Nr. 57 Erstes Matt 177. Jahrgang Mittwoch, 9. März 1927 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vniS und Verlag: Vrvhl'schc Univerfilät5-V»ch- und Stdnöruderei R. Lange in öietzen. Zchriftleitung und Sefchäftsstelle: Zchulftratze 7. Annahme von Anze gen für die Tagttnummer bis -um Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen o»^ 27 mm Breite örtlich 8, auiwarts 10 Neichspsennig, für Re» kiameanzeigen von 70 mm Brett, 35 Re'chspsenmg, Platzvorschritt 2UV mehr, llbrfreöakttur Dt Fnedr Wich Lange. Verantwortlich für Vobuk Dr Ar Wich Lange, für Feuilleton Dr H Tdyr>ol; für den übrigen Teri Ernst Dlumschein: für den An- zeigenlcil i.Vertr.H.Deöt, iämUich in Dietzen kricheini tügl«ch,aifzer Sonntags und Feiertags Beilagen. Tietzener Famllienbiätter Heimat im Bild Die Scholl« MOsals-kezUg, preis. 2 Beichsmarii und 20 Metchspfennig für Trüg erlöst n. auch Ui Richter» Beinen einzelner Nummer» folge höherer Gewalt. Fernfprechoafchlüff«: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Oietze». voßfch.cktonto: HranftoN am Main 11686. Italien ratifiziert das Beffarabien-Ab Kommen. Aun hat Genf feine Sensation erlebt: am Dienstag hat der italienische Vertreter S c i a • 1 o j a die offizielle örZiärung veröffentlicht, daß Italien den Bessarabien-Vertrag von 1922 ratifiziert. der damit seine volle RechtS gültig keil erlangt. Der Vertrag Hal eine lange und interessante Vorgeschichte. Gr sprach Rumänien al» Vezahlung für feine der Entente im Kriege gc- leisteten Dienst Dessarabten zu, er sollte aber nur gültig sein, wenn er von mindestens drei der Sieger st aalen garantiert sei. England und Frankreich haben ihre älnterschrift sosort gegeben. Japan und Italien haben gezögert Japan hat s.ch schließlich endgültig desinteressiert, um Italien Hal Rumänien eifrig geworben: aber Mussolini wollte leine Beziehungen zu Rußland nicht abbrechen und hat deshalb nod) vor einem halben Jahre, als der Friedens- und FreundschaftSvertrag zwischen den beiden Staaten zustande kam, sich die Ratifizierung deS Bessarabien-Vertrages ausdrücklich Vorbehalten. Rumänien hat damals wohl so ziemlich die letzte Hoffnung auf- aegeben. dah es ihm noch einmal gelingen würde, Die diplomatische Sicherung seines Länderraubes zu erwirken. Jetzt hat, nachdem eS innerlich wohl bereit» verzichtet halte, das große diplomatische Spiel, die Reuorientierung der Ostpolitik. ihm Die italienische Unterschrift wie einen Dlückstrefser in den Schoß geworfen. Denn tysü anf ebenso seien Abwehrapparate zu schäften, kurz alles Rotwendige für einen Angriff solcher Art vorzubereiten. Man müsse ferner Darauf sehen. Daß Frankreich nut möglichst vielen Ländern Bündnisse einginge. Damit, wenn eine Ration, Die sich verpflichtet habe, Die Gase nicht als Kriegsmittel zu gebrauchen und überraschenderweise eine von Frankreichs großen Städten angreife, eines der gewaltigen französischen Der- teidigungszentren bereits in der folgenden Rächt als Repressalie Flugzeugeabsenden könne, Die mit großkalibrigen Kanonen jenes LanD angriffen, um einen Teil feines Gebiets zu vernichten. dem sie oftiziell nicht angehören, wieder auf das Gebiet direkter Derhandlungen getragen werden I sollten. Danzig. Tie Zollfrage und das Tabakmonopol. Danzig. 8. März. (Wolff.) Rach einer Mitteilung der Danziger Delegation aus Genf dürfte das Finanzkomitee am Mittwoch dem Dölkerbundsrat die Verständigung über die bisherigen Streitfragen zwischen Danzig und Polen aus folgender Grundlage empfehlen Wenn in Zukunft Die polnischen Zollinspektoren B e - schwcrden hinsichtlich Der Danziger Zollverwaltung vorzubringen haben, sollen diese Beschwerden nach Dem im Artikel 202 des Warschauer Abkommens von 1921 »orgefeßcr.en Verfahren geregelt werden. Die Danziger Regierung verpflichtet sich zu eingehender Auskunfterteilung an Die polnischen Behörden in solchen Streitfällen und zur Rückerstattung zu wenig erhobener Zollgebühren. 3n Der Frage des Tabakmonopols wich vorgefchlagen, Daß das Gründen gskonsortium aus Danziger und polnischen Banken im gleichen Derhäftnis wie das der Bank von Danzig zusammengesetzt werden soll, d. h. 70 Prozent Anteil für Danzig und 30 Prozent für Polen. Uni eine weitgehende Internationalisierung der Monopolbetriebsgefellschaft zu ermöglichen, tritt davon Danzig 19 Prozent und Polen 8 Prozent ab, und zwar sollen Deutschland und England je 9 Prozent und verschiedene andere Staaten die restlichen 9 Prozent übernehmen. Diese Empfehlung des ZinanzkomiteeS wurde von der Danziger Dele-' gation angenommen. Polen wird heute dazu Stellung nehmen. hon des Leßarabienablmnmens nicht irgend« eine neue Stellungnahme der italienischen Politik gegenüber Nußland, sondern es handelt sich nur um einen Beschluß, dessen Ausführung bislang ausgeschoben wurde, um den weiter in Frage kommenden Mächten Zeit und Gelegenheit zu einem Meinungsaustausch zu geben. Der Hinweis, daß die Ratifizierung keinerlei Unfreundlichkeit gegen das befreundete Nußland bedeuten follc, zeigt, wie gro' ßen Wert Italien daraus legt, alles zu vermeiden, was etwa als eine antirussische Stellungnahme der italienischen Politik gebeulet werden könne. Befriedigung in England. London, 9. März. (WTB.-Funkspruch.) Der Genfer Korrespondent des Arbeiterblattes ..Dniln Herold" schreibt: Die Ratifizierung des bcßaro’oi- schon Vertrages durch Italien schreibt nzan der Bc- inühung Italiens zu, den (Einfluß in R u mä - nien wiederzuoewinnen, der in den letzten zwei Monaten in Frankreichs Hände gelangt war. In Gens werde Italiens Entschluß daraus zü- riickgcsührt, daß Briand der britischen Politik Frankreichs Unterstützung gegenüber China und Rußland anbielc unter der Voraus, sctzuno, daß die britische Regierung ihren Flirt mit Dem Faszismus aufgebe. Die Crklu rung Chamberlains vor der internationalen Presse ist nicht geeignet gewesen, den herrschenden Ver- dacht, daß irgendetwas im Gange ist, abpr schwächen, sondern ihn zu verstärken. — Der Genfer Berichterstatter der „Morning Post' sagt: Italiens Aktion ist der schwerste Schlag, der in Genf seit Er- richtung des Völkerbundes gegen d i e Bolsche misten geführt worden ist. — Der Genfer fiotre fponbent der ..Westminster Gazette' schreibt- Trotz der Erklärungen Chamberlains und «cialojas ist man in Gens der Meinung, daß Großbritannien in seinen Beziehungen mit Rußland eine starke Stütze erhalten Hal. Chamberlain vor der presse. Verteidigung seiner China- und Rußland- Politik. Genf, 8. März. (WTB.) Chamberlain empfing heute nachmittag eine Anzahl Pressevertreter verschiedener Nationalitäten und gab ihnen eine Dar- lcgung des britischen Standpunktes. England habe niemals versucht, seine Interessen durch die Schas- sung oder Nährung von Differenzen zwischen anderen Nationen zu fördern. Es sei keine Aenderuug der englischen Politik in Aussicht genommen, und feine neuen Verpflichtungen eingegangen, gegenüber der nationalen Bestrebung Chinas werde eine liberale englische Politik verfolgt. Es werde anerkannt, daß die bestehenden Verträge der Erneuc- rung bedürfen, sobald eine Gesamtregierung entstanden und das Ende des Bürgerkrieges gekommen fei. Es sei nicht vorgesehen, den Völker bundsrat gegenwärtig mit den Angelegenheiten jth'nos zu befassen. Bezüglich Rußlands unter nnch der Minister ziemlich scharf seine jüngsten Kammerausführungen. Er lege Wert auf Die Fest- fteUung, daß man den nunmehr angekündigten schritt in England I ä n g ft getan haben würde, wenn man nicht mit Rücksicht auf die labilen Verhältnisse Europas und zur Vermeidung neuer Spot, nungen solange als möglich gewartet hatte. Die Absicht zur Bildung einer Front von Mochten gegen Rußland lehne er für Per- gangenheit, Gegenwart und Zukunft ab. Rußlands Politik in China. Laucrwein über die Ursachen des russisch, chinesischen Bündnisses. Paris, 8. März. (WTB.) Der Außenpolitiker Des „QHatin“, Jules Sauerwein, hat eine Reife nach China angetreten, um an Ort unD Stelle über Die Ereignisse und deren Ursachen eine Untersuchung anzustellen. Er ist in Moskau angetommen und in seinem ersten Artikel stellt er hie Frage, warum Sowjetruß lan d in China eine Rolle spiele. Er beantwortet sie wie folgt: Die Chinesen haben sich während des Weltkrieges für die Alliierten erklärt. Allerdings haben sie sich nicht anders verhaften können und sie haben den Alliierten auch nur mittelmäßige Hilfe geleistet. Wer sie haben trotzdem an der Friedenskonferenz ieitge- nommen. Da sie praktisch keinen Ruhen dabei erzielt haben, hat die nationale Propaganda der Kuomintang-Partei einen wertvollen Ansporn für ihre Tätigkeit erhalten, dank der Enttäuschung der kultivierten Kreise. Seit Abschluß des Friedensvertrages ist zu der alten Klage der Chinesen, als niedriger stehendes Volk behandelt zu werden, noch die neue Klage hinzugekommen, düpiert und verraten worden zu fein. Alsdann haben die Sow,cts eingegriffen und auf die Ratschläge Don klugen Männern, die den Orient kennen, paben sie nach und nach auf alle russischen Privi- legiert in Asien verzichtet. So haben fie der kemalisnschen Partei in der Türkei, in Per- fien und Afghanistan mitgeteilt, daß das bol- schewistische Rußland Die besonderen von dem puristischen Rußland erworbenen Rechte für sich nid# in Anspruch nehme Diese Imtiative, die Don der chinesischen Jugend mit Freuden ausgenommen und von Eunyatsen selbst gefeiert toothen ist, hat dann zu dem von Karachan im 3aßre 1924 unterzeichneten Vertrag geführt. In Wahrheit zieht Rußland nicht allein daraus Nutzen, daß es gegenüber China keine Forderungen Die Abrüstung zur See. Amerika schlägt eine Dreimächte-Konferenz in Gens vor. Washington, 8. März. (WTB.) Die Vereinigten Staaten haben Groß- Britannien und Japan engültig vorge- schlagen. Daß über die Frage Der Einschränkung der Flottenrüstungen eine Dreimächte-Kon- ferena, und zwar frühestens am 1. Juni, in Gens statt finden soll. Zu dem Vorschlag wird ergänzend gemeldet: Wenn die Regierungen von London und Tokio, die bisher noch nicht geantwortet haben, den Vorschlag annehmen, werden Frankreich und Italien wahrscheinlich aufgefordert werden, Vertreter al» Beobachter zu der Konferenz zu entsenden. Man glaubt, daß die neue Einladung Der Vereinigten Staaten feine bestimmte Formel für die Festsetzung einer Höchsttonnage für Kreuzer, Torpedobootszerstörer und Hnterfeeboote enthält. Auf der Genfer Konferenz sollen die Möglichkeiten einer Verständigung über eine Höchsttonnage und die E i n- schränkungen geprüft werden. Die Regierung der Vereinigten Staaten erkennt an. Daß solche Einschränkungen von Den Drei Regierungen zu bestimmten Zeitpunkten im Zusammenhang mit Den Schiffbauprogrammen Der einzelnen außenstehenden Mächte einer Ueberprüsung unterzogen werden müßten. Die Absicht, Italien und Frankreich ciiuu- laden, entspricht dem Wunsch der amerikanischen Regierung, besonders zu betonen, daß sie eine Besprechung von fünf Mächten vorgezogen hätte, und Daß fie Die in den abschlägigen Antworten Frankreichs und Italiens angeführten Punkte nicht als überzeugende Gründe für hie Ablehnung her Teilnahme anfieht. Auf jeden Fall wird sich die amerikanische Regierung darum bemühen, haß die Kontinentalmächte über alles unterrichtet werden, was auf Der Konferenz vorgeht. Falls der Konferenzplan angenommen wird, wird der Schlüssel 5:5:3 auch in Erwägung gezogen werden. 3m Weißen Die deutsch-polnischen Fragen. Genf, 8. März. lVDZ.) Sowohl in dem Programm der Ratstagung wie in den politischen Besprechungen der führenden Staatsmänner nehmen die deutsch-polnischen Fragen in Genf Den ersten Platz ein. Diese Tatfache wird auch nicht verwischt dadurch, daß Chamberlain in einer Besprechung mit Pressevertretern den rumänisch-ungarischen Konflikt als den einzigen ernsten Punkt der Tagesordnung bezeichnet hat. Mit Der heutigen Ankunft des deutschen Gesandten in Warschau. Ulrich Rauscher, Dem hie Des Leiters der Abteilung für die Fragen her Wanderarbeiter im preußischen Ministerium des Innern. Ministerialrat R a t h e n a u, vorangegangen war. und mit der ersten Behandlung der oberschlesischen Schulfrage in der heutigen Ratssitzung ist der Auftakt für die Erörterung dieser Angelegenheiten gegeben. Seit gestern weiß man von Bemühungen, die deutschen und polnischen Vertreter an einen separaten Verhandlungstisch ;u bringen, und man darf vielleicht prophezeien, daß diese Bemühungen sicherlich von Erfolg gekröni sein werden. Ob es darüber hinaus zu einem sachlichen Ergebnis kommt, steht bei der bisher beobachteten Zn- transigenz Polens keineswegs fest. Abschließendes hart mit Rücksicht auf die Vielheit und Kompliziert- heik des Problems für Genf nicht erwartet werden, wo höchstens die Wiederaufnahme unterbrochener Verhandlungen vereinbart und vielleicht gewiße Richllinien abgesprochen werden könnten. In der Angelegenheit 'des Handels- oertrags und des Niederlassungsrechts, die beide nicht als politisch angesehen werden dürfen. wurde eine etwaige Verständigung bei einsichtsvollem Verhalten Polens allenfalls denkbar fein. Dagegen ist in der S ch u l f r a g e ein reiner Rechts- fall zu entscheiden, dessen Regelung dem Rat auch dann obliegt, wenn die übrigen deutsch-polnischen Angelegenheiten aus dem Genfer Interessenkreis, mehr erhebt, auch Deutschland befindet sich in I derselben Lag«. Man hat es in Versailles für nötig gehalten, Deutschland seine Privilegien in China, tote auch anderswo, tu nehmen. Man hat Deutsche land dadurch in Wirklichkeit «inen Dienst gelt i st« t. Unter diesem Regime des Freihandels a e- deiht der deutsche handel jeden lag mehr. Aber das ist eine ander« Frage. Was Rußland anbetrifft, so zieht es ungeheuren Rußen aus seiner asiatischen Politik. Dies seien nur die ersten unbestreitbaren Tatsachen, die dem Berichterstatter nach seinen ersten Besprechungen mit den bei der oo« wjetregiorung beglaubigten Diplomaten offenbar wurden. Die gestrige Ratssitzung. Dens. 8. März. (dBoIff.) Die Dienstagvor- mittagssthung des Völkerbundsrates begann gegeil 10'/, Uhr und schloß wenige Minuten nach 11 Uhr. wobei sieben Punkte erledigt wurden. Einiges Interesse bot dabei die Frage des Presse- KomiieeS des Völkerbundes. Entsprechend dem Antrag Vanderveldes wurde beschlossen, am 24. August d. I. eine Konferenz von etwa vierzig Pressesachverständigen nach Gens einzuberusen. 