Nr. 212 Erstes Blatt 177. Jahrgang Samstag, 10. September <927 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienbiätter Heimat im Bild Die Scholle. Monati'Vezvgrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 64 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Oiesten. voßschrckkonto: 8rrr. LV 6hl Di- ■*«* -Midlichs ivegE intDCflWr ff*»®? ÄalchlE OibtroHtlunj geni» j?"1 «equäDlu ■fl M M 66008, das reitete! -Mit, stark ein Mensch iört Hchritt von uns mu Lurch die Hai Aber ach au4 Seele fl rom tvahrhast senden! Ser1 weih nicht zr der einging inuh etwas totrt, etwas Aus daS i Glanz md irgendeiner sichtbar mac rückbar am C Ziellosigi bens, ein 21 Mindestens st los gehäufte gleichend, übei [eDx gilt am Acuherlichen und Derblenl Suheiliche Er tauschen. Der nur au8 dem Grch-Mensch gWit imme alles Zeitllc Zeitlichleit d sein. 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Tilsit, 9. Sept. (WB.) Hier waren heute Ge- rächte von Kommuni st enunruhen in Litauen verbreitet. Genaue Nachrichten waren nicht zu erhalten. Tatsache ist jedoch, daß der Verkehr über die Tilsiter Luisenbräcke nach dem Memel- Gebiet um 4,30Uhr nachmittags gesperrt wurde. Gleichzeitig trafen litauische Truppen In Uebermemel ein, die die Brückenköpfe an der Luisenbrücke besetzten und die der Eisenbahnbrücke bewachten. Große Offizierspatrouillen halten das nördliche Memelufer unter Bewachung. Außerdem find von Memel im Lastkraftwagen noch Pogegen und Langßargen Truppen gesandt worden. In Pogegen hält eine Kompanie den Bahnhof unter strenger Bewachung. In Tauroggen soll es blutige Kämpfe zwischen Kommunisten und Militär gegeben haben. Die Grenzsperre ist wohl hauptsächlich darauf zurückzuführen, daß die Litauer kommunistische Hilfe von Tilsit befürchten. Die mit dem Abendzug aus Memel in Tilsit eingetroffenen Reisenden berichten, daß in Memel vollkommene Ruhe herrsche. Unruhen im Pundschnb. Das Zentrum und Wirth. Eine Kundgebung für den Neichsschulgesetzeutwurf. Berlin, 10. Sept. (WTB.) Gestern fand in Dortmund eine Sitzung des Parteivorstandes der Zentrumspartei in Verbindung mit dem Vorstand der Reichstaasfraktion statt. Vach einer eingehenden Besprechung der politischen und innerparteilichen Lage wurde einstimmig eine Kundgebung beschlossen, in der es heißt: „Die Vereidigung und Forderung d«. Konfessionsschule hat seit jeher zu den vornehmsten Aufgaben und Grundsätzen der Zentrumspartei gehört. Im Verfolg dieses Standpunktes hat di« Zentrumspartei wiederholt die Sicherung der Konfessionsschule gefordert. Der zur Zeit zur Beratung vorliegende Entwurf eines Veichsschulgesehes entspricht vorbehaltlich notwendiger Verbesserungen im einzelnen diesem Verlangen. D e Vorstände dec Deutschen Zentrumspartei und der Reichstogsfraktion des Zentrums sprechen deshalb einmütig ihre Mißbilligung darüber aus, daß Angehörige der Zentrumspartei, sogar der Zentrumsfraktionen, in öffentlichen Kundgebungen sich bereits gegen den vorliegenden Reicb»r^'ilgesetz- dieser Session vollziehen. Wir werden mit Recht die Kritik auf uns ziehen, wenn wir jetzt nicht mit größter Energie an diejenigen Aufgaben herantceten, die man gestern mit vollem Recht als den Prüfstein für die moralische Cxistenz- lerechtigung des Völkerbundes hingestellt hat, üe Fragen der allgemeinen Abrüstung. Man kann nicht den Krieg verfemen, gleich- zeitig aber unsere Sicherheit ausbauen auf die Fortsetzung der Rüstungen. Die moralische Macht, die von dem Völkerbund ausgehen soll, wird auch für die Zukunft abhängen von den Staaten, die in der Welt die Herrschaft haben. Vor uns liegt das der Welt feierlich gegebene Wort, das die moralische Grundlage gab für die Entstehung des Völkerbundes, das besagt, daß die Abrüstung der Im Kriege unterlegenen Rationen die Voraussetzung fein solle für die kommende allgemeine Abrüstung. Wenn Sie dem Glauben an große Ideen eine Bedeutung beimesfen und mit Recht beimessen für die Entwicklung der Völker, dann dürfen Sie nicht den Glauben an die Heiligkeit des Völkerbundes fallen lassen. Was vielen von Ihnen noch vorschwebt als Ergänzung vorhandener Lücken der Friedenssicherheit, werden Sie leichten und freudigen Herzens entgegengebracht sehen, wenn der Weltsriede, zu dem sich der Völkerbund bekennt, nicht mehr auf Bajonetten, sondern auf dem Geist des Glaubens und des Vertrauens ruht. Einmütig war der Jubel, der Herrn Briand entgegenbrauste, als er die Worte sprach: „Weg mit den Kanonen, weg mit den Mitrailleusen!" Mögen diese Worte ihre Bedeutung für alle Rationen behalten! Möge man, wenn man die neue Zukunft aufbauen will, sich daher auch darüber klar sein, daß diese neu« Zukunft nicht aufgebaut fein darf auf Mißtrauen, sondern auf gegenseitiger Achtung und Gleichberechtigung und daß man die volle Wirkung dieses Geistes bei keinem Volk bis in die letzten Verästelungen seiner Seele erwecken kann, solange es noch Kriegsgefahren ausgesetzt ist. Wenn wir feierlich dem Krieg absagen, müssen wir die Sicherheit der Völler begründen auf dem Geist, der diese Erklärung durchweht. Ist der Mensch das Höchste der Schöpfung auf dieser Erde, dann wende er alle seine Kräfte des Körpers und des Geistes an, um das, was in ihm ruht, zum Höchsten zu entfalten, zum Segen für sich und die Seinen, für die innere Heimat und sein Vaterland, aber Über das Vaterland hinaus für die Ziele des Zusammenwirkens und der Verständigung der Völker. Die Welt sieht dann ein Wettstreben um die Erreichung der höchsten Ideal«, aber sie sieht nicht wieder Waffen gegeneinander gekehrt. So lassen Sie uns Zusammenwirken in dem Kampf, der der schwerste und auch der ehrenvollste ist: „Im Kampf für den Frieden und die auf dem Frieden und der Gerechtigkeit aufgebaute Entwicklung der Völker." Der polnische Delegierte Lokal sprach dann gleichfalls unter größter Aufmerksamkeit des Hauses zur Begründung der polnischen Resolution, die er am Schluß seiner Red« «inbrachte. Die moralische Wirkung einer allgemeinen Erklärung der Völkerbund^versamm- lung, daß unter keinen Umständen ein An- §riffskrieg geführt werde, würde von erheblicher Zedeutung sein, um das Vertrauen der Völler in die Sicherheit zu starken: denn das sei die höchste und weitestgehende Hoffnung aller. Wir haben nicht das Recht, so meinte Sokal, zuzu- lassen, daß die Atmosphäre des Mißtrauens sich um uns verdichtet. Sicher feien Verträge besser als eine Erklärung allgemeiner Natur. Der Einwand aber, daß eine solche allgemeine Derpönung des Krieges das gleiche wie der Dölkerbundspakt selber sei, treffe nicht zu, weil man sich ja keiner gleichartigen juristischen Situation gegenüber befinde und weil der Pakt die Kriege nicht durchaus ausschließt, wie man das jetzt in der oben erwähnten Resolution erzielen wolle. Ebensowenig sei der Einwand berechtigt, man wolle den Pakt ändern. Cs handle sich darum, durch eine feierliche Kundgebung für den Frieden und die Abrüstung zu wirken und em; das sei London, 10. Sept. (WTB. Funkspruch) „®ai(t) News" berichtet aus Alahabad: Die letzten Nachrichten von der Grenze ^*6- chen von ernsten Unruhen in Pund- schab. Dem berüchtigten Führer Mull a h Mahmud ist es gelungen, die Afridis so aufzuhetzen, daß sich 20000 von ihnen verschiedenen Tausenden anderer Stammesangehvrr- gen angeschlosfen haben. Diese Streitkräfte haben die Dörfer der mohammedanrschen Sekte Schias bei Kalaya südlich von Kohat im Pundschab angegriffen. Die Schias waren vollkommen in der Minderheit, kämpften jedoch sehr tapfer. Sie verloren 100 Mann an Toten, töteten aber mindestens 500 ihrer Feinde. Sie wurden ledoch ausgeplündert und mußten dabei ihre Häuser, Frauen, Kinder und alle Habseligkeiten im Stich Hofes für alle oder einzelne Rechtsstreitigkeiten als obligatorisch anerkennen. Deutschland wird voraussichtlich sür fünf Jahre unterschreiben und ist damit die einzige Großmacht, die bisher die Fakultativ-Klausel angenommen hat. Geheimrat Kastl Mitglied der Mandatskommission. Genf, 9. Sept. (WTB.) Geheimrat K a st l, gefchäftsführendes Präsidialmitglied des Reichsver- banö«5 Der Deutschen Industrie, der aus der kolonialen Karriere heroorgegangen ist, wurde heute vom Völkerbundsrat in geheimer Sitzung zum deutschen Mitglied der Mandatskommission ernannt. Berlin, 9. Sept. (WB.) 79 Vertreter des Reichsverbandes Landwirtschaftlicher Klein- und Mittelbetriebe, des Bayrischen Bauernbundes und des Deutschen Bauernbundes, vollzogen im Reichstagsgebäude die endgültige Konstituierung der Deutschen Bauernschaft. In den Vorstand wurden gewählt: Minister Fehr, Landwirt Evers- Sachsen, Hillebrandt - Schlesien, Marth- Pommern, K u h r - Emsland, Reime r s - Hannover. Der Geschäftsführende Ausschuß wählte zum Vorsitzenden den Abgeordneten Wachhorst de Wente. Unter einmütigem Beifall wurde der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß die organisatorische Einigung der Deutschen Bauernschaft bewirken werde, daß die deutsche Agrarpolitik eine Bauern- treter erklären, daß sie von nun an keiner Sitzung des Stadtparlaments mehr beiwohnen und sich in keiner Weise an den städtischen Arbeiten mehr beteiligen würden. Dem deutschen Stadtverordnetenvorsteher wurde das Mißtrauen ausgesprochen. Die polnischen Nationalisten fordern auf Grund des Vorfalles die Auflösung der Kattowitzer Stadtverwaltung, zu der bekanntlich der Wojwode nach einer vor mehreren Monaten in Kraft getretenen Ausnahmeverordnung in jedem Falle der „Gefährdung staatlicher Interessen" das Recht hat. Die „Polska Zachodnia", das Organ des Woje- - - - _ । woden, kündigt denn auch schon die Auflösung der der SchledLgerrchtSK <. el. Stadtverordnetenversammlung an. Wenn auch amt- m t ia ßptxf (•TßoTff) Artikel 36 2 des lich darüber noch nichts Näheres verlautet, so muß nannten iT ff. Ä SÄ'ÄS glied oder Staat gegenüber, der die Klausel- | Mehrheit haben, beschlußfähig ist. Verpflichtung übernimmt, die Gerichtsbarkeit des Internationalen Ger ich ts - Die polnische Resolution hat folgenden Wortlaut: „In Anerkennung der Solwarität, die die internationale Gemeinschaft verbindet, beseelt von dem festen Willen, die Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens zu sichern mit der Feststellung, daß ein Angriffskrieg in keinem Falle als Mittel für die Regelung von Differenzen zwischen Staaten dienen soll, und daß er aus diesem Grunde ein internationales Verbrechen darstellt, in Anbetracht ferner, daß ein feierlicher Verzicht auf diese Art des Angriffs dazu geeignet ist, eine Atmosphäre des allgemeinen Vertrauens zu schaffen, dem Fortschritt der zum Zwecke der Entwaffnung unternommenen Arbeiten förderlich ist, erllärt die Versammlung das Folgende: 1. Jeder Angriffskrieg ist und bleibt untersagt. 2. Alle friedlichen Mittel müssen für die Regelung von Zwistigkeiten, welcher Art immer, angewandt werden, die sich zwischen Staaten einstellen sollten. Die Versammlung erllärt, daß für jedes Mitglied des Völkerbundes die Verpflichtung bestehl, sich diesen beiden Grundsätzen anzupassen? Diese Formulierung entspricht inhaltlich im wesentlichen der vorgestern von den Juristen der beteiligten Mächte für die gemeinsame Deklaration vorgeschlagenen, ersetzt aber eine mehr in Wunschform gehaltene durch eine etwas verpflichtendere Lösung. Der italienische Delegierte Senator Sclaloja, kam zu einer schroffen Ablehnung des polnischen Entwurfes. Scialoja betonte zunächst, daß es keine brauchbarere und wirksamere Formulierung für die Sicherheit gäbe, als die bereits im Völkerbundspakt festgelegten Bestimmungen. Er verlas Art. 10 des Paktes und sagte, die Bestimmungen dieses Artikels gingen weit über das hinaus, was der polnische Vorschlag enthalte. Jede neue Entwicklung habe eine gewisse Zeit zur Reife und Auswirkung nötig. Ein Versuch, bip Entwicklung des Völkerbundes zu überstürzen, könne zu einem völligen Fiasko des Bundes führen. (Chamberlain applaudierte leb- gegenseitiges Mißtrauen zu auch «ins der wertvollsten Ergebnisse des Locarnopaktes gewesen. Die Llbrüstung sei möglich, sobald ein zusammenhängendes System der Sicherheit im Bewußtsein der Völker verankert sei. Die Tatsache, daß über die Abrüstung noch nicht völlige Einigkeit bestehe, sei durchaus mit einer gemeinsamen Erklärung der Dölterbundsmächte in dem geforderten Sinne verträglich. Berlin, 9.Sept. In der Kattowitzer Stadtverordnetenversammlung kam es gestern zu einem Auszug sämtlicher polnischer Vertret e r. In der Sitzung wurde über die Schließung der drei unteren Klassen der städtischen Mittel- schulen verhandelt, die deutscherseits als eine starke Benachteiligung d e r deutschen * '' igesehen wird. Die deutsche Frak- Magistratsvorlage ab und ver- Lus aller Welt. Schweres Explosionsunglück bei einem Schulausflug. In Burg bei Magdeburg ereignete sich bei einem Schülerausflug, ein schweres Änglück. Auf dem Toxfelde, wo früher eine Munitionsverteilungsanstalt Geschühmunition verlegte, fand ein Schüler einen Zünder. Ehe der Lehrer dem Knaben den gefährlichen Fund abnehmen konnte, warf dieser den Zünder beiseite. Eine gewaltige Explosion erfolgte. 15 Schulkinder erlitten teilweise sehr schwere Verletzungen. Transportwagen des Magdeburger Krankenhauses waren bald zur Stelle, die die verwundetes Kinder fortschafften. Mehrere Kinder schweben in Lebensgefahr. 26 Mädchen eines Ferienheims in Bergnot. Bei einer Bergwanderung im Salzburgischen waren 26 Mädchen im Alter von 6 bis 14 Jahren, Zöglinge des Mondseer Ferienheimes, während eines heftigen (öturmeä vom Wege abgeraten. Sie schwebten an einer steilen Felswand in Lebensgefahr. Die Rettungsep-edition von St. Lorenz rettete die völlig erschöpften Mädchen, indem sie sie einzeln über die Felswand abseilte. Die Rettungsarbeiten dauerten die ganze Rächt über. Ein Mann der Expedition wurde durch Steinschlag verwundet. Raubüberfall im Eisenbahnabteil. In dem Rachtpersonenzua Meiningen — Eisenach wurde zwischen den Stationen Immelborn und Salzungen ein Raubüberfall ausgeführt. In ein halb dunkles Abteil drang ein Räuber, der den einzigen anwesenden Passagier unter Vorhaltung eines Revolvers zur Herausgabe seiner Barmittel aufforderte. Dabei entstand ein Handgemenge, bei dem der Heber* fallen« versuchte, die Notbremse zu ziehen Dem Räuber gelang es, den Passagier an die Tür zu drängen und aus dem fahrenden Zuge hinauszuwerfen. Der Äeberfallene erlitt schwere Verletzungen an Kopf und Händen, vermochte sich jedoch bis zur nächsten Station zu schleppen. Dem Täter ist man bereits auf der Spur. Schweres Explosionsunglück in London. Im Westen von London brach in einer Fabrik, in der Filmabfälle verwertet werden, «in Brand aus. Die gesamten Fiimvorräte explodierten. Die zur Zeit der Explosion in den Fabrikräumen tätigen Männer und Frauen, etwa 40 an der Zahl, konnten sich nur zum Teil retten. Mehrere sprangen mit brennenden Kleidern in einen neben dem Hause stiebenden Kanal. Vier Frauen wurden getötet, sechs Personen trugen zum Teil schwere Verletzungen davon. Das Feuer griff auch auf eine Garage über und zerstörte eine Reihe von Automobilen und Motorrädern. Ein neuer Flugzeugtyp. Aus dem Flughafen Bremen wurde von Direktor Wulf der Focke-Wulf-Flugzeugbau- atttengesellschaft ein neuer Flugzeugtyp eingeslv- gen, 5er eine vollständige Neuheit auf dem Gebiete des Flugzeugbaues darstellen soll. Bei diesem Flugzeug, der Focke-Wuls-Ente, liegen nämlich die großen Tragflächen rückwärts, während Schwanzflossen und Steuer vorn eingebaut sind. Diese neuartig« Konstruktion soll ein Heber» schlagen des Flugzeuges bei Start und Landung unmöglich machen und überhaupt auch bei Fehlern des Flugzeugführers die Gefahr des Absturzes sehr erheblich vermindern. Die Wetterlage. 0 Wolkenlos. <3 neuer nein oedecKt ® woikiq. ®Gedeckt .regeix »Schnee & Graupeln e HePti K Gewiiter.(§)windstiiie.O seh» leichter Osi massiger Südsüdwest A stürmischer «ordwest Oie Pfdie fliegen mit dem »rinde. Oie veinen Stationen stehenden Za» Ifn geben die Temperatur an. Oie Linien veromdeo Orte mit gleichen auf eueresniveao umgerecBoeteo Luftdruck Wettervoraussage. Das skandinavische Tief hat seine Lage wenig verändert. An seiner Rückseite bringen polare Luftmassen vor, die bereits die Wetterlage veränderlich gestalten. Wechselnd« Bewölkung mit Aufklaren und vereinzelten Schauerregen treten auf. Die Rückseitenwirkung erhält zunächst den Witterungscharakter, so daß morgen die Wetterlage wenig Aenderung zeigen wird. Wettervoraussage: 'Weiterhin veränderlich, wechselnd wolkig mit Aufheiterung. Temperaturen außer vereinzelten Schauerregen trocken, um West drehende Winde. Witterungsaussichten für Montag: Roch Fortdauer der herrschenden Wetterlage. Lufttemperaturen am 9. September, mittags 16,2 Grad Celsius, abends 15 Grad Celsius: am 10. September: morgens 14,8 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 9. September: 15,7 Grad Celsius; am 10. September 14,9 Grad Celsius. Maximum 16 Grad Celsius, Minimum 9 Grad Celsius. — Niederschläge 0,0 Millimeter. haft.) Scialoja erklärte weiter, die polnische Resolution bedeute eine Täuschung der öffentlichen Meinung über die Durchführbarkeit der in ihr gekennzeichneten Ziele. Der Fehler, den man beim Genfer Protokoll gemacht habe, bestehe in den übertriebenen Hoffnungen, die man auf die Grundsätze dieses Protokolls setzte. Nun begehe man den entgegengesetzten Fehler und übertreibe die Kritik und das Mißtrauen an der Tätigkeit des Völkerbundes. Mit allen Mitteln müsse jetzt versucht werden, das Gleichgewicht zwischen beiden Tendenzen herzustellen, und das sich gegenwärtig dokumentierende zu weitgehende Mißtrauen gegenüber dem Völkerbund zu überwinden. Die Erklärung Scialojas hat in allen Delegationskreisen tiefen Eindruck hervorgerufen. Man glaubt, daß diese schwere Kritik an dem polnischen Entwurf die Haltung vieler Delegationen beeinflussen wird. Die Erklärungen Scialojas bedeuten zweifellos eine vollständige, wenn nicht vernichtende Ablehnung der polnischen Vorschläge. Berliner Presseecho. „Eine ^ehr korrekte Völkerbundsrcde". Paris, 10. Sept. (W.T.D.