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Reichsmarii und 20 !Retd)9pffnntg für Trüge» lohn, auch bei Richter- lcheinen einjelner'Jlummem infolge höherer «Bemalt, JernsprechonIchlüffE: 51, 54 und 112 !ln|chrifl für Drahtnach» richten Anzeiger Eletze». pofisch:äkonlo: jranhurtam Mal < 11686. Gktzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vntck Vsiv Verlag: vrühl'lche UnloerfitLlL'vuch' und Steinönidcrei K Lange in Sieben. Zchrtftleitung UN) Seschäftrstelle: Zchuvtraße 7. flana )cii oon Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 n>m höhe für Anzeigen oo.i 27 mm Brette örtlich 8, ausroärts 10 Beichspfennig, für Re- hlamearneigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plotzvorschrisl 20“ , mehr Chefredakteur Dr Fnedr Wilh Lange. Verantwortlich für Dolitth Dr ‘Jr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Ted Ernst Dlumschein,' für den 2ln« jeigenteil LBerit H.Brck. fämtlid) in Gieren Die Frage des polnischen Korridors. Grundlose Angriffe des polnischen Auhenministers gegen Deutschland. Berlin. 11.3cm. (WTB.) Die liebe, die 6er polnische Außenminister Zal ef ki am Won« dag in Warschau gehalten hat, gab dem WTB. Anlaß, in deutschen Regierungskreisen nachzufragen. auf welche Gründe und Absich- t-e n die zum Teil auffallenden Ausführungen Veser Rede zurückzuführen fein könnten. Don irabgebender Veite wurde dem WTB. tsirauf folgendes geantwortet: Daß Herr Zaleski Polen in beweglichen Worten als das „pazi- siistischste Land" und als den .traditionellen Hort b?8 Friedens" in Europa gepriesen fiat, ist eine Kennzeichnung der polnischen Politik, über die iran ohne Kommentar hinweggehen kann. Von Interesse Ist eS dagegen, daß der polnische Außen- »I nist er eine Gelegenheit gesucht hat. um öffcnt- lid) gegen Deutschland in aller Form den Tkorwurs eines Bruchs der Völkerbunds' fatzunaen zu erheben. Derartige Beschuldi- aungen durch eine im Völlerbundsrat vertretene Dacht sind in der Tat ein recht ungewöhnlicher Vorgang. Vlan sollte denken, daß der richtige Deg für eine solche schwerwiegende Anklage d i c Anrufung des zuständigen Völkerbundorgans. nämlich dcS Völkerbundrats, gewesen wäre. Wenn etwa die Warschauer Rede der Auftakt zu Auseinandersetzungen in Genf fein sollte, so sehen wir dem gern entgegen. Herr Zaleski lagt. Deutschland habe den Artikel 10 der Satzung dadurch verletzt, bafj es neuerdings eine ,.g e ro a 111 a m e P ropa- ganbapolltir treibe. Da der Artikel 10 bekanntlich die Achtung der Unversehrtheit deS Gebiets der Bundesmilglieder nim Gegenstand hat, fo tanjx hiermit nichts anderes gemeint sein, als daß sich Deutschland nruerdingS zu aggressivem Vorgehen gegen Polen entschlossen habe und dieses Vorgehen durch eine entsprechende Propaganda vorbereite. RichtS ist unsinniger als eine derartige Unterstellung. Der deutsche Standpunkt in der Frage der polnischen Westgrenze ist seit Jahr unb Tag bekannt und bedarf keiner Propaganda. Gr ist von den verantwortlichen deutschen Staats- männern oft genug und unzweideutig f e ft* gelegt worden. Diese klare und unabänderliche feinfteilunq der deutschen Politik ist alles andere als eine Verletzung deS Völkerbundpaktes. Es ist nicht der Sinn des Paktes, insbesondere nicht der Sinn des Artikels 10, die lebendige, den gemein» tarnen Interessen der Volker entsprechende Ent- Dicklung auf immer znm Stillstand zu bringen. Das ergibt sich, um nur eins ju sagen, schon aus Artikel 19 der Satzung, der es als Aufgabe des Völkerbundes hinslellk. aus Aende- rung unanwendbar gewordener Verträge und solcher inlcrnational-r vcrl-äslnlsie hin zuwirken, deren Ausrcchterhaltimg den Weltfrieden gefährden könnten. Herr Zalesli vergibt nicht nur diesen Artikel 18; et läßt auch das ganze Dertragswerk von Locarno unerwähnt, obwohl ihm sicherlich nicht unbekannt ist, in welchem Geiste die Verhandlungen über dieses Dertragswerk geführt worden sind und welchen Inhalt es hat. Wir glauben, das; die Erkenntnis der De- rechligung des deutschen Standpunktes in der Weltöffentlichkeit schon zu weit fortgeschritten ist, c!8 daß Herr Zalci.i hoffen könnte, daran durch feine kühnen und ost genug widerlegten Behauptungen von dem urpolnischen Charakter der Grenzgebiete und von ihrer 11 _n- entbehrlickkeit f ü r Polen etwas zu än- \ttn. Alle dtese 'Singe sind fo klar und bekannt, daß es wirklich nahe liegt, nach den besonnen Motiven zu suchen, die den polnischen 2ußenmi lister veranlaßt haben, jetzt in geradezu sensationeller Weise die östliche Grenzfrage auszuwerfen und dab i der deutsche., Außenpolitik eine Dendung zu aggref Leen Absichten und Maß- wehmen vorzuwerlon. Vielleicht ist er dem (Bcbanfcnganne der Presse seines Landes gesollt, die letzthin die Verhandlungen Deutschlands mit der Botschaftenonse- renz über die Ost estungen in durchsichtiger Absicht benutzt Hai. um die strittigen Arbeiten an diesen Festungen als eine militärische Bedrohung Polens binzustcllen. Vielleicht hat er auch geho.st, Wasser aus die Mühle gewisser Politiker in Frankreich zu leiten, die in letzter 3c:t den Gedanken einer baldigen Räumung des Rheinlandes mit dem Hinweis auf die angebliche Gefährdung Polens bekämpft haben. Vielleicht liegen der Rede aber darüber hinaus bestimmte polnische Tendenzen hinsichttich Li- tauen5 zugrunde, worauf namentlich die Zurückweisung des angeblichen Planes h'.ndeutet, den Korridor gegen Litauen und IRemd aus- zutan scheu. Was cs mit diesem Plan für eine Bewandtnis hat, und wer ihn nach Ansicht des Herrn Zaleski betreibt. ist der deutschen Regierung nicht bekannt, da sie ihrerseits von dem Plan nur durch ausländische Presscäußerungen gehört hat. Wenn mit derartigen Aeußerungcn etwa der Versuch gemacht werden sollte. Mißtrauen zwischen Deutschland und Litauen zu säen, so muß das auf das bestimmteste zurückgewiesen werden. Alles in allem ist leider zu befürchten, daß solche Sürslafsungen, zu denen die Haltung Deutschlands keinerlei Anlaß gegeben hat, nicht, wie Herr Zalefti sagt, zur Benck-igun^ der europäischen Lage dienen, sondern im Gegenteil dazu führen, die De- sorgnisie über die unklaren Verhältnisse In Dfteuropa noch zu verstärken. Daß derartige Besorg- nisse bestehen, ist eine notorische Tatsache. Deutschland hat nur das eine Interesse, die ruhige und friedliche Entwicklung in den osteuropäischen Ländern nicht gestört zu sehen. Es wird bcshalb die Dorgäng in diesen Ländern in voller Ruhe, aber mit ernfter Aufmerksamkeit verfolgen. Die neuen sranzöstschen Uebergriffe in Mainz. Mainz, 11. Ian. Zu den jüngsten Heber- griffen franzvsischer Soldaten in Main^ wird noch mitgeteilt, daß der Gfenbahnober.ekrelär Vogel und seine Frau ihre 24iähr:ge Tochter nach einer Walkürc-Dcr tellunz am S.adltheatcr abgeholt hatten, wobei sie auf der oberen Zahlbacher Straße einem uniformierten französischen Soldaten beg gneten. Im f:I5en Augenblick stürzte ein zweiter Soldat, seinen Stahlhelm schwingend, hinter einem Vaum hervor, und versetzte Frl. Vogel einen schweren Schlag mit dem Helm gegen die linke Stirnhälfte. Unter der Wucht des Schlages brach das Mädchen laut aufschreiend zusammen, während der Angreifer, von der Dunkelheit begünstigt, schnell daS Weite suchte. Einige Minuten vorher hatte sich ca. 200 Meter vor diesem Tatort ein zweiter schwerer Zwischenfall ereignet. Der 22jährige Handlungsgehilfe Volk, der ebenfalls aus hem Theater kommend, auf dem Heimwege begriffen war, wurde von einem fränkischen Soldaten an der Vrust gefaßt und daraus mit einem Faustschlag i n s Gesicht bedachte damit nicht genug, schlug auch der zweite französische Soldat auf den wehrlosen jungen Mann ein. Ferner wurden von demselben Soldaten in weiteren drei Fällen auf dem Aach- hauseweg befindliche Deutsche belästigt. Wie bereits gemeldet, hat d e Stadtverwaltung sofort nach der Zeststellung des Tatbestandes bei der Vesatzungsbehörde entschiedenen Einspruch erhoben und erneut den Schutz der deutschen Bevölkerung vor derartigen Zwischenfällen gefordert. Dr. (Turnus Berlin, 12. Jan. (Wolff.) Der vom Herrn Reichspräfidenten mit der Kabinettsbildung beauftragte Reichsnirtscha'cksminister Dr. Eurtius empfing im Laufe des Tages zur Besprechung die Führer der Wirttchafllichen Vereinigung, Dr. Drewitz und Professor B r e d t. Später den Führer der Deutfchnationalen ReichS- tagssraktion, den Grasen Westarp, der zum Ausdruck brachte, daß seine Partei durchaus gewillt sei, sich an der Koalition aller bürgerlichen Parteien zu beteiligen und den besonderen Wunsch habe nach einer Zusammenarbeit, mit dem Zentrum. Der demokratische Fraktionsführer Dr. Koch erflärte dem Reichswirlschastsminister, daß Verhandlungen mit den Demokraten z. Zt. keinen Zweck hätten, da der Minister erst Klarheit über die Stellung deS Zentrums schaffen müsse. Am Rachmittag verlegte Dr. Eurtius seine Desprechnngen mit den Parteiführern aus dem DeichstagSgebäude nach dem Reichswirtschaftsministerium, wo er zunächst den Abgeordneten von Guerard von der Zentrumsfraktion empfing, dem er von feinen bisherigen Verhandlungen Mitteilung machte, ©udrarb e-klärte, daß er |ic dem Fraktivnsvorstand des Zentrums heule abend unterbreiten werde, daß aber eine endgültige Entscheidung erst von der zum Mcktwoch abend einberufenen Zentrumsfraktion getroffen werden tonne. Schließlich empfing Dr. Curtius noch den sozialdemokratischen Abgeordneten Müller-Franken, um ihn über die bisherigen Verhandlungen zu unterrichten. Am Abend gab der Minister über feine bisherigen Verhandlungen folgenden amtlichen Bericht auf: „Rcichswirlscha'tsmlnisler Dr. (Sutlius besprach im verlause des heutigen Abends die po- lilifche Lage und feine Pläne zur Regierungsbildung mit den Vertretern der Fraktionen, der Vanrifcl)en volksparlei, den Demokraten, der Dirsichasttichen Vereinigung, der Deulfchnalio- nalen Volkspartei und des Zentrums und unterrichtete am Rachmittag den Abgeordneten Müller-liranken als Vertreter der Sozialdemokratischen Partei. Die Besprechungen trugen durchweg vorbereitenden Charakter. Wie man aus parlamentarischen Kreisen ergänzend hört, haben sich die Besprechungen ausschließlich mit den grundsätzlichen Fragen und den sachlichen Aufgaben einer künftigen Regierungspolitik beschäftigt, während personelle Fragen der Besetzung einzelner Ministerien naturgemäß noch nicht berührt worden sind. Im Verlaufe des Mittwochs wird Dr. Curtius voraussichtlich die Gewerkschaftsführer empfangen, um sich über ihre Wünsche und Ansichten zu informieren. Eine gleiche Besprechung ist mit den Vertretern der «opitzenverbände der Wirtschaft vorgesehen..Im Reichstag rechnet man damit, daß inzwischen das Zentrum, dessen Fraktionsvorstand die Beratungen der Fraltionssitzung vorbereitete, zu einer Klärung seines Standpunktes gelangen wird. Alsdann dürfte Dr. Curtius eine direkteAussprache zwischen Zentrum und Deutfchnationalen herbeiführen, um den Versuch zu machen, eine Annäherung der Anschauungen dieser beiden großen Fraktionen herbeizuführen. Dor der Entscheidung des Zentrums. Berlin, 12. Jan. (VDZ.) Der Vorstand der Zcntrumssraktion des Reichstags hielt am Dienstagabend eine fast dreieinhalbstündige Sitzung ab, an der auch der Reichskanzler Dr. Marx tcilnahm. Reber das Craebnis wurde in der zehnten Abendstunde folgende Itlilfcilung ausgegeben: Der Vorstand der Zentrnmssrattion ist sich darüber einig, daß der vorgeschlagenen kabinetl-bildung schwere außen- und innenpolitische Bedenken entgeaenstehen. Einen Beschluß zu fassen, war der Vorstand n i ch t in der Lage, bevor er die JraTtion gehört hat. Oer Beschluß des vorverhandelt. standes findet in parlamentarischen Kreisen große Beachtung. Man beurteilt ihn allgemein dahin, daß durch Ihn eine Festlegung nach irgendeiner Seite hin nicht erfolgt ist, daß vielmehr die Unterstreichung innen- und auhenpolitifcher Bedenken nur der bisherigen Haltung bet Parteipreffe entspricht und oabei alle Möglichkeiten offen gehalten werden. In parlamentarischen Kreisen glaubt man Grund zu der Annahme zu haben, daß das Zentrum am Mittwoch vor feiner entscheidenden Fraklionsfltzung Besprechungen mit den Sozialdemokraten und mit den Deutfchnationalen herbe »führen wird, um festzustellen, ob und inwieweit eine Annäherung zwischen den. Ze..trnm und einet der beiden Jlügelparlcien mdglbh ist 3n Zentrumskreisen hofft man, daß die Fraktion heute abend nach diesen Besprechungen bei ihrem Zusammentritt bereits eine gewisse Klarheit über die parlamentarischen Möglichkeiten haben wird. Die Situation wird von den Blättern verschieden beurteilt. Die „Tagt. Rundschau" erklärt, daß das Ergebnis des gestrigen Tages die Erwartung zulaste, daß die Verhandlungen auf der Grundlage des von Dr. Curtius entworfenen Programms in Gang kommen werden. Die Parteien feien durch die Besprechungen des gestrigen Tages einander näher gekommen, viel verspricht sich das genannte Blatt von der auf heute anberaumten gemeinschaftlichen Au ssp rache zwischen dem Zentrum und den Deutfchnationalen im Beisein des Reichswirtschastsministers Dr. Curtius, bei welcher Gelegenheit das Zentrum bestimmte Forderungen vorbringen werde, deren Formulierung bereits gestern von dem FraUionsvorftande des Zentrums vorgenommen worden fei. Anderer Ansicht ist die „German! a". Die Auffassung des Zentrums geht nach dem Berliner Zentrnmsorgan zufolge nach wie vor dahin, daß die Lösung der Schwierigkeiten am besten durch ein Zusammenarbeiten der Parteien von der Deutschen Volkspartei bis zu den Sozialdemokraten erreicht würde. — Das ,.B. T." hält es kaum mehr für zweifelhaft, daß bei den heutigen Beratungen der Gefamtiraktion der Zentrums Partei der Frak- tionsvorstand sich für die Ablehn u ng jeden Anschlusses nach rechts mit aller Entschiedenheit einsehen werde. (Etatfragen im Reichshaushaltsausschutz. Berlin. 11. Ian. Der Haushaltsausschuh des Reichstages trat heute in die Beratung des Haushaltsplanes für 1927 ein und zwar des Haushalts des Rechnungshofes. Vorher wurde beschlofsen, die Frage des Sparkommissars bis zur Reubildung des Kabinetts zurückzustellen. Die einzelnen Positionen des Etats werden genehmigt, ebenso der Etat des Reichspräsidenten. Es folgt die Beratung des Haushalts- gesehes. Hierbei entspinnt sich eine Debatte über das Verhalten des R e i ch s r a t s, der die Ansätze der Reichsregierung bezüglich einzelner Steuereinnahmen im Etat 1927 von s i ch aus erhöht hatte, um eine Balanzierung des Etats gegenüber vom Reichsrat verlangten erhöhten Ausgabepositionen zu bewerkstelligen. Reichsfinanzminister Dr. Reinhold warnt vor derartigen willks»rlichen Einahmeerhöhungen, die schließlich zu einer ganz fiktiven Etats- gebarung führen könnten. Wenn tatsächlich sich bei einzelnen Steuern die Einnahmeschätzun- gen der Reichsregierung als zu niedrig erweisen sollten, so müsse man die Frage erwägen, ob nicht im Interesse der Steuerzahler d i e Steuersätze abgebaut werden könnten. Keinesfalls dürften aber solche eventuellen Mehreinnahmen zu einer Ausgabevirtschaft führen, die für nicht unbedingt nötige Anforderungen Summen zur Verfügung stelle. Der Ausschuß nahm auf Antrag des 2Ibg. Schmidt (Sn.) folgenden Antrag an: .lleberplanmähige Ausgaben, insbesondere persönliche Ausgaben, sind zu vermeiden. Soweit überplanmäßige Ausgaben unbedingt nötig sind, sind sie, sofern sie im Ei'.rzel- fall 10 000 Mark überschreiten, unverzüalich dem Ausschuß des Reichstages für den Retchöhaus- halt mitzutellen." Die neue Negierung in Lachsen. Ministcrprästdcnt Hcldt wicdergcwählt. Dresden, 11.3an. (WTB.) Zu Beginn der heutigen Vollsitzung des Landtages erklärte der Abg. Hofmann (Sn.) namens feiner Fraktion, daß der Versuch, eine Regierung unter Ausschluß der Deutfchnationalen zu b!l)en, eine Verletzung des Mehrheitsprinz ps bar' eite. <3 i. e Fraktion werde sich daher an der Wahl nicht beteiligen. Bei der darauf erfolgenden Abstimmung entfielen von 94 Stimmen aus den fr h,r.n Kultusminister Fleißner (S.) 45 S.Immen, auf den jetzigen Ministerpräsidenten Heldt 31 Stimmen, auf den deutschnationalen Kandidaten Krug von Ridda 14 Stimmen. Da keiner der vorgeschlagenen Kandidaten die absolute Mehrheit erhallen hat, fo ist e.n Ministerpräsident wiederum nicht gewählt. Der Landtag vertagte sich dann bis heute nachmittag 4 Uhr. In der Rachmittagsiitzung wurde dann der bisherige Ministerpräsident Heidt (Altsozialist) mit 49 Stimmen wiedergewählt. Der sozialdemokratische Kandidat I l e i h n e r erhielt 45 Stimmen. Auf Grund der Abmachungen der Regierungsparteien ist folgende M i n i st e r l i st e aufgestellt worden. Ministerpräf:dent Heldt, Innenminister Dr. D e h n e, Arbeitsminister G I s- n e r, Wirtschaftsminister Dr. Wilhelm. Finanzminister Weber, Kultusminister Dr. K a i - s e r, Iustizminister Dr. B ü n g e r. Die Kommunisten und Sozialdemokraten sagten der neuen Regierung schärfsten Kampf an. Rach dem der Ministerpräsident Heldt in Abwesenheit der Sozialdemokraten den Eid auf die Verfassung abgelegt hatte, vertagte sich daS Haus auf den 18. Januar mit der Tagesordnung: Erklärung der Regierung. Rechtsfragen im Reichstag. Berlin, 12. Ian. (WTB.-Funkspruch.) Der Rechtsausschuß des Reichstages nimmt heute feine Arbeiten wieder auf und wird sich zunächst mit dem Gesetzentwurf üoer die Sammlung des Reichsrechtes beschäftigen. Als weiteres Material liegen dem Rechtsausfchuß vor: Die Anträge über die Reform des Ehescheidungsrechtes, die bereits seit Januar 1925 unerledigt geblieben sind, der Gesetzentwurf über das Re- gisterpfandrecht und die Bestschen Aufwertungsanträge, wobei die Wiederaufrollung der Auswertung in ihrem ganzen Umfange zu erwarten steht. Weiter liegen dem Rechtsausschuß vor, Entwürfe über das Reichsnotoerordnungs. recht, über die Auslegung des Artikels 4 8 der Reichsverfassung, über kirchlich und bürgerliche Feiertage und über den Staats- gerichtshof. Don außerordenllichem Interesse werden die Beratungen des Ausschusses über die Wahlrechtsreform und die dem Reichsrat vorliegenden Gesetzentwürfe über das Reichs- verwaltungsgericht und über die Wahrung der Rechtseinheit fein. Als roidjligfte Arbeit liegt dem Rechtsausschuß die Reform des Strafrechtes vor, die bereits vor 25 Jahren eingesetzt und inzwischen fünf Entwürfe gezeitigt hat. Der jüngste amtliche Entwurf von 1925 liegt zur Zeit dem Reichsrat vor. Es verlautet, daß dort die Verabschiedung bevorsteht, so daß die Vorlage im April 1927 dem Reichstage vorgelegt werden kann. Eröffnung der französischen parlamentssession. Pari S, 11. Ian. (WB.) Heute nachmittag ist die öffentliche Session der französischen Par- lamenie durch die beiden Alterspräsidenten eröffnet worden. In der Kammer hielt Alterspräsident Professor P i n a r d, die Eröffnungsansprache. Er vertrat die Auffassung, daß der Versailler Vertrag weder vom Geiste der Rachsucht noch vom Geiste der Eroberungssucht getragen fei Innerpolitisch begrüßte Prof. Pinard die Zusammenarbeit Poincarc-S und H e r r i o t s, indem er sich die Worre Herriots zu eigen machte: .Zwei Söhne schlagen sich nicht am Krankenbette ihrer Mutter." Die Besserung der Finanzlage glaubte der Alterspräsident nicht nur auf die Tätigkeit Poincar^s, sondern auch auf, die Haltung der Mehrheit der Kammer zurückführen zu können. Die Kammer trat hierauf in die Wahl ihres Bureaus ein. An erster Stelle wurde die Wahl des Präsidenten vorgerwmmen, für die der ehemalige Kriegsminister M a g i n o t seine Kandidatur ausgestellt hatte. Kandidaten find ferner die vier Vizepräsidenten der vorigen Session. Der erste Wahlkampf blieb ergebnislos. Es muß eine Stichwahl vorgenommen werden. Maginot erhielt 161, der Sozialist Douis son 145, der Radikale Druys- fou. 112 Stimmen. Erst im dritten Wahlgang wurde der sozialistische Abgeordnete B o u i f f o n mit 284 Stimmen yim Kammerpräsidenten gewählt. Magiaot erhielt 186 Stimmen. Der Erüffnungssihung des Senates wohnte P o i n c a r 6 bei Alterspräsident Senator F le u- r h sprach den Wunsch aus, daß die Regelung der Kriegsschulden in einer Weise gefunden werden möge, die den Respekt vor den Verträgen und den Respekt vor Gerechtigkeit und Billigkeit miteinander in Einklang bringe, und brachte di« Lieberzeugung zum Ausdruck, dah, solange die Finanz- und Wirtschaftslage in Frankreich nicht sichergestellt sei, der Burgfrieden unter den Parteien vonnöten sei, wenn man nicht neuen und fürchterlichen Gefahren entgegengehen wolle. Vertagung der autzenpottrischen Debatte. Paris, 11. Jan. (Wolff.) Die Havas-Agentur glaubt mitteilen zu können, daß der heute vormittag abgehaltene M i n i st e r r o t einstimmig die An- sicht vertreten habe, daß es angebracht sei, die Besprechung der Interpellationen über die auswärtige Politik zu vertagen. Ministerpräsident «PoincarL habe erklärt, daß andere dringendere Fragen vorlägen, die an erster Stelle behandelt werden müßten. B r i» and habe daran erinnert, daß er vor Schluß der letzten Session sich vor dem Senat verpflichtet habe, beim Wiederzusammentritt des Parlaments auf die Interpellationen zu antworten. Er habe darauf hingewiesen, daß er sich mit den Interpellanten über den Zeitpunkt ins Einvernehmen setzen würde, jedoch ohne irgendwelchen Hinweis über den Zeitpunkt zu geben. Kriegsmimster P a i n l e o 6 habe auf Befragen erklärt, daß sehr wahrscheinlich die Debatte über den Gesetzentwurf betreffend die Jndustriemobilisierung sehr bald zur Besprechung kommen würde, und daß sich dann auch die Aussprache über die Heeres- resorm daran anschließen würde. Die Mächte in China. Eine russische Warnung an Frankreich. Moskau, 11. San. lWolff.) „2 s w e st l j cr", das Organ beS allrussischen Zentralexekutiv- kon.llees, schreibt: Die Gespanntheit der französisch-englischen und französisch-italienischen Beziehungen kommt u. a. in der Weigerung Frankreichs, die englische Politik in China zu unterstützen, zum Ausdruck. Der von England aufgestellte Plan dec Derständigung der vier Mächte, ist lediglich eine Fortsetzung der Reih« diplomatischer Schritte, die England im letzten Diertel des Jahres 1926 gegen Frankreich unternommen hat. Bei den Derhandlungen zwischen London, Paris, Berlin und Rom, während derer die Frage der Reuverteilung der Kolonien und die Verstärkung einer sowjetfeindlichen Politik behandelt werden soll, wird Frankreich, auf dessen Kosten England die italienischen Ansprüche befriedigen will, isoliert dastehen. Die französische Diplomatie sollte aufmerksam an jene neuen politischen Faktoren denlen, die Frankreich helfen würden, sich dem ständig zunehmenden Druck seitens Englands zu widersetzen, welches, wie während der Locarnoperiode wieder auf die Rolle deS europäischen Schiedsrichters Ansprüche erhebt. Der Kamp? um die Konzessionen. Maßnahmen zum Schutz von Shanghai. London, 11. Jan. (XU.) Der Schanghaier Munizipalrat, in dem Großbritannien, die Bereinigten Staaten und Japan vertreten sind und der verantwortlich ist für die B.rwaltung der ganzen internationalen Konzessionen in Schang. bai, mit Ausnahme der französischen, die ge- sondert verwaltet wird, verbietet in einer län- geren Delanntmachung jeglich« po.itische Pro° paganda im Konzesslonsgeoiet und erllärt, dah sie alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel zur Aufrechterhaltung der Ordnung anwenden wird. — Admiral T y r w h i t t, der Befehlshaber der britischen Seestreitkräste in China, ist an Bord der „Despatch" in Schanghai eingetrof- f e n. Admiral William, der amerikanische Befehlshaber, wird in Schanghai, von den Philippinen kommend, erwartet. Er befindet sich an Bord deS Kreuzers „Pittsburg" und soll in Schanghai die übrigen Schiffe der Bereinigten Staaten sowie die französischen und italienischen Schisse an der Mündung des Vangtfe treffen. Da- Mitglied der brilischen Gesandtschaft in tp/ing. O 'Malley, trifft morgen in Hanta u ein. Seine Mifsion soll darin bestehen, den Kantoneier Behörden zu erllären. das; weiteren Derhandlungen die Wiederherstellung der normalen Zustände In der britischen Konzession vorangehen müsse. Wie der Brüsseler Korre'pondent des ,Temps" berichtet, hat Außenminister Dandervelde ein Telegramm der belgischen Dertretung in China erhalten. demzufolge sämtliche ausländische Kolonien Hankau vollkommen raumen Der Pekinger »Times"-Korrespondent fchrelbt, dah ein weiteres Rachgeben die bri- ki !ung ni$* allein in China, sondern von — ladiw^tock zum Suezkanal schwer schädigen werde. Die Truppenbewegungen nördlich von Qn9vat dauern an. Die Meldungen über bereit- stattgefundene Kämpfe habe sich jedoch als unrichtig erwiesen In Schanghai selbst ist die Lage unveränderl ich D e innere Lage Mexikos. 0 rk. 12. Jan. (TU.) Rach Meldungen txnö $ie Don $en mexikanischen ^Oitbcn verhafteten Berichterstatter t>on brr Associated Preß und United Preß wieder frelgelasten werben. G genüber den ameri- kamschen Meldungen über Revolutionen in Mexiko die Regierung Calles erneut fest baß sie voll ständig Herr der Lage sei.' Ebm'o dementiert bic mexikanisch« Regierung die angeb- Ud)c Deportation von Geistlichen nab Kuba. Diese seien vi lmestr in Sch unhaft genommen worden, weil sie den Gesetzen Widerstand geleistet hätten. Wie Havas ferner aui Mexiko meldet, sollen zwei von den »or- gestern verhaftet n katholischen Bischö'.m i cb c r fteigelaffen worden fein" Bi'chos von £ a b a S c o. dessen Depor ie geordnet worden war. ist wie man glau Dera-Cruz übetgefübr: worden Beginn des Barmatprozesses. Mehr als zwei Jahre sind vergangen, seit die ersten Giftgase auS dem Barmat-Sumps in die Oeffentlichkeit zu bringen begannen; inzwischen ist in uns und um uns herum so vielerlei geschehen, daß wir unser Gedächtnis erst auffrischen müssen, um den Prozeß, der nun am DienStag in Moabit begann, wieder in den richtigen Zusammenhang zu stellen. Wie war es doch? Da war irgendein Schieber K u t i s k e r, der sich durch seinen Geschäftsfreund Holzmann betrogen glaubte und deshalb Anzeige wegen Erpressung erstattete. Der Holzmann wurde verhaftet, er machte zu seiner Verteidigung allerlei Enthüllungen, die zunächst zum Berliner Polizeipräsidium und von da zur Preußischen Staatsbank hinüberführten, bis schließlich in der Reujahrsnacht die Verhaftung der Brüder Ba r- mat auf ihrem Schloß Schwanenwerder erfolgte. Da gab es für die Lawine kein Halten mehr, der Fall Barmat wuchs sich aus zu einem Skandalprozeß, in den sogar aktive Minister verwickelt wurden. Der Deichspostminister H ö f l e, der in sehr großherziger Weife den Barmats Kredit bewilligt hatte, wurde schließlich verhaftet und starb unter tragischen Umständen im Untersuchungsgefängnis. Die Parlamente nahmen sich des Falls an, Reichstag und Landtag setzten Untersuchungsausschüsse ein, von denen allein der preußische 52 mal getagt und in zwei dickleibigen Bänden seine Protokolle zusammengefaßt hat. Die Staatsanwaltschaft arbeitete langsam, das Untersuchungsverfahren hat, wie gesagt, zwei Jahre gedauert. Jetzt endlich sind die Borbereitungen so weit gediehen, dah der Mammut-Prozeh beginnen kann. Man rechnet damit, daß er neun Monate dauert, daß er also drei Viertel des Jahres 1927 überschatten wird. Die Anklageschrift allein umfaßt 648 Folioseiten, die dazugehörige Akten- fülle ein ganzes Zimmer. Elf Angeklagte in Begleitung von vierzehn Verteidigern haben sich zu verteidigen wegen Betrug, Untreue, Bestechung und Schädigung öffentlicher Kreditanstalten. "und ihr Schicksal wird ja auch insoweit von Interesse fein, als nachzuprüfen ist, ob es richtig bleibt, daß sie in einer Zeit allgemeiner Verarmung des Staates die Volksgesamtheit um Dutzende von Millionen geschädigt haben. Aber wichtiger ist noch die moralische Seite, die Frage, inwieweit die Zusammenhänge zwischen den Angeklagten und Persönlichkeiten des öffentlichen Leb.'ns gegangen sind. Vor den Untersuchungsausschüssen wurde der ehemalige Reichskanzler, der Sozialdemokrat Bauer, so schwer kompromittiert, daß seine Partei ihn fallen lassen mußte. Dem Genossen Richter ging es ähnlich, so daß er den Posten des Berliner Polizeipräsidenten aufgeben mußte, andere Romen sind genannt; nur der Zentrumsabgeordnete Lange-Hege mann sitzt mit auf der Anklagebank, die übrigen werden als Zeugen auftreten. Und von dem Ergebnis dieses Prozesses wird cs im wesentlichen abhängen, wieweit sich heute schon das furchtbare Wort Raumanns bestätigt, daß die Korruption nur zu leicht eine Schwester der Demokratie ist. Barmats Lebensweg. Berlin, 11.Jan. (TU.) Vor dem erweiterten Schöffengericht des Amtsgerichts Berlin. Mitte begann heute nach 10 Uhr vormittags unter dem Vorsitz des Landgerichtsdirektors Neumann der um- fangreiche Prozeß gegen Barmat und Genossen. Die Anklage wird vertreten durch den Oberstaatsanwalt Trautmann, dem die Staatsanwälte R a a s ch, Sturm und Erich zur Seite stehen. Die elf Angeklagten sitzen mit ihren 15 Verteidigern um zwei Tischreihen vor der eigentlichen Anklagebank. Der Zuhörerraum ist stark besetzt, unb die Presse ist außerordentlich zahlreich vertreten. Als Sachverständige sind Professor Lei ihn er und Regie- rungsrat S e 1 cf m a n n erschienen. Vor Eintritt in die Verhandlungen vereidigt der Vorsitzende die Schöffen. Er eröffnet bann die Sitzung und Der» nimmt die Angeklagten, an der Spitze Julius B a r- mat, über ihre Personalien. In den heutigen Verhandlungen des Barmat- Prozcsses bestand die Verteidigung auch nach der Pause aus die Ablehnung des Regierungsrates Selckmann als Sachverständigen. Der Kaufmann Hans Müller bestätigte als Zeuge, daß Selckmann ihn tatsächlich einmal gefragt habe, ob er noch immer glaube, dah Julius Barmat ein Engel fei Der Zeuge legt aber auf diese Aeuhe- rung kein besonderes Gewicht. Während die Verteidigung in dieser Aeußerung Selckmanns einen Beweis für dessen Befangenheit erblickt, entschied der Vorsitzende, dah man sich morgen über den Ablehnungsantrag schlüssig werden müsse. Die Geschichte Julius Barmats enthalt eine erstaunliche Geschäftskarriere. Im Alter von 20 Jahren hatte Darmat in Holland schon ein monatliches Druchschnittseinkommen von 1500 Gulden, und zwar als Direktor der Auslandabteilung einer holländischen Aktiengesellschaft. Verschiedene Geschäfte kamen hinzu. 1916 gründete Darmat die „Anexima" mit einem Aktienkapital von einer Million Gulden. Während des Krieges kam die „Anexima" auf die schwarze Liste der Entente. 1917 wurden die holländischen Schiffe mit Getreide in Amerika beschlagnahmt und die Zufuhr nach Holland gest? Die holländische Regierung versuchte nun aus der von Deutschland besetzten Hfraine Getreide zu beziehen, und so kam ich, so erklärt Barmat, zum ersten Male mit deutschen Behörden in Verbindung. Auf Einwirken der deutschen Pressestelle habe er unentgeltlich für die Vertretung des deutschen Standpunktes in der holländischen Presse gewirkt. 1917 hatte Darmat aus den Exportgewinnen schon ein Vermögen von 2 M.ll.Gu.'den gehabt. 1919 habe er auf wiederholte deutsche Aufforderungen hin die Lebennsmittellieferungen für Deutschland übernommen. Für Papiermark habe er Akzepte geliefert, die erst nach einem Jahre flüssig gemacht werden konnten. Er selbst habe dabei keine Verluste gehabt, da er den holländischen Lieferanten dieselben Bedingungen auferlegte, die ihm das Deutsche Deich auflcgte. 1923 habe er auf Ersuchen des Deichsschatzministe- riums für die Deutschen Margarinewerke holländische Rohstoffe gegen Kredit geliefert. Er habe von den Werken dafür Markakzepte erhalten und so sei er mit der Deichsban ' und im gleichen Jahre auch mit der Preußischen Staatsbank in Verbindung gekommen. Darmat schätzt fein Vermögen Ende 1923 auf über drei Millionen Gulden. Mindestens 250 000 Gulden habe er durch Markspekulation verloren. Im Gegensatz zur Anklage stellt Barmat an Hand einer Grenzbescheinigung fest, daß er seinerzeit nach Deutschland 30 000 Dollar. 10 000 englische Pfund und 30 000 Gulden mitgebracht habe. — Der Angeklagte Henry Darmat war bei seinem Druder in der Anexima tätig. Er erklärte sich für völlig unschuldig. Auch der Angeklagte Dr. Hellwig bestreitet jede Schuld. Der angeklagte Zentrurilsabgeordnete Lange-Heger- mann erklärt, daß er den Schuh der Immunität aus keinen Fall in Anspruch nehmen werde. Am Donnerstag soll der Komplex Preußische Staatsbank erörtert werden. Aus aller Welt. Kricstsminiftcr von Gostler f. 2m Alter von fast 86 Jahren verstarb der frühere königlich preußi che Staats- und Kriegsminister. General der Infanterie a. D. Heinrich von Göhler. Gvßler, der 1841 in Weißenfels a. S. als Sohn des 1902 verstorbenen^ Gustav v. G.. Kanzler des Königreichs Preußen." Krvnsyndikus und Präsident dcs Oberlan^esgerichts in Königsberg i. Pr., geboren wurde, trat 1860 in das 1. Srenadier-Dgt. in Königsberg ein und machte mit ihm den Feldzug von 1853 mit. Als Oberleutnant wurde er zum Jnf.-Dgt. 95 versetzt, mit dem er 1870/71 nach Frankreich zog. Bei Wörth und bei Orleans wurde er schwer verwundet. Ziemlich frühzeitig kam er schon ins Kriegs- Ministerium, wo er später Deferent, Abteilungschef und Direktor wurde. Frontkommandos unterbrachen diese Tätigkeit. So war er als Oberst Kommandeur des 3. Garde-Dcglments zu Fuß. dann 1893 als Generalmajor Kommandeur der 43. Jnf.- Brigade in Kassel. Im Jahre 1895 wurde er als Gen'ralleutnant Kommandeur der 25. Division in Darmstadt. Ein Jahr darauf — 1895 — wurde er zum Kriegsmini st er ernannt. Eine Reihe heeresorganisatorischer Arbeiten. wie die Aeueinteilung der Feldartillerie, ist ihm zu verdanken. Ebenso wurde während seiner Amtszeit die neue M'.litarstrafgerichts-- ordnung geschaffen. Im Jahre 1903 nahm er den Abschied. Drahtlose J Um Übertragung. „TimeS" meldet aus Reuhort, daß die Heber» tragung von Filmen auf drahtlosem Wege eine vollendete Tatsache sei. Sie sei von einem Mit- glieb des Instituts für drahtlose Jngenieur- Wtssenschast in Reuyork, Dr. Alexander- son, hatgetan worden. Mit einem einfachen Apparat habe er auf drahtlosem Wege einen Nun auf die Leinwand projiziert, der chn selbst in einet Besprechung mit Freunden darstellt. Der Rllchsgerichtsprasident als Professor. Dom sächsischen Dolksbildungsministerium ist Rcichcgerichtsvräsibent Dr. Walter Simons zum ordentlichen Honorarprofessor für Völkerrecht unb der bisherige Obcrreichsanwalt Dr. Lubwia Ebermayer zum ordentlichen Honorarprofessor 'ur St ras recht in der juristischen Fakultät der Universität Leipzig ernannt worden. Eine Erpedltion nach Kola. Das rot. c^i djc Institut |ür vergleichende Ku'tunorschuna plant eine Expedition nach der I rui lichen Haldt. sei Kola. Die Erpedillon. die । ?n, ,.rovc l\ “ cn spr-chl chen Untersuchungen I ffnCirD -r'0* Nansen vorbereitet. ‘ >ollen zwei Abteilungen ausg?sandi tverden. lm Februar 1928 abreisen. Die runi|$c Regierung soll um Erlaubnis zum Be- treten russischen Gebietes ersucht werden. Ausländ i'che Wijsenschaf.ler können an her Expedition teilnehmen. Zunahme der Grippeerkrankungen in der Schwel;. In der Zeit vom 1. bis (. Januar faio in Basel 35 Personen an Grippe gestorben. Die Zunahme der Erkrankungen in der letzten Woche betrug etwas über 3300 Fälle. In Zürich betrug die Zunahme der Erlrankungen in der ersten Januarwoche 1979 Falle. Schwere Grippeepidemie in Luxemburg. Eine schwere Grippeepidemie ist in Luxemburg ausgebrochen. Sie hat bereits zahlreiche Opfer gefordert. Besonders heftig wütet die Grippe auf dem flachen Lande. Es gibt Dörfer, in denen nur wenige Familien von ihr verschont blieben. Wenngleich die Erkrankungen in den allermeisten Fällen keinen tödlichen Ausgang nehmen, so hat die Sterblichkeit infolge der tödlich verlaufenen Grlppesälle gegen das Vorjahr doch stark ^genommen. Aus den umliegenden lothringischen Gebieten kommen ähnliche Meldungen. Maria Spring bei Göttingen niedergebrannl. Der bekannte Tanzplatz Maria Spring, der im Leben jedes Göttinger Studenten eine bedeutsame Rolle spielte, ist vollständig niedergebrannt. Großfeuer In Toulon. In Toulon brach an einem Wohnhaus ein Brand aus, durch den fast das ganze Gebäude zerstört wurde. Ein Blinder stürzte sich aus dem Fenster auf die Straße, wo er zerschmettert liegen blieb. Ein Artillcriequarticrmeister, der den Bewohnern Hilfe leistete, wurde lebensgefährlich verletzt. Bei den Aufräumungsarbeiten fand man die verkohlte Leiche eines Unbekannten unter den Trümmern. Wieder ein fiinobranb. In einem Kinotheatcr in Cosenza Ist während einer Vorstellung im V rrsührungsraum ein Brand ausgebrochen, der rafdj großen Umfang annahm. Es entstand eine schreckliche Panik. Diele Personen sprangen aus den Logen in den Saal hinunter. Andere suchten durch Rauch und Feuer den Ausgang und erlitten Brandwunden. Das Feuer konnte erst nach größter Anstrengung von Feuerwehr. Polizei unb M Hz gelöscht werden. Es wurden 15 Verletzte gezählt. Zwei Bergleute verschüttet. Aus der ö^a^tuii ;g. v - D.r Zeche Zoll» verein bei Gf.cn touroen zwei verheiratete Bergleute verschüttet. Beide konnten nach den sofort einsehenden Rettungsarbeiten nur tot geborgen werden von der Dampfwalze zermalmt. _ Als in Bad Oeynhausen Die zwölf- lährige Tochter des Landwirts Brand auf dem ^ade zur Schule fuhr, glitt sie beim ileber- holen einer Dampfwalze aus und stürzte unter bie Walze von der s-e buchstäblich zermalmt wurde 1 Erdbeben In Llelnastea. Rach Konstantinopeler Meldungen wurde ün Distrekl von Adabasar in Kleinasien ein heftiges Erdbeben verspürt. Dir Einwohner der Dörfer eilten, von Panik ergriffen, auf die um- liegenden Felder. Wettervoraussage. Ziemllch trübes, unbeständiges, noch verhältnismäßig mildes Wetter mit kurzen Rieder- schlügen. Gestrige Temperaturen: Maximum: 7.4 Grad Celsius: Minimum: 5 Grad Celsius. Riederschläge: 1,2 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 5,6 Grad Celsius. 2111$ der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 17. '■Öauuar 1927. Gewerbeausstellung Metzen 1927 Der Ortsgewerbeverein hielt gestern abend eine sehr gut besuchte Mitgliederversammlung ab, die endgültig darüber beschließen sollte, ob in diesem Jahre eine Gewerbeausstel- luna veranstaltet werden soll oder nicht. Zunächst berichtete der Vorsitzende, Pros. Dr. Krausmüller, über Verhandlungen, die in dieser Angelegenheit mit dem Vorstand des Volkshallevereins stattgesunden haben. AuS seinem Bericht ist u. a. zu entnehmen: Es haben sich bis jetzt schon eine groß« Zahl Handwerker gemeldet, die beabsichtigen, ihre Erzeugnisse auszustellen. Der Volks- halleverein ist bereit, zusammen mit dem OrtSgewerbeverein tie Ausstellung durchzuführen. Dabei soll die technische Durchführung der Veranstaltung in den Händen des Ortsgewerbevereins liegen, während alles übrige vom Volkshalleverein übernommen wird. Die Stadt soll um Stellung einer Garantiesumme an gegangen werden. Der Quadratmeter gedeckte AuS- stellungssläche soll 5 Mk., der Quadratmeter ungedeckte Fläche 2 Mk. kosten. Es darf nur gediegene handwerklich« Arbeit ausgestellt werden. Die Ausstellung soll 1 42 a ge dauern, eventuell soll sie auf drei Wochen ausgedehnt werden. Als Eröffnungstag ist der 10. Juni in Aussicht genommen. Die Ausstellung soll den Ramen „Gewerbeausstel- lung Gießen 1927“ tragen. Es ist beabsichtigt, durch ein mehrfarbiges Plakat für die Ausstellung zu werben. Direktor Dr. Bün- n i n g s ist bereit, die Plakatherstellung vorzubereiten. Cs ist geplant, einen Führer durch die Ausstellung herzustellen, der ähnlich dem für die Ausstellung 1914 eingerichtet werden soll. In der Volkshalle stehen zu Ausstettungs- zwecken die Tribünen und der Raum unter diesen zur Verfügung. Das sind zusammen etwa 600 Quadratmeter. Der darüber hinaus noch notwendige Raum soll durch Ausstellung wasserdichter Zelte geschaffen werden. Die Ausstellung wird abends um 8 ilfjr geschlossen. Den Ausstellern soll ein einheitlich gestaltetes Firmenschild vorgeschlagen werden. Don einer Prämiierung der ausgestellten Arbeiten will man absehen. Auch eine Lotterie ist vorgesehen. Direktor Dr. B ü n n i n g S berichtete dann über die Zahl der eingelaufenen M ldungen unb gab die einzelnen Berufe bekannt, die ausstellen wollen. Er betonte, daß man ganz besonderen Wert darauf legen wolle, ganz« HandwerkS- zweige im Betrieb vorzusühren. An Hand einer Zeichnung erläuterte er den Plan der Ausstellung. In der Aussprache wurden noch eine Reihe von Fragen geklärt. Mehrfach kam der Wunsch zum Ausdruck, die Pfing st feiert age In die Ausstellungszeit einzubezirhe.c. Der Vorsitzende erklärte sich bereit, bezüglich der Frage deS Ausstellungstermins erneut mit dem Volkshalleverein in Verbindung zu treten. Die Versammlung beschloß hieraus einstimmig. in diesem Jahre eine Gewerbeausstellung abzuhalten. Außerdem wurde noch folgende Entschließung ang nommen: „Der Ortsgewerbev.rein tritt dem Plan einer Ausstellung näher unter der D dingung, daß die Volkshalle entsprechend hergerich- t e t wird." Die Geschäfte sollen in der seitherigen Weise weitergeführt werd:n, unb zwar so, daß alle Anfragen, bie wegen der Ausstellung notwendig werden, an Direktor Dr. BünningS zu richten sind. Zum Schluß der Versammlung berichtete Buchhalter Sichert noch über die inzwischen eingerichtete BuchführungS stelle. Er wie- auf. deren große Vorteile für den Handwerker hin und erläuterte ihre Einrichtung. Auch Syndikus Röhr sprach noch in längeren Ausführungen über denselben Gegenstand und bat die Anwcs.mden, in ihrem eigensten Inter.sse von der Buchführungsstelle recht ausgiebig Gebrauch zu machen. A n m. d. Red.: Rachdem der Ortsgewerbeverein sich nunmehr in der Ausstellungsfrage entschieden hat, wird — wie wir erfahren — morgen, Donnerstag, abend der Volkshalleverein sich ebenfalls mit bet Angelegenheit beschäftigen. Es ist wohl nicht daran zu zweifeln, daß der Volkshallcixrein dem De.ch.utz des Ortsgetverbe- vereins beitreten wirb. Sittlichkettssragen und unsere Jugend. lieber dieses Thema sprach am Montagabend 5rau Dr. Warlich-Harleshausen in einer von den Gießener Frauenvereinen einberufenen Bersammluna im früheren Hotel Einhorn. Die Vortragende führte in etwa zweistündiger Rede u. a. aus: Eines der kostbarsten Güter, die unser Volk besitzt, ist in großer Gefahr: bie Volksgesundheit. Drei Feinde bedrohen sie: die Tuberkulose, der Alkoholmißbrauch und die Geschlechtskrankheiten. Besonders die letzteren fordern ungeheuere Opfer. Es ist Pflicht eines jeden, insbesondere auch der Fra len, zu den tiefsten Wurzeln dieses liebele hinabzusteigen. Dabei smdet man, daß die Unsitt- l i ch k e i t unserer Tage, die ihre Spitze findet in der Prostitution, die Schuld trägt an der an- geheuren Verbreitung der Geschlechtskrankheiten. Auch im Altertum und im Mittelalter bestand schon die Prostitution, die sich in der Hauptsache in drei Formen zeigte: als gastliche, als religiöse ober als entgeltliche. Die heutige Prostitution wird vom Staate kontrolliert. Der Staat übt die Kontrolle in dreifacher Weise aus, nämlich durch die Reglementierung, die Kasernierung ober bk *•"5 Zr "l'chailplftatz, ■? "■■«•«< m' D“«9®^cnl92I luchte AilaÜ^ * .