Nr. 185 Erster Blatt 177. Jahrgang Montag, 8. August 1927 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr-Bezugrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Brühl'sche Univerfiläls-Buch- und Zleindruckerei «.Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchnlstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Rachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Restlameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein: für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Genf in Sicht. Die deutsche Dölkerbundsdelegution. Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers*. Berlin, 8. Qlug. Mit dem 1. September wird, wie wir bereits berichteten, die Ratstagung in Genf eröffnet. Das Programm liegt bereits vor, dürfte jedoch erst in den nächsten Tagen veröffentlicht werden. Die Vollversammlung beginnt am 6. September und wird voraussichtlich eine Woche dauern. Der Bericht über die politischen Ereignisse der letzten Zeit, dec wie gewöhnlich der Völkerbundsversammlung vorgelegt wird, beschäftigt sich auch mit all den Fragen, die Deutschland unmittelbar berühren. So steht im Mittelpunkt dieses Berichtes der memelländischeLand- tag und sein Schicksal, die oberschlesische Schulfrage, die Weltwirtschaftskon- ferenz, die Mandatsfrage usw. Die deutsche Delegation, die ftch voraussichtlich am 31. August nach Genf begeben wird, dürfte wie die letzte zusammengesetzt sein. Auch diesmal wird Dr. B r e i t s ch e i d, wie der „Vorwärts" meldet, der Delegation angehören, wobei das Blatt betont, daß die Sozialdemokratie nur unter starken Bedenken einer solchen Mission Dreitscheids zugestimmt habe. Da jedoch die außenpolitische Linie, die die deutsche Regierung im Völkerbund einnimmt, mit der von der sozialdemokratischen Partei eingehaltenen Richtung zur Zeit übereinstimmt, hat man schließlich doch noch den Entschluß zur Beteiligung Dr. Breitscheids an der deutschen Delegation gefaßt. Das Hauptgewicht während der Genfer Tagung dürfte allerdings außerhalb des Völkerbundspalastes liegen. Gerade hier werden die persönlichen Verhandlungen diesmal ganz besonders unter dem Zeichen der außenpolitischen Spannungen, wie sie in letzter Zeit zutage getreten sind, stehen. Die Richtlinien der deutschen Delegation werden, wie wir bereits gemeldet haben, in der kommenden Kabinetts- sitzung am 10. d. Mts. erörtert werden, sie dürften allerdings im wesentlichen bedingt durch die mannigfaltige Kampagne, wie sie in den letzten Wochen gegen Deutschland geführt wurden, auf der Hand liegen. Hier wird wahrscheinlich die deutsche Delegation einen schärferen Ton anschlagen müssen als bisher. Die Kolonial- imb Mandalsfrage. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers*. Berlin, 8. Aug. 3m Zusammenhang mit dem Beschluß des Belgischen Mini st e r - rats, seinerseits der Aufnahme eines Deutschen in die Mandatskommission des Völkerbundes zuzustimmen, ist die Erörterung der kolonialen Fragen in der Weltpresse wieder einmal ziemlich lebhaft geworden. Die uns unfreundlich gesinnten Zeitungen, insbesondere in Frankreich, stellen sich dabei auf den formell unzutreffenden Standpunkt, es bestehe ein Zusammenhang zwischen der künftigen Mitwirkung Deutschlands an der völkerbundlichen Aufsicht über die Mandatsverwaltungen und zwischen den eigenen kolonialen Wünschen und Bedürfnissen des deutschen Volkes. Faktisch handelt es sich bei der Teilnahme an der Mandatskommission nur um die Wahrnehmung deutscher Gleichberechtigungsansprüche und hoheitsrechte, die sich aus der Aufnahme des Reiches in den Völkerbund und aus der Gewähruntz eines ständigen Ratssitzes logisch ergeben. Es ist also durchaus unangebracht, wenn chauvinistische französische Blätter, wie das „Echo de Paris , fid) so anstellen, als könne der belgische Beschluß „die ernstesten Folgen" auf kolonialem Gebiet haben, imt> wenn sie sich einen Trost darin suchen, daß die belgische Zustimmung von derjenigen Frankreichs und Englands abhängig gemacht worden ist. Denn wenn nicht ein schlechtes Gewissen in bezug auf die Verwaltung der anvertrauten Kolonialmandate den Wunsch nach Vermeidung einer sachkundigen und objektiven Kontrolle Hervorrufen sollte, könnte die Zurückweisung Deutschlands nur als ein Versuch seiner politischen Riederhaltung, also als eine Brüskierung empfunden werden. Unsere eigenen kolonialen Bedürfnisse stehen aus einem gang antern Blatte. Daß sie vorhanden sind, daß auf der andern Seite aud> bet uns selbst noch eine gewisse Unklarheit über die zweckmäßigste Form ihrer Geltendmachung und über die möglichen Wege einer künftigen deutschen Kolonialtätigkeit besteht, hat die ziemlich lebhafte Erörterung des Themas in der Presse in den letzten Monaten ergeben. Vielleicht ist das Arbeitsprogramm, das die vor einiger Zeit gegründete „Gesellschaft für koloniale Erneuerung" in Berlin aufstellt, geeignet, auf diesem Gebiet weiterzuführen. Diese Organisation, die unter dem Vorsitz des Staatssekretär z. D. Dr. K e m p n e r und unter Mitwirkung ter meisten Spihenverbände jeder politischen oder wirtschaftlichen Richtung ins Leben gerufen wurde, geht von der Anschauung aus, daß bisher noch kaum in eine ernsthafte Prüfung der neuen Gedankengänge aus tem Kolonialgebiet ein getreten wurde, daß man nicht vorwärts kommen kann, wenn man den Begriff „Kolonie", wie früher mit einem Teil oder einem Zeichen der politischen Macht eines Staatswesens gleichseht, daß ferner das industrielle Europa angesichts seines steigenden Rohstoffbedarfs und des steigenden Eigen- Die Vorbereitung des deutschen Ozeanflugs. Flugbereit. Start nicht vor Donnerstag. Dessau, 7. Aug. (WTB.) Nachdem die beiden für den Ozean flug bestimmten Maschinen noch einmal gründlich überprüft worden waren, wurden sie gestern von den Junkerswerken den Auftraggebern zur Verfügung gestellt. Im Laufe. des gestrigen Tages fanden eingehende Besprechungen statt, in denen die Nutzbarmachung der technischen Erfahrungen des Dauerfluges erörtert wurde. Außerdem weilt der Wettersachverständige Dr. Seilkops von der Hamburger Seewarte augenblicklich in Dessau. Wie das Wolfbureau von der Leitung der Junkerswerke in Dessau hört, haben die technischen und meteorologischen Besprechungen zu dem Beschluß geführt, daß der Start der Transozeanflugzeuge nicht vor Donnerstag stattfinden soll. Nach der augenblicklichen Lage beabsichtigt man am Donnerstag oder Freitag den Start vorzunehmen, vorausgesetzt, daß die Witterungsaussichten keine besondere Verschiebung erfahren. Ein Start vom Berliner Flugfeld aus kommt nicht in Frage, weil allein die in Dessau hergestellte Startbahn das glatte Loslösen der schweren Maschinen gewährleistet. Nach der „Voss. Ztg." steht nunmehr fest, daß in der Weltrekordmaschinc die beiden Flieger Edzard und Nisticz, sowie der Berliner Vertreter des Hearst-Konzerns, Redakteur Knickenboker, in der zweiten Maschine die Flieger Loose und Köhl und ein funktechnisch ausgebildeter Vertreter des Norddeutschen Lloyds fliegen werden. Die beiden Maschinen bekommen nicht nur drahtlose Empfänger, sondern werden auch instand gesetzt, auf Dampferentfernung drahtlos au geben. Für den Flug kommt nach der „Voss. Ztg. nur die nördliche Route in Frage, die über Irland der Dampferroute folgt, oder nach Irland mit schärferem Kurs nach Norden Neufundland ansteuert. Die Wahl des Weges wird erst nach den während des Fluges eintreffenden Wettermeldungen erfolgen. Die beiden Junkers-Maschinen W 33 sind ein Frachttyp, der sich namentlich auch bei dem vorjährigen Seeflugwettbewerb in Warnemünde sehr gut bewährt hat. Sie sind in ihrem Innern so umgebaut worden, daß das größere Mittelstück von Tanks ausgefüllt ist, durch die in der Mitte ein Laufgang in die im Schwanz befindliche kleine Kabine führt, in ter eine Hängematte angebracht ist. Die Führersitze sind zum Schuh gegen etwaige ilnix>etter ganz geschlossen. Beide Maschinen, die übrigens einen Motor- und Metallpropeller haben, sind äußerlich in einer Detonfarbe gehalten. Kurz vor dem Start werden die beiten Maschinen auf die Ramen „Europa" und „Bremen" getauft werten. Risticz und Edzard werden die „Europa" fliegen, die sie auch bei der Aufstellung des Dauerrekords benutzt haben, Loose und Köhl die „Bremen". Die Piloten — alle vier übrigens auch erprobte Feldflieger — rechnen damit, daß sie bei besseren Wetterverhältnissen etwa 40 bis 45 Stunden brauchen. Sie werden auf dem ganzen Fluge Gegenwind haben: daraus erklärt sich die längere Dauer. Ein ausgezeichneter Fachmann wie Kapitän König rechnet damit, daß auch um diese Jahreszeit immerhin mit Winden von 40 Kilometer Stundengeschwindigkeit gerechnet werten muß. Der Grund ter Verzögerung des Starts bis in die zweite Hälfte ter Woche ist in ter augenblicklichen meteorologischen Lage zu suchen. Der amerikanische Botschafter bei den Ozeanfliegern. Dessau, 7. Aug. (WB.) Heute mittag um 15.30 ilfjr startete in Berlin eine Maschine ter Lufthansa mit dem amerikanischen Botschafter S h u r m a n, Direktor Merkel von ter Luft- Hansa und dem stellvertretenden Vorsitzenden des Aufsichtsrates der Lufthansa Dr. H e d an Bord nach Dessau, Botschafter S h u r m a n hatte den Wunsch geäußert, die Piloten und Professor Junkers noch vor dem Ozeanflug zu begrüßen und die beiten Flugzeuge zu besichtigen. Die Maschine traf gegen 1/25 Uhr hier ein. Auf dem Flugplatz begrüßte Prof. Junkers seine Gäste, namentlich den Botschafter S h u r m a n mit herzlichen Worten. Der Botschafter sprach Prof. Junkers seine Glückwünsche zu dem Gelingen des Dauerrekvrdsluges aus und fügte hinzu, daß er für den bevorstehenden Transozeanflug vollen Erfolg erhoffe. Der stellvertretende Vorsitzende des Aufsichtsrats der Deutschen Lufthansa, Dr. Heck, und Direktor Merkel überbrachten die Grüße und Glückwünsche der Lufthansa. Rachdem die 'Gäste in der Villa von Prof. Junkers gemeinsam mit den Teilnehmern des bevorstehenden Ozeanfluges einen Imbiß eingenommen hatten, besichtigte Botschafter S h u r m a n einen Teil ter Flugzeugwerke. Dann versammelte man sich auf tem Flugplatz bei den Maschinen, wo Botschafter S h u r m a n folgende deutsche Ansprache hielt: „Meine Herren, Sie haben den Rekord im Dauerflug gebrochen. Darüber freue ich mich sehr. Sobald ich die Nachricht erhielt, sagte ich mir, daß ich nach Dessau fliegen und Professor Junkers und Ihnen gratulieren müßte. Das will ich hiermit tun. Mein Landsmann Chambertin, der sich über Ihren Erfolg ebenfalls gefreut hat, sagte: ,Die deutschen Piloten sind sehr gut und ihre Maschinen ebenfalls. Sie werden größere Schwierigkeiten haben, den Atlantik zu überfliegen, weil sie von der anderen Seite kommen.' Als Sportsmann sagte er, daß er den deutschen Dauerrekord noch vor Ende des Jahres zu brechen hoffe. Heute aber haben Sie den Rekord. Wir Amerikaner haben ihn durch Sie verloren. Das freut mich sehr. Unser Rekord war gut, Eurer ist besser. Ich liebe das Gute, aber noch mehr das Bessere. Heute will ich Ihnen meine herzlichen Wünsche für Ihren bevorstehenden Flug aus- sprechen. Ich hoffe, daß Sie einen guten Flug und einen großen Erfolg haben werden. Sie unternehmen Ihren Flug nicht für Geld, sondern aus Lust und Liebe zur Sache und zu großen Taten. Lust und Ciebe haben Sie, die. große Tat wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen. Deutschland hat den amerikanischen Fliegern nicht nur einen freundlichen, sondern auch einen herzlichen Empfang bereitet. Ick) kann Ihnen im voraus versprechen, daß meine Landsleute in Amerika Sie ebenso herzlich auf nehmen werden. Je schwerer der Flug, um so freudiger wird der Empfang sein." Botschafter S h u r m a n sprach den Teilnehmern des Fluges und Prof. Junkers nochmals seine Glückwünsche aus und drückte ihnen erregt die Hände und schloß mit den Worten: „Ich wünsche Ihnen einen guten Erfol g.“ Für die Rückfahrt lud Prof. Junkers seine Gäste in feine neueste Maschine ein, die 15 Personen faßt. Das Flugzeug traf gegen 1/«8 ilfyr in Berlin ein. Amerikanische Unterstützung des deutschen Ozeanflugs. Berlin, 7. Aug. (WB.) Wie das Wolffbureau erfährt, hat der amerikanische Botschafter in Berlin, Shurman, beim Staatsdepartement angefragt, ob eine Unterstützung der Ozeanflieger in der Weise möglich sei, daß eine amerikanische Radio- ftation binnen 24 Stunden nach dem Start von Zeit zu Zeit Nachrichten über die Wetterlage auf der amerikanischen Seite des Ozeans und an der Küste gibt. Er fügte hinzu, daß er mit Rücksicht auf das weitherzige Entgegenkommen, das die amerikanischen Ozeanflieger in Deutschland gefunden hätten, hoffe, daß eine solche Unterstützung möglich sei. In der Antwort des Staatsdepartements wird ausgeführt, daß das Wetterbureau in Verbindung mit dem Marineamt gerne zu einer solchen Z u - fammenarbeit bereit sei. Die Station Bar Harbor Main werde entsprechend den in Amerika zweimal täglich auf der Welle 2541 festgestellten Wetterbeobachtungen die gewünschten Wetternachrichten geben, und zwar von 24 Stunden nach dem Statt ab um 5 Uhr morgens bis 5 Uhr abends mittlerer Greenwichzeit. Die Berichte werden um 11 Uhr abends und morgens jeweils wiederholt. Amerikanische Empfangsvor- bereitungen für die Funkersflieger. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 8. Aug. Rachdem in Dessau die Startbereitschast der beiten Junkersmaschinen „Europa" und „Bremen" für den Flug nach Amerika verkündet worden ist, werten dort alle Vorbereitungen für den Empfang der deutschen Flieger getroffen. Da Präsident Coolidge und die Mitglieder des amerikanischen Kabinetts wegen ter Sommerferien und auch aus politischen Gründen von Washington abwesend sind, wird es die Stadt Reuyork übernehmen, die deutschen Flieger offiziell in den Vereinigten Staaten wiUkommen zu heißen. Es ist ferner ein Fliegerbegrü- hungskomitee in Bildung begriffen, dem u. a. alle amerikanischen Europaflieger wie Chamberlin, Lindbergh und Byrd angehören werden. Dem „Berliner Tageblatt" zufolge hat auch das deutsche Reichsverkehrsministerium alle Vorbereitungen zur Unter ft üt)ung der deutschen Ozeanverkehrsflieger getroffen. Die Luftfahrt- abteilung des Ministeriums wird den Fliegern den gesamten Wetter- und Funkdienst zur Verfügung stellen. Außerdem werden sämtliche unterwegs besindlichen Schiffe ter deutschen Kriegsund Handelsmarine angewiesen werden, auf die Flieger zu achten und ihnen jede Unterstützung zu gewähren. Die Hapag und der Flugverkehr. Hamburg, 6. Aug. (WTB.) Unter Bezugnahme auf die kürzlich veröffentlichte Meldung, wonach auch die Hckpaglinie seit geraumer Zeit nach den verschiedensten Richtungen hin Verhandlungen eingeleitet habe, die auf die Erbauung eines geeigneten Flugzeugthps für den Transozeanflugverkehr hinzielen, meldet das „Hamburger Fiemdenblatt", daß hier- h"tr in Hebereinftimmung mit den Ansichten, die man in den Hapagkreisen hege, wohl nur ein Wasserflugzeug in Frage kommt. Anscheinend seien die Verhandlungen nunmehr zu einem gewißen Abschluß gekommen, wenn es sich dabei auch nicht um eine feste Bindung auf feiten der Hapag handele. Rach dem genannten Blatt sind die Rumpler-Werke in Heber* einftimmung mit der Hapag mit der Konstruktion eines mehrmotorigen Großflugzeugs be- schäfttgt, das in der Lage sein soll, etwa 100 Personen und eine entsprechende Menge Fracht und Post zu befördern. Erst wenn ausgedehnte Bersuche die absolute Sicherheit und Zuverlässigkeit einer solchen Maschine ergeben haben, würde die Inbetriebnahme des Flugzeuges unter der Hapagflagge erfolgen, lieber den Zeitpunkt der etwaigen Indienststellung lassen sich daher bestimmte Angaben noch nicht machen. Französische Pläne für Transozeanflüge. Paris, 8. Aug. (WTB. Funkspruch.) Wie die Blätter melden, wird nun auch der Flieger C o st e s mit einem Beobachter zum,O zeanslug auf dem Militärflugzeug starten, mit dem er bereits den Flug Paris—Djask unternommen hat. Der Kriegsminister hat die Erlaubnis bereits gegeben. (Taftes beabsichtigt, keine Probeflüge zu machen, da er seine Maschine gut genug kenne. Das Flugzeug erhält den Namen „Coli-Nungesser". Der Aufstieg dürfte kaum vor Ablauf von 10 Tagen erfolgen. — „Paris matinal" erfährt, daß auch ein gewisser Paillard auf einem Liorö-Olivier-Appa- rat starten wird. Verbrauchs der rohstoffproduzierenden Gebiete deren Erschließung als ein dringendes Bedürfnis empfinden muß und daß in erster Linie Afrika, vor Europas Türen gelegen, als natürliches europäisches Rohstoffreservoir anzusehen ist. Also W i r t s ch a s t s - nicht Machtpolitik und systematische Arbeit vom gesamteuropäischen Standpunkt aus. nicht mehr Prestigepolitik der einzelnen Mächte. Gelangt man allgemein zu dieser vernunftgemäßen Auffassung, so läßt sich die Einschaltung Deutschlands in die Kolonialarbeit unbeschadet der Rechtsform hierfür auf die Dauer allerdings nicht ablehnen. Die deutsch-französischen handeisvertragrverhandlungen Berlin, 8. Aug. Wie wir bereits berichten konnten, hat sich die K a b i n e 11 s s i h u n g vom Freitag, an der nur drei Minister teilgenommen haben, im wesentlichen mit den deusch-fran- zösischenHandelsvertragsverhand- lungen beschäftigt. Die Beschlüsse, die dabei gefaßt wurden, hatten die französischen Wünsche zum Thema, wobei man, wie wir zu twissen glauben, denselben auch restlos entgegengekommen ist. Es liegt nunmehr an I Frankreich, dasselbe Entgegenkommen auch gegenüber Deutschland zu zeigen, so daß dann einem Abschuß eines deutsch-französischen Wirtschaftsvertrages nichts mehr im Wege stünde. Die Meldungen, die heute vormittag aus Frankreich vorliegen, besagen auch, daß Frankreich in diesen Tagen den Abschluß des Vertrages erhofft. Der Optimismus, der sich also allenthalben zeigt, dürfte nicht ganz unangebracht fein. Einer Meldung aus Paris zufolge fand dort am Samstagvormittag ein Mini st errat statt. Dem amtlichen Kommunique zufolge hat sich der Ministerrat mit der Erledigung laufender -Angelegenheiten beschäfttgt. Den Journalisten gegenüber erklärte jedoch Hand'lsmnnster Doka- n o w s k i, er habe über den Stand ter deutsch- französischen Handelsvertragsverhandlungen Bericht erstattet. Er betätigte, daß er gute Hoffnungen über eine baldige Beendigung ter Verhandlungen habe. Der nächste Ministerrat wird am 9. August stattfinden, also vor der Abreise Bokanowskis nach Amerika, die für den 10. August in Aussicht genommen ist. Der preußische Innenminister an hörsing. Berlin, 6. Aug. (WTB.) Wie ter Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat der preußische Innenminister an den Oberpräfitenten z. D. Hörsing in Magdeburg folgendes Schreiben gerichtet: „Sehr geehrter Herr Oberpräsident! Bei Ihrem Rücktritt von dem Amte des Oberpräsidenten der Provinz Sachsen ist es mir ein Bedürfnis, Ihnen namens ter Staatsregierung Anerkennung und Dank zum Ausdruck zu bringen für die treue Hingabe und aufopfernde Mitarbeit im Dienste des Staates. Sieben Jahre lang in politisch und wirtschaftlich schwerster Zeit haben Sie an der Spitze einer der größten und wichtigsten preußischen Provinzen gestanden und in dieser Stellung reiche Erfolge erzielt. Wie ernst in gefahrvollster Zeit als Reichs- und Staatskommissar in Schlesien, haben Sie sich auch als Oberpräsident der Provinz Sachsen als ein Mann von ungewöhnlicher Tatkraft, Energie, Derantwortungsfreudigceit und Willensstärke erwiesen. Ihre Verdienste'ind im Staatsministerium von allen Seiten dankbar anerkannt worden. Sie haben die Tätigkeit nicht auf den engeren Rahmen der amtlichen Aufgaben beschränkt, sondern darüber hinaus auch den großen allgemeinen politischen Fragen Ihr Interesse zugewendet und sich namentlich als unerschrockener Vorkämpfer für die deutsche Republik jederzeit hervorgetan. Ihnen auch dafür zu danken, ist mir persönliches Bedürfnis. Ich hoffe, daß auch in Zukunft Ihre starken Kräfte und Fähigkeiten dem Volk und Staate dienst- Wdtl Bomben-Attentate in Amerika am ier yna - von Britisch-Ostasrika sein. len .e Celdu in Washington gesagt habe und fügte hinzu, Versammlung könne aus dieser Steigerung Englische Minister über den Senser Mißerfolg. London, 7. Slug. (WB.) In einer hier gehaltenen Rede führte Lord Balfour