-Funkspr.) Die Genfer Rebe des Reichsaußenministers toirb_ in i Interessen an der hiesigen Presse allgemein als eine ausdrück- tton Zehnte die ______ liche Bekundung des deutschen -rledenswlllens ( tc namentliche Abstimmung. Darauf verließen gewürdigt. So schreibt der Berichterstatter des bie polnischen Parteien geschlossen den Sitzungs- „Journal", der gestrige Tag hat die sehn- rQQ( unb ließen nach einiger Zeit durch ihren Der- lichsten Hoffnungen aller derer erfüllt, bte den > 1 • —• - - " — — Krieg verdammen, und der Menschheit eine neue Wiederholung seines Grauens ersparen wollen. — Der „Matin" erklärt, daß die Großmächte wiederum die Leitung des Döllerbundes übernommen haben und daß die internationale Genfer Regierung einem Vertrauensvotum entgegensehe. — Selbst der nationalistische „G a u l o i s" muß zugeben, daß Deutschland gestern als der Pionier der Defrieduvg Europas enttourf ausgesprochen haben, ohne erst eine weitere Beratung abzuwarten. In der letzten Zeit sind in gegnerischen Blättern von Parteimitgliedern Angriffe ehrenrühriger Art gegen Persönlichkeiten, die Vertrauenspersonen der Partei in verantwortungsvollen Stellungen sind, erhoben worden. Die Vorstände weisen dieses illoyalei und jeder Zentrumsgesinnung bare Verhalten mit Entrüstung ab. Wer mit solchen Waffen für feine politische Meinung kämpft, kann nicht mehr als Zentrumsmann, geschweige denn als Zentrumspublizist angesehen werden." Anläßlich der Schulungswoche der westfälischen Windthorstbünde in Soest sprach am Freitag abend Reichskanzler a. D. Dr., Wirth in einer öffentlichen Kundgebung. Er erklärte, die Feinde der Republik suchten mit der Debatte zum neuen Schulgesetzentwurf das Gebäude des Dolksstaates zu unterwühlen. Er betonte, daß neben der Bekenntnisschule auch die Simultanschule bestehen , müsse und wies die Behauptung zurück, er sei gegen di« Bekenntnisschule. Die Erhebung der Simultan- Derlin 10 Sept. (TU.) Die Rede Dr. I schule in die Sphäre edelsten deutschen Geistes Stresemanns ' in Gens findet in der Berliner fei eine ebenso hohe Aufgabe, wie die Sicherung Press«, soweit sie dazu Stellung nimmt, ge- der Bekenntnisschule. teilte Aufnahme. Die „D. A. Z." mihi die Hauptbedeutung in der Rede Dr. Stresemanns MDiqillUUZluiiy der außerordentlich prägnanten Herausarbei- bet Deutschen Bauernschaft, tung des Gedankens zu, daß die moralische 1 Existenz des Völkerbundes davon abhängig ist, ob die feierliche Verpflichtung der Mitgliederstaaten zur Abrüstung ebenso durchgeführt wird, wie Deutschland entwaffnet wurde. — Die „Voss. Ztg." sieht einen Vorteil darin, daß die Rede posittv gewesen sei und keine Vorbehalte enthalten habe in Dingen, von denen heute jedermann wisse, wie das deutsche Volk über sie denke. — Der „Lok. -Anz." nennt sie eine politische Enttäuschung, weil man sanfter als Dr. Stresemann wohl keine Kritik an der Unzulänglichkeit des Völkerbundes üben könne. — Die „Deutsche Tag es ztg." bedauert, daß Dr. Stresemann es versäumt habe, der Anzu- riedenheit Deutschlands mit den Auswirkungen der von uns in Locarno für den Frieden , & z der Welt einzig dastehenden Opfer in klaren P01 m t061 und entschiedenen Worten Ausdruck zu ver- Im ^lODCHlbCt leihen, und daß er nicht mit aller Deutlichkeit auf die wahre Friedensgefährdung NeUWahleN IN Hessen. hingewiesen habe. — Die „Kreuzzeitung" wzn. Darmstadt, 9. Sept. Wie jetzt end- vertritt die Auffassung, daß die Rede e ne Rmhe gü({ig feffffeljf, finden die Neuwahlen zum hefsifchen gerade der wichtigsten Punkte hinjichtlich der ^nndtaa in dec zweiten Hälfte des Mo- deutschen Wünsche und Forderungen uner° I n G t Q jtooember statt. Der jetzige Landtag wird wähnt lasse und da, wo sie die deutschen >snter° oor jeiner offiziellen Schließung im Oktober vorher essen wahrnimrnt, nicht von der nötigen Scharfe nc(u 3U e,ner furzen Tagung zufammentreten. und Klarheit sei. Dr. Stresemann habe sich, wie es 1 cheine, wieder einmal die Initiative aus der Hand nehmen lassen. — Der „B o r s e n k u r i e r" meint, Stresemann habe eine sehr korrekte Völkerbundsrede vorgetragen, der man anmerkte, wie oft sie gesiebt worden sei. — Der „Vorwärts" sagt, Dr. Stresemann habe unzweifelhaft durch diese Rede Deutschland einen Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 10. September 1927. Vom heroischen Lebenslauf. Don Reinhold Braun. Das Höchste, was der Mensch erreichen kann, ist ein heroischer Lebenslauf. Schopenhauer. Gin Dichter der Gegenwart sagt: „Rur im Schreiten sind wir ein Volk." Ergänzen wir es dahin: „Rur im Schreiten wird ein Mensch!" Auf die Stetigkeit kommt's an, auf das unermüdliche Vorwärts und Aufwärts, auf die Bewegung von innen her, auf das Schreiten aus intocnbiger Fruchtbarkeit, auf das Gehen voll starken Bewußtseins! Aleterall, wohin wir blicken, Maschinenhaftigkeit der Bewegung, mechanische Abtrottelung eines vorgeschriebenen Weges, jagende Zweckwütigkeit oder sich hinschleppendes Gequältsein oder pendelnde Leere. Freilich, es ist : W i n d h o f wieder aufgehoben worden. ** D i e Genfer Rede Stresemanns, über die wir auf der ersten Seite unseres heutigen Blattes berichten, war gestern auch im Deutschen Rundfunk zu hören. Leider erfolgte die Umschal» tung nach Genf erst, als Dr. Sttesemann schon eine Zeit lang sprach. Man konnte die Worte des Redners im allgemeinen gut verstehen. ** Zusammen stoß mit einem Straßenbahnwagen. Gestern mittag gegen 12.30 Alhr stieß an ter Ecke Roonftrahe—Kaiserallee der 17 3ahre alte Hilfsarbeiter Fr. Gotz, Kcttha- rinengasfe 9 wohnhaft, .als er mtt seinem Fahrrad von ter Licher Straß« her kommend ein vor ihm fahrendes Lastauto links überholen tootlte, gegen den aus der entgegengesetzten Richtung herannahenden Straßenbahnwagen. Der junge Mann wurde von der Elektrischen zur Seite geschleudert und blieb am Platze liegen. Die Freiwillige Sanitätskolonn« vom Roten Kreuz verbrachte den Verunglückten mtt dem Städtischen Sanitätsauto! nach der Chirurgischen Klinik. Der junge Qltanm hat bei ter Karambolage «in« leichte Gehirne erschütterung davongetragen. ** Zur Abwehr der Maul- und Klauenseuche weist das Kreisamt Gießen im neuesten Amtsverkündigungsblatt darauf hin, dah das Zucht- und Ruhvieh, das vom Gießener Viehmarkt ftanunt, sofort dem zuständigen Amtstierarzt und ter Lwtspolizeitehörd« an^um eitert und getrennt von dem übrigen Viehbestand aufzustellen ist. Dieser Bestimmung haben Händler und Landwirte in gleicher Weis« nachzuLmmen. ** Eine Hindenburg-Postkarte. Die Hindenburgspende hat nach dem teEamrten Bild- Plakat eine eigene Bildpostkarte berstellen lassen, die das Porträt des Reichspräsitenten und darunter seinen bekannten Sinnspruch zur Hinten- burgspente zeigt. Diese in Kupferdruck hergestellte Karte erscheint nicht im Hantel. Sie wird lediglich von den Geschäftsstellen der Hin- denburgspente zu Empfangsbestätigungen verwendet. Alm ihren Wert für Sammler zu erhöhen, hat die Hindenburgspende 60 000 dieser Postkarten mit eingedruckter 3- und 8-PfenniM- Marke versehen lassen. Die Entwertung bet Karten erfolgt in Berlin durch einen besonderes Poststempel. Bis auf weiteres werden etwa vom 10. September ab die bei den Postscheckkonten ter Hintenbergspende Berlin 73 800, Dresden 37 000, München 9000, Stuttgart 23 000 eingehenden Beträge über 10 Mark mit dieser Postkarte bestätigt. Da die Postkarte nur in beschränkter Auflage erscheint, dürft« sie voraussichtlich bald gröberen Samrnelwert gewinnen. Die Technische Hochschule in Darmstadt hat jetzt ihren Lehrplan für das Studienjahr 1927/28 herausgegeben. 3m Winterhalbjahr dauern die Einschreibungen von Mittwoch, 19. Oktober, bis einschließlich Dienstag, 8. Rovember. Die Vorlesungen und Alebmtgert beginnen am Montag, 24. Oktober. Die Weihnachtsferien dauern von Donnerstag, 22. Dezember, bis einschließlich Montag, 2. 3crnuar. Das Semester endigt Samstag, 3. März. Kunst und Wissenschaft, vom hessischen Landeslhealer. Die diesjährigen Sinfoniekonzerte des Lan- desiheaters bringen eine große Zahl interessanter Reuhetten. Vorgesehen sind folgende Erstaufführungen: Döpper: Giaconna gotica; Re- spighi: Fontana di Roma; Wladiaeroff: Konzertstück für Violine und Orchester; Pro koste ff: Suite aus „Die Liebe zu den drei Orangen"; S ch u l t h « tz: Variationen für Violoncello und Orchester; Ravel: Le Tombeau de Couperin; 3 an acet: Militärsinfonietta; Pfitz- ner: Violin-Konzert; Marx: Romantisches Klavierkonzert. — Generalintendant Ebert wurde vom Magistrat ter Stadt Frankfurt a. d. O.. der Geburtsstadt Heinrich von Kleists, eingeladen, im Rahmen der Frankfurter Festspiele, die aus Anlaß des 150. Geburtstages des Dichters veranstaltet werten, mtt seiner Darmstädter 3nszenie- rung der „Penthesilea" zu gastieren. Berliner Börse. Berlin, 10. Sept. (WTB. Funkspruch.) Im heutigen Vormittagsverkehr ist eine ausgesprochene Tendenz noch nicht zu erkennen. Die freundliche Stimmung scheint anzuhalten. Geschäfte sind bis jetzt noch nicht getätigt worden. Die Kurse liegen auf dem Niveau der Frankfurter Abendbörse. Farben 286 bis 287,5, AEG. 179,5 bis 180, Harpener 198 bis 198,5. Am Devisenmarkt hört man London gegen Paris mit 124,02, Mailand 89,25, Madrid 28,83, Kabel 4,8622. -J —•;■'..------1 MASSARY ] Geräumige MW schild 82180 4 3 Bersrod, Schellnhausen, den 9. September 1927. Die Beerdigung findet Sonntag, 11. Sept, nachm. 2 Uhr, in Bersrod statt 8216D 06543 [siesDZ la Referenzen in Frage. Blas Uhlig, Sa-nz, Flschstnarkt 7. geführt. 06527 6879a empfiehlt 8188D gesucht. Angebote erbittet 8253D totes Menau, Wetzlar Wiesecker W D Gießen, Bergstraße B Tclevbon 1789. (06506 erb. 06579 Sonntage 10-12 LL dulden Sie nicht, daß er mit Msimieetee Telephon 627 Seltersweg 79 a Apparaten ufro. besuchten, b. konkurrenz- losem Dordienst (.lukrative Neuheit gesucht. ___ Ra enbniafl 6mMfr T1R * Dl mes.SöMero.Lo. ttlmlsrz. fiottiflt 115. 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Sept, abdß. 8 Uhr pünttL, Vortragsabend. Herr Abg. Prof. Dr. Werner spricht über llampi im Reich und in Hessen. Gäste willkommen. ei8'c Dw Verstand. VGI Nr. 2(2 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberheffen) Samstag, (0. September 1927 Ungeklärte Probleme im Reichsfchulgefetzentwurf. Von Geh. Rat Dr. Runkel, M.d.R. Immer heftiger umbranden die Wogen parteilicher Leidenschaft den Entwurf des Reichs- schulgeseh^s. Was nicht in das Parteiprogramm paßt, wird als unzeitgemäß verworfen und ver- dammt. Schon mach- sich auch bei einzelnem Parteien ein starkes Agitationsbedürsnis geltend. Man kann ja nicht wissen, ob das Gesetz auch wirklich zustande kommt. Mit dem Zugeständnis einiger „tunlichst", „möglichst" oder „in der Regel", die man in superkluger Weise aus parlamentarischer Geschäftsroutine heraus für die Ausschuhberatungen als liberale" Zugeständnisse Vorbehalten hat, dürfte es nicht getan sein. Rein, Sache der Ausschuhberatungen wird es sein, aCh» die Volksschulprobleme von grundsätzlicher Vedeutuirg, die im Entwurf nach Form und Inhalt ungeklärt geblieben sind, in klare, erschöpfende und eindeutige gesetzliche Form zu bringen. Der formell-rechtliche Ausgangspunkt für eine sachliche Beurteilung aller Volksschulprobleme sind die Schulbestiin- nrungen der R. V. in Artikel 146 bis 149. Sind sie auch nicht in allem klar beftiinmt und eindeutig, so ergibt sich doch aus den Weimarer Verhandlungen im Derfasfungsausschuh unö aus den Reden und Erklärungen im Plenum der Aativnalversammlung die Verfassung a b s i ch 1, so dah alle grundsätzlichen Probleme doch im Sinn und Geist der Verfassung gelöst werden können. Diese Tendenz lag auch allen Vorverhandlungen zugrunde. Der Entwurf ist ihr je- kwch nicht in altem gerecht geworden und läßt einzelne Grundprobleme noch ungeklärt. Als erstes im Entwurf noch ungeklärtes Problem tritt uns die Stellung der Gemeinschaftsschule innerhalb der übrigen Schul- formen entgegen Ihr ist zwar ebenfalls freie Entwicklungsmoglichkeit neben der Bekenntnisschule und der bekenntnissreien Schule gegegeni (§ 2,2), doch fehlt ihr im Gegensatz zu den genannten Schulen der feste Bestand, um sich nun auch frei entfalten zu tonnen. Bei Inkrafttreten des Gesetzes sind die vorhandenen evangelischen, katholischen und jüdischen Schulen De- fenntnisschulen im Sinne des § 3 des Entwurfs: die weltlichen Sammelschulen sind „Bekenntnis- freie Schulen". Damit sind aber, abgesehen von einigen südwestdeutschen Ländern, wie Baden, Pfalz, Hessen, Hessen-Raffau und auch Thüringen. die Schulen der anderen Länder bis auf einige wenige Simultanschulen, die dann Ge meinschaftsschulen würden, restlos aufgeteilt (§ 18). Der Entwurf nimmt damit der Gemein- schaftsschule die Voraussetzung für eine Ent- vnÄungsmöglichkeit. Sie bleibt eine Schule ohne Raum. Daran ändert auch nichts die theoretsche Anerkennung der Vorzugsstellung der Gemeinschaftsschule im Entwurf (§ 2, 2) und in der Begründung hier wird sicherlich mit Erfolg der Vorwurf der Verfassungswidrigkeit erhoben werden: liegen doch schon reichsgerichtliche Entscheidungen vor, die der Gemeinschaftsschule auf Grund der Verfassung Destimmungen in Artikel 146,1 die Vorzugsstellung zusp-vechsn. Die für alle gemeinsame „Grurckffchute", nach der Verfassung die Volksschule, ist eben die Gemeinschaftsschule. Das geht, aus dem in Absatz 2 im Gegensatz zu Absatz 1 eingesetzten „indes" hervor, das ja keinerlei Berechtigung hätte, wenn die Schule in Absatz 1 nicht die Regelschule sein sollte: das ergibt sich weiter aus Absatz 2, wo im Gegensatz zu Absatz 1 für die in Absatz 2 genannten Schulen das Antragsrecht der Gr- zochungsberechtigten vorgesehen ist: das zeigen auch aKe Reden und Erklärungen während der Derfassungsbercrtungen in Weimar. Diese Vorzugsstellung kann nicht nur eine formelle sein, wie es heute als damalige Absicht der Kompro- inihparteien dargestellt wird, sonderu sie ist eine verfassungsmäßige Tatsache. In irgendeiner Form muh dieser Tatsache auch im Gesetz Rechnung getragen werden., Es soll die Regelung der Stellung der Gemeinschaftsschule nicht in den Rahmen des Entwurfes Die Nacht in Nom. Von Gustav W. Eberlein. Römische Rächt — nein, so sage ich nicht. Sie dächten sonst gleich an Lampions und Gondeln, Mandolinen und Mondschein, an die vsne- tianische Rächt, die neapolitanische Rächt. Lind das wäre ungefähr so, wie toerm ich mir unter „Berliner Luft" eine Schweizer Hochgebirgsatmo- sphäre mit Sennhütte, Kuhgebimmel und letztem Leuchten vorstellen würde. Ich sage ganz nüchtern wie ein Professor der deutschen Sprache, ich stelle gelassen fest wie ein Gerichtsschreiber: Die Rächt in Rom. Der Hund bellt, das ist ein einfach nackter Satz", Subjekt und Prädikat, basta. Betrachten wir also unser Thema bloß unter dem Fragwinkel was und wo? Die sonst üblichen Zutaten sind der Zensur zum Opfer gefallen, den neuen Puritanern. Rom soll nicht nur die „Hauptstadt der Welt" werden, sondern auch eine moralische Stadt, folglich' kann sie kein Rachtleben brauchen. Rachts schläft man, das ist die erste Bürgerpflicht. Vielleicht wenn wir Lagunen und Kanäle hätten, den blauen Golf und den feuerschimmernden Vesuv, ja dann, .dann könnte man vielleicht ein Auge zudr—, nein, 1 aufmachen. Aber so, eine Steinwüste inmitten einer Steppe von dreißig Kilometer Tiefe ringsum — schlafen wir. Das ist die Rächt in Rom. Wie Sie sagen: Die Rächt in Bamberg. Oder haben ßte schon einmal ein Feuilleton gelesen mit der lleberschrift „Bunzlauer Rächt?" Also. Wenn es Abend wird, dann überkommt alle Hotelportiers ein peinliches Kribbeln, so ungefähr wie den Mann, der fühlt, dah er im nächsten Augenblick angepumpt wird. Alle Gäste, die den Speisesaal verlassen, um sich für den Ausgang zu rüsten, nehmen den llmweg über die Halle, um, je nach ihrem Temperament und der vermutlichen Höhe der Holelrechnung, dem Manne, der alles zu wissen hat, von oben herab, zwischen Streichholz und Zigarette, oder mit einem jovialen Klaps auf die Schulter die Schicksalsfrage vorzulegen: Ra, mein Lieber, was ist denn nun hier los am Abend? llnd dann steigt aus einem grundlosen Schachte der Verzweiflung das bedeutsame Wörtlein hoch: „Richts!" Zuerst glauben die Fremden an einen deplazierten Bunzlauer Witz, dann geht ihnen ein Liktvvenbündel auf und sie verstehen, dann senken Gießener Saslieserung an wieseck. £. Wieseck, 10. Sept. Seitdem der Plan des Gemeinderats, Wieseck mit Gas z u versorgen, in der Oefsentlichkeit zur Aussprache steht, und das Für und Wider nach allen Seiten erwogen wurde, hat sich ein wesentlich:!: llmschwung in der öffentlichen Meinung vollzogen. Viele, die im ersten Augenblick einen ablehnenden oder zumindest pessimistischen Standpunkt einnahmen, haben umgelernt und begrüben die einschneidende Reuerung in unserem öffentlichen und häuslichen Leben. Es ist gewih nicht zuviel gesagt, wenn behauptet wird, dah der überwiegende Teil unserer Gemeinde dem Gasversorgungsplan freundlich gegenübersteht. Der andere Teil, der erst Überzeugt werden will, wird als Gasabnehmer noch gewonnen, wenn ihm durch eigene Wahrnehmungen die Annehmlichkeiten und Bequemlichkeiten des Gasverbrauch im Haushalt und Gewerbe und un landwirtschaftlichen Betrieb vor Augen geführt werden. Jedenfalls wird allgemein mit Ungeduld der Beginn der Dauarbeiten und damit die Verwirklichung der Gasversorgung erwartet. Die jüngste Gemeinde ratssihung brachte nunmehr die Angelegenheit absrmals einen Schritt weiter, denn es stand der G a s - lieferungsvertrag der Stadt Gie - hen mit der Gemeinde Wieseck zur Beratung. In seinen wesentlichen Punkten verpflichtet sich demnach die Stadt Gießen, an die Gemeinde Wieseck Gas in genügender Menge bei ausreichendem Druck und guter Beschaffenheit zu liefern. Der Bau der Zuleitung bis an die Gemarkungsgrenze Wieseck geschieht auf Kosten der Stadt Gießen, an der Gemarkungsgrenze wird der Hauptgasmesser eirwebaut. Eine Reihe weiterer Bestimmungen behandelt den Fall, wenn der Gasmesser in seinen Funktionen nicht richtig arbeitet. Der Preis des Gases an die Gemeinde beträgt bei den ersten 300 000 Kubikmetern 10 Pf., bei den nächsten 300 000 Kubikmetern 93/t Pf. und für den Mehrverbrauch 91/2 Pf- Dieser Preis hat Gültigkeit bei einem feststehenden Kohlenpreis (25,Oß Mk. pro Tonne) und verringert oder erhöht sich um einen festgesetzten Prozentsatz, wenn auf dem Kvhlenmarkt die Preisveränderungen einen bestimmten Rahmen überschreiten. Falls in späterer Zeit die Ferngasversorgung