Nr. 35 Erstes Blatt 177. Jahrgang greitag, Zebruar 1927 Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Cn»(f vnd verlaß: vrLhl'sche Univerfilülr-Vuch. vnd Stehtöruderel R. Lanze in Gießen. 5chriftlettung und SeschästrKelle: Zchulftraße 7. C r Id) r m i tög lich,outzn Sonntags und Feiertag». Beilagen. CieQrnti g-amilienbllttei Heimat im DHL Die Scholl« WonatnEejBtirittS; 2 Rerchsmark und 20 1R«id)6ptennig sül Trüget» lohn, auch Lei Richter» Kiemen einielnerTumrnem folge höherer «Bemalt Fernsprechanl d)lü||«; 51, 54 und 112 Sn|d)rif1 Hlr Drahtnach» richten Anzeiger Gieße», peitsch Skonto: $ranffrrtüm mein 11686. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Prell fstr 1 »m höh« für Anzeigen vd.t 27 mm $ reite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig, für Ne» hlamean «eigen von 70 n m Brette 35 Reichspfennig, Plotzvorlchrttt 20’ , mehr. ThefredoKteur Dr Fnedr Wild Gange, verantwortlich für *Dol t;k Dr Fr Will» Gange, für Feuilleton Dr tz TKyriok; für den übrigen Ted Ernst Vlumschein; für den Anzeigenteil i.Tertr h Deck, lämtlid) in Diesen Ein neuer Abrüstungsappell Amerikas. Präsident Loolidge schlägt ein zweites Rüstungsabkommen der Seemächte vor. Washington. 10. Febr. (WTD.) On einer Botschaft an den Kongreß hat Präsident Coo - li dae belannlgegeben, daß er in einer Role an die Mächte oorgefchlagen hat, die Mächte sollten ihre Delegierten auf der Genfer vorbereitenden Abrüstungskonferenz mit Dollmach- len zur Beratung und zum baldigen Abschluß eines Abkommens über eine weitere Einschränkung der Rüstungen zur See ausstattten. 3n der Botschaft heißt es dann: Das Abkommen würde eine Ergänzung zu dem Washingtoner Abkommen über diese Frage bilden und sich auf die Schisssklassen beziehen, die von dem genannten Vertrage nicht berührt werden. Die amerikanische Regierung und das amerikanische Volk seien überzeugt, daß das W e t t r ü st e n eine gefährliche Ursache für internationales Mißtrauen und internationale Zwietracht bilde und geeignet sei, schließlich zum Kriege zu führen. Die Erkenntnis dieser Tatsache, und der Wunsch, bie(c Gefahr so weit wie möglich zu beseitigen, hat die amerikanische Regierung im Jahre 1921 dazu geführt, die W a s h i n g- loner Konferenz einzuberusen. Unglücklicher- weise war es indessen nicht möglich, in Washington Vereinbarungen ^u erreichen, die alle Klassen von Krieg» chissen umfaßten. Die Washingtoner Verträge ahen vor eine besondere Einschränkung der Tonnage von großen Kriegsschiffen und Flugzeug- mutter chifsen, sowie gewiße Einschränkungen hinsichtlich der Bestückung aller Arten von Schiffen. Jede Ration Halle volle Freiheit, jegliche Zahl von Kreuzern, Zerstörern und U-Booten zu haben, nur die Größe der Ausrüstung der Streu- zer war Beschränkungen unterworfen. Ls Ist die f)Öffnung der amerikanischen Regierung gewesen, daß sich eine günstige Gelegenheit bieten möchte, das hier begonnene werk durch den Abschluß weiterer Vereinbarungen über die Kreuzer, Zerstörer und U-Boote zu eilenden. Daß ein solches Abkommen wünschenswert war, lag auf der Hand, da erwartet werden muhte, daß der Geist des Wettbewerbs, der bezüglich der Großkampfschiffe und Flugzeugmutterschiffe durch den Washingtoner Vertrag unterdrückt war, früher oder später bezüglich der anderen Schiffe in die Erscheinung treten würde, für die es in dem Vertrag ferne Einschränkung gab. Tatsächlich glaube ich nicht, dah der Bau-Wcllbewcrb in dieser Klasse von Schiffen begonnen hat. (Immerhin sind von gewissen Mächten zeitweilig Bauprogramme niedergelegt worden, und in unser'm eigenen Lande ebnso wie im Auslande ist Die Stimmung hervorgetreten, den Bau von Kriegsschiffen zu un- lernelimcn, mit der Begründung, dah ein solcher Bau in anderen Ländern im Gange sei. 3n solchen Stimmungen liegt der Keim, für einen erneuten Wettbewerb zur See. Ich bin sicher, daß all: Regierungen und alle ‘Böller lieber das System der Einschränkung der Rüstungen zur S:e wählen würden, anstatt bewußt zum konzentrierten Bau zurückzukehren. Der herzliche Wunsch der Rationen der Welt, sich in so großem Mähe wie möglich von der Last der Rüstungen zu befreien, und die Gefahren des Wettbewerbs zu vermeiden, zeigte sich in der Einsetzung der Borbereitungskommission zur Abrüstungskonferenz, die im vorigen Mai in Genf zusammen- aetreten ist und noch an der Vorbereitung der Tagesordnung für die endgültige allgemeine Konferenz arbeitet. In diesen Erörterungen ist sehr klar zutage getreten, dah eine Anzahl von Rationen überzeugt ist, daß die Land-, See- und Luftrüstungen miteinander in Zusammenhang stehen, und dah e> schwierig, wenn nicht unmöglich fein würde, eine (Einigung über die Beschränkung einer Gattung von Rüstungen zu erzielen, o. ne gleichzeitig die anderen Gattungen zu beschränken. Als Folge davon ist zu befürchten, dah ein toter Punkt erreicht werden wirb, wenn ein auch nur teiltoeJer Fortschri t bei der Verminderung der Rüstungen abhängig w rd von der Annahme eines allgemeinen PleineS. der sich auf die Land-, See- und Luftstreitkräste zu- samrne.l erstreckt. Es scheint mir, dah die amerikanische Regierung die Pflicht hat. sich zu bemühen, irgendwelche verfügbaren Mittel vorzuschlagen, durch die konkrete Ergebnisse erzielt werden können, auch wenn solche Ergebnisse die endgültige ideale Lötung des dreifachen Problems der Land-, See- und Luftrüstungen nicht erreichen. ilr.fcre Delegierten in Gens haben ständig die Ansicht ausgedrückt, daß unter den UmftänDcn, wie sie heule in der Welt gegeben sind, die Probleme der Land- und Lus.rüstungen am geeignetsten für eine Losung durch regionale Vereinbarungen sind, die sich auf Gebiete beziehen. innerhKb deren die Land- oder Lull- niRungen eines Landes eine eventuelle Bedrohung für ein anderes Land darstellen würden. Geographische Kontinente sind als Regionen v. rgeschlagen worden, die geeignet sind für Verträge betreffend Cinichränkungen zu Lande und in der Lust. Die amerikanischen Land- und Luft» streiikräfte stellen für niemand eine Bedrohung dar. Sie sind aus der Mindest stärke gehalten. Ohre Herab'ehung ist von niemand als nottoen- dige Vorbedingung für die allgemeine Rüstunos- einschränkung vorgeschlagen worden. Diese Einschränkung unserer Luststreitkräfte ist möglich geworden durch die unS günstige geographische Lage. Ich bin mir klar darüber, daß die Probleme der Rüstungen zu Land und in der Lust In Europa voller Schwierigkeiten sind, die wir gerechterweise anerkennen müßen. And wenn auch die amerikanische Regierung stets bereit sein wird, in jeder angemessenen Weise ihren Beistand bet den Bemühungen seitens europäischer ober anderer Regierungen zu leihen, zu regionalen Abkommen zu gelangen, die die Land- und Luftstreitkräste beschränken, so würde sie doch zögern, ausdrückliche Vorschläge über diese Frage an europäische Rationen zu richten. Wenn auch bas Problem Berlin, 10. Febr. (DDZ.) 3m Rechts- ausschuh des Reichstages wurde unter dem Vorsitz des Aba. Kahl tD. Vp.) die Beratung der Anträge auf Reform des Ehescheidungsverfahrens zu Ende geführt. Abg. Dr. Wunderlich (D. Vp.) bezweifelte, dah es jemals gelingen werde, die Lüge im EhescheidungSprvzeh auSzuschalten. Auch die Einführung der objektiven Dhezer- rüttung als Echeidungsgrund werde daran nichts ändern. Eine bessere Losung wäre vielleicht die Aebernahme des Schweizerrechts von 1907. Danach ist derjenige Teil nicht zur Scheidungsklage berechtigt, auf dessen Schuld vorwiegend die Zerrüttung zurückzuführen Ift Rotwendig wäre also, daß bei Psychopathen die Scheidung auch zulässig ist. wenn die Geisteskrankheit nicht nachzuweisen ist. 3n diesem Falle dürfte auch dem Kläger nicht die AnterhaltS- Pflicht auferlegt werden. Vorsitzender Abg. Dr. Kahl (D. Do.) stimmte dem Vorredner darin $u, daß das Schweizerrecht am besten die Schwierigkeiten beseitige, die sich aus der Berührung des Derschuldungsprinzips mit der objektiven Zerrüttung ergeben. Abg. Dr. L o h m a n n (Dntl.) erklärte, am Ver- schuldungsprinzip müße grundsätzlich festgehalten werden. Die Uebemahme der Bestimmung des Schweizer Rechts wäre vielleicht soweit emp- fehleswert, daß man auch im deutschen Recht den Derschuldungsbcgriff nicht so eng begrenzt, wie es jetzt geschieht. Auch in bezug auf die Scheidung wegen Geisteskrankheit seien heute die Grenzen zu eng gezogen. Abg. Frau Weber (Zentr.) betonte, die sakramentale Unauflöslichkeit der Ehe im Kacholizismus habe an sich für das Zentrum nichts mit dem Ehe- scheidungsrccht zu tun. JDie jetzigen Uebelstände würden sich wohl vermeiden lassen, wenn die Richter bei der Beweisführung für das Verschulden neue Wege einschlagcn. Abg. Frau Dr. Lüders (Dem.) erwiderte, das Derjchuldungsprinzip habe keinen Raum, wenn die Ebe zerrüttet ist dadurch, daß der eine Teil schwer hysterisch und üoerneroös ist, ein B e r l i n . 10. Febr. (DDZ.) Aus der Tages- Ordnung steht die erste Beratung des von den Kommunisten eingebrachten Gesetzentwurfes über die Gewährung von Straffreiheiten. Danach soUcn alle toeg^n politischer Verbrechen und Vergehen verurteilten Personen amnestiert werden mit Ausnahme derjenigen, die sich an Mordtaten und Mordverschwörungen der Schwarzen Reichswehr, der Organisation „®on- sul" oder der bayerischen Einwohnerwehr als Täter. Mordurheber oder Hehler beteiligten. 3n Verbindung damit steht e n? kommunistische Interpellation, in der daraus hingewiesen wird, daß Lüttwitz, Ehrhardt und anderen Rechtsradikalen hohe Pensionen bewilligt wurden. Abg. Rosenberg (Komm.) begründet den kommunistischen Antrag. Die Justiz urteile ein- fei'ig zugunsten von rechts. Mar Holz habe nichts anderes getan als Lüttwitz. Mar Holz sitze heute im Zuchthaus, während Lüttwitz nicht nur frei sei, sondern auch v n der Rep.iblik einet hohe Pension beziehe. Als der Redner dem vierten Strafsenat Rechtsbeugung vorwirft, wird er zur Ordnung gerufen. Rcichsjnstizminister hergt führt in Beantwortung der In.eopellation aus, das Reichsjustizministerium habe gegen die vier Amnestieerlasse Bedenken erhoben, aber sich damit abgerunben. weil man sich sagte, nach den unruhigen Zeiten sei eine gewisse Beruhigung eingetreten. Seit dem Erlaß des letzten Amnestiegesetzes sei aber kein Ereignis eingetreten, das den Erlaß einer neuen Amnestie rechllertize.n würde. Es wär für die Rechtspflege untragbar, wenn mit einer gewissen Regelmäßigkeit Amnestien sich immer wieder wiederholten. Wir find jetzt in den Zeiten zunehmender Beruhigung. (Lachen bei den Kommunisten.) Der der Einschränkung der Seerüstungen in feinem Eharakter nicht regional ober geeignet für eine regionale Behandlung ist, so ist es doch zum Teil erfolgreich behandelt worden durch eine Vereinbarung unter den fünf führenden Seemächten, und kann meiner Ansicht nach durch weitere Verhandlungen unter diesen Mächten endgültig geregelt werden. Ds wird ein Beitrag zum Erfolg der vorbereitenden Arbeit, die jetzt im Gange ist, sein, wenn sich die großen Seemächte über die weitere endgültige Minderung der Seerüstungen einigen. Die Lösung würde viel dazu beitragen, die Bemühungen zu einer allgemeineren Einschränkung der Rüstungen erfolgreich zu machen. Zustand, für den ihn kein Verschulden trifft, der aber die Fortsetzung der Ehe unmöglich machen kann. Abg. Dr. ß o b m a n n (Dntl.) hält eine Behebung vieler Schwierigkeiten dann für möglich, wenn die Zulässigkeit der Scheidung nicht mehr davon abhängig gemacht wird, daß eine „schwere" Verletzung der ehelichen Pflicht vorliegt. Abg. Dr. Landsberg (Soz.) stellte die Ginrnütigkenit aller Parteien darin fest, daß der EhescheidungSpro^eß von dem Schmutz befreit werden soll, der ihm jetzt anhaftet. Tkrni der ScheidungSgrund der Geisteskrankheit fest- gestellt ist, dann feilte die jetzt bestehende Karenzzeit ganz fortf allen. Der Begriff der objektiven Zerrüttung ließe sich vielleicht so ein führen, daß dir psychopathischen Grenzfälle getroffen werden. Mg. Dr. Barth (Dn.) wünscht, daß ohne sestgestellle Geisteskrankheit eine Ehe geschieden werden farm, wenn die schwere Hysterie deS einen Ehegatten zu einer Zerrüttung der Ehe geführt hat. Abg. Frau Dr. Stegmann (Soz.) hielt eine Zerrüttung der Ehe für gegeben, wenn die Ehegatten schon jahrelang getrennt leben, wenn beide Teile die Scheidung wollen oder wenn der eine Teil sich nachweisbar nur aus niedrigen, selbstsüchtigen Motiven der Scheidung widersetzt. In einem Schlußwort empfahl der Vorsitzende Abg. Dr. Kahl (D. Vp), der allgemeinen Aussprache nicht unmittelbar die vpezialberatung anzuschliehen. sondern zunächst den Ausschußmitgliedern Zeit zu lassen, ihre Anregungen als Anträge zu formulieren und mit ihren Fraktionen Rücksprache zu nehmen. Die Vertreter aller Parteien stimmten dem Vorschlag des Vorsitzenden zu und baten ihn. seine Anlichten in einem Antrag niederzulegen, zu dem dir ursprünglichen Parteianträge als Aenderungsanträge gelten würden. Die ReichSregierung wird ersucht, dem Ausschuß eine Zusammen st ellmg über das ausländische Ehescheidungsrecht zugleich mit Scheidungsstatistiken aus diesen Ländern vorzulegen. jetzt von den Kommunisten beantragte Gesetzentwurf verlange die Rachprüsung der Urteile durch einen parlamentarischen Ausschuß. ® .gen einen solchen Eingriff einer politischen Instanz in die Rechtspflege müssen wir uns mit aller Entschiedenheit wenden. Der Entwurf ist auch ungerecht, weil er die rechtsstehenden Personen von der Amnestie ausschließen will. Tkim Dr. Rosenberg von etwa tausend Gefangenen spricht, so ist das eine große Heber- t r e i b u n g. Rach einer Festst?llung des Reichsjustizministeriums sind im ganzen nur 199 Verurteilte in den Strafanstalten. Der kommunistische Antrag betrifft im letzten Grund? gar nicht die Amnestie. (Lärm bei den Kommunisten — Zurufe: .Unerhört ist dieses Geschwätz!" Präsident Lobe ruft mehrere Kommunisten zur Ordnung und erteilt dem Abg. Riefeberg (Dn.) einen Ordnungsruf, nachdem dieser zugegrben hat. einem Kommunisten .Unverschämter Bursche" zugerufen zu haben.) Reichsminister Hergt erklärt sich bereit. über die Einzelheiten im Ausschuß zu verhandeln. Eine Amnestie im Sinne des kommunistischen Entwurfs würde der Gerechtigkeit widersprechen und Gerechtigkeit sei das Fundament des Staates. _ 2lt)g. Dr. Rosenfeld (Soz.) erklärt, feine jreunbe hätten die Ministerrede mit Bedauern und Empörung gehört. Die Amnestie sei notwendig bei der ausgeiprochenen Klassen- und Parlcijusti; der deutschen Gerichte in politischen Prozeßen. Minister Hergt habe hier als Porteimänn gesprochen. Der Redner führt eine ganze Reihe Fälle an, aus denen er Nachweisen will, ^aß in politischen Prozessen die Justiz mit größter Schärt gegen links, mit großer Mildegegen rechts oorgeht Abg. Degmai. >-. (Zentr.) schließt sich im wesentlichen den Ausführungen des Ministers an und lehnt den kommunistischen Antrag ab. Die Amnestie dürfe nicht zu den ständig wiederkehrenden Einrichtungen werden. Abg. Kahl (D. Dv.) erklärt, wenn das Reichsgericht ein Gesetz anders interpretiert als ein Abgeordneter, so dürfe man darin nicht gleich den bösen Willen sehen. AuS Gründen der Menschlichkeit könnte über eine Amnestie geredet werden: wenn die Amnestie aber gefordert würde a IS Korrektur angeblich ungerechter Urteile, wenn der Reichstag zum obersten Richter aller Gerichte gemacht würbe, dann sage er: Rein — Rein und dreimal nein. Der kommunistische Antrag wirb dem RechtS- ausschuh überwiesen. Um 4 Uhr vertagt sich baS Haus auf Freitag 1'/, Uhr. Auf der Tagesordnung steht die kommunistische Interpettatton gegen den Reichsminister v. Keudell und dte Abstimmung über den gegen diesen Minister gerichteten MißtrauenSantrag. Die Erledigung des Falls Keudell. Das Ergebnis des Untersuchung des Reichskanzlers. Ber lin, 11. Febr. (DDZ.) In der ReichS- taassihung am Freitag wird zunächst der kommunistische Redner zur Regrünbung der kommunistischen Interpellation und zur Begründung deS kommunistischen Mißtrauensvotums gegen den Minister v. Keudell das Wort erhalten. Darauf wird Reichskanzler Dr. M a r je mit einer längeren Erklärung antworten. Die Drundzüge dieser Erklärung hat der Reichskanzler bereits den Parteiführern in einer interfraktionellen Besprechung mitgelcilt. Der Reichskanzler ist bei der Untersuchung der von den Sozialdemokraten geaen den Minister v. Keudell erhobenen Vorwurfe zu der Ueber- zeugung gekommen, baß die Anschuldigun- gen unsere chtigt sind. Rach den Erklärungen deS Reichskanzlers wird dann Herr von K e u d e 