Ä-Program ksurirr TeuderS. .Mio-Umschau".) log, 11.3ommt. ! otunbe her Jugend. 43. J Hausorchesters: Hör! 05: Sie Lesestunde. 6.15 von fiel fei: Fortrag w Runfrfunl uni) ©egenti: i: §un/j>ochMe. .Juri ' Lorirag von Trcvui l 7A5 W US1. DVe ft. öcndmWterleWt. ,m\a für tte DeirachtW von "St. T. Wj VMM, em Zhllnr. & c 9.15 61310.15: Leberts )iinin-Äona«t, wwnftaltt: >lincn°0rchester 1913. Qti»n-k 5,° H ^funö o^iDel. Schweine von c6t72 6ÄcMöo. Gewicht ?i 6|5 J® cq. । " Lek» M unö n?etlQuf: 'M« bei ifiSTn?* SM ^Ueberstan^ *" Wetzlar sowie der nvif-i» ' obigen ließ den^ ‘Sy. der Mn 5’ *'hres Leugr. i^SeNagte als übX Vu 3ra5 TBatlÄ Sage TesänMs. fc »Ä ÄLnchb,' tonten, am 9 eine nächtliche Schi-s> Qteben Unfug verüb: Ä?taWfc ©elbftti ^Utoei|c Ie vier Tage J, hiergegen Einspruch' ’« Freisprechung chertisch. 1 illustriertes Pe Ocnhondbuch. 48. 3c be 1926/1927, bearbeitet i -rpostinspeltor im Reichst Preis 3,60 War! etil A. Pierer, Derlagsbuchh: Thür. - Das schon seit 1 ästig erscheinende Handl :r den Kaufmann wicht. Aebühren des inneren p«> und FernsprechverK mit dem Auslande. MKnchten. richensund surtsr StaMwali °d!I SMMlt! a a„ 10,3un»1«n,|,9‘: Nr. 8 Erster Blatt 177. Jahrgang Dienstag, 11 Januar 1927 Erscheint lügttch,außer Sonntag» und Feiertag». Beilagen: Gießener Famtliendlätter Heimat >m Bild Di» Scholle monat»»FejBßSprdi: 2 Reichsmark und 20 Retchspsenntg für Trüge» lohn, auch bei Richter« scheinen einzelnerRummen» Infolge höherer Gewalt. Fernfprechanf chlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Hnielger Siebe«, povschcakonts: jranffitrlam Hlal.i 11686. ®iefjencr2liyeiger General-Anzeiger für Oberheffen vrvck und Verlag: VrLhl'sche UniverfitStr-Vuch- und Zlelndrmlerei R. Lange in Gießen. Schristlettung und Seschäftrftelle: Zchnlstraße 7. rtiutahme von Unzeige« für di« lagttnnmmtr bi» zum Nachmittag vorher. Preis für \ rem höhe für Anzeigen oo.i 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Ne« lrlameanzeigen von 70 mm Breite 35 Ne.chspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur. Dr Friede Wilh Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr h Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumscheinj für den Anzeigenteil i. Dertr. h. Deck, sämtlich in Gießen. Reidfsminiftei’ Dr. durtius mit der Regierungsbildung beauftragt. Auf dem Wege zu einem Kabinett der bürgerlichen Parteien. Prvgrcnnmäßig hat der Reichspräsident am 10. Januar die kurz nach der Vertagung des Reichstags und dem Sturz der Reichsregierung unterbrochenen Verhandlungen mit den Partei- sührem wieder ausgenommen. Ratürlich entzieht es sich der Kenntnis, welchen Rat jeder einzelne dem Reichspräsidenten erteilt hat. Mittlerweile jedoch haben sich die Dinge einigermaßen geklärt, so dah man imstande ist, die Lage und die weitere Entwicklung zu übersehen. Ruch die längere Pause hat leider nicht die gewünschte Dickung gehabt, die vorhandenen Parteigegensähe zu mildem und die Möglichkeit einer Regierungsbildung mit sicherer Mehrheit (tß Drunillage herbeizufuhren. Es ist im Gegen- teil t>k Ungewißheit über die nächste Zu- fim.t Deutschlands größer, den je zuvor. Rur so viel steht fest, da.ß noch in einer Ansicht das in Aussicht genommene Programm eingefallen wird, dah nämlich ReichSwirtschafts- Minister Dr. E u r t i u s zu der Ausgabe berufen ist, eine Regierungsbildung zu versuchen. Zunächst geht diese Ausgabe dahin. Deutschnationale und Zentrum einander näher zu bringen und sie zu gemeinsamer Beteiligung an einer Regierung zu bewegen. Dadurch würde die erforderliche Mehrheitsgrundlage für eine stabile Regierung geschaffen werden. Dah daS unter den heutigen Ümftänben d le allein mögliche Grundlage für eine stab i l e Regierung ist. wird wohl auch in den Kreisen des Zentrums, die nicht ganz im sozialdemokratischen Fahrwasser schwimmen, nicht bestritten werden. Ebenso wenig kann jedoch bestritten werden, dah leider im Zentrum die Zahl derienigen, die nach linlS tendieren, sehr groß ist. Freilich würden auch sie mindestens zu einem erheblichen Seil ihre Auffassung revidieren, sobald sie vor die Rotwendigkeit praktischer Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten gestellt werden. Selbst wenn man annehmen wollte. dah eine Einigung zwilchen ihnen und den Sozialdemo- tralcn über die A r b e i t S z e i t f r a g e mog- l ch wäre. waS auS den verschiedensten Gründen ausgeschlossen erscdeiuen muh, wäre auch das Zentrum schwerlich gesonnen, den Sozialdemokraten die Reichswehr auszuliefern. Für die ganze Fraktion sowohl wie für die ganze Partei muh die Erklärung, die R:ichskanzler Dr. Marx im Einverständnis mit dem Reichspräsidenten unmittelbar vor dem Sturz seines Kabinetts im Reichstag abgegeben hat. als Richtlinie für ihre Reichswehrpolitik maßgebend sein. Die darin angekündigten Mahnahmen s'uid bereits in der Ausführung begriffen oder stehen unmittelbar bevor. Sie stellen aber bic äußerste Grenze dessen dar, was auch das Zentrum zugestehen . kann. An diesem Punkt muh jeder praktische Versuch des Zusammengehens von Zentrum und Sozialdemokraten in die Brüche gehen. Die Deutschnationalen sind natürlich zur bürgerlichen Koalition bereit, die Entscheidung liegt beim Zentrum, das sich jebod) in seiner Presse zu sehr feit gelegt hat, um sofort nachgcben zu können. Sollte dieser Versuch zur Bildung einer stabilen Mehrheitsregierung überhaupt scheitern, wird Dr., Eurtius vermutlich i n zweiter Linie beauftragt, ein Kabinett der . Mitte nach Art des Kabinetts Marx zu bilden. Diederum liegt es in der Ratur der geschilderten Verhältnisse, dah ein Kabinett der Mitte, gleichgültig wer an der Spitze steht, Anlehnung nach rechts oder links suchen muh, wenn eS nicht das Schicksal seines Vorgängers clSbald teilen soll. Wiederum liegt es in der Ratur bet geschilderten Verhältnisse, dah mindestens ein Kabinett Eurtius seine Anlehnung nicht nach links, sondern nur nach rechts suchen fann, und wiederum liegt die Entscheidung beim Zentrum, dann aber auch bei den Deutsch- nationalen selbst. Wenn bei diesen die mannigfachen Einwirkungen, die in den letzten Wochen erfolgt sind, ihre Wirkung ausgeübt haben, dann zeigen sie genügend Verständnis für die wirkliche Sachlage und für die Erfordernisse des Augenblicks. um es der Mehrheit des Zentrums zu ermöglichen, mit der Deutschen und der Baycri- ; schon Vollspartei, mit oder ohne Demokraten, eine eine Regierung bet Witte zu dulden. Natürlich wird es zunächst sehr viel mehr Par- teitattif als sachliche Arbeit geben. Deutfchnatioimle und Zentrum werden sich gegenseitig die Verantwortung für ein Zustandekommen oder ein Scheitern der Regierungsbildung zuzuschieoen und jode . wird die andere zur Aufstellung eines Programms ’ zu veranlassen suchen. Die Aufgabe des mit der Regierungsbildung betrauten Persönlichkeit, vorläufig 'also Dr. Eurtius, muh dahin gehen, zwischen beiden zu vermitteln und eine Verständigung herbeizusührcn. Wir verhehlen uns keineswegs, daß eine solche Aufgabe beinahe der Qua- brutur des Zirkels gleichkommt. Zentrum und Deutschnationale haben sich in der letzten Zeit immer mehr auseinander geredet und es ist schwer^an eine Verständigung zu glauben. Auf der anderen Seite hat aber bei uns. wie in aller Welt, die Politik schon . häufig merkwürdige Ueberraschungen zutage geför- bert, und in diesem besonderen Falle darf man sich auch vie'leicht noch der Hoffnung bingeben, daß die beiberfeirige Parteipresse unmittelbar vor der Entscheidung sich noch möglichst rabiat und radikal gebärdet, um von der Gegenseite jedes denkbare Entgegenkommen herauszuschkagen. Man wird daher gut tun, nicht allzu großen Wert auf schroffe Aeuße- rangen zu legen, sondern die weitere Entwicklung mit Ruhe abzuwarten. Vielleicht erweist sich das im Hintergrund immer drohender aufragende Gespenst der R c i ch s t a g s a u f l ö s u n g als der Knüppel, der doch noch schließlich der Vernunft mit einigem Nachdruck zum Siege verhilft. Der Auftrag des Reichspräsidenten. Berlin, 10. Jan. (I1L) Der Herr Reichspräsident v. Hindenburg empfing heute vormittag zunächst den Reichstagspräsidenten Lobe, mit dem er sich des längeren über die Möglichkeiten der Regierungsneubildung unterhielt, ferner empfing der Reichspräsident die Führer derjenigen Parteien, die in der ersten Besprechung am 18. Dezember noch nicht beim Reichspräsidenten, waren und zwar in Vertretung des dienstlich abwesenden Abgeordneten Drewitz von der Wirtschaftspartei, Pros. Bredt, für die Bayerische Volkspartei Domkapitular Leicht. Am Nachmittag erfolgten Empfänge des Grafen ID e ff a r p für die Deutschnationalen und von (Buerarb für das Zentrum. In den Abendstunden empstng dann der Herr Reichspräsident, wie amtlich mitgeteiit wird, den Reichswirtscha.tsminister Dr. Eurtius und erteilte ihm den Auftrag zur Tleubilbung ber Reichsregierung. Dr. Eurtius nahm den Auftrag entgegen, behielt sich aber seine enbgüllige Entschließung über bie Uebemahme der Kabinettsbildung vor, bi» sich das Ergebnis der sofort einzuleitenden Verhandlungen mit den Fraktionen des Reichstages Übersehen läßt. Rcichswirtschastsminister Dr. Eurtius veröffentlichte in der Rationalliberalen Korrespondenz nach seiner Betrauung mit der Reubildung der Regierung folgende Erklärung»Der Plan der Großen Koalition, der vor dem Stur; des Kabinetts Marx die parlamentarische £ag-z beherrschte, ist durch die bekannten Ereignisse zerschlagen worden. Die Stetigkeit der beutfd)en Politik setzt aber nach wie vor die Bildung einer Mehr- heilsregierung voraus. Infolgedessen müssen Brücken nach recht» geschlagen werden. Gras ID e |1 a r p hat vor der Abstimmung über das sozialdemokratische Mißtrauensvotum erklärt, daß cs sich bei der Stellungnahme der Deutschnationalen Volkspartei nicht um die Regierungspolitik handle, sondern lediglich um die Klärung der parlamentarischen Mehrheitsoerhältnisse. Ls gilt auf den Grundlagen der bisherigen Politik der Milte Gemeinschaftsarbeit mit der Deutschnationalen Volkspartei zu ermöglichen. Die Presseoeröffentlichungen der letzten Zeit dürfen von diesem Plan nicht abschrecken. Die Lösung der Krise erfordert Verhandlungen der oer- antworllichen Instanzen der Parteien. Solche Verhandlungen von der Mitte nach rechts zu führen, bin ich von dem Herrn Reichspräsidenten beauftragt. Denn sie gelingen, werden sie nicht zu einem „Besihbürgervlock" führen. Auch eine Regierung mit den Deutschnationalen wird das Gemeinwohl und soziale Rotwendigkeiten schützen wie die bisherige Regierung der Mitte. Einem Vertreter der ,-Iägl. Rundschau" erklärte Dr. Eurtius ferner: Seit meiner ersten Besprechung bei dem Herrn Reichspräsidenten habe ich an dem Plan seslgehalten, eine Regierung von den Demokraten bis zu den Deutschnationalen zu ermöglichen. Ich habe keinerlei verhand- lunc-en nach links eingeleiiet oder geführt. Abweichende G.rüchte, die darüber sogar unter Nennung einer angeblichen Ministerliste in die Presse gelangt sind, entbehren der Grundlage. Ebenso unbegründet sind die Mutmaßungen und Aeuherunaen über angebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen mir und dem ^Fraklionsoorstand der Deutschen Volkspartei, in dessen gestriger Sitzung, an der Reichs- außenminister Dr. Stresemann und ich teil- nahmen, wurde eine einmütige Ausfassung der Lage festgestellt. D.r Fraktionevorstand hak alle bisherigen Schritte, die fein Vorsitzender und ich unternommen haben, einmütig gebilligt. Verhandlungen mitdenDeutschnationalen. Die Entscheidung liegt beim Zentrum. Berlin. 10. 3an. (SH.) 3m Reichstage trat um 11 üijr vormittags der Fraknonsvov- vorstand der Deutschen Volkspartei einer Sitzung zusammen, an der auch der Zraktions- sührer, Recchsaußenministcr Dr. Stresemann, reilnahm. Rach Beendigung dieser Sitzung um 2 älhr nachmittags hatten die Führer der Deutschen Voltspartci, Dr. Scholz und Dr. Cur- tius, eine Besprechung mit den Führern der deutschnationalen Reichstagsfraktion. G r a f e n Westarp und von Lindeiner-Wildau, über die AuLsichten einer Kabinettsbildung durch Dr. Curttus. Die Dcutschnationale DoUspartei nahm zur Beauttragung von Dr. Eurtius in folgender Erklärung Stellung: Der vorn Herrn Reichspräsidenten erteilte und vom Herrn Minister Eurtius angenommene Austrag durch Verhandlungen mit der Deutschnationa en Volkspartei eine feste Regierungsgemeinschaft zu bilden, weist den einzigen Weg, auf dem die Lösung der Regierungskrise möglich ist. Beim Zentrum liegt also nunmehr die Entscheidung, ob es diesen Weg beschreiten oder eine Reg ierungskrise von unabsehbarer Dauer und eine Verwirrung aller Verhältnisse herbeiführen will. lieber die Haltung des Zentrums gibt die „Germania" keinen Aufschluß, sondern weist darauf hin, daß, wie angekündigt, der Fraktionsvorstand des Zentrums heute zu dem Versuche des Reichswirtschaftsministers Dr. Curttus Stellung nehmen toerbe. Die „Tägliche Rundschau" teilt übrigens noch mit, daß es sich bei der gestrigen angeblichen Besprechung zwischen Dr. Scholz und Dr. Eurtius auf der einen und dein Grafen Westarp und dem Abg. LiNdeiner- Wildau auf der andern Seite nur um eine zufällige Begegnung gehandelt habe, bet der Verhandlungen irgendwelcher Art über die Regierungsbildung nicht geführt worden seien. Die Bereitschaft der Sozialdemokraten Berlin, 10. 3an. (WTB.) Der Parteiausschuß der Sozialdemokratischen Partei faßte, wie das VDZ.-Bureau erfährt, nach dem Bericht des Reichstagspräsidenten Lobe und nach längerer Aussprache folgende Entschließung: „Der Parteiausschuh billigt die Haltung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, die bereit war, mit dem auf dem Boden der republikanischen Verfassung stehenden Parteien in die Reichs» reg ierung einzutret en. Der ParteiauS- schuß hält auch heute an dieser Bereitschaft fest. Gr wird dabei zunächst geleitet von der Erwägung, daß die Politik von Genf und Thoiry fort- geführt werden muß mit dem nächsten Ziele der Befreiung der Rheinlande. Er betont des weiteren die Rotwendigkeit gerade im 3ntercsse der Reichswehr selbst, ihre Entpolitisierung insbesondere durch vollstän- Erste Fühlungnahme der Paris, 10. 3an. (TU.) General von Pawels und Legattonsrat Forster haben die Verhandlungen mit der Dotschafter!o.'.°e.enz ausgenommen. 3m Lause des Montags land die erste Besprechung mit Generalsekretär Masst g l i e statt. Für die erste Zeit sind nur private Unterhaltungen geplant, bei denen man sich bemühen wird, die gegensätzlichen Anschauungen so weit als möglich einander anzugleichen, um dadurch die spätere Beratung durch die Botschafterlonferenz zu erleichtern. Um sieben Uhr statteten die deutschen Unterhändler dem Präsidenten der CBot- fchafterkonserenz, 3ules Eambon, einen Besuch ab. Es handelt sich hier um eine erste Fühlungnahme. Man ist in unterrichteten Kreisen der Anschauung, daß dieser noch eine Reche privater Besprechungen folgen werden. Der starke Pesiimismus, der sich in den letzten Tagen geltend machte, ist einer etwas optimistischeren Stimmung gewichen, so daß man auf französischer Seite hofft, einen Appell an den Haager Schi.'dsgecichtshos vermeiden zu können. D.e 3n- ftrultionen von General von Pawels werden streng geheim gehalten. Man scheint dieses mal die Lessentlichkeit vom Gange der Verhandlungen nicht unterrichten zu wollen, doch wäre es bedauerlich, nenn die Diskretion, wie so oft in ähnlichen Fällen, nur von deutscher Seite gewahrt werden würde. Die Vorschläge der Reichsregierung, die General Pawels und Dr. konserenz dem Versaitter Mili.ärkomitee überwiesen werden, das sie nach ihrer Prüsunlg an die Drtschafterlon.erenz zurückvcrweist. Eine Sitzung der Botschafterlonferenz ist zur Zeit iwch nicht angesagt. Neue gwrschensälle im desetzien (Bebiel. Mainz, 11. Ian. (WTB.-Drahlbericht.) In bet Rächt zum Sonntag wurden aus der Oberen Fahl- bachet Straße deutsche F i o i l i sl e n , de sich auf dem Rachhauseweg befanden, in mehreren Fällen von Angehörigen der Besatzungsarmee tätlich belästigt. Ls handelt sich hierbei um zwei sranzösische Soldaten, die anscheinend in angetrunkenem Zustande fystematisch die Passanten angriffen und ihnen zum Teil schwere Schlagverlehungen zusügten. Die das DTB. erfährt, hat die Stadt P r o t e ft gegen dieses neue Vorkommnis bei der Befahungsarmee erhoben. Briands Bericht über die auswärtige Lage. Paris. 11. 