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W Karnevals w cotftotW et* ditet in angc- iem, besonderen b. i Winckler. ®-< •ije M’OlS’S eiten" nn'kurz» r her VasleV z !kine Auslese LilifkU' - lyNlß •tf&L*.®» >k ^„leitO-'inrhr d,"°? öio ddxn >»ÄuJ ditn B,r“rt Hid Nr. 34 Lrstes Blatt in. Jahrgang Donnerstag, IO. §ebruar 1927 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen trrrf cnb Verlag: vrühl'sch« Universttälz.vuch. enö Steinörndtrei R. £ange in Sietzen. Sdfriftlcttnng und SeschSftrNelle: rch»lRratze 7. Erschein» täglich.autzer Sonntags und feiertags. Beilagen. •Usenet Familien dlätta Heimat im Bild "Die Scholle Monat,.krzvxrrret«: 2 Reichsmark und 20 Veichsotenntg |ür Träger, lohn, auch Lei Richter» fcheineneinzelnerNummern infolge höherer Gewalt. 5ern|prrd)on|d)lül|t: 51, 54 und 112 Lnlchrifl für Drahtnach» richten Anzeiger Gteste«. Poltld). Storno: Jranlfnrl am Main 11686. line^ee oon Anzeige» für die Tagesnummtr bis zum Nachmittag vorher. Preis f»r l rem hohe fit Mn,eigen d»j 27 mm Breite örlirch 8, euersärt« 10 Neichspfennrg, für Re- hlameon"eigen von 70 n ra Breite 35 Reichspfennig, Playvorschriit 20* . mehr. Chefredakteur Dt Friede Wilh Lange. Kerantworilid) für Pol tik Dr Fe Wilh Lange, für Feuilleton Dr H Thyeiot; für den übrigen Teil Ernst Blumlchein^ für den An- jergenteil üDeete H Bc», lämtlid) tn (Bienen. auf Rußland. Polen Botschafter von hoefch bei Brianö ruppen rnißbil - Der W om die omeiilonifdie ßinmsntiererquote Das sei. bißen Garantien für den Frieden tens Deutschlands erhalten habe. Auch auf Ratifizierung der Schuldenabkommen sei- die mit ein Romanen und Slawen ins Land, auch (Brie* chen und Asiaten. In der letzten Zeil war am stärksten die Einwanderung London, 9. Fcbr. (WTB.) Die Debatte über die Adresse zur Deantwortung der Thronrede wurde heute im Unterhaus fortgesetzt. Der Arbetieriührer Thomas sprach von einer Mci- rtungSvclschiebenheit zwischen Chamberlain und Amery, dem Kolonlalstaatssckrctär. Die er sei mit Chamberlains .Fricdcnlbenn hung' nicht zufrieden gewesen und habe anscheinend geglaubt, baß Chamberlain nicht wisse, wie man mit den Chinesen verfahren müsse. Jedes Arbcitcrmit- glied sei der Ansicht, daß alle Friedenshinder- nisse beseitigt werden mühten. Lloyd George und Rumänien. Dieser Zustrom von rassesrcinden Elementen machte doch die England und Amerika ging der Aationalrat , und verwarf die Ratifizierung der Verträge Mellon-Döranger und Cecil-Caillaux. Meinung zu begegnen, die wisse, .was vor- gegangen Ist", bereit zur Aktion und bereit der Gefahr zu begegnen, wenn sie kommt. Ein Hbänherungsanlrag der Arbeiterpartei. London. 9. Febr. (WB.) Ein Abänderungsantrag der Arbeiterpartei zu der Anlwortadresse 5eS Parlamentes auf die Thronrede gibt dem Möglichkeit und stellte sogar den Ankömmlingen Land frei oder für geringes Entgelt zur Der- fügung Freilich machten sich auch frühzeitig na- tivistische Bestrebungen geltend, die darauf hinausliefen, das amerikanische Bürgerrecht eingeborenen Amerikanern vorzubehalten, die Einwanderer also von der Erwerbung deS Bürgerrechts auszuschliehen. wäre eine Ausdehnung der Dcrsastungsbestim- mimg gewesen, wonach die Erwerbung des Bürgerrechts auf Angehörige der kaukasischen Rasse beschränkt, solchen der gelben Rasse aber ver- ligt habe. Er fragte, ob dies der Fall sei und ob L'Malley und Lampson um die Landung ersucht Jiätten. China, erklärte Lloyd George, sei nicht bol» chrwistisch. Die chinesische Bewegung sei im wesent- ichen nationalistisch. (Nationalismus und Bolschewismus patzten nicht gut zusammen, wie dies die Solfffemiften entdecken würden, sobald der rus. psche Nationalismus beginnen würde, auszuwachen. Die Ausrüstung der chinesischen Parteien stamme »im grotzen Teil von amerikanischen und britischen Kaufleuten und nicht aus Rußland. Churchill der für die Regierung antwortete, erklärte, die Regierung wisse, das; sie auf ein sehr grohes Matz von älnlerstühung über die Grenzen ihrer' eigenen Partei hinaus rechnen könne, solange ihre Politik beschränkt sei auf den Schuh des britischen Lebens, und nicht von irgendwelchen anderen Gründen bestimmt werde. Das Urteil über die tatsächliche Gefahr für britisches Leben in Schanghai müsse den britischen Vertretern an Ort und Stelle überlassen werden. Man dürfe nicht versuchen, von England aus die tatsächliche Lage in Schanghai zu beurteilen. Menn keine unmi'tclbare Gefahr für Schanghai bestehe, so würde die Regierung durchaus bereit sein, die Truppen in Hongkong zu lassen. Grobbritannien werde nur nach seinen eigenen Angelegenheiten in Schanghai sehen. Gegenüber all den verschiedenen in China streitenden Kräften sei die britische Politik, Versöhnung anzubieten und zu versuchen, Gerechtigkeit und angemessene Berücksichtigung für die britischen Untertanen zu erhalten, ober nicht irgendwelche vorgefaßten oder europäischen Meinungen mitwirken zu lassen Die Frage müsse von denChinesen allein geregelt werden. Am Schlüsse seiner Ausführungen befaßte sich Churchill mit der Stellungnahme Großbritanniens gegenüber Rußland und dem BolschelAsinus. Die Regierung gebe sich keiner Illusion darüber hin, was vorgehe, es mangele nicht an Provokationen. Aber die Regierung war bisher der Ansicht, daß die diplomatischen Beziehungen zu Rußland aufrecht erhalten werden sollen. Churchill erklärte unter lautem Beifall auf der Regierungsseite, die Regierung sei der Ansicht, daß sie das Ziel einer heimtückischen feindlichen Propa- g a n d a in einem großen Teile der Welt sei und sei entschlossen, wenn dies fortdauere oder ZU irgendeiner Zeit zum Ausbruch komme (come to a head), dieser durch eine öffentliche die Politik der britischen Regierung in Heber- einstimmung mit den Buchstavim und dem Geist der Völker^undSsayung ist. Die brit.sthe Regierung bedauere tief, daß kein Weg zu bestehen scheine, auf dem der Beistand deS Völler- bundes in der Regelung der Schwierigkeiten in China äugendlicllich gesucht werden könne, daß jedoch, wenn irgendeine Gelegenheit sich ergeben sollte, die britische Regierung davon gerne Gebrauch machen werde, die guten Dienste deS Völkerbundes in Anspruch zu nehmen Lord Reading, der ehemalige Vizelön-.g von Indien, erllärte, er glaube im Ramen der liberalen Peers sprechen zu können, wenn er allem, was Baljour erklärt habe, sich voll anschließe, denn er könne sich nicht denken, daß eS Irgendeinen Meinungsunterschied zwischen den Parteien über diese Frage gebe. boten sein soll. Für die schwarze Rasse oder für die Farbigen, wie man die Leute afrikanischer Abstammung in Amerika lieber nennt, brachte erst der Bürgerkrieg den Wandel und die Berechtigung mit sich, Dollbürgrr der Vereinigten Staaten zu werden. Mit der zunehmenden Bevöllerungszahl nahm auch die Ein- wanderungsfeindlichieit vielfach zu. 9n den lehten beiden Jahrzehnten hat nun auch der Charakter der Einwanderung in Amerika einen starken Wandel erfahren. Früher waren es hauptsächlich Söhne und Tächter germanischer Böller, die in größeren Mengen nach dem gelobten Land Amerika zogen, also Engländer, Deutsche, Holländer und Skandinavier. Anfang der neunziger Jahre stand die deutsche Einwanderung auf ihrem Höhepunkt, um dann bei fortichreitender wirtschaftlicher Besserung in Deutschland zurückzu-- gehen. Dafür strömten in immer größeren Scharen Paris, 9. Febr. (TU.) Briand empfing heute den deutschen Botschafter v. Hoesch. Ueber den Gegenstand der Unterredung wird van französischer Seite keine Mitteilung gemacht, während von deutscher zuständiger Stelle folgendes offizielle Kommunique ausgegeben wird: »Der deutsche votschaster. Herr o. hoesch, der gestern naajmihag oon Benin nach p a- ri» jurückgekehrt ist, hatte heute abend eine einslünd.ge Unterredung mit dem sranzö- schen Auhemninister, Herrn Briand. Auf Grund der Unterredungen, die der deutsche Botschaster in Berlin mit Reichsaußenminister Vr. Stresemann gehabt hat, besprach er mit Herrn Briand die verschiedenen Jragen, die Deutschland und Frankreich zur Zeit bewältigen. Dabei wurde u. a. der Abschluß der Verhandlungen über die Entwaffnung Deutschlands und die weitere Gestaltung der deutsch - französischen Handelsbeziehungen berührt." Wie der Übertreter der Telunion zu der Unterredung hoeschs mit Briand erfährt, hat diese etwa eine Stunde gedauert und allen Problemen gegolten, die zwischen Frankreich und Deutschland in den nächsten Wochen behandelt werden sollen. Man geht kaum seht, wenn man annimmt, datz neben den in dem deutschen ftommuniquä erwähnten Fragen auch das Problem der R h e i n l a n b r ä u » m u n g eingehend erörtert und die Möglichkeit einer Zusammenkunft zwischen Briand und Stresemann in Betracht gezogen worden ist. Auch die bevorstehendc Genfer Ratstagung und die aus ihr zur Behandlung stehenden Gegenstände sind allem Anschein nach gestreift worden. So lammt denn dieser ersten politischen Aussprache hoeschs mit Briand nach Bildung der neuen Reichsregicrung besondere Bedeutung zu, da in den deutsch-iranzösischen Beziehungen der Weg schluß der Entwafsnungsverhandlungen der Weg für die Lösung der weiteren Deutschland so sehr am Herzen liegenden Probleme eröffnet ist. Die Opposition gegen Briand. Paris. 10. Febr. (XU.) Der Rationalrat der Liberalen Vereinigung, deren Vorsitzenter Minister LouiS Warin ist. verlangte in einem Echlußantrag, die Regierung daran zu erinnern, daß sie sich strikte an die Artikel des Versailler Vertrages, insbescmdere an Artikel 429 halte. Er erwarte, daß die französischen Truppen solange am Rhein verbleiben. bis Frankreich die unumgänglich notwen- aab feiner großen Befriedigung über die gestrigen Erklärungen Baldwins Aur chinesischen Frage Aus- druck. Er sagte, dies bcoeute, daß England in den chinesischen Streitigkeiten wirklich strikt neutral sein werde. Chamberlains Verhalten gereiche nicht nur ihm selbst, sondern auch England zur Ehre. Chamberlain habe ehrlich und aufrichtig versucht, eine friedliche Regelung der britischen Pro- oleme mit China zustande zu bringen. Er habe vollkommen klargcstellt, daß er nicht auf irgendwelchen unhaltbaren Vorrechten bestehen werde. Wenn die Zeit, die Chamberlain dazu verwandt habe, die Mitwirkung anderer Mächte herbeizufuhren, vergeudet sei, so sei es nicht Chamberlains Schuld. Oie augenblickliche Lage sei aus die Tatsache zurückzusühren, daß die Beschlüsse der Wa- shingtoner Konferenz nicht verwirklicht worden seien. Wenn irgendeine wirkliche Gefahr in Schanghai bestehe, sei die Regierung gezwungen zu handeln. Sie habe die Verantwortung für eine Räumung nicht übernehmen können, ohne der britischen Stellung im Offen einen sehr ernsten Schlag zuzufügcn. Rach den Geschehnissen in Hankau sei es unmöglich, die britische Bevölkerung in Schanghai abzutransportieren. Lloyd George gab der Hoffnung Ausdruck, daß es möglich sein werde, eine Truppenlandung In Schanghai zu o e r m e i- den. Er erklärte, Japan könne gut sagen, daß es noch keine Truppen entsende, da seine (Entfernung von China verhältnismäßig gering ist. Desgleichen höre er. daß Amerika seine Truppen nicht sehr weit von Schanghai entfernt halte. Trotzdem habe er einige Besorgnis. Er lenkte besonders die Ausmerk- famkeit aus die Behauptung des Pariser Temps, wonach das gesamte KoN^ularkorps in Schanghai die Entsendung oon ** Die Tangerfrage. i Spaniens Bedingungen. London, 9. Febr. (TU.) Rach einer „Ti- mes"-Meldung auS Tanger veröffentlichen die dortigen Blätter folgende spanische Bedingungen für die Lösung der Tang-rrsrage, falls eine Forderung auf Einverleibung Tanger- in die spanische Zone a b g e l e h n t werden sollte: Aufhebung deS Kontrollkomitees, Einfehung eines fpanischen Kontrolleurs an Stelle des Administrators, älmwandlung der gesetzgebenden Versammlung in einen internationalen Muni- zipalrat und der gemischten Gerichtshöfe In spanische Gerichtshöfe mit Unterstützung von Vertretern der ausländischen Mächte. Die internationale Zone soll sich in Zukunft auf das Stadtgebiet von Tanger beschränken und die Gendarmerie mit der spanischen Militärpolizei verschmolzen werden. Dagegen verpflichte sich Spanien zur Aufrecht erhattung der Ordnung und Sicherheit, zur Förderung der Religions- und Erziehungssreiheit und zur Respektierung der Prinzipien internationaler Gleichberechtigung. Die Veröffentlichung der spanischen Bedingung:n habe die in Tanger wohnenden Europäer, besonders die Franzosen, f e h r überrascht und es habe den Anschein, als ob sich den heute in Paris beginnenden Verhandlungen neue Schwierigkeiten in den Weg stellten. Abd ei Krims Artillerieführer. Casablanca, 9. Febr. (Havas.) Dor dem Kriegsgericht in Meknos begann der Prozeß gegen Öen deutschen Staatsangehörigen K l e m S, der in dem Riffeldzuge Abd el Krims rechte Hand war und besonders dessen Artillerie organisierte. Die Anllage lautet auf Desertion aus d e r Fremdenlegion und Be'chießung französischer Posten. KlemS gibt zu, durch Schriftstücke in englischer und deutscher Sprache f ü t 2lb d e ( K r i m Propaganda gemacht zu haben, bestreitet aber, irgendwann ein offizieller Llgent Deutschlands gewesen zu fein. , Amerikaner stutzig. Man versuchte die Einwanderung arundfätzlich zu be* schranken, indem bestimmt wurde, daß nur eine gewisse Kopszahl oon Einwanderern im Sabre zuzufassen und diese nach dem Verhältnis der betreffenden Nationalität zur Gesamtbeoölkerungs- zahl aus Grund einer Volkszählung zu verteilen fei. Ein solcher Schlüllel mutzte natürlich, wenn er in der beabsichtigten Richtung wirksam jein sollte, nach dem Ergebnis einer ziemlich weit zurückliegenden Volkszählung berechnet werden, die vor dem Einsetzen des starken Einwanderungsstromes aus Italien, Rußland, Polen, Rumänien und dem Balkan lag. Als das betreffende Gesetz im Kongreß angenommen wurde, standen die Mitglieder noch stark unter dem Einfluß der Kriegszeit und es herrschte das Bestreben vor, die englische Einwanderung zu beoor^ugen. Die Folge war die Annahme des letzten Einwanderungsgesetzes, und zwar noch für eine Uebergangszeit dem deutschen (Element eine leidlich aute Stellung einräumte, es aber vom 1. Juli 1927 ab auf mehr a l s die f)älfte beschränken wollte. Inzwischen hat sich herauSgestellt. daß das in Frage stehende Einwanderungsgesey. wie das in Amerika und gelegentlich auch in anderen Ländern _ vorkommen soll, übereilt und o b e r s l ä ch l i ch zusammengestellt war. Der eigentllche Zweck, den man erreichen wollte, wurde zu nicht geringem Teil verfehlt und statt dessen wurde öle Einwanderung gerade der wünschenswertesten Clemente ungebührlich beschränkt. Die Klagen darüber wuchsen und eS stellte sich die Einsicht ein. daß man schwere Fehler begangen hatte Hcbtigen» war man sich in einsichtigen Kreisen schon bei Annahme des Gesetzes darüber Nar. gab sich aber der Hoffnung hin, daß es gelingen werde, noch rechtzeitig die Fehler auSzumerzen und eine gerechtere Quctenverteilung herleizuführen. Diese Erwartung hat nun wieder getrogen, und so bleibt schließlich dem Kongreß nichts anderes übrig, als die für den 1. Juli 1927 bestimmte Quotenverteilung außer Kraft zu setzen und es vorläufig bei der Anwendung des bisherigen Schlüssels zu belassen. Bekanntlich hatte auch Präsident C o o l i b g e den Versuch gemacht, durch ein RechtSgut ach.'en sich,die Befugnis erteilen zu lassen, den Quoten.- schlüssel zu ändern, aber vergeblich. Run muh man hoffen, daß in der nächsten langen Session, die Anfang Dezember deS Jahres zusammentritt und bis tief in den Sommer 1928 dauern kann, imstande fein wird, eine Quotenverteilung vor- zunchmen. wie sie den wahren Interessen des Landes entspricht. Amerika bietet noch reichlich Raum für Einwanderer, die arbeitswillig, fleißig, sparsam und kräftig sind. Anerkanntermaßen besitzen die deutschen Einwanderer diese Eigenschaften In höchstem Maße, und deswegen sollten sie zu den wünschenswertesten Elementen des Landes gehören. EinUongrehgegenÜieUnterdrückllng der Kolonialoöifer. . Brüssel, 9. Febr. (W. B.) Heute nachmittag hielt der Internationale Kongreß gegen die Mn terörüdung der Kolo - nialvölker und gegen den Imperialismus, der erste dieser Art. eine Sitzung ab. Der Zusammentritt des Kongresses war am 14 Sanuar in Berlin von der Liga der unterdrückten Völker des Orients be- schlossen worden. Zu dem Kongreß sind zahlreiche Vertreter erschienen, darunter auS Deutschland Professor AlphonS Goldschmidt. Willy Wün- zenberg und Ernst Toller. In seiner Ansprache legte der Vorsitzende Dr. Marteaux die Entstehungsgründe und die Ziele dieses KongrelseS dar. Der Kongreß wolle die Befreiung der Rassen. Er müsse die Grundlage zu wirtschast- lichen Verständigungen zwischen den verlchiedenen unterdrückten Völkern schaffen und die Selbst- regierung der Rassen herbeiführen. Der offizielle Vertreter der Kantonregier ung, Hsiung Kwang Suan, überbrachte in deutscher Sprache die herzlichsten Grüße der chinesischen nationalistischen Regierung. Der deutsche Vertreter. Professor Goldschmidt, erklärte auf feinen verschiedenen Reisen durch die Welt 'habe er fest gestellt, daß viele Völker unterdrückt seien und nach Befreiung strebten. Aber den Bestrebungen habe die einheitliche Leitung gefehlt. Fast alle seien gescheitert. Hoffentlich werde bte chinesische Bewegung Erfolg haben. Arbeilerdemonstrationen in China. London. 9. Febr. (Wolff.) In Liukiamiao unwert Hankau wurde eine Arbeiterkundgebuna veranstaltet, an der nicht weniger als 83 000 Arbeiter teilnahmen. Cs waren fünf Rednertribünen errichtet. An der Haupttr büne hingen Photographien von Sun Iatsen. Kar! Marx Lcmn und den von der Rordregierung im Februar 1923 Hingerichteten Aufständischen. Die Rede begann damit, daß der Führer die Anwesenden aufforderte, sich dreimal vor den Photo- Lloyd George für Chamberlains Chinapolitik Die Debatte im Unterhaus. — Churchill verteidigt die Truppenfendungen nach Schanghai. lebhaften Bedauern über das Zögern der Re- aierung zum Ausdruck, der Lage in China abzu- b^len, und kritisiert die Entsendung ®Pn Druppen nach Schanghai, wodurch die Sicherheit der britischen Staatsangehörigen gefährdet und die Verhandlungen unmöglich gemacht toürben. Zum Schluß wird die Zurück- berusung der Truppen gefordert. England wi ü den völterdunü nicht bemülien. London. 