11 seinerseits das Wort ergreifen, um seine Gebundenheit an die Regierungserklärung und sein Bekenntnis zur Verfassung zum Ausdruck zu bringen. In der Debatte über die kommunistische Interpellation wird von den Regierungsparteien nur baS Zentrum bas Wort nehmen. Die Abstimmung über die Mißtrauensanträge gegen Keudell wird voraussichtlich schon heute stattslnden. Eine sozialdemokratische Kundgebung. Berlin, 10. Febr. (WTD.) Der Bezirk«- verband Groß-Berlin der sozialdemokratischen Partei Deutschlands veranstaltete im Sportpalast eine Massenkundgebung gegen den Bürgerblock. Als erster Referent sprach Reichstagsabgevrdnc er Stampfer über die Regierungskrise. Der Bürgerblock hätte nur entstehen können, weil das schaffende deutsche Volk nicht einig sei. Hinter den Deutschnationalen ständen die großen Kapi al- konzerne. DaS Zentrum hätte vor dem Feldmarschalt v. Hindenburg kapituliert. Rur einer. Joses TD i r t b, sei aufrecht geblieben. Die Sozialdemokratie habe es sich zugeschworen, diesen Bürger- block zu zerschlagen und diese Regierung sobald a l S möglich zu stürzen. Deutschland müsse wieder das freie Land des arbeitenden Dolles werden. — Reichs- tagSabgeorönelcr Ausshäuser zeichnete in großen Zügen die Lage der Wirtschaft und der Arbeiterklasse. Lohndruck und zwei Millionen Arbeitslose seien die Voraussetzungen für die Schaffung deS DesitzbürgerblockS gewesen. Die'e Regierung fei die Regierung zur Stabiliiierung deS sozialen Elends. Die Schaffung des Dürger- blockes sei die offene Kriegserklärung an das arbeitende Volk Deutschlands. — ReichstagSabgeordneter Rudolf Breit scheid sprach He Befürchtung aus, daß Reichskanzler Dr. Marx nicht der Mann sei, der sich gegen vier deutschnationale Kollegen durchzusetzen vermöge. Jetzt wrde man lange warten können, bis die Verständigungspolitik die erwarteten Früchte trägt Der Kabmettswechsel habe uns in dr Außenpolitik außerordentlich weit znruckgeworfen. — Reichstagsabgeordneter S ch e i & e m a n n erinnerte dann an die Zeit des schwarz-blauen Blockes im Jahre 1912 und mahnte zur (Einigung der Massen. Dr. Wirths „Nein". Berlin, 10. Febr. (VDZ) Der Vorstand der Zentrumssraktion hat heute folgenden von ihm gefaßten Beschluß der Fraktion Dorgelegt: .Unter dem Hinweis auf § 8 der Richtlinien für die Poli ische und Parlamente.. che Arbeit hat der Vorstand der Zen.rumssra.tion deS Reichstages bedauert, daß Herr Dr. Wirth sich bei der Abstimmung vom 5. Februar von der Fraktion getrennt und mit .Rein" gestimmt hat " lAbstimmung über das Vertrauensvotum der RegierungSh irf neu.) Die Zentrums'r all io n bat die em B '. t ß einstimmig zu gestimmt Abg. Dr ^irth hat an der Sitzung nicht, teilgenommen. Die Ehescheidungsreform. der kommunistische Amnestieantrag. Der Reichsjustizminister im Reichstag. Die Außenpolitik der Tschechoslowakei. Die Ausschlutzfrage. Prag, 10. Febr. (WD.) Der Außenausschuh deS Abgeordnetenhauses begann oie Debatte über die Erklärungen des Ministers des Auswärtigen. Der Dbg. Evelith (Drl'spartei) erklärte sich namens seiner Partei mit der Außenpolitik Dc- neschs einverstanden, da sie eine opportunistische Politik sei. Die kleine Entente habe einstweilen kein weiteres Programm und es wäre gut, wenn sie eine neue Basis durch eine Aus- einandersetung und Verständigung mit dem italienischen Faszismus und dem russischen Kommunismus erhielte, insbesondere eine Eingliederung Rußlands in das Wirtschaftsleben brauche ganz Europa. Bei der Besprechung der europäischen Abrüstung äußert der Redner die Ansicht, daß die Tschechoslowakei infolge der ungünstigen geographischen Lage und unruhiger Verhältnisse eine schlagfertige Armee nötig habe. Abg. Dr. Czech (Deutsch-Soz. tritt für eine Anlehnung der Außenpolitik a n Deutschland und Oesterreich ein. nicht aus außenpolitischen, sondern aus wirtschaftlichen Gründen. Die Tschechoslowakei müsse aufhören, sich um die Verhältn sse anderer Länder zu kümmern und zu versteifen auf den Kamp gegen den Anschluß Oesterreichs. Auch der Abg. Kallima (Dn.) erklärt, die anschlußfeindliche Einstellung Deneschs lasse sich nicht mit Friedens» biktaten begründen, da doch nirgends ein Anschlußverbot ausgesprochen worben sei. Auch mit der Sorge um die Erhaltung des Weltfriedens lasse sich diese Einstellung nicht begründen. 3m übrigen würden die Zusammen- schlußbcstrebungen auf die Dauer nicht oufzu- haltcn sein und in dem Augenblick, wo Italien kein Interesse daran haben werde, sich diesen Bestrebungen entgegenzustellen, werde der Zusammenschluß auch erfolgen. Deutsche Schulsorgen in Iugos!avien. Belgrad. 11. Febr. (5Ü.) Die deutschen Abgeordneten Dr. Moser und A e u n e r statteten im Sinne der seinerzeit mit dem Ministerpräsidenten getroffenen Vereinbarung dem Hn- terrichtsminifter Dakicevic einen Besuch ob und sprachen mit ihm über die Schul- und Kul- turf ragen der deutschen Minderheit. Die Abgeordneten verlangten die Regelung sol- gender Fragen: 1. Erlaß einer klarem unzweideutigen Verordnung. daß nur die Eltern über die Rationalität bzw. Schulzugehörigkeit ihrer Kinder zu entscheiden haben. 2. Zusicherung, daß an deutschen Schulen nur deutsche Lehrer interrichlen. 3. Wiedereröffnung der seit zwei Jahren geschlossenen deutschen Schulen in Shr- m i c n. Der Hnterrichtsminifter erkannte die Berechtigung der Wünsche der deutschen Minderheit an und stellte die baldige Erledigung in Aussicht. Das deutsch-französische Handelsprovisorium. Berlin, 10. Febr. (Wolff.) Wie die Blätter erfahren, ist seitens der deutschen Regierung der Antrag auf Verlängerung des am 21. Febr. ablaufenden deutsch-französischen Han - delspvovisoriumS gestellt worden. Das neue Kabinett ist bei dem am 7. Februar abgegangenen Antrag von dem Standpunkt ausgegan« gen, daß ein völlig vertragsloser Zustand in dieser Frage nicht zweckmäßig sei. Man glaubt in dieser »Frage der Verlängerung zu einer Verständigung kommen. Das «Petit Journal" glaubt dagegen mritteilen zu können, daß die Erneuerung des Handelsabkommen- auf große Schwierigkei- t e n gestoßen sei, da Deutschland sich bis jetzt geweigert habe, den französischen Weinen die gleiche Behandlung zuzuerkennen wie den spanischen und italienischen. Die Regierung habe sich mit dieser Lage beschäftigt, und das »Petit Journal" glaubt nicht, baß das provisorische Abkommen verlängert werden kann, wenn nicht Deutschland den französischen Weinen die gleiche Behandlung wie den spanischen und italienischen zuerkennt. Frankreichs Dokumente über Versailles. Paris, 10. Febr. (WB.) In der Kammer besprach beim Titel „Auswärtige Angelegenheiten ' der sozialistische Abg. F o n t a n i e r die Veröffentlichung der Dokumente über die Friedensverhandlungen. Er forderte, daß diese sobald wie möglich bekannt gegeben würden. da Frankreich das einzige Land sei, das noch nichts veröffentlicht habe. Das sei so seltsam, daß man fragen müsse welche Gründe dafür maßgebend seien. Der Ministerpräsident mute erklären, ob er sich der Veröffentlichung di:scr Dokumente widersetze. P o i n c a r £ erklärte hierauf: Keineswegs! In dem Augenblick, wo diese Veröffentlichungen in verschiedenen Ländern erfolgt sind, besteht für Frankreich rein Grund, sie hinauszuschieben. Ich w:rde dem Minister deS Aeußern den Wunsch übermitteln, der hier soeben zum Ausdruck gebracht wurde, und diesen Wunsch teilen. Der Fremdeniegionär Klems zum Tode verurteilt. Berlin, 11. Febr. (LU.) Wie die Morgenblätter aus Paris berichten, hat daS französische Kriegsgericht von Meknes den früheren deutschen Hnterofsizier Klems. der sechs Jahre lang in der Fremdenlegion kämpfte und zu Beginn des französischen Marokkokrieges in das Lager Abd cl Krims überlief, zum Tode verurteilt. Einigung in Nicaragua. Managua, 10. Febr. lWD.) Präsident Diaz hat mitgeteilt, er sei bereit, zugunsten eines anderen zu verzichten, wenn ein solches Verfahren von den Bereinigten Staaten gebilligt würde. Da der liberale Führer S a - cafa schon vor kurzem mitgeteilt hatte, daß er zugunsten einer dritten Person zurücktreten würde, wenn Diaz dies auch tue, hofft man hier, baß eine baldige Losung der Schwierigkeiten gefunden und in Ri- earagua die Ruhe wiederhergestellt wird In Die Lhinaoebatte im britischen Unterhaus. Ablehnung der Abanderungsanträge. London, 10. Febr (WB.) Die heutige große Ehii.adebatte im Unterbaue wurde von i-em Arbei.e.Mitglied Treve lhan einge eitet, der den be.eits gemeldeten ofsiziellen Abänderungsantrag der Opposition einbrachte. Er sagte, die Opposition wolle nicht, daß Großbritannien mit Rußland streite, weil Rußland diesmal die fortschrittliche Politik in China unterstütze, zugunsten deren sich Großbritannien selbst erklärt hale. Die Ration könne nicht zwei Spiele auf einmal spielen. Mit der Entsendung bti- tischer Truppen sei all:S ins Chaos zurückge- geworfen worden. Regierungen, die sich selbst achte en, un .e.zc.ch. e en niljt Verträge, während ihnen die gepanzerte Faust ins Gesicht gehalten würde. Die Lage der britischen Untertanen in ander?n Teilen Chinas werde durch die Entsendung britischer Truppen nach Schanghai verschlimmert werden, weil die Truppen die Empörung des chinesischen Volkes vermehren würden. Die Truppenentsendung habe es für Chan.berlain unmöglich gemacht, einen Erfolg zu haben, wenn er nicht seinen Beschluß zurückziehe. Chamberlain, der sich hierauf, von dem Beifall der Regierungsseite begrüßt, erhob, sagte: Als die gegenwärtige britische Regierung ins Amt kam, sei ihr erstes Bemühen gewesen, mit den übrigen Mächten, die Interessen in China hätten, zusammenzuwirken. vor allem mit den Vereinigten Staaten und Japan, die außer England die größten Interessen hätten, weil die Regierung der Ansicht gewesen sei, daß eine Trennung von den Mächten die Erzielung irgenb- einer Regelung schwieriger und sogar unmöglich machen würde. Die wiederausgenommenen Verhandlungen zwischen Tfchen und O'Malley hätten zu einer Vereinbarung über die Konzession von Hankau geführt. Das Abkommen sehe vor. daß die Konzession dem britischen Munizipalität zu- rüefgegeben wird, der sie formell der chinesischbritischen Munizipalität aushändigen werde. Der neue Munizipalrat werde nach dem Muster deS bereits in der vormals deutschen Konzession bestehenden und befriedigend arbeitenden Muni- zipalrates gestaltet werden. Wenn dieses Abkommen unterzeichnet wird und diese Versicherung angenommen werde, würden die ersten Truppen die sich bereits auf dem Wege nach Schanghai befinden, in Schanghai gelandet werden. Dies werde der Regierung als unverzüglich notwendig zum Schuhe deS britischen Lebens bezeichnet, aber die weiteren Truppen, die vom TRittdmeer und von England kommen, würden in Hongkong konzentriert werden und sich nicht nach Schanghai begeben, außer wenn die» durch die Dringlichkeit neuerer oder größerer Gefahr nötig würde. Die Truppen würden in den Niederlassungen stationiert werden und würden nur im ernsten Notfall daraus hervorkommen. Es verstoße gegen die Politik der britischen Negierung, an irgendeinem bewaffneten Konflikt zwischen den chinesischen Streitkräften teilzunehmen und sie werde fortfahren, ft r e n g e Neutralität in dem ^Bürgerkrieg zu wahren. Chamberlain schloß: Ich hoffe, daß der Friede go- fichert ist. und daß ein neues und besseres Der- tärfbnis für die britischen Absichten im chinesischen Volke Verbreitung finden wird, daß das chinesische Volk erkennen wird, daß Großbritannien nicht die Absicht hat, es in dem Zustand der Unterjochung, der Bevormundung oder der Minderwertigkeit zu halten und daß wir uns freuen würden, wenn die Chinesen die Verpflichtungen jeder zivilisierten Ne. stierung gegenüber Ausländem in ihrem Lande in vollem Maße übernehmen und uns von den s o- genannten Vorrechten befreien können, die uns zu r Last geworden sind und von den 23er- pflichtungen, deren Ausführung und Sicherung die Aufgabe der chinesischen Behörden selber ist. Der Abönderungsantrag der Arbeiterpartei wurde dann mit 320 gegen 113 Stimmen abgelebt. amerikanischen Kreisen wird Tenor Calderon R a m i r e z, der jetzt Gesandter RicaraguaS in San Salvador ist, und der keiner Partei angehört, als wahrscheinlicher Rachfolger Diaz' angesehen. Diktatur in Chile? London, 11. Febr. (SU.) Wie aus Santiago de Chile berichtet wird, soll der bisherige Kriegsminister Oberst Ibanez, der im neuen Kabinett Premier- und Innenminister ist, die sofortige Abschaffung des Parlaments beabsichtigen. Der Präsident wird entweder zurücktreten oder sich vorläufig beurlauben, wodurch Ibanez, der von der Armee unterstützt wird, Gelegenheit erhält, die Regierungsgeschäfte unbehindert zu führen. In einem Bericht an die Presse sagt der Kriegsminister, der Einfluß des Parlaments müsse in Chile gebrochen werden, das sei nur durch eine Reu- organisation der Regierung bzw. der Dürgervertretung möglich. Der Aufstand in Portugal niedergeschlagen. London, 10. Febr. (TU.) Nach einer Meldung der British United Preß bestätigt es sich, daß die Aufftändischen sich gestern abend bedingungslos ergeben haben. Die Regierung hat die Meutereien im ganzen Lande unterdrückt. lieber die Kämpfe in Lissabon werden noch folgende Einzelheiten gemeldet: Die Revolution, die am Montagmittag in der Hauptstadt ausbrach, wurde von der Marine, einem Teil der republikanischen Garde, der Polizrü und einem großen Teil der Zivilbevölkerung unterstützt. Die Aufftändischen nahmen Besitz von dem Marinearsenal und dem sehr nafye gelegenen Hauptpostamt, wodurch die Entsendung von Nachrichten nach dem Auslande unmöglich wurde. Im Anschluß hieran setzte eine intensive Beschießung seitens der Regierungstruppen ein, die ungefähr 4 Stunden andauerte.' Dabei wurde eine große Anzahl von Personen, meist Nichtkämpfer getötet bzw. verwundet. Iunggesellensteuer in Italien. Rom, 10. Febr. (Wolff.) Der Ministerrat hat gestern die Iunggesellensteuer beschlossen, und zwar in der Höhe von 53 Lire jährlich für das Alter von 25 bis 35 Jahren von 50 Lire für das Alter von 35 bis 50 und von 25 Lire für das Alter von 50 bis 65 Jahren. Ausgenommen sind die katholischen Geistlichen und Orbensmitglieber, die Schwer- invaliden, die Offiziere und Unteroffiziere, die einer Eheerlaubnis bedürfen, die mit dem Eheverbot Belegten, die Ausländer, auch wenn sie ihren ständigen Wohnsitz in Italien haben. Stresemann in San Remo. Rom. 10. Febr. (Sil.) Reichsaußenminister Dr. Stresemann, der in San Remo ein» getroffen ist, empfing den Besuch des Präfektkommissars. der der gleichfalls in San Remo weilenden Gattin des Ministers ein Blumenarrangement überreichte. Dieser Besuch wurde im Auftrag des Reichsaußenminifters von dem Botschafter Freiherrn von Reurath erwidert. Freiherr von Reurath, mit dem Dr. Stresemann zwei längere Konferenzen hatte, wird heute in Rom wieder erwartet. Einem Vertreter des „Popolo d'Jtalia" erllärte Dr. Stresemann, daß er während seines Erholungsurlaubs ausschließlich seinerGesundhcit leben wolle. Der Minister verneinte auf das bestimmteste die Absicht, mit fremden Staatsmännern politische Rücksprache nehmen zu wollen. Er hoffe, bis zum Beginn der Genfer Tagung in San Remo bleiben zu tonnen. Die Erwerbslosigkeit. Berlin. 