Wirklichkeit und das Gas hieraus an die Stadt Gießen bllliger geliefert wird, tritt auch für die Gemeinde Wieseck ein entsprechender Preisabschlag ein. Die bei der Gaserzeugung anfallenden Rebenprv- dukte, wie Koks, Teer und Ammoniak werden an die Einwohner Wiesecks zu den gleichen Vorteilen abgegeben, wie an die Abnehmer in Gießen. Eine Reihe weiterer Bestimmungen regelt die allgemeinen und rechtlichen Fragen und bezieht sich auf die Beschaffenheit des Gases, das Recht Gießens, das Gas nach auswärts durch die Gemarkung Wieseck weiterzuleiten, das Auftreten eventueller Störungen, das Einsehen eines Schiedsgerichts bei auftretenden Meinungsverschiedenheiten usw. Die Dauer des Vertrages ist auf 25 Jahre festgesetzt. Wie der Bürgermeister einleitend aus- fichrte, sind die Vorarbeiten nunmehr erledigt, haben die städtischen Instanzen und die vorgesetzten Dienststellen den vorliegenden Vertrag gutgeheißen, kann mit dem Bau der Leitung begonnen werden, was, wenn alles gut geht, noch in diesem Herbst der Fall sein dürfte. In der Besprechung des Vertrags wünschte der Gemeinderat an einer Stelle eine unwesentliche Aenderung und nahm hierauf den vorliegenden Vertrag einstimmig an. passen. Aber wenn Artikel 149 einbezog en wird, muß erst recht Absatz 1, soweit er mit der Regelung der Volksschule zusammenhängt, einbezogen werden; denn eine Lösung desVolksschulprvblems ist ohne Mitlösung des Gemeinschaftsschulproblems schlechterdings praktisch nicht möglich Der Entwurf vertagt hier. Leider enthält die Verfassung keinerlei Bestimmungen, wie sich nun! praktisch die „Vorzugsstellung^ der Gemeinschaftsschule auswirken soll. Es wurde gefordert: alle neuerrichteten Volksschulen sind, soweit kein rechtsgültiges Antragsverfahren auf Einrichtung einer Bekenntnisschule oder bekenntnislos en Schule vorliegt, Gemeinschaftsschulen nach § 2 Absatz la, und alle Schulen, die durch die Zusammensetzung ihrer Schüler bereits seit Jahren den Bekenntnischarakter verloren haben, sind ebenfalls Gemeinschaftsschulen Die Aiffnahine dieser sachlich mehr als berechtigten Bestimmungen in den Entwurf wurde indessen verhindert. So blieb das' Problem ungeSÄrt, die endgültige Klärung werden erst die weiteren Verhandlungen bringen! müssen. Ein zweites, im Entwurf noch ungellärtes Problem ist die Stellung der jetzigen Simultanschule im Reichsschuloeseh. Simultanschulen sind Schulen, die von Kindern aller Bekenntnisse zugleich (simultan) besucht werden. Rur der Religivnsinrterricht tom> nach Bekenntnissen getrennt in besonderen Stunden erteilt. Solche Schulen gibt es, wie schon angegeben, in Baden, Hessen, HessenRassau, Pfalz und Thüringen und auch in einzelnen Tellen Preußens. Da die „für alle gemeinsame Grundschule" der Verfassung dieser «Ämultanschule nach Form und Inhalt angeglichen wurde, galt es, diesen „Ror- mallyp" in den Ländern, wo er vorhanden war, vor dem Antrags recht der Erziehungsberechtigten zu schützen. Einen anderen Sinn kann der in Art. 174 ausgesprochene Schutz dieser Schulen nicht haben, da der in den Simultanschulen vorhandene Typ, als Typ in der Gemeinschaftsschule gesichert war. Rach Art. 174 hat das Gesetz „Gebiete des Reiches, in denen eine nach Bekenntnissen nicht getrennte Schule ge- sie die Stimme und zwinkern mit den Augen. Ra ja, schön, es muß ja nicht coram publico sein, aber Sie werden doch — <Äe kennen doch gewiß — Ach nein, der Mann, der nichts weiß, weih auch nichts hintenherum. Wir haben Patrouillen, die es höllisch scharf nehmen. öie spüren auch die atterharmlosesten Tan^lokale auf, die Miniatursäle, wo nur Unterricht gegeben wird. Sämtliche Kabaretts, Tingeltangel, Dielen und wie die verruchten Luststätten alle heißen, die man noch vor einem Jahre als Dabarins kannte, sind verboten, seit im vornehmsten Variete der Hauptstadt ein Brand ausbrcrch, bei dem vier Tänzerinnen ums Leben kamen. Seither starren die ausgebrannten Fensterhöhlen warnend ins Leben, alles erstarrte wie Lots Weib. Es muß damals genau so sündhaft zugegangen fein. • Wir haben Theater, das wollen wir nicht vergessen. Keine Oper zwar, denn das Costanzi wird gerade umgebaut, kein Operettentheater ständiger Art, kein Lustspielhaus mit Prominenten, denn in Italien gibt es keine staatlichen, keine städtischen, leine festen Theater, erst in allerjüngster Zeit ging man zu dem Versuch über, dieses ausländische System einzuführen. Reapel, Rom und Mailand sollen Staatstheater erhalten, die unter Pirandellos Leitung stehen. Vorläufig müssen wir uns in Rom noch an die Gebäude zweiter Güte halten, in denen fliegende Truppen Gastspiele geben. Was übrigens auch seine Vorzüge hat, denn auf diese Weise kann man oft originelle Provinztemperamente kennen lernen, zum Beispiel die eigenartig schmissige, sizilianische Kunst. Wagneraufführungen ersten Ranges darf man sich natürlich unter diesen Umständen nicht erwarten, sie werden fast immer zu Katastrophen. Dagegen geraten leichtere Stoffe oft recht annehmbar, besonders unter freiem Himmel, wie im Parioli vor den Toren. Leider schlafen die Säuglinge auch in der frischen Lust nicht besser als im Parkett, die Kinder lachen oft an den dafür nicht vorgesehenen Stellen, und auch das ältere Publikum nimmt zuweilen an den Dühnenvorgängen etwas zu regen Anteil. Dazwischen Bier und Schokoladestangen. Geschlossene Theater gibt es eine ganze Reihe, und die Eintrittspreise sind meistens recht bescheiden. Wie Sie ja wissen, sind die Theater in Italien nicht für die Bühne, sondern für den Zuschauerraum da, und dort will man sich doch setzlich besteht, besonders zu berücksichtigen". Dieses Problem sucht der Entwurf in § 20 zu lösen: „In den Ländern Baden und Hessen, sowie in dem ehemaligen Herzogtum Aaffau tritt das Gesetz erst 5 Jahre nach seiner Verkündigung in Kraft". Wir haben hier also statt eines prinzipiellen Rechtsschutzes, wie ihn doch sicher die Verfassung will, nut einen graduellen Punkt. Rach fünf oder wieviel Jahren hört der Verfassungsschutz auf, und die jetzigen Simultanschulen können in Schulen des Bekenntnisses oder einer Weltanschauung aufgelöst werden. So verlangt es nach der Tendenz des Entwurfs das Elternrecht, der „Wille der Erziehungsberechtigten", dem auch hier die letzte Entscheidung zustehen soll. Man übersieht dabei um dieser Tendenz willen, daß der „Wille der Erziehungsberechtigten" nach der Verfassung nicht als absolute Größe sich auf dem Schul gebiete in Form des Antragversahvens auswirten kann, sondern nur als relative Gröhe. Der Wille der Erziebungsbevechtigten ist „m öglich st" zu berücksichtigen. In diesem Fall findet er seine Grenzen in dem Verfassungsschutz, der den be- stehenden Simultanschulen zugebilligt ist. Aber auch der Elternwille wirkt nicht als Prinziv schlechthin, sondern nur im realen Falle, llnd wie steht es damit in den genannten Ländern? In Baden zeigt die im Lande vor genommene Abstimmung, daß deutschnationaler Landbund, Wirtschaftspartei, Deutsche Vollspartei, Demokraten und Sozialdemokraten gegen das Zentrum für die Erhaltung der Simultanschulen stimmten. Ist das nicht der Wille der Erziehungsberechtigten? In Thüringen fordert Staat und Kirchenregiment die E r h a l t u n g der Simultanschulen. So ist es in Hessen und in Hessen-Rassau. Das Zentrum ist überall dagegen, weil es die reinliche Scheidung der Konfessionen restlos durchsetzen will. Der Entwurf leistet ihm treffliche Handlangerdienste. Ungeklärt im Entwurf ist auch das Problem, das in dem „geordneten Schulbetrieb" steckt. Diesen Begriff sinden wir in Art. 146, 2 R.-V. Er ist stark umstritten unterhalten. Manchmal ist es empfehlenswert, sich auf seinem Sitz herumzudrehen und dieses Theater zu betrachten. Darrn haben wir Kinos. Richt schlechter als anderswo. Wenn auch keine Paläste, so tauchen doch immer häufiger luftige, gesunde, saubere Räume auf, und gute Filme finben immer vollbesetzte Häuser. Die letzten großen deutschen Filme, „Variete", „Ribelungen", „Faust", waren Sensationen. Daneben werden aber mit derselben Andacht die wüstesten Kriegshetzsilme angestaunt. Von einem deutschen Einspruch, wie zum Beispiel in Amerika, hat man nichts gehört. llnd dann haben wir noch, last not least, den herrlichen Pincio, diesen grandiosen Pinien- und Rosenhügel im Herzen der Stadt, einen öffentlichen Park, dessen bevorzugte Teile seit einiger Zett auch nachts zugänglich sind. Dort gibt es ein vornehmes Haus, wo man unter Lichterketten im Freien tanzen kann, und das Casino delle rose, wo sowohl Bülow von seiner Rosenvilla aus, wie der marmorne Goethe meines Ramensbruders ein einwandfreies Familienkabarett bei Preisen, von denen man nur mit vorzüglicher Hochachtung sprechen kann, zu bewundern Gelegenheit haben. Darüber die Sterne, llnd einen davon muh ich hierhersetzen: • Denn ich bin mit meinem römischen Racht- lebenlatein zu Ende. Wer jetzt die Vergnügungsstätten verläßt, die Theater und Kinos, beflndet sich in Bamberg. Rur mit dem Unterschied, dah er dort vielleicht in ein amüsantes Kaffeehaus gehen kann. So etwas gibt es in Rom nicht. Am Spanischen Platz befindet sich ein moderner Teesalon, der macht aber mangels Zulaufes abends überhaupt nicht auf. Dann ist da das altberühmte Aragno, das politische Zentrum des vorfaszistischen Italiens, wo man still und steif, als gelte es, eine schwierige Arbeit zu erledigen, einen Wermut oder sonst ein bibite trinkt. Mit Selz oder ohne, das ist die ganze aufregende Frage. Auch unter der Galleria kann man Kaffee trinren, und die männlichen Gäste tun es mit einem Ernst, als zahlten sie ihre Steuern. Weibliche muh man mit der Diogeneslaterne suchen. Sie haben sich in die Hotels zurückgezogen, wo nach einem furchtbaren Gerücht das verbotene Tabarin privattm aufgetaucht sein soll. Hoffen wir, es sei eine llebertreibung. und wird ausgelegt, wie es in die Parteiabsicht hineinpaht. Er begegnet uns zuerst in einem Anträge des deutschnationalen Abgeordneten v. Delbrück in Weimar. Aus diesem Anträge geht hervor, dah es sich bei ihm nicht um den pädagogischen Begriff „geordneter Schulbetrieb" handelt, sondern um einen verwaltungstechnischen. Rur so kann er auch näher bestimmt und umrissen werden. Der nach der pädagogischen Seite hin geordnete Schulbetrieb hängt nicht so sehr von der Schulorganisation ab als von der Lehrerpersönlichkeit selbst. Verwaltungstechnisch bezeichnet der Begriff das Verhältnis der einzelnen Schularten zu dem Regelthp des Ortes. Verwaltungstechnisch faßte auch der Antrag v. Delbrück den Begriff. Rur dah er damit d ie Errichtung kleinster Zwergschulen mit 10—20 Kinder verhüten wollte. Schulen mit 40 Kindern, also einklassige Schulen gehörten ihm schon zum geordneten Schulbettieb auch in Orten mit aus- gebauten Schulsystemen. Der Antrag kam nicht ^ur Annahme. In Art. 146, 2 R.--VV. wird jedoch der Begriff wieder ausgenommen: Bekenntnisschulen können eingerichtet werden, svwett hierdurch ein geordneter Dchulbetrieb „nicht beeinträchtigt wird". Wären die einklassigen Schulen damit einbegriffen gewesen, dann hätte diese Einschränkung gar keinen Sinn. Wie er von den damaligen Koalitionsparteien gemeint war, geht aus der Regierungserklärung hervor: Damit sott also vor allen Dingen erreicht werden, dah der Weg zur sozialen Einheitsschule durch Schaffung geeigneter llebergänge und Brücken von den Vollsschulen zu den mittleren und höheren Schulen nicht verschränft wird. Dah ferner das öffentliche Schulwesen nicht durch hemmungslose Errichtung nichtleistungsfähiger Schulen beeinträchtigt wird, und dah eine Gliederung des Schulwesens nach der Verschiedenheit der Begabung nicht unmöglich gemacht wird. „Danach gehören wenig gegliederte Schulen neben den vollausgebauten Systemen zu den nicht- leistungsfähigen Schulen, und damit in diesem Falle nicht zum geordneten Schulbetrieb." Das bedeutet leine Unterwerfung der einklassigen und wenig gegliederten Schulen an sich. Sie sind urtterrichtlich und erzieherlich wertvolle deutsche Kulturschulen. Rur neben voll ausgebauten Schulsystemen an demselben Ort müssen sie naturgemäß an pädagogischer Leistungsfähigkeit zu- rückstehen. So ist es um des wirtschaftlichen und praktischen Lebens an demselben Orte teilten auch sachlich erforderlich, dah möglichst gleichartige Schulsysteme vorhanden sind. Das ist der Sinn des Versassungsbegriffs „geordneter Schulbetrieb". Der Entwurf seht sich über diesen Verfassungssinn hinweg und kehrt zum v. Del- brückschen Antrag zurück. Ja er geht noch über denselben hinaus, Da in „Ausnahmefällen" auch Schulen mit weniger als 40 Kindern errichtet werden können (§ 9, 2). Gegenteilige Forderungen bei den Unterhandlungen hatten nicht den gewünschten Erfolg. Der Ausschuh und der Reichstag hckben nunmehr das letzte Wort. Das Hauptproblem jedoch, das im Entwurf in seiner praktischen Durchführung ungeklärt geblieben ist, ist das Problem der Staatshoheit. Das Hoheitsrecht des Staates über die Schulen ist festgelegt in Art. 144 R.-V.r „Das gesamte Schulwesen steht unter der Aufsicht des Staates ... Die Schulaufsicht wird durch hauptamllich tätige, fachmännisch vorgebildete Beamte auägeübt ... Lieber den Religionsunterricht im Art. 149: „der Religionsunterricht wird in llebereinstimmung mU den Grundsätzen der betreffenden Religionsgesellschaft unbeschadet des Aufsichtsrech ts des Staates erteilt." Auch über das Privaffchulwesen (Art. 147). Dieses Hccheitsrecht entspringt dem inneren Wesen des Staates, der letzte Entscheidungs- und Rechtsinstanz auch in allen Schul- und Er- ziehungsftagen sein muh. Theoretisch erkennt zwar der Entwurf diese Hoheitsstellung des Staates an: „Die Aufficht über alle Vollsschulen führt der Staat" (§ 13). Auch sonst werden Bestimmungen festgesetzt unter dem Vorbehalte „unbeschadet des Aufsichtsrechts des Staates" (§ 14, 1). Praktisch jedoch zieht der Entwurf nicht die daraus sich ergebenden Konsequenzen. Ja, und bann steht man auf der Straße, die um zwölf Uhr genau so aussieht wie um 9 iUjt. Bunzlau stelle ich mir lebhaft dagegen vor. Es gibt ja Leute, die — dort — wildromantische Dinge von dem „südlichen Blut" und dem „italienischen Temperament" zu erzählen wissen, im nächtlichen Rom habe ich merkwürdigerweise die Grundelemente der exotischen Literatur noch nicht entdeckt. Rur gestern, und das war ergreifend schön, fiel es einmal dem Rachfolger Carusos, Gigli, ein, um Mitternacht auf die Terrasse eine« Palazzo an der Piazza Colonna zu steigen und ein Freikonzert zu geben. Fünfzig tausend Menschen drängten sich auf dem Platz zusammen und rasten vor Begeisterung über die donna mobile, am meisten aber über das unsterbliche O sole mio. Das war das Italien, das Rom von gestern. Von solchen Einzelfällen abgesehen, bleibt dem Fremden heute nichts anderes übrig, wenn er keine Lust an einem alten Film hat, ai& eine der aussterbenden Pferdedroschken zu nehmen und sich nach dem Kolosseum fahren zu lassen, daS infolge Der Daedekervorschrift „bei Mondschein einen überwältigenden Eindruck macht". -------------- » Hochschulnachrichten. Als Privatdozent für Staatsrecht, Derwal- tungsrecht, Völkerrecht und Rechtsphilosophie ha- bilitierte sich in der Marburger juristischen Fakultät der Assistent Gerichtsassessor Dr. jur» et phil. Adolf Walz mit einer Schrift: „Dis Abänderung völkerrechtsgemähen Landesrechts« Grundsätzliche Untersuchungen zum englischen, amerikanischen, deutschen und österreichischen Recht." — Zum ordentlichen Professor für Hebemaschinen, Förderanlagen und Baumaschinen an der Technischen Hochschule in Danzig ist der Oberingenieur und Prokurist der Firma Adolfs Bleichert & Co. A.-G. in Leipzig Dr.-Ing. Adolf Rubin berufen worden. — Geheimrat Prof. Dr. Friedrich Panzer an der ilniberfität Heidelberg hat jetzt den Ruf auf den Berliner Lehrstuhl für deutsche Dichtung als Rach- folger von Gustav Roethe abgelehnt. Der llteva- rische Lehrstuhl war neuerdings geteilt toorDert in einen Lehrstuhl für deutsche Sprachforschung und einen Lehrstuhl für deutsche Dichtung. Den Ruf auf den Lehrstuhl für Sprachforschung hat, wie bereits gemeldet, inzwffchen Prof. HübnsS angenommen. Pm AL MH _ ■ n VfJ'r P Von unferetn römischen ^-Korrespondenten. Das Aughasengebim-e in Gießen von soll uni jeden Preis ge- Weinkneipen wurden be- DergnügenI Das Lebensniveau hoben werden. 25 000 Das Flughafengebäude, von zwei Seiten schönem Wald umgeben, der bis dicht an das Die demographische Peitsche. reits geschlossen. Man bekämpft die Fliegen und den Schmutz, sogar in Süditalien, riesige Wasserleitungen werden angelegt, kurz, das italienische Haus wird vom Keller bis zum Dach gesäubert, luftig und behaglich umgebaut. 51nö gerade damit bricht Mussolini, nein, ein Naturgesetz bricht der demographischen Peitsche Stiel und Schnur. Kindermassen gedeihen nur auf unhygienischem Boden, zwischen Armut und Elend. Je vornehmer das Haus, desto weniger Kinder.