Samstag, 9. juit (927 177. Jahrgang Nr. 158 Erster Blatt Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfemng, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriol; für den Übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,außer -«<< Ä Sonntags und feiertags. mBkbKbv WZ ▼ M Gretzener Anzeiger scheinen einzelnerNummern ZREk General-Anzeiger für Oberheffen richten: Anzeiger Gießen. v ^7 f * ’ 3 4,attt^mmafl°ii68c. Vrvck lind Verlag- SrLHI'iche UniverfitStL-vuch- und Steindniüerei «. Lang« in Stehen. Schristleitung und SeschSstrftelle: Schulftrahe r. Liberaler Wahlsieg in Rumänien Bayerische lehnt jede einen Eingriff Trauertag am L*. ------ — - Unterzeichnung des Versailler Vertrages, dre Wichtiger als diese Frage der künftigen Gestaltung unserer Zollpolitik ist die aktuelle Frage, was der Reichsrat tun wird, wenn die Schie- lesche Zollvorlage im Reichstag angenommen wird, woran, wie schm gesagt, nicht zu zweifeln ift Wird er auf seinem Einspruch beharren und den Reichstag zwingen, die Vorlage mit Zweidrittelmehrheit anzunehmen oder wird er sich dem Beschluß des Reichstags fugen. Em Weg dazu wäre eine neue Instruktion für den sächsischen Reichsratsbevollmächtigten, der mit feinen vier Stimmen den Ausschlag für die Annahme I der Zollvorlage geben könnte. Da bei der Um* Volks Partei schließlich reichsgesehliche Regelung als -in die Kompetenzen der Länder kategorisch" ab. Soviel Sinne, soviel Meinungen. Dazu noch als Hilfsaktion der preußischen Regierung ein Initiativantrag des Reichs-- rats, der sich den sozialdemokratischen Antrag auf Erhebung des 11. Augrist zum Rationalfeiertag zu eigen macht. Die ganze Art, wie die Debatte um einen Rationalfeiertag von der Linken inszeniert wurde, kennzeichnet am besten, daß dabei ausschließlich das Bedürfnis ausschlaggebend war, der Regierungskoalition vor den Sommerferien noch einige unangenehme Tage zu machen. Wir wüßten kein« Frage von geringerer aktueller Bedeutung, als die eines Nationalfeiertags. Die republikanische Staatsfvrm wird von der großen Mehrheit des deutschen Volkes geachtet und anerkannt, weil sie heute die einzige Möglichkeit bietet, di« Einheit des Reiches zu erhalten. Die törichte Phrase von der Republik, die in Gefahr ist, spukt nur gelegentlich noch in den Hirnen von Männern, die keine andere Aufgabe kennen, als das deutsche Volk gegeneinander zu hetzen. Ernsthaft glaubt kein Mensch mehr daran. Aber daß die Republik, die sich vernunflmähig durch- geseht hat, sich auch die Liebe des deutschen Volkes erobert hat, das geht nicht von heut auf morgen. Die Liebe zur Republik, die gefühlsmäßige innere Einstellung zur neuen Staatsform ift aber doch die selbstverständliche Voraussetzung für einen nationalen Feiertag, der die Verfassung als die Gründungsakte der Republik in den Mittelpunkt stellt. Liebe aber läßt sich nicht erzwingen, wie es der sozialdemokratische Antrag in Verkennung der psychologischen Lage des deutschen Volkes will. Liebe will wachsen und werden zu tief innerem Verbundensein zwischen Volk und Staat, wie es em Partain entsbeschluh niemals von oben herab dekretieren kann Gerne wollen wir auch weiter, wie in den vergangenen sieben Jahren, der Verfassung unsere Achtung erweisen, aber einen Rationalseier- tag sich zu schaffen, das sollte man dem Volle überlassen, das in dem gesunden Gefühl für politischen Takt gewiß selbst am treffendsten Anlaß und Art seines Rationalfeiertags bestimmen wird. Für einen Kuhhandel der Parteien ift der Rationalfeiertag sicherlich ein herzlich schlecht gewählter Gegenstand, das wird man sich hoffentlich im Reichstag sagen und die ganze Angelegenheit bis zu einem geeigneteren Zeitpunkt vertagen. Sollen doch auch weit wichtigere Dinge vertagt werden, wie das Liquida- tions sch ädengesetz, das endlich unseren schwer betroffenen Ausländsdeutschen für ihre großen Verluste einen nur allzu mageren Ausgleich bieten soll, und das R e i ch s s chu l g e s e tz, über dessen Fassung offenbar innerhalb der Koalition mxh keine Einigkeit besteht, weshalb man seine Beratung auch wohl trotz des Drängens der Zentrumsfraktion für die Herbsttagung des Reichstags verschoben hat. Wenn der Reichstag nun also heute sich für einige Wochen beurlaiwr. so kann er das tun im Bewußtsein, eine Reihe wichtiger gesetzgeberischer Arbeiten teils erledigt, teils stark gefördert zu haben, aber auch rm Bewußtsein, bei seinem Wiederzusammentritt im Herbst eine Fülle bedeutungsvoller Aufgaben vorzufinden, die einer dringenden Lösung harren. bildung der sächsischen Regierung im neuen Dresdener Kabinett, das bekanntlich alle Parteien von den Deutschnationalen bis zu den Altsozialisten umschließt, der Deutschnationale Krug von Nidda das Wirtschaftsministerium verwaltet, ist dieser letztere Weg der wahrscheinlichere. Rach der Zollvorlage hat auch noch die Frage eines Nationalfeiertags zu einem Konflikt zwischen Reichsrat und Reichsregierung geführt. Die Initiative liegt auch hier, wie in der Zollfrage bei der preußischen Regierung, die als Kabinett der Weimarer Koalition sich verpflichtet fühlt, der Reichsregierung Schwierigkeiten zu machen, wo sie nur kann. Sie befindet sich bei diesen Bemühungen in trautem tete-ä-tete mit den Anksparteien im Reichstag, di« di« Zeit vorgerückter Ferienstimmung besonders geeignet hielten, mit dem Nationalfeiertag Herrn Marx noch schnell einen dicken Knüppel zwischen die Beine zu feuern. Von Marr hört man allerdings nicht allzuviel, er scheint den zuständigen Ressortminister, den deutschnationalen Herrn von Keudell die Suppe auslöffeln lassen zu wollen, die des Kanzlers Parteifreunde vom Zentrum so emsig haben mit anrühren helfen. Der gewiegte Taktiker Marx ist auch darin schlauer als der j)em parlamentarischen Betriebe stets innerlich fremd gÄbliebene Dr. Luther, der seinerzeit über die Flaggenfrage stolperte, weil er als Kabinettschef auch für eine Ungeschicklichkeit des Auswärtigen Amts eintreten zu müssen glaubte. Aber wie gesagt, Marx ist vorsichtiger und überläßt Herrn von Keudell und den Parteien vorerst das Feld. Und da sieht es verworren genug aus. Der sozialdemokratische Antrag, den 11. August als den Verfassungstag_ von Reichs wegen zum Nationalfeiertag zu erklären, hat eine Flut von Ergänzungs- und Gegenanträgen hervorgerufen. Die Demokraten unterstützen den sozialistischen Antrag, das Zentrum verbrämt seine Zustimmung mit dem Wunsch, auch die christlichen Feiertage reichsgesetzlich zu schützen, im Interesse seiner ländlichen Wähler möchte es auch lieber den Sonntag nach dem 11. August, die Deutsche Volkspartei. schlägt den 18. Januar als Reichsgründungstag vor, bi« Deutschnationalen wollen einen 24. Juni, als dem Tage der Brcttianus Aussichten. Eine Vorschau. Don unserem rumänischen Mitarbeiter. Bukarest, 6. Juki 1927. Die rumänischen Parlamentswahlen greifen tief in das Staatsleben ein. Nicht in dem Sinn«, daß etwa der Kleinbürger oder Bauer nach den bisherigen 5 Wahlenttäuschungen noch Hoffnung auf grundlegende Besserung hätte, aber alles, was durch Amt, Partei oder Wirtschaft mit dem Staatsleben auf Gedeih und Verderb verknüpft ist, weiß, daß es ein Krippenkampf erster Ordnung wird. Im Mai 1926 war die Gruppe des Generals Averescu in niemals vermuteter Stärk« aus den allgemeinen Landeswahlen hervorgegangen, beseelt von den besten Absichten für aufbauende Arbeit. Allein die Führung konnte sich weder eine festgefügte Anhängerschaft sichern, noch die notwendige Geldreserve in der Parteikasse noch eine verbreitete und zugkräftige Presse; es fehlten ihrAüe technischen Mittel zur Erzielung durchgreifender Erfolge in der Innen- und Außenpolitik des Landes. Rumäniens Lage ist nämlich immer noch labil, sein ungeheurer GÄietszuwachs durch die Friedensbestimmungen keineswegs gesichert. Bulgarien grollt um die Dobrudscha. Ungarn verlangt lauter denn je die Wiederaufrollung der Grenzfragcn und hat dafür selbst Männer vorn Range eines Viscount Rotherrnere, des Bruders Rorthcliffs, sowie t>aä Wohlwollen des Italiens Mussolinis gewonnen, während um Bessarabien fast offener Kriegszustand mit Rußland be- steht. An mindestens drei Seiten seiner ausgedehnten Grenzen verspürt Rumänien kalte Abweisung und unverhohlenen Haß. Auf der anderen Sette ist sein Bündnis mit Polen wertlos, dasjenige mit Südslawien durch viele Meinungsverschiedenheiten belastet und die territoriale Verbindung mit dem überwiegend nichttschechischen Tschechen st aal nur auf dem Wege über die tschechenfeindlichen Slowaken und Karpathen-Ukrainer benutzbar. Averescus Vorgänger, die mindestens damals blind franzosenfreundlichen Liberalen, haben diese Vereinsamung Rumäniens nicht ändern wollen, Averescu hat sie nicht ändern können. Seine Versuche, mit dem Deutschen Reich zu einem gerechten Ausgleich zu kommen, konnte er nicht mehr abschließen, die italienische Anerkennung der Erwerbung Bessarabiens war platonisch und ist durch eine neu« Schwenkung Mussolinis zugunsten Ungarns ohne Gegenwartswert. mentieren pflegen, daß die Zollerböhungen nichts weiter seien, als em Geschenk an den Großgrundbesitz der östlichen Provinzen. Man vergißt dabei gern, daß der bäuerlichen Siedlung an der deutschen Grenzmark rm Osten, deren staatliche Förderung doch gerade die Linke immer wieder fordert, mit der Ablehnung eines genügenden Schutzes gegen die Ueberschwennnung mit billigen polnischen Agrar- Produkten ein schlechter Dienst erwiesen wird. Dabei darf auf der anderen Seite nicht außer acht gelassen werden, daß gerade die Kartoffel für die breiten Schichten der Bevölkerung ein Hauvtnahrungsmittel darstellt, dessen Verteuerung unabsehbare Wirkung auf die Lebenshaltung haben mußte. Pflicht der Reichsregierung war es also, zwischen den Forderungen der Landwirtschaft und den Interessen der Konsumenten einen Ausgleich zu suchen, den sie mit ihrer Vorlage, die hinter den Forderungen des Landbundes um eine Mark für den Doppelzentner Kartoffeln zurückbleibt, getroffen zu haben glaubt. Im Verlauf der Zolldebatte hat man Meinungsverschiedenheiten innerhalb des Rnchskabi- uetts beobachten wollen, und der Reichsernah- rungsrninister hat diese auch bis zu einem gewissen Grade zugegeben, als er davon sprach, daß man von den Ministern keine Uniformität der Ansichten verlangen könne. Das mag richtig sein, verlangen muß man jedoch eine einheitliche Linie in der Zo llpolitik, auf den sich schließlich doch, unbeschadet der verschiedenem Ansichten in Einzelfragen, die drei zuständigen! Ressorts Finanz-, Wirtschafts- und Ernährungsministerium zusammen finden müssen. Das allen aemeinsam vorschwebende Ziel ist das Verschwinden der Ungleichheit zwischen Industrie- und Aararzöllen, die ihre praktische Auswirkung gesunden hat in der Tatsache, daß seit Jahren der Landwirt für seine eigenen Produkte einen relativ weit geringeren Preis erlöst, als er für die Anschaffung von Betriebsmitteln industrieller Art wie Maschinen und Düngemittel anlegem muh Herr Schiele sucht den Weg zu diesem Ziel in einer Erhöhung der Agrarzölle, wesentlicher erscheint uns, daß dazu kommt eine Senkung ber Jndustriezölle im Sinne der Hamburger Rede des Reichswirtschaftsministers Auch im Innern konnte Averescu nicht durch- greifen. Di« besonders im Hinblick auf den Gesundheitszustand des Königs von wetten Kreisen gewünschte Versöhnung mit dem früheren Kronprinzen Karol blieb stecken, die durch das Wahlabkommen von Eiucea den Minderheiten versprochene Gleichberechtigung entsprechend dem zwischenstaatlichen Minderhettens chutzvertrage versumpfte auf halbem Wege, und was noch an Wiedergutmachung zugunsten der Deutschen angeordnet wurde, wußten meist die unteren Verwaltungsbehörden zu sabotieren. Die alte Macht der Liberalen bremste und brachte schließlich Averescu selbst zum Scheitern. Sie gewann den kranken König, erzwang den Sturz des Ministerpräsidenten und wußte auf dem Umweg über die Zwischenregierung des Prinzen Stirbeh den Weg zu den Neuwahlen zu „ebnen". Nun wollen die Liberalen auf Grund einer „Sanktionierung" durch di« Wähler die Zügel wieder so straff wie nur je in die Hand nehmen. Prophezeien ist undankbar, und doppelt in Fragen des Balkans, wo immer noch die verschiedenen Gruppen — oft wörtlich — aufeinander schlagen. Immerhin sind die Aussichten für die Liberalen außerordentlich günstig, und gelingt ihnen die Durchpeitschung ihrer Bewerber, so dürfte Rumäniens Politik auf lange Zett hinaus festgelegt sein. Daß auch in einem solchen Falle die Wiederannäherung des deutschen und rumänischen Volkes geradlinig fortschrette, wird schon hn Hinblick auf den Wiederaufbau Europas zu wünschen sein. Die nationalen Minderheiten Rumäniens haben sich in dem rumänischen Parteikampf für neutral erklärt und einen Minderhettenblock gebildet, der vor allem die Deutschen und Magyaren umfaßt. Die deutsche Taktik läßt sich auch bei diesen Wahlen von dem Wunsche letten, nicht di« Leidenschaften einer Stunde auszunutzen, in der durch aufhetzende Reden oder lockende Versprechungen den Wählern die Köpfe verwirrt werden; sie wendet sich vielmehr an di« ruhige U«Verlegung des Geistes, an die auch im Südosten bewährte deutsche Gründlichkeit und Sachlichkeit. Sie gibt — trotz aller Verärgerungen und Verletzungen — nach wie vor und rückhaltslos dem Staate, was des Staates ist, und will nur freie, sprachliche, geistige und wirtschaftliche Entwicklung im Sinne der zwischenstaatlichen Minderheitenschutzverträge. Ein weitblickendes Rumänentum sollte diese Politik der Sachlichkeit durch Taten anerkennen Das Ergebnis. Wien, 8. Juli. (priv.-Xd.) Bei den Kammerwahlen haben Braflanu und die Liberale Partei, wie Reichstagsausklang. Der Reichstag will in die Sommerferien gehen. Das Bedürfnis danach ist begreiflicherweise oerschie- Dm stark. Die Opposition kramt fast täglich neue Dinge aus, die sie noch vor der Vertagung erledigt jehen möchte. Regierung und Regierungsparteien jcijen schon in den vorliegenden Gesetzentwürfen ge- iigend Konfliktsstoff, dessen ausgiebige Bearbeitung hn internen Kreise des Kabinetts und der Fraktionen ijnen eine länaere Pause in den Parlamentsver- Ijanbtungen wünschenswert und ratsam erscheinen läßt. Die Regierungskoalition kann auch darauf bin- „eisen, daß eine Reihe wichtiger Vorlaaen in der kurzen Tagung seit Pfingsten ihre Erledigung gefunden hat. Wir nennen aus allerletzter Zeit nur das Arbeitslosenoersicherungsgesetz und das Kriegsgeräte- ju erwarten war, einen überragenden Wahlsieg ba- vongelragen. Soweit sich bis zur Stunde übersehen läßt entfielen im allen Königreich auf die Liberale Partei 70 bis 80 Prozent, in Bessarabien 60 bis 70 Prozent, in der Bukowina 50 bis 55 Prozent, in Siebenbürgen 30 bis 40 Prozent aller abgegebenen Stimmen. Durchschnittlich erhielt die Liberale Partei lm ganzen Lande 60 bis 75 Prozent der abgegebenen Stimmen, die Rationale Bauernpartei 20 bis 25 Prozent. Demnach wird die Liberale Partei im Parlament etwa 290 Sitze, die Rationale Bauernpartei 60 bis 70 Sitze erhalten. Die übrigen Sitze werden an die Minderheitsparteien verteilt werden, die in einzelnen Bezirken die absolute Mehrheit erhalten haben. Die ersten Folgen. Wien, 8. Juli. (Priv.-Tel.) Die Regierung Bratianu hat, wie aus Bukarest gemeldet wirb, verfügt, bah die vom früheren Ministerprä- fibenten Averescu ben ungarischen und beut- schen Minderheiten gewährten Anterstützun- gen von 45 Millionen Lei nicht zur Auszahlung gelangen sollen. Dadurch würben namentlich bte deutschen Schulen in ihrem Wetterbestanbe bedroht, ba bte beutsche Minderheit bei ber herrschenden Wirtschaftskrise und den hohen Staatssteuern nicht mehr in ber Lag« ist, ihr Schulwesen ausschließlich aus eigenen Mitteln zu erhalten. Schlechte Aussichten in Gens. Die Seeabrüsturigskonferenz auf einem toten Punkt. Genf, 8. Juli. (WB.) Der Vollzugsausschuß der Marinekonferenz hielt Freitagvormittag unter dem Vorsitz des amerikanischen Botschafters Gibson eine mehrstündige Beratung ab und befaßte sich in erster Linie mit den Ergebnissen der bisherigen Arbeiten des technischen Komitees. Diese Arbeiten bezogen sich bekanntlich auf di« Festsetzung der Vergleichsmerkmale und Methoden für die Beschränkungen der Kreuzer, Torpedoboote und Unterseeboot« der drei Kriegsflotten. Dann fand ein Gedankenaustausch Über bte gegenwärtige Lage statt, wobei neuerdings die Tatsache in Erscheinung trat, daß die Auffassungen ber drei Delegationen in grundsätzlichen Fragen weit auseinandergin- gen. Der Führer ber britischen Delegation, ber Erste Lorb ber Admiralität Bribgeman, empfing heute nachmittag bi« Vertreter ber internemonalen Presse und führte u. a. aus, Die Arbeitslosenversicherung war schon im Winter in den Ausschüssen behandelt wor° । Dm. Sie bezweckt, den Ländern und Gemeinden die Lasten der Erwerbslosenfürsorge abzunehmen, Ar- beitgeber und Arbeitnehmer werden Träger der neuen Versicherung. Der Unterstützungsgedcmke, der in der bisherigen Erwerbslosenfürsorge steckte, soll Durch das Rechtsprinzip, wie es alle unsere sozialen Versicherungen beherrscht, ersetzt werden. Es entbehrt nicht der Komik zu sehen, wie eine der einschneidendsten Reformen, die uns die letzten Jahre auf sozialpolitischem Gebiet gebracht haben, von einer Regie- rungskoalition durchgeführt wird, die bei lieber» „ahme ber Regierungsgeschäfte als arbeiterfeindlich Asbrandmarkt und gerade sozialpolitisch der finstersten reaktionären Gesinnung bezichtigt wurde. Es war für die Parteien der „Bürgerblockregierung" eine Genugtuung eigener Art, als ihre Vorlage am Donnerstag im Reichstag mit den Stimmen der Sozialdemokraten angenommen wurde. Achnlich liegen die Dinge beim Krieas- gerätegefefj. Eine gesetzliche Regelung der Herstellung und Ausfuhr von Heeresaerat aller Art war als eine der berüchtigten fünf Restpunkte bei der Durchführung unserer Entwaffnung unterblieben, oon deren Erfüllung die Botschafterkonferenz die Aufhebung der Militärkontrolle abhängig gemacht hatte. Wir litten dann uns in Genf den Locarnomächten gegenüber verpflichtet, sobald wie irgend möglich in den gesetzgebenden Körperschaften einen Gesetzentwurf zur Annahme $u bringen, der die geforderten Verbote der Herstellung und Ausfuhr oon Nriegsgerät festlegte. Daraufhin wurde die Inter- cillrierte Militärkontrollkommission zurückgezogen. 2)er Gesetzentwurf, der unserer Industrie, die ohnehin in schwerem Ringen um Absatzmärkte im Auslände steht, neue schwere Beschränkungen au erlegt, hat ebenfalls die Zustimmung fast des ge amten Reichstags gefunden, sogar die für Versa sungs- □nberungen notwendige Zweidrittelmehrheit wurde erreicht. Die Linke, die gehofft hatte, daß di« Deutsch- nationalen aus der Koalitionsfront ausbrechen wur- bm, sehen sich bitter enttäuscht: Abgesehen von einigen Stirnrnenthattungen, die für das Ergebnis her Abstimmung ohne Belang waren, hielt die brutschnationale Fraktion Disziplin. Das ist um so Erfreulicher, als darin ein neuer Beweis liegt für tbie Eittfchlossenheit der Deutschnationalen, aus ihrer Zustimmung zu der durch die Stichworte Locarno Rind Gens in ihrer großen Linie bestimmten Außenpolitik Stresemcmns auch die praktischen Folgevun- pen zu ziehen. Und das auch in einem Falle, in dem Lies, wie bei der Annahme des Kriegsgerätegesetzes, won dem weitaus größten Teil des deutschen Volkes Lis besonders bitter und niederdrückend empfunden wird. Wenn nun auch die Besichtigung der zerstören Dstbesesttgunaen, die soeben unter Leitung des Ge rerals von Pawelß begonnen hat, die lächerliche Furcht Polens vor einem deutschen Uebersall ad absurdum führt, entfallen für die Ententemächte die ätzten Vorwände, uns unser Recht auf Räumung >s besetzten Gebiets noch länger streitig zu machen. Hat ]o der Reichstag noch in der letzten Woche letnes voraussichtlichen Beisammekelns zwei bedeu- tungsDoU« Gesetze unter Dach unV'Fach gebracht, )o hat es den Anschein, als ob ihm das mit zwei an- heven Dingen nicht mehr so lückenlos gelingen sollte. Das eine ist die Zollvorlage des Reichskabi- iietts, die zwar im Reichstag auf eine figjere ^ebr* heil rechnen kann, die aber, soweit sie die Erhöhung Des Zucker- und Kartoffelzolls betrifft, v o m Äeid)srat abgelefjnt wurde. Die Zollvorlage unfaßt, abgesehen von dem Mehlzoll, per hier unerörtert bleiben kann, drei Punkte, Die nicht ohne weiteres als ein Ganzes beurteilt werden können, wenn es sich auch bet itlen dreien um Agrarzölle handelt, deren Erhöhung vorn Reichsernährungsministerium mit der, auch von der Genfer Weltwirtschaftskonferenz anerkannten Disparitat der Agrar- und Jndustriezölle begründet wird. Da ist einmal der Zuckerzoll, Der von 10 auf 15 Mark erhöht werden soll. Die Zollerhöhung soll in ihrer Wirkung auf die Preisgestaltung auf dem Jnlandmarkt dadurch paralysiert werden, daß die Zuckersteuer auf die Hälfte herabgesetzt wird. Die Blüte der deutschen Zuckerindustrie beruhte vor dem Kriege zum guten Teil auf dem starken Zuckerexport, der nun durcb die beträchtlich höheren Zuckerzölle der zuckeraufnahmefähigen Länder in Frage gestellt ist. Die Berechtigung zu einem uhöhten Zollschutz wird man also unserer Zucker- inbuftrie nicht absprechen können, zumal die gleich- -eitige SenkungderZuckersteuer nachteilige Wirkungen der Zollechöhung auf den deutschen Kon- : lumenten verhindert. . Nicht so eindeutig liegt di« Lxiche bet dem Kariös felz oll, dessen Erhöhung von 0^0 auf 1 Mk. beantragt wird, und bei dem Zoll auf Schweinefleisch, der statt bislang 21 Mark nun 32 Mark betragen soll. Beide hängen insofern eng zusammen, als trie Kartoffel in hohem Maße Futtermittel für die Schweinemast darstellt. Beide wenden sich auch in der Hauptsache gegen di« Einfuhr aus Polen, weshalb Gegner der Schislefchen Zollpolitik zu argu- die Konferenz bisher in manchen Puntren jur Einigkeit gelangt fei und daß er hoffe, daß auch in den anderen Punkten eins Verständigung erzielt werden könne. Die größte Schwierigkeit bestehe Wohl zur Zeit in der Kreuzerfrage. Die englische Delegation lasse sich ausschließlich von den Gedanken der wirksamen Verteidigung des britischen Reiches und seiner zahlreichen langen Verbindungswege zur See leiten. Es sei natürlich absurd, eine Abrüstungskonferenz abzuhalten, deren praktisches Ergebnis in einer Vergrößerung der Kriegsflotten mancher Länder bestehen würde. Auf die Frage eines Pressevertreters, was er von dem japanischen Vorschlag halte, welcher die Festsetzung einer Gesamttonnage für Kreuzer und Zerstörer zusammengenommen fordert, antwortete er, daß er nicht wisse, ob dieser Antrag irgendwelche Aussicht auf Erfolg hat. 3n den Genfer Meldungen der britischen Presse wird zugegeben, daß man zweifellos auf einem toten Punkte angekommen ist, jedoch wird betont, daß die Lage nicht hoffnungslos ist. Der Korrespondent der „Times" sagt, die Vorschläge der japanischen Delegation auf Zusammenlegung der Kreuzer unö Zerstörer und Festsetzung einer Gesamttonnage für sie, habe keine Aussicht auf Annahme. Wenn nicht eine grundsätzliche Verständigung in der Kreuzerfrage erreicht werde, dann würden alle bisher auf- gestellten Derechnungen vergeblich gewesen sein. Auch der Washingtoner „Times"-Korrespondent schreibt, zum ersten Male seit Beginn der Genfer Konferenz hätten die amtlichen Stetten des Staatsdepartements zugegeben, daß er n ft e r Anlaß zur Sorge besteht. Infolge derMei- nungsverfchiedenheiten zwischen den Vereinigten Staaten und England werde möglicherweise eine Vereinbarung über die Einschränkung der Hilfs- schiffe unmöglich fein. Es sei erfreulich, zu melden, daß sich anscheinend noch feine ©eite unw iderruflich f e ft gelegt hat und bevor dies nicht geschehen sei, sei völliger Pessimismus nicht zu rechtfertigen, aber die Aussichten seien zugegebenermaßen alles andere als ermutigend. Der Korrespondent sagt zum Schluß: Wenn die Versuche, in Genf eine Verständigung herbeizuführen, fehlschlagen sollten, dann würden Rückwirkungen auf die englisch-amerikanischen Bezieh un- gen in weitestgehendem Maße zu erwarten sein. Sturm in der pariser Kammer. Tas KabmettPoincarö und die Wahlreform Paris, 8. Juli. (Priv.