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WL'*,rl£ $erW r:W a> '•* '2a»SSV isch^.-xher. L/ htefoHS^XZ— ^ant2- 2untt6rt rtci561 ipete«-6' isfl” in. Nr. 58 (Erftcs Blatt 177. Jahrgang Donnerstag, 10. März 1927 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen vn»d> immer stark von der Auffassung Frankreichs und Englands abweicht. Die spanische Regierung verlangt nicht mehr die Einverleibung Tangers oder des Hinterlandes von Tanger in die spanische <5one. hält aber ihre Forderung auf Derwal- * ung Sanger« durch spanifchc Be - amte aufrecht und fordert weiter, dah der Vertreter des Sultans Mendub nicht mehr vom Sultan, sondern vom Pascha der spanischen Zone ernannt werden soll. Die Kon- 'erenz dürfte jetzt für einige Tage unterbrochen werden, um der französischen Delegation Zeit zu geben, die spanische Rote zu prüfen. Jur Verhaftung eines Deutschen in Tanger. Berlin. 9. Marz. (Priv.-Tel des G 2.) Wie uns zu der Verhaftung eines deutschen Kaufmanns in Tanger berichtet wird, ist die Rechtslage fo. dah der Sultan auf Grund des Versailler Vertrages ein Verbot der Einreise für Deutsche erlassen hat. Darin 'ind alle Deutschen in Spanien wiederholt erinnert worden. Von feiten der Reichsregierung sind jetzt Schritte in Paris unternommen worden, um eine Freilassung des Deutschen zu erreichen, die einen Erfolg versprechen. Man darf auch hoffen, dah in absehbarer Zeit eine Aufhebung des ganzen Verbotes anlählich der demsch-sranzösischen Handelsvertragsverhand- langen erreicht werden wird. Deutschland und der transatlantische Luftverkehr (Eigener Bericht des ,Gieh Anz") Berlin, 9. Mörz. Die Perhandlungen. ote gegenwärtig zwischen den Deutschen Zeppeiniwerken und der spanischen Regierung über die Einrichtung eines transatlantischen Luftverkehrs zwischen seoilla und Südamerika geführt werden, werden, wie wir von gutunterrichteter Seite er» rabren, aller Wahrscheinlichkeit nach noch in diesem 2Jlonat zum Abfchluh kommen, ,o daß man tn Balbe mit der Unterzeichnung der Verträge und Lizenzen von beiden Benragstontra- Werks eine Arbcits nate Gcfän der ......... . rbcitsaemeinschast auf be- rufßftänbigcm Boden, 3ebc der beiden Organisationen behält ihre vollständige wirtschaftliche und staatspolitischc Bewegungsfreiheit. Die Art des gemeinsamen Dorgehens soll je nach den herrschenden Derhältnissen vereinbart werden. esse, zu erfahren, welche Beweggründe die Mitglieder der Filmprüfstelle zu ihrem unverständlichen Beschluß geführt haben. Arbeitsgemeinschaft zwischen Reichslandbund und Handwerk. Berlin, 9. März. (Wolff.) Zur Herbeiführung einer Arbeitsgemeinschaft zwischen dem Rcichslandbund und dem Reichsver- band des deutschen Handwerks haben die beiden Verbände nach einer Berliner Korrespondenz nachstehendes Abkommen getroffen: 3n dem gemeinsamen Streben. daS bodenständig« Handwerk und die bodenständige Landwirtschaft gegenüber der internationalen Vertrustung und der kapitalistischen Mobilisierung der Wirtschaft zu verteidigen. vereinbaren hiermit der Rcichslandbund e. V. und der Reichsverband des deutschen Hand- gung zwischen den Regierungsparteien herbeizuführen. um dann mit der Regierung selbst einen Weg zur Erfüllung der dringendsten Wünsch« zu finden. Die Besprechung des Reichskabinetts über die Auswertungsfrage soll zunächst zu dem Ergebnis geführt haben, daß Reichsjustizmmister H e r g t morgen im Rechtsausschuß des Reichstages eine Regierungserklärung darüber abgeben werde, in welcher Weise das Kabinett einen Ausbau der Auswectungsgesetzgebung, insbesondere hinsichtlich einer Beschleunigung t:r Auszahlung an d ie A n l e i h e a l t b e - s i tz e r . für möglich haft. Monate zwei---.. - sicherungsbetruges acht Monate Desang- nis. zusammengezogen zu insgesamt ein Jahr Gefängnis, die durch die Untersuchungshaft als verbüßt zu erachten ist. Der Haftbefehl ist aufzuheben. Gegen den Angeklagten Jürgen» wegen Meineides zwei Jahr« Zuchthaus, wegen Versicherungsbetruges 16 Monate Gefängnis, wegen falscher Anschuldigung drei Monate Gefängnis. Die einzelnen Strafen sollen in zwei Jahre sechs Monate Zuchthaus zusammengezogen werden, von der ein Jahr durch die Untersuchungshaft verbüßt sein soll. Ferner beantragte er bei Jürgens auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte für fünf Jahre und Eidesuntähigkeit zu erkennen. Die Steuerreform. Der Reichsfinanzminister im Reichshaushaitsausschufi Seltsame Filmpolitik. Berlin, 9. März. (Priv.-Tel. des „Gieß. Anz.") Nach einer in Berlin vorliegenden Meldung der „Neuyorker Staatszeitung" aus San Franzisko hat der dortige deutsche Generalkonsul telegraphisch bei dem deutschen Botschafter von Malyan gegen einen in San Franzisko gespielten antideutschen H e tz f 11 m „Men of purpose“ protestiert. In dem Film wird u. a. eine Szene gezeigt, in der eine große deutsche Granate mit der Aufschrift .'.Gott mit uns" vor einem Kruzifix liegt. Der Gekreuzigte liest die Inschrift, blickt einen Augenblick kopfschüttelnd auf und läßt dann den Kops sinken. — Dazu ein deutsches Gegenstück: Die Berliner Filmprüfstelle hat den FUm „Land unterm Kreuz", der die kulturelle Entwickluckg Oberschlefiens und besten Schicksalstampf zeigt, nicht freigcgeben, trotzdem Vertreter des Auswärtigen Amtes bei dec Vorführung keinen Einwand erhoben haben sollen. — Also draußen in der Welt fabriziert man Hetzfilme übelster Art gegen Deutschland, während in Deutschland selbst Kulturfilme von historischer Wahrheit nerboten werden. Es wäre von großem Inter henten rechne« kann. Gegenwärtig weift Dr. Eckener und mehrere Herren von der Friedrichshafener Werft in Madrid, um mit den dortigen Regierunas- stellen über die von der Regierung geforderten Unterlagen zu verhandeln. Die Friedrichshafener Werst hat den Auftrag erhalten, Berechnungen über tue Kosten eines Luftlchifsahrtunternehmens Spanien- Südamerika anzustellen. Gegenwärtig sind eine Reihe Friedrichshafener Techniker an der spanischen Küste damit beschäftigt, Beobachtungen nautischer und meteorologiicher Art zu machen. In Friedrichs- Hasen selbst wird zur Zeit, wie uns berichtet wird, an der Vollendung des Probeschiffes^ ge- nroeitet, das voraussichtlich schon im nächsten Frühjahr Probefahrten zwischen Sevilla und Buenos Aires unternehmen wird. Das Arbeitszeitproblem. Rentabilisierung durch Nationalisierung? (Eigener Bericht des „Gieß. Anz.") Berlin, 9. März. Daß eine Regelung der Arbeitszeit nach vielerlei Seiten hin notwendig ist. rst an dieser Stelle schon des mehrfachen betont worden, wenn dabei auch jedesmal darauf hmgewresen wurde, daß einer solchen Schematisierung wiederum die größten Bedenken gegenüberstehen müssen. Run hat in der Presse ein außerordentlich heftiger Kampf der Meinungen über das Arbeitszeitnotgeseh, kurz bevor es dem Reichsrat vorgelegt werden soll, eingesetzt. Diese Auseinandersetzungen sind sogar soweit gegangen, daß man in parlamentarischen Kreisen hören konnte, die Reichsregierung würde bereits erwägen, den Entwurf zurückzuziehen. eine Rachricht. die allerdings inzwischen wieder dementiert wurde. Das ganze Hin und Her der Meinungen zeigt aber aufs deutlichste, daß eine Schematisierung überhaupt nicht in Frage kommen kann. Gewiß ist dem Zentrumsabgeordneten Stegerwald insofern Recht zu geben, daß. wie er aussührt. die Existenz von fünferlei Arbeitszeiten eine Ungerechtigkeit in vieler Hinsicht ist. Auch hat Stegerwald recht, daß gegenwärtig für diejenigen, die am schwersten arbeiten müssen, die längste Arbeitszeit besteht. Es ist aber irrig, wenn er glaubt, durch das Arbeitszeitnotgeseh der Erwerbslosigkeit zu steuern. Zunächst einmal steht doch fest. daß. um das moderne Schlagwort gebrauchen, eine Sozialisierung her Arbeitskraft des Menschen nicht nur taktisch, sondern auch psychologisch vollkommen unmöglich ist. Erstens einmal wird dadurch unbedingt in den meisten Betrieben eine Disqualifizierung her menschlichen Arbeit erreicht. Zweitens aber läßt sich die Arbeitstätigkeit niemals in der Form verteilen, daß man. wen gst ens in den meisten Betrieben, die Arbeiter wie Maschinentelle auswechselt: und schließlich ist die freiwillige Mehrarbeit ein Faktor, der wohl eine entsprechende Gratifikation erhalten muh. der aber im Interesse der Rentabilität der Wirtschaft nicht durch gesetzgeberische Maßnahmen ausgemerzt werden kann. In unserer sozialpolitischen Gesetzgebungsarbeit ist, und daran scheitert ihre ganze Wirksamkeit. der logische Grundfehler gemacht worden, daß man in der Frage deS Arbeitsschutzes die Frage der Schematisierung der Arbeit-- zeit in den Vordergrund drängte. Die Lösung des Problems Hai vielmehr dahin zu gehen, dem Arbeiter seinen Anteil an dem Erfolgen ,’er Rationalisierung in den Betrieben sicherzustellen und dadurch feiner Arbeit den Wert zu verleihen, der ihr zukommt, anstatt seine Arbeit zu drosseln. Die sozialpolitische Gesetzgebung ist hier den extremen Bestrebungen unterlegen und dürste auch niemals zu einem Erfolg kommen, wenn sie nickt schnellstens einlenft und mit mehr Sachlichkeit an die Lösung der (fragen herangeht. Schon Stegerwald muß deshalb bekennen, daß die Arbeitszeit wohl ein bedeutender Produktionsfaktor, aber nicht der einzige sei. Die Tüchtigkeit der Unternehmer, die verstärkte Jnteressierung der Arbeiter am Betrieb und an der Wirtschaft, die Steigerung der Arbeitsfreudigkeit usw. seien ebenso wichtig. Dieses Geständnis Slegerwalds weicht aller- ' hings erheblich von feinen übrigen Forderungen ab. Es beweist aber, daß eine Rentabllisierung her Arbeit durch eine Rationalisierung in der Arbeitszeit eben nicht zu erreichen ist. wenn man in diesem Schematismus den Faktor des Arbeitswertes vollkommen übersieht. $05ialbebatte im Reichstag. Berlin. 9. März. (D.D.Z.) Vizepräsident G r ä f - Thüringen eröffnet die Sitzung mit herzlichen Worten des Glückwunsches für den Präsidenten Lobe, in dessen Gesundheitszustand eine entscheidende Wende zum Besseren eingetreten sei. Er bittet um die Ermächtigung, dem Genesenden die Glückwünsche des ganzen Hauses übermitteln zu dürfen (Beifall), mit dem Ausdruck der Hoffnung, den Präsidenten bald wieder im Reichstag begrüßen zu können. Die zweite Lesung des Haushalts des Reichsarbeitsministeriums wird fortgesetzt. Abg. Lambach (Dntl.): Die Bildung einer Mehrheitsregierung werde hoffentlich dahin wirken. daß die in Vorbereitung befindlichen sozialen Gesetze aus einem Guß entstehen. Den großen Gesichtspunkt für die einheitliche Gestaltung dieser Gesetzgebung könne man finden in her gleichberechtigten Eingliederung der Arbeitnehmer in das politische. wirtschaftliche und soziale Leben. Alle sozialpolitische Arbeit werde überschattet von der Erwerbslosigkeit. Man könne fern Problem nur zu Leibe gehen, wenn man sich vergegenwärtige, daß etwa ein Drittel unseres Volkes nur davon lebe, daß es die nötigen Rahrungsmittel vom Auslände pumpe, obwohl unser eigener Acker doch noch viel mehr Rührung bergeben könnte. Die wissenschaftlichen und technischen Vorbedingungen für die Hebung der deutschen Landwirtschaft seien bereits vorhanden, nur die Rentabilität für neue landwirt- viel unfruchtbare Arbeit geleistet. Starke Erbitterung herrsche über die Steuerschnüffelei. Abg. Seif fett (Völl.) beklagt das tlein- liche Voraehen der Zollverwaltung und teilt unter großer Heiterkeit mit. daß anläßlich der Amerikareise einer Riege der Deutschen Turner- schaft die Zollverwaltung für zwei turnerische Chrenkr ä nze 8.50 Mark Zoll verlangt hat. . Ä, ReichSfinanzminlster Dr. Kohler erwiderte, daß der Zollnachlah aus Billigkcits- grünöen so dezentralisiert werden solle, daß Beschwerden dieser Act in Zukunft unmöglich würden. Wehr als 2000 neue Beamte würden nicht nötig fein, weil durch die beabsichtigten Verein- fachungsmaßnahmen eine Arbeitsverminderung erzielt werde. Bei dec Einheitsbewertung wird die Reichssinanzverwaltung unbeirrt den Weg gehen, der ihr durch die Gesetze vorycschrieben ist. 3m ganzen Deutschen Reich sei die Bereitwilligkeit zum Steuerzahlen durchaus gleichmäßig verteilt. (Heiterkeit). Maßnahmen für ein besseres Zusammenarbeiten der Reichs- und Landesfinanzbehörden sollen das Ziel der Arbeit in den nächsten Monaten sein. Bei der Einrichtung der D uchp r ü f u n g hat sich die Mischung von Beamten und Vertretern anderer Berufe gut bewährt. Soweit irgend möglich, soll ein reibungs'oses Zusammenarbeiten zwischen den Steuerpflichtigen und den Buchprüfern erzielt werden. Keine Berechtigung haben die Vermutungen, daß nur kleine und mittlere Betriebe geprüft würden, während die großen davon frei feien. Ich bin gern bereit, Beamte, die anläßlich des Abbaues in den einstweiligen Ruhestand verseht wurden, wieder einzustellen. Aber die Auswahl der für die Finanzverwaltung geeigneten Kräfte müssen Sie mir überlassen Die Steuereinlreibung. , Berlin. 10. März. (Priv.-Tel.) Zu der Forderung des Reichsfinanzministers Dr. Köhler. ihm 2000 neue Finanzbeamte zu bewilligen, wird von sachverständiger Seite versichert. daß die Steuereinnahmen bei restloser Durchführung dec Gesetze um weit über 100 Millionen steigen werden, während die 2000 Beamten, selbst wenn man sie, was ein hoher Durchschnitt wäre, mit 5000 Mark pro Mann und Fahr einseyt. nurlOMillionenMehr- ausgaben verursachen werden. Eine geregelte Durchführung der Steuererhebung sei geradezu eine Vorbedingung für eine zukünftige Senkung der Steuersätze. würde. Der Redner fordert eine Lockerung her Wohnungszwangswirtschaft. Die Mietpreise müßten allmählich der Lage des Wohnungsmarktes angepaßt werden. Da die große Masse heute schlechter lebe als vor dem Kriege, sei es ein Gebot der Gerechtigkeit, die Wohlhabenden stärker zum Ausgleich der Rot heranzuziehen. Das Kapitel „Arbeitsministerium" wird angenommen. Die Beratung und Beschlußfassung über den restlichen Haushalt wird auf Donnerstag vertagt Umwandlung derNoggen- schuldeninGoldmarkschulden Berlin. 9. März. (WB.) 3m Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft wurt-c am 9. März mit den Vertretungen dec Real- kreditinstitute die Lage der mit Roggenwert- schulden belasteten landwirtschaftlichen Kreise erörtert. Es wurde festgestellt, daß die Umwandlung von Rvggenschulden in Goldmarkschulden i m stLndigen Fortschreiten begriffen sei. Die Kreditinstitute sind bereit, diese Entwicklung, die eine fortschreitende Abwendung von einem aus der Inflationszeit und Stabllisierungszeit übernommenen und, gemessen an der Währung, beträchtlichen Schwankungen ausgesetzten Kredll- maßstabe bedeutet, ihrerseits zu fördern und zu erleichtern. Allgemeine ilebereinftimmung bestand darüber, daß ein gesetzgeberischer Eingriff in die verbrieften Rechte der Roggenpsandbrief- befibet nicht in Betracht kommt. Die AnleiHeallbefitzer. Berlin, 9. März. (D. D. Z.) Heute nachmittag traten, die Führer der Regierungs- Parteien im Reichstag zu einer Besprechung zusammen, die sich in der Hauptsache damit befaßte, bis zu welcher Grenze die Aufwertungsbestimmungen — vor allem für die Altbesitzer — günstiger ge st al te t werden können. Es wird versucht, eine Derständi- eyaftliche Anlagen sei noch nicht geschaffen. Die nf gültige ilcbertoinöung der Arbeitslosigkeit ci jehod) nur auf diesem Wege möglich. Die Arbeitslosenversicherung fei unter 'tn -'otttigen Verhältnissen ein hoffnungsloses llnt.