Nr. 56 Erstes Blatt 177. Jahrgang Dienstag, 8. März 1927 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Police (floRto: granffurt am niain 11688. t)md unb Derlog: Vrühl'schc Untverfilätr-Vuch. und stehlöruderei B. lange in Gießen. Sd^riftleitnng und Gcschästrjtelle: Zchnlsttaße r. Erscheint t4ghd),eeftei Sonntag» und TyttrrUge Beilagen. Btetzenr, ^amtlienblätta Heimat tm Bitt Die Scholle monat$«Ft?ncsFfeli. 2 Beidfsmarb und 20 Betd)»pfenntg sLr Träger» lohn, auch bei Nichterscheinen einj einer Jlumrr.erw infolge höherer Gewalt. Ferniprechaui chlüsse: 51. 54 und 112. Losch risi für Drahtnach» ridftert Anzeiger tieften. Annahme oon Anzeigen für die Tageenummer hin zum ‘Jlad)mittag vorher. Preis für | mm Höhe gr Anzeigen oo.i 27 mm rette örtlich 8, auswärts 10 Reichipfenmg, für *Re» klamean-eigen von 70 mm Breite 35 Reichipiennig, Platzvorschrttt 20* , mehr. (ThefrebaNteur Dr Fnedr Will) Lange. Btrantroortlid) für Politik Dr. Fr Will) Lange, für Feuilleton Dr H.TKnnoi; für den übrigen Teil Ernst Blumfd)ein; für den Anzeigenteil i. Bertr. H. Beist. I&mtlid) in (Bieften. Die Eröffnung der Völkerbundstagung. (Es wirb deutschgesprochen Dens. 7. ODära. (Priv.-Tel) Man merkt es den ausländischen 'Scridjtcrftattem In Gens an. bah es für sie doch etwas Ungewohntes und Verwunderliches ist. wenn die Verhandlungen des DölkerbundSrates unter dem Vorsitz 6 t r e fern a n n 6 durchweg in deutscher Sprache geführt werden. DaS klingt z. 03. aus englischen Berichten wieder, nach denen man eigentlich erwartet hatte, baß Stresemann englisch sprechen würde, toäbrenb noch Ende voriger Woche französische Blatter ber Ansicht Ausdruck gegeben batten, Stresemann werbe französisch sprechen. ES wurde auch in ber auSläirdischen Presse bic Sraflc erörtert, ob eS überhaupt angängig sei. bah die Derhandulngen selbst in einer anderen Sprache geleitet tourben, als englisch und sran- äösisch den beiden offiziellen Sprachen deS Völkerbundes. Vielleicht erinnert man sich noch daran, daß bei der Gründung des Völkerbundes Italien große, aber vergebliche Anstrengungen machte. in dieser Hinsicht England und Frankreich gleichgestellt zu werden, damit aber nicht durchdrang. weil Spanien deni'elben Anspruch erhob und bann kein Halten mehr gewesen wäre. Es wurde aber gleich vereinbart, baß jeder Delegierte in seiner Muttersprache reden dürfe, wenn er dafür sorge, baß bie älebersetz u n g in eine der beiden offiziellen Sprachen sofort bewerkstelligt werde. Bisher waren die Vertreter anderer Mächte toenn ihnen der Vorsitz in den Ratstagungen zufiel, stets eifrig beflissen, englisch oder französisch zu sprechen, und so ist es einigermaßen erklärlich, daß der Gebrauch der deutschen Sprache durch Dtresemann Derwunkx- rung erregt hat Trotzdem ist eS durchaus korrekt, und wir freuen uns, daß der deutsche Reichsaußenminister in dem Augenblick, da et den Vorsitz im DölkerbundSrat übernahm, auch ber deutschen Sprache ohne weiteres den ihr gebüßten ben Platz angewiesen hat. Die erste Sitzung. Unter Ltrcfcmanns Vorsitz. Die Ratstagung hat heute vormittag kurz nach 11 Ußr mit einer nichtöffentlichen Sitzung unter dem Vorsitz von Reichsminister Dr. Stresemann begonnen. Auf die Punkte von Interesse, die die Tagesordnung bietet, deutete schon daS Bild hin, das die große Vorhalle deS Völkerbundsgebäudes kurz vor Beginn der Tagung bot. Die Gruppen der einzel- nnen Delegationen, die zu verschiedenen Zeiten eintrafen, waren je nach ihrer Beteiligung an diesen Fragen Gegenstand des Interesses, doch fehlte ber übliche Ansturm von Fremden. Vor Beginn der Sitzung machte Reichsminister Dr. Stresemann dem Generalsekretär Sir Eric Drummond einen Besuch, um mit ihm die Formalltäten der Vorsitzsührung zu besprechen. Gegen ll’/4 Vhr wurde d i e erste Sitzung der neuen Ratstagung für öffentlich erklärt. Das Bild des Rates war das übliche, vielleicht unter etwas stärkerer Besetzung der Diplomatenpläye. Dr. Stresemann, als Vorsitzender am Kopfe des hufeisenförmigen Tisches, bat den deutschen Dolmetscher neben sich. Zu seiner Linken sitzen der Generalsekretär Sir Eric Drummond, bann folgen Ehamberlain. Graf Ishii und Dandervelde: zu seiner Rechten fitzen Briand. Senator Scialoja. das chilenische Ratsmitglied Dilliegas. dann Zalesky. Benesch und andere. Als erster Punkt wird in öffentlicher Sitzung die Heber- nähme des Gehaltes des Völlerbundskommissars in Danzig auf den Etat des Völkerbundes behandelt und abgelehnt, nachdem Dr. Etrese- mann den Danziger Senatspräsidenten S a h m und den Vvllcrbundskommissar van Hamel an den Ratstisch gebeten und der letztere in einigen Worten die Begründung seines Gesuches wiederholt hatte. Der holländische Delegierte van Troeste- to i j f behandelt als Berichterstatter den wichtigsten Punkt der heutigen VormittagSsihung. nämlich die Anhörung von Gesuchs- Kellern aus den Mandatsgebieten durch den Mandatsausschuß, deren Zulassung dieser Ausschuß im letzten Jahre verlangt hatte. Die Frage wurde heute vom Rate entsprechend der Haltung der Mandatsländer ablehnend entschieden. Letzter Punkt der heutigen Tagesordnung war ein Bericht zur Frage des Verfahrens bei ber Abstimmung über bie Wahl nichtständiger Ratsmilglieder. Antragsgemäß wurde beschlossen, diese und ander« hierauf bezügliche Schriftstücke den einzelnen Ratsmitgliedern zuzuleiten. Die Nachmrttagssitzung. des Völkerbundrats war ausschließlich der juri- ftischen Streitfrage des ungarifdj-rumäni- schen Enteignungskonfliktes gewidmet. Das rumänische RatsmitgKed Titulescu bezeichnete das