Nr. M Erster Blatt 177. Jahrgang Dienstag, 9. August <927 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr'vezngrprelr: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zranlsutt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnick und Verlag: vrühl'sche Universitäls-Vuch- und Steindruckerel R. Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20" „ mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein,- für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Die Saeco-Vanzetti-Bewegung. Daß die beiden wegen Raubmords zum Tode verurteilten italienischen Anarchisten S a c c o und Danzetti den elektrischen Stuhl werden besteigen müssen, kann wohl kaum noch irgendwelchem Zweifel unterliegen. Wenn der Gouverneur Fuller von Massachussetts nicht noch rm allerletzten Augenblick von seinem Begnadigungsrecht Gebrauch macht, ist das Sck)icksal der beiden besiegelt, und nach den Ereignissen der letzten Tage ist eine Begnadigung kaum noch zu erwarten. Sicherlich widerspricht es dem menschlichen Empfinden, daß Verurteilte, und seien ihre Taten noch so schlimm, hingerichtet werden, nachdem seit der Urteilssprechung sieben Jahre verflossen sind. Man kann es verstehen, wenn man in der ganzen zivilisierten Welt darüber den Kopf schüttelt und seine Mißbilligung ausspricht. Aber schließlich hat die Angelegenheit doch verschiedene Seiten, von denen aus man sie betrachten muß. Jedes Land und jedes Volk hat die Justizver- fasiung und die Justizpslege, die bei chm geschichtlich geworden find. Daraus erklären sich die großen Unterschiede, die in dieser Hinsicht vorhanden sind, auch bei Völkern, die sonst manche enge" Berührungspunkte in bezug auf Zivilisation und Kultur aufzuweisen haben. Die Rechtspflege Amerikas ist in ihren äußeren Formen ganz der englischen nachgebildet, und di« amerikanische Rechtsprechung fußt auf der englischen. Im Laufe von anderthalb Jahrhunderten jedoch haben sich einige wesentliche Unterschiede hcrausgebildet, die dadurch zu erklären sind, daß man in Amerika bei den weiten Entfernungen der Selbsthilfe einen gewissen Schein wirklicher Rechtspflege verleihen mußte. Leute, die im stetey Kampf gegen Indianer, gegen Wölfe, gegen Hitze und Kälte lebten und von der Verbindung mit der Außenwelt so gut wie abgeschnitten waren, hatten eigene Ansichten über Taten, die man anderswo vielleicht etwas milder beurteilte. Pferdediebe wurden noch vor wenigen Jahrzehnten im fernen Westen nach dem Urteilsspruch einer schnell zusammenge- trctenen freiwilligen Geschworenenbank unter einem selbstgewühlten Obmann zum Tode verurteilt und gehängt, binnen einer Stunde nach Ergreifung des Täters. Das Widerspiel zu dieser schnellen Selbstjustiz bietet das Auftreten gerissener Advokaten, die m dem schwerfälligen Gang der regelmäßigen Justizpflege nach englischem Muster unendlich viele Schlupflöcher zu entdecken wissen. Das wird ihnen dadurch erleichtert, daß in Amerika zwei völlig voneinander getrennte Justiz- Hoheiten mit ganz selbständiger Rechtspflege bestehen. Für die Ueberschreitung von Bundesgesetzen und für Taten, die auf unmittelbar der Bundesregierung unterstehendem Gebiet begangen werden, sind die Bundesgerichte allein zuständig. Für solche Fälle steht dem Präsidenten allein das Begnadigungsrecht zu. Für Missetaten auf dem Gebiete eines der 48 Staaten und für Verstöße gegen Staatsgesetze sind die Staatsgerichte zuständig. Das Begnadigungsrecht ist Sache des betreffenden Gouverneurs. Das Bundesobergericht in Washington kann auch angerufen werden, um zu entscheiden, ob in dem betreffenden Verfahren irgendwie gegen Bestimmungen der Bundesverfassung verstoßen worden ist, aber nur hierüber, nicht über Tatfragen. Saeco und V a nze t ti sind vor sieben Jahnen wegen Raubmords schuldig gesprochen und zum Tode verurteilt worden. Sieben Jahre lang ist ihren Advokaten gelungen, immer wieder Aufschub der mehrfach angesetzten Hinrichtung und neue Verhandlungen vor allen möglick^n Instanzen bis zum Gouverneur und Bundesobergericht über Tatfragen, wie über Formfehler durchzusehen. Zum Schluß hat noch einmal der Gouverneur einen besonderen Ausschuß aus Juristen eingesetzt, um zu prüfen, ob sich juristisch ein Wiederaufnahmeverfahren oder die Begnadigung rechtfertigen ließe. Das Ergebnis lautete verneinend. Run hat der ©du» verneur angekündigt, daß er der Gerechtigkeit freien Lauf lassen müsse. Es ist richtig, daß sich in den sieben Jahren manche Momente ergeben haben, die vielleicht zugunsten der beiden Verurteilten sprechen mögen. Es hat sich auch ein Dritter als der eigentlich Schuldige bekannt, sein Zeugnis wird jedoch als unglaubwürdig betrachtet. Trotzailem wäre rein menschlich dringend zu wünschen, daß der Gouverneur von Massachussetts — den Präsidenten Coolidge geht die ganze Angelegenheit nichts an - die beiden Verurteilten begnadigte. Wenn er es aber dennoch nicht tun sollte, so ist daran die geradezu unsinnige Agitation schuld, die in der ganzen Welt auf Grund einer irre« geführten Sentimentalität betrieben wird. Die Amerikaner sehen in dieser Sentimentalität ein Zugeständnis an kommunistische Vorstellungen, was bei der allgemeinen Unbeliebtheit der Kommunisten in Amerika nicht zu einer milderen Beurteilung beiträgt. Wir meinen, daß man in anderen Ländern, namentlich in Deutschland, den Vorgängen in Amerika gegenüber größere Zurückhaltung beobachten sollte, wenn wir verlangen, daß man das gleiche uns gegenüber tut. Mit Sympathiestreiks erwirbt man sich ebensowenig wirkliche Sympathien, wie die Kommuristen in Amerika mit Bombenattentaten Eindruck machen werden. Abgelehnl. Boston, 8. Aug. (WTB.) Der Oberste Gerichtshof lehnte den Antrag, das Gesetz zur Sicherung der persönlichen Freiheit auf Saeco und Vanze11i anzuwenden, ab, ebenso die Bestätigung des Dorliegens eines Rechts- Irrtums. D e d h a m , 8. A ig. (WTB.) Der Richter der Ersten Instanz im Prozeß gegen Saeco und Vrmzetti, Thayer, hat den Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens abgelehnt. Der Betrug bei bet preußischen Klafjenlotterie. Die bevorstehende Ziehung um 8 Tage verschoben. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 9. Aug. Die gestern bereits kurz gemeldete Betrugsaffäre bei der Preußischen Klassenlotterie, m die zwei vereidigte Beamte verwickelt sind, zieht immer weitere Kreise und beginnt die Oeffentlichkett in immer größerem Maße zu beschäftigen. Inzwischen haben die Betrüger ein umfassendes Geständnis abgelegt. Beide hatten als Kommissare der Ziehung vereinbart, daß sie auf die von ihnen gespielte Losnummer Hauptgewinne ziehen wollten. Dies machten sie, indem sie die Röllchen mit den Losnummern schon vor der Ziehung bei sich trugen und bei dem Griff in die Lostrommel die bereitgehaltenen Röllchen öffneten und zur Verlesung brachten. Zweimal ljatten sie auf diese Weise Erfolg, ohne daß die Aufsichtsbehörde von ihrem Betrug etwas merkte. Der Verdacht, daß irgend etwas nicht in Ordnung war, entstand erst durch eingehende Beobachtungen. Lotterieinspektor Böhm und Obersekretär S ch e i n ft e i n , die beiden Täter, sind inzwischen dem Untersuchungsrichter vorgeführt worden. Während die strafrechtliche Seite dieser unliebsamen Angelegenheit mmmehr ihren Fortgang nehmen wird, werden die Stimmen aus Spielerkreisen immer lauter, die sich b e - trogen fühlen und die zivilrechtliche Seite ausgerollt wissen wollen. Man muß sich vergegenwärtigen, daß von den 700 000 Spielern 350 000 mit Nieten im Rade geblieben sind, von denen jeder annehmen kann, daß, wenn es recht ^gegangen wäre, sein Los vielleicht mit einem Gewinn hätte heraus- kommen können. Es ist also nicht ausgeschlossen, daß die ganze letzte Ziehung als ungültig erklärt wird und die Lotterie noch einmal gespielt werden muß. Nun besteht aber eine gesetzliche Bestimmung, nach deralle Ansprüche an der Lotterie bereits nach vier Monaten verjähren. Die Frist war bereits am 14. Juli abgelaufen. Die Rechtslage ist jedoch hier so verwickelt, daß diese Be- sttmmung vielleicht nicht in Anwendung kommt und tatsächlich die ganze Klasie noch einmal gespielt und gezogen werden muß. Es ist aber, wie gesagt, recht schwierig, die Rechtslage zu klären, so daß sich vorläufig alle an der fraglichen Lotterie Beteiligten bis zur end gültigen juristischen Klärung des Falles gedulden müssen. Das Preußische Finanzministerium, das als Aufsichtsbehörde auch letzte Instanz für alle Entscheidungen über die Gültigkeit einer Ziehung der Staatslotterie ist, wird im übrigen sich eingehend mit der ganzen Betrugsaffäre befduftigen. Wie wir erfahren, ist vorläufig bestimmt worden, daß die für morgen angesehle Ziehung um etwa acht ~ Tage verschoben wird. um vorher festzustellen, ob nicht etwa die beiden Betrüger schon für diese Ziehung Unregelmäßigkeiten vorbereitet haben. Der Gewinn S ch e i n ft e i n s ist durch Beschlagnahme fast vollständig sichergestellt worden. Auf das Depot von Böhm ist ebenfalls Beschlag gelegt worden. Die „Voss. Ztg." melde", daß die verhafteten Beamten in zwei Fällen 150 000 Mark erbeutet haben. Die „Voss. Ztg." erfährt hierzu, daß sich dieser Betrag bereits auf mindestens 2 2 5 0 00 Mark erhöht hat. Man werde aber befürchten müssen, daß Beamte nicht zum ersten Male in dieser Weise Lotterie und Spieler geschädigt haben. Der Betrug ist dadurch entdeckt worden, daß ein Mann ein Gewinndoppellos über 100 000 Mark bei der Auszahlungsstelle oorlegte und sich, ohne die Scheine nachzuzählen, eilends entfernte. Der Auszahler schöpfte V er dacht und folgte dem Empfänger des Geldes. Er sah ihn im Gebäude der Gen erallotteriedirektion verschwinden. Da er nicht zurückkehrte, kam der Auszahler zu der Tleberzeugung. daß es sich um einen Boen handele. Er erstattete der Lotteriedirektion Bericht. Boehm, der Vertreter des Technischen Leiters, dem die vorbereitenden Arbeiten jeder Ziehung unterstehen, muß bei der Ausspielung die Losröllchen feiner gekauften Lose beseitigt und mit Scheimstein vereinbart haben, in der genau bezeichneten Reihenfolge das betreffende Los aufzurufen. Bisher ist es erwiesen, daß auf diese Weise die beiden Beamten ein Doppellvs über je 100 000 Mark und ein einfaches über 25 000Mark haben ge» Winnen lassen. Wie der „Lokal-Anzeiger" hort, beschäftigt sich auch das preußische Justizministerium mit der Betrugsaffäre. Rach dem Bericht, den der die Untersuchung führende Staatsanwalt dem Justizministerium erstattet hat, war zweifellos der Inspektor Böhm die treibende Kraft bei den Veruntreuungen. Rach einer Meldung des „Vorwärts" ist die Direktton der Staatslotterie erst durch eine andere Schiebung auf die Spur der beiden ungetreuen Beamten gekommen. Es handelte sich um die Tätigkeit einer Bande. deren einer Teil im Zuhörerraum des Ziehungssaales sah und bei Ziehung eines größeren Gewinnes sofort außerhalb des Gebäudes wartenden Radfahrern ein Zeichen gab. die sofort zu den Lotterieeinnehmern fuhren, dem das Los zugeteilt war, und versuchten, das Los zu kaufen. Vor einiger Zett ist es dieser Bande gelungen, einen Gewinn in Höhe von 50000 Mark zu erobern. Erst durch die Beobachtung dieser Bande ist man auch hinter den Betrug der beiden Beamten gekommen. Die „Voss. Ztg." weiß von betrügerischen Manipulationen eines Lotterieeinnehmers in Berlin-Mariendorf zu berichten, der die Einnehmerstelle erhielt, trotzdem er bereits wegen Betruges, Tlrkundensäl-^ schung und Unterschlagung vorbestraft ist. Der Lotterieeinnehmer soll eine ganze Reihe von Losen zweimal verkauft haben. Aus Stuttgart wird gemeldet, daß bei dortigen Lotteriekollekteuren bereits von zahlreichen Spielern gegen die Gültigkeit der betreffenden Ziehungen Einspruch erhoben worden ist. In seiner Begründung führt Richter Thayer an, wonach ein Antrag auf Wiederaufnahme eines Verfahrens innerhalb eines Jahres nach dem Urteils- fpruch, ober noch vor der Verurteilung erfolgen muß, um einem Richter der höheren Instanz die Möglichkeit zu geben, ein neues Urteil zu fällen. Nunmehr hat der Gouverneur Fuller die letzte Entscheidung zu fällen. Protestkundgebung der Saarbergieute. Saarbrücken, 8. Aug. (WTB.) Unter der Parole „Gegen Feierschichten, Lohnabbau und airbeiterentla Hungen" veranstalteten die beiden Bergarbeiteroerbände am heutigen Montag in Saarbrücken auf dem Sportplatz im Ludwigspark eine P r o t e ft a t1 i o n. Vertreter der freien und der christ 1 ichen Gewerkschaften sprachen zu ca. 25 000 bis 30 000 Bergleuten, die aus dem gesamten Saargebiet herbeigekommen waren. Sie wandten sich gegen die in den Gruben herrschenden Arbeitsverhältnisse, gegen die Maßnahmen der Bergverwaltung, gegen die Einlegung weiterer Feierschichten und gegen Massen- entlassungen. Sie sprachen für den Schutz der Opfer der Arbeit, der Invaliden und der im Dienste der Allgemeinheit krank gewordenen Bergleute. Folgende Resolution gelangte zur Annahme: ,30 000 in Saarbrücken versammelte Bergarbeiter protestieren gegen die Dauerfeierschichten und die rücksichtslosen Massenentlassungen durch die französische Grubenverwaltung. Sie ersuchen den Dölker- bundsrat, Not und Elend im Saargebiet abzuwenden." Ein Telegramm gleichen Inhalts ging an den Minister für öffentliche Arbeiten in Paris. Nach der Versammlung bewegte sich ein D e m o n st r a - tionszug durch die Straßen der Stadt. Das Bergwerksdirektion:gedäude war von einem starken Landjäger- und Polizeiaufgebot gedeckt. In der Nähe der Bergwerksdirektton loste Bezirksletter Schwarz vom Freien Bergarbeiterverband im Einverständnis mit dem Christlichen Verband, nachdem die Landjäger etwas zurückgezogen waren, den Demonstrationszug auf. Ein Teil der Demonstranten zog unter kommunistischer Führung zum Regierungsgebäude. Aus dem Wege dahin kam es in der Nähe des Schloßplatzes zwischen Landjägern und Roten Frontkämpfern zu schweren Zwischenfällen. Es wurde eine ganze Anzahl von Verhaftungen oorgenommen. Man spricht von sieben Verletzten. Die genaue Zahl der Verletzten war noch nicht festzuftellen, da viele verletzte Arbeiter in der Masse verschwanden, um nicht festgenommen zu werden. Vor dem Regierungsgebäude forderten die Demonstranten den Empfang einer Delegation. Der Präsident der Regierungs- kommssion weigerte sich, mit anderen Vertretern als Gewerkschaftsführern zu verhandeln. Wie bekannt wird, sollen im Laufe des Nachmittags Verhandlungen stattfinden. Bei den Kundgebungen, die die kommuni- stischenDergleute im Anschluß an die Protestaktion der Saarbergleute vor dem Gebäude der Regierung veranstalteten, sind ün ganzen 35 Landjäger und sechs Pferde verletzt worden. Äe Anzahl der verletzten Demonstranten war nicht sestzust ellen. Deutsch-südslawischer Handelsvertrag. Eigener Drahtbericht des .Gießener Anzeigers". Berlin, 9. Aug. In Berlin werden feit einiger Zeit Verhandlungen über den Abschluß eines deutsch-südslawischen Handelsvertrages geführt, die, einem Berliner Abendblatt zufolge, unmittelbar vor dem Mschluh stehen jo (len. Der Vertrag, desien Unterzeichnung in Kürze erwartet wird, ist für die meisten Positionen auf der Basis der Meistbegünstigung aufgebaut und entspricht im allgemeiner den deutschen Wünschen. Allein in der R i e- derlassungsfrage bestehen noch, gewisse Schwierigkeiten, die vielleicht dadurch aus dem Wege geräumt werden, daß der endgültige Vertrag die Möglichkeit späterer, günstigerer Regelung offen läßt. Dor der Sitzung des Reichskabinetts. Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers". Berlin, 9. Aug. Wie bereits angekündigl, wird das Reichskabinett am morgigen Milk woch zu einer Sitzung zusammentreten, der man in der Presse eine Bedeutung beigelegt hat, die vielleicht zu weit geht. So hat es geheißen, daß das Kabinett einen besonderen außenpolitischen Schritt beschließen werde, der sich gegen gewisse Steuerungen richte, die die Gegenseite in nicht gerade sympathischer Weise an die Adresse Deutschlands losgelassen hat. Nach unseren Informationen wird in unterrichteten Kreisen mit einem so weitgehenden Beschluß nicht gerechnet. Die Kabinettssitzung ist auf den besonderen Wunsch des R e i ch s= außenministers angesetzt worden, der fidj mit seinen Kollegen, ganz natürlich, vor der S e p t e m - bertagung des Völkerbundes noch einmal aussprechen möchte: allerdings hatte Dr. Strefemann wohl mehr an einen späteren Zeitpunkt gedacht, und so ist damit zu rechnen, daß auch die Ministerbesprechung nur vorläufiger Art ist und sich vor seiner Abreise nach Genf noch Gelegenheit zu einer weiteren Unterhaltung im Kabinett ergibt. Auch die Ministerbesprechung der vorigen Woche hatte naturgemäß nur vorbereitenden Charakter, sie hat sich sogar in der Hauptsache mehr mit den Fragen des deutsch-französischen Handelsvertrages beschäftigt, wozu übrigens zu sagen ist, daß die Voraussage, der Vertrag werde bis Mittwoch fertig fein, als durchaus apokryph bezeichnet wird. Des wetteren will man wissen, daß das Kabinett sich morgen mit innerpolitischen Konflikts st offen beschäftigen wird. Dagegen spricht allein schon die Erfahrung, daß man bei 32 Grad im Schatten kaum an Kabinettskrisen zu denken pflegt. Dor allem aber find diesmal selbst die bewährtesten Krisen- macher von Berlin abwesend. Aber auch von^ ter sachlichen Seite her liegen keine Anzeichen dieser Art vor. Dor September wird V. sicher niemand mit dem Schulgesetz besch tigen. In dieser Frage ist bisher nicht einm eine bestimmte Stellungnahme der Parteien c. folgt, vielmehr haben nur die interettirrten Stt des- und Kulturorganisationen ihren Stmrdpu zum Ausdruck gebracht. Wie wir hören, sind i" Auffassungen innerhalb der Deutschen Dott Partei stark geteilt, doch überwiegt der Geda daß das Reichsschulgesey zustande kommen m Selbst in der Demokratischen Partei sitzen nL; nur Gegner des Gesetzes, vielmehr haben auch hervorragende Leute dieser Partei auf dec Basis, die die Deutsche Volkspartei eingenommen hat) sich mit dem Gesetz einigerftanöen erklärt. Schließlich verlautet noch, daß die Sozialdemokratie im Augenblick gar nicht daran denke, in die Regierung einzutreten oder die jetzige Koalition zu zerstören,' jedenfalls werfen die Wahlen i.)re Schatten bereits so weit voraus, daß vor dem nächsten Frühjahr solche Wünsche nicht zu erwarten sind. Im Augenblick sind also Krisengerüchte absolut abwegig, zumal ja auch der bevorstehende 80. Geburtstag des Reichspräsidenten eine gewisse Burgs riedensttrnmung geschaffen hat. Daß innerhalb der Regierungskoalition gewisse sachliche Gegensätze bestehen, ist bekannt. Wenn aber nicht aus der außenpolitischen Erörterung irgendeine außerordentliche Lage entsteht, ist mit Seirsottonen vorläufig nicht zu rechnen. Die Reichssarben am Dersassungstage. Berlin, 8. Aug. (WB.