3an. (WTB.) C©le Havas berichtet, wird Briand heute im Ministcrrat über die auswärttge Lage Bericht erstatten. Es sei wahrscheinlich, dah die Frage aufgeworfen werden wird, ob es angebracht fei. eine P a r l a • mentsdebatte über bie auswärt ige PoNtik zuzulassen. Eine derartige Aussprache müßte nottoenbigertoeife auch bie deutsch- bige Unterbindung aller Zusammenhänge mit den vaterländischen und Wehrverbänden durchzuführen, und sie unter Verzicht auf jede selbständige Politik auf ihre militärischen Ausgaben zu beschränken. Der Parteiausschuß weist auf die dringende Rotwendigkeit hin. die Sozialpolitik fortzus.ihren und insbesondere durch schleunige Verabschiedung des Arbeitszeitnot- gesehes den Achtstundentag zu sichern. Berliner Pressestimmen. Berlin, 11. 3an. (TU.) Die Morgenblätter beurteilen im allgemeinen einen Erfolg der Bemühungen des Reichswirtschastsministers Eurtius um die Bildung einer bürgerlichen Regierung sehr skeptisch und weisen daraus hin, daß die Entscheidung allein beim Zentrum liegt. — Die „Sägt Rundschau" weist daraus hin, daß dem Zentrum die volle Veranworlung über- lassen werden müsse, ob es die einzige überhaupt bestehende Möglichkeit einer Mchrheilsbil- dung retten ober zerschlagen wolle. — Ebenso äußert sich der ,Lok. Anz.", der daraus hin- weist, die Tatsache, daß Curttus den Auftrag angenommen habe, beweise, daß noch nicht alle Hoffnungen geschwunden seien. — Die .Germania" meint, Eurtius habe nicht, wie erwartet, auf die Annahme deS Auftrages verzichtet. Trotzdem habe sie gar keine Veranlassung, chre Ansicht von der unvermeidlichen Bindung eines Kabinetts Curttus nach rechts und damit von der Aussichtslosigkeit seiner Bemühungen irgendwie zu revidieren. — Die .Voss. Z t g.“ sagt, daS Hin und Her der Verhandlungen werde voraussichtlich mehrere Tage in Anspruch nehmen, aber ihr Ergebnis lasse sich leicht Voraussagen: es sei kaum denkbar, daß Deutschnattonale und Zentrum sich programmatisch auf einer Linie zusammensän- den. Aehnlich äußern sich .Berliner Tageblatt" und /B o r f e n I u r i e l . deutschen Unterhändler. französischen Beziehungen berühren, was gegenwärtig ziemlich unangebracht wäre, da einerseits bie deutsche Miicksterkrise noch nicht gelöst sei, und andererseits die Verhandlungen des Generals Pawels mit der Dotschaster- konferenz bevorständen. Havas vermutet, daß der Ministerrat nicht sofort eine Aussprache über die auswärttge Politik annehmen werbe. Deutschland und Polen. Eine neue Ncde Zaleskis gegen die Revision der Äersailler (^ren^ielsung. Warschau, 10. Jan. (TU.) 3m 3nftitut für internationale Forschung hielt Außenminister Z a l e s k i gestern abend eine Rede, die allein an bie Abresse Deutschlands gerichtet ist und wegen ihrer großen Schärfe wie eine Bombe gewirkt hat. Der Minister wies vor allem ent- schieden zurück, daß Polen sich mehrere Grenzverletzungen habe zuschulden kommen lassen und erklärte, daß D ^u t s ch 1 a n d der Teil sei, der die Grenzbestimmungen bzw. die Unverletzbarkeit fremder Grenzen nicht eingehalten habe. Zaleski sagte bann wörtlich: 3ch nehme das Recht für mich in Anspruch, im Ramen Der ganzen polnischen Volkes zu erklären, dah wir gute Beziehungen au unseren westlichen Rachbarn aufrichtig wünschen. Die deutschen Politiker sind aber im großen Irrtum, wenn sie annehmen, daß Polen für die Aufrechterhaltung dieser guten Beziehungen den Preis zahlen wird, den Deutschland sich im stillen wünscht. Polen wird nie und um keinen Preis auf eine Revision seiner Grenzen e i n g e h e n. Das polnische Volk wird a u f keinen Fuß Breite seines Bodeils verzichten. Polen wird nicht mehr den Fehler begehen, den es vor 3ahrze.)nten gemacht hat. Es wird sich ein solches Unrecht, wie es ihm einmal geschehen ist, nicht mehr gefallen lassen. Diktatur im Memettat d. Ter litauische Kricgskommandant verbietet daS Zusammentreten deS Landtags. Memel, 11.3an. (TU.) Die auf gestern nachmittag 6 Uhr anberaumte Sitzung des memelländischen Landtages wurde durch den Kriegskommandonten verboten. 3n der Sitzung sollte u. a. dem illegal zustande- gekommenen Landesoirektormm S ch w e 1 n u s das Mißtrauen ausgesprochen werden. Der 1 i - lau ische Gouverneur des Memelgebiets hat gestern Mitgliedern des Landtages erklärt, daß e r das Verbot der Sitzung veranlaßt habe. Die vom Gouverneur zur Begründung des Verbotes angezogene Bestimmung des Art. 12 des Memelstatuts kann keine Anwendung finden, da es sich nicht um eine außerordentliche Sitzung, die nach diesem Arttkel Dom Gouverneur cinzu- berufen wäre, und auch nicht um bie Eröffnung einer neuen Session handelt. Den Landtags- Die neuen ttonttollverhandlungen. Monat SUI den find nicht 1 198 1 206 1 147 1230 1250 1270 1288 944 1376 1205 1435 1 236 115 692 104 737 110 464 118360 146 760 127 400 147 556 128 328 166 512 124 360 123 920 132 632 17 899,95 16 190,20 17 067,05 18 289,45 22 153,60 19 708,50 21 753,28 19 577 65 25 579,60 18 787,30 18 664,65 20 006,80 kleine zwei Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oltober November Dezember Verkaufte Fahrscheine Stck. Das 101 316 90 265 96 700 103 600 131400 112 160 132100 117000 150 000 109 900 106 700 117 200 Stck. Iahr 1926. liche Unruhen brachen in Tschunkian aus, wo die Menge den Friedhof der Ausländer schändete. Der Vormarsch der mandschurischen Truppen in nordwestliche: R chtunz g:gen d.e Ralicnaliten des Nordens, der darauf abzielt. die Ver- provian icrung Zengyus angs von Rußland her zu verhindern, geht weiter. ** Umbau der Eisenbahnbrücke an der Neustadt in Sicht. Schon seit einer Neche von Jahren ist in der Oeffentlichkeit — u. a. vom Verkehrsverein, im Stadtparlament und auch in diesen Spalten — auf die ungemein ver- lchrserschwerende Gestalt der Eisenbahnbrücke an der Neustadt aufmerksam gemacht und ein Umbau dieser Brücke gefordert worden. Daß dort bisher keine größeren Unglücksfälle sich ereignet haben, ist geradezu verwunderlich. Wie wir nun hören, beabsichtigt die Reichsbahnver- Wallung den Brückcnmnbau in Bälde vorzunehmen. Die verkehrshemmenden Pfeiler sollen entfernt und die Brücke künftig an Stelle der Bogen durch große eiserne Träger gebildet werden. Der lichte Raum dürfte sich dann auf etwa 13 Meter belaufen. Ebenso wie bei dem Umbau der Eisenbahnbrücke an der Ederstrahe hofft die Gegen die neue E'mwandererguote. N e u h o r k, 10. Jan. (TU.) Die Steuben- Gesellschaft, die stärkste Organisation der Deutschamerikaner, ruft für den nächsten Sonntag zu einer Massenprotestkundgebung gegen die Neufestsetzung der Cinwandererquoten auf, die in deutschamerikanischen Kreisen st ä r k st e Entrüstung hervorgerusen hat. Die Organisationen der Deutschamerikaner beabsichtigen einen Feldzug einzuleiten, um zu erreichen, daß sich der Kongreß nicht vertagt, ohne Schritte in dieser Angelegenheit getan zu haben. In Kreisen des Senats hält man es nicht für ausgeschlossen, daß die Bemühungen dec Deutschamerikarier von Erfolg gekrönt sein werden. Loo idge verteidigt seineMittelamerikapolitik Eine Botschaft an den Kongreß. Washington, 10.Jan. (WB.) In einer Sonderbotichast an den Kongreß schildert Eoo- lidge die amerikanische Pclitik gegenüber Nicaragua als eine Politik des vollen Schutzes der amerikanischen Interessen im Einklang mit der traditionellen Haltung der Bereinigten Staaten. In der Botschaft heißt es: Die Eigentumsrechte der Vereinigten Staaten an der nicaraguanischen Kana l r o u t e , zusammen mit den Verpflichtungen, die aus den Kapitalanlagen aller Klassen unserer Bürger in Nicaragua fließen, versetzen uns in die Lage der besonderen Verantwortlichkeit. Die Botschaft gibt einen Rückblick auf die Ereignisse, die zu der gegenwärtigen Lage in den Angelegenheiten von Nicaragua geführt haben und führt frühere diplomatische Aeuße- rungen aus Washington zur Unterstützung des jetzt in die Wege geleiteten Vorgehens an. Die amerikanische Regierung, sagt die Botschaft, hat nicht den Wunsch, sich in die inneren Angelegenheiten Nicaraguas einzumischen, aber die vereinigten Staaken haben gegenwärtig ein sehr bestimmtes, besonderes Interesse an der Aufrechterhaltung der Ordnung und einer guten Regierung in Nicaragua. Der vereinigten Staaten können nicht umhin, jede emftc Bedrohung der Stabilität der oersassungsmähigen Regierung in Nicaragua inlt tie'cr Sorge zu betrachten, besonders wenn zu einer derartigen Sachlage außerhalb flehende Einflüsse oder eine fremde Regierung beigetragen haben oder wenn sie von ihnen herbeige'ührt wurde. Ich habe, sagt Eoolidge in der Botschaft weiter, den schlüssigsten Beweis, daß bei verschiedenen Gelegenheiten seit August 1926 IB a f- f e n und Munition in großen Mengen an die Revolutionär'' in Nicaragua verschisst wurden. Die mit düser M"nilion beladenen Schiffe sind in merikansschen Häfen ausgerüstet worden und ein Teil der Munition hat, wie offensichtliche Merkmale zeigen, ter mexikanischen Regierung gehört. Es scheint auch, daß diese Schiffe mit vollem Wissen und in einigen Fällen mit der Forderung mexikanischer Beamten ausgerüstet wurden und wenigstens in einem Falle von mexikanischen Marineoffizieren der Reserve befehligt wurden. Der Präsident gibt noch die Versicherung ab, daß neutrale Zonen in Nicaragua erst nach wiederholten Gesuchen um Schutz seitens der amerikanischen Bürger sowie seitens des britischen Geschäftsträgers in Managua und des italienischen Botschafters in Washington errichtet worden seien. — Bei der Debatte würde die Botschaft Eoolidges von den Republikanern gebilligt, während sie von den Demokraten und der Borahgruppe kalt ausgenommen wurde. Senator W h e c l e r kritisierte im Senat die Botschaft scharf, da sie eine Beschimpfung Mexikos dar- stelle. B o r a h verlangte Veröffentlichung der Botschaft, da sie ein bezeichnendes Dokument sei. Im Repräsentantenhaus erklärte ein demokratischer Abgeordneter, daß ein Krieg mit Mexiko durch die Lage nicht gerechtfertigt sei. (Einigung in Sachsen. Dresden. 11. Jan. (WTB. Funkspruch.) Gestern abend fand eine interfraktionelle Sitzung im Landtage statt, über deren Ergebnis folgender Bericht auLgegcben wurde: „An der heutigen interfraktionellen Sitzung nahmen Vertreter der alten sozialdemokratischen Partei Sachsens, derMirtschaftspartei der Volksrechtspartei, der Demokraten und der Deutschen Volkspariei teil. Es erfolgte eine Einigung über die Kabinettsbildung. Die Ergebnisse der Einigung werden am DienStag der Deutschnation a- len Fraktion mitgeteilt werden". — Der Landtag tritt am Dienstag nachmittag 1 Uhr SU seiner ersten Vollsitzung nach den Ferien zusammen. Aus der Tagesordnung steht als ein- Ätger Punkt die Wahl des Ministerpra- f i&enten. Verkaufte ~ , 5 , Sellerie 20 bU 40 $1 Uzen. jtt für Dienetatz Die fünf Karnickel'. (6nbt ib der Zivitdienilberechtig ich", IahreshauptversWi» nein: 8.30 Uhr, ©emertfr mlung. - hessischer Sä» tipkopab, Versammlung. - Mraße: „Die Flamme- tspiele: ,Las große 2Ider. tadttheaterburea« Es sei besonders darau! morgen, Mittwoch- st°^ Werfels .W uti - längeren SMldauer da imau 3 Stunden - w auswättigenDesucher inni. Die bei M yn> i hschinteresslucknDeri^ bei einer Mgst «W* ■fung erzielt worden, herein wird m6 n g* E-M 13.Strauw, i« e'*^ I Seiwnfli tcftfiiM lpe]gEnannti »sg« r-£Äss der berufuch mmer und absolut« frat W KigiO W» v M 5’5!'--" 111110 w. Rj' S§S LuMä&& t** »^58*$ e’-«ft61 - «efoaSii« * K l;S°°K ?<%'«»? SSr# SbeL^E „n 0<> Dahnverwaltung auch bei der Qleugeftaltung der Reustadtbrücke auf eine finanzielle Beihilfe der Stadt, da hierbei wichtige städtische Verkehrs- inleressen in Einklang mit den Absichten der Dahn eine befriedigende Lösung finden würden. Wenn sich die Stadtverwaltung dazu versteht, wird die Bahn allerdings auch in weitgehendem Mähe auf die städtischen Wünsche Rücksicht nehmen müssen. •• D i e Baukosten der DolkshaNe wurden belann'lich zu einem großen Teile aus freiwilligen Vrldzeichnungcn der Bürgerschaft bestritten. Gin Teil der Zeichner hat aber die übernommene Zahlungspslicht nicht erfüllt. Infolgedessen entstand zwischen dem Bollshalle-Bcrein und solchen säumigen Zahlern ein Rechtsstreit, der vor Gericht ausgetrogen wurde. Runmehr hat das Landgericht Gießen in zwei anhängig gemachten Prozessen dieser Art durch rechtskräftig gewordene Urteile die beiden säumigen Zahler zur Erfüllung ihrer durch die Zeichnung begründeten Pflicht verurteilt. •• Der Verbindungsweg zwischen Weser- und S ch i l l e r st r a h e ist für den Verkehr wieder sreigegeben worden, da die Bauarbeiten dort beendet sind. •• Oessentliche Bücherhalle. 3m Dezember b.2j wurden 1309 Bände- ausgeliehen. Davon kommen aus: Erzählende Literatur 278, Zeitschriften 169, Zugcndschristen 84, Literaturgeschichte 10, Gedichte und Dramen 18, Länder- und Völkerlunde 86, Kulturgeschichte 18. Geschichte und Biographien 103. Kunstgeschichte 4, Naturwissenschaft und Technologie 37. Heer- und Seewesen 4. Haus- und Landwirtschaft 6, Ge- sundhcitslehre 3, Religion und Philosophie 11, Staatswisscn'chast 12, Sprachwissenschaft 4, Fremdsprachliches 2 Bände. Rach auswärts kamen 7 Bände. * Die Loge .Ludewig zur Treue" bot am Sonntagnachmittag in ihren Raumen dem Kreise ihrer Mitglieder einen auserlesenen Kunst- tzenuh. der, woraus sie stets besonders stolz ist, ausschließlich von Logcnmitgliedern und ihren Angehörigen ausgeführt wurde. Ein Streichquartett brachte das Streichquartett in G«Dur von Mozart mit seinen wechselnden Stimmungen in ausgezeichneter Weise zu Gehör. Die Gattin eines Mitgliedes fang, unter Begleitung auf dem Flügel, mit ihrer herrlichen, vorzüglich geschulten und gepflegten Sopranstimme einige Lieder von Brahms und $). Wolf. Ein anderes Mitglied erfreute, am Klavier auf das verständnisvollste begleitet, bei der Wiedergabe der sog. Kreutzersonate von Beethoven durch sein prächtiges Violinfpiel, ein weiteres Mitglied zeigte in einem Menuett von Beethoven seine feinfühlende Auffassung und in dem Perpetuum mobile von Weber seine außerordentliche Gewandtheit am Klavier. Mi einer Variation aus dem ewig schönen Kaiserquartett von Haydn beschloß das Streichquartett dos für alle Mitwirkendcn höchst ehrenvolle Konzert, das seinen liefen und erhebenden Eindruck auf die Zuhörer nicht verfehlte. " Einen kolonialen Abend veranstaltete die Ortsgruppe Gießen des Bundes der Kolonialsreunde am Samstagabend im Katholischen Bereinshaus. Die hiesige Ortsgruppe ist mit rund 200 Mitgliedern, darunter eine 3ugend- gruppe von 70 Jungens, die stärkste in Hessen, obwohl sie erst am 1. April 1926 ins Leben trat. Seit Oktober 1926 ist der Ortsgruppe Gie- hen die Bezirksleitung in Hessen übertragen worden. Dundcsvorsihender ist der 1. Vorsitzende der hiesigen Ortsgruppe F. 3. M o h r. Der Abend wurde durch den Chor „Hymne an die Rächt" Don einer Gesangsabteilung des Vereins eröffnet. Der Vorsitzende Mohr hielt dann nach kurzen Begrühungsworten einen Vortrag über „Kolonien und Kolonialpolitik". Deutschland, das laum 30 3ahre Kolonien besäst Tmb in dieser kurzen Zeit Hervorragendes leistete, wurde 1918 um seine Besitzungen betrogen. Mit Recht betonte der Redner, daß Deutschland Siedlungsland. Rohstoffgebiete und Absatzmärkte in liebet» fee dringend benötige. Er forderte die Anwesenden auf, den kolonialen Gedanken wach zu halten und in das gesamte Volk zu tragen. Lebhafter Beifall belohnte seine Ausführungen. Ein sinniger Festspruch, von drei Damen und einem Herrn vorgetragen, schloß sich an. Die Damen Hellten die Gestalten von Trauer. Glaube und Hoffnung, der Herr die kühne Tat dar und brachten den Schmerz über den Perlust der blühenden überseeischen Besitzungen, zugleich aber buch Glaube und Hoffnung auf Rückgabe der Kolonien zum Ausdruck. Recht eindrucksvoll wurden diese Gedanken auch in dem anschließenden Gesangsstück „Sehnsuchtsgruh eines Ostafrika- -iers" und dem Theaterstück „Unvergessen, ferne Heimat" zum Ausdruck gebracht. Anhaltender Beifall belohnte die Darbietenden für ihre guten, ansprechenden Leistungen. Ergreifend wirkten die lebenden Bilder, die einen Blick tun liehen in die Friedensarbeit der Farmer und in das rauhe, entbehrungsreiche Kriegslebcn in den Kolonien, besonders in Ostafrika. Auch das Weihnachtsfest kam noch zur Geltung: ein Christ- baum wurde angezündet und das Lied „Stille Rächt" im Scheine der duftenden Kerzen gelungen. Mit Verlosung und Tanz sand der Abend lemen Abschluh. Raumsorgen der Frankfurter Universität. WSR. Frankfurt a. M.. 10. 