rumänische Enteignungsgesetz als die Rotmaßnahme eines zwischen Eowjetrußland und dem übrigen Europa gelegenen Pufferstaates, ber burch eine friedliche Revolution Zugunsten feiner Dolksmehrhcit. des Bauernstandes, soziale Umschichtungen schaffen mußte. Titulescu führte mit 71 amen und mit genauen Zahlen (allerdings ohne Hinweis auf den ihnen verbliebenen Grundbesitz) einzelne enteignete Rumänen und Ausländer an. und suchte die Enteignung als ehre Fürsorgemaßnahme für die Kriegsopfer zu beweisen. Eine Erfüllung der ungarischen Ansprüche auf Befreiung von den Folgen ber rumänischen Agrargesetzgebung würde daS Privileg eines unanfechtbaren Forts des PrivateigetwumS für die ungarischen Optanten im Gegensatz zu ber ganzen übrigen Welt bedeuten. Der ungarische Vertreter G a u a a u o verlaS einige Briese mit besonders eindrucksvollen Beispielen zum Beweis für die Einseitigkeit der gegen Ungarn gerichteten Maßnahmen der rumänischen Agrarreform und bat, einen Ersah der beiden nationalen Schiedsrichter durch vom DölkerbundS- rat bestimmte neutrale Schiedsrichter zu akzeptieren. ober den Streitfall vor den Haager SchiedSgerichtShof zu bringen. Auf Vorschlag beS Ratsvorsihenden Dr. Stresemann wurden Ehamberlain zum Berichterstatter und Ishii und Willegas zu Mitberichterstattern über die grundsätzliche wichtige Streitfrage ernannt, und die Fortsetzung der Beratung biS zur Iunitagung ausgeschoben. Sine Tagung ohne Sensation. (Bericht unseres Genfer Sonderkorrespondenten.) Genf, 7. Mörz. Die erste Sitzung beS Völkerbundsra'eS ist heute vormittag lP/< Uhr eröffnet worden und zum ersten Male hat sich der Vorsitzende des DölkerbundSrateS als Verhandlungsleiter der deutschen Sprache bedient. Die Stimmung im allgemeinen ist weniger aufregend und gespannt tote bei den vorigen Sitzungen. Alles hat sich lediglich für eine Tagung ohne Sensation eingerichtet. Gewiß war der Gegenstand der gestrigen Besprechungen zwischen Dr. Stresemann und Briand einerseits, dem Reichsaußenminister und Sir Austen Chamberlain andererseits neben einigen Fragen ber Tagesordnung deS RateS, auch das andere große Fragengebiet ber Politik. So glauben wir zu wissen, baß m ber Unterredung Stresemann-Briand auch die Frage ber Rheinlandräumung berührt worden ist, ohne daß man dabei zu irgendwelchen festeren Abmachungen wie seinerzeit in Toirh kam. Die Zeit ist diesmal in keiner Weise für die Auswerfung dieses Problems geeignet, obwohl sich alle bewußt sind, daß ber Zritpunkr zur Lösung bieseS Problems nicht mehr allzuweit liegt Länger dauerte die Unterredung Dr. StresemannS mit Chamberlain. was allgemein auffiel und waS man auf die Unpäßlichkeit Briands zurückführte. Es scheint aber, daß diesmal Briand weniger zu sagen hatte, als sonst. Dagegen legte sich Chamberlain mit seiner ganzen Aktivität ein, und die Frage deS Ost Problems dürfte keine unwesentliche Rolle habet gespielt haben. Im ganzen stehen aber zunächst noch die deutschen Fragen im Vordergrund. Die erhebliche Bedeutung ber 0 a erfragen für die gegenwärtige Ratstagung wird durch die Anwesenheit von Mitgliedern bet Kommission. des Landtages und der Saarpresse gekennzeichnet. Im Mittelpunkt steht die Erörterung des Vorschlages auf Bildung eines Bahn- s ch u tz e s von 800 Mann. Da dieser Vorschlag das Ergebnis eines Kompromisses zwischen den drei der vorigen Ratstagung vorliegenden Projekten ist. so besteht schon aus den allgemeinen psychologischen Gründen und nach den Gebräuchen des Völkerbundes eine gewisse Reigung, ihn an- zunehmen. Eine einfache, wenn auch noch so gut motivierte Opposition hiergegen läuft deshalb Gefahr, übernimmt zu werden, zumal eine Reihe der Ratsmitglieder sich für dieses Problem nur wenig interessiert. Die deutsche Auffassung ist nach wie vor die. daß nach dem Wortlaut der beiden Rechtsinstrumente. den Versailler Vertrag und dem Saarstatut, nur die Schaffung einer Gendarmerie zulässig ist. Rach Briandschem Optimismus wird man auch hier eine Lösung finden. Ob man die Frage beantworten wird, wann der Bahnschuh überhaupt zurückge- zogen wird. daS ist noch fraglich. Die Festsetzung eines Termins, der eng mit der Rheinlandräumung zusammenhängt, ist aber unbedingt nötig. Heber die uns angehenden O ft- fragen wird es zu Besprechungen zwischen Dr. Gtrefcmann und Zaleski kommen. Man nimmt allgemein an, daß auf diesem Wege eine Einigung erreicht werben wird. Im allgemeinen ist der erste Tag ruhig verlaufen, man hat den Eindruck, daß die Erösfnungs- und Degrüßungsformalitäten bei weitem noch im Vordergrund standen Soeben Horen wir, daß Briand voraussichtlich bis Freitag dort bleiben wird, da der Präsident der Tschechoslowakei. Th. M a s a r h k. am Donnerstag in Genf eintreffen wird und man Vermutungen aus dem Wege gehen ttritL die evtl, auftauchen konnten, wenn Briand vorher abreifen würde. Die Saarfrage. Berlin. 