j: ».60;'ÄW he«. K,LL 5£L«J.et£ und es ist .«W J unmn nrö& « u»ch unflSS? WE •«S’tÄ ^nltiteä^, Ä?^ Qul dm )ht^lffa^' Slug- >™5 hieran die Pro« einer weiteren Ent- 177. Jahrgang zreitag, y. September (927 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Ncichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 rr.m Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Thefredakleur^ Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Langes für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den An« zeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Nr. 21! Erster RIaft Erscheint täglich,aufzei Sonntags und Feiertags Beilagen: d Gießener Familienblätter V® 4 Heimat im Bild Die Scholle. v.a Monals-vezvtzrpreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- ® Sjj L“-; w lohn, auch bei Richter- & »W ” ä. pv -./4 V scheinen einzelnerRummern öjp AM General-Anzeiger für Oberhessen Postscheckkonto: Sranifurt am mairt 11686. Druck und Verlag: vrühl'sche Unioerfitals-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Giehen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Auf Umwegen doch zum Ostloearno. Deutschland lehnt einen neuen polnischen Paktentwurf ab. rogramm : Senders. 'Umschau'.) htember. uissrauen-Aachmitiao, ter Hausfraumverein. -ausfrau als Hüterin von Dr. Otto Am- bis 18.05 Uhr: Die Uhr: Heber!ragung ’ und Garten", Mr- Karl Hinze. - 18.30 on ö:j Pentamerone", 3 Harald Lchüh. - 'lei Mertwürdigleiten erland sSreis Bieden- :g Fischer, Leiter der Biedenkopf. - 19.30 Minuten Fortschritte tif: »Menschlicher In- »Beryllium, ein neues Deutscher Wend. er Redaktion. bis l Uhr nachmittags, iien mble Blanalftlple o wird keine Gewahr ? sind lediglich an iif )ten. eTfl uttec fiinöe u.frifche Sri N!,94 110,5? 5M? !,« 11!.« bl.io to.» 12,468 13,60 a-W. •22,84 119,13 59413 2,56 112,44 80,78 70,61 12,4« 73,30 -Frankfurt 1,799 10.973 3 6 81." !,W 14 57 54 34 26 W iH 175 112,69 112,97 s -iS 18,495 61,1*6 71,1« chrl. 11 12D 2P; cheö .bi§ i»>e ilir di m- li-ve 6491 Snt» 1,978 0.4975 59,295 12,447 7,393 73,47 3,038 20,33 bl,35 2,137 5,541 1,199 «,176 81.932 168,-7 1,795 58,46 110,7 SS s iS 16,455 69,315 12,46 Auto i TelePb Nr.lZ^ 115 ?äo< os ü 99 58 65 61 IS 59 <7 15 '5 19 3 8 Auszahlung. 8. S-t-lbr. M—-N? 168,dl Abänderung des polnischen Vorschlags. Die deutsche Delegation lehnt den neuen Entwurf ab. Genf, 8. Sept. (WB.) Wie der Sonderberichterstatter des BDZ.-Bureaus erfährt, liegt nunmehr ein Abänderungsantrag der polnischen Delegation zur geplanten Völkerbundsdeklaration über die Ver- pönung des Krieges vor, wofür allerdings jetzt noch die Bestätigung von Warschau fehlen soll. Nach diesem Vorschlag soll unter Beibehaltung der vorgesehenen Präambel von der Versammlung erklärt werden: 1. Jeder Angriffskrieg ist und bleibt verboten. 2. Völkerbundsmitglieder haben die Verpflichtung, sich diesem Grundsatz zu unterwerfen. Infolgedessen lädt die Versammlung die Mitgliedsstaaten ein, zum Abschluß von Nichtangriffspakten zu schreiten, die von der Idee getragen sind, datz alle friedlichen Mittel für die Regelung internationaler Konflikte angewendet werden sollen, die zwischen ihnen entstehen könnten, welcher Arl sic auch seien. Dieser Vorschlag ist von der deutschen Delegation heute abend geprüft worden und hat mit der gleichen Einstimmigkeit, mit der man gestern entschlossen war, die gemeinsam formulierte Resolution anzunehmen, zu dem Entschluß geführt, den polnischen Abänderungsantrag a b- z u l e h n e n. Dabei war die Erwägung maßgebend, daß durch eine solche Fassung einer Völkerbunds entschließung das Vertragswert von Locarno eine Abschwächung erfahren mühte, das nach übersteinstimmenden Erklärungen Briands und Chamberlains in den vorausgegangenen Debatten über die Formulierung der geplanten Resolution gegenüber Beanstandungen dahin charakterisiert wurde, daß das Werk selbst, wie auch die deutsche Haltung jede wünschenswerte Garantie nach Osten wie nach Westen böten. Die Verhandlungen gehen zwischen den Beteiligten nunmehr weiter, mit dem Ziele, über die endgültige Fassung des Vorschlages eine Verständigung herbeizuführen. Vor morgen nachmittag dürfte der Abschluß bzw. die Bekanntgabe in der Versammlung und die damit vorgesehenen Reden u. a. Briands und Stresemanns nicht zu erwarten sein. Dieser den Erwartungen ganz und gar nicht entsprechende Verlauf der Dinge hat natürlich zu den mann'g'achsten Kombinationen Anlaß gegeben, die r darin über- rinstimmcn, daß sie einen Ansp.uch auf Zuverlässigkeit in keinein Falle erheben können. Für morgen Dormittag ist als Hauptredner der Generaldebatte der belgische Außenminister V a n d e r- Delde vorgesehen. Ostlocarno und Rhsinlandrä mung. England und dasPolnifch-franzöftfcheSPiel. London, 8. Sept. (Wolfs.) Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" schreibt: Chamberlains Weigerung, den sogenannten Sicherheitsplan der polnischen Regierung zu er- »oägen, der die militärischen und auswärtigen Verpflichtungen Großbritanniens noch vergrößern würbe, hat zweifellos die Mächte erregt, die gehofft hatten, im voraus die britischen Streitkräfte, das britische Schatzamt und die britischen Steuerzahler anzuspannen. Es hat den Anschein, als ob ihre Enttäuschung darüber eine neue „Protokoll- Offensive" ausgelöst habe. Der Korrespondent wendet sich geaen den holländischen und gegen den polnischen Vorschlag und erklärt, der polnische habe den besonderen Zweck, schließlich mit der Frage der Rheinlandräumung verknüpft zu werden. Deutschland solle in eine Lage versetzt werden, daß es nicht hoffen könne, selbst durch legitime, friedliche Mittel unter Artikel 19 der Satzungen eine Aende- rang seiner Ostgrenzen zu erhalten. Der Schluß Der Lücke im Artikel 15 der Völkerbundssatzungen, bevor Artikel 19 der Satzungen (über die Nachprüfung unanwendbar gewordener Verträge. D. Red.) geltend gemacht werde, würde Artikel 19 jedes baltischen Wertes berauben und würde ferner dazu bestimmt sein, ausschließlich die siegreichen Mächte, die „beati possidentes“, zu begünstigen, indem im voraus als Angreifer' alle die Mächte gebrandmarkt würden, die nach vergeblichen Versuchen, Abhilfe ihrer Beschwerden zu eri hüten, die in manchen Fällen von der Außenwelt als berechtigt erachtet würden, schließlich zur Orohung mit Waffengewalt oder der tatsächlichen Unmcnbung schreiten würden. Der polnische Plan bezwecke, wie jetzt sowohl seine polnischen Urheber 115 auch seine Pariser Freunde zugeben, eine 'deutsche Weigerung, die gewünschten 2kr= pslichtungen zu unterschreiben, als ein Zeichen . iggressiver Absichten hinzu stellen, welche eine Verlängerung der Rheinlandbesetzung bis zu einem unbestimmten Zeitpunkte notwendig mache. Es sei daher nicht überraschend, daß Briand unter diesen Umständen es a b g e l e h n t habe, sich dem Vorschlag So- kals anzuschließen. Man würde gerne wissen, war« u m dieser anscheinend bereits seit mehreren Wochen in Paris auseinandergesetzte Plan so unerwartet Chamberlain vorgelegt worden sei. Glücklicherweise bringe Chamberlain klar zum Ausdruck, daß er sich vollkommen über den Zweck einer derartigen Taktik im klaren sei. Polen will sich an die Versammlung wenden. Paris, 9. Sepf. (WTV. Funkspruch.) Der Sonderberichterstatter des „Echo de Paris" in Genf meldet, die polnische Delegation scheine nunmehr, nachdem auch der zweite Resolutionsentwurs abgelehnt worden sei, sich nicht mehr mit der britischen und deutschen Delegation verständigen zu wollen. Sie werde der Versammlung einen dritten Entwurf, der die Notwendigkeit eines Weich- s e l p a k t e s enthalte, vorlegen, d. h. eines Nichtangriffspaktes, der stärker begründet sei als der gestern vorgelegle zweite Resolulionsentwurf. Holland hält seinen Antrag ausrecht. Amsterdam, 8. Sept. (WTB.) Rach dem Genfer Sonderberichterstatter des „Algemeen Handelsblad" beabsichtigt die holländische Völkerbundsdelegation im Gegensatz zu dem in Genf verbreiteten Gerüchten keineswegs, nach der Fertigstellung der Polnischen Entschließung ihren eigenen von Beelarts van Blokland eingebrachten Abrüstungsvorschlag so ohne weiteres fallen zu lassen. Die holländische Delegation werde vielmehr darauf bestehen, daß die holländische Entschließung in der üblichen Weise in den Kommissions- sihungen behandelt werde. Der Korrespondent fügt hinzu, daß man sich allerdings in unterrichteten Kreisen über das Schicksal dieses holländischen Vorschlags und die Entscheidung dieses Konfliktes zwischen dem Recht der Kleinen und der Macht der Großen keinen Illusionen hingebe. Eine Ratssitzung. Deutschlands Litz in der Mandatskommission. Genf, 8. Sept. (Wolfs.) Heute nachmittag trat der Völkerbunds rat zum ersten Male in dieser Woche zu einer Sitzung zusammen, die zwei deutsche Interessen berührende Fragen auf der Lagesordnung hatte. Un er dem Publikum bemerkte man auch den hessischen Staatspräsidenten Ulrich. Zunächst wurde nach dem umfangreichen Bericht des holländischen Ratsmitgliedes Deel.'erts van Blokland über die ständige Mandatskommission die Erhöhung der Mitgliederzahl dieses Ausschusses von neun auf zehn genehmigt, womit der für das deutsche Mitglied vorgesehene S i h im Mandatsausschuß geschaffen ist. Weiter war an dem Bericht des holländischen Ratsmitgliedes von gründ,ählichem Interesse eine Darlegung über die Rechtsbeziehungen zwischen einem Mandatsgebiet und dem Mandatsinhaber. Südafrila hatte bereits früher Fragen der Souveränität mit Bezug auf Südwest- afrifa angeschnitten, und der Rat haste im März entschieden, daß er „keine Meinung über den schwierigen Punkt abgeben könne, bei wem die Souveränität über, ein Mandatsgebiet liegt". Eine Erklärung des holländischen Berichterstatters, die aus Anlaß eines neuen Spezialfalles seinem heutigen Bericht einverleibt ist, ft. ITt zu der Frage immerhin mit bemerkenswerter Deutlichkeit fest, daß die Anwendung der hergebrachten Lerminologie auf die völlig neuen Rechtsbeziehungen von Mandatsgebieten innerhalb des internationalen Rechtes mitunter unangebracht ist. Der zweite Punkt der Tagesordnung, der den yolniftfjcn Anlegehafen in Danzig betrifft, kam insofern im polnischen Sinne zur Entscheidung, als Polen mit seinem Wunsche durchdrang, die Frage in dieser Ratstagung nicht zu verhandeln. Indessen forderte der Berichterstatter Dillegas eine Vorbereitung der Frage bis zur Dezembertagung, so daß sie dann endgültig entschieden werden kann, und es wurde nach einer etwas zugespitzten Debatte, in die neben dem Danziger Senatspräsidenten Dr. S ahm und dem polnischen Delegierten Straßburger Reichsminister Dr. Stresemann wiederholt ein» griff, beschlossen, daß Polen bis zum 15. Oktober seinen Standpunkt schriftlich darzulegen habe, daß bis zum 15. November direkte Einigungsverhandlungen zwischen den beiden Parteien in Danzig durchzuführen seien, und daß. wenn diese nicht zum Ziele führen, der Marineunterausschuß des Völkerbundes noch vor d:r Dezembertagung festzustellen habe, ob der Hafen von Gdingen im <5 inne der Danziger Erklärung soweit vollendet ist, daß das Provisorium des Anlegehafens für polnische Kriegsschiffe entsprechend dem Danziger Antrag beendet werden kann. Einigkeit bestand darüber, daß Polen auch dann jederzeit Gelegenheit haben würde, feine Kriegsschiffe unter Beobachtung der internationalen Regeln auf Danziger Werften reparieren zu taffen. Der weitere Verlauf der Ratssitzung brachte bei Behandlung des finnischen Vorschlages auf finanzielle Unterstützung angegriffener Staaten eine beachtliche Erklärung des englischen Außen- ministers Chamberlain. Er schickte voraus, daß der vorgeschlagenen Vereinbarung zur finanziellen Unterstützung angegriffener Staaten zweifellos moralische Bedeutung zukomme. Allein das Bestehen einer derartigen finanziellen Sicherung könne schon angriffshemmend wirken. Sollte es sich aber anderseits um die Bildung eines großen Fonds handeln, so müsse die englische Regierung chr Parlament befragen, das ohne brauchbare Garantien die Aufbringung der entsprechenden Gelder nicht bewilligen würde. Ferner müsse auch noch die Frage der Verteilung der aufzubringenden Beträge auf die einzelnen Völkerbundsstaaten geprüft werden. 3m übrigen bestehe zwischen dieser Frage und der allgemeinen Abrüstung ein enger Zusammenhang. Das Problem der finanziellen Unterftüt- zung fei nur eine Seilfrage des 'roßen Ab- rüstungsproblems. England müsse daher feine endgültige Stellungnahme zu dieser Einzel,rage von den Ergebnissen der Gesamtregelung der Abrüstungsfrage abhängig machen. Auch der polnische Delegierte Sok al behielt sich fein- endgültige Stellungnahme vor, worauf der Bericht genehmigt und auf Vorschlag Beneschs die englische Erklärung und die Sitzungsberichte dem vorbereitenden Abrüstungsausschuß überwiesen wurden. Schließlich wurden zwei weitere Berichte von Guerrere (Salvador) debattelos genehmigt, durch die die Beschlüsse der Dritten! internationalen Derkehrskonserenz und die Vorschläge des Sransitausschusses zur Sicherung des Verkehrs zwischen Genf und den Hauptstädten der Ratsmächte und ihren Vertretern im Falle einer internationalen Komplikation der Versammlung zur Kenntnis gebracht werden. Der Dölterbunösrat wird kritisiert. Geyen die Geheimpotttik der Großmächte. Genf, 8. Sept. (Wolff.) 3n der heutigen wiederum stark besuchten Vormittagssitzung der Völkerbundsversammlung entwickelte der litauische Ministerpräsident Woldemaras in weit ausholenden Darstellungen die Entstehungsgeschichte und die Bemühungen des Völkerbundes seit seiner Entstehung, insoweit sie auf die Sicherung des Friedens Bezug haben, und gelangte zu der Feststellung: „Der Völkerbund hat die Pflicht, den Frieden zu organisieren: kann er das nicht, so muß er verschwinden." Außerdem behandelte Woldemaras das Problem der osteuropäischen Staaten, die, wie er betonte, einen bedeutenden Faktor für den Frieden Europas darstellen. Hamdro, Präsident der norwegischen Kammer, griff die Großmächte des Rates mit scharfen Worten an und warf ihnen vor, daß noch nicht ein einziges Ratsmitglied den Artikel 36 des Statuts des Stäirdigen Internationalen Schiedsgerichtshofes im Haag über die obligatorische Schiedsgerichtsbarkeit unterzeichnet habe. Ferner beschwerte er sich über d i e Geheimpolitik de^ Ratsmitglie- der, beonders einer Gruppe v r Großmächten, wodurch die Gefahr geschaffen rden fei, daß die öffentliche Meinung der W..t sich gegen die Arbeiten in Gens wendet. Hambro glaubt ein Nachlassen des öffentlichen Interesses gegenüber dem Völkerbunde bereits heute feststellen zu tonnen. In den letzten Jahren sei in der öffentlichen Meinung der Eindruck entstanden, daß hinter dem Völlerbundsrat ein zweiter Völkerbund s r a t einiger gewisser Mächte stehe, der in geheimen Beratungen die Entscheidung über sämtliche vom Rate zu behandelnden Fälle tcefe. Niemand mache es den Außenministern der Großmächte zum Vorwurf, wenn sie in diesen Verhandlungen ihre eigenen Angelegenheiten, auch die den Völkerbund berührenden, behandelten. Aber wenn sich die Tendenz weiter entwickele, sämtliche Fragen in einem kleinen Kreise von Mächten vorher zu klären, so würden hierbei der Völkerbundsrat und die Vollversammlung nicht mehr in der Lage sein, die ihnen übertragenen großen Ausgaben zu lösen. Der Völkerbund müsse sämtliche Fragen öffentlich und frei erörtern. Hambro betonte sodann die große Bedeutung der Abrüstungs- arbeiten des Völkerbundes und forderte mit Nachdruck, daß die vorbereitende Abrüstungs- kommission wie vorgesehen im November zu- fammentrete. Die öffentliche Meinung der gangen Welt würde sich einem Aufschub der Ab- rüstungsverhandlungen des Völkerbundes widersehen. — Die Erklärungen des rwrwegischen Außenministers wurden von der Versammlung mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Die vratorisch und gedanklich intereffentefte Vede der bisherigen Tagung hiÄt der griechische Delegierte Politis Er bestritt zunächst die Berechtigung des Vorwurfes, der Völkerbund zeige ein Nachlassen oder ein Versagen in bestimmten Konslik fällen. Diese Vorwürfe seien unberechtigt. Denn weder sei bisher ein Fall vorgekommen, wo direkte Verhandlungen der Beteilig:en einen Nachteil für t>en Völkerbund erbracht hätten, noch ein solcher, wo der Erfolg völlig ausgeblieben fei. Auch gegen ben Vorwurf der geheimen Diplomatie müsse er den Rat in Schutz nehmen, denn der effektive Ötanb der Dinge gestatte noch nicht und werde vielleicht nie gestatten, im Interesse beä Erfolges auf derartige volkbereitende Verhandlungen zu verzichten. Hauptschuld an diesen irrigen Auffassungen fei die übertriebene Meinung von der Macht des Völkerbundes. Der Völkerbund fei nur eine freie Verbindung Gleichgeordneter, die der eigen n Initiative der Mitglieder freien Spielraum lasse. Politis ließ sich dann geistreich über die Wechselbeziehungen zwischen Krieg und Gerechtigkeit aus. Die Definition des Krieges als eines gerechten oder ungerechten sei eine Ursache zu seiner Verdammung, d. h. zum Fortschritt auf dem Wege zu internationaler Gerechtigkeit gewesen. Das Entstehen des Völkerbundes und feine Praxis habe diese Arbeit geleistet, und es sei eigentlich nur noch eine Lücke zu schließen, die des Artikels 15, der Konflikte politischen Charakte s nicht unter die Schieds- gerichtsbarkeit oder die Jurisdiktion des Bundes stele. Aus dem Ehrgeiz, diese Lücke zu schlief en, sei die Krise des Genfer Protokolls entstanden. „Der Tag wird kommen," so rief Politis aus, „wo die Prinzipien des Protokolls das Gesetz der Menschheit sein werden". In diesem Zusammenhang ging er auf die Vorschläge des holländischen Delegierten ein und kritisierte sch. Schiedsgerichtsbarkeit ohne Sanktionen sei Unsinn. (Hier wurde der Redner durch den Applaus der französischen Delegation unterbrochen.) Das Genfer Protokoll könne auf das Reifen der öffentlichen Meinung warten und dürfe nicht teilte e üf e verwirklicht werden. Politis, der als einer der Mitverfasser des Genfer Protokolls die aktuellen Fragen stark unter den Gedanken dieses ersteren gestellt hatte, fand am Schluß seiner säst einstünbigen Rede den lebhaftesten Beifall: „Wartet!" so schloß er seine Nede, die im Hause als Unterstreichung seiner Kandidatur für einen Ratssih aufgefaßt wurde. Die heutige Rednergarnitur schloß der ungarische Graf Apponyi. In bezug auf die allgemeinen Leistungen des Döllerbunbes zählte er als Aktiven gleichfalls die Weltwirtschaftskonferenz und ferner den Locarnopakt mit seinen unmittelbaren Konsequenzen auf. Als Passiva bezeichnete er vor allen Dingen den unvollkommenen Schuh der Minder Heiken. Ein zweites Passivmn sei die Nichterfüllung der allgemeinen A b r ü - stungsverpflichtung, wobei er besonder en Nachdruck auf den Gegensatz legte, der zwi'chen den nunmehrigen westlichen Sicherheitsverhält- niffen und dem Zustand Ungarns, umgeben von hochgerüsteten Nachbarn, besteht. Aus den Reminiszenzen an den Friedensschluh von 1871, den er als mangelhaft, weil er zur Verewigung dcs Antagonismus zwischen zwei Großmächten diene, bezeichnete, entwickelte Apponyi den Gedankengang, daß zwar zeitweilig und als Folge besonderer Ereignisse ein Ausnahmezustand für einzelne Völker möglich und allenfalls tragbar sei, daß aber eine dauernde Diskriminierung eine Illusion und die notwendige Ursache neuer, schwererErschüt- t e r u ngen sei. Unter dem Hinweis auf Frankreichs erklärtes Prinzip, wonach jede militärische Llngriffsmaßnahme verwerflich, weitestgehende Vorkehrungen zur eigenen Derteidi.zung aber Pflicht jeder Nation seien, forderte er die Gleichstellung der durch die Friedensverträge differenzierten Nationen mit den übrigen zur Erfüllung dieser Pflicht. Es sei eine Illu'ion. auf die Dauer einen Zwang auf das Schicksal einzelner Völker ausüben zu können. Apponhi be- kämpf'e weiter die These Politis von der Diskrepanz zwischen angewandter und immanenter Gerechtigkeit, indem er fein Vertrauen in das Wirken ewiger Gesetze aussprach, die die unwandelbare Gleichberechtigung der Gerechtigkeit für alle Völker herbei- sühren müsse und werde. Lebhafter Beifall im ganzen Hause folgte der Rede, worauf die heutige Sitzung geschlossen wurde. Zweierlei Maß. Litauens Kritik am Völkerbund. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". ‘Berlin, 9. Sept. Die der litauischen Regierung nahestehende „Lietuva" Wendel sich in einer Betrachtung über die gegentoärtige Böllerbundstagung gegen die Haltung des Döl - kerbunds in der Wtlnasrage und sagt, diese Institution, die den Schuh der internationalen Verträge auf sich genommen habe, habe einen brutal verletzten Vertrag nicht Wieder- Herstellen können, ja. sie habe nicht einmal den Mut aufgebracht, den rechtswidrigen Schritt der Polen zu verurteilen, sondern habe versucht, ihn durch verschiedene Kompromißvorschläge zu maskieren. Das offiziöse litauische Organ, das bezüglich der Wilnas rage den Völlerbund so schön kritisieren kann, scheint ein sehr schlechtes Gedächtnis zu haben, denn sonst mühte es sich daran erinnern, dah Litauen seinerzeit gleichsam als Parallelaktion zu dem französischen Ruhreinbruch das Memelgebiet überfallen, beseht und annektiert hat, wozu der Völkerbund gleichfalls geschwiegen hat. Ferner vergißt das litauische Organ, dah der Völkerbund auch nichts getan hat, um die autonomen Rechte der Bevölkerung im Memelgebiet auch nur einigermaßen gegen die rohe Willlür der litauischen Behörden zu schützen. Die Dinge in der Memelsrage liegen also ganz ähnlich wie die in der Wilnafrage und man kann die Worte der Dörsenzeitung nur unterstreichen, die erllärt: Solange Litauen sein Gewaltregime im Memelgebiet aufrechterhält, solange hat es kein Recht, von einem ihm im Wilnagebiet zugesügten Llnvecht zu sprechen Vie Hrcmktireur-Enquete. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 9. Sept. Die gegenwärtig im Gange befindlichen Besprechungen zwischen Deutschland und Belgien zur Erzielung einer Vereinbarung in der Frage der Einsetzung einer Unterau ch un g s k o m m i s s i on über den Franktireurlrieg und die angeblichen deutschen Kriegsgreuel im besetzten Belgien veranlaßt den Deutschen Offiziersbund, in einem Schreiben an den Reichswehrminister zu fordern, dah bei der geplanten Vereinbarung unter feinen Umftän&en die von der belgischen Regierung für die Ablehnung der von ihr selbst angeregten Llntersuchung vorgebrachte Begründung anerfannt wird, als ob durch eine solche Llntersuchung d i e Verhetzung verstärkt würde. Mit Recht betont das Schreiben, daß das Gegenteil der Fall sei. Die Verhetzung fei aufs neue entflammt worden durch die angebliche deutsche Kriegsgreuel darstellenden Kriegerdenkmäler in Tirlemont und Dinant und die dabei gehaltenen Hetzreden. Zum Schluß verlangt der Deutsche Offiziersbund, dah der Reichs- wehrminifter seinen ganzen Einfluh gegen Vereinbarungen einsetzen solle, in denen die Ehre der alten Armee nicht in vollem Umfange getoafjrt wird, eine Forderung, die nur als berechtigt bezeichnet werden kann. vor einer wirtfchastririfis in Amerika. Die Rückwirkungen auf Europa. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 9. Sept. In letzter Zeit ist wiederholt darauf Hingewi es en worden, dah den Vereinigten Staaten eine Wirtschaftskrise drohe. Ieht kommt der Bericht eines prominenten amerikanischen Volkswirts über den Ozean, der alle Anzeichen aufzählt, die auf einen K onjunk- tur Umschwung hindeuten. Die A b s a h verhält nisse haben sich stark verschlechtert, infolgedessen steige auch die Arbeitslosigkeit. Für Europa, besonders aber auch für Deutschland, wäre eine Wirtschaftskrise in der nordamerikanischen Union eine höchst unangenehme Erscheinung. Konnnt es tatsächlich dazu, dah amerikanische Erzeugnisse auf dem heimischen Markt, der bisher den allergrößten Teil der eigenen Produktion auf nahm, nicht mehr in dem bisherigen Umfang abgesetzt werden können, dann wird man in den Vereinigten Staaten sicherlich nicht zögern, die Einfuhr aus dem Auslande noch stärker als bisher zu unterbinden und über die amerikanischen Grenzen hinaus vorzustoßen. Schon heute sind deutsche Industrien, einem starken Druck amerikanischer Massenpr ^nkte ausgesetzt, gegen den sie nicht aufzukommen Vermögen. Geht man aber erst einmal auf breiter Front gegen Europa zur Offensive vor, dann werden sich die europäischen Staaten wohl doch überlegen müssen, ob es nicht angebracht erscheine, gemeinschaftlich gegen Amerika Schutzzölle zur Anwendung zu bringen, damit die europäische Wirtschaft nicht zerschlagen wird und die Absatzmärkte diesseits öeä Ozeans den Amerikanern nicht kampflos in den Schoß fallen. 9tat!ona!ifierung der Bodenschätze in Argentinien. Buenos Aires, 9. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die Kammer hat mit 65 gegen 55 Stimmen einen Gesetzentwurf angenommen, wonach der Staat das alleinige Recht zur Ausbeutung der Petroleum-Fundstätten erhält. Man nimmt an, daß das Gesetz auch vom Staat gebilligt werden wirb. Ein Gesetzentwurf über die Nationalisierung der Bergwerke ist bereits von der Kammer gebilligt worben. Faschistische Organisation der Arbeit. Eine Rede Mussolinis. Rom, 8. Sept. (WTB.) In der Schluhsihung des 3. Internationalen Kongresses für die wissenschaftliche Organisation der Arbeit hielt heule Mussoltni zunächst in fran- . zösischer, dann in deutscher und schließlich in englischer Sprache eine Rede, in der er erklärte: „Die mächtige faschistische Regierung und die produzierenden Klassen Italiens werden die Ergeb-' nisse des Kongresses berücksichtigen. Ich bitte Sie, bei Ihrer Rückkehr in Ihre Länder daraus hinzuweisen, dah Sie ein 3 t a I i en der Ar- bei t u n d der O r d nun g fennengelcmt hoben, das an seinem wirtschaftlichen Wiederaufschwung und ferner für den Fortschritt der Menschheit und den Völkerfrieden arbeitet. In italienischer Der Mut zur Vorsicht. Keine deutschen Ozeanflüge in diesem Herbst. Berlin. 8. Sept. (IDB.) Wie verlautet, halten sich außer 6 ö n n e ck e auch eine Reihe von Herren in Berlin auf, die mit bem Dessauer Ozean- f l u g in Berbinbung stehen. 3n Luftfahrtkre-sen nimmt man an, baß ihre Besprechungen ben Bedingungen des Ozeanfluges gelten, bie burch bie bauetnbe Verschlechterung der Wetterlage immer schwieriger geworben sind. Ls ist wahrscheinlich, baß bie Besprechungen zu bem Beschluß führen, in diesem Jahre von allen Ozean- flögen abzusehen unb sie auf günstigere Verhältnisse im nächsten Iahre zu verschieben. * Wenn bie deutschen Ozeanflieger bamit also jetzt enbgültig ben Plan aufgeben, in diesem Herbst den Start über den großen Teich noch einmal zu versuchen, so würden wir diesen Entschluß nur begrüßen; denn es zeigt sich doch immer mehr, daß zum mindesten der Flug von Osten nach dem Westen ein Spiel mit Menschenleben ist, vom Westen nach dem Osten liegen die Dinge etwas günstiger. Aber schon als Linddergh zum erstenmal das Rennen machte, ist an dieser Stelle darauf hingewiesen worden, daß der Europa-Amerika-Flug unter den heutigen Verhältnissen nur ein Sport ist, der bei glücklichen Bedingungen gelingen kann, bei denen jedoch die Chancen höchstens halb zu halb stehen. Diese traurige Voraussage hat sich inzwischen bewahrheitet, schon sind zahllose Piloten auf der Strecke geblieben, und nachgerade muß doch ernsthaft die Frage gestellt werden, ob das Ergebnis ben Preis lohnt, ber bafür gezahlt wird. Daß Flüge über hunderttausende von Kilometer möglich sind, wissen wir. Daß sie vom Wetter beeinflußt werden, wissen wir auch. Sportliche Gewaltleistungen sind auf dem Gebiete nun genug durchgeführt geworden, worauf es allein ankommen kaim, ist der Rachweis, daß oder gb überhaupt die Aufnahme einer regelmäßigen Verbindung zwischen den beiden Erdteilen mit Flugzeugen denkbar ist. Es gehörte M u t dazu, daß die Iunkersflieger umkehrten, als sie einsahen, wie gering ihre Erfolgaussichten waren, es gehört Mut dazu, daß alle deutschen Flieger auä der Ungunft der Witterung die Folgerung ziehen und überhaupt den Versuch aufgeben wollen. Sie würden, falls es gelingt, in Amerika als Helden gefeiert werden, aber einen Fortschritt für die Menschheit hätten sie damit nicht erreicht, eben weil auch trotz eines glücklichen Ausganges die Tatsache bestehen bleibt, daß nur beim Zusammentreffen zahlreicher günstiger Zusälligkilen das Wagnis gelingt. Die Bilanz der Erfahrungen des Sommers ist eben doch die, dah die Flugzeuge, so wie wir sie heute haben, nicht für die Bezwingung des Ozeans ausreichen. Darauf muh man sich einstellen und daran muh man weiter bauen. Zwei Möglichkeiten ergeben sich, entweder Etappenflüge, die nicht von Dessau nach Reu- hork reichen, sondern von Küste zu Küste, vielleicht unter Benutzung der altlantischen Inseln, oder der Bau ganz anderer Flugzeuge, bei denen der Erfolg nicht auf den Zufall eines einzelnen Motors eingestellt ist, sondern gegen die Tücke des Objekts durch Einbauen mehrerer Motore größere Sicherheiten geschaffen sind, bei denen vielleicht auch durch die Benutzung von Wasserflugzeugen die Gefahr des Verlustes von Menschenleben heruntergedrückt wird. Vielleicht, dah wir im kommenden Frühjahr in dieser Richtung schon weiter sind. Kein Ozeanflugverbot in Amerika. Washington, 8. Sept. (WB.) Beamte der Luftfahrtabteilung des Handelsamtes erklärten heute, die riskanten Transozeanflüge seien zwar zu mißbilligen, jedoch sei es nach der gegenwärtigen Gesetzgebung in Amerika unmöglich, sie zu verhindern. Außer Lindberghs Pivnierflug und dem Fluge Byrds, der wegen seiner Ausrüstung lehrreich gewesen fei, hätten die jüngsten transatlantischen Flugversuche nicht zur Bereicherung der Wissenschaft beigetragen. Sprache fügte Mussolini hinzu: Ich habe versucht, in der staatlichen Verwaltung wissenschaftliche Methoden anzuwenden. Die Einheit der Leitung verbot eine Verzettelung der Kräfte und Energien. Die ausländischen Kongreßteilnehmer werden bei dem nun folgenden Besuch verschiedener Gegenden Italiens die Anstrengungen feststellen können, die dieses in der Welt noch wenig bekannte Italien macht. Wahrscheinlich werden viele Gemeinplätze revidiert. korrigiert oder ausgemerzt werden, denn neben dem alten Italien und dem dreitausendjährigen Rom gibt es ein modernes Italien der Landwirtschaft, der Industrie und der Marinewerften. Trotz aller Schwierigkeiten befinden wir uns, was die Industrie anbelangt, auf den ersten Plätzen. Wir haben die sichere Gewißheit, daß die Krise glänzend überwunden wird. Der empfindliche Duce. Italienisch-belgische Spannung. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 9. Sept. Die italienisch-belgischen Beziehungen sind schon seit geraumer Zeit nicht mehr die allerbesten. Mussolini und mit ihm sein faszistisches Gefolge haben es belgischen sozialistischen Ministern verübelt, dah sie sich an antifaszistischen Kundgebungen beteiligten. Obwohl wiederholte diplomatische Vorstellungen in Brüssel nicht ohne Erfolg blieben, sah sich der Duce doch veranlaßt, um seinem Protest einen besonderen Rachdruck zu verleihen, den Botschaft er abzuberufen. Es blieb zwar ein Geschäftsträger zurück, aber auch dieser hat sich jetzt nach Rom begeben müssen, weil die italienische Regierung an der Errichtung eines Matteotti-Denkmals Anstoß nahm. Italien ist jetzt in Belgien nur noch durch einen Kanzleibeamten vertreten. Man kann nun zum Faszismus stehen wie man will, das Verhalten Italiens ist auf alle Fälle merkwürdig. Wenn es gegen das Verhalten einiger belgischer Minister protestierte, dann ist an sich dagegen, nichts cinzuwenden. Run aber noch daraus, was eine belgische politische Partei unternimmt, eine Haupt- und Staatsaktion zu machen, ist doch ein starker Eingriff in belgische Rechte und Freiheiten. Wenn es Mussolini gefällt, kann er morgen ebenso gut aus irgendeiner anderen europäischen Hauptstadt seine Vertreter mit ähnlichen Begründungen abberufen. Wo sollten wir wohl hinkomm cn. wenn jedes Wort eines Poli- iikers auf die Goldwaage gelegt würde; besonders dann, toerm bestimmte innerpolitische Absichten, wie jetzt bei der bevorstehenden Matteotti-Feier damit verbunden sind. Dann müßte Poincarä zu uns längst alle Beziehungen abgebrochen haben, dann dürfte aber Italien in Paris auch keinen Botschafter mehr unterhalten Bei allem Verständnis für die italienische Empfindlichkeit bleibt das Verhalten der römischen Regierung doch recht seltsam und eigenartig. Die englischen Gewerkschaften gegen Moskau. Edinburgh, 8. Sept. (Wolff.) Der Vorschlag des Generalrats der Gewerkschaften die Beziehungen zu den russischen Gewerkschaften abzubrechen, wurde auf dem Gewerkschaftskongreß durch die Vertreter von 2>-> Millionen Arbeiter gebilligt. Die Delegierten der Minderheit vertreten 620 000 Arbeiter. Hindenburgs Geburtstag in Hessen. Das hessische Staatsmini st erium in Darmstadt übergibt folgende Verlautbarung der Presse: ^Reichspräsident von Hindenburg begeht am 2. Oktober 1927 seinen achtzigsten Geburtstag. Es entspricht seinem Wunsche, von besonderen Feiern aus diesem Anlaß ab* zusehen. Die Reichsregisrung wird daher weder in Berlin noch in sonstigen Orten Deutschlands amtliche Feiern veranstalten. In einem Rundschreiben des Reichsministers des Innern an die Landesregierungen bittet die Reichsregierung die Landesregierungen, gleichfalls auf solche Feiern zu verztchten Dem Ersah der Feiern soll die Hindenburgspende dienen. über deren Sammlung Reichsvegierung und San- desregierungen übereingekommen sind." Die Hessische Regierung hat sich dieser Auffassung an- geschl vssen. Die Besoldungsreform. Die Besprechungen der Beamtcnvertretcr mit dem Reichsfinanzministcr. Berlin, 8. Sept. (Wolff.) Wie das Wolss- bureau erfährt, haben heute vormittag die angekündigten Besprechungen des Reichsfinanzministers Dr. Köhler mit den Vertretern der Beamtenorganisationen begonnen. Damit werden die Verhandlungen wegen des Entwurfes der Besoldungsreform in ein akutes Stadium übergeleitet. Am morgigen Freitag wird sich eine Konferenz der Finanz- m i n i ft e r beim R eichsf inanzmini st er anschließen. Rachdem diese Gelegenheit gehabt haben, ihren Standpunkt und ihre Wünsche zürn Ausdruck zu bringen, wird der Entwurf dann am Samstag das Kabinett beschäftigen, Dr. Köhler wird dann nähere Mitteilungen über den Inhalt der neuen Desoldungsresorm machen. Die Informationen, die Reichssinanzminister Dr. Köhler heute nacheinander den Abordnungen des Deutschen Beamten t .ies, des Reichsbundes der höheren Beamten und des Allgemeinen Deutschen Beamtenbundes über die Grundzüge der Beamtenbesoldungsreform gab, wurden als streng vertraulich erklärt. Dem „Vorwärts" zufolge haben die Besprechungen, die morgen fortgesetzt werden sollen, positive Ergebnisse nicht gebracht. Das „Bert. Tagebl." weiß mitzuteilen, daß die von Dr. Köhler vorgetragenen Grundzüge des Entwurfs von den Beamtenverbänden als nicht ausreichend bezeichnet worden feien. Wenn das Reichskabinett zu der Vorlage enbgültig Stellung genommen hat, soll nach dem erstgenannten Blatt noch einmal mit allen Spitzengewerkschaften der Beamten gemeinsam verhandelt werden. Uebcr die Frage der Deckung der Mehraufwendungen für die Beamten will die „Voss. Ztg." erfahren haben, daß der Reichsfinanzminister entschlossen sei, keine Aenderung des Finanzausgleichs vorzunehmen. Die Länder würden infolgedessen gezwungen sein, die Mehrkosten aus eigenen Mitteln zu bestreiten. Für Preußen käme eine Mehrausgabe von 150, für Bayern eine solche von ungefähr 40 bis 50 Millionen in Frage. Allg. Deutscher Lehrerinnen- verein und Aeichss ulgesetz. Auf feiner Gesamtvorstandssihung am 21. August in Berlin hat der Allgemeine Deutsche Lehrerinnen-Verein folgende Entschließung beschlossen: In tiefer Sorge um die Zukunft der deutschen Schule und die Einheit der deutschen Kultur, hat sich der Gesamtvorstand des Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenvereins mit dem vorliegenden Entwurf eines Reichsschulgesehes beschäftigt. Er steht nach wie vor auf dem Bo^eri feiner am 2. Oktober 1925 in Dresden gefaßten Entschließung: „Der Allgemeine Deutsche Lehrerinnen-Verein betrachtet als eine der vornehmsten Ausgaben des Staates die Erziehung des deutschen Kindes zum Staatsbürgertum im Geiste der deutschen Kultur. Er fordert daher, dah durch die Schulgesehgebung die Hoheit des Staates über die Schule, di e Einheit der deutschen Volksgemeinschaft, die Höhe der deut- fchetz Kultur und des deutschen Schulwesens, unb die Wahrhaftigkeit und Gewissensfreiheit des Lehrers im Sinne der Verfassung geschützt und gefördert werden! Er ist sich dabei bewußt, daß die Erziehung im Geiste wahrer Religiosität als Quelle der deutschen Kultur und Charatterbildung die 'Verwirklichung der ■ Erziehungsideale des deutschen Volkes, wie sie in Artikel 148 der Reichsverfassung niedergelegt sind, am sichersten verbürgt." Er tann daher dem vorliegenden Entwurf nur zustimmen, wenn die oben genannten Voraussetzungen erfüllt werden, wenn in Sonderheit nicht — wie im vorliegenden Entwurf — 1. die Staatshoheit durch ein zu weitgehendes Elternrecht eingeschränkt wird, 2. die Bildungshöhe durch eine Zersplitterung des Schulwesens herabgesetzt wird, 3. die in der Verfassung gewährleistete Gewissensfreiheit und Rechtssicherheit des Lehrers gefährdet wird. Der Gesamtvorstand des Hessischen Can* des-Lehrerinnen-Derbandes veröffentlicht diese Entschließung des Vorstandes des Allgemeinen Deutschen Lehrerinneir-Vercins mit dem Zusatz, daß der Verband die in Hessen seit Iahrzehnten bewährte, historisch gewordene Simultanschule auf christlicher Grundlage unbedingt erhalten sehen will. Er ist der äleberzeugung, daß dadurch die Verwirklichung der Erziehungsideale des deutschen Volkes am sichersten verbürgt ist. Aus aller Welt, Das Schicksal Filchners. Nach einer Auskunft amtlicher Stellen in Kalkutta hat sich die Ermordung Jilchners bisher nicht