iichvtarü. flätj. 3uf km en auffltirifben e, 192 ed)nwnc > uftlätb« B b\6 i\b?x 62 M 10: Schale: TÜaft* imel l'BeiNmali) nct, altert Uajt- chafe 46 bis 49; Warb Markten und kommen t. Del 6d)totintn [gc geringen 2ui' ?n wurden notiert: 950, Roggen, im Lrauzwecke 2) bi? 2250, Mai°, gelb inbiid)t9 Spezial 0 37,50 bi? 37,75, zenkleie 14,25 bii richten. inbttu tteiXL b.6W9W Hätjl927,TotaW- >r zu Ehren der S- sionsgesellschasl Freitag abmd 5» N. 3.30. 6M enjf: mrS^6|45, igramm •ettbet®* aschau'-t Ms? !SS?S M-iS ldend..___—-- Frank- nau^Äp"1^: zeric. ^ t'ie'on» „ (iQeit *y,feTÖ »" -S-KS Stresemann zum britisch-russischen Konflikt Vie Neuregelung de; Hinailzaurgleichr steuer Aufwertungssragen im Rechtraurschuß • 10: 'DIärS Der Rechts- vertragen würbe, des weiteren die Sorac auSschuß des Reichstages begann am Donnerstag mit der Beratung über die Aufwertung. Es liege eine Anzahl von 20 Entwurf cm und An- (Einigung der Regierungsparteien. (Eigener Bericht des „Gieß. Anz.") Berlin, 11. März. Eine der Fragen, in denen innerhalb der Regierungsparteien Differenzen bestehen, ist der Finanzausgleich. Hier ist es besonders die Bayerische Volks - partei. die mit dem Verteilungsschlüssel unzufrieden ifl. Bisher war eS so. daß die Höhe der ReichSburgschaft für Einkommen- und Umsatzsteuer zugunsten eines Landes bei der Sin- kommen st euer von dem Steueraufkommen des Landes, bei der Umsatzsteuer von der Gin- wohnerzahl abhängig war. 2lun verlangt die Bayerische Vo'^spartei, dah auch für die Einkommensteuer nicht das tatsächliche Steueraufkommen dcS Landes, sondern seine Einwohnerzahl maß- gebend sein soll. Die Erfüllung dieser Forderung würde daraus hinauslaufen, dah die wirtschaftlich starken Länder die Staaten mit gering e r c r w i.schast'.ichcr Leistungsfähigkeit u n- ter stützen sollen. Das Reichsfinanzministerium hat mit der Erhöhung der Recchsgorantie von 2.4 aus 2,6 Milliarden und mit der Zustimmung zur Aufrechterhaltung des tz 35 des Finanz- ausgleichsgesctzes. der das Reich zu ergänzenden Zahlungen an jene Länder verpflichtet, deren Anteil an dem Auskommen aus der Emkommen- steuer um mehr als 20 Prozent hinter dem Reichsdurchschnitt zurückbleibt. bereits sehr große Zugeständnisse an die wenig steuerkräftigen Länder gemacht. Aber noch ein weiteres Zugeständnis. nämlich die Annahme des von der Bayerischen DolkSpartci geforderten neuen Verte i l u n g s s ch l ü s s e l s für das Au'kommen aus der Pinkommensteucr b s zur Höhe von 450 Millauf der 15jährigen Periode .alle aus dem Vertrag sich ergebenden Verpflichtungen erfüllt". Die britische öffentliche Meinung wird Dr. Stresemanns Behauptungen, daß die Bedingungen erfüllt sind und daß die Erfüllung des Versprechens jetzt erfolgen müsse, allgemein unterstützen. - - Der Sonderberichterstatter der .Daily Herold" in Dens schreibt: .Strcsemann habe nicht erklärt, daß Eharnberlain niemals eine Union gegen Rußland angeregt habe, sondern daß er selbst Chamberlain und Briand gesagt habe, daß Deutschland bringend wünsche. Rußland möchte in gute Beziehungen 8u dem übrigen Europa kommen. Es ist klar, daß der Plan besteht, die polnische Frage vor 3uni aus dem Wege zu schassen, um dann die Rheinlandsrage aufzuwerfen. Es scheint möglich. daß inzwischen die deutsche Regierung versuchen wird, die Spannung zwischen London und Moskau zu erleichtern. Dr. Etresemann legte großen Rachdruck auf die Wichtigkeit einer Teilnahme russischer D e legierter an der WirtschaftSkonferen z." verständlich sei die Frage der Rheinlandräumung auf das ausführlichste zwischen ihm und Briand und auch mit Chamberlain besprochen worden. Zu der Frage, wann Deutschland offiziell den Antrag auf Räumung stellen werde, müsse er sagen, daß bei den in Genf weilenden Staatsmännern die Erkenntnis von der Notwendigkeit der Rheinlandroumung wachse. Es fei nicht möglich, von einem allgemeinen Frieden zu sprechen, solange in einem Lande eine fremde Besatzung von 75 OOO Mann vorhanden sei. Die englische Presse zur Rede Stresemanns. London. 11.März. (WTD. Funkspruch.) 3n einem Leitartikel zu der Erklärung Dr. Strese- mannS in Genf begrüßt es .Daily Ehronicle", daß der b-eutsche Außenminister die Behauptung dementiert habe. L^amberlain versuche. Kombinationen gegen Rußland zustandezubringen. DaS liberale Blatt fährt fort: .Die Räumung des Rheinlandes ist Deutschland im Versailler Vertrag versprochen worden, wenn es vor Ab- Keine Geheimnisse um Rußland. (Sonderbericht des D. A.) Genf, 10. März. Eigentlich.verlohnt es sich gar nicht. deS näheren aus all die Gerüchte einzugehen. die, da man anscheinend die russische Frage oder bas sogenannte Ostproblem nicht recht sen- sattonell aufzumachen weiß, nur dazu bienen sollen, irgendwie die allgemeine Stimmung aus- zuputschen. Daß dieser große Propaganda!eldzug gegen Deutschland, der angeblich mit Enthüllungen über d i e d e u t s ch - r u s s i s ch e n Beziehung en arbeiten soll und sich als Quelle aus einen Sowjet-Diplomaten bezieht, keine große Wirkung haben würde, beweist die nunmehrige Enthüllung dieses EnthüllungsseldzugcS, der also von der Chicago Tribüne in die Wege geleitet wird, und wobei man von gewissen Geheimverträgen zwischen Deutschland und Rußland spricht, die bereits im Vertrage von Rapallo ihre Wurzel finden sollen. Diese Enthüllungen bürsten wohl kaum irgendwelche welterschütternden Erfolge zu verzeichnen haben, selbst wenn sie noch weiter in thren Phantasie-Gespinsten sortfahren sollten. ReichSausjenmimster Dr. Strcsemann nahm trotz alledem bei feinem ßeuhgen Empfang der Genfer Vertreter der AuSlandpresfe Gelegenheit. um vor ihnen Stellung zu nehmen zu den wilden Sowjetnachrichten der letzten Tage, und zu den andererseits dahinziclenden Behauptungen, baß hier in Genf unter der Qlegibc Chamberlains eine große antirussische Stoa- lition »Politik betrieben werde, und daß ferner zwischen Deutschland und Rußland irgendwelche geheimen Abmachungen bestünden oder bestanden hätten, die nunmehr enthüllt werden. Dr. Slresemann wiederholte dabei seine schon deS öfteren abgegebenen bekannten Erklärungen. baß weder in oder im Zusammenhang mit dem Vertrag von Rapallo, noch mit dem Berliner Vertrag irgendwelche geheime Abrede bestünde, und baß man wegen irgendwelcher anti- russischer Pläve von keiner Seile und in keinem Augenblick an ihn ßerangetreien sei. Der Minister ft reihe schließlich mit einigen Worten den bekannten deutschen Standpunkt, daß wir nur an einet friedlichen Entspannung interessiert und mit Rücksicht aus die labilen Verhältnisse Europa- in unserer ganzen Politik auf die Vermeidung von Kriegsgefahren eingestellt sind. Damit dürste diese iogcnanmc Sensation er- ledigt sein, zumal auch von englischer Seite durch den diplomatischen Korrespondenten des .Daily Telegraph' ausdrücklich und offiziell erklärt wird, daß die törichten und schädlichen Geschichten von einem geheimen englisch-polnischen Pakt gegen Sowjet rustland doch jetzt begraben feien. Der Korrespondent fügt nocy hinzu, daß er ermächtigt fei mit dem gleichen Rachdruck die nicht weniger schädlichen und törichten Gerüchte zu Dementieren, daß Großbritannien nach einem gleichen englisch-deutschen Bündnis mit dem gleichen Ziele strebe. Für ein solches Geheimnis um Rußland läßt sich also auch in keiner Beziehung eine Begründung finden, am allerwenigsten eine solche für irgendeine geheime Verbindung mit Deutschland. Wie sich auch immer der cnglifch-russi'chc Konflikt entwickeln möge, für Deutschland ist die Politik durch die sich korrespondierenden Verträge von Berlin und Locarno einbeutig dargelegt Stresemann vor der sranWschen presse. Die Ostpolitik. — Die Rheinkandräumung. Genf. IO. März. (TU.) Dr Stresemann empfing heute vormittag um 10 llhr im Hotel Metropole (He französische Presse. Zunächst bc- sckäftigte sich Dr. Stresemannn in dem oben schon näher angedeuteten Sinne mit dem eng- lisch-russischen Konflikt und betonte, es entspreche durchaus nicht den Tatsachen, wenn behauptet würde, daß die englische Diplomatie versuche, Deutschland m einen großen Weltbund gegen Sowjetrußland hincinzuprcssen. Er könne bezeugen, daß von Chamberlain niemals ein derartiger Versuch gemacht worden sei. Er müsse aber auch daraus Hinweisen, daß die Weltwirtschaft nicht zur Gesundung kommen könne, wenn ein Land von 150 Millionen Menschen s t 4) jeher to i r t- schaftlichen Mitarbeit an der G e - samtheit verschließe und sich der Entwicklung der Weltwirtschaft nur hemmend entgegenstelle. Wenn jedoch von irgendwelcher Seite der Versuch gemacht werde, die deutsche Politik in Verbindung mit der Neubildung der deutschen Negierung als zweifelhaft erscheinen lassen, so nüsse er demgegenüber betonen, daß dies in keiner ißeife zutreffend fei. Ebenso gut könne man bann 5ie Behauptung aufstellen, baß es in Frankreich ;enau so aussehe, weil auch in der Regierung Briand innerpoütisch anders )"ichtete Politiker säßen. Aber auch hier mbere das nichts an der eingeschlaoenen Verstört- ügungspolüik Briands.» Von einer Aenderung dcr deutschen Politik könne nicht im entferntesten gebrochen werden. Zur Frage der Al h e i n l a n b r a u in u n g dementierte Dr. Stresemann die Gerüchte, als ob er jpr Briands Ausführungen kapituliert habe. Selbst :ragen vor. Dcr Vorsitzende Abg. Dr. Kaht weist daraus hin. daß der Ausschuß zu prüfen habe, ob und inwicwett es möglich fein würde, ohne Gefährdung der wirtschaftlichen und rechk- l'.chen Sicherheit die schwierigen Aufwertungsprobleme zu lösen. Von allen versuchten Beeinflussungen von auswärts werde er sich nicht be- einslulscn lassen Eine Flut von Schreiben sei in den letzten Wochen eingeangen. Viele hundert von den Briesen bezögen sich ausdrücklich auf ein von ihrem Verband ihnen zugegangenes Rundschreiben, dem Vorsitzenden des Rechtsausschusscs ihren besonderen Fall ausdrücklich mitzuteilen und für ihn gesetzliche Abhilfe zu verlangen. Daß in diesem ^inne eine kasuistische Gesetzgebung nicht gcfchas- sen werden könne, hätten sich die Anstifter dieser Agitation klar machen sollen. Die Schreiben dienten als wertvolles Material, soweit sie rein sachlichen Inhalt hätten. Diele Schreiben enthielten lediglich beleidigende Angriffe oder begnügten sich mit allgemeinen Schlagworten vom ^.icbstahl Raub. Betrug und dergleichen. Der Vorfttzende sprach den Wunsch aus. daß dieser Ansturm von Schreiben als zwecklos endlich eingestellt werde. Reichsjustizminister Dr. Hergt gab im Hamen der Reichsregierung eine Erklärung ab. in der eS u.a. heißt: An den Grundsätzen der Auswertung dürse nicht gerüttelt werden. Maßgebend für diese Einstellung ist einmal bic notwendige Rücksicht auf die Kontinuität der Gesetzgebung, ferner die Rücksicht auf die Wirtschaft des getarnten Dolles, die eine Ausrollung bereits abgeschlossener Rechtsverhältnisse nicht lionen Mark, hat die Bayerische Volkspartei nicht zufriedengestellt, die anscheinend die finanzielle „Eigenstaatlichkeit" der Länder, oder besser gesagt Bayerns, mit dem Gelbe der ankeren, finanzkräftigeren Länder gestützt wissen will. Die Vorlage über den vorläufigen Finanzausgleich wird nun heute Im Steueraus- fchuß des Reichstags beraten. 3m Hinblick darauf haben die Vertreter der Regierungsparteien geftcni eine abschließende Besprechung in der Reichskanzlei mit dem Reichskanzler und dem Reichsfinanzminister gehabt. Die Regierungsparteien haben sich mit folgendem Kompromiß einverstanden erflärt, 6er endgültige Finanzausgleich wird nicht schon am 1. April 1928 in Kraft treten, sondern dem vorläufigen Finanzausgleich wird noch ein weiteres 3ahr Geltungsdauer verliehen. Den Ländern muß die Umsatz st euer in der garantierten Höhe von 450 Millionen Mark zugeteilt werden. Sie ist aber hinter der Schätzung ihres Ertrages zurückgeblieben und tns .gebessert muß zur vollen Deckung der Ga- raniufummc der Ertrag der Einkommen- . D«-. Beratungen der Re.chsregterung mit den poltb.schen Parteien übet die Verbesserung Oer Lage der Kleinrentner finb soweit gefördert. Daß he noch un Rahmen der Beratungen zum Etat des Reichsarbeitsministeriums zum Abschluß gebracht werden können. 3m Anschluß an diese Erklärung des Ministers wurde im Anschluß die Frage aufgeworfen, oo es nunmehr nicht zweckmäßig fei. die ®CIL-r.,-be&atte bis Sur Einbringung des angeambigten Regierungsentwurfes zu p c r 1 a - 6 * n-, J.4 Se9cn 1° Stimmen wurde dies beschlossen. Die Generaldebatte soll nunmehr spätestens am 18. März beginnen. ime der Ertrag der Einkommen- mit etwa 200 Millionen herangezogen werden. Diese 200 Millionen werden den Lau. dern nach dem Schlüssel der Umfaß- Neuer, d. h., nach der Kopfzahl, zuge- teilt, wahrend die Einkommensteuer nach dem Sch l ü f s e l des S t e ue r a u f k o m m e n s verteilt wird. Bei den Verhandlungen wurde ferner ncch die Aufhebung der Gemeindege- tränke st euer besprochen, die nun nach dem ©cfeß über den vorläufigen Finanzausgleich a m l-April außer Kraft treten soll. Ge- plant ist. daß das Reich hier bis zu einem gewissen Grade eingreift, wenn der Ausfall der Steuer eine erhebliche Schädigung der städiijchcr. Finanzen zur Folge hat. Kompromiß in der Zaarsrage? Ltcpßcnd bleibt. — Ter Bahnschutz. Genf, 10. März Von unferm Sonderberichterstatter hören wir foeben. daß in der Daarsrage in den Kreisen der beteiligten Mächte dahingehend eine Einigung zustande zu kommen scheint, daß man eine Verlängerung der Amt-periode deS zurückgctretenen Präsidenten der Regierungskommission deS Saar- geoietS, S t e pH en», zunächst b i 4 zur 3 u n i- Tagung des Völlerbundsrats Vorschlägen will, und daß man diesen dazu bewegen will, in eine solche Verlängerung einzuwilligen. 3n der Zwischenzeit soll dann die Gewinnung einer anderen geeigneten Persönlichkeit, voraussichtlich auch eines Kanadiers, oolhogyt werden. Der Belgier Lambert dürfte w.edergcwählt werden, doch spricht man von der Absicht, durch seinen baldigen Rücktritt der Stimmung im Saargebiet Rechnung zu tragen. 3n der Frage des französischen Trup- penkontingents im Eaargebiet verharren wir auf unfern Rechtsstandpunkt. Der Genfer Korrespondent des .Petit Pari- sien" schreibt. Deutschland halte die >'»isfer von 800 Mann zur Bewachung dcr Verkehrseinrich- tungen im Saargcbict an Stelle der sranzösiscl.cn Polizcitruppen für a u hoch. SS wünsche sie u m mehr a l S die Hälfte vermindert zu wissen. Briand halte eine Herabsetzung dieser Zahl nur für möglich, wenn sie durch dieSchas- sung einer besonderen Eisenbabnkom- Mission neben der RegierungSkommifion ausgeglichen werde. Diese besondere Eiscnbahnkom- mission würde eine genaue äleberwachung über den Verkehr der englischen tote der französisch n Züge ausüben, die das Saargebiet dur uerrn. um i n S besetzte Rheinland au gefangen. Diese Kommission würde nötigensalls, beispics^,« weise im Falle eines Streiks, automalifd) und ohne Verzug die notwendigen Schutzmitiel v>r..w tragen. Angesichts der außerordentlich kleinen Gebietsfläche des Saarlandes und angefich s h?r Rähe der französischen Truppen könnten N i Schutzmaßnahmen fast unverzüglich ergriffen werden Blum für Rückgabe des Saargebiets. Paris. 11. März. (WIB.-Junffprud).) Der fo- jialuUfä-e Abgeordnete Leon Blum schreibt im „po- pulaice“ jur Saarjragc: „Die Verfasser des jri-- benboerirages von Versailles haben bei 21u«nliei- lung der Bci'iinimungen über das Saargcbkl angr- nommen, daß die D o l k o a b ff I m m u n g nach 15 Jahren nach dem Abschluß des Vertrages zugunsten Frankreichs ausfollen' werde. Diese Annahme ist bereits jetzt durchdieLreig- nisse widerlegt, hat Frankreich demnach ein Interesse, es überhaupt erst noch zu einer Nolks- abftimmunq kommen zu lassen? Jladj Ansicht Blums muß Frankreich, soweit wie möglich, Schwierigkeiten vermeiden, die dis zur Abhaltunn ber Volksabstimmung sich bestimmt einstellen würden und dem feindlichen Widerhall Vorbeugen, den diese Volksabstimmung hervorru'en loütoe. Frankreich müsse deshalb Deutschland das Saarac- biet s o früh wie möglich zurückgeben und s'ch mit Deutschland über eine sreundschalMche Regc- lunq der Frage der Saarbergwerke oersfän- digen. Frankreich möge es also der Saarbeoölkerung überlassen, frei über sich zu bestimmen, und zwar im LinNang mit ihrer bekannten Heiqung ,u Deutschland. Die Klugheit rate dies an und die Gerechtjgkeit fordere es. Elsaß-Lothringen. Briand anttvodet dem Grasen Westarp D e r l i n . 11. März. kWolff Funkspruch.) Die ,tägliche Rundjchau" veröffentlicht ein 3n- terview ihres Genfer Vertreters mit dem französischen Minister des Aeußern, Briand. in dessen Verlauf dieser auf eine Rede des Grafen Westarp zu sprechen kam und u.a. erflärtc Wenn Graf Westarp behauptet, daß Deut-chlaird durch den Locarnovertrag sich verpflichtet hat, auf die Anwendung von Gewalt für die Z u • rückeroberung von E lsaß-Lothrin- gen zu verzichten, so sagt er die volle Wahrheit Gras Wes arp wie viele seiner Freunde erllSren jedoch, sie könnten nicht auf die Hoffnung Der- achten, daß Elfaß-Lothringen früher oder später f^ost des S e l b st b e st i m m u n g s r e ch t c s der Volker zu einem unabhängigen Staat werden wird. Hier erhebt sich zwischen uns beiden ein schweres Mißverständnis. Eine solche Hollnunq muß cs notgedrungen mit sich bringen. Daß man alles tut. um die autonomistilchc Kampagne und denSeperatismus zu fordern, d.h. kein offenes Spiel treiben, und eine solche Denkart entspricht nicht dem Geiste von Locarno, abgesehen davon, daß eine solche Handlunaswetse einen tief bedauerlichen Eindruck auf bie französische Oeflentlichkeit machen würde, was die französische Regierung in die Dotwen- oiglcit verletzen müßte, Maßnahmen zur Verteidigung ihrer souveränen Rechte zu ergreifen. Ich bin sicher, daß Graf - v bei einiger ileberlegung mich begreifen toirb. Mit diesen Vorbehalten für die Zukunft »onn ich im übrigen nur sc-ststellen, daß während dte'er Sesston, die Stresemann mit großem Geschick feitet, unsere Beziehungen sich nur ge- verlragen würde, des weiteren die Sorge für eine ungestörte Pflege des Realkredits. In Wahrung dieser Grundsätze glaube die Regierung indessen, dem Reichstag eigene Vorschläge machen ju sollen, die dazu beftimmt sind, gewisse Zwei- fel st ragen von erheblicher Tragweite zu klaren. Mißbrauchen des Gesetzes im Wortlaut cnlgegengUtretcn. sowie allgemein zur Verein- fa ch un g und zur Beschleunigung der ^owtcklung der Aufwertung beizutragen. Die Vorschläge der Reichsregierung werden die Gewähr dafür bieten, daß die Derzi nsung der Hypotheken, die bereits gelöscht waren, mit einem festen, und zwar zeckllch zurückliegendert Zeitpunkt beginnt. Sie wollen ferner dem Hypothekengläubiger die Befugnis einräumen, nach mgener Entschließung seine Hypothek in eine Grundschuld umwandeln zu lassen, um ihn von der aus den Verhältnissen des persönlichen Schuldners hergeleiteten Anwendung Der Harleklauseln zu befreien. Für diele Vorschrift ist eine Rückwirkung in Aussicht genommen, so baß sie auch den Gläubigern zugute kommt, deren Aufwertungsbetrag mit Rücksicht auf die Verhaltt.-.sse des persönlichen S-Huldners herabgesetzt ist. Erscheint täglich,avtzet Sonntags und Feiertag» Beilagen. Gießener Familiendlätte? Heimat im Dilb 'Dit Scholle menats-Btjngspreli: 2 Reichsmark und 20 51 etd)»pfenntg für Träger» lohn, auch bei Nichter- scheinen einzelner Nummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanfchlüsfe: 61, M und 112 Anschrift für Drahtnachrichten »njefger Gieße». poßfch:ckkotUo: Sranffnrtam Main 11686. Itr. 59 Erster Blaff 177. Zahrgang Freitag, \\. März 1927 V O Annahme von lajelaei M M für die Tagesnumraer oi» dticfti ncr Anzeiger 9 O V Chefredakteur ___ Dr Fnedr Dilh Lange. General-Anzeiger für Gberhessen WWW ' ' Dlumschein. für den An« vn-mt Verlag: vrihllchk Uxivkrgiälr.v.ch. inö Stefnöndtrei «. taugt in «SieJen. Sdjrfftleitnng und »c|d)äfts#ele: Schulffrajt 7. bessert haben, und das; wir Genf verlassen werden mit verstärktem Vertrauen in das Ergebnis unlerer gemeinsamen Bemühungen zugunsten des Friedens und des Verhältnisses toifdxn Deutschland und Frankreich. Oberschiesien. Dens, 10. März. (SU.) Das in der Diens- tagsihung des Dölkerbundsrates eingesetzte Dreier-Unterkomitee sür die ober- ichlesische Frage ist heute vormittag Im Völkerbundssekretariat zu einer längeren Beratung zusammengetreten, um eine LösungSrnöglich- keit zu finden. Die verschiedenen von polnischer Seite vorgebrachten Vorschläge, die die Entsendung einer Rechts ko mmission oder eines besonderen Sachverständigen nach Oberschlesien vorsehcn, werden von deutscher Seite grundsätzlich abgelehnt. Gegenwärtig wird die Möglichkeit geprüft, eine Begrenzung der Zahl der Schulkinder in den Minderheitsschulen festzusrhen. jedoch haben alle diese Pläne wenig Aussicht auf Erfolg, so das) voraussichtlich der Völkerbundsrot doch den ursprünglichen Vorschlag der Eiicholung eines Rechtsgutachtens des Haager Schiedsgerichtshofes annehmen wird, der zunächst praktisch lediglich eine Vertagung der gesamten Frage auf unbestimmte Zeit bedeuten würde. Der deutsche Standpunkt ist in dieser Frage so eindeutig klar, dost keinerlei Veranlassung voc- liegt, sich aus irgendein Kompromiß einzulassen, lieber den Ausfall der Entscheidung des Haager Schiedsgerichtshofes besteht überall nicht der mindeste Zweifel, da die Entscheidung des Präsidenten C o l o n d e r bereits die rechtliche Seite dieser Frage emdeutig im deutschen Interesse geklärt hat. Vie Danziger Anleihe genehmigt Eine Rede Ltresemanns im Böllerbuudsrat Genf. 10. März. (Wolfs.) In der heutigen 'Rntsfifounfl wurde der Bericht des Finanzkomitees über die Grundlagen der erfolgten Verständigung rür die Empfehlung der Danziger internationalen Anleihe von 40000000 Gulden effektiv vom Völkerbund genehmigt. Der Danziger Senalspräsident Sahm gab dabei vor dem Rat eine Erklärung ab. in der er dem Finanz- komitce des Völkerbundes den wärmsten Dank der Freien Stadt Danzig aussprach. Anschließend an die Darlegungen des Senatspräsidenten Sahm dankten der Völker- bundslommissar van Hamel und der polnische Ministerresident Straßburger im Ramen seiner Regierung dem Finanzkomitee, den städtischen und internationalen Behörden. Vor Schluß der Debatte erklärte Reichsminister Dr. ©tiefe- m a n n. er glaube, daß die heutigen Verhandlungen und das Ergebnis dieses Tages eine große Bedeutung für Den Völkerbund haben. Sie zeigten nämlich, daß der Völkerbund große und wirisame Arbeit da zu tun vermöge, wo der Krieg und seine Folgen am schlimmsten gewütet haben. Wenn wir sehen, so führte er aus, wie die Aufbauarbeit für die von diesen Katastrophen Betroffenen ihnen wieder eine Heimat gibt, wie die Segnungen des Friedens denjenigen, die am meisten gelitten haben, durch die Zusammenarbeit ehemaliger Gegner im Völkerbund und in seinen verschiedenen Organen und Einrichtungen ihnen zugute kommt, so kann der Völkerbund stolz auf dieses Ergebnis sein, aber wir müssen uns klar darüber fein, daß alle Bestrebungen, um auf kulturellem und humanitärem Gebiete vorwärts zu fom- • men, nicht entscheidend sind, wenn nicht zugleich die Möglichkeit geboten wird, daß das durch den Krieg zerstörte finanzielle und wirt- ' schaftliche Gleichgewicht der Welt wie- . derhergestellt wird. Das äu erzielen, wird eine 1 Aufgabe der Weltwirtschaftskonferenz j fein. Aber auch in anderen Problemen wird diese Tätigkeit des Völkerbundes und seiner Or- gane wirksam kundgetan, so in früheren Jahren, als es sich um die Wiederaufrichtung Oesterreichs und Ungarns handelte, wie wir heute gehört haben in bezug auf die W ä h - rungsstabilisierung Estlands und aus den eben gehörten Bericht in bezug auf die Arbeiten für die Regelung der Wirtschaftsfragen der Freien Stadt Danzig, dieses unter *’ so schwierigen Verhältnissen zustande gekommenen Staatögebildes. Wir alle wissen, we.che solchen Akkorden entgegenstehende Schwierigkeiten es dabei zu überwinden gilt. Es liegt mir daran, festzustellen, daß die Arbeiten des Völkerbundes neben den großen Idealen, kulturell Humanitären auch praktischen Fragen vor allem zu dienen haben. Unser verehrter Kollege V a n » dervelde hat in schönen Worten auf das Zusammenwirken der nationalen und internationalen Presse bei diesen Hilfswerken hingewiesen. Ich lege meinerseits als Präsident dieser Tagung Wert darauf, allen denen, die an diesen Hilfswerken und Wiederaufbauarbeiten rnitze- wcrtt haben, meinen aufrichtigsten Dank zu erstatten. Deutschland und Südtirol. (Eigener Bericht des G. A.) Berlin, 10. März. Der Vertreter Italiens im Völkerbundsrat Scialoja hatte, wie schon gemeldet, gestern einem Vertreter der Täglichen Rundschau in Genf ein Interview gewährt, in dessen Verlauf sich Scialoja auch über die leidige lüdtiroler Frage äußerte und insbesondere betonte: „Eigentlich sind es ja O e st er re i ch e r. um die es sich hier handelt." Diese Bemerkung darf nicht unwidersprochen bleiben. Wenn es sich hier staatspolitisch auch nicht um Bürger des Deutschen Reiches handelt, so sind es doch M e n- ' chen deutscher Zunge und deutscher Kultur, die sowohl in Oesterreich als auch im Reich als Bestandteil des großen deutschen Volkes ungesehen und entsprechend gewertet werden. Es braucht in diesem Zusammenhang nur daran cr- ’uneri zu werden, daß. als vor 80 Iahren die verschiedenen italienischen Stämme sich :fjrc geeinte Staatlichkeit schufen, ihre Staats- mannet Verständnis für den Gedanken der n a - Monaten Einheit Italiens hatten und • ortan die Italiener in Südtirol. Istrien und Dalmatien nicht mehr als Oesterreicher, sondern als Italiener angesehen wurden Aber '".ch Scialoja erkennt die Berechtigung des na- maalen EinheitSgedankens für Deutschland an. denn er sagt zum Schluß seiner Ausführungen: ..ES liegt doch auf der Hand, daß eine andere Frage, die viel größere Bedeutung für Deutschland hätte, in Italien ganz anders beurteilt würde, sobald man die Gewißheit hätte daß das „Alto Adige" aus der politischen Gedankenwelt in Deutschland ein für alle Mal geschwunden wäre." Diese Frage kann nichts anderes fein, als die Anschluhfrage, und Scialoja widerlegt unfreiwilligerweife feine Behauptung über den