Nr. 160 Erstes Matt Dienstag, 12. Zuli <927 177. Jahrgang 'N an ö;r S^s, bi» Uii • l^mutfen £ ®H« erfz u^r 35 000 ßinfoftK1 'S scheint die k^?^ bri. k weniger auf £n9em®,ni? .a aui lana? e;*f so weit dur otschafterkonferenz ins wird.' Sie Unwetterkatastrophe in Sachsen Chino50* rundbahn st recke, eld grenzt, stand das front» loten ii. NL g. guii- (teio nach- See- Seit Könaus unbestimmte Zeit vertagt. Genf, 11. Süll (Lil.) Die für heute mittag einberufene zweite Vollsitzung der abrüftungskonferenz ist auf unbeftimmte vertagt worden. Das Sekretariat der hat zahlreiche Todesopfer gefordert, lieber 150 Familien wurden obdachlos. Von der Arbeiterkolonie in Han-Kram werden allein 9 0 Pe r - onen vermißt. Der Vrand dehnte sich 48 Quadratkilometer aus. :0,'8 -,17» Berlin. 11. Juli. Der Umfang des furchtbaren Unglücks im Erzgebirge läßt sich erst jetzt einigermaßen übersehen. Alle Eisenbahnstrecken und Fahrstraßen, dreißig Kilometer lang von Pirna aus gerechnet, sind so zerstört, daß zu ihrer Wiederherstellung einige Monate nötig sind, zumal auch alle Drücken vollständig zerstört worden sind. Die beiden Städtchen Gottleuba und Derggießhübel mühten ganz neu projeziert werden. Sieben oder acht Familien in Derggießhübel sind v o l l st ä n di g ausgerottet. Vicht ein Mitglied ist gerettet. Hier klingt das Sieb vom braven Mann, dem es schon gelungen war, sechs Frauen zu retten und der dann bei dem Versuch, die siebente zu retten, von den Fluten weggerissen wurde und ertrunken ist. Vach amtlicher Feststellung beträgt die Zahl der Toten im Bereich der Aints- hauptmannschaft Pirna 113 und im Bereich der Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde 32. Insgesamt sind demnach bei dem Unwetter am vergangenen Freitag im Gottleuba- und Müglitz- Tal 14 5 Menschen umgekommen. Gegen 50 werden noch vermißt. Am Montagnachmittag wurden die ersten Opfer der Katastrophe in Derggießhübel bestattet. Vach den vorläufigen amtlichen Feststellungen beträgt im Hochwassergebiet des Müglih- und Gottleubatals der angerichtete Schaden gegen 70 Millionen Mark. Die Reichsbahn allein soll einen Schaden von etwa zehn Millionen Mark erleiden, abgesehen davon, daß mit der Wiedereröffnung des Eisenbahnverkehrs vor einem halben Jahre nicht zu rechnen ist. Alle Eisenbahnbrücken sind zerstört und augenblicklich ist man mit dein Bau von Votbrücken für den dringlichen Verkehr beschäfttgt. Behördliche und private Gelder reichen knapp aus, um die Spuren der Katastrophe zu beseitigen und die noch immer vermißten Opfer zu bergen. Eine private Hilfsaktion. Dresden, 11. Juli. (TU.) Die sächsische Regierung erläßt an alle Bewohner Sachsens einen Aufruf, in dem es heißt, daß die Unwetterkatastrophe, soweit sich bis jetzt erkennen läßt, an die 200 Tote gefordert hat. Hunderte anderer Volksgenossen stehen verzweifelt vor dem Vichts. Das Unglück ist so gewalttg in seinen noch gar nicht abzusehenden Folgen, daß der Einleitung einer großen privaten Hilfsaktion im ganzen Freistaate nicht ent- raten werden kann. Darum ergeht an die gesamte Bewohnerschaft des ganzen Landes die dringende Bitte um freiwillige Gaben. Alle sächsischen Banken, Spar- und Girokassen der Gemeinden sowie alle Zeituggsgeschäftsstellen im Lande werden um Einrichtungen von Sammel- stellen gebeten. Im Arbeits- und Wohlfahrtsministerium ist eine Hilfszentrale errichtet worden. An diese sind alle eingegangenen Beträge baldigst abzuführen. Die Spende der Reichsregierung. Berlin, 11. Juli. (WB.) Das Veichs- ka bi nett beschloß in seiner heutigen unter dem Borsitz des Reichskanzlers abgehaltenen Sitzung auf Antrag des Reichsfinanzministers, dem Reicbsminister des Innern zunächst einen Betrag von 2 Millionen Reichsmark für die Linderung der schweren Unwetterschaden, die weite Gebiete Sachsens und einige Gebietsteile Preußens bettoffen haben, zur Verfügung zu stellen. Oesterreichs Teilnahme. Wien, 11. Juli. (WB.) Bundespräsident Ha in i sch hat anläßlich der Unwetterkatastrophe im Elbtal folgendes Telegramm an der Entschließung der . , . Auge gefaßt wurde. Die Regierung wird fortfahren, ihr bestes zu tun und dafür zu sorgen, daß die baldige Erfüllung der Erwartungen, die durch die Entschließung der Botschafterkonfe- renz erweckt worden sind, zustande gebracht 5ii 1=^ einen RüstungsWettbewerb mit den Vereinigten Staaten eintreten. Ich behaupte nicht, daß sie nicht in der Klasse von Schiffen zur Parität berechtigt sind, wenn dies ihren Wünschen entspricht. Wir suchen nur den besonderen Schuh, den wir bei den g evgr aphi- chen Verhältnissen des britischen Reiches brauchen. Wir haben nur Vorräte für drei Wochen, und es würde eine Hungersnot ent- tehen, wenn unsere Weltverbindungen unterbrochen würden. Ich hoffe und glaube, daß die Coolidge-Konferenz zu einem wirklichen Fortschritt bei der Begrenzung des Wettrüstens führt. Die ganze britische Außenpolitik gründet sich auf die Unterstützung des Völkerbundes und auf die Berufung an den Völkerbund als letzte Instanz. Das Ziel unserer Politik ist die Sicherung des Friedens üt uns und die anderen. (Beifall bet den Kon- ervativen.) In der sich anschließenden Debatte erfolgten Anfragen nach der Räumung des Rheinlandes auf die namens der Regierung Locker Lamp- 16,61 1 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblatter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Vezugrpreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 64 und 112. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: Krankst.-t am Bläht 11686. »MS 6 ,10 1,994 u,«9j s -M 16,j6J 168,61 23,02 108,73 59.43 2,633 112,59 81,24 11,46 12,4 73,2? l.i; I 'i i,;»4 58,63 108,89 iir-L IW® 1,7« 58,78 ioMj 112,91 113,06 <0,512 4,223’ 16^. ü 6»,45 12,5' 7,42' 73,58 ch 6,6'5 s 21,06 $ l l t svn folgendes erwiderte: „Der Staatssekretär hat mich gebeten, zu sagen, er bedauere, daß er bezüglich dieses besonderen Punktes nicht ausdrücklich geantwortet habe. Er teilte mir mit, daß die Frage der Räumung des Rheinlandes in Genf bei der letzten Sitzung des Völkerbunds- rates nicht aufgeworfen wurde, die britische Regierung glaubt nicht, daß es einem nützlichen Zweck dienen würde, wenn diese Frage jetzt erörtert werden würde. Tatsächlich ist seit Dezember 1926 eine beträchtliche Herab set - jung ber Truppen im Rheinland vorgenommen worden. Die britische Regierung ist der Meinung, daß diese Verminderung tatsächlich nicht ' r t worden ist, wie in Das Attentat von Dublin. London, 11. Juli. (TU.) Die Vachricht von der Ermordung des irischen Justiz- und Außenministers O'Higgins hat ganz Irland in tiefste Erregung verseht. Heber die Tat werden jetzt nähere Einzelheiten bekannt. Danach ist der Minister nicht, wie zuerst gemeldet wurde, im Auto erschossen worden, sondern die töd-. lichen Schüsse erreichten ihn, als er sich zu Fuß von seiner Wohnung in die nur wenige hundert Meter entfernte römisch-katholische Kirche begeben wollte. Als er im Begriff war, in eine Seiten- trabe einzubiegen, wurde er von einer Gruppe jüngerer Leute, die ihn bereits erwartet hatten, überfallen. Die Mörder sind in einem Tou- renauto sofort geflüchtet. Der fchwerverwundeta Minister war noch imstande, um die Herbei- rufung eines Priesters zu bitten und später dem früheren Erziehungsminister Mac Reist sein Testament in einer den gesetzlichen Formeln vollkommen entsprechenden Weise zu diktieren. Präsident Cosgrave hat noch gestern abcrüi einen Aufruf an die Bevölkerung erlassen, in dem er die Verdienste des Ermordeten würdigt. Der ermordete Minister war bekanntlich für die Einführung der Todesstrafe für alle Personen, die im Besitz von Feuerwaffen befunden werden. Wenige Tage nach der Einführung des Gesetzes waren 47 Personen hingerichtet worden. O'Hig- gins war Fkemlich allgemein als der starke Mann der Freistaatsregierung betrachtet worden. Stocken der Abrüstungskonferenz. Die Vollsitzung auf britischen Antrag Einyejcrndt. ■y-" . I? (--e .Wtion i 71*2 12.» a. Ä- den deutschen Reichspräsidenten von Hindenburg gerichtet: Anläßlich der entsetzlichen Tlnwetterkaiastrvph-e, von der fruchtbare Gegenden Deutschlands heintgesucht wuvden, und die so vielen Deutschen das Leben kostete, bitte ich Eure Exzellenz, den Ausdruck innigsten und wärmsten Beileides entgegen» zunehmen. Ganz Oesterreich trauert mit mir über diesen schweren Schlag, von dem das Erzgebirge betroffen wurde, und fühlt aufrichtig mit allen deutschen Stammesbrüdern, die Schaden an Leben und Gut erlitten. — Andere Beileidskundgebungen sind eingetroffen von der niederländischen und dänischen Regierung und vom päpstlicher Vuntius Msgr. P a z e l l i. Schwerer Wolkenbruch über Berlin. Störungen im Fernverkehr. iltMg geeignetes Gelände zur bi jenügenö zur Hand. Auch in dberges, besonders nach der ü Sillen in herrlichster Lage erri unsasienden Rundblick, der sich iHar durch die Senk des L Burgen bis zur Totalansicht en nur sehr wenig Kinheim sollte man nicht außer acht Autostraße Hamburg-Franste: deren Verwirklichung nicht so weisen ist, Gießen im Norde: wick coü bis Mostwße qm )ern meiden, so wird se teil bringen, wem m fcti ho die AiMbmlichteiten ') Mag einer Stadt fühbai ,5er' bis je- keine Rede sein- 6:Dihlierein nicht einmal m jein lassen? mis suntzchrogranm •iÄ-S ’S:«®“ f Äm 11 fer end veröffentlicht eine kurze Mitteilung, nach der die Ermordung des irländischen Ministers als Ursache für die Vertagung der Sitzung anzusehen sei. Tatsächlich geht die Vertagung auf den Wunsch der englischen Delegation zurück. Bridgeman hat am gestrigen Spätabend bei dem Präsidenten der Konferenz die Vertagung der Sitzung beantragt, war jedoch hierbei auf Widerstand der amerikanischen Delegatton gestoßen, die die Verantwortung für eine Vertagung der Sitzung auf unbestimmte Zeit nicht übernehmen wollte. Erst nach Zustimmung der japanischen Delegation wurde beschlossen, die Sitzung auf unbestimmte Zeit zu vertagen. Im Laufe des Sonntags haben fortlaufend verttauliche Aussprachen zwischen den Delegattonsführern stattgefunden, um ein Kompromiß zu finden, das eine Weiterführung der Verhandlungen ermöglichen soll. Wie verlautet, ist jedoch in den Verhandlungen am Sonntag zunächst kein wesentlicher Fortschritt erzielt worden. Eineneuehetzegegenveutschland Neue Vorwände zur Aufrechterhaltung der Kontrolle. Paris, 11. Juli. (Täl.) In nationalistischen Kreisen benrüht man sich, Erklärungen des belgischen Kriegsministers De Broqueville die er vor kurzem in der Brüsseler Karniner in der Begründung der belgischen Heeresresorm über angeblich systematisch vorzeitige Entlassungen aus der Reichswehr gemacht hat, zum Ausgangspunkt für eine neüeKampagne gegen Deutschland zu benutzen. Deutschland, so erklärt man, hätte wohl die von der Bätsch afterkonserenz geforderten Maßnahmen zum größten Teil erfüllt, verlege sich nun aber auf die Verletzung der Militärklauseln des Versailler Vertrages, nachdem die Interalliierte Kontrollkommission nicht mehr bestehe und die Kontrolle vom Völkerbund auszuüben fei, die Deutschland keineswegs ernst nehme. Die belgische Regierung mühte daher, so schreibt Pertinax im „Echo de Paris", die Angelegenheit weiter verfolgen und dem Völkerbund eine formelle Klage überreichen, für die die von Broqueville erwähnten Geheimdokumente als Unterlagen dienen könnten. Der Berliner Korrespondent des gleichen Blattes, der sich lediglich bemüht, die Atmosphäre einer Verständigung zwischen Deutschland utib Frankreich zu vergiften, berichtete heute seinem Blatt, daß an der ost- preuhischen Grenze verdächtige Be- obachtungspvste n errichtet würden, um die zerstörten Unterstände zu ersetzen. Diese Deobach- tungsposten, von etwa 20 bis 30 Meter Hohe wohl von Waldhütern bedient, seien aber telephonisch birelt mit bet Reichswehr verbu n den. Zwischen dein 16. und 20. Mai habe das dritte Bataillon des Pio- nierregivrents, das gegenwärtig in Küstvin liege, zwei derartige Beobachttrngsposten ick der U m- von herabstürzenden Erdmassen verschüttet. Der Feuerwehr gelang es, die beiden Arbeiter zu befreien. Auf der Strecke Potsdamer Bahnhof— Süd ende verursachte der Wolkenbruch eine Der- kehrsstörung, die den regelmäßigen Fernverkehr auf ungefähr zwei Stunden völlig lahmlegte. Der Fernverkehr Bettin—Halle, der über dasselbe Gleis führt, wurde über Tempelhofer Rangierbahnhof und Anhalter Güterbahnho umgeleitet. UeberschrvemmuugskaLastrophe in Rußland. Moskau, 12. Juli. (WTB.) In der Stadt Lukojanow im Gouvernement Nifchninowgorod, die von einem schweren Wirbelsturm heimgesucht wurde, wurden während einer Ueberschwem- muna der Stadt durch den Teschafluß Dutzende von Menschen, Hunderte von Wohngebäuden, einige Brücken und eine große Anzahl Vieh durch das Hochwasser weg geschwemmt. Gröhe Waidbränbe in Bosnien. Belgrad, 11. Juli. (WTB.) In'Jugoslawien herrscht seit einigen Tagen große Hitze. Es wurden im Schatten 46 Grad fest- gestellt. In Serajewo brach infolge großer Trockeiiheit an mehreren Stellen Feuer aus. In Bosnien sind infolge der Hitze große Waldbrände ausgeb rochen. Der Waldbrand Englands Politik in Gens. Sir Austen Chamberlains Rechenschaftsbericht vor dem britischen Unterhaus ! I*,9I I 13,60 , Ito ,11,61 H j t man 6eiöfl^ '8 nach Wieieck S-'Ä.'ä X? 'S aber aus etwas ant, . ™ Darum wird der -fr *L°- .e(n0 kr Stadt in der * 1 SM S maa ö-cka r nMhg? Lieser Stadtteil bi gl-iche Bild wie: 63 fort Gelände für 2er wahrscheinlich « lß der Dille des Bauherrn M m ist aber zu entgegnen, daß! vrtzdauvlanes und nicht m nd einen großen Ginflufe auis Mfrstückes haben. Es gibt in d- geeignetes Gelände zur öchasii'' -nhäuscrn und Dillmstraßen. T i eine schön ausgestaltete Lerlär Ängstraße und etwaige Para'i ken. Mit den städtischen Mesen:- ?^dert^/8er Q[-tf ^Arr^Ä 89ia o Pott , -__;'13' Londons 3* HÄ ii.49 1, «U L iw Metzener Anzeiger Generaf-Anzeiger für Gberhefsen Druck und Verlag: Vrühl'fche llniversitäts-Buch- und Zteindruckerei R. Lange in Gietzen. §chriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Berlin, 11. Huli. (WTB.) Die ftunbcnlang anhaltenden Gewitter, die teilweise mit außerordentlicher Heftigkeit heute nachmittag über Berlin niederging, haben hauptsächlich in den südlichen, südwestlichen und westlichen Vororten erhebliche Wasserschäden angerichtet, wo die herabströmenden Wassermengen in den tiefer gelegenen Stadtteilen und am Fuße von abschüssigen Straßenzügen, an Eisenbahnunterführungen usw. große Ueberschwemmungen verursachten. Ueberall mußten die Dampf- und Motorpumpen der Feuerwehr in Tätigkeit treten, um das in Wohnungen und Lagerräume eingedrungene Wasser hcrauszu- pumpen. Besonders arge Berwüstungen hat der Regen in Tempelhof und Martendorf an- aerichtet. An den Böschungen des Teltowkanals sieht man stellenweise mehrere breite Löcher, die sich das abfließende Wasser gegraben hat. Alle Bretterzäune und Drahtgiiter sind niedergerissen. Die Schienen der Treidelbahn am Teltowkanal sind unterspült, so daß die Bahn ihren Verkehr einstellen mußte. Die Gleiskörper am Bahnhof Tempelhof wiesen an vielen Stellen Beschädigungen auf, die eine Sperrung der Strecke notwendig machten. Im Schacht der neuen U n t e r g i die an das Tempelhofer Fi „. . Master etwa einen Meter hoch. Die Siedlungen in der Nähe von Tempelhof ftchen fast ganz unter Wasser. Hier sind auch viele Bäume niedergerissen worden. Am Teltowkanal in Tempel- Hos lockerte der ununterbrochene Regen an mehreren Stellen die Erdmassen der Dämme des Kanals, die lawinenartig ins Wasser stürzten. Zwei Arbeiter, die am Ufer beschäftigt waren, wurden Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wich. Lange. Derantwottlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. London, 11. Juli. (£U3 Im Unterhaus kam es heute zu einer großen außenpolitischen Debatte. Sie wurde eingeleitet vom Arbeiterparteiler Pon- s o n b y, der die in Locarno eihgeleiteten deutsch- französischen Beziehungen kritisierte. Ponsonby fragte den Außenminister, ob sich England nicht "tun einen gleichen Vertrag mit den Vereinigten Staaten bemühen könnte wie Frankreich. Der Redner verwies dann noch auf die alles andere als fnedliche Lage im Süd ost en Europas und unterzog den Abbruch der englisch-russischen Beziehungen einer scharfen Kritik. Die Franzosen hätten sich klüger als die Engländer gezeigt, indem sie der Rußlandpolitik Ehamberlains bis heute nickt gefolgt feien. An scharfen Worten für den ohnmächtigen Völkerbund ließ es Ponsonby nicht fehlen. In seiner ausführlichen Erwiderung betonte Chamberlain, daß die englische Außenpolitik vor dem Unterhause keine Geheimnisse habe. England sei an dem Frieden der Welt interessiert und habe daher in Locarno an der Regelung der deutsch-französischen Beziehungen erfolgreich mitgearbeitet. Frankreichs Vorschlag gegenüber Amerika, einen Krieg !,wischen beiden Staaten als ungesetzlich zu erklären, tehe er sehr sympathisch gegenüber. Für England ei ein solcher Vertrag mit Amerika wohl deshalb nicht mehr notwendig, weil kein Engländer jemals an einen Krieg mit den Vereinigten Staaten denken würde. Im weiteren Verlaufe seiner Rede warnte Chamberlain vor Mißtrauen über seine und Churchills Besprechungen mit Mussolini und betonte nochmals, daß die Regierung keine bindenden Versprechungen ohne Kenntnis und Zu st i mm un g des Unterhauses eingeht . . . Wenn die Staatsmänner verschiedener Länder eine Uebereinstimmung ihrer Ansichten über die Erhaltung des Friedens finden, so soll man bei ihnen keine niedrigen Intriguen suchen. Eine solche Einstellung ist der schädlichste der internationalen Irrtümer. Nichts hat mehr zur Katastrophe des Krieges beigetragen, als die damaligen Zwangsvorstellungen Oer Deutschen, daß es notwendig sei, dafür zu sorgen, daß andere Regierungen Streitigkeiten miteinander hatten, und daß jede Beilegung von Zwistigkeiten zwischen jenen einen Schlag für Deutschland bedeute. Es ist tragisch zu sehen, daß diese Zwangsvorstellung, von der Deutschland heute befreit ist, in einem großen benachbarten Lande sich ,est- setzen will. Hierauf führte Chamberlain aus, er sei in Genf von Briand und Dr. Stresemann gebeten worden, die zur B o t s ch a f te r k o n f e- renz gehörenden Mächte sowie den Vertreter Deutschlands auf sein Zimmer einzuladen. Es sei selbstverstäMich, daß er dieser Bitte ftattgegeben habe. Er sei bei dieser Zusammenkunft erfucht worden, eine Erklärung über die Gründe abzugeben, die z u m englisch-russischen Bruch geführt hätten und sich (wenn er wolle) darüber zu äußern, ob England beabsichtige, den Strett weiter zu treiben. Er Chamberlain, habe Den Anwesenden die Gründe mitgetcilt, die im §auö 1 wohlvekannt seien, nämlich, daß die Beziehungen abgebrochen wurden, weil sie derart nur braucht worden seien, daß sie eine ® e f a g r statt eine Garantie für den Frieden bildeten, daß England aber beabsichttge, dre Fortsetzung des Handels zu ermöglichen, unD daß England nicht denke, die Differenzen weiter auf die Spitze zu treiben. Rur eine einzige weitere Frage ist bei diesen Desprechunge-n noch erörtert worden, nämlich die Ernennung emes deutschen Bürgers in die Mandatskommission. Dr. Stresemann wünschte die Lage zu kennen, bevor er sich darüber entschied, ob er einen formellen Antrag an den DolkerbunDs- rat fitflcn sollte ober nicht. Chamberlain gab eine Üebersicht über das, was bisher vom Volker- bundsrat bei Schwierigkeiten zwischen einzelnen Rattonen geleistet wurde. Es sei verkehrt, zu glauben, daß es bie Aufgabe bes Völkerbunos- rates sei, sich sofort einzumischen, f ob alb nur- irgendwo eine Meinungsverschiedenheit sich zeige. Zunächst sei eine solche die Angelegenheit der beteiligten Regierungen. Der Völkerbund sei eine letzte Instanz, bie bester als Krieg sei, so wie ein Gerichtshof besser sei als Persönliche Gewaltanwenbung. Chamberlain kam bann auf die Dreimächtekonferen; zu sprechen. Ich möchte, sagte der Minister, nicht optimistischer sein, als es bie ilmftänbe erlauben, aber ich habe keineswegs bie Hoffnung aufge* geben, tbafj bie Besprechungen auf bet Dreimächtekonferenz zu einer wesentlichen Verminderung ber Rüstungslasten führen werden. Unsere Delegation ist mit einem wohldurchbachten Plan dorthin gegangen. Seine Annahme würbe in den kommenden Jahren für England allein eine Ersparnis von 50 Millionen Pfund Sterling ennöglichen. Rach Ansicht der Regierung ist die Frage der Gesamttonnage an sich selbst unwesentlich. Wenn nicht einige weitere Einschränkungen auf die Zahl der Schiffe gelegt werben, die den aggrissivsten Charakter haben, würde die Begrenzung der Gesamt- tonnage nicht zur Verminderung, sondern zur Erhöhung der Marineausgaben führen. Chamberlain schloß: Es ist undenkbar, daß wir in M. —* gebung von Landsberg ausgeführt. 