3n der Frage der ostoberschlestschen Schu- l e n wurde ohne Diskussion die Bildung eines Unter-Komitees von drei Aatsmitgliedern, bestehend aus U r r u t r i a - Columbien. van T r ö st e w i j l - Holland und Scialoja Italien beschlossen, das noch im Verlaufe dieser Tagung über die Beschwerde des Deutschen Dolks- bundes und die Petitionen von 7041 polnisch sprechenden Oberschlesiern, deren Kindern der Besuch deutscher Schulen versagt wird, berichtet werden soll. Die Schulfrage dürfte in einer der nächsten Sitzungen den Gegenstand öffentlicher Auseinandersetzungen bilden. Das Saarproblem. BorZreitag keine Entscheidung zu erwarten. Genf, 8. März. (TU.) Wie der Vertreter der hinten von maßgebender belgischer Seite erfährt, lehnt es die französische Regierung grund- jätzlich ab. einer Zurückziehung deS belgischen Mitgliedes.der Saarregierung. Lambert, zuzustimmen. Die französische Regierung ist der Auffassung, daß die deutsche Regierung diesen Wunsch bereits auf der Dezembertagung des Vdlkcrbundsrates hätte äußern sollen. Eine Zurückziehung im gegenwärtigen Moment, 14 Tage vor dem Ablauf der Mandate der Saarregierung, würde als Ausdruck eines Mißtrauens gegenüber dem belgischen Mitglied der Saarregierung aufgefoßi werden können. Infolge der Haltung der französischen Regierung habe die belgische Regierung ihre ursprüngliche Einwilligung zur Zurückziehung Lamberts zurückgezogen und sich dem französischen Standpunkt a n g e s ch l o s s e n. In französischen Kreisen sei man indessen gegenwärtig geneigt, einer gewissen Herabsetzung der ursprünglich vorgesehenen Zahl von 800 Mann für das internationale Dahnschuhkorps zuzustimmen. In den Kreisen der deutschen Delegation wird mitgeteilt, daß die deutsche Delegation ihren Standpunkt in einem Memorandum präzisiert habe, das den Mitgliedern des DvlkerbundS- rates zur Kenntnis gebracht worden sei. Man erwartet, daß der Völkerbundsrat sich nicht vor Freitag abschließend mit der Saarfrage befassen wirb. Der ursprüngliche Der! der Saarregie» rung, der die ©dxiffung ei internationalen Dabnschutzkorps von 800 QKomi vorsieht, wird nach wie vor als unanehmbar abge - lehnt. Man neigt der Ansicht zu, daß ein gewisses Kompromiß Zustandekommen wirb, das eine erhebliche Herabsetzung der vorgeschlagenen Zifser für daS BahnschutzkorpS enthalten dürfte. Die Werbungen für die Fremdenlegion. Weißenburg, 9. März. (TU,) Die Werbungen für die französische Fremdenlegion im besetzten Gebiet dauern trotz aller deutschen Proteste an. Fast täglich Passieren deutsche Legionsanwärter den Bahnhof Landau, um sich nach Weißenburg zu begeben. Gestern vormittag wurden wieder fünf Deutsche, die über Saarbrücken in das Sammellager Metz fahren wollten, auf dem Landauer Bahnhof von der deutschen Gendarmerie zwecks Feststellung ihrer Personalien festgenommen, aber dann wieder auf freien 5up gesetzt. Deutschlands Reparationszahlungen. Berlin, 8. März. (WTB.) Rach dem Bericht des Generalagenten für die Reparationszahlungen beläuft sich die Höhe der von Deutschland auf Reparationstonlo geleisteten Zahlungen im Februar 1927 aus 94 909 578 Gm. und im dritten Annuitätsjahro bis zum 28. Februar 1927 auf 558 989 219 Gm. Davon entfallen auf Frankreich 40640 497 (232 503034), auf England 20 162 784 (110 155666). auf Italien 4 401 261 (33 197 760), auf Belgien 4 404492 (25666854) und auf die Vereinigten Staaten 5996280 (40 474 720) Gm. Die innere Lage Italiens. Rom. 8. März. (Stefani.) Im Ministerrat führte Ministerpräsident Mussolini aus. Die Lage im Innern ift vom Standpunkt der Ordnung. Disziplin und Arbeit der Bevölkerung in jeder Hinsicht zufriedenstellend. Richt der gc- rinaste politische Zwischenfall hat die ruhige Entwicklung und Tätigkeit des italienischen Volkes und sein Leben gestört. Die saszistische Partei hat unter der festen Führung Turatis eine st r a f f e innere Organisation erhalten. Während die Partei sich immer mehr von ihrer hohen Verantwortung und Aufgabe Rechenschaft ablegt und zu einem immer bewußteren Werkzeug des Regimes wird, geht die Eingliederung aller Kräfte der Ration in den Rahmen des Regimes mit dem gleichen Aufschwung weiter. Den katholischen Arbeitern ist es jetzt ermöglicht, in die faszistischen Gewerkschaften cin- xutreten. Alle Sportverbände — diese zählen etwa 100 000 junge Sportausübende — haben sich dem faszistischen Banner angefchlossen. Man rechnet damit, daß nicht weniger als 60 000 junge Leute anläßlich des achten Jahrestages der Gründung des Fascio am 27. März in die Partei und gleichzeitig in die Miliz eintreten werden, wo sie das Gewehr erhalten werden Die allgemeine Wirtschaftslage ist dadurch gekennzeichnet, daß die Preise im Einzelhandel leicht gefallen sind und die 2 r - beitslosigkeil infolge der Aufnahme der Frühjahrsarbeiten in der Landwirtschaft zurückgegangen ist. Der Kampf um das Arbeitszeitnotgesetz. Scharfe Kritik an dem RegierungHcntwurf. Berlin, 8. Mürz. (Priv.-Tel.) In den heutigen Morgenblättern finden sich mehrere kritische Stellen zu dem Entwurf des Arbeitszeitnotgesetzes, der dem Reichsrat vorliegt. In einer Mitteilung des Reichs Verbandes des deutschen Handwerks wird von einet zuweitgehenden Einengung gesprochen, die der Entwurf der Wirtschaft durch die Bindung der Arbeitszeit- bestimmungen an den Tarifvertrag drei Monate nach seiner Kündigung auferlegt. A b g e l e h n t wird grundsätzlich vom Handwerk eine gesetzliche Festlegung des Lohnzuschlags für Mehrarbeit. Richt tragbar sei ferner die gänzliche Streichung deS § 11. Abi. 3. über die freiwillige Mehrarbeit. Auch von Arbeitnehmerseite liegen weitere Kritisierungen des Entwurfs vor. So erklärte in einer Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes Dr. Stegerwald. das) dem Deutschen Gewerkschaftsbund das Arbeits- zeitnotgeseh nicht weit genug gehe. Die nein Reichstag angehörenden Mitglieder des Deutschen DcwerkschostöbundeS würden dem Gesetz in der gegenwärtigen Fassung nicht zustimmen. Kem verantwortungsbewußter Führer im Deutschen Gewerlscha'tsbund, so sagte Stegerwald nach einem Bcrtcht der ..Germania", verlangt schematisch den Achtstundentag. Was aber erreicht werden muh. ist. daß jetzt, wo 2 Millionen Arbeitslose auf der Straße stehen, im Arbeitszcitnotgeseh. also im älebergangSaeseh. der ..freiwilligen Mehrarbeit" und der willkürlichen Lleberstundenwtrtschast wirksam begegnet werden muß. Der G c w er t s cha f t s b u n d der Angestellten erklärt gleichfalls in einer am Montag gefaßten Entschließung, daß die vorgeschlagene Aenderung der Arbeitszeitverordnung l icht ausreiche, um das Mißverhältnis zwischen äleberstundenwirtschaft und riesenhafter Erwerbslosigkeit zu beseitigen. Es sei ein Tlnrecht den Angestellten gegenüber, wenn den Arbeitern eine besondere Vergütung für die über eine Arbeit-- öauer von 48 Stunden wöchentlich geleisteten älcberstunden zugebilligt, den Angestellten aber vorenthalten werde. Auch bei den Angestellten bereite die Berechnung der besonderen Vergütung feine Schwierigkeiten. Fast alle für Angestellte bestehenden Tarifverträge enthielten Regelungen für die Bezahlung von Uebecstunüen- arbeik und lieferten damit den praktischen Beweis. daß Hindernisse in dieser Hinsicht nicht vorhanden feien. Wenn die besondere Bezahlung aller Mehrarbeit ein Lleberhandnehmen der lleberstundenwirtschaft hindern solle, dann sei der Schutz für die Angestellten genau so notwendig. tote für die Arbeiter. Die Ilnterbinbung der sogenannten freiwilligen Mehrarbeit könne nur Zustimmung finden. Für viele Mißstände ist die Ursache in der angeblich freir willigen Mehrarbeit zu suchen. Drohende Erwerbslosigkeit und Wirtschaftsnot fei für die Angestellten eine viel zu starke Hemmung der Gntschließungsfreiheit, als daß von einer tatsächlichen Freiheit gesprochen werden könnt«. Unter allem Vorbehalt sei noch Rotiz gegeben von einer Meldung deS „B. T.", wonach von der Reichsregierung wegen des Widerstandes der Arbeitervertreter in der Zentrumsfraktion gegen den Gesetzentwurf bereits erwogen werde, den Entwurf zurückzuziehen. Kein Regierungswechsel in Mecklenburg. Schwerin, 8. März. (Wolfs.) 3m mecklenburgischen Landtag wurde bei der Wahl deS M i n i st e r p r ä si deuten der bisherige Ministerpräsident Schröder (Soz.) mit 25 Stimmen wiedergewählt gegen 24 Stimmen, die auf den früheren Ministerpräsidenten von Brandenstein entfielen. Für die Wahl Schröders stimmten die Sozialdemokraten, Demokraten und Kommunisten, für die Wahl Brandensteins die Deutschnationalen, die Deutsche Volkspartei, Deutschvölkische und die Wirtschafts- Partei. Zum Finanzminister wurde in der Stichwahl der bisherige Finanzminister A s ch mit 25 Stimmen gegen 24 Stimmen wiedergewählt, die auf Schade (Völkisch) entfielen. Bei der Wahl des zweiten Etaatsministers warAleich- falls Stichwahl notwendig. Diese ergab für die Kandidaten Stummer kBolkspartei) und Möller (Demokrat) die gleiche Stimmenzahl, so daß geschästsordnunasmäßig das Los entscheiden mußte. Das Los entfiel auf den bisherigen Staatsminister Dr. Möller. Somit ist die alte sozialistisch-demokratische Linksregierung in Mecklenburg wiedergewählt. Heber den kommunistischen Antrag auf Auslösung des Landtages dürfte sich das Haus in der nächsten am 22. März stattsurdenden Vollsitzung schlüssig werden. Aus dem Finanzausschutz des Hessischen Landtags. Darmstadt, 8. März. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags fetzte heute die Beratungen des Staatsvoranschlags bei Kapitel 3 (Äameralgüter unter BauVerwaltung) fort. Die Abgeordneten Dr. Leucht- gens und Glaser haben eine Anfrage an die Regierung gerichtet, wie hoch der Qhuagetoert sämtlicher staatlicher Mietwohnungen ist. wie hoch die Mieterträge sind und ob eine Mieterhöhung Dorgenommcn wird, wenn allgemein die Mieten gesteigert werden. Die Regierung hat darauf geanttoortei, daß die Werte sich nur schätzungsweise angeben lassen: der Anlagewert betrage 25 Millionen, der Bruttomietwert 1 Million und der Bruttoertrag 4 Prozent. Selbstverständlich würden, wenn dies erforderlich sei. die Mieten der Bcamlenwohnungen erhöht werden. Zu Kapitel 3. 7d (Verwaltung des ehemaligen Rest» denzschloffes) wurde ein Antrag Stork und Genossen angenommen mit 7 gegen 3 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen, wonach der Posten des Verwalters auf den Inhaber gesetzt wird. Das Kapitel 3 wurde dann einstimmig angenommen Zu Kapitel 4 (W eing üte r) liegt ein Antrag Dingeldey vor. der eine detaillierte Angabe über die durch den Erwerb deS Finkschen Weingutes in Rierstein entstandenen Kosten für Herrichtungen und Instandsetzungen verlangt. Die Re- gterung gab dazu eine Erklärung, die dem Ausschuß auch noch schriftlich vorgelegt wird. Weiter liegt ein Antrag Angermeier vor, die sachlichen Ausgaben dieses Kapitels, die mit 195 000 Ml. in den Voranschlag eingestellt sind, um 50 Pro-, herabzusehen. Auch liegt ein Antrag Dr. Leucht- aenS- Glaser zu Titel 7, Ziffer 4 vor, 50 000 Mark in Ausgabe zu stellen und diese durch Streichung bei Titel 1 bis 6 herauszuholen. Ein Antrag Blank zu der Bemerkung in Titel 1 wünscht den ersten Absatz dieser Bemerkung zu streichen. Der Regierung ist hiernach die Ermächtigung erteilt, die Ergebnisse einet guten und eines schlechten Jahres durch Ansammlung eines Fonds auszugleichen, lieber dieses Kapitel wurde noch nicht abgestimmt. Kunst und Wissenschaft. Tic Leitung des Hessischen Landcsthcatcrs. Zum Intendanten des hessischen Lanbeslheaterv in Darmstadt wird, wie aus zuverlässiger Quelle berichtet wird, in den nächsten Tagen der bekannte Berliner Schauspieler Kart (Ebert, früher in Frankfurt, ernannt werden. Zum Generalmusikdirektor in Darmstadt ist, wie von der Verwaltung be- stakigt wird, der erste Kapellmeister an der Münchener Staatsoper, Dr. Böhm, berufen worden Dr. Böhm ist 1884 in Graz geboren, studierte in Wien an der Musikakademie, war bann als zweiter und erster Kapellmeister in Graz tätig und wirkt seil 1921 an der Münchener Staatsoper. hochfchuttagung in Weimar. Eine össentl che Tagung deutscher Hochschullehrer soll am 25. und 26. April d. I. in Weimar stattfinden und Grundfragen des öffentlichen Lebens und der Stellung der Hochschulkreise in ihm behandeln. Bereits am 23. und 24. April 1926 hat. angeregt durch Berliner Professoren, in Weimar eine improvisierte Zusammenkunft stattgefunden. bei der über das Verhältnis der Universitäten und Hochschulen zum heutigen Staate gesprochen wurde. Der neue Rektor der Straßburger Vniversikäl. Im Ministerrat wurde dec Dekan der Fakultät für Literaturwissenschaften an der Universität Straßburg, P f i st e r, als Rachfolger des zum Rektor an der Pariser Universität ernannten Charläty zum Rektor der Universität Straßburg ernannt Professor Daniel Berthelot f. Am Dienstag ist der Professor der Medizinischen Fakultät der Universität Paris, Daniel Berthelot, gestorben. Er war der Bruder des Generalsekretärs am Quai d'Orsay Philipp Berthelot und der älteste Sohn des berühmten Chemikers Marcel Berthelot. Aus aller Welt. Das Erdbeben in Japan. Tokio, 8. März. (WTB.) Amtlich wird be- tanntgegeben, daß in Kyoto 2000 Personen bei dem Erdbeben umgekommen sind. Der Polizeipräsident von Kyoto meldet 1000 Opfer des Erdbebens in Mineyama und 4000 in den zerstörten Rachbardör- fem. Die Flieger, die in die vom Erdbeben betroffenen Gegenden entsandt wurden, sahen überall Schwärme von Flüchtlingen längst der Lisenbahn- gleise. Die Hälfte der 5000 Bewohner von MI - neyama ist entweder getötet ober verletzt worden. Die Stadt ist durch Feuer so gut wie zerstört. Hunderte vbn Einwohnern von Mijazu suchten sich in Booten aufs Meer zu retten; andere flüchteten aufs offene Land. 3n der heimgefuchten Provinz Tango haben Frauen und Kinder besonders schwer gelitten, obgleich Truppen, po lizei und Iugendvereinigungen hervorragendes leisteten. um ihre Leiben zu lindern. Die Bemühungen, Vorräte herbeizufchafsen, werden durch die Unlet- brechung des Eisenbahnverkehrs verhindert. Auch sind nur einige Automobile und Wagen und ein paar Flugzeuge für das hilfswerk verfügbar. Journalisten haben vom Flugzeug aus eine ganze Gruppe rauchender Ruinen erblickt, die früher Dörfer waren. Sie haben eine große Anzahl Leichen erblickt, denen Priester die letzte weihe gaben. 3ti Kobe und Ofafa wurden Verluste an Menschenleben und Verletzungen dadurch verursacht, daß die Menschen von einer Panik ergriffen aus ' benjjenffern sprangen. 3n hakav brach eine Spinnerei zusammen und begrub eine große Anzahl von jungen Mädchen unter ihren Trümmern. Neun von ihnen wurden getötet, 25 verwundet. Auch die berühmte Amarubes-Elfenbahnüber- sührung Ist eingestürzt. 3n Zentraljapan wurden un- zählige Häuser und Brucken beschädigt Schones Beispiel konfessioneller Eintracht. In Ober-Hilbersheim hat ein protestantischer Bürger der protestantischen und der katholischen Kirche ein hochherziges Angebot gemacht. Er erklärt sich bereit, beiden Kirchen, denen heute noch ihr im Kriege geopfertes Geläut nicht ersetzt ist, neue Glocken zu stiften. An die Stiftung knüpft er die Ditte, baß vor hohen Feiertagen die Glocken beider Kirchen gemein- s a m läuten, damit sie zur Einigkeit mahnen. Der Stifter hat seine Söhne durch den Krieg und durch Krankheit verloren und setzt ihnen auf diese Weise eiyi ehrendes und wirkungsvolles Denkmal. Der Erfinder dec Okarina tödlich verunglückt. In B i c e n z a stürzte der 87jährige Luigi S i l» vestri, der Erfinder der Okarina, aus dem Fenster seines Hauses und verstarb. Silvestri hatte einem Flaschenzug zugesehen und dabei das Gleichgewicht verloren. Schweres Eisenbahnunglück in Rumänien. Ein von Duzeu kommender Zug stieß auf dem Dahnhos von Crivina mit einem Güterzug zusammen. Mehrere Wagen wurden zertrümmert. Fünf Personen wurden getötet und zahlreiche verletzt. Außerdem ist ein bedeutender Sachschaden zu verzeichnen. Das Unglück ist darauf zurückzuführen, daß infolge dichten Rebels die Signale nicht zu erkennen waren. Beim Kaninchengraben verschüttet. Bei Lüben in Schlesien verfuchte ein junger Mann in einer Sandgrube ein wildes Ä a • n i n d) e n aus seinem Bau auszugraben. Er wurde dabei von nachstürzenden Sandmassen o e r s ch ü t i e t und ist erstickt B?ettervoraussagc. Wolkig mit zeitweisem Aufklaren, kühl und vor- wiegend trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 10,0 Grad Celsius. Minimum: 4,3 Grad Celsius. Niederschläge. 4,2 Millimeter, heutige TOorgen- temperatur: 3,2 Grad Celsius. Aus -er Provinzialhauptstadt. Gießen, den 9. Marz 1927. Löst Fahrkarten im voraus! RDD An Tagen starken Berkehrs läßt fick immer aufs neue die Beobachtung machen, day die Reifenden in fieberhafter Ungeduld vor den Fahrkartenschaltern sich drängen, um nur ja nicht den Zug zu versäumen. Diese Reisenden ronnten in Ruhe ihre Fahrt beginnen, wenn sie die Möglichkeit wahrnehmen würden, bereits einige Tage vor der Abfahrt Fahrkarten zu lösen. Schon drei Tage vor dem Reisetage werden Fahr- und Platzkarten abgegeben; Bettkarten sind in Verbindung mit Fahrkarten bereits 14 Tage vorher im Reise- bureau erhältlich. Die Fahrscheinhefte des Mitteleuropäischen Reisebureaus haben togar 60 Tage Gültigkeit. Es liegt im Interesse nicht nur der Eisenbahn, sondern auch des Reisenden selbst, möglichst rechtzeitig Fahrtausweise unter Beachtung ihrer Geltungsdauer sich zu beschaffen. Dadurch wird am besten das unliebsame Anstehen am Schalter und der starke Andrang kurz vor Mgang der Züge vermieden. Bei dieser Gelegenheit sei noch darauf hingewiesen, daß man auch tz.o nn t ags- cückfahrkarten schon am Tage^toor den Sonn- und Festtagen kaufen kann. Vielfach bestehen über die Sormtagsrückfahrkarlen gewisse Zweifel. Es gibt nicht, wie verschiedentlich angenommen wird, SonnlaaSkarten auch für einfache Fahrten, sondern lediglich für Hin- und Rückfahrt, mit deren Verkauf sich im Gegen- 'atz zu gewöhnlichen Fahrkarten die Reisebureau- nicht besassen, sondern nur die Schalter auf den Bahnhöfen. Die Abfahrt kann auf Sonntagsrückfahrkarten bereits am Samstag mittag, 12 Uhr, angetreten werden, während bte Rückfahrt spä- teftend bis Montag, bzw. bis zu dem auf beit Festtag folgenden Werktag, vonnittagS 9 Uhr, begonnen werden muß. Auszüge aus Kirchenbüchern. Wie dem Verordnungsblatt für die Evangelische Landeskirche zu entnehmen ist, hat bas Land«»- kirchenamt über Auszüge aus Kirchen« büchern die nachstehenden Anordnungen ge> troffen: 1. Auszüge und Auskünfte aus Kirchenbüchern, welche begehrt werden für kirchliche Zwecke, Im allgemeinen Staatsintereff«, für Unterstützungszweck«, wozu auch Rentenfälle gehören, sind unentgeltlich zu erteilen. 