-Tel.) Das Kabinett Poincare befindet sich zur Zeit in einer höchst unglücklichen Situation Einem alten Versprechen gemäß hat e s der Kammer eine Vorlage über die Wahlreform zugehen lassen, mit der eigentlich keine Partei zufrieden ist. Da aber schwerlich etwas Besseres herauszuschlagen ist, hat sich die Linke mit der Vorlage einverstau den erklärt. Anders dagegen die Rechte und namentlich jene parlamentarischen Gruppen, die mit dem Kabinett ganz besonders eng verbunden sind. Sie sind äußerst erbost über die vorgeschlagene Wahlreform, die absolut nicht nach ihrem Geschmack ist. Schon in den ersten Kammer- sitzungen, die dieser Angelegenheit gewidmet waren, gaben sie ihrer Unzufriedenheit lebhaft Ausdrua. Am Donnerstag aber platzte die Bombe. Da sie sich davon überzeugen mußte, daß sie in der Mniderheit bleiben wird, verlegte sie sich auf lärmende Obstruktion Ebenso wie bei uns, sahen sich auch die Kommunisten in der französischen Kammer genötigt, nur weil es gegen die Regierung ging, sich auf die Seite der Opposition zu schlagen, also die Rechte $u unterstützen. Die Szenen, die sich namentlich m der Racht- sihung vom Donnerstag auf den Freitag ab- spielten, scheinen noch unwürdiger getoefen zu sein als manche, die unsere Reichstagschronik aufzuweisen vermag Selbst P v i n c a r 6, vor dem eigentlich die Kammer heute noch zittert, mußte sich Beleidigungen gefallen lassen, ohne daß es der Präsident der Kammer wagte, gegen die tobenden Abgeordneten einzuschreiten. Will man allein aus dieser einen Sitzung Rückschlüsse auf die Lage des Kabinetts ziehen, dann gibt es nur eine Feststellung: es bat ganz erheblich ein* gebüßt. Ist es der Linken längst gleichajilttg, so hat die Rechte neuerdings auch kein allzugroßes Interesse mehr an dieser Zusammensetzung. Am besten scheint immer noch Pvincare selbst dazustehen, aber auch nur in seiner Eigenschaft als Finanzminister. Wenn eS etwas gibt, vor dem die Kammer Respekt hat, dann ist es eine einfache Drohung, die Finanzen könnten wieder in Unordnung geraten und die Währung in Mitleidenschaft ziehen. Rur dieser Angst der Kammer ist es auch zu verdanken, daß das Kabinett nicht schon in Der Donnerstag-Rachtsihung gestürzt wurde. Den Anschein aber hat es doch, als ob es, wenigstens in dieser Zusammensetzung, nicht mehr lange am Leben bleiben wird, Die Bankenkonferenz in Washington. Reuyork, 3. Juli. (WB.) Wie „Reuyork Times" meldet, soll in den Besprechungen der Bankdirektoren die Stabilisierung des Franks auf der Basis von 5:1 beschlossen worden fein, um die Währungsverhällnisse Europas zu glätten und die Goldtranspotte Frankreichs unnötig zu machen, die hier zu einer unerwünschten Anhäufung eines Goldüberschusses geführt haben. Künftig soll der Frank 4 Cents wert sein. Das französische Kabinett hoffe, diese Reuregelung schon im August erreichen zu können. Großherzog Friedrich ' on Baden. Die Geburtstagswünfche der badischen Negierung. Karlsruhe, 8. Juli. (WB.) Zum morgigen 7 0. Geburtstage des früheren Großherzogs Friedrich II. von Baden schreibt die amtliche „Karlsruher Zeitung": An diesem Erinnerungstage gedenkt die Regierung des Freistaates Baden in hoher Achtung der Persönlichkeit Friedrichs 11., der über ein Jahrzehnt an der Spitze des badischen Staates gestanden hat und in vorbildlicher G e - wiss enhaftigkeit und Pflichterfüllung seiner hohen Ausgabe gerecht zu werden immer bestrebt war, und dessen Leitstern bei Ausübung der durch seine Stellung gebotenen Pflichten die Wohlfahrt des badischen Landes gewesen ist. Schon die vorläufige badische Volksregierung hat des Großherzogs Liebe zur badischen Heimat ebr»nh berhr^genoben, hie Den GrovtzergOg aua; be|t;mmt hat, Die Folgen der weltpolitischen Entwicklung aus der von ihm persönlich nicht verschuldeten Lage durch den Verzicht auf den Thron zu ziehen, und damit dem Wohle des Volkes bei der Reugestaltung der staatsrechtlichen Verhältnisse des Landes zu dienen. Mit dem ehrenden Gedenken an die Persönlichkeit des Jubilars ist verbunden ein Gefühl der Dankbarkeit für die mit einem großen persönlichen Opfer betätigte Liebe zum badischen Volke und der badischen Heimat. An seiner schweren Erkrankung nehmen Regierung und Volk aufrichtigen Anteil mit dem Wunsche auf eine baldige Gesundung und einen von Schmerzen und Leiden ungetrübten Lebensabend. Die Freiheit des Zentrums. Zentrum und Koalitionsregierung. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 9. Juli. Die „G erm a ni a" nimmt in ihrem gestrigen Leitartikel Veranlassung, um im Zusammenhang mit der Tagung des Reichsausschusses der Zentrumspartei und seiner Vertrauenskundgebung noch einmal im allgemeinen die Ideen und die Ziele, sowie die Ausgaben des Zentrums kurz zu umreihen. Dabei betont das Blatt, daß es ein großer Irrtum der Gegner von rechts und links sei, die da meinen würden, die Zeit des Zentrums sei vorbei, die Zentrumsidee sei nicht mehr zugkräftig, sie sei im stillen schon abgelöst von anderen stärkeren Kräften der Parteibildung. Im Gegenteil, Millionen im deutschen Volke" seien nach wie vor bereit, für das alte Ideal zu kämpfen. Das Blatt betont dann, daß das Bekenntnis zu vollständiger Selbständigkeit und Unabhängig- fett einem dringenden Bedürfnis entsprach. Seien doch Behaupttmgen von irgendwelchen Bindungen, die die Zentrumsfraktton eingegangen fei oder einzugehen geneigt sei, draußen kolportiert worden und hätten Beunruhigung hervorgerufen. Man hatte jedoch nachweisen können, daß nichts Wahres daran sein. Im Gegenteil, Im Gegenteil, die Fraktion des Zentrums fei auch in der gegenwärtigen Koalition keine festere Bindung eingegangen als sie sich aus jedem Koalittonsverhältnis von selber ergeben würde. Zu der Behauptung eines demokratischen Blattes, daß in der Parteileitung die These gesiegt habe, unbedingt bis zum natürlichen Ende dieses Reichstags Surchzuhalten, schreibt das Blatt: „Kein Mensch im Zentrum weiß etwas von einer derartigen These. Richtig ist, daß Fraktton und Parteiausschluß sich die These Wirths nicht zu eigen gemacht haben, nach der es möglich sei, auf den Sturz der gegenwärtigen Regierung mit allen Mitteln hin- ouarbeiten. Die Zentrumsfraktton als loyale Koalittonspartnerin wird an dieser Koalition fe st halten, solange die Grundlagen nicht erschüttert werden, auf denen sie aufgebaut ist: nicht einen Tag länger. Sollten die Reichstagswahlen am natürllchen Ende dieses Reichstages stehen, so wird die ZentrumsfraLtton ohne Zaudern die polittsche Verantwortung für daS übernehmen und übernehmen können, was im Zeichen dieser Koalition geschaffen worden ist. 'Für diese Koalition und mit dieser Koalition den Wahlkampf zu führen, fällt niemand in unseren Reihen ein. Eine , Reichstagsauflösung wegen des Verhaltens der Regierungsparteien bei der Schulvorlage dürfte nicht mehr sein als der letzte Anlaß zum Todesurteil über einen Reichstag, der nicht mehr imstande wäre, eine tragfähige Grundlage für eine Regierung zu schaffen. Von der Wahl eines solchen Anlasses raten wir allerdings entschieden ab. Zolldebatte im Reichstag. Berlin, 8. Juli. (23. D. Z.) Der Reichstag tritt in die zweite Lesung der Zollvorlage ein. Abg. Hamkens (D. 23.) erstattet den Bericht des Handelspolitischen Ausschusses. Der Ausschuß hat den Regierungsvorlagen, die die Zollerhöyung für Schweinefleisch, Kartoffeln, Mehl, Zucker usw. und gleichzeitig eine Ermäßigung der Zuckersteuer vor- sehen, unverändert zuge stimmt, ebenso der Verlängerung der jetzt ablaufenden provisorischen Zolltarifregelung. Abg. Krätzig (Soz.): Unsere schlimmsten Befürchtungen für die Politik des Besitzbürgerblocks sind durch diese Vorlagen weit übertroffen worden. Sie stehen in kra fern Widerspruch zu den Beschlüssen der Weltwittscha tskonferenz. Die Industriellen fordern als Folge d eser Agrarzollerhöhung jetzt bereits wieder höhere Industriezölle. Das ist die bekannte Zollschraube. Die Mehlzollerhöhung ist ein glattes Geschenk an die Mühlenindustrte, der es so glanzend geht wie keiner anderen. Obwohl der Rog- genpreis auf die Hälfte gesunken ist, hat der Mehlzoll den Mehl- und Brotpreis immer weiter in die Höhe getrieben. (Hort! Hört! links.) Die Ernte wird gut werden, aber das deutsche Volk soll nach den Motten des Grafen Westarp bei vollen Scheunen verhungern. Den Großagrariern will man höhere Kartoffelpreise zuschanzen, damit sie höher« Beiträge an die deutschnationale Partei lasse zahlen können. Richt der Kartoffelzoll ist der Retter, sondern Wissenschaft und rationeller Betrieb. Der deutsche Bauer ist so rückständig wie keiner in der Welt. Die Arbeiterschaft werde nicht vergessen, wer ihr das Brot verteuert. Sie werde mit dem Stimmzettel Abrechnung halten. Abg. Reddermeyer (Komm.) bestreitet, daß die Zollerhöhung für Mehl der Landwirtschaft im allgemeinen Nutzen bringe. Den wirklich notleidenden Kleinbauern werde nicht geholfen. Abg. Dietrich (Dem.) weist auf die ungünstige Lage der Bauern hin, die Schweine züchten. Der Index für Schweinefleisch stehe auf 100, der für Futtermittel auf 156. Der richtige Weg zur Abstellung dieses Rotstandes wäre die Aufhebung oder wenigstens weitgehende Herabsetzung der Futtermittelzölle. Da die Regierungsparteien aber diesen Weg nicht gehen wollen, würden die Demokraten trotz starrer Bedenken der Erhöhung des Schweinezolles zu st Immen, um der deutschen Schweinezucht die Existenzmöglichkeit zu sichern. Abg. Frau Wurm (Soz.) spricht sich gegen die Erhöhung des Schweinezolles aus und beantragt statt dessen die Aufhebung der Futtermittelzölle Die Rednerin verlangt allgemeine Zollfreiheit für Gefrierfleisch. Die Anträge der Linken auf Aufhebung der Futtermittelzölle werden abgelehnt. Ein Antrag der Sozialdemokraten auf Herabsetzung der Futterzölle wird in namentlicher Abstimmung mit 242 gegen 192 Stimmen abgelehnt, ebenso ein demokratischer Antrag auf Herabsetzung der Zölle für bestimmte Futtermittel. Ab gelehnt werden die Anträge auf Herabsetzung der übrigen Zollsätze. Die Regierungsvorlagen werden in der Aus'chußsihung angenommen. Die Vorlage, durch die die Gelttrngsdauer des Steuermilderungsgesetzes bis zum 30. September 1928 für die Fusionssteuer verlängert wird, wird gegen die Sozialdemokraten und Kommunisten in zweiter und dritter Beratung angenommen. Es folgt die zweite Beratung der von den Regierungsparteien beantragten Rovelle zur Bä cke- reiverordnung. Der Ausschuß hat einige Aenderungen vor genommen. Danach soll die Verlängerung der Arbeitszeit an ci - zelnen Tagen unter entsprechender Arbeitszeit c.. kürzung an anderen Tagen erst nach Anhörung der gesetzlichen Dettiebsvertretung zulässig sein. Außerdem soll durch Tattsvettrag eine andere Regelung möglich sein. Abg. B i e n e r (Dn.) tritt für die Vorlage ein. Sie bringe dem Bäckereigewerbe nur das gleiche Recht wie allen übrigen Gewerben. Für Die Vorlage sprechen sich auch die Abg. Ha bemann (D. Dp.), Rienümp (Ztr.) und Dun- ked(W. Vg.) aus, während die Abg. Florian (Komm.) und Frau An sorge (Soz.) die Ab- lehnung fordern. Während der Ausführungen der Abg. Florian und Dunkel kommt es zu erregten Szenen zwischen den Kommunisten und der Rechten bei der Bemerkung des Abg. Dunkel: „Die Kommunisten beschweren sich darüber, daß die Brötchen zu klein werden. Ich habe ihnen schon im Ausschuß gesagt: Reißt das Maul nicht so weit auf, dann werden die Brötchen nicht zu klein sein." Hierauf wird nach Ablehnung der kommunistischen Abänderungsanträge die Ausschutzsas- fung der Vorlage in zweiter Beratung angenommen. Der Gesetzentwurf über die Einstellung des Personalabbaus und die Aenderung der Personalabbauverordnung wird ohne Debatte in dritter Beratung angenommen. Dex Antrag Loibl (B. V.) auf Beschränkung der Zahl der wirtschaftlichen Betriebe des Reichs wird in folgender Form angenommen: „Die wirtschaftlichen Betriebe des Reichs und der ihm unterstehenden öffentlich-rechtlichen Körperschaften mit Ausnahme der gemeinnützigen öffentlichen Versorgungsbetriebe sind aus H)as unerläßliche Mindestmaß zu beschränken. Die Reichsbehörden haben bei Auftragserteilung keine Bedingungen zu stellen, die die Rechte und Freiheiten, welche die Gewerbeordnung gewährt, irgendwie beeinträchtigen könnten mit der Reichs- verdingungsordnung in Widerspruch stehen. Samstag: dritte Beratung der Zottände- rungsvorlage, der Rovelle zur Bäckereivervrd- nung und viele kleinere Vorlagen. Das LiqmöMonsschäüsrWsetz. Berlin, 9. Juli. Im Zusammenhang mit der Frage, ob sich der Reichstag in seiner Sondertagung im Herbst mit dein Entwurf des LiquidationSschä^ngesetzes beschäftigen kann, veröffentlicht die Arbeitsgemeinschaft für den Ersah von Kriegs-und Verdrängungsschäden eine Mitteilung, deren Inhalt wir schon in Anbetracht der Wichtigkeit dieser Frage gern an dieser Stell« veröffentlichen. Es heißt in dieser Mitteilung: Der Entwurf des Reichsfinanzministeriums zu einem Entschädi- gungsgeseh liegt zur Zett dem Reichskabinett vor. Durch das Gesetz sollen LiauidattonS- und Gewaltschäden in Hohe von mehr als 19 Milliarden Mark, die vom Reiche in den bisherigen, nach rein fiskalischen Gesichtspunkten eingestellten Entschädigungsverfahren mit 10,5 Milliarden Mark anerkannt worden sind, endgültig abgegolten werden Der Entwurf des Reichsfinanzmini sberiunrs, zu dem die Arbeitsgemeinschaft nicht gehört worden ist, geht nach Pressemeldungen von einer Gesamtaufwendung des Reiches in Höhe von wenig mehr als 900 Millionen Mark aus. Eine solche Entschädigung würde bei der verzweifelten Rotlage weiter Schichten der Geschädigten und der drückenden Kapitalnot der betroffenen Auslandkaufleute und Expottunternehmungen wiederum nur einen Tropfen auf den heißen Stein bedeuten. Di« wirtschaftliche und polittsche Entwicklung im Inland« und in deutschen Kreisen des Auslandes muß durch eine unzureichende Entschädigungs- aktton, die nur geeignet sein kann, die mühsam geschaffenen Ansätze des Wiederaufbaues im Auslande zu zerstören, auf das schwerste gefährdet werden. Die Arbeitsgemeinschaft verlangt, daß die Gesetzesvorlage unverzüglich im Reichstag eingebracht wird, damit sie dem 22. Ausschuß des Reichstags noch vor den Sommerferien zur Beratung überwiesen werden kann. Die Arbetsgerneinschaft hat auf Sonntag, den 10. Juli, eine große öffentliche Kundgebung der Geschädigten einberufen, die im Zirkus Busch in Berlin stattfinden wird. Aus aller Welt- Hagelschäden. Der an der Schwarzwaldbahn Offenburg— Konstanz gelegene Bezirk Viklingen wurdet von einem von Hagelschlag begleiteten Wolkenbruch beimgesucht, der die ganze Gegend bis Rottweil unter Wasser setzte. In Peterzell lag der Hagel an manchen Stellen 10 bis 12 Zentimeter hoch. Das Vieh muhte aus den Ställen geholt und in Sicherheit gebracht werden. Die Keller vieler Häuser wurden überschwemmt und das Wasser hat das Heu von den Wiesen fortgeführt. Die Felder und Gärten sind durch den Hagelschlag schwer verwüstet worden. — Der mittlere Teil des Kreises Halberstadt wurde ebenfalls von einem schweren Hagelunwetter heimgesucht, das in verschiedenen Dörfern die Ernte fast völlig vernichtete. Von dem Hagel wurden zum Teil sogar die Schieferplatten der Dächer zerschlagen. Ferner ging über Magdeburg ein kurzes, aber heftiges Gewitter nieder^ Ein Blitz schlug auf dem Alten Markt innerhalb der Stadt in einem Leitungsmast der elMrischen Straßenbahn, wodurch das gesamte Straßenbahn- neh mit Ausnahme einer Linie stillgelegt wurde. Schwere Unwetterkatastrophe Im Riesengebirge. Freitag mittag ging von 12 Uhr bis nachmittags 4 Uhr besonders über dem Jfergebirgs- k a m m ein schweres Gewitter nieder, von wolkenbruchartigen Niederschlägen begleitet.. Daß Unwetter brachte viel H o ch w a s s e r mit sich und verwandelte die Gebirgsftüsse, besonders die Weißbach, die vom Jserkamrn herunterkommt, in reißende Ströme, so daß verschiedene Brucken gefährdet und vorübergehend gesperrt waren. Einzelne kleinere Brucken sollen dem Flusse zum Opfer gefallen fein. Menschenleben sollen nicht zu beklagen sein. Einzelheiten fehlen noch. Mehrere Ortschaften sind durch eine furchtbare Wasserkatastrophe heimgesucht worden Am schlimmsten wütete das Unwetter in Seifers» hau. Der Ott bildet ein furchtbares Bild der Verwüstung. Drei Scheunen wurden vollständig weggerissen, mehrere Gebäude unterspült und teilweise zerstört. Sämtliche Brücken im Orte sind zerstört, die durch das Dorf führende Kunstslraße ist aufgeriffen. Der Fuhrwerks- und Autoverkehr durch die Ortschaft ist vollkommen gesperrt, auch die Lichtleitungen und Telephonleitungen sind zerstört. Das Wasser in den Häusern flieg bis zu drei Meter Höhe. Der Gesamtschaden ist sicherlich wiederum mehrere Millionen. Verluste an Menschenleben sind nicht zu beklagen. Auch der Ott Schreiberhau ist ohne Licht. Wolkenbruch über Hamburg. In Hamburg-Wandsbek ging Freitag abend ein toölkenbruchartiges Gewitter nieder, durch das besonders die nördlichen Stadtteile stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. Bei' den Feuerwehrstellen liefen in einer halben Stunde nicht weniger als 200 Meldungen um Hilfe gegen Wasserschäden, Blitzschläge und drohende Kellereinstürze ein. Deutschamerikaner beim Reichspräsidenten. Der Reichspräsident empfing eine Vertretung des Brooklyner „Plattduetfchen Volksfest v e r e e n s", der sich mtt über vierhundert Personen z. Z. auf einer Deutschlandreife befindet. Die Herren wurden von dem bremischen Gesandten, Senator Rebelthau, eingeführt. Der Vorsitzende, John C. Meinen, übermittelte dem Reichspräsidenten den Ausdruck der Verehrung und des Dankes des Vereins, wie aller deutschen Landsleute in den Vereinigten Staaten für all das, was Hindenburg für das deutsche Volk in der Zeit seiner größten Rot getan habe. Er schloß hieran herzliche Wünsche für eine lange und gesegnete Amtszeit und ein langes und gesundes Leben. Der Reichspräsident dankte fü$ die guten Wünsche und hieß die Herren ist der alten Heimat herzlich willkommen. General Hoffmann f. In Reichenhall starb im Alter von 48 Jahren der aus den Friedensverhandlungen von Brestlitowsk her bekannte frühere preußische General der Infanterie Max Hoffmann. Hoffmann, der geborener Hesse ist, hat nach dem Besuch der Kriegsakademie und längerem Aufenthalt in Rußland die wechselvolle Laufbahn eines Generalstabsoffiziers durchgemacht. Den russischjapanischen Krieg erlebte er als Vertreter Deutschlands auf japanischer Seite. Im Weltkriege war er zunächst dem Stabe des A. O. K. 8 in Ostpreußen zu geteilt, später wurde er als Rachfolger des Generals Ludendorff Stabschef bei dem Oberbefehlshaber Ost, dem Prinzen Leopold von Bayern Als solcher nahm er auch an den Friedensverhandlungen mit Rußland 1917/18 teil. Jnfetnationate Kameradschaft. Die Aerzte hatten nach der Operation des Prinzen Friedrich Sigismund geglaubt, durch eine Blutübertragung das L-eben des Prinzen retten zu formen. Zu einer solchen Muttrans- fusion hatten sich nach einer Meldung der D. A. Z. aus Luzern nilyt nur die deutschen Kamerad en des Prinzen zur Versümmg gestellt, sondern auch zahlreiche ausländische Offiziere, französische, belgische, ungarische, bulgarische und aridere. Gegen den Unfug der Cufttranungen. Wir berichteten vor einigen Tagen über eine neue Lusttrauung mtt der der Propaganda-Leiter der Rohrbach- Flugzeugwerke Sensation machen wollte. Bei dieser Trauung, die Über dem Berliner Westen ftattgefunben hatte, war nicht nur der Standesbeamte, sondern auch ein Geistlicher und zwar her Pfarrer Teichmann von der Berliner Osterkirche zugegen, der über der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche die kirchliche Trauung in den Lüsten vollzogen hatte. Dies« Handlung hat nun bei ben obersten Kirchenbehördenl mit Recht starken Anstoß erregt. Sie haben die merkwürdige Amtsauffassung ihres Geistlichen nicht nur scharf gerügt, sondern ihn sogar vom Amt« suspendiert unt) ein Disziplinarverfahren mit dem Ziel« der Dienstentlassung eingeleitet, das vor dem Rechtsausschuh der Kirchenkonserenz durchgeführt werden wird. Das Konsistorium sieht nämlich in dem Vollzug einer Lufttrauung, abgesehen von seiner Wirkung nach außen hin, die Herabwürdigung einer ernsten kirchlichen Handlung. In der Mitteilung des Konsistoriums heißt eS weiter, daß die vorgesetzte Kirchenbehörde die Suspendierung des Pfarrers beschlossen hat, da in evangelischen Kreisen diese Trauung allgemein als eine Ges chmacklvsigkQit verurteilt worden sei. VoBbenexplosion in Rom. In einem Hause explodierte eine Bomb«. Das Dach und die Fußböden mehrerer Etagen stürzten ein. Ein Vater und vier Kinder wurden als Leichen unter dem Gebälk hervorgezogen. Die Frau ist schwer verwundet. Ruv ein dreijähriges Kind blieb unverletzt. Byrd über den plan einer Südpolexpedition. Byrd hat über seinen Plan einer antarktischen Expedition erklärt, daß es sich habet nicht um einen Südpolflug handele, vielmehr um eine wissenschaftlich« Expedition in die Antarktis von mehreren Monaten bis zu evtl, einem Jahr«. Es werden wahrscheinlich zwei Reisen unternommen werden, davon ist die erste als eine Art Vorexpeditton gedacht. Das Datum ist noch nicht festgesetzt, jedenfalls aber werden hie Eisfelder nicht vor September erreicht. Das Personal wird so zahlreich sein wie bei her Rordpol expeditton, d. h. also zirka 50 Personen Byrd hofft, daß man ihm zwei Flugzeuge, und zwar ein dreimotoriges und ein zweimotoriges, zur Verfügung stellt. Außerdem beabsichtigt er zirka 50 Ziehhunde und Schlitten mitzunehmen Rattirlich hofft Byrd auch bei dieser Gelegenheit den Südpol zu erreichen. Wettervoraussage. Bei auffrischenden nördlichen bis westlichen Winden veränderlich, wechselnd wollig, zeitweise aufheiternd, mäßig warm und strichweise leicht« Riederschläge. _ Gestrige Tagestemperaturen: Maxrmum 21,d Grad Ceslius, Minimum 15,6 Grad Celsius. Riederschläge 1,6 Millimeter. Sonnenscheindauer V* Stunde. Heutige Morgentemperatur 16,3 Grad Celsius. r Witterungsaussichten für Montag: Vielfach aufheiternd und meist trocken Lon SS-JA rW'ffl i” 4 «k (ti el" ÄU ,N Ä»ln r°un As leite versuch f ter tonnte es ®ar L?1 i auten SM i3n W°P°ut tommt e> c |( kaum ein anderer. kW Mäldjen mit plusteck er auch IN seien Sauer era Jo lt; „Was »Hdu? schrie Stäbe, so pick » mein M fo? £ Raum, daß MHn rtif er schon und san ÖW tn den oerm Diperle er leise und Zwei Tage, bevor treatn mufote, sah ch fr Arbeit. (Sanz |til te offene Fenster di klingende Tritt eines litte monoton. Eine hmde Birne. Da far Bin) ganz teile will btd) war er fern Liei Und nun ruht ei Irin die alten Mm £'.Weber. Raber iW "1« b° rau--. cklN' J [Diebe ,iit begann er " h Kipfeln hin, Käser Folter fchweben oor Immer das alte t on Freude und £ Heute ein sudelnde ein Traueraesang. lind dock ein U nials zu Selbe war Wenn wir bas bod) Son her Gießen-! tiine neue Auti Dor einigen T 'Mufen eine Dess Metier Behörden ertrage des Lande "f Sperrung d °ellingshause mö zweitens zu d tevhnhaflen Untern J1' Genehmigung v lafttoagenlii btadt-Giehen Tu jden. Anwesend E»! ?A.und Las Po SWfon, die 2 » Crumbach 04“ Sn™' =*» tonet . in vert iagM9NÄP0THEKEN®^ ..