aus, iiad) den Ereignissen in Genf sei es ihm seinerseits kaum möglich, völlig zu schweigen, denn er fühle sich sowohl als Mitglied der Regierung, als auch aus persönlichen Gründen verpflichtet, einige Worte über den Miß- folg in Genf und die Vertagung der tßolL.i zu äußern, zu deren Förderung die Konferenz eigentlich ein- eiufen worden war. Es scheine ihm, daß der .nerikanische Delegierte G i b s v n eine 2leuße- ung Balfours entweder auf Grund einer miß- crständlichen Interpretation oder versehentlich alsch zitiert habe. Diese Sleuherung Habel Lalfour vor wenigen Jahren auf der Washing- cmer Konferenz getan und sie habe sich auf olche Hilfsschifse bezogen, die für die Linien- chiffe bei der Erfüllung ihrer Aufgaben unent- »chrlich sind. „Amerika und England", führte Balfour aus, „sind damals übereingekvmmen, daß >- o beiden Mächten ohne weiteres möglich sei, diese den Linienschiffen zugeteilteu Hilfsfahrzeuge iuf einen Gesamttonnengehalt von 450 000 zu .».»grenzen. Ratürlich bezog sich diese Erklärung aisschließlich für dife den Linienschiffen zugeeilten Hilfsfahrzeuge und nicht auf die Gesamtzahl der Kreuzer, die ein durch die See gemühtes über die ganze Welt sich erstreckendes .teich zur Erfüllung feiner mannigfaltigen Ausladen braucht." Lord Balfour zitierte dann, was Wettervoraussage. Wolkig mit Aufheiterung, warm, außerlokale Gewitterstörung mit Gewitterregen, trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 25,0 Grad Celsius, Minimum 14,0 Grad Celsius. Sonnenscheindauer: 31/* Stunden. Riederschläge: 4,2 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 17,9 Grad Celsius. Witterungsaussichten für Mittwoch: Kein« wesentliche Aenderung der Wetterlage. urteilte. In Boston sind bisher keine Explosionen erfolgt, jedoch hat ein Kraftdroschkenbssitzc Montagabend der Polizei eine Anzahl D , m i t p a k e t e übergeben, die nach seiner Angabe in der Droschke gefunden wurden, nachdem der Fahrgast bezahlt und sich entfernt hatte. Die Gewalt der Explosion bei dem Bombenanschlag auf der Tief- bahnstation Broadway 28 ist aus der Tatsache ersichtlich, daß eine fünfzehn Zoll dicke Beto n m a u e r weggesprengt wurde, deren Trümmer die vier Bahngeleise der'Strecke verschütteten. Die Wiederaufnahme des Bahnbetriebs war erst nach Wegräumung der etwa fünf Tonnen betta- genden Schuttmenge möglich. In der Nähe der St. P a t r i ck s - K a t h e d r a l e wurde ein Mann, der sich verdächtig benommen haben soll, verhaftet. Die Untersuchung wurde gegen ihn eingeleitet Er hat zugegeben, daß er Anarchist sei, bestritt jedoch, in die Explosionsangelegenheit verwickelt zu sein. Wie aus Montevideo gemeldet wird, wurde eine nicht explodierte Bombe vor der dortigen Zweigstelle der Reuyorker Rational City Dank gefunden. In einem Restaurant in Chicago und in einem kleinen Laden in Rochester erfolgten Explosionen. Die Polizei bringt diese Fälle jedoch nicht mit der Sacco- Bcrnzetti-Angelegenheit in Zusammenhang. Der, wie oben gemeldet, unter dem Verdacht, an den Reuhorker Anschlägen beteiligt gewesen zu sein, festgenvmmene Mann Hai ausgelagt, er heiße Maurice L. Seigel, sei 30 Jahre alt, von Beruf Zahnarzt und vor 14 Jahren aus Rußland eingewandert. Seigel bestreitet, irgendwie an dem Fall Sacco-Danzettt interessiert zu sein. In Baltimore wurde heute morgen der Versuch gemacht, das Haus des Bürgermeisters durch eine Bombe In die Luft zu sprengen. Während der Bürgermeister sich gerade außerhalb der Stadt aufhielt, befanden sich seine Gattin, die Kinder und andere Angehörige in dem Hause. Die Bombe explodierte in der Rahe der Veranda, die sie zerstörte. Verletzt wurde niemand. Demonstrationen und Gewaltakte in Argentinien. Buenos Aires, 6. Aug. (WB.) Die Bewegung für den General st reik zur Sympathie für Saccv und Vanzetti dehnt sich aus. Aus dem Innern des Landes werden Gewaltakte gemeldet. In Pergamino (Provinz Buenos Aires),wurde eine Bombe vor ein Automobilgeschäft geworfen und ein Schaufenster zertrümmert. Eine weitere Bombe wurde auf die Eisenbahnstrecke geschleudert, richtete jedoch nur unbedeutenden Schaden an. In den Straßen sanden Demonstrationen statt. Die Ladenbesiher wurden gezwungen, die Läden zu schließen. Diejenigen, die nicht geschlossen waren, wurden mit Steinen beworfen. Schutzmaßnahmen. Reuhork, 6. Aug. (Wolff.) Die gesamten Polizeikräfte in Stärke von 14 000 Mann sind heute früh plötzlich zum Schutz der öffentlichen Gebäude, Bahnstationen, Museen und Börsen mobilisiert worden. Aehnliche Vorsichtsmaßnahmen wurden auch in anderen Städten ergriffen. Laut „Reuhork Herold" sind in Boston die Truppen alarmiert worden. Es wurde weiter ein junger Mann festgenommen, der angab, 500 Dollar für die Sprengung desPensylvania-Bahnhoses angeboten erhalteii zu haben. Er wurde zur Llnlerfuchung seines Geisteszusiandes einem Lrankenhause übergeben. Alle Üntergrundbahnhöfe sind auch heute von uniformierter Polizei bewacht. Da für sämtliche Reuhorker Polizisten der Urlaub gesperrt wurde, sind 14 000 Mann für den äußeren Dienst verfügbar. Richt nur sind, wie bereits gemeldet, sämtliche Untergrundbahnstationen unter besonderer Bewachung, sondern auch sämtliche öffentlichen Gebäude, Gerichts- gebäude, Börsen, Kirchen, Klubhäuser und die wichtigsten Bureaus der Wolkenkratzer. Uniformierte Polizei und Kriminalpolizei hoben Befehl, alle Personen, die verdächtige Pakete tragen, anzuhalten und den Inhalt zu untersuchen. Für sämtliche Großstädte im Osten, z. B. Boston, Philadelphia, Baltimore, wurden ähnliche Sicherheitsmaßnahmen getroffen und verschiedene Personen verhaftet, aber nach der Vernehmung wieder entlassen. Saeco- und Vanzetti- Kundgebungen in Boston. B o st o n , 7. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die Polizei verhinderte heute nachmittag mehrere Versuche, eine Prote st Versammlung gegen die Verurteilung von Saeco und Vanzetti zu veranstalten. Mehrere Verhaftungen wurden formen. Die Brücke betreute ein weiteres Binde- glietr zwischen Kanada und den Vereinigten Staaten. Sie sei Symbolik für die vielen Berührungspunkte, die dank gemeinsamer Sympachien und Interessen zwischen Großbritannien und den Vereinigten Staaten bestehen. Zwischen beiden Staaten bestehe eine gesunde Rivalität auf den Gebieten der Industrie, der Wirtschaft, der wissenschaftlichen Entwicklung und der Erschließung des Londes, aber beide achteten einander als gute Nachbarn und Freunde. Die Brücke werde beide Länder noch enger zusammenbringen. Die Feier schloß mit dem Abfingen der Nationalhymnen beider Länder. König Fuad beim Papst. Rom, 7. Aug. (Wolff.) König F u o d von Aegypten begab sich gestern mittag unter großem Zere moniell nach dem Vatikan, um dem Papste einen Besuch abzustatten. Beide hotten ei,ne viertelstündige Unterredung miteinander. Der Papst verlieh dem König den Orden vom goldenen Stern und sein Bildnis in einem reichverzierten Rahmen. Nach dem Besuch beim Papste besuchte König Fuad auch den Kardinal Gaspari. Offafrikanische Konferenz. London, 8. Aug. (WTB. Iunkspruch.) Heute wird in Nairobi die dritte ost afrikanische in offizielle Konferenz eröffnet werden, an der Delegierte aus Kenya, Uganda, Tanganyika und Nordrhodesien teilnehrnen. Hauptgegenstand der Besprechungen wird die Frage einer engeren Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Tei- N e u y o r k, 6. Aug. (WB.) Bei den (am Samstag schon kurz gemeldeten) E x p l o s i o n e n auf den beiden Untergrundbahnstationen in der vergangenen Nacht sind mindestens zwanzig Personen verletzt worden, davon zwei schwer. Auf dem Untergrundbahnhof 4. Avenue war die Bombe in den Toiletteräumen versteckt. Die Polizei glaubt, daß die Bomben vorzeitig eyplobiert sind. Drei nach Süden laufende Lokalzüge, die sich Der 28. Straße näherten, wurden rechtzeitig zum Halten gebracht. Die Kondukteure hatten große Mühe, eine Panik unter den Passagieren zu verhindern. Ein Beamter des Bureaus für Sprengstoffe erklärte, nach dem Charakter der beiden Explosionen seien die Bomben vermutlich mit einer Kombination von Nittoglyzerin und Dynamit gefüllt gewesen. Das Attentat in der Presbyterianerkirche in Philadelphia ist zweifellos darauf zurückzuführen, daß der Geistliche am letzten Sonntag über den Fall Saeco und Vanzetti predigte und den „roten Radikalismus" in scharfen Ausdrücken ver- kann E lerer N man steh' ön hästniW 9 aud> «fl sehr viel m Wichten l von diesem sein könnte richtig sem- nicht immer tzs war zwei M ' ander beg^ ein- M vergewissere den nchngen nur ein. » -urütk an der aber M m ich noch 6ch° man will M die ich gefah aber füll em von beiten Anschrift sch Dazu auch vor Zähren. 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Jedoch abe er in keiner Weise auf die zahlreichen ante* en Aufgaben Bezug genommen, zu deren Er- üllung ein Reich wie das englische weitere Kreuzer und weitere Hilfsschiffe benötige. Balfour erklärte, wemr auch 'm Genf nichts erreicht worden sei, so sei das ein ilnglüd, das bloß vorübergehend sei. Aus alte Fälle werde der größte Teil seiner Zuhörer noch das Zustande- tornmen einer Vereinbarung erleben, auf Grund deren alle Mächte sich zahlreicher Ersparnisse und größerer Sicherheit erfreuen könnten, ein Ziel, das der Präsident der Vereinigten Staaten so glühend wünsche. Er, Balfour, habe durchaus die Hoffnung, daß die Frage erneut in Angriff genommen werde, und daß, sobald dies einmal geschehen sei, die Resultate nicht ous- bleiben würden. Er sehe der weiteren Entwicklung der Auseinandersetzungen über die Seerüstungen keineswegs im Gefühl einer Hoff- nungstesigkeit entgegen. In einer Rede über das Scheitern der Mo- rinekonfercnz in Genf führte Churchill u. a. aus: Die britischen Delegierten trifft lein Verschulden am Scheitern. Die grundlegende Ursache für das Versagen der Konferenz bildete das Auseinandergehen ter Gesichtspunkte hinsichtlich der Auslegung des Begriffs der P a- r i t ä t zur See. Die Vereinigten Staaten legten diesen Begriff so aus, als handle es sich einfach um eine Frage arithmetischer Gleichheit. Großbritannien ist jedoch ein Reich, dessen einzelne Teile weit über die Welt zerstreut sind. Deshalb ist cs außerstande gewesen, sich mit einer Vereinbarung einverstanden zu erklären, durch die England auf dem Gebiete der Jlotten- stärke an eine arithmetische Gleichheit gebunden wurde. Wir verlangten kleine und billige Kreuzer, die Vereinigten Staaten verlangten wenige, aber große und schwer bestückte Kreuzer. Wenn die Streitfragen, die jetzt in Genf aufgeworfen wurden, bereits in Washington zur Sprache gebracht worden wären und wenn man dort ebenfalls den Gebendintereffen Englands kein Verständnis entgegengebracht hätte wäre die Washingtoner Konferenz ebenso gescheitert wie die Genfer. Zum Schluß seiner Rede äußerte sich Churchill in Herzlichen Worten über die engli sch- amerikanische Freundschaft und sagte u. a. noch: Wir nehmen gewiß keinen Anstoß daran, wenn die Vereinigten Staaten so viel Kreuzer bauen wie sie wünschen. bar und nutzbringend sein werden. In aufrichtiger Wertschätzung bin ich Ihr ergebener Gr zesinski." Flaggenerlah des preußischen Innenministers. Berlin, 6. Aug. (WTB.) Der preußische Minister des Innern, Grzesinskh, hat an die Regierungspräsidenten und Landräte ufton in eren Bereich die O st - und Rordseebäder legen, einen Erlaß gerichtet, in welchem betont wird, daß jeder Staatsbürger Anspruch darauf hat, gegen unberechtigte Störungen geschützt zu werden. Ganz besonders sei dieser Schuh unbedingt da sicherzustellen, wo es sich um die verfassungsmäßigen Reichssarben handelt. Denn das Zeigen der Flagge Schwarzrotgold chliehe das Bekenntnis zur Verfassung des Reiches in sich.~ Der Minister ersucht die be- ireffenten Dienststellen, den erforderlichen Schuh unter allen Umfränten, insbesondere auch bei Rächt, sicherzustellen. Sämtliche Polizeibeamte seien entsprechend zu belehren. Landjägerei sei erforderlichenfalls zur Verstärkung heranzuziehen. Auch Schutzpolizei und Kriminalbeamte formten eingesetzt werden. Deutsche Flugplätze im besetzten Gebiet. Koblenz, 6. Aug. (WTB.) Von amtlicher Seite wird dem WTB. bestätigt, daß die Verhandlungen zwischen dem Präsidenten der Rheinland- tommission und dem Reichskommissariat für die besetzten Gebiete in Koblenz dazu geführt haben, daß die Schaffung von drei Landungsplätzen für den Flugverkehr in den besetzten Gebieten genehmigt wurde. Der erste Landungsplatz für die Pfalz ist in der Nähe von Kaiserslautern vorgesehen. Der zweite soll in Koblenz oder dessen unmittelbarer Nähe und der dritte auf dem Gelände des Rennplatzes Erbenheim für die Städte Mainz und Wiesbaden errichtet werden. Infolge der noch oorzunehmenden Anlage des Flugplatzes bei Kaiserslautern wird der Flugverkehr mit der Rheinpfalz erst für das nächste Jahr in Frage kommen. Aus aller Welt. Betrug bei der Preußischen ttlassenlollerie. Wie die „Voss. Ztg." meltet, haben zwei bei ter Preußischen Generallotterie-Direktivn beschäftigte Beamte, die trotz strengen Verbots Lose ter Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie spielten . nach vierstündigem Verhör ein gestanden, wie sic hohe Gewinne auf ihre Lose erzielten. Danach ver abreteten ter Lotterieinspektor Boehm und de Lotterievbersekretär Scharnschein, von tenei ter eine das Ruinmernrad und ter andere dc>s Losrad bediente, daß ter am Losrad sitzende Beamte einen hohen Gewinn nicht verlesen, sondern in die Tasche stecken solle. Als das g< lungen war, kamen sie überein, daß ter c»n Rummernrad sitzende Beamte am nächsten Spiet tage die Rümmer seines Loses als dritte Rumm verlesen sollte, woraus sein Partner den bare fallenden Gewinn ansagte. Bisher wurde ein fest gestellt, bei dem ten Beamten ein „Gewim. von 100 000 Mark zugefallen war und ein zweiten Fall, bei dem sie 50 000 Mark „gewannen". (Eine halbe Million unterschlagen. Der beim Amtsgericht Berlin-Schöneberg an* gestellte Verwalter Paul Ruppold ist seit einigen Tagen spurlos verschwunden. Der „Montagspost" zufolge soll er Mündelgelder in Höhe von einer halben Million veruntreut haben. Großer Juwelenraub in Lüneburg. 3n der Rächt zum Sonntag wurde tre Lüneburg in einem Juweliergeschäft ein schwerer Einbruch verübt. Die Täter erbeuteten dabei, soweit bisher festgestellt werden konnte, bares Geld und Goldwaren im Werte von 60 000 Mk. Die Polizei stellte fest, daß gegen 2 Ufjr nachts mehrere Personenkraftwagen in rasender Fahrt die Wilhelmsburg passierten. " • hatten die Polizeibeamten ein Hindernis a a richtet, welches aber von dem Auto glatt über fahren wurde. Trotz abgegebener Warnungsschüsse setzte das Auto seine Fahrt fort. Es dürfte kaum ein Zweifel darüber bestehen, daß es sich bei den Insassen des Autos um die Täter handelt. Großer Platindiebslahl. Wie die „Saarbrücker .Zeitung" aus Di Hin gen meldet, drangen in der Nacht zum Sonntag drei maskierte Manner in das Hauptlaboratorium der Dillinger Hütte ein, zwangen die dort beschäftigten drei Personen mit oorgehaltenen Revolvern zum Schweigen und raubten eine größere Menge des dort lagernden Platins im Werte von 45 000 Franken. Die Täter sind unerkannt entkommen, obwohl die Polizei sofort die Verfolgung aufnahm. Brand in einer Kohlengrube. Auf der zu dem Gute Schornewicz gehörenden Braunkohlengrube Gupa brach am Sonntag in der 14. Stunde auf noch nicht aufgeklärte Art ein Brand aus und ergriff einen beträchtlichen Test der Anlage. Das Sägewerk, die Zimmerei und die Tischlerei mit vielen wertvollen Maschinen und großen Holzoorräten bildeten nach kurzer Zeit ein Flammenmeer. Den Stiefbruder erschossen. Der 34 Jahre alte Sattler Paul Rosenfeld u-|b ter wenige Jahre jüngere Friedrich Schulz gerieten gestern nachmittag in ter väterlichen Wohnung in Berlin-Charlottenburg in Streit. Es entstand eine Schlägerei, in bereit Verlauf Rosenfeld seinen Stiefbruder so hart bedrängte, daß dieser zum Revolver griff und einen Schuß abgab. Ins Herz getroffen, brach Rosenfeld zusammen. Schulz lief sofort nach ter Tat zum nächsten Polizeirevier und meldete, daß er seinen Stiefbruder erschaffen habe. Er wurde in Haft genommen. Schweres (Eisenbahnunglück bei Amsterdam. 6 Tote. Bei dem Orte Caren, einem beliebten Ausflugsort bet Amsterdamer Bevölkerung, stießen gestern nachmittag zwei Kteinbahnzüge mit großer Heftigkeit zusammen. Beite Züge, besonders der aus der Richtung Amsterdam, waren mit Ausflüglem stark besetzt. Sechs Personen wurden getötet, 15 schwer und ungefähr 30 leicht verletzt. Der Unfall ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, daß die Strecke an ter Unfallstelle eingleisig ist und über sehr unübersichtliches Gelände führt. Aus einen (Eisberg gestoßen. Der auf dem Wege nach Bahia Bianca befindliche Dampfer „Mammen" ist einem Lloyd-Telegramm zufolge auf dem 49. Breitengrad auf einen Eisberg gestoßen. Der Vorderteil des 8000 Tonnen großen Schiffes ist mit Wasser gefüllt. Das Schiff befindet sich zur Zeit mit sechs Knoten Geschwindigkeit auf dem Wege nach seinem Bestimmungsort. Eine unmittelbare Gefahr besteht, wie man glaubt, nicht. Russisch-polnische Verständigung Warschau, 6. August. (Wolf.) Wie der pol- nisck>e Gesandte in Moskau, Patek, einem Vertreter der „Epoka" mitteilte, ist die Begleichung der Folgen der Ermordung des Gesandten Woi - kofs so gut roie eine vollendete Tatsache. Eine Besprechung über diese Frage fand noch gestern zwischen Patek und dem Mitglied des Volkskommissariats des Aeußern Stomonjaf off statt, der sich auf ter Durchreise nach einem ausländischen Bad in Warschau aushielt. Nach einigen Tagen verläßt Patek Warschau und kehrt nach Moskau zurück, um von dort aus eine Urlaubsreife tu den Kaukasus anzutreten. Nach Ablauf dieser Ur» No, 10 Mefcung. . ®e|d)rei,(3eraf] iS? SÄ Wie nn Der tzub e,r Ätz JCmn,en S, die?' Kn tonn. $C(f * -mb &n °U5 de» e e.üen fälligen fipQ.nen 5uge- Jjbf noch ä" *5 M qis „ WfcW’tle o ‘sS "Sie vorgenommen. Es hatte sich eine Menschenmenge von 8—10 000 Personen angesammelt. Ein neuer Prozetz gefordert. Boston, 7. Aug. (Wolff.) Die Anwälte von Saccv und Vanzetti haben ein Gesuch um einen neuen Prozeß eingereicht mit der Begründung, daß die Verhandlungen im ersten Prozeß parteiisch gewesen seien und der Richter gegen die Angeklagten voreingenommen gewesen wäre. Außertem sei neues Deweismate- rial vorhanden. Den Gouverneur Fuller ersuchten die Anwälte, die Vollstreckung des Urteils hinauszuschieben, um die Verhandlungen über den Antrag wegen eines neuen Prozesses zu ermöglichen. Gutachten über den Fall Saeco und Vanzetti. Boston, 7. Aug. (WB.) Der von Gouverneur Fuller eingesetzte Ausschuß, der sozusagen in letzter Stunde ten Fall Sacco-Vanzetti nochmals überprüfen sollte, ist ebenso wie ter Gouverneur selbst in einer von ihm selbstständig geführten Paralleluntersuchung zum Resultat gekommen, daß zwar der Richter des Obersten Gerichtshofs von Massachusetts Thayer während des Prozesses in Unterhaltungen mit außenstehenden Personen nicht die erforderliche Zurückhaltung bewahrt habe, daß er aber in ter Führung des Prozesses selbst sich ter strengsten Unparteilichkeit befleißigt habe. Der Ausschuß hat diese Entscheidung im Laufe des Abends veröffentlicht. Der Ausschuß hat weiterhin festgestellt, daß der Prozeß in Dedham im Jahre 1920 in durchaus unparteiischer Weise geführt wurde, unb gibt der Meinung Ausdruck, daß alle Aussagen, auf die sich die verschiedenen Anträge zur Wiederaufnahme des 03erfahrend stützen, nicht hin- reichen werden, um die Geschworenen zugunsten der Angeklagten zu beeinflussen, falls auf Grund einer Überprüfung des Belastungsmaterials eine Wiederaufnahme tes Verfahrens zugelassen werten sollte. Der Ausschuß kommt zu dem Schluß, daß die 03emunft einen Zweifel an der Schuld Saccos und Vanzettis nicht zulasse. Londoner Kundgebungen. London, 7. Aug. (WTB.) Nach einer Kundgebung auf dem Trafalgar-Square marschierte die Menge vor die amerikanische Botschaft, um dort eine Resolution, in der gegen die Hinrichtung von S a c c o und Vanzetti protestiert wird, zu überreichen. Die ganze Front des Botschaftsgebäudes war von einer Polizeikette bewacht. Neun Delegierte wurden in das Gebäude gelassen, fanden dort aber keinen Beamten vor. Die Menge bewegte sich bann nach dem Hyde-Park, wo weitere Kundgebungen stattfanden. Die Bewegung in Frankreich. Paris, 8. Aug. (WTB. Funkspruch.) Die Demonstration in Paris gegen die Hinrichtung Saccos und V a n z e 11 i s , über die die Blätter ausführlich berichten, ist außerordentlich eindrucksvoll verlaufen. Auch in verschiedenen anderen Städt- ten haben Kundgebungen stattgefunden. Zwischenfälle werden nicht gemeldet. 