-rneynen. Uchrigens solle man Selbst- ? i l f c. sie schon bestehe durch die obliga- .rische Akeitslosenversicherung nicht erdrosseln. Mit dem fch^natischen Achtstundentag würde man bas Wirtschaftsleben vergewaltigen. .Sehr rich- g! rechts.) 2lber in den Großbanken könne man ohne Enbuße für die Wirtfckoftl.chke t des Unternehme^ mehr Angestellte beschäftigen. Der große Streit'm England habe bewiesen daß wir 3m Prozeß gegen den früheren Landgerichtsdirektor Jürgens aus Stargard und seine Frau stellte der Oberstaatsanwalt nach fast dreistüw- higer Anklagerede folgende Anträge: Gegen Frau Jürgens wegen Meineides fünf Mv - ~ - igniS, toegen Betruges vier Wochen Gefängnis, wegen Der- mit unserem Schlichtungswesen auf dem rechten Wege sind. Der Kreis der tariffähigen Gewerkschaften sei allerdings au eng umschrieben. Man dürse den Konkurrenzkampf zwischen den Koalitionen um die Seelen der Arbeiter nicht beschränken. Auch neugebildete Gewerkschaften müßten ihre Daseinsberechtigung beweisen können. Abg. Erkelenz (Dem.) betonte, daß die Rationalisierung in den V/2 3ahren seit der StinneskrisiS gut vorwärts gekommen sei. Es dürfe aber nicht vergessen toerhen, daß zahlreiche größere Betriebe hinsichtlich der technischen Modernisierung noch in den Kinderschuhen stecken. Die Rationaftfierung der Betriebe und der Absatz her rationalisierten Produkte erfordere bei Unternehmern, Arbeitern und Verbrauchern eine gewisse geistige Umstellung, für die planmäßige propagandistische Arbeit geleistet werden müsse. Während das Reichskuratorium für Wirtschaftlichkeit sich dieser Aufgabe mit großem Fleiß und Geschick annehme, sei bei den führenden Staatsmännern eine solche propagandistische Rachhilfe zu vermissen. Da die Rationalisierung vorübergehend die Arbeitslosigkeit vermehre, müsse der Arbeiterschaft die volkswirtschaftliche Bedeutung dieser Maßnahme klargemacht werden. Der gute Wille der Arbeiter sei bei der Modernisierung der Betriebe von großer Bedeutung und könne auf die Dauer nur yergestellt werden, wenn die Vorteile der Rationalisierung auch den Arbeitnehmern zugute kämen. Man müsse bedenken, daß der nötige Absatz nur gesichert werden könne, wenn die Kaufkraft der Devöllerung mindestens ebenso steige, wie die Produktionsvermehrung. 3n der Praxis sei eine nachhaltige Wirkung von der Silverbergschen Taktik nicht zu spüren. Es sei nicht einmal gelungen, beim Arbeitszeitnotgeseh zwischen Unternehmern und Arbeitern Besprechungen und Verständigungen herbeizuführen. Wenn hier nicht schleunigst eine Umkehr erfolge, so werde Deutschland bald von schweren sozialen Kämpfen. Streik und Aussperrungen erschüttert werden. _ Abg. Beier- Dresden (Wirtsch. Dgg.) tritt gleichfalls für die Kultivierung des noch unbebauten Bodens und namentlich für die Besiedlung Ostpreußens ein, wo sich die Polen festzusetzen versuchten. Man solle nicht der Reichsbahn durch Kanalbauten Konkurrenz machen, sondern lieber die Arbeitslosen bei Strahenbauten beschäftigen. Ueber stunden müsse* man vermeiden. wenn nötig, durch gesetzliche Maßnahmen. Staat und Gemeinden feilten Handwerk und Gewerbe durch Aufträge unterstützen. Die M i e t - zins st euer dürse überhaupt nicht für Verwaltungsausgaben verwendet werden, sie müsse zum Teil auch den Hausbesitzern für Instondsehungs- arbeiten zur Verfügung gestellt werden. Die Ausdehnung der Sozialversicherung auf die Kleingewerbetreibenden lehnten die Meister selbst ab. Sie hätten bereits ihre freiwilligen Derfiche- rungskassen. Abgeordneter Schwarzer (Bahr. Vollsp.): Die Arbeitslosigkeit könne man nur durch Hebung der Kaufkraft durch Modemisierung der Betriebe bekämpfen. Die Schablone des Acht- stunderftages könne für die Regierungsparteien nicht in Frage lammen. Ucbcrmäfngc Uebcrarbeit müsse aber verhindert werden. Die 48-Stunden- Woche sei erst diskutabel, wenn sie auch in den andern Industrieländern durchgeführt werde. In der Frage der Invaliden reuten müsse man sich auf eine mäßige Rentenerhöhung und einen gerechten Ausgleich beschränken. Beitragserhöhungen müßten durch Lohnerhöhungen wettgemacht werden. Deshalb muffe man Reichszuschüsfe erwägen. um der dringendsten Rot der Jnvaliden- rentner zu steuern. Die Kriegs- und Kleinrentner verlangen, das Reich solle die Fürsorge für sie übernehmen, weil die Gemeinden zu Elein- lich feien. Das fei unmöglich, weil es das Reich von neuem mit etwa einer Milliarde belasten Die Wahlreform in Frankreich. P a r i S. 9. März. (WTB.) Pach dem.Eoir" wird Innenminister Sarraut morgen die Wahlrechtsvorlage dem Parlament unterbreiten. Hiernach wird vorgeschlagen, auf her Grundlage der Arrondissement-Einteilung von 1914 die Einer-Wahlen wieder einzuführen. 100 OOO Bewohner wählen einen Abgeordneten. Kein Wahlbezirk darf weniger alS 40 000 Bewohner enthalten. Die neue Kammer wird nach her Vorlage 587 Abgeordnete, also drei weniger als die jetzige Kammer, enthalten. Für den Fall, daß ein Wahlbezirk mehr alS 100 OOO Einwohner zählt, wird für jede« begonnene Hunderttausend ein neuer Abgeordneter zu wählen fein. Wahlbezirke, die weniger als 40 000 Wähler enthalten, werden miteinander verbunden. Die Stichwahlen sollen in Zukunft nicht 14 Tage nach der Wahl stattfinden, sondern 8 Tage später. Der niederländisch-belgische Vertrag. Haag. 9. März. (WTB.) Bei der heutigen Behandlung des Vertrages mit Belgien in der Ersten holländischen Kammer kamen je ein Redner der Sozialdemokraten. deS Freihe'.ts- bundes der Katholiken und der Ehristlich-Histo- rischeu zu Worte, die sich alle vier gegen die Ratifizierung des Vertrages aussprachen. Der belgische Außenminister Vander- velde hatte geltem abend in Genf eine lange Unterredung mit Chamberlain über den niederländisch-belgischen Vertrag, wobei besonders die Folgen einer Ablehnu na dieses Vertrages durch die niederländische Erste Kammer besprochen worden feien. Aus aller Welt. Tas Erdbeben in Japan. Der letzte Bericht des Innenministerium- besagt, daß hem Erdbeben 4774 Personen -um Opfer gefallen feien, davon allein In Kyoto 1699 Die Stadt Kobe ist von dem Erdbeben nicht in Mitleidenschaft gezogen worden. DaS Zentrum des Erdbebens liegt etwa 100 Kilometer n&rh- 1 i ch von Kobe. Besonders stark mitgenommen I sind sechs Ortschaften, in denen mehr alS 3000 Personen umS Leben gekommen find. DaS Dors Amina, das eine Bevölkerung von 4000 Menschen hat. ist fast ganz zerstört. Ein neu- gebaute« Theater stürzte dort ein, und eS brach Feuer aus. bei dem 200 Menschen daS Leben einbüßten und 500 verletzt wurden. Auch in Amerika Erdbebenwellen. 3n Toncord (New-Hampshire) wurde ein leichter Erdstoß verspürt. Die Häuser wurden erschüttert, uni) eine Anzahl Personen, die sich bereits schlafen gelegt hatten, bereitete sich vor, ihre Häuser zu ocr» lassen. Meldungen über Schäden liegen nicht vor. Auf Kuba erfolgten während dec vergangenen Woche sortgesetzte Erderfckütterungen. Die Bevölkerung im Osten der Insel ist im Zustand dauern- den Schreckens. In Santiago de Cuba wurde der fünfzehnte Erdstoß in drei Tagen gestern nachmittag verspürt. Der Strafantrag im Dücgensprozetz. Berlin, 9. März. (DDZ.) Der Haus- haltsausschuß des Reichstages begann die Etat- beratung des Reichsfinanzministeriums. Berichterstatter Abg. Dr. Oberfohren (Dn.) gibt einen Ueberblid über die Veränderungen des Etats seit dem Vorjahre. Der Mehrbedarf liege vorwiegend in den sachlichen Ausgaben der Auhenverwaltung. Die Mehrausgaben würden durch Ersparnisse in dem Personaletat zum Teil wieder ausgeglichen. Das Bestreben, die Zahl der Finanzämter zu verringern, müffe intensiviert werden. Eine Auffrischung des Personals sei dringend nötig. Die Beförderungsverhäftnisse müßten gebessert werden. Mitberichterstatter Abg. Dr. Hertz (Soz.) hält Einsparungen an Personal der Finanzämter angesichts der Ucßerlaftung zunächst für fein Mittel, eine Verbesserung herbeizuführen. Der Uebcrbelaftung der Finanzämter müsse aber ein Ende gemacht werden. Reichsfinanzmini st er Dr. Köhler erflärt, die Uebcrbelaftung sei so groß, daß man in letzter Zeit mehrere Taufend Aushelfer wiederum Hobe einstellen müssen. Ohne sofortige Einstellung neuer Arbeitskräfte im Außendienst — und zwar mindestens 2000 — könne er nicht mehr für die geordnete Abwickelung der Geschäfte garantieren. Er brauche vor allem neue Deranlagungsbeämte und neue Vollstreckungsbeamte. Abg. Dr. Cremer (D. Vp.): Man möge erfragen, ob nicht der richtige Weg der fei. den Bayern beschritten habe, nämlich die Einziehung aller Abgaben gewifsermahen bei einer Stelle zu zentralisieren. Dieser Weg würde vielleicht besser sein als der. die ginai-jämter lediglich auf die Aufgaben zu beschränken, die das Reich ihnen zuweise. Den Rachprüfungsdienst bei gewissen Stellen zu zentralisieren, um eine Einheitlichkeit zu erzielen, erscheine ihm als ein fruchtbarer Gedanke. Zu prüfen wäre, ob die Steuerzinsen, die jetzt mit 10 Prozent recht hoch seien, nicht herabgemindert werden könnten. Abg. Schmidt-Stettin (Dn.) vertrat den Standpunkt, daß durch organisatorische Mo nahmen der Personalbestand des Reichsfinanz - ministeriums weiter vermindert werden könne. Man müsse die Warte st andsbeamten wieder beschäftigen, oder bei Weigerung zum Wicd:reintritt die nötigen Konsequenzen ziehen. Abg. (Bormann (Wirtsch. (Bereinigung) glaubte, daß die Uebcrbelaftung der Finanzämter in der Hauptsache an dem herrschenden Bureaukratismus liege. Es werde sehr Furtwängler in Washington. Der Leiter dec Berliner Philharmonischen Monierte und Nachfolger Nikischs am Leipziger Gewandhaus W. Furtwängler dirigierte in Wa'hing- ton vor vollbesetztem Haus« und unter großem Beifall ein Konzert, bei dem hauptsächlich Werke deutscher Mei st er gespielt wurden. Dem Konzen wohnten das diplomatische Korps und die Mitglieder der Regierung bei. Am Abend veranstaltete der deutsche Botschafter ein Essen und Empfang zu Ehren Furtwänglers. Folgenschwere Alkoholvergiftungen. In einem Dorfe in Ostgalizien kam es neuerlich zu einer Masienoergistung durch den Genuß von ungereinigtem Spiritus. Eine aus ungefähr 5Ti Köpfen bestehende Hochzeitsgesellschaft er- krankte an schweren Dergiftungserscheinunaen. Zehn Personen sind inzwischen gestorben. Zwei Kaufleute, die den Branntwein verkauft hatten, wurden oer- haftet. x Wettervoraussage. Bedeckt, zeitweise wolkig, nachts leichter Bodenfrost, tagsüber kühl und trocken. Gestrige Tagcstemperaturen: Maximum: 8PGr Celsius. Minimum: Minus 0,b Grad Celsius. Heutige Morgc-ntemperatur: Minus 1,7 Krad Celsius- Dorm-DlÄt Shthfrerstopfung 35; Oberstleutnant Tageskalender für 5) o n n c r e t a g Goethe-Bund 8 llbr. Saal de» früheren Hotel» Einhorn. Vortrag Frank Thieß. Oberhessifchcr Wer seine Gesundheit lieb hat. und Ver- Pfd. MX IM LOO Pfd. Mk. LOO MO LOO 40; bi» Wenn wir einen ganzen Winter lang vielzuviel Fleisch, Wurst, Eier, Käse, Hülsenfruchte. Kuchen usw. gegessen und sonst in Speise und Trank gesündigt beben; wenn wir Jahrzehnte hindurch unseren Körper verunreinigt, verschlackt, versauert und verstopft haben; wenn unsere Verdauung schwach und unser Darm träge, arbeitsunfähig geworden ist, dann wird es höchste Zeit, den Körper durch eine Früh- jabrsdiät auf das lebende, reinigende und verjüngende Prinzip der Mutter Natur einzustellen, um den verschlackten Körper zu entgiften. Wer die Stimme der Natur aber nicht versteht, wer das Frühjahr nicht nutzt — — Im Sommer und Winter ist kein Frühling mehr. Literatur und BroteUa-Kochbud» kostenfrei. In allen Fachgeschäften. Fahr.: Wilhelm Hiller, Hannover Auffrischung, Reinigung, Entgiftung jüngung des ganzen Organismus. Wir nntcrsfteldeai Önb.Dicn 1.00. Lauch 5 bis 15. Rettich 10 15: Sellerie 20 bl» 50 Vornoti;en. Das Frühlingserwachen der Natur beginnt, auch im Menschen! Es beginnt unsichtbar das geheimnisvolle Walten der Natur, der große Verjüngungsprozeß, das Großreinemachen. Und während jetzt in der Natur „alles fließt", darf der Mensch nicht „verstopft" sein. Mit der neureichen den u. reinigenden Kraft ihres Frühlings will die Natur auch den Menschenleib verjüngen, lie alten toten Stoffe aus der langen Winterzeit ausstoßen und die erneuernden Kräfte des Frühlings in uns einziehen lassen. mandeur unsere» Bataillons Brotella Ist eine rechte Frühjahrsdiät, eine echte Reinigungsdiät! Brotella öffnet der heilenden und verjüngenden Kraft des Frühjahrs Tür und Tor. Brotella ist Frühjahrs diät für jedermann, insbesondere aber für Verdauungskranke und Stuhlverstopfte! Brotella bat nichts mit schädlichen Abführmitteln zu tun. Brotella wirkt durch Training, Bewegen, Kräftigen, Schleimen, Fetten und Reinigen des Magen- Darm-Kanals, dank ihrer Fruchtsäuren und Früchte, ihrer natürlichen Zell- und Faserstoffe, Schleimkolloide, Basen, Vitamine usw. Es gibt nur einen Rat: Essen Sie täglich einen Teller Brotella zur bi» 30. gelbe Hüben 10 bis 15: Hotcrübcn 10: Spina: 20 bi- 40; Untcr-Äoblrabi 6 bi- 10; Grünkohl 20 bis 25. Rosenkohl 40 bi« 50 Feld- folflt 1.50 bi» 2 00; Tomaten 1.00; Zw evcln 20; Meerretttch 30 bi» 60: Schwarzwur-eln 30 b.s 50; Kartoffeln 7. Aepsel 20 di» 50 Birnen 15 bit 25; Honig 45 bis 50; junge Hahnen 1.00 bi» 1 20 Suppenhühner 1.00 bi» 1.20; Rüste 70. C;et, Stüd 10 bl» 11; Blumenkohl 1.20; Lalat Käte 10 Ctüd 60 bi» 1.40; Wirsing, Pfund 25 bi» 40. Weißkraut 10 bi« 15; Rottraut 20 bj. “"""teieü »»ilCjen n^erk. Derlei, s» ? 1? nad) ^ankreich. Nbtm.eoif L die 00 ®runh[Qfl( d°n 1914 bit 130003 orbneten. TktooJS dich na4 drei toent. wttn $üt den 123 W »in. IMtntnt Sjwbci. ♦0000 BLhla Dtrbunbtn. be ' nid)! u Iw m S Lige spi-«. -belgische Fritz, erlegt ee Personalien. Die provisorischen Ge- werbclehrer Hermann Jede! zu Bübingen und Karl Waller zu Ridda wurden zu Gewerbe- Icbrern an der gewerblichen Abteilung der Fortbildungsschulen ihrer Wohnorte ernannt. •• Eine Achtziajöhrige. Die Gattin des Oekonomen (9. Odel, Frau Iohannette Odel geb. Euler, In Loders Hoi wohnhaft kann heute ihren 80. Geburtstag begehen. o W e r b e w o ch e für den D. D. 2 Der Hessische Minister de« Innern hat durch Der- liiaung vom 8. Februar d. 3. die Erlaubnis erteilt. daß der Landesverband Hessen deS Herein» f ü r daS Deutschtum im Ausland in der Zeit vom 1. bis 31. Mai 1927 an sieben aufeinanderfolgenden Tagen eine Wcrbewoche und an einem Tage für jede Gruppe eine össenl- liche Straßen- und HouSsammlung zugunsten seiner ilntcrftüijung«fonb« für Ausländsdeutsche im unbesetzten Teil des Dolksstaates Hessen veranstaltet. In den Aufrufen und Werbeschreiben ist anzugeben, bah und an welchem Tage die Erlaubnis zur Sammlung von Geldspenden von dem Ministerium des Innern erteilt worden ist. Aul Erfordern sind die Abrechnung und die Unterlagen hierzu dem Ministerium des Innern jederzeit vorzulegen. Oesfenlliche DeranstaUungen. wie Dortrüge und dergleichen, müssen jeweils rechtzeitig vorher bei der zuständigen Orispolizci- behörde angezeigt werden Die Werbewoche wird voraussichtlich in die erste Maihälste gelegt werden. Wegen der Genehmigung von Sammlungen durch Schüler im Kreise ihrer Verwandten und Bekannten, sowie ©egen der Erlaubnis der Teilnahme von Schülern und Schülerinnen an der Straßensammlung schweben noch Derhandlungen mit der Schulbehörde > D i e Oberhesi. Pfarrvereinsversammlung am Dienstag im Hotel Dik- torta. aus allen Teilen der Provinz stark besucht. wurde von Pfarrer G a 11 l e r - Wiesed mit Schriltlosung und Gebet eröffnet und von Pfarrer Dernbect - Okarben geleitet Die Wahlen des Siebener-AusschufseS ergaben: De r n b e d - Okarben. Döchn er-TreiS a. d. Lda.. Buhmann- Kirchberg. Landmann- Gettenau, (Hebel- Laubach Schid - üued- botn, Widmann- Gedern, als Ersatzmänner: D e d e r - Giehen. R ö m e r - Schotten. Don diesen treten In den Desamtvorstand ein die seitherigen Herren Bernde d und Buhmann. Oberkirchenrat Wagner gab einen eingehenden Ueberblid über die Geschichte und die neue Regelung der Einsichtnahmen im evangelischen Religionsunterricht Eine sehr rege Ansprache schloß sich an. die zeigte, daß die in Helsen getroffene Regelung auch nach den bisherigen kurzen Erfahrungen gut und jedenfalls glücklicher olS in anderen Landeskirchen ist. Der Bericht von D. .