MMVOch, 13. M 1927 177. Jahrgang Nr. 161 Erster Blatt Annahme der französischen Wahlrechtsreform ozeal. ji 12.NL fteTlen. Armes Frankreich! 3n einer Feit, in der sich die ehrlichsten Menschen aller Länder darum bemühen, die Feit der Kriegspsychose zu über- winden, in einer Zeit, in der die europäische Wirtschaft darum ringt, auf dem Wege gegenseitiger Verständigung zu einem Aufbau zu kommen, in einer Feit, in der die kulturellen Beziehungen der Länder wieder allmählich ausgenommen wer- Eine Poincare-Rrifis vermieden. Paris, 12. Juli. (Tel.) Die französische Kammer nahm heute morgen gegen 4 älhr nach einer Aachtsihung mit 202 gegen 88 Stimmen den Gesetzentwurf zur Wiedereinführung des Prvvinzialwahlrechts mit 611 Abgeordneten und zwei Wahlgängen an und vertagte sich dann auf heute nachmittag 3 515r. Sn der Racht- sitzung, die um 9.30 Uhr begann, wurden nicht weniger als 30 meist aus der Obstruktion geborene und hartnäckig verfochtene Anträge als Sonderwünsche für einzelne Wahlkreise mit übergroßer Mehrheit abgelehnt. Gegen 2 Uhr konnte man endlich die Mstimmung über die Wahlkreiseinteilung vornehmen. Mit Ausnahme kleinerer Aen- derungen in der Gironde und der Dordonne tour» ''^2. w ulig 111.$ 10,sf 22,86.' 81,#5 $ H.* Ä S S Holztürme. Eine neue Bedrohung für die Sicherheit Frankreichs. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers'. I«9,26 23,04 109,16 591 2.653 113-01 81,20» 72,12 12,512 73.60 a.» *S 108,94 59.32 2,633 112,79 81,135 71,92 12.4« 73,4b ti *1.792 58,75 109,11 Hl.* 113-0 10.622 zl,»9 s 59.45 Z Z 1,144 1.02 । yrkL- rw» ! 1.792 I 58,65 ! I(tf 1 112,68 । II?.? 1 (0,617 ' 23 905 ^465 i !i! Ä ,9g ,9,36 f'ä $ ! 20,g '1.65 I 4 den die Wahlkreistabellen des Innenministeriums angenommen. Gegen 4 Uhr morgens fand dann chliehlich die odengemeldete Schluhabstimmung Farbe bekennen! 3m englischen Unterhause ist es eine Ueberliefe- rung. daß die Minister sich Fragen bestellen, um nichts, manchmal auch etwas Wichtiges zu sagen. Aber sicher hatte Chamberlain die Fragen Ponsonbys im Unterhause nicht bestellt, nicht weil Ponsonby der Arbeiterpartei angehört, sondern weil das, was er fragte, dem Außenminister nicht in den Kram paßte. Weshalb seine Antwort in der Regel an der Kernfrage ganz vorbei ging oder aber die Dinge so durcheinander warf, daß ste jede Deutung zulassen. Chamberlain hat in seiner Rede so viele scharfe Worte für die verdammenswerte Geheimdiplomatie der Vergangenheit ge- funben. Die Formen dieser Geheimdiplomatle wechseln offenbar. Und wenn heute ein leitender Staatsmann um ein bestimmtes Wissen gefragt wird, macht es in Sachen der Geheimdiplomatie keinen Unterschied, wenn dies bestimmte Wissen mit einer Wolke von Redensarten zu ged eckt oder ganz weggeleugnet wird. Deutschland muß wissen, wie es mit der R ä u m u n g d e s R h e i n l a n d e s bestellt ist, weil Deutschland auf dieses Wissen einen rechtlich und politisch begründeten Anspruch hat. Die Zerstörung der Ostfestungen ist der Schlußakt der deutschen Abrüstung. Es ist eine sonderbare Antwort auf diese voNendete Abrüstung, wenn in Frankreich mit dem Sih in Ranch eine Bereinigung für den Schutz der französischen Aordvstgrenze gebildet wurde, die als ihre Aufgabe bezeichnet die Besetzung des Rheinlandes so lange zu fordern, bis die Verteidigung Frankreichs ausgebaut sei. Das kann Iahre, das kann Iahrzehnte dauern. Das kann dazu führen, daß Frankreich, auf diese These gestützt, die Aufrechterhaltung der Rhein- landbesahung über 1935 hinaus verlangt. Es ist zwar heute schon ein glatter Vertragsbruch, daß noch keinerlei Vorbereitungen für die Räumung der zweiten und dritten Zone getroffen worden sind. Selbst die englischen Staatsmänner müsien das zögernd und unwirsch zugeben. Chamberlain hat das zwar nicht selbst getan, aber er hat seinen Llnterstaatsfekretär noch einmal ausdrücklich feststellen lasten, daß die britische Regierung es für zweckmäßig halte, wenn in der Räumungsfrage etwas mehr Dampf auf» gemacht werde. Trotz der Beschlüsse der Dot- schasterkonferenz, trotz der Kanonenrede Driands in Genf wird der Kriegszustand in den Rheinlanden aufrecht erhalten. Der Versailler Vertrag sieht dabei ausdrücklich die Möglichkeit vor, daß die besetzten Gebiete unter bestimmten Voraussetzungen früher geräumt werden können. Diese Voraussetzungen sind ohne jede Ausnahme von Deutschland geschaffen worden. Cs hat abgerüstet, wahrend seine Rachbarn aufrüsteten. Der DaWesPlcmGat die wirtschaftlichen und sinanziellen Verpflichtungen Deutschlands geregelt. Änd schließlich hat Deutschland den Sicherheitsvertrag von Locarno angeboten, der. weil er eine freiwillige Verpflichtung enthält, wirksamer ist als der Zwang des Versailler Vertrages. Es ist Zeit, daß drüben! Propaganda nicht als Ausfuhrgut begriffen werden soll. Chamberlain hat im älnterhause feierlich als das Ziel der englischen Politik bezeichnet, alte Fehden auszutilgen und den Völlerbund zu stützen. Wenn England den Völkerbund stützen will, dann gibt es dazu nur ein Mittel: die Sieger müssen die Friedensverträge achten und erfüllen, die zudem in einem Geist gehalten sind, der den Siegern nur Rechte zuerkennt. Wo steht im Versaili'er Vertrag, daß die Räumung des Rheinlandes nur dann in Frage komme, sobald Frankreich seine Rordostgrenze mit Detonblöcken in Verteidigungszustand gesetzt habe! Der Vertrag von Locarno, der doch von allen Vertragsteilen unvoreingenommen und im Geiste ehrlicher Erfüllung unterzeichnet wurde, gewährt allein die Sicherheit, die Betonunterstände und — Geheimverträge nicht schaffen können. Es heißt doch an den Grundfesten des Dawesplanes rütteln, der Friedensbürgschaft also, an dem gerade die Angelsachsen hervorragend beteiligt sind, wenn die Räumung der Rheinlande neuerdings verzögert werden darf. Deutschland und Belgien. Bandervelde über die Locarnopolitik. Brüssel, 12. Iuli. (WB.) In der Kammer hielt der Minister für auswärtige Angelegenheiten, Dandervelde, bei der Beratung des Budgets seines Ministeriums eine Rede, in der er die Politik von Locarno behandelte. Dandervelde gab seiner großen Genugtuung darüber Ausdruck, daß Stresemann in Oslo erklärte, es gebe in Deutschland keinen verantwortlichen Menschen, der weder im Westen noch im Osten an einen Revanchekrieg denke. Aber es gibt, so führte Dandervelde weiter aus, noch sehr viele Meinungsverschiedenheiten über die Auffassung des Friedens. Man wird sich dieser Meinungsverschiedenheiten bewußt, wenn man die Sprache Poincarös mit derjenigen Stresemanns vergleicht, oder wenn man die beträchtliche llngeduld eines Teiles der öffentlichen Meinung in Belgien und Deutschland in bezug auf eine Reihe von Deutschland gestellter Forderungen beachtet, die dieses als unabweisbare Wiedergutrna - Farbe bekannt wird. Chamberlain ist im Unterlaufe dieser Beipflichtung ausgetoichen. Das muß nicht unbedingt böser Wille sein, denn nicht England ist es. das in dieser Frage das letzte und entscheidende Wort zu sprechen hat. Es kann gewiß auf seine Verbündeten einwirken. Aber es ist beschämend für England, daß es weiß, daß diese Einwirkungen wenig oder gar keinen Er - folg haben. Chamberlain hat im Unterhaus«: der Außenpolittk Deutschlands vor dem Kriege den Vorwurf gemacht, sie habe sich in der Zwangsvorstellung gefallen, daß es für Deutschland nützlich sei, daß andere Regierungen Streitigkeiten nrrteinander hätten! Dieser Sor» Wurf ist unbegründet, denn die deutsche Außenpollttk der Vorkriegszeit hatte die große Gefahrenquelle für den europäischen Frieden, das russisch-französische Bündnis nicht geschaffen. Warum diese Abschweifungen in eine Vergangenheit. die schließlich doch ganz andere Lehreii enthält, als die, die Chambwlain zu ziehen versucht? England kann Deutschland heute nicht den Vorwurf machen, daß es nichts getan habe, um die Befriedung Europas nach dem Kriege zu sichern. Deutschland hat sogar mehr getan, als wozu es vertragsmäßig verpflichtet ist. Aber es läßt sich nicht sagen, daß die Gegner sich so eng an den Vertrag gebunden halten, der Deutschland in Versailles aufgezwungen worden ist. Wo bleibt die allgemeine Abrüstung, die, wenn sie nicht erfolgt, den Völlerbund in einen Scherbenhaufen verwandeln muß? Deutschland sind gewaltige finanzielle und wirtschaftliche Verpflichtungen auferlegt worden, die sich nur erfüllen lassen, wenn auch die Verttagsgegner sich am Dertrags- text gebunden halten. Wenn Deutschland aus den Lieberschüssen seines Außenhandels die Zahlungen leisten soll, bedeutet es eine Vertragsverletzung, sofern die Staaten, die Leistungen von Deutschland empfangen oder empfangen wollen, sich durch hohe Zölle gegen die deutsche Wareneinfuhr abschließen. . Chamberlain hat in seiner Rede viel von dem englisch-russischen Verhältnis gesprochen. Das mag für England wichtig sein. Aber international sieht es fast so aus, als ob die englische Regierung den englisch-ru.ssichen Stteitfall nur geschaffen habe, um die öffentliche Meinung und die eigene Diplomatie von dem Felde abzulenken, auf dem unbedingt Farbe bekannt werden muß. Die Räumung des Rheinlandes ist das internationale Problem. England will ja keinen Krieg mit Rußland: es will sogar den Warenaustausch fvrtsetzen, wobei nur die bolschewistische Erscheint täglich,«cher Sonntag» und Feiertags. Vellage«: Gießener Familienblätter Heimat hn Bild Die Scholle. »o«atr-vez«grpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüss«: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Hieße«. Postscheckkonto: Krankfvrt am Main 11686. Das Gesetz über die Wahlreform Äst mit stattlicher Mehrheit gegen die Stimmen der Rechtsparteien angenommen worden. Damit war von vornherein zu rechnen, überrascht hat also das Abstimmungsergebnis in der Kammer nicht. Dennoch kommt ihm eine ganz außerordentliche Bedeutung zu. Es ist gewissermaßen für die Rechte das Signal, aus dem Regierungslager herauszumarschieren und gegen das Kabinett in Stellung zu gehen. Richtiger gesagt, nicht gegen das gesamte Kabinett, hier ist es schon längst zu einer reinlichen Scheidung ber Geister gekommen, sondern gegenPvincartz, der es nun endgültig mit seinen Freunden verdorben hat, weil er die Annahme dieses Netzes, von dem sich die Linke bei den nächsten Wahlen mancherlei verspricht, nicht zu verhiick>ern vermochte. llnb dennoch: allgemein wird behaupte, eine Poincar6-Krise sei ausgebrochen, die Rechte wettert dagegen, daß sich der Ministerpräsident während der entscheidenden Absttrn- mungen nicht zeigte, aber keine Partei wagt recht vom Leder zu ziehen. Was sich va ber Finanzkommissivn bei der Beratung der Erhöhung der Beamtengehälter abspielte, ist zwar für den Finanzminifter Poincars sehr peinlich. 2lber wird sich in der Kammer eine gleiche Mehrheit für die über die Regierungsvorschläge hinausgehenden sozialistischen Anttäge finden? Wir müssen immer berücksichttgen, daß der Mann, der den Parlamentariern unbequem ist, weil er sie oft wie Schuljungen behandelt, Frankreich vor einem Währungschaos bewahrt hat. Die Franzosen haben niemand, dem sie das Finanzministerium sorglos anver- trauen können, sie haben aber auch keine Persönlichkeit, die stark genug ist, Frankreichs Haushalt vor neuen Erschütterungen zu bewahren, die nicht ausbleiben, wenn den bewilligungsfreudigen Parlamentariern nicht fortgesetzt auf die ginger gesehen wird. Entscheidungen von weit- tragenber Bedeutung stehen jetzt für die Kammer bevor. Sie wird zu zeigen haben, ob sie auf Poincare als Finanzminister glaubt verzichten zu können oder ob sie lieber auch weiterhin innen- pplttische Unbequemlichkeiten schlucken will, um nicht durch einen Sturz des Kabinetts vielleicht wieder Erscheinungen heraufzubeschwören, die eigentlich schon der Dergangenhett angehören. Berlin, 13. Iuli. Die Wiederbelebung der Außenpolitik steht in einem recht merkwürdigen Zeichen. Rachdem erst der belgische Kriegsminister de Broequille auf Grund wahrscheinlich gefälschter Dokumente — wenn er überhaupt solche besaß — zu berichten wußte, daß es in Deutschland recht illoyal bei der Reichswehr zugehe, hat der Berliner Berichterstatter des „Echo de Paris", jener Herr de Villemus. der es sich bisher in einer bewundernswerten Konsequenz zur Aufgabe gemacht hat, Dinge über Deutschland zu berichten, die weder wahr sind, noch irgendwie auch nut im geringsten den Tatsachen entsprechen, die sensationelle Meldung in die französische Presse geschleudert, daß Deutschland einen gefährlichen Festungs -- türm in Form von wackligen Holztürmen an der Ost grenze zu errichten im Begriff sei. Der Sturm der französischen nattonalistischen Blätter hat diesen Schwindel mit Begeisterung aufgegriffen, um Deutschland als das Layd der bis zu den Zähnen starrenden Rüstung hinzu- Auaahme voo Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis fit 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breits örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breit« 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Thefrrdakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange Verantwortlich für Polüik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot: für den übrigen Teil Ernst Blumschein: für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. den sotten, in einer Zeit, in der Europa zu erkennen beginnt, daß der Weg zu seiner Fortentwicklung nicht durch einen Krieg, sondern nur durch den Frieden gewonnen werden kann, in einer solchen Zeit weiß die französische Presse nichts anderes zu tun, als auf Grund der Lügen- melbungen eine Retzkampagne zu interneren, der auch jri>er geniale Schwung fehlt, der es auch in jeder Beziehung an der geringsten intellektuel- Udrr „ SrZs'tz unb» «WZ lettisch. -LÄzjL; J* -.TeschÄ He Mber erschien w ■ ■'Wfcn und ÄS« äs*; i der Sunlero W erste Teil des r lernen Sunft und Kultur 4>rem Zusammenhang mit politischen Wdluna . 275 Mmer der „Lustigen !ler & So., Drrlin S\^68), diesmal ist die Sonder- en' auf der Höhe. Sehr iwsen und anmutigen Bilder d'.e jedem Menschen einige ngensreiheil geben, aus dem und Maler Ehrenberger, m, Fabiano bieten wieder im Paddelboot und tag auf Fluß oder See im mnein, dieser Senufj wird bracht, der den hübsch illu- r Dasserwandern und Zelt- iratien Sportschrislsteller C. len Heft der ,3lluftrier- rlag 3. 3. Weber, Leipzigs ag .Filmjagd auf die See- rfreum) au/s stärkste Mn. ag .Wnenvölkchen Fried- Graf TL Aehbinder Mrt riben und die tivtftleriifc niet dem großen Friedrich Leister W Lickennann Durtstag eine Weite g-- gegenwärtige Liebermann- lin anknüpft, ©in gibt ben Damen Gelegen- i wmienden Mode za |iw> Sin-mal-eins. Soeben 5 eines gänzlich neuartigen Lig für alle, die naend- M Automobilwesen Haden otorspvrt interessieren. istischen Daten folgt ve«h Sumt alles, vasm" mfferie und einen vesent- i S » ist hier M ti-fv, Versuch unternommen, ) iu nennender . & M Wm NV6.) Uedaktton. > ohne DerbindlBe" der -ZK- zu ersticken. Nelson ftellle in Aussicht, daß er n a ch Eng land g ehen und sich an den Völkerbund wenden werde, wenn keine britischen Staatsmänner eingreifen würden. Rach einer weiteren Meldung ist im verfolg der bisherigen Maßnahmen ein weiterer hervorragender f)äup>iir^ der Samoaner von einem bestimmten Gebietsteil in Samoa verbannt worden. Da er sich geweigert habe, dieser Ausweisung stattzugeben, sei er auf vier Monate eingekerkert Horden. Die beiden früher verhafteten Häuptlinge seien vom Gericht aus formalen Gründen freigesprochen worden. Die Segnungen französischer Kolonialherrschaft. Conbon, 13. Iuli. (Sil.) Die Zollbehörden von Townsville in Queensland haben eine 11 n - t er suchung wegen Sklavenhandels gegen ein französisches Kolonial- Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrnck nnd Verlag- vrühl'lche UnwersULtr-vuch- und SteindruSerei «. Lang« in Siegen. Schriftlettung und Seschäftsstel!«: Schulftratze r. tatt. Damit ist es also ben Anhängern des Provinzialwahlrechts bank ihrer eigenen DisziMn I gelungen, bie Wahlrechtsreform mit ziemttcher Mchrheit burchzubrücken. Das politische Inter- I esse wendet sich nun der Frage zu, ob das Kabinett Poincarö bie für morgen angefunbtgte Schließung der orbentlichen Parlamentssession überleben wirb. Poincarä hat gerabe in seiner Eigenschaft als Finanzminister in bet letzten Zeit manchen unerwarteten Mißerfolg erlitten, doch war noch keine Rieberlage berart, wie sie ber gestrige Beschluß ber Finanzkommission auf Zahlung eines Zuschusses zur Deamtenbesolbung bem Ministerpräsibenten bereitete, trohbem er auch gestern toieber bie Weigerung aussprach, bie Bubgetkrebite zu überschreiten. Schon seit Tagen ist in ben Wanbeigängen der Kammer bie Meinung verbreitet, die treue- st e n Anhänger Poincares, bas Zentrum unb die Rechte, würden ihren Aerger über die Rieder- lage in der Wahlrechtsreform an Poincarä auslassen und sich auch durch wahltakttsche Rücksichten nicht dazu verstehen können, der beamtenfreundlichen Mehrheit der Finanzkommission, bie sich für eine weitgehende Rachzahlung der Desol- bungserhöhung aussprach, ein glattes Rein entgegenzusetzen. In ber Erkenntnis ber Gefahr, in der das Kabinett Poincare schwebt, ruft heute bie gesamte Rechtspresse bie ihr nahestehenden Parteien zur RettungPoincarss auf. So schreibt bie „Victoire": „Das Ministerium Poin- card ist durch den eigenen Fehler des Ministerpräsidenten schwer krank. Heute soll ber Pvin- carismus einer harten Probe unterworfen werben. So gerechtfertigt auch der Aerger der nationalen Republikaner sein mag, und welche Gefahren sie auch laufen mögen, wenn sie ein Votum abgeben, das den unterer^ Beamten mißfällt, muffen sie doch geschlossen I ten' Begabung mangelt Das ist betrüblich, ve- für das Ministerium stimmen.' Der „Ave- trüblich insofern, als auch diese Kreise Franko nir“ gibt der Ansicht Ausdruck, daß das Kabi- wissen müßten, bah das Wohl Frankreichs nett Poincare der unmittelbaren Gefahr noch und allein in der Verständigung mit entgehe, aber ber gebrochene Burgfriede seinen Rachbarn begründet ist. könne nicht wieder erstehen. Der „Figaro gibt Hvlztürme motivieren die Außenpolitik dem Zentrum den Rat, das von Machtlosigkett ^r nationalistischen Blätter Frankreichs, llnd das geschlagene Ministerium eines natürlichen ^^m Augenblick, wo gerade erst die alliier- To des sterben zu faffen. ten Militärsachverständigen sich überzeugen In der Rachmittagssitzung ber Kammer, die xx^nten, daß Deutschland seinen Derpflich- nur von wenigen Deputierten besucht war, ging tun n loyal bis zum äußersten nach- es bei der Beratung ber Unfallvorlage völlig gekommen ist. Holzttirme sind ber Schrecken ruhig zu. Die Krise scheint schon fast über- Frankreichs, wo alle Welt einwandfrei festgestellt tounben zu sein. Allgemein machte sich Fe- ^at| x>ah Deutschland in seiner militärischen Berten stimm ung breit. Der Eindruck verstärkt Hutung gleich Rull sei. Hvlztürme, die wir sich, daß es Pvincar6 bei der morgigen ent- fachtechnisch Anstände der Iäger bezeichnen, bc- scheidenden Schlußsitzung gelingen wird, die nötige decken für Frankreich Festungsmauern, von Mehrheit auf sich zu vereinigen. Bezeichnend hEN aus Deutschlands Macht einmal ausgehen dafür ist der heutige Beschluß der Radikalen formte. Wahrhaftig, die Zeit dürfte endlich vorbei den Wünschen ber Beamten und Pensionäre zu j-e|n her derartige Argumente noch ernst ge- entsprechen. Dem Senat liegt nunmehr die Wahl- kommen werden könnten. Es spottet jeder Be- reform vor, so daß nach Erledigung ber Zusatz- schreibung, daß sich überhaupt noch Franzosen frebite für bie Beamten unb Pensionäre das gefunden haben, die daraus eine Sensation mach- Parlament xum 15. Iuli in die Ferien ^en. Allerdings lehrt dieses Beispiel, daß die gehen dürste. Zeit, solange es rwch derartige Holzturnrargu- i । mente gibt, noch lange nicht reif ist, um einer 2. 3u[. (2BoIff ) 3aM ^^^Unterstützungsempfänger der Erwerbs- loiensursorge zeigt auch in der zweiten Juni- weiteren Rückgang, und zwar u m 0 0, gleich 9 5 P^oz. Die Zahl der männlichen Hauptunterstühungsempfänger ist in der genannten Zeit von 430 000 auf 430 000 zuruckgegangen die der w e i b l i ch e n von 118000 Minnn1^?0' Gesamtzahl von 538000 auf 541 000. Der Gesamtruckgang in der Zahl der $ ^V^™!!uöun<9Sem^änS^ im Juni beträgt AAd 10J°°0 = 16,5 Proz. (648 000 Hauptunter- am^r^nTi^Q?^ °m 11 3uni gegenüber 541 000 um i, x)uu ). Das Neichsschulgssetz. ,, J3- 3uli. (Priv.-Tel.) Das Reichsschulgesetz wurde gestern in einem Minister- r.?t ^is in die späten Abendstunden erörtert ohne daß ein endgültiger Beschluß gefaßt wer- Äs2!!