bestätigt. Wahrscheinlich handelt es sich um falsche Gerüchte, die daraus zurückzuführen sind, daß a n - dere Reisegesellschaften, bestehend aus Kanadiern und Amerikanern, nahe der tibetanischen Grenze ausgeraubt worden sein sollen. Die Behörden bemühen sich um die Aufklärung des Falles, die sich infolge der weiten Entfernungen schwierig gestaltet. Schwere Wolkenbrüche in Württemberg und hohenzollern. In verschiedenen Teilen Württembergs unb Hohenzollerns gingen schwere Wolkenbrüche nieder. Besonders schwer betroffen wurden verschiedene Ortschaften des Reckar - und (Stein* lachtales, wo es auf Straßen und Fluren große äleberschwemmungen gab. Das Wasser drang verschiedentlich in bie Häuser ein. In Owingen lösten sich in einem Gipssteinwerk infolge des starken Regens Erbmassen los, wobei ein junger Mann auf einen Felsblock geworfen wurde, einen Schädelbruch erlitt und sofort tot war. Zwei Personen ertrunten. In Haltern nahm ein Landwirt mit seinem Eleven ein Bad in der Steuer. Plötzlich ging der des Schwimmens unkundige Eleve unter. Der Landwirt wollte ihn retten, geriet aber in einen Strudel und wurde mit in die Tiefe gezogen. Beide ertranken. Tragischer Anglücksfall. Die zwölfjährige Tochter eines Bahnschafs- ners in Plathe (Pommern) wollte auf dem Spirituskocher Milch für ihre Geschwister wärmen. Als sie aus einer Flasche Spiritus in den brennenden Kocher nachgoß, explodierte die Flasche und die Kleider des Mädchens und ihres neunjährigen Bruders gerieten in Brand. Der Knabe starb an den Brandwunden, das Mädchen wurde lebensgefährlich verletzt. Der Leichensvnd in Essen. Bei der fortgesetzten Durchsuchung wurden im Verschlage des Kellers des Hauses §ve- derikenstraße 33, wo Bagosat seine Wohnung hatte,- unter Gerümpel in Lumpen versteckt d i e noch fehlenden Körperteile der Ermordeten gefunden. Damit ist die Leiche der Maria Kcch vollständig geborgen. Dafür, daß Bagosat weitere Morde ausgeführt hat, haben sich Beweise bis jetzt nicht erbringen lassen. Ob eS sich um einen Lustmord handelt ober ob der Tod infolge eines unerlaubten Eingriff- seitens des Mannes eingetrelen, wofür gewisse Anhaltspunkte sprechen, wird die Obduktion ergeben. Der Täter konnte bis jetzt noch nicht ergriffen werden. Auf seine Ergreifung sind 500 Mk. Belohnung vom Regierungspräsidenten ausgesetzt worden. Bon der berstenden Schleifscheibe gelötet. In einer Budapester Maschinenfabrik ist ein stark rotierender schwerer Schleifstein geborsten. Ein Bruchstück durchschlug die Mauer des Fabrikgebäudes und fiel auf die Strohe. Das andere Bruchstück traf einen Arbeiter auf den Kopf und tötete ihn auf der Stelle. Ein zweiter Arbeiter wurde schwer verletzt. Die Wetterlage. •Seydlsf. Jan La -VaMersui r.6'. Ip- O Magert O O 17 rj1 OSo Donnerstag, den d.3ept.27 JA n ad)m henlZff < cf 1 CI ftor O warsch avJS’ai V5 YV franW T Wien I O 0wolkenlos.© neuer onaio oeoecxL »wenig. eoedecKL «Hegen * Schnee a «iraupem e Nehet K Gewitter.©windstille. •O' sehr leichter Ost y massiger Südsüdwest \ stürmischer nordwesi Ole Pfeile fliegen mit dem wmde Die oeioen Stationen stenenden zai» (en gehen die Temperatur an. Die Limen verbinden Ortr mit gleichen* auf rtceresniveau umgerechneten Luftdruck ^ert^rvorLUssage. Das nordwestliche Tiefdruckgebiet hat sich ostwärts weiterbewegt und lagert heute mit seinem Kern über Südskandinavien. Seine Ausläufer gestalten in Deutschland unter weiterer Westluftzufuhr den Witterungscharatter veränderlich. Wettervoraussage: ilnbe'iänirig, wechselnd wolkig, mäßig warm, zeitweise Riederschläge in Form von Schauerregen, westliche Winde. Witterungsaussichten für Sonntag: Fortdauer des veränderlichen Wetters. Lufttemperaturen am 7. September: morgens 18,6 Grad Celsius, abends 12,4 Grad Celsius; am 8. September: morgens 11 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe: am 7. September 18,5 Grad Celsius; am 8. September 13 Grad Celsius. Maximum 18,8 Grad Celsius, Minimum 10,6 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer: eine Stunde. Aus der Provinzialhauptstadt eit lebensgefährlich >e. geschlafen. Tacho. Kurhaus Bad-Nauheim \itfel der Sphinx" 0 ii Abends ab Sl/2 Uhr: Greiling .»(*** Es kommen oinigsTaasead Cer odelslen Rosenblnmen in allen nur denkbares Sorten znr AnssieUeng Bahnfchaff« Ille auf dem >re Geschwister afche Spiritus !gvh, erplv- ider bei Md- Samstag, den 10. September 1027 im groben Bühnensaal Von den Männern bewundert wird daS schöne, schimmernde und seidig weiche Haar einer Arnu, dal sie es roicberüolt mir Lovarensalz gewaschen Ret langem Haar löse man 10 Gramm Lavarensalz in 250 Gramm Wasser auf, wäDrend inan bet Kur^haarschnitt, also Bnbikovs oder Herrenschnitt, das Streu-Lavaren nehmen kann, das nur 00 Pfennig kostet, aber für mindestens Aebn bequeme Waschungen ausreicht. Solche Waschungen mit Lavarensalz vflegen, reinigen und erhalten das Haar. en. uchung wurden Hauses Frie- eine Dohnmg n versteckt 6 i e eile der Er- die Leiche ter n. Dafür, daß Ährt HÄ haben bringen lasten, lonbeü oder ob chten Eingriffs wofür gewisse OtouHmn er* noch nicht er* rg find MMi. wtrn ausgesetzt o 0 Oßrfit war im Altertum eine außerordentlich ge# fürchtete Aufgabe. Vor den Toren des alten Theben lag das feltfame *ZDefen, halb Mcnfch, halb TierM und wehe dem Vorüberkommen den, der nicht-' unübertroffen iß'/’ und daß hier beße Qualität mit niedrigstem freife verbunden ijt.— Berliner Börse. Berlin, 9. Sept. (WTB.-Funkspruch.) 3nr heutigen Vormittagsverkehr macht sich wieder eine freundlichere Stimmung bemerkbar. Der 25-Millionen-Dollar-Kredit der Deutschen Bank für die mittlere Industrie löst allgemein starke Befriedigung aus. Das Geschäft ist noch nicht sehr groß. Die Kurse werden etwas höher als gestern genannt. Farben 281, AEG 174,5, Siemens 275,5, Rheinstahl 810. Am Devisenmarkt kommt London—Paris auf 124,00, Kabel 4,8622, Mailand 89,45 und Madrid auf 28,83. m. airt mit feinem östlich ging der ater. Der Land. ' einen Strudel gen. Beide er« letzt ou8 dem Schaufenster herausgeholt werden. Er wurde in das französische Mitttäclazarett eingeliefert, wo er nachmittags verstarb. Lpd. Mainz, 8. Sept. (£11.) Sn der letzten Rächt st a r b e n infolge Genusses giftiger Pilze die 42 Jahre alte Arbeiterin Helene Ohler und ihr Bräutigam, der 54 Jahre alte Maler Adam Stadtmüller, die, wie wir bereits meldeten, im Städtischen Krankenhaus hatten eingeliefert werden müssen. Die Ohler hinterläßt zwei unmündige Kinder. Bedenklich ist auch der Zustand der 18jährigen Lilli Müller und ihres Bräutigams, des 20jährigeN Dachdechers Josef Posselmann, die ebenfalls von den Pilzen gegessen hatten. ibe getötet ensabrik ist ein n geborsten. Ein es Fobrikgebän- je Das andere i den Kopf und zweiter Arbeiter ftande war, ihr Raffel zu tdfen l <£r wurde-P ren und Verfehlungen. Als aber dem. Oedtpus Ifang des Ratfels gelungen war, furzte fich die Sphinx* vom Reifen ins Meer. *& gab auch einmal ein Sphinx- Raffet, das dem Raucher-'* vorgelegt wurde: Welches iß die beße, preist werteße 'Zigarette ? Aber der Raucher weiß jetzt Icingß7 daß an Milde, Aroma und £)ekomm„ lichkeit die berühmte Adarke S ’n U 'Utt nicht ?-Na?. “s Kanadiern Grenze ^Behörden ' Falles, die 'chwierig ge. Preußen. Kreis Wetzlar. O Dornholzhausen. 8. Sept. 3n der Zusammenlegungssache der h efigen Gemeinde hat nunmehr das Kulturamt in Wetzlar den Ausrinandersetzungsplan festgelegt und seine Ausführung nach Maßgabe der Ausführungsbestimmungen angeordnet. Die Ausführungsbestimmungen sind bei den Gemeind evorstehem in Dornholzhausen, Hochelheim und Riederkleen sowie bei den gemeinschaftlichen Bevollmächtigten zu Dornholzhausen zur Einsicht der Beteiligten ausgelegt. Tragfähige, nicht mehr verpflanzbar« Obstbäume dürfen nur mit Zustimmung der Plan- empfänger, in deren neue Pläne sie fallen, entfernt werden: Zuwiderhandlungen werden be- straft. Als spätesten Zeitpunkt der Besitznahme der Abfindungen hat das Kulturamt für die mit Wintergetreide bestellten Grundstücke den 6. September und für die mit Sommerfrucht bestellten den 15. September festgesetzt. Dillkreis. bl. Herborn, 8. Sept. Von einer Schiff», schaukel getroffen wurde hier ein kleines Mädcl>en. Das Kind erlitt derart schwere Kopfverletzungen, daß es in das Krankenhaus eingeliefert werden mußte. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 8. Sept. Zur Zeit herrscht in der Frankfurter Gemarkung eine außerordentlich starke Raupenplag, wie sie seit vielen Zähren nicht mehr zu verzeichnen war. Besonders großer Schaden wurde auf den Feldern im nördlichen Teile der Stadt verursacht. An der Homburger Landstraße und an der Straße nach Vilbel sieht man ganze Kohlfelder, die völlig zerfressen sind. Auch in Oberrad ist die Plage sehr stark. Vielerorts sieht man Gemüsegärtner und Siedler, die das Ungeziefer von den noch gesunden Pflanzen ablesen und verbrennen. Kreis Hcrsfeld. WSN. H e r s s c l d , 8. Sept. Kreisärztlich festgestellt wurden in verschiedenen Orten des Kreises insgesamt 16 Fälle von spinaler Kinderlähmung, davon zwei tödliche, fünf Fälle von Ruhr (ein tödlicher) und ein Fall von Schlaf- g r i p p e. Die Kinderlähmung verlief meist ziemlich mild. Zur Verhütung der Weiteroerbreitung der Seuche sind die Schulen In Friedewald und Wip- pershain geschlossen worden, ebenso die Wirtshäuser in Lautenhausen, Wippershain und eins in Friedewald. In vielen Orten des Kreises und der an- grenzenden Gebiete find außerdem Scharlach und Masern festgestellt worden. Starkenburg. WSR. E b e r st a d t, 8. Sept. Zn der gestrigen Gemeinderatssihung stand als einziger Punkt die Stellungnahme zur Wahl eines B e - rufsbürgermeisters auf der Tagesordnung. Bei der Wahlhandlung wurden 21 Stimmen abgegeben, davon 9 weiße, die übrigen Stimmen verteilten sich auf 6 Kandidaten. Darauf stellte die sozialdemokratische Fraktion den Antrag, den Bürgermeister Ritzel von Michelstadt zu befragen, ob er bereit sei, den Dürger- meisterposten anzunehmen. Der Antrag wurde mit 12 gegen 9 Stimmen angeirommen. * Darmstadt, 8. Sept. In- W a l d - E r l e n- b a ch (Kreis Heppenheim) wurde bei einer Schlägerei der Steinhauer Georg Bi erröder aus Wald-Erlenbach getötet. Die näheren Umstände des Vorfalles sind noch nicht festgestellt. WSR. Langen, 8. Sept. Zm Verlaufe einer Streitigkeit in der Familie Darenz wollte die Mutter des Mannes schlichtend eingreifen. Als sie die Treppe hinaufstieg, um mäßigend auf ihren Sohn einzuwirken, stürzte dessen Frau die Treppe hinunter und riß ihre Schwiegermutter mit hinab. Die alte Frau stürzte rücklings auf das Steinpflaster und erlitt einen so schweren Schädelbruch, daß sie auf der Stelle tot war. Der Sohn, der als Urheber des Vorfalls gilt, wurde in Haft genommen. Rheinhessen. WSR. Mainz, 8. Sept. Als gestern mittag ein französischer Soldat die Ludwig- straße hinabradelte, glitt unterwegs infolge der Rässe das Fahrrad aus und stieß mit grvster Wucht gegen den Randstein des Bürgersteigs. Der Soldat wurde dadurch in großein Bogen heruntergeschleudert und stieß mit dem Kopfe direkt in das Schaufenster eines Schuhgeschäfts. Die Scheibe ging in Trümmer und der Soldat mutzte blutüberströmt und schwerver- — Die Freiwillige Sanitätsko- lonne vom Roten Krauz kann im nächsten Zahre auf ihr 25jähriges Bestehen zurückblcken. Aus diesem Anlaß wird für Ende August oder Anfang September eine besondere, grötzere Veranstaltung vorgesehen. Gleichzeittg damit findet der 10. hessische Sanitätskolonnentag vom Roten Kreuz hier statt. ** Fe st genommen wurde hier der Kaufmann Rich. Sinn aus Gablenz, der schon längere Zeit wegen Unterschlagung zum Nachteil einer Darmstädter Firma gesucht wurde. Ferner wurde ein Zwangszögling, der in der Erziehungsanstalt in Sinsheim (Baden) entwichen war und in Karlsruhe ein Fahrrad entwendet hatte, hier verhaftet. ” Personalien. Ernannt wurde der Kanzleigehilfe bei der Zellenstrafanstalt Butzbach Wilhelm Habermehl, mit Wirkung vom 1 .August 1927 an, zum Kanzlisten. — Zn den Ruhestand verseht wurde der Strafanstaltsobec» Wachtmeister bei der Zellenstrafanstalt Butzbach Zakob Weil auf Rachsuchen, mit Wirkung vom 1. Dezember 1927. ** A u f dem Wege der Besserung. Die am Mittwochvormittag zwischen Leihgestern und Gießen verunglückten Motorradfahrer, Händler Karl Häuser aus Steinberg und Landwirt Heinrich Gilbert aus Watzenborn, befinden sich, wie wir auf Anfrage in der Klinik hören, auf dem Wege der Besserung. ' Eine Rosenaus st ellung in Bad R a u h e i m findet morgen, Samstag, von 10 bis 7 Uhr im großen Bühnensaal des Kurhauses statt. Da nach dem herrlichen Sommerwetter der letzten Wochen die Rosenfelder noch einmal in voller Blüte stehen, deren Flor den des Sommers an Schönheit übertrifft, kann man von der Veranstaltung der bekannten Rosenfirma Gebr. Schultheis in Steinfurth einen besonderen Genuß erwarten. Eine Gewähr für den Umfang und das Gelingen der Ausstellung dürfte auch in der Mitwirkung der Bade- und Kurverwaltung zu erblicken sein. Bei dem großen Andrang, der für den späteren Rachmittag zu erwarten ist, dürfte sich für Rosenliebhaber der Besuch in den frühen Tagesstunden besonders empfehlen. Räheres ist aus dem heuttgen Anzeigenteil zu ersehen. WSR. Reue Marken der Angestelltenversicherung. Am 1. Oktober werden die bisherigen Beitragsmarken der Angestelltenversicherung aus dem Verkehr gezogen und durch neue, technisch verbesserte Marken ersetzt. Für die Zeit nach dem 1. Oktober dürfen nur die neuen Marken verwendet werden. Drucksachen alterAtt lie vrühl'sche Universitäts-Druckerei, R. Lange, Gießen. Schulstr. 7. Dornottzen. — Tageskalender für Freitag. Palast-Lichtspiele: „Der Roman eines armen Artisten". — Astoria-Lichtfpiele: „Der Schrecken von Texas". — Deutschnationaler Handlungs- gehilfen-Verband. Die Ortsgruppe Gießen eröffnet ihre Wintervortraasfolge morgen mit einem Vortrag „Die Herrschaft der Fünfhundert" mit Lichtbildern, nach dem gleichnamigen Buche des Reichstagsabgeordneten W. Lambach- Berlin. Der Vortragsabend soll, wie man uns schreibt, nicht der Kritik dienen, er soll lediglich die Wirklichkeit zeigen, wie sie ist. Der Vortrag handelt in Wort und Bild von der Arbeit der 493 bis 500 Abgeordneten, die bei der letzten Wahl in den Deutschen Reichstag gewählt sind. Man beachte die heuttge Anzeige. — Der Mandolinen- und Gitarrenverein „Reapvlita" beginnt am 19. d. M. einen neuen Kursus für Anfänger und Fortgeschrittene. Es ist hier Gelegenheit geboten, sich in Mandoline und Gitarre weiter auszubilden und das Zusammenspiel zu pflegen. Der Besuch des Kursus ist zu empfehlen. (Siehe heutige Anzeige.) eri- rnorgelL6 7. Ser ** Noch ein vielbegehrter Posten. Für die kürzlich zur Besetzung ausgeschriebene neugeschaffene Stelle eines Stadtbaurates für die Hochbauabteilung unseres Stadtbauamts haben sich 53 Bewerber gemeldet. Die Angebote werden gegenwärtig von den zuständigen städtischen Stellen geprüft. ** Der Neubau des Direktorwohnhauses des städt. Elektrizitätswerkes ist vor einigen Tagen begonnen worden. Die Erd- und Maurerarbeiten werden von der hiesigen Firma H. W. Rinn cmsgeführt. Der Rohbau soll noch in diesem Herbst fertiggestellt werden. •• Die Durchführung der Arbeitslosenversicherung. Das Hessische Gesamtministerium hat eine Verordnung zur Ausführung des Gesetzes über Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung vom 16. Zuli 1927 erlassen: Hiernach ist oberste Landesbehörde im Sinne des Gesetzes der Minister für Arbeit und Wirtschaft. Dieser hat in einer Verordnung bestimmt: Zm Sinne des Gesetzes ist Gemeinde jede Stadtgemeinde von über 20 000 Einwohnern, Gemeindeverband jeder Kreis, Vorstand der Gemeinde der Oberbürgermeister, Vorstand desGe- meindeverbaTrdes der Kreisdirektor, Gemeindeaufsichtsbehörde das Ministerium für Arbeit und Wirtschaft, Abteilung für Handel und Gewerbe. ** Die Höchstbezugsdauer in der Er» werbslofenfürsorge. Angesichts der günsti- gen Entwicklung des Arbeitsmarktes hat der Reichs- arbeitsminister die allgemeine Höchstbezugsdauer in der Erwerbslosenfürsorge mit Wirkung vom 12. September ab grundsätzlich wieder auf das regelmäßige Maß von 26 Wochen festgesetzt. Bis zu 39 Wochen darf die Unterstützung nur noch folgenden Berufen gewährt werden: Gärtnerei, Metallverarbeitung und Industrie der Maschinen, Lederindusttie, Holz- und Schnitzstoffgewerbe, Bekleidungsgewerbe, Angestellte. Die Befugnis der örtlichen Stellen, zur Vermeidung unbilliger Härten die UnterstützunHs- dauer im Einzelfall bis zu 13 Wochen zu verlängern, bleibt unberührt. " Kammergerichts-Llrteil über die Drötchenabgabe vor 7 Uhr morgens. Aus Köln wird vom WSR.