3n der „Humanite" kündigen die Gewerkschaften 'Dlosfauer Richtung für den Fall der Hinrichtung Saccos und Vanzettis die Fortsetzung des für heute angekündigten 24stündigen Generalstreikes in Form eines Boykotts sämtlicher amerikanischer Waren, Vorstellungen, Darbietungen und die Einstellung der Beförderung von Angehörigen der amerikanischen Nation und amerikanischen Erzeugnisse an. Die amerikanische Botschaft und die übrigen amerikanischen Dienststellen der amerikanischen Regierung werden im Hinblick auf den Fall Saeco und Vanzetti scharf bewacht. Heute vormittag ist außer der Delegation des Internationalen Gewerkschaftskongresses auch eine Delegation der internationalen Noten Hilfe auf der amerikanischen Botschaft erschienen, um für die Begnadigung Saccos und Vanzettis einzutreten. Ein katholischer Priester aus Pittsburg mit Namen Cox, der mit zweihundert Pilgern aus ßoartes hier einttas, hat gestern am Grabe des unbekannten Soldaten in Gegenwart von Vertretern der französischen und amerikanischen Regierung, sowie des Kommandeurs ter amerikanischen Legion eine Ansprache gehalten, in der er für Saeco und Vanzetti Gnade forderte. Er erklärte, ich bin beschämt, zu sehen, wie die ganze Welt vergeblich gegen dieses Urteil protestiert. Es besteht ein Z weifet a n d e r S ch u l d der Verurteilten. Warum läßt man diesen Zweifel den Verurteilten nicht zugute kommen. Der Geistliche appellierte an den unbekannten Soldaten, er solle sein Fürsprecher bei Gott sein, damit dieser Justizirrtum vermieden werde. Der frühere Präsident der Republik, Loubet, hat einer Agenturmeldung zufolge, an den Gouverneur Fuller einen dringenden Apell zugunsten von Sacco und Vanzetti gerichtet. Polizeischutz für die Berliner amerikanische Botschaft Berlin, 6. Aug. (TU.) Zur Vermeidung etwaiger Zwischenfälle haben seit gestern die Gebäude ter amerikanischen Botschaft und des Generalkonsulates verstärkten Po - l i z e i s ch u h erhalten. Die Maßnahme wurde getroffen mit Rücksicht auf den Beschluß der KPD., Betriebsdelegationen nach der amerikanischen Botschaft zu senden, die gegen die Hinrichtung Saccos und Vanzettis protestieren sotten. Einreise-Erlaubnis für die Schwester Vanzettis. Paris, 6. Qlug. (Wolff.) Wie dem „OZeto Vork Herold" aus Washington gemeldet wird, hat das Staatsdepartement Anweisung gegeben, der Schwester Vanzettis ein zeitweiliges Einreise-Visum zu gewähren. loubszeit sollen die durch den Warschauer Gcsandten- mord unterbrochenen russisch-polnischen Verhandlungen über einen Nichtangriffspakt wieder ausgenommen werden. Eröffnung der amerikanischen „Friedensbrücke". Buffalo, 7. August. (WB.) Die „Frie- den s brücke", die die Stadt Buffalo mit dem la- nadischen Ort Fort Erie verbindet, wurde heute nachmittag eröffnet. Der Kriegsminister und Staatssekretär Kellogg hielten Ansprachen. Letzterer führte u. a. aus: Präsident EooIidge be« teure, an der Einweihung nicht selbst teilnehmen zu Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 8. August 1927. Die Auskunft. (Zeder braucht einmal eine Auskunft. Man kann nicht alles wissen. Und wenn es in unserer Zeit auch genug gedruckte Anweisungen, Wegweiser, Anschriften und Verbotstafeln gibt, man steht doch noch manchmal Dingen und Verhältnissen gegenüber, bei denen man sich nicht zu Helsen weih. Wenn man im allgemeinen auch nicht der Ansicht huldigt, daß di« andern s^hr viel mehr wissen als unsereiner — solche Ansichten liehe die eigene Bescheidenheit nicht zu —, so seht man doch da und dort einmal das Vertrauen in den lieben Nächsten, dah er von diesem besonderen Fall besser unterrichtet sein könnte. Diese Annahme dürfte auch oft richtig sein. Aber die Auskunft fällt trotzdem nicht immer zu unserer Befriedigung aus. Cs war auf einem kleinen Bahnhof, in dem zwei Züge aus entgegengesetzter Richtung einander begegneten. Eine dritte Linie mündet dort ein. Mit den örtlichen Verhältnissen unbekannt, vergewissere ich mich durch Nachfrage, daß ich den richtigen Zug benütze. „3a, ja, steig'n 's nur ein." Der Zug fährt ab und bringt mich zurück an den Ort, den ich eben verlassen hatte, ober nicht an das erstrebte Ziel. Dabei habe ich noch Schwierigkeiten beim Aussteigen, denn man will meine Karte für die falsche Richtung, die ich gefahren bin, nicht gelten lassen. Wie abe - soll ein fremder Reisender wissen, welcher von beiden Zügen der richtige ist, wenn die Anschrift schlt und die Abfahrtzeit dieselbe ist. Dazu auch der Bahnsteig derselbe. Das war vor Zähren. 3eht haben die Züge auf dieser Strecke auch ihre Anschriften. Wenn man auf» paßt, fährt man also kaum mehr falsch. Auf einem andern kleinen Dcchnhvf erlebte ich letzter Tage etwas Aehnliches. Ein Zunge von etwa 10 Zähren fragt, welcher Zug von zweien der richtige für ihn sei; wird, weil nicht viel Zeit ist, kurz beschieden, der Zunge versteht aber nur halb, weil auch die Auskunft nur halb war, sieht sich verängstigt um, sucht nach Anschriften oder nach einem Menschen, der ihm in seiner Hilflosigkeit helfen könnte, denn er will den Zug nicht versäumen, nicht falsch fahren. Zur Klarlegung war aber nur folgendes Zwiegespräch nötig: Wohin willst du? — Rach T. — Hier der erste Zug ist es. — Danike. Mnb solche Fälle erlebt man oft genug. Es fehlt allerdings oft auch am richtigen Fragern Aber noch mehr an den Antworten, die unvollständig und mangelhaft sind. Natürlich ist niemand verpflichtet, einen großen Vortrag zu halten. Aber wer eine Auskunft erteilt, muß auch die nötige Gewissenhaftigkeit walten lassen. Lieber ein Wörtchen zu viel — es kostet ja nichts — als eins zu toentg. Wer ein einziges Mal Pech mit -den Auskünften hatte, der weih, welchen Aerger und welche Scherereien ein solcher Bescheid zur Folge hat oder doch haben kann. ünt) schließlich sind wir ja doch alle aufeinander angewiesen. Heute der auf den, morgen der auf den andern. Prolestversammlung gegen die Derkehrsordnung imSeltersweg Man berichtet uns: „Am Freitagabend hatten sich etwa 80 Fir- mcnmhaber der Geschäfte am Seltersweg im kleinen Saale des Hotels Prinz Carl eingefunden, um Stellung zu nehmen gegen die neu erlassene Verkehrsordnung für die Hauptgeschäftsstraße unserer Stadt. Die sehr lebhafte Aussprache brachte zum Ausdruck, dah die Verkehrs- spcrre für den Seltersweg von allen Rednern als eine Geschäftsschädigung empfunden wurde. Die zahlreichen Kunden, die von den im Süden unserer Stadt gelegenen Orten per Fahrrad oder auch durch Auto die Geschäfte am Seltersweg aufsuchen, um Einkäufe zu machen, werden in die Bahnhofstraße gedrängt und erledigen dort ihre Einkäufe. Die aus der Richtung Frankfurt und Köln kommenden Autos, die in den Gasthöfen im Zuge des Selterswegs einzukehren pflegen, scheuen den Llmweg um die Anlagen und kehren teiltveise überhaupt nicht mehr in unserer Stadt ein, sondern fahren weiter. Die Hausburschen gewisser Firmen müssen infolge der Einbahn-Derkehrsordnung mit ihren Handkarren und Fahrrädern große LImwege Geld und Erfahrung Novelle von Max E y t h. 10 Fortsetzung. Nachdruck verboten Geschrei, Gerassel und dröhnendes Gepolter auf dem hohlen Bretterboden in allen Richtungen. Hunderte von Negern aller Schattierungen, darunter wahre Herkulesse, rollten im Eifer der Arbeit lachend über die Ballen oder sprangen singend hinter den Fässern her. Es wurde viel und kräftig geflucht, aber auch des Herrn Lob erschallte in wundersamen Liedern unter Lachen und Gcjauchze. „Wir gehen alle über den Jordan — o Jerusalem!" war ein besonders beliebter Kehrreim der Ernstergesinnten. Den Schwarzen war es in diesen Morgenstunden sichtlich wohler als ihren einstigen weihen Herren. Auch auf dem Deck des „Wilden Westen" war schon alles in Bewegung. Mein zweiter Kessel schwebte an einem kräftigen Schiffskranen hoch in der Luft, machte eine elegante Schwenkung über Bord, als sei ihm das Fliegen zeitlebens eine liebe Gewohnheit gewesen, und sank in der nächsten Minute auf die krachende Levee nieder. In zehn Minuten hatte ich sechs Neger, Jem, Jo, Jak, Cato, Alexander und Bucephalus, in meine Dienste genommen. Neugierig und energisch machten sie sich daran, die Deckel der Kisten aufzureihen, die ich den Monteuren bezeichnete, und die blanken Stangen und Wellen, die schweren Lager und Ständer aus den Spänen hcrauszuschälen, welche sich in gewaltigen Haufen um uns auftürmten. Vor der Früh- stücksstunde noch war mein Trüpplcin im besten Zuge; mir selbst begann es ganz leicht ums Herz zu werden. Dazu kam noch „Sarorences Bruder", der schon in der Ferne eine Zeitung in der Luft schwenkte, als er den „Wilden Westen" und mich entdeckt hatte. „Sie haben verloren, Mister Eyth, Sie haben verloren!^ rief er aus weiter Ferne. „Geben Sie mir zehn Dollar und hören Sie zul" „Er kletterte auf eine der Kisten, setzte sich, entfaltete die nasse Morgenzeitung und las: „,Die berühmte und stets auf das Wohl unseres Staates bedachte Landwirtschaftsgesellschaft von machen, um zu ihrem oftmals nur wenige Meter entfernten Beschäftigungsart zu gelangen, so dah dem Arbeitgeber ein großer Zeitverlust entsteht. Die Polizeibeamten, von denen vier im Seltersweg den Verkehr regeln, scheinen ohne Anweisung zu sein, hierbei ab- und zuzutun. Es wurden in der Versammlung einige Vorkommnisse geschildert, wie die überaus strenge Handhabung der Derkehrsdrosfelung sich in der Praxis ausnimmt. Durch diese Maßnahmen wird der Ge° schästsverkehr im Seltersweg schwer betroffen. Man war einstimmig der Ansicht, daß diese ganze Regelung für den breiteren unteren Teil des Seltersweges unnötig war, daß allerdings am oberen Seltersweg von der Maigasse bis zum Kreuzplatz die Straßenbreite für den Verkehr nicht ausreiche. Hier hätte die Stadtverwaltung schon längst ein Opfer bringen muffen, um andere Derkehrsverhältnisfe zu schaffen. Seit Zähren redet man davon, der, Engpaß durch eine Verbreiterung der Straße zu beseitigen. Aber es geschieht im Znneren der Altstadt durchaus nichts, man verhält sich abwartend, bis einmal ein Menschenleben dem Engpaß zum Opfer gefallen sein wird. Aeber die Frage, was zu geschehen hätte, war sich die Versammlung in einem Punkt vollkommen einig. Man hält die Richtung, die man dem Verkehr gegeben hat, im Znteresse der Anlieger des Seltersweges für falsch. Von Norden her hat der Geschäftsverkehr am Seltersweg im allgemeinen nicht viel zu erwarten. Die Kundschaft der Geschäftswelt kommt in der Hauptsache vom Bahichof und von der Frankfurter Straße herunter in das Stadtinnere gefahren. Aus dieser Richtung kommen zahlreiche Radfahrer und Kunden mit Automobilen, die in der Hauptgeschäftsstraße Einkäufe machen. Dieser wichtige ^instand ist von der Bürgermeisterei und vom Polizeiamt bei der ganzen Angelegenheit nicht gewürdigt und nicht berücksichtigt worden. Ein Teil der Versammlung war der Ansicht. man müsse verlangen, daß diese für die Verhältnisse unnötige Tterkehrsordnung wieder aufgehoben oder wenigstens entgegenkommender gehandhabt wird. Ebenso sei es unbedingt nötig, daß das Polizeiamt den Anliegern des Seltersweges Ausweise ausstellt, auf Grund deren die Beamten auch eine umgekehrte Fahrrichtung, besonders von Handkarrei, und Schieben von Fahrrädern gestatten sollten. Die Versammlung sprach ihre große Verwunderung darüber aus, daß in der Stadtverordneten ° Versammlung diese das Geschäftsleben und zahlreiche gute Steuerzahler schädigende Polizeiverordnung ohne ernstlichen Widerspruch angenommen wurde. Es wurde ein sechsgliedriger Ausschuß gewählt, der die Angelegenheit bearbeiten soll, und schließlich eine Protestresolution gefaßt, die den geschädigten Interessenten zur Zustimmungserklärung vorgelegt werden soll. Die Resolution soll dem Herrn Oberbürgermeister Dr. Keller und dem Herrn Regierungsrat Schmidt, sowie allen Stadtverordneten zugeleitet werden." Bornotizen. — Tageskalender für Montag. Palast-Lichtspiele: „Die Geliebte". — Astoria-Licht- spiele: „Die verkaufte Frau". * 2. U. Von der Landes-^lniver- s i t ä t. Die Akademische Auskunststelle (Bis- marckstraße 22) versendet gegen 0,40 Mk. das Vorlesungsverzeichn is für das Wintersemester 1927/28. Die Zmma trilulationen beginnen am 17. Oktober, die Vorlesungen am 24. Oktober. ** Carl Sanier Ehrenmitglied des Oberhessischen Kun st Vereins. Aus Anlaß feines 70. Geburtstages wurde Geh. Rat Professor Dr. h. c. Carl Bantzer in dankbarer Anerkennung seiner um den Kunstverein erworbenen Der- dienste, insbesondere der Stiftung einer Vorarbeit zu dem berühmten Abendmahlsbilde in der Berliner Nationalgalerie, die Ehrenmitgliedschaft verliehen. ** Don der Hindenburgspende. Don der Geschäftsstelle der Hindenburgspende wird mil- geteilt, daß sich die Aufrufe, die in der letzten Zeit Handel, Industrie, Landwirtschaft und politische Parteien erlassen haben, in überaus günstiger Weise ausAumirfen beginnen. Die Eingänge bei der Hin- denourgspende, darunter viele kleine Beträge aus den breitesten Schichten des Volkes, nehmen von Woche zu Woche zu. Es ist besonders auch im Auslande günstig ausgenommen worden, wie einmütig zu der für den Reichspräsidenten beschlossenen Louisiana hat sich entschlossen, den beträchtlichen Preis von fiebenhundertfünfzig Dollar für den besten Dampfpflug zur Bearbeil von Baumwoll- und Zuckerland auszusetzen. Mai. hofft mit Recht, auf diese Weise der unglaublichen Not des Südens, dem Mangel an Arbeitskräften jeder Art, für alle Zeiten abhelfen zu können. Wie wir hören, soll sich bereits ein Bewerber für diesen ansehnlichen Preis eingestellt und am Fuß der Tschapatulastraße seine Borbereitungen begonnen haben. Ehre einer Gesellschaft, die auch in den schwersten Zeiten Mut und Tatkraft bewahrt, an dem Wiederaufbau und der Wohlfahrt unseres glorreichen Südens Weiterarbeiten zu können!' — Wie gefällt Ihnen das? Sie brauchen die anderen Zeitungen nicht nachzusehen. Sie bringen alle denselben packenden Artikel, den ich und unser Geschäftsführer noch gestern nacht aus- gebrütet haben. Er wollte zuerst nicht recht dran; die Komiteesitzung kann erst übermorgen statlfinden, und so ist eigentlich noch nichts beschlossen. Merken Sie allmählich, daß Sie in Amerika sind?" „Merken Sie, daß Sie auf einer englischen Maschine sitzen?" antwortete ich vergnügt, indem ich gleichzeitig Bucephalus anwies, meinem Freund eine Brechstange zwischen die Beine zu stoßen, denn er saß auf der Kiste, die ich vor allen anderen geöffnet haben wollte. Bucephalus war energisch, aber etwas ungeschickt. Lawrence sprang deshalb mit jugendlicher Behendigkeit in die Höhe, um dem gefährlichen Stoß zu entgehen. „Und sehen Sie, da kommen Sie selbst!" rief er aus der Zeitung heraus, seinen Knotenstock schwingend, ohne jedoch den Zwischenfall eines weiteren Wortes zu würdigen. „Frühstück, Frühstück!" schrien die Neger, während ein halbes Dutzend Glocken und hundert heulende Dampfpfeifen entlang der ganzen Levee einen infernalischen Lärm erhoben. Ein paar Stunden nüchterner Mrgenbeschäftigung mit dreiundfünfzig Kisten eines demontierten Dampfpfluges verfehlen ihre appejiterregenbe Wirkung auch in einem halbtropischen Lande nicht. Ich war deshalb mit den Negern völlig einverstanden und bat Lawrence, mir Gesellschaft zu leisten. Er kannte eine Wirtschaft in unmittelbarer Nähe, wo wir unter Schiffskapitänen, Baumwollmaklern und Zuckerbörsenleuten rasch ein Tischchen und ein „elegantes" Frühstück fanden. Als Ehrengabe große Teile des deutschen Volkes sich bekennen. Ueber den Zweck der Hindenburgspende wird von der Geschäftsstelle noch mitgeteilt, daß die Hindenburgspende ihre Grundlage in den Aufrufen der Reichsregierung und der Länderregierungen, der wirtschaftlichen Verbände und der Beamtenschaft hat. Was für die Hindenburgspende eingeht, wird dem Reichspräsidenten unmittelbar übergeben. Der Reichspräsident hat erklärt, die ihm zugedachte Spende für die Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen verwenden zu wollen. Die Gefahr irgendwelcher einseitiger Beeinflussung bei der Verwendung der Mittel, von welcher Seite sie auch kommen mögen, ist damit ausgeschaltet. ** Eine Enquete der Reichspost. Das Reichspostministerium bereitet, wie wir erfahren, eine Erhebung bei sämtlichen Postanstalten des Reichs über die Art und den Umfang des Postverkehrs und der Sendungen des In- und Auslandes vor. Die Erhebung soll während der Monate September, Oktober und November vorgenommen werden. Das Ergebnis dieser Zählung dürste für die Gebührenpolitik der Reichspost von besonderer Bedeutung sein, da vornehmlich der Umfang der auf- gegebenen Briefsendungen, Massendrucksachen, Ge- schästspapiere, Drucksachen, Warenproben, Pakete usw. zur Erfassung kommen soll. Unterstützung bedürftiger Beamten in Hessen. Der hessische Finanzminister teilt mit: Einem Vorgehen des Reiches und anderer Länder entsprechend sollen auch in Hessen mit Rücksicht auf die gegenwärtige schwierige wirtschaftliche Lage der Beamten Gesuche um Gewährung von Llnterstützungen bei besonderen Notlagen in der nächsten Zeit mit besonderem Wohlwollen behandelt werden. Die den einzelnen Ministerien zur Verfügung stehenden Llnterstutzungsfonds sind zu diesem Zwecke erhöht worden. Znsbesondere soll dies bei Gesuchen von verheirateten Beamten der unteren Gruppen geschehen. Zn sachlicher Beziehung sollen aber die für die Bewilligung von Unter» ftühungen an Beamte allgemein maßgebenden Gesichtspunkte ^unverschuldete Notlage durch Krankheit in d"r Familie usw.) Beachtung sinden. ** Gladenbacher Flugtag von Gieße naus. Am gestrigen Sonntag veranstaltete die Stadt Gladenbach einen Flugtag. Da die Flugmaschinen in Gladenbach feinen geeigneten Landeplay halten, wurde für die Durchführung der Veranstaltung der Gießener Flugplatz in Anspruch genommen. Die beiden Sportflugzeuge Raab -Katzen st ein „Schwalbe" D 856, D 725 stiegen vom Gießener Flugplatz aus auf, machten dabei Aundslüge über unserer Stadt und begaben sich dann zur Durchführung ihrer Aufgabe nach Gladenbach. Die Landung der Flugzeuge erfolgte ebenfalls auf dem hiesigen Flugplatz. Die Piloten werden auch heute noch Rundflüge über unserer Stadt ausführen. ** Dienstjubiläum. Der Bau-Oberafsistent Philipp Loh, hier, Mühlstraße wohnhaft, begeht heut« die Feier seines 25. Dienstjubiläums beim hiesigen Städtbauamt. Zahlreiche Glückwünsche wurden dem Jubilar zuteil. ** Aus dem Gießener Standes» amtsregister. Es verstarben in der Zeit vom 15. bis 31. 3uli: 17. Zuli: Heinrich Rinn, Fuhrmann. 54 Zähre alt, Schiffenberger Weg 34; 18.: Friedrich Hermann Wiesner, Oberbauinspektor. 