9. Febr. (WB.) Im Oberhaus verkündete Lord Balfour, daß die britische Regierung eine Mitteilung an den Völ- kerbund gesandt hat. in der sie die chinesische Lage auseinandersetzt und erklärt, daß Da bereits der Ausschuß Jür Einwanderungs- wesen des amerikanischen Repräsentantenhauses dem vom Senat angenommenen Antraa ^gestimmt hat, die automatisch erfolgte Neufestsetzung der Einwandcrungsguoten für ein Jahr auf- zuheben, so ist mit Sicherbeit anzunehmen, daß auch das Repräsentantenhaus selbst zustimmen wird. Die deutschen Dampserlinien haben auch bereits bekanntgegeben, daß sie mit einem solchen vorläufigen Ausgang rechnen und daß die Einwanderungsauo- ten mindestens ein Jahr lang, also bis zum 1. Juli 1928, unverändert bleiben werden. Ferner hat der Einwanderungsausschuß des Repräsentantenhauses einen Antrag angenommen, der auf eine gründliche Abänderung der auf ein Jahr außer Straft gesetzten Quotenoerteilung hinausläuft. Dieser letztere Antrag bat allerdings feine Aussicht auf Annahme mehr, da die Kongreß-Session bereits am 4. 9Rän abläuft und noch sehr wichtige gesetzaebe- rische Aufgaben bis dahin zu erledigen sind. Aber es ist wenigstens für ein Jahr Zeit gewonnen, um die ganze Materie nochmals gründlich durchzuarbeiten, und wir wollen hoffen, daß bas nunmehr wirklich geschieht, und daß nicht, wie im verflossenen Jahr, die Bewältigung dieser dringend notwendigen Ausgabe abermals auf die lange Bank schiebt, bis es zu spät ist. Die Gefckicbte der amerilanifien Einwan- derungspvli'ik ist eine sehr wechselvo11 e. Solange das Land noch reichlich Platz für Siedler bot, beförderte man die Einwanderung nach graphien zum Zeichen der Huldigung au verneigen. Hierauf sprach der Redner vierzehn Leitsätze vor. die von der Versammlung wiederholt wurden. Diese Leitsätze enthielten u. a. eine Lobpreisung der verstorbenen, eine Derurtellung der Imperialisten, die Forderung nach Aufrechterhaltung der Vorrechte der Arbeiter und da- Verlangen nach Zusammenarbeit mit Sowjet- ruhland. Zurückziehung derrusfischenGut- haben aus den britischen Banken. London, 10. Jebr. (WTB. Funkspruch.) Dem diplomatischen Berichterstatter der „Westminster Gazette" zufolge wurde gestern in ^inanzkreisen in London von einer Zurückziehung der Sowjet-Gut- haben aus britischen Banken in höhe von angeblich 5 Millionen Pfund und ihrer Ueberweisung nach anderen Landern, besonders Deutschland und den Bereinigten Staaten, gesprochen. Diese Maßnahme geht auf die Besorgnis der Sowjetregierung zurück, daß die konservative Partei in ihrem Feldzug für Aushebung des englisch-russischen Handelsabkommens und für Abbruch der diplomatischen Beziehungen Erfolg hoben werde. DisG oh-Hamburg-Frage Bürgermeister Petersen über die Preußische Politik. Hamburg. 9. Febr. (WTB.) Bei der Beratung des Etats in der Hamburger Bürgerschaft sprach Bürgermeister Dr. P e t e r s e n zur Grost-Hamburg-Frage. Gr vertrat die Auffassung, daß Preußen durch unerfüllbare Forderungen den Abbruch der Berhandlungen herbeigeführt habe. Die preußische Groß-Hambury- Polilik beruhe aus dem Gedanken, daß die staatliche Selbständigkeit Hamburgs den fiskalischen Interessen Preußens zuwiderlaufe. weil angeblich Hamburg die preutzi- fchen Aachbargcmeinden belaste, und daß diese Selbständigkeit auch den staatspolitischen Zielen Preußen- enlgegenstehe. die auf die Aufsaugung der norddeutschen Kleinstaaten in ein Groh-Prcußm hinausliefen. Der Bürgermeister wandte sich zunächst unter Vorlegung umfangreichen Zahlenmaterials gegen die Behauptung, daß Hamburg Preußen belaste. Er wies darauf hin, Satz Hamburg allein die Lasten für den größten deutschen Seehafen zu tragen habe, und führte über die Notwendigkeit zukünftiger großer Aufwendungen Zahlen an. Der Bürgermeister kündigte eine baldige große Hafenvorlage an, bei deren gegenwärtiger Vorbereitung auch die Hntcrtunnclung des Köhlbrands erörtert werde. Dann betonte der Bürgermeister, das; er persön- lich Unitarier sei, daß die Entwicklung zum Einheitsreich aber niemals über einGroß- ?> r e u 6 e n führe: dieses führe zur Main- i n i e. Der Wille zum Einheitsstaat müsse auS dem ganzen Volk heraus entwickelt werden und dürfe nicht Angelegenheit der Politik eines einzelnen Landes sein. Auch heute noch sei Hamburg bereit, über einen Finanzausgleich zu verhandeln, wenn Preußen das Gebiet abtrete, für daS Hamburg gleiche territoriale Gegen- leistungen zu machen nicht in der Lage wäre. Auch über eine Hafengemeinschaft sei Hamburg bereit zu verhandeln, wenn Preußen präzisieren würde, was eS unter dieser Anregung verstehe, und unter der selbstverständlichen Voraussetzung, baß es die Enlschlußsrei- heil Hamburgs in seinem eigenen Hafengebiet nicht irgendwie behindere. Deutscher Reichstag. Die Krage des Abbaus der privaten Vorschulen. Berlin, S. Febr. (V.D.Z.) Auf der Tagesordnung steht die dritte Beratung der Anttäge des Zentrums und der Deutschnationalen, die sich mit dem Abbau der privaten Vorschulen befassen. 3n der Aussprache wendet sich der Abg. Dr. Löwenstein (Soz.) gegen die Anträge in der Ausschuhfasfung. Roch mehr zu bekämpfen sei ein neuer Antrag der jetzigen Regierungsparteien, der die Aushebung der Vorschulen auch dann verhindern will, wenn die Entschädigungsfrage landesgesetzlich gergc.t ist. Bei feiner Annahme würde nicht einmal in Hamburg t>ie Aushebung der Privatoorschulcn möglich sein, obwohl dort durch LanbeSgefey die Cntschäbigungssrage vorbildlich getege.t sei. Der Au.schuf:antrag sei -weifellcS rersassungLändernd una bedürfe deshalb einer qualifizierten Mehrheit zur Annahme. Der Antrao der Reaierungsparteien auf reichsgesetzliche Regelung der Ent chädi- gnngsfrage wird gegen Sozialdemokraten, Demokraten und Kommunisten angenommen. Au Antrag Schreck (Soz.) wird die Schlußabstimmung aiicgesetzt, bis die Vorlage mit der soeben beschlossenen Aenderung gedruckt oorliegt. Es folgt die zweite Beratung der Anträge, die sich gegen die Erhöhung der Viersteuer, und gegen die Ausrechterhaltung der Tabaksteuer richtet. Der Ausschuß beantragt, die Biersteuerer- höhung erst am 1. 4. 1927 in Kraft treten zu iahen. Dieser Ausschußantrag vom 16. Dezember 1926 kommt erst jetzt an das Plenum. Abg. Henning (Völk.) bedauert, daß gegen den klaren Willen der Ausschuhmcbrheit die erhöhte Biersteuer am 1. Januar dieses Jahres in Straft getreten ist. Abg. Dr. Horlacher (Bayer. Vp.) weist dar auf hin, daß nunmehr die Anträge überholt und gegenstandslos geworden feien. Der Redner protestiert dagegen, daß die Brauereien den Dierprcis weit über das Maß der Steuererhöhung hinaus erhöhen. Abg. B u ch m a u n (Komm.) beantragt die vollständige Aufhebung der Bier« und Tabaksteuer. Staatssekretär Dr. P o p i tz vom Reichsfmanz- minifterium erklärt, da die Biersteuererhöhung b e- reite in Kraft getreten sei, könne sie natürlich nicht wieder aufgehoben werden. Die Anträge auf Biersteuersenkung müssen angesichts der Finanzlage überhaupt ein frommer Wunsch bleiben. denn sonst würden Ausfälle von über 100 Millionen eintreten. Der Ausschußantrag wird gegen die Kommn nisten und die Wirtschaftliche Bereinigung a b gelehnt. Es folgt die zweite Beratung der Anträge bet Dentfchncttionalen, der Deutschen Volkspartet und der Wirtschaftlichen Bereinigung auf weit ren Abbau bet Wohnungszwangswirkschaft. Der Ausschuß hat die Ablehnung aller Anträge beantragt. Die Wirtschaftliche Vereinigung hat einen weiteren Antrag eingebracht, In dem u. a. verlangt wird, daß alle größeren Wohnungen von einer bestimmten Zimmerzahl oder über einen bestimmten Mietpreis bei Freiwerden vollständig aus der Zwangswirtschaft herauSgenom- men werden. Abg. Tremmel (Zentr.) hält eine Desehesänderung nicht für notwendig. Dringend notwendig sei aber eine richtigere Auslegung des Mieterschutzgesetzes durch die Gerichte. Es kämen oft Urteile zustande, die den Absichten des Gesetzgebers widersprechen. Der Redner ersucht um Ablehnung des Antrag- der Wirtschaftlichen Vereinigung. Abg. Bey tyin (D. Dp.) spricht sich gegen eine Verewigung der WohnungszwangSwirtschaft aus. Die demnächst gesetzlich einzuführende Wohnungszählung werde die Unterlagen für einen rascheren planmäßigen Abbau der Wohnungszwangswirtschast bieten. Abg. Lucke (Wirtsch. Derg.) empfiehlt die Annahme des Antrags der Wirtschaftlichen Vereinigung. Der Antrag solle nur den Ländern die Verordnung des Arbeitsministeriums ins Gedächtnis rufen, die den Abbau der Wohnungs- zwangswirtschast verlangt. Der Antrag der Wirtschaftlichen Vereinigung wird abgelehnt und dem Vorschlag des Ausschusses gemäß auch die Ablehnung aller übrigen Anträge beschlossen. Runmehr wird die zurückgestellte Schluß- abstimmung über die Anträge zum Gr und- schulgeseh (Aushebung privater Vorschulen) Dorgenommen. Da von den Sozialdemokraten der Ausschußantrag als verfassungsändernd bezeichnet worden ist, laßt der Präsident durch Auszählung seststellen, ob die qualifizierte Mehrheit erreicht wird. Der Ausschußantrag wird mit 207 gegen 130 Stimmen der Sozialdemokraten. Demokraten und Kommunisten angenommen. Die für Verfassungsänderungen erforderliche Zweidrittelmehrheit ist also nicht erreicht und das Gesetz wäre nicht angenommen, wenn durch richterliche Entscheidung fein Der» fasfungsändcrnder Charakter festgestellt würde. Das Haus vertagt sich auf Donnerstag. Dr. Wirths „Nein". Berlin, 10. Febr. (WTB.) In dem am Freitag erscheinenden Heft der Zeitschrift „Deutsche Republik" schreibt Dr. Wirth über seine Haltung bei der Abstimmung über das Vertrauensvotum: Das „Olein“ war wohl erwogen und wohl bedacht. Ich stehe zu diesem „Aein“. So wie mein „Rein" als Wort lautete, fo stehe ich auch innerlich zu dieser De- gierung. Ich stehe ihr nicht nur ablehnend und fremd gegenüber, sondern ich begegne ihr mit Mißtrauen, weil es für miA als Republikaner unmöglich ist, dieser Regierung mein Vertrauen zu geben. Man präsentiert uns Männer, die für die Republik eine Provokation sind. Mir „Wenn" und „Aber", mit „Vorbehalten", mit Wiederholung alter Formeln griff man zur Macht. Man wehrte sich sogar dagegen, die Richtlinien, die im Zentrum audgear» beitet worden sind, auch nur der Oeffentlichkeit zu übergeben. Man schob das Manisest zur Seite, an dem ich mitgearbeitet habe. Förderung der Leibesübungen. Berlin, 9. Febr. Der ReichstagSaus- s ch u ß zur Forderung der Leibesübungen nahm Berichte des Geschäftsführers Albrecht von der Arbeiterjugend und des Geschäftsführer M ü n - k e r Dom Iugendherbertzsverband über das Iu- gendwandern und den Stand des Iugendher- oergswesens entgegen. In der Aussprache wurde betont, baß wirksame Heimatkunde nur durch das Wander n zu betreiben fei. Vor allen Dingen müsse tdr Sparausschuß des Reichstages davon überzeugt werden, daß die für das Wandern aufgebrachten Mittel gerade für die Gesundheit und die Hebung der Moral notwendig fei. In einer spateren Sitzung will der Ausschuß die sportärztlichen Fragen behandeln. Die neueste portugiesische Revomtion. Portugal macht zur Abwechslung wieder einmal eine Revolution durch. Chronisten behaupten. daß es innerhalb der letzten sechs Monate etwa die siebente oder achte fei. Das mag stimmen. Denn wenn im vergangenen Halbjahr aus Portugal Rachrichten zu uns kamen, dann wußten sie nur von gelungenen oder fehlgeschla- genen Umsturzversuchen zu berichten. Daber scheint es aber noch immer verhältnismäßig friedlich zugegangen zu sein. Es wird wohl fleißig geschossen, hin und wieder macht auch die Artillerie von ihren Geschützen Gebrauch, schließlich hat man aber wieder eine neue Regierung, die sich immer auf jenen General stützt, der im Augenblick die meisten Regimenter hinter sich hat, und, was dabei auch daS wichtigste ist, sich entweder in der Hauptstadt oder mindestens in deren unmittelbarer Rühe befindet. Das war besonders im vorigen Iahre der Fall. 2Ik>wech° selnd zogen die unzufriedenen Generale nach Lissabon, stets brachten sie ein neues Kabinett mit. Die Dinge werden jetzt einen ähnlichen Verlaus nehmen. Rord und Süd befinden sich im Ausstand, die Regierungstruppen haben alle Hände voll zu tun, bis sie dann plötzlich einsehen w.'rden, daß es besser ist, sich den Revolutionären anzuschließen und bei der nächsten Gelegenheit nun wieder gegen die neue Regierung zu marschieren. Erfreulich sind diese Zustände für Portugal nicht, besonders deswegen nicht, weil die ewigen Reibereien zwischen den polittsiercnden Generalen das Land nicht zur Ruhe kommen lassen, dessen Bevölkerung aber, wie es scheint, nur geringe Rotiz von den Auseinandersetzungen der uniformierten Revolutionäre und Gegenrevolutionäre nimmt. Seit der Abdankung König Manuels hat eine Revolution die andere abgelöft, woraus sich wohl der Schluß ziehen, läßt, daß auch diese Umsturzbewegung noch nicht die letzte sein wird. Die portugiesifche Gesandychpft in Paris oer- । ojfentlidjt durch die chaoasagcntur eine amtlidje Deprfche. die cs heute vormittag aus Lissabon erhalten bat. Danach seien die Rcgierungstruppen vorgestern mit dem.Kriegsminister an der Spitze inöporiü eingezogen und hatten die reao hitionarc Bewegung nkederg« schlage tt. Das ganze Reoolutionskomitee fei fest genommen worden. In Lissabon hätten sich einige Solbaten und drei Kompagnien der Republikanischen Garde sowie einige Zivilisten im Marinearsenal verschanzt. Sie würden von den Regierungstruppen angegriffen. Im übrigen herrsche vollkommene Ruhe im Lande. Krisenstimmung in Prag. Prag. 9. Febr. (2H.) Gestern waren fast sämtliche Parlamentarier der deutschen Regierungsparteien in Prag versammelt, um den Vortrag über die M i l i t ä r v o r 1 a g e der Regierung durch den Verteidigungsminister U d r e z a 1 entgegenzunehmen. Zur allgemeinen äleberraschung erschien an Stelle bes Ministers ein Oberstleutnant, der die deutsche Sprache so mangelhaft beherrschte, daß seine Ausführungen eines Dolmetschers bedurften. Verteidigungsminister Udrezal weilte gleichzeitig bei den Beratungen des Dudgetausschusses ohne daß dort Angelegenheiten seines Ressorts besprochen worden wären. Dieser Vorgang hat in den Reihen der deutschen Regierungsparteien außerordentlich verstimmt, da sie sich brüskiert fühlen. Don führenden Parlamentariern wirb es zugleich als unzuträgllch bezeichnet, daß bei der Aufteilung von Großgrundbesitz in Südmahren immer wieder tschechische Kolonisten angcfiedelt werden. Man erwartet daher allgemein, daß die deutschen Parteien aus diesem Verhalten der Tschechen die Konsequenzen ziehen und ihre Vertreter auS der Regierung zurückziehen tterden. 2lus aller Welt. Menschenfreunde. In Pfaffendorf 6ei Koblenz ging ein alleinstehendes Mädchen, das keine Arbeit finden konnte und vollständig mittellos war, in den Rhein. Ein Spaziergänger errettete es vom Tode des Ertrinkens und sorgte für ihre Aufnahme im Krankenhaus. Diese Meldung Ia3 ein älteres kinderloses Ehepaar aus Andernach und machte sich i auf, um das Mädchen im Krankenhaus aufzu- ; suchen. Das Mädchen wurde an Kindes statt i von den beiden angenommen und hat nun eine ' Heimat gefunden. Ehrung eines Leuchlfeuerwärlers. Dem 60jährigen früheren Leuchtfeuerwäcter i Klaus Ringhoff in Stickenbüttel bei Cux- ( Haven ging ein herzliches Glückwunschschreiben des Rcichsverlehrsministers zu, das die besonderen Verdienste des Iubilars hervorhebt. Klaus \ Ringhosf hat in 37jäfjriger Dienstzeit auf dem Feuerschiff „Elbe" 2120 Menschen aus Sturm | und Seenot gerettet. Der Mann Lily Brauns gestorben. Dr. Heinrich Braun, langjähriger Herausgeber sozialpolitischer Zeitschriften. zuletzt der Annalen für sozicle Politik und Gesetzgebung, kurze Zeit sozialdemokratischer Rcichstaqsabgeord- neter, ist am 8. Februar im 73 Lebensjahr einer Lungenentzündung erlegen. In zweiter Ehe war Braun mit der Schriftstellerin fltttl) Braun geb. von Kretschmann, vermählt. Ein Meteor bei Mohilew niedergegangen. In der Aähc der Stadt Mohilew in Po- dolien ist ein großer Meteor niedergesaust, wodurch in der Bevölkerung ungeheuere Pa - n i k hervorgerufen wurde. Das Volk floh in allen Richtungen und glaubte, daß das Ende der Welt sich nähere. In den Straßen des Städtchens knieten die Leute nieder und begann zu beten. Der Meteor fiel am äußersten Ende ^es Städtchens auf einen Platz, ohne Irgend c neu Suaden anzurib'en. Schwere Schnecslürme in Südslawien. Schwere Schnee stürme haben im Süden und Südwestcn des Landes großen Scha en verursacht. An der Eifenbahnstrecke -von Spalato liegt stellenweise der Schnee bis zu 6 Meter Höhe. Im kroatischen Küstengebiet sind einzelne Gegenden von jeder Verbindung abgeschnitten. Bei Spalato sind mehrere Reine Schisse verunglückt. In Bosnien und der Herzegowina sind zahlreiche Wölfe in die Dörfer cingebrochen. Kälte und Schneeslurm in Toskana. Die Kälte in Toskana dauert weiter an. Gestern war die Temperatur in Florenz auf 4,4 unter Aull gesunken. Aus d:n Bergen weht ein hesttger Schncesturm, der den Verkehr auf der Strecke Florinz—Faenza stellenweise unterbrochen hat. 172 Mark für eine Flasche Steinberger. In Wiesbaden war bei einer rBcrlie.gorung von Weinen der preußischen Domänen die Sensation ein 1921er Steinoerger feinste Trocken- beer-Auslese, von der im ganzen 150 Flaschen auf den Markt kamen mit einem Preis von 172 Mk. pro Flasche. Der Wein dürfte nicht unter 350 Mk. pro Flasche auf den Lisch kommen. Mit dem Auto gegen den Personenzug. Auf der Staatsstraße von Lungwitz nach Mittclbach fuhr der Kraftwagen des Oberbürgermeisters Thieme aus Reichenbach im Dogtlande an einem ungesicherten Bahnübergang i n d ie Lokomotive eines Persone nzuges. Der Kraftwagen wurde zunächst ein S.