2. Zur Erteilung von Auszügen für zwar private, aber rechtliche Zwecke (bürgerliche Eheschließung, Erbschaftsangelegenheiten u. dgl.) find die Pfarrämter von Starkenburg und Oberhessen al» Inhaber der früheren, ben Charakter ber Stanbe»- amtsregifter tragenben Kirchenbücher ebenfalls ver* pflichtet. Dasselbe gilt für bie Pfarrämter in Rheinhessen, soweit sie sich im Besitz solcher Kirchenbücher befinden. Für Die Auszüge ist von den Pfarrämtern eine Gebühr von je 0,50 Reichsmark zu erheben. Ihre Vereinnahmung hat zugunsten de» örtlichen Ergänzungsfonds zu erfolgen. Hiermit erledigen sich alle bisherigen, auf örtliche Herkommen oder besonderen Vereinbarungen beruhenden Gebührenansätze und «oerwertungen. Zu Auskünften ober zur Ausstellung npn Auszügen für rein private Zwecke (Stammbäume, familiengeschichtliche Forschungen usw.) finb bie Pfarrämter nicht verpflichtet. Doch erscheint es richtig, ber- artige Gesuche entgegenkommend zu ertebigen. Als Gebühr für einen vollständigen Auszug au» ben mit Registern versehenen Kirchenbüchern (in ber Regel von 1808 an) empfiehlt sich ein Ansatz von 0,50 Reichsmark. Für Auszüge unb Auskünfte aus ben alten, registerlosen unb oft schwer lesbaren Kirchen büchern kann ein allgemein gültig er Gebühren« nsatz nicht bezeichnet werben. Es ist vielmehr bie für bas Aufsuchen. Entziffern unb Abschreiben ausgewcnbete Zeit in Ansatz zu bringen unb zweckmäßigerweise Wt Beseitigung späterer Meinungsverschiedenheiten dem Antragsteller vor Erledigung seines Gesuches von der Höhe des beabsichtigten Gebührenansatzes Mitteilung zu machen. Die Vereinnahmung erfolgt zugunsten des betreffenden Geistlichen. Will ober kann ber Geistliche biefe Arbeit nicht selbst leisten, jo soll er doch dem Gesuchsteller oder einem oer- trauenswürdigen Beauftragten desselben die Einsicht in bie Kirchenbücher auf seinem Amtszimmer ae- > statten. Landesverband Hessischer Geflügelzüchter. Der Verbandstag hessischer Geslü« gelzüchter vereinigte am Sonntag in unserer Prooinzialhauptstabt zahlreiche (Beflüge^üdjter au» ben brei hessischen Provinzen. Unter ben Ehren, gäften befanben sich Prooinzialbirektor Graes, Oekonomierat Dr. Wagner, al» Vertreter ber Hessischen Lanbwirtschaftskammer, Gewerbelehrer B r o h m - Darmftabt, als Vertreter bes Ausschusses für Starkenburg, unb Dr. Lang, als Vertreter bes Tierzuchtinstitutes ber Lanbesuniversität. Lanbesoorsitzenber Beith- Reichelsheim begrüßte die Gäste und dankte besonders der Land- mirtschaftskammer für die Unterstützung der hessischen Geflügelzucht. Dr. Wagner stellte auch für die Zukunft seitens ber Lanbwirtschaftskammer bi« Förberung ber Geflügelzucht in Aussicht. Zugleich wies er auf bie HesfischeLanbwirtschaft» A u s st e l l u n g in Darmstabt hin, auf ber auch eine Abteilung für Geflügel eingerichtet wirb. Aus bem Jahresbericht bes Dorsitzenben war zu entnehmen: Mit bem 1. Januar 1927 ift Hessen Mit- plieb ber Arbeitsgemeinschaft Sübbeutscher Geflügel- Züchter geworben. Die Aufhebung ber laubenfperre wirb angestrebt. Die Rechnungsablage erstattete Lerbanbsrechncr Lehr-Mainz, Die Iahreseinnahtne betrug 1159 Mark, bie Ausgabe 1025 Mk., so baß sich ein Ueber- schuß von 134 Mk. ergab. Eine längere Aussprache erfolgte über bie Veranstaltungen im Jahre 1927. Die Landes- Ausstellung des Verbandes findet am 27. und 28. Rovember in der Dolkshalle zu Gießen statt. Die ProvinzialauSsteUung in Starkenburg muß entsprechend vertagt werden. Der Landesvorfitzende Deith empfahl den hessischen Züchtern die Beschickung der Landwirtfchaft- lichen Landes-Ausstellung im September in Darmstadt. Der Bertreter von Offenbach teilte mit. daß der Offenbacher Berein am 13. bis 15. Januar 1928 fein 40iährigeg Bestehen durch eine Jubiläums-Ausstellung feiert. Der diesjährige Züchtertag findet in der zwecken Hälfte des Juli in Worms statt, damck ist eine Rheinsahrt und eine Besichtigung von Oppenheim und Mainz beabsichtigt Der Züchtertag für Süddeutschland ift für 15. und 16. Mai in Karlsruhe geplant Vei Punkt Anträge und Wünsche entwickelte sich eine lebhafte Aussprache. Schnei- I wurde l. 3L im Stadtpariament bMeidbnet baß auch bi« Mcr-Schul« btl Mrftr Gelegenheit dne würdig« Untertunfl find«. M« Planung ließt bi« Ichtgenanm« Möglichkeit vor Aach ben Ausritten wird da- (y«bäube in allen teilen umfangreiche Räumlichkeiten erhallen Sine dcigefügte SNZ-E jetfli. daß bet‘Bau auch in feinem Aeusteren einen durchou- großstädtischen »ßacalter tragen soll Allerdings lind Me Baukosten fo ausgedehnt daß fie unteren ötattvätem wohl noch allerlei Kopfzerbrechen oerut fachen durften D»r Bau ohne Alicetchul loll nämlich auf »wer Millionen Alark au flehen km men. einschl Akicefchuie find bi« Kosten auf 2 Millionen «*2 000 Mart ncran- 'chlagk Diese Höhe her Ärflcn wird natürlich daS Ctabtparlament erst noch sehr eingehend beschäftigen müsltxn. und <4 dürsten dabei wohl auch noch mancherlei Erfparnltabilchten zur Geltung kommen. Mil dem Beginn des Baue» wird c» allo Wohl noch eine Meile Zeit haben der- Al-feld wünschte rein hessische Ausstellrm- aen, frei von außerhefsilchen Spezialklub». Rhein- Hessen beantragte, daß die Breitrichter nicht oder nur außer Konkurrenz ausstellen dürfen' Der Antrag wurde einstimmig angenommen. 5Xt ^Betterauer Geflügeizüchterverein bat dringend um Förderung de» BortragSwesen». Dr D a g- ner txm der Landwirtschastskammer bat um dte Amräge der Vereine, Redner stunden genügend zur Verfügung. Ein Antrag Rheinhessen aus Herabsetzung der Mitgliederbeiträge wurd ab- gelehnt Aus Antrag Starkenburg wurde be- Ichlossen, fünftig die Landesversammlungen in betn zentralgelesenen Frankfurt abzuhalten Den Abschluß der Tagung bildet« die Delich- ttgung de« Universitäts-Tierzucht Institut es aus dem Hardthos. Die Führung halt« Dr Lang übernommen, der ben «ästen besonder« die Abteilung Geflügelzucht mit all ihren modernen Einrichtungen zeigte. Die Gießener Schulhauspläne. Bekanntlich hat die Stadtvervrdneten-Dersamm- lung Siide vorigen Jahre« ihre grundsätzliche Zustimmung zur Errichtung zweier Schulhäu er. eine« Fortbildung-schulgebäudes und eine« DolkSschul- baue», gegeben. Die Entscheidung übet die Einzelheiten der Bauausführung und über das Ausmaß und die Art der Finanzierung hat sich da« Hau« noch Dorbeßalten. Die Pläne für da« Fort- bildungsschulgebäude sind nunmehr zur Besichtigung durch die Stadtverordneten Im Stadthaus Bergstraße au«gestcNt. Al« Plah für Öen Dau ist das städtische Gelände an der örebnerftraße und ^ilnikstraße vorgeseben, die Hauptfront des Hau- le« soll nach der ttrcönerftraßc zu liegen. Der Bau soll sämtliche FvrtbildungSschulcinrtchtungen unserer Stadt, dte Gewerbe- und die Maschinen- bauschule, die Handwerkskammer, den OrtSge- werbeverein ufw. beherbergen. Al» erwünscht LZornotizcn. _ ~ TageSkalrnber für Mittwoch. <4abttbeater: ?y. llßr. .Auf der Sonnenseif 'Ende gegen 10 llßr). — Hubertus: Versammlung mtt Vortrag. — Verein sür Bewegungsspiele < x* rt *r' ®- AkonatSversammlung - Licht- sptelhau«. Bahnhofstraße . Fasching«z«rber". - Astoria-Lichtspiele: .Die unheimlichen Drei". --Ober hessischer Geschichtsvcr- eln. Man schreibt un«: Für den letzten Vortrag diese« Minters konnte Herr Dr. Kutsch vom ^andcS-Muleum Rassauifcher Altertümer in Miesbaden gewonnen werden Der Vortragende zu dessen Haupt-Arbeitsgebiei die Dor- und Frühgeschichte zählt und Der den 5. Band der Kataloge west- urb süddeutscher Altertumtsamm- ungen bearbeitet hat. wird über ben .Heun- nein bei Dillenburg, eine germanische Ringwall- anlage au« römischer Zeit" sprechen und Me örgebmlk seiner neuesten Forschungen darlegen Da der Vortragende an demselben Abend Gießen wieber verläßt, mußte der Beginn auf 8 Llhr, pünktlich, fest gesetzt werden. (Wir verweisen auf bte Anzeige In der gestrigen Hummer.) — Der Goetbe-Dund bittet un«. an btefer Stell« nochmal« darauf hittzuweisen. daß der morgige Dichterabend Frank Thieß im früheren Hotel Einhorn sKirchen- platz) ftattftnbet. Dieser Vorleseabend wird alle literarisch und geistig Sntcrefficrten auf« höchste angeßen. Frank Thieß wird je ein Kapilsl aus leinen Romanen .Abschied vom Paradies" und -Da« Tor zur Mell vorlesen. (Siehe heutige Anzeige.) - Deutscher Bund für chrIstlich - evangelische Erziehung. Morgen. Don- "erStag. abend Vortrag im Iohannc-saal Nähe- re« in der heutigen Anzeige Volkstrauertag. 3m Anzeigenteil unsere« heutigen Blatte« lädt dte Ortsgruppe Gießen de« Dolksbundes Deutsche Äriegegriiber- fürforge zu ßcr Dedenkleier für unsere Ge'allenen am kommenden Svnntngmittag in der Aula der Universität -.1-1 D. utdtt steht ebermann unentgeltlich ossen. Man darf e» wohl als fclbft- verständlich ansehen, daß unsere Mitbürger sich zahlreich an vieler Feier beteiligen werden Eben- fall« am Sonntag, abend», im großen Hörlaal der Universität, veranstaltet der Volksbund einen Lichlbilbervortrag über die deutschen Kiiegersried- böse im Ausland, mährend in der Stadtkirche ein« dem Eharakter de« Jage» entsprechend Qtbcnb- feicr staltsindet. Auch aus diese beiden Veranstaltungen sei die öffentliche Aufmerksam ei'. gelenkt. Nähere« In den Anzeigen. •• Stßmürft bi« Kriegergräber! Am kommetiden Sonntag wird im ganzen Reiche unserer im Weltkriege gefallenen Selben In gebührender Weise gedacht werden. XIn diesem läge erinnere man sich auch der letzten Ruhestätten der in der Heimat verstorbenen Krieger Wenn im Auclanbe die Schmückung der deutschen Soldatengrabstätten nicht überall möglich ist so sollte doch in der Heimat nirgends versäumt werden, an diesem Tage den für bas Vaterland verstorbenen Stampfern Ehrung und Dankbarkeit^ dadurch zu erweisen, daß ihre letzte Ruhestätte mit Blumen ober .stranzen In würdiger Weise geschmückt wird. “ Straßensperren Mögen Vornahme von Hau«anschlußarbeiten ist die Lohnst raße zwischen Gabelsbergerstraße und Biebertalbahn bi« auf wettere« für jeglichen Fuhrwerksverlehr gesperrt worden. Infolge Abbruchsarbeiten an Vein Hause Kleine Mühlgasse 6 mußte dos Do- lizeiamt die Klei ne Mühlgasse von der Neustadt bi« Mühlstraße sür jeglichen Verkehr, auch Fußgängerverkehr, sperren Eine Gebenkfeier sür Professor Traut mann. Man berichte', un«: Dem Gedächtnis an Professor Dustav Staut mann war die Märzsitzung des Allgemeinen Deutschen Franenverein» gewidmet. Frau Clara Schlefier-Altmann gab in warmen Morten ein eindrucksvolles Bild ihres verehrten Lehrer« und Freundes, dessen Wirken in Gießen unvergeßlich bleiben wird 3n ihrem „ Häusliche Musikpflege" benannten Vortrage schilderte Frau Schlesier zuerst Trautmann« Tätigkeit als akademischer Lehrer und Interpret der großen Meister der Tonkunst. Um ein Beispiel für seine tiefsinnige Auffassung Mozartlcher Kompositionen . u geben, spielte Frau Schlesier mit einer Schü- crin die kleine 0-Dur-Sonate von Mozart. Sodann erläuterte sie Gustav Trautmanns Prinzipien aus musikpädagogischem Gebiet Zuerst hin- ichtkich seines veredelnden Einflusses in dem Kampf gegen die Schundmusik, sodann in bezug rlr,r^"W—■ ■ ■ »I 01744 Inserieren bringt Gewinn Maßarbeit ist doch das Beste Befolgen Sie diesen Rat und lassen Sie Ihre Garderobe vom Schneider- Handwerk anfertigen », > l & bittet um rege Beteiligung die Echicstlcitung. Oeffenttiches Preisschiehen im Restaurant Gustav Trinkaus, (Biefcen, Seltersweg 50 vom 10. bis 30. MSrz 1927. XÄ*" 25 wertvolle Preise: ->] L «rel* Gine flolörne eenennbr; L Brei«: Ein Aufsatz, schwer octnlbert; 3. Preis: Efn leeierotce; I ^iret«: Ein Taietnnffnu- tk^rei«: E.n Bel.eckkgsten. low.e noch 20 weitete wertvolle Prette. Ta» Schichea studettäglich von vormittags 10 Ubr, Sonntags von 11 llbr ab, bi« abends 14 Ubr, statt. Ta» Los - drei schütz - kostet 80 Pf.» bei 10 Vo'en - hintereinander tu schieben ein Freilos. — $ie_ t) r c i I c sind im Schau'enner bei- vlnmenbauie« Tietz, .sellerSweg 3X ausgestellt. Gar. rein Bienen Biliten. HONIG i schleuder' la Cua- lltäi, 10 Pfd. • Dole *10.— Iranfa 5< ‘ empfiehlt 01738 Georg WM nur flogenüber der iLnflelavotheke edtcllnidic ■ (< abtiou LeelachS Lckiollcn Not.unflku (Goldbarsch vccht Salm lebende Sdileicu Karpfen nur nte. Nordsee wäre emonehlt Oamöurger Siimiianöiüno. 2t. ft och 9iad)flar., 1» Schulitrntze tu. Zeleob. 1612. 229 Nebenverdienst sind. Herren u. Da- ___________ men in. groß. Be- talcr Zuchtbulle kanntenkreiS durch .Herdouchtiere», Berkaus von üetfi i sprungsäb. Eber irisch gebrannt. 51as-1 «vered. Landtchweint seeS. Kakao. Dee. sowie ein bockträch- Schokolade ufro. tigeoRind steht zum Schr. Angeb. unier Berkaus bei [01750 MnMtWkiiz ftabre hindurch sichert nch. wer schnell den OriS- oder Be- zirkö - Alleinverkaus etneö groirartigen Nrassenariikelsüuer' nimmt. Riesenabsah. Laden und Kapital unnötig. ZeitunaS- reklame wird von uns bezahlt. Em durchaus reellerAr- tlteL dessen Vertrieb keinen Berbrnß, sondern hohen Gewinn bringt. Jedermann ist Käufer. Ein Ber- such beweist. Brolp. und Alleinverkaufs- Konditionen gratis. Man schreibe 'ISoh» (nttennlLScbnalder, chem. Fabrik. Wiesbaden 230. Schöne Aussicht. 5. [22*54A Tüchtiger Reisender bei erstem Einkommen sofort gesucht. Zunächst schrtstl lurzeBew um. Mr. J. V. 6393 (2282id) a. d. G. A. = 21,94 fm 18 St. Erlen-, Eschen-, Birken-, Ahorn-, Linde- u. Elsbeerebauholz IV. bis Bekanntmachung. Auf Grund der Reichsverdingungsordnung sollen die nachstehenden Rohbauarbeiten für die städt. Wohnungsbauten an der Sicher Straße in je 2 Losen vergeben werden. 1. Erd-, Maurer- und Betonarbeiten, 2. Zimmerarbeiten, 3. Dachdeckerarbeiten, Zu einer wichtigen Ilespredmg Am 6. März entschlief sanft mein lieber Mann, unser guter Vater Herr Heinrich Dambmann Oberpostsekretär Für die trauernden Hinterbliebenen: Frau Emma Dambmann. Basaltsplitt I Basaltgrus Basaltsand aillllllllllllllllllllllllllllll» ®cUrr«C“ln»üoe. Gesundes,»uverläsf, Gummi- und fleißiges I Lodenmäntel. tC, 1 CtetV- Zllg Anaeb untcr^4D lamvc, Gaöbcrd u. d GtewAnz erb anderes btu. abzug. n d Giew Anz. erv Welerstraßc ». Ordentliches innges 1-------—-------- Büglerin empfiehlt sich außer dem vnufe. 9iöb. Eichweg 2 vart. Televb. 80901560 Gedenk-Feier zu Ehren unsrer gefallenen Krieger Sonntag, 13. Mflrz 1927, 12 . Uhr mittags pünktlich in der Neuen Aula der Universität Gedenkansprache: Univ.-Prof. D. Hans Schmidt. Weiter wirken mit die Kapelle des I (Hess.) Grenadier-Balls. 15. Inf.-Rgts., Leitung: Obermusikmeister Löber und der Bauersche Gesangverein unter Leitung seines Chormeisters Görlach / Die Einwohnerschaft Gießens wird zur Teilnahme herzlich eingeladen / Eintritt unentgeltlich. Zur Deckung der Unkosten wird am Ausgang ein freiwilliger Beitrag erbeten / Die Ausgabe der Platznummem, die auf die Programme aufgedruckt sind, erfolgt am Eingang / Saal-Oeffnung ll1/. Uhr. Volksbund Deutsche Kriegsgräbertürsorge Ortsgruppe Gießen ~ - Frankenbach, den 5. März 1927. Der Bürgermeister: Wack. 2273D Mädchen für tagsüber gesucht. oi7»3 Srau Grün, Frankiun. Str. 29. Braves, tüchtiges Mädchen für vorm. ob. etwas länger gesucht »i?« Gr.eteinwcg2»ll [Stellengesuche! Kindergärtnerin 2. M sucht Stellung für tagsüber zu einem Shnbe in bcficient Hause. Schriftliche Angeb. unter 01747 an d. Gieß Anz. erb. Suche für meine Tochter eine Stellung als Haustochter in Gießen. Marburg ob. sonst eiiierStadt in d. Umgeb. , «D n«»J Bekanntmachung. mittags 2 Uhr beginnend, toird die Stadt | Die Gemeinde Frankcnbach verkauft . Gießen etwa 48 Hansen Abfallholz (Knüp-1 Montag, dent 14. März 1927, beginnend pel und Reisig) öffentlich meistbietend I vormittags 10 Uhr, in dem Gemeindehaus versteigern und zwar: folgende 19 Haufen am Schlachthaus I 19 13 Haufen in der Rodhcimer Straße I 9 16 Hausen in der Hardt-Allee g Die Zusammenkunst findet nachmittags I 7 2 Uhr am Schlachthaus statt. I 203 Anschließend hieran läßt das Stadtgut 134 Hardthöfe im Hardtwäldchen versteigern:! 166 2,7 rm Zwetschenknüppel, | 297 1,0 rm Akazienknüppel, 27,0 rm Zwetsd)enreisig (10 Haufen) Zusammenkunft 3% Uhr am Gleiberger Weg bei dem Wohnhaus von Balentin. Gießen, den 8. März 1927. Der Obechürgermeister: I. B.: Dr. Rosenberg. 2288B | Vermietungen! 1—2 besonders de baglichc sonnige Zimmer tüt bess. Beamten ob. Dame geetg., zu vermieten. Zu erfr. in d. Geich st d. G. A. «I,« | Mietgesuche | Laden m. Buremäuuicn evtl. 5—6 Zimmer, vart., geeignet für GeschäftSlokal, in guter Geschäftslage zu mieten flefudit. Schrtstl. Ang. unter 01749 a.d Gieß. Anz. [Wohnungstausch] M. Beamtet verheir. IKinb, 'ucht 5-6-Zimm.Wobn. in Gießen geg. feine 4-5-Zimm. Wobn. ja Wen Lehnhelm bei Wrünberg. Eine prima ßahrluh tTimmenialeri zu verkauf Zu erfrag. „„ Neustadt 87. Leichter Adler-Lie- serwagen, in gutem Zustande, zu verk. o. Faber. ,'vabr- zeuge, Gießen, Müblstraße 22. Qanöroertet 11. ©eroeröelreiDenöe | abends 8 Uhr, im Iohannessaal Aus den Waldungen der Stadl Gießen Vortrag des Herrn Pfarrers D. Fritsch sollen am I aus Ruppertsburg. - Thema: IÜV2 Uhr beginnend, was lehrt uns Pestalozzi, in der Gastwirtschaft „Zur Liebtgshöhe" in _ (g^te willkommen. - ®Äsu|enton”tC6oieSni. bis IV. «„J Büch-r^sg°b° ./, Stund- 47 St. Eichenschnittholz I. bis IV. Klasse Goethe Bund CflnOeHeMMooftalt (SltBttL I VI. Klasse = 4,99 fm 1 Der Bedarf an : 272 St. Eichen-, Eschen-, Ahorn-u. Fichten- -.1. Fleischwaren, wobei auch Gefnerfletsch derbstangen I. u. II. Kl. = 26,22fm 1 in Frage kommt, f 6,4 rm Eichennutzscheiter (ä 1,25 m lang) | werden die 2. Wurst» und Fettwaren, 28,1 rm Kiefernnutzscheiter (ä 3 m lang) |,nirn1Lr- v.rmnc 3. Milch, 6 rm Kiefernrundscheiter (ä 3 m lang). Damen UCS Kavallerie - Vereins 4. Backwaren (Brot und Brötchen usw.), gu dieser Versteigerung werden ttut auf DeBBergtafl, den 10. Härz, abends 8 Uhr, ß. an sonstigen Verzehrungsgegenstanden I holzverarbeitende Handwerker und 0e» ins gaulmännlzcbe Verelnibans Nordan- (Oel, Essig, Zucker, Kaffee, Rets, Erbsen, werbetreibende zugelassen, die in Oiefcen iago 1. Täre rechte ganz ergeben st ein- Linsen, Bohnen, Butter, Handkäse, I ^der in einer Entfernung von höchstens I geladen.