-Dienst berichtet: Ein hiesiger Bäckermeister erhielt einen Strafbefehl, weil er vor 7 Uhr morgens frische Brötchen an seine Kunden, bevor sie zur Arbeit gingen, geliefert hatte. Gegen den Strafbefehl erhob der Bäckermeister Einspruch und erzielte in erster und zwetter Znstanz einen Freispruch. Runmehr legte die Oberstaatsanwaltschaft Berufung ein; das Oberlandesgericht Köln erklärte sich jedoch für unzuständig, so daß fich nun das Kammergericht in Berlin mit der Angelegenheit zu befassen hatte. Dieses verwarf nach mehrstündiger Verhandlung die Revision des Oberstaatsanwalts, wodurch das freisprechende Urteil jetzt endgültig Rechtskraft erlangt hat. Für das Bäckergewerbe dürfte diese Ents^eidung von weittragender Bedeutung sein. ** D i e diesjährigen Reichsjugendwettkämpfe in Gießen, über deren sportliches Ergebnis wir an anderer Stelle der heuttgen Ausgabe berichten, finden heute vormittag mit einer Feier der Schuten ihren Llbschluh. Die an den Wettlämpfen beteiligten Kinder nehmen an dieser Feier teil, während die übrigen Kinder zum Teil einen Schulspaziergang unternehmen. Heber die Schlußfeier werden wir noch berichten. G i e b e n, den 9. September 1927. W'r* und die Schnaken. (Ein leider nur allzu wahres Begebnis.) Kürzlich erwache ich morgens mit Schnakenstichen übersät. Als mich meine Frau ansieht, lacht sie laut: „Olein, Peter, wie du ausfiehst, dein linkes Auge ist ja fast zugeschwollen und die sieben weißen Znseln auf deiner rechten, roten Wange — hahahaha!!" Zch lache nicht mit, sondern zerschlage heftig eine n-ederträch- tige Schnake, die gerade im Begriff stand, mir das Blut aus der Hand zu saugen. Drei Tage lang laufe ich mit meinen geschwollenen Auge in der Weltgeschichte herum, und ich lasse, ohne mit der Wimver zu zucken — kein Wunder, bei der Lil. sch Wellung! — die Anspielungen der Kollegen auf meine schlagfertige Frau über mich ergehen. Richt lange danach weckt mich eines Rachts meine Frau aus dem ersten Schlummer: „Peter, Peter, eben hat mich eine Schnake gestochen!" — „Schlag' sie tot!" murmelte ich und drehe mich av dir andere Seite. „Peter, sieh doch um Himmels willen einmal nach, meine Lippe schwillt mit rasender Geschwindigkeit an!" Zetzt werde ich wach, schalte das Ach. an und staune: Meine Frau sieht schon vollkommen entstellt aus und schaut mich hilflos an. Zch hole ihr Zucker herbei, das heuer vielfach empfohlene Linderungsmittel, die Lippe schwillt weiter, w.r machen Umschläge mit Franzbranntwein — die Lippe sieht aus, als habe man einen Finger hineingeschoben. Zch stehe rat- und machtlos, da stürzen meiner Frau die Tränen aus den Augen: „Es geht zu Ende," bringt sie mit zitternden Lippen endlich mühsam hervor, „die Schnake, die mich stach, kam vorher mit einer Leiche in Berührung, dadurch war der Stich giftig, und nun bin ich rettungslos verloren!" Zch versuche umsonst, ihr diesen Gedanken auszureden. „Das ist meine Strafe, weil ich kürzlich über dich lachte, als du so zerstochen warst," schluchzt sie, jetzt infolge der Todesangst am ganzen Körper bebend. „Zch hole ärztliche Hilfe", sage ich entschlossen und gehe zum Fernsprecher, nachts um die vierund- zwanzigste Stunde. Die Auskunft war einigermaßen beruhigend, aber — sofort Eisumschläge! Za, wenn man das so hätte! Zch ziehe mich eiligst an, laufe um 1/tl Uhr eine gute Weile vergeblich herum und bringe eine halbe Stunde später das hciß, nein, das eisig ersehnte gefrorene Wasser zu der inzwischen bis zur Unkenntlichkeit entstellten Gattin heim. Das Eis brachte das Anschwellen erst zum Stillstand, dann zum Rück- gang, und nach drei Tagen ist meiner Frau nichts mehr von der Geschwulst uni> noch weniger von der aus gestanden en Todesangst anzusehen. Vorgestern nacht fand der dritte große Schnakenc^igrifs auf uns statt. Zmmer, wenn wir unmittelbar vor dem Einschlafen toaren, ertönte ein ganz feines, singendes Sssssss und lieh uns wieder hellwach werden und in die Höhe fahren. Rach dreistündigem, zum Teil erfolgreichem, ins- gefamt aber aussichtslosem Kampf war meine Frau erschöpft imb griff zu einem letzten Mittel: Sie stopfte sich die Ohren voll Watte, band sich einige große Tücher derart um den Kopf, daß nur die Rasenlöcher freiblieben, und deckte sich bis zum Halse zu. Zch kämpfte weiter. Zetzt saß eine Schnake auf der ©teile der Kolter, unter der sich die Schulter meiner Frau befand. WaS tun? Zch trage ihr den Fall vor. „Schlag zu!" drang es. wenn auch schwer verständlich, unter den Tüchern hervor. Gleich darauf kennzeichnet ein roter Fleck die Mordstelle. Bald danach sitzt eine Schnake auf dem Tuch über der Olafe. „Zch schlage jetzt vorsichtig auf deine Olafe“, mit diesen Wor'en kündigte ich meinen weiteren Fcldzugsplcm an. Wieder ein roter Fleck auf dem Tuch, und unter dem Tuch kommt's jetzt auch rot hervor: Der Schlag war doch nicht leicht genug gewesen und hat ein Rasen bluten zur Folge. Zwar ging auch diese Rächt herum, aber wir erhoben uns am Morgen vollkommen zerschlagen an alten Gliedern. Zudem waren wir mit solchem Grauen vor kommenden ähnlichen Rächten erfüllt, daß wir so lange grübelten, bis wir einen rettenden Gedanken hatten. Diesen haben wir umgehend in die Tat um- gesetzt: Um vttrundzwanzig Uhr krochen wir unter einem riesenhaften, ganz fein- löcherigen Reh hindurch in unsere Betten und haben die vergangene Rächt zmn erstenmal seit vielen Wochen ohne Störung durch Schnaken * 6at si■ ^I £/• >| MH »< 't eÄLM -M Die wird o» Sie 8en Sonnenlicht des spanischen HimmÄs gewöhnt, man erkennt die guten Skulpturen aus der zweiten Hälfte des sechzehnten Jahrhunderts, in der Mitte des Chors die Anbetung der Könige, an den Setten die Opferung der Hnschuldigeri! und die Vorstellung im Tempel, dazu verschiedene Medaillons und Reliefs. Von besonderer Schönheit ist der rückwärtige Teil des Hauptschiffs mit dem Grabmal des fruchtbaren Schriftstellers Alfonso Fernando de Madrvgal, Bischofs von Avila um das Jahr 1450. Nach dem Verlassen der Kirche durch ein Seitentor sehen wir uns auf dem Schlotzplah, auf dem gerade Markt abgehalten wird: ein Grund zu schleuniger Flucht, denn ein Gemisch der furchtbarsten Düfte von verfaulten Fischen bis zu Knoblauch strömt und entgegen. Eine Besichtigung der übrigen zahlreichen Kirchen und Klöster schenken wir uns, und nach einem kurzen Frühstück geht es weiter. In weniger als einer halben Stunde ist die Pahhöhe des Do- quer on erreicht, zwischen den Hängen der Sierra von Malagon und Albercho mit ihren höchsten Erhebungen, dem Valdihuelo links und dem Cierro de los Vientos rechts, beide etwa 1600 Meter hoch. Jrn Hintergründe taucht, von ewigem Schnee bedeckt, die Bergkette der Sierra de Credos auf. Ein prachtvolles Panorama, das in seiner alpinen Majestät einen bleibenden Eindruck gewährt. Leider ist das Land der Touristik noch fast verschlossen. Bahnverbindungen fehlen, Hnterkunftsrnöglichkeiten sind höchst mangelhaft, und die Annahme dürfte richtig sein, daß noch keine 5 Prozent der Einwvhirer von Madrid die Schönheiten und Reize ihres Laiides, die fast vor ihren Toren ausgebreitet sind, kennen. Auffallend ist, daß wir trotz des Sonntags feit San Vafael noch keinem Auto begegnet sind, die Ausflügler begnügen sich eben meist mit einer Fahrt nach den Tälern der Guadarrama oder dem Escorial, den wir erst auf der Rückfahrt berühren. Noch etwa 20 Kilometer fehlen bis zu unferm nächsten Ziel, Cebreros. In kurvenreichen, nicht ungefährlichen Serpenttnen fenft sich die Straße von bet Pahhöhe ins Dal. Wieder tauchen vor uns die Vorberge der Sierra de Credos auf, im Osten das alte Kloster des heiligen Hieronimus, in dessen Nähe sich einige prähistorische granitene Bildwerke, die sogenannten Stteve von Guisando befinden, rechts der'' Gipfel des Caslllas mit 1760 Meter und dahinbo. der Escufo Marie Hahn, G.-Sch., je 49 P. 19. Sieg Anna Breiter, Lyz., Grete Schreier, G.°Sch, Else Schwalb, G.-Sch., und Ellen Wegeli, Lyz., je 48 P. 20. Sieg Gertrud Benk, G.-Sch„ unb Auguste Röder, G.°Dch., je 47 P. 21. Sieg Theodora Heinz, Lyz., Anni Hofmann, G.-Sch,, Liesel Hofsann, Sch.-Sch., Paula Menges, Sch.-Sch., Gretel Müller, Sch.-Sch., je 46 P. 22. Sieg Lotte Hornberger, Lyz., Emilie Rüspeler. Sch.-Sch, Liesel Wagner, G.-Sch., je 45 P. 23. Sieg Elisabeth Seiler, G.-Sch., 44 P. 24. Sieg Hilde Klin- gelhöfer, Lyz., Thea Mohr, G.-Sch., Irmgard Sommeriad. G.-Sch, je 43 P. 25. Sieg Liselotte Glagow, Sch.-Sch., Pauline Reuter, Sch.-Sch., Helene Schomber, Sch.-Sch., Marie Wagner, G.- Schule. Die Abkürzungen bedeuten: Lyz. = Lyzeum und Studienanstalt, G.-Sch. = Goelheschule; Schach- — Schillerschule; Päd. — Pädagogium; V. H.-Sch. = Vogtsche Handelsschule. llnaben-Oberstufe. Fünfkampf: Barrenübung, Reckübung, Kugelstoßen, Hochsprung und 100-Meter-Lauf. 1. Sieg Kurt Katz, O.-R., 113 Punkte. 2. Sieg Karl Marx, O.°R., 112 P. 3. Sieg Fritz Wolf, Gymn. 109 P. 4. Sieg Hermann Böller, 101 P. 5. Sieg Karl Drose, O.°R., 97 P. 6. Sieg Werner Glitsch, O.-R., und Wilhelm Schneider, O.* R., je 94 P. 7. Sieg Ernst Stern, O.°R., 91 P. 8. Sieg Willl Dörr. O.-R.. und Karl Schick, O.- R., je 87 P. 9. Sieg Wilh. Brunning, Gymn., 85 P. 10. Sieg Theodor Daubel, Gymn., 83 P. 11. Sieg Karl Drechsler, O.-R., 82 P.. 12. Sieg Wilh. Gontrum, O.°R., 74 P. 13. Sieg Karl Eger, O.°R., 66 P. — In dieser Stufe turnten folgende Schüler außer Wettbewerb und erzielten folgende Punkte: Fritz Morneweg, O.-R., 115 P. Walter Loh, R.-G., 109 P. Heinrich Sans, V. H.-Sch., 96 P., und August Müller, O.-R., 73 P. finaben-2nittelftufe. Fünfkampf: Barrenübung, Reckübung, Kugelstoßen, Weitsprung und 100-Meter-Lauf. 1. Sieg Heinrich Müller, R.°G., 135 Punkte. 2. Sieg Willl Rau, O.-R., 121 P. 3. Sieg Karl Geller, O.-R., Werner Loh, Gymn., Ferdi Stremmel, O.-R., je 120 P. 4. Sieg Harto Metschke, A.-G., und Heinz Rothermel, O.-R., je 114 P. 5. Sieg Erich Rahlf, O.-R., und Hans Schütz, O.-R., je 112 P. 6. Sieg Otto Feiling, R.-G., 109 P. 7. Sieg Albert Glaum, O.-R., 108 P. 8. Sieg Erich Hartmann, R.-G., 107 P. 9. Sieg Ludwig Vogt, R.-G., 106 P. 10. Sieg Walter Heupel, A.°G., und Willi Klehm, V. H.°Sch., je 105 P. 11. Sieg Karl Schwinn, O.-R., 104 P. 12. Sieg Emil Wörter, 103 P. 13. Sieg Otto Lindenstruth, R.-G., und Karl Sauer, O.-R., je 102 P. 14. Sieg Waller Krömmelbein, R.-G., 101 P. 15. Sieg Fritz Arnold, R.-G., Fritz Spuck, O.-R., und Ernst Stengel, O.-R., je 99 P. 16. Sieg Otto Jüngst. R.-G., 98 P. 17. Sieg Heinrich Goerz, Gymn^ 97 P. 18. Sieg Fritz Schlarb, Ghnm., Hani Heller, O.-R., Willi Sommerlad, O.-R., je 96 P. 19. Sieg Ludwig Stein, O.-R., 93 P. 20. Sieg Erich Volk, O.-R., 92 P. 21. tzieg Helmut Mark, O.-R., Erich Plvch, O.-R.» je 91 P. 22. Sieg Helmut Eger, Gymn., 90 P. 23. Sieg Kurt Matezky und Wilhelm Schütz, R.°G., je 89 P. 24. Sieg Erwin Körber, O.-R., 88 P. 25. Sieg Franz Kröner, O.-R., und Hans Loeb, O.°R., je 87 P. 26. Sieg Dieter Poppert, Gymn., und Wilh. Reeh, O.-R., je 86 P. 27. Sieg Erich Sattler, O.-R., 85 P. 28. Sieg Wilhelm Fuhr. R.-G., und Ludwig Lenz, R.-G., je 83 P. 29. S'.eq Ernst Wetterhahn, 82 P. 30. Sieg Heinrich Schmandt, R.-G., und Kurt Zeiger, O.-R., ;e 81 P. 31. Sieg Eberhard Borgmann, R.-G., Kurt Eichhorn, O.-R., Hans Rübsamen, R.-G., ie 77 P. 32. Sieg Erich Reeg,O.-R., 75 P. 33. Sieg Rudolf Hechler, Gymn., 73 P. 34. Sieg Waller Lehmann, R.-G., Heinz Fischer, Gymn., Rudolf Rückert, O.-R., je 66 P. finaben-Unterftufe. Fünfkampf: Darrenübung, Reckübung, 100* Meter-Laus, Weitsprung, Schlagballweitcvur,. 1. Sieg: Heinrich Blum O.°R. 108 Punkte; 2. Sieg Wilhelm Gräf Gymn., Otto Kern O.-R.. Heinrich Schäfer O.-R. je 106 P.: 3. Sieg Wilhelm Wolf O.-R. 99 P.; 4. Sieg Waldemar Kirch Heimer O.-R. 98 P.; 5. Sieg Karl Kley G.-Sch. 97 P.; 6. Sieg Fritz Groh O.-R., Arthur Schmelz O.-R. 94 P.; 7. Sieg Waller Deck O.-R., Hans Dürck O.-R., Rudolf Lauber P- Sch, Hugo Schmalz O.-R. je 93 P.; 8. Sieg, Paul Langer O.-R., Waller Lenth Gymn., Hans Steuermaid O.°R. je 92 P.; 9. Sieg Ernst Lipin 2000 Meter Höhe. Jetzt nähern wir uns Cerebros, berühmt durch seine alten interessanten Bauwerke, im Hintergründe zeigt sich das Flüßchen Alberche und eins der verstteuten Dörfer, San Marttn de Daldeiglesias. Ein kurzer Spaziergang führt au der Kapelle der heiligen Jungfrau von Dalsordo und zu einer uralten, von den Römern gebauten Steinbrücks über den Alberche, vorbei an steinernen Zeugen einer früheren Gerichtsbarkeit, einem gut erhaltenen Pranger und einem der wenigen noch in Spanien existierenden Galgen, dessen Benutzung jedoch durch die Königin Isabella II. im Jahre 1837 verboten wurde. An der Sette der Brücke liegen einige behauene Steinblöcke mit einer allerdings für unsere Laienaugen unlesbaren lateinischen Inschrift in gotischen Lettern; wahrscheinlich würde es sich für einen Altertumsforscher lohnen, die Steine zu säubern und die Inschriften zu entziffern. Aber es würde sich in Spanien vieles lohnen, wenn sich nur ein Entdecker finden würde. Hnter* dessen nähert sich die Sonne den fernen Berggipfeln und wir haben noch etwa 70 Km. Fahri bis zu unserem Ausgangspunkt Madrid vor uns. In starkem Gefälle folgen wir dem Lauf des Alberche, den wir bei Pelayos verlassen, um auf jetzt steil ansteigender Straße die Kammhöhe der Sierra bei Navas bei Reh zu erreichen. Dann folgt eine eintönige kahle Landschaft, bei der Ortschaft Brünste zweigt links die Straß« nach dem Escorial ab. Mit einbrechender Dunkelheit passieren wir noch einige häßliche kastilischck Dörfer, verfallene Häuser und Hütten zu beide« Seiten, ungepflegte Kinder und alles nwgtidjd Getier stieben mit viel Lärm aus dem Lichttegel der Scheinwerfer, vorbei an den ausgedehnten, modernen Anlagen der Stieger» und Artilleriekasernen. Auf der hohen Brücke von Segovia kreuzen wir den Manzanares und nach einigen Minuten landen wir auf der Puerta del Sol, mitten in dem sonntäglichen GewimmB einer unübersehbaren Menge von Menschen und Aull a pert O.-fR. 91 P.: 10. Sieg Robert Drescher Gymn. Ludwig Hardt G.-Sch., Siegfried Metz O.°R je 93 P.: 11. Sieg Walter Frihges O.-R., Willi Maliern G.°Sch. je 89 P.; 12. Sieg Fritz Htzrr O.-A., Reinholo Kaps O.-R., Otto Luh O.°A. je 88 P.: 13. Sieg WolfWng Brehm O.-R., Ludwig Herbert G.-Sch., Erich Klotz O.-R., Kurt Strack R.-G. je 86 P.: 14. Sieg Ernst Faulstich O.-R., Hans Leonhard O.-R., Walter Lich O.-R., Helmut Mootz O.-R., Heinrich Müller R.-G., Waller Schäfer Päd., Otto Waurisch Päd., Erich Weidig O.-R. je 85 P.: 15. Sieg Ludwig Schäfer R.-G. 84 P.: 16. Sieg Ernst Eckhardt R.-G., Walter Günther O.-R., August Hahrisch Gymn., Ludwig Loh G.-Sch., Kurt Reuschling O.-R., Wilhelm Vogelhöfer O.-R. je 83 P.: 17. Sieg Ludwig Häuser O.-R., Walter Keller O.-R., Heinz Lisch R.-G., Werner Schäfer G.-Sch, Heini Schlamp P.--Sch., Ludwig Schrader G.-Sch. je 82 P.: 18. Sieg Heinrich Eifert O.-R., Fritz Schmidt Gymn. je 81 P.: 19. Sieg Karl Seng O.-R. 80 g>.; 20. Steg Heinrich Becker O.-R., Heinrich Emmerich P.- Sch., Ernst Rohrbach P.-Sch., Walter Rosenthal O.-R. je 79 P.: 21. Sieg Karl Fölsing G.-Sch, WiTh. Lesch G.-Sch, Karl Müller O.-R., Hans Bogt R.-G. je 78 P.: 22. Sieg Otto Günther R.-G., Hans Rmlter Räd. je 77 P.: 23. Sieg Wilhelm Hanke R.-G., Fritz Oppenheimer R.-G., Heinrich Ranz P.-Sch, Robert Schlosser Päd., Richard Wagner Gymn. je 76 P.: 24. Sieg Hermann Aitzbächer P.-Sch, Heinrich Krüger P.- Sch., Karr Rinn O.-R., Erich Tetzner O.-R„ Paul Wagner O.-R. je 75 P.: 25. Sieg Paul Heidlindemann O.-R., Walter Köhlinger O.-R., Karl Otter G.-Sch. je 74 P.: 26. Sieg Ernst Häuser O.-R., Ludwig Job G.-Sch, Albert Rochr G.-Sch, Erich Runzheimer O.-R., Fritz Werner O.-R. je 73 P.: 27. Sieg Heinz Becker O.-R,, Wilhelm Ludwig O.-R., Ludwig Vetter O.-R, \> 72 P.: 28. Sieg Siegfried von Büktzings- loewen Gymn, Werner Geist O.-R„ Erich Heid- lindeinann O.-R., Ernst Keibel P.-Sch., Richard Rolshanlen O.-R., Rudolf Wolf P.-Sch. je 71 P.: 29. Sieg Karl Marth O.-R. 70 P.: 30. Sieg Heinz Barth O.-R., Wilhelm Depp- ler O.-R., Erich Kinkel O.-R., Emil Klein P.- Sch., Köster P.-Sch, Fritz Loh G.-Sch., Otto Hrknz Sessous Gymn., Wilhelm Stahl O.-R. je 69 P.; 31. Sieg Hermann Falk P.-Sch, Eugen Magst O.-R., Wilhelm Schmelz O.-R., Karl P.-Sch. je 68 P.; 32. Sieg Helmut Brünning Gymn-, Willi Luckhardt O.-R., Hans Marqr,-rdt P.-Sch, Peter Ranft P.-Sch., Karl Heinz Sts-ch Päd. je 67 P,: 33. Sieg Wilhelm Atbach (5.-Sch., Hermann Marth O.-A., Hans Schmidt V.-R„ Helmut Schneider P.-Sch. (Abkürzung: Gymn. = Gymnasimn: R.-G. — Realgymimsium: O.-R. = Oberrealschule: Päd. — Pädagogium: B. H.-Sch. = Vogtsche Handelsschule: P.-Sch. = Pestalozzischule: G.-Sch ----- Goetheschule.) Oberhesten. Land!reis Gieße«. XlX Grünberg, 8. Sept. In der jüngsten Gemesnderalssitzung wurde folgendes beschlossen: Die Errichtung eines Volksbades in den Kellerräumen der Oberrealschule wird als zur Feit nicht ausführbar erachtet. Die Stadtverwaltung ist nicht imstande, die notwendigen Baukosten, die vom Hochbauamt in Giesten mit 11 500 Mk. veranschlagt sind, zu tragen. Es wurde daher gegen zwei Stimmen bei einer Stimmenthaltung die Errichtung eines Volksbades abgelehnt. Man will allerdings das Projekt nicht fallen lassen, sondern bessere -Zeiten abwarten. — Die Geländekvmmission soll das Gebäude an der Dheo-Koch-Strahe und der Dismarckstraste besichtigest. Die B i s m a r ck st r a ß e soll bis aus die Hege verlängert werden. Die Gelände- kommissivn wird vom Gemeinderat ersucht. Vorschläge über die Verwendung des notwendigen Erdaushubes zu machen. Es ist beabsichtigt, die anfallenden Erbmassen zur Trockenlegung der Hösetränke zu verwenden. — Gebrüder Fatum wird in der Ba hnh of str a ste ein Bauplatz mit einer Front von 15 Metern zu- gesprochen. Der Gemeinderat verzichtet nicht auf die Errichtung einer Brandmauer. Der Bau «■MWI ■■ .■■..TimRi n_ ji niir_______LL-ggyqgg« Eines Ackerpferdes Glück und Ende. Von Alfred Lohmann. Von einem „Solyman" will ich erzählen. Richt die Geschichte eines orientalischen Herrschers, sondern nur vpm Glanz und Tod eines braven Potsdamer Schimmels, dessen Leben Mühe und Arbeit, aber auch Ruhm und Erfolg bedeutete. Auf diesem Siegeswege führte ihn kein anderer als Ernst Renz, der Klassiker der Zirkuslunst und Stammvater eines berühmten Artistengeschlechts, dessen, Kunst unsere Väter ost in Staunen und Entzücken versetzte. Ernst Renz hacke nach einer an äusteren Cr- solgen reichen Äugend den Entschlust gesaht zu heiraten, um vor allem seinen Lieblings Wunsch, Direktor zu werden, erfüllt zu sehem Das Schicksal spielte ihm aber denselben Streich wie seinem großen amerikanischen Kollegen Barnum: seine Ersparnisse, die er in einigen Kostümen, Reqrck- fiten und drei Pferden angelegt hatte fielen bis auf eins der Pferde einem Brande zum Opfer. Auch der Rest baren Geldes kam im Feuer um: seine Frau, das eine Pferd und etwa 200 Taler waren alles, mas ihm blieb. .. Man nrust die unentwegte Arbeitskraft eines Ernst Renz kennen — sie ist überhaupt den fahrenden Leuten oft mehr angeboren als den seßhaften - , um zu verstehen, daß ihn der Schlag zwar schmerzte, aber nicht unterkriegen konnte. Der Ehrgeiz hielt ihn aufrecht und ließ ihn alle Hindernisse überwinden. Er machte sich zum „Direktor", bestand sein Zirkus auch nur aus dem geretteten Pferd dein Freunde Schumann, der ebenfalls ein Pferd sein eigen nannte, seiner Frau, einem alten Planwagen und einer Stallmeisterunifprm. Aber mit zwei Pferden läßt sich kein Abend filllem Da führte ihm ein günstiges Geschick „Solyman" in den Weg. • • Als ein Bauer bei Pvtsdain mit feinem Schimmel friedlich den Acker bestellte, kam Olenz vorbei, der seinen bescheidenen Marstall ergänzen wollte. Biel kosten durfte der Gaul, den er erwerben wollte, natürlich nicht, und der brave Hans, der da den Pflug zog, sah auch nicht danach aus, dH man ein Vermögen opfern muhte, um ihn zu besitzen. Er war reichlich mager und obendrein Ä müsse an der Straße 12 Meter Front besitzen und eine Tiefe von neun Metern aufweisen. g. 9t übbings Raufen, 8. Sept. Heute Morgen würbe ber älteste Sohn bes Maurers Maus im Steinbruck) ber Firma Schneiber (Dreihausen), als er im Begriffe war, seine Arbeit aufzunehmen, von einem herab st ürzenben Stein erschlagen. Der Bebauernswerte vollendete vor zwei Wochen sein 21. Lebensjahr. Die Kirchweih, bis lommenben Sonntag stattfinben sollte, würbe mit Rücksicht auf ben Unfall ab g e s a g t. st- Hungen, 8.Sept. Der Zweckverband Hungen-Schotten hat in den nunmehr dreiviertel Jahren seines Bestehens gute Fortschritte gemacht. Während man bei Eröffnung der Linie im Dezember v. I. damit rechnete, daß sie sich nicht selbst zu tragen vermöge und die Garantiesummen der Derbandsge- meinden Hungen. Langd, Rodheim a. d. Horloff, Rabertshausen, Eichelsdorf und Schotten in Anspruch genommen werden müßten, haben bis jetzt die Einnahmen die Ausgaben nicht nur gedeckt, sondern es ist noch ein Tleberschuß verblieben. Wohl hat mit Einsetzen der besseren Witterung und dem Beginn der landwirtschaftlichen Arbeiten der Verkehr nachgelassen, die Morgen- und Abendfahrten weisen aber nach wie vor eine verhältnismäßig gute Besetzung auf, während die Fahrt zu den Mittagszügen weniger benutzt wird. Dieser Cinnahmeausfall wird ie- dvch durch GeseUschastsfahrten an Sonntagen vollständig ausgeglichen. Wie man hört, beabsich- ttgt der Zweckverband die Anschaffung eines weiteren kleineren Wagens, damit dem Wunsche der Bevölkerung entsprechend der Verkehr zu den Frühzügen ausgenommen werden kann. — Die Verhandlungen über die vom Minister für Arbeit und Wirtschaft angeregte V e r s ch m e l z u ng der beiden Autolinien bzw. Zweckvcrbände Hungen — Schott en und Ridda — ällfa haben zu keinem Ergebnis geführt. Kreis Friedberg. 