3an. Pros. Dt. Rennet- 3ena hat den Ruf als Rach- folget von Geh. Rat Moeöius (Botanik) abgelebt. Wie wir hören, begründet Professor Rennet seine Ablehnung mit der Raumnot an der hiesigen Universität, durch die ein wissenschaftliches Arbeiten auher- ordentlich erschwert wird. Damit. ist das Ereignis e.ngetret.m, das Kenner der Verhältnisse längst vorausgesehen haben und das sich, falls die augenblicklichen Zustande weiterhin bestehen bleiben, wohl noch öfters wiederholen wird. Bei der Gründung der UniDerfität rechnete Adickes mit einer Höchstzahl von 1800 Studierenden. Heute ist das Doppelte dieser Zahl schon weit überschritten (im laufenden Wintersemester 1926 27 beträgt die Zahl der Studierenden. Gasthörer und Besucher 3930); die Zahl der für den akademischen Unterricht zur Detsügung stehenden Räum" ist dagegen dieselbe geblieben wie 1914. Die sich hieraus ergebenden schwierigen Verhältnisse steigern sich jedoch noch mehr, wenn man berücksichtigt, dah infolge der Fortschritte der Wissenschaft eine Reihe neuer 3nstitute und Seminare entstand, von denen einige einzig in ihrer Art sind, und mit deren Errichtung Frankfurt vorbildlich wirkte. Diese 3nftitut€ sind heute so untergebracht, dah sie ihren Ausgaben kaum gerecht werden können. Von der Lösung der Raumfrage hängt Blühen und Gedeihen der Frankfurter ilninerfität ab. Wird nicht bald und gründlich Abhilfe geschaffen, so wird sich das oben erwähnte Ereignis zum Schaden der Universität und damit auch der Stadt wiederholen, Wirtschaft. Devifenmarkl Berlin—Frankfurt a. M. Telegraphische Auswahl u n g. 10. Han. 11. Jan Amuiche 'Jiott runa Amtliche 'Jiotienmu beld Bries (9c(D Briet 168,31 168,7 I 168,35 168,7. Bu<>n. Aires 1.738 1.74 1.73J 1,743 Bni Aniw 58,51 58,6a 58,5 i 66,65 (Sbriftiama 107,25 107,51 107.91 168,19 iiopoibnfl-ii 112,16 112,41 112.19 112,4: Stockholm 114.38 112.6b 112.4!) 112,68 HclnngrorS 10,577 10,617 10,58 10,62 Atollen. . 18.2'3 18.5 1 17.88 17.9' London. . . .0.413 .0.465 41,417 4.2H8 .11.469 yieiniori . . 4.2117 1.21 i 1.218 TariS. . . 16,66 17.4" 17.70 17.74 Schweiz . . 51,15 il,-sä 81.10 il.SU Spanien . 65.77 65,! 66,70 66,86 Japan . .. >Nfo de Ian 2,055 2,059 2,056 2,06-1 0.48? 1.469 .487 0.489 Wien in D 50,27 £>ft- abgrii 50,25 59.39 39,41 Prag . . Aelzrad . 12,456 12.49b 12,456 12,496 7.41 7,41 7.41 7.48 Budapp I. 73.58 78,76 73.58 78,76 Bulgarien d.012 8,052 o,0-7 .1,047 Lissabon . . ’1,515 21,565 il,54j -1,595 Danz««. . . 8L6J 81.7 0 81,50 2,114 81,70 Konstantin 2,113 2,123 .121 Athen. . . 5.31 5.33 5,81 5,3.1 Canada 4.20 4.21 4,2'1 1.21 Uru uay . 4.24 4.25 4.24 4.25 Tatro . . - 20,924 20.976 20,929 20.981 Banknoten. Berlin, 1U Ian Meld I Drie' Amerltaniiche Noten . . 4.186 4,206 ^elail'chc Noten ...» 58,40 58,70 Tnitildir WofPtt .... 111,84 112,14 Enalische Noten..... 20,37 20,47 französische 9t ofen ... M Ä - 16.67 16,75 Holländische Noten . . . 167.8.5 168,67 18,:,7 18,46 Noriveaische Noten. . . 166,73 107,47 Teuisch-Ocsterr,ätW Kronen 59,15 69,45 Rumänische Roten . . . —— — Schwedische Noten . . . 112,(i2 112.58 Schweirer Noten .... 81,1b 81,55 Spanische Noten .... 65,49 65,81 Tschechoilowatrsche Noten . . 12.43 12.49 Ungarische Stolen.... 73.42 73.78 • Heute Herabsetzung des Reichsbank d > s t o n t s? Der „Täglichen Rundschau" zufolge soll der Zentralausschuh der Reichsbank auf heute einberufen worden fein. Aller Voraussicht nach sei eine Diskontermähigung auf 5 Prozent zu e rtoarten. * Fried. Krupp A. G., Essen. Die Verhandlungen zwischen der Firma Fried. Krupp A. G. in Essen und der Sowjetregierung über Lieferung von Textilmaschinen sind angeblich ergebnislos abgebrochen worden. Die Gründe hierfür werden nicht genannt, doch verlautet, dah es sich um Differenzen in den Preisen und Kreditbedingungen handele. Ob die Verhandlungen noch einmal ausgenommen werden, ist nicht bestimmt. * Zcllstoff Waldhof Die Verwaltung der Zellstoff-Fabrit Waldhos hält sich im 3nter» esse der Aktionäre der Gesellschaft für verpflichtet, angesichts der durch Dörsengerüchte verursachten Kurssteigerungen ihrer Altien zu erklären: 1. Wir stellen fest, dah wir in keinerlei irgendwie gearteten Verhandlungen mit anderen Gesellschaften, fei es hinsichtlich Angliederungen. Fusionen oder 3n- tercssengerneinschasten stehen. 2. Obwohl die Bilanzarbeiten für 1926 naturgemäß noch nicht fertiggestellt sind, erklären wir beute schon, dah die von der Börse immer wieder genannte Dividende für 1926 in Höhe von 5 Proz keineswegs in Frage kommt. • Eine italienische Anleihe in R e u h o r k. Das Presscbureau der italienischen Ministerpräsidentschaft teilt mit Am Freitag wurden an der Reuyorler Börse eine zweite Anleihe von 10 Millionen Dollar der elektrischen Gesellschaft Edison in Mailand zur Zeichnung aufgelegt. Die Anleihe hatte einen großen Erfolg. (Bär! entarte. pranffurt fl.Tt. Berlin Ibd'iu • i-ilhc« Sijiufo. äniano | Pnre fturt llnr. ! *tnr-. Tfitam: | 10. t. || |. 10 1, j II. 1, 5% TroNcbe RcichSan'kide . <®/n Tciusidc RrichS-mleihe . 8 ,»/. IVutfdK 'Jkicti-ranlcite 3° Tcutfdjc NcichSirileihe . Icutfdje Lolirvrumieiianleihc 4°/o Prruyischc XonfoU . • • 4* 0 Hessen . ......... 3'/,°/. Hessen 3% Heuen........ • • Deutsche Lerkb. Dollar-Ant- dto-Doll Schav-Anireiing. «°i0 Folltürlen........ 5% iÄclvuicrikaner..... Berliner HandelSacscllschatr Sommer;- und Privat-Bank Tarmil. und Naiionalvant Deuliche Bank........ Diskonto ifommanbtl Dresdner Bank....... Metallbau........... Mlitcldeurschc Kreditbank. Leite.reichliche ÜrcbitonRalt vtcichSdank Bochumer Guß ...... Buder. . • Caro . Deutsch Lurembum..... Gelsenkirchener Bergwerke • Harvencr Bcraüau .... Kaliwerke NschcrSleben. • . ZInliwerk Westeregeln. . . . LauralniNc.......... Mannesmann ....... ManSelder.......... Obervedars........ • Phönir Bergbau..... Nheinische Braunkohleu . . rttbcinstayl... ...... Viiebeck Montan LelluS Bergbau Bereinigte Stahlwerke . . . Hamburg?Imeriia Paket. . viorddeulschcr Elotio ckhrramischc Werke Albin . 'jcuieniwerk Heidelberg . . Philipp Holjmann ... Sluglo ttont Guano .... isheniische Mayer Alaptn. . n:oldjchmidt - - - . Holzverkohlung. ..... ?f G Karben-Industrie. . RntgerSwcrke Scheid, annalt . Allg- ElcktrijitälS-Gesellscha Bergmann ......... Elektr. Lieferungen .... Licht und llrast..... • Mainkraktwcrke Schultert . Siemens Sc Halske .... Adlcrwerke Kleycr .... Daimler Motoren. .... Hehligenstoedt...... . Bleguin............ Mannheimer Motoren • . frankfurter Armaturen .tkonservcnsabrik Braun . . Melallgesell chaft Frankfurt Pet Union Ä.-G. .... Schnh'abrik Herz..... Sichel............. Zellstoff Aschaffenburg. . . .^ellilo i Waldhof Ziilker abrik -Frankenthal . .Zuckerfabrik Waghäusel • u 92 U,92 0 913 0.91 — 1.9002 0.9125 0,89 — 1 9l'-i2 1' .90.) 0.98 — 0 9817 0.93 0.59 — 0.58 — — * — I 0,95 — 0 87 —- — 0.875 * 1J0 — — —- • — - 1 17,62 17.25 17.4 — 42.25 42.75 42.5 — 277 279.5 z72 276 226 228 226 227 269 9 267 268 266.5 19t 5 192 191 5 191 5 184 9 185.5 185.5 185 184.5 186 '84 184 9 182 186.6 180 3 182 192 5 195 5 194 195.25 8 8 9 9 I 9.1 175 178 5 176 '178 177 _ 178.75 182.5 114 116.5 113 116 - — - 177 182 179 — 179 184 179 5 — 187Jr 188 5 187,75 — 161,75 159,75 160.75 166 — 166 168.75 84 -- — 207 5 211 9 208.1 212 147 147 25 145.12 146 122 123 124 9 124 3 134.9 Kl 25 133.5 134.75 25H 252 248 249 193.5 196 25 193.62 197 179 5 — 179,5 183.3 112 * —- 141.5 152.62 149.9 152 172.5 177.5 172.5 173,25 158,5 159 158 158.25 _ — 147.9 147 — — 170,75 175 170 — — 129 — — — 151 148.5 — 90 93,5 — —- 11,6 323.5 119.5 123.75 139.5 139 139,25 — 239 239 — 167 169 25 i66,26 169.5 163 166.25 164.9 165.5 161.9 — 167 170 171 — 170 ■73 127.5 129.9 — — 165.5 167 164 1j6 201 75 — 260 202.3 118,75 117,5 116 1i7 85 86,5 85,5 88,5 43 — * * 63,6 — 59.25 - — - 39,75 — 24,9 — * H) —» — 190 193,5 — UJ 128 — 76 — 1 — 2.4 — 5 —— 173.75 179,75 173,4 178.5 -46.75 .55 44 5 254,4 116.25 115 116.25 144.5 HO 111,2.) — F rankfurtc ^ovse. Frankfurt a. M., 11. 3an. Tendenz: f e st. — Die DiskontermähigungderReichs- bank von 6 auf 5 Prozent, die nach den bisherigen Erwartungen nun doch überraschenderweise Tatsache wurde, gab der Börse erneut Veranlassung zu einer allgemeinen Befestigung. Mit Ausnahme von Zellstoffwerten, die auf die Dementis der Verwaltung von Waldhof über irgendwelche Fusionsverhandlungen ungefähr 5 Prozent schwächer einsetzten, lagen vor allem Montanwerte f e st. Hier stimulierten u. a. Gerüchte über Verhandlungen in der Kohlenchemie. Rheinische Braunkohlen plus 2 Proz., Harpener und Gelsenkirchen plus 1,5 Prozent, Mannesmann plus 4,5 Proz. DonB ankaktien zogen Barmer Bankverein infolge der Dividendenerklärung (10 Prozent) um 3 Prozent an. Die übrigen Bankaktien verkehrten zwar lebhaft. zeigten aber nur geringe Veränderungen. Von Chemie-Aktien 3.-G.-Farben im Verlaufe befestigt. Elektro- werte schlossen sich der allgemeinen Auswärts- beweguug an. Die Werte der Metallbanl-Gruppe lagen behauptet. Schcibeanstatt nach der gestrigen starken Befestigung leicht ermähigt. Von den variablen Werten lagen Auto-, Maschinen- und Daustofs-Altien sehr widerstandsfähig. Holzverkohlung ebenfalls freundlich. Am heimischen Anleihemarkt lagen die deutschen Reichs- und Länderanleihen fest, wobei sich ihre Kurke mit dem der Kriegsanleihe auf die einheitliche Lieferbar leit immer mehr ausgleichen. Don fremden Renten Türken still. Der weitere Verlauf der Börse blieb unter Führung von Montanwerken fest. 3m Devisenver- 1 e b r Stalien und Schweiz werter schwawer Mailand 114.— gegen London, Zürich 25,15. Paris gegen London stabil mit 122,35. Die RcichSmark stell.e s.ch London auf 20,4425. gegen Kabel auf 4,2120. London-Kabel 4,8525. Am Geldmarkt hörte man Lagesgeld mit 3.50 Prozent, Monatsgeld 5.25 bis 7 Prozent je Adresse Berliner Börse. Berlin, 11.San. Die Herabsetzung deo Reichsbankdiskont» gab der heutigen Börse eine 'Anregung, wenngleich dieser Schritt nicht mehr iiberraschend kam. Die Spekulation betätigte sich nm Markt der D i d i b e n b e n p a p i e r c mit leichten Rückkäufen, bei benen bie Terminwerte profitierten. Eine allgemeine Hausse kam jedoch nicht zustande, da die Lombardrate unverändert gelassen wurde, zweifellos aus der Erwägung heraus. die Börsenspekulation etwas einzudämmen. Dieses Ziel wird von der Zentral-Rotenbank bekanntlich auch noch durch andere Maßnahmen erstrebt. Die Kursbefestigungen betrugen im allgemeinen 2 bis 3 Prozent und gingen nur für Spc- zialwerte noch hierüber hinaus. Scharfe Steigerungen erzielten Hellstoffaktien trotz der De mentis der Verwaltungen. Feldmühle und Waldhof je plus 6,5 Prozent: Lemberg plus 7 Prozent. Starke Nachfrage trat nach einigen festverzinslichen Werten hrvor, die schon seit einigen Tagen von der in damals in Aussicht stehenden Diskontermäßigung profitierten. Bor allem Goldpfandbriefe unb Goldanleihen sowie Borkriegspfand b r i e f e zogen erheblich an. Die Umsätze in Kriegsanleihe waren bei behaupteten Kursen ruhig, da sich das Interesse der Spekulation wieder mehr den Aktienmärkten zuwandte. Bon Bank- a f t i e n zeichneten sich Barmer Bankverein auf die lOprozentige Dividendenerklärung durch einen Gewinn von 6 Prozent aus. Der Geldmarkt ist unverändert leicht. Tagesgeld 3 bis 5 Proz., Monats- gelb 5,5 bis 7 Proz., je Abresse. Warenwechsel mit Großbankgiro zu 4,90 stark gesucht. Im Devisen- verkehr blieben die Reichsmark und das eng lische Pfund gegen Kabel unverändert. Norwegen und Spanien fest mit 18,85 bzw. 30.45 gegen London. Paris stabil mit 122,35 gegen bas Pfunb, dagegen Mailand abgeschwächt auf 114,20 gegen London. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 11. 3an. Es wurden notiert: Weizen tWetterauer) 29,25 bis 29 50, Roggen (inl) 24.50 bis 24.75, Sommergerste (für Brauzwecke) 25,50 bis 27, Hafer (inl.) 20 bis 20,50. Mais (gelb) 18,50 bis 18,75, Weizenmehl (inl., Spezial 0) 40,50 bis ^l, Roggenmehl 35 bis 33, Wcizenkleie 12 bis 12,25, Roggenkleie 12,25 bis 12,50. — Tendenz stetig. Eingesandt. (Für Form und 3nhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Eine Klage aus der Strotze Am Rohruogsberg. 3n nächster Rähe des Stadthauses Berg- stratze 20 findet man in der Straße „21 m RahrungSbcrg" (bisher Schissenberger Weg) zwischen der Garten- und Keplerstratze Zustände, wie sie in der übrigen Umgebung nicht mehr anzutresfen sind. Während man in neu- angelegten Straßen, die möglicherweise noch mehrere 3ahre der Bebauung harren, schon passierbare Fußsteige und sogar schon Bepflanzungen mit Alleebäumen angelegt hat, ist der Passant in genanntem Straßenteil lediglich auf den Fahr - dämm angewiesen, wenn et nicht vorzieht, in dem noch dazu sehr holperigen Rinnstein zu wandeln. Am unangenehmsten macht sich der Mangel eines richtigen Fußsteiges bei dem gegenwärtigen Wetter bemerlbar, insbesondere bei Dunkelheit, da gerade an dem kritischsten Teil der Straße die Beleuchtung nicht hinreicht und der Passant bei dem Ausweichen vor dort verkehrenden Automobilen und sonstigen Fuhrwerken nicht weiß, wohin er sich flüchten soll. Es sei bei dieser Gelegenheit auch darauf hingewiesen, dah die Stadt an dem Eckhause Gartenstraße 30 durch den Erwerb von etwa 6—8 Quadratmetern Gelände^ in die Lage versetzt wäre, den Eingang in den Schiffenberger Weg um ca. 3 Meter zu verbreitern, was für die Verkehrssicherheit an dieser gänzlich unübersichtlichen Ecke und die Sicherheit für die bei günstigerer 3ahreszeit häuf.g dort spielende Kinderschar des in genanntem Cckhause untergebrachten Kindergartens sehr zu begrüßen wäre. Die Anwohner. Letzte Nachrichten. Herabsetzung des Neichsbankdiskontsatzctz. Berlin, 11. San. (Eigener Drahtbericht.) In der heutigen Sitzung bes Zentralausschusses der Deutschen Reichsbank würbe bie Herabsetzung bes Diskontfatzes von 6 auf 5 Prozent beschlossen. Der Lombarbzinsfuh bleibt zunächst mit 7 Prozent un« verändert. Bekanntmachung In unser Hanbelsregister Abt. B wurde heute eingetragen: Die Firma Kohlenunion, Gefellschafl mit beschränkter Haftung in Frankfurt 0. M., Zlveignieberlatzung Gießen. Gegen- slanb des Unternehmens ist der Vertrieb von allen Erzeugnissen, auch Nebenerzeug- r.kiien der Bergwerks- unb Hütteninbu- trie, von Brenn- unb Betriebsstoffen aller rt. von Holz unb Düngemitteln, ins- l.-ionberc der Fortberieb der von den c.iip.bcnben Gcfellfchaften zu Frankfurt xi. M. und zu Gießen bisher betriebenen Handelsgeschäfte. Die Gesellschaft kann Anlagen erwerben, errichten unb betreiben, welche geeignet sind, bie vorgenann- ti’ii Zwecke mittelbar ober unmittelbar zu fördern. Sie kann sich an Unternehmungen ähnlicher Art beteiligen. Die Errichtung von Zweigniederlassungen unb Zweiggeschäften ist zulässig. Das Stammkapital beträgt 850 000 Reichsmark. Auf das Stammkapital finb von den Gesellschaftern folgende Einlagen geleistet: Die Rheinstahl-Hanbelsgesellschaft m. b. $). in Frankfurt a. M. bringt in bie Gesellschaft ein bas von ihr bisher in Frankfurt a. M. betriebene Kohlenhandelsgeschäft nach dem Stande vom 31. März 1926 dergestalt, baß bas Geschäft als vom 1. April 1926 an für Rechnung ber neuen Gesellschaft geführt angesehen wird. Dabei werden im einzelnen eingebracht und von ber Gesellschaft übernommen: a) bie Gebäulichkeiten, Lagereinrichtungen, Maschinen, Gerätschaften, Werkzeuge unb MobiUen, wie sie sich auf dem von ber Stabt Frankfurt gepachteten Kohlenlager, und Umschlagsplatz der einbringenben Ge sellschaft zu Frankfurt a. M., Franzius- straße, befinden, gemäß ber nach Anlage I beigefügten Aufstellung zum vereinbarten Preise von 200 000 RM.: b) bie am 21. Mär; 1926 auf dem vorgenannten Lagerplatz vorhandenen Borröie an Brennstoffen gemäß ber als Anlage II beigesüy- ten Aufstellung zum vereinbarten Preise von 112813 RM.: c) von ben am 31. März 1926 vorhandenen Geichäftdebitoren bie in ber Anlage III aufgeführten mit einem festgesiellten Wert von 146 299 RM. Der Gesamtwert biefer Sacheinlagen wirb auf \ 459 000 RM. festgesetzt. Dieser Betrag wird auf bie Stammeinlage der Rheinstahl - Handelsgesellschaft m. b. H. in Frankfurt a. M. angerechnet, so daß deren Stammeinlage damit vollständig geleistet ist. Die Thyssensche Handelsgesellschaft m. b. S). in Hamborn bringt in bie Gesellschaft ein bas von ihr bisher in Frankfurt a. M. durch ihre dortige ZweigniederU:s- fung betriebene Kohlcnhanbelsgeschäft, unb zwar nach dem Stanbe vom 31. März 1926 dergestalt, bah bas Geschäft als vom 1. April 1926 an für Rechnung ber neuen Gesellschaft geführt anzusehen ist. 3m einzelnen werden eingebracht unb von der neuen Gesellschaft übernommen: a) bie Warenvorräte, bie am 31.März 1926 bei der Zweigniederlassung ber einbringenben Gefells ä>a ft in Frankfurt a. M. auf beren borkigen, von ber Stadt Frankfurt gepachteten