nicht . ■sfsg . 179 2.85 Ak i109, * w h*« «s '£Mn »unta J? S? Weldille Südsee. 405 hichte. ""Ehmens n-c,n rheinischer >ahrhundcrl; (Dio-. N °°n Mhaorn * "nes seilen (d)0. i>oHrior|d)et chi- lr d'e breite Dcffenh («Ölen fiutfürften E" Zusammen mit Inster, Paderborn, last schon zwei gahr- *tur des Hauses M hre 1700 Clemens dem spanischen Crb- 1 gewordenen fiur= W seinem Dntel lunvürde nad)(olgte. crschosten im Nord- agen der Religions- ittelsbadjer stets ein iormation gewesen, mh'm nur als fiunff« rks kennt, war zwar ober in kirchlichen mfwoitungsbewußter 'enswürdigkeit seines die stets offene Hand, tte, haben dem letzten beutung feiner Perfon t hin Verehrung und i. Obwohl das Rhein- erhängnisvollere Zeit feiner Regierung, so durch die prächtigen derung im Rheinland jen Kunstgeschichte mit Schlösser und Kirchen, und Plastiken zeugen das der Kurfürst den [tfe. Sein Mäzenaten- deute, cs lieh vieles Joff unter feiner Re iher fid) hat ergehen Wmkrnchwache doch roi n Professor festen. )er uns ein cr- r :er Persönlichkeit is dem Kurthron von 1 (278) n Pvllnitz: Das xcuer Uebertragung tbeigobeit, erschienen Del Dresden, Lernen« )as galante Sachsen der mit der Heber« ri das Alhumenlch« zeichnet. Ohne .wo« sachlich. Mstand' .gemein f^erInb;.% ne zu verletzen, w MG 's« >e dieser 3 ^ten wie finYbarodd |^5 |m b6taden’'5c" * ®SS?£ b^^i^Ie nichlnur tstes eSss Ulmen des^ Jnö Ettal >ch, pcb«15 Erliege'16, 8äS«?i Nr. 186 Erstes Blatt 177. Zahrgang Donnerstag, 11. August 1927 Erscheint täglich,anher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Bezugspreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zrankfurl am Main 11688. Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'fche Unwerfitätr-Vuch- und 5teindruckerei R. Lange in Gietzen. Zchristlettung und Geschäftsstelle: Zchulstratze l. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Re- klameanzcigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 °/„ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Staatsbejahung. f Don Dr. Elisabeth Lürssen, Mitglied der Bremer Bürgerschaft, Bremen. Zeiten der Umwälzung, der Umformung des Staates zwingen den bewußt Miterlebenden zu einer Auseinandersetzung mit den Fragen nach dem Wesen des Staates und des Verhältnisses zwischen dem einzelnen und dem Staat. Den Staat an sich, die Idee des Staates bejaht ein jeder bis auf die kleine Schar derer, die den staatenlosen Zustand der menschlichen Gesellschaft erträumen. Ein Idealstaat, wie ihn führende Denker hingestellt haben, zwingt zu bewundernder, sehnsuchtsvoller Anerkennung. Sei es der Staat der Freiheit, wie Schiller ihn gegenüber dem Chaos der französischen Revolution sieht, der Staat, dessen Grundsatz es ist, seinen zur inneren Freiheit herangereiften Gliedern Freiheit zu geben durch Freiheit. Sri es der von Fichte auf den Trümmern des zusammengebrochenen preußischen Staates erschaute Idealstactt, für dessen Glieder es nur eins gibt: Hingabe des einzelnen an die Gesamtheit. Wer könnte die Berechtigung eines auf solch heldenhafte Auffassung gegründeten Staates leugnen I Aber zwiespältig und vieldeutig ist Wesen und Bewertung des in der Wirklichkeit vorhandenen, des gewordenen und werdenden, des h i stvrischen Staats. Wenn Augustin, der große Kirchenvater, im irdischen Staat das Werk des Bösen sieht und sein Dasein nur für bered? tigt erklärt, wenn er sich in den Dienst des Gottesstaates stellt, so sieht das Zeitalter des Absolutismus im Staat den Leviathan, das riesige Raturwesen, dessen Allgewalt sich jeder zu beugen hat, und Mussolinis Rede am Himmelfahrttage zeigt, daß diese Auffassung von der Allgewalt des Staates auch heute lelbendig ist. Die Bejahung des Staates durch seine Glieder ist die Voraussetzung für Bestehen und Macht eines jeden Staates überhaupt. Und wenn in der Staatsform ftüherer Kulturen dem absoluten Staat mit seinen patriarchalischen Bindungen eine bloße passive Bejahung durch seine Untertanen genügen konnte, so hat der demokratische, auf die Mündigkeit seiner Angehörigen zählende Staat die Umsetzung der bloßen Staatsbejahung in Energie und Willen zum Staat nötig, zu dem Staat, der durch Ordnung und Regelung des Lebens erst die Voraussetzungen schafft für die Sicherheit feiner Glieder und deren Betätigung an den Aufgaben der Kultur. Aber es hieße die Größe der Ausgabe, eine willenskräftige Staatsbojahung zu wecken, verkennen, wollte man an der Problemati k des histori- schen Staates vorübergehen. Keiner Dialektik gelingt es, die Antinomien hinwegzudisputieren, wie Freiheit des Individuums und Zwang der Gesellschaft, Macht und Recht, Jndividualethik und Staatsraison. Rur mangelnder Mut zur Wahrheit kann glauben machen, daß diese polaren Gegensätze in Harmonie zu vereinen sind, Gegensätze, die wir schmerzlich emvfinden. Die Jdeenhafies und Naturhaftes vereinigende Doppelnatur des Staates macht das Leben in ihm zu einer dauernden Gewissensbelastung, zwingt unaufhörlich zu ernstester Prüfung der Handlungen des Staates, an denen jeder feiner Angehörigen Teil hat. Die Staatsbejahung des Verantwortungsbewußten bedeutet: Einsetzen seiner gesamten Kräfte zur V e rs i 11 l i ch u n g des Staates, um so über alle Schwächen und Fehler, über alles Zufällige hinaus den Staat der Erfahrung, dem Wesenhaften des Staates, dem Idealstaat anzunähern: wahrlich ein „heroisches Wollens um mit Litt zu sprechen. Rur aus einer im letzten Grunde ethischen See- lenbaltung kann eine wollende Staatsbejahung entspringen. Zwar sind die Handlungen des Staates und des Staatsbürgers politisch be- stimmt, aber in dem Komplex der sie veranlassenden Kräfte ist die sozialethische Komponente die schlechterdings unentbehrliche: bas aus der Erkenntnis der Verflochtenheit der Einzelschicksale erwachsene Ver- antwortungsbewußt s e i n des einen für den anderen. Der bekannte amerikanische Wirtschaftler Hoover führte kürzlich die bewundernswerte Entwicklung der Wirtschaft in den Bereinigten Staaten weniger auf Technisierung und Rationalisierung zurück, als auf die immer weitere Kreise ergreifende Idee, service-Zdee, den Gedanken des Derpflichtetseins zum Dienst an der Allgemeinheit, und es sollte zu denken geben, wie die Engländer, deren skrupellose Staatsbejahung sich in dem Worte „right or wrong, my country“ ausprägt, gegenwärtig alles tun, um diese Gesinnung erhalten und zu stärken. Man achte nur auf die in den englischen Zeitungen sich immer wiederholenden Tafeln „In memoriam“ mit den Namen der gefallenen Söhne des Staates! Welch Beispiel könnte überzeugendere Kraft haben als das von denen gegebene, die ihre Staatsbejahung mit dem Leben bezahlten. Die Weimarer Verfassung enthält das bedeutungsschwere, von tiefstem Ethos erfüllte Wort „Eigentum verpflichtet". Dieses Wort, aus der engen Beziehung auf wirtschaftliche Güter herausgenommen, sollte Sinnspruch und Wahlspruch jedes bewußten Staatsbürgers fein. Wenn die Glieder eines Staates von der Erkenntnis erfüllt sind, daß jede Gabe eine Aufgabe bedeutet, daß jedes Recht durch eine Pflicht bedingt ist, so ist die aristokratische Seelenhaltung gewährleistet, die nach Aristoteles bei der Mehrheit der Angehörigen eines demokratischen Staatswesc vorhanden sein muß. um zu verhindern, daß die Volksherrschaft zur Pöbel» Herrschaft herabsrnkt. (Buillaumats Ammenmärchen. Freie Hand für Stresemann in Genf. Berlin. 10. Aug. (WTB.) Don unterrichteter zuständiger Stelle hört die „Kölnische Zeitung" zu den Behauptungen General Guillaumats folgendes: Wenn das französische Kriegsministerium die Authentizität des Berichtes General Guillaumats nicht in einer Havasmeldung bestätigt hätte, würde man es kaum glauben, daß eine Persönlichkeit, wie der General Guil- laumat, es fertigbringt, seiner Regierung in dienstlicher Form derartige Behauptungen und Ansichten vorzutragen. Der General behauptet nichts weniger, als dah die deutsche Regierung seit ungefähr einem Jahr systematisch den Plan durchzuführen suche, im besetzten G ebiet eine Streitmacht zu bilden, die gegebenenfalls schnell gegen die Franzosen vorgehen tonnte. Zunächst behauptet General Guillaumat, dah die deutsche Regierung das Ziel verfolge, die Rekrutierung und Instruktion der Fugend des besetzten Gebietes zu sichern, um sie unmittelbar für militärische Zwecke verwenden zu können: vor allem erstrebe Deutschland die Ausbildung künftiger Infanteristen. Der General weist hierbei auf die Gründung von zahlreichen sportlichen Vereinen hin. Es genügt, hierzu zu sagen, dah, die sich über die ganze Welt verbreitende sportliche Bewegung natürlich auch an Deutschland und am besetzten Gebiet nicht spurlos vorübergegangen ist. Der deutsche Sport hat nichts zu verheimlichen. Es ist einfach unwahr, daß sich unter den sich- renden Persönlichkeiten im Sport auch nur ein erheblicher Prozentsatz von ehemaligen Offizieren oder gar Unteroffizieren befände. Rach den Behauptungen des Generals Guillaumat würde die Jugend auch, um sie zu Infanteristen heranzubilden, im Scharfschießen unterrichtet. Dor allem ist daraus hinzuweisen, dah es sich bei diesen Gesellschaften um alte historische Vereine handelt, deren Hr- sprünge bis in das Mittelalter zurückreichen. Den General beunruhigt ferner die Tatsache, dah die Gendarmen, Zollbeamten und Schutzleute, im ganzen mehrere tausend Mann, von der Interalliierten Rheinlandkommission die Erlaubnis zur Waffentragung erhalten haben. Er kann aber in dieser Hinsicht der deutschen Regierung nicht den geringsten Vorwurf machen, da es im besetzten Gebiet keinen mit Revolver oder Karabiner ausgerüsteten Zollbeamten ober Landjäger gibt, der hierzu nicht die ausdrückliche Erlaubnis der Rheinlandoberkommission erhalten hätte. Aber der „weitschauende Plan" der deutschen Regierung umfaßt nach Ansicht des Generals Guillaumat auch die Kavalleristenausbildung. Hierzu soll das Bestehen von Reitervereinen dienen. Dah sich im besetzten Gebiet wie im übrigen Deutschland ländliche Reiter- vereine gebildet haben, ist nicht zu bestreiten. Irgend ein Geheimnis besteht dabei nicht. Bekanntlich ist der Riederrhein ein Gebiet, in dem die P f e r dez ucht heimisch ist, und es ist daher nicht verwunderlich, dah die Bauernsöhne das Bestreben haben, sich im Reiten auszubilden. weder die Reichswehr noch irgendeine andere deutsche Behörde hat mit dieser Bewegung auch nur das geringste ju tun. Besonders befremdend sind die Berichtsausführungen über die Entwicklung der deutschen Luft- schiffahrt im besetzten Gebiet. Deutschland hat das Recht zur Anlage von vier Flugplätzen im besetzten Gebiet und der entmilitarisierten Zone erhalten, außerdem zur Anlegung von zwölf Landungsstellen. Diese hohe Zahl der Flugplätze im besetzten Gebiet und in der entmilitarisierten Zone erklärt sich dadurch, daß das Rheinland bekanntlich die stärkste Ansammlung von Großstädten in ganz Deutschland umfaßt. Noch in den letzten Tagen hat die Interalliierte Rheinlandkommission die Anlage von Flugplätzen in Erbenheim, in Kaiserslautern und in Koblenz genehmigt. General Guillaumat macht aber aus unserem Anträge, zu dessen Stellung wir nachdemPariser Luftfahrtabkommen ein Recht haben, einen Angriffsplan der deutschen Regierung. können solche Behauptungen aus dem Munde eines hohen Militärs noch ernst genommen werden? Besondere Sorgen bereitet ihm auch die Ausübung des S e g e lslugsports im besetzten Eines der gegenwärtig meist gebrauchten und daher auch meist mißverstandenen Worte ist das „sich auf den Boden der Tatsachen stellen". Rur der unklare Kops kann hoffen, sein Ideal eines Staates verwirklichen zu können, mit Mißachtung des vorhandenen, ohne an ihm mitzuarbeiten, und andererseits ist es eine höchst primitive Staatsauffassung, die glaubt, in irgendeinem tatsächlich vorhandenen Staat das Ende der staatlichen Entwicklung, die Höchst- leistung der Staatenbildung sehen zu müssen. Der denkende, seinen Platz innerhalb der Kette der Geschlechter erkennende, sich der Verantwortung gegenüber Vergangenheit - und Zukunft bewußte Staatsbürger weiß, daß Staatsbejahung der Wille ist, innerhalb des gegebenen Staates an seiner Höherentwicklung zu arbeiten, um ihn dem Idealstaat zu nähern. Gebiet, obgleich jedermann weiß, dah eine militärische Verwendung des Segelfluges überhaupt nicht in Frage kommt. Einen weiteren De- schwerdepuntt bildet der von deutscher Seite in Aussicht genommene Ausbau des bestehenden Eisenbahn- und Straßennetzes im besetzten Gebiet. Dah die Eisenbahn im Rheinland nicht ewig auf dem Stand bleiben kann, der zur Zeit des Beginnes der Besatzung bestand, dürfte sich von selbst verstehen. Im übrigen bietet die Reichsbahn mit ihrem aufgrund des Dawesgutachtens stark internationalisierten Derwaltungsrat die Gewähr dafür, dah sie sich nicht zu heimlichen militärischen Plänen mißbrauchen läßt. Gerade zu lächerlich muh der Teil der Ausführungen des Generals toirfen. der sich mit der Zunahme des Auto Mobilverkehrs im Rheinland beschäftigt. Jeder Kenner der deutschen Automobilindustrie und des deutschen Etats weih, dah "bie deutsche Regierung nicht einen Pfennig zur Unterstützung der Automobitindustrie zahlt. Auch die Ortsgruppen des Roten Kreuzes sind dem auf die Sicherheit seiner Armee bedachten General nicht notwendig. Man braucht wirklich nicht an Kriegsvorbereitungen zu denken, um die Rotwendigkeit von Sanitätskolonnen zu beweisen. Man sollte meinen, dah die Desatzungsbehörden. wenn sie wirkliche ernsthafte Beschwerden über em vertragswidriges Verhalten der deutschen Regierung vorzubringen hätten, dafür den gegebenen Weg, nämlich die Beschwerde bei dem deutschen R e i ch s k o m m i s s a r für die besetzten Gebiete, wählen würden. Durch nichts wird der Bericht von General Guillaumat aber besser gekennzeichnet als durch die Sähe, mit denen er schließt. Der General sagt hier, dah für die von ihm geschilderten bedrohlicheii Zustände die Zugeständnisse verantwortlich seien, die die Besatzungsmächte der deutschen Regierung nach Locarno gemacht hätten. Rur die Anwesenheit der Desatzungstruppen, so meint er. halte jetzt noch die volle Entwicklung des deutschen Regierungsprogramms auf, dessen restlose Durchführung nach Räumung der besetzten Gebiete durch nichts mehr werde gehindert werden können. Das sagt alles. hier wird die Absicht, die der Bericht verfolgt, offen eingestanden; hier werden auch die Mittel, die zur Erreichung dieser Absicht angewendel werden, in das rechte Licht gerückt. Diese Mittel sind nicht besser als diejenigen, mit denen ein Teil der französischen Presse neuer» drngs gegen Deutschland Stimmung zu machen sucht. Man möchte hoffen, dah das ganze Spiel zu durchsichtig ist, als daß es nicht auch vom französischen Dolk ohne weiteres durchschaut würde. Das Reichskabinett geschloffen hinter Stresemann. Berlin, 10. Aua. (WB.) In der heutigen, unter dem Vorsitz des Reichskanzlers abgehaltenen Sitzung nahm das Reichskabinett den Vortrag des Reichsaußenmini st ers über die auswärtige Lage entgegen. An die Ausführungen des Reicksaußenministers schloß sich eine Aussprache, welche Uebereinftimmung über die in Frage stehenden außenpolitischen Probleme ergab. Die „T. ä g l. Rundschau" bemerkt zu dem offiziellen Communiqus über die gestrige Sitzung des Reichskabinetts: Das Ergebnis ist also, daß der Reichsaußenminister für feine Außenpolitik das Kabinett in Einmütigkeit und Gefchloffen- heii hinter sich hat. Die Zusammensetzung der Ministdrbespvechung, in der die vier deutschnationalen Minister das Uebergewicht hatten, konnte die Befürchtung rechtfertigen, daß der deutschen Völkerbundsdelegation gewisse Bindungen auferlegt würden. Davon wird jetzt nicht mehr die Rede sein. Der Reichs- außenminister geht mit freien Händen nach Genf. Der nächste außenpolitische Kurs ist in keiner Weise festgelegt, sondern wird sich dann der Situation a n p a s s e n , die Dr. Stresemann in Genf vorfindet. Dem „Lok.-Anz." zufolge wird Reichsaußen- minifter Dr. Stresemann Berlin wahrscheinlich am Donnerstagabend oder Freitag verlassen und sich nach Norderney begeben. Reichskanzler Dr. Marx setzt seinen Urlaub in Garmisch voraussichtlich Ende der Woche sott. Das Blatt rechnet übrigens mit der Möglichkett, daß die Mitglieder der Reichsregierung diese Woche noch einmal zu einer Besprechung zusammen kommen, die als Gegenstand die deutsch-französischen Handelsvertragsverhandlungen Haden wird. Botschafter v. Hösch bei Briand. Paris, 10. Aug. (Wolff.) Der deutsche Botschafter von Hösch, der gestern nachmittag nach Paris zurückgekehrt ist, hatte heute früh eine längere Unterredung mit dem französischen Minister des Aeußeren, Briand. Zweck des Besuchs war die Wiederaufnahme der durch die lange Krankheit des Botschafters unterbrochenen persönlichen Aussprachen zwischen ihm und dem Minister des Aeußeren. Im Laufe der Unterredung kam dann eine ganze Reihe Deutschland und Frankreich inten essierender Fragen zur Sprache, wobei insbesondere die geaenroärtig schwebenden Verhandlungen über den Abschluß eines deutsch-französischen proviso- rischen Handelsvertrags einen weiten Raum einnahmen. Befatzungsabbau um etwa 5000 Mann. Paris, 10. Aug. (WTB.) Havas veröffentlichte heute mittag folgende Auslassung: In unterrichteten Kreisen bemerkt man, daß die in der ausländischen Presse veröffentlichten Nachrichten betreffend die Herabsetzung der Stärke der Be- fatzungsstreitkräfte im Rheinland nicht aus offizieller Quelle stammen. Man fügt hinzu, daß eine neue Herabsetzung der Stärke der Besatzungsstreitkräfte nicht unwahr- schein! ich sei und zu verschiedenen Maßnahmen gehöre, die noch nicht geregelt seien. Nach anderen Mitteilungen sei im Laufe des gestrigen Ministerrats eine g e wisse Herabsetzung beschlos- sen worden. Marschall PStain und General Guillaumat, die gestern nachmittag befragt worden seien, hätten sich mit den Beschlüssen der Regierung einverstanden erklärt. Die geplante Ziffer der Herabsetzung bleibe jedoch geheim. Ueber den Beschluß des gestrigen Ministerrats, in eine Herabsetzung der Stärke der Besatzungstruppen im Rheinlande einzuWilli g e n , teilt der Außenpolitiker des „Echo de Paris" mit, der Ministerrat sei entgegen den Auslassungen der offiziösen Kommuniques in dieser Frage nichteinerMeinung gewesen. Die Herabsetzung sei prinzipiell angenommen, aber für den Augenblick habe man sich noch auf feine Zister festgelegt. In französischen militärischen Kreisen sei man nicht der Ansicht, daß eine stärkere Herabsetzung über 5000 Mann in Frage kommt. Auch der „Avenir" spricht von einer Herabset - zung um 5 0 0 0 Mann und der Anweisung an Briand, jede weitergehende deutsche Forderung abzulehnen. Nach dem „Petit Pa- risien" wird der am 19. August zusammentretende Ministerrat endgültig die in Frage kommende Ziffer festlegen. „Daily Telegraph" über die Besetzungsfrage. London, 10. Aug. (Wolff.) Der diplomatische Korrespondent des „DailyTeleg raph" weist auf den heutigen deutschen Kabinettsrat hin, auf dein die europäische Lage und die Tagesordnung der nächsten Session des Völkerbundsrates zur Erörterung kommen wird. Er sagt: „Die öffentliche Meinung in Deutschland ist mehr denn je mit der behaupteten! Anergiebigkeil der Rückwirkungen von Cocarno unzufrieden. Sie würde sich vielleicht, toennj auch widerwillig, mit einer weiteren Verschiebung der Rheinlandräumung abfinden. Aber sie erwartet und verlangt zum mindesten eine wesentliche Verminderung der französischen Effektivstärke im befehlen Gebiet. Diese Verminderung wird, wie man befürchtet, vielleicht nicht erlangbar sein, nachdem Pvincare jetzt die Leitung der auswärtigen Angelegenheiten so fest in den Händen hat. In tiefem Falle wird vielleicht Stresemann in eine üble Lage kommen." Da diese Sache eigentlich außerhalb der Zuständigkeit des Dölkerbundsrates liegt, wird erwartet, daß Botschafter Hoesch angewiesen wird, sie unverzüglich der sranzö» Preußische Denkschrift gegen das Neichsschulgesetz, Berlin, 11. Aug. (WTB. Funkspruch.) Im preußischen Kultusmini st eri um wird gegenwärtig eine Denkschrift ausgearbeitet, in der die Bedenken der preußischen Regierung gegen den Reichsschulgesetzentwurf zum Ausdruck kommen sollen. Weitere Besserung der Arbeitsmarktlage. Berlin. 