70 Zahre alt, Gnauthstrahe 16; 19.: Johannes Lenz, Schreinermeisber, 82 Zahre alt, Frankfurter Straße 123; Margarete Mandler, geb. Mankel, 42 Zahre alt, Buddestraße 11; 20.: Martin Friedrich Abermann. Bauunternehmer, 58 Zahre alt, Löberstrahe 8; 21.: Erna Schmidt, 20 Stunden alt, Leihgesterner Weg 42; 23.. Mari« Zohannette Köhler, geb. Hilgardt, Witwe, 72 Zahre alt, Dammstraße 32; 24.: Karl Hahn, Elektrotechniker, 29 Zahre alt, Kleine Mühlgasse 4; 29.: Anna von Klöber, geb. Schmalenberger, 75 Zahre alt, Licher Straße 74; Johann Peter Margolf, Oberbahnassistent L R., 85 Jahre alt, Liebigstraße 37; 30.: Kurt Lambert in, 2 Stunden alt, Roonstraße 18; Heinrich Becker, Lehrer, 52 Jahre alt, Marburg. Str. 106; Heinrich Reitschmidt, Dienstknecht, 79 Jahre alt, Licher Straße 74; 31.: Klara Balser, geb. Weis, Witwe, 77 Jahre alt, Wolfstraße 10. ” Verkehrssünder. In der Zeit vom 1. bis 31. Juli wurden folgende Anzeigen wegen Zuwiderhandlungen durch Fahrzeugführer bzw. Kraft- und Radfahrer gegen verkehrspolizeiliche Vorschriften erhoben: 29 Anzeigen wegen Fahrens zur Nachtzeit ohne hellbrennende Laterne, 15 Beilage las er mir eifrig die Morgenzeitungen vor, deren Inhalt, soweit er unsere Sache betraf, ihn sichtlich mit dem erhebenden Gefühl der Vaterschaft beglückte. Der „Picayune" erzählte in Sperrdruck: „Wir hatten gestern das Vergnügen, den Besuch des Herrn Eyth, des gentlemanlichen Vertreters der großen englischen Firma John Fowler & Co. in Leeds und London, zu erhalten, der uns von dem Bruder unseres großen Zuckerplantagenbesitzers Herrn Henry Lawrence freundlich zugeführt wurde. Herr Eyth beabsichtigt, durch die Einführung der weltberühmten Dampfpflüge seiner Firma, die alles bisher Dagewesene übertreffen sollen, an der Regeneration des Südens mitzuwirken, und wird damit voraussichtlich in wenigen Tagen im Ausstellungspark der Landwirtschaftsgesellschaft von Louisiana den Anfang machen. General Longstreet und die hervorragendsten Männer unseres Staates nehmen den lebhaftesten Anteil an feiner Tätigkeit. Sein Pflug soll stündlich fünf Acker des schwersten Zuckerbodens auf eine Tiefe umbrechen, die nach der Verficherung unseres Freundes, Herrn Lawrence, von sechs Paar Ochsen nicht erreicht wird. In liebenswürdigster Weise teilte uns Herr Eyth mit, daß er ein Deutscher von Geburt und, im Gegensatz zur Mehrzahl seiner übrigens hochachtbaren Landsleute, der Sache der Südstaaten stets aufs wärmste zugetan gewesen sei. Hochinteressant finden wir, daß Herr Eyth aus einer alten Schweizer Fürstenfamilie abftammt und daß er in einem mittelalterlichen Männerkloster feines Vaterlandes das Licht der Welt erblickte. Der letztere Punkt bedarf jedoch noch der Aufklärung. Trotz dieser geheimnisvollen und hochromantifchen Vergangenheit scheint Herr Eyth ein lebhaftes Verständnis für die modernen Verhältnisse unseres glorreichen Vaterlandes mit nicht gewöhnlicher Geschäftsenergie zu verbinden. Unsere, geschätzten Leserinnen dürfte es jedoch mehr interessieren, zu vernehmen, daß Herr Eyth durch keine zarten Bande an den alten Kontinent geknüpft ist und nicht unweigerlich an den klösterlichen Grundsätzen seiner Jugend festzuhalten gedenkt. Wir wünschen ihm in dieser und jeder anderen Beziehung einen erfolgreichen Aufenthalt in den wieder aus- lebenden Golfftaaten." „Das ist gut, das ist sehr gut für einen Anfang!" meinte Lawrence. „Sie werden sehen, unsere schönen wegen Fahrens auf Bürgersteigen, 5 wegen Fahrens mit übermäßiger Geschwindigkeit, 9 wegen Fahrens ohne die rechte Straßenseite einzuhalten, 32 wegen Fahrens durch gesperrte Straßen, 18 wegen sonstiger Zuwiderhandlungen in verkehrspolizeilicher Hinsicht. ** Eine neueSIrt von D - Zugsf chw i n d- lern. Seit einiger Zeit treibt in den D-Zügen eine neue Art von Schwindlern ihr Unwesen. Sie versuchen es nämlich, sich an junge, alleinstehende Mädchen heranzumachen und sie, nachdem sie sich durch geschickte Weise deren Vertrauen erworben haben, bis auf den letzten Pfennig auszuplündern. So wurde dieser Tage ein junges Mädchen auf der Reise nach Berlin von einem Manne angesprochen, der ihr erzählte, ein vermögender Handwerksmeister zu sein und sich gegenwärtig auf der Suche nach einer Frau befände. Der Gauner verstand es, dem Mädchen geschickt den Gedanken zu suggerieren, daß ihr Geld bei ihm viel sicherer aufgehoben sei. Bei der Ankunft in Berlitz nahm der Zukünftige — beide hatten sich in der kurzen Zeit der Fahrt fürs Leben versprochen — dem Mädchen den Gepäck schein ab und versprach, für alles zu sorgen, sie möge ruhig auf ihn warten. Er kam aber nicht wieder zurück, an der Gepäckstelle erfuhr das Mädchen zu feinem größten Schrecken, daß die Koffer bereits abgeholt waren, und der Betrüger verschwunden war. Alle Nachforschungen waren vergeblich. " Die Besichtigung des Schlosses Braunfels ist, wie uns von der Fürstlichen Nentkammer mitgeteilt wird, aus besonderen Gründen am 9., 10. und 11. August nicht möglich. " Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt. Ochsen 242, Dullen 79, Kübe 727, Färsen 324, Kälber 474, Schafe 59, Schwerne 5059. Buntes Allerlei. Blamierte Fachleute. Dah auch alte Fachleute sich mitunter irren können, mußten in einer der letzten Nächte zwei Berliner Einbrecher am eigenen Leibe erfahren. In einem Konfitürengeschäft hatte die Auslage sie gereizt. Sie schlugen die Schaufensterscheibe ein und stopften in mitgebrachte Säcke, was nur hereingehen wollte. Ein Wächter hatte ihr Treiben aber beobachtet und rief sie an. Die Einbrecher ergriffen sofort die Flucht und warfen unterwegs einen Teil der Deute weg. Von einer hinzukommenden Schupostreife wurden sie aber gestellt und auf die Wache g?bracht. Der Rest ihrer Deute wurde ihnen abgenonrmen. Es handelte sich um zwei bekannte Schau- senstereinbrecher. Der Revierwachtmeister, ein Spaßvogel, wollte sie über den Verlust einigermaßen trösten und verehrte jedem eine Tafel Schokolade. Bei der Vernehmung auf dem Polizeipräsidium versäumten die Einbrecher nicht, lobend hervorzuheben, daß der Revier- Wachtmeister ein „anständiger Kerl" gewesen sei, der ihnen etwas gegönnt habe. Es wurde ihnen gestattet, die Schokolade gleich zu verzehren. Jetzt stellte es sich aber heraus, daß die verlockenden Hüllen nur P apierein lagen bargen. Was man ihnen bisher verschwiegen hatte, erfuhren sie jetzt außerdem: sie hatten bei dem Einbruch überhaupt nur leere Attrappen gestohlen. Darob schüttelten beide den Kopf und sagten: „Daß uns sv was passieren kann!" Berliner Börse. Effekten-Frühverkchr. Berlin, 8. Aug. (WTB. Funkspruch.) Auf die Meldung, daß die seit einiger Zeit zwischen der Standard-Oil-Company und der I. G. Farben geführten Verhandlungen zu dem beabsichtigten Ab- schluß geführt haben, machte sich im heutigen Frühverkehr stärkeres Interesse für die Werte des Che- miekonzers bemerkbar. Farben selbst nennt man 320 Geld. Sonst ist das Geschäft noch sehr ruhig. Die Allgemeintendenz ist jedoch, hiervon angeregt, etwas fester. Am Devisenmarkt hort man Paris mit 124,03, Mailand 8930, Madrid 28,84 und das Pfund mit 4,8590 bis 4,8595. Kreolinnen werden sich nach Ihnen umsehen; das kann nichts schaden. — Weiter!" Er griff nach dem „Crescent City News". Der Anfang des Artikels der republikanischen Zeitung, den er mit raschem Kennerblick gefunden hatte, war nahezu der gleiche. Auch hier war der Vertreter der großen Firma John Fowler & Co. vor allen Dingen „gentlemanly", ein Ausdruck südlichen Zeitungsstils, dem kaum jemand entgeht und den ich oben in der Not mit „gentlernanlich" zu übersetzen suchte. Geboren war ich hier, nach meinen eignen liebenswürdigen Mitteilungen, in den Tiefen des Schwarzwaldes und der Rauhen Alb, wo mein Vater, „wenn wir Herrn Eyth, der ein Deutscher ist, richtig verstanden haben", teils dem Holzhandel, teils der schon von Tacitus erwähnten Jagd auf Bären und Wolfe oblag. „Schon von Jugend an hatte deshalb Herr Eyth eine fast schwärmerische Zuneigung für das große Amerika, namentlich aber für unseren lebenskräftigen Norden, der in dem soeben glorreich zu Ende geführten Kampf seine Stärke und seinen gesunden Sinn zum Wohle des Ganzen mit blutiger Energie bewährt hat. Die Jugendzeit, verbracht 'in der finsteren Einsamkeit primitiver Wälder, mag auch die Ursache gewesen sein, daß der übrigens nicht unsympathische Vertreter der englischen Firma, dessen politische Ansichten im Gegensatz zu der in England herrschenden bedauerlichen Stimmung durchaus korrekt au sein scheinen, sein Geschick noch nicht mit dem Rosenband einer glücklichen Liebe umwunden hat. Eigentümlicher ist, daß die englische Firma es für nötig hält, dem erfindungsreichen Amerika, das in nichts, somit auch nicht in Dampf- pflügen, hinter irgendwelchem Lande zurücksteht — wir machen nur auf die Dampfkulturgeräte in Penn- sylvanien, in Ohio, in Illinois und neuerdings auch in Kalifornien, aufmerksam —, derartige Apparate uns zuzusenden. Ihre Nützlichkeit bleibe hierbei unbestritten. Wir zweifeln keinen Augenblick, daß Herr Eyth, dessen offener Blick uns sofort sympathisch be- riihrie, mannigfach und reichlich belehrt zu seinen englischen Freunden zuruckkehren wird, und wünschen ihm hierzu wie in jeder anderen Beziehung den besten Erfolg." (Fortsetzung folgt) PRESTO Der deutsche Qualitäts Zylinder .Prestowerke* Aktiengesellschaft Chemnitz PREISE AB FABRIK: 10/50PS Tourenwagen M. 7700 10/50PS Innenlenker „ 8500 12/55 PS Tourenwagen „ 9800 12/55 PS Pullm.-Lim. .11500 Verkauf In Gießen: Georg Karl Reit, Bureau und Reparaturwerkstätten Marburger Straße 34, Telephon Nr. 298. 2228c Wieseck, den 7. August 1927 Im Namen der Hinterbliebenen Frau Käthchen Döll geb Schild Wächter. Statt besonderer Anzeige. Aus einem an Arbeit und Segen reichen Leben wurde heute nach längerem Siechtum durch einen sanften Tod abgerufen Herr Heinrich Döll Rektor i. R. zu Wieseck Die Beerdigung findet statt am Dienstag, 9. August, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhaus aus. 06771 AeueWiW.WUrlM 3 Stück 0.35 Neue engl. Matjes-Heringe 3 Stück 0.70 Neue hiesige gelbe Kartoffeln das Pfund 0.08,50 Pfund 3.50 Treue gelbe italien. 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Wenn die Verwaltung nicht mehr oste« <5tlö verdauen kann, dann bekommen nicht etwa dir Aerzte eine ihnen sehr not- tutn6t Honorarerhöhung, oder die Patienten eine bessere Medizin, neln, bann 6oui ste stch ein nturt 33tioollungdgcbäubt und füllt td mit Beamten. Dann funktioniert wieder Alle«. Praktisch viel besser als diese Einrichtung ist Kukirot. Sell die planmäßige Kukirol-Fußpstege von Millionen betrieben wird, bat die Zahl der Fußleidenden sehr obgenommen, denn das Nuklrol-Fußbad frdftigl Muskeln und Jkerven? wirkt erfrischend und wohllucnd bei geschwollenen, ermüdeten, schmerzenden und brennenden Füßen Das vlelmillioncnsach bewäkrie guklrol^tzuhneraugen-vstoster wird von Allen, die e< benutzt haben, so gelobt, daß Ich mich mit der Feststellung begnügtn kann: Es entfernt jedes Hühnerauge ohne Schneiden und ganz schmerzlos In einigen Zogen. 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[6Ö69D Di; Unbe grosse Den Uchte. 6 « LgiNNt AKZ den und beY Geschehens d-rAllma» er MW geben ha^ demSK dieser gespielt. fettnng der ten des weder zuse«n hatte, mm on veranttoortum Sturz WE Erne P geden. die zl> unmittcuxir Trennung -B die dieses p absolutistisch Rechte der 5 des Kanzler die „kleine, Tagen Gerla mentarische, gründete, ö Aus ihrer Tc W s o^en ' heft der 6 ^München) marcks Sturz Anzahl bishe Aachlafse des Im Ans- tz^chlagcnen Derlin die st Ihr bedeutet Stöcker, zl leit und der servative Pr> galt der So dem modern' er dabei letzt Herstellung d im öffentlich ..sozialen Großmacht" ragenden pr fchen 1880 u am meisten fr.# imcSw Diese for Fismarä schrittchartei pplitif&n 3 Mrigens iß selbst, bei all« »Löwenmut", man ihm St erwidette er: selben Hause Stöckers Dio .Alles Selbst «hes unshmpa ferne Person Pastor war" , Erste Auf stehen, nich Trundfählich Dppvfition gi gestöndnis a Tröste verirc seine und von reir etroiarf ane Aemger 6fö Wnöen Lei Opponenten kr ! . pW Oeder b«. StM L HNt 3 dem 9ÜJn der aus Un ^-tce 6otf| rm Don Nachdruck ai Paris. - 2*®6n 2fr * be fr Ml Nr. 185 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Montag, 8. August (927 Bismarcks Sturz. Unbekanntes zur Vorgeschichte. Der Sturz Bismarcks im Jahre 1890 ist der große Wendepunkt der neuesten deutschen Ge- schvchte. Sein tiefster Grund ist die Machtauseinandersetzung zwischen Kaiser und Kanzler gewesen; in diesem Sinne saht das Wort, das damals Graf W a l d e r s e e dem Kaiser sagte: ..Friedrich der Große wurde nie der Grofte geworden sein, wenn er bei seinem Regierungsantritt einen Minister von der Bedeutung und Machtstellung Bismarcks vorgefunden und behalten hätte." dre ganze Tragik biefca Geschehens am schärfsten zusammen. Bismarck, der Allmächtige, war ohnmächtig gegen die Macht, dre er selbst der Krone wieder in die Hand gegeben hatte. Wilhelm ll. wollte es Friedrich dem Groszen gleichtun. Das Parlament hat bei dieser Krise die Rolle des passiven Zuschauers gespielt. Auch hier mag man die tragische Ber- lettung der Dinge im Leben des gewaltigen Kanzlers sehen: dah die Parteien, die int Schatten des Titanen verkümmert waren, die er entweder zu seinen Trabanten oder zu ohnmächtigen Opponenten seiner genialen Politik herabgcdrückt hatte, nun durch ihren Mangel an selbständiger, verantwortungsbewuftter Initiative, zu seinem Sturz wenigstens mittelbar beitrugen. Eine Parteigruppe hat es allerdings gegeben. die zwar nicht am Sturz im Jahre 1890 unmittelbar mitgewirkt, aber doch attiv an der Trennung Bismarcks vom Kaiser gearbeitet und die dieses Ziel gerade durch den Appell an die absolutistischen Reigungen Wilhelms ll.. an die Rechte der Krone gegenüber dem „Hausmeiertum" des Kanzlers zu erreichen gesucht hat: es war die „kleine, aber mächtige Partei", die seit den Tagen Gerlachs ihre Macht nicht auf ihre parlamentarische, sondern auf ihre höfische Stellung gründete, die „Kreuzzeitungspa rte i'. Aus ihrer Tätigkeit gegen den Kanzler veröffentlicht soeben Walter Frank im neuesten Sonderheft der Süddeutschen Monatshefte (München) „Aus der Vorgeschichte von Bismarcks Sturz" mit wertvoller Einleitung eine Anzahl bisher unbekannter Dokumente aus dem Rachlasse des Hofpredigers Stöcker. 3m Anschluß an Bismarcks seit 1879 ein« 'geschlagenen konservativen Kurs, hatte sich in Berlin die sog. „Derllner Bewegung" entwickel. 3hr bedeutendster Führer war der Hofprediger Stöcker, zweifellos eine glänzende Persönlichkeit und der größte Volkstribun, den das konservative Preußen hervorgebracht hat. Sein Kamps galt der Sozialdemokratie, dem Fortschritt und dem modernen, d. h. liberalen Judentum; was er dabei letzten Endes erstrebte, war die Wiederherstellung der Autorität der evangelischen Kirche im öffentlichen Leben, wo sie, geschützt von einem „sozialen Kaisertum", die Rolle einer „sozialen Großmacht" spielen sollte. Dank seiner hervorragenden populären Begabung war Stöcker zwischen 1880 und 1885 der am meisten geliebte und am meisten gehaßte Mann Berlins. Diese konservativ-antisemitische Bewegung hat Bismarck als Sturmbvck gegen die Fortschrittspartei ausgenüht; sie war 3jm tobe alle politischen Richtungen nur Mittel ztun Zweck, älebrigens ist er schon in dieser Zeit Stöcker selbst, bei aller sportsmäßigen Freude an seinem „Löwenmut", reserviert gegenüberstanden. Als man ihm Stöckers Verdienste rühmen wollte, erwiderte er: »Zwei hübsche Mädchen in demselben Hause — das geht nicht!" So berichtet Stöckers Biograph Oerhen und fügt hinzu: „Alles Selbständige war dem Fürsten als solches unsympathisch, vollends wenn der, der sich seine Persönlichkeit währte, ein evangelischer Pastor war." Erste Aufgabe der Geschichte ist das Der- stehen, nicht das Anklagen und Verteidigern. Grundsätzliche moralische Verdammung einer Opposition gegen Bismarck wäre darum ein Zugeständnis an unhistorisches Denken. Bismarcks Größe verträgt es außerdem, daß man auch die Gegner seiner Politik, sofern sie nur bedeutend und von reinem Wollen beseelt waren, in ihrer Eigenart anerkennt und würdigt. Auch der Hofprediger Stöcker, der im Mittelpunkt der vorstehenden Veröffentlichung steht, muß unter diese Opponenten gerechnet werden; wer nur den Gotisches Erlebnis. Von Gerda Treviranus. (Rächdruck, auch mit Quellenangabe, verboten?) Paris. — Immer wieder ist es, diese Stadt, die die Menschen an sich zieht. 3n dieser Zeit der Hvchsommertage zumal. Der lachende und der traurige, der törichte und der kluge, der zerrissene und der ausgeglichene Mensch, sie alle werden von dieser Stadt in ihren Dann gezogen, die für alle Raum hat, für alle ihre Schönheiten, für alle den Rhythmus ihrer Bewegung — für alle das, was ihre Sehnsucht sucht. Zeder Sehnsucht wird Erfüllung. Dies ist die Stadt der lebendigen Gemeinschaft, der Gemeinschaft aller Zungen, der Gemeinschaft aller Erhebungen und aller Leidenschaften. Inmitten des gestauten Stroms sich drängender Automobile, die aus den Champs Elysees in die engeren Schlünde der Riesenstadt sich hin- eindrücken, glaubst du das Herz Europas klopfen zu hören, ein Herz, das im Takt des Motors klopft jmb das doch wie in einer Schale ruhend liegt — in der Schale der Harmonie, die aus dem Adel der Architektur und dem unfaßbaren Duft der Tradition dieser Stadt gewoben ist. Lasse dich treiben auf diesem schiebenden Band aus ungezählten lebendigen Maschinen und lasse dich halten von jenem machtvoll aufsteigenden und doch wieder in weichem Dogen sich beugenden Tor dem Triumphes. 3st das Herz Europas hier? Das Herz Europas schlägt in den Rationen. Diese Ration bietet ihr Herz allen Augen dcn:. Da ist das Grabmal Rapoleons — und das ist das Herz des Ruhmes. Da ist das gewaltige Massiv der Notre Dame mit ihren zum Himmel sich schwingenden Türmen — und dies ist das Herz des Glaubens. Lind da steht die Sacre Coeur, das Bekenntnis zum heiligsten Herzen, auf dem Berg der Märtyrer, der sich emporringt aus der Brandung dieser Stadt und den doch ihr Auswurf und ihr niedrigster Taumel zur halben Höhe umspült. Ist es nicht hier auf der halben H:-e dieses Berges in der „Butte de Montmartre“, wo vor „Scheiterhausenbrief" kennt, mag zunächst geneigt sein, in ihm einen Intriganten im Priesterrock zu sehen. Aber das geschichtliche Bild ist das einer geistig bedeutenden Persönlichkeit und einer starkwilligen leidenschaftlichen Kampfnatur, die, vom Eifer für die Größe der Kirche durchglüht, sich in die Arena der Politik stürzte; daß dann hier der kategorische Imperativ txr christlichen Ethik mit dem kategorischen Imperativ der Politik: Macht zu gewinnen für sich und die Sache, in Konflikt geriet, geraten mußte, ist nach den Worten Franks, tragische Verkettung, nicht „protestantischer Iesuitismus". Der Rachlaß Stöckers beleuchtet die Vorgeschichte der Entlassung Bismarcks von einer bisher weniger gekannten Seite her. Lind wenn sich dabei für das Jahr 1890 kein Material findet, so beleuchten diese Dokumente doch die ganze Tragik der Entwicklung und die Tatsache, daß der Sturz Bismarcks von Den Extremkonservativen begrüßt wurde in falscher Anwendung des monarchischen Gedankens, des gleichen monarchischen Gedankens, aus dem heraus Bismarck das Haus Hohenzollern aus der Krise von 1862 auf die Höhe von Sedan geführt hatte. Englands ostafrrkanische Herrschaft. Von * „ • Seit die Ententemächte durch den Versailler Vertrag unter dem Deckmantel der längst widerlegten Lüge iber deutschen kolonialen Llnfähig- keit Deutschland seiner Kolonien beraubt und es aus der Reihe der Kolonialmächte ausgeschaltet haben, teilen sich in den afrikanischen Kolonialbesitz neben Belgien, Italien und Portugal in der Hauptsache Frankreich und England. Die Deutschland abgenommenen afrikanischen Gebiete hat der Völkerbund als sogenannte „Mandate" an Frankreich, Belgien, England beziehungsweise an die südafrikanische Llnion gegeben. Dott der größten, wertvollsten und entwicklungsreichsten deutschen Kolonie, von Deutsch-Ostafrika, ist der Hauptteil, jetzt „Tan- ganyika Territory" genannt, unter englisches Mandat gestellt worden. Daß man den Begriff des Kolonialmandats lediglich deshalb gesoffen hat. um die entschadigungs- lose Aneignung des deutschen Besitzes zu verschleiern und so der Welt Sand in die Augen zu streuen, kann heute als ausgemacht gelten. Der juristische Begriff des kolonialen Mandats wird in Artikel 22 der Völkerbundssatzung ein» deutig festgelegt, und zwar wird dort unterschieden zwischen den Mandatsgebieten, in denen der Mandatar die Verwaltung des Gebietes übernimmt und solchen, die aus näher darge- legten Gründen nach den Gesehen des beauftragten Staates und als integrierender Bestandteil ihres Gebietes verwaltet werden sollen. Zu der letzteren Kategorie, den sogenannten C-Mandaten, gehört beispielsweise Südwestafrika, während Ostafrika unter die erste Kategorie, die sogenannten B-Mandate, fällt. Für die B-Mandate ist mithin nach der Völkerbunds» sahung ein Zusammenschluß mit anderen Gebieten nicht zulässig. Trotzdem plant England jetzt, das Tangan- yika Territory mit den angrenzenden englischen Kolonien Llganda, Kenya und Rordrhodesien zu einem Dominion zusammenzuschließen. Die Bestrebungen Englands nach der Schaffung eines neuen vst afrikanisch en Dominions unter Einschluß des Mandatsgebietes Tanganhika, sind die Folge der Londoner Kolonial -Kon- serenz vom Mai dieses Jahres. Auf dieser, durch lokale Besprechungen in Ostafrika vorbereiteten Konferenz handelte es sich nicht nur um eine Reuregelung der unmittelbaren wirtschaftlichen Beziehungen der Kolonien und Protektoratsgebiete zueinander, sondern vor allem um die künftigen konstitutionellen Beziehungen der verschiedenen unter britischer Verwaltung stehenden Länder Ostafrikas mit Einschluß des Tanganhika Territory zu einer neuen Konföderation. Die Pläne über die künftige englische Politik in Ostafrika sind niedergelegt in einem kürzlich von der englischen Regierung herausgegebenen Memorandum, nach dem eine zu diesem Zwecke nach Ostafrika zu entsendende Spezialkommission arbeiten soll. Das Memo- einem Abend für Abend ausverkauften Parkett das Theater Grand Guignol spielt, das Theater der Grausamkeiten, das die Fieberträume eines Marquis de Sade zu überbieten versucht und dem grausamen Herzen dieser Ration in Surrogaten immer wieder die Rahrung darreicht, die es sich während des Krieges sowohl wie auch in seiner kolonialen Betätigung gierig verschaffte und noch immer verschafft. Man hat gesagt, Paris sei nicht Frankreich, und man hat Recht mit diesem Wort, wenn man diese Stadt nur politisch nennt, wenn man glaubt, boft MS, was als . das spezifisch Pariserische bezeichnet wird, zugleich spezifisch bezeichnend für die ganze Ration sei. Aber das Pariseri.