7. März. Aui Grund der bisher gepflogenen Verhandlungen scheint es, daß man sich in Genf in ber Saarfrage auf ein Kompromiß einigen wird, das dahin geht, den 2 a h n s ch u tz weferülich einzuschränken und die Bahnschuh.Beo ml en zu uniformieren. Wir glauben zu wissen, baß dieses Kompromiß Annahme finden toirb. In der Kommis ion. de in Genf die Saarfrage behandelt, führt der Italiener Scialoja den Vorsitz. Was die R e u - wähl des Saarpräsi denken betrifft so scheint eS wie auch an dieser Stelle schon angedeutet, daß wiederum ein Kanadier den Vorsitz der Saarregierung übernimmt, manche Kreise wollen sogar wissen, daß man Stephen- wiederum dafür gewinnen konnte. Die englische Politik in Gens. Wird England die dtntschcn Wünsche unterstützen? London, 7. März. (WB.) .Evening Standard" schreibe Die von Chamberlain in Gens zu verfolgende Politik wurde vom Kabinett vor der Abreise beS Staatssekretärs eingehend erörtert und klar abgegrenzt. Es wirb nicht überraschend sein, wenn Chamberlain mit Sir C. I. D. Hurst, dem juristischen Berater des Auswärtigen Amts, im n*esentlichen bie deut- schen Argumente zur Frage der Räumung deS Saargebiets durch die französischen Truppen unterstützen und bic Auffassung vertreten wird, baß die französische juristische Auslegung des Versailler Vertrages z u weit geht. Andererseits ist es aber unwahrscheinlich, daß er die Wahleines deutschen Vorsitzenden ber Landesregierung unterstützen wird. „Evening News" bebt die Bedeutung der Tat fache hervor, daß heute zum ersten Male ein Deutscher im Völkerbundsrat den Vorsitz fuhrt und gedenkt im Zusammenhang damit in sympathi schon Wendungen ber Rolle, die Stresemann in der Nachkriegszeit spielte, indem er durch seine glänzende Diplomatie Deutschland in den Locarnopakt und den Völkerbund brachte. Das Interesse an der Genfer Tagung des Döl- kerbundsrates kam heute auch im Unterhaus zum Ausdruck, wo mehrere Anfragen über die Lage im Saargebiet gestellt wurden. Ein Arbeitermitalied fragte, ob nicht angesichts ber ständigen Klagen, über die Anwesenheit französischer Truppen im Saar- Sebiet der Bezirk unter eine internationale u t o r i tä t gestellt werden könne. Der Vorsitzende flriff indessen ein und sagte, diese Frage müsse schriftlich gestellt werden. Masaryk über Deutschland. $ tag. 7. März. (WTB.) Das tschechoslowakische Pressebureau mclbct auS Warschau- Die offiziöse Gpoka" veröffentlicht ein Interview mit dem Präsidenten ber tschechoslowakischen Republik. Masaryk, in welchem dieser auf die Frage, ob die gegenwärtige deutscheReichs- regierung die Stärkung der Revanche- beftrebungen in Deutschland herbei führen konnte, erwiderte, schon während des Krieges unb nach dem Kriege rechnete ich mit Deutschland als mit einer großen Ration, welche mit aller Kraft bestrebt sein wird, sich von ihrer Riederlage zu erholen. In der Rieder- lage der Deutschen liegt die Möglichkeit ihres Sieges in der Zukunft. Der Besiegte nimmt eine gewisse Abrechnung vor und sucht nach Mitteln und Wegen zur Besserung seiner Lage. Der Sieger ruht auf den Lorbeeren aus und schläft aus. Der Sieg bereitet die Riederlage, die Riederlage den Sieg vor. Von diesem Standpunkt aus verfolge ich die Entwicklung des Aachkriegs-Deutschland und sehe, wie auf allen Gebieten die Deutschen intensiv arbeiten. Cs ist eine natürliche Erscheinung, daß eine Annäherung Deutschlands an die West- staaten erfolgt. Die letzte Rede Briands ist das Urteil eines Staatsmannes über bi? Resormbe- ftrebungen Deutschlands. Die Rechtsregierung in Deutschland ist eine nur vorübergehende politische Probe. Diese Probe wird uns zur Vorsicht veranlassen, jedoch in keiner Weise unsere bisherige außenpolitische Linie gegenüber Deutschland ändern. Die Koften der französischen Rhein- und Zaararmeen. (Von unserem Pariser Vl'.Z.-Derichterstatter.) Paris. März 1927. ®tn Teil der französischen Presse behauptet ständig, daß Frankreich in der Herabsetzung der Zahl der Besayungstruppen am Rhein Deutschland große Zugeständnisse bewiesen habe. Die Ziffern, die das französische Budget des Kriegsministeriums aufweisen, ergeben ein anderes Bild. Die für die Unterhaltung der Rheinarmee geforderten Kredit? ergeben die ansehnliche Summe von 542 411 540 Frank, bic nach einigen Abstrichen durch Kammer und Senat auf 532 311 540 Fr herabgesetzt worden ist. Die angeforderten unb .ewilligten Kredite dienen zur Unterhaltung einer Truppe, die sich für das Jahr 1927 wie folgt darstellt 2 371 Offiziere 58 830 Mann 12 785 Tiere. Gegenüber den Effektivstärken des Jahres 1926 lind im ganzen folgende Verminderungen vorgenommen worden- 177 Offiziere 8078 Mann 427 Tiere Rechnet man zu der französischen Besatzung noch die belgische und englische dazu, io ergibt k'ch mindestens eine Last von 75 000 Mann fremder Truppen, die noch heute, nach Locarno und Gens, in deutschen ßanbetteilep stehen. Trotz der Verminderung der Effektivstärken weist das Budget der Rheinarmee für 1927 eine Vermehrung von über 82 Millionen Frank auf. Diese Erhöhung ist auf die Ausdesse- rungbesSoldeSundderDehälter und auf bie Preissteigerungen auf allen Gebieten zurückzuführen. Außerdem wird den französischen HeereSangehörigen eine sogenannte ..Rheinlandentschädigung" gewahrt, die zum Ausgleich der Entwertung de« sranzösischen Franken gegenüber der Reichsmark dienen soll. Gemäß der Bestimmung vom 22. Januar 1926 ist diese Entschädigung auf der Grundlage Frank gleich 1 Mark aufgebaut Die für bic ..Rheinlandentschädigung" notwendigen Kredite belaufen sich auf 26 800000 Frank, die in der obengenannten Summe von 82 Millionen Frank eingeschlossen sind. Mit Rücksicht auf die Wcristeige- rung des Franken haben Kammer und Senat diese Kredite um ca. 10 Millionen Frank gekürzt. Die Stärke der sranzösischen Saararmee weist für 1926 und 1927 folgendes Bild auf: 1926 Offiziere 130 Mannschaften 3872 Tiere 994 • Verminderung 1927 1927 gegenüber 1926 107 23 3138 734 940 54 TaS Budget betrug 19 908 632 Frank und erhöht sich für 1927 auf 21 349 895 Frank, ebenfalls infolge ber Steigerung der Dchält.