10. Febr. (WTB.) Die Zahl der HauptunterstützungSempianger in der Erwerbs- losenfürforge in der zweiten Januarhälfte zeigte im Gesamtergebnis einen Rückgang um rund 1 2 000 gleich 0.7 Prozent. Die Zahl der männlichen Hauptuntcrstützuugsempfänger ist zwar von 1 555 000 auT 1 558 000 gestiegen, die Zahl der weiblichen Hauptu.ter Nützung le.ivBnger dagegen von 283 000 auf 268 030 zurückge- flongen. Die Gesamtzahl hat tich von 1 838000 auf 1 826 000 verringert. Die Zahl der Zuschlagempfänger und untevstützungsberechtig en Familienangehörigen ist von 2 078 030 aus 2 089 000 gestiegen. Die neue Zernsprechordnung Beschlüsse des Berwaktungs-raietz der Neichspost. Berlin, 10. Febr. (Wolff.) Bei den Beratungen des tierroaltungsrats über die neue Fernsprechordnung wurde vom Reichsvostminister Dr. Schätz! und Staatssekretär Dr. Feyerabend ein weiterer Ausbau und die dringend nötige A v t o m a t i- fierung des Fernsprechwesens für unmöglich erklärt, wenn der Reichspost die Mittel dazu entzogen würden. Der Derwaltungsrat trat den Vorschlägen der Verwaltung wegen Wiedereinführung einer Grundgebühr bei, ermäßigte die Sätze aber auf 3 bis 8 Reichsmark monatlich. Die Ortsgesprächs-Gebühr wird einheitlich 10 Pf. betragen. Mindestens hat jeder Teilnehmer monatlich 20 bis 40 Ortsgespräche au bezahlen. Die Anne bme des JVompromifjantrages bedeutet für die Verwaltung eine Mindereinnahme oon etwa 4 Millionen Reichsmark und ein Entgegenkommen an die Wenigsprecher gegenüber den Dom Arbeitsausschuß oorgeschlagenen Sätzen Im Fernverkehr werden die Gebührensätze auf Entfernungen von 15 bis 75 Kilometer von 45, 90 und 120 Pf. auf 40, 70 und 90 Pf. herabgesetzt. Die weiteren vom Arbeitsausschuß gebilligten Gebühren ermäßigungen: Berechnung aller Ferngespräche von mehr als drei Minuten Dauer nach Einzelminuten, Herabsetzung der Ferngesprächsgebühren in der Zeit von 7 Uhr abends bis 8 Uhr vormittags auf zwei Drittel Ermäßigung der Herbeirufungsgebühr auf 40 Pf. und der Gebühr für Benutzung >er öffentlichen Sprechzellen von 15 auf 10 Pf. und eine Reihe anderer Gebührenermäßigungen fanden ebenfalls die Zustimmung des Derwaltungsrats. Die neuen Gebührensätze treten am 1. Mai in Straft. Vermischtes. Die schlimmste Reise dr» .,Präsiden« Harding". Reu York, 11. Febr. (WT2. Funkspruch.) Der Dampfer „Präsident Har ding" ist gestern nachmittag in Dock gegangen. Der Ka- pttän bezeichnete die zurückgelegte Re.se als die schlimmste seiner 40jährigen Laufbahn. Rach der Abfahrt von Cherbourg wurde das Schiff von einem Sturm von 100 Meilen Stundengeschwindigkeit heimgesucht. Zu- letzt öffneten sich die Rieten und das Wasser drang in die Drennstoffbehältcr ein. Da« Licht ging aus. Die Maschinen stellten die Arbeit ein und die Heizanlage versagte. Das Schiff wurde dauern hin und her geworfen. Schließlich muhte es auf der Höhe von Halfay Anker werfen, bis ein Schleppdampfer es mit Brennstoff versorgte. Alles verfügbare Holzwerk an Bord war aufgebrochen und verbrannt worden, um die MahlzÄten der Passagiere zu bereiten. Wettervoraussage. Morgens dunstig, dann Aufklaren in den Temperaturen noch keine wesentliche Aenderuna trocken. Gestrige Tageslemperaturen: Maximum 6,4 Grad Celsius: Minimum: 4,6 Grad CelsiuS. Heutige Morgentcmperatur minus 6,3 Grad Celsius. Bericht über die Wetterlage aas dem hoherodskops vorn 11. Februar vormittags 8 Uhr. Windrichtung: Rordost. Windstärke: Schwcuh. Temperatur: Minus 2 Grad Celsius. Gesamtschneehöhe- 50 Zentimeter. Belchallenheit der Schneedecke etwas gekörnt. Srorttnöglichkeit für Ski: gut. Winterberg (Saucrtanb): Temperatur: minus 4 Grao Celsius. Schnee- höhe: 75 Zentimeter. Siioahn. sehr gut. Bidingen: Temperatur, minus v v>raö Celsius Schneehöhe: 20 Zentimeter im Tal, in Höhenlagen 80 bis 100 Zentimeter. Sttbahn: gut. Erndtebrück: Temperalur.- minus 8 Grad CelsiuS. Schneehöhe 25 bis 30 Zentimeter Ski bahn Gut Aus der Provlnzlalhauptftadt. Gießen, den 11. Februar 1922. Dor der Schulentlassung. In Kürze werden wieder Taufende von Knaben und Mädchen von der Schule ins Leben entlassen. Sie in der Wirtschaft unterzubringen, ist nicht gerade leicht, und man erschrickt, wenn man liest und hört, wie viele von den bereits vor einem Jahr und länger Entlassenen noch der Eingruppierung harren. Da kann man die bange Sorge der Eltern sehr wohs verstehen, ilnb dennoch Märe nichts verhängnisvoller als ein unfruchtbarer Pessimismus, der es entweder dem .Schicksal" überläßt, wie das Kind mit dem Leben fertig wird, oder gar die erste beste weder den Relgungcn und Anlagen des jungen Wirtschafts- burgers entsprechende, noch für die Zukunft au« sichtsreiche Arbeitsmöglichkeit ergreift, nur aus dem Grunde, damit der Junge oder DaS Mädchen mit dabei ist. Gerade heute muh die Berufs Wahl mit den dazu zuständigen Stellen mit Der größten Sorgfalt durchgesprochen werden, um zusammen mit der Berufseignungsaus'.e'e einen vollwertigen gewerblichen Rachwuchs heranzu bilden, um jeden einzelnen einer befriedigenden Tätigkeit zuzuführen. Richt immer fiaD die Heuti gen Methoden Der Eignungsprüfung^ praktisch brauchbar und einwandfrei. Sie haben noch viele Mängel und lassen sehr oft gerade bei den wert vollen und sich langsam entwickelnden Menschen. Denen der Augenblick der Prüfung einen bösen Streich spielte, ein Minderwertigkeitsgefühl auf kommen, das sie das ganze Leiben über nichr wieder loSläßt. Das spricht nicht gegen die Gig nungsprüfung als solche, sondern muß dazu führen, sie nicht nur nach der technischen, sondern ganz besonders auch nach der psychologischen Seite hin zu vervollkommnen. Was immer galt, das gilt auch heute noch. Der strebsame, sicißige. berusstüchi.ge und charakterfeste Mensch wird sich schon durchsetzen, wenn man ihm das notwendige Selbstvertrauen mit aus den Weg gibt. Darum ist nichts schädlicher, als den jungen Menschen mit ängstlichem und erschlaffendem Mißtrauen in feine Zukunft zu erfüllen. Mit vollem Recht sagt Dr. Käthe Gaebel: .Es gibt keine absolut überfüllten oder absolut aufnahmefähigen Berufe. Selbst in den überfülltesten Berufen ist der überdurchschnittlich befähigte, energische, fleißige und zuverlässige Mensch gesucht, und auch der ungenügend besetzte Beruf kann mangelhaft befähigte, schlecht vorgebildete, charakterlich versagende Kräfte auf die Dauer nicht verwenden." Darum ist schon srühzeitig in dem jungen Menschen der Wille zu stärken, den Kamps mit sich selber, seinen schlechten Eigenschaften — dazu gehört auch Pessimismus und Wehleidigkeit - und den Widerwärtigkeiten des Lebens aufzu nehmen und durchzupacken, wenn es gilt, alle Kräfte zu regen und zu meffen. Gewiß ist all: unverschuldete Rot. auch die Lehrstellennot. eu schlechter Lehrmeister. Aber wir sollen un« ihr nicht hingeben, sondern sie zu meistern suchen Selbst ist der Mann, und die Weckung des Selbsthilfegedankens hat auch hier obenan zu stehen. Roch ein anderes Moment ist zu beobachten. Zur Dollwertigkeit des Menschen reicht auch Ne höchste berufliche Tüchtigkeit. Geschicklichkeit und Regsamkeit nicht aus. Gerade hervorragendes Können kann leicht zum Falle und zur ständigen Gefahr werden, wenn es blickverschlossen für da« Allgemeinwohl den Eigennutz über alle- stellt. Es muß daher in die Richtung deS Guten gelenkt werden durch eine starke, sittliche, in einer festen Weltanschauung gegründete Persönlichkeit. Diese Persönlichkeitserziehung wird in der Heber- bewertung technischer Dinge leider vielfach unterschätzt, teilweise sogar ganz außer acht gelaffen. lind doch ist die charakterliche Festtaung vom Standpunkte des einzelnen wie der Gesamtheit aus betrachtet, eigentlich an die erste Stelle zu setzen. Sie ist das Fundament, das ein gedeihliches Zusammenarbeiten aller wirtschaftlichen Kräfte erst möglich macht zur Wohlfahrt des Ganzen, die zugleich das wohlverstandene Interesse jedes Gliedes darstellt. Bei dieser Charaktererziehrmg ist die Lehrstelle keineswegs nebensächlich, und e- kommt sehr viel aus die Lehrmeister und Kameraden an. die öa« tägliche ArbeitSm lieu des Heranwachsenden Menschen bilden. Bei der kleinhandwerklichen Lehre ist das Problem verhältnismäßig leichter äu lösen. Die Berufsausbildung in den Großbetrieben, in denen die meisten Lehrlinge stecken, bietet nach der Seite hin ungeheure Gefahren, die man nicht in allem abbiegen kann. Hm so dringlicher ist hier eine Rückgralstärkung burd) Die konfessionellen Vereine, Die in dem jungen Menschen die weltanschauliche Grundlage so tief verankern müssen, daß er allen Stürmen gewachsen ist, und sich in ihm die sittlichen Kräfte behaupten, die ein gute« Elternhaus ihm mit auf den Weg gab. In dem gewiß schweren wirtschaftlichen Kampfe ist die Persönlichkeitsbildung doppelt wichtig. Setzen wir daher alle« daran, beruss- tüchttge und innerlich wertvolle Menschen zu schaffen. Dann helfen wir mit am Werden eines besseren, glücklicheren Geschlechte«. Die evangelische Kirchen- gemeinde Giehen im Jahre 1926. Die Zahl der evangelischen Bevölkerung in Gießen beträgt nach der Volkszählung vom 16. Juni 1923 im ganzen 23 526 Aus der Evangelischen Landeskirche sind im Jahre 1926 56 Personen (Erwachsene unD Kinder) ausgetreten. eine kleine Zahl, wenn man die Gesamtbevölkerung im Auge behält. Diese Ausgetretenen scheinen sich zumeist einer anderen kirchlichen Gemrinschast nicht zugewandt zu haben. 256 Gottesdienste für Erwachsene und 93 Gottesdienste für Kinder fanden in den briden Kirchen (Stadt- und JohanneSkirche) statt. Die Kinderkirche bat seit vielen Jahrzehnten das Helfersystem eingesührt. junge Demeindeglieder unterrichten unter der Leitung des Gemeindepfarrers die Jugend, die in Gruppen einaeteilt ist. Im Sommer sindet im Anschluß an den Frühgottesdienst Christenlehre für die Reukonfirmtertcn statt. Die Militärgottcsdicnste werken in Verbindung mit Gemeindegottesdiensten abarhickt n 29 Gottesdienste fanden im Provinzial-Arresthaus statt. 331 Gottesdienste in den verschiedenen Krankenanstal- ten. Am 1. Oft erlag wurden die beiden Gottesdienste von insgesamt 2545 Personen besucht, am 12. Sonntag nach Trin. von 1211, am 3. Advent von 1256. Am heiligen Abendmahl nahmen insgesamt 5008 Gemeindeglieder teil. Die Zahl der evangelischen Trauungen belief sich e Buch- ecketnetttaq hat offenbar eine HnrnafTe die'er Wintergäste in unsrren Waldungen festgehalten. Danach dur te es sich bei dem beobachteten Flug nicht um einen Vogelzug, sondern um einen Flug Cr Rahrung oder zum Schlafplatz gehandelt ben. - D ie Gießener Lesehalle. Wie der Vorstand deS Gießener Lcschallcrereins unS mütrilt, wird die Wiedercrössnurg der Lesehalle am Selterktor am 1. April sta«finden. Voranmeldungen und Dorauszahlungen auf d i e Umsatz st euer. Da die UmrechnungSfät-.c für die nichtnotierien ausländischen Zahlungsmittel aus technischen ®rün- den nicht vor Mitte deS Monats festgesetzt werden können, werden ebenso wie im Dezember 1928 und Januar 1927 auch im Februar und März 1927 allgemein Zuschläge nach § 170 Abs. 2 der Reichs- abgabenocdnung und Verzugs?,infcn nicht erhoben, wenn die Doranmeldungen und Vorauszahlungen auf die Umsatzsteuer bis einschließlich 15. Februar und 15. März 1927 beim Finanzamt (Finanzkasse) eingeben. ** Oberhessischer Heimatabend in der Lukasgemeinde. Am nächsten Sonntag wird die Lukasgemeinde, abendS um 8 Uhr. in ihrem Demeindesaal wieder einen Jamilienabend veranstalten. Amtsgerichtsrat Drost wird einen Vortragende hat durch seine Erzählungen und Schilderungen auS dem oberhess. Heimatleben in D erreg entern Maste berufen, über oberhessisches Volksleben zu sprechen: denn er ist von Kind auf und sodann besonders durch seine amtliche Tätigkeit in AlSfeld und Diesten, die ihn fortdauernd mit allen Schichten der Bevölkerung in Berührung bringt, mit dem Leben seiner Heimat vertraut. Der Vorträge hat durch feine Erzählungen und Schilderungen aus dem oberhessischen Heimatleben in ernster und heiterer Weise die Menschen unserer Heimat geschildert und sich durch diese Veröffentlichungen viele Freunde erworben. GS ist deshalb xu erwarten, dasi seine Darbietungen viele Zuhörer finden werden. (Siehe heutige Anzeige.) •• Das Iubiläumskonzert des Bauers chcn Gesangvereins, das zur Feier der 25jährigen Tätigkeit des Chormeisters Otto ® 6 r l a d) an der Stütze des Vereins veran- staltet wird, sei den Freunden des Männergesangee noch einmal in (Erinnerung gebracht. Näheres in der heutigen Anzeige. *• Reichswehr und Turn- und Sport- abzeichen. Durch Verordnung des Reichswehr- ministeriums ist dgs Tragen des Deutschen Turn- und Sportabzeichens bei der Reichswehr außer Dienst zur Uniform ausdrücklich erlaubt worden. Die Heeresleitung knüpft daran die Bedingung, dast der Inhaber neun Monate Soldat und in einwandfreier Führung sein muh. Die Reichswehr schliestt sich damit der LandeSpolizei an, in der das Tragen deS Abzeichens gleichfalls amtlich erlaubt ist. X Scheuende Pferde. Gestern scheuten in Klein-Linden in der Nähe der Cisenlmbnbrücke in der Frankfurter Strohe die beiden Pferde eines ortsfremden Landjuhrwcrkes und gingen durch. Die Tiere rannten mit dem Wagen in einen schmalen Gang zwischen dem Eiscnba^ndamin und dem (Bar- tenzaun eines (Einwohners und Hemmten sich darin fest. Eines der Tiere wurde am Hinterbein erheblich oerleht und mußte unter starkem Blutverlust nach der Beterin ärklinik i Giesien gebracht werden. Der vordere Teil des Wagens wurde zertrümmert, her Fuhrmann selbst kam mit dem Schrecken davon. •• DerAllgemeine Deutsche Frauenverein hatte am Montag seine Mitglieder und Gäste zu einem Vortrag über „Rationalisierung der Haurwirtschasf geladen. Frau Professor M o m bert, die das Referat übernommen hatte, bot in ihrer klaren, wohldurchdochren Ausführung ein überaus anregendes Bild besten, was heute schon erreicht worden ist, und boffen, was erst angefrrebt wird, um wertvolle Kräfte, die durch die Hauswirt fdiaft alten Stiles unlösbar oebunben schiene.., frei zu machen. Der Zermürbung der Hausfrau soll vor- gebeugt werden, sie soll in Ztckunft nicht mehr völlig untergehen müsten im Getriebe der Wirtschaft, sie soll mehr Zeit für Mann und Kinder oufbringm können. Dios ist nur durch eine planvollere Gestal tung des hauswirtschaftlichen Betriebes zu erreichen. Frau Mombert begann mit dem praktischeren Hausbau, der viel ftarier als jetzt der Architekt dir müsse zu Dort kommen lassen, die in ben Räumen wirtschaften soll: die Frau. Wenn wir un« auch mit der amerikanisierenden Normung von Bau und Einrichtung nur al« Notbehelf einverstanden erklären möchten, wo schließlich im Familienleben (dem deutschen wenigstens! noch andere Gesichtspunkte wirksam bleiben sollten als die nackte Vernunft, so war doch sehr vieles, was Frau Mombert bringen konnte, auherordentlich nachahmeswert. Dir haben »a alle schon reiflich reformiert, wie ein Vergleich mit den „guten Stuben" unserer Eltern zeigt. Unsere Grohellern, das möchte ich doch bemerken, sind dem Ideal der Einfod heft und Zweckdienlichkeit weit näher gewesen. Don Bruno Taute Wobnungsreform ging Frau Mombert über zur deutschen Reformerin Erna Meyer und zur Amerikanerin Mr». Frederick, die sich beide mit der praktischen Wirtschaftsführung (Küchengerätereform, arbeitsersparende Maschinen usw.) besonders besastcn. Cie empsichlt uns Frauen dringend die Anschaffung des praktischen J^aus* wirtichastskalender" von Frank. Wir mühten von unserer Kochkunst stärker zur Koch Wissenschaft übergehen. Amüsant war die Doktorfrage: Wie können Ehemänner im Haushall praktisch verwertet werden? E» mußte festgestellt werden, daß der deutsche Ehemann tm Gegensatz zum Amerikaner sich meist nur al» liebenswürdiges Hindernis betätigt! Ein Hau5pflichtjahr für alle Stände erscheint Frau Mombert sehr ekstredenswert. Die Rednerin schloß mit den Worten Huttens, die sie zu ihrem Wunsch umwandeAe: D Jahrhundert, es ist eine Lust, in dir Hausfrau zu fein! w. D. Turnen, Sport und Spiel. Turnfest-Ausschau. Vier Jahre sind feil dem letzten Deutschen Turnfest in München verflossen, diesem Fest fteundevchrlichen Bekenntnisses. heimatlicher Herzlichkeit, die am dankbarsten von denen ernp- sunden wurde, die ein grausames Geschick in jener Zeit der Rot an Ruhr und Rhein von ihrem Vaterland willkürlich trennte. Viel Wasser ist frfibem zu Tale gegangen, und nicht wenige Begriffe finb eS. die von der Hast des Lebens unserer Tage umgewertet wurde. Auch das Gesüge der Drillichen Turnerschaft vor manchen Stürmen auSgesetzt, hat ihnen aber standgchallen mit der Fest gleit, die die alte Kraft des Glaubens an sich selbst ihr verlieh. Richt immer wollten alle ihre Mitglieder mit ben Maßnahmen der Führer sich zufrieden geben. so. als eS zu der ^reinlichen Scheidung" zwischen dem eigenen Lager und dem der Sportverbände kam. Unb wie war es erst, als da- Wort von der .Verinnerlichung" geprägt wurde, die uns nötiger sei, als die Sucht nach Wettkämpfen. Diel hätte nicht gefehlt und diese pro- grammatische Erklärung wäre zum höhnischen Schlagwort berabgchir.Icn, zum Kennzeichen einer Gruppe von lebensfremden Illusionisten, die den Sinn der Zeit nicht verstünden. Man sollte verzichten auf Wettkämpfe, wo die anderen jeden Sonntag gehäuft welche hatten, wo zahllose Sportzeitungen die Hamen der gekrönten Sieger auf der ersten Seite brachten, wo spesenergiebige Reisen in Menge winkten? Da sollte man zuehen und statt dessen fein Ränzel schnüren und — wie geschmacklos! — barhäuptig und mit nackten Knien durch die Felder wandern. Doch auch diese Aufregung legte sich bald. Und als man im Lause der Jahre sehen muhte, ?u welchen Auswüchsen sich bei manchen Verändert die ehemals gesunde Wettkampf-Freudigkeit verzerrte, wie sich die Grenzen zwischen dem Sportsmann auS Liebhaberei und dem au6 Berus immer mehr verwischten, wie die Hohe der