Nr. 157 Erster Blatt zreitag, 8. Zull <927 177. Jahrgang Der Kampf um den Nationalfeiertag Japans Politik in China zu l Prozent- Pelf. grOBt» Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 % mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt hillmann, sämtlich in Gießen. ui Rußland und der deutsche Gsfiziersbesuch in England. Eigener Drahtberichl des ..Gießener Anzeigers". Berlin, 8. Juli. Erst kürzlich haben mir Gelegenheit genommen, darauf hinzuweifen, welch groteske Formen die Nervosität in den kommunistischen Kreisen des In- und Auslandes im Zusammenhang mit der englisch-russischen Spannung angenommen hat. Es nimmt nicht wunder, wenn der private Besuch deutscher Offiziere bei den englischen Luftmanöoern in Hendon in den $5* E % ijs !: vA 11.” Die Tokioter Regierung hat beschlossen, weitere 2000 Mann nach Tsingtau zu entsenden, um die sehr wichtige Bahnlinie Tsinanfu— Tsingtau möglichst an allen bedeutenden Punkten besetzen zu können. Damit bestätigt sich das Gerücht, daß Japan nicht gewillt ist, in Rordchina lediglich den unbeteiligten Zuschauer zu spielen. Rach Lage der Dinge würden sich die japanischen Truppen, wenn sie die Bahnlinie in Besitz nehmen, zwischen die kämpfenden Parteien schieben und damit dem General Tschang-tsolin, der eine neue Riederlage erlitten hat, eine Atempause verschaffen. Wenn sich die Regierung in Tokio zu diesem Schritt entschlossen hat, dann tat sie daS lediglich mit Rücksicht auf die bedeutenden Interessen der japanischen Wirtschaft in den nordchinesischen Provinzen. Japan ist heute an der chinesischen Bergwerks- und Schwerindustrie in viel stärkerem Maße beteiligt, als das jemals nach außen hin in die Erscheinung getreten ist. Eingeweihte behaupten sogar, daß es zum Beispiel die gesamte Eisenindustrie Chinas kontrolliere. Wenn das vielleicht auch etwas übertrieben ist, so steht doch fest, daß japanisches Geld im chinesischen Wirtschaftsleben eine Hauptrolle spielt. Im Rvrden beutet Japan mm aber noch zahlreiche Kohlen- und Erzgruben Chinas für eigene Rechnung aus, die es nicht in Verlust geraten lassen darf, wenn es die heimische Wirtschaft vor einer gefährlichen Situation bewahren! will. Cs darf aber auch nicht übersehen werden, daß der japanische Export zu 34 Prozent nach China geht, Japan also ein großes Interesse daran hat, die bisher vom Bürgerkrieg einigermaßen verschont gebliebenen Provinzen nicht auch zum Tummelplatz der Truppen der sich bekämpfenden Parteien werden zu lassen. Die japanische Wirtschaft hat unter den chinesischen Wirren schon schwer genug gelitten, sie mühte zusammenbrechen, wenn nun auch noch die eigenste japanische Interessensphäre in ein Kriegsgebiet verwandelt wird. Ilm eine Wirtschaftskatastrophe zu vermeiden und vor allem die ungestörte Ausbeutung der chinesischen Raturschähe sicherzustellen, ist Tokio dazu übergegangen, neue Truppen nach Rordchina zu entsenden. Eine Chinarede Tanakas. Tokio, 7. Juli. (TU.) Bor der sogen. Chinakonserenz entwickelte Ministerpräsident Tanaka die Chinapolitik Japans. Der Wiederaufbau Chinas sei das Gebot der Stunde, aber diesen Wiederaufbau, müsse das chinesische Volk selbst bewirken. Japan werde keine chinesische ___- loten ■ • . Derka Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr.Bezngrpreis: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für TrSger- lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Partei begünstigen, sondern strikte Reutra- l i t ä t wahren. Die japanische Regierung sei aber bereit, mit den gemäßigten Elementen in China zusammenzuarbeiten, falls diese den Willen des Volkes als Ganzes repräsentieren. Die gemäßigten Chinesen müßten einsehen, daß die Mitwirkung der ausländischen Mächte die wirtschaftliche Entwicklung in China nur fördern könne. Sollte der Frieden in der Mandschurei gestört werden, ganz gleich von wem, so werde Japan seine Rechte und ist in eine Bearbeitung der Feiertagsfrage eingetreten auf Grund des kombinierten Antrages Schulte im Rechtsausschuh des Reichstages, in welchem eine Regelung der gesamten Feiertagsfrage angeschnitten worden ist. Die Reichsregierung ist sich aber in besonderem Mähe dessen bewußt, daß eine befriedigende und würdige Lösung dieser Frage nur gefunden werden kann, wenn eine Derfas- sungsfeier nicht nur von einzelnen Teilen der Bevölkerung, sondern von dem gesamten Volke getragen wird. Demgemäß ist die Reichsregierung natürlich bereit und verpflichtet, auf Grund der vorliegenden Initiativanträge des Reichstags in Verbindung mit den Anträgen des Dechtsausschusses des Reichstages das Ziel einer völligen Regelung der Feiertagsfrage ihrerseits weiter zu fördern. Der Reichsrat sprach sich dann auf Antrag der preußischen >9 ■9 \t 93 H 35 51 I» M »w ,3! ,19 $ i 2 «MS 5,66* JO,99 «SricL 16763 169,1 23,17 109,32 69,6* 2.59 113.N 813 21,85 12.53 <3,5? & 0,193 A 1916 113- -s iiz,?0 Kraickftlr?amMain'iis86. vrrttk «n- Verlag: vrühl'sche UniverfitSts-Sllch' «nö Steiildruckerei K Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: rchulstratze 7. ches Gaswerk! iewerbemsstellung halte ich mich W .echten Garjlammc beschweren 1 nicht, weil ich kein Nörgler sein M cheidenheil wurde auch mit Bc- W ig belohnt, wenigstens sür einige M tvoll war die Gasslamme. beson- ■ igsjcit. War es da ein Wunder. 1 könne über das stets pünktliche 1 und mir einen Hgsbackojen 311 ■ Meid) nad) bet Ausstellung sollle I illunq gef)en. Unb jefit kommt M ür tid), mein liebes (Hasocrl. W Werbeausstellung ihre Psorter M h die Gasflamme wieder z ,1 einbaren Dasein zuriickkehe^ ;■ ine KName sür Dich, liebes ■ i nur während "einiger Werbe- ■ s Gas liefertest und nachher olu ■ imM-laMMMwarv» noch keinen Gasoackosen oufh ■ E ich bestimmt eine elektnlche ■ einehuusfrau 9 cht mit Dir 's'- ^gesandt. wlt aller unter dieser Rubrik ■ctnunmt die Dedakkivn dem r [einerlei Cßetanttoortung.) 'loser Motorradfahrer. d st. Juli) verurfachle ein Mal' Hause Goethestrahe 33 bei esekt gewordenes Rad zu repa< lige furchtbare Detonation, jo Kinder der ganzen Umgegend ind lange Zeit nicht zu beruh!. s gegen solche Menschen keine i R. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen lichen Feiertage tn den Ländern die Kompetenz der Landesgesetze auf dem Gebiete der kirchlichen Feiertage nicht berührt werden. Die Frage, ob der Derfassungstag an einem Sonntag oder immer am 11. August zu feiern sei, habe auch durch die heutigen Erörterungen keine Klärung gefunden. — Weiterberatung Freitag. Der Beschluß des Reichsrats. Berlin, 7. Juli. (D. D. Z.) Im Reichsrat gab namens der Reichs regierung Reichsinnenmini st er v. Keudell folgende Erklärung ab: Die gegenwärtige Reichsregierung hat hinsichtlich der Dienstregelung am 11. August weitergehende Maßnahmen ergriffen, als irgendeine ihrer Vorgängerinnen. Sie hat sich andererseits dem Vorgehen des Rechtsausschusses des Reichstags angeschlossen Politik und Reisezeit. Daß die Reisezeit in mannigfacher Hinsicht geeignet sein dürste, den politischen Interessen des Vaterlandes zu dienen, wird sich wohl nicht jeder, der in den nächsten Wochen die Stadl verläßt, um außerhalb Erholung und Kräftigung zu suchen, klar sein. Tlnd doch kommt der Reisezeit gerade in politischer Hinsicht eine Bedeutung au, die man keineswegs unterschätzen darf. Wir denken dabei nicht nur an die Reisen, die unmittelbar ins Ausland führen, nach Frankreich, nach England, Italien, den Rordstaaten usw. und die Gelegenheit bieten dürften, durch persönliche Bekanntschaften daran mitzuhelfen, draußen im Auslande das irrige Bild von dem Revanchegeist der Deutschen zu zerstören. Gerade in dieser Hinsicht leistet ein jeder, der hinausfährt, außerhalb der Grenzen einen Dienst für das deutsche Volk, der auf jeden Fall und in jeder Beziehung einen großen Wert dar stellt. Wir denken aber im Speziellen an die Reisen, die in Gebiete führen, die als deutsch heute aber vom Mutterlastde getrennt sind, vor allem aber auch an die Reisen i n s besetzte Gebiet, wo es gilt, durch den Besuch wirtschaftliche Werte zu schaffen und der bedrängten Bevölkerung damit zu helfen. Reisen iw Gebiete, die Deutschland nach dem Friedensvertrag hat abtreten müssen, dürften politisch von ganz besonderer Schwierigkeit sein. Richt nur, daß man dort als ungebetener Gast viel lieber nicht gesehen würde, sondern auch, daß man besonders vorsichtig sein muh, um nicht Mihhelligkeiten zu erleben. Trotz alledem ist es auch hier Aufgabe des deutschen Reisenden, in den ehemals deutschen Gebieten den Bewohnern zu zeigen, welche Anhänglichleit das Heimatland an sie bewahrt hat. Daß dazu allerdings ein besonderer Takt und ein besonderes Feingefühl nötig sind, bedarf wohl keines weiteren Hinweises. Dor allem darf man sich nicht hinreihen lassen, bewußte Politik zu treiben, die doch auf alle Fälle mehv schaden als nützen würde. Ein Gebiet, dessen Besuch in jeder Beziehung auch im Hinblick auf feine politische Bedeutung anempfohlen werden muß, ist Ostpreußen. Änd gerade hier hat das deutsche Verkehrswesen Mittel und Wege geschaffen, die einen bequemen Reiseverkehr ermöglichen. Die Schaffung des polnischen Korridors hat den Seeweg nach Ostpreußen und Danzig, der im Frieden nur vom Frachtverkehr benutzt wurde, wieder in den Mittelpunkt des öffentlichen Verkehrs Interesses «2- stellt. Schon bald nach Abschluh des Waffenstillstandes gelang es rührigen Unternehmern mit Unterstützung des Reiches und Preußens, verschiedene Seeverbindungen in Gang zu bringen, um den Personenverkehr von den unleidlichen Mißständen im polnischen Korridor freizumachen. Die stärkere Wiederbelebung der deutschen Wirtschaft und die durch die Kriegserlebnisse gesteigerte Ratursehnsucht der Deutschen erforderte vor allem aber den Bau von Spezialschiffen, wozu die Mtttel auch vom Reichstag und Landtag bewilligt wurden. „Hansestadt Danzig" und „Preußen", die beiden Schwesternschiffe sind berufen, die deutsche Arbeit im Osten würdig zu repräsentieren, u. in vier Fahrten in der Woche den Seedienst nach Ostpreußen zu bewältigen. Aufgabe ist es aber, gerade dadurch einen stärkeren Verkehr nach Ostpreußen zu erreichen, und damit prakttsche polittsche Arbeit im besten Sinne zu leisten. Köpfen der Sowjelleute das Furchtgespenst einer deutsch-englischen Militärfront gegen Sowjetrußland hat wieder lebendig werden lassen. Es braucht wohl kaum gesagt zu werden, daß es sich hier lediglich um eine Ausgeburt der Phantasie völlig verängstigter Leute handelt. Zur Beruhigung der Bolschewisten sei aber mitgeteilt, daß die Einladung der englijci-en Heeresverwaltung an die deutschen Offiziere zum Besuch der Manöver bereits vor dem Ausbruch des englisch-russischen Konfliktes ergangen ist. Im i.urigen hat schon im vorigen Jahr ein Besuch von einigen deutschen Offizieren in England stattgesn.i- den. Die russischen Befürchtungen lassen die große Nervosität der Bolschewisten und ihre gegenwärtige Lage in Rußland, die nicht die beste ist, erkennen. Es wäre den russischen Machthabern in ihrem eigenen Interesse nur zu raten, sich in ihrer nervösen Stimmung nicht zu Dummheiten hinreißen zu lassen, sondern mit Besonnenheit auf eine Beruhigung der Gemüter im In- und Auslande hinzuarbeiten und so Herr der Ereignisse zu bleiben. Die Minderheilssprachen in der Ukraine. Moskau, 7. Juli. (Telegraphen-Agentuv der Sowjet-älnion. Funkspruch.) Die Ukrainischs Regierung hat die Sprachen aller in der llkraine lebenden Nationalitäten für gleichberechtigt erklärt. Regierungsdekrete werden von nun an in ukrainischer und russischer Sprache sowie in den Sprachen der Minderheiten veröffentlicht werden. In den Schulen soll außer der ukrainischen Sprache Russisch als Pflichtfach eingeführt werden. bei seinen Operationen stets die Stabilität der Währung zu befürchten hat. Daß bei dieser Sachlage Jnflationsgerüchte überhaupt austauchen können, läßt sich nur aus einer Unwissenheit der Bevölkerung in Währungsdingen erklären. Die gegenwärtigen Preissteigerungen sind das durchaus normale Ergebnis des Konjunkturauffchwungs. Auch die Vorkriegszeit kannte diese Wellenbewegung der Prerse, ohne daß jemand dabei im