-r und der Preise. Diese völlig unproduktiven Ausgaben für Rhein- und Saarbesatzung belaste' in starkem Maße den französischen Haushalt Hier wäre eine großzügige Ersparnis- und Abba u p o l i t i k möglich. Ob aber Herr Poincar--, als Finanzminister. dafür der geeignete Mann ist, bleibt zum mindesten äußerst fraglich. der Bürgerkrieg in China. Schanghai, 7. Wärz. (Wolff.) Die Kan- tonesen haben die Dchanghai-Rankingbohn noch nicht unterbrochen, obwohl sie sich in gefährlicher Rähe ihres Zieles befinden. Tschang Tschung-tschang sendet m Eile Truppen über den Jangtse, um seine Verbindungswege zu schützen. Er hat zwei Panzerzüge abgesandt, die mit russischen Weißgardisten bemannt sind. Die Kan- tontruppen setzen ihren Vormarsch auf Su 1 - schau von Südwesten her fort. Sie werden jetzt sechs Meilen von der Stadt entfernt gemeldet. Wie verlautet, herrscht in Sutschau beträchtliche Bestürzung. Die Tore sind verbarrikadiert und Sandsactverteidigungen errichtet worden. Tschang Tschung-tschang hat 6000 Mann Truppen in ber Rachbarschaft unb Sun Schuan- fang 2000. während die Zahl der Kantontruppen auf 4000 geschätzt wird. ES herrscht jedoch die Ansicht vor, daß Sutschau den Kantonesen leicht in die Hände fallen wird. Die Radikalen scheinen entschlossen, Tschang Üai.schek zu st ü r z e n , der selbst bestrebt ist, sowohl Borodin als auch die Bolschewisten zu beseitigen. Tschang Kai-schek ist bestürzt über die zunehmende Macht der Arbeiteroerbände, die offen seine Autorität verhöhnen. Ausländische Beobachter schreiben ihm den Wunsch zu, sich mit Marschall Tschang . Tschung . Tschang z u o e re i n i g e n. Es ist aber kaum möglich, diesen Wunsch wahr zu machen, da sich jedenfalls die Kommunisten offen gegen ihn auflehnen und seine Ermordung in die Wege leiten würden. Die Kämpfe um Honan. Paris. 7. März. (WTB.) Aach einer Meldung der Agentur Indo Pacific aus Honan haben zwischen den Mukdentruppen und den Truppen des Generals Wupeifu die Feindseligkeiten begonnen. Seit drei Tagen ist bei Haifang eine Schlacht im Gange, in der Maschinengewehre unb Schnellseuergeschüye eingesetzt seien. Di ? Mukdentruppen sollen leicht im Vorteil fein. General Tschangtsuliang hat sich gestern nachmittag nach der Honanfrvnt begeben. Er soll die formelle Weisung erhalten haben. Wupeifu zurückzuwcrsen und auf Hankau zu marschieren. Blutige Kämpfe sollen für die Mukdentruppen. die über 30 Flugzeuge verfügt hätten, günstig abgelaufen sein. Die Bewegung der Südtruppen nach der Bahnlinie Schanghai—Ranking hin wird von den Generälen der Rordarmee a<ä bedrohlich angesehen. Frau Borodin gefangen genommen Paris. 7. März. (WTB.) Wie bie Agentur Indo Pacific aus Peking berichtet, haben die Weißrussen der Schantungarmee das Sowjet- Handelsschiff .Panniak Len i an" beschlagnahmt und die Passagiere gefangen genommen, darunter Frau Borodin, die in Fulau in Haft behalten wird. Die Sowjetmission in Peking forderte die sofortige Freilassung. Rach einer Mitteilung der französischen Gesandtschaft in Peking habe Tschangtsolin nach Banking telegraphisch die Weisung gesandt, alle Passagiere des beschlagnahmten russischen Dampfers mit Ausnahme von Frau Bo - 'rodin. der Gattin des Ratgebers der kantonesischen Regierung, hinzurichten. Frau Borodin und ihre Landsleute seien in Tsinanfu unter starker Bewachung eingetroffen. am Sonn= Der deutsche Kreuzer „ÖmDen“ ist tag in Padang ringet rossen und von der Bevölkerung und den Behörden herzlich empfangen worden. Die Offiziere und ein Teil der Mann- Kunst und Wissenschaft. Zur Darmstädter Inkendantensrag«. Die Derwaltungskornmiffion Des Landesthea- terS hielt, wie aus Darmstadt gemeldet wird, «ine Sitzung ab, in der die Intendanten frage besprochen wurde. Die Angelegenheit ist noch nicht entschieden. 3m Vordergrund der Kandidaten soll zur Zeit der Leiter des Würzburger Stadttheaters stehen. Für den Posten des Generalmusikdirektors ist Dr. Karl Böhm, erster Kapellmeister der Staatsoper in München, ausersehen. Doch wird die Frage erst endgültig entschieden, wenn der neue Intendant ernannt ist. Die Selbständigkeits- bestrebunyen der Ukraine. Aiga, 7. März. (TU.) Aus Moskau wird zu den Gerüchten über Aeibungen zwischen der Ukraine und der Sowjetunion gemeldet: Das Zentralkomitee der kommunistischen Par- leien der Sowjetunion habe auf die ukrainischen Parteien einen Druck dahin ausgeübt, daß ein Personalwecksel in der ukrainischen Regierung herbeigeführt werd«. Demnach verlassen vier ukrainische Kommissar« ihre Posten. Es verlautet ferner, daß auch der Borsitzend« der DolkSlommission T s ch u b a r j und der Bevollmächtigte des Auhenlommissariats in der Ukraine Schlichter zurücktrelen werden. Moskau verlange die Durchführung des strengsten Zentralismus und wolle jede Bestrebung zum Separatismus unterdrücken. Der Eh«s der D.P. U. in der Ukraine, Balitzki, hat besondere Anweisungen in dieser Hinsicht erhalten. schäften nahmen an einem von den Gemeindebehörden veranstalteten Festabend teil. Rationalisierung im haushalt. Ein bekannter Historiker Der Technik und beliebter HauSingenieur stellte unlängst an Die Hausfrauen einige interessante Fragen, die wert sind, weitergegeben zu werden. Warum haben Ihre Eßgabeln vier Zinken von 4 bis 5 Zentimeter Länge? Haben Sie schon einmal Ihr Fleisch biß hinten in die Zinken gespießt, wenn Sie eS essen wollten? Wie oft schließen Sic die Glastüren Ihres Küch«nbüfettt täglich auf und zu, als wären es Türen eines Veld- schrankes? Warum legen Sie nach dem Abwaschen Gabel, und Messer und die anderen tem nicht erzielt werden kann, schon deshalb nicht, da sich die Erwerbslosenfraae durch eine solche Arbeitspartizipierung nicht beseitigen läßt, da hierbei noch ganz andere Faktoren mit- spielen, wie z. D. gelernter und ungelernter Arbeiter usw. Dazu kommt noch daß die jetzt in erhöhtem Mähe einsetzend« Lohnbewegung, die wohl zum Teil ihre volle Berechtigung hat. eigentlich gegen die andern sozialpolitischen Probleme arbeitet, indem sie der Wirtschaft selbst- verständlich wiederum die Frage der Preisgestaltung schafft, also eine Kette ohne Ende, so dah man damit wieder zum Ausgangspunkt zurückkommt. Aus all diesem ergibt sich dah sich die sozialpolitischen Probleme keineswegs durch eine Interessenpolitik lösen lassen, eine Erkenntnis, die auch in den Gewerkschaftskreisen sich durchsetzt. Vielmehr gehört dazu eine noch umfassendere Unterfuung des gesamten Wirtschaftsproblems überhaupt. Keine Reichshilfe für die hessischen Notstandsarbeiten. Darmstadt. 