2lm 20. Mai hätten mehrere höhere Offiziere der Reichswehr unb Vertreter des Kriegsministeriums die Arbeiten besichtigt und von den Posten Besitz ergriffen. Im übrigen, so erklärt der Korrespondent, könnte man nicht eine lange Periode ohne Konflikte mit Deutschland erwarten. Es werde eine Schein ruhe herrschen, in der man immer mehr von der Verbrüderung der Völker sprechen werde. Deutschland werde dabei von Frankreich die Abrüstung fordern und mit der Erhöhung seiner E ffektivbestände und Kriegsmaterialvorräte drohen. In Frankreich werde es, bemerkt der Korrespondent, sicherlich nicht an Friedensaposteln fehlen, die dem deutschen Stanbpunkt Recht gäben. Es ist interessant, zu beobachten, welches Entsetzen die nationalistischen und militaristischen Kreise in Frankreich vor dem Gedanken ersaht, dah Deutschland nun fortgesetzt unter Hinweis auf seine eigene Abrüstung auch die Abrüstung Frankreichs als beste Granatie für den Frieden propagieren könnte. Fort mit der Besatzung! Ein neuer Zwischenfall im besetzten Gebiet. Oberstein, 11. Juli. (LU.) Heute nachmittag gegen 4 Uhr überfiel ein Angehöriger des hiesigen Alpenjäger-Bataillons eine Frau, die mit ihrem Söhnchen spazieren ging, und versuchte sie zu vergewaltigen. Die Frau und der kleine Junge wehrten sich verzweifelt. Es gelang ihnen, den Unhold so lange hinzuhalten, vis auf das Geschrei hin ein Spaziergänger zu Hilfe eilte. Der sofort von der deutschen Polizei in Gemeinschaft mit der französischen Gendarmerie eingesetzten Verfolgung gelang es, den Täter nach kurzer Zeit zu verhaften. Er ist unverzüglich in Untersuchungshaft genommen worden. Die Liquidationsschäden. Die Forderungen der Geschädigten. Eigener Drahtberichl des „Gießener Anzeigers". Berlin, 12. Juli. Die Liquidations- und Verdrängungsgeschädigten veranstalteten im Zirkus Busch eine große Protestkundgebung, in der sie vor allem gegen die augenblickliche Aussetzung der Behandlung des Gesetzes zur Regelung der Entschädigung der Drrdrängungs- und Liquiöationsschäden opponierten. Taktisch dürften dabei die Geschädigten, die gestern zu Worte kamen, Recht haben. Einmal hatte der Reichsfinanzminister sdie Erledigung dieses Gesetzentwurfs bis zur Sommerpause zu- gesagt, und diese Zusage auch stets wiederholt. Zum anderen ist es auch richtig, dah dio große Rot der Geschädigten eine dringend« Abhilfe erfordert. Auf diesem Starcdpurckt steht jedoch auch die deutsche Reichsregierung. Daß daS Gesetz nicht so schnell durchgeführt werden konnte, wie eS wünschenswert gewesen wäre, liegt in der außerordentlich schwierigen Materie selber begründet. Es galt nicht nur die nötigen Gelder zu geben, es galt vor allen Dingen auch eine Form zu schaffen, auf Grund der die Entschädi- aungen vorgenommen werden konnten. Aus diesem Grunde haben sich die zuständigen Ressorts eingehend mit dieser Frage seit Monaten beschäftigt, und sind schließlich nun dahin gekommen, rund 9 0 0 Millionen Mark für die Entschädigungen einzusehen. Daß diese Summe nur einen Tropfen auf den heißen Stein ist, dürfte klar sein. Die zuständigen Stellen erklären jedoch, dah es ihnen in Anbetracht der außerordentlich schwierigen Finanzlage des Reiches nicht möglich sei, auch nur eine eimger- mahen günstigere Regelung durchzuführen. Gerade an dieser Stelle haben wir deshalb auch immer wieder unterstrichen, daß eine Entschädigung der Liquidationsgeschädigten nur im RahmendeswirtfchaftlichMöglichen durchgeführt werden könnte. Geschädigt sind wir alle. Es gibt' Wohl keinen, der nicht sein Vermögen im Kriege und «ach dem Kriege verloren hätte. Wir haben den Krieg, verloren, den Verlust müssen wir also alle in gleicher Weise tragen. Ob es möglich gewesen wäre, den Interessen der Liquidationsgeschädigten noch weiter entgegenzukommen, läßt sich, zumal der Gesetzentwurf im einzelnen noch nicht bekannt ist, jetzt noch nicht sagen. Man muß deshalb auch erst abwarten, wie sich die Dinge im Herbst entwickeln werden. Das Parlament dürfte ja schließlich auch noch ein Wort mitzureden haben, so daß eine andere Regelung noch keineswegs ausgeschlossen scheint. Daß der Gesetzentwurf nicht bis zum Schluß der Reichstagstagung erledigt werden konnte, liegt wohl weniger an einem Mangel an gutem Willen, als an technischen Schwierigkeiten. Die zuständigen Stellen versichern uns jedoch, daß alles getan wird, um die Frage in der außerordentliä>en Septembertagung zu regeln. Man kann die Erregung der Liquidationsgeschädigten wohl begreifen. Ihre Frage muß auf alle Fälle geregelt werden. Das ist von jeher unser Standpunkt gewesen. Und wenn die Kundgebung wenigstens soviel erreicht haben dürste, daß es nunmehr keinenAufschub mehr in dieser Frage aibt, so wäre dies ja auf jeden Fall zu begrüßen; die Einzelheiten der Regelung firö) ja dann, wie sckon gesagt, immer noch der Septembertagung überlassen. britische Lage in Frankreich. Paris, 12. 3ull (wTv. Funkspruch.) Ein Beschluß des Finanzausschusses der Kammer, die Beamtengehälter rückwirkend ab 1. August 1926 zu erhöhen, erfordert eine Mehrausgabe für das Budgetjahr 1926/27 von 425 Millionen Franken. Finanzminister Poincars hat sich ent- schieden geweigert, über den Regierungsvor- schlaa hinauszugehen. Die Lage ist kritisch. Der Abgeordnete Blum schreibt im „Populair": „Menn ein Teil der durch ihre Niederlage in der Wahlrechtsreform verstimmten Opposition sich den Links- Parteien in der Frage der Erhöhung der Ve- amtengehälter anschliehen sollte, so wäre eine Minlsterkrise wahrscheinlich." Eine Wehrwoche in Rußland. Moskau, 11. Juli. (Wolff.) Gestern begann auf dem ganzen Gebiete der Sowjetunion die Veranstaltung der sog. Wehrwoche. In den Betrieben wurden Versammlungen abgehalten, in denen die Fragen der Landesverteidigung behandelt wurden. Es wurden Schützenvereine gebildet und militärwissenschaftliche Zirkel organisiert. Man veranstaltet große Sammlungen für einen Flugbaufonds unter der Svitzmarke: „Unsere Antwort auf Chamberlain". Zn der „Jstwestija" weist Rykoff darauf hin, i Nochmals die Am 18. ds. Mts. tritt der Arbeitsausschuß und am 23. der Beirat der Reichspostgesellschaft zusammen und diese Körperschaften werden sich von neuem mit der Erhöhung eines Teiles der Postgebühren zu beschäftigen haben. Diese Angelegenheit hat einen recht merkwürdigen Entwicklungsgang hinter sich. Als zum ersten Male die .Absicht der Reichspostverwaltung bekanntgegeben wurde, eine Erhöhung der Gebühren, namentlich des Portos für Briefe und Postkarten, vorzunehmen, erhob sich ein Sturm der Entrüstung. Die Reichspost begründete den Schritt ausschließlich damit, daß sie in ihren Gebührensätzen mit der allgemeinen Preiserhöhung nicht Schritt gehalten habe und infolgedessen jetzt, wo die Unkosten immer mehr stiegen, vor der drohenden Gefahr eines Defizits stehe, das auf andere Weife nicht verhindert werden könne. Im Licht der heutigen Kenntnis der tatsächlichen Verhältnisse muß man sagen, daß das Vorgehen der Reichspostvrrwaltung und ter ihr nahestehenden politischen Persönlichkeiten alles andere als geschickt gewesen ist. Selbstverständlich wurde die Angelegenheit auch im Reichstag zur Sprache gebracht und dort kam es ja auch zu einer Abstimmung, in der die Reichsregierung ersucht wurde, auf den Reichspostminister im Sinne der Zurückziehung des Vorschlages einzuwirken. Daß die Abstimmung für die Antragsteller und gegen die Koalitionsparteien und die Regierung ausfiel, war mehr oder weniger ein Zufall. Aber bei jener Gelegenheit gab Reichspostminister S ch ä h l zum ersten Male den eigentlichen Grund der Gebührenerhöhung, gewissermaßen in einer Randbemerkung kund. Es sollen so zum nicht geringen Teil die erforderlichen Mcktel zur Erhöhung der Be- amtenbefoldung gewonnen werten. Man geht Wohl nicht fehl in der Annahme, daß das Ergebnis der Abstimmung ein anderes gewesen wäre, wenn man nicht von Anfang an so geheimnisvoll getan und alle Eingeweihten himmelhoch gebeten hätte, ja nichts von diesem eigentlichen Zweck verlauten zu lassen. Manche Mitglieder ter Opposition erklärten nach der Abstimmung, daß sie ganz anders gehantelt hätten, wenn ihnen rechtzeitig der eigentliche Zweck bekanntgegeben wäre, denn auch sie verhehlen sich nicht die Schwierigkeiten, vor denen ter Reichsfinanzminister bei Beschaffung der erforderlichen Mittel für die als unumgänglich notwendig anerkannte Erhöhung der Beamtengehälter steht. Rach Maßgabe der Rechtslage hätte sich der Reichspostminister um das Ergebnis der Abstimmung im Reichstag nicht zu kümmern brauchen, da die Reichspostverwoltung ein selbständiges kaufmännisch geführtes Unternehmen ist und die Kontrolle im Ramen des Reiches vom Beirat und dessen Arbeitsausschuß ausgeübt wird, während der Reichstag nur das Recht hat, mitzuraten, nicht aber mitzutaten. Auf den Rat des Reichskanzlers jedoch glaubte sich der Reichspostminister als parlamentarischer Minister verpflichtet, seinen Entwurf, der dem Verwaltungsrat vorlag, zurückzuziehen. Wenn er nunmehr einen ganz ähnlich gearteten — auf Einzelheiten kommt es hierbei nicht an — Entwurf von neuem vorlegt, nachdem der Reichstag in die Ferien gegangen ist, so wird mancher geneigt sein, darin eine lleine Komödie zu erblicken, und das ist für einen Minister nicht sehr erfreulich. Man hätte sich das alles ersparen lönnen, wenn man nicht so lange mit der Wahr- daß die Wehrwoche nur den Anfang für die Arbeit des Landes zur Sicherung der Landesverteidigung darstelle. Man werde diese Arbeit mit größter Beharrlichkeit durchführen. Nußlands Kampf gegen die Konterrevolutionäre. Neue Spionageprozesse in Moskau. Moskau, 11. Juli. (Wolff.) Im Spionageprozeß Druschilowski erklärte der Angeklagte Druschilowski, daß er gefälschte Dokumente für Bulgarien nach unmittelbaren Anweisungen des bulgarischen Gesandten in Berlin, P o p o f f, angefertigt, der jedesmal ganz genaue Instruktionen erteilt habe. Popoff habe Verbindungen mit dem englischen Hauptmann Harry Holse unterhalten, der nach den Angaben Druschilowski an der Organisation ter Sprengung der Kathedrale i n S o f i a am 15. April 1925 teilgenommen habe. Bor der Sprengung hatten Holse und Zankow in Sofia in der Wohnung eines englischen Agenten eine Zusammenkunft gehabt. Druschilowski erklärte weiter, der berüchtigte Sinowjew-Bries sei von den Agenten des englischen Geheim dien st es, ten russischen Emigranten Baldardt und Gumanski, hergestellt Worten, die dafür 80 Pfund erhalten hätten. (Anm.: Von ter Berliner Bulgarischen Gesandtschaft wird „Wolffs Telegraphen- Büro" mitgeteilt, daß die Erklärungen Druschi- lowskis jeder tatsächlichen Grundlage entbehren und von A bis Z aus der Luft gegriffen sind.) Im Zusammenhang mit ter Aufdeckung einer ausgedehnten Spionageorganisativn, die von dem Agenten des englischen Geheimdienstes B o h c e, einem Angestellten der englischen Gesandtschaft in Helsingfors und später in Reval geleitet wurde, wurden 25 Personen in Leningrad verhaftet. Der englische Geheimdienst betrieb unter Mithilfe von Monarchisten und Personen des finnischen Spionagedienstes seine Spionage im Gebiete des Leningrader Militärbezirkes. Er interessierte sich besonders für die rote Armee und die rote Flotte und für die chemische Kriegsindustrie. Unter den Verhafteten befinden sich ehemalige Marineoffiziere und Angestellte der Militär- und Staatsverwaltung. Die Verhafteten werten demnächst vor Gericht gestellt werden. Die Untersuchung hat ergeben, daß das Dräsinenunglück vom 7. Juni, bei dem Opanski, stellvertretender Vorsitzender ter weißrussischen politischen Staatsverwaltung und sein Chauffeur getötet wurden, durch einen Verbrecher is chen Anschlag herbeigeführt Worten ist. Die Dräsine ist in voller Fahrt gegen einen auf die Schienen gewälzten Stein gefahren. Weiter wurde durch die Untersuchung fest- gestellt, daß in ter Rähe ter Unglücksstelle zwei Unbekannte sich aufhielten, die in dem Augenblick des Unglücks schnell in ter Richtung nach ter Grenze verschwanden. Die Verbrecher sind bisher nicht ermittelt Worten. Postgebühren. beit hinter dem Berge gehalten hätte. Wenn man sich nun aus dem oben angeführten Grunde einigermaßen mit dem Grundgedanken einer Erhöhung der Portogebühren abzufinden versuchen muß, so bleiben doch noch sehr gewichtige Einwände bestehen. Unsere gesamte Wirtschaft, namentlich das Reklamewescn, ist auf Benutzung der Post zu ganz niedrigen Portosähen angewiesen. Eine Erhöhung um rund fünfzig Prozent würde für ganze Industrie- und Handelszweige eine schwere Einbuße bedeuten, jedenfalls eine völlige Umstellung, sogar Umwälzung auf dem Gebiete der Preisbildung zur Folge haben. Das sind also tief einjschneitenda Maßnahmen, die in ihrer vollen Auswirkung sehr reiflich überlegt werden müssen. Beirat und Arbeitsausschuß, in denen Mitglieder des Reichstages sitzen, werden die wirtschaftlichen Folgen sehr sorgfältig prüfen und entscheiden müssen, ob nicht doch auf anderem Wege eine bessere Gestaltung des Verhältnisses zwischen Einnahmen und Ausgaben der Postverwaltung herbeigeführt werden kann und ob nicht sonst ein sehr viel größerer Schaden angerichtet wird, als die Erzielung höherer Einnahmen vorteilhaft wäre. Erfreulich ist das ganze Kapitel der Portoerhöhung auf keinen Fall. Die neue Vorlage. Berlin, 11. Juli. (Wolff.) Das Reichspost- ministerium hat, dem Beschluß des Verwaltungsrates ter Deutschen Reichspost entsprechenb, nunmehr nach Llbschluß der Verhandlungen im Haushaltsausschuß des Reichstages eine neue Gebührenvorlage fertiggestellt und dem Verwaltungsrat zugehen lassen, in der die Wünsche des Reichstages und te8 Arbeitsausschusses des Verwaltungsrates nach Möglichkeit berücksichtigt worden sind. Heber ten Inhalt ter neuen Vorlage weih das „Berliner Tageblatt" folgendes zu berichten: Die Grundlage ter Gebührenerhöhung ist die Erhöhung der Porti für Briefe und Postkarten. Das Porto für Ortsbriefe wird von 5 auf 8 Psg., für Fernbriefe von 10 auf 15 Pfg., für Ortskarten von 3 auf 5 Pfg., für Fern- karten von 5 auf 8 Pfg. erhöht. Künftig gilt nur das Einheitsdrucks achen-Porto von 5 Pfennig, jedoch mit der Ausnahme, daß Drucksachen in Form einfacher Postkarten nur mit 3 Pfg. gebührenpflichtig sind. Die in ter früheren Vorlage geplante Heberweisungsgebühr im P o st- scheckverkehr fällt fort, aber das Porto für Briefe der Postscheck-Kunden an die Postscheckämter wird auf 5 Pfg. festgesetzt. Für den Paketverkehr werden statt der bisher bestehenden drei Zonen fünf Zonen geschaffen, wodurch sich für manche neugeschaffene Zwischenzone ter Versand noch billiger stellt als bisher. So soll die Gebühr für ein Funf-Kilogramm-Paket in der neuzuschaffenten zweiten Zone von 80 auf 70 Pfennig ermäßigt werden. Das Porto für das Emkilogramm-Päckchen soll von 30 auf 40 Pfg. erhöht werten. Eine Erhöhung der Rundsunk- gebühren ist nicht vorgesehen. Das Reichspostministerium hofft, die neuen Gebühren bereits am 1. QIu gu ft in Kraft setzen zu können mit Ausnahme der Gebühren für Pakete und Zeitungen. Diese, sollen erst am 1. Oktober in Krclft treten. Der finanzielle Ruhef fekt ter neuen Gebührenordnung wird auf 208 Millionen Mark im Jahre, und für den Rest des laufenden Jahres auf 139 Millionen Mark geschäht. Das ReichsschMgesetz. Die Vorbereitung für die Herbsttagung des Reichstags. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 12. Juli. Der Reichstag hat sich am Samstagnachmittag vertagt und wird nun voraussichtlich Ende September wieder zusammentreten, um in einer kurzen Herbsttagung vor allem zwei wichtige Vorlagen zu erledigen, deren Verabschiedung von den Parteien als dringlich bescheinigt worden ist: Den Entwurf des Reichsschulgesetzes und den des Liquidationsschädenge- s e tz e s. Ob es zu dieser Herbstsession kommt, hängt damit natürlich davon ab, ob es den angestrengten Bemühungen der Koalition gelingt, diese beiden Vorlagen während der Ferien spruchreif zu machen. Im Reichstag nimmt man an, daß diese Bemühungen zu einem Erfolg führen werden. Aus der anderen Seite ist für den Augenblick nicht zu verhehlen, daß alle bisherigen Verhandlungen in der außerordentlich schwierigen Materie des Reichsschulgesetzes n o ch n i ch t zu einer restlosen Einigung geführt haben. Infolgedessen steht der endgültige Entwurf noch keineswegs fest. Alles hängt noch 'von den Verhandlungen ab, die zur Grundlage einen Entwurf an, der auch vom Standpunkt des federführenden Innenministeriums aus nicht als unabänderlich angesehen wird. Ob die optimistischen Schätzungen recht behalten, daß der Entwurf im Laufe der nächsten Woche soweit gebracht werden wird, daß er für die Weiterleitung an den Reichsrat reif ist, muß zunächst abgewartet werden. Rach dem, was bisher durchgesickert ist, liegen die Hauptstreit- punkte vor allem in der Schulaufsicht und der Frage der S i m u l t a n s ch u l e. Um diese beiden Dinge geht es — von entgegengesetzten Standpunkten aus — namenllich dem Zentrum imb der Deutschen Volkspartei. Am Samstag ist man nun soweit gekommen, daß die Besprechungen mit den Fachleuten der Fraktionen als vorläufig beendet gelten können. Der Reichs-Innenminister hat mit den Herren noch einmal verhandelt, und zwar in Einzelbesprechungen, und im Laufe des Spätnachmittags hat dann die übliche Ministerbesprechung stattgefunden. Die weiteren Arbeiten liegen nun beim Kabinett, und wenn das Kabinett den Entwurf verabschiedet hat, wird der R e i ch s r a t zu sprechen haben, damit die Herbstsession des Reichstages auch dieses Werk abschließen kann. Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident von Hindenburg bat Montag vormittag dem Zoologischen Garten einen längeren Besuch abgestattet, der in erster Qinie der Besichtigung der Tiere galt, die ihm der Regent von Abessinien zum Geschenk gemacht hat. Der Reichskanzler hat dem ehemaligen Reichskanzler Prinzen Max von Baden zur Vollendung des 60. Lebensjahres telegraphisch die aufrichtigsten Glückwünsche ter Reichsregierung ausgesprochen. Die Reichsarbeitsgemeinschaft für Aufwertungsgeschädigte und Mieter- organisativnen hat nach dem endgültigen Scheitern ihres Versuches, ihren „Gesetzentwurf zur Wiederherstellung des Dolksvermögens" zum Volksentscheid zu stellen, beschlossen, die von ihr bereits im Januar v. I. ins Leben gerufene „Reichspartei für Volksrecht und Aufwertung nunmehr mit allen verfügbaren Kräften! und Mitteln auszubauen, um auf dem Wege einer politischen M a ch t e n t f a l t u n g für die Erreichung ihres Zieles weiterzuarbeiten. Aus aller Welt. Der falsche Hoheuzoller. Köln, 11. Juli. (WTB.) Am Montag be- gaim in demselben Raum, in dem sich der Giftmordprozeß gegen ten praktischen Atzt Dr. Broich er und die Witwe Oberreuter abgespielt hat, die Verhandlung gegen den falschen Hohenzollem- prinzen Dome la. Die lange Untersuchungshaft scheint dem Angeklagten körperlich nichts angetan zu haben. Er zeigt in der Verteidigung eine ungeheure Geschicklichkeit, ist sicher im Auftreten und zeigt eine gewisse Eleganz ter Bewegung. Rach der Anklage soll Dvmela als Baron von Herxleben in Frankfurt a m M a i n Geld erbeutet haben — etwa 50 QNk. —, zweitens bei der Richte eines Schriftstellers, bei der er in Stellung gewesen ist, unter Vorspiegelung falscher Tatsachen 250 Mark erschwindelt haben, drittens in einem Hotel in Dresden eine Rechnung von 35 Mark unbezahlt gelassen haben, viertens in einem Hotel tn Berlin wertlose Sachen gegen ein Darlehen versetzt haben, fünftens in Heidelberg erhielt erals Prinz Lieven von einem Baron 50 Mk., sechstens: in Gotha bat er kurz vor seiner Qlbreise als Prinz Wilhelm von Preußen 120 Mark geliehen, siebentens: in Köln soll er unter falschen Vorspiegelungen 20 Mark erhalten haben. Aus ter Vernehmung des Angeklagten ergibt srch, dah er ein Opfer des Krieges und ter Rachkriegszeit geworden ist, dah er hin- und hergeworfen wurde, durch die verschiedensten Berufe hindurchging, aber infolge seines Aben- teurersinns nirgends lange aushielt. Er war nacheinander Landarbeiter, Ziegeleiarbeiter, Mitglied verschiedener Freikorps, arbeitete in einer Bücherei, war Diener. Aus seiner schiefen Ebene benutzte er schließlich feine Kenntnisse von Personen imb Vorgängen in gewissen Kreisen und seine entfernte Qlehnlichkeik mit dem Prinzen! Wilhelm von Preußen und beutete sie dank ter Leichtgläubigkeit ter Betroffenen aus, bis ihn schließlich das Schicksal auf die Anklagebank führte. Zu der Annahme von falschen, hoch- flingenten Ramen und Titeln will er durch seine Erfahrungen gekommen sein, daß für einen baltischen Baron ober sonst hochgeborene Herren überall Hilfe und Unterstützung vorhanden war, wahrend ber Bürgerliche auf Ablehnung stieß. Der Staatsanwalt beantragte wegen rückfälligen Betruges in fünf Fällen unter Zubilligung mildernder Umstände eineGesamtgefängnis- ftrafe von neun Monaten unter Anrechnung von sechs Monaten auf die Untersuchungshaft. In zwei Fällen beantragte der Staatsanwalt Freisprechung. Das Urteil lautete wegen- Betruges in vier Fällen im Rückfall auf f t e b e n Monate Gefängnis unter Anrechnung ber älnterfuchungsh ast. Dos Eisenbahnunglück im harz. Die Untersuchung, die seitens der Aufsichtsbehörde der Reichsbahn und des Reichsverkehrsministeriums über den Unglücksfall eingeleitet worden ist, hat ergeben, daß die Direktion der in Frage kommenden Privatbahn das Möglichste getan hat. Mit der Naturkatastrophe hat niemand rechnen können. Die übrigen Bahnen im Harz sind frei- gegeben worden. Sollten sich noch Anhaltspunkte ergeben, welche die Schuld eines Einzelnen wahrscheinlich machen, so wird die Untersuchung eingeleitet werten. Schwerer Unglücksfall bei einem Schulausflug. Zwei Landschulen hatten einen Ausflüg nach Kolberg unternommen. Rachmittags badeten die Mädchen, wobei ein 13jähriges und ein 10- jähriges Mädchen ausglitschten, von ber Strömung mitgerissen tourten und ertranken. Zwei andere Mädchen rettete ber aussichts- führente Lehrer. Die Brandstiftung am Neustrelitzer Stadttheater. In Felbberg in Mecklenburg hatten sich in ber letzten Zeit fünf Dränte von Stallungen ereignet, die unzweifelhaft auf Brand sttf- tung zurückzusühren waren. Als in ber Rächt zum Sonntag bie Scheune des Hotels Pfitzn« in Flammen aufging, wurde ber 17jährige Bäckerlehrling Heisler aus ReufireÜtz beobachtet, Iber brennendes Papier durch ein Loch in bie Scheune gesteckt hatte. Der jugendliche Verbrecher tourte halb darauf verhaftet und gestand nach anfänglichem Leugnen, nicht nur bie Bräute in Felbberg gelegt, sondern auch am 15. Januar 1924 bas Landes- theater in Reustrelitz angezüntet zu haben, in bem sein Vater als Theaterbiener tätig war. DaS Theater tourte damals mit seinem gesamten Fundus vernichtet. Bei nächtlichen Filmaufnahmen verunglückt. Die Filmschauspielerin Helen v. Münch- Hofen verunglückte bei einer Nachtaufnahme bei München. Sie hatte in einer Filmszene einige Pferde zu halten, bie bei dem plötzlichen Auf- flammen ber Scheinwerfer scheuten und durch - gingen. Die Künstlerin tourte rnitgeschleift unb erhielt mehrere Hufschläge. Sie hat schwere Verletzungen davongetragen. Elefantenjagd in einer amerikanischen Stadl. Ein Eisenbahnzug fuhr in eine Herbe Elefanten des Hagenbeck-Wallace-Zirkus hinein, als diese in Aurora (Illinois) verladen werden sollte. Gin Wärter und ein Elefant wurden getötet und mehrere Elefanten verletzt. Der Rest der wild gewordenen Herbe raste zwei Stunden lang durch die Straßen von Aurora. Erst bann gelang es, bie Elefanten wieder einzufangen. Wettervoraussage. Wolkig, auch aufklareNd, warm und vorwiegend trocken. Sonnenscheindauer: 6i Stunden. Heutige Morgentemperatur? 