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst meldet, hat der ständige Ausschuß des preußischen Landtags am 8. August der Rotverordnung des preußischen Staatsmini st eriurns zugestimmt, die folgenden Wortlaut hatte: „Die Beflaggung der D ie n st g c b ä u de der Gemeinden und Gemeindeverbände gehört zu den örtlichen Geschäften der allgemeinen Staatsverwaltung. Das gleiche gilt in Ansehung der Schulgebäude für die Unter» haltsträger der nicht vom Staat allein unterhaltenen Schulen." Die Zustimmung des Ausschusses geschah mit 15 von 29 Stimmen. Gemäß Artikel 55 der preußischen Verfassung hat somit die oben angeführte Rotverordnung Gesetzeskraft erhalten. Zur Ausführung der nunmehr mit Gesetzeskrast ausgestatteten Rotverordnung hat das pveuhische Staatsministerium folgende Anordnung getroffen: „Reben sämtlichem staatlichen Dienstgebäuden haben auch die Gebäude der Selbstverwaltungskörper am 1 1. 21 u g u ft in den R eichs - und Landesfarben zu flaggen. Gemeinden und Gemeindeverbänden ist es unbenommen, neben ter Reichsflagge die Stadt- oder Provinziakfarben zu zeigen. Diejenigen Schulen, die am Versa s- sungstage wegen Ferien geschloffen find, haben auch an dem Tage zu flaggen, an dem die Ver- sassungsfeier in der Schule veranstaltet wird." Berlin, 8. Aug. Die Versa ssungs- feier wird diesmal in Berlin vom Reiche, vom preußischen Staat und von der Stadt Berlin gemeinsam veranstaltet. Die HauptveranHaltung wird die abendliche Festsitzung in der Funk- halle fein, wobei die Festrede der preußische Kultusminister Dr. Becker halten toi b. Hier an schließen sich Ansprachen des Reichskanzlers Dr. -Marx und des Berliner Oberbürgermeisters I Dr. Böß an. Der Entwurf zum Liquidationsschädengefetz. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 9. Aug. Gestern vormittag 11 Uhr fand im Reichsfinanzministerium unter dem Vorsitz des Reichsfinanzministers Dr. K ö h l e r, der eigens zu diesem Zwecke seinen Urlaub unterbrochen hatte, eine Sitzung statt, an der die Verbände der L i q u i - dationsgeschädigten, ferner der Reichsverband der deutschen Industrie, der Zentralverband des Deutschen Banken- und Bankiergewerbes und eine Reihe anderer, an der Frage der Liquidationsentschädigungen interessierter großer Verbände teilnah- men. In dieser Sitzung, die der Einführung in den Entwurf des geplanten Liquidationsschädengesetzes galt, wurde die Darlegung der regierungsseitlich beabsichtigten Maßnahmen zur endgültigen Reaelung der Liquidationsschäden mit einer umfassenden Aussprache zwischen Reichsfinanzministerium und den Vertretern der beteiligten Kreise verbunden. An diese Aussprache anknüpfend erklärte der Führer der Geschädigten, Herr A. Gilg, in einer Unterredung mit einem Vertreter der „Täglichen Rundschau" u. a.: Selbst wenn man das bewilligt, was wir gefordert haben, werden wir damit nicht reichen. Es sind 2 83 Milliarden Mark gegenüber einem Gesamtbetrag der Schäden in Höhe von 10 Milliarden Mark, die die Arbeitsgemeinschaft der Geschädigtenverbänbe in ihrem Vorschläge als Abschluftentschädignng für alle Gruppen der Inlandgeschädig.en, Entwurzelten und Verdrängten gefordert hat. Rach alledem, was man bis jetzt gehört hat, darf man annehmen. daß sich die Regierung mit dem von ihr gefertigten Entschädigungsentwurf so ziemlich ! e st g e l e g t hat. Wenn nun die Regierung die führenden Organisationen der Ge- schäi' gten zur Besprechung der Entschädigungsfrage einlädt, so ist das angesichts des so ziemlich feststehenden Entwurfes, nichts weiter _ als eine auf gute Wirkung berechnete schöne Geste. Wie entsetzlich das Elend vieler der auf Entschädigung Wartenden ist, geht daraus hervor, daß in den Siedlungskolonien Waldweiler und Mandern des Landkreises Trier lothringische Flüchtlingsfamilien und Saargänger in Erdhöhlen hausen müssen. Wie den Blättern mitgeteilt wird, ist der Gesetzentwurf zur endgültigen Regelung der Liquidation s- und Gewaltschaben (Kriegsschädenschluhgeseh) ein reines Abrechnungsgesetz, das unter Beibebaltung der bisherigen materiellen Grundlagen Li Entschädigungssätze erhöht. Die Schluhentschädi- gung kann daher im Verwaltungsver- fahren durchgeführt werden. Zur Deckung der Entschädigungen kommt nur die Veräußerung besonderer, unmittelbar verwertbarer Vermögens- gegenstände durch das Reich in Betracht. Der durch die Veräußerung dieser Dermögensgegen- stände zu erzielende Erlös einschließlich der aus den Vermögens gegen ständen fließenden Zinsen reichen gerade aus, um die sich ergebende Belastung mit dem Gegenwartswert von einer Milliarde Mark zu decken. Die im Gesetzentwurf vorgesehene Stammentschädigung beträgt für die ersten 2000 Mark des Grundbetrages 100 v. H., für die weiteren 18 000 Mark des Grundbetrages 50 v. H., für die weiteren 80 000 Mark des Grundbetrages 23 v. H., für die weiteren 100 000 Mark des Grundbetrages 18 v. H., für die weiteren 800 000 Mark 12 v. H. und darüber hinaus 10 v. H. Das Marine-Ehrenmal. Kiel, 8. Aug. (WB.) Heute nachmittag wurde unter Anteilnahme einer großen Anzahl ehemaliger Angehöriger der deutschen Flotte die Grundsteinlegung zum Ehrenmal für die 4 0 0 0 0 G e - fallenen der ehemaligen deutschen Flotte am Eingang der Kieler Förde bei Labö vollzogen. Das 80 Meter hohe Ehrenmal wird sich auf dem Gelände des alten Panzerturmes erheben. Um 13.15 Uhr trafen Stationschef Admiral Dr. R ä - der und Admiral Scheer auf dem Festplatz ein. Unter den Ehrengästen befanden sich der Oberpräsident sowie weitere Vertreter der Provinz Schleswig- Holstein, Vertreter des Kieler Magistrats, der Polizeipräsident von Kiel, der Rektor der Kieler Universität und zahlreiche Angehörige des Offizierskorps der ehemaligen deutschen Wehrmacht. Ansprachen hielten der evangelische Marinepfarrer Ronneberger (Wilhelmshaven), der katholische Marinepfarrer Kräuter (Kiel), der zweite Vorsitzende des Marinebundes, Stabsingenieur a. D. Giebel, und Admiral Scheer, der im Anschluß an seine Rede die ersten Hammerschläge bei der Einmauerung der Urkunden vollzog. Gemeinsamer Gesang beschloß den festlichen Akt. Dawes über die Genfer Seeabrüstungskonferenz. Buffalo, 8. August. (WTD.) Bei der Einweihung der Friedensbrücke hielt der amerikanische Vizepräsident General Dawes eine Rede, in der er in bezug auf den Abbruch der Genfer Dreimächtekonferenz ausführte: Auf dem Wege eines langsamen Fortschreitens der Erörterungen über die Abrüstung zur See sollte keine Entmutigung eintreten. Es ist undenkbar, daß Großbritannien uird die Vereinigten Staaten, die sich feierlich auf das Prinzip der Rüstungsgleichheit verpflichtet haben, von neuem ihren Völkern die Last eines Wettrüstens zur See nur deshalb auferlegen sollten, weil ihre Sachverständigen sich vorübergehend über die praktische Auslegung des Prinzips nicht einigen können. Wenn die vereinigten Staaten in ihrem unter dem Prinzip der Gleichheit ausgestellten Flottenprogramm große Kreuzer verlangen, die Großbritannien nicht brauchen kann, und wenn Großbritannien leichte Kreuzer verlangt, die die Vereinigten Staaten nicht brauchen können, so gibt es keine Entschuldigung, wenn man ein Wettrüsten ins Leben ruft, bei dem Schiffe gebaut werden, die keiner von beiden braucht. Das Ergebnis der Konferenz wird nur fein, daß die Welt um so nachdrücklicher verlangt, die Bemühungen um die Auslegung des Prinzips der Gleichheit in den Flottenprogrammen beider Länder solange fortzusetzen, bis ein den Grundsätzen der Billigkeit entsprechendes Abkommen erreicht ist. Die Reuyorker Blätter stellen einmütig fest, daß die Musterungen deS Vizepräsidentin Dawes von cmßerordentlicher Bedeutung sind. Dawes setzte mit einem Sprung über öie Barrieren der Diplomatie hinweg und stürzte sich zum Erstaunen der hunderttausend Menschen, die als Zuschauer zu der imposanten Eröffnungszeremonie erschienen waren, in das Problem der Rüstungsbeschränkung zur See und die Genfer Konferenz. Die „Tribüne" spricht von der Wirbelwindrede des amerikanischen Vizepräsidenten und betont besonders, daß sowohl der englische Kronprinz als Baldwin den Ausführungen Dawes' mit tiefstem Interesse gelauscht hätten. Die Deutschen in der Tschechoslowakei. Prag, 8. Aug. (Priv.-Tel. des WB.) Auf dem Gaulongreh der Rationaldemokratischen Partei in Iung-Bunzlau sprach Abg. Dr. Kramarsch über das Verhältnis zu den Deutschen. Er erklärte es für notwendig, daß, falls die Deutschen in der Regierung vertreten sind, diese Regierung unterstützt werden mühte, damit diese im Parlament die Mehrheit habe und der Absolutismus verhindert werde. Dr. Kramarsch erklärte weiter, daß der Eintritt der Deutschen m die Regierung ein großes Plus für den Staat bedeuten würde und eine wichtige Tatsache für die Stellung der Tschechoslowakei im Ausland sei. „Dennoch werden wir", so erklärte Dr. Kramarsch, „niemals davon ablasien, daß unser Staat unser Staat und ein nationaler Staat sein muß. Die Deutschen können in der Regierung bleiben, wenn sie sich bedingungslos auf den Boden unseres nationalen Staates stellen." Italienisch-schweizerischer Zwischenfall. Bern, 8. Aug. (WTB.) Am 3. August abends wurden in der Rähe der schweizerischitalienischen Grenze oberhalb der Ortschaft Gandria durch faszistische Milizen sechs Touristen, in Lugano ansässige Schweizer, auf schweizerischem Boden verhaftet. Zwei der Verhafteten wurden bald wieder freigelasseii, die andern aber in Haft behalten, weil sie Waffen bei sich führten. Die Untersuchung durch die Zollbeamten ergab, daß die Verhaftung tatsächlich noch auf schweizerischem Boden erfolgte, Das politische Departement in Bern beauftragte die schweizerische Gesandtschaft in Rom, bei der italienischen Regierung in dieser Angelegenheit dringend st zu intervenieren unD die Freilassung der Festgenommenen zu verlangen. Diese Intervention ist erfolgt. Die Verhafteten wurden inzwischen von den italienischen Behörden wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Verhaftungen anläßlich der Wiener Juli-Ereignisse. Wien, 9. Aug. (WTB. Funkspruch.) Wie die Blätter melden, sind im Zusammenhang mit den Juliereignissen rund 600 Personen f e ft genommen und ca. 250 im Landgericht eingeliefert worden. Der bevorstehende deutsche Transozeanflug. Dessau, 8. Aug. (WB.) Die Junkers- werke erklären jetzt offiziell, daß der Ozeanflug bestimmt nicht vor Samstag dieser Woche stattfinden kann, weil der Pilot Köhl sich bei der Notlandung in der vorigen Woche Verbrennungen durch Benzindämpfe zugezogen hat, deren Heilung erst Ende der Woche ihn in die Lage versetzt, die längere Ozeanüberfahrt zu unternehmen. Die Elektro-Lux-Gesellschaft hat einen Preis von 50 000 Mark für die erste deutsche Ozeanüberquerung gestiftet. Eine Berliner Korrespondenz meldet aus Dessau, daß Risticz heute abend einen kurzen Versuchsflug mit Wasserballast unternommen hat, um Brennstoffmessungen vorzunehmen. Der Start erfolgte nicht von der Startbahn, sondern vom Flugplahgelände aus. Rach verhältnismäßig kurzer Zeit hob sich die Maschine vom Boden ab, wobei sich der Spornwagen vorschriftsmäßig löste. Dienstag werden auf beiden Maschinen Dersuchsflüge stattsinden, um die Instrumente und das FT-Gerät zu überprüfen. Die Flugzeuge sind mit Ascania-Luftfern- k o m p a s s e n , die im Hintern Teil des Flugzeugrumpfes eingebaut sind, ausgestattet. Der Pilot hat bei diesem Instrument vor Beginn des Fluges genau den Kurs einzustellen. Außerdem sind im Flugzeug zwei weitere Kompasse für den Piloten und seinen Begleiter eingebaut. Heute nachmittag wurden Delastungs- und Dich- tigkeiisproben mit den beiden Gummibooten vor- genommen. Das eine Boot, das Risticz mit- nimmt, ist etwa vier Meter, das andere zweieinhalb Meter lang. Sie vermögen eine Belastung von 700 bzw. 500 Kilogramm zu tragen und sind mit Paddelrudem ausgerüstet. Kleine politische Nachrichten. Wie den Berliner Blättern mitgeteilt wird, empfing der Reichspräsident gestern vormittag den Reichsaußenminister und den deutschen Botschafter in Paris, von H o e s ch , zum Vortrag. Wie das WTB. erfährt, ist Botschafter Graf Brock dorff-Rantzau, nachdem er In den letzten Tagen mehrfach Besprechungen mit dem Reichsaußenminister hatte, am Sonntagabend nach Moskau abgereift. Der auf einer Europafahrt befindliche amerikanische Kreuzer „Detroit" ist gestern früh im Hamburger Hafen eingetroffen. Kunst und Wissenschaft. Wilhelm Michels 50. Geburtstag. Wilhelm Michel in Darmstadt, der feinsinnige Essayist, einer der besten Kenner Hölderlins, wird am 9. August 50 Jahre alt. Von Michels zahlreichen Schriften verdienen besonn ders genannt zu werden: die Essays Apollon und Dionysos. Der abendländische Zeus, Hölderlin und der deutsche Geist. Paradiesische Landschaft. Elsaß-lothringische Kunstausstellung in Berlin. Am Sonntag wurde in Berlin eine elsaß- lothringische Kunstausstellung eröffnet, die durch das Zusammenwirken des Reichsministeriums des Innern, der Deutschen Kunstgemeinschaft und des Hilfsbundes für die aus Elsaß-Lothringen Vertriebenen zustande gekommen ist. Die Ausstellung gibt einen Heberblick über das Schaffen der unter den 150 000 aus Elsaß-Lotchringen vertriebenen Deutschen befindlichen Künstler. Im Ramen des Reichsministeriums des Innern sprach Ministerialrat Dr. Donnevert und für den Hilfsbund Herr Gadoinski. Aus aller Wett. Der Kampf um das Reichsehrenmal. Rach langem, fruchtlosem Streit sind die an der Errichtung des Reichsehrenmales interessierten Verbände und Organisationen übereinge- kommen, einer überparteilichen Instanz das Amt des Schiedsrichters zu übertragen, deren Urteil sich dann alle beteiligten Stellen widerspruchslos fügen wollen. Man darf es begrüßen, daß die Verbände diesen Weg beschritten und auch dem Reichstag eine Eingabe zugeleitet haben, in der sie Vorschlägen, einen Ausschuß von Künstlern zu bilden, der den Platz für die Errichtung des unseren im Weltkriege Gefallenen geweihten Erinnerungsmais auswählen solle. Rund achtzehn Millionen Staatsbürger aller Parteien undKon- fessionen stehen hinter dieser Eingabe und geben zu erkennen, daß sie bereit sind, willig jeden Vorschlag hinzunehmen. Damit dürfte die Gewähr gegeben fein, daß nunmehr die ganze Angelegenheit endlich zu einem guten Abschluß kommt. Boten troürfe zum Erweiterungsbau des Reichstagsgebäudes. Zur Erlangung von Vorentwürfen für den Erweiterungsbau des Reichstagsgebäudes hat die Reichstagsverwaltung einen Wettbewerb ausgeschrieben, der für deutsche Architekten im 3reim ö Ausland offen ist. Die Bedingungen gelangen im Reichsanzeiger und in den Fachzeitschriften zur Veröffentlichung. Das Flugzeug im Dienste der Seuchenbekämpfung. In den östlichen Provinzen Persiens ist eine Cholera-Epidemie ausgebrochen, zu deren Bekämpfung die persische Regierung sanitätspolizeiliche Maßnahmen ergriffen hat. Die serobakteriv- logische Abteilung der I.-G.-Farbenindustrie A.--G. in Höchst a. M. lieferte hierzu 100 (foO Packungen Choleraimpfstvff, die mit einem Flugzeug der Deutschen Lufthansa von Frankfurt o. M. über Moskau direkt nach Teheran befördert tour» dyn, so daß innerhalb dreier Sage der persischen Bevölkerung die erforderlichen Heilmittel zur Verfügung standen. Wegen Beleidigung des Reichsbankpräfidenlen verurteilt. In einem neuen Prozeß des Reichsbank- präfidenten Dr. Schacht wegen Beleidigung gegen Angehörige des sogenannten Verbandes der Reichsbankglaubiger wurde der Schriftsteller Dr. Hans E n ß zu 500 Mark Geldstrafe verurteilt. Eine Spende des Papstes. Die „Germania" meldet aus Dresden: Durch Vermittlung des Bischofs von Meißen, Dr. Schreiber, sind beim sächsischen Minisberpräsi- denten 25 000 Mark als Spende des Papstes für die Llnwetter geschädigten eingegangen mit der Bestimmung, daß der gespendete Betrag an die Geschädigten aller Konfessionen fließen solle. Angetreue Beamte beim Berliner Haupttelegraphenamt. Seit einer Reihe von Jahren werden innerhalb Groß - Berlins die Femsprechlcitungen unterirdisch gelegt. Zu der Verlegung brauchte man Hunderttausende von sogenannten Zement- kabelbrunnen und Zementkabelröhren. Die Lieferungen der Brunnen und Röhren waren an eine Anzahl Firmen vergeben. Die Aussicht über die richtige Lieferung der bestellten Brunnen und Röhren war dem Berliner Haupttelegraphenamt vom Reichspostministerium übertragen worden. Bei einer Kontrolle wurde fest- gestellt, daß 1926 eine der Firmen 6000 Brunnen und Röhren zu wenig geliefert hatte. Den Lieferanten war aber trotzdem die richtige Lieferung bescheinigt worden. Man ging der Sache weiter nach und ermittelte zwei Obertelegraphen- sekretäve, die verdächtig schienen, an den zweifellos unrechtmäßigen Handlungen beteiligt zu fein. Bei weiterem Forschen ergab sich, daß auch in diesem Jahre von den Lieferanten 7000 bis 8000 .Stück Brunnen und Röhren zu wenig geliefert, daß die richtige Ablieferung aber wieder bescheinigt und auf Grund dieser Bescheinigungen ■'aud) wieder bezahlt worden war. Die Verdächtigen legten ein Geständnis ab. Rach dem bisherigen Stande der Untersuchung ist das Haupttelegraphenamt um über 100 000 Mk. geschädigt worden. Fassadenkletterer Willi Kassner wieder ausgebrvchen. Der berüchtigte Fassadenkletterer Willi Kassner, der Bruder des nicht minder berüchtigten Paul Kassner, des Fassadenkletterers vom ,Laiserhof", ist von neuem ausgebrochen. Kassner war zunächst in Berlin in der Hausvogtei als Unterfuchungsgefangener und ist inzwischen zur Verbüßung feiner Strafe nach Tegel überführt worden. Bei dem Transport ist es ihm nun gelungen, durch das Oberlicht des Polizeigefangenenwagens durchzubrechen und zu entfliehen. Großfeuer auf einem Rittergut. Sonntagnacht brach in einem großen, stroh- bedeckten Schafftall des Rittergutes Wendrow bei Brüel (Meckleiwurg-Schwerin) Großfeuer aus, das bei dem starken Wind noch den strohbedeckten Kuhstall, den Schweinestall und eine große strohbedeckte Scheune mit mehreren Fudern Gerste einäschette und auch auf den hartbedeckten Pferdestall übersprang. 