Volkscharakter der Südtiroler. Der deutsch-französische Handelsvertrag. WichtiqcFortschrittc in denBerhandlungcn. (Eigener Bericht des »Gieß. Anz") Berlin, 10. März. Die deutsch-französischen Handels-Dcrtragsverhandlungen beschäftigten gestern das Reichskabinett, wobei Ministerialdirektor Dr. Posse über die erreichte Grundlage für die Wetterführung der Verhandlungen Bericht erstattete. Das Kabinett hat der Auffassung Posses im wesentlichen zugestimmt. Das Protokoll, das während der Pariser Vorverhandlungen über die Grundlagen für den endgültigen Vertrag aufgesetzt worden ist, bildet einen wesentlichen Fortschritt gegenüber der bisherigen Haltung Frankreichs, einmal in bezug daraus, daß der endgültige Vertrag nunmehr sofort mit der Meistbegünstigung de facto beginnen wird: zweitens find die Schwierigkeiten, die Frankreich bezüglich der Bindung in den Sätzen fe i n e s M i n i m a 11 a r i f ä machte, beseitigt, und drittens lehnt es Frankreich nicht mehr ab, über Herabsetzungen seines Mi- nimaltarises zu verhandeln. Der endgültigeVer- trag dürfte damit gesichert fein, wenn die Detailarbeit nunmehr auch erst beginnt. Was die Frage der Meistbegünstigung für französische Weine betrifft, so wird darüber zurzeit noch in der Regierung beraten. Vor der Rückkehr Dr. Posses nach Paris soll, wie wir erfahren, darüber nichts veröffentlicht werden. Wir würden diesem Wunsche Frankreichs, der dahingeht, zunächst ein Weinkontingent für April und Wai zu e Mfei, natürlich nur gegen w icht i g e ®e- genlei cu ge.i nachkommen Am 21. d. Mts. läuft u-t (jrantieid) die Frist ab, n der das bisherige Provisorium gekündigt werden kann. Die Zeit für die Entscheidung ist also sehr kurz, und es ist darum um so erfreulicher, daß zunächst dieser große Fortschritt durch die Pariser Vorverhandlungen erreicht worden ist. Der russisch-lettische Garantievertrag. Moskau, 10. März. (WTB. Funkspruch.) Der Garantievertrag zwischen der Sowjetunion und Lettland ist paraphiert worden. Der lettische Außenminister (Sielend erklärte bei einem Presseempfang über die Verhandlungen mit der Sowjetunion: Der Garantievertrag wird folgende Bestimmungen enthalten: Beide Teile verpflichteten sich, Neutralität zu wahren, falls einer der beiden Vertragschließenden von einer dritten Macht angegriffen wird, und an keiner Koalition teilzunehmen, die gegen die politische Unabhängigkeit und territoriale Unverletzlichkeit des andern gerichtet ist, oder einen wirtschaftlichen oder finanziellen Boykott gegen den andern Vertragschließenden durchführen will. Einigung ist noch nicht erzielt hinsichtlich der Formulierung der Rechte und Pflichten Lettlands gegenüber dem Völkerbund, in dem Lettland loyal und wirksam Mitarbeiten möchte. Die Sowjetunion hat bedeutendes Entgegenkommen gezeigt, indem sie einer Schlichtungskommission mit neutralem Vorsitzenden zustimmte. Zur politi- schen Stabilisierung und Garantierung des Frie- dens schlage ich vor, einen Pakt über die Aufrecht- erhaltung der politischen Lage am Ostuser des Baltischen Meeres zwischen Finnland, Estland, Lettland und Litauen einerseits und Deutschland, England, Frankreich und der Sowjetunion anderseits abzuschließen. Belqiens nationale Verteidigung. Brüssel, 11. März. (W.T.B. Funkspruch.) Der Minister der nationalen Verteidigung d e Brocqueville, erklärte in der Kammer bei Beratung des Budgets der nationalen Verteidigung, er sei der Ansicht, daß der Geist von Locarno die Völker nicht daran hindere, ihre Verteidigung vorzubereiien. Es sei ein Irrtum, zu behaupten, daß man. um Frieden zu haben, die Möglichkeit eines Krieges außer Acht lassen müsse Die ständigen Festungen seien während des Weltkrieges nicht unnütz gewesen. Ein Ausschuß prüfe gegenwärtig in Belgien das Festungssystem, das gegebenenfalls zur Unter- stühung des Feldheeres zu dienen habe. Er wolle dem Heer den Kampfwert wiedergeben, den es durch die mehrmals hintereinander vorgenom- mene Herabsetzung der Dienstzeit verloren habe. Belgien brauche eine gut organisierte und gut geführte Armee Die belgischen Soldaten müßten in der Lage fein, sich gleich vom ersten Tag an zu verteidigen, wenn ein Einfall in belgiß>:es Gebiet drcu.e Der Militärdienst könne nicht auf toeivger als zehn Monate beschränkt werden, solange die Grenzen einem Einfall offen ständen und die Reserven nur 70 Prozent des notwendigen Bestandes betrügen Die Lage auf dem ©runbftüdimarht Ter gesunkene Wert. — Die Neber, fremdunq. Berlin, 10. März. (TU.) Im Unterausschuß für Geldkredit- und Finanzwesen des Enquete-Ausschusses wurde heute die Entwickelung des städiischen Grnndstückmartles besprochen. Der Sachverständige I a n s j en - Kiel berichtete, daß in Kiel die Häuser mit kleineren Wohnungen mit 30 Prozent und die Häuser mit größere., Wohnungen mit 30 b i s 40 P t o » ent des V o r- kriegs wertes bezahlt werden würden. Di - durchschnittliche hyvotheläriiche B laftung der Kieler Häuser betrage 70 bis 80 Prozent. Zweite Hypotheken seien in Kiel kaum zu erhalten, so daß die Häuser kaum verkäuflich seien. Dr. Derndurg erklärte daraus, daß der Wert des Hausbcsitzes gegen den Fricde.iswerl um 3 0 Prozent g-ef unten fei. Kommerzienrat Haberland gab Auskunft übet den Berliner Grundstücksmarkt. Im Fahr« 1922 sei f a ft d i e Hälfte der Berliner Häuser zu 2 bis 3 Proz. Goldmarkwert in Ausländer- Hände übergegangen. In einem Falle habe ein Ausländer fein Haus 1926 mit einem Gewinn von 200 000 Goldmark weiter verkauft. Im Nor- malfalle fei heute die Häuferreme nur d i e Hälfte der Friedensrente, selbst bei Häusern am Kurfürstendamm. Der Sachverständige, Geheimrat Dr. schwarg äußerte, daß die Häuser vor dem Kriege bis zu 80 Prozent ihres Wertes hypothekarisch belastet werden konnten. Heute würde ein Haus nur mit 30 bis 35 Prozent be- liehen werden. Zweite Hypotheken kämen wegen Ausfterbens der kleinen Kapitalisten kaum mehr in Frage. Der Grundstücksocrkehr liege sehr darnieder, weil die Kosten des Gru'ndslückswech- sels zu hoch seien. Seit der Wiedereinführung der Goldrechnung seien etwa 3i Milliarden Mark an Hypotheken ausgegeben worden. Der Reichsrat billigt die Mieterhöhung. Berlin. 10. März. (V. D. Z.) Im Reichsrat fand über die Verordnung der Reichsregierung über Festsetzung der gesetzlichen Miete derart, daß vom 1. Avril 1927 ab 10 Prozent und vom 1. Oktober 1927 ab wertere 10 Prozent zur Friedensmiete hinzugeschlagen werden sollen, eine namentliche Abstimmung statt, deren Ergebnis die Genehmigung der Verordnung mit 47 gegen 19 Stimmen war. Gegen die Verordnung stimmten die Vertreter der preußischen Provinzen Ostpreußen. Brandenburg. Pommern, Rieder- schlesien. Sachsen und Hessen-Rassau. während die Stimmen des preußischen Staatsministeriums für die Verordnung abgegeben wurden. Darnach stimmten mit Rein Baden. Hessen, Hamburg, Mecklenburg-Schwerin, Oldenburg, Braunschweig, Bremen. Lippe, Lübeck. Der Vertreter von Anhalt enthielt sich der Stimme. Die Soziawersicherungen Deutscher Reichstag. Berlin, 10. März. (DDZ.) Das Haus seht die Einzelberatung des Etats des Arbeitsministeriums beim Kapitel „Sozialversicherung" fort. Abg. Karsten (Soz.) verlangt ein Mit- bestirnrnungsrecht der Versicherten bei Besetzung der leitenden Stellen der Versicherungsämter und der sozialen Gerichtsbarkeit. Die Vertrauensärzte der Sozialversicherung müßten daran erinnert werden, daß die Versicherten auch Menschen sind, die sie nicht wie bisher ruppig und brutal behandeln dürfen. (Sehr wahr! bei den Soz.) Der alte Fehler, Öen gewerblichen Mittelstand von der Sozialversicherung auszuschließen, mühte endlich gut gemacht werden. (Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Z i e g l er (Dem.) meint, sehr mangelhaft sei das langwierige Verfahren und die Der- handlungsart namentlich vor Öen Oberverfiche- rungsäintern. Auch öie Frage öer älmänöenmg öer Invaliöenversicherung hätte schneller gesör- öert werden müssen. Es müßten dort Renten gewährt werden, die den gegenwärtigen Wirtschaftsverhältnisfen mehr angepaht sind. Vielleicht ließe sich in naher Zukunst auch eine Herabsetzung der Altersgrenze erreichen. Die Ausdehnung der Versicherungspflicht in der Unfallversicherung müsse endlich einmal Wirtlichkeit werden. DaS Arbeit^ministerium müsse sich einmal schützend vor die so stark und unberechtigt angegriffenen, vielfach durch ehrenamtliche Arbeit geleiteten Krankenkassen, stellen, Die Zersplitterung auf dem Gebiet der Krankenkassen sei zu stark. Das Verhältnis zwischen Krankenkassen und Aerzten sei unbefriedigend. Die Aerzte würden beim Vergleich der Zahlen von 1889 und heute sehen, wie unberechtigt ihre Vorwürfe gegen die Kassen sind. Abg. Dr. V e ck e r ° Arnsberg (Zentr.) stimmt den Beschwerden wegen öer Dehanölung öer Versicherten bei Öen Tersicherungsbehöröen zu. Ebenfalls müsse öer bisher sechs Mark betra- genÖ2 Reichszuschuß zu jeder Invalidenrente ganz erheblich erholt werden. Den Kranlenkaßen müsse öas Recht öer Sctvitabgave von Heilmitteln verbleiben, weil sie sonst gezwungen wären, öem Hanöel öas fünf- bis sechsfache der Preise zu zahlen. Abg. Boy t hi en (D. Vp.) begründet einen Antrag, öer öucch Reichsgeseh öie Selbstversorgung öer Krankenkassen, öurch die das freie Gewerbe geschädigt werde, untersagen will. Abg. Frau Schott (Sn.) bedauert, daß der deutsche Arbeiter das Verantwortungsgefühl für seine Familie verloren habe, das er vor dem Kriege besessen habe, und sich zu sehr auf die Sozialversicherung verlasse. Die Rednerin bekämpft die Selbstversorgung der Krankenkassen mit Heilmitteln, weil sie zur Massenbehandlung führe. Sie wünscht ferner die Einbeziehung öer neuentftanöenen Frauenberufe in öie Angestelltenversicherung. Erstrebenswert sei vielleicht eine eigene Versicherungsanstalt für öie Arbeitslosenversicherung. Die LanÖwirtschaft müsse in öieser Versicyerungsart gesondert behandelt werden. Abg. Petz old (Wirtsch. Vg ) horte öigt öie Innungskrankenkassen. Öie ein sozialöemokratischer Antrag beseitigen will. Beim Abschnitt „Arbeitsoertragsrecht und Arbeilsgerichtsbarkeit" erklärt Abg. Auf Häuser (Soz.) Öas Reallohnniveau von 1914 sei heute noch lange nicht toieöer erreicht. Das müsse Öen Echlihlungsaus- schüssen klar gemacht toeröen. Die Rationalisierung dürfe nicht nur zur Bereicherung einiger weniger dienen. Das Tarifvertragsrecht müsse beschleunigt verabschiedet wert en. Abg. Huke (Z.) schildert die Lahnverhält- nisse in den verschiedenen Industriezweigen als durchaus unbefriedigend. Besonders schlimm sei es in b:r Tabakindustrio. wo öie Unternehmer neucröingd sogar einen SOprozentigen Lohnabbau versuchten. Abg. Schn ei öer (Dem.) seht die Ausgabe des Schlichters nicht allein i’i einem Ausgleiche öer Mieterhöhunge i öurch Porjnfteigenm- gen. Wie das Wirtfchalt4m>nif!enum sich im allgemeinen öer Interessen öer Unternehmer an- nehme solle sich öas Arbensminisler um und her Schlichter viel stärker als Schützer der Ar- beiterintoreHcn teigen Dm Schlichtunc-.^ordnung fei doch zum Schutze gerade der Qltr.eitn>.Omer qc- schaffen Der Redner fordert ®efamtbetr:c65- täle für Konzerne und Schuh nicht wieder gewählter Betriebsräte gegen Entlassung. Abg. Thiel (S Vv) bittet öer. Arbeits- Minister um öie Interpret tivn. öaß der Angestellte nicht dieselbe lange Kündigungsfrist ein- zuralten braucht, wie der Arbeitgeber, sonst müsse das durch einen Gesetzentwurf rückwirkend bestimmt werden. Der Redner verlangt ferne- ein Gesetz über die Taristähigkeit der Verbände Eine gewollie Tarifunfäh.gket von Arbeitgeberverbänden dürfe es nicht geben Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 10. März. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags nahm bei feinen Beratun- gen letzt das Kap. 6 (Salzwerk, Badeanstalt und Siefbauamt B a d - N a u h e i m) in Angriff; der Berichterstatter teilte die Anträge zu diesem Kapitel mit, di« besprochen wurden Di« Weiterberatung wurde abgebrochen, um erst Kapitel 7 (Landes- t b « a t e r) zu erledigen. Es lag ein Antrag Greiner (Komm.) vor, wonach das Theater mehr In die Zukunft weifende und reoolutlonäre Stücke aufführen solle, ferner sei Öen Gewerk- fchaften ein Mitbcstimmungsrecht einzu- zuräumen und monatlich fällten zwei Vorstellungen zu einem Einheitspreis von 50 Pfennig gegeben werden. Die ersten beiden Forderungen des Antrages wurden abgelchnt und die dritte der 'Regierung als Material überwiesen. Ein Antrag Dingeldey (D. V. P.) will, daß in Kapitel 7 in Einnahmen statt 880 000 Mark 988 000 Mark ein- g«jetzt werden, urob die Ausgaben sollten al» untereinander übertragbar bezeichnet werden. Der erste Teil dieses Antrages wurde abgelehnt, der zweite dagegen angenommen. Ein Antrag Kindt (Dn.), statt der 100 000 nur 50 000 Mk. zuzusetzen, wurde mit 11 gegen 3 Stimmen abgelchnt. Das Kap. 7 wurde genehmigt. (Der Anteil des Landes (55 Prozent) des zu deckenden Defizits fertigt rund 410 000 Mark. Aus aller Welt. schweres Lawinemmglück in Graubünden Schuls (Kanton Graubünden), 10. März. (WTB.) Heute mittag ging im öamnauner Tak eine große Lawine nieder und riß fünf Skifahrer mit, von denen vier verschüttet wurden. Der dem Unglück entronnene Gefährte holte auS Eompatsch dreißig Mann, die die Rettungsarbeiten aufnahmen. BiS jetzt konnte nur der Kaufmann Karl Heinz T r i m b o r n aus Essen als Leiche geborgen werden. Unter der Lawine befinden sich noch Konrad G r ö s - fing aus Salzburg. Konrad Uhl aus Tlümberfl und Fräulein Kastner aus Linz. Die angestell^ ten Ermittelungen haben ergeben, daß die Verunglückten den Piz Mir. chu besteigen wollten. In den letzten Tagen waren 40 Zentimeter Reuschnee gefallen. Es war daher bei den gegenwärtigen Schneeverhältnissen etwas gewagt, diese Tour zu unternehmen. Kaum hatte die Partie Öie besonders steile Stelle am Piz Minchu erreicht, als unter ihren Skiern öie Schneemassen sich loSlösten. Unwetter in Frankreich. Starkes Unwetter, begleitet von heftigen Regengüssen und Hagelschauern herrscht gegenwärtig nicht nur an öer Westküste, sondern auch im Süden und Südwesten und auch in der Pariser Gegend. An dec Rhone, der Doröogne und der Seine wird ein Steigen des Wasserspiegels beobachtet. Meldungen über Sachschäden infolge öer Regengüsse tressen auS verschiedenen Gegenden Frankreichs ein. DefockderS die im Süden tief gelegenen Täler sind vollkommen überschwemmt. Ein Teil der Häuser von Bordeau« steht unter Wasser. Aus Toulon kommt die Rachricht, daß öer Kirchturm und ein Teil der Fassade öer aus dem 16. IahrhundeN stammenden Kirche in Cornelllau eingeMrzt ist. Haftentlassung des Ehepaares Jürgens. Im Iürgens-Prozeß beichloß das Gericht, die Haftbefehle gegen die beiden Angeklagten sofort aufzuheben. Auf Wunfch des Oberstaatsanwaltes wurden öie Verhandlungen auf Montag nachmittag vertagt. Entip: enö dem Beschluß Öes Schwurgerichts ist öa- Ehepaar Jürgens aus öem Untersuchungsgefängnis Moabit entlassen tooröen. Frau Iürgens wuröe in ein katholisches Heim nach Sarow- Pieskow gebracht. Lanögerichisöirektor Iürgens begab sich zur Villa öes Iustizrats Dr. Wert- hauer, öer ihm seine Gastfreundschaft angeboten hatte. (Eine Bäckereifachausstellung. Die große „Deutsche Backcrei-Fachausstellung" wird im Juli 1927 in Essen ftattfinöcn. Die Vorbereitungen hierzu hat der Zentraloerband Deuticher Bäckerinnungen „G e r m a n i a". der größte gewerbliche Fachverband Europas, der Bäcker- und Konditoreninnung für den Stadt und Landkreis Essen übertragen. Die Ausstellung soll folgende Abteilungen umfassen: Rohstoffe des Gewerbes, technische Einrichtung und lechnische Hilfsmittel und Waren für den geschäftslichen Vertrieb und Wissenschaft, Wirtschaft- und Naturgeschichte be» Bäckerei- und Konditoreigewerbes. 350 Mark für ein Dreiminulengcfpräd). Der Telephondienst zwischen Kuba undEng- land wird heute eröffnet wenden. Die Kosten der Gespräche sind auf 87 Dollar für die ersten drei Minuten und 29 Dollar für jede weilere Minute angesetzt. (Ein Auto in den Rhein gefahren. Ein 5Xrafttoagcn, in dein zwei Kaufleute aus Düsseldorf saßen, fuhr bei Leutesdorf in den Rbein. Einer öer Insassen konnte sich retten, der andere ertranf. Seine Leiche könnt? noch nicht geborgen werden Großseuer auf einer mecklenburgischen Domäne. D.e mecilenburg-strelchsche Staatsdomäne C o n o w wurde von einer schweren Feuersbrunst heimgefucht. Eine Scheune unb Stall wurden vollständig vernichtet. Große ffimie- vorräte sowie 50 Stück Rindvieh und zwei Pferd« kamen im Feuer um. Man vermutet Brandstiftung. 13 Personen durch (Bas vergiftet. Aus der Redenhulte in Hinbenvurg ereignete sich tm Laufe der vergangenen Rächt eine schwere Gasvergiftung, von ber dreizehn junge Leute betroffen wurden. Die Ursache ist bisher noch nicht aufgeklärt, da die Rebenhütte keinerlei Gas erzeugt ober verarbeitet. Sieben Verunglückte mußten in bas Krankenhaus ein- geliefcrt werben, darunter fünf Mädchen. Sie waren bis in die späten Vormittagsstunden noch nicht aus ber Bewußtlosigkeit erwacht. Die Reichsbahn und das Wochenend. Zur Zeit läuft in 'Berliner Lichtspielhäusern ein origineller Werbefilm, Öen die Deutsch« Reichsbchngejellschoft hat h?rst«llen lassen. Es wird in lustigen Szenen gezeigt, welch mannigfaltig«» Erhalungsmöglichkeiten besonders die Sonntagsruck- fahrtarien bieten. Wettervoraussage. Wolkig mit Aufklaren, Temperaturen wenig verändert, trocken. Gestrige Tagestcmperaturcn: Maximum: 7 Gr. Celsi ir Minimum: 3,4 Grad Celsius. Niederschläge: 0,3 Millimeter. Heutig« Margentemperatur.- 2,3 Gr. Kleider Der große Würfel 35 Pf. Das Doppelstück 40 Pf. Sj - frl r Belt ,n ^ravbühdki, M 10. ‘Öomnauntr 2 "und rih fünf ' "'n verschütte! Sn' W* 3?^ dir (Ht .^4 M tonnt« *ytimbo[n "werden. Unter [ Äontab Trbf. lUauLMrnbetg 7- dah kt Deo besteigen bellt« m 40 3fntimeiff ” daher bei men etwas g,. men. Kaum hatte t Stelle am PH lhren ttwrn bi» s» "Sv: 1(1 rfr°> let "»fr fr »Ku . »> sei ben y.11 Osrel®^' "fennto P«‘n Ä bnite bt? »51, L ffln ”3*811* 'n ÄoJjJ’jSj r-.LZ SL irslellung. kerei-gachaueitellimg . ftattflnfcm- Tic vor- I Iraloerbanb DtuWf a", btt YE« ßh äs, der ®ader* unb Stobt-- und 2an6treii teilung B Mjj“ ! fr des Sewerdtt-tech' i Vertrieb unb* «schickte de» M*"1 ifooteogeM , fuba und SIS für di« «*•"?". I iÄ«*«®'* Ä-{ en tonnte stck F« konnte noch E °LL'd'n" ' ^^^ner^drer-eh» 1. wt «rfafr t6 den- Ar-enM t, da d>e - sieben ?! 5 ST er Ttuk!^ LS- iberi die llss^'n wenig *•* ZS- Itr'ich. t von heftigen Ar- erricht gegfntoärtifl sondern auch Im uch in der Poris« Dordvgne und ber Dasletspiegelr bc- ZachschLdea infolge erschiedeim Gegen- ert die im Ckben vollkommen über- r von lorbeaur ouIon kommt Mt und ein Teil der irhimderk flammen» et'ngeltürzt fß. r« Jürgen?. laß bau HeM. iben Lngeklaoten lunid) bet Over- ^np.-V-qm auf Gntly. ’b dem ist da.- Ehepaar erfuchungzgesängmt zn. Frau 3ütgeni heim nach SarvL- hisbireltor 3ürgeni ostizrals Lr. Den- nindichost angebolen Aus der provinzialhauptsiaLt. Diehen, den 11. März 1927 Volkshochschule Gieszen. Bon Bolter -egal, Leiter der Volkshochschule. Die -erbst- und Blnlerturfe der Bolls Hochschule wurden in der ersten Marzwoche abgeschlossen, lieber zweihundert -brer hatten sich an ihnen bc- teüigt, ein Besuch, ber — ßemefjen an den durch- schnitUichen verhältnrezahteu städtischer äbenbuoUe- Hochschulen — al» normal zu bezeichnen ist. Wenn freilich in diesem Semester die zum Teil sehr er heblich über der Norm liegenden Besucherzahlen früherer Winterarbeitegange nicht erreicht wurden |o ist die» im wesentlichen aus die NebenumtUchleu her Leitung zurudzusühren. mit der man sich nach dem Weggang Dr. -ans Werners faft ein volles Jahr begnügen muhte. Was die Ziele und Methoden der Volkshochschule betrifft, so erscheint es diesmal angebracht, riniyei über ihre dauernder Kontrolle bedürftige ..'leuirolitäf zu sagen. Die Volkshochschule ist nicht der Ort, wo Vereine und Parteien, sei es auch in verschleierter Form, ihre Programme propagieren dursten. 3n der Bolkeh^chlchule können jene Machte nur al» Gegenstände der Betrachtung und Unter- iuchuna, aber niemals als Mitarbeiter erscheinen. Denn sie ist heute die einzige Stätte, an der ohne Rücksicht auf Lorditdung jeder Erwachsene, jeder zur Lerantwortung an Menschen, an der Wirtschaft, am Staat Berufene vom Geist einer von Qnterfinerl» heilen und Leidenschaften unoerblenbeten sachlichen flUMinanber|eßung geformt werden soll. Niemand wirb den Gruppen und Parteien verwehren ober auch nur verdenken wollen, dah sie für die von ihnen gebilligten Lösungen, z. B. der kolonialpoli- tischen und anderer Fragen der Politik, außerhalb her Volkshochschule Interessenten werben. Ja. selbst oon ihren Lehrern muh die Volkshochschule erwarten, dah sie als Staatsbürger einen oolitischen Standpunkt haben, und es ist sogar nicht selten van Vorteil, wenn der Standpunkt des Lehrers nicht auf der mittleren Linie liegt, sondern von bem- lenigen erheblich abweicht, auf dem die Mehrzahl seiner -örer steht. Denn der echte Volk-Hochschullehrer wiod als solcher niemals für die von ihm gebilligten Lösungen politischer Fragen, sondern stets für diese Fragen s e I b st Interessenten werben- und er wird zeigen, wie aus bem gemeinsamen Grunde der Fragen die verschiedenen Lösungen heroorgehen. Dieser Geist der Sachlichkeit ber ben Lehrer erfüllen muh, wird.dann in um so helleres Licht treten, je radikaler nach der einen ober anderen Richtung das persönliche Bekenntnis ausfällt, das er wohl ablegen darf, nachdem er bei ben -örern als geistig mündigen Menschen ben Sinn für die Fragen geweckt hat. Aber wird die Volkshochschule durch solche Neutralität nicht den B-rieten ihre Gefolgschaft entfremden? Ganz und ßar nicht' Sie wird aut diesem Wege dazu beitragen, dah die leidenschaftliche, Nrnbc. geistig unmündige und daher unzuverlässige Gefolgschaft. die Parteien heute finden, durch eine denkende, oeraruwortungsbewuhtr sachlich orientierte und dahrr zuverlässige Grsolgichast erseht wird U» ist doch sehr wesentlich, aus weichen Gründen man einer Partei anhangt; je nach, dem die Grunde mehr ober weniger fachlich sind, i't man ber Partei mehr ober weniger wertvoll. Buch aus diesen Grunde wirb also die volkshoch. Idiuie in Zukunft noch forgfäluaer darüber wachen, dah ihr Lehrplan der Beeinflussung d. rch palit'iche Bereinigungen entzogen bleibt. Am 1. Januar wurde ber Lchr».txr dreier Ze'len als Leiter der vc.f Hochschule bestellt, und sprach anläfilldi e.ner Ädendfe er. zu der etwa 150 Hörer crsch enen waren über seine Auffassung der „lebend.gen Volkshockischule". Da manche an ter Vrltshrchfchule 'ntercst erte Ateile 6er Bürgerschaft keine Gelege nhe.t batten, die rein interne Veranstaltung zu besuchen so darf bie Ansprache hier mit ein .gen Ergänzungen lurz w.edergegeben werden Vielleicht lönner. dadurch jugle-.d) auch Bedenken gegen die Volkshochschule Jerltrcut werden, denen man le.der immer noch egegnet. und die viele ernste IHenldtcn hindern. in ihr mitzuarbe.ten und .hre Jturfe zu besuchen. Die Volkshochschule must stets Fühlung mit bem Leben haben. Wenn es heißt die Wahrheit mad>e frei, so ist dies so zu verstehen; diejenigen Wahrheiten machen frei, die zugleich Antworten sind auf Fragen, die wir an das Leben richten Indern bie Dolkshochlchule in ihren Kurien und Arbeitsgemeinschaften solche Lebensfragen ihrer ^>vrer Ibfen Hilst, erlöst sie von einer Not; aber sie will von der einen Not nur erlösen Helsen, um au anderer und höherer Not zu führen. Indern sie dem Menschen neue Wertfphärcv erfchlteht und ihm so neue Ausgaben des Wachsens zeigt. Und nicht nur die Wahrheit macht frei, auch baS Schöne, das Gute, das Heilige, die Gemeinschaft machen frei. Daher stehen in der Vollshochlchule Drei Arbeitsgebiete, die wissenschaftlichen Kurse, die praktische Kunstpslege und die Pflege einer durchgeistigten Geselligkeit mit der Feier al» ®ipfel gleichberechtigt nebencinander, und keines von ihnen darf zugunsten eine» andern vernachlässigt werden. Die Volkshochschule must ausgehen von der Totalität der geistigen Lebensbedürfnisse des Menschen und immer von neuem an sie und ihren Wandel anlnüpfen. wenn sie lebendig bleiben will Zugleich aber muh sie in Verbindung bleiben mit der Bewegung im Reich des .objektiven Geistes' und von hter aus die Innenwelt des Menschen zu bereichern, zu erheben und zu ordnen suchen Abzulehnen ist die statische Aus» sassung der Volkshochschule, welche eine bestimmte Form der Arbeit bevorzugt. Zu bejahen ist die dynamische Auslastung, welche den Wandel und die Vielheit der Dege praktisch anerkennt Sie stellt der städtischen Abendvolkshochschule unter antkrm die Ausgabe, ben Arbeitern, Angestellten. Hausfrauen ul», kraftfpendende Freözeu zu gestalten und außerdem eine organische Verbindung mit dem Gemrinwefen. d. h. der Stadt zu suchen innerhalb Deren sie wirken soll. Auster der Abendlcicr wurden im Februar ,wei Lefcabende veranstaltet, die ebenfalls sehr gut besucht waren. Am 12 März wird Maria U e b n e aus Darmstadt im Austrag des Landesamts für das Bildungsweicn einen Vortrag über .Neue Formen der Geselligkeit" halten; am Samstag Ist März findet in der Turnhalle der Obemalldiule der Schiustabend des Semester- statt, der der Aus pannung nach der Semesier- arbeit Dienen loll und unter anDerm die Aufführung des alten BclkSfpiels „Der Hammeldieb bringen wird. Ön Vorbereitung ist ferner ein Werbeheft der Volkshochschule, das ausier dem Arbeitsplan des SomincrlcmesterS vor allem eine Reihe von Aufsätzen über die bisher geleistete Arbeit und die weiteren Ziele enthalten wird. Voruotize« Tageskalender für Freitag. Stadttheater; Zi, Ubr .Glesien wird Groststad?' iEnbe 1OU Uhr). — Lichtspielhaus. Bahnhof- strasie .Zops und Schwert' — Astoria-Licht- spiele .Das Panzergewökde" Lukasgemelnde Man schreibt uns; Bei dem fiamilienaben6, den die Lukasgemelnde am kommenden Sonntag tn ihrem Gemeindelaale veranstaltet. wird Mis ionSprediger Aorl 8 chlaudrass einen Vortrag über ..Land und Leute an der Doldküste. Sitten und Dräuche dec Asanlencger" Hal en Herr Dchiaudrass, geiu..ig aus Rodheim a. 6. 