Lagergelände, Franziusstraße, vorhanden waren, gemäß ber als Anlage IV beigefügten Aufstellung in festgestelltem Werl von 62 339 RM.: b) von ben am 31. März 1926 bei ber Zweignieberlassung der einbringenben Gesellschaft in Frankfurt a. M. vorhandenen Geschäftsbebiwren die in ber Anlage V aufgeführten im fest- gestellten Wert von 92 781 RM. Der Gesamtwert Dieser Sacheinlagen wirb auf 155 000 RM. festgesetzt. Dieser Betrag wirb auf bie Stammeinlagc der Thyssetischen Handelsgesellschaft m. b. H. in Hamborn angerechnet, fo baß deren Stammeinlage damit vollständig geleistet ist. Die Raab, Karcher & Cie. G. m. b. H. in Karlsruhe bringt in bie Gesellschaft ein bas bisher von ihr zu Frankfurt a. M. auf bem Lagerplatz Osthafen Lubwigs- haiener Werft betriebene Kohlenhanbels- geschäft, unb zwar bergeftak, baß dieses Geschäft als vom 1. April 1926 an für Rechnung der neuen Gesellschaft geführt angesehen wird. 3m einzelnen werden ein- gebracht unb von ber Gesellschaft übernommen: 2) bie am 31. März 1926 auf bem vorgenannten Lagerplatz m Frankfurt a. M. vorhandenen Warenvorräte gemäß bem als Anlage VI beigefügten Verzeichnis im feftgcstellten Wert von 34 068 Reichsmark-, b) bie am 31. März 1926 in bem genannten Kohlenhandelsgeschäst vorhandenen Gefchäftsforberungen laut dem als Anlage VII beigefügten Berzeichnis im fcftgeftcUien Wert von 22 847 RM. Der Geiamtwert dieser Sacheinlage wirb auf 66 915 RM. festgesetzt unb mit diesem Betrage auf die von der Raab, Karcher & Eie. G. m. b. H. Karlsruhe übernommene Stammeinlage ungerechnet, so baß deren Stammeinlage in dieser Höhe geleistet ist. Der Restbetrag ber Stummem« läge mit 150 085 RM. ist in bar sofort zu leisten. Die Handelsgesellschaft ber Thys- fenschen Zechen G. m. b. H. in Bonn bringt in bie Gesellschaft ein bie ihr gehörigen in Gießen auf gepachtetem Lagerplatz befindlichen Lrlriebsgegenftänbe unb Einrichtungen wie Bureaugebäube, Lagerschuppen, Tankanlage gemäß ber als Anlage VIII brigefüglen Aufstellung im fest- gestellten Wert von 30 000 RM. Dieser Betrag wird auf die Siammeinlage ber Han- belsgesellschait ber Thyssenschen Zechen G. BESTE GESCHÄ.FTSPEKLAME IST STETS EIN INSERAT IM GIESSENER ANZEIGER m. b. H. in Bonn angerechnet, so daß beren Stammeinlage vollstänbig geleistet ist. Für sämlliche Einlagen wird sestge etzt: Zrgenbwelche Berbinblichkeiten der au bie neue Gesellschaft übergehenden Hansels- geschäfte werben nicht übernommen, ihre Uedernahme vielmehr ausbrücklich ausge- schlossen. Die einbringenben Gesellschaften haften für ben vollstänbigcn und rechtzeitigen Eingang ber von ihnen einge- brachten Geschäftsbebitoren. Zu Geschäftsführern finb bestellt: Direktor Oskar Huber in Karlsruhe unb Direktor Rudolf Brune in Mannheim. Den Kaufleuten Fritz Hörning und Walter Grämlich, beide in Frankfurt a. M., ist Gesamtprokura erteilt. Der Gesellschaftsvertrag ist am 4. November 1926 festgestellt. Die Gesellschaft wirb burch einen oder mehrere Geschäftsführer vertreten. Sind mehrere Geschäfts- führet bestellt, so wirb bie Gesellschaft durch mindestens zwei Geschäftsführer ober durch einen Geschäftsführer und einen Prokuristen vertreten. Bekannt machungen ber Gesellschaft erfolgen im Deutschen Reichsanzeiger. 318C Gießen, ben 5. Januar 1927. Hessisches Amtsgericht. im Aller von 48 Jahren. 00 Mk. Stratze u.Reife, jetzt z. Knaben-Leibchen-Hosen *150 Mk. 95 MK Sämtliche nicht aufgeführten Artikel bedeutend herabgesetzti Gießen, den 11. Januar 1927. W4V Auto 3221 Sämtliches versteigere ich im Löwen, Neuen- j Vereine ] Eiserfeld, den 10. Januar 1927. 327 rungsgut aller Art 320D 323V Gießen. 25S D munni Drucksachen aller Art Lrühi schr Drndcrei Für die wohltuende Teilnahme beim Heimgange meines geliebten Mannes, meines treuen Vaters danken herzlich. zu vertauschen. Sicher Str. 37 II. Frau Luise Steinmüller nebst Kindern. Klein-Linden, 11. Januar 1927. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unseres lieben Entschlafenen sowie für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Elisabethe Größer geb. Lang Anna Größer Katharina Größer Heinrich Größer Heinrich Mohr und alle Angehörigen Siiottl, chrlühkg IiknKuWkll vom Lande, nicht unter 18 Jahren. ver folort, evtl, ipnter gesucht. Schriftliche Slnqeb. umer 0ls9 an den (Sieh- Anz Gießen, Telephon 260 Größtes Spezialhaus Oberhessens für Herren- u. Knabenbekleidung Mittwoch, 12. Januar 1927, nachm. 2 Uhr, versteigere ich Neuen- weg 28 (im „Löwen") zwangsweise gegen Barzahlung: 328D 1 Büfett, 1 Sofa u.Trumeauspiegel, 3 Schreibmaschinen, 2 Fahrräder' 1 Dureautisch, 6 Meter Anzugstoff' 1 Kastenwagen, 1 Kassenschrank, 2 Ladentheken, 1 Wäschemangel, 1 Pianino, 2 fahrb. Lokomobilen und eine Partie Bohrröhren, eine Partie Messer, Gabeln und Löffel. Junker, Gerichtsvollzieher. Im Namen aller Angehörigen: Mathilde Steinseifer geb. Fischbach Otto Steinseifer. Drei fprnngiäbigc Simmentaler Bullen Rot- und Gelbfcheck. fteben »um Berkan« bei Otto flübler und flarl Reiblina In Ober - Breiden bach, Bahnstanon Zell-Romrod. 2S2D aber das Ende kommt schneller als man glaubt: unser Ausverkauf geht noch bis zum 17. Januar. Denken Sie, welche Summen Sie sparen können, wenn Sie die Tage der herabgesetzten Preise ausnützen. Denken Sie, wie modern gekleidet Sie gehen können, welche vorzügliche Qualitätskleidung Sie tragen Können, wenn Sie sich noch unsere Aus- Verkaufspreise nutzbar machen. Jetzt sind alle Preise wie untenstehend weit herabgesetzt. Wm Mer 20 önoie alt sucht Stellung in Mühle ov. Gelieidegefchäii. Selbtaer hatte schon Berirauensvosten. Gute Zeugnisse vor- banden Schrisillche Anaeb. unter 3101) a d Gtetz. Anz. erb. Mittwoch: Hotel flübler.212 Mi M. 13 fil. 1 fis-Brille niefe Snminung» au verkaufen od. neuen zwei gebr. C-filnxi- netten, 13 Kl. 1 fis- Brtlle (tieie Stirn- weg 28, von nachm. 2 Uhr an: 2 komplette Küchen mit Anrichte (neu), 3 komplette Beiten mit Federzeug, einzelne Bettstellen, ein Bufett, 1 Waschtisch, 5 Tische, 4 Sessel (antik), l Sofa, 1 Chaiselongue, 1 zweitüriger Kleiderschrank, 2 Küchenstühle, einen Liegestuhl, Porzellan, ein Fernglas, Herren, und Damen-Fahrräder, Aäh- -naschinen, Grammophon mit Platten, ! Papageikäfig, 2 dreiteilige Dogelhecken, Zentrifugen, 2 Dordcrwagen für Mähmaschinen, 1 Gasbadeofen, einen elektr. Heizofen, Schokolade, Weinbrand, Likör, Kinderschuhe, von Gröhe 21—26, Kamelhaarschuhe, Zigarren und noch vieles andere, getragene Herren- und Damenkleider, Mäntel und Schuhe Eine Sendung Luft-, Gutscher- und Gmaillelack. Ludwig hartmetz Auktionator und Taxator Aeuenweg 28, Telephon 1414. Annahme von Versteige- Stadttheater Mittwoch. 12. Jan. 1LMilllll0lllAV.'Vck von 7 bl) nen. 10 Uhr Jnaiej und moiin-lllon Ttnmntticbe vtiiotit in drei Phasen uno lEvilog '13 Bildert von Werfel »c A ———■ """ Erstklassige. in allen Kreisen bestens einaeiübi te Bersicherungsgefellschast sucht für die Wahrnehuiung tbrer Interessen in einem größeren Gebiet tüchtigen Bezirksvertreter der Werbe- und OrmmtsationStaleni befiel. Neven den üblich. Provisionen wird em auSküminlicher, fester Bu- schütz ncAnblt- Es wird evtl, auch Nichtfachmann beruckfickttgt und sorg- falttfl einnecix beitet. Auslührttche Be- roetbunnen erbeten unter F. T. 1038 an Ala Hausensleiu &Vo«ler, Frankfurt am Main. 306A Am Mittwoch, dcu 12. d. W., abcitd- 87, Hbr, tut Vcr> cinölokale: “’c Monats» Versammlung. Ter Vorstand. Todes-Anzeige. Plötzlich und unerwartet veschied nach kurzer schwerer Krankheit Heinrich Größer, Polizeidiener VMslM ‘ür fofort gesucht Rubl, Württem- bexnev Hof «>0 Bahnhofsttatze. bis zu9Iahren 1.95 bis zu 6Iahren liMUilUBIGaE" Stimme . SO sWr rK": LK unter uns ? -? 6aai hm ,tK die ^°uberkos,x°s $ebil6cle te* $ tnngen S Ur i^pr^r % ?-ag I Allich o°,cn Gior ■ er n? fü ^etathl dem ■ fe langg^S un ?uWh7°9fne Ration \.et 6 ^[a0ltomU $M)et a i» unb h1 *Qudi !N 6 T^nnsch- wohnnng. 2-3 ^immer-Wob nuttfl mit Stürbe au tauschen gekuchi tüt Ebepaar oüne Kinder. Wo? faat die Aefchiifivstelle bec Ätetz. Anz. StSDI Heute morgen 8 Uhr verschied nach schwerem in Geduld ertragenem Leiden im Alter von 21 Jahren unser innigstgehebter, unvergeßlicher Sohn und Bruder Arno Die tieftrauemden Eltern: HugoNitzsche u.Frau Lisa geb. Klee u. alle Angehörige. Gießen (Neuen Bäue 5 p.), 9. Januar 1927. °>«, Die Beerdigung findet statt: Mittwoch, den 12. Januar, nachm. 2 Uhr auf dem Neuen Friedhöfe. | Verkäufe j ST Pser» (WaUachl.vonzweten die Wahl, au verk. Philipp Dietrich olN Beuern. Hausen, Annerod, Steinbach, den 9. Januar 1927. Die BeerdigungfindetMittwoch, den 12. Januar,nachm.2 /. Uhr, statt 0184 garagen au vermieten Echr. Anaeb. unter 0197 an den Gich Anz. \ ffJelgesuche | 5-5=3immer= Wohnung gesucht Gebe evtl. Darlehen. Schriftl. Anaeb. unter0200 an den Gietz. Anz. erd Wer gibt älterem, besseren Ehepaar 2 Zimmer mit Küche ab? Schr. Angeb. u 018n a d. G:cu. ANA- fnbrikation unter günstigen Bedingungen aii verkaufen. Sdiriftt Anträgen unter 32BD an den Seltener Anzeiger. i Kaufgesuche ] Kl. 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Gin „alter H und warnt die 1 am nächsten Ta geworden ist, a Erfurt. Er hc Prinzenlausbahn ter )u spielen. D hat, daß er eine c ältesten Sohn ic: n, als Prinz cufytivaw. Er ' E>vtel -vsstnhasa k Äotff dvrstep dimmet im vier! sich äußerst entri $o:c(ti:e:tot. D Igni zwei 3imm an. Nebenbei I eine hochgesteN vitlognito wahr phvngespräch mi bon Preußen in Die ganze Stadl Preußen angcbi "'len lassen sich umr Autogramm! Goldene Buch d flauem ihn ®^6ctrag ausg- ®eriin- Er d Tauben zu verkaufen 0198 W# Stohr, Ludwigsvlatz 5 H. Gebe ab la Zerve'at- fiausmaclierwurst Schr. Angeb u. 0193 an den Gietz. Anz. Ein neuer- noch nicht gebraucht.vernickelt. Klndcrk-appsport» vagen oiistg au verk. Zuerfr.i d.GeschastS- stelle b. (9 Ain. Pens. Brandl ÄV."" z Bot mSbL Zimmer. Blttagitlaeh. Tel 1QKT’. 3„D Kilto-tlzN» 9 für das Aller bis zu 9 Jahren, el weit unter Preis............... Mtz. flkiucS, gut mübL Stuimcr an ruh., foL Herrn au verm. Lndwigstratzc M, i«t Gartenh. v. ■ * - »nnxxxxixj motu. 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Wir werden ihm ein allzeit ehrendes An- Nr. 8 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für GberWen) Der falsche hohenzollernprinz. Harry DomelaS Köpenickiade in Thüringen. ,00 M. ml50 M tn 95 er« M gesetztl ex. als Prinz Wilhelm von e n Meldung K> Sämtlicher balttne in I bis zum Tage du 1 können, i|ete Aus. labge^etzt. Al. He^e und L-se« kauil laulcnd H. S«^"'o6l $hirbiitflgS,T0* er, last hen- ,en irffloie Der unter verschiedenen Pseudonymen alS Prinz Wilhelm von Preußen in Thüringen auf- getretene Schwindler Harry Domela ist, wie schon kurz gemeldet, in Euskirchen verhaftet in dem Augenblick, als er als Angeworbener der Fremdenlegion die Reichsgrenze überschreiten tollte. Bei der Vernehmung auf der Kölner Polizei ergab sich, daß die Lebensgeschichte Do- rrclas ein Aden teurer roman ist, der an groteskem Humor alles bisher Dagewesene übertrifft. Rach den Aussagen Domelas ist dieser am 12. August 1904 in Grusche (Kreis Sanischki) tn Lettland geboren; sein Vater war russischer Legalionsrat in Petersburg und später Gutsbesitzer. Seine Mu ter war eine geborene Charlotte v. Kayserlingl. Bis zur Okkupation durch Sie deutschen Truppen wurde er durch einen Hauslehrer erzogen und besuchte von 1915 bis 3918 das Gymnasium in Sauft. Rach der Ermordung seiner Eltern durch die Bolschewisten flüchtete er^zu den deutschen Truppen nach Li- fcou, wo er, kaum fünfzehnjährig, zusammen mit seinen zwei Brüdern in die baltische Landwehr eintrat. Später diente er bei dem Freikorps des Majors v. Brandes. Rach Auslösung dieser Truppe diente er bei einem Reichswehrregiment und beteiligte sich an der Hnterbrüdung des Aufstandes im Ruhrgebiet. Sm Sahre 1920 wurde er. da er kaum siebzehn Sahre zahlte, wegen seiner Sugend aus der Reichswehr ent» taffen. Seit dieser Zeit trieb sich Domela vagabundierend in Rorddeutschland herum. Er bemühte sich. Arbeit zu finden. Dreimal wird er in Berlin" wegen Diebstahls bestraft. Durch ti? Gn.tbehrunge.i gänzlich heruntergekommen, landet er schließlich in einem Flüchtlings- heim in Berlin. Er durchwandert dann die Mark Brandenburg und gelangt schließlich über Hamburg nach Frankfurt a. M., wo er gehofft patte, eine Stellung zu finden. Auch hier erlebte er eine Enttäuschung. Er war gezwungen, seine letzten Sachen zu veräußern. Sn dieser verzweifelten Situation ko.nmt ihm der Einfall, ich den Ramon eines Prinzen beizulegen, und in auf diese Weise Geld zu verschaffen. Er öyrt nach Heidelberg und kommt zu einem Korps, von dem er weiß, daß es sich aus Adligen zu- iommenseht. Er stellt sich dem ersten Char- chierten als Prinz von Liven und Reichs- weyrkavalle irofsizier vor. Dieser hatte nicht den geringsten Zweisel. obgleich Domela in seiner äußeren Erscheinung volllommen verwahrlost war anb einen zerrissenen und geflickten Anzug trug. Gr wird von den Saxo-Borussen, die ihn täglich zum Fechtboden aohvlten, mit „Durchlaucht" angerebet. Ein „alter Herr" wird schließlich mißtrauisch und warnt die Aktiven. Der .Prinz" macht sich am nächsten Tag. da ihm der Boden zu heiß geworden ist. aus dem Staube. Er reist nach Tcfurt. Er hat inzwischen Geschmack an seiner Prinzenlaufbahn gesunden und beschließt, sie weiter zu spielen. Da er auS Zeitschriften festgestellt hat, daß er eine ausfallende Ähnlichkeit mit dem ältesten Sohn des Kronprinzen besitzt, beschloß Vereine ?3 teuften im Hotel Habsburger Hof am Askani- chen Platz. Bei keiner Rückkehr nach Erfurt wird er vop einem (Erfurter Kommerzienrat auf dessen Schloß eingeladen. Er begibt sich mit seinem Gastgeber nach Gotha. Bei seinem Eintreffen wurde ihm im Vestibül des Schlosses von Mitgliedern deS früheren Hofes ein feierlicher Empfang bereitet. Domela wird darauf zu einer großen Sagd eingeladen. Der Oberbürgermeister von Gotha begrüßt ihn und fragt, ob er nicht die städtischen Museen beücfttigen wolle. Er benachrichtigte sofort sämtliche Dezernenten, damit sie ihm behilflich sein sollten. Sn Dessau ließ Domela sich dem Theaterintendanten vorstellen, der ihn fragte, ob er sich nicht das Theater ansehen wolle. Rachdem Domela versichert hatte, daß er sehr für Musik schwärme, erwiderte der Intendant: .Das paßt ja herrlich. Heute abend geben wir den .Alten Dessauer", in dem ja auch Shr Ahne, der Alte Fritz, auftritt.“ Der .Prinz" sagte zu und wurde am Abend feierlich empfangen und in die Hofloge geleitet. Als der Baron v. Berg (nicht zu verwechseln mit dem Vermögens Verwalter des ehemaligen ftaifetS) sein Kommen telegraphisch ankündigt, fühlt er sich nicht mehr sicher und zieht vor, zu verschwinden. Er borgt sich von dem Hoteldirektor einige hundert Mark. Vorher fährt er mit dem Automobil, das ihm bereitwillig zur Verfügung gestellt wird, zu dem Garnisonältesten der Reichswehr in Erfurt und bittet ihn, doch auf die Presse einzuwirken, daß sie seinen Besuch nicht weiter kommentiere, da er inkognito reife, was ihm auch versprochen wird. Er begibt sich nach Weimar, wo er den Kommandeur des dortigen Reichswehrregiments aufsucht. Auch hier bittet er, doch auf die Presse einzuwirken, daft sie von seiner Anwesenheit keine weitere Rotiz nehmen solle. Am nächsten Morgen begab er sich, da die Polizei auf seiner Spur war, über Dortmund ins Rheinland, wo ihn fein Schicksal ereilte. Eine moderne Völkerwanderung. Die Überfremdung Frankreichs. Don unserem Dr. Me.-Seridjterftatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Paris, Januar 1927. Zögernd, sehr zögernd beginnt jetzt die französische Presse ganz langsam mit einem Problem sich zu beschäftigen, das eigentlich schon seit Jahr und Tag brennend war, dessen Beitehen allein aber schon den französischen Nationalstolz derart verletzte, daß es lieber totgeschwiegen wurde: die Gefahr der Ueberfremdung Frankreichs ist nachgerade so mit Händen zu greifen, daß sie nicht mchr vertuscht werden kann. Nicht etwa in Paris und seinen Vergnügungsoierteln, wo der Ausländer so dominiert, daß der Franzose kaum noch geduldet ist; das war eine Jnflationserscheinung, wie wir sie in Deutschland ja auch erlebt haben. An sie hat man sich an der Seine auch schon längst gewöhnt, denn die Fremden, um die es sich hier handelt, bringen Geld ins Land, sind kaufkräftig und amüsiertoll, sie geben der Hauptstadt jenen nach außen so bestechlichen Talmiglanz, den sie durch die Verarmung der eigenen Bevölkerung verloren hat. Das ist es also nicht, nein, die Dinge liegen viel tiefer. Die Zehntausende. um die es sich vielleicht in Paris handeln mag, spielen gegenüber der Gesamtheit keine Rolle, aber die Millionen, die draußen im Lande sitzen, die eine neue wirtschaftlich orientierte Völkerwanderung eingeleitet haben, bedeuten eine Sorge, die nicht den französischen Bürgern allein Alpdrücken verursacht. Welchen Umfang diese Einwan. derung in den letzten Jahren angenommen hat, dar- über hat sich wohl zunächst niemand eine klare Dor- stellung gemacht. Sie war bequem, weil sie Arbeitshände für die mit Hochdruck geschaffene Industrie zur Verfügung stellte, sie war zum Teil wohl auch notwendig, um die Löcher zu stopfen, die der Krieg gerissen hatte. Denn Frankreich war, und ist es heute mehr als je, ein menschenleeres Land. Obwohl es nach dem Frieden oon Versailles mehr als 80 000 Quadratkilometer größer ist als Deutschland, steht seine Bevölkerung um rund 20 Millionen hinter unserer zurück. Der Geburtenrückgang hat ja schon im Frieden, damals allerdings meist aus Gründen der Landesverteidigung gegenüber dem fruchtbaren Deutschland Xu allen möglichen gesetzgeberischen Experimenten Veranlassung gegeben, die aber in ihrer Gesamtheit nichts daran ändern konnien, daß der Zustand der gleiche geblieben ist; das um Elsaß- Lothringen vergrößerte Frankreich hat heute kaum mehr Einwohner, ab das Frankreich oop 1914. Ob es unbedingt richtig ist, aus diesem Zuruckschrauben der natürlichen Fruchtbarkeit auf Degenerationsmerkmale zu schließen, darüber kann man Zweifel- haft sein. Geschichtliche Parallelen mit Rom liegen nahe. Auf der anderen Seile aber ist nicht zu vergeßen, daß der französische Stamm drüben in Kana d a, der nun doch schon seit mehr als hundert Jahre von den Engländern überwuchert wird und gar keine Verbindung mit dem Mutterlande mehr hat, sich mit bewundernswerter Zähigkeit hält und mit einem Kinderreichtum aufwarten kann, der ein langsames aber sicheres Fortschrciten der französischen Zone in Kanada ermöglicht. Es können also für Frankreich auch andere Gründe einer mehr bequemen Lebenshaltung, einer gewissen trägen Saturiertheit maßgebend sein, die für den Bestand der Rasse nichts zu bedeuten hat. Das Defizit ist jedenfalls da, es wirkt sich um so stärker aus, als auch Frankreich den Folgen der Industrialisierung nicht entgangen ist und in den letzten Jahrzehnten eine st a r k e Verschiebung der Bevölkerung vom Lande in die Stadt aufzuweifen hat. Das Land ist also leerer geworden, noch leerer, feit fast 700 000 Bauern im Kriege fielen, deren Besitz zum Teil verkauft wurde, xum Teil verfiel. Und in diese Situation stieß nun oie Jnflationskonjunktur hinein, die der Industrie einen gewaltigen Aufschwung brachte. Menschen im eigenen Lande, die hier hätten einspringen können, waren nicht da, sie mußten also von außen her herbeigeschafft werden. Die Deutschen tarnen dafür nicht in Frage, sie wurden sogar abgelehnt, die Romanen und Slawen aber waren dankbar aufgenommene Gäste, zumal da fast gleichzeitig die Einwanderungssperre der Vereinigten Staaten einsetzte und nun die übervölkerten Länder die Möglichkeit hatten, ihren Ueberfchuß nach Frankreich abzugeben, das in den letzten Jahren das größte Einwanderungsland gewesen ist. Nur ein paar Zahlen: Um die Jahrhundertwende betrug die Zahl der Ausländer in Frankreich etwa eine Million, heute wird sie wahrscheinlich an v i e r Milli o n e n heranretchen. Die amtlid)e Statistik gibt's nicht zu, aber man darf deren Richtigkeit stark bezweifeln, da sie nur die Ausländer zählt, die gewiße Anmeldungsformalitäten erfüllt haben. Von jener Zahl machen allein die Italiener eine Million aus, eine halbe Million stellen die S p a n i e r , ebenso viel die Belgier und nicht viel weniger die P o l e n. Sie sind zum großen Teil in der Industrie beschäftigt, und zwar so, daß im Kohlenbergbau fast ein Drittel der Arbeiter Ausländer sind. 2lud) aus bevölkerungspolitischen Gründen war den Franzosen dieser Zuwachs zunächst willkommen. Sie glaubten, alle fremden Elemente verdauen zu können und so eine Dlutzufuhr oder auch Blutouf- srischung zu erreichen, ohne ihre Nationalität irgendwie zu gefährden. Zu dem Zweck haben sie ein neues Staatsangehörigkeitsgesetz beschlossen, das eigentlich fast jedes in Frankreich geborene Kind für den fron» zösifchen Staat reklamiert, ja sogar die Naturalisa- tion nach drei Jahren ermöglicht, diese Frist selbst auf ein Jahr abkürzt bei Ausländem, die Frankreich wertvolle Dienste geleistet haben. Diesen frisch gebackenen Franzosen kann allerdings das Bürgerrecht durch Gerichtsurteil innerhalb von zehn Jahren wieder entzogen werden, wenn sie etwa die Pflichten gegen ihr Vaterland vernachlässigen. Aber der Gedanke dabei war, alle solchen Elemente a u f z u s a u- g e n , ihrem eigenen Volkstum zu entfremden und zu Muß-Franzosen zu machen, die bann in der zweiten oder dritten Generation Dollblutfranzosen wurden. russischen Klänge im Chor und im Dalalaika- orchestcr. Wir haben längst nicht bas aanzc Programm abgeschrieben mit dieser Aufzählung, und dieses ganze Programm wiederum ist nur ein winziger Leit des deutschen Cautmufeumd. Man konnte aus dem Vortrag von Pros. Dr. Wilhelm D o e g e n. dem Direktor der Lautabteilung an der Preußischen Staatsbibliothek in Berlin, zugleich dem Schöpfer dieses schlechthin genialen Snstitutes, nur ahnungswcise sich ein Bild machen von der fabelhaften wissenschaftlichen Arbeit, d'te hier geleistet. von der riesigen Materialfülle, die hier in wenigen Sahren mühselig aus allen Teilen der Welt zusammengetragen wurde. Das Museum sammelt und verbreitet Lautplatten von Sprache und Musik aller Völker der Erde. Bisher hat man 250 Völler auf 3000 Originalplatten vereinigt. Seder Ton ist in dreierlei Gestalt fest- gehalten (Schriftsprache, Uebersehung. phonetische Transkription, d. h. lautgetreue Wi^>eegabe); die Lebensdauer der Platten schätzt Prof. D o e g e n auf 10 000 Sahre — welche Ausfichten für kommende Zeiten, späteste Geschlechter! Es wird von Snterefse sein und sei kurz bemerkt, daß eine Menge Material für das Lautmuseum in Gießen gesammelt worden ist — aus dem Völkergemisch des Gefangenenlagers im Kriege. Bisher — vor Doegens Schöpfung — besaß man Buch, Handschrift, Rote; heute kann man 250 Sprachen (es werden immer mehr) lebendig machen, gesprochen und gesungen auS nächster Räbe hören. Bild unb Schrift naturwahr und plastisch ergänzen. Das Museum dient allen Lebenszwecken. Vielleicht kann man feine Möglichkeiten und Auswirkungen zur Zeit noch gar nicht überschauen. Rur einzelnes kann flüchtig gestreift werden: der Kriminalist der Zukunft z. 2. wird außer dem Fingerabdruck im „Laulabdruck", im Etimm- porträt ein ausgezeichnetes Hilfsmittel besitzen, der Mediziner braucht das Museum (Vererbungslehre), wie der Zoologe (Sietfiimmen) und vor allem der Dollskundler und der Sprachforscher, dem hier ganz neue Wege erschlossen werden, älnschahbare Dienste gerade im Unterricht leistet (wie viele Versuche erwiesen) die Lautplatte und der von Prof. D o e g e n erfundene sog. Laut- Halter, der die Stimme gewissermaßen seziert: jeder einzelne, kleinste Ton kann beliebig off wiederholt werden. Die Platten sind gerade dadurch natürlich auch für den Musiker, um ein anderes Beispiel zu nennen, von besonderem Wert. Es geht nicht an, auf die Fülle von Einzel- eindrücken, die der ganz ungewöhnliche Vortrag hinterließ, an dieser Stelle näher einzugehen. Rur dies noch: zum Schluß vernahm man drei Sprechstimmen; eine Reichstagsrede Bethmann- Hollwegs von 1917, die Weimarer Verfassungs- teöe von Friedrich Ebert, und die Schlußworte Tagores aus feinem Dortrage in der Berliner Aula 1921. Der Wert dessen, waS uns hier gezeigt wurde, erschöpft sich aber bei weitem nicht etwa in der Vorstellung, wie die Menschen, die nach uns kommen (in 50, in 100, in 500 Sahren) die Weltgeschichte der Vergangenheit, also des sozusagen mittelalterlichen 20. Sahrhunderts, unserer Gegenwart, erleben werden: ein paar Äurbel* drehungen, und aus dem kleinen Apparat hallt eine mächtige Stimme... Hindenburgs Ansprache an feine Truppen nach der Schlacht bei Tannenberg. Sn allen Schulen des künftigen Staates wird man das deutsche Schicksal oon 1914 mit leiblichen Ohren hören, als sei man dabei gewesen, ilnö das ist gewiß nicht einmal das Wichtigste an dem Wunderwert deS Lautmuseums. Eine neue Darstellung von Mirabeaus Tod. . Sebem Leser von Carlvles berühmtem Werk über die französische Revolution sind die Seiten unvergeftlich, in denen der grohe Schriftsteller das tragische Ende des DoUstribunen Mirabeau mit glühenden Farben malt. Das ergreifende Ende des Titanen auf der Höhe seiner Macht, umwogt von den Stürmen der Volksgärung, die er allein zu bezwingen vermochte, ist ein geschichtlicher Vorgang von seltener Dramatik. Deshalb verdient eine neue Schilderung dieses Tode- besondere Beachtung, die in einem soeben erschienenen Werk ,11m Mirabeau" von Dauphien Meunier veröffentlicht wird. Der Verfasser hat Einblick erhalten in die Erinnerungen, dir der Kammerdiener des Grafen. L.'grain, hinterlassen hat. Dieser Legrain war Mirabeaus ftet?r Begleiter seit dem Sahre 1781, in dem er das Ge- Dienstag, U- Ianuar 1927 In der Prari» Ist das inbefien ganz anders gegangen. Die Italiener und Spanier denken nickst daran, sich zu neutralisieren, im Gegenteil, sie betrachten sich als Vorposten ihres eigenen Volkstums, als Pioniere, die ihrem Staat neues Land gewinnen sollen. Mussolinis Worte über die Ausgaben der italienischen Bevölkerungspolitik müßen hier tief erschrecken. So schiebt sich denn von Italien und von Spanien aus jetzt ein breiter Keil nach Frankreich hinein, in dem die Fremden nach ihren eigenen Gesetzen zu leben beginnen. Im Süden sind Spanier unb Italiener auch nicht lediglich Arbeiter, sie hoben sich als Dauern und in den Städten ansässig gemacht. Sie haben ihre eigenen Kirchen und ihre eigenen Schulen. Was man in den Dergbezirlen von Dricy unb Longwy vor bem Kriege spöttisch als „la oi-tite Iialicnnc" bezeichnete, beginnt jetzt furchtbare Wahr- heit zu werden, zumal da die beteiligten Regierungen von sich aus ihre Landsleute in jeder Beziehung unterstützen und dafür sorgen, daß sie dauernd eng mit der Heimat verbunden bleiben. Immerhin, diese unbequemen Nebenerscheinun- gen, die, ohne daß es jemand eingesteht, wesentlich zur Zuspitzung der Beziehungen zu Italien beigetragen haben, ließen sich noch vertuschen. In der Industrie dagegen gibt es jetzt kein Hatten mehr. Herr Poincars hat den Franken wieder stark in die Höhe getrieben, so daß er jetzt mehr als das Doppelte aus der Zeit seines tiefften Tiefstandes mert »ft. Die Industrie hat dafür die Kosten zu zahlen, sie hängt mit ihren Preisen in der Luft: das Aus- lanbgefchäft hat sehr stark nachgelassen, die Bestellungen find ausgeblieben, Betriebseinschränkungen und Arbeiterentlassungen find unvermeidlich. Da kommen nun aber die französischen Arbeiter unb verlangen, daß zunächst die fremden Hilfskräfte in den Fabriken n n bie Lust gesetzt werben, da die französische Industrie doch schließlich in erster Linie für die französischen Arbeiter sorgen müßte. Aber was soll mit all diesen Hunberttausenben geschehen? Der Gebanke, sie in bie Heimat abzuschieben — was bei den Polen schon ernstlich erwogen wirb — läßt sich kaum burchführen, sie auch als Arbeitslose im Cante zu behalten, ist ebenso schwierig. Frankreich sitzt also da in einer Zwickmühle, aus der es vorläufig noch keinen Ausweg findet. Und im Augenblick sieht es so aus, ab meim diese Ueberfremdung zu einem ter schwierigsten Kapitel der inneren Politik werden sollte: wenn nicht vorher Herrn PoincarL bei seiner Stützungsaktion Jür seinen Franken der Atem ausgeht unb bie französische Valuta wieder zu sinken beginnt. Das würbe bas Neueinsetzen des Auslanbgcschcifte- bedeuten, würde aber doch auch nur eine Verzögerung bedeuten, denn einpial kommt der Moment, wo bie innere unb äußere Valuta sich ausbalancieren, wo bie Jnbuftrie also keine Differenzgeschäfte mehr machen kann unb sich auf einen normalen Bestanb an Aufträgen einrichten muß. Dann sind die Fremden zum großen Teil überflüssig, unb dann kommt Frankreich nicht mehr um die Losung des Problems herum, was es mit diesen Menschen anfangen will, bie früher ober später doch einmal ab Fremdkörper am französischen Nationalstaat wirken müssen. (Eröffnung der Beamten- Hochschulkurse in Darmstadt. Am SamStag wurden in Darmstadt die vor kurzem inS Leben gerufenen Deamtenhoch- s ch u l k u r s e mit einer Feier in der Otto* Berndt-Halle eröffnet. An den Kursen nehmen 440 Beamte teil, darunter sind viele von auswärts. Unter den Ehrengästen bei der Eröffnungsfeier waren Staatspräsident Ulrich, der Präsident der Oberpostdirektion Len- Hardt und der Präsident der Landesversiche- rungsanstalt Reumann. Die Feier wurde eröffnet und geschlossen durch Mufikvorträge des Schnurrbusch-Ouartetts. Der Vorsitzende des Landeskartells Hessen des Deutschen Beamtenbundes, Rektor Dr. C l a ß . hielt eine Begrüßungsansprache, in der er darlegte, wie schnell sich heutzutage alle Entwickelungen vollziehen. Die Beamtenschaft dürfe da nicht zurückstehen und müsse an ihrer Fortbildung arbeiten, ihr Wissen vertiefen und ihr Können erweitern. Well der Staat, dem eigentlich diese Ausgabe obliege, sie nicht durchführen könne, so habe die Selbst- fängnifl von Vincennes verließ. Er sorgte auch für die Geldverhältnisse seines genialen Herrn, der ein großer Verschwender war, hing an ihm mit leidenschaftlicher Liebe und opferte sich für ihn auf. Er lebte mit feinem Herrn in großer Vertraulichkeit, und wenn Mirabeau gut gelaunt war, duzte er feinen Kammerdiener, während er ihn im Zorn mit dem formellen .Sir" anredete. Die Heberlieferung berichtet, daß der Tribun auf feinem Totenbette au ihm das stolze Wort gesprochen haben soll: „Halte diesen Kopf, den stärksten von Frankreich^' 3n sein n ©rinne ungen, die Legrain um 1815 aufzeichnete, erzählt er die letzten Augenblicke des Staatsmannes folgendermaßen: .Am Morgen beobachtet er das junge Grün der Bäume im Garten und sagt: „Stellt mein Bett näher anS Fenster, bainit ich daS Grün sehe, bevor ich sterbe," und der Ratur nähergerückt sagt er: .SchöneS Grün, du erscheinst in dem Augenblick, da ich gehe...“ Einige Zeit spricht er ganz leise vor sich hin: er kann keine Worte mehr finden Bei vollem Bewußtsein bis zum letzten Seufzer, macht er ein Zeichen, daß man ihm eine Feder gebe und sagt jedem, der im Zimmer ist, Lebewohl für immer, und allen Franzosen, macht ein Zeichen seiner Krankenwärterin, Die ihn stützte, sie möge sich abwenten, damit sie ihn nicht scheiden sähe. ES war eine stolze Erregung auf der Straße. Aber im Zimmer war alles-im tiefsten Schweigen seit drei Tagen..." Der überfahrene Löwe. Sn der Rahe von Raola, oberhalb der Viktoria-Fälle, hatte kürzlich ein Eisenbahnzug unerwarteten Aufenthalt. Die Reisenden verliehen neugierig den Zug, um den Grund des Haltens festzustellen, und erfuhren, daß die Lokonwtive einen großen Löwen überfahren hatte. al5 er über öte Schienen lief. Während man das im wahrsten Sinne .zur Strecke gebrachte" Raubtier getrachtete, hörte man plötzlich im nahen ilt- wald einen zweiten Löwen brüllen und bestieg schleunigst den Zug. da man an der Bekanntschaft mit einem König der Tiere genug hatte. Löwen haben in letzter Zeit in diesem Gebiet die Eingeborenen in großen Schrecken verseht und eine Frau aufgefreffen. Sie belagerten auch ganze Rächte. hindurch die Häuser der weißen Ansiedler. Oberhessen. Landkreis Gictzen. z. Heuchelheim, 10. 3an. 21m Samstag waren es 2 5 Jahre, daß unser Bürger- meister Kreiling zum erstenmal zum Ge- meindeoberhaupt gewählt wurde. Daß er bei jeder neuen Wahl meist ohne Gegenkandidaten wiedergewählt wurde, sagt gewiß genug. Die Gemeindevertreter und Gemeindebeamten überbrachten dem 3ubilar anläßlich seines Jubiläums ihre Glüclwünsche nebst einer entsprechenden Ur» .künde. 