“ "S.A. 2'" ist zu ertoarten Jab die Besprechungen heute in einer Kabinetts- sthung fortges etzt werden. ® Völkerbund und Weltwirlschastskonserenz Genf, 12. Juli. (WTD.) Das Wirtschaft stomi t e e des Völlerbunües trat zu einer außerordentlichen Tagung zusammen zur Beratung darüber, welche Folge den Resolutionen der Weltwirtschaftskonferenz die Unwetterkatastrophe in Lachsen. Beisetzung der Opfer von Berggietzhübel. Berggießhübel, 12. Juli. (WB.) Heute nachmittag um 4 llhr fand hier die Beisetzung von 54 Todesopfern der llnmetterkatastrophe statt. Am Grabe sprachen der Landesbischof D. Ihmels, der Ortsgeistliche und der Vertreter des Superintendenten. Es wohnten den Beisehungsfeierlichkeiten bei: der sächsische Ministerpräsident Dr. Heldt, zwei Vertreter der Reichsvegierung und Vertreter der städttschen Behörden, Qlbordnungen des Reichsbanners und des Roten-Frontkämpferbundes, des Wehrwvlf, Stahlhelms und des Jungdeutschen Ordens. Morgen abend findet die Beerdigung weiterer Opfer statt. Reichshilse für das UnWeLtergediet» Berlin, 12. Juli. (WTD.) Der Reichsminister des Innern hat die von der Reichsregierung bewilligten Mittel zur Linderung der schweren llnwetterschäden der sächsischen Aegie- rung überwiesen. Ein Teilbetrag wurde der preußischen Regierung für die auf preußischem Gebiet entstandenen Sachschäden zur Verfügung gestellt. Die Reichs re gier img hat die Ministerialdirektoren v. Kameke und Dr. L o t h o l z vom Reichsinnen- und Reichsfinanzministerium zur Besichtigung der auf sächsischem Gebiet entstandenen Schäden entsandt. Die NoLhilfe der Reichswehr. D er lin, 12. Juli. (Wolff.) Wie das Wehrkreiskommando mitteilt, ist seit Samstag nachmittag die gesamte Dresdner Garnison im Llnwettergebiet' zur Hilfeleistung tätig. Außerdem ist ein MagdeburgerPionier- bataillon eingetroffen. Dem Kommandeur dieses Bataillons wurden sämtliche im llnwettergebiet eingesetzten Truppen unterstellt, im ganzen 25 Offiziere, 700 Unteroffiziere sowie Mannschaften mit zahlreichen Fahrzeugen und Geräten. Teilnahme des amerikanischen NoLen Kreuzes. Berlin, 12. Juli. (WTD.) Das amerikanische Rote Kreuz hat seine aufrichtige Teilnahme an der Llnwet-.erkatastrophe im ErzI gänrge telegraphisch ausgedrückt und angefragt, ob seine Hilfe erwünscht sei. Das deutsche Rote Kreuz hat im Penehmen mit der sächsischen Regierung auf das herzlichste gedankt. BeUeidskundgebung des tschechischen Parlaments. Prag, 12. Juli. Im Abgeordnetenhause ge- gedachte Präsident Malhpetr der Hochwasserkatastrophe im Erzgebirge. Er führte in seiner Kundgebung, die vom Hause stehend angehört wurde, aus: An die grausamen Clementarkata- strophen, welche Heuer fast die ganze Welt betroffen haben, reiht sich die Katastrophe an, welche dieser Tage unser Grenzgebiet und die benachbarten Gebiete des Deutschen Reiches betroffen hat, wodurch Millionenwerte an Gütern unb viele Menschenleben vernichtet wurden. Ich bin Ihrer Zustimmung sicher, wenn ich von diesem Platze aus den Betroffenen unsere aufrichtige Teilnahme und das tiefste Beileid ausspreche. Schwere Gewitter über London und Paris. L o n d v n, 12. Juli. (Wolff.) Gestern nachmittag wurde London und Umgebung von einem schweren Gewitter heimgesucht. Zahlreiche Häuser wurden vom Sturm abgedeckt. Qlus allen Teilen der Stadt liegen Rachrichten von Ueberschwemmungen vor. Bisher wurden zwei Tote gemeldet, die ertrunken finb. Auch über Paris ist ein heftiges Gewitter niedergegangen. Das gestrige Unwetter hat größeren Schaden angerichtet, als anfangs angenommen wurde. Insbesondere in den Telephonämtern sind starke Verheerungen ungerichtet worden. Ein Qlbendblatt spricht davon, daß vier Monate nötig seien, um die entstandenen Schäden auszubessern. Dor allem werden Ueberschwemmungen zahlreicher Keller und Geschäfte in der Stadt und Umgebung gemeldet. Aus der Provinz wird über ein starkes Ansteigen der Flüsse berichtet. Der Rhein steigt. K o n ft a n 3, 12. Juli. (Wolff.) Infolge der schweren Gewitter im Quellgebiet des Rheines ist der Bodensee um 11 Zentimeter, und der Rhein bei Konstanz um über einen Meter gestiegen. Auch Main, Neckar und Mo sel sind im Steigen begriffen. hinsichtlich der Zolltarife und insbesondere hinsichtlich der Ausarbeitung einer einheitlichen Aomenklatur zu geben sei. Staatssekretär von Trendelenburg erklärte, die deutsche Regierung plane, unabhängige Maßnahmen zur Verwirklichung der Resolutionen der Weltwirtschaftskonferenz zu ergreifen. Sie habe den Wunsch, die Resolutionen der Konferenz rasch verwirklicht zu sehen. Er beantragte Prüfung folgender drei Fragenkomplexe: 1. Aushebung ober Herabsetzung der Zollschranken durch autonome Maßnahmen. 2. Untersuchungen über die in Kraft befindlichen Zollsysteme, ihre Vorteile und Rachteile. 3. Vereinheitlichung der Romenllatur der ■3ofttarife. Rach einem Meinungsaustausch über das einzuschlagende Verfahren stimmte das Komitee den Vorschlägen des deutschen Mitgliedes zu und begann mit der Prüfung der ersten Fragengruppe. Der Preis für Herrn Le Rand. Berlin, 13. Juli. (Priv.-Tel. des G. A.) Der frühere Präsident der Interalliierten Kommission in Oberschlesien, General Le Rond, hat seinem ehemaligen Amtsgebiet dieser Tage einen Besuch abgestattet und als Mitglied des Aufsichtsrates der Skarbo- ferme in einer Sitzung teilgenommen. Man erfährt auf diese Weise zum erstenmal, daß Herr Le Ronde dem Aufsichtsrat angehört. Das ist deswegen interessant, well die Gesellschaft die ehemaligen preußischen Staatsgruben in Oberschlesien auf hundert Jahre gepachtet hat und weil hier Zusammenhänge klar werden zwischen der mehr als einfeltigenl deutschfeindlichen Stellungnahme des Generals und 6em Zweck, den er damit verfolgte. Der Aufsichtsratsposten ist der Preis gewesen, den die Polen ihm gezahlt haben. General Le Rond hat also wohl gewußt, weshalb er die polnischen Aufständischen gewähren ließ und weshalb er im Gegensatz zur Volksabstimmung seinen ganzen Einfluß dafür einsehte, den industriell wertvollsten Teil Oberschlesiens an Polen fallen zu lassen. Es geht doch nichts über eine Porte- monnaie-Politik, die sich ein nationales Mäntelchen umzuhängen weiß! Aus aller Welt. Das Erdbeben in Palästina. Das Erdbeben in Palästina ist weil größer gewesen, als zuerst angenommen wurde. 3n fast aUen Teilen des Landes und in Transjordanien wurden Verwüstungen angerichtet. Besonders schwer scheint die biblische Stabt Sichen, wo allein 20 Personen getötet wurden, mitgenommen zu sein. 3n 3etufalem ijt die Villa des Feldmarschalls Lord Plummer vollständig eingestürzt, während die neue hebräische Universität und die AUen- dybrücke, das Postgebäude, das Zionistische Hauptquartier und die Kirchenmissionsgesellschaftsschule chwer beschädigt wurden. Auf dem Oelbera stürzten mehrere Häuser ein, ebenso in Ain Karim, dem Geburtsort 3ohannes des Täufers, wobei mehrere Personen unter den Trümmern begraben wurden. Sichern bietet ein besonders furchtbares Bild der Zerstörung, viele Häuser sind gänzlich zu- sammengeflürzt; ein einziges Haus ist verschont gerieben. Die Geschäftsstraßen find verwüstet. Die Vevölkerung hat außerhalb dec Stadt in Felsen "°tdurftlg Unterkunft gefunden. Unter Leitung der ^gUschen Polizei ist man an der Arbeit, um noch verschüttete zu retten. Die Haltung der Toten zeigt, daß sie bei ihrer gewohnten Beseitigung vom lobe über tafefjt worden sind. Rach behördlichen Schatzungen hat bas Erdbeben in Palästina innC J5? ,,n£ im Lunde jenseits des 3ordans über WO Tote gefordert. Verletzt sind über 500 Per- fönen. Europäer befinden sich nach den bisherigen Meldungen nicht unter ihnen. Tias Berliner 3apan-3nffifuL Das vor sechs Monaten von der deutschen Regierung ind Leben gerufene Berliner Japan- Institut, das der Förderung der wechselseitigen Kenntnis des geistigen Lebens und .der öffentlichen Einrichtungen in Deutschland und Japan ^ent wird trotz der beschräntten öffentlichen Mtttel seine Bibliothek erheblich ausbauen. Auch ist ein Bilderarchiv im Werden. Die schon sehr lebhafte mündliche und schriftliche Auskunfterteilung an Deutsche und in Berlin wohnende Japaner soll weiter ausgedehnt werden. Der deutsche Leiter des Jnstlluts <**t' F- 2N. Trauh sieht seine Hauptaufgabe in dem Ausbau praktischer Kulturbeziehungen. Den rn Deutschland weilenden Japanern soll durch Vermittlung des Instituts Eingang zu allen Sttltben des Wissens usw. in Deutschland ermöglicht werden. Die japanischen Besucher sollen mit oct administrativen Einrichtungen Deutschlands bekannt werden. Mit besonderer Genugtuung darf die Ernennung eines Philosophen vom Range Kanokogis zum japanischen Direktor des Instituts verzeichnet werden. Professor Ka- nokogi ist überdies der erste japanische Gelehrte, der von der Berliner Universität die Genehmigung zu einer Professur erhalten hat. Die Beisetzung des Prinzen Friedrich SigiSmund. 2n der Kirche von Rikolskoe fand die Trauerfeier für den auf so tragische Weise aus dem Luzerner Reitturnier ums Leben gekommenen Prinzen Friedrich Sigismund von Preußen statt. In der Kirche bemerkte man neben oen Mitgliedern der Familie den Ches der Heeresleitung, General Heye, den Generaloberst v. Kluck, Staatssekretär a. D. Lewald Ministerialrat Brandenburg, den Potsdamer Oberbürgermeister, zahlreiche Angehörige der alten Hofgesellschaft, der Reichswehr und der alten Wehrmacht und Vertreter der schweizerischen und schwedischen Kavallerie. Generalfeldmarschall v. Mackensen erschien und kurz darauf Reichspräsident v. Hindenburg tn Marschaisuniform, neben ihm sein Sohn. Der ehemalige Hauslehrer des Prinzen, Pfarrer R v e l I, hielt die Trauerrede. Darauf wurde der Sarg von acht bekannten deutschen Turnier- reitern zum Leichenwagen getragen und nach dem Park von Glienicke übergeführt, wo er unter militärischen Ehrenbezeugungen der Erde übergeben wurde. In der Luft kreisten zwei Flieger und sagten, dem Fliegerprinzen ihr letztes Lebewohl. Reuyorker Luflgrüße an Hindenburg. Der Oberbürgermeister von Reuyork, James Walker, richtete an den Reichspräsiden- tfrn 5inben6urg durch die erste rians- atlantlsche Luftpost herzlichste Grüße. Der Reichspräsident hat die Luftgrüße, die deutliche Spuren des unfreiwilligen Bades trugen, aber noch gut lesbar waren, mit Dank entgegengenommen und beauftragte den Botschaf- ter in Washington, dem Reuyorker Oberbürgermeister die gleichen Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Zwei Arbeiter vorn Blitz getötet. . OnSinMfinflcn (Oberanti Böblingen) schlug der Blitz in einen Reubau. Bon einer Ar- betterkolonne, die dort Unterschlupf gesucht hatte, . 5toei Arbeiter getötet, ein dritter erlitt lcicytere Verletzungm. Die Schnellzüge sollen schneller fahren. „ . pn der letzten Zeit war die von der Deutschen Reichsbahn erstrebte Erhöhung der Fahrt- geschwindigteit erschwert durch bailliche Crgän- zungs- und Erncuerungsarbeiten. Da diese De- scyrankung tn absehbarer Zeit nur noch von ge- nngem Einfluß sein wird, soll die möglichste Beschleunigung der Fernverbindungen erftreot werden. Insbesondere hat die Hauptverwaltung eine genaue Prüfung veranlaßt, ob die Zahl und die Dauer der Unter» wegsaufenthalte vermindert werden kann. ES w.rd besonders darauf gesehen, daß die Wagen der mit hoher Geschwindigkeit feh- I renden Züge sich in einem einwandfreien Zustande befinden. — Die so erstrebte Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit wird sich in dem nächsten Fahrplan bereits deutlich bemerkbar machen. Vier Personen bei einem Autounglück getötet. Auf der Chaussee von Torfhaus nach B a d Harzburg wollte an einer scharfen Biegung Im Tiefbachtal ein Personenauto ein anderes Auto überholen, als ein drittes entgegenkam. Das eine Auto streifte den vorbeifahreill>en Wagen und stürzte die Böschung hinab. Vier von fünf Insassen wurden getötet. Eine feine Familie. Das Opfer eines lleberfalls wurde ein Leipziger Juwelenhändler in der Sonntagnacht. Der Juwelenhändler wurde nachts in seinem Schlaf- gemach von zwei Unbekannten Überfällen, die ihn mit einem äthergetränkten Tuch betäub ten und an das Bett fesselten. Als sie indes bei dem llebersallenen n i ch t S f a n d e n, weckten sie den Bewußtlosen wieder auf, der zu seinem Schrecken in den beiden seinen Reffen und seinen Schwiegersohn vor sich sah. Die beiden Täter konnten verhaftet Werder, Reue blutige Religionskampfe in Indien. In Scholarpore in Bombay kam es zu einem Zusammenstoß zwischen einer Hin du - und einer Muselmanischen Prozession, wobei 38 Personen verwundet wurden. Der Polizei gelang es schließlich, die Ordnung wiederherzustellen. Die Spannung zwischen beiden Parteien ist außerordentlich groß, die Lage wird als sehr kritisch bezeichnet. Arch in Mvvlta kam es gegen Ende einer Prozession zu blutigen Zusammenstößen, bei denen zwei Personen ums ße6en kamen. Auch hier ist die Erregung groß. Der stellvertretende Kommandeur hat um Entsendung von Truppen aus den umliegenden Bezirken gebeten. Des „Strammen Hunds" Ende. Dieser Tage ist eines der bekanntesten und denkwürdigsten Berliner Lokale eingegang^n. „Der stramme Hund". Diese Kneipe in der Nähe des Oranienburger Tores stand in hoher Blüte tn den ersten zehn Jahren dieses Jahrhunderts. Es gab keinen Studenten, keinen jungen Leutnant und kein lustiges Studentenliebchen, die nach ihren Bierreisen dürch das einstige Berliner „Chansonettenviertel" nicht hier noch einmal Halt gemacht hätten, um vor dem Heimweg noch schnell für dreißig Pfennig „Löffelerbsen mit Spitzbein" zu essen. Der „Stramme Hund" war die letzte Station bei langen und fröhlichen Bierreisen des alten studentischen Berlins. Das kleine Kellerlokal auf der östlichen Seite der Friedrichstraße spielte eine Rolle, als die Gegend seiner Lage nach noch ein besonderes Gesicht hatte. Um 1900 herum mar das. Damals lagen dort alle studentischen Verbindungslokale, lagen dort die Kasernen, Kliniken und Hörsäle. Um diese „Arbeitsstätten" hatte sich ein DergnügungszentruiN besonderer Art gruppiert, bas nicht nur den Stempel der Billigkeit, sondern auch den einer gewissen gesellschaftlichen Rangstufe trug. Und inmitten dieses Vergnügungsviertels stand der „Stramme Hund" an erster Stelle. Der moderne „Zug nach dem Weste n" hat jenen Stadtteil vergessen lassen. Kasernen sind nicht mehr. Das ungezwungene Treiben der Studenten hat dem geschäftlichen Betriebe der immer wachsenden Großstadt weichen müssen, das „Chansonettenviertel" hat sein ursprüngliches Gesicht verloren. Der „Stramme Hund" ist ein Opfer des Verkehrs geworden. Einige Jahre führte er noch ein wahres „Hundeleben", es ging ihm schlecht und immer schlechter, und schließlich jhb er seinen Geist ganz auf. In die Räume des „Strammen Hunds' ist jetzt ein Friseur eingezogen, der statt des Bierhahns den Parfümstaoon bedient. InLernaLiockaler Kongreß Mr Bekämpfung des Mädchcn- und KLnderhQnLers. Der 7. Internationale Kongreß zur Bekämpfung des Mädchen- und K i n d e r h a n d e l s, der zuletzt 1913 und in den letzten Tagen des Juni wiederum auf Einladung Englands in London tagte, durfte an der Frage der frcrnzösischen Bordelle im besetzten Gebiete nicht Vorübergeyen. Rach^lleberwindung einiger Schwierigkeiten bei einzelnen Völkern setzte die Deutschs Delegation folgenden Beschluß durch: Rachdem bet 6. Internationale Kongreß zur Unterdrückung des Frauen- und Kinderhandels in Graz am 19. September 1924 beschlossen hat, daß die Reglementierung und Bordrllierung als Hauptursache des Mädrheo- und Kinderhandels, wo sie auch immer angetroffen werdLN mögen, ein Angriff auf die Rechte und Würde der Menschheit sind, beauftragt der 7. Internationale Kongreß das Internationale Büro, bei jeder Regierung, soweit es sie betrifft und in allen Fällen, wo mehrere Regierungen in Frage kommen, bei allen diesen Regierungen gleichzeitig, sowie beim Dölkerbund auf jedem möglichen Wege dahin zu wirken, daß alle Bordelle aufgehoben werden. Dieses gilt für alle Gebiete, stets und unter allen Llmftänden. Dieser Entschließung wurde allseitig und von allen vertretenen Rationen lebhaft und ohne Abstimmung zugestimmt. Als Vertreter Deutschlands nahmen an dem Londoner Kongreß teil: Direktor R 0 e s e (Präsident des Deutschen Komitees). Regierungsrat Dr. Kundt (Schristfüh/er), Geheimrat Dr. Lentze (Auswärtiges Amt), Pastor Heyne (Bremer Komitee), Frau Direktor Elsa Matz und Fräulein Dr. Else Lüders (Reichstag), Fräulein Dittmer (Jugendamt Berlin), Fräulein P a pp e n h eim-Berlin, Frau Olle n d 0 r f-Breslau, Fräulein Rxineck (Deutsch- Cvgl. Bahnhofsmission), Pastor Lic. Bohn (vom Deutschen Sittlichkeits- und Rettungsv^rrin, Plötzensee), sowie Frau Stadtrat W e y l (Landesjugendamt der Stadt Berlin). Verrieten waren auf dem Kongreß die meisten europäischen Völker, außerdem Vereinigte Staaten von Amerika, Ecuador, Kanada, Aegypten, Südafrika, Indien. ^rLLrrvoraus?agc. Roch vielfach wollig auch aufhei-emd, Temperaturen wenig verändert, nur get-z vereinzelt leichte Riederschläge. Gestrige Tag.Ltemp.'raturen: Maximum: 25 ©raö Celsius: Minimum. 13,3 Grad Celsius. Sonnenscheinbauer: 71/2 S u:;ben. Heutige Morgenlemveratur: 18,7 ®/2Ö Celsius. Witterungsaussichren für F.cit g: Im we- sentll.^en Line Aenderung der We.teria'e. s Dirl QUALITÄT Mr WMitz Geld? |.o.; iKiaiua^n hat erst durch ihre Güte den Raucher anspruchsvoll gemacht.Diese Ansprüche,die wir erweckt haben, wollen wir auch für die Folge erfüllen. Alle Ersparnisse, welche die steigende Nachfrage schafft,Kommen immer wieder dem Tabak unserem OVERSTOLZ zugute. Ihre Mischung wird in kurzen Zeitabschnitten-wie auch in den letzten Wochen wieder*fortgesetzt verbessert, ohne dass wir den Preis erhöhen HIRN Prooedcse aTrxßrderte Broschüre über moderne Söuallnqsptlgje kcsfentos« urNerbi naucn 6E^ h LL^CHAFT BERLIN V57 nestle* KINDERMEH11 AS ist leicht gesagt, doch schwer getan,1m allgemeinen steigt mit der Güte einer Ware auch der Preis. Wie unsere OVERSTOLZ zeigt,gibt es aber Wege, für wenig Geld viel Qualität zu liefern. Äusser uns kann niemand eine solche Zigarette für JPf.in den Handel bringen. Auch wir könnten es nicht, wenn sich nicht die Qualität auf eine grosse Nachfrage stützte OVERSTOLZ ist hdute die meistge rauchte Zigarette Deutschlands und Rundfunk-Programm. Donnerstag, 14. 3uli: 13.30 bis 14.30: Mittagskonzert der Kasseler Hauskapelle. — 16.30 bis 17.45: Alte Tanz- musik. — 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. — 18.15 bis 18.45: Die Bedeutung der Genossenschaften für di« deutsche Volkswirtschaft Vortrag von Dr. Heßling. — 18.45 bis 19.15: Aus der Geschichte der drahtlosen Telegraphie und Telephonie, Vortrag von F. Decker. — 19.15 bis 19.45: Probleme der modernen Opernbühne, Vortrag von Dr. Erhardt-Stuttgarr. — 19.45 bis 20.15: Der Ozeanflieger, Vortrag von F. C. — 20.15 bis 21.15: Oesterreichische Lyrik, Rezi- tationsabend Charlotte Christann. — 21.15 bis 22.45: „Armut", Trauerspiel von Anton Dild- gans. — Anschließend Spatkonzert: Schubert- Musik. Asi-rrt'n rr schon ZeerisLdenn es war meine NESI« b°n $D Stlotet voll!» . rsheus SfeSss: *» gtc Station bei langen Im des alten studentischen ieUerlotaf auf der östlichen ic stielte eine Rolle, als die ich noch ein besonderes Ge- rum war das. Damals lagen i Derbindungslokale, lagen liien und Hörsäle. Um diese ich rin Derzniigungszentrum rt, bas nicht nut den Stern« >ern auch den einer gewissen ufe trug. Und inmitten die« ; stand der «Stramme Hund" moderne,Zug nach dem tabtteil vergessen lasten. Ka- Das ungezwungene Treiben m/M/ichen Betriebe der stabt weichen miiiien, bas it sein ursprüngliches Stamme Hund' ist rin Vpser Einige Jahre führte er eieben', es ging ihm schlecht mb schließlich -ü er seinen ie Raume de- „Strammen kur eingezogen, der statt des nflacon bedient. Auch diese Fälle glaubt aber der Reichsfinanzhof nicht anders behandeln zu können, wie all« sonstigen Aufwendungen zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit. Wie in einem Urteil (V. e. A. 73/23 Bd. 12 S. 333) ausgeführt ist, könne praktisch eine Grenze zwischen Ausgaben, die der Gesundheit im allgemeinen dienen, und solchen, die nur die Leistungsfähigkeit im Berufe erhalten sollen — wenigstens für die Regel — nicht gezogen werden. Ob Ausnahmefälle anzuerkennen sind, läßt der Reichsfinanzhof dahingestellt. Zu bemerken ist, daß, wenn auch der Begriff der Werbungskosten sich grundsätzlich im neuen Einkommensteuerrecht nicht geändert hat, die vorliegenden Entscheidungen doch nicht für das neue Einkommensteuergesetz ergangen sind. Rachdem der Reichsfinanzhof den Begriff der Werbungskosten in einem Urteil vom 9. Februar 1927 (V.l.A. 60/27 a) grundsätzlich erweitert hat, ist immerhin eine günstigere Stellungnahme auch in der hier behandelten Frage nicht ausgeschlossen. Die Schwierigkeit des Rachweises einer durch den Beruf oder den Dienst verursachten Ausgabe wird immerhin darin liegen, daß der Steuerpflichtige regelmäßig auch ein Interesse daran! hat, aus rein persönlichen Gründen seine Gesundheit zu erhalten. Zuschüsse für den Erholungsurlaub, die Angestellten von einem Arbeitgeber regelmäßig gewährt werden, unterliegen dem Steu kommensteueraesetzes angewiesen. Rach dieser können bei der Veranlagung besondere wirtschaftliche Verhältnisse, die die Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen wesentlich beeinträchtigen, durch Ermäßigung oder Erlaß der Einkonrmensteuer berücksichtigt werden, wenn das Einkommen 30 000 Mark' nicht übersteigt. Als Verhältnisse dieser Art sind u. a. ausdrücklich aufgeführt: Krankheit, Körperverletzung und Unglücksfälle, so daß, wenn hierdurch Kurkosten entstanden sind, bei Dorliegen der sonstigen Voraussetzungen eine Ermäßigung der Einkommensteuer stattzufinden hat. Bornotizen. — Lageskalender für Mittwoch. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Iuxbaron."— Astorra-Lichtspiele: „Großfeuer". ler Kongreß zur 5 d:s Mädchen- derhandels. atidnale Kongreß , Mädchen-, und bet zuletzt 1913 und m de. .j e.-.-rum cul 2.nla.ung bucke-n A wk im besetzten Se- S. Aach.UeberMdung S&SiS E- -jX ml» äRESQ ngen in Fge . tgm dah'm p Aer öl' glahtt« * 3t, Längen Borsprung den ersten Preis. Im zweite Iungmannvlerer, zu bem ebenfalls zehn Mel düngen Vorlagen, gewarm dieselbe Mannschaft das Dorrennen Überlegen, mutzte aber den körperlich überlegenen Mainzern den Sieg überlassen und ging an dritter Stelle durchs Ziel. •* Bereinigung ehemaligerAnge- höriger der Rachrichtenlruppen für Hessen und Hessen-Rassau (Sitz Frankfurt am Main). Am 12. Mai d. I. wurde unter reger Beteiligung in Frankfurt die Vereinigung gegründet. Weitere Kameraden wurden in der am 14. Irmi abgehaltenen ersten Vollversammlung aufgenommen. Wenn auch für den Anfang die Beteiligung außerordentlich günstig ist, so stehen viele unserer alten Kameraden Der Vereinigung noch fern, weil ihnen denen Gründung noch nicht bekannt ist, ober weil sie bereits anderen Vereinen cmgehören. Mitglied der Vereinigung kann jeder werden, der im Frieden oder während der Kriegszeit der Rachrichten- truppe als Telegraphist, Fünfer oder Blinker angehort hat. *• Verkehrssünder. Das Hessische Polizeiamt teilt mit: In der Zeit vdln 1. Juni bis 30. Juni 1927 wurden folgende Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen durch Fahrzeugführer bzw. Kraft- und Radfahrer gegen verlehrspolizeiliche Vorschriften erhoben: 9 Anzeigen wegen Fahrens zur Rachtzeit ohne hellbrennenve Laterne, eine Anzeige wegen Fahrens auf Bürgersteigen, 2 Anzeigen wegen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit, 4 Anzeigen wegen Fahrens ohne die rechte Straßenseite einzuhalten, 18 Anzeigen wegen Fahrens durch gesperrte Straßen, 9 Anzeigen wegen sonstiger Zuwiderhandlungen in verkehrspolizeilicher Hinsicht. Berliner Börse. Berlin, 13. Juli. (W. T.D. Funkspruch.) Bei wieder etwas lebhafterem Order eingang sieht es im heutigen Frühverkehr weiter freundlich aus. Vorläufig besteht nur Interesse für Spezialwerte auf gegen gestern abend etwas erhöhter Basis. Man taxiert Farben mit 306/307, Waldhof 333. Am Devisenmarkt hört man Paris 124,02, Mailand 89,30/89,40, das Pfund 4,8550 und Madrid 28,40. -DL minn ----rr-E ZE. ntUEHBUM § Badezeit Dadeirikots Badehelme Badeanzüge Badeschuhe Badehosen Bademaniel Bademützen Badetücher Frottesioffe in nur guten Qualitäten zu ganz besonders billigen Preisen 6565a Modehaus Geiiersweg 81 Salomon^Sausd-rHandarbeit gesucht. 6550D Frau Käthe Hartmaun heb. Ritter ■71 Palast - Lichtspiele / IMenM Heute letzter Tag: Herrn Anton Bopf VII Ab morgen bis einschließlich Sonntag: ir Der Fassadenkletterer Willy in 6562V l1/, Uhr statt. ©J Am 12. Juli 1927 wurde meine liebe gute Frau Margret Snell geb. Jäger von schwerem Leiden durch den Tod erlöst. Marburg a. d. L., Bahnhofstraße 2. Die Beisetzung findet in aller Stille statt. 65600 Kaufgesuche K3 Mm-tetei» / Seterswed CtalsflM Eckhardt geb, Burger. Empfehlungen] Vereine | Wieseck, den 13. Juli 1927. 6564c Heitmann’? |Stellenangebote| 05179 entfernt Farbflecken gesucht. Unschädlich für olle gesucht. 0S73£) G Steinstrahe 13. 6563V 6566c Haus. B1EBG3 5205D Fritz Reich, Neuen Bäue 3. Gustav Müller, Bahnhofstraste 34. Z Für di- X /warme Jahre,zeitX ' lsimbeersqrup 1 Sttronen- und .iDrangenfaft empfiehl« l Drogerie Wlnterhoff/ \ Kreuzplah 10 / X^ 5852a V ia ßiöerfettiflie IßO/ 9Pfd.°--^6.30 frU 10 franko. 8675D Damvfkäfefabrik Rendsburg. Sa Wctterauer Stüölatlofiein ver Zentner inkl. Sack 8.50 Mk., unter Nachnahme ab Station versendet “5*D Wilhelm IKttUar III., Kartoffclveriaud- gcschäft Echzell. Provinzial- Pflegcanstalt, Ltcher Slratze 74. Verein Rudersport Gießen 1913 e.V. Heute morgen 6 Uhr nahm Gott meinen lieben Gatten, unseren guten Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Drucksachen aller Art liefert die Lrühl sche vruckerel Heute nacht entschlief nach schwerer Operation meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwester, Schwägerin und Tante und Flecken von Kaffee, Kakao. 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W. 416 an Rudolü Mosse, Frank- fnrt a. BL [6552s3 In tiefer Trauer: Ludwig Hartmann, Lokomotivführer Ludwig Hartmann jun. nebst allen Angehörigen. Gießen (Frankfurter Straße 95 p.), den 12. Juli 1927. Die Einäscherung findet in aller Stille statt. Beileidsbesuche und Kranzspenden dankend verbeten. 6548V Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Eckhardt. fiommedöflec »not kommt wieder nach Giehen u. Umg. u. vertilgt unt. schriftl. Garantie Ratten. Mäuse u sämtliches Ungeziefer. Dankschreiben auö ganz Deutschland. Schr. Bestellungen erbitte sofort unter Lobinat I6559D) an d. G. A. Frische Seefische, Blaufelchen vom Bodensee lebende Schleien Salm mgbc echte englische Matjesheringe tgl. frische Bückinge [Stellengesuche) Jüngerer Chauffeur Führerschein 2 u. 3b, mit allen vorkommenden Reparaturen vertraut, gut. Wagenpfleger, sucht sich zu verändern. Schr. Angeb.u. 05170 an d. Giest. Anz. erb. Suche einen tücht. Heizer und einen [085<7 Einleger für Dreschmaschine. Bhil, ßorl Kreiling Hc uchelbei m. Jüngerer tiWW zum sofortigen Eintritt gesucht. 65460 Keramchemie O.m.b.H., Südanl. 5. Jung. Mann auS gutem Hause, mir guter Schulbildung, der die Zahntechnik erlernen will, von staatl. gepr. Dentisten gesucht. Einjährige bevorzugt. 05m Borzustellen zwischen 6 u. 7 Uhr Kaiscrallee 24 1. Junger Mann der seine Lehrzeit in einerZtgarrensabrik vollendet hat, sucht, gestützt auf gute Zeugnisse, unter bescheidenen Ansprüchen anderweitige Stellung. Schriftl. Angeb. unter 05136 a. d. Gieh. Anz. erb. Fräulein,23J.,bew. in Küche, Haus u. im Nähen, lucht SteUg., auch in frauenlosem Haushalt, für sofort. Schriftl. Angebote unter vostl. N.-Obmen. [05171 Uiöödien vom £onöe, das schon in Stellung war, sucht Stelle in bürgerl. Haushalt. Kochkenntnisse vorhanden. Schr. Angeb. u. 05176 an d. Gieh. An», erb. Schwarze <1T1D MMMM abzugeben. Anzu- fragen beim Pförtner der Heil- und Pflege-Anstalt. Hamburger Fischhandlung A. Koch Nachflgr., LvtLtMäusburg 15, früh. Blumenh. NoU. sssr- Suche Bauplatz fllrEin'amilienhaus, Südviertel bevorzugt. Schr. Ang. mit Preis unt. 05166 bis z. Freitag a. d. G. A. Gut erhaltener flemn-tireiMiseh iDivlomaiensormf zu kaufen gesucht. Schr. Ang. u. 05169 an den Gieh. Anz. im 73. Lebensjahre zu sich in die ewige Heimat. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christine Bopf geb. Bopf Familie Wilhelm Bopf III. Familie Karl Bopf II Lang-Göns, den 12. Juli 1927. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 14. Juli, nachmittags Effit&ber „Cotorex“ entfärbt farbige Stoffe me!st soweit- daß sie mit — " ......... den seit Jahrzehnten bekannten und bestbewährten Heitmann’s Farben beliebig neu gefärbt werden können; also auch ursprünglich dunkel gefärbte Stoffe können nach der Entfärbung hell gefärbt werden; „Die Villa im Warten“ Ein Gesellschafts- und Kriminalfilm aus Berlin W und N nach dem bekannten Roman von Arthnr Landbergcr. Personen des Spiels: Peter Lenz, der Besitzer der Villa Cb. W. Kayser Baron Etville ........... Hans Albers Rolf Sander Mack Mylong-Münz Theodor Timm .......... ................ Bobby Bender Karl Tons . . ........................... Alfred Travers Baronin Inge von Holten ... Elsa Krüger Häslein. Rolfs Freundin................ Ilona Karolewna Rosa, die Haushälterin Marg. Kupfer Frieda, die Zofe......................... Maria Minzenty Salomon ........................... Siegfried Arno Grete Gerson ..................... Aud Egede Nissen Willy Blech................................. Joe Marcco Ferner das lästige Beiprogramm. Ab morgen bis einschließlich Sonntag: Die Abenteuer des Buäfialo Bill Ein Original-Indianerfilm aus dem wilden Westen, wie er bis jetzt in Gießen noch nicht über die Leinwand gegangen ist. 8 atemberaubende Akte. In den Hauptrollen Edmund Cobb als Buffalo Bill“. Ferner das lustige Beiprogramm. W WA «SS? Glashütte SS&Ä M. SW« bÄ Zs®«™* arsa Mütze, nackte Ov Mgeworfener l Aert Meter,r Sem der «tdbel Stembrücke, die. massen der Mu Wappen des Ju 1545. v . „Der da Hal loten, alles oerl Kaphifches Mann zu nur kommen?" »l lchreiben", sagt noch dem erste! aber das Was wartete der \> Dresden. Potz der Zug wirt em Wagen w das Haus an Wasser dringt in der Stube, heraus sich r springen in d vor dem hau gesunden.' L'm Fat Ueberall St ausgewickelt Uhrenfabrik Schlamm u Wände ein- Gaststube ö ten hoch gi jährige Soh tilation über sticken. „Der da draußen motive M Wasser. Ei Wasser und Kind mit t schrien alle । Erst als tai Kind gerett Zehn maschinech mrrhausen. Mittendari Herr ?rau eint ist sie m haben en um in do schon we( nwroen 1 «ie! hn Dich auch ein der bitte. sühsaur litt« nur K A den 6e 2c SM jf Nner' -lkatur Mittwoch, 15. Zuli 1921 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) M.M Zweites Blatt schwere Wasser- 2 blwk- :n eine us den Verein Rudersport Gießen Vnichaihai aller an liefert die SrfiVIfttDtndettl !«- >e- Alle sagen, das Unglück habe sich in wenigen Minuten abgespielt. Wie war diese Naturkatastrophe nur möglich? Wolkenbruch zunächst. 2lber schlimmer war das Holz, dem nichts widerstand. In diesen ganzen Tälern liegen Holzschleifereien, sind Millionenwerte von Holz aufgestapelt gewesen. Man rechnet in dem ganzen Unglücksgebiet mit 120 Toten. Es werden an die zweihundert sein nach roher Schätzung. Ein Beispiel hierfür. * Auf großem Umwege suchen wir Sauen ft ein zu erreichen, immer wieder Irrfahrten, hier ist der Weg aufgerissen, hier eine Brücke fortgeschwemmt, da peht man den Schienenweg der Schmalspurbahn wie Streichhölzer aufeinandergelegt. Wo Klee und Hafer stand, ist eine Wüste von Schlamm, die Zeitungsmeldungen haben nicht nur nicht übertrieben, man ahnt bis zur Stunde nicht einmal schätzungsweise den Menschen- und Materialschaden eirrschließ- n । «in :aitt 5. Jt onD IBM Am- Psört- !il> and ialt_ »en >h i. 05165 cd. -rafee66. fordern keine Fürsorgeleistungen, sondern Entfchä- a für die durch die Währungspolitik des Bon Heinrich Zerk aulen. hoch flüchten konnte, war verloren. Achtzehn Tote zählen sie allein in Glashütte. Im Bürgermeisteramt halten sie gerade Sitzung ab, als ich hinzu- komme. Man hat nicht genug Särge. Man soll feinem Menschen einen Vorwurf machen, sie wissen ja noch von nichts, die Abendzeitungen sind ja noch nicht da. Mir liegt immer noch im Ohr das Wort: Ich dachte nur, die Welt geht unter . . . ienfa“8' l benot'. Ang. an LlHblS iliener lenform) rs leb- Kaleidoskop des Grauens. Augenblicksbilder von der Unwetterkatastrophe im Erzgebirge. finger in Bafel zum o. Profesior der Geographie an der Universität F re i b u r g i. B. als Nach- olqer von Professor N. Krebs. — Ernannt wurde vom 1. Oktober 1927 an der o. Professor Dr. Walther Brecht in Breslau zum o. Profesior für neuere deutsche Literaturgeschichte an der Universität München als Nachfolger Franz Munckers. — Amtlich wird die Ernennung des o. Professors Dr. Martin Kirschner in Königsberg zum o. Professor der Chirurgie und Direktor der Chirurgischen Klinik an der Universität Tübingen als Nachfolger von Professor Dr. G. Perthes bestätigt. An den ordentlichen Professor für pharmazeutische Chemie Dr. Karl Mannich an der Frankfurter Universität ist zur Wieder- besehung des durch den Rücktritt von Geheimrat Professor Dr. Thomas frei gewordenen Lehrstuhls für pharmazeutische Chemie an der Berliner Universität ein Ruf ergangen. — Ernannt wurde der o. Professor Dr. Theodor F r i n g s in Bonn vom 1. Oktober 1927 ab zum ordentlichen Professor der deutschen Sprache und Literatur an der Universität Leipzig als Rachfolger von Prof. Reumann. — Dem ordentlichen Professor für politische Oekonomie an der Universität Graz Dr. jur. Eduard Lukas ist die ordentliche Professur für Volkswirtschaftslehre und Statistik an der Universität Tübingen wm 1. Oktober d. 3. angeboten worden. — Der ordentliche Professor Dr. 3ohannes Ziekursch in Breslau hat einen Ruf auf den neuerrichteten Lehrstuhl für neuere Geschichte an ter Universität Köln erhalten. — Prof. D. Emanuel Hirsch m Göttingen hat den an chn ergangenen Ruf auf den Lehrstuhl der K^tchen- geschichte an der Universität Halle als Nachfolger von Prof. Erich Seeterg abgelehnt. Abenteuer auf der Blumenjagd. Wenn sich der Blumenfreund jetzt in ter reichen Blütenfülle seines Gartens die wundervollen Rittersporne, Mohnarten und andere Pflanzen betrachtet, um die unsere Gartenwelt in den letzten Jahren bereichert worden ist, dann sollte er auch dankbar der Manner gedenken, die mit den größten Gefahren und Muhen diese exotischen Kinder ter Natur aus weiten _____,______ „Unser Bahn- toller Schwimmer. Als das *■'*••*/ »r cr aus dem Bahnhofsgebäude gs- prungen und mußte mit den Wassermassen 500 Meter weit schwimmen, bis es ihn gegen' eine Baumkrone geworfen hat. Hier hat er sich an Telegraphendrähten und Baumästen 3 Stunden lang festgehalten. Ein anderer Arbeiter flüchtete auf einen Steinschuppen und hielt sich gegen die anbrauenbe Macht der Holzstämme. Er kann nicht mehr gehen, eine Knochen sinb noch ganz, aber Haut und Fleisch " Zon Geschäftsinhaber WM. l'LS/ kurze 8e» iL-lve.« A M JBÄSsft ÄK'K lebend» Fernen herbeigebracht haben. Die 3agd nach eltenen und neuen Blumen ist durchaus nicht o ungefährlich, wie man wohl denken mag. Der „Pflanzenjäger" hat eine der schwierigsten Aufgaben, die es gibt. Bon seinen Abenteuern in den feuchten Urwäldern am Fuße des Himalaja und in den Wüstengebieten des ostllchen Tibet berichtet ein bekannter englischer Pflanzensammler, Kapitän Kingdon Ward in einem Fachblatt. Er hat bereits neunmal Expeditionen, die durchschnittlich ein 3ahr dauerten m diese Gegenden und in die wilden Berglander an der Grenze von Birma und im westlichen China unternommen, um neue Seltenheiten in die Gärten zu bringen. Die Blumenjagd ist kein einfaches „Blumenpflücken". Die schönsten Pflanzen blühen in den Bergen häufig an unzugänglichen Abhängen, auf steilen Beraspitzen, und der Sammler ist einem Hagel sich losender Steine, den grausigen Schlünden unsichtbarer Spalten und der furchtbaren Gewalt der Bergwinde ausgesetzt. 3n den sumpfigen Tiefen ter Urwälder lauert der Tod in vielfacher Gestalt, und in anderen Gegenden, die von ter Zivilisation weit entfernt sind, wie z. B. in China, hat man mit Angriffen gefährlicher Räuberbanden zu rechnen. Einmal auf einer Wanderung an der Grenze zwischen China und Tibet trennte sich Ward von seiner Karawane, um einigen seltenen Pflanzen nachzuspüren, verirrte sich und verbrachte zwei Tage und zwei Nächte allem im Urwald, bis er den richtigen Weg fand. Ein andermal streikten die Kulis, weil es ihnen „zu kalt" war. Bei seiner letzten Expedition wurde er in einem Haus, in dem er übernachtete, von einem Erdbeben überrascht. Glücklicherweise fühlte er den ersten Stoß, sprang vom Lager auf die Veranda hinaus und fum Fuß tief hinab auf den Boden, wodurch er ftq) rettete, während das Haus zusammenstürzte. Das Ergebnis dieser gefahrvollen Reisen sind, wenn sie erfolgreich verlaufen, 200 bis 300 Samen, unter denen sich etwa 50 neue Gartenpflanzen befinden, di« dann von Partnern gezüchtet werden. Unter den letzten Füllten Bards befindet sich eine blaue und eine vwiette Mohn- art, ein Dutzend neuer Primelarten, darunter bunte Primeln, die vier Fuß hoch wachsen. Spät in der Nacht kamen wir auf Umwegen von Altenberg nach Kipsdorf. Wir sind 200 Kilometer durch Not unb Tob gefahren. Im Gaschos wirb Zither gespielt, Sektflaschen stehen auf bem Tisch. Man macht Knieübungen, um zu beweisen, baß man noch nüchtern ist.___________________ Gießener Stadttheater. Hermann Bahr: „Das Konzert". Dieses Konzert ist das harmlos-heitere und auch ein klein wenig nachdenkliche Gegenspiel zu der bitterbösen und grimmig-ernsten „Musik des weiland Frank Wedekind. , • , „ Bei Hermann Bahr kommt niemand „hucker schwedische ©arbirten“ wie die arme Klara Huy- nerwadel; nein, sondern man steigt _ selbander, gerate wie bei Anzengruber das selig-unselige Liebespaar im „Doppelselbstmord', auf die Alm, hvldrioh, wo die Kuhglocken klingen (und so), und wenn man wirklich hier, wie dort, zuerst „vom Regen in die Traufe" kommt, so scheint doch auch nachher die Sonne wieder und trocknet die Tranen, und der Abstieg in die Gefilde der Wirklichkeit, in den Hafen der rechtsmäßigen Ehen ist das „glückliche", lustspielhafte... ein bißchen sühsaure Ente. Die Ehebrüche und die vertauschten Mauen sind gar nicht ernst gemeint; Wedekind konnte nur damals durchaus nicht finden, daß das ganze Künstlerproblem auch wohl eine leidlich heitere Seite hätte; er sah nicht den Humor da- bei, sondern nur die unglückliche Klara und auch den bejammernswerten Kammersänger. Bahr findet die einfache Formel: dies Konzert ist gar Lein Konzert; sondern bloß ein kleiner Abstecher zu zweien ins Grüne, in die Natur („Wer hat dich, du schöner Wald...") — aber Bahr ist auch wiederum nicht plump genug, um es dckbei schwankhaft bewenden zu lassen.' Sondern im besinnlichen Schlußakt bekommt das „Konzert" noch einen anderen Beiklang' es ist das Drumherum von äußerer Aufregung und Glanz und Beifall und Frauenschwärmerei und Blumensträußen, das der Meister haben muh, um leben zu können. Dies hat Hermann Bahr alles hübsch vorbereitet, zuweilen reizend gesagt, mit Einsallen und ernsthaft-klugen Bemerkungen verziert. Aber es wird ein bißchen viel gwedet mehr als nötig — denn in manchen Augenblicken dreht sich da« Ganze doch eben um ein Problem von gestern — und man sollte sich daran erini^rn, Lah Otto Drahm, ter vor langen 3ahren gefunden." _L ., . , Ein Fabrikant führt uns $um Strandhotel. Ueberall Schlamm, Holzstämme, Eisenbahnschienen, aufgewickelt wie Draht. Daneben die weltbekannte Uhrenfabrik Aßmann. Die Feinmaschinen stecken in Schlamm und He-u und Holzteilen. Das Holz hat die Wände eingedrückt, als seien sie aus Papier. In die Gaststube des Stadthotels ist bas Wasser in Minuten hoch gestiegen bis in Schrankhöhe. Der zehnjährige Sohn des Wirtes hat seinen Kopf zur Ventilation über der Tür herausgesteckt, um nicht zu^ - sticken. „Der Lokomotivführer des Zuges, den Sie da draußen liegen sehen, ist auf die Esse der Lokomotive geklettert in Brusthöhe über bem rasenden Wasser. Ein Reisender stand bis zum Hals rni Wasser unb hat zwei Stunden lang sein dreijähriges Kind mit beiden Armen über sich gehalten. Sie schrien alle entsetzlich, wir konnten nicht an sie heran. Erst als das Wasser fiel, haben mir auch Vater unb Kind gerettet, ber Mann fiel ohnmächtig um. Zehn Minuten weiter bie große Rechenmaschinenfabrik bcr „Vereinigten Werke", ein Trümmerhaufen. Die Müglitz bildet hier einen See Mittendarin steht die Hanbelsgartnerei oon Seubert. Herr Straßberger erzählt: „Vor Schreck hatte die Frau eine Fehlgeburt. Dann, als das Wasser kam, ist sie mit den Ihren auf den Schrank geklettert, haben ein Loch in bie Decke über sich geschlagen, um in bas obere Geschoß zu kommen, ba die Treppe schon weggerissen war. Daraus haben wir fiejjeute morgen um fünf zu acht Mann herausgeholt. Wo bie Müglitz roieber rechts abbiegt, liegt bie Wirtschaft „Zur Brückenmühle". Da sind drei Mann vom Skattisch weg von den Fluten mitgenssen worben. Wer nicht augenblicklichst die Berghänge Glashütte, die Stadt ber Uhren unb Feinmeßgeräte, die Stadt, die ihrer Schulden wegen unter Staatsaufsicht steht. Kurz vor bem Bahnhof Halt. Schutzpolizei: „Sie dürfen nicht weiter!" Journalistenvaß des sächsischen Innenministeriums. „Danke, passieren!" Wiederum Halt, wir steigen aus. Feuerwehr sperrt den Weg, Sanitäter schleppen Tragbahren an, Technische Nothilfe, Reichsbannerleute, Jungdeutscher Orden, Militär in Hose und Mütze, nackte Oberkörper. Mitten auf dem Platz ein umgeroorfener Eisenbahnzug, einzelne Wagen zweihundert Meter wett fortgeschleudert gegen ein Haus, bem bcr Giebel eingedrückt ist, geaer tÄ'~ Steinbrücke, die mitten durchbrach. Ai......