'Bieber, war vor dem Kriege mehrere Jahre als Missionar der Basler Mts- fionsgesellschast in Asrika tätig und widmet sich jetzt hier neben seiner Tätigkeit als Mtssions- Prediger dem Studium her Theologie Es ist bekannt, dasi unsere Missionare gute Kenner des Lebens in den Gegenden, wo sie stationiert waren, sind und. WeiMie mit der eingeborenen Bevölkerung in nahe Berührung kommen, mit deren Sitten und Bräuchen wohl vertraut sind Auch Herr Schlaudrasf hat durch srühere Vorträge bewiesen. dasi er über Land und Leute an der Gold lüste, diesem ältesten asrilanischen Arbeils- gebiet dec Vaster Mission, Interessantes zu berichten weisi (Siebe heutige Anzeige.! • Zum Volkstrauertag am kommenden Sonntag wird der Volksbund Deutsche KriegS- gräberfüdorge. Ortsgruppe Giesien, wie alljährlich die Schmückung der Kriegergräber vornehmen. Es Würbe aber begrüßt werden, uxnil außerdem auch Die Bürger!chast Dazu betragen würbe baß die letzten Ruhestätten unserer Krieger auf bem hiesigen Friedhos an dem allgemeinen Gedenktag in würdiger Weise hergerichtet werden Ein Blumenstrauß oder ein schlichter Kranz werben schon sehr zur Schmückung eines Grabes beitragen. Lieb eigens sei bei dieser Gelegenheit Darauf hingeWirfen. daß der für Sonn» tagabent» angrfünDtgte Oichtbildervvrtrag bei Bolksbundcs bet dem Silber von deutschen Soldaten! riebhösen im Auslände gezeigt werben sollen, mit Rücksicht auf Die Feier In ber Stabt« kirche auf den folgenden Sonntag verfchoben Würbe ee Zu bem Fememorbproz eß. her vorn 22. März an vor bem piefigen Schwurgericht zur Verhandlung kommt erfahren wir von gut unterrichteter Seite, daß bte Verteidigung bei Angeklagten von Salomon durch ben Rechtsanwalt Dr. Lütgebrune- Göttingen gemeinsam mit Rechtsanwalt SchIink - Gießen geführt wirb Rechtsanwalt Dr. Lütgebrune ist In Den letzten Zähren burch sein Auftreten als Verteidiger In großen politischen Prozessen sehr bekannt geworden, u. a. war er Verteidiger bei Generals Ludendorff in besten Prozetz gegen Hstler. ferner war er Verteidiger in bem Wi- ktng-Pro-eh und tn den O. E.-Prozeffen. Die Pflasterung ber Bahnhofstraße zwischen Westanlage und Schanzen st raße, die im Winter Infolge Eintritts ungünstiger Witterung unterbrochen werden mußte, wird im Laufe der nächsten Woche Wieder aufgenommen und nun wohl ohne Unterbrechung zu Ende geführt werben Ein glatter Verlauf Der Ar- eiten ist in dieser stark belebten Straße dringend zu Wünschen. Hierzu können die Ainvvbner wefent» ttch beitragen. Wenn sie, soweit sie Besitzer von FuhrWerlen sind, den unerläßlichen Anforderungen der Baubehörde in entgegenkommender Weife entsprechen. ' KanalifationSarbeiten werben in den nächsten Wochen in ben neuen Straßenzügen im südlichen Stadtteil in der Nähe ber Nervenklinik in Angriss genommen Die Arbeiten werden zur Zeit zur Ausschreibung vorbereitet sie sollen dazu bienen, einerseits Erwerbslosen Ar- beitsmöglichker» und Hauseinziggroße aller und Ihre Sunlicht Seife ist die beste seifen, dank ihrer Reinheit artigen Zusammensetzung. Schaumkraft macht sie zum In stets gleicher Güte können licht Seife jetzt billiger kaufen! I Sohlleder j I Gummi- j absätz« Schuhpuh ? Einlege- t sohlen empfiehlt Moritz Köhler f j Neustadt 791 mn OSwald^I Igarten. ,„b| Heirat. Anständiges Fräulein, blond, im Al- t»r von 28 Zähren, wünscht nähere Be- kannstchas t mit einem Herrn aus miulerem Stande zwecks spät. Heirat. DitWernicht ausgeschlossen. Schr ^ngeb. m B. unter 01798 an den Giesi. Anzeig. Ehrensache. angcstellt und eingearbeitet. Zuschriften erbeten unter 2426 an ALA, Haasenstein & Vogler, Darmstadt. Gebrauch»gegenitÄndc Z* heb«* bd Alte, Deutsche Versicherungsgesellschaft die die Feuer-,Einbruchdiebstahl.. Wasser-, Sturm-, Unfall-, Ha'tpfticht-. Krasfahr- zeug-, GlaS- und Lebensversicherung betreibt, sucht nocy 235SA Derufsverireter. Auch Angehörige aller Berufe u. Stände, Anfrage: Würde rin aus Ärauffert leer »urütfinbrenb. Auto einige Möbeluücke nach (Slcfien miineb1 2dr. Annett u 017B1 o. d «. Anz die sich lohnenden Nedenverdienst schaffen wollen, werden als Miiarb etter Zar Frflhjaiiriaei- •aat offeriere lauf, le Ertertar Same: GtaiBse- c. Blanen- aaoei je Hari in laasel-RdbeD.U'dciu Dörfer, ä kn I 4 Roter Koplklee ä kg 3 ,x. Preist gratis. 2nmcnbauo lagnat Wagear, Ober-Okuea (Cüerbefieii). ,,a,D Hani Noll, Ludwi^splaia i>rogerie Nenstad' - Drogerie; Lbwen ■ Drogerie. Seltersweg Ttia; Ürocerie Winter .off. Kreuipla z 10; Kreuz-Drocerle. 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GrotzerHörsaal der Universität Realgymnasium Gießen. Am Samstag, 12. Mürz, nachmittags von 2—6 Uhr und Sonntag, 13. März, von 10—6 Uhr, findet im Zeichensaal Volks -Hochschu 2 FräuleinMaria Lehne spricht im Auftrag des Landesamts für das •Urbetts, Gemeinschaft der MttitÜr^ und Negimentsoereine. Samstag, den 12. März, abcudS S Ubr . 0, finbei im Renaucant „Bum '2(uctbabn",Sonncnür.,ciii95oitroflhniL „Borbcrcitunacn und Matznabmcu der niiHcrbculidint Staaten für Dolinidic Bcrwtcklungcn.^ Eintritt frei. Den Kameraden wird der Betuch des Lortragv angelegeutlichst emvfoblen l> ortsansässig, zur Unterstützung der Akquisition für Telephon und Signalanlagen gegen Gehalt, Provision und Spesen gesucht. Schriftliche Angebote unter 01785 an den Gießener Anzeiger erbeten. 0.75 1.— ,,»»c Bollshunö DciMe grteflsgrööerfütlorde Ortsgruppe Gießen. Morgen Caniötaa 8.3'J Uhr. nroRC Kneipe und 'Ultet Herren Abend. 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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Philipp Luh II. Rangiermeister i. R. nach schwerem Leiden, im Alter von 69 Jahren, zu sich in die Ewigkeit abzurufen. Die trauernden Hinterbliebenen. Agenten zumBertr von Holz- rolto n.Jalousien bei hoher Provision stets ii überall gcf. ,»,ss Hermann Niefcl, Ncurodc in Sch les. aus l Sofa, 6 gepolsterten Damenfrisieren Shampoonieren mit prima Ondulation Bubikopf-Schneiden Nutz-und Breunholzversteigerungen Es werden versteigert in dem Ctaats- wald der Försterei Grotzen-Linden Ton- ncrolng, den 17. Marz, von vorm. 9 Uhr ab, aus den Distrikten Hexenbusch 13a und Wüstung 15a und d -cheiter rm: 252,6 Kiefer, 7 Fichte; Knüppel rm: 3 Nieser, 7 Fichte; Reisig, 100 Wellen: 0,5 Buche, 0,6 Eiche, 36,6 Kiefer, 4,6 Fichte; Stöcke rm: 49,7 Kiefer, 16 Fichte. Zusammenkunft am Bahnübergang. Blau unterstrichene Nummern kommen nicht zum Ausgebot. Freitag, den 18. März, von vorm. 9 Uhr ab (Försterei Leihgestern) auS den Tiitril ten Schinderskops 21a, c und 22a, Nitgehegt 50, Rabcnpsuhl 54b, Nehheckc 71a und verschiedene: Nngrcisig, 100 Wetten: 74 Fichte: Scheiter rm: 3,3 Buche II. ML, 10,3 Eiche II. ML, 3,9 Ahorn II. Kl., 1 Birke II. ML, 84 Kiefer I. ML, 6 Fichte II. KI7; Knüppel rm: 1 Buche II. ML, 2 Hainbuche II. ML, 10,5 Eiche II. Ml., 4,7 Kiefer I. ML, I Fichte I. Kl., 8,1 II. ML; Ltammrcisig, 100 Wellen: 0,5 Eiche, 3,6 Aspe, 45,4 Kie ser, 25,3 Fichte; Asircisig, 100 Wellen: 10,4 Buche, 3 Hainbuche, 11,6 Eiche, 7,9 Mieser, 9,6 Fichte: Stöcke rm: 7,6 Buche, 5,2 Eiche, 17,1 Mieser, 9 Fichte. Zusammenkunft : Kreuzuugspunkt der Altgehegt- und Sandkautschneise. Borgezcigt wird nur bas Holz in Distrikt Schindcrskops 21, 22 und Altgehegt 50. Blau unterstrichene Num- mein kommen nicht zum Ausgebot. Für beide Bersteigerungen wird empfohlen vorherige Besichtigung des Holzes, weil nachträgliche Beanstandungen wegen Mangels und Güte nicht angenommen werden. Weitere Auskunft erteilen das Forstamt, zu Versteigerung I die Herren Förster Seipp zu Forsthaus Hüttenberg und Forst gchilse Mack zu Forsthaus Baumgarten; zu Versteigerung II Forstwart Hetz zu Leihgestern. 2338D Gießen, den 11. März 1927. Hess. Forstamt Schiffenberg. AWSIM! ^ine Dier-Zimmer-Wohnung in der Kaiserallee oder deren Aähe gegen neue Di er- 9 51 29 18 14 8,1 17 22 258 9 16,4 23 50 6330 Stickereien, Klöppelspitzen, Wäschebesätze Knöpfe, Bänder, Wollgarne finden Sie stets in großer Auswahl und besten Qualitäten zu billigsten Preisen Hamillen-Abend der Lukasgemeinde. Vortrag des Missionars Schlaudraff £on0 nnö Mle an der AlMe. Sillen n. WM öeiWacteneaer. fangend, werden im Gemeindewald, Di- trift Horst und Hang versteigert: 2,44 fm Spar-ü. Dar lehnskasse Lollar c. G. m. b H. HuBeroröenlliHeffienetolueriominlunn Montag, btn 21. März 1927, abend» 8 Uhr, int RathauSsaale. Tagesordnung. 1. Endgülttgc Bcschluhfassung (2. Lesung) über Acndcrung dcS § 55 de» Statutes. 2. Verschiedenes. Lollar, den 10. März 1927. 2359V Ter Vorsitzende des AufstchtsrateS. Hofman n. Stucr= Erklärungen Buchführung Bilanzen erledigt auch aus- Für den Frühjahrsputz empfehle in großer Auswahl und guten Qualitäten: „.,0 Besen, Schrubber, Bürsten, Bohner, Fensterleder, Putzlumpen, Putzeimer und Bohnerwachs Ludwig Kohlermann IV. Bleichstraße 12 SW.UWM Gips u. Iementdielen Wände Derpuharbeiten Wtmciitr&Metflti Fernruf 2463 0t647 Lahnstraße 3 in großer Auswahl bei Frdr.Teipel „Neue Formen der Geselligkeit" am Samstag, 12. März, abends 8 Uhr im Singsaal der Oberrealschule. Eintritt 50 Für Hörer u. Mitglieder des Vereins 20 H. Gestern abend 7'/, Uhr verschied sanft nach langen, schweren, mit Geduld getragenen Leiden, mein innigstgeliebter Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herr Johannes Reitschmidt III. Bergmann i. R. im Alter von 62 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Christine Reitschmidt geb. Weiß Familie Karl Reitschmidt III. Familie Karl Burger III. Familie Karl Buß IV. nebst allen Angehörigen. 'Nahe der Klinik ist in neuem Haute nut mööi. öohn- iinö SWfzlllmiec abziigeb. Bentralb.. el. Licht, st. Wasser, Balkon. TeL uorb. Zu ersr. tn d. Gelchst. ü. Gietz. Anz. 01796 emdÄ Simmer hl eL Licht zu verm. .itm Asterweg 15. Obersörsterei Kroföorf Der in der Versteigerung vom 8. d. M. unter Vorbehalt erteilte Zuschlag ist durch die Regierung zu Koblenz genehmigt worden. Die Holzverabfolgezcttel können vom 14. d. M. ab bei der Forstkasse zu Krofdorf eingelöst werden. 23490 Krofdorf, den 10. März 1927. Ter Forstmeister. Die beliebten, neuesten Favorit-Mode-Alben sowie die bekannt erstklassigen Favorit-Schnittmuster sind wieder erhältlich im Haus der Handarbeit Seltersweg 8V/10 Volkshochschule. Wir laben zur Beteiligung am SMIMI 6861 ein. der unter Leitung von Herrn Liudenttrutb auch tn den Ferien jeden Montag abend 8 Ubr im Stngsaal der Cbctrcolfrbulc üben wird. Anmeldung ebenda am Montag den 14. Verkauf Unterzeichnete Gemeinde verkauft einen 2'/>jährigen erstklassigen, etwa 15 Zentner schweren Bullen. Anyebote können auf hiesiger Bürgermeisterei bis zum 15. März, nachmittags l*/2 Uhr, cingereicht werden, wo alsdann in der Gemeindeschule die Eröffnung stattfindet. 2366D Reiskirchen, den 10. März 1927. Hess. Bürgermeisterei Reiskirchen. Schomber. Samstag, den 12. März, ab 10 Uhr: Großer Verkauf von Herren- und TamenZ schuhen, Herren- und Burschen-Anzügen, 2 gebrauchten Damenrädern, 4 Herrenrädern, 1 herrschaftlichen Salon: bestehend Beitrag 2 Rm. Schachklub Bietzen. Aut Sonntag, den 13. 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Auskunft über die in Frage kommenden Materialien und Mengen wird auf dem Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13, erteilt. Angebote mit Mustern (die nicht den Namen der liefernden Handlung tragen dürfen) sind spätestens zum 21. März 1927, vormittags 10 Uhr, daselbst einzu- reichen. «fetzen, den ß. März 1927. 2362B Der Oberbürgermeister. I. B.: Dr.. Seid. Bekanntmachung. Mit dem einbauen der Gartenwasser- messer wird in Kürze begonnen. Gartenbesitzer und Pächter, deren Gärten Wasser- anschluß haben, werden ersucht, die Anmel- l düng bis zum 20. März b. I. in unserem VerwaltmrgSgebäude, Zimmer 3, vor- F zunehmen 2367D «iehcu, den 11. März 1927. Stöbt. GaS- und Wasserwerk. fMMl sucht Stelle. Sck>r. Angeb. tt 01805 an d. Gietz. Anz erb. Kindergärtnerin 2. Kl. sucht Stellung für tagsüber zu einem Kinde tn besserem Hause. Schriftliche Angeb. unter 01747 an d. Gietz Anz. erb. Suche Stelle als |01804 illeinmtieii tn nur gutem Haufe, ntögl. Dauerstellung. E. Zülch, Gietzcn, 2luf d. Weitzerde 6 I. Gesundes, zuverlass, stethigeS Mädchen Vom Lande 21 ft, sucht, möglichst in Gleiten, Stellung tn gutem Haufe. Angebote an daö C^bang« Pfarramt WetrtngS. 12271D JULIUS, Nr. 59 Zweites Mail Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gbcrhehcn) z.euag, (i. März (927 Die Kulissen von Genf. Bon unserem t>. Ä.»6ont>ctberid)tct ft alter. 'Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Senf, 9. März 1927. Grauer Kältenebel über der KonferenzstaDt. die mie unfreundlicher Feuchtigkeit ihre Gäste empfängt. See und weih beschämte Berge sind von Wolken verdeckt. ab und zu ein Regenschauer es ist kälter als in Berlin. Die Wollenlulisse »erbedt die Natur, so wie die DertraulichkeitS- kulisfe die Politik verbirgt Aber hinter diesen Kulissen von Genf geht doch allerlei vor Anfangs halte es den Anschein, als ob diese Ta- flung. übrigens dereitS die 41 des Bölkerbunds- rate#, nur im Rahmen des bereits so oft geübten Genfer Diplomatenverkehrs und nichts- fagenden Diplomatengesprächs sich ablpielen werde. Und wie draußen in der Ratur die kühle BorsrnhlinaSstimmung allen Konturen etwas iln- sicheres, allen Farben eine starke Dämpfung gibt und den Eindruck erweckt, als ob sich diese graue Stadt, die diesmal so enttäuschte, nur aus gefaxte Gleichgültigkeit eingestellt hätte, so schien auch bei den Genfer Gästen dieses Gefühl der Lethargie zu Überwiegen. DaS Drillantseuerwerk. das am ersten Tage der Vertreter der rumänischen Regierung, Herr Titulescu. dazu verwandte, um das Vorgehen seiner Regierung bei der willkürlichen. entlchädlgungslosen Enteignung in Siebenbürgen zu rechtfertigen, war ebenfalls nicht dazu angetan, erwärmend zu wirken. Auch die Verhandlungen über die oberschlesischen Minder- heitSfchulen ergaben keine besonderen Sensationen, da ja zunächst die Angelegenheit selbst der mehr oder minder sachlichen Behandlung eines Gut- achtcrausschusses anvertraut wurde. 3m übrigen «st hier ja der deutsche Rechtsanspruch so klar, daß ihn niemand in Gens bezweifelt — mit Ausnahme der Polen selbst. Aber die Möglichkeit liegt vor, daß man im Völkerbund sich einfach über den Rechtsstandpunkt hinwegseht und behauptet. daß es darauf gar nicht so sehr an- komme, sondern das) hier die allgemeine Wirkung ausschlaggebend fei; da die Wirkung für Polen aber ungünstig fei. müsse Deutschland eben sich nlS der Klügere erweisen — und nachgeben. ®erüd)te tauchten in dieser Atmosphäre auf, die der ganzen Unsicherheit und Nervosität der Stimmung bezeichnenden Ausdruck geben. Gewiß bedeutete die Mitteilung Herrn Scialojas über die von Italien vollzogene Ratifizierung des Beffarabischen Adlommens etwas Ungewöhnliches. Sie entspricht durchaus der Linienführung der neuitalienischen Politik Mussolinis, demonstrativ zu wirken. Kaum hatte diese Mitteilung über einen Vorgang von allergrößter weltpolitischer Bedeutung in Gens Verbreitung gesunden, so begann auch schon die Arbeit der Sensationsmacher. So wurde als selbstverständlich verbreitet, dah Herr Chamberlain noch in dieser Woche in Gens einen Bund europäischer Staaten gegen Rußland zu gründen beabsichtige. Man suchte bereits festzustellen, welches Angebot und Gegenangebot bei diesem Handel vor allem für Deutschland in Betracht käme. Aber selbst wenn Herr Chamberlain in den Besprechungen mit Dr. 6trefc- mann die englische Anschauung über die gegen- ©artige weltpolitische Lage ausführlich zur Darstellung gebracht hat, was ja als durchaus gegeben betrachtet werden kann, so würde es doch al# Unterbewertung der europäischen Diplomatie unzuschen fein, wenn man annehmen wollte, daß hierbei der englische Außenminister irgend© üche positiven Vorschläge, besonders in der Richtung einer deutsch-polnischen Aussöhnung unterbreitet hätte. Aber Gerüchte pflegen in Gens eben an der Tagesordnung zu fein, wenn zwei Minister allein miteinander konferieren. Man wird sich bei diesen ersten Zusammenkünften jedenfalls auch über die Möglichkeiten der nächsten Zukunft aus- gefprochen haben, die für Deutschland unbedingt doch eine weitere Einlösung des Locamv-Der' fprechens bringen muß. Dabei wird dann der deutsche Außenminister auch nicht verfehlt haben, auf die Möglichkeit hinzu weisen, daß wir in etwa zwei Monaten auf Grund von Artikel 431 des Versailler Vertrages die vorzeitige Räumung der zweiten und Dritten Zone verlangen werdcm. Herr Chamberlain, der auch bei der Räumung ein Wort mitzufprechen hat. dürste auftragsgemäß an Herrn Briand diese Ankündigung weitergegeben haben, und Herr Briand Zweites Vaterland. von Ulbert f). Rausch. IV. Neapel. Von hundert Menschen, die von Rom nach Neapel reisen, wissen noch keine zehn, daß sie eine Grenze überschreiten. Natürlich' Neapel ist feit der Gründung des italienischen Königreiches eine Stadt im Staate, wie jede andere, und seine „Jtalian.ti“ ist unbestreitbar Es gibt sogar Leute, die behaupten, in Neapel beginne erst das eigentliche Italien: aber das sind gerade Diejenigen, welche für den Hauch einer plötzlich veränderten Welt empsindlich sind und diese Empfindsamkeit ko ausdrücken, wie es ihrer vom italienischen Norden enttäuschten Sehnsucht entspricht. In Wirklichkeit aber ist es eher so. daß gerade das. was heute Italien ausmacht. in Neapel aushört. Denn mit dieser Stadt tritt eine geschichtlich bedingte Wirklichkeit von so unentwirrbarer Mischung dem Besucher entgegen, daß jedes Dergleichen mit anderen Städten sich von selbst verbietet. Neapel ist uralte griechische Siedlung, wie schon fein Name bezeugt. Man führt feine Gründung bis in das achte Jahrhundert vor Christus zurück und nimmt an. daß die euböifche Siedlung Kvme eine Niederlassung schuf. Der sie den Namen Der Sirene Parthenvve gab Sine zweite Gründung — Neapolis. das ist: Die neue Stadt schloß sich im fünften Jahrhundert an, und das inzwischen zerstörte Parthenope wurde als Palaiopolis. das heißt: die alte Stadt, wieder aufgebaut. Die beiden Städte bestanden wahrscheinlich getrennt nebeneinander und wurden erst nach der Eroberung von Palaiopolis durch die Römer <326 v. Eh.« vereinigt. Die Kriege gegen PyrrhuS und die Karthager sanden Neapel auf feiten Der Römer. In Den späteren Jahrhunderten bis in die Kaiierzeit. wurde Die StaDt Der Lieblingsaufenthalt Der römischen Aristokratie. nicht zum mindesten, weil es feinen griechischen Charakter — auch Die griechische Sprache — bewahrt hatte und damit eine Lust aueftrömtc. Die an Beweglichkeit. Sinnlichkeit und Feinheit feinerfeits wird etwas beunruh g: dieser ganzen Entwicklung gegcnüberstehen. tpcil er eben cm- sehen muß Daß die Räumung nicht »ehr Der einzige große Wertgegenstand ist. für Den Frankreich alles, aber auch alle- forDetn kann. Von Dieser Unruhe Dürfte ihn auch nicht Die Versicherung Der deutschen Delegation befreit haben, daß im Augenblick für Genf deutscherseits kein weiteres Aktivprogramm vorliegt — da er bei Dem Ganzen Dann noch immer nicht weiß, was England in Der RäumungSsragc zu tun beabsichtigt Herr Briand ist anscheinend stark nervös, was vielleicht mit darauf zurückzusühren ist. daß er körperlich nicht ganz auf der Höhe ift: wohl aber auch Darin seine Ursache ha daß feine Position gegenüber Herrn Pvinca, reichlich unsicher geworden ist. Man erzählt sich, daß Briand. als et am Dienstag von Der Anerkennung des rumänischen Anspruchs auf Bessarabien durch Italien erfuhr, die Aeußerung getan hat. Chamberlain wirft mit Steinen nach Moskau. Offenbar erkennt Der kluge Politiker Die weitreichenden Wirkungen dieses neuen englisch-italienischen Engagements, sieht Die neue Zielsetzung voraus. Die der gesamteuropäischen Initiative sowohl in Richtung auf DaS Mittelmeer, wie auf Den nahen und fernen Osten gegeben worden ist. Und Das läßt in ihm Befürchtungen auf tauchen. Die in Frankreich bereits laut wurden, als im Herbst vorigen Jahres zwischen Ventimiglia und Men- tone auf einmal Drahtverhaue errichtet wurden, und Die stillen Täler Der Seealpen sich plötzlich hüben und Drüben mit militärischem Leben füllten Herr Briand ist nachdenllich geworden. Gar so viele Rückversicherungen Der französisch-europäischen Politik, wie Die Kleine Entente und das Polenbündnis zerfallen in nichts' Wenn man auch nur als interessierter Beobachter einiges aus Den Unterhaltungen Der Genfer Gäste heraushören will. Io tritt immer wieder zu Tage, daß Die Aussichten für Den Frieden auch in dieser von mildem Pazisismus crfülltcn Athmofphäre rings um den Reformationssaal nicht allzu hoch mehr bewertet werden. Nach wie vor bleibt Die Stimmung zwischen Frankreich und Italien bitterböse. Ja. man weiß nicht einmal genau, ob Frankreich das Inkrafttreten des von ihm selbst in einer anderen Si- luativn gebilligten Befsarabifchen Garantiever- trages Io besonders begrüßt. Rumänien ist in Den italienischen Ring gegen Jugoslawen ein- bezogen worben. Das ist Italiens einer Vorteil. Der anDcrc Dürfte der englische Kaufpreis für Die Garantie fein. Der gewiß nicht billig war. So sammeln sich in Gens hinter Den Kulissen einer scheinbar ebenso reichhaltigen wie uninteressanten Tagesordnung politische Spannungen. Die nach Entladung suchen Was alles mag sich ereignet haben wenn Der Hohe Rat Des Völlerbundes seine längst fällige Tagung in Berlin abhält, in Der deutschen Reich-.Hauptstadt. die durch Englands Interesse an allem, was gegen Rußland mobil gemacht werden könnte, plötzlich zu politischer Bedeutung gekommen ist? Deutscher Luftverkehr 1927. Weiterer Ausbau des Flugnetzes. Berlin Rom in 14 Stunden. Die neuen Riesenflugzeuge. - Rachtflugverkehr auch nach West- und Süddeutschland. Von Dr. Heinrich Winterberg. Das Nest des deutschen Luftverkehrs, welch letzterer bekanntlich während der Wintermonate nur in wesentlich eingeschränktem Umfang aufrechterhalten wurde, wird bei der Wiederaufnahme des Vollbetriebes im Frühjahr eine wesentliche E r Weiterung erfahren. In den letzten Wochen ist durch Den Abschluß eines Vertrages zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei eine Luftvcr binDung zwischen Berlin und Prag, die nach Wien weiterführt, vereinbart worden, und zwar will die Deutsche Lufthansa den Verkehr auf dieser Strecke bereits am 7. März erössnen. Am 14. März folgt die Aufnahme des Luftverkehrs aus der Linie Leipzig — Chemnitz — Prag und mit Beginn des oommerflugplans (der voraussichtlich am 19. April in Käst tritt) wird Bremen Ausgangspunkt der Strecke fein, die dann über Hannover, Leipzig, Chemnitz und Prag bis Wien reichen wird. Cbenso wird von Gleiwitz (O. S.) aus eine Luftlinie über Brünn nach Wien führen. Mit Cinfüh- rung des Sommerflugplans wird es möglich sein, von M a Im ö aus (mit Anschluß an den Stock- bolmer Nachtschnellzug) an einem einzigen Tage über Kopenhagen nach Berlin bis Wien zu fliegen. Besondere Bedeutung kommt Der neuen Luftlinie Berlin—Rom zu, Die aUcrDings mit Rücksicht auf Die Schwierigkeiten Der Alpenüberfliegung (Strecke Münck)en— MailanD) nur provisorischen Charakter trägt. Die VerhanDlungen zur Schaffung dieser Luftstrecke haben feit Der ersten Fühlungnahme anläßlich der Mailänder Messe etwa ein Jahr geDaucrt und sinD in Dezember 11*26 endlich zu einem befriedigenden Abschluß geführt worden. Cs ist vorgesehen, daß Das Flugzeug morgens 5.30 Uhr in Berlin startet, so Daß^Der Fluggast abends 7.30 Uhr in Rom eintrifft. Statt 36 Stunden Eisenbahnfahrt wird also Rom (von Berlin aus) in 14 Stunden erreich bar fein. Während Der Verkehr Berlin—München ausschließlich in deutschen, der Verkehr Mailand- Rom ausschließlich in italienischen Händen liegt, wird Die Strecke München—Mailand gemeinsam betrieben werden. Ob bereits in diesem Jahre die Einrichtung einer Flugstrecke Berlin—M a D r i b (mit Zwischenstationen in Basel, Genf, Marseille und Barcelona) Durchführbar ist, steht noch nicht fest. Jedenfalls wird es, falls die Strecke eingerichtet wird, möglich fein. Madrid in 21 Stunden zu erreichen. Für den deutsch-f ch w e d i s ch e n Luftverkehr ist bedeutungsvoll, daß zwischen Breslau und Stettin eine direkte Verbindung geschaffen werden soll und daß im Anschluß an die Strecke Stettin— Kalmar—Stockholm noch Die neue Linie Danzig— Kalmar (Schweden) beflogen wird. Während Der Hochsommermonate wirD außerDcm noch eine Strecke von Stettin über Göteborg nach Oslo eingerichtet. Die Linie Berlin—A m ft e r D a in — Wan- Don wird in diesem Jahr, Da Die an Diesem Dienst beteiligten englischen Maschinen nunmehr ausschei Den, ausschließlich von Deutschen Flugzeugen beDient werben. Für ben öst 1 ichen Flugbienst ist bebeu tungsvolt, baß bie Luftlinie nach Moskau nicht mehr, wie bisher, über Morono, jonbern von nun ab über Riga (mit Anschluß nach Helsingfors) beflogen wirb. Reben Diesem AuslanDDienst wird auch Das innerDcutsche Streckennetz manche Verbessc rung und Erweiterung (z. B. nach Dem Soarge b i e t) erfahren, so baß man Damit rechnen Darf, daß Der deutsche Luftverkehr, der bereits im Jahre 1026 internationale Rekordzisfern aufroies, sich im fommenben Sommer im gleichen Tempo weiteren! wickeln wird. Man bars Dies um so eher erwarten, Da mit Beginn Der Sommerflugzeit eine große Anzahl neuer Riesenflugzeuge (von Junkers, Dornier, Rohrbach unb Übet) in Dienst gestellt wirb. Der Dornier -Superwal Iber zwanzig Personen zu beforbern vermag-, mit seiner enormen Tragfähigkeit unb feinen starken Maschinen wirb voraussichtlich ben Luftverkehr nicht nur nach Lonbon, fonbern auch nach anberen eng lischen Hafenstädten (ohne Anfliegen Amsterdams) übernehmen. Im Sommer 1926 hatte bic Deutsche Lufthansa, wie hierbei erwähnt sei, 125 Flugzeuge im Verkehr, barunlcr 88 viersitzige, 10 sechssitzige unb 27 mit mehr als 6 Sitzen. In Den Monaten von April bis EnDe August 1926 würben runb vier Millionen Kilometer burdjflogen, das ist bic zehn fache Strcrfc zwischen Erde unb M o n b. Befärbert wurden annähernd 40 000 Fluggäste, die 50 Eisenbahnzüge füllen wurden, ferner 409 000 Kilogramm Gepäck und 430 000 Kilogramm Post unb Fracht. Die Ausnützung ber Kabinenplätze bc trug tfroa 35 Prozent, bic bes Laderaums runb 32 Prozent. Der Frachkoerkehr war befonbers Der römisch-sachlichen unenDlich überlegen war. Was immer Neapel auch an weiteren Schicksalen erlebte: Verwüstung Durch Die gotischen Horden unter Totila. Eroberung Durch Byzanz unter Belifar. jahrhundertelange Unabhängigkeit unter feinen Dogen, Dann Einverleibung in Das normannische Reich unter Roger I.. Uebergang an Die Staufer (als Gründer Der Universität wird Friedrich II. genannt). Dann an Die Anjou, schließlich an Aragon, an Bourbon: wer Spürsinn und Witterung für das . Unumschreibbare'. Das ..Incoinmensurabile" hat. wird heute noch Den heimatlichen hellenischen Hauch über Den Gassen, Den Plätzen. Der auf und nieDertreibenDen Menge Des Volkes verspüren und begreifen. Daß Diese StaDt immer nur mit gewissen äußeren unD inneren Vorbehalten Die Herrschaft Roms hinnehmen wird. Der kluge Regierer wird Die Eigenart Des Neapolitaners schonen unD bei feinen Anordnungen in Rechnung stellen: er wird Das Volk Volk fein lassen und mcht mit Der Fuchtel Dreinfahren, wo nur lange Geduld unD witzige Weisheit Angestrebtes erreichen werden. Denn Neapel ist Die Stadt des Volkes, nach wie vor: ist überhaupt eine Der wenigen StäDte. in Denen es noch Volk gibt. Das macht für Die einen feinen Reiz aus: für Die anderen ist es der Grund zu einer Ablehnung Die — es muß getagt werden — der Dummheit mcht entbehrt. Gewiß: Neapel hat seine schmutzigen Gaffen, es hat seine schmutzigen Weiber und Kinder: aber dieser Schmutz ist so hundertmal sauberer als Die toiDer- toärtige, oft krankhafte DergrunDung nordischen Proletariates, die schließlich nur Der Ausfluß verdorbenen Stosses, verseuchten Blutes iftl Taucht doch nur einmal Diese bezaub:rnden Kinder in das anspülende Meer, laßt ihre braunen, schlanken Körper in der Sonne trocknen: und es stehen vor euch schön gebildete, zur Liebe zwingende Wesen, Heine Menschen mit wundervoll getonter Haut, mit prachtvollen Köpfen, glänzenden Haaren, Zähnen, an Die niemals ein Arzt zu rühren braucht, und Augen — - wer fchreibt das große Gedicht über Die Augen Dieser Kinder, in denen Lust und Wehmut der Jahrtausende, auf goldenem Grund gemischt, auf und nieder steigen? Neapel hat keinen Gewinn durch Den Krieg gehabt. Es hat an Reiz und Strahlung ein- gebüßt. Es ist von Genua überflügelt worden: der kühlere, sachlichere und weniger bequeme Norden hat den heißeren, sinnlicheren, sorgloseren Süden zurückgedrängt. Zwar wird auch hier manches gebaut, ganze Straßenzüge um- gepflastert, Uferpromenaden ausgebessert, große neue Gewerbeanlagen geschaffen, aber Der südliche Rhythmus wird dem nördlichen nicht stand- halten können Blut bleibt CBIut: unD es ist vielleicht Der Vorzug Der neapolitanischen Bevölkerung. daß sie Den Erwerb nicht nur um Des Erwerbes willen ansieht. Vor vielen Jahren erhielt ich von einem jungen Fischer eine Antwort. Die mir zu Denken gab. Ich lebte Damals einige Zeit mit Den Menschen des Hasenviertels. Ich suhr mit ihnen aus zum Fischfangs lernte Aetze flicken, ausspannen unD einholen Niemand wunderte sich über meine Freude an diesem Handwerk. Keiner war zudringlich oder neugierig. Ich war für sie. wie mir einer sagte, J'artista ehe cerca direttamentc le suc impre-.