-sche ist eben doch nur auf dem Untergrund des Französischen denkbar. Es ist zugleich seine höchste Sublimierung, wie es im andern, so vor allem im Riedrigen seine krasseste und widerlichste Ausdrucksform darstellt. So ist Paris zwar nicht Frankreich — das Pariserische aber doch eminent französisch. Höchste Sublimierung des französischen Geistes ist die Gotik. Die Gotik, die ja nicht Frankreichs Besitz allein ist, sondern die ein Kind zweier Rationen ist, Frucht einer übersinnlichen Ehe, die über alles Irdische hinweg im Himmel geschlossen wurde, und die vielleicht gerade deshalb für das Irdische ewig unerreichbar bleibt, da sie das Wunder ist. Rouen ist die Stadt, wo dieses Wunder Ereignis wurde. Schon ist es ein Sommertag, durch den die Fahrt geht nach dieser Stadt, wo Ieanne d'Arc, von Englands Hatz gehetzt, den Flammen übergeben wurde, wo der Körper der Heiligen verbrannte, aber ihr Herz einer schönen Legende nach von der Brunst des Feuers unberührt blieb... aber vielleicht ist es doch von Schlacken umschlossen, dieses Herz, so daß es seine Kräfte nicht auszu strahlen vermag, um die gotische Ehe int Gefilde des Irdischen zum Ereignis werden zu lassen. Ereignis ist sie nur geworden in diesem Symbol der Steine, die beten. Du Deutscher, — feinen Augenblick stehst du fremd in den neuen und alten engen Straßen dcr Stadt mit den Zeilen ihrer Bürgerschafts- häuser, die von allen Zeiten seit dem frühesten Mittelalter Kunde geben. Vor diesem Torbogen randum kommt zu dem Schluß, dah eine „engere Verbindung zwischen den Territorien Zentral- und Ostafrckas, besonders in bezug auf die Entwicklung des Transportes und der Verkehrswege, auf Zölle und Zollverwaltung, wissenschaftliche Forschung und Verteidigung, wünschbar erscheint." Zunächst wird die Vereinigung zwischen Kenya. Llganda und Tanganycka in Aussicht genommen, während der Beitritt von Sansibar. Rhastaland und Rordrhodesien für einen späteren Zeitpunkt ins Auge gefaßt wird, und zwar sobald der Ausbau der Verkehrswege es gestatten wird. Lieber die Einbeziehung des Tanganhika Ter- ritvry, also D e u t s ch - O st a f r i k a s, heißt es in dem Memorandum: „Die Tatsache, dah wir Verantwortlichkeiten a ls Mandatar betreffs Tanganhika übernommen haben, schafft keine Schwierigkeit oder Komplikation hinsichtlich des Problems einer engeren Llnion. Artikel. 10 des Mandats für Tanganhika ermächtigt ausdrücklich die Mandatarmacht, das Mandatsgebiet in eine Zoll-, fiskalische oder Derwaltungsunion oder Förderativn mit den anliegenden Gebieten unter ihrer eigenen Souveränität oder Kontrolle zu bringen, immer vorausgesetzt, daß die dazu ergriffenen Maßnahmen nicht die Vorschriften dieses Mandats verletzen." Was England hier plant ist nicht mehr und nicht weniger als eine Llnterschlagung eines chm zu treuen Händen anvertrauten Gutes und würde einen weiteren Schritt auf dem Wege zur endgültigen Annektion Deutsch-Ostafrikas durch England bedeuten. Formell kann sich England bei seinem Vorgehen auf den Artikel 10 der am 20. Juli 1922 zu London abgefaßten, vom Völkerbund später genehmigten Mandatsakte über Deutsch-Ostafrita berufen. Aber die Desttmmungen dieses Arttkels 10 widersprechen den oben wiedergegebenen Festsehu ngen des Artikels 22 der Völkerbundssatzung. Sie wiederum einen integrierenden Bestandteil des Friedensvertrages bildet und deren Abänderung nur mit Zustimmung des deutschen Vertragspartners möglich ist. Eine solche Zustimmung Deutschlands aber liegt bisher nicht vor und kann auch um so weniger gefolgert werden, als Deutschland zur Zeit der Schaffung der Mandatsakte über Deutsch-Ostafrika noch nicht Mitglied des Völkerbundes war. Auf jeden Fall stellt sich der fragliche Ar- titel als ein nachträglicher Versuch Englands dar, sich unter der Hand doch noch die Vorbedingungen für eine dauernde Annekttvn Deutsch- Ostafrikas zu verschaffen, die es bei den Friedensverhandlungen gegen den Widerstand Wilsons nicht durchzusehen vermochte. Deutschlands Eintritt in die Mandatskommission des Völkerbundes erscheint nahezu gesichert. Deutschland wird hier reichlich Gelegenheit finden, um sein Recht zu kämpfen. Ebenso selbstverständlich ist es, daß Deutschland sich mit dem Bruch des Artikels 22 der Völkerbundssatzung, wie er in dem Artikel 10 der Mandatsakte über Deutsch-Ostafrika liegt, nicht abfinden kann. Deutschland wird vielmehr alles daransehen müssen, die auf die völlige Annektion Deutsch-Ostafrikas hinauslausenden englischen Bestrebungen rechtzeitig zu durchkreuzen. Denn wenn erst einmal die englischen Pläne konkrete Gestalt angenommen haben, wenn der Zusammenschluß des Tanganhika Territorh mit den angrenzenden Teilen des englischen Kolomalgebiet cs einmal erfolgt ist, dann wäre, zumal bei der Machtlosigkeit des Völkerbundes. eine Wiederloslösung des Mandatsgebietes von Deutsch-Ostafriko aus dem geplanten vstafrikanischen Dominion fast eine Unmöglichkeit. Die Ziele, die England mit der Schaffung des ostafrikanischen Dominions verfolgt, liegen Har auf der Hand. Je mehr sich die Dominions industrialisieren, je mehr Indien sich politisch und wirtschaftlich von der brittschen Vormundschaft loslöst, desto stärker tritt der ost afrikanische 3n t er essenko m plex in den Vordergrund als gewaltiges Rohstoffreservoir und potentiell großer Absatzmarkt für England; aus diesem Grunde ist stärkste Konzentration und straffste Durchorganisierung notwendig. Aber nicht nur wirtschaftliche, sondern auch politische Gesichtspunk'e mögen maßgebend sein. Zwar steht im großen betrachtet der der großen LIHr des Sonnenkönigs schlägt dein Herz, das Rürnberg und die Städte des Rheins und Schwabens in gleichem Takt erlebte. Wenn die Sonne im dollen Mittag mit ihrem Glanz die unzähligen Verzierungen, Ranken. Kapitelle und die ganze steinerne Pracht der Kirchenwerke übergießt, wenn gegen das durchsichtige Blau des Himmels der gewaltige Hochbau der Kathedrale mit seinen zwei großen Fronttürmen aufragt, die zwischen sich die holde Frucht des. tour de beurre behutsam bergen und es doch nicht hindern können, daß er wie eine Blüte halt sich erschließt, um mit der Knospe sich verjüngend hinaus m Den Himmel zu wachsen — dann mußt du auf die Knie niedersinken und beten. Richts anderes ist dir hier möglich, als glauben und beten, um dann von jener steingewordenen Süßigkeit der PEglise Saint-Maclou die Gnade der Hoffnung zu empfangen. Dies ist die lieblichste aller Kirchen, die es in Der Welt gibt. Dieses Werk der Freude, der sprudelnden Phantasie des Reichtums unb der Fröhlichkeit ohne Ende, das gebaut wurde nach der Besiegung und der Vertreibung des englischen Feindes. Hier überfiel mich am tiefsten der Rausch der Farben, die mit der Sonne durch die vorn Bunt übersättigten Fenster hindurch ein Spiel austrugen, das in bezaubernder Lichtbrechung das ganze innere Schiff der Kirche in ein wogendes Gegeneinander von Tönen verwandelte. Hier fitzt, wie auf dem Gemälde jenes niederländischen Meisters, die heilige Eäcilia selbst an der Orgel der Farben und läßt fte' ausleuchten in himmlischer Kraft und Harmonie. Hier ist die Schönheit, die weinen macht aus heiliger Gelöstheit. Wie ernst dagegen ist die St. Quenkirche, dieser langgestreckte schmale Dau, der fast zu ernst zu sein scheint für die Menschen von heute, die tiefster Innerlichkeit verlustig gingen. 3 en er 3nnerlichkeit, von *&er hier alles zeugt, dieses Labyrinth der Ziergestalten, diese reine Freude eines holzgeschnittenen Amoretlenbogens, diese Portale tiefster Symbolik und diese beiden Statuen Ser ersten Menschen, die steingewordene Seelen sind. Rur wenige beten hier in dieser ernsten Halle, in der der Schritt verhallt, wie tausende und abertaufenbe Schritte verhallten, wo dos Osten Afrikas vom Kap bis zu den Mündungen des Rils unter der Hoheit des Weltreiches, mag die Form die des Dvminiurns, der Kolonie, des Protektorates oder des Mandats fein; aber ohne Zweifel würde, schon als Gegengewicht gegen Sas reichlich selbstherrliche südafrikanische Dominion, eine einheitliche Zusammenfassung aller ostafrikanischen Einheiten eine Stärkung des Imperiums auch in machtpolitischer Hinsicht bedeuten. Oberhessen. Landkreis Sictzcn. X Klein-Linden, 7. Aug. Heute am 14. und 21. August hält der hiesige S ch ü tz e n k l u b „Roland" auf feinem Schießstande, unweit dcr Straße Klein-Linden—Wetzlar, ein P r e i s s ch i e - ß e n ab. Die gestifteten, zum Teil sehr wertvollen Preise sind im Schaufenster von Margarete Adolf, Frankfurter Straße 23, ausgestellt. — Eine sehr reiche Obsternte steht in diesem Jahre in Aus sicht. Die Bäume an der Provinzialstraße nach Wetz' lar zeigen einen sehr guten Behang, so daß fid) auch für die Massen der Käufer aus Gießon, welche alljährlich dort ihren Bedarf decken, reiche Auswahl bietet. Im allgemeinen ist die diesjährige (9 c = treideernte aller Fruchtarten als eine Rekordernte zu bezeichnen, die Kartoffeln und Hackfrüchte zeigen ebenfalls einen vorzüglichen Stand. *1* Grünberg, 7. August. Am Freitag hielt der Ländliche Reit- und Fahrverein Grünberg und Umgebung eine Mitgliederversammlung im Hessischen Hof ab. Der 1. Vorsitzende begrüßte die erschienenen Mitglieder und Gäste, insbesondere den Ehrenvorsitzenden des Bcreins, Rittmeister a. D. Frhr. Roeder von Diersburg, Bürgermeister Jäckel und die Gemeinderäte Schmidt und Böß. Den Verhandlungen lag das am 2. Gallus- markttage (20. Oktober) vom Verein zu veranstaltende Reitturnier zugrunde. Das Turnier soll in diesem Jahre in größerem Stil abgehalten werden. Voraussichtlich werden sich die Nachbaroerei ne Rabenau, Lich und Homberg beteiligen. Die Leitung des diesjährigen Turniers wird in den Händen des Ehrenvorsitzenden, Rittmeister a. D. Frhr. Roeder v. Diersburg, des 1. Vorsitzenden, Dr. Selzer und des Schriftführers Pofttnspektor Carle, liegen. Bürgermeister Jöckel sagte die Unterstützung der Stadt- verwalttmg nach Möglichkeit zu. — Ferner beschäftigte sich die Versammlung mit dem Turnier anläßlich der Landesausstellung in Darmstadt int September und dem Turnier des befreundeten Nachbarvereins Rabenau am 4. September. Der Grünberger Reiterverein wird mit je einer Abteilung an beiden Veranstaltungen teilnehmen. * Ober-D es s ingen, 7. Aug. Der in den Basaltwerken Ober-Bessingen beschäftigte 33jährige Maurer und Heizer Hermann D ö - ring and Münster bei Ober-Bessingen, Vater von drei unmündigen Kindern, verunglückte am Sonntag morgen durch eine Hand - granatenexplvsivn. Döring wollte einige hundert Meter von seinem Hause entfernt eine Handgranate abziehen, die zu früh losging und ihm dadurch die linke Hand gänzlich ab» riß, während die rechte stark verletzt wurde; außerdem trug er schwere Ges ichtsver- letzung en Davon. Trotz seiner schweren Verwundung konnte sich der Marrn noch in seine Wohnung begeben, wo ihm ärztliche Hilfe zuteil wurde. Das städtische Sanitätsautv brachte den Verunglückten in die Chirurgische Klinik Gießen. Kreis Schotten. „?" Schotten, 6. Aug. Anläßlich des 64. G e - burtstags des K r e i s d i r e k t o r s Geheimrat Böckmann brachte der hiesige Männerchor 1837 (Dirigent L. Süßet) dem Jubilar ein Ständchen, während Geschäftsführer Hofmann namens des Vereins die besten Wünsche entbot. Kreis Büdingen. „?" Nidda, 6. Aug. Der Zweckoerband Ulfa-Nidda ließ jetzt in Ulfa, wo die Wagen der Autolinie stationiert sind, eine 21 u toballe mit Reparaturwerkstätte sowie eine Wohnung für den Wagenführer erbauen. Wenn auch in den Sommermonaten erwartungsgemäß der Verkehr auf dieser Strecke nachgelassen, so bietet doch die neuaufgenommene Verbindung N i d d a— Bad Salz- ha u s e n reichlich Ersatz, so daß der Bestand der Linien nicht in Frage gestellt ist. — Für die jun = Herz still unD demütig und zagend wie das eines Kindes wird, das innerlich fühlt, daß es nachgebvren ist und zu der Gestaltung nichts mehr beizutragen vermag. Hier ist die Gestaltung vollkommen und vollendet. Ehrfürchtig neige ich mein Haupt und schreite von diesen heiligen Stätten hinweg — still und voll Ftteden in einer Seele, die erfüllt ist von dem Traum erdentrückter Gemeinschaft, von dem Wunder gotischen Erlebnisses. Die Nutzbarmachung des Kolorado. Der durch die wildromantische Schönheit seiner Canons berühmte Koloradofluß im westlichen Teil der Vereinigten Staaten von Rord- amerika sott, wie die Llmschau berichtet, in großzügigster Weise zur Krafterzeugung und Landbewässerung ausgenuht werden. Freilich sind dabei ganz riesige ^»wierigkeiten zu überwinden, und Die Kosten des Ausbaues werden auf Hunderte von Millionen Dollar geschaht. Auf einer Strecke von etwa 1500 Kilometer sotten im ganzen 13 Staudämme errichtet werden. Die eine halbe Dittivn Kubikmeter Wasser aufstauen sollen. Das gesamte ausnutzbare Gefälle beträgt rund 1000 Meter. Damit lassen sich fast 6 Millionen Pferdestärken gewinnen, also mehr als elfmal so viel, wie der Riagarafatt liefert, und annähernd zehnmal so viel, wie das Großkraftwerk Rummelsburg in Berlin nach seinem vollständigen Ausbau erzeugt. Die verfügbaren Wassermengen können zur Bewässerung eines bisher unfruchtbaren Gebietes von der doppelten Größe Thüringens benutzt werden. Durch den Ausbau wird das Landschaftsbild völlig umgestaltet: Es wird eine große Seenkette mit Fjordbildung entstehen; die größten Stauseen werden 250 Kilometer lang sein und Breiten bis zu 12 Kilometer haben. Zum Vergleich sei angeführt, daß der Bodensee 60 Kilometer lang ist. Die Damme sollen nach Möglichkeit an die steilen, hohen Talfelsen angelehnt werden; der höchste wird 185 Meter hoch werden. Bei den Plänen hat man auf besonders wirkungsvolle Raturdenkmäler, wie z. D. die berühmte Regenbogenbrücke, Rücksicht genommen; diese sotten unverändert erhalten bleiben. Da die Regierung bereits die Genehmigung erteilt hat, sott der Ausbau in Kürze beginnen. g-en Störche sind die Starfftromleitungen euu große Gefahr. An verschiedenen Orten der Wetterau, in der der Storch zahlreich vorhanden, fand man schon einen jungen Storch tot unter der Leitung liegen. =.= Hirzenhain, 7. Aug. In der letzten Kreistagssihung des Kreises ‘Bübingen erhob Bürgermeister Hensel als- Mitglied des Kreistages P r o t e st gegen das Verhalten des Grafen Stolberg zu Ortenberg, der für das von den Eisenwerken zur Vergrößerung des Betriebs benötigte Gelände, obwohl sich dieses zu landwirtschaftlichen Zwecken wenig eignet, pro Quadratmeter 3 Mark verlange. Der Bürgermeister brachte zum Ausdruck, daß bie, Erweiterung der Fabrikanlage im Interesse der Arbeiterschaft und der Schaffung weiterer Derdienst- möglichkeiten gelegen sei. Der Kreistag nahm Kenntnis von dem Protest. Der Kreisbirektor erbot sich, mit dem Besitzer in Unterhandlungen zu treten. ]:[ Aus dem B l e i ch e n b a ch t a l, 7. Aug. In diesen Tagen ist nun auch bei uns die Kornernte in vollem Gange. Da wir von schweren Unwettern bis jetzt verschont geblieben sind, verspricht sie einen sehr guten Ertrag, d. h. bei guter Einfuhr. Sttoh und Körnerertrag sind sehr gut. Auch die Sommerfrucht und die Hackfrüchte sind gut. Kreis Alsfeld. - Ober-Ohmen, 7. Aug. Die hiesige L a n d- wirtschaftlicheGenossen schäft kauftt eine Saaigntreinigungsanlage.umdie Saat- autbewirtschaftung möglichst rationell zu gestalten. Der Preis stellt sich auf 2400 Mark. Die Benutzung der Maschine ist für das obere Ohmtal und die umliegenden Dörfer gedacht Storhenbury. • Darmstadt, 7. Aug. Im Alter von 91 Jahren starb hier Geheimer Oberbaurat von Welhien. Er leitete gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts das staatliche Bauwesen in Hessen und hat sich für seine Zeit große Verdienste erworben. Vor etwa 25 Jahren war er in den Ruhestand getreten. - Am Freitag ist ein aus dem Festplah des Mittelrheinischen Turnsestes beschäftigter Kassierer mit einer Tageseinnahme von rund 500 Ml. geflüchtet. Es handelt sich um einen Ersatzmann, der für einen erkrankten Kassierer eingestellt war. — Der Gauverband Volksstaat Hessen des Reichs-Wirtschaftsverbandes bildender Künstler veranstaltete in der Aula des Gymnasiums in Büdingen seine dritte Verbands- Ausstellung, die den Titel „Oberhessenkunst" führen wird. Rheinhessen. LPD. Mainz, 6. Aug. Ein in Mainz und weit über seine Grenzen hinaus bestens bekannter Schulmann ist mit Rektor Schorn dahingegangen. Rach langem Krankenlager ist er im 72. Lebensjahre g e - fto r b e n. Er wirkte in Mainz 48 Jahre als Lehrer und Rektor, war nach seiner im Jahre 1923 erfolgten Ausweisung stellvertretender Kreisschulrat im Kreise Heppenheim und kehrte im Jahre 1925 wieder hierher zurück, wo er bald infolge des Altersgesetzes pensioniert wurde. Von 1917 bis 1922 war der Verstorbene Mitglied des Hessischen Landtags, in dem er als Zentrumsmann dem Finanz- nnb Schul- au'sschuß angehörte. Auf seine Anregung wurde im Jahre 1899 in Hessen der Katholische Lehrerverein gegründet. Preußen. Kreis Wetzlar. WSR. Wetzlar, 7. Aug. Nachdem in den vergangenen Tagen die Gegend von Dillenburg von Einbrechern heimgesucht wurde, die den Schulen Besuche abstatteten, ist am Samstag auch in Wetzlar in den Schulen eingeb brachen worden, ’ Wetzlar, 7. August. In einer Besprechung zwischen Vertretern des Verbandes Hesien-Raisaui- scher Dampfdreschereien und Vertretern der Land- virtschast wurden als Druschlöhne für 1927 folgende Sätze vereinbart: Bei Gestellung von drei Facharbeitern seitens der Dreschmaschinenbesitzer beträgt der Stundenlohn bei einer Dreschmaschine mit 7 bis 8 PS. 8 Mark. Bei Dreschmasäsinen mit geringerer Leistung ermäßigt sich der Stundenlohn ent- !■■■>— ................. «IM!!