--ZSL ;«Sg“ ff£M w atnmen mit hr ,l; t«hm!, s»cht genommen. Dir m en .GewerbeauSftrl. 2<“ tragen. CS l|t beab hrfarbiges Plakat für tffl en. Direktor Dr. Äün. ' Plakatherstellung üoqu. if, einen Führer durch l>ii m, der ähnlich btm fir eingerichtet werden |t£ e flehen zu Ausstellung- inb der Aaum unter diese sind zusammen etwa W darüber hinaus noch no: rrch Aufstellung toa|> e geschaffen werd.'n. Si mds um 8 llhr gefchlofsn ein einheitlich ^eftaltLs lagen werden. Ton eint igeftelllen Arbeiten feie Lotterie i[t vorgrsehv iningfl benotete Alm elaufenen A! ldungen wt ife bekannt, die aMella if) man ganz des andern vM. ganze ) vorzusühren. An Her- erte er den Plan der Aut he wurden noch eine M Mehrfach kam der Dunst fingflfeietiage nL ko&t Der tag .üalich der Frage ns w. ü mit ö;m Aoltshal.evetto ^beschloß hierauf ein- .Ä"«* EWSg freche^nd1"geri4^ -in 6ze SÄ» Dr. Jünnings »u ™ ■ ®a,?Ä Ä nou) ubtt Bie| hrungs st' Aanöij)ctte -teile re S^t^Srcn noch in. 3n% un& bat d« Kss- rsZsZ °ie wir erfahr^ ei, er cßoll6n,H ^n9el29?w i eM baL^ tzeitssrage» i«re Sl°xL^L ijnde>.<' SP'Pr'Jef^ •.te •.x*eSs ch i" ° «Är. Angeb. unter 3421) 0 d (Silen Anz. Saubere Piitzseiü sucht Stellung zum 2 afchen und Nutzen Bu ertr. in d.Geld,st d. Gtetz. Anz. u*211 Laden mitsHinterzimmer »er 1. Marz zu vermieten. Schriftliche Angeb. unter 021 lau den Gtetz An t. erb. 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Anz. 3471) noch erkennen h mer schAer^b auf die Sauer i Sie Sune» M« demokroi-e,. feüS DirtS geiy‘ \ bet Großen Sttal Sie willen E Mikalilicrung i die der Äo* Führer, toie Th und Dr. Hilserdi ihrer Fraktion l Sozialdemokraüe wird, sobald ihr torische Erfolge ei aülehnen muf! Heye gegen d'e Ötr die Sozialöem ieipolitifche Propa wwiögtzch die in unglaublich übertt mltmachcn können, Preußen Minister verwalten. Es weis fragen, die ihm tzozialdemofralie Denn das Zentri wahren Eharaller der Sczialdemvlo weist das, Vie un schen Bindungen Seite hin verpsl -um Teil in de ihrem Tharaller mungen unseres einigt Es bilde Partei immer stü heraus, der jich £ bedcMch nähert des Zentrums an Eernlatlislh 2n diesem I Ae. Aömi ch-D-. ^S.des im 3al NZ"lsl°-/chers als w LinknschÄ^' beW su,u'» ^riij ßi? ®tit WM ± *n Jeii keines dvn des An^^eutS ihre 3Uni Äm?fer9e6en toet Ntar 2'!*" QüK,- 0t« N 5|&> iUand f un6 pjec Gru perat. ^ary«o Hessischer Hof. Chr. Reh. Engel te 1t?, 6/riiniugan. milllllHIIlIHHIflllllilllllllV Grötzere $tem= fammhmg billig zu oevf. ev7 Goeihesiraöe 30 i lllllllllllllliilllilllliillllllllD Zirka 40 Zentner Kleeheu Nr. 9 Zweites Blatt abei>d?ühr. MfleiH mit Kram, ld)t ülniitiütct S=UoW|d|O.K ) neoenüber btt im u. *V1 Willi :;St wo N1IS *«r *! SKS wni iStitt le-ne le ge- I»ri. mbe, >ueb- tenr- nen. mtcr Ätu. hen auS- ibft' eufl» udit dH ilnn eib. indc rni, bcro Satb, i alb hen eilt -stelle Ml) IS ließen triiiL .1 a. b. men. ,abe ch zu 6nmmb Beltjlojft Sanitäre Ktliltl SmO Waren Irtjrt ‘ahnhofstr 51. isrüne Ijcringt Ferner allcricinile Süßrahmbutter >,W. 90 .* empficbh 3n faulen oeludjt: Pojtlartcn 'N Pojliiemvttkri» Hltar cb-Fing, ben-tfiaBoe lülthtn IL 5. 13. ji» SWoittr. 1411 bl0l"b>' (!) K nfllil'fl1 ! (J. 0°' Zlßr ter O^9 L Pi >* & U n.__ ■I» fi\1846 I- M-S gegen W »-V.be 75jährige§ Bestehen des Nömisch- Germamschen Lenirai-INuZeums Sn diesem Jahre besteht das 1852 gegründete Römisch-Germanische Central-Museum in Mainz 75 Sah re. Es ist bekanntlich eine Griin- Öung des im Sahre 1809 in Mainz gebotenen Aller tumsforschers Ludwig Lindcnschmit, der 1893 in seiner Vaterstadt gestorben ist. Das Museum stellt sein Lebenswerk dar, das aus Beinen Anfängen heraus nach vielen Mühsalen, Entbehrungen und persönlichen Opfern des Begründers erst ins Leben treten konnte. Zur Feier des 75jährigen Bestehens des Römisch- Dermanischen Central-Museums ist jetzt eine Festschrift erschienen, in der aus dem Rach-laß Ludwig Lindenschmits, des Sohnes, der als Konservator am Museum tätig war und 1922 gestorben ist, Erinnerungen an seinen Baler ver- öifentlicht werden unter dem Titel „Erinnerungen als Randverzierungen zum Charakterbild Ludwig Lindenschmits und zur Geschichte feines Lebenswerkes". Diese Erinnnerungen des Sohnes gehen hi nid bis in seine dreijährige Kindheit. Er spricht il a. von den künstlerischen Arbeiten seines DaterS, von der Begründung des Mainzer Ältertumsvereins (1841/42), der an der Wiege des Unternehmens stand. Die Stadt Mainz hatte ihre Altertumsfammlung dem junge» Verein zur Pfleg« übergeben und den Vater Lindenschmits zum Konservator im Ehrenamt bestellt. Der wissenschaftlich wertvollste Teil der städtischen Sammlungen bestand damals in den aus kurfürstlichem Besitz stammenden romanischen Stein- i^schriften und Grabdenkmälern. Di« Zahl der übrigen Altertümer war so gering, daß sie auf zwei Tischen Platz fanden. Den hauptsächlichsten Bestand dieser Gruppe bildeten römische Ge- sähe und Lampen aus Ton und allerlei Klein- - «rät. Bei der bescheidenen, von der Stadt zur Vermehrung dieses „Museums" zur Verfü- gung gestellten Summe und bei den damals noch beschränken Mitteln des Vereins bedurfte es des unermüdlichen Ei'ers und wissenschaftlichen Verständnisses meines Vaters, so erklärt Ludwig Lindenschmit. um den Sammlungen schon noch wenigen Jahren eine achtunggebietende Stellung zu schaffen. Zur Geschichte der Gründung des Museums verweist Lindenschmit zunächst auf seine Schrift „Beitrag zur Geschichte des Römisch-Gennani- schen Central-Museums". Die Sdee der Begründung, so bemerkt er dann weiter, entsprang zu- S WM werb, ia-hgemab ii. preisen 6t- stimmt u. ttvar. SZkllS I^ctephon'/M. “SS3 ^"tttog^buniu, Zeitungsschau. Die .Kölnische Zeitung" bespricht Aussichten und Programm deS kommenden Kabinetts, die erörtert dabei die Gründ« für di« Abneigung deS Zentrums gegen eine rechtsgerichtete Regierung und betont die Rotwendigkeit eines grost- zügiyen sozialpolitischen Programms. Das Blatt schreibt: Die Abneigung großer Schichten der bürgerlichen Aroeiterschast gegen di« Rechte ist da. DaS Zentrum erhält beute die Quittung über die Folgen feiner jahrelangen Zusammenarbeit mit dec Sozialdemokratie und seiner übertriebenen Agitation gegen die Rechte, die dauernd als sozialpolitisch rück ländig hingestellt wurde. Rach- dem nun aber die große Mass« der Zentrumsarbeiter der Lleberzeuguyg ist. daß der sozialpolitische Fortschritt nur im Anschluß an die Sozialdemokratie zu erreicl)en i't, glaubt das Zentrum getreu dem Grundsatz deS sozialdemokratischen Abgeordneten Wels, daß es besser sei, mit den Massen zu irren, als gegen sie im Recht zu fein, für eine gewisse Uebrrgangszeit den Wünschen bet Gewerkschaften Rechnung tragen und zum ^mindesten eine Tuchfühlung mit der Sozialdemokratie au,rechterhalten zu müssen. Dennoch erkennen führende Kreise im Zentrum immer schärfer, daß die heutige Sozialdemokratie auf die Dauer kein zuverlässiger Weggenosse ist. Sie können unmöglich übersehen, daß die Sozialdemokratie. seitdem sie den Reichskanzler Dr. Wirth gestürzt hat. weil er die Große Koalition machen wollte, alle Möglichkeiten zur Bildung der Großen Koalition ihrerseits zerschlagen hat. Sie wissen auch, daß angesichts der zunehmenden Radikalisierung der Sozialdemokratischen Partei die der Koalition mit dem Bürgertum geneigten Führer, wie Müller (Franken), Dr. Breitscheid und Dr. Hilserding. nuc eine Reine Minderheit ihrer Fraktion hinter sich haben, und daß die Sozialdemokratie jede Regierung im Stich lassen wird, sobald ihr eine Opposition stärkere agita- torische Erfolge verspricht. Das Zentrum wird es aolehnen müssen, an der sozi.^demokratischen Hetze gegen die Reichswehr teilzunehmen, mit der die Sozialdemokratie im Augenblick ihre parteipolitische Propaganda bestreitet. Es wird auch unmöglich die in ihrer verallgemeinerten Form unglaublich übertriebene Hetze gegen die Justiz mitmachen können, während im Reich und in Preußen Minister dcS Zentrums dieSustizressorts "verwalten. Es weiß auch, daß die großen Kulturfragen. die ihm am Herzen liegen, mit der Sozialdemokratie nicht zu lösen sind. Wenn das Zentrum trotz dieser Erkenntnis des Lahren Charakters der Sozialdemokratie sich von der Srzialdemokratie nicht loslösen kann, so be- Leist das, wie ungewöhnlich stark die sozialpolitischen Bindungen sein müssen, die es nach dieser Seite hin verpslichten. Diese Bindungen liegen zum Teil In der. Entwicklung der Partei, die Ihrem Charakter nach alle parteipolitischen Strömungen unseres politischen Lebens in sich vereinigt. Es bildet sich innerhalb der Zentrums- gartet Immer stärker ein katholischer Sozialismus Heraus, der sich den marxistischen Gedankengängen Ibedenklich nähert. Die Beteiligung großer Teile Les Zentrums an der Volksabstimmung über die Enteignung der Fürstenvermögen und an andern agitatorischen Aktionen der Sozialdemokratie hat wach außen hin bewiesen, wie kräftig sich diese Annäherung bestimmter Zentrumstrile an die Sozialdemokratie praktisch bereits auswirkt. Reben Bleiern direkten Verhältnis von Zentrumsgruppen Bur Sozialdemokratie besteht in den Kreisen der -Zentrumsarbeiterschaft, wie erwähnt, bic Meinung, bah sie eine Besserung ihrer Lage nur Durch ein Zusammenwirken mit den Arbeits- oenossen in der Sozialdemokratie zu erwarten hätten. Der Klassenkampfgedanke ist demnach bereits auf die Zentrumsarbeiterschast überge- ffdrungcn. Rein psychologisch findet sich die Erklärung hierfür in dem Erschrecken über die groß« 5abl der Erwerbslosen, mit bftren dauerndem Bestand man vielfach glaubt rechnen zu müssen. Mau sieht, daß die zunehmende Rationalisierung 6er Industrie die ErwerbLlosigllit nicht ober nur tnKi •OliilHiUvti L MM 0.K Än\ MVm 0. K. ner Hauskapelle Herren. öentilche" 34m Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, 1?. Januar l<)2t in geringem Maße mindert, und glaubt infolgedessen. die Industrie und die Unternehmer für die Erwerbslosigkeit verantwortlich machen zu müssen, ohne in Rechnung zu stellen, daß der verlorene Krieg, die Abtretung deutschen Gebiets, die Belastung mit Öen Leistungen aus dem Versailler Vertrag, die Zunahme der Frauenarbeit, die Verarmung unseres Volkes u. a. wichtige Faktoren sind, die auf den deutschen Arbeitsmarkt zurückwirken. Wan verkennt auch, daß die Beseitigung der Arbeitslosigkeit zwar mit sozialpolitischen Maßnahmen vorüberg.h.nd gcm.IDert, aber nicht beseitigt werden kann, daß bu einzig w.rk- same Hilfe von einer Steigerung der Pro- d u 11 i o n und der Hebung der Kaufkraft auf dem innern Markt kommt, also von Maßnahmen, bei denen die Sozialdemokratie bisher versagt hat und deren wirksame Handhabung nur von den bürgerlichen Parteien bei einer verständnisvollen Zusammenarbeit von Arbeitgebern und Arbeitnehnrem zu erwarten ist. Diesem Zusammenarbeiten widerstrebt die Klassenkampfparole deS scz.a.demolr-tlschen Programms. Es ist nur zu erreichen durch cm: Einigung der bürgerlichen Parteien auf etn umfassendes wirtschaftliches und sozialpolitisches Programm, das der Arbeiterschaft beweist, daß die bürgerlichen Parteien von der Tlotwendigkeit einer wirksamen Sozialpolitik nicht weniger überzeugt sind als die Sozialdemokratie, da» sie aber Wege gehen wollen, die auf sozialem und wirtschaftlichem Gebiet schneller und sicherer zum Ziel führen als die allein auf die Konfumcn eninter- effen eingestellten Forderungen der Sozialdemokratie. Paul Harms spricht in den Leipziger Neuesien Nachrichten an Hand des Nützlichen Büchleins „Vom Wirischaftsgeist in Amerika" van der großen Umwandlung, bie sich hier fast unbemerkt van Europa vollzieht. Er schreibt: „Es ist das Lehrreichste an dem Buch« van Rühl, daß es nicht nur den amerikanischen Wirt- schaftsgeist analysiert, sa wie er geworden ist, sondern auch die Wandlung, worin er zur Zeit begriffen ist. „Die Vereinigten Staaten sind in Europa als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten verherrlicht worden zu einer Zeit, als sich deren Grenze bereits deutlich kundgab." Das pflegt immer so zu sein. Die Zeitgenossen merken erst, daß sie eine Grenze überschritten haben, wenn sie in einigem Abstand hinter ihnen liegt. Und es merken's dann auch nur die, die sich die Mühe machen, zurückzuschauen. In Amerika haben die Wandlung zuerst die Farmer gespürt. Der Wirtsct-astsersolg des Farmers ist nicht mehr „nur von seiner Tüchtigkeit abhängig", sondern er ist „in Abhängigkeit von Faktoren geraten, die sich seiner Kontrolle entziehen". Die Zahl der freien Eigentümer nimmt reißend ab, die Zahl der Pächter zu, ein ländliches Vrodukt entwickelt sich, und die Landflucht ist schon so allgemein geworden, daß der Ruf: .Zurück zur Farm!" ein politisches Schlagwort hat werden können. Der Do- den ist vielfach erschöpft, und auch an anderen Naturschätzen, Edelmetall, Eisenerz Kupfer, Petro- leum, Kohle ist derartiger Raubbau getrieben worden, daß die Rohstoffe sich zu erschöpfen beginnen. In den Wäldern uberfteigt der Verbrauch den Nach- wuchs bereits um das Vierfache, dabei ist der ein» ftiae „unbegrenzte Vorrat" schon auf drei Fünftel zusammengeschrumpft. Dazu kommt nun, al» stärkster Antrieb für eine Umbildung de» Wirtschaftsgeistes, die ungleiche Verteilung des Besitzes und des Einkommens. Die unbegrenzte Freiheit der Erwerbsmöglichkeiten hat xur unoerhältnismäßigen Bereicherung weniger geführt, über zwei Drittel des Dolksvermögens gehören gute den Trusts. Dadurch hat sich eine Klassenerdung vorbereitet, die zur Folge hat, daß der irtschaftserfolg heute nicht mehr allein „von der Tüchtigkeit und der Geschicklichkeit des Individuums abhängig ist". Damit ist die soziale Frage auf- Geworfen. Sie beschäftigt den Amerikaner von heute oereits ausgiebig, und es ist bezeichnend, wie er sie zu lösen trachtet. Nicht mit den Mitteln des in nächst einem wissenschaftlichem Bedürfnis, war aber getragen von vaterländischer Begeisterung. „Als weithin sichtbares Zeichen der geistigen Gemeinschaft aller Deutschen wurde im Sahre 1852 das Germanische Museum in Rümberg und das Römisch-Germanische Central-Museum in Mainz von dem Gesangverein der deutschen Geschichts- und Altertumsvereine gegründet." Sm Folgenden legt Lindenschmit bar. wie bescheiden die dem Museum zur Verfügung gestellten Mittel waren. Die feinem Vater übertragene leitende Stellung war „vorläufig" im- befoföet; sie blieb es zwanzig Sahre lang. Welch seltsamer Anlaß eigentlich zur Entstehung des Museums führte, wird von dem Sohn des Begründers in nachstehender Weife geschildert: „Einst, schon erwachsen, fand ich in einer kleinen Truhe, die zur Aufbewahrung von Familicndoturnenten diente, einen Eteinkeil auS Flußschiefer. wie sie in Gräbern vorgeschichtlicher Zeit nicht feiten vorzulommen pflegen. Auf der einen Seite stand mit Blaustift geschrieben, das Wort „Omen“. Auf meine Frag«, warum er diesen unbedeutenden Gegenstand so sorgfältig aufhebe und mit so bedeutungsvollem Wort bezeichnet habe, wurde mir die Erklärung, die tch hier dem ungefähren Wortlaut nach wieder- gebe: Don schweren Zweifeln schon tagelang beunruhigt, ob es ratsam sei. als gereifter Mann eine neu« Laufbahn zu wählen, die mir nicht mit Sicherheit Erfolg, wohl aber neue Sorgen bringen müsse, verließ ich eines Abends die Wohnung, um im Freien Ruhe und Sammlung zu finden. Als ich rasch die Abtsstrahe hinaufging, um den Weisenauer Feldweg zu erreichen. sah ich die Anhöhe vor mir, noch von den Strahlen der ftnfenben Sonne beleuchtet, während ich im Schatten war. Dort muh es sich entscheiden, rief es in mir. und ich war bereit, jedem Fingerzeig des Schicksals zu folgen. Den alten Spruch „Trag Holz und laß Gott kochen", wie mechanisch immer wiederholend, betrat ich den Rain, und das erste, was ich erblickte. war dieser Steinkeil, das Römisch^Ger- manische Central-Muscum in Mainz." Die Erinnerungen Ludto g Lindenschmits an seinen Vater brechen mit dessen letzten Lebensjahren ab. Gleichsam eine Fortsetzung der darin gebotenen Geschichte des Museums ist dann der von Professor Dr. Karl Schumacher für die Festschrift verfaßte Aufsatz „Das Römisch-Germanische Central-Museum von 1931 bis 1926". Zusammenfassend fei hieraus folgendes mitgeteilt: Am 14. Februar 1893 ist Ludwig Lindenschmit, Europa so beliebten und so gefürchteten „Maddera- datschs", des allgemeinen Umsturzes der Winjchasts- ordnung, sondern indem er. kurz gesagt, den Ar- beiter zum Kapitalisten macht. .Die ilmiajidjtung der wirtschaftlichen Kräfte dadurch, daß man den Arbeiter hat zum Kapitalisten werden lassen, ist mit einer Geschwindigkeit vor sich gegangen, wi^ sie nur in Amerika möglich ist. Der Aktienbesitz, namentlich bei den gemeinnützigen Unternehmungen, dr.ngt in immer tiefere soziale Schichten vor. ist keineswegs mehr auf die Wohlhabenden und Reichen beschränkt, die von Arbeitern gegründeten Banken, von denen 1922 nicht weniger als 33 entstanden sind, bedeuten bereits eine beträchtliche finanzielle Macht. Don irgendwelchen sozialistischen Ideen ist aber bei alledem nicht Im entferntesten die Rede Es ist der Derfuch einer Lösung des sozialen Problems, ohne vom kapitalistischen Geiste, von dem Prinzip der wirtschaftlichen Freiheit irgend etwas wesentliches aufzugeben, der Versuch, sich jener früheren Gleichheit deS Besitzes wieder anzunähem, „zu dem alten, gefunden und männlichen amerikanischen Individualismus zurückzukehren". Reben dieser Umwandlung des Wcrtschasts- geisteS machen sich tue Ansänge einer Kulturkritik bemerkbar, die sich gegen die aus England bezogene Weltanschauung reiner Rützlichke.t wendet. .Alles bisher Geleistete ist nur eine Der- wirklichung kleinbürgerlicher Ideale, und man kann Amerika auS der Geschichte streichen, ohne daß die Kultur eine spürbare E.nbuße erleidet." Das ist der Zustand, den die Kr.tiker bemängeln. Was haben, so fragen fte, .Badezimmer, K.nos. Stahlbauten und AutoS mit der Seele eines Volke« zu tun" ? Man will heraus auS der „geistigen Unterernährung", will loS von der „Herrschaft der Frau und deS Puritanismus". Kurz, es hat den Anschein, .als ob die Der- einigten Staaten nicht nur auf wirtschaftlichem, sondern auch auf geistigem Geb.ete an einem Wendepunkt ihrer Geschichte stehen". Ein Volk von mehr als 103 Millionen ist auf der Suche nach seiner Seele! Unb wenn Europa sich amerikanisiert, fo wird mit gleichem Rechte gesagt, daß .Amerika feiner Europä sierung entgegengehe". DaS wird man beachten müssen, wenn man die Gefahr meiden will, daß beide. Europa und Amerika, aneinander vorbeileben." Auf dem Segelschiff „Niobe." Kriegsschiffsleben in der alten Flotte. Don Admiral a D. 3 a c o b f e n. Das Berufsleben deS Seemanns auf dem Wasser ist dem Laien ebenso fremd tote der Berus des Fliegers in der Luft, der des Bergmanns unter Tage. Das Schiffsleben hat seine eigene Sprache, besondere Sitten und Gebräuche, in die nur der eindringt, welcher sich ihm ganz hingibt. Die See, bald spiegelglatt, bald vom Sturm gepeitscht, bringt das Schiff zum Rollen. Schlingern und Stampfen. Unter diesen Einflüssen ist namentlich der Segelschiffsdienst, der ganz von Wind und Wetterverhältnissen abhängt, hart, aufreibend und nur in der Praxis zu erlernen. Sein großer Dorzug ist, daß er Männer mit festen Rerven und starkem Selbstbewußtsein erzieht. Daher war