— massen der Müglitz ragt noch ein Stein mit dem Wappen des Kurfürsten Moritz und der Jahreszahl bl< X rfltW \ v C”» J i Vlntirh011/ at 10/ *1 5Z tot en s® let, L31_ ehe] ur u. 3b, 'ttom- öara= t gut. । sucht lern. 1.05170 iMrb. i zelt in ifabrif illcht, gute er be- Üvrli. eilige -rlstt (6136 ».erb. vbem. u. im Ittllg., ilofem sofort geböte vostl. [05171 Stet= sucht urgerl brennten. l 05176 ii».erb. vor Augen. Ein Mann sagt zu mir: ,Zch war vier Jahre im Krieg. Diese Nacht könnte ich nicht noch einmal erleben. Es war wie ein Schnellfeuer von Kanonen unb Maschinengewehren, das Prasseln der Fluten, das Krachen zusammenstürzender Häuser. Ich dachte "nur, die Welt geht unter." lich des Verlustes an ersoffenem Vieh. Es ist dies die größte Katastrophe, die Deutschland in den letzten Jahren betroffen hat. Unb diese Schilderung nur ein winziger Bruchteil eines erschütternden Materials Die Bahn verloren, die Chaussee unpassierbar, so sind ganze Ortschaften nur über den ©c- birgstamm von Altenberg, Geising erreichbar. Die Leute haben kein Lickt, keine Nahrung, kein Wasser. Alle Telepbonoevbinbungen sind unterbrochen. Wir striwen hin, wo noch keine Reichswehr und keine Nothilfe sich hingefunben hat. Ein steiler Berg führt hinunter in bie Ortschaft Bärenhecke an der Bahnlinie nach Bärenstein. Als wir im Schlamm weiterzukommen suchen, läuft ein Mann hinter uns her. Ein Rittmeister von Lüttichau. Der Herr dieser unermeßlichen Ländereien will uns sprechen und uns einiges zeigen. Ach, „einiges °ei92)a bie Straße auf hundert Meter aufgeriffenift, umspült von dunkelbraunem Wasser mit zischenden, weihen Wellenkämmen, klettern wir über em sumpfiges Waldgclände, um im Tale zum großen Sägewerk von Oswald Zimmermann zu gelangen. Unterwegs treffe ich einen Mann, der im Eimer das Wasser vom Berge holt. Immer wieder die erste Frage: „Wie konnte das nur so rasch kommen? .Weiß nicht", sagte er. .Wir hatten plötzlich fein Licht mehr. Sahen nur Blitze und flammenden Himmel. Meine Frau sagte, das Wasser kommt ja über bie Straße. Bei jedem Blitz mehr Wasser. Plötzlich ein Donnerschlag, eine Tanne schneidet uns das halbe Haus entzwei. Wasser drängt schon durch die Haustür. Wir wollen die Gäule retten. Die Frau des Kutschers, ihr 21jähriger und 12jahrlger Sohn 1545. „Der ba hgt auch Frau unb zwei Kinder verloren, alles verloren, hat vor einem Jahr ein photographisches Atelier aufgemacht", sagt ein fremder Mann zu mir. „Wie ist das nur so rasch g< kommen?" „Das kann Ihnen kein Mensch b- schreiben", sagt ein Dritter. ,Zch stand auf der Brücke nach dem ersten Wolkenbruch, wir hatten alarmiert, aber das Wasser ging zurück. Vor dem Bahnhof wartete der fahrplanmäßige Zug 10.12 Uhr aus Dresden. Plötzlich ein Schrei, ganz Glashütte schreit, der Zug wird von Wassermassen oorangeschoben, ein Wagen löst sich, wird abgetrieben, schlägt gegen das Haus an steil bis zum Dach und schlagt um, Wasser bringt durch die Haustür, steigt rasend rasch in ber Stube, Mutter und Tochter wollen nach vorn heraus sich retten, fprmgen aus dem Fenster und springen in die zwei Meter hohe Wttfserslut, die sich vor dem Hause geteilt hat. Wir haben sie noch nicht fe | w. iue8 -M- rab ib. 1927, ifonen, iett zo djriftl ®61D . An». hältnissen teuerere Wohnungen nmehaben. Aach Feststellungen in ter Stadt Hannover bezahlen dort 54 Prozent der Kleinrentner mehr als 500 Mark Friedensmiete gegenüber nur 6 Prozent der Sozialrentner. Nun werden zwar diese Mietsteigerungen im allgemeinen durch Erhöhung ter Tln- terstühungssähe wenigstens teilweise ausgeglichen, die lOprozentige bzw. die ab 1. Oktober eiintre- tende 20prozentige Erhöhung der Mieten wird aber jedenfalls durch die Unterstühungserhohun- gen nicht gedeckt. Günstiger stehen in dieser Be- ziehung die Kleinrentner in Hessen durch die Mietunterstühungen, die aus dem Sonderst euer aufkommen fliehen. Ein Wohnungswechsel in eine bescheidenere Wohnung, ter als der nächstliegende Ausweg erscheint, ist nicht immer möglich und bei der bestehenden Wohnungszwangswirk- schast, zumal für alte Leute, auch mit Schwierigkeiten verbunden. Dabei darf auch nicht übersehen Werden, daß gerade das Untervermieten vonWohn- Bärerisfeiny Tschechoslov. <5ati«7cstietsmQ W/, 0 5 10 ung^J nobel sbSilke rrniann AÜlben- Vahrs kräftigsten Erfolg mit dem Lustspiel aujs Theater byachte, dies nur vermochte, indem er einen großen Rotsttft schwang und ein Streichkonzert veranstaltete. - Die kleine Reminiszenz ist für den ^Regisseur, Telekh, bestimmt; es muß noch viel mehr gestrichen werden; die Partitur ter drei Akte ist gewissermaßen mit dem Zeitraffer zu spielen (selbst auf die Gefahr hin, daß un Parkett einer nicht mitkommt); überhaupt hatte in ter Konversation vieles dichter sein müssen, lüssiger und gelenkiger. Auch war die Souffleuse steilenweise zu laut. 2m übrigen darf man mit der vermutlich etwas eiligen Inszenierung zufrieden sein. , . .. G e f f e r s hatte ten konzertierenden Professor und brachte vor allem ten Schluß att, auf ten es ankommt, mit viel Humor. Nur die Perücke — Bahr selbst hat keine schönere — paßte schlecht und störte die Maske. Tannert (Dr. 3ura) gab die rundeste Leitung des Abends und steuerte die sorgsam zusammengesehte Rolle mit erfrischender Heiterkeit des Gemütes gleichmäßig sicher durch alle drei Akte. Maryöla Baumann gefiel uns in der gesammelten Heber* legenheit des Schlußaktes am besten. 2ngeborg Scherer (Delsine) sah sehr niedlich aus, war aber nicht die romantisch verstiegene und enttäuschte Frauenfigur (von gestern), die sich der Dichter hier doch wohl gedacht hat. Wir nennen nock Susanne Heym und Goll mit Anerkennung aus dem Ensemble. — Der Besuch war schwach; der Beifall lebhaft. vr. Tb. Zochschulnachrichlen. Zum Rektor der Universität Frankfurt a. M. für das Amtsjahr 1927/28 ist der ordentliche Professor Dr. phil. Fritz D reo er mann gewählt worden. Als Dekane für die gleiche Amtszeit wurden gewählt von der rechtswisienschaftliaien Fakultät Prof Dr Lewald, von der medizinischen Fakultät Professor Dr. Schmieden, von der philo- fonbikhen Fakultät Professor Dr. Naumann, von ter" naturwissenschaftlichen Fakultät Professor Dr. Hetlinger, von der wirlschafts- und sozialwissenschaftlichen Fakultät Professor Dr. Z i z e t. — Ernannt wurde der o. Professor Dr. Hugo Has- Verschiedenes Beamten ÄttgesMeti ar&rite dringen- zur flennt« nitznahme! Hmen- unb Dainmsloffr (reine fiammgarnci iu soliden greifen gegen ein Ziel von 6 Monaten von Frankiurler Soe- zlaltuiÄauk.Cueng- (te Diskretion Schr. M, u. E an den 0!iev> Grundstück , an der Marb-Stt. (noch v-Wiefeck-Legi :0 verpicM®0- I Pirna, 12. Juli. Unser Wagen saust. Herrliche Sonne, üppige Felder, die Berge der Sächsischen Schweiz zum Greisen nahe. Wir sitzen geduckt, Karten ausgebreitet auf den Knien, der Kilometerzeiger weist auf achtzig. Nichts ist zu sehen, sie arbeiten friedlich auf den Feldern. Ob nicht alles übertrieben ist? Da, vor uns drei schwere Lastzüge mit Reichswehr, ein Wagen mit Pioniergerat. Vorüber. Scharfe Wendung ins Erzgebirge hinein. In saufender Fahrt durch lange Dorfstraßeii. Plötzlich überall Gruppen von Menschen. Sie schimpfen nicht hinter uns her wie sonst, sie blicken nur mit weiten Augen un^ nach, ängstlich, stumm, die Hand am Mund. ^'ürBsderrx/ \ \ T^HeldenaJ •f(1 Dohn^C ZK Sramte Ran!!! A. ,, «ooeniee lebende Schleien , Lt-tP Ate englische Äahesberinge tgl snsche Bückinge » • Ranch. iüelWe ' » gcr.Aale * skachS Hamburger Fisch Handlung A. stoch Rachflgr,, IvtrtMäusburglb, tnch. blumcnb. Noll. hm® wi tJ/O franfo. Tamvikälesabrik Rendsburg. N Königstein ■lebstHdtWrbgieshübel =) ünwdtBrkatastrophe bei Pirna H.l.B. 11106 _-Pirna _ . _ h. Aus bem Wege helfen. Auf einmal reißt mich meine Frau die . Straße hoch, etwas Dunkles kommt angeschwommen, IHV«ICtnteiUHCtlUtiOtGß 1 . es ist der Motottastwagen aus der Garage. Die Kutsckersehesrau mit ihren beiden Söhnen reißt er Bon Dr. jur. Hugo Loh, Du dingen. mit sich fort. Die Leichen konnten wir noch nicht Unter den Personengruppen, die heute in bergen." öffentlicher Fürsorge stehen, nehmen die Klein- Der Mann erzählt ganz einfach und sachlich, rentner zweifellos eine besondere Stellung ein. Wir schweigen entsetzt ,Hat sich denn der Besitzer Kleinrentner sind nach der Definition ter Rxichs- retten können?" fragte ich. grundsähe über Voraussetzung Art und Maß ter «Ä SÄ» - s BSsäsSSSSS naa)t' t . .. x liebe Fürsorge angewiesen wären. Die Besonder- Der Rittmeister, nur um etwas zu sagen: „Unb also in ter Ursache ihrer die Gäule sind Ihnen abgetrieben? I Hüfsbedürftigkeit. „Stein, sie sind in ihrem Stall geschwommen bis ^hne Inflation hätte ihnen chr Vermögen heute morgen. Da standen sie bis zum Kopf un- I ^nen von materiellen Sorgen freien Lebensabend beweglich im Schlamm. Wir haben sie erst aus- gewGrleistet. Sie liegt ferner darin, daß sie einer graben müssen." I gegenüber den anderen Hilfsbedürfttgen sozial * und kulturell höher stehenden Gesellschastsschicht Unser Wagen wird auf Umwegen nach Bären- anaehören mit höheren materiellen und geisttgen stein geschickt. Wir selbst bahnen uns unter Füh- Bedürfnissen, und nun auf einmal ohne eigenes runq des Rittmeisters einen Weg durch das völlig Verschulden genötigt sind, ihre L^ensbeterfwsse aufaebrochene Tal. Es gilt, das Schaurigste zu auf ein Minimum herabzuschrauben, das ihnen eh en. die öffentliche Fürsorge gewährt. SBaU »aU°A°b^° jj. | bürftigen gehobene Fürsorge zuteil werden ließen. । Diese gehobene Fürsorge besteht barm, daß bei - der Prüfung der Hilfsbedürfttgkeit eines Kleinrentners auf die früheren Lebens Verhältnisse Rücksicht zu nehmen ist, unb findet ihren materiellen ewvn, । Ausdruck darin, daß für die Fürsorgeempfänger 'leisck ber gehobenen Fürsorge von ten Fürsorgeverban- , /,, ,, ben ein um 25 Prozent höherer Unterstützungs- md abgerissen. richtsatz festzusetzen ist, und daß von ber Derwer- Unb bas Schaurigste, das wir sehen, ber em- ber noch vorhandenen kleineren Vermögen geklemmte Wald von geschälten Baumriesen vor der ber Kleinrentner und ber Sicherstellung des Er- Schloßmühle in Bärenstein! Hier befand sich vor ein s^hes dann Abgesehen werben soll, wenn diese paar Tagen noch bie Kistenfabrik von R. Leimbrock Maßnahmen eine besondere Härte für den Hilfs- Nachf. Als die erste Meldung vom Hochwasser kam, bebürfttgen oder seine unterhaltsberechttgten An- es handelt sich immer wieder um die neunte Abend- gehörigen bedeuten würden. stunde, alarmierte der Betriebsleiter die Feuerwehr Mit dieser Regelung sind die Kleinrentner von Bärenstein. Fünf Mann kamen. Das Wasser ^r nie zufrieden gewesen. Ihr Streben geht geht zurück, die Gefahr scheint vorüber. Sie setzen au3 ber Fürsorge herauszukommen. Sie sich auf einen der riesigen Holzstapel, die hier auf- ködern keine Fürsorgeleistungen, sondern Entscha- gehäuft sind. Plötzlich, die Hölzer geraten ms Rollen, bigirng für die durch die Währungspolittk des Drei können sich retten, zwei Mann reißen die ^M^s erlittenen Vermögensverluste und Aner- Baumstämme mit sich, schieben sich ineinander, quer, fcnnimg eines Rechtsanspruches auf E Rente ragen hoch und durcheinander, ein Wald nackter eMprechend ter Versorgimg der Knegsteschavig- Hölzer, em Krater weißer Holzleichen, untendurch ^d Kriegshinterbliebewrn. Der Rentnerbund, braust die Müglitz, schaung, schaurig. bie Vertretung der Kleinrentner, führt diesen * Kampf um die Versorgung mit nimmermüder In Weesenstein hat der dortige Bürger- Zähigkeit und <£f ll b e < steht ein Hau-, man sieht den dunklen Wasserftteifen bis zum zweiten scywer^weu ---Z :-- Swck. Das Haus lehnt gegen eine Bergwand Sie | konnten nicht mehr aus dem Hause, um den Berg- . hang hochzuklettern. Sie sind bis zum Heuboden | gestiegen, handbreit über ben Wafserstreifen haben sie drei Stunden lang ausgehalten, bauernd den Tob und Akai. R* U abteilung- Monats' oersaNlinA Am iihf. räumen eine, wenn auch bescheidene, Einnahme für die Kleinrentner wenigstens bisher bedeutete. In jüngster -Zeit ist auch diese Möglichkeit des Nebenverdienstes dadurch schwieriger geworden, daß durch die Mietsteigerungen auch andere Kreise in erheblichem Umfange genötigt sind, die erhöhten Mieten durch Untervermietungen auszugleichen. Eine Notlage der Kleinrentner besteht also sicherlich, und es ist daher zu begreifen, wenn sie mit allen Mitteln eine Besserstellung bestreben. Zurückzuweisen sind aber die Beschwerden gegen die Durchführung der Fürsorge durch die Für- sorgeverbände in der allgemeinen Form, wie sie erhoben werden. Von den Fürsorgeoerbänden geschieht, was im Rahmen der Fürsorge und mit den zur Verfügung stehenden Mitteln geschehen kann. Damit soll aber natürlich nicht gesagt sein, daß Beschwerden im Einzelfall immer unberechtigt wären. Letzten Endes ist dies auch den Kleinrentnern bekamst, und sie fordern, weil sie wissen, daß ihnen im Rahmen der Fürsorge nicht das werden kann, was ihnen nach ihrer Auffassung werden müßte, die Versorgung durch das Reich auf Grund eines Rentenversorgungsgesetzes. Diese Forderung stellen sie in dem Entwurf, den sie dem Reichstag Ende 1926 unterbreitet haben. Darin verlangen sie für die Kapitalrentner, die durch die Inflation ihr Vermögen verloren haben, und für die ihnen gleichzuachtenüen Personen als Mindestrente ein Kulturminium und eine nach der Höhe des verlorenen Vermögens zu berechnendes Entgelt. Ferner Zuschläge für die mit im Haushalt lebenden Angehörigen des Kleinrentners. Als Kapitalrentner betrachten sie nach den Ausführungen des Vertreters des Rentnerbundes auf der Tagung des Hauptausschusses des Vereins für öffentliche und private Fürsorge in Berlin vom 25. März 1927, Personen, die mindestens ein Vermögen von 10 000 Mk. vor der Entwertung besaßen. Die Deckung der erforderlichen Ausgaben sollen nach ihren Vorschlägen durch Wiedereinführung der Schaumweinsteuer, Erhöhung der Getränkesteuer, sowie der Luxus- und Vergnügungssteuer erfolgen. Bemerkenswert ist an dem Entwurf vor allem, daß als Mindestrente nicht das sog. Existenzminimum, sondern ein Kulturminimum gefordert wird. Was der Rentnerbund darunter versteht, läßt sich aus der Begründung ersehen, die er zu dieser Bestimmung gegeben hat und worin er an die Erklärungen des preußischen Ministerpräsidenten Braun und des jetzigen Reichsfinanzministers Dr. Köhler erinnert, wonach die Beamtenbezüge der Gruppen 1 bis 6, den notwendigen Lebsns- bedarf nicht decken würden. Ein Kulturminimum in Höhe der Bezüge eines Beamten der Gruppe 7, denn das ist wohl nach der Begründung und Auffassung des Rentnerbundes das angemessene Kulturmini- mum, durfte wohl außer Erwägung bleiben. Dom Standpunkte der Entschädigung, auf dem ja die Kleinrentner stehen, ferme bei einem Minüestkapital von 10 000 Mk. höchstens ein Kulturminimum von 500 Mk. in Frage. Mehr hätte der Kleinrentner bei einer Verzinsung von fünf Prozent ohne Inflation auch nicht gehabt. Diese 500 Mark entsprechen ungefähr dem gegenwärtigen Durchschnitts-Jahres-Unter- stühungs-Richtsatze für Kleinrentner. Damit das Ausscheiden aus der Fürsorge auch restlos erfolgt, wünschen die Kleinrentner die Festsetzung und Auszahlung der Rente durch das zuständige Finanzamt. Zweckmäßiger dürfte wohl eine Regelung entsprechend dem Vorzugsrentenverfahren denn auch bei der Versorgung wird die Prüfung der Hilfsbedürftigkeit erforderlich fein, die ohne Zweifel durch die Bezirksfürsorgestelle am zweckdienlichsten und schnellsten erfolgt. Mit dieser Frage der Aenderung der Klein- rentnerfürforge war der Reichstag gelegentlich der Beratungen des Haushaltsplanes für 1927 mehrfach beschäftigt. Man war sich darüber einig, daß etwas für die Kleinrentner geschehen müsse, konnte sich aber nicht entschließen, dem Antrag des Rentnerbundes auf Erlaß eines Rentnerversorgungsgesetzes zu folgen, sondern begnügte sich damit, einen laufenden Betrag von 25 Mill. Mark für die Kleinrentner in den Reichshaushaltsplan einzustellen, der an die Bezirksfürsorgeoerbände über die Länder zur Verteilung kommen sollen. Mit der Verteilung dieses Betrages hat es aber eine besondere Bewandtnis. Die Fürsorgeverbände erhalten nämlich die auf sie entfallenden Summen nur, wenn sie vertraglich Bedingungen bez. der Kleinrentnerfürsorge eingehen, die auf eine Aufhebung der Reichsgrundsätze über Art und Maß der Fürsorge hinauslaufen. Darauf eingehen würde Aufgabe des Grundsatzes der Hilfe nach Maßgabe der Bedürftigkeit, bedeuten, des Grundsatzes der Subsidarität jeder Fürsorge und des Grundsatzes der Rückerstattungspflicht bzgl. eines Teiles der in Fürsorge stehenden Personen. Tatsächlich hat der Reichstag in diese Bedingungen bereits den Entschädigungsgedanken dadurch ausgenommen, daß er bestimmt, daß die Zuschüsse namentlich für diejenigen Kleinrentner zu verwenden sind, die durch die Geldentwertung besonders schwere Vermögensverluste erlitten haben. In der Fürsorge hat aber der Entschädigungsgedanke keinen Raum. Aus diesen Gründen und auch mit deshalb, weil diese Zuwendung eine nennenswerte Besserstellung der Kleinrentner nicht bedeutet, (auf den Kopf würden etwa nur fünf Mark pro Monat entfallen), haben die Mehrzahl der Bezirksfürsaraeoerbände die Annahme oieser Mittel abgelehnt. Gegen die Annahme dieser Mittel haben sich aber auch unter schärfstem Protest die Kl.^rentner selbst ausgesprochen. Die Verhältnisse liegen nun also so, daß man es entweder bei dem alten Zustand der Kleinrentner- sürsorge beläßt, der ja eine Besserstellung im Rahmen der Fürsorge nicht ausschließt, ober aber dem Drängen der Kleinrentner nachgibt und die Versorgung der Kleinrentner durchführt. Daß man im Reichstag den letzten Weg zu gehen beabsichtigt, läßt sich aus der Entschließung ersehen, die der Reichstag im Anschluß an den Beschluß der Einstellung der 25 Millionen in den Haushaltsplan gefaßt hat, und worin die Reichsregierung ersucht wird, in eine Prüfung darüber einzutreten, ob durch ein besonderes Gesetz die Versorgung der Kleinrentner geregelt werden kann, und das Ergebnis dieser Prüfung in einer Denkschrift dem Reichstag baldmöglichst vorzulegen. Da sich auch sonst die maßgebenden Körperschaften und Personen mit Rücksicht auf die Entwicklung der Dinge, und obwohl sie beiher meist Gegner einer Versorgungsreglung waren, nunmehr für eine Versorgung aussprechen, ist mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, daß die Lösung der Kleinrentnerfrage auf diesem Wege erfolgen wird. Schwierigkeiten finanzieller und anderer Arten werden genug zu Überwinden sein. Aus dem Amtsverkü )igungsblatt. ** Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 52 vom 12. Juli enthält: Straßensperre. — Erlaß einer Polizeiverardnung über das Tragen ungesicherter Sensen. — An die Gendarmerlestationen des Kreises. — Volksmusiktage in Frankfurt a. M. — Dienstnachrichten. 