«»«, — — Kalorien und Vitaminen. Von Dr. Th. A. Maa s. Hört man viele Laien mit Schlagworten, wie Vitamin und Kalorie um sich werfen, so muß man glauben, daß die Ernährungsweise, die zu Gesund-' heit, Kraft und Schlankheit führt, ebenso einfach errechnet werden kann, wie die Kilometerzahl einer Autotour. Vor über hundert Jahren wurde die Quelle der tierifd)en Wärme entdeckt Die im Körperinneren slaltfindende Verbrennung der zugefichrten Nah rnngsstosfe, letzten Endes des in ihnen enthaltenen Kohlenstoffs, fetzen den Warmblüter in Stand, feinen Wärmehaushalt, unabhängig von der Außentemperatur im Gleichgewicht zu halten. Mit, in Hinblick auf die einfachen Hilfsmittel, erstaunlicher Genauigkeit wurden damals schon die zahlenmäßigen Zusammenhänge zwischen aufgenommener bzw. verarbeiteter Nährsubstanz und Wärmeentwicklung bestimmt. Damit begann der Siegeszug der Kalorie, der Wärmeeinheit, und mit ihr der rein chemischen und physikalischen Betrachtung und Ergründung aller Lebensvorgänge. Die Wertigkeit ber Nährstoffe für den Aufbau, wie auch für den Wärme- und Krafthaushalt des Körpers wurden nach chemischer Zusammensetzung und Verhalten im Organismus aufs genaueste geprüft. Der Stoff- und Kraftbedarf von Mensch und Tier bei Ruhe und Arbeit, unter wechselnden äußeren Einflüssen wurde genau festgestellt. Aber die Natur liebt es nicht, daß ihr kleines unbedeutendes Geschöpf, der Mensch, sich anmaßt, in ihre letzten Geheimnisse einzudringen. Sobald der Forscher glaubt, am Ziel der Erkenntnis angelangt zu sein, stellt sie neue Rätselfragen. Macht von deren Lösung jeden weiteren Schritt vorwärts abhängig. Das begab sich auch in der Lehre vom Stoffwechsel. Man hatte die Nahrungsmittel als Aufbaumaterial, als Brennstoffe oder als beiden Zwecken dienend klassifiziert. Kannte die Ersetzbarkeit der einen Gruppe durch die andere und hatte die Aus- |ü uuh Ourchtchnittüch bei einem Dreschsatz von 5 (ns 6 PS. 7,50 Mark und bei einer Dreschmaschine von 3 bis 5 PS. 7 Mark Stundenlohn zu zahlen ist. Es wurde weiter vereinbart, daß bei Zahlung innerhalb vier Wochen fünf Prozent Rabatt gewährt werden. Die Dresch- maschinenarbeiter sind von den Landwirten zu verpflegen. Bei Lieferung des Bindegarns erhöht sich der Preis um etwa 1 Mark je Stunde. Im übrigen sind nur die Druschstunden zu bezahlen: die Zeit Der An- und Abfuhr der Dreschmaschinen in die Scheunen wird nicht mitberechnet. Z Oberkleen, 7. Aug. Das nächstjährige Turnfest des Gaues Wetterau wird in der hiesigen Gemeinde ftattfinden. —Z— Hochelheim, 7. Aug. Unter sehr reger Beteiligung der Einwohnerschaft und der umliegenden Gemeinden wurde hier heute das Kreis- Synodalmifsionsfeft der 'Kreissynode Wetzlar gefeiert. In dem nachmittags 2 Uhr stattgehabten Festgottesdienst in der Kirche hielt Missionar Giesewet ter (Barmen) die Festpredigt. Eine Nachversammlung wurde durch eine Ansprache des Festredners, Missionar Giese weiter, eröffnet. In anschaulicher, zu Herzen gehender Weise berichtete der Redner von seiner Missionsarbeit in Süd- china und sprach von der großen Aufgabe, die die Mission noch dort vor sich hat. Im Anschluß daran sprachen noch Pfarrer Pfaff (Volpertshausen) und Missionar Bähr (Groß-Rechtenbach), worauf der Ortsgeistliche, Pfarrer Schneider, die Schlußansprache hielt. Die gemeinsamen Lieder wurden durch einige Posaunenchöre, unter Leitung des Dirigenten Boller (Lang-Göns), würdig begleitet, ebenso trugen Gesangsvorträge der Gemischten Ehöre, unter Leitung des Dirigenten Kuhl (Hörnsheim), zur Verschönerung des Festes bei. Die Kollekte wurde der Rheinischen Mission zu Barmen zugeführt. .!rcis Marburg. ff Marburg, 7. Aug. Der an der hiesigen lutherischen Gemeinde seit fast 34 Jahren tätige Pfarrer Friedrich Heermann ist plötzlich v erst o r d c n. Der Verblichene, der ein Alter von 68 Jahren erreichte, war allgemein beliebt und bekannt. — Dem Altmeister der hessischen Kirnst, Geheimrat Dr. h. c. Earl N. Bantzer, der hier seinen 7 0. Geburtstag beging, wurden zahlreiche Glückwünsche und Ehrungen zuteil. — Wie der Magistrat mitteilt, hat Kultusminister Dr. Becker Der Stadt Marburg für die unentgeltliche Zurverfügungstellung des 7500 Quadratmeter großen Geländes, auf welchem das Jubiläums- K u n st i n ft i t u t errichtet wurde, in einem Schreiben den Dank des Staates zum Ausdruck gebracht. — Nachdem Kultusminister Dr. Becker anläßlich des Univerfitätsjubiläums 150 000 Mk. für den Bau eines Hallenschwimmbades in Marburg zur Verfügung gestellt hat, sollen nunmehr die Vorarbeiten für die Errichtung des Bades durchgeführt werden, damit der Bau sofort begonnen werden kann, sobald sich zur Deckung der weiter erforderlichen Mittel die Möglichkeit für die Aufnahme einer Inlandanleihe bietet. — Zur Erweiterung des elektrischen Ortsnetzes der Stadt, für Ersatz der noch vorhandenen eiektrischen Leitungen aus Eisen durch Kupfer usw. wurde die Aufnahme einer Inlandanleihe von 1370 000 Mk. in Aussicht genommen. — In den Waldungen westlich unserer Stadt, der sog. Lummersbach bei Hermershausen, wurde in letzter Zeit ein weißes Reh beobachtet. Sämtliche Jagdpächter und Forstdeamte der betreffenben Gegend sind angewiesen worden, für den Schutz dieses seltenen Tieres Sorge zu tragen. Unterlahnkreis. WSR. Lahnstein, 7. Aug. Zwischen Limburg und Lahnstein soll nunmehr ein regelrechter Personenschiffahrtsverkehr eingerichtet werden. Da die Schleusen der Lahn demnächst fertiggestellt sein werden, kann sich alsdann ein Motor- und Dampfbootverkehr auf der Lahn entwickeln. Fünf Boote sind schon im Bau. Der Fahrplan soll so gestaltet werden, daß die Lahn» schiffahrt regelmäßig Anschluß an die Rheinschiffahrt hat. Die Strecke Lahnstein-- Limburg beträgt 56 Kilometer und soll durch die neue Schiffahrtslinie in drei Stunden aufwärts und zwei Stunden abwärts befahren werden. Außer in Lahnstein werden auch auf den beiden Rhein fetten in Koblenz Anlegestellen für die Lahnschisfe errichtet, da man annimmt, daß von Koblenz aus der Fremdenverkehr eher entwickelt werden kann, als von Lahnstein aus. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 6. Aug. Am Sonntagnachmittag tarn der Straßenbahner- männergesangverein »Kunst de Droeder- schap" Amsterdam in Frankfurt an. Die Reisegesellschaft bestand aus ungefähr 180 Personen, die sich auf einer Reise durch Deutschland befinden. In der vergangenen Woche besuchten die holländischen Gäste Rheinische Städte, darunter Köln, Mainz, Wiesbaden Ihr Aufenthalt in Frankfurt a. M. ist für drei Tage vorgesehen. Am Sonntagabend fand ein Konzert im Saalbau statt, für Montag ist eine Rundfahrt durch Frankfurts Umgegend geplant: am Abend findet eine Degrüßrmgsfeier in den BlmneNsälen statt, am Dienstag schließt sich eine Besichtigung Frankfurts an. WSR. Bad Homburg, 7. Aug. Im hiesigen Seedammbad wagte sich dieser Tage ein im Schwimmen noch nicht ganz sicherer Schüler in das Schwimmerbassin Hierbei verliehen ihn die Kräfte und er ging unter. Im letzten Augenblick bemerkte der Schwimmeister Link den Vorfall. Er sprang nach und bekam den Jungen zu fassen. Dieser klammerte sich aber an den Beinen des Retters so flest, daß für beide die Gefahr des Ertrinkens bestand. Rur mit Mühe vermochte sich der Schwimmeister aus der Umklammerung zu befreien und den Jungen an Land zu bringen, wo er sich bald wieder erholte. An den Erdwällen an der Ostseite des Kastells werden seit etwa 14 Tagen umfangreiche Grabungen vorgenommen, die bisher zu geringen Ergebnissen geführt haben: jedoch sind begründete Hoffnungen auf Erfolge vorhanden. dber Tage verläht und bi eine andere CEMt eintritt Jede Art von Sport wird den körperlichen Menschen wie in der Jugend kräftigen. Häufig ist es gerade der Berus, der vom Sport abhält, der vielen dazu einfach keine Zett mehr läßt. Es sollte jedoch nicht übersehen werden, welchen Rutzen auch in dieser Hinsicht sportliche Betätigung in sich birgt weil sie zwar eine gewisse Anstrengung ist, aber trotzdem doch die beste Erholung bedeutet da sie zu einer erhöhten Leistungsfähigkeit im Beruf beiträgt Es liegt nahe, daß das Alter getrennt von ber Jugend Sport treibt. Jedes Alter verlangt schon die ihm gemäße Art des Sports. Die Jugend ist noch stürmisch, chr konnnt es auf eine Lieberanstrengung nicht so viel an, sie strebt nach Rekorden, nach Ehr ein Das Alter liebt die Bedächtigkeit, lediglich die Sache selber: bei ihm tritt die Frage nach dem wirklichen, nach dem persönlichen Wert mehr in den Vordergrund. Auch vom rein geselligen Standpunkt-aus ist es besser, wenn Jagend und Alter je unter sich bleiben, weil sich die Jahre auch in den Lebensinteressen zu deutlich unterscheiden Von größter Wichtig eit ist es, daß überhaupt eine andere Einste..ung des Alters mrm Sport gewonnen wird, daß man seine grundsätzliche Wichtigkeit für jedes Lebensalter anerkennt. Wenn das Alter mehr Sport triebe, dann müßte das Beispiel eine anfeuernde Wirkung auf die Jugend ausüben, die dann durch das Beispiel des abgeklärten Alters auch vor mancherlei Verirrungen bewahrt bliebe. Es gibt kaum etwas, was von beiden Geschlechtern mehr gefürchtet würde als das Alter: mit Recht, wenn man darunter die Kräfteabnahme und das Schwinden der Lebenstüchtigkeit und Lebensfreude versteht. Mit allen Mitteln, auch der lächerlichsten Art, möchten sich die Menschen vor diesem Verfall bewahren, während sie die nächstliegenden und wirksamsten oft übersehen. Darum wollen wir sie und immer wieder ins Gedächtnis rufen und nicht aufhören, sie anzuwenden. Sie liegen zum größten Teil fcc schlossen in einer naturgemäßen Lebensweise, in einer eisernen Selbstdisziplinierung, in echter Erholung. Zu dieser letzten aber gehört mit in erster Linie der Sport. Gausommersest des Bundes Deutscher Radfahrer (Eigener Bericht des „Gießener Anzeigers" > Dad-Nauheim, 7. August. Das diesjährige Gausommerfest des Lahn- flaues im Bunde deutscher Radfahrer war der hiesigen Radfahrer-Vereinigung 1892/96 übertragen worden, die mit Unterstützung der gesamten Bürgerschaft die Veranstaltung trefflich zugerüstet hatte, so daß sie in jeder Beziehimg einen eindrucksvollen, echt sportlichen Verlauf nehmen konnte. Die Straften der Stadt hatten festlichen Schmuck angelegt, und eine begeisterte Menge umsäumte beute die Straßen, durch die sich der farbenprächtige Festzug mit seinen abwechselungsreichen Gruppen bewegte. Der am Promemrdenweg nach Friedberg zu gelegene Festplatz bot bei schönstem Sommerwetter ein Bild Turnen, Sport und Spiel. ä- ... -Jtteleuropäer >st völlig ausreichend vitaminhaltig. Das Vorkommen der verschiedenen Vitamine im Roggenbrot, den grünen Gemüsen, der Milch, den Früchten, dem Fleisch, der Butter usw., die außerordentlich geringen Mengen, die zur vollen Entfaltung ihrer Wirkungen notwendig sind, gewähren uns ausreichenden Schutz vor Vitaminmangel und besten Folgen. Vernünftig zusammengestellte, vernünftig zubereitete, abwechslungsreiche Nahrung deckt unseren Vitaminbedarf vollkommen. Wir brauchen dieser Frage weder in wirtschaftlicher noch in geschmacklicher Richtung irgendwelche Opfer zu bringen. Die Prunkschiffe Caligulas im Nemi-See. 2tts Caligula eines Tages auf eine Abwechselung in seinen römischen Vergnügungen und Grausamkeiten sann, kam er auf ben Gedanken, sich auf dem Remi-See, der wundervoll in der Rahe Roms gelegen ist, zwei ungeheure Prunkschiffe erbauen zu lassen, welche die größten Künstler von Rom und Griechenland verschwenderisch mit Bronzen, Marmorschmuck. Bildern und Ein- richtungsgegenständen ausfüllen mußten. Aber nachdem er eine Reihe üppigster Feste auf diesen schwimmenden Palästen gefeiert hatte, wurde ihm auch diese Zerstreuung zu langweilig, und er gab Sport im Atter. Bei dem Ausdruck Sport denkt man unwillkürlich an die Jugend, scheint er doch in der Tat ihr schönes Vorrecht zu sein. In ihr ist noch das fast überschäumende Kraftgefühl vorhanden, das nach Betätigung drängt. Die Jugend verläßt gern Stube und Stadt und tummelt sich lieber in der freien Ratur: sie fühlt sich Wohl, wenn sie draußen mit andern gesellig zusammen sein kann: in ihr treibt ein starker Ehrgeiz zu hohen und höchsten Leistungen und Zielen. Der Sport ist eigentlich Spiel im schönsten Sinne, und wann spielt der Mensch lieber als in seiner Jugend? So ist es verständlich, tnemi besonders die Jugendlichen beiderlei Geschlechts hinausströmen, um dem Sport zu huldigen, und es ist ebenso erklärlich, wenn das Alter immer mehr zurückbleibt. Die Kräfte des Leibes und der Seele lassen mit den Jahren nach, sie sind auch meist vollauf von den Pflichten des Tages in Anspruch genommen. Je älter der Mensch wird, um so mehr nimmt der Berus das ganze Trachten und Sinnen in Anspruch, und mit dem Beruf teilen sich die Interessen der Familie bei den verheirateten Menschen. Dazu kommt, daß man lieber zurückgezogener lebt, und so schläft der Gedanke an den Sport bei den meisten im Alter fast völlig ein. Wir verstehen durchaus diese Entwicklung des älter werdenden Menschen, müssen aber doch betonen, daß fein Verhältnis zum Sport nicht immer das rechte ist, wenn es nur auf strikte Abweisung ausgeht. Eine geringe lieber« legnng wird uns vielmehr zu der Erkenntnis führen, daß, wenn auch die Begriffe Sport und Alter nicht in der innigsten B^iehung zueinander stehen, sie sich doch auch nicht ausschliehen, daß wir auch im Alter allen Anlaß haben, den Sport nach Möglichkeit auszuüben. Wenn vor allem dagegen geltend gemacht wird, daß der Sport eben junge, kräftige Menschen verlangt, so liegt doch der Gedanke recht nahe, und durch ihn jung und frisch zu erhalten. Es ist doch die große ßeibendtunft, trotz der Jahre seine Kräfte möglichst lange ungeschmälert zu erhalten, widerstandsfähig und elastisch an Leib und Seele zu bleiben. Um dieses Ziel zu erreichen, ist der Sport eins der vorzüglichsten Mittel. Er hat in der Tat den großen Erfolg für sich, daß er vorbeugen lehrt, daß das nicht erst oder doch nicht vorzeitig in Erscheinung tritt, was man so gern vermeiden möchte, nämlich das Altwerden. Man sollte deshalb eine gewisse Zeit auch in den älteren Jahren dem Sport widmen. Es ist gerade in diesen Zeiten des Alterns von wohltätiger Wirkung auf den Menschen, daß er einmal das gewohnte Geleise der Alltagsarbeit auf Stunden kurzerhand den Befehl, sie zu versenken. Da man seine unangenehme Art Farmte, wagte ihm niemand zu widersprechen, und so wurden diese beiden schwimmenden Prunkstädte wirklich unsinni- gerweise versenkt. Run liegen also die beiden Triremen des Rero seit zwei Jahrtausenden auf dem Grunde des Remi-Sees und harren darauf, wieder zu einem neuen Leben erweckt zu werden.' Man weiß, mit welchem Eifer sich Mussolini der Wiederherstellung der römischen Altertümer zuwendet. Für Herkulanum und Pompeji sind, trotz der finanziellen Rotlage des Landes, große Summen bewilligt worden. Andere sollen nun zur Hebung der Rero-Schiffe bereitgestellt werden. Sie ruhen, wie durch Taucher festgesteM wurde, in einer Tiefe von 23 Metern auf dem Grunde des Sees. Jetzt ist eine Kommission von Ingenieuren und Archäologen ernannt worden, um die besten Mittel und Wege zur Hebung der Triremen aussindeg zu machen Man hat beschlossen. den See teilweise abzulassen: man wird einen Durchstich nach dem Albanersee vornehmen, dessen Spiegel tiefer als der des Rnni-Sees liegt. Die ^vstenfür diesen Durchstich werden etwa anderthalb Millionen Lire betragen; die Folge dieses Kanals wird die sein, daß in vier bis sechs Monaten die Schiffe des Rero beinahe trocken liegen und ihre Wunder allen Augen offenbaren werden. Aber es sind noch weitere Arbeiten zu leisten: die Kosten für die Rückleitung des Remi-Sees in fein olles Bett und die Einebnung des Durchstichs werden gegen dreieinhalb Millionen Lire ver- schllngen. Und endlich soll noch ein weiterer Kredit von zwei Millionen bewilligt werden, beim es muß ein großes Museum errichtet werden, das, wenn möglich, die beiden Sr'remen mit allen ihren Kostbarkeiten aufnehmen soll. Also wird uns das Scheusal Caligula, der übrigens durch die Historiker schon halb und halb rehabilitiert ist, vielleicht noch einmal in einem neuen Lichte erscheinen — kmrch die klassischen Schätze, die er auf seinen Remi-Palästen an* gesammelt hat. Nutzbarkeit der verschiedenen Nährstoffe genau ermittelt. Wußte auch, welchen regulierenden Einfluß die im Körperinneren von bestimmten Drüsen dem Blutstrom zugeführten Abscheidungen auf den Krast- und Stoffumsatz haben. Da ergab sich etwas ganz Unerklärliches: Die gleiche Menge, die gleiche Sorte Reis, die als rohe Frucht Tieren als ausreichende und gut bekömmliche Nahrung diente, versagte plötzlich, ließ die Tiere unter schwerer Erkrankung, ähnlich der ostasiatischen Beri-Beri-Krankheit, zugrunde gehen. Dabei war an den Verslühsbedingungen nichts weiter geändert worden, als daß man an Stelle der rohen Reiskörner solche gab, die ihrer vom Ernährungsstandpunkt höchst minderwertigen Schale beraubt waren. Bald gelang es auch ben schlüssigen Beweis zu erbringen, daß nicht irgendwelche anderen Faktoren, sondern nur die Abwesenheit der Hülsen dem Reis seine Eignung zum alleinigen Nährmittel genommen hatte. Durch Darreichung eine* Auszugs aus den Reishülsen, der Kleie, genasen die am Genuß des enthülsten Reises erkrankten Tiere. Weitere Forschungen führten zur Reindarstellung der Substanz, die dies bewirkte, und zu ihrer Auffindung an anderen Orten, z. B. in der Hefe. in enger Beziehung zu einem anderen Heikfaktor, dem Licht, steht, da es durch dessen Einwirkung aus anderen Substanzen erzeugt werden kann. Die Wissenschaft umgibt sich heute nicht mehr mit dem Schleier des Geheimnisvollen. Die Ergebnisse der Vitamin-Forschung sind ins Publikum gedrungen und haben dort begeisterten Widerhall gefunden. Begeisterung führt leicht zur lleberschätzung! Da ist cs mit Freude zu bearüßcn, daß sich ein hervorragender Stoffwechselforscher einmal gegen den Vita m i n r u m m e l wendet, der bei uns von Ame- Neben dem oben erwähnten gibt es eins, das in Gemüsen und Früchten, besonders im Zitronensaft enthalten ist und dem Skorbut entgegenwirkt. Butter und besonders Lebertran bergen ein Vila min, dem wachsenden Organismus äußerst wichtig, das das Auftreten der englischen Krankheit (Rachitis) verhindert, das, eine sehr interessante Tatsache, rika seinen Einzug gehalten hat. Die wichtigen Schlüsse seiner Untersuchungen sind folgende: Die normale gemischte Kost der Mitteleur " Damit war das erste Vitamin entdeckt, und der festgefügte Bau der Ernährungsphysiologie hatte eine bedenkliche Erschütterung erfahren. Denn es war nun erwiesen, daß es in den Nahrungsmitteln Stoffe gibt, deren Fehlen durch keine Ku lorien-, keine Eiweißdarreichung ersetzt werden kann. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, auf Natur und Vorkommen der Vitamine näher einzugehen. Es muß die Erwähnung genügen, daß mir bereits eine ganze Anzahl verschiedener Vitamine kennen. eifriger sportlicher und festlicher Tätigkeit. Bürgermeister Dr. A h l begrüßte die Gäste namens ber Stadt und pries die Volkstümlichkeit bes Radsports. Für ben festgebenden Verein entbot dessen Vorsitzender, O. Düsselberg, herzliches Willkommen. Der Gauvorsihen-de K. Bellinger (Alsfeld) überreichte mit entsprechender Ansprache das Gaubanner an den festgebenden Verein. Großem Jnteresie begegneten bie kunstvollen und schwierigen Wettberverbe der Radfahrer, die sich bis in die späten Abendstunden hinzogen. Mit einer kernigen Ansprache leitete der Gaueyrenfahrwart H. Marx (Gießen) in später Stunde die Siegerverkündigung ein. Er sprach feine Freude über den glanzvollen Verlauf der Gauveran- stalftmg aus, dankte der Radfahrer ° Vereinigung 1892/96 für die treffliche Vorbereitung und mahnte die Jugend zur Pftege des gefunden Sports. Wertvolle Preise wurden den Siegern ausgehänrngt, die von der Stadt, der Bade- und Kurverwaltung, den verschiedensten Verbänden und Privaten gestiftet worden waren. Nachstehend bringen wir die ©iegerlifte: Wanderfabrt, Gruppe A: L Preis Rad- Club „Germania" Gießen, 12 Punkte: Gruppe B: Radsportverein 1926 Alsfeld, 14 P., 2. Radf.-El. 1885 Marburg, 13 P., 3. Radf.-V. „Germania* Wißmar, 12 P., 4. Radf.-V. „Fortuna" Gießen, 10,5 P.: Gruppe C: 1. Radf.-V. 1924 Sinn, 10,3 P., 2. Radf.-V. 1894 Nidda, 10 P., 3. Radf.-V. „Eder- gold" Battenberg, 6 P. Korso, Gruppe A: 1. Gießener Radf.-Ges. von 1896 „Die Wanderer", 11,88 P., 2. R.-V. 1887 Wetzlar, 11,74 P., 3. R.-V. 1885 Gießen, 11,43 P., 4. R.-Cl. „Germania" Gießen, 10,80 P., 5. R.-V. 1890 Alsfeld, 9,78 P.: Gruppe B: R.-V. „Ger- ■ 18S6 ’Ä1 Kitt« '"Kb°U' sr qfnb^*üm ii.WmM'- hielt ' Zeigen' A-Scs. von 18t 1900 Mese-l Wcr-buge^ lZ8:'6echstt'S von 1896 > mania'-W Mn-Schmm 12 anderer 3. S.-l. 1W 1. M 188o Darmstadt 8> furt a >M. 1 cvcle-Cl. Dar von 1896 .Sie Dod-Aouheim Kunstsa Aöbel, 2?.^. ler, M. 1K fahren: 1. Äc' Mrburg. 225; Kylar. 