* .lisch- Ruppertsburg über die Der- bandsvori^ndsslyung in Berlin muhte wegen norgerüdter Zeit auSfallen. •• Der 2t ei t - und Fahrklu b Giehen und Umgebung hat im verflossenen Jahre, wie aus dem in der kürzlichen Jahresversammlung erstatteten Rechenschaftsbericht hervorgeht, wiederum eine erfreuliche Dorwärtsentwidelung Mus der provinzialhaupistadt. Giehen, den 10. März 1927 Don der Ardeilsmarkllage im nördlichen Oberhessen. Die Lage auf dem Mrbeitsmarft im nördlichen Oberhessen (Stabt und Kreis Giehen, sowie die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten) hat sich im Laufe des Monats Februar, in der Gesamtheit gesehen, weiter verschlechtert. Während die Arveitsoerhäitnisse in Stadt und Kreis Giehen eine geringe Besserung erfahren haben (einige Induftriesirmen haben eine Anzahl bei ihnen beschäftigt gewesener Arbeiter in den letzten Wochen wieder eingestellt und die Stadt Giehen Iaht in verstärktem Mutze Notstandsarbeiten verrichten), sind sie im Kreise Lauterbach im grohen und ganzen unverändert, wie zu Beginn des Berichtsmonats, geblieben. Dagegen ist eine erhebliche '3 er- schlechterung in den Kreisen Alsfeld und Schotten eingetreten, die auf die Unterbrechung der Holzhauerarveiten in hohem Vogelsberg infolge Harter Schneefälle zurudzuführen ist. Mit dem Eintritt günstigerer Witterung dürste wohl auch hier eine «wisse Belebung des Ardeitsrnarktes wieder eintreten. Im ganzen Gebiet des Arbeitsamtes für das nördliche Oberhessen sind J1 o t ft a n bearbeiten im Gange, bei denen eine grobe An- zahl Leute Verdienst finden. Sobald die Bautätigkeit wieder lebhafter wird, dürste eine allgemeine Besserung des Arbeitsmarktes zu erhoffen fein. Im in feinen ist ziffernmäßig zu bcridjten: Giehen-«ladt: 1 März: 5fi7 Hauptunter- uihungsempfänger, 904 Zuschlagsempfänger (1. ebruar: 687 bzw. 1007). Kreis Giehen: 1. März: 1383 Hauptunter- i-hungsempfängtr, 1578 Zuschlagsempfänger (1. 'ebruar 1564 bzw. 1801). Kreis Alsfeld: 1. März: 677 Hauptunter- utzungsempfänger, 1271 Zuschlagsempfänger (1. r ebruar: 494 bzw. 871). Kreis Lauterbach: 1. Marz: 168 Haupt mterstützungsempfänger 315 Zuschlagsempfänger (1. Febniar: 170 bzw 290). Kreis Schotten: 1. März: 452 Hauptunler- lühungsempfängcr. 1014 Zuschlagsempfänger (1. Jebruar: 269 bzw. 527). ffielt Zapan. 3mitnnitni|krtinr4 *4 Perfonn jum In In Äpoto I6X Sröbdhn nicht m. Dai Benimm Mßmtltt nbxb- । ad milQttomw.n in mehr M WJ) m sind. M Dvtf ,ng von 400) Den- ort. Sm nm- [ ein, und ri btei lenschen daß Otbm urben btbenrotOm. t) tourte ein icich:-' wurden crjdjütitrt > sich bereits Wa,c ' ihre Häuser zu p» len liegen n>-> °" i nd der °ttSE, < trungen. Cie ; im Zustand Wt de Gut« ®urbe l nur mtl TO arte Medice uni der Firma Otto Keift«. Berti, 60 33. »teut>abTveirahe*4 BrMmmi iu haben bei n tilgt- Otto tDinterhofi «26 D Nc Wiien tLiKriegenereiD Gießen 23LD zurufen. D1772 Ruttershausen, den 9. März 1927. Die Beerdigung findet Freitag, den 11. März, nachm. 3*/. Uhr, statt. Bevor Sie Ihre Wohnung neu Herrichten lassen, betrachten Sie sich bitte Heinrich Hochstatter / Gießen Vorjährige Muster und Reste werden sehr billig abgegeben Tafelöl Ltr. 1.10 RÜböl, Kaltschlag Ltr. 1.04 2326a Marinaden aus englischen Heringen 1 Liter-Dose 95 Inserieren bringt Gewinn Leber- und Blutwurst Gold Geld Rot Erbsen, grüne 2 Pfd.-D. 3 ist 13 I.Restaurant »Stadt Mainz" Samstag uonnitian 93-1 Uhr. 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Sonntag: Eisenbahn- Fahrbearnlen- verein Gietzen (ßmeralDerfommiunfl SamS1aa,12 März, abends 81/. Uhr. im BeretnSlokal iStadt Wevlan. $>£.: 1. Bericht dcS Vorsitzenden. LRech- nungsablage.3. Bor- 'tandswahl. 4. Verschiedenes. ’”D Um rege Beteilig, wird dring, gebeten. Ter Vorstand. Lagerhaus in der Maigaste au vermieten. 01775 Senner, Bergstr. 7. ®ie| vastspie Hoden rr ^vllendu bdio“. ' Seiten; Il*tln< } Sev liche D Test so ZebensL Inders be« Sil che L konnte i heb de, Zufall, i höchsten »ttbanfe ,. Hier 'einen 3 bDt9 U« M lei "418: g löto-Garage nächst der Kaiser» alleen.LicherStraste 8ti mieten gesucht. Schr. Angeb. unter 01773 a. d. Gies^Anz. 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März, nachmittags 3 Uhr, im städtischen Dolksbad Klub Kampf WiesMMl MinimM ooii 1911 MeMMerMWvM Eröffnung der Wiesecker Lichtspiele MUTTER UND KIND mit Henny Porten in der Hauptrolle Beiprogramm: 1. Wettrennen an Bord, Lustspiel in zwei Akten 2. Fahrten im Faltboot (Naturaufnahmen) Erstklassige Künstlerkapellel Quieta Kaffee mit | Empfehlungen! Gefundenes Geld bedeutet Mr Sie jede billige Anfertigung von Herren-Garderobe. Niemand sollte sich diese gfinst. Gelegenheit entgehen lassen. Ich fertige an unter garantiert tadellosem Sitz: Herren-Anzfige -«16 Palelots „ 15 Kanllrmanden- Samstag, 12. HL, abcndo 8 « Uhr, Stadt Weftiar. Auf die Heter wird nochmals bingewie- fen. Die Mitglieder werden gebeten, sich daran mit ihren Angehörigen recht zahlreich zu beteilig. n*D Der Verstell. Giestener BtiEfmorlen- Sammlerveretn. Tie Taufchstunden für die Jugend beginnen Lountaa. d. i:i HL 27, vormttt. */,11 — 12 Ubt, im (Gasthaus Z. Lamm, Westanlage. Nene «unendliche Sammler find will- fommen. 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Verein (Biefetn ©eneMioertoiMiiM. flbenb5 s'.Ubtia j-ereinblotol >Ltat Kevlar- j.?.- L iberitl W 8oT’iljcnbtn.‘lM nurg»ablaae.rK»s slandrwabl, i gj Um reze Seid« roirb brin«. jtrjormbi Mbencr ' WG ÄS int i'sonnifli1 Udr- ' !Zcut ’jfflb i:;. rtoenb^ kostens M Nr. 58 Zweites Blatt Eietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Donnerstag, 10. März 1927 Die nationale Wendung der deutschen Literatur. Denn die Dichtung eine« Volles höchster Au-Druck seines nationalen GdornUolllenS sein soll, repräsentativ für seinen Ausstieg, zielsetzend im Niedergang. Sammelpunkt cUcr treibenden Kräfte. so wirb die deutsche Dichtung der letzten Jahrzehnte dieser Degriss-seyung in keiner Weise gerecht. Sei« langem Sammelbecken französischer russischer, nordischer Einflüsse. Tummelplatz well- anschaulicher, sozialer und politischer AuSein- anderseyungen und schliehlich noch der lieber» schwemmung durch ein ungewaschenes Welt» und Menlchh wagen Berge von Lasten, wobei ß« bei Anhohen und Wendungen durch furchtbare, tieriswe, weit über die Stabt hinschallendc Laute sich selbst zu ermuntern versuchen „Che-acho . Che—a—cho .." Tie Schutzleute, die vor reichen Passanten in seidenen Cdalats kriecherisch dienern, schlagen mit ihren Stocken unbarmherzig auf die armen Kuli» ein, rächen sich an ihnen für all die Plage, die sie leibst erleiden mußten. Don überall dringt Geschrei, Winseln, Brüllen — und inmitten diese; Värtn» walzt sich, einer Lawine gleich, alle Straßen. (.Raffen und Winkel erfüllend, eine unübersehbare Volksmenge vorbei, vorbei an den cnNoien Standen, Läden, Garküchen — alles in ollem den Eindruck eine» Riesennivrktes heroorrufend. Eine fast sakrale 'stutze herrscht allein bei den Geldwechslern, die in 'tzren kleinen Läden stets emsig rechnen, tiefsinnig über ihren Rechenbrettern geneigt, aufmerksam betrachten sie jede Silbermünze, prüfen sie mit den Zähnen, Flappern sachlich mit den Kassetten und hätscheln die zahllosen Geldscheine, die ihnen Macht und Gewalt über ihre notleidenden, armseligen Mit- brüber verleihen . . . Doch auch in der Ehinesenstadt gewahrt man schließlich überall Anzeichen der neuen Zeit, der Zivilisation: abend» sind die Hauptstraßen Peking» elektrisch erleuchtet. Don Girlanden umwundene Lampions schmücken die Fassaden der Geschäfte und Läden, während im scharfen Lichte die goldenen Hieroglyphen der chinesischen Schilder noch effektvoller als am Tage beroortreten. Die Menge auf den Straßen ist nun womöglich noch dichter qe- morden, sic überschwemmt Bürgersteig und Fahr- weg«, hie und da langsam vor den rafenben Auto- mobilen der Ausländer zuruckweitt)eiib. An den Straßcneifen geben Akrobaten und He^enkünstler ihre Kunststücke zum besten. Durch betäubendes Trommelschlagen locken sie das Publikum an. Herzzerbrechend jammern die Bettler, den Dorübergehen- den ihre verstümmelten Glieder und furchtbaren Wunden norrocifenb. Resigniert und in ihr Schicksal ergeben, verprügelten Hunden gleich, bewegen sich die Massen der Kulis durch Straßen und Gafftn. Die gante Nacht bricht der Lärm in Peking, der ..nördlichen Hauptstadt", nicht ab. Nur gegen Mor- gen scheinen die Stimmen etwas müde und leiser zu werden. Die Straßen und Gassen füllen sich fetzt mit Bauern aus den benachbarten Dörfern, die in riesigen geflochtenen Körben, Gemüse in die Stabt tragen. Hie und da kreischt eine zweirädrige, mit einem eigensinnigen Esel bespannte. „Arba". Du Dämmerung weicht. Monoton heult der Wind und aus irgendeiner Gaste, wo ein Esel mit seiner Last nicht weiter kommt, schallen harte Peitschenhiebe und der nasale Anruf des Treibers: „3o—gu . . . 3a—gu . . Verein für bas Deutschtum im Ausland. Der LandeSverbanb Hefsen-Darm- ftadt des Verein- für das Deutschtum im Ausland hielt am Sonntag feine diesjährige Jahresversammlung in Frankfurt a.M. ab. Am Vormittag fand zu- nächst eine DorstandSsihung statt, die sich mit dem Voranschlag für daS Rechnungsjahr 1927, sowie den vorbereitenden Anträgen für die Dor- stanbswahl befchäfttgte. Hieran schloß sich ein« Tagung der Schulgruppenleiter an. Der Vorsitzende. Professor Hüthwohl- Darmstadt, eröffnete dieselbe und machte zunächst einige geschäftliche Mitteilungen. Die Arbeitsmöglichkeit des V. D. A. in der Volksschule wurde einer eingehenden Besprechung unterzogen. Die Verhältnisse, wie fi<* an den höheren Schulen besteben, lassen sich nicht ohne weiteres auf die Volksschule übertragen: hier ist die finanzielle Leistungskraft der Eltern zu beruckfichtigen. Die materielle Seite der V. D. A.-Arbeit soll aber gar nicht in den Vordergrund gestellt werden, sondern die idealen Gesichts- punkte müssen ausschlaggebend fein, um alle Kreise des deutschen Volkes für die Ziele des V. D. A zu gewinnen. Sr ist eine Gemeinschaft aller Deutschen, ohne Rücksicht auf politische, religiöse oder Standeszugehörigkeit. Seine Tätigkeit soll allein dem bedrängten Deutschtum in der srem- Der verzauberteWarnungsmann Don Mar Iungnickel. Wenn ich mit meiner kleinen Tochter durch den Lenzmorgen spaziere, die kleine Hand willig in meiner Hand, dann fühle ich. wenn wir an die blumenwilbe Wiefe kommen, plötzlich, wie ein Ziehen und Zucken durch die Kinderhand geht. Und vogelfchnell ist bas kleine Ding über Den kleinen Zaust geklettert und beugt sich jubelnd über Himmelschlüssel und Gänseblümchen wie eine lauchzende Fermate über ein selige- Lied. — — Aber nach einer kurzen Weile biegt um di« Gdc «in schnurrbartflatterndeS, stockfchwingendes Wamungszeichen. Unter einer amtlichen Schirm- mußc brummen und kreischen besehlerische Worte. Und verschüchtert, ängstlich verläßt das Heine Mädchen das blühende Spielzeug und legt wieder furchtsam ihre Hand in die meinige. — Das war vorgestern. — — Und heute? — Ach heute war s ganz anders. Sie sitzt wieder unter den Blumen. Um di« ®de fegt wieder der polizeigewaltige Haltepunkt. ~ Und dal?--Da bleibt mein Heine# Mädchen ruhig sitzen. Ein psisfiger. spitzbübischer Blick leuchtet in ihren Augen auf. Sie greift eine ganze Hand voll Blumen und trägt he. alS ob nichts geschehen wäre, steil vor sich hin, Dem alten Warnungsrnann entgegen. Jetzt lieht sie vor ihm, reicht glücklich tuenD, mit einem leinen Anflug von Angst, Den Blumenstrauß zu leinen alten Händen hinauf, die einen Ordnungs- fnuppel umkrampft haben.