^ Wir haben dec Natur Pest und Cholera abgejagt, da half sie sich gelassen mit dem ZweMnder- shstem. Was wir auch anstellen werden, um sie zu überlisten, sie entzieht sich der künstlichen Erhöhung der Fruchtbarkeit mit Listigereni. And vielleicht ist sie dabei gar nicht so boshaft und dumm, wie unsere Devölkerungspolitiker glauben. sich auf der gesunden Grundlage von 18 Geburten auf das Tausend der Bevölkerung stabilisiert hat, während sich „Deutschland in voller Dekadenz befindet: von 35 auf Tausend ist es bereits auf 20 herabgesunken, zwei Punkte trennen es nur noch von dem Niveau Frankreichs!" Ohne Zweifel eine Wahrheit, die man ja auch in Deutschland bereits erkannt und als die deutsche Schicksalsfrage bezeichnet hat. Die Familien mit drei Kindern sind bereits eine Ausnahmeerscheinung, stürmisch bricht sich das Zweikinder- oder Keinekindersystem Bahn, besonders auch im Proletariat. In Berlin ist die Geburtenziffer bereits auf die erschreckende Tiefzahl von 11 oder 10 gesunken, der rasch um sich greifende Materialismus, wie es scheint, in Wirklichkeit der natürliche Ablauf einer Parabel, kommt dem bösen Worte Clemenceaus, in Deutschland gäbe es zwanzig Millionen zu viel, eilig entgegen. Mussolini glaubt noch fest an die eigene Nasse, an den unerschöpflichen Mutterboden. Er sucht ihn daher wie ein guter Landwirt zu verbessern, indem er zunächst den Mihwuchserschei- nungen, um im Bilde zu bleiben, den Krankheiten und anderen Ernteschädlingen nachgeht. Denn die Zahlen für Italien sind in der Tat wenig ermutigend, die höchste Geburtenziffer, mit 89 v. T., war bereits 1886 erreicht. Seither ist sie ständig gefallen, in vielen Landesteilen schon unter 27. Schädlich scheint vor allem die Städtebildung, wenn die Industrie vorherrscht. So beiden Behelfsbauten das neue und eindrucksvolle Flughafengebäude getreten, das den Notwendigkeiten des Verkehrs auf lange Zeit -hinaus gerecht wird und der Bedeutung die,er Stätte als wichtigen Verkechrspunkt und als beliebten, idyllischen Ausflugsort der Giehener und der Nachbarschaft in vollem Maße entspricht. Mit diesem neuen Gebäude, das morgen dem öffentlichen Verkehr übergeben wind, wollen wir unsere Leser näher bekanntmachen. verlor Turin im vorigen Jahre 538' Einwohner, Mailand verzeichnet einen Zuwachs von ganzen 22, Genua von 168. Diesen drei Städten stehen die industriefreien gegenüber, Palermo mit einer Vermehrung von 4177 Köpfen, Neapel mit 6995 und Nom mit 7925. Die en Symptomen einer unrichtigen Ernährung entsprechend, will Mussolini Arbanismus und Industrialismus bekämpfen, die Landwirtschaft fördern, hier wieder nicht den unfruchtbaren Ziegenbauern, sondern den Großbauern, dem jedes Kind mehr ein Geschenk bedeutet. Nur noch ver- hcltnismähig gesunde Industriezweige sollen geduldet werden. Die demographische Peitsche trifft aber auch direkt. Der Junggeselle wird mit Steuern gezwickt wie der Ochse mit dem biblischen Stachel, wider den man nicht löten soll, und demnächst sollen die kinderlosen Ehen an die Neihe kommen. Vernünftigerweise werden die Steuern nicht dem bodenlosen Staatssäckel zugcführt, sondern den Instituten, die sich mit Mutter- und Kinderschuh beschäftigen. Solche Einrichtungen zählt man in Italien an die sechstausend, alle aber litten an chronischem Geldmangel. So sollen euch Kinder- srohen diejenigen das Geld verschaffen, die sich weigern, eine Familie zu gründen! And schon Im ersten Jahre dieses Diktatorwortes flössen ihnen sechzig Millionen zu. Sümpfe werden ausgebrannt in Land und Gesellschaft, der Malthusiasmus ist unter schwere Strafe gestellt, Schmutz und Schund in der Literatur werden unbarmherzig verfolgt. Es gibt nicht eine einzige Animierkneipe mehr in Italien keine Tanzsäle zweifelhaften Charakters, selbst die „Tabarins" muhten über Nacht ihren kümmerlichen Geist aufgeben. Alles für die gesunde Familie, nichts für das erotische So nicht in § 14, nach dem die Bestimmungen über Lehrplan, Lehr- und Lernbücher für den Neligionsunterricht im „Einvernehmen" mit den Religionsaesellschaften erlassen werden, aber der Staat nicht als höchfte Gntscheidungsinstanz bezeichnet wird, wenn em Einvernehmen nicht statt- findet. Diese Gntscheidungsinstanz ist ihm auch nicht Vorbehalten, im Falle er die „zur Einsichtnahme in den Religionsunterricht' von den Religionsgesellschaften vorgeschlagenen „Beauftragten" ablehnen sollte (§ 16). Angeklärt ist auch noch, in welchem Verhältnis diese „Beauftragten" zum Staate stehen. Ebenso bedarf die Stellung der- „obersten" Stellen, denen praktisch doch ein Aufsichtsrecht neben dem Staate eingeräumt ist (§ 16) noch der Klärung. Auch die Geltungmachung oes „Willens der Erziehungsberechtigten" als Gntscheidungsinstanz neben, oder, wie es in den Ländern mit Simultanfchulen der Wer heute den Blick rückwärts schweifen läßt auf das Jahr 1925, in dem die Luftverkehr AG. Oberhessen-Lahngau (Oblag) praktisch auf den Plan trat und den Flughafen Gießen schuf, auf der andern Seite dann den heutigen Stand dieses Anternehmens betrachtet, der wird tzugeben müssen, daß hier tatfroher Giehener Dürgersinn und behördlicher Weitblick in wenigen Jahren ein Werk geschaffen haben, das uneingeschränkte Anerkennung verdient und für das den ehrenamtlich tätigen Herren, wie auch den Behörden der Dank der Bürgerschaft gebührt. Damals im Jahre 1925 war man s v bescheiden: Ein Flugzeug pendelte täglich einmal zwischen Gießen und Frankfurt als Zubringer zu dem großen Frankfurter Flughafen. Aber schon im Jahre 1926 wurde der Flugplan erweitert: an Stelle des kleinen Pendelbetriebs trat ein wesentlich erweiterter Streckenverkehr mit mehreren Flugzeugen, der von Frankfurt über Gießen nach Kassel und umgekehrt mit jedesmaliger planmäßiger Landung auf unserem Flughafen führte. Nicht lange darauf wurde der Flugdienst bis bzw. von Hannover über Gießen ausgedehnt. And heute ist unser Gießener Flughafen durch weitgehend ausgebauten Flugplan mit zahlreichen Anschlüssen ein vollwertiges Glied des großen Luftverkehrsbetriebs nach allen Richtungen Deutschlands und Europas. Zwar geht der Flugverkehr einstweilen immer noch nur nach Süden oder Norden zu den nächsten Amsteige-Flughäfen, wobei namentlich die in nördlicher Richtung fliegenden Maschinen täglich von hier aus so gut wie vollbesetzt sind. Aber wie lange wird es noch dauern, vielleicht nur ganz kurze Zeit, dann wird eine neue West-Ostverbindung, etwa von Trier oder Koblenz, vielleicht auch von Köln aus, über den Gießener Flughafen nach Thüringen mit Anschluß nach Sachsen, Schlesien usw. geschaffen werden, und Dann bricht wieder eine neue Etappe in der Entwicklung unserer Stadt an, denn bei einer solchen neuen Luftverkehrslinie wird Gießen ein bedeutender Flughafen werden. Hier liegen Entwicklungsmöglichkeiten für unser Gemeinwesen, deren Auswirkungen heute noch nicht abgeschäht werden können.... Daß bei dieser Aufwärtsentwicklung des Flug- verkebrs und angesichts der weitgehenden Aussichten für die Zukunft auch noch nach einer anderen Richtung hin an die Stelle eines recht bescheidenen Einst ein größeres Jetzt treten mußte, ist ohne weiteres verständlich. Einst stand auf dem Flugplatz ein kleines Blockhaus als Aufenthaltsftatte des Flug- platz^ersonals und der Passagiere. Daneben stand ein einstöckiger, in der Harwtsache aus Holzwerk bestehender Bau, der die Wohnräume des Flugplatzwirtes und die Betriebsmöglichkelten für Die Flugplatzwirtschaft barg. Jetzt nun ist an die Stelle dieser Rom, September 1927. Eines der augusteischen Gebote Mussolinis schreibt Italien eine Devö lker ung szis- fer von sechzig Millionen Köpfen vor, die an der Schwelle der zweiten Jahrhunderthälfte, also bereits in weniger als einem Menschenalter, erreicht sein muß. „Denn was sind die heutigen vierzig Millionen Italiener gegen die 90 Millionen Deutschen und die 200 Millionen Slawen? Was vierzig Millionen Italiener gegen die gleiche Anzahl von Franzosen, wenn zu den letzteren neunzig Millionen aus den Kolonien hinzustoßen? And zu den 46 Millionen Engländern gar 450 Millionen?" Wettrüsten also auch in Kinderwiegen. Oberstes Gebot der Menschheit scheint geworden zu fein, daß jeder seinem Nächsten über den Kopf wachse. Das Dogma lautet nach Musfolini: Vorbedingung für die politische und damit wirtschaftliche und sittliche Macht eines Volkes ist die Bevölkerungs stärke. Ein Sah, zu dem sich wohl die meisten Devölkerungspolittker bekennen, obwohl danach nicht etwa England, sondern Indien auf dieser erhabenen Höhe dreifacher Macht stehen müßte. Was Mussolini betrifft, so wird er zur Erreichung des Zieles, so rief er aus, „der Nation die demographische Peitsche geben!“ Das überrascht euch? Ihr fragt verwundert, ob denn so etwas nötig sei? Es werde doch immer behauptet, wir seien bereits zu viele? Nein, meine Herren, die Vernünftigen werden euch antworten: Wir sind zu wenige! Wie das Land den neuen Zuschuß ernähren tonne? Nun, dieselbe Aeberlegung wurde wahr- scheinlich schon 1815 angestellt, als in Italien bloß 16 Millionen Menschen lebten. Wahrscheinlich glaubte man auch damals, es sei unmöglich, daß derselbe Boden bei unendlich verfeinerter Lebenshaltung vierzig Millionen Menschen Raum und Nahrung bieten könne. Nach dieser Vorbereitung spielte der Duee den überraschenden Trumps aus, die Bevölkerungszunahme In Italien, die bisher doch immer das A und O des römischen Wörterbuches gebildet hatte, die als Triebkraft für die zwangsläufige Expansionspolitik hingestellt wurde, die Mussolini selber zu dem berühmten Ausruf „Aus- breiten oder explodieren!" Veranlassung gab, zu leugnen „Seit fünf Jahren sagen toxr uns fortgesetzt vor, die italienische Bevölkerung trete über die Alfer. Gs ist nicht wahr! Der Strom schwillt nicht mehr an, er geht im Gegenteil ziemlich rasch in sein Bett zurück!" Eine Tatsache, die aus der Statistik hervorgeht, der aber gerade Mussolinis beste Absichten, wie wir noch sehen werden, wider seinen Willen Vorschub leisten. Ein Bevölkerungsproblem hat es schon immer gegeben, nur vermochte es bisher n.emanb zu losen. Im Llltertum schlachtete man die unterlegenen Feinde ab, um Öen Siegerstaat auf Kosten des nachbarlichen zu stärken: sowie aber das unterworfene Gebiet einverleibt war, zeigte sich der Nachteil solcher radikalen Maßnahmen. Oder man unterjochte die Fremdstämmigen zu Sklaven und impfte damit dem Staate einen gefährlichen Bazillus ein, der zu Aufständen und schließlich zu völliger Amwälzung führte. Es ist zweifelhaft, ob die demographischen Gesetze des Augustus Erfolg hatten oder nicht, jedenfalls ging das römische Reich durch die übergroße Einführung freniben Blutes zugrunde. Wie die künstlichen Staatengebilde des Jahres 1918 zugrunde gehen werden, die Millionen Fremdsprachiger mit törichter, felbstzerstörender Gewalt In ihre Grenzen preßten und sich heute schon sie stützen müssen wie auf Krücken, um nicht um« zufallen. Gewiß ist das Schicksal einer Nation an die Bevöllerungsstärke gebunden, wie Mussolini sagt, und dieses Schicksal muß ein katastrophales sein, wenn die Devölkerungsstärke künstlich mit rebellischem Blut auf eine ungesunde Ziffer gebracht wird. Frankreich erkannte diese Wahrheit schon frühzeitig, und wenn es sie auch 1918 vergaß und mit der Einverleibung des unverdaulichen elfässischen Fremdkörpers einen schweren Fehler beging, so weih es doch nach wie vor, daß das Heil nur in der eigenen Rasse liegen, nur aus der eigenen Rasse der Dreigipfel der politischen, wirtschaftlichen und sittlichen Macht empcricigen kann. Es ließ sich daher die Aassenpflege angelegen sein, forderte die Kinderzahl mit allen erdenklichen Mitteln. Mit völligem Mißerfolg, wie man gemeinhin glaubt. Mussolini ist aber auch hier anderer Meinung, er findet, daß sich Frank- reich sanlett hat, daß es nicht stagniert, sondern Fall sein wird, über dem Staate, kann so nicht Gesetz werden (§ 20). Weiter kann der Staat unmöglich gezwungen werden, da, wo er den Anforderungen des bürgerlichen Lebens entsprechend, ausgebaute Schulsysteme schuf, diese nun aufzulöfen uno Zwergschulen zu schaffen, nur weil der „absolute" Elternwille es wollen soll. Auch hier kann das Problem nur in den Weiterverhandlungen gelöst werden. Auch Die Kostens r a g e und die Anteilnahme der Gemeinde bei Errichtung neuer Schulen, sind Probleme, die noch sehr der Klärung bedürfen. So ist der Entwurf noch weit davon entfernt, in vorliegender Gestalt Gesetz zu werden. Reicksrat, Reichstag und Ausschuß werden hier mitformen wollen. Als Grundlage für alle Weiterverhandlungen wird er jedoch immerhin Dienste leisten können. Haus herantritt, wurde nach einem Entwürfe des Stadtbauamtes, hergestellt von Bauoberinspektor Wettläufer und Architekt Schmidt, unter der öttllchen Bauleitung des Architekten Haas von der Sozialen Baugefellschast Bauhütte Gießen erbaut. Am 30. März Ä. I. wurde mit den Erd- und Maurerarbeiten begonnen, am 8. Juni wurde der Rohbau vollendet, nun ist das Werk fertiggestellt, so daß es in Den Dienst seiner Bestimmung gegeben werden kann. Das Gebäude besteht aus einem Erdgeschoß, dem Obergeschoß und einem Signalturm, der auch als Aussichtsturm dem Publikum zugänglich sein wird. Bor Der Hauptfront des Hauses nach dem Flug- zeuglandeplatz zu befindet sich eine breite, schön angelegte und mit hüoschen Gartenmöbeln ausgestat- tete Terrasse zum Aufenthalt Der Besucher im Freien. Bon hier aus betritt man im Erdgeschoß den sehr geschmackvoll hergerichteten saalartigen Wirtschaftsraum, an Den sich rechts unD links kleinere Zimmer ebenfalls für Gäste anschließen. Dieser Wirtschaftssaal, der in seiner anheimelnden, bequemen und dock neuzeitlichen Einricktuna ein besonderes Schmuckstück des ganzen Hauses ist, bietet den Lustreisenden und Den Ausslüglern aus Gießen unD UmgegenD eine freundliche Ruhe- und Erholungsstätte, an Der man sich wohlfühlen kann, lieber den Hausflur weg befindet sich die zweckmäßig eingerichtete Garderobe, daneben ist das Zimmer der Flugleitung und der Flugplatzpolizei, ferner ist dort die Küche mit den Dorratsräumen, aus der man sich von den Strapazen der Reise ober von den Anstrengungen des Ausflugs zu ganz annehmbaren Preisen verpflegen lassen kann. Das Obergeschoß enthält ein reizend hergerichtetes Uebernachtungszimmer für Luftreisende, ein Sitzungszimmer für die Verwaltung der Oblag, die Wohnung des Hausverwalters, der zugleich auch Oekonom des Wirtschasts- betriebes ist, und einen schönen, breiten Balkon über dem im Parterre gelegenen Hauptwirtschaftssaal: dieser Balkon wird erforderlichenfalls auch mit als Aufenchaltsraum der Besucher dienen können, lieber dem ganzen erhebt sich der «Signalturm, der dem Publikum gleichfalls geöffnet ist. Der Bau in seiner äußeren Gestalt und m seiner gediegenen inneren Einttchtung wird dis lobende Zustimmung aller Besucher finden. Als Baumaterial zu dem Gebäude wurde für das Fundament Splittbeton verwandt, das Stuitbiti Lacüspai Kappe um vornehme: L.-XV.-A1 Lackspai am Blatt, i sch S we etanbc inZ te Mu bti ll- unö II marfung ZM ne“n tren ne Mi &(fc befon Sloten nid 1/fi tes DerwiMaftlkhs6e>Atigende8Wl' Vierradbremse, fünffache Ballonbereifung, echte leder^bzw. Plüschpolsferung. Nu» RM 150.— Jahressfeuer. Benzinverbrauch 6-7 Liier auf 100 km. Ein glänzender Berg* sieiger. Auf Wunsch 6». 9- und 12-monafliehe Teilzahlung bei geringer Anzahlung» Keller- und Drdgefchohmauerwerk ist auS Ring- ofsnsteinen errichtet, Obergeschoß und Turm» mauerwerk bestehen aus Zementschwemmsteinen, die Kellerdecke unter dem Wirtschaftssaal wurde in Eisenbeton gefertigt. Die übrigen Decken sind aus Hohlsteindecken, „System Wenko", das Obergeschoß hat eine Holzbalkendecke, die Dalken- selder sind hier hohl, die Anterschicht ist mit Tektondielen verschalt. Die Isolierungen der Keller- und Amfassungswände gegen Feuchtigkeit erfolgte mit Zementestricht und Demantol- Asphaltfirnis. Fenster und Türenumrahnnmgen des Erdobergeschosses, sowie das Eingangspvrtal sind aus Kalzit-Dorsatzbeton hergestellt, das Dachwerk ist verschalt und mit teerfreiet Ditumen- pappe abgeb eckt. Irn Innenausbau sind die Decken und Wände im Hauptwirtschaftssaal mit Gipsmörtel gestuckt, die übrigen Wand- und Deckenflächen in Erd- und Obergeschoß, sowie im Treppenhaus sind mit Weihkalkmörtel verputzt. Wände und Decken in Flur und Treppenhaus sind mit Serienfarbe gestrichen und gewickelt, die Wände und Decken im Wirtschaftssaal sind mit Oelfarbe gestrichen und abgewachst. Für den Fußboden im Saal und in den Nebenräumen, in der Garderobe und im Wacheraum wurde Parkett verwandt, im Obergeschoß liegt Linoleum, die Küchen im Erd- und Obergeschoß mit den dazu gehörigen Neben- räumen haben Steinholzestrich, ebenso der Büffet- raum. In den Tviletteräumen find die Fußböden In Majolikaplättchen ausgeführt, ebenso der Flur „ des Erdgeschosses. Die Wände der Toilettenräume sind mit weihen Wandplatten versehen. Die Beheizung des Gebäudes erfolgst durch Zentralheizung. Die Dauarbeiten und Lieferungen wurden von folgenden Firmen ausgeführt: Grd- und Maurerarbeiten: Bauhütte, Soziale Baugesellschaft, G.m.b.H. (Gießen): Zimmerarbeiten: D. Nuhn (Lollar): Dachdeckerarbeiten: Firma K. Lapp (Gießen): Glaserarbeiten: Firma A Petrt (Gießen): Spenglerarbeiten: FirmaGg. Dahm er (Gießen): InstallattonSarbeiten: Firma Gg. Appel (Giehen), im Anschluh an einen Klein- Emscherbrunnen: Weihbinderarbeiten: Firma QL Chr. Schmidt (Gießen): ßinoleum und Tadeten durch die Firmen Säubert, Hochstätter und NenNstiel: Schretnerarbeiten: Firmen Vetter, Wack und Hahn (Giehen); Steinholz- und Eftricharbeiten: Hessische Steinholz- und Estrichfabrik (Gießen): Platt en arbeit en: Sack und IugHardt (Gießen): Schlosserarbeiten: Firma Karl Braun (Gießen): Herdlieferung: Firma I. B. Häuser (Giehen): Heizungsanlage: Firma H. Schassstaedt (Giehen): Blitzableiter: Firma Scheld (Giehen): Elektt. Beleuchtungsanlage: Ing. Brinkmann (Giehen): Heizkörververkleidung undDentilationS- gttter: Firma Arth. Gräfe & Co. (Giehen): Aeußeve Verputz- und Anstteicherarbeiten: Bauhütte, soziale Ballgesellschaft m. b. H. (Giehen): Lieferung der Kandelaber für die Auhenbeleuch- tung: Firma Schlosfermftr. Wiegandt (Gießen): Lieferung der Wtrtschaftsmöbel und Vorhänge: Möbelfabrikant S t ü ck r a t h (Gießen); Lieferung des Büfetts: Firma Rieger (Lich): Ausführung der Tapezierarbetten: Tapezier- und Sattler- meister Malkomesius (Giehen). Die Baukosten für das Wirtlchastsaebäude werden der Stadt von der Luftverkehrsgesellschaft verzinst. Zwischen dem Flughafengebäude und dem Landeplatz Der Flugzeuge ist entsprechend den neuzeitlichen Anforderungen des Flugdienstes eine sog. Rollbahn angelegt worden, auf der die Flugzeuge bis unmittelbar vor das Gebäude rollen, so daß die Passagiere auch bei schlechtem Wetter unbesorgt vor Sckmutz und Bodennässe die Flugmaschtnen verlaßen bzw. besteigen unD in Verkehr mit dem Hause treten können. Die Rollbahn, mit Deren Bau am 11. Juli begonnen rourDe, ist am 23. August vollendet worden. Der Unterbau auf gutem Grund ist mit 7 Zentimeter starkem Magerbeton und 5 Zentimeter starker Kieeschicht hergestellt worden, auf schlechterem Grund wurde außerdem eine 15 Zentimeter starke Packlage ausgeführt. Der Oberbau besteht aus Hartbasaltzementplatten, die von der Firma Jean Dem & C o. (Gießen) geliefert wurden. Die Erd- und Maurerarbeiten leistete der Bauunternehmer Ernst Wagner (Gießen). Die Bo- denflächen zu beiden Seiten der Rollbahn werden in den nächsten Wochen noch planiert und mit Gras- famen eingesät, vor der Terrasse werden gärtne- rische Anpflanzungen oorgenommen. Die bisherigen Behelfsbauten werden seitlich an den Waldrand versetzt, so daß in aller Kürze das Gelände zwischen Dem Gebäude unD Den Landungswiesen für die Flugzeuge völlig frei sein wird. In der Gesamtheit betrachtet ist zu sagen, daß unser Flughafen nunmehr in vortrefflicher Weife ausgebaut ist und habet durch diesen Hausbau und die mit ihm verbundenen guten Erholungsmöglichkelten eine Gestaltung erfahren hat, die unserer Stadt weithin im Reiche den Ruf eines befteinge- richteten Flughafens eintragen wird. Briefkasten der Redaktion. 