215,1; Sichen 12,66; ! Deutsche! Die erste Ln meisterfchasten 1 vormittag in de eine ohne Win S.D. in £14,1 schwimmen für siegle Berge- 3. Rademac Köln), Präs 3:1,6 vor D< Aachen), Frl. ( Brust Damen doch). w Auch am der Tnchpe die Gruppe Lcrbondsspie gewann nur QMMfen&urgi logar anfangs das Spiel noch heim gegen 03 ■ rad geht ossei Perbandsspiele mit 6:0 Toren stung. Sehr knc gegen TpvM Unfähigkeit bei Mannschaft aw öpvg.Fiir 3n der Ar dustdallverdan Mfr Aeist Ke Altmeiste Menüber. Di Zuscha schling erle imerfreuib Wien wurde W lefe zweit eine cii IJ ’nefA * nc sss 8"}wi tote leine gründ»» ftssät eöe, dann rnüfi»» Wirkung aus hi, H das ZsM "wncherkei Lr- beiden ®e. Xkt; kMr- m?cben8Nhq. tikn Mi,. Achten sich die Dährenb 'Men oft über- wmer wieder Ht auUren. !>. ^roßten Teil t; 1 Lebensweise, in "'S. m echter Er- r gehört mit In Sri tz^der. !®tenÄ e els^ M eft Radsahrer r Anzeiger--. im, 7. August. ich des Lahn- adsahrer war der 1892/96 übertragen ’ gesamten Bürgen zugerüstet hatte, so en cmdrmksovllen, nmte. Die vtraßen vestzug mit seinen leroegtc. Dn am zu gelegene Fest, moetter ein Ald Tätigkeit. Bürger- Gaste namens der »feit der Radsports. )ot dessen Vorsitzen- 5 MllkrmnM. Der Wifi) überreichte ßaubaiwT m bcn tcrefie begegneten WettbeMrbe der rtcn Abendsvmden Meßen) in sM m. Er sprach seine auf der Ganverow ihrer - Vereinigung ntung und mahnte den Sports. Wert- i ausgehoiW, ^rvenvaltung, den Privaten stiftet bringen mr die /enerRadiE 2. R.-D. I®7 ®y Gießen, H-43 $ 10,80 Iß., N.-B. M' , v°g65 '4. R.-D. „Mch" Kirchhain, 5. R.-D. Heuchel- eim; Gruppe D: 1. R.-B. 1887 Wetzlar. 10,90, N.-D. 1885 Gießen 10,34, 3. Gießener Radf.-Ges. K96 „Die Wanderer-, 10,16, 4. R.-V. 1900 Wieseck, R.-D. 1904 Kirchhain: Gruppe kl: 1. Nadsporto. 926 Alsfeld, 9,05, 2. R.-D. „Fortuna Gießen, > 74, 3. R.°V. 1892 Butzbach, 8,42; Gruppe ?:1. R.- '3. 1890 Alsfeld, 9,14, 2. R.-D. 1891 Weilburg, ' R.'V. Harheim. Gruppe O: 1. 0 oea", Steinfurth, 11,00, 2. R.-D. .'Teutoma Wo - ersheim, 3. R.-Cl. „Edelweiß- ^'ever-Wollftadt; Gruppe H (Einzelfahrer): 1. A. S)a m e l, 2i^. SW Rechberg, Heuchelheim, 8,92, 3. Volk in a n n , Heuchelheim, 8,84. Radball, Zweier Radball: 1. R.-Cl. „Germania" Gießen, 2. R.-D. 1885 Gietzen, 3. R.-C. „Teutonia" Krofdorf (2. Mannschaft), 4. R.-Cl. „Teutonia" Krofdorf (1. Mannschaft); Dreier Radball- R.-D. 1885 Gießen, 2. R.-Cl. „Germania (yjeßen, R.-Cl. „Teutonia" Krofdorf; Zweier Iu- qend-Radball: 1. R.-Cl. „Germania" Gießen il. Mannschaft), 2. R.-V. 1885 Gießen, 3. Gießener R.-Ges. von 1896 „Die Wanderer". Reigen: Sechser-Sugendreigen: 1. Gießener R -Ges. von 1896 „DieWanderer"; 8,40 2. R.°D. 1900 Wieseck 7,81; 3. R. D. 1904 Kirchhain 7,38; Achter-Sugendreigen: 1. Gießener R.-Ges. von 1896 „Die Wanderer" 8,32; 2. R.-D. 1887 Wetzlar 7,38; Sechser-Schulreigen: 1. Gießener R.-Ges. von 1896 „Die Wanderer" 7,93; 2. R.-D. „Germania" Wißmar 7,71; 3. R.-D. „Dlih" Kirchhain; Achter-Schulreigen: 1. Gießener R.-Ges. von 1896 „Die Wanderer" 7,93; 2 R.-D. 1890 Alsfeld 7,51; 3 R.-D. 1894 Ridda 7,21; Achter-Schmuckreigen: 1. R.-D. 1885 Gießen 8,10; 2. Dicycle-Cl. 1883 Darmstadt 8,03; 3. R.-D. „Germania" Frankfurt a .Rk. 7.99; Achter-Kostiimreigen: 1. Di- cycle-Cl. Darmstadt 8,13; 2. Gießener R.-Ges. von 1896 „Die Wanderer" 8,06; 3. R.°Dg. 1892/96 Dad-Rauheim 8. Kunstfahren: Einer-Kunstfahren: 1. W. Göbel, R.-D. 1887 Wehlar, 203.3; 2. K. Keß - I er. R.-Cl. 1885 Marburg, 173,7; Zweier-Kunstfahren : 1. Kehler-Unverzagt, R.-Cl. 1885 Marburg, 225; 2. Gebrüder Göbel, R.-D. 1887 Wetzlar, 215,4; Sechser-Kunstreigen: 1. R.-D. 1885 Gießen 12.66; 2. R.-D. 1887 Wetzlar 10,57. Deutsche Schwimmeisterschaften. wurde. DSe erste SjfdTOjrtt stch FSkkh ßMKfly leicht überlegen. Sn der zweiten Halbzeit gelang es dem Fürther Halbrechten Franz in der 15. Minute anschließend an eine Ecke den Ball aus einem Gedränge vor dem Dore des Klubs einzuschießen. Troy der größten Anstrengungen konnte der Klub nicht mehr ausgleichen. Sm Endspiel um den Pokal treffen sich nun am kommenden Sonntag in Stuttgart Spielvereinigung Fürth und Fußballsport Frankfurt a. M. Lerchtathletik-Länderkampf Deutschland-Frankreich Für den am 21. August in Paris stattfindenden Leichtathletik-Länderkamps Deutschland- Frankreich wurde von der Deutschen Spvrtbehorde eine ausgezeichnete Mannschaft aufgestellt, die sich aus folgenden Teilnehmern zusammenseht: 100 Meter: Körnig, Houben, 200 Meter: Körnig, Schüller, 400 Meter: Büchner, Reumann, 800 Meter: Dr. Pelher, Engelhardt, 1500 Meter: Bolhe, Bocher, 5000 Meter: Kohn, Petri, 110 Meter Hürden: Troßbach, Steinhardt. 4 mal 100 Meter: Schüller, Dr. Wichmann, Houben, Körnig. 4 mal 400 Meter: Büchner, Reumann, Schmidt, Dr. Pelher, Ersatz: Stortz. Kugelstoßen: Drechenmacher, Külzer. Diskus: Hänchen, Hoffmeister. Speerwerfen: Mvlles, Schlokat. Hochsprung: Betz, Köpke, Ersatz: Skorzl)nski. Weitsprung: Dobermann, Schumacher. Stabhochsprung: Reeg. Werkmeister. Neuer Frauenwellrekord in Breslau. Die Deutsche Sportbehörde für Leichtathletik brachte den zweiten Teil ihrer diesjährigen Leichtathletikmeisterschaften ans der neuen Schlesierkompfbahn im Breslauer Stadion zum Austrag. Das Ereignis war der neue Weltrekord, den Frl. Lange (SCC.) im Kugelstoßen mit 11,32 Meter aufstellte. Die Leistungen in den Frauen-Wettbewerben waren überhaupt ganz vorzüglich. Mil besonderer Spannung sah man dem Endlauf über 100 Meter entgegen, den Frl. G l a d i t s ch (Karlsruhe) vor den Münchnerinnen G e l t u s und Kellner gewann. Eine ausgezeichnete Leistung vollbrachte auch Frl. Alpen (Stzehoe). die im Schlagballweitwerfen mit einem Wurf von 72.38 Meter den deutschen Rekord erheblich verbesserte. Die erste Entscheidung der Deutschen Schwimm Meisterschaften 1927 in Hannover fiel am Samstag vormittag in der 3X100-rn-belicbig-Staffel für Vereine ohne Winterbad, die der Delmenhorster S. V. in 3:14,6 gewann. In den Ausscheidungsschwimmen für die Europameisterschaften siegte Berges über 200 m Freistil in 2:31,4 vor I. Rademacher (Magdeburg) und L a m b e r tz (Köln), Prasse (Bremen) über 200 m Brust in 3:7,6 vor Dornheim (Berlin) und Le r sch Aachen), Frl. Schrader (Magdeburg) über 200 m Brust Damen in 3:20,4 vor Frl. Backof (Offcn- doch). Vezirksspiele am Main. Auch am Sonntag waren noch die Dereine der Gruppe Main allein im Kampfe, während die Gruppe Hessen erst in acht Tagen mit den Dcrbandsspielen beginnen wird. Der Mainmeister gewann nur verhältnismäßig knapp gegen die Aschaffenburger Diktoria. Die Bayern lagen sogar anfangs in Führung und bei Halbzeit stand das Spiel noch 1:1. Eintracht erzielte in Fechenheim gegen 03 ein überlegenes 9:1. Union Riederrad geht offenbar gut gerüstet in die neuen Derbandsspiele, denn sein Sieg über Hanau 60 mit 6:0 Toren bedeutet eine sehr beachtliche Leistung. Sehr knapp endete das Spiel Germania 94 gegen Sportklub Rot-Weiß. Rur die Schuß- unfähigkcit des Germanensturmes hinderte die Mannschaft am Siege. Spvg.Fürth- 1.F C.Nürnberglrv Sn der Dorschlußrunde um den süddeutschen Fußballverbandspokal standen sich der fünffache deutsche Meister, der 1. F. C. R ü r nb e rg und 'bcr Altmeister, die Spielvereinigung Fürth gegenüber. Dieser traditionelle Großkampf hatte 25 000 Zuschauer an gelockt, die aber eine Ent- täuschung erlebten, denn dieses Spiel war eines der unerfreulichsten seit langer Zeit. Auf beiden Seiten wurde sshr robust und hart gespielt, und fast jede zweite Minute brachte einen Strafstoß, so daß eine einheitliche Aktion unmöglich gemacht Deutsche Heeresmeisterschaften 1927. Am Samstag kanren auf dem Poststadion in Berlin die ersten Entscheidungen in ben Leichtathletik-Meisterschaften zum Austrag. Unter den Ehrengästen waren der Chef der Heeresleitung, General Heye, die Militär- attachtzs von England, Station, Sapan und China, ferner die schwedischen Teilnehmer des Offiziersfünflampfes in Wünsdorf anwesend. Sm Kugel stvßen war dem Ostpreußen Hirschfeld der Sieg nicht zu irehmen. Sm Weilsprung erzielte Oberschühe Mahntken mit 6,84 Meter eine gute Leistung. Sn der Olym - p i s che n Staffel lief der Zehlendorfer Müller die 800 Meter in 1:58,2 und sicherte damit der 2. Kompagnie des S. R. 2 den Hieg. Die Ergebnisse: Kugelstoßen: 1. Obergefr. Hirschfeld (2/S.-R. 2) 13,80 Meter, 2. Do-ots- maat Hardt (Mürwick) 11,93 Meter, 3. Oberschütze Dal za t (13/S.-R. 2) 11,66 Meter. — Weitsprung: 1. Obersch. Mahntken (13/3.- R. 16) 6,84 Meter, 2. Uffz. Brandts 111/21.- R. 3) 6,66 Meter, 3. Oberbovtsmaat Ritter (Marineschule Friedrichsort) 6,63 Meter — 3000- Meter-Laufen: 1. Gefr. Reumann (1/3.-R, 11) 9:20,9, 2. Schütze Hvbus (3^3.-R. 18) 9:22,5, 3. Obergefr. Wanderer (3/R.-R. 4) 9:29,2. — 12mal°100-Meter-Stasfel: 1. 6. Division 2:21,9, 2. 3. Division 2:23,8, 3. 1. Division 2:24,1. — Olympische Staffel: 1. 2/3.°R. 2 3:41,3, 2. 6/3.» R. 10 3:46,5, 3. 12/3.-Ä.9 3:49,6. — Der 400- Meter-Lauf wurde von Feldwebel Ehlers (16 3.-R. 18) in guten Zeit von 50,9 Sek. vor PIffz. Strobener (1/3.-R. 20) nur knapp mit Handbreite gewonnen. Dritter wurde Obergefr. S a w a h n (2. Pionier-Dat./2) in 52,8 Sek. Das abschließende Fußballspiel am Samstag wurde von der Marinemannschaft mit 4:1 gewonnen. Rachdem die Seiten beim Stande mit 1:1 gewechselt worden waren, ging die Maräne mit 2: 1 in Führung. Die Heereself spielte von da ab überlegen, vermochte tätet W&gc Aeber^mMNckktem keinen T«ffter zu erzielen, dagegen blteb die schnelle und durch- 1 chlax^kräftige Marinemannschaft noch mit zwei weiteren Toren erfolgreich. Sn Döberitz hatten die Heeresmeisterschaften als wichtigstes Ereignis das Heeresjagd- rennen über 3y2 Kilometer, das Oberlt. Reß- linger auf „Augapfel" gewann. Weitere Ergebnisse: Sternfahrt über 500 Kilometer: 1. K A 736 P. 15-Kilometer-Kaval° lerieschützenkampf: 1. 3. Esk. R. R. 18. 3 5 0-K ilom. -Motorrad-Patrouille n- fahrt:!. 2.Division. Fahrwettbewerb der Artillerie: a) Geschühschieben: 1. 6. B. 3. 21 R. 4Vs Mim, b) Fahren einer Protze: 1. 7. B. 1 Pr. a. R. 217 P. 8. Internationaler Segelflugwellbewerb auf der Wasserkuppe WSR. Wasserkuppe, 6. Aug. Heute war wiederum das junge Fliegervolk eifrig tätig. Die Anzahl der Starte betrug fast ein halbes Hundert. Als besondere Leistungen sind hervorzuhebe'n: Dill mar machte seinen schon fast 311T Gewohnheit ge wordenen Segel-„Spaziergang" nach Gersfeld, dehnte ihn aber diesmal über Gersfeld hinaus und erreichte eine Entfernung von ungefähr zehn Kilo meter von der Wasserkuppe. Er flog mit der Ma- schine „Espenlaub 5". Kegel machte auch einen ausgezeichneten Flug nach dem Schafstein, der drei Kilometer von der Wasserkuppe entfernt liegt. Dort segelte er einige Minuten und kehrte dann nach dem Motorflugplatz zurück. Die Sensation des Tages war der Simgfernflug der neuen „Darmstadt". Sie machte ihren Konstrukteuren und Erbauern alle Ehre. Ihre Segeltüchtigkeit wird in der Hand des Elitepilotcn Rehring und seiner Schüler noch manche Ucber- raschung bringen. In den Nachmittagsstunden traf Prinz Heinrich von Preußen, der als Förderer des deutschen Segelflugs bekannt ist, auf der Wasserkuppe ein und nahm Quartier inmitten der Flieger. Notstandsmaßnahmen für die Unwettergeschädigten in Hessen. Am 5. August fand die erste Sitzung der zur Durchführung der R 0 t st a n d s a k t i 0 u für die Unwettergeschädigten bei dem hessischen Ministerium für Arbeit und Wirtschaft eingesetzten Kommission statt. Infolge der in den Kreisen Schotten und Lauterbach inzwischen niedergegangenen Unwetter, die außer namhaften Schaden, insbesondere an den Halmfrüchten, erhebliche Gcbäudeschäden verursacht haben, mußten die in Aussicht genommenen Notstandsmaßnahmen auch auf mehrere Gemarkungen der Kreise Schotten und Lauterbach ausgedehnt werden. Bei der Sitzung der Kommission wurde festgestellt, daß, mit Ausnahme in Oberhessen, die Feststellung der Schäden nahezu beendet ist, so daß alsbald an die Schadensregulierung herangegangen werden kann, wozu allerdings erhebliche Mittel erforderlich sein werden. Es wurde als wünschenswert bezeichnet, daß die bis jetzt im Lande gesammelten und bewilligten Mittel an die Hessische Landesbank in Darmstadt (Konto: „Unwetterschäden" der Ministerialabteilung für Ernährung und Landwirtschaft) abgeführt werden, damit die Kommission, die, das Einverständnis der Spender vorausgesetzt, allein über diese Gelder zu verfügen berechtigt ist, alsbald in die Lage versetzt wird, Beihilfen hieraus zu gewähren. Es wurde die Hoffnung ausgesprochen, daß die eingeleiteten Sammlungen fortgesetzt werden möchten, da weitere Mittel unbedingt erforderlich sind, auch wenn nur in den dringenosten Fällen etwas geholfen werden soll. Andererseits wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß nur solche Landwirte mit Schadensanmeldungen hervortreten möchten, die durch den erlittenen Schaden tatsächlich in ihrer wirtschaftlichen Existenz schwer bedroht sind. Anmeldungen, bei denen diese Voraussetzungen nicht vorliegen, kann in keinem Fall entsprochen werden. Ihre Bearbeitung bildet nur eine unliebsame Belastung der mit der Prüfung der Anmeldungen beauftragten Stellen, wodurch die Erledigung wirklich dringlicher Gesuche verzögert wird. Die Kommissionssitzung hatte das Ergebnis, daß beschlossen wurde, umgehend den geschädigten Winzern auf Staatskosten Schädlingsbekämpfungsmittel für die Weinberge zuzuführen. Ebenso sollen in besonders dringlichen Fällen Unterstützungen für den Lebensunterhalt der Geschädigten aus den gespendeten Mitteln gewährt werden. Es wurde ferner beschlossen, daß Landwirten, die erhebliche Schäden an ^ßnfkMftkn CTfitten flctlten, unter gewißen Dvv- aussetzungen die ihnen eTttstehenden Kosten beim Ausdrusch aus den Spenden zum Teil vergütet werden sollen. Auch da, wo infolge des Futtermittel mangels die Durchhaltung des Viehbestandes gefährdet ist, sollen Futtermtttel bereitgestellt werden. Weitere Aufgabe der Kommission wird es fein, auch bei der Beschaffung des erforderlichen Saatgutes in den geschädigten Gemarkungen helfend einzugreifen. Der Hessische Landeslehrerverein zum Reichsschulgesetz. WSR. Darmstadt, 7. Aug. Der Hoss. Landoslehrerverein, die parteipolitisch neutrale, etwa 80 Prozent des hessischen Dolks- schullehrerpersonals umfassende Beamtenorgani- sation, hat in einer Eingabe an die Staatsregie- rung und den Hess, ßanötag ersucht, alle Mittel in Anwendung zu bringen, die den Weiterbestand der seit 1874 in Hessen gesetzlich eingeführten simultanen Dvlksschule gewährleisten. 3n der Eingabe wird daraus verwiesen, daß von den 958 öffentlichen, aus Staatsund Gemeindemitteln unterhaltenen öffentlichen Dolksschulen rund 900 Simultan» und nur 58 Konfessronsschulen sind. Gegen den neuen Reichs- schulgesehentwurf erhebt die Eingabe schärfsten Einspruch, weil er im Gegensatz zur Reichs- verfassung die Schulhvheit des Staates zerstöre, leistungsfähige, voll ausgebaute simultane Dolks- schulen in leistungsschwache Schulen zerschlage und dadurch nicht nur das Maß der Leistungsfähigkeit verringere, svnderir auch jeden Schulfortschritt gefährde. Der Derlei digungskanchf des Hess. Landeslehrervereins fundiere auf der Schuh- besttmmung des Art. 174 der Reichsverfassung, die auch für den Dolksstaat Hessen die uneingeschränkte Erhaltung der dort feit nahezu 60 3ahre segensreich wirkenden Simultan-Dolks- schule gewährleiste. Der Reichsschulgesehentwurf widerspreche dieser Schuhbesttmmung und dürfe deshalb unter keinen Bedingimgen Gesetzeskraft erhalten. Wirtschaft. Das neue Berufsausbildungsgesetz. Grundsätzlich läßt die neuere Entwicklung des Ausbildungswesens in Sndustrie und Handel bis zu einem gewissen Grade eine gesetzliche Reuregelung der Berufsausbildung als erwünscht erscheinen. Hauptsächlich kommt hier in Frage das Prüfungswesen der Facharbeiter in der Industrie, das durch eine gesetzliche Reuregelung sachliche Dorteile erzielen könnte. Bisher können in der Regel nur die Lehrlinge des Handw rks durch eine vor der Handwerkskammer abzulegende Gesellenprüfung einen vollgültigen Gesellenbrief erhalten, während die nicht weniger qualifizierten Sndustrielehrlinge diesen Befähigungsnachweis nicht erreichen fonnen. Es besteht daher ein Bedürfnis, die Rechtq, die bisher die Handwerkskammern allein zu vergeben hatten, auch durch die Sndustrie- unb Handelskammern aussprechen zu lassen, ein Bedürfnis, dem der Derufsausvil- dungsgesehentwurf der Regierung erfreulicherweise Rechnung trägt. Was die einzelnen Bestimmungen des Entwurfs über das Berufsausbildtmgsgeseh angeht, so ist zunächst hinsichtlich des Geltungsbereiches dieses Gesetzes zu bemerken, daß eine berufliche Ausbildung nur für diejenigen Arbeiterschichten in Frage kommen kann, die im Wirtschaftlichmr Leben einen Platz oinnehmen, dessen Beherrschung eine berufliche Lehre nötig macht. Es ist nicht richtig, auch ungelernte Arbeiter, deren Arbeitsfunktion eben eine ungelernte Tätigkeit darstellt, mit in die Bestimmungen eines Berufsausbil- dungsgesehes aufzunehmen. Der Schuh dieser Art Arbeiter wäre besser durch das Arbeiterschuh- geseh zu regeln, das seiner ganzen Anlage nach hierfür auch viel geeigneter ist. Zur Erreichung des Zieles der Ausbildung gewerblicher Lehrlinge wäre es wichtig, und es würde eine verwaltungstechnisch erhebliche Vereinfachung bedeuten, wenn der Staat die im Gesetzentwurf vorgesehene obligatorische Anerkennung des Einzel- betriebet als Lehrbetrieb durch das Recht der gesetzlichen Derufsvertretung ersehen würde, gegenüber den zur Lehrlingshaltung ungeeigneten Betrieben die Aberkennung dieser Eignung auszusprechen. pttoten von San ‘franzisko aus dte^fahrt nach J-tatvai7 landen allen f~{avarien und 'Böen zum (Trotz bei den reizende^ "Kawa kauenden Samo,, anerinnen und pflanzen über ihren Blumen // frifuren das firarfpangled Banner auf. -Aber, was tut man in flono(ulu/ wenn man darf- keine— <8 -Auslefezu und Juwel-zu H zu rauchen hab ? r3n der 'Jät', was tut manp in ^Honolulu ? €s ift unbedingt erforderlich, daß __________ _____________der fliegerenthufiasmus feine Belohnung findet in dem unentbehrlichen Qenuß diefer exg ui fiten /darken7 deren Aroma den m elften Zigaretten gleicher "preis tagen wett überlegen ift. Alle jene fkrifchen7 die noch fähig findf fich an großen und kühnen ‘Unternehmungen zu begeiftern, haben diefe hervorragenden Zigaretten länefft zu ihren ßeibmarken erklärte^ Aufauf nach Honolulu / ('Das iß jetzt die^eiß der Oz&anflieger, nadi.> | dem ße den Atlantik [chon zu einem tWeiher/7 s 4 dien degradiert haben, ftühn lenken die Cheff I "i piloten von San Tranzisko aus diejahrf nach k lllllllli1lllinHllllllllllllüinillillinillllimil!llllllllimillinil!IIIIHIHIIllt!ll!l!!l!lll!!HIIII[HlPI!nill!lill!HIWnil NORDDEUTSCHER LLOYD BREMEN einzige deutsche Linie, mit regelmäßigen direkten ^Abfahrten für Reisende und Auswanderer von Bremen nach CANADA Nähere Auskunft über Einreisebedingungen u. Abfahrten erteilt Giefeen: Theodor Loos, Kirchenplatz 13 IIMIIUINIIÜIiIiIIIIIIIIIIIÜII!!I!IIMIIINiIUNI>ÜÜ«IIIIIIIIWIlII!IlI«IIIIIIIIÜI!WII!UIIlÜIIIIIIINIWIIiüliI Marie Margarete Wir geben froh und dankbar die Geburt eines gesunden Töchterchens bekannt W. Schuchmann, Stud.-Affeffor und Frau Emma geb. Kircher Gießen, 2. August 1927 7246D Zwiebelkuchen Neben Tienötaa u. Freitag von 18 Uhr adln bekannierGüle August Noll, 7M»D Maus bürg 12. •eeeeeeeeo®® VISAERSPARNIS.SONDEBZUeTABIF verbilligte Unterk. in Einzelzimm.. VerpH, 16 Autostunden, deutsche Führ.für6täg.Reiseam27. Aug nach fÄ ESI Ö ab und zurück Köln: Br M 8x l Ob kliOB.- c 2. k 1.118.