--Der Alte weiß nicht, was er sagen soll. Sin« große Wandlung Seht 'n ihm vor. Sein Beamtenherz stülpt sich langsam umständlich eine bunte Narrenkappe auf. Seine befeßtetifjben Hände nehmen unsicher auS den Kinderhänden den frühlingssrommen Blumenstrauß. Der wild«, schwarze Haltepunkt erschimmert zu einer Gnadensonne. Das schnurr- bartslitternde WarnungSzeichen wird ein inniger Noten köpf. Und nun geht er, voll von Glück, ohne ein Wort zu sagen, seinen DewachungSgang um die Wiese weiter. Er hat ganz vergessen, daß er einen Stock hat und eine dicke Dienstanweisung und vierzig penfivnsberechtigte Jahre. Sein Herz ist verzaubert von der schelmischen Weisheit irrem er kleinen Tochter. Peling - China; nördliche Hauptstadt. Don C. Urban. graue, von her chinesischen Mauer umacbene Hütten- stadt der Erde gleich gemacht und oft bebecfic der 3anb Der mongolischen Wüsten — einem riesigen Totenhügel gleich — die ihrer Häuser und Hutten beraubte Hauptstadt. Doch unabänderlich wuchs aus Öen Feuersbrünsten und Zerstörungen jedesmal ein neues Peking auf, ein getreues Abbild des alten. Unö heule noch gleicht diese nördliche Hauptstadt Chinos einem altertümlichen mongolischen Noma- benlager, einem altchinesischen Riesendorf, das von drei Reihen Mauern umgeben ist. 3m Zentrum der Siedlung umgibt eine hohe Steinmauer die frühere Residenz der Bogdychane — der Sohne des Himmels — die ,.D e r b o t e n e Stadt". An ihren Toren halten chinesische Soldo- ten Woche, gekleidet in unförmige, mit grauer Hede wattierte flriegsuniformen, bewaffnet mit über den Rücken hängenden Gewehren. An derselben Pforte, neben der kleinen Wachstation, warmen sich die 21b- löfungsfolbaten durch Tanzen. Springen und Dolgen. In der „oerbolcnen Stadt" ist cs still und öde. Staubwolken wirbeln durch die hohen, verlassenen Alleen. Hart tönen die Schritte der seltenen Fußgänger und das Echo gibt den Scholl der nalalen Sprachlaute der Solbalen und Wächter verdoppelt wieder. Sie belustigen sich in den Vorhallen Der weiten Paläste und in Den Sommerlauben am Würfelspiel und sind gleichgültig an der sie um- gebenden historischen Pracht. Hier im totenstillen Schloß lebt heute der Präsident der chinesischen Republik, während in Den hinteren Gebäuden Das ständig aufgelöste und immer wieder yifammenbtrufene Parlament zu tagen pflegt. In einem der oerbor genößen Paläste jedoch lebt in großen Ehren — --der chinesische Imperator, der vor kur- zom seine Dolljahrigkeit gefeiert hat. Er verfügt über einen zahlreichen Harem, eine große Anzahl Eunuchen und---über gar keinen (Einfluß. Auch hinter dieser hohen Mauer ist bereits der Wirbelwind der Neuzeit gedrungen. Ja, im vorigen 3aßre bereiteten selbst die Eunuchen dem jungen -Kaiser viel Moleste, indem sie — einem allgemeinen „Streik der Hausangestellten" beitralen und höhere Gehälter verlangten ... Diele Schlösser sind — nach bolschewistischem Vorbild — in Museen umgemanbeU worden. So gelang es, wertvolle Denkmäler chinesischer Kultur vor der $krnid)tung zu bewahren. Hier befinden sich nun die ältesten Schöpfungen der chinesischen Malerei- und Iuwelierkunst, die berühmten Peking- schen Teppiche und anderes mehr. Das Aeußere dieser Schlösser setzt jeden Besucher in Erstaunen — durch künstlerischen architektonischen Schmuck, durch seinen Reichtum an Marmor, bunten Mosaiken, In- frußierungen, Vergoldungen und feinste Schnitz- arbeiten. Einige breite Marmorstufen führen zu dem Haupteingang des Thronsaoles. Unter einem aus lichter, blauglasierter Emaille geschmiedeten Dach mit scharf emporsteigenden vergoldeten Ecken, wächst das Gebäude gleichsam aus dem Marmor- hoben herein. Umwunden von einem Netz feinster „Marmor - Spitzen", prunken Die Wände mit ihren hellblauen, in mattgoldene Medaillons gefaßte, Fresko-Malereien, während sich an anderer Stelle, aus leuchtenden Edelsteinen zusammen- gesetzte Mosaik effektvoll abhebt. Aus Schritt und Tritt erblickt man^Phantasiebauten Der Bogdychane: zweistöckige, in Form von Schiffen erbaute Pa- v'llons, aus ganzen Marrn orblöcken zusammen, gestellt, auf den Höfen — gigantische Statuen sym- volischer Tiere und Ungeheuer — aus Marmor geweißelte Storche, Schildkröten, Löwen und Drachen darstellend. Beim Haupteingang in den Thronsaal befinden sich riesige Urnen, wo den Ahnen der „göttlichen Dynastie" Dpfcrgabcn hergebracht wer- Den mußten. Schwer und bedrückt wird unwillkür- Uch das ^>rz beim Anblick all dieser beispiellosen Pracht und dieser prangenden Schlösser, die im Has. stschcn Lande der Sklaverei und Armut aus dem mit Menschentränen jo überreichlich genetzten Boden emporgefproffen sind.... Eng jm die verbotene Stad, schließt sich die massive Festungsmauer des Votschafierquaniers an. das von einem tiefen Graben umgeben ift. In die Mauer sind riesige eherne Irre mit steinernen Wach türmen eingefügt, die von ausländnchcn Wachposten streng bewacht werden. (Eine völlig andere Welt, ein sremdes despotisches Machtbereich beginnt hier. Aus den dunstigen, engen chinesischen Gaffen mit ihren armseligen, bettdhaften Bewohnern gelangt man unerwartet in eine völlig europäische Umgebung. Beim Anblick der von lieblichen Gärten umgebenen prächtigen Villen, der rcichausqeßattcten Geschäfte, der hohcitsvollen Gesand-lchaslsgebäude und Banlen glaubt der Wanderer faß auf einen anderen Planeten versetzt zu sein. Weich rollen auf dem sorgsam asphaltierten Pflaster glänzende, von eleganten Frauen gelenkte Autos dahin. Aus den GesanDtjchaftsgebäubcn treten smart gekleidete Ladys und stattliche Gentlemen hervor. Ein unnacfwhm- lidjcs Raffinement europäischer Kultur geht non ihnen aus. Ueberall schallt hier sorgloses Lachen und Scherzen an das Ohr des Fremdlings. Nur jenseits, nur hinter jener von Wachtposten streng bewachten hohen Mauer grinst grauenhafte No, und schreiendes menschliches Elend. Zwischen dem Gesandtschastsviertel und der Stadtmauer liegen der Bahnhos und der Haupthan delsplatz der chinesischen Stadl — „Tschin Men" ein gezwängt. Hier beginnt das eigentliche Peking. Von dem Platze Tschin-Mcn siihrt ein kompliziertes Netz enger, gewundener, schiefer Gassen ms Weite. Die grauen Mauern sind bedeckt mit Hieroglyphen und bunten Reklameschildern von Garküchen, Teebuden und Straßenhaiibroerfcrn. Spitze Treppen-Dächer mit ausroärtsgebogenen schwarzen Ecken ragen stumm in die ^ohe. Unter der Menge erblickt man die schwarzen, seidenen Röcke der reichen Ehincseu, geschmückt mit reichem Pelzwerk, neben den schwarz- blauen und braunen, von Sonne und Wind oer- wetterten Lumpen der Kulis. Alles durcheinander. Farbige Schilder mit grell-goldenen Hieroglyphen, reihenweise aufgehängt, pendeln im Winde hin und her. Alles schreit, svricht, gcsttkuliert im Gehen. Ver- schiedenarttgster Cärm füllt die Straßen. Laut schwatzend geht eine Gruppe junger Chinesinnen in Hellen seidenen Hosen und Blusen vorüber. Unnatürlich bemalt, mit grelltoten Wangen und Lippen, stark gepudett, mit langem, glattzurückgekämm- ten glänzend-schwarzem Haar, das mit goldenem und silbernen Schmuck und bunten Bändern geziert iß, schreiten sie auf ihren Miniaturfüßchen schwankenden Schritts über das unebene Pflaster der Straßen, gleich hellen Blüten auf schwankendem Stengel. Der unsichere, kokette Gang der jungen, ihrer Reize naiv bewußten Schönen sieht von weitem rührend aus. In der Nähe aber, geschmückt und bemalt, kommen sie einem wie junge dressierte Ziegen in einem Zirkus vor . . . Undefinierbare, den Geruchssinn anwidernde Dämpfe entströmen den chinesischen Garküchen. Im Vordergründe jeder dieser Straßenküchen befindet sich ein aus Lehm erbauter Ofen mit eingemauertem Kessel. Halbnackte Köche sieht man hier aus allerlei Gemüse- und Fischabfällen ..Delikatessen" Herstellen. Dor den Blicken des Publikums versenken sie ihre schmutzigen, schweißigen Arme bis zur Schulter im rohen Teig, formen aus demselben allerlei Pasteten. während der Dunst in dichten Schwaden Die dunkle, von hungrigen Äulis angefüllte Küche um- Zieht, die gierig die ihnen gereichten Gerichte herunterschlingen. Das Straßenleben iß betörend und verwirrend. In der Milte der Straßen drängen sich durch die dichte Menge mit lauten Rufen die mit Stroh- fanbalen beschuhten Lampazo (auf ihren Schultern „Reiter" tragende Kulis), knarren die chinesischen zweirädrigen Wagen, ziehen Kulis, sich unter Den Deichseln biegend, zweirädrige, mit Dutzenden von Peking blickt auf «ine bunte Vergangenheit zu- rück. Mehr als einmal haben die nomadisierenden Mongolen und kriegerische Mandschurenfcharen diese von Samt Der Schwerpunkt Des ganzen Werke- lag für Beethoven in Der Quartettfzene Des zweiten Aktes, wo Die Impulse Der verfchieDensten Rich- Zuerst ftvckenD. ahnen D beim Auftreten Leonores im Quartetlkanon (Der in Der Aufführung von Den einzelnen sehr fein charakterisiert würbe«. Dann in Den unbezähmlen Ausbrüchen Der Rache Przarrvs. zum Höhepunkt in Der großen Arie Leonores aufsteigenb. tung: Freiheitsliebe, Gattenliebe unD Rachgier, in höchster Gespanntheit sich entlaßen. Hier steigert sich sein Schassen zur Ekstase Die Aufführung Der DarmstäDter war, was Die musikalische Seite anbelangt, ein Ereignis im Gießener MusiHeben. Dem Orchester ist gerade in .Fidelio" ein wichtiger Anteil am Ganzen Vorbehalten. Was Die einzelnen Kräfte des Orchesters zeigten, war geradezu hervorragend, besonders Die Bläser leisteten Ausgezeichnetes. So wurDe Die Dritte Lconorenouvertüre zum instrumentalen Höhepunkt, so schlechthin vollenDet wirD man sie nur selten zu hören bekommen. DaS ist ein ganz besonDercs DerDienst Des musikalischen Leiters Joseph R o s e n st o ck . eines Dirigenten mit hohen Gaben. Der Der ganzen Aufführung Wohlausgeglichenheit unD Stil verlieh, besonders Die Ensembleszenen waren sehr charakteristisch herauSgearbeitet. Die Ehöre des ersten unD zweiten Finales waren Hangvoll unD befonDers der Eigenart Der Szene angepaßt. Musikalisch auf gleicher Höhe standen Die Vertreter Der Solopartien, stimmlich Dagegen WurDe nicht Durchweg GleichwerttgeS geboten. Einen in Spiel unD Gesang sein gesitteten Rocco gab Heinrich Hölzlin: Johannes Bischoff (Pizarro) legte starkes Gewicht auf Die Aus- Deutung Der Dramatischen Alzertte: Gotthels P i st o r s Florestan wirkte mit stimmlicher Kraft in der Kerkerarie. Charlotte Massenburg betonte mehr Das Weibhafte als Das HelDische in Der Auffassung Der Titelrolle. unD brachte besonders im zweiten Akte beachtenswerte Höhepunkte. Iaquino sand in Eugen Vogt einen guten Vertreter in Spiel unD Stimme, feine Partnerin alS Marcelline war Margarete Albrecht. 3IfreD Karen war ein Minister voll Menschenliebe und Würde: recht angenehm Han- gen die Stimmen Der beiden Gefangenen (Rudolf Strzeletz unD Karl Sbert). Wenn auch .Fidelio" gewöhnlich nicht als Kafferwper gilt (Das volle Haus bewies für Gießen allerDinas Das Gegenteil), so ist der Kunstwllle des TheaterintenDanten um so höher anzuerkennen. UnD es gab keine würdigere Ergänzung zu Den bevorstehenden Becthovenfeiern als die Aufführung des .Fidelio", des Meisters einziger Oper -in- Aber Die Umarbeitung hat dem Werke erst die Stellung gegeben, die eS heute einnimmt: tixire es in seiner ersten Fassung ein bewundertes Werk geworden, durch Die letzte Gestaltung ist es lebenskräftiges Eigentum der deutschen Bühne. Dazu verhilft ihm Die wirksame DurchgehenDe Dramatische Konsequenz. Gerade Die Pnson. die erst im zweiten Akt vor dem Zuschauer erscheint. Florestan, könnte man als das eigentliche Kraftzentrum DeS Werkes ansehen. Alles HanDeln LeonoreS. Die übersteigerte Wut PizarrvS hat in ihm den Ausgangspunkt: Der im Kerker Ge- bunDcne, scheinbar schon dem Tode Verfallene, läßt seinen erbittertsten Gegner aufschäumen, gibt Den Hauptpersonen Die Richtung ihres Handelns. — Und ift eS nicht wie eine Vorahnung des Kommenden, daß der Zorn Pizarros Dem Rocco gegenüber, well er die Gefangenen herausgelassen hat. entkräftigt wird durch den Hinweis auf den Geburtstag des Königs? Hier wird seinem HanDeln zum erfterunal ein Hatt geboten, Die Hoffnung aus eine glückliche Lösung von Flo- rrftans Schicksal, auf eine rettende Macht kann erwachen. Beethovens Musik erscheint mit dem Auf- treten Leonores völlig in eine andere Sphäre gerückt. Handelt es sich doch in Den voraufgehen- Den Szenen um Alltagsmenschen mit ihren kleinen Erlebnissen, für Die Beethoven Die rechten Töne rcj&cS crnft eS ihm auch hier um Die Echcheit DeS AusDruckS zu tun war. beweist z. B. DaS Vorhandensein von Drei verschiedenen, völlig ausgesührlen Kompositionen der Mor- ccllinen-Arie .0 war ich schon mit Dir vereint".) 2ln Der Gestalt Leonores entzündet sich Beethovens crchaftenskraft. bis sie in Hellen Fllmnnen strahlt. Und so wachst Die Musik je höher, in je engerer Beziehung sie zur ©efanttiDce Des ganzen Werkes tritt. den, oft so feindselig gesinnten Umgebung zugute kommen. Der Weg zur Volksschule kann nur über die Qetjrer führen. Die Zusicherung der vier großen Lehrervereinigungen Hessens zur Mitwirkung an dieser edlen Aufgabe ist bereits gegeben. Werbewochen für die Volksschulen und höheren Schulen, Gründungen von Arbeitsgemeinschaften können hierbei zum Ziele führen. Auch die Fortbildungsschulen und Berufsschulen sollen ersaht werden. Ein Vertreter des Hauvt- verbandes in Berlin, Dr. Spohr, gab dazu nähere Auskunft. Dem Auslandsdeutschtum wird bereits allenthalben in den Lehrplänen der Fortbildungsschulen erhöhte Beachtung geschenkt. Einen weiteren wichtigen Deratungsgegen- stand bildete die Frage der diesjährigen Vfingstfahrt des V. D. A. Auf Wunsch des Heimatbundes für das Elsaß wird der ursprüngliche Plan, die Fahrt nach Freiburg im Breisgau stattfinden zu lassen, fallengelassen und die Tagung nunmehr endgültig nach Goslar am Harz verlegt. Die Teilnehmerzahl muh bis spätestens Donnerstag. 28. April, bei dem Landesverband in Darmstadt gemeldet sein. Spätere Anmeldungen können nicht mehr berücksichtigt werden. Alle Anmeldungen sind als verbindlich zu betrachten. Die offiziellen Kosten für einen Teilnehmer betragen etwa 15,50 Mk. In diesen Preis sind die Kosten für die Hinfahrt im Sonderzug. die Derpflegungsgebühren, Festab- zeichen und Organifotionskosten einbegriffen. Für die Teilnehmer aus Orten nördlich von Frankfurt stellen sich die Kosten noch etwas geringer. Eine gemeinsame Rückfahrt im Sonderzug kann nur in Frage kommen, wenn dieser Wunsch von der überwiegenden Mehrheit der Teilnehmer geäußert wird. Räheres liegt darüber zur Zeit noch nicht fest. Jede Ortsgruppe bzw. Schulgruppe, soll bei der Anmeldung diesbezügliche Wünsche äußern. Als Reisetag kommt nur der Pfingst- samstog in Frage. Die Organisationsvorschriften für die Fahrt müssen strengstens eingehalten werden: den Anordnungen der Führer ist unbedingt Folge zu leisten. Alle Fahrtteilnehmer sind gegen Unfall versichert. Im Anschluß an diese Tagung der Schul- qruppenleiter fand um 1212 Uhr vormittags die Hauptversammlung des Landesverbandes statt. Der 2. Vorsitzende des Vereins, Dr. Röhm-Darmstadt. leitete dies» und begrüßte die Versammlung, insbesondere die erschienenen Ehrengäste. Professor Dr. C s a k i aus Hermannstadt in Siebenbürgen hielt darauf einen Vortrag über die Lage des Deutschtums in seiner Heimat und den von Deutschen bewohnten Rachbargebieten, der Bukowina und Bessarabien. Frau Dr. Kempf aus Frankfurt a. M. berichtete über die Lage der Deutschen in Südtirol, die sie aus eigener Anschauung vor einiger Zeit kennengelernt hat. Zu der voraussichtlich im Mai d. I. stattfindenden großen Werbewvche des V. D. A. und der Vertreter des Hessen-Rassauischen Landesverbandes Dr. Dell Anregungen und Ratschläge. Den © e» schäftsbericht über das abgelaufene Geschäftsjahr erstattete der geschäftsführende Vorsitzende Dr. D i e m e r - Darmstadt. Dem seitherigen Vorsitzenden des Landesverbandes Dr. Weckerling - Friedberg, der sein Amt vorläufig niedergelegt hat, wurden warme Worte des Dankes und der Anerkennung für seine mühevolle, aufopfernde Tätigkeit gezollt. Seine Kraft soll auch weiterhin dem Verein als Ausschußmitglied erhalten bleiben. Der Hauptvorstand wird in Zukunft aus ca. 20 Mitgliedern bestehen: ein aeschäftssührender Vorstand von etwa 5 bis 6 Mitgliedern wird die Geschäfte des 'Vereins leiten. In 30 Ortsgruppen umfaßt der Landesverband zur Zeit ca. 2500 Mitglieder. An höheren Schulen bestehen 45 Schulgruppen, . an Volksschulen 2. nämlich die Diesterweg- und die Mornewegschule in Darmstadt. Auch im besetzten Gebiet sind jetzt einige Schulgruppen entstanden. An korporativen Mitgliedern zählt der Landesverband zur Zeit 40. Die Hochschularbeit liegt in ifen Händen von Prof. König- Gießen und Studienrat Wecke rling - Friedberg. Das Verhältnis zu den Behörden ist ein anbnueml) gutes. Staatspräsident AI I r i d>, sowie das Landesamt für tzas Bildungswesen und die Zentrale für Volksbildung und Jugendpflege bringen den Bestrebungen des Vereins das regste Interesse entgegen und fördern seine Ziele auf alle mögliche Weise. Die Betreuungsarbeit in den von dem Verein übernommenen Gebieten. Siebenbürgen und Bukowina, schreitet stetig voran und bringt gute Früchte. Viele Aufgaben harren aber noch der Erfüllung. Die Zusammenarbeit mit anderen Verbänden, der Reichs zentrale für Hm- matdienst, dem