3n der darauffolgenden Sitzung in der Rathausstube fanden dann gegenseitige Ansprachen statt. Der Jubilar betonte besonders, daß er seine schwersten Zeiten doch während deS Krieges gehabt hüt e; wer eine Ahnung von der damals zu bewältigenden aufreibenden Arbeitslast hat, wird ihm das gerne glauben. Daß auch zwei seiner Sohne im F.lde standen, von denen der eine nicht mehr zurückg'kehrt ist, hat ihm ferne verantwortungsreiche Tätigkeit nicht erleichtert. Herr Kreiling hat es durch feine große Pflichttreue verstanden, sich bas Vertrauen der Gemeindevertreter zu ertoerben, gleichgültig, welcher Dichtung sie angehörten. Deshalb ist es ihm auch gelungen, in dieser kurzen Zeit eine Reihe wertvollster Kulturarbeiten zu vollbringen. So wurde u. a, die Feldbereinigung, und zwar teilweise in der Inflationszeit, glatt durchgeführt, dabei der Dieberbach reguliert, 1/9 Dutzend Brücken darüber gebaut, dieser in letzter Zeit sogar auch teilweise kanalisiert. Ein neues Feuerlöschgerätehaus wurde erbaut, und das im letzten 3ahre im Innern umgebaute und renovierte Gotteshaus hat alle Erwartungen übertroffen. Möge es dem Jubilar mit Hilfe seiner bewährten Mitarbeiter nun noch gelingen, die geplante und sehnlich erwartete QDafierleitung nach Heuchelheim zu bringen. 'Großen-Linden, 11. 3an. Der Obsthändler Johannes Weber V. feiert morgen (12.1.) feinen 8 0. Geburtstag. Seine Ehefrau Cliiabeth, geb. Pirr begeht am 31.1. ihren 81. Geburtstag. Beide erfreuen sich noch körperlicher und geistiger Gesundheit. Johannes Weber ist Deteran von 1870/71. !•—! Dau bringen, 10. 3an. Am Samstag abend hielt in der Wirtschaft Erb der hiesige Männerturnverein feine Iah res- schluß -Der s ammlung ab. Der seitherige Vorstand (1. Vorsitzender: Dr. Balser, Rechner: Heinr. Braun, 1. Schriftführer: Heinr. Walther, 1. Tumwart: Aug. Erb) wurde wieder- gewählt. Von dem Vorstand des Lahn-Düns- berg Gaues wurde dem Verein das diesjährige Bergfest, das voraussichtlich im Monat August stattfindet, zugesvrvchen. 5. Treis a. b. ßba., 10. Ian. Gestern veranstaltete der hiesige Turnverein „Gut Heil" in Wills Saal einen wohlgelungenen Schüler- abenb. Rach einer Ansprache des ersten Sprechers, Lehrer Walter, worin dieser auf den Zweck der Veranstaltung als Werbeabend und tue Bedeutung des Turnens als wichtiges Erziehungsmittel hinwies, folgten in bunter Reihe Dedrchle, turnerische Vorführungen und Volkstänze durch Turnschüler. Auch ein von solchen recht nett ausgeführtes Märchenspiel fand großen Beifall. Rach Schluß des offiziellen Teiles vereinigte em gemütliches Deisammenfein noch lange Turner und Turnsreunde. 's Weickartshain, 10. Jan. In der Klrchenbauangelegenheit ist man nun endlich zu einem Ergebnis gekommen. Gestern faßte nämlich der Gemeinderat den Beschluß die Bauarbeiten in diesem Frühjahre zu eröffnen. Da die alte Kirche sehr klein und baufällig ist, sollen die Arbeiten mit aller Be» fchleuniguna bis zum Herbste zum Abschluß gebracht werden. Die Erwerbslosen werden schon m den nächsten Tagen mit dem Brechen der erforderlichen Steine beginnen. Mit der Kirche wird auch gleichzeirig ein neue« Schulhaus für die zweite Klasse gebaut. rt L i ch. 11. Ian. Die Landstraße von JHeber-tBeTjinflen, die ständig |et)t start In Anspruch genommen ist, well auf i|r der lebhafte Verkehr nach Laubach und Grunberg erfolgt, soll im Frühjahr gewalzt toetben. Seit der Kriegszeit befindet sich die Landstraße in einem Übeln Zustand, so daß die in Aussicht stehende Verbesserung von allen Beteiligten, besonders auch von den Kraffahrern, mit «zreude begrüßt wird. _ \n $ &urg , 10. 3an. Gestern tagte hier der Vorstand des We 11 e r t a l - S ä n g e r » b u n d e s , dem die Vereine von Lanasdorl sausen, 2lüicbenbcim, Dorfgill, ßiferftabt unb der Verein .,Eintracht" von Gruningen an- «ehoten Dach d-r Scqtüfang t>ur* ^ $“1 V C • Gunther-Muschetfe'm ^ageLorduung erledigt, die sich im ?^Echen um die Veranstaltungen innerhalb x6”1 ^rselben durch die Bundesmitglieder und um die Teilnahme an □3cranVtaUung«n von Vereinen anderer Bünde drehte. In diesem Jahre hält der Bund aus sinanzZellen Gründen kein W?rtungssin^n ab ®er ©cfangDcrein in JHuid'.fnh j feiert fein 50 j a h r i g e s B e st e h e n alle Bi desrercine können hier ihre ßeiftun unb ar«, , schritte zeigen. ' ^Dtt* Hilfe, der Deutsche Deamtenbund, fit übernommen und die Beamtenhochschulkurfe eingerichtet. Professor Dr. Hollatz - Darmstadt hielt den i5 e ft d o r t r a g; er sprach über parteipolitische Ideale. Er unterschied zvei Gruppen: die eine verlangt den guten Staat, die Verwirklichung des Staatsgedankens. Ihre Vertreter sind u. a Dlato, Rous.eau und Marx. Die zweite Gruppe ftelü i icht abstrakte Forderungen, sondern steht auf hi^or.schem Do e : ihre Vertreter sind u. a. Machiavell', Frtediich der Große, Frei e r vom Stein und Friedrich Raumann. 3m Anschluß an T^rrachtungen über historisches und rationales Denken von den die Parteien beherrscht werden, schi berte der Redner in schar,en Ilmriffen die polnischen 3deale der größeren Parteien in Deutschland. Der € ublenleiter der DerwaltungSakademie in Franlfurt, Dipl.-3ng. Studienrat Liebmann, übermittelte Grüße der Franlsurter Der- walrungLalademie, die die Darmstädter Hoch- schulkurse ins Leben gerufen hat. Er wies auf die Bedeutung terar.i er Kurse hin, die bereits eine Reihe von Stadtverwaltungen erkannt habe. Die Stadt Bochum hatte 60 000 Mark hierfür in ihren Haushalt eingestellt, doppelt so viel wie die Stadt Frankfurt. Winisterialrerifor Werner dankte in einer Ansprache allen Mi.arbe.tern an dem Zustandekommen der Kurse und legte die Grundgedanken der Veamtenhochschulbewegung in einem Vor- trage dar. KrciS Friedberg. m. Dutzbach, 10.Jan. Der hiesige Zweigverein des D. H. E. beging am Samsiagabend fein 17. Auszeichnungs- und Sllstungssest im groben Saal des Hessisches Hofes. Studienrat Werner, der 1. Vorfitzende des hiesigen Zweigvereins, verteilte eine ganze Reihe von Auszeichnungen an verschiedene, z. T. recht jugendliche Dereinsmitglieder für rege Beteiligung an den Wanderungen. Bürgermeister Dr. Jans e n, der als Ehrengast an der Veranstaltung teilnahm, feierte den V. H. C. als eine Vereinigung zur Pflege der Wanderlust, der Heimatliebe und der edlen Geselligkeit. Vertreter vom Zweiaverein Butzbach des Taunusklubs überbrachten dem Bruderverein die besten Wünsche für ferneres Gedeihen. Den Höhepunkt des Abends bildete die Aufführung eines dreiaktigen Ders- spie's. Einzel- und Chorgesänge, instrumentale- mufikalische Darbietungen, Vorträge des Dialektdichters und V. H. C.-Bruders Heß-Leihgestern und die launige Ansprache von Pros. Dr. Werner trugen sehr zum guten Gelingen des Abends bei. CO Nieder-Florstadt, 10. Jan. Durch die hiesige Polizei wurde cinHandwerksburfche fest genommen, der von Frankfurt aus steckbrieflich gesucht wurde. Er führte einen großen Hund mit fich, der ihm angeblich in Frankfurt zugelaufen war. Durch diesen Hund, den er an Kinder hetzte, wurde man auf ihn aufmerksam und nahm ihn besonders unter die Lupe. Er wurde in Friedberg eingeliefert. — Am Samstagabend kurz nach 10 llf)r entstand an einem Maste am Transformatorenhäuschen Kurz- schluß. Die starke Stichflamme leuchtete weithin, so daß man einen größeren Brand vermutete und von allen Seiten zur Hilsel istung herbeieilte. Am Sonntag wurde durch die stleberlandanlage Friedberg der Strom ausgeschaltet und der entstandene Schaden ausgebessert. Kreis Schotten. * Schotten, 10. Ian. Reuer starker Schneefall ist im hohen Vogelsberg einge- trelen. Das vom Skiklub „W i n t e r s p o r t“- Gießen vorgesehene S p o r t s e st konnte daher am Sonntag auf dem Hoherodskopf stattfinden. Eine große Zahl Winter Sportler kam bereits am Samätagnachmittag in Schotten an. Den größten Teil der Gäste brachte der Sonderzug. der am ©enntagmorgen von Gießen direkt hierher durchfuhr. Weit über 100 Personen benutzten diesen Sonderzug. Hoffentlich legt die Reichsbahn diesen Zug an Sonntagen regelmäßig ein. Von der Lehr- und Kunstfilmgesellschaft Wiesbaden wurde der Wintersport, gefilmt. Die Filmaufnahmen werden dem großen, zusammengestellten Vogelsbergfilm eingegliedert werben. Auch eine Aufnahme von Spinn st üben in alter und heutiger Zeit ist veranlaßt. Dcr Dogels- bergfihn wird geeignet fein, unsere schöne Landschaft weithin bekannt zu machen. Teile des FilmS find schon aufgeführt worden und haben größten Beifall gefunden. — Die neueingerichtete Kraftwagenlinie Schotten — Lllsa — Hungen wird außerordentlich stark benutzt. 3n drei Tagen sind über 400 Personen von den Wagen befördert worden. An den Sonntagen haben regelmäßig Sonderfahrten stattgefunden. ------- Gedern. 10. 3an. 3n der jüngsten Gemeinderatssitzung teilte der Bürgermeister mit, daß das Kinderschulgebäude in nächster Zeit gründlich hergerichtet werde. Die Reugestaltung solle ermöglichen, den Betrieb auch im Winter aufrechtzuerhalten. Die neue Kindergärtnerin wird am 15. April ihr Arni antreten, dann wird auch die Kleinkinderschule wieder eröffnet werden. — Der hiesige Zweigverein des D. H. C. hielt dieser Tage seine diesjährige Hauptversammlung ab. Aus dem Jahresbericht war zu entnehmen, daß das Vereinsleben im abgelaufenen Jahre im großen und ganzen recht rege gewesen ist. Das diesjährige Dekorierungsfest soll am 13. Februar stattfinden. Bei der V o r st a n d w a h l trat, da der bisherige Vorsitzende, Apotheker Beesen- m e t) e r, infolge Arbeitsüberhäufung eine Wiederwahl ablehnte, ein Wechsel in der Leitung des Vereins ein. Die Spitze des Vorstandes bilden jetzt: Lehrer Riedel. 1. Vorsitzender, Hofprediger Widmann, stellv. Vorsitzender, Lehrer L i st. Schriftführer. Otto Hagel, Rechner. Dem bisherigen Vorsitzenden wurde für seine hervorragende Tätigkeit im Vereinsinteresse herzlich gedankt. Der Wanderplan für 1927 sieht 7 Wanderungen vor. Von besonderem Interesse dürste noch die Mitteilung sein, daß man die Aufstellung von Ruhebänken am Galgenberg und Gelmerberg beschloß. ld. Burkhards, 10. Ian. Heute hielt hier im Schmidtschen Saale das Forstamt Schotten die erste diesjährige Holzversteigerung ab. Obgleich kein Händler mitbot, tourben sehr hohe Preise erzielt. Ein Raummeter Buchenscheitholz 1. Klasse kam auf 12 bis 13 Mk., ein Raummeter Duchenprügel aus 12,50 Mk., Buchenastreisig auf fast 2 Ml. Da in unserer Gegend nur wenige Leute auf Kohlenbrand eingerichtet sind, wurde trotz der immer größer werdenden Geldknappheit lebhaft gesteigert. Kreis Alsfeld. -er. Homberg a. d. O h m , 10. Ian. Dieser $age fand eine Sitzung des Vorstandes unseres Verschön erungs- und Touri st enver- eins statt, in der der Wanderplan für das Jahr 1927 ausgcarbeitet wurde. Für das bevorstehende Wanderjahr sind zwölf Wan- d e r u n g e n vorgesehen. Die Teilnahme an lamtlichen Wanderungen wird mit 20 Punkten bewertet, von denen neun zu einer Wanderaus- zeichnung berechtigen. — In den Räumen des Hotels „Hessischer Hof" tagten die Mitglieder des Landbundes von Homberg und Umgebung. Den Kernpunkt der Tagung bildeten Steuerangelegenheiten. Da sich in der Veranlagung mancher Mitglieder Ungenauigkeiten ergaben, erteilte der Geschäftsführer S ch n e- gelberger von Alsfeld Auskunft, soweit ihm dies an Hand von Unterlagen möglich war. 3m taufe dieser Versammlung trat zutage, daß man bet Öen Steuerberechnungen von einer fal- außgeciangen war. Um in allen •ßunficn Klarheit zu erlangen, beschloß die Versammlung die Mitglieder der Steuerkommisfion deS Landbundes zu unsrem Finanzamt zu ent» fenben. v- dow A"S''"nfte mn-.uholen. r r i ' 10 3an. Bei der gestern hier en B e i g e o r d n e t c n w a h I erhiel- KTa r 1 ® “ m b f. Tast- und Landwirt. 154. Landwirt und D reltor des Otto An r * 122 Unö £er Nutzere Beigeordnete ™ r mann. Rendant der Spar- und a b c u e t g h Weih. Weiß zieht und seht in zwei Zügen matt. Weih: 5 Steine Kg2; Db6; Ld8; Se6, g3. Schwarz: 6 Steine Ke5; Lb8; Bc4, d5, g7, hZ. Partie Nr. 68. Die nachstehende kurze Partie wurde im Berliner Meisterturnier gespielt. Sizilianisch. Weiß: v. Holzhaufen. Schwarz: Bogoljubow. 1. e2-e4 2. Sgl-f3 3. d2-d4 4. Sf3xd4 5. Sbl-c3 6. Lfl-e2 1. c7-c5 2. e7-e6 3. c5xd4 4. 8x8-lö 5. d7-d6 6. Lf8-e7 Diese moderne Verteidigung der sizilianischen Partie ist gut und sicher: zu empfehlen ist jedoch auch die Fianchettierung des Läufers nach gZ. 7. 0-0 7. 0-0 8. Kgl - hl Um, wenn f4 geschieht, den König aus der mit Gefahren verbundenen Diagonale gebracht zu haben. 9. 22-24 10. f2-f4 11. Le2-f3 12. e4xd5 13. Ddl-d3 14. Sd4xc6 15. Lei -e3 16. Tal-dl 17. Le3-d4 18. Ld4xg7? Diese scheinbar gut wird von Schwarz in legt. 18 ... 8. a7-26 9. b7-b6 10. Lc8-b7 11. d6-d5 12. e6xd5 13. Sh8-c6 14. Lb7xc6 15. Tf8-e8 16. Lc7-b4 17. Sf6-e4 aussehende Kombination kräftigster Weise wider- 18. Dd8-h4! Diesen äußerst starken Zug dürste Weih übersehen haben. Schach-Ecke. Deaiveiiei von W O r b a ch. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des ..Gießener Anzeigers". Problem Nr. 95. Don P. Andrews. Schwarz. 2 8 6 19. Khl-gl 20. g2-g3 21. Sc3xc4? Lxe4 war 21. ... 22. Dd3-c4-f" 23. Dc4xc6 24. Kgl-hl 25. Dcöxf3 26. Df3-b74- 19. f7-f6 20. Dh4-h3 jedenfalls vorzuzieh«. 21. d5xe4 22. Kg8xg7 23. Lb4-c5+ 24. e4^f3 25. Tc8-e3! 26. Te3-e7 Herr v. Holzhausen gab hier mit Recht die Partie auf, denn auf 27. DxaS entscheidet 27..... Te7-e2 27. Db7 - f3 hat jedoch Ta8-c8 (droht Te2) 28. Tdl-d2, Tc7-el 29. fd2-dl, T el-e2 zur Folge. Lösung des Problems Dr. 92. Don Samuel Lohd. 1. Db2-a3!, b7-bö 2. Da3-b2, b6xc5 oder b5 3. Sa4-b6 ober Db2-c3 matt 1. .. ., Kc4 - b5 2. Ke4 -d5, bet 3^a4 -c3 matt. Richtige Lösungen zum Problem Rr. 92 erhielten wir noch von den Sperren: Dx. in ®.; H. Kappes, LangSdors. Problem Rr. 93 wurde richtig gelöst von den Herren: Hofmann, Pfarrer, Londorf: 3. Mehl, Hochelheim: B. LooS (Schuler): Problem wird geprüft: H. Jäger, (Schüler-, hier; D. O. Schm. Aus dcr Lchachrvclt. Aus dem erst kürzlich beendeten Münchener Echachineisterturnier ging üöerraschenie.weise D. Przepiorka (Warschau) mit 4'/a Zählern vor E. D. Bogoljubow (Triberg) 3'/, Zählern als Sieger hervor: es folgen: 3. Spielmann, 4 Samisch, 5. Gebhardt, 6. Schmitt. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren Dom Redakttonsttsih. Vom fröhlichen ftommis. 3n der „Tagt. Rundsch." findet man folgende» Späßchen: O du wunderschöne, unvergeßlich schöne Ma- növerzcil, du Quell so vieler Späße und Scherze! Den Reservistenkniff in der Feldmütze, sitzen die Füsiliere vor den Bauerngärten auf den Bänken mll> schäkern mit den geputzten Dorf- schönen. Fern auf den Stoppeln fällt zuweilen ein Schuß. Die Offiziere sind auf Hühnerjagd g^ gangen. Rur der beliebte und beleibte Herr Ober* leutnant der Landwehr dem das Manöver zur Entfettungskur dient, hatte andere Passionen, nämlich seine Josephine, die er für teures Geld einem Tattersall entlieh -n, aus dem Stall gezerrt und war spazieren geritten. Ratürlich paßte dem Zossen diese Extratour nicht. Er machte unterwegs kurz kehrt, nahm die Schnauze hoch, legte die Ohren an und fegte, was haste, was tannfte, nach Hause. Wie die Katze auf dem Schleifstein hockte der dicke Landwehrvbcr auf seinem durchgehenden Gaul und hielt sich, mit dem berühmten Griff im .Stabsoffizierzügel", dem Riemen am Sattel- rtst, krampfhaft fest. — Mit unverminderter Fahrt saust der Gaul in den Ort hinein. Die Leute springen auf und knallen schadenfroh so recht laut die Hacken zusammen. । »Sitzen bleiben! Sitzen bleiben!!“ ruft, mit aus Rot geborenem Wohlwollen auf die Ehrenbezeigung verzichtend, der wckde Reiter. ■Unb kichernd tönt es hinter ihm her: »Danke gleichfalls Herr Oberleutnant!" P. v. Z. Darlehnskasse Kirtorf, 79 Stimmen. Die niedere Stimmenzahl des letzteren ist Wohl auf die an dieser Stelle schon berichteten Vorgänge bei der genannten Kasse zurückzuführen. Es findet nunmehr Stichwahl zwischen Stumpf und Wolf statt, auf deren Ergebnis man sehr gespannt ist.