Platzeinnahmen vielfach weit mehr zu gelten begann. al6 die Kämpf erehriichk eit der Ausübenden. da muhte sich wohl mancher ehemalige Zweifler im stillen Kämmerlein sagen, dah er den Führern bitter unrecht getan hatte. Das ist ihr Verdienst, dah sie in gerader Linie auf ihr Ziel zuschritten, unbeirrt zwar, aber doch nicht mit jener Prinzipien-Stancheit, die Zugeständnisse auSschlösse, wo es dem ganzen Volk gilt. Dah die Deutsche Turnerschaft mit ihrem Festhalten an ben Formen der Körperertüchti- S zum Zwecke der Herairbildung lebensstarker Znlichkeiten, so wie Jahn sie wollte, recht , beweisen die jetzt allseitig sich bemerkbar machenden Strömungen gegen die Art der Ka» nvnenverherrllchung, zv welcher die wettkampf- mähige Körpervetättgung oft nur allzu sehr bet- abgesunken ist. Man warnt im Lager der „Geistigen" bereits vor dieser „Aristokratie deS 2i- ceps", die eine gänzliche und volksschädliche Verflachung bald zur Folge haben müsse, und bei den Beteiligten selbst kommt es häufig zu Szenen, die mit ehrlicher Sportausübung nichts mehr zu tun haben. Vorzugsweise sind eS die Elemente, die mit bewundernswerter Auffassungsgabe die zeitüblichen Formen der Geschäftemacherei dem Alltagsleben abgelaufcht haben und nun bestrebt finb. fie auf ihre Vereine und Verbände zu übertragen. Geistes- und Körperpflege tonnen sich sehr wohl vertragen, wenn sich beide ergänzen. DaS ist ia auch daS Ideal, das aber nur erreicht werden kann, wenn mit der äußerlichen bte innerliche Ertüchtigung Schritt hält. Unsere Freude am gesunden, starken Körper durch Akrobatentum verschandeln zu lassen, dazu sind wir unS doch zu Run rüsten sich die deutschen Turner für das neue Deutsche Turnfest, das im nächsten Jahre in Köln stattfindet, rüsten sich in Turnhalle und Schwimmbad, auf Aschenbahn und Kampfplatz, stählen den Körper, aber vernachlässigen dabei nicht die Seele. Rein, sie wandern auch unter frohen Liedern durch ihre schönen Heimatgaue und versammeln sich bei ernsten und heiteren Gesprächen zu geselligem Beisammensein. DaS Fest am Rhein soll ja nicht bloß eine KampfauSlese der Besten an Körpersrast und -geschicklichkeit fein, sondern gleicherweise eine Feierstunde all derer, die der Jugend ein wanneS Herz bewahrt haben, sich selbst jugendlich erhielten. Da« lebensfrohe Äöln rüstet gleich ermaßen für das deutsche Fest am deutschen Rhein, und wer rheinische Geselligkeit und Lebcnskunst kennt, der weiß, dah das Deutsche Turnfest 1928 in Köln seinem Vorgänger in München nicht nachstehen wird Darum ihr Turner in allen Gauen des deutschen Vaterlandes, stellt schon jetzt eure Arbeit im Verein daraus ein. dah ihr nicht nur eure Körper stärkt für den Wettkampf, sondern laht es auch an OtfttTtnn nicht fehlen, damit jeder, den sein Herz und Tumerfinn nach Köln ziehen, dort Tage deS 6ricben5 feiern kann, wie fie in solcher Inniake'.l nur ein Deutsches Turnfest bielei. A Tschimpke. Turngau Hessen. 4. Bezirk. Anläßlich der Hallen-Wetturnens am kommenden Sonntag in Schlitz findet am Vorabend. Same* tag, im Anschluß an die Kampfri chkersisinng eine Besprechung für die 1. Vorsitzenden, Kasten- und Turn warte der Vereine de» Bezirks statt. Handball. v. AeuerdingS hat auch der Giohener Borverein zwei Handball-Mannschaften unter Führung des Herrn T. Schneider zu- sammengestellt. Die Mannschaften treten am Sonntag erstmalig auf den Plan, und zwar gegen die Handballer der Spielvereini- g u n g 19 00 auf dem Universitätssporiplatz. Dorvereins 2. spielt gegen 19)03 2. und 3. komb.. und steht vor einer sehr schweren Ausgabe, die sie wohl kaum mit Erfolg losen wird. Anschließend spielt die 1. Elf gegen eine kombinierte Mann- schäft wn 1900 Boeverein hat einige ältere erfahrene Spieler in seinen Reihen, die alles daransetzen werden, ihrem schnellen Gegner den Sieg zu entreißen. D. f. D. — Sonntag. 13. Sehr., werden auf dem Wald- sportplatz wieder Gäste auS dem Mainbezirk zu einem LrgagesellschaftSspiel erwartet. GS ist D. s.R. 1 900 Offenbach, der durch seine diesjährige M isterschaft im SüdmainkreiS zur Dezirksliga aussteigt Die Erringung der Kreismeisterschaft, sowie die erhielten Resultate lassen auf ein sehr solldes Können der Mannsebaft schNesien. Wenn die V. s. B. - E1 s die kürzlich gezeigten Leistungen wiederholt, so dürfte sie auch diesmal trotz der anerkannten Spielstärke der Gäste alS Sieger auS dem Treffen hervorgehen. Zedenfalls steht ein interessanter Kamps zu erwarten. Die Ligareserve fährt nach Dillenburg. um gegen dessen Ligareserve zum fälligen Derbanosspiel anzufteten. Rach ihrem glänzenden Abschneiden am Vorsonntag dürste man auch von ihr einen Sieg erwarten. Der gefürchtete Dillenburger Platz kann jedoch alle Voraussagen über den Haufen werfen. Die 1. Iugendmannschaf t empfängt die 1. Jugend vom Sportverein Bad- Rauhe im zu einem Gesellschaftsspiel. Spielvereinigung 1900 Dietzen. ö. Der kommende Sonntag sieht die (Siebener wieder als Platzverein. Auf dem Sportplatz an der Liebigshvhe erwarten sie nachmittags die Ligaelf des Sportklubs Rieder- girme». Obwohl dieser Verein zum Abstieg aus der Kreisliga verurteilt sein dürfte, setzt er alles daran, die günstigsten Ergebnisse zu er- rir.yen. 1900 spielt mit Ersatz für den erkrankten' rechten Läufer, und mühte gewinnen, wenn die Mannschaft, beftnderS die Verteidiger, größeren Kampfgeist ausbringen, wie im Spiel gegen Herborn am Dorsvnntag. Die Ligareserve empfängt vormittags den D. C. Wetz! at, der mit zur Spitze zu rechnen ist. Für die Einheimischen gilt eS. die Schlappe vom Dorsonniag wettzumachen, wenn auch weiterhin die Führung in der A-StlaTfe behalten werden svl Die Lehrmannschaft spielt vor dem Ligaspiel gegen die II! a - Mannschaft vom D. f. B. Glesien. Gin spannendes Treffen steht in Aussicht. (Vorspiel 7:1 für 1900). 3n der Mittagsstunde treffen V. f. V. lll d und 1900 Hl b auf dem Waldfportplatz zusammen. Der AuSgang ist offen. Die 1. Jugend reist zum Gesellschaftsspiel nach Butzbach. Ob eS dort zu einem Sieg langt, ist fraglich, da Duhbach kürzlich den Tabellenführer V. f. B. Giesien geschlagen nach Hanfe schicken konnte und anderseits bei 1900 durch reichlichen Ersatz ein Fonnrückgang unverkennbar ist. Die 3. Jugend hat nach dem Ligaspiel Leihgesterns 1. Jugend zu Gast. Heuchelheim. Rächsten Sonntag fährt die erste Mannschaft des Sportvereins Heuchelheim Aum ersten Verbandsspiel in der Rachrunde nach Burgsolms. Das Vorspiel konnte Heuchelheim nur knapp 2:1 gcnxnnen. Die Zweite spielt ebenfalls im Verbandsspiel gegen die Zweite von VT. 20 Giesien auf hiesigem Platz. Aus dem Arbeiter-Turn«- und Sporrbund. Freie Lurnerschaft Henchelheim. ch Am kommenden Sonntag finbet auf dem Heuchelheimer Sportplatz ein Spiel statt, dessen Verlauf und Ausgang besonders regem Interesse begegnet. 3ft eS doch das erftemaLJtab sich die beiden zukünftigen KrciSklaften • Mannschaften, Heuchelheim und Giesien, seil den vorjährigen BezirkSspieftn gegen über stehen. Beide Mannschaften waren sich damals am gleichwertigsten; in der Zwischenzeit hat sich hieran nichts geändert. Konnte Giesien in der harten Schule der Kreisspiele wertvolle Erfahrungen sammeln, so nutzte Heuchelheim die Zeit durch fteisiiges Training und Uebungsspiele mit starken Gegnern, so dah sich auch am Sonntag zwei Mannschaften mit reiferem Können gegenüberstehen. Heber den voraussichtlichen Ausgang des TresfenS soll an dieser Stelle nichts vorausgesagt werden, der Sieg möge der Marrn schäft zufallen, die das meiste Anrecht darauf hat. Die Vertiefung des Sportgedankens und die Werbung immer neuer Freunde erfordert aber neben dem .Sieg" noch etwas anderes: den moralischen Gewinn. Stellen beide Mannschaften weniger den Kampfcharakter deS Fuhbattspiels in den Vordergrmck). d. h. „spielen" sie mehr um ihrer selbst willen, so haben beide Mannschaften einen Gewinn davon. Auch dec ist Sieger, der eine unvermeidliche Aieder- lagc mit Würde zu tragen weih Eine weitere wichtige Rolle spielt am Sonntag das Publikum, von dem man hoffen darf, dasi eS sich Jeiner sportlichen Erziehung und Reife bewuht wird. Äst auch der Posten des Schiedsrichters gut besetzt, so darf man von einem bevorstehenden sportlichen Ereignis in Heuchelheim sprechen. Die 2vgendmannschaften Gichetts und Heuchelheims zeigen vorher ihr spielerisches Können. Hier sind allerdings die Aussichten der Einheimischen sehr gering, denn Giesien hat w feiner ersten Zugendmannschaft einen sehr schwer zu überwindenden Gegner Srete rururr'chaft Giesien. 2üif dem Sportplatz Trieb bat die zweite Mannschaft Gießens die erste Mannschaft von Lodheim als Gast. Freier $nm. unb 6b»rtberein Wie'rck. Am komm en den Sonn'.ag schickt W.eftck zwei Mannschaf.en nach auswärts Die erste Mann- schäft tritt in Butzbach gegen die gftiche des dortigen Turm- imb Sportvereins an und wird sich fthr anftrenaen müffen. wenn ein ehrenvolles Resultat zustande kommen soll, lieber die gegenwärtige Spielstärke B'chbaLs orientiert am besten das Resultat, daS die Mannschaft am Sonntag gegen eine kombinierte Mannschaft BotnbeimS herausholle. Sie verlor sehr knapp 1:0. Damit bat diese junge Mannschaft bewiesen, dah sie spiclerisch auf der Höhe ist. Besier sind schon die Aussichten der 3 u • gendmannschaft WieseckS im Spiel geien die Jugend Butzbachs. Hier verfügt Wicseck ü>ct eine eingespielte und fähige Mannschaft, die sich schon sehr oft recht wacker gehalten hat. Rhön-Segelfluywettbewerb 1927 WSR. Der Rhönsegelllugwettbewerb. der auch dieses Jahr gesichert ist. findet in den Tagen vom 31. Juli bis 14 A ug u st statt. Der Veranftafter. di? Rhön-Rofttten-Gesellschaft. bringt diesen Wettbewerb nach dem im Herbst vorigen Bahres wieder er'olgten An'chlusi an den interna:km kenne Peter feit 55 Jahren, und er war damals. 1872, ebenso kahl wie heute. Er gehörte damals dem Maharadscha von Kolhapur und war bereits vorher im Besitz der RajayS von Satara gewesen, die den Vogel als einen Glückbringer hochhielten. Der Maharadscha hatte den Papagei 1844 erworben, und et war schon damals feine- hohen Alters wegen berühmt, weithin als der ^Maharadscha-Papagei" bekannt. Srit 1908 ist Peter mit mir nach England gekommen: alle Kinder der Umgegend kennen und lieben ihn: er ist ein grober Redner vor dem Herrn und weift alle möglichen Stimmen, darunter auch das Dellen ein cf Hundes, täuschend nachzumachen. AIS ich Gouverneur von 2lden war. hätte Peter einmal beinahe einen „internationalen Zwischenfall" verursacht. Ein rusiischer Admiral besuchte mich in einer diplomatischen Angelegenheit, und alS ich ins Zimmer kam, sah ich, dasi er beleidigt war „Äat man den Vogel gelehrt, Fremde zu beleidigen?" fragte er. .Als ich den Raum bett al. sagte ich zu ihm: »Guten Morgen, mein Liebling," und et erwiderte: .Du höllischer Lümmel! Es kostete viel Mühe, den gekränkten Admiral zu beruhigen." Chinosol Lindenplatz 5. »Im ist laut Zeitungsnachrichten von Südwester her im Anzuge. Beste Schutzmaß- regel: Dreimal täglich mit Chinosollösunir gurgeln und Nasenspülungen. Chinosol ist in allen Apotheken und Drogerien vorrätig. Versuchspackung nur 60 PL große Packung (vorteilhafter) 2— RM. Gebrauchsanweisung liegt bei. Alle Packungen sind bestimmt vorrfltic in der Kaiser Drogerie ERNST NOLL.. Eine Grippe Chino^i Epidemie im 49. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Else Datz Margot Datz 1351 D Gießen, den 10. Februar 1927. Heute morgen entschlief sanft unsere hebe Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante 1349D Gießen (Asterweg 15), den 9. Februar 1927. Am 9. Februar verschied nach einem arbeitsreichen Leben unser hochverehrter Chef 1350D Herr Louis Datz Gießen, den 11. Februar 1927. Das Personal der Firma Carl Schwaab Familie Daniel Klein. 610U Klein-Linden, Salzböden, den 10. Februar 1927. Louis Datz Bavaria Gießen 01024 01080 empfiehlt Mk. 30.00 01022 SemWMove-tzM £. W'lgMig Gleheu. seitersweg 58,1 Ireope. 'a Eingang Ecke Volksbad. Kein Laden. 1371c werden. Tie Dorftände. Die Beerdigung findet Samstag, den 12. Februar, nachm. 3Vi Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt Beileidsbesuche dankend verbeten. Die Beerdiffunff findet Sonntag, den 13. d M-, nacbm. 3 Uhr, in Klein-Linden vom St.orbehause, Frankfurter Str 102. aus statt. Hinterbliebenen: Familie Fr. Klein Familie Karl Klein Familie Hermann Klein Emmy Datz geb. Haas Ernst Ludwig Datz Der Entschlafene war uns stets ein Vorbild in Fleiß und Pflichterfüllung, ein treuer Berater und herzensguter väterlicher Freund, dem wir stets ein ehrendes Andenken bewahren. Das Andenken an den Entschlafenen wird in unserem Bunde in Treue und Dankbarkeit für alle Zeiten bewahrt bleiben. Drucksachen Mer Art iX'ÄrrSi lit vrühl'sche Untoerfltät$4>rnderci, H. Lange, Siehrn. Sdjultr. t Die trauernden Familie Wilh. Klein Familie W. Klingelhöfer Familie August Klein Godeisd. Slenogr.- -jernn oon 1861 unO C-omenoprelu Liegen. Landtag, 12. Februar, abdS. S Uüt: .Karlarnb": winterfest milKoftümball. Mitglieder baden Gimrtit nut nusae- ocbcnem AuSweiS. (Säftefauen können nur oonMngliedern am Eingang gelöst Die Beerdigung findet auf Wunsch der Verstorbenen in der Stille statt Am 9. Februar verschied unser lieber Freund und Bundesbruder Pkkleihkn »in fflosftn- fioitOmtii unb TomiuoS von 2.— Mk. an. Gg. Wahl, Friseur, Neustadt 33. NitaodbromMiil zu billigsten Preisen. 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Dorfeld Ferdinand Klots Familie Fritz Klotz Familie Otto löasNengeil Familie Jomef Enders 8 Enkelkinder. Gießen, (Wetzsteingasse 18). Aschaffenburg, den 11. Februar 1927. Die Beerdigung findet Samstag, den 12. Februar, nachmittags 4 Uhr. auf dem Neuen Friedhöfe statt. 13520 Todes-Anzeige. Gestern abend 10 Uhr entschlief sanft mein herzensguter Mann, unser lieber, treusorgender Vater Louis Datz Heute vormittag 6 Uhr verschied nach längerem schweren, mit Geduld ertragenem Leiden unser lieber Vater, Großvater, Bruder, Schwager nnd Onkel Johannes Klein V. im 73. Lebensjahre. Kaufgesuche | Gebrauchte Witte zu kaufen gesucht. Schr. Slnaeb u. 01021 an den Gier» Anz. ; Prima Gefrier fleisch (Mliick mit Holraum. evtl, mit Weiknätte oder Gelegenhrti aut (im« i tchtung einer solchen innerhalb der Liadt, ,|H fairfr.i grfndiL Lanlchwohnung zur Perfügung Schrill 1. Angebote mit Dar« leauna der Berhälf nisse nnd Piels unt. 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Febr.. nachmittags '/,4 Uhr, vom Sterbehause, Wetzlarer Straße 71, aus statt Für die uns beim Heimgang unserer lieben Mutter Frau Dina Rosenbaum geb. Katz erwiesene Anteilnahme sagen wir herzlichen Dank. Hierdurch erfüllen wir die trau- rtgeMicht.iinfereMttgliedervon demAbleben unscreSikameraden Philipp Klotz in Kenntnis zu setzen. Die Beerdigung findetSamStag, 12. Februar 1927. nachm. 4 Uhr statt. Zusainniknkunst3'/,Ubrain Eingang des Neuen Friedhofes. Uniform: L Rock und Helm. Daö Kommando: Fritz Wendel. Karl Wenzel. 1358c______________ Todes-Anzeige. Gestern abend 91/, Uhr entschlief sanft nach kurzem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater,Schwiegervater,Großvater und Urgroßvater fliilippb$6liliiigll.,Mtai.8. Die Beerdigung unseres lieben Kameraden Philipp Klotz Schmiedemeister m. 35 Zweites Blatt Glehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffen) Das Den fchtum in)u oslawien. Don Dr. Friedrich König. 2m 2Hcix:ag, 14. Februar, wird auf Deranlaffung deS Vereins für daS Deu.fchtum im Ausland Dr. Graßl, einer der hervorragendsten Führer deS Deu schturnS in 3uflo- slawien, in Gießen sprechen. ÄlS Einführung in die Probleme, die Dr. ®raijl behandeln wird und die jeden sich seines DeuischtumS De- wußten angehen, wird uni folgender Aufsatz zur Verfügung gestellt. Zwischen Donau und Adria wohnt daS s ü d- slawische VolkSlum, auS dessen Mitte sich die Hand erhob, die den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand im Sommer 1914 tötete und so den letzten Anlaß zum Weltkrieg gab. ES war die großferbische Idee, die den verhängnisvollen Schuß auSlöste. ViS inS 19. Jahrhundert hinein hatten Teile der Sübllatoen unter türkischer, bis inS 20. andere unter habsburgischer Herrschaft gcftan« den. Zuerst gelang eS den Serben und M o n - tenea^inern. sich staatlich auf eigene Füße zu stellen! mit Rußlands Hi.'se drängten sie darüber hinaus nach der Vereinigung aller Südslawen im grohserbischen Staate. Ihre Wünsche aber waren unvereinbar mit den Lebensinte».'