59. Verbandstag der Hessischen Erwerbs- und Wirtschafts- genossenschast. * Der 59. Verbandstag des Verbandes der Erwerbs- und Wirtschaftsgen assen schäften im Volksstaat Hessen, sowie gleichzeitig die 3. Tagung der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Kreditgenossenschaften fand am 9. und 10. Juli in Badenhausen statt. Außer einer stattlichen Zahl von Ehrengästen hatten alle Genossenschaften ihre Abgeordneten entsandt. Die zweitägigen Verhandlungen nahmen bei reger Anteilnahme der Erschienenen eindn erfreulichen Verlauf. Die Versammlung nahm in der Sitzung am 9. Juli den Bericht über die Prüfung derVer - bandsrechnung für das ab gelaufene Jahr 1926/27 entgegen und erteilte dem Verbandsdirektor Entlastung; der Voranschlag für 1927/28 fand die Zustimmung der Anwesenden, ebenso wurde die Beitragserhöhung in der vom Vorstand vorgeschlagenen Form angenommen und einstimmig die Aenderung der Satzungen zur Einführung der jährlichen Revision gut» geheißen. Der stellvertretende Derdandsdirektor, Bankdirektor Weiler, Darmstadt, berichtete sodann von den Bestrebungen innerhalb des Kreditgenossenschaftswesens, ein einheitliches Gironetz zu schaffen. Zweck dieser Bestrebungen sei, die bestehenden Gironetze der Reichsbank und der Postscheckämter wirksam zu ergänzen und eine volkswirtschaftliche Aufgabe zu erfüllen, indem man alle Gelder, die nicht durch den Reichsbankgiro- ober Postscheckverkehr erfaßt würden, in den genossenschaftlichen Giroverkehr einbezieht und so der Wirtschaft dienstbar macht. Vor ungefähr drei Jahren fei die Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Kreoitgenossenr schäften gegründet worden, die noch eine Reihe zum Teil schwieriger Fragen zu lösen hat. Der Ausbildung fähiger'Bezirkskreditgenossenschaften solle man erhöhte Aufmerksamkeit schenken. Im Anschluß hieran nahm die Versammlung den Revisionsbericht des Verbandsrevisors Schneider, Darmstadt, entgegen. Ziel und Aufgabe der Verbandsrevision sei es, allmählich alle Genossenschaften auf die Stufe der höchsten Leistungsfähigkeit zu bringen. Aus diesem Grunde hat man sich im Deutschen Genossenschaftsverband allgemein dazu entfchlossen, an Stelle der bisherigen zweijährigen Revision die jährliche treten zu lassen. Die Praxis zeige immer wieder, daß die Persönlichkeit des Leiters von der größten Bedeutung für die Entwickelung der einzelnen Genossenschaft sei. Schließlich wurde auf die Notwendigkeit einer Zinspolitik hingewiesen, die auch dem wirtschaftlich Schwachen die Aufnahme von Krediten ermögliche. An Stelle des bisherigen /Verbandsdirektors Paech, Darmstadt, der aus Gründen gesundheitlicher und beruflicher Art fein Amt Anfang dieses Jahres niedergelegt hatte, wurde von der Versammlung Bankdirektor Weiler, Darmstadt, zum Verband sdirektor, sowie Bankdirektor R o i ß, Groß- Urnftabt und I. Weber, Darmstadt, zu seinen Stellvertretern gewählt. Als Ort für den 1928 stattfindenden 60. Verbandstag wurde Darmstadt bestimmt. Die Hauptversammlung am Sonntag wurde durch Verbandsdirektor Weiler mit einer Begrüßungsansprache eröffnet, der auch den Jahresbericht erstattete. Er erfüllte zunächst eine Ehrenpflicht, indem er dem Andenken des allseits verehrten Ehren- anmattes des Deutschen Genossenfchaftsverbandes, Prof. Dr. (Krüger, der zu Beginn dieses Jahres gestorben ist, einen eindrucksvollen Nachruf widmete. Ferner fprach er herzlichen Dank dem bisherigen Verbandsdirektor, Direktor Paech. Darmstadt, aus, der in den Jahren 1925/26 die Hessischen Genossenschaften mit fester Hand geführt und sich große Verdienste erworben hat, indem er in den kritischen Tagen nach der Inflation den Genossenschaften Er- gänzungskredite in ausreichendem Maße zuführte. Bei dieser Gelegenheit wurde erneut die Wichtigkeit und Notwendigkeit des Zusammenschlusses in der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Kreditgenossenschaften betonte. Bezüglich der Entwicklung der hessischen Kreditgenossenschaften im Geschäftsjahr 1926 könne z. T. auf die gedruckt vorliegende Statistik hin- aewiesen werden. Die Reinigungskrise sei im wesentlichen in den ersten Monaten des, Jahres 1926 beendet gewesen. Im Verhältnis zu den Sparkassen sei allmählich ein Wandel zum Besseren eingetreten; die Bestrebungen der beiderseitigen Spitzenorgani- sationen, das Betätigungsfeld gegeneinander abzu- grenzen (hier Hypothekar- dort Personalkredit), dürsten in weiterem Verlauf die Entwickelung von Erfolg begleitet fein. Es folgte bann ein Referat des Direktors Schüttler von der Hessischen Handwerkskammer in Darmstadt, der das Thema „G e n offen = schaftsarbeit bei der Hessischen Handwerkskammer" behandelte. Es wurde, so führte der Redner aus, die Handwerkerzentral- genosfenschaft als gemeinnützige Aktiengesellschaft gegründet, wozu der Staat die Hälfte des 'Aktienkapitals gegen jährliche Tilgung zur Verfügung stellte. Die Handwerkerzentralgenossenschaft als Einrichtung der Handwerkskammer hatte die Hcmd- werksgenossenschaften zu beraten, sie betätigte sich weiter in umfangreichster Weise in der Maschinen- besck-afsung für alle möglicljen Handwerkszweige und leistete insbesondere während des Krieges durch die Uedernahme und Durchführung von Kriegslieferungen außerordentlich wertvolle Dienste. Handwerkskammer und Handwerkerzentralgenoffenschaft stellten sich nach der Inflation in den Dienst der Kapitalbeschaffung; sie fetzten sich lebhaft unter Bürgschaft der Kammer für die Bereitstellung von Kapitalien bei verschiedenen Bankinstituten ein und sorgten für Kapitalzuführung an das hessische Handwerk bei der Verteilung der vom Reich und Staat bereit- gesteMen Mittelstandskredite. Dies geschah weitmöglichst im engsten Zusammengehen mit den gewerblichen Kreditinstituten, die sich durch die Landesgewerbebank als Abteilung der Handwerkerzentralgenossenschaft ein gewerbliches zentrales Kreditinstitut geschaffen haben. Weiter förderte die Handwerkskammer die Bildung van Baugenossenschaften zur Belebung der privaten Bautätigkeit. Ein weiterer Programmpunkt bedeutet die Schaffung von Absatzorganisationen für solche Gewerbezweige, die mit ihren Erzeugnissen kaum noch direkt an den Konsumenten herankommen können. Zum Schluß der Tagung hielt der Anwalt des Deutschen Genossenschaftsverbandes e. V. in Berlin, Professor Philipp Stein, einen Vortrag über „Sie Bedeutung der Genossenschaften für Wirtschaft und <51 a a t . Die Aufrechterhaltung eines in der Produktion und des Handels leistungsfähigen und kaufkräftigen Mittelstandes ist für die Erhaltung und Ausweitung des inneren Marktes wirtschaftlich von ebenso großer Bedeutung, wie sie für das Volksganze und den Staat unentbehrlich ist. Nur auf den breiten Fundamenten eines finanziell unabhängigen, wirtschaftlich selbständigen, sozialen, selbstbewußten Mittelstandes ist Dasein und Entwicklung des Staates und des Volkes gegründet. Die Genossenschaften haben früher und umfassender als andere Organisationen ben Wiederaufbau ihrer Mittel und ihrer Arbeit durchführen können. Sie können Träger einer neuen sozialen Selbstverwaltung sein. Die Genossenschaftsbewegung kann in ihrer Gesamtheit Vorbild und Keim zur Schaffung einer Volksgemeinschaft sein, auf daß wir, nachdem wir in ben Jahren bes Glücks bie Einheit des Reiches gewonnen haben, in ben Jahren der Not aus ber Einheitlichkeit ber Arbeitsgesinnung bie Einheitlichkeit ber Volksgesinnung und der Staatsgefinnung erringen. Die Versammlung folgte den Ausführungen der drei Redner mit lebhaftem Interesse und gab ihre Zustimmung des öfteren deutlich zu erkennen. Die Veranstaltung legte Zeugnis ab von dem gesunden Geist und ber Kraft 'ber Genossensck-astsbewegung, woburch allein ber Wiederaufbau unserer Wirtschaft möglich ist. Qoerhesien. Landkreis Gießen. A Großen-Linden, 12. Juli. Infolge Ausführung von Kanalarbeiten ist die hiesige Bahnhofstraße in der Zeit dorn 12. bis einschl. 29. Juli für jeglichen Fährverkehr gesperrt. Leichteres Fuhrwerk wird, sofern es nicht auf der Straßenseite verkehren kann, auf der nicht gearbeitet wird, durch einen Feldweg nach dem Bahnhof um geleitet. Das Postauto der Linie Gießen—Hochelheim wird während der Straßensperrung voraussichtlich nur bis zum Wasserhaus verkehren können. * Leihgestern, 12. Juli. Dieser Tage fand hier ein Probealarm mit anschließender Hebung der hiesigen Fveitvilligen Feuerwehr unter Leitung des 1. Kommandanten G. Held statt; die hierbei gezeigten Leistungen stellten der jungen, aber schlagfertigen Wehr daS beste Zeugnis aus. t Grünberg, 12. Juli. In der Hauptversammlung des B.H. C., Ortsgruppe Grünberg, wurde der seitherige Vorstand wieder- gewählt und die Rechnungsablage gutgeheißen. In dieser Versammlung wurde u. a. beschlossen, an t)\s Tagung des Verbandes der Deutschen Ge- birgs- und Wander vereine am 3. und 4. September in Herborn teilzunehmen, außerdem wurde die Errichtung einer Jugendherberge in Grün- berg besprochen; man will mit allen Mitteln versuchen, den schon seit Jahren in Aussicht stehenden Plan nun endlich zu verwirklichen. )) Lich, 12. Juli. Das diesjährige Inge n d s e st wird hier am nächsten Sonntag auf dem Hardtberge gefeiert. Nach den Gepflogenheiten der Vorjahre wird mittags am Rathaus unter Beteiligung der Schuljugend und aller hiesigen Vereine ein Festzug aufgestellt, der unter Dorantrü detr Kapelle der Freiw. Feuerwehr Lich nach dem Festplahe marschiert. Ansprachen, Gesangsvorträge der hiesigen Gesangvereine, turnerische Vorführungen des Turnvereins, 3ugenb«> spiele und Konzert der Kapelle werden für genußreiche Abwechslung sorgen. Vormittags findet ein Festgottesdienst in der Stiftskirche statt. — Der Licher Sommer markt, einer der beliebtesten und besuchtesten Märkte unserer Stadt, der alljährlich am Sage nach dem Licher Jugendfest, im lausenden Jahre also am Montag, dem StraßEnsperrungen mitgeteilt vom Oberhessifchen Automobil-Elub E. D., Gießen. Welche Strecke wird gesperrt? In welchem Straßenzng liegt die Strecke? Für welche Fahrz. erfolgt die Sperrung? Voraussichtliche Dauer der Sperre Umleitung Don Windhof- Landesgrenze Gießen - Rodheim Wagen- und Automobil, verkehr unbestimmt Krofdorf Inheiden-Utphe ©icfeen- Hungen- Gelnhausen •• ii Grund-Schwalheim - Unterwiddersheim - Rodheim In der Gemarkung Elz km 0,0-1,2 Landstraße Limburg - Rennerod II bis 26. 7. 27 Elz-Hundsangen — Hadamar Ortsstraßendurchfahrt Ober-Rosbach Friedberg - Homburg II bis aus weiteres Nauborn - Schmalbach bzw. Laufdorf Wehlar-Nieder- Quembach II bis 27. 7. Oberndorf - Bonbaden Oberzeuzheim - Dorchheim Limburg - Rennerod II bis 4. 8. Frickhofen Obernhof-Nassau Limburg - Nieder-Lahnstein tl bis 23. 7. Seelbach - Singhofen 18. d. M., stattfindet, wird in diesem Jahre uh. ber in hergebrachter Weise begangen. Außer dem üblichen Rindvieh-, Schweine- und Krämermartt ist Prämiierung von hessischem Fleckvieh und Vogelsberger Vieh, Bullen- und Schafbock-Auktion mit dem Markt verbunden. Die Anmeldungen hierzu sind recht zahlreich eingelaufen, so daß mit einem Auftrieb von 150 Fleckvieh- und Vogelsberger Tieren zur Prämiierung und zirka 25 Tieren der genannten Rassen zur Auktion schon heute gerechnet werden kann. Die Prämiierung beginnt um 9 Uhr. Preisrichter mit gutem Namen aus den verschiedenen benachbarten Zuchtgebieten sind für die unparteiliche und richtige Beurteilung der Tiere gewonnen. Die Auswahl unter den gemeldeten Tieren ist jetzt schon so reichlich, daß zuchtviehsuchende Gemeinden und sonstige Interessenten eine gute Gelegenheit zum Erwerb erstklassiger Tiere finben werden. Am gleichen Sage erfolgt auch die alljährlich stattfindende Auktion von Jährliygsböcken der Stammschäferei der Fürstlichen Verwaltung in Lich. Da die bekannte Versteigerung in Götzen in diesem Jahre ausfällt, verspricht die hiesige Auktion, die wertvolles Material aufweist, an ihrer Bedeutung wesentlich zu gewinnen. Mit dem Markt ist gleichzeitig eine Tombolaverlosung verbunden, für die recht wertvolle Gewinne zur Verfügung stehen. Die Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr Lich wird von 11 bis 12 Uhr mittags auf dem Marktplätze konzertieren. Am Nachmittag soll ein ümjug der prämiierten Tiere durch die Stadt erfolgen. Hieran wird sich Volksbelustigung, Konzert und Tcrnz auf dem Adler- Platz in Lich anschließen. (Aus die in der Freitagsnummer veröffentlichte Marktanzeige wird nochmals hingewiesen.) * Trais-Horlv'sf, 12. Juli. Gestern mittag ereignete sich auf der Grube „ Friedrich" bei dem einer Frankfurter Firma übertragenen Neubau ein bedauerlicher Unfall. Dem Hilfsarbeiter W. F i l s i n g e r aus Utphe fiel ein Bolzen vom Gerüst so unglücklich auf den Kopf, dast er bewußtlos zusammenbrach. Er kam nach kurzer Zett wieder zur Besinnung, aber die Sprache blieb aus. Der Verunglückte wurde ins Hungener Krankenhaus übergeführt. I" Aus der nördlich«n Wett-Tau, 12. Juli. Infolge des ungünsttgen Wetters ist erst jetzt das letzte Heu eingebracht worden. Die Heuernte ist hier sowohl der Qualität als auch der Menge nach gut ausgefallen. Eben ist man noch mit dem Einernten des Kleeheus beschäftigt. Während in normalen Jahren der rote Klee ganz und der ewige Klee zum größten Teil als Grünfutter verwendet wurden, ist heuer der erste Schnitt der hier viel angebauten Luzerne zu Dürrfutter aufgearbeitet worden, und teilweise wird auch noch der Rotklee zu Winterfutter hergerichtet. Die Preise für Heu sind sehr gedrückt, für erstklassiges Heu bieten die Händler jetzt 1,80 bis 2 Mark für den Zentner. Einen herrlichen Stand weisen die Getreideäcker auf; nur macht sich in solchen Gemarkungen. die seither verschont waren, die Weiterverbreitung des Hederichs bemerkbar. Falls nicht noch schwere Unwetter Schaden anrichten, steht eine außerordentlich gute Körnerernte bei allen Fruchtarten in Aussicht. Gut haben sich auch die Hackfrüchte bei den regelmäßig sich ein» stellenden Regengüssen entwickelt, während die Gartenkulturen, besonders Gurken und Bohnen, infolge der naßkalten Witterung etwas zurückgeblieben sind. Glänzende Aussichten find für eine Rekordobsternte vorhanden. Die Apfelbäume zeigen einen überreichen Behang, und da es an Baumftühen, sogenannten „Steipern", mangelt, werden eben in den Gemeindewäldern Sommerschläge ausgeführt. Auch die Birnbäume, die erst im Vorjahre gute Erträge lieferten, haben wiederum reich angeseht und gerade die besseren Sorten zeigen'' starken Behang. Wo es in den Hochzeitstagen der Zwetsche regnete, ist nur ein kärglicher Fruchtansatz vorhanden, anderorts haben die Maifröste ufnb die Obstbaumschädlinge die Hoffnung auf eine Vollernte zunichte gemacht. Mirabellen und Reineclauden versprechen eine sehr gute Ernte. Kreis Frievberg. ss. Friedberg, 12. Juli. Unter dem Vorsitz von Kommerzienrat Langsdorf fand dieser Sage die General-Versammlung des B a u - Vereins „Eigener Herd ist Goldes wer t" statt. Nachdem H. Heß zum Protokollführer ernannt worden war, verlas der Rechner des Vereins, Metz, den Bericht der letzten Versammlung, der genehmigt wurde. Kühn erstattete den Geschäftsbericht, aus dem heroorgeht, daß die Geschäfte sich glatt abgewickelt haben. Im Laufe des vergangenen Jahres konnten alle Häuser, bei denen die Notwendigkeit dorlag, renoviert werden. Bei der Jnneneinrichttlng wird diese Arbeit noch fortgesetzt. Dagegen ist die Wiederaufnahme der Neubautätigkeit vorläufig nicht möglich. Die Interessen der Mieter sollen auch weiterhin möglichst gewahrt werden, vor allem die Miete- so niedrig wie möglich bemessen werden. Kommerzienrat Langsdorf ist grundsätzlich Anhänger der Bautätigkeit, sieht jedoch auch die Gefahren, die der Vorsitzende bereits geschildert hat. Die Kassenprüfung wurde genehmigt. H. Metz verlas sodann die Bilanz, die mit über 50 000 Mk. in Llttiva und Passiva abschließt. Dem Vorstand und dem Auftichtsrctt wurde danach Entlastung erteilt. Med.-Rat Dr. Becker und Kaufmann Schneider, die aus dem Aufsichtsrat ausscheiden, wurden in geheimer Wahl wiedergewählt. Zum Schluß dankte der Vorsitzende des Auftichtsrats, Kommerzienrat Langsdorf, dem Vorstand für seine mustergültige Geschäftsführung. Kreis Schotten. ’!* Freienseen, 12. Juli. Lanbwirt- schaftsrat Srautmonn, Direktor des Landwirtschaftsamtes Grünberg, hielt gestern nachmittag in unserer Gemeinde einen Feldrundgang ab. Der Rundgangsleiter wies an Hand Iber praktischen Beispiele auf eine sachgemäße Bodenbearbeitung und Düngung, sowie auf eine richtige Sortenwahl und Pflege des Saatgutes hin. Die Winterfrüchte stehen in unserer Gemeinde wesentlich besser als die Sommerfrüchte. Auf eine jedesmalige Saatgutreinigung wurde besonders aufmerksam gemacht. Ferner soll in ber nächsten Zeit eine Jungviehweide eingerichtet werden. Die Besichttgung des dazu gehörigen Ortsgelänbes soll demnächst erfolgen. Die Ausführungen des Rundgangleiters wurden mit Interesse verfolgt. Kreis Alsfeld. H Alsfeld, 12. Juli. Am Sonntag weilte der Hessische Geschichtsverein mit seinen Abteilungen Marburg, Kirchhain und Hers- ge° berghaus bereinigt sind, erstrecken sich von der Ritter- straße bis zum Dehringweg (früher Breiter Weg), Wi Gießen, den 11. Juli 1927 6543ss spindel. 6ö51ss Franklnri am fflalu. Bekanntmachung Rur für 1927 6555D der ein melink, Ausdruck Mitglieder des besitzet Pferdekraft- e rschlagen. Außerdem wurden 24 Tiere Met. BübneraufieB, Hornhaut verschwinden bald durch Karns bewährte HülinerauOenttoMnr Central-Drogerie Sdiulstr. Oie Geburi eines kräftigen, gefunden Töchterchens zeigen in dankbarer Freude an Dr. Hermann Orth und Frau Lotte geb. Schaefer oder Winiöigem Molen wird die seltene Gelegenheit geboten, sich durch Ueberncihme der Generalagentur einer altbekannten Stonaern= Gesellschast.dteJeueroersicherungund alle sonstigen Branchen einschließlich Leben betreibt, erheblich zu verbessern. Pflichtvensum nicht verlangt. Altersversorgung durch lebenSlänal Pro- Visionsbezug gewährt. Bewerbungen, die vertraulich behandelt werden, unter F. Z. D. 428 an Rndol! fflosse, Für die Reise- und Ferienzeit einen WlKllPWtSWWSl Große Auswahl bietet das PhaiöMus Ml Kam Sch ul Straße 3m Interesse der Inhaber von Vorausbezaylungsgas- messern find folgende Gasmünzen-Derkaufsstellen eingerichtet: 1. Luise Joost, Schreibwarenhandlung, Bahnhofstraße 33 2. Konsumverein, Berkausstelle Asterweg 6 3. „ „ Kaiserallee 50 4. „ „ Klinikstrabe 24 Ungeahnte Kräfte entwickelt das liehen Streudose entströmende die spfetend dtessauberseron"!' glänzend; Schmutz, Flecken, Rost — nichts widersteht ihm. Verwenden Sie VIM nur feucht; es kratzt nicht, ist geruchlos und säurefrei. Wer VIM kennt, will’s nimmer missen. „SunUcht** Mannheim gegeben. Die zum Forsthof und Duis- gehörigen Grundstücke, die nunmehr Preußen. itreiö Wetzlar. Wetzlar, 12. Juli. Zur Förderung Schweinezucht im Kreise Wetzlar hat sich stzlb mti etwa 60 Personen in unserer Stadl zur 7^esia)tigung ihrer Sehenswürdigkeiten. Zu ihrem Ernpsang hatte sich der Vorstand und Beirat des (rosigen Geschichts- und Altertums'orreins unter Kihrung von Herrn Kommerzienrat Aamspeck tihgefunden. Die Führung hatte der durch sein illustriertes treffliches Werk über Alsfeld be- kanntgewordene Marburger Pribatdozent Dr. Metzer-Barkhausen. Am Nachmittag treurbe das Rathaus, die Walpurgiskirche unb t)?:8 Museum besichtigt. Bei dem im „Deutschen $0iuS" mit dem Alsselder Geschichts- und Alter- luimsveretn veranstalteten gemeinsamen Mittag- eisen dankt« der Vorsitzende des Marburger Vereins, Herr Professor Kürschner, für den liebenswürdigen Empfang und für die erwiesenen 2!hlfmerksamkeiten. Die Unna Georg Kurtz jun. h. tte den Gästen je eine Mappe mit Alsfelder * Darmstadt, 12. Juli. Am Sonntag be- g/ag hier der Oberhessen-Derein, Darm- | ito?.)t, mit einer größeren Feier seine Fahnen- ?-'.ihe. Den Weiheakt nahm Pfarrer Heß vor, bar auch die Festrede hielt. Unter den Ver° c.iacn, die an der Veranstaltung teilnahmen, ■ touren auch die Vereinigung der Schlitzerländ.er | in Darmstadt und der Oberhesien-Vcrein. Worms. Am Sonntag sind dir Mitglieder des H essen- r>«armstädter Volksfest der ei ns in Meuyork, die sich zur Zeit auf einer Reise durch Deutschland befinden, hier eingetroffen. Zu Wen Ehren fand im städtischen Saalbau ein Lmpfangsabend statt. Gestern vormittag wurden Wesichtigungsfahrten unternommen; mittags tour» b«n einige Vertreter der Stadt vom Verein in bact „Traube" empfangen, nachmittags waren die i Wereinsmitglieder Gäste des Alice^Frauenvereins Doorn Roten Kreuz und des Großherzogspaares in Schloß Kranichstein und abends der Stadtverwaltung im Oberwaldhaus. — In Ober-Mossau üx'wde der 15jährige Sohn des Landwirts Adam ßeartmann inmitten einer Schafherde vom Blitz Betr.: Marktlaubenveroachtung. Samstag, den 16. Juli 1927, vormittags 11 Uhr, findet im Hofe des Turmhauses am Brandplatz nochmals eine Versteigerung des überdeckten Marktlaubenverkaufsstandes Nr. 23/24 an den Meistbietenden statt. 65496 Die Pachtzeit läuft vom 1. Juli bis 30. Juni 1928. Gießen, den 11. Juli 1927. Der Oberbürgermeister. I. D.: K l i n g s p o r. «S Ne Reife! KlSe KEemE-sS- und TsrM-M ferne LedeVWavers rrfw. in größter Auswahl und hervorragender Qualität Zetzt ihMEdSAs dßStiKK WVeZks! st Marburg, 12. Juli. In dem auf der Höhe des Schloßbrrgs unmittelbar neben dem Landgrasenschloß gelegenen Bückingsgarten fand dieser Tage ein großartig angelegtes Som- merfest der Marburger Studentenschaft statt. Veranlassung gab die Einweihung des For st Hofes, der dem Marburger Studentenheim von den Landeskirchen Kassel, Frantfurt und Wiesbaden geschenkt wurde, und des darangrenzenden, von Dr. Karl Dulsberg gestifteten Duisberghauses (früher Kurhaus Schloßberg). Weit über 1000 Teilnehmer hatten sich eingefunden. In Ansprachen eines Vorstandsmitgliedes der Studentenschaft und des Vorsitzenden des Studentenheims, Prof. H erwürbe dem Dank für die Stiftungen in unserer stillgelegten Maschinenfabrik haben wir räumungshalber billigst abzugeben: Wetzeibohrwerk, 70 mm Bohr- Fittler-Bevolverbank E. R. A., ■15 mm Spindelbohrung, Einpilezterhobeler, Billeter & Klunz. 750x2000 mm, m. Tisch mit 1 W erkzeagsnpport. Laithammer dlo., 150 ky, 2 Hobelmaschinen, 760X600 mm und 300X300 mm. t gr.Lellspindeidrehbank,550/850/ 7000 mm, Revolverbänke, von 25—58 mm Spindeldurchm., Drehbänke mit Leit- und Zugspindel v. 800—3500 mm Drehl.. Pels’sche Lochstansen f.Transmissionsantrieb bis 32 mm. Shapiagmaschlnen, 300—600 mm Hub, Spindelpresse, 140 mm, SchneUfcobrmasehlnen von 25-60 mm.Gewindeschneidmaschinen, Rnnüschleiimascli., 160/600 mm, Südd. Schleifm.