______2267D_______Der Vorstand. Margarine, Marmelade usw.), 10 km ansässig sind. Händler sind von der v-iu 6. Reintgungsmatertalten (Kernsctfe, Soda Versteigerung ausgeschlossen. Aull/« UvlvlIlM/UUS U7Ivgvll des öffentlichen Anerbietens * "br vergeben werden. TTTTfc*—on stenc Wes MilitärSlreicti-Konzert Dw in Anlage A des Erlöses der Hess. Als Zahlungsbedingungen gelten dte nu6nefübrl üom Munkkorvs des I. (Hess. Mtntsterten vom 16. Ium 1893, das V^r- maßgebenden Bedingungen. Grenadier-BalaiUonS, 1ü.ftns.-RgtS. unter dingungswesen betrefsend, enthaltenen Be- ließen, den 8. März 1927. versönl Leitung vonHerrnObermusikmstr. dmgungcn für bte Bewerbung um Arbeiten Der Oberbürgermetster. Löber ^Eintritt 1 00 Dlt ctnfcbL Steuer, und Lieferungen sowie die hcestgen Ltefe- I, z;,. Dr. Rosenberg. 2287B v"ver. tgintUH 1-w «niwu > v ar? ssswl bei UNS offen. Obcrförsterei Brandoberndorf. Station Ntdda vergeben werden. Ab- Die Angebotssormulare können gegen Mm Montag, dem 14. März 1927, vor- nahmefrist 6 Monate, Zahlung nach Lte- Erstattung der Selbstkosten von und be- mittags 10 Uhr, kommen im @oftl)au5 hia ium 15 Mär, he« mit der Aufschrift: „Angebot zu der am /Gonsrod) 1 Stück Eichenstamm Kl. 6 9. Mürz 1926 ausgeschriebenen Lieferung' = 3 43 fm; 1441 Stück Nadelholz-Stan- bis zum Eröffnungsternnn: gen 3. Kl.; 840 desgl. 4. Kl.; 1140 desgl. DienStag, den 22. März 1927, 5 AI.; 1080 desgl. 6. Kl. vormittags 10 Uhr Distrikt 44 (Sankhardt) 1 rm Eichenscheit; hierher elnzureichen. In den Angeboten 162 rm Eichen-Knüppel; 5540 Eichensind die Bedingungen anzuerkennen. Stammwellen 2. Kl.; 2 rrn Buchen-Scheit; Die einzureichenden Warenmuster müsien 1100 Buchen-Wellen; Distrikt 49 a (Göns- getrennt von den Angeboten verpackt unb rob) g rm Gichen-Scheit; 13 rm Eichen- mit der Aufschrift: „Muster zum Knüppel; 5 rm Buchen-Scheit; 6 rm schreiben vom 9. März 1927" versehen fern. I Buchen-Knüppel; ca. 140 Eichen-Wellen; Gießen, den 9. Mürz 1927. Distrikt 52a (Gönsrod) 45 rm Eichen- Direktion der Landes-Heil- und Pflege- Scheit; 8 rrn Eichen-Knüvvel; 140 Eichen- anstatt Gießen.______^^1 Wellen. 65 rm Buchen-Scheit; 27 rm 4. Spenglcrarbeiten, ß. Grobschlosserarbeiten. Die Unterlagen liegen bei dem Archi- . _ ■ • . 40 st "unb| JÄ Ä! 2 !*• T« Dichterabend » 1 1 St. Eschenschmttholz IV. Klasse e® e MBB ® -frankThiess Kaul ■ sucht mit 5&00 4)1 k. BeleiUguna an so- ttdein Unternehmen. Schr. Ang. it 01628 an den Gtest Anz. 4-5000 Mk. auf neu erbautes Wohnhaus ge ucht. Cn unt. 91t. 199 an Barmer * Wagrer. Neuenweg 50. 1,1744 1000 Mark gegen Sicheihett bei monaiL RückzahU u. guter Verzins, ge« fnrbt. Schr. Ana. u. 01787 an d. G. An». EWilöer-Botitoo euer öle UtaiHenfirieoei- MöfeluiMnö. Sonntag, den 13. März 1927, abends 8 Ubr, tm großen Hörsaal der Universität. Eingang Ludwigstraße. Für die Besucher des letzten Lichtbilder- vortrags sei bemerkt, dah diesmal durchweg andere Bilder vorgesührt werden. Jedermann ist freundlichst eingeladen. Eintritt frei. ”4SD Boltsüanö DeuWe firiegBqrööetiflrforge ________Ortsgruppe Sieben.__ Abendfeier W Boils-Irouetlag in ötr staötnnbe.1 Hiob öns ölöllldie Bud) 00m Sinn des leidens lieft am BolkS-Traueriag, Sonntag, den 13 März 1927, abends 8 Uhr, in der Stadt- kirche ber Lektor für BorlrngSkumt an ber Untöerfitat Marburg Dr. Fritz Budde in einer neuen Uebetirnaung von Prol. D. Hani Schmidt. — Orgelfviei. Einleitende unb abschließende Ansprache von Bros. D. Hans Schmidt. Eintrittskarten zu 'Dlt 1.00 unb 0.50 in der Buchhandlung von Ketßner unb vor Beginn des BortragS' am Eingang der Stadikirche. Der Gefamtertrag ist fürbie WohnnngsnothUle Gießen beiitinmi. ””1) DeutscherBund s.christl.-evang. Erziehung in Haus und Schule Ortsgruppe (Sieben. 22000 [Stellenangebote) GesW W- oetiieiet(innen) bie rebenemonbi unb unb Interesse haben au einer Dauerstellung. ES unb nur ersttlassigeFabrikate zu verkaufen: eS wollen sich deshalb nur ehrliche, strebsame Leute melden. Sckr. Angeb. unter 2290D a. d. Gieß.An- aeiger erbeten. Braver Zunge vom Lande, ber bte Bäckerei erlernen will, wiort gesucht. Dnngtatt bester Qualität, prompt lieferbar. Gebr. Kahl. Televb. 87.__2143p Verschiedenes) Belannhnamung Am Freitag, dem 11 Mär» 1927, nachmittags 2 Uhr, gelangen auf dem 1. Revier. Senden- be> güraße 9it 7, nicht abgeholte»vunb' gcuenitänbe «Stöcke, Schirme. Bonemon- naieS, Uhren, Arm- bänber unb bergt) inetstbietenbzurBer- stetaerung. 23020 Aelt., mit allen vor- tommenben Haus- arbeiten vertrautes SiföitniflHilitfl sucht Stelle bis zum 15. März ober 1 Avril. Schr. Angeb unter 01735 0. d. Giest An^ erb. Kaufgesuche | Unterzeichneter erkauft etwa 50 Ztr. Speise- Kartoffeln (ftnbiiftrie u. Vater Rhein'. 2274 D Jobs. Rocker, Büßfeld bet Ntederaemünben Verkäufe Nr. 57 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Mittwoch, y. März 1927 Die Wasserkraftnutzung Deutschlands: -Bon Dipl »3ng. Mangold, Duisburg (Nachdruck verboten.) In der im letzten Drittel des 19. Iahrhun- derl» einsehenden Industrialisierung Deutschlands sonnten die Waslerkräfie aus dem Grunde vorerst gar keine Rolle spielen, weil sie örtlich gebunden und ihre Leistungen außerordentlich gering waren. Dav wurde erst ander«, al« es v. Miller, dem Tchöpser de« Deutschen Museum« in München, 1890 zum ersten Male gelana, den elektrischen Strom aus weite Entfernung hin zu übertragen. Damit war auch die Möglichkeit gegeben, an geeigneter Stelle Wasserkrastanlagen grober Leistung auSzubauen, durch die von ihnen angelriebenen Generatoren Strom zu erzeugen und den letzteren über da« ganze Land zu verteilen. Grundsätzlich unterscheiden wir heute zwei Arten von Wafserkrastanlagen: Rieder- und Hochdruchvasserlrostwerke. In der Mehrzahl der flüHc wird man beim Hochdruckwasserkrastwerk eine kleine Wassermenge mit großem Gesälle bi« zu 500 Meier und mehr zur Verfügung haben, während beim typischen Riederdruckwasser- krastwerk die Wassermenge grob, und das ®e- sülle klein ist. Niederdruckwasserkraftwerke sind u. a. olle unsere Fluhkrastwerke, die bei der Kanalisierung eine« Flusse« an den einzelnen durch Wehre ab- ieschlosscnen Staustufen errichtet werden tönnen. lnser erste« Bild zeigt die normale Anordnung eine« solchen in oder am Flusse liegenden Kraft« werke«. Im Vordergrund link« sieht man das obere Stück de« Flusse« (Oberwasser). dessen I Schema eine« Niederdruck-Wasserkraftwerke« in einem Strom. Wasser durch ein quer in den Fluhlauf gestelltes Stauwehr (Dordergrund Mitte) aufgestaut und damit ein Gefälle von einigen Metern erzeugt wird. Da« Stauwehr ist in mehrere Wehröss- nungen unterteilt, deren jede durch eine eiserne stochziehbare Abschlußwa: d ^Schütze) abgeschlof en ist. 3m Hintergrund link« ist der Einlauslanal sichtbar, durch welchen da« gestaute Flubwasser aus öle Turbinen geleitet wird. 3m Hintergrund in der Milte steht das teilweise ausgedeckte Maschinenbau-. Das Wasser wird in großer Menge in spiraliger Bewegung auf da« Turbinenrad geleitel und verseht dieses in Drehung. Senkrecht über der Turbine, durch diese angetrieben, steht der Generator, der die Drehkrast der Turbine in elektrische Kraft umwandelt. Unter dem Maschinenbaus sind die vier Turbinenauölauskanale sichtbar, von wo da« ausgenutzte Wasser durch den breiten Ablauskanal in den Flußlaus (Unter- wasser) zurückgeleitet wird. Das zweite Bild zeigt die Anlage eine« typisck>en Hochdruckwerkes. Links oben im Hintergrund sieht man die Staumauer, die da« Wasser, das aus einem größeren Gebiete zufliebt. zu einem Stausee ausstaut. Vom Stausee au« wirb da« Wasser in einem wagrechien Tunnel durch den Berg hindurchgesühn. Kurz vor Austritt au« dem Berg wird da« Wasser in ei-'err.c Rohre gefaßt. Dort sieht man auch den nach oben ab zweigenden Schacht, der sich zu einer großen Kammer erweitert. Diese dient dazu, da« Wasser, das bei plötzlichem Schließen der Turbinen im Stollen noch nachdrüngt. aufzu- nehmcn und dadurch das Zerplatzen der Druck- Vom Entdecken, Erfinden und Konstr teren. Don Dipl.-3ng. Walter Landsberg. Mehr als je hat sich in unseren Tagen die Technik einen Anspruch darauf erworben, daß die Allgemeinheit, der jede ihrer Errungenschaften in io weitem Umfange zugute lo.nint, auch ihren inneren Angelegenheilen das nd.igfte Interelfe und Verständnis entgegenbringt. Vicht zu leugnen ist. daß da« größte Ge'chenk der letzten 3ahre, der Rundsunk. die verschiedensten Kreile und voran die 3ugend zur Be'chüftigung mit Dingen angercit bat. die außerhalb ihres täglichen Ge- sichiLscll» s liegen. Der Wunsch, dem Wunder der .leklrilchen Wellen durch Kenntnis ihres Wesen« nähcrzukrmmen. hat manchen auch an andere Probleme der Aaturwissen>chaft herangeführt, aus deren Boden allein nur Der technische Fortschritt gedeihen kann. Um so crstaun- icher ist cs daher, daß auch heute noch über die wichtigsten Arten schöpferise.'er Arbeit, die feine mbedingte Voraus chung sind, in überaus vielen Fällen völlig abwegige und unzureichende Bor- Heilungen bestehen. Welcher Ingenieur wäre wohl nit der Frage verschont worden, ob er schon fiel erfunden hätte, unD bei seiner öemci nen.cn Antwort von dem Eindruck freigeblieben, taduoch >um mindesten in den Augen dieser Wlßbegierigon eine Daselnsberechtigung so ziemlich cingebüßt tu haben! <5« sei darum Iura versucht. Die Begriffe. von Denen hier die Rede lein soll, klar gegeneinander abzugrenzen und ihre wechselseitigen Beziehungen festzustellen. Entdecken nennen wir da« Aufdecken. Erkennen und (in beweiskräftiger Form) Veröffentlichen solcher Tatsachen und Erscheinungen, die unabhängig von jedem menschlichen Zutun bereits bestanden haben, ohne daß wir bis dahin um ihre Existenz und Eigenart wußten. Ob es 'ich um Vaturvorgänge. Dokumente vergangener Zeiten, geographische Erschließungen oder abstrakte Erkenntnisse mathematischer und philosophischer Zusammenhänge handelt, in allen Fällen werden Sntdeckurtgen auf diesen Gebieten im Aus Natur und Technik. leitung zu verhindern. Durch die Druckleitung wird das Wasser zum Maschinenbaus des Kraftwerke« hinuntergeführt. Bel der vordersten Turbine strömt da» Wasser in Form eine« dünnen Strahle« mit großem Druck auf da« Turbinen- rod. dreht diese« und treibt damit den daneben stehenden Generator Der Donell, der Wasserkrastmaschinen gegenüber der Erzeugung der elektrischen Kraft durch Wärmekraftwerke liegt in erster Linie dann, daß der Betrieb-stofs de« Wasserwerkes an und für sich nicht« kostet und auch sich nie erschöpfen kann. Dazu kommt noch, daß der Betrieb wesentlich einfacher al« im Därmekrastwerk ist und zur Deaufsichtigung nur ganz weniger Kräfte bedarf. 2. Schema eines Hocharuci-Walserkrastwerke«. Allerdings, und das soll hier nicht verschwiegen werden, sind die Anlagekosten solcher großen Wasserkraftanlagen. mögen sie nun in einem Fluß oder im Gebirge liegen, oft sehr bedeutend. Aber diese Ausgaben werden sich in den meisten Fällen volkswirtschaftlich in jeder Weise lohnen. Es wird nicht nur eine unerschöpsbare Kraftanlage geschaffen, sondern die Wassermassen werden in erster Linie in Verbindung mit Speicherung in einer Talsperre bei Hochwasser an- gesammelt und verhindert, im Unterlauf des Flusses unabsehbaren Schaden anzurichten. Man hält nicht nur unheilvolle Hochwasser ab, sondern zwingt das Wasfer, langsam abzufließen, dabei elektrische Energie zu erzeugen und die Vieder- wasserstände der Flüsse zu verbessern. In Deutschland finb wir im Ausbau unserer Wasserkräste gegenüber anderen Ländern, wie z. B. der Schweiz. Italien. Nordamerika. Schweden und Norwegen, weit zurück. Dies hat seinen Grund weniger in der mangelnden Erkenntnis des hohen Wertes der Wasserkräste. als darin, daß einerseits unsere Mittel beschränkt, und wir eines der kohlenreichsten Länder Europas sind. Aber auch bei uns find die Wasserkräfte in keiner Weise von untergeordneter Bedeutung. Der 3. An.icht der Sperrmauer der EDcrtal perrc. Iahreslrastbedars beträgt in Deutschland ungefähr zur Zeit 40 Milliarden Kilowattstunden. Hiervon entfällt ungefähr die Hälfte auf die Industrie und je ein Viertel aas den Betrieb Der Eifenbahnen bzw. auf die allgemeine Licht- und Kraftversorgung. Dazu kommen Dann noch Die für Den Hausbrand erforderlichen Kohlenmengen. Der Anteil Der Wasserkräfte ist heute noch gering und ergibt sich, wenn wir von der erst in ihren Anfängen stehenden Elektrifizie'-ung der letzten und eigentlichen Sinne nicht das Ergebnis einer methedich aufbauenden Arbeit sein können, well eine selche von vorneherein ein sefles Ziel varaus'eht. Dieses kennt der Entdecker nicht: er kann es bestenfalls ahnen, wenn oorausgegan- gene Unter uchungen oder besondere Anzeichen seinem Schaffen schon eine bestimmte Richtung gewiesen haben. Mag unter diesen Umständen die wissen^chofüiche Forschungsarbeit als letztes Ergebnis wirklich eine neue Entdeckung zeitigen, so kann sie uns doch nie mehr bedeuten als eine Feststellung de scn, was ist und was auch gewesen Ware, wenn nicht ein glücklicher Zusall vergönnt hätte, den Schleier au lüften. Der uns noch fo viel Unergründetes verbirgt. So stehen grundsätzlich jedem Menschen die Wege offen zu be» DeutenDen Entdeckungen, sofern er nur fähig ist. die Der Natur abgetansten Geheimnisse als neue Erkcnntr.i.se in fein Bewußtsein zu bringen, ihre Wirkung zu über chauen und auszuwerten. Da diese Forderung immerhin auf jedem Gebiete des Wissens ein tiefgehendes fachmännisches Interesse und Urtcil&Dttmögen v. raus'etzt. so ist es gleichwohl verständlich, weshalb die großen Entdeckungen auf Dem Gebiete Der Phy ik fast aus chlicßlich Dem Physiker, auf dem Der Medizin dem Mediziner .auf dem Der Altertumskunde Dem Archäologen usw. Vorbehalten waren und auch weiterhin fein werden. Die schöpferische Leistung der Entdecker werden wir Demnach Darin erblicken müllen, daß das Aufzeigen einer jeden Erscheinung, Deren Vorhandensein unserem Wissen bisher verschlossen war. zur Grundlage neuer Erkenntnisse und somit von unabsehbarer Wirkung sür unsere kulrurelle Entwicklung werden kann. Ganz anders find die 'Bedingungen, unter denen sich die Arbeit des Erfinders vollzieht: sestgelegt ist bereit« die Ba is. von der fein Schaffen auSgeht, festgelegt Das Ziel. Dem es duftrebL Der Erfinder schenkt der Well in allen Fällen etwas Neues, ein Produkt feines Geistes und seine« Könnens. Er hebt nicht (wie der Entdecker) unbekannte, aber schon vorhandene Schätze ans Licht: ausgehend von der Voraus'etzung ihrer Existenz und sußerrd auf den Forschungen, die sie erwiesen und ihre Natur llarlegten. sucht er ihre Etfenbahnen absehen, für die Zwecke der allgemeinen Licht- und Kraftversorgung nur zu rund Ich Milllardcn Kilowattstunden. Aber wir besitzen auSbausähige Wasserkräfte von ungefähr 5 000000 Kilowatt mit einer jährlichen Energiemenge von etwa 25 bis 30 Milliarden Kilowattstunden. alfo mehr al« der Hälfte der heute erzeugten Energiemengen. Es ist ein Irrtum, zu glauben, daß durch Den Ausbau dieser Wasserkräfte unsere Kohlenförderung erheblich herabgesetzt würde. Gewiß wird an vielen Stellen die Wasserkraft an Stelle der bisherigen Kohle treten, aber anderseits sind wir dann in Der Lage, mehr Kohlen ausführen zu können, was nur im Interesse unserer Wirtschaft ist. Ferner ist Die Frage der Verflüssigung der Kohle so dicht vor Der Lösung bzw. schon erreicht. Daß damit Die Bedeutung der Kohle auf ein: ganz andere Basis gestellt wird, we.l Dann ein großer Teil Der Motoröle direkt aus Kohle hergestellt werden kann. Zum Dritten ist zu beachten, daß eine erhöhte Krafterzeugung auch eine erhöhte Kraft- Verwendung mit fich bringt, was im Interesse unserer kulturellen und wirtschaftlichen Entwicklung zu begrüßen ist. Also mehr Denn je muh es heute bei uns heißen: planvoller weiterer Ausbau der Wasserkräfte, soweit es nur unsere jetzigen Mittel erlauben. 