8. März. (Priv.-Tel.) Reich«- finanzminister Köhler stattete gestern nachmittag auf der Durchreise von. Karlsruhe nach Berlin dem Präsidenten des hessischen Landesfinanzamtes einen Besuch ab. Es wurden bei der Besprechung Fragen der Reichsfinanzen erörtert, aber Entscheidungen nicht gefaßt. Die hessische Regierung hatte bekanntlich vor einigen Wochen an die Reichsrcaierung das Ersuchen gerichtet, Mittel des Reiches für den Dau zweier Rheinbrücken bei Mainz und Oppenheim und einer Mainbrück« bei Rüsselsheim bereitzustellen. Ferner sollte das Reich zu den Wiederherstellungskosten der am meisten be- schädigten Straßen im besetzten Gebiet Beitrage leisten, insbesondere der Straßen Worms — BenSheim und Mainz — Darmstadt. Außerdem waren für die Städte Mainz und WormS Beihilfen gefordert zum Ausbau ihrer elektrischen Vorortbahnen. Wie verlautet, hat die Reichsregierung zu diesen für das besetzte hessische Gebiet bedeutsamen Wünschen einen ablehnenden Bescheid erteilt. Wettervoraussage. Wechselnd bewölkt, etwas kühler, vorwiegend trocken, noch vereinzelt leichte Regenschauer. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 9 Grad Celsius Minimum: 5,7 Grad Celsius. Niederschläge 4,8 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 4,6 Gr. Celsius. betriebe- ist auch bei unS ungünstig. Er erfordert einen jährlichen Zu schuh von etwa 40 Millionen Mark. Besonders die Funktechnik hat es uns ermöglicht, zahlreich« wichtige Verkehrsbeziehungen neu anzuknüpfen und auszubauen. Zur Zeit werden in Deutschland von zehn Rundfunkgesellschaften im ganzen 22 Rundfunksender betrieben. Der Deutschlandsender in Königswusterhausen wird im nächsten Jahre durch einen im Bau befindlichen neuen Sender mit einer fünfmal so großen Telefonieleistung ersetzt werden. Don den verschiedenen Bildfunksh st emen scheint b_a8 deutsche System das bei weitem leistungsfähigste zu fein. Die bisherigen Versuche find zufriedenstellend ausgefallen. Das Gesamtpersonal beträgt 261 690 Köpfe. Die Zahl der Hilfskräfte wird voraus- sichtlich Ende März 1927 23 600 Köpfe betragen. Die im Voranschlag enthaltenen Stellenumwandlungen (Tleberführung von Beamten in höhere Gruppen) betragen 9055. Sie kommen in erster Linie den unteren La sbah.«n zugute. Die Zahl dec höheren Beamten nimmt fortwährend ab. Die finanzielle Lage der Reichspost ist am Ende dieses Jahres zwar gespannt, aber gesund. Zu Besorgnissen für die Zukunft liegt kein Anlaß vor. Berichterstatter T v r g l er (Komm.) begrüßt die Entwicklung des Krastpostverkehrs. Der gesamte Kraftpostverkebr, auch der der Eisenbahn und der Privaten, mässe in der Hand der Reichspost vereinigt werden. Die Vereinheitlichung müsse aber in erster Linie dem Berufsverkehr zugute kommen und zwar durch Ermäßigung der Fahrpreise. ___ Der Mitberichterstatter Abg. Morath (D. Dp.) regt neue Methoden in der Postzustellung an. Der Redner bedauert, dah die Reichspost, die mit 51 Prozent am Rundfunk finanziell beteiligt ist, so geringen Ginfluh auf das Programm hat. Die von anderen Behörden übernommenen Wartestandsbeamten der Post mühten endlich Gewißheit über ihr Schicksal erhalten. Abg. Bruhn (Dir.) ersucht um Verlängerung der Fernsprechdienststunden an kleinen Orten und begründet die ablehnende Haltung seiner Partei gegenüber der neuen Fernsprechgebührenordnung. Der Redner beantragt, bei Vergebung von Bauaufträgen grundsätzlich das ortsansässige Handwerk zu berücksichtigen. Abg. Allekotten (Zentr.) tritt gleichfalls für eine Verbesserung der Landbestellung ein. Die Sonntagsruhe müsse auch für das Post- personal durchgeführt werden. Abg. Dr. Cremer (D. Dp.) fragt nach der Gestaltung der Portofähe in den anderen Ländern, da er glaubt, dah diese höher seien, als die deutschen. Die Sonntagsbestellung müsse aufrechterhalten werden. Die Reichspost müsse sich auf die wirtschaftliche Verantwortung für den Rundfunk befchränken. die kulturelle und politische würde diese Refforts zu stark belasten. Abg. Stein ko pf (ö.) begründet eine Entschließung, die eine Femsprechgebührenermähi- gung von 10 auf 8 Proz. »erlangt und eine andere Entfchliehung, die di« grundsätzliche Wiedereinführung des Achtstundentages für Beamte, Angestellt« und Arbeiter de- Reichs fordert. In der Abstimmung wurde u. a. eine Entschließung deS Abg. Bruhn (Dnat.) angenommen, worin der Reichspvstminifter ersucht wird, an die ihm Nachgeordneten Dienststellen Anweisungen zu erlassen, daß bei posteigenen Bauten grundsätzlich das ortsansässige Handwerk zu berücksichtigen ist. Angenommen wurde ferner eine Entfchliehung des Abg. Steinkopf (Soz.), worin die Reichsregierung ersucht wird, daraus hinzuwirken, daß die im neuen Fernsprechtarif vorgesehen« Ortsgespräch- gebühr