die Grundlage, auf welcher in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts unsere Seeoffiziers-, Deck- und Unteroffiziers- Erziehung beruhte, die Seemannschaft. Trotzdem die Dampskraft bereits gewaltige Fortschritte gemacht und Panzerschiffe unter Dampf den Kern der Flotte bildeten, waren für den ersten Dienst Segelschul-Schiffe bestimmt. Das Kadetten-Schul- schiff „Riobe". ein vollgetakeltes Schiff, tu Briggs „Undine", „Musquito , .Rover", Schiffsjungen- schiffe, sind jahrzehntelang unserem Berufspersonal eine zweite Heimat gewesen. Die Einführung In den Beruf beginnt mit dem .Entern über den Topp". („Topp" ist soviel wie „Mast". Man unterscheidet: Dor-, Groh- und Kreuztopp.) Morgens, nachdem die Hängematte gezurrt und fein säuberlich verstaut. Waschen und Tollette beendet, tritt gegen 7 Uhr die Kadettenschar z r Musterung an und wird alsdann auf Kommando in allen drei Toppen geentert, d. h. in die Wanten („Wanten" sind dicke Taue, die den Mast bzw. die Stengen der Seite nach stützen. Zwischen den einzelnen Tauen spannt man Leinen. Das sind die „Webleleinen") geklettert und von dort Webeleine bei Webeleine über die Marsen Immer höher hinauf bis in die BrasahlingS, ca. 30 Meter hoch, von dort auf der anderen Seite wieder herunter. Dies geht zuerst recht langsam, aber allmählich bildet man sich zum Künstler aus, einer überbietet den anderen an Schnelligkeit und Geschicklichkeit. Wer zuerst kommt mahlt zuerst! Wer zuerst wieder an Deck kommt, erhält die besten Semmeln zum Frühstück: die letzten haben das Rachsehen und müssen meistens noch ein ztoeitcsmal über den Topp entern. Rach kurzer militärischer Ausbildung, Marschübungen, Gew-Hrgrifsen. Schießen mit dem Gewehr, die an Land erfolgt, werden die ersten seemännischen Begriffe beim Segel- exerzieren durchgenommen, Segel los- und festgemacht, Segel gesetzt und geborgen. Bei scyönem Wetter macht das Schiff von der Boje las und kreuzt im Hafen. Dann geht eS hinaus in die Ostsee zur ersten Reise, bei welcher die Kadetten den Kreuztopp bedienen, und alle Segelmanöver mitmachen, die Wind und Wetter bedingen. Durch den Sund segeln wir auf die Reede von Kopenhagen, dann in die Schären nach Stockholm, nach Christiansand und nach England. Edinburgh und Plymouth waren besonders beliebt. Ueberafi werden nette Partien gemacht, um Land und Leute kennen zu lernen, sowie die fremden Werften besucht, um das seemännische Wissen zu bereichern. Im übrigen sorgt die Witterung, bald Sonnenschein, Regen, stilles Wetter, Böen. Sturm und Seegang, auf einem Schulschiff von selbst dafür, daß immerfort In ©ec Abwechslung und meistens harter Dienst ist. Dabei fehlt eS nicht an ernsten Zwischenfällen. „Riobe" war auf der Rückreise unter Segel im englischen Kanal in der Rähe von Dover. Schöne Brise auS Westen. Das Schiff lag vor dem Winde mit Leesegeln (Qeefcget find Segel, die neben den Raassgeln gesetzt werden) an beiden Seiten und lief gute Fayri. Um 6 Uhr abends ertönte plötzlich der Pfiff „Alle Mann". Wir stürzten die Treppe hinauf und sahen eine Bark in voller Fahrt an Backbord längsseit scheeren. Lautes Krachen von Spieren und anderen Rundhölzern folgte dem Zusammenstoß. Splitter flogen an Deck Wildes Geschrei, Fluchen. Kommandoworte erschallten. Unsere Raaen bohrten sich in bie doppelten Marssegel der Bark ein. Die Leesegelspieren (Spieren sind Derlänge- rung der Raaen xum Halt für die Leesegel) brachem Der Bark wurde beim Rammen oaS ganze Dorgeschirr toeggeriffen. Allmählich kamen beide Schisse vonelnander loS. Ein Kutter wurde hinübsrgeschickt. die Dark in Schlepptau genommen und abends bei Deal geankert, von dort die Bark mit Dampfer nach Dover geschleppt. Der Grund des Zusammenstoßes war folgender: Infolge der Leesegel konnte der wachhabende Offizier nach vorne schlecht Ausguck halten. Der Posten auf der Back (Back ist ein gedeckter Aufbau am vordersten Teil des Schiffes) hatte die Bark, welche über Backbord Bug am Winde lag, nicht, bzw. erst gemeldet, als sie schon vor unserem Bug war. Da toaran alle AuSweich- maßnahmen vergebens und beide Schiffe rammten der greife Begründer des Zentral-Museurns, für das er über 40 Jahre aufopfernd gewirkt hatte, gestorben. In unbegreiflicher Kurzsichtigkeit beschloß am 23. Mai jene« Jahres der Gesamt- Vorstand, durch Geldmangel und andere Rücksichten veranlaßt, die Stelle eines Direktors einstweilen nicht zu besetzen. Der bisherige Konservator Ludwig Lindenschmit wurde mit der einstweiligen Betreuung der Anstalt beauftragt Dieser war im Jahre 1887 mitten auS seiner Künstlerlaufbahn heraus, auf Wunsch des Daters, in das Museum eingetreten und hatte durch großen Fleiß und technische Kenntnisse sich um die Ordnung der Sarnmlunaen und um den 'Betrieb der Werkstätten req>t verdient gemacht. Obwohl bereits in der Sitzung des Gesamtvorstandes 1893 mehrere Übertreter der Wissenschaft, wie Hettner, Ranke und Zange- meister, die möglichst baldige Berufung eines wissenschaftlich gebildeten ersten Direktors verlangt hatten, dauerte eS nod) saft a<$t Jahre, bis dieser Wunsch in Erfüllung ging. Als erster Direktor wurde dann Professor Dr. Karl Schumacher, bisher Assistent am Landesmuseum zu Karlsruhe, als zweiter Konservator deS Central- Museums Ludwig Lindenschmit gewählt. Die folgenden Abschnitte deS Aufsatzes schildern das kurfürstliche Schloß in Mainz als Heim des Ceirtral-Museums. die Reuaufstellung und die Dermehrung der Sammlungen, die Arbeiten des Central-Museums zugunsten fremder Museen und für die Denkmalpflege, die Deröffent- lichungen des Museums, die 'Borträge, Führungen, Lehrkurse, die Arbeitskräfte der Anstalt usw. Sn einem Rück- und Ausblick am Schlüsse schreibt Professor Dr. Schumacher u. a.: „Die aus Daterlandsliebe und Idealismus entstandene, durch strenge Wissenschaftlichkeit großgewordene und in Sturm und Rot bewährte Anstalt hat in ihrem 75jährigem Bestehen gezeigt, daß ihr eine eigene zähe Lebenskraft innewohnt, die sie befähigt, nicht nur im Inland als angesehenstes Museum und Forschungsinstitut die deutsche Altertumskunde zusammenzusas'en und zu befruchten, sondern auch gegenüber den gleichartigen Instituten des Auslandes eine geachtete Steilung einzunehmen. Aber wie das ganze deutsche Daterlaitd durch den verlorenen Weltkrieg und feine tiefgreifenden Folgen vor ganz neue Aufgaben und Anstrengungen gestellt ist, so muß auch das Central-Museum neue Mittel und Wege finden, um unter den veränderten Verhältnissen den alten Rang zu behaupten und neuen Erfordernissen gewachsen zu sein. Schwer wird mir der Entschluß, bei der jetzigen Wirtschaftslage Deutschlands eine Erhöhung der Zuschüsse vom Staate zu verlangen, aber ich darf es tun in der festen lleberzeugung, daß diese Mittel produktiv angelegt werden zur Stärkung des Helmatgefühls und zur Erhöhung des Ansehens deutscher Kulturarbeit im In- und Ausland. Unb was bleibt zur jetzigen Zc4t dem niebergefunlenen und entwaffneten Deutschland anders übrig al« durch seine Kulturtaten sich in der Welt wieder Achtung und Geltung zu erwerben? Man sehe nur hin, wie eben auch in den fleinften Staaten Europas auf diesem Gebiete der Heimatpslege Hervorragendes geleistet wird. Vielleicht kommt aber noch ein zweiter Weg In Betracht. Schon bei der Gründung der Römisch-Germanischen Kommistion des Deutschen Archäologischen Instituts in Frankfurt a. M. 1901 schwebten Erwägungen, ob die beiden gleichartigen Institute, Kommission und Central-Museum, nicht besser vereinigt würden. Damals wurde nicht mit Unrecht eingewendet, die völlig neugeschaffene Kommission müsse sich erst ein selbständiges Arbeitsfeld und eine eigene Methode ausbilden. Heute ist dies geschehen, und nun könnten beide Anstalten tatsächlich ohne gegenseitige Beeinträchtigung. wenn auch räumlich getrennt, zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengefaßt werden. Eine solche Vereinigung würde zweifelsohne zur gegenseitigen Förderung und vielleicht auch zu manchen Ersparnissen führen. Als Reichsanstalt hätte das Römisch-Germanische Central-Museum jedenfalls eine gesichertere Zukunft, als toeim eS in seinem jetzigen Zustand weiteren politischen und wirtschaftlichen Wirren ausgesetzt sein sollte. Bet einem etwaigen Zerfall de« Museums, da« einzig in seiner Art in Deutschland die Aufgaben eine« frühgeschichtlicheu Rationalmuseums übernommen hat, wie es jedes Kulturvolk erstrebt, bliebe dem Deutschen Reich wohl nichts anderes übrig, al« irgendwo ein neues derartiges Rationalmuseum $u schaffen. Abgesehen von Öen großen Kosten durfte dies aber bei den sachlichen Schwierigkeiten erst in einem Zeitraum von vielen Jahrzehnten gelingen. Besten Wissens und Gewissens wie vollen Dertrauetrs rate ich so, diesen Weg der Deremigung mit dem Frankfurter Institut einzuschlagen und gemeinsam an der Aufklärung deutscher Frühgeschichte zu arbeiten, natürlich mit beiderseits genau umriffenen Aufgaben und Rechten. Es gilt der Förderung der deutschen Wissenschaft, der Erziehung bes deutschen Volkes und dem Ruhme deutscher Kulturarbeit." sich. Unsere Geschütze hatten den Hauptstoß auf- gefangen, so daß mit keinerlei ernstlichen Schaden erlitten. Auch die Bark hatte kein große- Leck, nur am Bug ein Loch über Wasser, aber das ganze Borgeschirr war fort. Für den Schaden waren wir verantwortlich, da „QUobe“ auSweichen mußte! Bach Rückkehr in die Heimat fand eine Flotienparade vor dem alten Heldenkaiser Wilhelm dem Ersten statt. Am 22. September 1875 batte hierzu da« damals stattliche Panzerge- schwader: „König Wilhelm". „Kronprinz", „Kaiser". .Hansa" nebst .Aviso". .Falle", dann die Segelschiffe „Riebe" nebst den drei Briggs auf der Reede von Warnemünde Anker geworfen. Alle Schiffe hatten über die Toppen geflaggt. Um 11 Uhr wurde auf Signal vom Flaggenschiff .König Wilhelm" aufgeentert und auf den Raaen paradiert. Stolz und schneidig, die Hände an den Strecktauen gekreuzt, standen wir dort oben in luftiger Höhe in unserer Paradeuniform. Richt S vermochte unsere Begeisterung herabzu- fetzen, weder der Hunger auf daS Mittagessen, noch die lange Dauer des Aufenthaltes auf der schmalen Raa, frisch und laut ertönten die drei Hurras, al- die Kaiserjacht .Grille" unter den Salutschüssen drS Geschwaders passierte und unsere Augen den geliebten, greisen Kaiser suchten, sein Bild sich uns fest einprägte. Der Kaiser ging, nachdem olle Schiffe einzeln passiert waren, an Bord des „König Wilhelm". Das Geschwader ging Anker auf. Die Segelschiffe nahmen zugleich mit dem Geschwader Bramstengen, Dram- Oberbramraaen (Bramstenge ist die oberste Stenge bis an den Flaggenknopf. Dram- und Oberbramraa sind die beiden obersten Raaen an dieser Stenge) an Deck. Rach Ausübung einiger Gcfcchtsmanöver ankerte das Geschwader gegen 3 Uhr wieder auf der Reede. Sofort wurden Dramstcngen und Raaen wieder aufgebracht und von neuem paradiert. Gin Bootswettrudern beschloß die Besichtigung. Für uns alle war dieser Tag damals ein wahrer Festtag voll Jubel und Freude, daß wir dem alten Kaiser zeigen konnten, was wir als angehende Seeleute leisteten! Dann kam noch ein kleine- Rochspiel: Kaum war die „Grille" eingelaufen, da fing es an zu wehen, dicke Wollen türmten sich am Horizont. Wind und See nahmen zu, das Barometer fiel. Kein Zweifel, es war schweres Wetter im Anzüge! Auf der offenen Reede war unseres Bleibens nicht mehr. Die Segelschiffe mußten kurz vor Dunkelwerden Anker aufgehen und kreuzten die ganze Rocht unter gereeften Marssegeln in der Ostsee (Marssegel ist das dritte Segel von oben. Unter „Reefen" versteht man das Kürzen der Segel. Ein Marssegel hat vier Reefe. Ist das vierte Reef eingesteckt bet drohendem Sturm, so ist das Segel um mehr als die Hälfte gekürzt.) Der kurze, schwere Seegang, der schnell aufkam. brachte das Schiff in starke Stampfbewegung, so daß der noch nicht ganz seefeste Teil der Kadetten von neuem der Seekrankheit zum Opfer fielen. Wie wurden die gehänselt und bespöttelt! Jämmerlich war ihr Anblick und in der Tackelage waren sie überhaupt nicht zu gebrauchen. Wo- nützte es, daß sie sich damit zu trösten suchten, auch der große britische Seeheld Relson sei immer wieder seekrank geworden? Sie waren und blieben aktion-unfähig und lernten nie da- stolze Seemann-gefühl kennen, daS gerade bei schlechtem Wetter im Kampf mit den Elementen zum Ausbruch kommt, selbstbewußt und sicher macht. Die Landtagswahlen in Thüringen. Die eigenartige Parallelität, die zwischen der Lagerung der Berhältnisse in dem ehemaligen Königreich Dachsen und in dem neugebildeten Lande Thüringen sich ousdrückt, tritt auch darin in die Erscheinung, daß wenige Wochm nach Sachsen jetzt auch in Thüringen die Rm- wahlen zum Landtag vorgenommen werden müssen. Beide Länder haben das gemeinsame Schicksal einer soziolistisch-kommunisti- sch en Regierung dnrchgcmacht. 3n bttdcn hat die Reichswehr Ordnung schassen mü's n. hier wie dort hat sich dann unter dem Druck der Ber- hältnis'e eine bürgerliche Mehrheit her- auSkristallisiert, die in Sachsen ihren parlamentarischen Riederschlag nur in einer Regierung der Großen Koalition fand, während in Thüringen eine rein bürgerliche Regierung unter der Führung des Deutschvolks- parteilerS Leuthäuser gebildet wurde, die seit mehr als drei Jahren gehalten und sehr erfolgreich gearbeitet hat. Ein kurzer geschichtlicher Rückblick: Erst am I. Mai 1920 haben sich die thüringischen Staaten zu einem neuen Londe Thüringen vereinigt. Die ersten Wahlen brachten eine knappe bürgerliche Mehrheit von einer Stimme, die sich aber nicht auswerten konnte, weil die Demokraten ihre eigenen Wege gingen, sie suchten den Anschluß an die Sozialdemokraten. Die Reuwahlen im September 1921 verzeichneten dann auch eine Mehrheit von Sozialdemokraten und Kommunisten gegenüber allen bürgerlichen Parteien. Die Folge war zunächst eine rein sozialistische Regierung, die sich aber vollkommen im Fahrwasser der Kommunisten befand. Sie schafften das Reformatlonsfest ab. machten dafür aber den 9. Rovember zum gesetzlichen Feiertag. Bald genügte den Kommunisten auch da- nicht mehr, nach dem Borbilde der Zeigner-Regierung in Sachsen beteiligten sie sich mit zwei Ministern selbst an der Regierung und führten in wenigen Wochen so tolle Zustände herauf, daß die Reichswehr zum Eingreifen genötigt war. Das kommunistifche Experiment hatte aus die Bevölkerung außerordentlich ernüchternd gewirkt, die Landtagswahlen vom Februar 1924 brachten eine starke bürgerliche Mehrheit von 35 Mandaten gegen 17 Sozialdemokraten und 13 Kommunisten. Leider haben die Lehren nicht ganz vorgehalten, 1924 trat der Ordnungsbund aller bürgerlichen Parteien gemeinsam in den Wahlkampf, nur die Völkischen hielten sich davon fern; diesmal hat sich auch die Wirtschafts- Partei selbständig gemacht, die Demokraten wollten ebenfalls nicht mehr mitspielen und die Sparer sind auch mit einer eigenen Liste in den Kampf gezogen. So stehen sich anstatt der zwei bürgerlichen Listen von 1924 am Sonntag fünf bürgerliche Listen gegenüber. Die Anziehungskraft, die also eine Einheitsliste ausübt, ist zerschlagen. Was hier versäumt worden ist, wird durch eine Listenverbindung nur teilweise gut gemacht. Immerhin ist es zu begrüßen, daß Deutschnationole, Deutsche Bolkspartci. La.:dbund und Zentrum wenigstens sich auf eine Einheitsliste verständigten. Das Ergebnis der Wahlen wird wiederum symptomatisch für die Berschie- bung der Stimmung fein. Cs wird zeigen, wie weit die Erfolge der kleinen Parteien einschließlich der Wirtschastspartei über Sachsen hinaus Allgemeingeltung besitzen: es wird auch zeigen, wie sich Sozialdemokraten und Kommunisten zueinander verhalten, so daß vielleicht manche Parteien aus den Stimmzahlen eine heilsame Lehre vor überflüssigen Reuwahlen im Reich ziehen könnten. Zur Hrage der Gasfernversorgung In der letzten Zeit sind wiederholt Bedenken gegen die Gasfernversorgung erhoben worden, die hier kurz behandelt tt>:rden sollen. Zunächst wurde gesagt, daß sich für den Bergbau beim Wegfall der Gaskokserzeugung die Möglichkeit der Heraussehung der Preise für Zechenkoks ergebe. Hierzu ist zu bemerken, daß die Festsetzung der Drennstosfpreise nicht Sache des Bergbaues allein ist, sondern, daß die letzte Entscheidung immer noch beim Reichs- k o h l e n r a t bzw. beim Reichskohlenlommissar liegt: eS dürfte also eine ziemlich weitgehende Gewähr gegen eine etwaige Ausnutzung von Monopolen gegeben sein, ganz abg.sehen davon, daß das Kohlensyndikat, dessen Hauptsorge schon seit langer Zeit der Koksabsatz gewesen ist. sicher nicht durch höhere Preise den Absatz gefährden wird. Ein weiteres Bedenken besteht in Befürchtungen um das Schicksal derGas- werke bzw. der in den Gaswerken beschäftigten Arbeitnehmer. Was die Gaswerke angeht, so wird man allerdings damit rechnen müssen, daß die unwirtschaftlichen Gaswerksbetriebe, die besonders in kleinen Kommunen anzutvessen sind, genau so gut verschwinden werden, wir die unrationellen Betriebe aus der übrigen Wirtschaft (man denke nur an das der Gaserzeugung etwa verwandte Gebiet drr Elektrizitätserzeugung) ausgcmerzt worden sind. Diese Entwicklung läßt sich auch für die Gasinüustrie mit oder ohne Ferngasversorgung nicht aufhalten. Etwas anderes ist es dagegen mit den modernen und lebensfähigen Betrieben. Es besteht nicht die geringste Beranlassung, auch diese De- Der Frosch mit derMaske Roman von Edgar Wallace. 38 i^ortlenuny Jladibnuf verboten Run allein im Zimmer, läutete Balder. Der Gin- tretende fesselte sofort Dicks Aufmerksamkeit im höchsten Grade. Er trug die übliche Ihurce der Lakaien, dunkle Hose und gestreifte Weste. Aber es war aus der Art, mit der er sich bewegte, leicht zu entnehmen, daß er durchaus kein gewöhnlicher Lakai war. Ein großer, schwerfällig gebauter Mann, dessen Bewegungen langsam und merkwürdig nachdenklich wirkten. Balder gab einen Befehl, und der Lakai nickte, nahm die Tasse auf und ging mit denselben langsamen feierlichen Schritten hinaus, mit denen er eingetreten war. (Ss durchzuckte Dick und er flüsterte ein einziges Wv.t in das Ohr des Detektivs- „Blind!" Elk nickte. Die Iure öffnete sich nochmals und diesmal kamen drei Lakaien herein, die einen schwer aus- sehenden, mit einem weißen Tuch bedeckten Tisch hereintrugen. Gordon dachte zuerst, daß Balders Mahlzeit fermert werden solle. Aber bald begriff er die Wahrheit. Oberhalb des Kamins hing an einem einzigen Draht eine große elektrische Lampe. Einer der totalen stieg auf einen Stuhl, schraubte die Lampe aus und steckte einen Kontakt an, der mit öem Tisch durch einen Draht verbunden war. .Lauter Dlickbe!" sagte Elk flüsternd. Die Diener gingen hinaus und Balder verschloß hinter ihnen bie Iure. Er wendete ihnen noch den Racken zu, als Elk seinen Fuß auf den Ziegeloor- Jprung stellte und bie Perstenne zur Seite reißend, ms Zimmer sprang. Bei diesem Geräusch fuhr Balder herum. „Schönen guten Abend, Balder!" sagte Elk süß „Ich bin zu Ihnen gekommen, um Ihnen zu sagen daß Sie endlich in Anerkennung Ihrer großen Verdienste zum Sergeant befördert worden sind. Es Ist der Dank für die Dienste, die Sie dem Staat durch Vergiftung des Froses Mills, Befreiung des Fro- fches Hagn und In-die-Luftsprengung meine- Bureaus geleistet haben." Immer noch sprach der Mann lein Wort und stand da, ohne sich zu regen. Denn der langläuiicp Browning in Elks Hand zielte unentwegt auf den untersten Knopf feiner eleganten, weißen Piqus- weste. „Und nun", sagte Elk, und es klang wie Jubel und Triumphgesang, „werden Sie einen ganz kleinen, hübschen Spaziergang mit mir machen. Denn ich bedarf Ihrer wirklich, Nummer sieben." I „Glauben Sie nicht, sich geirrt zu haben?" näselte Balder, so ganz unähnlich seiner gewohnten Stimme, daß selbst Elk einen Moment lang zögerte. ..Rein, ich habe mich nie geirrt. Außer, wenn mich einer gefragt hat, wieviel Frauen Heinrich der ! Achte gehabt und wann er sie geheiratet bat/ Elk sprang auf ihn zu und hielt die Mündung seiner Pistole auf das Zwerchfell seines Gesänge, nen gepreßt. „So, jetzt wollen Sie die Güte haben, Ähre Hände auszustrecken und belieben sich, umzu- drehen," sagte er. Balder gehorchte. Elk zog Handschellen aus der lasche und liefe sie über seinen Gelenken ein- schnappen. Er schnallte ihm auch bie Arme von rückwärts fest zusammen. „Das ist sehr unbequem," sagte Balder. „Pflegen Sie immer solche Irrtümer zu begehen, Herr Inspektor- — Mein Name ist Collet-Banfon." „Ihr Name ist Hans Dreck!" sagte Elk. „Aber ich will gerne anhören, was Sie mir sonst etwa 3U sagen haben sollten. Sie können sich nieder- setzen." Dick iah, wie es in den Augen des Mannes aufblitzte. Und auch Elk bemerkte es. .Ich möchte Ihnen raten, Balder, jetzt nicht etwa Ihre Hoffnung auf irgendeinen Affenstreich du fetzen, der mir von Ihren Dienern gespielt wer- den könnte. Fünfzig L.