180 Schafe, 20 Starken, 70 Schweine und ein Pferd kamen in den Flammen um. Es wird Brandstiftung vermutet. Furchtbare Familientragödie. In der Nacht zum Montag erschoß in Ratidor der Bankdirektor Sauerbier seine Frau und seine beiden Kinder im Alter von 10 und 12 Jahren. Er fuhr sodann im Auto davon und wurde am Montag früh in Stolzmütz bei Le obschütz als verkohlte Leiche aufgefunden. Der Grund zu der Tat ist darin zu suchen, daß Sauerbier wegen unglücklicher Transaktionen plötzlich entlassen worden' war. Die beiden Kinder wiesen Kopfschüsse, die Frau außer Revolver- schüssen auch Dolchstiche auf. Feuerkampf zwischen Polizei und Berdrechern. Zu einem schweren Zusammenstoß zwischen Verbrechern und der Polizei kam es am Sonntag kurz vor Mitternacht in Ulm. In der Karlstraße wurde von Polizeibeamten ein Kraftwagen angehalten, den einige der Polizei bekannte Burschen von üblem Ruf im Alter von 19 bis 26 Jahren gemietet hatten, die sich bereits wiederholt der Festnahme wegen verschiedener schwerer Raubtaten entzogen batten. Nachdem ihnen keine Fluchtmöglichkeit mehr gegeben war, griffen einige von ihnen fofort zur Schußwaffe und feuerten auf die Polizeibeamten. Es entspann sich eine regelrechte Schießerei. Das zusammen- strömende Publikum machte in unverständlicher Weise ein zielbewußtes Vorgehen der Polizei unmöglich. Dadurch gelang es einem Verbrecher, zu entkommen. Ein weiteres Mitglied der Bande deckte durch scharfe Schüsse seine Flucht, kam dabei aber ums Leben, vermutlich durch einen Schuß aus seiner eigenen Pistole. Zwei weitere Verbrecher sind fest- genommen worden. Fünf Personen bei einem Unwetter verletzt. Bei dem Untoetter am gestrigen Sage wurde das Festzelt der Freien Gewerkschaft auf dem Gewerkschaft splatz in Langendreer vorn Sturm zum Teil eingedrückt. Auch eine Rutschbahn wurde vom Wind umgeriffen, wobei fünf Personen mehr oder weniger schwer verletzt tourDen. Zwei davon wurden dem Krankenhaus zugeführt. Autounglück. In der Nacht vom Montag überschlug sich kurz vor Neumdurg norm Wald ein mit vier Personen besetztes Auto aus unbekannter Ursache. Alle vier Personen wurden schwerverletzt dem Krankenhause zugeführt. Brudermord bei der Erbteilung. In Dem Spessartdörfchen Unter-Altenbuch bei Miltenberg ereignete sich am Samstag ein furchtbares Familiendrama. Die beiden Gebrüder Schröck gerieten wegen einer Erbteilungsangelegenheit in heftigen Streit, in dessen Verlauf Dem jüngeren Bruder von dem älteren so schwere Stich Verletzungen beige6racf)t wurden, daß er in das Krankenhaus etngelie'ert werden mußte, tor er jedoch bald Darauf verstarb. Schiffsuntergang auf dem Rhein. Auf dem Rhein bei Kehl ist ein mit Sandstein- blocken beladener Kahn dadurch gesunken, daß er von den Wellen eines oorüderfahrenden Dampfers überflutet wurde. Der Besitzer des Schiffes ist erttunksn. Feuer in einem Touristengasthof. Wie aus Innsbruck gemelDet wird, ist der Rächt zum Samstag der zumeist von Deichs deutschen besuchte Fremdengasthof „Zum Hirschen" in Holzgau im LechiÄ abgebrannt. Das Feuer entstand nachts gegen 1 Llhr Im Oekonomie- gebäude und dehnte sich rasch auf das vollständig aus Holz gebaute Gasthofgebäude aus, so Da.', die Bewohner des oberen Stockwerks, als Da«. Treppenhaus bereits brannte, gezwungen waren, aus Den Fenstern und von den Baikonen herunterzuspringen. Vier Personen erlitten dabei schwere, eine Anzahl leichtere Verletzungen. Man befürchtet, daß eine Köchin, ein Küchenmädchen und ein Fremder in den Flammen umgekommen sind. Der Brand konnte erst nach Eintreffen Der Feuerwehr von Reutte lolalifiert werden. Die Perlehten wurden ins Krankenhaus nach Reutte gebracht. Rach einer andern Mitteilung sollen vier Personen in Den Flammen umgekommen sein. Die Einrichtungen Des in Dem Gasthof untergebrachten Post- und Telegraphenamts würben gleichfalls ein Raub Der Flammen, so bah Die telephonische Verbindung mit Holzgan zur Zeit unterbrochen ist. — Einer Meldung von heute vormittag zufolge wurde der Besitzer des Hotels, Hämmerle, unter Dem bringenden Verdacht der Drandsttftung verhaftet. Hämmerle, Der wegen Trunksucht unter Kuratel stand, Dürfte Die Tat in Der Trunkenheit nach einem Streit mit feiner Frau begangen haben. Das Feuer hat bisher vier ToDesopfer gefordert. Der noch nicht bekannte tote Hotelgast soll aus München stammen. Start Skalas zum Fluqe nach Tokio. Der tschechoslowakische Militärpilot Oberst Skala startete gestern vormittag auf dem Prager Flugplatz zu einem Fluge nach Tokio, Den er in acht Etappen absolvieren wird. Er ist nur von einem Mechaniker begleitet. Geplanter Flug rund am die Welt. Wie vom Flugplatz Curttßfteld bei Reuhorl gemeldet wird, hat gestern Der Geschäftsmann Schlee aus Detroit Einzelheiten für seinen geplanten Flug um Die Welt bekanntgegeben. Ei beabsichtigt, von Harbour-Grace in Reufund- land innerhalb der nächsten zehn Tage abzufliegen, um den gegenwärtigen Rekord von 2$ Tagen zu brechen. Ms Flugzeug kommt ein Sttnson-Eindecker in Betracht. Schlee wird vor dem Piloten William Brock begleitet, Der früher im Lustpostdienfi beschäftigt war. Die runi 22 000 Meilen betragende Strecke soll in 24(1 Flugstunden zurückgelegt werden. 3m Kampf mit Alkoholschmugglcrn getötet. „Times" berichtet aus Reuyork: Ein Patrouillenboot verfolgte an Der Küste ein verdächtiges Motorboot und holte es schließlich ein. An Bord wurden 5 Mann und 160 Kisten Whisky gefunden. Diese Leute wurden auf das Patrouillenboot gebracht, während vier Beamte als Wache auf das beschlcrgnahmte Fahrzeug gesetzt wurden. Plötzlich begannen die Gefangenen mit Pistolen auf Die Beamten zu feuern und konnten erst nach verzweifeltem Kampfe überwältigt wer- Den. Zwei Beamte tourDen bei Der Schießerei getötet, zwei weitere lebensgefährlich verwundet, während von Den Schmugglern einer schwer uni einer leicht verletzt wurde. Speerkampf gegen einen Löwen. Einen verzweifelten Kampf mit einem Löwen haben nach einem Bericht aus Iohannisburg fünf nur mit Assegain bewaffnete Eingeborene im Süden von Swaziland ausgefochten. Sie wurden in der Rähe des Usutu-Flusses von einem jungen männlichen Löwen angegriffen, Der einen Der Eingeborenen packte und fortschleppte. Di« übrigen vier verfolgten ihn und griffen das Raubtier an, Das über seinem Opfer stand. Der erste, Der sich Dem Löwen näherte, wurde von ihm schwer verletzt, aber Die Drei anDern stachen mit ihren Speeren tapfer auf ihn ein und erlegten schließlich Die Bestie. Der Kampf gegen die Schiffsratten. Wie Die Gesundheitsbehörbe aus Reuyork berichtet, werben Die Ratten auf Den Schiffen in allernächster Zeit völlig ausgerottet sein. Schor seit längerer Zeit ist man eifrig bemüht, Dieft unwillkommenen blinden Passagiere an Der Mit- reise Dadurch zu verhindern, Daß man alles beseitigt, was einer Ratte Unterschlupf und Rührung bieten kaum Alle kleinen Winkel sind aus- gefüllt, alle Löcher verstopft, an Stelle vor Holzkisten und Holzbekleidung sind solche aui Metall getreten. Diese baulichen Deränberunger haben sich denn auch gegenüber Den Ragetierer viel wirksamer als Die früher übliche Ausräucherung von Schiffen zwecks Beseitigung der Ratter ergeben. Der Kamf gegen diese Ragetiere wirk auch aus Dem Grunde so scharf geführt, weil man an ihnen Die Keimträger bei Einschleppunx von Dubvnenpest unD anderen Seuchen beseitigen will. ..r V- teil nach Tofio. rpilot Oberst Stalo m Prager Augplos er in acht Etappe i einem Mchaaikei n die Teil. Ksteld bei Äeuhvrt der GeMsmami ,ten für feinen ge- bdaimtgegM Ei tac« hl jch« w *; M »-dw»h WS- **“■ LÄ 5Ä I» den. nuaglcrn gelotet iSyS mesangenen äk; ieti Löweru ^VZaebor®* Sie Jur- s^^von eine® fij* einen ngerfgi J« d da- n nnd/smnd. an Oj^Stöe näh-rl^A ml lb"601 AK tzSs §T"KÄ L Ä* ^tzr -tarn ba^i ie i Tchiib ober Tbt*ii5^ bL l?*l U tun Nil öier 9L>,r ® “**■ 8r Krankenhoufe Weitung. ^ter-Qntenbud) ÄftÄte Ste Ä«S «twn nmtzie, uv NI Win. ein mit Sandslein- efunfen, daß er von [en Dampiers über, ^ffes ist ertrunken, lengaslhos. -idei toirb, ist , 'meist von Reiche. SM .Zum Hir- abgebraimt. Das Ihr im Oetonomic- jf daS vollständig ude au8, so lvi 'cstverks, als da. zezwungen waren, m Ballonen her, en erlitten dabei Ziehungen. Man in Küchemnädchen nmen umgekommen lach Eintreffen der liiert werden. Die nhaus nach Reutte Mitteilung sollen i umgekommen sein. i Gasthof unterge- chhenamts wurden immen, so daß die Holzgau zur Zeit steldung von heule Sesiher des Hotels, ingenben Verdacht t. Hämmerle, der tel stand, dürfte die - einem Streit mit Das Jener hat tt. Ser noch M aus München Hus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 9. 2Iuguft 1927. Spende für die Unwettergeschädigten in Oberhessen. Sn unserer gestrigen Ausgabe haben wir Mitteilungen über eine Rotstandsaktion für die Un* Wetter geschädigten in Hessen veröffentlicht. Sn diesem Bericht wurde u. a. auch darauf hingewiesen, daß zahlreiche Landwirte in den Kreisen Schotten und Lauterbach durch die iln* Wetter der letzten Wochen schwer geschädigt tour» den. Wer sich vergegenwärttgt, daß die Larrd- toirtschast in diesen beiden Kreisen im Laufe der letzten Jahre wiederholt durch Mißernten i.d ilntoetter in schwerster Weise tn Mck- ieidenschaft gezogen wurde, wird anerkennen, daß dc diese jetzt wieder geschädigten Burger unserer Provinz Hilfsmaßnahmen dringend am Platze sind. Da die hessische Staats- regierung nach dem oben angezogenen Bericht die crtvrderlichen Gelder zur Aufrechterhaltung der u,u>er betroffenen Betriebe aus öffentlichen Mitteln allein nicht bereitstellen kann, ist es erforderlich, daß die Bevölkerung unfern- Provinz durch eine Volks spende für die üntoetter- geschädigten in Hessen, insbesondere in der P r o - vinz Oberhessen, den schwer bedrängten Volksgenossen zu Hilfe kommt. Geldspenden für diesen Zweck werden in der Geschäftsstelle des „Siebener Anzeigers", Gießen, Schul st raße 7 zur Weiterleitung an die zuständige Sannnelstelle gern entgegengenommen. Heber eingegangene Beiträge wird an dieser Stelle qui tiert Jedermann gebe nach Maßgabe seiner Kräfte! Doppelt gibt, wer schnell gibt! Verlag und Redaktion des „Gießener Anzeigers". Besuch desHygienischen Instituts in Hamburg und Wyk auf Föhr. Ende Juli unternahm Herr Prof. Dr. Kuhn mit einer großen Anzahl feiner Hörer eine hygienische Exkursion nach Hamburg und nach Wyk auf Föhr xur Besichtigung der sanitären Anlagen. Nur auf solche Weise lernt der Studierende durch eigene Anschauung die hygienischen Einrich- tungen einer Großstadt kennen. Hamburg dürfte darin auch als Hafenstadt vorbildlich sein und an erster Stelle von unseren deutschen Großstädten stehen. In Hamburg wurden das Institut für Schiffsund Tropenkrankheiten, das Barmbecker Krankenhaus, das Staatsgefängnis Fuhlsbüttel, die Trinkwasserversorgung, die Abwässerbeseitigungsanlagen, ferner der großzügig angelegte Stadtpark, der Ohls- dorfer Friedhof und das Krematorium besichtigt. Auf der Feuerwache Berlinertor wurden die verschiedensten Systeme zur Wiederbelebung Erstickter vorgeführt. Nicht zu vergessen ist die von der Ham- burg-AmerilaLmie (Hapag) ausgefühtte Hafenrundfahrt, bei der das Hafenbild Hamburgs vor Augen geführt wurde. Anschließend waren die Fahtt- teilnehmer Gäste der Hapag auf ihrem Uebersee- dampfer „Albert Ballin", der vorher eingehend besichtigt wurde. Auch die Hamburgische Lungenheilstätte Edmundsthal - Siemerswalde wurde besucht, wo man einen Einblick in das Heilstättenwesen erhielt. Allenthalben wurden entsprechende Dorträge gehalten, die neben der Praxis auch die Theorie beleuchteten; stets waren die Fahrtteilnehmer Gäste der Anstalten. In W y k auf Föhr wurden vor allem die Hamburgische Kinderheilstätte, wo man drei Tage zu Gast war, ferner das Dr. Gmelinsche Sanatorium mit dem angeschlossenen Pädagogium, die Berliner Kinderheilstätte (früher Schöneberg) und die bio- klimatische Forschungsanstalt gezeigt. An allen Stätten wurden Vorträge über das Nordseeklima und feine Heilwirkungen gehalten. Hervorzuheben ist noch, mit welcher Sorgfalt die Exkursion vom Gesundheitsamt und vom Wohlfahrtsamt in Hamburg vorbereitet war. Dr. Schembra. Giesteiter Wochenmarttpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 170 bis 190, Matte 25 bis 30, Käse (10 St.) 60 bis 130, Wirsing 10 bis 20, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 25, gelbe Rüben 25, rote Rüben 15, Spinal 20 bis 30, Römischkohl 15, Dohnen, grüne 15 bis 25, gelbe 20 bis 25, Erbsen 20 bis 25, Tomaten 25 bis 50, Zwiebeln 15, Meerrettich 100, Rhabarber 15, Pilze 30 bis 35, Kartoffeln! 6 bis 7, Frühäpfel 30 bis 40, Dirnen 20 bis 40, Heidelbeeren 55, Stachelbeeren 20 bis 25, Johannisbeeren 20, Pflaumen 20 bis 30, Zwetschen 50, Mirabellen 40 bis 70, Reineclauden 63, Himbeeren 50 bis 65. junge Hahnen 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 110 Pf. das Pfund; Eier 13 bis 14, Blumenkohl 20 bis 60, Salat 5 bis 10, Salatgurken 20 bis 50, Einmachgurken 3 bis 5, Ober-Kohrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 20 Pf. das Stück; Radieschen Dd. 10 Pf. Bornotizcn. — Tageskalender für Dienstag. Stadttheater: 8 Uhr, Gastspiel des Bad-Nauheimer Kurtheaters: „Der Lebensschüler" (Ende gegen 10.30 Uhr). — Palast-Lichtspiele: „Die Geliebte". — Asto- ria-Lichtspiele: „Die verkaufte Frau". Wettervoraussage. Roch vielfach wolkig, auch zeitweise aushei- ternd, Temperaturen schwankend und einzelne Riederschläge, teilweise getollter!) öfter Art. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 28,9 Grad Celsius, Minimum 16,5 Grad Celsius Sonnenscheindauer: 83/t Stunden. Riederschläge: 3,0 Millimeter. Heutige Morgendempnmtnr: 19,0 Grad Celsius. — Witterungsaussichten für Donnerstag: Fortdauer des wechselnden Witterungs- charakters. ** Verfassungsfeier. Von der Provinzialdirektion wird uns mit geteilt: Bei der am 11. d M. im Stadttheater stattfindenden Der- fassungsfeier können, abgesehen von den für die mittei ttenden Gesangvereine reservierten Plätzen, diejenigen Sitzplätze, die nach dem ersten Musik- stück noch frei sein sollten, von dem Publikum, das keine Eintrittskarten erhalten konnte, belegt werden. ** Militärperson alie. Durch Verfügung des Reichswehrministeriums wurde Leutnant Schäfer vom 1. Batl. Jnf.-Regt. 15 in Gießen mit Wirkung vom 1. August ab zum Oberleutnant befördert. ** Für bie Hindenburg-Spende. Die Deutsche Rcichsbahngesellschaft hat der Hindenburg- Spende 100 000 Reichsmark als Beitrag überwiesen. •* Das Gewitter, das in den gestrigen Abendstunden über unsere Gegend zog und in der Rächt ausgiebige Regengüsse im Gefolge hatte, brachte uns nach der außerordentlichen Schwüle der letzten Tage — Berlin hatte gestern mit 32 Grad im Schatten feinen heißesten Tag — die erwünschte Abkühlung. Ob die Riederschlags- menge allerdings Dem Feuchtigkeitsbedars der Landwirtschaft entsprochen hat, ist zweifelhaft, älebrigens macht sich nach der Abkühlung der letzten Rächt schon wieder ein Ansteigen der Temperatur bemerkbar. — Don derDeuts che n Volkspartei. Sn Dad-Rauheim wurde, tote wir erfahren, am Sonntag die Gründung eines Angestellten-Aus» schusses im Landesverband Hessen der D. V. P. vollzogen zwecks Zusammenschlußes der in der D. V. P. organisierten kaufmännischen Angestellten. Die Aussprache, die sich an das Referat des Vorsitzenden des Frankfurter Angestellten- Ausschusfes A. Zacher über „Angestellte und Deutsche Volkspartei" anschloh, zeigte völlige Einmütigkeit in den behandelten Fragen. Einstimmig wurde die Gründung des Ausschusses gewünscht. Vorstandswahl (1. Vors.: Hirsch, Gießen) und Festlegung des Arbeitsprogramms wurden gleich getätigt. Etwa 30 Vertreter aus allen Provinzen waren anwesend, u. a. aus Gießen, Darmstadt, Mainz, Offenbach. Außer Generalsekretär W e l k o w. Darmstadt, der die Gründungsversammlung mit Amsicht leitete, waren u. a. auch Provinzialsekrelär Weißer und Prof. Dr. Krausmüller ans Gießen erschienen. Der ursprünglich auf den 21. August festgelegte Parteitag des Landesverbandes Hessen für die Provinz Ober Hessen findet erst Ende September statt. Tagungsort ist Bad-Rauheim. ** D i e Gesellschaft „Schützengilde von 1 926" feierte am 4., 6. und 7. August ihr erstes Stiftungsfest. Die Gesellsck)aft, die dem Schieß- ScJiwarzltopfTrocken-Sdiaismpon die HaarwäPche ohne\X7afPer WennSieabendsm.it ihm ausgehn, zeig’ Ihr Haar gepflegtes Aus sehn! Locker, duftig und seidenglänzend wird Ihre Frisur durch einfaches Pudern mit Schwarzkopf - Trocken - Schaumpon. Aber achten Sie darauf: den praktischen Puderbeutel finden Sie nur in Schwarzkopf-Trocken-Schaum- pon ! Die Original - Dose zu Mk. 7.— reicht monatelang! Erstklaisine Existenz mit einem monatL Einkommen u. 600 — u. m. bieten wir tüchtigem Landreisenden. 