6. Nauheim. Die Zeichen sind Bezeichnungen unserer Mitarbeiter, die als Merkmale für unseren inneren Dienstbetrieb dienen. Für den Leser haben diese Zeichen keine Bedeutung.______________________ Pfarrer Heumanns Heilmittel stets vorrätig ind. Niederlage Hirsch-Apotheke OieBen, Frankfurter Straße4 Das Planer Reumann-Bach 272 Seiten, 150 Abbildungen erhttlt jeder Leser voUst&ndlft nnnonst and portofrei von LnflwlJ Reumann 4 Co, Rürnbert M. 613 arbeiten. 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Die bisherig-" Xn Waldrand oer- -,u®3 rsfess wird. i Redaktion. ^^blatten WM erfolgt Wen wurden von ^Erd- und Mu- Nrma Ä, Ladt, nrma L Prtri MaGgDahmer ■*m: Arm ®g, 'ö an einen Altin* Seiten: Krma L fK Lackspangenschuh, Aehrenlochung am Blatt, moderne, elegante Form, mit schönem L.-XV.-Absatz Lackspangenschuh mit abgesetzter Kappe und dezenter Perforierung, sehr vornehmes Modell, spitze Form, echter L.-XV.-Absatz, schönster Modeschuh Lackspangenschuh, reich ornamentiert, mit geschmachv.Lochung am Blatt und an d. Seite, halbspitze Form, neues Modell mit L.-XV.-Absatz 50 Herr. - Lackschnürschufe, moderne halbspitze Form in guter Ausführung, mit weiß genähtem Rand. Derselbe, Orig. Goodyear Welt 12.50 Besichtigen Sie unser außerordentlich reichhaltiges Lager ohne jeden Kaufzwang. — Wir führen Damen-Lack-Spangenschuhe von Mk. 5.90 an bis zu den elegantesten Kombinationen Sie finden bei uns, was Sie suchen! 8214 D d Jk Dee Stern fstelle: Gießen, tfelteesnteg 91, Semruf 30 1. Verkauf. 8247V Grundstückverpachtung. । Bekanntmachung Samstag, den 17. September. 9 Uhr In unser Handelsregister Abteilung vormittags, werden in der Wirtschaft des wurde am 29. August 1927 eingetrac Abteilung A wurde am 29. August 1927 eingetragen: a) Die Firma Peter Kalling in Gießen. Das Wahrzeichen in der Asche! Kohlen Koks Briketts liefert Überall zu haben! Kohlenunion Frankfurt a.M 8244V 2. 3. 4. A-M.ECKSTEIN&SÖHNE.DRES1DEN-A27 Deutschlands Älteste selbständige Zigarettenfabrik Zweigniederlassung tiießen An der Margarethenhfttte 85, Telephcn 757 Alitß-M 1790. Georg Sommer VI. zu Watzenborn die in diesem Jahre leihfälligen Güterstucke des 11. und HL Gutsverbandes der Ge- Eine gute Zigarette darf nicht „kohlen". Ecksteins N25 schmeckt mild undrein vom ersten biszum letzten Zuge. Achten Sie auf den schönen weißen Brandt In der weißen Asche zeichnet sich klar und deutlich die römische V ab, die am Brandende der Zigarette als Echtheitsmerkmal steht. Diese V ist gesetzlich geschützt für Eckstein’s N°5. Soeben erschien sie Inhaber ist der Kaufmann Peter Kalling in Gießen. Der Peter Kalling Ehefrau Eva geb. Franz zu Gießen ist Prokura erteilt, b) Bezüglich der Firma E. R. Niederhausen & Co. in Gießen: Der Ingenieur Wilhelm Großblotelamp in Gießen ist aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden und diese erloschen. Kaufmann Emil Robert Niederhausen in Gießen führt das Geschäft unter der alten Firma weiter. Dem Ingenieur Wilhelm Großblotekamp in Gießen ist Prokura erteilt. 8207C Gießen, den 8. September 1927. Hessisches Amtsgericht. in neuer handlicher Würfelpackung 25 Stück für 1 Mark ■■ 2■■'W: Medizinische Klinik, Frauenklinik und Hautklinik: Chirurgische Klinik und Ohrenklinik; Augenklinik und Kinderklinik; Klinik für psychische und nervöse Krankheiten 82220 Limite Haar erhall feine frühere Farbe wieder durch SWnüenisfjoiir Me öieöerber sleller W jung. lOOOfacb bewährt. 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Wünch, Gießen Hammsiraße 15 8023 d markung Schisfenberg auf die Dauer von neun Jahren neu verpachtet. 82300 Es wird schon jetzt darauf aufmerksam gemacht, daß bei Abgabe der Gebote zum mindesten die schon seither bezahlte reine Pacht zuzüglich 15 Prozent Steuerpauschale geboten werden muß, da ein nachträglicher besonderer Steuerzuschlag zu den Geboten nicht mehr in Frage kommt. Durch die in der Gemarkung Schiffenberg stattgehabte Katastervermesfung sind die seitherigen Lose in ihrer Zusammensetzung unverändert geblieben. Die Grundstücke werden nur neu ausgesteint. Weitere Auskunft erteilt Herr Förster Menges zu Forsthaus Baumgarten, der auch auf Wunsch die einzelnen Lose vor- zeigt. Gießen, den 9. September 1927. hessisches Forstamt Schisfenberg. Feldbahngleise 4904c Weichen Ersatzteile Muldenkipper Drehscheiben Geräte f. Steinbrüche für Ziegeleien liefert aus Vorrat Curt Weissgerber Frankfurt a. M. 1. Eckstein^ dick- rund • ohne Mundstück^*^ 4*9 Ludwig Hartmetz Auktionator und Taxator Aeuenweg Ar. 28. Telephon Ar. 1414 MW« "geivilnWen Msslollung Mein u.orelsmeri Ole Brühl W Unlü.-Druderel. B. Lange, Gietzen. Schulslr.7. Grotze Wk-WeimW Montag, den 12. d. MtS.» von nachmittags 2 Llhr ob. versteigere ich im Löwen". Aeuenweg Ar. 28, wegen Beschlagnahmung 4 eeätnnnten BoQnentaffee 1W neues M-Mmud Ab 10 Ahr vormittags freihändiger Obstversteigernng. Nächsten Donnerstag, den 15. September 1927, vormittags 9 Uhr anfangend, soll das der Gemeinde Eberstadt gehörige Obff, bestehend aus Aepfeln, Birnen und Zwet- schen, öffentlich meistbietend am Baume versteigert werden. 8211D Die Zusammenkunft der Steigerer ist auf der Dreispitze. Eberstadt, den 9. September 1927. Bürgermeisterei Eberstadt. Görlach. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung B wurde am 2. September 1927 bei der Firma Ziegelei Lang-Göns, Wilhelm Fischer & Co., Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Lang-Göns, folgendes eingetragen: Der Geschäftsführer Anton Konrad Müller IV. in Lang-Göns ist aus der Gesellschaft und aus seinem Amt als Geschäftsführer ausgeschieden. Alleiniger Geschäftsführer ist nunmehr Wilhelm Fischer, Kaufmann aus Wiesbaden-Bierstadt, Adlerstraße 7. 8206C Gießen, den 8. September 1927. Hessisches Amtsgericht. MMolz ofenferttg, von 5Ztr. an, liefert äußerst billig frei ans Haus I.Wellhöfer Marburg. Str. la Handkoffer unglaublich billig Carl Schunck, •^D Bahnhofotr. 62 ! Sluolere il SliMUiM | werd, fachgemäß x | u. preiswert ge- r | stimmt u. revar. j : G.Ever!m'.L 1 (Sieden, BiotfftrJl l Telephon 2403. | Ankaalflbr. SMqö. t Ti Mi MWMM Glnmotöftönöer IBofiflöfltten banöroogen SNlferei Sommedorn, "“D SBItldlftratie. Lieferungs-Vergebung. Die Lieferung von Verzehrungsgegenständen und Reinigungsmateriallen (Seife usw.) soll für die Zeit vom 1. Oktober 1927 bis 31. März 1928 für die Universitätskliniken, und zwar für: 8232V Schlafzimmer Speiiezimmer Herrenzimmer Küchen zu äufierft günftigen Preifen auf Teilzahlung ■ LZ Jp / zu sehen. - tischen Geme bauliche die Kirch« Konsequenzen zunächst, das 16000 Mark, scheu Kirche scheu Gemeö Stimmen bei sprechend besi deS Glöckner 1927 100 M Hierüber ton die zmickliegei m denen aus gen imtetbltt der Gememder die vergangen Eigung dnii Sozialfürsorge me oustoartij w btt vvrde WhttaL Mir, geschol rats sch die Platz entse J Loli d-esem Jahr rungen. 3 weindeveNvol "ung zu bri Ia6t bürften ßvnnenen Ark "°er unsere I i r.l E *1« 1 Kb°r s*»i Klagen L Donaor Einem N® Jahre Ml 55600 M dann. test von.M ietrflffl in. . Dergleichsm man Wfu tot uiw M 5 Meivallung ■ fcU f«'6 «8 5> 1; ® «RMürl Gelände 61 3> etwas n» °Qr LL^> 6mSlen Lik *$» *sft. AS r Unb W rr R°, ^°pynght bei 3 121 Fortsetzung. Dieses $e(er Sri S- «°n%? ’"a»4n, ;Pfd.°--^6.30 Lv/0 franko. “”D Tamvfkäiefabrik Rendsburg. m. 252 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gbrrhesien) _____Samstag, 10. September 1927 MU j.rwT»r.i«™mrM«»in ■■ ....... II1UU1M I 1 IW I l »in— H> MtwraTM« W «1« ■■ III II !■!!»■■■ II Illi IIII IWIII I IIS»» Oberheffen. Landkreis «ietzcn £ Wiefeck, 10. Sept. Der Gem ein berat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung außer mit Dem GießenerGaslieferu u g s- »ertrag, worüber wir an anderer Stelle dreier Ausgabe berichten, u. a. noch mit folgenden Angelegenheiten: Die Festsetzung der Gernernde- umlagen für das Rj. 1927 brachte gegenüber dem Vorjahr eine nicht unwesentliche Erhöhung. Einem Umlagebedarf von 39,420 Mi. im vorigen Jahre steht diesmal ein solcher in Hohe von 55 600 Alk. gegenüber. Seine Ursache hat dres darin, daß im vergangenen Jahr ein Rechnungs- rest von 19 000 DU. zur Verfügung stand, dieser beträgt in diesem Jahre nur 2000 Mk. Zum Vergleich sind die Umlagesähe von 1926 in Klammern beigefügt. Aach den vergeblichen Versuchen, hier und da zu mildern, wurde der Vorschlag der Verwaltung angenommen. Danach werden erhoben: für Gebäude und Bauplätze 252/io M- (18 Pf.), an Gebäudesondersteuern 392/io Pf- (30 Pf.), für land- und forstwirtschaftlich genutztes Gelände 61 Pf. (40 Pf.). Hierbei wurde hervorgehoben, daß die Erhöhung dadurch eine Berechtigung habe, daß für das land- und forstwirt- schastliche Anlage- und Betriebskapital eine Steuer nicht mehr erhoben wird. Für das gewerbliche Anlage- und Betriebskapital sollen 833/10 Pfennig (60 Pf.) und für 1 Mark des staatlichen Gewerbe-Ertragssteuersolls 1,40 Mark erhoben werden. — Im Voranschlag des Jahres 1927 waren 1000 Mk. für Instandsehungsar- 6 et t en im Pfarrhaus vorgesehen. Tin von anderer Seite veranlaßter Voranschlag ■ wünscht diese Summe auf etwa 1500 Mk. zu erhöhen. Der damalige Beschluß des Gemeinderats basierte auf einer eingehenden Besichtigung durch Die Baukommission, die die dringendsten Mängel feststellte, und auf der Notwendigkeit, alle Ausgaben nach den vorhandenen Mitteln einzustellen. Da in dieser Richtung keine Erleichterung eingetreten ist, beschloß der Gemeinderat einstimmig, an der Doranschlagssumme von 1000 Mark keine Aenderung »orymeßmen. Sollen sich weitere Arbeiten als notwendig erweisen, sollen sie im nächsten Jahre vorgenommen werden. Bemängelt wurde hierbei, daß, obwohl die Arbeiten (nach dem erweiterten Voranschlag) noch gar nicht genehmigt waren, das Pfarramt Wieseck die Arbeiten in einem der politischen Gemeinde gehörigen Hause zum Teil bereits ausgeschrieben hatte, ohne sich mit der Gemeinde in Verbindung zu sehen. — In Auswirkung des von Der politischen Gemeinde verlorenen Prozesses um die bauliche Unterhaltungspflicht für Die Kirche müssen nunmehr die erforderlichen Konsequenzen gezogen werden. Daraus ergibt sich zunächst, daß zwei Schuldscheine in Höhe von 16 000 Mark, die als Daulast auf der evangelischen Kirche stehen, auf den Aamen der politischen Gemeinde übertragen werden. Gegen Die Stimmen Der gesamten Linken wurde dementsprechend beschlossen. Als Zuschuß zur Besoldung des Glöckners gewährte Der GemenDerat für 1927 100 Mk. und behielt sich das Recht vor, hierüber von Fall zu Fall zu entscheiden. Für Die zurückliegenden Jahre 1924, 1925 und 1926, in denen aus prozessualen Gründen die Zahlungen unterblieben, wurden für den Glöckner ebenfalls pro Jahr 100 M. bewilligt. Einen Zuschuß zu der Vergütung des Organisten lehnte der Gemeinderat für die kommenden und auch für Die vergangenen Jahre ab. — Aach Der Bewilligung einiger Gesuche um Aufnahme in Die Sozialfürsorge wurde zur Sprache gebracht, daß eine auswärtige Firma auf Dem Bürgersteig in der vorderen Gießener Straße eine große Plakattafel aufgestellt hat. Wie sich herausstellte, geschah dies ohne die Genehmigung der Bürgermeisterei. Aach dem Willen des Gemeinderats soll die störende Tafel von ihrem jetzigen Platz entfernt werden. Cß Lollar, 9.Sept. Linser Ort erfährt in diesem Jahve einige wesentliche Verbesserungen. Insbesondere bemüht sich die Ge- meinDebertoaltung das Straßennetz inOrd- n u n g zu Bringen. Soweit sich bis jetzt übersehen läßt, Dürften nach der Fertigstellung der begonnenen Arbeiten Die vielen Klagen, die seither über unsere Dorfstraßen vorgebracht wurden, ver- Zwischen Ms md sieben Roman von Liesbet Dill. Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin. 12. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Dieses Telephongespräch eben ... eine abgekartete Sache — ihre Unruye vorher ... ihre Enttäuschung in der Stimme ... Ihre Konzerte wurden von ihrem eigenen Agenten arrangiert. Sie sagte nur zu oder ab und verhandelte nie selbst mit den Dirigenten. Sie bestimmte nur das Programm ...Er hörte nur: „Morgen fahr' ich nach Frankfurt oder Lübeck, am Sonntag hab' ich ein Konzert in Essen--" Und sie kam zurück, angeregt, mit Blumen beladen... Als die Stimme schwieg, brach drinnen ein Beifall los, den er erst abwartete. Dann trat er wieder ein ... Melitta legte die Noten fort ... Der Intendant küßte ihr die Hand ... er hatte eine vertrauliche Art dabei ... mit seinen beiden Händen hielt er ihre Hand fest und stand sehr nahe bei ihr und sprach halblaut auf sie ein ... Melitta lächelte ... undurchdringlich ... Sie war immer liebenswürdig zu dem Machthaber der Theaterwelt ... Er verehrte sie sehr, alle Welt wußte es, und er machte fein Hehl daraus ... Seine junge, hübsche, aber etwas bornierte Frau sah vom Sofa aus zu. Sie spielte keine Rolle in seinem Leben. Es war eine reizend angezogene kleine Puppe mit glasblauen Kinderaugen. „Ihre Frau ist grausam," sagte der Intendant zu Manfred ... „Sie will uns schon verlassen ... Nach dem ersten Lied." „Ja, ich möchte gehen, ich kann nicht mehr ..." Melitta sagte es mit einem Ausdruck tiefster Er- ,^ampenfieber?" lächelte der Intendant. „Ein Konzert macht Ihnen doch sonst nichts aus. „Ja, fönst ... aber jetzt ... ich bin etwas--" Sie brach ao. „Ach, reden Sie von Nerven!" rief der Intendant. „Hat Ihr Mann Sie angesteckt? Der hätte eher Grund ... und er steht da, wie der steinerne Gast — Don Juan im Schnee auf dem Kirchhof." Sie fuhren heim. Schweigend faßen sie nebeneinander und schauten hinaus in den orauenden stummen. Die Hauptstraße (Ortsdurchfahrt Gießen—Marburg) wurde geteert. Damit wurde Der Staubentwicklung im wesentlichen für einige Zeit entgegengewirkt. Der vordere Teil Der Lumda- straße wurde neu eingeDecft und gewalzt, nachdem Der hintere Teil jenseits Der Lumda (im Volks- munD Sachsenhausen genannt) im Lause Des Vorjahres hergestellt bzw. befestigt worden ist. Ferner wurde der bebaute Teil der Alten Bahnhofstraße (bis zur Anfahrt zum Güterbahnhof) neu chauffiert und gewalzt, Die Anfahrt zur Rampe neu gepflastert. Gegenwärtig ist man mit Dem Ausbau Der Steinstraße beschäftigt, Die während zwei Jahrzehnte ein Schmerzenskind unserer Gemeinde war und einen wenig erfreulichen Anblick bot. Leider ließ sich für Diese Straße Der gleichzeitige Einbau Der Kanalisation nicht ermöglichen. Die unmittelbare Einführung der Abflußwässer in Die Lumda kam nach Den in Der Lumdastraße gewonnenen Erfahrungen, wo bei steigendem Wasserspiegel Flußwasser Durch Die Kanalisationsrohre in Die Häuser Drang, nicht in Betracht. Es ist vielmehr für Die Lumdastraße als auch für Die übrige obere Dorfhälfte, die noch vhna eine solche Entwässerungsanlage ist, eine Aeu- gefialtung notwendig, wozu für dieses Jahr im Gemeindehaushalt keine Mittel vorhanden waren. In Betracht kommt Die Einführung unterhalb des Wehres, wozu jedoch eine längere Abführungsleitung erforderlich ist. Es bleibt zu hoffen, daß Die geschlossene Durchführung Der Kanalisation bereits in Den nächsten Jcchren vorgenommen wird, was wohl auch, nachdem Die dringendsten Arbeiten mit Ablauf dieses Jahres erledigt sind, ohne besondere Aeubelastung des Gemeindevor- anschlages möglich sein wird. Reben den Straßenarbeiten sind noch einige Verbesserungs- bzw. Erneuerungsarbeiten an öffentlichen Gebäuden und Anlag en im Gange. So wurde in Den letzten Wochen das Dachgesims des Ge- meinderathauses (Bürgermeisterei) erneuert. Zur Zeit wird das stark durchlässige Schieferdach unserer Kirche im Orte von Grund auf durch ein neues erseht, wobei auch der mit Der Länge Der Zeit mürbe gewordene Holzturm durch Einbau von Eisenkonstruktion wieder befestigt wird. Auf Dem Friedhof wurden die Wege neu angelegt und mit Kies bestreut. Außerdem wurde zur Genugtuung aller Friedhossbesucher der Mangel, der seither in nur einer Wasserzapfstelle bestand, dadurch behoben, Daß ein stets gefüllter, größerer Wasserbehälter (Detonbasfin) errichtet wurde. V. Londorf, 9. Sept. Am 11. September feiert der Zugführer i. R. August Eifert seinen 7 0. Geburtstag. Der alte Herr ist seit Eröffnung Der Rebenbahn Grünberg—Londorf bis zu seiner vor einigen Jahren erfolgten Ruhestands- Versetzung als Zugführer tätig gewesen. Durch sein freundliches und hilsbeveites Wesen hat er sich die Wertschätzung des Publikums in hohem Maße erworben. Lange Jahve war er verdienstvoller Präsident des hiesigen Kriegervereins. -j- Lang-Göns, 9.Sept. Unsere Gemeindeverwaltung kaufte vor einger Zeit von der Reichs- bahngefellschaft einen unbrauchbar gewordenen Personenwagen und ließ ihn in unserem neuen Dorfteil „Fauerbach" zu Wohnzwecken aufstellen. Der Wagen hat eine Unterkellerung, sowie eine wohnliche Inneneinrichtung erfahren und wartet nun auf seinen neuen Inhaber. Wie verlautet, soll der Familie, die seither auf dem Rat- Haus Notwohnung bezogen hatte, genannte Wohnung überwiesen werden. — Gegenwärtig läßt ine Reichsbahn wiederum an dem großen Damm der Main-Weser- Bahnstrecke unterhalb der Unterführung nach Großen-Linden zu Befestigungsarbeiten verrichten. Große Mengen Steine, hauptsächlich Sandsteine, sind angefahren worden. Tiefe und breit angelegte Rigole mit massiver Ausmauerung sollen endlich dem Damm einen so starken Halt geben, daß ein- für allemal ein Rutschen und Wandern der Erdmassen unterbunden wird. 0 (Brünberg, 9.Sep. Heute fanden hier bei der Turnhalle die Reichsjugendwettkämpfe für den Bezirk Grünberg statt. Es beteiligten sich Daran Die Volksschulen zu Grimberg, Lauter, Göbelnrod, Reinhardshain, Beltershain, Stangenrod und Stockbausen. Die Knaben waren Dem Alter nach in drei Abteilungen eingeteilt: A Dorklasse (4., 5. unD 6. Schuljahr). Dreikampf: 75-Meter-Lauf, Weitsprung unD Ballwurf. 