-I.-O.-Männer. von denen «ie bie meisten persönlich kennen, umstellen näm- lich biefes Haus." Ich sage Ihnen, baß Sie einen Irrtum begangen haben, Herr Inspektor, der Sie teuer zu stehen tommen wird", sagte der (Befangene zornig. „Wenn ein Engländer nicht einmal in seinem eigenen Salon sitzen darf, um" — er blickte nach dem -ifch — „ein drahtloses Konzert aus Haag anzu- Horen, ohne daß die Polizei elnschreitet, so ist es | höchste Zeit, daß diese Tyrannis ihr Ende findet." Er ging zornig hin und her unb füefe dabei oen einen der stählernen Feuerböcke um, bie zu beibtn Seiten des offenen Karnines standen. Unb I oer Feuerbock fiel um. Es schien dies nichts ande- triebe stillzulegen. Man wirb fw vielmehr ruhig Weiterarbeiten lassen und das von ihnen erzeugte Gas den Fernleitungen zuführen. Das wird man schon aus dem Grunde tun müssen, weil für den Fall daß der Gasverbrauch den erwarteten Aufschwung nimmt, die Ruhrkohle allein den Bedarf nur schwer wird decken können, «ine Sru^aung, die auch schon zu dem Plan des Anschlusses der Erzeugung anderer Reviere an das Ruhrgas geführt hat. Schon wegen dieses Sachter- Halles ist nicht damit zu rechnen, daß bei der Durchführung der Ferngasversorgung Arbeitskräfte in größerem Umfange frei werden. Es wird vielmehr höchstens eine Umstellung der bisherigen Tätigkeit in Frage kommen dergestalt, daß die jetzt in der Gaserzeugung beschäftigten Arbeitskräfte auf die G a s v e r te i l u n g überführt werden; schon jetzt bildet bie De- tätigung in der Gasverteilung bei den meisten Angestellten der Gaswerke die Hauptbeschäftigung, ebenso wie auch von der eigentlichen Arbeiterschaft bereits ein großer Teil der Kräfte für Derleilungszwecke verwandt wird. Für Kontrolle der Leitungen, für Besetzung der Wärter- posten, für die Durchführung der Propaganda usw. findet sich auch in Zukunft ein reiches Betätigungsfeld, zumal dann, wenn die erwartete Derbrauchssleigerung eintritt; dabei fei ganz davon abgesehen, daß durch die Ferngasversorgung im Maschinenbau, in der Röhrenerzeugung, im Tiefbaugewerbe usw. viele Arbeitskräfte zusäh- lichc Beschäftigung erlangen werden. Daß die wissenschaftliche Forschungsarbeit durch die Zentralisierung der Gaserzeugung eine Beeinträchtigung erfährt, wie vielfach befürchtet wird, dürfte so gut wie ausgeschlossen sein; im Gegenteil wird vermutlich d.« Konzentrierung auf verhältnismäßig - wenige kapitalkräftige Unternehmen die (teilweise doch recht kostspieligen) Forschungs- und Dersuchsarbeiten erst ermöglichen. Schließlich sei noch das Moment der Sicherheit der Versorgung erwähnt. Daß Stockungen in der Ferngasversorgung auftreten könnten, ist praktisch so gut wie ausgeschlossen. Sogar Streiks von längerer Dauer werden Schwierigkeiten wohl kaum bereiten; in Deutschland ist noch nie in sämtlichen Bergbaurevieren gleichzeitig gestreikt worden und es ist auch bei längereaStretts einzelner Reviere die Gasversorgung bisher noch nie zum Erliegen gekommen. Zur Sicherstellung der Gasversorgung genügen auch für längere Zeit die Haldenbestände. Di« Verkokung und damit die Gaserzeugung kann mit relativ wenig Arbeitskräften durchgeführt werden, in den Leitungen sind ebenso wie in den Gasometern und in den Zwischenstationen sehr große Reservemengen enthalten. Bei näherer Betrachtung verlieren also die gegen die Gasfernversorgung geäußerten Bedenken sehr an Gewicht. Die Kosten für die höheren Schulen Hessens. Frankfurt a. M., 11. Ian. Gestern fand auf Einladung des Bürgermeisters der Stabt Als- elo, Dr. Halfing, eine Versammlung der hessi- chen mittleren unb kleinen Städte sowie berLand- jemclnbcn im „Römerhof" dahier statt, bie sich mit )er für alle hessischen Oemeinben mit höheren Lehranstalten brennend gewordenen Frage der K o st e n für bie höheren Schulen befaßte. Es waren nahezu alle in Betracht kommenden Gemeinden vertreten, a ich hatten das Landesamt für das Sil- dungswefen, bas hessische Finanzministerium unb bas Ministerium bes Innern Vertreter entsanbt, ferner waren mehrere Lanbtagsabgeordnete, Professor Werner unb Frau Hattemer, erschienen. Der Dorsitzenbe brachte in feinem einleitenben Referat zum Ausbruck. bafe eine gerechtere Verteilung der Kosten der höheren Schulen dringend notwendig fei, andernfalls im neuen Rechnungsjahr die Gefahr bestehe, daß eine Anzahl höherer Schulen in Hessen eingehen müsse, da viele Gemeinden bei den immer noch steigenden Ausgaben für die höheren Lehranstalten die Mittel für deren Unterhaltung nicht mehr aufbringen könnte. Rach einer sehr eingehenden, mehrstündigen Aussprache, in weicher der Vertreter dco Finanz- minif.ers die Erklärung abgab, daß auch der hessische Staat eine Entlastung bezüglich der Kosten für das höhere Schulwesen erstrebe, wurde schließlich eine Entschließung einftim- mig angenommen, worin gegenüber der hessischen Regierung und dem Landtag zum Aufdruck gc- bracht werden soll, daß die beteiligten Gemeinden von der Regierung eine Regelung der Koste ns rage derart verlangen, daß diese den Kul. turaufgaben des Staates bezüglich der höheren Schulen gerecht wird, und worin weiter eine E n 11 a st u n g der Sitz gemeinden von den Kosten durch Heranziehung der Kreise ober besonders zu bildender Schulgemein, schäften gefordert wurde. Gegen die Absicht des Finanzministeriums, eine Entlastung des Staate s auf Kosten der Gemeinden herbeizu- führen, wurde allseitig schärfster P r o t e ft erhoben. Mit dieser Entschließung soll zugleich eine besondere Denkschrift eingereicht werden, deren W- fassung einer dazu gewählten Kommission über- tragen wurde. hessische Landwirtschaftliche wache. (Don unserer Darmstädter Redaktion.) e Darmst a k'tTIl.Ian. Heute vormittag begann hier im Restaurant „Rummelbräu" die Hessische Landwirt- sch a f t li ch e Wo ch e , die bis zum 14. Januar dauern wird. Sie ist ein Unternehmen der Land- wirtschastskammer und soll insbesondere dazu dienern die praktischen Landwirte mit den neuesten Erfahrungen in ihrem Beruf bekannt zu machen. Wie in früheren Jahren, ist sie auch diesmal wieder ein Sammelpunkt der hessischen ßanbtotrte. Auster Vertretern der Regierung, zahlreicher Behörden und der Landwirtschaftskammer sind die Führer der hessischen Landwirtschaft anwesend, ferner Landwirte aus allen Teilen Hessens, die eine nach Hunderten zählende Zuhörerschaft stellen. Die Landwirtschaftliche Woche besteht hauptsächlich in einem Bor-' tragskursus, zu dem namhaste Redner gewonnen wurden, die in fachwissenschaftlichen Dor- trägen den Landwirten Gelegenheit zu ihrer Fortbildung bieten. Der Präsident der Landwirtschastskammer Oefonomieral Hensel begrüßte bei seiner Eröffnungsansprache insbesondere die Bertreter des Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft, den Ministerialdirektor Hebel, die Ministerialräte Heil und Becker, sowie Oberre-airrungsrat S ch n i t t s p a h n, ferner vom Mimsterium des Innern Ministerialrat S ch r o t h, außerdem Geheimrat Prof. Wagner und Prof. Rößler von der Landwirtschaftlichen Dersuchsstation, den Reichsbankdirektor Müller, den Overpostrat Jahn von der Oberpostdirektion, den Oberlandstallmeister Schörke, die Bertreter der Landwirtschaftsämter und die Landtagsabgeordneten. Der Redner führte dann weiter etwa aus: Als wir vor einem Jahr den Kursus eröffneten, sprachen wir die Hoffnung aus, daß die Lage der Landwirtschaft sich bessern werde. Don einer wirtschaftlichen Hebung kann in unserem Berufe leider aber nicht tmgeringsten bie Rede sein. Die Körnerernte und die Kartoffelernte waren schlecht, auch die Weinernte war gering; höhere Preise haben keinen Au-gleich gebracht. Der Zollschutz der Landwirtschaft ist völlig ungenügend. Wenn wir in Deutschland noch die freie Einfuhr bekämen, so wäre die Landwirtschaft ersch'agen. Wenn man uns eine gesicherte Rente zubilligt, so werden wir gerne auf die Hilfe durch Kredite verzichten. Bcv Redner kam dann auf den Zweck der Borträge xu sprechen und schloß mit dem Wunsche, dah der diesjährige Bortragskursus einen guten Berkaus zum Dogen der hessischen Landwirtschaft nehme. Ministerialdirektor Hebet sprach den Dank der Regierung für die Einladung aus und äußerte sich höchst anerkennend über das Unternehmen; er betonte auch dessen Wert als Zusammenkunft der hessischen Landwirte, die hier Gelegenheit hätten xur Aeaßerung von Wünschen und zum Austausch ihrer Erfahrungen. Dorträge. Professor Dr. K n e l l - Gießen sprach hierauf über „plnfruchtbarkeit der Haustiere". Diesem Problem, so führte der Redner auS, habe man früher keine größere Bedeutung beigelegt, jetzt jedoch, bei den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, fei di:s anders geworden. Das Richtfunktionieren dcs Genitalapparates sei oftmals verursacht durch S'adcn der Kriegsjahre, res, als die nervöse Handlung eines Mannes, der nicht mehr wußte, was er in feinem Zorne tat. Sogar Elk fah darin nichts, was feine Befürchtung Hütte erregen mögen. „Ich weiß nicht, für wen Sie mich halten!" fuhr er fort. „Nun, alles was Ich sagen kann, ist--" unb plötzlich schwang sich der Gefesselte seitwärts auf bie Kaminplatte. Aber Elk war schneller. Er faßt ihn beim fragen, riß ihn von der Falltüre zurück unb schleuderte ihn ins Zimmer hinein. Elk warf sich über ihn, aber in seiner Verzweiflung würbe Balders Kraft übermenschlich gesteigert. toein Schrei nach Hilfe ward gehört. Es wurde an der Türe gerüttelt und ein zorniges Stimmengewirr erhob sich draußen. Dann vernahm man die rasche Aufeinanderfolge vieler scharfer Explosionen, denn bie Armee von Detektivs rannte braufeen über den Rasen, ohne der Alarmschüsse zu achten. Es gab nur einen kurzen Kamps. Sechs blinde Diener wurden im Polizeiwagen weggebracht unb im letzten Auto thronten Dick und Elk unb zwischen ihnen der aktive Polizeisergeaut Balder, — der Nummer sieben, die rechte Hand des furchtbaren Frosches, gemefen war. XXVI. Warum Maitland tarn. Ella Bennett war im Begriffe, das Mittagessen zu bereiten, als ihr Vater heimkehrte. Im Wohnzimmer stellte er seine schwere Kamera ab und die Handtasche trug er, wie gewöhnlich, in fein Schlafzimmer. Ella hatte längst aufgehört sich bar über zu wundern, bafe Ihr Vater fein Gepäck unweigerlich in seinem Zimmer verschloß. Als er wie- bertam, sah er sehr müde unb alt aus. liefe Ringe tagen unter feinen Augen unb die Bläffe seines Gesichtes trat mehr als gewöhnlich hervor. ,Ist cs dir gut ergangen, Vater?" fragte sie Es war immer dieselbe Frage und John Pennett gab immer dasselbe Ricken zur Antwort. „Heute morgens habe ich eine Strecke voller Federwild gesunden und einige wirklich gute Aufnahmen gemacht. Runb um Horsham sind meine Möglichkeiten viel zu begrenzt." Er setzte sich in seinen alten Lehnstuhl neben dem Kamm unb füllte langsam feine Pfeife. | Ella ging ab unb zu, deckte ben Tisch und sprach | erst, während sie dem Vater vorlegte, von der Angelegenheit, die sie bedrückte: „Es ist houte Morgen ein Brief von Ray gekommen," jagte sie. (Es war feit langen lagen zum ersten Male, bafe sie ben Namen des Brubcrs erwähnte. .Ja?" sagte Bennett ohne von seinem Teller aufzufehen. „Er möchte Herne wissen, ob du seinen Dries bekommen hast, Vater?" „Jawohl, das habe ich," sagte John Bennett. „Aber ich habe daraus nichts zu erwidern. Wenn Ray mich zu sehen wünscht, so weiß er, wo ich zu finden bin. Er sprach mit üderrafchender Ruhe. 6te hatte sich vor dem Auftritt gefürchtet, der sich bei der Nennung von Rays Namen ereignen würde. Sie sah ihn an unb überlegte von neuem, ob sie es wagen dürfe, ihn ins Vertrauen zu ziehen. „Vater, ich wollte dir sagen, daß ich neulich mit Herrn Mattland zufammengekommen bin," sagte sie. „Du erzähltest mir doch damals davon, als bu ihn im Bureau besuchtest." „Nein, Vater. Erinnerst bu bich an den Morgen, an dem Hauptmann (Borbon so früh herausgekom- men ist? An ben Morgen, als ich in den Wald aing? Damals ging ich aus, um Herrn Maitland zu treffen." Bennett legte Messer und Gabel nieder und starrte sie an. .Ich hatte keine Ahnung, daß ich ihn sehen sollte", fuhr sie fort. „Aber ich wurde des nachts von jemandem aufgeweckt, der Steinchen an mein Fenster warf. Ich glaubte, es wäre Ray, der spat gekommen sei. Er hat es früher oft getan. Manchmal hat er sich verspätet und dann pflegte er mich auf diese Weife aufzuwecken. Es hämmerte schon, als ich hinausfah und zu meiner namenlosen Verwunde- rung sah ich Herrn Maitland unten stehen. Er bat mich auf feine sonderbare, rasche Art, herunterzu- kommen unb ba ich glaubte, bafe er vielleicht um Rays willen käme, zog ich mich an und lief in den Garten. Ich war aber so verwirrt, daß ich nicht ac. wagt habe, dich auszuwecken. Ich lief die Straße hinauf, dorthin, wo fein Auto stand. Es war bas mertroürbigfte Zusammentreffen, das du dir denken kannst. Denn eigentlich hat er gar nichts gesagt." „Nicht?" (Fortsetzung folgt.) Ard, u b?elid) l *«1S5 iZM ilche gliche Wo*» *ti« ®L ^LZ"üL andivirtr m?ble rem w'j «W. ° Mrtn |ft i- svKr !6a£;sa Ä% Ä Mm i 1 ®de9* zu thkn ‘anbroirtjdjaftotammet Mt Hensel rössnung^ansprachr Inj. [ £e8 MiniÜe^ms fü den Amsleclaldireltn MlU iinb 3etfei, ^chniltspahn uv »Einern Wfudttltt Scheimrat Pros. Wag. er von der ßanbtoith vn. den ArichSbankdirel. cpostrat 2ahn vm dri ' Oberlmdslallmtistn rr der Lcmdwirls-asli. aSflmbnetcn. D-r M. elwa aus: Als wir tt: us eröffneten, spracht- daß die Lage der Lani. »erde. Don einer ttlti io kann in unserem D im'geringsten 61' Bernie und die Kactosss iud) die Weinernte haben leinen Au-al« h der Landwirtschaft II !enn tolt in D.misM betäm?n, so toltt i. 1Denn man uns eic- f, fß toctben mir groi redite verzichten. €n m Zweck der Porich A dem Dusche, dah ter :fu8 einen guten Itt- hessrschen LandvirtsW oitrftor llebcl Regierung für die :te sich höchst anerkenn^ n- er betonte auch W- unft der hessischen Land cät^ rfrägt , U» pichen sprach ^- '■m liWl'"''* Ä'L°LSK 4 anher* «««>•*. T zum ersten W •xt#*«* M * »- '* 14/ la«le,3";n$»” Nichts zu wo ich/ id)t, so ‘S-L Aube, f1 lub€rr[a'Älbtr sich L S-^ *sfi116: W*?e»A« h,V5 N “"iiI« «”1 « e"wä» 2 16 fr»' •f' C-'"' nlol«125 ffr K Ki-Lr- 'Ä-M g^' Jül a Verlangen Sie den hochwertigen Ruhr-Srechkoks Lebende Karpfen „ Schleien hechle Schollen Kotjungen Schellfische Gabliau Seelachs emvneält tzeuie.Ton- nerstag und Freitag ctntrenenb *°c Hamburger Kischhandlung, 21. Koch Slachstgr.. 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Auch unser Münchener K indl, das Wahrzeichen der alten, weltbekannten Zuban-Zigarettenfabrik, ist mit Dr. Ali Nabt, unserem Tabakdoklor, auf das Thema „Märchen” gekommen. „Da muß ich Dir noch etwas erzählen”, so spricht der A Ite. „Die heute besichtigten Lager bergen gute Durchschnittsware, die jedem meiner zahlreichen Kunden zur Verfügung steht, welche sie schriftlich bestellen. Kaum haben sie die Sendung, dann geht stets ein Märchenwetterzählen los. Sie berichten der Raucherwelt von romantischen Einkaufsreisen, von eigenen Einkaufshäusem und sie werfen mit Fachnamen um sich, als wären sie in den Tabakfeldem geboren. Sei glücklich, liebes Kindl, daß die Zuban-Zigarettenfabrik mit solchen Finessen nicht zu arbeiten braucht. Die Zuban-Zigaretten bergen wirklich Köstlichkeiten in sich. Übermorgen hören Sie mehr! Die Geschmacksrichtungen der Raucher sind wandelbar wie die Zeiten. Wir gehen mit! Die leichten, süffig süßen Mischungen unserer Zigaretten sind Glanzstücke der heutigen Zig ar elfen-Herstellungsart. Drum seien Sie nicht nur Lebenskünstler, sondern werden Sie Künstler des Geschmacksl Rauchen Sie: Lucy DorainCj die Zuban-Fünfer! juw*!'! speck aus und geleistet haben. e Schuhhaus ermäßigt Q 340D in ncbote erwünscht. (0165 IBflltB.noö.SßonenfflUrileii grenze. 205D 355 D UtioßWnHiö- nducbt. Zuschrift nn Klassen Schr. An geb u. «>214 Freu Prof. Lebmana, an den Gieß. Anz. Südanlaoe 14 1L chmidt, Bürgermeister. 80 365 180 170 660 Gegen Haub Preise zum Teil bis zu und mo- B* Gießen Marktplatz 7 Nutz- und Brenn- Hotz-Versteigerungen der fürstlichen Obersörsterei Llch. Montag, den 17. Januar, werden , Zementbeton „ Backsteinmauerwerk qm Kcllersuhbodenherstellung „ Isolierung „ Eisenbetondecken Lahnsand In allen Körnungen ,2Mc Rheinsand u. Mainsand zu bill. Preis C. Rübsamen, Gießen, Fernsp. 1659. Laubach, 11. Januar 1927. _______Gräfliches Forstamt. von auswärtig... „ . . Von den Vertretern des größten, des mittleren und des kleinen Besitzes wurde je ein Deputierter gewählt. außerdem drei Ersatzdeputierte. Die Notwen- digkeit, die Or t s l a g e mit in die Zusammenlegung einzuschließen, wurde allgemein anerkannt. Keine Verlegung des Frankfurter Diehmarktes. 05601. Frankfurt a. OH., 11. Jan. Dor einiger Zeit wurde bekanntlich die Frage der Verlegung des Frankfurter Montagsviehmarktes aufs lebhafteste erörtert, und seitens der Viehhändler und Metzger dieses Projekt bekämpft. Äachdem sich nunmehr die Regierungsbehörde mit dem Thema befaßte und eine Anhörung der beteiligten Kreise stattfand, ist, wie wir erfahren, das Projekt fallen gelassen worden, zumal auch Schlachthofdireltor Dr. Kuppelmeier sich den gegen de Verlegung ins Feld geführten Gründen nicht verschließen konnte. Nutzhotzversteigelunq im Gemeindewald Waldgirmes, Distrikt Pfingstweide. Im Wege einer Submission kommen in 7 Losen, darunter 2 Lose Schnittstämme zum Verkauf: 343D 390 Stück Fichtcnstämme und Abschnitte mit 267,62 km von la bis 3b (Homo). Bekanntmachung. Die nachstehend aufgeführten Rohbauarbeiten für den Reubau eines Kulissenhauses für das Stadttheater sollen auf Grund der Reichsverdin- gungsordnung für Dauleistungen öffentlich vergeben werden: Losl. Erd- und Mauer-, sowie Eisenbetonarbeiten, darunter zirka 850 cbm Erdbewegung Maingau. MSR. Frankfurt a. M.. 11. Jan. In der heutigen ersten Sitzung des Stadtparlaments im neuen Jahre wurde zu Beginn das bisherige Präsidium mit allen Stimmen mit Ausnahme der Kommunisten wiedergewählt. Die wichtigsten Punkte der Tagesordnung, wie die Weitersührung und Ausgestaltung der nächstjährigen Frankfurter Messen, wozu der Magistrat die Summe von 400 000 Mk. beantragt hatte, die Llebernahme von Gesellschaftsanteilen der „Bauhütte für Hes sen und Hessen-Rassau. Soziale Baugesellschaft m.b. H." in Höhe von 16 000 Mk. und das R 0 tstands- programm II (Erstellung von 200 städtischen Typenhäusern nach dem System May) waren noch nicht spruchreif und mußten an die Ausschüsse zurückverwiesen werden. Schlletz- lich wurde noch nachträglich eine Weihnachts- b e i h i l f e an solche Erwerbslose bewilligt. welche im letzten Vierteljahr des abgelau- fenen Jahres Rotstands- oder Aushllfsarbeiten WSN. Griesheim a.M., 11.Ian. Das hiesige Elektrizitäts-, Gas- und Wasser- ry e r t hat einen Ueberschuß von über 100 000 Mark erreicht. Das Gaswerk brachte 34 000 Mark, das Elektrizitätswerk 25 000 Mark und das Wasserwerk 41 000 Mark. Die gute Rentabilität des Gaswerks ist um so beachtenswerter, als der G a s - preis nur 18 P f. pro Kubikmeter beträgt. ter: 800 Buche, 8 Eiche und Dirke, 4 Aspe und Fichte: Knüppel: 480 Buche darunter 144 Stammknüppel aus Hirschrot 1, 55 ®icH 5 Esche, 9 Birke, 10 Elsbeere, 7 Aspe und Erle, 4 Fichte, Kiefer, Lärche: Stöcke: 168 Buche, 4 Eiche: Stammreiser: 90 Buche (dürr) aus Hirschrot 1; Zvpfreiser: 1770 Buche. Auskunft erteilt Förster Becker zu Laubach. Käufer belieben das Holz vor den Versteigerungen einzusehen, spätere Reklamationen können nicht berücksichtigt werden. ---- JEpr Damen- Sp' Bedarfs-Artikel £7 Wochenbett-Auaafattungen s sowie alle \ hygienischen Artikel Cummi-Eetlslolle / Sämtliche Gummiwaren V Drogerie Winterhoff i gk Getrennter Verkaufsraum Ständige Damen- bedienung 224a LoS 2. Zimmerarbeiten. Lieferung von 40 cbm Tannenbauholz. Verzimmern und Aufschlagen von 1600 lfd. Meter Tannenbauholz LoS 3. Grobschlosserarbeiten. 1063 Cise e Ansn u. Berosteg. Lorgfal'. liebet rontl) b. § chut- arbeit. Glinstiae Gelegenheit perfett Englisch zu lernen, la Mieferenaen. “"U Har'.e Eleonoro Walc'row. Darnstedt Grüner weg 35 L Drei Kinder lebendig verbrannt. MSR. Frankfurt a. M., 11. Ian. Gestern nachmittag gegen i/25 Ähr spielte das acht- jährigeTöchterchen des Ehepaars Blaut mit seinem sechsjährigen Schwesterchen in der elterlichen Wohnung im Mittelweg bei Abwesenheit der Eltern mit einer brennenden Kerze. Dabei geriet eine Celluloidpuppe in Brand, wodurch die Kleider der beiden Kinder Feuer fingen, das erst von herbeigeeilten Rachbarsleuten erstickt werden konnte. Mit schweren Verletzungen wurden die Kinder ins Krankenhaus geschafft, wo sie inzwischen verstarben. — Im Hause Schäser- gasse 13 fiel das IV2jährige Töchterchen Emma des Hilfsarbeiters Perlt in eine mit heißem Was ch w affet gefüllte Wanne und erlitt so schwere Brandwunden, daß es ebenfalls bald darauf verstarb. Holz-Versteigerungen des gsräflichenForstamts zu Laubach 1. Montag, den 17. d. M., IO1/* älhr vorm., im Solmser Hof zu Laubach aus nachstehenden Distrikten des Förster- bezirkS Freienfeen: Kreuzseenerberg 1c - rm - Buche: 104 Scheiter, 57 Knüppel darunter 10 Eiche und Birke, 26 Stöcke darunter 2 Fichte, 24 Reiserknüppeü Altenhau la, Tränkbach 2, Ziegenberg lb: 620 Scheiter, 308 Knüppel darunter 2 Eiche, 167 Stöcke, 185 Aeiferknüppel. Wetterauerberg 2a, 3, 4: 76 Scheiter, 30 Knüppel, 14 Stöcke darunter 5 Fichte, 11 Reiferknüppel. Liesewäldchen 2 Reiser knüppel: 2 Buche, 22 Dirke und Aspe. Kohlretser und Lesholz flächenweife. Auskunft erteilt Forster Krautwurft zu Glashütte bei Freienfeen. 