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Im verflossenen Jahre ist der Mitglieoerstand auf 32 gestiegen. Am Donnerstag wurde die „Schützenkönigskette" aus- geschoffen. Schützenkönig für das Jahr 1927/28 wurde Willy Schulte mit 116 Ringen (120 konnten erreicht werden). Zweitbester Schütze war Willy Heck mit 108 Ringen. Am Samstag fand ein Herrenabend statt. Hierzu hatte die Gesellschaft auch ihre Gäste eingeladen. Der erste Borsitzende Fritz Möller hielt die Ansprache und schilderte den Anwesenden mit kurzen Motten die allerdings noch junge Dereinsgeschichte imb forderte die Schützenbrüder zur weiteren rührigen Tätigkeit auf. Herr Wilhelm Dörr dankte rm Namen der Gäste für die Einladung und führte u. a. an, daß man an den Vorbereitungen des Festes ersehen könnte, wie eifrig und mit welcher Lust und Liebe jeder Schütze bei seinem Verein sei und er wünschte, daß die Gesellschaft sich so weiter entwickeln möge wie bisher zum Wohle des Schießsports. Am Sonntag fand eine Familienfeier mit Konzert und Preisschießen für Damen und Herren statt. Den 1. Preis schoß hier August Loos, während bei den Damen Fräulein Gretel Schmidt die beste Ringzaht erreichte. Im Namen der Damen der Gesellschaft überreichte Frl. Fischer eine Standarte. Die Gesellschaft dürfte auf dem Gebiete des Schießens noch manche Lorbeeren ernten. •* 25 I ahre Freie Turnerschaft Gießen. Sn diesem Jahre werden es. 25 Jahve (am 9. Rovember), daß in der damaligen Wirtschaft „Zum Pfau" die Freie Turnerschaft Gießen gegründet wurde. 55 Turn freunde waren es. die sich entschlossen, einen Arbeiter-Turnverein ins Leben zu rufen. Rach einjährigem Bestehen reichte der <5aal des „Pfau" für die Turnstunden nicht mehr aus, und die Aufnahme des Turnbetriebs erfolgte in der Turnhalle der Stadtknabenschule in der Rordanlage, welche heute noch zu diesem Zweck zur Verfügung steht. Rach anfänglichen Schwierigkeiten, die darin bestanden, daß die wenigen in Oberhessen bestehenden Arbeiter-Turnvereine organisatottsch nach Fratck- furt angeschlossen waren, erfolgte die Schaffung des Bezirks Gießen, und die Entwicklung der Vereine wurde nunmehr eine günstige. Rach dem Kriege machte sich die Umwälzung auf sportlichem Gebiet auch in der Freien Turnerschaft Gießen bemerkbar, die sich ebenfalls der neuzeitlichen Entwicklung anpaßte. Danach gliedern sich die aktiven Mitglieder in drei Sparten, die Turner, die Leichtathleten und die Fußballspieler. ® an eben fuhrt der Verein noch eine Turnerinnen-, eine Schüler- und eine Schüle-- ttnnenabteilung. Die Gruppen der Leichtathleten und Fußballer haben eine besonders günstige Entwicklung genommen, sie folgen hierin dem Zuge der Zeit. So stellen beispielsweise die Leichtathleten in diesem Sahre einen Teilnehmer um die Bundesmeisterschaften, und die Fußballer haben seit einigen Sohren die Bezirksmeisterschaft inne. Der Turnbetrieb wurde ganz den neuzeitlichen Anforderungen angepaßt. Don den Gründungsmitgliedern gehören heute noch dem Verein eine große Anzahl an, einige sind noch aktiv tätig. Für das in Aussicht stehende Subi- läumsfest sind die Vorbereitungen bereits im vollen Gange. •* Die neuen Reichssilbermünzen. Sn Ergänzung unserer ftüheren Meldung über die Ausprägung von Reichssilbermünzen im Werte von drei und fünf Matt dürften folgende Einzelheiten von Snteresse sein, über die ein auswättiges Blatt zu berichten weiß: Die von einem aus einem flachen Stäbchen bestehenden erhabenen Rande umgebene Schauseite der Dreimarkmünze zeigt das von Philipp dem Großmütigen. dem Gründer der Universität Marburg, als Landgrasen von Hessen geführte Wappen. Sie ist durch flache Stäbchen geviertelt mit einem aus flachen Stäbchen abgegrenzten rechteckigen Herzschild, in dem sich der zu acht Plätzen gestreifte, gefrönte Löwe der Landgrafschaft Hessen befindet. Das erste Feld des Rückenschildes trägt den gekrönten, nach heraldisch links gewendeten gelöteten Leoparden der Grafschaft KatzenelleTv- bogen; das zweite, durch ein flaches Stäbchen «teilte Feld trägt oben den sechs sttahligen Stern der Grafschaft Ziegenhain und unten in Balbenschrift die Inschrift: „Marburg 1527— 1927“. Das dritte, ebenfalls durch ein flaches Stäbchen geteilte Feld trägt oben die zwei aä)i» sttahligen Sterne der Grafschaft Ridda und unten in Dalkenschrift die Snschttft „Philipps- llntoerfiiät“; das vierte Feld trägt die zwei übereinander schreitenden. nach heraldisch rechts gewendeten Leoparden der Graftchast Dietz und am unteren Rande das Münzzeichen A. ** Zur Warnung. ES kommt ab und zu vor, daß einzelne Freimatten auf den mit der Post beförderten Dttefsendungen nur geringfügige oder schwache EnNvertungszeichen, oftmals nur Striche ober schwärzliche Flecken tragen, weil sie beim Abstenftreln in der Eile nicht getroffen worden sind. Selbstverständlich ist es verboten und auch sttaffällig. solche unvollständig entwerteten Freimatten, nachdeni sie von den Umschlägen abgelöst worden sind, Twchmals zur Freimachung von anderen Postsendungen zu benutzen. Trotzdem geschieht dies sehr oft in der falschen Voraussetzung, der Betrug würde nicht bemerft. Sn den meisten Fällen werden diese Gebührenhinterziehungen aber bei den Postanstalten, die angewiesen sind, hierauf besonders zu achten, entdeckt; gegen die Absender wird bann von der oberen Postbehörbe die dafür in dem Postgeseh vorgesehene Geldstrafe verhängt. Allem Ansch.in nach werden berartige schwach ent wettete Freimatten auch vielfach in betrügerischer Absicht als Ersatz für Kleingeld in Verkehr gesetzt. Darum tut jedermann, der sich Unannehmlichkeiten ersparen will, gut, Freimarken, die er nicht selbst am Post- schalter gekauft hat, vor ihrer Dettvendung genau zu besichtigen. Bei verdächtigen Wahrnehmungen, insbesondere auch beim Fehlen des Klebstoffes auf der Rückseite, empfiehlt sich eine Anfrage über ihre Gültigkeit am Postschalter. * Briefe an die Redaktion. Um unliebsame Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir. alle für die Redaktton bestimmten Briefe nicht mit namentlicher Anschrift eines der Redakteure zu versehen, sondern allgemein „an die Redaktton" zu richten. Rur dann kann eine schnelle Erledigung gewährleistet werden. Berliner Börse. Efsekten-Frühvcrkchr. Berlin, 9. Aug. (WTD. Funksprrrch.) Sa heutige Frühvettehr zeigt ein sehr ruhiges Bild bei gegen gestern abend wenig veränderte.: Kursen. Man nennt Farben 318 und Stahlverein 137 Am Devisenmarkt hott man Paris 12-1,03, Mailand 89,30, Madrid 28,83 und das Pfund mit 4,8605. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) H. H. W. Sn Ihrer Frage sind mehrere zur Beurteilung Ih:er Sondergebäudesteuerangelegenheit erforderliche Ei. zelangaben nicht aufgeführt. Wir sind daher nicht in der Lage, die Sache von hier aus einwandfrei zu beurteilen; wir empfehlen Ihnen, sich an die Aus- lunstsstelle des zuständigen Finanzamtes Grünberg zu wenden. Nundsunk-Proqramm. UUttwoch, 10. August. 1530 bis 16: Die Stunde der Jugend. 1630 bis 17,45: Konzert des Hausorchesders: Russische Musik. 17,45 bis 18,15: Die Bücherstunüe. 18,30 bis 18,45: Die Stunde der Frau, Arbeitseinteilung und Ruhepausen der Hausfrau, Vortvvg von Mathilde Meißel. 18,45 bis 19,10: Funkhochschule: Derttand Rüssel und die englische Philosophie der Gegenwatt, Vottrag von Privatdozent Dr. Heinemann. 19,10 bis 19,15 Wirtschaftsmeldungen. 19,15 bis 19,45: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene. 19,45 bis 20,05: Vortrag über die Hessische Landesausstellung in Darmstadt. 20,10: lleberriagung von Berlin: Die Bajadere, Operette in drei Akten von Emmerich Kalman. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Ahr mittags, 5 bis 7 Ahr nachmittags. Samstag nachmittag geschloffen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st elle zu richten. DeiKorpukenzoderveranlagung zum Fettansatz raten mir in der Aootbeke 30 Gramm Toluba-Kerne zu kaufen, die unschädliche, dabei wirksame, den Fettansatz reduzierende Stoffe enihalten. Friedrich Wilhelm Lcbensversich. - Aktienaesellfchaft Errichtet 1866 Für eine Werbearuppe suchen wir noch einige tüchtige, verkehrSge- wandte und arbeitssreudige Mitarbeiter „ nicht unter 2ö Jahren.— Wir zahlen auch ^llichtsachleuien von vornherein festes Emkommen. Persönliche Bor- stelluug mit Zeuaniffen u. sonstigen Angaben über bisherige Tätigkeit erbeten am Mittwoch, 10.3.27, nachm. 4 Uhr, b.Herrn Subdtrektor Stendel in Gießen, Botel Schätz. Zn Bad-Nauheim ist tüchtigem Bißr * Siilto Gelegenheit geboten sich glänzende Existenz zu verschaffen in einem Stadtteil, wo sich bis jetzt keine Bäckerei befindet. (Erforderlich 5 - 6000 Mk.) Es ist auch genügend Raum vorhanden ein CafS einzurichten. Auch kann Wohnung geboten werden. Schriftliche Angebote unter 7232V an den Gießener Anzeiger erbeten. 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Musikstück: Feierlicher Einzug zum Münster, aus der Oper Tohengrin von X Wagner 5. Festrede, gehalten v.Oberstudienratijtprof.Hüter,Gießen 6. Gesangsvortrag, Gesangv. Eintracht: Sturm vonüthmann 7. Musikstück: Armeemarsch I, 27 ö. Deutschlandlied. 7257 D Ein Schlafzimmer eiche, im Auftrage zu verkaufen. 05787 Möbelfabrik Karl Hahn, Läberstrafie 17. Gasherd mit Tisch, zu verk. Frdr. Teipel, »777 Marti 16. 22 Arbeitstische 4,00 m lang, 1,20 m breit, wenig gebr., bill. z. verk. Näh An d. IBarBareth«nhtttte 24. Kinderwagen fast neu Kasienschrank Fleischausbewah rungsschrank neu, bill. z.verk. Näh. »77,0 Löbcrstr. 3 p. | Kaufgesuche | •eeeeoeeeeee BULLDOG gebrauchk aber gut erhallen, zu kaufen gesucht. Offerte zu richten an ”MD Oberhessischcn Banmaterialien- Bertrieb Klein • Eichen lOberhessenl. Empfehlungen | Ernte' 5ch!epprechen Wetzsteine empfiehlt 6879a EdgarBorrmann Gieficn. Aute Ruf-Nr. 1790 Wollen Sie reiche Erdbeerernien ha- ben?Sopfian»enSte Sieger und Flandern! 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Z'AL^ZZ S^O y ft X3 S.3 5* L.§3 Wft-O.ft 3 3 (23 2.-3- o 3 ä o Z. 3 a== =0 a 5 e°: aa* 5' =5" «Ssjö R>3 g^- ft ~ u'a ft ^L^3 wSro3§ »a."Qsa Z c^Z- , a Z.S 5s« B-.JT o?a=Z 2 v 2 3 3 2 eDL3*3?^ 35,g§ Ser" « 3 6)=2 «6)^ ©8S-3 -t 2- - 3 cro. g 5 = a 2 8 dJ-aö 5 ry -5 —k rb 3 ft ff 3;g — H< a -2-Ars0-3 er 2. «-<2 2 3 s 3 3 2.5 2 ft, 3 ip —2 C A ?2 ^Z2 er ._5=äi. ui 3 ft us 3!co o-a ft So 00* ft -5 3 grO 3 2.^ 3 L 3^33o:8 > 3-.eoZ^Z3 ... O s, a* ft a3 ft 3 Qft ro 3 ^a*1 8 r- 2 © I^SF^I?' -g*^- 6>» 3 2. ft "ö^e o □. 0 ZV S^ 3 oft 2.-0 61-t6)2"o' jraaga*3^ CTT*- IZ2 C rrJ ^Z-ZrsS§ZLff'"s'ZKZZ 3 8 8 8 3 7 6)- 3 8 u> © 23 r* o 8 ' ro So-S.3 „ 3 o ft er — = o__ 8 3—2 8 8 Z 3 3 3 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Ur. 184 Zweiter Blatt Dienstag, 9. August (927 <» 3 5" Turnen, Sport und Spiel geeignete Llebungsplähe zur Versügun Linzelk ämpse. end. 1. Emil Daub, Wieseck, 1,40 Meter; 3. Gustav Pfaff, Launs- Guyot, G e i st, Albert Hopfenmüller, Gelbert, Birken st ock. -r> -m. D C £ 9 v ein S *3g*@ ff' ich G 5b - F üll. 'ß- bach, 2llbert Schäfer, IZaunsbach und Hofmann, Heuchelheim, 1,30 Meter. Speerwurf, Aktive. 1. Gustav ler, Gleiberg, 37,51 Meter; 2. Otto 32 ’S 2 = ro;2 2 Herborn, 33,70 Meter; 3. Ernst Hahn, Krof dorf, 32,86 Meter. Stabhoch, Aktive. 1. Wilhelm Leu ther, Burkhardsfelden, 2,80 Meter; 2. Wilhelm Leitner, Grohen-Linden, 2,65 Meter. Diskuswurf, Jugend. 1. Richard Schä fer, Gießen, 24,12 Meter; 2. Philipp Engel Hochsprvng, 3 u g e n D. 1. Emil Gaub, Oppenrod, 1,45 Meter; 2. Audolf Ostwald, - 5f=> 3 i; c sich dies bei dem 1500-Me!er°Lauf für Jugendliche. Das zahlreiche Feld zog sich durch reichlich scharfen Start sofort auseinander, nach der ersten Runde bildete sich eine Spitzengruppe von vier Mann, die bis zum Schluß zusammenblieb und besonders scharf im Endspurt lief. Ein recht gutes Rennen wurde noch bei den 200 Meter für Sportler und besonders bei den Stafetten gelaufen. Der unstreitig beste Langstreckenläufer Otto B a l s e r-Gießen, der am kommenden Sonntag in Hannover bei den Bundesmeisterschaften die 5000 Meter bestreitet, lief ein ganz hervorragendes Rennen und siegte wie er wollte. Bei seinem glänzenden Schluhlauf fand er stürmischen Beifall. Ohne Zweifel darf die veranstaltende Organisation die Durchführung und den Verlauf der Weltkämpfe als einen Gewinn buchen. Die Feststellung der Ergebnisse zeigte folgendes Bild: Höhepunkt erreichte die Veranstaltu » am Rachmittag bei den Entscheidung 5 bei denen äußerst scharf um den Sic * - LA CT :5eC$?S- Kn z den. Alle Maschinen werden selbstverständlich elektrisch betrieben; den Strom liefert ein eigenes Elektrizitätswerk, dessen drei riesige Dieselmotoren im Keller untergebracht sind. Die mächtigen Schwungräder erzeugen eine Kraft von 920 PS. Auch die gesamte Beleuchtungsanlage wird von den: Elektrizitätswerk gespeist. Wenn Reparaturen des Elektrizitätswerkes notwendig werden, tritt eine große Akkumulatorenanlage in Tätigkeit, die auch den Betrieb in den Racht- stunden versieht, in denen das Kraftweick nicht arbeitet. Reben dem Elektrizitätswerk liegt das eigene Wasserwerk des Hotels, das in jeder Stunde aus drei eigenen Brunnen 75 000 Liter Wasser empvrheben, reinigen und vom Eisen befreien kann. Ratürlich ist das Haus auch an die städtischen Wasserwerke angeschlossen, um beim Versagen des Wasserwerkes nicht in Verlegenheit zu geraten. Für die Zentralheizung und die Warmwasseranlage müssen täglich mehrere Lastautomobile Koks und Steinkohle anfahren. Alle Drucksachen, die Speisekarten, die Blocks für das Personal und eine eigene Tageszeitung, die jeder Gast umsonst am Rachmittag auf sein Zimmer geliefert erhält, werden in der eigenen Druckerei hergestellt, in der acht Arbeiter beschäftigt sind. Eine Schneiderwerkstatt, die mit sechs amerikanischen Bügelmaschinen ausgestattet ist, bessert die Kleider der Angestellten und der Gäste aus. Auch ein Schuster wohnt im Hause. Zum Hotel gehören ferner eine Tischlerei, eine Schlosserei, eine Tapezierecwercstatt; hairdmerkliche Arbeiten werden von eigenen Maurern, Rohrlegern und Installateuren ausgeführt. Während des ganzen Tages ist eine Teppichklopfmaschine in Tätigkeit; denn alle Zimmer unö alle Korridore sind mit Teppichen belegt, die bei dem großen Verkehr bald schmutzig werden. Alle Handwerker, Arbeiter. Handlanger, Kellner und Zimmermädchen sind fest angestellt, niemand hat Anspruch auf Trinkgeld. Auch die ehrwürdige Einrichtung des Hotelportiers mit der geöffneten Hand gehört der Vergangenheit an. Ein Derkehrsbureau, das alle Auskünfte erteilt, Theaterkarten besorgt und überhaupt alle Funktionen der früheren Hotelpor- tiers ausübt, besorgt die Aufträge kostenlos. Jedes Zimmermädchen besitzt ein sogenanntes „Derichtbuch", das täglich dem Hauptbureau eingereicht werden mutz. Alle Schäden, die den Zimmermädchen in den Hotelzimmern auffallen, werden in das Berichtbuch eingetragen; da alle Arten von Handwerkern stets im Hause anwesend sind, können die notwendigen Reparaturen auch Seipp und E l d r a ch e r) auf der Außenbahn ganz vorzüglich und gingen unter großem Beifall vor Polizei Friedberg und Polizei Darmstadt überlegen in der guten Zeit von 1:57,3 als Erster durchs Ziel. Auch die Olympische Staffel wurde eine Beute der Lahnstädter: Peters, Gelbert, Eldra- ch e r und Becker vertraten hier die Sp. Dg. 1900. Peters entschied bereits das Rennen, er holte einen beträchtlichen Vorsprung heraus, der von seinen Klubkameraden mühelos bis ins Ziel gehalten wurde und bei denen die Entscheide j recht knappe Unterschiede brachte. Zunächst zeigt hat sich in einem Streit mit einem serbischen Gegner dies Geständnis, das auch durch andere Personen bestätigt wird, entschlüpfen lassen. Er hat zwar behauptet, die Wiener Regierung gewarnt zu haben, aber das ist, wie die Wiener Akten und die Erinnerungen der maßgebenden österreichischen Persönlichkeiten erweisen, eine absolute Unwahrheit. Wenn so die serbische Regierung mitverantwortlich ist für die Untat, die den Krieg entzündet hat, so nicht minder die Nation: ihrem Gefühl war das Attentat entsprungen und es wurde wie die früheren als Heldentat gefeiert; der „Piemont", das Organ der „Schwarzen Hand", erklärte den Mörder für einen Märtyrer, die anderen Zeitungen schrieben ähnlich und brachten die gröbsten Beschimpfungen gegen Oesterreich-Ungarn und den Erzherzog persönlich. Somit blieb für Oesterreich-Ungarn, wenn es seines Besitzes sicher sein und seine Großmacht- «ft lf i Das Riesenhotel als Mimaturstadt. Von Heinrich G ü h r i n g. Schon vor dem Kriege gab es in Reuhork 2 r, 5 ~ 3 wurde, Zeit 3:56,1. Auf den Plätzen endeten die Polizisten aus Darmstadt und Frankfurt. Leichtathletische Bezirksnieifter- schaftskämpse in Wetzlar. £. Am Sonntag veranstaltete der 3. Bezirk (9. Kreis) des Arbeiter-Turn- mti> -Sportbundes im Wetzlarer Spilburg-Stadion seine diesjährigen leichtathletischen Dezirkswettkämpse. Die Beteiligung hieran war gut, nahmen doch über 200 Sportler und Sportlerinnen teil. Der leichte Regen am Vormittag beeinträchtigte zwar die Wettkämpfe etwas, dafür wurden die Teilnehmer am Rachmittag durch prachtvolles Wetter entschädigt. Ohne Zwischenfall konnte das gesamte, reichhaltige Programm durchgesührt werden, so daß bereits um 5 LIHr die Wettkämpfe beendet', waren. In allen Kampfarten zeigten die Wett kämpfe eine merkliche Formvecbesferung, die noch stärker in Erscheinung treten würde, wenn der. man will alle Gäste zwingen, die Fahrstühle zu benutzen, die leichter zu beaufsichtigen sind. Gerade in Zeiten starken Verkehrs werden die Treppen mit eisernen Ketten abgesperrt. Ost ist es dem Gast unbequem, vor Benutzung des Fahrstuhls seinen Zimmerausweis vvrzuzeigen; ober noch unangenehmer ist die Zimmerkontrolle, die in gewissen Abständen ausgeübt wird, um festzustellen, ob jeder Gast auch wirllich sein eigenes Zimmer ausgesucht hat. Will jemand einen Bekannten im Hotel besuchen, so wird er nicht nur telephonisch diesem Bekannten angemeldet, sondern ein weiteres Telephongespräch benachrichtigt die Kontrollstelle des entsprechenden Stockwerks, die unauffällig beobachtet, ob der Besucher auch das richtige Zimmer betritt. Die Restaurations- und Barbetriebe sind natürlich jedermann, also auch einzelnen Damen, zugänglich Mißfällt der Direktion jedoch einer ihrer weiblichen Gäste, so überbringt ihr ein Page auf silbernem Tablett ganz diskret ein auf Büttenpapier gedrucktes Schreiben, das in respektvoller Weise die Aufforderung enthält, jetzt und in Zukunft die Räume des Hauses zu meiden. Neue Altertumsfunde in Hessen. Lieber neue Ausgrabungen in Dieburg (an der Bahnstrecke Darmstadt—Aschaffenburg), wo vor etwa zwei Jahren ein für die Altertumswissenschaft bedeutsamer Mithrastempel entdeckt und ausgegraben worden war, berichtet der Denkmalpfleger Prof. Dr. Behn. Seine Mittellungen lassen sich dahin zusammenfassen, daß der größte Teil der römischen Stadtmauer Dieburgs in ihrem Verlauf festgelegt werden konnte. Weil sie sich teilweise unter stark bebautem Gelände hinz'eht, solon.tte dies nur durch Stichproben geschehen; Mauerreste sind nur wenige entdeckt worden, zumeist waren nur noch die Fundamentgruben feü w stellen. Die Umwandlung, die im Mitteln;.er Dieburg umgab, ist nicht über der römischen Mauer errichtet. Mit der im Herbst beginnenden Kanalisation hofft man auf wettere Funde. 