10. Attg. (WTB.) In der z w e i t e n Iulihälfte ist die Zahl der männlichen H a u pt- unter st ützungsempsänger von 388 000 auf 358 000 zurückgegangen, die der weiblichen von 104 000 auf 95 000, die Gesamtzahl von 492 000 auf 453 000, also um rund 39 000 gleich 8 Prozent. Die Zahl der Zuschlagsempsänger (unterstützungsberechtigte Familienangehörige) hat sich im gleichen Zeitraum von 544 000 auf 503 000 vermindert. Der Gesamtrückgang in der Zahl der Hauptunterstützungsempfänger im Juli beträgt rund 88 000 gleich 16,2 Prozent. Ueber die Krisenfürsorge liegt eine neue Zahl noch nicht vor. Keine Kandidatur Schönaichs. Die Deutsche Friedensgesellschaft teilt mit, daß sie nie beabsichtigt hat, noch beabsichtigt, sich als Partei zu betätigen und zu den Parlamentswahlen Kandidaten aufzustel- l e n. Sie fei eine überparteiliche Organisation. fischen Legierung gegenüber zur Sprache zu bringen, imb bah weiter tn vorsichtiger Weise versucht wird, die Sympathie Grohbritan- nien& und Italiens in dieser Hinsicht durch ähnliche diplomatische Kanäle zu erlangen.“ lieber den Fel dz ug des Mißtrauens, der jetzt in der französischen Presse und von mehreren belgischen Staatsmännern gegen Deutschlands friedliche Absichten geführt werde, sagt der Korrespondent: „Bisher haben sich britische und italienische Kreise von diesem Feldzug aoll- fommen femgehalten. Sollte aber Deutschland diese Frage im Dolkerbundsrat zur Sprache bringen (was Stresemann im Gegensatz zu eint* den anderen Kabinettsmitgliedern nicht gern tun würde), dann würden London und Rom ihre Ansichten mitzuteilen haben. Neue Schwierigkeiten in den Handelsvertragsverhandlungen Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 11. Aug. Aus Paris wurde gestern mit einer gewissen Enttäuschung gemeldet, daß es „trotz der vielen Sitzungen" noch nicht gelungen sei, zu einem provisorischen Handelsabk o m- m e n zu gelangen. Es wird, nachdem Fortschritte verzeichnet sind, neuerdings Samstag als voraussichtlicher Termin für den Abschluß der Verhandlungen genannt. Wir erfahren dazu, daß das Reichskabinett allerdings bereit war, bestimm- ten französischen Wünschen entgegenzukommen, nämlich einer einseitigen Diskriminierung bestimmter französischer Einfuhrwaren auf beschränkte Zeit seine Zustimmung zu geben und auf die Festlegung eines Weinkontingents zu verzichten. Nachdem aber von französischer Seite neuerbings gefordert worden ist, daß für das auf einen längeren Zeitraum (bis nächstes Jahr) bemessene Provisorium auch vorzeitige Kündigung zugelassen werden soll, ist eine neue Situation entstanden, unter der die Gewährung der erwähnten Konzessionen deshalb nicht möglich ist, weil erfahrungsgemäß für die Waren deutschen Einfuhrinteresses, also nicht Stapelgüter, sondern z. B. Maschinen und öffentliche Einrichtungen, längere Fristen für den Geschäftsabschluß erforderlich sind, als z. B. für die Ausfuhr französischer Weine nach Deutschland. Die Situation ist also durch diese französische Forderung neuerdings unklar geworden, und es wird einer Abänderung dieser Forderung bedürfen, um die im übrigen weit fortgeschrittene Einigung zum Ziele gelangen zu lassen. Kommunistisches Fiasko im Saargebiet. Paris, 10. Aug. (WTB.) Der von der kommunistischen Partei proklamierte Streik aller Arbeiter im Saargebiet hat ein völliges Fiasko erlitten. Am Mittwoch, 10. August, folgten der kommunistischen General- streikparole nur die Belegschaft der Grube „Velsen“ und ein Teil der Belegschaften der Gruben Dudweiler und Camphausen. Aus den übrigen Industriezweigen folgte überhaupt kaum ein Arbeiter der Aufforderung zum Generalstreik. Am heutigen Nachmittag finb die Gewerkschaften mit dem Präsidenten der RegierungskornMission und dem Mitglied der Regierungskommission Kost- mann in Verhandlungen eingetreten. Zweireichsdeutsche Kommunisten, die von der Reichsregierung strafrechtlich verfolgt werden, sind von der Regierungskorn- mission des Saargebietes ausgewiesen worden, weil sie das Asylrecht in gröbster Weise mihbraucht und in unerhörter Form polit ische Agitation betrieben haben. Dom Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold. Magdeburg, 10. Aug. (WTB.) lieber die gestern abend hier abgehaltene Bundesvorstandssitzung des Reichsbanners Schwarz-Rot-Golb wird vom Bundesvorstand mitgeteilt: „An der Bundesvorstandssihung nahmen alle Bundesvorstandsmitglieder aus den verschiedenen Parteien teil. Bundesvorsitzender H ö r s i n g gab einleitend einen lleberblia über die jüngsten Ereignisse. Er legte noch einmal die Gründe dar, die ihn bewogen haben, sein Qlmi als Oberpräsident niederzulegen. Er schilderte die Lage, aus der heraus er sich zu seinem sogenannten Wiener Aufruf berechtigt und verpflichtet fühlte. Er würdigte die gegen den Aufruf vorgebrachten Bedenken und versicherte, er habe sich überzeugt, daß der Austritt des Reichskanzlers Marx aus dem Reichsbanner der Schritt des Reichskanzlers und nicht der Schritt les Parteiführers gewesen ist. Hörsing erklärte, er werde an der überparteilichen Grundlage des Reichsbanners nicht rütteln lassen. Das Reichsbanner dürfe nicht zum Anhängsel der in ihm vertretenen Parteien herabgedrückt werden. Er werde von sich aus alles tun. um auch bei dringenden Anlässen vor Erlaß wichtiger Kundgebungen das Einverständnis aller Bundesvorstandsmitglieder einzuholen. Als Wortführer der Kameraden der Zentrums- Partei sprachen Reichstagsabgeordneter Dr. Bohner, Major a. D. Hauff und für die Sozialdemokraten Höltermann und Krüger. Die eingehende, in kameradschaftlicher Form geführte Aussprache ergab, daß es keine unüberbrück- baren Meinungsverschiedenheiten im Reichsbanner gibt. Alle Redner wünschten die engste Fühlungnahme und ständige Verbundenheit in allen Organen des Bundes, um das Handeln des Reichsbanners jederzeit in Uebereinstimmung mit seiner Ueberparteilichkeit zu bringen. Don Kreisen, die dem Reichsbanner fremd ober feindlich gegenüberstehen, ist behauptet worden, die organisatorische Struktur des Reichsbanners bedinge ein Uebergewicht der Sozialdemokraten. An Hand einer Aufstellung über die Zusammensetzung der Gauvorstände wurde nachgewiesen, daß Gaue, deren Mitglieder weit überwiegend aus Sozialdemokraten bestehen, von Gauvor- ständen geführt werden, in denen Demokraten und Zentrum die Mehrheit besitzen. Es wurde festgestellt, daß grundlegende organisatorische Aenderun- gen nicht notwendig sind, um die Ueberparteilichkeit der Führung zu sichern. In den Vorschlägen über die Herstellung engerer Verbindung zwischen den Bun- desvorstandsmitgliedern begegneten sich die Redner aller Parteien. Mordversuch auf dem Pariser Sowjet-Konsulat Paris, 10. Aug. (WB.) Eine Russin, die auf dem Sowjetkonf ulat tn Paris erschienen war, um ein Paßvisum nach ihrer Heimat zu verlangen, zog nach kurzer Diskussion einen Revolver und gab auf den Porti er des Konsulats einen Schuß ab. Der Portier muhte in schwer verletztem Zustande nach dem Krankenhaus gebracht werden. Die Russin erklärte dem Polizeilonmrissar, sie sei aufs Konsulat gekommen, um die erste beste Person, die stch ihr zeige, zu töten. Rach dieser Aussage war keine weitere Erklärung aus ihr herauszubekommen. Coolidges Verzicht auf Wiederwahl Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers". Berlin, 11. Aug. Die Erklärung, die der amerikanische Präsident C o o l i d g e vor einigen Tagen abgegeben hat, und wonach er bei der nächsten Wahl nicht kandidieren wird, hat zu vielen Kommentaren und Interpretationen Anlaß gegeben. In der Tat ist noch Zeit genug, um diesen Entschluß entweder zurückzunehmen, oder in einer keiner Deutung fähigen Form neuerdings kundzugebendenn die Präsidentenwahl fiirdet'erst am 4. Rovember n. I. statt. Gerade deshalb schien es etwas auffällig, daß Coolidge schon jetzt mit einer Erklärung hervor- tcat. Man findet. aber die Erklärung dafür ziemlich leicht, wenn man diesen Schrttt des amerikanischen Präsidenten mit den jüngsten Genfer Ereignisfen in Zusammenhang bringt. Denn die neue Flottenabrüstungskonferenz war des Präsidenten eigenes Werk und ihr Scheitern fällt auf ihn und damit auf die republikanische Partei zurück, wenn auch das Ergebnis keineswegs zu Hngunften Amerika spricht, das aus steuerlichen Gründen zwei- sellos ehrlich eine Verminderung der Rüstungen anstrebte Dieser Mißerfolg summiert sich aber mit einer Reihe anderer: Mit dem Richtzustande- kommen des amerikanischen Beitritts zum Haager Internationalen Gerichtshof, für den Amerika eine Reihe von Vorbehalten gemacht hatte, die von den anderen Mächten nicht gebilligt wurden, mit den Schwierigkeiten der Farmer und mit dem Scheitern der amerikanischen Vermittlung zwischen Peru und Chile in dem Konflikt wegen Tacna-Arica. Auch in bezug auf die FreigabebiU ist die Regierungspolitik Washingtons nicht gerade sehr glücklich, oder doch wenigstens sehr erfolgreich gewesen. Es mag deshalb fein, daß dem Präsidenten Coolidge aus den Reihen feiner eigenen Partei, der Republikaner, die ja gegenüber der verfassungsmäßigen Machtfülle des amerikanischen Präsidenten eigentlich das einzige Korrektiv bildet, Stimmen ent- gegengeklungen sind, die ihm die Aussicht seiner Kandidatur für das nächste Jahr nicht groß genug erscheinen lassen, um sich ihr bei allem persönlichen Prestige und bei der Wettschätzung seines Charak- ters, die zweifellos eine allgemeine ist, ohne weiteres aussetzen zu wollen. Aber es ist auch nicht ausgeschlossen, daß er mit seiner nicht ganz eindeutigen Aeußerung zunächst einen Meinungsstreit darüber provozieren wollte, ob er in der Tat innerhalb seiner eigenen Partei nicht mehr in dem Maße persona gratissima ist, wie das für die erfolgreiche Führung eines amerikanifchen Wahlfeldzugs Vor- ausfetzung ist. Und daß er demnach im weiteren Verlauf der Diskussion je na<6 seinen Chancen sich doch noch bewegen lassen würde, einem Ruf der Partei Folge $u leisten. Denn eine Persönlichkeit, die sich als Präsidentschaftskandidat von allen anderen abheben würde, scheint im Augenblick nicht zur Verfügung zu stehen. Unter den Republikanern kämen sowohl Hoover, wie General Dawes, der augenblickliche Vizepräsident, in Frage. Die Demokraten nennen den Gouverneur des Staates New york, Smith, dessen katholische Kcmfession allerdings als eine Neuerung bei der Auswahl von Prä- sidentschaftskandidaten lebhafte Erörterungen bereits hervorrief und weiter Hervorrufen würde. Der häusliche Streit in Rußland. Moskau, 9. Aug. (WTB.) Das vereinigte Plenum des Zentralkomitees und der Zentralkontrollkommission der kommunistischen Partei hat, obwohl es auf den Ausschluß Trotzkis und Sinowjews verzichtete, eine scharfe Resolution angenommen, in der der Opposition der Vorwurf gemacht wird, daß sie trotz der wachsenden Kriegsgefahr die Arbeit der Partei zur Verstärkung der Landesverteidigung unterwühle Insbesondere nimmt das Plenum Anstoß an der „fast defaitistischen Theorie“ Trotzkis, der 'unter Berufung auf das Beispiel Clömenceaus den Wechsel leitender Organe forderte, um sodann die Verteidigung zu organisieren. Wenn Trotzki und Sinowjew im Interesse des Friedens innerhalb der Partei im Zentralkomitee belassen werden sollten, dann nur unter der Voraussetzung, daß sie sich von der Theorie Trotzkis lossagen und sich vorbehaltlos auf den Boden der Verteidigung der Sowjetunion stellen, alle Beziehungen zu der deutschen Gruppe Ruth Fischer-Ur- bahn abbrechen, sich von der Politik der Spaltung der kommunistischen Partei lossagen und sich verpflichten, alle Beschlüsse der Partei und ihres Zentralkomitces zu erfüllen. Die Entschließung weist nachdrücklich darauf hin, daß die Oppositionsführer diese Bedingungen erst angenommen haben, nachdem bereits die einstweilige Entschließung über den Ausschluß Sinowjews und Trotzkis angenommen wurde. Das Plenum sei deshalb weit davon entfernt zu glauben, daß diese verspätete Annahme der Bedingungen ausreiche, um den notwendigen Frieden zu sichern. Angesichts der Erfahrungen mit der analogen Erklärung der Opposition im Jahre 1926 habe das Plenum keine Veranlassung, die Garantie dafür zu übernehmen, daß die Schtttte der Opposition vollkommen ausrichtig sind. In der Erklärung der Opposition, die von Trotzki, Sinowjew, Kamenow, Ralowski, Pjatakow, Smilja, Jewdokimow und noch sechs Oppositionellen unterzeichnet ist, heißt es, daß man der Berufung Trotzkis auf Clemen- ceau eine falsche Auslegung gegeben habe, die entschieden zurückgewiesen wird. Hinsichtlich der Beziehungen zur Gruppe Ruth Fischer—Urbahn erklärt die Opposition, daß es notwendig sei, der Schaffung einer neuen Partei in Deutschland vorzubeugen, und schlägt deshalb vor, der Gruppe die Rückkehr in die Komintern zu gestatten, wenn sie das Erscheinen ihres Presseorgans einstelle und sich allen Beschlüssen der Komintern unterwerfe. 3m übrigen nehmen die Mitglieder der Opposition die ihnen auferlegten Bedingungen an und verpflichten sich, die Fraktionselemente zu liquidieren, auf die Spaltungsbestrebungen zu verzichten und samt- liche Beschlüsse der Partei zu erfüllen. Moskau über die politische Weltlage. Moskau, 10. Aua. (WTB.) Telegraphenagentur der Sowjetunion. Die vom vereinigten Plenum des Zentralkomitees und der Zentralkontrollkommission der kommunistischen Internationale nach einem Referat Bucharins angenommene Entschließung zur Internationalen Lage stellt fest, daß die gegenwärtige Lage in erster Linie durch die überaus gespannten Beziehungen zwischen England und der Sowjetunion einerseits und die impettalistifch-militärische Intervention in China andererseits gekennzeichnet sei. Das System diplomatischer und militärischer Bündnisie gegen die Sowjetunion, das die Linie der sogenannten Einkreisung der Sowjetunion verfolgt, sei die bezeichnendste Erscheinung des gegenwärtigen Augenblicks. Die ideologische Vorbereitung für den Krieg gegen die Sowjetunion übernimmt neben der Bourgeoisie auch die internationale Sozialdemokratie neoft den ultralinken Renegaten des Kommunismus. Der Kriegsgefahr entgegenwirkende Faktoren find neben dem Kampf der Arbeiterklasse gegen den Krieg die Interessengegensätze zwischen den ver- schiedenen kapitalistischen Mächten und kapitalistischen Gruppen innerhalb der einzelnen Länder. Hinsichtlich der Politik der Sowjetunion hebt die Entschließung hervor, daß sie vor allem Friedenspolitik treibe. In ihrem Kampf um den Frieden muß die Sowjetregierung auch wirtschaftlich zweckmäßige Beziehungen mit den kapitalistischen Staaten eingehen. Zugleich wird die Sowjetregierung mit allen Mitteln die Grundlage ihrer wirtschaftlichen und staatlichen Derfasiung vetteidigen. Die Hinrichtung Saccos und vanzettis verschoben. Boston, 10. Aug. (WB.) Oberrichter Sande r s o n hörte heute mittag die Einwände der Verteidiger Saccos unt> Vanzettis an, die gegen die Entscheidung, wonach ein Rechtsirrtum nicht vorliege, Einspruch erhoben. Sacco ist offenbar entschlossen, seinen bereits zwei Wochen währenden Hungerstreik bis zuletzt fortzusetzen. Er hat auch heute abermals das Frühstück zurückgewiesen, ebenso wie Vanzetti. Sacco hat sich geweigert, die ihm von feinem Verteidiger im Gefängnis vorgelegte Habens Cvrpus-Petition zu unterzeichnen. Vanzetti hat den Antrag unterzeichnet. Die Anwälte Saccos und Vanzettis hatten eine zweistündige Konferenz mit Richter Holme s. Die Richter wie die Anwälte lehnten jede Aeußerung über die Unterredung ab. Boston. 10. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die Beratungen im Staatshause endeten mit dem Beschluß, die Hinrichtung von Sacco und Danzettt zu verschieben. Gegen Mitternacht gab Gouverneur Fuller dem Gefängnisvorsteher den Beschluß von dem Strafaufschub bekannt. Die Gefangenen nahmen die Nachricht von dem Strafaufschub ohne Zeichen von Erregung entgegen. Rur D anzett i erklärte, er freue sich Sacco und Madeirvs erklärten, sie hätten nichts zu sagen. Die Rachricht von dem Strafaufschick für Sacco und Vanzetti verbreitete sich mit großer Schnelligkeit. In weniger als einer halben Stunde nach der Bekanntgabe begann die Zurück- ziehungder schwer bewaffneten Polizei vorn Gefängnisgebäude. Bombenexplofion in Basel. Basel, 10. Aug. (WTB.) Heute nachmittag fand auf dem Marktplatz eine große Protestkundgebung zugunsten Saccos und Vanzettis statt. Rach 8.30 Uhr wurde in dem Straßenbahn st ationsgebäude am Barfüßerplatz eine Bombe zur Explosion gebracht, durch welche fünfzehn bis zwanzig Personen zum Teil schwer verletzt wurden. Einer der Verletzten dürfte kaum mit dem Leben davonkommen. Der Wartesaal und die Telephonkabine, in der die Bombe gelegt worden war, wurden vollständig zerstött. Don dem Täter fehlt bis zum Augenblick noch jede Spur. Prozeß gegen französische Reservisten. Paris, 10. Aug. (WB.) Dor dem Kriegsgericht in Paris hat die Derhandlung gegen 10 Reservisten von Versailles vom 1. Pio- nier-Rogiment begonnen, gegen die Anklage wegen Gehorsamsverweigerung erhoben tourte. Rach |ber Havasagentur liegen dem Prozeß folgende Tatsachen zugrunde: Der Hauplangeschuldigte, der mit 64stündiger Verspätung vom Urlaub zurückgekehrt war Und diese Verspätung mit der Krankheit seiner Frau entschuldigte, war mit 15 Tagen Gefängnis bestraft worden. Diese Strafe schien feinen Kameraden zu hart und sie manifestierten daheö unter dem Gesang der Internationale in der Kaserne. Eine Anzahl von ihnen beschloß sogar, zum Exerzieren nicht in Ausrüstung zu erscheinen. Trotz der Vorstellungen der llnterofsiziere weigerten sie sich, ihre Waffen mitzunehmen. Die erste Zeugenvernehmung stimmte darin überein, daß die Soldaten gegen die allzu strenge und ungerechtfertigte Bestrafung eines Kameraden protestieren wollten, während in der Anklage die Auffassung vertreten war, daß die Kundgebung nicht spontan erfolgte, sondern g?gen Vorgesetzten gerichtet war. Kleine politische Nachrichten. Der Magistrat der Stadt Potsdam hat gestern vormittag folgenden Beschluß gefaßt: Da die Flaggen-Rotverordnung vom 9. August 1927 in den gesetzmäßigen Formen bekanntgegeben worden ist, muß am diesjährigen Verfassungstage nach Anweisung der Regierung verfahren werden. Der Magistrat beschließt jedoch, zum Schutze des Selbstverwaltungsrechts die Entscheidung des Staatsgcrichtshofs anzurufen. ♦ Am Dienstag gab der Leiter der Dienststelle der Marineleitung, Kapitän z. S. Geyer, den Offizieren des amerikanischen Kreuzers „Detroit" ein Essen. Gestern mittag fand im Hause Wedell in Hamburg ein vom Senat gegebenes^ Frühstück statt. Später folgte eine Fahrt nach Fnedrichs- ruh, wo die amerikanischen Gäste vom Fürsten Bismarck empfangen wurden. Donnerstag gibt Kommandant Burrage einen Empfang an Bord der „Detroit“. Abends folgen die Amerikaner einer Einladung des amerikanischen Klubs. Der Danziger Eisenbahn-Delegierte hat bei der polnischen Eisenbahnverwaltung dringliche Vorstellungen dagegen erhoben, daß das polnische Eisenbahnministerium angeordnet hat, die am 1. August eingetretene Ermäßigung des deutschen Gütertarifs für das Danziger Gebiet nicht zu übernehmen. Der bevorstehende Transozeanflug. Die letzten Maßnahmen in Dessau. Berlin, 10.Aug. (WB.) Eine Berliner Korrespondenz meldet aus Dessau: Die beiden Jun- kers-Ozeanmaschinen werden auf jeden Fall im Laufe des Donnerstags start- fähig sein. Beide tragen am Rumps die Namen „Europa^' bzw. „Bremen" und am Motorvorbau die Bezeichnung Junkers. Die dritte Maschine unternahm heute abend unter Führung''des Piloten Harder einen kurzen Probeftug. Es steht noch nicht fest, ob das britte Flugzeug lediglich mit Post oder mit einem Vertreter der deutschen Presse starten wird. Jrn ersteren Falle werden die drei Flugzeuge gleichzeitig starten. Sollten sich Vertreter der deutsche^ Presse melden, bann wird die dritte