3m Verhältnis zu seiner Bevölkerungszahl ist Baden mit jährlich 2200 Kilowattstunden auf Den Einwohner das an Wasserkräften reichste Land Bayern hat nur 1700, und das Neich im Mittel 500 Kilowattstunden auf Den Einwohner. Die Wasserkräfte Badens zerfallen in Drei Teile Oberrhein von Kvnstairz bis Basel und von Basel bis Straßburg, sowie die Kraftwerke im nördlichen (Murg- und Schwarzenbachwerk) und im südlichen Schwarzwald iSchluchtseewerk». die beide samt der noch anderen Anlagen, die zum Teil Wärmekraftwerke sind, im Badenwerk zu- sainmengefaht find. Die Schwarzwaldwallerlraste find eine sehr glückliche Ergänzung der Nheinkräfte. Während Dort infolge Der Schneeschmelze die Hochwasser in der Hauptsache im Frühjahr und Sommer auftreten, zeigen die Schwarzwaldflüsse im Winter als unmittelbare Folge der erhöhten Niederschläge starke Wasserführung. Dementsprechend liegt der Schwerpunkt der Energieerzeugung bei den Nheinwerken im Sommer, bei Den Schwarzwaldwerken im Winter. Die Leistung he« Murgwerke« beträgt heute 67 Millionen Kilowattstunden. Das Schluchtseewerk. dessen erster Ausbau bald vollendet ist. wird zuerst 170, später 400 Millionen Kilowattstunden im Mittel jährlich erzeugen können. Die Grundlagen der Wasserkraftwerke Bayerns sind das Walchenfeewerk mit 24 500 Kilowatt mittlerer 3ahres- und 117 000 Kilowatt Spitzenleistung. die Kraftwerke der mittleren 3far mit 56 700 Kilowatt Ausbau- und 42 OOO Kilowatt mittlerer Leistung, wozu noch das Ärafitoflt Pforrn buch mit 22 100 Kilowatt Ausbauleistung kommt und verschiedene kleine Werke. Diese Werke sind alle im Bayernwerl zusammenge- schlossen. 3m Zuge Der im Bau befinDlichen Groß- schissahrtsstrahe Main—Donau können an den einzelnen Staustufen ebenfalls sehr erhebliche Wasserkräfte nutzbar gemacht werden. Die fich insgesamt von Aschaffenburg bis Passau auf rund 1,5 Milliarden Kilowattstunden belaufen. Davon ist das Wasserkraftwerk bei Diereth am Main bei Bamberg mit 18 Millionen Kilowattstunden Leistung fertig und die Anlage Der Kach- (etftufe bei Bamberg, wo Die Donau angestaut und 250 Millionen Kilowattstunden jährlich erzeugen wird, geht ihrer Vollendung entgegen. 3n Preußen ist Die Errichtung von (Stauanlagen und Talsperren mit Dem alleinigen Zweck Der Wafserkrastnuhung bisher im allgemeinen nicht betrieben worden. Am kanalisierten Main zwischen Frankfurt und Aschaffenburg, an Den vorhandenen Weser-Staustufen bei Dörverden und Bremen, sowie bei der geplanten Kanalisierung von Weser und Werra, sind die Stauanlagen in erster Linie für die Schiffahrt und Zwecke der Landeskultur erbaut. Auch bei Den vorhandenen Talsperren an der Diemel und Eder, von Denen Ergebnis.- verwerten und durch selbst ersonnene Einrichtungen bestimmten — meist gewerblichen — Zwecken nutzbar zu machen. Es ist also etwas spezifisch Eigenes, was der Erfinder aus Vorhandenem gestaltet: durch die Erteilung von Patenten wird seine Autrrschast anerkannt, und Die unbefugte finanzielle Ausbeutung feines geistigen Eigentums durch andere verhindert. Ilm die Beziehungen zwi'chen Entdeckung und Erfindung n-ch eingehender zu vcr eutlichen, feien aus Der Fülle Der Beispiele einige herausgegriffen: Das Hebelgesetz Der Mechanik mußte erst entdeckt werden. Damit Der Hebebaum. Die Hcbelwage und andere auf diesem Prinzip aufgebaute Instrumente erfunden werden konnten. Die Entdeckung, daß die in einem Rohr einge- schlofsene Lust äUe hörbar zu schwingen vermag, führte zur Erfindung unserer Blasinstrumente. Au« Der Entdeckung der Volumen-Zunahme von Körpern und Zlü.sigkeiten ergab sich Die Erfindung beer Thermometers. Die Entdeckung der Ablenkung von Lichtstrahlen durch Prismen hatte die Erfindung sphärischer Lin en für alle Arien epti'cher Apparate zur Folge. Schließlich die Entdeckung der wellenförmigen Ausbreitung Der Elektrizität durch Den Aethrr bescherte uns Die Erfindung ter Funken-Telegraphie und -Te- lephonie, Deren Segnungen wir in Gestalt des Radio täglich mit Freuden genießen. Wir erkennen also, daß Der Erfinder eine unmittelbar schöpferische Arbeit leistet, indem durch ihn tie theoretischen Erkenntnisse des Entdeckers zu praktischer und der Allgemeinheit nutzbringender Wirkung gelangen. Eine Erfindung darf bereits Dann als solche angesprochen und durch Patent geschützt werden, wenn sie in Der vorliegenden Form eine unanfechtbare Neuerung auf ihre n Gebiete barst eilt. Es genügt vor Dem Patentgesetz, daß die Möglich- keit ihrer AuZ'ührung prinzipiell gegeben ist: es genügt dies aber bei weitem noch nicht, um die Erfindung ihrem eigenllichen Be'.immungszweck zuzuführen. Wie viele brauchbare Ideen sind bereit« patentiert worden, und wieviele harren noch heute ihrer Erweckung zum Leden! Von der grundsätzlichen Losung eines Problems bis zu seiner letzten Verwirklichung ist noch ein weiter Die Edertalsperre die größte Deutschland« ist. kommt Die Gew.iuuing von Wasserkraft erst in zweiter Linie. Was ist eigentlich Mhardeit? Don Dipl.-Ing. Werner Kunz. Flachdruck verboten.) Auch in der Technik gibt es Schlagwörter. Das neueste heißt Fließarbeit. Da« das bedeutet, wissen wohl Die Ingenieure, aber auch nicht alle: die Rlchtfachlcute aber machen sich entweder gar keinen oder einen ganz falfchen Begriff davon. Oft hort man Die Ansicht, die Fließarbeit sei von Henry Ford ersunben worden. Auch Da« ist nicht richtig. Denn er war wohl zwar Der erste. Der Die Fließarbeit mit Hilsq De« sogenannten Montagebandes im Maschinenbau anwendete. aber er sagt selbst in feinem Buche „Mein Leden und mein Werk", daß er es Den Fleifchpackem in Den Ehikagoer Schlachthäusern nachgemacht habe. Auf die Frage, was Fließarbeit ist, antwortet Frank Mäckdach in Dem im Auftrage des Ausschusses für wirtschaftliche Fertigung her- auögegebenen Buche > Fließarbeit" folgendermaßen: .Fließarbeit ist eine örtlich fortschreitende. zeitlich bestimmte, lückenlose Folge von Arbeilsaänyen." Der Zweck aber jeder Fließarbeit ist eine Beschleunigung De« Herstellungsvorganges und Damit eine Verringerung Der Erzeugungskosten. Die Vorteile Der Fließarbeit bestehen vor allem in einer Herabsetzung Der Be- förderungskosten und in Der Möglichkeit. Den Arbeitsraum sowie Die Arbeitskräfte besser au«- zunutzen. Lager — namentlich Zwischenlager — und vor allem Kapital zu sparen. Meist versteht man unter Fließarbeit eine Fertigung, bei Der Da« Werkstück auf einen sehr langsam fortschreitenden FördervorrichtunH (Bandförderer. Hängebahn, Roklenbabn, Ilmlaufkette. Drehtisch usw.) an den einzelnen Arbeitsstellen vorbeigesührt wird. Unbedingt notwendig ist das aber nicht: auch bei Der Weitergabe De« Werkstückes von Hand oder z. B.. wenn es in Rinnen oder ähnlichen Bahnen von Hand toeiter- geschoben wird, können die Bedingungen Der Fließarbeit erfüllt sein. Ieder Arbeiter führt Dabei eine bestimmte, streng abgegrenzte Arbeitsleistung aus. wofür ihm eine stet« gleich- bleibende Zeit zur Verfügung steht. Die Stieb* arbeit bedingt daher eine starke Unterteilung Der Arbeit. Während früher ein Mann eine ganze Reihe von Arbeitsgängen aussührte. hat bei der Fließarbeit jeder Mann an seinem Werkstück nur eine Arbeit zu leisten. Dann ist Da« Stück an seinem Stand vorbei, ein neue« Dafür herangekommen, an Dem er Da« gleiche auSführi. Die Erfahrung zeigt, daß hierbei viel mehr geschafft wird als früher und daß Die Gesamtlöhne geringer toerDen, selbst wenn Der Lohn De# einzelnen Arbeiters höher ist al« bisher So können Die Verkaufspreise herabgesetzt werden, wodurch sich wiederum der Umsatz hebt. Die Fordschen Kraftwagensabriken zeigen Die# am deutlichsten, wenn auch betont werden muß, daß die dort ausgeführlen Arbeitsverfahren nichid auch für Deutschland unbedingt verwendbar sind. Iedenfall« hat Ford aber den Beweis erbracht, daß beim Ersatz der Handarbeit durch Maschinenarbeit. wo es nur irgend möglich ist. keine Arbeiter überflüssig werden, sondern daß im Gegenteil durch Vergrößerung de« Umsätze« der Bedarf an Arbeitskräften wächst, und Dabei bessere Löhne gezahlt werden können. Die Fließarbeit war eigentlich da« Ursprüngliche. denn ursprünglich hat man einen Gegenstand in der Weise her gestellt, daß man fort* laufend Daran gearbeitet hat, bis er fertig war. Erst unsere Fabrikbetriebe haben Diesen Weg verlassen, als sie sich für jede Arbeit Sonder- Werkstätten schufen, beispielsweise eine Gießerei, eine Fräserei, eine Bohrerei und eine Dreher:« sowie eine Werlsta'.t für Montage. Einzelteile, mußten oft alle diese Werkstätten durchlaufen, was mit großen Beförderungskosten und mit erheblichen Zeitverlusten verbunden ist. Oft waren dann Die einzelnen Werkstätten nicht gleichmäßig Weg zu gehen: in unzähligen Fällen wäre Der Einsatz von Zeit und Geld viel zu hoch, um Durch Den Endersolg gerechtfertigt zu werden. Oder Dem Erfinder. Der ja keineswegs immer ein Fachmann auf Dem Gebiete feiner Erfindung zu sein braucht, fehlt überhaupt Da« technische Rüstzeug. Dieser Die Gestalt zu geben. Die sie zu einem preiswerten gewerblichen Erzeugnis macht und den vielsältigen Anforderungen Der Verbrau-'eekreise genügt. Er bedarf noch eines Mittelmanne., der sein Geistes- Produkt in die Form umgießt. Die ein? möglichst restlose Ausnutzung für alle industriellen Zwecke zuläßt und Dem jeweiligen Stand moderner Fabrikationstechnik angepaßt ist: Des Konstrukteurs. So stellt sich das Konstruieren Dar al« ein Ausbauen aus Der Idee de-, geistigen Urhebers heraus zu realer Vollendung, als die letzte und eigentliche .Tat". Wer allein ba« äußere Bild Der ersten Lokomotive vor knapp 100 Iahren mit Der heutigen monumentalen Wirkung unserer neuzeitlichen Schnellzugstypen vergleicht. wer d e beicheiDenen Brtri bsmoglichkei en von damals Den imponierenden Leistungen von heute gcgenüberstellt. der wird sich der Erkenntnis nicht Der chließen. welche Fälle von Können. Er- fmbungegabe. Gestaltungskraft und - nicht zuletzt Eckönhellsiinn hier am Werke war. daß auch die Arbeit des Konstrukteurs im besten Sinne schöp er sch genannt to:r ei Darf Sie i es die durch Verwertung der hier ür uncr ä'lichen 5ad kenntnisfe jede Erfindung erst ihrem endgültigen Verwendungszweck zuführt und dadurch ihren Erfolg und chre Bedeutung für Die All- gemein!)eit entscheidet. Entdecken — Erfinden — Konstruieren, Drei grundverschiedene Ausdrucksforme i produktiver Tätigkeit. Die durch kein Werturteil gegen inanDer abgewogen werden können, weil jede nur mit ihrem eigenen Maßstab zu me fen ist: verbunden allein durch die Gemeinsamkeit ihres inneren Wesens. Dieses aber erblicken wir darin, daß jede Art schöpferischer Arbeit in ihren G.enzen dazu beiträgt neue Werke zu schaffen, und durch Bereicherung unseres Willens und Erweiterung unseres Kön-ens mitwirkt an Der Fortentwicklung Der Menschheit. beschäftigt unb arbeiteten „auf Sager“ — grobe Lagerräume waren dafür erforderlich, und gewaltige Geldwerte wurden so feftgelegt und fraßen Zinsen. Bei der Fließarbeit gibt es fast feine Saget mehr, und es gibt eigentlich auch keine Sonderwerkstatten: Das Werkstück läuft so weiter, daß es auf dem denkbar kürzesten Wege alle Bearbeitungen erführt, die an ihm bis zur Fertigstellung nötig sind, und danach sind eben die c6 bearbeitenden Maschinen aufgestellt: aus je eine Gießmaschine folgt beispielsweise eine Fräs- und auf diese eine Bohrmaschine usw., so daß also nicht mehr gleichartige Maschinen in einer Werkstatt vereinigt sind. Was auf diesem Wege erreicht werden kann, zeigt das Beispiel von Ford: Wie Professor A. Wallichs von der Technischen Hochschule in Aachen ausführt, treibt bei Ford ein Motor schon 5 Stunden, nachdem er flüssiges Suen war, den fertigen Wagen an; dieses Kunststück wird täglich 8O2OmaI ausgeführt! Kein Wunder, daß Ford fein Betriebskapital fünfzigmal in einem Jahre umsetzt, während dieS in gut geleiteten Fabriken bei uns nur drei- bis viermal gelingt. Für das Fortschreiten der Arbeit ist es wichtig, sie in solche Gruppen zu unterteilen, daß jede Arbeitshandlung eben so lange dauert wie jede vorhergehende und folgende, damit die Kette der Werkstücke nirgends abreißt und sich nirgends staut. Natürlich kann man z. B. Arbeiten, die ein Vielfaches der Einheitszeit dauern, so in den Fluß einschalten, daß man dort zwei oder mehr Maschinen aufftelft und das erste herankommende Stück immer der ersten, daS folgende der zweiten usw. Maschine auteltet, während sie sich beim weiteren Fluh wieder hintereinander reihen. So sieht die „Örtlich fortschreitende, zeitlich bestimmte, lückenlose Fo.'ge von Arbei sgangen" der Fließarbeit aus. 3n Deutschland gibt es schon eine ganze Reihe von Werken, die küe fließende Arbeit eingeführt haben, und nach den damit gemachten Erfahrungen ist bestimmt anzu- nehmen, daß weitere folgen werden. Freilich eignet sich die Fließarbeit nur für Massenerzeugnisse. für Erzeugnisse, von denen viele gleiche fortlaufend angefertigt werden. Un- Deutschen liegt das weniger. Aber wir werden un« daran gewöhnen müssen, mehr „genormte“ Debrauchsgegenstände zu verwenden, trenn wir im Wirtschaftskampf mit Völkern, die dies tun, nicht unterliegen wollen — und schließlich hat die Normung ja auch dadurch ihre gewaltigen Vorteile, daß man zu einem Gegenstand immer wieder paffende Ersatzteile bekommt, Näh.end man ihn jetzt oft wegen einer fehlenden Ä-einigteit, die nicht mehr zu bekommen ist. wegwersen muß. Daß sich die Normung und mit ihr die Fließarbeit Bahn brechen werden, Ist schon deshalb sicher, weil die so hergestellten Waren bedeutend billiger werden. So wird auch der, der sich jetzt noch durchaus abgeneigt zeigt, genormte Gegenstände zu verwenden, doch durch die Rücksicht auf seinen Geldbeutel dazu gezwungen werden, feinen Anstoß mehr daran zu nehmen, wenn Neumanns und Lehmanns dieselben Stühle haben wie Schmidt- und Müllers. Die Furcht, unser Leben könne dadurch an Schönheit verlieren, ist unbegründet, denn die Ersparnisse an den Gegenständen des täglichen Bedarfs werden eben durch die Normung und damit durch Ermöglichung der Fließarbeit so bedeutend sein, daß un- zur Verschönerung unseres Lebens viel mehr Geld übrig bleibt als jetzt. Und auch die „Fließarbeiter" werden infolge ihres höheren Verdienstes an der Verbesserung der allgemeinen Leben-Haltung reichlich Anteil haben, ganz ab- gesehen davon, daß auch sie der Verbilligung der Waren teilhaftig werden. Rundfunk-Programm. Donnerstag, 10. Mär;: 1.30 bi- 2.30 Uhr: Uebertragung von Kassel: Mittagskonzert der Kasseler Hauskapelle. 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Ufcr: Konzert des Hausorchcsiers: Leonca- vallo. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lesestunde. 6.15 bis 6.45 ilbr: ilebertragung von Kassel: Vortrag des Professors Dr. Luthmer vom Landesmufeum Kassel über „Aufgaben der öffentlichen Kunsl- Pslcge". 6.45 bis 7 Ähr: Ucbcrtcagung von Kassel: „Die Stunde der Frau." 7 bis 7.30 Hör: Italienischer Sprachunterricht. 8 Uhr: ilebertragung andern Festsaal der Stuttgarter Liederhalle: Gastspiel Jan Kiepura. Anschließend bis 12.30 Ahr: Tanzmusik. Dichter als Vorleser. Einst, da es noch feine gedruckten Bücher gab. tarnen die Dichter nur durch das auls eigenem ober fremdem Mund gesprochene Wort zum Bolte; der Aode fang ober deklamierte ihre Olmen, Hymnen und Rhapsodien zur Begleitung der Kithara oder Phorminx bei den Festen der Griechen, der Skalde rührte In den Met-Hallen der angelsächsischen und deutschen Könige und Fürsten die Harfe, und in seinen Worten erstanden die großen Geschicke der Vorzeit: zuletzt war im Abendlands der Spielmann der Träger und Vermittler der mittelalterlichen, epischen und lyrischen Produktion und heute, da eS zuviel Bücher gibt, kommt der Dichter wieder selbst, frei- tolfilg oder aufgefordert, jedenfalls gern zum Dokke. um durch das gesprochene Wort die Resonanz des geschriebenen und gedruckten zu verstärken. Der Dichter am Dortragstlsch ist erst in den letzten Jahrzehnten zu einer öffentlich häufiger zu sehenden Erscheinung geworden. In kleinern Kreise freilich ist er schon immer als Interpret seiner eigenen oder auch fremder Gestaltungen aufgetreten. In den verschiedensten Lebensaltern lieh sich Goethe zu gelegener Stunde bereit- sinben. sein eigener Dolmetsch zu fein. Er hatte, wie wir durch Riemer wissen, eine schöne Stimme, die sich vom leisesten DesühlSton bis zur Donnerstimme zu erheben wußte, locnn er im Affekt, im Zorn ober in leidenschaftlicher Aufregung war. Am Abend de« 3. Februar 1807 war Johanna Schopenhauer bei Goethe, der einige junge Schauspieler eingeladen hatte, die er oft bei sich deklamieren ließ, um fit für ihre Kunst zu bilden. Er laS mit ihnen „Die Mitschuldigen' und hatte selbst die Rolle des Gastwirt« übernommen. „Ich habe nie etwa- Aehnlicb.