Dustav-Adolfveretn, sowie anderen evangelischen und katholischen Verbänden ist die denkbar beste. Bei der Wahl des Landesverbandsvorstandes wurde Staatsrat B l v ck - Darmstadt als 1. Vorsitzender gewählt. Der geschästsführende Vorstand seht sich zusammen aus: Studienrat Dr. Diem er-Darmstadt als Vorsitzenden. Stange- Friedberg als Geschäftsführer und Philipps als Schatzmeister. Als Vertreter der Schulgruppen wurden in den Vorstand gewählt: Professor Breitenbach - Darmstadt für die höheren Schulen und Dr. Weigand- Darmstadt für die Volksschulen. Oberheffen. Landkreis Gieße» X Klein-Linden, 9. März. Die Bautätigkeit, die im vorigen Jahre hier recht lebhaft war und über 25 Familien Wohnungen brachte, scheint in diesem Jahre wesentlich geringer zu werden. Von privater Seite sind bisher nur drei Reubauten projektiert, von denen .einer schon in Angriff genommen ist. Der Grund zur Zurückhaltung dürste in teuerem Baugeld zu suchen sein. — Die Beschaffung von Saat- k a r t o f f e l n macht in diesem Jahre gewisse Schwierigkeiten, da der Preis infolge der vorjährigen schlechten Ernte recht hoch ist. Diele Landwirte können sich nur ein geringes Quantum zur Saat beschaffen. Der Stand des Winter- g e t r e i d e s ist in unserer Gemarkung im allgemeinen gut. - Die von dem Denkmalsausschuß für das Gefallenendenkmal geplante neue Haussammlung soll bis zur endgültigen Lösung der Plahfrage aufgeschoben werden. Ob dos Denkmal in diesem Jahre noch errichtet werden kann, erscheint nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge ziemlich fraglich. * Dillingen, 9. März. Unser Turnverein war auf dem am vorigen Sonntag in Freienseen stattgeyabten Winter - Gerätewett- turnen recht erfolgreich. Folgende Turner errangen Siege: Von den Aktiven Karl Paul 1. Sieg, Otto Zimmer 8. Sieg, Heinr. Weber 15. Sieg: Jugendturner, Oberstufe: 10. Karl Nürnberger, Iugendturner, Unterstufe: 2. Hugo Paul, 10. Ernst Jung: Schüler: 1. Heinrich Zimmer, 4. Otto Gras I., 8. Ernst Heßler, 10. Otto BOmmersheim, 17. Otto Graf II., 21. Wilhelm Bachmann, Georg B o m m e r s h e i m und Richard Paul, 24. Walter Diehl, 27. Georg Hau, 31. Wilhelm Diehl. Der Turnverein kann auf diese ausgezeichneten Erfolge mit Recht stolz (ein. z»rcts t' iieöOcrg. * Friedberg, 9. März. Der Vorstand des Kreisvereines der Deutschnationalen Dolkspartei trat am Sonntag in Friedberg zu einer Sitzung zusammen, an der auch Vertreter aus den Ortschaften des Kreises teilnahmen. Nach der satzungsgemöß erfolgten Neu- bzw. Wiederwahl und der Erörterung von Organisationssragen, die zu einer angeregten Aussprache führte, hielt der Pro- oinzialvorsitzende, Studienrat Dr. Lenz, Gießen, einen fesselnden, temperamentvollen Vortrag über das Thema: „Politische Zeit- und Streitfragen". Er machte erschöpfende Mitteilungen über die verschie- denen Parteikonstellationen, über die Regierungs- bilbung im Reich und die durch die Beteiligung der Deutschnationalen geschaffene Lage. Weiter erging sich der Redner in ausführlicher Erörterung der brennenden außenpolitischen Fragen, der Loge und Stellung Deutschlands als Mitglied des Völkerbundes, sowie der Möglichkeit, als solches deutsche Politik zum Nutzen des eigenen Volkes zu treiben. Dr. Lenz schloß seine Ausführungen mit der Bitte an die Anwesenden, mitzuarbeiten im Sinne deutschnationaler Weltanschauung. pb. D u tz b a ch . 9. März. Der diesjährige F a s e l m a r k t, verbunden mit Pferde- markt und F o h l e u s cy a u , der am Donnerstag nächster Woche stattsindet, dürfte wohl einer der stärksten Märkte werden, die je hier gehalten wurden. Verbunden ist mit demselben eine Bulte n - A u k t i o n des LandwirtschaftslammerauS- schusses, zu der 115 Dullen angemeldet sind. Weiterhin sind zur Prämiierung angemeldet 178 Pferde, 176 Rinder, 19 Schweine, 44 Eber - und 5 Ziegen. Für Prämiierungszwecke sind 2500 Marl vorgesehen. Man rechnet weiterhin mit einem Auftrieb von etwa 150 Stück Händler- Vieh und .eben so viel Stück Händler-Pferden: ferner auch mit einem sehr lebhaften Ferkelmarkt. Für etwa 150 Tiere (Pferde und Rindvieh) ist Änterstellmöglichkeit vorhanden. ®;c Platzfrage für jden Auftrieb aller Tiergattungen ist einwandfrei gelöst. Don und nach den umliegenden Orten ist ein oerftärüer Autobusverkehr vorgesehen. Die Lose zu der mit dem Faselmarkt verbundenen Lotterie sind zum größten Teil ab- gesetzt. — Die hiesige Freiwillige Sa- n i t ä t s k o l o n n e , die im März vor. Js. neu gegründet wurde, besteht zur Zeit auS 31 Mitgliedern. Sie hielt am Samstag ihre Generalversammlung ab. Der seitherige Vorstand wurde bis auf zwei Mitglieder durch Zuruf wieder- gewählt. Kolonnenführer ist Kaufmann August Schmidt Kolonnenarzt Dr. Rau. Kreis Vüvingen. /, R i dda, 9. März. Während bet der am 4. d. Mts. abgehaltenen Rutzholzversteigerung die Preise erträglich blieben und für Fichten-Stamm- holz 3. und 4. Klasse sogar nicht die Genehmigung erteilt werden konnte, waren bei der vom hiesigen Forstamt heute anberaumten Dre n n- holzv erst cigeruyg die Preise außerordentlich hoch. Es kam der Raummeter Buchen-Scheitholz aus 16 bis 18 Mk., der Raummeter Buchen» Knüppcl auf 11 Mk., der Raummeter Stöcke auf 8 bis 9 Mk. und der Raummeter Reisig durchschnittlich auf 3,50 Mk. Auch beim Forstamt Eichelsdorf konnte die letzte Rutzholzversteigerung bezüglich des Eichenstammholzes 1. bis 4. Klasse und der Hainbuchenscheiter nicht genehmigt werden. • Berstadt. 7.März. Gestern vor fünfundzwanzig Jahren wurde Herrn Johannes Horn III. dahier das Amt eines Gemeinde- und Markrechners übertragen. Der hiesige Orts- und Kirchenvorstand lieh es sich nicht nehmen, dieses Tages besonders zu gedenken. Wohl war es bekannt, daß der Jubilar, der seit dem 23. März 1907 auch Kirchenrechner ist. in der ihm eignen Bescheidenheit jeder öffentlichen Ehrung zu entgehen wünschte. Aber für die Gemeinde war es doch eine unabweisbare Pflicht. Herrn Horn in aller Form für seine vorbildliche Treue und Gewissenhaftigkeit im Amte, sowie auch für seine Freundlichkeit und Gefälligkeit als Mensch von ganzem Herzen zu danken. Dem Gefühle der Dankbarkeit. Liebe und Verehrung gab dann auch Bürgermeister R. A l t c r in warmen Worten Ausdruck und überreichte dem Jubilar als Zeichen der Dankbarkeit eine goldene Uhr. Letzterer dankte in bewegten Worten für diese Aufmerksamkeit, betonte vor allem, daß er in diesen 25 Jahren doch eigentlich nichts als seine Pflicht und Schuldigkeit getan habe, und lud beide Vorstände zu einem Glase Bier ein. In gemütlichem Zusammensein, bei dem der Humor sehr erfrischte, wurde noch manches gute Wort gesprochen und dabei nachts 12 ühr Herrn Horn zugleich auch zu seinem 6 5. Geburtstage gratuliert. Der Jubilar wird sicher den Eindruck gewonnen haben, daß er sich in seiner Gemeinde allseitiger Beliebtheit und Verehrung erfreut, wie sich auch die Gemeinde bewußt ist und bleibt, daß sie diesem selten gewissenhaften und allezeit hilfsbereiten Manne unendlich viel verdankt. Sie kann nur den einen aufrichtigen Wunsch hegen, daß Herr Hom noch recht lange seines verantwortungsvollen Amtes zum Segen der Gemeinde und ihrer Glieder walten möge. Kreis Alsfeld. M Alsfeld, 9. März. Aus der Stadt- verordnetensihung. Als erster Punkt wurde verhandelt die Vorlage wegen Erlaß eines Rachtrags zum Ortsbaustatut zum Schuhe der Denkmalspflege. Hm zu verhüten, daß an älteren Bauten der Stadt bei Umbauten Verunstaltungen des charakteristischen alten Straßenbildes vorgenommen werden, wurde beschlossen, daß an allen älteren Bauwerken innerhalb der Stadt durch Die Baupolizeibehörde nach Anhörung der Bürgermeisterei und des Denkmalpflegers Aenderungen verboten werden können, sofern durch die' Aenderung der Charakter der Stadt Alsfeld beeinträchtigt wird. — Ein Gesuch um Abgabe eines ®e- lände st reifens von 46 Quadratmeter vor dem Hause Der Firma Johannes Koch Wtw. Rachfolger zum Preise von 2 Mk. pr. Quadratmeter wurde genehmigt. — Zur Verbesserung der Beleucht ung Der neuen Bahnhof- ft r a f) c wurde beschlossen, in dieser in der Straßenmitte noch eine weitere Lampe anzu- bringen. Es wurde Dabei feftgeftellt, daß die Eisenbahnverwaltung entgegen den allgemeinen, für alle Gebäudebesitzer geltenden Vorschriften für ausreichende Beleuchtung des Bahnhofs und des freien Platzes davor nicht Sorge trägt, wogegen entschieden Verwahrung eingelegt wurde. Die Lieferung der Zementplatten für die *3aDean ft a 11 wurde Den Firmen Otto Lei dner unD Wilhelm Egner zum Preise von 3,75, Wk. pro Quadratmeter frei Bahnhof Alsfeld übertragen. Die Lieferanten haben eine fünfjährig« Garantie zu übernehmen — Die Anlieger des Walkmühlenwegs haben gegen Die beschlossene Heranziehung zu Den Straßenbau- kosten Klage im Derwaltungsstreitverfahren erhoben. Es würbe beschlossen. Den Rechtsstreit aufzunehmen unD Die Bürgermeisterei mit Der Durchführung zu beauftragen. — Um eine schon lange bestehende RotwenDigkeit zu erfüllen, wurde die Herstellung eines städtischen Mater ial-Lagerschuppens unterhalb deS Komhauses genehmigt. Der hierzu erforderliche Kredit wurde bewilligt. Weiter wurde für die Herstellung Der Chaussierung des Feldwegs zu Dem städtischen Lagerplatz nach Dem oorgelcgtcn Voranschlag der erforderliche Betrag von 1450 Mark bewilligt. — Für Den weiteren Ausbau Der Jahn st raße von Der Schillerstrahe bis zum Zwölsfamilienhause soll im Voranschlag für Das Rechnungsjahr 1927 ein Betrag von 2000 Mark vorgesehen werden. — Für den Verkehrs- unD Verschönern Lgsvere in Alsfeld wurde gegen die Stimmen DerLinke für Das Rj. 1927 ein Beitrag von 500 Mk. bewilligt.— Aus ein Gesuch Der bei Den Kanalisa- tionsarbeiten beschäftigten Erwerbslosen wurde beschlossen, diesen eine Zulage von 10 Pfennig pro Stunde zu gewähren, solange die schwierigen Arbeiten an dem felsigen Gestein anhalten. — Unter Mi11eilungen gab Der Vorsitzende ein Dan ksch reiben deS Professors Richard Hoelscher für Die ihm von Der EtaDt AlsfelD anläßlich seines 60. Geburtstages ausgesprochenen Glückwünsche bekannt. Ferner teilte der VorsiyenDc DaS Ergebnis Der am Montag abgehaltenen Brennholz Versteigerung aus Dem StaDttoalD mit. Die entsprechend dem Vorschlag Der Obersörsterei genehmigt wurde. Da Die erzielten Preise durchweg gut waren. -er. Homberg a. D. Ohm, 9. März. Bei Der am Montag in Den städüschen WaldDistrillen Schweinestall, Köpfchen, Dornstrauch und Hardt abgehaltenen Holzversteigerung wurden 926 Raummeter Holz versteigert, und zwar 33 Raummeter Scheitholz, 85 rm Knüppel. 35 rm Stöcke und 873 rm Reisig. Für Eichenscheiter wurden im Durchschnitt 5,50 Mark, für Fichten» scheiter 6 Mk. und für Eschenscheiter 8 Mark für den Raummeter gelöst. Der Durchschnittspreis für Kiefernknüppel betrug pro rm 5 Mk., für Zichtenknüppcl 10 Mk., für Eichenknüppel 5 Mark und für Duchenknüppel 7 Mark. Für den rm Eichenstöcke wurden durchschnittlich 5 Wk., für Fichten- und Kiefernstöcke nur 1,30 Mk. geboten. Dci Den Reisern bewegte sich der Durchschnittspreis pro rm zwischen 1,30 bis 1.50 Mk. Außerdem wurden noch 70 Stück Fichtenreis- ftangen 2. Kl. versteigert. Die auch in unterer Stadt aufgetretene Grippe ist erfreulicherweise wieder im Abflauen begriffen. Die Schulkinder nehmen fast wieder vollzählig am Unterricht teil. Homberg a. d. Ohm, 9. März. Der heutige Ferkelmarkt war sehr gut beschickt. Trotzdem bewegten sich die Preise auf ansehnliä)er Höhe. Es wurden bezahlt für 5 bis .6 Wochen alte Tiere 30 bis 32 Mark, für 6 bis 8 Wochen alte durchschnittlich 37 Mark. Der Handel ging etwas langsam. Es blieb geringer Ueberftanb. I Flensungen, 9. März. Heute abend gegen 9j Uhr brach in dem Anwesen des Ortsdieners und Schreinermeisters Heinrich Eckert Feuer aus. Die Feuerwehren von Flensungen, Merlau, Ilsdorf und Stockhausen waren rasch zur Stelle; ihrem tat- krüstigen Eingreifen ist es zu danken, daß das an- liegende Wohnhaus des Besitzers sowie die sehr nahe liegenden Häuser des Bürgermeisters Erb und des Landwirts Grün nicht auch von den Flammen ergriffen wurden. Heber die Ursache des Brandes konnte noch nichts ermittelt werden. Auch bei diesem Brande trat wieder Der Mangel einer Wasserleitung zutage. Starkenburg. WSN. P f u n g st a d t, S. März. Am Wehr Der hiesigen Zehmühle wurde kürzlich eine Kindes- seiche gefunden. Die Untersuchung hat ergeben, baß das Kind gewaltsam getötet und Dann ins Wasser geworfen wurde. Unter Dem Verdacht des Kindesmords wurde nun gestern ein 21,ähriges Dienstmädchen f eftgenommen. I Es hat inzwischen die Tat elngeftanDen. Gießener Stadttheater. Nlumciithal und Hadcwurg: „Auf der Sonnenseite". Wenn man bcDcnlt, Daß Blumenthal im Anfang seiner literarischen Laufbahn Theater- lritiler unD als solcher Der Schrecken aller von ihm Betroffenen war. Die ihn ihrerseits mit Dem schönen Beinamen „blutiger Oskar" auszeichneten, und wenn man sich ferner erinnert, mit wie kindlicher Unschuld Dieser Literat etwa das ,.vorbehaltene Ueberschätzungsrecht" Der Dramen StrinDbergs glaubte bewitzeln zu können — Dann muß man sich wunDern, in welchem Mißverhältnis Dergleichen zu Blumenthals eigener, ebenso umfangreicher wie unbedeutenDer Produktion steht. Kade Iburg hinwiederum hatte als Schauspieler angcLngen und kann sich wenigstens rühmen, sowo^-7 Den großen Strakosch zum Lebrer gehabt zu haben, als auch ohne einen entstellenden Spitznamen Durchs Leben gekommen zu sein. Das deutsche Lustspiel haben weder Blumenthal noch Kadelburg bereichert: nicht einmal mit Dem „Weißen Rößl": (schier dreißig Jahre ist 'es alt). Aus dem gleichen Jahre 1898 flammt auch Der Dreiakter „Auf Der Sonnenseite". Darin spielt rin ehrbarer Töpfermeister Wulckow aus Der Berliner Ehausseestraße. nebst Weib (Earo- line) und Kind (Käthe) eine wesentliche Rolle. Rämlich: Die Leute sind klotzig reich geworden, haben eine Fabrik. finD von NN nach WM verzogen und wohnen nunmehr mit einem Wort auf Der Sonnenseite Des Lebens. Jetzt würde man etwa« nüchterner sagen: auf Dem Kurfürstendamm. Denn so etwas gibts auch heute noch: die Wulckows von 1898 sind in Den jüngstver- wichenen Zeiten sogar zu einem Sammelbegriff geworden, zu einem ebenso volkstümlichen, wie veinlichen Typus. Dies ist Wohl Der willkommene Anlaß gewesen, das verstaubte Tertbuch toicDer hervorzulramen. Natürlich gibt es auch eine Schattenseite. Sudermann ohne im übrigen unangebrachte Vergleiche ziehen zu wollen — hätte in diesem Fall Die Bühne reinlich in Vorderhaus unD Hinterhaus gefd)icDcn; Da wir uns aber (angeblich) im Lustspiel befinden, so wagen die beiden Autoren nicht gleich — was nahegelegen hätte — vom Kurfürstendamm wiederum nach Der Chausseestraße und dem Pantinenviertel umzuziehen: überhaupt ist Die Schattenseite bloß angeDeutet, sie Droht nur ganz zu Anfang, im ersten Akt. Im Schatten sitzen zwei äußerst feine junge Leute, Freiherr von Sandorf unD Herr von Brick: haben alle beiDe kein Geld. Aber wozu wohnt eigentlich Die reiche Familie Wulckow am Kurfürstendamm? Die wissen doch sowieso nicht, wo sie Den vielen Mammon lassen sollen. Und wenn alle Stricke reißen, haben zwei halbwegs