Maschine etwa zehn bis zwölf Stunöen später auf- steigen. Aus dem Referat des Meteorologen der Junkers- werke, G u t e z e i t, iiK Rahipen dc^ heutigen Pressebesprechung ist heroorzuheben, daß von morgen ab mehreremale täglich über die Entwicklung des Wetters auf dem Atlantik Bericht erftat- tet wird. Gutezeit betonte, daß im Juli und anfangs August die Wetterverhältnisse auf dem Atlantik am günstigsten seien. Die Route der Flugzeuge werde über Wolfenbüttel, Hannover, Teoeningen, Fastanetrock und Ipswich führen. Könneckes Vorbereitungen. Travemünde, 10. Aug. (WTB.) Um 11 Uhr vormittags erschien Könneckes Flugzeug wieder über dem Travemünder Flughafen und warf die Meldung ab, daß an Bord alles wohl fei. Den Probeflug führen Pilot K ö n n e tf e und fein Ozeanflugpassagier Graf Solms aus. Das Flugzeug, das voraussichtlich den Namen „Germania" erhalten wird, steht in ständigem funkentelegraphi- schen Wechselverkehr mit den Flughäfen Warnemünde und Hamburg-Fuhlsbüttel. — Um 13.15 Uhr ist Könnecke mit seinem Ozeanflugzeug nach fast 19ftünbigem Flug glattgelandet. Der Motor und die weiteren Einttchtungen haben sich ausgezeichnet bewährt. Berlin, 10. Aug. (WTB.) Die Berliner Flughafengesellschaft teilt im Auftrag des Flie- gers Kon necke folgendes mit: Morgen Donnerstag, den 11. August, zwischen 1 und 4 Uhr nachmittags, trifft der Amerikaflieger Könnecke in Begleitung seines Mitfliegers Grafen Solms mit seinem Caspar-Flugzeug D1145 auf dem Flughafen Berlin-Tempelhof ein. Rach Erledigung feiner letzten Startvorbereitungen wird er am nächsten Tage. Freitag, den 12., nachmittags 4 Uhr, vom Flughafen Berlin-Tempelhof starten, um über Köln, wo er noch seine Benzinvorräte ergänzen wird, den Flug über den Ozean anzutreten. Das Ozeanflugzeug wird auf dem Flughafen zur Schau gestellt. Da dem Flieger von anderer Seite eine finanzielle Unterstützung nicht zuteil wurde, hat die Flughafendirektion sich in großzügiger Weife bereit erklärt, die gesamten Reineinnahmen vom Donnerstag und Freitag Könnecke zur Verfügung zu stellen. Als Eintrittsgeld wird eine Mark erhoben. Levine und Drouhin startbereit. Paris, 11. Aug. (WTB. Funkspruch.) Levine und Drouhin haben alles für den Start der „Miß Columbia" vorbereitet, da sich die Wet- terlage zu bessern scheine. Es verlautet, sie würden möglicherweise bereits m o r g e n aufsteigen. Eine Äußerung Levines läßt die Möglichkeit einer Landung in Philadelphia und nicht, wie ursprüng. lich geplant, in Neuyork, zu. Aus aller Welt. Die gefährliche Löwe-Ballade. Am Sonntag fang in Bad Ems der Dariwnist Geiße-Winkel vom Wiesbadener Staatstheater bei einem Konzert u. a. zweimal die Ballade „Fridericus Rer" von Löwe als Zugabe. Später verlangte die Befagnngsbehörde den Text der Ballade. Es wurde ihr die treffliche Antwort zuteil, daß dieses beliebte Lied in jeder Musikalienhandlung zu hohen sei. Die Erfinder überlaufen die Coffericbireftion. Gestern sind zahlreiche Erfinder bei der Generallotteriedirektion in Berlin gewesen, um sie für ihre Ziehungs-Maschinerien zu interessieren. Obwohl noch die Prüfung der Modelle vorgenommen werden muß, ist es wahrscheinlich, daß schon die nächste Ziehung der Preußisch- Süddeutschen Klassenlotferie im Oktober auf maschinellem Wege erfolgt. Spinale Kinderlähmung in Halle. In Halle (Saale) sind 29 Fälle von spinaler Kinderlähmung bekannt geworden. Die meisten erkrankten Kinder befinden sich im Alter von ein bis sechs Jahren. Von maßgebender Seite wird versichett, daß kein Grund zur Beunruhigung vorliege. Das Anwachsen der Krankheit erkläre sich aus der stärkeren Empfänglichkeit in den Sommermonaten. Blitzschläge in eine Infanteriekolonne. Wie aus Krakau gemeldet wivd, überraschte gestern ein starkes Unwetter ein Bataillon des 16. polnischen Jnfantetteregiments. Als die Soldaten in einen Wald einmarschierten, schlugen plötzlich mehrere Blitze kurz hintereinander in die Truppe ein, wobei 45 Soldaten schwer verletzt wurden. Leun Menschen durch Erdrutsch getötet. Aus Budapest wird gemeldet: In der Ortschaft Regöly erfolgte ein Erdrutsch. Drei Ziaeunerfami- lien von zusammen neun Personen, Die in Aushöhlungen des sandigen Ufers wohnten, wurden dabei verschüttet und konnten nur als Leichen geborgen werden. Wettervoraussage. Zeitweise wechselnd wolkig, auch aufheiternd, Temperaturen schwankend außer Steigung zu Gewitterstörungen mit Gewitterregen, trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 25,9 Grad Celsius, Minimum 13,6 Grad Celsius. Riederschläge: 9,0 Millimeter. Sonnenscheindauer 61/4 Stunden. Heutige Morgentemperatur: 18,2 Grad Celsius Witterungsaussichten fürSamS- tag: 3m allgemeinen keine wesentliche Aenderung der Wetterlage de wri«° b- S3*"81”? rufen. a~ M Dir Jtcäfle Ju stern. die unb noch e schon Q fahrt cM Aus den die SntWid ÜcberraW 1908 die er jedes IG ede dindlcn A forb. londef rasche Aus [ere Lebens! In Que Personen 2 umfang alt Squatters - Herden zu Aeroplane i Unlerbrinss für wenige acht Aerob solches Flu zeuge für haben find gemindert f veraltet gel auf bem 5o Zunehm Verkehrs, zi physischer 21 einer noch g gen Aerkehri geistige Leb teil uns erst der drahtil grenzte Mi Fernsehapp m jedem H den die 6z< allen Teilei Ohren versc Perspel Erste 5 Leider kerung oft erste Hilfe achten. Di angewandt dessen bett stehende I ein Aatge Arten hon stö.Mch, b Me eines den muh. Del Z Dunde nach nur wem di obeekochtem gewordene ist ein Eindringen \ Dunde. Air band an. DeiDr die Bunde mittels eine M man £ Kartoffeln, Trandtvund schweren D mit doppel! Drandl fort verbind -..Dm I L'ngung, r M in die "rmgt und Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 11. Augnst 1927. Perspektiven der Verkehrstechnik. Der Philosoph, der Staatsmann und der Politiker haben nur noch geringen Einfluß auf die großen Veränderungen Im Leben der Völker. Während der letzten 100 Jahre haben die Fortschritte der Wissenschaft in den menschlichen Lebensformen größere Wandlungen hervorgerufen. als in voraufgegangenen Jahrtausenden vor sich gingen. Welche weiteren Veränderungen werden in den nächsten 50 Jahren zu erwarten fein? Wird der Mensch imstande sein, die Kräfte zu seinem eignen Wohlergehen zu meistern, die ihm die Wissenschaft erschlossen hat und noch erschließen wird, Kräfte, die, wie sich schon genügend gezeigt hat, menschliche Wohlfahrt ebenso zerstören wie aufbauen können? Auf dem Gebiete des Transports verspricht die Entwicklung des Flugwesens die meisten lleberraschungen zu bringen. Seitdem im Jahre 1908 die erste Maschine sich beflügelte, brachte jedes Jahr, mit der Zeit jeder Monat und fast jede Woche, einen neuen Rekord weiten oder schnellen Fliegens. Es ist jedoch nicht der Rekord. sondern der regelmäßige Dienst und die rasche Ausbreitung des Flugverkehrs, die un- sere Lebensformen zu verändern beginnen. In Queensland, in Australien, wo einzelnen Personen Viehweiden von größerem Flächenumfang als England gehören, beginnen die Squatters Aeroplane für die Desichtigung ihrer Herden zu benutzen. In London wurden schon Aeroplane mit zusHimnenfaltbaren Flügeln, die die Unterbringung in gewöhnliche Garagen gestatten, für weniger als 16 000 Mk. verkauft. Es gibt acht Aerodroms, in denen man lernen kann, ein solches Flugzeug zu bedienen. Wenn erst Flugzeuge für V6 dessen, was sie. heute kosten, zu haben sind und das Risiko noch ein wenig herabgemindert sein wird, dürfte der Motorwagen als veraltet gelten, weil der Aeroplan sich sowohl auf dem Boden wie über ihn bewegen kann. Zunehmende Geschwindigkeit des physischen Verkehrs, zunehmende Befreiung von der Last physischer Anstrengung wird begleitet fein von einer noch großartigeren EntwiÄung des geistigen Verkehrs. Der Bedeutung des Radio für das geistige Leben breitester Volksschichten werden wir uns erst allmählich bewußt. Der Entwicklung der drahtlosen Telephvnie harren noch unbegrenzte Möglichkeiten. Rach 25 Jahren werden Fernsehapparate so standardisiert sein, daß sie fast in jedem Heim zu finten sein werden. Wir werden die Szenen der Zeitgeschichte, wie sie sich in allen Teilen der Erde abspielen, mit Augen und Ohren verfolgen können. Perspektiven! Erste Hilfe bei Unglücksfällen. Leider ist bei einem großen Teil der Bevölkerung oft noch eine ziemliche Unklarheit über die erste Hilfeleistung bei Llnglückssällen Au beobachten. Die unglaublichsten Mittel werden oft angewandt, die teilweise gerade das Gegenteil dessen bewirken, was erreicht werden soll. Rachstehende kurze Ausführungen sollen versuchen, ein Ratgeber für die am meisten vorkommenden Arten von Unfällen zu sein. Es ist selbstverständlich, daß bei schwereren Fällen immer die Hilfe eines Arztes in Anspruch genommen werden muß. Bei Schnittverletzungen ist die Wunde nach Möglichkeit trocken zu behandeln und nur wenn diese beschmutzt ist, reinige man sie mit abgekochtem Wasser. Das auf der Wunde hart gewordene Blut wasche man nicht ab, denn es ist ein natürliches Schutzmittel gegen das Eindringen von Staub und Unreinigkeiten in die Wunde. Am besten legt man sofort einen Verband an. Bei Brandwunden übergieße man gleich die Wunde mit Salatöl und schließe sie dann mittels eines guten Verbandes von der Luft ab. Hat man Oel nicht zur Hand, so tun auch rohe Kartoffeln, in Schäden geschnitten, auf die Brandwunde gelegt, sehr gute Dienste. Bei schweren Verletzungen bestreue man die Wunde mit doppelkohlensaurem Ratron oder lege eine mit Drandliniment dick bestrichene Watte darauf und verbinde sie gut. Bei Insektenstichen ist die Hauptbedingung, nicht zu kratzen, da dadurch dos beim Stid> in die Haut gekommene Gift weiter ein* dringt und so leicht zur Blutvergiftung führen kann. In der heißen Jahreszeit ist eS am besten, sich bei jedem Ausflug mit einem Fläschchen Salmiakgeist zu versehen. Bei Vergiftungen sind sofort starke Brechmittel zu reichen. Hat man nichts anderes zur Hand, so lasse man starkes Salz- oder Seifenwasser einnehmen. Auch das Kitzeln des Halses mit einer Feder ruft einen starken Brechreiz hervor. Bei Vergiftungen ist in jedem Fall schnellstens ein Arzt herbeizuholen. Rei Wundlaufen der Füße reinige man die wunde Stelle sorgfältig mit Wasser von etwa daranhängenden Wollfasern, Schmutz oder dergleichen und reibe sie mit Lanolin ein. Auch bestreicht man vorteilhaft ein Stück reines Leinen mit Salizyltalg und bedeckt damit die wunde Stelle. Bei Ohnmacht lege man den Körper horizontal, lockere die anschließende Kleidung und besprenge die Schläfen mit kaltem Wasser. Gut ist auch das Einreiben der Schläfen mit Zitronenoder Essigwasser. Ebenso zeitigt der Geruch von Salmiakgeist guten Erfolg gegen derartige Anfälle. Gießener Wechenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Vutter 170 bis 190, Matte 25 bis 30, Käse (10 St.) 60 bis 130, Wirsing 15 bis 20, Weißkraut 15, Rotkraut 25 bis 30, gelbe Rüben 15 bis 20, rote Rüben 10 bis 15, Spinat 30, Römischkohl 15, Dohnen, grüne 10 bis 15, gelbe 15 bis 20, Tomaten 25 bis 40, Zwiebeln 15, Meerrettich 100, Rhabarber 15, Pilze 35 bis 40, Kartoffeln/ 6 bis 7, Frühäpfel 25 bis 35, Falläpfel 8 bis 10, Dirnen 25, Kirschen 20, Heidelbeeren 30 bis 40, Stachelbeeren 25 bis 30, Johannisbeeren 25 bis 30, Himbeeren 40, Preiselbeeren 60, Pflaumen 20, Zwelschen 30 bis 70. Mirabellen 35 bis 70, Reineclauden 30, junge Hahnen 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 110 Pf. das Pfund,' Eier 13 bis 14, Blumenkohl 20 bis 60. Salat 5 bis 10. Salatgurfen 20 bis 40. Einmachgurken 3 bis 5. Endivien 10. Ober-Kohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 Ps. das Stück: Radieschen Bd. 10 Pf. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. Verfassungsfeier für 1927: 8.15 Uhr im Stadttheater. — D. f. B.: 8 Uhr, Universitäts-Caf6, Jugendver- fammlung. — Palast-Lichtspiele: „Der Feldherrn- hügel". — Astoria-Lichtspiele: „Die Flucht in den Zirkus". — Aus dem Staött^eaterbureau wird uns geschrieben: Vielseitigen Wünschen aus den Kreisen des Publikums entsprechend, findet am Dienstag. 16. August, abends 8 Uftr, eine Wiederholung von „D e r ©arten Eden" von Rudolf Dernauer und Rudolf Oesterreicher statt. Das Stück hatte bei seiner Erstaufführung im Stadttheater am 2. August einen starken Erfolg, der zum Teil der spannenden Handlung des vorzüglich auf Wirkung gearbeiteten Werkes, zum Teil aber auch der geschickten Inszenierung und flotten Darstellung zuzuschreiben war. Es ist zu hoffen, daß auch die zweite Aufführung von „Der ©arten Eden" ein stark besuchtes Haus bringen wird. ** Das gestrige Gewitter, das sich zwischen 8 und V,9 Uhr abends über unserer ©egend entlud, brachte zum ersten Male seit längerer Zeit wieder ausgiebige Riederschläge und dürfte zugleich einen fühlbaren Temperaturumschwung nach den hinter uns liegenden heißen Tagen einleiten. Der Landwirtschaft dürste der starke Regenguß nur willkommen gewesen fein; irgendwelcher Schaden ist, soweit bekannt, nicht crngerichtet worden. •* Ein kleiner Mansardenbrand entstand gestern nachmittag gegen 4V< Uhr im Hause Mühlstraße 5 in der Wohnung von Plank. Die Feuerwache wurde sofort benachrichtigt, jedoch nahmen beherzte Leute inzwischen mit dem Feuerlöschappavat bereits die Bekämpfung der Flammen vor. Als ein Feuerwehrmann nach wenigen Augenblicken an der Brandstelle erschien, war die Gefahr schon beseitigt. Gin Teil der Fußbodenbekleidung ist durch die Flammen zerstört worden, außerdem sollen dem Besitzer die Kanarienvögel znitverbrannt sein. *’ Der Siebenschläfer im Bett. Eine unliebsame Ueberraschung erlebte am Dienstagabend ein auf der Wellersburg beschäftigtes junges Dienstmädchen. Als das Mädchen sich abends zur Ruhe begeben wollte, fand es zu seiner Bestürzung einen unerwarteten Gast in Gestalt eines zierlichen graubepelzten Ragetieres im Bett vor, das später von sachkundiger Seite als ein Siebenschläfer festgestellt werden konnte. In der begreiflichen Aufregung wurde das ziemlich selten vorkommende Tier leider nicht gefangen, sondern getötet. * * ©ruppengepäckmarsch unseres Bataillons. Das Grenadier-Bataillon veranstaltete gestern vormittag als Auftakt zu seinen diesjährigen sportlichen und militärischen Wettkämpfen einen ©ruppengepäckmarsch (volle Belastung) über 20 Kilometer. Die Strecke führte über Straften und Wege durch wechselndes Gelände und wurde den Führern der Gruppen erst unmittelbar vor dem Start bekanntgegeben. Die Gruppen (1 Führer, 8 Mann stark) mußten mit mindestens 7 Mann in möglichst kurzer Zeit das Ziel erreichen. Da der Marsch gleichzeitig eine Vorbereitung auf die demnächst beginnenden Manöver war, beteiligten sich die Kompagnien in ihrer ganzen Stärke an diesem sportlichen Wettkampf, aus dem die Gruppe Unteroftz. Jung, 1. Kompagnie, mit 9Mann in der guten Zeit von 2 Stunden 50,27 Minuten als Sieger hervorging. Zweiter wurde die Gruppe Unteroftz. L i p p e r t 2. Kompagnie, mit 7 Mann in 2 Stunden 51,23 Minuten, 3. Gruppe Unter» vftizier Hüfner, 3. Kompagnie, mit 7 Mann in 2 6tunten 57,49 Minuten. — Bei dieser Gelegenheit sei erneut auf daS militärische Sportfest unseres Bataillons hingewiesen, deften Haupt- entschei düngen am Sonntag, 21. August, im Universitäts-Stadion ausgetragen werten. "Die Tagung des Verbandes der Hessischen ©eschichts- und Altertumsvereine findet am 20. und 21. August in Büdingen statt. Am ersten Tage ist u. a. ein Lichtbildervortrag von Dr. B. Lade über „Die Entwicklung ter Stadtbefestigung in Büdingen", am zweiten ein Lichtbildervortrag von Prof. Dr. Aubin, Gießen, über „Die historisch-geographischen Grundlagen ter hessischen Geschichte" vorgesehen. (Räheres in der heutigen Anzeige) ** Farbenänderung der 5-Pfennig- Marke. Da die neue 8-Pfennig-Marke mit dem Kopfbildnis Beethovens — wie die Marke zu 20 Pf. — in dunkelgrüner Farbe vorgesehen ist, wird künftig, um Verwechslungen zu vermeiden, die Marke z. 5 Pf. mit dem Kopfbildnis Schillers in einem helleren Grün als bisher hergestellt. ' Ein weiterer Block Rotwohnun- g e n bei ter Margarethenhütte ist in den nächsten Tagen bezugsfertig. Hiermit ist die Anzahl der dort erstellten Wohnungen auf 37 gestiegen. " Behelfsbauten der Gewerbeschule. Mit der Erbauung von Behelfsbauten für Zwecke der Gewerbeschule in der Rodheimer Straße ist seit einigen Tagen begonnen worden. Es werden sieben Schulsäle mit Rebenräumen und Aborten erstellt, die bis zum 1. Oktober in Benutzung genommen werden sollen. • ' Landesjugend-Sonntag inHes- s c n? Die evgl. Landeskirche in Hessen, als die einzige in Deutschland, hat den Landesjugend- Sonntag eingerichtet, um an diesem Tag die gesamte evangelische Jugend gerate in den Jahren, die vielfach für das ganze Leben entscheidend sind, über alle trennenden Unterschiede des täglichen Lebens hinweg ftiiuutoeifen auf das hohe Gut des Glaubens und ferne Kraft, der uns zum Dienst an der Gemeinde führt. An diesem Tag soll sich die Kirche nicht nur an die mehr als 10 000 Jugendlichen wenden, die in evangelischen Jugendorganisationen Hessens zusammengeschlossen sind, sondern an die gesamte männliche und weibliche Jugend von 14 bis 21 Jahren. In diesem Jahre findet der Landesjugend-Sonntag am 28. August statt. Zu seiner Feier in den einzelnen Gemeinden sind die Vorbereitungen bereits im Gange, damit es ein rechter Feiertag werde: Unsre Jugend ist ja das Beste, was wir haben. Kunst und Wissenschaft. Georg-Büchner-Preis 1927. Der Georg-Büchner-Preis, der all- jährlich am Tage der deutschen Reichsverfassung verliehen wird, wurde in diesem Jahr dem Kammersänger Johannes Bischoff vom Landestheater in Darmstadt und dem Schriftsteller Kasimir E d - sch m i d in Darmstadt zuerkannt. Die von Professor Rudolf Koch in Offenbach geschriebenen Urkunden haben folgende Texte: Dem Sänger Johannes Bischoff hat das hessische Volk in dankbarer Würdigung seiner langjährigen und von hoher künstlerischer Gesinnung getragenen Leistung im Dienste des Hessischen Landestheaters den Georg- Büchner - Preis 1927 verliehen. — Das hessische Volk verleiht dem Dichter Kasimir E d s ch m i d als ein Zeichen der Anerkennung für sein vom Geiste neuer Zett und neuer Spvachform geprägtes Schaffen den Georg-Büchner-Preis 1927. Alte fiunff In Darmstadl, Das Hessische Landesmuseum hat jetzt in 24 Sälen in einer aufterordenlichen Vollständigkeit alles bewegliche Kunstaut der Länder am Mittelchein aus der Zeit des 8. bis 16. Jahrhunderts gesammelt und in übersichtlicher Weise zur Ausstellung gebracht. Aus Museen und Bibliotheken, aus Kirchen, Dom- schätzen und Privatsammlungen sind die mehr als 700 Leihgaben zusammengekommen. Sie bieten ein repräsentatives Bild der mittelalterlichen Kultur dieser ©eaenben, welche mit ihren Bischofssitzen in Worms, Mainz, Speyer, Limburg, Trier und der ehemals freien Reichsstadt Frankfurt a. M. in ihrer Mitte einen beträchtlichen Teil der deutschen Shiltur ausmachen. 75jähriges Beftehcn des Römisch-Germanischen Zentralmuseums in Rkainz. Das Römisch-Germanische Zentral- mufcum zu Tlaim kann in diesen Tagen auf ein 75jähriges Bestehen zurückblicken. Aus die- fern Anlaß findet vom 1. bis 3. September ein Fest- akt statt. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Verkehrssperre im Seltersweg. Wenn ich schreite Verkehrssperre, dann geschieht dies bewußt, es follte zwar eine Verkehrsregelung sein, ater geregelt ist der Verkehr nicht, wohl aber am Haupteingangstvr ter Stabt abgeriegelt. Es zeigt sich auch hier wieder, daß zwischen Praxis und Theorie ein himmelweiter Unterschied ist, und es darf wohl angenommen werden, daß Vie von den Anliegern des Selterswegs zu machenden Vorschläge ernstlich geprüft werden und die Regelung so getroffen wird, daß die Anlieger nicht geschädigt werten und auch das Publckum so wenig wie möglich belästigt wird. Alnb nun komme ich auf den Kern der Sache selbst. Meines Erachtens - und das ist auch die Ansicht einer schr großen Zahl derer, welche täglich im Seltersweg zu tun haben — ist ter Verkehr überhaupt nicht derart, daß von einer UeberfüKimg ober großer Unsicherheit gesprochen werden kann. Jedes Kind aus ter Stabt weih, baß, wenn es in die Hauptstraße kommt, achtzugeben hat und nicht sorglos von ter einen auf bie andere Seite laufen darf. Es dürfte voll- fommen genügen, wenn für Autos und Räder jeder Art eine bestimmte Geschwindigkeit bzw. Langsamkeit vorgeschrieben und scharf hieraus geachtet wird. Darm dürfte es genügen, wenn außer dem Derkehrswachtmeister am Selterstor noch einer in der Mitte und einer am Kreuz- plah postiert würde. Diese müßten dann verkehrsbelehrend auf das Publikum eintoirfen. „Immer rechts gehen", muß es lauten, und wer dann nicht folgt, der muß eben ausgeschrieben werden. Äebrigens war weder gestern noch heute in der Hauptverkehrszeit zwischen 12 und 13 Uhr der Verkehrswachtmeister am Selterstor zu sehen. Die Herren an maßgebender Stelle mögen einmal überlegen, was es zu bedeuten hat, wenn der Fremdenverkehr nicht tn die Stabt, fonbern vorbeigeleitet wirb. Ebenso ist es für die vielen im Süboiertel wohnenden Menschen, welche mit tem Rate ihre Besorgungen machen müssen, unerträglich, wenn sie am Eingang, der Hauptgeschäftsstraße Halt machen müssen. Ein Teil ter tn der Protestversammlung im „Prinz Earl" antoefenten Anlieger glaubte auch mit einer Regelung in umgekehrter Richtung (also Einfahrt vom Selterstor aus) einberftanten zu fein. Man kann hierüber geteilter Meinung sein; aber allgemein war man der Ansicht, daß die jetzige Regelung grundfalsch ist. H. D. Berliner Börse. Essekten-Frühvcrkehr. Berlin, 11. Aug. (WTD Funkspruch.) Der heutige Dormittagsverkehr zeigt eine weitere freundliche Tendenz, ist ater vorläufig noch ohne Geschäft. Man hort nur Farben mit 319 bis 319,50. Am Devisenmarkt liegt Paris bei 124,03, Mailand bei 89,30, Spanien bei 28,64 und das Pfund bei 4,8606. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Verantwortlich für Politik: t. V. Emst Blumschein. V war der Jierrfch die alle Schwierigkeiten und Qehirnftrapazen mühelos / C C / // /? i r 1 überwinden laffen. 'Ware es 'Kart V. vergönnt gewefena, diefe fa beinafren Afarken zu rauchen, fo wäre er auch nicht auf feine 'Uhren-föarotte verfallen, fondern hatte feine 'Völker friedlich und 'verftdndig regieren gelernt.— in defjen Keich die Sonne nidituntergingf gefegt denjall, daß fieftch nicht gerade verflnftert hafte.'Verzweifelts über feine 'Regiererei, in deren 'Verläufer von feiner"' 'Zelt immer weniger kapierte, zog er fleh ins' cKlofter"' San 'TJufte zurück, und fammelte 'Uhren mit der fixen '3aee/ ihnen den gleichen Schlag beiza bringens. fXber wie tief war er erfchufferf als ihm das abfoluf' nicht gelingen wollte ! <5r warf den 'Uhrfchluffel an die Wand und nannte wie Salomo alles eitel. 'Bei folchen fchwierigen Arbeiten bedarf es vor alterns eines Anregungsmittels, damit das film be/fer arbeit fei, die Qedanken fchneller kretfen. fliehfs cBef[eres~-^ wußten wir für fblche Zwecke, als die ein wundervolles Aroma verbreitenden 'Zigaretten— Gmttna miraimuiHiwfti Einladung zur Tagung des Verbandes der Hessischen Geschichts- und Altertumsvereine am 20. und 21. August 1927 in Büdingen. Am 20. August: 20'/, Uhr Begrüßungsabend im „Flirstenboft und Lichtbildervortrag von Herrn Or. Lade über „Ole Entwicklung der Stadtbefestigung In Tübingen". Am 21. August: 12 Uhr Lichtbildervortrag Im Rathaussaal von Herrn llniv.-prof. Or. Aubin-Gießen über „Oie historisch-geographischen Grundlagen der hessischen Geschichte". - 13'/, Llhr Mittagessen im „Stern" (preis 2 Rm.), anschl. Führung durch Büdingen. Oer Büdinger Geschichtsverein besorgt den Teilnehmern Quartier; Anmeldungen für Quartier und Essen sind bis zum 12. August an Herrn Prof. Dr. Frdr. Müller, Büdingen, Steinweg 15, zu richten. Wir bitten unsere Mitglieder um zahlreiche Beteiligung. TaMD Oberhessischer Hessische Geschichtsverein. Vereinigung für Volkskunde. FÄarlött frei Haus billigst. C Rübsamen. msis Televbon 1659. Garben - Bänder la Qualität, per 1000 Stck. 18 J<. J. A. Klais, Hanau am Main, 73”D Teleph. 2433. la Handkoffer unglaublich billig Carl Schunck, ,M1D Bahnhofstr. 62 o B . Postscheckkonto 15194 Frankfurt a. M. , ° Hier in allen Verkaufsstellen ■ Hermann Kahl, 8. Loeb, Ella Reuter Wwe. Wilhelm Semmler, Willy Weber. 7080b B E ® s 2. 3 o o Z ~ r? Garantiert unwiderruflich! § D Alf Ziehung 18. August 1927 8 Kinderheim- I rife w “ B ?767 Geldgewinne und Prämie Mark g 1115000 Höchitüowinn Mark 6000 Lose zu I Mk. A. Dinkelmann, Worms SAMSTAG Äugest MW ß I Ifc • I :#l ■■■■■ pH:? Ku M . ■■■■■ pH:? WMWßM Erste Fleisdi- und Fischmehl- fabrik sucht seriöse Firma der Futtermittelbranche oder tüchtige, bei der Land-Kundschaft gut eingeführte Herren als Vertreter. 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Das Handwerk klagt, es würde in ^er Warenherstellung von der rationalisierten Fabrik ausgeschaltet und auf Reparaturarbeiten beschränkt. Handwerksmäßig liehen sich im Wettbewerb mit dem maschinellen Großbetrieb Schuhe kaum mehr herstellen. Die maschinell arbeitende Grohkonsektion schalte immer weitgehender das Mahgeschäft aus usw. Das sind freilich alte Klagen, wie sie jeder technische Fortschritt hervorgerufen hat. Dafür hat dieser dem Handwerk neue, früher ungeahnte Arbeitsfelder — namentlich in der Installation von Gas-, Wasser-, Elektrizitäts- und Radioeinrichtungen, in der Reparatur von Automobilen usw. erschlossen, die ihm noch immer einen goldenen Boden bieten. Im wesentlichen kann man beim Handwerk daher nur von einer für viele sicher sehr nachteiligen starken Lim- schichtung reden. Die Zahl der Handwerker ist aber nicht erheblich zurückgegangen, droht es auch kaum durch die jetzt im Gange befindliche Rationalisierung. Wesentlich schlimmer liegt es für die technischen wie für die kaufmännischen Ange st e l l t e n. Die große Konzentrationsbewegung in der Industrie, wobei die weniger günstig arbeitenden Werke still gelegt und der Betrieb auf den vor- teilhaftest produzierenden oder absetzenden konzentriert wird, macht zahllose bisher benötigte technische wie kaufmännische Angestellte überflüssig, bringt sie um ihre Betätigungsniöglichkeit. Für die letzteren wird das noch durch die Syndikate verschärft, die den Berkaus der Erzeugnisse aller in ihnen vereinigten Unternehmungen besorgen. In Konzernen, die auch den gemeinsamen Einkauf organisiert haben, ist das noch schlimmer. Selbst wer seine Stellung beibehält, verliert die Chance, einen gehobenen leitenden Posten zu erreichen. Wird doch deren Zahl immer geringer. Natürlich trifft das den Techniker nicht minder. Für die Arbeiter liegt es nicht viel besser. Rationalisieren heißt nun einmal mit weniger menschlicher Arbeitskraft und unter Verwendung von weniger Material die gleiche oder eine höhere Menge von Waren her st eilen und absetzen. Wenn heut kaum mehr ein Fünftel der im Kalisyndikat mit Beteiligungsziffern aus- aeftatteten Förderschächte in Betrieb ist und die Gesamtförderung nicht höher ist als vorher, so bedeutet das — selbst wenn ein Teil der auf den stillgelegten Gruben beschäftigt gewesenen Arbeiter aus den weiter betriebenen angesetzt wird —, doch eine riesige Verringerung ^der Gesamtbelegschaft und eine Brachlegung der Wirtschaft an den Orten, wo Kaliwerke stillgelegt worden sind. Das zicht natürlich weitere Arbeitslosigkeit nach sich. In der E i s e n i n d u st r i e hatte sich im August 1926 gegenüber dem September 1925 die Roheisenerzeugung um 115 000 Tonnen gleich 16 Prozent, je Hochofen sogar um 31 Prozeznt gehoben. Die Zahl der dabei beschäftigten Arbeiter aber von 21000 auf 14 000 gleich 19 Prozent verringert, d i c Tagesleistung auf den Kopf des Arbeiters war also um 3 7 Prozent gestiegen. Bei den Stahl öf en war gleichzeitig die Produktion um 26 Prozent, die Tagesleistung je Arbetter um 44 Prozent gestiegen, die Zahl der Beschäftigten aber um 11 Prozent zurückgegangen. Inzwischen dürfte sich diese Bewegung noch weiter fortgesetzt haben. In der W a l z w c r k s i n d u st r i e hat sich die Rationalisierung in gleicher Weise vollzogen. Ganz ähnlich im Steinkohlenbergbau, in der elektrotechnischen, in der chemischen Industrie usw. An sich ist es stets als technisch-wirtschaftlicher Fortschritt freudig zu begrüßen, wenn die menschliche Arbeit produktiver wird. Aber für die damit arbeitslos Werdenden ist es bitter, schafft scijivere soziale Notstände. Die schwersten, z. B. als durch die Erfindung und Einführung der Spinnmaschine UTtti des mechanischen Webstuhls Hunderttaufende arbeitslos wurden. Aber das war vorüber- gehend. Die enorme Verbilligung, die diese „Rationalisierung" im Gefolge hatte, steigerte den Verbrauch von Textilwaren so ungemein, daß nach we- Was Liebermann aus seinem Leben erzählt. Max Liebermann hat kürzlich in dem Vorwort zu dem Katalog der Jubiläumsausstellung, mit der ihm die Berliner Akademie der Künste huldigt, gesagt, er habe immer der Versuchung, seine Memoiren zu schreiben, widerstanden, weil er es nicht leiden könne, wenn das Persönliche im Leben eines Künstlers seinem Werk gegenüber zu stark betont werde. Hätte der Meister uns seine Lebenserinnerungen geschenkt, so wäre jedenfalls ein ebenso amüsantes wie inhaltlich wichtiges Buch entstanden, denn Liebermann ist auch ein Künstler des Wortes, unübertrefflich in der Erzählung pointierter Geschichten und schlagender Witze; er ist sodann ein tiefer Er- gründer des Wesens der Kunst, der zwar stets theoretisch das Grübeln über diese Probleme ablehnt, uns aber doch in seinen kunstästhetischen Aufsätzen die wichtigsten Beiträge zum Verständnis des deutschen Impressionismus geschenkt hat. In Gesprächen und Aufzeichnungen hat Liebermann auch öfters von seinem Leben und seiner Entwicklung berichtet, die ja von seiner Kunst nun einmal nicht zu trennen sind. So berichtet er in einer autobiographischen Skizze, daß sein Großvater und Vater Kattunfabrikanten in Berlin waren. Von seinem Großvater stammt das stadtkundig gewordene Wort, das er bei einer Audienz zu Friedrich Wilhelm III. sprach: „Majestät, ich bin derjenige, welcher die Engländer vom Kontinent vertrieben hat (nämlich in der Kattunbranche)." Wie so viele große Künstler, war auch der junge Liebermann ein schlechter Schüler. „Ich absolvierte das Friedrich Wer- dersche Gymnasium", schreibt er. „Das Maturitäts- examen bestand ich freilich nur mit Ach und Krach, da ich in der Mathematik „ungenügend" bekam. Die realen Wissenschaften waren und sind mir ein Buch mit sieben Siegeln geblieben, und ich konnte mich nur mit der größten Mühe an die Vorstellung gewöhnen, daß die Erde sich drehe. Auch wurde ich nicht wenig geneckt, weil ich als Junge gesagt hatte, »aß der Mond in der Leipziger Straße am größten (ei. Ich hatte ihn nämlich mal beim Spazierengehen nigen Jahren die arbeitslos Gewordenen wieder in die Betriebe eingestellt werden konnten. Die E n d - Wirkung war eine wesentliche Der- bessern ng der gesamten Lebenshaltung. Denn mit der Verringerung der Ausgabe für Kleidung, Bett- und Tischwäsche, konnten die Ausgaben für andere Bedarfsartikel gesteigert werden. Aehnliche Wirkungen hat f. Z. die Verdrängung der alten Eisen- und Stahlgewinungsmethoden durch die neuzeitlichen Flußeisenprozesse 'gehabt. Bei der gegenwärtigen Rationalisierung sehen wir aber fast überall nur die V e r- drängung von Arbeitskräften, aber keine Verbilligung der Konsumenten preise. 9tur die Textil- und Bekleidungsindustrie macht eine rühmliche Ausnahme; hier sind die Preise erheblich unter das Maß dessen herabgegangen, was das Sinken der Rohstoffpreise nach sich ziehen mußte. Kali- und Stickstoffpreise sind dagegen statt herunter — sogar beträchtlich heraufgesetzt worden, ebenso die Preise für Kunstseide. Die Kohlenpreise haben keine Ermäßigung erfahren. Die E i s e n p r e i s e bröckeln wohl'fortgesetzt auf dem Weltmarkt ab, im Inland aber werden sie von den Verbänden um 10 bis 15 Prozent, ja, für manche Sorten noch wesentlich höher gehalten. Wo Trusts oder Kartelle den freien Wettbewerb ausschließen, wo gar noch Zölle die ausländisci)e Ware fernhalten, wird der Preis eben hochgehalten, wird die verbilligende Wirkung der Rationalisierung aufgehoben werden. Eine Rationalisierung, die nur der Kapitalrente und dem Unternehmergewinn zugute kommt, hat aber ihren Beruf verfehlt, wirkt gemeinfchädlich. Gewiß ist für uns auch die Neubildung von Kapital ein dringendes Erfordernis. Sie darf jedoch bei der Rationalisierung nicht einseitig auf Kosten der Verbraucher und der aus dem Produktions- und Der- teilungsprozcß ausgeschalteten Arbeitskräfte gehen. Nur indem sie den Verbrauch durch weitestgehende Verbilligung belebt, vermag sie die Wunden zu heilen, die sie schlägt. Unsere Trust- und Kartellleitungen sollten sich auch klar werden, daß die Vermehrung der Arbeitslosenzahl, ja auch schon ihre Erhaltung auf ungesunder Höhe den Abbau von Steuer- und Soziallasten verhindert lind damit auch die Selbstkosten von Produktion und Verteilung aufs schwerste belastet, uns weitgehend wettbewerbsunfähig auf den Auslandsmärkten macht, während die Steigerung unserer Ausfuhr auf Vorkriegshöhe unsere Arbeitslosigkeit verschwinden machen würde. Das sollten sich auch die Kartelle der Arbeitnehmer — die Gewerkschaften aller Art — sagen, die mit Lohnforderungen ebenfalls die Senkung des Preisniveaus verhindern, die Arbeitslosigkeit vermehren. Freilich werden sie zu solcher Haltung durch die Preispolitik der Unternehmerkarlelle angereizt. Die öffentliche Meinung aber sollte Front machen gegen eine Politik, die auf Steigerung der Preise und Löhne ausgeht, die ein Holzweg ist, der uns in den Sumpf führt. ErmnermMahrt durch Galizien. Don unserem Ick-Sonberberichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Kattowih, Ende Juli 1927. Das weiträumige Galizien ist ein wenig bekanntes uird bereistes Land, was auf den ersten Blick um so verwunderlicher erscheint, wenn man bedenlt, daß es unverhältnismäßig reich von der Ratur mit Bodenschätzen und landschaftlichen Reizen ausgestattet ist. Sin wesentlicher Grund dafür, daß nur selten ein Fremder mit Land und Leuten durch persönlichen Augenschein in Berührung kommen kann, liegt an der politischen Struktur, doch auch nicht minder an den oft mangelhaften Wegeverhältnissen, die das Reisen nicht zu einem Vergnügen gestalten. Wenn man aus dem oberschlesischen Industrierevier kommt, ist das Auge entzückt von der natürlichen Anmut und Lieblichkeit der am Horizont sich klar abhebenden Gipfel der Westbeskiden. Von eigener Schönheit ist der steile Gebirgsweg, der von dem bekannten polnischen Badeort Zakopane lenttang der tschechoslowakischen Grenze an den Fuß der Hohen Tatra führt, die sich in dem dunkelgrünen „Morskie Oko" (Meeresauge) spiegelt. Die einsame Majestät der Karpathen mit ihren kahlen, steil abstürzenden Kluften wird abgelöst von dem breiten, von unermeßlich tiefen Wäldern eingefaßten Dunajectal, wenn man sich in nordöstlicher Richtung Rowh Sacz nähert. Auf dem breiten Flußbett sind zahlreiche Holzflöße zu sehen, welche die Schiffer vermittels selbstgemachten Steuers flußabwärts der Weichsel zuführen. Weiße Bergschafe kleben wie niedliche Nippsachen -an den steilen Flußufern und drohen, jeden Augenblick viele Meter tief hinabzustürzen. Verfolgt man weiter den Weg auf den alten' österreichischen Heerstraßen aus der Zeit der Maria Theresia nach Osten, so kommt man an vielen Raphthabohrtürmen vorbei, die in 'einem großen Halbbogen von Gorlice in Richtung Zmigrod aufgestellt sind. Wehmütige Erinnerungen tauchen in der Brust jedes alten Soldaten auf, wenn er die zahlreichen Friedhöfe mit den gefallenen deutschen, österreichischen und russischen Helden aus der großen Durchbruch sschlacht von Gorlice aus dem Jahre 1915 nach 12Jahren wieder erblickt. Die aus den umliegenden Garnisonen gerade bei einer Felddienstübung versammelten polnischen Truppenverbände erinnern an die Gegenwart. And bei dem Anblick des übenden Militärs in nächster Rähe der Soldatengräber auf den Schlachtfeldern von Gorlice und Przemhsl ist es schwer, ein schmerzliches Lächeln über die pazifistischen Reden militärisch gerüsteter Staatsmänner zu unterdrücken. Von der Landstraße aus gesehen, sind die Holzhäuser der Bewohner Galiziens fast alle gleichmäßig gebaut. Ein steinerner Unterbau, daraus das Holzhaus, das von einem strohverwitterten Dache überdeckt wird. Der äußere Eindruck ist ärmlich. Roch ärmlicher ist jedoch das Innere dieser Häuser, die fast nie mehr als zwei Stuben aufzuweisen haben. Um so reicher ist die Kinderzahl. Fast jede Familie besteht aus 8 bis 10 Köpfen und mehr. Die Kleidung ist entsprechend ärmlich und teilweise sehr vernachlässigt. Oestlich des San, wo ausschließlich Ukrainer wohnen, besteht die Behausung aus einem großen Wohnraum, in dessen Mitte ein breiter Ofen steht, der oft gleichzeitig als Schlafstelle dient, denn genügend Betten für die zahlreiche Kinderschar sucht im Innern der Stube das Auge vergeblich. Gleich nebenan, nur durch eine dünne Bretterwand getrennt, haust das wenige Vieh und durch eine weitere Bretterwand ab- getrennt, ist bann unter demselben Dach die „Scheune" untergebracht. Es liegt auf der Hand, daß ein im Dorf entstehender Brand eine vernichtende Wirkung haben muh, wie die Erfahrung auch des öfteren gezeigt hat. Der äußere Eindruck der galizischen Ortschaften ist von armseliger Eintönigkeit. Um einen mehr ober weniger großen Marktplatz mit der typischen orthodoxen Kirche gruppieren sich die Derkctufsläden. Wenige Straßen mit fast ausnahmslos reparaturbedürftigen und fast überwiegend baufälligen Häusern versanden irgendwann und irgendwo auf den endlos gradlinigen Landstraßen. Gardinen sucht das Auge an den meisten Fenstern vergeblich. In Anbetracht des bei Regcnwetter auf der Straße herrschenden Schmutzes ist es verständlich, daß auch die Frauen hochschäftige Stiefel tragen. Oft kann man Kinder antreffen, die außer ihrer ukrainischen weder die polnische, noch eine andere Sprache verstehen. Daß viele Jungens und Mädchen von 15 Jahren und darüber kein Wort lesen und schreiben können, erscheint weniger verwunderlich, da auch ihre Eltern zum großen Teil diese „Kunst" gar nicht oder nur mangelhaft beherrschen. Angesichts der angedeuteten Verhältnisse fragt man sich unwillkürlich, ob Galizien die Bewohner hat, die es verdient. Zweifellos ist das Land an unerschlossenen Naturschätzen reich und seine Bevölkerung außerordentlich arm. Eine Fahrt durch dieses Gebiet zeigt, daß wir Wand an Wand mit einer Kultur wohnen, die auf einem wesentlich anders gearteten Wirtschafts- und Weltanschauungsniveau lebt, deren in der Leipziger Straße als riesige Scheibe am Himmel gesehen. In wissenschaftlichen Dingen verstehe ich nur die demonstratio ad oculos. Ucberhaupt beschäftige ich mich viel lieber als mit spekulativen Dingen mit manuellen. Auf den Fabriken meines Vaters in Schlesien, wo wir die großen Sommerferien alljährlich verlebten, hatte es mir die Modelltischlerei besonders angetan, so daß mir in einer Bodenkammer unseres Berliner Hauses eine vollständige Tischlerwerkstatt eingerichtet wurde. Auch jetzt noch habe id) Handwerkszeug im Atelier. Natürlich habe ich von Jugend an gezeichnet, und zwar, was ich sah. Fünfzehnjährig, mit dem Reifezeugnis zum einjährigen Militärdienst, wollte ich Maler werden; ich glaube, besonders, um der Schule zu entwischen. Sie war mir ein Greuel, und noch heute ist mein schwerster Traum, ich sei noch auf dem Gymnasium. Mein Vater aber bestand bei ims drei Brüdern darauf, daß wir das Abiturientenexamen machen müßten, bevor wir uns für einen Beruf entschieden; bei mir wohl mit dem ganz natürlichen Nebengedanken, daß ich, erst einmal auf der Universität, von selbst meine Absicht, Maler zu werden, aufgeben würde." Schon auf der Schule hatte Liebermann bei S t e f f e ck, der damals in Berlin den größten Ruf als Lehrer genoß, Zeichenunterricht genommen, war aber damit nicht weit gekommen. Als er nun als