-s gehört," so berichtet Johanna Schopenhauer ihrem Sohu ..er ist ganz Feuer und Leben, wenn er deklamiert, niemand hat das Komische mehr in seiner Gewalt als er." Als sich bei einem Besuch des Jenaer Vrivat- dozenten für Theologie und orientalische Sprachen Johann Gustav Stickel am 22. März 1831 Ieitungsschau. Die bekannte Wochenschrift „Der Deut- s ch e n f p i e g e 1“ beschäftigt sich anläßlich der gegenwärtigen Gen er Ratstagung mit unserer politischen Lage, die folgendermaßen Umrissen wird: „Run mag man ruhig einma' aussprechen, daß die Räumung der besetzten Gebi.te ja gar nicht mehr solch ungeheue.e Bedeutung für unS habe, nachdem wir bereits in das Jahr 1'27 a.fo niren sind und Frankreich in drei Jahren die zweite und in acht Jahren die dritte Zone ohne weitere- räumen muß. Man kann auch zur B.ruhigung für ganz skeptische Gemüter Yinzufügen, baß Frankreich diese Verpflichtung nicht wir) umgehen können, weil weder Be g er. noch Eng'and große Neigung zu einer langjährigen For- etzun; der Besatzung-Politik zeigen. Auer das Entscheidendr ist gar nicht, daß die besetzten Gebiete geräumt werden, so dringend das immer wieder im Interesse der Bevölkcrunr, für unsere moralische Weltgeltung und schließ ich auch im Sinne der Moral der Wellpolitik gefordert werden muß Entscheidend ist. daß die Be ezung der zweiten und dritten rheinischen Zone für Frankreich ein Piand ist, da- noch einmal nach dem Wille wenn nicht Briands, dann ganz kicher Poincar5s und der gesamten Rechten und Mitte in Frankreich gegen unS ausgenutzt werden soll. Oft genug ist hier gesagt worden, daß Frankreich die Preisgabe der besetzten Gebiete bei den auch in Paris für selbstverständlich gehaltenen Behandlungen über die Reform des Dawes-Gutachtens verkaufen will. Je mehr wir Wert auf die Räumung legen, um so mehr erleichtern wir die in Wahrheit schon sehr leicht getost.ene französische Schul- denpvlitik. Poincarä hat den Streit um die Ratifizierung der Schuldenablommen mit Eng'and und den Bereinigten Staaten, auf den sich große politische Kombinationen bei uns, in London und in Washington aufgebaut haben, botiäuilg einfach dadurch aus der Welt geschafft, daß er nicht ratifiziert, aber zahlt. Wenn sich, wie es den Anschein hat, London und Washington damit zufrieden geben, Dann geht Poincarä ohne die Belastung einer Ratifizierung dieser Abkommen in den Wahlkampf, und die neue französische Kammer bringt womöglich eine starke Mehrheit für Poincarö. Die französischen Diplomaten in London und Washington können dann von neuem und ganz anders al- heute über Die Frage der Ratifikation verhandeln. Wieder wird die Frage Der Garantie, d. h. die Forderung Frankreichs, daß es nicht mehr zu zahlen braucht, als es von Deutschland erhält, in den Mittelpunkt Der Schuldenregelung gestellt werden; vielleicht, wird dann auch die Reform des Dawes-Gutachtens Damit verknüpft, und e- liegt nahe, daß Frankreich dann Die Summe unserer Verpflichtungen mit der Zusage Der Räumung auszuhandeln versucht. Ohne eine Reform des Dawes-Gutachtens kann aber unser Wirtschaftsleben nicht wieder aufgebaut, können unsere weltwirtschaftlichen Beziehungen nicht wieder geregelt werden. Wir sind mit Dem Dawes-Gutachten in seiner jetzigen Form kein Staat mehr, Der über Den engen Rahmen seiner Sorgen um den Vertrag von Versailles hinaus außenpolitisch aktiv werden könnte. Wenn man hört, was über diese Situation und die nächste Zukunft in Deutschland gesprochen wird. Dann erkennt man drei Vorschläge: die einen wollen England folgen, sie sind bereit, weltwirtschaftliche und selbst kolonialvolitische Möglichkeiten aufzugeben, und setzen ihre Hoffnung allein auf inneragrarische Programme. Sie glauben, daß Deutschland, wie die Entwicklung nun einmal gegangen sei, gar nichts anderes übrig bleibt, als sich hinter England zu stellen. Die anderen mochten gern umgekehrt alles auf Rußland setzen und die dritten wollen die deutsch- französische Verständigung. Ist das nicht alles Theorie? Was sollte England für ein Interesse daran haben, uns weiterzuhelfen? Wir können England dort, wo es in seiner Weltstellung bedroht ist, gar nicht helfen. In der Weltpolitik spielen wir keine größere Rolle als die neutralen Staaten. Rußland braucht Geld und eventuell auch politische Hilfestellung. Wir sind dazu zu arm und zu schwach. Nun folgert man dort, too der Gedanke der deutsch-französischen Derständi- gung vertreten wird, gerade aus solcher Erkenntnis, daß uns eben nichts anderes übrig bleibt, als ein geeintes Europa von Warschau bis Bordeaux zu schassen, in dem sich die Staaten über ihre handelspolitischen Gegensätze und über Die Friedensverträge verständigen. Diese Verständigung würde aber bedeuten, daß Deutschland im Osten für Immer auf jede Aenderung das Gespräch zum „West-Östlichen Divan" toanDte, und Stickel die Übersetzung des arabischen Heldengedichts in den Noten hierzu als vortrefflich und mustergültig rühmte, remitierte Goethe einige Strophen daraus. Währenddessen war cs. so schildert Der Zuhörer, al- ob sie sich Dem Dichter, wie einem von poetischem Raptus Ergriffenen, neu erzeugten; seine Augen waren groß und weit geöffnet, Blitze schienen aus ihnen hervorzusprühen. „Der Eindruck war in Wahrheit überwältigend, und wird mir, solange ich atme, unvergeßlich bleiben." Berühmt ist Die Zeichnung Viktor Peter von Heidelofis, Die Schiller bei Der Vorlesung Der „Räuber" im sogenannten Bopserwäldchen bei Stuttgart, von Den eingeweihten Freunden umgeben, Darstellt. Die anfänglich ruhige Deklamation des Dichters, steigerte sich in Der fünften Szene des vierten Aktes, wo Der Räuber Moor mit Entsetzen fernen totgeglaubien Vater vor Dem Turme anredet, in Dem Grade, daß seine Freunde, Deren Erinnerung Der Sohn des Zeichners Die Szene nachcrzählt hat, durch Den Ausbruch feines Afselts in Bestürzung gerieten, durch Die Großartigkeit seiner Arbeit aber in Erstaunen, Bewunderung und in fast endlose Beifallsbezcugungen übergingen. Den'. Bericht des Schauspielers Heinrich Schmidt, der Der ersten Vorlesung der ..Jungfrau von Orleans" am 24. April 1801 beiwohnte, Ist zu entnehmen, daß Schiller kein guter Vorleser war. Seine Worte kamen auS hohler Brust, auch hatte sich die Dem Schwaben angeborene Aussprache noch nicht ganz verloren und abgeschlifsen. Ein Meister des Vortrags war Ludwig Tieck. dem nachgesaat werden konnte, daß er hierfür alles in Fülle besitze: ein herrliche-, ausdrucksvolles. geschmeidiges Organ, Nüancierung des Tons für Die verschiedenen Personen und Geschlechter, Seele im Auge. Phantasie, Eharak- terlstik. Gewalt der Leidenschaften, tiefe« Der- ständnis Der Dichtung, Berücksichtigung des Sin- Adncn wie deS Ganzen, seltene Ausdauer. Heber seine Vorlesungen im Schellingschen Hause in München, wo er im Winter 1808 zu Gaste war. schrieb Earoline an Pauline Gotter. „Statt Der Grenzen verzichten, daß es sich mit Frankreich auf ein Reparationsprogramm einigen mühte, das sicher unerfüllbar sein wird, vor allem aber wäre die deutsch-französische Verständigung und das ist das Entscheidende — nicht eine selbständig.' deutsch-französi ch-polnische Poli ik gegen England oder g gm Rußland oder gegen Italien oder gegen die Vereinigten StaA ten, sondern es wäre nur eine Unterordnung unter ein Frankreich, das gezwungen ist. bald mit England, bald mit Rußland, bald mit Den Vereinigten Staaten zu paktieren, und das sich diese schwankende Haltung auf unsere Kosten leisten kann. Auch Die deutsch-sranzosische Verständigung ist — wie das nun einmal überhaupt ein selbstverständliches Gesetz der Außenpolitik ist, solange es keine vollständige Abrüstung gibt — nur auf der Basis der Gleichberechtigung möglich. also nur bann, wenn wir gleich Frankreich gerüstet wären - — — Vielleicht i"; Der einzige Rat in dieser Situation. die ja nicht ewig zu dauern braucht, der. daß wir uns hüten müssen, uns noch einmal irgendwo festzulegen. Das ist vorläufig auch Die einzige Lehre von Locarno. Wir sind weltwirtschaftlich nicht zu entbehren, wir sind vielleicht sogar einmal, wenn erst die immer weitergehende wirtschaftliche Katastrophe Die sich heuie noch ganz sicher fühlenden großen Staaten erfaßt hat. ein wichtiger Faktor. Wir dürfen und aber, bis diese Periode kommt, weder dem Osten noch dem Westen unterorbnen. In Genf haben wir vorläufig AiltagSarbcit zu leisten. Gerade die Tagesordnung dieser Ratssitzung mit den Sorgen um Danzig und um bas Saargebiet gibt ein kleine- Spiegelbild der großen weltpolitischen Lage. 3m Saargebiet sucht Frankreich sich machtpolitisch zu halten. In Dan zig will Polen weiter Vorbringen. Wir werden wahrscheinlich erleben, baß Frankreich und Polen im en scheidenden Augenblick von England unterstützt werden. Im großen würde sich das gleiche ergeben, wenn wir uns mit Frankreich und Polen zu verständigen versuchen oder wenn wir unS an England oder Rußland anschlössen. Wir sind das Oojekt des Vertrages von Versailles und damit das Objekt aller außenpolitischen Auseinandersetzungen Der großen Mächte, mögen sic sich nun in China, In Vorderasien oder In Den Vereinigten Staaten abspielen. Das haben wir in Den letzten optimistischen Monaten fast ganz vergessen. Ungarns Adriahasen. Von unserem römischen ^-Korrespondenten. Rom, März 1927. Graf Bethlen fährt nach Rom. in Den Frühling hinein, und in der Luft liegt es wie eine Ahnung, als ob von Süden her Ungarns neuer Frühling kommen könne. Das unmöglich verschnittene Land hat Nachbarn. Die ein solches Erwachen nicht durchweg mit wohlwollenden Augen betrachten würben und daher flog Deth- lens Zug ein aufgeregter Schwarm von Gerüchten und Meinungen schon voraus, als er bloß einstweilen sein diplomatisches Gepäck vorans- schickte, selber aber die Reise verschob. Eine Verzögerung, die den Verhandlungen in Rom sehr zustatten kommt, hat doch Budapest auf diese Weise Muße gehabt, den krächzenden UnglückS- rabenschwarm gründlich zu lichten, und Rom Gelegenheit zu gründlicher Vorarbeit gesunden. Ja, man kann sagen, die Hauptarbeit ist in dem Augenblick, too Der Abgesandte Der ungarischen Nation Mussolini die Hand zum Gruße reichen wird, schon getan. Politisch: Italien unterstützt die ungarische Forderung auf Aushebung der Militärkontrolle. Wirt« schastlich; Ungarn erhält seinen Adriahafen Fiume zurück. Eine Reihe von anderen Dingen werden noch zum Abschluß kommen, neue Fragen auf- tauchen, neue Verhandlungen angesponnen werden, und alles im Geiste einer rapiden Annäherung, eines ernsthaften ZusammenarbeitenS. Denn über Budapest führt bie italienische Landbrücke zum Schwarzen Meer, über bie italienische Adria Ungarns Weg zum Welthandel. Im Brennpunkt Der Interessen beider Länder steht Fiume, das ohne Hinterland nicht leben und nicht sterben kann, für die italienische Politik alle die Jahre her ein stolzes Siegeszeichen, für den italienischen Handel aber nicht- andere« als eine schöne Kulisse war. Wirtschaftliche Tatsachen, das ist das Tröstliche an der kindlich verzeichneten Landkarte, die aus Dem Weltkrieg hervorging, erweisen fid) auf die Dauer immer klüger al- die Diplomaten — förmlich zwangsläufig kehrt der ungarische Weltkaufmann in seine verödeten Paläste, in seine mustergültigen Hafenanlagen zurück. Nicht ohne ein schmerzliche- Gefühl, das ist gewiß. Denn er wird Dort nur Gast fein, wo er früher Herr war, aber doch ohne die demütigende Empfindung, nur geduldet zu fein. Nein, man braucht ihn Die Bücher de- Hafenamtes sprechen da eine nüchterne Sprache: Umschlag (Ein- und Ausfuhr): 1913 : 22 585 007 Doppelzentner. 1922: 1 221 26Z Doppelzentner. 1924: 4 024 3^0 Doppelzentner. 1925: 7 2^3 50 Doppelzentner. 1926 : 7 347 370 Doppelzentner. Seit Der Aushebung des Freistaates also keine wesentliche Besserung mehr, daS sozusagen nur politisch ertftierenbe Fiume hätte bei einem Drittel feiner Dorkriegsnahrung veckümm-m müssen Nun aber wird es vorwärtsgehen, Fiume aufblüben, weil feine Blut« Rom und Budapest zum Vorteil gereicht. Und 2rieft und Spalato? Jugoslawien mußte in dem Wettstreit zwischen Spalato und Fiume unterliegen, nicht, wie man in Belgrad zu fürchten vorgab. weil Italien und Ungarn verabredet häueu. cs einzukreisen. sondern auS rein wirtsch a si lichen Erwägungen. Es war einfach ein Versuch mit untauglichen Mitteln, mit Spalato, wo kaum ein Fundament vorlag. den fertigen Großhafen Fiume aueftedben zu wollen. Dem begreiflichen politischen Verlangen stand — abgesehen von dem politischen Interesse, das auch in Rom vorhanden war — da» stärkere ökonomische Gesetz entgegen. Jugoslawien bleibt aber immerhin die nicht unwichtige Stellung des Bahnfrachtmclsters. eS ist Besitzer des Korridors und zehrt alS solcher erheblich mit am Auf chwung FiumcS Ernstere Sorgen konnte sich Triest machen, das noch immer seinen endlosen Krieg mit — Hamburg zu bettelten bat. Wird ihm in Fiume nicht etwa ein tödlicher Rivale erstehen? Hat eS sich nicht von seinem Siechtum gerade durch da« Blut erholt, das es dem lebenden Leichnam Fiume abzapfte? Die Frage scheint berechtigt, doch gibt eS auch hier Optimisten. Sie weifen auf die gleichfalls nebencinanbcrliegenDcn holländischen Häsen hin und — auf da« Gesetz der kommunizierenden Röhren. Oberhessen. Lanvkreis Gieren Lang-Gön«. 8. März. Am Samstag hielt bet Gesangverein „Frohsinn" feine diesjährige Generalversammlung ab, die von den Mitgliedern stark besucht war. Bei der Borstandswahl wurden die bisherigen Mitglieder wiedergewählt. T A 11 endorf (Lahn), S. März. Auf 21n> regung unseres Ortsgeistlichen, Pfarrer Schultheiß von Großen-Linden, ist in unserem Orte ein coang. üirchengesangverein (gemischter Chor) gegründet worden. Der Verein l-at sich die Ausgabe gestellt, den Gottesdienst durch seine Mitwirkung verschönern zu helfen. Als Chorleiter wurde Musiker Köhler. Großen-Linden. gewonnen, der auch den hiesigen Mönnergesangoereln leitet. Z Rödgen, 8. März. Am Sonntagabend gab Pfarrer Kalbhenn au- Drohen-Buseck mit seinem Posaunenchor hier Im Wagner- schon Saalbau ein Konzert zum Besten Der hiesigen KleinkinDerschule. In die LiederorDnung fügte sich, innerlich Damit verknüpft, seine warmherzige Ansprache, in Der er, au- eignem 6t- teben schöpfend, Dem Begriff „Heimat" Inhalt gab. Pfarrer Groth Dankte in seiner Schluß- ansprache allen, Die sich in uneigennütziger Weise bereit gefunden hatten, in so sreundnachbarlichei Art zu wirken. ' Großen-Buseck, 8. März. Der hiesige Z le genzuchtverein veranstaltete am Samstag einen sehr gut besuchten UnterhaltungSabend Der erste Vorsitzende, Sattlermeister Ludwig Scheid, konnte dabei auch eine Anzahl auswärtiger Gäste, bie auf dem Gebiet« bet Ziegenzucht eine führende Stellung einnehmen, begrüßen. 