- sioni“, .der Künstler, Der ohne Zwischenträger feine Eindrücke sucht" — und sie waren für mich Kameraden bereitwillig, gütig, und von einer Feinfühligkeit, wie man sie nur im einfachen Volke findet. Als ich eines Tages den vielleicht siebzehnjährigen Burschen, mit Dem ich gerade gegen Die sorrentinische Küste ausgesahren war. fragte, ob er Denn nicht, um sein knappes Tagesverdienst von kaum Drei Lire zu erhöhen unD dadurch ein besseres TaschengelD für sich zu haben eine gewinnbringendere Arbeit ergreifen wolle, gab er mir lachend zur Antwort, er denke nicht daran Es fehle ihm ja nichts. Und wie ich mir vorstelle, daß er vielleicht fern von Neapel leben solle. Der schönsten aller Städte auf der Erde. Dabei wies er mit Dem Arm in Die Runde: -Da ist die Stadt, da ist Der Vesuv, Da ist Der Posilipp, da ist das Meer das große, blaue — unb da bin ich. Basta." 63 mag fein, daß heute keiner mehr Die gleiche Antwort geben würde: weil auch in dieser Stadt des leichten Sinnes die Bedingungen des äußeren Lebens härter geworden finb und Der ■Begriff Geld sich gewandelt hat. Aber es auf den Sirecken Hamburg—London. Essen—Amster« dam Brrlm—Malmö unb Paris—Köln sehr stark. Es wäre begrüßenswert. wenn es möglich wäre, den jetzigen 1 n t e r f I u g p r e i s . der um 30 Prozent niedriger ist. als ber letzte Sommer^rei». be i z u b e ha l l e n . da die Bentitzung des Flugzeuges für weitere Kreise in ersier Linie eine Geldfrage ist. Der jetzige Flugpreis entspricht ungefähr bem Eisenbahnpreis 2. Klasie mit Schlaf- tvagenzuschlag. Eine ivcitere Herabsetzung dieses Preises dürste bei wachsender Zahl der Fluggäste späterhin nicht ausgefchlvgen sein. Es darf allerdings nicht vergeßen werden, daß der deutsche Luftverkehr hoher Z >i s ch ü s s e bcDarf. die von Reich, Ländern und Gemeinden geleistet werben unb bie im abge- lausenen Jahr etwa 3>> Millionen Marl betragen haben bürsten. Zur Erhöhung der Benützung des Flugzeugs als Reifemittel durste gewiß erheblich beitragen, wenn ber Luftverkehr sich nicht fast ausschließlich auf bie Tagstunden beschränkte, sondern wenn auf allen großen Strecken auch der Rachtflugverkehr dtirchgefuhri ist. Erst dann wird die Handelslust f a h r t ihre volle Wirtschaftlichkeit erreichen. Die Ergebnisie. die auf der bisher bestehenden ersten Nachtflugstrecke Berlin—Königsberg erzielt wurden, waren ausgezeichnet. Im Frühjahr d. I. sollen nun auch nach Suddeutschland tind Westdeutschland Rachtstrecken eingelegt werden. Die Einrichtung des Rachtslugverlehrs macht natürlich eine umfassende Bodenorganisation notwendig, da die Start- und Landeplätze mit großen Scheinwerfer- anlagcn, Signalapparaten, erleuchteten Windrich- tungsanzeigern, Ansteuerungslichtern ufro. versehen sein müssen. Die bisher gejammclten Erfahrungen werden Den Weg zeigen, den man bei der Einrichtung des Nachtluftverkehrs jii gehen hat. Jedenfalls ist es bemedensroert, daß Deutschland die e r ft e Nation ist, bic den Nachtflug eingeführt hat. So wird auch das Jahr 1927 eine weitere Ausgestaltung und voraussichtlich auch eine Ziffern mäßige Steigerung des deutschen Luftverkehrs bringen, unb cs ist zu hoffen, daß diese Entwicklung keine Störungen erleidet. Dann wird bic Möglich feit geboten fein, das bisherige Lustnetz nodirociter auszubauen, um die Grundlagen für einen Welt- I u f t d c r f e h r 311 schaffen, der über die Ozeane und über die großen Landstrecken bes Ostens nach andern Kontinenten reicht. Obert)effifd)er Evangelischer Gemeindelag zu Butzbach. Von den Gemcinbctagen, bic die hessische Lau- desgruppe des „Deutschen Evangelischen Gemeinde' tages" in diesem Jahre in jeder der drei Provinzen hält, sand der erste am Sonntag in Butzbach statt. In der herrlichen Stadtkirche leitete ein Festgottesbienst unter dem Zeichen der Passionszeit mit Pfarrer Schneider als Liturgen bic Tagung würdig ein. Zu feiner Verschönerung trug wesentlich der E 0 a n- (1 e l i f d) e Kirchengesangoerein unter Leitung von Studienrat Werner bei. Die Festpredigt von Hosprediger Widmann- Gedern beantwortete in schlichter, packender Weise auf Grund non Eph. 4, 15, 16 die Frage: „Wie kommt es zu einem wirklich lebendigen Gemeindeleben'!'" Es schloß sich daran der V 0 r t r a g von Landesjugend- Pfarrer Lic. von der Au-Darmstadt an über „Secljorgcrbienft von Gemeindegliedern in drei Jahrhunderten der hessischen Kirchengeschichte". Ein schon in Dutenhofen und Allendorf a. d. Lumda behandeltes Thema wurde hier von einem Sachkundigen auf Grund eigener Studien mit großer Anschaulichkeit erörtert. Um 2 Uhr eröffnete der Vorsitzende, Professor D. Matthes» Darmstadt, bic Gemeindeversammlung im Saale des Hotels „Deutsches Haus" mit einem Rückblick auf bic von der starken Persönlichkeit Emil Sulz es ausgegangene Evangelische Gemeindebe- roegung, die gerade in Hessen, dank auch der Tätigkeit des jetzigen Breslauer Gcneralsupcrintcndcnten D. Dr. o d) i a n , eine besonders rührige Landesgruppe hat. Ihr Ziei ist, daß alles, was in der neuen hessischen Kirchenoerfassung von Gedanken der Gemeindcbewegung steht — unb bas ist das meiste — aus dem Buchstaben zum Leben komme. Sein Gruß galt außer Öen Butzbachern, deren Kir- chcngei'angverein unter seinem bewährten Dirigenten ist mir unzweifelhaft. Daß der ©runDtrieb Dieser Menschen Der gleiche geblieben ist: mögen auch Die Umstände im Augenblick nicht gestatten, ihm zu folgen. UnD Das Volk, als ganzes genommen, hat trotz Der schlechteren Zeiten nichts von seiner unenDlichen LiebcmsroürDigkeit verloren. Als ich im Oktober 1925 einige Wochen in Neapel zubrachte, ergab es sich. Daß ich an einem SonntagabenD Die Prozession Der Vir- gine Del Rosario zu sehen bekam. Die, wie man mir sagte, nur alle hunDert Jahre einmal Durch Die Straßen getragen wird. Ich war geraDe in Die kleinen ft eilen Jpaffcn zwilchen Der via Roma unD Dem (Saftei S. Elmo hinausgeschlenDert, als an einer Biegung Die Statue Der Madonna, von Priestern unD Meßknaben geleitet, unter Weih- raudjqualm an mir vorübergetragen tourDe. Alle Menschen ftanDen vor Den Haustüren, in Den Torbogen, auf Den winzigen Baikonen Der oberen Geschosse. Viele knieten nieder, anbere verneigten und bekreuzigten sich vor Dem endlosen Iug, Der zwischen Walzer- unD Marschmelodien (wie nah ist Diesem heidnischen Volk noch Die Gottheit!), vom Lichte unzähliger Kerzen und Lampions überflittert, dahinwankte... Neben mir. Den Kopf fast an meine Hüfte lehnend und mich oft aus strahlenden, vorn Wunder des Ereignisses seligen Augen anschauend. hatte ein kleines, unendlich zartes Mädchen seinen Platz eingenommen. Es rührte sich nicht und hielt mit Der Hand zwei Der Heinen Gebet bilder fest umschlossen, welche Die Heilige Jungfrau im weißen, blumenbestickten KleiD und hellblauen Mantel Darfteflten und von Meßknaben verteilt würben. Plötzlich, mit einem Aufschlag Der übergroßen Augen. Der Die Erinnerungen eines ganzen Lebens überdauert, reichte es mir Das eine seiner bei Den Bilder, „Da ich keines habe" ... »AlnD Du?“ sagte ich, während ich sein feines Kinn mit Der S>anD nahm, „wirst Du Denn das schöne Bild nicht entbehren?“ »Ata nö ho due“, war Die rasche Antwort..« „Aber ich habe ja zwei!"-- Immer wie Der mußte ich mich Darüber wundem, mit wie wenig Haß von Der armen Bevölkerung Dem Fremden begegnet wird, den man schon um des Umstandes willen, daß er von Die Leipziger Messe. Don unserem H. f.-Sonderberichterstatter. < Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Es ist eine stolze Entwicklung, die von ber Messe brs Mittelalters, zu der Händler und Handwerker auf Wagen und Karren ihre Ware und ihre Erzeugnisse noch Leipzig brachten, bis hin zu der modernen Ausstellung der Zehntausend. zu der hunderttausend Menschen auS aller Herren Länder kommen, führt. 3n jcncr; Iahrhunderte zurückliegenden Zeit ist Leipzig» Stellung als Messestadt begründet worden. Leip- zig hatte es nicht nötig, wie es in neuerer Zeit an so vielen Stellen in und außerhalb Deutschland» geschehen ist. sich irgendwann künstlich Käufern und Verkäufern als den Platz zu empfehlen. an welchem sie miteinander in Berührung kommen konnten. Die Messe dieser Stadt ist in Jahrhunderten natürlich gewachsen, und sic besitzt deshalb eine ganz einzigartige Anz'chungS- krakt. zumal sie stets von den Stadtvätern auf das verständnisvollste gepflegt wordrn ist. Leipzig als Platz der zentralen Warenschau war selbstverständlich immer den Angriffen anderer Städte ausgesetzt. CS ist ein nicht ganz erfreuliches Kapitel deutscher Rührigkeit aus dem wirtschaftlichen Gebiet nach Kriegsende, daß eine ganze Reihe anderer deutscher Städte für seinen Teil auf eigene Faust Messen begründete, tnc freilich heute zum größten Teil schon tote Der verschwunden sind. Der Wert der Leipziger Messe liegt ja in ihrer Weltbedeutung, und gerade ihr konnte die wilde Konkurrenz nur Abbruch tun. Run. Leipzig hat auch die Unterbrechung durch den Krieg glücklich üoerstanden und die „wilde Konkurrenz" hat iym nichts geschadet. 3m Gegenteil. gerade in der Nachkriegszeit hat Leipzig einen wahren Sprung nach vorwärts getan. Der Mustermesse, die schon längst an die Stelle jener alten Warenschau getreten war. wurde ein Ma- schinenmarkt von einzigartiger Ausdehnung hin- zugefiigt. Hcbetbicd sind jetzt viele andere Warenzweige in Leipzig vertreten, an die man vor dem Kriege überhaupt noch nicht gedacht hat Die alten Messehäuser im 3nnern der Stadt, in der sich auf engem Roum auch noch in der Reuzeit das gesamte Geschäftsleben zusammen- drängte, wurden zu eng. und trotz der vorbildlichen Organisation der Geschäftsstadt wurde die Anlage großer Ausstellungshäuser und Plätze außerhalb der City notwendig. Ein Vorteil Leipzigs als Messestadt, die unbedingte Zentralisation, die Zusammenfassung auf kleinem Roum, schien damit verloren gegangen zu sein. Aber das Organisationstalent, das Leipzig mehrfach bewiesen hat, half auch darüber hinweg, und ein steter Verkehr der verschiedensten DeförderungS- mittel von der Innenstadt zu den AusstellungS- plätzeii draußen, vor allem zur Maschinenmesse am Fuße deS Völterschlachtdenkmals, sorgte für die Aufrechterhaltung des Kontaktes. Einfach ist die Bewältigung der organisatorischen Ausgaben nicht. Gilt es doch, fast zehntausend Ausstellern den nötigen Raum für ihre mehr oder minder umfangreichen Warenmuster zu geben, und hunderttausend Menschen, zumal noch in der Zeit der Wohnungsnot. Quartier zu verschaffen. Für die Aussteller gibt eS Geschäftshäuser, wahre Paläste, die zum großen Teil int Laufe deS JahreS leer stehen und nur für die wenigen Tage der Herbst- und Frühjahrsmesse in kleinsten Kojen die Verkäufer und ihre Ware aufnehmen. Der Raummangel führte mehrfach dazu, zwei der schönsten Plätze der Stadt durch große Holzbaracken zu verschandeln. Schon seit zwei Jahren aber ist der eine, der Markt, durch die Anlage eines unterirdischen Messehauses, wiederheraestellt, so daß der Blick auf das wundervolle alte Rathaus, in welchem jetzt die Messeleitung selbst zeigt, in Welcher Weise sie ihre Propagandaaufgabe erfüllt, wieder frei geworden ist. Die zahllosen kleineren KioSke, die aus dem Markt, wie auf dem menen Augustus- platz. angelegt sind, stören keineswegs, da sie mit einer angesichts ihrer nut wenige Tage währenden Lebensdauer wirklich bewundernr- werten materiellen und künstlerischen Vollkommenheit errichtet sind. Zudem müssen sich Die ganze Stad», die schönsten Fassaden und die ehrwürdigsten Häuser gefallen lassen, daß ihnen der Stempel der großen Warenschau aufgedrückt wird. Man kann sich kaum ein belebteres Stadtbild vorstellen, als eS die Leipziger Altstadt zur Zeit der Messe darbietet wenn tnc Häuserfronten mit hunderten von Schildern besät find, wenn Fahnen, riesige Luftballons, kurz, jede überhaupt nur denkbare Art von Reklame, vom Licht angesangen biS zur riesenhaften Scherzsigur. auf geboten find. 11 nb wenn zudem die Straßen selbst daS Bild einer Volksversammlung bieten. Diese Menschenmassen, die natürlich nicht nur auS Käufern bestehen, da Leipzig selbst am Messetrubel nur zu gern teilnimmt, und da auch viele, viele Schaulustige berbeiströmcn. müssen versorgt werden. DaS Messeamt kämpft einen erbitterten Kamps gegen die Ausnutzung dieser Gäste, es übernimmt selbst ben Rachweis der Quartiere und verbietet den .wilden Handel" mit Zimmern. Trotzdem iinb Mißhellig- feiten. Preissteigerungen und ähnliches natürlich nicht zu verhüten. , Um jeden einzelnen von ben Tauienden sicher zu dem Ziel zu führen. daS er sucht, zu ben Waren, die er besichtigen will, gibt daS Messeamt und jede einzelne Vereinigung der Aussteller, wie etwa die der tschechoslowakischen Ausstellung, die sich in einem Haus zusammen- gefunden haben, eine Fülle von übersichtlichen Karten. Katalogen und Prospekten heraus. Und wenn der Laie beim ersten Anblick der Masse von Waren und Menschen ben Kopf verliert, so findet der Kaufmann, zumeist ja schon ein alter und alljährlicher Gast der Messe, fein Ziel schnell und sicher. DaS Geschäft bet diesjährigen Frühjahrsmesse in Leipzig begann mit einem gewissen Optimismus, der sich inzwischen bestätigt zu haben scheint. Die Zahl der ausländischen Käufer, immer ein guter Maßstab für ben Koufwillen bet gesamten Besucher, wird auf 25 000 geschätzt. Abschlüsse für den Crporl sind schon in großer Zahl getroffen. Die Porzellanmesse stellt mit Befriedigung fest, daß bas gute Gebrauchsporzellan lebhaft verlangt wird, bie Aussteller von Möbeln find nicht unbefriedigt, und die Lederwarenmesse wird befriedigend beurteilt. Die Tertilmesse ist besonders stark besucht, vor allen die KunstseidenauSstetlung kann nicht klagen, und die Schuh-AuSsteller finden Anklang mit ihren Luxuserzeugnissen — ein ebensolches Zeichen der Zeit, wie eS bie besondere Rachfrage nach Turngeräten wegen deS schlanken Ideals der Gegenwart barfteilt. 3nterefjant ist die Ausstellung der deutschen Druckmaschinenfabrikanten auf bet Bugra-Maschinenmesse. und bemerkenswert ist bie Rachfrage nach leglichem Bairbedars für SiedlungSbauten auf 6er Technischen Messe. Die Aussteller von Radioapparaten verkaufen zum erstenmal tn größerem Umfang auch nach dem Ausland. Automobile sind stark gefragt. Einer der ältesten Zweige der Leipziger Warenschau, die Spielwarenmesse, ist vielleicht das Rückgrat der gesamten Messe. Richt vergessen sei hier Käte Kruse, die Schöpferin bet weltbenihm- ten, künstlerischen Puppen, bie in der ®nm» maischen Straße ihre Zelte aufgeschlaaen hat. Die ganze Fülle der diesjährigen Leipziger Frühjahrsmesse aber ist ebensowenig in diesem Aufsatz zu erschöpfen, wie sie ein Besucher In ben wenigen Tagen ihrer Dauer zu überschauen vermag. auch hier milwirktc, dem Vertreter des Landes- irchenamtcs, Oberkirchenrat Wagner, und dem Sertreter des Dekanats Friedberg. Dekan Vogel- Bruchenbrücken. Der Dortrag von Dekan Guß man,. Kirch- berg.Lollar über „Praktische Gemeinbearbeil In in üustrieUen Landgemeinden" zeigte im Eingang, wie diese Gemeinden nicht einheitlicher Art sind. Die Entfremdung der Männer vom kirchlichen Leben llt m ihnen besonders start zu spüren, die Unkirchlichkeit Sitte und Gewohnheit. Es gilt anzuknüpsen an das. was von kirchlicher Sitte noch da ist, und neue kirchliche Sitten zu schaffen. Steht auch die Kirche in Gefahr, beiseite geschoben zu werden durch dos Sportliche, Wirtschaftliche und Politische, so ist doch ein Grund zu Pessimismus. Seine Gemeinde, zu ;wei Dritteln aus Industriearbeitern bestehend, zu einem Drittel aus bäuerlicher Bewölkerung. wollte er nicht als Muster hinftellen. Der Pfarrer, der allein es nicht kann, muß ben Verständigen immer wieder die Aufgaben zeigen. Es war eine Freude, dem Redner durch die verschiedenen Gebiete zu 'olgen. Da begründete ein freier Verein, nicht auf kirchlichem Grund, aber mit bem jeweiligen Ortegeistlichen als Dorfitzenbern, die Kleinkinder- schule und geordnete Krankenpflege: Vertreter aller Berufsschichten sind im Vorstand. Da er- möglichen Schwestern als Helferinnen eine zielbe mußte Arbeit an der weiblichen Jugend. Dem Frauenoerein werden in regelmäßigen Zusammenkünften besondere kirchliche Aufgaben gezeigt: er stiftet Paramente und Kirchenfenster. K t r- chenvorstand und Ktrchengemeindever- rretung , gewohnt an mehr als nur Erledigung herkömmlicher Geschäfte, schritten zur Schaffung einer Kriegergedächtnis st ätte. an der Konfirmanden an bestimmten Tagen unter paffenden Worten Kränze ntederlegen. Bibel st undev sorgen für vermehrte Darbietung dee göttlichen Wortes, und ein gewisser Lokaloatriotismuc. freut sich eines nach den Grundsätzen der Denkmalpflege würdig miede rhcrge st eilten Gottevhau- fes (Dekanat Gießen 7 Kirchen in 2JahrenI). Die Liturgie ist zu beleben, Musikalisches mit Maß und Ziel zu bieten; baau Lichtbilder und Film e. Neben Hausbesuchen hat das ge druckte Wort feine Aufgaben. An unentgeltlich zu verteilenden Drucksachen dürfen die Gemeinden nicht sparen, solche Ausgaben kämen in anderer Weife wieder ein. Trotz Enttäuschungen gelte es zu glauben und zu hoffen, Neugründungen nicht zu überstürzen; persönliches Wurzelschlagcn bei längerer Arbeit auf demselben Posten sei nötig; zwischen Dorfkirchen-und Gemeindearbeit könne cs nur einen edlen Wetteifer, keinen Gegensatz geben. In der regen Aussprache antworteten auf die mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen Oberklrchenrat Wagner, Dekan Vogel, Kirlyengemeindevertreter Nord- Gießen, Lehrer 2 e g ga u «Nockenberg, Professor Matthes. Pfarrer Sattler« tfßlefed, Fabrikant Träft er und Pfarrer Schneider- Butzbach. Wesentliche Punkte der Aussprache waren: Kirchliche Vereine, Gemeindesäle und Gemeindehäuser, Geinelndeblai ter, im Zusammenhang mit der Helferfrage die Stellung der Lehrer zur Kirche, die Forderung gemeinsamer Konferenzen zwischen Lehrern und Pfarrern. Nach dem Gesang von drei Versen des Liedes: „Wach auf. du Geist der ersten Zeugen" schloß um 5 Uhr Professor Matthe» die inhaltreiche Tagung Oberhesfen. Landkreis Gießen .a Lollar, l0. März. 3n Ergänzung De6 Berichtes über bie jüngste DemelnberatS- fibung fei noch mitgetcilt, bah zu der Frage bet Gebührensestjehung für Erbbegräbnis- Plätze neben Dem Antrag Kkinkek, der eine 1 Gebührenfcstfehung von 800 Mark für eine Begräbnisstätte für zwei Personen forderte, noch Fein Antrag Geißler vorlag der in Anpassung , an die Gebührensätze einer Anzahl Land- uno '' Stadtgemeinben 300 Mari als Kaufpreis für die Plätze bestimmt wissen wollte. Der Antrag Kl Intel wurde mit ben sozialdemokratischen Stimmen angenommen, auf den Antrag Geißler vereinigten sich die übrigen Stimmen. D Lich, 10. März. Die hiesigen Vereine haben beschlössen. am Sonntag, 1 3. M ä r z, k^ine besondere Totengedcnkfeier vorzunehmen, da sie ebenso wie daS hessische LandeSktrchenamt der Ansicht sind, daß sich bet Totensonntag als VollSlrauertag am besten eignet * Dorf-Gill, 11. März. Der Landwirt Balthasar Schäfer hietselbsl feiert morgen, 12. März, bei voller Gesundheit und in geistiger Frische seinen 9 0. Geburtstag. Der alte Herr erfreut sich in seinem Heimatdorse großer Beliebtheit und genoß auch tn bet Umgebung durch seine GcschintSküchtigkeit Ansehen uno Vertrauen. 1' Gründerg. 10 März. Der hiesige VcrkehrSverein hielt gestern unter der Leitung seines Vorsitzenden Schweißguth seine diesjährige Hauptversammlung ab. Der Verein hat auch im verflossenen 3ahre durch Ausstellen von Bänken, Instandsetzung von Verbindungswegen und Schaffung eines neuen Weges nach bem Theo-Koch-Gedenkstein eifrig für bie Verschönerung unserer Stadt gearbeitet. Der Kassenbericht schließt trotz der lebhaften Arbeit befi Verein» mit einem kleinen Uebetschuß ab. Der Vorstand, der nach ben Satzungen auf drei 3ahre zu wählen ist, wurde butch Zuruf in der bisherigen Zusammensetzung wiebcrge- wählt. Ferner wurde bie Verpachtung bet bem Verein gehörenben Grundstücke auf weitere drei 3ahte beschlossen Den Jahresbeitrag setzte man aut 1 Mk. pro Mitglied fest, jedoch soll bei größeren Ausgaben evtl, eine Sondererhebung stattfinden. Weiterhin befähigte man sich mit einigen Suenbahn-Fahrplanfragen, denen man eine verstärkte Tätigkeit Widmen will. Für bie weitere Verschönerung ber Stabt wurden verschiedene Maßnahmen InS Auge gefaßt, ferner toll bie Einführung von Wochenmärkten für Frucht und Kartoffeln angcstrebt werben. —- Eine Anzahl 3nietefsenten au# Grünberg und Um- gegenb grünbete hier einen Kanarienzucht- verein. Einstweiliger Voriitzenber ist Herr PH. Müller. Dem Verein sind bi# jetzt 20 Mit- gltcber bdgetteten Kreis Kricdberg r Gambach . 10. März. Dienstagavend hielt bet hiesige Kr i c getvetein seine dics- jübrige Generalversammlung ob. Der Vorslyenbe bes Vereins. Beigeordneter Boller, erstattete den 3ahreSdericht übet daS vergangene Jahr. Der Verein zählt heute etwa» über 100 Mitglieder darunter eine Anzahl Ehren- Mitglieder. Das VereinSjahr konnte irotz bei geringen Beiträge mit einem Ueberschusse abgeschlossen werben. Die BorstanbSwahl ergab "o;< einmütige Wiederwahl brs seitherigen Vorstands Von ben gefaßten Beschlüssen find folgende von Bedeutung: 3n Zukunft soll bei Be^v.gungen verstorbener Kameraden wieder gescho fen werben. In der Zeit zwischen Ostern und Pfingsten will man burch bie Kapelle deS 3nf.-Regt. 15 ein Konzert veranstalten lasten, lieber rin etwa Im Sommer abzuhaltendeS Scheibenschießen toll eine nochmalige Generalversammlung endgültig Beschluß fassen. Ebenfalls am Dienstagabend hielt ber Rabfahrervetein ..Wanber- lust" feine diesjährige Generalversammlung ab. Den Jahresbericht gab der erste Vorsitzende. Die Rechnung für bas abgelaufene Geschäftsjahr konnte mit einem Ücberf4>ub abgeschlossen werben. Die VorstandSwahl hatte fol- genbes Ergebnis: 1. Vorsitzender 3afob Moh r 2. Vorfitzenber Otto Müll. Schriftführer Gust O h 1 c m u tz. Kassenwart Lubwig R c i ch a r b t Saalsahrwatt Karl Schmidt, 1. Rennfahrwart Willi Riegelhuth. 2. Rennsahrwart Georg Kammer. DaS Sportprogramm für 192" wurde genehmigt. Der Verein gedenkt in diesem Sommer sein löjährlges Bestehen zu feiern und bewirbt sich auch um bat Gaufest bet ®auct 2 des RabfahrerbunbeS 1922. 3 Steinfurth, 10. Mörz. Veranlaßt durch den hiesigen Kriegerverein wat am Dienstagabend im „Darmstädter Hof ein Lichtbild e r v o r t ra g über den Kampf vor Verdun. Oberstleutnant a. D. von Hagen schilderte die furchtbare blutige Schlacht. Die klaren Zeichnungen und Bilder machten auch dem Laien das erbitterte, zähe Ringen um Verdun anschaulich. Der Vortrag war gut besucht und wurde mit großem 3nteresse ausgenommen. Gr schloß mit dem stillen Gedenken an die vielen! Opfer, bereit wir un» würdig zeigen müssen. Am 9. unb 10. 