gescheite Lustspielfabrikanten immer noch Den üblichen wohlsituierten Onkel hinter den Kulissen: (bet Den alten Griechen spielte Der bekannte Gott aus Der Maschine diese dankbare Rolle.) UnD schließlich: daß Wulckows Käthe im besten Alter ist. Der Freiherr Botho hingegen eine durchaus repräsenlable Schwester besitzt, ist auch kein blanker Zufall: im Gegenteil, das ist sehr nötig, Damit sich zum Schluß zwischen Den allen Wulckows zwei strahlende junge Paare als Verlobte empfehlen können. Goll war als Spielführer wie als Töpfermeister aud Dem Rorden gleichermaßen in seinem Element. Er kniete sich sozusagen mit belDen Beinen ins Milieu unD schwelgte in sozialen unD gesellschaftlichen Kontrasten. Nebenbei verdankt man ihm die beste, annäherungsweise glaubwürdigste Gestalt dieses unwahrscheinlichen Stük- kes: er spielte und sagte, was er zu spielen und zu sagen hatte, trocken, ehrlich unD ohne Mätzchen : cs war ein Vergnügen. L. Jüngling machte Die reichgewordene Caroline mit Den ge- Ipreizten Parvenumanieren. Sehr hübsch auch Alir K r a h m e r , Das Der Ehausseestraße schon ziemlich entwachsene Goldfischchen. Gegenüber: zwei junge Herren, eine junge Dame von Wei': Lenau. Hanke. Baumann: waren mit Laune bei Der Sache und machten gute Konversation. Zwei Kleinigkeiten: der Waler Döcklin legte (in einem Briefchen an Frieda Schanz) besonderen Wert Darauf, Die e r ft e Silbe seines Ra- mens zu betonen. — Vielleicht wäre es zweckmäßig, Die große Pause mit Dem Szenenwechsel vor Dem Mittelakt zusammenfallen zu lassen. Dr. Th. Der Frühlingspunkt. Von Professor Dr. fiü ft ermann. (Nachdruck verboten.) Als ich noch ein kleiner Junge war, schien mir wohl kein Ort auf Der ganzen Erde so berühmt zu sein wie Ferro: Denn auf ollen Landkarten stanD au lesen: „20 ®raD östlich von Ferro ", „50 Grad westlich von Ferro"' usw. Nun ist Dieses Ferro ein ganz bescheidenes Inselchen, das seinen Ruhm nur Dem UmftanD oerDankt, Daß man es früher für Den westlichsten Punkt Der alten Welt hielt, unD Daß man ihm außerDem auch eine Entfernung von 20 Grad westlich von Paris zuschrieb: man rechnete also Dem Nomen nach nach Ferro, in Wirklichkeit ober noch Poris. In Greenwich, wo man jetzt bekanntlich Die Längengrade beginnen läßt, ist immerhin noch etwas mehr los als auf jener gottverlassenen Insel, Denn Dort ist Die maßgebende Sternwarte Des Volkes, Dos feine Schiffahrt zuerst auf wissenschaftliche Grund- Inge gestellt hat. Aber wie Dem auch sein mag, an und für sich ist kein Punkt der Erde vor einem an- dem bevorzugt, und Die Auswahl geschieht schließlich bloß aus Der RotwenDigkeit, Daß man irgenD- einen Anfangspunkt für Die Gradzählung haben muß. In mancher Hinsicht günstiger ist ja nun Die Loge am Himmel, Denn Dort hot man zwei so ausgezeichnete unD für die Himmelsbetrachtung wichtige Linien, Daß es nahe liegt, ihren Schnittpunkt — oder bester: einen ihrer beiDcn Schnittpunkte — Die Rolle spielen $u lasten. Die für Die Erde früher Ferro spielte, unD Die jetzt Greenwich spielt. Die eine Dieser Linien ist Der Himmelsgleicher, zur Zeit wohl noch bekannter unter Dem Namen Aequator, D. h. Die Tagesbahn eines Gestirns, besten Auf- unD Untergangspunkt mit Dem Beobachter in geraDer Lt» nie liegen Tic andere Linie ist Die Sonnenbahn, die sog. Ekliptik. Der Schnittpunkt Der belDen ist eben Der Frühlingspunkt, Der Punkt, an Dem Der Mittelpunkt Der Sonne am 21. März, und zwar in diesem Jahr um 3.59 Uhr nachmittags steht. Am Sternhimmel auffinben kann man Den Punkt im Winter, unD zwar etwa in folgenDer Weise: Man sucht sich zunächst den Polarstern, alsDann Die bekannte w-förmige Eossiopeia: durch Den Polarstern und Den Endpumt des W legt man eine Verbindungslinie, Die ungefähr um sich selbst verlängert auf einen ziemlich Hellen Stern führt. Der an Der Grenze Der Sternbilder Andromeda und Pegasus steht. Dieser Stern bildet Die linke obere Ecke eines Quabrotcs, Dessen linke Seite um sich selbst verlängert ungefähr auf Den Frühlingspunkt. genau genommen, etwas links von ihm führt. Dieser Frühlingspunkt also beherrscht gleichermaßen den Kalender und Die Einteilung Des Himmels. (Eine Eigenschaft hat er allerdings. Die ihn anfcheinenD wenig tauglich zum Festpunkt einer Messung macht: Er steht nicht fest, sondern er man- Dert in etwa 35 Jahren um eine Vollmondbreite. Von den beiden Linien, durch Deren Schnitt er zustande kommt, steht nämlich keine völlig still, Die Ekliptik aber Doch noch lehr viel mehr als Der Gleickier. Die ErDe ist nämltch ein riesiger Kreisel, unD wie wir es etwa bei Den als KinDerspielzeug DiencnDen Kreiseln beobachten können. Dreht sich Die Achse, um Die sich Der Kreisel Dreht, selbst wieder im Raum. Das tut nun auch Die Erdachse und nimmt natürlich Dabei Den Gleicher mit. Bekannt ist Diese Bewegung des Frühlings- Punktes schon seit Dem Altertum. Merkwürdigerweise sprach man aber nicht etwa von einer „Rückwärts- roanberung" Des FrühNngspunktes — rückwärts im Sinne Der bei ihm beginnenden Zählung —, sondern gerade umgekehrt von einem Dorrücken Der Fixsterne, Das daher Den Namen „Prozession", D. b. Vorrücken, führt. Auch bei anderen Kreiseln spricht man daher von „Präzessionsbeweaung". Es mag sonderbar erscheinen, daß man als Anfangspunkt Der Zählung einen Punkt wählt. Der nicht einmal feststeht, aber da cs in der Sternwelt noch weit wem- ger als aus irgendeinem anderen Gebiet etwas unbedingt Beharrendes gibt, so muß man sich auch Damit abfinoen. Rheinhessen. S69L Mainz, S. !Ääry In der Nahe des städtischen Friedhof» wurde heute früh von Arbeitern ein etwa 1 4 Tage altes R t n b gesunden, es wurde von der ödniuisaxidH. Sic an dem bt- wutztlosen Rinde erfolgreiche Äiederbc.ebungsver. such« mochte, im Krankenhaus emg,liefen Preußen. Ävn» B-ctztar. d* Salzböden, 9. Dar,. Seit vielen Jahren yerrjchen in der kiesigen Gemeinde Streitigkeiten ..der die G , meindenutzungen Ursprünglich bezogen sich dies« Nutzungen aus die Verteilung von Lu»bo!z au» d.m Gemcindewald und aus die Bc >r:sch^stun.i von Gen.kindelöndereien. Da sie m üirrr Zeit nicht fest umschrieben waren und manche Unklarheit über ihre J).-rfUn‘i und ihre Erhaltung bestand forderte d.e Rraierung im Jahre 1877 von 0«r Gemeinde den Erlas eine» ONrstatute und gab -Vi,iir b:i e^:ord«r! ch« ^iistrutlion heraus. Der da- «ilaliae Öt-ii'-tnbrrul lehnte indessen den Erlaß de- Ortsslalui» uo. Daraufhin oeriügte die Regierung die Aufhebung der Lorholznuvung, Die Landnutzung -uurd« den feilherigen Gemeindeleuten bis auf wei- leres, jebo.r, nur für ihre Person gestaltet. Die Bevölkerung war darüber, wie die Ehrvnik der Gr- n«elnde fltllnbe ausdrülkt. nicht gerade lehr erfreut :.nd beschloß, ihre vermeintlichen Anspruch, im Rechtswege sesrstelien zu lassen. Der damalige -ichultheix Wagner strengte diesen Prozeß an. er dauene über drei Jahre und wurde schließlich in der AppeUinstonz am Obcrlandeegericht Krank' »urt a. 1Ä abgewiesen. Daraushm wurden die Ver- oandlungen wegen Erlaß eines vrtsstatuts, wie die Regierung es wünschte, wieder ausgenommen. Aber erst im Jahre 1887 führten sie zu einer Einigung. D-.« Losholzausteiluna wurde in den späteren 3ab- r«n sollen aelaisen. Wenn man geglaubt hat. daß durch die Regelung im Jahre 1887 ein dauernder ftritb« unter den Beteiligten eintreten würde, 'o hat man p<6 geirrl. 3m Jahre 1924 beschloß der neue Gemeittberat, die Nutzungsrechte vom Herbst 1923 i'J) endgültig aufzubeben und die Grundstüclc non ba ob öffentlich meistbietend zu verpachten. Zugleich wurde die Nutzungsabgabe für das Jahr auf 50 Warf pro Anteil erhöht. Ueber beide Beschlüsse des Geineinderats entstand ein neuer Slurm unter den Nutzungsberechtigten. die sich zur Wahrung ihrer Rächte an die Aufsichtsbehörde wandten. Während der Rreisausschuß die Erhöhung der Nutzungsab- gab, auf Grund eine» Gutachtens des Rulhiramt» genehmigte, wurde über die Frage der Aufhebung ber Nutzungsrechte längere Zeil hm und her verhandelt. Das Erocbuis dieser Verhandlungen war schließlich der Beschluß des Gemeinderals vom K. Avril 1926, Inhalt» dessen die jetzigen Nutzungsberechtigten ihre Rechte für sich und ihre öeibc*- Nachkommen behalten, dagegen die künftighin frei- werdende Nutzungsrechte meistbietend verpachte« werden sollen. Auch diese sehr gemilderte Art der allmählichen Einziehung der Nuüungsrechle wurde oon den Interessenten abgelehnt. Der Krelsauslchuß dem der entsprechend dem Gemeinderatsbeschlusle ausgestellte Nachtraa zum vrlsstalut zur Genehmigung oorgelegt wurde, lehnte die Erteilung der Ge nebmigung ob. weil er sich auf den Standpunkt stellte, daß e» sich in Salzböden überhaupt nicht um reines Gemeindevermögen, sondern um eine Abart davon, nämlich um Gemeindegliederklassenvei- mögen handele, desien Umwandlung in reines Ge- meindeoermögen nur mit Zustimmung der Nutzungsberechtigten zulüssig sei. Da die Nutzung-- berechtigten dies« Zustimmung versagten, müßte es bei der jetzigen Einrichtung verbleiben. Der Ge melnberat beschloß, geoen diese Ablehnung des ^reiLausschusies die Entscheidung de» Bezirksaus- I schuss«» anyiruien Der Spruch des Bezirksaus- fchufjes ist nun er^ngen und der Gemeinde ,uge- stellt worden. Der vc,irkaau»fchuß Hai sich der Auf. lasiung de» Rreisausichusses nicht angeichlosien. ton- dem dahin erkannt, daß es sich um reines G e - meindeoer mögen handele. Er dal weiterhin tumiinlcrefie der Gemeinde entspricht. Auch m d.e- er Brziehuno ist er zu der beiahenden A u f« aiiung de» Gemeind» rai» gekommen. Er bot daher den Gemeinderatsbeschluß genehm,a« Damit -I über eine Mirage endgültig er.« schieden, die jahrelang die Gemüter in der Gemeinde Salzböden nicht zur Ruhe kommen lasten .sollte. Es wäre zu wünschen, wenn die Beteiligten nun da» Kriegsbeil begraben und sich endlich wieder zu Nutz und Frommen der Gemeinde die Hand reichen wollten. L u h e l l t n b c n. 8. März «Kestern fand tn Klein-Linden d.e Bersteigerung de- Ruyholze« aus dem Markwald unserer Gemeinde statt. Infolge de« außerordentlich starken Einschlag» im Vorjahre, der hautd- fächlich durch Windsälle verursacht wurde kamen die-mal verhältnismäßig geringe Holzmcigen zum Au-gedvl.ch Da sich im Gegensatz hierzu zahlreiche Äaufliebbaber au- der Llmgegend. meist Heinere Handwerler, eingefunden hatten kamen die Preise durchweg über den Laris. Eichenstamm- bolz 4 Klasse kostete 42 bi« 45 Ml.. 5. Klasse 35 bi« 38 M.. ö Klasse 30 Ml. je Festmeter. Kresernstammholz 3. Klasse 55 2HL, Fichtenstamm- Holz 4. Klasse 40 bi« 42 Mk.. 5a. Älaffe 38 bi« 40 Mk . 5b. Klasse 35 bi« 37 Ml je Zestmeier Aeußerst hohe Preise wurden auch für Zuchten- derbslangcii erzielt. Derbstangen I Klasse kosteten über 4 Mk. pro Stück, während für 2. Klasse 2.50 bi« 3Mk pro Stück (0.06 bi« 0.08 5m.) bezahlt wurde. Für Fichtennutzscheiter 3 Meter lang wurden durchschnittlich 60 bi« t'2 Mk. je 3 ‘Raummeter. Fichtennuyknüppel 58 bis 60 Ml. je 3 ‘Raummeter geboten Maingau. WSN. hinan, 9. März. Im benachbarten Win deck en war Mitte Januar bei dem Gastwirt Leb au ein geb rochen und 30u Mark Bargeld (orote verschiedene Wertsachen gestohlen worden. Nach langen Bemühungen ist es jeyt gelungen, die Diebe in der Person zweier junger Bur schon aus Bonames und eines verheirateten Arbeiters aus Harheim dingfest zu machen. Sic wurden im Hanauer Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Die Einbrecherwerkzeuge wollen sie in die Nidder geworfen haben. Mrcie Marburg. Ich Marburg 9. Mär». Der Marbur- grr Derkchrsvcretn hielt gestern abend leine diesjährige Jahresversammlung ab 2lu« den Mitteilungen des Vorsitzenden. Buchhändler Braun. baJ man schließen, daß auch Marburg heute eifrigst bemüh! ist. den Fremdenverkehr sich nutzbar zu machen. Die Bemühungen des Derkehrsverein« werden in Zu- lunst unterstützt durch ein Derkehrsbüro. das spätestens bi« Ende Mai am Bahnhof er- ilujicl werden soll. Ferner wurde milgeteilt, daß ab 1. Mai in unserer Stadt Taxameter- Auto« fahren werden, wodurch ein einheitlicher Fahrpreis erzielt wird, daß außerdem die Stadt aus dem Dchloßberg ein Grundstück erworben hat, da« zur Erweiterung der Parkanlagen Bcrwendung finden soll und auf dem die Errichtung eines Schloßrestaurants geplant ist Recht interessani waren auch die Ausführungen, die von dem Dorsitzenden des BerkchrSverein« und Prof. Dr Lommatzsch zum lonnnenden UniversitätSjubiläum gemacht wurden. Die Universität wird alle« versuchen. Reichspräsident v Hindenburg zu veranlassen, während de« Zubi.Lum« nach hier zu kommen Seiten« der Siabt ist bei dem Jubiläum ein große« Dolk-fest auf dem Schlohberg geplant. Außerdem plant die Stadl zum llnUKrh- tät-iubiläum eine Bolkslunsiauvstcllung m den neuen Bäumen des Kunüinstiiul- unu't keuung des Relchstunstwarl- R c d » l o b. Die Ausste> lung ist gedacht al« Borlchau für die im Jahre 1928 geplante Ausstellung in Dresden Auch zu vieler Ausstellung wird aus ganz Helfen Besuch erwartet — Klagen von der Eisendahnftrecke Wetzlar - Lollar. Astbach 9. März. Der hiesige Eisenbahn Haltepunkt war während der 3n- Ilatienszeit zunächst ganz geschlossen Dann wurde er für einige Züge wieder eröffnet, doch mußte sich die Gemeinde verpflichten. einen Be- lrievskostenzufchuh an d.e Reichsbahn zu zahlen. Anfang« 1»25 fand fich die Reichsbahn bereit, wieder alle den Haltepunkt Aydach paffierenden Perfonenzüge don halten zu lassen, wenn sich die Gemeinde bereit fände, die elektrische Be- leuchtung der Haltestelle auf ihre Kosten ein- zurichten und zu betreiben. Dafür sollte der bis dahin gezahlte Betriebskostenzufchuß fort- fallen. Die Gemeindeverlretung gab dazu not- gedrunaen ihre Zustimmung. Äach dem darüber abgeschlossenen Bertrage soll die Verpflichtung der Gemeinde entfallen, sobald sich die wirtschaftlichen Berhältniffe soweit gebessert haben, daß die Reichsbahn dazu übergehen kann, die geschlossenen Haltepunkte allgemein wieder zu eröffnen. Auf der Strecke W e tz I a r— 2 o 11 a r sind alle Haltestellen weder eröffnet. Der Haltepunkt in Aybach wird zur Zeit von 115 Perfonen auf Wochen- und Monatskarten benutzt. Außerdem fahren täglich 60 bis 70 Personen auf Einzelkarten. D.ese Zahlen steigen im Frühjahr naturgemäß noch hoher. Schließlich werden die Postsachen für die Gemeinden Aybuch und Dorlar in Atzoach entladen und abgesandt. Die Gemeindevertretung von A h - b a ch hält daher den Zeitpunkt für gekommen, daß die Reichsbahn die Gemeinde von der eingegangenen Berpflichtung befreit. Sie Reich« bahnverwaltung vertritt demgegenüber den Standpunkt, daß sie den Haltepunkt Astbach nicht ohne Gegenleistung der Gemeinde in Betrieb halten könne. E« handele sich, wie die Reichsbahnverwaltung an die Gemeinde geschrieben hat. nicht um bare Zuschüsse sondern um tatsächliche Hilfeleistung, die durch die Ge- ineinde Aybach geleistet, ganz unverhältnismäßig weniger wirkliche Auslagen bedeute, al« wenn fie auf dem unbesetzten Haltepunkt durch die Reichsbahn selbst auSgeübt werden mühte. Mit dieser eigenartigen Begründung kann schließlich die Rcichsbahiwerwaltung an alle Gemeinden wegen Beleuchtung von Bahnhofsanlagen