42 Teilnehmer, 24 Sieger. Nebel. „Ein furchtbarer Tag", sagte sie. „Man möchte eine Luftfahrt machen, um Die Sonne zu sehen." Er hatte Brom genommen ... aber Der Schlaf kam nicht ... Er zählte unD rechnete, er ertappte sich Darauf, zu komponieren ... aber es warb immer dieselbe schwermütige Weise, die ihm im Kopf herurn- ging ... und für Die er keine Auflösung fanD ... „Ich hab' ein glühenD Messer" ... Morgen ist Das Konzert, rechnete er. Auf Samstagmorgen habe ich Gaul bestellt ... Am Sonntag sinD Die Läden geschlossen ... Sonntagmittag hatten sie Gäste zu Tisch--. Für Montag hatte er Den Wagen bestellt. Sie mürbe Einwendungen machen ... der Konzertmeister aus Bingen ... aber mit dem mochte ie sich abfinden. Festlegen darauf würde sie sich chon nicht ... Fühlte sie schon Die Schlinge, die auf ie wartete? Sie hätte schlecht geschlafen, sagte Melitta am andern Morgen. Er erinnerte sie, ehe er fortging, noch einmal an den Schlangenreif ... „Ja, ja, ich gehe schon", sagte sie ... „Ich muß am Montag sowieso zur Stadt ..." „Am Montag habe ich den Wagen bestellt." „Den Wagen? Zu was ...?" „Zu Deiner MaDonna ..." „Aber Doch nicht Diesen Montag", sagte sie fast heftig ... „Nein, nein, Diesen Montag kann ich nicht. Der Himmel ist grau, man wirD keine Aussicht haben ... es wirD regnen, sicher wirD es dann regnen ..." „Bei Deinem Wetterglück?" „Und Der Herr aus Binnen, Der nachmittags kommt wegen Des Weihnachtskonzerts „Nun, Der kommt auch an einem anDeren Tag ..." „Aber man kann ihn nicht mieDer abbestellen. Ich kann nicht immer hin und her schieben ... ich habe auch meine Pläne ..." Es Elana fast atemlos. Wie unruhig sie war. Ihre Hände ordneten nervös die Blumen in der Schale, die zwischen ihnen stand ... Er erhob sich ... „Dann wird aus diesem Ausflug eben nichts mehr ..." „Weshalb?" „Ich kann mich nur an diesem Montag freimachen, alle anderen Tage sind auf Wochen hinaus besetzt. Und im Januar geh' ich nach Spanien. 1. Karl Weber, Grünberg, 68 Punkte; 2. Alft. Henkel, Grünberg, 67; 3. Hrch. Hofacker, Beltershain, 63; 4. Gg. Wiesner, Lauter und Karl Klöß, Beltershain, je 58; 5. Hrch. Rock, Lauter, 57; 6. Wilh. Müller, Gründerg, 55; 7. Kurt Mebus, Grünberg, 53; 8. Rudolf Schmidt, Lauter, 52; 9. Wilh. Hofmann, Stangenrod, 49; 10. Wilh. Sittner, Beltershain, 48; 11. Otto Schmidt, Göbelnrod, 47; 12. Karl Müller, Stangenrod, 46; 13. Gg. Müller, Stangenrod, 45; 14. Fritz Deichmeyer, Willi Groß und Herrn. Wolf, Grün berg, je 44; 15. Wilh. Fuchs, Göbelnrod, 43; 16. Willi Betz, Grünberg und Wilh. Oueckbörncr, Stangenrod, je 42; 17. Karl Schulz, Göbelnrod und Hrch. Schäfer, Lauter, je 41; 18. Ludwig Rinker, Sauter, 40 Punkte. B. Gruppe I (7. und 8. Schuljahr). Fünfkampf, bestehens aus 100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstoßen, Ballwurf und Weilhoch- sprung. 41 Teilnehmer, 18 Sieger. 1. Willi Büttel, Grünberg, Karl Theiß, Lauter und Bemh. Weber, Lauter, je 90 Punkte; 2. Hrch. Reitz, Lauter, 89; 3. Karl Rieb, Lauter, 84; 4. Aug. Gehringer, Grünberg, 83; 5. Ernst Schmidt, Göbelnrod und Gustav Wagner, Stangenrod, je 81; 6. August Metzler, Göbelnrod und Rudolf Krauß, Stockyausen, je 79; 7. Wilhelm Wagner, Reinhardshain, 77; 8. Hrch. Queckbörner, Grünberg, Ludw. Schneider, Grünberg und Reinhard Schmidt, Lauter, je 76; 9. Otto Gerhard, Göbelnrod, 71; 10. Karl Weber, Stangenrod, 69; 11. Heinz Hilken, Grünberg und Karl Büttner, Reinhardshain, je 68. C. Gruppe II (Fortbildungsschule). Fünfkampf wie bei (Bruppe I. 6 Teilnehmer aus Grünberg, 3 Sieger. 1. Heinrich Seibel, 101; 2. Karl Schmitt 91; 3. Ludwig Kappes 72 Punkte. D. Mädchen (4., 5. und 6. Schuljahr). Dreikampf: 75-Meter-Lauf, Weitsprung und Ballwurf. 12 Teilnehmerinnen (Grimberg), 6 Siegerinnen. 1. Martha Lang mit 55 Punkten, 2. Köche Frank, 48; 3. Liselotte Euler und Gretel Nebhut, je 43; 4. Emmy Wolf, 42; 5. Tilly Diehl, 41. E. Mädchen (7. und 8. Schuljahr). Dierkampf: 75-Meter-Lauf, Weit- sprung, Ballwurf und Barrenübung. 8 Teilnehmerinnen (Grünberg), 4 Siegerinen. 1. Bertha Feldmann, 73 Punkte, 2. Johanna Michel, 65; 3. Anneliese Wollrab und Lina Rieb, je 57 Punkte. Lehrer Wenzel zeigte mit Knaben des 4., 5. und 6. Schuljahres drei Gruppen Freiübungen, ebenso turnten unter seiner Leitung die zur Schülerriege des Turnvereins zählenden Mädchen der vier obersten Schuljahre die diesjährigen Gau- bzw. Kreisfreiübungen nach Musikbegleitung. f Obbornhofen. 9. Sept. In diesen Tagen feierte der älteste Einwohner unseres Dorfes unD auch Der ganzen Umgegend, Der Auszügler Valentin Klös, feinen 9 7. Geburtstag. Das hochbetagte Geburtstagslind ist 'm Verhältnis zu seinem Alter geistig noch rüstig, nur hat das Augenlicht sehr nachgelassen. Bei günstigem Wetter unternimmt er täglich noch kleinere Spaziergänge im Hofe. Der zweitälteste Ortsbürger hat auch das biblische Alter überschritten. Es ist Der Auszieher Heinrich Kammer, Maurer unD Weißbinder seines Zeichens, Dec 90 Lenze hat kommen und geßen sehen. Gr ist noch rüstig wie ein Siebzigjähriger unD in Der Lage, kleine Handreichungen zu verrichten. Kreis Friedberg. sf. Fried berg, 9. Sept. Anter Vorsitz von Bürgermeister Dr. S e y D fand gestern eine StaDtverorDnetensihung statt, Die Die Aufwertung von städtischen Altbe- fitzanleihen in Höhe von 12,5 Prozent für Beträge von über 500.— Mk. beschloß. Der wichtigste Punkt Der Tagesordnung, über Den sich eine sehr lange und teilweise außerordentlich erregte Debatte entwickelte, war das Gesuch der Evangelischen Kirchengemeinde um zinslose Ueberlassung von 50 000— Mk. auf zunächst 25 Jahre. Dieser Betrag soll als Zuschuß zum Dau eines großen Saales benutzt werben. Die Stadt hat Dann ihrerseits das Recht, Den Saal zu allen städtischen Feiern kostenlos zu benutzen, ebenso steht er gegen Miete allen Vereinen, Parteien usw. zur Verfügung. Lediglich anarchisttsche und karnevalistische Veranstaltungen sollen ausgenommen sein. Zwischen einem Vertteter Der StaDt und Der Gemeinde war ein entsprechender Vertrag ausgearbeitet worden. Der u. a. Die Erhöhung Des in Frage kommenden Bettages von 50 auf 60 000.— Mk. vorsieht, Da Die Stadt Den Einbau eines Wirtschaftsbetriebes verlangt. Beigeordneter Dr. Leuchtgens be- Sie schien au überlegen ... „Seltsam ... Immer kommt etwas dazwischen, als sollte es nicht sein, daß ich noch einmal hinkomme ... Ethel hatte sich so Darauf gefreut ... sie will Aufnahmen machen von allem." „Wie Du willst. Ich roerDe also Den Wagen ab- beftellcn oDer soll ich Den Musikdirektor anrufen in Bingen?" Er griff nach Dem Hörer. Sie sprang auf, mit einem Satz stanD sie neben ihm unD ihre HanD leate sich auf Den Apparat. „Nein, laß Das, ich spreche schon selbst mit ihm. Ich roerDe ihm sagen ... wenn nur Das Wetter schön wird ..." Sie schaute in Den Garten ... „Sann wollen wir in Gottesnamen am Montag fahren ... sonst kommen wir nie dazu ... Aber mit Dem MusikDirektor verhanDele ich selbst ..." „Wie Du willst, Melitta ..." „Vergiß Den Safeschlüssel nicht", erinnerte er sie im Fortgehen. Als ManfreD um halb neun Uhr fein Bureau betrat, erhob sich ein Mann von seinem Sofa in Der Ecke. „Ah, Sie schon?" ManfreD warf den Hut auf den Tisch. „Nun, wie war's?" „Diesmal muß ich Sie leider enttäuschen, Herr Doktor." Der Mann stand vor ihm in Dem hängenden, abgeschabten Kaifevmantel, den grünlichen Iagdhut in der Hand. „Das war nämlich so: Am Freitag nachmittag war ich schon um vier Uhr an Ort unD Stelle und spazierte in der Straße herum und behielt den Eingang im Auge. Bis fünf Uhr kam niemand und das Zimmer blieb dunkel ... 3d) hielt mich immer in Der Nähe Des Gartentors. End- lich, um fünf, kam eine große, schlanke Dame rasch Die Straße herunter, sie trug einen dichten, weißen Schleier und war fest in einen Pelz eingewickelt, daß ich chr Gesicht nicht sehen konnte. Sie machte Die Haustür mit einem Schlüssel auf, gleich Darauf wurde das Zimmer links vom Eingang hell." „Nun ... unD?" drängte ManfreD, Dem Der Hals trocken wurde ... „Das ist eigenllich alles ..." „Und die 2)ame?/' „Blieb in dem Zimmer allein ... Ich stieg auf die Treppe unD versuchte hineinzusehen, aber ich habe zu kurze Beine unD die Gardinen waren fest -»gezogen. Ich sah nur die Dame vor Dem Kachelrichtete über den Vertrag, Dr. Schröder über den Befund des Rechtsausschusses. In der Debatte erklärte die Mieterpartei, daß sie bei zinsloser Ueberlassung des Geldes Dem Vertrag« nicht zustimmen kawi. Die Sozialdemokratte berechnete das Geschenk an die Kirch rngemeinde mit Zinsen und Zinseszinsen auf 150 000.— Mariü. Dieser Betrag könne besser für andere notwendigere Zwecke benutzt werden. Kommerzienrat Langsdorf will nur zusttnnnen, wenn der Kirche eine Iprozentige Amorttsation pro Jahr auferlegt würbe. Beigeordneter Dr. Leucht- g e n s stellte einen entsprechenden Antrag. Rach weiterer langer Debatte stellte Bürgermeister Dr. S e y d nochmals fest, wie dringend notwendig für die weitere Entwicklung Friedbergs ein großer Saal ist, und bittet, den vorliegenden Anttag zu genehmigen. Die Abstimmung ergibt seine Annahme mit 13:11 Stimmen. Kreis Vüdingcn. # Ridda. 9. Sept. Die Reichsbahnver- waltung läßt gegenwärtig von einer etwa 30 Mann starken Arbeitskolonne Umbau- und Erneuerungsarbeiten am Gleis der Strecke Ridda—Friedberg vornehmen. Gleichzeitig sind umfangreiche Ausbesserungsarbeiten an dem Mauerwerk der Bahnüberführung über die Salzhäuser Straße vorgeiwmmen worden. — Die private Bautätigkeit geht hier ihrem Ende zu. Es sind mehrere Wohnhäuser errichtet und An- und Umbauten vorgenommen worden. Daneben wurden einige neue Läden eingerichtet und Erkervergrößerungen durchgeführt. Gegenwärttg wird mit Hochdruck an der Erbauung des neuen Rea l schu l - gebäudes gearbeitet. Die Arbeiten sollen, wenn es die Witterung erlaubt, so beschleunigt werden, daß das Gebäude zu Beginn des neuen; Schuljahres seiner Bestimmung übergeben werden kann. Sämtliche Arbeiten sind den ansässigen Geschäftsleuten übertragen worden. Kreis Schotten. □ Laub ach, 9. Sept. Die Getreideernte ist jetzt bis auf einen ganz geringen Teil glücklich geborgen. Das neuerdings eingetretene Regenwetter hinderte, den Ictz'en Rest heimzubringcn, wie auch die ®rummeternie wieder unterbrochen wird. Die Befürchtungen toegen des schlechten Ausfalls der Getreideernte waren für unsere Gemarkung unbegründet. Die Ernte wird Wohl nicht unter dem Durchschnitt bleiben. — Der Zirkus Heppenheimer gab dieser Sage in unserer Stadt ein Gastspiel, das bei allen Besuchern volle Anerkennung fand. Die arttstischen Darbietungen und die Dressurleistungen dieses Unternehmens stehen auf guter Höhe. Besonders bemerkenswert waren die Leistungen, die in der Dressur eines spanischen Stieres gezeigt wurden. Dieses Tier ist dem Besitzer so wertvoll, daß er sogar einen Umtausch des Stieres gegen eine erhebliche Anzahl edler Pferde, die von russischer Seite als Gegenleistung angeboten wurden, ablehnte. Als Gesamtwertung kann man diesem Unternehmen der Zirkuskunst eine gute Empfehlung ausstellen. Starkenburg. • Darmstadt, 9. Sept. In Frankfurt wurde ein vierundzwanzigjähriger arbeitsloser Schmied aus Darmstadt fe ft .genommen, der im dortigen Pfandhause neun gestohlene Fahrräder auf den Namen eines gewissen Jakob Krämer, dessen Personalauswc 3 er besaß, versetzt hatte. Er hat auch in Darmstadt, tote festgestellt werden konnte, gestohlene Fahrräder versetzt. Wahrscheinlich sind ihm noch mehr als die jetzt bekannten Fahrraddiebstähle nachzuweisen. Preußen. Kreis Biedenkopf. WSR. Biedenkopf, 9. Sept. Die neue Eisenbahnbrücke zwischen Buchenau und Brungershausen an Der Eisenbahnstrecke Kreuzthal—Kölbe ist jetzt so weit fertiggeftellt, Daß sie gestern in Betrieb genommen werden konnte. XX Frankenbach, 9. Sept. Durch Den in Der Rächt zum Himmelfahrtstag hier ausge- brvchenen großen Brand wurden bekanntlich ofen sitzen, sie hatte ein Buch auf Den Knien und schien zu lesen." „UnD Der Herr?" „Ist nicht gekommen. Es scheint, baß in Dem Zimmer jetzt eine Dame wohnt ... Don einem Herrn hab' ich nichts gesehen ..." „Sie haben also deutlich gesehen, daß das Zimmer leer blieb, solange Die Dame Drin war?" „Mein Ehrenwort, Herr Doktor, es war nur eine Dame in Dem Zimmer. Ich wartete noch bis nach sieben Uhr unD habe niemand hinein- ober herausgeh en sehen, nur Graf Röbern kam in feinem Rollstuhl mit seinem Diener an mir vorbei unD später Die zwei alten Englänberinnen, Die in Der „La Ro- fiere" wohnen." „UnD Dann ... unD Dann?" „Dann war nichts mehr ... Als es sieben schlug, kam die Dame wieder heraus unD ging rasch an mir vorbei, ohne mich zu sehen und ohne Daß ich sie er- kennen konnte. Sie nahm ein Auto an Den Kolo- naben und fuhr nach Der StaDt." „In welcher Richtung?" „Ja, Herr Doktor, ich nahm mir auch sofort einen Wagen unD fuhr hinterher, aber Der Nebel ... man konnte ja keine Drei Schritte weit sehen ... Gegen AdenD war er so Dicht geworDen, Daß ich ihre Spur nicht verfolgen konnte. Ick sah nur, Daß jie in Der Richtung nach Dem Kuryause fuhr. Ich suchte sie Dort überall, in Den Garberoben fragte ich nach ber großen Dame im schwarzen Pelz — ein Sealmantel war's — im Restaurant fragte ich bie Kellner — Die Portiers — im Lesezimmer — nirgenDs war sie zu finDen ... niemanb hatte eine solche Dame gesehen." „Sie ist Ihnen also entwischt?" „Leiber, Herr Doktor..." Manfreb sah ben Mann an ... „Dann wüßte sie also--" Gaul zuckte bie breiten Schultern, er sah aus wie ein Gnom, bas Licht spiegelte auf seinem Glatzkopf. „Die Frauen sinb in biefen Dingen sehr klug ... sie fühlen, wenn Gefahr in ber Luft» liegt ... sie wittern sie, ehe wir bran glauben Sülanfreb staub vor bem Feuer ...Er hotte bas Brausen bes Winbes im Schornstein, es war, als riefe ihm eine Stimme zu: ... Greif zu ... es ist Zeit! (Fortsetzung folgt.) drei Scheunen nebst Stallungen und ein Wohnhaus vollständig eingeäschert. An ihrem Wiederaufbau wird z. Zt. (bis auf eine Scheune) rüstig gearbeitet. Infolge der früheren sehr beengten Verhältnisse können aber nicht alle Aeubauten an der alten Stelle erstehen. Landwirt Rink, der durch das verheerende Feuer fein gesamtes Anwesen verloren hat, baut ausserhalb an einer durch die -Zusammenlegung aufgeschlossenen Straße und gedenkt das neue Heim noch. vor Winter beziehen zu tonnen. — Das auf v7r nahen Strut durch Herrn Bender- Rodheim 1925 begründete Tonwert hat sich bisher auf daS beste entwickelt. Dillkreis. bl. D i ck e n, 9. Sept. Das von Lehrer Kopz aus Herborn in unserer Gemarkung errichtete Jugend- und Ferienheim „Dennoch" ist fertiggesteM. In diesem Jahre konnten schon Kinder in dem Heim ilntethmft finden. Die Anlage ist sehr geschmackvoll eingerichtet und von dichtem Wald umgeben. Oberdvesterwaldkreis. WER. Marienberg, 9. Sept. In der Rächt zum Dienstag hatte der 19jährige Arbeiter Gustav Leicher von Alpenrod mit e.nigen jungen Burschen einen Wortwechsel, den sein älterer Bruder schlichten wollte. Dabei zog der jüngere Bruder das Messer und versetzte dem älteren Bruder einen Messerstich in den Kops, so daß dieser bewußtlos zusammenbrach. Der ältere Leicher verstarb am anderen Tage, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Der Täter wurde fe st genommen. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 9. Sept. Um der in Frankfurt chronisch gewordenen S a a l n o t abzuhelfen, wurde vor einiger -Zeit von privater Seite der Bau eines neuen modernen Saalbaues projektiert. Reuerdings beschäftigt man sich, wie wir hören, auch städtischerseits damit, einen neuen Konzertsaal zu schaffen. Es ist in Aussicht genommen, d.e Fe st halle, die während des größten Teils des Jahres leersteht, für diesen Zweck umzubauen. Cs soll neben einem großen Konzertsaal, der, um ihn auch zu anderen Zwecken verwenden zu können, eine Bühne erhalten soll, noch ein zweiter kleinerer Saal geschaffen werden. Prof. Elsässer hat bereits ein Vorprojekt hierfür ausgearbeitet. — In den heutigen Mittagsstunden wurde einem Boten des Frankfurter Messeamts, der bei der Reichsbank auf einen Scheck den Betrag von 1 8 000 Mk. erhoben hatte, seine Tasche mit dem ganzen Betrag g e st o h l e n. Der Bote hatte sich nach der Auszahlung und Rachzählung der Summe an den Ilmwechselschalter begeben, um sich andere Geldsorten geben zu lassen, wobei er die Tasche neben sich legte. Als er sich umdrehte, wurde die Tasche gestohlen. Der Dieb entkam unerkannt. Die Polizei hat eine Unter« suchung eingeleitet. JIeMWlllWWWLKS»W«!!lJ«Wt Eine DorbeM Lianna. Die Hessische Lanüwir.schaftskammer als Der« anstalterHl der Landwirtschaftlichen Landesausstellung in Darmstadt vom 15. bis 20. September hatte für Mittwochnachmittag Einladungen zu einer Vorbesichtigung ergehen lassen. Dazu waren u. a. erschienen: als Vertreter der Regierung Ministerialdirektor Hebel, der Provinzialverwaltung Provinzialdirektor Dr. Kranzbühler, und der Stadt Bürgermeister Mueller. Zunächst versammelte man sich im Sitzungssaale der Landwirtschaftslammer, wo deren Präsident Hensel die Anwesenden begrüßte. Er machte in seiner Rede darauf aufmerksam, daß es nur noch wenige Tage seien bis zur Eröffnung der Ausstellung; wenn die Besichtigung jetzt noch ein unfertiges Bild ergebe, so werde die Ausstellung bis zum Eröffnungtage fertig sein. Viele Ehrenpreise seien gestiftet worden. Staatsregierung. Provinzen, die Kreise und die Stadt Darmstadt zeigten lebhaftes Interesse für das Unternehmen, das auch in weiteren Kreisen der Bevölkerung Beachtung finden we.de, denn es wende s^ich nicht nur an Landwirte, sondern an jeden Beruf. Die passive Handelsbilanz wirke sich bedenklich aus; auf die Dauer sei dieser Zustand nicht tragbar. Der deutsche Landwirt müsse sehen, das deutsche Volk möglichst aus den Landsprodukten zu ernähren. In diesem Sinne sei auch diese Ausstellung zu betrachten. Dem hessischen Landwirt soll sie Anschauungs- malerial geben, wie er seine Wirtschaft zu führen hat, wenn er vorwärts kommen will, und welche Aufgaben er hat, um die Bevölkerung zu ernähren. Der Redner dankte allen Anwesenden für das Interesse, das man der Veranstaltung ent» gegenbringe; schon durch die treue Mitarbeit des Ausschusses sei von vornherein ein Gelingen zu erwarten. Am Schluß der Ausstellung werde man wohl sagen dürfen, daß