2. Dienstag, den 18. d. M, IO1/* Uhr vorm., im Solmser Hof zu Laubach aus den Distrikten Lenzesberg lb, 3a, 3b, Hirschrot 1, Hubberg 2b, 3b deS Försterbezirks Ruppertsburg — rm — Schei- V Grebenau, 11. Ian. Unsere Sch ul - säle wurden seither mit Buchenholz geheizt, das in früheren Zeiten der sauberste und billigste Brand war Da aber in den Kriegs- und Nachkriegsjahren die durch geringere Nachpflanzung ohnehin geringen Buchenbestände infolge erhöhten Abtriebs soweit verbraucht wurden, daß die Nachfrage längst nicht mehr befriedigt werden kann, ist die Beschaf- fung des gewohnten Brennmaterials für unsere Schule fast unmöglich und auf alle Falle wesentlich teuerer als Kohlenheizung. Aus diesen Erwägungen heraus beschlossen Schulvorstand "nh Gemeinderat, die notwendige Umstellung bewilligten die Mittel zur Anschaffung zweier derner Oefen für Kohlenfeuerung. Um 1.30 Uhr nachm. pünktlich am Straßcnkreuz Albach—Hattenrod, Waldstraße Meilbach—Burkhardsfelden beginnend findet eine Ruhholzoersleigccung von Buchenschnittholz, Eichen- und Bir- kenwagnerholz und schwachem langschaf- tigern Fichtenbauholz (Sparren u. Derbstangen) statt. Zum Ausgebot kommen 65 fm Buchen (30 bis 63 cm), 13 fm Eichen (13 bis 30 cm), 1 fm Birken, 0,5 fm Eschenstangen und eine Linde, ferner ca. 50 fm Fichtenstamm, und -stangenholz, 6,6 rm Buchennutzrollen, 1,50 lang. Das Holz liegt in guter Abfuhrlage, meist an uerfteinten Waldwegen. Weitere Holzversteigerungen sind vor- gesehen: Dienstag, den 25. 1.- SchwarzwaldHöler; Montag, den 31. 1.: Höler-Kellers- berß; Dienstag, den 1. 2.: Riedwald- Montag, den 7. 2.: Hard, Wehrholz, Erlesberg. Langeberg, Graudom usw. (zu- ’ n™mcn Lich), und Dienstag, den 8. 2.; Monchwald usw. Aenderungen Vorbehalten. aldgirmes. den 10.Januar 1927. öergU . Star TM bat, bl» m • '5u lammet li, emen bü£nl g ! Könnte mir bieten, S Ke Origen *50** bölletf mich, doch b',°'efer h SXU"8 «W ft ÄchZ Ä8 I ff Äff NLSÜu £,n und M«?™ ’ W**&5 Ä herzige fl^nfeihg ßine andere 2 ferbunb fernstehen. erbeitem aus unD wt 8.3.®W kwrifi M1 denz Freilich >st mener Zustand err hah die Jesurtoord hiindpolitil, vor all pochsam bleiben. 2L üben, ver selber mi trolle. Aus kulturellem Bem vviitiichen liege vativnaiismus mitet der nalicnülcn Kult versucht, in der int eine feindliche Maä und Diffenfchaft f natienalifiert - b feit dem 19. Ich Konkurrenzkampf z Herr Luchaire, der Hut in einem Io zum geistigen Fvr nes der Forschung des Auslandes r bauen tonne; an k treffen sich die 1 internationalen F Außerdem kor kulturen in gelois langen des 3nftih fammtung der 6t unterbreitet Vörden digm öffentlichen ( Staat ein Qluöfte' rrzruzniffe, Aüche dürde. ferner be eine Deltausstellu vor. Der tunlthiftt einer selchen Lchm tiven Vie der üvil Kontinente ist os Gründungen, völlig unabhängi künstlerifchem uni vursnis nach Zu wähne bloß die moderne Musik 1 «"vich. Ferner i £r.im betorfnger gerhn abgehalten Lheatergefellschus! tonen Vereinbare jnß deutschen Vr verdankt. Auch sie ®r»6crc 64u »«Mm tygen von verfch Er$TiN?^-H»y^PEKLAME ,ST STETS tUN INSr-.RAT IM GIESSENER ANZEIGER mann von ber Basler Mission wird sich demnächst wieder auf sein alteS Arbeitsfeld nach Kamerun begeben. Er soll dort in Ryasoso bte Leitung des Lehrer-Seminars übernehmen und dazu noch den Posten eine« Dezirks-Schul- inspektors versehen. Ittmann hat sich während feiner früheren Wirksamkeit in Kamerun auch als tid)tiger Sprachforscher betätigt, u. a. eine sehr sorgfältige Sammlung von Reger-Sprichwörtern veranstaltet. Kreis Alsfeld. Starkenburg. WSR. Darmstadt, 11. Ian. Der Provinz i a l a u s s ch u ß der Provinz Starkenburg hat als Berufungsinstanz den Beschluß der Gemeinde Zeilhard, das Gehalt des dortigen Bürgermeisters von 1375 Mark im Jahre auf 660 Mark herabzufetzen, für ungültig erflärt. Rheinhessen. WSR. Monsheim b. Worms, 11. Ian. Bei neuerlichen Bohrarbeiten nach Wasser, die die Brauerei Silbemagel zur Erweiterung ihrer Eiserzeugungsanlage rornahm, stieß man zunächst auf eine Quelle, die jedoch kein einwandfreies und nicht genügendes Wasser lieferte. Jetzt ist man auf eine Quelle gestoßen, die schwefelhaltiges Wasser liefert. Gegenwärtig ist man mit der Prüfung der Frage beschäftigt, ob die Quelle eine rentable Ausbeutung zuläßt. Heber die Aussichten läßt sich nichts Bestimmtes sagen. Vor einigen Jahren wurde bekanntlich hier eine heiße Quelle angebohrt. Preußen. Kreis Wetzlar. <> Niederkleen, 11. Jan. Die vor den Weihnachtsfeiertagen von der Butzbacher Autoz verkehrsgesellschaft versuchsweise eingelegten 2lutofal)rten nach hier, Ebersgöns, Oberkleen usw. erfreuten sich einer sehr guten Benutzung. Die Gesellschaft beabsichtiat daher, von jetzt ab auf der Strecke nach hier einen planmäßigen Tagesoerkehr aufzunehmen. L_ Dornholzhausen, 11. Jan. Die Bruderschaft Hüttenberg des „Jung deutschen Ordens" feierte am Sonntag in der hiesigen Turnhalle einen Familienabend, zu dem sich zahlreiche Ordensbrüder mit ihren Familienangehörigen von hier und aus Niederkleen eingefunden hatten. Der Mandolinenklub Niederkleen erfreute Rundfunk-Programm. Donnerstag, 13. 3anuar: 1.30 bis 2.30 Uhr: Uebcrtragung non Kassel: Mittagskonzert der Kasieler Hauskapelle. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Neue Tanzmusik. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: Vortrag von Direktor Herberg, Leiter der Henschel- schen Geflügelfarm, Heckershausen bei Kassel, über „Küken- und Junggeflügelzucht". 6.45 bis 7.15 Uhr: Funkhochschule. „Wintersport und Gesundheit", Vortrag von Medizinalrat Dr. Hagen. 7.15 bis 7.45 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 8.15 bis 9.15 Uyr: Uebcrtragung von Kassel: Moderner Liederabend. 9.15 bis 10.15 Uhr: Klassische Gitarrenmusik. Anschließend bis 12.30 Uhr. Tanzmusik. Hochwasserweve auf der unteren La^n. WSR. Bad Ems, 11. 3an. Durch die zahlreichen Diederschläge in den letzten Tagen und die ungewöhnlich milde Wrttcmng, sowie durch die Schneeschmekze auf den Höhen, welche die Lahn eng umschließen, fte ig t die Lahn seit zwei Tagen in rapidem Tempo. Von Bad Ems ab Ist die Strömung so gewaltig, daß der Rachenverkehr nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Die Ponte kurz vor der Lahnmündung in den Rhein kann man nur noch mit allergrößter Vorsicht übersetzen, so daß man schon vor der vorgesehenen Freigabe der neuen Lahnbrücke bei LaynstÄn den gesamten Verkehr über die neue Brücke bewerkstelligen muß. Die Bevölkerung hat bereits Vorkehrungen gegen eventuelle Heperschwemmungen getroffen. 3m Gießener Bereich hat die Lahn zwar auch mehr Wasser als gewöhnlich, von einet Hochwassergefahr kann aber erfreulicherweise zur Zeit noch nicht gesprochen werden, denn die CDaff er mengen halten sich bis zurStunde noch im Flußbett. D. Red. den in unmittelbarer Nähe der Kreis- straße Lich—Gießen gelegenen Distrikten (Breuerberg, Konzebühl, Brunnenwald, Mühlberg) versteigert: rm Scheith. Buche 168, Eiche (mit Gartenpfosten) 9, Hartholz 3, Weichl. 1, Fichte 3; Knüppelh. Buche 55, Elche 16, Stockh. Buche 53, Eiche 18; Wellen Hdt. Reish. Buche 42, Eiche 13, Hartholz 19, Weichl. 4, dabei 4 Tausend Forstwellen: Eichenschnitthol; bis 82 cm 6, Gartenpfostcn 1, Stammholz Feldahorn 1, Ahorn, Kirschbaum, Ulme, Esche (Wagnerholz) zus. 1 fm. Zusammenkunft 9.30 Uhr vorm. an der fürstlichen Feldscheune unweit der Stadt. Dienstag, den 18. Januar, werden aus Distr. Meilbach u. Mönchwald versteigert: rm Scheith. Buche ca. 200, Eiche (©arten» Pfosten) 3, Birke 5; Knüppelh. Buche ca. 100, Eiche 30, Birke 2, Weichl. 11, Fichte 1; Stockholz Buche ca. 100, Eiche 6, Fichte 1; Wellen Hdt. Neish. Buche ca. 50, Eiche 15, dabei 3 Tausend Forstwellen. Zusammenkunft 9.30 Uhr norm, auf der Krcisstraße Lich—Hattenrod, Stadtwald- Beachten Sie meinen Inventur-Ausverkauf Vermittle hWUlWM in jeder Höhe zu 8l/2 Prozent bei voller Auszahlung. Schriftliche Angebote unter 95D an den Gietzener Anzeiger erbeten. die Versammlung durch einige Musikvorträge. Im übrigen wurde die Feier von Gesang-, Gedicht- und zwei Heinen Theatervorträgen, sowie einer Verlosung kleinerer Gebrauchsgegenstände ausgefüllt. Ein Kaffeekränzchen bildete den Abschluß des sehr anregend verlaufenen Abends. ]:[ Atzbach, 11. Jan. Dieser Tage sand hier eine Versammlung wegen der geplanten Grund- ftücke.Zusammenlegung unter dem Vorsitz des Oberlandmesiers, Regierungsrat Dauben- Wetzlar statt, die recht zahlreich, auch •ffgen Grundstücksbesitzern besucht war. Ortenberg, 11. Jan. Zur weiteren Durchführung der Feldbereinigung wurde feie Bonitierung der Grundstücke in unserer Gemarkung vorgenommen und vor einigen Tagen beendet. Die Grundstücke wurden in etwa fünfzehn Klassen eingeteilt, die je nach ihrer Lage und Güte mit 60—1 Pfennig pro Quadratmeter bewertet wurden. Im Frühjahr soll mit der Anlage deS Wegenetzes begonnen werden. • Berstadt. 11. Jan. Am Samstagabend hatte die hiesige Gefolgschaft des Iungdeut- schen Ordens zu einer Reichsgründungsfeier eingeladen. In dem gut besetzten Saal der Gastwirtschaft „3um Löwen" sprach in Vertretung des Komturs Großmeister Gebhard-Gießen. In etwa einstündiger Rede ent- wickelte er feinen Zuhörern den Werdegang des deutschen Einheitsgedankens. 2m zweiten Teil feiner Ausführungen legte der Redner Wesen. Wirken und Wollen des Iungdeutschen Ordens dar und wies die gegen den Orden und seine Hochmeister gerichteten Angriffe zurück. Reicher Beifall dantte ihm für feine Darlegungen. — Der Gesangverein Berstadt trug noch durch den Vortrag verschiedener Lieder zur Verschönerung des Abends bei, der in jeder Beziehung als gelungen bezeichnet werden muß. Kreis Schotten. S Laubach, 11. Ian. Die Firma Do- e l - Mainz-Kastel läßt zur Zeit in den hiesigen gräflichen und städtischen Waldungen Eisenbahnschwellen anfertigen. Sie hat zu dem Zweck gegen 1000 Festnreter Holz auf dem Weg der Submission erworben. — Das Standesamtsregister verzeichnet für das lehtverflossene Jahr 8 Trauungen. 36 Geburten (davon 2 im Krankenhause), 37 Todesfälle (davon 21 Personen von auswärts im Krankenhause). 2m Jahr 1925 sind verzeichnet 14 Trauungen. 41 Geburten (davon 4 im Krankenhause). 35 Todesfälle (davon 9 Personen txm auswärts im Krankenhause). * Aus dem oberenRiddatal. 11. Ian. Seit der Wiederinbetriebnahme der Iunkermühle unterhalb Eichelsdorf hat ein reget Wettbewerb zwischen den Müllern des oberen Riddatales eingesetzt. Da der neue Iunkermüller versucht, den ehemaligen Kundenkreis seiner Mühle, der entsprechend ihrer geschichtlichen Vergangenheit sehr groß war. wieder xu erobern, sind die Mahllöhne von 1,50 Mark auf 1,20 Mark und 1 Mark für den Zentner gesunken. * Raintod, 11. 3an. Unsere elektrische Kirchenheizung, die nun schon feit einigen Wochen benutzt wird, hat sich bis jetzt sehr gut bewährt. Die Anlagekosten belaufen sich auf etwa 3500 Mark: die Kosten der Heizung betragen für die Stunde ungefähr 2 Mk. Die Kirche Rudingshain soll auch mit einer solchen Heizanlage versehen werden. ld. Eschenrod. 11. Jan. Am Sonntag feierten die Eheleute Wilhelm Ries in voller geistiger und körperlicher Frische das Fest der goldenen Hochzeit. Am gleichen Tage trat ein Enkel des Paares an den Traualtar. wg. M i t te 1 -S e c m e n, 11. Jan. Der in der Zelt von Ende 1918 bis Mitte 1925 hier als Pfarrverwalter tätig gewesene und noch in gutem Andenken stehende Missionar Johannes 211- M Juristen Einige Herren können sich noch an einem Kursus zur Borberdiung f. bafl Reserendareramen beteiligen. Sehr.Anfragen unter 0218 an den Gieß. Anz. Frische kWA Tonnervian frtiU billig eimreffend. Heinrich Kalbfleisch. 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Zamnu: Uebertragung non AM :lcr ^ausfapeUe. 330 bii lugend. 430 bis 5.45 Ubt rs:JHeue Tanzmusik. 5.4: unde. 6.15 bis 6.45 Uhr fbcrg, ßeiter her henfch^ lrhaiifen bei Kassel, ubt: hucht". 6.45 bis 7.15 Uhi ort und Gesundheit', Jo: Dr- hoben. 7.15 bis 7.4? huntcrricht. 8.15 bis 9.15 Kassel: Moderner Liedtr Uhr: Klassische (Bltarrer- 230 Uhr: Tanzmusik. iW sammehceidien T»nl wirkt sofort Wn»20,30,M J20Pfj «WR --i- mit *” gelegen. mbliot.!j! -d» fpäter M=« ”* ;mi,te 3u ttermW. „ebote unter 341D « »" et an**“:--- SÄ**" seinem iden 'SS'2?k 55eFWr ,ieU iich | Pi. I ■*. Wf 1 o. S' zA SlfHg cht Us» WWeil lM: n-n ,lcLr(Ui zlN einer" s jal 7,Dt.beInÄan,efl beteilig^ 021? hrlinS „ n.E in ij{. ^einon- bei lef Torin-' fr-ti ;A" j35L biutoel. -ifh Ä Ac^®w' «<«""$ ä tu«,&£ Z-Sc« Ur. 9 Drittes Blatt Gießener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Oberhesien) Mittwoch, <2, Januar |92Z Jugend und Hochschule. JnternationaksKuIturkbcn und das Znst.tutfür geistigeSusammenarbeit Don H R. von ©alte. lieber die heutige Lag« der Kultur ist schon diel und in verschiedenstem Sinne geschrieben Vörden. Die einen sehen Diedergang, die andern Uebcrgang, die Dritten Wiedergeburt. GS liegt nicht in der Absicht dieser Zellen, diesen Betrachtungen allgemeiner Ratur eine neue hinzuzu- fügen. Sie sollen bloß über einige konkrete Erscheinungen deS internationalen Kulturlebens berichten, und zwar unter dem Gesichtspunkt der geistigen Zusammenarbeit. Wesentlich dabei ist die Tatsache,_ bah die Bestrebungen deS Dölkcrbundinstitutes für geistige Zusammenarbeit in Paris einer allgemeinen gei- fügen und organisatorischen Bewegung entgegen- loiinnen, die immer weitere Kreise zieht. Ihr ideales Ziel muh es sein, zwischen den zersplit- lerten und isolierten Geistesarbeiten nicht nur «ine Interessengemeinschaft. sondern auch ein Gerneinschaftsgefühl zu schaffen. Voraussetzung dafür ist die völlige Gleichberechtigung und eine weitherzige gegenseitige Duldsamkeit. Eine andere Voraussetzung '>• die Universalität. Schon in ihrer ersten Sitzung im Jahre 1922 faßte die Kommission f. g Z. den Beschluß, daß ihre Arbeiten universell sein, das heißt auch diejenigen Dölker umfassen sollen, die dem Völ- kerbund fernstehen. DaS Heröciziehen von Mitarbeitern aus und die Gründung von Kommissionen s. g. Z. in solchen .außenstehenden" Aationen beweist die Aufrichtigkeit der universellen Tendenz. Freilich ist auch hier noch fein vollkommener Zustand erreicht. Deshalb ist es wichtig, daß die Befürworter einer ungefälschten Völker- bundpolitik, vor allem die Intellektuellen selber, wachsam bleiben. Wertvolle Kritik kann aber nur Üben, wer selber mitarbeitet. Mitarbeit ist Kontrolle. Auf kulturellem Gebiet nicht weniger als auf dem politischen liegen Rationalismus und Internationalismus miteinander im Kamps. Die Hüter der naticnalen Kulturgüter in allen Ländern sind versucht, in der internationalen Zusammenarbeit eine feindliche Macht zu erblicken. BildungSwesen und Wissenschaft sind allerdings fast durchweg nationalisiert — besser verstaatlicht, und es hat feit dem 19. Jahrhundert eine Art kultureller Konkurrenzkampf zwischen den Völkern eingesetzt. Herr Luchaire. der Direktor des Instituts f. g. Z hat in einem Dortrag darauf hingewiesen, wie zum geistigen Fortschritt eines Volkes die Kennt- nes der Forschungen, Publikationen, Entdeckungen deS Auslandes notig sei, auf der man toeiter- baucn könne, an diesem Punkte, sagte der Redner, treffen sich die nationalen Interessen mit den internationalen Forderungen. Außerdem kommt die (Bigenart der Rationalkulturen in gewissen repräsentativen Veranstaltungen des Institutes zum Ausdruck. Der Versammlung der Staatsvertreter ist ein Projekt unterbreitet worden, daß die Schaffung einer ständigen öffentlichen Galerie vorsieht, in der jedem Staat ein Ausstellungsraum für feine Kunsterzeugnisse, Bücher und dergleichen reserviert würde. Ferner bereitet die Sektion der Künste eine Weltausstellung für Volks- und Heimatkunst t'or. Der kunsthistorische und volkskundliche Wert einer solchen Schau von Kunst Produkten der primitiven wie der zivilisierten Völker der verschiedenen Kontinente ist ofsensichtlich. Gründungen, die von der Kommission f. g. Z. völlig unabhängig sind, zeigen, daß gerade auf tünstlerifchem und literarischem Gebiet das Bc- Lürsnis nach Zusammenarbeit besteht. Ich erwähne bloß die Internationale Gesellschaft für moderne Musik und die jährlichen Festspiele in Zürich. Ferner der Verband der Pen-Clubs. Ger im vergangenen Sommer einen Kongreß in Berlin abgehalten hat. Endlich die Internationale Theatergescllschaft. die ihren Ursprung einer spontanen Vereinbarung zwischen den französischen vnd deutschen Bühnenleitern und Schriftstellern verdankt. Auch sie plant internationale Festspiele und Ausstellungen. . Größere Schwierigkeiten bietet öte Zusammenarbeit zwischen den Universitäten. An Anregungen von verschiedenen Seiten fehlt es nicht, Das Bergwerk der Erkenntnis. Don Franz Karl Ginzkey. Den stärksten Einfluß auf die innere Entwicklung meiner Knabenjahve hat zweifellos eine große, eisenbeschlagene Kiste gehabt, die bis zum Rande mit den Büchern meines Vaters gefüllt war. die er in seiner Bibliothek nicht hatte interbringen können. Sie stand in einer Rumpel- Sammer unserer Wohnung, di« das völlig unzu- aeichende Licht ans einem hoch angesehten, in «inen düsteren Schlachthvs mündenden Fenster- chen empfing. Mein Vater hatte die Kiste untersperrt gelassen; ob mit Absicht ober aus Versehen, darüber wurde ich mit niemals klar, tenn als ich ihn in unversänglicher Weise hätte befragen können, war er nicht mehr am Leben. Es beschäftigt mich heute noch, daß ich es damals ängstlich vermied, dem Vater von der Entdeckung jener geheimnisvollen Kiste mit ihrem 5ür mich ganz unschätzbaren Inhalt zu sprechen. Es geschah wohl aus her Angst heraus, er lönnlx mir die Kenntnisnahme der Bücher ver- bieten von denen die meisten für mich zwölfjährigen Jungen begreiflicherweise gar nicht geeignet waren. Ich hätte mich, wenn wir es genau nehmen bollen, dieser Unehrlichkeit meiner Knabenjahre Loch heute zu schämen, und ich tat es wohl damals auch; aber andererseits erfüllt mich gelobe heute noch — ich bekenne offen — eine Keife Genugtuung herüber, daß ich im unbezähmbaren Durste nach geistiger Rahrung sogar befl Einsatz meines guten Gewissens wagte. Da es also verschwiegen bleiben muhte, datz ich in jenen Büchern las, durste ich auch nie- mals bei ihnen entdeckt werden. D^ nötigte mir auch im Aeußerlichen eine Art Komodien- jpiel ab, das zu meiner sonstigen Ehrlichkeit meinem guten Vater gegenüber in einem argen Mißverhältnis stand. Die Freude, die ich nur im Geiste schm, dar also derart von einer leisen Wehmut des die einen internationalen Hochschulverband wünschen. um einige engere Fühlung zwischen den Prosessoren. die in demselben Fach unterrichten, herbeiführen möchten, oder fopar eine (von einem ungarischen Gelehrten neuerdings vorgeschlagene) internationale Universität gründen wollen. Die Kommission f. g. Z. übt gerade aus diesem Gebiet eine weise Zurückhaltung, indem sie zuerst speziellere und dringlichere Fragen behandelt. So ist sie mit der internationalen Studentenbewegung in Fühlung getreten und hat eine Derlreterkonsc- renz der verschiedenen Studentenverbände ein- berufen zur Regelung einiger praktischer Kovpe- rationssragcn. Für die akademische Jugend sind manche dieser Probleme wichtig genug. Auslandreisen. Studentenaustausche. Hilfeleistungen haben die internationalen Studcntenverbände schon von sich aus organisiert. Aber die Regelung und wenn möglich Vereinheitlichung der Jmmatrikulations- bebingungen für Ausländer, der Anerkennung von Studiensemestem im Ausland, der Aequivalenz der Examina und dergleichen gehören zur Kompetenz der Universitäten und der ihnen übergeordneten Regierungen, und es wäre zu wünschen. daß sie sich ihrerseits intensiver mit diesen Fragen befassen und untereinander verständigen wurden. Eine Sellien des Instituts f. g. 3 . bearbeitet die Universitätssragen. indem sie in erster Linie einen weitverzweigten Informationsdienst geschaffen hat. Sie gibt darüber Berichte (Bulletins) heraus, die über das internationale Universitätswesen