„»W, kostenfrei Otto » Co. Franklurt/Milr-Sfld opf* ■ft KOPFSCHrurf fyi'E ÜRAlGtf^ VtikHNSCHMEflZ r Für Frauen, Kinder, für die Arbeit irWWi-NAM in größter Auswahl von Mark 1.25 an empfiehlt . DroSerieWinlerhsii jfe, Kreuzplatz 10 A Aus der Provinzialhauptftadt. I . •'<6«”»,. Juli ,927 ^rLche°L^ auT«» Fellingshausen begangen oder befahren hatten, fast ** ■ * ausickließlick über bpn nnrh nuten 51 n ff n n h her Gegen den Walldor Bermifchtss - Beseitigung - - ohne Umbau - BH -lOjährGARANTIE- F. A. CARL «57 D Aufarbeiten von Fulda G, i, ®©®@»®®s>e®oe®eo®@®a®®ee®e Von der Kraftpostlinie Giehen - Fellingshausen Jetzt u. während der kommenden Ferientage ist die beste Zelt zum Wiche Maschinen ihr Mreiner, Wagner nnu Keine Magen- besdiwer- den Keine Herzklopfen WEBER - Frankfurt a/M. Sandweg 0-Tei. Carolus 46566 Q gg Vereid. Schwammsachweratindlger 4624 D A O sr v ® S Bezirksvertreter: W. Btondlno Gießen, Lindenplatz 1 1«- >er rung. Da seine Familie glaubt, dah er einem Justizirrtum zum Opfer gefallen sei. fordert sie seine Rückkehr nach Frankreich, damit das Verfahren wieder ausgenommen werde. lich mitteilen. v Bei der Arbeit verunglückt ist gestern nachmittag gegen 5 Uhr der Arbeiter Otto Klaum aus Grohen-Linden im Betriebe der Gailschen Tonwerke. Ein mit Ton beladener Kippwagen stürzte um mfi) auf den Mann, der hierdurch Quetschungen am ganzen Körper und einen Bruch des rechten Oberschenkels davontrug. Die alsbald herbeigerufene Freiwillige Sanitätskolonne vom Boten Kreuz leistete die erste Hilfe und verbrachte barm den Verunglückten mit ihrem Auto in die chirurgische Klinik. *♦ Einen verspäteten Maikäfer» besuch auf der Mutter Erde berichtete uns gestern die kleine Waldtraut Lauschet, am Marktplatz wohnhaft. Der Maikäfer wurde im Nizza gefangen. Wir nehmen hiermit von dem Ereignis gebührend Notiz. Hoffman f. rb Im Alter von 48 Ich, ^e^oerhcmdiungen von mte frühere preußisch« G» Mar Hoffmann. Hofs» W ist, hat nack bm Mie und längerem Msenl- vechselvvlle Laufbahn eines durchgMacht. Den russisch' te er als Vertreter Deutsch- beite. Im Weltkriege war be des 2.O.K.6 in Oft- äter wurde er als Aach- Ludendorff Stabschef bei i Ost. dem Prinzen Les- IS solcher nahm er auch an hingen mit Auhkmd 1917/18 @ ■■ in' Hölzerne Kastenkarren (Eichebäume) .ffijOSlief, als Suez, l/ wmPreise von 16 Mk. ab Werk. Alle and. Art. Karren auf Anfrage. ■$rinann Roth, Oberasphe (Post Baltenberg). KleinerLaden itt bester Geschäftslage für L Oktober zu vermieten. Schriftliche Angebote unter 05106 an tm Gießener Anzeiger._______________ rap-tW, W Eine neue Autolinie bis Frankenbach. M MKIlMÜl allererster Verfichcrungsbanken mit allen Svarten wie Leben, Feuer, Etn- bruchdiebstahl, Wasser, Auto, Transport, Haftpflicht, Unfall und Glasversicherungen, in Gießen und Umgebung bestens eingeführt sucht Herren mit gut. Beziehungen alS Mitarbeiter gegen höchste Provision. Svezialbeamter steht, ohne daß ProvisionS- Steppdecken ai. 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Bon der Geschäftswelt der Innenstadt wird diese Absicht der Post begrüßt werden, fällt doch das oft lästige Warten auf den Briefträger weg und bietet sich Gelegenheit, die Briefschaften bri der inmitten der Stadt gelegenen Stadtpvst abzuholen, zumal die Schließfachanlage so angelegt werden soll, dah sie für die Abholer, wie beim Postamt 1, von 7 bis 21 Uhr zugänglich ist, auch wenn die Stadtpost geschlossen ist. Die vierteljährliche Gebühr von 2 Alk. 25 Pf. für ein kleines und 3 Mk. für ein großes Schließfach dürfte im Hinblick auf die gebotenen Vorteile kaum ins Gewicht fallen. Selbstverständlich wird die beim Postamt 1 befindliche Schliehfachanlage für diejenigen Abholer bestehen bleiben, die vpr- ziehen, ihre Postsachen nach wie vor beim Postamt 1 zu empfangen. Um die voraussichtliche Zahl der Teilnehmer festzustellen, veranstaltet die Post zur Zeit bei der Geschästswelt eine schriftliche Umfrage. Interessenten, denen bis zum 11. Juli keine Anfrage zugegangen ist, wollen ihre Anmeldung dem Postamt 1 baldigst schrift- lak Kameradschaft nach der Dpttaüon des $dn- igirviund geglaubt, bunt igang das Leben des Prim Zv einer solchen Auttronk- einer Mimg der 2.8.8- hte beulten Kamt- ;SÄ* mwW. Wnem Saum, der ein nur mir verständliches Zeichen jagt. Und dieses Zeichen sagt: Hier ruht, was mst freubiges Leben war und bildet ein Glied in y.x ewigen Kette des Werdens und Vergehens. Ich weiß noch wie heute, als der kleine gelbe ogel mit dem zierlichen Häubchen bei mir einzog. in trüber Herbsttag war's, aber durch ihn war es btzlich, als fei ein flinker Sonnenstrahl ins Zirner geschlüpft. Zaghaft, schüchtern tat er seine ■jttn Versuche, sich in der neuen Häuslichkeit zu- chtzufinden. Aber bald saß er auf der obersten lange und fang sein Lied. Er schmetterte es nicht (raus, nein, ganz sanft und zart klang es. Und ,,in begann er wieder ein anderes. Nicht eines mer Liedlein glich dem andern. Er sang nicht, xi man ihm gelehrt hatte, sondern er entwickelte Ibst die Melodie, wie ein rechter Künstler, der auch Icht nach Regeln fragt, und doch das Richtige trifft. • 1-3 er erkrankt war und Monate hindurch geschwie- pu hat, das kleine bubbernbe Herzchen ihn bann )er wieder drängte zu Liedern der Sehnsucht, iiihte er erst wieder üben. Ganz still saß er, oijperte leise, versuchte einen Ton, bann einen ciitjem, und bald hatte er sein Lied roiebergefunben. fein anderer konnte es singen. ^tzewiß war es kein guter Sänger im üblichen rinne des guten Sängers. Aber was tat das? Auf Lu Wohllaut kommt es doch an. Und den besaß er ri» kaum ein anderer. Und neckisch und eigensinnig war er. Das schöne So behaus verschmähte er; aber kaum war ein Schötchen mit Wasser in seinen Bauer gestellt, so plusterte er auch schon darin herum. Kam man an leinen Bauer heran, io sah er einen von der Seite an: „Was willst bu?;' Unb steckte man ben Finger durch die Stäbe, so pickte er xomig darauf los: „Das P mein Haus, das geht dich nichts an." Kaum, daß sich früh die Sonne erhoben hatte, rief er schon und sang. Und wenn die Amsel ihr Lied in den verklingenden Abend schmetterte, wisperte er leise und verlangte nach Ruhe. Zwei Tage, bevor ich ihn hinaus in den Wald trogen mußte, saß ich bis spät nach Mitternacht bei btr Arbeit. Ganz still war es im Zimmer. Durch bas offene Fenster drang bann unb wann ber ver- ülngenbe Tritt eines späten Wanderers. Die Uhr litfie monoton. Eine Fliege summte um die glühende Birne. Da fang er im Schlaf sein Lieblein, ganz ganz leite wispernd, nur wie ein Hauch. Und bod) war es sein Lied. Es war sein letztes. Und NUN ruht er draußen, und über ihm rausten die alten Bäume und singen andre Vögel ihre Llcbeslieder. Raben ziehen krächzend über den 'lüpfein hin, Käfer klettern über seinen Hügel unb Folter schweben von Halm zu Halm. Immer bas alte Lied vom Kommen und Gehen, ton Freude und Leid, vom Werden und Wandel, heute ein jubelndes Liebeslied und morgen schon rin Trauergesang. Unb bock ein Unterschied. Nur zur Freude, niemals zu Leide war Hansel mir, immer zur Freude. Bern wir bas doch von allem sagen könnten! D°I» »ck««- ** toekd^ fappn ist W' bei 66 M ihin irnb : ÄfS » icd ioo qm großer Laden, zu verkaufen. Anzahlung Mk. 25 000 und Kosten. Schriftliche Angebote unter 05124 an den Gießener Anzeiger erbeten, kürzung erfoiot, jederzeit zur Verfügung. 1 Angebote um. 6482D an b. Gieß. Anz. erb Zwangsversteigerung Kl 8/27 Arn Donnerstag, dem 21. Juli 1927, vormittags 9 Llhr, wird durch das Amtsgericht Gießen, Zimmer 106, das im Grundbuche von Gießen Der Elise Heck Witwe, geb. Althoff, in Gießen, und Genossen zugefchricbene Anwesen Kaifer- allee 38 1. Flur 3 Ro. 293 = 246 qm Grabgarten und 116 qm Grasgarten, 2. Flur 3 Ro. 294 = 399 qm Hosreite zum Zwecke der Auseinandersetzung der Gemeinschaft versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, zur Einsicht ausgehängt. 5259c Gießen, den 16. Mai 1927. I. 21. des Amtsgerichts Gießen Leo, Ortsqerichtsvorsteher.______ I. AnhterWs-toolMen kauft Finanzier Lewin, Berlin, Kurfürstendamm 26a. I. Hypothekengelder wieder anzulegen.M29sl KONTROLL KASSEN national Verreicht. Leitungen . und Preiswurdigken • kosKehlose Off^rfe •; National Regbtrier^ssen .0 mbH. . Fnb’it' berlin-.Neukjlln Del an seinem 69. Geburtstage. Emil Reuter. Gießen, 9. Juli 1927. 05102 stellt sofort ein 6492 D teressenten höflichst einlade. 6480D Somit nicht oirföät ILung. Mann 1 aus gutem Hause, aus gutem Hauh mit guter Schuld! l- Heber be gesucht 64S0D 6224 A Ng. 498. pv. •'i-M BüsI. Waller Kolonialwaren IHäusburg 13. Zwei starke Einleger-Schweine zu verkaufen. 05104 Steinbach. Haupt strafte 27. Eeeres Simmet spart.) zum Unterstellen von Möbeln evtl an einzelne Person zu vermiet. Schriftl. Angeb. um. 05118 a. d.Gieh. Anz. in kl. Ha shalt für einige Stund, sofort gesucht. Kvankfnrt. Strahe 31 II. Heute abend Kneipe mit A.H.-Abend Vollzähliges Erscheinen erwünscht. 141901) Der Vorstand. WegenVerheirmung । meines Mädchens | suche zum 15. August älteres, in allen Zweigen des Haus- haltS erfahr, sauber. Mädchen. öiMrel Weifenfee. Friedberg i. <>., Katserstrahe 127. Malergesdiäft Marcus, Wetzlar Montag, ll.FuU, abends 8'/, U6t 0flüplüöüao Antreten 8‘/< Uhr pünktlich am Gerätebaus. Unnorm: Dtenstanzug, Helm 4604c Das Kommande. ivcil überzählig, ab- 6463 D Danksagung. Für alle Zeichen teilnehmender Liebe und Verehrung sowie für die überaus reichen Blumenspenden beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege allen unseren innigsten Dank. Martin Stroh Mathilde Reuter geb. Stroh Tüchtige Maurer welche im Koksofenbau schon tätig waren, sofort gesucht. Zu melden Baubüro Br. C. Otto & top. Bochum, 6442v Christstr. 9. Die trauernden Hinterbliebenen: Elise Becker geb. Lepper Anna Becker Ludwig Becker Wieseck, Alten-Buseck, den 9. Juli 1927. Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. Juli, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause Alten-Buseck No. 6 aus statt. 6481D Achtung! Hausfirauen! Am Dienstag, den 12. Juli, vorm. von 9 Uhr ab, findet in der Gastwirtschaft zum Ventilchen, Bes. Hans Schmitz, Sonnenstrabe 13, ein Prob ©waschen mit der in der Gewerbe-Austeilung vorgeführten Waschmaschine mit Wassermotor (D. R. P.) statt, wozu ich alle In- ElBklroHta gel. Schlosser f. auswärtige Montage gesucht, sowie ein Lehrling. Volkmann, Heuchelheim Teles. 827. 6473D Jünger Bursche vom Land von hleügerGrohhandlg. s. leichte Lagerarb- per sofort gesoclil. Wo? sagt die Exp. d. Gieh. Anz. ».-..s. Allen Verwandten und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Bruder, Schwager, Onkel und Pate Ludwig Becker ll. im 56. Lebensjahre plötzlich und unerwartet verschieden ist. üxitb argtoöi Mson hat b tafiföt stets Wson wvss btt M bei dah esihm ehrlich, aber er wollte b lein unb und als tt i Dahtes 'S unb ohne < ßräulein für Büro gesucht, mit sranzös. u. engl. Sprachkenntnissen, mögl. mit Matur. Eintritt August 1927. A. J. Tröster, 612eD Buirbach. WirsuclieD,:i:-rFÄ.BiiieFersoii welches auch ihr Beruf ob. Wohnort sei. Kenntnisse, Kaplt. od.Lager nicht erfordert Monatl. Gewinn cö. 500-600 Ji. Angeb. u. „Nova" an Ala Haasenateln&Voßler.Köln Rh. M-'S- ju «m« Stadttheater Dienslag. öen 12. W avenvs 8 Uhr: Gastspiel des KutthealerS Sad-Aauheim Erstaufsührung! SerSMenWi Komödie in 4 Atieo von Rud. Bernauel u.Rud.Oesterreicher Ende nach 10*/, Uvr. Der Vorverk. sindei SanrStag. 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Leonhard Emma Leonhard Philipp Jockei Walter jückel Aus einem arbeitsreichen Leben verschied heute morgen 3 Uhr nach langem, schwerem Leiden mein lieber Gatte, unser lieber, guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Anton Leonhard Am 6. d. M., nachmittags 38/4 Vhr- verschied nach langem schweren Leiden unser lieber Sohn, Bruder und Schwager Hans im 30. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Linkmann, Lokomotivführer. Gießen (Ebelstraße 3), den 8. Juli 1927. Die Beerdigung fand in der Stille statt. M08s Samstag, 9. Zuli 1927 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger smGberhefsen) Rr. (58 Zweites Blatt Vereine schiede^ Istadttheaf; sgaS einen reißenden Dach, über den bloß los gutmutig in die Welt Mes an chm ist noch schmaler Dalken als Drücke führte, frisch und neu, fogar die Krallen an den Pfotern :ierte hinüber, schritt durch das ®e» | Den Ernst des Lebens, den furchtbaren Kampf kamen an verstehen uns... So ein junger Hund, dessen ganzer Gang ein einziges tolpatschiges Lächeln ist, schaut rest- WtW i) einieln licn gcstät. I. «ngeb. u. i_d.W8.Diz. ein langer schmaler Dalken Ich balancierte hinüber, schritt durch Mpills äSS Heule abend Kneipe mi A.H.-Abe^ js?ss gegen Floh und Katze, kennt er noch nicht in seiner ganzen Schärfe. Dein Problem ist vorläufig noch das Zimmer: wie man es rein hält, und dann vor allem die Tür mit dieser entsetzlichen, unerreichbaren Klinke. Aber dann wird man groß, bellt enthusiastisch, sowie der Herr nur auf die Flinte hinblickt, und lernt vorstehen, mit einer erhobenen Pfote, wie aus Erz gegossen. Och habe gesehen, wie ein Hund vor einem Grashürnpel Vorstand, aus dem, statt der Schnepfe, die aufflattern sollte, bloß ein giftgrüner Frosch — ein Frosch von Wilhelm Dusch! — heraushupfte, und nie habe ich einen solchen Ausdruck tiefster Scham beobachtet, wie an jenem armen Hunde. Ich wagte es nicht, ihm nachher noch Dorwürfe zu machen. Doch eine kurze Bemerkung über diese Clowns, die Foxterrier, die ja natürlich nicht ernst zu nehmen sind: sie alle haben bekanntlich einen schwarzen Fleck auf dem Bücken: aber manche sind so rasch ins Leben hinausgesprungen, daß die Statur, die mit dem schwarzen Pinsel an der Pforte stand, nur noch mit knapper Bot auf die Stute hintupfen konnte. Daher denn viele Foxterrier ihren schwarzen Älecfö ganz weit hinten haben, und die tollsten zuweilen gar bloß ein schwarzes Stummelchen. nüü! Tamstag, ftM MM am d. W Nrifk AulobuSIlchilc-' 8 Uhr, v. W.' garten aus. Montag,".^ aufd.SMeubeu $ommerf4 Abmarsch mit M 2*1, Ubr vom 8» SÄw nach und von St ■ senberg bei M Nlleruns-Siand; nMvigSvlav^ Kaen errett enen'g"K ö0&Sef,crr ^caich.. -Lchreinen »^erg Wnetarbehen Neubauten fof. « A Angeb. unit sahn leer p und würde Stüi K Ä verladen Lchnftliche Ang? boie unter Nr.W Ks M w*l SG S'e — sagen g^Fckinctcr chtett' itthslZ wSÄ Diese Sieben kontrastierten gewaltig mit denen Lloyd Georges, aber natürlich waren sie nicht der e®runb des Scheiterns der Verhandlungen, son- 'dern dieser lag auf ganz anderem Gebiete. Ich hatte in jenen schicksalsschweren Tagen zahlreiche Konferenzen mit dem politisch einflußreichsten Süanne der österreichisch-ungarischen Monarchie dem Grafen Stephan Tisza und die Entschlüsse, die wir faßten, waren das Siefultat dieses Meinungsaustausches. Ich denke nicht daran, die Verantwortung für die damals beschlossene Politik nachttäglich von mir abwälzen zu wollen, ich nehme dieselbe im Gegenteil vollständig auf mich, aber ich muß die Situation erklären, ich muh erklären, warum wir den amerikanischen und nicht den englischen Weg zu gehen versuchten, — warum wir auf das falsche Pferd setzten. Die englischen Vorschläge enthielten zwei Puntte, welche deren Annahme für uns unendlich schwierig machten: die großen territorialen Konzessionen und Aenderungen der internen Struktur der Monarchie, zwei Dinge, welche selbstverständlich von einem ganz verschiedenen Standpunkt betrachtet werden müssen. Das rechtliche Empfinden Kaiser Karls sträubte sich dagegen, einen kerndeutschen Strich Landes an Italien abzutreten. Dicht aus „Macht- gelüsten" wollte er die Drennergrenze nicht akzeptieren, sondern weil er ein Unrecht darin sah, Deutsche ohne ihre Zustimmung an Italien auszulief em, und ich unterstützte diese seine Tendenz auf das entschiedenste. Auf der anderen Seite fträubten sich die Ungarn und Tisza vor allem dagegen, ein Gebiet an die Rumänen abzutreten. 2ste andere Schwierigkeit, die Qlenberung unserer Verfassung im Sinne „nationaler Gleichberechtigung", also auf föderalistischer Dasis, hätte bei Kaiser Karl nicht die geringste Schwierigkeit gesunden: derselbe war dermaßen von dem Wunsche nach Frieden erfüllt, daß er keinen Augenblick geschwankt hätte, eine solche Verfassungsänderung durchführen zu lassen, und auch darin hatte er, meiner Ansicht nach, recht. Aber dann stand unsere bestehende dualistische Verfassung und der starre Wille der Ungarn gegenüber, welche hierüber nicht mit sich sprechen lassen wollten. So entschlossen wir uns nun auf das Programm Wilsons und seine 14 Puntte festzulegen und die englischen Verhandlungen nur nebenbei zu führen. In einem meiner früheren Artikel ward beschrieben, warum diese Bemühun- gen einen negativen Verlauf nahmen. Mit ihrem Schottern schwand die letzte Möglichkeit eines er* ttäglichen Friedens. Außenpolitische Umschau. Von Professor Dr. Otto H v e h s ch, M. d. R. Der südslawisch-albanische Konflikt ist mit dem 2. Juli erledigt, indem eine neue Slote der jugoslawischen Regierung in Tirana übergeben worden ist. die den von der albanischen Regierung als Deleidigung bettachteten Ausdruck nicht enthält. Es bedarf freilich keines Wortes weiter, dah zwar dieser Konflikt erledigt, aber nicht die große Gefahr beschworen ist, die im bekannten Gegensatz zwischen Italien und Jugoslawien besteht. Immerhin ist für den AuaenÄtck hier Ruhe! Auch im englisch-russischen Gegensatz sowie in der russisch-polnischen Spannung ist eine, wenn wir schon nicht sagen wollen, Beruhigung, so doch Stagnation eingetreten. Die englische Politik hat seit dem Slbbruch der Beziehungen kaum irgendetwas zu dem Konflikt verlauten lassen und nur selten einmal nimmt irgendeine Stimme in England darauf Bezug. Dafür ist zu vermerken, daß ein Mann wie aus t Lage, mit ebäube (für jeetgneDuttb »M fof. ob- u taufen flC- .«ngeb.unt. n den Gtetz. >r erbeten^. Wie der „Baedeker" entsteht. Die durch ihre Reisehandbücher weltbekannte Firma Karl Baedeker in Leipzig feiert jetzt ihren 100. Geburtstag. Der Slame des Begründers dieses Verlages ist aufs innigste mit dem Aus- schwung des Reiseverkehrs vettnüpft, denn er war es, der nach jahrhundertelangen Bemühungen als erster dem Reisenden einen zuverlässigen gedruckten Führer in die Hand gab und ihn dadurch von der bis,dahin üblichen kostspieligen Bevormundung durch Fremden-Führer oder „Lohn- bedienstete", wie man damals sagte, befreite. Wie wir aus einem Iubiläumsaufsatz des Buchhändler-Börsenblattes erfahren, sind die ersten dieser Handbücher, die den Ruhm der Firma begründeten, von Karl Baedeker selbst versaht worden. Mit vorbildlichem Fleiß und unermüdlicher Sorgfalt führte er seine Aufgabe durch und hat sich seine Kenntnisse zum größten Teil selbst „erwandert". Hat er doch diesen Ausdruck, für den ihn Grimms Wörterbuch schon 1662 als büsch weiter und blickte mich um, da die Hunde nicht nachkommen wollten. Und da konnte ich aus meinem Versteck folgendes sehen: der Reufundländer stürzt sich mit Behagen ins Wasser und schwimmt herüber. Um Ufer bleibt er stehen und schaut zurück, denn die rotgoldene Molly winselt zitternd auf der anderen Seite und hat Angst vor dem Wasser und auch vor dem Balken. Da kehrt der große Hund um, rudert zurück, packt das Hundemädchen vorsichtig am Racken und trägt sie schwimmend übers Wasser herüber. Wer dieser Kavalier war auch ein großer Gauner. Als ich seinen Züchter besüchte, der viele seiner Brüder besah, wollten wir einmal sehen, wer von ihnen am besten apportieren könne. Ein Stückchen Holz wurde weit in den See hinausgeschleudert. Die ganze Horde stürzt planschend ins Wasser, nur der Kavalier schließt sich nicht an und schwimmt äußerst ruhig nach. Jetzt hat der flinkeste das Holz zu! packen bekommen, schon dreht er um, und die anderen, wie ein Kometenschweif, ihm nach! Mein der Kavalier erwartet den Heranschwimmenden seelenruhig an der Mitte des Weges, hebt auf einmal seine Riesenpfote aus dem Wasser und legt sie ihm schwer auf die Stirn, so daß jener tief untergetunft wird und also aus Luftmangel das Holz loslassen muh welches an der Oberfläche auftaucht. Darauf nimmt der Kavalier das Holz bedächtig zwischen die Zähne, schwimmt ans Ufer und legt mir die Trophäe wortlos vor die Füße. Sllso ein Gauner. Es ist grausam, einem Hund die Rute zu kappen, denn man beraubt ihn ja damit seines kostbarsten Ausdrucksmittels, — das ist beinahe so, wie wenn man uns die Zunge ausschnitte. Run kann der arme Kerl bloß noch in Gedanken -wedeln. Und wie schön war es doch, wenn man ins dämmerige Zimmer trat und auf einmal unter dem Bette her das Tak-tak-tak des Wedelns hörte. Das liebste Einverständnis aber ist es, wenn man mit einem jungen Hunde spielt und er einen beißt: aber doch nur ganz, ganz vorsichtig beißt, weil es ja ebey ein Spiel ist — wir tend zu verhalten und erst einmal abzuwarten, was aus diesem Wirrwarr hervorgehen werde. Lloyd George hatte mir sagen lassen, ohne große territoriale KonzessionenOester- reich-Ungarns sei der Frieden nicht zu machen. Der englische Premier verhielt sich in allen diesen Verhandlungen äußerst korrekt und ehrlich Er gab mir zu verstehen, dah er unseren Standpunkt, nach welchem wir das kerndeutsche Tirol nicht an Italien auslief em konnten, völlig begreife und verstehe, aber „ein Vertag sei ein Vertrag", England sei gebunden und könne nicht so handeln, wie es gern mochte. Es ist mir nicht möglich, zu beurteilen, ob Lloyd George persönlich diese von England eingeleiteten Friedensversuche aufrichtig meinte, oder ob er darin bloß dem Drucke seiner Kollegen nachgab. Die Sprache der englischen Unterhändler erschien, wie gesagt, ehrlich und aufrichtig, in einem gewissen Gegensätze hierzu bekannten sich jedoch die zu dieser Zeit gehaltenen öffentlichen Reden Lloyd Georges, welche von dem Willen, die Mittelmächte zu vernichten, trieften. Während Wilson in jener Epoche Reden hielt, welche keinen Zweifel darüber ließ, dah er mit uns zu verhandeln wünsche, war in den Ausführungen des englischen Premiers auch nicht ein Hauch davon zu spüren und diese fortgesetzten Hastgesänge erschwerten es uns natürlich unendlich, unsere Oef- fentlichkeit darauf vorzubereiten, dah wir einen schmerzlichen Frieden anbahnen. Wilson sagte am 12. Februar in einer Rede vor dem Kongresse: „Graf Czemin scheint die Grundlagen des Friedens mit klarem Auge anzusehen, und er scheint sie nicht zu verdunkeln. Er sieht, dah ein unabhängiges Polen, gebildet aus allen unbestreitbar polnischen Bevölkerungen, die eine an die andere grenzt, eine Angelegenheit europäischen Übereinkommens ist und natürlich zugestanden werden muh, ferner, dah Belgien geräumt und wieder hergestellt werden muh, gleichgültig, welche Opfer und Zugeständnisse dies mit sich bringen mag, und ferner, daß nationale Bestrebungen befriedigt werden müssen, sogar in seinem eigenen Reiche in gemeinsamem Interesse Europas und der Menschheit. Wenn er über die Fragen schweigt, die die Interessen und Slbsichten seinen Verbündeten näher als Oesterreich-Ungarn allein berühren, so ist es natürlich nur, weil er sich gezwungen fühlt, unter Umständen auf Deutschland und die Türkei zu verweisen. Indem er die wichtigen infragekommenden Prinzipien in die Rottvendigkeit, sie offenherzig in die Tat umzusetzen, erkennt und ihnen zustimmt, fühlt er natür* lichÄveise, dah Oesterreich-Ungarn auf die Kriegsziele, wie sie von den Vereinigten Staaten ausgedruckt wurden, mit weniger Schwierigkeit als dies Deutschland möglich ist, eingehen kann. Er würde wahrscheinlich noch weiter gegangen sein, wenn er auf Oesterreich-Ungarns Bündnis und seine Abhängigkeit von Deutschland keine Rücksicht zu nehmen gebraucht hätte." — Und Wetter sagte der Herr Präsident in derselben Rede vom 12. Februar: „Die Antwort des Grafen Czernin, der Hauptsache nach an meine Adresse auf meine Rede vom 8. Januar gerichtet, ist in einem sehr freundlichen Tone gehalten. Er erblickt in meiner Erklärung eine hinreichend ermutigende Annäherung an die Auffassungen feiner eigenen Regierung, um seinen Glauben zu rechtfertigen, daß sie eine Grundlage für eine eingehende Besprechung der Ziele durch die beiden Regierungen liefern*, und ferner: „ich muh sagen,, Graf Hertlings Antwort ist sehr unbestimmt und sehr verwirrend. Sie ist voll zweideutiger Sätze, und es ist nicht Har, wohin sie führt. Qtber sie ist sicherlich in einem von dem Tone der Rede des Grafen Czernin sehr verschiedenen Tone gehalten und äugen* scheinlich mit einem entgegengesetzten Zweck*. !bt< leider rpritidjefr Hebet den Umgang mit Hunden. Von S. v. R a d e ck i. Diese Tiere sind unserem Machtwillen und unserem Zärtlichkeitsdrang schutzlos preisgegeben: teils baut man sie durch, teils knutscht man fie ab, und zwar beides mit Vorliebe öffentlich. Denn es ist des Hundes tragische Bestimmung .Sklave und zugleich Freund eines Wesens zu H ® dem er wie zu einem Gott emporschaut. Gewiß, er ist das einzige Tier, das an einen .Gott glauvck und man muß schon sagen, daß es mn schlimmes Glück bedeutet, ausgerechnet den Menschen zum Gott zu haben. Rur der Dackel ist ein Skeptiker Als solcher zugleich aber auch Melancholiker und Der Wettlauf um die Friedenspalme. Oesterreichs Verhandlungen mit Lloyd George. — Wilsons 14 Punkte. — Das Wiener Kabinett setzt aus das falsche Pferd. Von Gras Ottokar Czernin, k. u. k. österreichisch-ungarischem Minister des Aeuheren a. D?) Während wir in Wien noch daran arbeiteten, bei den Verhandlungen mit England die mörderischen Bestimmungen des Londoner Derttages zu mildern, platzte am 8. Januar 1918 Wilson mit seinen 14 Punkten herein. Im ersten Augenblick wußten wir nicht, ob die merkwürdige Botschaft des amerikanischen Staatsoberhauptes in irgendeinem Zusammenhang mit unseren englischen Verhandlungen stehe oder nicht, aber schon nach wenigen Tagen erkannten wir, dah die 14 Punkte offenbar eine völlig getrennte separate Aktion darstellten. England hatte Wilson nichts von seinen Verhandlungen mit uns mitgeteilt. Das war ans gegenüber loyal und entsprach vollkommen dem auch von uns eing-haltenen Vorgang der Geheimhaltung. Wir beschlossen, Amerika eine entgegenkommende Antwort zu geben, gleichzeitig aber die englischen Geheimverh andlungen f ortzusetzen. Am 24. Januar 1918 erklärte ich in bet österreichischen Delegation, daß wir die Vorschläge Wilsons als Basis der Friedensverhandlungen annehmen. Da trat am 14. Februar 1918 eine neuerliche Wendung ein: Das englische Mitglied des Unterhauses Wahte interpellierte die Regierung im Londoner Parlamente und erflärte, er verurteile die Genfer Verhandlungen „als einen Schritt der Geheimdiplomatie und als wahnwitzigen Versuch, mit einem der Feinde in Sonderverhandlungen zu treten.