junger Student öfters im Tiergarten spazieren ritt, traf er Steffeck, der ein ebenso vorzüglicher Reiter wie ein guter Pferdemaler war: „Er forderte mich auf. In sein Atelier zu kommen und ein Pferd, das er zu porträtieren hatte, mitzumalen. Zum erstenmal hatte ich Pinsel und Palette in der Hand. Der Ver- such fiel nach Steffeck- Meinung überaus günstig aus, und — ich war Maler geworden." Als 21jäh- riger kam er als Kunstschüler nach Weimar, erregte aber dort weniger Aufsehen durch seine Bilder als durch seinen Rassekopf, der ihn zu einem beliebten Modell machte. Sein Lehrer Pauwels sah sich seine Arbeiten kaum an, sondern meinte sofort zu ihm: „Sie haben einen guten Kopf, Sie müssen mir für ein Bild stehen." Nicht lange danach wollte ihn auch Thumann als Modell haben, so daß es Liebermann bald zu viel wurde. Mit seiner Kunst erregte er zum erstenmal allgemeines Aussehen, als seine „Gänserupferinnen" ausgestellt wurden. Sogar Menzel erkundigte sich nach Dem Manne, der „das ausgezeichnete Bild mit den alten Frauen" gemalt habe. Er sagte dann dem alten Lepke, bei dem das Bild zu sehen war, der junge Mann solle ihn gelegentlich besuchen. Als Liebermann, beglückt über diese Auszeichnung, bei ihm erschien, empfing ihn der alte Meister mit den Worten: „Wissen Sie, das Bild sollte man Ihnen um die Ohren schlagen! Das ist ja viel zu gut für einen jungen Mann von 25 Jahren. So etwas macht man mit 50!" Er meinte, daß diese früh erlangte Kunstfertigkeit den Künstler zur Veräußerlichung führen könne. Als Liebermann dann nach dem Kriege nach Paris kam, machten die „Gänserupferinnen" auch dort starken Eindruck, und der Maler B o n n a t sagte zu ihm: „Bringen Sie das Opfer, sich nahira- lisieren zu lassen, und Sie werden einer der Unfrigen werden." Der allgemeine Sturm gegen Liebermanns Kunst, der solange angehalten hat, setzte aber erst mit der Ausstellung feines „Christus unter den Schriftgelehrten" in München ein. Man sprach von dem Werk so verächtlich, daß Liebermanns Mutter sagte, sie schäme sich geradezu, über die Straße zu gehen. Liebermann hat diese Verachtung seines Schaffens schwerer ertragen, als man ihm anmerkte. Erst später erkannte er, wie naturnotwendig dieses mangelnde Verständnis seinen der Zeit vorauseilenden Arbeiten gegenüber war. „Wie ich die „Gänserupferinnen" machte," sagte er einmal, „da hielt man mich geradezu für blödsinnig. Als ich bann zehn Jahre später das Schusterbild gab und ähnliche Sachen, da sagte Pietsch: „Früher hat der Liebermann doch wenigstens technisch was gekonnt, jetzt ist er ganz verludert." Und als die „Netzflickerinnen" tarnen, da hatte ich erst recht alle gegen mich, und selbst Menzel war entrüstet." Unentwegt aber hat er weitergearbeitet mit jener echten handwerklichen Gesinnung, die die Grundlage aller großen Kunst ist, und sich nicht beirren lassen. „Ich bin in meinen Lebensgewohnheiten der vollkommenste Bourgois: ich esse, trinke, schlafe, gehe spazieren und arbeite mit der Regelmäßigkeit einer Turmuhr", hat er einmal gesagt. Stets hat er nur auf die Güte des Verhältnis zum Staate, zur Wirtschaft, zur Familie und zur Kirche grundverschieden ist. Der natürliche Reichtum Galiziens ist zu bekannt, als daß darüber ein Wort zu verlieren wäre. Billige Arbeitskräfte gibt es massenhaft im Lande. Die zahlreichen Kinderscharen fast vor jedem Hause sind ein Beweis für die einzige Landesindustrie, die in voller, konkurrenzloser Blüte steht. Wieviel Kapital könnte sich der polnische Staat selbst schaffen, wenn er Blut in den toten Wirtschaftskörper hineinpumpen würde. Es berührt geradezu verzweifelt armselig, in welch primitiver Art das Holz im Lande bearbeitet und fuhrenweise ui die weit entfernte Stadt gefahren wird, wobei an Markttagen die ganze Familie mit dem Wagen mitpilgert, bei einem Derkaussobjekt von wenigen Zloty. Primitiv ist die L a n d b e st e l - 1 u n g. Die wenigen Landwirte, die auf dem Acker zu sehen sind, bewegen sich in einem fast bis auf die Erde herabreichenden Pelz. Roch primitiver ist die Viehzucht. Männer im besten Alter „arbeiten", indem sie oft nur einer Kuh oder ein paar Schafen ober Gänsen beim Fressen den ganzen Tag über auf der Weide zusehen. Für jeden westlich kultivierten Menschen drängt sich angesichts dieser Eindrücke mit geradezu elementarer Eindringlichkeit die Frage auf. weshalb diese Menschenkräfte nicht herangebildet und zu hochwertiger Arbeit emporgezüchtet werden, um wertvolle Arbeit zu leisten, die letzten Endes der ganzen Ratton zugute kommen würde. Freilich würde damit gleichzeitig die sogenannte „Aufklärung" unter das Volk kommen. Das notwendige ausländische Kapital erfordert politische Konzessionen, wie die augenblicklichen Verhandlungen mit den angelsächsischen Geldgebern beweisen, die Kirche könnte in ihrer absoluten Stellung bei der urteilsschwachen Landbevölkerung zurückgedrängt werden, kurz und gut: die politischen Gegengründe mögen st ä r k e r fein als die wirtschaftlichen Forderungen des Landes. Die Naphtha - und Holzgewinnung ist so unrationell eingerichtet, daß Polen seine Konkurrenz, die es auf Grund seiner Bodenschätze auf dem Weltmarkt ausüben könnte, selbst ausschaltet. Die hohen Transportkosten, die teure Vorf rächt, der zeitraubende, schwerfällige und verteuernde Zwischenhandel vernichten die Konkurrenzmöglichkeit, welche die primitive Produktion mit Hilfe von billigen Arbeitskräften geschaffen hat. Kürzlich wurde von einem einsichtigen polnischen Politiker Ostoberschlesien das „polnische Elsaß" genannt. Es scheint fast, daß Galizien mit feinen mehreren Rkillionen Ukrainern nech ein weiterer schwer verdaulicher Kieselstein ist. Zweifellos ist auch unter österreichischer Herrschaft dieser Landesteil sehr vernachlässigt worden und es hat den Anschein, als ob eine bewußte dilatorische Behandlung Galiziens von polnischer Seite fortgesetzt wird. Die hier mitgeteilten Eindrücke sollen weder anklagen, noch entschuldigen, sondern lebiglid) feststellen, was ist. Man müßte aUerdings außerordentlich optimistisch ober arrogant sein, um zu glauben, daß jetzt das Vernünftige, das Notwendige und das polittsch Klügere getan wird. Lins scheint, daß das Problem Galizien nicht Zweck, sondern Mittel zum Zweck für Personen bzw. politische Parteien war und bleiben wird. Raymond Poincare. Don unserem ständigen Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten. Paris, Anfang August 1927. Es sind gerade vierzig Jahre her, daß Bar-le- Duc den jungen Generalrat Raymond Poin - car( in das Palais Bourbon entsandte, das dem republikanischen Deputierten in verhältnismäßig jungen Jahren zum Sprungbrett für die höchsten Qlemter Frankreichs wurde. Nicht politischer Ehrgeiz, sondern verwandtschaftliche Beziehungen und die zwei Jahre vor der orbent* lichen Legislaturperiode leeren Wahlkassen des Departements führten Poincare auf den Weg, den er zu Segen und Linsegen seines Volles bis auf den heutigen Tag weiterging. Die Geschichte wäre wohl einen anderen Weg gegangen, wenn Poincare seinen ursprünglichen Neigungen folgend die militärische Karriere eingeschlagen, die Rechtsprofessur erstrebt oder sich dem Finanzfach Werkes geachtet und nie auf die Richtung nach einem seiner humorvoll tiefsinnigen Worte: „Die alte Richtung ist gut, wenn sie gut ist, und die neue Richtung ist gut, wenn sie alt ist." Szene im Löwenkäfig. Im Budapester Zirkus hat sich ein ungewöhnlich spannender Auftritt zugetragen. Dort tritt allabendlich der Dompteur Labero auf, der auch in Deutschland bekannt ist. Sein Trick besteht darin, daß er Löwen, Tiger und anderes Getter durch Blick und Geste „hypnotisiert", so daß die Bestien ihm gegenüber machtlos scheinen. Nachdem er dies einige Abende erfolgreich vollbracht, glaubte auch der Budapester Kunsthändler Laudon dem Hypnotiseur hinter seine Schliche gekommen zu sein, und er erbot sich, einmal La- bervs Nolle durchzuführen. Labero schlug etwas anderes vor: Wenn Laudon Mut beweisen wolle, möge er mit ihm zusammen eine Flasche Sekt im Löwenkäsig trinken. Diese Wette kam zum Austrag. Laudon wollte zunächst die Löwen, die eben Gefüttert waren, etwas besänftigen und streckte nach Laberos Beispiel den Arm durch das Gitter, um sich mit den Tieren anzusreun- ben. Aber die bewiesen für das Entgegenkommen gar kein Verständnis, sprangen zu und brachten dem Vorwitzigen mehrere Prankenschläge bei, die glücklicherweise nur Fleisch- wunden hervorbrachten. Ein Arzt legte einen Nvtverband an. Nun handelte es sich aber um den eigentlichen Austrag der Wette: die Flasche Sekt im Käfig zu leeren. Auch hierzu verstand sich der tapfere Kunsthändler, wenn auch vielleicht nicht leichten Herzens. Jedenfalls hat er mit Labero den Sekt getrunken, während die Löwen gereizt umhersaßen und die Zecher unfreundlich anknurrten. In der Folge verlief nun alles glücklich: beide kamen unbehelligt aus dem Käsig, der Kunsthändler hatte seine Wette gewonnen und ging zur Erholung und zur Heilung ins Krankenhaus, wo er sich einige Tage wird aufhalten müssen. gewidmet Hütte. Jugendbriefe bezeugen sein Schwanken in der Wahl eines Berufes und wie er sich bald durch die „prächtige Stellung!". Reisen und Ferien zum Finanzdienst, bald durch „die leichte Karriere!" zu dem Berufe des Rechtsanwalts hingezogen und durch seinen Freiheitsdrang vom Polytechnikum und Offiziersstande ab- gestoßen fühlte. Der Umstand, daß Poincare sich schließlich doch der Juristerei widmete und dadurch zuletzt Kanzleisekretär des Advokaten und Deputierten des Meusedepartements D e v e l l e wurde, war für seine fernere Zukunft bestimmend. Als Develle in das Landwirtschaftsministerium berufen wurde, folgte ihm Poincare als Kabinettschef, um dann mit 33 Jahren Minister und 20 Jahre später Präsident der Republik zu werden. Die Geschichte hat schon deutlich gesprochen als daß - selbst in Frankreich — noch irgend ein Zweifel bestünde über die unheilvolle Rolle, die Poincart im Elhsee als der offiziellste Vertreter Frankreichs in den Borkriegsjahren und im Monat Juli des Jahres 1914 spielte. Richt minder deutlich sind die Spuren Poincares in den Annalen der deutsch-französischen Rachkriegsbeziehungen, denen er während seiner zweijährigen Ministerpräsidentschaft von 1922 bis 1924 und während des abgelaufenen Jahres seinen persönlichen Stempel aufdrückte. Richt nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich werden Brian d und Poincare als die beiden Exponenten französischer Außenpolitik bezeichnet. Wohl selten waren auch in einem Kabinette heterogenere Charaktere vereint, als Briand und Poincare. Als der gegenwärtige Außenminister vor einem Vierteljahre seine Silberhochzeit mit dem Parlamente beging, wurde er von der gesamten französischen Presse als der „Zimmermann des Friedens" gefeiert und erhielt Glückwunsch- und Dankadressen von Freunden und Kricgsteilnehmerverbänden. Poincares, der an seinem Jubeltage fernab der Hauptstadt in Sampigny weilte, gedenkt man nur als des unbestechlichen Politikers der weißen Weste, der das Land dank einer wunderbaren Vertrauensmystik vor dem finanziellen Chaos bewahrte. Von Menschheitsidealen war in den Gedenkartikelni nirgends die Rede. Im politischen und privaten Leben wandelte Poincare von Jugend an einsam seinen Weg. da er nie verstand, Freund zu sein oder Freundschaft zu hegen, allenfalls von den engeren Banden abgesehen, die ihn mit Millerand, Hanotaux und Maurice Ber- n a r d einen. Sagte doch Poincare, als er noch im Lhcee Louis-^e-Grond die Schulbank drückte, von seinen Mitschülern: „Ich zaudere, sie meine Kameraden zu nennen, sondern müßte einfach sagen: meine Mitschüler." An dem Parlamentarier schätzte man von Anfang an die Scharfe des Geistes und die Äeberzeugungskraft des Redners, fürchtete aber die beißende Lauge seines Wortes, so daß schon in seinen politischen Anfängen das Wort geprägt wurde: „Er ist wie ein Cssigstrahl". Unverkennbar ist die suggestive Macht Poincares, mit der er im Parlament selbst diejenigen unterjocht, die seine Politik oder seine Person am hartnäckigsten bekämpfen. Sogar in den Tiraden Der Kommunisten schwingt ein Llnter- ton von Respekt mit, wenn sie sich an die Adresse des Ministerpräsidenten richten. Vielleicht ist eine Erklärung für diese psychologische Erscheinung nicht allzu abwegig, die neulich ein radikal-sozia- ljstischer Politiker unter Hinweis auf Poincares Verantwortung am Kriegsausbruch gab: „Das Verbrechen ist nur dann verschrien, wenn es mittelmäßig ist. Wenn es aber zu seinem Ruhme Millionen junger Toten aufrufen kann, werden die Menschen verwirrt und beugen sich vor ihm." Wenn man von der Einstellung Poincares zu Deutschland absieht, muh man ihm jedoch die Gerechtigkeit widerfahren lassen, daß ihn die kritischsten Augenblicke immer auf seinem Posten sahen. Als im Jahre 1917 Frankreich nur mit knapper Rot an einer neuen Revolution vor- b.ikam und ihr Ausbruch bei der Demission des Kabinetts Briand selbst von Viviani vorhergesagt wurde, erklärte Poincare, auch dann auf seinem Posten im Elysee auszuharren. Richt allzu lange danach berief er trotz des lebhaftesten Widerstandes der Linksparteien und feiner persönlichen Abneigung Clemenceau zur Macht, da er ihn in der Stunde der Rot für den richtigen Mann hielt. Bei seinem anerkannten Pflichtbewußtsein ist es darum sehr zu bezweifeln, ob Poincare sein Wort wahr machen wird, daß er bei einem etwaigen Sturze einem neuen Ruse nicht Folge leiste. Sein Prestige ist zwar Aus dem Wege zur Schlankheit. Besuch im Paraffinbad. Von Dr. Paul Bloch. Im Wartezimmer beginnen die schüchternen Fragen der ängstlichen Damen und der äußerlich nur interessierten, innerlich aber nicht weniger besorgten Männer: ob es wahr sei, daß das Herz angegriffen werde, ob man sich wirklich völlig rasieren lassen müsse, ob es zutreffe, daß die Haut verbrannt werde. Bei den Antworten der lebenstlugen Oberin beruhigt man sich denn, faßt sich ein Herz, durch die Räume zu wandern und jene Stätte der Heilung und Verschönerung, das Paraffineum zu beschauen. Helle Zimmer, weiße Betten, mit weihen Laken, Wachstuchunterlagen und schließlich einem g.tttüp rchaähnlichem Papier. Lind natürlich überall eine Wage. Schwestern eilen vorbei mit Kübeln und Gefäßen, in denen ein seltsam gelbes, bald festes, halb flüssiges Gemisch, das Paraffin, sick> befindet, mit dem dann der Heilungsuchende beschmiert und gepackt wird. Das Verfahren der Paraffintherapie ist nicht neu. Bereits 1909 hatte ein französischer Arzt Dr. Barthe de Sandfort Versuche mit Parasfingcmischen unternommen, die außerordentlich aufschlußreich waren Cs ergab sich nämlich, daß derartige Kombinattonen unglaublich hohe Temperaturen bei der Behandlung gestatten, ohne daß Verbrennungen aus der Haut zu befürchten wären, ja selbst ohne daß besonders unangenehme Hihegefühle ausgelöst würden. Warum Paraffin eigentlich trotz höchster Temperaturen bei der Anwendung unschädlich tft, ist uns indessen auch heute noch ein Rätsel. Die Parafsinbehandlung ähnelt in ihrer Auswirkung den zahlreichen bereits bekannten Wärme- therapien. den Helßluftkästen, Lichtbädern, Moorbädern, und findet deshalb auch bei den gleichen Erkrankungen in erster Linie ihre Einwendung. Bei jeder Art Rheumatismus, bei Ischias Hexenschuß und neuralgischen Schmerzen, bei der Rachbehandlung von Knochenbrüchen sollen außerordentliche Erfolge erzielt worden sein. Der Heilungsprozeß wird beschleunigt. Das Besondere bei der neuen Hitzetherapie aber ist die Mög- seit dem Erwachen der Kammer aus dem Dornröschenschlaf des Burgfriedens und der nationalen Einigung stark geschwächt, aber wohl immer noch mächtig genug, um das Regierungsschiff bis zum nächsten Mai durch die parlamentarische Brandung zu steuern. Seine Absicht steht jedenfalls fest, das Kernproblem der gegenwärttgen französischen Politik, die Währungsfrage, erst dann zu lösen, wenn er sich der Macht auch nach den Kammerwahlen sicher weih. Oberhessen. Landkreis Gießen. CO Klein-Linden, 10. Aug. Die hiesige Christl. Jugendvereinigung unternahm am Montag und Dienstag unter Führung ihres Leiters, Pfarrer Göbel, eine Wanderung in den Vogelsberg. — Der hiesige evangelische Kirchen- gesangoerein, einer der ältesten seiner Art in ganz Oberhesien, feiert am nächsten Sonntag das Fest seines 50jährigen Bestehens. Im Festgottesdienst am Sonntagvormittag hat Pfarrer G e r - m e r • Bingen, ein Sohn unserer Gemeinde, die Festpredigt übernommen. In der Hauptfeier, die am Sonntagnachmittag im Rinnschen Garten abgehalten wird, predigt Stiftsdechant Lenz- Lich. Der hiesige Posaunenchor, der wie der festgebende Verein unter Leitung von Kreisbaumwart Germer steht, hat seine Mitwirkung an der Feier zugesayt. n. Großen-Linden, 10. Aug. Hier ereignete sich ein bedauerlicher Unglücksfall, dem leider ein Menschenleben zum Opfer siel. Im Tagbau des hiesigen Bergwerks werden von Zeit zu Zeit die Erzmassen durch Dynamit gesprengt. Dies geschah auch heute mittag gegen 1 Uhr. Ehe der Schießmeister die Zündschnur anzündete, rief er laut „Feuer", damit die in der Nähe beschäftigten Arbeiter sich in gesicherte Stellung begeben könnten. Der hier wohnhafte Bergmann Ludwig Schäfer, welcher seit 28 Jahren im Bergwerk arbeitete, suchte Schutz hinter einem Kippwagen. Der Schuh krachte und ein Stein flog dem Schäfer gegen den Kopf. Der Verletzte wurde in die Gießener Klinik verbracht, st a r b aber schon bei seiner Ankunft. Der Verunglückte war ledig und 42 Jahre alt. Auch ein Bruder von ihm verlor vor einigen Jahren auf tragische Weise sein Leben. I Aus dem Lumdatal, 10. Aug. Die Straßen unseres Tales find stellenweise in einem sehr schlechten Zustand und der Schrecken aller Radfahrer. Während der Sperrung der Straße Lollar—Marburg wurden sie außergewöhnlich stark in Anspruch genommen, da der Verkehr über Mainzlar—Treis—Allendorf—Nordeck geleitet wurde. Es wäre an der Zeit, daß sie einer gründlichen Erneuerung unterzogen würden. !