- essen deS östrrreichtsch-ungarischen GrvhstaatS. Sine Lösung allerdings hätte es gegeben, bei der die Donaumonarchie hätte bestehen bleiben können: die Ausnahme bcä gesamten Südslawen- tumS In die Monarchie der Habsburger: daS dualistische Gebilde Oesterreich-Ungarn wäre zu einem triaststischen. Oefterreich-Ungarn-Südslawien geworden. Dahin drängten die Pläne Franz Ferdinands. DaS aber hatte b*n inneren Umbau der Donaumonarchie, hätte insbesondere die Zu- rückdrüngung deS Einflusses der Madjaren zur Voraussetzung gehabt. Durch den Zusammenprall der grohserbischen Pläne Delgrads mit der großhabsburgischen Ideenwelt Franz Ferdinands ist der Weltkrieg auSgelöst worden. Gr hat mit dem Siege Belgrads gc- enbeL Serben, Kroaten, Slowenen sind nunmehr im S. H. S. Staat vereinigt. Annähernd 12 Millionen Einwohner sind von ihm umschlossen. Serben, Kroaten und Slowenen machen etwa 80 Prozent der Bevölkerung aus: 20 Prozent etwa sind Angehörige völkischer Minderheiten: Deutsche, Madjaren, Albanesen, mazedonische Bulgaren. Türken. Walachen, Italiener. Die Zahl der Derr schen beträgt etwa 600 000. Die südslawischen Deutschen sind weit über- Land verstreut: 3 Gruppen lassen sich scheiden: eine auf ehemals österreichischem, eine auf altungarischem Boden und eine in Bosnien. Die österreichifchc Gruppe umfaßt das Gebiet der Untersteiermark, und Teile Süd - k ü r n t e n S. sowie die Sprachinseln SlovcmienS. von denen die G o t t s ch c e die größte ist; die ungarische Gruppe besteht aus dem Gebiet der Donauschwaben: der Bal sch ka. dem serbischen Teil deS B a na t S und dem südlichen Teil der Baranya, außerdem auS Ortschaften im früheren Kroatien unb Slawonien. Die bosnische Gruppe ist die kleinste: sie ist erst nach der Besetzung deS Landes durch Oesterreich-Ungarn, nach 1873 also, entstanden. Batschla, Banat unb Baranya lind von den Serben zur .Vojvodina" zusammengesaßt worden. Hier mögen an die 400000 Deutsche wohnen. Südlich davon, zwischen Donau und Save, im slawonischen S y r m i e n , beträgt die Zahl der Deutschen etwa 130 000. Gering ist die Zahl der Deutschen im eigentlichen Kroatien. In Slowenien, der Südscetermark also und der Kram wurden vor 1914 rund 110 000 Deutsche gezählt, die Jugoslawen geben nunmehr nur noch rund 40 000 an. Die Zahl der Deutschen in Bosnien beträgt 16000 Seelen. Wie sind die Deutschen in diese Gebiete gekommen? Zu scheiden ist die m i 11 c Ia 11e rl i che Kolonisation von der neuzeitlichen. Das slowenische Deutschtum geht auf dir erstere zurück: was weiter östlich sah, an der unteren Donau und in den Städten deS Dallans, ist den Türkenstürmen erlegen: Slowenien aber blieb vor der 11 eher Hutung durch die Türken infolge der Gegenwehr der Habsburger beoahrt: sein Deutschtum blieb erhalten. Am dichtesten sitzen die Deutschen in den S.ädtcn Marburg, Eilli, Det- lau. Rann, Windisch-Gräh, Windisch- Feistritz u. a. m.; als Dauern in der Gottschee und im Abstaler Decken südlich von Radkrosburg. Hierher stammt der groydeutsche Dichter Anasta- Vortragsabend Margarete von Bendemann. Im Botanischen Hörsaal las gestern abend die Dichterin Margarete von Dendemann auS eigenen Werken. Die Vortragende steht künstlerisch dem Kreise um Stefan George nahe, wie benn ihr Schaffen, insbesondere ihre Lyrik sehr ausgesprochen dre ganz besonderen Merkmale dieses Kreises aufwcist: die Gedichte, in denen sich übrigens das Profil der Margarete von Dendemann am schärfsten auSprägt, erweisen sich ebensosehr alS eine ausgesprochene, religiös betonte Frauenlyrik, wie von einem strengen, auf Aundheit und Geschlossenheit bedachten Form- Willen gestaltet. Die oben ungebeugten Beziehungen waren am klarsten aus einer Gruppe von frühen Gedichten zu empfinden: in den ersten Versen schienen gewisse strophische Formen AilleS nachzuklingen: in andern fühlte man sich eher an DauthendLy und an die Lasker-Schüler erinnert Es ist natürlich immer eine nützliche Sache, referierend über gesprochene Lyrik sich so zu äußern, daß Fernerstehende einen ungefähren Eindruck von Wert und Wesen dieser Gebilde er- ballcn. SS ist an sich schon schwierig, gleich nach dem einmaligen Höven seine Eindrücke einigermaßen greifbar, verständlich und charakterisierend in Worte zu fassen. Deshalb ist es kaum möglich, mehr als Andeutungen oder Analogien zu geben; zumal wenn es sich, wie hier, um ebenso gedanklich befrachtete, wre gefühlsbetonte Dichtungen handelt, die teilweise unserem Empfinden nach gerade ihres Gehaltes wegen durch den Vortrag verlieren. Sehr schone. Hin- aenbe, farbige Verse enthielten aud) die zuletzt gelegnen lyrischen Stücke »Der Tob", »Seele" und »Lied von Tod und Erlösung", wo ekstatische und visionäre Bilder in einer formal sehr ftroff und bewußt gebundenen Sprache siuS Grün (Gras Anton Auersperg), stammt der Tondichter Hugo Wolf, stammt ter Admiral Tegethosf, der Sieger über die Italiener in der Seeschlacht von Lissa. DaS Deutschtum der Vojvodina und Syr- mienS aber ist neuzeitlichen Ursprungs. SS war Prinz Eugen, der zu Anfang des 18. Jahrhunderts diese Gebiete den Türken entriß und für ihre Reubesiebelung Sorge trug. Ein Strom deutscher Menschen ergoß sich so daS 18. Jahrhundert hindurch in diese Lande und gestalte.e sie zu ertragreichem deutschem Kulturboden. 3m 19. Jahrhundert drohten diese Deutschen der Mabjarisierung zu unterliegen, mit dem WeltlriegSende sind sie an Rumänien und Serbien gekommen. Der ilebet- gang an die neuen Staaten hat das überraschende Ergebnis gehabt, daß sie sich aus ihr deutsches Volkstum besannen. Man fühlt sich nunmehr als deutsch es Doll, hat such unter der Führung entschlossener Männer wirtschaftliche Organisationen auf genosfenfcha'tlicher Grundlage, hat sich eine eigene Presse, eine eigene Partei geschaffen. In Bosnien gründeten schon 1869 rheinische Trappistenmanche un Tale der Urbas eine klösterliche Riederlassung deutschen Charakters. auS der daS bedeutende Kloster Mariastern hervsrgegan- gen ist. Don 1879 an folgten deutsche Familien auS der Gegend von Elfen und Köln, südungarische Schwaden schlossen sich an; 1891 begann die staatliche Kolonisation einzusetzen, von 54 staatlichen Kolonien, die im Zeitraum von 1891 bis 1905 angelegt wurden, sind 12 deutsche Siedlungen. Dr. HanS Maier, der den bosnischen Deutschen eine Schrist gewidmet hat (Heft 13 der Schriften des deutschen Auslanbinstituts Stuttgart) zählt diese bosnischen Deutschen zu den „an Tüchtigkeit, Lebenswillen und sittlichen Eigenschaften besten Teilen" des deutschen Volkes. In den Jahren seit dem Weltkriegsende haben die Deutschen Jugoslawiens Furchtbares erleben müssen. Die Jugoslawen versuchten, mit allen Mitteln des Terrorismus die Fiktion des jugoslawischen Rationalstaates ausrechtzucrhaltcn, so daß die Minderheiten, die deutsche insbesondere, zunächst rechtlos waren: der deutsche Einschlag in Jugoslawien sollte verschwinden, die Deutschen sollten vor allem vom Par.amenl in Belgrad auS- gelchlosscn bleiben. DaS aber entfesselte die Kräfte deS deutschen Volkes in Jugoslawien. Eie begründeten im Jahre 1923 die Par.ei der Deutschen im Königreich der Serben. Kroaten und Slowenen und schufen sich im ..Hatzfelder Programm" die Grundlage zu selbstbewußter volls- politischer Tätigkeit im neuen Staate. Sie stellen sich in diesem Programm auf den Boden des iugo- llawischen Staates, fordern aber dafür die Anerkennung cl3 vcltliche Minderheit. Dicht a'.S Kul- turdünAer für die fremde Volkheit, als „bewußte Angehörige vielmehr der großen bntt'chen Sprach- und Kulturgemeinschasi" glauben fic de i gemeinsamen Staate dienen zu können. Durch die Wah- len des Jahres 1925 erhielten sie 5 Abgeordnete trotz deS ungeheuersten Drucks von selten der jugollawischen Verwaltung. Diese 5 Abgeordneten haben sich 1925 mit den 4 Aögeordne en der sogenannten „Landwirtepartei" zum „Ab- georbnctcnblock drS Bauernbundes" znsemmen- geschlossen. Führer der den: schen Abgeordneten ist Dr. Stefan Kraft, der mit Dr. Georg Graßl zusammen im Januar 1925 in Siwatz in der Batschka von jugoslawischen Sturmtrupplern überfallen und schwer verwundet wurde. 2hm zur Seite steht der verdienstvolle letzte Leiter deS österreichischen Schulwe'ens in Bosnien und der Herzegowina, Dr. Graßl, der im 3uni 1920 den „Schwäbisch-beut'chen Kulturbund" begründet hat und dessen Dundcssekretär ist. Unter der Führung dieser Männer und ihrer Gefährten ist das Deut'ck tum Jugoslawiens daran, sich sein Minderheitenrecht zu erkämpfen. Es entwickelt fich fo zu einem wertvollen Außenposten deutschen Lebens, der vielleicht einmal dazu berufen ist, die Brücke vom deutschen Gesamtvolk zum jugoslawischen Volke schlagen zu helfen, das nunmehr unser wichtiger südöstlicher Nachbar geworden ist und gleich uns an der Entspannung der nationalistischen Gegensätze in Mitteleuropa interessiert sein müß'e. Herrn Dr. Graßl am kommenden Montag über „Jugoslawien und sein Deutschtum" sprechen zu hören, sollte kein volkspolitisch interessierter Deutscher unterlassen. Die französisch-englische „Hauptprobe" im Bai MH. Don Professor Ferdinand Dreher, Friedberg L H. Die umfangreichen bolschewistischen Deröf- sentlichuNgen aus den Geheimarchiven zu Petersburg genügen an und für sich schon vollauf, um Deutschlands Ehrlosmachung und Todesurteil in Versailles außer Kraft äu fetzen und unser bis auf daS Hemd au-geplünderte Volk von den endlosen, alljährlich in die Milliarden steigenden Strafzablungen und Erniedrigungen jeder Art zu erlösen. Heute steht unumstößlich fest, daß Deutschland als einzige Großmacht bis zum letzten Augenblick alles daransetzte, um den Weltkrieg abzuwenben. während Rußland und Frankreich vorsätzlich die Brandfackel in das europäische Pulverfaß schleuderten. Die Behauptung der Feinbstaaten, sie seien völlig unvorbereitet vom Kriege überrascht worden, entpuppt sich als niederträchtige Lüge. Vielmehr WKrbe schon 1913 darüber verhandelt, wie man bas kostbare Fell des erlegten deutschen Bären an die deS Sieges getniffen Ententemächte auf- teilen wollte, und Frankreich, sowie das ihm fett 1906 verschriebene England hatten gerade 1914 bas Höchstmaß an Wehrhaftigkeit erreicht. Die neuesten Forschungsergebnisse tocr'en auch auf das britische Auswärtige Amt bedenkliche Schatten, im Gegensatz zu Deutschland, beffen stete Friedenspolltik durch die sich häufenden Selbstzeugnisse aus dem Enientelager glänzend bestätigt wird. So räumen die anfangs Dezember 1926 erschienenen amtlichen Londoner Dokumente über den Kriegsausbruch endgültig mit den perfiden Fälschungen im englischen „Blaubuch" von 1914 auf. Jetzt, wo der verhaßte deutsche Konkurrent auf dem Weltmarkt als armer Krüppel niedergeboxt am Boden liegt, kann ..der olle ehrliche 3ohn Dull" es sich unbedenklich leisten, der Wahrheit den Weg frei- zugebem Wie eng übrigens die militärische Zusammenarbeit Englands und Frankreichs vor dem Kriege war (1906—14), wissen wir längst aus den franko-rusfischen Grneralftabsprotokollen vom 31. August 1911, wo festgestellt ist, .daß das französische Heer ebenso rasch wie das deutsche toiuentriert wird, und daß es vom 12. Tage an in der Lage ist, gegen Deutschland — mit Hilfe der englischen Armee auf dem linken Flügel — die Offen'ive zu ergreifen.“ Das englische Expeditionskorps sollte durch Belgien in das rheinische Industrieaebiet Vorstößen. um die deutsche Rüstungsindustrie tote ein Blitz aus heiterem Himmel lahmzulegen. Man begnügte sich jedoch nicht mit theoretischen Erörterungen. sondern die Verfechter der sogenannten „Belgischen Reulralitär' machten im Mai 1914 die Hauptprobe auf das Exempel. 3m Heft Ar. 4 vom Jahr 1926 deS zur Fortbildung der Referveofflziere dienenden „Bulletin du 20. Corps d’Armec“, herausgegeben von Berger»Levrault (Ranch, Paris und Straßburg) findet sich Seite 306 der Vortrag eineS Oberstleutnants Karcher über das Eifenbahntransport- toesens 1914 bis 1918, der fich u. a. mit dem Aufmarsch deS britischen Expeditionskorps nach dem linken Flügel der fünf französischen Armeen befaßt. Es heißt da: „Die Hebung im Mai 1914, die ich eben erwähnte. vollzog sich in Gegenwart und unter Mitwirkung von drei englischen aus London gekommenen Offizieren des britischen Kriegsministeriums."*) Der britische Generalstab hatte für den Handstreich auf das Rheinische Industrieg biet insgeheim eine Geländebeschreibung des Königreichs Belgien ausgearbeitet, die reise Frucht jahrelanger umfallendster Spionage. Die einzelnen Bände trugen folgenden gedruckten Vermerk: „Vertraulich! — Dieses Buch ist (Eigentum der britischen Regierung und dient der persönlichen 3nformation von R. R., der für die sichere Aufbewahrung des Buches verantwortlich •) Zitat auS der prächtigen Halbmonatsschrift „Der Weg zur Freiheit", f^erauSgegeben vom Arbeitsausschuß Deutscher Verbände, Berlin NW 7, Schadowstraße 2. (Preis monatlich 1 Reichsmark.) Gleichzeitig fei verwiesen auf die große führende Monatsschrift „Die Kriegsschuldfrage", herausgegeben von der Zentralsten' für Erforschung der Kriegsursachen, Berlin NW 6, Luisen» straße 31a. (Einze Iheft 1 Reichsmart.) totebergegeben werden. Die gleiche gesammelte Formkunst hat die beiden „mystischen Träume" „DaS Richts" und „Das Angesicht" gebildet. Mit allegorischen F.guren spielt „an der Pforte des Jenseits" das dramatische Gedicht „Der Sieger". in gedankenreichen und fließenden Versen. In ähnlicher, rhythmisch-dialogischer Form sucht das „Lied der Flamme" daS Motiv menschlicher Läuterung zu fpmbolifieren. DaS einzige Prosastück des Abends, an den Anfang gestellt, war ein Fragment aus einem Aussatz „Was kann uns die Bibel heute noch bedeuten?" -y- Urauffüf-,rung in Darmstadt. Am Hellischen Landeslheater erlebte das Lustspiel „Die Geschichten der Königin von Ravarra" von S c r i b e und Legouvä in der Bearbeitung von Otto Stockhausen seine Uraufführung in Gegenwart eines zahlreichen Publikums, unter dem fich auch viele auswärtige Kritiker befanden. Hvfrat Stockhausen tn Darmstadt hatte vor einigen 3ahren begonnen, bic französischen Gcslllschaftsbramen aus ber Zeit ber Mitte bes vergangenen 3ahrhunderts durch Bearbeitung wieder für den Theaterspielplan SU gewinnen, denn sie waren zu ihrer Zett sehr beliebt beim Publikum und erfolgreiche Kassenstücke. Da gerade in der Oegentoatt ein spürbarer Mangel an guter Unterhal.'ungsdramatik besteht, fo ist die Aussicht für solche Reubelebung älterer Dramen nicht ungünstig. Stockhausen hatte mit der Bearbeitung von Scribes Lustspiel „Ein Glas Waller" einen entschiedenen Erfolg, denn es ist von zahlreichen Bühnen in bet neuen Form auf- gcführt worden. Weniger glückte eine Reubrle» uung des Mokier eschen Lusrip.els „Der Herr von Pourcaugnac"; indessen fanden jetzt „Die ©e- schichten ber Königin von Ravarra" bei ber Uraufführung eine freundliche Aufnahme. Stock- Hausen, ber vor wenigen Monaten gestorben ist, hat insbesonbere ben Dialog bearbeitet, indem er mit glücklicher Hand die für unser Empfinden allzu lang ausgesponnenen Gespräche kürzte. Die ersten beiden Auszüge des Lustspiels waren den- noch etwas breit in der Schilderung der historischen llmtoelt, fo bah man sich ntcht recht für bie Schicksale bet handelnden Personen erwärmen konnte: dagegen trat in den beiden letzten Auszügen das Lustspielmäßige stärker hervor und gewann damit der Ausführung die Gunst des Publikums. Der leichtflüssige Dialog des Intrigenstückes stellte die Schauspieler vor eine ihnen ungewohnte Aufgabe, die sie aber im allgemeinen vortrefflich lösten, namentlich Maria Fein als Margarete, Schwester Franz 1., Königs von Frankreich, und Robert K l u p p als Kaiser Karl V. Ganz besonders wurden Inszenierung und Bühnenbild dem Charakter der Ausführung gerecht. E. B. 80 Kilometer in der Stunde auf Motor-chlittschuhen. Eine eigenartige Verbindung von Schlittschuh, Ski und Motorrad ist von einem Schwerer Thomas Avoskan er.unden worden, der seit einer langen Reihe von Jahren in Amerika lebt. W.e er auf den Geda.len des Motorschlitlschuhs kam, ber mit einer Grichw.ndigkeit von 80 Kilometern in ber Etunbe über das Eis oahin- gleitet, erzählt Edwin Ketschum in ..ReclamS Universum". „Ich fing mit nichts toe^er an alS mit einer Idee", sagte Avoskan. ..3d) beobachte e e.ne la ge Rsiye von Schlitric>uhläu- sern, die „Peit.chenkna. e.t" spielten, und plötzlich kam mir der ©eoan.e, was ,ür ein Vergnügen es für eine solche Reihe sein müßte, von einem Motor gezogen zu werden. Hier war etwas, was den Menschen noch fehlte. Srdfag, U. Scbruar 1921 ist. Sein Inhalt darf nur autorisierten Personen miigeteUt werden.