** Wenn man den Frieden wollte, so war diese Interpellatton keine glückliche Maßregel: beim obwohl D a l f o u r in tadelloser Korretthett sofort öffentlich die Initiattve auf sich nahm und uns zu verstehen gab, dah er trotz dieses Inzidenzfalles die Verhandlungen fortzusetzen gedenke, so spitzte dennoch jetzt Wilson die Ohren und ward argwöhnisch. Bei den Verhandlungen mit Wilson hat die Behandlung seiner typischen Men- talttät stets eine ganz spezielle Rolle gespult: Wilson toollte mit seinen 14 Punkten wirklich der Wett den Frieden geben und er glaubte auch, daß es ihm gelingen werde, er war darin völlig ehrlich, aber er wollte der arbiter mundi sein, er wollte die Friedenspalmen erorbern, er allein und er wollte keine englische Konkurrenz und als er nun plötzlich durch die Ungeschicklichkeit Wahtes Wind bekam, dah England selbständig und ohne Amerika an dem Frieden arbeite, ward er verstimmt und mißtrauisch, er wußte nicht, was eigentlich vorging. Damit war die Situation eine ganz merkwürdige geworden. Rachdem wir durch Jahre vergeblich versucht hatten, einen Friedensfaden anzuknüpfen, hatten wir nunmehr deren plötzlich zwei, die sich aber kreuzten und dadurch gegenseitig behinderten. Dadurch, daß Lloyd George den Präsidenten über seine Friedensversuche auch jetzt noch nicht aufffärte, mußten wir notgedrungen gleichzeitig nach zwei Setten sprechen, und zwar verschieden: Rach Amerika teilten Wir mit, daß wir die 14 Puntte als Dasis akzeptteren, jene 14 Punb» welche Annektionen gegen den Willen der SlimeJrterten ausschliehen. Das war der für uns günstigere Standpunkt in Anbetracht der italienischen Eroberungswünsche, wie dies aus dem m meinem letzten Artikel reproduzierten „Londoner Protokoll" erhellt. — Da wir aber anderseits den begründeten Verdacht hatten, dah die zum -2,ecke utopischen Theorien Wilsons Eigenbrödeleten eines weltfremden Mannes seien und da wir vielmehr Vertrauen in die realistische Urteilsfähigkeit der Engländer hatten, da wir endlich mit En^ land bereits im Gespräche waren, so wollte ich den englischen Faden unter keinen Umstanden ab- relften lassen und ich beauftragte unsere Unterhändler, sich freundlich, aber zuruckhal- •) Vgl. die Aufsätze in Rr. 146 vom 25. Juni Rr. 154 vom 7. Juli. _________ W mit modern. Sage au tonfanenüok Preisen M »8» ffM8r»fr.l5,TO EinfacheLanitt u. Ainderkleidl auch Wäsche wird angei. u. at gebeß, billig ° Igesuche ichsamer Humorist. = Ich kannte einen, dessen Spezialität es war, stundenlang auf den Hinterbeinen aufwarten zu können: ja, er setzte sich (neben dem Speisetischfreiwillig in Positur und stieh einen mit der Schnauze ans Knie, um darauf aufmerksam zu machen. Doch die Rührung, mit der man das wahrnahm, litt wesentlich, sobald man bemerft hatte, dah dieses bloß läin Trick war, weil er nämlich seinen Schwanz dabei schlauerweise als dritten Stützpunkt verwertete und nun sozusagen als Dreifuß auf solider Basis stand. Er fraß zwar gelegentlich auch Kamelhaardecken, jedoch das Aufwarten blieb seine stabile Leidenschaft. Mit ihm zusammen lebte eine große Tibet- kahe, die blaue Augen hatte und sich wie der Dalai-Lama benahm. 2lls einmal der Dackel mit ihr allein im Zimmer war, hat man durchs Schlüsselloch folgende Szene beobachtet: die Katze speist vornehm und nachlässig ihr Diner, während der Dackel ihr gegenüber als schwarze Statue stumm aufwartend dasitzt, seine Schaufelpfoten bittend an den Leib gepreßt hält und mit einem vorwurfsvollen Blick ihr Herz zu erweichen sucht. Er hatte geglaubt, dah auch Katzen auf seine Künste Wert legten, allein es machte auf sie nicht den geringsten Eindruck. Ich besah einmal einen riesigen Neufundländer, der ein vollendeter Kavalier war. Ich ging mit ihm und einer entzückenden irischen Setter- Hündin, die acht Monate alt war und Molly hieß, eines schonen Tages auf die Jagd. Wir - • C - - - m n « e U am Ta 1 aCi Beleg anführt, erst geschaffen! Seine Arbeitsweise geht aus den zahlreichen Rotizbüchern hervor, die er auf seinen alljährliehen Reisen führte. Für sein letztes Werk „Paris und Umgebung", machte er z. B. am 14. April 1854 und am folgenden Tage seitenlange Eintragungen, indem er 1372 Stunden lang auf dem Pariser Friedhof Pere Lachaise die genaue Lage von Gräbern berühmter Männer bestimmte. Sein Sohn, Fritz Baedeker, der durch die Skrleiftung des philosophischen Ehrendoktors ausgezeichnet wurde und 1925 gestorben ist, setzte seine Arbeitsweise fort und machte den „Baedeker" zum Vorbild des modernen Reisehandbuchs. Von einem großen Stab von wissenschaftlichen Mitarbeitern unterstützt, unter denen sich Gelehrte ersten Ranges, wie die Geographen Schweinfurth. Kiepert, Ratzel. Partsch, die Archäologen Dörpfeld, Hülsen, Hel- big. Slmelung, die Kunsthistoriker Springer und Iusti befanden, führte er die bis ins kleinste gehende Redaktionsarbeit selbst durch. Als Beispiel seiner Tättgkeit wird eine Auszeichnung über das Zustandekommen des Baedekers für Spanien angeführt. „Das erste Manuskript," schreibt er. „lieferte der durch seine norwegischen und schwedischen Reiseschilderungen, auch durch eine spanische Reisebeschreibung bekannte Ludwig Passarge. Dieses Manuskript wurde nach redaktioneller Durchsicht durch mich gesetzt, und mit diesem gedruckten Manuskript bereiste ein langjähriger kunstverständiger Mitarbeiter, Dr. Propping, das Land abermals und berichtigte es nach seinen Erfahrungen, in kunstgeschichtlicher Hinsicht auf Grund der Uebersicht der spanischen Kunst, die der SSerlag von Pros. Karl Iusti erhalten hatte. Den Artikel „Madrid** bearbeitete A. Dressel, der langjährige Sekretär der Deutschen Botschaft in Madrid, zweimal im Laufe der Jahre neu. Die Beschreibung und Würdigung der Gemäldegalerie im Prado hatte den bekannten Kunstkenner Wilhelm Bode zum Verfasser. Dann gingen die Korrekturabzüge an eine Anzahl xn Spanien und Portugal ansässiger Deutscher zur Durchsicht. Da mir die Darstellung immer noch zu breit war, ich auch bei der Vergleichung des Textes mit den Karten und Plänen bielerkr zu ändern fand, so arbeitete ich den Text nochmals durch, wobei ich, ohne meines Erachtens Wesentliches wegzulassen, an drei Dogen her- auSrebigierte.“ Lord Grey, der in der öffentlichen Meinung Englands mit Aufmerksamkeit angehört wird, zwar den Standpuntt des konservativen Kabinetts gegen Rußland durchaus billigt, aber vor jeder aggressiven Verschärfung iranrt und rät, man solle Rußland sich selbst überlassen. Die gleiche Taktik verfolgt man auch (ganz ohne englischen Einfluß?) in Warschau. Die Antwortnote an Moskau ist noch nicht ergangen, und eifrig verhandelt der polnische Gesandte in Moskau, Herr Patek, über eine Beruhigung und Entspannung, an der offenbar auch auf der anderen Seite Tschitscherin energisch mithilst. Von einem förmlichen Abbruch zwischen Polen und Rußland ist keine Rede. Im Gegenteil wird sogar die Frage erörtert, wer als neuer Gesandter an Stelle des ermordeten Gesandten nach Warschau gesandt werden soll, und man nemU dabei einen mit den osteuropäischen Dingen besonders oertrauten und auch in Berlin bekannten Mann, den früheren Chef der russischen Handelsdelegation in Berlin, Stomomakow. Was inzwischen aus Moskau über den Kampf der Richtungen berichtet wird, ift nicht ganz durchsichtig und bisher wenigstens in Bezug auf die Außenpolitik ohne wesentliche Bedeutung. Worin die beiden Richtungen sich außenpolitisch unterscheiden, etwa in der Frage des Verhältnisses zum Komintern und der welt- revolutionären Propaganda, das tritt nicht hervor, oder es kommt — was durchaus möglich ist — in den erregten Parteiauseinandersetzungem überhaupt nicht zur Diskussion. Rur das scheint unzweifelhaft zu fein, dah Stalin mit allem Rachdruck die bisherige Linie weiterverfolgt, die Oppositton der Trotzki und Sinowjew tot zu machen. Das ist an sich, wenn mir den Gegensatz der Richtungen in Moskau richtig verstehen, ein Vorteil für den europäischen Frieden. Aber die Auseinandersetzung ist weit davon entfernt, in der Beziehung schon Klarheit zu geben, und es ist fraglich, wieweit die mit dem Ramen Stalin begegnete Richtung nun gehen will. Eine erste öffentliche Aeußerung Tschitscherins nach seiner Wiederaufnahme der Geschäfte hat die Unabhängigkeit der Sowjetpolitik von der 3. internationale betont, und im übrigen die bekannten friedlichen Töne angeschlagen. So schwelt die ganze im russisch-englischen Gegensatz bezeichnete Spannung unterirdisch, und wird unzweifelhaft auch auf die Dölkerbundsversamm- lung, die in zwei Monaten stattftndet, einroirPen. Für diese Dölkerbundsversammlung ist die zentrale Frage, die die Reichstagsdebatte erneut gestellt hat: Ruhr oder Locarno? Der Ausdruck ist etwas phrasenhaft,aber immerhin ganz gut zu gebrauchen, weil er kurz und treffend den Gegensatz bezeichnet. Was Briand in dieser Beziehung will, weiß man. Aber er ist nicht fähig, jetzt in der französischen Politik wirklich entscheidend einzugreifen. Was P o i n c a r e will, glaubt man nach seinen ganzen Reden zu wissen. Doch gibt es auch Stellen, die darauf Hinweisen, auch er suche nach irgendeinem Ausgleich, nach einer Verständigung mit Deutschland. Ist das richtig und erkennt er dabei an, daß diese SZerständigung ohne neue Vorleistungen und Opfer Deutschlands anzustreben ist, so soll uns das recht fein. Uns ist schließlich gleichgültig, wer im Ramen Frankreichs spricht, wenn er nur wirklich den springenden Puntt sieht: ob die mit dem Ramen Locarno bezeichnete Politik weitergeführt werden tonn. Wir nehmen zur Kenntnis, daß ein Mann wie der Senator de Iouvenel sich dahin ausgesprochen hat, Locarno sei als gescheitert zu betrachten, wenn Frankreich weiterhin die Okkupatvn auftecht erhalte. Er gibt zu, daß Frankreich kein Recht habe, die Qkrlängerung der Besatzung damit zu begründen, dah Frankreich noch nicht mit der "*a8M zen-Anzeia-! dis U&& \ - 600 nun •le, mit drei ufo. preis. Web. Gest, e Angebote *6 an den ^Anzeiger neues *1 atband, be- Umstände eiswert ab- Schriftliche tunt.M59D Sieh. An». roter zu per- )urch 05096 1 Ebert, stnaste IL Äöner O-N ius. Tchristl te unt. 06097 idey-Meig, Befestigung der Ostgrenzan habe beginnen können. Aber auch Iouvenel kommt mit „Garantien" und denkt daran, daß Frankreich, wie er sagt, der einzige Garant der deutschen O stg re n- ;en sei. Er fordert die Garantie auch Englands für die Aufrechterhaltung des Stalusquo tm Osten. Damit ist nun die Erörterung auf das lote GKis geführt. Es wäre möglich, daß England sich jetzt, in seiner Feindschaft gegen Ausland und seiner Freundschaft für Polen, im Gegensatz zu 1925 zu einer solchen Politik entschlösse. Aber für Deutschland ist das eine Unmöglichkeit. Immer wieder m»ß es darauf Hinweisen, daß. ihm eine Anerkennung dieser Ostgrenzen nicht möglich ist. weil es so, wie diese heute laufen, schlechterdings nicht leben kann und mit den Grenzen, wie sie heute sind, ein auf die Dauer solide begründetes gutes Verhältnis zu Polen nicht zu schaffen ist. Sehr interessant ist, daß Ioudenel in diesem Zusammenhang auch auf Artikel 15 Absatz 7 des Völkerbundpaktes hinweist. Das ist bekanntlrch eine Art Ergänzung oder sozusagen Ausfalls- Garantie, wenn der Artikel 16 nicht in Anwendung kommen kann. Dieser Absatz 7, Artikel 15 lautet, daß, wenn der „Bericht des Rates (über eine Streitfrage zwischen Dundesmitgliedern) nicht die einstimmige Annahme derjenigen Mitglieder erhält, die Aichtvertreter der Parteien sind, sich die Bundes Mitglieder das Recht Vorbehalten. die Schritte zu tun, die sie zur Aufrechterhaltung von R^t und Gerechtigkeit für nötig halten". In seinem Hinweis darauf, daß dieser Absatz revidiert werden müsse, trifft* sich der Franzose mit den Russen, natürlich auch mit den Bedenken der Deutschen. Bloß daß der Ausgangspunkt und damit das Ziel auf den verschiedenen Seiten verschieden ist. Ioudenel behauptet, daß seit dem Berliner Vertrag ein akttonsfähiger Völkerbund nicht mehr existiere, weil jede Völkerbundsaktion gelähmt werden könne, solange eine einzige Stimme die Einstimmigkeit, die Artikel 16 fordert, verhindern kann. Das ist natürlich im Hinblick auf das deutsch-russische Derhältms, einen russisch-polnischen Konflikt und alle deraus sich ergebenden Folgen gedacht. Llmgekehrt sagt Rußland, daß es zwar vom Artikel 16 nichts zu befürchten habe, weil Deutschland als Weltmacht jederzeit den einftimmigen Beschluß verhindern könne, daß aber in bem Artikel 15 für Rußland und auch für Deutschland die Gefahr liege, indem letzteres eben gezwungen werden könne, Durchmarschgebiet zu werden. Wir erinnern an die Diskussion über den Artikel 16 im Jahre 1925, wo diese Frage eine Rolle gespielt hat und daran, daß diese Frage im deutschen Interesse nicht eindeutig gelöst worden ist. So treffen die Zentralfragen der europäischen Politik überall an demselben Punkte oder an denselben Punkten zusammen. Faßt man sie so herum, vom deutsch-polnischen Verhältnis und deutsch-russischen Verhältnis und den französischpolnischen Beziehungen oder schließlich von der Völkerbundsarte und !den betreffenden Paragraphen: man kommt stets auf dasselbe Ziel und denselben Schluhpunkt hinaus. Dieser ober liegt, so wie die Dinge heute sind, ausschließlich imd:utsch-französischenDerhältnis und den Auseinandersetzungen darüber. In Oslo hat sich in seiner Rede der deutsche Außenminister noch einmal zur Locarnopvlitik bekannt, und hat sie als einen Wendepunkt in der Entwicklung der europäischen Rachkriegszeit bezeichnet. Er wies daraus hin, daß damit der Zustand des dauernden Friedens am Rhein gewährleistet sei. Er tonnte auch sagen, daß heute die überwältigende Mehrheit in Deutschland für die große allgemeine Idee von Locarno eintritt, nämlich durch ein Zusammenwirken dieser Mächte den Frieden nicht nur, wie er sagte, zu verbreiten, sondern zu erhalten und vor den zahlreichen europäischen Gefährdungen zu bewahren. Er hat mit Recht diese Politik von Locarno als unvereinbar mit der Politik ULWD8WU Noman von Sven Elve st ad. Copyright bei Georg Müller, München. 26. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Er wanderte ganz für sich umher. Don Zeit zu Zeit tauchte er an den merkwürdigsten Stellen der Stadt auf. Die Kriminalbeamten erzählten, daß sie ihn mehrfach getroffen hätten. Einmal hatte man ihn daoei beobachtet, wie er die Ziegeleiwerke umschwärmte. Ein andermal am Hafen, eifrig damit beschäftigt, das Einladen auf einen nach Antwerpen bestimmten Dampfer zu verfolgen. Auf seinen Wanderungen unternahm er nichts Besonderes. Er sah nur zu und stellte seine Betrachtungen an, sonst war er schweigsam und verschlossen. In der Kriminalabteilung erzählte man auch, er habe sich im Viktoria-Hotel einlogiert. Im übrigen bildeten die beiden Verhafteten einen wahren Schrecken für den Untersuchungsrichter. Sie hatten tausend Ausflüchte, verfielen auf die wunderbarsten Dinge, um Verwirrung in die Sachlage zu bringen, und der Richter sah nirgendwo Licht in diesem Chaos. Alle beide schienen entschlossen, eine bestimmte Rolle au spielen, um die Arbeit für das Gericht unmöglich zu machen. Der Italiener trat in dieser Komödie als vollendeter Dandh auf. Beim Beginn jedes Verhörs trug er eine Beschwerde über die schlechte Verfassung seiner Zelle vor, über die schlechte Seife und die elenden Toilettegegenstände. Kopfschüttelnd betrachtete er seine Finger und äußerte sich unwillig darüber, daß man es ihm nicht ermögliche, seine Nägel zu pflegen. Und brachte man ihn endlich dazu, von den Gesetzesübertretungen zu sprechen, deren er verdächtig war, so fing er an zu prahlen und zu lügen, daß der Untersuchungsrichter sich nicht zu helfen wußte. Zwei Tage verstrichen, und während des Verhörs wiederholte er an beiden Tagen, daß er die Absicht habe, zu fliehen. Der rothaarige Kellner spielte eine ganz andere Rolle. Er hatte sein Gesicht in die allerdummsten Falten gelegt, deren die menschliche Mimik über« Haupt fähig ist. Wenn er nach seiner Mittäterschaft der Gewalt und der ilnterbrücfung bezeichnet und darum Frankreich auf die' älnmöglichkeit der Besatzung im Rheinland hingewiesen. Damit ist in einem anderen Zusammenhang vor einem großen europäischen Forum noch einmal der Standpunkt genommen, und noch einmal besiegelt, den die Reichstagsdebatte über Genf im ganzen aussprach. Im Schatten augenblickbeschworener, aber noch vorhandener großer europäischer Konflikte und Konfliktsmöglichkeiten vollzieht sich die Vorbereitung auf die Völkerbunds- Versammlung in Genf. Ihre Tagesordnung an sich wird nicht übermäßig wichtig und bedeutsam sein. Aber die Tagung wird eine große Bedeutung haben, weil für sie die europäische Zentralfrage jetzt dargestellt ist und Antwort verlangt! Aus der ProvinzialhauMM. Gießen, den 9. Juli 1927. Kurbehandlung nach dem Reichsversorgungsgesetz. Vom Versorgungsamt Gießen wird uns geschrieben: Das Reichsoersorgunasgesetz (R. 23. G.) hat die nach früheren Militäroersorgungsgesetzen gewährten Leistungen erheblich ausgestaltet. Besonderer Wert wird darauf gelegt, die Folgen einer Dienstbeschädigung zu beseitigen, oder doch nach Möglichkeit zu mildern. Das R. V. G. gewährt daher Heilbehandlung, um das 23ersorgüngeleiden zu beseitigen oder wesentlich zu bessern, eine Verschlimmerung zu verhüten, oder körperliche Beschweroen zu beheben. Die Heilbehandlung wird im allgemeinen von den Krankenkassen durchgeführt, wobei die Leistungen gegenüber der Reichsversicherungsordnung nach manchen Richtungen erweitert sind. Dagegen hat sich das Reich die orthopädische Versorgung und die Kuren vorbehalten, einschließlich Heilstättenkuren für Lungenkranke. Voraussetzung für die Badekuren ist, daß sonstige Behandlungen keinen geeigneten Erfolg hatten, wie solche nur von den in einem Kurort verfügbaren Mitteln zu erwarten sind. Die Kurzeit beträgt in der Regel vier Wochen. Heilstättenkuren werden in erster Linie für Lungentuberkulose bewilligt, wenn das Leiden frisch aufgeflackert oder noch nicht gänzlich zur Ruhe gekommen ist. Kurbauer hier mehrere Monate, Verlängerung nach Bedarf. lieber beide Arten der Kurbehandlung befinden die Hauptversorgungsämter. Das H a u p t verso r g u n g s a m t Kassel hat im Rechnungsjahr 1925 609 Badekuren, 585 Heilstättenkuren: in den ersten neun Monaten des Rechnungsjahres 1926 778 Badekuren, 507 Heilstättenkuren bewilligt. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß auch die nach dem Offizier-Pensionsgesetz 06 versorgten Offiziere unter gewissen Voraussetzungen Kuren durcy das Hauptversorgungsamt erhalten können. Sie zahlen die hierfür festgesetzten mäßigen Durchschnittskosten und erhalten dazu auf Antrag eine Beihilfe. Das Reich bedient sich zur Durchführung der Kuren eigener, von Fachärzten geleiteter Anstalten: Versorgungskuranstalten. Außerdem hat es an mehreren Orten mit Anstalten Verträge abgeschlossen. In beiden Fällen ist sorgfältige sachgemäße Behandlung bei guter Unterkunft und Verpflegung sicher- gestellt. Zum Bereich des Hauptversorgungsamts Kassel gehören die Versorgungskuranstalten Bad Homburg und Bad-Nauheim, ferner für Heilstättenkuren die Versorgungskuranstalt Helsa und in beschränktem Umfange das Versorgungskranken. haus Hanau. Die Versorgungskuranftalt Bad Homburg ist eine Stiftung des Herrn Gustav Weigand daselbst. Früher Hotel ersten Ranges, in und nach dem Kriege stark verwohnt, ist sie jetzt durchgehend erneuert worden. Sie stellt nunmehr eine durchaus neuzeitliche Anstalt mit eigenen Kurmitteln dar. HHMDBHHHBBMBBKEKBnflBBOMMHHtanUKnflSttEMHNKnMMHHBI bei den seltsamen und verwegenen Diebstählen gefragt wurde, stellte er sich zunächst an, als ob er gar nicht verstände, wonach man ihn fragte. Dann tat er erstaunt, daß man ihn für etwas anderes hielt als für einen Kellner. An dieser Mauer fingierter Dummheit prallten die Fragen des Richters ab wie Hagelkörner an einer Bergwand. Und doch fand der vernehmende Richter, daß man mit den haarsträubenden Lügen des andern besser fertig wurde als mit dem Verhalten dieses Rothaarigen. Unter solchen Umständen wartete man mit Sehnsucht darauf, daß Asbjörn Krag sein Schweigen brechen würde, oder daß ein Zeichen von der internationalen Polizei käme. Man wußte, daß Krag in der Sache eine Spur verfolgte, von der keiner eine Ahnung hatte. Und man wußte auch, daß die Kriminalpolizei in London und Paris Untersuchunaen anstellte, um möglicherweise etwas über das frühere Leben der Verbrecher zu ermitteln. So war es verständlich, daß sowohl der Untersuchungsrichter wie der Poliaeichef ungeduldig waren und in Verzweiflung gerieten, als sie unter der Hand erfuhren, daß Asbjörn Krag sich augenblicklich für ägyptologische Studien interessierte. Er halte lange Konferenzen mit den Gelehrten der Unioer- fttät über vorägyptische Funde gehabt. Das erzählte einer der Professoren dem Polizeichef voll Bewunderung auf der Straße, allerdings zugleich nicht ohne Erstaunen über diese plötzlich aufgetauch- ten Interessen des Detektivs. Sobald der Polizeichef Krag wieder traf, interpellierte er ihn darüber. „Ich studiere diese Dinge zum reinen Zeitvertreib", sagte Krag. „Zeitvertreib!" fragte der Ches erstaunt. „Ich kann nicht gerade finden, daß Sie augenblicklich Anlaß haben, sich zu langweilen". „Das hab' ich auch nicht", erwiderte Krag. „Wollen Sie sich nicht auch etwas für unsere liebenswürdigen Freunde interessieren?" „Ich denke an nichts anderes", erwiderte der Detektiv. Der Polizeichef sah ihn erstaunt an. Krags Augen fielen ihm auf. Er hatte schon früher einige Male diesen Ausdruck darin beobachtet. Der Blick des Detektivs war zugleich tief, müde und suchend. Er zeigte, daß Krag nicht schlief. Die wichtigste Heilanzeige bilden die Krankheiten der Derdauungsorgane. Die Dersogungskuranstalt Bad-Nauheim ist neuerdings in zwei von der Stadt ennicteten Gebäuden sehr zeitgemäß untergebracht: sie benutzt für ihre Insassen — meist Herzkranke — die vorbildlichen Heilmittel der Kurverwaltung. Daß hier wie in Bad Homburg den Insassen die Kurkarte kostenlos augestellt wird, so daß ihnen alle dadurch bedingten Vorteile erwachsen, sei nur nebenbei bemerkt. Die als Heilstätte für Lungenkranke dienende Versorgungskuranstalt Helsa ist kurz vor dem Kriege als Milttärgenesungsheim in besonders schöner Lage errichtet worden: sie ist Eigentum der Gemeinde, vom Reich ermietet. Verträae zur Durchführung von Kuren bestehen tm Bereiche des Hauptversorgungsamts Kassel mit den 5jel(ftatten Oberkaufungen, Berka, Waldhof, Elgershausen, Sandbach i. £)., Ruppertshain i. T. In besonderen Fällen werden Kuren für Tuber- tulöfe im Deutschen Kriegerkurhaus in Davos bewilligt. Dom tHeubaii bes Metzener StudentenhauseL. Se. Magnifizenz der Rettor der Landesuniver- fität Professor Dr. Zwick, hatte mit großer Freude beim Festatt aus Anlaß des ilmberfi- täts°Festes am 1. Juli verkünden können, daß auf Antrag bes Oberbürgermeisters Keller die Stadtverordneten-Versammlung das für die Erbauung des Studentenhauses notwendige Gelände an dem Kreuzungspunkt der Lud- wigstraße mit dem Leihgesternerweg in einer Große von 3550 qm im Werte von 50 400 Mark unentgeltlich zur Verfügung gestellt hat. Außer- i)eni hat die Stadtverordneten-Versammlung in Aussicht gestellt, der Gießener Studentenhilfe die von ihr zu tragenden Straßenbaukosten bis zur Hälfte zu ermäßigen. Mit dieser dankenswerten ilebeteignung des erforderlichen Bauplatzes ist ein erfreulicher Fortschritt in der Ausführung der Erbauung eines Studentenhauses für bie Gießener Studentenschaft gemacht. Auch die Studentenschaft selbst seht sich tatkräftig für den Plan ein, wie her vor wenigen Tagen ar. dieser Stelle veröffentlichte Beschluß der Gießener Studentenschaft zeigt. Finanzielle Anterstühung wird von ihr dadurch in Aussicht gestellt, daß weiterhin beschlossen wurde, von dem kommenden Winter-Semester ab einen semestrigen Kopfbeitrag für da« Studenten- hqus zu erheben. Es ist zu wünschen, daß der Gedanke des Gießener Studentenhauses noch mehr als bisher tatkräftige Unterstützung findet und jeder, der irgendwie dazu in der Lage ist, einen Baustein zur Errichtung eines umfassenden neuzeitlichen Studentenhauses spendet. Es kennt wohl jeder die jetzigen Studentenheime Burggraben und „Schöne Aussicht". Daß die dort befindlichen Räumlichkeiten für die Belange der Studentenschaft durchaus unzureichend sind, davon wird sich jeder durch einen Besuch der beiden Heime überzeugen können. In der allerschlimmsten Rotzeit mußte man froh sein, in Ermangelung geeigneter Räumlichkeiten wenigstens diese für die Speisung zur Verfügung zu haben. Es stellte sich aber immer dringender das TSe- dürfnis nach einer anderen Heimstätte ein, die nicht eng in die Altstadt, wie das Studentenheim Burggraben, gepreßt ist. Es soll nun ein Studentenhaus erstehen, frei auf der Höhe gelegen, umgeben von Gartengelände, nicht weit von der Universität und den Äniversitäts-Klini- ken und auch in nächster Rähe der Schönen Aussicht, wo sich das Studentenwohnhaus und die gewerblichen Betriebe, Wäscherei und Gärtnerei, befinden. Regierungsbaumeister von der Le Yen, hat einen Plan für das Studentenhous ausgearbeitet, der in jeder Richtung befriedigt. Die Anordnung der Räume ist folgendermaßen gedacht : In der Mitte des Erdgeschosses befindet sich eine Halle, die als Aufenthaltsraum Und so kam der Chef auf den bestimmten Verdacht, daß Krag auf wunderbaren Wegen die Wahrheit zu finden suchte. Er verließ sich vollkommen auf ihn und wartete ab. Aber seine Spannung stieg. In dieser Sache handelte es sich nicht so sehr um Tage als um Stunden. Eine seltsame Unruhe war über die sonst so friedliche und alltägliche Knminal- abteilung gekommen. Ununterbrochen wartete man auf Telegramme und Mitteilungen. In der letzten Zeit hatte man ungefähr jeden Abend Meldung von irgendeinem Verbrechen erhalten, das begangen worden war. Dann jedoch trat mit der Verhaftung der drei Männer eine unbedingte und unheilschwangere Stille ein. Sie wirkte ungemein nieder- drückeno, weil man wußte, daß der Führer der Bande, jener merkwürdige Mensch, der sich Raspail nannte, noch auf freiem Fuß war. Wo war er? Welche Pläne verfolgte er? Wie konnte er Asbjörn Krag entgehen, der doch das verhältnismäßig kleine Christiania wie feine Tasche kannte? Das waren die Fragen, die man fick stellte, und als von Stunde zu Stunde statt einer Antwort das unheilverkündende Schweigen sich fortsetzte, stiegen die Verwunderung und Spannung bis zur Unruhe. Man hatte das Gefühl, machtlos zu fein gegenüber diesen rätselhaften Menschen. Man verstand, daß die Bande, die mit so bemerkenswerter Kühnheit vorgegangen war, einen großen 23erluft erlitten hatte, aber man hatte doch zugleich die Ueberzeugung, daß sie nicht ganz gesprengt war. Eben darum wirkte die Stille so drückend. Und eben darum kam es wie eine Art Befreiung, als endlich am Nachmittag des zweiten Tages bekannt wurde, daß die Bande wieder ein Lebenszeichen von sich gegeben hatte. Zum erstenmal war einer ihrer Anschläge mißglückt. Und dieser Fall erregte den — wenn auch nur schwachen — Verdacht des Polizeichefs, daß es der Polizei dennoch gelungen fei, in dem Italiener Ferro den Hauptmann zu verhaften. In einem der Iuwelierladen der belebtesten Straße war ein Diebstahl begangen worden. Aber der Täter war so plump vorgegangen, daß er auf der Stelle erwischt wurde. und Lesezimmer Dient. Daran schließen sich zur Rechten die Speiseräume, und zwar drei an der Zahl mit 88 bzw. 72 und 40 Sitzplätzen. Zur Linken der Halle reiht sich ein Musikzimmer an, das mit dem angrenzenden Spielzimmer auch als Vortragsraum verwendet und mit einer kleinen Bühne ausgestattet werden kann. Die Räume sind sämtlich, mit Ausnahme des größten Speisesaals, nach Süden, mit dem Ausblick nach dem Garten gelegen. Sie sind so angeordnet, daß die beiden kleinen Speiseräume. Halle, Musik- und Spielzimmer zu größeren Veranstaltungen geselliger Art, aber auch Konferenzen, größeren Zusammenkünften usw. verwendet werden können. Schließlich soll das Erdgeschoß noch Geschäftsräume für die Studentenhilfe mit dem Arbeitsamt. Wohnungsamt, den Abteilungen für Einzelfürsorge und Krankenwesen, Darlehnskasse usw. und ein größeres Besprechungszimmer (auch für Sitzungen der Fachschaften und wissenschaftlichen Pereinigungen) aufnehmen. Im ersten Obergeschoß sind ArbeitS- räunte, wie Bibliothek (deren Grundstock die zur Zeit in der Universitäts-Bibliothek untergebrachte studentische Leihbücherei bilden soll) und Schveib- maschinenzimmer untergebracht, ferner die Geschäftszimmer für den Asta, das Amt für Leibesübungen und vielleicht für das Instttut für Körperkultur, sowie die Wvhnräume für die Schwestern, an die sich Zimmer für Studentinnen anschließen. Die in dem Fremdenflügel vorgesehenen möblierten Zimmer sollen möglichst nicht für das ganze Semester, sondern nur für kürzer« Zeit an von auswärts kommende Dozenten, Teilnehmer an Konferenzen, durchreisende Studenten usw. vermietet werden. Für das zweite Obergeschoß sind die Wohnräumr des Hausmeisters vorgesehen, sowie eine Anzahl Zimmer für Studenten und zwei größere Schlafräume für Teilnehmer an wissenschaftlichen Exkursionen. Das Kellergeschoß enthält vor allem die Küchenräume und die Heizungsanlage, sowie Räumlichkeiten, die als Werkstätten, Packraum und evtl, für die Druckerei und Wäscherei Verwendung finden, in denen aber auch ein Bade- raum und Turnsaal untergebracht werden können. Ein größerer Garten, der mit Turngeräten und etwa auch einem Tennisplatz Gelegenheit zu Sport bieten kann, soll sich an das Studentenhaus anschli^ßen. Der Gedanke des Studentenhauses ist nicht erst jetzt aufgetaucht, sondern er wurde schon vor dem Kriege verwiÄicht an den Hochschulen Kiel und Königsberg. Mehrere Hochschulen, z. B. Aachen, Bonn, Danzig, Dresden, Breslau u. a. haben in der Rachkriegszeit sich ein Studentenhaus gebaut, und bei einer ganzen Anzahl weiterer Hochschulen wird der Bau eines solchen geplant. Es handelt sich um eine große einheitliche Bewegung, bei welcher Gießen nicht zurückstehen darf. Es ist erfreulich, festzustellen, daß die Stadtvertretung der Stadt Gießen durch die Bewilligung des Baugeländes zum Ausdruck gebracht hat, nicht nur wie sehr sie fortdauernd den Ausbau der Landesuniversität zu fördern bemüht ist, sondern auch wie wichttg ein neuzeitliches, alle studentischen Einrichtungen umfassendes Studentenhaus für Stadt und 'Universität ist. Durch das vorbildliche Vorgehen des Oberbürgermeisters und der Stadtverordnetenversammlung ist ein wichtiger Schritt getan, um den Plan zu verwirklichen und zur Erfüllung des seit Jahren erwogenen Gedankens und Wunsches zu kommen: zu einem Studentenhaus, in dem sich die Studentenschaft der Landesuniversität Gießen in jeder Beziehung heimisch und Wohl fühlt. Möge das Vorgehen der Stadtverwaltung auch anders Stellen veranlassen, den Reubau eines Studentenhauses in Gießen tatträftig zu fördern! *• Personalien. Ernannt wurden zu überplanmäßigen Studienräten die Studienassessoren: Dr. Hans Fischer aus ReichelS- Er hatte sich als Abgesandter der Gräfin Esterhazy ausgegeben, die nach seiner Angabe im Grand- Hotel wohnen sollte. Mit einer Legitimation von ihr ging er in den Laden, um einige Schmucksachen in Augenschein zu nehmen. Da der Mann sehr sicher auftrat und im übrigen keinen schlechten Eindruck machte, hegte man keinen Argwohn ihm gegenüber. Aber während er einen Schmuck aus einer größeren Kollektion aussuchte, die man ihm vorgeleyt hatte, bemerkte einer der Geschäftsangestellten, wie er einen Diamantring in die Tasche steckte. Der Angestellte benachrichtigte in aller Heimlichkeit den Geschäftsinhaber, und es wurde zur Polizei geschickt. Ein Kriminalbeamter war schnell zur Stelle und war sich gleich klar darüber, daß ein einfacher Dieb- stahlsoersuch vorlag. Man fand ja den Diamant- ring in der Tasche des Mannes, und trotz feiner unwilligen und übertriebenen Protesten mürbe er nach der Polizeiwache geführt. Solch ein Fall hatte an sich nichts Interessantes, aber bei der Untersuchung der Personalien des Mannes fand man ihn im Besitz einiger Vifiiten- karten, die in der Kriminalabteilung Aufsehen erregten. Als der Ning gefunden wurde, hatte es ja keinen Zweck mehr, das Verbrechen zu leugnen. Der Mann machte auch keinen Versuch dazu. Stumm stand er vor dem vernehmenden Beamten und tat, als verstehe er keine Silbe. Er behauptete, Vinner zu heißen und aus dem Elsaß zu fein. Mehr war aus ihm nicht herauszubringen. Dagegen wurden die Kriminalschutzleute durch allerlei merkwürdige Manöver auf ihn aufmerksam. Er versuchte nämlich, ein kleines Paket hinter den Ofen zu schmuggeln. Einer der anwesenden Kriminalbeamten holte das Päckchen wieder hervor. Es enthielt etwa zwanzig Visitenkarten. Alle waren gestempelt: „Der Mann, der Christiania plündern will." Die Karten waren mit einer Handdruckmaschine gedruckt, und die einzelnen Buchstaben standen schief zueinander, sie waren offenbar von einer unkundigen Person zusammengesetzt. (Fortsetzung folgt.) Merbmnö beim (TSetterau), Dr. Otto Gens aus Gießeir, Hochweisel' (Kr. Friedberg), us Troßen-Buseck, Christoph Wilheln, Geck aus Dom anzubieten, der unter 26©0 RN liegt iben reche" 8" ersuch früher RM 109 131 129 120 früher RM Offener Wagen Aufsatz-Wagen Limousine Sportwagen Chassis Offene Pritsche Kastenwagen jetzt RM 2600 2750 2950 RM 1995 2500 in u fficnfl rW günstigste monatl.Raten RM 136 142 152 10 PS Hanomag-Klein-Lastwagen mit Pritsche und abklappbaren Seltenteilen Gießener Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter (Pfund) 1,70 bis 1,80 Mk., Matte 35 Pf., Käse (10 Stück) 0,60 bis 1,40 Mk., Wirsing 25 Pf., Weißkraut 25 Pf., gelbe Rüben 15 Pf., rote Rüben 15 Pf., Römischkohl 15 Pf., Bohnen 40 bis 50 Pf- Erbsen 25 bis 40 Pf., Mischgemüse 15 Pf., To» Wilhelm Größer aus „ ....... Hechler aus Elpenrod (Kr Alsfeld), Dr. Hugo Holzapfel aus Grebenhain, Artur Jacobi iu8 Üsihgestern, Otto Jung aus Großen-Buseck, Hermann Junker crus Ridda, Eduard K i r ° 2/10 PS Hanomag-Limousine (feste Form) 2/10 PS Hanomag-Kleinauto mit abnehmbarem Limousinen- 2/10 PS Hanomag-Kleinauto offen mit Klappverdeck Der Ausbau unserer Automobil-Abteilung geht seiner Vollendung entgegen. Die Verwendung modernster Transportanlagen, die Bearbeitung des Rohmaterials auf Maschinen mit höchster Leistung, die Montage auf mechanisch angetriebenen Bändern ermöglichte uns, bei gutem Verdienst unserer Arbeiter die spezifische Leistung erheblich zu steigern und eine Verringerung unserer Selbstkosten zu erzielen, die wir unseren Kunden zu Teil werden lassen. Wir sind dadurch in den Stand gesetzt, ein vollwertiges ftutomofeiS das auch in seiner Wirtschaftlichkeit, seinem geringen Brennstoffverbrauch von nur 4 Litern auf 100 km, mit einer Jahressteuer von 75 RM und geringem Reifen- verschieiß unerreicht dasteht, das in fast sämtlichen Konkurrenzen wegen seiner erstaunlichen Leistung preisgekrönt wurde, zum ersten Male zu einem Preise 10 PS Hanomag-Kleln-Lastwagen mit geschlossenem Kastenaufbau 2/10 PS Hanomag-Sportwagen Elfenbetnfarbige Lackierung bordeaux-rotes Leder Um jedoch Jedermann den Ankauf eines Autos zu ermöglichen, haben wir unser Ratenzahlungssystem derart ausgebaut, daß dieser Wagen in offener Ausführung zu wenig mehr als 100 RM monatlich zu erhalten ist, bei einer mäßigen Anzahlung von nur 450 RM. Wir verfolgen das Ziel, das wir uns gesetzt haben, den Gebrauch eines Autos in die weitesten Volksschichten zu tragen, mutig weiter; der Deutsche braucht nicht mehr nach billigen ausländischen Ws en auszuschauen, sondern findet den billigsten Wagen Preise lauten: LASTWAGEN EMl ■> i Pvcrr-hefte: M:X?1;J <• hi('i• 7 MißX:\ «/W- ■ Ji < t ttbewdhrt als deutsches Qualitätserzeugnis vor. Unsere neuen PERSONENWAGEN Turnen, Sport und Spiel. Fünfkampf der Gießener Studentenschaft. Am Mittwochnachmittag fand auf dem Akademischen Turn- und Spielplatz ein Fünfkampf der Studentenschaft statt, bestehend aus: Laufen, Speerwerfen, Kugelstoßen, Weitsprung und Hochsprung. Sieger wurden: 1. Peter Schiel, med. vet., Frankonia; 2. Ernst Guyot, jur., Chattia, 3. Rudolph Butz, phil., Arminia; 4. Heinrich Schmelz, math. phys., Ehattia; 5. Wilhelm Gou- beaud, rer. nat.. Arminia; 6. Heinrich Gerhardt, jur., Darmstadtia; 7. Hans A ck e r m a n n, phil., Frankonia; 8. Heinrich Bender, jur., Nas- sovia; 9. Heinrich Schupp, med., Frankonia, Otto Jochem, phil., Rassovia, Leo hoff m a n n , phil., Frankonia; 10. Karl Kuhn, phil., Adelphia; 11. Heinrich Kleemann, theol.,* Akad. Turnverein; 12. Ernst Habicht, ehern., Frankonia; 13. Albert Engel, phil., Frankonia, Wilh. Reiz, jur., Wingolsia; 14. Erich Bergseldt, theol., Wingolf; 15. Heinrich Vetter, theol., B. D. St.; 16. Nlk. G e i st, jur., Frankonia. Spieilplan ver Franksurter Theater. Opernhaus. Geschlossen bis 10. August. Donnerstag, 11. August, abends 7 Uhr: Die Zauberflöte. — Schauspielhaus. Sonntag, 10. Juli, von 8 bis 10 Uhr: Die Kassette. Montag, 11., 7’/2 bis 10: Hamlet in Krähwinkel. Dienstag, 12., 8 bis 10: Der Widerspenstigen Zähmung. Mittwoch, 13., 8 bis nach 10: Zum 1. Male: Der Patriot. Donnerstag, 14., 8 bis nach 10 älhr: Der Patriot. Freitag, 15., 8 biö 10 Llhr: Der Diktator. Samstag, 16., 8 bis nach 10: Der Patriot. Sonntag, 17., 8 bis nach 10: Der Patriot. Montag, 18., 8 bis 93/t: Der Gesandte Sr. Majestät. Rundfunk-Programm des Frcrukfurrer Denders. (21115 der »Radio-Umschau".) Sonntag, 10. 3ull. maten 40 bis 80 Pf., Zwiebeln 15 Pf., Rhabarber 15 bis 20 Ps„ Pilze 40 Pf., Kartoffeln 8 bis 9 Pf.. Kirschen 50 bis 60 Pf., Heidelbeeren 45 bis 50 Pf., Stachelbeeren 20 bis 40 Pf., Johannisbeeren 20 bis 30 Pf., Erdbeeren 1 Mk., Honig 45 bis 50 Pf., junge Hähne 1 bis 1,20 Mk., Suppenhühner 1 bis 1,20 Mk., Eier (Stück) 12 bis 13 Pf., Blumenkohl 0,10 bis IMk., Salat 5 bis 10 Pf., Salatgurken 40 bis 70 Pf., Oberkohlrabi 10 bis 15 Pf., Lauch 5 dis 10 Pf., Rettich 10 bis 15 Pf., Radieschen iO bis 15 Pf., Himbeeren (Pfund) 70 Pf., Tauben (Stück) 60 bis 70 Pf. , .»ja keinen wurde. cyr üJlann leuanen. JJ j - )u. Stumm J oet, ' ytanüen und ner zu TM 8 bis 8 Llhr. Morgenfeier, veranstaltet Wartburgverein Frankfurt a. M 11.30 bis 12: Die Elternstunde. 12 bis 13: Konzert der Kapelle Andersson. 16 bis 17: Die Stunde der Jugend. 17 bis 18: Konzert des Ersten Friedberger Doppel- quartetts. 18 bis 19: Stunde des Rhein-Mairu- schen Verbandes für Volksbildung: „Der Staats- gedanke": Freiherr vom Stein. Vortrag von Privatdozent Dr. Rheindorf. 19 bis 20: Johannes R. Becher: Aus eigenen Werken. 20.30*bis 22.30: Heiterer Abend. Darauf bis 0.30 Tanzprogramm Her aus Ridda, Dr. Johannes Kling aus Darmstadt, Dr. Karl Kraft aus Aidda. Heinrich Lauckhard aus Butzbach, Alexander Müller aus Herbstein, Heinrich Petri aus Lich, Dr. Hermann Rabes aus Gießen, August Rau aus Alten-Buseck, Robert Reineck aus Lodenrod, Dr. Oskar Schneider aus Buh- hach, Rudolph Deith auS Alsfeld. — Verseht Durde Regierungsrat Dr. Frohnhäuser beim Finanzamt II in Mainz als Vorsteher an baS Finanzamt Ridda. “ Allgemeiner Deutscher Frauen. Ier ein. Man berichtet uns: Im großen Hörfaal ies neuen Physiologischen Institutes hatten sich am Nontag nachmittag zahlreiche Mitglieder des Allge- >,einen Deutschen Frauenvereins eingefunden zu .jnem Bortrag des Phnsiologen an unserer Univer- jttät, Professor Dr. Bürker, über „Einige besonders wichtige Lebensvorgänge". In seiner Einlei- Ung betonte der Vortragende die Notwendigkeit, sich nit den Funktionen des Körpers vertraut zu liiachen. Der Körper, sowohl der pflanzliche als auch xr tierische, setzt sich zusammen aus einer Unzahl >on Zellen, die mikroskopisch klein sind. In diesem Zellstaat walten Kräfte, die man früher allgemein i(s die mystische Lebenskraft (vis vitalis) bezeich- lete; jedoch die strengen Untersuchungsmethoden der Physik und Chemie haben allmählich diese Kräfte mmer weiter erforscht, so daß sie heute nicht mehr ils etwas Uebernatürliches erscheinen. Mittels Ab- lildungen und Projektion von mikroskopischen Präparaten wurden die verschiedenen Zellformen gezeigt, die je nach ihrer Funktion auch äußerlich ver- chieden sind. Je höher organisiert ein Organismus st, um so differenzierter sind die Funktionen. Es Da(tet in der Natur das Prinzip der Arbeitsteilung, Die in einem Staat, so auch im Organismus. Die Berbhibungen zwischen den einzelnen Organen ltellt das Zentralnervensystem, etwa wie in einem relephonamt, her, so daß eine Zusammenarbeit sämtlicher Teile gewährleistet ist. In überaus anschaulicher Weise gab der Vortragende sodann, unterstützt von zahlreichen interessanten Versuchen und Lichtbildern, einen Einblick in die verschiedenen Gebiete der Physiologie. Er besprach die Aufnahme her festen, flüssigen und gasförmigen Nahrungs- stofse, die den Zweck haben, den Bestand des Körpers und seine Temperatur zu erhalten und außerdem noch die Energie für die Muskelmaschinen zwecks Arbeitsleistung zu liefern; die Verarbeitung dieser Nahrungsstoffe im Körper bei der Verdauung und im Stoffwechsel, und die wichtige Rolle, die das Blut beim Transport und der Verteilung der Nahrunasstoffe in die Gewebe spielt. Die Eindrücke der Außenwelt werden dem Körper durch die Sinnesorgane vermittelt, die die von außen empfangenen Reize auf dem Nervenwege ins Gehirn senden, wo sie uns zum Bewußtsein gelangen und den Körper zu zweckmähigen Reaktionen ver- mlassen. So wird vom Gehirn, dem Zentralnervensystem aus, alles dirigiert und ein Zusammenarbeiten aller Organe ermöglicht. Es wäre unmöglich, den Inhalt des zweieinhalbstündigen Vortrags in kurzen Umrissen hier wiederzugeben. Der lebhafte tzeifall am Schluß bewies, welches Interesse das H AN O M AG das erste deutsche Automobil unter 2000 RM Aus vcm Amtier!i iguugsblatt. ** Das Amtsoerkündigungsblatt Nr. 51 vom 8. Juli enthält: Falsche Rentenbankscheine. — Die Ferien des Kreisausschusses. — Die Einsendung von Unfallanzeigen. — Das Wehr der Neumühle' zu Grünberg. — Die Aufnahme der taubstummen Kinder in staatlichen Anstalten. — Die Ausnahme der blinden Kinder in staatlichen Anstalten. — Straßensperre. — Dienstnachrichten. Thema und seine fesselnde Ausführung bei den Zuhörerinnen gefunden hat. F.-B. ** Deutsch-Am erilanerbesuch in Gießen. Am nächsten Freitag treffen auf ihrer großen Rundreise durch Deutschland 89 Deutsch'Amerikaner, Mitglieder des Hessen- Darmstädter Volksfestvereins in Reuyork, in unserer Stadt ein. Die Gäste kommen in Gesell- schaftsautomobilen von Vad-Rauheim aus hier an und fahren direkt zum Gesellschaftsverein (Klub), wo das Mittagmahl in Gegenwart von Vertretern der Stadtverwaltung und derStadt- verocdneten-Dersammlung, der- Universität und der Gießener Studentenytlfe eingenommen wird. — Vei dieser Gelegenheit werden die Gäste vom Oberbürgermeister- willkommen geheißen, ferner soll ihnen ein Erinnerungszeichen an ihren Besuch in Gießen überreicht werden. Rach einer kurzen Rundfahrt durch die Stadt folgt anschließend ein Besuch der Einrichtungen der Gießener Studentenhilfe, für die unter den Gästen besonders reges Interesse besteht. Einer der Förderer unserer Dtudentenhilfe, der Deutsch-Amerikaner William Strauß, aus Friedberg stammend, wird als Leiter dieser Reisegesellschaft wiederum in unserer Stadt weilen. Rach dem Besuche der Studenteichilse werden dir Gäste die Weiterfahrt rrach Grünberg antret en. *♦ Der heutige Polizeibericht melbet: In der Nacht zum 26. Juni wurden aus dem Vogelhaus eines Gartens In der Marburger Straße drei schwarz und gelb gezeichnete Kanarienvögel und ein Buchfink entwendet. Vor Ankauf wird hiermit gewarnt. — In der Nacht zum 5. Juli, gegen 12 Uhr, wurde von einem Personenwagen in der Plockstratze ein kleiner brauner Lederkoffer, in dem sich ein Nachthemd, Oberhemd, Kragen, Taschentücher und dergleichen befanden, entwendet. — Ferner wurde einer Schülerin in der Schillerschule eine goldene Damenuhr entwendet, die das Kind ohne Wissen seiner Eltern getragen hat. ** Mansarde neinbruch in der Kepler st raße. Gestern abend gegen 8 Ähr wurde aus einer Mansarde zum Rachteil eines Dienstmädchens ein Einbruchsdiebstahl ausgeführt, und ein brauner Handkoffer mit Wäsche und 11 RM. Bargeld entwendet. Als Täterin kommt eine Frauensperson in Frage. Sachdienliche Mitteilungen nimmt die Kriminalpolizei Gießen entgegen. » Mit dem Fahrrad gestürzt ist gestern nachmittag gegen i/,ß Uhr in der Kaiserallee, Rühe der Georg-Philipp-Gail-Stratze, der 17 Jahre alte Heinrich Schäfer, im Großen Steinweg wohnhaft. An dem Fahrrad des jungen Mannes brach während der Fahrt die Gabel der Lenkstange, wodurch der Radler zu Fall kam. Der junge Mann, der eine leichte Gehirnerschütterung und einige Hautabschürfungen erlitt, erhielt von der Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz die erste Hilfe und wurde mit dem Rvten-Kreuz-Auto nach der chirurgischen Klinik überführt. eißt li?1 40 an ,|anim?n(ünf£ Son. DtzD ässJb y-eteW, eh,!