3m Mittelpunkt des Abends stand ein Bortrag des LandwirtschaslsratS Dr, H elfe r t - Schotten, Der in e toa eineinhalbstünDigen Ausführungen über „Unsere Zieaenzucht unb Deren Nutzen für die Allgemeinheit^ sprach. Anschließend referierte Der erste "Vorsitzende DeS KreisziegenzuchtvereinS Gießen, Lanbtagsabge- otDncter Fenchel- Oberhörgern, über Organisationsfrage der Ziegenzuchtvereine. Beide Vorträge, die mit lebhaftem Beifall ausgenommen Der großen Spectacle hätten wir hier ein kleines, aber exquisites. Tieck nämlich. Der Lustspiele vorliest und 'un* schon manchen Abend in die Täuschung versetzt hat, als säßen wir vor einer Bühne, auf der alle Rollen auf- auserlesenste besitzt wären. Schon ehemal» las er gut, aber es ist jetzt da« Beste, was man in der Art genießen kann, und eigentlich etwa- ganz Einziges. Gr macht die Stücke erst, indem er sie so liefet." „ES läßt sich", meinte Schelling, „lein königlicher Vergnügen Demen, al- eine Gozzischc Komödie von ihm vorgelesen und improvisiert zu hören." Weithin berühmt wurden Die dramatischen Vorlesungen. Die Tieck in seinem Hause in Dresden, wohin er 1819 übergesiedelt war. abhiclt. Längst waren sie", so lesen wir in Rudolf Köpkes Biographie, „mehr gewesen als eine anregende Unterhaltung für die Familie und die nächsten Freunde. Sie waren eine Vermittelung für Zernerstehende, ein künstlerisches Vorbild für Schauspieler. Gegenstand dec Bewunderung oder Neugier für Fremde, und Mittelpunkt Der Geselligkeit. Ihr Nus ging weit über Dresden hinaus, und Tiecks Meisterschaft im Dramatischen Lesen trug vielleicht eben so viel dazu bei. ihn zur öffentlichen Person zu machen, wie sein Dichterischer Ruhm. Leine Vorlesungen wurden zu Dre-denS Merkwürdiglei en gezählt. Bisweilen fragten sogar Die Lohnbedienstclen Der Gasthofe im Naincn angekommener Fremden an, ob heute abend Vorlesung sein werde. Man sprach von ihnen, wie von der Gemäldegalerie, von Der Kapelle Der katholischen Kirche, oder Dem Theater Wer nach Dresden kam. mutzte Tieck besucht, irgendeine seiner Vorlesungen gehört haben. daS war unerlätzkich." Tieck laS Stücke von Shakespeare, Goethe ljedoch nicht Den zweiten Teil deS „Faust"), Schiller, Ealderon, Holberg, Sophoil.S EurlpideS und ArlstophaneS, sowie auch eigene Werke. „Fühlte er sich ganz kräftig, so konnte er wohl zwei hinfällige Dramen: -Ine Tragödie und ein Lustspiel ohne größere Pause oder merkliche Ermattung hinterein- anberr lesen." In der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts lieh, ein wandernder Rhapsode, Wilhelm Jordan feinen „Nibelungen" die Macht seiner Rede. Don neueren Dichtem Dürfte kaum einer von Bedeutung Dem Dortragstifch ferngeblieben sein. Ciliencron konnte al- Vorleser nicht feine einstige Zugehörigkeit zum militärischen Beruf verleugnen. In feinem Kabarett laS Peter Hille ans allerhand Papieren, Formularen. Rechnungen, Speisekarten, deren Rückseite er kreuz und quer mit feinen Einfällen beschrieben halte, vor. waS er davon für mittet* tenswert fand, mit leitet Stimme, fast flüsternd, ohne fonderliche Betonung wie ein innerlich Versunkener; oft fand er sich selbst in feiner Schreiberei nicht zurecht, stockte und stotterte. Wenn er aber gut Im Zuge war, ging trotzdem eine stille seine Wirkung von feinem Vortrag aus. allerdings nur für Den, her sich ganz ihm hingab; so wird er uns von Heinrich Hart geschildert. Hauptmann, Holz. Thomas Mann. Werfel: fic alle haben wir al- Interpreten ihrer Werke erleben fbnnen. Heber die tiefe Wirkung. die der nun auch von unS gegangene Rilke als Borlefer hervorrief, erfahren wir au- dem geistreichen Buche „AuS Dem alten Europa" von Helene von Nostitz-Wallwih: „ES war in Jena, als wir ihn zum erstenmal trafen. Man fuhr von Weimar nach Jena wie in eine unbekannte, etwa- wildere, freie Welt. In dem kleinen, halb- dunklen Saal trat Rilke auf da- Podium, in bet zeitlosen matten Tracht, die er liebte, mit bet fliegenden Krawatte. 3n diesem Anzug lag etwas von Paris, feinem geliebten Paris, von der Seine mit den kleinen Dampfbooten, die fo rafch hin und her fahren, und an deren Bug oft ein melancholischer lunger Maler mit weichem kleinen Hut steht- Rilke zog langsam bunlelgraue Handschuhe auS und erhob auf feine Zuhörer die milden tiefblauen Augen, die das übrige Gesicht au-lötchten. Dann laS er von dem „verlorenen Sohn" au- „Malte LauribS Brigge". S» war wieder, wie bet allen entscheidenden Äußerungen, ein« Sprache, die die geheimsten Welten im eigenen Innern zum Klingen brachte." Morgen werden wir Frank Thieß hören. F.Ä.H Vendl In Rord-Togs. ifircr einen guten «iin> fördern und für „Wein, mein Kindchen. Wicht einen Knopf. Ich schwarzen Schatten der Weißtannen und Föhren, dle 'nix Ihn mir Imnn rlmion • M i*Im• u:» : — k:. tm ■ .x < • r* « ■ ... v ' ' 19 Fonicgunst Nachdruck Derboien schmeichelte Hanna. Gute Wacht, liebe be* dle sich Er lief. Die zahlreichen 3u6i__ _____„_________ blick gewinnen in die Titten und Gebräuche der akrikanilchen Volksstänune und in die vielerlei Schwierigkeiten, die sich dem TKUlionat entgegen- stellen. Beide Gottesdienste erbrachten eine ansehnliche Äolktie für die Qkußcrc Million Elisabeth zeigte sich erstaun«. „Tröst' dich nur, Kindchen!" Es wird alles wieder recht." Die junge Braut nickte. Hanna!" von Lauterbach, int sich da» Pachtrecht auf neun 3ah-c gcsichert, do er die Absicht hat. die Fischzucht in hem hiesigen Wasser kräftig zu ' ‘ lchon in diesem Jahre einige tausend InngsoreUen bi» in die Wipfel in Schweigen gehüllt waren. Von unten herauf rauschte der Fluß, doppelt so laut wie am Tage, wo der Lärm von Menschen, und Glocken- stimmen und das Rauschen der Wälder die Hälfte seiner Stimme verschlang. wurden, waren von mancherlei geseHigen Darbietungen umrahmt, die einen ftimmuiut»D?[kn Verlaus nahmen :—: 05 e u e r n. k. März Am Sonntag »et* anstaltetc der hiesiae Volksbildung» verein im Caale .<:>. ■ Vorräte, barm kann bet Marlvorftanb noch aldes gehört sämtlichen Ortßjütgem. anerkannt Die Versatnmlung g;ng lchlicstlich auseinander ohne daß es zu einem Belchfusfe kam V>i? wir von lusländtzer Sette hörten, kann danibir auch keine Urabstimmung flau- finden, sondern tz erfür ist ganz allein der Mail- vorstand zuständig Mrcie Alöscld c*. Alsfeld. 8. März. Die diesige L a II d - wirtfchastliche Vinterfchulc feer! am 21. März das Fest ihres SOjäbrigen Bestehens, verbunden mit der diesjährigen Schluß- prüftmg. Am Vormittag findet eine öffentliche Feier statt, der Rachmitlag ist dem geselligen Bei- fammenseiii gewidmet. Das Alsfelder Iugend- orchester und ein Schülersängerchvr werden die Feier verschönen. ' Homberg a. d. 0hm. 8. März. Am Sonn - tag veranstaltete der OrtdgctocrbePcrcin Homberg und Umgebung im .. Frankfurter Hol" einen Ltchtbilbervortrag Lehrer 3 tn - m e l sprach über die Themen- „Das Hoichtoerk im Mittelalter" und »Mit Z. R. iil nach Amerika". Mit Dankestoorlen und der Hoffnung auf öftere Wiederholung solcher Tcrunftalhinqcn schloß Schlossermeisler Stumpf als Vorsitzender die Versammlung sör Nieder-Gemünden, b. März. Am SomStagabcnd bercüefen der Gesangverein ..Eintracht und der Kriegervcrein eine gemeinsame Familienfeier Der Gesangverein brachte dabei eine Anzahl Lhöre und Volislieder tvefflich zu Gehör. 3in weiteren Verlaufe deS Abends wurden noch Rezitationen hei'cren Inhalts und andere gesellige Ünterhal- tungen geboten. Die Veranstaltung befriedigte die Teilnehmer in vollem Maße L Over-Ohmen, 8. Marz. Am Sonntag hielt die hiesige Landwirtschaftiiche Kredit- und Vezugsgenossenschaft ihre ordentliche Generalversammlung ab. Der Dor- sitzende be» AussichlsrateS. W. ßlebr, eröffnete die Versammlung. Der Direktor, Ä. Otterbein. erstattete den Rechenschaftsbericht und berichtete über das Warengeschäft. Der Mitgliederbestand betrug Ende 1925: 125. Ende 192«: 118 Mitglieder. Im abgelaufenen Gefchäftsjahve wurden 8800 Zentner Waren bezogen, in der Hauptsache Futterartikel, Düngemittel und Saatgut. Der Gesamtumsatz im Warengeschäft betrug im abgelaufenen Jahre 250 000 Mart. Der Rechner, Fr. Schott, erstattete den Bericht über da» Geldgeschäft. Die Aktiva beträgt 49 648 Mk. die Passiva 48 563,66 Mk., der Reingewinn 1084,34 Mark. Dieser wird zur Hälfte dem Reservefonds nneben und zur Hälfte den Mitgliedern lidende überwiesen. Recht erfreulich hat im abgelaufenen Jahre die Spartätigkeit zugcnommen. Die Spareinlagen haben sich gegen das Vorfahr verdoppelt und betragen jetzt 16 000 Marl Besonders zu erwähnen ist das Klein- fparwesen. Durch den Verkauf von Sparmarken werben wöchentlich etwa 100 Mark ein- gelegt: in der Schulfparlafse find über 1000 Ml. gespart. Reu eingeführt wurden Scheck- und LeberweisungSverkehr. sowie dir Einziehung von der Kasse übergebenen Forderungen. Die Kredit- grenze kann infolge der anhaltenden Besserung auf dem Geldmärkte von 1030 Marl auf 2000 UH. erhöht werden. Der Rechner ermahnte die Mit..Regen Sic sich nicht unnütz auf. Baroncstc!", mahnte «r liebevoll „Es hatte noch schlimmer »ein können!" Sie streckte ihm wortlos die Hand entgegen. Er nob sie zu sich herauf und führte fie an die Lippen. 0m leiben Moment betrat Reichmann das Zimmer, bin rajcher Blick flog zu den beiden. Aber er sprach rein Won. trat nur zu Hanna ans Bett und erfum !"che 'ich nach ihrem Befinden. „Wie gshfs Ihnen, Herr Doktor?" ft-ug sie ju- „Schon besser?" Sic ließ ibn babei nicht aus den Augen. , Ich verspüre nichts mehr." jagte er ruhig. „Es iil mir wieder vollkommen wohl " Als belbc Aerzte das Zimmer oerlasten hatten, atmete 3)anno auf. „Alle Heiligen! Zwei Aerzte! Dieser Hilbeitt ist ein guter Mensch — einer von den funi raren, Eli>obelh'. Wenn es einmal was ift...“ „Wie meinst du denn bat!* unterbrach sie das junge Mädchen forschend. ..Ich meine nur! Zu Dem gehst du, wenn einmal etwas ist." Elisabeths Augen »Uinzten fiebernd. Sie ahnte, nem. sic wußte, was Johanna in Gedanken erwog. ,,E» wird nichts fein, Hanna'" erwiderte sie ruhig. „Gott geb's!" lieber dem alten Herrenhaus in Ludwigsial laftete «ine unheimliche Stille. Reichmann mar gegen cinßalb zehn Uhr nach Eijenbach zurückgegangen. Er wollte morgen auch die letzte Sput ■einet Vergiftung liberwunden baven. Hilbeni mar 'chon früher weggefahren. Friedrichs Schwester ban tierte geräuschlos in der Küche. Es gab noch so manches zu tun. Hanna lag in großen Schmerzen. 21bcr so oft Elisabeth den Kopi zur Tür hereinsteckie, wehrte sie^,.Geh doch, mein Kindchen, es jehft mir jo nichts, «chau. daß du ,zu Bett kommst, und wasch deine Augen noch mit kaltem Dosier, daß man nicht merkt, wie du gemeint hast, man könnt' denken, du feiest keine glückliche Braut!" .Denn du wüßtest', dachte Elisabeth und richtete Unter -Dibdersheim 8. März. Der hiesige Radfahrerverein „Wanderlust" veranstaltete am Sonntag im Saale des .Deutschen Hauses" seinen diesjährigen Unterh-altungsabend. Reden einigen lustigen Theaterstücken wurden noch musikalische Vorträge bargeboten, die reichen Beifall sanden. Märtyrer der Liebe. Roman von I. Schneide'-Förstl. Wickelung des Dereins im obgekausenen Jahre zu erlernen. Einen ounsttgen Stand weist d? Ver- elnskasfe aus. Bei der Dorstant^wahl wurde der Vorsitzende Karl Moller einstimmig tolebcrge- wühlt. al» zweiter Dorliyender wurde Richard 3 b del berufen, die übrigen Vorstandsmitglieder verblieben in ihren Aemtern. Der Verein steht unter bet künstlerischen Leitung von Lehrer Gengnagel. * Bettenhausen, 8 März Der hiesige Turnverein .Gut Heil" beteiligte sich unter Veitung b<* 1. Turntoarles Robert Bangel an dem dieSjährlaen BezirkS-GerSte-Wetturnen m Freienfeen und konnte dort erfolgreich ab* schneiden Turner Ernst Block wurde 10. Sieger in der aktiven Turn stufe, Willi Steul 3. Sieger in der Oberstufe, Adalbert Roth 9. Sieger 'n der Unterstufe und Otto Müller 6. Sieger unter den Schülern. C” Stet nheim b. Hunaen, 8. März. Am Sonntag hielt der hiesige Krlegerverein leinen diesjährigen Famlltenobend ab. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Lichtbildervortrag von Pfarrer Dr. H e h - mann von Rodheim a. d. Horloff, der mit 70 Lichtbildern die zahlreich Erschienenen auf die Kriegsschauplätze führt«. Der Reinertrag des Abends kommt der Ilnterstützungskaffe be» Vereins zugute. Mrcie Friedberg sj. Friedberg, v. März. Bon der Fried berg er F 1 i e g e r g ru p p e , die sich zur Zeit aus dem Hohcrodskopj befindet, lief der erste Flugberichl ein. Die Flüge gingen bis jetzt glatt von- ftatten, teilweise trotz heftigen Sturmes. Das Gelände ist sehr gut, nur dar Unterbringen der Maschine verursacht Schwierigkeiten. L_ Dorheim, 8. März. Am Sonntag fand hier «Ine Sitzung des Wetterauer Sänger b u n b e 6 statt, die sich mit dem 80jährigen Jubiläum u<» hiefioen Gesangvereins Germania befaßte. Dieses toll am 17. Juli ge feiert unb damit ein Wertungssingen des Bundes vereinigt werden. Den Nachmittag' füllen ein Fest- -Gute Nacbi auch, mein Kindchen! Und häng' dem Brautkleid so, daß der Mond nicht draus- ichcini. Das bringt viel Tränen In ter Ehe, sagt man! Ich glaub’ nicht an all den Schnickschnack, aber bu hältst was von all dem Zeug, dos ba im Volke fputen geht. Und laß deine Kerze morgen nicht abtropfen, sonst bleibst du kinderlos." CElijobeth brückte lächelnd ihren Kopi aegen Konnas scheitel Liebe, gute Hanna!" - AH. Äon. kleine Liese, so viel gab's noch zu lagen, was du eigentlich wissen müßtest. Aber es ist io schwer zum fx rau •bringen, und Ich denke es wird auch so nichts fehlen. Heiraten ist wie da, -terden, da» brennt jedem allein auf die Dingel. Kann keins mehr was dawidertun, wenn es einmal geschehen ist." .Hättest du Angst?" forscht« Llnabeth mir fra- g?nb geweiteten Äugen. ..Lngsi?" Ich meine, wenn du morgen einem Manne an- aetraut würdest.'" erklärte Elisabeth und ließ ihre Augen nicht von Hanna. zug. der fithah auf dem Markwlatz mit Fahnm- tottß« und anschließend Konzerrsingen in den beiden cölcn, an dem auch dir Äaslvevem« tetlurbmen. Dem Ernste der Zei: Rechnung tragend, wirb van einem Lolkssesle Abstand genommen. L M e l da q». d. Murz Am S. mtoa predig THift:?C<$ Imming von ber Dasier .rnsgelelltchasi im gut Lduchtr.i Haupt» gvf. skicn''« ’m Abendgotteed.enfie sprach er übet feine örlebn;«« von Vendl In Rord-Toav. Sonntagnachmiltag fand die Gcnera^verfammlung des Armen- und K r a n k e n p s l e g c v e r- ein» statt. Jahres- und Kassenbericht erfia.iete Pfarrer R a u m a n tu Der Kaffenbertcht schloß in Einnahme und Ausgabe mit rund 1000 Mk ah. Die Vergütung für die Schwester wurde von 50 Mk. auf 75 Mk.. und btt Beitrag vor. 80 Pfennig auf 1 Mk. für den Monat erhöht Ga mbach, 8. März. Am Samstagabend hielt ber®efangt>er«in .Harmonik feine b!e»i rannt habe, daß er Frankfurter Börse. Tendenz: 19,5 bis 20. Kartoffelstöcken 29.8 bis 30. Chinese! onnerstag, beit 10. März, nach- kMiTonner^taa »j ntittags ab im „LöN ♦ •> !^nfnS. 9 2 Nl;r, vcvsteiqcre ich Löwe»", Ncucuweq 28: ofa3, 2 Cbaiielonques. 1 Büfett, 2275V Eilcnlack tin öaü u. n. v. a. Hausrat- Betten Lackiert, Eiche Lindenplatz 1 2289V auf Teilzahlung Telephon 1414 Neuenweg 23 2230* bis bis bis bis bis Alle P ickungi'n llaui Hiudpnourz. sich der der Drucksachen aller Art liefert in jeder erwünschten Ausstattung stilrein und ortiswert die Urflhfedic üntv.-Druckerei« R. Lange ,empfindliche Besirasung. Dem Antrag des Staatsanwalts gemäh ver- l urteilte das Gericht den Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von vier Monaten. I Zugunsten des Angeklagten und im Hinblick aus dessen Veranlagung nahm das Gericht nicht ver- * leumderische Beleidigung (wider besseres Wissen) an, billigte ihm vielmehr die Möglichkeit zu, das; er sich in seine Behauptungen derart verrannt habe, dafz er sie selbst glaube. Die Verurteilung erfolgte wegen übler Vachrede (Behauptung und Verbreitung nicht erweislich wahrer ehrenrühriger Tatsachen). Dem beleidigten Bürgermeister wurde weiter die Befugnis zu- erkannt, das Urteil auf Kosten des Angeklagten öffentlich bekannt zu machen. zuge angeboten werden sollen. Die neugeschaffenen Mittel sollen für das Bauprogramm verwendet werden, das zur Ergänzung der bisherigen Flotte in Aus trag gegeben werden soll und aus folgenden Schiffen bestehen wird: Zwei Motor-Passa- gierschisfe. Typ Cleveland, sechs Motor-Fracht- schisfe von je 10000 Tonnen Tragfähigkeit, sechs Frachtschiffe von je 5300 bis 6000 Tonnen Tragfähigkeit. Wie der WTV.-Handelsdienst hierzu noch erfährt, läßt sich über die Modalitäten den Emission und den Ausgabekurs der neuen Aitien jetzt noch nichts sagen. Die beiden Motor-Passa- gierschiffe werden je etwa 17 000 Tonnen groh sein und sind für die Vordatlantikfahrt bestimmt. ' Berliner Handelsgesellschaft. Die Berliner Handelsgesellschaft erledigte ohne Erörterung die Regularien und setzte die Dividende ans 12 Prozent fest. • Phönix A.-G. für Bergbau und Hüttenbetrieb A.-G.. Düsseldorf. Von Verwaltungsscite wird mitgeteilt: „Die Phönix A.-G. für Bergbau und Hüttenöetrieb hat. nachdem nie seit längerer Zeit aufgenommenen Verhandlungen inzwischen zum Abschluß gelangt sind, die seinerzeit der Phönix Trust Maatichapij überlassenen nom. 95 Millionen VM. Phönix-Aktien von diesem zurückerworben und entsprechend seiner früher gegebenen Zusage eingezogen." Durch diese Einziehung wird ein wesentliches Beunruhi- gungsmvment von dem Viarkt der Phönix-Aktien, vor allem an der Berliner Börse, genommen. 35, Futtererüsen 22 bis 24, Peluschken 20 21. Wicken 22.5 bis 2k Lupinen, blau 14,5 15,5, do: gelb 16 bis 17. Serradelle neu 24 26, Rapskuchen 15,8 bis 16, Leinkuchen 20,7 21. Trockenschnitzel 11,8 bis 12. Sotzaichrot Ab 1 Uhr versteigere ich an Ort u. Steile: 1 Schlafzimmer (bell eiche). 