entferntesten an eine Inflation dachte. Die Wiedereinführung der Wertbeständigkeitsklausel im gegenwärtigen Augenblick, die nach der Stabilisierung nur eine Zuscihsicherung war, wäre gleich einer Mitz- trauenskundgebung gegen die Währung. Strenge Gesetze und eine verantwortungsbewußte Reichs- banklciiung bieten Gewähr für die unbedirmt« Aufrechterhaltung der Stabilität der deutschen Währung. Die Bankbesprechungen in Washington. Washington, 7. Juli. (WTB.) Der Präsident C r i s s i n g e r der Federal Reserve Bank gab den Chefs der Zentralbanken Deutschlands, Englands und Frankreichs, die heute in Washington eintrafen, ein Frühstück. Sowohl das Programm der Besprechungen wie auch die Reife- pläne werden streng geheim gehalten. Im Anschluß an das Frühstück fanden Besprechungen statt, an denen mehrere prominente Wirtschaftler und Mitglieder der Federal Reserve Bank teilnahmen. Das Staatsdepartement und das Handelsamt waren nicht vertreten. Es besteht hier der Eindruck, daß die Regierung entschlossen ist, diesen Besprechungen, die nach Ansicht einiger hiesiger Finanzleute ein weites Programm, darunter die Kreüithilfe an Rußland für die Einfuhr aus Deutschland und dem übrigen Europa umfassen, unbedingt f e r n- z u b l e i b e n , um nicht in die schwierigen Fragen wie die Anerkennung der Sowjets und die Neuregelung der Schuldenfrage verwickelt zu werden. In Washingtoner Meldungen taucht die Vermutung auf, daß im Zusammenhang mit der Erörterung des interalliierten Schuldenproblems auch der Dawesplan besprochen wurde, unb zwar im Zusammenhang mit der Frage einer Ausgabe de r Eisenbahnbonds. Selbst für den Fall, daß triefe Meldungen zutreffen, darf unter keinen Umstanden vergessen werden, daß die Amerikaner auch heute noch jede Verquickung des interalliierten Schuldenproblems mit dem Dawesplan allerscharf- stens ab lehnen. is Ä- x ""Wie l'ä'rts, •’n9'" 'm StmfQmtcn ■ ®taQt um ® «n ['■J" i.ft1'« li>c'tennung 7, ?."»»>-« chertisch, Wm » 35. n unb etutttMrf o Z un$en- snsss T W von Ort zu Ort Sei<6en wr £ man mit einem & UÄ -bnn9en die r.Z. durch SiMe aus befonbeten ™ betragt 1:250000 3m Rechtsausschuß. Berlin, 7. Juli. (D.D. Z.) Im Rechtsausschuß des Reichstages wurde die Beratung der Anträge über nationale und kirchliche Feiertage fortgesetzt. Reben dem so- zialdemokrattfchen Antrag auf Festsetzung des Verfassungstages des 11. August als Rationalfeiertag stand auch heute folgender Zentrumsantrag zur Beratung: Der Tag der Verfassungsfeier des deutschen Volkes ist der 11. August, wenn er ein Sonntag ist, sonst der erste Sonntag nach dem 11. August. Gedenktag für die Opfer des Krieges ist der letzte Sonntag vor Ostern. Reichsrechtlich anerkannte Feiertage sind außerdem der Reu- jahrstag, der Ostermontag, der Pfingstmontag, der Derfassungstag, der erste und zweite Weih- nachtsfeiertag. Ferner bleiben als reichsrechtlich anertannte Feiertage geschützt der Karfreitag, der Fronleichnamstag, soweit diese Tage nach dem 11. August 1919 landesrechtlich anerkannte Feiertage waren. Der Dorsihende Abg. Dr .Kahl (D. Dp.) wies darauf hin, daß der Zentrumsantrag der weitestgehende sei und die Grundlage der Verhandlungen bilden müsse. Er schlug vor, die Frage eines Dolkstrauertages vorläuftg auszuschalten. Abg. Dr. P r e g e r (B. D.) unterstützt diesen Antrag. In Bayern sei zwischen den beiden Konfessionen vereinbart worden, daß der Allerseelentag als Gedenktag für die Gefallenen gefeiert werde. Abg. von Freytag-Loringhoven (Dn.) wandte sich gegen den Gedanken, die Schaffung der Verfassung zum Gegenstand einer Dolksfeier zu machen. Man hätte vielleicht den 28. Juni als den Tag der Unterzeichnung des Versailler Vertrages , als Volkstrauertag ein» führen können. Wenn einmal der Versailler Vertrag hinfällig werde, dann sei das der ge^ gebene Rationalfeiertag. Abg. Dr. David (Soz.) widerspricht der Behauptung des Vorredners, daß die Weimarer Verfassung nichts wesentlich Reues gebracht habe. Vor allem habe die Weimarer Verfassung die deutsche Einheit gerettet. Die Sozialdemokraten könnten dem Antrag des Abg. Schulte (Ztr.) zustimmen, in welchem die Bestimmung über die Verfassungsfeier in der von den Sozialdemokraten beantragten Weise gefordert werde. Abg. Mumm (Dn.) begründet folgenden deutschnationalen Antrag: „Auf Grund von Artikel 139 der Reichsverfassung werden diejenigen Feiertage, die am 11. August 1919 in den Ländern gesetzlich geschützt waren, in demselben Maße, wie sie an diesen Tagen geschützt waren, von Reichswegen geschützt. Abg. Kahl (D. V.) teilt mit, daß seine Fraktion beantragen werde, unter die reichsrechtlich anerkannten Feiertage auch den Buß - t a g einzuführen. Abg. Dr. Haas (Dem.) erklärte, daß seine Freunde dem Schutz der kirchlichen Feiertage zusttmmen. Abg. P reger (D.V.) stellt sich auf den Standpuntt, daß das Reich überhaupt nicht zuständig sei zur Einsetzung von Feiertagen, die auch für die Länder gelten. Deshalb werde die Bayerische Vollspartei gegen sämtliche Anträge, auch gegen die des Zentrums und der D^rftchnationalen sttmmen. Abg. Schulte-Breslau (Zentr.) ersucht die Sozialdemokraten, ihren Antrag nicht durch Kleinigkeiten zu beschweren. Reichsinnenminister von Keudell erklärte, daß auch bei der Vorlage von 1923 die Reichs- regierung davon ausgegangen sei, daß durch den vom Reich festzulegenden Schuh der kirch- Unnötige währungsbesorgnisse. Keine Wiedereinführung der Wertbestiindiqkeitsklausel. Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers". Berlin, 8. Juli. Gegenüber den in der Oeftentlichkeit aufgetretenen Befürchtungen hinsichtlich der Stabilität der deutschen Währung, die von gewissen Kreisen in skrupelloser Weise aus genutzt werden, haben anr bereits an dieser Stelle des öfteren ©rflärungen maßgebender Stellen veröffentlicht, die auf die Grundlosigkeit derarttger Befürchtungen Hinweisen. Leider sind in der letzten Zeit auch aus Kreisen der Sparkassenkundschaft verschiedentlich Besorgnisse wegen einer Gefährdung der Währung laut geworden. Sie haben in einzelnen Fällen sogar zu Anträgen von Sparkassen bei dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband in Verlin auf Wiedereinführung der Wertbeständigkeitsklausel im Spar- kasseiwerkehr geführt. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband in Berlin sieht sich auf Grund dieser Tatsache genötigt, in ausführlicher Weise gegen diese Befürchtungen als jeglicher Grundlage entbehrend Stellung zu nehmen. Die deutsche Währung ist und bleibt stabil. Ursachen einer übermäßigen Rotenausgabe können Kreditansprüche des Reichs und der Wirtschaft sein. Von diesen beiden Seiten droht jedoch der Währung gegenwärtig keine Gefahr, da notwendige Mehrausgaben des Reichs durch langfristige Anleihen bestritten werden können und müssen, und ein Rückgriff auf die Reichsbank nach dem neuen Bankgesetz dem Reich nicht möglich ist, während andererseits die Reichsbank gegen äu starke Kredit- ansprüche der Wirtschaft durch das Mittel der Diskontpolitik und der Kreditrestriktion geschützt ist. Auch die Devisenpolitik des Reparationsagenten kann für unsere Währung nie eine Gefahr bilden, weil er B-Programm ntfurt« r .Dadio-Mschau ) »■> Anusfrau 1U ver °"S feto 1805 Uhr-?' ntin. bis Schädlinge bis 18'45hULen' Bekämpfung, inzen und deren uf)t: iolf $ortra0 Leben HS 19.45 W: ens ^r‘Äbis 20.30 W' S,S&JS -"iD? 'S 81,16 11,65 12,4? a. W. 6 —7S5T27 1,19« 68.7< 109-26 112, 113,11 10,632 23,97 S.F 16,£ 81.36 u.<9i Chinas Vertretung im Völkerbund. Genf, 7. Juli. (Schweizer. Depeschenagentur.) Der chinesische Vertreter im Völkerbund hat grundsätzlich beschlossen, auf seine Stellung als ständiger Delegierter der Pekinger Regierung beim Völkerbund zu verzichten. Hierzu ist zu bemerken, daß nach wie vor die Pekinger Regierung als die offizielle Leiterin Chinas anzufehen ist, und daß zur Zeit eine arnlliche Bertretuna anderer cbine- ischer Behörden beim Völkerbund ausgeschlos- e n erscheint. Wie man von chinesischer Seite er- ährt, ist jedoch die N a n k i n g e r Regierung bereit, gewisse Beziehungen zum Völkerbund aufzunehmen. Einigung in Genf? Ein japanisches Kompromiß auf der Seeabrüstungskonferenz. Genf. 7. Juli. (1BB.) 3n den letzten Tagen haben in der Marinekonferenz mehrfach Desprechun- gen zwischen den Führern der drei Delegationen stattgefunden, bei denen der Ehei der japanischen Delegation. 2ldmiral Saito, die Rolle eines Vermittlers zwischen der britischen und der amerikanischen Delegation spielte. Es scheint seinen Bemühungen gelungen zu sein, eine gewisse Entspannung der Lage herbeizusühren. Die Vertreter der drei Delegationen sind grundsätzlich über- eingekommen, dem von japanischer Seite vorgeschlagenen Kompromiß zuznfiimmen, demzufolge das Britische Reich und die vereinigten Staaten von Nordamerika je 450 000 Tonnen und Japan 330000 Tonnen an Kreuzern und eine gleich hohe Gesamttonnage an Torpedobooten und Torpedobootszerstörern erhallen sollen. Die Marinesachverständigen der Mächte werden die Einzelheiten auf der Grundlage dieses Vorschlags ausarbeiten. verteidigen und Schritte unternehmen, den Javanern und andern Ausländern in der Mandschurei die Ausübung ihrer friedlichen Pläne ermöglichen. Staatsregierung mit 42 gegen 25 Stimmen für den 11. QIugu ft als R a ti on a l f e i e rt a g .ins. Mit derielben Mehrheit wurde der ver- faisungsändernde Charakter dieses Antrages verneint. Die Stellung der Reichstags. Berlin, 8. Juli. (Priv.-Tel.) Der Beschluß des Reichsrats hat in parlcnnentarischen Kreisen eine gewisse Ueberraschung hervorgerufen. In Zentrumskreisen wurde angenommen, daß sich der Reichsrat dadurch, daß er sich nur mit dem Verfassungstage als Feiertag beschäftigte, gegen den Zentrumsantrag über die Regelung der kirchlichen Feiertage ausgesprochen habe. Aus Reichsratskreisen, die für den Verfassungstag gestimmt haben, wird jedoch versichert, daß dies keineswegs der Fall sein soll. Außerdem hätte ja der Rechtsausschuß des Reichstags Gelegenheit, noch am Freitag vormittag den Zen- Irumsantrag über die kirchlichen Feiertage zu erledigen. Trotz des Beschlusses des Reichsrats steht jedoch nach Ansicht parlamentarischer Kreise noch keineswegs fest, daß schon der diesjährige 11. August von Reichs wegen zum Rationalfeiertag erhoben wird. Die vom Reichsrat beschlossene Initiativvorlage wird zwar von der Reichsregierung unter Hinzufügung ihrer eigenen Stellungnahme dem Reichstag zu- g el eitet werden. Ob die Reichsrcgierung aber noch bis Samstag in der Lage sein wird, die Vorlage dem Reichstag zu unterbreiten, wird von mehreren Blättern für ausgeschlossen gehakten. Der Reichsratsbeschluß dürfte daher kaum unmittelbare praktische Konsequenzen haben. Allerdings wollen die Demokraten und die Sozialdemokraten den Antrag stellen, daß der Reichstag noch in der nächsten Woche zusammenbleibt. um die Frage des Dersassungs- feiertages auf Grund des Reichsvatbeschlusses zu erledigen. Das Rerchsschulgesetz. Noch keine Einigung unter den Koalitionsparteien Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 8. Juli. Gestern fand eine Ministerbesprechung in Verbindung mit einer Sitzung von Vertretern der Koaiitionsparieien statt, in der die noch nicht völlig geklärten Fragen des Reichsschulgesetzes erörtert wurden. Auch die' Fraktion der Deutschen Volks- Parker beschäftigte sich mit "Dem Reichsschulgesetz. Die Zentrumsfraktion hat sich jetzt damit abgefunden, daß das Schulgesetz nicht mehr vor den Ferien beraten wird. Es wird jedoch in der nächsten Aeltestenratssitzung einen Antrag einbrKgen, in der letzten Septemberwoche eine sechstägige Reichstagstagung rinzuberufen, die in der Hauptsache der Beratung des Reichs- schulgesetzes dienen soll. Das Reichskabine r t wird heute eine Sitzung über das Reichs- schulgeseh abhalten, von der angenommen wird, daß sie den Abschluß der Beratungen über den Entwurf bringen wird. Die Vorlage wird wahrscheinlich noch heute an den Reichsrat überwiesen werden und zwar ohne daß unter den Regierungsfraktionen eine vollständige Einigung in allen Punkten erzielt wäre. Die Kvrnpromißforrnel, um die es sich im wesentlichen dreht, will