16,3 Grad Celsius. Witterungsaussichten für Donnerstag: Zeitweise wolkig, Temperatur wenig verändert, in der Hauptsache trocken. sich um die Wiedergabe sehr interessanter und wertvoller Musik, und es ist zu hoffen, daß auch mit Rücksicht auf die Tatsache, daß der evtl. Reingewinn der Studcntenhilfe zufließt, der Besuch recht zahlreich sein wird. scheint leichter zu werden, von Schwierigkeiten zum heutigen Medio ist bisher nichts bekannt geworden. Man nennt Farben mit 298,5 bis 299,5, Rheinstahl 221, Siemens 288,5 bis 289, AEG. 188,5 bis 189. Am Devisenmarkt hört man Paris mit 124,01, Mailand mit 89,25 bis 89,40, das Pfund 4,8550, Madrid 28,32. Berliner Börse. Berlin, 12. Juli. (WTB. Funkspruch.) Die hohen Kurse der gestrigen Frankfurter Abendbörse scheinen sich im heutigen Frühverkehr b e h a u p - t e n zu können. Das Geschäft ist zwar noch klein, jedoch kann man schon wieder Ordereingänge bei den Banken beobachten. Auch der Geldmarkt Lyzeum und Stubienanftolt am Rhein. Am SamStag unternahmen das Gießener Lyzeum und die Studienanstalt eine Rheins ah rt. Rachdem vor zwei Jahren die Fahrt zum Rhein in so prächtiger Weise verlaufen war, herrschte bei den Schülerinnen der lebhafte Wunsch nach einer baldigen Wiederholung. Dieser Wunsch ging nun in Erfüllung. An der Fahrt nahmen etwa 600 Personen teil, die in einem Sonderzug nach Mainz-Kastel befördert wurden. Als der Zug Gießen verlieh, herrschte hier das traditionelle Regenwetter, das aber die Stimmung nicht sonderlich beeinträchtigen konnte. Je näher der Zug dem Rheine kam, desto klarer wurde der Himmel, bei Sonnenschein lief er in Kastel ein. Am Landungsplatz in Mainz erwartete die mit Flaggen geschmückte „Rheintreue" die frohgestimmten Fahrtgenossen. Bald setzte sich das schmucke Schiss talwärts in Bewegung u. führte die Teilnehmer vorbei an den altbekannten und immer wieder so gern gesehenen Stätten rheinischer Schönheit. Auf dem Schiff herrschte bald fröhlichste Stimmung, die durch die flotten Weisen der von Gießen mitgenommenen Kapelle Wel - l e r wesentlich gesteigert wurde. H ochschulnachrichten Der Rektor der Technischen Hochschule in Darmstadt. Der ordentliche Professor Dr.-Jng. Emil Sammer ist, wie aus Darmstadt gemeldet wird, für die Zeit vom 1. Oktober 1927 bis 30. September 1928 zum Rektor der Technischen Hochschule gewählt worden. die Dampferfahrt ging von Mainz nach Koblenz, in Rüdesheim wurde angelegt und dem Rational- Denkmal am Riederwald ein Besuch abgestattet. Don Koblenz erfolgte die Rückfahrt mit der Lahnbahn: gegen 8 Uhr trafen die Teilnehmer, sehr befriedigt von der schonen Fahrt, wieder hier worden. ** Erhebung von Deckgeld. Das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft gibt jetzt bekannt, daß für die Deckzeit 1927 das Deckgeld für das Bedecken von Stuten durch Hengste des Landgestüts endgültig auf 40 Mk. festgesetzt wor- ** Z u der Sitzung der Stadtverord - I den ist. Die in Hessen wohnenden Stutenbesiher netenversammlung am kommenden Don- haben nach Schluß der Deckzeit zunächst nur einen nerstag, nachmittags 5 Uhr, im Stadthaus Berg- Teilbetrag von 15 Mk. zu entrichten. Der Rest- ftraße stehen u. a. folgende Punkte auf der Tages- I betrag von 25 Mk. wird ihnen bis zum Ablauf ordnung: Erhebung einer Biersteuer in der Stadt der Trächtigkeitsdainn: gestundet. Wird nach dieser Gießen. — Rechnung der städtischen Straßenbahn von dem Stuteiibesiher nachgewiesen, daß seine für 1925. — Errichtung von Schulhausbauten. — I Stute ein lebendes Fohlen nicht geboren hat, so Raumbedarf der gewerblichen Fortbildungsschule; wird der Rest erlassen. Ein Erlaß des Rest- Erstellung von Behelfsbauten. — Baugesuche. betrages (Fohlengeld) tritt auch dann ein, wenn •• D. D. A. Am Samstag fand die Mitglieder- das Fohlen ein Lebensalter von 28 Tagen nicht tierfarnmlung der hiesigen Ortsgruppe des Der- I erreicht hat. Richt in Hessen wohnende Stuteneins für das Deutschtum im Ausland statt. Stu- besiher, die in Hessen Stuten decken lassen, haoen dienrat Dr. König begrüßte die leider nicht sehr das volle Deckgeld (40 Mk.) zu entrichten. Anträge zahlreich erschienenen Mitglieder; darauf berich- I auf Erlaß des Restbetrages des Deckgeldes für tete Dr. Eißer über die von dem Derein ver- Stuten, die Fohlen nicht geboren haben, oder anstalteten Vorträge und gedachte auch in ehren- I deren Fohlen innerhalb 28 Tagen gestoroen sind, ben Worten des dem Verein durch den Tod ent- I sind bis spätestens Ende Juli des auf das Deckten rissenen Vorstandsmitgliedes Fabrikanten Ben- folgenden Jahres bei der Ortsoehöroe zu stellen, der. Rektor Reul legte den Kassenstand des ** Steuer Umlage des hessls chen Vereins und insbesondere den Ertrag der Werbe- I Handwerks. Das hessische Ministerium für Ar- woche dar. Studienrat Dr. König sprach über beit und Wirtschaft hat genehmigt, daß bie Hand- die eindrucksvolle Pfingsttagung des Gesanrtver- werkskommern für 1927 eine Umlage von 366 000 eins in Goslar. Es folgte ein Vortrag von Stu- Mark mit dem Nennbeträge von 6 Mk. erheben dienrat Dr. Diemer (Darmstadt) über Aufbau dürfen. Für je 1000 Mk. Steuerwert desBetnebs- und Tätigkeit des Landesverbandes Hessen-Darm- I kapitals gelten 34 Pf. als Umlagesatz. stadt mit besonderer Berücksichtigung der geleiste- * Erweitertes Schöffengericht Wetzlar. Wetzlar, 10. Juli. —Q— Unter großem Andrang des Publikum- fand am Freitag und SamStag die Verhandlung gegen den früheren Bankdirektor der Darmstädterund Rationalbank Wetzlar, späteren Rechtsanwalt und jetzigen Schriftsteller Dr. R. aus Buch- schlag wegen Untreue statt. Der Angeklagte war im Jahre 1925 Aufsichtsperson in der Ge- chäftsaufsichtssache über eineHolzfirmaausKröfsel- bach. Hierbei ließ er die sämtlichen eingehenden! Gelder über sein Privatkonto laufen. Die Anklage behauptet nun, daß der Angeklagte in dieser Eigenschaft ca. 15 000 Mark, die bei der Schlußrechnung fehlten, veruntreut habe. Rach Verlesung der Anklage erklärte der Angeklagte, vom Vorsitzenden befragt, daß er keinerlei Absicht gehabt habe, sich unrechtmäßig etwas von dem Vermögen der Geschäftsaufsichtsfirma anzueignen. Auf wiederholtes fragen des Vorsitzenden erklärt er, in gutem Glauben gehandelt zu haben, er habe sich nicht hinreichend um die Geschäfte kümmern Ion* neu, gibt auch schließlich auf wiederholtes eindringliches Fragen des Vorsitzenden zu, fahrlässig, doch ohne Absicht gehandelt zu haben. Die Vernehmung des Angeklagten, besonders die Darlegung seiner persönlichen Verhältnisse, nimmt geraume Zeit in Anspruch. In der Zeugenvernehmung bekundete ein früherer Mitinhaber der Ge- chäftsaufsichtsfirma u. a., daß es wohl möglich gewesen sei, seine Firma zu sanieren, doch seien Kräfte am Werk gewesen, die beabsichtigten, seine Firma umzuwersen. Rach dem Plaidoher der Staatsanwaltschaft, die den Angeklagten als überführt ansah und 1 Jahr 3 Wochen Gefängnis und 1000 Mart Geldstrafe beantragte, ergriff der Verteidiger zu seinen Aussührungen das Wort. Er bestritt nicht, daß die in Frage stehende Summe fehlte, führte u. a. aus, daß der Angeklagte in gutem Glauben gehandelt habe, zumal er annahm, daß er mit seiner Forderung an die Geschäftsaussichtsmasse einen Ausgleich herbeisühreii - könne. Mithin könne von einem vorsätzlichen Handeln des Angeklagten zum Rachteil der Masse keine Rede sein, und der Angeklagte sei daher freizusprechen. Rach etwa einstündiger Beratung erfolgte Verkündung des Urteils, das den Angeklagten frei- sprach und die Kosten des Verfahrens der Staatskasse aufcrlegte. In der Begrüirdung hob der Vorsitzende hervor, daß in der Verhandlung sestgestellt sei, daß etwa 15 500 Mark gefehlt hätten. Das Gericht nahm zu Gunsten des Angeklagten an, daß dieser sich wohl für berechtigt gehalten haben mochte, von seinen Forderungen an die Masse seine Gebühr — etwa 5000 Mark als Aufsichtsperson und zirka 3400 Mark Anwaltsgebühr für Beitreibung von Außenständen — vorweg einzub^alten, in der Absicht, diese entnommenen Beträge später zu verrechnen. Wegen der noch fehlenden 7000 Mark sah das Gericht durch die Beweisaufnahme als verwiesen an, daß nicht der Angeklagte diesen Betrag entnommen hatte, sondern daß die Dank zur Deckung eines dem Angeklagten eingeräumten persönlichen Kredits diese Summe vom Konto der Masse abgebucht und ihrem Konto zugebucht hatte, wozu sie eigentlich gar nicht berechtigt war. Die Handlungsweise des Angeklagten sei wohl als fahrlässig zu bezeichnen, reiche aber nicht zu einer Verur- teüung aus, da das Gesetz vorschreibt, daß ein Angeklagter vorsätzlich zum Rachteil eines anderen handele. Der Vorsitzende hob jedoch hervor, daß wohl zivilrechtliche Ansprüche gegen den Angeklagten geltend gemacht werden können. ein. ** Die Fünfziger des Jahres 1877 waren gestern nachmittag mit ihren Familien zu einem Sommerfest auf dem Schiffenberg vereinigt, nachdem am Samstagabend auf der Hardt eine gemütliche Geburtstagsfeier von den Alterskameraden ausgerichtet worden war, die im zweiten Jahresviertel 1877 geboren find. Dom Wetter außerordentlich begünstigt, gestaltete sich das Sommerfest zu einer richtigen Familienfeier aus. Mehr als 500 Feftteilnehmer waren zusammengekommen und bildeten in der würdig geschmückten Klosterkirche eine Kaffeetafel von außerordentlichen Ausmaßen. Bei Ansprache, Konzert, Gesang und Aur der ProVinzialhauprftadt. Gießen, den 12. Juli 1927. Kornblumen. Zwischen den langen Halmen, die sich im Sommerwinde neigen und beugen, blühen die schönen Kornblumen. Johannes Trojan läßt sie sagen: „In der Saat als blaue Sterne stehn wir leuchtend fern und nah. Laßt uns blühn und seht uns gerne; denn wir sind nun einmal ha.“ Die Kornblume ist eigentlich eine Ausländerin wie ihre Schwester, die Kornrade. Ihre Heimat ist Asien, und Kreuzfahrer sollen sie von dort mitgebracht haben. Eine Sage aus alter griechischer Vorzeit erzählt: Die Kornblumen kamen zu Ceres, der Göttin des Ackerbaues und beklagten sich, daß sie von den Menschen, die nur auf ihren Ruhen bedacht wären, als Unkraut gewertet würden. Aber ^eres tröstete die blauen Blumen, indem sie sprach: „Ihr seid meine Priesterinnen im Volk er Aehren. Daher habe ich euch das schöne laue Gewand verliehen. Ihr sollt frei und whlich blühen und emporschauen als ein front- nes Bild der stillen Heiterkeit und des zuver- .chtlichen Glaubens. Ihr sollt Glauben und 5reue predigen. Und wenn ihr jetzt verkannt werdet von den Menschen, so geduldet euch, wenn am Tage der Ernte die Halme fallen, so werden euch die Schnitterinnen suchen, um sich mit euch zu schmücken!" Da waren die Blumen mit ihrem Los wieder ausgesöhnt. ten und geplanten Arbeit in dem Detreuungs- NoseN?Q)aU ltt gebiet des Landesverbandes. Die Reuwahl des ' ' ' Vorstandes ergab feine wesentlichen Aenderungen. ^enn das durch seine Rosenzucht wen über Aus der Mitte der Versammlung wurde angeregt, Deutschlands Grenzen hinaus bekannte Rosendorf einen engeren Zusammenschluß der Mitglieder, 11. d. M. die Frage der Bildung eines Frauenausschusses abgehaltene Rosenausstellung im Hechtscy.n gestund einer Jugendgruppe erörtert. Es ist zu hoffen, faol Nicht enttäuscht. Alles, was^ an Farbenpracht daß der Verein durch Ausbau auf diesem Wege °om reinen Atlasweiß und zartesten Rosa bis zum immer stärkere Anteilnahme weitester Kreise für prächtigen Karmin und tiesdunklem Rot unb bann seine gemeinnützige Bestrebungen im Dienste un- w'eder rn Verschmelzung diec Farden mit fattem erer Brüder im Ausland findet. °der lichtem Gelb jemalsL im Wnre.d) f -n nn hei- Deutschen Volksvartei. war von den Feldern Steinfurths IN den Aus- 3nlte 21ionafä»?tfammlung. Sie ton Nr hie- fteltunflsfaal getto^ert, um au «mm 8U» oereint sigen Ortsgruppe der Deutschen Volkspactei am 3U werden, das in seiner Mannigfaltigkeit fast sinnvergangenen Freitag im „Hindenburg" abgehal- oerroirrenb wirkte. 1E-nnnron(onin c.,mh.r. tmrrho nnF> -Trr 'Birnbaum MdL Nicht weniger als 15 000 Rosen IN Hunderten interessanten^ Üeberblick über die Früh- ten von Sorten gelangten zur Ausstellung, und es iÄtaS Ä Landtages die sich dürfte dem Liebhaber, der aekommen war um ferne fast ausschließlich mit der Beratung des Staats- Sammlung um ^stimmte 6 a Fenton ein den b esten Haushaltes beschäftigte. Die Rednerin legte im Sorten 3u bereitem, ebenso schwer geword n sein einzelnen dar, daß diese Beratungen bereits un- wie dem Fachmann, der mit geübtem Blick bas ter dem Zeichen der kommenden Landtagswahlen Schönste unter dem Schonen zu hnben b^^ w , standen. Richt allein das selbständige Vorgehen Es war darum als nachahmungswer e Einchtung der einzelnen Regierungsparteien Mge dies S" begrüßen daß«die Veranstalte deutlich, sondern auch das Verhalten der Koa- we tsorten die dem gegenwar gen ^schmack am littonsParteien zu den verschiedenstenRegierungs- besten entsprechen, ausgewähltund P ® I anträgen Die Rednerin wandte sich dann den kung ln hohen pyramidalen Aufbauten.in. derJDhtte oberhMschen Verhältnissen zu. Sie begrüßte den des Raumes und fernen me: Ecken ^r M stellung Abschluß der Verhandlungen mit Frankfurt, betr. gebracht hatten. Es amren dies. S c11 f e r i Wölfersheim. Sämtliche maßgebenden Stellen Augusta Viktoria ^lß mt arunuchem vertreten die Ansicht, daß für die Zukunft dies Schein, Ophelia, lachsrosa mit gelblicher Schat- Werk, das immer bedeutende Zuschüsse verlangt üerung, d'nk Peal, rostr, Golden E habe, zu einem selbst rentier enben Unternehmen btem, Dolden Op helia beide gelb, M . fo fv>v 'vrn'f? Dbocl t er LU- I H e n r n Rt o r s e, rosa, und V! ilhelm Kordes, sckusses^für die Stak^GiAn^sri^s leider nkcht kupferrot mit goldgelb. Um diese bevorzugten Der- Ä treten gruppierte sich das geeirfcex Fung mit Mainz zu erhalten. Dasselbe gelte für "un-er prachkgen Rosen im Wettbewerb um die die Gewerbe- und Maschinenbauschule. Derech- Gunst des Publikums. . ( tiatc Wünlcbe Oberhessens warteten hier noch Wir nennen als hervorragend schone neuere cutt ihre Ertülluna Mehr Ersola haben unsere Sorten nur die folgenden: La Phoebe (remweißst LB W°stfi«ld S'°r Lady D -k,°n SfÜÄÄÄ waren «. bMH-nden Tätigkeit der Stadtvervrdnetenfraktion im Stadt- und duftenden Er^ugmsse der Ge ru r I WMMWck- M-KSSLW I getan, die Steuern erträglich gestalten zu Helsen. ?^er^das?Ä^des RukmnKilmer Vorfahren mür’- OTritrnnen beten Undurckisührbarkeit sich wäh- I wen bezeugte dies, und jeder ^r nach Tausenden Süs K hinreidienb ^acxciat zählenden Besucher wird den Eindruck gewonnen Ed der ^band^^en hinreichend g z g bie Abteilung der Gebr. Schultheiß dos NLn Ä sSfMSna™ te« Schönst- mar. Tin- AusMlnng non Nnm-n tonn ^tadt Stellunanahme der Fraktion unterbleiben, denn die Bezeichnung der wunderbar SaSFÄSÄ«assi «■säSMÄ Dio Rbeinlabrt der Krieaer- 'Verhältnisse mit den Amerikanern und Franzosen fnm<,'raDfd>aft Hasst a" am Sonntag er- auf dem internationalen Gebiet der Rosenzucyt in Li J-r fobr ’ffarten Beteiliauna von ins- erfolgreichen Wettbewerb zu treten, bewies ein aus- gefa ntm Sroton b-ssi- g-st-'"-- R°,-nk°rb g°Mt mit g°tdg°!b-n Rosen und preuhischen ltmge6ung; b-sonderS ilart Sie, noch unbenannt, demnächst in den Hond-l haCuaMe=?,Mn630g Mto1 ton MnjÄ D«Äch war Über Erwarten grob. Ein- solch- die Dampsersahitt gin^von Maw/nach Robknx. M-nIchemn-ng- und sol^o Wagengedrang- totte in fRiihosheim wurde anaeleat und dem Rational- der stille Ort noch Nicht gesehen. «er iBeit law ’ geklagten FW in E^chkeit, ist bAJ ^,9un9 Mage fon , belieben in als >eutrt haben ner Dresse als Prin» S n »r xmUr Uf. Die Fahrt ging zunächst bis Rüdesheim, das gegen 11 Uhr erreicht wurde. Hier verließen die Klassen das Schiff, um sich nach dem Riederwald- denftnal zu begeben. Dort wurde eine kleine, aber eindrucksvolle vaterländische Feier abgehalten. Ein Schülerinnenchor fang unter der Leitung von I Oberreallehrer Geller das Lied: „Ich kenn einen hellen Edelstein". Hierauf hielt Oberstudren- direttor Dr. Kalbfleischin packenden Worten eine kurze Ansprache, in der er auf die wechselvollen Geschicke der Rheinlande hinwies, dre immer deutsch gewesen seien, so lange es eine deutsche Geschichte gäbe. Trübe und gute Zeiten habe das Rheinland mit dem großen Vaterland durchlebt. Das deutsche Volk werde aus feiner jetzigen Rot wieder herauskommen, wenn es einig sei Seine Rede klang aus in einem Hoch auf das Vaterland. Rach dem gemeinsamen Gesang des Liedes: „Ich hab mich ergeben", verteilte Studven- rat Freitag im Auftrage des Vereins sur das Deutschtum im Ausland Ehrenpreise an drei Schülerinnen, die sich gelegentlich der Werbewrxhe des V. D. A. besondere Verdienste erworben haben. In wenigen eindrucksvollen Worten ginger hierauf noch auf die Bedeutung der V. D. -k°Ar- I beit ein. Rach ihm ergriff ein zufällig am Denkmal anwesender Deutscher das Wort, der durch I den Friedens vertrag polnisch weroen muß.e. In I bewegter Weise dankte er der Jugend für die I Freude, die sie ihm durch die vaterländische Feier bereifet hatte und bat sie, auch den Volksgenossen im Osten, die außerhalb der deutschen Grenzen leben müssen, die Treue zu halten. Rachdem die Kinder das Denkmal besichtigt hatten, begann gegen 13 Uhr der Abmarsch nach Ahmannshausen, das kurz nach 14 U$r erreicht wurde. Hier wurde das inzwischen von Rudes- heim hierhergekommene Schiff wieder bestiegen, und weiter ging die Fahrt, dem Endziele, Koblenz, entgegen. Bei prächtigem Wetter und in. fröhlichster Stimmung verlief auch dieser ~eu Der | Reise gut. Gegen 17 Uhr legte die „Rhnn- treue“, nachdem sie zuerst am „Deutschen Ea vorbeigefahren war, in Koblenz an. liebenswürdiger Weise hatte Oberstudiendirektor Dr. Müller von der Hilda-Schule in Koblenz eine Anzahl Schülerinnen zur Verfügung gestellt, unter deren Führung die Schule gruppenweise die ötaD | besichtigte. Gegen 19 Uhr wurde wieder der Svnderzug bestiegen, der die Klassen durch das herrliche Lahntal der Heimat zufuhrte. Punktlicy um 21.58 Uhr fuhr der Zug wieder in Der Gießener Bahnhofshalle ein. Wenn diese Fahrt, die sicherlich bei allen Teilnehmern unvergeßliche Eindrücke hinterlassen wird, in allen ihren Teilen glatt berltef, so ist dies nicht zuletzt den vortrefflichen Maßnahmen der Reichsbahnverwaltung und dem freundlichen, hilfsbereiten und entgegenkommenden Verhalten der Reichsbahnbeamten zu danken, Die überall, nsbesondere hier in Gießen, dafür sorgten, daß die Reise ohne Störung und reibimgstvs li<9 abwickelte. Gieszenei Wochenmarltpreise. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt. Butter 170 bis 180, Matte 30 bis 35, Wirsing 25, Weißkraut 25, gelbe Küben 15 rote ^uben 20, Römischkohl 20, Dohnen 70, ßrbfen 30 Bö 35, Rischgemüse 15, Tomaten 40 bis 80, Zwiebeln 20 Rhabarber 15 bis 20, Pilze 40, Kartoffeln 8 V:3 9, Birnen 60, Kirschen 50 bis 60, D^bekbeeE 0, Stachelbeeren 25, Johannisbeeren 2o bis 30, jrDbeeren 50 bis 100, Himbeeren 70 vis öU, jmige Hahnen 100 bis 120 S^pew- mhner 100 bis 120 Pf. dus Pfund; Käse 10 6tW 60 bis 140 Pf.: Eier 12 bis 13, Blumenkohl 20 bi« 80, Salat 5 bis 10, Salatgurken 40 bis 60^ Ober-Kohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 25 Pf. das Stück; Radieschen 10 bis 16 Pf. daS Bund. Tanz verliefen die Stunden nur zu schnell, insbesondere für die Enkel und Kinder der Fünfttger, die sich mit einem Aufmarsch bei Brezel- und Wurstverteilung, mit Sackhüpfen und anderen Spielen, sowie nach eingetretener Dunkelheit mit einem Lampion-Umzug auf das vergnüglichste betätigten. Ein Schießstand wurde von der Fünfzigerschar aus- giebig in Anspruch genommen. Die Schießpreisvcr- icilung gestaltete sich zu großer Fröhlichkeit. Besonderen Beifall fand ein kunstvoller Radfahr-Reigen, der von acht jungen Sportleuten mustergültig vor- gefühtt wurde. Die Unverwüstlichkeit der Gießener Fünfzigervereinigungen ist mit der in allen Teilen gelungenen Veranstaltung wieder einmal bewiesen VErmischies. Oeslerceichische Kinder in Ostpreußen. Berlin, 10. Juli. (Wolff.) Heute vormittag traf auf dem Anhalter Bahnhof ein Sonderzug ein, der nahezu 600 Kinder mit ihrer Begleitung nach Berlin brachte. Es befanden sich darunter 72 Berliner Kinder und 50 Kinder des Potsdamer Waisenhauses, die nach sechswöchigem Ferienaufenthalt am Wörther See heimkehrten. Ferner befanden sich in dem Sonderzug 115 Kinder aus Körnchen, die auf sechs Wochen in Kinderheimen an der Ostsei untergebracht werden, und 350 Kinder aus der Umgebung von Salzburg, die in Ostpreußen bei den einst vertriebenen und jetzt dort ansässigen Salzburgern Aufnahme finden werden. Nach kurzer und herzlicher Begrüßung setzten die österreichischen Kinder ihre Reise fort. Vor dem Ziel vom Herzschlag getötet Am Freitagnachmittag ereignete sich in der mecklenburgischen Stadt Crivitz bei einem anläßlich des Königsschuß-Festes veranstalteten Wettlauf für Mädchen ein tragischer Vorfalt Als die beste Läuferin, die 13jährige Landwirtstochter Karla Baumgarten, kurz vor dem Ziele war, brach sie auf der Stelle tot zusammen. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos, da der Tod infolge Herzschlages eingetreten war. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 8 Uhr, Gastspiel des Bad-Nauheimer Kurtheaters „DasKonzert" (Ende gegen 10.30 Uhr). — Konzert zum Besten der Gießener Studenten- Hilfe: 8 Uhr, Neue Aula der Universität. — Lichtspielhaus (Bahnhofstraße): „Der Juxbaron". — Astoria-Lichtspiele: „Eroßfeuer". — Wir werden gebeten, noch einmal besonders auf das Konzert hinzuweifen, das heute abend unter der Leitung von Herrn Dr. Temesvary in der Neuen Aula zum Besten der Gießener Studentenhilfe frattfinbet. Es handelt Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der ^Radio-Umschau^.) rnikkwoch, 13.3ult 13 bis 14 Uhr: Reue Schallplatten. 15,30 bis 16: Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Polnische Musik. 17.45 bis 18.15: Die Dücherstunde. 18.30 bis 19: Bischof Wilhelm Emanuel v. Ketteler, Vortrag von L. Fischer. 19 bis 19.30: Funkhochschule: Althochdeutsche Tafelmalerei, Vortrag von Dr. Oswald Goetz. 19.30 bis 20: Stenographischer Fortbildungskursus. 20 bis 20.15: Das Pflanzenleben im Sommer, Vortrag von Dr. Sittig. 20.15: Der liebe Augustin, Operette in 3 Akten. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 llhr mittags, 5 bis 1 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlosien. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaufträge sind lediglich an dis Geschäfts st elle zu richten. _______________ Verantwortlich für Lokales, Provinz und Wirtschaft i. D. Dr. Hans Thyrtot. MONDAMIN Ds?« Fefc-sfe für echte Flammesis möc? echte i?cte Q-cUlxel ^ahete LM 35 undf 65 2*/., niemals lese! Todes-Anzeige» Heute Sonntag, den 10. Juli, abends 10 Uhr, entschlief sanft nach langem Leiden meine liebe Frau, unsere treusorgende Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester und Tante Frau Marie Lißmann geb. Stengier im Alter von 68 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Lißmann Karl Huber u. Familie (Amerika) Frieda Huber Wwe. und Sohn, Frankfurt am Main. Lieh, den 10. Juli 1927. Die Beerdigung findet am Mittwoch, dem 13. Juli, nachmittags V4 Uhr statt. 05lM Aufklärung! Zu dem Inserat von Samötag, den 9. d.M. teile ich mit daß ich hiermit nichts zu tun habe. — — Meine Schuhmacherei und Schuh-Serkauf befindet sich nach wie vor nur Wolkengasse-16 HsstiBich Vfeiffev fett. Schuhmachermeisier. 05163 Achüms! Genossenschaften, Maschinenbesitzer u.Äauern. Wo kaufe ich mein Bindegarn??? Braun, Trohe offeriert 6517D la Lang-Hanfgarn, 600 Meter laufend la Sisal 3- H. E., 500 la Sisal-Garn, 500 „ „ zu günstigen Preisen, auch Teilzahlung gestattet. Ebenfalls Erntestricke, große Auswahl! Stets großes Lager. Preisangebote u. Muster nebst Dertretcrbesuch stehen kostenlos zur Verfügung. Emil Braun jr., Trohe b. Gießen Bindegarn, en gros und detail. Eiserne Sarten-Mbel (Tische - Stühle - Bänke) in reicher Auswahl Iriedr.Heyd SGohn Seltersweg 12 6304a KMMWH Mii-wseh, de« 13» d. M, srachmtttass 2 Mir versteigere ich im Restaurant Krankfurter Hof (Marktlauben) den gesamten Nachlaß aus gutem Hause meistbietend gegen Barzahlung: U. a. ein hochf. Nuhbaum-Schlaf- zttnmer, bestehend aus 2 Betten, ein 3türigen KleiderschranK mit 3 Spiegeln, 1 Waschtisch mit M. u. Spiegelanfsatz, 2 Nachttische rn.M., 1 la Salongarnitur mit Sofa und 6 Sesseln, 1 dto. Sofa mit 2 Sesseln, 1 Sofa m. Umbau,Zigarren,Tabak, Violinen, Mandolinen usw. Sddann: 4 Betten m. M., einen Itürigen Kleiderschrank, 1 Nachttisch, Wasch-, Salon-, Nipp- und Schreibtische, 1 Zinkbadewanne, 1 Küchenschrank, 1 Dörrapparat, 1 Waschmaschine, Stühle, Nipp-, G rs-, Porzellan- und Aufstey- sachen u. v. a. 6526D Versteigerung bestimmt. L. Ättboßk gerichtlich beeid. Taxator und Auktionator. MKöMZWN mchMagsrilhr versteigere ich Neuenweg 28 im ,/Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 3 Planlnos, 1 Sofa mit Umbau, 1 Büfett, lLadentheke,12VaarSchneeschuhe,iTrumeau- spiegel, 2 Sessel, 1 Tisch, 1 Büchergestell, l Oekonomiewagen, 50 Wirtsstühle, 1 Wäsche- mangel, 1 Nähmaschine, 1 Eisschrank, i'Eis- maschine, 1 Kaffeemaschine, 3 Ehalselongues mit Ostken, 1 Staubsauger, 1 größere Menge Alpaka-Eßbestscke und Tischdecken. 6533D Junker Gerichtsvollzieher in Gießen. Goslhesir 29. Teleph. tö83. Vermietungen 5(0öne 3'3iramer- WoDnano in nefunbcT Lage Giessens an Giess. Wohnungssuch. au verm. Schr. Angeb. u. 05135 a. d.Gss.Änz. Gut möbl. 05,55 Zimmer ab 15. Juli z. verm. eaa0gr.'Vli.'Vl.l8i,r. S. Zimmer zu vermieten 05160 Sonnenttr. 6 L Möbl. Zimmer zu vermieten. 05148 Haas, Ritteraaffe 16 Laden in bester Geschäftslage sofort zu verm. Schr. Ang. u. 05161 an den Giess. Anz. Geräumiger Laden mit Hinterzimmer in zentraler Lage, auch für Bureau und Lagerräume geeignet, alsbald zu vermieten. Schristl. Angeb. unter 05128 an den Giess. Anz. Wr MM an d. Margarethen- hütte sofort zu vermieten. Schr. Ang. u. 6523D an den Giess. Anz. I Mietgesuche 4- hzw, 3-Zeer- Wohnung in ruhigem Hause von kinderlosem Ehepaar gesucht Schristl. Angebote mit Preis u. 6357D an den Giess. Anz. 3-4'- gimmer- Wohnung in einfachem Hause f. sofort von kleiner Familie gesucht. Schr.Angeb. U.6539D an den Giess. Anz. Stellenangebots Ein tüchtiger Schreiner- gefelle findet sofort dauernde Beschäftigung bet Schre'.nermetster Ludwig Rörig, Homberg a. d. £. iOberhessen). 6518D 8ul5'Dion.alt.Stlube Kindergärtnerin ob. -Pflegerin för nachm. für sofort gesucht. Zu erfrag, in der Geschäftsstelle d Giess. Anz. [05151 Zur gefälligsten Kenntnis! Ab 12. Jufli 1927, befindet sich meine Werkstatt für Seine Schuhwaren nach Mafe und Reparaturen Eichweg Nr. 7 Ecke Großer Steinweg. 05146 Val. Mer, Säminnadier Achtung! Achtung! Barmer Kloppeispihen bringe Idi am Mittwoch,dem 13. d. M. zum Krämcrmarkt auf dem OöwaldS garten zum Verkauf. Martin Brackelsberg aus Barmen. 05157 Bitte genau auf Firma zu achten I a'-'Ä-Ä Nieder mit den Fliegen! V ernichtet die Fliegen.— Macht Euer Heim behaglich. Larven. FLiT, mittels Zerstäuber angewendet, verursacht keine Flecken. FLIT befreit das Haus in ein paar Minuten von krankheitskeimtragenden Fliegen und Stechmücken. FLIT istsauber, zuverlässig und handlich im Gebrauch. Vernidif c( aHeHaudniekten. FLIT vernichtet auch Wanzen, Küchenschaben und Ameisen. Es dringt in alle Risse und Spalten, wo Insekten nisten und brüten. Bestäube die Kleider mit FLITI FLIT tötet die Motten und stoffressenden Ein auf wissenschaftlicher Grundlage hergestelltes Insekten -VertilgungsmitteL FLIT ist das Ergebnis jahrelanger Versuche bekannter Insektenforscher u. Chemiker. FLIT ist unschädlich für den Menschen. FLIT ersetzt die bisher gebrauchten Mittel, da es alle Insekten rasch und sicher vernichtet. Kaufen Sie noch heute eine FLIT-Packung nebst Zerstäuber! üeberall erhältlich. FLIT ’/j Bkchpockunti nritMundzerstauber R.M. 3.50, */j Blcchpackunj* ILM. 3.75, Doppelpackung R.M.&80, Großpackung R.M. 19,-, Haadzerstäuber R. M. 2.-, Kombinierte Packung (enthalt. 1, BIccItpackunguebstHaadzerstäubcr) R. M. 5.58. Fließen DeutfchAmerikanifche PetroIenm-GcfelHdiafi Abteilung Spezralprodtrkte / Hamburg 36 Vezittsvertreter Manufakturist, Kaufmann oder abgeb. Beamter, der sich zum Besuche besserer Privat- kundschast eignet, von leistungsf. Welßwaren- und Wäsche-Finna gegen gute Provision gesucht. Offert, unt. B. 45 an Ann.-Expedition Gimon, Gießen, Erednerstraße 29. 6532V Hiesiges Ieinkostgeschäst sucht eine gewandte Verkäuferin mlt besten llmgangsformen. Schriftliche An- geböte unter 6538V an den Gieß. Anzeiger. Braves Lehrmädchen nicht unter 15 Jahren, mit guten Schulzeugnissen gesucht. Es kommen nur jüngere Mädchen in Frage, die in Giessen wohnen. Selbstgeschriebene Bewerbung unter6525I) an den Giessener Anzeiger erbeten. «Junger feil der seine Lehrzeit in einerZtgarrenfabrik vollendet hat, sucht, gestützt auf gute Zeugnisse, unter be- ichetdenen Ansprüchen anderweitige Stellung. Schritt!. Angeb. unter 05136 a. d. Giess. Anz. erb Saubereö MW für Haus- u. Küchenarbeit per sofort gesucht. 65191) iDQrttemöetflet 6of Bahnhosstr 15. Zum 1. September d. Js. von hessischet Familie em ordentliches, fleissiges itaäta das bürgerlich locken kann, gegen hohen Lohn in dauernde Stellung in Villen- hauShalt nach Hamburg gesucht. Gefl. Angebote an Divl.-Jng. [65071) E. Heinzerliug, Hambura 1, Spltalerstrasse 10II. Zum L August im Kochen und sämtlichen Hausarbeiten durchaus erfahrene ältere Stütze gesucht 6531D Mrburger Slr. lio. Suche to21D Mädchen bei hohem Lohn. Gewerbsmässige Stellenvermittlung Sophie Dülfer, Neustadt 50. Tel. 1103 MeiiklWs MW für tagsüber gefuckt Heifaur. Jns Lotze" SelterSweg 13. mm Ldnäctes aus guter Familie für Friseurgeschäft gesucht. Nähere Auskunft bei Hans Götz, Aster- weg 1.[05152 [Sie II en g es u oh e Junger, tüchtiger Schmiedegesette, selbständig. Arbeiter im Last- und Kutsch- wagenbau, sow.t.all. vork. Reparaturen, sucht angenehme Taperstellung. An- S' stea.Hoh. Köhler, miedeg., Hersleid (H.-ki,),Badestubs 12 Suche Arbeit Frau Frauz- ost« Ltndengaffett Eins. Sröulein sucht Stelle a. Stütze od. sonst pass. Wirkungskreis in bess. Haushalt. Zu erfr. in der Geschäftsstelle des Giess. Anz. 05110 | Verkäufe | Teckel - Hunde kurzhaarig. 8 Wochen alt, bildschön, beste Abstammung, sind preiswert abzugeb. Krofdorf, Giessener Strasse 314. ">°D MgenWMus! 1.3 P. 8. - Motor, fast neu, 1 Fräse, 1 Kreissäge (Holzgeste ltt billigst abzugeben. 6529V Otto Wolf, Allendorf/ Labn. 4 P. 8., Viertaktmotor, mod. Bauart, nur etwa 2500 km gelaufen, versteuert, Umstände halber preiswert zu verk. bei Herrn J. Schupp. SelterSweg. 05139 Stark. Herrenrad mit gut. Bereifg. u. Torvedosretlauf für 25 Mk. zu verk. Qrttnberger Str. 42. Photo - Apparat 13x18, mit 3 Holzdoppelkassetten, zu verk. Wetters.5 III Besicht. n.7Uhr.E MnrAlMsse 1 Posten Weckgläser, ein- u. halbliter, au verkauf. Hau, Franks. Str. 59. WKvöilrÄiM-iW« Die so beliebten Gesellschaftsreisen führen in den nächsten Monaten nach Finnland, Dänemark, Schweden. Norwegen. der Schweiz und Tirol. London nnd der Insel Wight, Dalmatien, dem Balkan und den Donau lUndern, Parifi, Belgien, den Nordseebildern, dem Rhein, der Sächsischen Schweiz, Oberbayern sowie später nach der französischen Riviera mit anschließ. Besuch von Paris Italien, Spanien usw. Kostenlose Auskünfte tun! Prospekte sowie Eisenbahn- Fahrkarten, Schlafwagenplätze, Platzkarten, Fahrscheinhefte, Schiffs-, Fing-, Antofahrkarton, Beschaffung von Paß Visa, Reisegepäck- n. ünfallverslchemag, Reisekreditbriefe nnd Schecks: Reisebüro Loeb / Gießen Vertretung der Hamburg-Amerika-Linie 6530V Schreibe it KLIO II gjie* - K- Klio ist der beste Goldfüllhalter 0 Großes Lager aller Gaggenauer Herde Volksherd Badenia offen nur .... 95.- RM. geschlossen nur 98 - RM. Prima Referenzen! Bequeme Ratenzahlungen! 6012a Neue m*D Strasse26 A Part. zum SabcnN f vadcmützen \ 'alle Formens. 50 Pf.cm' vaveschuhe Größte Au »wähl M)rogerle Wlntarhofty X Kreuzplcch 10 V Aut« Ruf-Nr. 1790 Kartoffeln lausend zu haben. Wtederverk.u.G'rob- abn. Vorzugspreise. H. Trechsler. Stein str.73, Tel. 158L. täglich frisch, cnü> fiehlt billigst 6tSD- W. IM Neuen Bärte 7. Telephon 612. Frische Landeier $ Stück 0.14, 10 Stück 1.35 5 Neue Kartoffeln ff. selbst, italienische d. Pfd. 0.20 Neue viälzer 3 Pfund ... 0.50 Neue Matjesheringe Stück 0.25, 3 Stück 0.70 Pa. boll. Vvllbcringc Stck. 0.15 Fein.ssolLSardellen 7< Pfd. 0.45 NMSmwM Babnbosstr. 27, Fernivr. 1631 Gbstpressen Keltern und Mahlmaschinen empstehlt 5930a Edgar Borrmann Eisenwarcn.Werk- zeuge, (stiessen. Go bilüg bei bequemer Teilzahlung wie bei Benner Schillerstraße 19 kairsenSienirgends Fahrräder, Möbel, Kleider, Schuhe, Betten, Auflagema- tratzen, Bücher-, Kleider- u. Küchenschränke, Büfetts, Vertikoö, Sofas, Chaiselongues, Emaille-, Blech- und Eisenwaren, Kinder- pulte, Tische, Stühle' u. vieles andere."^ Irische Fische Mittwoch früh 9 Uhr eintreffend: Feinste grosse Schellfische 0. K. Pfund ......... 0.45 u 0.50 ff. Seelachs und Cabliau im Ausschnitt ... Pfund 0.30 Frische Kotclettttücke Pfd. 0.40 Goldbarsck,Sce!)ccht,Stetnbutt Frische geräuch. Fische Bücklinge, Ranchschellfische Seelachs in Stücken. Wert I AWÄÜM werd, fachgemäss u. preiswert ge- sttmmt u. revar. G.köett^L Gietzen.VloMji Telephon 2403 Ankanlgbr. .9lon. r u. Harmonium? ♦ 11 Strasse 26 A hart. । H B. Bigfleu. Werkzeug für Triumvb-Motorrad verloren, von Holzheim, Gru- Itingcw.Watzenborn- Steinberg, Giessen. Gegen Belohnung abzugeben 05150 Marburger |Verschiedenasj Wer lehrt einzeln. Herrn doppelte Buchführung (bilanzsicher)? Schr. Angebote unt. 05149 an den Giess. Anz. Ein fast neues Iras-Fahrrad (Torpedo). 1 Lauterbacher Räucher- schrank u. 3 Lung- tteiufensterbänkezu verkauf. Näh. tiWD WieseckerWea 1V. n?L 8ahrrad zu verkaufen. 05159 Sonnenstr. 12 IIL | Kaufgesuche I Kleine AlWI» zu kauf, gesucht. Neustadt 50. \ Empfehlungen [ Erdbeeren Himbeeren Stachelbeeren Johannisbeeren zu billigsten Preisen zu verkaufen. 05,a8 Beerenobstanlagen Willi. Weber, Klein-Linden (Karte genügt). MW ML auf landw. Grundbesitz an erste Stelle gesucht. Schr. Ang. u. 05141 an d. G. Anz. Wer leiht rührigem Geschäftsmann einige 1000 Mark gegen doppelte Sicherheit, evtl, als stiller Teilhaber. Agent verbeten. Schr. Ana. u. 05153 an den Giess. _A«L 1 bis 2 od. mehrere Mille geg. gute Verzins, u. mehrs.Stcherhett auf Franks. Geschäftshaus nur v. Selbstgeber zu leiben ges. Schr. Ang. u. 6528D an den Giess. Anz Strebsamer Geschäftsmann sucht zur Erweiterung einige tausend Mark Kapital gegen erst- klassige Sicherheit. Zinsen nach lieber« etnkuntt. Schr. Ang. 4t 05143 a. d. G. Anz. S 3-2 o 2 r” Dienstag, 12. Juli 1927 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhesfen) Nr. 160 Zweites Natt zeigen scheuen. zu Greulich! Rückt man die Dinge unter diesen Gesichtswinkel. dann gewinnen manche Ereignisse ein anderes Gesicht. Jetzt müssen die drei Anwärter aus die Ministerpräsidentschaft schwere Nackenschlag einstecken. Baldwin aber geht hin und gleicht dann aus. Selbstverständlich denkt keiner an Neuwahlen. Man wird den Mißbegriff des Herbstes 1923 nicht noch einmal wiederholen, als man vorzeitig an das Land appellierte. Auch besorgen die Liberalen nur die Geschäfte der Konservativen. Ihr Geschrei ist nützlicher als große Der- sarnmlungsreden. Lloyd George erspart den Konservativen viel Geld. Sm Herbst, sagen gut informierte Persönlichkeiten, lomrnt es zu einer Reform des Kabinetts. Dann geht Baldwin. (Wenn er nicht dennoch oben bleibt.) Die vielumstrittene Ober- hausreform aber sollte als ein Fanal betrachtet werden, das richtunggebend ist. Die Konservativen denken nicht daran, zu kapitulieren. Sie werden sich, koste es was es wolle, an der Macht erhalten. Sei es auch durch Derfassungsände- rungen. Das Kabinett Baldwin verkörpert die Diktatur der nationalen Vernunft. Daß es eine Diktatur ist, wird man sich eines Tages nicht des Wortes in seine berufliche Arbeit zurück. Die sudetendeutsche Landwirtschaft erhält hier junge wertvollste Mitkämpfer am Werke ihres ständischen Aufbaues und seiner Durchsetzung im Volksganzen. Slandgestaltung ist aber Volks- g e it a 11 u n g, denn der Stand ist nur als lebendiges Glied im Sinnganzen des Volkes verständlich. Die Arbeit einer Baucrnvoltshoch- schule darf mit Recht eine besondere Stellung im Rahmen deutscher Erziehungsmöglichleiten beanspruchen. Aus ihr erhält das deutsche Bauerntum im Kerngebiet wie im Grenzlande seine Menschen, „die als Ackerbauer schicksalsmäßig eine feste und dauerhafte Ehe mit dem Boden führen müssen, weil allein aus diesem Verhältnisse jene irrationalen Kräfte sprießen, die Völkern und Staaten ein besonderes Leben verleihen." Die Bauernvolkshochschule ist eine Zukunft des deutschen Bauerntums, bleibt unsere Hoffnung für die lebendige Gestaltung deutschen Schicksals und deutschen Volkes. Frankfurter Theater. Anläßlich des „Sommers der QKufiF brachte die Operettenbühne am Eschenheimer Tor „Die Siegerin" von Tschaikowsky zur Aufführung. Sicherlich wäre Peter S. Tschukowsky selbst sehr erstaunt gewesen, wenn er sich Grenzkamps und Bauernvolkshochschule. Von Wilhelm Zieh. „Die Städte schwanken im ewigen Wandel der Dinge — das Land ist unvergänglich, unwandelbar wie die Gottheit selbst." — Dieses Wort Sosef Stollreiters gilt heute ganz besonders: im Zeitalter der Technik und der großstädtischen Entwicklung und Massenballung hat es seinen tiefen Sinn. Die Landflucht ist die Sorge unserer Zeit; unsere Sorge ist es, daß der alteingesessene Bauer seine Scholle verläßt, der Arbeit seiner Vorfahren entfremdet wird, der Stadt zustrebt und — dort als Entwurzelter untergeht. Untere Sorge ist die Zivilisation, die mehr noch als in der Stadt auf dem Lande bodenständiges Wachstum verhindert, die Seele des Landvolkes abtotet und damit Einfachheit und Gediegenheit, Innerlichkeit und Frömmigkeit, überhaupt alle Grundlagen des Bauerntums zunichte macht. prophezeien. , .x . Was aber will man denn an leitender Stelle? Dazu muß man zunächst wissen, daß der Premierminister Baldwin nicht zu ienenLeuten gehört, die kraft ihrer Leistung und ihrer Herkunft zu den prädestinierten Anwärtern aus die Ministerpräsidentschaft gehörten. Er hatte unverdienten Beifall bei seinem Schuldenabkommen mit Amerika geerntet. Wurde solchermaßen Schahkanzler (Vorstufe zum Ministerpräsidenten) und, als Bonar Law plötzlich starb, automatisch Ministerpräsident. Er verspielte seine Stellung im Herbst 1923 durch