ein reiches Material enthalten. Ebenso hat die Sektion für wissenschaftliche Beziehungen vor einiger Zeit ihr erstes Bulletin herausgegeben, das Informationen über Biblio- graphie. Bibliothekswesen, wissenschaftliche Der- anöe und Kongresse, neue Zeitschriften und über Methodensragen IVereinheitlichung der Romen- Hatur und der Masse) enthält. Gerade auf dem Gebiet der wissenschaftlichen Zusammenarbeit erweist sich das System der Arbeitsteilung als rationell. Alte Institutionen, wie die Union der Akademien und der Conseil des Recherches widmen sich den internationalen Aufgaben, die eine auf dem Gebiet der historisch-philologischen, der andere auf dem Gebiet der exakten Wissenschaften. Ebenso ist das neugegründete Internationale Historikerkomitee ganz unabhängig vom Institut s. g. Z., aber seine Arbeiten berühren sich mit denjenigen des Institutes; es wird eine Bibliographie der historischen Wissenschaften Herausgebern — Das Internationale meteorologische Bureau hat seinen Sih im Institut in Paris. Eine Dezentralisation der geistigen Zusammenarbeit ist durchaus niöglich und von der Kommission f. g. Z. vorgesehen. So hat das Internationale Institut für Bibliographie seinen Sitz in CB rüffel. Das internationale Recht hat verschiedene Heimstätten: in der Akademie für Völkerrecht im Haag, in dem von der italienischen Regierung projektierten Völkerbundinstitut für internationales Privatrecht in Rom. in dem Amt für geistiges Eigentum in Bern, usw. Wenn die geistige Zusammenarbeit einer gesunden Entwicklung entgegengeht werden hoffentlich in anderen Hauptstädten ähnliche Gründungen entstehen; um die Gefahr einer einseitigen Orientierung endgültig zu beschwören, sollle das von der französischen Regierung gestiftete Institut bloß das erste von ähnlichen Institutionen fein, die sich unter der Aegide der Völkerbundkommission zu gemeinsamem Wirken zusammenschliehen. Zur vollen Entfaltung bet geistigen Zusammenarbeit gehören zwei Dinge: Vertrauen und Geldmittel. Man darf sagen, daß das Vertrauen zu diesem Zweige des Völkerbundes im Wachsen begriffen ist. Schwieriger ist die finanzielle Frage zu lösen. In erster Linie ist zu wünschen, daß aus dem ordentlichen Budget des Völkerbundes dem Institut f. g. Z. ein Zuschuß gewährt wirb, was bisher nicht der Fall war. Es wäre auch eine Ausgabe für die Völkerbundvereinigungen, in diesem Sinne auf die Völkerbundverfammlung einzuwirken, oder gar einen besonderen Fonds für geistige Zusammenarbeit zu stiften; über feine Verwaltung und Verwendung könnte mit der Kommission f. g. Z. eine Vereinbarung getroffen werden. DaS Zusammenwirken zwischen Rockeseller- ftiftung und Hygienekommission kann hier zum Vorbild dienen. Ein Vorbild vortrefflicher Otga» Unerlaubten überschattet, ein Eindruck, den ich auch später merkwürdigerweise noch oft empfand. Erholung im Geiste, im Becher einer Rot- lüge gereicht, welch bezeichnendes Symbol für die Unvermeidlichkeiten und Zwiespalte des Lebens! Anderseits mag gerade der Reiz des Verbotenen meine Phantasie für die unerhörten Eindrücke neuer Erden- und Hirnmelsbotschaft ungleich empfindlicher gestaltet haben als bei anberen Knaoen. die in Klarheit mit sich selbst ihren Bedarf an Bildung und Belehrung so unverhohlen zu fick nahmen, wie ihre sonstige Rahrung auch. . Doch nun. was war es mit der geheimins- vollen Kiste? Als ich sie in der Ecke der dunklen Kammer entdeckte und den Deckel zum erstenmal aufschlug, drang mir jener leichte, seltsame Moderduft entgegen, den man merkwürdigerweise und fast allein an Büchern ohne Verstimmung hinnimmt. Er erfüllte mich mit einem halb scheuen, halb neugierigen Glücksgefühl; es lauerte da etwas Fremdes, aber doch aus Ahnungstiesen mir bereits Vertrautes auf mich Botschaft vergangenen und doch noch sehr lebendigen Geistes, der bezwungen sein wollte und mich selbst zugleich bezwang. Das Dämmerlicht in bet Kammer reichte kaum hin, die Titel der obersten Bücher zu lesen: ich eilte, eine Kerze zu holen und schloß die Tur nnt Dorsicht hinter mir Als ich derart mit den Büchern allein war. legte ich mir einen Plan zurecht, wie ich mir ihren Inhalt zu eigen machen könnte, ohne dabei entdeckt zu werden. Sie aus der Kiste fort» zutragen, um sie andernorts zu lesen, das getraute ich mir nicht; daS hätte mir als eine Art Diebstahl geschienen an Dingen, die nicht mir gehörten. Sie mußten also an Ort und Stelle gelesen werden, und immer so, daß ich bei nahender Gefahr den Deckel ohne Versäumnis schließen konnte. Das erforderte aber immer, daß sie in Ordnung und ohne Häufung lagen, und so konnte mir, ich erfaßte das sofort, nichts anderes übrigbleiben, als ein sorgfältiges. un° nifation der Hilfeleistung ist die — von der Kommission f. g. Z. voll gewürdigte — Rotge- meinschast der deutschen Wissenschaft. Wenn wir die Grundsätze und die Organisation der geistigen Zusammenarbeit beim Völkerbund mit Sympathie begrüßen, so müssen wir doch hoffen, daß sie sich einst als eine Rot- und Jdealgemeinschaft der internationalen Geisteswelt auSwirken wird. Studentenaustausch mitAmerika. Von Dr. Siegfried Scharfe. Don den zahlreichen (Bemühungen, tm Rahmen der Hochschule wieder üo er nationale Beziehungen anzuknüpfen, die naturgemäß durch den Weltkrieg zu einem großen Teil abgebrochen waren, verdient der deutsch-amerikanische Stu- dentmuiustaufch besonders Beachtung. Schon vor mehreren Jahren ergriffen private Kreise in Amerika, denen an einer engen Verbindung und fruchtbaren Wechselwirlung zwischen amerikanischer und deutscher Wissenschaft gelegen war. die Initiative. Der „American German Student Exchange“ mit der Zentrale in Reuyork trat ins Leben und ebenso in Derckschland der „Akademische 2lustauschdienst". der zunäck)st in Heidelberg dem dortigen Institut für Sozialwissen- schäften ungegliedert war und später nach Berlin übersiedelte. Schon 1924 konnten die ersten zwölf deutschen Studenten nach Amerika geschickt werden. denen ein Jahr später eine zweite Gruppe folgte, während es sich in diesem Studienjahr um etwa 25 deutsche Studenten handelt; sie gehen meist an die Hochschulen des amerikanischen Ostens, an die in Amerika berühmten Universitäten Harvard und Vale, nach Columbia. Princeton und John Hopkins. Qlbcr auch die Hochschulen des „Mittelwestens" und selbst der weite Westen, sind beteiligt. Aus der anderen Seite werden von den amerikanischen Studenten in erster Linie die modernen deutschen Hochschulen bevorzugt, so Frankfurt und Köln, daneben Berlin, Breslau, München. Marburg und Tübingen. Welches ist der Sinn eines Studentenaustausches? Zunächst einmal dürfte er ganz allgemein als esire politische Bildungsmöglichkeit zu werten sein. Man bemüht sich heute in Deutschland darum, politische Bildung an die Studentenschaft hcranzubringen. Die Hochschulen selbst, die örtlichen Studentenschaften und eine ganze Reihe studentischer Korperations- verbände haben dieselbe Parole auf ihre Fahne gefd)rieben. Durch Vorlesungen und Hebungen, Besichtigungen und Ausspracheabende soll erreicht werden, daß Deutschlands Studenten Verständnis für politische Fragen bekommen. In diesem Zusammenhang gehört auch der Studentenaustausch als politische Bildungsmöglichkeit. Die Austauschstudenten werden es als ihre Aufgabe anzusehen haben, daS Land, in das sie kommen, kennen zu lernen und sich über f.iiiC historischen, wirtschaftlichen und kulturellen Voraussetzungen und Entwicklungsmöglichkeiten zu orientieren. Sie sollen später nach ihrer Rückkehr einmal diejenigen sein, an die man sich wenden kann, wenn dtefe oder jene Spezialfrage Antwort erheischi. Es besteht die Hoffnung, daß aus den Reihm der jetzigen Austauschstudenten einmal ein Kreis von politischen Sachverständigen hervorgehen wird. Darüber hinaus wird selbstverständlich jeder Austauschstudcnr in erster Linie die Dinge im Ausland sehen, die ihm in seinem Spezialstudium am nächsten liegen. Ein Auslauschtyeologe wird sich um eine genauere Kenntnis des kirchlichen Lebens bemühen, ein Rationalökonom — wie sie übrigens unter den Austauschstudenten besonders zahlreich vertreten sind — wird nach. der wirtschaftlichen Struktur des Landes fragen, in das er gerade kommt. Zu wünschen ist, daß durch die persönliche Wechselwirkung über nationale Grenzen hinaus Verbindungen geschaffen werden, die sich als dauerhaft und fruchtbar erweisen. Was hat es im besonderen mit dem deutsch- amerikanischen Studentenaustausch für eine Bewandtnis? Er hat schon deshalb eine erhöhte Bedeutung, well die an ihm beteiligten Länder nod) vor wenigen Jahren im Krieg gegeneinander standen. Infolgedessen hat eS auch sicherlich nicht an Widerständen gefehlt, die sich ton Zustandekommen eines deutsch-amerikanischen Stu- aufhörliches Umschürfen. Umbauen und Um- schichteir der vielen Bücher, und zwar immer nur in dec Kiste selbst, em Problem, das meiner zwölfjährigen Unternehmungslust durchaus willkommen war. Vorerst gelüstete e£ mich nun, meines Reichtums ganzen Umfang lenneiizulernen. Ich begann zuerst, um mich fachmännisch auszudrücken, mit einer Art Tagbau. und begab mich dann erst in die Tiefe, trieb Stollen ins Dunkle und teufte Schächte und Querschläge ab. wobei mein Kerz- kin. als eine rechte Fackel der Reugier, phantastische Lichter ins Ungewisse warf und mir zu jeder neuen Entdeckung brüderlich leuchtete. Ich wüßte nichts der Wollust voll geheimer Spannung zu vergleichen, mit der ich da in der alten Rumpelkammer geistigen Bergbau zu treiben begann. Unterstes zu oberft kehrte und immer wieder neue Erkenntnisse und Hoffnungen auf innerliche Abenteuer aus der unbekannten Tiefe holte. Schätze, die feit vielen Jahren hier unbenutzt schliefen. Kunde, die auf den Befreier gewartet hatte, um ihren Zweck zu erfüllen, aufbrausende, kochende Welt, and totem Behälter drängend, dessen Deckel meine Hand ganz unbewußt geöffnet hatte. An diesem erkenntnisreichen Tage war es zum ersten Wale, daß ich mir der hohen Zweigestalt deS Lebens inne wurde: daß sich der Unmittelbarkeit des äußeren Daseins auch das Abenteuer im Geiste gesellte. Und um Abenteuer ging es hier fürwahr, denn mein JBater hatte die Bücher seinerzeit ganz ohne Rücksicht auf ihre Zusammengehörigkett in die Kiste gepackt. Es lag der Klassiker Brust an Brust mit dem jungen Tagesroman, dem sich wieder eine umfangreiche Chemie der Farbstoffe oder ein astronomisches Fachwerk gesellte. Es gab kaum einen Wissenszweig und kaum auch ein Gebiet der Dichtung und der Kunst, aus denen nicht eine mehr oder minder gewich- tige Botschaft ans Licht meiner Kerze gelangte. Was meines Vaters glühende Teilnahme an allem, was im Himmel und auf Erden feit An- denkenausschufleS kn den Weg stellten. Man braucht sich nur einmal klar zu machen, mit welcher Scharse und (Sinbeutiglcit sich beispielsweise andere ehemalige Feindbundmächte zu der Frage internationaler Beziehungen zu Deutschland gestellt haben, um das, was in Amerika erreicht werden konnte, doppelt hoch einzu- schäyem Es wäre voreilig, wollte man schon jetzt, wo der Aufenthalt der diesjährigen Austauschstudenten in Amerika erst beginnt, ein Urteil über amerikanische Dinge insbesondere natürlich über Amerikas Verhältnis zu Deutschland fällen Das wird erst am Ende des Studienjahres im einzelnen möglich sein. Man wird erst dann entscheiden können, ob es wünschenswert ist, den Studentenaustausch sortzuführen ober nicht. Soviel scheint freilich feit dein ersten Tage, an dem wir amerikanischen Boden betraten, festzustehen Deutschland hat in den Vereinigten Staaten eine Reihe ehrlicher Freunde, denen es am Herzen liegt, die Zeit des Krieges und seiner Rachwehen endgültig zu überwinden. Sie erhoffen von der Durchführung des deutsch-amerikanifchen Studentenaustausches eine Entwicklung, die dem Verhältnis zwischen Amerika und Deutschland günstig ist. Gewiß gibt es auch viele Olmerilaner, die man nicht als Deutschfreunde wird bezeichnen können. Die Kriegszeit liegt eben doch vielleicht noch nicht lange genug zurück. Immerhin habe ich in den ersten beiden Wochen meines Ausent- Halles in U S. A. nichts von Zurückhaltung ober gar Mißtrauen gegenüber unß Austauschstudenten finden können. Man bahnt unS vielmehr überall die Wege und sucht uns Gelegenheit zu geben, die Zeit unseres Studienaufenthaltes soweit als irgend mögllch auszunuhen. Das ist gewiß ein erfreuliches Faktum, von dem man in Deutschland mit Genugtuung Kenntnis nehmen wird. Wie hinter Eiiöer betrachten. Von Otto Sommert Die Art und Weise, wie Kinder Dllder betrachten, läßt beachtenswerte Schlüsie zu auf ihre Begabung. W e die gesamte geistige Entwicklung des jungen Menschen, so folgt auch die Entwicklung der Fahiyleit. Bilder zu erkennen, zu deuten, sich dazu zu äußern, einem ganz bestimmten Stusengang. Schon in seinem zweiten Lebens' jähre erkennt das Stinb auf Bildern einfache Gegenstände, bezeichnet etwa vierfüßige Tiere mit „wau-wau", den Mond mit „balla , Bäume Sträucher, Blumen und überhaupt Pflanzen mit .hatzi" (Blume). Das 2'/silbrige Kind erkennt in einfachsten Strichen Dinge seiner Umgebung erkennt in drei Linien entsprechender Richtung einen Stuhl, in vier Linien einen Tisch, weiter ein Haus usw. Welche geistige Leistung das Kind damit vollbringt, erhellt ohne weiteres aus der Tatsache, daß das Sier nie in bet Lage ist, in ähnlicher Weise Dinge der Außenwelt auch auf den vollkommensten Bildern zu erkennen. Mit drei Jahren muß das normale Kind in der Lage sein, die Dinge feiner Umgebung auch auf Bildern wiederzuerkennen. Es ist in seinem „6ub- stanzstadium", wie die Psychologie sagt, d. h. es benennt einfach die Dinge ohne nähere Erklärung. Jo nach der Umgebung, in der es auf- wachs; nach den Personen, die sich mit ihm be- schästigen, den Bildern, die zu sehen es Gelegen- hoii hat, wächst es bann mehr ober weniger schnell in bas sogenannte Aktionsstadium hinein, das heißt, es benennt nicht nur die gesehenen Gegenstände mit Rainen, sondern spricht in Sähen, es beschreibt also die Bilder und erkennt dar- gestellte Tätigkeiten. Während das normale dreijährige Kind etwa sagt: „Sa Mann, da Peitsche", würde bas fünf- bis sechsjährige Kind den Zusammenhang beider Dinge ohne weiteres ausdrücken und sagen „Oer Mann haut mit bet Peitsche". Das kleine Kinb sagt „Maus", „Wauwau". „Kind" usw., das ältere „Die- Maus, die läuft“.. „bet Hund, der bellt", „das Kind, das weint" usw. Diesem Aktionsstadium folgt dann allmählich das Relationsstadium, d. h. das Kind lernt den Zusammenhang der Dinge und Vorgänge erkennen, es lernt die Bilder deuten. Zunächst wird es nur auf Fragen diesen Zusammenhang angeben können (das soll mindestens mit beginn den Geist bewegte, im Laufe eines reichen Wanderlebens hier abgelagert hatte, das überfiel mich Bürschchen nun mit sieghafter Dämonie. aus der mich eigentlich nur meine Unzulänglichkeit rettete. Denn ich schüttete nun im Lause von kaum zwei Jahren — so lange verblieb ich noch im Vaterhause — diese Hunderte von Bänden in Hunderten verschwiegenen Rumpelkammersihun- gen ganz ohne Wahl in mich hinein; ich las bis ans Ende, was ich nur immer verstehen konnte, ober ich blätterte zum mindesten eifrig durch, was sich meiner Auffassung entzog. Wollte man mich heute tragen, ob dies tolle Treiben meine Entwicklung nicht geschädigt habe, fo wüßte ich kaum eine Antwort darauf. Mir ist Freude geworden Zeit meines Lebens an allem, was sich geistig tummelt, und meine Einfalt spiegelte sich unablässig in der Dielfall der Welt. Das Glück des Schauenden und Aufhorchenden ist wohl das Beste und vielleicht einzig Unverlierbare im Leben; es wurde mir möglicherweise aus jener alten Kiste geooren, die das große Ereignis meiner Jugend war. Hch wollte, ich könnte noch heute bei ihr sein und mein Bergwerk betreiben wie einst, Lrcht auf Licht aufleuchten lassen, aus den Stollen und Schächten unaufhörlicher Vielfalt, die doch auch wieder zur großen Einheit sich sammelt, dort, wo es nm die letzten Dinge geht. Jedoch, ich werde die alte Kiste niemals Wiedersehen. Zuletzt erhielt ich Kunde von ihr aus dem zerschossenen Görz, wo mein Vater, der vor vielen Jahren dort verstarb, in der von Granaten durchpflügten Erde des Campo Santo die langersehnte Ruhe nicht zu sinden vermochte. Vielleicht, daß auch sie, die tm Keller eines geopferten Hauses stand, von einer im doppelten Sinne feindlichen Granate getroffen und durchschürft wurde, ungleich gewaltiger und unbekümmerter als einst von meiner neugierig verschüchterten Knabenhand. l Börsen korle. Darum: von Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Lelegrovb'Iche 21 u e a g b I u n p. 12 Ian. Banknoten. nun der un- Erneucrung der Schmiede- und Prehanlogen in den nächsten Monaten beendet werden. Hebet die Verwaltung der stillgelegten Betriebe und Terrains schwebten nach verschiedenen Seiten Der- Handlungen, über deren Ausgang zur Zeit aber noch nichts Bestimmtes gesagt werden kann. ' Süddeutsche Zucker-AG. Sn bet Aufsichtsratssihung wurden Bilanz und Abschluß für das Geschäftsjahr 1925/26 genehmigt. Der Aufsichtsrat beschlos;, der G.-B. 6 Prozent Dividende auf die Stammaktien und 7 Prozent auf die Vorzugsaktien vorzuschlagen. Die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr werden als nicht ungünstig bezeichnet. ♦ Klöcknerwerke A.- G., Berlin. In einem Prospekt über die Zulassung von 40 Millionen Reichsmark »proz. hypochekorisch eingetragene Teilschilldoerschreibungcn zum Handel und zur Notiz an der Berliner Börse teilt die Gesellschaft mit, daß der gegenwärtige Geschäftsgang zufrieden- stellend ist. Die gestelgerie Kohlenförderung findet guten Absatz, der Eisenmarkt hat eine wesentliche Belebung erfahren; die Erlöse im Auslandgeschäft sind gestiegen. Die stärkere Produktion beeinflußt die Ergebnisse günstig, so daß für das laufende Geschäftsjahr, soweit dies heute übersehbar ist, mit einem befriedigenden Ergebnis gerechnet werden kann. Wirtschaft. .Herabsetzung des Neichsbankdiskontsatzes. Wie wir in einem Teile unserer gestrigen Ausgabe bereits berichteten, hat der Zentral» ausschuß der Deutschen Reichsbant in seiner Sitzung die Herabsetzung des Wechsel- Dislontsahes von 6 auf 5 Prozent beschlossen. Der L o m b a r d z i n s s u ß bleibt zunächst mit 7 Prozent unverändert. Zur Begründung dieser Maßnahme führte der Reichsbarupräßdent aus: 3n der ersten Januarwoche sind die Rückflüsse an die Reichsbank sehr erheblich gewesen, obgleich die Beanspruchung der Reichsbanl am Iahresultimo bei weitem nicht so lehr wie im Rovember durch kurzfristige Lombards, sondern durch Diskon- tiemngen von Wechseln erfolgte, deren Verfall- -eit zum weitaus größten Teil über den 7. Ja» nuar hinauslief. Gleichzeitig haben sich die Zinssätze am offenen Geldmarkt, die während eines großen Teils des Dezembers eine gewisse Versteifung aufwiesen, in verhältnismäßig raschem Tempo gesenkt. Das Reichsbankdirektorium glaubt deshalb die seit längerer Zeit erörterte und im Rahmen der ganzen Zinssenkungspolitik der Reichsbank liegende Diskontherabsetzung nunmehr vornehmen zu können. Mit dem Satz von 5 Prozent wird ein Riveau erreicht, das, auch vom Standpunkt der Friedenszeit gesehen, als ein verhältnismäßig normales angesehen werden muß. Die weitere Entwicklung innerhalb der deutschen Wirtschaft wird lehren, ob wir dieses Riveau bereits jetzt als ein für längere Zeit gesichertes ar. f eß en können, ober ob die Verhältnisse schon früher wieder zu einer Wieder- Heraufsetzung zwingen werden. Die Herabsetzung des Diskonts auf 5 Prozent wird, wie wir annehmen, die Anziehungskraft des deutschen Marktes für ausländische Gelder kurzfristigen Eha- rakters herabmindern. Wir werden damit noch mehr als bisher auf die Rotwendigkeit heimischer Kapitalbildung und zweck- m ästiger heimischer Kapitalnuhung verwiesen. Wir erwarten, daß die private Kreditgewährung der von uns vorgenommenen Zinsherabsehung in vollem Umfange folgen wird. Eine Herabsetzung des Lombardzinssußes haben wir nicht vorgenommen. Maßgebend für diese Entscheidung war insbesondere der Ilmfl and, daß die erhebliche und dazu noch sehr stoßweise cintretende Inanspruchnahme der Reichsbanl in Lombards an den Stichtagen des Zahlungsverkehrs, wie sie in öen letzten Monaten zu beobachten war, weder im Sinne der Rotendeckungsvorschriften des Bank- geketzes, noch im Sinne der Privatbanken liegt. Herabsetzung des Privatdiskonts. Berlin, 11. San. (Wolff.) Der Privat- diskont v.urde für beide Sichten um je 0,25 Prozent auf 4,25 Prozent herabgesetzt, wobei das angebo:crc verhältnismäßig knappe Material repartiert werden mußte. der Seite gesehen, malt. Ganz außerordentlich wichtig erscheint die Frage nach der pädagogischen Seite Bildbetrachtung. Welchen Gewimr haben fere Kinder vom Bilderbesehen, von Bilderbüchern aller Art? ilnfere gesamte Pädagogik hat auf diesem Gebiete bisher einen ungeheuren Feßler gemacht, indem sie einem Trugschluß er» perspektivischen Darstellungen überhaupt zu verstehen. Bemerkenswert erscheint noch die Fähigkeit des Kindes, Bilder zu erkennen und zu deuten, wenn sie auf dem Kopfe stehen, ebenso wie das Kind ja auch vielfach Buchstaben und Ziffern und alle seine Zeichnungen in ganz willkürlicher Umstellung, auf dem Kopfe oder Tiger ist eine ungeheuer große Katze, der Wolf em großer deutscher Schäferhund nsw. Dr^e Grundvorstellungen sind in Wirklichkeit das Wichtigste. Erst mit ihrer Hllfe gelingt es, den Bildern überhaupt irgend welchen Wert zu geben. Roch einmal: Das Kind erkennt einen Ball so- fort da, wo es selbst mit dem Ball gespielt hat, auch wenn das Bild noch so kümmerlich ist. Hat es aber keinen Ball gesehen, dann helfen tausend noch so schöne Bilder nicht. Daraus ergibt sich die sehr wichtige Forderung, das Kind immer und immer wieder der Welt und den Dingen selbst gegenüberzustellen, es draußen überall und immer wieder beobachten zu lassen, wenn es will, und ihm nicht, wenn es nicht danach verlangt, das Surrogat des Bildes aufzudrängen. Die Dinge selbst an das Kind her- anbringrn und das Kind an die Dinge, dann mögen's Väter die Bilder sehr wertvolle Dienste leistem Merkwürdigerweise aber gebraucht man die Bilder umso weniger, je älter und reifer für das Verstehen die Kinder werden. Selbst- r., stündlich soll die Freude auch der kleinen Kinder am Bilderbesehen deshalb durchaus nicht verkümmern. Wann und wo das Kind Bilder verlangt, da gebe man sie ihm. Es mag das Spiel reizvoll' finden, alle die Dinge, die es kennt, im Bilde wiederzusehen, nur sollte man i'.icht dem Trugschluß erliegen, nun auch fremde Dinge zeioen und erkläreii zu wollen. Und was alles" dem Kinde ganz fremd ist, davon haben die wenigsten Eltern und Erzieher eine Ahnung. Fremd ist ihm zunächst alles, was außerhalb feiner nächsten Umgebung liegt und sehr viel von dem. was innerhalb dieser Umgebung liegt. Das fall es zunächst kennen und erobern und durchforschen und immer von neuem wieder durchdringen. Das ist seine Hauptaufgabe. flmft.t'Hnn Purn.