in denjenigen Teilen des Landes, die keinen ausgesprochen eindeutigen ton», essionellen Charakter haben, der Simultan- ch u l e ihren Vorrang lassen, während die Kon- essionsschule überall da der Simultanschule gleichgestellt werden soll, wo schon heute )ie Schule einen ausgesprochen konfes- ionellen Charakter trägt. Die Jsllvorlage im Handelspolitischen Ausschuß angenommen. Berlin, 7. Juli. I:n Handelspolitischen Ausschuß des Reichstages wurde die Zollvorloge weiterberaten. Abg. Dr. Hilferding (Soz.) ging aus die gestrigen Ausführungen des Reichsrrnährungs- ministers Schiele ein, nach welchen das Gleichgewicht zwischen Landwirtschaft und Industrie zuungunsten der Landwirtschaft gestört sei. Ein Kartoffelzoll sei sinnlos, weil der Inlandvreis sich lediglich nach der inländischen Produktion richte. Die Sozialdemokraten wollten die Lage der Landwirtschaft dadurch verbessern, daß sie deren Produktionstosten verbilligten und deshalb forderten sie Herabsetzung der Jnduftrie- zölle. Reichsernährungsminister Schiele geht auf die praktischen Maßnahmen ein, mit welchen der Landwirtschaft geholfen werden könne. Er stellt dann vier Forderungen auf: 1. Ausbau und Rationalisierung derMollerei- betriebe: 2. Standardisierung, Typisierung usw.: 3. durchgreifende Verbesserung der Absatzver- hältnisse, und 4. umfassende Propaganda unter der Bevölkerung zur Steigerung des Konsums. Zwischen dem Reichswirtschaftsminisber und dem ReichS- ernährunasminister bestehe nicht der geringste Zweifel darüber, daß eine Imparität zwi- schen Landwirtschaft und Industrie vorhanden sei und daß dies beseitigt werden müsse. Parität müsse geschaffen werden. Dann würden wir in der Lage sein, die Parität mit den anderen Rationen herzustellen. Aba. Lammers (Zentr.): Angesichts der enorm hohen Kartoffelpreise müsse man die Erhöhung der Kartoffelzölle ablehnen. Darauf wurden die kommunistischen Anträge und die Entschließungen ab^elehnt, ebenso die Entschließung des Abg. Breit scheid (Soz.), jetzt von jeder Zollerhöhung abzusehen und im Herbst eine neue Vorlage entspre- chend den Beschlüssen der Weltwirtschastskon- ferenz einzubringen. Mit derselben Mehrheit werden auch die anderen Anträge der Demo- traten und Sozialdemokraten auf Zollfreiheit oder Zollermähiguna abgelehnt. Mit der gleichen Mehrheit wirb gegen die Stimmen der De- mokraten, Sozialdemokraten tzind Kommunisten die Regierungsvorlage unverändert angenommen. Es folgt die Beratung der Senkung der Zuckersteuer und der Erhöhung des Zuckerzolles. Die Zollfreiheit für Zucker wird abgelehnt. Die Erhöhung des Zuckerzolles wird mit 16 gegen 10 Stimmen der Linken angenommen. Ebenso wird di« Steuertrei- heit für Zucker abgelehnt. Die Ermäßigung der »uckersteuer auf 10.50 wird einstimmig angenommen. Angenommen wird ein sozialdemokratischer Antrag, die Steuerrückzahlung nicht nur Großhändlern, sondern auch großen Kleinhändlern zu gewähren, z. B. Konsumvereinen. Der Großhandel sur ZoKfenkrung. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 8. Juli. Wie wir erfahren, hat der Reichsverband des Deutschen Groß - und äleberseehandels e. V. der Reichsregierung von einer Entschließung Kenntnis gegeben, die darin gipfelt, daß vom Reichsverband die zum Herbst von der Reichsregierung in die Wege geleitete Zollsenkungsattiou auf das wärmste begrüßt und mit allen Kräften und zwccicntsprechenden Mitteln unterstützt wird. Dieser Schritt der deutschen Regierung tann allerdings, wie es weiter heißt, nur dann zum Ziele führen, wenn auch die andern Länder den einstimmigen Empfehlungen der Welt- wirtschaftskonferenz alsbald beitreten und sich dem Vorgehen der deutschen Regierung ah- schließen, um der freien Betätigung aller wirtschaftlichen Kräfte Europas wieder die Wege zu ebnen. Die Wiederkehr des Wohlstandes der Völker ist nur dann zu erwarten, wenn die Wirtschaftspolitik er der Welt und die Regierungen der verschiedenen Staaten gemeinsam und zielbewußt in dieser Richtung arbeiten. Deutscher Reichstag. Berlin, 7. Juli, 14 Ahr. Auf der Tagesordnung steht die dritte Beratung des Gesetzentwurfs über die Arbeitslosenversicherung. Abg. Graßmann (Soz.) bedauert, daß in der Vorlage der Wille zur Selbstverwaltung nicht genügend zur Geltung gekommen sei. Die Sozialdemokraten wurden sich mit allen Kräften gegen die Ersahkassen zur Wehr setzen. Abg. Lambach (Dn.) bezeichnet es als erfreulich, daß in der vorliegenden sozialpolitischen Frage eine E inheitssront besteht. Bemerkenswert sei es immerhin, daß auch prominente sozialdemokratische Gewerkschaftsführer die Sozialpolitik der sogenannten Bürgerblockregierung rühmend anerkennen müssen. Der Redner empfiehlt eine Entschließung, in der die Regierung um eine Rachprüfung ersucht wird, ob später die Zulassung von Ersahkassen erwogen werden kann. Abg. Brüninghaus (D. V.) sieht in der Bestimmung, daß bei der Stellenbesehung in der Versicherung die Versorgungsanwärter nicht bevorzugt werden dürfen, einen Rückschritt. Die Versorgung der früheren Angehörigen der Reichswehr sei ebenso eine Staatsnotwendigkeit wie die Reichswehr selber. Der Redner tritt für eine Entschließung ein, in der die Regierung um Angabe der Stellen ersucht wird, die den Zivilanwärtern vorbehalien werden können. Die Vorlage wird in der Fassung der zweiten Lesung mit 356 gegen 47 Stimmen bei 16 Stimmenthaltungen angenommen, ebenso die Rovelle zur Reichsversicherungsordnung, wonach die Krankenkassenversicherungs- grenze auf 3600 Mark erhöht wird. Angenommen wird auch die Entschließung der Regierungsparteien, die u. a. eine Prüfung der Frage verlangt, ob später Ersahkassen zu- gelassen werden können. Dor der namentlichen Schlutzabstimmung über das Kriegsgerätegeseh verlangt Abg. Gräf« (Völk.) die Feststellung, ob bei dieser Ab- stimmung die für Verfassungsänderungen erforderliche Zweidrittelmehrheit erreicht wird. Di« namentliche Abstimmung ergibt die Annahme des Kriegsgerätegesehes mit 349 gegen 44 Stimmen bei acht Enthaltungen. Dagegen haben geschlossen die Kommunisten und die beiden völkischen Gruppen gestimmt. Einige Deutsch-nationale Abgeordnete haben während der Abstimmung den Saal verlassen. Präsident Lobe stellt fest, daß auchdie fürVerfa ffau n g s ä n d e r u n g en notwendige M ehrheit erreicht fei. Es folgt die zweite Beratung des Gesetzes über die Beschäftigung der Frauen vor und nach der Riederkunft. Abg. Frau Ramitz (Soz.) beantragt die Ausdehnung des Gesetzes auch auf die in der Hauswirtschaft und Landwirtschaft beschäftigten Frauen. Reichsarbeitsminister Dr. Brauns erklärt, das Washingtoner Abkommen habe die Landwirtschaft nicht berücksichtigt und darum sei sie auch aus dem vorliegenden Gesetz herausgelassen worden. Die Reichsregierung werde sobald wie möglich in einem besonderen Ge - f e tz den Schutz der in der Landwirtschaft tätigen Frauen regeln. Der sozialdemokratische Antrag wird im Hammelsprung mit 204 gegen 145 Stimmen abgelehnt und das Gesetz in zweiter und dritter Beratung angenommen, ebenso das den gleichen Gegenstand behandelnde Washingtoner Aeberein- lommen. Angenommen wird auch eine Entschließung der Regierungsparteien, die die möglichst baldige Vorlegung eines Mutterschuhgesehes für die Landwirtschaft fordert. Ein Antrag der Regierungsparteien auf Aende- rung des Gesetzes über Einstellung des P e r- so nalabbaues und Aenderung der Personalabbauverordnung wird angenommen. Der Antrag will die Verlängerung des Gesetzes bis zum 31. Juli 1928. Abg. Schmidt- Stettin (Dn.) erklärt, durch die Verlängerung des Gesetzes werde kein Beamter geschädigt, denn die Regierung habe die Rückwirkung der kommenden neuen Vorlage aus alle am 1. April 1926 in den Ruhestand versetzten Beamten zugesagt. Freitag: Zweite Beratung der Zollgesetze. Die Reichstagsferien. Berlin, 8. Juli. (Priv.-Tel.) Der Aeltesten- rat des Reichstages einigte sich gestern dahin, daß der gegenwärtige Tagungsabschnitt a m Samstag dieser Woche zu Ende geführt werden solle. Weil das Re i chs s ch u l g e s e h und das Liquidationsschädengeseh erst in den nächsten Wochen an den Reichsrat gebracht werden, können s ie erst nach längerer Frist dem Reichstag zugehen. Deshalb ist die Erledigung im Reichstag auf eine im September e i n z u s ch i e b e n d e Tagung verlegt worden. Am Freitag dieser Woche soll neben kleineren Vorlagen die Zollvorlagck und die Bäckereiverordnung in zweitem Lesung beraten werden, so daß damit die Arbeiten vor der Sommerpause abgeschlossen sein werden. Am Samstag wird der AeUesten- rat noch einmal zusammentreten und den Termin I für die Septembertagung endgültig festsehen. Dis EifenhahMataBophe im harz. Berlin, 8. Juli. (WTB. Junffprudj.) Wie dem „Lokalanzeiger" zu dem Unglück auf der harzquerbahn aus Wernigerode beruhtet wird, wurden die Bergungsarbeiten gestern nachmittag wegen schwerer Gewikler unkerbro- ch e n. Reben den vier verunglückten Eisenbahnbeamten sind, nach dem Bericht des Blattes, vier Reisende und ein elfjähriges Mädchen gefunden worden. Die Leichen zweier weiblicher Fahrgäste wurden durch ihre Ehemänner als Frau B i e r m a n n, Gattin eines Lokomotivführers aus Bremen, und Frau Zehms, Gattin eines Gewerkschasksbeamten aus Berlin, sestgeslellt. Da das Wasser die Token vollständig enkkleidet hat, war es bisher nicht möglich, die übrigen Personalien festzustellen. Zwei Frauen wurden geborgen, sie sollen aber nicht zu den Opfern des Unglücks gehören, sondern infolge des Unwetters ertrunken fein. Z w ei Reisende aus Ilsenburg sind ebenfalls von einer Wanderung nach dem Brocken noch nicht zurückgekehrt. 3n dem Bett des Baches fand sich ein Motorrad vor, von dessen Besitzer jede Spur fehlt. Rach der „Germania" dürfte sestslehen, daß irgendein verschulden oder eine Fahrlässigkeit seitens des Zugpersonals oder der Betriebsleitung n i ch t in Frage kommt, sondern daß es sich um ein elementares Ereignis handelt, wie man es in diesem Ausmaße nicht voraussehen konnte. Allerdings dürfte die Katastrophe die Veranlassung geben, daß an dieser Stelle der Bahnstrecke bauliche Veränderungen vorgenommen werden. Der Betrieb von Wernigerode bis nach Drei-Annen-hohne wird auf mehrere läge, vielleicht sogar aus zehn läge, eingestellt werden müssen. Die Beschädigungen an den Bahnanlagen sind so groß, daß die Reparaturarbeiten so lange dauern werden. Auch die Bahn von Schierke nach dem Brocken wird ihren Betrieb einstellen, da auch von dort Unterspülungen der Bahnanlagen gemeldet werden. Der bei dem Unglück ums Leben gekommene Re- gierungsbaumeister Mayer war erst seit zwei Tagen im Dienste der Harzquerbahn tätig. Die Fahrt, bei der er tödlich verunglückte, war seine e r st e D i e n st f a h r t auf dieser Strecke. Gestern vormittag traf eine Gerichtskommission an der Unglücksstelle ein, die die notwendigen behördlichen Feststellungen machte. Als ein besonderer Glücksumstand muß bezeichnet werden, daß der Brockenzug in Drei-Annen-hohne mit Verspätung eintraf und der verunglückte Zug fahrplanmäßig ohne den Brockenzug abgelassen wurde. Wären die vier Wagen des Brockenzuges angehängt worden, so wäre die Katastrophe durch den erheblich größeren Druck noch viel größer geworden. Der Arbeitsausschuß deutscher Verbände. Goslar, 7. Juli. (Wolfs.) Der heutig« Tag der Reichstagung des Arbeitsausschusses deutscher Verbände wurde eingeleitet durch einen Vortrag des Tlniversitätsprofessors Dr. Pohl (Tübingen) über ein neues V ö lkerrecht auf Grund deS Versailler Vertrages. Pohl ging in seinem Vortrag davon aus, daß Wilson in seiner Rede vom 11. Juli 1918 sich der Welt als Herold und Schöpfer einer neuen Völkerrechtsordnung vorgesteÜt, jedoch diese zum Inhalt des Vorfriedens Vertrages Oktober—November 1918 und zur vereinbarten Friedensgrundlage gemachte Zusage nicht gehalten habe. Er betonte die Notwendigkeit, im einzelnen herauszuarbeiten, was der Versailler Vertrag für die Fortbildung des Völkerrechts bedeutet und was er in dieser Richtung nicht bedeutet. Pohl schloß mit der Feststellung, daß die Grundfragen aller Außenpolitik untrennbar mit völkerrechtlichen Problemen verknüpft sind und zitiert« die eindringlichen