Veranstaltung von Neuwahlen gegen den Rat seiner Sachverständigen. Die Partei konnte aber, in die Opposition gedrängt, nicht den Führer wechseln, ehe nicht Neuwahlen statt gefunden hatten. Man soll die Esel nicht wechseln, ohe man nicht über den Strom ist, bemerkte ein heutiger „Machthaber über Baldwins verschlagene Abhalsrung. Lind so wurde Stanley Baldwin, der redliche, friedliche, rauchende Baldwin, Ministerpräsident der größten konservattven Mehrheit seit 50 Jahren. r _ . Stanley Baldwin ist Nicht so dumm wie er aussieht und nicht so ehrlich, wie seine Freunde glauben. Er machte Churchill zum Schatz- kanzl^r, den eben aus dem liberalen Lager herübergewechselten Renegaten. Er machte Chamberlain und nicht Lord Dirkenheald, früher Mr. Smith, zum Außenminister. Er enttäuschte alle Erwartungen. Er bewährte sich als Menschenkenner. t . . Mit dieser Wahl hatte er den einzig gefährlichen Gegner, Winston Churchill, festgenagelt, seinen Freund Birkenhead auf ein scheinbar totes Gleis geschoben, in Wahrheit aber mit der größten Aufgabe betraut, die England heute vor sich sicht, die Beherrschung Asiens. Er selbst Baldwin, — nun — er ist Ministerpräsident bis heute. Er macht seine Sache schlecht und recht. Er läßt andere Leute im Kabinettsrat sprechen, er selbst hört zu und entscheidet, — wenn — er weiß, wovon gesprochen wurde. Sitzen im Bad. das bis zum 30jährigen Krieg die Hauptbeschäftigung der Kurgäste war, vertrieb man sich überall durch Trinken, Musizieren und Spielen die Zeit, wollte damit auch den Schlaf verscheuchen, der im Bade für schädlich galt. . Dabei ging es in jenen „grobianischen" Zeitläuften freilich nicht immer anständig und mäßig zu, und so hören wir viel von der einreihenden Lieppigkeit, gegen die heftige Verbote erlaßen wurden. So wurde das viele Weintrinken und Zutrinken, dem sich auch Dürer bei seinem Badeaufenthalt in Aachen 1520 nicht entziehen tonnte, untersagt; statt der Schlemmer- und Buhllieder sollten geistliche Badegesänge vorgetragen werden. Die Badeordnungen verboten Verunreinigungen des Wassers, ungebührliches Benehmen im Bad, und es war aus den Standespersvnen ein Badegericht eingesetzt, das schon früh nach der Morgensuppe zusammentrat und halb scherzhaft, halb ernsthaft die Liebeltäter aburteilte, die dann dem durch die Narrenkappe ausgezeichneten Pritschenmeister übergeben wurden. Nach dem 30jährigen Krieg hat die alte deutsche Badeherrlichkeit ein Ende. Die „Morgensuppe", die man gemeinsam einnahm und die meistens in Wein bestand, verschwindet ebenso wie das Dadegericht. Ein bürgerlicher Geist macht sich geltend, der auf strenge Ordnung und Sittsamkeit hält, und man sitzt im Morgenbad bei Kaffee, Tee und Schokolade und ißt dazu Konfekt. Auch werden jetzt immer mehr die Trinkkuren statt der Bäder Mode. Wie es in einem bürgerlichen Kurort des Rokoko zuging, wird in Mosers Schrift über das Wildbad von 1758 eingehend beschrieben Zuerst muh man sich beim Bademeister an» melden, sich von ihm unterrichten lassen und ihm die „Dadegeräte" übergeben. Dann macht man den Mitbadegästen fein Kompliment, wünscht ihnen Glück zum Bade und empfängt Gegenbesuche. Des Morgens geht es sofort rns Bad: Alle Mannspersonen erscheinen xm Schlafrock, Aappe Strümpfe und Pantoffeln. Man nimmt sanft nur ein Schnupftuch zum Ab trocknen des Gesichts mit, einige auch die Tabakdose. Frauenspersonen pflegen im Mantel, Llnterrock uxck) Hemd ins Badehaus zu gehen. Man wartet fein bis Aber mit solchem Führer kann die Partei las Rennen bei den nächsten Wahlen nicht ma- chen, obschon Dalbw.n für die breite Masse ein ausgezeichnetes Plakat ist, weil er so gemütlich wirkt. Man braucht mehr. Die beiden Matadoren im Spiel der Konservativen sind eben Churchill und Birkenhead. Zu nennen wäre auch der sehr besonnene Mr. Bridgeman, erster Zivillord der Admiralität. Geht es daher nicht so wie jetzt, dann muß man sich reorganisieren, bzw. Mittel und Wege finden, neues Leben in dir übergroße Mehrheit zu bringen. Vielleicht auch beides. Das Gerede von den Neuwahlen ist zum Teil konservative Propaganda, wie man mir von leitender konservativer Seite sagte. Auf das gleiche Brett gehört die Liebertreibnng der liberalen Erfolge. Sie sind nämlich nicht nachzuweisen. Seit den letzten Wahlen, Herbst 1924, haben die Liberalen sage und schreibe einen einzigen S ih gewonnen. Das ist erbärmlich wenig. Lieberschrift: viel Geschrei und wenig Wolle. Wir werden gelegentlich die Statistik der Neuwahlen behandeln. Sie ist sehr interessant. Entscheidender und für uns von Wichtigkeit ist aber die Revolte im Kabinett gegen Baldwin, von der die Welt fast nichts erfährt. Bisher waren Churchill und Birkenhead brav und friedlich. Nun die Partei vor ernste Zukunftsfragen gestellt wird, werden^ sie rebellisch. Man sieht in ihnen vielfach die künftigen Führer. Die Frage ist, wer macht das Rennen? Baldwin ist recht geschickt gewesen. Er besitzt Mutterwitz. Er hat nämlich die beiden Freunde Birkenhead und Churchill höchst gewandt an den Staatskarren gespannt. Churchill mußte das Gewerkschaftsgesetz vertreten, da-s war peinlich, und Lord Birkenhead muß sich mit House of Lords Reform herumschlagen. Auch das ist wenig angenehm. Bridgeman aber macht Llbrüstungskonferenz zur See. — Die Gbesi ausresorm in England. Don unserem W. v. K.-Korrespondentrn. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Es ist nicht immer leicht, der Versuchung zu widerstehen, sich in die englische Parleipolttik zu mischen. Schließlich geht sie uns sogar etwas an. Es ist nicht gleichgültig, ob Baldwin, ob Lloyd George oder Ramiay Macdonald die englische Polittt leitet. Aber die heute sogar in deutschen Blättern umstrittene Oberhausreform, die Übrigens keine sehr großen Aussichten auf Verwirklichung besitzt, ist sicherlich kein Anlaß zu besonderem Interesse, wenn man sie auf ihre besonderen Verdienste untersucht. Es ist rwoifelhaft, ob England das Prinzip einer von Wahlen unabhängigen Kammer jemals aufgeben wird. Das System hat sich bewährt Daß die erste Kammer heute überflüssig erscheint, ist Har. Daß sie in Fällen wirklicher Gefahr keinen Schuh gewährt, ist ebenfalls deutlich. Aber sie bringt in die Gesehesmacherei ein hemmendes Moment, das in England im Grunde als erwünscht angesehen wird. Man muh daran erinnern, daß die englischen parlamentarischen Einrichtungen viel mehr der Verhinderung von Gesehen als etwa der Schaffung neuer dienen. Somit gehört ein Obrnchaus in dies System hinein. Es gibt nicht belfere Mittel, um Gesetze zu sabotieren, als eine solche Einrichtung. In dem Streit um das Maß dieser Bremsung liegt das Wesentliche des heutigen Kampfes. Wichtiger als die Meinung der Opposition, bedeutsamer als die Fronde im eigenen Lager ist der Kampf innerhalb des Kabinetts selbst. Man muß sich dabei darüber klar fein, daß es hier nicht um die Sache, nicht mn die Oberhausreform, sondern um Personen- fragen geht. Im Liberalen- und Arbeiterlager beobachtet man diesen Streit in der stillen Hoffnung, es werde dieserhalb um verfrühte Neuwahlen kommen. Den Zeitpunkt der Neuwah » len wird die Regierung sicherlich nach ibrem Belieben festsehen. Letzter Termin ist der Herbst 1929 Wie dann die innere Lage Englands beschaffen ist, wagt auch der Klügste nicht zu IjöwJÄkMn in alter Zeit. Die Mode der Badereisen datiert nichts erst aus unserer Zeit, auch schon in früheren Jahrhunderten wollten nicht nur die, denen es ihr Gesundheitszustand gebot, die Kur gebrauchen, sondern man betrachtete allenthalben die „Baden- fahrf als ein Vergnügen, das sich sogar manche Bräute im Ehevertrag alljährlich als ihr gutes Recht ausbedangen. Daher ist es auch in den Bädern stets lustig zugegangen: man amüsierte sich, so gut man konnte, und schlug nicht selten gehörig über die Stränge. Das Familienbad ist nichts Neues, sondern bereits im fünfzehnten Jahrhundert Badeten Männlein und Weiblein zusammen, und ganze Familien liehen sich in den heilbringenden Fluten häuslich nieder, wobei die Kinder viele Stunden mitgenommen wurden. Die erste Schilderung deutschen Badelebens, die eine gewisse Berühmtheit erlangt Hat, die des italienischen Humanisten Poggio, der 1417 Baden im Aargau besuchte, malt anmutig diese dem Italiener damals noch fremde Lustbarkeit. „Mancher besucht täglich drei bis vier Bäder vnb bringt da den größten Teil des Tages mtt Singen, Trinken und nach dem Bade mit Tanzen zu," schreibt er. „Nichts aber kann reizender zu sehen oder zu hören fein, als wenn eben mannbare oder schon in voller Blüte stehende Jungfrauen, mit dem schönsten offensten Gesicht, an Gestalt und Benehmen Göttinnen gleich, zu ihren Instrumenten singen, ihr leichtes zurück- geworfenes Gewand auf dem Wasser schwimmt, und jede eine neue Venus ist .. Außer diesen Vergnügungen gab es noch ein« andere von nicht geringem Reiz. Hinter den Höfen, zunächst dem Flusse, liegt nämlich eine große, von vielen Bäumen beschattete Wiese. .Hier kommt nach dem Essen alles zusammen und belustigt sich mit Gesang, Tanz und mancherlei Spielen. Die meisten spielen Ball: aber nicht tote bei uns, sondern Männer und Frauen werfen sich jedes dem, den es am meisten liebt, einen solchen Ball zu. in dem viele Schellen find. Viele andere lustige Ergohlichketten muß ich übergehen, und kann nur sagen, daß ich glaubte, das sei der Ort, wo der erste Mensch geschaffen worden den die Hebräer Gan Eden, d. h. Garten der’ Wollust nennen.“ Bei dem stundenlangen wie mit dem „Dreimäderlhaus": Kapellmeister Josef Klein von der Wiener Staatsoper hat aus den verschiedensten Kompositionen Tschaikowskys die Musik zur „Siegerin" zusammengestellt. Das an sich recht wirkungsvolle Libretto haben Oskar Friedm ann-Lunzer und Bela Ienbach der russischen Geschichte entlehnt, es behandelt den Aufstieg der nachmaligen Zarin Katharina I. zum Zarenthron. Der erste Att (der weitaus beste) spielt im Feldlager Menschikoffs vor Marienburg. 3m zweiten Akt, da Menschikoff seine im Felde gewonnene Braut Martha in sein Moskauer Palais gebracht hat. streckt Peter der Große die Hand nach der schönen Frau aus, und Menschikoff muß nach verzweifeltem Kampf verzichten. Im drittel Att endlich setzt die inzwischen zur Herzogin Katharina von Livland ernannte Martha ihre Trauung mit dem Zaren durch; sie bleibt die Siegerin. In einem Anfall von besonderer Bescheidenheit haben die Librettisten und der Bearbeiter (teilweise ist er selber als Komponist beteiligt) das Werk als musikalische Komödie bezeichnet. Jedoch liehen sich die ersten beiden Akte eher als Spieloper ansprechen, und nur der Schluß wird in etwas der Komödie gerecht. Tschaikowskys echt russisches, ^schwermütiges Klangkolorit und sem genialer Melodienreichtuin kamen bei geschmack- und respektvoller Bearbeitung zu starker Geltung. Fritz Kehn er, der musikalische Leiter und Adolf Wiesner, der Regisseur der Ausführung, tonnten sich in den überaus starken Erfolg des Abends teilen. Charlotte Boern er, eine Sängerin von hoher Gesangskultur, brachte für die Titelrolle eine bestechende Erscheinung vereint mit hervorragenden stimmlichen und darstellerischen Fähigkeiten mit GustavIahrbecks Menschikoff war ihr ein vollwertiger Partner dessen gesangliche und darstellerische Gelöstheit überraschte. Der zweite Gast des Abends, Ros et Berndt, war eine flotte Marketenderin: famos der Chef der russißyen Geheimpolizei: Norbert Fels. Gute Typen Karl Reul (General) und H. H. Klüfer (Peter der Große). Die farbeit prächtigen DühnenNlder Hans Mohrs und Ernst Müllers verstärkten den vlnstlMischen Gesamteindruck der ausgezeichneten Aufführung. I Das Publikum applaudierte lebhaft. uw. man drantommt, läßt sich vom Bademeister oder der Badefrau ausziehen und steigt pünktlich wieder heraus, empfichlt sich den Anwesenden unter nochmaliger Anwünschung eines gesegneten Bades und wird dann abgetrocknet." Eine andere Badeordnung von 1762 teilt den Tag folgendermaßen ein: „Morgens von 7 bis 8 Ähr sollen sich sämtliche Badegäste zur Kur im großen Saal einfinden. Die nicht ins Bad gehen, sollen sich bis 10 Llhr ehrbar und bescheiden aufführen und mit etwas NüHlichem beschäftigen. 10 bis 12 Llhr ist dem Spaziergang bei schönem Wetter und bei Regen dem Spiel, der Unterhaltung und unschuldigen Belustigungen gewidmet. Von 12 bis 1 geht man zum Mittagessen, von 1 bis 2 zum Kaffee, von 5 bis 8 Llhr zu einem gemeinsamen Spaziergang, 8 bis 9 Llhr Nachtessen: von 9 bis 11 Llhr wäre der Tag mit einem Chren-Tänzlein oder einer angemessenen Ergötzlichkeit zu beschließen. Lim 11 Llhr sollen sich alle und jede ins Bett verfügen und eine allgemeine Stille regieren." Freilich ging es nicht überall so gesittet und ruhig zu, sondern in den Luxusbädern entfaltete sich gerade im Rokoko ein üppiges Leben. Die meisten Gäste kamen nicht zur Kur, sondern um Bekanntschaften zu machen, um sich dem Glücksspiel zu ergeben und ein flottes Leben zu führen. Die Kleiderpracht artete so aus, vaß man sogar kostbare Dadeuniformen trug, mit denen man dann später zu Hause prahlte. Große Badefeste und Badetheater kamen jetzt auf. Kein Wunder, daß in der Zeit der Rückkehr zur Natur diese Luxusbäder von den Freunden und Freundinnen ländlicher Einsamkeit verabscheut wurden und man Orte aufsuchte, wo es „weder Pianos noch Harfen, weder_ Karossen noch Teppiche, weder Musielin-Dorhänge noch Wachslichter, noch Opern-Doiletten gibt.“ (Nordmähren). Gerade eine Würdigung der letztgenannten, der mährischen Schule in Gillersdorf, hat einen besonderen Reiz, weil hier der geschlossene Charakter einer Landschaft und ihrer bäuerlichen Menschen gm einheitlichsten zum Ausdruck kommt. In lieblicher waldiger Landschaft am Rande des Altvatergebirges im deutschen Sprachgebiet gelegen vereinigt sie alljährlich Bauernburschen und Bauernmädchen in mehreren Winterkursen, während sie im Sommer in die Dörfer wandert und dort kleinere Lehrgänge abhält. Ihre Lern- und Lebensgemeinschaft geht von den Grundgedanken Heimat und Bauerntum aus. Von der täglichen Welt als Mittelpunkt sollen die Schüler die größere Welt sehen. Hier liegen ihre Aufgaben für die Gemeinschaft. Lind von hier aus erwächst das tiefe Verständnis für Stolz und Art des Bauern, für seine Pflichten gegenüber Volk und Staat, für feine Einstellung zu letzten Dingen. „Bauer sein, ist letzten Endes gottgewollt.“ Die Volkshochschule will keine landwirtsa)astliche Fachschule sein, die etwa landwirtschaftlich-technisches Können vermittelt, die dem Landwirt praktische Erfahrung und die Mittel wissenschaftlicher Forschung an die Hand gibt. Sie will vielmehr dem technischen Können und der rein landwirtschaftlich betriebsmäßigen Leistung eine seelisch-geistige Ergänzung bieten, sre will nicht den Landwirt, sie will den bäuerlichen Menschen in seinem echten Heimatbewußtsern und in seiner zähen Schollen treue. Von diesem Blickpunkt aus werden alle Lehrgegenstände aus dem Gebiet der Naturwisien- schaften oder dem der Geisteswissenschaften angepackt, wird unbeschwert von der Menge des Einzelwissens der Eingang in die Grunderkenntnis gesucht. Biologie, Gesundheitslehre und allgemeine Lebenskunde, Gesellschafts- und Dolks- wirtschaftslehre, Staatsbürgerkunde und Geschichte, Bauernlehre und Volkskunde bekommen hier einen neuen Sinn und eine vertiefte Betrachtung, für die der Ausgang immer nut die eigene Welt, der enge häusliche und bäuerliche Bezirk des Dorfes, die Heimat und der eigene Stamm sein kann. Singen und Tanz, Turnen und die vielfachen Wanderungen in die mährische Heimat fügen sich organisch und zwanglos in das Leben der Schule ein. Das Gemeinschaftsleben des Kreises hat seinen eigenen Stil und seine schöpferische Gestaltung im Laufe der Jahre gefunden. Wer von ihr geht, bleibt dennoch dem Kreis der Schule und ihrem Geiste, bleibt ihrem Wollen und ihrem Ziel verbunden und geht als ein Bauer int besten und natürlichsten Sinne Verband zur Wahrung der Interessen derKrankenkassen im Freistaat Hessen. 9-* Am Samstag und Sonntag fand die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung des Verbandes unter dem Vorsitz des Rechnungsdirektors Harth, Darmstadt, in der alten Nibelungenstadt Worms statt. Die Tagung wurde eröffnet durch eine am Samstagnachmittag stattfindende geschäftliche Sitzung. In dieser wurden der Rechnungsabschluß des Verbandes sür 1926, sowie der des Erholungsheims zur „Post“ in Jugenheim a. d. B., welches dem Verband gehört, genehmigt. Dabei wurde fest- gestellt, daß sich der Besuch des Erholungsheimes in dem letzten Jahr wesentlich gehoben hat. Alsdann erstattete der Vorsitzende Harth einen ausführlichen Bericht über das abgelaufene Geschäftsjahr 1926, aus dem zu entnehmen war. daß sich der Verband mit allen, die angeschlossenen Krankenkassen angehenden Angelegenheiten eingehend befaßt hat. Der Verband umfaßt z. Z. 72 hessische Krankenkassen. Alsdann folgte die Beratung des Voranschlags des Verbandes für 1928, der in Einnahme und Ausgabe mit 3400 Mark abschlieht. Der Beitrag zum Verband für 1928 erfährt gegen 1927 keine« Veränderung. Eine lange Debatte entspann ach alsdann über den Antrag des Mitgliedes des Verbandsvorstandes, Eugen Hartmann in Worms, der folgenden Antrag gestellt hatte: Lim die für den vollständigen Ausbau des Erholungsheimes „Zur Post“ in Jugenheim an der Bergstraße erforderlichen Mittel zu bekommen, sollen auf dem Wege der Freiwilligkeit jedem Mitglied der dem Verband angehörigen Kassen wöchentlich zwei Reichspfennig mit den Beiträgen zur Krankenkasse in Abzug gebracht werden. Die Verbandskassen haben diese Beiträge einzuziehen und allmonatlich oder nach jeder Hebeperiode dem von dem Derbands- vorstand zu bezeichnenden Bankkonto zu überweisen. Es wird dabei der Wunsch ausgesprochen, daß die Arbeitgeber je Woche und Mitglied einen Pfennig auf gleiche Weise freuwillig zahlen. Der Antrag wurde gegen eins geringe Minderheit angenommen. Ein Antrag auf Satzungsänderung wegen anderweiter Regelung der Rechnungsprüfung wurde ebenfalls genehmigt. Am Sonntagvormittag wurde die Hauptversammlung durch den zweiten VerbandsvorsihendüN Seum - Nidda in Anwesenheit von etwa 250 Delegierten mit Degrühungsworten an die erschienenen Vertreter der Behörden und der nahestehenden Organisationen eröffnet. Namens der Stadt Worms und der übrigen Gäste sprach Bürgermeister Metzler-Worms. Unter den Erschienenen bemerkte man auch den Präsidenten! des Oberversicherungsamtes Darmstadt, Herrn von Krug zu Nidda. Es folgte alsdann cm sehr interessanter Vortrag des geichäftsführendei, Vorstandsmitgliedes des HauptverbandeS der Detriebskrankenkassen in Essen a. d. R.» Hein e- mann, über die Genfer Verhandlungen, betreffend das internationale Abkommen über die Krankenversicherung auf Grund der internationalen Arbeits- Hier setzt die Erncuerungsbewegung ein; in dieser Front findet auch das Bauerntum, seiner Art und ständigen Bedeutung wieder bewußt werdend, seinen Platz. Lind was die Volkshochschulen Dänemaris Jahrzehnte vor dem Kc.ege bereite an inneren Antrieben ihrem Volke beschert hatten: das deutsche Volk findet erst allmählich den Zugang zu solcher vertieften Bil- dungs- und Crneuerungsarbeit. An seinen Grenzen, etwa in Schleswig-Holstein und int Sudetenland, schlägt die Bewegung in der Form typisch ländlich geprägter Bauernvolkshochschulen feste Wurzeln. Wer heute sudetendeutsche Art und Arbeit kennenlernen und studieren will, kann an der deutschen Landwirtschaft in der Tschechoslowakei nicht vorübergehen. Wer aber sudetendeutsches Bauerntum beurteilen und werten will, kann die Erscheinungen der sudetendeutschen Bauernvolkshochschule und ihre Bedeutung nicht außer acht lassen. Lind was anderswo in deutschen Landen als Heimatpflege und Heimatbildung Grundlage solcher Schule sein mag, und was naturgemäß auch im Sudetenland verstärkte Bedeutung hat: hier im Grenzland, im Deutschtum eines fremden Staates erweitert und erhärtet sich diese Bildungsarbeit zur Erziehung harter Grenzlandmenschen, deren Schicksal es ist und sein wird, Vorposten des Deutschtums und Kämpfer für ein deutsches Erbe zu bleiben. In dieser Richtung arbeiten eine Reche sudetendeutscher Volkshochschulen, die Nordböhmische Kudlich-Bauernhochschule im Geltsch » bade in Nordböhmen, die Deutsche Bauernhochschule für das Saazer Land, die Westböhmische Bauernhochschule und nicht zuletzt die Bauern» vvlkshochschule in Bad Ullersdorf OD3 > ,2| 3 - 6 ■ äs!. E « Z J?E 'S"? * "ZF. 2 t-Ü 2 ur v .-rS Q w er - »hll- »i? - c 3 r 2 « O<7 7' - PUh = = r- 2 h" 3’ 2 =:3 ftr., n •« 7 3 9s e3 ■ n- - = ■■ ?,isü 2 H k in y P 83 - 5 s? 0 s ® A HS äh 4 s r 11 2 > Zs; f'« x 4 MWU SiwÄ MW konferenz vom 25. Mai bis 17. 