* Der blutige Tanz konnte endlich beginnen ..Rußland ist bereit, und Frankreich muß eS auch sein." Mll bielet Fanfare gab ber russische KriegSrninister Suchomllnow am 13.3uni 1914 in der Petersburger ..Börfenzeitung" zu verstehen, was die Uhr geschlagen halte. Genau 15 Tage vor dem Mord von Serajewo. In Versailles aber behaupteten die 2t ..Sie- fer"-S:aaten mit frommem Qhigenttuffdblaa, fic eien von dem deutfchen Verbrecher n eidjlinge Überfällen worden, und erpreßten von dem betrogenen, wehrlosen deutschen Volk bie Unterschrift unter einen „Vertrag", wie ihn niederträchtiger kein Menfchenhirn auSzubenken vermöchte. Halb mitleidig, halb verächtlich fieht bie Menschheit auf ben blutleeren deutschen Michel herab, der sich widerspruchslos abplagi. um seinen Peinigern Tag für Tag vier Millionen Strastribut zu zahlen und sich den verbeulten Kops zermartert, um den bis an bie Zähn» bewaffneten Franzosen immer neue „Sicherheiten" zu bieten. Wie lange bat deutsch' Volk sich In der arm Sünder-Rolle gefällt, weiß der Himmel. Die Sklavenketten fallen erst in dem Augenblick. wo Allbeutfchland wie ein Mann hinter feine Regierung tritt und von dem Döckerbund die Revision deS Jehlspruches von Versailles erzwingt. Unter der Glut unserer Gegenbetoeife wird der Heiligenschein der „hohen alliierten und assoziierten Mächte" wie ein Fetzen Pavicr aufflammen, in die Hexenküche von Derfailles leuchten und die dunklen Machenschaften von Poin- car6, ISwolfki, Grey und der amerikanischen Hochfinanz sMorgan-Trust!) aufdecken. Oberbeffen. Landkreis Gictzen X Klein-Linden, 10. Iebr. Die hiesige Landwirtschaftliche Bezugs- und Abfatzgenossenschaft hielt dieser Tage Ihre Hauptversammlung ab. AuS der Bilanz und dem Jahresbericht war eine erfreuliche Geschästsent- wicklung im abgelaufenen Jahre ersichtlich. Dadurch war es mögllch, die eingezahlten Gef6)ästs- anteile mit 10 Prvz. zu verzinsen. Die Höchstgrenze für Kredite wurde auf 200 Mk. festgesetzt. Die Einrichtung von Kontobüchern für jede« Mitglied wurde als vorteilhaft erkannt und durchgeführt. — Am Samstagabend veranstaltete ber Kriegerverein eine Familienfeier, beren Ertrag zur Sortierung ber Errichtung eine# Gefallenen-Denkmals bestimmt war. Im Mittelpunkt bes AbendS stand ein Lichtbildervortrag übet die Abwehrschlacht am Rorotsch- fee, daneben wurden noch einige gesellige Darbietungen trefflich herausgebracht. Die Veranstaltung, die von hier und aus ber Rachbarschaft sehr gut besucht war, befriedigte in allen Teilen außerordentlich, wofür der starke Beifall treffend Zeugnis ablegte. —6— Lang-GönS, 10. Febe. Bei ber gestern Im hiesigen Gemeindewald stattgehabten ■Bau- und Ruhholzversteigerun'', zu ber zahlreiche hiesige und auswärtige 3..:cr- essenten erschienen waren, wurden folgende Durchschnittspreise erzielt : Eichenstämme Kl. 3 45 Mk., Kl. 4 30 Mk. Kl. 5 25 Mk, Kl. 6 20 Mk: Ktesern- ftämme Kl. 2 30 Mk, Kk 3 23 Mk, Kl. 4 23 Mk. Kl. 5 20 Mk.: Fichtenstämme Kl 2 23 Mk. Kl. 3 26 Mk. Kl. 4 25 Mk, Kl 5a 22 Mk. Kl. 5b 19 Mk. pro Festmeter. Fichten-Derbstangen wurden in Klasse 1 mit 15 Mk, in Klasse 2 mit 9 Mk. pro Festmeter bezahlt. t Stangenrod, 10. Febr. Die nunmehr beendete Feldbereinigung in unfercr Gemarkung findet bei den Ctnwoynern allgemeinen Anllang. Das neue Wegesystem ist praktisch angelegt, die Lieberfahrten sind vorteilhaft gestallet und auch Im allgemeinen ist in der Fllir eine bemerkenswerte Besserling zu verzeichnen. Zu bedauern ist nur die völlige Ausrottung der Hecken und Sträucher, sowie der Verlust einer großen Anzahl Obftbäume. Hierdurch ist nicht allein eine Einbuße an der Obsternte zu gewärtigen, sondern auch die Riststätten für die Singvögel find nunmehr leider recht spärlich geworden. be. RüddingShausen, 10. Febr. Dieser Tage wurde der Schulvcittoalter Müller, ber etwa zwei Jahre in unserer Gemeinde amt erte, zum Lehrer an ber Volksschule zu Rein - harbshain ernannt. Schüler und Erwachsene sehen ihn ungern scheiden. Währenb seines W.r- Aber 12 lange Jahre hinburch nahm bie Er- finbung meine Zeit tn Anspruch. Ganz allmählich hat sich mein jetziges Rad entwickelt. Zunächst dachte ich daran, die Räber mit Rä- gebt zu versehen, tue sich in das Eis eingraben sollten. Dann schaffte ich einen Sitz für ben Fahrer. Hierauf kamen zunächst die schll'.tschuh- artigen Kufen, bie bas Hinterrad ersetzen sollten. Meir.e erste Maschine war nicht ertolgreich: ebenso toenig die zweite und dritte. 2lber td) war davon überzeugt, daß meine Idee gut sei. unb ich beschäftigte mich fortbauemb bamit. Ich belam einen Posten a S Rachtwäch:er unb konnte so meine Tage freihalten für nuir.e Arbeit in ber kleinen Ecke, bie ich in einem Maschinen- geschält gemietet hatte." „Avoskan leg e um den Gurnrnirei en eines MotorrabcS einen Lebertreibriemen, der mit Etahlnägeln von etwa za:ei Zentimeter Länge besch'agen war. Hin en befestigte er ein paar Schüttenkufen fo, daß sie durch die ßenfftange dirigiert werden konnten. Die Kufen, die sich in entgegengesetzter R chtung bet Lenkstange drehen, sind stt^hnrich gebaut, nach unten spitz zulausend. Diese Form gilt für den Schnee. Für daS Eis ist ein schmaler Schlittschuh unter ben Schneeku en angebracht, ber schnell an- unb ab gemacht werden kann. AvoSlans Maschine hat in ben Vereinigten Staaten großes Aussehen erregt, und schon viele beschäftigen sich mit diesem merkwürdigm Sport. Außerdem hat er auch ein lenkbares Rad mit einem Motorrad verbunden, um das er glcich- 'all$ einen unbeschlagenen Treibriemen gelegt bat Anstatt auf der Maschine zu sitzen, steht ber Fahrer auf dem Eis. unb trägt an ben Füßen kurze S.is. Die Ma chi7.e hat e ne 5 ub;:e* lung wie ein Automobil, so baß das Rad slisi- stehen kann, während der Motor läuft, sie kann 28 Schlittschuhläufer mit Windese le h ‘er 'i ) herziehen kens fördert« er besonder- die Pflege und Veredelung der Obstbäume unsere- Ortes. J) Sich, 10. Febr. Aus der Sitzung des S t a d t v o r st a n d e s ist zu berichten: Der Bürgermeister nahm zunächst Stellung zu einer Berichterstattung der „öberhessischen Volkszeitung" über die Entlohnung der Not- st o n d s o r b e i t e r, die er als eine unwahre Tendenzmeldung bezeichnete. Er schilderte den Sachverhalt folgendermaßen: Ein Teil der Notstandsorbeiter wurde mit Steinschlagarbeiten zur Herstellung von St.aßendccksteinen beschäftigt. Nach Anhörung Sachverständiger wurde ein A.kordsatz von 4,80 Mk. je Kubikmeter festgesetzt. Die Leute 3ctaten zum Teil geringe Arbeitslust, so daß noch Ablauf einer Woche das Arbeitsergebnis ein klägliches war. Daraufhin bewilligte der Bürgermeister eine Zulage von 20 Pf. je Arbeitsstunde, wodurch ein Stundenlohn von 40 bis 54 Pf. erreicht wurde, der sich bei größerer Arbeitsfreudigleit leicht hätte erhöhen lassen. Für die zweite Woche stellte er weitere Feststellungen in Aussicht und ersuchte den Kreisbauin- spektor der Kreisbauoerwaltung, die nötigen Erhebungen an der Arbeitsstelle zu machen. Als der De- amte, dessen Kommen den Arbeitern angesagt mar, morgens 9.30 Uhr an der Arbeitsstelle erschien, fand er dort nicht einen einzigen der Arbeiter, mußte also unverrichteter Sache wieder Weggehen. Die 20 Pf. Zulage wurden auch für die zweite Woche bewilligt und die Arbeit in dieser Form dann eingestellt, weil sich damit die Herstelluna von 1 Kubikmeter Kleinschlag, den man bei Basaltwerken für 5 Mk. kaufen kann, auf 10 bis 15 Mk. stellte. Nach Ablauf der zweiten Woche werden beim Steinschlagen nur freiwillige Arbeitskräfte verwendet, die den einfachen Akkordsatz von 4,80 Mk. erhalten und damit zufrieden sind. In der ersten Woche sei die Auszahlung des Stundenlohnes infolge der geführten Verhandlungen 1 Tag spater als der Akkordlohn erfolgt, aber immerhin 3 Tage vor der ersten Berichterstattung der „Oberhessis^en Volkszeitung". Deren Gewährsmann hatte sonach wider besse.'s Wissen gehandelt und die Wahrheit in das Gegenteil verkehrt. Es erging nach kurzer Debatte folgende Entschließung: „Der Stadtvorstand weist die Berichterstattung der „Oberhessischen Volkszeitung" und die darin vorge brachten Beschwerden als unwahr zurück und billigt die von dem Bürgermeister getroffene Regelung." Diese Entschließung wurde gegen die Stimmen der drei sozialdemokratischen Vertreter angenommen, deren Sprecher erklärte, daß sie nur für den zweiten Teil der Entschließung stimmen könnten. — Der gestrige Tag war für die Stadt Lich und deren Umgebung von besonderer Bedeutung durch die E r- Öffnung einer Auto-Omnibus-Linie, die den benachbarten Ortschaften, die keine Bahnvcr bindung haben, eine gute Verkehrsmöglichkeit von und nach Lich gewahren soll. Es handelt sich um ein Privatunternehmen der Herren Engel und R i n- k e r in Grüningen, das den Verkehr zwischen Lia'; und den Gemcinoen Grüningen, Holzheim, Dorfgüll, Bettenhausen und Birklar einerseits und den Gemünden Hattenrod, Burkhardsfelden, Oppenrod, Al- bach und Steinbach andererseits vermitteln soll. Bei der heutigen Probefahrt, die die nordwärts ge- leaenen Gemeinden berührte, nahm ein Teil des Stadtoorstandes und der Vorstand des Vereins für Handel und Gewerbe dahier teil. In allen Gemeinden wurde dem Omnibus reaes Interesse entgegen^ gebracht, das sich durch die rafdje Ansammlung einer größeren Zuschauerzahl kundgab. Die Besprechung dieser Autolinie stand als zweiter Punkt auf der Tagesordnung. Der Stadtvorstand will im Interesse der Hebung des Verkehrs sich an der Aufbringung eines G a r a n t i e f 0 n d s bis £um Betrage von 1000 Reichsmark beteiligen, behält sich aber die Vereinbarung der näheren Bedingungen hierüber noch vor. — Auf Ansinnen des Provinzialbau- bcamlcn der Provinz Oberhessen in Gießen wurde beschlossen, einen Streifen Waldgelände in Distrikt Kleinhänserberg in einer Breite von 4 Meter ab- l holzen zu lassen und diese sodann unentgeltlich in das Eigentum der Provinz Oberhessen zu über: ' tragen. Diese Maßnahme soll schädigende Einflüsse ,t von der Provinzial st raße Lich — Grün- 'berg f e r n h a 11 e n. — Weiter wurde bekannt, daß der Stadtvorstand beschlossen hat, für das hiesige Postamt einen Neubau zu errichten. Als Bauplatz wurde der bisherige Festplatz an der Bahnhofstraße zwischen Wetter und Weidgraben in Aussicht genommen. * Münster, 10. Febr. 3n dem zwischen Ober -Dess ingen und Wünst e r gelegenen „Steines", einem von der Gießener Beton- gesellschaft betriebenen Steinbruch, ereigneten sich in letzter Zeit mehrfach Slnglücksfälle, die immer noch glimpflich abgingen. Heute ist wieder ein Tlngwcksfall geschehen, der diesmal den Tod eines blühenden Menschenlebens zur Folg« hatte. Der ISfahrige Sohn Otto des Gastwirts Stein von der Horstenburg wurde durch einen herab stürzenden Bauin st 0 ck (Wurzelstock) derart schwer g e ■ Der Orden. Don A. P. Tschechow Der Lehrer an der Kadettenanstalt. Kollegien- rat Leo Pustjakow, suchte am Deujahrsmorgen seinen Freund, den Oberleutnant Ordenzow, in dessen nebenan gelegener Wohnung aus. „Sieh" einmal, lieber Gregor," sagte er nach dem üblichen Austausch von Glückwünschen, „ich hätte dich heute nicht gestört, wenn es sich nicht um eine Sache von äußerster Wichtigkeit handelte. Leihe mir, bitte, für den heutigen Tag deinen Stanislaus. Ich bin heute zu Tisch bei dem Kaufmann Spitschkin, und dieser Streber ist derartig auf Orden versessen, daß er jemanden, dem nicht etwas am Halse ober im Knopfloch baumelt, kaum Beachtung schenkt. Sind dabei hat er zwei Tochter... Anastasia, weiht du, und Sina. Ich spreche zu dir, als meinem Freunde. Du wirst mich verstehen. Sei so gut, leihe ihn mir/' Das alles brachte Pustjakow stotternd, erröten b und schüchtern zur Tür blickend hervor. Der Oberleutnant schimpfte, willigte aber schließlich ein. Alm zwei Alhr nachmittags fuhr Pustjakow zu Spiischlin. Den Pelz hatte er etwas zurückgeschlagen, um aus seine Brust sehen zu können, an welcher in Gold und Emaille der fremde Orden schimmerte. „Wie sich doch gleich das Selbstgefühl steigert". sprach der Lehrer vor sich hin. ..Ein lleines Dingelchen für fünf Rubel mehr kostet es nicht, kann solch eine große Wirkung haben!" Dor dem Hause Spitschkins anqetommcn, schlug er den PelH weit auseinander und bezahlte umständlich den Kutscher, der, wie es ihm schien, beim Anblick des Stanislaus vor Ehrfurcht erstarrte. Pustjakow räusperte sich selbstzufrieden und trat in das Haus ein. Er legte den Pelz im Dorraum ab und blickte in den Saal, in welchem Sie würden es inerten . . . Alnö ich mühte den Ann über die ganze Brus: legen, genau so, als ob ich zu fingen anfangen wollte, Herrschaften, wenn doch nur erst das Mittagbrot zu Ende wäre. Ich muh nachher im Restaurant essen! Rach dem dritten Gange warf er einen verstohlenen Blick auf den Franzosen. Trambljan schien aus irgendeinem Grunde stark verwirrt zu fein; er sah gerade herüber und ah ebenfalls nichts. Als sich ihre Blicke begegneten, steigerte sich die Verwirrung beider noch mehr und sie senkten die Augen auf die leeren Teller. „Der Kerl hat etwas gemerkt," dachte Pust- jakow. „An seiner Disage sieht man, daß er es gemerkt hat! Alnd ausgerechnet er, dieser Lümmel, dieser Intrigant! Morgen wird er es natürlich dem Direktor hinterbringen." Es erhob sich ein Herr mit gebuckelter Rase, weiten Nasenlöchern und Schlitzaugen. Er strich sich über den Kopf und toastete: „Ich ... äh ... hm ... ich schlage vor, unser Glas auf das Blühen ber anwesenden Damen zu leeren!" Die Tadelnden sprangen geräuschvoll auf, griffen zu den Gläsern, und ein kräftiges „Slrra" hallte in allen Räumen wider. Dir Damen lächelten und hielten sich xum Anstößen bereit. Pustjakow stand auf und nahm sein Glas in die linke Hand. „Leo Rikolaitich, feien Sie so liebenswürdig, dieS Glas Anastasia Timofejewna hinüberzu- reichen!" wandte sich ein Herr an ihn. „Sehen Sie durch, dah sie es auslrinll.! " Diesmal mußte Pustjakow zu feinem größten Entsetzen auch feine rechte Hand 3um Gebrauch freimachen. Der Stanislaus an zerknüllt:n Bändchen crblicftt endlich das Licht und begann zu funkeln. Der Lehrer erbleichte, senkte Den Kopf und warf einen schüchternden Seitenblick zu dem Franzolen hin. Dieser iah mit verwunderten. troffen, dah der Tod alsbald eintrat. Der Verstorbene war der einzige Sohn feiner bedauernswerten Eltern, die nun nur noch eine Tochter haben. Langd, 10. Febr. Gestern fand in den fiskalischen Waldungen der hiesigen Försterei Brennholzverfteigerung statt. Ars te. Wet e.au und te.i umliege..oen Ortschaften waren viele Käufer erschienen D e Preise hielten sich etwa auf der Höhe der früheren (Ber Steigerung. Buchev.scheirholz kostete der Raummeter 12 bis 15 Mk., Buchenstammknüppel 10 bis 13 Mk.. Hainbuchenscheit 12 bis 13 Mk. Hainbuchenknüppel 8 Lid 11 Mk., Eiche.'.'cheit 9 bis 11 Mk., Ei ealnüppei 7 bis 8 Mk., Bucenriser 2.50 bis 3 Mk., Cichenreiser 1.23 b.s 1,50 Mk.. Buchen- stocke kamen nicht zum Ausgebot. MrciS Avicdbcrg Ss. Friedberg, 10. Febr. Der hiesige Zweigverein des D. H. E. h'e.'t jht sei. e Jahreshauptversammlung ab. De Wandertä igfeit war im verflöße, e.r Jahre sehr rege. Cs wurde 1 15 Wanderungen durchgeführt, 56 Mitglieder konnten delor ert werden. Der Mitg.irderstand fee rägt zur Zeit e wa 160. Im Laufe des Vorjahre.' hat sich der Verein ein eige. es Heim getaut, das von den sechs Iugend- grupven eifrig benutz! w.rd. D:e Einnahmen des Dere S de auf?n sich auf etwa 1500 Ml. Eine sehr levhaf e Aussprache en spann sich übet die Zustände in den Elubhäusern des Hohe- r 0 d s i 0 p s s, bei ler von saft allen Mitgliedern eine Ves.i igu-g der vorhandenen Zustande drm- gend gefordert wurde. Friedberg, 10. Febr. In einer von Lehrern und fon igen Heimatfreunden scan besuchten T ersa nmlung im Polytenikum hielt gestern Dr. Hylh 0 rn (Marburg), einen hochinteressanten L i ch t b I l-d e r v 0 r t r a g über die allgemeine Territorialgeschichte der W e 11 e t a u. Die Ausführungen ergaben, äu> eine kurze Formel gebracht, etwa das folgende Entwicklungsbild: Die Wetterau ist ihrem Eha- rasier nach ein Durchgangs-, ein Pahland, dessen S^rahrniuch schon in vorgeschichtlicher Zeit fcstgelegt war. Die Straßen bestimmen das Schicksal des Landes. Die alte Einheit sowie karolingische Gauversassung wurde zerschlagen. Das ist die erste einschneidende Epoche in seiner Geschichte. Dann versuchen nacheinander mehrere Geschlechter Territorien zu gründen, zuerst die Münzenberger in Anlehnung an den Kaiser, bann die Falkenstemer im Gegensatz zu Hanau, zuletzt Solms, das im Kamps mit Hessen- Darmstadt zugrunde geht. Deutlich sieht man immer wieder die Tendenz, an die Straßen her- anzulornrnen, denn wer diese hat, hat das Land. Keinem ist es gelungen, Hessen-Darmstadt hat den Sieg davongetragen. Das ist die zweite einschneidende Epoche in der Geschichte unseres Gebietes. Die Geschichte der Wetterau zeigt beim ersten Betrachten ein verwirrend buntes Bild. Doch darunter liegen große Linien, die durch die geographische Lage und die Bodenbeschaffenheit des Landes bedingt sind. Mag sich das Bild immer wieder ändern, die Ges^e. nach denen es sich ändert, bleiben immer dieselben, weil sie von denselben Gründen abhängig sind. Der Redner, der Mitarbeiter am g^chichtlichen Atlas für Heften ist, gab an dem Beispiel einer größeren Landschaft einen Einblick in die äußerst gründlichen neuen Forschungsmethoden, die den historischen Atlas für die kurhessischen und darmstädtischen Teile Hessens schassen werden. Das Werk, das ganj Oberhessen in dem Sinne behandeln wird, wie es der Redner an dem von ihm erläuterten Beispiel anschaulich zeigen konnte, wird der neuen heimatkundlichen Bewegung hervorragende Dienste leisten. D" Allas w rd nach dem Be spiele der Aheinprovin-, aller Voraussicht nach auch in einer Schulausgabe herauskommen. Der Redner bat die Lehrerschaft um fleißige Mitarbeit durch Sammeln aller Karten und Flurnamen, sowie durch Nachprüfung der in dem aus dem Jahre 1854 stammenden Werke von Gg. W. I. Wagner über die „Rüstungen in Hessen" angegebenen Lageverhältnisse der Orte, die zumeist schon vor dem 30jährigen Kriege ausgegangen sind. Areis Büdinftru. le Dleichenbach. 