«. £ un6^ “• ^Inchmer an wissen, enthält vor allem fotoie f Werkstätten, Packraum Iero und Wäscherei Tkt» 1,01 aber auch ein Dade- 'erbracht werden tonnen, ien.betimt Turngeräten 1 ^ennisplcch Gelegenheit toll sich an das Stubenteiw etudenlechauses i(t nicht vndrm er wurde schon vor h: an den Hochschulen Kiel ehrere Hochschulen, z. D. ig, Tresden, Dreslau na. legszeit sich ein Studetten- einer ganzen Anzahl vei« rd der 2au eines solchen sich um eine grohe einheit- welchrr Gießen nicht zu- ersteulich, sestzusleflen, daß der Stobt Gießen durch die igeländes zum Ausdruck ge> wie schr sie sortdauernd den Mwersiläi zu fördern be- ch wie wichtig ein neuzeit- n Ginnchtungen umfassendes 5tobt imb Universität ist Vorgehen öes Oöeröürger- ibtDerorbnetenr>erfammnmg t getan, um den Plan y Erfüllung des fest und Wunsches zu kommet: in dem sich die Stu* Muni!# Giehm nsch md) Vvhl stW. itaävervaltung auch anvea «n Äeubau eines ötuoenten* »ästig zu fördern' tn Ernannt wurden zu »i- smto. ( bischer aus ^cyets- Äirchliche Nachrichten. Svangelifche Gemeinden. Sonntag, den 10. Juli. 4. Sonntag n. Trinitatis. Gießen. Stadtkirche. 8: Pfarrvikar Hertel. Zugleich Christenl. für die Reukonfirmierten aus der Matthäusgem. 9‘/>: Pfr. Becker. 11: Kinder» kirche f. d. Markusgem. Pfr. Becker. Johanne«- lirche. 8: Pfarrer Bechtvlsheimer. Zugl. Christenlehre für die Reukonfirmierten aus der Lukasgeni. 9'/,: Pfarrer Ausfeld. Zugleich Militärgottesdienst. 11: Kinderkirche für die Ivhannesgemeinde. Pfarrer Ausseld. 8: Bibelbefprechung im Johannessaal. Pfarrer Ausfeld. - Lich. Koll. f. d. Evangelischen in Oesterreich. ,10: Stiftsdechant Lenz. Christenl. für die Jungen. ’:,/4l Kindergottesdienst. 2: Stift«- pfr. Schorlemmer. - Wieseck. 9'1,: Pfarrassistent Schultheis-Gießen. — Watzenborn-Haussn-Gar- benteich. Watzenborn-Steinberg: 1 (Christenlehre). Hausen: 9'/, (Christenl.), Garbenteich: 1. — Kirchberg. 10: Kirchberg. 11: Christenlehre f. d. mann- liche Jugend, nachm. l*/2: Lollar. 1'/,: Daubringen. KaLtzolische Gemeinden. Gießen. Samstag, 9. Juli. 4‘/3 und 7: Deichte. Sonntag 10. Juli. 5. Sonntag nach Pfingsten. 6‘A Beichte, 7 Meße, Kom. d. Jünglinge, 8 Kom., 9 Hochamt m. Pred., 11 Messe m. Pred., 2 Christenlehre und Andacht. — Grünberg. 97, Messe mit Predigt. — Hungen. 9l,2 Hochamt mit Predigt. — Lich. 77, Hochamt mit Predigt. SonntanSdrr ift d. Uerzte u.Avotbeken am 10.7.27 Dr. Klewttz. Dr. S. Stleiu. Pelikanauotbeke. .snbnnrzt: Dr. Haubach " L,D bgesondier der Grosin M- ad) einerAWbrimSrad inen Slhmuck a“5 ein0Crgje^ wur"' ;ur Stelle war ,„facher * rüber, daß einJ 2jamant- undtrob fine; SÄTS* ”"ri‘ ... eintereflante». lennf-V'ti* de» Äjiniger Diontag, 11. 3ulL 16.30 bis 17.45: Mozart-Opern. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.15 bis 18.45: Funkhochschule: Ma^ Weber und die foziologische Strömung in der Gegenwart. Vortrag von Privatdozent Dr. Heinemamr. 18.45 bis 19.15: Stund» der Handwerkskammer Hanau: Die Stellungnahme des Hrnrdwerks zu dem Entwurf des Arbeiterschuhgesetzes. Vortrag von Syndikus Ulrich. 19.15 bis 19.45: Spanische Ritterromane. Vortrag von Dr. Schütz. 20: Konzert des Tho- maner-Chors, Leipzig: Jvh. Seb. Dach. Anschließend: Rachtmusik und Barkarolen. . . . günstigste Jetzt monatl.Raten RM HANOMAG-HANNOVER-LINDEI I Generalvertretung - Oberhessische Auto- und Fahrradindustrie Otto Göbel. GieOen. Schfflenderger Weg 24, Tel. 102 II III Aufsatz S'SW-MMllW Wk -S eiLtoom Bahnhofs-Restaurant Gießen Sonntag, den 10. Juli 1927 MITTAGESSEN zu Mk. 2.20 Diplomatensuppe Schweinebraten m. Sahnentunke nach Dubarry Eisbecher weiße Dame zu Mk. 3.50 Diplomatensuppe Bodensee-Blaufelchen in brauner Butter Masthuhn nach ägyptischerArt Eisbecher weiße Dame ABENDESSEN zu Mk. 3.50 Schildkrötensuppe Schwedenplatte, Lucullus Kalbsmedaillon Cheron Omelette Surpris Vorausbestellung von Tischen erwünscht! 6461a KONZERT zum Besten d. Gießener Studentenhilfe e.V. am Dienstag, dem 12. Juli 1927,abends 8 Uhr IN D IE U NIE ID IEN AW 1LA\ unter gütiger Mitwirkung des Akademischen Gesangvereins und des Collegium musicum der Universität. Solisten: Irmgard Heermann (Alt),Paula Hegner (Klavier), J.F.Laun (Tenor).Erich Meyer, Frankfurt (Bariton), Ernst Wolff, Frankfurt (Begleitung). / Leitung: Dr. Stefan Temesvary. Geistliche und weltliche Musik des 17. und 18. laHtnderts 1. J. S. Bach (1685—1750): 3. Brandenburgisches Konzert in G-Dur für 9stimmiges Streichorchester und Continuo 1. Satz. 2. Händel (1685—1759): „Gare selve", Arie aus der Oper Atalanta. Händel: „Dignare o Domino", Arie aus dem Dettinger Te Deum. Carissimi (1605—1674): „Vittoria, Vittoria*. (Erich Meyer, Bariton.) 3. D. Scarlatti (1685-1757): „Consolati'. N. Plccini (1728-1800): „O notte". S. B. Pergolesi (1710—36): „Se tu m'ami*. (Irmgard Heermann, Alt.) 4. Mozart (1756—1791): .Ave verum" für Chor und Orchester. 5. Mozart: Sonate für Klavier in A-Dur. (Paula Hegner, Klavier.) 6. Mozart: Arie des Octavio aus Don Juan „Dalia sua pace*. Mozart: Konzertarie für Tenor „Per pietä, non rlcercate* (J. F. Laun, Tenor.) 7. Mozart: „Offertorium pro festo sancti Joannis Baptistae" für Chor und Orcnester. 646$ D Konzertflügel von Jul. Blüthner-Leipzig aus dem Pianolager R. Schönau, Selters weg 91. Eintrittskarten zu Mark 3 —, 2. — , 1— bei ChalUer, Studentenkarten bei Sekretär Ritter in der Universität. 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Schlager: Tom DI 1e in sein, neuest Wildwest-Schlager i. 6 Akten: Oer Einbruch im Gr* W Ein Film von schönen Frauen, verdächtigen Hotel gästen, schnellen Pferden — — und „Tom Mix“. 2. Schlager: Der Klub der Spieler Ein prachtvolles Gesellschaftsdrama in 6 Akten. Ort der Handlung: Monte Carlo. 6476c Gufd Astnria Heute Tanz-AM Mwffil üarlrt Bringe meine Lokalitäten sowie Gärten in empfehlende Erinnerung. NmWklMMlW Täglich frisch geerntet, versendet jedes Quantum gegen Nachn. per Ztr. 30Mk. NrcK.BiKtor M70nz Mz.-Momback, Gemüsekultureu. hie Ernst Mwü Heute abend 8.30 Uhr TANZ Sonntag, den 10. Juli Fröhkoiixert 6452c Alle die den Rhein besuchen, kehren ein im „Goldenen Anker“ Mainz-Kastel bei Max Stephan (früher Gewerkschaftshaus in Gießen) Mittagessen 1.— Mk. Gutes Bier__________Prima Weine Dach^giegel Wlloö-äiegei, BibetfMie zu billigem Preis. C. Rübfamen,Giehen Fernsprecher 1659. Statt Karten! Ihre Vermählung beehren sich anzuzeigen Ludwig Schäfer und Frau Margarete geb. 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Zuli 1927 05126 Frauenvereiu vom Roten Kreuz für Deutsche über See Da es mir vor meiner Abreise nicht mehr möglich ist, den zahlreichen Mitwirkenden und Spendern, die in so aufopfernder Weise sich in den Dienst unserer Sache gestellt haben, einzeln zu danken, möchte ich hier im Namen des Vereins meinen wärmsten Dank sagen Frau provinzialöirektor Graef ...... ...ITTt[,TtttTtrrT,„,,,r.......6440 D Restauration HevchcheimerMhlchen Empfehle meine bekanntenLokalitäten, besonders auch zum ®awt*reise nicht mehr möglich Artenden und Spendern, Leise sich in den Dienst üben, einzeln zu bunten, en des Vereins meinen Ddnf fogen bireffor tiroef w/ ration «MW lulituien, besonders uuchzum lknieft 'm Mäh) peisen sowie Getränte st bestens gesorgt! Eigene Keltere, U«gs'ck< chaß A«B eseck rtS.S-a«« , zesMsk»«^ ---S •<3* K,n-,r< t»"'- Samstag, 9. Zuli (927 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) Nr. (58 Drittes Blatt Wandern und Reifen • Bäder und Sommerfrischen im Wer im Sommer nach Italien reist. Lire zu haben ist. Ebensoviel muh man bei bescheidener Unterkunft in den Adriabädern rechnen, in Sorrent, Capri, Palermo: in den Großstädten etwa die Halste mehr. cb. Mieter und Vermieter im Badeort. Don Rechtsanwalt Dr. C h a r i g. Für jeden, der ein Dad besucht, ist die Frage der Hnterhmft und Verpflegung beinahe von gleicher Bedeutung wie die Frage der Heilwirkung des auserwählten Badeortes. Mir viele Llnanehmlichkeiten könnten vermieden werden, wenn jeder Badegast in rechtlich unzweideutiger und einwandfreier Weise die Beziehungen zu seinem Vermieter regeln würde. Da möblierte Zimmer der Zwangswirtschaft nicht mehr unterstehen. gelten grundsätzlich die Dorschristrn des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB.). Zunächst mache man sich einmal klar: W i e wird ein Zimmer gemietet? Am einfachsten natürlich dadurch, daß man selbst hingeht, sich die angebotenen Räume ansieht und dann die erforderlichen Erklärungen angibt. Oft kommt es aber vor. dah man von Hause aus einen guten Bekannten, der schon vorher ins Bad gereist ist, mit der Miete beauftragt. Dieser Freund hat dann eine regelmäßige Vollmacht, denn dazu genügt mündliche Erteilung. Was er mietet, muh ich nehmen. Findet er ein Zimmer schön, das mir nicht gefällt, so bin ich gebunden. Auf rechtliche Feinheiten aus diesem Rechtsgebiet näher tzinzugehen, erübrigt sich an dieser Stelle. Man mache sich also klar, dah solch ein Auftrag bisweilen unangenehme Folgen haben kann. Rur dann ist man nicht verantwortlich, wenn man keine Vollmacht erteilt hat, wenn z. D. der Onkel für den Reffen ein Zimmer mietet, weil er „bestimmt" glaubt, dieser käme in den nächsten Tagen. Hier kann der Vermieter sich an den Onkel und nur an diesen halten. Richt selten mietet man ein Zirnmrr brieflich auf Grund gedruckter Anpreisungen oder sonstiger Empfehlungen. Man hat das Zimmer nicht gesehen, seht aber voraus, dah es — wie es in der Zuschrift heiht — die „beste Aussicht" hat. Rachher stellt sich heraus, dah der Kar- wendel gerade auf der anderen Seite liegt und überhaupt nicht zu sehen ist. Hier kann man die erfolgte Willenserklärung an fechten, aber Der ist nicht schlecht beraten, wer statt Frühling, wo es Modesache ist, im Sommer nach Italien reist. Es kommt zuweilen vor, dah es auch im März und April wenig regnet, in der Regel ab-rr bereitet sich gerade in jener Hauptreisezeit die Ratur durch sintflutartige Wasser- stürze auf die Trockenzett vor, die Ende Mai beginnt und mit unbedingter Sicherheit bis in die letzten Augusttage anhält. 3n diesen dreizehn Wochen fällt kein Tropfen vom Himmel, südlich von Florenz, wo das subtropische Klima mit Macht einsetzt, arbeiten auch die Gewitter nur im Winter oder in den Llebergangszeiten. Tag für Tag geht die Sonne in derselben strahlenden Weise auf, Abend für Abend mit der nämlichen Verheißung unter. Dazwischen ist nichts als gold- den Landessitten anpaht, hat nichts zu befürchten I Das heiht also: Früh heraus: spätestens um 11 Uhr, wenn überhaupt, die große Mahlzeit einnehmen, dann bis 5 tthr im verdunkelten Zimmer ruhen, oder die Zeit zwischen 10 und 2 tthr in den | Museen verbringen. Um 5 Uhr nachmittags beginnt dann die unsagbare Herrlichkeit der schwal- vendurchschwirrten Bläue, des Korsobummels bei einer Auswahl von 25 Gefrorenen, des Auf-der- Straße-Sihens bis in die dunkelnde Rächt. Die Malariagefahr beginnt Ende Juni und besteht überall in Italien, ausgenommen die Höhenlagen, den Meeresstrand und die Städte. Dor Sonnenuntergang, das ist eine eiserne Regel, muh man in die Stadt zurückkehren. Abendfahrten ins Land hinein sind also nicht zu empfehlen, es sei beim, man habe Chinin bei sich. Zwei Tabletten — das staatliche Chinin erhält man in den besseren Tabakländern — wirken vorbeugend. Dah nicht alle Stechmücken, Schnaken, Gelsen, oder wie sie immer heißen, die Malaria übertragen, sondern nur die große Art der Anopheles, dürfte bekannt sein. Die „echte" Zanzara ist zum Glück kein Freund des Strandlebens, so dah man selbst an der Maremmaküste baden kann. Seebäder gibt es an beiden Küsten ohne Zahl, schönen Sandstrand findet man dagegen nicht überall. Der Lido von Venedig ist immer überfüllt, Viareggio ziemlich teuer, Rimini, Riccione, Cattolica sucht der Mtt- lelstand auf. Wem es in der Hauptsache um das Wasser zu tun ist, der kann auch an der klippenreichen Riviera, im Golf von Reapel, auf Capri auf seine Rechnung kommen, und besonders dann, wenn er ein Robinsondasein sucht. Am lästigsten fallen die sonst ungefährlichen Stechmücken in Venedig, unangenehm sind sie an allen Orten. Man lasse sich daher im Hotel sogleich eine Zanzariera, ein Moskitonetz über das Bett spannen, dann leidet man weit weniger als selbst zu Hause. Am besten, man schläft nachmittags. Run kommt aber das dicke Ende: Italienfahrten sind eine recht teure Sache geworden. Es empfiehlt sich daher nicht, viel herumzureisen, jeden Tag wo anders zu schlafen, sondern wo immer । möglich, die volle Pension zu nehmen, die in Ab- I bazia beispielsweise in besten Hotels schon für 50 blaue Ruhe. Wer also den Regenschirm nicht leiden kann, wer eine Schönwettergarantie für feine kargen Urlaubswochen haben will, der braucht nur den Weg übet die Alpen zu nehmen. Er wird dann noch so manche Annehmlichkeiten entdecken, die dem „Ostern in Rom"-Reisenden entgehen, zum Beispiel die langen Tage, die erfrischend kühlen Museen, die mäßigen Hotelpveise, die nichtüberfüllten Züge, die südlichen Wundernächte. Drei Rachteile dagegen tauscht er ein: die Stechmücken, die Malariagefahr und die Hitze. Um mit der Hitze zu beginnen, ist das nicht so schlimm, man muh sie nur zu nehmen wissen. Richt vertragen wird sie von den in Italien seit längerer Zeit ansässigen Rordländem, wobei Rorden schon am Gotthard beginnt. Wir fliehen daher im Juli und August nach heimatlicheren Gefilden, die uns gerade wegen ihrer Regerrfrische als das wahre Paradies erscheinen, uns fällt der ewigblaue Himmel auf die Rerven, nichts erscheint uns so sad, wie eine Reihe von schönen Tagen Umgekehrt fühlen sich regengewohnte Menschen in der „gesunden Wärme" auf einige Wochen pudelwohl. Sie müssen nur die Tollkühnheit vermeiden, etwa in der Augustglut über den Petersplatz gehen zu wollen: das wäre lebensgefährlich Wer sich aber Schweden im Sommer. Schweden als Sommerreiseland ist in Deutschland bekannt, aber viele unserer Landsleute pflegen allzulange zwischen den drei Großstädten Stockholm—Malmö—Göteborg herumzufahren und allzu gewissenhaft dort alle alten Museen und Bauten zu besichtigen, an denen Schweden reich ist, die jedoch nicht fein Schönstes bilden. Wie wenige von den vielen, die im Sommer nach Schweden gereist sind, mögen den Landschaftszauber Angermanlands kennen, durch dessen tan- nenbewachsene Wakdhügellandschaft Schwedens größter Fluh rauscht und von Wasserfall zu Wasserfall über Felsen und Klippen sprüht. Zugänglich für Touristen sind diese Distrikte in den Monaten Juli und August durch schnelle Fluhmotorboote und die Touristenstationen der schwedischen Touristenvereinigung. Abwechslung bringt in eine solche Tour eine Dampferfahrt über das Bottnische Meer nach Lulea, in Hellen Frühlingsnächten wie in heißen Sommertagen ein herrliches Rirwana in Horizontblau und Meergrün. Wer nicht so weit nördlich reisen will, der fahre mit dem Dampfer von Stockholm durch die endlose Seenkette nach Göteborg, oder in das Waldreich der Dalarna oder an die brandungsumspülte Schärenküste vor Stockholm, oder in Iämtlands grüne Berge. Ueberall kommt man leicht und angenehm vorwärts. Da in bezug auf Hygiene, Reinlichkeit und sanitäre Einrichtungen in Schweden hohe Anforderungen gestellt werden, kann man das schwedische Hotelwesen als musterhaft hinstellen. Als Pensionspreis dürste man mit durchschnittlich zur Zett 7 bis 9 Mk. rechnen. Hauptfahrpreise: Berlin—Stockholm zur Zeit rund 2. Klasse 82, 3. Klasse 55 Mk.: Berlin—Stockholm—Abisko (Lapland), eine Strecke von 2540 Kilometern, zur Zeit rund 2. Klasse 121,50, 3. Klasse 80,50 Mk.: Berlin- Stockholm—Rättvik (Dalarna) zur Zeit rund 2. Klasse 100,50, 3. Klasse 66,50 Mk. DaälMüuigen tütTUeceu.«B»a6e Zur Hausirinkkur: bei Nierenleiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker Badeschriften sowie Angabe billigster Bezugsquellen für das Mineralwasser durch die Kurverwaltung Kenner bevorzugen eftmSpriidd bild 57GS 5352V nordeTk Wenk-Ps Luftkurort Waldeck Luftkurort, Sommerfrische Geleflen nn der ßrö&fen Talsperre Europas u. SchloS-Waldeck )agdhaus„yubmus Hotelu-KurhausHöhle ' die perle der ) oberen Lahn. DRUCKSACHEN aller Art liefert die BrQhl’sche Druckerei Schönster Ausflugsort Auskunft erteilt der Verkehrsverein BESTE GESCHÄFTSREKLAME IST STETS EIN INSERAT IM GIESSENER ANZEIGER I Hotels, | Gsmmev- | frischen, | Pensionen r und A«S- ! slugsovLe | laden ihre Gäste I auS Oberhessen | und dem Lahnge» r btet ein burd) eine t Anzeige an dieser Stelle. Verpflegung aus eigener Landwirtschaft Pensionspreis Mk. 5. — Der Auto-Omnibus verkehrt ab .Rheingold“, Ludwigstraße 6, um 8.00,1.15 und 6 Uhr bis zum Fuße des Schiffenbergs, um 4 Uhr bis auf den Schiffenberg. 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Natürlich kann man von diesem Anfechtungsrecht nicht kleinlich und willkürlich Gebrauch machen. Ls muh sich schon um Eigenschaften des Zim- ners handeln, „die im Verkehr als wesentlich angesehen werden". So z. V. hat das Zimmer außerordentlich schlechte Betten. Andererseits ist wohl kein Grund zur Anfechtung, wenn die Entfernung zum Bade statt 3 Minuten etwa o Minuten ist. Es kommt stets auf den Einzelsall an. Wer brieflich mietet und nachher nicht kommt, macht sich grundsätzlich schadenersatzpflichtig. Was miete ich? Nicht nur das möblierte Zimmer, sondern auch alles, was damit zusam- irenhängt. Also: Mitbenutzung des Frühstückszimmers, des Gartens, der Lauben usw., kurz alles dessen, was zum gemeinsamen Gebrauch der Gäste bestimmt ist. Ferner gehört zu den Pflichten des Vermieters die Sauberhaltung des Zimmers und die Anstellung von genügend Personal zur Bedienung der Gäste. Es bleibt dem Vermieter unbenommen, für einzelne Dienstleistungen besondere Vergütungen zu fordern, z. B. für Schuhputzen, Bedienen usw. Die Höhe muh vorher vereinbart werden, Heber- raschende Nebengebühven, wie für Handtücher oder für Bettwäsche braucht der Mieter sich nicht ohne weiteres in Rechnung stellen zu lassen-Dagegen darf er sich nicht Wundern, wenn er für das Zimmermäixhen einen kleinen Betrag auf der Rechnung findet. Erscheint ihm die Summe zu hoch, ohne dah deren Höhe vereinbart ist, so kann nur ein angemessener Betrag gefordert werden. Wie hoch dieser ist. entscheidet im Streitfälle das Gericht. Zn diesem Zusammenhang sei auf den Hnterschied hingewiesen, der zwischen dem Mieten einer blohen llnterkunft und in dem Abschluh eines Beherbergungsund Depflegungsvertrages besteht. Damit wird rein rechtlich ein sog. gemischter Vertrag geschlossen, der zwei verschiedene Bestandteile enthält: Zimmer uni> Essen. Kann man nun das an sich tadellose Zimmer deswegen vorzeitig verlasse, weil das Essen sehr schlecht ist? Die Frage ist zu bejahen. Denn man muh vom rechtlichen Standpunkt aus in der Lage sein, auch wegen dieses Mangels Wandlung zu schaffen. Ein anderer Fall ist der: Der Gast unternimmt häufig Ausflüge, von denen er erst um 3 oder 4 Hhr zurückkehrt. Hier kann der Vermieter volle Bezahlung fordern, ohne daß der Mieter Nachlieferung verlangen darf; es sei denn, dah besondere Abmachungen bestehen. Wie lange miete ich? Darüber sagt das BGB. in § 565 folgendes: Ist der Mietzins nach Monaten bemessen, so ist die Kündigung mir für den Schluß eines Kalendermonats zulässig: sie hat spätestens am 15. des Monats zu erfolgen. Ist der Mietzins nach Wochen bemessen, so ist die Kündigung nur für den Schluß einer Kalenderwoche zulässig: sie hat spätestens am ersten Werktage der Woche zu erfolgen. Ist der Mietzins nach Tagen bemessen, so ist die Kündigung an jedem Tage für den folgenden Tag zulässig. Meist haben die Vermieter in den großen Badeorten besondere Vereinbarungen. Der Preis wird zwar der Höhe nach für den Tag berechnet, di« Kündigung aber nur zum Wochenende gestattet. Das muh ausdrücÜich mündlich oder schriftlich mit dem Gast vereinbart werden. Die Mietordnungen vieler Bäder enthalten ähnliche Bestimmungen. Hm sie auf den Einzelfall anwenden zu können, bedarf es gleichfalls der Abmachung, daß diese Mietordnung Dertraas- bestandteil sein soll. Das empfiehlt sich sehr. Denn meist bedeuten die Mietordnungen einen gerechten und zweckentsprechenden Ausgleich zwischen den Gelangen der Mieter und denen der Vermieter. Es ist auch angebracht, durch Anschläge in den Zimmern und anderswo darauf hinzuweisen, daß die Mietordnung des Bades Gegenstand der Vereinbarung mit dem Gast ist. Treffe ich Anstalten auszu^iehen, ohne voll bezahlt zu haben und während der Dauer des Mietvertrages, so wird der Vermieter sicher von seinem Vermieterpfandrecht Gebrauch machen. Dieses steht üjm an den eingebrachten Sachen des Mieters zu, also z. D. an den Schneeschuhen oder den seidenen Kleidern usw. Dagegen unterliegt der Pfändung nicht, was für den Mieter zur Erhaltung eines „angemessenen Haushalts" unentbehrlich ist. Man hüte sich auch, solche Sachen zu pfänden, die einem Dritten gehören, z. B. ein Buch, das ein Freund geliehen hat. Kann der Vermieter auch den Kinderwagen pfänden? Man wird im allgemeinen annehmen, daß der Mann, der mit seiner Frau und seinen Kindern ins Bad reist, für alle diese Personen den Mietvertrag abschließt und daher mit allen eingebrachten Sachen haftet. Schwieriger ist schon der Fall bei voller Verpflegung, wo der Mieter wohl einen bestimmten Betrag für das Zimmer zahlen will, im übrigen aber eine Zahlung verweigert. Hier wird man ein Pfandrecht versagen müssen: denn zur Bezahlung derartiger Schulden ist das Recht nicht gegeben. Wer aber glaubt, sich heimlich mit seinen Sachen entfernen zu können, der befindet sich hinsichtlich der Fernwirkung des Pfandrechts in einem^Zrrtum. Dieses bleibt bestehen, wenn Sachen c^sne Wissen des Vermieters fortgeschafft werden, oder wenn der Vermieter das Wegschaffen zwar dulden muß, aber dagegen Widerspruch erhebt. Wer es nicht für richtig hält, nur mit Worten zu widersprechen, dem gewährt das Gesetz auch das Recht auf gewaltsame Verhinderung. Mancher Mieter, der der Ansicht ist, mit gutem Grund eine Zahlung verweigern zu können, wird es begrüßen, dah er dem drohenden Vermieterpfandrecht durch Hinterlegung des strittigen Betrages aus dem Wege gehen kann. An sich können nur die Amtsgerichte hinterlegte Gelder mit rechtlicher Wirksamkeit aufbewahren. Es steht aber den Beteiligten frei, eine Hinterlegungsstelle unter sich zu vereinbaren, z. B. die Dadeverwaltung oder die Gemeindekasse. Damit spart man Mühen und Kosten. Wie die vorstehenden kurzen Ausführungen zeigen, kann der Aufenthalt im Badeort mehr Schwierigkeiten bereiten, als es den Anschein hat. Wo aber die nötige Rechtskenntnis herrscht, wird man auch derartigen Gefahren leicht aus dem Wege gehen. Wanderfahrten. Büches— Hardegg—herrnhag—Ronneburg- Büdingen. Mit dem Frühzuge fahren wir nach Büches (Sonntagskarte Büdingen), gehen in östlicher Richtung ein kurzes Stück am Bahnkörper entlang, überschreiten diesen, um nach Orleshausen zu kommen. Hinter dem Ort schlagen wir die Straße nach links ein und stoßen alsbald auf weiße Dreiecke, die uns in sanfter Steigung auf die bewaldete Hardeggkuppe führen. Hnterivegs eine Ruhebank mit prächtigem Blick auf Büdingen und seine reizvolle Hmgebung: in der Ferne die Höhen des Vogelsberges. Auf dem Gipfel des Berges zeigen uns mächtige Wälle und Gräben, sowie alted Gemäuer, daß a>ir die Reste einer ehemaligen Ritterburg vor uns haben. Am Fuße der Hardegg in südlicher Richtung treffen wir das rot-weiße Band, dem wir bis zu dem, vom Grafen Zinzendorf begründeten Herrnhaag, dem Sitz der ehemaligen Herrnhuter Gemeinde, folgen. Wir verlassen hier das Zeichen und wandern über Diebach am Haag nach der weithin sichtbaren, noch gut erhaltenen Burgruine Ronneburg. Unter Führung des Burgwarts besichtigen wir die trutzige Feste und genießen von der Plattform des mächtigen Bergfrieds eine umfassende, herrliche Rundsicht. Teils durch schönen Hochwald, teils über Felder gehen wir alsdann gelben Kreuzen nach über Vonhausen zur Perle Oberhessens, unserem Endziele Büdingen. Dauer der Wanderung 5 Stunden. Llch—Arnsburg—Münzenberg—Steinfurth— Nauheim. Durch einen anmutigen Teil der Wetterau führt uns diese Wanderstrecke und ist durchweg mit einem blauen Ring bezeichnet. Wir beginnen unseren Marsch bei der Brauerei Jhring in Lich und gehen durch das liebliche Gottesackertal nach Kloster Arnsburg, wo wir die interessante Klosteranlage besich tigen. Auf Feldwegen, die allerdings bei feuchtem Wetter recht anhänglich find, geht es nunmehr über Trais-Münzenberg zur mächtigen Beherrscherin der Wetterau, Burg Münzenberg, dem „Wetterauer Tintenfaß", deren Anlage wir einer gebührenden Besichtigung unterziehen. Bei klarer Luft genießt man vom Turm einen großartigen Rundblick. Am Galgenberg vorbei, von dessen Höhe noch ein Galgen als Heberrest früherer Gerichtsbarkeit weithin sichtbar ist, geht es nunmehr über Felder und späterhin durch schön« Waldungen zunächst zu dem durch seine Rosenzucht weithin berühmten Ort Steinfurth an ausg^ehnten zahlreichen Rosenfeldern vorbei. Aus guter Landstraße erreichen wir alsbald nach insgesamt sünfsttindiger Wanderung unser Endziel Bad-Nauheim. Reisewinke. Was kostet der Aufenthalt im Sauerland — Siegerland. Heber die Preisverhältniss« in Sauerland, Siegerland, Wittgenstein und Waldeck unterrichtet ein mit vielen Bildern geschmückter Führer, den her Westfälische VerkHrsverband e. V. in Dortmund herausgegeben hat. Das rund 100 Seiten starke Heftchen zeigt, daß in dem landschaftlich sehr schönen Gebiet viele idyllisch zwischen Bergen, Wiesen, Tälern und Wäldern gelegene Orte sich trefflich zur Sommerfrische eignen. Das weitverzweigt« Eisenbahnnetz, ergänzt durch viele Kraftpostlinien, ermöglicht zu allen Orten aus allen Gegenden bequeme Anfahrt. Bekannt über Westdeutschland hinaus ist Winterberg, nicht nur ein hervorragendes Wintersportquartier, sondern auch eine schöne Sommerfrische. Zahlreiche Hotels bieten in diesem Ort schon für 5 Mk. volle Pension. 