3uni dieses Jahres. Aus den Ausführungen des Vortragenden war zu entnehmen, daß die von der Kommission aufgestellten Grundsätze für eine international« Regelung der Krankenversicherung sich im wesentlichen dem Vorbild der deutschen Krankenversicherung anschließen. Das Ergebnis der Konferenz sei ein voller Erfolg für die deutsche Delegation gewesen, die unter Führung des bekannten Ministerialdirektors ©riefet stand. Die Durchführung dieser Maßnahmen würde für die meisten der übrigen Kulturvölker, wenn sie von ihnen ratifiziert würden, einen großen Kul- turfortschritt bedeuten. Den nächsten Vortrag hielt Verwaltungsdirektor Ost^rmayer - Freiburg i. B. über die Aenderunaen der Unfallversicherung und ihre Auswirkungen auf die Wirtschaft. Der Vor- 54. Gauturnsest (Zweiter und dritter Tag.) — v — Sonntag früh 6 üfjt traten unter der Leitung des Gauoberturnwarts Wilhelm Will (Gießen) 29 Riegen zum Zwölfkampf an. Flott und ohne besondere Unfälle wickelten sich die Wettkämpfe der verfchiedenen Stufen bei nunmehr bestem Turnwetter ab. An dem blitzenden Waffenspiel der Fechter unter Leitung des Gau- fechtwartes Fr. Groos (Marburg) erfreuten sich viele, und die werbende Kraft der beiden Mtersriegen wird sicherlich manchem jungen und älteren Turner einen wertvollen Auftrieb für die weitere Pflege der Leibesübungen mit auf den Lebensweg gegeben haben. Der eindrucksvolle Festzug, auch durch schön aufgebaute Festwagen ausgestattet, vertiefte noch das schöne lÄnvernehmen, das sich zwischen der Gemeinde und den Turnern angebahnt hatte: ergreifend war das gemeinsame Erlebnis des Augenblicks, als der Festzug inmitten deS Dorfes Halt machte und derer gedachte, die für Volk und Vaterland im Weltkrieg gefallen sind, 123 aus der Gemeinde, darunter 40 Turner: die Kirchenglocken läuteten, die Fahnen senkten sich, barhäuptig stand die Menge und das Lied vom guten Kameraden klang durch die stille Gasse und die bewegten Herzen, eine Minute tiefer innerer Sammlung zu neuer Kraft für den Dienst an Jugend und Volk. Eine glänzende Leistung waren die allgemeinen Freiübungen: sie boten nicht nur das übliche schöne Bild, sondern liehen gerade durch ihre hochgesteigerte Durchführung Turner und Zuschauer lebhafter fühlen, daß großes Werk nur durch Einigkeit und Unterordnung gedsiht. Gauvertreter Arthur Pfeiffer (Wetzlar) wies in kurzen kräftigen Worten besonders auf die sittliche und staatsbürgerliche Aufgabe des deutschen Turners hin. Rach dem gemeinsamen Lied: „O Deutschland hoch in Ehren" wurden die Gemeinübungen am Darren durchgeturnt, die der Gau Hessen demnächst auf dem Kreisturnfest in Darmstadt vorführen wird. Run gehörte der Turnplatz den Musterriegen, die, nahezu 50 an der Zahl, in drei Gruppen an den verschiedenen Geräten zeigten, daß ntyt sowohl die Emporbildung des Einzelnen zu Gipfelleistungen das Ziel und die Aufgabe der Deutschen Turnerschaft ist, sondern vielmehr die planmäßige Durchbildung der Masse: denn die große geschichtliche Bedeutung Jahns liegt vornehmlich auch darin, daß er das Turnen zu einer Volkssache gemacht hat. Mit der feierlichen Siegerverkündigung durch den Oberturnwart schloß der arbeitsreiche Tag. Trotz der Beteiligung von auswärtigen Turnern zeigte der Festzug am Montag doch, daß nunmehr der Ausklang des Festes den Heuchel- Heimern selbst gehörte. Indessen brachte das schöne Wetter noch manchen Gast aus der Stadt und von Nachbarorten. Neben den geselligen Freuden wurde der Grundgedanke des Gauturnfestes nochmals wirksam betont durch Turnspiele, die unter Leitung des Gauspielwarts Fritz Seibert (Wetzlar) zur Belebung des Festes beitrugen: die Spielfelder waren dauernd von zahlreichen Zuschauern umsäumt. Da für den Monat Juli Spielsperre für Winterspiele besteht, wurden Barkauf und der im Gau in hoher Blüte stehende Faustball gezeigt. Bei den Turnerinnen wurde erster Sieger Männerturnverein Gießen, bei den Jugendturnern Tv. Wetzlar und bei den Turnern der Gaumeister Friedberg. tragende gab eine ausführliche Gegenüberstellung der neuen Bestimmungen in der Llnsallversiche- rung gegenüber den seitherigen Vorschriften. Daraus war zu entnehmen, daß eine wesentliche Mehrbelastung der Berussgenossenschasten und damit der gesamten Wirtschaft gegen seither eingetreten sei. Im Interesse der Wirtschaft liege die möglichst rasche Wiederherstellung der äln- fallverletzten, nicht aber die dauernde Gewährung von Renten. Beide Vorträge wurden von der Versammlung mit großem Beifall ausgenommen. Als nächstjähriger Tagungsort wurde, auf Vorschlag der Landkrankenkasse für den Kreis Heppenheim, Heppenheim a. d. Bergstraße gewählt. An die Tagung schloß sich ein gemeinsames Mittagessen der Teilnehmer im städtischen Festhause an. ■_-2ca in Heuchelheim. Nachstehend geben wir einen Auszug aus den Siegerliften: Turner-Oberstufe: Zwölfkampf (25 Teilnehmer, 14 Sieger). 1. Sieg Fritz Wei- tershaus, Tv. Großen-Linden, 204 Punkte. 2. Heinrich Keller, Tv. Burgsolms, 196 P. 3. Willi Loch, Tgde. Marburg, 195 P. 4. Wilh. Bernhard, Tv. 1846 Gießen, 193 P. 7. Eduard Heyer, Tv. Krofdorf, 178 P. 10. Wilhelm Hofmann, Tv. Krofdorf, 171 P. 11. Karl Keßler, Tv. Großen-Linden, 164 P. 13. Karl Würtz, Tv. Krofdorf, 162 P. Zehnkampf (17 Teilnehmer, 8 Sieger): Ehrensieger Anton Ries, Tv. 1859 Ridda, 173 P. 1. Sieg Hans Rehn, Tv. 1859 Ridda, 171 P. 2. Richard Seth, Tv. Großen-Linden, 169 P. 3. Friedrich Wolf und Wilhelm D l u - inenfchein. Tgde. Friedberg, 150 Punkte. 7. Otto Meier, Mtv. Dad-Rauheim, 139 P. Turner-Mittelstufe: Zwölfkampf (37 Teilnehmer, 21 Sieger). 1. Sieg Karl Bücking, Tv. Alsfeld, 195 P. 2. Otto Henning, Tv. Lauterbach, 194 P. 3. Fritz Berghäuser, Tv. Rieder-Girmcs, 189 P. 6. Kurt Katz, Tv. Hungen, 181 P. 7. Albert Würtz, Tv. Krofdorf, 178 P. 8. Rudolf Paul, Tv. 1846 Gießen und Franz R e u s ch l i n g, Tv. Heuchelheim, 157 P. 10. Paul Reuter, Tv. Hungen, 174 P. 16. Karl Schmadel, Tv. Grünberg und Fritz Morneweg, Tv. Klcin-Lindcn, 164 P. 17. Albert Leun, Tv. Großen-Linden, 163 P. Turner- Unter stufe: Zwölfkampf (306 Teilnehmer, 195 Sieger): 1: <5ieg Jakob Kehler, Tv. Marbach, 217 P. 2. Willi Wenzel, Tv. Schlitz, 213 P. 3. August Eberspacher, Tgde. Marburg, 209 P. 5. Otto Bepler. Tv. Heuchelheim, Walter Loh, Tv. 1846 Gießen und Heinrich M e h l, Tv. Großen-Linden, 206 P. 7. Alois Burkart, Tv. 1843 Gießen, und Wilhelm Brandenburger, Tv. Hungen, 203 P. 9. Georg Emmerich, Tv. Hungen, 200 P. 13. Karl Marx, Tv. 1846 Gießen, und Theodor Rinn, Tv. Heuchelheim, 196 P. 14. Karl Dort, Mtv. Gießen, 195 P. 16. Wilhelm Rinn, Tv. Heuchelheim, 193 P. 17. Ernst Degen, Tv. Großen-Linden, 192 D. 19. Albert Heinrich, Tv. Mlendorf a. d. Lahn. 190 P. 20. Werner Glitsch, Tv. Hungen, 189 P. 21. Heinrich Zamm ert, Mtv. Gießen, 188 P. Altersturnen: (35—45 Jahre) 9 Teilnehmer, 8 Sieger. — Ehrensieger Otto T e x t o r, Tv. 1860 Marburg, 167 P. — 1. Sieg Hans T h ö t, Tv. Alsfeld, 155 P. — 2. Anton Feuerstein, Tv. Ober-Mörlen, 142 P. — 3. Albert Rinn, Tv. Heuchelheim, 140 P. — 4. R. Burk- hold, T.- u. Sp.-D. Marburg, 133 P. — 5. Richard Böving, Tv. Frankenburg, 132 P. — 6. Adolf Jung, Tv. Wetzlar, und Wilhelm S e m m l e r, Tgde. Laubach, 120 P. Altersturnen: (über 45 Jahre) 7 Teilnehmer, 6 Sieger. — Ehrensieger Georg D i ck - haut, Tv. Alsfeld, 149 P. — 1. Sieg Konrad Bücking, Tv. 2llsfeld, 141 P. — 2. Emst Jung. Tv. 1846 Gießen, 138 P. — 3. Bernhard Pfeffer, Tv. Bad-Rauheim, 134 P. — 4. Hch. Hernes, Tv. Bad-Rauheim, 124 P. — 5. Karl Walther, Tv. 1859 Ridda, 123 P. Musterriegen; Barren: Tv. 1846 Gießen, Altersriege. 28 Teilnehmer» 119Vr P-. sehr gut. — Tv. Ridda, 9 Teilnehmer, 103 P., sehr gut. — Tt57 Krofdorf, Schüler, 17 Teilnehmer, IOP/2 P-. sehr gut. — Tv. Burgsolms, 9 Teilnehmer, IOO1/2 P. sehr gut. Mtv. Bad- Rauheim. 7 Teilnehmer, 98Vz P. gut. — Tv. Heuchelheim. 10 Lecknehmer, 931'2 P., gut. — Tv. Holzheim, 6 Teilnehmer. 94Vr P-, gut. — Tv. Grünberg, 9 Teilnehmer, 94 P., gut. — Tv. Lich. Altersriege,' 6 Teiln., 811-2 P.. gut. — Tv. Großen-Linden. 6 Teilnehmer, 83 P.. gut. Tv. Klein-Linden, 8 Teiln., 76 P, genügend. — Reck: Tv. Krofdorf. 12 Teilnehmer. 101 Punkte, sehr gut. — Mtv. Gießen, 9 Teiln., 99 P., gut. — Tv. Heuchelheim. 8 Teilnehmer, 94 P., gut. — Pferd: T v. 1 846 Gießen, 6 Teiln., 110 P., sehr gut. — Tv. Bad-Rauheim, Altersriege, 10 Teiln., 104 P., sehr gut. — Tv. Hungen, 6 Teiln., 89V? P., gut. — Tv. Ostheim, 6 Teiln., 88Vs P., gut. — Tv. Heuchelheim, Schüler. 10 Teiln., 87l/2 P., gut. — Tv. Treis a. d. Lda., 7 Teiln., 83V? P., gut. — Stabübung: Tv. Eber,tadt. 7 Teiln., 86 Punkte, gut. Um dte KreisfeftmeifterschasL m ArbeiLer-Turn- und SporLbund Der 6. Bezirk schlägt den 3. Bezirk nach über zweistündiger Spieldauer 2:1. t Auf dem Llniversitäts-Sportplatz in Gießen fand am Sonntag das Vorrundenspiel um die Kreisfestmeisterschaft des 9. Kreises zwiscken dem 3. Bezirk und dem 6. Bezirk statt. Das Spiel befriedigte nicht nach allen Richtungen. Die Mannschaft des 3. Bezirks war eine Enttäuschung, man hatte von ihr andere Leistungen erwartet. Das Zusammenspiel der gesamten Mannschaft trat eigentlich erst nach Ablauf der regulären Spielzeit in Erscheinung. Vor allem fehlte der Mannschaft der Elan, der bei einem derart wichtigen Spiel so sehr vonnöten ist. 2m Sturm haperte es an allen Ecken, die Läuferreihe beschäftigte sich zu stark mit der Verteidigung, die dazwischen liegende große Lücke nutzten die Spieler des 6. Bezirks geschickt zum Aufbau ihrer Angriffe aus. Der rechte Verteidiger war im Gegensatz zu sonst reichlich ballunsicher. Eine rühmliche Ausnahme war der Tormann des 3. Bezirks, der der beste Mann auf dem Spielfeld war, und dem allein das Verdienst zuzu- schreiben ist, daß seine Mannschaft nicht schon früher und höher verlor. Der 6.Bezirk dagegen, der übrigens nur mit zehn Mann antrat, hatte eine reichlich ausgeglichene Mannschaft zusammengestellt, in der jeder mehr als seine Schuldigkeit tat. Die Gesamtleistungen waren entschieden überzeugender als beim 3. Bezirk. Bald nach dem Anstoß sah man die Gäste vor dem 5-dü der Einheimischen, aber die haarscharfen Schüsse werden von dem Tormann des 3. Bezirks ebenso sicher gemeistert. In wenigen Minuten hatte der 6. Bezirk bereits einige präzis hereingegebene Ecken erzwungen, die jedoch abgewehrt wurden. Die anfänglich etwas lahme Spielweise der Einheimischen frischte sich nunmehr etwas auf, so daß das Eckenverhältnis nach und nach ausgeglichen wurde. Ein Angriff des linken Sturmflügels des 3. Bezirks brachte endlich eine Lösung: der auf Halo gegangene Linksaußen schoß das erste Tor. Der Sturm des 6. Bezirks arbeitete nun ganz ausgezeichnet. doch wurden die zahlreichen und meist recht gefährlichen Torschüsse von dem Hüter des 3. Bezirks mit verblüffender Sicherheit gemeistert. Selten günstige Torchancen wurden vom Sturm des 3. Bezirks in leichtfertigster Weise ausge- lassen. In dieser Weise ging die erste Spielhälfte zu Ende. Rach dem Wechsel ist die Aeberlegenhrit im Feldspiel beim 6. Bezirk wieder stark fühlbar, Erfolge blieben ihm aber infolge des absolut sicher arbeitenden gegnerischen Torhüters versagt. Abermals schoß der 6. Bezirk eine feiner abgezirkelten Ecken, die vom Mittelstürmer zum Ausgleichstor unhaltbar eingeköpft wurde. Bald darauf sind sich beide Mannschaften zahlenmäßig gleich, der linke Derteidiger des 3. D^irks mußte infolge Verletzung ausscheiden. An dem unentschiedenen 1:1- Resultat konnte keine Partei bis zum Schluß trotz größter Anstrengungen etwas ändern. Die erste Spielverlängerung zeigte nun ein spannendes und ausgeglichenes Spiel. Die ersten 15 Minuten endeten torlos. Abermals wurden die Seiten gewechselt. Die Entscheidung war zu greifen, als der Torhüter des 6. Bezirks einen scharfen Schuß gerade noch neben den Pfosten lenken konnte. Auf der anderen Seite wurde der Tormann des 3. Bezirks mit Bällen geradezu gefüttert, aber nach zwei Stunden Spielzeit stand das Spiel immer noch 1:1. Abermalige Ver- IMMMWAMWOM Roman von Sven Elve st ad. Copyright bei Georg Müller, München. 28 Fortsetzung Nachdruck verboten Der Diener beugte den Kopf und flüsterte einen Namen, jedoch so undeutlich, oaß der Assessor zum drittenmal fragen mußte. „Raspail", sagte er schließlich. Das war eine Enttäuschung für die Anwesenden, die einen anderen Namen erwartet hatten. „Hat Ihr Herr Sie ausgrschickt, um zu stehlen?" Der Diener schüttelte traurig den Kopf. Seine Nervosität stieg offenbar; er wurde immer unruhiger und fingerte verlegen auf der Fläche der Schranke herum. „Wie kamen Sie denn dazu, zu stehlen?" „Aus mir selber." „Gut, aber warum?" „Weil ich kein Geld hatte." „Hat Ihr Herr denn kein Geld?" „Doch, viel." „Dann konnten Sie doch wohl Geld von ihm bekommen?" „Nein," entgegnete der Diener, „das konnte ich nicht." „Warum nicht?" „Weil mein Herr mich verlassen hat." „So? Wo wohnen Sie denn?" „Im Hotel Malmö, am Hafen." Der Assessor notierte den Namen auf einen Zettel und gab ihn einem Kriminalbeamten. Dieser verschwand sofort damit. „Wie lange ist es her, daß der Herr Sie verlassen hat?" „Drei Tage." Der Polizeichef nickte und suchte Asbjörn Krags Augen. Zu feiner Ueberrafchung sah er, daß Krags Augen aufs eifrigste damit beschäftigt waren, die Hände des dummen Dieners zu betrachten. Plötzlich griff der Detektiv ein. „Halt!" rief er. „Die beiden Gauner sprechen miteinander." Asbjörn Krag erhob sich, ging ganz ruhig zu Thollon bin und packte ihn bei den Armen. ,Sie reden rooyl doppelt?" sagte er. Für den Bruchteil einer Sekunde zeigte sich ein Ausdruck von Intelligenz, ein rascher, wachsamer Blick in den Augen des sonst so einfältigen Mannes. Gleich darauf aber schüttelte er verständnislos den Kopf und ließ den Unterkiefer herabhängen, wie ein Idiot es zu tun pflegt, wenn er in tiefes Grübeln verfällt. Wenn dieser Mann wirklich Komödie spielte — und Krag schien zu dieser Anschauung zu neigen — dann spielte er einzigartig und vortrefflich Komödie. Der Assessor richtete sich von seinem Platze auf und sah Monsieur Thollon und Krag neugierig an. Er bat um eine nähere Erklärung. Und Krag sagte leise: „Ich habe den Argwohn, daß hier Komödie gespielt wird. Während Sie diesen Mann verhört haben, der sich Thollon nennt, habe ich seine Finger im Auge behalten." „Ja, der Mann ist offenbar sehr nervös", warf der Assessor ein. „Sehen Sie sich diesen großen, kräftigen Menschen an, diese gesunden, ruhigen, dummen Augen. Glauben Sie wirklich, daß die Nervosität in einem solchen Körper gedeiyt?" „Vielleicht nicht. Was ist denn mit seinen Fingern los?" „Er hat sie jetzt mehrere Minuten lang ununterbrochen auf eine eigentümliche Weise bewegt, die darauf hinzudeuten scheint, daß er mit dem anderen gesprochen hat." „Ach so — hat der andere geantwortet?" „Soweit ick sehen konnte, nicht." „Dann haben Sie wohl kaum ein eigentliches Gespräch miteinander geführt." „Nein, es hat den Anschein, daß der andere nur einige Mitteilungen erhalten hat." „Haben Sie diese Mitteilungen verstanden?" „Natürlich nicht." „Warum natürlich?" „Ja, denn dann hätte ich Thollon ungestört weitersprechen lassen. Ich glaube, hier ist ein Fehler begangen worden." „Welcher Fehler?" „Daß wir die beiden miteinander konfrontiert haben." Der Assessor machte ein zweifelndes Gesicht. „Dann haben wir vielleicht auch einen Fehler gemacht, indem wir diesen neuen Mann verhafteten", bemerkte er ein wenig spöttisch. „Ich glaube, wir betrachten die Sache ein bißchen zu international. Ich bin doch selbst ein wenig Menschenkenner, und ich muß gestehen, daß ich selten eine ausgesprochenere Dummheit, eine unbegreiflichere Einfalt getroffen habe als bei diesem Menschen." Krag antwortete nicht darauf, aber bann fragte er: „Ist es notwendig, diesen Mann weiter zu verhören, bevor Bescheid aus dem Hotel Malmö gekommen ist, wo er zusammen mit dem Anführer der Bande gewohnt hat?" Der Assessor sah fragend von einem zum andern. ,Jch meinerseits , sagte er, „bin wirklich der Ansicht, daß wir diesen dummen Kerl zu weiteren Geständnissen verleiten sollen; aber ich kann auch recht gut warten, wenn der Herr Polizeichef meint." Der Polizeichef überließ die Entscheidung Krag. „Was denken Sie?" fragte er. „Warten", erwiderte Krag. „Gut." Der Afsessor nickte und gab Anweisung, die Gefangene,n abzuführen. Doch bevor dies geschah, sagte Krag leise: „Thollon muß in eine der Zellen fünf bis neun, wenn eine frei ist. Er muß möglichst weit von dem anderen entfernt untergebracht werden." „Wie Sie denken", erwiderte der Assessor. „In diese Dinge mische ich mich nicht hinein." Krag erteilte nähere Befehle, und die Gefangenen wurden einzeln weggebracht, in so weiter Entfernung hintereinander, daß sie unmöglich in Verbindung treten konnten. Sobald die Beamten unter sich waren, sagte der Assessor: „Nun möchte ich gern Ihre Ansicht hören." Krag entgegnete: „Ich glaube, wie gejagt, daß diese Herren beide eine gewaltige Komödie mit uns ausgeführt haben." „Das ist nicht mein Eindruck", sagte der Assessor. „Hallo, da kommt der Schutzmann vom Hotel Malmö zurück. Lassen Sie hören!" Der Mann berichtete, es hätten in der letzten Zeit allerdings zwei Ausländer in dem Hotel gewohnt. Der eine — der Beschreibung nach der jetzt verhaftete Thollon — sprach nur Französisch. Der andere, der offenbar ein viel vornehmerer Herr war, sprach auch etwas Englisch und hatte sich in dieser Sprache dem Hotelpersonal gegenüber verständlich gemacht. „Soweit stimmt die Sache mit meinen eigenen Annahmen", sagte der Assessor. „Weiter . . ." Im Hotel hatte man den bestimmten Eindruck, daß der eine der Herr, der andere der Diener roar. längenmg. Cs machte sich eine Erschlaffung bet beiden Mannschaften bemerkbar, aber trotzdem schoß der Sturm des 6. Bezirks im gegebenen Moment immer noch haargenau. Endlich lößt sich der Bann: Einen hohen BaU verfehlt der Tormann des 3. Bezirks, der nach Meinung des Schiedsrichters hinter dec Torlinie stehende Verteidiger wehrt mit der Hand ab, der Schiedsrichter entscheidet Tor. Damit ist die Mannschaft des 6. Bezirks verdienter Sieger geworden und hat nun am Sonntagabend das Zwischenspiel mit dem 4. Bezirk im Franksirrter Stadion auszutragen. Der Schiedsrichter Schultheis- Offenbach verstand es, die hier und da auftretende harte Spielweife im Keime zu ersticken. Der 2. Bezirk verliert überraschend gegen den 4. Bezirk 0:3. Im 2. (Frankfurter) Bezirk sah man allgemein den Favoriten. 3m entscheidenden Treffen zeigte die Mannschaft zwar ein selten schönes Kombinationsspiel, vergaß dabei aber^Tore zu schießen. Anders der 4. Bezirk. Im energischen Draufgehen erzielte er bis zur Pause 2 Tore, dem in der zweiten Halbzeit noch ein drittes folgte. Der 1. Sport&hib Wien im 9. Kreis. £ Rach dem überzeugenden Sieg der Wiener , Fußballer in Gießen folgte tags darauf ein »Spiel gegen den Kreismeister, V. f. L. B 0 r n - l)e i m. Trotz starker Ermüdung zeigten die Wiener auch hier ihr blendendes Spiel, mutzten aber den in großer Form befindlichen Bornheimern! knapp 2:1 den Sieg überlassen. Unter diesen ilmftänben war man auf das Treffen der Wiener mit der Bezirksrnann- schaft des 2. Bezirks gespannt, nachdem dieselben eine längere Ruhepause hinter sich hatten. Hier zeigten sich die Wiener wieder von ihrer besten Seite und überfuhren die Frankfurter glatt 6:0. Der nächste Gegner war Hertha-Höchst. Bei sehr zahlreichen Zuschauern kam hier ein ganz hervorragender Kampf zustande, in dem sich die Wiener wieder von Hrer besten Seite zeigten und auch hier 3:0 Sieger blieben. Da die Höchster die Schwere der französischen Besatzung sehr eingehend empfunden haben, war hier die Begrüßung der Wiener Leidensgenossen! besonders herzlich Tausende nahmen daran teil und überschütteten die Wiener mit wahren Beifallsstürmen. Am Sonntag weilten die Wiener beim Sportverein Vilbel. 1800 Zuschauer hatte das kleine Vilbel aufgebracht, die Zeugen eines ganz hervorragenden Spiels wurden. Die Wiener bewiesen ihre hohe Spielkultur hier ebenfalls in ganz einwandfreier Weise und hatten am Schluß ein 7:0-Ergebnis herausgehvlt. In der ersten Halbzeit setzte Vilbel den Wienern starken Widerstand entgegen, die bis zum Seitenwechsel erst 2:0 führten. Gegen Schluß fielen die Einheimischen der Wiener Kombinationsmaschine zum Opfer und mutzten sich fünf weitere Tore gefallen lassen. Rudern. Zweifacher Sieg des Ruderilubs Hassia. Bei der 63. Regatta des Süddeutschen Ruderverbandes in Offenbach a. M. am 9. und 10. Juli gelang es dem bereits in Frankfurt a. M. bei der Pfingstregatta erfolgreichen Skuller Karl Rupp, seine beiden gemeldeten Rennen überlegen zu gewinnen. Bei gewissenhaftem Training und Anleitung unserer älteren, erfahrenen Skuller dürfte Rupp wohl noch mancher Erfolg beschießen sein. Auch die Junior-Mannschaft des Ruderklubs Hassia errang einen Achtungserfolg, indem sie sich bei vier Booten den 2. Platz sicherte. Rach stehend die Rennen, an denen der Ruderklub Hassia beteiligt war: I. Jungmann-Einer: 1. Ruderklub Hassia (Karl Rupp). 