2m Garten des neuen Finanzamtes wurden , Reste eines Baues freigelegt, re wahrscheinlich zu einem Heiligtum oder zu einer Markihalle gehörten. Bei einem Reubau in der Steinstratze in Dieburg wurde ein Töpferofen aus dem Mittelalter entdeckt, der u. a. 60 unversehr e Gefäße enthielt. Für die Kenntnis der r.v'tt?!» österlichen Keramik ist dec Fund höchst bedeutungsvoll. ' £3 3 c 2 n □ “ "'8L-2.L g ^3=2 x?. 'M So 5 2^X'-_ X >C'3 = 3(5)3'ö'3 S's □ W Q: =• Heues zur serbisch-russischen Kriegsschuld. Don Dr. Gustav Rolosf, o. 8. Professor der Geschichte an der Universität Gießen. In der letzten Zeit ist das Interesse an der Entstehung des Weltkrieges wieder lebendiger geworden. Im In- und Auslande erscheinen fortgesetzt Arbeiten, die bald die ganze Frage, bald einzelne Ereignisie behandeln. Die wisienschaftliche Forschung, die kürzlich erst durch zwei Bände englischer Dokumente neues authentisches Material für die Zeit zwischen der Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand und dem Ausbruch des Krieges erhalten hat, räumt immer mehr mit dem Versailler Dogma von der Schuld Deutschlands auf; ein erfreuliches Beispiel ist der amerikanische Forscher Barnes, der noch vor kurzem zwar die Alleinschuld Deutschlands bestritt, aber doch Deutschland in zweiter Linie hinter Rußland und Frankreich in demselben Grade wie England für den Krieg verantwortlich machen wollte. Nach seinen neuesten Ausführungen in Berlin hat er diese Anschauung fallen lassen und Deutschland von der moralischen Verantwortung freigesprochen, England dagegen stärker belastet. Diel Licht ist namentlich über den Ausgangspunkt der Katastrophe, die Feindschaft Serbiens gegen Oesterreich, verbreitet worden. Zeugnisse aus deutschen, österreichisch-ungarischen, serbischen und englischen Quellen, die zum guten Teil in der Monatsschrift „Die Kriegsschuldfrage" gesammelt worden sind, lassen es mit Händen greisen, von welcher ungeheuren Gefahr Oesterreich feit einem Jahrzehnt bedroht war, als es sich 1914 entschloß, den friedenstörenden Nachbar unschädlich zu machen. Seit den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts gab es in Serbien eine politische Strömung, die ,mroßserbische Bewegung", die die Vereinigung aller Serben zum Ziele hatte. Die Notwendigkeit zwang die Belgrader Regierung ein Menschenalter lang, diese österreich- und türkenfeindliche Richtung sich selbst zu überlassen, aber nach der Ermordung des Königs Alexander im Jahre 1903 gab sich die neue Dynastie ihr ganz und gar hin, weil die Mörder zugleich die Führer des Großferbenturns waren. Ein geheimes Regierungsprogramm von 1904 stellte Oesterreich als den Todfeind der Serben hin und forderte die Erwerbung feiner südslawischen Provinzen; mit Unterstützung des Hofes und der Regierung wurden Vereine gegründet, die wie die „Slowenfka Jug" (Slawischer Süden), diesen Gedanken verbreiten und im österreichischen wie im türkischen Gebiet die Bevölkerung zum Aufftande vorbereiten sollten. Junge Leute aus Bosnien und der Herzegowina wurden mit Vorliebe ausgenommen und zu Agitatoren ausgebildet. Eine englische Beobachterin, Edith Durham, erkannte schon im Jahre 1905, daß in Serbien und Montenegro, das ebenfalls von der großserbischen Bewegung ergriffen worden war, Waffen für Aufständische in Bosnien gesammelt wurden, daß man in Serbien offen den Angriffskrieg gegen die Donaumonarchie predigte, und daß in den österreichischen Ländern eine geheime Propaganda unter Umgehung der Post von Mund zu Mund getrieben wurde. Die Annexion Bosniens und der Herzegowina im Jahre 1908, die der Wiener Regierung die schärfere Bekämpfung dieser revolutionären Besttebungen ermöglichen sollte, führte in Serbien zu neuen Anstrengungen: die „Narodna Dbbrana , ein nationalistischer Geheimbund „zur Arbeit an der Befreiung der unterjochten i Brüder" wurde gegründet, einige Jahre spater entstand eine noch radikalere Vereinigung, die „Schwarze * Hand", beide unter der Leitung von höheren Beamten und Offizieren, insbesondere dem Obersten Dragutin Dimitrijewitsch, einem Mörder des Königs Alexander. Ihre politischen Bestrebungen wurden nach dem Urteil des deutschen Gesandten unter Wohlfahrtszwecken versteckt. In Schulen, Turnvereinen und ähnlichen Jugendorganisationen hatten sie ihre Agitatoren, so daß die serbische Jugend im Königreiche und zum Teil in südslawischen Ländern q.5 •i „ -LO U sSffW* r. _ Hardt, Annerod, 24,10 Meter: 3. Willi Wiehler, Krofdorf, 23,14 Meter. 15 00-Meter-Lauf, Jugend. 1. Fr. Haubach, Frankfurt Abt. 7. 4.44,3 Min.; 2. Arthur Seibert,. Wieseck, 4.44,4 Min.; 3. Paul Heinz, Elkershausen, 4.44,4 Min. Kugel st oben, bestarmig, Aktive. 1. Wilh. Schwarz, Annerod, 10,45 Meter; 2. Wilh. Zecher, Staufenberg, 9,99 Meter; 3. Joseph Binder, Alsfeld, 9,50 Meter. 75 Meter, Sportlerinnen. 1. Renate Gobl er, Gleiberg, 11,3 Sek.; 2. Emi ie Linde n st r u t h , Heuchelheim, 11,6 Sek.; 3. Anna Jung, Krofdorf, 11,6 Sek. Diskuswerfen, Sportler. 1. Wilh. Schwarz, Annerod, 30,15 Meter; 2. Joseph Binder, Alsfeld, 29,80 Meter; 3. Wilhelm Zecher, Staufenberg, 26,90 Meter. 1500 Meter, Sportler. 1. Fr. Krämer. Heuchelheim, 4.45,5; 2. Otto Eckstein, Alsfeld, 4,49; 3. Hans Krabler, Mainz, 4.55,6 Min. Weitsprung, Jugend. 1. Georg Kraft, Alsfeld 5,50; 2. Rudolf Ostwald, Wieseck, 5,04; 3. Heinrich Bill, Raunheim, 4,97 Meter. Speerwerfen, Sportlerinnen. 1. Emma Resfeldreher, Heuchelheim, 20,95; 2. Emilie Linden st ruth, Heuchelheim, 18,65; 3. Frieda Jung. Krofdorf, 17,30 Meter. Kugel st osten, beidarmig, Sportler. 1. Wilh. Schwarz. Annerod. 17,80; 2. Wilhelm Zecher, Staufenberg, 17,01; 3. Robert Mandler, Heuchelheim, 16,11 Meter. 10 0 Meter, Jugend. 1. Heinrich Bill, Raunheim, 13; 2. Erwin Mattern, Krofdorf, 13,2; 3. Ernst Paufch, Krofdorf, 13,2. Hochsprung, Sportlerinnen. 1. Renate Göbler, Gleiberg, Cini Wilhelm, Alsfeld und Lina Wurstius. Alsfeld, 1,20; 2. Anna Balser, Giesten und Emilie Linde n st r u t h , Heuchelheim, 1,15; 3. Anna Jung, Strofborf, 1,10 Meter. Hochsprung, Sportler. 1. Arthur Kröck, Heuchelheim, 1,45; 2. Heinrich Decker, Krofdorf, und H. Horrmann, Staufenberg, 1,40. 3. Ewald Depler, Heuchelheim, und "Wilhelm Leitner, Grosten-Linden, 1,35 Bieter. 200-Meter-Lauf, Sportler. 1. Karl Römer, Giesten, 25 Sek.; 2. Gustav L u st, Gleiberg, 25,5; 3. Walter Wolf, Giesten, 26.7 Sek. Stabhoch, Jugend. 1. Lndw. Weigand, Grosten-Linden, 2,55; 2. Wilh. Hirschhäuser, Odenhausen, 2,50; 3. Rudolf Ostwald, Wieseck, 2,45 Meter. Speerwerfen, Jugend. 1. Ludwig Kreiling, Wieseck, 40,85; 2. Eugen Rudolf, Annerod, 38,83 ; 3. Emil Gaub, Oppenrod, 37,64 Meter. 1 00 Meter, Sportler. 1. Gustav L u st, Gleiberg, 12,6; 2. Adam Bickel, Frankfurt, * 12,7; 3. Arthur Kröck, Heuchelheim, 13,1 Sek. 60-Meter-Hürdenlauf. 1. Otto Mandler, Heuchelheim, 10,6; 2. Fr. Pannecke, Giesten, 11,2; 3. Otto Schleenbecker, Heuchelheim, 12,1 Sek. 100 Meter, Sportlerinnen. 1. Renate Göbler, Gleiberg, 15; 2. Lini Wilhelm. Alsfeld, 15,4; 3. Ilse Euler, Krofdorf, 16,8 Sek. 3 000 Meter, Sportler. 1. Otto Balser. Giesten, 8.59,9; 2. Wilh. Degen, Grosten- Linden, 10,08; 3. Ernst Sack, Heuchelheim, 10.13,2 Min. Dreisprung, Sportler. 1. Franz Krämer, Heuchelheim, 11,95; 2. Wilh. Zecher, Staufenberg, 11,70; 3. Heinrich Becker, Krofdorf, 11,17 Meter. Weitsprung, Sportler. 1. Robert Schaum, Krofdorf, 5,40; 2. Reinhold Vieh- mann, Kinzenbach, 5,35; 3. Gustav L u st, Glei- 'berg, 5,31 Meter. Schleuderball, Sportlerinnen. 1. Emilie Linden st ruth, Heuchelheim, 29,82; 2. Emma Resfeldreher, Heuchelheim, 28,82; 3. Renate Göbler, Gleiberg, 26,93 Meter. Mehrkämpfe. Vierkampf. Jugendliche Sportler, Jahrg. 09 — 1 0. (100-Meter-Lauf, Weitsprung. Kugelstosten, Speerwurf.) 1. Georg Kraft, Alsfeld, 310 P.. 2. Ludwig Kreiling, Wieseck, 281 P., 3 Heinrich Bill, Raunheim, 274 P., 4. Ernst Pausch, Krofdorf, 270 P., 5. Richard Schäfer, Giesten, 262 P. Dierkampf. Jugendliche Sport! er, Jahrg. 11 — 12. (100-Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstosten, Speerwurf.) 1. Rudolf Engelhard, Annerod, 314 P., 2. Heinrich Rau, Annerod, 239 P., 3. L. Belte, Staufenberg, 230 P., 4. Wilhelm Hof, Annerod, 229 P., 5. Otto Seibert, Launsbach, 201 P. Dreikampf. Aktive Sportler. (100- Meter-Lauf, Weitsprung, Kugelstosten.) 1. Gustav Lust, Gleiberg, 232 P., 2. Joseph Binder, Alsfeld, 225 P., 3. Arthur K r ö ck, Heuchelheim, 224 P., 4. Heinrich Becker, Krofdorf, 212 P., 5. Georg Lehrmund, Leun, 206 P. Fünfkampf. Aktive Sportler. (100- Meter-Lauf, Kugelstosten, Wei lsprung, 800-Meter» Lauf, Diskuswerfen.) 1. Fr. Krämer, Heuchelheim, 290 P., 2. K. Rumpf, Marburg, 265 P., 3. Gustav Göbler Gleiberg, 255 P., 4. Robert Mandler, Heuchelheim. 254 P., 5. Otto Schleenbecker. Heuchelheim, 2161 '2 P. Dreikampf. Svortlerjnnen unter 18 Jahren. (75-Meter-Lauf, Weitsvrung. 'Kugelstosten.) 1. Lini Wilhelm, Alsfeld, 146 P.. 2. Lina Wurstius, Alsfeld. 132 P. 3. Anna Jung, Krofdorf, 131 P., 4. Friede Jung, Krofdorf, 124 P., 5. Elsa Schwalb, Heuchelheim. 123 P. Dierkampf. Sportlerinnen über 18 Jahre. (75-Meter-Lauf, Weitsprung. Kugelstosten. Speerwerfen.) 1. Renate Göbler. Gleiberg. 288 P.. 2 Emilie Linden st ruth, Heuchelheim, 254 P., 3. Emma Resfeldreher, Heuchelheim, 232 P., 4. Elfriede Dorschel, Giesten, 197 P., 5. Anna Dalser, Gießen, 131 P. Stafetten. 3x1000 Meter. Aktive. 1. Frankfurt. Abt. 7. 8:56,7; 2. F. T. Gießen 9:17,1 Min. 10X100 Meter. Jugend. 1. Krofdorf 2:13; 2. Heuchelheim 2:22.2 Min. 4 X 75 Meter. Sportlerinnen. 1. Gleiberg. Krofdorf, Gießen (komb.) 43,9; 2. Heuchelheim 47,5 Sek. 4x100 OK et er. Jugend. 1. Krofdorf 53,5; 2. Wieseck 54,6; 3. Launsbach 54,7; 4. Heuchelheim 55,2 Sek. 4 X 100 Meter. Aktive. 1. Gießen 49; 2. Heuchelheim 49,3; 3. Krofdorf 50 Sek. Olympische Staffel. 1. Frankfurt. Abt. 7, 4:05,6; 2. Fr. T. Gießen 4:06,7; 3. Kinzenbach 4:17 Min. HandbcM der D. T. To. 1846—2Nlo. Giesten 1:2. Ein äußerst spannender Kampf, der an wechselnden Momenten nichts zu wünschen übrig lieh. Männertumverein mußte mit reichlich Ersah antreten, ebenso sah man auf der anderen Seite einen Spieler der zweiten Mannschaft. Ein gewisses Pires hatten die 1846er den Männerturnern im der Stärke der Mannschaft voraus, jedoch spielte der Sturm zu zerfahren, um sich bei der aufmerksam und eifrig spielenden Verteidigung durchsetzen zu können. Alle Angriffe wurden systematisch zerstört, oder wurden eine sichere Deute des hervorragenden Tormannes der Män- nertumer. 1846 ging durch seinen Linksaußen in Führung, allerdings durfte das Tor nicht gegeben werden, weil der Spieler im Schußkreis stand. Kurze Zeit danach glich Mtv. aus und konnte aus einem Gedränge einige Zeit später das Führungstor werfen. Rach Halbzeit nahm das Spiel an Härte zu. jedoch ohne unfair zu werden. 1846 setzte alles daran, den Ausgleich herbeizuführen. jedoch hatte der Sturm nicht genug llntcrftütjung von der Läuferreihe, um die Angriffe wirksam durchführen zu können. Die Verteidigung hatte Mühe genug, um die blitzschnellen Angriffe der Männertumer abzuwehren, und nur ihrer Aufopferung ist es zuzuschreiben, daß das Resultat nicht noch hoher wurde. Stark beeinträchtigt wurde die Spielweise durch die starke Hitze, die sich recht unangenehm bemerkbar machte. Handball A. D. T. Rot-Weiß 1 Darmstadt — Grohen-Vuseck I 3:1 (1:0). Wie vorauszusehen war. endete das Spiel mit einer Riederlage Grosten-Dusecks. Der Verlauf des Spieles wurde durch anhaltenden Regen stark beeinträchtigt. Deiderseits wurden manche Torgelegenheiten verpaßt. Ein sehr flottes Tempo zeigte der ©türm von Rot-Weiß, der sich aber gegen die körperlich überlegene Busecker Hintermannschaft schwer durchsetzen konnte. Auch die übrigen Teile der Darmstädter Mannschaft ge- Geld und Erfahrung Novelle von Max Eyth. 11 Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Ein verfluchter '2)antee!" meinte Lawrence, ohne große Aufregung, während ich, etwas grimmiger als er, ein Beefsteak von landesüblicher Zähigkeit zersäbelte. Sämtliche sieben Morgenblätter brachten ähnliche Aufsätze, so daß sich seitdem sieben verschiedene Städte um die Ehre streiten können, meine Wiege beherbergt zu haben. Alle aber waren in einem Punkte einig: daß meinem armen, unschuldigen Dampfpflug eine hervorragende politische Rolle zutomme. Ein unverkennbarer, wenn auch leichter Hang gegen den demokratischen Süden schien von der einen Seite das höchste Lob, von der anderen den schärfsten Tadel zu verdienen. Nur mit Rücksicht auf das noch nicht ganz ausgesprochene pekuniäre Verhalten des sympathischen Vertreters der Firma John Fowler & Co. legten sich die kleineren Blätter noch einige Zurückhaltung auf. Das Beefsteak aus Texas war wirklich zu zäh; ich warf Messer und Gabel weg und stand auf. „Lieber Herr Eyth," sagte Lawrence, der meine Verstimmung kopfschüttettrd bemerkte, „an das müssen SIS sich gewöhnen, wenn es Ihnen bei uns wohl werden soll. Es tut nicht weh, sobald man’s gewöhnt ist. Was Sie zu tun haben, ist, Ihren Pflug auszupacken. Je mehr man über Sie schimpft, um so besser. Man wird aus Sie aufmerksam; das ist alles, was Sie brauchen, und kostet Sie nichts. Uebrigens läßt sich die Sache auch sehr leicht in Ihrem Sinn regeln. Ich will Ihnen das besorgen. Wieviel wollen Sie an die „Crescent City News" rüden?" „Keinen roten Cent!" rief ich grimmig, indem ich unser Frühstück bezahlte. „Sie sind aufgeregt!" meinete Lawrenee begütigend. „Das ist nicht gut. Kühl bleiben ist die erste Regel des Lebens, namentlich im Süden und heutzutage. Wir wären alle besser daran, wenn mir sie vor fünf Jahren mehr beherzigt hätten." Ich ging wieder nach dem Levees, dem „Wil- den Westen" zu. Ein gewaltiger Menschenhaufen umstand jetzt die Ausladestelle des Schisses. Im Kern des Knäuels schien es lebhaft zuzugehen. Meine sechs Neger hatten sich auf die übereinander getürmten Kisten geflüchtet und verteidigten ihre aün- ftige Stellung mit rühmlicher Hartnäckigkeit. Zoll- uno Leveebeamte waren die Angreifer. Das unparteiische Publikum begrüßte jede Wendung des Wortgefechts mit lauten Lachsalven. „Herunter von den Kisten!" schrie ein bärtiger Mann, der in Reste einer unbekannten Uniform gekleidet war. „Herunter, verdammter Nigger! Die ganze Bagage muß In dreißig Minuten verschwunden sein. Nichts darf auf den Levees ausgepackt werden. Fort mit dem Zeug!" Der aufgeregte Herr hatte eine Hilfstruppe von drei Mann in Zivil, die nach den nackten Beinen meiner Neger griffen. Eine Brechstange, welche zufällig aus die Finger eines der Angreifer fiel, veranlaßte die heftige Fortsetzung des bloßen Wortgefechts. Ich drängte mich durch. „Hier ist unser Herr!" schrien die Neger triumphierend. „Hurra für Alt-Dixies Land!" Der Levee-Inspektor wandte sich zornig an mich. „Wissen Sie nicht, Mister, daß nichts auf den Levees montiert werden darf?" fragte er mich, mit ausgesprochener Unhöflichkeit. „Wollen Sie Ihren Kram fortführen?" „Wollen Sie ihn fortführen?" fragte ich mit völlig wiedergewonnener Ruhe, seitdem ich die Zeitungen nicht mehr sah. „Soll ich ein paar Kesselwagen und zwanzig Pferde auf Ihren Tanzboden bringen lassen und die alten Bohlen durchbrechen?" Er starrte mich an. „Seien Sie vernünftig und lassen Sie mich machen", fuhr ich zutraulich fort. „Ich vermute, ich verstehe mein Geschäft besser als Sie. Zum Vergnügen bleibe ich nicht hier. Ich bringe meine Sachen weg, so schnell ich kann. Mehr kann auch ein Yankee nicht tun, soviel ich weist." „Aber es ist gegen das Gesetz; es darf auf den Levees nichts montiert werden", erklärte mein Gegner. „Was wollen Sie machen? fragte ich ruhig. „Es gibt nur einen Weg, die Sachen fortzuschaffen: ich montiere meine Maschinen, mache Dampf in den Kesseln und fahre davon, wie es bis jetzt überall fielen durch tfyt schnelles und faires Spiel. Grohen-Duseck suchte die technische ilefrerlegen- heit von Rot-Weiß durch großen Eifer auszugleichen. Bei etwas mehr Glück hätte das Resultat für Grohen-Buseck günstiger lauten können. Das Spiel fand in Verbandsspielwart Heil einen guten und gerechten Leiter. Spielvereinigung 1900 (Sieben. Spiele vom Sonntag: Ligamannschaft — D. f. R. Olympia 07-Frankfurt a. M. Liga 4:1 (2:1). IIIa-Leh rmannschaft —Heuchelheim 1. 6:4 (12). Illb-Mannschaft — Heuchelheim II. 2:0. 