2$. Dad-Rauheim, 8. Sept. Der Lieder- und Arienabend, den Frankfurter Künstler gestern im Kleinen Hause veranstalteten, erfreute sich leider nicht des verdienten Besuchs. Was geboten wurde, bewegte sich auf beachtenswerter künstlerischer Höhe. Hildegard v. Buttlar zeigte sich als hochtalentierte Sän- gerim Ihr klangvoller Alt brachte Tondichtungen von Schumann, Richard Strauß und Hugo Wolf wundervoll zur Geltung. Aufrichtig war der überaus starke Beifall, der der Kiinstlerin zuteil wurde. Der Baritonist Albert Rücker sang Lieder von Schubert, Richard Strauß und Verdi. Der Pianist Henn Pusch war ein trefflicher Begleiter unh zeigte in drei Solls von Liszt eine verblüffende Technik. pb. Butzbach, 8. Sept. Auf dem heutigen Schweine markt waren rund 600 Ferkel aufgetrieben. Die Preise bewegten sich wie folgt: Bis 6 Wochen 12 bis 15 Mark, von 6 bis 8 Wochen 15 bis 25 Mk., von 8 bis 12 Wochen 25 bis 35 Mk. Der Handel war ziemlich lebhaft. Gleichzeitig war zum erstenmal mit dem Schweinemarkt ein Rind- v i e h m a r k t verbunden, zu dem 6 Rinder, 7 Kühe und 4 Färsen aufgetrieben waren. Der Handel war gering. Kreis Büdingen. Ridda, 8. Sept. Die hiesige Bahnhofswirtschaft, die ab 1. Oktober d. I. neu zu verpachten war, wurde von der Reichsbahn dem seitherigen Oberkellner des Bahnhofsrestaurants in Debra, QL Holste, übertragen. Der Pachtpreis beträgt 2780 Mk. jährlich. Bekanntlich waren 34 Bewerber vorhanden, deren Pachtangebot sich zwischen 700 und 6000 Mk. bewegte. △ Ridda, 8. Sept. Sehr niedrig waren die Gebote bei der Versteigerung des städtischen Frühobstes, Dirnen und Aepsel. Für einen Baum mit gutem Behang wurde durchschnittlich etwas mehr als 1 Mark geboten. — Der hiesige Turnverein hat nun die Mitbenutzung seiner neuen Turnhalle für sämtliche hiesigen Schulen beim Turnunterricht mit der Stadtverwaltung vertraglich geregelt und beschlossen, zur Verwaltung des geräumigen Anwesens einen besonderen Bereinsdiener anzustellen, der in der Turnhalle wohnen soll. Ohne erhebliche Kosten kann in der Hall« eine Dienerschlecht gepflegt. Mochte es nun sein, daß der Schimmel ganz besonders seine Ohren spitzte oder baß selbst sein gebückter Gang dem Kenner Renz Besonderes verriet, der junge Direktor erkannte, daß irgend etwas an dem Gaul war, das der Dauer nicht ausgewertet hatte. Und so ging der brave Hans um den lächerlichen Preis von 70 Talern in den Besitz von Ernst Renz über. Obwohl Hans schon sieben Jahve alt war, wurde er doch noch eimnal umgetauft: „Solyman" sollte in Zukunft sein Künstlername fein. Der „Zirkus Renz" konnte noch nicht eröffnet werden, weil man zunächst selbst acht Wochen lang darben muhte, um Solyman aufzupäppeln. Diese acht Wochen wirkten Wunder: aus dem Ackerpferd wurde beinahe ein Vollblutaraber. Der mißachtete Gaul wurde zum königlichen Hengst, nachdem die Rippen in Fleisch gebettet waren. Vom frühen Morgen bis zum späten Abend wurde dressiert: Solyman erkannte, daß nur fleißige Arbeit zum Ziel führt. In kurzer Zeit kannte er alle Gangarten, wußte zu springen und zu apportieren und wurde der Star des neu zu gründenden älnternehmens. Leicht war freilich der Anfang nicht, Die erste Vorstellung brachte nur einen ganzen Taler und zwanzig Silbergroschen einl Aber schon die zweite hatte einen kleinen Erfolg. Renz und Schumamt glänzten: abwechselnd war jeder Stallmeister oder Reiter. Und Solyman! Der wackere, stolz gewordene Solyman zeigte hohe Schule, apportterte, sprang imb erwies sich als Zugnummer ersten Ranges. Von diesen Tagen an begann der Ruhm des Unternehmens: aus der kleinen Arena entwickelte sich ein bescheidener Wanderzirkus, der von Jahr zu Jahr an Umfang und Geltung zunahm, bis endlich der Rame Renz als einer der größten Sterne am Zirkushimmel Prangte. Mancher Künstler, manches Pferd hat den energischen Direktor durch lange Jahre seines arbeitsreichen Lebens begleitet. Doch Solvman, der treue Schimmel, stellte feine Kunst bis zum Tode in den Dienst dessen, der ihn vom holprigen Ackerboden in den geharkten Sand der Manege holte. Aller Besucher Augen hefteten sich aus das herrliche Pferd, wenn es sich stolz und elegant in der Arena zeigte, ein Dressurpferh. wie es selten ein Zirkus aufzuweifen hatte. Die rassigeren und edleren Tiere, die nach >uind nach im Marstakl Renz auftauo ten und weit mehr gekostet hatten als der brav? Hans, tourben von ihm mit seiner Wohnung eingebaut werden. Die erforderlichen Arbeiten werden schon in Kürze vergeben. * Echzell, 8. Sept. Für den hiesigen Bezirk des Kreises Büdingen wurde an Stelle des nach Daubringen versetzten Lehrers H e n - fei in Bisses Lehrer Hildebrandt in Gettenau als Mitglied des Krejsschulamts Bühingen gewählt. — Oberbergrat Dr. Schottler aus Darmstadt wird am 20. und 21. d. Mts. mit den Lehrern des Kreises Büdingen gea logische Exkursionen im Kreise unternehmen. Am ersten Tage ist Ober-Widdersheim, am zweiten Tage Stockheim Ausgangsprinkt. In Ortenberg soll abends ein Vortrag des Gelehrten, der ein vorzüglicher Kenner des Vogelsbergs ist, das wissenschaftliche Unternehmen beschließen, wovon sich die Lehrerschaft nicht nur großen Gewinn für den Beruf, sondern auch für die Anlegung der vom Landesamt für Bildungswesen vor- geschriebenen Heimalbücher für jede einzelne Gemeinde verspricht. A Echzell, 8. Sept. Dem Landwirt Hermann R e u h, hier, scheute beim Grummetwenbep eines seiner Pferde. Er fiel vom Wender herunter unb kam unter ben Rechen zu liegen. Die großen Zinken verletzten ihn erheblich. —.— Ortenberg, 8. Sept. Bei den Ka- nalisativnsarbeiten am hiesigen Marktplatz ereignete sich ein älnfal l, Beim Herunter- lassen bzw. Einpassen der mehrere Zentner schweren Rohre gab plötzlich der zur Befestigung des Flaschenzuges errichtete Holzbock nach. F l a - scheuzug und Dalken stürzten ab und trafen den im Graben befindlichen Maurer G. Will aus Schwickartshausen an Kopf und Hals so schwer, daß er sofort auf Anordnung des Arztes mit Kraftwagen in die Klinik nach Gießen gebracht werden mußte. (Wie wir auf Anfrage in der Chirurgischen Klinik hören, befindet sich der Wann heute auf dem Wege der Besserung. D. Red.) — Da der Autoverkehr immer mehr zunimmt und viele Wagen auswäp- tiger Fahrer eine allzu große Geschwindigkeit entwickeln, hat der Gemeinderat als Höchstgeschwindigkeit innerhalb der Gemarkungsgrenze 15 Kilometer festgesetzt. Entsprechende Schilder gelangen am Ein- und Ausgang der Stadt, sowie an einigen besonders gefährdeten Straßenkreuzungen innerhalb derselben zur Aufstellung. rl. Stockheim, 8, Sept. Dr. P a p p e r t vom Berufsamt Frankfurt a. M. hielt gestern seinen dritten Dorlcag vor den Lehrern des Kreises. Anknüpfend an seine beiden ersten Vorträge über die systematische Beobachtung der Schüler sprach er jetzt über das Thema „Schule und Berufsberatung", Wohl liegt das Ziel der Volksschule auf dem Gebiete der Erziehung imb allgemeinen Bildung. Zur Auswärtsentwicklung unseres Volkes ist es aber jetzt mehr als je notwendig, daß die vorhandenen Kräfte am besten Platze wirken. Dazu muß die Volksschule nach Vermögen mithelsen. Sie kann aus 8jähriger Beobachtung des Kindes ein Persönlichleitsbild von ihm geben: das Beruf samt, das nicht vom Kinde, sondern von den Berufen herkommt, braucht dieses Persönlichkeitsbild bei seiner Berufseignungsprüfung. Die Lehrer, in deren Hand der ganze Rachwuchs aller Berufe ist, brauchen eine allgemeine Kenntnis des Berufslebens unserer Zeit. Die Berufseignungsprüfungen der Unternehmer entziehen durch ihre spezielle Fragestellung manche Kräfte ihrer optimalen Entfaltung, während die Wohlfahrtsämter die jungen Leute nicht für einen bestimm- ten Beruf aussuchen, sondern die Berufe, für die vorhandenen Leute. Rachdem der Redner noch von der so notwendigen Rationalisierung der Arbeit, sowie über das in Vorbereitung besind- liche Berufsausbildungsgesetz gesprochen hatte, wies er zum Schluß auf das große volkser- zieherische Ziel der ganzen Sache hin: Vergeisti- gimg und Vermenschlichung durch vernunftgemäße Arbeit. Kreis Schotten. =.= Gedern, 8. Sept. Das 50jährige Jubiläumsschießen des Schützenvereins Gedern, das am Sonntag zum Abschluß kam, nachdem schon an den beiden vorhergegangenen Sonntagen mit dem Preisschießen begonnen worden war, kann als recht gelungen bezeichnet werden. Ein Hauptverdienst gebührt dem sauberen Arbeit vollkommen in dien Schatten gestellt. Den Gipfel von Solymans Ruhm bildeten die glanzvollen Pantomimen des Zirkus Renz, in denen er die vierbeinigen Hauptrollen übernahm: er glänzte als feuriger Ungar in „Ma- zeppa", dem großen ungarischen Reiterstück, spielte den arabischen Vollblüter in „Der Araber und sein treues Roß" und erzielte ungeheuren Beifall im „Engländer in der Manege". Der Ruhm Solymans war mit dem seines Meisters untrennbar verbunden. Im Laufe der vierundzwanzig Jahre, die das Pferd seinem Lehrer treu diente, wurden nun doch die Beine etwas steifer und — wie das so auch im menschlichen Leben geht — mit den Titelrollen war das so eine Sache. Gewiß, feine alten Glanzrollen in „Mäzeppa" und im „Araber" ließ er sich nicht sogleich nehmen. Aber schließlich ginge doch nicht mehr recht. Das Publikum mochte Wohl auch nicht mehr so ganz mit ihm zufrieden feig. Sein Meister mußte ihm also das wohlverdiente Gnadenbrot geben. Aber der Schüler war wie sein Lehrer: gar nichts zu tun, das ging nicht an. So trat er zwar die Sokorollen an jüngere Konkurrenten ab, lief aber unter den vielen anderen Pferden eifrig als Statistenführer mit. In der abschließenden „Großen Vorige" bildete der alte Solyman das letzte Pferd noch^ als er schon einunddreißig Jahre zählte. Trotz seines Alters war er noch zuverlässiger als andere, denn dieses lcchte Pferd muhte ja die ganze Reihe, über die hinweq- gesprungen wurde, zufammendrängen und durfte nicht welchen, damit alle stillstanden. Eines Abends war's, fo in den siebziger Jahren, bei einer glanzvollen, stark besuchten Vorstellung, als sämtliche Pferde zur „Großen Voltige" hcremgelasfen'wurden. Als letztes Pferd, wie Abend für Abend, der alte, brave, ausgediente Solyman! Und da sollte sich sein Geschick erfüllen: An der Manegentür stolperte das treue Pferd, stürzte und blieb liegen. Es hatte das Genick gebrochen. (8ine plötzliche Stille herrschte im Raum — sekundenlang stutzten alle Pferde und hörten auf zu laufen. Und zur Manege herein stürzte Meister Ernst Renz, warf sich über den taten Liebling und weinte und schluchzte vor taufend Augen, Aus dem Fell des braven Tieres^ ließ sich Renz eine Decke machen, die lange Jahre vor seinem Bett lag. Schühenverein Ortenberg, der sich stark beteiligte und auch bei der Preisverteilung gute Ergebnisse zu verzeichnen hatte. Außerdem beteiligten sich am Kleinkaliberschießen die Kleinkaliberschützenvereine Gedern, Volkart s h a i n und Wenings. Bei der Abschlußfeier ernannte Schützenmeister Reinhard Diehl im Ramen des Vereins die Herren Postmeister Mehring und Philipp Reichert II aus Anlaß ihrer mehr als ZOjähiigen Zugehörigkeit zu Ehrenmitgliedern. 3m Anschluß hieran hielt Hofprediger Widmann einen Vortrag über das 50jährige Bestehen des Vereins, der einen interessanten Rückblick auf die Vereinsgeschichte gab. X!X Groß-Eichen, 8. Sept. Ganz plötzlich ftu r b hier unter schweren Krämpfen das sechsjährige Töchterchen des Molkers ber Molkerei „Vogelsberg". Wie angegeben wirb, soll bas Kind nach b e m Genuß von Obst gestorhen sein. Vermutlich hat es Wasser darauf getrunken ober meltauiges Obst genossen. Einige ©hinten noch dem Obstgenuß war es tot. Kreis Aisselo. -er. Homberg a. d. Ohm, 8. Sept. Der Austrieb zum gestrigen Sch Weinemarkt betrug 347 Stück Ferkel. Für 6 bis 8 Wochen alte Tiere wurden pro Kopf 13 bös 18 Mk., hingegen für 8 bis 12 Wochen alte Ferkel 20 bis 25 Mk. pro Stück bezahlt. Am Anfang des Marktes war das Geschäft schleppend, es herrschte nur geringe Kauflust. Doch gegen ben Schluß hin war der Handel lebhaft: dennoch verblieb etwa« Ueber- stand. Dem Stand der landwirtschaftlichen Arbeiten entsprechend war der Marktbesuch ein guter. — Nächsten Sonntag veranstaltet dje hiesige S ch ü tz e n g i l ö e, ein Kleinkaliber-Schützen- vevetn. auf seinem eigenen Schießstande ein Preisschiehen. Den Schützen winken wertvolle Preise. Z D a n n e n r o b, 8. Sept. Bei bem günstigen Erntewetter ber porigen und dieser Woche find die Erntearbeiten gut fortgeschritten. Gerste, Weizen und etwa die Hälfte des Hafers konnten nach Hause gebracht werden. Die Grummeternte ist in vollem Gange und ergibt einen reichlichen unb guten Ertrag. Der Ertrag bes Ge- treibes ist gut, boch ist durch Auswachsen bei Roggen, Gerste und eines Teiles Weizen großer Schaden entstanden. Kreis Lauterbach. WSN. Lauterbach, 8.Sept. Uebcr dem be- nadjborten Bermutshain entlud sich gestern nachmittag ein schweres Gewitter. Dabei würbe eine ßanbiüirtsfrau, bie gerade aus bem Felde beschäftigt war unb Rübenblätter pflücken wollte, vorn Blitz getroffen unb sofort getötet. Ihre Angehörigen fanden sie später tot neben bem beladenen Schubkarren liegen. Rundfunk-Programm deS Frankfurter SenderA. (Aus ber.Radio-Umschau*^ Samstag, 10. September. 15,30 bis 16 Uhr: Die Stunde der Jugend. 16,30 bis 17,45: Konzert des Hausorchesters: Operettenmusik. 17,45 bis 18,05: Die Lesestunde (für di? reifere Jugend). 18,15 bis 18,45: Der Briefkasten. 18,45 bis 19,10: „Kuriositäten aus Zeitungen", Vortrag von Dr. Doris Dauber. 19,15 bis 19,45: Funkhochschule (Abteilung Philosophie): „Bertrand Rüssel und die englische Philosophie der Gegenwart l", Vortrag von Privatdozent Dr. F. Heinemann. 19,45 bis 20,15; Stunde des Frankfurter Bundes firr Volksbildung: „Das Blumenkleid ber scheidenden Rqtur", Vortrag von Palmengartendirektor O. Kraus. 20,15: Bunter Abend. Anschließend bis 0,30: TanKprvgramm. Kirchliche Nachrichten. 3fr. Religitznsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Süda'nlage). Samstag, den 10. Sept. 1927. Vorabend 6.30, morgens 8.30, abds. 7 p. 7.40. Gottesdienst der isr. Religionsgesellschaft, Sabbatfeier, den 10. Septbr. 1927. Freitag abd. 6,25, Samstag norm. 8.00, nachm. 4.30, Sabbatapsgang 7.40. Wochengottesdienst: morg. 6.15, abds. 6.00. ■—MBS. .■>!!■<■!■< i | Ulli .............. Ein Museum als Schreckenskammer. London, die Stadt der meisten Museen, die so merkwürdige Sammlungen in ihren Mauern birgt, hat auch eine einzigartige Sammlung in dem Historischen Medizinifchen Musyum in Wignore- Street aufzuweifen. Diese überaus reichhaltige (Sammlung, die erst vor kurzem der Allgemeinheit zugänglich gemacht wurde, ist aus einer Anzahl von Stiftungen hervorgegangen. In dem an Sammlern so reichen England haben Aerzte und Apotheker wertvolle Kollektionen zujammengebracht, die sich auf die Geschichte der Heilkunde in allen Ländern und zu allen Zeiten bezogen und hier vereinigt wurden. Gelehrte finden hier geradezu eine unerschöpfliche Quelle für Studien aller Art, aber auch der Laie kommt auf feine Rechnung, denn einzelne Teile pes Museums pnd wahre „Schreckens- kammern." Nirgends sind so reiche Zeugnisse der primitiven Medizin als in der Abteilung, die ethnographische Gegenstände enthält- Da sieht man Dutzende von Schädeln afrikanischer Wilder, die von den „Kopfjägern" mit tiefen Einschnitten versehen und mit Meißeln merkwürdig „tätowiert" sind. Da gibt es grausig geschmückte Schädel der Maoris mit zusqmmengenähten Augenlidern, um Zauberei abzuwenden. Die Maoris bewahrten nqmlich früher die Schädel ihrer Verwandten und Freunde mit denen der erlegten Feinde auf. indem fic sie in Rauch dörrten. Die Augen der Freunde blieben offen, aber die der Feinde wurden forgfäU tig zufammengenaht. damit nicht „der Höfe Blick" der Toten fchaden könne. An zahlreichen Modellen gerben die Verunstaltungen vorgefüßrt die primitive Völker sich beibringen, um die Götter zu ver- föhnen. Kleine elfenbeinerne Modelle des menfch- ttchen Körpers, die mit großer Kunst geschnitzt sind, stellen anatomische Vorbilder dar, an denen im 16. Jahrhundert die Studenten unterrichtet wurden. Sehr groß ist die Sammlung dec Amulette, die gegen Krankheiten verwendet wurden. In einer Ecke sindet man Reliquien von Heiligen, die von Heinrich II. und Richard I. aus Frankreich gebracht wurden und eine große Heilkraft ausüben sollten. In einer anderen Ecke sindet sich eine vollständige Hütte eines Kopfjägers von Reu-Guinea. Das Museum besitzt die reichhaltigste Sammlung von Mikroskopen und Brillen. Zangen, wie sie von römischen Zahnärzten des ersten christlichen Jahrhunderts benutzt wurden, liegen neben den glänzenden Instrumenten der modernen Zahnärzte. B. oein i&Ä i I i V i Achten. -ottesdiB in dtt ,den10.SkpUö?. abbä. 7 U-7 401 onSgesevschaft, . Freitag abd.p^ «£ W th’ « ? 41 ol- IC‘ > 0l|er6 her » m£ kirniri ^rden * vIunLen nach lch- >t. lieber dem be> dlub sich gestern 'Witter. Dabei , die geruhe auf jenbfötter pstlllken n und sofort den sie später tot n liegen. 'bept. ^ilrst beitua alte Tiere • i. WBtn föt ftä x A Erstes ipqx das ■ ,nur geringe 3 gin war ber . «W Hebet* KGM Ar- Mita ein g altet die bi^ MM-HchÜtzm- 3WÖ|lflnbe ein m winken wen- iei dem günstigen find eslhrÄen. Seche. Hafers konnten Ae SrunMet- Bt einen reich, Ertrag des Qe, Auswachsen bei 1 Deizen grober !M ümrner, äs$ «vxs ‘«*1« >«Ss5 3fi?SS N.I Hgesi JJ nbe ' g||d iht Ä”J rLLKZ i der Aw L e'M 1 ».irdeu- JL;(, vo" 'M -SS gram enderß. ischM'-j über. n-e der Jugend. H-msonheMÄ: • Sie ^[eftunbe W 18,45: Ser tiniolitaten aus Dvris Souder. iMeilM Rind die engdiche “ Dortrag von . 19,45 bis 20,15: es sstr Dvllsbil« leidenden W' ektvr 0. Kraus, ichend bis 0,30: Or. ZRolf langreuter und Frau Marianne Langreuter geb. Gail zeigen in dankbarer Freude die Geburt eines gesunden Zungen an Gießen, den S. September 1927 (z. Z. Llniv.-Frauenllinik) DeutsGhiialionalerHandliiiigsgehilfanVerlianii Ortsgruppe Gießen. Samstag, IO. August 1927, 8 Uhr, im Kath. Vereinehaus: Die Herrschaft der Fünf hundert Vertrag mit Lichtbildern. Eintritt für unsere Mitglieder und deren Angehörige frei. Ortsgruppe Gießen (Bildungswesen). 8163D - ■ „.SL.;'.- Sonntag, den 11. u. Montag, den 72. Sept, Mirchweihfeft Für gute Speisen u.Getränke ist best.gesorgt (Ls ladet ftdl.ein: Gastwirt Philipp Wächter Das Kirchweihfest find, dlesm. bei mir L Sorten statt Es tritt hierbei ein geübter Maffenchor auf. Freunde und Gönner des Gesanges werden eingeladen. Leitung: M. Rothe, Marburg. 