1 Lveckc- zimmer (dunkel eiche) fast neu. «Bekanntgabe im «versteigerungslokal. Annahme von DersteiacrunaSqut aller Art. Versteigerung bestimmt. L. Hartmetz Auktionator und Taxator (Scehandlung) stattgefunden, in denen es um eine Aenderung in der Disposition Kassenbestände drehte, die die Versteifung Geldmarktverhältnisse notwendig macht. Steuerlager in Frage. Veslar, den 9. März 1927. Lorenscheit, Ober-Gerichtsvollzieher. Gsrichtssaal. Ungetreue Postbeamte. WSV. Mainz, 8. März. Zwei Postschaffner, von denen der eine 26 und verändere 10 Fahre im Postdienst steht, wurden voin Bezirksschöffengericht wegen Unterschlagung von 2 5 und 45 Mark z u je sechs Monaten Gesängnis verurteilt. Beide gaben als Entschuldigungsgrund Rotlage am der eine mit vier Familienangehörigen bezieht 250 Mark Monatsgehalt, und der andere mit drei yv fen 180 Marl. In beiden Fällen hatte der S natsanwalt mildernde Llmstände beantragt, da auch er der Ansicht war, das) die Angellagten freundlichen Stimmung durchsetzen. Zu den an- rcgcnden Transaktionen kam die Veröfsentlichung des Geschäftsberichtes der Groh-Schiffahrt, der zwar ein günstig verlaufenes Geschäftsjahr, über auch erhöhte Kapicalaufwendungen erwähnt. Hapog setzten 5 Proz. und Vordd. Lloyd 1.5 Proz. schwächer ein. Im übrigen trat die Versackung des G e l d m a r k t e s wieder in den Vordergrund, wobei man erst die heutige vertrauliche Sitzung von Grohbankleitern mit Vertretern der Reichs- bank obwarten muh. Der Börsenverlaus blieb in Frankfurt, 9. März. Es wurden notier:: Weizen, Wetterauer 29,25 bis 29,50 Roggen, n ländischer 27, Sommergerste für Drauzwecke 25 bi 26, Hasrr, inländischer 21,75 bis 22,59, Mais, g.'b 18,25 bis 18,35, Weizenmehl, inländisches Spezial " 40,25 bis 40,75. Roggenmchl 37,50 bis 37,75 Weizenkleie 14 bis 14,25, Roggenkleie 14,25 biv 14,75. Tendenz: Stetig. Berliner Produktenb^rsc. Berlin, 8. März. Es notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märt 269 bis 272, Roggen 248 bic- 250, Sommergerste 213 bis 211. Wintergerste l?2 bis 205. Hafer, märt 196 bis 204, Mais, lvkv Berlin 183 bis 185; für je 100 Kilo: Weizenmehl 34,5 bis 37. Roggenmehl 34,25 bis 36. Weizen- kleie 15,75 bis 16. Roggenlleie 15,25 bis 15,4. Diktoriaerbsen 48 bis 64. kleine Sp^iseerbsen 32 einem Jahre versprochen worden, konnte aber — wie die Verwaltung immer wieder feststellt — infolge schwerer juristischer Bindungen nicht eher durchgeführt werden. Börsenkurse. (Ohne ©ernähr.) 168.94 1.785 56, bS 109,50 112,47 112.80 10,(74 2 18,715 20,486 4,221 16.01 61,245 71, by 3.072 >.41-97, 59,42 12.505 L42 73,70 4,055 21,625 81.7-' 2,12^ 641 1.313 4.215 21,016 Amst - ?Noli Buen.-Aires Brss. Antw Christiania. .stovenhaaen Stcxtliolm Helsingfors. Italien. . . London. . . Olennorf . . Parts.... Schweiz . . Spanien - Japan . . . -Hio de $Van Dien in D. Ceft. aboeft Prag . . . . Bclirad . Budapest. . Bulgarien Lissabon . Dan;ia. . . .Ronft-ntiit. Athen. . . Canada Uni nah Cairo „Justs“ Heil- Erde ist zu haben im n,T' Reformhau;, Krevzvlau 5. Devisenmarkt Berlin -Frankfurt a. M. Telegraphtsche Auszahlung (Düne Gewähr.)__ Wirtschaft. Das Rätsel des Geldmarktes. Die Kursverluste für 'ast alle Favoriten der Börse, die sich gegenüber der Vorwoche auf 20 bis 30 Prozent stellen, haben sogar schon dazu geführt, dast man von ..schwarzen -Togen" der Berliner Börte spricht. Der einzig sacht che Grund für die rückgängige Börsenbewezung ist in dem Rätsel zu suchen, das über der zukünftigen Gestaltung des Geldmarktes liegt. Veranlassung hierzu hat, wie wir bereits ausgeführt haben, die außergewöhnlich starke Beanspruchung der Reichsbant zum Ultimo Februar nach dem letzten Reichsbankausweis gegeben. Viel zur Lösung des Rätsels, vielleicht zu seiner völligen Klärung, wird von einer auf heute, Mittwoch, ein berufenen Sitzung der Berliner Stempelvereinigung erwartet. Wenn teilweise in der Preise diese Besprechung auf die Initiative der Reichsbank zurückgeführt wird, so entspricht das nach unseren Informationen nicht den Tatsachen. Es haben lediglich Besprechungen zwilchen der Reichsbant und der Preußischen Staatsbank Frankfurt a. M., 9. März Uneinheitlich und schwankend. - Der Anlaus der gestrigen Abendbörse konnte sich heute an der Effektenbörse nicht mehr einheitlich zu einer 1 Slleiber'dirant (annt mit Einladen«. Tische. 1 r'ldler-Schreibmaschine, nut et; bal-cne Herren» und Damenräder, tnci Dauerbrenner, 1 3cnirilune, Zigarren, 1 Waschbecken iVorzellau», 2'i*o ne liefen, l Dezimalwane. Herren» und Knaben- anzüae (neu), Lodenman.el. Herrei" und Damenwäsche, Einmachgläser, 1 lliegu- lator, 1 Ienerlöschavvarot, Betten und l Wa'chniaschine, 1 Waschkeisc. 1 5ilauter. IMoüeifiTaiiimoul’on. 1 fllaulerftubL 2 Mähmaschinen, neu, (Biklorlai, l aroi en irlchterloien Grammophon mit Plauen- schrank,'öerren-n Damenschn<,e iscliwarz und brann) und Arbeitc-schuhe. 300 Milo Eiternde Wunden heilen schnell mit Chlnosol. Ver- suchspackun» 60 PL In allen Apotheken und Drogerien. sind bestimmt vorrätig hei Med.-I ’ropr. IT. i'.lgrs, Svlters- Die Holzversteigerung am 2. März 1927 im Gemcinbewald Treis a. b. Lumda ist genehmigt. 5?cii. Büraermeisterei TreiS a. b. Lumda: Will. 0272V la Schulranzen von Mk. 2.50 an rindledrrrn» von Mk 0.20 an la Handkoffer unglaublich billig Carl Schunck, »®c Bahnhofs*r 02. 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Siemens konnten rhremAn- Gefchastshaus-Verkauf Samstag, den 12. Marz d. Z , nachmittags 2 Nhr, soll in der (Gastwirtschaft von Wilhelm Wrifrnbach zu Mücke das dem Karl Langohr c» orige, in der Nähe des Bahnhofs Mücke gelegene Wohn- und tyc-- fchästshaus freiwillig oerfteigert werden. Das Haus ick maffio eibaut und befindet sich in gutem Zustande. Auskunft erteilt Ltto Langohr zu ."ckcnfungon. r in Büdingen. ’ Büdingen, 7. März. Dor Oem bieiigen Ancksgericht fand heut« «ine Strafverhandlung statt, der weit« Kreise der Bevölkerung mit Spannung entgegengesehen hatten und die auch tonst Interesse erregen wird. Angeklagt war der sechsundzwanzigjährige Fritz K n a f au4 Büdingen wegen verleumderischer Beleidigung des Bürgermeisters H i l d n e r. Der Angeklagte, seines -(eichens Schießbudeninbaber und Ausrufer (Jakob), meist ober erwerbslos, war vor einigen Monaten wegen Mißhandlung des inzwischen verstorbenen Bürgermeisters F - n d t zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden. Ueber die ihm als Erwerbslosen zugewiesene Rotstandsarbeit (Steinetlopfen) war er mit dem Bürgermeister Fendt auf dessen Amtsstube in Wortwechsel geraten und hatte ohne weiteres mit dem Hammer auf den eimmdsiebzigjährigen Mann wsgeschlagen der dadurch an den zur Abwehr vorgestreckten Händen Verletzungen erhielt. Rach- dem er seine Freiheitsstrafe teilweise verbüßt hatte — für die Hälfte wurde er bedingt begnadigt — geriet er. ebenfalls wegen seiner ihm ungenügend erscheinenden Erwerbslosenunterstützung, mit dem jetzigen Düdinger Bürgermeister Hildner in Streit. Sofort behauptete und verbreitete er, die Entscheidung des Bürgermeisters sei .Schiebung", der .Stromer" oder .Schuft" habe ihn in seine Wohnung bestellt und ihn zur Mißhandlung des früheren Bürgermeisters ange- stiftet, damit Hildner (der damalige Beigeordnete) während der Krankheit des Bürgermeisters an gewisse Akten könne, die ihm sonst verschlossen feien. Bürgermeister Hildner und das ihm vorgesetzte Kreis amt stellten Strafantrag. Rachdem der Angeklagte in einer schriftlichen Erklärung vor dem Amtsanwalt seine Behauptungen als vollkommen unwahr zurückge- n o m m c n hatte, behauptete und verbreitete er trotzdem, sie seien doch wahr, et fei zu feiner Erklärung gezwungen worden. Danach hatte er sich heute vor Gericht zu verantworten. In der fünfstündigen Verhandlung, zu der gegen zwanzig Zeugen geladen waren, brachen die Beschuldigungen und Verdächtigungen, die der Angeklagte gegen alle erhob, die nicht nach seinen Wünschen aussagten, restlos in sich zusammen. Der Amts- a n w a l t von Büdingen bekundete, dast von irgendeinem Zwang gegen den Angeklagten, seine Beleidigungen zurückzunehmen, keine Rede sein könne, und der Bürgermeister Hildner. der nach der Aussage einiger Zeugen sofort nach dem Attentat gegen Fendt seiner Entrüstung über die Tat des Knaf Ausdruck gegeben hatte, beschwor, dast er den Angellagten weder angestiftet noch überhaupt eine etwa mist- verständliche Aeuherung in dieser Richtung getan habe. Umgekehrt bekundete ein Zeuge, dast der Angeklagte versucht habe, ihn zu einer falschen Aussage zu verleiten: er brauche sich ja vor Gericht nicht an alles zu erinnern! Der Vertreter der Staatsanwaltschast kennzeichnete den Angeklagten in scharfer Weise. Wegen einer vermeintlichen kleinen Zurücksetzung scheue dieser sich nicht, auf den Bürgermeister mit der Waffe der Verleumdung loszuschlagen, wie er es früher aus gleichem nichtigem Anlast mit dem Hammer getan habe. Der „hysterische Einschlag" rn seinem Wesen, den ein früheres, feine Verantwortlichkeit ausdrücklich betonendes psychiatrisches Gutachten hervorgehoben habe, könne ihn nicht straffrei machen: die durch daö gefährliche Treiben des Angeklagten schwer verletzte Ehre des Bürgermeisters erfordere eine (Mrofte erhellohne Ston Pfund 6ä inb 52 ' Brat-Schell suche ' (§riine vcrinac ........ v. Sccbrctt o.SL, Erbosten,NvNnrraen, Icbcubc Karpfen n. Schleien, frische 'L'ücklinae.Svrotten.ner.SchrllniÄe C.G.Memhsnn Vabnboiitr. 5» -™c Telephon «6 ---------- I Abbruch!! gSHSÄKRSWBiSeDSHSä ’ Die Abbruchsaibeiten des Haufes kleine Mühlgasie 6 | find sofort zu vergeben. Nähere Bedingung durch Herrn Architekten Seuling, Gießen, Frankfurter Str. 43. | fangsgewinn von 1 Pro- rasch wertere 4 Prv^. hinzufuaen: AEG. holten ihren Anfangsverlu'l von 1 Proz. um die Hälfte auf. Lahmeyer plus 1,5 Proz., dagegen Licht und Kraft minus 1.75 Prozent Montanwerte lagen uneinheitlich. Pbönir plus 1 Proz.. Klöckner plus 1.25 Prozent. Buderus vlus 1.5 Prozent, dagegen Gelsenkirchen minus 0,75 Prozent. Harvener minus 2 Prozent, Mannesmann minus 1 Prozent Rheinische Braunlol'len minus 35 Prozent. Farbenaktien, d.e zunächst 2 Prozent schwacher einsetzten, konnten im Verlaufe 1 Prozent wieder ausholen Rheinstahl folgten in ähnlichem Ausmaste. Am Banken markt besserten sich Commerzbank um 5 Prozent, Mitteldeutsche Cre- dit um 5 Prozent und Dresdner um 2 Prozent, während Darmstädter. Deut'che und Metallbank schwächer eröffneten. Z e l l st o f f w e r t e niedriger. Waldhof minus 1.5 Prozent. Aschaffenburg minus 1 Prozent. Holzoerkvhlung gut befestig! plus 5.75 Prozent. Echeideanstalt inästig höher. Autoa^tien eher leichter, ebenso Metall- und Maschinenwerte. Von B a u a 11 i e n holten Wayst ö Freytag 0.5 Prozent und 3 cm em Heidelberg 1,5 Prozent auf, während Dyckerhofi und Hol',mann wieder schwächer lagen. Der 21 n - leihe markt wurde im Verlaufe freundlicher. Anleihe-Ablösung 23 b.s 23.75, Schutzgebiet unverändert 12,2. Der Geldmarkt zeigt dasselbe Bild wie gestern, Lagesgeld leicht mit 4 Prozent. Monatsgeld weiter erhöht 5.75 bis 8 Prozent. Privatdislonten 4,5 Prozent bis 4.62 Prozent Warenwechsel 4 58 Prozent. Im Devisenverkehr stellte lick' Paris gegen London auf 124,05. Mailand auf 109.5. Zürich auf 25,23. London-Kabel 4.8525. Die Reichs.narl stellte sich gegen Kabel fester mit 42150. Reichsmark gegen London 20,4625. Berliner Börse. Berlin, 9. März Die Tendenz war bei Beginn in Anbetracht des Decknngsbedürsnckfes der Spekulation zuversichtlich und fei', zürnei die Aussicht bestehen dürfte, dast einige Bankinstitute bei einem etwaigen Ausfall von Reporigcldern der Großbanken die entsteheirde Lücke aussüllen werden. Seit längerer Zeit Var am Geldmärkte zum ersten Male eine Erleichterung zu beobachten, die sich in einem Rück- Sange der Sähe für Tagesgeld auswickie. Eine esondere Anregung lag in dein Geschäftsbericht der Ha Pag vor. der einen günstigen umblirf in die Entwicklung des Hnte^neimcnB gibt. Auch aus dem Gebiete der S ch w i n d u st r i e uno des Bergbaues lagen aün iti-^e Rachrich: -, vor. Die ersten amtli-chen Kurse b.-wraten 'ich daher durchschnittlich 2 Prozent, teilweise auch 5 bis 6 Prozent über dem Schlustnive.au des Vortages. Besonders starke Steigerungen hatten Ludwig Löwe «plus 9Prozent) v' b Vereinigte Glan-- stoss (plus 10 Prozent) aufzuweilen. -3in ganzen war aber noch stärkere Zurückhaltung zu beobachten, so dast der G e s ch ü f t s u m f a n g l e i n c nennenswerte Steigerung auswies. Später wurde die Stimmung unsicher und schwn- eher. Am Geldmarkt stellten sich im Oepi-v sah zu Tagesgeld die 'Forderungen für Ako'a.ke- geld mit 7 bis 8'. Prozent sehr hoch. Auch i ' Sähe für Reportgeld werden sehr btxb tori.'r: Im Devisenverkehr In -'le sich die mark gegen Kabel weiter befestigen. Das C":; • lische Pfund behauptete sich gegen Kabel au 4,8525. Mailand stellte sich q^gen London cm IC©,40. Zürich und OHabrib seit. • Der Abschluß bet Preußischen Staatsbank. Die Preußische Staatsbank (Seehandlung) erzielK im Jahre 1926 einen Gesamtreingewinn von 8 582 995 RM. Hiervon werden 4 878 045 RM. zur Tilgung des aus dem Vorjahre übernommenen Verlustes verwendet. Damit ist der letzte Rest der Verluste aus dem Jahre 1924 abgedeckt worden. 4 000 000 RM. werden in offene Rücklage gestellt, die nunmehr ihre srühere Hohe von drei Millionen RM. überschritten hat. Der Restgewinn von 4 950 RM. wird auf neue Rechnung vorgetragen. * P h. Holzmann A.-G., Frankfurt am Main. Die der Rutgers A.-G. nahestehende Stein- und Teer-Gekellschaft für Land- stratzenbau m. b. H., Berlin, wird ihr Stammkapital um 400 000 RM. Anteile erhöhen. Wie der DHD. erfährt, wird die Ph. Holzmann A.-G, Frankfurt a.W. Anteile von 300 000 RM. übernehmen. während der Rest von 100 000 RM. an die Rütgers A.-G., die bisher ein Drittel des Stammkapitals besaß, gehen wird. Die Stein- und Teer-Gesellschaft für Landstraßenbau m. b. H., Berlin, hatte bisher den Bau von Landstrahen usw. nicht selbst ausgeführt, sondern an andere Firmen vergeben. Durch die Einbeziehung der PH. Holzmann A.-G. in ihren Geschäftsbereich wird die Gesellschaft dazu übergehen, die Ausführung der ihr übertragenen Arbeiten selbst zu übernehmen. * Daimler-Benz A.-G., Von dem aufgelegten Betrag von 20 Millionen RM. 6pro- zentige Obligationen der Daimler-Benz Ä.-G. sind Über 90 Prozent in Sperrstücken gezeichnet worden, so dast andere Zeichnungen nur in beschränktem Umfange berücksichtigt werden können. * 30 Millionen Mari neue Aktien bei der Hapag. Der Aufsichtsrat der Hapag hat in seiner gestrigen Sitzung auf Vorschlag des Vorstandes beschlossen, sich von der ordeicklichen Generalversammlung am 28. März die Ermächtigung erteilen zu lassen, an einem der Verwaltung geeignet erscheinenden Zeitpunkt 30 Mill. Mark neue Aktien auszugeben, von denen 26 Millionen den Aktionären im Verhältnis von 5:1 zum Be- (Ein bemerkenswerter Prozeß I bezahlt würden. Frankfurt a.M. Berlin b :<22 — 21 324 do. ohm. AuSlostrna^rcchl 3 23 Li 22.9 T' >. 11 -d: -3 pnn-rämicita nl56.7- 156.5 "CM 186.5 226 M-lteldeutsche Credüdant . . 219 £tfterr:id)ifd)i ürcbttnn'tol: 8.93 8.9 8-9 RrichSban!..... 18 \ 4 186 Bochumer Guß . . 179 — 180,5 181.75 BuderuS..... 116,5 118 115.4 117.5 Teuki'L-Surembur^...... Ibl 182.75 181 IK2.fi Gelsenkirchener Bergwerke ■ - 179,5 180.75 182 27 Harvener Bcraöau .... Kallwerkc Aslver°!cbeu e!4 <03 216 2"7 214,5 201.5 217.5 806.12 .Ralüvcrfe Westeregeln..... ■Ml - ■206,5 208 ÜGurcbütu ........... 95 en: 210 75 95 09.25 % 25 211 Mans'elder........... 147 .if> 148 116 25 148 Oderdedori........... — 115 Hu.5 'tiiionir Beradau....... 126,5 131.5 127.5 130.25 Mbeütti'dK Braunkohlen . ü85 284 233 286 Nheinnab'........... -18 21S 221 Niebect Montan....... iliti — 163 168 127 _ — Verciniole Stahlwerke .... 141 1421 141,5 142.5 Hamburg Auiertla Paket. . . Ncrddeutskbcr Lloyd - . 141,5 143 148 110.5 — Zementwerk Heidelberg . - 161.5 163 — — Philipp Hostmanu . ... 175,5 — 176.25 177,5 Anglo Tont. Guano..... — —- 110 — Goldschmidt......... 143 117.5 145 146 75 Holzverkohlung......... G ssarben-Industrie. - - NutgcrSwerke......... 85,15 127.75 91 291,25 128,25 295.fi 128 5 Lchetüeanftall......... 226.5 ■230,5 — — Allg. ElcklrtjitätS Geseltichast 161) 161 159 9 160,75 182 — 182 Ih2.5 tel.’Ur. Lieferungen...... 194 — 194,13 198.5 Licht und straft........ n-7.5 189,25 18b 189 Mainkrailwerke ........ 130.25 — — 178 ÄS ISO 179.25 255,9 Siemens Jt Halske...... .64 261,6.2 Adlerwerke Kleher...... 127 >28,5 126.25 128 Daimler Motoren....... 113.25 U4.5 III 115,5 Hcyligrnstaedt......... 34,5 — — — Meguin............. — — 63 *• Mannheimer Motoren ■ . — — — Frankfurter Armaturen . . Konservenfabrik Braun . . Metallgescll chaft Frankfurt . 18 5 76 - — E 190 190,5 Pct. Union A -G........ Schuh'abrik Herz . . ... 12 t - — — 76.5 Sichel.............. Zellstofs Aschaffenbura.... 3cnitnn Maldhos...... 261 j 172,75 | -64.5 170,75 260,75 171,5 . 265 8. Mär». 9. März. Amtliche ifioti-nmn (Selb 1 Bries Amtliche Notierung Geld । Rriei 168,5" 168,9'2 168,52 1,787 1,791 1,781 58,565 5.8,705 58.54 109,29 109,07 109.28 112,21 112,49 112,19 112,52 112,80 112.52 10,60 10,64 10,64i 18,633 18.675 18,675 20,441 20,493 20,434 4,212 4,222 4,211 16,48 16,52 16,47 81,015 81.215 81.1145 71.76 71.94 71.71 -.068 2.072 2.06< j.4975 6.4995 0.-.975 59,28 j9,42 59.28 12,47 12,51 12,465 7,1» 7,42 7.40 73,56 73,74 •73,52 4,043 3,053 d,M5 21,575 21,635 21,575 81,65 81,85 81,62 2,115 -',125 2.118 5,37 5,41 5.39 4,203 4,213 4.202 1.235 4.215 4,235 20.964 21.016 29.961