ück von der Maschine des Zuges mitgeschleift und dann den Bahndamm h i n a & g c f d? l e u ö e r t. Oberbürgermeister Thieme erlitt bei dem Zusammenstoß schwere Verletzungen, während der Chauffeur nur leicht verletzt wurde. Schwere Strafen wegen Steuerhinterziehung. Das Dresdener Schöffengericht verurteilte zwei Direktoren und eine Buchhalterin einer Dresdener Zigarettenfabrik zu je 180 000 Mark Geldstrafe oder drei Monaten Gefängnis wegen Hinterziehung von Tabaksteuer. Außerdem müssen alle drei zusammen 10 000 Mark als Wertersatz- strafe zahlen. Wettervoraussage. Aach Aufklären wieder schwache Bewölkung nacht- noch leichter Frost, tagsüber etwas milder als am Vortage, trocken. Gestrige Tagestcmperaturcn: Maximum 2,9 Grad Celsius. Minimum minus 3,3 Grad Celsius. Heutige Morgentemperatur' minuS 3,7 Grad Celsius. Bericht über die Wetterlage auf dem hoherodskops . oom 10. Februar norm. 8 Uhr: Windrichtung I Rord-Ost. Windstärke: mäßig Luftemperatur: I Minus 2 Grad Celsius. Höchsttemperatur der 1 letzten 24 Stunden. Minus 10 Grad Celsius. ! Gesamtfchnevhöhe. 60 Zentimeter. Sportm östlich- | feit: Gut. 2lu$ der Provinziafhauptstadt. Gießen, den 10. Februar 1927. August Messer. Zu seinem 60. Geburtstag. Am 11. Februar vollendet August Messer — von 1896 an dem Gießener Schulleben, seit 1899 der hiesigen Universität verbunden seit 1910 an ihr aL8 Ordinarius für Philosophie und Pädagogik wirksam — sein 60. Lebensjahr Zahlreiche Schüler, viele von ihnen heute selbst als Lehrer tätig, die ihm. dem sie selbst Lebensbedürfnis und Lebensführerin geworden war den Weg zur Philosophie verdanken, werden heute herzlich seiner gedenken und dankbar sich daran erinnern, mit welch unermüdlicher Hingabe und Geduld Messer jede Frage zu beantworten Pflegte, die. war sie noch so naiv und unklar, echten Wissensdrang, wirkliches inneres Ringen mit dem Lebens- und Wcltproblem zu verraten schien, wie er jederzeit bereit zu Hifte und Rat war, wo junge Menschen nach innerer Klarheit und sicheren Werten suchten. Wer von diesem vorbildlichen Bemühen Me'serS sich ein Bild machen will, der werfe einen Blick in 6en Sprechsaal seiner Zeitschrift „Philosophie und Leben", die jetzt in den dritten Ikchrgang eintritt. Aber auch dem Philosophen und wissen- schaftlichen Mitarbeiter ist der Festtag ein willkommener Anlaß, der Stellung zu gedenken, die sich Messer längst unverlierbar in Psychologie und Philosophie unserer Zeit errungen hat. Messer war von Haus au8 Pädagoge, und war es aus innerem Trieb und Bedürfnis. In feiner autobiographischen Skizze („Die Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen" 1922) erzählt er. wie der Eindruck eine- wirklich bognabeten Pädagogen, des Direktor- Schiller vom Gießener Gvmnasium. ihn tief berührte. Wie er das Gefühl gehabt habe, zwischen seiner eignen Schulzeit und der Pädagogik, wie sie Schiller übte, liege ein Iahrhundert: man gewinnt den Eindruck, daß eben das Unbesriebi- genbe jener eigenen Schulzeit, das Bedürfnis zu bessern und die durch Männer wie Schiller gestärkte Ueberzeugung, daß hier geholfen und gebessert werden könne, ihn zur Pädagogik trieb, ganz ähnlich, wie später das Unbefriebigenbe seiner eigenen philosophischen Univerlltätsstudien. der Zwang, sich mühsam als Autodidakt in die Philosophie einxuarbeiten, mit dazu beitrug, ihn schon in der Gymnasiallehrertätigkeit, dann in Univerfttötsvorlesungen und Hebungen, wie in Bolkshochschullursen zum unermüdlichen Lehrer philosophischen Denkens und Studiums zu machen. die Lehrtätigkeit stets ebenso wichtig und ernst zu nehmen, wie die Arbeit als wissenschaftlicher Forscher. Mit wärmster Anteilnahme hak er stets die Bewegungen in der Iugend selbst begleit.t und psychologisch zu verstehen gesucht; ich erinnere hier nur an seine Schilderung der ..Freideutschen Iugendbewegung" (5. Auslage 1924). Schriften, wie die historisch-systematische Behandlung des Problems der staatsbürgerlichen Erziehung (1912). wie daS Buch „Die Apperzeption" (2. Ausl. 1921) und das weitere „Weltanschauung und Erziehung" (1921), endlich die ..Grundlehren der Pädagogik" (1924) »eigen Messer als Theoretiker der Pädagogik und zugleich in der Behandlung aktueller pädagogischer Fragen. Zur Pädagogik aber trat nun die Psychologie, insbesondere feit seiner Bekanntschaft mit Oswald Külpe. Külpe hatte damals in Würzburg (feit 1904) jene experimentell-psychologischen Untersuchungen der Deukvorgänge in Angriff genommen bzw. angeregt, die für die Entwicklung der Experimentalpshchologie überhaupt, für die Erweiterung ihrer methodischen Anwendung auf die höheren geistigen Vorgänge, damit für die Loslösung der Psychologie von bloßer SinncSpsvcho- legte, für ihre engere Beziehung zur Geistes- Wissenschaft von grundlegender Bedeutung geworden sind. Messers Arbeiten im Würzburger Institut nehmen unter jenen Unter,uchungcn eine wichtige Stelle ein. Theoretisch suchte er die gewonnenen He&erjeugungen von der Selbständigkeit und Eigenart des Denkens gegenüber dem Empfinden in seinem Buch „Empsindung und Denken" (1908) umfassender zu begründen: besonders verdienstvoll aber war dann das auf gründlichen Studien aufgcbaute Lehrbuch der „Psychologie" (feit 1914 in mehreren Auflagen), Wohl daS beste zusammenfassende Lehrbuch der Psychologie der Gegenwart, daS die wefte Verbreitung, die es gefunden hat, vollauf verdient. Aber auch zur Erkenntnistheorie und damit »ur Philosophie int engeren Sinn schlugen jene Untersuchungen eine Brücke. Die Unabhängigkeit des De ckens von der sinnlichen Wahrnehmung b.g.ündet bei weiteren Gedanken, daß wir im Denken eine eigene Erkenntnisquelle befi'en — es gibt Gegenstände, dir. wenn wir sie auch nicht wahrzunehmen, dennoch zu denken vermögen — wenn auch alleS Denken von der Erfahrung als gegebene.n Material auszugehen hat: wir erschließen mit Recht Dasein und Beschafsenheit einer realen Welt außerhalb des Bewußtseins (die danach nicht eine Welt ewig unbekannter Dinge an sich ist) auS der von unserem Willen und Wahrnch nen unabhänaiae« Gesetzmätzigleit unserer Wahrnehmungsinyalte. Diesen, dem psychologischen PosiliviSmuS, für den die Welt mit dem Inbegriff der Dahmehmunaen zufammenfällt, wie dem AeukantianiSmuS. für den sie eine reine „Setzung des Verstandes" ist. gleichmäßig entgegengefetzten „kritischen Realismus" hatte Külpe in seinem groß angelegten Werk „Die Realisierung" zu begründen unternommen (1. Band 1912), nach seinem allzu frühen Tode hat Messer aus den Manuskripten des FrcundcS den 2. und 3. Band in ebenso Pietät- wie verständnisvoller Weife hcrausge.^eben (lti23 und 1923). Kürzer hat er selbst denselben erkenntnis- theoretischen Standpunkt, dem heute eine Reihe von Philosophen nahe steht, in seiner mehrfach aufgelegten „Einführung in die Erkenntnistheorie'' vertreten. Wie eine solche Welt beS Sein-, bet bing- lichen Realität, so ersassen wir nun tn unserem Denken noch eine zweite, von unserm Bewußtsein unabhängige Sphäre: bie Welt bet zwar nicht in Raum und Zeit „seienben", aber ibealitet ^geltenden" Werte. Gelten und Sein, Wert und Wirklichkeit. Werten unb Urteilen sind bl? be dcv Reiche ber Objektivität und die beiden Arten, in denen das Ich. das Bewußtsein um sie weih, sie stellen die beiden Richtungen dar. In denen wir über die Subjektivität unseres Ichkreises freilich nicht wahrnehmend und empfindend, aber denkend hinausgreifen zu festen Richtpunkten, bie unferm Erkennen wie unferm Handeln Ziele. Rückhalt und Feftiqkcit, Aotwendigkcit und Allgemeingiftigkeit geben. Damit ist für Messer- Philosophie kic Grundlage der Ethik geschossen („Ethik" ö At: ben ft hing ein zäs ßrfjnn Le'--! mit heute i Olüdto Tfiann Sri p! 5» S! len über ante'8 d«r «» dir W cm Ss 1) Stück «eißfrai Äfr A ür 30, 5ii 25, ' 2.00. 3t> SchvarzI 15 bi- ! Hahnen 120. ®c 16 blS biS 35, AM-h 50 di- mit irirfl ui u i r i u F Lulfühi jtaffi Mainz? Mainz Freitag, öiefien . ihre 3t akuten t •bfleorbn vchlih fp Olef bei uns Kra Dar -31 schreibt u j» Kassel DeWch «t mü J1geg 12. uni hn f -D« Sa; WtilQt 30. IW 'tag. ‘11 h».L . 1 Ar ftKn lelbft 5JJ 'infen. 'üblicher^ X iu Ä J® naiv w4 llche« | < S§r | SSt I Äang tin'. SJ.*, V«; Äv- Sfew* unt 3n ., ^ie -Hitz, ®jW8t W. to':e fa man w, « Drdurmit »u - to|e Schlllrr 1 ^geholfen un? ?,^gvaU trieft, "iwejriebiarnbe ^ildt^uMen, Wflft in Nt zu beitrug, ihn gkrit, bann In MM, feit in Mchrn Lchrn iDiumi zu ma- n|o to;i)tig unb )eit ali to.Kffl. iter Qlnteilnafen; ■ in der 3ujrn) ich zu versiehe- seine Schilderunz Mg" (5. Auslage >rilch-systmot.ich< slootSbürgerlichee । ..Sie Avperzed- i Veite« „Delt« 921). endlich bl; " (1924) .eigen bagoglt unö iu- et päbagogifdtr . dir Pshchvlogie, I M mit Otoaib ’ Äürzdurg (Hit . logischen Unter- ' Lngriss genommen Sntoidlung der u-t, für die 3h Inloendung aus die imll für die Loitzer Siitnkipsbch> ung zur Teißei- Sedeuiung gewor- Würzburger 3n- M liersuchungen eine ich suchle er die n dcrLelbstbndig- } gegenüber den .Ein-sindung un.» begründen: belon- nn M3 auf M cbuch der.Psyche uflagen). W&J ch der Psychalog« gerbrniung. die d L Aber auch M ur Philosophie u- nterfuchmige" i ffrh'enf von der M bti »ei-«« eine eigene So- Gegen.lande, brr. .nehmen, dennoch mtt i -Seit auW nicht vae D« llianÄo^ s.gte io (W23 un! sss&s •JS*** ! 6dn,'inl*I»kS it «2 Setput'lff; gnferm ni» -n > ■/■Sert u- nö Lein. ", 3,i «»£& it b-w» ?. e" ß. 3ufl 1925). Daß er llch auch in ihr mit einer Leihe moderner Philosophen — ich nenne SchelcrS -materieUe Dertethlk" und neuerting* Ulfotai Kartmann — berührt, weih Messer wohl, und er bat In interessanter Weite seinen Standpunkt in diesen Beziehungen abgegrenzt und heraus- gearbeitei m seinem Buch »Deutsche Wertphilosophie der Gegenwart" (1928). Diese Philosophie der Werte ist ihm das ftesonderS wichtige und wertvolle Zentrum feiner Philosophie geworden — der Philosophie, die ihm den wankend gewordenen, von unab- wetslicher Kritik zerstörten traditionellen religiösen Glauben (man vergleiche seine Ausführungen über »Katholisches und moterne« Denken" und andere Veröffentlichungen) erseh!« und ihn von der quäknten relativistischen Skepsis befreite, die ihm einst mit der religiösen Grundlage auch Sinn und Zweck deS Menschendaseins auhu- be .n drohte. Zugleich bot sie die so wichtige Antwort aus die pädagogische fternfragc, nach dZielen Dir Erziehung. Der Metaphysik. Deren Au'erftehung auS dem Grabe, das Der KrltiziS- r.iui ihr grub, ja heute besonders laut gepredigt u d ge'eiert Wirt, fleht Messer nicht abley- 5 aber doch mit der ihm eigenen Rüch- ' > Helt und Borsicht gegmüber. der eine klare, ei. ?i dem Inkrafttreten des Gesetzes einer wissenschaftlichen Einrichtung in erkennbarer Form nicht nur vorübergehend gewidmet waren. Wissenschaftliche Forschung ist die planmäßige, auf die Erweiterung menschlicher SriennlniS gerichtei: Tätigkeit. AlS wissenschaftliche Zorlchung gilt nicht eine Tätigkeit, Die der Förderung ter Kunst oder der Gesundheitspflege, oder die Der Verbreitung Der Kultur oder de- Wissen- bient. " Oberhessischer Kunstverein. Die derzeitige Aufstellung, welche Werke e/ässischer Künstler, ferner 4 Gobelins aus Den Kammerburger KunstwerkftäUen deS Herrn Professors Wach-Düsseldorf, sowie de'sen Entwürfe für ein Reichsehrenmal auf den Inseln bei Lorch enthält, ist nur noch Freitag, 11. Februar, und Sonntag. 13. Februar, von 11 bis 1 Uhr geöffnet. Während dieser Zettln können auch noch Die Gewinne in Der Lotterie „Künstlerhilfe 1926" gegen Abgabe der Lose an Der Kasse in Empfang genommen werden. " AuS dem Leben taubstummblinder Kinder. Man schreibt unS: Eine besondere Gruppe unter den mühseligen und beladenen Menschen nehmen Diejenigen ein. Die laubstumm und gleichzeitig blind sind. Es leuchtet ein, das) es sehr schwer ist. diese älnglücklichen für das Leben der Arbeit und Der menschlichen Gemeinschaft heranzubilden, doch hat sich die Innere Mission auch ihrer tatkräftig angenommen Hierüber unterrichtet ein Fckm. Der heute um 5', 4 Uhr sür Kinder und um 8 älhr abends für Erwachsene in Der IohanncLkirche vorgeführt wirt. Diese Veranstaltung geht von Dem Evangelischen PrcsscverbanD, Der in Verlin-Srealch feinen Sitz hat, aus. Man bittet Die Plakate an Den Kirchentüren und das Inserat in der heutigen Rümmer zu beachten. ** E i n Kellerbrand entstand gestern nachmittag gegen 4 Uhr in Dem Hause des Polsterer- und Tapezierermeisters G r b in Der Sonnenstraste. Dort war in dem in einem gewölbten. au-gemauerten Keller gelegenen Roh- stosslager. bestehend auS Kapok. Seegras usw., auS bis jetzt noch nicht bekannter llr'ache Feuer auJg b ochcn. Das l rennende Material veru sacht: eine austerordentlich starke Raicchentwickelung, wodurch die alsbald alarmierte Feuerwehr in Ihren BekämpfungSmahnahmen zunächst behindert wurde. Erst durch Anwendung Der Rauchschutz- helme gelang eS. zu Dem DranDherd vorzudringen und Die Löschung be$ Feuer tatkräftig zu beginnen. Die Wehr hatte mit Den Lösch- und Ab- räumungßarbeiten bis gegen 51;,. Uhr zu tun. Aus Den Lagerbeständen ist ein ansehnlicher Teil Dem Feuer und Dem Wasser zum Opfer gefallen. Der SchaDen Dürfte für den betroffenen Meister recht erheblich sein. ” EinWasserrohrbruch wurde gestern nachmittag an der Scke Mäusdurg-Wagengasle sestgesteNt. Die Behebung brt Schaden- war heute hormittag noch im Dange Der Verkehr wurde durch den Strastenaufbruch nicht besonders behindert. • M i t bet Hanb in die Maschine gekommen. Gestern vormittag geg.rn 5,< 11 Albt ereignete sich in ber Teigwaremadrik von Grieb. Reustabt, ein schwerer Betriebsunfall Dort geriet bie 21 Iahte alte Arbeiterin Frl Mökel au- Watzertbom mit der rechten Hand in eine Maschine. wodurch vier Finger der Hand abgerissen und diele Im übrigen fo schwer verletzt wurde, bah sie wahrscheinlich abgenommen werden muh. Die Freiwillige Sanität-kolonne vom Rv:en Kreuz, die mit ihrem SaintätSauto in wenigen Minuten an ber Alnfallstelle einlraf, brachte daS schwerverletzte Mädchen zur chirurgischen Klinik. • Im Steinbruch schwer verunglückt. Gestern Domritlag ist Der 43 Iahre alte Steinbrucharbeiter Konrad Valentin auS Rodheim a. d. B. in Dem Slcinbruch bei Bieber schwer verunglückt. Der Mann war dort mit Sleineklopsen beschäftigt, als sich auS den über- hängenden Oeftcinimahcn ein FelSstück loSköste und beim Hemieder stürzen den Mann schwer am Kopse traf. In bewusttlosem Zustande und aus den Ohren blutend wurde Der Bedauernswerte von der Freiwilligen SanitätSkolonne vom Roten Kreuz mittels SanilatsautoS in die chirurgische Klinik überführt. Hier wurde eine Gehimerschüt- terung sestgestelll: daS Befinden des ManneS war heute früh den Almständen entsprechend gut. RDV. Almschreibung von Fahrkarten. Wenn jemand unterwegs seine Reike- dispositonen andern must und nach der Zielstalion seiner Fahrkarte auf einem anderen, al eich langen oder kürzeren Wege innerhalb deS Gebietes der deutschen ReichSbayn fahren will, so kann er sich die Fahrkarte auf der Abzweigestation ober auf einer vor dieser gelegenen Station für Den kürzeren Weg umschreiben lassen Die Einrichtung erstreckt sich auch auf Die Fahrscheinhefte des Mitteleuropäischen Reilebureaus, aber nicht aus Monats-, Teilmonatö-, SchülcrmonatZ- i'.nb Arbeiterwochenkarten. Verschiedene Vahnhöse ein- und desselben Ortes werden bei der Almschreibung als eine Station angesehen Anschließende Fahrkarten. gleichviel welcher Gattung oder Sv.apc, gelten als eine Fastrkarte. 63 können aber die ’ür alle Züge gültigen Fahrkarten nur dann für Schnellzüge umgeschrieben werden, wenn sich ermitteln laßt, hast Der bereits grzahlle Zuschlag Dein für Die füttere Sirene entspricht oder ihn übersteigt. Im übrigen werden Fahrkarten für alle Züge in Verbindung mit Eil- oder Personen- zugSkarten nur zu Gil- oder P:rsonenzÜ7»en und Fahrkarten verschiedener SUapen nur für Di? niedrigste Klasse umgeschrieben. Bei Benutzung von Schnellzügen sind dann noch suschligSkarten zu tosen. Auf Die Geltung-Dauer De: Fahrkarten hat die Almkcr:l5ung f:t en Einfluß, auch Darf Die Fahrt auf dem neu gewählten Wege nicht unterbrochen werden. Ein Recht auf Die Almschreibung kann nicht unbedingt erhoben werden. Sie wird nur vorgenommen, wenn nach den vorhandenen tarifii den Alm er ngen Die Gänge Der beantragten Strecke errii: werden kann, und bie Bearbe-tung Dem b nben Beamten neben feinen sonstigen Di nistp lichten möglich ist. Ramentlich barf dadurch Die sahr- planmästige Abfahrt Der Züge nicht beeinträchtigt werden Almschreibungen ne;men auch die amtlichen Auskunstsstellen innerhalb der festgesetzten Dienst stunden vor. •• Wohllätigkeitsaufführung zu m Besten Der katholischen Kirche. Tlan berichtet uns: Der katholiiche Kirchenchor und FrauenbunD haben am Sonntag mit vereinten Kräften vor zahlreichem Publikunt im Kath. Der- einshauS die Plellche Kantate »Gelobt sei Jesus Christus" ausgeführl. Es zeugt in Der Regel von frischem religiösen Leben der Gemeinde, wenn Derartige Aufführungen gelingen, zumal Der Kreis, aus Dem bie Kräfte gewonnen werden, nicht sehr grob ist. Die Zuhörer waren tief ergriffen von Den tolcDcrgegcbcnen Hauptzügen auS Dem Werke Christi Durch Rezitation, Ge'ang und lebende Bilder. In Frl. S e r v a l i u S - Frankfurt lernten wir einen dramatischen Sopran kennen, ber zu kühnsten Hoffnungen berechtigt. Bescheiden und schlicht im Auftreten, ein durch- aebildetes. tragfähiges Organ, da- mit gewandter Atemtechnik Ton auS Ton entstehen läßt, um ihm bie ganze Tiefe der Empfindung und Den Glanz Der Höhe mitzugeben. Reine Intonation, sichere Beherrschung Der Register nach altitalienischer Schule, Der ja auch Meister Helge Lindberg angehörl, waren angenehme Vorzüge. Freilich, wen eine Autorität wie S ch u r i ch t empsiehlt. bietet nichts Gewöhnliches. Es darf Daher die Solistin die Gewihheit haben, daß sie auch künstighin gerne hier gehört wird. StuDienrut Kuhn. Friedberg, nut seinem vollen lyrischen, weichen Tenor hat unsere Svmpathic gesunden. Frl. Luise Decker au- Gieyen verfugt über einen angenehmen und vielversprechenden Mezzo-Sopran. der sich Wohl in den Dtenst der mu'ilalischen Lausbahn stellen barf. Ihr anmutiger Gesang hat allgemein gefallen. Auch bie Dabpartie de- Herrn Sturm. Giehen. mnst alS sehr gut gelungen