6181D Am Sonntag, dem 11. d. M., nachmittags 2 Llhr Ausflug mit Bitt öer „Säneeroeteinigung £oiiüt“ W! ihren Braöewereinen matöntg nnö HJeröa M Bin swsriim inillllllllllllllllllllllllllllllinillBIIIIIIIIIIIIIHIilllllllllllllH n. BnWsliß Beim im geichLn von Turnen und Sport Sonntag, den 11. September 1927 Blnmentorto / MMWUMU / Sßismunt&eleuiäiuna 3 Uhr: Stadion Spilburg, Städteweltkampfe Fußball gegen Kurhessen-Kaffel siöqd Handball gegen D. f. R.-Schwanheim BetanWer Mtzlarer verlehrsoerein för Skokst u £anö e. v. inilllllllllllllllllllllNIIIIMIN WNMSVMlWdsMM »erWWmdieU'IN! IAuch Sie sollen keine Kahe im Sack kaufen! M besichtigen Sie unsere große Auswahl H in Qualitätswaren zu billigen Preisen, @8 Abteilung I: 'Jieue elegante BerreB-Aaiägo von Mk. Lt.- an- W Barscfcen-Anzage in allen Farben und Gröben von «Ja Mk.22.- an. 8pert-An*8ge von Mk. 25.- an. Loden- W Mäntel von Mk. 16.— an. Gnami-Häntei von Mk. 12.— W an. Frack- und Smoking-Anittie äuherit preiswert. «K Sommer-Joppen v. Mk- 5.- an. Lflsler-löcke, schwarz W und blau. Mk. 10.-. Wladlacken tn allen Preislagen- W Blano Arboits-Anuägo von Lllk. 7.- an. Weiflhiador- M Anzttee Mk 10.—. manohontor-Hosen von Mk. 8.fi0 an. W Gestreifte Hosen in allen Karben und Gröhen von RaE Mk. 6 — an, auch s. korpulente Herren. Sckwarse Boten W sstr Kellner von Mk. 10.— an. 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Es lag eine Erzwungenheit über ihrem Wesen, die sie veränderte und sie ihm fremd machte,--ganz fremd ... Ihr blondes Haar leuchtete golden unter dem Licht des Kronleuchters, er sah ihren weichen, weißen Arm, um den sie heute nur zwei kleine Perlreife trug. .. Der Intendant sprach eindringlich mit ihr. Sie hörte ihm zerstreut zu. In diesem Augenblick betrat ein Diener das Zimmer und meldete: „... Frau Dr. Manfred wird am Telephon gewünscht ..." Sie wandte den Kopf ... „Ich ... jetzt?" „Ein auswärtiges Gespräch ..." Sie setzte die Mokkatasse fort, aber sie mußte wohl die Tischkante übersehen haben, die Tasse fiel klirrend zu Boden und zerbrach ... Ah, Scherben! Die Herren bückten sich galant ... Es war eine antike, türkisblaue Tasse aus einem alten Schokoladenseroice. „Eternel attachement“ stund in Goldschrift darauf. „Sehen Sie doch," sagte der Intendant, „wie hübsch--. Im achtzehnten Jahrhundert war man wenigstens noch siir ewige Liebe ... Der Geber und die Beschenkten sind lange tot ... die Tasse ist's nun auch ..." „Man kann sie kitten", meinte eine Dame. „Auf gekittete Dinge legt Gräfin Leslie — glaube ich — wenig Wert", sagte der Jentendant. Manfred war Melitta in den Vorsaal gefolgt. Sie stand in der kleinen Nische am Apparat und hörte mit gespanntem Ausdruck zu, was eine Stimme aus der Ferne sagte. Ihr Profil war ernst ... „Und weshalb ... nicht, nachher? ... Was war es denn?" Er verstand nicht, was die Stimme antwortete. Melitta wurde um einen Schein fahler ... „So? ... nun, es ist gut. Nein, ich weiß noch nicht ... Morgen ist das W ich. afrif» Irund a iahen sich, seit sie am- niemals müssens sä tans" H nur der 2fuf den Da .weift* sonders IW sem-H-A Sprache, tru als Dnte. Seit §en< gstenparteid englischen 2l et die 2M durchfuhren, l Politik ju seiner Führei Engländer er Mrensugend rische Propan DaS, trohder der gewöhnli offizier an tionale Dm Schwungkraft Ser Drit Suren für sc muh er plöhl ständig ge scharfer Gegn in die britische Zwischen Ms und sieben Roman von Liesbet Dill. Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin. Naturreine ObMsie neuer Ernte Erdbeer, Himbeer, Johannisbeer, Kirsch usw., in kl. u. grob. Flaschen. 06464 Reformhaus, 5. Alte Freund! Urteil ich le auhergewbhn' des Generals und englisch südasri'anisch net für die ment mit eii dah diese, sa Partei eine1 Der verf Smuts iss, tik wesentlich wirtschaftlich britischen Ä der Farmer - Selbst ® fanden vor l Absatz, wie untergebracht 3crt)og ij neuen ‘Skltba zu interessiere der Dothn-Sn chen Englaiü) mehr. Olle I essenten in ( einen interess deren für Gol ser, Eisen, T Mtiellc An M des Ta sMstehen, führt wird. $ Mortabeler ichlenniNn. ( gesaht - w Mrn, denn Äankees. Daneben Problem aus veißen I Farbige der England § $Q9 wen Obigen nid Kr die Sch w Ras^ ^gsien Arü di- dunstig. die Äuder wie^ xl Nicht 08 3^ ’ nr 0* dvn ■ mit Ünd^I^-^el JT? das ort rrn.l,lb in S keichh. als Q L-K 6$ "Honigs nun £ dvn Flagge hnt tinniL^ und s-r7’ uni ihm unteÄj das ba: '^erhvg f^r ,, bsNd^L Vut Die müde, weiche, feuchte Luft legte sich um seine Augen wie em grauer Schleier. Um seinen Kopf lag ein eiserner Druck wie nach Ueberanstren- gungen ... Er hätte etwas darum gegeben, heute abend zu Hause bleiben zu können, statt seinen Frack anlegen zu müssen, um in Hellen, überheizten Salons Gespräche mit gleichgültigen Menschen zu führen. In der Taunusstraße kam er an einer bekannten Musikalienhandlung vorbei, in der er Noten bestellt hatte, und er trat ein. An dem Ladentisch lehnte ein junger Herr in einem dicken englischen Mantel, der Partituren durchsah ... Er drehte sich herum. „Ah, Manfred ..." Es war Bender. Die beiden schüttelten sich die Hand. „Wie geht's? Ich hörte, es geht nach Spanien?! — Beneidenswert!" „Ach ja ... es wird eine Strapaze fein, wie das Ausland meist ... Uebrigens besten Dank, lieber Bender--" „Für was?" „Nun, Sie hoben doch die Begleitung meiner Frau übernommen ..." „O bitte, Has ist mir ein Vergnügen ... mit Ihrer Gattin zu musizieren." „Proben Sie noch vorher?" „Ach, wozu? Geniale Leute wie wir ... wir haben telephonisch alles ausgemacht ... gestern ... schon erledigt ... Die Lieder kennen wir beide auswendig ... sind für das Publikum übrigens viel zu schade ..." Und als der Verkäufer herbeigeeilt kam, rief Bender: Ja, jetzt hab' ich keine Zeit mehr, was auszusuchen! Ich habe Probe zu der neuen Operette. Ein gräßlicher Schmarren", fügte er zu Manfred gewandt hinzu, indem er seinen Hut aufstülpte. Eine Notenrolle unterm Arm, verließ er grüßend den Laden ... „Auf Wiedersehen heute abend ..." Draußen, als Manfred schon hoch oben in den Wäldern war und unter den goldbraunen Laub- Käse in bester Qualität Schweizer Edamer Holländer Chester Camembert Gervais 77Goa Romadour Limburger Emmentaler ohne Rinde stets frisch. WM Orieseb, Seltersweg 70, Konzert ... Nächste Woche? Am Montag vielleicht? Diese ewigen Absagen in letzter Minute und die Entschuldigungen hinterher ... Viel zu tun? ... Hat nicht jeder Mensch viel zu tun? ... Nein, ich kann nicht daran glauben.. ich spreche hier im Vor- zimmer ... Wie? ... Nicht ins Konzert morgen weshalb? Verhindert ... wie immer--nun, es ist vielleicht besser ..." In diesem Augenblick mußte sie bemerkt haben, daß jemand hinter ihr stand. Sie drehte sich rasch um ... Als sie Manfred sah, krampfte sich ihre Hand fester um den Hörer ... „Du?" sagte sie gedehnt ... Was willst du?" „Ich möchte auch sprechen, ich warte ..." Er sah sie an. Im Telephon hörte man wieder eine Stimme. Und mit einer festen, ganz veränderten Stimme sagte sie: „Gut — also Monlag-- zwischen fünf und sieben ..Und sie bängte an ... „Wer war es denn?" Er legte die Zigarette fort. „Der Musikdirektor aus Bingen, der mich wegen seines Weihnachtskonzertes festlegen will ... Ich habe auf einer Orchesterprobe bestanden. Er kommt selbst am Montag her ..." „Diesen Montag?" „Ja, du hast es ja eben mit angehört." Sie gab ihm den Hörer in die Hand und ging. Er rief aufs Geradewohl irgendeine Nummer an ... „Hallo, Hallo ..Und dann wartete er. Im Salon tönte Klavierfpiel, Bender war angekommen. Man hatte ihm rasch nachserviert und er saß schon am Flügel ... Man bestürmte Melitta, etwas zu fingen. Er härte die sonore Stimme des Intendanten heraus. Dann legte sich der Sturm--. Alles ward ruhig. Ein Stuhlrücken ... ein paar Akkorde ... ein Vorspiel und Melitta fang. „Ich hab' ein glühend Messer ..." Er stand draußen, das Telephon in der Hand, im Bann der Stimme ... Ein trockenes Gefühl saß ihm in der Kehle. Fühlte sie nicht auch, wie die Lüge um sie kroch, wie sie sie in ihr Netz lockte ... bis es eines Tages ... zugeschnürt ward ... Sie konnte noch singen! Alles war still dort drinnen. Hinter den hohen, weißlackierten Türen saßen sie und lauschten. Ein Diener ging auf den Zehenspitzen durch das Vorzimmer mit einem Tablett, auf dem leere Sektgläser leise klirrten. (Fortsetzung folgt.) FLITl vernichtet Fliegen Schnaken Wespen. Mott en. Wanzen. Schaben. Ameisen samt Brut. fronen der Eichen dahinschritt, fiel ihm ein, daß er ganz vergessen hatte, nach seinen Noten zu fragen ... Eine Uhr schlug in der Ferne fünf. Jetzt, dachte er — jetzt — in der Platanenstraße. .. Die „Verabredung mit Bender" — der eine Probe im Opernhaus hatte, ihre Eile, fortzukommen — der Schlangenreif im Safe — der nie erscheinen würde — davon war er überzeugt — es paßte alles in den Ring ... Auf eine Lüge mehr oder weniger kam es nicht mehr an. Er stieg den einsamen blätterbestreuten Weg zu der Höhe hinauf. Er hatte das Bedürfnis, aus der beklemmend weichen, drückenden Luft der Stadt hin- auszukommen. Ein Kirchhof lag am Wege. Dort drinnen hinter der roten Mauer lag ihr Vater ... Seltsam, daß man nie daran dachte, wo man einmal begraben sein wollte. Irgendwo mußte man doch schließlich hin. Seine Heimat lag in weiter Ferne ... fortgeschwommenes Land, die Polen hatten es in Händen ... dorthin wollte er nicht mehr zurück. Hier, wo fein Leben Wurzel gefaßt, wollte er ruhen ... Das Tor stand offen. Er ging zwischen den Gräbern durch auf das Haus des Kirchhöfgärtners zu und fragte, wo man sich ein Erbbegräbnis bestellen könnte. Der Mann ging mit ihm an neugeschaufelten Gräbern vorbei, er trug einen Spaten in der Hand und zeigte ihm einige Gräber an der Mauer ... Aber dorthin wollte Manfred nicht. „Das ist ungemütlich, man will doch nicht gerade am Wege liegen." Unter einer schönen, hochgewachsenen Edeltanne bestellte er feine Grabstätte ... „Für einen ober zwei?" fragte der Mann, das Notizbuch in der Hand. „Für zwei natürlich ... für meine Frau das andere ... wenn sie mich üoerlebt, mag sie damit anfangen, was sie will, ich möchte jedenfalls hier oben liegen." ...Es gingen schwarzgekleidete Frauen zwischen den Gräbern umher, die Kränze und Blumen trugen, und aus einem Restaurant in der Nähe hörte man ein Grammophon. Jemand sang eine Operettenmelodie. „Ja, es ist nicht schön, daß man daß so neben sich hat," sagte der alte, weißhaarige Gärtner, „aber das ist so im Leben. Der Tod steht immer dicht daneben und sieht zu, während die anderen tanzen und fingen ...Er wartet nur ... draußen vor der Tür ..." Als Manfred die Straße hinunterschritt, war ihm leichter. Er kam sich vor wie jemand, der vor- Schirme in großer Auswahl, zu billigen preisen. Heinrich Sack, Mrttstraße 19. 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Die Engländer haben sich in den hundertundzwanzig 2ahren, seit sie am Kap der Guten Hoffnung Fuß faßten, niemals mit einer bescheideneren Rolle abfinden müssen als heute. Roch vor wenigen 2ähren war diese Stadt nahezu ganz englisch. Wer rn groben Warenhäusern Einkäufe machte und Dabei „ Afri- tans" sprach, wurde von obenher abgefertigt, nur der englisch Sprechende wurde „bedient". Auf den Danken, der Eisenbahn, ja selbst auf der zweistöckigen Straßenbahn war cs dasselbe. Besonders der junge Afrikaner verleugnete gern seine Herkunft und bediente sich der englischen Sprache, trug englische Kleidung und gab sich als Brite. Seit General Hertz o g mit seiner Rattona- listenpartei die Regierung mit Llnterstühung der englischen Arbeiterpartei übernommen hat, ist das ganz anders geworden. Freilich konnte auch er die Afrikanisierung in diesem Tempo nur durchführen, weil ihm die englische Kriegspolitik zu Hilfe kam. Der Bur hat seine und seiner Führer absolute Lleberlegenheit über die Engländer erkannt und nutzt sie aus. Auch die Burenjugend, die gern an die deutschen hetzerische Propaganda der Bothapresse glaubte, weiß das, trotzdem sie sieht, daß immer noch selbst der gewöhnliche englische Soldat manchem Buren- offizier an Benehmen überlegen ist. Der nationale Dünkel ist erwacht und er verleiht Schwungkraft. Der Brite war im Kriege gezwungen, den Buren für seine Zwecke zu gebrauchen und jetzt muß er plötzlich erkennen, daß der Dur selbständig geworden ist. General Hertzog. ein scharfer Gegner des Hineinziehens der Buren in die briE-imperialistische Kriegsführung, verdankt gsba?e'"diesem Umstand Erfolg nach Erfolg. Alte Freunde, deren zuverlässiges und ruhiges Urteil ich kenne, sagten mir, daß, wenn nicht außergewöhnliche Ereignisse eintreten, die Rolle des Generals S m u t s und seiner aus Engländern und englisch gesinnten Duren zusammengesetzten südafrikanischen Partei erledigt ist. Man rechnet fü» die nächsten Wahlen zum Tlnionsparla- ment mit einer solchen Stärke der Rat.onalisten, daß diese, falls sie es wollen, auch ohne Arbeiterpartei eine Regierung bilden können. Der verstorbene Botha, dessen Rachfolger Smuks ist, stützte seine englandfreundliche Politik wesentlich auf die Ueberlegung, daß Südafrika wirtschaftlich auf den Zusammenhang mit dem britischen Reiche angewiesen sei. Wolle konnte der Farmer noch anderswo absehen, aber Fleisch? — Selbst Gold und die Menge der Diamanten fanden vor dem Kriege in England den sichersten 2Ibsah, wie auch in England allein Anleihen untergebracht werden konnten. Hertzog ist eS gelungen, Amerika, den neuen Weltbankier, für Südafrika in einer Weise zu interessieren, daß selbst ehemalige Anhänger Der Dotha-Smuts-Partei heute sagen: Wir brauchen England nicht mehr, Amerika bietet und mehr. Die habe ich mehr amerikanische Interessenten in Südafrika gefunden, als jetzt. Die einen interessieren sich für Petroleum, die anderen für Gold, Diamanten, Kohlen, Zinn. Kupfer. Eisen, Manganerze: wieder andere für industrielle Anlagen und für Hotels. Aus der Höhe des Tafelberges soll ein luxuriöses Hotel entstehen, zu dem eine Schwebebahn herauf geführt wird. Die Eisenbahnen will man ausbauen, komfortabeler gestalten und den Verkehr be- schleunigan. Listig hat der Amerikanismus Fuß gefaßt — wirtschaftlich hat er die besten Aussichten. denn dem Buren fehlt die Tatkraft des Vankees. Daneben taucht ein anderes ein volkliches Problem auf: die Frage der Stellung der weißen Rasse. Auf die Dauer beugt sich der Farbige willig nur der höheren Leistung, der Engländer erbringt diesen Beweis von Tag zu Tag weniger. Aber auch der Bur ist dem Farbigen nicht mehr so überlegen. Die Berichte über die Schulentlassenen sprechen eine für die weihe Rasse grausame Sprache, besonders, wenn man sie mit denen über die Farbigen vergleicht. Der Unternehmer richtet sich nicht mehr nach den Forderungen feiner Rasse, sondern nach denen seines Geschäftes, das die tüchtigsten Arbeitskräfte braucht. Man sagt, der amerikanische Einfluß könnte auch hier etwas Helsen. Es läge schon näher, wenn man sich auf die Deutschen verließe. Aber die sind vorläufig abgetan, denn ein Teil der heimischen Presse hat sich am Deutschtum schwer versündigt. Die Berichte über die Aus- und Einwanderung sind für die Engländer denkbar ungünstig. Es ist für sie ein schwacher Trost, daß auch die Durenfamilien nicht mehr so viel Kinder wie früher haben. lleberdies nimmt die Abwanderung von Engländern zu, die Einwanderung ab. Die Einfuhr von „Weltkriegern" aus England war ein Fehlschlag. Old England hat nicht mehr genug Menschen, die das Zeug zum Kolonialpionier besitzen. Au- Osteuropa aber strömen Unmassen von Leuten ins Land. Politisch gehen sie immer mit der Mehrheit, schon aus Geschäftsinteresse, ilnb das Afrikaans lernt sich, weil es so primitiv in Wortschatz und Satzbau ist, noch viel leichter als Englisch. Der Kampf um die südafrikanische Flagge scheint Hertzvgs Stellung zu erschüttern. Aber der von der Presse und von Parlamentariern geführte Feldzug entspricht nicht der Dvlksstim- mung. Richt einmal alle Engländer sind empört, daß nach dem Derschwinden des Kopfes des „Königs von Südafrika" von den Briefmarken nun das britische Hoheitszeichen auf der neuen Flagge nur den sechszehnten Teil der Fläche einnimmt, und daß die Farben des Freistaates und Transvaals gleichberechtigt neben bzw. unter ihm prangen. Orange-Weiß-Blau, die Flagge, unter der van Riebeck in Kapstadt landete — das ist der „neueste Vorschlag zur Güte", wie -Hertzog sagte. Die Faden, die Südafrika mit England verbinden, sind sehr dünn geworden. England kann die Beute des Weltkrieges nicht verdauen. Wer wird die Erbschaft antreten? Die Amerikaner — oder die durch tüchtige deutsche Kräfte verstärkten Südafrikaner, die Duren? Turnen, Sport und Spiel. Allgemeiner Deutscher Turnerbund (21. D. T.) Dundesmeistrrfchaften. Am Samstag und Sonntag hielt der Allgemeine Deutsche Turnerbund sein diesjähriges Bundesmeisterschaftsturnen inD u i s- burg ab. Cs war die 3. Meisterschaft, die der junge Bund zum Austrag brachte. Die Wettkämpfe sanden im Stadion statt. Am Samstag abend sand eine Begrüßungsfeier statt. Der 2. Dundesvorsihende Zöller- Hausen (im Turngau Lahn-Dünsberg) hielt die Begrüßungsansprache. Musik- und Gesangsvorträge. Hebungen an Reck und Barren, sowie Freiübungen und Keulenschwingen einiger Frauenriegen verschonten den Abend. Rund 500 Turner und Turnerinnen traten am Sonntag früh zum Wettkampf an. Am Rachmittag waren die Entscheidungskämpfe in den verschiedenen Einzel- und Staffelläufen, in Schlagball und in Hand- und Faustball. Einzelne Leistungen erreichten bei sehr schöner Ausführung eine beachtenswerte Höhe: z. B. Weitsprung = 6,58 Meter (Stiegel, Dietzingen), Hochsprung = 1,75 Meter (Roß, Duisburg), Stabhochsprung = 3,30 Meter (Hardt, Kelsterbach), 100-Meter-Lauf = 11,1 Sekunden (Hoffmann, Aldingen). In den Spielen Hand-, Schlag- und Faustball wurde ganz besonders Gutes gezeigt. Das größte Interesse fand das Hcrndball- spiel zwischen „Sportverein Darmstadt von 1898“ und der Handballabteilung des Turnvereins „Schwarzenberg" (Riedemchein). Darmstadt gewann mit 3:2. Sonntagnachmittag erfolgte der Einmarsch ins Stadion. Weit über 1000 Turner und Turnerinnen nahmen daran teil. In Vertretung des Oberbürgermeisters Dr. Jarres begrüßte Beigeordneter Eremers im Rainen der Stadt die Turngäste. Der 2. Bundes Vorsitzende Zöller (Hausen) dankte der Stadt für die gastliche Aufnahme. Rach der Schlußansprache des 2. Bundes- Vorsitzenden Zöller fand die Siegerverkündigung statt. Aus der Siegerliste geben wir folgenden Auszug: 200-Meter-Lauf: 3. Sieger: K. Schäfer. Echzell, 23,8 Sek. 400» Meter-Lauf: 1. Sieg: K. Schäfer, Echzell 52,8 Sek. 800-Meter-Lauf: 3. Sieg: Krick- ser, Eppertshausen (Darmstadt) 2,09 Min. 5 000- Meter-Lauf: 2. Sieg: Siegel, Mörfelden (Darmstadt) 16:14,8 Min. Vi er mal-100- Meter-Staffel für Verbände: Süd- westdeutscher Tumverbd. 48 Sek. Hochspruna: Wahlmann, Eppertshausen, 2. Sieg, 1,70 Meter. Göckel, Dreieichenhain, 2. Sieg. 1,70 Meter. Weitsprung: Adam, Eppertshausen (Darmstadt). 