10. Febr. Am Montag und Dienstag sanden die Brenn h olzver- fteigerungen im hiesigen Geme'mdewald statt. Sie waren auch von auswärts gut besucht. Da die Steigerer bei ihren Geboten nicht immer soziale und wirtschaftliche Rücksichten beachteten, waren die Preise durchgängig bedeutend höher als im vorigen Jahre. So kamen, abgesehen von einzelnen ganz aus dem Rahmen springenden Fällen. Buchenscheitholz auf 15 vis 17 Mt., Buchen prügel auf 19 bis 20 Mk., Reiser durchschnittlich aus 3,50 Ml.. Stöcke auf 4 Mk. für den Raummeter. Auch Eichen- und Tannenprügel waren sehr begehrt und hatten entsprechende Preise. Krcis Schotten. =.= Schotten, 10. Febr. Die Bezirks- fürsorgcstelle des Kreises Schotten gewährt auch in diesem Jahre den bedürftigen Kriegerwais.n und Kindern von Schwerlricgsbe- schädigten Beihilfen zur Desireitung der Kosten der K 0 n f i rm a t i vns a u s st a t !ung. was für die betreffenden Familien sine fühlbare Entlastung bedeutet. —. = Oberseemen, 10. Febr. Bei der Verpachtung der Gemeindejagd im nahen Volkartshain blieb August B e r i n q e r aus Franksurt a. M. Höchstbietender mit 425 Mk., was gegenüber der vorigen Verpachtung nahezu eine Verdoppelung des Pachtpreises bedeutet. Kreis -llsfcls. L Renzendorf, 10. Febr. Durch die Eröffnung der Autopostlinie Alsfeld—Meicl es muß die Fahrpost Storndorf — Renzendorf eingehen. Damit verfchwindei wieder ein Stück Romantik aus unserer Heimat. Gestern verkehrte der Pferdcpostwagen zum letztenmal, und aus diesem Anlaß waren Pferde und Wagen aufs schönste geschmückt worden. Es ist verständlich, daß dem beteiligten Postpersonal das Dbfchiednehmen von der alten, liebgewordeneri Einrichtung schwer fiel. Starkenburg. WSR. Kelsterbach, 10. Fnes Landjugendheims beschäftigt, das den Damen „Dennoch" erhallen soll. Aus einem großen, zwischen bewaldeten Höhen gelegenen Gelände werden 3 große Baracken mit allen neuzeitlichen Einrichtungen erstehen. Gediegene Anlagen werden das ganze Bauwerk umgeben. Kreis Limburg. DSD. Limburg, 10. Febr. Auf der sog. „Meil", kurz vor Limburg, ereignete sich gestern abend ein schwerer 21 u t 0 u n f a l L fein in Reparatur befindlicher Lastkraftwagen, mit an einer langen Speisetafel ungefähr fünfzehn Personen saßen. Man hotte Stimmengewirr und Telletklappern. „Wer hat soeben geläutet?" lief) sich die Stimme des Hausherrn vernehmen. „Ah, Leo Dikolaitsch! Seien Sie willlommen. Sie haben sich etwas verspätet, aber das tut nichts, wir haben uns gerade zu Tisch gesetzt." Pustjakow streckte die Brust heraus, rieb die Hände und betrat erhobenen Hauptes den Saal. Aber da erblickte et etwas Fürchterliches. An dem Tische, neben Sina, saß sein Amtsgefähtte, der Lehrer der französischen Sprache Trambljan. Dem Franzosen den OrDzn zeigen, hieße eine Menge unangenehmer Fragen heraufbeschwören. hieße, für immer blamiert, entehrt fein. Der erste Gedanke Pustjakows war, den Orden abzureißen oder kehrt zu machen: aber bet Orden war fest angenäht und ein Rückzug bereit- ganz unmöglich. Er verdeckte also schnell den Orden mit der rechten Hand, machte, ohne jemanden die Hand zu reichen, eine allgemeine Verbeugung und ließ sich schwerfällig auf den einzigen freien Stuhl nieder, gerade feinem französischen Kollegen gegenüber. „Er wird wohl betrunken sein," dachteSpitsch- fin, dem sein verstörtes Gesicht auffiel. Man setzte Pustjakow einen Teller Suppe vor. Er nahm den Löffel in die sinke Hand, bedachte dann aber, daß es unschicklich fei, in guter Gesellschaft mit der sinken Hand zu essen, und erklärte, bereits zu Mittag gespeist zu haben und nichts genießen zu können. Seine Seele erfüllte verzehrende Gier und trostloser Aetger: die Suppe strömte einen köstlichen Geruch aus und von dem dampfenden Stör fliegen außerordentlich apvttitsiche Wölkchen empor. Der Lehrer versuchte feine rechte Hand frei-mmachrn. und den Orden mit der Linken zu verbergen, aber das et wie- sich als ungefchickt. dem gerade eine Probefahrt gemacht wurde, ge riet infolge Platzen- eines Reifen- inS Schleudern. rannte gegen einen Baum und überschlug sich. Der Ehausseur erlitt einen Arm- bruch und eine Gehirnerschütterung und mußte bewußtlos im Krankenhaus eingel.efcrt werden, während ein Lehrling einen schweren Rippen- bruch davontrug. Das Auto wurde völlig zer- t nimm ert. äapitalabftnbung. Von dem Dersorgung-amt Gießen wird uns geschrieben: Die tzach dem Reichsvcrsorgungsgesetz vom 12. Mai 1920 wegen der Folgen einer Dienstbeschädigung versorgten srüheren A^g hörigen der deutschen Wehrmacht und ihre Witwen, dicnst- beschädigte frühere Kapitulanten, frühere Of i- gicre und Offizierswitven, die Tlnspruch auf Kricgsvcrforgung haben, ferner solche früheren Wehrmachtsangehörigen, die aus der Zeil vor 1914 Anspruch aus Kricgsvcr'orgung haben, können nach näherer Vorschrift der einschlägigen Go- sehe an Stelle eines Teils ihrer Versorgung-- gebührnisfe Kapitalabfindung zur Siedlung oder Scßhaftmachung auf eigener Scholle erhalten. Auskunft erteilen die örtlichen VersorgungSärnsit und Bezirkslür'org:vctbände (WohNeß»tzäniter'>. Heber die Bewilligung der Kapitalabfindung entscheiden die Hauptversorgungsämter. Im Bereich des Hauptverlorgungsam's Kassel, das als RerchSprovinzialbehörde d S Der- sorgungswesen für die Provinz Hes'en-Dassau, die Länder Thüttngcn, Hessen und Waldeck leitet, nimmt 6er stark überwiegende ländliche Kleinbesitz, in Thüringen auch der vielfach ein kleine- Eigenheim erstrebende ober besitz mbe Heimarbeiter die Kapitalabsindung besonders weitgehend in Anspruch. So konnten seit Beginn des Jahres 1926 an runb 3300 Personen insgesamt 7 Millionen 700 000 Mk. als Kapital- absinbung bewilligt werben. Die Kapitalabfindung fordert somit nicht unerheblich den dringend nötigen Wohnungsbau und die Erhaltung des Eigcnbeiites der Kttegsbeschädigtm, denen sie fast ausschließlich zugute kommt: sie findet ihre Grenze an den wohlverstandenen Belangen ber Versvrgungsöerechtigten, die von ihr einen den Wegfall des Rententeil- überft ei gruben Dützen haben sollen. Gerichtsfaal. Bcffrafte Hehlerei. WSD. Frankfurt a. M, 10. Febr. Der feit ficben Jahren als Schmelzer tätige Han- (Köber verschaffte sich einen Debenverdienst ba- burch. daß er nach und nach 300 Kilo Lötzinn mitnahm und kiloweife zu 1,70 Mk. dem schon zweimal wegen Hehlerei bestraften Händler Leopold Eis in der Doimenyasse verkaufte. Während das Große Schöffengericht Röder zu bre i Monaten Gefängnis verurteilte und bedingt begnadigte, erhielt Eis wogen gewerbsmäßiger Hehlerei im Rückfall ein Jahr vier Monat« Zuchthaus, drei Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Schulelnbrecher. WSD. Frankfurt a. M., 10. Febr. Im November wurden hier kurz hintereinander eine Anzahl Schuleinbrüche begangen, wobei den Tätern Reine Geldbeträge, in einem Falle auch die Armbanduhr einer Schwester, In die Hände fielen. Günthersburg-, Merian-, Glauburg-, Dahlmann- und Bethmannschule würben von den Tätern heimgesucht, bte zu allererst ber Klinger- Oberrealfchule einen Desuck abstatteken, wo sie nachts gegen 11 Hhr, nachdem sie sich betrunken hatten, eindrangen. Der Ivfef Meu tet hauste dort wie ein Danbale. Einen Grammophonapparat befudette er mit roter Tinte, zerriß Akten und wertvolle Wandbilder und beschmutzte obendrein alles. An der Seite Meurers wellten ber Christ 0 f Schuch unb ber Karl Schäfer, von benen letzterer später im Wohlfahrtsamt Bornheim erschien unb ben Kassenschrank auf- brechen wollte. Das Große Schöffengericht ver- utteilte Schuch zu zwei, Schäfer zu zweieinhalb, Meurer zu 1 V< Jahren Gefängnis unb je drei Jahren Ehrverlust. IHorbprojtfe ft tarnet. WSD. Limd urg, 10. Febr. Dor dem hie- flgen Schwurgeri^cht hat heute vormittag der Prozeß gegen den 30 Jahre alten (Bergmann Robert Krämer aus Höhn (Westerwald) begonnen. Krämer hatte, wie noch erinnerlich, im Spätsommer de6 Vorjahres seine Braut Anna Benner, die ein Kind von ihm erwartete unb sich beswegen in der Marburger Entbindungsanstalt befand, au- dieser herausgelockt unb in einem abgelegenen Walde bei Fehl-Rihhausen fragenden Augen auf ihn. Gc lächelte verschmitzt, und sein Gesicht verlor zusehends ben Ausdruck des Verwirrtseins. „Julius Augustowitsch," wandte sich der Gast« geber an den Franzosen, „reichen Sie mir doch, bitte, da- Essenzstäschchen!^ Trambljan streckte zögernd den Arm zum Essenzsläschchkn hin, unb ... 0 Gluck! Pustja- kvw entbeatc auf feiner Brust einen Orben unb zwar war es nicht der Stanislaus, fonbeni die Anna! Also der Franzose betrog auch! Jetzt hatte et es nicht mehr nötig, ben Stanislaus zu verbergen, denn beide machten sich de- gleichen Vergehens schuldig, unb keiner konnte ben andern schmähen oder verklatschen. „Ah, ah . . . hm ... abl" rief Spitfchkin, der den Orden auf bet Brust beS Lehrers bemerkt hatte, laut burch ben Saal. „Ist es nicht wirllich erstaunlich, Julius Augustvwitsch," sagte Pustjakow zu seinem Kollegen, „wenn man bebenkt, wie wenig wir noch vor ben Feiertagen vorstellten? Wieviel Menschen gibt eS hier, unb nut Sie unb ich haben einen erhalten. Wahrhaftig, ganz erstaunlich!" Trambljan nickte fröhlich und schob die sinke Rockklappe vor, an der bte Anna dritter Klasse prangte. Dach dem Essen ging Pustjakow durch alle Räume unb zeigte seinen Orden den Damen. Sein Herz war leicht unb froh, obwohl im Magen der Hunger nagte. „Hätte ich baS geahnt," dachte er. neidisch zu Trambljan hinschielend. ber sich mit dem Hausherrn über Orden unterhielt, „bann hätte Id) mir bestimmt ben Wladimir angeheftet. Scheußlich, daß ich an so etwas überhaupt nicht gedacht habe!" Dur dieser eine Gedanke quälte ihn. 3m übrigen war er bet glücklichste Mensch auf bet Erde. (Siebertetiung von Johanne- v. H a n st e i N.i Hinsicht abfällig 191.5 195 203,15 IM IM l?0 2U2 fGC 11 bet Äffet- 64 gortlcBung Nachdruck verboten er uhte »6 1-7 167 (AK. 2 Mill, in Köln (AK. morgen fvr'gesetzt, erwarten sein. 130.6 152.5 180.6 '27.5 6.6 183.26 SW 190.5 198,25 Ito -27.5 in i<« 9 17" 5 I8> n 159 3(6 25 HS 215 6 171 2t 166 22» 190,5 IM 39 72,5 *=8 IM 1*1 171.5 18« 198 187 75 Iti «3.75 132 10« 9 9 --6 187 157.75 17 Hl 29a « 26 IH3 IM 170 155 9.75 167 IM 131.25 IM 169 1 424 75 159.9 M7 Berliner Börse. Berlin, 11. Jeht. Die Tendenz coen» gegenüber in dieser änderte. DaS Zeugenverhör wird Du- Urteil dürste abenöS zu 20« 112 154.75 129 187,25 309 lf-4 5 152.11 wird auf den v. März. vormittags 11 Ubr, einberufen. 33 drl entarte. (Ohne S^ewö br ) 315 193.25 189.25 17t 198 7 j V.« 1*6 5 1*7 6 129 5 1*7 5 INS 25 «5 1! ISI 19.'. 5 99 «8 9 153.75 iso.r 218 1*1.9 204.75 194 191 172 199 9.15 189 170 IN 1« 191 2.-7.5 203.5 203.26 I IUI 1230.75 154.75 129 137.62 ' 221 5 90 5 161 5 164 IM 201.6 133 5 76 2.16 180 264 5 126 es 156.5 ISS 9u 16 112 'S* :> t8* 190 184 «5.5 132,5 1'6 171 189 Düchertisch. -- S i d e Luft! Aeue Ladung Frontwiyc. Herausgegeben von Sigmund Graff. Bilder von Karl Prühausser. 157 Seiten Oktav. Eulenspiegel- Verlag G. m.b. H. Magdeburg. Alle Frontsoldaten werden sich schmunzelnd erinnern: die schweren Jahre 1914 bis 1918 entbehrten doch auch nicht mancher heiterer Augenblicke. Diese Anekdötchen sind fast alle gut, klingen echt und werden auch manchem hartgesottenen Zivilisten zur Freude gereichen. Aber es sei gleich bemerkt: Die Lust wird gelegentlich sehr did, und auf Salonfähigkeit darf daS im bekanntlich rauhen, wenn auch herzlichen Ton der .Landser" gehaltene Buch nur stellenweise Anspruch erheben. 26 „Nun, Frosch, laß dir ins Gesicht sehen!" sagte und riß die Maste ab. (Fr sah in dos Gesicht des Philosophen Johnson, xtn. 19* i l"V 227 51 15:i 18, 126.6 1*3 122 ' 149 5 -^.^erstützen. „Ha, aber ujaruift wollen Sie mich eigentlich heiraten?" fragte sie. tenmärlte war heu.e freundlicher, da die Baissespelulation Deckungskäuse vornahm. Die Grundstimmung stand aber trotzdem noch unter dem ivindrua der letzten matten Börsen und war sehr unsicher. Mehrprozentige B e - (eftigungen von 3 bis 8 Prozent erfuhren verschiedene Elektrowerte in denen Meinungskäufe stattfanden, und verschiedene Spe- zialwerte wie Schultheiß. Hofmann. Goldschmidt Dasalt-AItien (letztere o.us 7 Prozent». 3m allgemeinen hielten sich die ersten amti.chen Notierungen 1 biS 2 Prozent über den Dor- Oer Frosch mit derMaske Raman von Edgar Wallace. ($6 klang banal, fast töricht, aber die Situation war so grotesk, daß sie kaltblütig und ohne innere Bewegung sprach. ..Weil ich dick liebe' » war die ilnriDon. . Ob ich dich io wie Gordon liebe, weist ich nicht. Es kann ja wohl fein, daß du etwas bist, was ick nie besitzen darf Hnb mir deshalb kostbarer erscheint, als alles. Noch nie hat sich etwas meinem Dünsche verweigert." -Eher will ick den Tod willkommen heißen", sagte sie rasch und sie hörte wieder sein verhaltenes Kichern. „Es gibt ärgere Dinge als den Tob für ein fein» 3,5 Mill. AM.), 3. G. Adria in Oberlafsel. 3 Aeeh AG. in Dillenburg (AK. 750 000 AM. Odenwälder Hartsteinindustrie in Darmstadt (AK. 1 332 000 AM.) Plane, die ein Zusammengehen sämtlicher Basalt^etriebe des Westerwoldes und des Aheingebietes bettocacii. Die einzelnen Werke sollen quotenmä,)ig an dem Absatz der Desamtvereinigung beteiligt werden. wobei die Kapazität und der bisherige Absatz maßgebend für die Quorenbeslimmung fein soll. Die kaufmännische und technische Selbständigkeit der einzelnen Werke Mcibt dabei be«- stehen. 