ch °>ar das ersi o dem 6p LfllerunöIr ihres der fehler. Sa svrschhelt, mjt öet Aen. Die Angui S ogen haben,-a £m*men ist und d'e Weiten ei ÄtrH' "‘'ft ji. & JtllU ren 1 M unb S1 ®°nö Akger, Ä ^5)ei Frischeni 3ttnn^n Ästigkeit 6n ftet ßj» _ 26. Te] J: 9°6 bi,. . ffi -- XÄ ** Ib KhsfcM ' X? ?WbltN ®r M f \n « ? L Problem Ht 3 ® ® ■^IßÄ® S?»«Vsl* Schm. 1 v >%t Hhachtvclt BSft L> »Ä L ÄtaV«"^ rrenkappe, M"MA-dM,E xf)® Commis. ■W finbti man folgtnb« m>nWbM schöne M s meler Sj>ai>r uni) Sch^ Mt in der FMühe. ffe en D^ernzänen auf fe 1 Jntl den geputzten tor|, 1 lallt juivellen tü : *ini> «Ulf Hühnerjagd g> ?, und belrible Herr Ob» ■vr> dem daZ Manöver jv , hatte andere Passiv M, die er für teurer Gel! leh.m, aus dem Stall gejcrr leritten. drm Soffen diese Extratoe MvegS kurz kehrt, nahm K ! die Ohren an und segn 'sie, nach Haufe. ms dem LchKMn hockte to aus seinem durchzehende », mit dem berühmten Orr ;d", dem Siemen am SatK ■fer Fahrt saust der Gaul: I Qeule Iptingen auf * recht laut Ue faden p Zitzen bfeibml'.“ E, xnt LohiwvÜen aus dir Lhm der to.lbe Seit«. , es hinter ihm her: iaholz war im DerhAtniS p h ehr teuer, 2S Mer M se Ä bis 42 M- Diele as n haben infolge der enorm« etan. I 10. 3aa 3«toW :le» Amt«- W** W ine Mammlung w®«> efsenten M-A ” )utzbach »mÄeJ ® ?t»’ iÄfanten Dortrag g Ss&sä* st gegründet. der Dhön & m n des W ;r l«f JffE tanrfx* ]D schve , Kruder, w < Ä»w* D über dem M S SrES ter jn toebem " roflnM^ fesö** lC eine1-' r(rtfii’l1,,i iii tf'Li er «"LS •yi,"‘ fl we>^ \9» ,°b ?nt^6U * Turnen, Sport und Spiel. Skirennen auf dem Hoherodskovf. Sn Oiefeen hielt man es schon am Freitag für unmöglich Warme Witterung, Regen — und trotzdem teine Absage des Rennens. Aber der zünftige Skiläufer kennt feinen Hoherodskopj und weife, bafe der Alte seine Skifreunde nicht so leicht im Stich (äfet Und so roar’s denn auch. Am Samstag: Schneedecke ab Michelbach, Frost, Sonne. Sonntag früh bis 1U Uhr vormittags heftiges Schneetreiben. Körniger Pulverschnee. Beste Skibahn. Zwar trieb es den Langläufern auf der Heide die eisigen Schneekörner ins Gesicht. Aber was schert's den Skimann, wenn der Ski gleitet im aefüferigen Schnee. Für Langläufe der Damen und Jugend um 10 Uhr vormittag war der Schnee schon etwas stumpfer. Wachsen hals nach. Als der Sprunglauf begann, hatte das Schneetreiben aufgehürt. Hierbei hätte es auch ichon mehr gestört. Nur die Sonne versagte sich. Nebel, dichter Nebel. Bereits am Samstagabend herrschte reges Treiben in den Räumen der beiden B. H. C.-Häusern. Mancherlei war zu erledigen: Meldungen, Bekanntgabe der Wet.laufbedingungen, Startnummern usw. Dann begrüßte der 1. Vorsitzende, Dr. Wodaege, die Sportgenosfen, insbesondere auch die Vertreter auswärtiger Skioereine, roie_ ©rünberg. Marburg und Skiklub Wetterau. Sein Ski-Heil galt dem nächsten Tag. Ab 11 Uhr abends strikte Ruhe und Schlaf. Um 6 Uhr in der Frühe am Sonntag weckte der Lauswan v. G r o l m a n n durch einen Horn ruf die Schläfer. Frühstück, Wachsen. Dir Spur des ß a n g l a u f 6 ist verweht und mufe nochmals ge- sourt werden. 8.15 Uhr läuft der erste Langläufer. Die anderen folgen in Abständen von je 30 Sekunden. Die Strecke ist mit Fähnchen abgesteckt. Es geht von der Rennbahn durch den Oberwald in weitem Bogen zum alten Ulrichsteiner Weg, über die Haide, Richtung Gackerstein. Abfahrt bis in die Nähe des Breunges^ainer Friedhofs, hinauf zum Hoherods- kopf, und Schufefahrt die Rennbahn hinunter durchs Ziel. Länge der Sttxzfe: 64 Kilometer. Damen unb Jugend laufen um 10 Uhr, zunächst auf derselben Bahn, biegen jedoch früher zur Haide ob, hinauf zum Hohcrodskopf, Schlußstrecke wie die Herren. Der Hauptanziehungspunkt für die Zuschauer mar der Sprunglauf um 12 Uhr mittags. Der Extrazug, den die Eisenbahnverwaltung von Gießen nach Schotten in dankenswerter Weise eingelegt hatte, brachte viel Skivolk. Die Wetterkleingläu- tigen mögen sich das auf ihr Konto schreiben. Gefilmt wurde auch, für den Vogelsbergfilm. Das Kreisamt Schotten, von dem Regierungsrat Weber erschienen war, hatte dies veranlaßt. Oft versanken die Operateure bis über die Knie im hohen Schnee. Trotzdem filmten sie wacker, selbst bann, wenn ein Läufer bebentlid) nahe bei ihnen landete. Leider war der Nebel den Aufnahmen nicht günstig. Die Langläufe zeitigten erfreuliche Resultate. 9m Herrenlanglauf waren erhebliche Steigungen zu überwinden. Langläufer von 13 bis 60 Jahren waren beteiligt. Des ältesten sei besondere Erwähnung getan. Zahnarzt Jäger errang im Alten- Herren-Lauf den znx-iten Preis, mit 4 Sekunden hinter dem ersten Sieger dieser Gruppe und mit 5 Minuten 25 Sekunden hinter dem Sieger der Sonderklasse 1A. Ski-Heil dem jugendlichen Alt- Herren-Läufer. Beeinträchtigt wurden die Resultate, insbesondere bei der an erster Stelle laufenden Sondergruppe, durch die stets wieder verwehte Spur. Auch die Damen, an ihrer Spitze Frl. Jäger, leisteten Gutes. Die Fugend, vor allem die männliche, hätte etwas zahlreicher vertreten fein können. Warum fördern nicht viele Eltern bei ihren Kindern diesen Sport, de. an Gesundheit, Kraft und Lebensfreude kein . anderer gleichkommt? Etwa der Kosten wegen? Sonntagsfahrkarte. Jugendherberge und Leihski des Skliklirbs verbilligen. Hocherfreu- lich war das erstmalige Erscheinen der Lyzeums- Sugenbgruppe unter Führung von Frl. 93 a u p c 1. Ski-Heil der Fugendgruppe! Bei dem Sprunglauf walteten die Herren Legler und Dr. ©erster in unangefochtener "Weise ihres verantwortungsvollen Amtes als Kampfrichter. Das Publikum staunte über die Forschheit, mit der die Springer übet die Schanze gingen. Die Ungunst der Schanze mag dazu bei» getragen haben, daß eine Reihe von Stürzen vorgekommen ist und daß selbst die besten Springer nicht die Weiten erreicht haben, wie auf anderen Schanzen. Ein Umbau der Schanze, der freilich erhebliche Summen v?r chlingen wird, ist geplant. Jedenfalls aber zeigte gerade der Sprunglauf, welch echt sportlicher Geist den Ski-Klub Gießen beseelt. Verletzungen tarnen keine vor, außer einer gebrochenen Ski-Spitze. Aach dem Mittagessen wurden vom 1. Bor- sitzenden die Qlamen der Sieger bekanntgegeben und die Preise an Die Jugendlichen verteilt. Die nicht jugendlichen Teilnehmer wurden durch Diplome geehrt. Die Preise für die Jugendlichen waren von Mitgliedern des Sn-Klubs gestiftet. Die Ski-Mei st er schäft des Ski- Klubs Gießen wurde an Dr. meb. Heiß ICnftltui für Körperkultur) vergeben, dem ersten Sieget in den Sonderklassen des Herren-Lang» laufs und des Sprunglaufs Manches Sli-Heil erschallte zu Ehren der Sieger. Das letzte Ski-Heil galt der organisatorischen Tätigkeit deS 1. Vorsitzenden bei dem Rennen. Reben dem sportlichen Erfolg ist zu erhoffen ein Ptopagandaerfolg für den Ski-Lauf. Der 6li"SUub Gießen kann mit dem Tag zufrieden sein. Die Ergebnisse des Aennens sind: 1. Gang lauf, Herren. 18 bis 32 Jahre. (6.5 Kilometer.) a) Sonderklasse: 1. Sieger Dr. Heiß (Gießen). 32.20 Min., 2. v. ©rohnann (Gießen). 33.30 Min. b) 8°Klasse: 1. Sieger Gustav Müller (Gießen). 32,53 Min., 2. Heinrich Kappes (©rünberg), 33,50 Min.. 3. Willi Erle (Gießen), 36.25 Min. 2. 2 a n g l a u f, Herren, 32 bis 63 Jahre (6,5 Kilometer.) 1. Sieger Baurat Mangold (Gießen). 37.41 Min.. 2. Zahnarzt Jäger (Gießen), 37.45 Min.. 3. Staatsanwalt Schulst (Gießen). 38,57 Min. 3 2 a n g I a u f, Damen ab 18 Fahren, (4,5 Km.). 1. Siegerin Frl. Margrit Jäger (Gießen) 17,30 Min., 2. Frl. 2ottc Brill (Gietzen) 18,30 Min., 3. Frl. Heini Schmoll (Aidda) 20.30 Minuten. Anerkennungen erhielten: 1. Frl. Else Rinn (Gießen) 22 M n., 2. Frl. Elisabeth Schmidt (Grünberg) 22.30 Min. 4. 2 a n g I a u f. männliche Iugendgruppe, (4.5 Km.) A-Klasse, 16 bis 18 Fahre. 1. Preis Wolfram 2 a n g c (Gießen) 20 Min.. 2. Gerhard Rabe (Gießen) 21,45 Min. ll-Klasse, bis zu 16 Iahten: l.Pr. Waltet Häufet (Gießen) 19,33 Min., 2. Hanns Ammonn-Wodaege (Gießen) 20,15 Min., 3. Helmut Roloss (Gießen) 26,30 Min. 5. 2 a n g I a u f, weibliche Ougendgruppe, bis 18 Iahte (4,5 Km.). 1. Pr. Marie Hertel- Friedberg (Sli-Klub Wetterau) 23,15 Min.. 2. Hiltrud Seriba (2yzeumsgruppe © eßen) 24,45 Minuten, 3. Anneliese Schaum-Friedberg (Ski- Klub Wetterau) 26 Min.. 4. Gerti Will (2t)- zeumsgruppe Gießen) 26.30 Min . 5. Lesel Petri (desgl.) 28,45 Min., 6. Elsbeth Will (desgl.) 29 Minuten. 6. Sprunglauf, Herren 18 bis 32 Jahre, je zwei gewertete Sprünge, a) Sonderklasse: 1. Sieger Dr. Heiß (Gießen). Weite der Sprünge: 11,80 und 12,70 Meter, beide gestanden. 2. Forstrefcrendar Walker (Ski-Klub Wettetau), 11,60 und 11,90 Meter, beide gestanden, b) B- Klasse: 1. Sieger Dr. Stötiko (Gießen), 8,80 und 9,30 Meter, beide gestanden: 2. Heinrich Kappes (Gtünberg), 10,90 und 10.10 Meter, beide gestürzt. 7. Sprunglauf. Herren über 32 Jahre, je zwei gewertete Sprünge. 1. Sieget Gustav Christian Schmidt (Gießen), 9,20 und 11 Meter, beide gestützt: 2. Ernst Schmidt (Gießen). 10,10 und 9,20 Meter, beide gestürzt. 8. Ski-Meisterschaft des Sti-Klubs Gießen: Dr. meb. Heiß» Gießen (Institut für Körperkultur). SpielDcreinigung 1900 Gießen. ö. Das erste Meisterschaftsspiel der Liga- elf im neuen Iaht wat ein Hereinsall, denn diese Mannschaft unterlag am Sonntag dem Verein für Aasenspiele in Butzbach 3:2 (Halbzeit 1:1), obwohl der Gastgeber eine ganze Klasse schlechter spielte. Zwei grundverschiedene Systeme stießen hier aufeinander. 1900 durchweg flaches und halbhohes Kombivtivnsspiel mit sehr vielen, schnellen, gefährlichen Flügelangriffen. Der Butzbach planloses Dallkicken mit vereinzelten schnellen Durchbrüchen, denn im großen und ganzen genommen lieferte der Gastgeber fast nur ein Abwehrspiel. Daß er dennoch siegte, lag nicht an seinem spielerischen Können, sondern an dem Leichtsinn des Gießener Torhüters. Die Bodenverhältnisse waren ganz schlecht. Tatsache ist, daß Mannschaften ohne besonderes technisches Zusammenspiel auf diesen Morastplätzen im Vorteil sind. Die Plahbcsiher verdanken in erster Linie die Reinhaltung ihres Heiligtums dem vorzüglichen Butzbacher Torhüter. Zu verkennen ist nicht, daß er dabei wesentlich vom Glück begünstigt wurde, denn am Bombardement beteiligten sich öfters die Gießener Verteidiger, die bis In Butzbachs Strafraum aufrückten. 3n der Gießener Stürmerreihe konnte diesmal nur Halblinks gefallen. Das von ihm erzielte letzte Tor war eine Prachtleistung. Die von den schnellen Flügelstürmem eingeleiteten Angriffe fanden die Innenstürmer nie auf dem Posten. da letztere aus diesem Schlammboden direkt hilflos spielten. Einem Ligatorhüter sollte es nicht passieren, in einem Spiel drei nicht allzuscharfe Schüsse aus zirka 20 bis 30 Meter Entfernung passieren zu lassen, davon den letzten Ball angeblich sogar durch die Beine. Die Bein- stellung bei der Ballaufnahme ist bei dem Gießener Hüter grundfalsch, und bann scheint Mangel an Fangsicherheit zu bestehen, wozu noch reichliche Rervosität und Aengstlichkeit lommen. Dies alles zusammenwirkend brachte den Gießenern die unverdiente Aiederlage. V. s. A. Butzbach erzielte das l.Tor aus einem Strafstoß wegen Hand. Gießen glich im Gegenstoß sofort aus, und so blieb es bis 11 Minuten vor Schluß. Innerhalb einer halben Minute stand das Spiel 3:1 für Butzbach. Drei Minutetz später 32 (Endresultat). Daß daS Treffen zettweilig ausartete, war bas „Verdienst" bes lasch amtierenden Schiri E n g e l t e r (Germania-Marburg). Hoch anzuerlennen ist die Leistung bes rechten Gießener Derteibigers, ber — obwohl erkrankt — mit verbissener Energie burchhielt. 1900s Lehrmannschaft hatte die erste Elf vom V. s. B. O b e r s ch m i 11 e n im Rückspiel als ©ast unb siegte 5:0, eine feine Leistung für bie jungen 1900er. gegen die gute Süd- deutsche B-Klasse. V.f.B. 1.Jugend — 1900 1. 3 u g c n b: 1900 verzichtete auf Grund einer sportlich unstatthaften Handlung deS Gegners auf sämtliche Verbandsspiele in der 1. Jugendklasse. V.f.B. 2. 3 u g e n d—1 900 2 3 u g c n b 0:0. 1 9 0 0 1. Schüler — Butzbach 1. <5 liier 4:0. 3n beiben Spielen zeitweise schöne Spielweise. Das Spiel ber Schüler fanb unter ftänbiger ileberlcoenfeeit ber Einheimischen statt, die in Ballbehandlung und Zusammenspiel dem Gegner vieles voraus hatten. Wetzlarer Fuftball. F. C. Wetzlar — D. f. D. Kurhessen Marburg 3:2. tz. Um eine alte Rückspielverpflichtung einzulösen, waren bie Marburger am Sonntag nach Wetzlar gekommen, unb mußten eine Riederlage hinnehmen, die tn Ausnutzung der vielen Ehan- I cen des PlahvereinS noch höher hätte auSfatten können. Die F. E.er hatten da« Spiel jederzeit In der Hand, wenn nicht zwei Tore durch bk Gebrüder Fischer den Sieg beinahe in Frage gestellt hätten. Schindler schoß den dritten und siegreichen Treffer ein. Eckenverhältnis 6:0 für Wetzlar. Schon vor der Halbzeit waren die 5. ©er mit 2:1 im Vorteil, begingen aber in der Verteidigung einige Fehler. Marburg ist Abstiegskandidat der 1. Bezirke klasse. Mit der Leistung des F. C. kann man im allgemeinen zu- (rieben fein. 3m besonderen fiel das schwache Schießvermögen im Sturm auf. F. E. 2. schlug die gute Burgsolmser 1 in einem schönen, spannenden Spiel knapp verdient mit 1:0. Um die KreksmeMersclaft im Arbeiler-Turn- und Sporlbund. Mörfelden I — Gießen I 5:0. £ Rach einem Spiel, das in Mörfelden staltfand unb alle Zuschauer restlos befriedigte, mutzte ber Gießener Bezirksmeister bie Punkte seinem besseren Gegner überlaffcn. Die reichlich hohe R'.eberlage war. obwohl der Sieg der Mörselber nie in Frage gestellt, in dieser Höhe nicht notwendig, unb hat seine Begründung in dem unentschlossenen Spiel des Gießener Sturmes vor dem gegne.i^chen Tor. 3m Angriffsspiel zeigten bie Gießener gutes Stellungsverinögen unb ganz exaktes Zuspiel, zögerten im entscheiden ben Moment aber immer zu lange, so baß die gegneri'che Der.eibigung stets noch rechtze't:g Eingreifen konnte. Dieser Umstand ist im Interesse der Mannschaft sehr bedauerlich, war es doch gerade ber erfolgreich arbeilende Sturm, ber den Gießenern in den Dezirksspielen bie Meisterschaft sicherte. Läuferreihe unb bie brei Schlußmänner waren nicht imstanbe, das Unheil abzuwenden. Sie sind an ber Riederlage schuldlos, ihre Leistungen waren anerlenneswert. Mörfelden hatte seine Hauptstärte in der Stürmerreihe. 3cber der fünf Leute ist ein präziser Torschütze. Die Verteidigung schien etwas unsicher: diesen älm* stand hatte Gießen besser ausnuhen müssen. Angenehm fiel in dem Spiel bie vornehme ruhige Spielweife beider Gegner auf, bie Dem Schiebs- richter sein Amt sehr erleichterte. — Mit dem Anstoß zog Mörfelden sofort vor Gießens Tor, der Erfolg konnte aber glücklich noch verhindert werden. Es folgt eine Reihe weiterer scharfer, aber erfolgloser Angriffe Mörfeldens. Langsam konnte sich Gießen befreien und seine erste Ecke erzwingen, die ebenso, wie die unmittelbar nachfolgende Mörfeldens, keinen Erfolg brachte. Vald zeigte Gießen wieder einen vorbildlichen Angriff, der gerade noch abgewehrt werden konnte. Endlich löste sich bie Spannung, Mörselben verwandelte eine Ecke zum Führungstor. Ein abermaliger Angriff Gießens wurde durch Handspiel unterbunden, der dafür gegebene Strafstoß ging knapp über die Latte. Bis zur Pause erhöhte Mörfelden seinen Vorsprung auf 2:0. Rach anfänglichem Abflauen im Tempo stellte der Mittelstürmer Mörfeldens das Resultat auf 3:0. Dies brachte wieder mehr Leben in das Spiel: Gießen versuchte nun mit aller Kraft, Zählbares zu erreichen, es war aber vergebens. Mörfelden konnte hingegen durch seinen Halbrechten noch das vierte und fünfte Tor erzielen, und damit seinen Sieg vollständig machen. Rach dem Verlaus des Spiels müßte man Gießen mindestens zwei Tore zuerkennen. Mörfelden spielte eines seiner besten Spiele und wäre wohl auch gegen stärkere Mannschaften siegreich geblieben. D. f. L. Bornheim I — Friedberg I 7?0. Mit diesem eindrucksvollen Sieg sicherte sich Bornheim endgültig die Kreismeisterschaft. Der damit erzielte Vorsprung ist so groß, daß er von keiner Mannschaft mehr eingeholt werden kann. Gerade in den letzten Spielen hat die V. f. L.-Mannschaft bewiesen, daß sie über die reifste und stabilste Spielweise verfügt und als die technisch am weitesten vorgeschrittene Mannschaft angesehen werden muß. Friedberg enttäuschte im Gegensatz zu seinen seitherigen Spielen vollkommen und zeigte ein reichlich zerfahrenes Spiel. Schon kurz nach dem Anstoß erzielte der eifrig arbeitende Bornheimer Sturm seinen ersten Trester, dem bald darauf der zweite folgte. Friedberg versuchte sich nun im 3er» storungsspiel, die Ueberlegenljeit ber Bornheimer würbe aber immer brückender, bie sich auch nach ber Pause halb wieder zeigte. Einige weitere Erfolge von V. f. 2. brängten bie Friedberger immer mehr in bie Defensive, so baß säst nur noch von einem einseitigen .Spiel gesprochen werben konnte. Kurz vor dem Schlutzpstst jagte Bornheim ben Ball zum siebenten Male zwischen bie Pfosten. D. f. R. Wiesbaden I — Hanau! 