Worte des württembergischen Iustizministers Beierle über die Rotwendigkeit allgemeiner völkerrechtlicher Bildung. In der Rachmittagssitzung wurden zwei Entschließungen einstimmig angenommen. In der ersten weist der Arbeitsausschuß deutscher Verbände darauf hin, daß der Vorwurf von der Schuld Deutschlands am Weltkriege als Lüge einwandfrei nachgewiesen sei und fordert von der Reichsregierung, in wirksamer Weise dem In- und Auslande gegenüber zum Ausdruck zu bringen, daß sie einen Widerruf des Artikels 231 des Versailler Vertrages für unerläßlich hält. In der zweiten Entschließung wendet sich die Reichstagung entschieden gegen das französische Bestreben, die Besetzung derzweiten und dritten Rheinlandzone fortdauern zu lassen und lehnt es ab, das deutsche Recht auf sofortige Befreiung mit neuen Gegenleistungen zu erkaufen. „Vorwärts" und Reichsmarine. Berlin, 7. Juli. (WTB.) heute fand die Berufungsoerhandlung in dem Beleidigungsprozeß des Chefs der Marineleitung gegen den früheren oeraniworUichen Redakteur des „SB o r m ä r t s", jetzigen Stadtrat Reuter, statt. Die Beleidigung der Reichsmarine wurde in zwei Artikeln erblickt, in denen der „Dorwätrs" die Nachricht kommentiert hatte, daß die Offiziere gelegentlich des Gesuches des Kreuzers „h a m b u r gx in San Franzisko gehustet hätten, als von der deutschen Republik gesprochen worden sei. Das Blatt hat u. a. von „flegelhaftem Verhalten der Offiziere", von „Taktlosigkeiten" und „Gemeinheiten" gesprochen. Der als Zeuge vernommene Kommandant der „Hamburg", Kapitän zur See Groß, erklärte, daß die kommentierten Vorgänge durchaus unwahr seien. Das Gericht verurteilte den Angeklagten Reuter, unter Aufhebung des erstinstanzlichen Urteils, das auf 500 Mk. Geldstrafe wegen formaler Beleidigung lautete, zu 15 0 0 Mark Geldstrafe. Dem Chef der Marineleitung wurde die Publikationsbefugnis des Urteils im „Vorwärts" und in der „Morgenpost" zugebilligt. Gegen die Verabfolgung von Alkohol auf Kredit. Berlin, 8. Juli. (DDZ.) Abgeordnete der Deutschnationalen Dvlkspartei, der Deutschen Volkspartei und des Zentrums haben im Reichstag einen Antrag eingebracht, der die Reichsregierung ersucht, zwecks Eindämmung der mit der Verschuldung infolge von Zechschrllden verbundenen sozialen und sittlichen Schäden ein Gesetz vorzulegen, wonach Verbindlichkeiten aus kreditweiser Verabfolgung von alkoholischenGe- tränten in öffentlichen Schankstätten nicht klagbar sind. Neue Zwischenfälle an der französtsch-italienischen Grenze. Paris, 8. Juli. (WTB. Funkspruch.) Dem „Journal" wird aus Rizza geineldet, daß sich neue Zwischenfälle an der französisch-italienischen Grenze ereignet haben sollen. Der aus Ventimiglia kommende Schnellzug habe unweit der Grenze anhalten müssen. Hm den Zug vor etwa auf demselben Gleis noch verkehrenden anderen Zügen zu schützen, habe ein Eisenbahnbeamter vorschriftsmäßig Sprengpatronen auf die Schienen gelegt. Ein Karabinieri, der dies bemerkte, habe den Eisenbahnbeamten jedoch nach Ventimiglia a b geführt. — Im Tale des Tin^e-Flusses soll eine aus 30 Mann bestehende italienische Abteilung in französisches Gebiet einzudringen versucht haben. Von französischen! Zollbeamten angehalten und zurückgewiesen, hätten die Italiener erklärt, sie kämen nach Frankreich, um sich dort zu verproviantieren. Aus aller Welt. Internationale Zusammenarbeit der Universitäten. Am Donnerstag ist in Genf eine Unter* fommiffion der Internationalen Kommission für geistige Zusammenarbeit, die Unter* fommiffion für die Beziehungen zwischen deitz •Uniberfitüten, zusammengetreten. Auf der Tagesordnung stehen verschiedene Fragen, die im Laufe des Jahres vom Institut für geistige Zusammenarbeit behandelt worden sind, so u. a. die Fraget internationale^ älniversitätsstivendien, die Frage der gegenseitigen Anpassung der Llniversitätslehrgänge usw. Politik und Sport Das rumänische Ministerium des Innern hat die ungarisch-rumänischen Fußballwettspiele verboten. Zur Begründung dieses Verbotes wird angeführt, daß neulich in Budapest bie Ungarn im Zeichen des Betrages von Trianon über die französischen Fußballspieler einen so vernichtenden Sieg davongetragen hätten, daß auch die Turniere ungarischer Fußballspieler in Bukarest als ein Kampfmittel der unga« rischen Irredenta betrachtet werden mühtnt So heiß war es gestern in Berlin. Gestern nachmittag gegen 3 L(hr geriet auf dem Reuköllner Güterbahnhvf ein Waggon Preßkohlen infolge der großen Hitze äirch Selbstentzündung in Brand. Gin Löschzug der Feuerwehr hatte fast eine Stunde lang mit den Löscharbeiten zu tun. Belm Paddeln tödlich verunglückt Ein mit zwei Personen besetztes Paddelboot stieß beim Passieren der Speyerer Rhein- brücke an ein Joch und kenterte. Während es dem einen der Insassen gelang, sich an das Doot zu klammern, wurde der andere stvom- abwärts getrieben. Auf die Hilferufe eilte sofort ein Rettungsboot herbei, doch gelang es nur, einen Insassen'zu retten. Bevor das Rettungsboot zu dem abgetriebenen Mitfahrer gelangen konnte, ging derselbe unter. Seine Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Explofionsunglück in Belgien. In einer Dhnamitfabrik bei Llrnhout ereignete sich ein schweres Explvstvnsunglück, bei dem sechs Arbeiter getötet wurden. Schweres Zugunglück in Argentinien. Bei einem Zugzusammenstoß zwischen einem Passagierzug und einem Sonderzug mit chilenischen Kadetten, die sich zur Beteiligung an dem argentinischen Rationalfest am 9. Juli in Buenos Aires unterwegs befanden, find 30 Personen getötet und 100 verletzt worden. Schiffsunglück auf dem Huronsee. Aach einer Meldung aus Sudbury am Ontario brach auf einem Motorboot in der Georgian Bai auf dem Huron-See Feuer aus. Dabei ertranken der Millionär W. H o d g k i n s, der Vorsitzende der Brownell Improvement Com- Pagnv in Chicago, sowie zwei Mitglieder der Schiffsbesatzung. Vier andere Personen retteten sich durch Schwimmen. (Ein gefährlicher kreditschwindler. Die Berliner Kriminalpolizei fahndet nach einem elegant gekleideten jungen Mann, der sich „Joachim von Reichel" nennt und viels Berliner und auswärtige Firmen durch Kredit- schwindeleien schwer geschädigt hat. Er leistete jedesmal eine kleine Anzahlung und gab für den Rest Wechsel oder vereinbarte Ratenzahlungen. So kaufte er z. B. zwei Motorboote im Werte von je 3000 Mark, um sie innerhalb 24 Stunden für den halben Preis weiterzuverkaufen. Auf die gleiche Weise setzte er sich in den Besitz einer Zimmereinrichtung. Der Schwindler ist aus seiner Berliner Wohnung mit drei Koffern Verschw unden. Große Metalldiebstähle bei Siemens L Halske. Die Firma Siemens u. Halske wurde durch ungetreue Arbeiter und Angestellte im Verein mit Dieben und Hehlern durch Metalldiebstähle um rund 12000 0 Mark geschädigt. Insgesamt sind 24 Personen verhaftet. Rückflug der „Columbia“ nach Amerika? Aus einer Mitteilung des Managers Lewines ergibt sich, daß Grrogoungen darüber angestellt werden, ob die beiden Flieger die Rückreise auf der „Columbia" nach den Bereinigten Staaten a u f dem Luftwege antreten wollen. Lewinc hat diesen Plan Chamberlin mitgeteilt, der jedoch a b g e l e h n t fat, da er die Verantwortung dafür nicht übernehmen wolle. Nach einer Auslassung soll Lewine nun beabsichtigen, einen französischen Piloten zu nehmen aus Dankbarkeit für den guten Empfang, den er, Chamberlin und die anderen amerikanischen Flieger in Frankreich gefunden haben. Die Entscheidung soll in den nächsten Tagen fallen. Das versinkende Dorf. Die rücksichtslose Ausbeutung der saarländischen Gruben durch die französische Grubenverwaltung zeitigt immer schwerere Folgen. Besonders' heimgesucht wird der Ort Schnap- p a ch bei St. Ingbert. Ganze Ortsteile versinken mehr und mehr. Zahlreiche Häuser mußten bereits niedergelegt werden, da folgenschwere Einsturzgefahr bestand. In anderen Häusern mußten die Wohnungen geräumt werden. Mit der Räumung deS gesamten Ortes muß über kurz oder lang gerechnet werden. Doppelstück 40 Pfg., großer Würfel 35 Ptg Für die Wäsche gibt es keine bessere und sparsamere Seife als S147 Drucksachen al ler Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein und preiswert die Brühl'sche Univ.-Druckerei, R. Lange. Sonnenscheinbauer: 61/* Stunden. Niederschläge: 0,1 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 16,6 Grad Celsius. Witterungsaussichten für Sonntag: 3m allgemeinen leine wesentliche Aenderung. Bauer mit Wirkung vom 1. 3uli 1927 an zum vortragenden Rat im Ministerium für Arbeit und Wirtschaft mit der Amtsbezeichnung „Oberlandwirtschaftsrat". — Aus dem Staatsdienst entlassen wurde der ständige Hilfsarbeiter bei dem Ministerium des Innern, Regierungsrat Dr. Karl Ahl aus Mainz, auf seinen Antrag mit Wirkung vom 8. 3uni 1927. ** Der Hessische 3agdklub gegen eine Modetorheit. Als Neuheit bringt das Modeblatt „Die elegante Welt" 3acken aus Reh- kihdecken, an denen noch die weißen Flecken sind, die das Rehkitz nur in den ersten Monaten seines Lebens aufweist. Rehkitze sind in allen deutschen Staaten jagdgesehlich geschützt. Woher kommen also diese Pelze? Es ist doch eine beispiellose Roheit, diese Tierchen einzufangen und Erweitertes Schöffengericht Gießen. * Gießen , 6. 3uli. 3m Sommer v. 3. nahm das Kreisamt Alsfeld bei dem damaligen Gemeinderechner von Bleidenrod eine Prüfung der Kassengeschäfte vor, wobei sich erhebliche Anstände ergaben. Der damals gehegte Verdacht wurde, bei einer weiteren Kassenrevision zur Gewißheit. 3n der Kasse fehlte ein ganz bedeutender Betrag, für den der Rechner keine Ausgabenbelege beibringen konnte, hinter dem Druck der Verhältnisse gestand er schließlich ein, daß er wiederholt in die Gemeindekasse gegriffen hatte, und daß er, um die begangenen Llüterschlagungen zu verdunkeln, unrichtige Einträge in das Allgemeine Tagebuch gemacht und Belege gefälscht hatte. Das ganze Geld hat er dann in sehr leichtsinniger Weise wieder vergeudet. Nur mit Rücksicht darauf, daß er der Gemeinde den Fehlbetrag voll erseht hat, billigte das Gericht dem Angeklagten mildernde Umstände zu und verurteilte ihn wegen Amtsunterschlagung zu einem 3 ahr Gefängnis. Außerdem wurde ihm die Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf die Dauer von fünf 3ahren aberkannt. Berliner Börse. Berlin, 8. 3uli. (W.T.D. Funkspruch) Bei stillstem Geschäft ist im heutigen Frühverkehr eine Tendenz noch nicht erkennbar. Kurse sind noch nicht zu hören. Von außenstehenden Kreisen sind Orders bisher kaum eingegangen Am Devisenmarkt hört man Paris mit 124,01, Mailand! 83,75 bis 89, Madrid 28,51 und das Pfund mit 4.8540. inglüd In Belgien. tülobtil bet Ürnhvvt er* DCT® tzHlostvnsmglück, bd itet getötet wurden. junglüd in Argentinien. Zusammenstoß zwischen einem ?uiem Sonderzug mit chuem* je sich zur Beteiligung an Jatwnalfest am 9. 