von 10 auf 8 Pfennig herabgesetzt wird. Es wurde alsdann der Postetat durch den Haushaltsausschuh gebilligt und ebenso nach kurzer Aussprache der Etat der Reichsdruclerei. So$ialpolitit und Wirtschaftslage Lohn-,Arbeitszeit-und ErwerbSlosenfragcn (Eigener Bericht des „Gieß. Anz.") Berlin, 7. März. Rachdem nunmehr eine gewisse Ruh« zur Lösung der sozialpolitischen Probleme eingetreten ist, drängen sich diese so sehr in den Vordergrund, dah dadurch wiederum vor allem durch die Kompliziertheit der Beziehungen der sozialpolitischen Fragen untereinander eine glatte Lösung außerordentlich erschwert wird. Handelt es sich doch nicht nur darum, die für daS Reich so brennend« E r - werbslosenfrage in einer solchen Form au lösen, daß sie Zweck und Rutzen in gleicher Weise erfüllt, sondern auch darum, dah im Hinblick auf die außerordentlich schwierig« wirtschaftliche Gesamtlage die Lohnfrage in den Vordergrund gerückt ist. Seinerzeit wurde diese letztere dadurch gelöst, daß man aus Grund von Tarifen eine gewisse Stabilität schuf, dabei aber selbstverständlich die Löhne keineswegs vollwertig an die wirtschaftlichen LebenSbedinaungen angleichen konnte, da auf der anderen Seite die Wirtschaft selbst so stark darnieder lag, dah man nur mit äußerst kalkulierten Löhnen ab- schließen konnte. Run drängt aber nicht nur der Arbeitnehmer zu einer Lösung dieser sozialpolitischen Fragen, sondern auch von feiten der Arbeitgeber wird ununterbrochen und energisch darauf ^gearbeitet, eine Lösung dieser Fragen zu ermöglichen. Mm nun möglichst zentral vorzugehen, wurde zunächst das Arbeitszeitnotgesetz geforbert. weil man damit glaubte, einmal die ErwerbS- lofcnfrage zu lösen, indem dadurch eine erhöht« Belegschaft der Betriebe garantiert wird und zum anderen eine gewisse Basis zur Regelung der Lohnfrage gegeben ist. Man kann natürlich über das Arbeitszeitnotgesetz verschiedener Meinung sein. Daß es sich nicht in_ allen Betrieben schematisch durchführen läht. dürfte wohl mehr denn begreiflich fein. Gewih gestattet der fortschreitende TayloriSmuS ein« verstärkte Schematisierung der menschlichen Arbeitskraft. Unter der Voraussetzung aber, dah diese Arbeit nicht an feststehende Termine gebunden ist, sondern von Fall zu Fall einmal bedeutend rascher, einmal etwas langsamer auszuführen ist, ist sie unmöglich. Und schließlich spielt die Qualität der Arbeit eine so große Rolle, daß auch sie sich nicht ohne weiteres mit einer Schematisierung der Arbeitszeit vertragen tarnt. Aus all diesen Gründen ergibt sich deshalb mit Bestimmtheit das eine, dah man wohl auf Grund des Arbeitszeit- notgefetzes einen Teil der sozialpolitischen Pro- । bleme lösen würde, nämlich insoweit sie sich mit den oben angeführten Gründen vereinbaren [affen, daß aber eine vollständige Lösung bet toet- Eßutensilten sorgsam in den Schiebladen nebeneinander. wo abends doch alles bunt durcheinander liegt, weil keine Küchenfchieblade eine normale Abteilung aus kleinen Satten für Gabel und Messer hat? Warum haben Sie nicht einen Kasten mit 10 oder 20 Ocffnungen. aus denen Sie Salz, Mehl. Reis nfw. in beliebiger Meng« herauslaufen lassen tonnen?_ Darum hat Ihr« Rähmaschine nicht ein vernünftiges Untergestell statt jenes schwindsüchtig verbogenen Guhgestells. daS alle Fabriken guter Rähmaschinen nun schon seit 75 Jahren liefern? — Die erwähnten Fragen, so absurd sie im ersten Augenblick auch erscheinen mögen, enthalten sicherlich manche Anregung für die praktische Hausfrau, die heute ebenso wie di« deutsche Wirtschaft stark rationalisieren muh. um ihren Betrieb so aufrechtzuerhalten, wie sie es gewöhnt ist. Edmund Stinnes verläßt Frau und Vaterland. Dr. Edmund Stinnes hat wie wir erfahren, beim Berliner Landgericht III gegen seine Gattin Margarete die Scheidungsklage angestrengt. Als Grund wird eine infolge der langen Abwesenheit Dr. Stinnes anläßlich seines amerikanischen Ausenthaltes eingetreienc Entfremdung angegeben. GS haben in der Angelegenheit bereits zwei Termine stattgefunden. Rachdem das Ergebnis des Scheidvngsprozefse» vorliegen wird, beabsichtigt Dr. StinneS endgültig nach den Vereinigten Staaten zu gehen, um dort eingeleitete geschäftliche Pläne weiter zu verfolgen. Dorerst hat Dr. StinneS jedoch noch eine ganze Reihe persönlicher Angelegenheiten zu regeln, bei denen das SchiedS gerichtsverfahren gegen feinen Bruder Hugo StinneS und die Aufgabe feiner ausgedehnten Grunewaldvilla eine gewisse Rotte spielen dürften. Ernst Lubitsch kommt nach Deutschland. Die wir erfahren, wird in nächster Zeit der beliebte Filmregisseur Ernst Lubitsch. der jetzt in der Filmstadt Hollywood in Amerika arbeitet, besuchsweise in Berlin erwartet. Lubitsch wird seinen Aufenthalt in Deutschland dazu benutzen, um in Heidelberg einen Film mit Olamen .A l t - H e i d e l b e r g" zu drehen. Mit den Aufnahmen will der Künstler im Mai beginnen. Sein Herz wird Lubitsch aber Wohl nicht dort verlieren wollen, er hofft vielmehr, mit seinem Film drüben ein gute« Geschäft zu machen. Der bedeutende Erfolg des Theater- stückes „The Student prince" auf den amerikanischen Bühnen soll den Anlaß zu der Herstellung deS neuen Alt-Heidelberg-Filmes gegeben haben. Grüß« der Siouxindianer an den Reichspräsidenten. Gegenwärtig gibt der Zirkus Sana* f ani In der Reichshauptstadt ein Gastspiel. Aus Anlaß der Eröffnungsvorstellung haben die dort beschäftigten Siousindianer dem Reichsprä- fidenten ein Handschreiben in der Siou,spräche überreicht. daS Grüße und Wünsche der Amerikaner für den Reichspräsidenten