-Fb., Werkzeugschielfmaschine, Pfauter, Horizontalfräsmasehinen, 300-1100, 160/700, 150 400, üniversalträsmasshine, alektr. Kietmaschiüe bis 20 mm, Eiserne Kleiderschränke, Neue, sowie gebrauchteWerk- zeuge aller Art, Bäromöbel uew. Karl Kaiser 8 Co., G. m. d. B. Kassel Yorkstraße 50. Telephon 6655. Klreisschweinezuchtverein gegründet. Sum Vorsitzenden wurde Administrator Siebold vom Hofgut Altenberg, als Geschäfts« fülrrer der Direktor der landwirtschaftlichen Schule, Dr. äl l r i ch, Wetzlar, und ’ als weitere TÄrstandsmitglieder die Landwirte Engel, tzörnsheim, und Koch, Holzhausen, gewählt. Dr.Steinreich verreist am 16. Juli. Vertreter sind die Herren: Dr. Meyerhoff, Dr. Ploch. der hand- VIM. Ob Holz oder Metall, Glas oder Email, Porzellan oder Marmor — VIM macht alles rein und zu bezahlen. Gießen, den 12. Juli 1927. Stadt. Gas- und Wafserwerk. VeVÄrmtmaOtt-NK. Betrifft: Verkauf von Gasmünzen. Hohe VMWWWl! Herstellerfirma sucht zum Vertrieb ihrer erstklassigen kosmeiischen Erzeugnisse wie Haarwässer, Parfüms, stüffige Seifen, Krems Kito^biret: an Private für sofort Händler, Vertreter, abaebautcBeamtc oder Damen, die bestens eingeführt sind. Ansprechende Ausmachung, ntedrigePreise, hohe Provision. Nur solche Persönlichkeiten, denen an einem intensiven Arbeiten gelegen ist, wollen sich unter Angabe ihres Reisebezirks schriftlich wenden unter 05177 an den Gießener Anzeiger. bis 2 Hier*, für den ßentna. stand öeifzn die Getreide' macht sich in solchen Temar> ’ verschont waren, die Weiter' Äerichs bemerkbar. Falls n$ «ter Schaden Mächten, sich ch gute Körnerernte bä aller. Aussicht. Gut haben sich auch - bei den regelmäßig sich ein- iffen entvicfcki, während die sonders Gurken und Dohnen, ten Witterung etwas zuruä« änzende Aussichten sind fit bsternte vochmden.^Äe a einen überreichen 'Mw mmMen. sogenannten ßto nden eben in dm ©enranbe» schlä« ausgefihrt. Ach? ift im Vorjahre gute &W DiÄerum reich mgestht unö ■3i Sofien Men-starken^ Hochzeitstagen der in l* FruchtchahM i haben die Mistöste^- e die Hoffnung > na-bt. Mirabellen md Dem« n ernt sehr gute Ernte- »is Friedberg. ,rc 12.M ^nterdemM lonet Hero i Vervielfältigungen, masehincnscfarlit* licheArbelten uswbei E.R.Niederbausen&Go. SelterSweg 19 I (im SchuhhausMetrovol» Teleph. 841. osi® ousammenbrach. ®r kam jur Drsmmmg, aber Wrde ^vaus ubergesühfi. Üblichen Wett^an de« ungünstigen Detters ist Dru eingebracht Vörden. Dir er sotoohl der Qualität als ch gut ausgefallen. Eben ist ™ Einernten des Kleeheuz >d in normalen Jahren bei t«r ewige Klee zum größten • drfivmidet wurden, ist Heuei »er hier viel angebauten Lu> fi aufgoarbritet worden, imb noch der Rotklee zu Winter. Die Preise für Heu sind erstklassiges Heu bieten dir ^niedrig Amgnfi MMNA« 6186P Außeroem wurde für jede Bürgermeisterei ein Vertrauensmann bestimmt. Als Zuchtrichtung ist die Rasse des veredelten Landschtoeines gewählt, die sich bisher im Kreise Wetzlar besonders bewährt hat. Die beiden im Kreise vorhandenen Zuchtstationen, Hvfgut Altenberg und Hörnsheim, sollen von dem neu gegründeten Verein übernommen werden. Zu seinen Aufgaben will der Verein auch die Zentralisation des Absatzes von Mast- und Zuchtschweinen machen; die Sch is° fung einer besonderen Viehvertoertungsstelle ist ins Auge gefaßt. Dem Verein ist bereits eine große Anzahl von Schweinebesihem des Kreises Wetzlar beigetreten. * Wißmar, 12. Juli. Rachdem sich die Verhandlungen über die Schasfung einer Postauto- verbindung Wißmar—Launsbach—Gießen und zurück infolge der von den Gemeinden geforderten Garantieleistung zerschlagen haben, sind nunmehr Bestrebungen im Gange, eine Privat-Auto- linie von Wißmar nach Gießen einzurichten. Am Sonntag fand eine von den Gemeindebehörden im Äerein mit den interessierten Stellen unternommene Probefahrt statt, die ein durchaus günstiges Ergebnis zeitigte, so daß die Gemeindevertretung bereits ihre Zustimmung erteilt hat. Sie konnte dies um so eher, als die Privatgesellschaft, die die Linie betreibt, keinerlei Garantieleistung beansprucht. In diesen Tagen soll in einer öffentlichen Aussprache der Fahrplan den Bedürfnissen entsprechend festgelegt werden. —c— Von der mittleren Lahn, 12. Juli. Infolge der unbeständigen Witterung der letzten Wochen hat sich die Heuernte in den ausgedehnten Wiesengründen der Lahnebene sehr verzögert. Trotz der zahlreichen Regenfälle ist die Qualität des Heues durchweg befriedigend, ebenso wie die Quantität, die auf nicht zu feuchten Wiesen, die der vorjährigen Ernte noch übersteigt. I Lützellinden, 12. Juli. Die hiesige Evangelische Gemeinschaft feierte am gestrigen Sonntage ihr diesjähriges I a h r e s f e st. Cingeleitet wurde das Fest vormittags durch einen Gottesdienst in der Kirche, den Missivns- inspektor Held, Wiesbaden, abhielt. Die Festversammlung am Rachmit.ag send im Vereinshause und im Freien unter Leitung des Orts- Pfarrers Koch statt. Es hatten sich zahlreiche Gäste, besonders aus den benachbarten hessischen Orten, eingefunden. Festansprachen hielten Missionar Schlaudraff, Gießen, Missionsinspektor Held, Wiesbaden, Prediger Tripp- ler, Groß-Rechtenbach, und Prediger Meng, Großen-Linden. Das Schlußgebet sprach Johannes Bork von «hier. Zur Verschönerung des Festes trugen die Posaunenchöre von Hörnsheim, Hoohel- heim und Lützellinden sowie der hiesige Ge- !>nischtc Ehor, unter Leitung des Dirigenten Friedrich Ä l t e n h e i m e r, bei. O Groß-Rechtenbach, 12. Juli. Gestern nachmittag fand im hiesigen Gemeindewüld die Versteigerung des diesjährigen Lohhvlzes statt. Da sich eine berhältnis- mäßig große Anzahl Kauflustige eingefunden hatte, toartn auch die Preise höher als in frühe- 5. , „ Am Kugelberg 1> Konsumvereins 6. Christian Kuhn, Kolonialwarenhandluna, Kaiserallee 18 1. Gebr. Männche, Kolonialwaren, Delikatesten, Wilsonstr. 9 8. Wilhelm Moeser. Zigarrenhandlung, Mäusburg 1 9. Ioh. Reinhardt, Kolonialwarenhandlung, Krofdorfer Str. 12 10. Emil Schermulh, Kolonialwarenhandlung, Dammstrahe 42 11. Albert Stoll, Eisenhandlung, Frankfurter Straße 86 12. Verkehrsverein Gießen, Seltersweg 74. Es wird ersucht, die nötigen Gasmünzen, die zum gleichen Preise als im Gaswerk erhältlich find, in einer der obengenannten Verkaufsstelle zu entnehmen. Die Münzen sind bar ren Jahren. Insgesamt kamen 109 Hausen Loh- Holz mit je 6 Raummeter Inhalt zur Versteigerung. Es wurden bezahlt: für gute Haufen 10 bis 14 Mk., für geringere 6 bis 10 Mk. Die Loh- Holzstangen sind bei der voraussichtlich guten diesjährigen Obsternte als Obstbaumstützen sehr begehrt. —tz— Oberkleen. 12. Juli. Die in fruchtbaren Jahren in unteren kalkreichen Böden außerordentlich zahlreich anzutreffenbe Weinbergschnecke wird in diesem Jahre von der Dors- jugend eifrig gesammelt. Ein auswärtiger Händler kauft die Tiere aus und zahlt pro Pfund Schnecken fünf Pfennig. Kreis Biedenkopf. ** Königsberg, 12. Juli. Die Heuernte, welche in unserer Berglandschaft stets später einseht als im Lahntal, ist glücklich im schützenden „Heustock" geborgen. Bei der diesjährigen Grasversteigerung, die Gemeinde verfügt bäanntlich über 40 Morgen Wiesenfläche, waren die Käufer lehr zurückhaltend, es wurden 35 bis 40 Mk. pro Morgen gezahlt. In der Zeit des Rückganges des Pferdefuhrwerkverkehrs in den benachbarten Städten Gießen und Wetzlar ist auch der früher von hier so flott betriebene Heuabsatz sehr zurückgegangen. T Raunheim, 12. Juli, ülnserm Misst o n s f e st am Sonntag ging am Vormittag ein Gottesdienst in der überfüllten Kirche in Waldgirmes voraus, in welchem Missionar Wagner von der Rheinischen Mission predigte. Am Rachmittage sprach hier außer dem Genonnten und dem Ortspfarrer Anthes Pfarrer Gaul, ein geborener Raunheimer, von der Brüdergemeinde Spandau. Die Gemischten Chöre von hier und Waldgirmes sowie der Posaunenchor von Waldgirmes verschönten das Fest. Die Kollekte erbrachte über 300 Mk. Heute fanden hier und in Waldgirmes Missionskindergottesdienste statt, in welchen der Missionar aus seinen reichen Erfahrungen über Land und Leute von Sumatra erzählte. Kreis Marburg. Mung Äneider, diA 5? wurden ^stssührung. Q&W' ^flirt' relS 3ult- Land' «’ÄSjsg welcher vom Schlosse zum Smmerichdendnal bzw. Dammelsberg führt. sch. Dom Rimberg. 12. Juli. Beim Holzholen pflückte ein Landwirt aus Caldern im Vorbeigehen die roten Beeren ab, die tief im Moos versteckt unter blühendem Fingerhut standen, und aH sie. Rach kurzer Zeit fühlte er sich unwohl, Schwindel- und Krampfanfälle stellten sich ein. Ohnmächtig und totenblaß wurde er ins Dorf getragen, wo ein zufällig anwesender Arzt Vergiftung durch Pollen des Fingerhutes feststellte, die auf die Beeren herabgefallen und mitgegessen worden waren. Ein Gegenmittel gegen das starke Gift, das die prächtigen Blüten des Fingerhutes enthalten, wurde vom Arzte gereicht, woraus bald Besserung eintrat. Dittkreis. bl. Dillenburg, 12. Juli. Das ehemalige Lehrerseminar wurde vollkommen zri Bureauräumen umgewandelt. Das Kulturaml, Hochbauamt und Kulturbaucnnt haben hier Unterkunft gefunden. Kreis Usingen. —!— Brandoberndors, 12.Juli. Bei in. gestern hier stattgehabten Lohholzversteige- r u n g kamen 100 Stück Aussorstwellen auf etiro. 9 bis 12 Mk., gute Lohwellen kosteten bis 22 Ml pro 100 Stück und Lohstützstangen ungefähr 5 bi 6 Mk. pro 20 Stü.ck. Marngau. WSN. Frankfurt a. M., 12. Juli. In bei vergangenen Nacht wurde in der Kirchhainer Straße ein älterer Kaufmann von einem Unbekannten a n geschossen. Ein hinzugezogener Arzt entfernte das Geschoß. — Gestern vormittag wurde in der Wolfgangstraße eine Schülerin beim Ueberschreiten der Straße van einem Omnibus überfahren. Das Kind erlitt innere Verletzungen. WSR. Bad Homburg, 12. Juli. Gestern nachmittag wurde auf dem Wege von Dornholzhausen nach Oberstedten in der Gegend der Schießstände ein 16jähriger Lehrling aus Oberstedten von einer verirrten Kugel getroffen und schwer verletzt. Man hofft, nach Entfernung der Kugel aus dem Körper des Verletzten feststellen zu können, wer den Schuß abgegeben hat. (Bros; - Wiesbaden. WSR. Wiesbaden, 12. Juli. In der Werkstätte der Schlosserei der Gebrüder Weber im Stadtteil Schierstein explodierte aus bisher unbekannter älftache unter gewaltigem Knall ein Schweitzapparat. Trotz des einige Zeit anhaltenden Glasregens wurde niemand von den elf in der Werkstätte befindlichen Personen verletzt. Der Sachschaden ist bedeutend. S^rechstmrdeu der Redaktion. 12 dis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags Samstag nachmittag geschloffen. Jät unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigesügkes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Melden Dir Uta? N die al&l Wffichtspostkärwn gestiftet. Der Vorsitzende des Xür5i;^rIiC^6ödffl S Derbeausschusses des hiesigen Verkehrs- und te Aerschönerungsvereins, Kaufmann Otto Lu d- -Imming jn b i g, überreichte den Gästen je ein Exemplar die Ü? t-r kürzlich erschienenen Werbeschrift „Achtet ausw-i? II1 f Alt-Alsfeld". Rachdem man noch das städti- zu gettil™ ’ - Schwimmbad besichtigt hatte, trennten sich Whg eine $oSa£l 1 ? Teilnehmer unter herzlicher Verabschiedung. Starkenburg. 6558a MM Samstag, den 16. Juli morgens ab 9 Uhr Bereiten Sie (ich vor, denn die Preisherabfetzungen in unterem Saifon-Ausverkauf werden ungeheuer groß fein. Nachdruck verboten. 29. Fortsetzung. .Pflegten die beiden denn sonst zusammen aus» m?" !ur .Wie der entdeckte ii er begangen hat? vmt Sdtiii des Ausverkaufes Freitag, den 15. Juli 0.40 025 0.85 0.45 kräftige Qualität 1 Post.Strnmplbandfifirtei Serie.. iOM 0.60 Serie.. 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Be- trachten wir sie ordentlich, so stimmt alles überein: das Verschwinden des Herrn, der Handkoffer, der einzigartig plumpe Diebstahl, die geheimnisvollen Visitenkarten, die unglaubliche Blödheit des Mannes, alles paßt zusammen. Wir haben uns abermals hinters Licht fuhren lassen, das ist das Ganze." und Kampfgenossen etwas zuzutelegraphieren. Lei- ich das Komödienspiel zu spät, obwohl Zeit über das bestimmte Gefühl hatte, Der Assessor war so erstaunt über die schnell angedeutete Möglichkeit, daß er in schweigender Erwartung sttzenblieb und die beiden Herren aniah In der Stimme des Polizeichefs verriet etwas, daß auch er die Ansicht des Assessors nicht annehmbar fOn,kuf den ersten Blick," sagte Krag, „sieht es ganz bestechend aus zu glauben, daß die beiden Männer, die vorhin hier nebeneinander standen, Herr und Diener feien. In diesem Fall war Ihre Meinung die, daß der Italiener der Herr sein müsse, nicht wahr?" „Selbstverständlich." „So selbstverständlich ist es doch nicht. Aber wir wollen es annehmen. Dann wird diese Hypothese in erster Linie durch einen Umstand hinfällig. „Was ist das für ein Umstand?' fragte der Polizeichef. „ „Sie vergessen ja ganz den Handfosfer , entgegnete Krag. „Im Hotel Malmö erzählt man, der Handkoffer des Herrn sei aus seinem Zimmer verschwunden. Ich glaube nicht, daß das an demselben Tage geschah, an dem man den Herrn das letzte Mal gesehen hat. Ich glaube, er ist am folgenden Tage aus dem Zimmer sortgeschasft worden". „Sie meinen also," fragte der Chef, „daß der Mann, den wir den Herrn nennen, am Tage nach der Katastrophe in aller Heimlichkeit ins Hotel zurückgekehrt sei, um ten Handkoffer zu holen?" „Nein, das meine ich nicht. Ich halte es für ge- aegeben, daß der Diener ihm den Koffer gebracht hat." „Sie meinen, der Diener habe die ganze Zeit den neuen Aufenthaltsort seines Herrn gekannt?" „Wenn nicht die ganze Zeit, so doch jedenfalls wenige Tage nach der Verhaftung des Italieners." „Aber warum hat er denn dann gejammert und nach feinem Herrn gefragt?" „Weil er Komödie spielte." „Und warum spielte er diese Komödie?" „Weil man ihm befohlen hatte, es zu tun." „Welcher »man'?" „Der Herr." MOftöttöMWieW Roman von Sven Elve stad. Copyright bei Georg Müller, München. Panama-Sporthemden j (Ijl weiß, mit Schillerkragen u. Klapp' ] IflSl mansdietten <74 W benommen?" „Er ist immer unruhiger geworden und hat fortwährend nach Monsieur gefragt. Schließlich gewann man im Hotel den Eindruck, daß er kein Geld mehr habe." ,, „ , Bei dieser Bemerkung legte der Assessor die flache Hand auf das Protokoll: „Da haben wir ja die Erklärung, so wie ich sie mir gedacht habe. Der Herr hat den armen Kerl im Stid) gelassen. Wir setzen voraus, daß der Herr identisch ist mit dem alten, gebrechlichen Herrn Raspail, Der im Grand-Hotel zusammen mit dem Italiener verhaftet wurde. Nachdem er durch ein reines Wunder den Händen unserer Polizei wieder entkommen ist, hat er nicht nach dem Hotel zurückkehren wollen, oder er ist in aller Heimlichkeit zurückgekehrt, um seinen Koffer zu holen, und hat dann Reißaus genommen. Der dumme Diener — so hat er gerechnet — hätte ihn auf der Flucht nur aufgehalten, und darum hat er ihn verlassen. So ist der Diener in Not geraten, rmd als er zuletzt kein Geld mehr hatte, hat er diesen einfältigen Diebstahl in dem Juwelierladen versucht. Die mystischen Visitenkarten hatte er natürlich von seinem Herrn. Wir gehen davon aus, daß er etwas vom Treiben feines Herrn weiß und darum hier den Mund hält, weil er nicht gern Gefahr laufen will, zuviel zu verraten." Asbjörn Krags mißvergnügtes Gesicht verriet, daß ihm die Erklärung nicht gefiel. Plötzlich griff der Polizeichef in die Diskussion ein: „Es gibt noch eine andere Erklärung. Ist es nicht denkbar, daß diefe beiden Männer, die vor einem Augenblick einander hier vor der Schranke gegenüberstanden, daß diese beiden Herr und Diener waren?" Krag nickte eifrig: „Ich fabe auch daran gedacht. Das ist eine Erklärung, die sich hören läßt, aber sie ist in einem Punkte hinfällig." wahrscheinlich Ferro gogenübergestellt werden würde. So konnte Thollon Gelegenheit finden, Ferro die Mitteilung zu überbringen, die der Herr ihm zu übermitteln wünschte. Sie können auch ganz überzeugt davon sein, meine Herren, daß Ferro diese Mitteilung erhalten und verstanden hat. Solche Leute verfügen über ein besonderes Alphabet. Es besteht aus einem Tasten mit den Fingern, einem Blinzeln mit den Augenlidern, aus der Stellung der Füße zueinander, einer eigentümlichen Art, die Arme zu bewegen, dem Winkel, den das Gesicht mit der Brust beschreibt. All das sind Buchstaben oder Sätze. Wenn wir glaubten, Thollon sei unruhig und nervös, so irrten wir uns. Er war gar nicht nervös. Er war bloß im Begriff, seinem Frcund Herren-Socken A P feste Baumwolle |l AJl gut verstärkt, schwarz und farbig “4 J.V H.-Fantasiesocken Serje L h „Gerade diese Tatsache, daß er so ungemein ungeschickt ausgeführt wurde, erklärt alles. Es ist wieder Komödie. Der Herr hat es ihm befohlen. Hier griff der Assessor lächelnd und zweifelnd ein- „Wissen Sie was, das ist doch unglaublich. Warum sollte ihm der Herr den Befehl erteilen, diesen Diebstahl zu begehen?" Weil der Herr wünschte," erwiderte Asbjörn Krag, „daß er verhaftet werden sollte. Er wünschte eben, daß die Polizei ihn fing. Sie glauben doch wohl nicht, daß eine solche Bande Überhaupt einen Diener mit sich führt. Ferner ist es ganz sinnlos, zu glauben, daß diese geniale und verwegene Bande ein Mitglied hat, das eine so außerordentliche Dummheit verrät wie dieser Thollon. Er hat eine seltene Fähigkeit, den Einfältigen zu spielen, und dieser Fähigkeit bedient er sich natürlich in seinem und seiner Kameraden Interesse. Aber ich glaube, er ist ebenso klug wie der lebhafte Italiener Ferro, der ihn mit solcher Geringschätzung betradstete." „Bis hierher können Ihre Schlußfolgerungen stimmen," sagte der Assessor, der sich nun auch für Krags Darstellung zu interessieren begann. „Aber es scheint mir, daß die wesentlichste Frage sein muß: Warum in aller Welt will der Herr noch einen Mann verlieren, warum will er, daß Thollon verhaftet wird?" Krag lächelte: „Nichts ist leichter zu beantworten als diese Frage." Der Assessor sah auf. „Ich sagte vorhin," fuhr Krag fort, „daß ich den anscheinend dummen Diener für ebenso klug halte wie den Italiener. Das ist vielleicht eine Uebertrei- bung. Ferro ist klüger; er ist ein nützlicherer Mann für den Herrn, darin liegt die ganze Erklärung." ,Hch begreife immer noch nicht." „Es ist sicher ein Fluchtversuch geplant." „Ach |o/ „Ferro muß aus dem Gefängnis heraus, weil der Herr ihn braucht, und weil man jetzt bald die Berichte über diesen Mann von der internationalen Polizei erwarten kann. Der Zusammenhang ist demnach in Kürze der, daß Thollon sich auf den Befehl seines Herrn hat verhaften lassen. Der Herr wußte, daß Thollon, wenn die geheimnisvollen Visiten- I karten in seinem Besitz gefunden wurden, höchst- fjcrmanimfroibhcim Giessen, Bahnhofstrasse 14 Damen-Strümpfe 4 gP feinster Seidenflor, Doppelsohle | IST und Hochferse, moderne Farben Damen-Strümpfe 4 j$P prima Seidenflor, klares Gewebe, 9 IIJ1 in den neuesten Modefarben ... VW Damen-Strümpfe A P feinste Waschseide f mit Flor plattiert, aparte Farben ■ Damen-Badeanzüge 4 ^P Seidenflor V Der Assessor erhob sich eifrig und heftig von seinem Platz. „Ja, Sie haben recht", rief er. „Sie müssen reckst haben. Jetzt sehe ich das Ganze vollkommen deutlich. Aber ich oin nid# allein an der Nate herumgeführt worden, wir smd alle drei in dieser Lage gewesen, meine Herren." Krag überhörte die Bemerkungen des Assessors und wandte sich von neuem an den Schutzmann, der die Ermittlungen im Hotel Malmö angestellt hatte. „Hat man Ihnen eine Beschreibung von dem verschwundenen Handkoffer gegeben?" fragte er. ,Za," erwiderte der Schutzmann, indem er seine Notizen zu Rate zog, „eine genaue Beschreibung konnten sie nicht von ihm geben, da sie ihn nicht näher untersucht haften. Es war ein mittelgroßer. fast neuer Lederkofter, braun, mit gram gestreifter Schutzhülle, auch der Handgrift war aus Leder. Am Handgriff war eine hübsche litbogra- phierte Karte befestigt, mit dem Namen Pierre Raspail, und darunter stand Lyon." (Fortsetzung folgt.) Mittwoch, 13-MM? Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Rr. 161 Drittes Blatt Aus Natur und Technik. Wk MW r- Das Stammhaus inmitten nach geben. ^Die Zahl der Teilnehmer am Llnterhaltungs- rundsunk steigt erfreulicherweise dauernd. e>aber Alfred Krupp. Zu seinem 40. Todestage am 14. Juli. Von Max Fischer. (Nachdruck verboten/ feine Platten gäbe: des Schellacks. Dieser toirb, hauptsächlich in Indien, durch Reinigung eines Harzes gewonnen, den bestimmte Pflanzen unter dem Einfluh der Schildläuse ausschwihen. Man tonnte mit einiger Ironie, aber sachlich durchaus richtig, der Geschichte einer jeden Schallplatte die Uebcrschrift geben: Von der Laus zum Kunstwerk. Nachdem in der Fabrik aus solchem Schellack und anderen Substanzen die richtige Mischung für die Plattsnsubstanz hergestellt worden ist, beginnt die hauptsächliche Arbeit: ine Pressung. Das Material, das inzwischen m eine Hatbfeste Form gebracht worden ist, wird leicht erhitzt und in einer Maschine unter gewaltigem Druck der einem Gewicht von etwa fünfzigtausend Kilogramm entspricht, auf die metallgehartete Matrize gepreßt. Diese riesigen Kräfte werden durch einen Heinen Hebel an einer verha tnismahig unscheinbar aussehenden Maschine entfesselt: ein Auoenblick des Niederdrückens — schon, ist Die Plattenkopie mit allen Einzelheiten geprägt, und bedarf nur noch einer Bearbeitung ihrer Nander. der Etikettierung und Verpackung, um versand- sertig zu sein. Schon schiebt sich neues Material in die Maschine, wiederum ein Druck und die nächste Platte ist fertig. Scheint es nicht verhält- nismätzig einfach? Aber welche Arbeit von Generationen hat dazu gehört, um diese Einfachheit zu ermöglichen. So über ihre Herkunft orientiert, legt man mit verdoppeltem Interesse die neuen Platten des Monats auf das Grammophon. Zu den Instrumenten, deren Ton früher überhaupt kaum zu reproduzieren war, gehört das Klavier. Es klang immer strohig und dürr, und es wur^ nur eine gelinde Ahnung von seinem eigentlichen SUang vermittelt. Gerade hier nun zeigt sich die Entwicklung der Neproduktionstechnik. Es ist noch immer nicht so, als stände man neben einem Flügel; aber der Ton ist nicht mehr kurz und gen sollte! . Friedrich Krupp war Kaufmann m Essen und besaß von seinen Eltern und der sehr rührigen Großmutter Krupp I)er ein für damalige Zeiten beträchtliches Vermögen. Technische Kenntnisse hatte er sich bei seiner früheren Tätigkeit auf der Gutehoff- nungshütte erworben, die damals im Besitz eben dieser Großmutter war. Sein Entschluß, Gußstahl herzustellen, gewann feste Gestalt, als sich ihm zwei Brüder namens von Kechel als „Stahlfabrikanten anboten, die sich aber später als Betrüger erwiesen; die im Jahre 1812 begonnenen Versuche scheiterten. Noch schwerer war Sie Enttäuschung bei einer Verbindung mit einem gewissen Nikolai, und erst 1816 konnte Friedrich Krupp die Herstellung von Gußstahl nach eigenen Gedanken wieder aufnehmen. Nach anfänglichen Erfolgen häuften sich aber die Mißerfolge; die Fabrik ging mehr und mehr zurück; schon 1824 war Friedrich Krupp aus der Zahl die Herstellung von Schienen waren die Grundlage der Erfolge; insbesondere die Radreifenherstellung gab die Mittel, die Geschützherstellung — Ende der fünfziger Jahre bestellte Preußen die ersten 300 Felogeschützrohre bei Krupp — aufzunehmen und auszubauen. Die Jahre nach dem Kriege 1870/71 brachten einen Rückschlag, der die Arbeiterzahl vorübergehend auf 13 000 sinken ließ. Solche Zeiten stilleren Geschäftsganges benutzte Alfred Krupp immer zum inneren Ausbau des Werkes. So baute er von 1871 bis 1873 zahlreiche Arbeiterwohnungen, u. a. in den Siedlungen Kronenberg und Schederhof. 3300 Wohnungen standen damit für Kruppsche Werksangehörige zur Verfügung. 1873 erließ Alfred Krupp ein „Generalregulativ", das für den späteren Ausbau und die gesamte Organisation des Werkes bin= Krupp — bei welchem Deutschen stellte sich bei diesem 'Jlotnen nicht die Gedankenverbindung „Kanonen" ein! Und doch war es eigentlich nur eine lurze Zeit, in der Krupp Geschütze baute, und sie haben — ausgenommen natürlich in der Kriegszeit — immer nur einen geringen Teil seiner Erzeugung ausgemacht: „Gußstahl" ist das Stichwort, das sich bei Nennung des Namens Krupp emstellen sollte Gußstahl wollte der im Jahre 1787 geborene Kaufmann Friedrich Krupp machen, Gußstahl, der den weltbeherrschenden englischen Gußstahl verdrän- wäre es allerdings dringend nötig, daß audj die Rücksichtnahme auf die in ter Nähe wohnenden anderen Rundsunktrilnehmec i'i gleichen Maße wachsen würde, denn je dichter ix: Rundfunkempfangsstellen im Stadtgebiet liegen, um so größer ist auch die Gefahr der gegenseitigen Beeinflussung und Störung. Leiber nehmen aber die Klagen über Störungen durch ungeschickte oder rücksichtslose Benutzung der Empfangsapparate zu. Wenn auch das Pfeifen und Heulen in vielen Fällen durch mangelhafte Beschaffenheit oder falsche Handhabung des eigenen Apparates verursacht werden, so besteht doch kein Zweifel, daß noch öfter wirklich Störungen durch benachbarte Empfänger vorliegen. Diese fogenarmten Rückkopplungssto- rungen werden dadurch verursacht, daß die Empfangsröhre infolge zu engen Koppelns mit der Antenne ihrerseits als Sender wirkt, so daß die eigene Antenne Schwingungen aussendet. die auch noch in größerer Entfernung auf benachbarte Antennen einwirken und die an diese angeschalteten Empfangsapparate zum Heulen bringen. Erhöht wird die Gefahr des unbeabsichtigten Aussendens von Wellen durch andauerndes Suchen nach verschiedenen Sendern. Wenn in kurzen Fristen immer wieder der ganze Wellenbereich des Rundfunks abgetastet '/oirb, Tann das ohne Störung der Nachbarn nicht abgehen. Hierbei müßte aber doch jeder bedenken, wie unangenehm ihm selber eine Störung mitten im Empfang ist und wie der ganze Genuß dadurch hinfällig werden kann. Eltern sollten auch ihre Kinder entsprechend belehren und beaufsichtigen. Der Rundfunk ist längst kein Spielzeug mehr, sondern schon ein unentbehrliches Verkehrsmittel. Man denke auch daran, daß gerade unter den Rundfunkteilnehmern sich viele Unbemittelte befinden, für die in ihrem schweren Dasein der Rundfunk die einzige Erholung und Abwechslung ist, und die sich selbst die geringe Rundfunkgebühr förmlich abdarben müssen. Man überlege sich, wie es solche Leute, besonders aber auch Kranke und Kriegsbeschädigte usw. berühren muß. wenn man ihnen die kleinen Lichtblicke, die ihnen aus den Rundfunkdarbietungen erwachsen könnten, durch ungeschicktes und rücksichtsloses Handhaben der Empfangsapparate oder sinnlose Spielereien raubt. Was nützt es unseren Blinden, daß sie jetzt durch die Reichspost ausnahmslos mit Rundfunkgerät ausgestattet werden, wenn ihnen diese Anlagen durch die mangelhafte Einsicht der Nachbarn verleidet und so schließlich zu einer Quelle des Aergers anstatt der Freude werden? Darum trage jeder Rundfunkteilnehmer zu seinem Teil dazu bei, daß die Rückkopplungs störungen verschwinden und beherzige folgende Mahnungen. Während der Hauptsendezeiten des srank- furter Senders laß das Herumsuchen nach anderen Wellen, sonst störst du bestimmt. Prüfe öfter, üb dein Röhrenempfänger nicht unbeabsichtigt Wellen aussendet. Meist kannst du das schon daran erkennen, daß du im Hörer ein Knacken wahrnimmst, wenn du mit angefeuchtetem Finger eine blanke metallische (nicht mit Isolierlack usw. überzogene) Stelle der Antennenzufuh- nmg, Qlntennennemme usw. berührst. Hast du irgendwelche Zweifel, so erhältst du Auskunft in der Beratungsstelle des hiesigen sunk- Vereins. Gin erfahrener Vertreter derselben ist fast immer vormittags in der Geschäftsstel^ der Firma Heinrich Brinkmann. Zweiggeschäft Bahnhofstraße (neue Geschäftshallen Dorrn Bahnhofsgebäude) zu sprechen. Erst trenn du deinerseits dies alles getan hast und du dir keiner eigenen Rundfunksünden bewußt bist, kannst du dich mit gutem Gewissen mit den Verfehlungen deiner benachbarten Mitteilnehmer befassen Aber auch dann ist es nicht klug, gleich zum Kadi zu laufen, der meist auch nicht viel tun kann, weit die Beschaffung von unwiderlegbaren Beweisen sehr schwer ist, Zwangsmaßnahmen, besonders die Entziehung der Genehmigung, aber doch nur bann in Betracht kommen können, trenn solche untrügliche Beweise vorhanden sind; Dermutuii- gen genügen dabei nicht. Es ist viel besser und wirksamer und geht meist viel eher ohne gegen- , fettige Verstimmungen ab. trenn die Teilnehmer als getreue Nachbarn in freundlicher Weise miteinander in Verbindung treten, sich gegenseitig ihre Beobachtungen mitteilen, ohne Empfindlichkeit auch die Wahrnehniungen anderer Aur Kenntnis nehmen und die Folgerungen dar- spitz der verschiedene Klangcharakter von Bassen, Mittellage und hohen Tonen tritt seyr deutlich und eindrucksvoll hervor, und Feinheiten der Nuancierung sind oft auf das genaueste erkennbar Aus der Fülle des Materials erwähne ich einige Platten, die mir besonders gelungen erscheinen: vor allem diejenige, die Ignatz « r t e d- manns virtuose Eleganz festhalt (Columbia). Daß Geläufigkeit und klare Disposition zu den aünftigen Vorbedingungen des PHonoerfvlges gehören zeigt Carol Szreter, der auf einer Parlo'phonplatte Liszt spielt. In einigem Abstand davon ist eine Chopinplatte des berühmten Cho- pinspielers Pachmann zu nennen, dessen genialische Art sich dem Apparat nicht so. ohne weiteres anpaßt. Ganz besonders zur Wiedergabe ist der an sich kurze und dünne Ton des entzückenden Vorgängers des Klaviers, des Cembalos, geeignet; so kann Freunden alter'Musi. zum Beispiel die Cembaloplatte von Allee Ehlers (Homocord) empfohlen werden. Ein Gebiet, bei dem sich durch die technischen Verbesserungen neue Möglichkeiten erschließen, ist auch das der Sprechplatte; freilich zeigt sich auch hier, wie durchgebildet die Technik des Künstlers für diesen Zweck sein muß. Aus einer Elektrolaplatte spricht Blandino ©böiger zwei Gedichte, begleitet von Friedrich Hollander: seltsam vibrierend zwischen Komischem und wahrhaft Schauerlichem, schmal, unterernährt unö fünfzehnjährig in der Stimme wie in ihren Kaba- rettqeitalten. Weitere Platten bringen Elar. Waldoff und Paul Morgan. Beide amüsant. aber sie können sich an Intensität und trockenem Witz nicht messen mit emem der besten englischen Komiker, den ebenfalls Etrola herausbringt: Jack Smith. Wie der bald du) Musik führt, bald neben ihr baherfchlenbert, tote er spaßig mit englischen Lauten jongliert, ist er em Meister der Sprechkunst auch für den, der nicht jedes Wort versteht. Rundfunk und Publikum. Von einer hiesigen, in Dingen des Radiobetriebes maßgeblichen und sachverständigen Stelle werden uns die folgenden Ausführungen zur Verfügung gestellt, denen wir im Interesse der zahlreichen Gießener Rundfunksreunde gerne Raum der steuerpflichtigen Gewerbetreibenden gestrichen worden. Am 8. Oktober 1826 erlag er, erst 39 Jahre alt, einer Brustwassersucht und hinterließ seiner Familie den Besitz übersteigende Schulden und leere Fabrikgebäude. Hatte schon einmal eine Frau, die erwähnte Großmutter Friedrich Krupps, Helene, geborene Ascherfeld, mit fester Hand die Familie geleitet und ihren Besitz vermehrt, so war es auch diesmal eine Frau, Friedrichs Witwe, Therese, geborene Wil- fjehni, die den zähen Entschluß faßte, das Werk ihres Mannes weiterzuführen. Neben wohlwollenden Verwandten, die sie unterstützten und keine harten Gläubiger waren, war cs aber einer ihrer Söhne, der ihr Hauptstütze war, der Mann, der die Firma später zu Weltruf brachte, und dieser „Mann" war damals erst 14 Jahre alt: Alfred Krupp. ~ , Und das ist das Merkwürdige: Dieser vierzehnjährige Knabe, der nach seiner Entlassung aus der Die Welt der Schallplatte. Von Frank Warschauer. Die Monatsproduktion der großen Schallplattenfabriken in Deutschland ist im allgemeinen 120 000 bis 150 000 Stück. Aus diesen Zahlen ist die ungeheure Verbreitung der Schallplatte zu erkennen. Es ist keine Hebertreibung, wenn man sagt, daß in der weitaus größten Zahl von Fällen Musil durch Apparate, wie Rundfunk und Grammophon, vermittelt wird, und daß demgegenüber unmittelbar gehörte Musi! nur einen kleinen Prozentsatz darstellt. Die Fabrikation einer Schallplatte gehört zu denjenigen feinmechanischen Verfahren, die auf die geistreichste Weise durchgebildet sind, und bei denen die subtilste Arbeit mit unerhörter Präzision und Gleichmäßigkeit geschieht. Cs handelt sich hierbei bekanntlich darum, eine Schrift von mikroskopisch kleinsten Ausmaßen, die für das Auge überhaupt nicht sichtbar ist, in zahllosen Exemplaren derart au vervielfältigen, daß auch nicht die allergeringste Einzelheit Der» lorengeht. Denn es sind Zeichen feinster Art. die auf die ursprüngliche Aufnahmeplatte eingeritzt werden, und die sich tatsächlich genau ebenso, ohne die allermindeste praktisch bemerkbare Verschiedenheit auf Tausenden von Platten wiederfindet. n ... Wie hat nun die Technik diese fast unlösbar scheinende Aufgabe bewältigt? Ein Gang durch eine Schallplattenfabrik gibt eine Antwort darauf. Sn einem besonderen Raum befindet sich das kostbarste: die Originalplatten. Man sieht ihnen nicht mehr an, daß sie ursprünglich aus dem empfindlichsten und weichsten Material aus Wachs waren; sie machen vielmehr einen soliden Eindruck und scheinen ganz aus dein rötlich glanzenden Metall zu bestehen, das ihre Oberfläche bildet: aus Kupfer über einer Kupferlegierung. dende Richtlinien sestlegle, und das auch noch seinem Tode fortwirkte. Gegen Ende seines Lebens zog er sich mehr und mehr vom Geschäft zurück und überließ die technische und kaufmännische Leitung dem „Direktorium. In die siebziger Jahre fällt auch die Aufnahme der Erzeugung von Siemens-Martin-Stahl, neben der die Herstellung von Tiegelgußftahl beibehalten wurde. Am 14. Juli 1887 starb Alfred Krupp und hinterließ seinem einzigen Sohne Friedrich Alfred das Werk mit 21000 Beschäftigten. Von den 75 Jahren seines Lebens hat er 61 an der Spitze feines Werkes gestanden, zu dem zwar den Keim jein Vater gelegt hatte, den dieser aber wohl wegen mangelnder Stetigkeit in seinem Wesen nicht zur Entfaltung hatte bringen können. Alfred Krupp, der aus härterem Holze geschnitzt war, konnte ernten, was sein Vater gesät hatte — nicht muhelos freilich, sondern in zähem Ringen um den Erfolg. Seine Aufsasfunq vom Wesen der Arbeit sprach er in einer Kundgebung seinen Arbeitern gegenüber aus, als er das heute noch inmitten der Fabrik stehende Stammhaus hatte wiederherstellen lassen, das die Zuflucht seiner verarmten Eltern in den zwei letzten Lebensjahren des Vaters gewesen war, und das Alfred Krupp selbst mit feiner Mutter und seinen Geschwistern bis in die vierziger Jahre bewohnt hatte; er sagte: „Der Zweck der Arbeit soll das Gemeinwohl sein, dann bringt Arbeit Segen,'dann ist Arbeit Gebet." eignetest, sondern überall da, wo Zweifel entstehen können, auch, wofür es nicht geeignet ist. So schnell ging der Aufstieg zur Weltfirma freilich nicht. Bis 1848 war das Kruppsche Unternehmen eine kleine Werkstatt mit wenigen Arbeitern — ihre Höchstzabl hatte nur zeitwellig hundert überstiegen. Zu den bisherigen Erzeugnissen waren vor allem tyeine Walzwerke für die Gold- und Silberwarenindustrie getreten. Die Erfindung eines Löffelwalzwerks verwertete Alfred Krupp u. a. in Oesterreich. Technischer Leiter der dortigen Fabrik mürbe sein Bruder Hermann dessen Sohn Arthur noch heute die daraus eniftanbenen Berndorfer Werke bei Wien leitet. Es liegt hier ein ganz ähnlicher Vorgang vor wie in der Familie Siemens: Auch mehrere Brüder von Werner Siemens sind selbständige Großindustrielle geworden; man kann aber bei keiner- der beiden Familien sagen, daß ihnen dies mir infolge der Unterstützung durch den „großen Bruder" gelungen ist: Aehnliche ererbte Mutagen haben sicher den Hauptteil dazu beigetragen, daß sich Männer wie Hermann Krupp und Wilhelm Siemens in ihren eigenen Wirkungskreisen nicht nur behaupten, sondern sie gleichfalls zu Wsltunternehmungen ausbauen konnten. Alfred Krupp erweiterte feine Kenntnisse durch eigene Studien sowie durch Reisen nach Holland, England und Frankreich. Rückschläge, die wahrend seiner Abwesenheit eintraten, verstand er zu überwinden. Erst zwischen 1830 und 1840 konnte die Firma die erste Dampfmaschine aufstellen — ganze 20 Pferdekräfte hatte sie. In das folgende Jahrzehnt fallen die ersten Versuche mit geschmiedeten Pistolen und Gewehrläufen. 1848 wurde Alfred Kruvp alleiniger Inhaber der Fabrik. Von dieser Zeit an beginnt der Aufstieg. Die Zahl der Arbeiter betrug 1851 etwa 200, 1856 stieg sie auf 1000 und erreichte Ende der sechziger Jahre 2000, um bann anfangs der siebziger Jahre in der Fabrik und in den Gruben und Hütten aus 17 000 anzuwachsen. Die Erzeugung von Federn i,nd Achsen für Pserüewagen und Eisenbahnen, namentlich aber die von nahtlosen Radreifen und Das ist aber ein Irrtum. Das Metall ist nur eine ganz dünne, überaus feine Schicht, die mit Hilfe eines elektrolytischen Versahrens über den überaus leicht verletzlichen Wachsgrund gelegt ist; doch ist die Platte auf diese Weise derart gehärtet, daß sie einem sehr starken Druck wider- stehen kann, ohne dabei irgendwelche Veränderungen zu erleiden. Hier auf dieser Platte ist alles fixiert, was zur Wiedergabe besttmmt ist. Der Stift, der sie geritzt hat, ist durch die ursprünglich erlllngen- den Schallwellen geführt; ob sie von einem Instrument herrühren oder von der menschlichen Sttmme, von einem ganzen Chor oder einem Orchester: hier sind sie in ihrer charakteristischen Eigenart gebannt. Man vergegenwärtige sich, was dies bedeutet. Schon ein einzelner ^on, den man z. B. auf dem Klavier anschlägt, ist gekennzeichnet durch die Aussendung einer ganzen Reihe von Schallwellen, die zueinander in einem bestimmten Verhältnis stehen; von einem spielenden Orchester aber oder einem Chor gehen gleichzeitig Hunderte, ja Tausende der verschiedensten Schallwellen aus, die durch die Art ihrer Beziehung zueinander den Gesamteindruck erzeugen. Unö all dies finden wir nun in dem System unsichtbarer Verttefnngen und Erhöhungen auf der Platte wieder. Von der Originalplatte können nun, nachdem sie so vorbereitet ist, mit Hilfe eines Preßver- fahrens Abzüge gemacht werden; undTnese^dienen dann wiederum dazu, die verkäuflichen Platten herzustellen. Hierbei spielt das Material für die Platten eine große Rolle; es muß zugleich einen hohen Grad von Elastizität und von Üesllgkeit besitzen. D-r wichtigste Bestandteil der Platten- substanz ist organischen Ursprungs und wird von einem übelbeleumundeten Tier geliefert: .nämlich einer — Laus. Die sogenannte Lackschildiaus ist Die Herstellerin einer Substanz, ohne die es Quarta mit 134 Jahren vom Vater in das Geschäft ein geführt worden war, ging mit Tatkraft ans Werk, suchte Fühlung mit den Abnehmern, sorgte dafür, daß ältere Bestellungen so schnell wie möglich ausgeliefert wurden, und vergrößerte so bald Kundschaft und Absatz. Mißerfolge in der Güte des Stahls gab er ehrlich zu und ersetzte Beanstandetes durch Einwandfreies. Als im Jahre 1827 die Eifen- lieferungen schlecht ausgefallen waren, brachte ihn dieses Verfahren an den Rand des Verderbens; er blieb aber trotzdem dabei, und diese Ehrlichkeit, nach bestem Wissen und Gewissen nur das Beste zu liefern, der die Firma treu geblieben ist, ist es, die ihren Aufstieg begründet und sie zur Weltfirma hat werden lassen. Es ist auch heute geradezu bezeichnend für die Kruppschen Werbedrucksachen, daß nicht mir angeben, wofür ein Erzeugnis ge- and ziehen. Erst wenn alte Rundfunkteilnehmer erkannt haben, daß sie auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden sind, und daß eine ersprießliche Entwicklung nur möglich fei, wenn alle sich als Glieder eines unteilbaren Ganzen suhlen lernen und allseitig Rücksich t a u f ein an der nehmen, werden auch die Klagen über Ruck- kopplungsstörungen verschwinden. Also, lieber Rundfunkteilnehmer, laß dir nochmals folgendes gesagt sein: Rimm Rücksicht auf andere genau so, wie du das von diesen erwartest. Bedenke, dah die Funkempfangsanlagen äußerst empfmdlieye Gebilde sind und sein müssen, die zu ihrer ordnungsmäßigen Wartung besondere Sachlenntmße erfordern. Verschaffe dir diese durch Inanspruchnahme des Funkvereins, der Auskünfte und Rat unentgeltlich erteilt. Unsachliches, blindes Herumtasten schädigt dich und andere. Es gibt so viele unabwendbare Störungen des Rundfunks, daß die vermeidbaren unbedingt verhütet werden müssen, wenn ni$t eines Tages die ganze Einrichtung unmöglich gemacht werden soll. Trage jeder zu seinem L,erl nach Kräften dazu bei, daß die Aufwartsbe- wegung nicht unterbrochen wird. 3c ungestörter der Empfang, um so größer die Teilnehmerzahl und um so höher die Mittel, die die Senoegesell- schaften für die Gewinnung hervorragender Künstler ufw. ausgeben können. Vermachtes. Schulungswoche für studentische Selbsthilfe. Auf der Dresdner Schulungswoche für studentische Selbsthilfe sprach Dr. Mau rette über „Ueberpr oduktion der geistigen Arbeiter". Der Redner vertrat den Standpunkt, daß die Ueberproduktion die Haupturfache an der U n - terbewertung der geistigen Arbeiter nach dem Kriege fei und daß deshalb nur durch Zusammenschluß und Einigkeit innerhalb der geistigen Berufe diese Krise überwunden werden könne. Es sei Tatsache, daß der größte Teil der geistigen Arbeiter infolge zu geringer Bezahlung a u f Nebenerwerb angewiesen und gezwungen sei, statt acht Stunden zwölf und vierzehn Stunden zu arbeiten. Als Mittel zur Vermeidung von Krisen empfahl der Redner den stärksten Ausbau der Berufsberatung, die aber zur Voraus- seßung habe, daß stets die erforderlichen statistischen Unterlagen zur Verfügung ständen und diese Stellen völlig neutral seien. In der Aussprache wurden von verschiedenen Rednern Bedenken gegen die Ausführungen von Dr. Maurette geltend gemacht. Jnlernationale Zusammenarbeit dec Hochschulen. Die von ber internationalen Kommission für g e i ft i g e Zusammenarbeit gebildete Unterkommission für die Beziehungen zwischen den Universitäten hat ihre Arbeiten abgeschlossen. Sie nahm Kenntnis von dem Bericht über die ausländischen Studien-Stipendien. Hinsichtlich der Frage der internationalen Anpassung der Hochschulstudien und der Schaffung einer internationalen Hochschule war sie der Ansicht, daß zuerst eine Koordination der Hochschulstudien in den einzelnen Nationen angeftrebt werden soll. 300 000 Dollar-Erbschaft einer AmbersitiitS-AugenMnik. Der hochbetagt in Milwaukee verstorbene Augenarzt Dr. Josef Schneider, Ehrensenator der Würzburger älniverfität, hat in feinem Testament die Llniversitäts-Augenklinik in Würzburg reich bedacht. Die Äniverfität ist zugunsten der bei der Augenklinik bestehenden, 1911 von Schneider gegründeten, aber durch die Inflation erledigten Anna - und Franziska- Stiftung für mittellose augenkranke Frauen und Kinder das reiche Legat von 300 000 Dollar zugefallen. Vorerst kommt die Stiftung nur in den Genuß der Hälfte der Zinsen, und für eine spätere Zeit ist die Auszahlung des gesamten Kapitals vorgesehen. Durch die Wohltat des edlen Verstorbenen wird die Stadt Würzburg ebenso wie das Frankenland und die weitere Umgebung einer Fürsorge teilhaftig, wie sie in Deutschland in ihrer Art einzig dastehen dürfte. Schwindel mit Hypothekenbriefen. Seine früher erworbenen Kenntnisse wußte ein ehemaliger Amtsgerichtsschreiber sehr geschickt zu verwenden. Er war in der Hhpotheken- abteilung des Amtsgerichts in einer nieder- schlesischen Stadt angestellt, wurde aber vor einem halben Jahre entlassen, weil er sich Llnregelmäßigkeiten hatte zuschulden kommen lassen. Ehe er die Stätte seiner Wirksamkeit verließ, verstand er es, sich heimlich Stempel und Formulare für Hypothekenbriefe zu verschaffen und fuhr, so ausgerüstet, wohlgemut nach Berlin. Hier schlug er sein Hauptquartier in einem Lokal der Kurfürstenstraße auf und eröffnete hier sozusagen eine „Zweigstelle" des Amtsgerichts. Auf Grund seiner Erfahrungen und unter Benutzung der echten Formulare und Stempel war es chm ein leichtes, tadellose Hypothekenbriefe nicht nur auszustellen, sondern sie auch an den Mann zu bringen. So verkaufte er einem gutgläubigen Mann eine Hypothek über 5000 Mk. Als der Erwerber aber keine Zinsen erhielt, wandte er sich an das Amtsgericht in Riederschlesien, und da kam der Betrug ans Licht. Die Berliner Kriminalpolizei, die nach dem llrkundenfälscher und Schwindler fahndete, ermittelte ihn nun in seinem Stammlokal und nahm chn fest. Bei seiner Vernehmung gab er auch zu, die Hvvothel verkauft zu haben, von anderen Schwindeleien jedoch will er nichts wissen. Lin merkwürdiger Ungluasfall. Vor einigen Wochen stieß der Fahrradhändler Martin Wolf aus Werneuchen mit seinem Motorrad nachts auf der Chaussee nach Seefeld mit einem Pferdefuhrwerk zusammen. Seine hinter ihm sitzende Frau stürzte auf den Damm und war sofort tot. Montag nacht unternahm Wolf zum ersten Mal nach dem LInglück eine Fahrt mit dem Motorrad. 