heran» treten. Die Gemeinde Ahbach will sich die Ablehnung der Reichsbahnverwaltung nicht gefallen lassen und hat beschlofsen. eine höhere Entscheidung herbeizuführen. Das Berfahren der Reichsbahn ist allerdings eigenartig. Richt genug damit, dah fie für die zahlreichen Gemeinden an der Bahnstrecke Wetzlcl r—2 o 11 a r nur einen geradezu kümmerlichenZugverkehr betreibt und die Gemeinden fogar im letzten Jahr zur Wiedererlangung eines ganz bescheidenen Sonnlagsverkehrs pro Zuqpaar 50 Mart Zuschuß leisten mußten, obgleich der rege Sonntagsverkehr sich al« durchaus lohnend erwiesen hat, stellt man an die Gemeinde 2ltzbach ein Ansinnen, welches die Bevölkerung um fo mehr erregt, als an keine andere Gemeinde an der Bahnstrecke Wetzlar Lollar gleiche Forderungen erhoben werden Ss entspricht deshalb auch unsere« Erachten« dem Recht und der Billigkeit tnenn die Eisenbahnverwaltung ihre Stellungnahme gründlich revidiert. Dielleicht tonuni sie davei auch zu der Auffassung, daß sie den immerhin nicht unbebaut enben Orte- und Fernverkehr der blühenden Gegend auf die Dauer mit den jetzt verkehrenden paar Zügen nicht abtun kan n uixb der feit langem von der Bevölkerung immer wieder eingebrachte Antrag auf Wiedereinführung des Morgen- und Abendzuge« endlich befr.edigt werden muß Der .Hund im Dienste des Menschen. Zu dem Artikel In Nr. 53 de» Gießener Anzeiger» ..Der Hund im D i e n st e b c» Menschen" schreibt un» ein Leser Daß b?c Hund sich im Rriege bewahrt Hai. durfte vielen befanijt (ein. Im Anschluß in jenen Artikel möchte ich einen Fall ul»t. T. Hausrat -Matratzen lmi»enplat 1 Wolle - Kapok auf Teilzahlung unsere erprobten bekannten Qualitätswaren besonders preiswert 2.90 3.25 2.95 3.90 150 reicher 3.90 3.25 4.75 in eleganter Ausführung Manschettenknöpfe, Kragenspangen, Kragennadeln in großer Auswahl llllll|l|IH|lllllllllllllll|IIIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIII!im!lllllll 111IUIHIHII l»iiiiinii;iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiietzl eine gan» klare tzaui bor^anben ist. sage ich, fomie meine -grau, ben besten Dank. Meiner Schwester, welche im »cstchi rote -lecken Hane, auch auf der 26id Der Bedarf an: Fleischwaren, wobei auch Gefrierfleisch in Frage kommt, Wurst- und Fettwaren, Milch, Backwaren (Brot und Brötchen usw.), an sonstigen Verzehrungsgegenständen (Del, Essig, Zucker, Kaffee, Reis, Erbsen, Linsen, Bohnen, Butter, Handkäse, Margarine, Marmelade usw.), Reimgungsmaterialien (Kernseife, Soda und Hang versteigert: Eichenstammc — 2,44 fm Kiefernstämme — 27,27 „ Holzsubmisfion. Die Gemeinde Albach verkauft im Wege Fichte 1. Kl. 81 St. = 6,66 Angebote pro Fcstmeter, getrennt nach Sortiment und Klassen, sind bis zum DienS- Holzverkaus. Montag, den 14. März, vormittags 8.30 Uhr, bei Gastwirt Erb, Beltershain, aus Försterei Rcinhardshain, Forstorte: Alterhaag, Beltershaincr Wald, Börningcr Berg, Esp, Kaulhain, Laubachskopf,Ochsen- stall, Sohlwald, Stemkaute, Steinwege! und verschiedene. Stämme: 22 St. Eiche Hl. bis VI. ÄI. = 9 fm; 2 St. Kiefer III. u. IV. Kl. = 2 fm; 19 St. Fichte III. bis Vb-1 Klasse — 8 fm; Derb- und ReiSstangcn: 764 St. Fichte = 25 fm; Nutzschciter: Buche 2, Erle 4 rm (Beltershaincr Wald); NutzlnüPPcl: Eiche 17 rm; Nutzrcis- knüppel: Fichte 118 rm; Nutzrcisig: Fichte 199 rm. Ferner Brennholz rm: Scheiter: Buche 86, Hainbuche 2, Eiche 19, Aspe 20, Kiefer 6, Fichte 2. Knüppel: Buche und Hainbuche 219, Eiche 145, Birke 2, Erle 9, Aspe und Weide 42, Kiefer 38, Lärche 8,■ Fichte 43. Knüppelreisig: Fichte 4. Rci- j sig, gcw.: Buckie und Hainbuche 753, Eiche 504, Aspe 44, Kiefer 4, Fichte (gemischt) 181. Stöcke: Buche 6, Eiche 16. Unterstrichene Holznummern kommen nicht zum Ausgebot. Forstamt Grünberg. 231 ßD yillllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Für Knaben llllllllillllllllllllllllllllllllllllllllllll^ usw.) soll im Wege des öffentlichen Anerbietens für das Rechnungsjahr 1927 zur Lieferung * vergeben werden. Die in Anlage A des Erlasses der Hess. ^Ministerien vom 16. Juni 1893, das Ver- , dingungSwesen betreffend, enthaltenen Bedingungen für die Bewerbung um Arbeiten und Lieferungen sowie die hiesigen Lieferungsbedingungen liegen nur am 16., 17. und 18. März d. I., vormittags von 9 bis 12 Uhr, und nachmittags von 2—5 Uhr bei unS offen. Die Angebotsformulare können gegen Erstattung der Selbstkosten von uns bezogen werden. Angebote sind verschlossen und versehen mit der Aufschrift: „Angebot zu der am 9. März 1926 ausgeschriebenen Lieferung" bi? zum Eröffnungötermin: DicnStag, den 22. März 1927, vormittags 10 Uhr hierher einzureichen. In den Angeboten sind die Bedingungen cmzucrkennen. Die einzureichenden Warenmuster müssen Qctrennt von den Angeboten verpackt und mit der Aufschrift: „Muster zum Ausschreiben vom 9. März 1927" versehen sein. Gießen, den 9. März 1927. Direktion der Landes-Heil- und Pflege- Bekanntmachung. Der durch Beschluß der Stadtvcrord- ncten-Bersammlung vom 16. Dez. 1926 genehmigte Fluchtlinienplan für die Brandgasse ist von dem Hessischen Minister des Innern durch Verfügung vom 11. Februar 1927 zu Nr. M. d. I. 4885 genehmigt worden. Der Plan kann beim Stadtbau- amt jederzeit eingesehen werden. Gießen, den 4. März 1927. Der Oberbürgermeister. I. V.: Dr. Hamm. 23188 Kl. 3 ,, 6 „ 18 „ 8 „ 15 „ 36 „ 54 Zrische Zische heule etntreff nd: Pa. Nordsee-Schellfische ; .-!■ ivitindta, Md. 35 Pf. «lande3^0.85 V Ully V 11 toanitäc 3 Pfd. 1.00 tag, dem 15. März 1927, nachmittags 2 Uhr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzurcichen. Bedingungen werden vor der Eröffnung bekannt gegeben. Albach, den 7. März 1927. Hess. Bürgermeisterei: Len; 2300V Manschetten 4fach Mako Schleifchen schwarz, für Steh- und Stehumlegkragen .. 0.95. Trikothemden kräftige Qualität,mit weißen Batlsteinsärzen Weiße Oberhemden kräft.Hemdentuch.m.Batist- RayS-Einsatzu.Manschetten Weiße Oberhemden mit Pikee-Falteneinsatz und Manschetten......... Giehen, Bahnhofstraße 14: hkiimwrfiMM:Gießen, Sahnhofstraste 14 Batist-Taschentücher ft 1F mit eleganter Spitze . 0 75, U*TtJ Taghemden 1 1 K kräftige Qual, mit Stickerei, I schmale Trägerform. Bekanntmachung. Auf Grund der Recchsverdingungsord- nung sollen die nachstehenden Rohbauarbeiten für das Wirtschaftsgebäude, sowie Versetzung der bestehenden Barackenbautcn auf dem Flughafengelände vergeben werden: 1. Erd-, Maurer- und Betonarbeiten 2. Zimmerarbeiten 3. Dachdeckerarbeiten 4. Spenglerarbeiten 5. Grobschlosserarbeiten. Die Unterlagen liegen bei uns offen und sind Angebotsformulare daselbst zu haben. Die Angebote sind verschlossen, versiegelt und mit einer entsprechenden Aufschrift versehen bis zum Eröfsnungstermin Donnerstag, dem 17. März 1927, vormittags 10 Uhr, bei dem Stadtbauamt einzureichen und erfolgt die Oeffnung der Angebote im Beisein der etwa erschienenen Bieter. — Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 9. März 1927. Stadtbauamt: Braubach. 23228 «ämmc — 18,94 rrnscheit 3,— „ Eichenknüppcl 2,50 „ Fichtenknüppel 3,— Buchenscheit „ Eichenscheit „ Kiefernscheit „ Buchenknüppcl „ Eid;enknüppel „ Kiefernknüppel „ Stock Wellen. lange Form Gr. 1 Socken 4 Hk prima Mako, mit Doppel I /'l sohle, schwarz und farbig „ 4. „ 2 ,, Buche 3. „ 4 „ .. 4. „ 1 „ Bauholz Nr. 58 Drittes Blatt Lietzener Anzeiger (Leneral-Anzeiger für Äderhessen, jüiinersiag, (ü. ttiarz 1927 Jur Einführung der Sütterlin-Schreibweife in unseren Volksschulen. Don Ot&rrr Dr. öubttng Balser. 5>aubringcn. Am 29. 2luqust »origen Jahres erließ da» Kreisschulamt Gießen an die Landschulen eine Verfügung. In der mitgeteilt wurde, daß die Bindung an die bisher vorgefchri ebene Rormal- fchrififormen aufgehoben fei. Deikerhm wurde der Lehrerfchaft empfohlen, sich mit der in vte- len deutschen Ländern bereit- mit grohem öt- fvlge eingeführten Sütterlin-Schreibmethobc zu befassens von einer allgemeinen Einführung dieser Methode solle vorläufig abgesehen, dagegen sollen tn den Schulen praktische Dersuche zugelassen werden. Ueberzeugt von dem erheblichen Fortschritt, den die Sütterlin-Methode gegenüber den hessischen Normalschristformen hat, werden Im neuen Schuljahr sicherlich manche Lehrer von dem Hinweis deS Kreisfchulamtcs Gebrauch machen und sie einsühren. Damit nun das Elternhaus nicht unmittelbar vor diese Aeueinlührung gefüllt wird, um ihr auch in Laienkreisen die Wege zu ebnen, und einer falschen Kritik vorzubeugen, gebe ich folgende Ausführungen: Bereits im Jahre 1911 hielt Sütterlin in 'Berliner DolkSschulen in Arbeitsgemeinschaften Schreibkursc ab, in denen jede Duchstabensorm eingehend besprochen wurde. Die hier erarbeiteten Schrift form en wurden vom Kultusminister einem SachverständigenauSschuh zur Prüfung oorgelegt, gutgeheis'en und angenommen Obwohl die Einführung-Versuche während deS Krieges durch Ein- derusung der Lehrer, Zusammenlegung von Älaf- sen und sonstige Schwierigkeiten stet- behindert wurde, war die Methode 1917 doch schon in den Berliner Schulen, den Landschulen der Rßein- prvvinz und der Provinz Westfalen eingesühn worden. Seit dieser Zeit hat sie aber noch in vielen anderen deutschen Ländern Eingang gefunden. Wenden wir unS nun zu dem Wesen der neuen Schreidtveise, wie sie Sütterlin in feinem .Neuen Leitfaden für den Schreibunterrichl" mit Abbildungen anschaulich erläutert. Wohl das am stärksten in die Augen fallende Merkmal unserer gewohnten Schrift ist die starke RechtSncigung, wodurch sich die Hohlräume aller kreisrunden Formen an v. a, r. v usw. stark in die Länge gezerrt haben. .Das Seitenbild enoeit daher stark den Eindruck, als sei mit einem 5der über die Schuller -eigen mußte, gezwungen unnatürlich und erzeugte bei längerem Schreiben den Schreibkrampf. Da dabei das Auge die Spitz, der Feder nicht sehen konnte, trat eine unwillkürliche Linksneigung deS Kopfes ein. Daher verlangt die neue Schreibweise eine natürliche, bequeme Haltung so wie der Zeichner feinen Bleistift hält. Zum Schluffe sei noch einigen Urteilen aus dem Erlasse der Preuß. UnterrichtSverwalttmg vom 20. April 1926 über den Erfolg der 6üt- terlin-Schreibweife hier Raum gegeben: „Die auf den Runderlaß vom 29. II. J924 - U III A 138 erstatteten Berichte sämtlicher Regierungen, in deren Bezirk bie Süuerlin-Schrcivweise bisher erprobt worden ist, stinnnen darin überein, das; sich durch chre Anwendung der allgemeine Stand des SchrcibunterrichtS bceutenb gehoben Hal Nicht nur sind die Schristzeickxn Rarer, ausgeglichener und lesbarer geworden, sondern auch die einzelne Schristseit« als Ganzes bildet ein wesentlich befriedigenderes Gesamtbild als es die frühere Schreibweise ergab Besonders hervorgehoben wird, daß sich auch die Schrift der sogenannten Schl.chtschreiber schon kurz nach der Einführung der Sütterlin-Schrick bcdeu.eud ver- bessert hat. Die Borzüge der Sütterlin-Schrift haben, wie Gutachten von GeschältSfirmen und HandelSdirekioren betreten, auch in Kaufmanns- [reifen Beachtung gefunden und zur Anweisung der Schrift in Handelsschulen geführt. Auch hier ging daS Umkmcn schnell, und die erzielten Erfolge waren, namentlich bei Schlechtschrcibcrn, hervorragend gut. usw." Möge auch der Qtrfubrung der Sütterlin- Schrift in unfern hessischen Scholen guter Erfolg beschickten fein! Kirche und Schule. Lehrgang beö Cvang. Vnndes in Mainz. 2. Für die Zeit vom 14. bis 16. Mörz plant der Evangelische Bund in Mainz in den Räumen des Evangelischen Bercinshauses die Abhaltung eines Lehrgangs, in dem namhafte Persönlichkeiten sprechen werden. Tkr- handlungsgegenstand sollen die kvnsefsioneüe Frage, die Mischehensrage und die Arbeit des Evangelischen Bundes in der Gegenwart sein. Am Montag. 14. März, wird abend- in einer össentlichen BollSversammlung der Vorsitzende deS hessischen Hauptvereins des Evang. Bund«-, Pfarrer 1>. Waitz- Darmstadt, über .Die gegenwärtige Kulturkrisls und die Kräfte zu ihrer llebcrtoinbung sprechen. Sine zweite öffentliche Versammlung ist für den Abend deS 15. März vorgesehen, für den UniversitätSprofesfvr D. Hans Schmidt- Gießen als Redner über daS Thema: »Luthers Llebersstzung deS 46. Psalms" gewonnen ist. * Rainrod, 8. März. Gestern fand hier unter Anteilnahme der ganzen Gemeinde eine Kirchen Vorstehertagung statt, die von etwa 200 Kirchenvorstehem und Kirche naeme»nde- vertretern besucht war und von Dekan v c r i b a- Sichelsdors geleitet wurde, Der vorausgehende Sonntag brachte der Gemeinde einen erhebenden Festgottesdienst (Prediger. PsarrerM c m- m c r t. Ober-WidderSheim). einen Kinder- So 11eSdienst (Pfarrer Waldeck- Darm- adt) und einen Gemeindeabend, der Bilder aus der Inneren Mission vor die Seele stellte. Die gestrige Tagung wurde durch eine eindrucksvolle Predigt von Oberkirchenrat W a g- ner-Giehen eingeleitet, an die sich ein Dorlrag von Pfarrer Waldeck Lber.K indergottes- d i e n ft c“ anschloß. 3n der am Nachmittag in einem Saale statt findenden Aussprache wurde mehrfach betont, daß zwar Kindergottcsdie.iste in einer Gegend, in der die Schüler die Gottesdienste noch regelmäßig besuchen, kein dringendes Bedürfnis seien, aber der Wille vorhanden sei, so weit es die Derhältnisse gefiatlen. Kindcr- gotteSdienste einzuführen. Alsdann zeigte Pfarrer Köhler-Nidda in seinem Bortrage ..Die Pflege des Friedhofs und der Umgebung i er Kirche" vorhandene Mängel und Wege zur Abhilfe und berührte besonders Einfriedigung, Bepflanzung. Blumenschmuck und Grabdenkmal.Dank der guten Vorbereitung durch den Kirchenvorstand Rainrod nahm die Tagung einen glänzenden Tkr- Tauf. Ganz besonders ist die reiche musikalische Ausgestaltung des KirchenfefteS durch Lehrer Sprrcktslundcn der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt eingesandle Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird feine Gewähr übernommen. i gen, der auf der Straße seine Scheinwerfer spielen ließ. Der Chauffeur legte die Hand an die Mütze. Zn seinem Gesicht stand ehrliche Teilnahme. Die Baronesse Merken würde eine gute Herrin fein. Es würde sich ohne Zank mit ihr unter einem Dachc leben lassen. Sorgsam legte er die mitgenommenen Decken zurecht, in die Reichmann seine Braut nun hüllte. Ein Fieberfrost schüttelte chren Körper Hilbertt sah be sorgt nach ihr hin. „Schenke deine ganze Sorge deiner Braut!" sagte er halblaut. „Das andere überlasse mir!" „3a, tu mir die Liebe, Hans Zorg!" „Wer bringt Vater nach Hause?" frug Elisabech mit leisem Weinen. ..Es wird alles geregelt, Kind! Sei ganz ruhig und suche dich zu faßen. Ich bleibe die Nacht über in Ludwigstal. Allein mit dem Toten Iah ich dich nicht." Mit einem dankbar müden Blick sah sie ihn an. Sanitäter brachten eine Stunde später den Frei Herrn nach Hause. Zn dem großen Saal, dem gleichen, den der alte Friedrich mit so viel Mühe für die Hochzeitsfeier geschmückt batte, jaa der letzte Merken aufgebahn. Ruhig, voll Frieden und weich in den Zügen, wie fast nie in seinem Leden, sah das bleiche, ins Gelbe spielende Gesicht auf dem breiten Paradckissen. Zu Haupt und Füßen brannten je ^wei Herren in hohen, schweren Silberleuchtern. Hilbertt hatte für alles gesorgt und nichts vergessen. Zn den Geruch von Tannenzweigen und Rosen und Sommer blumen in allen Farben und Arien mischte sich Weihrauch und dieses allen Totenzimmern gemein same Etwas, das an Sterben und Äerwesen mahnt. Trotzdem die Läden geschlossen waren, sickerte durch Spalt und Ritzen die helle, lachende Zunifonne. Eine Amsel sang hoch oben auf der Linde, dic sich nahe dem Eingang wölbte, ihr Lied und schmetterte und flötete, als gäbe es nichts als lachendes, blühendes Glück — keinen Tod — kein scheiden — nichts. 