3uji m terwegs befanden, 30 i und 100 verletzt worden, d auf dm Huronsee. '.una aus Sudbury am Onw* ■ä« $«uer aul. « AMerVeckeier der bei den in Frage kommenden Detail*Geschäften gut eingefiihrt ist, für sämtliche Trikotwaren gesucht. Schriftliche Angebote unter 6423V an den Gießener Anzeiger. -gc der großen Hihe durch Brand. Än Löschzug der t eine Stunte lang mit den Ein Weißbinder aus der Wetterau, der einen Fahrradhandel betrieb, hatte sich die Fahrräder von einer Fabrik durch Vorspiegelung falscher Tatsachen über seine Zahlungsfähigkeit und Zahlungswilligkeit verschafft, wodurch der liefernden Firma ein großer finanzieller Schaden entstanden! ist. Das Gericht berücksichtigte zugunsten des Angeklagten dessen Notlage und verurteilte ihn unter Zubilligung mildernder Umstände wegen Betrugs zu einer Geldstrafe von 200 Mark, di« im älneinbringlichkeitsfall mit zwei Wochen Gefängnis zu verbüßen sind. Wegen tätlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten hatte sich ein Obergrenadier, der inzwischen fristlos aus dem Heeresdienst entlassen worden! ist, zu verantworten. Der Angeklagte will damals sinnlos betrunken gewesen sein und von der ganzen Sache nichts wissen. Diese Angaben wurden aber durch sämtliche Zeugen widerlegt. Unten Annahme eines minder schweren Falles wurde er zu acht Monat Gefängnis verurteilt. Unter Ausschluß der Öffentlichkeit wurde gegen einen 60jährigen, bis jetzt unbestraften Mann wegen eines an einem Kinde begangenen Sittlichkeitsverbrechens verhandelt. Die Strafe! ' lautet auf 10 Monate Gefängnis. ** Eine weitere bedeutsame Verminderung der Wohnungsnot wird in den nächsten Tagen hier zu verzeichnen sein. Anfang nächster Woche werden 32 Dreizimtner- Wohnungen der Baugenossenschaft 1894 (zweiter Bauabschnitt Am Kugelberg) bezogen werden. Damit steigt die Anzahl der im Besitze der Baugenossenschaft 1894 befindlichen Wohnungen, einschließlich der Altwohnungen, auf ungefähr 200. Man kann diese Baugenossenschaft nunmehr neben der Stadt Gießen als den größten Hausbesitzer unseres Gemeinwesens ansehen. Die obengenannte Gesamtwohnungsziffer erfährt aber im Herbst d. 3s. noch eine weitere Steigerung durch die Vollendung der jetzt im Rohbau nahezu fertiggestellten Einfamilien- und Reihenhäuser! Am Kugelberg und der im Dau gut fortschreitenden Mietwohnungen in der Liebigstraße. ** Von der Kraftpostlinie Gießen — Krofdorf. Die Verkehrsentwicklung auf dieser Postautolinie hat nach den Erfahrungen, die man im letzten Winter in reichlichem Maße gemacht hat, jetzt dazu geführt, einen neuen großen Kraftwagen zur ordnungsgemäßen Bewältigung des Verkehrs zu beschaffen. Der neue Wagen, ein großes Mer- cedes-Benz-Auto mit 39 Sitzplätzen, ist seit gestern in den Dienst der Strecke gestellt worden. Durch diesen Ausbau der Verkehrsmittel ist eine Erweiterung der Autohalle in Krofdorf notwendig geworden, damit die Wagen dort in der betriebstechnisch erforderlichen Weise untergebracht werden können. Aus der provinzialhauptstadt. Gießen, den 8. 3uli 1927. Schein-Philosophie. Es hat den Anschein, als ob es mit dem Sonnenschein auch im 3uli noch recht fadenscheinig werden sollte. Da jedoch — sprichwortgemah — der Schein des öfteren trügt, d. h. sKinbar rst so besteht immerhin noch die Wahrscheinlichkeit, pah er kommt, der es angeblich so fein hat: der Sonnenschein. . Gs war in den letzten Wochen wiederholt so, daß der Widerschein des Sonnenscheins aus einem aeaenüberliegenden Fenster auch in mein Zimmer hei1 Anscheinend" — und so dachten mit mir wohl Hunderttausende - »wird heute gutes Wetter werden". Das war aber nur scheinbar. Denn 'chon in der nächsten Viertel- oder Halbenstunde raffe hie Sonne wieder ausgeschieyen. Dieses fort- Letzte: einmal scheint sie — dann wieder nicht nmt wieder" hat nachgerade den Anschein von rck: inheiligkeit zu erwecken vermocht, wenn die 5mlne tatsächlich einmal zu scheinen schien. Es Menschen, die hieraus ein System gemacht .mben, das sich auf dem Schein des Seins aufbaut, und die auch die Sonne für ein Gestirn halten, das nur scheinbar zu scheinen scheint. Vielleicht wäre es auch nicht ganz unwahr - scheinllch. daß am planetaren Himmel sidensche Neuorientierungen stattgefunden haben. Den Scheinwerfern der Astronomen (Fernrohre geheißen) ist bis jetzt anscheinend noch keine durchscheinende Aufklärung dieser 'zum mindesten doch ausfallenden Erscheinung gelungen, daß wir — scheinbar im Sommer zu leben scheinen, während in Wirklichkeit auf dem Thermometer bisher meist nur bis 8 oder 10 Grad erschienen. Bon den Wetterpropheten wird die Wahrscheinlichkeit nicht bestritten, daß im 3uli auch bei uns die berühmte amerikanische Hihwelle mit denselben unliebsamen Begleiterscheinungen wie drüben in Erscheinung treten könnte, wovon man sich dann durch Augenschein zu überzeugen hätte. Gesetzt also den Fall: der Schein trügt wirklich und das anscheinend Unwahrscheinliche gewinnt zunehmende Wahrscheinlichkeit, sodaß der scheinbare 3uli in seinem werteren Verlauf mit kalendermäßig gewohnten Sonnenschein als eine tatsächliche Erscheinung fühlbar wird, so würde damit die ganze Philosophie vom Schein des Seins wie eine Spukerscheinung tn ein fadenscheiniges Nichts zerinnen. Der neue Rektor der Landesuniverfität. L. U. Als Rektor der Landesuniversität Zür bie Zeit vom 1. Oktober 1927 bis 30. September 1928 wurde der ordentliche Professor für Römisches, Bürgerliches und Zivilprozeßrecht Dr. Leo Rosenberg gewählt. Borrtotizerr. — Tageskalender für Freitag: Deutsche Volkspartei: halb 9 Uhr, Hindenburg, Mitgliederversammlung. — Palast-Lichtspiele: „(S armen“. — Astoria-Lichtspiele: „Der Einbruch im Grand-Hotel". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Als erfolgreichstes Werk für Kurtheater und Sommerbühnen hat sich „Der Garten Eden", Komödie in 4 Akten von Rudolf Dernauer und Rudolf Oesterreicher, erwiesen. Die Neuheit hat gestern bei ihrer Erstausführung am Bad-Nauheimer Kurtheater einen durchschlagenden Erfolg erzielt, der gleichermaßen auf Rechnung der spannenden Handlung, wie der f (otten Darstellung und glücklichen Besetzung zu puchen ist. Es ist deshalb zu erwarten, daß die Aufführung in Gießen am 12. 3uli stärkeren Besuch finden wird als die letzten Vorstellungen. — Berliner Erk-3ugendchvr. Man schreibt uns: Das Konzert, welches morgen abend (Samstag) in der Neuen Aula stattfindet, dürfte vielen einen hohen Kunstgenuß bieten. Die Pressestimmen aus den Orten, in denen der Chor bisher seine Lieder vortrug, sind des Lobes voll und heben besonders das gute Stimmmaterial, die Sicherheit in der Hervorbringung des Tons und die Gleichmäßigkeit und Zartheit des Vortrags hervor. Es darf darum erwartet werden, daß auch das hiesige Konzert sich eines guten 'Besuches erfreut. Um Mißverständnisse zu vermeiden, sei darauf hingewiesen, daß die nicht numerierten Plätze sämtlich Sitzplätze sind. Der Empfang des Chores durch die hiesigen Gesangvereine erfolgt am Samstagnach- imitag 2,21 Uhr am hiesigen Bahnhof. Auf dem Brandplah wird der Chor einige Lieder zu Gehör bringen. (Siehe heutige Anzeige.) — Alice- Fr auen -Verein vom Roten Kreuz. Nächsten Sonntag nachmittags Fest für Kinder und Erwachsene in der Volksschule. (Siehe gestrige Anzeige) — Kaufmännischer Verein. Anläßlich des 30jährigen Bestehens findet am nächsten Sonntag das diesjährige Sommerfest in größerem Maßstäbe statt. Man beachte die gestrige Anzeige. Wettervoraussage. Vielfach wolkig auch aufheiternd, Temperaturen wenig verändert und vorwiegend trocken. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 24,5 Grad Celsius, Minimum 13,8 Grad Celsius. ller Mit menar?eu9um'ür "^getreten AusV?. 'ebene Sron^ L • fitut fürgL^mSauft den sind ft Derfit6t8ftih^h^a98 ' nnb Sport 7^ Jubballwettspiele bie Ungarn ÄLbCm $rtaTOn über IwIIflnelet einen so der. davongetragen hätten, taft Äscher Fußballspieler in vipfmittel der unga. a betrachtet werben müßten, es gestern in Berlin. In Mich verunglückt. m'onen besetztes Paddelboot . ber opeherer Rhein- h unb kenterte. Während Insassen gelang, sich an das , wurde der andere ftrom# luf die Merute eilte sofort icrbci, doch gelang es mir, etten. Beter das Aettmgs« iebenen Ditfchrer gelangen unter. Beine Leiche formte Vermischtes. 10. Generalversammlung des katholischen deutschen Frauenbundes. 3n Essen tagte die 10. Generalversammlung des katholischen, deutschen Frauenbundes, die sich als Leitmotiv die Themen gesetzt hatte: Frauenberuf und Frauenberufung. Vorträge der bedeutendsten und führenden Frauen des katholischen deutschen Frauenbundes, unter ihnen Helene Weber, stellten einem großen Zuhörerkreis, den Vertreterinnen von ganz Deutschland und einigen aus dem Ausland, die Gesamtprobleme der Frauenberufsarbeit vor Augen. Eine Abgesandte der evangelischen Frauenhilfe überbrachte die Wünsche des Gesamtverbands der evangelischen Frauenhilfe. Sie kennzeichnete die gemeinsamen Ziele beider großen Verbände. Telegramme an den Papst und den Reichspräsidenten v. Hindenburg wurden von der Versammlung abgesandt und huldvollst erwidert. So wurden bei dieser bedeutsamen Tagung die wirtschaftlichen, kulturellen, sittlichen und religiösen Momente des Frauenberusslebens erfaßt und in Leitsätzen und Entschließungen zum Ausdruck gebracht. Dadurch ist in hohem Maße eine Bereicherung der Auffassung des Frauenberufes gegeben worden. _____ MMeiitUWsWUWeiMril sucht bei £acf- und Farbengeschästen, Drogerien und Industrie nachweislich bestens eingeführten WM für platz und Bezirk Gießen. (Man- geböte mit Lichtbild erbeten an: AMbirMe MeWkil G.N.d.S. Schönheide (Erzgeb.). 6424D einer Laune der Mode zuliebe zu töten. Der Hessische 3agdklub hat deshalb an die Staatsregierung die Ditte gelangen lassen, den Handel, die Verarbeitung und das Auslegen von Pelzwerk, das aus Rehkitzdecken hergestellt ist, allgemein zu verbieten. An die deutschen Frauen wenden sich aber alle, die noch ein Herz für die Natur und die Tierwelt haben, mit dem dringenden Ersuchen, diese Modetorheit zurückzuweisen. 3eder vernünftig Denkende wird zugestehen, daß diese Ditte berechtigt ist. Diejenigen aber, die dem Handel Rehkitzdecken zuführen, feien hiermit nachdrücklichst gewarnt, denn das Einfangen von Rehkitzen in Wald und Feld wird als Wilddieberei schwer bestraft und führt zu hohen Schadenersatzansprüchen. ** Die Kreisausschüsse Hessens hielten im Jahre 1926 insgesamt 268 Sitzungen ab. 280 Gegenstände wurden mit mündlich kontradiktorischem Verfahren und 5693 ohne mündliches Berühren erledigt. Die einzelnen Gegenta n d e verteilen sich wie folgt: 294 Ge- neindeverwaltungssachen, 341 Gewerbesachen, 51 Be° chwerden gegen Beschlüsse der Gemeindevertretungen, 578 Landarmensachen, 12 Wildschadengesetz, 417 Freiwillige Armenpflege (Ortsarme, Geisteskranke, Blinde, Epileptische, Schwachsinnige), 70 Zwangserziehungsangelegenheiten, 119 Polizeioerordnungen, 148 Ortsbaupläne und Fluchtlinienpläne, 56 Baudispensationsgesuche, 319 Ortsstatute, 2419 Kreisangelegenheiten und 1149 sonstige Gegenstände und Kriegsangelegenheiten. Militärkonzert. Das 3. Abonne- mentskonzert unserer Reichswehrkapelle, das gestern abend auf der „Liebigshöhe' stattfand, wies wieder einen sehr guten Besuch auf, zumal das Wetter recht günstig war. 3n bekannter flotter Weise ging die AbwiÄung des gut zusarnrnen- gestellten Programms vor sich. Die trefflichen Leistungen der Kapelle lösten anhaltenden Beifall aus, für den sich die Musiker durch verschiedene Einlagen erkenntlich zeigten. Besonders beifällige Aufnahme fanden die Ouvertüre zur Oper „Der Kalif von Bagdad", die Fantasie aus dem „Freischütz", der Konzert-Polka „DiePerlen" (Trompetensolo der Herren Ho fm ann und Müller): ferner die Fantasie aus dem Ballett „Puppenfee" und das 3dyll „Die Mühle im Schwarzwald". Der Abend bot wieder einige Stunden angenehmer Unterhaltung und ließ aufs neue die guten Beziehungen erkennen, die zwischen der Bürgerschaft und unserer Reichswehrkapelle bestehen. •• Sie den tsche Kauf mannsjugend bn Hamburg. Von der Ortsgruppe Gießen des D. H. D. werden toiir um die Aufnahme folgender Zellen gebeten: Alle zwei 3ahre veranstaltet der Deutschnatiionale Handlungsgehilfen-Verband für die ihm angeschlossene Kaufmannsjugend eine große 3ugenbtagung. Die diesjährige Tagung der Kaufmannsjugend findet vom 9. bis 11. 