angesprochen werden. Tu- Hhöre machten dem Dirigenten alle Ehre. Aussprache und Einfühlung waren trefflich beachtet Die lebenden Bilder verrieten Die fachkundige leitende Hand und waren stellenweise in Farben aebung und Gruppierung Kabinettstücke, so a. B IesuS bei Martha und Marrn. Zum Derständn.s und zur erhebenden Wirkung des Gaitzen trug die meisterhafte Rezttation deS Studentenleelfor- gerS Dr. H e m m e S wesentlich bei. Bald erschütterte er durch die Gewalt und das Feuet seiner Worte, bald hob er un- wie auf Teilen Flügeln hinauf in eine reine befere Welt. Sein moDulationssähiges Organ, da- allen St.mmun gen aerechl wurde, klang wie Fanfare. weöNagte mit Dem verlassenen Heiland, hauchte in leisem Flüsterton mit Dem Sterbenden Da« letzte .Gelobt sei IesuS ThristuS". Am Flügel begleitete in feinster Anpassung Herr W. Erb. Gies,en Viele Anerkennung für Die Bereitung dieser feierlichen Stunden gebührt dem kattzolischen Frauenbund, insbesondere seiner Vorsitzenden Frau Dr. lutS, nicht minder aber auch dem Kirchenchor und seinem Dirigenten. Lehrer Otto Klein, Diesten, dem in der Hauptsache da« ©dingen deS schönen, genußreichen Abends zu- zuschreiben ist. •* Dcutfdjnational» volksoartel Man schreibt uns: Wie aus dein in ber Haupt verso in ml ung am Montag erstatteten Jahresbericht zu entnehmen war. hatte bie hiesipc Örlc gruppe ber Deutschnationalen Dolkspartei Im abge l.iufeiten Vereinejahr« eine rege Tätigkeit entfaltet. Auster einem Familienabend wurden fünf Vortrag: übende, eine öffentliche Derjammluna und eine Reichsgründungsfeier veranstaltet, bie durchweg stark besucht waren. Die Kassenverhältnisse waren recht befriedigend. Don verschiedenen Mitgliedern wurde eine eifrige Werbetätigkeit in die Wege ge leitet, wodurch sich die MUgliederzahl (ehr gehoben hat. Der seitherige Vorstand wurde in seinen Aem lern bestätigt bzw. durch Neuwahlen ergänzt. Nach Erledigung de- geschäftlichen Teiles hielt der Van besgeschäftcsührer Dr. Nrebm Darmstadt einen Dortrag über: „Der Volksentscheid in Hessen unb seine Lehren". Dabei wies er Darauf hin, wie por den Regierungsparteien in Hessen mit allen Mitteln versucht wurde, das Ergebnis des Volksbegehren- herabzudrücken, um dadurch den Volksentscheid zu verhindern. Dast dieser dem Wi.tscl-astd- und Ord nu.iAsblock nicht den erwünschten Erfolg brachte, lag in so manchen Ursachen begrü. bet, die von Dein Redner naher baraclcgt wurden. Nach wie vo mühte eine Herabsetzung der Steuer von dem h bunten Grundb'sitz gefordert werden ebenso ein 911 bau in der hessischen Zentraloerwaltung, besonder, bei den Ministerien. Die Staatsaufgaben sind zu sammenzulegen, um dadurch die Staatvousgaben zu i^rmlnbern. Nachdem der S^ortragenbe noch kurz auf bie Regierungsbildung im Reiche eingegangen mar konnte der Vorsitzende die recht gut besuchte Der fammlnng nach mehr« als dreistündiger Dauer schliesten. 5iibroeflbeut;ti;er Turnverband. Am SamStag unb Sonntag fand bet zweite Kursus ber DerbanbSvorturner- schule In Dorheim statt. Die Teilnehmer waten vollzählig erschienen unb tourten zu Beginn Der Veranstal!ung am Samstagabend von Dem Leiter. VerbanbSturnwart 3ung-Wlff- haufen, mit dem Alebungsplan bekannt gemacht. Sodann begann Die Alebungöftunbe mit OrD- nungs- unö Freiübungen, Denen Keulenübungen unter Leitung Der Herren Iung unb Hanft folgten. Die zum Teil schwierigen Hebungen würben bclb mit Klavierbegleitung g'eichmästig unö ejah auSgesührt unö gaben den recht zahlreich erschienenen Zuschauern ein Bilö davon, in welch veränderter Form nun der Turnbetrieb auch jm Gau Wetterau sich gestalten wird. Rach einigen Schul- unö LeistungSubungen am Pferd tourte der turnerische Teil des AbendS beendet. Es schloß sich eine ausführliche Besprechung über Ausstellung von Vereins- unb Musterriegen an Am Sonntagvormittag tourten von Den Leitern von 2umcnnncnabtei(ungen Die Keulenpflichtübungen Durchgeturnt. AnschließenD folgten Keulen-, Frei- unb Slabübungsgruppen. Den Abschluß DeS Vormittags bildeten Reckübungen. VerbanDstumtoart I u n g schloß Die Veranstaltung mit DankeSworten an Den Turnverein Dorheim unD gab Der Hoffnung AuSDruck, Dast Die VerbanDsschule für Die Gaue und Vereine die erhofften Früchte trägt Gießen (Stephanstr. 53 II), den 10. Februar 1927. Für die zahlreichen Beweise innigster Teilnahme bei dem Heimgang meines unvergeßlichen Mannes, unseres lieben Vaters, sowie für die zahlreichen Kranzspenden sprechen wir unseren herzlichsten Dank aus. Im Namen der Trauernden : Elisabeth Wagner geb. Schmitt und Kinder. Sonntag, 13. Februar, ab 1 Uhr mittags Saal-Einweihung bei gurbesetzter Tanz-Musik Es ladet freundlichst ein Karl Schmitt, Gastwirt, Saasen. liefert In Jeder Ausstattung stilrein und preiswert BrOhPeche Unlversltats-Druckerel R. Lange. Gießen EEK 3hre aus uralten Geheimrezepten stammende Grfischung edelster Tabake der besten Wnbaugebiete des Orients gibt' ihr eine SVofe, die wie ein süßes Sied auf den Sippen klingt Ohre seltsame Zauberkraft heilt auch die geplagtesten Wenschenkinder undgibt Ghnen (drende und Sachen wieder Jhufiauldem Ceeantiewm mildem unser ffahakfachmann (Ali 'Nabi in (Begleitung unseres (Münchner dfindls seine Besuehsreise zu uns antriit, ßeivtäugtman ed£e (tuban-2iga?ietten als Weltmarke von Mang, als Minder deutscher Wertarbeit. ..Cucy cr)ciaine'di a vAlW6an Wil rz/tk d^f\i Febvuar tueowxv Die Preise haben nur Freitag und Samstag Gültigkeit! Erstlings-Hemdchen 0.45, 0.60 2.60, Baumwolle Größe 1 und 2 wollgerauht Die trauernd Hinterbliebenen Parfümerie Plank. (5_'6id 31/* Uhr, statt. oinoo 1326D im 67. 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Z Gestern nachmittag 4 Uhr verschied nach kurzer, schwerer Krankheit mein innigstgeliebter Mann, der treusorgende Vater seines Kindes, unser lieber Sohn, Bruder, Schwiegersohn und Schwager Herr Wilhelm Gruber im 29. Lebensjahre. Gießen (Bahnhofstraße 41), Wellenrod, den 10. Februar 1927. Die Beerdigung findet Samstag, den 12. Febr. 1927, nachm. 2*/a Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt. Tod es-Anzeige. Am 9. d. M., 1 Uhr nachmittags, verschied nach kurzer, schwerer Krankheit unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Elisabetiie Steinbach geb.Linn Gießen Bahnhofstr. 14 WMie Stcuen Unb. mich blitzblanke Möbel, denn ne gebr. nur Möbelvutz „wunderscyön" Crnnnon.gfllferOrcg. Hude^pl. 5. zd,D Im G«Nchk. ©!«• b<’#ug. 6#rr 1$. M. kach-nann in fto o in, indem «r fArtibi. „W,II Ohr« y«rda- Otlfc melntr To4*t«r die nafftn gi«^t#n binnen 14 ‘teilen g«b«iil und |etz» «in« ganz flat« tzaut vorhanden ift. sag« ich, sowie mein« *$rau, den bellen Dank. Meiner 6<»»Mforrtß»atai . etir. Lnged. ier 130W an ndhaus Beamte« tüch- \lidjit BraM": [eit da LeM ,na'lCt6innALA 4>S6 an Ala .„IllartaL benS«"""/' if.cittl10'1, H« LS ; gdjulxcug' erE» J.01CÜ- ^nv Ä’S igfim* Nr. 54 Zweites Blatt Archäologische Arbeit im faszistischen Rom. Don Dr. Margarete Dieber, Professor an der Universität Dießen. Rom. Februar 1927. Mussolini knüpft bewußt und ostentativ an die Glanzzeit Roms im Altertum, die römische Kaiserzeit an. Er will bas römische Imperium, da er eS in feinen alten Grenzen — die bekanntlich (Britannien, Gallien. Spanien, Aegypten, Kleinasien, die Donau und den Rhein einschlossen — nicht wiederherstellen kann, wenigstens im alten Glanz Wiedererstehen lassem Aeuheres Symbol dafür i,st> bas FaScio, bas Rutenbündel, bas von Zahlreichen antiken Denkmälern her bekannte Abzeichen des römischen Victors. Sn diesem Zeichen stand nicht nur die mit so großer Propaganda betriebene Anleihe (prestito del littorio), sondern es wird jetzt auch als offizielles Hoheitszeichen an allen öffentlichen Gebäuden angebracht. Die tatkräftige und hinreißende Persönlichkeit des Duce, der freilich mehr an mittelalterliche Condottieri als an einer, römischen Kaiser erinnert, treibt das leicht entflammte italienische Volk wie mit Rutenschlägen zur Entwicklung einer Energie, Tatkraft und Disziplin, die man vor dem Krieg für unmöglich gehalten hätte. Man muh mit Reid feststellen, daß in Station jetzt viel mehr gearbeitet wird als in Deutschland. Der feste Glaube an eine immer bessere und immer größere Zukunft entfaltet und erhöht die körperlichen und geistigen Kräfte des ganzen Dolles. D i e große Zukunft, die an die große Vergangenheit anknüpft, ist Ziel ‘ und Belohnung aller Anstrengungen. Don dieser Stimmung profitiert die Archäologie aktiv und passiv. Riemals waren die Aus- grabungsstätten und Museen von italienischen Angehörigen aller Stände so ftarf_ besucht wie jetzt, während die Fremden nur spärlich sich in Das Arbeitslosenverficherungs- gesetz. Der Reichstag hat am Montag mit der Verhandlung über das ArbeilslosenvcrsicherungS- aesey begonnen. Alle Parteien des Parlaments sind sich darüber einig, baß die bisherige Art der Regelung der Arbeitslosen«ursorge durch «in Gesetz abgelöst werden muß. Der Reichsarbeitsminiger Brauns hat deshalb einen Gesetzentwurf auSgearbeiiel, der die Regelung der Fürsorge für erwe.bsloS Gewordene durch eine Zwangsversicherung vorsieht. Rachbem dieser Ge etz.'ntwurf Reichvrat und Reichswirtschaftsrat passiert und dort noch einige Aenderungen erfahren hat, liegt er den jetzigen Beratungen im Reichstag zugrunde. Dieser ©e- seyenlwu.s sie t als versicherungspflich- t i g alle diejenigen Arbeitnehmer vor, deren jährliches Einkommen 6000 Mark nicht übersteigt. Der ve.sichcrurgspllich.igc Personenkrei» ist also derselbe, wie bei der Reichsversicherung und bei den Krankenkassen. Insgesamt würden von der Arbeitslosenversicherung ungefähr 17 Millionen Menschen ersaßt. AIS Träger der Versicherung schlägt der Gesetzentwurf in erster Linie auS arbeitvrnarftpositischen Erwägungen heraus die Scha fung von LandeSarbeits- k o f e n k a s s e n vor, die aber den Landesämtern angegliedert werden sollen: Ein neuer Derwal- tungsapparat wird dadurch vermieden, da bereits vorhandene Einrichtungen benutzt und nur die Ausgaben und Kompetenzen neu verteilt werben sollen. Der räumliche Gefahrenausgleich, der in dem Desetzentwurs besondere Berücksichtigung gefunden bat, geht von dem Gedanken aus. daß die Arbeitslosigkeit. die Deiträge und die Belastungen tn den verschiedenen Wirtschaftsgebieten stark voneinander abweichen. Der Entwurf löst diese- Problem, indem er die Arbeitslosennachweise einer ArbeitSlosenkasse zu einer Gefahrengemeinschaft Äufammcnfab t und über die ArbcitSlosenkasse durch Errichtung einer Reichs- auSgleichSkasse beim Re.chsamt für Arbeitsvermittlung einen zentralen Risikoausgleich schasst. Die Leistungen der neuen Versicherung sollen in ein bestimmtes Verhältnis zu dem verdienten Lohn gesetzt werden, und zwar ist In fünf Lohnstufen ein wöchentlicher Einheitslohn vorgesehen (10. 15, 25. 35 und 45 Mark). Die Hauptunterstützung beläuft sich bann auf 40 Pro- Jent dieses Einheitslohnes. Dazu kommt für eben zuschlagsberechtigten Familienangehörigen 5 Prozent deS Einbeitslohnes. Sedoch soll der Höchstsatz der Unterstützung 65 Prozent deS (Sin- heitSlohneS In keinem Falle überschreiten. Man hat diese Regelung nach Lohn stufen gewählt, weil ja auch die Beiträge der Versicherungs- Pflichtigen, die grundsätzlich 2 Prozent des Drutio- kohneS betragen sollen, nach dem Einkommen des einzelnen verschieden sind. AuSgezahlt soll die Unterstützung tr rben nach einer Karenzzeit von sieben Tagen und für die Höchstdauer von 26 Wochen in einem Sah re. Der Entwurf fleht aber vor, daß die Höchstdauer in besonders günstigen, bzw. ungünstigen Wirtschaftszeiten herab- bzw. herausgefetzt werden kann. Berechtigt zur Rutznießung deS Arbeit-- kofenversicherungSgesehes find Diejenigen Lohn- unb Gehaltsempfänger, die während deS letzten SahreS 26 Wochen versicherungspflichtig waren und arbeitsfähig, arbeitswillig und unverschuldet arbeitslos sind. Einer möglichen Ausbeutung der Arbeits- kosenunterftüyur.gska'fe durch Arbeitssche le will der Gesetzentwurf dadurch begegnen, daß jeder Arbeitslose grundsätzlich zur Annahme jeder Arbeit bereit sein muß. Gerade auf diesem Gebiet dürfte das Zusammenarbeiten zwischen den nach wirtschaftlichen Grundsätzen zu- fammengefehten Arbeitsnachweisen und der Ar- beitslosenkasie von großer Bedeutung fein. Eine besondere Bestimmung besagt, daß eine Arbeit, die durch Streik frei geworden ist, nicht angenommen zu werden braucht. Eine Unterstützung von Arbeitslosen, die durch Streik ihre Arbeit verloren haben, erfolgt allerdings für die Dauer deS Kamp'eS nicht. Eine Kurzarbeiter- unter st ühung ficht der Gesetzentwurf des ReichSarbeitSrninisteriumS nicht mehr vor. Dagegen ist der produktiven Erwerbslosenfürsorge mit Hilfe überschüssiger Gelder, die sich in wirtschaftlich guten Zeiten in der Reichsausgleichs- kasse ansarnmeln. ein bedeutender Platz zuge- Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) wiesen. Dem modernen Gedanken internationaler Sozialversicherung ist man dadurch entgegengekommen, daß denjenigen auSländi'chen Arbeitern, in deren Lande die deutschen Arbeitnehmer auch in arbeitslosen Zeiten unterstützt werden, dieselben Rechte gewährt werden, wie den deutschen Arbeitnehmern Die Durchberatung deS Gesetz en twurseS im Reichstag wird sicherlich noch harte Kämpse bringen. da einzelne Parteien noch Veränderungen bzw. Perbesserungen der einzelnen Bestimmungen vorgenommen wisien wollen Sn ihrem Grundgedanken können aber jedenfalls alle Parteien der Vorlage zustimmen die ohne Zweifel ein hervorragendes Werk deutscher Sozialpolitik darstellt. „Der Zauberer von Menlo Park." Ium achtzigsten Geburtstag (kdi-ons, am 10. Februar. Sm Sabre 1876 gründete ein junger Physiker m Menlo Park bei Reuyork ein Laboratorium, auS dem im Lause der folgenden Sahrzehnte bis in unsere Tage hinein eine große Reihe technischer Wunder den Siegeslauf um die Welt angetreten und den Erfinder rühm ThomaS Alva Edisons begründet haben. Und die Persönlichkeit deS greifen Konstruitcurs selbst in ihrer unerschöpsllchen Geisteskraft greift fast ans Wunderbare: kamen doch noch in jüngster Zeit über den Ozean Meldungen, wonach der alte Zauberer — ,.the wizard os elechidto“, wie man ihn drüben nennt — unermüdlich an der Arbeit sei und sich mit der Lösung neuer großer Probleme beschäftige. Die Kurve dieses unerhört produktiven Lebens ist schnell nachgezogen. Der 1847 in Ohio Geborene beginnt feinen Weg der Arbeit als Zeitungsjunge auf Bahnhöfen Michigans und Kanadas, druckt als Fünfzehnjähriger selbst eine kleine Zeitung, interessiert sich frühzeitig für Chemie und Physik. RachtS erlernt er die Bedienung des Telegraphcnapparatcs und wird bald Telegraphist. Sn Sndianapolis erfindet er, angeregt durch seine berufliche Tätigkeit, eine Vorrichtung zur automatischen Uebertragung von Depeschen von einer Leitung auf eine andere. Rach mehreren Etappen belleidct er eine höhere Stellung im Telegraphenamt von Doston, wo er um 1870 ein erstes Patent auf einen Gegcn- sprecher erhält und wo er eine Anzahl anderer telegraphentechnischer Apparate und Verbesserungen konstruiert. Sn Rewark errichtete er dann eine Fabrik zum Dau seiner Maschinen und 1876 die erwähnte Werkstatt in Menlo Park sowie ein großes Laboratorium in Orange. Bald bilden sich in Amerika und Europa besondere Gesellschaften, und umfangreiche Fabriken entstehen, um feine Erfindungen industriell zu verwerten. Die lange Reihe dieser Geisteskinder Edisons zu überblicken, ist nicht so schnell getan. Fast erscheint es einfacher, aufzuzählen, was er nicht erfunden hat ... Seinem erfolgreichen Landsmann von der Kraftwagen-Fakultät hat Edison einmal gesagt: „Wer kann heute wissen, waS die Elektrizität noch alles leisten wird? Doch niemals wird eine einzige Art von Kraft alle Arbeit schaffen können. Seder Motor, der wenig wiegt und viel leistet, hat Zukunft. Arbeiten Sie ruhig weiter, Mr. Ford!" Die Worte könnten in gewissem Sinne für den Erfinder selber gelten Die Elektrizität ist immer seine größte Liebe, fein bevorzugtes Betätigungsfeld gewesen auf dem er zahlreiche seiner bedeutsamsten Werke geschaffen hat. Edison ist der Vater der G 1 ü b b i t n e. Sn welchem Maße sie sich in aller Welt durchgesetzt hat, braucht dem modernen Menschen nicht erst gesagt zu werden Fabrik und Werkstatt, Ladengeschäft und Haushalt, (Bureau, Lokale und öffentliches Leben sind heute ohne die Glühlampe kaum denkbar. Schon 1879 hatte Edison die ersten, wirllich brauchbaren Lampen dieser Art her- gestellt und im gleichen Sabre den Dampfer .Columbia" mit einer elektrischen Maschinenanlage und mit 115 Glühlampen ausgerüstet. Cs war ein Ereignis, als er im Herbst 1882 in Reuyork mit eigener Hand das unter seiner Leitung gebaute erfte Elektrizitätswerk ter Welt in Betrieb setzte. Sein unvergängliches Verdienst wird es bleiben, diese erste elektrische Zentralstation sozusagen auS dem Richts, ohne Vorblld, ohne Erfahrungen, geschaffen zu haben Während seine zu diesem Zweck konstruierte Dampsdynamo von der weiteren Entwicklung bald überholt wurde, ist der Edisonsche Stromzähler, den er ebenfalls für das erste Werk aus dem Stegreif erdacht hatte, noch lange Zeit hindurch von den amerikanischen und vielen europäischen Elektrizitätswerken benutzt worden — ein DeweiS für daS Gelingen des ersten Wurfs. Daß eS möglich wurde, neben der Musik auch die menschliche Stimme. den Gesang, die Laute der Ratur .sestzuhalten". auf unabsehbare Zeit .aufzubcwahren' und beliebig oft mit größter Wirklichkeitstreue wiederzugeben, ist ebenfalls Edison zu danken: auch der Phonograph ist sein Werk und hat sich b.s heute in glänzender Entwicklung zum vollkommenen Epeechapparal behauptet. Ganz ähnlich verhält es sich m.t einet anderen Erfindung, die sich alle Zonen erobert hat und heute Millionen von Menschen täglich Unterhaltung und 'Belehrung bietet. Wer von allen Kinobesuchern denkt heute daran, daß die Voraussetzungen für die vielseitigen und schier unerschöpfliche Möal'chkeiten des modernen L i ch t s p i e l S von Edison gegeben worden sind? Sein Kinetoskop bildete hierfür den Ausgangspunkt. und es mag für den jugendlichen GreiS ein seltsamer Augenblick der Rückschau und zugleich der Genugtuung gewesen sein, alS er vor wenigen Wochen in Reuyork bei der Einweihung deS neuen Paramount-Wolkenkratzers in der Ehrentage des glanzvollen .größten KinoS der Welt" stürmisch gefeiert wurde und das erstaun- siche Wachstum feine« einstigen Geisteskindes feststellen konnte. Daß aber auch unser neuestes technische- Wunder, der Rundfunk, der erst in jüngster Zeit im drahtlosen Ferngespräch über den Ozean neue Triumphe seiern konnte, auf Arbeiten und Experimente EdisonS zurückgeht, dürste nicht allgemein bekannt sein Bereits im Rovember 1375 hat er jene seltsame elektrische Wellenbildung entdeckt, die er .