3m Flur klang der schlürfende Tritt Friedrichs. Er trug heute zum letzten Male die Livree des Hauses. Nun brauchte ihn niemand mehr. Er war kein sanfter Herr gewesen, der Tote. Der guten Worte hatte er nicht zu viele, der barschen dafür um fo mehr gegeben. Und doch, es war jemand gewesen, —rr—L 1-- -TM hu. . > m ■■—■iir tim ■! ZU dem man gehört halte seit vierzig Zähren. Und Merken, das wußte bet' Alte, hatte doch an ihm gehangen, auch wenn er es nicht gesagt hatte. Behutsam öffnete Friedrich die Tür zum Saal. Ein Lichtfünkchen hüpfte neugierig mit hinein, erlosch hier und flitzte dann wieder zu ben anderen, bie draußen über bie hellen Fliesen fpiciren. So finster, fo kalt, so grabesstill war es ba brinntn. und hier alles voll lachender, blenbenber Helle. Friedrich ging mit langsam-sachten Schritten au dem Toten, entfernte bas abgeronnene Wachs, richtete eine Schleife zurecht und nahm ein Aestd-en vom Boden auf. Dann versenkte er sich in bie Züge des Heimgegangenen Der gnäbige Herr war ihm zuvvrgekvmmen mit bem Sterben Das hatte er nie geglaubt. Nun gab es fein Räsonieren mehr, fein Poltern und Schimp-en, und hatte boch alles mit zum Tagewerk gehört unb war boch alles feinen (%ng gelaufen unb schön gewesen, so wie es gewesen war. Bon ber Straße her kam bas Rollen eines Wagens. Friedrich sah noch rasch dem Toten ins Gesicht, als müße er sich erst Erlaubnis holen, daß er sich entfernen dürfe. Dann trat er eilig in den Flur und stürzte die linke Hand über bk Augen, fo blendete ihn Der jähe Uebcrgang vorn Dunkel in bie strahlende Helle. Mit bet Rechten riß er bk breite Flügeltür, bie ins Freie führte, aus. Der feste Männerfchritt. unter bem der Kies knirschte, verichlang ben weichen, frauenhaften, ber mit ihm kam. Reichmann hatte ben Arm um sein junges Weib ge^gt unb führte sie schweigend bic wenigen Stufen hinauf. Bor knapp einer halben Stunbe waren sie aeiraut morden und Sofort wieder urückgefahren. 'Hain allein, beim Hilbertt welcher Brautführer ge» roekn war, lehnte bie Einladung, mitzukommen, ent« schieden ab. Als Hochzeitsgast in ein Traucrhaus zi> geben, erschien ihm taktlos. Elisabeths Gesickn war weih unb schneeig wie ihr Kleib. Unter bem hauch ' 'ft-n Schleier mit ber feinen Myrlenfponge bar .’ber sahen ihre verweinten Augen teilncihwlos auf 'hre Umgebung. Als sie Friebrich erblickte, fam eine stille Wärme in dieselben Dcr Alte will Gluck wünschen, ihr dic fymb 1 affen unb bring: keinen Ton hervor steinen Finger vermag er zu rühren. Die Tranen fallen, ihm über Lu e Wunderkräfte derMilch sind durch die neuen Forschungen der Wissenschaft in besseres Licht gerückt und die Lehre von den lebenswichtigen Aufbau- stoften-Vitamine genannt-erregt berechtigtes Aufsehen- Ohne Säumen sollte der Genuft^on Milch der alsEbrinncn ?en^ndunc k^1 n^T 7^" Z-U ?en »^hmsten und w^lbekömml^srenAnenÄS! HhJendie WOÖ 10111120(800811 OkM-^lklLL ieJ,(ih e,nf- scine,'u Pre,sv- m M'lch herstelien lassen. Kinder >ind zählen die nvuiWJillCUICUUCD UCIRKI rUuUlUyi, ausgelassen vor Freude,wenn sie wissen: Heute gibt s Oetker-Pudding l Kiefamifi erhtititen, wmn ren;: ifftn, gegen Bmendnog von Marken von or. r. oetker. Bielefeld. Ladenvertaufspreise- Bripnlrei .Baric n- 1 Stick 10 Pfg., 3 Stück 25 Pig., Puddingpnher Vanille-Mandel 10 Pf» Vanillin t cx \aa . e-So^rv verSHg , OUa SckoU iden.Pado.ngpnlrer 15 Hr ntodrien MiSd. » rtgÄiJ»5^g 35 pFgi i Kein Linnicher 144 163; 179 i Reichsbankdiskont 5 Prozent. LombardzinSfuh 7 Prozent. Frankfurter Börse. 19.5 76 189 123 2,25 264,5 die herunterhängende Kinnlade, sein Schnappen nach dem Speer, und ich höre sein heiseres, keuchendes Schmerzgestöhn. Alles war um die Braut deschäf- tigt, und man beklagte besonders, daß der Medizinmann nicht zur Stelle sei. Der Tiger muffe das gewußt haben, meinte man. Timar wurde in das Haus des Häuptlings getragen Der traurige Baler selbst machte um sie eine Reihe von Crdhäuschen im Kreise, die er mit Kokosnuhschalen schmückte; die Schalen füllte er mit Kokosnuhöl, tat Zeug- stückchen hinein und zündete sie an, um so eine feierliche Beleuchtung zu schaffen. Unterdessen verband ich die tiefe Wunde, so gut ich könnt:, es war ein Glück, dah der Tiger mit den Zähnen zu- gefaht halte und nicht mit den Pranken; sonst wäre die Wunde wohl schwer infiziert gewesen. Timar kam wieder zu stch, zum unbeschreiblichen Entzügen ihres Smy, der dem in dem Tiger versteckten Dämon furchtbare Rache gelobte. . 149 13 90,9 299 128,5 230,5 163.5 184 190.5 130.25 181 • 5 i67 128.5 116.75 34 62 V. frl»1 Rundfunk-Programm des Frankfurter Sender». (Aus der .'Radio-Umschau-.) Areitag, ll.INörz: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Hausfrauen-Nachmittag. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die gestünde. 615 bis 6.45 Uhr: Funkhoch. schule: „Der deutsche Roman des 10. Jahrhunderts". 'Rorlrag von Prof. Dr. Franz Schultz. 6.45 bis 7.15 Uhr: Stenographischer Fortbildungskursus für An- jänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben auswärts). 7.15 bis 7.45 Uhr: „Spanien, das Land der Gegenreformation", Vortrag von Dr. Hanns Erich Kaminski. 8.15 bis 9.15 Uhr: Opern-Abend. 9.15 bis 10.15 Uhr: Heiterer Abend. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Isr.ReNglonsgemeindr. GottsZd.f. d.Shnagoge (Südanlage). Samstag, den 12.März 1927.Borabd^ 6 00, morgens: 9.00. Gedenkfeier zu Ehren der Gefallenen. Abends: 6.30 und 7.10. Gottesdienst der isr. ReligionSgesellschast. Sabbatseier, den 12. März 1927. Freitag abend 5 55, Samstag vormittag 8.30. nachm. 3.30, Sabbat- auSgang 7.10, Wochengottesdienst: morgen- 6.45, abends 6.00. DIöhc 2 M- loh«, sch-ni-« tflfolg' 5"'Ä HP P« Llalftii NIS von 5:2 zusammenzulegen und um 4 Millionen wieder zu erhöhen. Die G.-B. wird für ben 21. April einberufen. * Hamburg — Amerika-Linie-Hamburg. Die Abrechnung der Hamburg—Amerika- Linie für das Fahr 1926 ergibt nach Abzug der Anleihezinsen in Höhe von 2 6 47 505 Am. zuzüglich Gewinnvortrag aus 1925 einen Betriebsüber- schuh von 20 517 039 Am., im Borjahre 9 380 917 Am. Rach Abschreibungen und RücksteUungen von insgesamt 14 779 125 Rm.. im Dorjahre 9 241 220 Am. und Abzug der statutenmähigen Tantiemen sollen aus den verbleibenden 5 670 000 Rm. 6 Prozent Dividende aus das Aktienkapital von 54 Millionen Rm., 3 Prozent Dividende auf 21 Millionen verteilt und 1 800 000 Rm. zur Einlösung des Dividendenscheines der Austral-Kos- mos-Linien per 1926 Verwendung finden. Die Flotte steht mit 176 065 939 Rm.. im Vorjahre 91 452 223 Rm. zu Buche. Rach Ablieferung der im Lause der letzten Zeit bestellten Reubauten wird die Gesellschaft zuzüglich der Hugo Stinnes- Linien, über deren Aktienbesitz sie verfügt, über 151 Seeschiffe und 221 sonstige Fahrzeuge mit einem Gesamttonnengehalt von 928 6'. Vrutto- registertonnen verfügen. Börsenkurse. (Ohne Gewahr.) Korpulenz macht alt und ist ungesund. Wir taten allen Korpulenten oder Ainn Siarlwerden veranlagten Leiern unv Leserinncuojrnmin Totuva-Zlerne zu fünfen- die unschädliche, dabet tebt wirksame, den Act t an lau reduzierende Stoffe enthalten. Die echten Toluba- Sterne en1he S der 0fW iuth $?nn y flttna S«» Dt>r z». war zunächst auf den Anleihemarkt konzentriert, dessen Werte wieder eine spekulative Steigerung erfuhren. Anleiheablösung stellte sich au 24.25 bis 25 bis 24.8; Schutzgebiet 12,7. Die Aktienmärkte lagen von vornherein unsicher und waren raschen Schwankungen ausgesetzt. Wenn auch der Medio nicht mehr so pessimistisch betrachtet wird, so verstimmte doch das weitere Anziehen der Zinssätze neben der verstärkten Rachfrage nach Monatsgeld. Tagesgeld war Lehm er (Schüler-, Frauen-, gemischten und Männerchvr) und den Musikverein Rainrod (Dirigent Seibel) hervorzuheben.- Buntes Allerlei. Die Wärmflasche im Wandel der Zeiten. „Dankbar gedenkt das ganze Land des Mannes der die Bettflasche erfand!" Dieses Berschen, das einmal Gaudy einen seiner spießbürgerlichen Helden dichten läßt, findet auch heute noch in diesen naßkalten Tagen ein freundliches Echo in unseren Herzen. Die Wäimfla che wird dann zur .Seele" des Betts, wie der Ofen früher die „Seele der Stube" war, und mit welchem Behagen beftekt der sein Lager, der weiß, daß in ihm eine „Mitternachtssonne" ruht, zwar nicht erleuchtend, aber die Rächt seines Schlafes und Traumes erwärmend und erquickend- Der englische Philosoph Bentham, ein besonderer Freund der Wärmflasche, hat einmal die Vorzüge dieser „äußeren Erwärmung" gegenüber der inneren durch Alkohol hervorgehoben und gesagt, daß eine Bettflasche mindestens die gleichen Dienste tue wie ein starker Grog, aber am nächsten Tage keinen Katzenjammer zurücklaffe. Welch ein Lobredner der „Wärmpianne" ist Meister Pickwick, der Held des berühmten Dickensschen Aomans! Und so gehört diese anspruchslose und freundliche Genoffin des Menfchen zu Dingen, die die Poesie verklärt hat. Freilich ist es den ein langer Weg. den die Technik von ten heißen Ziegelsteinen, die sich so rasch avkühlten, bis zu den neuesten vollendeten Formen des Deltwärmers zurückgelegt hat, Bereits der dänische Geschichtsschreiber Saxo Grammalikus spricht ums Jahr 1200 von einem „Wärmtops"; aber dieser diente ebenso wie der „Wärmapsel" des Kirchengerätö mehr zur Erwärmung der Hände und des Körpers in den kalten Zimmern und Kirchen als im Bett. Unter den deutschen Reichskleinodien befand sich ein wundervoll gearbeiteter Wärrnap'el, der bei der Weihe und Salbung der deutschen Kaller in der Kirche verwendet wurde Das „eiserne Wärm- kä sichen", das der berühmte französische Chirurg Pare 1561 beschreibt, diente mehr medizinischen Zwecken. Alle diese Wärmevorrichtungen bestanden in Gefäßen, die glühende Holzkohle enthielten. Es ist dies die sog. „Feuergieke", der „Wärmtopf", wie er noch heute im winterlichen Italien üblich ist und auch bei uns noch bis ins 19. Jahrhundert von den Marktfrauen, in der Kirche und im Theater benutzt wurde. Aber die Aerzte sagten diesen Feuerbecken große Schäden nach, weil sie durch die schwefligen Dämpfe der Holzkohlen die Gesundheit beeinträchtigten, und eä wurde auch dadurch eine bedenkliche Feuersgefahr hervorgerusen. Auch noch im 19. Jahrhundert sind zahlreiche Theaterbrände durch diese Kohlenbecken entstanden. Die Wärm- flasche wurde erst zum Freund des Menschen, als man dazu überging, metallne Ersätze mit siedend heißem Waffer zu füllen. GryphiuS erwähnt in einem seiner Dramen, daß die vorsorgliche Hausfrau „ihrem erkorenen Eheschah jedweden Abend mit einem Betlwärmer von Zinn aufwarte". Solche Ycrit-.t T^nfanfl finr« I 1- Frankmrt a.M. Sfrlu • i-Ubr- Kar» I Kur. 9.3. ' 320 I 322! 24 I - UM ^atn--: Anleihe-Ablösung Wv. 1-30 000 do- Nr- 30 001-60000 do ohne Auslosunasreckt Teurschc Sparpramienanleme Deutsche tiertb. Dollar-Anl. 40,., BoHtürftn......... 5% Goldmerikaner Berliner Handelsgesellschaft. Lommer;- und Pnoat-^ank. T arm ft. und Nattonalbank ■ Deutsche Bant......... Diskonto Commandtt Dresdner Bant....... Metallbant........... Mitteldeutsche Lreditbant. . Oesterreichische Ereditanstalt RcichSbant......... Bochumer Guß Buder ü............ Deutsch Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerte. . Harpener Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . Naliwcrte Westeregeln. .... Laurahütte Mannesmann ....... ManS'cldcr........... Lberbcdarf .... Pyönir Berabau Nl'eintschc Braunkohlen. . . Rheinstahl.......... Rtcbecl 'Montan TelluS Bergbau Bereinigte Stahlwerke . . . Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Analo Cont. Guano Goldschmidt.......... tolzuerkohlung ®. Jaroen-Jndnstrte. . . ütgerSwerkc Scheideanstalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Elektr. Lieferungen Licht und straft........ Mainkraitwerkc Schuckert...... Siemens &, Halske ..... Adlcrwerke Kleyer Daimler Motoren. ..... Hevltgcnstacdt......... Meguin......... . . - Mannheimer Motoren Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgcsell^chaft Frankfurt. Pct. Union A -G Schulnabrik per; ..... Sichel Zellstoff Aschaffenburg. . . Zellstoff Waldhoi. . . . 10. März. Amtliche Notierung Geld Briet 9. Mär;. Amtliche -Jtoti rimfl Geld Briet 10.3. 9. 3. | 10. 3 _ 320 321 322 322.5 24.9 23.6 24.5 — 100.75 — 42 15.25 I — 42,4 I — — 267,5 263 202,5 200 2.2 — 269.5 272 18S.5 lb6 5 . 182 181 5 IbO 181 182 5 179 182 158,5 158 162.13 — 230 1 232 — 8.75J 8.85 187 5 188 1 187.5 118 183.25 117 181.75 118 4 — 183.5 185.25 1-44,5 183 25 181.5 217.5 217 25 217 210 205.25 209,75 21U 207,5 — — 96 75 — 21225 211 25 212 149,5 146.5 — — 118.5 118 4 134,75 130.25 135 291 287,5 281 224,5 223.4 224 75 169 168.5 — — — w- 144 143,25 142.5 152 152.5 152 141 144 144.5 165 — — 179 — — 113 — 149 149 149.75 91 75 — — 298 296 298 131.75 129,5 131.5 233 — - 163 162.5 1L! 13 184.5 182.75 184,75 199,75 200,5 197.7 - 193 — e* 183.5 184 184,75 271 265,5 268,75 129 128,5 116,5 115,25 116,5 — — 62.5 — 35,5 — — — d —- 189,5 — — —— — — 77.9 — 5 — 176 174 —- 265 •263.25 266 168,52 168,9 168,55 168,97 Blien-Atre ‘ 1,781 1.785 1.774 1,778 Brn Aniw 58,54 58,68 58.54 68,68 (Sbriftiania - 109,28 109,56 109,37 109,65 Sfopciiboflen 112,19 112,47 112,22 112,50 Storfbotm • 112,52 112.80 112,53 112,81 Helsingfors. 10,602 10,642 10.603 10,613 Stallen . . . 18,675 18,71 18.80 18.81 London. . . 20,434 20,486 20,43^ 20,519 Neunork . . 4,211 4,22 1 4,212 4,222 Boris.... 16,47 16.5 1 16.475 16,515 Schwei; . . 81,045 81.24 » b!.03j bl ,235 Spanien - . 71,71 11.89 73,51 73,69 Fapan . . . 2,06s 2,072 2,070 2,074 9iio de Jan 0.1975 1.4995 l.498 0,500 Wien in T ' Ccfl- abgcst 59.28 59.42 59,29 59,43 Prag . . • 12.465 12.505 12.47 12,51 Bclzrad . . 7.40 7,- i 7,4'2 7.422 Budap:st • • 73.52 73,70 73,52 73,70 Bulgarien .1,045 „,05 u.045 Lissabon . 21,575 21,625 21,575 21.62a Danzig - - 81,52 81.7 - 81,59 81,79 .stonst.mkln. 2,118 2,12S -.118 2,128 Athen. . . 5.39 5.41 5,39 5.41 Canada . 4.202 4.212 4,202 4,212 Uruguay. . 4,235 1.2 5 1.235 4.245 Cairo 20,964 .1.016 -0.964 21,016 Banknoten. (Ohne Gewähr., Berlin. 9 Mär; Geld Brie' VlmiTifanifcfip 'Jlotra ..... 4,198 4,218 Belgische Noten . ....... 68.4h lll.1-8 58,76 112.44 Cnalffche Noten..... 80,41’5 20.505 Frornönsche Noten . . . 16.>2 16,60 Holländische Noten . . . IG8.16 169,00 Italienische Noten . . . '»orweaische Noten. - 18.90 108.98 19.0’1 109,52 Deutsch Ctfirrr .älOO .OrpneB 59.2.1 69.5.3 Rumänische 'Noten - . - 2,50 •i. Ö4 112.83 Schweitcr Note'i 81,11) 81.50 Lbant'sche Noten . . . . 71,80 72,16 Tschechoslowakische Noten . - 12,44 12,5'1 Ungarische 'J/otcn . 73.40 73.76