3uili in Hamburg, dem Sih der Hauptverwaltung des Verbandes, statt. Rach den bisherigen An- mekdungen wird auf eine Beteiligung von 10 000 3ungfaufteuten geschlossen. Diese Tagung des Bundes der Kaufmannsjugend im D. H. V. haben zugleich eine große Bedeutung für die Berufsbildung. Finden doch jedesmal Berufswettkämpfe statt, die nach Branchen gegliedert schriftliche Prüfungen in Kurzschrift, kaufmännischem Rechnen, Buchführung, Handelsbriefwechsel und Aufsatz enthalten. An die schriftliche Arbeit schließt sich eine mündliche Prüfung an. Der Wettbewerb erlaubt wegen der großen Beteiligung, die aus den jugendlichen Mitgliedern des D. H. D. als einem reinen Berufsverbande zustande kommt, eine Uebersicht über den gegenwärtigen Stand der kaufmännischen Bildung überhaupt. So werden hier mit Rücksicht auf die vom D. H. V. erhobene Forderung der allgemeinen Lehrlingsprüfung im Kaufmannsstand wertvolle Unterlagen geliefert. Der geistige 3nhalt der Bewegung kommt in Form großer Kundgebungen zum Ausdruck. Gottesdienste beider Konfessionen umrahmen die Tagung. Eine vaterlän- 1 difche Kundgebung stellt den Höhepunkt dar. ** M i t dem Fuhrwerk tn d i e Lahn gestürzt. Gestern nachmittag war ein Landwirt aus Heuchelheim an der Lahn gegenüber der Kläranlage mit dem Bergen der Heuernte beschäftiat. Als er dabei sein mit zwei Kühen bespanntes Fuhrwerk wenden wollte, kam dieses der steilen Böschung zu nahe, und im Nu waren Wagen und Kühe die Böschung hinab in die Lahn gestürzt. Die Rettung der Tiere und die Bergung des Wagens gestatteten sich bei dem steilen Ufer sehr schwierig. Arbeiter der Kläranlage und in der Nachbarschift arbeitende Leute leisteten in aufopferndster Werse dabei Hilfe. Die Tiere und der Wagen konnten nur auf das jenseitige, flachere Ufer geborgen werden, da die steile Bodenerhebung an der Absturzstelle keine andere Bergungsmüglichkeit gestattete. Obwohl die Lahn an der Unfallstelle sehr tief ist und die Tiere nur schwimmend ans andere Ufer gelangen konnten, tarnen sie glücklicherweise mit dem Schrecken davon. Teile des Wagens schwammen noch ein Stück flußabwärts, bis ihre Bergung möglich war. * Personalien. Ernannt wurde der Direktor be£ Landwirtschaftsamtes Worms Gustav Amtsgericht Gießen. * Gießen, 6. 3uli. Der Fuhrmann F. P. hatte im April d. 3. auf eitler Baustelle sein Pferd roh mißhandelt. Er bestritt dies, wurde aber durch Zeugen überführt. Strafe: 2 0 Mark, eventuell 5 Tage Haft. Dem Zeugen D. war von seinem Vermieter L. 3. in W. die Mietwohnung im Prozehweg ' gekündigt worden. Daraus teilte D. der Firma, in der der Angeklagte 3. 1923 und 1924 gearbeitet halte, mit, 3. habe dort Oel, Lack, Pinsel und Fensterglas entwendet und zum eigenen Hausbau verwandt. Die Hauptverhandlung ergab, daß der Angeklagte das Glas ordnungsgemäß erworben hatte. Was die übrigen Sachen betrifft, so war eine strafbare Handlung nicht nachzuweisen, eine Reihe von Zeugen sagten zu Gunsten des Angeklagten aus. Ferner hatte D. seinerzeit der Gendarmerie noch folgenden Vorfall angezeigt: Der Angeklagte habe ihn, den Zeugen, eines Abends auf gefordert, mit ihm Drainage-Röhren zu holen, die in einiger Entfernung vom Garten des Angeklagten im Felde gelegen hätten. Beide hätten dann je einen Sack davon geholt. Der Zeuge D. konnte nicht beeidigt werden, da er — die Wahrheit seiner Angaben angenommen — der Beihilfe zum Diebstahl verdächtig erscheinen muhte. Der Angeklagte bestritt. Er war deshalb mangels Beweises auch wegen der weiteren Aicklage frei» zusprechen. Der Zeuge D., der aus Rache die Anzeige erstattet hatte und unbeeidigt bleiben muhte, genügte nicht zur Tleberführung. H. S. aus G. hatte im Herbst 1926 den Betrieb einer Autolinie begonnen, ohne Konzession zu besitzen. Trotz Verbots des Kreisamts setzte erben Betrieb fort. Späterhin scheint der Betrieb stillschweigend geduldet worden zu sein. Dänn S. wurde niemals zwangsweise an der Fortführung des Betriebes verhindert. Immerhin hatte der Angeklagte S. sich nach dem Kraftfahrliniengesetz von 1925 strafbar gemacht. Mit Rücksicht darauf, daß ber Betrieb späterhin offensichtlich geduldet worben ist unb zweifellos auch einem Bedürfnis der Bevölkerung entsprach, wurde die in einem Strafbefehl festgesetzte Strafe von 200 Mark auf 50 Mark herabgesetzt. Der Verfassungslag in Hessen. Nach einer Verordnung ber hessischen Staatsregierung wirb ber diesjährige Verfassungstag '11. August) in ben hessischen Schulen unter Aussetzung des Unterrichts unb Veranstaltung einer Schulfeier in der üblichen Weise begangen. Die Staatsbeamten hsben am 11. August dienstfrei, bie Amtsräume sind geschlossen. ** Eine Sitzung der Stadtverordneten, die letzte vor den Sommerferien des Stadtparlaments, wird am Freitag nächster Woche im Stadtverordnetensitzungssaale, Stadthaus Bergstraße, ftattfinben. ** Die Gewerbe-Ausstellung Gie- hen 192 7 vom 1. bis 19. Juni hat mit einem Barüberschuh von etwa 20 000 Mark abgeschlossen. Dieser Reinertrag, ber in die Kasse des Dvlks- Halle-Vereins floß, dürfte für diesen Verein eine willkommene Stärkung seines Zinsendienstes für ditz zum Ausbau der Volkshalle aufgenommenen Darlehen fein, ferner dürfte er wesentlich mist dazu beitragen helfen, bah womöglich noch in diesem Jahre weitere dringend notwendige Arbeiten zum Ausbau der Halle, wie Schaffung einer Heizung, Anbau von Garderoberäumen und Herstellung eines Küchenanbaues, durchgefuhrt werben können. Wenn man sich vergegenwärtigt, bah auch der Ortsgewerbeverein, als anderer Veranstalter dieser großen Schau, auf feine Kosten gekommen ist, ferner bie Aussteller in den Aus- stellungswochen zum großen Teil einen befriedigenden Warenumsatz erzielten unb darüber hinaus noch zahlreiche wertvolle Beziehungen für weitere lohnende Geschäfte anbahnen- konnten, so darf man wohl sagen, bah diese Gewerbe-Ausstellung in unserer Stadt zu einem vollen Erfolg für alle beteiligten Kreise geworden ift Mobefjer He-taicbemgs-taiii zo Grintag hi Hessen. Die regelmäßige Revision der verficher- ten Pferde findet zwecks Neuabschätzung wie folgt statt: 63950 Orte ber Rabenau: Mittwoch, den 13. Juli 1927, mittags um 14 Uhr in Londorf. Orte des Buseckertals: Donnerstag, den 14. Juli 1927, vormittags um 8 Uhr, in Reiskirchen: mittags um 12 Uhr in Gießen am „Rheinischen Hof". Schiffenberg und Umgegend: Donnerstag, den 14. Juli 1927, mittags um 2 Uhr, in Garbenteich. Die Tiere sind ausgespannt und ohne Geschirr vorzufiihrem Die nicht vorge- iührten Pferde werden auf Kosten der Besitzer besichtigt. Grünberg, den 5. Juli 1927. Schäfer, Direktor. il chn “"Sm Kriminalpolizei »beten viele i Kredit- j leistete geschädigt ya «S LÄrKE vereinbarte , ß fe un WL- U* ** ’SSw h#6 Manager* p olle. /aronijf'.^ür Tan« Avrf. . Mi>i> MW Autofahrt zwr Edertalsperre Sonntag, den 10. Jnll ab morgens 7 Uhr, Stadttheater Elin und zinrnck Mk. 9.— Karl Moos, Giefeen Asterweg GO [6425D] Tel. 1646 eee®eee®ee*«®®ea®*ö©e<öeec' Zn der Kahrradzubehörbranche bestens bewanderter und bei der diesbezüglichen Kundschaft gut eingeführter Vertreter für den dortigen Bezirk von führender deutscher Firma gesucht. Gs kommen nur Herren in Frage, welche gute Verkaufserfolge nach- zuweisen vermögen. 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Iutt 1927 Rindvieh-, Schweine- und Krämermarkt. Buden- und Schafbockauktion. 3um Markt zugelassen sind Tiere aus unverseuchten Gemeinden der Kreise Gießen, Friedberg, Büdingen und Schotten. Die seuchenpolizeilichen Vorschriften sind zu beachten: Ursprungszeugnisse für Erzeuger, Nachweis der Quarantäne für Händler. 6411V gur Prämiieruny zugelassen ist hessisches Fleckvieh und Vogelsberger Vieh. Anmeldungen zur Prämiierung haben bis spätestens Sonntag, den 10. Juli b. 3., bei uns zu erfolgen. Anschließend an die Prämiierung Iuchtviehoersteigerung von hessischem Fleckvieh, Vogelsberger Dreh und von Schafböcken. Auftriebszeit von 7 bis 8i Uhr vormittags, die Prämiierung beginnt um 9 Uhr. Nachmittags Volksbelustigung, Umzug der prämiierten Tiere, Konzert und Tanz. Lich, den 7.Juli 1927. Hessische Bürgermeisterei Lich. Völker. 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Als Pachtzins ist eine feste Jahrespacht zu bieten. Angebotsoordrucke mit den Bedingungen können gegen portofreie Einsendung von 1 Reichsmark in bar vom Prä- sidialbureau der Reichsbahndirektion bezogen werden; sie liegen auch dort aus Zimmer 237 zur Einsicht aus. Bei nicht auf diesem Vordruck abgegebenen Angeboten müssen die Bedingungen dieser Ausschreibung und die „Allgemeinen Bedingungen für die Verpachtung von BahN- wirtschaften" ausdrücklich als bindend anerkannt fein. 6412id Die Pachtgebote sind bis zum 10. August 1927, vormittags 11 Uhr, portofrei und verschlossen mit der Aufschrift „Pachtgebot Bahnwirtschaft Nidda" an uns einzusenden. Zu Der angegebenen Zeit erfolgt die Oeffnung der Angebote im Zimmer 519 unseres Verwaltungsgebäudes hier, Platz der Republik 35, in Gegenwart der erschienenen Bewerber. Die freie Auswahl unter den Bietern sowie die Zurückweisung sämtlicher Angebote bleibt vorbehalten. Persönliche Vorstellung nur nach Aufforderung. Die Bewerbung gilt als abgelehnt, wenn bis 31. August 1927 kein Bescheid erteilt ist. Unberücksichtigte Bewerber erhalten Zeugnisse usw. nur gegen Freiumschlag mit ihrer Anschrift zurück. Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft. Reichsbahndirektion Frankfunt (M.). Bester möbliertes Zimmer von Kaufmann gesucht. Schr. Ana. u. 05069 an den Gieß. Anz. Kl. Zimmer v. einer Dame zu mieten ges. Schr. Ang. bitte u. 05055 an d. G Anz. (Stellenangebote) Hunger tüchtiger Kieler kann sofort eintreten. Käserei Konrad Textor, Lich i. H. MWD A» mehreren Wen haben wir sür die Feuer», Einbrrödieb- stahl», Wasser-, Sturm-, GlaL-, Mall-, Haftpflicht-, Auto- und Lebensversickrung aegen zeitgemäße Bezüge VertreMen zu vergeben. j41DA Verussverireie sowie Angehörige aller anderen Brüte ünd Stände werden eingearbeitet u0 als Marbeiter eingestellt. Nur Zuschriften mit nähern Angaben und Ansprüchen w. berücksichti" Solonia Bczirksdirektion Darmstadt, Echtzeit- straffe 1. W. Mimet. (1">A Vom Samstag dem 9. 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Abzugeben Polizeiamt Gießen. [05082 • ........ 1.11.1— AltetSotreinigiiiig 1877-1827 Samstag, 9. Juli, 8 Uhr, auf d. Hardt: Gebnrtstagsieier. Autobusfahrten 8 Uhr, v. OswaldS- garten auö. Montag, 11. Juli, aufd. Schiffenberg: Zomnierfest. Abmarsch mit Musik 2‘/x 116r vom Lud- wigsvlatz. Autobus ab 2V, Uhr nach und von Schis- fenberg bei jeder Witterung. Standort Ludwigsvlatz. Zusammenkunft, 9. VII. abds., Boote- hans. 612*0 M. E. V. Liedertafel. Sonntag, 10. Juli, AbfahrtnachTillen- burg z. Sängerfett 6.38 Uhr vorm. Um zahlr. Beteiligung bittet 64190 der Vorstand. Auf sämtliche WOLLGARNE b. Einkauf v. mindestens Pfund Wolle sogar Während dieser Zeit gewähre ich auf alle anderen Waren trotz meiner ohnehin schon billigsten Preise gleichfalls 10% Zreitag, 8. Juli 1927 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gbecheffen) M. 157 Zweites Blatt bei Turnen, Sport und Spiel Magenbeschwerde zu. Unterführer einmal wieder mit den Spitzen ihrer Organisation und mit denjenigen Behörden, die im besonderen Maße berufen sind, an der Förderung landwirtschaftlicher Interessen teilzunehmen, in Verbindung zu bringen. Das war letzten Endes der erhebendste Eindruck, den alle die erwähnten Tagungen bei den Teilnehmern zurückließen. Es ist in der deutschen Landwirtschaft der ungebrochene Wille vorhanden, mehr und Besseres als bisher aus dem Boden herauszuholen, und es sind auf diesem Wege trotz aller Ungunst der Zeiten gerade in 6en letzten Jahren nicht unerhebliche Fortschritte erzielt worden. Es kommt darauf an, dieser an sich vorhandenen Tendenz unter dem verstärkten Zollschuh zur weiteren Entwicklung zu verhelfen. Die Lcrge des Handwerks. Wie der Rrichsverbon^ des deutschen Handwerks u. a. mitteilt, läßt jid) für den Monat Juli überwiegend sagen, daß die bereits im Dormonat gemeldete Besserung der wirtschaftlichen Lage im Handwerk sich in einer Anzahl von Gruppen hat halten können und z. T. langsam vorwärts ging; andererseits berichtet auch eine große Anzahl von Handwerkskammern, daß die gesamte Lage des Handwerks in ihren Bezirken kaum als befriedigend zu bezeichnen ist, da gewisse Zweige, bei denen der Höhepunkt der Saison in der ersten Hälfte des nienmarfcf) dm 18.3uli 1927 'eine- und Kraniermackt, >d Schasbockauttion. ^gelassen sind Tiere aus emcinben der Kreise Tie- Büdingen und Schotten, glichen Vorschriften sind Iprungszeugnisse sür Er- 'is der Quarantäne für 6411D ramiierung Mches Fleckvieh und Ao. ). Anmeldungen zur Prä« n bis spätestens Sonntag, ,3m bei uns zu erfolgen, n die Prämiierung hveyteigerung Uhr vormittags, die Prä« . mt um 9 Uhr. > Volksbelustigung, Umzug i n Tiere, äonzett und Tanz. /.3uli 1927. ermeisterei Lich. Böller. Zieheng I u 14. u. 15. luH 1927 | Zölle und landwirtschaftliche Erzeugungssteigerung. Bon Dr. Hoffmann. Staatssekretär im Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Die Zeit um Pfingsten ist herkönnnlich uns diejenige, in der landauf, landab zahlreiche Kongresse stattfinden. Zu den alljährlich wiederkehrenden