2. „Vorwärts", Offenbach (Osterieder). Bei 1000 Meter führte Rupp bereits mit 4—5 Längen. Bei 1500 Meter schlug „Dvrwärts"-Osienbach, in aussichtsloser Position liegend, um. II. Junior-Ein er: 1. Ruder klub Hassia (Karl Rupp). 2. Ruderverein Dürgel- Osfenbach (Becker). Bei 600 Meter lag Rupp bereits mit 2 Längen in Führung und siegte bei schöner Steuerung nach Belieben. Der Herr mar oft sehr grob und, schalt den Diener aus. Doch dieser war stets eifrig darauf bedacht, es dem anderen recht zu machen. Ich fragte das Personal ausdrücklich, was man von dem Diener gehalten habe, und man antwortete mir, er sei offenbar nicht besonders intelligent. Zuweilen habe er sich entsetzlich dumm angestellt, oft habe er lange dagestanden und Maulaffen feilgehalten." Der Assessor nickte Krag befriedigt zu und sagte: „Weiter." „Vor drei Tagen verschwand der Herr plötzlich, und später hat er sich nicht wieder sehen lassen." Hier roarf Krag die Bemerkung ein: „Wie verschwand er?' „Ja, davon vermochten sie keine befriedigende Erklärung zu geben. Der Herr und der Diener gingen eines Nachmittags zusammen aus, und keiner von ihnen kehrte in der Nacht zurück. Am Vormittag des folgenden Tages gegen elf Uhr kam der Diener allein nach Hause." „Konnte man ihm ansehen, daß etwas passiert war?" „Nein, aber im Laus des Abends fing er an, nach feinem Herrn zu fragen, und als dieser auch am nächsten Tag nicht wiederkam, wurde der Diener sichtlich sehr unruhig." „Und da?" „Da schöpfte auch die Hotelleitung Verdacht und präsentierte die Rechnung. Der Mann bezahlte sie sofort und gab reichlich Trinkgeld, wodurch man natürlich einigermaßen beruhigt wurde. Aber ein Umstand dabei ist recht interessant." „Welcher Umstand?" „Daß auch das Gepäck des Herrn fort ist." Diese Mitteilung verblüffte den Assessor „Hatte er viel Gepäck?" fragte Krag. „Nein," erklärte der Kriminalschutzmann, der sich in dem Hotel erkundigt hatte, „nur einen kleinen Handkoffer. Aber der ist, wie gesagt, fort. Und mit ihm alle Sachen des Herrn, Kragen, loiletteegegeri*« stände und alles." „Hatte der Herr denn an jenem Abend, als die beiden zusammen fortgingen, seinen Koffer bei sich?" „Darüber wußte man hn Hotel nichts. Niemand hat sie weggehen sehen. Man weiß nur, daß sie um vier Uhr zu Hause waren, und daß um sechs, als die Zimmer nachgesehen wurden, niemand da roar." (Fortsetzung folgt.) dern. i ÄuSerllil-s Zaffi'a. öes Süddeutschen Ruber' ach L. M. am 9. rmö demtS m Frankfurt a M. irsvkgrmchen 6’ndlet Kar. gemelbeten Sfflnm übet* Bei getMenMem Trai« .nferet älteren, erfahrenen DSHI noch mancher Erfolg ne Iunior-Wannfchaft des eng einen Achtungserfolg fr Coolen den 2. W ie Rennen, an denen Ser Sine? 1. Ruderklub ' 2 Vorwärts", Offen* iooo Meter Arte Mp Der M Mer schlug in Lichtner ^lihon 1Pr- 1. Ruderklub 2. Ruberverein ■. cta Meter lag ®W 'S ■»,icsl1 nach Delreben. _ ft'K J'otUnfe ftefeSü9 des yamit m habend S fttben k ,m CI* I°Z^ --m!„ ■6 U? frjfcs ** Vää thlub Men »reis. *■ $thir” Die. ^nbli^'Ä"^ brrla^ auf da« ä.i.ö'rksinann- nachdem die, ^le hmter sich hatten. Wr vvn ih^ m Frankfurter glatt Hertha-Höchß. ^'Hauern kam hier ein ampf zustande, in dem »Ml t^jet besten Seite i:0 Sieger blieben. Da e der französischen Dr- empfunden haben, war Diener Leidensgenvsse« mde nahmen daran teil Neuer mit wahren Heilten die Diener beim e L 1800 Zuschauer hatte bracht, die Zeugen eines äels wurden. Sie Diener fielkultur hier ebenfalls Deise und hatten am iS hrrausgchvll. 3n der ilbel den Wienern starken )ie bis jum Seitenwechsel n Schluß fielen kne Einer Konchmationsmafchine n sich fünf weitere Tore els eifna «J. Per. nachea- g ßiener ^. S1®" en >ejE7zu^^' Irag bcined'S' v jjttr plötzlich- ts.’*® ■’ Ä-S- DonnittaS ^ {güfwftw* „sehen, da« $ des Abends am Ls E-ssSi w w ,»«' V^S****'. - 7 Bearbeitet von W. Orbach 16. Lc3xd4 17. Kg8-g7 2i)jung des Endspiels Nr. 35: Sufi. 2. 11. b7-bö mo* um 15. 16. 3. Sbl -c3 4. c4xd5 18. 19. 20. Sgl-f3 c2-c4 bad den nach kann ohne Dd7xb7 Ta8-b8 Ld4-b2 matt. Lc5; Sfl, nun zufrieden sein* b6xc5 21. Lb2-e5 22. Kg7-f6 23. Tt8xb8 24. TbSXbl 25. Le5-d6 26. g6-g5 11. Sd2-e4 12. Tal-bl! Notwendig, bilisieren. 12. . .. 13. Lei -d2 14. Ld2-c3 den Damenflügel zu 12. Lc8-b7 13. Sc6-d4 14. f7 —f5? hat in dieser Position 6. g7-g6! 7. Lf8 — g7 8. Sb8-c6 9. 0-0 10. Dd5-d7 lungen, Lösungen usw. sind zu richten an Schachredaktion des „Gießener Anzeigers" Dies ist am besten, um später sofort durch Td8 die d-Linie doppelt besetzt zu halten. zeigt, bei vorsichtigem Spiel etwas besseren Chancen. chen. Aach 6 ...., Lg4 usw. Der Doppelbauer nicht viel zu sagen. 6. .. . 7. Lfl-g2 8. d2-d3 9. 0-0 10 Sf3-d2 Weiß. Weiß zieht und seht in zwei Zugen Weih: 8 Steine Kd6; Da3; Ta2, f3; Mit 4. d4 könnte Weiß in eine günstige Variante des Damengambits einlenken, aber bcc Anziehende will möglichst den ausgefahrenen theoretischen .Geleisen fernbleiben. 4. . . . 4. Sf6xd5 5. Sc3xd5 5. Dd8xd5 6 g2-g3 Besser wäre vielleicht 6. b3l, um dem nach- e7. 17. Ddl-b3+ 18. Db3xb7 19. Lg2xb7 20. Lb7-d5 21. Ld5-b3 22. Lb3 — c2 23. TblxbS 24. Tfl-bl 25. Lc2xbl 26. Kgl-g2 27. h2-h3 und die Aussprache an. I Melbach, 11. Juli. Eine Autofahrt unternahmen dieser Tage 37 Landwirte von hier nach dem Vogelsberg. Mit einem Autobus ging es über Nidda, Schotten nach dem Selgenhof zur B e s i ch t i g u n g der Grünland- und Weidewirtschaft, die von der Landwirtschaftskammer betrieben wird, , und die hier Düngungsversuche unternimmt. Dann ging es nach Ulrichstein, Lauterbad) und Gedern den heimatlichen Gefilden zu. Die unterwegs gewonnenen Eindrücke tonnen von den Teilnehmern nun in die Praxis übertragen werden, um, reich- lichere Erträge zu erzielen. Kreis Schotten. *!• Laubach, 11. Juli. Das Landwirt- schastsamt Grünberg veranstaltete gestern einen Feldrundgang, yui «dem sich eine große Zahl von Landwirten eingefunden hatte. Bürgermeister Böhm begrüßte den Vertreter des Amtes und wies auf die Bedeutung des heutigen Rund- ganges hin. Der Rundgangsleiter Dr. Selz er, Landwirtschaftsasfessor am Landwirtschaftsamt Grünberg, erläuterte zu Beginn der Veranstaltung den Zweck derartiger Rundgänge. Zunächst führte der Gang zu den Wintergetreidefeldern, dann zu den Sommergetreidsfeldern und schließlich zu den Wiesen und Hackfruchtfeldrrn. An Hand der praktischen Beispiele wurden Fehler in der Bodenbearbeitung und Düngung, in der Saatgutauswahl und -pflege, sowie Saatgut- reinigung und die notwendigen Maßnahmen zur Hebung von Mißständen besprochen. Es wurde insbesondere die Saatgutreinigung auf genossenschaftlicher Grundlage (Saatreinigungsanlage „Petkus") erörtert. Bezüglich der Wiesen empfahl Dr. Selzer eine sachgeniäße Kaliphosphatdüngung, unter Beachtung der Be° und Entwässerung. Insbesondere wurde die Kompost- . 'Düngung hervorgehoben, die den besten und billigsten Mischdünger darstelle. An Pflanzenkrankheiten wurden festgestellt: Bost an Weizen, Schwarzbeinigkeit an Kartoffeln, Aunkelfliege ar. Rüben, Blasenfuß an Roggen und Hafer, sowie Haferfliegbrand. Die Bekämpfung der Pflanzen- krankheiten mit chemischen Mitteln wurde dringend empfohlen. Im allgemeinen ist der Stand der Feldfrüchte recht gut, so daß mit einer guten Mittelernte gerechnet werden kann. Das Heu ist fast noch zur Hälfte draußen. Im Anschluß an den Rundgang fand im „Svlmser Hof" eine Tkr» sammluno statt, in der Bürgermeister Böhm dem Rundgangsleiter Dr. Selzer für seine allgemein verständlichen Ausführungen herzlich dankte. In der Aussprache wurden zunächst Fragen, die während des Rundganges aufgeworfen wurden, weiter behandelt. Dr. Selzer wies ferner auf die Notwendigkeit einer Iungviehweide bzw. eines Tummelplatzes hin. Bürgermeister^ Böhm will den Gemeinderat und die in Betracht kommenden landwirtschaftlichen Körperschaften für die Errichtung einer solchen Weide interessieren und trat für seine Person warm für diese Idee ein. Rach einem kurzen Schlußwort des Rundgangleiters wurde die anregend verlaufene Veranstaltung geschlossen. Im Laufe des Winters fort ein Lichtbildcrvortrag abgehalten werden. gl; Bc4. Schwarz: 11 Steine Kg2; Dhl; Tg8, h8; La4, cl; Sd2, h7; Bd7, e6, H2. Partie Nr. 80. Gespielt in der letzten Runde des internationalen Schachturniers zu Bad Homburg. Zukertorteröffnung. Weiß: Orb ach, Deutschland. Schwarz: R6ti, Tschechoslowakei. Lösung: Problem Nr. 114. 1. Sg6-h8 Kb5-c4 2. Sh8-f7: Kc4-d4 3. Da3-b4 matt. 2 .. .. Kc4-b5 3. Sf7-d6 matt. Ltichtige Lösungen. Zum Problem Nr. 108: H. Nanz, llehhausen. Zum Problem Nr. 109: D. Loos, ®heften; H. Nanz. Zum Problem Nr. 110: A. Fuld, D. Loos. L. Philipp, Gieften; H. Nanz; W. Langsdorf. In den Endspielen Nr. 33 und 34 H. Nanz, Llehhauscn. Bei dieser Aufgabe ist es notwendig, Matt zu vermeiden. Z. D.: Nimmt Weift Bauern f5, ist das Spiel remis, denn 1 1. L X f5, g3, 2. Lh3, g2, 3. L X g2, Ka8 sich nun der weifte König nicht nähern, Matt zu sehen, und kein Läuferopfer, weder auf a6 oder b7, führt zur Entscheidung. Weiß ge- , winnt jedoch, indem er den k-Bauern schont. 1 Kd8-d7, g4-g3, 2. Le6-d5, f5-f4, 3. Ld5-f3, g3-g2, 4. Lf3xg2, 14-13, 5. Lg2-fl, 13 -12, 6. KdZ - d8, Kb8-a8, 7. Lflxaö und nun folgt auf bxa6 Kc8, ohne baft Schwarz matt ist. Auch bei anderen Opferversuchen kommt es bei richtigem Gegenspiele immer zu gleichem Schluß. Problem Nr. 117. Von F. D. Clarke. Schwarz, c d e । folgenden starken Zuge des Schwarzen entgegenzutreten; es bedarf von nun an einer ganz besonders feinen Spielsührung, um den Positionsvorteil, den Schwarz erhält, wieder auszuglei- ' ’ könnte 7. e3 geschehen Ein Fehler, wie die glänzende Antwort ..... - ' hatte Schwarz die 15. Se4Xc5! Schwarz muh I wenn es Remis erhält. 15. . . . Alle für die Redaktion bestimmten Mittei- die . ______ Lg7xd4 Weitaus schwächer wäre die Ä>rtfetzung 16. ...» Lcg2 17. LXg7, Lxfl 18. Lxf8, Lxe2 19. Dxe2, TX18 (auf Kxf8, 20. De5!) 20. Tel mit ausgezeichnetem Spiel und beständigem Druck auf den Bauern Partie wurde int 29. Zuge im folge der ungleichen Läufer remis gegeben. 1. Sg8-f6 2. c7 —c5 3. d7-d5 ein. Der Ertrag ist eine mäßige Mittelernte. ^Ettingshausen, 11. Juli. Auf Veranlassung des Landwirtschaftsamt es Grünberg hielt Landwirtschaftsasfessor Dr. B ö ch e r gestern hier einen Feld- rundgang ab. Nachdem der Rundgangsleiter Dr. Döcher kurz auf die Bedeutung derartiger Feldbegehungen hingewiesen hatte, wurden die einzelnen Winter- und Sommergetreidefelder, sowie Wiesen und Hackfruchtfelder besichtigt. Dr. Döcher erläuterte an Hand der praktischen Beispiele Fehler in der Bodeitbearbeitung und Düngung, in der Saatgutauswahl und -pflege, sowie die Notwendigkeit einer größeren Reinheit des Saatgutes. Die vom Landwirtschaftsamt ®rün» berg angelegten Versuche, die unter der Kon- trolle von Dr. Döcher stehen, würden besichtigt und demonstriert. Besonders hervorzuheben wäre der ausgezeichnete Stand der beiden Dünnsaatversuche, der eine zu Weizen und der andere zu Roggen. Ferner wurde die Anschaffung einer Saatgutreinigungsanlage „Petkus" auf genossen- schastlicher Grundlage empfohlen. An Pflanzen- franfijeiten wurden festgestellt: Blattrollkrankheit und Schwarzbeinigkeit an Kartoffeln, Rost an Weizen und Blasenfuß an Roggen. Die Bekämpfung der Krankheiten mit chemischen Mitteln L Aus dem Busecker Tal, 12. Gestern abend wurde unser Tal von einem heftigen G ewi t ter heimgesucht. Um 61/2 tthr fing es mit dicken Tropfen zu regnen an. Zwei, geschlagene Stunden regnete es mit einer ^eftifl* teit, die alles Maß übersteigt. Das ganze Tal von ®rünE>erg bis Gießen war grau verhängt. Unter heftigen Donnerschlägen gingen gewaltige Wassermassen nieder. In den Ortschaften schoß das Wasser durch die Straßen, bei vielen Häusern drang es in die Keller. Zeitweise waren die Regengüsse von geringem Hagel begleitet; doch scheint dadurch wenig Schaden entstanden zu sein. Soweit sich bis jä)t übersehen läftt, ist auch durch den Blitz kein Schaden verursacht worden. Allerdings wird es bei dem reifenden Getreide viel Lagerfrucht geben. I L a u t e r, 11. Juli. Infolge der schlechten Witterung und des vollkommenen Ausfalls der Frühkirschen setzt die K i r s ch e n c r n t e hier erst jetzt III. Junior-Vierer: 1. Rudergescll- schast „Undine"-Rüsselsheim. 2. Ruderklub „Ha i- fia“. 3. „Dorus,ia Frankfurt a. M. 4. .Ger- mania"-Mainz-Kastel. Schönes geschlossenes Rennen. Del 500 Meter lag Gießen mit knapp einer Länge in Führung. Mit je einer Länge Ab- stand gingen die Doote in der genannten Reihenfolge durchs Ziel. Werbeschwimmseft in Alsseld- L Weit Über 1000 Zuschauer hatten sich am Sonntag in dem großartig angelegten Alsfelder städtischen Schwimmbad eingesunden, um Dem Werbefest beizuwohnen, das der G t c ft ener Schwimmverein in Verbindung nut der Stadt Alsfeld aufzog. Man sp^ne nicht Mit Beifall für die flott sich abwickelnden Darbietungen. Wie groß das Interesse des Puolikums war, ergibt sich schon aus der Tatsache, baft kaum em Platz leer wurde, als während der Veranstaltung ein anhaltender feiner Regen einsetzte. Bereits die Eröffnung - eine mit drei Mannschaften besetzte Freistilstaffel - verfehlte durch die Neuheit und Schnelligkeit ihre Wirkung mch. Höhepunkte waren dann vor allem bat Kunstspringen, ber Damenreigen und das Wasserballspiel. Stürmisch cn Beifall ernteten auch die Herren Müller, Rust und Mertens in den humonstuchen Einlagen. Ein Schwimmen für Einheimische fand eine recht gute Besetzung sowohl bei den Schülern wie bei den Erwachsenen. Eine Oebensrettungs- vorführung mit Erläuterungen ergänzte die Darbietungen, so baft den Zuschauern ein guter Einblick in die Vielseitigkeit des Schwimmsportes geboten wurde. Die Alsfelber Feuerwehrkapelle sorgte während der Pausen für Unterhaltung Wie sehr das Interesse für den Schwimmsport in ber Alsfelder Bürgerschaft wachgerufen wurde, zeigte sich darin, baft abends bei einem gemütlichen Zusammensein im „Deutschen Haus sich bereits annähernd ein halbes Hundert Herren sanden, die sich durch ihre Unterschrift bereit erklärten, einer evtl, zu gründenden Vereinigung zur Pflege des Schwimmsports in Alsfeld beizutreten. Das Ganze bedeutet allo einen schönen Fortschritt der Schwimmsache itz Oberhessen. ' # 2h? a i 5 = f) o r i o f f, 11. Juli. Die Um- und Neubauarbeiten der neuerrichteten e fr i g 21.49. werden mit Nachdruck betrieben. Um den Neubau des Maschinenhauses beschleunigt herzustellen, wird mit Genehmigung der zuständigen Behörde sogar an Sonntagen gearbeitet. Die Gleiserneuerungsarbeiten an der Anschlußstrecke nach der Gießen-Gelnhausener Bahn sind vollendet, und gegenwärtig wird die neue Verladerampe hergestellt. Das neue Derladegleis oroie neue Rangiergleise sind schon gelegt. Die Arbeiten am neu zu errichtenden Friedhof aus der Sud- eite des Dorfes gehen ihrem Ende entgegen. Kreis Friedberg. l. B u h b a ch, 11. Juli. An einem der letzten Tage sprach hier in einer von der Deutschen Volkspartei einbrrufenen Versa mm tu ng Landtagsabgevrdneter Zimmermeister Haurh- Darmstadt über „Wohnungsbau- und Sondersteuer". Der Redner führte u. a. aus: Die Sonderfteuer läftt die sozialen Verhältnisse des Steuerzahlers völlig unbeachtet; sie ist deshalb eine rohe Steuer. Sie wird letzt von fast allen Parteien 6etämf)ft. In Hessen i|t die Erhebung der Sondersteuer durch eine Verordnung geregelt. Von den Erleichterungen, die im Reichsgesetz vorgesehen sind, sind in Hessen nur wenige zugebilligt. Diese Wenigen fmb er,t durch die Oppositionsparteien durch Abhalttrng vieler Steuerprotestkundgebungen erreicht worden. Es muß unbedingt abgelehnt werden, daß die Sondersteuer von den Ländern dazu benutzt wird, ihre Haushalte ins Gleichgewicht zu bringen. Cs ist zu fordern, daß die durch die Simder- steuer anfallende Summe restlos zur Errichtung von Neubauten verwandt wird. Die Zwangswirt-^ fchast verdankt chr Fortbestehen nur dem kurzsichtigen und engherzigen Verhalten gewisser Parteien. Die Deutsche Volkspartei wird nach wie vor den alsbaldigen ileöergang jur freien Wirtschaft fordern. An die mit groftem Beifall auf genommene Rede schloft sich eine lebhafte wurde sehr empfohlen. Die Veranstaltung war . sehr gut besuch:. Die erschienenen Landwirte folgten den interessanten und lehrreichen Ausfüh- | rungen mit großer Aufmerksamkeit. # Hungen, 11. Juli. Gestern fand hier das Bezirksfest Hungen der Krieger» kameradschaftHassia statt, verbunden mit dem 53. Stiftungsfest des Kriegervereins Hungen. Ein Festgottesdienst, dem eine Kranzniederlegung auf dem Friedhof vorausgegangen war, leitete die Feierlichkeiten ein. An dem Festzuge beteiligten sich 18 Kriegervereine der näheren Umgebung. 11 Bezircsverein? und 7 Gaswer- eine. Der^Bezi rksvor steher Richard Witzel von Inheiden hielt die Begrüßungsansprache und wies auf den Zweck des Kriegervereinswesens hin, echte Kameradschaft und deutsch? Geselligkeit zu pflegen. Weiterhin sprachen Bauinspektor Glitsch und ein Vertreter des Hassiaverbandes, der dem sestgebenden Verein einen Fahnennagel des Kriegerbundes überreichte. Zum erstenmal ist der neue Marktplatz, die früher« „Pfanne , als Festplah benutzt worden, und man findet allgemein, daß er sich gut zu seiner neuen Bestimmung eignet, sowohl der Größe, als auch Lage nach. — Es muft dankbar anerkannt werden, daß die Eisenbahnverwaltung mit sofortiger Wiickung ein neues Z u g p a a r auf der Bahnstrecke Hungen— Friedberg eingelegt hat, >er Sonntags nach folgendem Plan bis 1. Oktober l. I. verkehrt: Hungen ab 20,00 Uhr, Beienheim an 20,39, Beienheim ab 21,36 ilftr, Hungen an 22,13 Uhr. In Beienheim hat man sofort Anschluß an den Personenzug S 4160 Nidda— Friedberg, und der neu eingelegte Zug fährt zurück im Anschluß an den Personenzug S 2159 Friedberg ab 21,20 Uhr, Beienheim an Bund an diesem Tage, denn es ist das zwanzigste Bundesfcst. Dor 37 Jahren war an derselben Stelle der Ohm-Lumdatal-Sängerbund gegründet worden. Sein Gründer und langjähriger 1. Vorsitzender, Lehrer Knaus, weilt nicht mehr unter den Lebenden. Sein Andenken wurde gebührend geehrt. Der warme Appell des Bundesoorfilzenden, festzuhalten am deutschen Lied und besonders am deutschen Volkslied, fand lebhaften Widerhall unter den Sängern. Fräulein Lenz überreichte dem Gesangverein „.Harmonie" eine von den Frauen und Jungfrauen gestiftete Fahnenfchleife, worauf Pfarrer R e u f ch - Nieder-Ohmen die Festrede hielt. Das Fest nahm in allen feinen Teilen einen schönen, würdigen Verlauf. Kreis LauLerdgü). s Huhborf, 11. Juli. Der hiesige Männergesangverein feierte gestern sein 40- jähriges Stiftungsfest. Die Brubervereine bes Schlitzerlanbes unb der benachbarten preußischen Orte hatten sich eingefunben, um dem Jubelverein ihre Glückwünsche barzubringen. Nachmittags bewegte sich ein stattlicher Festzug, an bem Die Jungfrauen bes Ortes in ihrer kleidsamen Tracht teilnahmen, durch die reich geschmückten Dorf straften nach dem Festplatz. Der Vereinspräsibent begrüßte die Ehrengäste, darunter bie Gräflich Görhsche Familie, unb die zahlreich erschienenen Sangesbrüber. Eine ber Festjungfrauen trug einen Prolog vor unb der Ortsgeistliche hielt bie Festrebe, in ber er das deutsche Lieb verherrlichte. Die Jungfrauen unb der Ortsvorstand stifteten dem Iubelverein je eine Fahnen schleife ber Kriegerverein einen Fahnennagel. Mit ber Lieberdorträgen ber anwesenden Gesangvereine hatte die offizielle Feier ihr Ende erreicht unb bas Volksfest nahm seinen Ansang, bas bie Festteilnehmer trotz deS inzwischen einsehenbrn Regens bis in bie späten Abendstunden auf dem Fest platze festhielt. Starkenburg. ' Darmstadt. 11. Juli. Der Rabbiner ber israelitischen Aeligionsgemeinbe, Dr. Bruno I t a- licner, hat eine Berufung als erster Rabbiner an den Israelitischen Tempelver- banb in Hamburg angenommen. — In der St. Ludwigskirche sind zwei Opferst öcke erbrochen und beraubt worden. Preuhen. Kreis Wetzlar. Weid en Hausen, 11. Juli. Die Justus» Hütte ist am 14. d. Mts. 75 Jahre im Besitz ber Familie Schulz. Aus diesem Anlaft hatte der beseitige Besitzer der Hütte, Regierungsbaumeister a. D. G. Schulz am Samstag die Beamten, Meister und Arbeiter der Hütte so- — — Vom oberen Vogelsberg, 11. Juli. Die Grünlandgewinnung hat weitere große Fortschritte gemacht. 