1:2. Scharf, aber im Rahmen des Erlaubten, war das Kennzeichen dieses typischen Kampfes um bie Punkte. Mit einem unheimlichen Tempo, das sie bis zum Schluß burchhielten, begannen bie Hanauer das Spiel. Wiesbaden zeigte zwar eine reifere Technik und eine zum Teil stark her- Dortretenbc äleberlegenheit, Hanau kämpfte aber mit verbissenem Eifer. Erft nach 30 Minuten konnte Hanau mit einem verwanbelten Elfmeter in Führung gehen, Wiesbaben glich kurz vor ber Pause aus. Kurz nach Wieberanstoß verlor Wiesbaden seinen Mittelläufer, war aber trotz seiner 10 Mann immer noch im Vorteil. Eine Minute vor Schluß kam bas Verhängnis: Dies- babens Verteidigung war weit aufgerückt. Hanaus Sturm brach blitzschnell durch und konnte an dem herausgelaufenen Tormann vorbei das Siegestor erreichen. Aus dem 3. Bezirk des Arbeiter- Turn- und Svortbundes. Gießen Ib—Wetzlar I. 0:2. £. Wetzlar t rat dem Reuling ber 1. Klasse mit nur 9 Mann gegenüber unb konnte bereits bis Halbzeit obiges Resultat herausholen. Das erste Tor war ein unhaltbarer Ball deS Wetzlarer Mittelläufer«, da« zweit« ein vrrwand-.ltci Elfmeter. Rach der Pause wurden beiderseits die größten Anstrengungen gemacht, um zu Erfolgen zu kommen, die schönsten Torgelegenheiten wurden aber ausgelassen. Dietzen Dngenb—Bürgel Jugend 1:2. Auch diese« Spiel ging für Gießen tx'tloren. DaS ist auf dir etwas Nachlassende Spielveife der Gießener Gugenbclf zurückzusühren. Bürgel dagegen zeigte sich al« ruhige und ausgeglichene Mannschast. die bereit« bi« Halbzeit Atoei Tore vorlegte. Rach dem Wechsel zeigte Dießen bessere Arbeit, konnte auch ein Tor aufholen, aber den verdienten Ausgleich nicht erzielen. Heuchelheim L—2U$fclb L 4:0. Rach langer Pause traten bie AlSselder wie- der einmal In Aktion und wählten sich gleich eine der besten Mannschaften als Gegner. Heuchelheim zeigte sich alS Gastgeber In seiner b.ckanntcn hervorragenden Form und hatte da« Spiel hauptsächlich in der ersten Halbzeit ständig In der Hand. Dreimal mußte bis dahin ber Alsfelder Tormann den Ball aus den Maschen holen. Rach dem Wechsel zeigte Alsfeld sein alte« Spiel Heuchelheim konnte t rotz ber Anstrengungen der Gäste ein viertes Tor erzielen. Die Spiele der Alsfelder wären erfolgreicher, wenn ber Sturm weniger Ucbcrfombination trieb. Marburg I—Lollar L 1:2. 3n Marburg standen sich diese beiden Gegner gegenüber, Lollar nur mit 10 Mann. Dieser Üinstand hinderte die Lollarer jedoch nicht, bis zur Halbzeit mit 2 Toren in Führung zu liegen. Rack dem Wechsel konnte Marburg etwas drücken und dernzufolge ein Tor aufholen. Als dann ein Spieler Lollars völlig ungerechtfertigt vom Platz verwiesen wurde, beging Lollar eine Unkorrektheit unb brach das an sich schöne Spiel ab. Buntes Allerlei. Das Ende der Zahnschmerzen. Wenn man die Lebendo.ia-re»bungen unb eigenhändigen Auszeichnungen be; Menschen der Vergangenheit durchsieht, so findet man sehr häufig ausführlich Schmerzen geschildert, bie heute kaum noch erwähnt werden. Es ist das Zahnweh. Friedrich der Große hat bekanntlich gesagt, daß bei Zahnschmerzen einem auch bie Kantlsche Philosophie nichts nützen könne, unb er wollte bamif zeigen, wie ohnmächtig ber Mensch biefen Qualen gegenüber ist. Holtet bekennt in seinen Lebenserinnerungcn. bas Zahnweh habe ihm seine ganze 3ugenb zerstört, unb er sei erst von bem Augenblick an überhaupt ein Mensch geworben, da er — keine Zähne mehr hatte. Der 3unge mit der dicken Backe und dem umgjbunbenen „Maulkorb" war früher eine ständige Erscheinung, die in allen Bilderbüchern eine yalb komische, hall» tragische Rolle spielte, und jeder Mensch des 19. 3ahrhunderts — von früheren Zeiten gan- abgesehen — hat noch mehr oder weniger oft an Zahngeschwüren gelitten. Runmehr aber scheint es, als wenn bas Ende biefer „Menschheits- plage" nahegerückt fei. Die Zahnheillunbe ist heute so weit, daß sie den Leibenden nicht nur rasch von seinen Schmerzen befreit, sondern sogar überhaupt bas Auftreten dieser Pein verhindern kann. Amerikanische Zahnärzte flaacn in neuester Zeit darüber, daß sich die Zahl i^rer Patienten auffällig vermindert, daß bie Menschheit „zu gute Zähne" bekommt. Heutzutage geht nicht nur jedermann meist rechtzeitig zum Zahnarzt, sondern die Zahnpflege wirb schon bei ben fletnften Kin- bern durchgcführt, unb die Schulzahnärzte sorgen bafür, bah bie älteren Kinder auf einen guten Zustand ihres Gebisses halten. Die Verbesserung der hygicnischen Bedingungen. d':e Aufklärung der Mütter, die früh eingreifende Sorgfalt der Aerzte — all das hat die Zahnschmerzen, unter denen früher der Mensch wie unter einer „gottgewollten Prüfung" litt, vertrieben oder zum mindesten sehr verringert. Auch engllsche Aerzte versichern, daß bie Zahl ber Kinder, die schlechte Zähne haben, sich sehr vermindert hat. unb das gleiche ist sicherlich auch bei ben beutschen Kindern ber Fall. Die allgemeine gefünbere Lebensweise trägt dazu viel bei, unb ba gesunde Zähne in ber 3ugenb auch bie Aussicht auf gesunde Zähne im Alter eröffnen, so dürfte bie früher so gefürchtete „Hvdra" ber Zähnepein von ber Menschheit allmählich moberg-runden werben. Die Banfräuberin macht sich selbständig. Währenb bisher bie Banditinnen, die in ber letzten Zeit in ben Vereinigten Staaten aufgetreten sind, mit männlichen Helfershelfern zu- fammenarbeiten, fjat man jetzt die erste Räuberin verhaftet, die sich selbständig gemacht hat unb ganz allein arbeitete. Es ist ein? 22jährige 6tu- bentin ber Texas-Universität, Rebecca Bradley, bie sich auf ihr Doktorexamen vorbereitete und unterdessen ihren Lebensunterhalt als Steno- typistin in bem Bureau bes Generalstaatsanwaltes von Texas t^rbiente. Diese tüchtige junge Dame wirb beschulbigt, einen überaus kühnen Bankraub ausgeführt zu haben. Verschiedene Zeugen erklären überetnftimmcnb, daß sie es gewesen sei, die in eine Bank in einer Dorstadt von Austin in Texas einbrang, den Kassierer unb bie beiben anderen Angestellten mit einem Revolver bedrohte, 2000 Dollar der Kasse entnahm und bie Bankbeamten bann in einem Rebenraum fesselte und einsperrt«. Danach verließ sie ganz ruhig bie Bank unb fuhr in einem Kraftwagen bavon. Wenige Stunden später wurde sie verhaftet. Rundfunk-Programm. Mittwoch, 12. Januar. 12 bi« 1: Mittagsständchen dc« Hausorchesters: Wunschkonzert. 4.30 bis 5: Die Stunde der Fugend. 5.30 bis 6: „Das Weib als Giftm'.scherin im Spiegel der Geschichte", Vortrag von Otto Schwerin. 6: älebcrtragung aus bem Frankfurter Opernhaus: „Tristan und 3folde" — Handlung in drei Auf zögen von Wo'mer. in großen Originalflaschen zu RM 6.50 besonders vorteilhaft. Man füllt daraus das kleine Maggi-Fiäschchen selbst nach und hat außer Geldersparnis noch die Garantie der Echtheit. ■■■■" Achtung auf unversehrten Plombenverschluß. ■ MAGGI* Würze Man verlange ausdrücklich MAGGI5 Würze. 3O7c für die P1 Dick Nachdruck verboten. 37. Fortsetzung Es war Herr Maitland. Maitland saß, das ®e- KMKgilGMsIllN Der Vorstand 332c WRIGLEY A.G.FRANKFURTa.M 0179 Geschäftsgegend. 290A Ö 324c , n»»arleren ürlnjt Gewinn «UWW KAU-BONBONS „Das Kauen gibt dem überarbeiteten, Im Strudel von jagenden Autos und Bahnen zermürbten Menschen Ablenkung und Beruhigung und erfüllt somit einen guten Zweck Es ist bewundernswert, Wiebesonnen und sicher der Amerikaner in diesem Verkehrsgetobe bleibt — logischencetse müsste er halb verrückt werden —. Der Viel gescholtene Kaugummi hilft Ihm, ist seinen Nerven Blitzableiter und Besdnftiger, ntmmt die Unruhe fori undgibt ein gewisses rhythmisches Phlegma." Die Karten-Ausgabe für unsere Jubiläumsfeier findet Donnerstag, den 13. Januar, nachmittags von 3 bis 6 Uhr, sowie Freitag, den 14. Januar, vormittags von 9 bis 12 Uhr, im Bureau der Firma Gebrüder Schwan A.-G., Seitersweg 64, statt. Der Zutritt, zu den Veranstaltungen ist nur gegen Karten gestattet! Der Beginn der einzelnen Veranstaltungen findet pünktlich zu den auf den Karten angegebenen Zeiten statt! §chwcinrkops mit Kraut Abends v. 6 Uhr ab: Metzelsuppe mit Bockbier. Drucksachen aller Art liefert in Jeder gewünschten Ausstattung stilrein end oreiswert die Briihl'schc Univ. Druckerei. R Lange steigert: 540 100 5700 300 230 rm Buchenscheitholz, Buchenkniippelhvlz, Stück Buchenwellen, „ Erlenwellen, Die jungen Herren der Gesellschaft werden auf Mittwoch, den 12.Ianuar, abends 8'/, Uhr, ins Bootshaus gebeten. Allseitiges Erscheinen ist Ehrenpflicht! 8etr.: Den hessisä Der hessische Sch ollen Tebern, ine es jjtfi. Schutzverein fi weitem Maße gerech Mr empfehlen Werung zu brn Gießen, den Die Schriftstellerin Louise Diel, New YorL schreibt in der „B Z. am Mittag": Gefl. ausführliche Angebote unter A. T. 4016 an Ala Haasenstein & Vogler, Breslau. Zuckerkranke erhalt.wichtige Aufklärung kostenlos durch Fr. LCw, Walldorf S 63 (Hessen). 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Dann begann er, mit einer elektrischen Taschenlampe in der Hand, den Gartenweg entlang zu gehen, der parallel mit dem Gebäude lief. Plötzlich blieb er stehen. „Steigen Sie darüber!" flüsterte er. Und Dick bemerkte den schwarzen Draht, der über den Weg hinlief und nahm vorsichtig das Hindernis. Nach ein paar neuen Schritten blieb Elk wieder stehen und ließ sein Licht auf einen zweiten Draht fallen, der selbst in dem starken Licht der elektrischen E E ~ s, m w nerslag, den 20. 3anuar 1927. 319V Lick), den 11. Januar 1927. Büffelbeize wasserwischbar Oelwachswaie Kar benhaus D. lobliaski & Co. Plockstraße 10 Tel. 1215. Lampe kaum auszunehmen war. Elk tat keinen Tritt, ehe er nicht den Weg auf das genaueste untersucht hatte. Es bedurfte einer halben Stunde, ehe sie die wenigen Meter, die sie vom Fenster trennten, zurückgelegt hatten. Die Nacht war lau, und einer der Fensterflügel stand offen. Elk kroch heran und untersuchte mit seinen feinfühligen Fingerspitzen das Sims nach einer Alarmglocke. Er entdeckte sie, durchschnitt die Fäden und zog sachte den Vorhang ein wenig zur Seit«. Er blickte in ein großes, getäfeltes, luxuriös eingerichtetes Zimmer. Der offene, große Steinkamin war von Blumen umgeben und an dem kleinen Tischchen davor saßen zwei Männer. Der erste war Balder. Unverkennbar war es Balder und er sah merk- würdig gut aus. Seine rote Nase war nicht mehr rot Seine unrasierten Wangen waren nicht mehr stachelig. Er trug einen Frack und zwischen seinen Zähnen hielt er — Balder, dem Elk ab und zu eine Sonntagszigarette geschenkt hatte, eine lange, kostbare Zigarettenspitze. Dick sah jües alles über Elks Schulter hinweg mit an untThörte des Detektivs raschen, zornigen Atem gehen. Dann erst bemerkte Dick den zweiten Anwesenden. 418»«8 OOoCQA' 3 3 =>2=5=^ hilis E K e . C D ty a u E . 3«C 500 IB1 gegen sehr gute Sicherheit uird hohe Zinsen. Rückzahlung 1. 3 uni d. 3. 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In Langley wendete sich die Windsorstrahe nach links und Elk gab, sich hinauslehnend, dem Chauffeur eine neue Richtung ay. Don den Polizeiautos war keine Spur mehr zu sehen. Anscheinend waren sie auf dem Wege nach Slough. Ein einzelner Landschutzmann stand am Kreuzwege und beobachtete sie mit ziemlich mattem Interesse. „Wir bleiben hier stehen", sagte Elk und das Auto bog von der Straße ab, in eine grüne Seitenallee ein. Elk stiea aus. „Gehen Sie em bißchen die «trage hinauf, ich habe mit Kapitän Gordon zu sprechen", sagte er zum Chauffeur. Und bann erzählte er, und Dick Gordon lauschte in Verwunderung und Unglauben. „Nun," sagte Elk, „brauchen wir nur noch fünf Minuten zu gehen, soweit ich mich erinnern kann. Es ist ziemlich lange her, feit ich nicht mehr bei den Windsorrennen war." Elk pflegte niemals geistige Getränke zu sich zu nehmen, aber der ketzerische Gedanke daran war der erste, der Gordon durch den Kopf schoß. Und der zweite war die Erwägung, daß die Aufregungen und Unannehmlichkeiten der letzten Wochen dem Annen den Sinn verwirrt hätten. „Das freut mich für Balder," sagte er behutsam, „und es freut mich auch um Ihretwillen, Elk. Denn ich weiß. Sie haben sich sehr bemüht, diesen armen Teufel in bas richtige Licht zu setzen." Elk sah ihn über seine Brillengläser hinweg an. „Unb jetzt benfen Sie, baß ich Sonnenstich habe, ba ich Sie sonst boch nickt aus Ihrem bequemen Theater herausrufen würde, um Ihnen Balders Beförderung anzukünden. Aber versuchen Sie es boch, Ihren Ueberrock zu holen unb mit mir zu kommen. Ich möchte nämlich Balber bie Nachricht überbringen." Mystifiziert ging Gorbon in bie Garderobe, holte seinen Rock unb traf den Detektiv im Vestibül. „Wir gehen nach ben .Sieben Giebeln'", verfügte Elk. „Ein schönes Haus, ich habe es zwar noch nicht selbst gesehen, aber ich habe bavon gehört. Es hat eine Garage unb großartige Einrichtungen, Zentralheizung, Telephon unb ein hoch- modernes Babeziminer. Das alles ist nur eine logische Folgerung. Unb jetzt werde ich Ihnen dazu noch etwas sagen- auch eine logische Folgerung! Es gibt Alarmdrähte auf dem Rasen, Alarmglocken an Türen unb Fenstern, Fußfallen unb Selbst- schüsse." „3a, von was, zum Teufel, sprechen Sie benn?" fragte Dick hilflos. Unb Elk kicherte wie eine hysterische Jungfrau. Sie fuhren durch Oxbridge, als ein langes Auto in vollster Eile an ihnen vorbeischoß. Es war so mit lachenden Männern angefüllt, baß sie einander beinahe auf ben Knien faßen. „Das ist eine luftige Gesellschaft!^ sagte Dick. „Sehr!" antwortete Elk lakonisch. Ein paar Sekunben später sauste ein zweites Auto vorbei, bas ebenfalls mit viel größerer Geschwindigkeit fuhr, als sie selber. „Das sieht mir aber doch nach einem unserer Polizeiautos aus!" sagte Dick. Auch dieses war überfüllt. „Ja, es sieht wirklich fast so aus!" stimmte Elk bei. Als ihr Wagen in der enggefrümmten Straße von Collebrock langsamer ftchr, raste noch ein drit- Lichtspielhaus llahnhofHtraOe 34 Versäumen Sie nicht bis einschl. Mittwoch: Henny Porten in ihrem neuesten Gesellschaftsdrama Die Flammen lügen Ferner. Butter Kraton in seinem neuesten bensatlouslustsplel In 6 Akten: Buster Keaton als Cowboy „Es ist so ein schwarzer großer Wagen, aber die Marte kenne ich nicht. Ich glaube, es ist ein amerikanisches Fabrikat. Und er muß irgend etwas damit zu tun haben, benn ich habe einmal viele Katologe von Autoreifen in feinem Schlafzimmer ge- funben unb einige von ben Pneumatiks hat er mit dem Bleistift ange.^ichnet gehabt unb so vermute ich, daß er auf irgenbeine Weise bafür verantwortlich ist." Elk stellte eine letzte Frage. „Unb kommt er, wenn Sie fort sinb, nachts nach Hause?" „Ich glaube sehr selten", antwortete bie Frau. „Er hat seinen eigenen Schlüssel unb weil ich in der Nacht so oft weg bin, weiß ich nie, wann er heimkommt." Elk staub schon mit einem Fuß auf bem Trittbrett seines Autos. „Vielleicht kann ich Sie irgenbwo absetzen, meine liebe Dame?" fugte er unb bie ältliche Frau nahm banfbarft an. Elk fuhr in bie Direktton zurück, öffnete eine Schublade seines Pultes unb nahm ein paar De- rufswcrkzeuge heraus. Nachdem er eine Anzahl dringlicher Befehle gegeben hatte, sprang er ins Auw und raste nach Harley Tsrrace. Dick war von ben Mitgliedern der amerikanischen Gesandtschaft eingelaben worben unb saß mit ihnen in einer Loge bis Hilarity Theaters, als Elk leise hinter ihm bie Türe öffnete, ihm auf die Schulter klopfte und ihm ein Zeichen gab, auf ben Gang hinauszukommen — alles, ohne baß bie übrige Gesellschaft es gewahr würbe. „Ist irgenb etwas los?" fragte Gorbon. „Ja, benfen Sie nur, Balder hat feine Beförderung bekommen!" sagte Elk feierlich und Dick starrte ihn fassungslos an. „Er ist jetzt wirklicher Sergeant", fuhr Elk fort". „Und ich wüßte keinen besser paffenben Rang für Balber. Wenn die Nachricht ihn und seine liebe Frau unb seine sieben lieben Kinderchen erreichen wird, wird es neun glückliche Menschen mehr geben, glaube ich." Vremcholzversteigerung im Lichcr Ltadtwald. In bem Distrikt Eisenkaute 32 werden nach vorheriger Zusammenkunft am Kreu- zungspunkt der Nieder. Bessinger unb Brückenschneise am Donnerstag, den 13. Januar 1927, vormittags 10 Uhr, verficht in ben Händen, ba, unb Balber blickte ihn mit einem unheimlich znnischen Lächeln an. Es war unmöylich zu vernehmen, was sie sprachen, aber anscheinenb würben Maitland Vorwürfe gemacht. Nach einer Weile richtete sich ber alte Mann auf unb begann zu reben. Sie hörten bas Gemurmel ferner aufgeregten, rauhen Stimme, aber wie- berum war kein Wort zu oerftehen. Dann sahen sie, wie Maitlanb bie Faust ballte unb sie brohcnd gegen ben lächelnden Mann schüttelte, ber ihn mit vollkommener Seelenruhe unb kühlstem Interesse betrachtete. Nach biefer drohenden Gebärde wendete sich ber alte Mann und stürzte aus dem Zimmer. Eine Minute später kam er aus bem Haufe. Aber nicht burd) ben Haupteingang wie bie beiden erwartet hatten, sondern durch einen kleinen Gartenweg auf ber anberen Seite ber Hecke, benn sie sahen ben Schimmer seiner Scheinwerfer, als bas Auto vorbeifuhr. (Fortsetzung folgt.) Frische Fische Mittwoch früh 9 Uhr ctntreffenb: Feinste Schellfische, (iabliau u. Seelachs im üindidntitt ff. (SolDbarid), grüne Heringe und Bratichclifficke Marinaden Nollmov-s, Bickmarckberinge. 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