-Aires Brss.-Antw Cdrisliania. .floDenbaqeu Stockholm . HelsingsorS. Icalien. . . London. . . Ncunork . . Poris.... Schweiz . . Spanien . Jovan . .. ?Hio bt Jan Wien in D-' Ctft. oboeft Prag . . . . Bel irab . Bubaveli. . Bulaariru Siiffabon . Dancig. - . .ftonft.mtin. Athen. . . Tanaba Uru uat) Cairo 5% Deutsche Nctchsanleibe . 4% Deutsche vieichsauleihc . 3Vtc , Deutsche Neichsanlethc 3% Deutsche Acichsanleihc . Dcmsche Eporprärnicnanleihe 4% Preußische Konsols 4* o Helsen ... ..... 3'/!% Helsen.......... 3% Hessen........... Deutsche Wertb. DoNar-Anl. bto. Doll.-Schatz Anwcisng. . 4'7, Zolltnrtcn • • 5% Golbmcrikaner Berliner Handelsgesellschaft. Commerz und Privat-Bank Tarmsl. und Naltonalbcmk . Tcutiche Bank • Diskonto l'ommanbit ... Dresdner Baut........ Metallbau t Mitteldeutsche ISrebitbant . . Ocsteireichi^che Kreditanstalt. NctchSbank Bochumer Guß . ...... Buderus . . . . Caro ............. Teulsch-Luremburg Gelsenkirchener üergwerke. . Harvener Bergbau . - Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Vauraliütte....... . . '."ionnesmanu .. . Manslcldcr. Obcrbedars...... • .. Phönir Bergbau üthrinische Braunkohlen . . . !)ihcinstccbl........... 'Hubert Moman. ...... Tellus Bergbau . . Bereinigte Stahlwerke . . . . Hainburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llohd . . . Chcramische Werke Albin . . 'Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holiinonn Anglo Cont (Muano..... Chemische Mäher Alapin. . . t'-oldschmidt Holzverkohlung I G Sarden-Industrie. . . '»iütgerswerke .. Scheide anstatt Allg. Clektn-itätS-Yesellschast Bergmann .......... Elektr. Lieferungen...... Lickt und Kraft. ...... Moinkraftwcrkc ....... Schlickert Siemen- Sc Halske ..... Adlerwerke Klehcr ...... Daimler Motoren. ..... Hehligenstacdt . '".'ffluiu.......... . . Mannhk'nrer Motoren . . . frankfurter Armaturen . . eonservcnsabrik Braun . . MetallgescN'chaft Frankfurt. Pct. Union A.-G. . . . . Schuwabrik Herz...... Sichel............ . Zellstoff Aschaffenburg. . . . .-iellsl0ii Waldhos. . . . . . Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Wog häufel . . . tag, der auch heule vielfach noch gar nicht als solcher erltinnt wird. Man glaubte nämlich, weil die Kinder so überraschend schnell unb gut alle möglichen ihnen bekannte Dinge auf den einfachsten Bildern wiedererkannten, darum würden sie auch umgekehrt Dinge in der Ratur erkennen, die man ihnen schön und deutlich in Bildern gezeigt habe. Es handelt sich hier um einen Gedankenfehler, der sich geratest eingefressen hat in unser ganzes Erziehungswesen, den man gar nicht energisch genug bekämpfen kann. Es müßte jede Mutter, jeder angehende Pädagog wissen: mit Leichtigkeit wird ein Kind auf irgendeinem Bilde einen 3get als solchen erkennen (einerlei ob es ein Farbendruck, eine starke Zeichnung von ^Ibbelohde, ein Märchenbitd von Richter, eine kleine Faustzeichnung eines Lehrers, die nur eine zackige Amrißlinie zeigt, o. a. ist), wenn es nur einmal in Wirklichkeit einen 3gel gesehen hat. Rie und nimmer a'?er wird es ein Bild von einem wirklichen Igel bekommen, wenn man ihm auch ta.isend der schönsten Bilder davon zeigte, wenn es das Tier nicht in Wirklichkeit sieht. Ich selbst entsinne mich sehr deutlich meiner maßlosen Meberrafchung, als ich zum erstenmal in meinem Leben als ungefähr siebenjähriger Junge einen lebendigen 3ge-l zu fegen bekam. Diese Ueberraschung galt aber viel weniger diesem Tier selbst als vielmehr der Tatsache, das dies Tier eben das Tier sein sollte, das ich doch von so vielen Bil- öern in Fibel und Lese- und Märchenbuck) so gut zu kennen glaubte. Alle die vielen Bilder hatten mir wirtlich keine einigermaßen zutreffende Vorstellung vermittelt. Ich hatte mir etwas ganz anderes vorgestellt. Oder hatte ich mir vielleicht überhaupt nichts vorgestellt? — Damit in. Widerspruch zu stehen scheint eine aobere deutliche Erinnerung, die psychologisch ebenso interessant mi' pädagogisch wichtig ift. Ms ich als Dreiundzwanzigjähriger zum erstenmal das Hochgebirge sah, da war ich außer- ordentlich überrascht durch das Gefühl, in einem durchaus bekannten Lunde zu fein. Diele frische, herrliche Schneeluft hatte ich wirklich schon einmal geahuent, dieser Hauser mit den stein- beschwerten Sachem waren mir ganz vertraut, bie schnell unter den Brückenbogen biaschiehen- ben. toeiftgrünen Wasser hatte ich gcntu so ge- scchem Als ich mir klar werden wollte über diese psychologische Beobachtung, fand ich nur bie Erklärung, die Tiroler Bilder von Franz von Defregger und von andern hatten mir dies vanb so plastckch anschaulich, so lebenswahr gezeichnet. daß ich es wirll.ch innerlich wahr erlebt hatte, llnh dazu hatte manche Erzählung aus den Illpe» dazu beigetragen «als Kind schon hatte id) „Heidi von Johanna Spvri leidenschaftlich erlebt), daß mir das Land wirklich in feiner wahren Gestalt zu eigen geworden war Dies Erlebnis zeigt, daß es also doch möglich ist' mit Hilfe von Bildern fremde Dinge anschaulich und klar zu machen. Wie ertlärt sich tuefer scheinbare Widerspruch? Einfach dadurch, daß im zweiten Fall genügend Grundvorst.Hungen vor° Händen waren, um neue Vorstellungen daran anzuknüpsen. Darauf wird es immer ankommen. Wenn ich eine klare Vorstellung habe von der Kiefer in deutschen Wäldern, dann kann ein Bild mir leicht zeigen, wie die Pinie in Italen auesieht, kenne ich einen Lebensbaum, bann !.:>-n ich daran anschließend mi Ille .'ves v \_- die italienische Zypr> i - deutlich machen Der 1 D i e Zinssätze für täglich fällige Gelder. Wie der WTB.-Handels di en st hört, hat die Vereinigung der Berliner Banken und Bankiers mit Wirkung vom heutigen Tage ab die Haben-Zinsen für täglich fällige Gelder um i j Prozent ermäßigt. Der Zinssatz beträgt also in provisionsfreier Rechnung 2'.. Prozent, in provisionspflichtiger Rechnung 3 Prozent. Der Satz für Monatsgeld wird vorrussichtlich ebenfalls um i/3 Prozent, also auf 4 Prozent ermäßigt werden. ' Rheinische Stahlwerke AG. In der Aussichtsratssihung der Rheinischen Stahlwerke AG. konnte die Bilanz für das Geschäftsjahr 1925 26 noch nicht borgelegt werden, fca die Abschlußarbeiten wegen der Auseinandersetzung mit den Vereinigten Stahlwerken AG. noJ) nicht zu Ende geführt find. Eine Dt- vidende wird jedenfalls nicht zur Verteilung komnten. Die Generalversammlung wird frühestens im Februar stattfinden. Rheinische Metallwaren- und Maschinenfabrik AG. Düsseldorf. Die ordentliche Hauptversammlung genehmigte einstimmig den belannten dividendeulosen Abschluß der 33 517 Mart auf neue Rechnung vorträgt. Die Lage des älnternehmens im neuen Geschäftsjahr kann zur Zeit als günstig angesprochen werden. Das Stahlwerk hat durch die vermehrte Beschäftigung für das Rohrwerk an E^enbahnmaterial und Staatsau trägen für längere Monate eine gute Grundlage bekommen. Das Geschäft in Konstrukt onS- unb Werkzeug» stöi'en hat tjch in den letzten Monaten in gc- ringem Maße gebessert. Die sonstigen Betriebe r.'.b tbr 'inige M niie mit Aukträgen gut ver- *'■" ' - ' B^etke in Dehrendvrf und Sömmerda nunmehr völlig umgestellt und rationalisiert. In Werkrat dürften die neue Walzenstraße, die Brie' 4,209 58,70 112,1? 4).4« 16,79 168.82 18,02 108,17 59.45 2,245 UZ.68 81.50 06.84 12.492 73.76 Berliner Börje. Berlin, 12. Ian Roch den letzten Steigerungen und im Hinblicr auf den Medio wurden heute Gewinnrealifationen voreenom- men Die Abschwächungen blieben aber rer- einzell und hielten sich in engen Grenzen. Bei Eröffnung des amtlichen Verkehrs zogen rheinische und rheinifch-westiälische Eleltrowerte um 7 bis 7,5 Prozeirt an. Ferner erzielten sem 9. Jahre der Fall sein, nach der Intelligenz- btüfung von Binei-Simon), später, mindestens im 12. Jahre, soll es sich ganz selbständig äußern, also z. B. sagen: „Der Hund bellt, w e i 1 der Fuhrmann mit der Peitsche knallt, das Kind Weint, weil es die Schlüssel hat fallen lassen usw. Das Kind erkennt in diesen Stadien deutlich das Bild als Ganzes, während das Kleinkind immer nur Einzelheiten fleht und benennt. Höchst auffallend und interessant ist die durch Unter- fuchungen festgestellte Tatsache, daß die Jungen den Mädchen tn der Erkennung und Deutung von Bildern überlegen sind, während doch in der Entwicklung der Sprechsertigkeit die Mädchen den Jungen voraus sind. Ganz außerordentlich stark entwickelt ist das .Unterscheidungsvermögen der Kinder, wenn man ihnen nacheinander Bilder vorlegt, die sich nur ganz wenig voneinander unterscheiden. D>e Erkennbarkeit der Bilder wird in allerer 11 er Linie bestimmt durch den Umriß, der den Kindern zweifellos das Wichtigste an den Gegenständen ist. Allgemein bekannt ist, wie He in den einfachsten Faustzeichnungen, die immer nur aus ganz wenigen Linien bestehen (z. D. „Tisch", „Stuhl", „Bank", „Ofen" usw.). doch immer die Gegenstände erkennen. Auch bei allen anderen Darstellungen. Häusern.' Tieren usw. ist immer die Umrißlinie das wichtigste Merkmal. Richt so bedeutungsvoll ist die Ausfüllung der Fläche. Die geradezu verblüffende Fähigkeit aber mit der die Kinder selbst im frühen Alter auf Photographien bekannte Personen erkennen, beweist, wie stark auch die Wirkung solcher Flächen- auslülllmg für die Erkennung und Deutung von Bildern sein kann. Merkwürdig mutet zunächst die Tatsache an, daß die Farbe trotz ter lebhaften Farbfreudigkeit des Kindes fo gut wie überhaupt keine Rolle spielt für die Erkennung von Gegenständen auf Bildern. Einfache „Schwarz- wetß-Bilder" werden ebensogut erkannt wie die bunieften Bilder des Bilderbuches. Auch die Größe der Öargeftelllen Dinge spielt keine zu große Rolle. Es erweist sich nur als sehr störend, wenn etwa auf demselben Blatt irgendwelche Dinge in ganz verschiedenem Maßstab dargestellt sind" wenn etwa Pferd und Hahn in derselben oder doch ungefähr gleichen Größe erscheinen, wie das in vielen Bilderbüchern tatsächlich der Fall ist. Das Verhältnis der Dinge in ihrer Große zueinander müßte unbedingt richtig sein. Eine geringe Rolle für die Eriennbar^t von Thingen auf Bildern spielt die perspektivische Darstellung, eine Tatsache, die ohne weiteres erklärlich wird, wenn wir beber/en, daß cs sich bei der ganzen perspektivischen Darstellung mehr um Übereinkommen als um eigentliche Gesetze im strengen Sinn handelt. Auch die Völker primitiver Kulturen sind nicht in der Lage, unsere Amtliche ‘A'oticrnna <51ett> Brief Berlin, 1t Jan Amcrikanttche Noten B-laffchc Noten........ Täiiffche Noten........ Enulische Noten ..... 4 Fran;oulchc Noten ...... Holländilche Noten...... Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch^csleer,»100 .fronen Numänüchc Noten...... Schwedische Noten Schwerer Noten Spanische Noten TschechoUowakische Noten . . Ungarische Noten . . . ■ II. Jan. Amtliche Noti rung (Keld ! Brie? «Held 4.189 58.40 111,8? 4),38 16.71 167.98 17 'M 107.63 69.15 •-'.205 112,12 bl.il) 66,48 12.432 78.40 Frankfurt a.M. Berlin SCClU.y»' Kurs 1-Uhr. Kur» schluh- Anfang Kur» ! nurs 11. 1. ' 12.1. 11. 1. 12. t. |,-915 .93 0.9175 1.9275 — '.92 0.9175 0.9225 0.89 — 0.905 11.915 0 915. — 0.93 0.935 0.59 — 0,5975 — 0,9 - 0.9075 0.92 0,9 - 0.88 0 98 — — 0,98 — 0.89 — 100 — — — — — — — 17 16.75 17,4 -- 42 62 42,75 42,75 — 279.5 274.5 - 226 75 227,5 226.5 228 268 269 267 268.75 191.5 194 9 191.5 193.5 185 186 75 185.75 186,13 187,5 188 185.5 187.9 185.5 18:.,5 184 IX'». 5 195,5 196 191.5 9 9.1 9 15 179 180 5 179,9 180 ISO 5 — 183.5 186.5 116.5 119,5 115 117,5 - — — — 182 IS4 187 182.25 186 184 186.75 190.75 190.5 188.25 191,5 160 164 16(0 163 167.25 172 167 173 83.25 — 82 62 M 212 214 9 212,5 15 148.75 149.5 146,62 148,5 122 - 124 123.5 134.25 138 134.25 137.5 252 2.53,75 249.5 253.75 201 202.5 200.75 21'2.5 183 184 182 184.5 112 —. 152.5 155,75 152,5 155 174.5 175.75 173.5 175,75 159,5 160 158 5 159 75 — - 148 — — 174 - 173,75 178.75 — 129 — — 148,75 150,5 149,5 150,65 90 — —• 321.5 21.5 □20.5 □22.25 138.75 110,75 137.25 139,75 237 — »E 169 13 170.9 168.62 170,75 166.5 168 165 167.75 170 176 170.5 174 N2 . 178 ,73.12 178 129,9 — —- — "6.5 169.25 174 75 168 201 204 201 203.5 119 119.5 1'7.9 118 86 88 5 86.5 :9 5 — - 62 61 — — 39.75 - 23 — — — 1-6 — — * 192 — * —. 129,25 136 — 75 77 — 2.5 5 —» ISO 183.5 179.25 181 ?52 51 2.-73 -54 'M 5 115 114 25 — 141.75 147 142.4 — 168,35 168,77 168,51 168,93 1,130 1.743 1,739 1,743 58,51 58,65 58.57 58,71 107.91 108,19 107.69 108,08 112,19 ■12.47 112,31 112,59 112,40 112,68 112.51 112,79 10,58 10,62 10.591 10,634 17.88 17.92 17,60 17.84 20,417 20.469 20,439 20.491 4.2i 18 4,218 4.21P 1,2225 17.70 17,74 It,f3 16,77 61.10 51.20 51,19 51,39 66,70 1)6,86 66,69 66,85 :,U56 .'.06') 2,057 2,061 1.487 0.489 1.481 1.491 59.27 09,41 59.32 69,46 12.456 12,496 12,473 12,613 7.41 7.43 .415 7.4,5 73.58 73.76 73,66 73.81 j.H.7 ...047 j.iH 3.05 21,545 . 1.59a 21,545 21,596 M,50 81.70 •1,51 «1,71 2,114 2.124 2.117 2,12? ü, 31 5,33 5.31 5.33 1.20 1.21 4.21'3 4.213 4 24 4.25 4.25 4.26 20.929 20.981 20.934 20.986 Geschäftliches. Diel hilft nicht immer viel, das weih die erfahrene Hausfrau. Maggi s Würze setzt sie deshalb den Speisen beim Abschmecken nur tropfenweise zu und erziell dann — zugleich sparsam wirtschaftend — eine geradezu überraschende Ge- schmacksverfeinerung. Letzte Lilactzrlchten. Der erneute Zwischenfall in Mainz. Mainz. 12. Ian. (W.T.B. Drahtmeldung.) Die beiden französischen Soldaten, die sich am Abend des 8. Januar auf der oberen Zahlbacherstraße die gestern gemeldeten Uebergriffs zu Schulden kommen ließen, sind, wie wir erfahren, festgestellt und verhaltet worden. Rach einer Mitteilung des französischen Oberkommandos sollen sie vor ein Kriegsgericht gestellt werden. einige Spezialwerte gute Defeft^ungen. Deutsche Erdöl plus 5 Prozent, Klöcknerwerke auf die günstigen Prospeltausführungen über die Geschäftslage plus 3 Proz., Ostwerke plus 3 Prozent und Kali Aschersleben plus 3 Prozent. Auch Schiffahrtsaktien gefragt und befestigt. Rach Festsetzung der ersten Kurse wurde das Geschäft an den Terminmärkten ruhig und die Tendenz schwacher. 2. -G. - Farben wurden mit 320 Prozent angeboten. Die feste Haltung der Spezialpapiere und die Flüssigkeit des Geldmarktes gaben der Börse aber immer wieder eine Anregung, fo daß die freundliche Grundeinstellung trotz mehrfacher Schwankungen erhalten blieb. Später standen Montanwerte, Textilaktien und verschiedene Einzelpapiere im Vordergründe des Interesses. Lebhaft gesucht blieben auch festverzinsliche Werte, die zu anziehenden Kursen rege umgesetzt wurden, ebenso K a s s a w e r t c. Äm Geldmarkt war Tagesgeld in jeder Höhe zu 3 bis 5,5 Prozent. Monatsgeld zu^ 5 bis 6,5 Pzt. erhältlich. Es ergab sich die Rotwei^digkeit, einen Teil des äleberschusses in fremden Devisen, besonders in Dollars anzulegen. Die Reichsmark schwächte sich daher im Devisen verkehr gegen Kabel von 4,2120 auf 4,2175 ab. Das englische Pfund stellte sich mit 4,8520 Frankfurts .,rse. Frankfurt a. TEL, 12. Ian. Tendenz: Fest, doch ruhig. — Die Diskonterrnähigung der Reichsbant wurde in größerem Ausmaße bereits gestern berücksichtigt, so daß das heutige Effektengeschäft ruhiger, doch überwiegend noch fest einsehte, besonders für D e r g b a u a k t i e n unter Spezialbewegungen von Mannesmann und Stahltrust auf die bekannten Kombinationen hin. Auch die Werte der Rhein-Elbe-Gruppe lagen freundlicher. Besonders fest lagen KaliaktieN auf die Verhandlungen des Ruhrbergbaues mit der Kaliindustrie. Aschersleben plus 4,75 Prozent. Rheinstahl waren trotz der Dividendeulosigkcit gut behauptet, da die Erwartungen für 1926/27 durch den Aufschwung der Kohlen- und Eisenindustrie günstig seien. Bankaktien lagen nur teilweise fest, so Commerzbank, Deutsche Dank und Metallbonk. Bei Barmer Bankverein wird jetzt zur lOprozentigen Dividenoo ein Dezugs- recht von 2:1 bekannt. Schifsahrtsaktien leicht erhöht. Auch Elektroaktien auf internationale Kombinationen hin fest. Siemenswerte 2 Proz. erhöht. Scheideanstalt setzten heute 2 Proz. schwächer ein, erholten sich aber rasch wieder. Die variablen und Kassawerte zeigten widerstandsfähige Haltung. Bauaktien bis 3 Proz. höher, Maschinenaktien bis zu 1,5 Proz. feiler, Autoaktien bis 1 Proz. gebessert. Lediglich I.G. - Farben zeigten schwä- chere Tendenz. Der weitere Verlauf blieb besonders für Bankaktien und Spezialwerte des Mcntanw.arktes fest, dagegen brodelten I.G.- Farben weiter ab. Am heimischen Anleihemarkt blieben Kriegsanleihe gut behauptet, dagegen schwächten sich Schutzgebiet etwas ab. Von fremden Renten gaben Türken nach. Der Geldmarkt zeigte eine weitere Entspannung. Tagesgeld zu 3 bis 31/» Proz. angeboten. Monatsgeld zu 43/< bis 6 Prozent. Im Devisenverkehr schwächte sich die Reichsmark stärker ab auf 4,2170 gegen Kabel und auf 20,46 gegen das Pfund. Paris gegen London stabil 122,35. London-Kabel 4,8520. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a.M., 12. Ian. Cs wurden notiert: Wetterauer Weizen 29,25, Roggen, inländischer 24,5 bis 25. Sommergerste für Brauzwecke 25,50 bis 27, Hafer, inländischer 20 bis 20,50, Mais (gelb) 18,50 bis 18,75, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 40,50 bis 41, Roggenmehl 36 bis 36,50, Weizenkleie 12,25 bis 12,50, Roggenkleie 12,50 bis 12,75. Tendenz, uneinheitlich. AM! Srilcrc l Bern «Ji M W"S» ‘ 2 WM öcratvng |dlleeren 0^" djea Bebentcn sichtlich brt oon fit. Äifouaa. Der Dot| ■Beknien hem L Iber Dtulldjm DofsR 11 c q e a t b a r j 01 e 0« jn parlaniknl-Mei M tob Mer BtWu\ W-glichltll rodle Kill Dr- torllur ü jburtto0) jnlötit »olgkgk Berliner j*orqenpr( ifrn Wfuno, tob 2t. wieilgl klradjlf, wird 1 wn toranl hinncwie|cn, I fcumsirdflion Oie auhrn- Imfen dtt Jaffionsoorf, onb dem Borfihenben I Hknv Bt. Sltelemann, mii die Mvollchstil bie rurlk in perjönlichet I löten. 3m übrigen i1 l«tt Senlmmspadd tot a*ung einet Ktglerung Deutschen bolh| iiq ist, wie bie tos Zen Mreisen vermulel man, »m sür bie ^utüd rang des Beschlnsle, ohne Bedeutung gcroef Diewirtsch Äin Lietzewkrlschasttzvc ■Jll. 10 W cpnnioO’ N. ’Ä* W11 i VW ““llntrOlummti Itomtntg* (8,0a nldllülV ;5‘rn>p„unö 112 ^rrrlln, 12. San nrted)ung. dir der D 2|,Jj hknte mit Deckte: »eullchrn Tewer des Mgemetrn Dundrs ^ermann 2(ü OU:|9 eigentlich für n Äc"e .^gietung noch g«Wlen ehliunq' Der Minif< cr rur die Derben SüÄ run?en w der i ri™ dinglich hielte . -ogeoröne.'er Miji einer . Wißt7/le Erster Linie at LrZW BWl* iji-idjen (SmtHLe Clne Sr b^We toUn9 5 tofi ka6et « &,e ^olihf Legier Id 1. ta1 W Her®5 «kt i, Iv- 3m V ue 19 ä'9fettn I S'S SxDtz