8 Mk. und auch 8.50 Mk. sind die höchsten Preise, di« verlangt werden. Das Bad Hnna-Königsborn besitzt verschieden« Gasthäuser, in denen man schon für 4 bis 5 Mk. ein Hnterkommen findet. Auch hier werden in den ersten Häusern nicht höhere Preise als 8 Mk. gefordert. In vielen anderen, kleinen Orten, deren Gasthäuser zwar nicht den Komfort haben, den man in den Hotels bekannter Kurorte findet, jedoch einen angenehmen Aufenthalt in einfachen, sauberen Häusern bieten, finden wir häufig Pensionspreise von 4.50 Mk., hin und wieder auch 4 Mk. und vereinzelt auch darunter. Allendorf, unweit der neuen großen, im Bau befindlichen Sorpetal- sperre, Berghausen, Büren. Dorlar. Eslohe, Haßlinghausen, Meiner-- hagen, Olsberg, Rüthen. Wenholthausen, um einige von diesen herauszugreifen. Nur vereinzelt nennt der Führer darüberliegende Preis«. Daß man in diesem schönen Fleckchen deutschen Landes sicher gut aufgehoben ist, beweisen seine Produkt«: Westfälischer Schinken und Westfälischer Pumpernickel sind weltberühmt. Bisumfreiheit im Verkehr mit Finnland. Der finnische Außenminister und der deutsche Gesandte in Helsingsors haben eine Konvention unterzeichnet, die den Visumzwang zwischen Finnland und Deutschland ab 1. Juni auf hebt. Die Bestimmungen über die Aufenthaltserlaubnis werden jedoch hiervon nicht berührt, Finnländer dürfen sich in Deutschland sechs Monate ohne Aufenthaltserlaubnis aufhalten: bei längerem Verweilen jedoch müssen sie die Erlaubnis der deutschen Polizeibehörden einholen. Für Deutschein Finnland gelten dieselben Bestimmungen, doch beträgt die Frist nur drei Monate. Auch die Bestimmungen zum Schutze des einheimischen Arbeitsmarktes bleiben bestehen. Jeder Finne, der in Deutschland eine Stellung annefjmen will, muß vor seiner Einreise die Erlaubnis der deutschen Behörden einholen. Das gleiche gilt für deutsche Arbeitsuchende in Finnland. Eine Sludienfahrt durch Schweden und Norwegen veranstaltet die Staatliche Stelle für Naturdenkmalpflege in Berlin in der Zeit vom 5. bis 21. August. Besucht werden: die Insel Oeland, die Wälder und Moore Süd- schwedens, Stockholm, Hpsala, die Wälder und Wiesengebiete am Mälar-See und das mittelschwedische Hochgebirge. Die Führung liegt vorzugsweise in den Händen schwedischer Botaniker. Allen, die an der Erforschung unserer heimischen Pflanzenwelt Anteil nehmen, dürften die während der Fahrt sich bietenden Beobachtungen reiche Anregung geben. Ferienheime für Handel und Industrie. Di« Ferienheim« für Handel und Industrie haben 1926 eine weitere Aufwärtsbewegung zu verzeichnen gehabt. Die Zahl der Heime hat sich um vier vermehrt, so daß die Gesellschaft jetzt 40 Heime mit 4900 Gastbetten in eigner Verwaltung hat. Die Heime sind planmäßig über ganz Deutschland auf Mittelund Hochgebirge und die See verteilt. Don wesentlicher Bedeutung ist, daß von diesen Heimen 9 in Badeorten liegen, so daß durch den Besuch der Heime auch billige Badekuren ermöglicht werden. Aus einer bei der Gesellschaft bestehenden Freistellen-Stiftung konnte 41 Personen vollkommen kostenloser Aufenthalt gewährt werden. Die Ferienheime verfolgen rein gemeinnützige Zwecke und nehmen nur solche Gäste auf, die selbst Mitglieder oder Angestellte von Mitglieder- firmen sind. Jur Förderung des Wohnungswesens in Hessen. Das Hessische Gesamtministerium veröffentlicht jetzt das vom Landtag angenommene Gesetz zur Uebernahme von Bürgschaften zur Förderung des Wohnungswesens. Die wichtigsten Bestimmungen daraus lauten: Die Gemeinden und Gemeindeverbände des Landes können zur Förderung der Neubautätigkeit und insbesondere des gemeinnützigen Kleinwohnungsbaues die Bürgschaft für nachstellige verbilligte Hypothekdarlehen, die nach Maßgabe der von der Regierung jeweils erlassenen Bestimmungen gewährt werden, übernehmen, sofern solche Darlehen noch zu 75 v. H. der gesamten Herstellungskosten einschließlich des Bodenwertes hinausgegeben werden. Die verbürgten Darlehen müssen unkündbare Tilgungshypotheken sein untz dürfen einschließlich der vorgehenden und gleichstehenden Hypotheken 90 v. H. der gesamten Herstellungskosten einschließlich des Bodenwertes nicht übersteigen. Die Regierung wird ermächtigt, die Hälfte des Verlustes zu übernehmen, den eine Gemeinde oder Gemeindeverband infolge einer nach vorstehender Vorschrift übernommenen Bürgschaft erleidet. Die näheren Bedingungen, unter denen der Staat eine Verpflichtung übernehmen kann, insbe- sondere auch di« Kündigungs- und Tilgungsbedingungen für die zu verbürgenden Darlehen, werden von den Ministern der Finanzen und des Innern sowie dem Minister für Arbeit und Wirtschaft fest- gesetzt. Zur Deckung der dem Staat aus diesem Gesetz erwachsenden Verpflichtungen ist ein Bürgschaftsstock zu bilden in der Weise, daß die eingegangenen Zins- und Tilgungsbeträge der seit 1924 aus dem Aufkommen der staatlichen Sondergebäudesteuer bewilligten staatlichen Baudarlehen diesem Stock solange zugeführt werden, bis er den Betrag von 400 000 Mark erreicht hat. Heber den Stock ist besondere Rechnung au stellen. Seine Zinsen fließen solange dem Stock selbst zu, als er den Betrag von 400 000 Mark nicht übersteigt. Heber die darüber hinaus erzielten Zinsen ist im Staatsvoranschlag zu verfügen. Die Arbeilsmarktlage im nördlichen Oberhessen. Die Besserung auf dem Arbeitsmarkte im nördlichen Oberhessen (umfassend Stadt und Kreis Gießen, sowie die Kreise Alsfeld, Lauterbach und Schotten) hat sich auch im verflossenen Monat weiter fortgesetzt. Sie ist auf erhöhten Bedarf an Arbeitskräften in der Landwirtschaft, in der Metallverarbeitung, im Maschinen- und Bergbau, sowie im Baugewerbe zurückzuführen. Notstandsarbeiten sind zur Zeit noch in Gießen, Alsfeld und Gedern im Gange. Im einzelnen ist ziffernmäßig zu berichten: Gießen-Stadt: 1. Juli: 231 Hauptunter- stühungsempfänger, 397 Zuschlagsempfänger: (1. Juni: 301 bzw. 533); Kreis Gießen: 1. Juli: 117 Hauptunter- stühungsempfänger, 147 Zuschlagsempfänger: (1. Juni: 188 bzw. 258); Kreis Alsfeld: 1. Juli: 25 Hauptunter- stühungsempfänger, 40 Zuschlagsempfänger, (1. Juni. 48 bzw. 98); Kreis Lauterbach: 1. Juli: 36 Haupt- unterstühungsempfänger, 72 Zuschlagsempfänger, (1. Juni: 58 bzw. 119); Kreis Schotten: 1. Juli: 42 Haupt Unterstützungsempfänger, 65 Zuschlcigsempfängsr, (1. Juni: 98 bzw. 189); Insgesamt: 1. Juli: 451 Hauptunterstützungsempfänger, 721 Zuschlagsempfänger, (1. Juni: 693 bzw. 1197). Oberhessen. LttttSkrcis Gicsten < + Lollar, 8. Juli. Um den verschiedenen Kka- gen der Anwohner unserer Hauvtstraße über heftige Staubentwicklung, besonders durch die Kraftwagen, abzuhelfen, ist man gegenwärtig daran, die Ortsdurchfahrt zu teeren. Obgleich dieses Verfahren hier bereits schon einmal im Vorjahre angewandt wurde, konnte man feststellen, daß diese Art Asphaltierung nicht den gewünschten Erfolg zeitigte. Die Durchgangsstraße Gießen bis zur Landesgrenze oberhalb Kirchberg ist bis auf unsere Ortsdurchfahrt in diesem Zähre mit Kleinpflaster versehen worden. Hoffentlich ist die Zeit nicht mehr fern, wo auch dis verkehrsreichste Straße innerhalb unseres Dorfes das so praktische und staubfreie Kleinpflaster erhält. *1* Grünberg, 8. Juli. Wie uns vom Landwirtschaftsamt Grünberg mitgeteilt wird, war die Witterung in der ersten'"Hälfte des Monats Juni dem Wachstum nicht besonders günstig. Es war wohl feucht genug, aber zu kühl. Die Futterrübenpflänzchen auf den Saatbeten zeigten ein sehr langsames Wachstum, so daß sich auch das Verpflanzen verzögerte und erst von der zweiten Zuniwoche ab in den meisten Gemeinden des Amtsbezirkes erfolgen konnte. Ebenso war das Wachstum der Wiesenpflanzen imö des Sommergetreides infolge der kühlen Witterung langsam. Erst das nach wenigen heißen Tagen in der Mitte des Monats einsetzende andauernd feuchte, aber warme Wetter begünstigte das Pflanzenwachstum. Die Heuernte wurde dadurch jedoch sehr gehemmt. Zm großen und ganzen dürfte in der letzten Woche im Amtsbezirk des Landwirtschaftsamtes Grünberg die Heuernte eingebracht fein. Die Sommersaaten sind durch das Einsetzen der günstigen Wachstumswitterung von der Mitte des Monats Zuni ab verhältnismäßig gut vorwärts gekommen, doch ist das Längenwachstum! nur mittelmäßig zu nennen, besonders sind die spät bestellten Saaten zurückgeblieben. Znfolge der feuchten Vormonate zeigt sich fast überall beim Sommergetreide und vielfach auch bei den Hackfrüchten eine starke Verunkrautung. Durch die vorherrschend kühle Witterung war das Auflaufen der Kartoffel sehr ungleichmäßig, doch dürfte zum großen Teil auch die mangelhafte Saatgutauswahl Schuld hieran fein. Recht zahlreich machen sich schon die verschiedensten Pflanzen k r a n kh ei t en bemerkbar. So wurden an parasitären Krankheiten festgestellt: Gelbrost an Weizen, der gegen Mitte des Monats auftrat, besonders auf den stark mit Stickstoff gedüngten! Feldern. Gegen Ende des Monats ist der Befall "wieder zurückgegangen. Seine Nachwirkung dürfte wohl gering, sein. Größere Schädigungen, wie sie im vorigen Zähre zu verzeichnen waren, sind nicht beobachtet worden. Schwarzrost, der wie alljährlich in verschwindend geringer Ausdehnung auftrat. Streifenlrankheit der Gerste, die bei großer Ausdehnung starke Ertragsminderung zur Folg« haben kann. Gersten- und Haferflugbrand in geringem Umfange. An tierischen Schädlingen wurden beobachtet: Blasenfuß an Roggen in fast sämtlichen Gemarkungen des Amtsbezirkes. Drahtwurm an Gerste, Hafer und Kartoffeln. Runkelfliege in fast allen Gemarkungen des Bezirks, besonders an den Rübenpflänzchen in den Saatbeeten. Erdflöhe, die besonders stark an den Kohlpflanzen in vielen Gemarkungen festgestellt werden konnten. K Dorf-Güll, 8. 3ult Bei sehr günstigem Wetter konnten wir am vergangenen Mittwoch in dem schönen Garten des Kirchenvorstehers Grieb unser M i s s i o n s f e st feiern. Wohl mehr als 1000 Teilnehmer von nah und fern hatte i sich nachmittags 2 Uhr versammelt, um vom Kampf und Sieg des Evangeliums in der Heidenwelt zu hören. Zn zwei eindringlichen Reden zu Offenbarung Zvh. Kap. 3, Vers 8 gab Missionsinspek- tor Henrichs von Barmen erschütternde und reizvolle Bilder von der schwierigen, aber verheißungsvollen und erfolgreichen Missionsarbeit. Den rechten Grundton hatte zuvor Pfarrer Glock von Mainz mit seiner geistvollen Predigt über 2. Korinther, Kap. 5, Vers 15 angeschlagen. „Er ist für alle gestorben", die Notwendigkeit und der Sieg des Missivnswerkes liegen in dieser Tatsache begründet und in ihrer Annahme auch unser Heil. Es waren Worte, die ins Znnerste trafen. Zuletzt gab Missionar Diehl von Haiger spannende und anschauliche Schilderungen seiner Arbeit unter den Hereros in Südwestafrika. Die beim Fest mitwirkenden Chöre, Posaunenchor und Gemischter Chor von hier, unter Leitung von Herrn Messerschmidt, trugen freudige Erhebung in alle Glieder der Gemeinde. Die erhobene Spende für das Werk der Rheinischen Mission betrug 666 Mk. Dah die halbstündig«, Kaffeepause nutzbringend angewandt ward, bedarf kaum der Erwähnung. Kreis Friedberg. = Friedberg, 8. Zuli. Die amtliche heimatkundliche Arbeitsgemeinschaft unseres Kreises, die im Auftrage des LandeSarntes für das Bildungswesen planmäßig an der Erforschung der Heimat arbeitet, um so die Grundlagen für das zu schaffende Heimatbuch des Kreises Friedberg zu gewinnen, hielt unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Blecher dieser Tage wieder eine sehr gut besuchte Tagung hier ab. Fast alle Schulen des Kreises waren durch ihre Vertrauensleute vertreten. Den Hauptpunkt der Tagesordnung bildete die Besprechung der vom Landesamt für das Bildungs- Wesen ins Land hinausgegebenen Fragebogen geschichtlichen Inhalts. Es wurden vor allem die Fragen, die auf die engen Beziehungen der Orts- und Flurnamen zur Heimatgeschichte Hinweisen, in ihrer gründ- ie meistgerauchte deutscl ZIGARETTE *** RSTO Ratsel'Ecke Kreuzworträtsel. SU IZJ Nösselsprung-Rebus. Silbenrätsel. i — Macht Sum ff’l'eise uon &Üfffy-3n haben »9- 1465U IBI30 IBQB63I3 *yg be im er Mal/- dieses Soppelpaketr'eicht laan MB Umgegend gewesen, die sich an dem farbenprächtigen Bilde der Schlitzerländer Tracht — wohl eine der schönsten in Mitteldeutschland — erfreuten. In diesem Jahr wird der Verlchrs- verein den Tanz zu einem Trachtenfest ausgestalten. Ein Zug der Schlitzerländer unter Mitwirkung des ländlichen Reitervereins und der Iugendtrachtengruppe des V. D. QI. — die in Goslar berechtigtes Aufsehen erregte — wird die verschiedenen Typen der Schlitzerländer Trachten zeigen. Anschließend finden Vorführungen des Reitervereins und großer Trachtentanz in der Turnhalle statt. Als Abschluß und Glanzpunkt der Veranstaltung wird die Beleuchtung der Schliher Burgen, die voriges Jahr gelegentlich des Sängerfestes allgemeinen Beifall fand, wiederholt. Da man mit starken Besuch rechnet, werden Sonderzüge für die Besucher in ber, Richtung Bad Salzschlirf- Fulda und Riederaüla—Hersfeld eingelegt. Rheinhessen. Oppenhei m, 8 Juli. Ein schreckliches Unglück ereignete sich gestern nachmittag am hiesigen Bahnhof. Ein achtjährigerLunge sprang auf einen mit Holz beladenen Lastwagen mit Anhänger. Er konnte sich jedoch nicht halten und stürzte während der Fahrt ab, so daß ihm das Rad des Anhängers über den Kops ging. Der Tod trat auf der Stelle ein. Den Wagenführer trifft kein Verschulden. Preußen. Kreis Wclrlar. -5- Wetzlar, 8.Juli. Ein bedauerlicher Unfall ereignete sich dieser Tage in einem Personenzug auf der Strecke nach Gießen. In einem Abteil 4. Klasse geriet eine Dame mit der rechten Hand in den Türrahmen; beim Zuschlägen der Tür wurde der Bedauernswerten der Zeigefinger vollständig abgequetscht. Kreis Marburg. 5>j5 1 OMÄ dB Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Liebe „Hausfrau"! Deine Zeilen an dieser Stelle habe ich am Donnerstag dankend erhalten, ich kann Dir aber leider nicht Helsen, da Du es vorgezogen hast, Dich in Dunkel zu hüllen. Warum eigentlich? Du hast doch wohl nichts zu befürchten, liebe „Hausfrau"? Ich bin doch wirklich so entgegenkommend und beseitige, sobald Meldung bei mir vorliegt, auftretende Druckverminderung oder sonstige Erscheinungen, die das Brennen und damit auch die Verwendung von unserem guten Gas beeinträchtigen könnten, sofort und unentgeltlich, weil ich bestrebt bin, meine Verbraucher in jeder Hinsicht zusriedenzustellen. Also wende Dich in Zukunft stets vertrauensvoll an mich und Du wirst dann auch wie andre Hausfrauen zufrieden mit mir sein. Du bist deshalb noch lange kein Nörgler, sondern tust nur Deine Pflicht, damit ich auf W dessen. rZGZ i -E-tzö $utterrüärftUd)t 9* ' ein schrlÄ^nauf ■ Si-SÄyl: i> Nichte aterV” Monats 'urch kM y Wn dürst» inA^ bäSs 1 gut vor, besonders finö U Snrf? f^rüktar[ beim mH auch bei den Hack- Verunkrautung. Durch le Witterung war dos Aus. le! sehr ungleichmahig, doch f™, QU^ die mangelhafte uw hieran sein. Recht zahl, > adie verschiedensten Pf Ion- ' bemerkbar. So tourten an ; rten festgestellt: Gelbrvst an Mitte des Monats austrat, stark mit Stickstoff gedüngten te des Monats ist ter 'Be. gangen. Seine Nachwirkung fein. G rohere Schädigungen, Jahre zu verzeichnen waren, :t worden. Echwarzrost, der verschwindend geringer Aus- Slreisemrankheit ter Gerste, dehnung starke Crtragsminde- >en kann. Gersten- und Hafer- gern Umfange. 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Beschlossen wurde die Bildung von kleineren Arbeitsgruppen, in denen jeweils die Orte zusammengefaßt find, deren Geschichte im wesentlichen aus den gleichen Quellen fließt. Zur Einführung in die praktische Seite der Heimatforschung sollen, nachdem nun die theoretischen Vorarbeiten und die Sammlung und Sichtung des in der Literatur zerstreuten Materials | schon gut vorangeschritten sind, Einführungskurse in die Archivwissenschast stattfinden. An diesen können sich jeweils etwa 10 Lehrer beteiligen. Das llrkundenlesen wird im Vordergründe der praktischen Arbeit stehen. Das hessische Staatsarchiv in Darmstadt unterstützt in dankenswerter Weise die Tätigkeit der heimatkundlichen Arbeitsgemeinschaften. Es ist zu jeder ortsgeschicht- üchen Auskunft bereit und vermittelt auch Re- zesten aus archivalischem Material, das außerhalb Hessens aufbewahrt und für die Geschichte mancher Orte des Kreises von Bedeutung ist. Zur Kenntnis gegeben wurde ein vom Staatsarchiv aufgestelltes wertvolles Verzeichnis, das für jeden einzelnen Ort unseres Kreises die hessischen und nichthessischen Archive angibt, die für die beireffende Ortsgeschichte in Frage kommen. $ Ock stadt, 8. Juli. In unserer Gemarkung sowohl als auch in dem bekannten Kirfchenott Rosbach v. d. H. werden gegenwärtig die Spätkirschen geerntet, die in ihrem Ertrag wesentlich hinter den Frühkirfchen zurückstehen. Es handelt sich hauptsächlich um die schwarze Falterkirsche, der in den nächsten Tagen die noch spätere „Edelfinger" folgen wird. Beides sind vorzügliche Einmachtirschen und sind daher besonders begehrt. Die starke Nachfrage kann in diesem Jahre aber nicht völlig befriedigt werden. Die Preise sind schwankend. Die Händler, die täglich in den Kirschenkulturen weilen, zahlen durchschnittlich 40 Pfennig pro Pfund. Auf den Märkten in Friedberg und Bad-Nauheim erlösen hiesige Erzeuger 50 bis 70 Pfennig. Kreis Büdingen. | sch. Marburg, 8.Juli. Auf der Lahn ken- «« orila m | h t n r o terte gestern abend an einer der tiefsten Stellen § »Irn^ebie£jitiefer qekqenen Sri- «n mit einem hiesigen Einwohner und dessen LAMM sES schäftslosigkeit im Heuhandel. Man ans Ufer zu retten. spricht von niedrigen Heupreisen, aber die Heu- 'niNgttN. maller vermögen nichts zu kaufen, weil fie keine ~ rn n ffn rt n 9JI 8 Juli Am Frei- «MMMStzS ÄÄS?ÄÄ%5L der Ansicht, daß nur eine Erhöhung des W. wurde m Haft genommen. Diehstandes. die sich hier gut ermöglichen WSR. Bad Homburg, 8. ^uli. Gestern läßt, einen erträglichen, vielleicht sogar besseren abend stürzte an der Ei senbah nunter,uhrang Ausgleich schaffen kann. — Mit dem gesteigerten zwischen Oberursel und Bommershenn ein Mo- Anbau der Gartenerdbeere bleibt die Ernte torradsahrer s 0 u n g l ü ck l i ch, daß er schwere der Walderdbeere gänzlich unbe- Kopfverletzungen erlitt und mit dem achtet. In den Inflationsjahren stark gesucht I Oberurseler Krankenauto abtransportiert werden und verwertet, nahm die Ruhung von Jahr zu mußte. Ursache des Unfalles ist der unbeschrew- Iahr ab und in diesem Jahre sieht man niemand, lich schlechte Zustand des Straßenstuckes, das 'er sich des beschwerlichen Pflückens unterzieht, vom Eisenbahnfislus zu unterhalten ist. Wahrend die übrige Strecke der Oberurseler Chaussee geteert ist und sich in tadellosem Zustande befindet, reiht sich auf der Strecke des Gifenbahnfiskus ein Loch an das andere mit einer Tiefe bis zu 20 Zentimeter und in voller Straßenbreite. -dOll. TT.U41 Kann, rvi/J darf, man KM Henkel. Henkel 20 1 02 121 22J25 hi szi 3 f ] rio feien Torfe a scheidend war das doch ga' zu Tag um 10 ' 2 bis 6 werte, Ine M Mie6 and, Kurs, 3 nur bcha tonnten 1 Ichränkte betccgungi denen Dai wann, un r e n, ang. einigte C hos zogen 3 Prozent Aus deutsche < Lage lau anleih aber teil Nfnunc lchen A knüpft p 6eW ren privaten Lage a Festigkeit hindernd der Halb Die Anfp sähe anst- nur gan- während steht. Di und der äußerst ! Aörsenb^ ist, Var o-N 8 3n dic „nlt 2leL prenE Lage von . eine fan- gut befA tiN3*' w »2 •in Derhan träge,eM Lerban flehen die auch lang bung d« die Meldu sristiger 2 flaltete fid [inet Eta 6rfolg-, 2 war die wird Laä nehmens stelle P Areditan einer gr B M y? 8»i°i y? 1«. «crie l s°/° desg," VON 191; tes Sä Mk. Serviette 60x60 cm schwere halbleinene Iacquardware, ^l|C9<.UU)ei: vollgebleicht 130x130 ern .... Mk. schwere reinleinene Ware, vollgebleicht ^i|a)iua)er 130x130 cm...............Mk. Mk. 0.80 55x70 cm, grau, Reinleinen Mk. Mk. 2.20 Mk. 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Mk. 1. — FR1TZNOWACK Mechanische WSschefabrik und Ausstattungshaus SAISON» AUSVERKAUI Nur noch wenige Tage! Trotz der großen Preissteigerungen für Leinen und Baumwolle herabgesetzte Preise in allen Abteilungen! Lr. 158 Viertes Blatt Gretzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Zamstag, 9. Juli (927 Wirtschaft. Wochenbericht von der Frcrnlrsurter Börse. 3n dieser Woche lagen an der Börse eine ganze Reihe anregender Momente vor. Die preußischen Industrie- und Handelskammern veröffentlichen einen günstigen Bericht über die Lage von Handel und Gewerbe im Juni, wonach eine langsame weitere DesIerung zu verzeichnen ist. Die Metallindustrie ist gut beschäftigt, die Reichsbahn nimmt üjr großes Arbeirsbeschaffungspvogramm wieder auf, das der deutschen Industrie Aufträge von insgesamt 120 Millionen Mark sichert, verschiedene ausländische Staaten stehen mit deutschen Firmen in Verhandlungen zur Erteilung größerer Aufträge, endlich berichtet auch der Stahlwerks- Verband über eine zufriedenstellende Lage. Reben diesen Rachrichten, die die weiter, wenn auch langsam steigende Konjunkturbelebung der deutschen Wirtschaft anzeigen, stehen die Meldungen von dem Abschluß günstiger, langfristiger Anleihen im Auslande. So gestaltete sich die Auflegung von 70 Mill. Mk. Berliner Stadtanleihe in London zu einem vollen Erfolg. Bereits 5 Minuten nach der Auflegung war die Anleihe dreifach überzeichnet. Dann wird Sachsen in England eine Staatsanleche aufnehmen und nun hat neuerdings die Beratungsstelle für Ausländsanleihen der Rentenbank- Kreditanstalt ihre Zustimmung zur Aufnahme einer größeren Anleihe gegeben. Doch alle diese günstigen Meldungen konnten keinen stärkeren Einfluß auf die Tendenz der Börse ausüben, in erster Linie, weil die zweite Hand immer noch vollständig fehlt, so daß alle Bemühungen der Spekulation, eine Aufwärtsbewegung der Kurse herbeizuführen, ohne größeren Erfolg blieben. Außer dem Fehlen des privaten Publikums ist es dann vor allem die Lage am Geldmarkt, die einer allgemeinen Festigkeit und Lebhaftigkeit der Börsentendenz hindernd im Wege steht. Es zeigte sich, daß der Halbjahrsultimo einer der schwersten war. Die Anspannung des Geldmarktes ließ die Geld- sähe ansteigen wie schon lange nicht mehr, und nur ganz langsam trat eine Erleichterung ein, während schon wieder der Medio vor der Türe steht. Die Spanne Zeit zwischen dem Zahltag und der nächsten Medioliquidation ist diesmal äußerst kurz. Da auch eine ganze Reihe von Börsenbc^suchern schon in die Ferien gegangen ist, war die älmsatztätigkeit in dieser Woche außerordentlich klein, und die Kursbesserungen nahmen daraufhin im allgemeinen nur ein bescheidenes AuSmah an. Relativ am lebhaftesten war das Geschäft auf dem Montanmarkt, doch gab es hier nur durchschnittliche Steigerungen von 1 bis höchstens 6 Prozent. Eine Ausnahme bildeten R h e i n st a h l, die von Tag zu Tag etwas anziehen konnten bis schließlich um 10 Prozent gegen den Kurs der Vorwoche. 