enthält. Das Schreiben wurde von sämtlichen Indianern unterzeichnet und mit einer englischen und deutschen Mebersetzung nebst einem Bilde in einer von den Indianern angefertigten Ledermappe dem Präsidenten überreicht. Hindenburg hat daraus dem Direktor Stosch-Sarrasani ein Dankschreiben übersandt. Dr. Külz Reichskommissar für die P reffe? Wie der „Dresdener Anzeiger" wissen will, beabsichtigt die Reichsregierung, Reichsminister a.D. Dr. Külz zum ReichSkommissar für die internationale PreffeauSstellung Köln 1 928 zu ernennen. Schissrnngtück auf dem Rhein. Montag oormittag riß sich bei Homberg ein französischer Kohlenkahn los unD trieb den Rhein hinab, wobei der Kahn mit verschiedenen anderen vor Anker liegenden Schiffen zusammen stieß und diese mit sich riß. Etwa ein halbes Dutzend Schiffe trieb gegen dte Strompfeiler der Ruhrort-5»omberger Rhein- brüde, wobei der französische Kahn in zwei Teile zerbrach und sank. Die Besatzung konnte nur das nadte Leben retten. 50 3atjre Berliner Sladtmission. Die Im Iahre 1877 gegründete Berliner Stadtmlssivn feierte Ihr 50jähriges Jubiläum, zu dem u. a. Vertreter d«S Kultusministeriums, deS ReichSwehrntinisteriums, des Wirtfchafts- ministeriumS, sowie sämtliche Führer der kirchlichen und der Konsistorialbehörden Preußen« erschienen waren. Reichspräsident von Hindenburg hatte ein Glückwunschschreiben gesandt. Die preußische Staatsregierung überwies 5000 Mk., die evangelische preußische Landeskirche 10000 Mk. zu Wohltätigkeitszwecken. Der ehemalige Kaiser hat mit einem Glückwunschschreiben einen größeren Geldbetrag übersandt. Vic Erbin Schichau» geftorben. Frau Hildegard Corson, eine der reichsten Frauen Deutschlands, ist in Bad Kreuch in Oberbayern. kurz vor Vollendung des 50. Lebensjahre», einem Schlaganfall erlegen. Sie war bi« Enkeltochter dcs Geh. Kommerzienrat» S ch i ch a u und als solche die alleinige Besitzerin der Schichou- Werft in Elbing. Selbstmord Ricotaus IDrangei». Rom, 8. März. as Mfle und )en AeichSpräll« ourde von lintt- und mit einer Mg nebst einem im angeimiaini »erreicht. -E- Stvlch^arraiani -bit MW er“ Willen mH, A-tchsmini^-r milfar für die autsteNun- Shein. d) bei hmdeq niahn los und i der Kahn mf r liegenden Schis» ie|e mit |i» rih. le trieb W 6“ mbeM Rhtln« Kahn in »vei Drsayunz tmntt Ä«' ;W*Ä dimllston. irünbdt hriges 3ub(iaum. uliusmini|teckl"s- des DirÜchM' Führer der frfr rülibent von eglerW übenoL HM Landes^ Zecken, ^er ktounfMrtlto rfanht. kstordr«. eine der , K,, ,ch in 0t,r 6 so.wW ÄS »*■ w «•glfek 1,4 ^Ä'Lare^b^"^ kl; <# |^d>' I°^w§ iftuf1’ ist niedre stnde Au§ der Provinzialhauptstadt. Oleben, ben 8. März 1927 Wicfcencv Wochen Marktpreise. Ts kosteten auf dem heutigen Wochenmartt: Butter, da/ Pfund 1.50 bis 1.70; Matte 30 bi» 35; Aäfe, 10 Stück 60 bi» 1 40; Wirsing 20: Wechlraut 10 bi» 15; Rotkraut 25; gelbe Rüben 15, Rote Rüben 10; Sp.nat 25 bis 40; Unter- kohlrabi 8 bi» 10; Grünkohl 20 bis 25; Roten- kohl 40 ln» 50: Feldsalat 1.50 bi» 2.00; Tomaten 10 bi» 20; Zwiebeln 10 bis 20; Meerrettich 30 bis 60: Schwarzwurzeln 35 bi» 50: Kartoffeln 6 bi» 7: Aepfel 25 bi» 30: Timen 15 bi» 25; Honig 50. junge 'ihnen 1.00 b.» 1.20; Suppenhühner 1.00 bis 1.20 Russe 70; <3ter. ha» Stück 10 bi« 12; Blun.cnlohl 60 b.s 1.40: Sala, 30 bi» 50; Snb.n.cn 80 bi« 1.00: Lauch 5 bi» 15: Rettich 10 bi» 15 Sellerie 20 5:« 50 Bornotizen. — Tagec-kalender für Dienstag öiabttlxater 6^iÜ Uhr, „ftibelio" (Ende 9.30 Uhr). — Manner und flrouen-Aereinigung der Matthäus- flemeinbe 8 Uhr. Gemeindesaal, siirchstraßc 9, Hauptversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhof- ftrafje: „Filmzauber". — Astoria Lichtspiele „Die unheimlichen Drei". — Au« dem T t a d t t h e a t c r b u t e a u wird un» geschrieben Um Dirlfad) geäußerten Wünschen Rechnung zu tragen, wisd. wie früher, auch in diesem Jahr wieder ein älteres Lust- spiel gegeben werden, und zwar .Aus der Sonnenseite" von Blumenthal und Äabcl- bürg Da» liebenswürdige Werk, das hier noch nicht aufaeführt worden ist, enthält sehr dankbare Rollen, die In der morgigen Erstausführung in den Händen der Herren Goll, Hanke. Lenau und Wehrl, sowie der Damen Jüngling. Baumann und Krahmer liegen. Die Spielleitung führt Herr Goll. ' • > * Der neue Leiter de« Landgraf- Ludwig«.Gymnasium«. Am 4. März wurde der Oberstudienbtrektor an der Augustinerschule (Gymnasium unb Oberrealschule) In Friedberg Otto 2 ltendors zum Oberstudiendirek- ter an dem Landgras-Ludwigs-Gymnasium inGie- 6m mit Wirkung vom 16 April ab ernannt. — Aus diesen Friedberger Schulleiterposten berufen wurde der Oberstubiendirektor Jakob Reuter von der örnft Ludwigs-Schule (Oberrcalschulc) in Bod-Rauheim, dessen Stelle der Studienrat an der Augustiners d-ule in Friedberg Dr. Hermann M v lz unter Ernennung zum Oberstudien- birettor einnehmm wird. *• Militärisches Mit Wirkung vom 1. März 1927 wurde Oberleutnant Hofmann beim Stabe de« 1. Ball. 15. 3nf.-Teflf. zum Hauptmann befördert. Hauptmann ' Hofmann verbleibt vorerst noch beim Stabe. Da« 15. Ins.