2. Sieger, 6,12 Meter. Stabhochsprung: Hardt, Rüsselsheim, 1. Sieg, 3,30 Meter. Steuerwald. Rüsselsheim, 2. Sieg. 3 Meter. Krickser, Eppertshausen, 3. Sieg, 2,90 Meter. Kugelstoßen: Schneider, Rüsselsheim, 1. Sieg, 12,71 Meter. Geräte-Fünfkampf (Turner): Waldmann, Adam, Eppertshausen, 1. Sieg. 250 Punkte. Göckel, Dreieicheichain, 3. Sieg. 247 Punkte. Schieferstein, Reinhard, Launsbach, 9. Sieg. 231 Punkte. Geräte- Fünfkampf (Frauen): S. Detters, Wixhausen (Darmstadt), 1. Sieg. 89 P. Geräte-Sechskampf (Frauen): Paula Hildebrand, Wieseck, 4. Sieg. 94 Punkte. Anna Bernhardt, Wieseck, 11. Sieg. 86 Punkte. Spiele: Handball: Endspiel:Sportverein Darmstadt von 1898 gegen Jahn. SH Warzen berg 3:2 (Darmstadt Dundesmeister 1927). Faustball: Endspiel: Jahn, Essen — Münster a. Reckar, 23:21 (Jahn Bundesmeister 1927). Schlagball: Frischauf, Remscheid gegen Altenessen 72:27 (Frischauf Bundesmeister 1927). Mdrcrcher 1900 geht zu „Preußen" Krefeld. Wie wir erfahren, beabsichtigt E l d r a ch e r, der hervorragende Sprinter der Spielvereinigung 1900, zu Preußen-Krefeld überzutreten. So sehr man den Abgang dieses Läufers bedauern muh, so muh man doch zugeben, daß Eidracher bei seiner glänzenden Veranlagung bei Preußen-Kre- feld unter Altmeister Houben die richtige Trainingsmöglichkeit geboten ist. Gleichzeitig wird die Preußen-Staffel, der außer Houben die bekannten Sprinter Schüller und Salz angehören, durch Eldrachers Hinzukommen eine nicht zu unterschätzende Verbesserung erfahren. -i- Neusr 300-Mtr -Rekord Houbens. Am Mittwoch fanden sich die Amerikaner Cummings, Conger, Roll und Jackson Scholz in Dresden ein, um an den internationalen leichtathletischen Wettkämpfen des SD. Dresdensia-Dresden teilzunehmen. Rur 2000 Zuschauer hatten sich eingefunden, die Zeuge recht guter Leistungen in den Laufkonkurrenzen wurden. Die Ausländer konnten ihre bisher besten Erfolge auf ihrer Deutschlandreise erzielen. Im Rahmen des Wettkampfes unternahm Hubert Houben, Krefeld, einen Rekordversuch über 300 Meter, der ihm in glänzender Weise gelang. Auf der Strecke Begleiteten ihn der Berliner Hermann S ch 1 ö s k e. der Breslauer Kunde und der Dresdner Knoblich. Hubert Houben lief die 300-Meter-Strecke in der neuen deutschen Rekordzeit von 3 4,2 Sekunden und verbesserte damit den 1921 von Dünker ausgestellten Rekord um ’/io Sekunden. Nadklub Germania Gießen. Der Club beendete seine diesjährige Rennsaison am 'Sonntag mit der Austragung seiner C l u b > I meisterschaften über 1-Kilometer-, 20-Kilo- meter= und 10-Kilometer-Jugendrennen. Sämtliche Rennen verliefen gut und zeigten schöne Kämpfe, lieber die kurze Strecke holte sich Hans Preis sicher die Meisterschaft zum dritten Male, auch die 20 Kin. waren ein Sieg für Hans Preis, nadjbem er feine stärksten Gegner Ludw. Volz und Hch. Preis auf der Strecke abgeschüttelt hatte. Bei der Jugend siegte S). Fehling nach dauernder Führung über die ganze Strecke mit einer halben Minute Vorsprung vor O. Von-Eiff. Ergebnisse: 1 Km.: 1. Hans Preis: 2. L. Dc^z; 3. Hch. Preis; 4. L. Schlund; 5. G. Dunges; 6. Fr. Holleiger. 20 Km.: 1. S). Preis, 32:10; 2. Ludwig Volz, 33:15; 3. S). Preis (halbe Länge): 4. Schlund, 34:40; 5. Gg. Dunges, 35:10; 6. Fr. Holleiger (halbe Länge). 10 Km. Jugend: 1. H. Fehling, 24:10; 2. O. Von-Eiff, 24:40; 3. W. Walter, 24:55 ; 4. W. Schmidt, 25:15; 5. K. Schlund, 25:30. Außer Konkurrenz: W. Siewert, 24:30. Gietzener Tennisturnier. Das in der Zeit vom 2. bis 5. September vom Gießener Tennisverein von 1922 veranstaltete Turnier, das erste seiner Art in Gießen, war vom Wetter auherorientlich begünstigt und nahm einen glatten Verlauf. In der Schlußrunde waren Frankfurter Spieler siegreich. Die Kämpfe hatten folgende Ergebnisse: Herreneinzelspiel: Schlußrunde Gose- soich-Frankfurt gegen Eohn-Köln 6:3, 6:2. Dritte Preise fielen an CrweN-Frankfurt a. M und Heene-Mainz. Dameneinzelspiel: Schlußrunde Fräulein Wenzel-Frankfurt a. M. schlug Frau Weck- esser-Marburg mit 7:5, 6:2. Dritte Preise fielen an Fräulein Schmidt und Frau 'Dr. Beyer, beide aus Dad-Rauheim. Herrendvppelspiel: Schlußrunde Gose- wich— Erwen schlagen Regroz—Hcene überlegen 6:2. 6:4. Gemischtes Doppels Piel: Fräulein Zint—Erwen schlagen Frau Kleinschmidt—'Werner aus Darmstadt mit 6:3, 6:1. Kämpfe im Mngen und Stemmen Friedberg - Gießen. Arn Sonntag fanden auf der Liebigshöhe die Retourkärnpfe im Stemmen und Ringen Friedberg — Gießen statt. Im Stemmen trat Friedberg mit nur 5 Mann an. sehr zum Schaden Gießens, das dadurch gezwungen war, ebenfalls 2 Gewichtsklassen zurückzustellen. Resultat: Friedberg 1215 Pfd., Gießen 1245 Pfd.: Sieger: Gießen. Außer Konkurrenz riß D e l l o f f - G. ßen einarmig 115 Pfd., Geißler-Alsfeld 100 Pfd. Beidarmige Höchstleistung außer Konkurrenz: Geißler-Alsfeld 180 Pfd.. Adolf Schepers- Gießen 170 Pfd. Der 16jährige Willi H e r t r i ch- Gießen riß einarmig 90 Pfd. und stieß beidarmig 155 Pfd. Im Ringen konnte Friedberg nur 6 Mann stellen und erhielte 4 Siege. 1 Ali entschieden und 7 Riederlagen gleich 9 Punkte; Gießen erzielte 7 Siege, 1 Unentschieden und 4 Riederlagen gleich 15 Punkte und siegte somit mit 15:9 Punkten. Zum Ringen ist zu sagen, daß im Fliegengewicht der noch jugendliche M e i s e l - Gießen gegen den guten Friedberger Wend land nicht aufkommen konnte und sich 2 Aiederlagen gefallen lassen mutzte. Im Bantamgewicht hielt Götz- Dietzen im ersten Gang seinem Gegner Greiler - Friedberg bis zum Unentschieden stand, erlag jedoch im zweiten Gange einem gut angesetzten und blitzschnell auSgeführten Untergriff. 2m Federgewicht hatte H u n st e i n - Gießen mit dem noch sehr jungen Muhl- Friedberg leichtes Spiel und bezwang seinen Gegner durch schöne Armfesselung in beiden Gängen in je 1 Minute. 3m Leichtgewicht machte Bellos f - Gießen mit öem sonst nicht schlechten Friedberger Michel nicht viel Federlesen und warf ihn durch Armzüge bzw. Halbnelson in 1.45 und 2.45 Minuten. Im Leichtmittelgewicht hatte Wilhelm Schede r s - Gießen (eigentlich Leichtgewichtler) sehr schweren Stand gegen Stab- Friedberg, der über eine sehr gute Ringtechnik verfügt. Rach wechselvollem, spannendem Kampfe gelang es Schepers, im ersten Gange nach 9.40 Minuten seinen Gegner durch Eindrücken der Brücke zu besiegen. Im zweiten Gange wurde Stab« Friedberg als Sieger nach Punkten erklärt. Im Schwermittelgewicht trat der sonst in der Leichtmittelgewichtklasse ringende Gießener Meininger dem ebenfalls über gute Technik verfügenden Friedberger Hertel gegenüber und besiegt ihn im ersten Gange in 2 Minuten durch Uebertourf. 2m zweiten Gange nahm Meininger jedoch seinen Gegner nicht mehr ernst, so daß er selbst wiederholt in gefährliche Lagen geriet, wodurch der Kampf unentschieden blieb. Rach dem dritten Gange konnte Meininger nur durch Losen feinen zweiten Sieg heraushvlen. 2m Boxkampf konnte weder Friedberg noch Gießen gegen die guten Alsfelder Bvxer auf» kommen. Spieivereinigung 1900 Gießen. ö. Der nächste Sonntag wird für die Fußballabteilung der Spieloereinigung 1900 ein Großkampftag werden, denn sämtliche Seniormannschaf- ten sind in Meisterschaftsspielen tätig. Darunter die erste, zweite und vierte Mannschaft erstmalig, während die dritte Elf ihr zweites Verbandsspiel absol- niert. Die Lage in der 2. Bezirksklasse im Lahnkreis hat sich in der Zwischenzeit so gestaltet, daß alle seit dem 21. August tätig gewesenen Mannschaften Punktoerluste erlitten haben, ausgenommen der Neuling Kirchhain, der sein Debüt am vorigen Sonntag gegen Ockershausen überrafchenderweise mit 6:1 siegreich gestalten konnte. Für die jetzt erst eingreifende Elf 1900s wären somit die besten Aussichten vorhanden, in diesem Jahre gleich von Anbeginn an einen günstigen Tabellenstand zu erreichen. Die Leistungen der Gießener Elf sind zur Zeit aber so schwankend, daß man ernstlich bezweifeln muß, ob sie sich in dieser Saison überhaupt Aur Geltung bringen kann. Neben drei zum Teil sehr hohen Niederlagen konnte nur ein schöner Sieg errungen werden. Ob jedoch diese Resultate einen Maßstab für die wirkliche Spielstärke abgeben, läßt sich bezweifeln, denn bis jetzt ist 1900 noch nicht ein einziges Mal seinen Gegnern in kompletter Ausstellung entgegengetreten. So wird es aud) im Spiel am kommenden Sonntag gegen den Verein für Rasenspiele Butzbach sein, denn zur Zeit befindet sich das Militär auf dem Truppenübungsplatz, und die Studenten weilen in Ferien. Es werden somit abermals vier gute Kräfte ersetzt werden müßen. Zudem ist Butzbach kein zu unterschätzender Gegner. Das Treffen wird von Schiedsrichter Geisel (Alsfeld) geleitet. Nach dem Ligaspiel stehen 19 00s 1. Jugend und Butzbachs 1. Jugend kn Diplomspiel gegenüber. Hier rechnet man bestimmt mit einem Sieg der Einheimischen, da 1900 erst vor 14 Tagen über diese Elf mit 3:0 siegen konnte. Die 2. Jugend 1900s trifft auf die neu- gegründete 1. Jugend vom Ballspielclub 1 9 2 0 Gießen. Erst nach hartem Kamps sollte hier der Sieger feststehen. Die Ligareserve spielt vor dem Ligaspiel gegen die gleiche Elf vom Verein für Bewegungsspiele Gießen. Beide Mannschaften sind äußerst spielstark in kompletter Besetzung. Die 32-Mannschaft fährt nach Dau» bringen. Sie ipird gegen die dortige 1. Elf schwer zu kämpfen haben, um ehrenvoll zu bestehen. Die 3b-Mannscyaft wird sich auch in Klein- Linden von der eifrigen 1. Elf des Verbandsneulings nicht in ihrem gewohnten Siegeszug aufhalten lassen. Die Verdandsspiele im Arbetter-^urn- und Sportbund. £ Zu den am vorigen Sonntag begonnenen Dezirksspielen treten nunmehr am kommenden Sonntag die Spiele der K r e i s k l a s s e. Damit sind nun alle Mannschaften in Tätigkeit, und der Kampf um die Punkte wird mit vollster Intensität durchgeführt. Die Kreisklasse. Von den beiden dem hiesigen 3. Bezirk angehörigen Mannschaften tritt nur Gießen in Aktion. Das ursprünglich vorgesehene Spiel Dorheim—Heuchelheim fällt aus. Gießen hat gleich eine schwere Fahrt anzutteten, Frankfurt- Praunheim ist der Gegner. Diese Mannschaft verfügt über recht gute Kräfte, die in den Auswahlmannschaften des Kreises stets Verwendung finden. Auf eigenem Platz ist der Mannschaft der Sieg unbedingt zuzutrauen. Gießen fährt mit der Absicht nach Praunheim, zu gewinnen. Ob's aber gelingt? Gießen hat schon viel gewonnen, wenn es mit einer knappen Riederlage heimkommt. Die I. Klasse. Gießen I b hat auf eigenem Platz Marburg I als Gast und wird sich abermals eine Riederlage holen. Das 3:4- Ergebnis gegen Raunheim läßt hinter den Marburger Männer- turnem eine recht stabile Mannschaft vermutnr, gegen die die Gießener vergeblich Sturm laufen werden. Auch hier hängt's, wie am Vorsonntag, von der Gießener Hintermannschaft ab, ob das Resultat hoch wird. Wetzlar I und Lollar I werden ihr Zusammentreffen jedenfalls zu einem recht spannenden Spiel gestalten, denn beide Mannschaften finb in ihrer Spielstärke als gleich stark zu bewerten. Hinzu kommt, daß Lollar am Sonntag ganz programmwibrig verlor und sicher bestrebt sein wird, diese Scharte wieder auszuwehen. Ob hierzu der Wetzlarer Platz geeignet ist, erscheint recht fraglich, unZ> die Wetzlarer Mannschaft spricht hierbei ein gewichtiges Wort. Der Ausgang des Spieles muh also völlig offen- gelassen werden. Wieseck I hat Alsfeld I als Gast. Rehmen die Wiesecier das Spiel, durch den Si.g über Lollar nicht übermütig gemacht, nicht von der leichten Seite, so sollte man ihnen den Sieg zutrauen, aber nur dann, wenn während des ganzen Spieles jeder einzelne im gleichen Maße seine Schuldigkeit tut wie am vergangenen Sonntag. Jede Rachlässigkeit wird der flinke imb rücksichtslos angroisende Sturm Als elds zu seinem Vorteil ausnuhen und den Sieg dann in Frage stellen. Jedenfalls tut Wieseck gut, sich die Punkte erst dann gutzuschreiben, wenn der Sieg einwcnrdfrei errungen ist. Die 2. Klasse. Alten-Buseckl und Burkhardsfelden! werden sich in Alten-Buseck ein Spiel liefern, bei dem der Ausgang schwer vorherzusagen ist. Beide Mannschaften dürften über die gleichen Fähigkeiten verfügen. Rodheim! hat Leun als Gast und trifft auf einen außerordentlich zähen und harten Gegner, der ihnen schwer zu schassen machen wird. Zeigt sich Leun in diesem ersten Spiel in seiner früheren guten Spielweise, so wird sich Rodheim sehr anstrengen müssen, wenn die Mannschaft Erfolge erzielen will. Ein Spiel, dessen Ausgang völlig ungewiß ist, werden sich F r o n h a u f e n I und Dau» bringen! liefern. Beide Mannschaften stehen in der Mitte der Tabelle, die spielerischen Leistungen auf beiden Seiten versprechen einen recht spannenden Spielverlauf. Fronhausen müßte den Vorteil des eigenen Platzes ausnuhen und für sich den Sieg sicherstellen. Die Jugendklasse. Wetzlar wird sich in Leun die Punkte ohne große Schwierigkeiten holen und sogar reichlich hoch gewinnen. — Der Ausgang des Treffens Raunheim unb Heuchelheim ist ungewiß. Raunheim spielt auf eigenem Platz und verfügt neben spielerischem Können über ein großes körperliches älebergewichtt die kleinen Heuchelheimer dagegen besitzen die größere Wendigleit und die bessere Technik. — Klein-Linden wird den Gang nach Gießen sicher mit einem Minus abschliehen. — Lollar hat Aussichten, das Spiel gegen Fronhausen zu gewinnen, aber nur, wenn die Marnlschäft in ihrer bestmöglichen Aufstellung antritt und das Spiel ernst nimmt. — Hachborn wird Alten-Buseck auf eigenem Platz glatt überfahren und einen leichten Gewinn buchen. — 2m Spiel Oppenrod gegen Steinbach sollte man Steinbach die meisten Siegesaussichten zurechnen. Die Schülerklasse. Diese Spiele zählen immer zu den schönsten, hier wird noch am meisten „gespielt" und am wenigsten „gekämpft". Das interessanteste Spiel werden Lollar und Wieseck in Lollar bieten. Wieseck ist die ungeschlagene und anerkanntermaßen beste Schülermannschaft des Bezirks. Lollar stellt ebenfalls eine recht befähigte Elf, ss daß es bei dem Sieg knapp hergehen wird. — Gießen fährt nach Daubrinaen und wird sich sehr anstrengen müssen, wenn die Mannschaft gegen die Dörfler nicht den kürzeren zi«hen will« Heuchelheimer FutzbaU. Nächsten Sonntag fährt die 1. Mannschaft des Sportvereins 1 9 2 0 zum Verbandsspiel nach A ß l a r. Der dortige Fußballklub ist aus der 6-Klasse ausgcstiegen und gilt als sehr spielstark. Obwohl chcuchecheim seine beiden ersten Verbandsspiele überzeugend gewonnen hat, muh man doch die Frage i ich dem Sieger für nächsten Sonntag offen lassen. Wird die Sache nicht zu leicht genommen, so müßten den Hiesigen die Punkte zufallen. Die 2. Mannschaft spielt gegen die 2. Mannschaft von Lollar. In Lollar dürften die Heuchelheimer kaum gewinnen. Kirche und Schule. )( Ridda, 8. Sept. Unter dem Vorsitz des Dekans S c r i b a (Eichelsdorf) hielt gestern vor- i.iittag die Dvrfkirch en Vereinigung für das südliche Oberhesfen im (Jambrinussaal dahier ihre Herbsttagung ab. Der Vor- si.iende begrüßte nach Gelang. Echris lesung und (Jebet Ne DersammiTmg, die zum zehnten Male in Riöda stat'.sand, also eine Iubilämnstaqung war, und legte kurz Zweck und Ziel der Dorf- l rchenarbeit dar. Vach Vortrag des Icchres- terichts und sonstiger geschäftlicher Anaelegen- heiten sprach der Redner des Tages, der bekannte Schriftsteller und Vorkämpfer der Dottkirchen- sache, Pfarrer D. Hesselbacher (Baden- Vaden) über „Die Seelsorge auf dem Dorfe". Rock dem der Redner das Thema wegen Mangels an Zeit e.was eingeschränkt hatte, sprach er auf Grund reichster Erfahrung und an Hand von Vorzug! ü. en Beispielen über „Die Vorbedingungen des scel-orgerischen Wirkens auf dem Dorfe". Der Pfarrer muß sich von vornherein zum Dauern stellen als Mensch zum Mensche-.', als Christ zum Christen. Das Dorf gibt dem Pfarrer, eine gründliche Menschenkenntnis, deshalb müßte jeder Stad!pfarrer vorher Dorfpfar-rer gewesen sein. Die Wirklichkeit des Dorfes gibt dern Pfarrer eine ungeheure Bescheidenheit. Der auf das Dorf kommende Pfarrer muß sich hüten vor einer zu großen Idealisierung des Dorfes, aber auch vor einem zu herben Realismus, er muß mit auf die Wirklichkeit eingestellter klarer und ruhiger Seele an fette Arbeit heranirrten, eine genaue Kenntnis des Volkscharaltcrs des einzelnen Dorfes und seiner Bewohner und vor allem eine große Liebe haben, die sich niemals erbittern läßt. Kulturen steigen und fallen, aber das Bauerntum bleibt, der Bauer ist ein besonderer Typus des Menschentums, aber derselbe Mensch mit derselben Seele, mit denselben menschlichen Röten und derselben menschlichen Sehnsucht wie die Menschen zu allen Zeiten. Darum ist Seelsorge auf dem Dorfe im letzten Grunde die Predigt von der Gnade Gottes für die verlorenen Menschen. Der Vortrag fand großen Beifall, löste eine rege Aussp-ache aus und gab allen Zuhörern reichen inneren Gewinn, neuen Mut zur schönen, aber schweren Arbeit. (Sin gemeinsames Mittagessen vereinigte die Teilnehmer. Wirtschaft. Zur Konjunkturlage. Immer zahlreicher werden die Stimmen, die warnend auf die Unvermeidbarkeit eines Rückschlages der deutschen Inlandkonjunktur Hinweisen und die mehr oder minder dringend, je nach ihrer Einstellung, eine nach unten orientierte Preispolitik zur Abwendung bzw. Milderung künftiger Rückschlagsfolgen empfehlen. Die „deutsche Wirtschaft" solle durch rechtzeitige Anpassung die allgemeinen Gefahren einer rückläufigen Konjunlturwelle möglichst öermeiben. Voraussetzung für so einheitlich zu betätigenden Wirtschaftswillen wäre eine in ihrer Ganzheit monopolisierte Wirtschaft als ein bewußter Handlungen fähiges Wirtschaftssubjekt. Dieser Fall ist aber in der deutschen Wirtschaft nicht gegeben. Monopolisiertes, bewußter Marktbeeinflussung fähiges Wirtschaftssubjekt ist nur eine Minorität der deutschen Wirtschaft, der eine nicht monopolisierte Majorität als insbesondere in der Preispolitik abhängiges Wirtschaftsobjekt gegenübersteht. Folglich erscheint jene nach unten gewendete Richtungsänderung in der Preispolitik nur von den monopolisierten Teilen der deutschen Wirtschaft ausgehend vorstellbar. Davon ist jedoch — bis jetzt wenigstens — nichts zu merken. Von der eisenschaffenden Industrie Deutschlands sind weitere Erhöhungen ihrer Produktionskapazität, von England ist eine Senkung der Roheisenpreise bekannt geworden, so daß trotz bestehender deutscher Eisenzölle die Einfuhr englischen Eisens möglich erscheint. Dieser Tatbestand scheint nicht darauf hinzuweisen, daß auf feiten der eisenschaffenden deutschen Industrie mit baldigem Rachlassen des deutschen Intandeisenver- brauches gerechnet würde. Es darf ja auch erwartet werden, daß mit der Realisierung des großen Berliner Wohnungsbau-Programmes — dessen Finanzierung nun gesichert ist — möglichst bald vor Eintritt der großen Froslperiode begonnen wird. Dadurch würde zunächst jedenfalls ein großer Teil dec 120 Millionen Mark Bau- gelder über die dem Baugewerbe nahestehenden Hilfsgewerbe in die übrige Wirtschaft einfließen und so eine