3n der Aähe der damaligen äln- f allstelle wiederholte sich der gleiche Unfall. Wolf wurde auf die Straße geschleudert und blieb tot liegen. Der Tunnel nach dem Anhallcr Bahnhof. Das Berliner Hotel Excelsior beabsichtigt bekanntlich, einen eigenen Tunnel vorn Hotel zum Anhalter Bahnhof, der unter der Königgrätzer Straße hindurchgeführt werden soll, zu bauen. Die Verwirklichung dieser Absicht scheiterte bis jetzt immer noch an dem Bureaukratismus der Stadt Berlin, der immer neue Ausflüchte erfand, die Konzession zu verweigern. Aunmehr sind die monatelangen Verhandlungen zwischen der Direktion des Hotels, der Stadt Berlin und beti Reichsbahn fotoeit gediehen, daß der Vertrag über den Bau des Tunnels genehmigt worden ist. Der Tunnel wird an jedem Ende zwei: Ausgänge besitzen: auf der Hotelseite einen direkt unter den Hotelaufzügen und einen vor dem Hotel, zwei Ausgänge direkt nach den Bahnsteigen. Diese Ausgänge werden von den Reifenden durch besondere Fahrstühle erreicht werden können. Die gesamten, sich auf etwa 3,25 Millionen Mark beziffernden Baukosten und alle Be- triebsspefen gehen zu Lasten des Hotels. Der Tunnel wird drei Meter hoch und drei Meter breit fein. Da man mit einer Bauzeit von fünf Monaten rechnet, wird er noch in diesem Winter in Betrieb genommen werden können. Wirtschaft. f Auflegung Deutscher Anleihen in Holland. Die Reederlandsche Handels- Maatschappij, sowie die Bankfirmen Mendelssohn & Co., Pierson & Co., R. Mees & Zoonen und die Gebr. Teixeira de Mattos legen am 15. 3uli einen Betrag von sechs Millionen Gulden der öprvzenti- gen 30jährigen Obligationen des Ruhrverbandes zu Essen zum Kurse von 95,5 Prozent zur Zeichnung auf. Die Amsterdamsche Bank, die Twent- sche Bank, die 3nternationale Bank, sowie die Bankfirmen Lippmann, Rosenthal & Co. und R. Mees & Zoonen werden am 15.3uli einen Betrag von drei Millionen Dollars der 6pro- zenfigen Obligationen der Deutschen Rentenbank Kreditanstalt (landwirtschaftliche Zentralbank) zu Berlin zu einem Kurse von 95,5 Prozent zur Zeichnung auflegen. ** Vom südwe st deutschen Bau- und Daustvffmarkt. Die Bautätigkeit hat zuletzt unter dem Einfluß der schlechten Witterung eine leichte Abschwächung erfahren. Der Zugang von neuen Aufträgen hat spürbar nachgelassen. Am B a u g e l d m a r k t hat sich die scharfe Verknappung noch nicht gemildert, obgleich der Absatz der Pfandbriefe an der Börse eine leichte Belebung zeigt. Am Baustoffmarkt ist der Tendenzumschwung, der bereits in der Vorwoche in Erscheinung trat, noch stärker hervorgetreten. Am Mauersteinmarkt ist bei zunehmendem Angebot eine Abschwächung der Preisbewegung festzustellen. Die Ziegelherstellung leidet weiter stark unter dem Einfluß der nassen Witterung. Am Dachziegelmarkt hat sich das Geschäft in den letzten Wochen sichtlich belebt, so daß die Preise infolge der erhöhten Rachsrage zum Teil etwas gestiegen sind. Am Zementmarkt blieb der Absatz nach wie vor recht flott. * Siemens-Schuckertwerke A. - G. in Berlin. Die bereits angekündigte Llmwand- lung der Siemens-Schuckertwerke G. m. b. H. in Berlin in eine A.-G. ist am 12.3uli erfolgt. Hierzu teilt die Verwaltung ergänzend mit: An den inneren Verhältnissen der Siemens-Schuckertwerke hat sich durch diese Timwandlung, abgesehen von formellen Aenderungen, die sich aus den gesetzlichen Bestimmungen über die G. m. b. H. und die A.-G. ergeben, nichts geändert, insbesondere ist auch in der Zusammensetzung der GeseNschastsorgane keine grundsätzliche Aende- rung eingetreten. * Voltohm Seil- und Kabelwerke- A.-G.-Frankfurt a. M. Die G.-V. gench- migte den bekannten Verlustabschluß von 1926 sowie die übrigen Verwaltungsanträge. Das laufende 3ahr habe infolge der Gründung des Drahffeilfhndikates eine wesentliche Besserung gebracht. Frankfurter Börse. Frankfurt, 13. 3uli. Tendenz: Fest und lebhaft. — Die Börse nahm auch heute einen festen und ziemlich lebhaften Verlauf. Der lebhafteren Tätigkeit der Berufsspekulation scheint nun doch das Publikum, wenn auch zögernd, zu folgen. Stimulierend wirkte die Verständigung zwischen der deutschen und französischen Delegation in den Wirtschastsv-erhandlungen und die Fortschritte in den deutsch-polnischen Besprechungen. Eineii guten Eindruck machten ferner dis ,günstigen Berichte aus der deutschen Maschlnen- industrie und der Rückgang der Arbeitslos e n z i f f e r n. Die Mehrzahl der Werte hat e gegenüber den Kursen der gestrigen Abendborse Besserungen von l bis 3 Proz. aufzuweisen. Zeitweise stürmisches Geschäft hatten 3. - G. - F a r b e n, die zunächst 4 Prozent gewannen und im Verlaufe rasch weiter stiegen. Elektrowerte blieben etwas vernachlässigt. Bankaktien stärker gesucht. An der Spitze standen Commerz und Dresdner, letztere auf neue Kapitalerhvhungshoffnungen. - Zellstoff-Waldhof weiter gefragt. Heimische Anleihen wurden von der allgemeinen Lebhaftigkeit nicht berührt; nur Ablösungsrente erholt. Nachdem gleich nach den ersten Rotierungen die Kurse im allgemeinen weiter anzogen (I.-G.-Farben bis 310), konnten sich während der zweiten Stunde die höchsten Kurse nicht ganz behaupten. Zellstoff-Waldhof wurden auf Realisationen angeboten und schwächten sich etwas ab. Am Geldmarkt blieb Tagesgeld infolge des morgigen Zahltages gesucht. Die Börse schloß unter Schwankungen im allgemeinen fest. Berliner Börse. Berlin. 13. 3uli. Das Geschäft, besonders in Spezialwerten, hat erneut zugenommen. Die Tendenz ist recht lebhaft und überwiegend fest, zumal die vorliegenden Berichte aus der deutschen 3ndustrie günstig lauten. Der Rückgang der Arbeitslosenziffern, die deutsch- französischen Wirtschaftsverhandlungen und die Berichte aus der deutschen Maschinen-Industrie regten weiter an. Eine Kurserhöhung von 2 b i s 3 P i v z. ist mit wenigen Ausnahmen festzustellen. Das Interesse der Börse hat sich jedoch auf andere Märkte als gestern verschoben. An erster Stelle standen 3. - G. - F a r b e n, die große Umsätze und auch Auslandinteresse aufwiesen. Dagegen wurden Elektrowerte etwas vernächlässigt und nur die gestern zurückgebliebenen Kurse kamen nach Bank - und Schifffahrtsaktien fest. G l a n z st v f f und B e m- be rg etwas schwächer. Deutsche Waffen schon bei Beginn erholt und im Verlaufe weiter anziehend. Der Geldmarkt ist noch immer angespannt. Tagesgeld 7 bis 8 Proz. Heimische Anleihen nachgebend. Fremde Renten geteilt, aber ohne größeres Geschäft. 3m Verlaufe stellten sich Schwankungen ein, so daß die Kurse etwas nachgaben. Fest blieben Schis fahrtsaktien sowie verschiedene Montanwerke (Mannesmann, Harpener). Die übrigen Werte lagen später unter dem Anfangsniveau. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 13. 3unt Bei allgemein kleinem Geschäft ist die Sttinmung matt, die Preise sind rückläufig. 3n Mannheim ist bei einigen Mühlen Streik ausgebrochen, dieser blieb jedoch auf die Preisgestaltung ohne Einfluß. Die Forderungen der Mühlen für Weizenmehl waren durchschnittlich um 0,25 Mark ermäßigt. Kleie ist stark angeboten, Roggenkleie insbesondere von Westfalen. Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 31, int. Roggen 27,50, inl. Hafer 26, ausl. Hafer 23,50 bis 26, Mais (gelb) 18,75, inl. Weizenmehl, Spezial 0 40,50 bis 41, Roggenmehl 37,75 bis 38, Weizenkleie 12,75 bis 13, Rvggenkleie 14 bis 14,25. Tendenz: ruhig. Berliner Produktenbörse. ...Berlin, 12. 3uli. (WB.) Die Geschäftstätigkeit hielt sich heute wieder in recht engen Grenzen. Das Ausland hatte flauere Berichte gesandt, vor allem verstimmte die schwache Haltung des Liverpooler Marktes. Die Mühlen zeigten infolge des fast vollständig stagnierten Weizenmehlgeschäftes größere Zurückhaltung bei ber Anschaffung von Auslandsweizen, von dem in den Hafenplätzen noch reichliche Läger vorhanden find. Deutscher Weizen ist nur vereinzelt als Futterweizen angeboten. 3m Lieferungsmarkte eröffnete 3uli unverändert; September dagegen eine Mark schwächer. Reuweizen ist nur recht wenig offeriert und im Preise ziemlich gut behauptet. 3nlanbroggen alte Ernte hatte nur geringsten älmsatz. Für Reuroggen macht sich für den Export einige Rachfrage geltend. Das Angebot hielt sich aber angesichts des schlechten iHetters in engsten Grenzen. 3m Roggenzeitmarkte waren die Preise leicht rückgängig. Weizen- und Roggenmehl haben sowohl für prompte als auch für Herbstlieferung recht stilles Geschäft. Für Gerste und Hafer hat sich der Markt kaum verändert. Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen 290; Roggen 255 bis 257; Sommergerste 240 bis 273: Wintergerste, neue, 192 bis 196; Hafer, märkischer, 251 bis 258; Mais, La Platta. 185 bis 187; (100 Kilogramm): Weizenmehl 36 bis 38; Roggenmehl 34 bis 36; Weizenkleie 13,25; Roggenkteie 15,50; Biktoriaerbsen 44 bis 58: kleine Speiseerbsen 28 bis 32; Futtererbsen 22 bis 23; Peluschken 21 bis 22,50; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24,25; Lupinen, blau, 14,75 bis 15,75; Lupinen, gelb. 15,75 bis 17,75: Rapskuchen 15,40 bis 15,80; Leinkuchen 20 bis 20,25; Trockenschnitzel 12,50 bis 13,10; Soyaschrot 19 bis 19,90; Torfmelasse 34 bis 34,40. EingeZomdt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber fcin:rlei Verantwortung.) Liebes Gaswerk! Deine kaltlächelnde Ironie, als Antwort auf das Eingesandt einer Hausfrau, nützt Dir nichts; Du stellst Dich da auf einen grundveickehvten Standpunkt gegenüber wohlberechttgten Klagen von mehr als einer Hausfrau. Ich bin überzeugt, daß Hunderte von Gießener Hausfrauen der ersten Einsenderin dankbar sind, die so mutig den Kampf in der Öffentlichkeit mit Dir ausgenommen hat. Ich will nur Tatsachen reden lassen. In den schlimmsten Kriegs- und Rachkriegsjahren würde es keinem vernüirftigen Menschen eingefallen fein, Dich für schlechtes Gas verantwortlich zu machen; da wußte jeder, daß cs an schlechter Kohlenzufuhr und schlechtem Kohlenmaterial lag. Aber jetzt, in den letzten zwei Jahren, da jeder Fabrikant und jeder Geschäftsmann bemüht ist, seiner Kundschaft wieder das Beste an Qualität zu liefern, fällst Du, liebes Gaswerk, unangenehm auf. Diese Klage hört man fast allgemein. Wie angenehm empfanden meine Familie und ich früher den Besitz eines Badezimmers mit Gasbadeofen! DasZim- merchen schön d:rchwürmt, das Wasser liej fast kochend aus der Röhre, — heute müssen wir bei etwas kühlerem Wetter ins Volksbad gehen, wenn wir uns nicht erkälten wollen, oder noch neben dem Gasbadeofen den Herd heizen, um zwei große Kübel Wasser heiß zu machen, um das Badewasser einigermaßen erträglich zu machen. Früher kochte ich auf einem kleinen Gasherd das ganze Mittagessen, — heute, im 'Besitz eines großen Gasherdes, muh gar manches Mal noch schleunigst der Herd angezündet werden, damit das Essen zur Zeit fertig wird. Auf meine häufigen Beschwerden bei Dir, liebes Gaswerk, hast Du ja jedesmal einen Mann geschickt zum Rachsehen, Ausblasen der Rohre, sogar mit dem neuesten Knallinstrument; nachdem ich ein ganzes Jahr gewartet hatte mit energischen und noch energischeren Mahnungen, kam auch endlich ein neuer Hochdruckmesser — das Gas blieb schlecht. Auf nochmalige Beschwerde sagte mir einer Deiner • Arbeiter, die Rohre seien zu eng für die großen Oefen, — warum waren sie aber früher nicht zu eng? Frage nur Deinen Gas- aufnehmer und Deine Arbeiter, was ich Dir an- gedrvht hatte, als plötzlich während der Ausstellungszeit, als Du mit dein Elektrizitätswerk konkurrieren wolltest, das Gas so prachtvoll brannte! Weiter will ich gar nichts sagen, die andere Hausfrau kam mir mit dem Eingesandt zuvor. Außerdem will ich Dir nur verraten, daß Deine Leute sehr verständnisinnig gegrinst haben auf meine Vorhaltungen. Einer frag nur, ob ich auch die wunderbaren Flammen auf den großen Gasherden in der Ausstellung gesehen hätte, ich sagte nur, so schon sind sie jetzt bei uns auch, aber wehe, wenn's nachher wieder anders ist. Leider ist es der Fall. Man hat aber gesehen, liebes Gaswerk, Du kannst, wenn Du willst! Vielleicht bin ich jetzt auch erst an der richtigen vorgesetzten Stelle mit meiner Beschwerde, es war nur etwas schwierig, dieselbe zu finden. Eine, die auch ihren Namen nennt! Frau B- Noll, Bahnhofstr. 6. Verantwortlich für Lokales, Provinz und Wirtschaft i. V. Dr. Hans Thyriot. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloßenen Dividende an. Frankfurt a.M. Datum: 12. 7. 13. 7. Datum: 12. 7. 1t. 7. 13.7. 13.7. 87.5 88,9 87,25 89 18,2 18 a. M. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt 175 Telegraphische Auszahlung. 5.9 25.9 14,5 14,9 14 178,25 19.25 ,5‘A f. '/- I. 4 Lderschles. Eiscnb. Bedarf 0 Oberschlcs. stokswcrke . . .0 145,65 147 Kaliwerk Salzdetfurth. . 12 Banknoten. Industrie. 10 :>03,5 307 308,5 161 147,5 anstatt . . 220,75 dschmi 14! 111,9 149 10 Lombardzinsfuß 7 Prozent. 6 Kali Aschersleben staltWestcrcgctn. l.Uhr. Kur» 142 108.5 v00 18 Anfang Kurs .8 10 10 177,5 215,25 .6 8 .6 .6 10 10 12 11 12 10 10 299.75 18.1 Schluß. Kurs 18 16,6 Schluß. Kurs 192,5 202,5 190 205 146 146,5 150 156 1 sh . 10 . 10 18' Schluß Kurs vUhr- Kurs 175,5 214,5 200,75 135 107,5 Harpener . . . Hoefch Eisen . Ilse Bergbau stlockncrwerke Köln-Ncuesscn Mannesmann ManSicldcr- . 195.25 205 196 206 148 203 136,75 108 285 180,25 149 156 158,75 251 189.5 249 186,75 192 185,25 125,65 168 184,5 126,9 167,75 185 247.5 169.75 165.75 129,75 281 221,75 173,75 142.5 167,75 177.25 259 149.5 210 295,5 Rheinische Br> Rheinstahl . . . Ricbeck Montan 299,9 297 1.9 14.75 130.5 284 224 175,5 143.5 38 187,5 192,5 I. 4 . .8 . .5 . .8 Hamburg-Amcrila Paket. Hamb.-Südam Tampssch. Hansa Dampfschiff . . . Norddeutscher ü(oi)b . . Allg. Deutsche Crcditanst.. Barmtr Bankverein . . Berliner Hande lsaescllsch. Commerz- und Privat-Bk. Tarmst. u. Rationalbank. 17,13 89.75 144.5 236.75 232 145,5 152 154,75 246,5 185 246,5 168,5 168.75 173.9 255,75 149 Frankfurt a Berlin A.E G......... Bergmann....... Elcktr. Lieferungen . . Licht und straft. . . . gelten & Guilleaume . Ges. f. Elcktr. Untern. Hamb. Elcktr. Werke . Rhein. Elcktr..... Sch les. Elcktr...... Schuckcrt...... . , Siemens & Halske . . Transradio....... Lahmeycr L Co. . . . Buderus . . . . . . Deutsche Erdöl Essener Steinkohle . . Gelsenkirchener . f. 1 Bereinigte Stahlw. f. ’/a I Olavi Minen . . 3- W. Wart Dynamit R 1102,75 147,25 238 214 148 153,5 158 250,25 188,9 249,3 Pbönir Bergbau. f. V, I 3 Rheinische Braunkohlen . io 6 Mitteldeutsche Creditbank . 9 Mtallbank....... . .8 Reichsbank......l'i 6°/o Dt. Reichsanleihe v. 1927 Tt Anl Ablos Schuld mit Auslos.-Rechten . .... Desal. ohne Ausles -Rechten TVo Franks. Hnp.-Bk. Go'dpf. unkündbar bis 1932 .... 4’/İ/o Rheinische Hyp -Bank Liqu -Goldps........ A E. G abg BorkriegS-Ob- ligationen. rückzahlbar 1932 4% Schweiz. Bundesb.-Anl. 4°/o Oestereichische Goldrte. . 4,2u°/o Oesterreich. Silberne. . 4u/o Oesterreich, einbcitl. Rtc 4% Ungarische Goldrte. . . 4°/0 Ungarische Staotsr. v. 1910 4'/,°/, desgl. von 1913 . . . 4°/» Ungarische stroncnrtc . . 4% Türk. Zollanlcihc v 1911 4°/0 Türk Bagdadbahn-Anl Serie I.......... 4°/« deSal. Serie II..... 4°0 Rumänen convcrt. Nie. 4'/r".o Rumänen Goldanl. . von 1913 .......... Allg. Deutsche Eisenbahn .4* 1/- 149; 169 J 10 10 .8 10 . 7 16 .8 .9 . 0 .6 Deutsche Bank....... Diskonto-Gcscllschaft Ant. Dresdner Bank......10 Berlin. 11 Jul,. Geld Brief Französische Noren...... Holländische Noten...... 16,55 168.25 22,95 iOT 168,93 Italienische Noten...... 23,05 Norwegische Noten...... Dculsch-Oesterr., älOO Kr'onen 108,53 108,97 59,33 59,57 Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... — — 112,47 112,93 Schweizer Noten....... 81,015 81.035 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 71,90 72,20 12,44 12,50 Ungarische Noten....... — — Berttn Frankfurt a. 9)1 Berlin Schlich. Kurs Anfang Kurs Schlich Kurs -Uhr- Kurs Sqttch- Kurs Anfang Kurs 12. 7. 13. 7. Datum: 12. 7. 13. 7. 12. 7. 13. 7. 191.5 2J2 193,5 203,5 145.9 245.25 167,25 172,5 189 207 295 >41,25 125.25 166 184 65 174,75 214.65 190 281 178,25 189.25 2(10,5 135,75 107,25 106.5 128,75 279,25 221.25 172.5 142.25 37.5 185.65 191,5 218,75 194.75 205 196.5 205,5 148.4 250 168,75 177 191 209,5 297,65 (44.75 184 126,75 167 185 177 214 191 -85 180 190.25 202 9 137.5 107,5 — 130 283 224.5 175 142,5 37,75 186,5 194 251 Philipp Holzmann .... 12 Heidelberger Gement . . s Gement Karlstadt......s Wayß & Freitag......10 Schultheis Patzenhofer. . 15 Ostwerke............ Ber. Glanzstoff ..... 15 Bemberg........... Wellston Waldhof.....12 Zellstoff Aschaffenburg . . 10 Eharlotienburger Wasser. 7 Dessauer Gas.......y Daimler Motoren..... 0 Demag............ Adlerwerke.fliehet...... Ludw. tioeite ....... lo Nat. Automobil...... g Orenstein & Koppel .... 4 Linke Hofmann..... 0 Leonhard Tietz..... . x Bamaa-Mcgmn...... 0 Franks. Maschinen .... 0 Gritzner...... 7 Hevligenstaedt ....... 0 Hunghans..... 6 Lcchwerke...... ß Mainkraftwerke ...... s Miag.............. Nekarlulmer........ 8 Peters Union ...... r Gebt. Roeder . ...... 10 Voigt Sc Hacffner...... Südd Buder........ 207 159 172,13 □28.25 215 134,25 122 5 80,5 - - 133 124.5 123 135 155 209 160,5 175 331 218,75 1,5 126 47,5 81 - 126 123.25 132.5 114 125,5 124 5 — 135.5 155 207.5 453,75 433 747 586.25 324,65 212.75 161,90 215 134.25 103.75 123,5 286 130 138,25 67 174.5 SO 124 143 125 125 136,5 152 S »aowSo re O i 0 4* » •— C 1 M 11 1 i 1 1111 1 1 । s 1 s»sssaliisis 1 1 1 € 12. Juli. 13. Juli. Amtliche Notierung Geld 1 Brief Amtliche Notierung Geld Brief _ Amst.«Rolt 168,48 169,82 168,65 169,99 Buen.-Aires 1,788 1,792 1,787 1,791 Brsi.-Antw. 58,53 58,65 58,56 68,68 Ehristiania 108,59 109,81 108,69 109,91 stopenhagen 112,46 112,68 112,54 112,76 Stockholm . 112,69 112,91 112,72 113,94 Helstngfors. 10,527 10,617 10,60 10.62 Italien. . . 22.86, 23,905 22,895 22,935 Loudon. . . -'0,425 20,465 20,435 20,475 Neuhork . . 1,207 4.215 4,209 4,217 Paris. . . . 16,47 16,51 16,475 16,515 Schweiz . . 01,955 51,115 61,04 61,20 Spanien . 72,18 71,32 71,83 72,97 Japan . . . 1,985 1,989 1,985 1.989 Rio de Jan .494 -.498 0,494 0.498 Wien in D- Oest. abgest >9,25 --9,36 59,28 69,40 Prag .... .2,47 >2,49 12,476 12,596 Belgrad . . 7,108 7,422 7,408 7,422 Budapest. 73,33 73,57 73,35 73,49 Bulgarien >,042 5,048 ■i,04i 3,045 Lissabon . . 20,78 20,82 20,78 20,82 Danzig. . . Konstantin- 81,49 81,65 81,54 81,70 2,15'3 2,157 2,155 2,159 Athen. . . .5,664 5,676 5,664 5,676 Eanada . 4,200 4.209 4,202 1.210 Uruguay. . 4.136 4.141 4,136 4.144 Cairo . . . 20.95 20-99 20.98 •21.02 «Berlin. 11 Juli. | Geld Briet Amerikanische Noten..... Belgische Noten ....... Dänische Noten....... Englische Noten....... 4.193 58,66 112.24 20.395 4J13 56,90 112,70 20,475