ätherische Kraft" nannte und über die er damals iifarnerikanischen Fachzeitschriften berichtete. Ebenso schuf er zu jener Zoit schon die heute so bedeutsame Vakuumröhre. Auf der Grundlage seiner Feststellungen im Verein mit den Forschungen des Professor- Maxwell und den Arbeiten des deutschen PhysllerS Heinrich Hertz im Sahre 1885 waren erst Marco n i S Erfolge cuf dem Gebiete der drahtlosen Verständigung möglich. Hätte der ersinde- rische Amerikaner damals nach dieser Richtung hin weitergearbeitet, so wär» vermutlich die Welt um etliche Sahrzehnte früher vorn Radioverkehr umzogen worden. Rur vor den allgemein bekanntesten Schöpfungen des Srsinderjubilars und ihren Auswirkungen wurde bisher gesprochen Die Reihe seiner erfolgreichen .gesammelten Werke" ist indessen bet weitem länger. Möge der Laie mit ihnen zum Teil weniger vertraut sein so kennen und schätzen sie die Fachleute und Techniker um so mehr. So wird der Elektroingenieur den Wert der Edisonschen Verbesserungen des Mikrophons für daS Fernsvrechen zu würdigen wissen, oder etwa die Brauchbarkeit seine- Mikrotasi- rneterS, eine- elektrische SnstrurnentS zum Messen Heiner Druck- oder Längenveränderungen, oder die Wichtigkeit der von Edison erdach en und bereits 1878 praktisch angewandten Dleisicherung für Starkstromleitungen Aus feiner Frühzeit stammt eine Vorrichtung zum gleichzeitigen Telegraphieren und Telephonieren auf derselben Drahtleitung. Um 1900 führte er eine neue Art alkalischer Akkumulatoren für elektrischen Strom ein. Sein Megaphon, ein Sprachrohr zur Verständigung aus weite Entfernungen, hat sich namentlich in der Schiffahrt ufw. als nützlich erwiesen. während fein Phonometer einen Apparat zur genauen Ermittlung der Sprachstärke darstellt. Ein von Edison ersonnenes Verfahren zur Vervielfältigung von Schriftstücken, der Mimev- araph, war früher viel in Gebrauch Als eine Art .Dervielsältigungsversahren" könnten im übrigen auch feine nach Rormalsormen gegossenen Häuser gelten, die seit dem Sahre 1907 namentlich in den Vereinigten Staaten eine weite Verbreitung gesunden Haven unö möglicherweise berufen sein dürften, auch bei der Beseitigung der deutschen Wohnungsknappheit künftig noch diesem Winter eingesunden haben Besonders charakteristisch ist es. daß man im Gegensatz zu früher viele katholische Geistliche in den heidnischen Qlntifcn-Sammlungen trifft Die christliche Archäologie — freilich zum Xeil tendenziös betrieben — blüht ebenfalls auf. Vor allem sehen die .klassischen Archäologen" viele alte Wünsche teils erfüllt, teils ihre Erfüllung in Aussicht gestellt. Seil 1887 kämpften zuerst ‘BaerdH, dann Lanciani und Corrado Ricci um die „Zona archeologica monumentale“, d. h. die Freilegung des Palatin-, des ForumS, der Kaiserfora, des Kapitols, der Via Appia innerhalb der Stadt mit den Caracalla-Thermen, des Claudius-Tempels auf dem Caelius, deS Goldenen Hauses des Rero und der Trajans- thermen auf dem Esquilin Vor dem Kriege wurden aber nur nacheinander Forum. Palatin, Colosseum, ein Teil der TrajanSthermen, die Caracalla-Thermen und der Claudius-Tempel unter gesetzlichen Schutz gestellt, also Ruinen- stätten die keine kostspieligen Expropriationen und Riederlegung von späteren Gebäuden verlangten Erst während und nach dem Krieg hat man begonnen, nach einem von Corrado Ricci entworfenen genialen Plan auch Kapitol und Kaiserfora freizulegcn Bei der Durchführung des ersteren sind wir Deutschen bekanntlich die Leidtragenden, da man unsere Botschaft und unser Archäologisches Snftitut von der heiligen Stätte vertrieben hat Ein Heiner Trost ist das im Unter stock deS ehemaligen Botschafter-Palastes Caffarelli neu eingerichtete Museo Mussolini, das durch einen Korridor mit dem Museum im 1. Stock des tiefer liegenden Konser- vatoren-Palastes verbunden ist Es enthält hauptsächlich antile Skulpturen die früher im städtischen Magazin auf dem Caelius waren und die sich durch das Fehlen der sonst in den römischen Anttcen-Museen — z. B. im Vatikan — so unleidlichen modernen Ergänzungen auszeichnet. Der Direktor D o c c o n i, ein liebenswürdiger Künstler. hat sich dabei der 'Beratung durch den Direktor des deutschen archäolgischen Instituts in Rom, Professor 21 inelung. bedient, des besten lebenden Kenners antiker Plastik. Das Resultat ist daher ein sowohl wissenschaftlich wie künstlerisch hoch erfreuliches. Aus dem römischen Forum ist die beste Arbeit der letzten Zeit eine nicht italienische, nämlich Die einer Amerikanerin Miß van D e m a n, die in den MemoirS der Amerikani- schen QUaöemie soeben ihre glänzenden, auch von männlichen deutschen und italienischen Kollegen neidloS anerkannten Forschungen und Ergebnisse veröffentlicht hat. Sie hat eine Anzahl von Bauresten, die bisher unerklärt waren, al- einen großartigen Hallenbau erkannt, den Rero zwischen dem Palatin und seinem Goldenen HauS auf dem ESquillin über das Forum bin et- bauen ließ, also eine Art Vestibül von riesigsten Dimensionen, entsprechend Der ungeheuren Größe des neronischen Palastes, der einen ganzen Stadtteil einnahm. Die Anlage, die nach zwei Seiten anstieg, war ein architektonisches Meisterwerk. Rein italienische Arbeit ist dagegen aus den Kaiserfora geleistet worden. Corrado Ricci hat daS prächtige Forum des Kaisers Augustus frei» gelegt Bisher kannte man nur die mächtige Brandmauer, mit der das Forum gegen Die voll- reiche Suburra abgeschlossen war. einen Teil der beiden Halbkreise in dieser Mauer, In Denen ursprünglich Statuen berühmter Männer Der Vorzeit standen und drei kolossale Säulen von Der einen seitlichen Säulenhalle des Tempels. Setzt Dagegen hat Corrado Ricci aus Dem Kloster Der Annunziata, Das sich an Die Umfassungsmauer anlehnte. Den hohen Unterbau Des Tempels herausgehvlt. mit marmorverlleiDctem Podium, breiter Freitreppe zu der tiefen Vorhalle, Resten der marmorumrahmten Zri'atür. hohem Stufen- podium für Die Kultstatuen des rächenden Kriegsgottes und Der VenuS. Der zweite Halbkreis ist mit Resten eines bunten Marmorsuhbodens und einer kostbaren Wand Verleidung zutage getreten. Zwischen ihm und Dem Tempel ist eine ebenfalls mit bunter Marmorinkrustation geschmückte recht- Donnerstag, 10. Zebruar (927 eine wichtige Rolle zu spielen. Endlich sei daran erinnert, daß ein System zur magnetischen Aufbereitung der Eisenerze — der Verbcls.rungS- unD Reinigung-Prozeß vor der Eisen- und Stahlerzeugung — wie e- Edison auf einem ihm gehörigen Hüttenwerk in Rew Serfey zuerst ein- führte, in größtem Umfange von der 2Hontan- industrie ausgenommen worden ist. Diese Beispiele mögen genügen, um daS einzigartige Sngenium diese- Mannes zu kennzeichnen und sich seiner Verdienste um den menschlichen Fortschritt bewußt zu werden. Und da- Desamtwerk Edison- gewinnt an Wert noch dadurch, daß es im wahrsten Sinne deS Wor es von einem Selfmademan ge chassen wurde, der keine au-reichende Schulbildung genossen hatte, geschweige denn e.n technis^eS Hochschulstudium. An diesem 10. Februar läßt wohl daS amerikanische Doll seinem berühmten Sohn alle äußeren Ehrungen zuteil werden. Die eS Dem Achtzigjährigen ntxb bieten kann. Ob er während aller Huldigungen sehr aufmerksam bei der Sache sein wird, erscyeint zweifelhaft: eher ist anzunchrnen, daß unter Dem breiten Schädeldach mit den etwa- struppigen weihen Haaren ein rastloser Gedankenapparat an neuen Aufgaben ar.'ei et, um Die Zeitgenossen mit noch einigen n itzlichen Dingen zu beschenken. Und doch möchte man diesem so ungewöhnlich arbeitsreichen und sruch:baren Leben noch einen wohlverdienten ruhigen Fei.r» abend wünschen. Mit Der Reuen Welt grüßt heute Dankbar Die Alte Den größten technischen Denker unserer Zeit. parlamentarisches aus Hefen. Der Staatspräsident hat Dem Landtag fol- genDe Vorlage zugehen lassen. Gegen Den Landtagsabgeordneten Herrn Albin Mann in Gießen schwebt bei Der Staatsanwaltschaft Gießen ein O f f i z . a 1 v e r f a h r e n wegen Beleidigung. Danach hat Herr Mann in Rr. 11 de- Sahrgangs 1926 Der Zeitschrift „Soziale "Bau- wirtschaft" eine Veröffentlichung veranlaßt, D.e unter Der Uebcrschrist „Schluderarbeit für Die Hessische Regierung" 'Beleibtgungen Der staatlichen Bauverwaltung und deS RegierungsbauratS Deibel in Gießen enthalten foIL Letzterer, sowie Das Hessische Hochbauamt Gießen und auch Die Abteilung für Bauwesen DeS Hessischen Ministeriums Der Finanzen «haben Strafantrag gestellt. Wegen Elnze heften Darf auf Die Akten Der Staatsanwaltschaft Oief’en ergebend Bezug genommen werden. Sch ersuche ergebenst, gemäß Artikel 37 Der Rcichsversassung einen Beschluß des LanDtagS gesäsiigft hecbei- zusühren, ob er Die beantragte Strafver,olgung genehmigt. Die ZentrumSsraktion hat folgenden Antrag eingebracht: Alle Bemühungen. Die Benachteiligung Der vor dem 1. April 1920 in Den Ruhestand versetzten Beamten gegenüber denjenigen, Die nach Diesem Zeftpunlt in den Rnhe- ftanD versetzt worden sind, zu beseitigen oder Doch zu miibern, sind bi« jetzt ersolgloS geblieben, Da DaS Reich Das PensionSesgänzungSgefetz noch nicht gcänDert hat Die Altpensionäre tragen an der ihnen widerfahrenen Behandlung seelisch schwer, leiden zum großen Teil auch materielle Rot. Da ein anderer Weg zur Zeit nicht gangbar ist, beantragen wir. der ßanDtag möge beschließen: Die Regierung to.tb ersucht, 50 000 Mark bereitzustellen zur U n t e r st ü tz u n g von Altpensionären, die sich in bedrängter wirtschaftlicher Lage befinden. Der Betrag kann durch Abzweigen von d-m Fonds in Kapitel 15, Titel 7, Ziffer 7 oder durch Reuein- ftellung gewonnen werden. Bei Der Prüfung der wirtschaftlichen Gage Der Altpensionäre fcrtl die Regierung weitherzig verfahren. Die Zentrumsfraktion hat zur Heilighaltung der Sonn- und Feiertage folgenden Antrag ein» gebracht: Vielstimmig kommt aus Dem Lande Die Klage, Daß Die bestehenden Vorschriften zurHeisig- haltung Der Sonn- unD Feiertage und zum Schutz des GotteSDiensteS nicht kräftig gehandhabt werden. Richtbeachtung der Feierabendstunde unter Den Augen Der örtlichen Polizeibehörde, Musik und Tanz schon während der Zeit des Gottesdienstes. Straßenrennen und ähnliche Veranstaltungen zur selben Zeit, Feuerwehrübungen in Gegenwart DeS KreiSfeuerwehrinspeltors an Sonntagvormittagen, so daß Den Mitgliedern eckige große Rische freigelegt. Sn ihr steht eine Basis mitResten einerÄololfalftatue. Deren Finger etwa Die Größe eines menschlichen Armes haben. Die Statue war Danach etwa von Der Größe eines zweistöckigen HauseS. Hinter Rische und Gredra liegt ein von einer Pfeilerhalle umgebener Hof. Er ist überbaut von Dem ehemaligen Malteser- Priorat mit schönen Fenstern und einer reizvollen. mit Landschaftsbildern geschmückten Loggia auS Dem 15. Sahrhundert Die ganze Baugruppe gestört jetzt zu Den eindrucksvollsten Archi.ektur- bildern von Rom. Von Dem benachbarten Trajanssorum hat Corrado Ricci Die eine großartige halbkreisförmige Exedra mit zweistöckiger. auS Zi.'gel modellierter Architektur frei gelegt Sie zeigt Motive, Die später im römischen Barock wieder ausgenommen worden sind. Vorzügliche Arbeit hat Prosesior Munoz, Der »Superintendent für die Denkmäler in Latium" an Dem sogenannten Tempel Der Fortuna virile auf Dem alten RinDermarkt geleistet. Dieser anmutige jonische Temvel wurde schon im 9. Sahrhundert in eine Kirche verwandelt und ist dadurch vollständig erhalten, aber für die Zwecke Der Kirche verbaut und entstellt Munoz hat ihn von den Zutaten befreit, ihn biS auf Das alte Riveau mitsamt der vorderen Freitreppe und dem ihn wie jeden antiken Tempel umgebenden heiligen Platz freigelegt und damit ein be oiiders reizvolles, in hellenistischem Stil erbautes Denkmal wiederhergestellt Auch das bekannte benachbarte Rundtempelchen am Tiber ist biS zum Fundament freigelegt und von Rasenflächen umgeben worden. Roch im Dang sind Die Arbeiten zur Freilegung Des Porticus Der Octaoia und des Marcell- lusttheaters. Besonders daS letztere wird mit feinen mächtigen Quaderbögen an Ausdruckskraft mit Dem jüngeren Kolosseum wetteifern können. So wird dank Der gesteigerten, vom Duce geförderten Tätigkeft der itali mischen Archäologen das Bild des antiken Roms immer klarer und großartiger herausgearbeitet die Die Zentrumsfraktion beantragt. Die Re- di e unter bcan- Land» aözuändern, das) sich künftig die Gebote Einschluß aller Zuschläge verstehen. durchzuführen und die Aufsichtsbehörde In sem Sinne erneut anzuweisen. Die demokratische Fraktion beantragt, die Regierung zu ersuchen, die Verordnung über die Ablösung der Markanleihen der hessischen Gemeinden und Gemeindeverbände vom 10. Juli 1926 dahin abzuändcrn, daß als Beschwerdestelle statt des in § 14 erwähnter Verordnung vorgesehenen Ministers des Innern der Verwaltungsgerichtshof bestimmt wird. trennt nach den Ministerien und Deamtengrup- pen, vorzulegen: 2. nach Durchführung der Abbauanträge dieses Verhältnis nach und nach überall auf mindestens 8:1 zu bringen. Die sozialdemokratische Fraktion hat zur Verwaltungsgesehreform folgenden Antrag eingel rächt: Dein Vernehmen nach sind die Vorarbeiten des Unterausschusses für Der- waltungSrefvrm nunmehr so weit vvrangeschritten, daß es der Regierung möglich sein wirb, Teile deS Reformwerkes dem Landtag im Entwurf zur Beratung vorzulegen. Wir beantragen: Der Landtag wolle beschlichen, die Regierung zu ersuchen, fertige Teile des Regierungsentwurfs einer neuen Gemeindeordnung alsbald dem Landtag zur aeschoftSordnungsmähigen Behandlung zu übergeben. oierung zu ersuchen, die Bedingungen für die Pacht fiskalischer Grundstücke dahin Wie die hessische Regierung bekannt gibt, ist der Staat-Voranschlag für 192 7 nunmehr im Druck fertiogestellt und wird bis zum Ende dieser Woche dem Landtag zugehen. Der Finanzausschuß wird sich alsdann unmittelbar mit dem neuen Voranschlag befassen. Die neuen Steuergesehe. die inzwischen dem Landtag zugegangen sind, haben mit dem neuen Staatsvoranschlag nichts zu tun. Lieber den Inhalt und Zweck der neuen Steuergeleye (Grund- und Gewerbesteuer) wird die Regierung in den nächsten Tagen die Oeffentlichkcit ausklären. der Feucrwchr ferne Gelegenheit zum Besuch des Gottesdienstes bleibt, Erlaubnis für Tanz- und andere Vergnügungen in der Advents- und Fastenzeit — das alles kann jetzt in den Zeiten der Rot den behördlichen Anordnungen zum Trotz unter Duldung der Behörde geschehen. Der Teil der Bevölkerung, der seine Bürgerpflicht ruhig und gewissenhaft erfüllt, verdient auch von selten der Behörde weitgehenden Schutz seiner religiösen Gefühle. Die Auswüchse ter DergnügungStndustrie dagegen, die die Volksgesundheit gefährden, die Volkssittlichkeit verderben. die Volksseele materialisieren, verdienen schärfste Bekämpfung von allen, denen am Volkswohl und an der Staatsordnung etwas gelegen ist. Darum möge der Landtag beschließen: Dre Regierung wird ersucht, die bestehenden Vorschriften zur Heilighaltung der Sonn- und Feiertage zum Schutz deS Gottesdienstes streng Oderhessen. 7 Landkreis Gießen. 'X Wieseck. 9. Febr. Goldene H o ch° 'zeit feiern am Freitag, 11. d. M., der Landwirt Karl Schäfer I. und Ehefrau Katharina geb. Ihm. Der Jubilar vollendet in diesem Monat sein 73., die Jubilarin in diesem Jahr ihr 72. Lebensjahr. $ Alten-Buseck, 9. Febr. Das siebenjährige Söhnchen eines hiesigen Bahnbeamlen fiel über ein Gefäß mit K a l k b r ü h e, wobei ihm die Flüssigkeit in die Augen drang. Obwohl das Kind sofort in die Klinik verbracht Der Zentrumsabgeordnete Heinstadt tragt, die Regierung zu ersuchen: 1. dem tag eine Liebersicht über daS Verhältnis der planmäßigen zu den außerplanmäßigen Stellen, gc- wurde, scheint Gefahr für teilweisen Verlust des Augenlichtes nicht ausgeschlossen zu fein. — Die Grippe, die unseren Ort bisher ziemlich verschont hatte, scheint nunmehr um sich greisen zu wollen, besonders unter den Erwachsenen. In mehreren Fällen handelt eS sich um die sog. Darmgrippe. Die inzwischen nach hier versetzte Krankenschwester, die sich durch ihr freundliches. zuvorkommendes Wesen das Vertrauen der Gemeinde bereits erworben hat, ist hierdurch gleich sehr stark in Anspruch genommen worden. — Die Zahl der Rundfunkteilnehmer ist hier andauernd im Steigen begriffen. Rachdem im Januar wieder vier Teilnehmer angestossen wurden, beträgt ihre Gesamtzahl nunmehr acht. 0 Großen-Duseck, 9. Febr. Der D e - hirksverein G roßen-Buseck deS Hessischen Landeslehrervereins hielt am Samstag hier eine Konferenz ab. Lehrer Stumpf- Burkhardsfelden hielt einen sehr interessanten Vortrag über daS Thema: .Pestalozzi, ein Lehrer der Lehrenden". Der Vortragende verstand es, durch seine tiefgründigen Darlegungen den Zuhörern eine fesselnde Stunde zu bereiten. ton. Weickartshain. 9. Febr. Seit 1. Februar ist die hiesige Gewerkschaft Louise wieder im Betrieb. Die Förderbahn wird schon wieder nahezu so stark benutzt, wie früher. Die Wiederinbetriebnahme der Grube hat erfreulicherweise die Arbeitslosenziffer bedeutend herabgemindert. • Leihgestern, 9. Febr. Wie überaus segensreich sich unsere Gemeindeschwester Anna Reichel im abgelausenen Jahre bestätigt hat, ist aus folgenden Angaben ersichtlich: Die Anzahl der Krankheits.