5. Rach dem trüben Dorsonntag wieder ein glänzender, obwohl die Mannschaften unter schlechteren Bedingungen zusammengestellt waren. Alle Mannschaften, reichlich mit Ersatz durchsetzt, waren siegreich Aber man kann es auch getrost sagen, der Kampfgeist war ein weil besserer, denn in kritischen Momenten lieh diesesmal niemand den Kopf hängen Der Verein für Rasenspiele .Olympia" 07- Frankfurt, hielt das, was man sich von ihnen versprochen hatte. Eine einheitliche, gleichmäßig durchgebildete Mannschaft, die im Feldspiel den 1900ern ebenbürtig, zu Beginn der zweiten Spielhälfte sogar überlegen war. Die Spielvereinigung 1900 gewann dieses Spiel auf Grund der ganz überragenden Leistung der Läuferreihe. Dieses famose Dreigestirn setzte durch ein bestechendes Stellungsspiel den Gegner bei allen noch so gut durchdachten Aktionen schachmatt. Bewundernswert war die Ausdauer bei dieser Riesen- Hitze. Im Sturm der Einheimischen hatte man diesesmal auch die Schießstiefel an, so dah der Gästetorhüter, der übrigens der beste Mann der Frankfurter Elf war, zur Entfaltung des vollen Könnens gezwungen wurde. Die beiden Verteidiger paßten sich als Ersah vollkonnnen in den Rahmen der blauweißen Elf, besonders Mand - l e r spielte wie in seinen Jungen Sagen. Auch der Gießener Torhüter war heute glänzend disponiert. Er und fein Gegenüber erhielten oft den Beifall der ettoa 300 Zuschauer. Was beide durchltesten. war unhaltbar. 1900 erzielt in der 1. Spielhälfte zwei schöne Tore. Olympia kommt kurz vor dem Seitenwechsel zum Ehrentor. Gießen vergibt zwei bis drei sichere Chancen vor dem leeren Tor, einmal rettet die Latte. Rach der Pause drückt zunächst Frankfurt. Sein Widerstand erlahmt aber, als Gießen gegen Schluß durch Kopfball ein drittes Tor erzielen und wenig später einen Händeelsmeier zum vierten Erfolg ausnuhen kann. Zum Schluß kritisierten die Gäste etwas allzulaut die einwandfreie sichere Leitung des Schiedsrichters, eines Herrn von Butzbach. Die lila (Lehrmannschaft) errang in Heuchelheim in geschwächter Aufstellung über Heuchelheims kampferprobte I. einen 6:4-Sieg, nachdem bei Halbzeit Heuchelheim noch mit 2:1 im Vorteil war. Eine schöne Revanche für die 5.1-Riederlage in Gießen. Auch die IHb konnte gegen Heuchelheims II. mit 2:0 siegreich bleiben. Das Spiel der II. in Marbach soll auf den 28. August 1927 verlegt worden sein. Um den Aufstieg zur 2< Bezirksligaklaffe. Frohnhausen (Dlllkreis) — D. f. D. Kirchhain (Kreis Marburg) 3:2 nach Verlängerung. d. Die beiden Kontrahenten enttäufd)ten nach allen Seiten. Cs fehlten Schnelligkeit. Ballbehandlung und Zusammenspiel. Alle drei aus der Liga ausscheidenden Vereine (Gladenbach, Riedergirmes und Dillenburg) gaben weit bessere Gegner ab. Den Fcohnhäusern muh man den endlichen Erfolg von Herzen gönnen, nachdem sie jahrelang immer kurz vor dem greifbaren Ziel strauchelten. Man merkte den beiden Mannschaften an, daß sie wenig Verkehr mit guten Fußballmannschaften aus Städten haben, sonst wäre die eigene Spielweise eine kultiviertere. Der größere Eifer und das bessere Durchstehen brachte den Leuten aus dem Dillgebiet den verdienten Sieg, wenn auch erst nach schwerem und teilweise hartem Kampfe. Die gefälligere Spielweise bot unbedingt Kirchhain, besonders in der ersten Spielhälfte. Der in seinen Leistungen nicht gerade überragende Schiedsrichter mußte gegen Schluß zwei der allzueifrigen Kampfhähne (von jeder Partei einen) vom Platz stellen. Bis zum ersten Wechsel lag Kirchhain 1:0 in Front. In der zweiten Hälfte erzielte Frohnhausen aus gehalten wurde. Haben Sie noch nie von einem Dampfpflug gehört? Wenn Sie's besser wissen, greifen Sie zu. Ich werde Ihnen sehr dankbar sein." „Aber die Instruktionen, das Gesetz!" rief er, etwas kleinlauter. „Donnerwetter, ich bin hier, um Ordnung zu halten." „Was wollen Sie machen?" fragte ich ruhig. „Ich stelle die Ordnung auf dem schnellsten Wege her, der überhaupt möglich ist. Sehen Sie das nicht?" Er starrte mich aufs neue fragend an, bann die Kessel, bann die breiunbfünfzig Kisten. „Was will ich machen?" fragte er enblich, sehr nachdenklich werdend. „Ich will Ihnen das anbeuten!" antwortete ich unb brückte ihm zwei Fünfdollarscheine in bie Hand. „Dort an ber Ecke ist ein Biersalon. Bon dort aus können Sie bie Fortschritte, bie wir machen, genau kontrollieren. Wenn Ihnen bie Sache nicht flott genug zu gehen scheint, so roenben Sie sich nur gütigst an mich. Wir wollen schon Orbnung halten, Sie unb ich." Er lachte befriebigt. „Vorwärts, Jungen!" rief er seinen Hilfstruppen zu. „Dieser Herr ist ein Gentleman. Guten Morgen, Sir!" Die vier Männer bes Gesetzes marschierten in gerabeftcr Linie dem angebeuteten Biersalon zu unb erschienen erst am folgenben Morgen wieder, um sich weitere Instruktionen zu holen, bie mich fünf Dollar täglich kosteten. „Billig!" meinte Lawrence. „Sie machen Fortschritte. Aus Ihnen kann schon noch etwas werben." Gegen Abenb ftanb ber erste ber zwei Kessel auf seinen vier Straßenräbern. Meine Negertruppe hatte sich auf zwölf Mann vermehrt, bie mit wach- senbem ^tolz ihr eigenes Werk betrachtete. Auch bie Zeitungsartikel hatten sichtlich schon gewirkt. Wir bekamen Besuche von Herren, denen ber „Picayune" aus ber hinteren Rocktasche sah. unb bie viertelstun- benlang beobachten!» unter meinen Kisten unb Kasten herumstöberten. Keiner versäumte, bie Breite der mächtigen Fahrräder mit den ausgespreizten Fingern beider Hände abzugreifen. Die meisten zogen hierauf oerftohlen einen Maßstab aus der Tasche, steckten ihn aver rasch wieder ein, wenn sie bemerkten, daß sie beobachtet wurden. Dann kamen sie gewöhnlich etwas verlegen an mich heran. einem Strafstoß wegen unfairen Spiels den Ausgleich und aus einem Gedränge den Führungstreffer. Man dachte schon an einen 2: 1-Sieg Frohnhausens, als Kirchhain fast mit dem Schlußpfiff gleichzog. Erst in der nunmehr erforderlichen Verlängerung von 2X15 Minuten konnte Frohnhausen den siegbringenden Treffer erzielen unö trotz aller Gegenbemühungen bis zum Schluß halten. Fuhball in Heuchelheim. Sportverein 1920 I — Spvg. 1900 Gießen, Lehr» Mannschaft 4: 6. ck. Zu dem ersten Spiel nach der Fußball-' sperre traten sich obige Mannschaften auf dem hiesigen Platze gegenüber. Die große Hitze beeinträchtigte das Spiel sehr. Heuchelheim war gezwungen, ohne zwei seiner Besten im Sturm anzutrelen. Durch die dadurch bedingte-ülm° und Reueinstellung verlor die Mannschaft jeden Zusammenhang. Ein derartig schlechtes Spiel hat man lange von dieser Mannschaft nicht gesehen. Rechnet man dazu noch einen Schiedsrichter, der gelinde gesagt einen sehr schlechten Tag hatte, so ist die Erklärung für die Riederlage gegeben. Unter diesen Umständen auf eine nähere Kritik der einzelnen Spieler einzugehen, erübrigt sich vollständig. Rur soviel sei gesagt: wenn sich die Heuchelheimer Mannschaft in Selbstdisziplin und Energie nicht mehr zusammennimmt, dann wird sie bei den kommenden Derbandsspielen eine sehr klägliche Rotte spielen. — Die Zweite Heuchelheims verlor vorher gegen die 3 b von 1900 mit 2:0. Tennis. Gießener Tennisklub 1922 e. v. — Tennis- unb Lis- klub Darmstadt 6:10. Da der Gießener Tennisklub in seiner näheren Umgebung keinen ebenbürtigen Gegner mehr finden konnte, hatte er sich am vorigen Sonntag den Tennis- und Eisklub Darmstadt verpflichtet. Die Spielstärke dieses Klubs ist in ganz Süddeutschland bekannt unb gefürchtet, konnte er sich doch durch alle Runden bei den Medenspielen schlagen, so daß er nächsten Samstag gegen Wiesbaden zum Endspiel antritt. Auch auf der Königsberger Olympiade bei den deutschen Hoch- schulmeisterschaften waren feine beiden Großen Krafft und Deutler in den Schlußrunden zu finöen. Wenn man dies beachtet und das Ergebnis anfieht, vor allem auch die Sätze (Darmstadt 21, Gießen 18) und die Spiele (Darmstadt 209, Gießen 200) heranzieht, so muh man sagen, daß sich Gießen ausgezeichnet geschlagen hat. Von sieben Herreneinzelspielen gewann Gießen allein fünf. Das Spitzenspiel Kirchner gegenK rafft ging erst nach hartem Dreisatzkampf 2:6, 8:6, 4:6 verloren, ebenso das Spiel von Werner, der durch Schlägerdefekt behindert wurde. Die Herren Dr. B o st r ö m, Dr. Fische r,H amann, Roll, Scriba holten die fünf Pluspunkte für Gießen; dazu kam noch ein Pluspunkt im Herreir- Doppel durch Dr. Fische r/W e r n e r. In den Damenkonkurrenzen war Gießen von vornherein durch das Fehlen seiner stärksten Spielerin sehr geschwächt, so daß im Damen-Sinzel und Mrxed Darmstadt die Punkte für sich buchen konnte. Immerhin mußte Darmstadt, zumal in den Doppelspielen, alles aus sich herausgeben, um die dritten Sähe, zu denen es nach aufregendem Kamps durchweg kam, zu gewinnen. Das Wettsviel hat gezeigt, daß es der Gießener Tennisklub mit den stärksten Mannschaften seines Bezirks aufnehmen kann. Man darf deshalb auf nächsten Sonntag gespannt sein, da an diesem Tage auf den Plätzen hinter dem Schühenhaus ein Wettspiel gegen den anderen Schlußrundenspieler der Medenspiele, den Ten- nisttub Wiesbaden, ausgetragen wird. Die deutschen SchwimmeisterZchaften. Die deutschen Schwimmeisterschaften brachten am Sonntag hervorragenden Sport. Im 100- Meter-Freistilschwimmen endeten Heinrich und Heitmann in totem Rennen. Das Rennen über 1500 Meter sah Joachim Rademacher als Sieger. Bei den Damen siegte in der kurzen Strecke über 100 Meter Fräulein Erkens über Lotte Lehm ann. Ergebnisse: 4xl03-LNeter°Lagenstaffel. Erste Mannschaft Hellas Magdeburg in 5.00.5. Springen: 1. Dr. Lechnir mit 177,54 Punkten. „Dies soll wohl der neue englische Dampfpflug sein?" begann die Unterhaltung. „Jawohl!" antwortete ich zuvorkommend. „In einigen Tagen werden Sie deutlicher sehen, wie das alles zusammenhängt. Borläufig sind es nur zerbrochene Kisten." „Ich denke, ich könnte wesentliche Verbesserungen in Vorschlag bringen", war fast regelmäßig die nächste Bemerkung, und bann, wenn ich hierauf nicht einging, studierte der Mann mit dem Ausdruck wohlwollenden Mitleids in seinem intelligenten Gesicht weiter. Einer derselben hatte in dieser Weise mehrere Stunden des Nachmittags zugevracht, ehe er sich an mich wandte, ein Mann von mittleren Jahren, in schwarzem Anzug, mit einem scharfen Dankeegesicht, das seinen nördlichen Ursprung nicht verleugnete. Erst am Schluß der Arbeit, als ich die Neger unsere Winden, Hebel und Brechstangen für die Nacht au« JammenfteUen ließ, kam auch dieser Herr mit seinem: „Dies ist wohl der neue englische Dampfpflug?" an mich heran. ,Lawohl," sagte ich, „in einigen Tagen werden Sie deutlicher — Er unterbrach mich mit einem leisen, nicht unfeinen Lächeln um den zusammengepreßten Mund. Er hatte meine Antwort wohl schon mehrmals gehört und wollte mir die weitere Mühe ersparen. „Ich bin Maschinenbauer," sagte er, „und habe eine Stellung bei den städtischen Wasserwerken in Aussicht. Augenblicklich habe ich nichts zu tun und Langeweile. Lassen Sie mich mitarbeiten." „Aber ich habe die Leute, die ich gebrauche", bemerkte ich. „Ohne Lohn", antwortete er. „Ich habe genügend Geld und muß fünf Wochen warten, ehe ich bei den Wasserwerken eintreten kann. Ihr Pflug würde mich unterhalten." „Sehr hübsch!" sagte ich, etwas mißtrauisch. „Sie wollen ihn wohl verbessern?" Er lächelte wieder, kaum merklich. „Ich bin ein praktischer Maschinenbauer von Beruf," versicherte er, „und mit dem Verbessern nicht so rasch bei der Hand. Aber ich möchte sehen, was sie im alten Land drüben zuwege gebracht haben, und will dafür arbeiten. Versuchen Sie mich." (Fortsetzung folgt.) durch Am Son (Schwein» querung w» nehmen nur, abenks W KO*1'1’® 1 y. ra»[ LeiM' 2erlw. » bürget A Meiste« Meter M Magdeb^ übet 100 ' bod 50M Freiwillr ' Hung reichen W laumsseU wehr vetl banbätag webten in' bchon ar zahl Aettte Kommers Gießener 6 stattlicher A 6pod- uni) Ankunft beg bereits eing< worauf der C mrad §riy - Degnißung > bad» «Men Wehren GIm herzliche» L Feuerwehr e ,$ut Mhrl" folgten nun der beiden He kränz'. ’Üm Som nisfeier i Empfang and) Wehren hören, in grc der Del« 25 Vertreter zel (Gießen den vertrete Ar nun ((? gen), sowie bes Kreises K merad W teiisbericht der das Pi verlas. ’Jtedj, fiüflenüerlfälL iWe fid) jum Annahme. Es lifle sjeuerweh höre, aber in Aoltsstaat he Kreisseuerwch neu ausgestellt auch hinweife, stellen lasse ui Srei5oerbanb ■Merbanb i Feuerwehren ferner, daß vc önberaumt n> st°ndigung ül banbstagunge iediglen sich Kteisseuerwel tonten Wen Jlr)- ferner Londesverbani Holten; Anti öanbstag in Wten, seien i ?*• belassen sic verwehr ffl M hem n< p Hlb, wed «2 hflfür ge LL'b°rhnun SÄ W K-' Dreien &OHr, 100-Meter-Damenfreistilschwimmen: 1. Fräulein Erkens 1.17.3. IOO-Meter- Freistil-Herren: 1. Heitmann. Magdeburg und Heinrich, Leipzig. Beide 1.03.8. Turmspringen: 1. Luber, Berlin, 136,34 Punkte. Drustmeisterschaft für Damen über 100 Meter: 1. Schrader, Magdeburger Damenschwimmklub mit 1.35.5. 3n der Meisterschaft für die lange Strecke über 1500 Meter siegte Joachim Rademacher, Hellas Magdeburg mit 22 38.4. In der Brustmeisterschaft über 100 Meter: 1. Emil Rademacher in 1.20.3. Stasfclmeisterschaft 3xlOO-Meler für Damen: Poseidon Dresden mit 4.12. Mehrkampfmeisterschaft: 1. Heinrich Pielsticker. Düsseldorf. Kemmerich durchschwimmt den Sund. Am Sonntagmorgen starteten von Barseback (Schweden) zehn schwedische, drei dänische und der deutsche Schwimmer Kemmerich zur Durchquerung des Sundes. Bisher ist das Unternehmen nur Kemmerich geglückt, der um 8,50 Uhr abends Kopenhagen erreichte. Oderheffen. SOjährrges Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Hungen 1 Hungen, 7. Aug. Die Stadt hatte heule reichen Flaggenschmuck angelegt, um die Jubi- läumsfeierihrerfreiwilligenFeuer- w e h r, verbünde mit dem Herbstver- bandstag der freiwilligen Feuerwehren im Kreise Gießen, festlich zu begehen Schon am Samstagabend traf eine große Anzahl Vertreter auswärtiger Wehren ein. Zum K o m ni e r s bewegte sich abends von der Gießener Straße aus nach dem Festplatz ein statiticher Zug, woran die Feuerwehr, die Turn-, Sport- und Gesangvereine teilnahmen. Rach der Ankunft begrüßte Kommandant Köhler die bereits eingetragenen Vertreter der Wehren, worauf der Dorsitzende des Kreisverbandes, Kamerad Fritz Wenzel- Gießen den Dank für die Begrüßung aussprach. Branddirektor Braubach-Gießen sprach namens der beiden Gießener Wehren Glückwünsche aus und überreichte mit herzlichen Worten von der Gießener Freiw. Feuerwehr einen Fahnennagel: sein dreifaches „Gut Wehri" galt der Hungener Feuerwehr. Es folgten nun die Darbietungeir der Turner und der beiden Gesangvereine ..Eintracht" und „Liederkranz' . '21m Sonntag sand zunächst eine Gedächt- niss ei er auf dem Friedhof, hierauf der Empfang der auswärtigen Wehren statt, wobei auch Wehren, die bem Kreisverband nicht angehören, in großer Anzahl eintrafen. Zur Tagung der Delegierten waren von 16 Wehren 25 Vertreter anwesend. Der Vorsitzende Fritz W e n- z e l (Gießen) eröffnete die Sitzung und begrüßte den Vertreter der Regierung, Regierungsrat Dr. Braun (Gießen). Bürgermeister Fendt (Hungen), sowie die anderen anwesenden Bürgermeister des Kreises Gießen und die Vertreter der Wehren. K. merad Wenzel gab sodann einen kurzen Tätigkeitsbericht bekannt, worauf Schriftführer Brei- der das Protokoll der Frühjahrsoerbandstagung verlas. Rechner Heinrich berichtete über die Kassenvcrhältnisse. Die Werkfeuerwehr Lollar meldete sich zum Kreisverband und fand einstimmige Annahme. Es wurde bemängelt, daß eine freiwillige Feuerwehr dem Kreisverband noch nicht ange- höre, aber in der Statistik des Feuerlöschwesens im Volksstaat Hessen geführt wird. Darauf erwiderte Kreisfeuerwehrinspektor D i ck o r k. (Gießen), daß die neu aufgestellte Statistik unvollkommen sei: er gab auch Hinweise, wie sich eine einfache Statistik auf- stellen lasse und betonte, daß eine Wehr, die dem Kreisoerband angehöre, auch zugleich dem Provinzialverband und dem Landesverband freiwilliger Feuerwehren angehöre. Sehr bemängelt wurde ferner, daß vom Provinzialverband keine Sitzungen anberaumt werden: ohne diese sei eine rechte Verständigung über die Anträge auf den Landesverbandstagungen unmöglich. An der Debatte beteiligten sich u. a. Branddirektor Braubach, Kreisfeuerwehrinspektor D i ck o r 6 , die Kommandanten Wenzel (Gießen) und Rohrbach (Lollar). Ferner wurde die Geschäftsführung auf dem Landesoerbandstag in Worms nicht ganz für richtig gehalten: Anträge, die bereits auf dem Landesoerbandstag in Vilbel gestellt und zum Teil genehmigt wurden, seien bis heute noch nicht durchgeführt. Damit befassen sich auch die von der Freiw. Gailschen Feuerwehr Gießen eingebrachten Anträge. Es soll auf dem nächstjährigen Provinzialfeuerwehrtag in Alsfeld, welchem eine Sitzung vorausgehen soll, Sorge dafür getragen werden, daß eine geregeltere Geschäftsordnung eingehalten wird. U. a gab Kreisfeuerwehrinspektor Dickore noch bekannt, daß bei der Anschaffung von Geräten für die Kreisfeuerwehren zuvor beim Kreisamt oder bei ihm ungefragt werden soll. Es feien im Kreis zwei mechanische Leitern angeschafft worden, die in der Konstruktion nicht ganz einwandfrei seien, zumal gerade bei mechanischen Leitern die Bedienung mit größter Vorsicht erfolgen muß, wo die Drähte der elektrischen Hochspannung dicht an den Häusern angebracht sind. Ferner sei vom Ministerium eine Verfügung bekanntgegeben worden, wonach die Hebungen an Sonntagen so festgesetzt werden sollen, daß die Feuerwehrleute an dem Besuch des Hauptgottesdienstes nicht gehindert seien. Die von der Landes- brandkammer finanzierten Feuerwehrführerkurse sollen, wie in Rheinhessen und Starkenburg, vom Herbst auch in Oberhessen stattfinden. Branddirektor Braubach (Gießen) wünschte wiederholt, daß sich der Kreisverband bemühen solle, innerhalb des Kreises bei den Wehren Feuerwehrkurse einzuführen, die sehr zweckdienlich seien; insbesondere die verschiedenen Arten von Handfeuerlöschern seien schon in vielen Fällen nicht richtig gehandhabt worden. Die Ausbildung der Kommandanten, Geräteführer und Mannschaften solle ausschließlich der Vorbereitung für den Ernstfall dienen. Nachdem noch einige technische Angelegenheiten zur Sprache gekommen waren, schloß der Vorsitzende die sehr anregend verlaufene Versammlung. Run ging es zur Angriffsübung der Hungener Feuerwehr. Das Anrücken nach dem Alarm geschah in bester Disziplin, die Hebung entsprechend der zugrunde liegenden Brandidee: wenn auch nicht immer alle Einzelheiten so klappten, wie es hätte sein müssen, so konnte doch der Wehr von Kreisfeuerwehrinspektor Dickorä ein gutes Urteil über den Verlaus der Hebung zuerkannt werden. Hm 2 Hhr nachmittags setzte sich der F e st- zug mit fünf Feuerwehrkapellen in Bewegung, an dem alle Vereine der Stadt Hungen teilnahmen. Rach der Ankunft auf dem Festplay begrüßte Kommandant Köhler die so zahlreich erschienenen Feuerwehrleute und betonte, daß das 50jährige Bestehen der Feuerwehr Hungen schon 1926 war; aber wegen des plötzlichen Todes des langjährigen Kommandanten Karl Stein wurde die Jubiläumsfeier auf 1927 verlegt und mit der Tagung des Kreisrerbandes vereinigt. Sein dreifaches „Gut Wehr" galt den auswärtigen Feuerwehrleuten. Sodann hielt Bürgermeister Fendt-Hungen eine fein durchdachte Festrede, die mit einem dreifachen „Gut Wehr" auf das deutsche Vaterland ausklang. Die Musik spielte das Deutschlandlied, das die Festteilnehmer mitfangen. Es sprachen noch einige Vertreter fremder Wehren, während der Festplay so sich zusehends füllte, und ein fröhliches Treiben bei allen möglichen Darbietungen einsetzte. Landkreis Gietzkn XKlein-Linden,8. Aug. Don sehr schönem Wetter begünstigt, sand am Sonntagnachmittag, das diesjährige Jahresfest der hiesigen Kleinkinderschule statt. Hm 3 Hhr bewegte sich, unter Vorantritt des hiesigen Posaunenchors, ein Festzug nach dem schattigen Rinn- schen Garten, wo sich eine große Zahl Festgäste, auch viele von außerhalb, versammelte. Pfarrer Göbel hielt die Festansprache, in welcher er der schweren und mühevollen Arbeit der Schwester der Kleinkinderschule gedachte. Unter deren Leitung wqrden von den Kleinen gut eingeübte Gesänge und Spiele aufgeführt. Zum Schlüsse fand eine Brehelverteilung an die Schüler statt. Zugunsten der Kleinkinderschule wurde eine Tellersammlung veranstaltet. 