3uli M. 36. bält bet Landes- verband Hessen - Darmstadt l m Reichsverband deS Deutschen Gartenbaues feine diesjährige öommertagung hier ab. Die Tagung ist mit einer Rosenaus st el- luna bes hiesigen GärtnervereinS verbunden. Der große Saal von Anton Hengst ist alt AuSstellungSlokal vorgesehen. Die Frem Den, bie an biefem Tage unser Dorf besuch,-n haben Gelegenheit, bie vielgerühmten Rosenfeld?r Steinfurths au bewundern. Der Gärtner verein Steinfurth wirb ihnen in ber großen Hofenfdxut. ein entzückenbet Bild vor Augen führen. Kreis Schotten. □ ß a u b d <6, 10. März. Der hiesige Z w < i g - verein bet Vogelsberger Höhen klubs führte ani Sonntag bei starker Beteiligung seine MonatSwanberung auS. Der Weg führte burch bie Walbuna en von Röthges unb Ronnenroth nach Hungen. Hier würbe bas Schloß unter Führung von Sekretär Becker besichtigt unb sodann Einkehr im Gasthof ..Zur Traube" gehalten. Die Führung hatte Kaufmann H. Diehl. - In biefen Tagen würben wieder- holt starke Züge von Schnecgänfen hier beobachtet. Sie zogen aus ber Gießener Gegend in östlicher Richtung nach dem oberen Ribdatal. Bit jetzt hat sich die W i n t e r f r u ch t tn unterer Gemarkung gut durchgehalten. Der Klee Hai teilweise etwas gelitten. Der Mäusefraß ist unbedeutend. Es scheint, daß bie schädlichen Rager von einer Seuche befallen würben. ,t-= Gebern, 10. März. Die bei bei dritten und letzten Holzversteigerung der seiner Heimat entfernte Länder burchreist, für reich ober zumindest wohlhabend hält: denn das Betragen dieses Fremden ist oft aufterorbentltd) unedel und herausfordernd. ®e gibt Reisende, bie ohne Unterschieb Mensch unb Ding begaffen. Wer wirklich siebt („schaut"), siebt fast immer im Flug, fast ohne bie Augenlider zu heben. Unb nirgends hat Sehen unmerklicher unb unauffälliger zu geschehen alt bei ben Wände riuf gen durch bie Viertel, in Denen DaS neapolitw« niscke Voll wohnt. Denn bat Leben der Familie spielt fich in seinen ileinsten Dingen Immer irgendwie tn der Oeffentlichkeit ab. Die Wohn- räumc, bie zu ebner ötbe liegen, finb immer an marmen Ab en ben durch offene Türen unb Fcn- li er dem Qluge des Vorübergehenden bis in bie Winkel deS Hintergrundes bargeboten. Da stehen Die Betten, oft auS schönem Messing und mit bunten Steppdecken belegt, in denen man erwachsene Menschen und Kinber ruhen ober Ichlasen sieht . da ist der Tisch um dessen Rund sich bie Familie aerobe zum Abendbrot niebcrgelaffen hat. Man könnte von Haus zu Hans feststellen. waS diese und waS jene essen. Da ist eine Strickerei, wo bi» tief in Vie Rächt gearbeitet wird, unb Dort eine bügelet.. Hier macht man künstliche Blumen, ein paar Schritte weiter werben seidene Schuhe mit Gold- und Sllberfäben bestickt.. Unb Immer brennen bie blaßrvten Lampen vor bem Dilb einer Madonna, deren Hand aus den Pfeil im Herzen weist, immer blühen ber $eillaen ein paar künstliche Blumen: benn die wirklichen «inb zu teuer und verwelken zu schnell. Vielleicht auch findet man, baß fie nicht so leuchtende Farben haben, nicht so sichtbar vorhanden sind tote die anderen Geht man stumm, ohne je zu »erwecken und feine Fremdheit anszubrängen. an all diesen offnen Wohnungen vorbei, wendet man seine Aufmerksamkeit nur einem schönen Portal, einer alten Hof treppe, einem edlen Bal- lougittcr zu: so wird man Immer nur freund ticken Blicken begegnen, oft genug ItebenswürAgc Aufforderungen hören, sich keine Scheu im An- schauen aufzuerlegen unb fo nabe netanautreten als man gerne möchte. Dann auch kann e» geschehen, daß man mit diesen Leuten auf einer Treppenstufe niebersiht. ein Glas Wein mit ihnen teilt, eine Orange ober eine Melvnenschribe baß man sie freiwillig von Ihrem Leben erzählen Höri, waS natürlich oebingt, daß man von bem seinen ctwaS sage, unb schließlich flnbct. wie überall, wo mensa-lichc Herzen den Takt bet Zeiten schlagen, dieselben Schmerzen dieselben Freuden, dieselben Sehnsüchten wohnen Die Form, in der sie ausgetragen werden, ist ver- schieden: der Grundstoff ist überall gleich Ich habe immer gefunden daß gerade Reapei eine Stadt ist — eben um der Offenfunbigktt ihres Lebens willen - bic uns milde, gütig, bulbfam macht, jeden Hochmui lächerlich er« scheinen laßt unb un6 immer wieder begreifen lehrt, daß keine noch so unterschiedliche, durch Wissen und geistige Haltung bedingte Stusung irgend etwa» auslagt über Den „Wert" einer menschlichen Essenz. Noblesse oblige: wenn eine Stadt es uns nahe legt, so ist eS Reapel.. Eines TageS liefen mir Kinder nach. Die gesehen hatten, wie ick ein kleines Stück Schokolade zwischen Die Lippen schob. Es konnten zehn, auch fünfzehn Jungen unD Mädchen fein. Rur die Augen bettelten. Kein Wort fiel 3ck reichte einem Mädchen Den Rest Der Tafel und sah. wie sie das nicht mehr große Stück so verteilte, daß jede- KinD wenigstens einen kleinen Bissen bekam. Ein anderes Mal. als sich vor einem weit- geöffneten, hell erleuchteten Zimmer zu ebner Erde das Den Duft süßer Wachskerzen auf die Gasse sandte, eine Menge seltsam ergriffner Menschen staute und mir das Vorbeigehen unmöglich machte faßte mich eine alte Frau am Aermel unb zog mich mitten unter bie Schau- enben. bifl dicht vor die Schwelle bc# Raumes: Da sah ich. 3n dem großen Bett lag ein unwirklich schöner .Knabe mit geschlossenen Lidern. Ein Priester stand neben ihm. Ich begriff, baß soeben bie letzte Oelung erteilt worben war. Vor dem Bett knieten die Mutier unb jüngere I schluckten de Grickwlster Der Vater, ebenfalls aut den Knieen, betete vor einem Heillgenbllb, das unter silbernen Rosen an ber Wand hing. Plötzlich hob der Knabe beide Arme auf, griff in zerreißender Sehnsucht in das Kerzengolb ber weihrauchburchbämmerten Lust unb starb im Zu- tüdflnfen. starb fast auf offner Straste. 3m selben Augenblick brachen alle in bie Knie, während der Priester bic Augen schloß, bie schon in die Schau jenseitiger Bilder eingetreten waren. AlS ich einige Stunden später, zulällig, desselben WegeS lam, um in die untere Stadt zurück- zulehren. fand ich noch immer das Zimmer weit- gebffnet. Immer noch brannten bic vielen, gelben Kerzen. Der Tote lag bleich, mit gefalteten Hänben. In bem großen Beit, über feine Fuße waren zwei rote Relfensträuße gelegt, unDjieben bem Lager Inietcn, den Rücken nach ber Straße gewendet, bic Eltern 3n einem anderen Bett aber, das an der <3citentoanb stand, schliefen zwei ber jüngeren Geschwister, und un Hintergrund des Raumes, auf einem weih gedeckten Tisch, richtete lautlos, mit fast unwirklichen Ge bärben. eine alte Frau ba« arme Abenbbrvt: ein wenig Fisch. Melonen unb Rotwein. Im Torbogen des RachbarhauseS weinte ein Knabe in leine Hänbc. unb abermals einige Häuser weiter stanb eine Gruppe schluchzender Mädchen um einen alten Mann. Der immer nur das eine Wort sagte: „Ah, ehe carino, ehe carino..“ Cs schien mir, Der tote Knabe war dieser ganzen Gasse gestorben: unb hatte viel vom Traum dieser schlichten Herzen mitgenommen, ilnb ich fühlte, wie reich noch diese Armen sind, deren Fuhlen niemals ein Denken ober Dissen in bas Dunkel ber ewigen Frage wozu wozu? zu- rückdämpfte Reavei bat ist nicht nur Die Stabt. Die sich um den Golf auf die Hügel hinanzieht: da» ist auch dieser Golf felbst, mit allen naher, unb weiteren Küsten unb mit ben Inseln, bie ihn gegen bas offene Meer abschließen. Die Lippe, bic daS Wort Neapel auSspricht, zwingt bic Sehnsucht des AugeS in ben Umkreis beS ganzen GolfeS: am Hafen begümenb. ausladend nach Sübosten, am Vesuv unb Pompei vorüber nach Eastellamare. Dann üderspringenD nach Capri... unb vom Sübwcsten her zurückbiegcnb über Ischia unb Prociba. bas einsame Misen und bie Bucht von Pvzzuoti. bas Grab Vergil» unb Den ewigen Gartenhügel Des Posilipp.. Gibt cs ein Auge, Das gefüllt stänDe mit allen BtlDern. bie auS jebem biefer Olamcn aussteigen? Was immer Du gesehen von Der lauscnbsach gehäuften Schönheit, die sie bergen was immer du Dir etnverleibt so daß es ein Teil deines eigener. Wesens, ja deines Schicksals wurde: Der Rest, ber übrig bleibt, wirb Immer größer sein als bein Besitz: Denn unausschöpfbar bleibt, waS lächelnDe Götter als Pa- rabics auf biefer Erbe schufen Es gibt eine unvergleichliche Stelle, hoch über ben anfteigenben Dächern, bie unS bie ganz« Weite beS GolfeS schenkt: bas ist bic Terrasse jenes Gasthofes, der sich vor bem alten Parco Grifone unb unter ber Oase Der Villa Flori- Diana erhebt. Dort oben, ewiger WieDerkehrcr. lasse Dick nieber, unter bem fchühenben Dache bes hell.m Zeltichirmes.. unb zaubere Dir, über bas Spiegeln des Hunmels in wellenloser Meeresbläue alle Tage zurück, bic es dir jemals vergönnt war. al» Liebling der Götter zu leben. Pom- peis abendliche Melancholien im verbotenen unb doch heimlich gewährten Derweilen zwischen den Trümmerstraßen, wenn ber Duft ber Kräuter über ben G rädern fast unertragbar wurde, fröhliche Feste von Eastellamare und Sorrent im Hause fröhlicher Freunde. E-apris. des heimatlichen. Frühlinge unb Hochsommer: Ginster, unb Rosenüberichwang unb flockende Myrthenblüte des ganz von Bläue trunlnen Ischia Licht- und Silberstürze. unb seinen Wein — ben ein Verliebter „Träne ber Ewigkeit" nannte — ben unerhörten Dein aus Feuergärten, unb. ach. die schluchzende Verlorenheit bcS Kap Wilen: wenn in ber letzten Scharlachlohe, die über Ischias unersättliche Vrilchenbcrge herüberhebt, bas fif* bergrünc Mitleldsseuer bei frühen Leuchtturms aufblinkt osen bitt' AÜ ge von örl'bber (5ricbbcrg ab 5.2A (Bieften an Acker. 24 Ar. aupl' 21. Sortierung Nachdruck verboten mul tratet Rundfunk Programm des frankfurter Senders. (Aus der .‘Äabto-llmfdKni*.) Samstag, 12. Mär,. 3 Der deute h er r t brachte bet tu er bL JDrteborf, 10. Mär^. Im x?auen Kreisen Der Einwohnerschaft für die Familie des Bürger- Meisters allgemein. Krofdorf. 10. Wär> Innerhalb acht Tagen fanden aus Dem hle.lgen e_u swald unter starker Beteiligung zwei g r o ft c Brenn- holzversteiger u ngen stau Tie Prm.c hielten slch bei bei Den Versteigerungen auf gleicher Höhe, für erstllässiges Buchentchei' wurde DurchschnUtlich pro Raummeter 9 Mk. geboui bei guter Abfahrt zahlt man auch 10 Ml Diele Landwirte decken ihren Brennh?szb»ta s aus- schlietzlich nur in Reiligholz. es koste' Haufen zu 10 Meter durchschnlltlich 8 Mk. für gvcherc Haufen zahlte men meist nrch weniger Wißmar 10. März. In d» r hiesigen Gemeinde ist erneut die M a u l - und Klauenseuche ausgebrrchen. ' - Lützellinden. 10. März. De hiesige Gemeinde beabLdfttlgt. in diesem Jahre verschiedene Wegebauten innerhalb un'ercr Gemarkung vornehmen zu lasten. Das er'orderllche Steinmaterial wird zum größten Teile In einem eigenen Bruche der Gerne nde gewonnen, ein anderer Teil wurde von auswärts bezogen Bei dem Wegebau waren hlef'.ge Erwerbslos beschäftigt. -5- Klein-Rechtenbach. 10. März. 3n unterem Orte sind gegenwärtig Bestrebungen zur Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr im (Stange; 16 Wann haben sich bereits zum Beitritt bereit erklärt Zur Dervollftändi- gung ihrer Feuerlöschgerätschaften will unsere Gemeinde eine neue Feuerspritze anschaffen sur Unterbringung derselben und Der anderen MfchterStschaften soll ein Spritzenhaus errichtet werden. L Kleinrechtenbach. 10. März Das aus Wohnhaus. Scheune, Stallungen und Haus- garten bestehende hiesige A nweien der Erben des Gutspächters Helm. Büblingshausen, ist auf einer dieser Tage stattgehabten öffentlichen Versteigerung zum Preise von 1 6 300 Mark In den Besitz des Landwirtes Wilhelm Krämer von Hochelheim übergegangen □ Oberkleen, 10. März. Wie man von eingeweihter Seite erfährt, hat die Ober- hessische Kalk- und Steinindustrie ihr Ruhungsrecht des Kalksteinbruches am hiesigen Bahnhof an die Butzbacher Äalf- firma Küchel (®läflner) abgetreten. Da- durch sind das SbersgSnser Kalkwerk, sowie die beiden hiesigen nunmehr in einer S)anb vereinigt O Riederklee n. 10. Mürz. Bei einer dieser Tage hier stattgehabten öffentlichen Ver- Sein Lachen brachte sie vollends In Verwirrung. ,^M) hab' mir nicht getraut!" erklärte er und sah 'chies zu ihr auf, sah, wie sie mit Dem Weinen fampite, und faßte sie kurzerhand beim Hopf. (Er wußte nicht, wohin et traf, aber er küßte ichlonkweg barauflos. Sie schämte sich vor Yilbertl und juchte mit brennenden Wangen ihr Haar wieder in Ordnung zu bringen. Hast Dü wirklich noch Appetit nach etwas?" trug sie verlegen. „Schwäch' es nicht ab, oerftelfie et sich. „Ich habe junger, tiotn Hüffen wird man nicht satt. — Wo bitte! — Und eine Zigarre für fians Jorg! — nodt du Liesl," rief er ihr noch nach, als Ne den Weg zum Hause schritt. ..'kein!" wehrte Hilbert!. Wenn Du mir eine 'dienten willst, dann hole ich sie mir selbst. Deine ijrau braucht nicht Magddienfte für mich zu tun — Für mich nicht!" J)m!" mad)te Neichmann .Meinethalben hole sie dir sechst Du paßtest für einen Ehemann. Kannst ruh'9 eine Pnnzefsin h-eien. Die verbiegt sich sicher keinen Finger. " Er lehnte sich gegen Die Nuckwand, ichlug Die ’^eme übereinander, und feine halbiertlg gerauchte 3tgarrc wieder in Brand steckend, sah er fjilbertt nadj der mit flinken Füßen Die ;unge Frau ein» zuholen tuchte. ?iefe Jtieq eben Die wenigen Stufen, Die zur Hu£e führten hinauf, fjilbertt schien sie gerufen ju habem sic -ah sich um, trat zu weit außerhalb Der gelanteno'en mtreppe und iiel mit einem leisen Nus Hubern, der herzugeiprungen axir, in Die Arme, n oh. wie ihre beiden Körper einen Lugenblick nahe aneinandergepreßt lagen und ?)ib bertt sich herabbog. 3u Dumm von Elisabeth, daß ihr Das passieren nwBit- eie wußte allerdings nichts von .fjans oorgs geheimer Liebe. Aber immerhin. Eine Frau, jum.i! eine ''olche wie Elisabeth, mit ihrem über- 'einen Gefühlsleben, mar emp'önglich für jebes zatte ®°rt. Das man ihr gab. Und ijilbertt hotte etwas. Das die Frauen an zog. Ob er Elisabeth warnen 'aUte? — Lächerlich! Dor Hans Jörg brauchte man kein Weib zu warnen. — Und doch! — Und doch! (Fortletzung folgt.) Ein Notruf an die Reichsbahn. Man schreibt uns: Unter dieser Ueberjchrist macht sich ein bedrängte» Eltcriiherz in einer Zu fchrift aus Alten-Buieck Lust. Mit Recht! Aber tva» für Die Strecke Gießen—Fulda gilt, gilt i n demselben Maße auch für Die Haupt strecke Gießen — Frankfurt hier um die Goethe-Bund. Vortragsabend Arant rstieß. Die gestrige Tbranftaltung des Goethe-Bundes vermittelte eine außerordentlich interessante und wertvolle De.anntschaft. Persönliche Geg?n- überstellung mit einem Dichter, der ja in Den letzten Monaten überraschend Mede geworden ik; noch überraschender war aber, festzustellen, daß Die Mode, was selten vorkommt. diesmal auf Qualität gefallen ist. Innerhalb einer Verhältnis» mässig kurzen Zeit erschien auf dem Büchermarkt eine Reihe schon äußerlich gewichtiger Aoman- und Aovellenoände von Frank Thietz, einem Manne, von Dem man zuvor kaum Den Flamen gehört, ober allenfalls ein lesenswertes Derk über den künstlerischen Tanz zu Geiicht bekommen hatte, und der auch heute noch so sehr inmitten, einer ganz langsam reisenden und prodicktiv sich äußernden Entwicklung steht, daß es zur Stunde gar nicht möglich ist, einigermaßen abschlietzend über eine Brosawerk, das vielbändig und gleichwohl unvollendet vor und liegt, sich zu.Aftern. Doch steht es heute schon so. daß man mit Thieß als einer Erscheinung zu rechnen hat. der in der Reihe der zeitgenössischen deutschen Erzähler eine hervorragende Stellung eingeräumt werden muh. Zu solcher ganz allgemeinen Wertung, die sich aus den angedeuteten Gründen jede Abgrenzung. Einordnung und nähere Bestimmung versagt, zwingt schon Die Lektüre der seither vorliegenden, ersten drei Bände einer großangelegten Prosatetralogie „Jugend", deren Schlußstein der Boman „Die Feuersäule", etwa im Jahre 1928 zu erwarten sein wird. Thieß las gestern zunächst ein umfängliches Stück aus Dem kurzen Vorspiel zu diesem Werk. Dem Boman unter xinDern »Abschied vom Paradies", danach em Kapitel aus dem zwellen Teil, der M®a« Tor zur Welt" überschneben ist. und der uns als der reifste und innerlich geschlossenste unter den seither vorliegenden Bänden des großen Ganzen erscheint. Es wäre ein müßige- Unterfangen und kann nach Lage der Dinge nicht erwartet werden, auf dem zu Gebote stehenden geringen Aaum in etwa das Gegenständliche. Sinn und Wesen dieser Bücher, die ja organisch noch nicht zusammengewachsen und n sich verbunden sind, zu entwickeln, oder in eine kritische Einzelbetrachtu^ einzutreten. DaS wir tun können, ist lediglich dies, jeder- mann — er habe nun dem Dortrage beigewohnt oder nicht — nachdrücklich aufzufordern sich mit den Büchern von Thieft, sonderlich mit jener Gruppe von Domänen um die es sich hier handelt, zu beschäfttgen Denn — abgesehen davon, daß sie zur Zett in Aufnahme find hier handelt es sich sowohl um Dinge, die unmittelbar aus dem wirren, hastigen, ungeflärtcn Desen unserer Zeit gegriffen find, wie auch um solche. Die zeitlos — vergangen wiederkehrend und zukünftig - sind wie alle Jugend. Dinge, die jeden unter uns angehen und Deren fünft- lerlfcfte Spiegelung jedem an« Herz rühren mutz. Das unS hiernach zu sagen bleibt, ist wenig. Wir haben selten einen Dichter leien hören, Der ein so. meisterlicher Mittler seines Werkes getoc- fen wäre. Thieft spricht hervorragend, mit einem Dortrag-temperament, einer Ichauspielerisch-pla- plastifchen Gabe der Wortgestaltung, Die erstaun- üritL Stolbergisch«! Acvierre.wallung crz.e.ien greife blieben noch hinter den Preisen der tx>» r .gen HslzvrrsteiyerunA zurück. Für Dafl Raummeter Buchenschelt, für welches bei der ersten diesjähriaen Versteige ung noch 15 bi« IQ Mark und bei Der zweiten Versteigerung 12 Mark er- 'äst wurden, wurden bei dieser Versteigerung im Durchschnitt nur 10 Wart bezahlt. Troy dieser Ireise wurde Dafl Holz nicht vollständig abgelegt Man sieht Daraus, datz stch ein großer Teil der Landbevölkerung auf Den billigeren Kohlen- and Brikettbrand umgcftcllt hat. — Dem Kran- kenhaufe dahier wurde ein Kind aus dem benachbarten Oberseemen zugeführt. Das sich mit kochendem Kaffee üoerbrüht und schwere Brandwunden davongetragen halte. G r o tz - E i ch e n. 10. März. Gegenwärtig gehen umfangreiche Holztranflporte durch unser Dors. Bekanntt'.ch wurden größere Kom- vlere deS Freiherrlich Aledefelschen vuchwaldes unserer Gemarkung, aas dem die Hosizmassen stammen, zu S.edlungszwecken restlos abgetrieben. Besonder? sind es werwolle Lärchenstämme, die von auSwärt.gen Händlern aufgefault wurden und nun auf Dem Bahnhof Mücke verfrachtet werden. Untere Landwirte. deren Gespanne in sonstigen Jahren zu dieser Zelt noch im Stalle stehen, verdienen sich mit Diesen Fuhren ein schönes Stück Geld 4t re io Alvfcld. er. Homberg a.D.Ohm. 10.März. G«- legentiich Des Schwetnemarktes am Montag wurden AtDti auswärtigen Männern die Brieftaschen mit Inhalt gestohlen, ohne daß der oder Die Diebe ermittelt werden konnten. Als Die Bestohlenen bezahlen wollten, merkten sie erst chren Verlust. 11 Marburg 10. Mär abgtoallene 6 A » e i n e m a r I -Ich habe oben gedeckt. Baronesse, gnädige Frau", oerbetierk er sich. Elisabeth nickt, wirst einen Blick nach Dem Saal unD bann auf ihren Mann. Neichmann zieht ihren Arm Durch Den seinen. „Wir kommen gleich, Friedrich.'" sagte er freundlich. Die hohe Eiehentür schließt sich hinter Dem jungen Paar, da» ganz nahe an Den Katasalk tritt. Neidpnaiuis Gesicht mar blaß. Sie hallen sich nie sonderlich gut verstanden, sein Schwiegervater und er. Aber Das junge, schöne Weib, Das Ihm nun gehörte und feinen Namen trug, war Blut von Dieses Mannes Blut. Das genügte, um ihn mit Ehrfurcht De» Taten gedenken zu lassen. Elisabeth meinte nicht mehr. Stumm, mit brennenden Augen sah sie in Do» irieblicfae Gesicht Des Schlafenden. E» machte Den Eindruck, als kämpfe sie innerlich etwa» mit sich aus. Dann wandte sie sich an ihren Mann unD griff nach seiner Hand. Was ist dir, meln^Liebe»?" frug er weich. Georg, bei Dem loten beschwör ich dich, jag' mir Die WahrheitI" Er erschrak. Glaubte sie, er habe ihr nicht alle» gestandet! „Du weißt alle», Elisadech. Ich habe Dir nicht» venchwiegen!" saate er ernst. Sie schüttelte Den Kopf. ..Das nicht," wehrte sie. „Wissen möchte ich. ob er freiwillig gegangen ift!“ . Neichmanns Blick wurde hell Allein, mein Armes'. Nicht freiwillig. Seine Stunde hatte geschlagen, so wie die eines jeDcn von ms einmal schlagen wird nach (Bottes Dillen. Ich habe Deinen Baler selbst noch untersucht und auch nilbertt um jein schonungslose» Urteil gebeten. Wir konnten nur beide das gleiche konstatieren. E» war ein Herzschlag. Er scheint gebadet zu haben. Vielleicht war er noch erhitzt vorn Gehen. Das Dosier war kalt. Er hat es möglicherweise gar nicht empfunden. unh wenn, dann war es ichon ;ii spät. Es war ein ganz schwer,lofes. unvermutete? scheiden. Pachtung landwirtschastl. Grundstücke wurden folgende, zum Teil sehr hohe Pachtpreise erzielt: für einen Acker. 30.5 Ar groß, 47 Mk.; Acker, 30 Ar. 75 Mk.: Acker 18.5 Ar, 64 Mk.: Acker. 25 Ar. 70 Ml *" 3.30 btfl 4 Uftr; Die Stunde dec Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr Konzert des Hauflorchesters. 5.45 bifl 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.30 Uhr: Der Briefkasten. 6.30 bis 7 Uhr Die Bedeutung des Werkmeisters für Betrieb und Wirt- schaff Vortrag von Herrn Buschmann, Vorsitzender des Deutschen WerkmeisterverbanDefl. 7 blfl 7.30 Uhr „Der BetriebSrätegedanke unh die Anteilnahme Der Arbeitnehmer an der 2ci- tuna der Wirtschaft". Vortrag von Oswald Schleinib. 7.30 Uhr Übertragung aus dem Staatsthealer Äallel: „Der schwarze Domino". Kom. Oper in 3 Auszügen von Auber Tert von Seribe. Anschlietzend bis 12.30 Uhr: Ucbertra- flung von Berlin: Tanzmusik. -- Ober-Ohmen, 10. THatx. Die hle- uge Hart steinindustrie wird in Kürze doppelte Arbeitflschichten in Den vteln- vrüchen einführen. Den Anlaß dazu geben zahlreiche größere Aufträge, Die in verhältnismäßig kurzen Lieferungsfristen zu erledigen sind, um Interesse unserer Erwerbslosen kann diese Ge- „Doch, doch," beftarrtc er. „Seit ich oerbei bin, komme ich aus Dem Hungern nicht mehr heraus. ciep her!" Ar. Wiese 3 Mk. O Aus dem oberen Kleebachtal, 10. März. Dieser Tage wellte der Zuchtinspektor Der Rheinischen Landwirtschaftskammer aus Bonn in den Gemeinden Niederkleen, Oberkleen und Ebersgöns Die Gemeinde Ebersgöns lieft bei dieser Gelegenheit auch Die holländischen Milchtiere besichtigen zweck« Klärung des Streites über Die Be- schafsung eines schwarzweitzen Zucht- b u U en In unserem Kreise steht immer noch Die rotbraune Vogelsberger Rasse unter behördlichem Protektorat, und Dafl hat auch gewisse Berechtigung. Die milchergiebigen Fleckviehrassen find in gesundheitlicher Beziehung längst nicht so widerstandssähig wie gerade das Vogelsberger Rind. Die Zugfestigkeit des Vogelsberger Rindes läftt nicht- zu wünschen übrig. Run ist aber In den Gemeinden, Die auf Milchlieferung eingestellt sind, die Vogelsberger Zucht sehr stark zurückgegangen: an ihre Stelle ist bc- fonders die holländische Rasse getreten. Die Milchproduktion hat dadurch eine gewaltige Steigerung erfahren. Rur bleibt daS Problem noch zu lösen, wie durch öfteren Wechsel mit frischem Weidevieh oder durch zweckmäßige Kreuzung der schnellen aesundheitlichen Entartung tolrffamentgegengearbeitet wird. Noch ehe e» ihm zum Bewußtsein kam, war asies schon vorüber." Die junge Frau hob Die Hände ihres Mannes an Die Lippen. "2ch hätte keine Nahe finden können, wenn er jo von mir gegangen wäre, ohne ein Wort des Segens und Der Liebel" jagte sie. „Nun werde ich mich eher Darein ergeben können." Neichmann nahm ihre kalten, jchmalcn Finger zwischen die seinen. „Niemand hat je»l mtftr ein Anrecht auf dich, als ich allein", jagte er und zog sie eng an sich. Sie fühlte, wie jein Herz in jchnellcm erregtem Pochen gegen Die weiße Hemdbrust jchlug. Willen- los lehnte sie ihren Kops gegen seine breite Schuller. Er hob ihr Gesicht zu sich empor und tauchte feine Augen in die ihren bis ihre Lider sich lenkten „Mein Weib! ---Mein Weid!" Er vergoß des Toten und preßte sie, schwer atmend, an sich. In halber Abwehr Duldete si« feine stüsie. Der stumme Schläfer lag friedlich. E» beirrte Ihn nicht mehr. Ob nun Der andere fein stind kutztc oder schlug, er mußte dazu schweigen. Elisadech sah slehend zu ihm hinüber. „Bergch mir, daß ich Dich allein lasse'." baten ihre rotgerän- Derten Augen. Dann schritt sie an der Seite ihres Mannes hin* au» in Das Licht. In Die warme, sonnige Helle. Dem Leben entgegen, bas nun kommen sollte für sie beide. Durch Das kleine Dottorhaus in Eifenbach schritt Da» Glück. E» sprang nicht mit Lachen unD übermütigem Tollen durch Zimmer und Garten, dac stille, bleiche Gesicht eines loten sah immer noch mahnetch in Neiltzmanns junge Ehe. Elisadech lernte allmählich verwinden, sic blühte auf wie eine Nose, als habe sie früher in zu tnappei Sonne gestanden. Die Blicke ihres Manm- weideten sich an ihr, ging sic über Die Strafte, guckte er ihr nach, bis die Ecke sic verschlang: war sie nicht da, wenn er nach Hauie kehrte, lief er alle Winkel ab, nach ihr zu suchen, immer wollte er sie um sich haben. Er schenkn :hr kein uderaroßes Maß von Zärllichkeit. Das lag nicht in feinem Wesen. Ader er war ein guter Mann, so wie er e» Ihr oeriprochen hone zu' -ein. Ihre Liebe bekam lachende Augen und ein won- niacs Leuchten. Elisabeth fang, es war eine weiche, kosende Altstimme, und Neichmmm hörte in '"einen W Preiswerte Frühjahrs-Scimhe "W 595 850 650 675 650 echte Kappe - ».es 7.5o \tymfmaniL Z Bahnhofstr. 58 Lahnstr. 37 Marktstraße 17 Markt 10 Landingstraße 6 350 o. 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Die Schlußfpiele um die Fußball- meisterschaftender Landesverbände und damit auch gleichzeitig um die Vertretung bei !!andcsverbandes in den Schlußspielen um bte Meisterschaft des Bunde« sind in Süddeutschland soloeit gefördert, daß nur noch ein Spiel der ersten Bunde auSsteht. 1. F C Bumber g und Sp.-Vg. Fürth werden die Landesverband«. Meisterschaft unter fich entscheiden F. S D Frantsurt und D. f. D Stuttgart linb Anwärter auf den dritten Platz Meier Tabelle: Spiele 1- F. E. Dürnberg 5 Sp. Vg. Sürth 4 F. S- V. Frantsurt 5 D 1. B. Stuttgart 4 V. f. L Beckarau 5 F. S. V 06 Mainz 5 Tore Punkte 11: 3 9:1 23: 6 7 ] 13:16 5:5 12.10 3:5 6:17 2:8 5:18 2:8 In der Bunde der süddeutschen Zweiten steht München 1860 jetzt mit zwei Punkten vor Karlsruher F. D. an der Spitze, da er auch D. f. R. Mannheim schlagen konnte, während Karlsruher F. D zum zweiten Mole unentschieden spielte Spiele München 1860 3 Karlsruher 3. V 4 V f. B. Mannheim 3 Eintracht Frankfurt 3 F. V. Saarbrücken 4 Tore Punkte 10: 2 b : 0 10: 7 6:2 9:10 2:4 4:6 2.4 4:12 2:8 Westdeutschland. 