äl.e betrug 712, Krankenbesuche 5091, Nachtwachen 11, Tages- pf.'egen 7, Krankenbesuche in Gießen 15, Anzahl der ange egten Verbände 2795, nachts zu Kranken gerufen 15 mal und an 15 Operationen teilgenornmen. Alle diese Arbeit wurde kostenlos geleistet. Möge auch im lau enden Jahre diese selbstlose und schwere Arbeit unserer Schwester, die der ganzen Gemeinde zum Segen gereicht. Verständnis und überall die gebührende Würdigung finden. T Allendorf a. d. Lahn, 9. Febr. Bei der am Montag vorgenommenen zweiten CB e r Weigerung der aus der Feldbereinigung gewonnenen Massengrunbstücke, Aecler und Wiesen, wurden die bei der ersten Versteigerung erzielten Preise teilweise' noch überboten. Der Mehrerlös gegen die erste Versteigerung beträgt etwa 4000 Mk. Danach wurden für den Rormalmorgen (2500 Quadratmeter) durchschnittlich 1800 Mk. bezahlt. Für besonders begehrte Stücke kam der Quadratmeter bis auf 1,50 Mk. Trotz des immerhin recht hohen Gesamterlöses von rund 54 000 Mk. für die versteigerten 30 Morgen Acker- und Wiesenland wurde bei einigen Angeboten der Zuschlag noch nicht erteilt, da der von der FMbereinigungskommission vorgesehene Bonitierungswert in einzelnen Fällen nicht erreicht wurde. Was mit diesem nicht verkauften Gelände geschehen soll (es handelt sich dabei u. a. auch um recht minderwertiges Wiesengelände), bleibt abzuwarten. Ob dieses Gelände in Gcmeindebewirt'chaftung kommt, oder die Kauflustigen den vorgesehenen Bonitierungswert doch noch nachbieten werden, muß sich in den nächsten Tagen entscheiden. # Hungen, 9. Febr. Dic Klagen, die kürzlich an dieser Stelle über die Verkehrsverhältnisse auf der Bahn st recke Ridda — Friedberg vorgebracht wurden, gelten auch für die Linie Hungen—Friedberg. Während in der Vorkriegszeit 6 bzw. 7 Züge dem Verkehr dienten, sind es jetzt nur deren 4. Die wenig dic Dahn'oerwaltung den Bedürfnissen des Verkehrs gerecht wird, ersieht man daraus, daß beispielsweise in der Zeit von 9.23 vorrniit'gs bis 5.33 nachmittags, also innerhalb eines Zeitraums von über 8 Stunl>en, keine Zugverbindung in der Richtung nach Friedberg besteht. Ein großer Teil der Dörfer der Strecke ist nicht nur politisch, sondern auch bei Einkäufen an Gießen gebunden. Wohl bestehen zur Hinfahrt gute Anschlüsse, was aber als besonders mißlich empfunden wird ist. daß bereits mit dem 4.31 Llhr in Gießen abgehenden Zug die Rückfahrt angetcetrn werden muß. da im Anschluß daran der letzte Zug um 5V_> Llhr abfährt. An Sonn- und Feiertagen ist eine Reise nach Gießen überhaupt unausführbar, da dann bereits in Gießen um 1.42 Llhr die Rückfahrt anDie sozialdemokratische Fraktion beantragt. Der Landtag wolle beschließen. die ^Regierung zu ersuchen, bei der Reichsregierung und im Reichsrat dafür zu wirken, daß die Arbeitszeit durch ein Rotgeseh auf der Grundlage des Washingtoner Abkommens umgehend geregelt wird. Der flatternde Gruß. Dm Max Iungnickel. Ein alter Landsknecht, der in der französischen Armee gedient hatte, fand an einem Morgen. unten im Italienischen, einen jungen Menschen auf der Landstraße erschlagen liegen. Er war fre.nd hier. Das sah man an seinen gclb- blondcn Haaren und seinen toten, blauen Augen. Aus Deutschland mochte er sein. Seine Kleider waren verregnet und von Dornen und Gestrüpp zerrissen, zerwandect die Schuhe. Die nackten Zehen sahen daraus hervor. Der Landsknecht grub ein Grab. Es regnete, ein warmer, seiner Regen. Als das Grab fertig war, nahm .er den Fremden auf den Arm und trug ihn hinein. Leicht war et. — - Plötzlich lachte dec Landsknecht auf. Aus dem dreckigen, zerrissenen Hemd des Fremden flatterte, blaufegelnd, ein kleiner Schmetterling. Den kannte et. Den gab's ja nur oben, im Rorden, in Deutschland. Lind in seinem alten, rauhen Kopf wuchs eine Landschaft auf, durch die er, vor langen Jahren, einmal mit bluttauchendem Schwert geschritten war. Dann huschte ein Lächeln in seinen Batt: Hatte der Schmetterling Furcht, daß er auch hier mit- vegraben werden sollte? Lind nun durchsuchte ber Landsknecht die Taschen des Fremden. Krouses, wunderliches Zeug lag darin: eine tlcine Weidenflöte. Einmal war sie wohl grün gewesen. Jetzt war sie grau und rif,ig. Der Lands- knecht steckte sie zu sich. Em Stück Bindfaden lag auch in der Hosentasche und ein abgegriffenes Wanderbuch. Der Landsknecht mußte wieder lächeln und steckte alles zurück in die Hosentasche deS Fremden. AIS er chn verscharrt hatte, mußte er wieder an den Schmetterling denken: Wo mag er Einfliegen? Wird er auch sterben? Hat er am Herzen deS Deutschen gesessen und gefchla'en? Ja. vielleicht, sicherlich. Da ist'S ja immer schön warm gewesen, und da hat er sich gcschauke'l. wenn daS Herz so auf und nieder schlug Hernach ist'S ihm zu kalt geworden, und dann in er weggeflogen. Lind immer fiel ihm wieder d r blaue Schmetterling ein. Bei uns hier gibt's ein ganz anderes B au als da oben im Rordrn. Hier ist das Blau hell und heiß und leuchtet. Dort aber ist es dunkler und ruhiger; aber wundersamer. Plötzlich tat er erschrocken und griff nach seiner Hosentasche. Als er die Weidenflöte in der Hand halte, lächelte er wieder. Er besah sie lange und probierte sie. Die Flöte schrillte und sang. Der Landsknecht war in einer Stimmung, die seine Gedanken immer dorthin führte, woran er gar nicht denken wollte. Er zwang sich, jetzt an eine Melodie zu denken. Lind nun legte er sich auf das Grab lang hin, genau so, als läge er neben seiner Trommel am Lagerfeuer. Lind er blies die Flöte. Das gab eine lustige Melodie. Die ringelte sich flink um das Grab herum. „ Immer mehr Melodien zogen sich aus der Flöte heraus. Da war's ihm, als ob jetzt ein Schluchzen durch die Flötentönc klänge. Er hielt inne und ging davon. Schön sah er aus. wie er davonging in feinem bunten Kleid mit dem seide.-.en Halstuch. Die Weidenflöte paßte gar nicht zu ihm. Frankfurter Theater. Ludwig Fuldas vierak.iges Lustspiel „Der Vulkan" brachte das Reue Theater in einer luftigen, in Tempo und Auffassung dem Spick gemäßen Inszenierung heraus. Die Ehe des Architck.en Hennings und seiner Frau Sabine ist ein ständig brodelnder Vulkan. Im ersten Akt kehrt „s»e" von einer Erholungsreise aus dem Sanatorium zurück, im zweiten „er“. Im dritten Akt ist Scheidung mit allerhand Begleiterscheinungen und im vierten und letzten Akt verloben sich die geschiedenen Ehegatten wieder miteinander, folglich könnte von hier ab daS Spiel wie ein Film zurückgedreht werden und wieder mü dem ersten Akt beginnen, denn dieser „Vulkan" wird so bald nicht ausgebrannt fein. Das Lustspiel, welches schon einige Jahre zurückliegt. gehört gewiß nicht zu den glänzmdsten. die wir von Fu.da kennen, er hat schon bessere Stücke geschricbe.i. Trctzdem. man unterhält sich gut. denn das Spiel ist humorvoll, hat flotte Dialoge getreten werden müßte, um nach dreistündigem Aufenthalt in Hungen um l/ß Llhr weiterfahren zu können. Es wäre sehr erwünscht, wenn, wie eS in den Dorkriegsjahren der Fall war. dieser Zug im Anschluß an die von Gießen und Gelnhausen in Hunden sich kreuzenden 2-Llhrzügc gefahren und eine neue Zugverbindung nach Eintreffen des von Dießen 6.42 Llhr abgehenden Zuges eingelegt wurde. Es wäre damit einem großen Teil Der reisenden Bevölkerung gedient, der sonst den teuren Llmweg über Friedberg wählen muß, keinesfalls aber der frühere Zustand erreicht, der noch um 9 Llhr abends ab Gießen einen bequemen Anschluß von hier nach Friedberg ermöglichte. Krcis Friedberg O Friedberg. 9. Febr. Der hiesige Schweinemarkt, dessen Abhaltung seit Monaten wegen der weiten Verbreitung der Maul- und Klauenseuche im Kreis verboten war, hat heute zum ersten Male wieder stattgesunden. Der Austrieb hielt sich in mittleren Grenzen und bestand hauptsächlich in Iungferkeln. Da die Kauflust nicht sehr groß war, mutzten die Verkäufer die anfänglich hohen Forderungen stark heruntersetzen. Es wurden bezahlt für frisch- geschnittene Ferkel von 6 bis 8 Wochen 20 bis 25 Mari, für Dreimonatsferkel 40 bis 50 Mark, für halbjährige Springer, die in nur wenig Exemplaren au, getrieben waren, 60 bis 70 Mark. Handel schleppend und langsam, doch war um 12 Llhr der Markt geschlossen, große Lieberstände verblieben. m. Butzbach, 9. Febr. Die hiesige Ortsgruppe des Evangelischen Bundes hielt gestern in der Langgassenschulc ihre Hauptversammlung ab. Der stellv. Vorsitzende. Pfarrer Schneider, erstattete einen kurzen Rechenschaftsbericht, der in pietätvollen Worten für den verstorbenen ersten Vorsitzenden, Pfarrer Loos, seinen Ausllang fand, wobei sich die Anwesenden von ihren Sitzen erhoben. In den Vorstand wurden gewählt Pfarrer Schneider als erster. Pfarrer Linden st ruth als zweiter Vorsitzender, Bahnmeister Kahl- b o m als Rechner und Lehrer Bach als Schriftführer. Beisitzer wurden Frau Pfarrer Wahl, Frau Lehrer Arnold und Inspektor Llnverzagt. Pfarrer Wahl von der Zellen- strasanstalt hielt einen tiefDurchdachten Vortrag über das Thema: .Die Religionen und bas Evangcllum." Kreis Alsfeld. L Ruppertenrod, 9. Febr. Der Dau unserer - Wasserleitung scheint nun gesichert. Die Verhandlungen mit dem Besitzer der Luchmühle in Ober-Ohmen, L. Müller, haben nach langem Hin und Her endlich zu einer Einigung geführt. M. verkauft die Quellen, die auf Den benachbarten Wiesen liegen, für 800 Mark bar, Anlage der Wasserleitung und freie Belieferung mit Wasser an die Gemeinde Ruppertenrod. Die Grundstücke, auf denen sich die Quellen befinden, bleiben Eigentum des Besitzers der Luchmühle. Die Wissen, um die es sich hier handelt, sind sehr feucht: sie dürften durch die Fassung der Quellen an Wert gewinnen. Mit den Arbeiten soll Anfang Marz begonnen werden. Von der Luchmühle vis nach Ruppertenrod ist eine drei Kilometer lange Rohrleitung nötig. Die an der Ohmstrahc entlang geführt wird. Diese lange Leitung stellt sich aber immer noch billiger als ein Pumpwerk, das für unfire Gemeinde eine dauernde Belastung gewesen wäre. Bei den nun bald beginnenben Arbeiten werden eine ganze Anzahl Arbeitslose auS der Umgebung Arbeit finden, aber auch mancher kleine Landwirt kann sich hierbei ein schönes Stück Geld verdienen. Für unsere Gemeinde bedeutet der Bau einer Wasserleitung in der jetzigen Zeit eine Leistung, zumal erst vor etwas mehr als zwei Jahren unter großen finanziellen Opfern unser neues Sch,;lßa.:s erbaut wurde. Rheinhessen. WSR .M a i n z , 9. Febr. In einem Kaffeehaus am Bahnhof siel gestern ein ziemlich stämmiger Schuljunge infolge seines gesunden Appetits und seines spendablen Wesens auf. Als die Polizei sich nach seiner Herkunft erkundigte, stellte sich heraus, daß bet hoffnungsvolle Schuljunge, nachdem er für feine Ellern eine Rechnung einkassiert hatte, aus seiner Vaterstadt Kreuznach durchgebrannt und wirksame Situationen. Hinzu kommt die höchst amüsante Ausführung unter Max Op - hüls Regie, die famosen Vertreter der vulkanischen Ehe, Karl Günther und Luzie Englisch, Karl Stauds Iustizrat, Familien- Freund, Berater und Scheider, und Ereszens, das Hausekel: Dora D e b i ck e. Das Publikum war lachbereit bei Der Sache und gab seinem Vergnügen händeklatschend Ausdruck. L. W. Uebermenschttche Schweiger. Während daS tägliche Leben gar oft Die Schad- lichkeit übergroßer Geschwätzigkeit uns vor Augen führt und auch das Sprichwort das Schweigen in den lautesten Tönen preist, zeigt doch Die Erfahrung, daß es auch Menschen gibt. Die zu ihrem und ihrer Mitwelt Rachteil in Das andere ®egenieil verfallen. So gab es, toie eine englische Zeitschrift erzählt, einen Wigenftihrer und einen Schaffner, Die durch 14 Jahre Den gleichen LonDoner Straßenbahnwagen beDienten, ohne jemals ein Wort miteinanDer gewechselt zu haben. Die Ursache dieses rätselhaften Verhallens ist unaufgetläit geblieben. Aber selbst bei Ehepaaren, Die DaS Leben in eine noch engere Berührung miteinander geführt ha!, finDen sich solche seltsame Schweiger. So klagte vor einiger Zeit eine Frau vor einem französischen Gerichtshof auf Scheidung, und DaS Bild, Das sie von ihrem Eheleben enthüllte, brachte auch die Tatsache ans Licht. daß sie 20 Jahre mit ihrem Galten zusammengelebt hatte, Kinder erzogen halte ohne daß zwischen den beiden jemals ein anderes Wor! gewechselt wurde, als was Die Rotwendigkeit des Alltagslebens erforderte. Gin anderer Pro;eß, der anläßlich eines BantrottS geführt wurde, enthüllte eine nicht minder nmrl- würdige stumme Ehegemeinschaft. Die beiden Ga ten batten während zwei und eines halben JahreS niemals ein Wort miteinander gewechselt, jeder kochte sich seine Mahlzeit allein, und wenn auch der Mann in Erfahrung gebracht hatte, daß seine Srau irgendwo em kleines Geschäft betrieb, so hatte er Doch keine Idee von dessen Beschaffenheit. Hiuffa werden in solchen stummen Ehen die Kinder als Bo!en zwischen beiden Teilen gebraucht. — Oftmals sind es aber Verbrechen und die Furcht vor ihrer Entdeckung. die die Menschen zu langjähriger Stummwar, um in Der weiten Well Abenteuer zu erleben. Er wurde in Obhut genommen und feinen Angehörigen wieder zugestellt. — Der frühere bischöfliche Finonzdireftor Scheider ist wegen sortgefetzter Unterschlagung von Kir- chengeldern in Haft genommen worden. Die Höhe der veruntreuten Summe soll sich auf 20—30 000 Mk. belaufen. WER. Dingen, 9. Febr. Ein hiesiger Schuljunge hat vor einigen Tagen einen Ä i n - berluftballon, dem ein Zettel mit feinem Aamen beigegeben war, aufsteigen lassen. Rach vier Tagen traf auS Königsberg in Oft- Preußen eine Karte ein, worin mit geteilt wurde, daß der Ballon in Der Rähe von Königsberg gelandet ist. Die zurückgelegte Strecke beträgt 1200 Kilometer. Preußen. Genesens chastsdrach. WSR. Wetzlar. 9. Febr. Wie auS einer Zuschrift an Den „Wetzlarer Anzeiger" hervor- geht, ist in der letzten Zeit zwischen den dem RevisionSverband der nassauischen l a n d- wirtschastlichen Genossenschaften e. V Wiesbaden angcschlossenen Spar- und Darlehnskassen und Der Verwaltung ihrer Zentralstellen ein ernsthaft^ -Konflikt auSgebrochen. Die Llrsache liegt einmal in einem von der Warenabtcilung h-rausgewirtschasteten Verlust von ca. 500 000 W k., zum anderen in übermäßigen Gehaltszahlungen an Die Drei Direktoren, die je 50 000 Mk.. 40 000 Mark und 30 000 Mk. Iahresgehalt beziehen. Daß Die dadurch hervorgerufene Belastung bet Genossenschaften in Gestalt von hohen VerbandS- beiträgen, ungünstigen Zinssätzen unD hohen Warenpreisen zur Llnzusriedenheit führte, siegt klar auf Der Hand. Die Genossenschaften des Kreises Wetzlar und des Krei.es Biedenkopf haben darum die Initiative ergriffen und eine Aktion eingeleitet, deren Ziel Die Beseitigung und Umotganifierung Der gegenwärtigen Verwaltung ist. In einer mit 80 Unterschriften aezeichneten Eingabe an, die Direktion wird Die Einberufung einer außerordentlichen Generalversammlung am 24. Februar nach Limburg gefordert, der eine Lagesordnung mit der Absetzung von V o r- stanb und AufsichtSrat vorliegt. Wan trägt sich auch mit Dem Gedanken, ähnlich wie bei Rai.feisen Die Verwaltung für die Verluste verantwortlich zu machen. Es besteht die Gefahr, daß der Anteil Der Genossenschaften von je 1500 Mk. Der Vcrluskwirftchast bereits zum Opfer gefallen ist. Slrctd Wetzlar. • Wetzlar, 9. Febr. Heute nachmittag ereignete sich an der <$_fe Wuhlgraben» und Dauborn er Straße ein Motorrad-Zusam menst oß, der ernste Folgen hatte. Ein hiesiger Schreinermeister kam mit seinem Fahrzeug Die Wuhlgrabenstrahe herunter, ehr er um Die Ecke biegen konnte, kam von Der Rauborner Straße her der Zimmermeister S ch e p p aus Münchholzhausen ebenfalls aus Dem Motorrad entgegen, und beide Fahrer rannten gegeneinander. Der Zusammenprall war so stark, daß beide Manner ein großes Stück fortgeschleudert tourDen. Schepp war sofort besinnungslos, der andere Verunglückte erlitt nicht unerhebliche Bein- verlctzungen. Die Verletzten wurden in daS hiesig« Krankenhaus überführt. - - Wetzlar, 9. Febr. Zur wirksamen Durchsetzung Ihrer VerkchrSinteressen haben sich In Den Rachbardörfern Uaubotn und ©t ein Dorf Ortsgruppen des hiesigen Verkehrsvereins {.e.LDct, Die in Raubarn eine S.arle von über 100, in Steindorf eine solche von 33 Mitgliedern aufzuweisen haoen. WSR. Wetzlar, 9. Febr. Eine der ältesten Industriestätten dcs Kreiles Wetzlar, die sog. Oberndorfer „Schmelz" in Braun- fels-Oberndorf. Die Der früheren Firma §r Hollmann & Sohn gehörte, ist in Den Belitz bes E.ftngroßhändlcrS Peter Weil von Wetzlar übergegangen, Der das Werk mit Dem Drahtwcrk Albshausen vereinigt und die Fabrikation in ähnlicher Weise wie dort betreiben will. Die Fabrikanlagen de; seit langer Geit stilliegenden Stahl- und Eisenwerkes in Aßlar werden abgebrochen. Lieber das Schicksal des Werkes Überhaupt läßt sich noch keine Voraussage aufstellcn. — In einer von etwa 300 beit verurteilen. So stellte sich einst ein Einbrecher auf Der Anklagebank auf alle Fragen, Die an ihn gerichtet wurden, stumm, so Daß er schließlich Sachverständigen zur Unter,uebung übe, geben werden mußte, ob er,ausBosheitoderdurchFügung GotteS* nicht sprechen könnte. DaS Urteil lautete Dahin, Daß er Die Stummheit nur simuliere. So wurde Denn fein Prozeß wieder ausgenommen, und er entging nicht Der wohloerDienten Strafe. Einem anDeren Ma^ne, einem amerikanischen Verbrecher, gelang es. sich Durch hartnäckige Stummheit das Leben zu retten. Er war wegen Teilnahme an einer blutig endenden Meuterei im Gefängnis zum Tode durch den Strang verurteilt worden Während er aus die Vollstreckung des Urteils ira Gefängnis warten mußte, weigerte er sich zu sprechen. Zeder Versuch, ihn zum Reden zu bewegen, blieb erfolglos, so daß er schließlich zur Ueberwachung in ärztliche Obhut gebracht werden mußte. Riemals gelang eS, ihn bei einem Worte zu überraschen, und er lebte noch »5 Jahre in tiefer Schweigsamkeit, Da er wohl wußte, baß jedes Wort ihn das Leben kosten würde. AuS ganz anderen Gründen hat ein anderer Geiangener Die Rolle DeS Stummen getpielt. Gr war ein Matrose, Der von einem Schiff in Portugal Desertierte und als Vagabund von Der Polizei aufgegrifien wurde. Hier bewahrte er vollständiges Stillschweigen, und, obgleich seine Person durch seine Papiere festgestellt worden war, verweigerte er jede Auskunft. Schließlich wurde er Dem Konsul jenes Landes, Dem er angehörte, übergeben; Doch auch dieser konnte mit ihm nichts and richten. So wurde er abermals In das Gefängnis zurückgeschickt wo er Drei Jahre in vollstem Schweigen Der Barrie. Obgleich Die Aerzte wußten, daß er sein Gebrechen nur vortäufchte. wußte er doch asten Fallen, die ihm gestellt wurden, zu entgehen. Schließlich erklärte Die Verwaltung, des Gefängnisses, Daß ste genug von dem scheinbar Stummen hätte, und wollte ihn in Freiheck sehen- AderalS er an Das Tor des GesängnifleS geführt wurde, bat erdurch Zeichen mit dertzandso beweglich, man möge ihn nicht hinausstoßen, daß er wieder in Dic Zelle zurückgeführt wurDe, Die ihm so teuer geworden. Hier verblieb er nun neucrDings 4 Jahre in voller Menschenabgeschiedenheit und S ummheit, bis er schlie stich seines müßigen Lebens überdrüssig wurde und eine Stelle als Gehilfe in der GesängniSküche annahm. Garden heim 5ÖNUCHT SEIFE bs: gleicher Güte und gleichem Gewicht für/4^eine gute Zigarette! wie bisher! Eine frohe Nachricht für Daher Raucht 5120 Strickwesten |a 66tl6tfi. 