gehören auch die Versammlungen der landwirtschaftlichen Zentralorganiscctionen. So haben auch in diesen Wochen die Tagungen der beiden großen Genossenschaftsverbände und des Deutschen Landwirtschaftsrates wieder stattgefunden. Manchem Fernerstehenden drängt sich, wenn er dabei an die zahlreichen anderen Versammlungen landwirtschaftlicher Interessenten denkt, die Uebei-zeugung auf, daß die deutsche Landwirtschaft mehr als ihr gut ist, mit Organisationen gesegnet ist, und es ist auch gewiß etwas Wahres daran. Spiegelt sich doch in dem Aufbau der landwirtschaftlichen Organisationen nicht nur der Gedanke einer zweckmäßigen Arbeitsteilung zwischen den einzelnen Organisationen wieder, etwa eingeteilt nach den Gesichtspunkten der Förderung der Landwirtschaft auf technischem Gebiete, der Förderung der Landwirtschaft auf privatwirt- schristlichem Gebiet durch genossenschaftlichen Zusammenschluß und endlich der Einwirkung auf die Parlamente durch die wirtschaftspolitischen Verbände, sondern neben der Teilung nach diesen großen Gesichtspunkten lausen die Rücksichtnahme auf die politischen Parteien im Reich und die Rückflcht- nahme auf die herkömmlichen landsmannschaftlichen und konfessionellen Trennungslinien her. Das Thema, das in diesen Tagen wieder die Oeffentlichkeit, soweit sie sich für landwirtschaftliche Fragen überhaupt interessiert, vor alleni Dingen lebhaft bewegt, ist die Frage der Lebensmittelzölle. Immer wieder kehrt in der Debatte der Vorwurf wieder, daß die Landwirtschaft sich dadurch einen durch nichts gerechtfertigten Vorteil auf Kosten der Konsumenten, also namentlich der Bewohner der großen Städte, sichern wolle, und daß von diesen Lebensmittelzöllen eigentlich der kleine Landwirt nichts habe, sondern nur der den städtischen Zeitungslesern meist in der Karikatur gezeigte Großlandwirt. Wer von diesen Gedankengängen ausgeht, den möchte ich doch einmal bitten, sich die Verhandlungen der letzten großen Versammlungen der landwirtschaftlichen Organisationen anzusehen und er wird aus ihnen nur die eine Tatsache entnehmen, daß sie alle bemüht sind, die deutsche Landwirtschaft zu neuen größeren Leistungen emporzureihen, und daß es durchaus nicht in den Absichten der führenden Organisationen liegt, die deutsche Landwirtschaft im Schuhe der durch Zölle aufgerichteten Deiche gegen ausländische Waren im ruhigen Besitz einer Rente schlummern zu lassen. .. Die beiden großen Genossenschastsverbande — der Reichsverband deutscher landwirtschaftlicher Genossenschaften und der Raiffeisen-Verband — haben selbstverständlich bei ihren Tagungen tue Fragen des landwirtschaftlichen Kredits auch in diesem Jahre wieder eingehend besprochen. Daneben aber zeigen auch gerade ihre Dexhand- lungen, daß der Gedanke der Standardrsre- rung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse und die verstärkte Anwendung von Maschinen, soweit es wirtschaftlich gerechtfertigt ist, einen immer b eiteren Boden gewinnt. Außerdem war es sehr erfreulich, daß auf der Versammlung beider Verbände nunmehr ein Gedanke, der eingewerhteren Kreisen schon seit langem als ein Ziel aufs innigste zu wünschen vor Augen geschwebt hatte, in den Vordergrund zu treten scheint, nämlich Die Vereinigung dieser beiden Verbände. Es würden dann nur noch wenige Prozente der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften außerhalb dieser einheitlichen Organisation sich befinden, und manche unfruchtbare Doppelarheit. die jetzt sowohl in den Zentralinstanzen tixe’in den Außenorganisationen geleistet wird, wurde in Wegfall kommen. ,f. . Am klarsten aber und nachdrücklichsten ist Der Gedanke, daß die Landwirtschaft nicht ausruhen darf, in den letzten Verhandlungen des Deutschen Landwirtschaftsrates zum Ausdruck gekommen. Sie standen, zumal sie in Der Pommerschen Hauptstadt abgehalten wurde, unter dem Zeichen des ehrenden Gedenkens an Konrad Juni liegt, bereits ein merkliches Abflauen der Tätigkeit feststellen müssen. Die Lage wird beherrscht durch die verhältnismäßig günstige Konjunktur im Baugewerbe, das im großen und g-nzen gut beschäftigt ist. In den übrigen Handwerkszweigen war die Beschäftigung uneinheitlich. Im Bekleidungsgewerbe war der Auftragsbestand bis Pfingsten noch größtenteils zufriedenstellend. In der zweiten Hälfte des Monats folgte dann eine stark rückläufige Bewegung. Den gleichen Rückgang zeigen auch einzelne holzverarbeitende Gruppen. Die Landbezirke berichten weiterhin über schlechten Geschäftsgang. Lieber die Bestimmungen der neuen Arbeitszeitnotverordnung ist eine starke Erregung festzustellen, weil durch sie den Organisationen, die bis jetzt noch keine Tarifverträge hatten, diese aufgezwungen werden. Die Erhöhung des Reichsbankdiskonts macht sich für das Handwerk zum Teil in einer starken Erschwerung der Kreditbeschasfung bemerkbar, so daß der Wechsel wieder eine verhängnisvolle Rolle spielt. Der Zahlungseingang hat die wünschenswerte Besserung noch nicht erreicht, besonders in ländlichen Gebieten ist infolge der Verluste der Landwirte in der Schweinemast der Zahlungsverkehr schlecht. Die Rohstoff- und Materialbeschaffung war überwiegend ohne Schwierigkeiten möglich. Vereinzelt wird allerdings über Knappheit von Baumaterialien, insbesondere von Ziegeln und Holz geklagt. Die Preise weisen eine steigende Tendenz auf. der Türkei zu vertiefen; als nämlich Wilhelm II. nach Palästina reiste, übertrug der Sultan der Berliner Firma die Verköstigung der Reisegesellschaft von der türkischen Grenze bis Jerusalem und zurück. Damals hatten deutsche Köche in großen Zelten mit türkischem Hilfspersonal die Verpflegung der gesamten Hofgesellschaft übernommen. Besonderes Ansehen genossen die Weinkellereien, die der Firma gehörten, und die sich unter der Petrikirche und unter der Singakademie befanden. Das wertvolle Lager, dessen Burgunder- und Bordeauxweine besonders kostbar sind, war aber in den letzten Jahren nahezu unverkäuflich, da die Fürswnhöfe verschwunden sind und die ehemaligen Hofkreise nicht mehr übet die Mittel verfügen, so teure Weine zu kaufen. Industrielle und Grohkaufleute, die sich so kostbare Dinge wohl leisten könnten, gibt es weder in einer entsprechend großen Zahl, noch sind sie ebenso großzügig im Ausgeben wie die feudale Welt von gestern. Dazu kommt, daß alle Geschäftsleute viel stärker von der Konjunktur abhängig sind; gehen die Geschäfte gut, so kommt es auf ein paar Flaschen teuren Weins nicht an; im anderen Fall sind sie aber stets geneigt, zunächst auf diesem Gebiet zu sparen. Früher war es bei der Firma Borchardt üblich, nur einmal im Jahr, nämlich zum 1. Januar, Rechnungen zu versenden. Mahnbriefe waren verpönt, denn die vornehmen Kunden liebten es nicht, an ihre Schulden erinnert zu werden. Dieses System hat dem Unternehmen viel Schaden zugefügt, da sich nach dem Zusammenbruch heraus stellte, daß diele Schuldner ihren Verpflichtungen nicht Nachkommen konnten. Wenn man aber nicht die ganze Kundschaft verlieren wollte, so muhte man auch mit diesen säumigen Zahlern nachsichtig umgehen. Die JnflatiorÄzeit versetzte dem Unternehmen dann den entscheidenden Stoß, von dem es sich nicht mehr erholt hat. Da es in Berlin eine in diesem Sinne nicht mShr gibt, irrte fte vor dem Krieg bestanden hat, muß nun an W*1 Erstaune" ZZK? । >aö> &'& M «n Ltsstr Ahtreb- M D «M W non bis Nähe einen Schutz Preußen. Zireis Limburg. Rundfunk-Programm des föronffrttitr Senders. (Ans der ^Radio-Umschau".) Samstag, 9. Juli. 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16.30 Er hatte eine tödliche Kopfverletzung und eine Zersplitterung des linken Deines und der rechten Hand davongetragen. WSN. Worms. 7. Juli. Aus dem Fensterdes zweiten Stockes gesprungen ist die Frau eines Arbeiters im Verlaufe einer Streitigkeit, die sie mit ihrem Manne hatte. Der Frau ist bei dieser Springübung wunderbarerweise nichts passiert. WSN. Sprendlingen, 7. 3uli. Gestern wurde auf der Fahrstraße am hiesigen Dahn- Hof ein O ch s e n g e s p a n n mit bret Insassen von einem von Wöllstein kommenden Zuge erfaßt. Das Fuhrwerk wurde in der Mitte von der Maschine angefahren und zertrümmert. Zwei der Insassen wurden aus dem ®fl’ gen herausgeschleudert und kamen mit leichteren Verletzungen davon. Der dritte Iain so schwer zu Fall, daß der Tod sofort eintrat. Fritz Dvndy: Der Sprung der Bühne. Eine Erzählung. 143 S. Reclam, Leipzig. Declams Univ.-Bibliothek Nr. 6769/70. Heft 80 Pf., Band 1.20 Ml. — Der Hochstaplerroman eines Schauspielers, dem die Gestaltungsmöglichkeiten seiner Nollen nicht genügen. Gin Zufall — er sie' ',t einen Bettler, tritt im Kostüm aus dem Theater und wird für Zeinen echten Bettler gehalten - verführt ihn. die Bühne mit der Wirklichkeit zu vertauschen. Sn tausend Masken preßt er Sensationen au's dem Leben, beginnt als Einbrecher, erobert als amerikanischer Qllilliarbäc Berlin, als Dalkanprinz Paris. Briefkasten der Redaktion. lNechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der vchriftleitung.) D. in ©. 1. Bgumvflanzung. Nach § 907 des Bürgerlichen Gesetzbuch- kann der Eigentümer eines Grundstückes verlangen, daß auf den Nachbargrundstücken schädigende Anlagen nicht gehalten werden. Bäume und Sträucher gehören jedoch nach § 907 Abs. 2 BGB. nicht zu den Anlagen im Sinne dieser Bor- schroten. Hier greift Artikel 85 des Hessischen Ausführungsgesetzes zum Bürgerlichen Desetz- buche Platz. Hiernach dürfen Bäume und Sträucher. sofern sie mehr als zwei Meter hoch sind, nur in einem Ab stand von zwei Metern, sofern sie zwei Meter oder weniger als zwei Meter hoch sind, nur in einem Abstand von ebnem halben Meter von dec Grenze des Nachbargrundstückes gehalten werden. Maßgebend ist die Mittelachse des Baumes oder Strauches. Nach dieser Vorschrift richtet sich Ihr Recht, die Entfernung der Bäume oder Aesle zu verlangen. — 2. Läßt sich die Verstopfung des Kanals nachweisbar auf ein Verschulden Ihres Nachbarn zurückführen, so kann er im Klagewege dazu gezwungen werden. Maßregeln zu treffen, die die Verstopfung des Kanalgangrs verhindern. G. 7l. in Klein-Linden. 9n den Auslojungs- bestimmungen heißt cs, daß Gewinne, die bis zum 30. Juli 1 927 nicht abgeholt sind, zugunsten der Lotterie verfallen. Hiernach läuft also tue Frist für die Gewinnlose bis zum obigen Datum. ... 17.45: Konzert des Hausorchesters: Alt- wiener Musik. 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. 18.15 bis 18.45: Der Briefkasten. 18.45 bis 19.15: ..Wirtschaft und Bankkredit", Vortrag von Hans Schirokauer. 19.15 bis 19.45: ..Die Krankenversicherung", Vortrag von Fritz Kissel. 19.45 his 20.15: „Zum 150jährigen Todestag von Goethes Schwester Kornelia", Vortrag von Lilly von Baumgarten. 20.15: Erdgeist. Eine Tragödie in vier Auszügen von Frank Wedekind. Anschließend: Tanzprogramm._________________ Universität Münster. 31 Seiten Schlieffen-Verlag. Berlin W 35. — Veranlaßt durch die Veröffentlichung des Untersuchungsausschusses des Reichstages über das Völkerrecht im Kriege stellt Professor Mendelssohn Bartholdy im Juni-Heft der von ihm herausaegebenen »Europäischen Gespräche" (Verlag Dr. Walther Rothschild. Ber- lin-Grunewald) fest, daß mit Begründungen und Entschuldigungen wie Kriegsnotwendigkeiten und Repressalien für Maßnahmen der Kriegsführenden und damit auch für die deutschen verantwortlichen Personen im Weltkrieg gerade einem wahren, Völkerrecht fortdauernd Scha- cn und Unrecht getan wird. — Die drohende Weiterentwicklung der albanischen Afsären verleiht dem Aufsatz David Mi- tranys, eines ersten Balkanspezialisten, über die Balkanpolitik Stalieirs eine besondere Aktualität. Ein weiterer Artikel von Hellmuth von Cramon über Nicaragua gewinnt durch den einstweiligen Abschluß der nordamerikanischen Snterventwn Dcoeutung. Spannend wie ein Detektivroman, überdies mit lustigster Aktualität politische und finanzielle Mächte verspottend, werden diese 2lbenteuer erzählt. 