2 bis 6 Prozent fester waren die Elektrowerte, ohne daß hier von lebhafteren Umsätzen die Rede sein konnte. Ziemlich vernachlässigt blieb auch die Farbenaktie bei toenig verändertem Kurs. Banken lagen vollkommen still und nur behauptet, nur Mitteldeutsche Creditbank konnten 10 Prozent anziehen. 3m übrigen beschränkte sich das Geschäft auf kleinere Sonderbewegungen, so einmal in Autowerten, von denen Daimler auf Großbankkäufe 7 Prozent gewann, und dann in Len Z e llst o f f p a p i e - r en, angeregt durch die feste Haltung für Vereinigte Glanzstoff in Bevlin. Zellstoff Waldhof zogen um 10 Prozent, Aschaffenbur nur um 3 Prozent an. Auf den Rentenmärkten hat sich für deutsche Anleihen und für ausländische Fonds die Lage kaum geändert. Rur in Schuhgebietsanleihen entwickelte sich eche etwas regere, aber rein spekulative Geschäftstätigkeit auf vage Hoffnungen, die an die Aufnahme eines deutschen Mitgliedes in die Mandatskommission geknüpft werden. Am Geldmarkt hat der Halbjahrsultimo, wie schon erwähnt, eine starke Anspannung gebracht, die erst allmählich etwas nachlieh. Am Devisenmarkt traten nur kleinere Schwankungen für die Devisen Mailand und Madrid ein. Wochenbericht vom Frankfurter Schlachtviehmarkt. Am Frankfurter Schlachtviehmaftt hat sich die Lage wenig geändert. Der Auftrieb war ungefähr der gleiche wie in der Vorwoche, das Geschäft war im allgemeinen ruhig, doch konnten die Bestände glatt ausverkauft werden. Der Gesamtauftrieb bestand aus 316 Ochsen, 98 Bullen, 678 Kühen, 341 Färsen, 1257 Kälbern, 286 Schafen und 5325 Schweinen. Verglichen mit der Vorwoche war der Auftrieb in Rindern und Kälbern nahezu unverändert, während 60 Schafe und 640 Schweine mehr zum Verkauf standen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht: Ochsen 65 bis 68, 59 bis 64, 55 bis 59, 50 bis 54. Bullen 59 bis 62, 54 bis 58. Kühe 53 bis 58, 45 bis 52, 38 bis 44, 30 bis 37. Färsen 64 bis 68, 58 bis 63, 50 bis 57. Kälber 74 bis 79, 68 bis 73, 60 bis 67. Schafe 50 bis 54, 40 bis 49. Schweine 59 bis 61, 60 bis 62, 59 bis 61. 3m Vergleich zu den Ro- tierungen der vergangenen Woche gaben Rinder durchschnittlich 1 Mark, Kälber 4 Mark und Schweine 1 bis 2 Mark im Preise nach. Schafe blieben dagegen behauptet. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. Am Frankfurter Produktenmarlt war in dieser Woche das Geschäft wieder ä u ß e r st eingeschränkt. Die Tendenz neigte allgemein zur Schwäche, da man infolge her eingetretenen Besserung der Witterung die Emteaussich- ten günstiger beurteilt. Trotz erhöhter Auslandsnotierungen war zu Beginn der Woche das Geschäft in inländischem Roggen und Weizen sehr gering. Erst später wurden in Weizen einige Rmsähe getätigt. Der M e h l m a r k t war fast geschäftslos. Roggenmehl, das bisher noch einigermaßen gefragt war, mußte von Tag zu Tag im Preise heruntergeseht werden, trotzdem das Angebot hierin nur verhältnismäßig klein ist. Stark angeboten war Kleie. Auch für prompte Lieferung muhten hier die Preise ermäßigt werden. Futter- und Rachmehle bleiben dagegen gesucht. Mais liegt still und etwas schwächer. 3m Vergleich zu den Rotierungen der vergangenen Woche blieben Weizen, in- und ausländischer Hafer und Weizenmehl unverändert. Dagegen muhten Roggen 75 Pf., Mais 25 Pf., Roggenmehl 50 Pf., Weizenkleie 25 Pf. und Roggenkleie 75 Pf. nachgeben. Es notierten: Weizen 31.25 nom., Roggen 27.50 bis 28 nom.» Hafer inl. 26, Hafer ausl. 23.50 bis 26, Mais 18.75 bis 19, Roggenmehl 38.25 bis 38.50, Weizenmehl 40.75 bis 41.25, Weizenkleie 12.75 bis 13, Roggenkleie 14.50 bis 14.75. * Abschluß der Amerikaanleibe der Rentenbankkreditanstalt. Dem Äerneh- men nach sollen die Verhandlungen über die 30-Mil- lionen-Dollar-Anleihe oer Deutschen Rentenbankkreditanstalt unmittelbar vor dem Abschluß stehen. Der Zinsfuß dürfte 6 Prozent betragen. Die allgemeinen Bedingungen sollen etwas günstiger sein als bei der letzten im September 1925 abgeschlossenen Anleihe. * 25 3 ahre RAG. Die Rationale Automobil-Gesellschaft in Berlin-Ob erschönewei de hat um die 3ahreswende auf das Jubiläum ihres 25- jährigen Bestehens zurückblicken können. Die RAG. gehört zu denjenigen Werken, die dem Kraftwagen von der Pike auf gedient haben. Der Entwicklungsgang der RAG. geht zurück bis auf das 3ahr 1902. Rach dem Kriege stellte sich die RAG. wiederum unter dem Druck der Verhältnisse um. Sie führte großzügig und der Zeit entsprechend eine durchgreifende Rationalisierung durch und stellte sich lediglich auf den Bau von einem Personenwagens p und zwei Lastwagenthpen ein, nachdem sie mit den Hansa-Lloyd und den Bren- nabor-Werken zusammen eine Detriebsgemein- schäft ins Leben gerufen hatte. * Von den Vereinigten Stahlwer - 1 e n. Wie wir zu den Nachrichten über Kreditverhandlungen der Vereinigten Stahlwerke weiter hören, betreffen die Verhandlungen neben der Umwandlung der Thyssenbonds auch die Ablösung der bei der Gründung der Vereinigten Stahlwerke an die Gründerwerke ausgegebenen Genußscheine durch am amerikanischen Markt aufzulegende De- benturcs. * Maschinenfabrik Moenus A.-G. in Frankfurt a. M. Die Generalversammlung, in der elf Aktionäre 3,47 vom insgesamt 4,5 Millionen Mark Stammaktien vertraten, genehmigte den bekannten dividendenlosen Abschluß. Durch die Belebung in der Leder- und Schuhindustrie sei die Geschäftslage weiter günstig. ** Einigung in der Zigaretten- Industrie. Die Verhandlungen zwischen der Zigarettenindustrie und dem Tabak-Groh- und Kleinhandel haben, wie der Schuhverband des Zigarettengewerbes in Dresden mitteilt, nunmehr zu einer restlosen Verständigung in der Frage der Preise und Konditionen geführt. Das Abkommen stützt sich auf die bekannte Verfügung des Reichs,inanzministeriums vom 18. Mai, auf deren Boden sich die Vertragschließenden stellen. Die Vereinbarungen enthalten ferner die Fixierung des Schutzes des Kleinverkaufs und der Wiederverkaufspreise. Dieser wird durch vertragliche Bindungen des Händlers sowie durch das System des Llmsatzrabattes, der vierteljährlich ausgeschüttet werden soll, erreicht. Auch die Frage der Bezugsberechtigung ist dadurch geregelt, daß an den bezugsberechtigten Handel Ausweiskarten ausgegeben werden. Es besteht ferner Einigkeit darüber, daß auch die nichtorganisierten 3ndustriefinnen, ohne daß ein Organisationszwang auf sie ausgeübt werden soll, sich den Vereinbarungen anschließen.sollen. Der diese Regelungen enthaltende Rahmenvertrag ist auf drei 3ahre geschlossen und von allen drei Teilen des Gewerbes unterschrieben. * Der Saaten st and in Preußen A n - fang Juli. Nach der Statistischen Korrespondenz ist die z. T. kalte und nasse Juniwitterung für die Entwicklung der Feldfrüchte nicht ungünstig gewesen. Bei keiner Fruchtart hat sich der Stand gegen den Vormonat verschlechtert. In den meisten Fällen ist er sogar merklich besser geworden. Arar Hurter k. oirvbörse. Frankfurt a. M., 8. 3uli. Bei kleinen Umsätzen war die Abendbörse etwas fester. Die heute mittag favorisierten Werts Rheinstahl, Mannesmann und Siemens & Halske gewannen gegen die Rachbörse je 1 Prozent. 3m Verlaufe konnten Zellstoff Waldhof auf die Berliner Hausse in Glanzstoffwerten und 3. G. Farben 1,5 Prvz. anziehen. Auch Scheideanstalt 2^5 Prozent fester. Alle anderen Werte blieben vernachlässigt. Renten weiter still. Gegen Schluß stellte sich etwas Rachftage nach Süddeutsche Zucker ein. Ablösung 18, Schutzgebiete 10.65, Commerzbank 179, Danatbcmk 239.50, Deutsche Dank 166.25, Dred- ner Bank 168, Buderus 122, Gelsenkirchen 177.50, Harpener 211.25, Aschersleben 180, Westeregeln 187.50, Mannesmann 196, Phönix 127, Rhein. Braunkohlen 274.50, Rheinstahl 214.75, Stahlverein 142, AEG. 184.75, Bergmann 190.50, Daimler 132, Scheideanstalt 213, Licht u. Kraft 201, 3. G. Farben 286, Felten 140, Goldschmidt 138, Holzmann 201, Lahmeyer 180, Metallgesellschaft 184, RSTI. 122.50, Rütgerswerke 107.50, Schuckert 191, Siemens & Halske 281.50, Voigt & Haeffner 132, Wahh & Freytag 169.50, Zellstoff Aschaffenburg 206, Waldhof 317.25, Hapag 141.50, Lloyd 143, Südd. Zucker 144.50, Anatolier I 19.50, II 18.75. Frarrksnrter Getrr^.^rse. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Frankfurt a. M., 8. 3uli. Am Produktenmarkt war heute die Grundstimmung angeregt 1 und durch höhere Uebersee-Rotierungen etwas Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. fester. Trotzdem blieben aber die Preise gegen gestern vollkommen unverändert, da allgemein nach wie vor Zurückhaltung geübt wird. Die Forderungen für effektive ausländische Ware toaggonfrei Frankfurt a. M. für Weizen und Roggen sind etwa 25 Ps. je 100 Kilogramm höher als gestern. Geschäfte darin wurden in geringem Umfange getätigt, aber lediglich zur Deckung des notwendigen Bedarfes. Futtermittel weiter sehr still, mit Ausnahme von Futter- und Rachmehlen, die etwas gefragt blieben. Cs wurden notiert: Weizen, Wetterauer 31,25 nom., Roggen, inländ. 27,50 bis 23 nom., Hafer, inländ. 26, Hafer, ausländ. 23,50 bis 26, Mais (gelb) 18,75 bis 19 Weizenmehl, inländ., Spezial 0 40,75 bis 41,25, Roggcnmehl 28,25 bis 28.50, Weizcnkleie 12,75 bis 13, Roggenkleie 14,50 bis 14,75. Tendenz stetig. Berliner Produktenbörse. (In einem Teil der Auflage wiederholt.) Berlin, 8. 3uli. Die Besserung der amerikanischen Marktmeldungen und die damit erzeugte Erhöhung der ®if Offerten hatte am Lieferungsmarkte starke Deckungsfrage, besonders im laufenden Monat, zur Folge, so daß Juli- Weizen 3,50 Mark und Roggen 4,50 Mark fester eröffneten, während bei Weizen Herbstsichten etwas ruhiger waren und bei Roggen 0,75 bis 1,25 Mark profitierten. Am Effet ti'omarkt ist dagegen die Lage wenig verändert. Für Westenroggen wurden etwas höhere Preise als gestern erzielt. Die Tlmsätze blieben aber recht flau. Das 3nlandangebot für prompte und Herbst- lieferung blieb schwer unterzubringen. Der Mehlmarkt wies keine Belebung auf. Hafer in guten Qualitäten hatte wieder kleines Geschäft, geringere Sorten blieben unbeachtet. 3n Reuhafer kommt das Geschäft nur langsam in Gang. Gerste blieb ruhig. Dies gilt aud) für Reugerste, für die Forderungen und Angebot vorläufig sehr weit auseinandergehen. Roggen, märf. 255 bis 257, Sommergerste 240 bis 273 (still), Hafer, märf. 251 bis 258 (stetig, Mais, La Plata 184 bis 186 (ruhig), Weizenmehl 36 bis 38 (still), Roggenmehl 34 bis 36 (still), Weizenkleie 13,25 (matt), Roggenkleie 15,50 (matt), Viktoriaerbsen 44 bis 56, kleine Erbsen 28 bis 32, Futtererbsen 22 bis 23, Peluschken 21 bis 22,50, Ackerbohnen 22 bis 23, Wicken 22 bis 24,50, Lupinen, blau 14,75 bis 15,75, Lupinen, gelb 15,75 bis 17,75, Rapskuchen 15,40 bis 15,80, Leinkuchen 19,80 bis 20, Trockenschnitzel 12,50 bis 13,10, Kartoffelflocken 34 bis 34,20, Torstnelasss 19 bis 19,90._________________________________________ Sprechstunde» der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Ahr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. Gegründet 1876 Bahnhofstr.65B Gießen Fernruf 1367 Pianohaus Neumeyer-Pianos j Ohne Anzahlung - Kleinste Monatsraten ®ie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Deichsbankdiskont 6 Prozent, Lornbardzinsfuh 7 Prozent.____________ Frankfurt a-M- Frankfurt a M Frankfurt a.M. Berlin Berlin.« Juli- Geld Brief Berlin Franzöiische Noten...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Deutsch-Oesterr-, 5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . - Ungarische Noten....... DebAerrmarkt Derlnr Telegraphische 16.564 168.61 23,02 108,73 59.43 2,633 112,59 81,24 71,40 12,47 73,27 —Srantfur Auszah 16,625 169,29 23,12 109,17 59,67 2.653 113,05 81,56 71,70 12,53 73.57 a. M. un g. Schluß Kurs Schlußb Mittag dSrts Schluh- kurs Schluhk Abend» börse Schluß. Kurs Schluhk Mittag börse Schluß- Kurs sxniuBH ?lbend- börse Schluß» Kurs vchtugn Mittag börse Schluß- Kurs txrilUBR. Abend- Datum: 7. 7. 8. 7. 7. 7. 8. 7- Datum: 7. 7. 8.7. Datum: 7. 7. 8. 7. 7. 7. 8. 7. 7.7. 8.7. SP/o Dt. Reichsanleibe v. 1927 Dt. Anl. Ablös. Schuld mit Auslos.-Rechten ... Dcsal. ohne Auslos.-Rechten 7°/0 Franks. Hup.-Bk. Goldpf. unkündbar bis 1932 .... 4V-j0/o Rheinische Hyp -Dank äiqu -Goldpf...... A. E. G- abg. Vorkriegs-Ob- ligationen. rückzahlbar 1932 4% Schweiz. Bundesb.-Anl. 4°/o Oeftereichische Goldrte. . 4.20°/« Oesterreich. Silbcrrte. . 4ö/0 Oesterreich, cinheitl. Rtc 4% Ungarische Goldrte. - • . 4°/0 Ungarische Staatsr. 0.1910 4V3% desgl. von 1913 .... 4% Ungarische Kronenrte . . 4% Türk, ^.ollanleihe v. 1911 4% Türk. Bagdadbahn-Anl. i •" । i i i ii iiii iii i i 11 i ’Ei iB’siggSSaiS’I S Z g________| I «S I I ( 1(111(111 2'l|| r.l 8 S 3 TTS ■T 1 88 301.5 18 27,65 26,13 24.13 1,9 13,9 19.65 16.9 17,25 139.75 230 224 141 149.75 151.5 238.25 178,5 237.5 166.25 163 168 229 145.5 166 87,8 301,5 18 27,65 26 17,13 1,9 14.5 16.6 17,13 140,5 231,75 224 142,13 149,5 151 239,5 178,5 238 5 166,65 162.4 168,75 146,5 A. E G............7 Bergmann..........8 Elektr. Lieferungen . . . . 10 Licht und Kraft......10 Felten & Guilleaume .... 6 Ges- f. Elektr. Untern. . . 10 Hamb. Elektr. Werke ... 10 Rhein. Elektr........8 Sch les. Elektr........io Schuckert...........7 Siemens & Halske .... 16 TranSradio....... 8 Labmevcr L Co........9 BudernS..........0 Deutsche Erdöl.......6 Essener Steinkohle.....8 Gelsenkirchener . . f. '/, I- 4 Harpener...........8 Hvcsch Eisen.........5 Ilse Bergbau . .......8 Klöcknerwerke........5 Köln-Neucssen ... . LV- Mannesmann . . -f. V, I- 4 ManSielder...... ■ • • • 7 Oberschles. Eisenb. Bedarf 0 Oberschlcs. Kokswerke . . .0 Phönir Bergbau. f- V» I 3 Rheinische Braunkohlen . io Rycinstohl ......0 Riebcck Montan.......6 Vereinigte Stahlw. f. V, I 3 Olavi Minen......1 sh Kali Aschersleben.....10 KaliWestcrcgcln. - . ■ . . 10 Kaliwerk Salzdetfurth . . 12 I. G. Farben Industrie. io Dünamit Rodel ......0 Scheidranslalt........8 Goldschmidt.........5 Rütgerswerke.......-0 Mctallgeselllchaft.....10 $ _ __ _ — g _j= AS___ i । “. i ??£ i E. i । i । । » sa i sse i i i i i i i i i i i i i 184,75 190,5 186.5 201 140 168 191 281,5 180 122 160 177,25 211,5 175,75 196 133,25 103 127 274.5 214,75 174 142 37,5 180 187,5 143 286 13 138 107.5 184 182 187.5 184 196 139,75 234 165 167 184 188,5 278 138.5 177 120,5 159,75 175 208.5 186,5 172.65 185,25 192,75 131 104,5 105,4 126,5 274. ft 213.25 160.5 141 37.5 179 184 283,5 137.5 108 184,25 190,25 187,75 201,25 139,75 243.5. 165,5 184 5 189,75 280,75 139 120,5 161,5 177 176,75 210,9 185.5 174 25 186,5 195 132.25 105 104,75 126,65 272 214 161 141,13 36,75 179 186 242,25 284,5 138,25 138 106,5 Philipp Holzmann . . . . 12 Heidelberger Gement . . 8 Gement Karlstadt......8 Wahß & Freitag......10 Schultheis Payenhofcr. . 15 Ostwerke..........12 93er. Glanzstoff......15 Bemberg..........8 Zellstoff Waldhof.....12 Zellstoff Aschaffenburg . . 10 Charlottenburger Wasser. 7 Dessauer Gas.......8 Daimler Motoren.....o Demag...........o Adlerwerke filetier.....0 Ludw. Loeire.......h Rat. Automobil......6 Orensteili & Koppel. . . . 4 Linke Hofmann......0 Leonhard Tietz.......6 Bamaa-Meguin......0 Franks. Maschinen .... 0 Gritzner ..........i Hcyligenstaedt ....... 0 Junghans ........ 6 Lechwerke...... 8 Mainkrastwerke......8 Miag............10 Nekarsulmer........8 Peters Union.......8 Gebr. Roeder.......10 Boigt & Haeffner.....6 Südd- Zucker.......0 Ban 3 i 1 8 1 1 1 1 S8 ! 13 i 1 ' 1 1 I 1 1 1 1 1 1 1 S 1 £? 1 i =; L 2 2-0 201 152,5 194,5 169,5 317.25 206 132 128 77 121 125 131 142.5 122.5 121 144,5 290,25 423 406 693 544 313 206,90 162,75 203.65 132.5 103.25 274 127,65 134,25 69.75 169 47 77,75 124 124.25 122 141,75 201,5 2 429.5 411 706 315,5 161.5 209 131,75 102,25 281,75 128 134 68.5 168,5 78 120.5 125,5 143 124,75 122 133,5 143.5 7. Juli. 8. Juli. Amtliche Geld Notierung Brief Amtliche Notierung Geld Brief Amst.-Rou- Buen.-AireS Brss.-Antw Chriftiania. Kopenhagen Stockholm - Helsingfors. Italien. . . London. . . Neuhork .. Paris.... Schweiz . . Spanien. . Japan . . - Rio de Jan- Wien in D-» Oest- abgest. Prag .... Belgrad - - Budapest. - Bulgarien. Lissabon - - Danzig - - - Konstantin. Athen. . . Kanada . Uruguay. - Cairo . . . 168,91 1,790 58.625 108,94 112,70 112,85 10,614 23,07 -0,467 1,2155 16,505 31,145 71,85 1,994 1.193 39,32 12,493 7,415 73,45 3.052 40,78 81,55 2,178 5,664 1.208 4.136 20.99 169,25 - 1,794 58,745 109,16 112,92 113,07 10,634 23,11 20,507 4,2235 16,545 51,305 71.91 1,998 1.495 59,41 12,513 7,429 73,59 3,058 20,82 81,71 2,182 5,676 4.216 4.144 21.03 168,911 1,790 58,66 108,93 112,69 112,84 10,61 22,03 -0,472 1,2155 16,51 01,14 71,53 1,993 .494 *2'49 7,413 <3,44 2,049 2O/J8 81.57 2,183 5,664 4,208 4.136 1 0.99 169,24 1,794 58,78 109,15 112,91 113,06 10,63 23,99 20,512 4,2235 16,55 ol,3O 71.67 1,997 0.496 59,45 12,51 7,427 73,58 3,055 21,02 81,73 2,187 5,676 4,216 4.144 21.03 4°/0 desgl. Serie II...... 4% Rumänen convert. Rte. 4'/,°/o Rumänen Goldanl. . von 1913 ....... . . Allg. Deutsche Eisenbahn .4'/.. Hamburg-Amerika Pater. . 6 Hamb.-Südam Dampfsch. .8 Hansa Dampfschiff.....6 Norddeutscher Llohd ■ - 6 Allg. Deutsche Creditanst.. 10 Barm.-r Bankverein ... 10 Berliner Handelsyesellsch. 12 Commerz- und Pnvat-Bk. 11 Darmst. u. Nationalbank. 12 Deutsche Bank.......10 Diskonts-Gesellschaft Ant. 10 Dresdner Bank......10 Mitteldeutsche Creditbank . 9 Metallbank..........8 Reichsbank. . . . • m Berlin. 8 Juli. Geld 1 «ries_____ Amerikanische Roten..... Belgische Noten........ Dänische Noten........ Englische Noten........ 4,198 58,73 112,43 20.44 4,218 58,97 112,93 20,53 Ein BESUCH unserer MÖBEL-AUSSTELLUNG g überzeugt Sie von unserer Leistungsfähigkeit t>455a X/eZs; Walltorstrahe 63 Fernruf Nr. 386 Schuhfabrik 'Butzbach 6441a der Hausener und Stein> roe. bacher Straße in Annerod liegt bei dem wurde eingetragen 6433C 05100 64278 dct statt RaMRädijer, Walltest* findet mit beschränkter t für Tiefpumpenbau Haftung in Gießen fol- Scbrii Briefun wurde Firma Betonmischer Stampfer eisenbieger elsenschneider Freie Arztwahl Keine Krankmeldung Behandlung als Privat Patient Hoher Ersatz der Operationskosten Bau- pumpen karren Hebezeuge blediwaren liefert aus Vorrat Curt Weissgerber Frankfurt a. M. 1. Die Qua/iiäismarke miiiiiiiiiiiiini!i/mxsa Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung A ießen, den 7. Juli 1927. Hessisches Amtsgericht. vier Wochen aus. Gießen, den 7. Juli 1927. Telegraphenbauamt. Am Mittwoch, dem 13. 3uli 1927, gleichzeitig Krämermorkt statt. Gießen, den 4. Juli 1927. Der Oberbürgermeister. I. V.: K l i n g s p o r. Bekanntmachung. Der nächstte viehmarkl in Gießen fin Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung B Hohes Sterbegeld Erweiterte Wochenhilfe Doppelt. Sterbegeld bei Tod durch Unfall Auch bei Unfalltod im 1. Jahre Sterbegeld fertige Damen- imd Derren-U-SMe MaMNridsvRE Gardine«, Netten Zigarrenfabrik für eine Wochenproduktion von 60 bis 100 Mille gesucht. Nur Fabrikation, keine Sortiererei. Gute Arbeitskräfte und Meisterwohnung muffen vorhanden sein. Schriftliche Angebote unter Nr. 05115 an den Gießener Anzeiger erbeten. Bullenverkauf. Mittwoch, den 13. d. M., vormittags 10 Uhr. verkauft die Gemeinde Belters- Hain einen gut genährten Simmentaler Buden. Angebote pro Zentner Lebendgewicht sind bis zum genannten Termin auf der Bürgermeisterei einzureichen. Hessische Bürgermeisterei Beltershain. ____ Hornm a nn. Dienstag, den 12.3uli 1927: Rindvieh- Nutzvieh-) Markt; Mittwoch, den 13. 3uli 1927: Schweine- und Schtachtviehmarkt. ^itu&nella 5 Pf.-Erfrischunffs-Stange 10 PI.- Nordpol-Eiskremwallel köstlich im Geschmack, liefert an Wiederverkäufer 6236V Ernst Muth, “Ä Ludwigstr. 42. Fernsprecher 721 Großes Lager aller Gaggenauer Herde VolksM Badenla offen nur .... 95.— RM. geschlossen nhr 98 — RM. Prima Referenzen! Bequeme Ratenzahlungen! 6012 a am 1. Juli 1927 bezüglich der Am 18. Mär; 1927: Die Firma Hermann Sauer & To. in Gießen. Gesellschafter sind: Hermann Sauer, Kaufmann, dessen Ehefrau Luise geb. Junk und Jenny Junk, sämtlich in Gießen. Die offene Handelsgesellschaft hat am 1. März 1927 begonnen. Hermann Sauer in Gießen ist mit Wirkung vom 5. März 1927 aus der offenen Handelsgesellschaft ausgeschieden. Demselben ist Prokura erteilt. Am 5.3uli 1927: a) Die Firma Baruch Lörvenberg in Reiskirchen. Inhaber ist der Viehhändler Baruch Löwenberg in Reiskirchen, b) Bei der Firma Hanns Kulartz in Gießen: Die Firma ist er- Angebote auf den Bullen sind pro Zentner Lebendgewicht bis zum angegebenen Zeitpunkt verschlossen mit der Aufschrift „Bullenverkauf" bei dem Unterzeichneten einzureichen. Kleeberg, den 7. Juli 1927. Der Bürgermeister: Höhn. JUNKER u RUH Der unübertroffene Qualitätsgasherd Zu beziehen durch Fachgeschäfte Junker & Ruh A. G., Karlsruhe i. B. Angebote in verschlossenem (für den Bullen Preis pro Flimm&Eckert General-Agentur Sperrholz n 'S in Eiche, Gaboon u. Kiefer 3-25 mm ® A & B Bretter und Dielen aller Stärken, 5 " e * schwedische und bayerische Hobel- »L -» breiter, Spalterlatten, Eichen- u. Z o o« Buchen-Schnittwaren liefern in c, y»a allen Stärken [238D ji |ä Engen Mr & Go.. Sieben S=S2 Televbou 149. 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Der Bürgermeister: Höhn. Zentner Lebendgewicht) stnd bis zum Mittwoch, 13.3uli, nachmittags 1 Ahr, bei der unterzeichneten Bürgermeisterei einzureichen. Genehmigung bleibt drei Tage vorbehalten. Holzheim, den 8. Juli 1927. Hessische Bürgermeisterei. Wetz. aendes eingetragen: Die Firma ist cr- lofdjen, ebenso die Vertretungsbefugnis des Liquidators Kaufmann Abraham Fröhlich tn Gießen. 6437C Gießen, den 7. Juli 1927. Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung B wurde am 1. Juli 1927 bei der Firma Darmstädter und Nationalbank, Kommanditgesellschaft auf Aktien, Zweigniederlassung Gießen, folgendes eingetragen: Generalkonsul Fritz Hincke ist als persönlich haftender Gesellschafter ausgeschieden. Entsprechend ist der Gesellschaftsvertrag in § 13 Absatz 1 geändert. 6435C Gießen, den 7. Juli 1927. Hessisches Amtsgericht. Bekanntmachung. Ja unser Handelsregister Abteilung B wurde am 1. Juli 1927 bei der Firma Buderus'sche Eisenwerke Wetzlar, Zweigniederlassung Lollar, folgendes eingetragen: Durch Beschluß der Generalversammlung vom 22. April 1927 ist § 18 Abs. 1 (Generalversammlung) des Statuts geändert, § 18 Abs. 3 (Stimmrecht der Vorzugsaktien) gestrichen. 6436C Gießen, den 7. Juli 1927. ___________Hessisches Amtsgericht.___________ Fafelvieh-Berkauf. Donnerskag, den 14.3uli, nachmittags 1 Uhr, werden auf dem Rathaus au Klesberg ein zur Zucht untauglicher schwerer Bulle im Submissionswege, desgleichen je ein Eber und Ziegenbock öffentlich ver- Geschäftsverlegung. Meiner werten Kundschaft und einer verehrten Einwohnerschaft von Gießen und Umgegend zur gefälligen Kenntnis, daß ich ab Dienstag, 12.Juli, meine verlegt habe. Ich bitte,kfmir das seitherige Vertrauen auch weiterhin zu bewahren. 05099 Heinrich Pfeiffer jr., Schuhmacher. 'foiid.MÄt verlangt die Hausfrau von den Geräten, mit denen sie täglich arbeiten soll. 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