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WM! yrort braune WMt Teutft-.QurtbQQr tt Teutidi'VannäaaT. auf dieNamen Freya und Draai hörend, ten Roniag entlauf. 1(ot flnfanf wird gewarnt. Sieöer« bxtnaer Belotmuna 601L ^achrichen er» -Z- Aus dem Hü 1t c nbe r g 9 Febr. Während tu den letzten Wochen die P reise für fette Schweine bedeutend gesunken ftnb. haben die Zerkelpreife eine auherordent- liche Steigerung erfahren Ferkel im Aller von 6 bi» 8 Wochen, die man noch vor hirxcm für 28 bi» 30 Marl kaufen konnte, kvlien jetzt 38 bti 40 Mark für Liiere Tiere und £änf«r- ichweine werden entsprechend böbere Preise ge- fordert. Man bezeichnet die hohen Ferkelp reife al» Folge der überall verbreiteten Klauenseuche durch welche die Abhaltung von Würkten ver- binden wird, so dab die in den Handel kommenden jungen Tiere mit den höchsten Preisen bezahlt werden, zumal auch mit den zu Sndc gehenden Hau»fchlachlungen die ..Ställe leer' werden KreiS Simbnrg. DSA Hadamar, 9. Febr. 3n unlcrem Städtchen, da» 3000 Einwohner hat, find 3 6 Personen ansässig, die zusammen 2996 Zähre zählen. Davon ist die älteste 92. die jüngste 80 Iah re alt. Maingau. WSD. Frankfurt a. M. 9. Febr Der städtische HauShalt-plan für 1927 23 (chlieht in üi .nahme und Ausgabe mit 167 310830 Mark ab (im Dorjahre 159 791 700 Mark.) — 3n der Dacht zum 8. dS wurde in ein hiesige» Pelzwarengcf chäst eingebr 0 - chen und fertige Pelze im Werte von etwa 20 000 Mark gestohlen. Die Täter sind vom kcller au», der mit dem Laden In Verbindung steht, elngeDrungcn. Dor Ankauf wird gewarnt Bisher: Eine Zigarette zum Preise von 4 Pfennig begegnete nicht dem vollen Vertrauen des urteilsfähigen Rauchers. Entweder — so lehrte ihn seine Erfahrung — ist der Geschmack der billigen Zigarette unbefriedigend oder zumindest die Verpackung unansehnlich und nicht haltbar Seist, der doch der Wächter lein must, selbst allmählich In den Zustand der Benommenbeit gerät zum andern auch deshalb, weil der Mensch Je gerade den Zustand der leichten Aarkose sucht. Ganz de'onders schwer ist aber die von Pros Jacobi geforderte Znbioiduallslerung bei den jungen Akademikern, die einer 4.krdnigung an- gehören, in der Trinkzwang herrscht, weil hier die freie Willensbestimmung de» einzelnen au»* geschaltet ist Deshalb muh vor allem der studentische Trinkkomment beseitigt werden. Der Student wirb mir entgegenhatten. e» wäre un- jugendlich und unstudentisch, immer nur an die Folgen zu denken, er wird weiter sagen, dast ble Freundschaften. die beim Glase geschlossen werden, ihm Höhepunkte feine» Leden» bedeuten, die er nicht missen möge. Demgegenüber ist zu sagen Weil wir gewohnt sind, alle» beim Glase zu feiern, glauben wir. da» Ola» sei auch wirklich der Quell aller Freude. Ich habe seit 16 Jahren keinen Dropsen Alkohol genossen: mein Leben ist darum nicht ärmer an Freude und Freundschaft gewesen. Wenn die akademisch (lugend die jugendliche Führcrschicht unsere» Delle» sein will, bann mutz es für sie eine hohe Aufgabe bedeuten, neuschöpferisch In dieser Beziehung zu sein. Dicht nur die Gesundheit, auch die sittlichen Kräfte werden durch den Alkoholaenub gemindert. 50 Prozent aller Morde. 60 Prozent aller SittlichkcitSvcrbrechen werden unter dem ®lr- llust bc» Alkohol» begangen. G» ist ferner erwiesen. dast die Keimfähigkeit durch den Alkohol- genust herabgesetzt wird. Weiter ist zu bedenken, daß die akademische Jugend mit Ihrer Geselligkeit nicht für sich allem da ist. He Ist mit* verantwortlich für die Gesamtheit. Wenn arme Menschen, die arbeit»- und brotlos sind, sehen, dast die jugendliche Führerschicht nicht froh sein kann, ohne dast sie trinkt, wer will es bann diesen Menschen verargen, wenn sie auch nach diesem Narkotikum verlangen. Was dir führenden Schichten tun, wirkt nachahmend auf all« anderen Kreise. AuS Opserslnn sollte darum die akademische Iugend die Drinksllten ausgeben. Die groste Gemeinschaft unsere» DolkeS muh höher stehen al» der ciiuclne. Die tiefe Kluft aber, die zwischen den einzelnen Desellschasts- schichren. Insbesondere der akademischen Weit und den übrigen Ständen besteht, wird nicht zuletzt hervorgerufen durch die akademischen Drinkgewohnheiten. Die Führerschicht braucht ble Ach'ung und da» Vertrauen der anderen De- völkerungskrelse: sie soll sich diese nicht durch ihre Trinksitten verscherzen. — Der Dortrag sand beifällige Ausnahme. Eine Aussprache wurde nicht beliebt. 4- Garbenheim. 9. Febr. Die hiesige, neue zweik 1 assiae Schule soll In diesem Oahr um eine Klasse erweitert und Alkohol und akademische Jugend. DaS Kuliuramt der Giehcner Studentenschaft hatte diese für Dienstagabend zu einem Dortrag etngeladen. den Prof. D. Han» Schmidt über da» Thema .Der gegenwärtige Stand der Alkoholbewcgung und öle akademische Jugend" hielt. Die Studentenschaft war der Einladung so zahlreich gefolgt, dast der groste Hor'aal fast bis auf den letzten Platz gefüllt war. Der Dedner führte u. a. au»: Die Wissenschaft steht honte in der Beurteilung der Wirkungen de» Alkoholgenusses auf den menschlichen Organismus auf einem andern Standpunkt als noch vor wenigen Jahrzehnten. Man hat durch Untersuchungen festgestellt, dast selbst geringe Mengen von Alkohol die feinsten geistigen Tätigkeiten deS Menschen beeinträchtigen. Alkohol, auch mastig genossen, behindert den Menschen. Höchstleistungen zu vollbringen: birS gilt sowohl für körperliche als auch für geistige Tätigkeit. Die geistige Führerschicht eines Dolles must aber Höchstleistungen hervorbringen. Pros. Jacobi behauptet in seinem Dortrag. cs gäbe für jeden Menschen eine bestimmte Menge Alkohol, die ihm nicht schade, es sei Ausgabe deS Gebildeten, diese Grenze niemals zu überschrei'cn. Demgegenüber must gesagt werden, dast cS für den einzelnen Menschen sehr schwer ist. die Dr enze rechtzeitig wahrzunchmen. einmal deshalb, weil der dafür der noch in dem alten Lchulhaus vorhandene Lehrsaal aufgegeben werden. Die Notwendigkeit dazu hat (ich ergeben, weil da» alle SchulyauS nicht mehr den Anforderungen genügt, die in sanitärer und technischer Beziehung an einen Schullaal gestellt werden müssen. Davon hat sich auch eine Kommission der Aegierung in Koblenz überzeugen können, die kürzlich auf Der- anlaffung de» Bürgermeisters die Zustäube örtlich geprüft hat. Da» alte Schulhaus soll nach Fertigstellung der neuen Klasse verlaust werden, der In demselben noch wohnende Lehrer wird ein Eigenheim erstehen X3P Ldenhausen. 9. Febr. Seit langer Zett wird es als ein für die minder sowoyl. al» für die Lehrer unangenehmer Zustand empfunden, dast für die in zwei Klassen unterrichteten Kinder der hiesigen Gemeinde und den Betrieb der ländlichen FortbildungS'chule nur ein. noch dazu in der oberen Etage de» SchulhailleS be- legrncr Lehr ( aal zur Verfügung steht. Der i!cb?lstand f.ll nun beseitigt werden. Auf Grund einer örtlichen Be ichtigung und Besprechung der Schulverhaltnifte hat das Kreisbauamt neuerdings ein Projekt für den Dau eines weiteren Schul haufeS aufgestellt. Mit dem Dau soll bereit» im Frühjahr begonnen werden. <3r wird auf dem Schulgrundstück neben der alten Schule so errichtet, dast später eine Erweiterung um eine Klasse leicht möglich ist. • Bonbaden. 9. Febr Der Wasser- leitungSbau In unscrtm Dorfe, der schon lange herbeigesehnt worden ist. geht nun seiner Verwirklichung entgegen. Während die Schürfarbeiten im vergangenen Sommer mit gutem Aesul'at vor sich gingen, wurden nun die Arbeiten für den eigentlichen Bau der zentralen 'Wasserleitung ausgeschrieben. Die Gemeindevertretung hat nach eingehender Prüfung der vorliegenden elf Angebote die Arbeiten der Gie- stener Dausirma H. Weimer übertragen. Oberkleen. 9. Febr. Dieser Tage hielt die hiesige Aaisfeisen-An- und Ter- kaufsgenossenschast ihre diesjährige Generalversammlung ab. Der Jahresbericht ergab ein erfreuliches Bild der geschäftlichen Entwicklung im verflossenen 2ahre. Leider trat dabei aber auch zu age, dast unsere Landwirtschaft noch immer stark unter der Geldknappheit zu leiden hat. An die geschäftlichen Verhandlungen schloß sich ein gemütliche» Beisammensein an. Landwirten besuchten Versammlung wurde über die mehrfach berichteten Siedlungsbestrebungen Wetzlarer Landwirte i n Aord- enb Ostdeutschland beraten. Die Zahl der ernstlich zur Siedlung entschlossenen Landwirte beläuft (ich auf über 120. Die Aalsauische Landesbank in Wiesbaden hat e ne Million Siedlerkreiftte ausgeworfen Die Landesbank der Aheinprovinz ist ebenfalls ersucht worden, eine ähnliche Wast- nah me zu treffen. Die Siedler werden In kostenlosen Kursen in der Weide- und Gründlandwirtschaft unterrichtet und treten dann gemeinsam eine Besichtigungsfahrt an. 'GP Krofdorf. 9. Febr. 3n der Gemeinde Krofdorf-Gleiberg find nur zwei neue Strahen, nämlich die Wiesenstrahe und die Apo- thelenstrasre, kanalisiert, während in allen übrigen Strasten die Abwässer noch oberirdisch ab- geführt werden. Dieser Uebelftanb wird immer mehr empsunden, besonders in den letzten regnerischen Jahren hat sich he rau-gestellt, dast der Zustand aus die Dauer unhaltbar ist Diele Keller sind nah, die Bässe überträgt sich auf die Wohnungen. dazu kommt, dast In den Wint.rmona- ten die enge Bürgst raste In Gleiberg nicht selten total vereist, so dast ihre Benutzung geradezu gefährlich ist. Die Hcbelftänbe sollen nun beseitigt werden. D.'r Demeinderat hat in feiner jüngsten Sitzung beschlossen, einen Teil der Hauvt st raste und die Schulftrahe in Kr 0 sd 0 rs. sowie die Haupt st raste in Gleiberg zu kanalisieren. D e Arbeiten sollen im Wege einer AotstandSaktion durchgeführt und bereits in den nächsten Wochen aufoenommen werden. Gleichzeitig w rd der Hochwcllwcg. der bei nassem Wetter kaum noch pass.rrbar ist. instand gesetzt. D e Gesamtlosten tmc aus 28 600 Ml. veranschlaal und werden, soweit sie nicht durch M kiel bet produktiven LrwerbLlosensürforge gete-t werden, durch Anleihen acheat. — Mit 6er Instandsetzung deS Fohnbachw.g?/ und des Katt nbachweges. die ercnlalli von dem Gemeinde rat beschlo en sind ist bereits begonnen worden. Auch diese Arbeiten weiden al» Aot tandLaftion durchgcsührt. Damit wird wieder ein T II der stark angewachsenen Zahl der Erwerbslosen Beschäftigung finden. i Dutenhofen, 9. Febr. Dor einigen Tagen fand durch den Kreisausschutz in Wctzkar eine Besichtigung des im vorigen Herbst fertiggestellten Wellerweges statt, zu der auch der hiesige Gemeindevorstehlr zugezogen war Abgesehen von einigen Nacharbeiten, die im Frühjahr d. Z. erfolgen sollen und für welche die Gemeinde die Kosten be reits übernommen Hot, wurde der Weg in Ordnung befunden und von |<ßt ab in die Unter Haltung des Kreises übernommen Oer Weg stellt eine außerordentlich wichtige Erleichterung des Verkehrs von Metzlar durch das Lahntal nach (Biegen bar. Während bisher der avsterordenllich (teile Oorfweg in Dutenhofen benutzt werden muhte, ist es nunmehr möglich, unter Benutzung des Wellerweges im Tal weiter zu fahren. Leider fehlt nun noch die Verbindung über Atzbach in das jenseitige Lahntal. Die Gemeinde Atzbach hat bis zu ihrer Grenzt diese Verbindung hergestellt, auch Hal die hiesige Gemeinde bereits vor mehreren Jahren die Lahnbrücke errichtet. Zum Ausbau des Weges bis Ille Bibel l?iü an Ltebha' er au verkanten Dori'elbst ttinbcitoafltn au vertäut, oder geaen Klavvwagcn au tauschen. Lchrtfittche Anneooie nnier UVstU an den Sieb. tln» Tretstamm, pebr. Gasherd5 mit Tisch foiv.NZtr. -veu au verk. eine 3 eae au taufen gef KroMerl-r Str. 141. Aur Atzbacher Grenze konnte sich die Gemeinde Dutenhofen aber biester nicht entscheiden, weil der Kreis es abgelehnt hat, auch diesen Weg nach (einer Fertigstelluno zu übernehmen. Es handelt sich in der Gemeinde Dutenhosen nur um 4U0 bi» 500 Meter. Durch den Ausbau dieser kurzen Strecke wäre eine außerordentlich wichtige Verkehrsader für unsere Gegend geschaffen, .hauptsächlich würde der D u r ch a a ngsverkehr ertzeb- Metallbetten 243A Siahlmatratiea.Kledrrbattieaünft anWrit) Katal.254 fr. ElteaaObeUabrik Sehl (Thbr.) Ium ÄdsudeLfeu 3 Stück das Stück 8—10 H 'Um Iahresschluh gewährt der Verein 4 Prozent Rückvergütung in bar auf alle entnommenen Waren! Konsumverein Gießen u. Llmg Inserieren bringt Gewinn I A th < Vorrat! 01001 E2Z [Stellenangebote! Stütze = in der Gefch. d G r>l. I 1316c MW 84 § 38 5) 62 Drucksachen aller Art liefert bit 8rubi Ich» Druderti Zervelatwurst I............. Salamiwurst I ............. Plockwurst, Holsteiner...... Dörrfleisch................. 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England ungefähr 63 Proz. der Rohgummi- unb Kautlchukgewinnuna, Chile ist der unbeschränkte Herrscher auf dem Salpeter- markt, Japan verfügt über 93 Prvz der Kampf «r- erzeugung, Euba ist maßgebend für di« Gewinnung von Zucker out Zuckerrohr usw In den letzten Jahren haben nun manche Länder Versuche zur rücksichtslosen Ausbeutung ihrer Monopolstellung unternommen. Brasilien hat z.B. Anleihen ausgenommen, mit deren Hilfe es die Erzeugung der Kaffeepflanzer bevorschussen kann: dadurch hat et die Möglichkeit, nur so viel Kaiser auf den Markt gelangen au lassen, wie der jeweiligen Aochfrage entspricht. Kuba hat seine Zuckerrohrernte im letzten Jahre auf 4,5 Mill. Tonnen begrenzt: der darüber hinaus- gehende ‘Betrag soll vor Verarbeitung vernichtet werden: schon die Ankündiguna dieser Maßnahme brachte ein gewaltiges Anzieyen der Preise für Rohzucker. Die Vereinigten Staaten von Dord- amerika planen eine Begrenzung der Anpflan- 2ung bzw. Ernte von Baumwolle, da in den ehten Jahren immer ein Ueberschuh an Baumwolle vorhanden war. Vor ganz rücksichtslosen Maßnahmen hat es nur die Erwägung zurück- aehalten, daß England in einem solchen Fall in Aegypten oder Indien seine e.genen Daumwoll- vslanzungen ausdehnen könne und daß die immer stärker emporblühende Kunstfeidenindustr'e in die durch den Ausfall der Baumwolle geschaffene Lücke sich einsch'.eben werde. Auf dem Gebiet der Kupfererzeugung haben die Firmen, de in den Vereinigten Staaten die Erzeugung kontrollieren, ein Exportabkommen zur Aufrechterhaltung der Preise getroffen. Selbst der Umfang der Schweinemast wird insofern kontrolliert, als die maßgebenden Schlachthäuser in Chicago über eine bestimmte Menge hinausgehendes Fleisch nicht verarbeiten. England hat für Kautschuk Anbaubeschränkungen durchgeführt, um auf diese Meise eine früher vorhandene Ücberzeugung einzu- schränken: hier zeigten sich allerdings auch sehr bald die Grenzen einer Monopolausnuhung: denn innerhalb zweier Jahre ging infolge dieser Maßnahme der englische Anteil an der Weligew.n- nung von Dohgummt um ungefähr 40 Prozent Jurüd. In Chile haben vor kurzem Salpeter- nteressenten von der Aegierung Unterstützungs- Maßnahmen zur Hochhaltung der Ausfuhrpreise verlangt, die allerdings we^en der finanziellen Schwäche dieses Landes nicht gewährt worden find. Die schlimmste Ausnutzung des Monopols liegt zweiselloS vor auf dem Gebiet der Gold- gewinnung. für das die Vereinigten Staaten von Aordamerika, die ungefähr 60 Prozent der gesamten Weltgoldgewinnung k"N rcllier n, einen Einfluß haben, der so groß ist. daß mit seiner Hilfe die Vereinigten Staaten beinahe eine Art Kreditmonopol begründen konnten. Von welchen Folgen solche MonopolauSnuhungen sind, mag der eine Umstand zeigen, daß allein Ne nord- amerikanischen Verbraucher für die Preiserhöhung, die infolge der Einschränkung der Kautschukerzeu- flunq durch England eingetreten war, innerhalb Aweier Jahre über eine Milliarde Mark mehr bezahlen mußten, als im freien Angebot notwendig gewesen wäre. Angc'ichts dieser Zustände ist «S erfreulich, baß Deutschland auf wichtigen Oetle'ei die Durchbrechung des Aobstoffwonovol? andrer Länder gelungen ist. Während Deutschland vor dem Kriege a".S Chile all ähritch für 2)3 Mill. Mark Chile-Salpeter einsuh en mußte, kann eS seht seinen Sakpeterbedarf aus eigener künstlicher Stidstofferzeugung decken und obendrein noch für rund 150 Mill. Mark Stickstoff auSsüßren. Die fierade in Deutschland be'ond-rS blühend« Kunsteidenindustrie wir) v rnutlich in ab'ehbarer Ze't ba^nb elende Um; ä auf len Ceb e d r Tertilversorgung mit sich bringen. Für andere Gebrauchsgegenstände (z. B. Lade), die bisher auf natürlichem Wege gewonnen wurden, hat die deutsche chemische Cn'u ir r durch künstliche Gewinnung vvllwert'gen und biüigrren Cr'atz geschaffen. Die Verslüssiguna der Koh'« wird den Petroleum- und DenLinwe'tmarkt umgestaitrn und dadurch Deutschland von der bisherigen Abhängigkeit befreien. Erfolgversprechende Arb'it n a- s ähnlichen Gebieten befinden sich noch in Anfangs- stadien. Alle diese Dinge hindern aber nichts an der Berechtig' ng dcr Forte ung daß au.chDeutsch- land Anspruch erheben muß auf Beteiligung an den Doßstofsvcrkrinmen, die ihm durch den Versailler Vertrag genommen worden sind. • WDR. KommunaleLanbeSbankfür Hessen. In der Zusammensetzung deS Vorstandes der Kommunalen LenbeSbank für Hessen tritt eine Linderung ein. Der seit etwa einem Inhre im Ruhestand lebende Bürgermeister D a u m - Darmstadt hat sein Amt niedergelegt. An seine S'elle tritt Oberbürgermeister Dr. Glüssing - Darmstadt, dazu tritt ferner Bür- germeist er Angermeher- DenSheim. • Keramische Werke Offstein und Worms A. G.. Worms. Wie wir von gut unterrichteter Seite erfahren, ist der Geschäftsgang des Unternehmens im vergangenen Jahre sehr gut gewesen, so daß man glaubt, von einem Rekordjahr sprechen zu können. Die in nächster Zeit flat findende Aufüchtsratssihung soll darüber Beschluß zu fassen haben, der diesjährigen G.