer eingestellt hatte. Im Falle bes Schabens haftet der Fahrer für ben gesamten, entstanbenen Schaben, es sei beim, daß noch ein Mitoerschulben bes Verletzten in Frage kommt. Zu II. Hat ber Unfall eine Körperverletzung ober gar ben Tob verursacht, so kann der Kraftfahrer ljierroegen auch vom Strafrichter mit Geld- bzw. Freiheitsstrafe bestraft werden. Die Rechtsprechung stellt hier an den Kraftwagenführer sehr hohe Anforderungen. Selbst wenn der Fahrgast z. B. die Anregung zu übermäßig schnellem Fahren ober zur Übertretung irgenbeiner polizeilichen Vorschrift gegeben hat, unb es passiert beshalb ein Unfall, so ist ber Fahrer trotzbem strafbar, da er als sorgfältiger Kraftfahrer solche Anregungen nicht hätte befolgen bürfen. Zum Ausschluß ber Haftung wirb oft im Kraftwagen ein Schilb des Inhalts angebracht, baß ber Nätßel'Ecke. Silbenrätsel. am — bourg — cher — djri — bar — de — bes — bog — e — eg — ga — ge — hak — he — i — i — ke — ko — korb — li — lig — Ion — ma — nar — ne — ne — nie — nier — ro — ro — fei — fit — stein — fti — ftun — tich — tur — trag — un — ve — mal Aus vorstehenden 41 Silben sind 18 Wörter mit folgender Bedeutung zu bilden: 1. Bad in Salzkammergut; 2. weiblicher Personenname; 3. Klettervogel; 4. weiblicher Personenname; 5. biblischer Königsname; 6. versteckter Spott; ■7. Stabt in Frankreich; 8. Interpunktionszeichen; 9. ritterliches Kampfspiel; 10. lanbwirtschaftliches Gerät; 11. kleine flache Norbseeinsel; 12. Singvogel; 13. Fischsäugetier; 14. Glaubenssatz; 15. Stabt in Oldenburg; 16. Zeiteinteilung; 17. Hauswirtschaft- liches Gerät, 18. Amphibie. Hat man bie Wörter richtig gebildet, ergeben bie Anfangsbuchstaben von vom nach hinten unb Endbuchstaben von hinten nach vorn ein Sprichwort. Kreuzworträtsel 131 34* 113 15 3MMJ |52 10 1* 12 \56 53 iO 6. 1. Von links nach rechts: 1. Jndustrieort in Sachsen; 4. Volksstamm; Gattungsbegriff; 9. Nordpolforscher; 11. biblisches Volk; 13. Himmelskörper; 14. italienischer Dichter; 15. Hoherpriester; 16. Senkblei; 17. große Eingangspforte ; 19. jäher Fall; 22. Bad in Nassau; 24. türkischer Titel; 26. brasilianisches Wasserschwein; 29. Bad in ber Provinz Hessen; 31. Raubtier; 32. Schweizer Kurort; 33. weiblicher Personenname; 34. englisches Bier; 35. alte Münze; 36. rumänische Münze. 2. Von oben nach unten: 1. Tierleiche; 2. Kartenblatt; 3. Haustier; 4. Nebenfluß ber Donau; 5. feierliche Versicherung; 6. Fluß in Italien; 7. Nagetier; 8. Genußmittel; 10. griechische Göttin; 12. Gewürz; 18. Musikinstrument; 20. päpstliche Krone; 21. Ortsoeränberung; 23. Nebenfluß ber Seine; 24. Stabt in Südtirol; 25. wie 1. wagerecht; 26. Handlung; 27. geographischer Begriff; 28. anderer Ausdruck für selten; 29. fettige Flüssigkeit; 30. kleiner Meerbusen. Uniftellungsrätsel. Narwa — Klee — Pirat — Delta — Sense — Emir — Elend — Pose — Braun — Koch — Stroh — Betti — Robe — Schein Mau stelle die Buchstaben vorstehender 14 Wär- ter um, so daß neue Wörter entstehen. Die Anfangsbuchstaben dieser ergeben alsdann eine sommerliche Naturerscheinung. Füllrätsel. x x X X X X X Aus den Buchstaben: 4a — Id — 2e — li — 11 — 2m — 1s X X X X sind vier Wörter mit nachstehender Bedeutung zusammenzustellen und unter Freilassung der Eckfelder in die angekreuzten Felder der Figur eiryufehen. 1. Stadt in Südtirol — obere wagerechte Reihe. 2. Monatsname — untere wagerechte Reihe. 3. Bad in Hessen-Nassau — linke senkrechte Reihe. 4. Abschiedswort — rechte senkrechte Reiye. Werden nunmehr bie Buchstaben e — g — 1 — n in die freien vier Eckfelder eingesetzt, so entstehen vier neue bekannte Hauptwörter. Wie lauten die acht Wörter? Bilderrätsel. A K E R D U H 5 cIeIrIe EIL CH August m August SUbaifapfdräfieL - Sauregurkenzeit. vilderrützel. Sparen ist Pflicht. 5. 9. D A M a Qf Nl ai ffli a Auflösungen. Silbenrätsel. 1. Betrug; 2. Palu; 3. Rudel; 4. Dompfaff; Aetna; 6. Keetmanshoop; 7. Ohio; 8. Salpeter: Timbuktu; 10. Euterpe. — Byrd Akoste. — Europaflug. — Kreuzworträtsel. Das Erbteil. Ein Vater hat seinen vier Söhnen einen großen ©arten hinterlassen, mit der Bestimmung, diesen so zu teilen, daß bie vier Teile von gleicher Größe unb Gestalt sein müssen. An ben Außenseiten stehen acht Nußbäume, in ber Mitte vier Aepfelbäume. Jeder soll mit seinem Teile auch die gleiche Anzahl Bäume erhalten. Die ist der Garten zu teilen ? Zusammcnsehausgabe. Hus Ar - Husar; Jli as - Ilias; Text Ur - Textur; Zoll Stock = Zollstock; Ei Land = Eiland; Wild Fang = Wildfang; Eis Bein = Eisbein; Liebe Lei = Liebelei; Lust Rum = Lustrum; Eins Tand = Einstand. Hitzewelle. Sprichworträtsel. Fliegen und Freunde gibt es, wenn die Sonne scheint. Worträtsel. j N S R R r. □ 3 TU RTN L 1 D U w A r|aM