volkswirtschaftlich sehr wünschenswerte erhebliche Milderung der saisongemäßen Herbstverknappung des deutschen Geldmarktes schaffen. Insofern könnte das Berliner große Bauvorhaben eine allgemein sehr willkommene Verlängerung der gegenwürti -en Konjunktur in erheblichem ■Umfange gewährte.stsn. Es liegt nahe, daß ein möglichst unverzüglicher Beginn dieser umfangreichen Berliner Wohnungsbauten auch weiten Kreisen jener Industrien willkommenen Auftragsbestand für Winterbefchästigung bringen würde, die Artikel für Wohnungseinrichtung Herstellen, die lcj Bauherr selbst zu beschaffen bat. Anders liegt der Fall für jene mittleren und kleinen Fertigwarenindustrien, die Qualitätswaren für elastischen (au'schiebbaren) Bedarf Herstellen. Für sie, die nicht Artikel fabrizieren, die unmittelbar zum Bau gehören, dürfte aus dem großen Berliner, Bauprogramm direkt nichts abfaßen. Sie werden sich ihren Anteil von der kommenden Baukonjunktur nur dann sichern können, wenn sie sich so um- und einstellen, wie Geheimrat K a st l auf der Frankfurter Industrietagung sehr zweckentsprechend ausgeführt hat: „Masi.'nherstcttung von Qualitätswaren für Inland und Ausland, nicht nur als Luxuswaren". Auch der Verbraucher mit niedriger Kaufkraft hat Anspruch auf Qualität. Die Käufermassen haben heute nicht nur in Deutschland, sondern Überall, in allen Ländern der Welt, eine niedrigere Kaufkraft. Nolens volens wird sich die deutsche Qualitätsindustrie darauf einstellen müssen, wenn sie für" Inland und Ausland konkurrenzfähig bleiben will. Wer am Käufer verdienen will, muß dem Käufer auch dienen v-tieu Jeder Käufer will für möglichst billigen > -e J möglichst gute Verwendungsnhig- keit der Ware. Deshalb wird man auf „schwer« Qualität", „Materialechtheit", wo es der Verwendungszweck technisch nicht erfordert, ebenso auf Ausstattung mit überflüssigen Kinkerlitzchen — nur um auf den Stückpreis mehr aufschlagen zu können — verzichten müssen zugunsten des altbewährten Grundsatzes «großer Ämsatz durch kleinen Stucknutzen". Rur dieser Weg des „do ui des“ kann zu erfolgreicher Selbsthilfe führen. Die ErnLesrnanzisrung. Durch die erhebliche Verspätung der Ernte ist in der Landwirtschaft allgemein ein Geldmangel eingetreten, der die Frage der Ernte- sinanzierung in den Vordergrund stellt. Die von den großen Instituten, der Deutschen Rentenbankanstalt und der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse, gewährten Mittel sind bereits bis aufs äußerste in Anspruch genommen. Diese Tatsache ist um so bedenklicher, als der Präsident der Preußischen Zentralgenossenschasts- kasse erst kürzlich auf die gegenüber dem Vorjahr erhebliche Inanspruchnahme der Dank, speziell in Personalkrediten, hingewiefen hat. Hinzu kommt, daß seitens der Landwirtschaft die Rückzahlung der 293 Mill. Mk. Abwicklungskredite an die Deutsche Rentenbank-Kreditanstalt bevorsteht, deren Abdeckung selbst im Falle einer normalen Mittelernte Schwierigkeiten bereiten muß. In maßgebenden Kreisen wird deshalb angenommen, daß man um Sonderbeihilfe nicht herumkommen wird, um die rechtzeitige Rückzahlung der Abwicklunaskredite sscherzustellen. Das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat sich bereits mit dieser Frage beschäftigt: es steht jedoch auf dem Standpunkt, daß Sonderbeihilsen Vorzug - weise Sache der Länder sind, wenngleich auf der andern Seite, wie wir erfahren, das Reich alles tun wird, um die unter diesen Umständen erforderlichen Prolongationen für Weck)sei Herbci,zuführen und auf die in Frage kommenden Kreditinstitute einzuwirken. Cs kann damit gerechnet werden, daß die von der R e n t e n b a n k ansgecebenen Personalkredite bis zum Frühjahr 1928 verlängert werden. Ob es zu der nach einer Pressemeldung möglichen Sonder,Zuweisung auf die Raiffeisen-Genossenscha't und den Reichslandbund in Höhe von 200 Mill. Mk. kommen wird, wird uns von zuständiger Seite als noch sehr unbestimmt bezeichnet. Man wird auf jeden Fall durch die u. a. zu diesem Zweck besonders geschaffene Rentenbank-Kreditanstalt versuchen, über die durch die Verspätung der Ernte eingetretene mißliche Lage der Landwirtschaft Hinwegzukommen. Der von der PreisberichtLstslte beim Deutschen Landw'.rtschastsrat zusammengestellte Saatenstandsbericht hat auch bei den zuständigen Sielten großen Eindruck gemacht, da die Zahlen der Erntevorfchätzung dieser (Stelle die anfänglichen ho.igespannten Hoffnungen der preußischen Landesstalistik in keiner Weese bestätigen. * Oie Weltgetreideernte. Das amerikanische«. Landwirtschaftsdepartement macht die amerikanischen GetreideproLuzenlen darauf aufmerksam, daß sie voraus,ichttich beim Absatz ihres Getreideüberfchusfes im Auslände Schwierigkeiten haben könnten, und zwar wegen der vermehrten Getreideproduktion in Kanada, Argentinien und Australien. Man schätzt die Weltgetreideernte dieses Jahres auf nie gleiche Höhe wie im letzten Jahr. Wenn die Verhältnisse im nächsten Jahr gut sind, so wird die Getreide- Produktion lS2b wahrscheinlich einen Rekord bar- stellen. Die Möglichkeit, für den amerikanischen Markt neue Absatzgebiete im Auslande zu finden, wird jedes Jahr geringer, unb man könne nicht auf eine Kompensation von feiten des in» ländischen Marktes zählen, weil der Getreide- verbrauch in den Vereinigten Staaten eher im Rückgang als im Wachfen begriffen ist. * Amerika Anleihe der Deutschen Bank. Wie der WTB.-Handelsdienst erfahrt, hat die Deutsche Dank mit der Firma Dillan Read & Co. in Neuyork ein fünfjähriges Darlehn von 25 Millionen Dollar abgeschlossen, wogegen in Neuyork sechsprozentige, am 1. Dezember 1932 fällige Treuhändernoten emittiert werden. Der Betrag soll dazu dienen, an Stelle kurzfristiger Bankkredite mittleren Jndustrieunternehmungen Betriebsmittel auf längere Zeit zur Verfügung zu stellen. * Sie Opelwerke Rüsselsheim in Rußland. Wie der Lpd. von zuständiger Seite erfährt, trifft trotz eines anderweitigen Dementis eine Berliner Meldung, der zufolge die Opelwerke Vorverhandkungrn zur Errichtung einer Fahrradfabri? in Rußland pflegen, im Grunde das Richtige. Rachbein bisher ein Vertreter der Opelwerke auf eigene Rechmung ohne Kapitalbeteiligung von Opel Handelsgeschäfte mit Fahrrädern nach Rußland betrieben hat, schweben seit einiger Zeit Verhandlungen, die auch eine kapitalmäßige 93eteiligung der Opelwerke in Rüsselsheim an dieser Rußland-Transaktion beabsichtigen. Rä^eces ist in den nächsten Wochen bereits zu erwarten. * Haigerer Hütte A.-G. Die Haigerer Hütte A.-G. in Haiger, die mit einem Aktienkapital von 500 000 Mark arbeitet und den Sächsischen Gußstahlwerken, Döhlen, nahesteht, hat einer Meldung der „Köln. Ztg." zufolge, die Aktienmehrheit der Rasselsteiner Cisenwerksgesellfchaft A.-G. in Neuwied-Rasselstein erworben. Die Rasselsteiner Eisen- werksgescllichaft besteht bereits über 150 Jahre und wurde 1923 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Das augenblickliche Aktienkapital beträgt 9 Millionen Mark, im abgelaufcnen Geschäftsjahr wurde ein Verlust von etwa 166 000 Mark ausgerviesen. * Aufwertung polnischer Staats- a n l eihsn. Die polnische Regierung hat mitgeteilt, daß mit Rücksicht auf die zwischen Deutschland und Polen bevorstehenden Aufwertungsverhandlungen die Erledigung der Anträge deutscher Reichsangehöriger auf Aufwertung bzw. Konvertierung von Obligationen der fünfprozentigen polnischen kurz- und langfristigen Staatsanleihen aus dem Jahre 1920 bis zum Abschluß dieser Verhandlungen zurück- gcstcllt werden müßte. Frankfurter Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Frankfurt a. M., 9. Sept. Tendenz: fester. — An der Börse konnte sich heute eine merkliche Besserung der Stimmung durchsetzen, wenn auch der Geschäftsumfang nicht groß war. Die Spekulation, die bekanntlich viel Material vorgegeben hatte und auch gestern mit größeren Blantoabgaben am Markte war, mußte zu Deckungen schreiten. Die freundlichere Tendenz hatte ihre Ursache in der Bestätigung, der schon seit einigen Tagen umlaufenden Gerüchte, daß die Deutsche Bank bei Dillon, Read & Co. in Neuyork ein Sjähriges Darlehen von 25 Millionen Dollar aufnehmen wird. Aus dieser Anleihe sollen der mittleren Industrie Geldmittel auf längere Zeit zur Verfügung gestellt werden, so daß die gefährlichen kurzfristigen Gelder abgelöst werden können. Ein weiteres Moment für die feste Börsenhaltung war die Erleichterung am Geldmärkte, wo Tagesgeld heute stark angeboten war. An den Effektenmärkten konnten die Mehrzahl der Papiere um 1 bis 4 Prozent gegenüber dem gestrigen Abendstande anziehen. Lebhafte Umsätze ver- zeichreten außer J.-G.-Farben (plus 4 Prozent) Scheideanstalt, Zellstoff-Waldhof, Siemens, Har- pener und Rhein braun bei Kursbesserungen von 5 bis 8 Prozent. Bau-Unternehmungen konnten 4 Prozent gewinnen. Voigt & Haeffner waren wieder 2 Prozent erholt. An den Rentenmärkten erhielt sich wieder Interesse für Türken. Deutsche Anleihen blieben dagegen weiter vernachläi'figt. Im Börsenverlaufe setzten sich die Deckungskaufe fort und das Kursniveau konnte sich noch 1 bis 2 Prozent heben. Nennenswerte Umsätze fanden aber nur noch in J.-G.-Farben und Elektrowerten statt. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 5,5 Prozent. Im Devifenoerkch'r notierten' die Reichsmark gegen Kabel 4.2044; gegen London 20,44; Paris gegen London 124,03; Mailand 89,45; Madrid 28.83. Berliner Börse. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers'. Berlin, 9. Se^t. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Die schon im. heutigen Vormittcgsverkehr ich starker bemerkbar machende Erholung übertrug sich auch auf den offiz.ellen Beginn. 'Die Stimmung war freundlich und beruhigt. Qlnregenb wirkte die Meldung von dem Abschluß der Deutschen Bank mit Amerika über eine 2ö-Millionen-Do!laranleihe für die mittlere Industrie. Man verspricht sich von dieser langfristigen Anleihe eine Erleichterung am Geldmarkt. Aus Publikumskrcifen lagen saft keine Kauforders vor, doch schritt die Spekulation zur Deckung ihrer gestern in größerem Maße vorgenommenen Blankoabgaben. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 5 bis 7 Prozent und war kaum unterzubringen Monatsgeld dagegen zu Pk bis 8‘/4 Prozent weiter gesucht. Die Kurse der Effektenwerte konnten sich im allgemeinen bis zu 6 Prozent erholen Glanz- stoff, Siemens, Waldhof und Spritwerte waren vis zu 10 Prozent gebessert. Im Verlaufe blieb das Geschäft lebhaft, die Kurse konnten sich noch und 2 öis 3 Prozent über die Anfangsnotierungen heben. Frankfurter Ge'reidebörse. Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeigers*. Frankfurt a. M, 9. Sept. Die erhöhten Auslandforderungen mache 7 sich nicht geltend. Guter Weizen ist zu amtlich notierten Preisen gesucht, aber das Angebot ist äußerst klein. Im übrigen i i alles unverändert; das Geschäft schleppend. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 27,25 bis 27,50, Roggen, inländ. 24 bis 21,25, Sommergeri!e für Drauzueae 25,50 bis 23, Hafer, inländ. 23 bis 24,25, Hafer, ausländ. 24 bis 25, Mais, gelb 19, Weizenmehl, inländ., Spezial 0 39,50 bis 40, Roggenmehl 35 bis 35,50, Weizenkleie 13, Roggenkleie 13,25. Berliner .rovuktenbörse. Berlin, 8. Sept. Vom Auslande lagen wieder etwas bessere Meldungen unb auch leicht ermäßigte Offerten vcr. Vom Inlande ist Weizen weiter reichlich offeriert, und zwar in der Hauptsache aus Vorpommern, Mecklenburg, Schlesien und der Provinz Sachsen, und trotz einer Preisermäßigung von etwa zwei Mark nur schwer abzusetzen. Das Roggenangebot ist nach wie vor völlig unzuveichend, so daß für schnell verladbare Ware immer noch reichliche Aufgelder gezahlt werden. Am Lieferungsmarkte blieb Septemberweizen unverändert, während die späteren Sichten leichte Rückgänge aufwiesen, Septemberroggen vermochte sich um 1,50 Mark zu befestigen, die späteren Sichten blieben gut behauptet. Weizenmehl ist in den Forderungen leicht ermäßigt, aber trotzdem in schwierigem Geschäft, Roggenmehl hat bei unveränderten Preisen laufenben Konsumabsah. Am Hafermarkte bleibt die Rachfrage weiter erheblich unter dem Angebot zurück, Sommergerste ist zwar nicht mehr so stark offeriert, aber immer noch in sehr schwierigem Geschäft. Wintergerste tendiert gut stetig. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, ntärf. 259 bis 263, 275,75 bis 275,25, 274, 274 bis 273 (matter); Roggen, märt. 240 bis 244, 252,50 bis 253, 245,50, 242 (stetig); Sommergerste 220 bis 265; Wintergerste und Futtergerste 206 bis 212 (bei.); Hafer, märt 189 bis 205 (matter); 206, 206, 208; Mais, La Plata 193 bis 197 (still); Raps 295 bis 305 (still); für je 100 Kilo: Weizenmehl 34 bis 37,25 (ruhig); Roggenmehl 32.25 bis 34 (ruhig); Weizenkleie 15,50 bis 15,75 (stetig); Roggenkleie 15,25 (stetig); Viktoriaerbsen 44 bis 50; kleine Erbsen 24 bis 27; Futtererbsen 21 bis 22; Peluschken 21 bis 22: Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; Rapskuchen 15,80 bis 16,20; Leinkuchen 22,60 bis 23,10; Trockenschnitzel 14; Soyaschrvt 20,10 bis 20,60. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 llhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt ciugesandtc Manuskripte ohne beigefügtes Kürfporfo wird keine Gewähr übernommen Anzeige nausträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Trief Weift Devisenmarkt Terlm —Frankfurt a. OZL 15G.5 158.5 Telegraphische Auszahlung. 16: 175,26 ^84 06.5 126.75 . .8 Die hinter den Papieren Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombard?,ins?uß 7 Prozent. tifern die 55öbe der des Datum. Metallbank SiekMbanf ll) IC ti 6 175.5 181.5 200 133.5 10 10 10 9 195.5 281.5 91.25 150 197.5 162 120 92 1 sh 10 12 126.5 93.5 182.25 178.25 188 169.75 >05,75 146 75 90 182 230 -80 5 252 145.5 192 275 197 131 257 167.75 I 103 i 144.25 '30,75 13: Budcrutz Deutsche Erdöl . . Esse.'er Steinkohle Gelsenkirchener Harpcucr Voesch Eisen . . . . Ilse Bergbau ■ . Klöcknerwerke Köln-Neucssen '.Wanneömann 108 5 2:< 179 25 Ui! 116.25 193.5 177.5 186.75 I 178 2(10 1133.75 1 261 16.' I 157.5 . 167.5 191 281 165.5 123 146 161.5 159.75 119,5 90 96 4 108 71 133.35 176 5 161.5 1.2 2j .2 162 75 f. »/. I. 4 ......8 > .5 ... .8 ■ .... .5 . . . 5'/. f. V, I. 4 93 98.5 110 140 18 i 166. . A.E G...... Bergmann . . . . Elektr. Lieferungen . Lickt und Kraft . . gelten A «Äuill'aume Kes r. Elck r Untern Hamb- Eleltr. Lerke JHÖcin. Eleltr Schlei. Elektr. Schuckert . . . Siemens A HalSkr . Tran.radio . ■ . . Labmever A Co. . ■ . Kalt ÄichcrSlebe t . . . .ftalt1Bcfkrr ich SUvcrrte 17o Oesterreich, ein eilt. Rte -1% Ungarische Goldrte 4°/« Ungarische Slaatsr 0.1910 4'/,°/. dcSgl von 1913 47d Ungarisch« Äroncnrte . . 4'7. Tuet, ^ollanleihe v 1911 4% luvt. Bagdaddahn-Anl Serie 1. 4°/0 desgl- Serie II. 4° 0 Rumänen convert Rte 4‘/su „ Rimtäncn Äoldanl. von 1913 Ma Deutsche Eisenbahn .4'/, f?ra,,;ot:'che V 1...... Holländische '.otcn ..... italienische Roten...... Norwegische Roten...... Deutsch 7eNerr , 5100 Kronen Rumänische Raten...... Lckwedifche Roten...... Lchweiter Roten....... Spanische Roten....... T'chcchotlowakiichc Roten . . Ungarische Roten ManS'cldcr..... .7 Obcrschles. Eisend. Bedarf 0 Oberschlcs. Äokswcrkc . 0 Phoni: Bcraoau f I 3 Rheinische Braunkohlen n .0 . 168.5 | 105.5 116 152.75 IjU 198,5 170 258 151 166 164 3 ® Karfen Jndustrie 10 Dynamit Robe! ... . 0 Scheid antiaü ...... .8 Goldschmidt . .......5 Rütgcrowerke ....... .0 Metallaeiell tchakt.....10 Bci-lm x --pinr. 33.4 165,5 175 25 284 Frankfurt n. 9)<’. Berlin Aura -Uhr- Kur» 5mlu6» Anfang fivrs Kur» Datum: 8. 9. 9. 9. 8. 9. | 9. 9. Frankfurt a.M. Berlin Schlun- Kur» Schlich-! Anfang ftnr» 8. 9. 9.9. | 8. 9. 9. 9 87.1 — 87.5 - M-9 55 55,1 55.1 13,75 14 13,75 14 — - - - — - — — — — — — — — _ — — 27,13 — 5 — — * — — 26.1 —• 26,13 26.4 23 — •* —— — * — — 2.25 2.3 12,75 13.25 13 13 5 14 14.75 13.5 — 13 13,25 13.75 — 13.5 — 13,5 — 82 — 82 82 4 ,5 143 4 141 143.75 — — 214.6a 215 — 219 5 221. b 143.5 145.5 141 5 14 140 25 140.75 141.7. 139 HU -6.75 ho ; > 234 — -32 236 >66 168 165 168 -20.5 4Z 2t 223 160 Ihl 159 160.75 151.5 153 75 150 75 153.5 158,5 109.5 157.5 160 — 226 30 138 75 138.5 137 1.38 169 170 167.5 170 Frankfurt a M Berlin Schluß flurs 1-Utzr. Kurs Schlich- Anfang Kurs 1 Kurs Datum: 8. 9. | 9. 9. 8. 9. 1 « »- Bcntpp u.u . . pcidelber.u.r Ccinenl . . y 187 t'Jtt 18o 191 134 5 137,5 — — tfcnicnr M. rlftadl.....s 180 — — —— Wayß A Sreitaa • . . 1t 156 160 — — ÄckulthetS Pa'^enhofer. . 15 >83.5 397.75 Ottwcrkc . . .....y — — 362 377 Ber. (Dlaiiiftoff ......1-, 664 537,5 670 560 Bcmberg...... 8 _ ftclltto Woldbof. . . . 12 ■291.5 3M. 2' 291 299 5 Zellnoff Aschaffcnbura . u. 169.5 .93,25 19t HZ, 25 lAbnrlot: ndurger Wasser. 7 137 25 139.75 .’ essaucr Ga4 . . s Daimler Motoren...... _ 184.25 1.89 111,5 114 5 HO,75 115 Demag ..... 0 93,1.1 84 13 Adlerwcrke Steuer. .... 0 105.5 106 103 25 103 Ludw. Loeire .... 1 — - 255 63.5 Rat- Automobil.....6 — — tu 115,5 Orrnftcin & .'koppel.... 4 — — 128.4 Ich Linke Homtann .... 0 — — — — Leonhard Tietz...... c Barnaa-' eguin..... 0 Frankl. M> ichmcn .... 0 — — 143.76 146 45.5 — 41.5 — 70,5 — 70 5 — chritzncr ..... 7 luG,5 — 105 HeUltaenstaedt ...... 0 — — Jungdans ...... c. Lechwcrke ...... x 106 — 103.13 —- 12.1 — — Rtatukraktwerke ...... 5 122 — — Miag ...... m 112 1:2 75 — Rckarlulmer......... HO HO 109 — PeterS Union ....... r 112 — — (Mehr. Reeder ...... 1t 18 109 — 'Boigt A Haeimer .... 6 178.5 180 175 180 Sudd Zucker ..... c 137 5 139 5 138.75 — Banknoten. fjerttn, 8 Sevtdr | a»etd Brie Amerikanllche Roicu..... 1 .1*4 4 Z1Ü Belgische 9ioten...... 68,3« 58,54 Dänische Roten ...... 112,12 112,58 Englische Roten ....... 20,37 20,45 16,44 16.50 168.01 16-8.64 22. "6 22.96 110,53 110,97 59.03 59,27 2 58 r ho 112 47 112.93 8'1.71 bi 10 79 61 70,89 >2 39 12.45 73.29 71.59 8. St tbr- 9. Septbr. lautliche Roti runa 1 clb Brie' Amtliche Ronerung cheld 1 Briei 21 nut..- Rot. 168,27 168,61 168,33 168,67 Buen.-SlirrS 1,79.1 1.799 1,795 1,799 Brii-Rntw 18,40 >8,58 38.18 58,60 Lhriftt.inia 110,74 110,96 110,ul 11U.8J ikovenvaant 112,41 U2,6i 112,43 112.bö Sto.kholnt . 112,75 112.97 112,77 112.99 pelnngfors 10.571 10,581 10,576 10,596 titatien. . . London. . . 22,81 22.85 22,84 42,8« 20,417 20,457 20,419 20.4,9 Rennork . . 4,21 Hl 4,208 IJU'.i, 4,2075 Boris.... l6,4a5 16,495 ,6.46 16, 0 Lckwei, . . *0,9.1.’, 1,145 t-0.995 61.15» 20a I.N • 70.88 71,02 70,81 70,95 Japan - . • 1.978 1.982 1,981 1,985 0,0 de Bien in T 1.4975 O.4V95 .497 <>.499 C ?ft. ebnen 09,295 69,315 »9.21 09,33 Prag ... 12,447 12,467 12,416 12,466 Bet,rad - . 7,39.1 7,1,1 1, >96 7.110 vudap"'t. 73,47 73,61 73,47 73.61 Bul arten ..0 8 >.0,4 >,0.8 .044 l'tffabon -0 : t .0.37 •0.43 20,47 Tanztg. . . 81,35 81.51 51,375 81,335 Ikon ft ntin- 2,137 2,141 2,132 2,136 Stlien. . . 5,544 5.556 6,514 5,526 Canada 1.199 4.207 1,199 4,207 llru uav . 4,176 4.181 4.176 4.184 (tatro • - - 20.932 0.9722 20.935 20.975