-D. die Ausichut ung einer Dividende von 8 Proz. (L D. 5 Proz.) vorzuschlagen. * Siemens fr Halske A.-G. Der Ge- schäftsgewinn der Siemens fr Halske A-G. für das laufende Jahr beträgt 15 123 423 Mk. gegen 9 891 470 Mk. im Vorjahre. Aach Abschreibungen für Gebäude von 771 915 Mk. verbleibt ein Dein- gewinn von 15 348 513 Mk. 68 wird eine Dividende von 10 Prozent gegen 6 Prozent im Vorjahre vorgeschlagen, ferner eine Sonderrüctlage von 2,5 Millionen Mk. zu bewilligen, für Wohl- fahrtszwede 1 Million Mk. zurückzustellen und 2 450 000 auf neue Aechnung vorzutragen. — Der Geschäftsgewinn der Siemens-Echudert- Werke beträgt 13 365 296 Mk. gegen 10 043 433 Alan im Vorjahre. Der Reingewinn beträgt 12 175 701 Mk. gegen 8 951 755 Mk. im Vorjahre. Die Gesellschafter sollen 8.5 Prozent gegen 6 Pro- M"t im Vorjahre «Halten der vonderrüdlage sollen 3 000 000 gegen 2 000 003 im Vorjahre überwiesen werden, für Wohlfahrtszwede 1 Mill, gegen 750 003 Mk. im Vorjahre zurüdgestellt und 525 701 Mk. auf neue Rechnung vorgetragen werden. • Der Abschluß derAE G. sür 1925 bis 1 92 6. Die Allgemeine Elektrizlläts-Gelell- schast in Berlin legt nunmehr ihren Geschäftsbericht für das am 30. September 1926 abgeschlossene Rechnungsjahr vor. Wie bereits gemeldet. ist die Gel Illchaft infolge des überaus günftigen GelchüftSergebnilles in der Lage, ihren Aktionären diesmal eine Dividend« von 7 Prozent gegen 6 Prozent im Dorj. zukvmmen zu lallen (die Vorzugsaktien erhalten die sahungspemäßen Gewinnanteile). Die Gewinn- und Vcrlustrech- nung enthält im wesentlichen lediglich drei Postens den Geschäftsgewinn. der sich einschließlich des Dewlnnvortrages auf 15129151 Dm beläuft, die Ab'chreibungen, die auf den Anlagekontcn in Höhe von 3 313 362 (im Dorj. 3 058 863) Rm und aus Disagio auS Amerika-Anleihen in Höhe von 1024 953 (957 506) Rm. vorgenommen wurden, und den auf 10 760 836 (8 333 047) Rm. erhöhten Reingewinn. Die Angaben Über die Steuern und die soziale Belastung fehlen gänzlich. AIS bemerkenswert verdient festgehalten zu werden, daß die AuffichtsratStantieme gegenüber dem Vorjahre eine Erhöhung von 57 581 auf 135 350 Rm. erfahren hat. Der Reingewinn-Rest in Höhe von 465 011 Rm. wird zum Vortrag gebracht. Wie wir von Derwaltungsicite weiter erfahren, bewegten sich die Umsätze im Geschäftsjahr 1926 ungefähr auf der Höhe deS Vorjahres. Gegenwärtig ist der Auftragsbestand jedoch erheblich größer als zur gleichen Zeit K26. Ramentlich die letzten Monate haben den Orberbestand in sehr starkem Maße vorwärts gebracht. Auch das industrielle Geschäst beginnt sich jetzt zu belfern. Insgesamt wurden im Berichtsjahr ungefähr zwei Drittel des Umsatzes der AEG. in Deutschland und ein Drittel im Auslande abgesetzt. Der Arbeiterstand hat sich nicht wesentlich verändert, doch besteht Grund zu der Hoffnung, daß allmählich wieder Reucinstellungen Dcrgenommen werden können. Die verschiedenen Rachrichten über die angebliche Trustbildung in der Elektro- Industrie entsprechen nicht dem tatsächlichen Stand. ES bestehe lediglich eine Fühlungnahme mit anderen Gruppen der Elektroindustrie auf bestimmten Gebieten. An einen trustartigen Zusammenschluß sei aber schon wegen der Viel- gestaltigteit der elektrotechnischen Erzeugnisse kaum zu denken. tBörfentarte. ^tanffurt a.M Berlin stlu Auri I l-Jrr. 1 Htir« ö.’tylub- Änr» ^sniana •rrttn 9. L 110 r. 9 2. | 1U. 2 Trntfdjc RcichSan tlbe ' W-25 J.MS 0,83 II F8 4°/a Tcutschr iHcidj^nlcib: • 0.8*75 Druis».- 'Ji.idj.aiildye 0 875 0 *8 3*/o Tcuttchc StkichS mtriöt • Teutfdic viuarpranücnankilx 0 f- _ 0 v7 u _ 0,5« 4% 'Prcußischk Souiold . . . U.S8 U K9 0 875 4° 0 Hrssrn........... SW- veffen.......... Vti — _ _ 2-/, Hessen.......... — _ 0.K9 Tcutfdje jFtrtb. ToNar-Snt 100 102 dio LoU. Slvay.8nn.etmg. — 4°/0 .Honturten......... 18.25 । 17.9 1 43.75 1*. 4 1 — 5% Oitbuicrltaner..... 41.5 1 - Berliner HandrlSnetcUtLafl. Commeri- und Bnvai-Bank Varm 11. und Vld.ionaloant 801 ?26,5 .-22 6 34T2 827 297 225 5 nur 5 295.« 3)1 294 5 Teuiichr Bank .... W9 75 05 «5 811« 2112 Titzlonio «ommanblt IH7 194 75 i«8 |9j 25 Dresdner Bunt . ...... 193.7.', IHM 19.3 25 189.25 llkialibani.......... 175 170 176 5 l‘>9 '"Nurldemsche (Irtbltbanf 197 199 7', Ccfic rctivische Üredila.1 statt. 9 63 9,68 9.5 yt.id.-MiQiif..... 191 25 192 IK8 Boitzumer Suh....... 194 — 194 ito Bnder e ......... 14 131 3 134 7 . lcO.35 tiaro .......... W • - - T.uisch Vurtmburq..... 113 tt-t 19? - Selseultrcvenrr .Kcraroctte . IW, 2 19" '»5 Ui 190 Harpe .er Brrgdau . . Maiimcrte i'ltclxrülebe r.... -33.5 2-7.5 -34 9 «7 2:. 206.73 -CO 5 2. r........... >6» 155 159 5 15 2a L brrbcbiid .......... 1 6 126.5 Hl 25 1.9 t? U'höinr B.ri au ..... 140.76 i:<7 141 4 116.5 ätlKmifljr Brauntoblea . . . u2l .09 317 05 ‘Ju,rinital)l......... t i 222 2TJ 228 25 t bett •IVcutan • . ..... IW 185 Tellns yrrnbau...... 122 _ Bereinigte Stadlw^rkr ... 124 2j 159.5 155 * pamlmrg Änierita Patct. . . 175 171,5 ipl H6 9 9>orddruiichre ifloDJ ■ . 156 3 153.5 155 25 151.2. U.i>erai»ilLe Verle «Idin . . 15t -trme..nv;rt Hr'dclberg . . 176 IS7 5 - l'bihvp Hatcmaim ... 192.7j — 192.5 185 nnnio üonl Suano..... U6 - tförinifd}# Maure »lavto. . - - • ■ ofbütimlbt . . IGO 5 ISS 6?.5 158.5 ßoiju.-r obluna....... ‘Jfi ufi - .1 (S ^-nr en stodustrtr. . vi' igrr iwrff..... 25 .320 .2-5.13 .320 115 142 143.5 141 35 Siveid an .all...... e5> ■50 25 — nila EietinziiäiS-SetellsldaN I7j 9 172 5 175 r 172.5 Bergmann ...... Ibs )9l la (ff Itr. ffirfrrunflcn...... 182.5 192.'. — ">. bis 61 . Prozent. Warenwechsel mit Großbank-Giro 41 < Prozent. Am Devisenmarkt ging die Belga infolge Der Diskontermäßigungen leicht zurück und stellte sich auf 3189 gegen London. Paris Segen das Pfund 123.55 Madrid 28.94 gegen ondvn. London-Kabel 4,8510. frankfurter Börse. Frankfurt a. W. 10. Sebv. Tendenz still und schwach. — Die Effektenbörse war w.eder Lußerft geschäftsunlustig, wobei d.e Spekulation weiterhin bemüht blieb, starke Abgaben oorzunehmen. Verstnnmend mirtie die Streikgefahr in der sächsischen Metallindustrie und die Schwierigkeiten in den handelspolitischen Verträgen. Der günstige Abschluß dec Siemens u. Halske-A G. sowie die 12prozentige Dividende der Berliner Handelsgesellschaft konnten demgegenüber nicht stärker ins Gewicht fallen. Er- yeblich gebrüdt waren Kaliaktien, in denen bereits Mebio-EngagementS gelöst wurden. Westeregeln minus 8.5 Prozent. Aschersleben minus 6.5 Prozent. Die Rhein-Elbe-Gruppe setzte 2L schwächer ein. Kohlenwerte, die zunächst etwas widerstandsfähig lagen, wurden im Verlaufe mit- gezogen. Sehr schwach lagen I. G. Farben, die 1,5 Prozeitt niedriger eröffneten und rasch um weitere 2.5 sanken. In Verbindung damit Rheinstahl minus 2,5 Prozent. Bankaktien lagen nur teilweise behauptet, so Commerz und Sarmftäbtcy die übrigen Werte schwächten sich ab. Berliner Handel wurden trotz des günstigen Abschlusses etwa 10 Prvz. niedriger taxiert. Von den Werten der Mctallbankgruppe verloren Metallbank 4 Proz. Auch Scheideanstalt minus 4,75 Prvz In Elektroaktlen erfolgten stärkere Abgaben mit Ausnahme von Siemens & Halske, die auf den günstigen Abschluß hin um 4.5. Prvz. anzogen. Felten mtnus 4 Proz., Licht und Kraft minus 7 Proz.. Lahmeyer minus 3.25 Pro- Von variablen W c r t e n lagen Zellstoffaktien sehr flau. Woldhof minus 10 75, Aschaffenburg minus 5 Proz. Von Motoren büßten Kleyer 3, DSU. 2,75, Karlsruher Maschinen minus 1,5, Vereinig.« Chemische Frankfurt minus 3L5 Proz. Don Bauaktien Zement Heidelberg 2,25 und Dyckerhofs 1,37 Prvz. schwächer. Der heimische Anleihemarkt lag äußerst ruhig. Kriegsanleihe 0,885, Schutzgebiet 15,5. Don fremden Renten schwächten sich Türken ab. Der weitere Börsenverlauf blieb still und weiterhin schwächer. I. G.-Farben 318, Gelsenkirchen 189. Harpener 325,25 Prvz. Der Geldmarkt ist außerordentlich' leicht. Tagesgeld 3'/« bis 3*/t. Mvnatsgeld 43/4 bis 6 Proz. Im Devisenverkehr stellte sich Paris gegen London auf 123,50 fast unver- ärlert. Zürich-London 25,22, London-Kabel 4.85. Die Reichsn.ark notierte gegen London 20,4725, gegen Kabel 4,22. Devisrnmartt Berlin—Frcmktart a. HL Teiearavb'tche Huticbtuna » Fetr. 10 ste br. »mtlichr 'J?ori ti ; wmrliche 'Jtoiieruiu «»eid Br,- i VImi.- 168.57 .08,9» 168,63 169,0.« ^urn>Nireä 1.718 1.75t 1.75" 1,751 !orss.-iniw 58.60 58 4 54.CO 58.74 ttbdfllonLi 108.54 108.62 1118.41 108 69 .OotMnbna.'u 112.3! 11’. 5» 118,32 112.60 Ciorfbolm 114.42 113. J 112.44 112.72 fetlfinfliotd IÜ.6U-. 10.638 *0.1.0-* 10,642 rtiolicn. . 17.9* 18 0' 18,265 18 275 London. . . 0,4 v 20.491 41.4*3 41,495 'J.’tunorf . . 1.4145 1.2245 4.214 4.224 ^n4. . . 16,M 16.55 16,59 klbweii . . *1.03 *1.23 *1,0.1 11.23 Sva <:n . 70.3t 70.49 70.59 70,77 Japan . . . 2.056 4.0*0 i.2.55 2.259 8io de tzan '.497 1.499 .497 9.4'39 Wien in D ■ Ctft. obgcn 59. 9 59.53 69. »7 59.51 Pro« . . 12,475 12.5 5 12.475 12.61« Pel i rad . 7.597 7.417 7.397 7.417 Daoav 'l. «3 67 73.85 73.69 75.87 Bul arien .»47 1.057 4.047 4.957 V'fiabon 1.501 £1.55- ■ 1 44. 1.49 Tanra ■>1.11 il. 1 *1.12 81,32 Mouft nun 2.137 ?,l<7 .115 4,15.1 Villen. . . 5 4- 5 51 5. 9 J, 1 Canada 1.201 4 214 1.207 4.217 Uru uat) 4.225 4.235 «.22- 4.235 Gatro 40.974 -I.VZ6 10.961 21.216 b a n t n c 11 n. Berlin, 9 jsebr s>elk> Bne yimcrltünilrfif 94ofrn . . i l-ö 4,218 v'tlgifd?- 9?oirn .... 58..'>0 51.81 Tiini'rtir 'Jlotrn .... 18.01 112 60 (matifdic Hoirn..... 41.412 01.512 ^rniuoiifdir ‘Mp.rn . . . 16.M 16 6.« voikandiktbe ‘Jtoirn .. 168 17 16 J 01 lirnrftte ‘JZolrn . . . 11 10 18.20 9<'orweaULe 97Pirn . IU8 18 101.21 2 u:'di £ fterr ,a 100 SrentO 49.40 59.70 Vlnmanilwe 91otrn . 2.-5 2. 8 «rct'wedilchr •fpirn . . H. 08 112 61 em.vritrr •J.'etrn bl.05 11.45 L panisch Vtoirn .... 70.34 70.7'1 -ch" omatische P.oicn 18.(65 12.52.’. Unaarischc -Jiotcn 73.64 73 90 u ank urt.r Schlachtv cl,markt. Frankfurt a M, 10. Febr. Auftrieb: 83 Rtnde.', 1061 Kälber. -*23 6c.za e, 523 Schwei, e wurde.« notiert: Kälber: Beste Mast- und Caujiätber 70 bis 75 Mk., mittlere Mast- und Saugkälber (2 bis 6J. geri.ige Kälber 54 US 61. — Schafe: Mastläin.ner und jüngere Wast- (ammel (Weide.na.t) 50 bis 53, mit.hr« Mast- fär mer, äl e c Mast Hammel und gut genährte Schafe 42 bis 49, fleischig S a vieh 34 bis 41. ~ Schweine: Fettschwein« über 300 Piund Lebendgewicht 71 bis 73, voll'leischige S weine von ca 160 bs 300 s.funb Lebendgewicht 71 bis 73. fleifd ige Schweine von ca. 120 b s 160 Pfund Lebendeewicht 70 bis 72 Mk. — OK ar ft» erlauf: Kälber und S^ weine b.i anfangs leb- haf.em, zum Schluß abslauende.n, Schafe bei lebhaftem Handel ausve.kauft. ^rantfurtor Frankfurt, 10. Febr. ES wurden notiert: Weizen (Wetterauer) 29,50 biS 29.75 Mk., Roggen sink.) 27 bis 27,25. Sommergerste (iür z>rau5mede) 26 b s 27,50. Ha er (ml.) 21,53 bis 22,25. ma.e (gelb) 18 50 bis 18.75, Weizenmehl r für Kinder iPreiS0.:i0Mk!.abendS8 U ri.Erwachsene «Breis 06>Mkl in de'' Fobanne kirche. z.eitag, icn II. Februar 1927 nachmittag; 2 Uhr versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28, zwangsweise gegen Barzahlung: l Fußmaschine, 1 Küchenschrank, eine Küchenanrichte, einen Küchentisch, zwei Küchenstühle, 2 Diwans, 1 Zlurgarde- robe, 1 Gisschrank, 3 Kleiderschränke, 1 Schwerstange aus Stahl, 4 Schreibtische, 1 Weihzeugschränkchen, 2 Aäh- Maschinen, 1 Bücherschrank, 2 Schreib- ladenkassen, 1 Elektroluxapparat, einen Warenschranl, 1 Kns^nichrank. Hebbel, Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstraße 24 I.Telephon 239. Wo geh' mer am Samstag Obend hi'? Zu de Freie Torner ihr'm MaskebaSH 3n’s Häusche' in die Schanzestratz'. Es ladet ein der Vorstand der Freien Turnerschast Gießen. _13197) 'mazonen-papagei hm-Wellensiiltche NetS- linken. Ban)finken, l'trtldchen, Stanarien« äbne und -Weibchen, Käsige, •’öccfxubcUör, la Futter. Zoo-McilW Eitel Mäusburg 17. HolzsulmttssLoir. Zu den bei der hessischen Staatsforsl- oerwaltung üblichen tBebinpungen werden auf dem Wege des schriftlichen Angebots aus den Förstereien Vadenrod (Steinrück, Kugelberg) und Meiches (Reitersberg, Haag, Röderwald, Elend) 9465 Fichten- bohnenftangen in einem Los verkauft. Die Stangen find aufgearbeitet und müssen übernommen werden, wie sie im Walde liegen. Angebote für 100 Stück mit der Aufschrift „Verkauf von Fichtenbob- nenftangen" sind bis Freitag, den 25. d. M., vormittags 11 Uhr, bei der unterzeichneten Stelle einzureichen. Nähere Auskunft durch die Herren Förster Spamer- Dadenrod, und Körber-Meiches, und die unterzeichnete Stelle. 1324V Die Bieter sind 3 Wochen an ihre Gebote gebunden. S t o r n b o r f, den 7. Februar 1927. Hessisches Forstamt Storndorf. mittags von 9% Uhr ab, werden in der Hörle'schen Wirtschaft in Merlau, Bahnstation Mücke, versteigert: 1. Aus den Forstorten Keilskopf, Linnen- struth, Hoheroth 1, 4, Kirschgartenzipfen, Beunewald, Burgwald 5, 8, 9, Gänshege 1, 3, Haag 2, Eichhege 1, 2, 5 der Försterei Merlau: Schnittholz: 2 Kiefer 2. Kl. — 3 fm, 12 Kiefer 3. Kl. — 12 fm. Stämme: Eichen: 4 St. 3. Kl. = 3,3 fm, 16 St. 4 Kl. = 10 fm, 37 St. 5. Kl. = 15 fm, 24 St. 6. Kl. = 6 fm. Eschen: 4 St. 6. Kl. = 0,77 fm. Kirschbonm: 1 St. 5. Kl. --- 0,32 fm. Birken: 3 St. 4. und 5. Kl. = 1,6 fm. Kiefer: 1 St. 2. Kl. — 1,27 fm, 23 St. 3. Kl. = 22 fm, 27 St. 4. Kl. = 20 fm, 5 St. 5. Kl. — 2 fm. Fichten: 4 St. 2. Kl. = 6 fm, 13 St. 3. Kl. = 19 fm, 27 St. 4. Kl. = 23 fm, 51 St. 5a Kl. = 28 fm, 281 St. 5b Kl. = 66 fm. Lärchen: 1 St. 2. Kl. = 1 fm, 7 St. 3. Kl. = 9 fm, 13 St. 4. und 5. Kl. — 8\fm. Fichtcn-Dcrbstan- gen: 88 St. — 7,35 fm. Nutzscheiter, rm: 3,5 Lärche, 3,5 m lang, 5 Eiche rund, 2 m lang. Nutzknüppel, rm: 6 Eiche, 5 rm — 2 m lang, 1 rm = 4 m lang, Deichseln, 18 rm Fichte, 3 m lang. 72 rm Fichten- Nutzknüppelreisig, Latten- und Stangenholz, in Schichten. 2. Aus den Forstorten Rundwäldchen, Linnes 3, 11, 12, 13, Buchfcheer und Kammerwald 5, 6, 7, 9, 11 der Försterei Lehn- heim: Schnittholz, Kiefer: 1 St. 1. Kl. = 3,17 fm, 7 St. 2. Kl. - 10 fm, 3 St. 3. Kl. 2,22 fm. Stämme, Eichen: 2 St. 3. und 4. Kl. --- 1,5 fm, 2 St. 5. Kl. = 0,86 fm. Buche: 1 St. 2. Kl. = 1,32 fm. Kiefer: 23 St. 3. Kl. = 20 fm, 20 St. 4. Kl. - 11 fm, 2 St. 5. Kl. = 1 fm. Fichten: 2 St. 2. Kl. = 4 fm, 9 St. 3. Kl. --- 19 fm, 24 St. 4. Kl. = 29 fm, 29 St. 5a Kl. = 18 fm, 162 St. 5b Kl. — 46 fm. Lärchen: 1 St. 2. Kl. - 2,5 fm, 7 St. 3. Kl. = 9 fm, 5 St. 4. Kl. - 5,32 fm, 3 St. 5. Kl. = 2 fm, 25 St. Eichen-Terbstangen (Deichseln) = 1 fm. 10,5 rm Fichten-Nutzscheiter, 3 m lang, 10,5 rm Fichtcn-Nutzknüppcl, 3 m lg. Tas in Linnenstruth, Hoheroth, Burgwald 8, 9, Gänshege 3, sowie Linnes 11,12, 13, Buchfcheer und Kammerwald 9 und 11 zum Ausgebot kommende Holz ist rot gestrichen. Tas Holz bittet man vorher anzu- sehen, spätere Beanstandungen können nicht berücksichtigt werden. Auskunft erteilen zu 1 Förster MüUerzu Mücke, zu 2 Förster Edelmann zu Merlau, Post Mucke, sowie die unterzeichnete Stelle. Grünberg, 8. Februar 1927. 1310V Hessisches Forstamt Nieder-Lhmen. IWMnö ölkMWWWW Montag, den 14. Februar, werden im Gemeinde-Markwald Cleeberg folgende Sortimente Nutz- und Brennholz aus den Distrikten 5, 6, 10 und 11 (Sankhards- berg und H errenwald) öffentlich versteigert: 330 Fichtenstangen 2. Klasse, 360 Fichtenstangen 3. Klasse, 280 rm Buchenscheiter und -knüppel, 50 rm Nadelholzrimdscheiteru.-Knüppel 6000 Buchen- und Eichenwellen. Zusammenkunft vormittags 10 Uhr beim Saatkamp im Herrenwald. Bemerkt wird, daß an diesem Tage die Autovcr- bindung von Butzbach nach Weiperfelden und zurück benutzt werden kann. 1327V Cleeberg, den 8. Februar 1927. Der Bürgermeister: Höhn. 4Knom Drucksachen aller Ar. liefert Olt vruhl sche Orntferei | Verkäufe | Maus. Verkante sofort weg- zngshalber mein gut , ade,itneö HauS neb t Scheune und ' «rohen Stauungen, für Landwlrischail i nd Geschäft nceuv net ZaolungSbed n- gungen nach lieber- cmlunrt. Schr. An- geooie inner 1311V an den Gtesi. Anz. Gut et..diener Kiitöerroa en Marke Bre rnnbor, für 25 Ji ab.wneben. Sf'astr. 47 A p. | Kaufgesuche Bio- ml. M- MHk bei hoher Anzal-lung ju fuiitn gesuM. Schr. Anged. u. 0995 an den niietz. Anz. Mstt mit Hosrauin- evtl, mit Werknälte oder Gelegenbett zur (Sm» i tchtung einer solchen innerhalb der Stadt, zu hufea gcsM. Tauschwohnung zur Verfügung. Schritt!. Angebote mit Darlegung der Verhältnisse und Preis unt. 1339V an den Gie- stener Anzeiger. Lichtspielhaus Heute: Harry Liedtke m Nach dem bekannten Lu-tspiel von Gustav Moser I. d. H.: Harry Liedtke, Lil Dagover, Ernst Verebes Theodor Loos, Dary Holm, Evi Eva, Hans Behrendt Ferner: Südtirol Ein Berg- und Sportfilin in 5 Akten von fabelhafter Pracht und Schönheit. Aus dem Inhalt: „Die südlichen Dolomiten, der Brenner-Paß, heute dieGrenze zwischen Italien und Oesterreich. Internationaler Sportbetrieb Das Siilf- ser Joch, im Hintergrund der gewaltige Ortler (4000 m hoch). Viehzucht und Weidewirtschaft in Südtirol und im Etschtal Die DolomltenstraUe, die schönste Automobilstraße der Welt Und tausend weitere Naturwunder.“ 1329c Stflloi, öeo 11. ö. Bl. I. Mer WlarHIiili von nachmittags 2 Uhr ab versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28: 10 Herren, und Damenräder (sehr gut erhalten), 2 Schreibmaschinen, Grammophonplatten, 2 Herde, 1 Nähmaschine (versenkbar), 1 Kleiderschrank (1 türig), 1 Küche, 8 Betten, 2 Sofas, 1 Chaiselongue, einen Vertiko, w. 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