sie weit über Hessens Grenzen hinaus von Bedeutung war und daß etwas geleistet worden ist. (Lebhafter Beifall.) Generaldirektor Dr. Hamann erinnerte in einer Ansprache an die letzte Zusammenkunft des Hauptausjchusfes. Seitdem hätte sich in den Plänen für die Ausstellung wenig geändert. Vor etwa 14 Tagen hätte man wegen des andauernden Regens noch für die Ackerbauausstellung furchten müssen; leider könne manches hier nicht gezeigt werden wegen der verhängnisvollen Wirkungen des Regens, doch sei auch diese Abteilung sehr umfangreich. Die Geflügelausstellung werde 1300 Tiere aufbieten, ein Zahl, wie sie selten einmal in der Vorkriegszeit bei Ausstellungen erreicht wurde. Von Mittwoch ab werde das Großvieh in fünf Sonderzügen und etwa 200 Wagen eintreffen; im ganzen ungefähr 1300 Stück. Die Verladerampe am Ausstellungsgelände habe sich leider aus technischen Gründen nicht anlegen lassen, doch sei der Darmstädter Güterbahnhof desinfiziert und auch sonst seien alle Vorsichtsmaßregeln getroffen worden, um jeder Seuchengefahr vorzubeugen. Zum Transport der landwirtschaftlichen Maschinen mußte ein Knüppelweg auf dem Ausstellungsgelände angelegt werden, weil dieses bei starkem Regen für die Maschinentransporte unpassierbar wäre. 3n den nächsten Tagen werden auch die Maschinen ankommen. Es sei üblich, daß die Aussteller wegen der'Kosten erst in den letzten Tagen eintressen und dann mit dem Aufstellen beginnen; aber trotzdem werde alles fertig werden, auch der Elektrohof. Der Redner schilderte dann in großen Zügen den Situationsplan der Ausstellung und schloß mit der Bemerkung, daß die Schau in der großen Festhalle zeigen werde, daß diese auch anderen Zwecken dienen könne als nur dem Feiern von Festen. Im -Anschluß an die Begrüßungsansprachen wurde dann ein Rundgang angetreten, an dem etwa 100 Personen teil» nahmen. Der Weg führte zunächst an den städtischen Anlagen vorüber zur ehemaligen Exerzierhall e hinter dem Gebäude der Landwirtschaftskannner. In dieser riesigen Halle werden die Ackerbauerzeugnisse zu sehen sein. Schon jetzt ist der Raum in viele fleine Räume aufgeteilt, und es wird noch fleißig daran gearbeitet. Ein Teil der Halle wird das hessische Handwerk belegen, um dort seine Leistungen der Oefsentlichkeit vorzuführen, auch das Gaswerk der Stadt Darmstadt wird mit einer umfangreicheren Ausstellung dort vertreten sein. Von dort aus ging man über die Holzhof-Allee zum P f e r d e m a r k t p l a h , wo die vielen Ställe zur Aufnahme der Tiere bereit sind. Statt der Pferde werden diesmal Rinder dort unter- gebracht; alles ist zum Empfang fertig. Rinder wird auch das dort stehende Gebäude aufnehmen, das als Offiziers-Reithalle diente. Aus dem freien Grasplatz zwischen diesen Gebäuden sind Vorführungsringe geschaffen, in denen die Tiere den Preisrichtern vorgeführt werden. Während der Ausstellung wird die Holzhofallee abgesperrt, um eine ftäncv1 Verbindung zwischen dem Pferdemarktplah un - r naheliegenden Dragonerkaserne zu haben, wo fich Ställe in gewaltigen Ausmaßen befinden. Es zeigt sich hier der große Vorteil für die Ausstellung, daß die ehemaligen militärischen Bauten in der Nachbarschaft des AnsstellungsgeländeS als Ställe ver- verwandt werden können. Biele der Tiere werden hier zweifellos besser untergebracht sein als in den heimischen Ställen, liebevoll liegt schon auf dem Boden eine Schicht Torf und darüber Stroh; die Tröge sind bereitgestellt, und die Bewohner könnten sofort cinziehen. Durch schier endlose Ställe, besttnunt für Pferde, Schweine, Schafe und Ziegen, wurden die Teilnehmer an der Besichtigung geführt, und die landwirtschaftlichen Sachverständigen sprachen sich höchst anerkennend über die Zweckmäßigkeit der Anlagen aus. Die Ställe für die einzelnen Tiergattungen sind wieder geschieden in besondere Gruppen, z. B. die Pferde in die für Warm- und Kaltblüter; die für das Rindvieh bestimmte in solche für Bullen, Kalbinnen und Kühe. Die Schweinest älle unterscheiden sich wesentlich voneinander; die Sauen sind in niedrigeren Buchten untergebracht als die Eber, deren Ställe überdies noch einen Holzboden erhalten haben, um jedes Durchchrechen zu verhüten. In einem Stall werden etwa 300 Ziegen stehen; die Böcke werden weit davon abgesondert eine luftigere Sommerwohnung in einem Zelt beziehen, denn der Geruch, den die Ziegenböcke verbreiten, ist nicht gerade angenehm. Selbstverständlich werden die verschiedenen Tierrassen in ausgesuchten Exemplaren zu sehen sein. Da wird z. B. ein Stall Rindvieh der Vogelsberger, der Odenwälder und der Glan- Donnersberger Rasse beherbergen, und so kann sich jeder Besucher der Ausstellung leicht über die charakteristischen Merlmaie dieser Rassen unterrichten. Bei der Weitcrwanderung — von einer Wanderung muß man bet dem Almfana: der Aufstellung reden — gelangte man auf das eigentliche Ausstellungsgelände, und zwar auf eine große freie Wiese, auf der die preisgekrönten Tiere dem Publikum vorgesührt werden sollen. Die Preisrichter sind übrigens, mit Ausnahme der für die Geflügelzucht, nur a uß e r, e s s i s ch e Sachverständige. Der Platz wi *t gut zu übersehen sein, da an feinem Rande eine Tribüne aufgestellt ist, die ungefähr 1400 Personen faßt; sie ist von der Ausstellung der Deutschen Landwirtschastsgesellschaft in Dortmund hierhergebracht worden. Auf dem erwähnten Platz werden auch Turniere der Reitervereine stattsinden und eine Trachte n s ch a u . bei der echt hessische Volkstrachten (Schliyer, Schwälmer, Odenwälder usw.) von etwa 140 Personen vorgeführt werden. Der F e st p l a tz, der bei dem Turnfest des Mittelrheinkreises ziemlich leer war, wird bei der Landwirtschaftsausstellung dicht beseht fein; er ist ausgeteilt durch Straßen, die Ramen nach Männern erhalten haben, die sich um die Landwirtschaft große Verdienste erwarben. So findet man dort eine Thaer-Straße. Liebig-Straße, Dr. Paul-Wagner-Straße, Böhm-Straße, Wil- Helm-Haas-Straße, Karl-Krärner-Straße usw. Auf dem großen Platze sind u. a. untergebracht die Pavillons der Syndikate (5tali, Stickstoff usw.), der landwirtschaftlichen Genossenschafte n , der Elektrvhof, in dem u. a. Kühe elektrisch gemolken werden, eine große Maschinenhalle, eine Beregnungsanlage, die Kaninchen, das Geflügel und die Bienen. Die große F e st h a 11 e nimmt hauptsächlich die wissenschaftlichen Ausstellungen auf, an denen vorwiegend die Landwirtschaftskammer und der hessische Staat beteiligt sind. Restaurationszwecken wird : Halle diesmal nicht dienen, dafür sind eine Weinkosthalle und mehrere Restaurants da. Im allgemeinen ist jedoch der Vergnügungspark nicht sehr umfangreich. Am Schluß der Besichtigung, die über drei Stunden in Anspruch nahm, wurde in der Fest- Halle eine Weinkostprobe gereicht; bei dieser Gelegenheit brachte Provinzialdirektor Dr. Kranzbühler zum Ausdruck, daß die Ausstellung jetzt schon so vieles Interessante biete. Er sprach den Wunsch aus, daß die Hoffnungen, die man für das Unternehmen hege, sich auch erfüllen möchten und daß die Bedeutung der Ausstellung im ganzen deutschen Daterlande anerkannt werde. Der Redner teerte fein Glas auf ein gutes Gelingen der Ausstellung. Spielplan der frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 11. Sept.: Turan- dvt, Anfang 7.30 Uhr, Ende nach 10 Uhr. Montag. 12.: Der Freischütz, Ans. 7.30 Uhr, Ende nach 10 Uhr. Dienstag, 13.: Cavalleria rusticana. Hierauf: Der Baiazzo, Ans. 7.30 Uhr, Ende 10.15 Uhr. Mittwoch, 14.: Tiefland, Ans. 7.30 Uhr, Ende 10 Uhr. Donnerstag, 15.: Doktor Faust, Ans. 7 Uhr, Ende 10.15 Uhr. Freitag. 16.: Wiener Blut. Ans. 7.30 Uhr, Ende 10.15 Uhr. Samstag, 17.: Hofsmanns Erzählungen, Ans. 7.30 Uhr, Ende 10.30 Uhr. Sonntag, 18.: Fidelio, Ans. 7.30 Uhr, Ende 10.15 Uhr. Montag, 19.: Rigo- letto, Ans. 7.30 Uhr, Ende 10 Uhr. — Schauspielhaus. Sonntag, 11.: Leonee und Lena, Anf. 8 Uhr, Ende gegen 10 Uhr. Montag, 12.: Peonce und Lena, Ans. 3 Uhr, Ende gegen 10 Uhr. Dienstag, 13.: Der Patriot, Ans. 7.30 Uhr, Ende nach 10 Uhr. Mittwoch, 14.: Der Patriot, Ans. 7.30 Uhr, Ende nach 10 Uhr. Donnerstag, 15.: Kolonne Hund, Ans. 7.30 Uhr, Ende nach 10 Uhr. Freitag, 16.: Leonee und Lena. Ans. 8 Uhr, Ende gegen 10 Uhr. Samstag, 17.: Der Diktator, Ans. 3 Uhr, Ende 10 Uhr. Sonntag, 18.: Alt Frankfurt, Ans. 8 Uhr. Ende 10.30 Uhr. Montag, 19.: Leonee und Lena, Ans. 8 Uhr, Ende gegen 10 Uhr. Rundfunk-Programm deS frankfurter Senders. (Aus der ,Radiv-Umscbau".) Sonntag, 11. September. 8 bis 9 Uhr: Morgenfeier, verunstaltet vom Wartburg-Verein. — 11 bis 12: „Förderung von Kulturbestrebungen auf dem flachen Lande", Vortrag von Prof. Dr. Luthmer vom Landesmuseum, Kassel. — 12 bis 12.30: Elternstunde. „Spiel- fachen", Vortrag von Rek or K. Wehrhan. — 12.30 bis 13.30: Mittagsständchen, veranstaltet vom HarrSorchester. — 15 bis 16: Die Stunde der Jugend. — 16 bis 17: Übertragung von Kassel: Konzert aus dem Parkrestaurant Karlsaue. — 17: Uebertragung von Hamburg: Tagung der Deutschen Photoindustrie und des Deutschen Photohandels. — 18 bis 19: Stunde des Rhein- Mainischen Verbandes f. Volksbildung: „Deutsche Balladen". — 20.30 bis 21.30: Eduard Mörike. — 21.30 bis 22.30: Uebertragung von Kassel: Eine Schubertstunbe. Anschließend bis 0.30: Tanzprogramm. Montag, 12. September. 16.30 bis 17.45 Uhr. Konzert des Hausorchesters: Die Oper der Wvche. — 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde — 18.45 bis 19.15: Funk- hvchschule: „Altdeutsche Tafelmalerei", Vortrag von Dr. Oswald Götz. — 19.15 bis 19.30: Englische Literatur proben. — 19.30 bis 20: Englischer Sprachunterricht. — 20 bis 21.30: Uebertragung von Stuttgart: Gastspiel George Meader. — 21.30 bis 22.30: Uebertragung von Kassel: Haus- unb Kammermusik vor 100 Jahren. Ralsel-Ecke. Silbenrätsel. Aus den 32 Silben: a— a — bert — chel — chi — eil — de — dens — di — e — el — el — el — frie — fried — gat — hid — le — le — li — li — log — ma — no — no — nor — pos — saß — si — sieg — öe — oel sind 13 Wörter zu bilden, die folgende Bedeutung haben: 1. Zwiegespräch; 2. weiblicher Personenname; 3. landwirtschaftliches Gerät; 4. Prophet; 5. erzählendes Gedicht; 6. Mündungsarm der Weichsel; 7. männlicher Personenname; 8. Stadt in Steiermark; 9. Ostseeinsel; 10. europäisches Land; 11. kurze Erzählung; 12. weiblicher Personenname; 13. männlicher Personenname; Hat man die Wörter richtig gebildet, so ergeben die Anfangs- und Endbuchstaben, beidemal von vorn nach hinten gelesen, ein Zitat aus Schillers Wallenstein. Kreuzworträtsel. S 9 6 16 127 31 36 o J 115 [30 33 TW 18 | 119 20 21 i3M QM 1. Von links nach rechts: 1. Behörde; 7. türkischer Titel; 10. männlicher Personenname; 11. feines Gebäck; 14. Erziehungsmittel; 15. Teil des Auges; 16. Sternbild; 17. Gattungsbegriff; 18. europäische Hauptstadt; 22. europäische Hauptstadt; 26. Wappentier; 27. Nebenfluß der Donau; 28. lehrhafte Erzählung aus dem Tierreich; 30. Hauptstadt eines Balkanstaates; 32. gleichlaufende Fläche; 33. Sitz des Gefühllebens; 34. Genußmittel; 35. männlicher Personenname; 36. belgisch-französischer Grenzfluß. 2. Von oben nach unten: 1. andere Bezeichnung für Universum; 2. Singvogel; 3. Lebensende; 4. japanischer Staatsmann; 5. Schweizer Kanton; 6. japanische Münze; 7. Stadt in Südtirol; 8. mythologifche Gestalt; 9. Liederkomponist; 12. Stadt in Algerien; 13. Stadt in Frankreich; 19. deutscher Dichter; 20. Erquickung; 21. weiblicher Personenname; 23i Himmelsrichtung; 24. Nebenfluß des Rheins; 25. andere Bezeichnung für Zweikampf; 28. Märchengestalt; 29. Raubtier; 30. nordische Gottheit; 31. französischer Marschall. Bruchstückrätsel. --gel; sa--e; p--le;--nus; —ran—. Vorstehende Bruchstücke sind durch je zwei Buchstaben zu Hauptwöttern umzugestalten. Diese je zwei Buchstaben ergeben alsdann, zu einem Wort verbunden, ein weidmännisches Vergnügen. Anagramme. 1. Na, Mosel, 2. Ein Stern; 3. Ein Grad; 4. Sein Kram; 5. O, Nimbus; 6. Tag rate. Aus diesen Wortpaaren bilde man je ein Hauptwort. Wie lauten diese? Pyramidenrätsel. a a a a a a d e e e e i i i i i i i m m m m m n n r r r Werden die Buchstaben in vorstehender Pyramide richtig geordnet, so ergeben die wagerechten Reihen Wörter mit folgender Bedeutung: 1. Buchstabe; 2. Säugetier; 3. Monatsname; 4. Fest- schmuck; 5. weiblicher Personenname; 6. Seemacht; 7. männlicher Personenname. Dexter-Bild. Wo ist der Trapper? Auflösungen. Silbenrätsel. 1. Romanze; 2. Eduard; 3. Ispahan; 4. Ezarni- kau; 5. Hoboe; 6. Eider; 7. Ludolf; 8. Etüde; 9. Ursel; 10. Tasse; 11. Efendi; 12. Herleo; 13. 21 lebten; 14. Bekassine. — Reiche Leute haben viele Freunde. — Wort —Spiel; Schrei — Hals; Maß — Lieb; Lohn — Buch; üettentätfel. Spiel — Hahn; Hals — Band; Lieb — Stadt; Buch — Stab; Reim — Wort. Hahn — Schrei Band — Mast Stadt — Lohn Stab — Reim JüllrätfeL Raffel. Die Feige. — Der Feige. BefudjsfartenräffeL Major der Infanterie. Kreuzworträtsel. M R »EIEGIBB LH 1SIEIN R U RUN u GIK A u R B|A|D :JN lIpIe ÄoM JiDlOIM AlAjSffl mWtK eIuTp e z-II. ■ Jö 1 Lß E K OlR AIN |D Bilderrätsel. Wer viel gereist, hol viel gesehn. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedattionStisch. Gerechtigkeit. Meier hat einen sehr verwickelten Prozeß, den er sicher zu verlieren glaubt. .Sehen Sie, was sich noch 'rausschlagen läßt", sagt er dem Rechtsanwalt. .Ich für mein Teil hcche jede Hoffnung aufgegeben.“ Einige Zeit darauf, gerade während der Urteilsverkündung, muß Meier dringend verreisen. Telegraphieren Sie mir das Resultat sofortI" .Selbstverständlich!" sagt der Rechtsanwalt. Gegen jede Erwartung gewinnt Meier den Prozeß doch. .Die Gerechttgkeit hat gesiegt", telegraphiert der Rechtsanwalt. Und empsängt postwendend Meiers Antwort: .Legen Sie Berufung ein." B. M. V. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 11. September. 13. Sonntag n. Trin. Stadtkirche. 8; Pfr. Becker. Zugleich Christenlehre für die Reukonsirmierten aus der Marlusgem. 91/,: Pfr. Mahr. 11: Kinderkirche für die Matthäus- gemeinde. Pfr. Mahr. Iohanneskirche 8: Pfr. Ausfeld. Zugleich Christenlehre für die Reukvnfir- mierten aus der Iohannesgemeinde. 9'/,: Pfarrer Bechtolsheimer. Veichte und heiliges Abendmahl für Lukas- und Iohannesgemeinde. 11: Kinderkirche für die Lukasgem. Pfarrer Bechtolsheimer. Rachm. 21/,: Taubstummen-Gottesdienst. Pfarrer Hofmeyer aus Offenbach a. M. Ltch. Vorm. */,10 Stiftspfr. Schorlemmer. Abends 8: Stiftspsarrer Schorlemmer. Wieseck ' ,10.—Watzenborn-Stein- berg. 10; anschl. Christenlehre der männl Jugend. Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 10 Sept. 4'/, u. 7 Deichte. Sonntag 11. Sept. 14. Sonntag nach Pfingsten. 67t Beichte, 7 Meße, Korn, der Jünglinge, 8 Kom.» 9 Hochamt m. Predigt, 11 Messe m. Pred, 2 Andacht. - Grünberg. 97,: Meße m. Predigt.-Hungen. 91/;: Hochamt mit Predigt.-Sich. 7'/, Meße mit Predigt. SonntagSdleist d.Rerzte n.Rpotbeken am 11.9.27 S'R Dr. Schlievhake. Dr. Schäffer. Peltkanavoth. Iabnarzt: Dr. Gonter. ,i7a6D Landwirtschaft in Not. Alle wollen und müssen beute viel ernten. Dieses Nr enge Gebot fordert die 9lot der Zett. Aber wie viele Klagen bavt-ber, und mit Recht, das; Kälte, Wind und Regen ihre Felder in jedem Jahre neu ichadtgen. Sie lttchen ment dieSchnld in den widrigen '.tviriidjafteucrbältniffen und vergessen, das; sie selbst den grössten Einflui; auf das Gelingen ihrer Feld- bestände anßüben müssen. Am metsten rotrb gesündigt nut dem Saa gut. Die Sucht nach Slcforbcrnten richtet viel Unbett an. während gleichmäßige, sichere Erträge Vorbedingung für jede Wirtschaft sind, erreichbar durch Verwendung alter, bewahrter Sorten. 'J'on Roggen muß hier besonders an „Original Kirsches Stahlroggen" erinnert werden, eine durch Erträge von 20 Zentner je Morgen und mehr bewährte Züchtung, von unübertroffener Wlnterfestig- kett, geeignet für leichte, mittlere und schwere Vöden. AIS UntöcrfaliDcUen für alle Boden- und Klima- verhältnisse bei grosser Anspruchslosigkeit und Rostsicher bett ist au empfehlen die NeuzÜchtung „Original Kirsches Nordlandweizen", während für alle nuten und besten Weizenbüden „Original Kirsches Dickkovk Str. 27" gern bevorzugt wird. 78S3D KALT ^hn-Schrei; ene. Hel gesehn. B. M. V. .t :UW. yi: «■ 6ta(- 12. ü«l»; Freunde. - tappe. XelatttottiHf* Pt- Pfingsten- gtog "f®. ßAonu täten Prvzeh. rMchlagen M, Zch für mein T«u m.“ während der Ur« ir.ngend veE j Äesultat loforti der DechtsMwalt. -toirntt Mier den iMt“, telegraphiert ML Sie erhöhen Wasch Wirkung und Erqiebiq keiI" ganz außerordentlich,wenn Sie diesen wichtigen Punkt beachten: Z)/e Persi//äuge so// immer kält’ bereitet werden! )rid)ten. 'einden. 3. Sonntag n. Tnn. r Zugleich Ehnfien« &SS5 ■Äl»* i.^Va'/ • Pfarrer Abendmahl 7/////////////////x////Zl(/////Z//Z//ZZ//Z/ZZZZ////Z///////////////////ZZ/ZZZZ///Z/?/////Z/ ^|, || Hl, zz////Z/zZ. .........ihlinli ...........Hiinnin,‘" 0QE1 0 ffi IBBß Q B man QQQffl 3009 I !W f? Mi-' K W Telephon Nr. 1259. 8,01D WELLBLECH - BAUTEN WELLBLECH-GARAGEN mTMEEZUNG WOLF NETTER&JACOE0v*€OKf BERLIN W 15-FlMNENTROP'/WESTF Vertr.: ERifl BeM Dammstr. 43, Gießen, Tei. 1190 7K»«l Aßmann & Schneider v.tass. 8254 D Seltersweg 12 v. n Engen Mn L Go., Gießen werk Giefeen. 8251a 8062a und Mast! 7718V Aus unserem Ermuri-Sortiment: rseifenpulver] Tischgenosse Moeser / Giessen ,C.RöhrScTo Seltersweg 7S und Filialen 7814a Gioths wascht am besten II Jahrzehnte bc- wihrt Ruch und mild wirkend. Paket 4 S Pulver t.lL. Schachtel 4 10 Oblaten 140. froapekte koetenL durch ötlo 4 Co., ehern, pharm. Laborat., Frankfurt am Main-Süd. 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Keil Geheimrat D Ministers Cu dustrietagung Gnmdton nid konnte sich dm sehen, die ihn Erleichterung namentlich £a( tourte. Dam Jnterventionskö interessierten T Die Spekulativ' salzen. Imme Woche noch d' 3 bis 12 Proz Zellstoff DaM Sonderbewegun zustande. Auf Hauses Ephrai. tonnte entgegen hrs von 185 ( we Dotierung -wischen Dnt tj qS n in Elche. Gaboon u. Kiefer 3-25rnrn «ip Breuer und Dielen aller Starken, 71-2.2 schwedische und bayerische Hobel- «£ -g breiter, Spalterlatten, (Lichen- u. Z o «« Buchen-Schnittwaren liefern in a a»n allen Stärken [T2?7D Smru Seltersweg 39 lEingang Goethestrasie). Spezialgeschäft zur Anfertigung von Haarersatzieilen in erstklassiger, allerfetnster AuSsüh- rung zu annehmbaren Preisen, ow- Höchste AuSzeichnuvgen u. Goldene Medaillen. 