8 Alten-Buseck. 8. Aug. Beim Abladen eines etwa zwei Zentner schweren Basaltblockes für Bauzwecke stürzte der Elektro-Jnstallateur Vogel über einen anderen Baustein und kam zu Fall. Die schwere Last kam hierbei auf das rechte Dein zu liegen und verursachte einen doppelten Hnterschenkelbruch. -- Der Kohlweißling tritt dieses Jahr in unserer Gegend in ausfallend starker Weife auf. Infolgedessen dürfte mit einer starken Raupenplage zu rechnen sein. * Lich, 8. Aug. Der hiesige Turnverein hielt am vergangenen Samstagabend seine Monatsversammlung ab. Der erste Vorsitzende R. Zimmer eröffnete die Versammlung und erteilte dann dem Turnlehrer Schön das Wort zu seinem Dortrage: „Was bedeutet für uns Turner der 11. August?" In treffenden Worten verstand es der Redner, den Lebensweg unseres Altmeisters Friedr. Ludw. Jahn zu schildern. Er wurde geschildert als ein Erwecker des nationalen Gedankens, als ein Schöpfer der deutschen Tum- sache. als ein Herold für Deutschlands staatliche Einheit, der keinen Standesunterschied und keinen Klassenkampf lannte. Mit einem kräftigen „Gut Heil" auf den Turnvater und auf die deutsche Turnerei endete der lehrreiche Dortrag. Kreis Friedberg. 2f Dad-Rauheiin. 8. Aug. Die von der Stadt veranstaltete Derfcrssungsfeier am 11. August findet in diesem Jahre erstmalig im großen Konzertsaale des Kurhauses unter Mitwirkung des Kurorchesters statt. Auch der Gesangverein „Frohsinn" und die hiesige Turnerschaft wirken wie in den Dorjahren wieder mit. Die Festrede hält Pfarrer Klein (Frankfurt a. M.). Ein großes Feuerwerk vor der Kurhausterrasse bildet den Abschluß der Feier. Kreis Büdingen. „?" Ridda, 8. Aug. Dieser Tage begann die Abschätzung der Flurschäden, die durch das Legen der Sta rkstromleitung entstanden sind. Die Kommission seht sich zu- fammen aus je einem Vertreter des Landwirtschaftsamts und der bauenden Firma, sowie aus dem Ortsgericht der jeweiligen Gemeinde. Auf Getreidefeldern wird eine durchschnittliche Vergütung von 8 Pfennig für den beschädigten Quadratmeter festgesetzt. ]:[ Bindsachsen, 8. Aug. Am Freitagabend gingen dem hiesigen Landwirt Karl Ganz, einem Manne von 68 Jahren, die Pferde samt der Mähmaschine durch. Durch unglückliches Abspringen blieb er auf dem Mesferbalten hängen und wurde ein großes Stück geschleift. Der Arzt ordnete sofort die Heber- führung nach Gießen an. Jedenfalls muh ihm ein Bein abgenommen werden. Das andere Bein ist schon seit längeren Jahren lahm. — Am nächsten Tag stürzte eine Frau von einem Korn- toagen, die ebenfalls ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen muhte. Kreis Scholten. -4- Schotten. 7. Aug. Infolge Maschirren de f ek t s hatte der gegen 17.30 Hhr hier abgehende Personenzug wiederum eine jaft einstündige Verspätung, so dah die An- schlußzüg-e in Ridda nicht erreicht werden konnten. Die angeforderte Ersahmaschine konnte den Zug in Ober-Schmitten übernehmen. Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbach. ANe für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". 8 6 7 5 4 3 2 h 8 6 5 4 3 2 Problem Rr. 121. Don S. Gold, b c d e f g Weih zieht und setzt in drei Zügen matt. Weih: 5 Steine. Ke4; Th6; Sd3, f4; Bf5. Schwarz: 2 Steine. Kg4; Bh7. Partie Nr. 82. 26. Se4-c5 27. La3xc5 28. Lc5xe7 29. Lg2 - f 1 30. Tal —a3 31. b6-b7 32. a5-s6 26. Sd3xc5 27. Da6-c5 28. Td8-c8 29. Db5-b3 30. Db3-d5 31. Tc8-b8 und Schwarz gab erst im 42. Zuge auf. Dies« Partie hat Aljechin weit unter seiner sonstigen Stärke gespielt. Lösung des Problems Ar. 118. Don O. Duras. L Lf3-b7!, Lf8xe7 2. Dh8-a8 usw. 1______ f7-f5 2. Dh8 —g8 uiw. 1..... Sg7-f5 2. Dh8-f6 usw. Anderes einfach. Lösung des Endspiels Ar. 36. Don W. und M. Platoff. Der Freibauer muh offenbar die Entschei« düng bringen. Der erste Zug ist daher gegeben 1. b6—b7. Run handelt es sich nur noch darum, dem Turm den Besitz des Feldes b8 streitig zu machen. 1... „ Td4—d5 4~- (Falls sofort Tdk so einfach 2. 8d6-j-, 3. Sc8, Tdl 4. Sd6 u. geto.] 2. Ka5—b6, Td5—d8 3. Se8—d6 +, Kc4-f4 4. Sd6-c8, Td-d8-dl, 5. Sc8—d6, Td1xd6-s- 6. Kb6—c7 und gewinnt. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonStifch, in da Diese Fortsetzung ist nicht einpfehlenswert, die schwarzen Bauern in der Mitte schwach Sgl-f3 c2-c4 1. 2. Hier war Wohl a4 vorzuziehen, nach dem geschehenen Zuge wird Schwarz bald von den Dauern des Damenflügels erdrückt. eine unhaltbare < 22..... 23. Dd2xa5 24. Da5-d2 25. a4 —a5 Dxd3, 26. DXd3, würde sofort zu einer klaren Verluststellung für Schwarz führen. Zug, schwächer wäre z. D.: 23. Dd2, Da8 nebst Da6 und Ld7 wonach Schwarz noch ein einigermaßen verteidigungsfähiges Spiel erhält. Rach dem Textzuge gerät der Rachziehende in Stellung. 22. b7xc6 23. Sg4 — e5 24. Dc8-a6 25. Se5xd3 ;, Sxd3 27. Tedl, Se5, 28. a6 Zukertortcröffnung. Weih: Euwe. Schwarz: Aljechin. I. d7-d5 2. d5-d4 22. c5 — c6! Ein sehr feiner 22. Dxa5. Se5 Die nachfolgende elegante Partie wurde ... dem kürzlich gespielten Wettkampf Aljechin gegen Euwe gespielt. werden: besser ist e6. 3. b2-b4 3. g7 - g6 Diese Verteidigung wird von Euwe gründlich widerlegt, c$ ist vielleicht vorzuziehen. 4. e2-e3! weitaus stärker, als 4. Lb2,c5; 5. bxc5 4..... 5. b4 — b5 6. e3xd4 4. a7 — ab 5. c7-c5 6. c5xd4 7. d2-d3 7. Lf8-g7 8. g2-g3 8. Sb8-d7 9. Sbl —d2 9. Sd7-c5 10. Sd2-b3 10. Dd8-b6 11. Sb3xc5, Sxd4 ging nicht an. wegen Se6. 11..... 11. Db6xc5 12. Lfl — g2 12. Sg8-h6 13. 0-0 13. 0-0 14. a2 - a4 14. TI8-e8 15. Tfl-el 15. Lc8-f5 16. Lei — a3 16. Dc5-c7 17. c4 — c5 17. Ta8-d8 18 Sf3-g5 18. Lg7-f6 19. Sg5 —e4 19. Lf6-g7 20. Ddl — d2 20. Sh6-g4 21. b5-b6 21. Dc7 — c8 Möcene. Dichter, Künstler und Schriftsteller sind oft fchlampitz und unterstehen sich, vorher zu sterben ehe sie ein Werk vollendet haben. Da hat der Fran« Schubert eine Symphonie hinterlassen, „die Unvollendete". Was mache ich aber mit einer unvollendeten Symphonie auf der Grammophonplatte? Man will doch wissen, wie's ausgeht. So dachte wenigstens die Columbia Phonograph Co. und hat füi die Vollendung der Symphonie 10 000 Dollar ausgesetzt. Vielleicht schafft dieses Beispiel Nachfolger. Die Mona Lisa ist auch nur von vorn gemalt. Er wäre an der Zeit, daß jemand einen Preis ausfetz! für die rückseitige Bemalung des Bildes, man will doch auch wissen, wie sie von hinten ausgejehen hat. („Jugend".) Gepfeffertes Konzert. Der Gesangverein „Polyhyinnia" in einem Landstädtchen in der Mark hatte zu seinem Jubiläum die „Schöpfung" von Haydn angesetzt uni wollte bei dieser Gelegenheit durch geschraubte Billettpreise der Vereinskaffe aufhelsen. Ein Besuchei verlangt an der Abendkasse einen Saalplatz. Der soll 20 Mk. kosten. „Nee, hören Sie mal, das ist aber übertrieben. Sie wollten doch die „Schöpfung^ aufführen, und jetzt machen Sie „die Schröpfung"!" (Lust. Bl.) Siebe. Der Gärtner Quecke hat feinen Aerger. Jede Rächt kommen Diebe über den Zauv in seine Rosenplantage geklettert und reiher alle Dlüten und Knospen ab. Dabei zertreten fi< achtlos Jungpflanzen, brechen die Krone bei Rosen vom Hochstamm, reißen weit in die säftebringende Rinde esn, so daß die Arbeit bee Gärtners oft auf Jahre hierdurch vernichtet ist. Da nahm Quecke eines Tages eine Scher« und hängte sie mit einem großen Schild in di« Plantage: „Die Herren Diebe werden höflichst gebeten beim Rosenmausen sich dieser Schere gefälligst bedienen zu wollen." Am nächsten Morgen kommt der Gärtner in die Plantage. Die Schere hängt noch. Das Schild hängt noch. Hnb noch etwas hängt. Gin neuer Schleifstein mit einem Zettel: „Recht gern. 'Bitten aber ebenso höflich, bis Schere erst einmal vrbentlich schleifen zu wollen." I. H. A. Kreis Lauterbach. # Herbstein, 8. Aug. Während einige Familien noch mit der Bergung des letzten Heues beschäftigt find, sieht man schon d i e e r st e n K o r n- haufe'n auf einzelnen Aeckern stehen. Hier und da wird sogar schon mit dem zweiten Grasschnitt begonnen. Kreis Alsfeld. -er. Homberg a. d. Ohni, 8. Aug. Die Mitglieder unserer Schützengilbe begaben sich am vorigen Samstag nach Romrod zum Kreis- meifter- und Kreismannschaftsschießen. Hieran beteiligten sich fünf Schützen, die die stattliche Zahl von 350 Ringen errangen. Dieses Schießen in Romrod bildete den Auftakt zum K ö - nig- und Ritterschaftschießen am Sonntagnachmittag in Homberg. Die höchste Ringzahl erhielt Hans Schmitz mit 131 Ringen: er ist somit Schützenkönig für dieses Jahr. Die zweithöchste Punktzahl errang Wilh. Köhler mit 130 Ringen, wodurch er erster Ritter wurde. Zweiter Ritter wurde Richard Seipp mit 129 Ringen. Außerdem fand noch ein Medaillenschießen statt. Bis heute sind ungefähr 20 Medaillen herausgeschossen worden. 3 Appenrod, 8. Aug. Am gestrigen Sonntag hielt der Kriegerverein dahier sein Preis- scheibenfchiehenab. Es wurde mit Wehrmannsbüchsen von 100 Meter Entfernung auf zwei Scheibenstänben fleißig geschossen. Der Kriegerverein hatte 20 Preise, bestehend aus schönen Haushaltsgeräten und Andenken, gestiftet. Den ersten Preis, eine schöne Wanduhr mit Gongschlag, erhielt der Maurer Georg Kehl auf 36 Ringe. Auf 35 Ringe fielen folgende Preise: 2. Karl Dörr, 3. August Dippel, 4. Wilhelm Haumann, 5. Heinrich Leih - mann, 6. Georg Hebrich, sämtlich Appenrod. Starkenburg. * Darmstadt, 8. Aug. Finanzminister Henrich und Landtagspräsidenl Adelung statteten dieser Tage der Wasserkuppe in der Rhön einen Desuch ab, um sich von den Arbeiten und Erfolgen der Segelflieger zu überzeugen. Reben der bewährten und führenden Akademischen Fliegergruppe Darmstadt betätigt sich feit zwei Jahren auch eine Mainzer Gruppe erfolgreich auf dem Gebiete des Segelflugs. Minister und Landtagspräsident setzten kleine Tagespreise aus. — In Viernheim ist kürzlich ein Spielplatz eingeweiht worden, wobei eine Schulklasse Kinderballons auflieh. Einer dieser Ballons ist in der Türkei gelandet, ein anderer in Salzburg. Lpd. Dieburg, 8. Aug. In der Nacht von Samstag aus Sonntag hielten sich zwei junge Leute gegen ein Uhr nachts vor dem Tor des Gasthauses „Zum Deutschen Haus" in Lenm'eld auf und belästigten die Gäste, die die Wirtschaft verließen. Dabei kam es zu Streitigkeiten und zu einer schweren Schlägerei, in deren Verlauf der 26jährige Heinrich Mayer, Hilfsbriefträger in Reinheim, durch einen Stich mit dem Taschenmesser in die Lungenschlagader schwer verletzt wurde. Der Gestochene st a r b noch in der gleichen Nacht gegen ROHN drei Uhr. Die Täter, die Brüder Unverricht aus Zipfen, wurden am Sonntag früh verhaftet. Der jüngere wurde bald wieder entlassen, während der eigentliche Täter in Untersuchungshaft kam. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt hat im Laufe des heutigen Tages die Sektion der Leiche vorgenommen. Weitere Untersuchungen sind im Gange. Preußen. Kreis Wetzlar. 0 Wetzlar, 8.2lug. Am Samstag fand hier in der Gastwirtschaft „Zum grünen Laub" eine Vollversammlung der Kreisgruppe Wetzlar des Deutschen Lehrervereins statt. Zum ersten Vorsitzenden wurde an Stelle des bisherigen Vorsitzenden Lehrer G e i h m a r, 5.ahensurt, der Lehrer Gaul von hier einstimmig gewählt, der im Anschluß an die Wahl sofort den Vorsitz übernahm und die Versammlung leitete. Den nächsten Punkt der Tagesordnung bildete die Stellungnahme zu dem neuen Reichs schulgesetzentwurf. Vach einem Heberblick über die praktischen Auswirkungen des Entwurfes durch Lehrer Vach, Wehlar-Viedergirmes, fand ein« rege Aussprache statt, die damit endete, daß die Kreisgruppe den Rcichsschulgesetzentwurf in der neuen Form adle h n t. Tilltreis. WSN. Dillenburg, 8. Aug. Heute früh fuhr ein mit drei Personen besetztes Personenauto auf der Strecke Köln—Gießen in eine geschlossene und beleuchtete Schranke. Beide Schrankenbäume wurden schwer beschädigt. Der Besitzer und Führer des Autos, ein Kaufmann aus Köln, wurde leicht verletzt, die Ehefrau des Besitzers erlitt dagegen schwere Verletzungen. Beide Verletzten wurden nach dem Dillenburger Krankenhaus verbracht. Kreis Marburg. sch. Marburg, 8. Aug. Ein schweres Autounglück ereignete sich heute bei dem Dorfe Damm. An einer Straßenlurve kam ein mit sieben Personen besetztes Auto, die auf einer Vergnügungstour von Marburg nach Gladenbach zurückkehrten, ins Schleudern und stürzte in den Chausseegraben. Hierbei wurde der Dentist Paul Demmer, Gladenbach, getötet. Die übrigen Insassen kamen teils mit leichten Verletzungen, teils mit dem Schrecken davon. Kreis Biedenkopf. # Gladenbach, 8. Aug. Der F l u g t a g stand anfänglich unter einem ungünstigen Stern. Von den drei Flugzeugen, die am Samstagmittag über Gladenbach erschienen, mußten zwei auf dem Feld notlanden, wobei ein Apparat schwer beschädigt wurde; die Piloten blieben unverletzt. Da aber das Wetter gegen Sonntagmittag besser wurde, von Berlin auch ein neuer Propeller eingetroffen war, waren doch wieder zwei Flugzeuge startbereit. Diese stiegen am Vormittag auf, wählten aber als Landungsplatz Gießen. Von dort aus erschienen sie auch um 2 Uhr, um Reklamezettel abzuwerfen, dann wieder um 4 Uhr, um allerlei Akrobatenkunststücke in der Luft zu zeigen; endlich erschien eines der Flugzeuge nochmals um 5 Uhr und brachte den Fallschirmspringer S). Siebte mit, der dann auch glatt mit seinem Fallschirm auf dem Flugplatz landete. Eine heimatliche Note bekam die Veranstaltung dadurch, daß unser Heimatflieger Heinrich A a d e von Wilhelmshütte gegen 12 Uhr in Berlin aufgestiegen war und nachmittags in elegantem Gleitflug hier landete. Die ganze Veranstaltung, die wohloorbe- reitet war, nahm in allen Teilen einen guten Verlauf. Obcrtvesterwaldkreis. Lpd. Hachenburg, 8. Aug. (TU.) Der Arbeiter L e i n z aus Höchstenbach wollte in Begleitung eines Freundes mit seinem Motorrad eine Straßenkreuzung passieren, über die ein Bahnübergang führt. Im gleichen Augenblick kam ein Personenzug aus Selters, dessen Lokomotive die Fahrer' erfaßte und etwa 40 Meter weit mitschleifte. Lcinz wurde dabei so schwer verletzt, daß er bald darauf starb; sein Mitfahrer kam mit leichteren Verletzungen davon. Maingau. WSR, Frankfurt a. M., 8. Ang. Gestern nachmittag unternahm der neue Franksur-ter Freiballon „Drvrh" vom Festhallengelände aus seine sechste Fahrt. Der Ballon überflog in langsamer Fahrt in nordöstlicher Richtung die Stadt und landete gegen 4 Uhr nachmittags glatt in der Rähe von Salmünster. Der Führer, Oberregierungsrats Dr. Landmann, Frankfurt o. M., einer der ältesten Frankfurter Ballonfahrer, der seinen ersten Ballonaufstieg 1908 unternahm und besonders während der „Jla" viele Flüge geleitet hatte, beging damit zugleich ein seltenes Jubiläum: er mache seine 100. Fahrt im Freiballon. — 2n der Simsonstraße stürzte gestern mittag ein fünfjähriges Mädchen aus bisher noch nicht aufgeklärter Ursache vomDal- k o n der elterlichen Wohnung auf die Straße. Es erlitt so schwere Verletzungen, daß bald darauf der Tod eintvat. Wirtschaft. Die Ergebnisse der Rationaiifierung. Die Rationalisierung mußte durchgeführt werden, weil der steigende Warenbedarf nur bei günstiger Preisentwicklung befriedigt werden kann, diese aber durch die übermäßige Höhe der Steuern, der Zinszahlungen, der sozialen Abgaben, der Eisenbahntarife usw. erheblich gehemmt wird. Außerdem muß die deutsche Wirtschaft ihren Produkttonsapparat und ihre Kapi- talausrüstuna viel intensiver uni) rationeller als in der Vorkriegszeit verwenden, wenn sie die: 4 Mill. Erwerbstätige ernähren will, die Deutschland im gleichen Gebiete mehr besitzt als im Jahre 1913. Die Durchführung der Rationalisierung hat der Industrie die vielfach vermuteten Gewinne nicht gebracht. Bei der besonders stark rationalisierten Eisenindustrie z. B. haben die Gewinne aller Werke in den beiden letzten Jahren zusammen noch nicht einmal 100 Mill. Mark (d. h. kaum 3 Prozent des gesamten Anlagekapitals) erreicht, während in derselben Zeit die amerikanische Eisenindustrie, die ungefähr den dreifachen Umfang