—! Aus dem Lumdatal, 10. Aug. In auffallend großen Mengen kann man zur Zeit die Kohlweißlinge in den Gärten fliegen sehen. Die ältesten Leute selbst können sich nicht entsinnen, den Schmetterling in solchen Schwärmen gesehen zu haben. Fast auf jedem Blatt sind auch schon die gelben Eierhäufchen zu finden. Will man daher der bald einsetzenden Raupenplage am Kohl Herr werden, sv gilt es, die Nerhäufchen jetzt schon zu beseitigen. — Die Roggenernte, die sehr gut ausgefallen ist, ist beendet. Fleißig wird auch schvn die Frucht eingefahren und hier und da mit dem Ausdrusch begonnen. Auch die andere Frucht hat in den letzten Tagen gut gereift und wartet des Schnittes. Kreis Büdingen. Ridda, 10. Aug. Der jetzt begonnene Realschulneubau wird außer den Sieben- klassensälen und den übrigen Räumen, die moderner Lehrbetrieb notwendig macht, im Souterrain eine Schuldienerwohnung und einen Aufbewahrungsraum für Fahrräder erhalten. Der zur Straße führende freie Platz soll inmitten gärtnerischer Anlagen zwei Spingbrunnen erhalten, während der Schulhof hinter das Gebäude kommt. Man rechnet damit, daß mit Beginn des neuen Schuljahres die Schule bezogen werden kann. -s- Llnter-Schmitten, 10. Aug. Seit Montag ist hier die Dreschmaschine im Gange. Zwar ist die Ernte noch nicht ganz eingebracht, allein die Leute mit geringem Landbesitz bringen das Geerntete zur Dreschmaschine. Mit dem Druschergebnis ist man allgemein sehr zufrieden. Auch das Stroh ist von bester Beschaffenheit. — In dem benachbarten Ober- Schmitten ist feit einigen Wochen ein Schwimmbad in der Ridda eingerichtet, das während der heißen Tage nicht allein von der einheimischen Bevölkerung, sondern auch aus der Umgegend gut besucht wird. Kreis Alsfeld. V Grebenau, 10. Aug. Bei einer abendlichen Streife hatte der Forstreferendar Weiß- gerbet, der beim hiesigen Forstamt beschäftigt ist, in dem etwa | Stunden vom Ort entfernten Forstrevier Roth einen Zusammen st oß mit Wilderern. Während er auf einen Rehbock anpirfchte, fiel ein Schuß, in welchem das Wild zusammenbrach. Unmittelbar daraus wurden auf den näher- eilenden Beamten mehrere Schüsse abgegeben, die aber alle ihr Ziel verfehlten. Infolge der Dämmerung konnte sich der Beamte nur des erlegten Wildes versichern. Die Staatsanwaltschaft hat heute die Untersuchung aufgenommen. Starkenburg. • Darmstadt, 10. Aug. Hier starb im Alter von 81 Jahren Geheimer Obermedizinalrat Prof. Dr. Gustav Lorenz. Dor seiner Versetzung in den Ruhestand war er Vortragender Rat in der Abteilung für öffentliche Gesundheitspflege im hessischen Ministerium des Innern. Die Hauptverdienste des Verstorbenen liegen auf dem Gebiete der Bekämpfung von Tierseuchen. Insbesondere ist ihm die hessische Landwirtschaft zu großem Dank verpflichtet, daß er durch seine Maßnahmen größere Schädigungen ihr ferngehalten hat. Ein von Geh. Rat Lorenz angegebenes Verfahren zum Impfen der Schweine gegen Rotlauf hat z. B. in vielen Fällen eine Weiterverbreitung der Seuche verhindert; auch sonst hat er die Tierarzneikunde durch seine vielseitigen Kenntnisse und Erfahrungen bereichert. Jahrzehntelang lag ihm die gesundheitliche Lleberwachung der Zuchthengste des Landgestüts (Marstall) in Darmstadt ob. Preußen. Kreis Wetzlar. XX Wetzlar, 10. Aug. In Ermangelung einer Kreisjung Viehweide haben für dieses Sommerhalbjahr vrele Landwirte Rinder nach den Jungviehweiden Richberg (am Knüll) und Mademühlen (Dillkreis) geschickt. Um diese Weideeinrichtung näher kennenzulernen, hat die Kreisbauernschaft Einladungen zu zwei Besichtigungsfahrten für die beiden nächsten Sonntage ergehen lassen. Am 14. August soll Richberg und am 21. August Mademühlen besucht werden. O Wetzlar, 10. Aug. Der Landrat hat für den Umfang des Kreises Wetzlar eine Poli- zeiverordnung erlassen, wonach das Fahren mit Rindvieh, welches an Wagen, Karren oder sonstige Fuhrwerke in der Weise angeschirrt ist, daß die Deichsel oder die Schere mtt dem Joche in fester Verbindung steht, verboten Straßensperrungen mitgeteilt vom Oberstes ischen Automobil-Elub E. D., Gießen. Welche Streike wird gesperrt? 3n welchem Straßenzug liegt die Strecke? Für welche Fahrz. erfolgt die Sperrung? Voraussicht- liche Dauer der Sperre Umleitung Pohlgöns - Butzbach Gießen - Frankfurt a.M. Für alle Fahrzeuge bis aufweiteres Langgöns - Holzheim - Gambach Die Sperrung der Straße Gießen-Rodheim a. d. Bieber wird ab 14. ds. Mts. für die Teilstrecke Mndhof - Landesgrenze ausgehoben. Umleitung für die dann noch gesperrte Teilstrecke Gießen-Windhof über Kleinlinden - Heuchelheim - Windhof. lichkeit der Anwendung von höchsten Temperaturen. Während früher nur eine Hitze von beschränkten Graden möglich war, ohne daß Herz und Haut darunter litten, ist durch das neue Verfahren eine «Steigerung der Temperatur bis zu 90 Grad Celsius ohne Gefahr. Aber noch ein anderes ist von Bedeutung. Paraffinpackungen wurden früher manuell gegeben, d. h. der Arzt packte den Patienten in das heiße Gemisch Immerhin war diese Art der Applikation nicht sehr angenehm, Arzt wie Patient fühlten eben doch die Temperatur von 60 Grad recht plötzlich und gewaltig, und schließlich ist jede Handbewegung nie ganz frei von der Gefahr der Krankheitsübertragung. Runmehr ist auch dem abgeholfen. Vermittels eines neuen Verfahrens wird das Paraffin auf die Haut ausgespritzt. In einem Kübel befindet sich vorgewärmtes Paraffin, dessen Temperatur durch elektrischen Strom während der Behandlung noch gesteigert wird. Durch einen Zerstäuber spritzt das Gemisch in ganz feinen Strahlen auf die Haut und wird trotz der Temperatur von 80 Grad nur toie eine warme Brause empfunden. Auf diese Weise wird der Körper und das Gefäßsystem an die bevorstehende Wärmewirkung gewöhnt und eine Schockgefahr ausgeschlossen. Sobald das flüssige Gemisch auf die Haut trifft, wird es fest, es bildet eine leichte elastische Hülle, die den Körper umschließt, ohne aber durch hermetische Dichtung Hautatmung und Dlut- zirkulation zu zerstören. Zwischen der Paraffinhülle und der Haut entsteht ein kleiner Luftzwischenraum, der bequem die Transpiration ermöglicht. Rachdem so mit dem Aufsprihapparat vorgearbeitet ist, und der Körper sich an höhere Temperaturen gewöhnt hat, wird aus Kübeln 60gradiges Paraffin nachgegossen, das nunmehr den ganzen Körper von den Zehen bis zum Halse umschließt. Der Pattent transpiriert, und nach einer Stunde wird er von seiner gelben Haut wieder befreit. Diese löst sich mit außerordentlicher Leichtigkeit, selbst an behaarten Stellen, vom Körper ab, ohne daß die Haut auch nur im geringsten angegriffen wird. Wie Schuppen lassen sich die Parasfinfehen abziehen, der zurückbleibende leichte Stearingeruch wird durch eine Rach- Waschung mit Eau de Cologne beseitigt. Die Paraffinhaut — vier bis fünf Kilo werden für jede Packung je nach Gröhe und Umfang des Patienten benötigt — wird immer nur einmal benutzt. Sie ist zwar ftedlifierbar, eine Keimüber- tragung wäre also ziemlich ausgeschlossen, trotzdem sieht man davon ab, noch einen zweiten Pattenten irit derselben Packung zu behandeln, zumal das Gemisch außerordentlich begehrt und gesucht ist. Die Bohnerwachsfabrikanten kaufen es auf, um es weiter zu verarbeiten, und vor allem die Grammophonfabriken gebrauchen es, um nach Hinzusetzung von Schwerspat und Farbe Schallplatten daraus zu verfertigen. Das Angenehme ist mit dem Rühlichen verbunden, was dich eben entfettete, spendet dir morgen Musik. _ Reben den rein therapeutischen Anwendungsmöglichkeiten hat die Paraffinkur ihre Bedeutung auch bei der Entfettung gewonnen. Entfettung ist am leichtesten durch Entwässerung herbeizuführen. Und da bei ter Parafsinmethote durch die außerordentlichen Temperaturen eine sehr starke Transpiratton eintritt, tft das neue Verfahren als neuer Weg zu Kraft und Schönheit bereits bet vielen beliebt. Damen und Herren, allerdings mehr Damen, lassen mit dem größten Vergnügen die Protezur der Packungen über sich ergehen, und stellen mit freudiger Zustimmung regelmäßig eine G ewichtsabnahme fest. Wieviel allerdings jeder verliert, richtet sich nach ter Konstitution der Patienten. Dünn wird man natürlich nicht von heute auf morgen. Immerhin bilden die Paraffinpackungen sicher vielen, die keine Zeit zu Terrainkuren haben und keine Freunde strenger Diät sind, die Möglichkeit, doch etwas zu tun, um zu dem Körperideal der Zeit, ter schlanken Linie zu gelangen. Ein 4 000 jähriger Bauplan. Als der älteste Bauplan, den wir im Mittelalter kennen, hat der berühmte Grundriß des Klosters St. Gallen aus dem 9. Jahrhundert zu gelten, und auch dieser steht ganz vereinzelt da, bis dann in der Renaissance die Bauzeichnung sich entwickelt. Wenn wir bedenken, wie lange die neuere Zeit brauchte, um diese wissenschaftliche Form des Bauens auszubilden, so muß es uns-um so mehr überraschen, daß wir bereits aus ist. Zuwiderhandlungen werten mtt Geldstrafen bis zu 150 Mark, an deren Stelle im Unvermögensfalle eine entsprechende Haftstrafe tritt, bestraft. Die Verordnung ist mit sofortiger Wirkung in Kraft getreten. OO Münchholzhausen, 10. Aug. Dje hiesige Gemeindeverttetting hat den Beschluß gefaßt, das in Eisen ausgebaute elektrische Ortsnetz der Gemeinde teilweise in Kupfer aus wechseln zu lassen. Der Umbau hat sich als notwendig erwiesen, einmal um den baulichen Zustand des Ortsnetzes zu verbessern, und zum andern um eine erhöhte Betriebssicherheit zu gewährleisten. Die Arbeiten bestehen u. a. in der Legung von 2900 Meter Kupferseil und 1900 Meter Kupferdraht; sowie in der Ablegung von 4800 Meter alter Eisenleitung. Auch bei einer größeren Anzahl Hausanschlüssen und bei verschiedenen Straßenbeleuchtungen wird die alte Eisenleitung entfernt und durch solche von Kupfer ersetzt. Die Arbeiten, deren Kosten sich auf mehrere tausend Mark belaufen, sind den Installateuren'S chnei - der (Münchholzhausen) und Holz (Dutenhofens übertragen; mit ihrer Ausführung ist in diesen Tagen begonnen worden. L Hörnsheim, 10. Aug. Der hiesige Turnverein beabfidytigt, am nächsten Sonntag ein Werbeturnen zu veranstalten, mit tem die Reichsjugendwettkämpfe der Turnvereine ter Bürgermeisterei Rechtenbach verbunden werden sollen. Die Veranstaltung findet auf dem Turnplatz an der Gänsweite statt. O Oberkleen, 10. Aug. Gemäß Beschluß ter Gemeindevertretung wird das in Eisen erbaute elektrische Ortsnetz ter hiesi en Gemeinde teilweise umgebaut. Der Umbau hat sich als notwendig erwiesen, weil die Betriebssicherheit des in Eisen erbauten Rehes im Laufe ter Jahre erheblich nachgelassen hat und auch ter bauliche Zustand einer Verbesserung bedurfte. Es handelt sich bei den Arbeiten u. a. um die Abnahme von 5000 Meter alter Eisenleitung, die durch 2300 Meter Kupferseil und 2700 Meter Kupferdraht erseht wird. Auch bei einer größeren Anzahl Hausanschlüssen wird die Eisenleitung durch solche von Kupfer ausgewechselt. Die Zähler- und Hausanschluhsicherun- gen werden neu plombiert. Bei ter Gastwirtschaft Schütz wird eine neue Straßenbeleuchtung hergestellt. Auch die Straßenbeleuchtung beim Rathaus wird erneuert. Ferner werten in ter Transformatorenstativn etwa 50 Meter Eisenleitung durch solche von Kupfer ersetzt. Die Arbeiten erfordern einen Kostenaufwand von mehreren tausend Mark. Die Ausführung, mit ter in diesen Tagen begonnen Worten ist, ist tem'Ingenieur Fritz Groh in Leun übertragen worden. Kreis Marburg. WSN. Marburg, 10. Aug. In Runz- ha u s e n bei Gladenbach wurde gestern in einer Mistgrube eine Kindesleiche entdeckt. Die ärztliche Untersuchung hat ergeben, daß die Leiche schon längere Zeit dort verscharrt gewesen sein muß. Unterwesterwaldkreis. WSR. Montabaur, 10. Aug. Pfarrer a. D. Josef Fenner konnte hier am vergangenen Sonntag sein goldenes Priesterjubt- Iäum festttch begehen. Dem Jubilar wurden aus diesem Anlaß von den geistlichen und weltlichen Behörden zahlreiche Ehrungen erwiesen. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 10. Aug. Die Frankfurter «Stadtverordnetenversammlung hatte bereits im Dezember v. I. ihre grundsätzliche Zustimmung für die Errichtung eines Ehrenmals für die Gefallenen des Weltkrieges gegeben. Gin von Professor Elsässer in ter «Stadtverordnetenversammlung vom 30. Juni vorgelegter Entwurf hatte aber keine Mehrheit im Plenum gefunden. Gestern wurde nun von volksparteilicher Seite erneut der Antrag gestellt, den Entwurf von Professor Elsässer zu bewilligen. Dieser Antrag wurde nunmehr auch angenommen. Lpd. Frankfurt a. M., 10. Aug. Auf der Strecke Reu-Isenburg (Stadt)—Reu-Isenburg wurde heute vormittag 11.15 Uhr am lieber» gang der Brunnenstrahe nach der Fabrik Rhon- stadt & Zweigle ein Lastauto mit Anhänger durch einen ilebergabe^ug übersah» r en. Der Autolenker und ein auf der Straße befindliches Kind wurden leicht verletzt. Die Schuld trifft den Chauffeur, ter versucht hat, noch vor dein Uebergabeaug den liebergang zu passieren. — In dem Vorort Rödelheim erden Anfängen der menschlichen Kultur ein ehrwürdiges Dokument ter Balltechnik besitzen, das unter den Funden des Altertums einzigartig dasteht und wohl die älteste Werkzeichnung der Welt ist. Dieser 4000jährige Bauplan, der aus Mesopotamien stammt und für die Berliner Museen in Bagdad erworben wurde, wird von Dr. I. S t u r in ter „Umschau" in seiner Bedeutung gewürdigt. Es sind vier Bruchstücke, von denen drei vollständig aneinander passen, während das vierte für sich steht, aber durch die völlig gleiche Beschaffenheit des Tones als dazugehörig erwiesen ist. Aus diesen Stückchen ungebrannten Tones offenbart sich uns eine Höhe der orientalischen Baukunst, wie sie die neuere Kultur erst seit wenigen Jahrhunderten erreicht hat. Der Plan ist technisch einwandfrei „kotiert" und, so genau das weiche Zeichenmaterial es zuließ, im Verkleinerungsmaßstab von 1:360 ausgeführt. Wenn auch heute noch bei manchen Grundbuch- Plänen der gleiche Maßstab angewendet wird, so ist das natürlich keine direkte ileberüeferimg, sondern eine Folge der uralten Vorliebe für das sexagesimale Maßsystem, die letzten Endes aus dem Orient herstammt. Wunderbar ist auch ter Ausbau der Zahlen; sie bestehen meist aus Summanden, deren erster ein Produkt von 60 ist, während der zweite eine kleinere Zahl als 60 beträgt. Die erhaltene Summe ist dann mit ter Einheit von 3,3 Millimeter zu multiplizieren. An Mauerstärken und Türbreiten kommen nur drei verschiedene Maße vor: 1,66, 1,98 und 2,31, die sich wie 5:6:7 verhalten. Es kann sich hier nur um eine fünf-, sechs- und fiebensteinige Mauer handeln, und entsprechende Formate hat man auch für die alten mesopotamischen Ziegel festgestellt. Die Eircheit von 3,3 Millimeter stammt von dem bekannten Maßstab des Herrschers Gutea, dessen beide Dioritstatuen zu den kostbarsten Stücken des Louvre gehören. Die verhältnismäßig sehr große Stärke ter Mauer erklärt sich aus ter Verwendung von luftgetrockneten Ziegeln, die beim mesopotamischen Klima benutzt werden mußten und weit geringere Festigkeit als gebrannte besitzen. Da Mesopotamien die älteste Heimat des Gewölbebaues ist, so war bei diesem schwachen Baustoff die Anwendung schwerer «Gewölbe mit bescheidenen Spannweiten notwendig. K, 10. Obig. Si« Sammlung fatte ihrs grmdfähüchr .chtung s^neL efallenen des ün von PrMvr dnetrnvechnnmlMg nttourf W« irf von Professor er Antrag wurde . 10. Qlufl. Aus Der adt)-Aeu-2smburg 5 Uhr am Mer- h der Fabrik Rh-n« 'S ÄNtn 1 loloS tot. )€juy “v... - ein aus btt W ,eicht verles > >ur. ter versucht hat. ’ f)OT Uebergang 8U tAödelheimer- 5*5 S&S «SSL aLjuhljn, btt für ! vuröe. rmrd wn in einer *»» errcl^lf‘‘imb. 1° ff«®* 5 ie letzten ^ch der inderb^/^s Suw' lehen *1*' yÄutt ßo bt' iU ntuItäl5 en kon"^ " ^>^L nN- & kann liebenfte'Fmananch hen Smt v°n ^ 5&"«% .2KK »«‘ffi/id! bei ^Keroolve ks» ?sa£ m4rete |qÄ otW Sdjnf rrrtz fAt* ’» das in Sfe «h der hiesj,n well die ^bauten AetzeS ’.WOIh hoi S®Ä«runfl J® Arbeiten u. a. lucter alter Eisen- ? 5$^ "nh dt wird. Auch bei nschlüssen wird die n. Tupfer ausge- uöanschlußsicherun- berGastwirtschasl ^atzenbeleuch. Straßenbeleuchtung • Ferner werden etwa 50 Meter Wer erseht. Die )stenauswand von Ausführung, mit m wvrden ist, lst n Leun übertragen arg. lug. 3n Runz- be gestern in einer e entdeckt. Die Srzi- datz die Leiche schon oesen |ein muß. ldkreis. 10. Aug. Pfarrer hier am oergange- ;Priesterjubt' m Jubilar tourten ^istlichen und Welt- Ehrungen erwiesen eignet« sich gestern abend gegen 20 Mr ein schwerer Autounsall. Die 14jährige Schülerin Margarethe Hofmann kam mit ihrem Rad, auf das sich noch ihr zehnjähriger Bruder gestellt hatte, aus dem Hause Eschborner Land-' strahe 162. Plötzlich wollte das Mädchen mit seinem Rade umkehren, als ein Auto der Hausratsammelstelle Wetzlar durch die Straße fuhr und beim Ausweichen in den Straßengraben geriet. Das Mädchen wurde hierbei von dem Auto erfaßt und zur Seite geschleudert, wo es mit einer schweren Gehirnerschütterung liegen blieb. Es ist nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus gestorben. Em Autobeisahrer erlitt gleichfalls schwere Verletzungen, während der Chauffeur und der Bruder der Hofmann mit leichteren Verletzungen davonkamen. — In der gestrigen Stadtverordnetensitzung teilte Oberbürgermeister Dr. Landmann auf eine Anfrage mit, daß sich die Stadtverwaltung seit einiger Zeit mit dem Plane der Errichtung eines neuen Verwaltungsgebäudes trage. Dadurch soll der jetzt herrschenden Zersplitterung der einzelnen Aemter begegnet werden. Große Strafkammer Gießen. ' Gießen, 9. August. Ein Schäfer aus Mainzlar verfolgte Berufung gegen ein Urteil des Schöffengerichts Gießen, durch das er wegen Rückfalldtebstahls zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Es wurde ihm zur Last gelegt, aus einer anderen Herde ein Schaf gestohlen zu haben. Der Eigentümer des Schafes und der Hirt der anderen Herde hatten das Schaf, mit frisch kupiertem Schwanz, bei dem Angeklagten gefunden. Dieser leugnete und behauptete, das Schaf gehöre einein anderen, der es aber nicht als sein Eigentum wiedererkannte. Die Berufung des Angeklagten, der bereits viermal wegen Schafdiebstahls bestraft ist, wurde zurückgewiesen. Ein früherer Reichswehrsoldat (beim hiesigen Bataillon, war vom Schöffengericht Gießen wegen tätlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten zu acht Monaten Gefängnis verurteilt worden und verfolgte dagegen Berufung. Als er von einem Feldwebel seines Regiments aus der Straße bei einem Streit betroffen wurde und den dienstlichen Befehl erhielt, nach Hause zu gehen, vackte er seinen Vorgesetzten am Hals upö erhob die Hand zum Schlag gegen ihn. Er war angetrunken, aber seiner Sinne vollkommen Herr. Die Berufung wurde verworfen, das Gericht bedauerte, daß die Staatsanwaltschaft nicht ebenfalls Berufung eingelegt hatte, sonst wäre die Strafe zur Wahrung der- Manneszucht im Reichsheer noch erhöht worden. Rundfunk-Programm des Frankfurter Tenders. (Aus der .Radio-Amschau".) Freitag, 12. August. 13 bis 14 Mr Reue Schallplatten. — 16.30 bis 17.45: Hausfrauennachmittag. „Ratür- liche und unnatürliche Säuglingsernährung", Vortrag von Dr. Käthe Reumort. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. — 18.30 bis 18.45 Liebertragung von Kassel: „Stunde Haus und Garten". Es spricht Garteningenieur Karl Hinze. 18.45 bis 19.10: Stunde des Südwestdeutschen Radio-Klubs. — 19.10 bis 19.15: Wirtschaftsmeldungen. — 19.15 bis 19.45: „Begegnungen mit Größen der Musik", Vortrag von Alwin Steinih. — 19.45 bis 20.05: Zwanzig Minuten Fortschritte in Wissenschaft und Technik. Vortragender: Ing. Randewig. 20.05 bis 20.15: Film-Wochenschau. 