3nteressant ist, daß an diesen Derein- barungen sich auch Derbraucherlreisc, z. B. ReichsbahngefeMchast, Provinziaibehörden, Mr- einimmgcn von Streifen und Städten betrügen wollen, zu dem Zweck, nach volkswirtschastliäien Wirtschaft. Die Verwertung der oberhesstschen Braundohle. Wie lie ..Darmstädtcr Zeitung" von zuständiger Steile erfuhrt. Inrftehen gegenwärtig Pläne zur Errichtung eines gemeinsamen SchwerkraftverkeL. an dem oer Staat Hessen und die Stakt Frankfurt k u je 50 Prozent bekmgt fein sollen. Die ®nm> läge des gehlanten Werke- fall das Braun» tvy len Vorkommen in Dbcrhefsen bilden ~ Bekanntlich besitzt auch die Gasgesellschaft in Frankfurt a. M.. deren Hauptabnehmer die eta't Frankfurt ist. in der Aähe der hessischen staatlichen Braunlohlengruben ein ausgedehntes Draunlohlenfeld oei S) u n g c n. Falle es zur ©rflnT/urg eine- gemeinsamen Schwerlrastwertes kommen sollte, wird sich der ßanrt-ig demnächst mit dem Pro,e t zu beschästigen haben, älcbri» gen« ist der Finanzausschuß des Landtags bei einet Besichtigung des Bades Salzhausen im Sommer vorigen Jahres durch einen Bortrag des zuständigen Aeserenlen über die Pläne der Tteglernng genau unterrichtet worden ermordet. Die Leiche wurde erst nach einigen Tagen durch Zufall entbedt. Den Koffer und die sonstigen Werl'achen der Ermordeten harte Kramer in einen 60 Meter tiefen BergwerkS- schachi geworfen, wo sie von Bergleuten herauS- geholt wurden. Die Lat hatte außerdem ein weitere» Men chenleben cngefvrder'.. da das Au o- mobU der Frankfurter Mordkommission auf dem Wege zum Tatort bei Weilburg verunglückte, wobei einer der Kriminalbeamten tödlich verletzt wurde Zu der Derhandlung sind über 40 Zeugen und mehrere Sachverständige geladen. Bei feiner Vernehmung suchte der Angeklagte die Lat al» Totschlag hinzustellen. Dielen will der Angeilagte damit begründen, daß er kopf- leidend sei. Sr habe schon mehrmals ohne jeden Lrund auf fremde Leute eingefd;!agcn. Auch beim Militär habe er statt eines Stahlhelm» immer eine Mühe tragen müssen. Bei feiner Vernehmung verwidelte sich Krämer mehrmal» in krasse Widersprüche In der Zeugenvernehmung wurde u. a. festgcstellt. dost der Angeklagte, der mit der Ermordeten schon früher ein Kind hatte, leine Äa crp,licht?n sehr vernachläsiigte. Weiter wurde außg/aqt. daß er sich immer um die Hoch- -ei: gebtüdt hat und sich Bertvandten be» Mäd- • Zusammenschluß in der Basalt- Industrie. Wie die „Köln. Zig." erfährt, schweben gegenwärtig innerhalb bet westdeutschen Basaltindustrie unter Führung der Westerwald- brüche A. G. in Bonn (AK. 7 Mill. AM.) und Beteiligung der Basalt AG. in Linz (AK. 24 Mill. AM.), der AktiengeseNscha^t Giierfclder Steinwerke in Eiferfeld, Sieg, AM.), der Dolerit-Dafalt AG. Gesrchispuntten einen besseren Ausgleich zwächen Erzeugung und Absatz und damit eine Verbilligung der Herstellungskosten herbeizulührcn. Die Verhandlungen haben zu einem abschließenden örgcbni# noch nicht geführt. Verden jedoch zur Zeit fortgesetzt. * Erweiterungsbauten bei der Harvener Bergbau A-D, Dortmund. Die Harpener Bergbau 2 -G ist laut ..Dortmunder Zeitung" auf ihren Zeel en ©neilcnau und Treufren |l und her Au» .larung grvtzeer Snoeite- lungöbauten beschäftigt, die hauptsächlich einer weiteren Mechanisierung und her Zentralisierung de» Betriebe» dienen, wodurch eint Verringerung der laufente.i Betriebskosten erreicht werten soll. Aus der Zeche Gneilerau handelt e» sich um eine Erwei erung der Maschinen- und Kesselanlagen, wobei da» geplante Kraftwerk in die Lage versetz! wird, den elektrische.! S.rom für die Zechen Gnersenau. Scharnhorst. Preußen, Kurl und Bit- toria zu liefern. ' Aüdgang der Aufnahmefähigkeit de» a m e r i k a n s s ch e n Anleihemärkte» AuS A^uhart wirb gemeldet, dah sich aiy dortigen Qlnlei>c.narlt nach der enormen Produktion, die minmchr feit über zwei 3ahren anhält, erstmals Anzeig en einer gewis'en Heber* fättigung geltend machen, namenilich für au»- ländische Werte. Die Zeichnungsergebni se der letz.en Tage liehen die» deutlich erlenneti. Diese Erscheinung fei indessen nicht weiter verwunderlich, da allein im Januar die Beuemiss'wnen mehr al» 500 Mill Dollar betrugen und auch im Februar bisher die Anleiheprodultion un- Dcrm .nbett ftarj anhäll. Dabei ist der allgemeine Wunsch deutlich zu ernennen, von der gegenwärtigen Geldflüssigkeit den gröhtmöglichrn Auyen zu ziehen. Devisenmarkl Derlia—Frankfurt a. HL Telegraphische Auszahlung «Ohne Gewahr > f rmmtmtü . . . TrreMtrt <5 nt ...... IXttaUbant iXuirldeunL« ürcbütant . . Ctfir m»tarf . . . Pbvmr e'.Ta' afi ...... ‘Kheinifctx Brountobletr . . . . . . W:btff Montan retlu» tfrrabau...... . ■BrrrlrtioTr (ravtlvertt . . . \ vamdurg «menta Paket. . . *i.’orbDvut(t6er rtovs - . -Iflframiftbr Seek. N dM . Jrm-ninTrt Heieelürrg . . v^ilrvd Holtmann ■.Irtfilo (< oni ninano V.hrmtfrfir Wanloi:nbelmcr Motoren . . . It-roh'fifrtcr flrmaturm .ftonfrrufitfnbrif Braun . . -Uittalloffen djafi (Frankfurt . Pei Union B - - »atbanlcn bürte die Bewährung von Aevrvi- gelbem bei der Metio-Liquidation in dem b.»- herigen Umfange erfolgen, vereinzelt sche nt man sogar zu einer kleineren Schätzung der Aepr-rt- geid-.stontinger.le geneigt zu sein Warenwecl'r. 4,5 Pro ent. 3m Devisen verkehr frag: i . tc dir Bewegung der europäischen Haup:va:u: ;; Aur Madrid gegen London befestigt aus 25,8t {ytnnHurtcr Börse. Frankfurt, 11. Febr. Tendenz sehr still und weiter abge sch wacht. — Die heutige Börse neigt, wieder zur Gefchästsunlust. Man halt größere Zu- lückhaltung für aeboten, da der (Bclbmarlt seine große Flüssigkeit, die eine Hauptstütze barftcUtc, all mählich zu verlieren scheint. Die Vermutung, daß der Reichsbantpräsident eine Verknappung des Geldmarites mit der 5prvzentigen Reichsanleihe und vor allem durch den niedrigen Lombardzins fuß ernstlich durchfuhren will, dürfte sich bestätigen Zu beachten bleibt außerdem, daß das Ausland- kapital allmählich durch anderweitige besiere Ver zinfung absließt, und daß Auslandessektenkäuse zu den hohen Kursen kaum mehr erfolgen. Die Grund stimmung der heutigen Börse war daher wiederum schwächer. Nur Kaliaklien konnten sich aus die gestrigen starken Ruckgänae etwas erholen. Am E h e m i c m a r f t fetzten I. G Farben 3.25 Proz. schwächer ein, Rheinstahl als .stonzernwert verloren 2,5 Proz. Von Montanaktien büßten Rhein. Braunkohlen 5, Harpener 2,37, Gelsenkirchen Ich Proz. ein. Bankaktien sämtlich abgeschwächt. Darmstädter minus 4, Commerz minus 2, Denlfche minus 1,62 Proz. Elektrowerte ebenfaUe oll fentein schwacher. Siemens & Halske trotz des gim. tigen Abschlusses 3,5 Proz. niedriger, Sch' (fert minus 1 Proz. Die Werte der Metallbankgruppe waren weiter rückläufig. Metallaesellfchaft mir ms 1, Metallbank minus 0,5 Proz. Auch variable und Einheitswerte nachgebend. Im einzelnen verloren Aschaffenburger Zellstoff 1, Dyckerboff 2,37, Holzmann Och, Vereinigte Chemische Frankfurt 3,5, Daimler Motoren und Hirsch-Kupser se n 5 Proz. Der weitere Verlauf blieb an den Aktien Märkten äußerst still und im großen und ganzen schwächer. Der heimische Anleihemarkt lag im Rahmen der Gesamtbörse gleichfalls schmä cher. Am Geldmarkt trat eine leichte Verknappung ein. Tagesgeld stellte sich auf 4,5, Monatsgeld 5 bis 6,6 Prcn. Im Deoifenoerkehr lagen Mailand und Madrid gegen London fest mit 111,75 bzw. 28,875. Paris London 123,45. Zürich gegen das Pfund 25,2275. Die Reicksmark stellte sich gegen Kabel auf 4,22, gegen London auf 20,4713. Frankfurter Getrei-röSvsr. Frankfurt. 11. Febr. <8e wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 29,50 bi» 29,75 Mk., Aoggen (inl.) 27 bi» 27,25, Sommergerste (sür Brauzwerke) 26 bis 27,50, Ha ec (inl.) 21,50 bis 22,25. Mais (gelb) 18,50 bi» 18.75, Weizenmehl (inl., Spezial 0) 40,25 bis 40,75, Aoggenmeyl 38,25 bis 38,75, Weizentleie 13,50 bte 13,75, Hoggenflcic 13,75 bis 14 Mk. — Tendenz: Ruhig Berliner Handel-gefellschoft. Auch in diesem 3abre legt ditz Berliner Handelsgesellschaft al» erste der Bcr.iner Großbanken ihren Geschäftsabschluß füt da» Jahr 1926 der Oelsen 1. ich leit vor ®.»t Ro.-gewinn beträgt 11 434 090 HU gegen 9 544 527 Ml im Borjahre. Hiervon sind abzusehe.i Sertoa.tung».orien einfdiL Tantiemen mit 5 558 303 Mk. (5 032 994 Mk.). Persiono e.stungen mit 5 3 985 Mk. <4 8 503 Mk.) und Steuern mit 1 815 504 Mk. (1 37ö 104 Mk ). Ei fchsießlich 522 982 Ml. (225 476 Mk) bleibt so- mil ein Aelngewinn von 3 983 281 Mk. (2 862 40J Mark), der wie folgt verteilt werden soll: 12 Prozent (10 Prozent) Dividende 2.64 Mill. Mk (2,2 Mill. Ml), Gewinnanteil des Berwoltungs» tat» 197 797 Ml. (139 419 Ml > und Bortrag 1 152 '81 Ml. Die Dleigtrung der Bertoaltungs- kosten, Pens.ons.eistung.n und S euetn wird damit motiv ert, daß entsprech-.nd den höheren Gewinnen höhere Tannrme.i und S euern zu zahlen sind, und dah man bei der Pensionierung alter Benin.en diese nicht soson auf Autegehall gesetzt Hut Unter Berücksichtigung von Kai la. Guihabest bei Banken und Ba.rliers, verzinslichen Schatz- antoejunevn. Wechseln und Devisen. Aevort» und Lombards und Borlcküssen aus Waren und Warenverschisiungen. low it sie gedeckt lind, cu» leichtgre sbare Mittel, cvgiot sich tin Liquiditäts- Verhältnis von 61.6 Prozent gegenüber 65.575 Prozent iin Dorjahr^ Der Gesamtumsatz betrug 19,7 Milliarden gegen 14.9 Milliarden im Dor- [abr. Die Zahl der Beamten hat sich nicht ge- anderi. 3m neuen Jahr hat der Januar an Effesienprovisio.ren das beste Ergebnis seit dem Friedensschluß boracht. Die HauptveZammlung siihliges Mädchen," sagte er bedeutungsvoll, „unb du roirtt erst sterben, wenn alles zu Ende ist." Er sah sie an, und etwas in feineh Augen machte ihr Blut erstarren. „Vielleicht wirst du nie mein Gesicht sehen", sagte er «Md streifte die Hand nach der Petroleumlampe aus, die auf dem Tiscke stand. Er drehte den Docht langsam und tiefer und tiefer sank die Flamme Da ward ein gedämpftes Klopfen an der Tür hörbar. „lapp — tapp — toppiapptapp — tapp." Der Frosck stand still, die Hand an der Lampe. Das Klopfen kam wieder. Er drehte ein wenig das Licht aus und ging zur Tür. „Wer ist da?" fragte er. ..Hagn!' antwortete eine tiefe Stimme und der Frolch trat erstaunt zurück. „Schnell, öffne!" Der Frosch fchob die schwere Cisenstange zurück, zog den Schlüssel ans der Tasche und schloß out. „Hagn, wie bist du losgekommen?" Die Tür wurde mit solcher Gewalt auigeftoßeii, dah er gegen die Wand taumelte, und Ella stieß einen Freudenschrei aus. Im Türrahmen stand ein Mann, barhaupt, in einem glänzenden Regenhautmantel. Es war Joshua Droad. „Zurück f" Er sah sic nicht an, aber Ella wußte, daß die Worte an sie gerichtet waren, unb stand starr wie ein Steinbild in der Ecke. Brvads beide Hände staken üet in den Taschen seines Mantels. Seine Augen ließen die Maske nicht los. „Harry," sägte er gedämpft, „bu weißt, was ich fordere." „Nimm, was dir gebühn!" schrie der Frosch. Zwei Schüsse erklangen gleichzeitig, und der Frosch taumelte gegen die Wand. Sein Fuß war nur ein paar Zoll von den Zysindcrn entfernt und er erhob ihn. Aber Drvad schoß noch einmal, und der Frosch fiel rücklings, sein «topf schlug auf den fiamn auf. Et erhob sich noch einmal aus die Fuße, fiel aber mit einem kleinen, erstickten oeufjer zurück — die Änne weit au^gebreitet Darm kam der Hlang von Summen von draußen, das Geröuich von Tritten out dem kotigen Wege, und John Pen nett stürzte in die fiütre. Ella flog in reine Arme. Elk und Dick blieben in der Tür stehen und bsickten ans diese Szene Serlin. 10 Febr Amcritanllchr 'J(otew . » . .. ^elflifdic 'Jtolcn ....... Taimchc Noten ..... frnahfdK Noten ...... Frcinionubc Noten ...... hvtliinvifche Noten...... gt-ditnihtre 9*oten...... Wonvefltidje Noten. Tfitt'rt) Cf firrr .il 00fronen Numniiltche ottn..... Cclirovhifdje Noten..... Schweller Noten . . . . etxmtftfr- Nown..... TlLochoiiowntis^f Nöten . . ungarische Note« . . irnftitnren. 8fe ich mich für meine Laufbahn ent- chlossen hatte, arbeitete ich fünf Jahre in der Fabrik des größten englischen Safemachers in Wolverhampton. Ich kehrte im Alter von fünfundzwanzig Jahren nach Amerika zurück und schaffte mir eine '^eihe von Einbruchswerkzeugen an, die mich ein paat tausend Dollar kosteten. Mit ihnen erbrach ich, ich ganz allein, die Safe- htrnmer der Neunten Nationalbank, unb dieser erste Ersuch trug mir dreihunderttausend Dollar ein. Ich iVM Ihnen keine Liste meiner Einbrüche geben. Einigt habe ich schon vergessen, andere sind zu unwichtig und enthalten zu viele Enttäuschungen, um auf Details einzugehen. Es genüge mir zu sagen, bafe außer diesen meinen Worten kein Beweis für meine Urheberschaft an ihnen existiert. Mein Name ist nur mit einem einzigen Raube in Verbindung gebracht worden, dem Einbruch in den Kassenraum der Mantania. Im Jahre 1898 hörte ich, daß die Mantania vierundfünszig Millionen Francs in Papiergeld nach Frantreich überführe. Das Geld war vorher einem hydraulischen Druck ausgesetzt worden, um den Umfang zu verkleinern, und war in zwei starte Holzkisten verpackt. In der einen Truhe befanden sich fünfunddreißig Pakete, in der zweiten neunzehn Pakete — jedes zu einer Million Frank. Das Schiff sollte einen französischen Hasen anlaufen, ich glaube es war Havre, denn die lieber- ’ieöampfer landeten damals noch nicht in Cherbourg. Zu dieser Zeit war der Diebstahl tatsächlich Ichon ausgesührt. Ich hatte Ersaykisten von genau Der gleichen Form im ftaffenraum zurückgelassen und alles schien in bester Ordnung, als wir zu meinem höchsten Mißvergnügen, während wir an bte Rufte von Irland entlang fuhren, eine Propeller schaufel verloren. Der Kapitän der Mantania cm- schloß fick, in Southampton zu landen, ohne den 'ranzvsifchen Hafen zu berühren. Eine nachrrägliche Veränderung des Planes wirkt aut einen Männ meines Berufes ebenso verwirrend, wie die Aende-- rung des Schlachtplanes mitten im Kampfe auf den Offizier. Ich hatte bei dieser Gelegenheit einen Helfershelfer. Es war dies ein Mann, der später am ddirium tremens starb. Dieses Unternehmen war zu groß angelegt, um die ganze Arbeit allein tu leisten, und ich hatte allen Grund, meinem Manne volles Bertrauen zu schenken." (Fortsetzung folgt) Bnr' 4,217 6C.7U 112,58 «0,515 IC.Ob 109.07 18,18 69.63 2.40 112,61 81.45 70,70 12.51 76.93 ^renffim a.91. ferttn t*lu - 1 ert i-.i-r- Rrrx ■öDiulf •-.ntaiifl 6'TI Totn-r 10 t II t io r. 11. 2 $*/. ^r *NcUb*an'cibe i h« >.879 0 8775 9.8775 «’ , IfuifjK 9 0 -7 _ J-,. IcuifdK N ich»unlnve . v 8$ — 0.89 _ Tcuifäic liMryrumtrnanletlx . -laltMn Ärnfcli . . . • 4775 4° < Hrff<-n.......... O.M — ..... - — 0 85 — 3*» Hr mv ...... Trnnt? *^mb. 2'r-nnr fl-il bio- loa ewn» «mrrt m«. * — — - - — _ */. den hi rf en......... _ 17 75 »i* ®ii6mriitm 41,65 5*011519 . . bl,» 61,92 11,14 81, 4 Äonft nun -.116 .155 .145 2,I5j Silben. . . 6.'9 5,51 5.54 6.56 Lanoda 1,207 4,217 1.207 4.21; Uni uat) 4.22 i.2<6 4.23u 4,246 Tatro .0.961 1.216 il).964 <1,016 S a n l n 011 n. 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Kl. — 1,70 fm Eichenstämme 4. „ --- 1,72 „ 6. „ = 8,24 „ >> n — 26,06 „ Buchenstamm 3. „ ----- 1,49 „ 4. „ = 1,02 „ Eichenstämme 6. „ ---- 6,19 „ Hainbuchenstämme 6. „ --- 4,29 „ Lärchenstämme 5. „ ----- 3,48 „ Kiefernstamm 3. „ = 0,94 „ Kiefcrnstämme 4. „ — 2,88 „ p 5. „ - 0,21 „ Fichtenstämme 5a „ = 7,47 „ „ 5b „ --- 21,77 „ Esche-Derbstangen 2,77 „ Fichte- „ 26,37 „ rm Lärche-Nudknüppel (8,36 „ und etwas FichtereiS- und Bohnenstangen. Zusammenkunft vormittag- 9y2 Uhr am Waldeingang auf der Strahe nach Treis—Münzenberg. Bellersheim, den 9. Februar 1927. Der Martine ister. Hahn. 1346V Der, 1 3 23 143 l 1 41 24 21 1 ' 4 1 13 109 41 715 30,6 holzversteigerung aus dcn Waldungen der Dr. 6 Wagner Erben, Forftort Ampel 4, 8, 9, 10, 12, 15 und 22. Zeit und Lrt der Versteigerung: Dienstag, den 15. Februar 1927, vormittags 9',2 Uhr, in der Gastwirtschaft des Heinrich Theiß III, Rüddingshausen. Ausgcboten werden: Nntzknüppcl rm: Eiche 2 m lang 16, Eiche 1,60 m lang 4 Scheiter rm: Buche 1. Klasse 89, Buche 2. Klasse 7, Eiche 16, Fichte 2. Klasse 8 Knüppel rm: Buche 1. Klasse 206, Buche 2. Klasse 18, Eiche 60, Linde 1, Fichte 1. Klasse 11, Fichte 2. Klasse 16 Knüppelrcisig rm: Fichte 8; Reisig rm: Buche 354, Eiche 120: Stöcke rm: Buche 67, Eiche 20, Fichte 1. Kl. 79, Fichte 2. Klasse 2. Es wird gebeten, das Holz vorher zu besichtigen, da spätere Beanstandungen nicht angenommen werden. Die blau unterstrichenen Nummern kommen nicht zur Versteigerung. Nähere Auskunft erteilt Herr Förster Kalbcrlah in Rüddingshausen. Londorf, den 10. Februar 1927. 1364V 3.91.: Löbcr, Forstmeister. BESTE GESCHÄFTSREKLAME IST STETS EIN INSERAT IM GIESSENER ANZEIGER Haben Sie Grippe und wollen Sie die Ansteckung»- gefall r nahezu unmöglich machen. dann helfen Ihnen bestimmt Kaisers BrushCaramellen milderns Tannen? die seit 35 Jahren bewährten und unübertroffenen Hust enbonbons Zu haben in Apotheken und Drogerien und wo Plakate sichtbar. 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Schönau, —----------------—----------—---—---------- ns RW « im Lukas'aale kLiebigstratze 56) Zu unerreicht billigen Preisen Familienabend der Lukasgemeinde izs?.o vsrtrag des Herrn Amirgerichürats Gros Bilder aus der oberhessischen Heimat • !■ II !■■■■! ■■■■■■■re 1*1 nr.-virxein ■■ i »miw—w Schlafzimmer. Kirschbaum, Mahagoni poliert, hochfeine Aus- führung, mit Inhalt Schlafzimmer, Gold-Dirke, elegante Ausführung witInhalt Schlafzimmer, Siche, selten schönes Modell, mit Inhalt Speisezimmer mit Ditrine, rundem Tisch und 6 Lederstühlen Speisezimmer mit Kredenz, Tisch und 6 Lederstühlen Herrenzimmer, Bücherschrank, Schreibtisch, runder Tisch und 2 Lederstühle. Mehrere Kucheneinrichfungen mit je 2 Schränken. Einzelmöbel, wie Klubsessel, Teppiche, Kommodenschrank (weih), Einzel-Betten, Schreibmaschinen. Besichtigung jederzeit. Freie Lieferung nach auswärts. L. 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