3m Kamps der westdeutschen DezirkSmeister um die DerbandSmeisterschasl blieb Arminia- Bieleseld durch einen allerdings sehr knappen Steg über Kuryessen-Kassel Wetter an der Spitze. DuiSburgcr S. D. gewann do« erste Spiel er- toartung«gcm-jf). Fortuna-Düsseldorf und E. s. B. Köln spielten unentschieden, so doh der Stand der Tabelle nunmehr folgender ist: Arminia Bielefeld DutSburaer S. D. Fortuna Düffeldorf Kurheffen Kaflcl S f. B. Köln Hagen 05 Schalke 04 Spiele 3 1 1 2 2 3 0 Tore 13: 2 3: 0 0: 0 4: 3 1: 7 1:10 0: 0 Punkte 6:0 2:0 1:1 2:2 1 : 3 0:6 0:0 3n der Runde der Westdeutschen Zweiten, in deren Spiele allerdings B D. Alienelsen noch nicht eingegriffen hat. Und bisher Borussia-Rheine und Turu'Düsseldorf noch unge chlagen Spiele Tore Punkte Borufsta "Rheine 3 10:6 6:0 Turu Düsteldors 2 6:3 4:0 S. D. Kastel 2 5:6 2:2 Odenkirchen 07 2 4:3 l :3 Sportfreunde Siegen 3 6 8 l :5 Duisburg 08 2 2:5 0:4 B D. Altenesten 0 0:0 0:0 Die übrigen Bezirke. In Borddeutschland beginnen Me Schluhspiele erst am nächsten Sonntag mit der nach Pokalsystem zum Austrag kommenden Vorrunde. deren Sieger dann nach dem Punktsystem den Borddeutschen Meister ausspielen, während die Unterlegenen dieser Vorrunde ebenfalls eine Bunde nach dem Punktsystem spielen, deren Sieger ein Entscheidungsspiel gegen den Zweiten der erstgenannten Runde um die zweite Vertretung des Verbände« in den BundesmeisterschastS» Schluhspielen austrägt. 3m Baltenverbond muhte der vorjährige Meister V. f. B. Königsberg am letzten Sonntag eine Biederlage in den diesjährigen Schluhspiclen hinnehmen, so dah die Vereine sich nun wie folgt aneinanderreihen: Schupo Danzig. Titania Stettin. V. f. D. Königsberg, Prussia Samland. 6. D. Bcufahrwaiser. Stettiner 6. C. 3n ter DcrlinerOberligo fanden zwar am letzten Sonntag keine Verbandsspicle statt, da die erste Pokalhauptrunde zum Austrag kam. Eine Aenderung ist jedoch dadurch eingetreten, daß den Tennis-Dorusscn das 1:3-Spiel gegen Vorwärts angerechnet wird, da die Berufung von Vorwärts anerkannt wurde, der Antrag der Was der Sonntag bringt. Aus dem Arbeiter-Turn- und Sportbunt). Der FrühjahrSwaldlauf. £ Am kommenden Sonntag veranstaltet der 3. Dezirr feinen diesjährigen Frühjahrswaldlaus, der in Krofdorf feinen Anfang nimmt und durch den herrlichen Krosdorser Forst führt. Dieser Waldlauf unierfche.det sich in wesentlicher Weise von den sonst üblichen Läufen. Es soll versucht werden. daS auf Spitzenleistungen zielende Wettlaufen vollständig auSzufchalten und an dessen Stelle den reinen Trainings- lauf zu letzen. Sportliche Veranstaltungen, die auf Erreichung von Höchstleistungen eingestellt sind, schließen von vornherein die weniger Leistungsfähigen au«, wodurch der beabsichtigte Charakter de« Massenlauf« nicht zum Ausdruck kommt. Diese« wiederum bedingt ein Ausbleiben der gewollten Folgen: Der groben Masse der beruflich tätigen Sportler Anleitung und Gelegenheit zu geben, die im Winter vernachlässigten inneren Organe von allen Schlacken zu befreien. Zu gleicher Zeit soll der Frühjahrswaldlauf Propaganda und der Auftakt für die beginnende Leichtathletikfaison fein, und zu diesem Zweck mit der groben Anzahl der Teilnehmer imponieren. Dieser grobe Zweck der Wald- läufe ging durch die fich immer mehr einbürgem- den .Wettrennen' verloren, der jetzige Versuch soll zu seinem ursprünglichen Zweck zurückführen. Das Ergebnis der sportärztlichen Untersuchungen trug wesentlich zu diesem Schritt bei. Der Waldlauf am Sonntag wird in verschiedenen AlterS- Ha’lcn durchgeführt Jede Klasse geht geschlossen vom Start, auf der Strecke wird der Hauptwert auf die Atmung verlegt werden, um dem Lauf auch einen praktischen Wer: zu geben Selbstverständlich wird hierbei auch daS richtige und zweckmäßige Laufen, der Stlllauf. nicht vergessen Auf den Erfolg, auch wenn er das erste Mal nicht fo stark in iSrfdxinung tritt, darf man bei dieser interessanten Veranstaltung ge'pannt (ein Die Turnerinnen des Bezirks treffen fich ebenfalls in Krofdorf zu einer UebungSstunde. wo unter Le.tung des 'BezirkSfrauenturnwans Bl a n b l c r alle Hebungen für das diesjährige KreiStumfest in Frantsurt Sc turnt werden sollen. 3m Mittelpunkt der lebungSstunde steht eine Probe der allgemeinen Freiübungen, die. da sie in Frankfurt nur mit Musikbegleitung vorgeführt werden auch hier bereit« mit Musik vorgenommen wird. Freier lam- und Sportverein wieseck. Zum letzten Spiel vor dem Deg.nn der diesjährigen Derbandsspiele tritt am lonunenOen Sonntag auf dem hiesigen Sportplatz der Männertumverein Marburg an. Die Marburger Erste konnte kürzlich die erste Mannschaft des Turn» und Sportvereins Wetzlar überzeugend schlagen, so daß in Anbetracht der kommenden Punktspiele der AuSgang dieses SpielS allgemein interelliert. Da Marburg immer mit zu den führenden Mannschaften zählte. Wiefeck auf der anderen Seite fich in feiner Form und Spielweife wefentlich verbessert hat. ist. falls beide Mannschaften komplett antreten, ein interessantes Spiet zu erwarten, bei dem kein allzuhohes Resul- tat herauskommen wird. 3m Spiel der 3ugendmannschaften W i e f c d « und Marburgs müßten eigentlich die Einheimischen die Besseren fein und ml einem leichten Sieg das Spiel abschließen. TenniS-Dorufsia auf Wiederholung de« von ihr verlorenen Spiels abgelehnt ist. Hertha B. 6. C. hat damit einen Vorsprung von drei Punkten und ist ziemlich sicher Abteilungsmeister, wie die KiderS in bet Abteilung B die Meisterschaft errungen haben. Beide Teretne vertreten den Verband m den Spielen um die Bundesmeister- schast und tragen auch zwei Entscheidungsspiele um die DcrbandSmeisterfchast aus. Bach dem Ergebnis der zweiten Runde um die Mitteldeutsche VerbandSmeister- schäft sind noch im Wettbewerb um Me Meisterschaft der Titelverteidiger Dresdener S. C.. V. f. B Leipzig. Chemnitzer D. C.. Sportfreunde Halle. Wader Gera. Schwarz-Gelb Weißenfels. S. C. Oberlind. S B. C. Plauen. Meerane 07, D. f. L. Bitterfeld. Wie Mc Meisterschaftsspiele, sind auch die Pokalspiele fortgesetzt worden, deren Endsieger Mitteldeutschlands zweiter Vertreter in der Bundesmeisterfchast ist. SübostdeutschlandS zweite Meister- schaslsrunde brachte zum Teil überraschende Ergebnisse, so daß die Frage nach dem neuen VerbandSmeister noch recht offen ist: der vorjährige Meister Breslauer S. C. 08 erlitt durch die Breslauer Sportfreunde eine 12-Biederlage. Der diesjährige Breslauer Meister F. D. 06 siegle gegen D. f. B. Liegnih in seinem ersten Meistcrschaftsschlußspiel glatt mit 4:1. Die Ta- bellensolge ist. Brandenburg Äottbu«. Sportfreunde Breslau. Fuhballverein 06 Breslau, Vorw. Rasensp. Gloiwitz. Sport-Club 08 Breslau, S T. C. Görlitz, D f. B. Liegnih, Preußen Glah Hessen-Hannovers Vertreter im Kampf um die westdeutsche Meisterschaft. h. Duisburg spielt in Kassel! Der elfsache westdeutsche Meister. der Duisburger Spielverein, wird seine Anziehungskraft nicht verfehlen. Kassels Kurhessen sehen sich vor die schwerste Ausgabe der ganzen Saison gestellt. Gelang eS ihnen aber schon am vergangenen Sonntag, gegen die mit viel höherem als dem erspielten Torverhältnis favorisierten Dieleselder Arminen em beachtenswertes 1:1 herauszuholen, so wird man auch diesmal gelinde Hoffnung haben. daß die Kasseler gerade auf heimischem Boden sich besonders ins Zeug legen werden Ohne diese beeinflusfenden Umstände den kommenden Kamps im voraus betrachtet, muß man allerdings dem Duisburger Altmeister ein in jeder Beziehung spielerisches Plus zugestehen, und wenn nicht alles täuscht, wird es schließlich auch so kommen. Denn auch die Duisburger haben nichts zu verschenken und sind durch die Erfahrung der Bielefelder gewitzigt. Die Bedeutung des 13. März als Volks» trauer tag würdigend, hat die Westdeutsche Verbandsbehörde jeglichen Spielbetrieb außer den Meisterschaftsenb p.elen untersagt. Damit aber auch Mcfe den Charakter des Sonntags wahren, wird daS Spiel nach Halbzeit aus 3 Minuten unterbrochen, um das Gedächtnis der Toten zu ehren. Hierbei verbleibt jeder Spieler an seinem Platze. II. Bezirksklasse Lahnkreis. tz. Die Bedeutung de« 13. März als Dolks- trauertag hat Mc Behörde veranlaßt, jeden Spicl- betrieb. bis auf den der Meisterschaftsendspiele, abzusagen. Kurz vor Schluß lohnt sich jedoch noch ein Rückblick auf den Stand der Tabelle im LahnkreiS. Mit alle- andere als alltäglichen Ergebniffen hat der vergangene Sonntag so manche Erwartungen über den Haufen geworfen, und dennoch sind die beiden Meisterscha'tsanwär- ter. Germania Marburg und G:eßen 1900. glück» lich wieder punktgleich geworden. Inzwüchen werden von beiden Seiten der Anwärter 2In- ftreugungen gemacht, um bas Ergebnis d?r Sp:ele auf dem grünen Basen zu revidieren. So sandte z. D. die Germania Marburg anfangs dieser Woche eine Studienkommisfion nach Wetzlar, um die Ursachen der Wetzlarer Biederlage im Hinblick auf die angebliche Parteilichkeit d:s Schieds- richters Z u 11. Gießen, zu untersuchen, wo ihnen doch jedermann bestätigen muß. daß die Germanen am Sonntag nicht einen Schuß Pulver wert waren Andererseits versucht Gießen 1900, im Falle Rink noch zwei Punkte herauszube- kommen. Wie weit die Ansprüche der beiden, soweit man im ersteren Falle überhaupt von Ansprüchen reden kann, zu Recht bestehen, mag dahingestellt bleiben. Am besten wäre es. wenn sie beide unter den grünen Tisch fielen. Auf dem Spielfeld soll der Beste erm ttdi werden, auf bem grünen Basen! Schließlich wird es auch fo kommen unb bann hängt e« letzten Ende« vor, dem Widerstand ab, den der Z C. Wetzlar den beiden in den noch ausstehenden Spielen entgegenstellen kann Siner unwahrscheinlichen Möglichkeit soll am Schlüsse dieser Ausführungen noch gedacht werden Werden Gießen und Marburg von Wetzlar geschlagen und Wetzlar von OderShaufen. dann sind drei Anwärter mit gleicher Punktzahl an der Spitze? Möglich ist das. aber unwahrscheinlich! Ohne weitere Erwägungen zeigt die Tabelle folgenden Stand Verein Spiele Punkte Germania Marburg 19 26 Dießen 1900 19 28 Ocker-Hausen 19 26 Hervom D. ö Wetzlar 19 20 Butzbach 20 19 F. C Wetzlar 15 17 Frankenberg 19 17 Biederg:rmeS 20 14 Dillenburg 20 11 Gladenbach 19 10 3. Bezirk (Bau Hessen D. T. Am vorigen Sonntag hielt der dritte Bezirk deS TurngaueS Helfens der D. T. in Freienfeen fein Geräte-Wetturnen ab. Der Turnverein Zreienfeen wurde der ihm gestellten Vorbereitungsaufgabe in vollem Umfang gerecht, fo daß die Wettkämpfe unter dec Leitung des De- zirksturnwarts Z e f ch k y - Schotten reibungslos ausgetragen werden konnten Bereits am Samstag traf eine stattliche Schar Turner ein, um an dem vorauSgehenden Kommers teilzunehmen. Sie Turnhalle war bi« zum letzten Platz gefüllt 3m Mittelpunkt des Programms standen die turnerischen Leistungen. CS zeigte fich, daß der Bezirk über eine recht leistungsfähige Werberieae i>erfügt, deren Auftreten größtes 3nterefse bei allen Zuschauern erweckte Zu Beginn des Abends ergriff De- zirksvertreter Wols daS Wort, um die Turner zu begrüßen und Zweck und Ziel der Veranstaltung hervorzuhcben. Umrahmt wurde die Veranstaltung des Abends von einigen recht gut vorgetragenen Liedern deS Gesangvereins Freienseen. DaS abwechselungsi eiche Programm sand eine Ergänzung durch ein flott gespieltes Turnerstück. Zum Wctlurnen am Sonntag früh traten 76 Turner, 24 Turnerinnen und 83 Schuler an. Geturnt wurde in verschiedenen Stufen. Für die aktiven Turner und die 3ugenMunier-0bcr- ftufc war ein auS ©erätc-llebungcn und einer Pflichtfreiübung zusammen gestellter Bcunkampf, für 3ugenb-Hnterftufe und Schüler ein entsprechender Siebenkampf vvrgeschrieben Die Leistungen standen auf beachtenswerter Höhe und legten ZcngntS ab von der regen Winterarbeit der Vereine. BachmittagS fand die PreiSvertetlung statt, die mit Dankesworten an die Turner feiten« des DezirkSvertreter« Wolf eingeleitet wurde Bachstehend ein Auszug au« der Siegerlifte: Aktive Turner: (29 Bewerber, 22 Sieger). 1. Sieg Karl Paul, Tv. Dillingen. 165 Punkte: 2. S. Alwin Sperber, Tv. Schotten, 161 Punkte: 2. S. Paul Edelmann. Tv. Bidda. 161 Punkte: 3. S. Wilh. Brandenburger, Tv Hungen, 160 Punkte. 3ugendturner-Oberstufe (24 Sietoer- Werber. 23 Sieger). 1 Sieg Kurt Katz, Tv. Hungen, 173 Punkte: 2. S W'.lh. Skühler, Turnv. Hungen, 172 P: 3. S Willi Steul. Tnrnv. Bettenhausen, 154 P: 3. S. Werner Gl.tich, Turnverein Hungen, 154 Punkte Iugendturner-Unterstufe: (23 Bewerber. 21. Sieger). 1. Sieg Friedrich Fay v. LangSdorf. 118 Punkte 2. S. Hugo Pa':l Tv. Dillingen, 115 P: 3. S. Willi Herold. Hungen 114 Punkte Schüler: (83 Bewerber, 83 Sieger). 1 Lieg Heinrich Zimmer, Tv. Dillingen, 136 Punkte: 2 S. Heinr. Baumann. Tv. Gedern. 129 Punkte: 3 S. Hch. Fey. Tv. LangSdors. 127 Punkte. Turnerinnen-Ober stufe (11 Bewerberinnen, 11 Siegerinnen). 1. Sieg Marie Liese, düuikt afr Hufrnß. Damenräder 65-97-114 M Herrenräder 59'-64e-79-9O-106M Rennräder 100-106-114-176 M Mifa-Gumml Sdilaudx ab US M, Decke ab 2SS M Pedaleab IAO M, Laterne ab 1.40 M T "Inzer neuer Frühjahnkatelog bt erschienen. 37 verschiedene Modelle liehen darin zur Auswahl, die alle die drei I 1 bekannten MIFA-Vorzüge aufweben: Erstklassige Qualität, billigen Preb, günstige Zahlungsbedingungen. Die durch Verwendung von nur beitem Material und modernster Fabrikation bedingte M1FA-Qualität bt altbekannt und wird immer wieder durch zahlreiche MIFA-Siege bewiesen. Unsere Preise konnten wir trotz unveränderter Qualität dadurch abbauen, daß wir direkt ab Fabrik liefern. Verkauf durch unsere über ganz Deutschland verbreiteten 160 Fabrikverkaufstellen oder zu gleichen Preisen frachtfrei direkt von unseren Zweigniederlassungen im Versandwege. 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Mark keineswegs auf die höhere Inanspruchnahme der Banken zurückzuführen war. D e erhöhte Lombardbeanspruchung ging im Gegenteil von der G-olddiskontbani 5,4 Millionen Personen. Das Handels- gewerbe erscheint mit 1,1 Millionen Betrieben und 2.1 Millionen beschäftigten Personen, von denen 36 Pcoz. weiblich sind. Die stärksten Steigerungen zeigen die weiterverarbeitenden Metallindustrien, die Ma - schinenbauinduftrie, die Elektroindustrie und die Feinmechanik. Die Schwerindustrie hat trotz Rückganges der Betriebe um mehr als 20 Proz. eine Zunahme der Beschäftigten aufzuweisen. der Turnerschwimmer in Mainz. vo. Der Kreis 10 (M i t t e l r h e i n) der Deutschen Turnerschaft kam am Sonntag in Mainz zu einer Tagung zusammen, an der die Gauschwimmwarte von 18 Gauen vertreten waren. Die Leitung hatte Kreis-Schwimmwart Bitsch- Frankfurt a. M. übernommen. Aus den Berichten der einzelnen Gaue ist zu entnehmen, daß die Schwimmbewegung in den Gauen weitere Fortschritte macht. So hat der Saar-Blics-Gau 32 000 Schwimmbäder im vergangenen Iahre zu verzeichnen. Die Ziele der Deutschen LebenS- rettungsgesellschaft wurden weitgehendst unterstützt. Für 1927 sind folgende Veranstaltungen in Aussicht genommen worden: 30. April und l.Mai: Lehrgang in Wiesbaden: April: Sitzung des Kreis-Schwimmausschusses: 3. Juli: Gau- Berbandsfeste in Isenburg. Mombach und St. Wendel: Iuli. Gauschwimmfeste in allen Turn- gaucn; 30. Iuli: Kreisschwimmfest in Darmstadt: 7. August: 1. Stromschwimmen des Kreises im Rhein bei Rieder-Walluf, 25. Sevtember: Lehrgang für Wasserball im Hallenoad zu Darmstadt. Ferner wurde der Kreisleitung nahcgelegt, alljährlich ein kreisoffenes Hallenschwimmsest zur Durchführung zu bringen. vom Handball in der D. T. Der Gau Hessen hat in seiner letzten Spieler- ausschuhsihung beschlossen, zwei Handballmann- fchaften aus Spielern der ersten Turnvereine des Gaues zusammenzustellen. Diese beiden Mann- 'chaften treffen sich voraussichtlich am 20. März zu einem Auswahlspiel hier in Gießen. Bei dieser Gelegenheit wird man in Gießen ein Handballspiel zu sehen bekommen, das olle seither in Gießcn ousgctragenen Handball'piele übertreffen wird, da diese Mannschaften aus den besten Kräften des Gaues zusammengestellt sind. Der Turnverein von 1846 Gießen hat die Borbereitungen zu diesem Spiele übernommen. Näheres über Platz und Zeit .sowie Mannschaftsaufstellungen wird noch rechtzeitig bekanntgeoeben Za vir Xeik n listen m jui die irgendw oom en die ch> Mchdni wohl sir >-wesen •mten. Pdegiert rung fci ftj|t de Hanontn haUtn, i hatte mi lattgoril her, tos ■Sfjina d ! weites 3,5 Millionen gewerbliche Betriebe und 18,4 Millionen beschäftigte Personen. Die Personalausrüstung des heutigen, in weitgehendem Maße durchrationalisierten Gewerbes bleibt erheblich hinter dem für das Iahr 1925 ermittelten zahlenmäßigen Umfang zurück. Sie ist aber auch nach Abrechnung der seitdem arbeitslos gewordenen Personen immer noch erheblich höher, als sie 1914 innerhalb des jetzigen Reichsgebietes war. und steht zahlenmäßig ungefähr auf der gleichen Höhe, welche die Personalausrüstung der ge- werblichen Betriebe des früheren Reichsgebiets bei Kriegsausbruch bereits gehabt haben dürfte. Aus Industrie einschließlich Bergbau- und Baugewerbe entfallen 1,8 Millionen Betriebe mit 12,5 Millionen Personen. Handel und Wirtschaft. Die Vera^unyen der Banken. Am Mittwoch fand in den Räumen der Disconto-Gesellschaft in Berlin die angesündigte Besprechung der Vertreter der Großbanken und anderer erster Bankhäuser statt. In dem kurzen über die Sitzung herausgegebenen, gestern abgedruckten, Eommunique wird nur mitgeteilt, daß die Lage des Geldmarktes, wie der wirtschaftlichen Verhältnisse eingehend erörtert wurde, wobei sich eine völlige Übereinstimmung der Auffassung ergab. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Wenn auch durch dieses farblose Eommunique das Rätsel, das über der Zukunft der Gestaltung des Geldmarktes liegt, nicht gelöst wird, so zeigt doch die Tatsache, daß Beschlüsse nicht gefaßt worden sind, in welch übertriebenem Maße seitens der Börse diese Sitzung erörtert worden ist. Es kann also auch nicht von einer allgemeinen Kürzung der Reportgelder die Rede sein, die man bis zu einem gewissen Grade an der Börse für wahrscheinlich gehalten hatte. Die Unmöglichkeit • einer Derartigen generellen Maßnahme ist u. E.. solange nicht katastrophale Verhältnisse vorliegen. eigentlich selbstverständlich. Denn die Ban- len werden genau so wie sie entsprechend ihren flüssigen Mitteln Privatdiskonten aufnehmen, auch Reportgelder geben, soweit es die liquiden Mittet erlauben. Wenn also einzelne Danken zum Ultimo eine Kürzung ihrer Reportgeldhergabe gegebe- nensalls eintreten lassen, so ist ein Ausgleich für diese Kürzung normalerweise immer da, indem eben andere Banken mehr zur Verfügung stellen. Daß diese Besprechung nicht auf die Initiative der Reichsbank zurückzuführen ist. haben * wir bereits mitteilcn können. Nun wird in der Berliner Dresse gemeldet, daß die Reichsbank, die übrigens bei der Besprechung nicht vertreten war, dem Wunsche Ausdruck gegeben habe, die Banken möchten in Zukunft zwecks Finanzierung des Ultimo den Lombardkredit nicht so stark in Anspruch nehmen. Hierzu erfahren wir von maßgebendster Seile, daß die Zunahme des Lombardbestandes der Reichsbank zum Ultimo Februar ReichSbanldisko.it 5 Prozent. Lombardzinsfutz 7 Prozent. Berliner Börse. Berlin, 11. März. B.i widrrstai^siühigem Grundton eröffneten die Aktienmärkte wenig verändert. Das Publikum hielt sich vom Geschäft zurück, so daß sich die Umsätze in der Hauptsache innerhalb der Spekulation vollzogen. Interesse zeigte sich für Montanwerte unter Hinweis auf den StahlvereinSbericht für E l e k- t r o a [ t i c n infolge der günstigen Ausführungen in der heutigen Generalversammlung der Siemens k Halske-A.-G und für Bankaktien auf den außerordentlich gün'ugen Abschluß der Dresdner Bank, ferne i für Ehemiewerte liebel ciöcrseit haste lä t5hina lugunft«! Truppen lio-lin b< chen Le Kanton h :ber öarj •megssch. ir, die b< irmeen . ■'ringen, i ! uht nichl m Äant 4 t tzry.r- mäßigte \ ödende: iier ?lußi "ommunil der Sow irauensm 'n dix hä Kfll für ! i'cllt - n nismus. C 'au lujarr mit Hilfe ^Hänger iiung bei '"Ußerorbt bandelt, n möchten, l yiben w 5'cherhest -Geslaus role sich t( Reinlich, d, -lantonefen mit °°n neuem Soroi Wgel, ban ™W1 zwisi ’«n Srpt' ~16 dann * lt»n die „Molil Endziel, bi y-npanoori äerreiunfl eichen. fiämpft Oisrnus ui Hüffes jm' j° hat 2JiOi ?6t. Sei, ^nen (9ar, ,7°ndfta ^'tfllie den . Jfttef, i(> Anleihe Ablösung 9o daß diese Werte um 2 b.s 4 Prozent zurück- ginge- C ne ruhigere Beurteilung fand die Lage am Geldmärkte Tag es gelb war reichlich angeboten, zu 4 bis 6 Prozent und darunter. Diese Flüssigkeit dürfte daher stammen, daß die Danken die für bie Meblo- und Ultimoversorgung vorgesehenen Gelder schon jetzt herangebracht haben, die nun vorübergehend Unterkunft suchen. 3m Devisenverkehr befestigte sich Kabel gegen die Reichsmark auf 4.2175, da große« Dollarkäufe stattenden, was wohl ebenfalls im Zusammenhang mit der Flüssigkeit in kurzfristigen Mitteln steht, die vorüc.rgehend in Dollar angelegt werden. Mailand gegen London 108,75. Die übrigen Daluten waren nicht wesentlich verändert Krantfurter ( Frankfurt, 11. März. Es wurden notiert. Weizen, Wetterauer 29,25 dis 29,50. Roggen, in- länbijdjer 27, Sommergerste für Drauzwecke 25 bis 26, Hafer, inländischer 21,75 bis 22,50, Mais, gelb 18,25 bis 18,35, Weizenmehl, inländisches Spezial 0 40,25 bis 40,75, Roggenmehl 37j>U bis 37,75, Weizenkleie 14 bis 14,25, Roggenkleie 14,25 bis 14,75. Tendenz Stetig. Berliner Produttenvorse. Berlin, 10. März. Am Roggenmarkt war die Umsaytätigkeit wieder klein. Für Weizen konnte sich trotz mäßig befestigter Auslands- forberungen eine Aufwärtsbewegung nicht durchsetzen. Die Mühlen sind nur wenig am Markt, ba nach wie vor der wenig befriedigende Mehl- absah auf die Unternehmungslust gerade dieser Preise lähmend wirkte. Gerste still' Hafer eher ruhig. Im übrigen hat sich die Situation der einzelnen Märkte nicht geändert. Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen, märl. 269 bis 272, Roggen 246 bis 248. Sommergerste 213 bis 241. Wintergerste 192 bis 205, Hafer, mark. 195 bis 203. Mais, loko Berlin 181 bis 183; (100 Kilogramms : Weizenmehl 34.5 bis 37, Roggenmehl 33,75 bis 35,75, Weizenkleie 15,75 bis 16. Roggenkleie 15 bis 15.25. Diktoriaerbsen 48 bis 64, Opelwerke Bei den Ovelwerken in Rüsselsheim ist der Geschäftsgang gegenwärtig so lebhaft, daß der Stand von rund 7000 Arbeitern und Angestellten, wie er vor zwei Jahren war, wieder erreicht worden ist. ' Frankfurter Maschinenbau-A. G. vorm. Pokorny & Wittekind, Frank» furt a. M. Die Gesellschaft ist, wie wir auf Anfrage erfahren, seit drei bis vier Monaten gut beschäftigt; z. Z. ist auch der Auftragseingang sehr befriedigend, was wesentlich mit auf wertvolle, in den letzten Monaten auf den Markt gebrachten Neuerungen zurückzuführen ist. WEN. Konkurs. Ueber das Vermögen der Hessen-2lassauischen Küchenmöbelindustrie G. m. b. H. in Langenselbold ist das Konkursverfahren eröffnet worden. ' N a s s a u - S e 11 e r s er Mineralquellen. Ober-Selters. In der Generalversammlung dieser Familien-Gesellschaft wurde der Abschluß mit 41 , Proz. (i. D. 0 Proz.) Dividende auf die 227 300 Mark Stammaktien und 8 Proz. auf die 20 000 Mark Dorzugsaktien genehmigt. Der Absatz hat sich durch die günstige Herbstwitterung gegen das Dorjahr erhöht. Dresdner Bank. Dresden. Das Institut legt für das Geschäftsjahr 1926 einen Abschluß vor, der, auch wenn man die übrigen, bisher vorliegenden, im allgemeinen recht befriedigenden Großbank-Abschlüsse zum Vergleich heranzieht, als besonders günstig bezeichnet werden muh. In der gestrigen Aufsichlsrat-Sihung wurde beschlossen, eine Dividende von 10 Proz. gegen 8 Proz. i. Dorj. zu verteilen. Der Geschäftsabschluß weist, nachdem die Gewinne auf Effekten- und Konsortialkonto vorher abgebucht und weitere erhebliche innere Rückstellungen gemacht lind, einen Rohgewinn von 70 958 631 Rin aus. Da diesmal keine Abschreibungen (i. Dorj. 1 040 100 Reichsmark) vorgenommen worden sinh, verbleibt unter Hinzurechnung des Dortrages in Höhe von 227 550 Rm. und nach Absetzung der Handlungsunkosten. einschl. Pensionen und Abfindungen, sowie der Steuern ein Reingewinn von 11911 108 (i. Dorj. 8670523) Rin Hiervon werden 8 900 000 Rm. zur Abgeltung des Dividendenerfordernisses — die neuen 22 Mill. Rm. Aktien aus der Kapitalserhöhung vom September 1926 sind erst ab 1. Iuli 1926 dividendenberechtigt verteilt, während 1 600000 Rm. dem Reservefonds zugeführt werden, der unter Berück)ich- iigung des Aufgeldes aus der Kapitalserhöhung auf 30 400 000 Rm., gleich 30.4 Prozent des Aktienkapitals, gebracht wird. 350 000 Rm. werden dem Pensionsfonds zugewiesen. 432 973 Rm. an Aufsichtsrats-Tantieme verteilt, so daß ein Rest von 628 135 Rm. zum Dortrag auf neue Rechnung verbleibt. Nach dem Begleittext, der die allgemeine wirtschaftliche und finanzielle Entwicklung des Iahres 1926 einer kritischen Beleuchtung unterwirft, hat der Umsatz auf der einen Seite des Hauptbuches 141 599 077 266 Rm. gegen 118 576 155 194 Rm. i. Dorj. betragen. Die Zahl der im Iahre 1926 bei der Bank geführten Konten zeigt mit 259 777 (259 164) eine nur unwesentliche Veränderung. Die hauptsächlichsten Faktoren, die gegenüber der Dorkriegszeit die Arbeit in den Banken verteuern, nämlich die viel kleineren Abschnitte der Aktien, Wechsel und Schecks, und die mit der Kapitalarmut zusammenhängende geringere Hohe des Einzelumsahes, haben sich gegenüber dem Vorjahr kaum verändert; auch haben die den Banken zugewiesenen öffentlichen Aufgaben im Iahre 1926 noch viel Zeit und Kosten erfordert. Die Verwaltung hofft dennoch, durch Verbesserung des Betriebes die Unkosten noch weiter herabdrücken zu können. Die Zahl der kaufmännischen und gewerblichen Angestellten einschl. der Lehrlinge hat im Berichtsjahr von 9484 auf 8622 gesenkt werden können, übersteigt also immer noch erheblich den entsprechenden Stand der Vorkriegszeit. Rach den von der Verwaltung aufgestellten Berechnungen hat sich die Liquidität gegenüber dem Vorjahr von 58,7 Prozent auf 62,4 Prozent am 31. Dezember 1926 gehoben. — In den ersten beiden Me.naten des lausenden Iahres habe das Geschäft sich weiterhin günstig entwickelt. Don den Wertpapieren sei ein nicht unerheblicher Teil mit beträchtlichen Kursgewinnen abgestoßen worden. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M.. 11. März. Tendenz zurückhaltend. Am Effektenmarkt waren die Umsätze äußerst gering, da die Spekulation vor dem nahen Ultimo starke Zurückhaltung übt. Die Haltung war daher uneinheitlich; durch die Geschäslsunlust kam es überwiegend zu Kursabbröckelungen. Auffallend war der erhebliche Rückgang bei den Siemens-Werten. Man beurteilte die Auslassungen der Generalversammlung übet die Geschäftslage und Entwickelung der Gesellschaft sehr günstig, beachtet jedoch auch die Warnung bezüglich der Aktien als Spekulations- Papier. Nach einem Anfangsgewinn von 1,75 Prozent verloren Siemens rasch 3,75 Prozent. Schuckert setzten 0,5 Prozent schwächer ein. Fest lagen süddeutsche Elektrowerte: Mainkraft plus 3 Prozent, Lahmeyer plus 0,75 Prozent. Am Montan markt gab die Rhein- Elbe^Gruppe 0.5 Proz. nach, Harpener mjnud 1, Rheinstahl minus 0,5, Manöfelder minus 1.25 Prozent. Kaliaktien lagen infolge Dividendennachrichten schwächer Aschersleben minus 3 Proz.. Westeregeln minus 2,25 Proz. Am Bankenmarkt wirkte der günstige Abschluß der Dresdner Bank stimulierend. Dresdner plus 2.13 Prvz. Darmstädter plus 2,5 Proz. Eominerz plus 7,5 Proz I. G. - Farben lagen ruhig I und im Oberläufe 1 Proz. schwächer. Aeußerst I still lagen variable Werte. Bon Autoak: ien schwächten sich Kleyer trotz günstiger Beschäftigung ab. Der heimische Anleihemarkt zeigte im Verlause etwas festere Haltung. Fremde Renten still, doch behauptet. Am Geldmarkt ist Tagesgeld unanbringlich. doch unverändert 4. Monatsgeld 53 < bis 8 Proz. Privatdiskonten 4.5 Proz. Im Devisenverkehr notierte Paris gegen London 124,05, Mailand 108.75, 3ürid) 25.225, London-Kabel 4.8525. Die Reichsmark notierte gegen das Pfund 20,465 .. gegen Kabel 4,2170. Der wettere Börsenverlauf wurde zunächst schwächer, wobei I. G.-Farben 1,25, Siemens weitere 1 und Mannesmann 1 Proz. verloren Börsenkurse. f5 e-nz 4 '--s'-n. - Ä d( '■0(1;.. bat. . "tyn L de- > .|v,wn u ? 1 $nbeg > °°r R \ 6t1 L luiion . Qnti| d.e n5pil,0»ipi kt A »hxae S ^°r0 . . . . jetzt zum ersten Male Reichsergebnisse der Berufsund Betriebszählung. Die Zählung erfaßt rund Frankfurt a.M. Berlin .-'.Itr. S4-,tuh.!Snfana fture f.ure Sur* 10. 3. 11 3. 10. 3. 11. 3. 32T 322 322 325 — 323 326,75 .5 25.1 —» — * —• — — 15.76 — 15.6 — — — <2.25 — 262.5 262.5 562,76 201,5 211 fjt 208 269,5 275 272.5 275 IS1 5 189 187.9 187 181 75 184.25 181,5 1815 182.5 185 182 181 159 160 162 159.75 228 230 228 231.75 — 8,95 9,05 9.15 IR6 186.25 185 187 1'5 - 185 119 75 123 119 5 123.5 183 184.75 185 185 IM 1$5.5j 18 i 185 5 Zl'l 219 217.62 219 210 209 21'6 209.25 207.75 210 5 206..7 96,25 97 97 97 213 12 25 213 212 75 150.12 150.25 150 HÜ 122 121 120 5 135,6 137.12 127.5 137 29| 292 29 i 75 294,75 226 225,75 225.6 226.25 170.76 171 75 171 175 128 — 145,25 1 5.5 144.9 145 165.75 151.75 152.75 150 145,5 145.5 145 145,25 164 185,5 185 189 186 190 — — 117.6 148,25 — 119.75 149.75 90.75 91 - »JO 302,75 299 301 132 132 131.75 131 232 231,5 — 165 105 75 164.5 165.75 184.5 188.5 184,25 189 5 202 5 20(1 9 203 — 196 191 196.5 132 135 — — <87 187 186 188.12 271 276,75 273 275 131 129.5 1.30 130.75 116.5 117.75 116 116,5 34 — — 60 61 — - 34 — — _ - 78 — — — 180.5 190 — 124, — — 77 - 75.5 — 2.25. — 4.75 — 177 175 175 175 267,5 267,76 266,5 269.5 10. März. 11 März Amtliche Noti rung Amtliche Nonerunö Geld Brtc' lilclb Briet Hmft.« Nou 168,65 168,97 168,55 168,97 Bucn. dlires 1,774 1.778 1.771 1,782 Brff.Antw ,8.64 >8,68 58,56 58,7» Lhristiania 109,37 109,65 109.41 109,69 Kovenhaani 112,22 112,50 112,21 112,49 Stockholm 112,53 112,81 >12,58 112,86 Hellingsorv >0,603 >0,643 >0,60 10,64 (italfcn . . 18,80 18.84 >8,79 18,83 London. . 20,438 20,519 w,44! 20,49. Neutiort . . 1.212 1,222 ' 1,2125 4,2225 Borts. . . 16,475 16,515 >6,475 10,515 Schweiz . . 61,085 01,235 »1,035 91,235 Spanien . <3,51 73,69 72,36 72,54 Japan . . . 2,070 2.074 2.072 2.076 Nio de Jan .498 '.500 >. >975 1.4995 Wien in D Ceft. abgcst 39,29 ü9,4S 59,29 59,43 Prag ... 12,47 >2,51 12,469 >2,509 Bclirad . 7,462 7.422 7.399 7,419 Budapest. 73,52 73,70 75.67 73,75 Bul arten 4.043 .,055 .1,045 2,055 L'iffabon . 21,575 21,623 21,57-1 21,62a Tanzig . . 81,59 81,79 81,63 81,83 .Ronft.ntla. .118 .,128 2,119 2,129 Albcn. . . 5,39 5,41 5.39 5.41 Canada 1,202 4.21? 1.202 4.212 tiru aat) 4.233 4.245 4,235 4,245 Tatro .0,964 .l.OIÖ 20,964 .1,016 Bcrlm. 10 Mär; Held Brie' Amerikanische 'Jtoten ..... 4.198 4,218 Bellm'che Noten...... , -8.45 58,75 Tänilchc Noten ....... >11,92 112,48 Englische Noten........ .0,40 .'0,50 französische Noten...... 16.5» 16.58 Holländische Noten ..... 168. >2 ;68.'J<> Italienische Noten...... 18,97 19,07 Nonveailche Noten..... >09.08 >09,62 Scundj-Ccfterr , ä 100 Kronen 59.21 59.51 Numänilche Noten...... 2,56 2.66 Lchwrdische Noten..... H2.22 .12.78 Schweiler Noten...... 81.02 81.42 Spanische Noten . ...... 7 2,L2 72.18 Tschechoslowakische Noten .2,45 -2,51 Unciarischc Noten 73.37 73.73 Nr. 61 Zweites Blaff Römischer Brief. Don unserem römischen L.-Korrespondenten. Rom. Milte März. Die in unserer aufgeklärten Zeit «ine hauptstädtische Polizei dazu kommen kann, da- Abrcß- buch adzudrucken baÄ will ich erzählen. Schuld daran ist natürlich die Teuerung, an der die Valuta schuld ist, die eine Folge des Nachkriegs ist usw. Wir wollen nicht bis auf die Arche Noah zurückgreifen. Die Teuerung kann jedenfalls von keinem 2 hei st m weggestritten werden und sogar die Polizei hat das eigentlich verbotene VoUSgemurmel vernomm in. W.nn d?.s Volk murmelt, so ist entweder da- Bier schlecht — in München — oder etwas faul im Staate — Dänemark — oder der Wein gewässert — in Italien. Das kann Mussolini nicht mit anfei)en. ®r selber ist zwar Abstinenzler, trinkt aber leidenschaftlich gern Milch, und die Milch, perbacco, die ist auch verwässert! Lind das Mehl über die gesetzliche Vorschrift hinaus geftredt, mit gerie- oener Kokosnußschale und ähnlichen appetitanregenden Mitteln, die Spaghetti sind mit Anilinfarben gefärbt, die Butter mit Margarine vermengt, der Kaffee direkt geschändet und — ich must leider schon wieder ein Mndsoweiter setzen. Ha, sagte sich da der Duce, ich will meinem Volke zeigen, wer ich bin! lind befahl der Polizei einzugreifem Mil Strafen, die nichts halsen. Mit Pranger, mit Konzessionsentziehung, mit 01a- menSverösfentlic.ung in der Zeitung. Ja. und da ergab sich die "Notwendigkeit, Spalten über Spalten täglich mit Ländernamen zu füllen, das Adreßbuch der Händler und Wirte, so sieht es aus, einfach abzuschreiben. Wir warten nun auf die Wirkung. Die Hausbesitzer haben mitgeholfen, den Zorn der Menge zu entfachen, denn sie erhöhten die Mietpreise. Mm di.se Neuerung zu verstehen, must man Vergleiche zu Hilfe ziehen. In Oester- reich hat bekanntlich der hochwohlrötliche Nat da- Wohnproblem gelöst, indem er einfach die Mieter von jeder Zahlpslicht freisprach, um ihnen die Möglichkeit zu geben, für das Geld, das der unglückliche Bürger in altmodischen Staaten für seine vier Wände hinlegen must, ein Mokor- radl zu laufen oder in die Sommerfrische zu gehen. In Deutschland ist man schon einen Schritt zurückgegangen. Dort must der Mieter zwar zahlen, doch darf der Hausbesitzer keinen Fust in sein Eigentum setzen. Denn ein Hau« ist Besitz und Besitz ist eine Unanständigkeit. Daher haben die Herrschaften, die sich auf die Konjunktur verstanden, und an ihr rundlich wurden, den gefährlichsten DazilluS im sozialen Staat entdeckt, das schädlichste Ungeziefer, den „Besitzbürger", und folgend) ig das Wchnproblem gelöst, indem sie Planetarien bauen, Sportpaläste und dergleichen, nur keine Wohnungen. Wohnen nicht auch in Düditalien zehn und zwan,ig Personen in einem einzigen Zimmer? Darauf hat Italien, rüclständig und inferior, wie es nun einmal ist. das Wohnproblem gelöst, indem es Wohnungen baute. Spießbürgerlich, was? Mnd nun haben wir die Bescherung: überall stehen Wohnungen leerl Die Mieter mit ihren allen billigen Verträgen lockte daS gar nicht, so ein modernes teures Dach. Darauf hob Mussolini den Mieterschutz auf. Jetzt pastten sich die Hausbesitzer der Teuerung an und forderten mehr als fünfmal so viel wie vor dem Kriege, die Neubaubesitzer gar wollten ihre Wohnungen nur verkaufen nicht vermieten. Nun berufen sich die Faszisten wieder auf die gehobene Valuta und schmettern den .Hausbriganlen' zu, sie betrieben einen „verbrecherischen Defaitismus". Die Polizei müsse einschreiten. Wir warten nun auf die Wirkung. Fremde, die sich ab und zu in Nom einstellen. fliegen eine Gänsehaut beim Betrachten der Schaufenster, und Einheimische gibt es. die sich von ihrer Schweizerreise oder ihrer Deutschlandfahrt Brotbehälter. Kaffeemühlen, Lederjacken, Schuhe, Brillen, Reibeisen und weist Gott was alles mitbringen, denn viel kostspieliger noch als Lebensmittel sind Gebrauchsgegenstände. Vergeblich suchen ausländische Fabrikanten mit allerhand Verkleidungen in den verheistungsvellen italienischen Markt einzubringen, die Regierung predigt den Kampf bis aufs Messer gegen alles Fremde. Da ist zum Beispiel ein Mann mit einem gut deutschen Namen im halbdeutschen Dienne in der Schweiz, der schickt seine trefflichen Stumpen nach Italien in einer Verpackung, die den Berner Bären mit dem Schweizerwappen auf der einen Seite zeigt, darüber von einer in England deponierten Fabrikmarke spricht, die Seiten mit der italienischen Tri More einrahmt, auf dem Rücken einen Chinesen trägt und das ganze Hongkong nennt. Auf der Ocffnung steht in Zweites Dater'and. Don Albert h. Rausch. V. Palermo. Es ist eine neue Grenze, die man überschreitet, wenn man die Fahrt von Neapel nach Palermo antritt. Palermo ist diejenige Stadt Siziliens, in der man die griechische Lust, d.e an der Süd- und Ostküste der Insel weht, so gut wie gar nicht spürt. Wie wenig Helle ü'cher Hauch über ihr liegt, merkt man am deutlichsten, wenn man den Ausflug nach dem Tempel von Segesta unternimmt: jenem seltensten Wahrzeichen antiki- scher Tröste, das auf einer kahlen Anhöhe jenseits des Gaggaratales zwischen Calatafimi und Alcamö liegt. Es gibt auf italienischem Boden nirgends ein Bauwerk so hinzwingender Gewalt wie dieses Sinnbild hellenischer Welt: nicht in G.r- genti, nicht in Selinunt und nicht in Paestum. Es ruht einsam in einsamer Landschaft., lein Saneben und Daran, fein Davor und kein Dahinter greift in die Geschlossenheit seines Zaubers. Wendet man sich von ihm nach Palermo zurück, in das Glitzern und Füttern der schweren ara- bisch-normännischchvzantinischen Pracht: so hat man. in dem Erlebnis eines einzigen Tages, begriffen. was den Mnkerschied ausmacht zwischen einer Kunst strengster Notwendigkeiten, die sich ber einfachsten Mittel bedient, und einer Kunst überreicher Möglichkeiten, sie ihre Mit el in verschwenderischer Wiederholung gebraucht Die Fahrt von Neapel nach Palermo ist immer eine* Fahrt in das Morgenland, in das Wunder, in das Märchen, wie es die arabische Herrschaft in den letzten Jahrhunderten des ersten christlichen Jahrtausends erschuf und die nor- Gießener Anzeiger sGeneral-Anzciger für Gderljessen) Montag. N März 1927 rnannische. das Meberkommene ausnehmend und vergeistigend, in dem nachfolgenden Jahrhundert einer viel zu kurzen Herrschaft unter den beiden Königen Roger und Wilhelm fortbiibete. In dem Bericht, den uns der Sekretär des Slatthalters Abu Said von Granada. Ibn Dschubair. über seine sizilianische Reise im Jahre 1182 — also zur Zeit des letzten normännischen Königs Wilhelms II. — hinterlassen hat, finden sich folgende Sähe über Palermo: „Was sich eine Menschenseele nur wünschen kann an Schönheit und Reichtum, bietet Palermo, die Hauptstadt Siziliens. Mnvergleichlich. lockend und hoheitsvoll, liegt sie dahingebreitet in ihrer Ebene, die einem einzigen blühenden Garten gleicht. Sie hat weite Alleen und Strasten, ihr Atchlick verzaubert das Auge. Sie erinnert in ihrer Bauart an Cordova. Fliehendes Wasser durchströmt sie. in ihrer Nähe entspringen vier Quellen dem Boden. Wie ein Geschmeide, das eine schöne Frau sich um den Hals legt, find die schlosser des Königs zu einem Bande um die ©tabt gewunden: von einem Lustgarten wandelt ber Herrscher in ben anderen, und immer ohne auä feinem Besitz herauszutreten. Diele Klöster »- 9er her Stadt gehören ebenfalls dem König, viele Kirchen, denen er Kreuze aus Gold und Silber gießen lieh. Die Mohammedaner, welche die Stadt bewohnen, haben ihren Glauben nicht aufgegeben. Ihre Moscheen sind gut erhalten. Sie fnieen nieder zum Gebet. tt>:nn ber Muezzin von ben Türmen ruft. Sie leben meistens in Vorstäbten, von ben Christen getrennt Sie haben einen eigenen Richter, der ihre Streitig- leiten schlichtet. 3m heiligen Monat sammeln sie sich in feierlich erleuchteter Moschee. Viele Gottes- Häuser sind Schulen, in denen ber Koran gelehrt wirb. Aehnlich wie in Corbova gibt es in der Mitte ber Stadt ein Palastvieriel. welches Kalr genannt wird. Es ist reich an herrlichen Dau- italienischer Sprache, bah die zehn Stück eine Lira kosten und darüber klebt eine Stempclmarke. die endlich den Kern trifit: 11,50 Lire. Der Feind ist geschlagen. Mnd seufzen) greise ich, während ich das tippe, nach dem Stumpen, denn daS knorrige Wurzelwerk der nationalen Toscani ift nur Einheimischen anzuraten. Hundertsünfzig Zigarrenearmen sind erst dieser Tage in Streik getreten und infolgedessen unisono vor Gericht erschienen, weil sie eS beim Wickeln einfach nicht mehr ausgchallen haben. Dabei wäre es gut, sich auf noch ganz andere GiÜgase vorzuberellen. Wohin man hört, spricht allcd nur vorn kommenden Krieg und die Losung di vis paccm para bellum ist zum obersten Gesetz geworden. C. ,e Regierung erklärt zwar häufig genug ihren Friedenswillen, weist aber auf die atemraubende» Rüstungen Frankreichs hin. das nun das ganze Dolk mobili iert hat. Frauen und Kntder nicht ausgenommen. Der Fa riS nus würde sich selber verleugnen, wenn er nicht auf eine mindestens ebenso starke Abwehr bedacht wäre. Wir müjen ein Dolk von Fliegern werden, wie wir ein Dolk von Schiffern sind, rufen die Leitungen aus und der Luftwehrminister Mussolini hat über Nacht ein Dekret herausgebracht, das die zivile Fliegerei ermuntert, sie aber verpflichtet- jedes Flugzeug so zu bauen, dast es beim erften Ruf in die Schlachtreihe eintreten kann. Sie werden wie die Automobile bei ber Mobil- machung beschlagnahmt. De Pinedo wurde schon bei feinem vorigen Weltslug von Mussolini der Menge vorgestellt als der Typ bei modernen Italieners. Propellergebrülle. Mafchinengestöhne, nichts mehr von Mandoünengezirp! Der römische Karneval, einst weltberühmt, ist längst nach Nizza verzogen, wir haben überhaupt keinen Fasching gehabt. Die Tanzdielen sind geschlossen, Mussolini will sie nicht. Mm zehn Mhr abends ist Rom wie ausgestorben. 3n ben zwei ober drei Kaffeehäusern sitzen die Männer steif und stumm wie vor ihrem Dureautisch, die Frauen trifft man überhaupt nur noch in ben Hotels, beren 3nternationalität ben neuen Puritanismus verbietet. Dafür wird untertags jetzt auch in Rom gearbeitet, wie man es früher nur in Turin oder Mailand kannte. Dumpf und schwer drückt ber Strom von Energie, bei vom Vom Mussolinis ausgeht, gegen bie alten Deiche. Wir alle fühlen hier eine nicht mehr lange zu bänbigenbe Kraft. Oberhessen. Lanvkreis Gictzcn. — o— Großen-Linben, 14. März. Der Bezirkslehrerverein Gießen-Land hielt am Samstagnachnnttag seine Derfammlung im hiesigen Schulhause ab. Lehrer Blast gab in gebrängtet Kürze eine sachkunbige Einführung und einen lehrreichen Mebcrblid über ben Kamps, ber zur Zeit in bet muskiaüschen unb päbagogi- schen Welt um bie musikalische Verarbeitung des Volksliedes im Gange ist. An Gesangsproben einer Schulklasse (8. Schuljahr) zeigte er sowohl bie übliche einfache Behandlung im ein- und mehrstimmigen harmonischen Satz, als auch moderne kunstvolle Bearbeitungen, bei denen jede Eingstimme eine eigene Melodie durchhält und auch Instrumentalmusik (hier ein Geigenorchester von Schülern) zur Bereicherung des Ton- aemälbes mit zur Verwendung kommt. In der Aussprache ergab sich, dast der gelegentlich hervorgekehrte Artunterschied beider Behandlungen als ein Gradunterschied gefaßt, ber Gesangs- Pflege in ber Vcüksschule förberlich sein kann. Wo bie Vorbebingungen bei Lehrer und Schüler vorhanden finb, ermöglicht bie kunstvolle Durcharbeitung zugleich eine Einführung in ben neuzeitlichen Gesangsbetrieb ber Vereine unb in größere Musikwerke: bas Volkslied aber in seiner harmonischen Weise wird bie Zeiten Überbauern unb auch in ben Schulen, insbesonbere unserer Landgemeinben. feinen Platz haben £ Wieseck, 14. März. Von den drei hier praktizierenden Aerzten verläßt am l.Mai Dr. Hof mann unsere Gemeinde, um seine neue Tätigkeit als Amtsarzt bei dem Kreisgesundheitsamt Mainz auszunehmen. Dr. Hofman hat sich in der Zeit seiner hiesigen Wirksamkeit bei Gesunden und Kranken große Sympathien erworben. Er stellte sich in Gemeinschaft mit den beiden anderen Aerzten, Dr. Schmidt und Dr. Katz, der öffentlichen Gesund- heits- und Wohlfahrtspflege bercitroilligft mit Rat und Tat zur Verfügung, so daß sein Weggang allgemein bedauert wird. I—! Da u bringen. 13. März. Nachdem die Kanalisationsarbciten soweit beendet sind, ist die Hälfte der seither dort beschäftigten Arbeiter jetzt bei dem Ausbau der neuen Stein st raße tätig. Das Gelände dieser Straße, das noch währeno des Krieges m.t befanden war. der dann von fran- ZLlilt.cn Kri gsge a.nge en abgeholzt wurde, ist erst in den lcg.cn 3ajien bebaut worden. —: Beuern. 12. März. Zur Entwässerung der Flur V in h:es.ger Gemarkung hat sich eine Wassergenossenfchaft geviLet. S.it drei Jahren war diese Flur, wohl die beste und ertragreichste unserer Gemar.u g. zu c.nem großen Teile derartig naß geworden, daß ein Teil ber Grunlstü-e unteoaut Legen bleiben mu'.te. Mntcr ber technischen Leitung des Kultur-Inspektors K u l l m a n n soll diese Flur nun troJengclcgt unb drainiert wer en. Die Rohrl e erung wurde der Firma Gail in G.e',en übertragen. D.e Ausführung erhielt 2Qlaurcr.nc.fler R. R. S o m- merlab und Hch. Schmitt von hier. D:e Lage der einzelnen Abzugsgräben usw ist bereits abacftCvt worden. Sobald die Rohre ein- treffen, kann mit ber Ausführung der Arbeiten begonnen werden. Die Kosten wurden aus 4 Pf. pro Quadratmeter veranschlagt. :—: Aus dem V u s e ck e r Tal. 13 März. Soweit sich jetzt überschauen läßt, sind bie Saaten in unserer Gegend gut durch den Win - t e r gekommen. Begünstigt durch den gelind- feuchtcn Winter hat sich besonders ber Roggen sehr gut entwickelt unb bestockt. Er steht baßer stellenweise zu bicht. Auch ber Weizen steht lehr gut; hier ist ein kräftiges Eggen verbunbcn mit einer Stickstoffabgabe sehr zu e-npfehlen. Die Futteraussichten sind bis jetzt ebenfalls als gut Zu bezeichnen. Der Klee hat sehr gut überwintert unb steht allenthalben gut. Die reichliche Winterfeuchtigkeit hat den Wiesen bie Vorbebingungen zum Wachstum ebenfalls gegelan. t Grünberg, 12. März. Der ©emcin berat gab in seiner jüngsten Sitzung bem Bürgermeister bie Ermächtigung, bas im Stabtwalb geschlagene Papierholz dem Meistbietenden zuzuschlagenc es kommen 60 Meter 1.. 60 Meter 2.. unb 30 Meter 3. Klasse in Betracht. Da bie Einnahme aus bem Schafherbenbetrieb im Jahre 1926 nur 1546 Mark betrug, bie Ausgaben sich aber auf 1902 Mark beliefen, soll ber Fehlbetrag burch Nacherhebung von 2 Mark Weidegclb je Schaf gebedt werden. Das Brechen vonSteinen in den städtischen Steinbrüchen soll in Zukunft nur den Personen gestattet fein, bie sich schriftlich verpflichten, bie Steine zur angegebenen Zeit abzufahren, anbernfalls biefc ohne Entschäbigung in ben Besitz ber S.abt übergehen. Im übrigen beschäftigte sich ber ©emeinberat mit einer ganzen Anzahl kleinerer Angelegenheiten, unb genehmigte babei ben Mmtausch mehrerer Grunbstücke. — Mm ein Pferb betrogen wurde dieser Tage ein Landwirt auf dem Hcllhos b. Alsfeld. Ein dort vorsprechender Mnbelanntcr gab an, das Pferd für. einen Landwirt aus Grünberg kaufen zu wollen, unb bestellte bas Tier an einen verabredeten Ort in ber Nähe, wo er es von bem Knecht in Empfang nahm unb ohne Bezahlung bamit bavonritt. Als am anberen Tage ber Lanbwirt sich in Grünoerg telephonisch nach bem Verbleib bc£ Pferbes erkundigte, erfuhr er, baß er einem Schwindler zum Opfer gefallen war. Kreis Friedberg —o— griebberg, 13. März. Am Samstag beendete die Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft, als erste in Hessen, ihre unterrichtliche Tätigkeit in ihrer landwirtschaftlichen Schule mit einer öffentlichen Schlußprüfung. Direktor Oekonomierat Spieß, van der Regierung als Prüfungsoorsitzenber beauftragt, begrüßte insbesondere Kreisdirektor Gebhardt, die Vertreter der Stadt, sowie die zahlreich erschienenen Gäste und Eltern der Schüler. Um einen Einblick in den Unterrichtsbetrieb ber Anstalt durch Lehrpraben zu gewähren, begann Dr. Lutz mit bem für die Wetterau so bebeutfamen Zuckerrübenbau, DbcrreaL lehrer Ringshaufen zeigte ben Lanbwirt in feinen mannigfachen Beziehungen als Kaufmann, Direktor Spieß schloß mit einem lehrreichen Ueberblick über bie Ersorbernisse einer rentablen Schweinezucht. Der Vorsitzende wies alsdann u. a. auf die Wichtigkeit und Notwendigkeit einer gründlichen Fachausbildung mit eifrigem Gebrauch des Rechenstiftes hin und forderte in diesem Zusammen- SZU einem noch besseren Besuch der landwiri- kichen Schulen auf. Mit dem Abgangszeugnis verlassen diesmal 31 S ch ü l e r die Anstalt, die auch fernerhin die enge Verbindung mit ihnen pflegen will; 32 Schüler der Unterklasse werden im nächsten Herbst ihre begonnene Ausbildung fortsetzen. Um die Landwirte von der Zweckmäßigkeit ber in der Anstalt erzeugten Reinhefekulturen für Apfelweinbe- rcitung zu überzeugen, wurden Kostproben verschiedener felbftbereiteter Apfelweinsorten gegeben. Den ?anr der Anweienden für die gebotenen geistigen Anregungen und kulinarischen Genüsse erstattete Kreisdirektor Gebhardt. — Heute findet die Eröffnung des ersten Teils des diesjäh.igen B a u m • tuarterlebrgang» statt, zu dem aus allen Teilen Hetzens bie Anmeldungen so zahlreich ein- liefen, daß mit 36 Teilnehmern bie Zulassungen schon vorzeitig gcschlo, en werben mußten. 4 Bad-Nauheim, Id. Murz. Der Konsum v c r c t n Gießen unb Mm^.-ung veranstaltete heute in ber Turnhalle eine Waren- ausstellung, bie ge-.inackvoll ausgemaa.t uxir uno im Lause des -Tage# zahlre.ch be- lucht Dtnirttiü «chl mit Riuf. lff*< getan hol, fi- obwohl bar sich den ße- aguchnen, unb rlchiagung o \ 56o4)tn. V von dem er ch t blt (Eigen* der Dirk ober tat fetbft yigab. Kaufmann m n Bürßtmcktt dieser gtau^tt ' ihn Mm H igen in s,i«m kmelnberotimii. mit bkftm je r Sürgermriftir, mehr jufammtn ’ofl der flirt* :. Jn der Haupt- die Parteien wi ;/ (Begenfanbi- ?ii 'mann aut Bürgermeister» flirchenvvchanb Her der Dei- , einer anderen rr -lB )tm Vianet ol» mit, er wollt in it Sprache brie- zonze Lacht rot, der der Wmr errebuno Mij g, bah her U i, den Äaufm» lehr übtrtlnO» e ganze W sachlich beharr ,fliPP* «J Nacht' sei »ch Mt hiernach bet ge, berühigi«« iläM in dvt> en W k t aus fak A I «1« to* $2 t und foöncn den Ä K an bnn * tnlrnd In ■nem ferne nwl: «J lt den schwcw> -M W Oj* tte Se'nnch ^ ich II. J« "£ Sch'-kal tnt j *&* lf»y ä. «* .ejÄ> r;$s unten V n* ** ( 2£uffah.infl, baf$ der Bürgen.leiitcr völlig forrcft ■ Dorgeiir-iffn fei, daß er bie 3adte an der juftnr bigen 3teUc voracbrachl habe unb daß weder aus der fionn der 2feugerungen noch aus den l’m ftänbeti. unter denen sie vorgebr ich! wurden, bie Absicht der ‘A.leibigung hervor,- Murde ihm daher der Schutz de» 9 193 StlstB. zugebilligt, was leine Freisprechung und die Belastung des Kaufmanns mit den gesamten Kosten de» verroh- rens zur Folge Halle. ' Buntes Allerlei. Wenn Hunde träumen ... Der Traum ist durchaus kein Vorrecht des Menschen, sondern gute Beobachter haben bemerkt. das, auch der Hund, der treue Gefährt- beS Menschen, ein reiches Traumleben hat ^Hunde träumen nicht nur. sondern sie.sprechen" auch ouS dem Schlaf." schreibt ein cnglUdxr Hundcsreund. W. Redpath-Sevtt .Mein alter stichelhaariger Terrier tat lebhafte Träume, wenn er sich nach langem Umherstreisen im Feld auf feinem Teppich niederlegt. 3a. die Träume find manchmal so aufregend daß er von ihnen auf- wacht. Zuerst jappst er in einer halb unartihi- ’ lierlen Weise, wie unter dem Druck eine# Alp«, aber allmählich gewinnt er feine Stimme im Traum unb bellt ganz deutlich, wobei er alle feine vier Fähe gewaltsam von sich streckt, wie wenn er fortlaufen wollte. Wahrscheinlich jagt er »m seinem Traum ein Kaninchen oder eine xane. Manchmal kämpst er in seinen Träumen mit anderen Hunden Ein durnpseS Murren bringt lies auS seiner Kehle: er fletscht feine Zähne und spannt feinen schlanken Körper wie wenn er sich auS den Klauen eine# Feindes befreien wollte. Ein andermal wieder lind leine Träume vergnüglicher Art. denn er dehnt sich behaglich, und seine schmalen Lippen kräuseln sich wie zu einem leichten Lächeln." Daß Hrinde öfter# von ihren Herren oder Herrinnen träumen, scheint sehr wahrscheinlich. Der bekannte Naturforscher Same# Garden er der fein ganze# Leben lang seine Hunde studiert hat. erklärt in einem seiner Dächer ..Wenn mein Hund vom Schlaf auf- wacht. Io sehe ich au# der Art. wie er mich an- fchaut. dast ich ihm in seinen Träumen begegnet bin." Gardener war auch sest davon über-eugt, daß Hunde in ihrem Charakter ihrern Herr.n ähneln. »Kein schlechter Mensch kann einen guten Hund besitzen." pflegte er zu sagen. .3c älter der Hund wird, desto mehr träumt er Junge Hunde, wenn sie nicht sehr nervö# sind, schlafen meist rubig. Aber bie betag en Herrschaften deS Hunbegefchlecht« kehren in ihren Träumen immer wieder zu den seligen Gewohnheiten ihrer 3ug nd -utrück. jagen Hasen unb Kaninchen in elysischen Gefilden unb fcchten Sträube mit anderen Hunden aus." Wann heiraten unsere Töchter? Eine vom Statistischen Re chsamt herauS- gegebene Statistik über die Eheschließungen gewährt aufschlußreichen Einblick in da# Älter derer, die 1925 zum StandeSamt schritten. Die Statistik stellt fest, daß 45 Mädchen unter 16 3ahreir heirateten, 881 zwischen 16 und 17 3ahren. 