20.15: .Im weißen Rößl", Lustspiel in drei Akten von Blumenthal und Kadelburg. Anschließend bis 0.30 Spät- konzert, Unterhaltungsmusik. wanmnMaBasaa i™»«?»nmwiainnaut^ Wirtschaft. Erntefinanzierung und landwirtschafMcheDerschuldung. Die Verzögerung der diesjährigen Ernte unZ> die immer noch herrschende Unsicherheit über ihren Ausfall haben Besorgnisse nicht nur aus landwirtschaftlichen Kreisen bezüglich der Finanzierung der Erntebewegung laut werden lassen. Die Erörterung, der mit der landwirtschaftlichen Kreditgewährung zusammenhängenden Probleme, bei denen eine Trennung der allgemeinen Verschuldung der Landwirtschaft von der unmittelbaren Erntefinanzierung ausgeschlossen ist, ist in diesem Jahre etwas später ausgenommen worden. Die Preuhenkasse hat beschlossen, die ihr angeschlossenen Genossenschaftskassen in gleichem Umfange wie im Vorjahr die Beleihung von Getreide durchführen zu lassen, jedoch lautet die Anweisung der Preuhenkasse so, daß dre Lombardierung von Getreide nur soweit erfolgen soll, als hierdurch die Abdeckung älterer Verpflichtungen ermöglicht wird. Die Erleichterungen der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse entsprechen also nicht ganz den vorjährigen, und dies dürfte in erster Linie auf den Widerstand der Reichsbank zurückzuführen sein. Die Reichsbant hat anscheinend nicht die Absicht, über den durch die Diskontierung von Warenwechseln gegebenen Rahiüen hinaus sich für besondere Lombardmah- nahmen zur Verfügung zu halten. Dieser Standpunkt der Reichsbanl muß zunächst in Anbetracht der angespannten Lage des Geld- und Kapitalmarktes auffallen, da die geldliche Lage der Landwirtschaft in diesem Jahre vielfach mißlicher ist, als im Vorjahr,und der unmittelbare Geldbedarf für die Ernteunkosten in diesem Jahre schwerer zu befriedigen sein dürfte. Wenn man trotzdem an den zuständigen Stellen mit Finanzierungsschwierigkeiten, wie in den vergangenen Jahren des Hebergangs, nicht rechnet, so wird diese Ausfassung in Öen diesjährigen Marktverhältnissen begründet sein, die alles in allem genommen, für eine glatte Erntebewegung sprechen. Die Vorräte sind nach der wenig be- friedigenden Ernte des Vorjahres stark zusammengeschmolzen. Eine wesentliche Senkung des seit vorigen Herbst von 205 auf 256 RM. pro Tonne gestiegenen Roggenpreises wird kaum ein» treten. Die allgemeine Verschuldung der Landwirtschaft muh in ihrer Bedeutung zum Zeitpunkt der Ernte und der Erntefinanzierung auch wieder in den Kreis der Betrachtung gezogen werden. In diesem Herbst ist die dritte Rate der Dentenbankabwicklungskredite von etwa 293 Millionen Reichsmark fällig. Heber Konsoli- dierungsmahnahmen sind Beschlüsse noch nicht gefaßt worden. Man kann jedoch erwarten, dah die zweite Amerikanische der Rentenbankkred-it- anstalt, die zweifellos zu sehr günstigen Bedingungen abgeschlossen wovden ist, hierfür Verwendung findet. Das landwirtschaftliche Kreditwesen hat bezüglich der Kreditversorgung in diesem Jahre eine Besserung aufzuweisen, die in ihrer fortschreitenden Entwicklung erst mit dem Rachlassen der Flüssigkeit des Geld- und Kapitalmarktes im Inlande zum Stillstand gekommen ist. Rückschläge sind jedoch nicht eingetreten, da die zuständigen Institute (Rentenbankkreditanstalt, Landesbankzentrale) in der Lage waren, relativ günstige Anleihen im Auslande abzufchliehen. Der Kreditbedarf öer Landwirtschaft konnte und kann auch heute noch stets befriedigt werden, da genügend Mittel zur Verfügung stehen. Allerdings sind die finanziellen Probleme der Landwirtschaft noch immer nicht gelöst. Einem Zurückbleiben der Gesamtverschuldung der Landwirtschaft hinter der der Vorkriegszeit (za. neun Milliarden RM. gegen 15 Milliarden RM. 1913) steht die höhere Zinslast der Landwirtschaft infolge der heute geltenden Geldsähe gegenüber. Auch das ständige Anwachsen der Personalverschuldung der Landwirtschaft, die sich vorübergehend, wenn auch gering ermäßigen konnte, deutet darauf hin, dah die finanzielle Lage der Landwirtschaft durchaus nicht normal und von Bedenken frei erscheint. Solange der Wechsel des Landwirts die Unter» läge für einen Kredit in zunehmendem Maße bildet, ist die finanzielle Lage der Landwirtschaft als gespannt zu bezeichnen. Dem kann nur abgeholfen werden, wenn ein festumrissenes Prolramm für die fünftige landwirtschaftliche Kreditgewährung ausgestellt wird. Saatenstand im deutschen Reich Ansang August. Im Monat Juli haben die zahlreichen und ausgiebigen Riederschläge in Abwechslung mit warmen fomiigen Tagen das . Wachstum aller Kulturpflanzen allgemein günstig gefördert. Abgesehen von sonstigen Hnwetterschäden wurde jedoch infolge heftiger Gewittergüsse das Getreide stellenweise außerordentlich stark zum Lagern gebracht, so daß hier eine Verwendung von Mähmaschinen unmöglich und selbst das Handmähen sehr erschwert ist. Heber den Ausfall der Getreideernte läßt sich zur Zeit wegen ihrer starken Verzögerung ein völlig klares Bild noch nicht gewinnen. Fast alle Getreidearten stehen schwer im Halm und dürften auf Grund der Saatenstandsberichte hinsichtlich des Körnerertrages durchschnittlich eine befriedigende Mittelernte ergeben. Bon dem Wintergetreide ist die Gerste bis auf kleine Reste geborgen Die Roggenemte ist im vollen Gange, vielfach schon beendet. Der Weizen steht vor der Reife. Beim Sommergetreide zeigen Weizen und Hafer gegenüber dem Vormonat eine leichte Besserung, während Roggen und Gerste unverändert geblieben sind. Stellenweise macht sich im Getreide der Befall von Brand, Rost und Dlasensuh stark bemerkbar. Der Stand der Hack f r ü ch t e hat sich gegen den Vormonat wesentlich gebessert und wird günstig beurteilt. Die Frühkartoffeln erbringen eine leidlich gute Ernte, obgleich in nassen Lagen größere Mengen verfault sind. Die Spätkartoffeln stehen meist gesund und üppig im Kraut. Auch die Rübenselder stehen Iräftig, doch kommen auf ihnen öfters Rübenfliege und Wurzel- brand vor. Der erste Schnitt der Futterpflanzen und Wiesen ist noch nicht überall geborgen. Die Heuerträge sind im allgemeinen reichlich ausgefallen, doch läßt ihre Beschaffenheit teilweise sehr zu wünschen übrig. Der Rachwuchs steht frisch und üppig, so dah auch im zweiten Schnitt mit guten Erträgen zu rechnen ist. Unter Zugrundelegung der Zahlenquoten 2 = gut, 3 — mittel, 4 = gering ergibt sich im Reichsdurchschnitt folgende Begutachtung: Winterweizen 2,6 (im Vormonat 2,6), Sommerweizen 2,6 (2,7), Winterspelz 2,4 (2,5), Winterroggen 2,8 (2,9), Sommerroggen 2,9 (2,9), Wintergerste 2,7 (2,7), Sommergerste 2,5 (2,5), Hafer 2,6 (2,7), Kartoffeln 2,7 (2,9), Zuckerrüben 2,8 (3,0), Runkelrüben 2,7 (3,0), Klee 2,4 (2,5), Luzerne 2,5 (2,6), Bewässerungswiesen 2,3 (2,6), andere Wiesen 2,5 (2,9). • * D i e Reichseinnah men und - ausgaben für das erste Vierteljahr des Rechnungsjahres 1 92 7. Rach der vom Reichsfinanzministerium veröfs ent licht en Hebersicht betrugen im Monat Juni des Rechnungsjahres 1927 (in Mill. Mark) im ordentlichen Haushalt die Einnahmen 593,3 gegen 653,8 im Mai und 756,9 im April, zusammen im ersten Vierteljahr des Rechnungsjahres 1927 2009,0. Die Ausgaben beliefen sich im Juni auf 599,3, im Mai ouf 730,0, im April auf 658,1, zusammen int ersten Vierteljahr auf 1987,4. Cs ergibt sich demnach für 3uni ein Zuschuß von 1,0, für Mai ein Zuschuß von 76,2, für April ein Heber schuh von 98,8, im ersten Vierteljahr ein Heberschuß von 21,6. Die Summe der Eitrnahmen im außerordentlichen Haushalt stellte sich im Juni auf 68,8, im Mai auf 11,0, im April auf 6,0, int ersten Vierteljahr zusammen auf 85,8. Die Ausgaben betrugen im Juni 51,3, im Mai 62,3, im April 25,1. im ersten Vierteljahr zusammen 138,7. Es ergibt sich demnach für Juni ein Heberschuß von 17,5, während für Mai ein Zuschuß von 51,3 und für April ein solcher von 19,1 erforderlich war. Insgesamt stellte sich der Zuschuß im ersten Vierteljahr auf 52,9. Der Endabschluß stellte sich für das erste Vierteljahr des Rechnungsjahres 1927 auf Bestand aus dem Rechnungsjahre 1926 in Höhe von 548,0, der sich durch den Heberschuß aus den Monaten April bis Juni 1927 um 21,6 auf 569,6 erhöhte. Im auherordentliehen Haus- halt wurde ein Zuschuß aus dem Rechnungsjahre 1926 mit 290,0 übertragen, der sich durch beit Zuschuß aus April bis Juni 1927 um 52,9 auf 342,9 im ersten Vierteljahr erhöhte. Es verblieb demnach ein Bestand von 226,7. Der Stand der auf Reichsmark lautenden Reichsschuld belief sich am 30. Juni 1927 auf 1548,5 gegen 1515,2 am 31. März 1927. Der Reichsmark-Gegenwert der auf fremde Währungen lautenden Schuld betrug am 30. Juni 915,3 gegen 911,2 am 31. März. Die schwebende Schuld stellte sich am 30. Juni auf 170,8 und hat gegen Ende April und Ende Mai keine Aenderung erfahren. * D i e Deutsche Reichspost im Vierteljahr Apri 1—3uni 1 9 27. Nach dem von der Deutschen Reichspost veröffentlichten Bericht über das erste Viertel April - Juni des Wirtschaftsjahres 1927 hat sich der Drief- verkehr einschließlich Postauftrag- und Nachnahmeverkehr etwas gehoben. Der Paketverkehr zeigt sogar eine beträchtliche Zunahme. Auch der Geldverkehr ist angewachsen. 3m Luftpostverkehr sind unmittelbare Lustpostlinien mit Norwegen und Lettland eingerichtet worden. Mit Ungarn konnte ein Luftpostverlehr eröffnet werden. Die Postscheckkonten sind auf 912 583 gestiegen. Der Telegraphenverkehr hat zugenommen. Auch der Sprechverkehr zeigt eine Zunahme von 10 u. Sy Der Ausland-Funkverkehr ist um rund 8 v. Sy gestiegen. Die Zahl der Rundfunkteilnehmer erhöhte sich auf 1 713 899. An Einnahmen sind 431,3 Millionen Mark aufgekommen. Sie sind um 18,4 Millionen Mark hinter dem Durchschnittssoll zurückgeblieben, was aber an sich für dieses Vierteljahr als normal anzusehen ist. Die Ausgaben stiegen auf 453,8 Millionen Mark, so daß ein kastenmäßiger Fehlbetrag von 22,5 Millionen Mark entstanden ist. Zusammenschluß int Eisengroßhandel. Die Vereinigung Freier Rheinisch- Westfälischer Eisenaroßhandlungen E. V. Düsseldorf und der Verband freier Eisengroßhändler von Rheinland und Westfalen G. m. b. H. Düsseldorf sind übereingekommen, die bestehenden beiden Organisationen cruszulösen und sich unter dem Namen „Wirtschaftliche Vereinigung des freien Cisenhcmdels E. V Düsseldorf" zusammenzuschließen. ' Abschluß der Verhandlungen über Lieferung deutschen Eisenbahn- materiell nach Rumänien. Die Verhandlungen einer deutschen Jndustriegruppe unter Führung des Stahlwerksverbandes mit der rumänischen Regierung über die Lieferung von großen Mengeit Gisenbahnmakerials sind der Kölnischen Zeitung zufolge zum Abschluß gekommen. Danach handett es sich dabet um eine Wertsumme von 45 Mul. RM., davon 32 Mrll. RM. für eigentliches Oberbaumaterial und 13 Mill. RM. für leichteres Zugmatertal (Signale, Apparate usw.). Die Verteilung des Auftrages erstreckt sich auf verschiedene deutsche Finnen. Auch in der Preisfrage, über die bislang noch Meinungsverschiedenheiten beftar.i'cn, ist jetzt eine Einigung erzielt worden. ?. ch früheren Meldungen soflen die Zahlungen über Entschädigungskonto beglichen werden. * Großer deutscher Schienenauftrag für ö ie französischen Kolonien. Menende in Netzen VeMwerein Netzen e.V für Reichsmark 6-bis 8-in Betels cotl Gasthäusern Bureau: Seltersweg 93 * Fernruf 196 Eingeschlossen hierin: Samstag: Abendessen, Ueber- nachtung mit Frühstück, Sonntag: Mittagessen. Bei längerem Aufenthalt Vorzugspreise. ■ Konzerte und Tanzgelegenheit in allen größeren Gates. ■ Regelmäßiger Autoverkehr zu den schön gelegenen Burgen Schiffenberg, Gleiberg, Vetzberg usw. B Bootsfahrten auf der Lahn. Wanderungen in herrlichen Laub- u. Nadelwäldern. Besichtigung von Museen, Botanischen Garten usw. Gew und Erfahrung Novelle von Max E y t h. 13 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Die Herren, die meinen Pflug zu verbessern wünschten, hatten sich mit der Zeit stetig vermehrt und waren unerschöpflich in ihren Vorschlägen. Als ich am sechsten Tage die Kessel mit Wasser füllen ließ und die ersten weißen Rauchwölkchen schüchtern aus den Schornsteinen stiegen, waren sie in Scharen versammelt und phrophezeiten allerhand Unheil. Ich hatte beschlossen, zuerst nur eine Maschine mit dem Pflug nach dem Ausstellungsplatz zu führen und die zweite am folgenden Tage zu holen. Deshalb nahm ich zunächst Stone und den kleinen Jem auf den Tender, um ihnen den ersten Unterricht im Führen einer Straßenlokomotive zu geben. Dies beleidigte Bucephalus aufs schwerste. Der riesige Neger konnte nur durch das Versprechen getröstet werden, daß er am folgenden Tage die zweite Maschine führen solle und heute mit einer roten Flagge vorauslaufen dürfe, um uns die Straße sreizuhalten. Mit fast übermäßigem Eifer stellte er jid) auf seinen Posten, wo er seine Tätigkeit damit begann, an die sich an- sammelnde, hundertköpfige Volksmenge erklärende Anreden zu halten. Als aber nach einer Stunde, die wir zur Dampfentwicklung brauchten, die Maschine ihre ersten Bewegungen machte, und das Ungetüm langsam über die krachende Levee hinschlich, erschrak er so heftig, daß er eine halbe Stunde lang still, mit gesenktem Kopfe und in achtbarer Entfernung von der Maschine ooranging, ohne sich seiner führenden Stellung bewußt zu werden. Später kam er wieder zu sich und begann aufs neue der Menge zu predigen, wobei er alte Bibelsprüche und (eine jüngst erworbenen, noch etwas wirren technischen Kenntnisse wundersam zu mischen verstand. Beine Einbiegen in die Kanalstraße liefen einige Droschkenpferde in wildem Schrecken davon. Dies setzte die Stadtpolizei in Bewegung. Fünf Dollar genügten auch hier^ ihr wohlwollendes Interesse an uns zu fesseln, so daß der brausende Feftzug ohne Zwischenfall von Bedeutung nach drei Stunden einer ermüdenden Fahrt mitten durch die große Stadt im Ausstellungspark anlangte. Nur in per äußersten Vorstadt, nicht weit und versprach, ihm and) künftig meine Kundschaft zuzuwenden, sobald ich körperlich genügend gekräftigt sein würde. Doch eine weit größere Freude und Ueberraschung stand mir an jenem sichtlich glückbringenden Tag bevor. Es war schon Abenddämmerung, als Bucephalus mit seiner roten Flagge über die Holzbrücke des Ausstellungsparks einzog. Er hatte nämlid) selbst vorgezogen, ständiger Bannerträger der Dampfkultur zu bleiben, nachdem ihm tags zuvor der kleine Jem, schwärzer als je und halb gebrochen, die Leiden eines Heizers geschildert hatte. Da bemerkte id) schon aus der Ferne und mit wachsender Entrüstung auf der ersten Maschine, die gestern unter einem Hickorybaum mitten im Wald stehen geblieben war, eine geheimnisvolle Gestalt. Der Mann hatte die die Maschine schützende geteerte Leinwanddecke halb zurück- geschlagen und schien, auf dem Tender kniend, in seine Arbeit versunken zu sein. Als wir näher tarnen, bemerkte ich sogar, daß der Werkzeugkasten vor der Rauchkammer jener Maschine geöffnet war. Das war denn doch zu bunt, selbst für die Neugier eines verbesserungssüchtigen Aankees. Ich gab Stone den Anlaßhebel unserer Maschine in die Hand, sprang ab und lief auf die andre zu, um den Eindringling womöglich in flagranti aozusangen. Er bemerkte mich nicht, so fleißig war er an der Arbeit, und mein Erstaunen wuchs, als ich wahrnahm, daß der Mann damit beschäftig war, ein neues Wasserstandsglas einzusetzen, das er in dem Werkzeugkasten gefunden haben mußte. Das alte war nämlich bei dem Zusammenstoß mit dem Biersalon schon gestern zerbrochen. Unerklärlich! aber dennoch, welche Unverschämtheit! Der Fremde kniete mit gesenktem Kopf vor der Kesselwand, noch immer ohne aufzusehen. Ich sprang auf den Tender, entschlossen, ihn an den Öhren zu packen, was auch aus der Begegnung werden würde. Da, nicht eine Sekunde zu früh, hob er den Kops auf. Ejn rundes, mir wohlbekanntes Gesicht mit treuherzigen blauen Augen, aber mit der mir ebenso bekannten steinernen Ruhe, sah mir entgegen und sprach: „Guten Abend, Sir!" Dann fuhr der Fremde in feinen Versuchen fort, einen eigensinnigen kleinen Kautschukring über die neue Glasröhre zu schlüpfen, die er an Stelle der zerbrochenen einschalten wollte. Es war Jem! Jem Parker, der Monteur und Dampfpflüger, den ich mit dem „Wilden Westen" erwartet hatte. Er hatte sich in Schottland bei der Aufstellung eines anderen Dampfpfluges verspätet, wurde mit einem der nächsten Schiffe nach Neuyork geschickt und kam von dort über Land mit der Bahn nach Neuorleans. Er hatte heute früh nach viertägiger Eisenbahnfahrt die Stadt erreicht, hatte sich nach dem Ausstellungspark durchgefragt und dort die einsame Maschine gefunden. Und da er bei näherer Betrachtung das zerbrochene Wasserstandsglas entdeckte und der Werkzeugkastenschlüssel tags zuvor stecken geblieben war, hatte er in aller Gemütsruhe angefangen, ein neues Glas einzusetzen, wie wenn nicht viertausend Meilen zwischen feiner heutigen und seiner letzten Beschäftigung lägen. Er habe gedacht, es werde schon jemand kommen und nach ihm sehen. Das alles kam in kurzen, trockenen Sätzen heraus, ohne seine Arbeit zu unterbrechen. Jetzt saß das Glas zu feiner Zufriedenheit an der richtigen Stelle: er probierte die Hahnen und schüttelte wegen des niederen Wasserstandes vorwurfsvoll den Kopf. Dann richtete er sich auf, zog wortlos einen Brief aus der Jacke, die er unter dem Rock trug, und gab ihn mir. Derselbe war von Herr Fowler in London und erklärte, wie es kam, daß Parker erst mit einem späte- ren Schiff abgereist sei. Zwei Leute könne er mir zu seinem Bedauern nicht schicken. Es seien alle verfügbaren brauchbaren Kräfte vollauf beschäftigt. Ich müsse mich mit Parker behelfen, so gut ich könne. Ich habe mich in Aegypten ja auch in ähnlichen Lagen glücklich herausgewunden. Dies war richtig: und zugleich war mir ein förmlicher Stein vom Herzen gefallen. Stone und der kleine schwarze Jem, wenn sie gelegentlich auch noch einen Biersalon umfahren mochten, waren anstellige Leute. Und nun hatte ich noch den weißen Jem, der das Handwerk verstand, und mich. So konnte die Sache doch nicht völlig schief gehen und die „Regeneratton des Südens", von der feit acht Tagen halb Neuorleans sprach, allen Ernstes beginnen. Seit ich Amerika betreten hatte, war ich nie so müb und wohlgemut nach Hause gekommen als an jenem Abend, spielte zum erstenmal wieder ein Schach mit dem Oberst Schmettkow und gemann’s. (Fortsetzung folgt.) von unferm Ziele, wo ich Jem seinen ersten Versuch machen ließ, die Maschine allein zu steuern, hotten wir den Eckpfeiler eines unbedeutenden Biersalons mitgenommen. Da sich jedoch infolge dieser kleinen Verirrung die Kundschaft des Wirts für den Augenblick verzehnfachte, fand derselbe zu unliebsamen Auseinandersetzungen weder Zeit noch Lust. Die Sache wäre völlig unbemerkt geblieben, wenn nicht am folgenden Morgen die „Crescent City News" eine Notiz gebracht hätte, die bewies, daß der Redakteur noch immer hungrig war. Sie lautete: „Der englische Dampfpflug begann gestern feine Tätigkeit damit, den eleganten Biersalon des Herrn Henry Cooper an der Ecke der 42. Avenue und der Show Park Road mitzunehmen. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Im Gegenteil. Die Frau des Gastwirtes, eines unserer geschätztesten Mitbürger, die sich zur Zeit der Katastrophe im oberen "Stockwerk des mitgenommenen Hotels befand, soll unsrer großen Republik fast gleichzeitig, wenn auch in etwas überftünter Weise, einen gesunden kleinen Mitbürger geschenkt haben. Wir wünschen dem achtbaren Ehepaar von Herzen Glück zu dieser Wendung der Dinge, möchten es dem unförmlichen englischen Dampfpflug aber trotzdem nahelegen, namentlich mit Rücksicht auf unsre Damen, seine Tätigkeit für die Regeneration des Südens in etwas weniger gewaltsamer Weise auszuüben." Als wir am Abend des folgenden Tages mit der zweiten Maschine an dem erschütterten Salon vor- überfamen, unterließ ich nicht, einzutreten, um auch meinerseits der Familie meine Glückwünsche darzu- bringen. Ich fand den Salon schon provisorisch genügend gestützt und in blühendem Geschästsschwung. Herr Cooper war vollständig befriedigt, denn meine Maschinen brachten ihm Gäste, wie er sie in feiner bescheidenen Trinkstube noch nie gesehen hatte. Im übrigen versicherte er mir, er sei kein Amerikaner, sondern ein Irländer, sei nie verheiratet gewesen und denke nicht daran, es zu werden. Und da der Salon kein zweites Stockwerk besaß, in dem das interessante Ereignis, von dem die „Crescent City News" berichtete, hätte ftattfinben können, so mußten wir wohl annehmen, daß die Nachrichten auf einem kleinen Mißverständnis beruhten. Erfreut hierüber trank ich mit meinem auf diese Weise gewonnenen neuesten Freund zwei Gläschen seines schauderhaften Whiskys Berlin Frankfurt a M. ftur» Kurs Kur» Datum: 10 R. I 11.8. U. 8. U97.76 IV? 1166,26 I 143,5 Bnnfnoten. «42 204,5 124,76 118,6 197,76 löl 167,5 189,6 205,5 137 118 117.6 166,6 144,5 462 437 732 840 155,25 214.25 128,5 95 . 8 , . X . 10 . 16 . 12 . 16 . K . 12 . 10 ' 8 . 0 . 0 0 . 10 284 123,25 143 26 158,6 47 79,5 118.5 24,6 120,5 122 128 137.5 119 117 141 157 144 463 139,5 736 590 140,6 155,9 215.6 121 94 117,5 287 124,65 143 158.25 48 77 119,6 120 DaS beste Sfi gerade gut genug für Ihr Kind. Wählen Sie deohalb "n- fri|d)c Der gute Erfolg wir- Ihnen Freude machen. schlich- l-Uhr. Sd)lu|j-i Anfang Kurs Kur» " Kurv Kur» Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchioffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuß 7 Prozent. ipdillpp Holjman» . . . Heldelderacr (Lcmeilt . . llrment fiarlftadt..... WahA k ^revaa . . . Schnill^ciS Paijenhoscr. Ber. Glanzstoff' ‘ Bemdcrg......... Zellstofi Waldlios. . . Zellstoff VUrtjnffcnbiirn . Charlottenburger Wasser 1 cssauer Gas .... Daimler Motoren.... Demag.......... Adlerwerke filetier. . . . Ludw- ÜoeUe ..... Rat. Automobil Orenstein & fiovvel . . . Linke Hofmann . ... Leonhard TicU Bamag-9'kgnln .... Sranlf. Malchiueu . . . vlüiier ... .... Hciiliaenstacdl ..... FungbanS . . ». . Lclhwerke. ...... Matnkraftwerke .... Ming Nrkailulmer ...... PcterS Union ...... Äebr. Roeder . ..... Voigt & Haeffner .... Güdd Biirfcr .... 10. 8. 