der deutschen hat, ungefähr 1,7 Milliarden Mark rein verdiente. Diese Feststellung läßt sich ganz allgemein machen. Von den an der Berliner Börse gehandelten Gesellschaften weisen gerade die Produktionsbetriebe die schlechtesten Erträgnisse auf, während die den Geldverkehr regelnden Institute relattv hohe Gewinne zu verzeichnen haben. Hinsichtlich der Auswirkungen der Rationalisierung auf die Arbeiterschaft läßt sich sagen, daß ihre Entlohnung auch dann hochgehalten wurde, wenn die Industrie statt mit Gewinnen mit Verlusten arbeitete. Dem Rückgang der Arbeitslosenziffer auf Arbeiterseite entspricht auf Unternehmerseite ein Rückgang in der Konkursziffer. Während im Durchschnitt der ersten fünf Monate des Jahres 1926 monatlich 650 Konkurse zu verzeichnen waren, sank diese Ziffer für 1927 auf 480. Was die Einwirkung der Rationalisierung auf die Preise angeht, so ist hier wesentlich, daß der Gesamtindex zur Zeit ungefähr auf der Höhe des Durchschnittsindex für 1924 (137,3) sich bewegt, obwohl in der Zwischenzeit durch Erhöhung der Löhne, Steuern usw. die Selbstkosten ganz erheblich gestiegen find. Für industrielle Rohstoffe und Halbfabrikate ist fdgar ein erhebliches Sinken der Indexziffer festzustellen, nämlich von rund 142 im Durchschnitt 1924 auf rund 131 jetzt; etwas Aehnliches gilt für die Kon- fumgüter mit einer Senkung von 177 auf 155. Diese günstige Entwicklung machte einen erhöhten Verbrauch möglich. Von den Jndustrieprodukten konnte z. B. der Eisenverbrauch im Jnlandabsah von einem Tiefstand von 890 000 Tonnen im Monatsdurchschnitt 1926 auf 1 468 000 Tonnen im Mai 1927 sich erhöhen; der Jnlandabsah an Kohle konnte von 176,3 Kilogramm je Kopf im Jahre 1924 auf rund 196,48 Kilogramm im ersten Halbjahr 1927 gesteigert werden. Im Lebensmittelverkehr hat der Verbrauch an Fleisch je Kopf mit 12,8 Kilogramm im ersten Vierteljahr 1927 beinahe den Friedensverbrauch von 12,82 Kilogramm wieder erreicht. In den Konsumvereinen ist der Absatz je Mitglied gegenüber 1926 um rund 10 bis 15 Prozent gestiegen. Ausschlaggebend ist, daß trotz Erhöhung der Löhne und anderer Selbsttosten nur durch die Rationalisierung die Grundlage für den jetzigen Konjunkturaufschwung geschaffen werden konnte; ohne sie könnten niemals Zustände ertragen werden wie z. D. in der Eisenindustrie, bei der gegenüber der Vorkriegszeit die Steuern 250 Prozent, die Löhne 170 Prozent, die sozialen Lasten 300 bis 350 Prozent usw. betragen, während der Erlös nur auf 115 Prozent vom Frieden steht. * * Bestand der deutschen Sparein- lagen. Bei den deutschen Sparkassen belief sich der Bestand der Spareinlagen am 30. Juni d. I. auf 4022,7 Millionen Reichsmark gegen 3965,6 Millionen Reichsmark am 31. Mai. 3)ie Giro-, Scheck- und Koowkorrenteinlagen stellten sich nm 30. Juni auf 1158,0 Mill. Reichsmark gegen 1190,1 Mill. Reichsmark am 31. Mai. * Zu den Frankfurter Geländetransaktionen der I. G. Farben. Die Kombinationen, die in der Presse an den Ge- ländetousch der I. G. Farbenindustrie mit der Stadt Frankfurt a. M. geknüpft werden und dahingehend, daß die Verlegung der Zentralverwaltung nach Frankfurt durch diese Transaktionen gewissermaßen vorbereitet werden soll, sind, wie von gut orientierter Seite mitgeteilt wird, irrig. An und für sich ist eine Zentralisation in dem Sinne, wie kombiniert wird, bei der Riesenhaftigkeit des Betriebes der I. G. Farben kaum möglich und daher auch nicht be- absuchtigt. In Frankfurt befinden sich jetzt die Zentralbuchhandlung und die Zentralsteuerverwaltung, nun soll noch die Farbenzentrale nach Frankfurt kommen. Im übrigen ist Frankfurt nur der juristische Sih der Gesellschaft. * Metallwerke Knodt A. G., Frankfurt a. M. Die G.-V., in der von 500 000 Mk. Aktienkapital 287 000 Mk. vertreten waren, genehmigte den dividendenlosen Abschluß. Die Gesellschaft fei gut beschäftigt, auch der Auftragseingang sei bis jetzt gut, so daß die Verwaltung ein befriedigendes Ergebnis erhofft. * Golo-Schuhfabrik A. - G., Frankfurt a. M. Die Generalversammlung genehmigte in Anwesenheit von 1291000 Mark Aktienkapital (Gesamt-Aktienkapital 1,35 Mill. Mk.) den bekannten Abschluß für 1926 mit einem Reingewinn von 46 425 Mk., der auf neue Rechnung oorgettagen wird. Aus dem Rest des Reingewinns, der nach Zahlung von 6 Prozent Dividende an die Aktionäre verbleibt, erhalten die Vorstands- und Aufsichtsrats- Mitglieder weitere 8 Prozent. Der nachträglich eingebrachte Antrag auf Kapitalserhöhung um 250 000 Mark wurde wieder zurückgenommen, da man sich mit den Aktionären verständigt habe, in diesem Jahre keine Kapitalserhöhung vorzunchmen. lieber das laufende Geschäftsjahr konnte nichts Neues berichtet werden. Der Auftragseingang sei gut und gewähre Beschäftigung bis Ende Oktober; in einzelnen Abteilungen noch darüber hinaus. Der Verkauf fei zirka 50 Prozent höher als um die gleiche Zeit des Vorjahres. Auch das Exportgeschäft habe sich besser entwickelt als im Vorjahr. Die Preise ließen jedoch immer noch zu wünschen übrig. Das Unternehmen beschäftige zur Zeit rund 1300 Arbeiter und Angestellte. * Frankfurter Kartoffelmarkt. Industrie, weißschalig, weihfleischig 4,35 Mk., Industrie, weißschalig, gelbfleischig 4,50 Mk., gelb- fleischige lange holl. Erstlinge 5 Mk. Tendenz ruhig. * Großkraftwerk Mannheim. Die Gesellschaft schließt 1926/27 mit einem Reingewinn von 203 000 (215 000) Mark ab, aus dem wiederum 7 Proz. Dividende aus die Stammaktien verteilt werden sollen. DieStrombelitf.rung wurde von 131,15 auf 141,58 Mill. Kwstd. erhöht. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M.. 9. Aug. Tendenz: Be- hauptet. — Die Börse blieb auch heute außerordentlich still und zurückhaltend, da das Publikum dem Börsengeschäft weiter fern blieb. Die Kursveränderungen gegenüber den gestrigen Abendkurfen waren bei Festsetzung der ersten Rotterungen sehr gering und gingen selten über 1 Prozent hinaus. Die Grund st immung blieb jedoch wider- st a n d s f ä h i g, gestützt durch etwas lebhafteres Geschäft in Elektroaktien und Montanwerken. Hierin sollen neben Deckungen der Spekulation einige Jnteressenkäufe vorgenommen worden sein. Für Montanwerte wirkte die Meldung über die älnterzeichnung der Reparations- Kohlen-Abkommen mit Belgien und über die Aushebung der französischen Kohleneinfuhrbeschränkung stimulierend. Ferner wurde die Erklärung, daß das Rhein.»Wests. Kohlensyndikat keinen neuen Antrag auf Erhöhung der Kohlenpreise gestellt hat, mit Befriedigung aufge- nommen. Für Elektrowerte führte man die wahrscheinliche Errichtung von Kraftwerkbauten auf Reparationskonto in Frankreich an. Trotzdem lagen Montanwerte nur überwiegend knapp behauptet, ebenso die Elektropapiere. Bergmann notierten sogar 1,5 Prozent schwächer, lieber 1 Prozent abgeschwächt lagen ferner Zellstoff Waldhof und Wayß & Freytag. Die Rentenmärkte lagen still. Fremde Renten überwiegend etwas schwächer. Im Derlaufe erhielt stch nur- geringes Geschäft in Elektrowerten unter Führung von AEG. Die Kurse konnten leicht anziehen. Am Geldmarkt machte die Erleichterung Fortschritte. Tagesgeld zu 5 Prozent reichlich angeboten. 3m Devisenverkehr konnte sich das englische Pfund auf 4,8603 gegen Kabel befestigen. Die Reichsmark notierte gegen das Pfund 20,441, gegen Kabel 4,2072. Paris gegen London 124,03, Mailand 89,25, Madrid 28,80. Berliner Börse. Berlin, 9. Aug. Die beste Kennzeichnung der heutigen Geschäftstätigkeit bietet die Tatsache. daß zu der ersten Rotterung 19 Terminpapiere ausgesetzt werden mußten. Bei der Mehrzahl der anderen Papiere dürften nur Mindest abschlüsse zustande gekommen fein. Das Publikum ist sehr zurückhaltend und die Tendenz als lustlos zu te?eignen. 3m allgemeinen blieben die gestrigen Schluß- kurse behauptet. Die Cßeran: e ungen sind nach beiden Seiten nur gering. Ludwig ßcctoe und Glanzstoff waren etwas stäriec befestigt. Auffallend schwach lagen Kali AscherSlebcn. Gelb ist eher etwas leichter geworden. Tages- geld 4,5 bis 6 Prozent, Monatsaetd 7.4 Prozent, Reportgeld unverändert 8.5 bis 9 Prozent. Heimische Renten lagen fchaäZec. Ausländer uneins^-'tlich. 3m Verla lieb das Geschäft sehr still. Für Montanwerte trat e^red Kaufneigung hervor, doch tonnten die Vorbörsenkurse nicht mehr erreicht werden. Frankfurts" Grireidebörsc. Frankfurt a. M., 9. Aug. Die heutige Tli.se zeigte eine festere Grundslimmung. Diese hatte bereits am gestrigen Nachmittag Platz gegriffen und dazu geführt, daß stärkere Mehldeckungen-erfolgt..'.. Roggen und Weizen sind 0,25 bis 0,50 Mark h angeboten. Inländischer Hafer wird nich^pl.'hr notiert, da die alten Vorräte aufgeb raucht sind und neue Ware nicht gehandelt wurde. Mais (i>gt fest. Weizenkleie ist gefragt. Es wurden notiert: Weizen, Wetlerauer neuer Ernte, 27.75 bis 28; Roggen, inländischer neuer Ernte, 22.75 bis 23; Hafer, and., 23.50 bis 25; Mais (gelb), 19 b>s 19.50; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 39.75 bis 40; Roggenmehl 35 bis 35.50; Weizenkleie 13.25; Roggenkleie 13.50 Mark. Tendenz: f e ft. Berliner rovnkterrbörse. Berlin, 8. Aug. Das Geschäft kam heute nur recht langsam in Gang. Die sich zusamincndrängen- den Erntearbeiten lassen die Landwirtschaft nur so viel Material auf den Markt bringen, daß der dringendste Kaufbedarf gedeckt werden kann. Aus der Provinz Brandenburg und aus Sachfen liegt vereinzelt Neuweizenangebot vor. Der dafür geforderte Preis hält sich etwas über den September- lieferungspreis, die Mühlen bekunden aber angesichts des schlechten Mehlabsatzes wenig Kauflust. Das nur knapp vorliegende Angebot für sofortige Verladung bleibt zumeist bei den Prooinzmühlen und bringt einen Preis, der etwa 5 bis 6 Marl über den für den ganzen August zu erzielenden Preis liegt. Das für Weizen Gesagte gilt auch in großen und ganzen für Roggen. Die Preise roarei infolge des schlechten Mehlaeschaftes etwas gedrückt Am Lieferungsmarkte ergaben sich bei Weizen nui geringfügige Preisveränderungen; Roggen war h den späteren Monaten abgeschwächt, während bi, Dezembersicht infolge von Provinzaufträgen einej leichten Gewinn zu verzeichnen hatte. Roggen- uni Weizenmehl behielten schwierigen Absatz. Nur zu, sofortigen Lieferung fanden bei leicht abbröckelnden Preisen kleinere Umsätze statt. Hofer behielt ruhige- Geschäft. Für Gerste bleibt die Nachfrage ziemlich unverändert. — Es notierten (1000 Kilogramm). Weizen, märkischer, Sept. 268 bis 268,50; Oktober 268, Dez. 268 bis 268,50, (fester); Roggen, märfL scher, 21,2 bis 216, Sept. 224,75 bis 225, Okt. 225 Dez. 225,50 bis 226,50, (kaum schwächer); Winter gerfte und Futtergerste 197 bis 204, (ruhig). Letzte Nachrichten. Industrieller Landesverralsver^uch. Drei Angestellte der F. (4. auf frischer Tat verhaftet. höchst a. M„ 9. Aug. (Wolfs. Drahkmeldung.j Drei Angestellte der I.-G.-Farben-Zn d u st c 1 e, werk höchst, hatten sich die Rezept« zur Herstellung von Pyramidon und E h r o n zu verschossen gewußt, und beabsichtigten, diese ai das Ausland zu verkaufen. Die Farbwerke Hatter aber rechtzeitig Wind von diesem Vorhaben be kommen. Ein Chemiker setzte sich in ihrem Auftra; mit dem Trio in Verbindung, wobei er sich al; Engländer ausgab. Bei einer Besprechung ii Frankfurt schritt die Kriminalpolizei ein und n a h n die drei Komplizen fest. Es stellte sich her aus, daß das Rezept zur Herstellung von Pyraml don ziemlich genau war. Liner der drei Fest genommenen halte es im Strumpfe v e r st e ck l Die Unterlagen wurden beschlagnahmt. Außer dem trugen die Verhafteten einen durchgearbeiteter Vertragsentwurf bei sich, in dem folgende Bebin gungen enthalten waren: Gefahrloser Iran spot mittels Flugzeuges nach England, Raturalisierun, in England, Anstellung in einer englischen Fabrik Die Verkaufssumme des Rezeptes war mit 900 001 Reichsmark angeseht. Verantwortlich für Politik: i. V. Ernst Blumschein Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börie. _____________________Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuß 7 Prozent. Frankfurt a.M. Berlin ft-ranksurt a. M Berlin Frankfurt a M Berlin Berlin. 8 August. (Äeld Brief Fran;oiiichc Roten...... Holländische Roten...... italienische Roten ..... Norwegische Noten..... Deutsch Ocsterr., 5 ioo fironen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schwerer Roten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Roten . . Devisenmartt Derlm Telegraphische 16,49 167,96 22.92 108,31 59.31 2.57 112,32 811,94 70 83 12.422 73,05 —Frcmkfur Auszab 16.55 168.64 23.07 108,75 69,55 2.59 112.78 81.26 71,11 12,482 73.35 a. mit "Xusloi -Rechten . . . DcSal. ohne AuSlas »Rechten TI» ifrrmiM. Htw.»Bk. too.bpf unkündbar bis 1932 .... 4'/j°/o Rheinische £>nv »Bank Jjiqu -Ho'.dpi .... 81 E Ä nbg Borkriegs-Ob ligattonen, rückzahlbar 1932 4°,, (Zdjtociv BundeSb-.Anl. 4°/0 Oekteretchischc Koldrte. 4,20°/« Ddtcrr ich. Silbcrrte 4'70 Oesterreich tlnheftl. Rtc 4°/o Ungarische Ctolbrtc 4°/„Ungarische Staoidr v. 191u 4dci>gl. von 1913 . . 4°/o Ungarische fironenrte . . 4°/, Turk. .-sollanleihe v 1911 4°/, Tnrk. Bagdadbahn-Anl Serie 1...... 4°/c. deSgl- Serie II. . . . 4° o Rumänen convcrt Nie 4'/,°/« Rumänen GoldaiU. von 1913 Allg Deuischc Eisenbahn 41/. Hamburg-Amerika Patel. g önmb.'Siibam Tampsch .s Hansa Dampfschiss . c Norddeutscher llloub t Allg. Deutsche Creditanst.. iu Barm r Bankverein lo Berliner HandelSacsellsch. 12 Commerz» und Privat Bk. n Tarmst. u- Nationaldank. 12 DeuUche Bank......io Diskonto-Kesellschaft Ank. 10 Dresdner Bank.....10 Mitteldeutsche Creditbank 9 ................... 8 Reichöbank....... . 10 67 5 16 4.25 24.26 22.65 23.4 11.56 15,26 152,4 162,4 147.9 '50,6 178 2 13 162 159 167,76 246 146,5 * GC — — O» — > o< a*> n 1 5 1 S l £?£ । £ l S ' 1 । 1 । 1 bl ■ 1 1 l । । ' ' 1 l| 86.1 57.75 16 4.25 24 65 23,2 1,9 14.5 17 15 «7,5 152.5 210 227 152 147.26 149 75 247.6 177.75 230,5 161,6 169 166,6 251 142,5 172,6 16 14 152,5 229.5 152.75 147.5 149.9 177,75 432 162 159.25 163 251 173,75 «- E G. Bergmann Elektr. Lic ^icht und gelten & ( Kes f. Elc Hamb- Elc Rhein- El Lchles. Elc Schultert Siemens Tran radi ........7 .........8 ferungen. ... Io Kraft......io «will aume ... .6 ktr. Untern . . 10 ktr- Werke . . lo ktr. ...... 8 ktr........lo . .......7 IHM,. 197,9 184 21'0.5 135 161.5 204 89.5 172 113.5 153 162 202 271 119,2a 186 113.75 97,5 122 17,25 137 18.5 .'16.75 135.4 97.5 189 188 5 202,5 134.5 -89,25 (13,75 162 '02.2. 136 121.75 <17,75 136,25 17 9 216.5 137 98 187.75 197.75 185 199 134.13 252 164 162 179.5 <04,9 289.5 132.4 171,5 111.5 153 164 159,5 <00 270 158 172.5 185 136 98 95,5 119 262.5 116.75 177.6 t33,25 1.9 175 183 25 239,75 117.25 152,75 135 97.5 188.5 201 134.75 205 289. Z5 113,5 161.75 202 5 158 25 186 98 95.9 121.75 <17,75 H8.65 34,4 172.13 241 318 137.5 98 Ptzittvv Hvlzmann . . . . fz Heidelberger Gement . . s Gement Karlstadt......« Watiö & Freitag.....it, SchulthetS Patzenhofer. . 15 Ostwerke . . .......12 Bcr. Manzstoff......15 Bernbcrg........... Zellstoff Waldhof. . . . 12 Zellstoff Aschafsenbura . . 10 Charlottenburger Wasser. 7 1 essauer GaS.....8 Daimler Motoren..... 0 Temaa . . . ..... n 194 150 190 164 '40 120.25 117.75 45 75 118 24 122 126 137 117.9 115 139 151.25 152 75 noten. ‘.3 1 < S । - 1 i l 5 । l 1 i ' l 1 । i । | £ । £ t . i E l |__2_____2^ ~ ? 193 455 567 338 15H.26 209,13 120.5 92,75 117.5 121,5 131,9 118 116 134 6 117 113,5 150 140 193 456 721 338.5 210,5 92,26 281 139.75 135,5 HalSke ... 16 0....... . , . 8 8. August. 9. August. Labmetier L Eo......... Amtliche Noti rung C5c(6 i Briet Amtliche Notierung Geld Brief Trutsche Erdöl ...... .6 Essener Steinkohle.....8 Gelsenkirchener . f. ’/« I. > .fmrhciii'r.........R Adlerwerke filetier. ... 0 Ludw- ifoeirc.......1 Rat- Automobil......6 Or nstetn & fioppel .... \ Linke Hofmann.....0 Leonhard Tiev. . . . . c, Bamaa-obegum...... 0 Franks. ichincn .... 0 b-iritzner ..... , 7 Hetiliaenftaedt ...... 0 Iungbans ......... Lcchwerke. ....... 8 Mainkraftwerke ...... 8 Mia» ...... 1C Nckarsulmer ....... « Petets Union ...... . > fflebr. Roeder.......in Boigt & Hacfsner .... i. büdd. Zucker ..... o Boni Amst-'Rott. Bu-n.-AireS Brss.»Anlw Ehristiania fiop-nhagrn Stockholm . Helsiugfors. Italien. . London. . . Reutiork . . Paris.... Schwetj . . Svaaien . Japan . . . Wo de Jan. Wie» in D-- Ceft. abgest Prag .... Bel irad . - Budapest. . Bul orten . Lissabon . . Danzig. . . Konst ntin. Athen. . . Canada Urn >uay • Eairo . . . 168,35 1,788 58,435 108,55 112,50 112,62 10,582 ;2,88 0,411 1,200 16,455 70,955 71,0 1.984 't.4957 29,165 '2.47 7,395 <3,26 .,037 20.71 S1.31 -.115 5,495 1.194 4.176 20.92 168,69 1.792 □8.555 108,74 168,70 1,789 58,465 108,59 112,58 112,18 10,589 '2,89 -'0,424. !oM '1,00 76,08 1,991 .49„S 79,21 <2,458- 7,398 73,33 >.037 20,71 81,42 2,093 5,544 1,196 4.176 20.95 168,74 1,793 58,585 108.81 112,80 112,90 10,609 22,93 20,464 1,2.05 16,505 1.16 71.10 1.995 1.4977 ->9,33 12,478 7.412 73,47 .043 20,76 -1.28 -, 9? .366 1.204 4.148 20.99 Hoesch Eis I0e Berg .itlöckncrw Köln-Neue ManneSm ManS'elde Obcrschles Lberschles Phönir B Rheinische Nheinstahl Rieben M Bereinigte Otavi Mi Jialt Asche fialtWeste Kaliwerk 3 6). fta bau , *....... rke ........ 5 ssen .... 6' arm • .f. '/, I a r........ 7 Eisend. Bedarf o KokSwerke . u rgbau f V, I 3 Braunkohlen . io ........0 ontan.......< Stählw. f.'/, N 3 ien......1 sL Sieben.....in egem . . . 10 Salzdetfurth. 12 äcn'Industrte lo H2.8 10.60 22,9 -0.4a 1,21 16.4'. -1,12 71,1 1,99 0,497 59,28 i2.6 7,41 .3,4 „01 20.7 Kl 1 2 2 1 8 6 5 7 1 5 7 9 0 3 5 7 Dhnamtt Nobel.....o Scheideanstalt ....... .8 > oldschmidt....... .5 Rutgeröwcrke ....... .o MetaUgeselUchaft.....10 Berlin, 8 August. | i»clb Briet 2,119 5.506 4.202 4.184 .0.96 Amerikanische Roten..... Belgische Noten...... Dänische Noten...... Englische Noten ...... I 4 183 58,53 112,22 1 20.367 1 4.203 58,77 112.68 | 20.447