13000 zwischen 18 und 19, 27 000 zwischen 19 und 20. 42 000 mit 21 Jahren, 80 000 zwischen 22 und 23 3ähren, dagegen nur noch 30 000 mit 27 3ahren. 16000 mit 30. 10000 mit 33. 5000 mit 38 und endlich 3500 mit 39 3ahren. denen bie Bräute im Alter bis zu 60 Zähren der Zahl nach nur um ein Geringe# nachstanden. Der Vierkrug für Lady Macbeth. Die große englisch Schautpreierin Mrs. Sid° don# spiel c einmal m Leeds die Lady Macbeth, und da e# sehr warm war, bat sie einen Zungen, ihr einen Krug Bier zu holen. Unterdessen mußte sie auf die Bühne und als der Knabe mit dem sch umbck.ck:en Kru t z tflam Iah er i nach bet 1'*ert sche Drntferet fähig ist wie in der Vorkriegszeit. Für bas vergangene 3ahr kann man den gelamicn 3nland- verbrauch an deutscher Sreinkvhle auf runb 100 Mill. Tonnen veranschlagen: in diesem 3ahre Wirb er vielleicht etwas höher werben; dafür wirb aber ein großer Teil des vorjährigen Sipdix» von beinahe 40 Mill. Tonnen in Wegfall kommen. eine Erscheinung bie sich (nach Ausarbeitung der au» dem 3ahre 1926 noch übernommenen Aufträge» in den folgenden 3ahven noch deutlicher zeigen wird. Auch bei Ausnutzung der sich jetzt in ihren Anfängen zeigenden Mögliwkeiten der Fenr- Heizung, der Ferngasversorgung ufw. wirb eS auch dann schwer fallen, den Unterschied zwischen dem Jnlanboerbraud) und der Ferbermöglichteit auf bem Weltmarkt unterzubringcn wenn bie Ucberfchichten nicht mehr in dem Ausmaß de# vergangenen 3ahreS verfahren werden. Um io mehr sollte man sich hüten, die deutsche Kohlen- förberung durch Dinge zu belasten, die (wie z B. die Einführung der augenblicklich sehr start geforderten 7-Stundenschicht) unweigerlich dieSelbst- kosten de# deutschen Bergbaues *o hoch fetten würden, daß eine Konkurrenzfähigkeit überhaupt nicht mehr in Betracht käme. 3eht schon wird englische Anthrazitkohle zu einem Preise angeboten, der ganz erheblich unter dem deutschen Preise liegt. ES muß alle# getan werden, um nicht für die Gesamtheit der deutschen Kohlensorten derartige Unterbietungsmöglichkeiten zu schaffen Leidlich gute Mitrelmesse in Leipzig. Der zahlreiche AuS.änbe.besuch auf der Leipziger Messe hat. wie vorauSzusehen war. ba# Bild der Messe von vornherein günstig beeinflußt. Jedoch hat er da# Exportgeschäft noch nicht in bem Maße belebt, wie man e# erwartet hatte. Immerhin zeugt der starke AuSländer- besuch für da# zunehmende 3ntereffe des Auslands an deutschen Waren, ba# durch den Krieg stark nachgelcssen hatte. ES ist für die Zukunft zu hoffen, dah wenn auch ein Teil der AuSlandSbefucher nur der 3nformalion halber nach Leipzig gekommen ist sich aus diesem Besuch Geschästsbeziehungen und Verbindungen ergeben. Man konn.e allgemein die Beobachtung machen, dah in Fäl.en. wo AuSlandSkundfchaft kaufen wollte, manches Geschäft an der Preis- ftellung scheiterte, ein Beweis dafür, daß die Ra- tionalilierung der deutschen Wirtschaft noch zu einer weiteren Herabsetzung der Preise führen muß. Die 3nlandkundschaft hat im allgemeinen eine vorsichtige Kaufpolitik getrieben und nur für den augenblick ichen Bedarf Abschlüsse ge äitflt Käufe auf Lager sind fast gänzlich ausgeblieben, weil die 3nlandkundfchast in der Lagerhaltung anscheinend noch zu große Risiken sieht Die technisch« Messe scheint wieder einen Erfolg gebracht zu haben, was in Anbetracht der auch vom Auslande anerkannten Leistungsfähigkeit unb Qualität der deutschen technischen 3ndustrie verständlich ist. Süddeutscher Produktenmarkt. swd. Während zu Anfang der vorigen Woche an den internationalen Detrrndemärkten noch eine feste Stimmung vorherrschte, brachte die Wochen- mitte wieder ruhigere Tendenz, die auch zu Wochenend« in bedeutend ruhigeren Kursen chren Ausdruck fand. Rachdem der argentinische Hasenarbeiterstreik sein Ende gefunden hat, fehlt zur Zeit wieder, wie schon feit Wochen jegliche Anregung zu größeren Unternehmungen. 3m 3nland selbst war bas Brotgetreide^ sowie das Mehlgeschäft sehr ruhig und zu Ende der Woche lustlos zu nennen. Der Mehlabsatz bewegt fich in engsten Grenzen. Ebenso ist der Abruf bet den Mühlen immer noch sehr klein. Snväbnens- toert ist die Tatfache daß die lüddemschen Mühlen mit W.rkung vorn letzten Montag die PreiS- 1banne zwilchen We.zeninchl Spezial 0 und Brot- mehl bie bisher 10 Mark betrug, auf 8 Mark herabgesetzt haben, um damit die starke Preisdifferenz zw.scheu Roggenmehl unb Brvtmehl zugunsten des letzteren etwas auszugleichen. Man forderte di# zuletzt für Manitoba III 15.60 hfl. cif- Rotterdam. Manitoba IV 15 hfl.. Pacific 1420 hfl. cif. Rotterdam für Redwmter II fee- fchwimmend 14.70 hfl. cif. Rotterdam Barulfo (79 Kilo Märzi 13,80 hfl cif. Rotterdam, und feefchwtmmcnb 14 hfl. Rofafe (79 Kilo Märzl 1425 hfl. cif. Rotterdam leeichwimmend 14 20 hfl. cif. C werpcn. Rofafe (78 Kilo Märzj 13.90 hfl. Austral leefchwimmend 14.82 hfl tranSporte Rotterdam Hardwinter ll d.fp. Mannheim 32 20 Mark. Redwinter II d:fp. Mannheim 31.75 ML. Reuer Barulfo (79 Kilo März April» 30 Ml. tnaggonfrei Mannheim. Süddeutfcher Weizen 29.75 Mk. und mitteldeutscher 30 b.S 30,50 Mk. Parität Mannheim Pfälzischer Roggen 27 Mk. Parität Mannhe.m. rhctnbcher 27 cif. Mannheim. Ausländischer Roggen 27.25 b.S 27.75. Weizenmehl. Svczial O, 4025 Mk., Weizenbrotmehi 32,25 Mark. Roggenmehl 36 bi# 38 50 Mk. Der Gerstenmarkt zeigt gegen die Vorwoche kaum Veränderung und besteht nach wie vor nur 3nfer- elle für beste Braugerste, für die teilweise etwas höhere Preise angelegt wurden. Für geringere Qualitäten unb Futtergerste zeigte sich wenig 3nteresse Hafer liegt ohne irgendwelche Anregung bei kleinem Geschäft. Mais ebenfalls ruhig. Pfälzische Sommergerste 27 bis 30 Mk.. rheinhefsischer 26 bis 27,50 Mk. nordbadischer 26 Mk. Auslandgerste Ehile 23 bi# 30.50. Plata 25.50 waggonfrei Mannheim. Hafer bad. Provenienz 21.50 bi« 22 Mk ausländischer 21.50 bi# 22,50. Mai« Plata 18,60 bi« 18,75 Ms.. VirginiasaatmaiS 32.50 bis 33 Mk. Am Futtermittelmarkt ist man bei nicht allzu großen Umsätzen sehr vorsichtig geworden Die Käufer verhalten sich für Angebote später Termine sehr zurückhaltend, dagegen begegnet prompte Ware immer noch stärkerem Intereise. Wenn auch in diesen Sichten nur bai Nötigste gekauft wird. Prompte Mühlennachprodukte sind kaum zu haben und werden, soweit sie an den Markt komin-n. glatt ausgenommen. Besonder« in Kleie ist das prompte Material sehr knapp. Weizenkleie sein prompt 13.75 biS 14 Mk.. März April 13 bi« 1325 Mk.. spätere Termine billiger. Weizenlleie grob nicht angeboten, per später 13 50 Mk. Weizensuttermehl prompt 15,50 Mk., März 15,25 Mark, später 15 Mk. Weizennachmehl pronrpt 23 bis 23,50 Mk. per später 21.50 bi« 22 Mk. Erdnußkuchen 21 bi« 21,50 Ml Rapskuchen 17 bi« 17.25 Mk Malzkeime 16 50 bis 17.50 Mk. Biertreber 16 50 bi« 17,25 Mk. Trvckenschnitzel 12 Mk X»ie Grobhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 9. März berechnete Großhandels-Indexziffer de« Statistischen Reichs- amtS beträgt 135,5 und hat gegenüber der Vorwoche um 0,1 Prozent nachgegeben. Die Indexziffer der Agrarstofse ist vor allem für tierisch« Erzeugnisfe um 0,5 auf 136,9 Prozent zurückge- aangert Die Indexziffer der industriellen Rohstoffe und Halbwaren ist weiter um 0.2 auf 130,7 Prozent, bie der industriellen Fertigwaren um 0.1 auf 141,8 Prozent gestiegen. • Norddeutscher Lloyd. 3n dem Geschäftsbericht de« Rorddeutschen Lloyd Bremen wird u. a darauf hingewiesen, daß der gesamte Flottenbestand, einschließlich der Flotte der Hanseatischen Dampsschissahrtsgesellschasl 2.-G Lübeck, für in Betrieb befindliche Fahrzeuge 617 145 Bruttoregistertonnen und für im Bau befindlicho ca 186 000 Bruttoregistertonnen, in«gcfamt ^ßafpaus cca die besonders gute, daher besonders preiswerte 5 Pfg. Cigarette. EsliegtamTabak. Das ist deshalb so wichtig weiheinegute öga rette aoeb bekömmlich sein muss. Bekömmlichkeit ist aber nur zu garantieren beiVfcrwendimg von absolut edlen Tabaken. Also.woran liegt es? Am Tabak. 803 145 Bruttoregistertonnen beträgt. Hiervon entfallen auf Seeschiffe 746 410 Druttoregister- tonnen. Der Verkehr mit Rorbamerika hat eine erfreuliche Steigerung gegenüber dem Vorjahre erfahren! auch der Passagierverkehr nach Südamerika hat sich nicht unoefnedigend entwickelt. Aach Ostasien und Australien war der Verkehr befriedigend. Im überseeischen Frachtenverkehr ist eine grundsätzliche Besserung der Frachtraten auch für 1926 nicht zu verzeichnen. Der Betrieb der Reisebureaus und des Seebäderdienstes be- snedigte. Zum erstenmal seit einer Reihe von Jahren verteilt die Gesellschaft eine Dividende von 6 Proz., nimmt also eine Gewinnausschüttung vor. die sich in ihrer Bemessung der der H?pag angleicht. Das rechnungsmäßige Gesamterträgnis zeigt nach der Gewinn- und Derlustrechnung gegenüber dem Vorjahre die Zunahme von 22 331 966 Mark auf 30836 011 Mark. Hiervon erforderten Allgemeine Verwaltungskosten, Steuern und soziale Lasten 8 792 421 (i. 05. 6 332 758) Mk.. Zinsen und Bankprovisionen 2 524 115 (2 905 103) Mark, so daß unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages aus 1925 in Höhe von 474 334 Mk. sowie der mit 12 586 937 (12 036 090) Mark an- gefeiten Abschreibungen ein Lieberschutz von 7 406 871 Mark gegen nur 474 334 Mk. im Vorjahre verbleibt, aus dem nach Abgeltung der Dividendenansprüche noch 2 500 000 Mark Der Erneuerungsrücklage überwiesen, 97 474 Mark an Aufsichtsratstantieme verteilt und 701 420 Akk. auf neue Rechnung vorgetragen werden sollen. * Don Den süddeutschen Kraftwerken. Das Bahernwerk hat nunmehr auch einen Stromlieferungsvertrag mit dem Heber- landwerk in Ellwangen abgeschlossen. Aach Herstellung einer geplanten 100 000-Voltleitung von Obertürkheim nach Pforzheim und Villingen wird dann das Bahernwerk und die Württembergische San» deselektnzitäts A.--G. auch mit dem Badenwerk in Verbindung stehen, so dah alle süddeutschen Kraftwerke zusammen in Verbindung stehen. r Deutsche Kabelwerke A.-G., Berlin. Es wird wiedenim, wie im Vorjahre, die 'Verteilung einer Dividende von 6 Prozent auf Die St.- und V.-A. vorgeschlagen. Der Bruttogewinn beträgt rund 4,43 Millionen Am., Der Reingewinn 350 000 Rm., davon werden 30 000 Am. aus neue Rechnung vorgetragen. Die Beschäftigung im BeNchtsjahre 1926 war durchaus gut, wenn auch die Verkaufspreise einen ziemlichen Tiefstand erreichten Der erhöhte Wert der Umsätze betrug gegenüber dem Vorjahre nahezu Die Hälfte, Der Export war ebenfalls wesentlich größer. Richt günstig gearbeitet haben Die Gummiabteilungen. Der Geschäftsgang des lausenden Jahres ist bisher recht zufriedenstelleitd. Da das Kapital nicht mehr den gefteigertea Anforderungen entspricht, wird die Erhöhung des A.-K. vorgeschlagen. Die Gesellschaft hofft bestimmt, auch für ein vergrößertes Kapital eine angemessene Verzinsung in Aussicht stellen zu können. • Stuttgarter Lebensversicherungsbant A. - G. Im Jahre 1926 hat die Stuttgarter wiederum ein gutes Aeugeschöft erzielt. Beantragt wurden mehr als 11000 Versicherungen über insgesamt 83 Millionen Mk. Versicherungssumme: neue Versicherungsscheine wurden ausgefertigt für 9800 'Versicherungen über eine Gesamtsumme von rund 73 Millionen Mk. Der Versicherungsbestand hat Ende 1926 rund 269 Millionen Mk., Die Prämieneinnahme im abgelaufenen Jahre etwa 13 Millionen Ml. betragen. Der Rechnungsabschluß ist noch nicht ganz fertiggestellt. Soviel steht aber fest, daß das Geschäftsjahr 1926 bei rechtmäßigen Unkosten einen hohen Sterblichleitsgewinn und bedeutende Zinsgewinne gebracht hat. Rach alledem wird das finanzielle Jahresergebnis wiederum sehr günstig sein und eröffnet den Versicherten die besten Dividendenaussichten. Für sämtliche in Den Dividendengenuß eingetretenen Versicherungen beträgt die Dividende des Jahres 1927 bekanntlich 32 Prozent Der vollen Jahresprämie. Berliner Börse. Berlin, 14. März. Die Börse stand zunächst unter dem Zeichen einer sehr geringen Unternehmungslust bei widerstandsfähigem Grundton. Die ersten Kurse konnten sich teilweise bis zu 3 Prozent bessern, allerdings waren mehrfach auch Rückgänge von 1 bis 2 Prozent zu verzeichnen. Infolge der morgigen Liquidationen legte sich die Tagesspekulation größere Zurückhaltung auf, während das Publikum nur wenig Interesse zeigte. Die Prolongation wird in der Hauptsache als erledigt angesehen, so daß man von dieser Seite keine Ueber- raschungen erwaNet. Reportgeld stellte sich auf 7,75 bis 8.75 Prozent. Am offenen Geldmarkt hat die bisherige Situation keine Veränderung erfahren. Tagesgeld war zu 4 bis 6 Prozent reichlich angcooten. Monatsgeld stellte sich auf 6,75 bis 8 Prozent. 3in Devisenverkehr befestigte sich die Reichsmark gegen Kabel auf 4,2150 London-Kabel 4,8530. Mailand lag gegen London fest mit 108,05. Dörfenkurse. Sranffart a-M. Berkin Srälu ,. 1 I.Ubt. Rtn» flur» Schluh-^ Anfang flnre 'Viri Datum: 12. 3. H. Z. 12. 3. | 14. 3. Anleihe-Ablösung £Rr. 1-30000 bo- Nr. 30 001-60000 do ohne Auölosungßrecht Deutsche Sparvramicnunleihe Deutsche Lertb- Dollar-Anl. <°/o Zollnirken......... 5% Goldmexilaner .... Berliner Handelsgesellschaft. Kommen,- und Privat-Bank. Lärmst, und Nastonalbank . Deutsche Bank......... Diskont» Commandit .... Dresdner Bank........ Metall bank........... Mitteldeutsche Lreditbank. . Qesterrcichische Srcbitanftalt Dirtchsbank. ...... Bochumer <8ui........ Buden 6............ Deutsch-Luxemburg 0>eIsentirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau ...... Kaliwerke Aschersleben. . . . Kaliwerke Westeregeln Laurahurte... Mannesmann ...... Mansiclder...... . . . . Obecbcdarf....... . . Plwnir Bergbau....... Rheinische Braunkohlen . . . Rheinstahl........... istlebe.k Montan........ Telluv Bergbau........ Bereinigte Stahlwerke . . . . Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd - . . . .Zementwerk.Heidelberg . . . Philipp Holzmann ...... Anglo Tont. Guano..... 'Goldschmidt Holzverkohlung......... $ G starben Industrie. . . NntgerSwerke Scheideanftatt Allg. Elektrizikätl-Geiellschast Bergmann........... Elcktr. Lieferungen...... Licht und straft ....... Mainkrastwerke Schultert............ Siemens 1 Halske...... Adlerwerke.Meyer...... Daimler Motoren Heyligenstaedt..... Mcguin............. Mannheimer Motoren .... Frankfurter Armaturen . stonservcnfabrik Braun . . Metallgesell'chaft Frankfurt. Pet. Union A.-G........ Lchuh'abrtk Her; . ..... Sichel............. Zellstoff Aschaffenburg.... ZellstoO Wnldhos 320 t - 3.3 320,25 42 i 323.5 321.5 i4,25 23,9 24,2 •« 100 100 1 — — 15.5 — — 44 1 43,5 — — — 258,5 261 212 212.25 212,13 213 274.75 275 275 276 187 ISS,75 187 186 181.75 181 181 181,75 183 182 182 183 158 157,5 156 225 — 226,5 230.5 9,35 — 9.62 9,3 —• 185,5 184 5 185 185 — 185 25 17125 120 121 120 121 25 183 I5-! 62 185 185,75 184 5 185 185.13 220.5 221 212.25 220.5 202.25 2J3 201.5 203 203 5 -01 203 5 205,2-5 07 9.1.75 _ 211 do 209 5 211 147.25 149 118.25 149,25 115 118 120 133.7 134.25 134.75 135 291 291.5 291 289 >25 226 225 225,5 167-5 171.5 170 170 128 144,75 M3.25 144.2-5 143,0 — 14S.25 149.75 149.25 114.5 143,5 143,5 —- 163,5 164 187 — 187 187,5 — — 112 ■ 148 1 149,5 147 149.75 86.5 35,9 3UU, 75 303 301 302.5 131.5 132 •* 132.25 231 230 — —- 164 102,5 164 162.25 186 185 184 185.5 198,25 —- — 200.75 195.5 194 194.5 195 135.25 1355 — 183 177 184.5 178,12 265.5 -68,75 267 259,62 130 130,76 130,25 139 115.25 115,25 122 34 w — 66,5 *■ 53.5 — — — 35 — 19,9 — — * 76 — 199 — — 123,5 — 80,75 2.2.5 — — — 175.25 175 173 176 264 -- .'62 264 Krantsurter Börse. Frankfurt a. M., 14. März. Tendenz: freundlich. — Die Börse setzte zu Wochenbeginn mit ruhigem Geschäft, doch in überwiegend freundlicher Stimmung ein, Die sich im Verlaufe sogar fest gestaltete. Die Geldver- h ä l t n i s s e blieben zwar noch unverändert: Tagesgeld war zu 3 bis 3,5 Proz. reichlich an- geboten. Monatsgeld Dagegen gesucht zu 5.75 bis 7,5 Proz., Privatdiskonten 4,5 bis 4.63 Proz.: Warenwechsel 4,88 bis 5 Proz. doch gilt der Medio in der Hauptsache als bereits überwunden. Unter dieser Voraussetzung konnten die Hauptspezialwerte wieder stärker in den Vordergrund treten, vor allem 2. - G. - Farben mit 2,5 Prozent Anfangsgewinn. In Verbindung Damit Rheinstahl plus 0,5 Proz und Riebeck-Montan plus 3 Prozent. Von Montanwerken gewannen: Harpener 2 Prozent, Rhein-Elbe-Llnion 1 bis 1,5 Proz.. Draunkohlen- toertc bis 2 Prozent. Kaliaktien ruhig. Bankaktien waren vernachlässigt und eher etwas schwächer. Rur in Mitteld. Credit scheinen sich die alten Jnteres'enkäuse wieder vorzuschieben, so daß dieses Papier einen Anfangsgewinn von 8 Proz. erzielte. Schisfahrtsaktien schwächer. Hapag minus 3,5 Proz. Auch Elektro- a k t i e n überwiegend schwächer. AEG. minuS 1,5 Proz., Bergmann minus 1 Proz.. Licht und Kraft minus 1,25 Proz. Süddeutsche Gesellschaften lagen widerstandsfähiger (Lahmerer). Die Siemenswerte blieben vernachlässigt. Schuckert 177, Siemens & Halske 258,75 Proz. Petroleumaktien etwas freundlicher. Die Werte der M»tallbank- gruppe blieben unverändert. Von Bauaktien waren Wayß & Freytag gedrückt (minus 1 Proz.). Autoaktien auf günstige Beschäftigung fester. Kleyer plus 0,75. RSL1. plus 1 Proz. Maschinenaktien ebenfalls gebessert. Don Einzelwerten lagen schwächer: Holzverkohlung minus 1,5 Proz.. Scheideanstalt minus 1 Proz. Im Divisenver- kehr notierte Paris gegen London 121,05, Mailand 108 fest. Zürich 25,22’London-Kabel 4.8525. Die Reichsmart stellte sich gegen das Pfund auf 20,4625, gegen Kabel auf 4,2170. Heimische Anleihen lagen bei ruhigem Geschäft eher schwächer. Anleihe-Ablösung 23,9, Schutzgebiet 12,65. Fremde Renten kaum beachtet. 3m weiteren Börsen verlaufe trat an Den Effektenmärkten eine Befestigung ein, ausgehend von I. G.-Farben, Die bis 304,5 Proz, Rheinstahl bis 227 und Harpener bis 222 Proz. anzogen. orankfurter SchlachtvicL)mavkt. Frankfurt a. M., 14. März. Auftrieb: 1315 Rinder (darunter 460 Ochsen, 62 Bullen, 627 Kühe, 302 Färsen), 565 Kälber, 77 Schafe, 5141 Schweine. — Rinder (Ochsen): Boll- fleischige. ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 60 bis 62 Mk., (ältere) 50 bis 59, sonstige vollfleischige (jüngere und 60) 50—55, fleischige 44 bis 49; (Bullen): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 54 bis 56, sonstige voll- fleischige oder ausgemästete 50 bis 53. fleischige 45 bis 47; (Kühe): jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 48 bis 53, sonstige vollffeischige oder ausgemästete 42 bis 47, fleischige 33 bis 42, gering genährte 25 bis 32; (Färsen - Kalbinnen, Jungrinder —): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 58 bis 64. vollfleischige 52 bis 57, fleischige 45 bis 51. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 71 bis 77, mittlere Mast- und Saugkälber 62 bis 70, geringe Kälber 50 bis 61; Ähase: Maftlämmer und jüngere Masthämmel: Weidemast 50 bis 55, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 42 bis 49, Schweine: Fettschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 62 bis 63, vollfleischige Schweine von ca. 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 62 bis 63, vollfleischige Schweine von ca. 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 63 bis 64, vollfleischige Schweine von ca. 160 bis 200 Pfd. Lebendgewicht 62 bis 63, fleischige Schweine von ca. 120 bis 160 Pfd. Lebendgewicht 60 bis 62. Marktverlauf: Rinder und Schweine bei mäßig regem. Kälber und Schafe bei langsamem Handel ausverkauft. Sranffurlcr (uh . J. Ji ric. Frankfurt a. M., 14. Mjirz. Es wurden notiert: Weizen, Wetteraucr 29,25, Roggen, inländischer 27, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 26,50, Hafer, inländischer 21,75 bis 22,50, ■jxais (gelb) 16 bis 18,25. Wetzenmehl, inländisches, Spezial 0 40 bis 40,50, Roggen mehl 37,25 bis 37,50, W-izenkleie 14,25 bis 14,50, Roggenkleie 14,50 bis 14,75, Erbsen 34 bis 60. Linsen 50 bis 80, Heu, süddeutsches, gut, trocken 8 bis 9. Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 4,25 bis 5. gebündelt 3,75 bis 4, Treber, getrocknet, mit Sack 16,75 bis 17. Tendenz: Fest. Rundfunk-Programm. Dienstag, 15. März: 3.30 bis 4 Uhr: Die stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters. Cherubini. 5.45 bis 6.05 Uhr. Die Lesesrunde. 6.45 bis 7 Uhr: „Die Behandlung der Herzkrankheiten in Bad Orb, Dort rag von Sanitätsrat Dr. Scherf. 7 bis 7.30 Uhr: Funkhochschule: „Altdeutsche Tafelmalerei XXII". Vortrag von Dr. Oswald Götz Assistent am Städel- schen Kunstinstitut. 7.30 bis > Uhr. Die Schachstunde. 8 bis 9.30 Uhr: Abschiedsgastspi.! der Berliner Rel son-Revue. 9.30 bis 10 Uhr Heiterer musikalischer Abend des Hausorchesters. Anschließend bis 12.3" Uhr: Tanzmusik. Letzte Nachrichten. Warnung vor einem ‘Betrüger. Der heutige Polizeibericht der Gießener Kriminalpolizei meldet: Am 9. März erschien auf dem Hellhos bei Alsfeld ein Wann, Der sich Bausch aus Grünberg nannte - unD Dem Besitzer ein Pferd abkaufte mit dem Bemerken, er wolle in Den nächsten Tagen, nachdem er das ®elD von einer Kasse erhalten habe. Den Kaufpreis bezahlen. Rachde n sich der Verkäufer nach Den Angaben des Käufers erkundigt hatte, muhte er zu Der Heber eug ma kommen, daß er einem Schwindler in die Hände gefallen war. Das Pferd ist ein brauner Wallach und auf dem linken Auge blind. Am 11. März hat offenbar der gleiche Gauner einem Landwirt und Kaufmann in Bernsfeld ebenfalls ein Pferd abgeschwindelt. Auf Grund einer Anzeige in einer landwirtschaftlichen Zeitschrift war Cer Käufer, der sich Hermann Stork aus Saasen nannte, erschienen und hat unter allerlei Eingaben. die Dem Verkäufer glaubhaft erfd)i:im ein PferD zum Preise von 975 Mk. gekauft Ein Kaufvertrag wurde abgeschlossen. Der Verkäufer mußte noch am gleichen Abend durch feinen Knecht das Pferd nach Grünberg an die Wirtschaft Beltropp bringen lassen, wo es der Gauner in Empfang nahm. Am andern Tage erkundigte sich der Verkäufer in Saasen und muhte zu feinem Schrecken hören, dah ein Stork in Saa'en gänzlich unbekannt ist. Es handelt sich hier um ei re dunkelbraune Stute (Oldenburger Kreuzung, mit weißem Stern am Kopfe, am linken Hinterbein im Sprunggelenk eine alte Rarbe in Form einer- Geschwulst. Die Pferdehändler und Metzger werden hiermit vor Ankauf dringe,iD gewarnt. Sachdienliche Mitteilungen, die zur Sicherstellung Der Pferde und zur Festnahme Der Betrüger bzw. des Betrügers führen, nimmt die Kriminalpolizei Gießen entgegen. Ein ideales Hausmittel «egen Verwundungen, Verbrennungen, Eiterungen, alte Frostschäden, Entzündungen. Halsschmerzen, Schnupfen usw. ist ChinosoL Zu haben in allen Apotheken und Drogerien. Versuchspackung nur 60 Pf. Verlangen Sie daselbst zugleich die kostenlose Broschüre .Die Haus- und Stallapotheke. Anleitung zur Einrichtung und Benutzung*. Ch'nosGlfabrlk A.-G., Hamburg die der Zigarette fprtdrt fichj Joldien (gefchmack. befdgtr, daß auf eisigefteliß die Tuchtigerzs den gAufßieg zu ermöglichen, ffbie Ttefultctte und Erfolge der Begabtheil zeigen fleh auf (ßtns usiferer modernßen ßroblesrie vß dtcT usleff der ßegabt&x ' h abekimö- ßße ganze (Sztekunq iß* n in eine daß er genau weiß, wdche Marke die feine ißt. ßjbießlarke der Prominenten-"Klaffe der BegabungsAude/e iß Qisilin g-AtislefeEil em* laßt: 'Uli N \C\ Im Ji/1' /✓j ra>/ Schützen-Verein e.V. Gießen Die diesjährige -’<«< Frölijalirs-General-teaiiiiiilung findet am Montag, 28. März, abends 81/, Uhr, auf dem „Schiitzenhause“ statt. Der Vorstand. Aber auch für Junggesellen Ist es in den meisten Fällen Bester, sich noch zu bette ten, AIS ein Hagestolz zu bleiben. Montag, den 14. März 1927 Zimmerstutzen: schießen 2455A Deshalb such! auch Onkel Düstel-Vlanz sich eine Frau, die in ihrer Art zu ihm paßt. Er .büffelt" nämlich auch und zwar Parkett und Linoleum. Büffel-Glanz ist die Spezialbohncr- mässe der modernen Hausfrau. Wie seinerzeit die Büffel-Beize etwas ganz Reues in ihrer Art war, so steht auch Büffel-Glan; heute unter den anderen festen und ffüsstgen Bohnermaffen unvergleichbar da. Büffel-Glanz besteht im Unterschieb von diesen fast nur aus allerhärtesten Glanzwachsen. Jnfoigedeffen gibt er schon nach wenigen leichten Dürstenstrichen einen harten kristallklaren Spiegelglanz. Büffel-Glanz ist kinderleicht aufju- tragen, nahwischbar und hat ein tannendullartiges Aroma- Infolge seiner besonderen Zusammensetzung schmiert Büffel-Glan- bei Bohnern mit Elektrobohner nicht wie andere Bohnermaffen. Büffel-Gianz ift daher die Spezialbohnermaffe für Elektrobohner. Lasten Sie sich deshalb ja nichts anderes als ebensogut oder bester aufreden, sondern machen auch Sie einen Versuch nm dieser neuen Spezialbohnermaffe für Parkett und Linoleum i KtJ 5onnio( 85 Dlonoi 2 fletd) 3leid)8p! lohn, -> scheinen r infolge rii* 2,1 pofil Eigener Bell sie nicht al nationa Srgtbnis । an dem o' warden. Di geknüpfte - slikt In die deutsch' von Genf i allerdings aalen Ärei durchaus n. will vor all Aeichsminift warten. Daß des Reich jen wird, da über das Ri frage zu cir wird, ist do das Äabinel Crgtbrnfits Dr. cfrciem Öarr aus at Dürfte. 6hoi Aussprache Reichstages mach sich mi wird. Den wird dann b anläßlich der Smts bilden, folgen wird. Die 'Bei befried zrger A nach dem Lahm mit ist, daß zur sion d e u t s haben. 3N ichen Sch, seinem Elan dm Bericht intern dreie gelegt, daß seinem P düng beri der m Genf Mälfte de ,'ofoii die *n den übrige blonder Mchen Ter 2» ^urch g ^nahmen jfthen. Di S Artret * Lösung . .?n der S deutschen^. sich ^-Dietzc Ef« Mß em T Unzösif st? -btt 2 ‘n auhe,. ’Ä di“«® ÄS ZL Tangen. ? £ Sefü ch. i|.7Q Derlei Vn >e Lrsu 'SiJ