3m abgelaufenen Jahr wurden unter Leitung von Kultur- Oberinspektor Kunz, Lauterbach, wiederum 440 Morgen früheres Oed- und Winland mit einem Kostenaufwand von rund 90 000 Mark in nutzbares Weidegebiet, Wiesen-, bzw. Ackerland, verwandelt. Die Hutweidenmeliorationen sind nunmehr in 15 Gemarkungen des Vogelsberges fertiggestellt. Bis jetzt sind insgesamt 5200 Normalmorgen ehemaliges Oedland melioriert worden, die Fläche der Oedungen — soweit sie in Gemeindebesitz sind — die noch verbessert werden sollen, wird auf 2000 bis 3000 Morgen geschätzt. Zu dem 5200 Morgen großen Gemeindegelände kommen auch zahlreiche Hut- Weidenmeliorationen von Privatleuten, die aus Anregung und nach bem Vorbilde des Kulturamtes ebenfalls llnlanb in nutzbringendes Weideland verwandelten. Für die Hebung der Viehzucht unserer Gebirgsgegend, für Steigerung der Fleisch- und Milcherträge nach Menge unb Güte finb die Meliorationen von hohem Werte. Der hessische Staat gibt deshalb zu den Kosten der Anlagen die Hälfte und zahlt noch die Kosten der Vorarbeiten und Bauleitung. Kreis Alsfeld. -ö Homberg, 11. Juli. Im Dausterschen Steinbruch oberhalb der Station Neuhaus ereignete sich ein folgenschwerer Unfall, der einem jungen Menschen ein Auge kostete. In der Schmiede flog'dem Arbeiter Seim ein Stahl- f plitter ins Auge. Seim mußte sofort in die Gießener Klinik verbracht werden. Hier ist ihm das Auge ausgenommen worden. l_ 21 ft en ha in, 11. Juli. Gestern fant) hier das Bundesfest des Ohm-Lumdatal-Sängerbundes, verbunden mit dem 56jährigen Fahnenjubiläum des Gesangvereins „Harmonie" Atzenhain, statt. 8 Uhr frül) begantt das Wertungsfingen, der 24 Bundesvereine, das bis 12 Uhr dauerte. Die Leistungen standen durchweg auf beachtenswerter Höhe und zeigten gegen früher einen erfreulichen Fortschritt. Nach dem Singen versammelten sich die Dirigenten und die Vorsitzenden der Bundesoereine in der Schule, wo der Wertungsrichter, Kantor Samper (Darmstadt), eine kurze Kritik abhielt. Am Nachmittag wurde die Feier durch den Massenchor der Bundesvereine „Nimm deine schönsten Melodien" von Abt, dirigiert von Lehrer Hach, eröffnet. Der Vorsitzende des festgebenden Vereins, W. Lenz IV., begrüßte die Bundes- und Gastvereine im Namen des Vereins, Bürgermeister Erb im Namen der Gemeinde Atzenhain. Der Bundes- oorsitzende, Becker (Keffelbach), richtete besonders warme Worte der Begrüßung an die Bundesvereine sowie an den festgebenden Verein, dem er die Glückwünsche des Bundes zu feinem Jubiläum überbrachte. Ein doppeltes Jubiläum feiert der Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionStisch. Der Steinsetzer. Geheimrat Bergmann, der bahnbrechende Chirurg, hatte in seinem Vorgarten den Hauptweg mit Kleinpflaster belegen lassen. Als bie Arbeit fertig war, zeigt Bergmann auf die Sandschicht, die bie Steinsetzer wie üblich auf dem Pflaster hatten liegen lassen unb meinte scherzend, ob diese Schicht etwa Pfuschereien verdecken solle. Der schlagserttge Steinsetzmeister erwiderte: „Herr Geheimrat, man siecht, Sie kennen Leute jenug, die schlechte Arbeit mit Erde zuzudecken flejen." Freier Beruf. August Stemmeisen knackt einbruchsichere Geldschränke. ilnb immer hat er Pech. Seit Wochen schon ist jedesmal ber Schrank leer. . „Die Beamten haben «0 besser, jammert er da, „es finb, weift Gott, miserable Zeiten für uns freie Berufe." i Reit- und Fahrturnier in Friedberg. --Das 11. Reit-und Fahrturnier des Wetterauer Reiter v ereins fand am Sonntag auf ber Seewiese bei guter Beteiligung statt. Edles Pferbematerial, ausgeglichen unb gut gefahren, wurde von den Herren Heft, Hehl und Kaz in selbstge^ogenen Gespannen vorgeführt. Der Schneid der Jugend im Galoppreiten erfreute jedes Reiterherz. Auch die offene Preisbewerbung in der Ausschreibung für Wagenpferde war wieder gut besetzt. In den offenen Springprüfungen zeigte Major L v tz aus Berlin große Springkunst. Ergebnis: Preis des Frankfurter Reit- und Fahrklubs: Sieger Major Loh »Berlin. — Preis der Stadt Friedberg: I. Arbeitsgespanne: 1 Preis Hehl, Hvfgut Wickstadt; 2. Phil. Heß, Hofgut Dortelwell. II. Geschäftswagen: 1 Preis Ernst Diehler. Gieften. III. Mehr- fbanner: 1. Preis Kaz, Okarben; 2. Hehl, Hofgut Wickstadt. — Reitpxüfung für Landwirte: 1. Preis Walter. Petterweil; 2. Däth, Bau- ernheim; 3. Hofmann, Hof Güll. — Iugend- preis Galopprennen: 1. Preis Rapp, Friedberg (Reiter Barthel); 2. Walter. Petterweil; 3 U ft £ i g , Löwenhof. — Wetterauer Jagdspringen für Landwirte: 1. Preis Schlüter, Gieften und K r o n e r , Vilbel; 2. Drückmann , Groß- Karben; 3 llftrig, Löwenhvf. — Eignungs- Prüfung für Wagenpferde: I. Arbeitspferde: 1 Preise Kanne, Franksurt-Donames; Heß, Dortelweil; Kaz, Okarben. 2.Preise Pflug , Rieder-Wöllstadt; Reif. Assenheim; Dath. Bauernheim. II. Luxuspferde: 1. Preise Bieh- l e r . Gießen; Hehl, Hofgut Wickstadt. Sonderpreis: Friedel Koch aus Hüttengesäft. 2. Preis Ludwig, Frankfurt und D i e h l e r, Friedberg. Reitprüfung: 1. Preise Runkel, Darmstadt und Dr Wienand, Sprendlingen; 2.Preise Major Nette, Frankfutt unb Hofmann, Hof Güll. Jagdspringen: 1. Preis Major Lotz, Berlin; 2 Preis Rapp, Friedberg. Trabreiten: 1. Preis Jakobi, Rodheim; 2. Preis ilftrig, Löwenhof (Reiter Zauner); 3. Preis Drennemann , Ober- Erlenbach Oberhessen. - Landkreis Gießen. 'Ureid üiHki.i stark überzeichnet wurden, und d-eren Er- WirLschafL. germg. von 171,6. f. f. V, I. 4 122 162 Banknoten. Lombardzinsfuß 7 Prozent. 143 124,75 188,75 198.25 189.3 202 143,9 141,25 108 219 136,5 186,25 196,25 286,75 140 180 126 164.5 182,75 173,75 214,25 189,25 279 176 188,25 198.5 134.5 105,5 104.75 127,25 278,75 217.75 168 140 40,9 182,5 188,5 247 295 144,25 141 108.25 186 195,5 188 201,5 141,5 241.5 168 171 286 129 134,75 68 170,75 47 82 188 197 189,9 202,75 143 1( 6 4 0 6 0 0 7 0 6: 8 8 10 8 8 10 6 0 198,25 289,75 181,25 126 165,25 176 213,5 278 178,26 199.9 135,5 109 129,4 279 221 171 142.4 184 190 2>atxm: 777777 lös dem deutschen Kapitalmarkt zum Teil schon zuflieht, wirkte anregend, wenn auch heute Geld infolge des Medio-Termins etwas mehr gesucht ist. Für die deutsche Wirtschaft ist ferner auch die Gründung der neuen Creditbank 47 80 23.5 124.65 124.75 132 H4.5 125 122,5 136 152.25 in Re uy o rk zur Finanzierung der deutschen Klein-Industrie und der Handels-Anternehmun- gen von Bedeutung, ebenso die Fortschritte in den deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen, deren Ergebnis man heute oder morgen erwartet. Immerhin war die Ilmsatztätigkeit zu Beginn nicht ganz so lebhaft wie gestern. Im Mittelpunkt des Interesses standen wieder I. G. Farben, die 3Prozent 300,6 221,25 140,75 107.6 188 Felten & Guilleaume- Ges. f. Elekir. Untern. Hamb. Elcktr. Werke Rhein. Eleltr. . . . Schles. Elektr Schuckert....... Siemens L HalSke . Transradio..... Lahmehcr L Co. . . Buderus...... Deutsche Erdöl . < Essener Steinkohle Gelsenkirchener . . Harvener Hoesch Eisen . . . . ylfe Bergbau . . . Klöcknerwerke . . . Köln-Neuessen . - Mannesmann • . . D ie Berliner Produktenbörse konnte uns wegen Badivstörungen bis Redak- tionsschluh nicht übermittelt werden. A. E G....... Bergmann Elektr. Lieferungen Licht und Kraft . . Schintz.! i-Uhr. I Kur, 117. | 12.7. ... .8 ... 10 ... 10 ... .6 I. . . 10 ... 10 . . . . 8 ... 10 .... 7 ... 16 . . . .8 . . . .9 . . . .0 . . . .8 '/, I. 4 . . . .8 . . . .5 . . . .8 . . . .5 - - .5-A 47.5 80 24 123,25 132,5 145 125 123 184,6 152 198.6 288,6 180 126 165 175 215,6 278 177,5 198,9 134,6 102 129 279 221 141,76 183,6 189,6 297,5 220 141.9 109.5 186.5 Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. Frankfurt a. M., 12. Juli. Das Geschäft ist äußerst still. Die Forderungen für Ausland- getreide sind etwas ermäßigt. Futtermittel ruhig. Mtes Heu nicht mehr vorhanden, neues Heu wird noch nickt gehandelt. Kleie unverändert flau. Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 31,25 nom., inl. Roggen 27,50 nom., inl. Hafer 26, ausl. Hafer 23,50 bis 26, Mais (gelb) 18,75 bis 19, inl. Weizenmehl, Spezial 0 40,75 bis 41,25, Roggenmehl 38 bis 38,25, Weizenkleie 12,75 biö 13,. Roggenkleie 14 bis 14,50. Tendenz: ruhig. Philipp Holzmann . . . . Heidelberger dement . . . Tement Karlstadt Wahß leijc •allerenaiaen '-uou.ag uorr eine Reise nach Riederlandisch-Indien, der durch wohlgelungene Lichtbilder veranschaulicht wurde. Am Mittwoch- vormittag bot Fräulein Kolb-Darmstadt, die seitherige Wohlfcchrtspfleaerin der Inneren Mission in Hessen, eine ausführliche, sehr lehrreiche Darlegung vom Werden, Wachsen und Bedeutung der Inneren Mission besonders in Hessen An der Freizeit nahmen 20 Schwestern teil, darunter auch Vertreterinnen des Starkenburger und des Rheinhessischen Schwesternkreises. Für die Versammlungen hatte Gräfin Elisabeth von Schlitz Räume der Berleburg zur Verfügung gestellt, in der auch einige Teilnehmerinnen wohnen durften, während die übrigen bei Schlitzer Familien gastfreundliche Aufnahme gefunden hatten. Die Leitung der ganzen Freizeit lag in Händen von Pfarrer Me inert (Ober-Widdersheim, der am Schluß allen, die zu dieser befriedigenden Durchführung der Freizeit beigetragen hatten, besonders der Gräfin Elisabeth von Schlitz, herzlichen Dank zum Ausdruck brachte. Büchertisch. — Dr. Viktor Engelhardt: Die geistige Kultur Aegyptens, Vabylo- niens und Judas. (2. Band der; Geschichte der geistigen Kultur.) Reclams Aniversal-Biblio- thek Rr. 6752—55. 2,40 Mk. - Das vorliegende Auch stellt den zweiten, in sich selbständigen Band von Engelhardts „Geschichte der gristtgen Kultur" dar. Der erste Band, der „Indien und Ostasien" behandelt, erschien vor einigen Jahren und hat weiteste Verbreitung gefunden. Der eben veröffentlichte zweite Teil dürfte vielleicht einem noch größeren Interesse begegnen, da er im Judentum eine der heute viel umsttttteneir Grundlagen unserer Kultur ausführlich darstellt. Die religiöse Entwicklung der Juden vom Glauben der Romaden über den ethischen Höhepunkt der Prophetie bis zur rituellen Erstarrung im Talmuds wird mit allen Licht- und Schattenseiten höchst lebendig und doch vollkommen sachlich geschildert. Die uralten Reiche der Sumerer und Babylonier werden lebendig. Dem geheimnisvollen Aegypten ist der ganze erste Teil des Buches gewidmet. Wir lernen Kunst und Kultur des Rillandes aus ihrem Zusammenhang mit der wirtschaftlichen und Polltischen Entwicklung begreifen. 275 — Die Badenummer der „L u st i g e n Blätter" (Dr. Eysler & Co., Berlin SW 68), ist erschienen. Auch diesmal ist die Sonderausgabe der „Lustigen" auf der Höhe. Sehr hübsch wirken die graziösen und anmutigen Bilder aus den Stunden, die jedem Menschen einige Momente sonniger Sorgenfreiheit geben, aus dem Bade. Die Zeichner und Maler Ehrenberger, Heiligenstaedt, Fontan, Fabiano bieten wieder recht Erfreuliches. — Wochenend im Paddelboot und Zelt. Hebern Sonntag auf Fluß oder See im Faltboot sich zu tummeln, dieser Genuß wird einem jeden nahe gebracht, der den hübsch illustrierten 'Beitrag über Wasserwandern und Zeltleben von dem bekannten Sportschriftsteller C. I. Luther in dem neuen Heft der „Illustrier- ten Zeitung", Verlag I. I. Weber, Leipzig) liest. Auch der Beitrag „Filmjagd auf die Seemöve" wird den Raturfreund aufs stärkste fesseln. Ein mehrseitiger Deittag „Vühnenvölkchen Friedrichs des Großen" von Graf R. Rehbinder führt das lebhafte Bühnentreiben und die künstlerische Höhe des Theaters unter dem großen Friedrich vor Augen. Dem Meister Max Liebermann ist zu seinem 80. Geburtstag eine Bildseite gewidmet, die an die gegenwärtige Liebermann- Ausstellung in Berlin anknüpft. Ein Modetableau „Spätsommer" gibt den Damen Gelegenheit, die Richtung der kommenden Mode zu studieren. — Das Auto-Ein-mal-eins. Soeben ist die erste Lieferung eines gänzlich neuartigen Buches erschienen, wichtig für alle, die irgendeine Befassung mit dem Automobilwesen haben oder sich für den Motorsport interessieren. Den kurz einleitenden statistischen Daten folgt reich illustriert, Har und prägnant alles, was man vom Auto, seiner Karosserie und seinen wesentlichsten Teilen wissen muß. Es ist hier zum ersten Male der glückliche Versuch unternommen, die zum Teil sehr trockene Materie in unterhaltender, fast spannend zu nennender Form zu verarbeiten. (Verlag R. Boll, Berlin NW 6.) Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) L. 5. in Gießen. Der Mieter darf nur mit Genehmigung des Vermieters bzw. Hausbesitzers einen Hund halten. Die erteilte Genehmigung kann gegebenenfalls zurückgezogen werben. Eine Klage wäre beim ordentlichen Gericht oorzubringen. WSN. Dillenburg, 11. Juli. In ber vergangenen Nacht gegen 11 Uhr stieß auf ber Be- zirksstraße Herborn—Dillenburg in ber Nähe . .. Niederscheld ber Motorrabfahrer Josef F r i e b l e r aus Köln mit einem Rabfahrer zusammen. Der Motorrabfahrer kam babei so unglück- • «4 3" Fall, baß ber Tob auf ber Stelle eintrat. Der Rabfahrer wurde erheblich verletzt. Frankfurt a.M.j Berlin Lereüete. 1/te Tatsache, daß die u>q^ebenen deuts chen Anleihen im Auslande WSR. Limburg, 11. Juli. Ein schweres Autounglück, dem zwei Menschen- lebenzum Opfer fielen, ereignete sich hier in der vergangenen Rächt. Mit größter Geschwindigkeit kam gegen 1 Ahr von dem Sängerfest in Eschhofen ein mit vier Personen besetztes Limburger Auto die von Eschhofen nach Limburg führende Landstraße herunter. Anmittelbar vor Limburg faßte das Auto den am Straßenrand gehenden Maschinenbauzögling Kurt R y st e l aus Bierstadt bei Wiesbaden und das Hausmädchen Maria K i tz i n g e r aus Limburg, die ebenfalls von dem Sängerfest in Eschhofen kamen. Durch den heftigen Anprall wurden die beiden jungen Leute in weitem Bogen auf die Straße geschleudert, wo sie bald darauf a n den e r l i 11 e n en , . v- , _ - - - ----u—- Verletzungen verschieden. Die sofort anziehen konnten. Starker begehrt waren auch unter Leitung von Staatsanwalt ®r. Hofmann ycincnt Heidelberg (plus 4,5 Prozent), eingeleiteten Ermittlungen haben ergeben, daß Heizmann (plus 2Prozent), Scheideanden Führer des Kraftwagens, ein junger hie- ° (plus 2,254), Darmstädter (plus 2,75 Proz.), siger Fabrikantensohn, die Schuld an dem Anfall un~ ^r, allem Oberbedarf mit plus 7Pro- trifft, da das Auto mit übermäßiger Ge° & V1 bi5 2 Prozent an, schwindigkeit mit nur 70 Zentimeter Ab- Ahrend die Mehrzahl der anderen Papiere nur stand von den Chausseebäumen fuhr. Der Führer ^^™ne bis zu 1 Prozent verzeichneten. H ar- wurde in Schutzhaft genommen. freier büßten sogar 2 Prozent ein. Am hei- WSR. Limburg, 11. Juli. Vorgestern und Anleihemarkt zogen Schutzgebiet gestern fand hier der Verbandstag des rAm weckten Börsenverlaufe hielt Landesverbandes für das Schneider- Jc'te Tendenz. Elektrowerte konnten gewerbe in Hessen und Hesseii-Rassau statt, der . ^er befestigen. Dagegen gaben Zell- aus der ganzen Provinz stark besucht war. Rach < bttvas nach. Lebhaft gesucht einem gemütlichen Beisammensein am Samstag- ^areu ckl i 11eldeutsche Credit, in denen abend begannen am Sonntagmorgen die eigent- I Materickmangel keine Erstnotierung zu- lichen Verhandlungen mit einer Vorstandssihung ^am; (Taxe 252 Prozent). Die Börse und einer Fachschullehrer- und Lehrerinnen-Kon- 'cbLT>^ ^st- ferenz. Den Höhepunkt der Tagung bildete die Berliner Börse. öffentliche Versammlung am Rachmil tag, in (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers" ) der der Vorsitzende u. a. Landrat v. Breiten- m „ r r; n 19 ' b ach-Limburg als Vertreter des Regierungs- merkeckre Z un Ä r 1 3U JT Präsidenten in Wiesbaden begrüßen fonnte. keut€ Twr evter/€ 6 5f^a?te Reichstagsabgeordneter Ha ve mann-Hildes- kanten teil u* heim referierte über Die alla^meine WirtscknstZ» ’c!1 „ 9°, 1,7 mecker oerftarit, wobei bte Kauf- S SÄrf und i^urch ist da- G-- v°n der Frankfurter Abteilung der Handwerks. W -'-mltt «ur»ftei8erun. Jammer Wiesbaden über „Innungsfragen". übnitt h^ten rnnrrn-V °(3 € n 1 ™ . a Ichnckt. Die hohen Vormcktagskurse wurden aller- Marngan. dings nicht erreicht, da sich zum offiziellen Verkehr WSN. Bad Homburg, 11. Juli. In der vorliegenden Limits auswirkten. I.-G.-Farben Nähe ber Saalburg überfuhr in ber Nacht zum un° die verwandten Werte wurden lebhaft ulWesetzt, Sonntag ein auswärtiger Bauunternehmer mit tD0°ei n6Ue Meldungen über Amerika-Verhändlun- feinem Kraftwagen ein Reh, das gerade die Strafte 6en Anregung boten. Spritwerte konnten ihre überqueren wollte. Das Tier wurde sofort getötet, gestrigen Nachbörsen-Steigerungen behaupten. Jn- WSN. K ö n i g st e i n i. T., 11. Juli. Ein 19jäh- zeigte sich ferner für E l e k t r 0 w e r t e. Hei- riger Arbeiter aus Neuenhain i. T., der seit längerer PI1'!.Anleihen und ausländische Renten ohne Ge- Zeit ohne Arbeit war, machte aus Verzweif- 1^^.JDer Geldmarkt ist unverändert. Tages- lung in einem Walde bei Neuenhain seinem §eld eher gesucht zu 7 bis 8,5 Prozent, Monatsgeld Leben durch Erhängen ein Ende. 8 bis 9 Prozent. Im Börsenverlaufe wurde Medioware eher angeboten, dagegen Ultimoware gesucht. Die Kursveränderungen (Hieben im allgemeinen - Aeichsbankdiskont 6 Prozent Frankfurt a M Berlin Schluß 1 UUHr- Schluh I Anfang Kurs 1 Kurs Kurs 1 Kurs n: 11. 7. | 12. 7. 11. 7. | 12. 7. 12 203 206 204 205 8 155,5 160 8 191 194,5 _ 10 172 170 — 15 — — 445 415 12 — 426 — 15 — — 736 739 8 — — —* 12 223,25 322,75 322 322,75 10 212 214 210 7 —• - 163.5 164 8 — — 213 215.5 0 132 5 133,5 132,5 134 0 — — 103.75 133,5 0 125 125 125 Frankfurt a. m.| Berlin Schluh- Kurs -Uhr- Kurs Schluß- Kurs Anfang Kurs Datum: 11. 7. 12. 7. 11. 7. 12. 7. Ao Dl. ReichSanleihe v. 1927 Dtt Ank Ablof. Schuld mit — 87,9 — 88 Ausla!..Rechten...... '?i _ Desai- oh.ie Auslos.-Rechten 17,9 17,85 7°/o i'v.a. rr Hi>p.-Bk. Goldpf uulu v at b«S 1932 .... 4'/»% : - luische Hyp -Bank Lia» .>c upf........ — — - — — A E G ...fl VorkrieaS-Ob- ligai—11, rückzahlbär 1932 _ 4% Schnitz. Bundesb.-Anl. _ 4% Oessereichische Goldrte. . 25,75 4,20% Oesterreich. Stlberrte. . — g 4 ’/o Oesterreich, einbeitl. Rte —- 4% Ungarische Goldrte. . . . 22,75 4°/o Ungarische Staatör. v. 1910 <■/,% deSgl. von 1913 .... 24,13 1,9 14,25 4% Ungarische Kronenrtc . . — 4°/, Türk. Zollanleihe v 1911 4n/o Türk. Bagdadbahn-Anl. 14,6 14,5 - ^.cric I........... 14 19 4°/o desgl. Serie II...... W 16,6 4% Rumänen convert. Rte. 4 V3°/o Rumänen Goldanl. . _ von 1913 ......., . . Alla. Deutsche Eisenbahn .4'/, Hambura-Amerika Palet. . ti anib -Südam Dampfsch. .8 143 142 88,5 144,75 89 114 — — 234 oansa Dampfschiff.....6 — — 229,26 129.5 .orddculscher liloob .... 6 145 145.75 143,4 145,13 . g. Deutsche Credttanft.. 10 149,25 149.5 150 100,75 Bankverein ... 10 153,75 162,75 154 152,65 berliner Haodelsaesellsch. 12 Commerz- und Privat-Dk. 11 243 183 242.25 184,5 243 182,5 245,6 185 . arnsst. u. Ralionalbank. 12 241 243.75 241 243 neuliche Bank.......K) 167.5 168,5 167 168 . ^tonto-Gesellschaft Aut. 10 163.65 168 163,4 163,75 dresdner Bank......10 -ttttelveutsche Creditbank. 9 171.5 171 169,75 171,75 242 252 248,25 262 Metallbank..........8 146.75 147.5 148.5 149.5 chrichSbank......... 11 165,75 167 161 167 25 Berlin. 8 Juli. Geld Brief ^ranjösifche 'Jioten...... nTöüT ÜTW Holländische Noten...... 168,91 169,25 (ftaltenische Noten...... 23 23,04 Norwegische Noten...... 108,94 109,16 Deutsch-Oesterr.äioo Kronen 59.32 59,44 Rumänische Noten...... 2,633 2.653 Schwedische Noten...... 112,79 113,01 Schweizer Noten....... 81,135 81.295 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 71,92 12.492 72,12 12,612 Ungarische Noten....... 73,46 73.60 Deviferurntttt Berllu -Frankfurt cl M. Telegrapb t s ch e Auszahlung. 11. Juli. 12. Juli. Amtliche Notierung Amtliche Notierung (Selb 1 Brief Geld 1 Brief Amst.-Rott. 168,86 169,20 168,48 169,82 Buen.°AireS 1,788 1.792 1,788 1,792 Brss.-Antw. 58,63 58,75 58,53 58,65 Christiania - 108,89 109,11 108,59 109,81 Kopenhagen 112,68 112,90 112,46 112,68 Stockholm . 112,83 113,05 112,69 112,91 Helsingfors. 10,612 10,632 10,527 10,617 (stallen. . . 22,95 22,99 22,86. 2.3,905 London. . . 0,462 20,502 20,425 20,465 Ncuyork . . 4,2145 4,2225 4,207 4,215 Paris.... Schwei; .. 16,495 16,636 16,47 16,5t 81,135 51,295 81,965 ■>1,115 Spanien . . 73.03 72,17 72,18 71,32 Japan .. . Rio de Jan. 1,994 1,998 1,985 1,989 'U49J 3,496 3,494 0.498 Wien in D-- Oest. abgeft 59,33 59,45 59,25 »9,36 Prag .... Belgrad . . 12,492 12,512 12,47 7,408 i2,49 M18 7,432 7,423 Budapest. . Bulgarien. 73,45 3.049 20,78 73,69 3,055 73,33 3,042 73.67 J.O18 Lissabon . . 20,82 20,78 20,83 Danrig. . . Konstanttn. 81,62 81,78 81,49 81,65 2,173 2,177 2,153 ',157 Athen. . . 5.664 5.676 5,664 5,676 Canada . . 4,207 4,215 4,200 1,209 Uruguay. . Tatro . . . 4,186 20,98 4,144 21.02 4.136 20,95 !;!L _ Berlin. 8 Juli. Geld Briet Ämerikantsche Noten..... Belgische Noten ....... Dänische Noten ...... Englische Noten....... 4.2145 58,60 112,61 20,4675 4^255 58,72 112,83 20,6075