198" 151 189 167,5 sich in einer Vielseitigkeit, hast Wohl jeder Le'er auf feine Rechnung kommt. — Ein vorzügliches Selbstbildnis von Mar Liebermann, der kürzlich feinen 80. Geburtstag feierte, bringt die neue Hummer der „Jugend, (®. Hirths-Derlag Vachs., München), die im übrigen neben der farbigen Wiedergabe e'nes schönen Landschaftsbildes von Franz Klemmer im graphischen Teil wieder viele gute QLimen wie Hofer, ilnold, Eberz u. a. vereinigt. Auch im literarischen Teil ergibt sich wieder eine glückliche Mischung von Emst und Scherz. Wilhelm Schäfer, der Meister der Anekdote, leitet di? Nummer ein, die weiterhin eine längere Novelle von Maria Zierer-Steinmüller, kurze lustige Geschichten von Hasse-Zetterströrn und A. M. Frey, ein neues Stammtisch-Gespräch von Hoferichter und endlich eine Menge kleiner heiterer Glossen in Vers und Prosa enthält. Vor fünf Jahren, im August 1922, erlosch mit dem neunten Bande das „Archiv für die Geschichte der Naturwissenschaften und der Technik". Nun soll es auf Anregung von feiten der Deutschen Gesellschaft für Geschichte der Medizin und der Naturwissenschaften aufs neue erstehen, und es wird dabei mehr als frühc.' auch die Mathematik berücksichtigt werden. Herausgeber ist Dr. Julius Schuster in Berlin- Steglitz, r.nt> als Mitarbeiter sind eine Neihc von Männern der Wissenschaft and Deutschland selbst, aus fasst allen europäischen Ländern und den Vereinigten Staaten gewonnen word.m. Vo i unserer Landesuniversität sind W. Gundel und H. Kraemer als ständige Mitarbeiter tätig. Der bewährte Verlag ist C. W. Vogel in Leipzig — Der soeben -erschienene zehnte Band enthält zunächst eine Betrachtung des neuen Herausgebers über „Die Geschichte der Naturwissenschas- ten und wir". Es folgen: O stw a l d, „Geschichtswissenschaft und Wissenschaftsgeschichte": Nei n k c. „Geschichte und Naturwissenschaft"; Sa rton - Klinckowstrvem, „Der Neuhumanismus", Meyer, „Was heißt und zu welchem Ende studieren wir Geschichte der Naturwissenschaften?" Hahn, „Die Pflanze als Begleiter der Mensch heil": Kraemer, „Der Qlrtbegriff in Anwe düng auf die Haustiere": Darm strebte „Assyrische chemisch-technische Vorschriften un ihre Erklärung": Reimer, „Von der Dedeu tung der Naturwissenschaften für die Aegypli logie": Klages, „Das Problem des Sokrates' Ruska, „Heber das Fortleben der antik Wissenschaft im Orient"; Sudhoff, „Die er Tieranatomie von Salerno und ein neuer folerr tonischer Anatomietext": Hommel, „Zum 2et< des Hieronymus Drunschwygk": Hoppe, ,,D« Entdeckung der partiellen Differentialgleichu. gen"; Haberling, „Der glatte Hai des Aristc teles": Rumpler, „Technisches über das Trans Ozeanflugzeug": Stein, „Zur Görreskunde", M a h n k e, „Untergang der abendländischen Wissenschaft?": Wieleitner „Die Grundlagen der ägyptischen Bruchrechnung : Wiele-ttner, „Die Elemente des Euklid". - Das neue Werl will geschichtliche Forschung nach «exakten Methoden betreiben, die Ergebnisse für die Gegen wart fruchtbar gestalten und ein universal geschichtliches Organ sein. Seinen Hauptwer möchten wir darin erblicken, dah es in unsere Zeit des vielspältigen Spezialistentums die Sehr.- sucht des gebildeten Menschen nach wirklich umfassendem Wissen einigermasten zu stillen vermag, um „in der Mannigfaltigkeit die Einheit zu erkennen", wie Alexander v. Humboldt sich dereinst in seinem Kosmos so schön ausgedrückt hat In diesem Sinne sind dem gewaltigen neuen Werke beste Erfolge zu wünschen. Zeitschriften. — Die Krise des deutschen Theaters als Teil- erscheinung der kulturellen Krise der Gegenwart, ja der ungeheuren Nkenschheitskrise der Zeit überhaupt, bildet das Thema eines Aufsatzes von Werner Tbormanu im Augusthest des „Kunstworts" (Verlag Georg D. W. Callwey, München). Theater als der Ausdruck der Kultur- gemeinschost eines Volkes seht eine Volksgemeinschaft und eine gemeinsame Kultur voraus. Das Bestehen beider Faktoren wird vom Verfasser in Abrede gestellt. Es hetstt hierüber u. a.: „Heute gibt es keine Volksordnung mehr, sondern nur eine arbeitsteilige Gesellschaft, die erst die ökonomischen, sozialen und politischen Voraussetzungen einer neuen Ordnung zu schaffen hat. Die 5Xlage, dost die Kunst heute nicht mehr volkstümlich sei, Wie die „Kölnische Zeitung" aus Poris erfährt, hat dos französische Koloniolministertum der Wrma Stumm und den Burbocher Hüttenwerken Änen Auftrag über 60 00Ö Tonnen Schienen und Schwellen erteilt. • Lösung der I n i e r e s s e n g e m e i n- fchastDeutscherLlohd-Frankfurter Allgem. Versicherung. Die Deutsche Lloyd Dersicherungs A.-G. in Berlin hat die im vorigen Jahre eingegangene Interessengemeinschaft mit der Frankfurter Allgem. Dersich. A.-G., Frankfurt o. OIL, wieder gelöst. Wie hierzu mit- geteilt wird, dürfte die Lösung dieser Verbindung in Meinungsverschiedenheiten bestehen, die sich in den Fragen der Bilanzierung bei dem Deutschen Llovd ergaben. Des weiteren wird auch bestätigt, oaß die Afsicuracioni Generali in Triest, die schon srüher an dem Deutschen Lloyd Interesse genommen hatten, nunmehr als neuer Interessent in Frage kommen. Arcrnksurter Börse. Frankfurt a. M., 11. Aug. Tendenz: überwiegend etwas schwacher. -- Nach der Belebung des Börsengeschäsls, die sich gestern durchsetzen konnte, ist die Stimmung wieder ziemlich gleichgültig und matt geworden. Kauforder» Ingen kaum vor. Andererseits mustten von der Spekulation zu den heutigen Prämienerklärungen dach einige Mattstellungen vorgenommen werden, die allerdings nur geringes Ausmaß hatten. Trotzdem schwächte sich die Tendenz ab, da sich der Markt auch für das wenige herouskommende Material nicht auf- nahmefähig erwies. Bei kleinen Umsätzen blieben ober die Nursabsch wach ungen gering. Dos Angebot am Geldmarkt dürfte den An- sprächen zum Medio vollauf genügen. Rcportgeld ist reichlich angeboten und nur zu ermäßigten Sätzen unterzubringen. Die Mehrzahl der Effekten- werte hatte gegenüber dem gestrigen Abmdstande Abschwächungen von 0,5 bis 2 Prozent zu verzeichnen. Zellstoff Waldhos und im Verlause auch Z.-G.- Farben stärker obgescywächt. Etwas fester eröffneten dagegen Gelsenkirchen, Riitgerswerkc, Lahmeycr und Neichsbonk. Deutsche und ausländische Renten säst geschäftslas, aber gut behauptet: Schutzgebiet etwas anziehend. Im Börsenverlaufe trat zwar keine Belebung ein, da aber die Glatt ftcllungen aufhörten, blieb die Tendenz behauptet. Umsätze sanden fast nur noch in I.-G.-Farben und AEG. statt. Horpener konnten 1 Prozent anziehen, auch Rheinbraun fester. Tagesgeld war sehr leicht und zu 4,5 Prozent angeboten. Geld bis zum Ultimo stellte sich auf 8,25 bis 9,25 Prozent. Jrn Devife n v e r k e h r konnte sich die Reichsmark gegen Slabcl auf 4,206 befestigen, der Kurs stellte sich gegen London auf 20,44. London gegen Paris 124.03: Mailand 89,25; Madrid 28,65. Berliner Börse. Berlin, 11. Ang. Börse eröffnete in freundlicher Stimmung, doch nicht so fest wie im heutigen Freiverkehr. Das Geschäft blieb klein, ?uinal das Publikum, das sich gestern etwas tärker am Geschäft beteiligheute wieder fast vollkommen fehlt. Am Geldmarkt war Tages- flelb zu 41/» bis 6 Proz. reichlich angeboten, dagegen Moncttsgcld zu 7"/, bis 83A Proz. schwerer zu bekommen. Reportgeld notierte 8'/- bis 9 Proz. und war kaum unterzubringen, so dast der Dotz teilweise bis auf 8 Proz. ermäßigt wurde. Die Kursentwickluim war sehr uneinheitlich, doch sind , Vie heutigen Notierungen gegen gestern Schlich zum größten Teil unberänherl und eher eine Kleinigkeit befestigt. I. G.-Farben' waren stärker angeboten und notierten 2 Proz. schwächer Auch Bankaktien lagen nachgebend. Für Elektro w e r l e stimulierten Kapitalerhöhunasge- rüchte. Man verweist in diesem Zusammenhang aus die Auflichlsrat-sitzungeii der AEG. am 13. August und die der Elektrischen Lieferunas- Gesellschast am 14. August. Nach Festsetzung oer ersten Kurse wurde die Stimmung allgemein etwas fefter, besonders für Harpmer und Rhein- braun, die se 3 Proz. anziehen konnten. Dagegen gaben Ludwig Löwe 2 Proz. nach. Deutsche und fremde Renten lagen vollkommen geschästsloS. Frankfurter Getreidebörse. F r a n k f u r t a. M., 11. Aug. Die Stimmung an der heutigen Börse war freundlich. Roggen ist weniger angeboten und insbesondere von der Gießener Gegend gesucht. Dortige Mühlen bezahlen höhere Preise als hiesige. Mais ist etwas teurer geworden, die hiesigen Vorräte sind zusammengeschrumpft. Weizenkleie liegt fest. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer, 27.75 bis 28; Roggen, inländischer, 22.75 bis 23; Hafer, ausländischer, 23.25 bis 25; Mais, (gelb) 19.2") bis 19,10; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 39.75 bis 40; Roggenmehl 35 bis 35,50; Weizenkleie 13,25; Roggenkleie 13,50 Mark. Berliner Produktenbörse. Berlin, 10. Aug. Das Jnlandangebot in Brotgetreide blieb heute zwar relativ klein, die Nachfrage ist aber ebenfalls keineswegs dringend. Die Preise waren rückgängig, zumal auch der Weltmarkt schwä- chere Kurse nulbete und die gestrigen Haussemomente der Chicagoer Börse keine Bestätigung gesunden haben. Die Forderungen für Auslandweizen waren gestern allgemein um 10 bis 20 Cents ermäßigt. Die Umsätze blieben außerordentlich klein. Für Roggen in sofort verladbarer Ware wurde immer noch ein Aufgeld von 2 Mark gegen August- lie-ferung, die 1 Mark über Septemberlieferung liegt, geboten. Am Licferungsmarkt gaben die Preise für Weizen um 1 Mk., [ür Roggen für vordere Sichten um 2,50 Mark, für Dezembcrlieserung um 1,50 Mk. nach. Gleich nach Festsetzung der ersten Notierungen machte sich für Roggen eine kräftige Erholung geh tenb. Am Mehlmarkt sanden nach wie vor nur kleine Umsätze in naher Ware statt, wobei die Forderungen für Roggenmehl um 0,25 Mark ermäßigt waren. Das Herbstgeschäft läßt weiter sehr zu wünschen übrig. Allhaser blieb fast weiter ohne Umsatz und vernachlässigt. Zn Neuhafer besteht nur spärlict)es Angebot. Für Wintergerste machte sich von Seiten des .Konsums etwas regeres Interesse bemerkbar. Sommergerste ist nunmeyr auch in guten Qualitäten vermehrt angeboten. Nachfrage besteht weiter in der Hauptsache für feine Sorten. — Es wurden notiert (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, September 270,50, Olt. 270, Dez. 270,50, (matt); Roggen, märf., 213 bis 217, Sept. 225,50 bis 226,50, Oft. 226 bis 226,75, Dez. 227,50 bis 228,25, (matter); Winter- und Futtergerste 200 bis 206, (ruhig):Hafer, märf., (ruhig); Mais, La Plata, 193 bis 195, (ruhig); Raps 275 bis 285, (stetig); (100 Kilogramm): Weizenmehl 34,75 bis 36,25, (behauptet); Roggenmehl 30,75 bis 32, September 29,50, (matter); Weizen- klete 13,75 bis 14, (behauptet); Roggenkleie 14,75 bis 15, (matter); Viktoriaerbfen 44 bis 56: kleine Erbsen 28 bis 32; Futtererbsen 22 bis 23; Peluschken 21,50 bis 23,50; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; Lupinen, blau, 14,75 bis 15,75; Lupinen, gelb, 15,75 bis 17,75; Rapskuchen 14,80 bis 15; Leinkuchen 21,20 bis 21,60; Trocken,chnitzel 12,50 bis 13; Soyasrhrot 19,50 bis 20,40 Mark. ist deshalb gegenstandslvs, und alle Versuche, die Kunstübung der Gegenwart und die Massen, die heute die Stelle des Volkes vertreten, wieder in Beziehung zu sehen, sind nichts anderes als eine Kur an Symptomen. So lange wenigstens, als man bei diesen Versuchen von der ideologischen Fiktion eines Volkes ausgeht, dem ein in idealistischen Traditionen gefangener Kulturwille zugefprochen wird, und sich nicht an die Wirklichkeit des arbeitenden Menschen, die Wirklichkeit des Industriearbeiters, des Handels- und Bureauangestellten, des Q3crHjr3beamt en, des Ladenmädchens und der Proletarierfrau zu toen- den weiß." Von weiteren Beiträgen dieses Heftes wären noch zu nennen: Protestantische Religiosität und philosophische Erkenntnis, von Erwin Reisner; Von Geist und Kunst der Gotik, von Ioseph Popp: lieber den musikalischen Rhythmus, von Karl Grunsky. Die „Cofen Blätter" bringen Proben aus den Schriften Hans Friedrich Dluncks. — Ieder Beitrag des Augustheft-rs der „Zeitwende" (Verlag C. H. Beck-München) hat stärksten Bezug zu den Aufgaben der Gegenwart. Die ersten beiden Aufsätze beruhen auf der gleichen Grundüberzeugung, obwohl sich der erste mit Afrika, der andere mit einem klassischen Erzähler der Schweiz beschäftigt. Diese Grund- Überzeugung ist die Beobachtung einer zunehmenden Entwurzelung der Menschen unserer Tage. Und beide Verfasser, sowohl der Missionar D. Bruno Gutmann in seinem Aufsatz „Das Königreich der Seele und Afrika" als auch Dr. Cor- rodt In dem seinen über „Ieremias Gotthelf" begegnen sich auch in ihren RegenerationsVorschlägen. Beide sehen die Heilung der Zerfalls- shmptome eines Volkes in der Anerkennung und Befolgung der großen „Ordnung Gottes", wie sie in den natürlichen Verbänden. Sippe und Familie angelegt ist, die als die Keimzellen aller sozialen Gebilde gelten müssen. In Afrika ist man heute daran, wie Gutmann ausführt, die an den enttoureellen amerikaniscl>en Negern erprobten Erziehungsmittel aus die afrikanischen Neger zu übertragen, wodurch die letzteren seelisch ebenso wurzellos und damit sittlich haltlos werden. Die weiße Rasse ist also im Begriff, die Lösung des letzten Weltproblems, daS ihr übrig geblieben ist, die Eingliederung Afrikas in die Kulturgemeinschaft bei Menschheit völlig zu verfehlen und sich so das eigene Grab zu graben. Dieser Aussatz eines so bedeutenden Kenners der afrikanischen Völker sollte in allen Kolonialämtern stark beachtet werden. Der Aussatz Corrodis über Ieremias Gotthelf kommt im Iubiläumsjahr Pestalozzis zur rechten Zeit. Denn in der Wertung der Familie sind Pestalozzi und Gotthelf einer Meinung. — Im neuen Heft der Zeitschrift „Die v i e r t e W a n d" (Deutsche Theater-Ausstellung) untersicht Hans Franck die gegenwärtigen Oe- bensbedingungeii des historischen Dramas. Er kommt als schaffender Dchter zu dem Resultat, daß die Frage dieser' Kunstgattung eine Angelegenheit der dichterischen Kraft ist; er untersucht diese Kunstgattung nach dem Gesetze ihrer inneren Form und ihrer äußeren Gestaltung. Dem Theater der Zukunft widmet Hanns 3a- queinar einen knappen Essay. In den Wochen der Bayreuther Festspiele interessieren die Ausführungen von H. E. Mutzenbecher über den Kampf um Wagner. Der ausgezeichnete Sachkeirner Prof. Dr. Hc I. Göttingen, umreißt das ganze Pro- blem L.. Shakespeare-Bühne, und Hans Lindau veröffentlicht einen Dries seines Vaters Paul Lindau an den letzten Intendanten des Berliner Hoftheaters Georg v. Hülsen, in welchem er seine Eindrücke vom Sterbebette des großen Iosef Kainz schildert. - „Lustige Blätter" (Dr. Ehsler u. Eo., Berlin.) Ein originelles Titelbild von Walter Trier gibt in der neuen Nummer den Auftakt zu einer Fülle reizvoller farbiger und schwarzweißer Bilder. Die Textbeiträge zeigen itrnnffnvl a.M. «'erlitt bcfliun* JUir» l-Uhr. Hur» Schlnft. Kur» Utufann «ur-. T'Uirm 10. 8. 11.8. 10. 8. 11. 8. B°/o Dl ». 10'27 Dt viui Hblöl liuld mit VliK'lol -Utcdlhli . . - — 86,9 - (.0 61) 69 611 2)ci cil. ohne ÄuSl 4 'Rechten 7u/„ vclr. Buiidc«b..?lnl. — — _ 4°/o Ccftcrelrtjlldjr Nolbrlc. 4,20°/« Ocftcrv ich. illlbrri ti1 4'Io Orsicrrelch. rlnbeiiL 9tle 26 76 — — 4,0 — 4,6 — — 4"/0 Unflarische OJottulc 24.6 — 24,6 — <"/<>NNflortschcSloalSr U.19JU 22.9 — —- 4'//»/.. dcvfll. von 1913 . . . 23,6 23.25 — 4% Uiifllirlschc firoiicnrtc . . — 2 _ 47, Tuet, -jollonleihe v ivn 47» 2ürt. Bofldadbol)N-vln> Serie 1. 14,26 14,4 14,18 14,1 16.6 17 _ 47°deSfll. Serie 11..... 4fio Ninnitiicn fonuert. Ric 16 — 16,26 _ 6,26 — 4I/II°/O Rumänen Äotdeml. Von 1913 , . 16,7 - — Mlfl Dcuuche (Elltnbnbit .4'/, f>nnibiirji-?lnteiifn Pore» . li 166,6 166.4 68.26 166.25 88,76 156 4 Hnmb.-Siidtmi. Damvtsch « —- — 2:| 232,2a Honlci Dninpflchlii . 6 — 129.76 2110,2 - Norddeulschcr Vloljti . . V 147.26 166,9 157 I6H. 7 Deutsche Treditanst.. 10 117 5 — 148 26 147,7a Siovin t Bmikvercin 10 16I 264 ,26 1811,76 161,75 151 h 151.a Berliner Hond«ioflet«nich. 12 v ommerz. und Prlvnt.Pr. 11 177.6 262,6 179.6 259.9 177..6 Darmst. u. Vlntlonolbnnr. 12 218 Uli z:i? '<«? DeuUche ti'nnr. . . iu IUI) H>3 Kill 1113.7 DiSkoiito-^ciellschofi Aul. 10 Ilio Illi III 1.6 16(1.7 Dresdner Bonk lo 170 HI9 1119 168,26 wlUteldcutiche Urtbllbnnt . 9 .-48 — 284 IDZrfnllbnnf . h H8 148 148 vteichSbemr tu 173 175.26 174 I74.fi Berlin, in Auflusi Wclb Dries ^reimösische Aoien...... Holländische Noten ..... 16.496 16.650 168.28 IO8.!iii ifteilienische Noten...... 22,915 23.1115 Norweflischc Noten...... 108,51 108.95 Dcmfd)ücftcrr.,Aioo fironen 69.28 59,62 Nnmänische Noten...... 2.697 2.617 Schwedische Noten...... 112.63 112.89 Schweirer Noten....... 80.98 81,30 Spanische Noten....... Tschechoslowokischc Noten . . 71.Ui 12.445 71.29 12,605 73,17 73,47 Devisenmarkt Berkin —Frankfurt a. HL Telegraphische Auszahlung. Frankfurt a.M. Berlin Schlich Kur» -Uhr. Nur» Nur« Anfang Kurs Datum: 10. 8. 11. 8. 10. 8. 11. 8. 2l. E (Y........ . .7 192,6 191.6 191.76 191.76 Bergmann ...... Eleklr. Viescrungcn . . . .« 200.26 199.5 199.9 2011 . in 102 - 190 195 Licht und firnII . . . . . 10 21’8,25 21)8,7.' 206,75 207.4 Felten.t Guilleaume ■ - . . G 139.5 — 1119,5 140 Äes f. tzlektr Untern . . 10 — — 201.5 261.9 Hamb. (Eicht. Werke . . 10 — — 105 !l!6 . . H lOfl 164 166 Schics. Elektr....... . 10 — 181,6 181 9 210,76 :V5,75 211,75 -:96 210.4 294,75 212 Siemens .t Halske . . . . 16 294,13 Trnnöradto...... . Lalmieticr 81 So. . . . . . . .« • ■ 156.75 135 26 . .9 173.6 176,5 174 — 110,75 117,25 116,75 117 Deutsche Erdöl..... S'llcner Ticinkohle . . . . .11 162,26 161,76 101,76 101 . .8 — 172.75 173,5 166,26 Äelseukirchener . f. */« 164.25 105.5 105 Harveuer . ..... Voesch (Elfen....... ylk ilkiflbnn ...... . H 206,5 '00,7 a 207.76 205 . .5 — — 182,76 185 . .8 280 278,6 — .................... . .5 164 161 163,6 163.75 fiöln-Neuessen ..... •5'/, — 179,6 179.5 ManneSmoml . .f. ’/B 9- 4 190.6 190.25 190, 5 1911 ManSlrldcr....... . • 7 137 - 157.25 138.9 Lberschlel. (Eisend. Bedars 0 98,26 — 101,6 Oderschlei, fiokülucrke . Phönix Bergbou f. . II — 98,13 98,9 I a 123,06 .23 123.4 123.75 Nhclnilchc Braiinkohlen . IO 206 263.6 266 265 »ideinslahl . . . . .0 219,5 '18, .'5 219.5 <17,7u »liebest Montan..... . . r 178,6 178,25 1811 170,75 Vereinigte Stahlw. f. ’/• IV- 3 138,6 i!18 138,12 138 Olavi Minen..... 1 bh 34.6 — 1.6 86 finit '.'IscherSledru . . . . finli'lOefkrffldn . . . fiallwerk Salzdetsiirth . 10 178 177,6 177.6 . 10 187 — 189.75 189.76 . 12 240 — 243,76 242,1 3 (»■ garben-Indiistrte Dtinamst Nodel . . . . . 10 10 18 .18,75 316,75 . (1 — 153.26 161,75 SchetdecmiiaU . . . . . .8 .23 221.75 — v>oid|chnildl....... . .6 1II 140.6 101,25 141 111.13 101,5 NniflerSwerke...... . .0 100 100 Mclailflelelllchaft • . ■ . 10 192 191 — 10. August. 11. August. Amtliche Notierunfl Ärmliche Notierung Oklb । Bries (Neid Briet vimft.« Vtou Buen..AIrc< 168,66 1,793 168.90 1.797 168»G4 1,791 168,76 1,795 UklL-'.’lntlv 68,52 i>8,64 68,465 68,685 ILHiistianla 108,74 108,9(1 108,63 108,86 fiopenbnflcn 112,68 112,90 112,59 112,81 Stoettiolin . 112,81 113,03 112,89 10,588 112,91 HelsinflforS 10,694 10,611 10,608 Hlaltcil. . 22,91 22,95 22,89 22,93 London. . . <0,446 20,485 4,2135 20,425 20,465 Neutiork . . 1,2055 1,202 4,210 Parts.... 16,48 16,(2 16,47 16,61 Schwey . . ■>1,045 81,205 81,02 81,18 Spanten - 71,25 1,991 71,39 71,18 1,989 71,32 Japan . . - 1.99.) 1,993 mto de ^ai>. Wien tn D. Oest. adgesi 0,4957 0,4977 '.4957 0,4977 69,23 69,3 0 59,19 69,31 Praci ... Belgrad - • 12,465 12,485 12,457 12,477 7,400 7,414 7,398 7,412 Budapest. Bulflarien 73,40 -1,037 73,64 3,043 73,87 3,037 73,61 >,043 Lissabon 20,70 20,76 20,70 20,74 Danjtg.,. - 81,48 81,61 81,43 »1,59 fionfinnlln 2,063 2,067 ',098 :,l>'2 Athen. - 6,514 5,626 5,614 .,526 Lanada - 1.199 4.207 4,198 1,206 llruauati . 4,176 20.965 4.184 4.176 4.148 ttafro -1.006 .0.95 '0.9h Berlin, 11). Vluflust. o>e(b Brie» Vlmcrikaniiche Noten . . 4,194 4,214 Bciflische Noten..... 68,63 68,87 Dänische Noten..... 112,63 112,89 Eiifllischc Noten ..... 20.405 20.485 9n dem Aug non der gro wn Sitzen c. ‘«ton Jjerrci Feier mit de Wagen t und i unter JtoWtoirf *nn 2Baller folgte P dir TJet fetal“ fr' WÄI «nbefAen 1 b0' Vy tonig, Ä" ! iS S- vrist -Vst!