-. Prospekte: INTERNATIONALES REISEBÜRO.Köln,Mohrenstr.21.o(L Reisebüro S. LOEB, Bahnhofstr.52a. r Die wichtigste Bestimmung des Gesetzentwurfes liegt in Paragraph 72 ff. Es handelt sich hier um die Durchführungsorgane des Gesetzes in Form der paritätischen Ausschüsse bei den Kammern und um die Aufgaben dieser Ausschüsse. Um ein ersprießliches Zusammenarbeiten dieser Ausschüsse mit den gesetzlichen Derufsvertretun- gen sicherzustellen, erscheint eine genaue Ab- grenzung der Befugnisse beider Teile zweckmäßig. Daher muh der paritätische Ausschuß weitgehende Möglichkeiten erhalten, über alle auf Form und Inhalt der Lehrverhältnisse sich beziehende Fra- gen zu beraten und Beschlüsse zu fassen: die Durchführung dieser Beschlüsse und deren Heber- wachung bliebe zweckmäßig jedoch den gesetzlichen Derufsvertretungen, die auch nach außen hin die Berantwortung für sie tragen, Vorbehalten. Vorteilhaft ist weiterhin, wenn die Ausschüsse aus ihrer Mitte selbst sich die Vorsitzenden wählen. Da Erziehungspolitik nur auf weite Sicht getrieben werden kann, ist es ein ernstes Erfordernis, daß die Mitglieder dieser Ausschüsse auf beiden Seiten Fachleute und pädagogisch interessierte Menschen sind. Sn Anbetracht der Notwendigkeit einer engeren Gemeinschaftsarbeit zwischen Sndustrie und Handwerk wäre zweckmäßig eine Regelung dahingehend, das Prüfungswesen möglichst weitgehend zwischen Industrie und Handwerk gemeinschaftlich regeln zu lassen, um auf diese Weise die bisher teilweise recht unerfreulichen Differenzen beilegen zu können. Von Bedeutung dafür wäre auch die Heranziehung der Mitarbeit der Derufsschullehrerschaft. Die hier erwähnten Abänderungsvorschläge, Die von den großen Spihenverbänden der Industrie, des Handels und des Handwerks getragen werden, zielen nicht darauf ab, den vom Gesetzgeber für richtig gehaltenen Verpflichtungen sich zu entziehen: vielmehr wollen sie nur die erstrebenswerten Ziele auf praktischere als die vom Gesetzgeber angegebene Weise erreichen. Von Len SchlachLviehmärkten. An den deutschen Schlachtviehmärkten der vorigen Woche hielt sich das Geschäft in ruhigen Bahnen bei im allgemeinen regelmäßigem Absatz. Da die Zufuhren dem Bedarf entsprachen und die warme Witterung den Konsum fast allgemein etwas beeinträchtigt hat, wovon nur wenige Märkte, u. a. Hamburg, eine Ausnahme machten, war den Käufern verschiedentlich, besonders in Großvieh und vereinzelt auch in Schweinen, zu etwas niedrigeren Preisen anzukommen möglich. Der Export stand gegenüber der Vorwoche zumeist etwas zurück, doch zeigten andererseits die Wurst- und Konservenfabriken vielfach erhöhtes Interesse. Von Rindern konnten die besseren Sorten die Preise der Vorwoche behaupten, während geringere Qualitäten sich kleinere Nachlässe bis zu 3 Pf. gefallen lassen mußten. Kälber waren im Preise nicht einheitlich, während Schafe, für welche die Auftriebsziffern entsprechend dein verstärkten Bedarf wesentlich erhöht lauten (15 204 gegen 9971 in der Vorwoche), bei durchweg flottem Handel vorwiegend kleine Preisbesserungen durchsetzen konnten. Schweine hatten in leichten und mittelschweren Sorten ziemlich lebhaften Begehr und gut gehaltene Notierungen, dagegen lauteten die Preise sür fette Schweine überwiegend um 2 bis 3 Pf. niedriger. Es wurden im Durchschnitt in Pfennig per Pfund Lebendgewicht notiert: Rinder Kälber Schafe Schweine Berlin Bremen Breslau Chemnitz Dortmund Dresden Düsseldorf Elberfeld Essen Frankfurt M. Hamburg Hannover Husum Karlsruhe Kassel Kiel Köln Leipzig Magdeburg Mannheim München Stettin Stuttgart Zwickau 22-62 55-91 28-60 45-85 20-64 45-72 20-59 45—68 25-63 50 - 90 28-64 55-79 26-65 40-80 16-65 54-80 20-65 60-82 20-60 32-74 15 - 64 50 - 73 25-60 60-80 30-60 51-64 45-60 46-59 25-62 57-71 50-65 50-66 46-68 52-68 50-65 50-63 52-64 45-55 54-66 24-58 50-61 40-63 48-62 41-50 — — 54-68 50-58 40-58 55-66 40-62 52-66 20-56 52-65 40-47 52-67 48-66 35-55 50-65 - 45-64 35-56 55-65 25—68 45 - 80 25-66 50-84 30-63 50-115 40-57 30-67 54-80 15-60 36-90 25 - 63 50 - 90 18-63 20-63 56—76 23-63 55-70 20-56 37-72 36-62 24-67 50-110 42-56 25-65 42-73 Der Sacrtenstand in Preuhen Anfang August. Hebet den Saatenstand in Preußen Anfang August berichtet die „Statistische Korrespondenz" u. a. wie folgt: Straßensperrungen mitgeteilt vom Oberhesfischen Automobil-Tlub E. D., Gießen. Welche Sttecke wird gesperrt ? In welchem Sttaßenzug liegt die Strecke? Für welche Fahrz. erfolgt die Sperrung? Voraussichtliche Dauer der Sperre Umleitung Saalburg - Wehrheim Frankfurt - Siegen Für alle Fahrzeuge bis auf weiteres über Obernhain - Anspach Außer Buchweizen werden alle Fruchtarten mit 2,5 bis 2,9 besser als durchschnittlich beurteilt. Von den wichtigsten Fruchtarten sind Winterroggen, Hafer, Gemenge aus Getreide, Spätkartoffeln, Rüben, Futterpflanzen und Wiesen um 0,1 bis 0,2 Punkte gegen den Vormonat gebessert, gewöhnliche Wiesen sogar um 0,3. Weizen und Gerste sind unverändert geblieben. Gegen das Vorjahr werden sämtliche Getreidearten, außer Hafer, und sämtliche Hackfrüchte um 0,1 bis 0,3 Punkte besser bewertet. Die Ernte an Wintergerste und Raps kann als fast beendet angesehen werden. Wegen vielfacher starker Lagerung der Halmfrüchte ist mit einer gewissen Einbuße des Körnerertrages zu rechnen, auch Brand und Rost beeinträchtigen den Ertrag fast überall. Heber die Hackfrüchte wird im ganzen nicht ungünstig berichtet, obwohl die übergroße Feuchtigkeit in den meisten Gegenden den Kartoffeln nicht dienlich gewesen ist. Die Frühkartoffeln bringen zwar leidlich gute Erträge, doch sind auf tief gelegenem schweren Boden größere Mengen verfault. Spät- kartoffeln sind meist gesund und frisch im Kraut, brauchen jetzt aber dringend Sonne und Trockenheit. Den Heuertrag bezeichnet man als reichlich und sogar als sehr reichlich an Menge, die Beschaffenheit ist vom schlechten Erntewetter sehr beeinträchtigt worden. Die Begutachtungszahlen stellen sich, wenn 2 = gut, 3 — mittel bedeutet, wie folgt: (In Klammern sind die entsprechenden Ziffern vom vorigen Monat und vom Anfang August des Vorjahres beigefügt.) Winterweizen 2,7 (2,7 bzw. 3,8), Sommerweizen 2,7 (2,7 bzw. 2,8), Winter- roggen 2,8 (2,9 bzw. 3), Sommerroggen 2,9 (3 bzw.. 3), Wintergerste 2.7 (2,7 bzw. 2,9), Sommergerste 2,7 (2,7 bzw. 2,8), Hafer 2,6 (2,7 bzw. 2,5), Gemenge aus Getreide 2,7 (2.9 bzw. 2,8), Buchweizen 3 (fehlt bzw. 3,1), Erbsen und Futtererbsen 2,8 (2,8 bzw. 2,9), Ackerbohnen 2,6 (2,7 bzw. 2,7), Linsen und Wicken 2,7 (2,9 bzw. 2,7). Lupinen 2,7 (fehlen), Gemenge aus Hülfen- früchten 2,7 (fehlen), Frühkartoffeln 2,9 (fehlen), Spätkartoffeln 2,8 (3 bzw. 3,1), Zuckerrüben 2,8 (3 bzw. 2,9). Futterrüben 2,8 (3,1 bzw. 2,9), Flachs 2,9 (2,8 bzw. 3), Klee 2,5 (2,6 bzw. 2,9), Luzerne 2,6 (2,7 bzw. 2,6), Rieselwiefen 2,7 (2,8 bzw. 2,5), andere Wiesen 2,7 (3 bzw. 2,6). • D i e Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 3. August berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamts ist gegenüber der Vorwoche um 0.6 v. H. auf 137.2 (Vorwoche 138.0) zurückgegangen. Von den Hauptgruppen hat die Indexziffer für Agrarstoffe um 17 v. H auf 135.7 (138.0) nachgegeben. Die Indexziffer für Kolonialwaren ist um 1.4 v. H auf 128.9 (127.1) gestiegen. Die Indexziffern der Gruppen industrielle Rohstoffe und Halbwaren und industrielle Fertigwaren haben keine Veränderung erfahren. Im Monatsdurchschnitt Juli ist die Gesamtindexziffer gegenüber dem Vormonat um 0.2 v. H. auf 137.6 (137.9) zurückgegangen. Di? Indexziffer für Agrarstoffe hat um 1.7 v. H. auf 137.5 (139.9) nad>gegeben, die Der Kolonialwaren ist um 1.6 v. H. auf 129.8 (127.8) gestiegen. Die Indexziffer der industriellen Rohstoffe und Halbwaren hat sich um 0.5 v. H. auf 132.2 (131.6) und diejenige der industriellen Fertigwaren um 0.8 v. H. auf 147.1 (146.0) erhöht. * Abkommen zwischen der I.-G. Far - benindustrie A.-G. und der Standard Oil Company o f New Jersey. Die feit einiger Zeit zwischen der Standard Oil Comvany of New Hersei, und der I.-G.-Farbenindustrie A.-G. geführten Berhandlungen haben jetzt zu dem beabsichtigten Abschluß über ein Zusammengehen in den Vereinigten Staaten von Amerika in bezug auf die Verwertung der beiderseitigen Patente, namentlich auf dem Rahälgebiet geführt. Gleichzeitig haben eingehende Erörterungen der Zusammenarbeit in den übrigen gemeinsamen Interessengebieten stattgefunden. • Brückenbauauftrag der Wayh & S r e i) t a g A. G. Die Wayß & Freytag A. G. in Frankfurt a. M. hat bei dem Wettbewerb für die Hochzoll-Lechbrücke in Augsburg vom Staatlichen Flußbauamt Augsburg den Zuschlag für die Ausführung erhalten. Cs handelt sich dabei um ein Objekt von ca. 700 000 Mt. Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt a. M., 8. Aug. Tendenz: lustlos. Nachdem noch im Dorbörsenoerkehr infolge der Nachfrage nach Spczialwerten sich eine festere Tendenz herauszubilden schien, eröffnete der amtliche Verkehr recht l u ft l o s und teilweise etwas schwächer. Die Bemühungen der Spekulation, die sich in Erwartung des Conimuniques der J.-G.- Farben über die Verhandlungen mit der Standard- Oil-Company zum Schlüsse der Vorwoche etwas stärker engagiert hatten, die zweite Hand wieder zum Geschäft heranzuziehen, sind ohne Erfolg geblieben. Da nun der knappe Wortlaut des (Kommuniques die ziemlich hochgespannten Erwartungen enttäuschte, schritt die Spekulation zu Abgaben. Bei sehr mäßigem Geschäft hielten sich jedoch die Kursveränderungen in engen Grenzen. Bis zu 1 Prozent schwächer eröffneten I. - G. - F a r b e n , die Mehrzahl der Elektro werte und von den Montanaktien Mannesmann und Gelsenkirchen. Bankaktien und die übrigen Montanwerte blieben gut behauptet. Stahlverein konnten sich um 3,5 Prozent befestigen. AEG. lagen auf die Bestätigung der Kapitalerhöhungsabsicht um 2 Prozent hoher. Man spricht von einem Bezugsrecht von 6 zu 1 bei 130 Prozent. Wayß & Freytag lagen trotz des Brückenbauauftrages der Stadt Augsburg um 1 Prozent schwächer. Die heimischen Renten blieben weiter still; Schutzgebiet abgeschwächt. Im weiteren Verlaufe stagnierte das Geschäft vollständig, und die Kurse blieben knapp behauptet. Bei der allgemeinen Lustlosigkeit blieben auch die günstigen Ernteberichte für Preußen ohne Wirkung. Metall- Bank und Metallgesellschaft konnten sich gegen die Abendbörse vom Freitag etwas befestigen. Am Geldmarkt zeigte sich eine leichte Entspannung. Tagesgeld 6,5 Prozent. Die Herabsetzung des amerikanischen Diskontsatzes brachte im Devisen- verkehr eine Belebung. Das englische Pfund konnte sich auf 4,8593 gegen Kabel befestigen. Die Reichsmark stellte sich gegen das Pfund auf 20,4280; gegen Kabel auf 4,2040. Paris gegen London 124,03; Mailand 89,30; Madrid 28,71. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 8. Aug. Immer wieder ist am Montag zu beobachten, daß der Ausfall der Samstagbörse hemmend wirkt. Das Publikum verhält sich weiter abwartend und läßt die Spekulation die Tendenz machen. So hatte man heute vormittag noch mit einer festen Tendenz der Bose gerechnet, da alle Voraussetzungen hierfür gegeben schienen. Am Geldmarkt ist Geld eher flüssiger geworden. Tagesgeld 5 bis 6,5 Prozent; Monatsgeld 7,75 bis 8,75 Prozent. Die Wochenbetrachtungen lauteten nicht ungünstig. Die Meldungen von dem Abschluß der Standard-Oil-Company regten an, ebenso stimulierte die Kapitalerhöhung bei der AEG. Als zum amtlichen Börsenbeginn Abgaben einsetzten, änderte sich das Bild. Die ersten Kurse lagen gegen Freitagabend uneinheitlich, gegen heute vormittag jedoch durchweg schwächer. Ein großer Teil der Notierungen mußte ausgesetzt werden. Besonders sollen verschiedene Konjunkturbetrachtungen verstimmt haben, auch fehlen zu dem Abkommen zwischen der Stan- dard Oil-Company und der I. - G. - Farben noch nähere Angaben über das Stärkeoerhältnis. Heimische Anleihen lagen behauptet, Ausländer überwiegend schwächer. Im weiteren Verlaufe wurde die Tendenz geschäftslos und abbröckelnd. Frankfurter Getreidebörse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M.. 8. Aug. Inlandweizen ist zwar noch wenig angeboten, aber Doch im Preise nachgebend. Für Roggen ist man weiter schwächer gestimmt, da sowohl von Rheinhessen wie der Weiterem genügend Offerten Vorlagen und Grohmühlen kaum als Käufer auf treten. Sn Wintergerste war einiges Geschäft zu verzeichnen. Mehl liegt sehr vernachlässigt, auch für promptes Roggenmehl gaben die Preise um 0,50 Mark nach. Kleie, insbesondere Rvggenkleie, ist etwas schwächer. Es wurden notiert: Wetterauer Weizen, neuer Ernte 27,75, inländ. Roggen, neuer Ernte 22.50 bis 22,75, inländ. Hafer 25 bis 25,50, ausländ. Hafer 23,25 bis 25, Mais, gelb 19 bis 19,25. inländ. Weizenmehl, Spezial 0 39,25 bis 39.50 Roggenmckhl 35 bis 35,50. Weizenkleie 13 bis 13,25, Roggenkleie 13,50, Erbsen 40 bis 60, Linsen 40 bis 60, süddeutsches Heu, gut, trocken, neuer Ernte 5,50 bis 6, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht 4,50 bis 5, gebündelt 3 bis 3,25, Treber, getrocknet 15,25 bis 15,50. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 8. Aug. Auftrieb: 1294 Rinder, 495 Kälber, 59 Schafe, 5059 Schweine. Rinder (Ochsen): Vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 63 bis 67 Mk., (ältere) 58 bis 62: sonstige vollfleischige (jüngere) 54 bis 57, (ältere) 49 bis 53: fleischige 44 bis 48. (Bullen): Süngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 57 bis 61; sonstige vollfleischige 52 bis 56. (Kühe): Jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 53 -bis 56; sonstige vollfleischige oder ausgemästete 46 bis 52; fleischige 38 bis 45; gering genährte 30 bis 37. (Färsen — Kalbinnen, Sungrinber—): Voll fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 62 bis 67; vollfleischige 57 bis 61; fleischige 50 bis 56. — Kälber: Beste Mast- unö Saugkälber 72 bis 77; mittlere Mast- und Saugkälber 64 bis 71; geringe Kälber 58 bis 63. Schafe: Mastlämmer und jüngere Mastchämme! (Weidemast) 50 bis 54. — Schweine: Fctt- schweine über 300 Pfund Lebendgewicht 65 bis 67; vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 300 Pfund Lebendgewicht 66 bis 67; von etwa 160 bis 200 Pfurch Lebendgewicht 66 bis 68; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 64 bis 66; Sauen 56 bis 60 Mk. — Marktverkauf: Rinder und Kleinvieh bei ruhigem, Schweine bei lebhaftem Geschäft ausverkauft. Der nächste Diehmarkt findet am Mittwoch, 10. QL u g u ft statt, der Markt von Donnerstag, 11. August, fällt dafür aus. Strafhammer Gießen. Gießen, 5. August. Ende August vorigen Sahres hatte der Nachtwächter eines Nachbardorfes einen Zusammenstoß mit drei Radfahrern, die trotz völliger Dunkelheit ohne Laterne fuhren. Einer von diesen beleidigte den Beamten gröblichst. Da der Nachtwächter den Täter bestimmt erkannt hatte, wurde dieser, ein früherer Eisenbahnbeamter aus einem preußischen Dorf in der Nähe, von dem hiesigen Amtsgericht zu 40 Mk. Geldstrafe verurteilt. Trotz seines hart- näcfigen Leugnens hielt ihn nach umfangreicher Beweisaufnahme auch die ötraffammer für überführt und verwarf seine Berufung. Ein jetzt in Berlin wohnhafter Photograph hatte im März vorigen Sahres einen Beamten der Bürgermeisterei Friedberg ohne jede Veranlassung beschimpft und war deshalb zu 45 Mk. verurteilt worden. Seine Berufung war ohne Erfolg. Ein Kaufmann aus Butzbach hatte Ende vorigen Sahres in einer Wirtschaft zweimal Zechschulden gemacht und sich, ohn932 . . — — — — Ges s- Elekir Umcni . . 10 — — 249.75 252.75 41, ",o Rheinische £>t)D -Bank Hamb- Elcktr. Werke . . Io - — 164 164 liiqu -woidpi . . . 5l (£ Ä nbn Borkriegs-Ob liganonen, rückzahlbar- 1932 RHein. Elekir- ..... 8 161.75 161 181 203,5 163.5 178 5 205 _ — - - ■ Schuckcrt ....... 7 204 5 205.25 4% Schwei; Bundes!).-Aul. — — — Siemens X- HalSke .... 16 89 75 -88.5 287.5 133.5 288 132.13 170,-5 4°/o L'slercichilchc C-iolbric. - ■ — —• 172 171.75 4,20% £ eitern ich. Silberne — — 1,75 — 4"/o Cciiecrcid). etuheill. Rle — — — BuderuS ...... o 112 — 111,65 112 4% Ungarische Cftolbrtc — —— - — Deutsche Erdöl.......6 Essener Steinkohle . . . .8 — — 153.5 152.75 4°/0 Ungarische SlaatSr. u. 1910 — — — — — — 166.75 165.5 4‘/i% desgl. von 1913 — — 11 — Gelsenkirchener f. '/, I. -! '60 159 157.65 159 4% Ungarische jlroncnrte . . — — 1,9 1.9 Harpeuer ......8 .02.3 — 200 219 4"/ Türk. Zollanleihe v 1911 4% Tuet Dagdadbahn-Anl 14.75 — 14,8 17.7 Voesch Eisen ........ 5 — — 177.5 177 ylfe Bergbau......... Klockmrwerke ........ — — 271 272 i 17,9 - 159,5 — 1 57 158.75 4°/< deögt. Serie II 15,5 — 15,3 — Köln-Neuessen ... 5' - - — 172 172.25 4" 0 Rumänen coiwcrt. Nie — — B.annesmann -f '/, I. 4 184 181.75 184.75 184.1' 4' . Rumänen Goldanl. Mans eldcr 7 134 25 114 134 136 von 1913 — — — Oberschles. Eisend. Bedarf 0 — 97.5 98 96,75 Allg Deutsche Eisenbahn .4% Hamburg-Amerika Palet. i. Hamb Südam Tampssch. 8 Hansa Damvfschisf .6 Norddeutscher üloijb . 6 Ällg- Deutsche Ereditanst.. 10 Bann r Bankverein in Berliner Handelöqesellsch. 12 Conuner;- und Privat Bk. n Tarins«, u. Nationalbank. 12 151,75 152 150.5 Z49 ,78 75 .31 151,5 152 147 5 I4J.5 178,76 231,25 87,75 152 230 '27.75 151.5 147.., 150 246.5 178,73 :30 67,9 152.5 227.5 151.25 147.75 149 75 248 178 230 Oberschles. Kokswerke . . . o Phönir Bergbau f. V, I 3 Rheinische Braunkohlen io Rueinstahl . o Riebeck Montan . . t Bereinigte Stahlw. f. '/» I 3 Olavi Minen.....1 sh Kali Aschersleben • -10 KaliWesteregein 10 Kaliwerk Salzdetfurth 12 18.5 262 75 el6,5 31.5 119 262.5 16.75 133 96 ii8 <5 261^ 216.5 178 132 1,75 175.5 187 5 240 95,65 119.5 262.5 215.75 133 240 Deutsche Bankw 161,13 161.25 162 161.75 9 G Farben.Industrie H 17 16.75 516 317 Diskonto-Gesellschaft Ant. 10 158 75 160 159.75 159.4 Dynamit Nobel ..... o — — 151.5 Dresdner Gant • ■ ■ • tu Mitteldeutsche Errditbank 9 Melallbank........ • • 8 168 167,13 167 166 _ 215 251 250 Goldschmidt.........5 132.5 132 132.25 96.75 134.75 97.5 145,5 146,75 146 RütgerSwerke ........ 0 Metallgesellichaft.....10 98 96.5 — — — 172.5 187 189 — — Banfnolen. Frankfurt a.T?.| Berlin Schlu> Kurs 1-Uhr. Rur» Schlutz. Anfang finre 1 Kurs Datum: 5. 8. 8. 8. 5. 8. 8. 8. Dotltyp Holzmanu . . u 195 193.75 194 5 191 Heidelberger Gement . . 8 148 — — Gement Karlstadt .... s 188 — - Wahß & Freitag . . 1c 164,5 163 65 — — SchulthetS Patzen Hofer . . 15 — — 456 — Cfhuctfe........12 — — 435.25 435,5 Ber. Glanzstoff ......15 — — 721,5 713 Bemberg..........s — — — — Zellitost Waldbof.... 12 — 437,6 138.75 338 Zellstoff Aschaffenburg . . 10 201 - Charlottenburger Wasser 7 j effauer Gas.....8 151.25 210,25 150.5 209,75 Daimler Motoren.....0 121,5 121 120,75 120,75 Demag........0 Adlerwerke Kleber. .... 0 118.5 118 92 — Ludw. üoeice .....li — - 283 270 Nat. Automobil.....f, — — 123 123 Orenstein & Koppel .... 4 — — 139 139,25 Linke Hofmann .... 0 — — — — Leonhard Tietz ... 6 Barnag-N egum ...... 0 Franks. M schinen .... 0 — — 158 155 45.5 75 — — — Gritzner . . . ....... — — — — Hepligenstaedi ...... 0 24 25 — — — Funghans ...... c Lechwerke........8 120 — — — — — — — Mainkraftwerke......8 123 —— — Miag ..... 10 136 — — — Nekarsulmcr ........ s 116 5 — — — Peteis Union.......8 116 — — Gebr. Roeder ......1< — — — — Bcigt 4 Haeffner ..... 6 — 152 — Südd .Ruder ... r 142,5 — — — Berlin. 5. August. "seid Brie, Amerikanische Noicn..... 4 192 4.292 Belgische Noten...... 58.48 58,72 Dänische Noten ...... 112.17 112,63 Englische Noten....... 20.347 20,437 Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. HL Berlin. 5 August- 6klb Brief 16,48 16.54 Holländische Noten..... 168,04 168,72 Italienische Noten...... 22,86 22,96 Norwegische Noten...... 11'8,18 108.62 Deutsch Oesterr-, 5100 Kronen 59,165 59,405 Rumänische Noten...... 2,57 2,59 Schwedische Noten...... 112,22 112,68 KU 91 hl 26 Spanische Noten....... 71,08 7L36 Tschechoslowakische Noten . . 12.41 12,47 Ungarische Noten . . 73,07 73.37 Telegraphische Auszahlung. 5. August. 8. August. Amtliche Notierung Amtliche Notiernn । Meld Brief Geld Brie. Amst.« Rott 168,31 168,65 168,35 168,09 Buen- AireS 1,788 1,792 1,788 1.7! 2 Brss.-'.lntw o8,40 58,52 58,435 >8.555 Ehristianio 108,49 108,71 108,55 108.74 Kopenhagen 112,49 112,71 112,50 112."4 Stockholm . Helsingfors. 112,49 112,71 112,62 112.81 10,58 10.60 10,582 10.60-' Italien. . . 22,845 22,885 22,88 22,92 London. . . 20,402 20,412 -0,411 20,4 .1 Nenpork . . 4,1985 4,2065 4,200 1,208 Paris.... 16,435 16,475 16,455 16,4 '. Schwei; . . 80,935 »1,695 60,955 »1,125 Spanien . . 71,19 71,33 71,o.> 71,17 Japan . . - Rio de Jan. Wien in D-. 1,989 1,993 1.984 1.991 1.4957 0,4977 0,4957 0,4977 Oest. abgelt. >9,135 59,255 59,164. 59,28- Prag .... 12,444 12,464 12,47 12,67 Belgrad . - 7,393 7,407 7,395 73,26 7,409 Budapest. 73,26 73,40 73,40 Bnl uarien ..057 3,043 3,037 3,043 Liflabon 20,72 20,76 20,71 20,75 Danüg- - - 81,32 81,4h 81,31 81,47 Konstamin- 4,110 2,114 2,115 i,U9 Athen. . - 5,6:44 f ,646 6,495 5,506 Kanada 1,196 1,204 1.194 4.202 Urnuuat) 4.176 4.148 4,176 4.1« Cairo - - - -0.987 «0,967 20.92 20.96