3erle*e tiogmoea Laaerballen, Werkstätten in Holzbeton und Eisenbeton. 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Diese Abwärtsbewegung der Kurse wurde wieder von der Baissespekulation nachdrücklich unterstützt, die in größerem Ausmaße Tag für Tag Dlanko- obgaben vornahm. Der Hauptgrund der Schwäche dürfte aber wohl in den großen Verkäufen der Industrie zu suchen sein. Rcrrnentlich die rheinische Schwerindustrie kam mit großen Posten an den Markt, um sich die für Rationalisierungen und großzügige Betriebsumstellungen nötigen Kapitalien zu verschaffen. Außerdem begann auch das Auslandskapital sich von den deutschen Börsen zurückzuziehen, deren momentane Situation keine Gewinnmöglichkeiten bietet, um sich wieder den ausländischen Börsen in stärkerem Maße zuzuwenden. Auch die nächstliegenden Staaten, wie die Schweiz und Holland, die bisher in Deutschland an den Börsen eine rege Tätigkeit entfaltet hatten, schlossen sich dieser Bewegung an. Im Mittelpunkt der Besorgnisse stand auch in dieser Woche der Geldmarkt. Seine zukünftige Entwicklung, die reichlich undurchsichtig bleibt, wird außerordentlich pessimistisch beurteilt. Zum Diertel- jahrsultimo rechnet man mit einer sehr starken Anspannung. Verstimmend wirkte daneben der letzte Reichsbankausweis, der eine außerordentliche Belastung des Instituts zum Ultimo August gezeigt hatte. Unangenehm bemerkte man auch die verschiedenen Stiminen in Amerika und England, die weiteren Emissionen Deutschlands in diesen Ländern ablehnend gegenüber stehen. Beunruhigend wirkten dann die sich weiter ausdehnenden Lohnbewegungen und verschiedene ungünstige Wirtschaftsmeldungen. So ist der Kaliabsatz im August sehr stark zurückgegangen der Röhrenverband berichtet im vergangenen Monat über ein unbefriedigendes Geschäft, ferner ergibt nach dem Bericht der preußischen Industrie- und Handelskammern die Wirtschaftslage kein einheitliches Bild, und schließlich wurde die andauernd flaue Haltung des Schrottmarftes als symptomatisch angeführt. Demgegenüber blieb der günstige Monatsbericht des Stohlwarenverbandes ohne Beachtung. Keine Wirkung ging von den Reden Geheimrat Duisbergs und Reichswirtschafts- Ministers Curtius auf der Frankfurter Industrietagung aus, wenn auch ihr zuversichtlicherer Grundton nicht verkannt wurde. Am Mittwoch konnte sich dann eine beachtliche Erholung durchsetzen, die ihre Ursache wohl in der wesentlichen Erleichterung am GeldmaiÄe fand, auf dem namentlich Tagesgeld wieder reichlich angeboten wurde. Dann soften auch die lange vermißten Interventtonskäufe der an den Reuemissionen interessierten Danken vorgenormnen worden sein. Die Spekulation muhte daraufhin mit Deckungen folgen. Immerhin ergaben sich gegen die Vorwoche noch durchschnittlich Kursrückgänge von 3 bis 12 Prozent. Stärker abgeschwächt waren Zellstoff Waldhof mit minus 23 Prozent. Eine Sonderbewegung kam in Voigt & Haef fner zustande. Auf die dauernden Käufe des Bankhauses Ephraim Meyer & Sohn in Hannover konnte entgegen der Allgemeintendenz ein Höchstkurs von 185 erreicht werden. Im Verlaufe fiel die Rotterung wieder auf 175. Besprechungen zwischen Vertretern des Bankhauses, das ein großes Paket von Voigt & Haeffner-Aktien in die Hand bekommen hat, und der Gesellschaft selbst haben zu keinem Ergebnis geführt, so daß die Voigt & Haeffner A.°G. wohl zu Schutzmaßnahmen schreiten wird. Die Rentenmärkte blieben wieder vollkommen vernachlässigt bei überwiegend schwächeren Kursen. Auch der Devisenmarkt blieb still bei belanglosen Veränderungen. Her. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Genau wie in der vergangenen Woche war das Geschäft am Frankfurter Produktenmarlt auch in dieser Woche sehr klein und die Sttrn- mung gedrückt. Die schwachen Auslandsnotierungen, die Zurückhaltung der Mühlen und Händler blieben nicht ohne Einfluß. Gesucht wurde nur ganz gute Ware, die von den Mühlen sehr vorsichtig ausgenommen und eher unter Tagesnotiz bezahlt wurde. Weizen und Roggen war stärker angeboten, da die Ernteeinbringung infolge des schönen Wetters glatt von statten ging. Roggen wurde im Verlaufe der Woche etwas knapper, so daß sich dieser im Preise behaupten konnte. Teilweise wurden sogar Abschlüsse über Rottz getätigt. In Mais war das Geschäft besonders still; trotzdem der Preis erheblich sank, fanden sich kaum Abnehmer. Dem Markt floß in dieser Woche reichlich inländischer Hafer zu, der auch biftiger war, aber keinen preisdrückenden Einfluß auf ausländischen Hafer ausüben konnte. Am Mehlmarlt war sehr wenig Geschäft, ebenso wurde Kleie bei rückgängigen Preisen kaum umgeseht. Zum Wochenschluß erfuhr das Geschäft keine Belebung, die Preise gaben weiter nach und die Zurückhaltung der Mühlen und Händler wurde immer größer. Ohne Einfluß blieb nicht der in den letzten Tagen eingetretene starke Regen, da zum Teil die Weizenernte sehr nah eingebracht wurde. Im Vergleich zu den Rotterungen der vergangenen Woche gaben die Preise für Roggen, Sommergerste, Hafer (inländischer) und Roggenmehl je i!i Mark, Weizenkleie, Roggentleie je 1/2 Mark, und Weizen und Mais je 3/1 Mark nach. Dagegen konnte sich Hafer und Weizenmehl gut behaupten. Der Markt schloß zu folgenden Rotierungen: Weizen 27.25 bis 27.50, Roggen 24 bis 24.25, Sommergerste 26.50 bis 28, Hafer (inländischer) 23 bis 24.25, Hafer (ausländischer) 24 bis 25, Mais 19, Weizenmehl 39.50 bis 40, Roggenmehl 35 bis 35.50, Weizrn- fteie 13, Roggenkleie 13.25. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Das Geschäft am Frankfurter SHlachtvieh- markt war in dieser Woche lebhafter. Am Hauptmarkt waren Rinder anfangs lebhaft gehandelt. Gegen Schluß des Marktes lieh das Geschäft jedoch wieder etwas nach bei kleinem Usber- stand. Der Kälber- und Schweinemarkt war ruhig; dagegen erfteute sich der Schweinemarkt infolge des kleineren Antriebes lebhafteren Interesses. Der Rebenmarkt war im allgemeinen wieder ruhiger; nur Kälber und Schafe wurden reger gehandelt. Der Gesamtauftrieb bestand aus: 346 Ochsen, 107 Duften, 578 Kühen, 403 Färsen, 1334 Kälbern, 495 Schafen und 5628 Schweinen. Derglichen mit dem Auftrieb der vergangenen Woche waren dem Markte 66 Rinder, 125 Kalber mehr, 35 Schafe, 594 Schweine weniger zugetrieben. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen A 1. 62 bis 66, 2. 58 bis 61, Bl. 54 bis 57, 2. 49 bis 53, C. 45 bis 43; Duften A. 57 bis 60, B. 52 bis 56, Kühe A. 52 bis 56, B. 46 bis 51, C. 39 bis 45, D. 30 bis 36, Färsen A. 61 bis 65, B. 55 bis 60, C. 47 bis 54, Kälber B. 78 bis 81, C. 70 bis 77, D 62 bis 69, Schafe A 1. 50 bis 54, B. 42 bis 49, C. 32 bis 41, Schweine A. 76 bis 79. B. 76 bis 79, C. 75 bis 78, D. 75 bis 78, E. 70 bis 75. Im Vergleich zu den Rotierungen der vergangenen Woche waren Rinder und Kälber bis zu einer Mark teurer, Schafe blieben unverändert; dagegen zogen Schweine im Preise ganz erheblich bis zu 5 Mark pro Zentner an, da die Rachfrage größer als der Auftrieb war. * • Der Saaten st and im Reich Anfang Au g u st. Rach den Derichten des Stati- sttschen Reichsamtes hat die ungewöhnlich lange Regeirperiode im August in dielen Gegenden des Reiches ausgedehnte Flächen unter Wasser gesetzt, so daß die begonnenen Erntearbeiten erhebliche Unterbrechungen erfuhren. Unter Zugrundelegung der Zahlennoten 2 = gut, 3 — mittel, 4 — unter mittel ergibt sich im Rttchsdurchschnitt folgender Saatenstand: Hafer 2,7 (i. D. 2,6), Kartoffel 2,7 (2,7), Zuckerrüben 2.7 (2,8), Runkelrüben 2,6 (2,7), Klee 2,4 (2,4), Luzerne 2,4 (2,5), Bewässerungswiesen 2,3 (2,3), andere Wiesen 2,5 (2,5). * Preußische Erntevorschätzung für Getreide nach dem Stande von Anfang September. Unter Einsetzung der Flächenzahlen, die den vorjährigen unter Berücksichtigung der inzwischen bekannt gewordenen Veränderungen entsprechen, ergibt sich eine voraussichtliche Gesamternte von 17.01 Millionen Doppelzentnern Win- terweizen (gegen 17.7 Millionen zu Anfang August) und von 45.5 Millionen Doppelzentnern Winterroggen (gegen 59.0 Millionen). Der Ausfall beträgt somit gegenüber der Augustvor- schähung beim Weizen etwa 4 v. H., beim Roggen mehr als 7 v. H. * Die amerikanische Anleihe der Deutschen Dank. Der Vertrag über das fünfjährige Darlehen von 25 Millionen Dollar, das die Deutsche Dank mit der Firma Dillon, Read & Co., Reuyork, abgeschlossen hat, wird, wie wir hören, heute unterzeichnet werden. Die Emission der sechsprozentigen Roten, die zu einem Kurse von 99,5 Prozent ausgegeben werden, erfolgt voraussichtlich in der nächsten Woche. Außer der Firma Difton, Read & Co. sind von amerikanischer Seite u. a. die Internattonal Acceptance Bank uni) die Equitable Trust Co. beteiligt. In Europa soften Emissionen wahrscheinlich in Holland und England aufgelegt werden, außerdem soft ein Verkauf in der Schweiz erfolgen, für die eine Emission wegen des dort ^forderlichen Stempels auf den Gesamtbetrag nicht in Frage kommt. In der Verwendung des Kredits hat die Deutsche Bank völlig freie Hand, er wird innerhalb der Kundschaft der Deutschen Dank Verwendung finden, und zwar in erster Linie für die Expvrtindustrie und für solche mittlere Industrieunternehnrungen, die im Auslande nicht genügend bekannt sind, um dort selbst langfristige Kredite aufnehmen zu können. Diese Unternehmungen soften in die Lage versetzt werden, ihre kurzfristigen Kredite in langfristige umzuwandeln. WSR. 60-Millionen-Mark-Anleihe der Stadt Frankfurt a. M. Der Frankfurter Magistrat beantragt bei der Stadtverordnetenversammlung die Genehmigung zur Aufnahme einer 60-Millionen-Mark°Auslandanleihe in fremder Währung. Der Erlös soft zum Weiterbau einer Reibe von bereits in Ausführung befindlichen Anlagen bienen, wie zum Dau der Großmarkthafte, zur Erweiterung und Umwandlung des Elektrizitätswerkes, zur Erweiterung des Straßenbahnnehes und zur Beteiligung an der neu gegründeten Hefrag (Braunkohlen- Schweltraftwett Hessen-Frankfurt A.-G.). In der Anleihe sind 18 Millionen Mark der früheren, aber bis jetzt nur zu einem Teil begebenen Anleihe von 50 Millionen Matt enthalten. • D ie Felten & Guilleaume Carls- Werk A. - G. in Köln-Mülheim erhielt, der „Köln. Ztg." zufolge, vor einigen Tagen einen Auftrag zur Lieferung eines 50 000-Voll-Kabels für Dänemark, das zur Uebettragung elektttscher Energie von Seeland nach Falster Verwendung finden soll. Die Gesellschaft lieferte bereits im Jahre 1925 ein 50 000-Volt°Kabel, das zur Uebettragung elektttscher Energie von den schwedischen Wasserfällen nach Dänematt zwischen Helsingborg und Helsingör angelegt wurde. WSR. 24-Stundenzählung bei der Frankfurter Börse. Der Frankfurter Börsenvorstand hat in Uebereinstimmung mit Berlin beschlossen, auch im Frankfurter Börsenverkehr die 24-Stundenzählung einzuführen. Frankfurter Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Mnaeigers*. Frankfurt, 10. Sept. Tendenz: Behauptet. — Die heutige Börse eröffnete heute bei außerordentlich ruhigem Geschäft, einmal bedingt durch den kleinen Rahmen am Samstag, dann durch das weitere Fehlen der zweiten Hand. Es machte sich eine gewisse Unsicherheit bemerkbar, da die Spekulation zu Gewinnmitnahmen schritt. Demgegenüber wurden zum Wochenschluß auch vereinzelt noch Deckungen vorgenommen. Verstimmend wirkte vor allem der Reichsbankausweis, der nur eine mäßige Entlastung des Instituts zeigt, ferner der preußische Saatenstandsbericht, der eine Verschlechterung der Ernte bekanntgibt. Weiterhin günstig beurteilt wurde dagegen die Dollaronleihe der Deutschen Bank, wobei die Tatsache, daß den Amerikanern keine weiteren Sicherheiten als der Name der Deutschen Bank gegeben wurden, mit besonderer Befriedigung ausgenommen wurde und als Beweis des amerikanischen Vertrauens angesehen wird. Gegenüber der gestrigen Abendbörse ergaben sich bei im allgemeinen behaupteten Kursen nur geringfügige Veränderungen. Bis zu 1 Prost, höher eröffneten Siemens & Halske. Voigt & Haeffner formten bis auf 190 Proz. anziehen, nachdem eine Einigung zwischen der Verwaltung und dem Hannoverschen Bankhaufe nicht erzielt worden ist, scheinen die Käufe wieder fortgesetzt zu werden. Am Renten markte formte sich in Türken weiter ein lebhaftes Geschäft entwickeln, namentlich die Bagdadserien lagen beträchtlich höher. Auch Serben und Bosnier blieben gefragt und fester. Deutsche Anleihen lagen dagegen weiter oernachläfsigt. Im weiteren Börsenverlaiife wurde die Haltung allgemein fester, da sich die Wachenschlußdeckungen verstärkten. Die Kurse konnten um 1 bis 3 Prozent anziehen. I. G. Farben lagen gegen den ersten Kurs 3,5 Proz. und Waldhof 4 Proz. höher. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 5 Proz. reichlich ange- boten, auch Termingeld lag geringfügig leichter. Im Devisenverfehr notierten die Reichsmark gegen London 20,445, Paris gegen London 124,02, Mailand 89,40, Madrid 28,81. Berliner Börse. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 10. Sept. Die heutige Börse war eine ausgesprochene Samstagsbörse. Neue Anregungen lagen nicht vor. Das Publikum fehlt völlig am Markte, so daß die Spekulation unter s i ch ist. Das Geschäft ist daher sehr beschränkt. Zu den ersten Kursen lagen einige kleine Deckungskäuse vor, doch blieb die Haltung nicht ttrcheitlich bei Schwankungen von 1 bis 2 Proz. nach beiden Seiten. Berger-Tiestiau konnten 9 Prozent gewinnen. Am Geldmarkt hörte man Tagesgeld mit 4j bis 7 Proz., es war aber teilroeife auch zu 4,5 Prvzmt stark angeboten. Manatsgeld unverändert 7$ bis 8} Prozent. Der heute fällige Reichsbankausweis ist der Börse teilweise schon bekannt und übte keinen Einfluß auf die unsichere Haltung aus. An den Rentenmärkten herrschte nach wie vor Geschäftsstille, eine Tendenz ist noch nickst erfennbar. Im Verlaufe blieb die Stimmung sehr unsicher, doch wurde sie später allgemein fester und lebhafter. Spritwerte konnten bis 4 Proz., Bemberg 7 Proz. und Glanzstoff sogar 17 Prozent gewinnen. I. G. Farben und Siemens zogen 3 Proz. an. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlofsenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuh 7 Prozent. Frankfurt a M Berlin Frankfurt a.M Berlin Frankfurt a.M | Berlin Berlin. 9 Septbr- Md Brief französische Noten...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr-, itioo Krönen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten...... Devisenmarkt Berlin Telegraphische 1K745 167,96 29,86 1)9,86 69.10 2,57 112,42 80,79 70,69 12,40 73,29 —Frcmkfurl Auszah iOl 168,64 22,96 110,80 59,34 2,50 112,88 81,11 70,71 12,46 73,59 a. M. ff uns. Schluh. Kurs I'Uhr. Kurs Schluß» Kurs Anfang Kurs Schlug Kurs I -Uhr- Kurs Sustutz^ Anfang Kurs l Kurs Schluß- Kurs । 1-Uhr. | Ains Schluh- Kurs .Anfang 1 Kurs Datum: 9. 9. 10. 9. 9. 9. 10. 9. Datum: 9. 9. | 10. 9. 9. 9. | 10. 9. Datum: 9.9. 10. 9. 9. 9. 10. 9, Wo Dk Reichsanleihe v. 1927 Dt. Anl Ablvs. Schuld mit Auslos -Rechten . . Desal. ohne AuSlos.-Rechten 7°/0 Franst. Hnp.-Bl. Go dpf unkündbar ms 1952 .... «'/»’/o Rheinische Hhp -Bank Stqa -Goldpf..... EI- E- G dbg. Borkriegs-Ob ligationen. rückzahlbar 1932 4% Schwei;. Bundcsb.-Anl. 4°/0 Oesterelchischc Goldrtc. . 4,2(/>/n Oesterreich. Silberne. . 4u/o Oesterreich, cinbeitl. Rte 4% Ungarische Goldrte. . . 4% Ungarische StaatSr. v. 1910 4'/«% desgl. von 1913 .... 4% Ungarische Kronenrtc . . 4% Türk. Zollanleihe v 1911 4% Türk. Bagdadbahn-Anl Serie I....... 4°/o desgl. Serie 11..... 4% Rumänen conbert Rte: 4'/,°/o Rumänen Goldanl. . von 1913 ...... . Alla Deutsche Eisenbahn .4'/, Hamburg-Amerika Palet. . 6 Hamb-Südam Tampisch. .8 Hansa Dampfschiff • • .6 Norddeutscher Lloyd . . 6 Allg. Deutsche Crcditanst.. 10 Barm.r Bankverein 10 Berliner Hande lSyeselllch. 12 Commerz- und Pnvat-Dk. 11 Darmst. u. Nationalbank. 12 Deutsche Dank......io DiLkonto-Gesellschaft Eint. 10 Dresdner Bank......10 Mitteldeutsche Credilbank 9 Metallbank.........8 ReichSdank.....Hl 87.1 64,95 14,65 s 26,15 23 24 2.25 14 14.75 13,9 5 15 82 146 146,5 141,6 110 236 171 ?25 161,5 155.5 160,75 235 139.5 172.75 1 o?I3 1 1 1(11111111 LÄ ' | | 1 I 1 1 15'°-^ l SS'°^ S • - . • « o .«>o -Na.- H S— tn'"' " k «o 87,5 65,1 14,7 26,9 5,25 23,65 2.3 13,25 14,5 13,75 15 83.5 145,25 215,25 223 146.25 142.25 140.5 240 168.75 225 161.5 154.65 160 240 139.5 169,25 — 55,1 14 8 i 16 14 84 145 216,a 225.5 147 142,25 141 168,75 225 161 5 153.5 160,5 241,5 170 «.EG.. . . ......7 Bergmann..........8 Elektr. Lieferungen.... 10 Licht und Kraft......10 Felten L Guilleaume . . . . 6 Ges. f. Elektr- Untern. . . 10 Hamb. Elektr. Werke ... 10 Rhein. Elektr. ....... 8 Schles. 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Farben-Jndustrie. 10 Dynamit Nobel ......0 Scheideanstalt........8 Goldschmidt.........5 Rütgerswcrke ....... .o Metallgesellschaft.....10 179,75 188,76 177.5 202 135.25 263 159,3 197 282 169 107.5 118 151 199,25 256,5 152 167,25 124 91 <11 242 187.5 166 124.25 33 167.25 178.25 23a 286,5 211,5 129 95 184 179 187,5 182,5 200,5 261,5 160 197 283 170 106 147 151.25 199.5 152 167 125 110.5 242 187.5 167 124,25 166.25 176,25 287,75 127.5 93 179,4 188.9 182,5 203 134.5 262.5 162.5 159 197 383,55 170 107,25 147,75 151.75 199 256 152 167,13 124 94 100.5 HO 241,5 185.5 166.5 124,65 32.75 167 176.5 240,5 286 137,25 129 94,25 179,75 187,5 184.5 200,5 261.25 169,5 169 197 283.25 131 170 106 146.9 156,5 151.5 199,5 168.5 152 169.25 167,75 1U,75 94 101 110.25 242 188 167 124 25 32,9 165.75 176,75 228 287,25 137 128,75 94 Vlniivv Holzmann . . Heidelberger Ccment . Cement Karlstadt. . . 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Prämtierungsplan und Anmeldeformulare sind vom 15. September ab auf der Bürgermeisterei erhältlich. Anmeldungen zur Prämiierung müssen bis zum 15. Oktober erfolgt sein: später einlaufende Anmeldungen können nicht berücksichtigt werden. Aus Anlaß des Marktes soll auch eine Ausstellung von landwirtschaftlichen Geraten (Maschinen, Wagen, Geschirren usw.) veranstaltet werden. Anmeldungen hierzu sind gleichfalls bis zum 15. Oktober an die Bürgermeisterei vorgunehmen. Friedberg, den 1. September 1927. Der Bürgermeister 8i<»d 2. D. Repp. Kleiderschränke ein-, zwei- und Ztürig eiche, nuhbaum, weih Teilzahlung