367 — Das Bayer nbuch für Handel, Industrie und Gewerbe, Ausgabe 1 9 2 7. (Adreßbuchverlag der Industrie- und Handelskammer München) gibt eine vollständige Darstellung der Wirtschaft im rechtsrheinischen Bayern. Neben dem seitherigen Inhalt sind auch alle Kleingewerbetreibenden und alle Handwerksbetriebe aufgenopimen. Die Anordnung der Sinnen ist die gleiche gehlieben wie in den früheren Ausgaben. Ein Ortsteil enthält die Handels gerichtlich eingetragenen und Fernspvech- anschluh besitzenden Betriebe nach Orten und innerhalb derselben nach dem ABC. Der Dran- chenteil umfaßt alle Industrie-, Handels-. Kleingewerbe- und Handwerksbetriebe von Bayern r. d. Rh. nach Branchen und innerhalb derselben! nach Gemeinden geordnet. Ein sorgfältig durchgearbeitetes Branchen- und Warenartikelverzeichnis ermöglicht das rasche Auffinden aller in dem Buche genannten Artikel 319 — Friedrich Arnold: Der Sozialismus. (Deutsche Aufbaubücherei „Mehr Licht". Heft 4/5.) 255 Seiten 8°. Verlag C. Vincent, Prenzlau. 326 Die deutschen Familienver- bände als Völkerkeime, als Retter des schwindenden deutschen Volkes. Von Dr. jur. Andreas Thomsen, Prof, an der der Stelle getötet, während der schwere Verletzungen davontrug. Büchertifch. einer schlechten Laune des Wettergottes verschont s bleiben möge. L Groh-Felda, 7. Juli. In unserer Gemeinde besteht schon lange der Wunsch, ein neues Schulgebäude zu errichten. Schon vor dem Kriege^ trug man sich mit dem Plan, den mißlichen Schulverhältnissen durch Errichtung eines Neubaues abzuhelfen. Krieg und Inflation machten aber alle Pläne zunichte. In weiten Kreisen der Bevölkerung ist man der Meinung, daß der Ortsvorstand sich nun ernstlich mit dcr Schulialamität beschäftigen muh, damit dem Uebelstande in absehbarer Zeit abgeholfen wird. Denn es ist nicht mehr gut möglich, die hiesige zukünftige Generation in einem Schulgebäude heranbilden zu lassen, das nicht im entferntesten den Anforderungen der neuen Zeit entspricht. Die beiden Schulsäle entsprechen schon lange nicht mehr der Schülerzahl: sie sind zu klein und zu niedrig, und der untere ist außerdem zu dunkel. Die meisten Eltern sind sich klar darüber. daß solche Schulsäle, angefüllt bis aus den letzten Platz, schädigend auf die Gesundheit der Kinder cinwirken müssen. Ein weiterer Uebel- stand ist der, daß fast kein Schulhof vorhanden: ist. Wenn sich die Schüler einmal auSiobqni wollen, so müssen sie die Straße benutzen. Die Gemeinde hofft und wünscht, daß in nicht allzu- ferner Zeit ein Neubau errichtet wird. I Atzenhain, 7. Juli. Kommenden Sonntag findet in unserem Orte das diesjährige Bundes- f e ft des Ohrn-Lumdatal-Sängerbun- d e s statt, das mit einem Wertungssingen verbun den ist. Der Gesangverein „Harmonie Atzenhain feiert gleichzeitig sein öOjähriges Be- st e h e n. Dem Ohm-Lumdatal-Sängerbund gehören z. Z. 24 Gesangvereine an. Er ist einer der größten Sängerbünde in Oberhessen. Als Preisrichter bei dem Wertungssingen wirkt Kantor Samper (Darmstadt). Jeder Verein singt als Pflichtchor „Nimm deine schönsten Melodien" von Franz Abt und einen selbstgewählten Chor. Die Wertung geschieht kritisch, da die Wertung nach Punkten meist zu Meinungsverschiedenheiten fuhrt. Da an dem Feste auch noch eine Anzahl Gastver- eine aus der Umgebung teilnehmen, dürfte mit einem starken Besuch zu rechnen sein. Starkenburg. WEN. Offenbach, 7. Juli. Nachdem die Frantfurter Gastwirte von Donnerstag an die Bierpreiserhöhung beschlossen haben, faßten auch die Offenbacher Gastwirte den Beschluß, gleichfalls eine Erhöhung des BierpreiCes eintreten zu lassen. Die neuen Dicrpreise haben von Freitag an Gültigkeit. Als Begründung werden die hohen Miet- und Pachtpretse angeführt, ferner die kürzlich vpn der Stadtver- oxdnetenversammlung beschlossene Erhebung einer Biersteuer. * Darmstadt, 7. Juli. Die Deutsche B a u- und Siedlungsgesellschast (Sitz Darmstadt), die aus dem hessischen Genossenschafts-Revisionsverband ausgeschlossen wurde, ist in den Raiffeisen verbandLudwigshafen ausgenommen worden. RheinheMu. WSN. Mainz, 7. Juli. Auf dem hiesigen Bahnhof warf sich ein älterer Mann vor einen einlausenden Zug. Der Führer des Zuges konnte trotz sofortigen Bremsens das Unglück nicht mehr verhüten. Der Änglücklrche wurde von den Rädern des Zuges erfaßt. Den Zug fuhr zurück und der Körper des Lleber- fahrenen wurde von den Gleisen entfernt. Nach : einigen Atemzügen verschied der Lebensmüde. wähl besetzt werden. Bis jetzt werden vier Kandi- < baten genannt: der seitherige Beigeordnete und 1 Landwirt Wilhelm Stomp f, der Landwirt und Käsefabrikant Konrad Wilhelm, der Maurermeister Heinrich S ch a v. b und der Landwirt Alb. B r ü ck e l. Ai EC 15 «chottLtt. rI Laubach, 7. Juli. In der geltr: gen Sitzung des © c m c in d er ats wurde zunächst der Beitritt zu den »Hessischen Obst wer- t en" vorläufig a b gelehnt, ebenso die Erhebung einer Grundsteuer für die Gemeinde. Dagegen wurde dem Landwirtschaftsamt Grünberg ein Betrag von 20 Mark als Beihilfe zur Beschaffung eines Lichtbild appa- rates bewilligt. Die Errichtung einer B a d e a n st a l t, die für diesen Sommer in Aussicht genommen war, mußte wieder zurückgestellt werden. Man konnte sich noch nicht über den Ort der Anlage einigen. Die Anlage im sog. Oberhee (unterhalb des Ramsberges) würde wegen der notwendigen Ausschachtung große Kosten verursachet Ebenso liegen schwere 'Bedenken wegen der Einrichtung des Stotz'schen Teiches an Der Gonterskircher Straße vor. Bon anderer Seite wird die Anlage der Badeanstalt an der Wetter in der sog. „Steinbach" (oberhalb der Molkerei) dringend befürwortet wegen der größeren Wasser- menge, der bequemen Erweiterung des Wasser-' bettes und der leichten Stauung des Daches. Um rine sichere Grundlage für die Bedingungen der Anlage zu schaffen, wird man zunächst sorgfältige Messungen der Wassermenge an den verschiedenen Orten vornehmen. — Die Heuernte ist eben in vollem Gange, wird jedoch durch die wechselvolle Witterung sehr verzögert. Sie wird aller Wahrscheinlichkeit nach den Durchschnrtts- ertrag über st eigen. Die Beschaffung des 5)eues ist gut. Ebenso wird es eine gute Z w et- sch en ernte geben. Auch die Apfelernte wird besser ausfallen, als man nach den schlimmen Maifrösten amiahm. Allerdings die feineren Apfelsorten sind schwer geschädigt, jedoch wird es genügend Wirtschaftsobst geben. Die Garten- f rächte stehen schon, werden jedoch durcy Schnecken fraß schwer geschädigt, da die nützlichen Vertilger dieses Plngeziesers sehr vermmder! worden sind. So haben die Wiesel hier sehr zu- genommen. Gar zu oft entdeckt man zerstörte Vogelnester. Ebenso bedauerlich ist die Ab- nahmedesIgels. Man trifft dieses nützliche Tier, das früher hier massenhaft auftrat, kaum mehr an. Dies ist vornehmlich den vielen Zigeunerhorden zuzuschreiben, die den Igel durch ihre für dessen Fang eigens abgerachteten Hunde fast ausgerottet haben. Kreis Alsseio. * Alsfeld, 7. Juli. Am kommenden Sonntag veranstaltet der G i e ße n e r S ch w i m m - verein in Verbindung mit der Stadt Alsfeld im städti schen Schwimmbad ein Derbefest. um dem Schwimmsport auch hier zu der Volkstümlichkeit zu verhelfen, die er in grö- farren Städten fast durchweg genießt. Das Programm ist sorgfältig zusammengestellt und wird einen guten Einblick in die Vielseitigkeit dieser gesunden Leibesübung gewähren. Volkstümliche und rein sportliche Darbietungen werden sich ab- wechseln, und so wird man Einzel- und Staffel- Wettkämpfe, Kunstspringen der Damen und Herren Reigenschwimmen, Labensrettungsvorsührung und Wasserballspiel in bunter Reihenfolge zu sehen bekommen. Im übrigen werden einige humoristische Einlagen und Konzert keine Langweile bei den Zuschauern auf kommen lassen. Man kamr der ganzen Veranstaltung nur wünschen, daß sie von WSN. Limburg, 7. Juli. In der von Limburg schlug der Blitz in Heuschober, unter dem zwei Arbeiter . _ gesucht hatten. Ein Arbeiter wurde auf ‘ ' andere M00D EINZEL PAARE z.?. bi* - .i < X. cS»x VxD r. Nachmittags 3 i Abends 7 lila L Vormittags M Nachmittags 17, llhr: Festzug. 3 4 ob 10 Transaktionen. 1103D 6399D /0 Schweiz. Bundesb.-Anl. 4% Oestereichische Goldrte. . 4,20°/» Oesterrc ich. Silbcrrte . 4"/, Oesterreich, einbeitl. Rtc 4% Ungarische Goldrte. - ■ 4°/, Ungarische Slaatsr. v. 1910 4i/3% desgl. von 1913 4% Ungarische Kroncnrie . . 4% Türk. Zollanlcihe v 1911 4% Türk. Bagdadbahn-Anl- Serie 1............ 4°/0 bcSgt. Serie H...... 4% Rumänen convcrt Rte. 4'/,'/° Rumänen Goldanl. ■ von 1913 ....... - -Uhr. Kurs 8. 7. Schluh- Kurs 7. 7. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. itoen Oifiern neben die der ,ul°h, b-1chl°N°n°n Divid-nd- an. - Reichsbanldislon. s Pr°r-Nt. L-mbard-insstch 7 Berlin. 7 SYnlt. Geld Brief Französische Noten...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... 16,66 168,66 23,15 108,78 16.62 169,34 2.3,25 109,22 Deutsch-Oesterr-, aioo Kronen 69.34 »9,18 Rumänische Noten...... 2,62 z 2,644 Schwedische Noten...... 112,67 113,13 81,24 81,56 Spanische Noten ....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten ...... 71,70 12,47 72,00 12,53 73,27 73.57 Frankfurt a M- Berlin Schluß» Kurs 1-Uhr. Kurs Schlich- Kurs Anfang Kurs Datum: 7. 7- 8.7. 7. 7. 8- 7- A. E G............7 Bergmann..........8 Elektr. Lieferungen . . . . 10 Licht und Kraft......10 Felten & Guilleaume .... 6 Ges. f. Elektr. Untern. . . 10 Hamb. Elektr. Werke ... 10 Rhein. Elektr........8 Schles. Elektr........io Schuckert....... .7 Siemens &. Halske .... 16 Transradio.......*. .8 Lahmeher L Co. . ......9 BuderuS....... 0 Deutsche Erdöl.......6 Essener Steinkohle.....8 Gelsenkirchener . . f. lh I. 4 Harpener...........8 Hoesch Eisen.........5 Ilse Bergbau........8 Klöckncrw'.rke ........ 5 Köln-Neuessen ..... Mannesmann . . -f- Va I- 4 Mans eldcr.........7 Obcrschlcs- Eiscnb- Bcdart 0 Oberschles. Kol-w.-rke . . .0 Phönir Bergbau. f Va I 3 Rheinische Braunkohlen - io Rhcinstahl..........o Riebcck Montan.......6 Bereinigte Stahlw. f. Va I 3 Otavi Minen......1 sh Kali Aschersleben.....10 KaliWcsteregcln.....10 Kaliwerk Salzdetfurth . . 12 I G Farben-Jndustrie. 10 Dhnannl Nobtl ......0 Scheideanstalt........8 Goldschmidt.........5 Rütgcrswerke ....... .0 Metallgescllichaft.....io 121 159 175 208 192.4 131 126,5 273 212,5 141 179 182 283,5 209 125 107 184 KtcLT.’aa Sß I SS 1 1 1 1 I 1°.‘° 15*°- 1 1 I 13 1 1 1 1 IS IS IS 1 । 2 1 1 BS I1 n» 3g 25 - SS- T. —| 182 187,5 184 196 (39.75 234 165 167 184 188,5 278 138.5 177 120,5 159,75 175 208,5 186,5 172 65 185.25 192.75 131 104,5 105,4 126,5 274.5 213.25 160,5 141 37.5 179 184 283,5 137.5 108 182.75 189.5 184 139,5 235.5 189 276,5 119 158,5 174.5 208 184,5 172.25 184.5 192 132 126 272,25 213.75 159,5 141,75 36.5 179,75 243,75 282,5 136.75 105,4 7. Juli. 8. Juli. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld Brief Geld Briet _ Amft.-Rolt. Buen.-Aires 168,91 1,790 169,25 1.794 168,90 1,790 169,24 1,794 Brss.-Antw- 68,625 68,745 68,66 < 8 Christiania. 108,94 109,16 108,93 109,15 Kopenhagen 112,70 112,92 112,69 112,91 Stockholm . 112,85 113,07 112,84 113,06 HelsingforS. 10,614 10.634 10,61 22,96 20,472 10,63 Italien. . . London. . . 23,07 20,467 23,11 20,507 23.99 20,512 Neuvork . . Paris.... 4,2155 4,2235 4,2155 4,2235 16,505 16,545 16,51 16,55 Schweiz . . Spanien . . 81,145 81,305 81,14 11.20 71,85 71.91 71,53 71.67 Japan . . - 1.994 1,998 1,993 1,997 Rio de Jan. 0.493 0.495 -.494 '.496 Wien in D-- Oest. abgest. Prag .... 59,32 12,493 69,44 12,513 59,33 12,49 69,45 12,51 Helgrad . . 7,415 7,429 7,413 7,427 Budapest. . 73,45 73,69 73,44 73,58 Bulgarien . 0,052 3,058 3,049 i-,055 Lissabon . . 20,78 20,82 81,71 20,98 21,02 Danzig. . . Konstantin. 81,55 81,57 81,73 2,178 2,182 2,183 2,187 Athen. . . 5.664 6,676 5,664 6 • t < G Canada . . 1.208 4.216 4,208 4,2'6 Uruguay. . 4,136 4,144 4.136 4.144 Cairo • . • 20.99 21.03 <0.99 > 1 # L3 Juli. Geld «riei WWMM Restposten und Einielpaare v ® teilweise HäÄfnte teilweise bi&zur Hälfiie des früheren Preises ermäßigt sondern Preisen, mehr noch in der Güte bekannten PlCBWEWfr Nur 8M?dh. ktsrze Zeit Besichtigen Sie bitte uns. 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In meinem SaisonAusverkaui 5510a Warenabgabe nur an Mitglieder Mitgliederannahmen in allen Verteilungsstellen Sieben u. e. G. m. b. H.