-Regt. wird ®nbe September an den groben Manövem in Westsalen teilnehmen und dabei in erster Linie al« Kraftwagentruppe Berwendung finden; die Manöver finden vom 22. bi« 30. September statt. Vorher wird die Truppe am 26. August auf vier Wochen nach dem Truppenübungsplatz Münfingen gehen und von dort später nach der Senne überführt werden. " Der Rachlah von Professor Dr. O 11 m a n n. Zu unserer gestrigen Mitteilung über den Ankauf der heimatgeschichtlich wichtigen Sammlungen de» verstorbenen Professor« Olt- mann wird un« heute von zuständiger Seite mitgeteilt, dah al« Käufer dieser Sammlungen her Oberhessische Geichicht«verein nicht in Betracht kommt, über den Erwerb des Rachlasses vielmehr mit einer anderen hiesigen Stelle noch verhandelt wird. ee vom neuen Fahrplan. Die V-Zügc 191/192 Basel —Altona —Berlin, die bisher den Bahnhof Diesten ohne Halt durchfuhren, erhalten im neuen Fahrplan, do in 15. Mai d. 3. an, se 1 Minute Aufenthalt In Gießen. Der Zug 191 mich Altona und Berlin fährt In (fliehen ab 12.52 llhr nachts, nach der neuen Zeitrechnung bei der Bahn um 0.52 Uhr. der Gegenzug D 192 nach Frankfurt—Mannheim—Basel fährt in Gießen ab 434 Uhr vormittag». Es handelt sich bei diesem Zugpaar um die durchgehenden großen Espreßzüge von der 'kandinaoitchen Ländern nach Italien und umgekehn, die im gegenwärttgen Fahrplan Zwilchen Kassel und Frankfun a. M. ohne Halt verkehren. Durch den Aufenthalt dieser Züge auf unserem Vahnho» wird ein weiterer wesentlicher Schritt >ur Fahrplanoerbesseruna getan, für den ch auch der Verkehrsdund Oberhessen tatkräftig cinßeseyt hat. Durch diese Verbesserung werden auch die Lahntal- strecke, die Siegen-stölner-Linie unb ebenso die oderhessischen Strecken günstiger, Berkehrsoerbindunaen haben ee Die Abiturientenprüsung am hiesigen Realgymnasium fand am Sam», tca unter dem Vorsitz des Staatsrats Block und «ftern unter dem Vorsitz des Oderstudiendirektors Henk statt. 24 junge Leute, darunter eine Dame, unterzogen sich der Prüfung, ein Schüler trat vor der mündlichen Prüfung zurück, so daß 23 junge Leute in die Schluhprumng eintraten. Diese Prüflinge bestanden sämtlich. T Der Winter i st vergangen. Am Sonntagabend um 7 Uhr überflog eine Schar Schneegänse in mäßiger Höhe das Busecker Tal. Die Dögel kamen aus der Richtung Annerod, überflogen laut schreiend Grohen-Bu'eck und verschwanden in der Richtung nach Beuern. " Zum 10jährigen Todestage des Grafen Zeppelln am heutigen 8.März bringen wir in dem Bilderoushang an unterem Geschäftshaus eine Anzahl Photographien zum Aus- Hana, die gelegentlich der Landung des Lu>tschiffes „Viktoria Luise' auf dem Trieb am 27. Oktober 1912 ausgenommen wurden. Die Bilder durften des regen Interesses unserer Mitbürger gewiß sein. ** ®ln Llnterstühungsichwindler. der von einer auswärtigen Polizeibehörde wegen Unterftühung«betrügereien gesucht wird, konnte gestern von der hiesigen Polizei dingfest gemacht werden. Der Mann war in der 01 acht zum Montag auf dem Marktplatz in entkräftetem Zustand aufgefunden und der hiesigen Arbeiter-Sama- riterkolonne zugeführt worden, wo et nach Kräftigung wieder zu sich kam und angab, er sei ander ftrembenlcgLDn entwichen und völlig mittellos. Gr wurde dann zur weiteren Verpflegung der Klinik »ugeführt. Die mittlerweile benach- richtigte Polizei interessierte sich für den Fremdling und stellte gestern im Lause deS Tages fest, daß der Mann zwar Papiere der Fremoenlegivn besitzt, deren Echtheit jedoch erst noch nachgeprüft werden must. Die Polizei erkannte in dem Manne den steckbrieflich verfolgten Unterftützungsschwind- ler und nahm ihn gestern abend in Haft. Henle früh wurde er dem Amtsgericht zur Vernehmung vorgeführt. " (Sinen fesselnden Kolonialvortrag vermittelte die Ortsgruppe Gießen des Bundes der Kolonialsreunde am Sonntagabend in der Reuen Aula der Universität. Der Besuch der Veranstaltung war austerordentlich stark; der große Raum der Aula war nahezu völlig besetzt. eine bei solchen Torträgen an Sonntagen gewiß nicht oft zu verzeichnende Tatsache. Der Bezirkslelter für Hessen. Postasfistent Z. 3. Mohr, warb im Anschluß an seine Begrü- stunasworte um die verständnisvolle und opferbereite Zördemna des Bundes der Kolonial- freunde. der sich öle Pflege, die Ausbreitung unb Vertiefung de» kolonialen Gedankens zur Aufgabe gemacht hat Mit Recht betonte der Redner, daß der Gedanke an unsere Kolonien tief im deutschen Volke wurzelt und daß es sich nicht eher zufrieden geben würde, bis dast da« durch Versailles an uns begangene Kolonialunrecht wieder gutgemacht ist. Wer zur Beseitigung dieses Unrecht» beitragen will, muh den Bund unterstützen. Hierauf hielt der bekannte Afrikaforscher Han« Schomourgk einen sehr interetfgnten. durch eine große Anzahl guter Lichtbilder wirkungsvoll belebten Vortrag über feine Erlebnisse und Eindrücke auf seinen langjährigen Reisen durch Zentralafrika. Nahezu zwei Stunden lang erzählte der Vortragende in fließender Plauderei, die häufig von humorvollen Worten gewürzt war, von seinem beneidenswerten (Srlct 26 Lg4-f3 27. Kgl-hl 27. Lb7xd5 Weiß gibt auf. eine von Tapablanca über« legen gespielte Partie. 6. e6xd5 7 . . 7. g7 — ab' 8. Sbl-c3 da» wich * Endlich ist da« Bollwerk der St«l« A R. 23. 24. 25. 26 gibt frei. 18- 19 20 21. Die beiden schwarzen Springer stehen unbetm- lich unb stark; da» weistc Spiel ist unhaltbar. 14. Lg2-f3 15. a2-a4 0-0 Lei — f4 c4xd5 Lf4-d2 f2-f4 Sf6-d7 Tf8-e6 Lg7-e5 Sc5-b3 Sb8-d7 a7-t6 Sh5-f6 c5-c4! Le5xc3 Dc2-c5+ Sd7-e5 Se5-d3 Wozu Aichejin biefe unhaltbare Stellung noch weiter spielt, ist unverständllch. Weiß Schwarz: 1. d2-d4 2 c2—c4 3 Sgl — f3 4- R'^-ß3 5 Lfl-g2 6. d4 -d5? Unregelmäßig. 2 ljechin l Frankreich). 3. Eapablanea ($pba). 1. Sg8-f6 2. e7-e6 3. b7-b6 4 Lc8-h7 5. c7 —c5 Dieser verfehlte Bauemvorstoß wirb im nachfolgenden von Eapablanea in meisterhafter Weife widerlegt; besser c2 —e3. 18 19. 20. 21. 22. 23. 24. 25. Tin Meisterzug, der dem Springer fige Feld b3 verschafft. 16. Ld2-e3 16. Dd8-c7 17. g3-g4 17. Sd7-c5 Die natürliche Folge de« vorhergeaangenen schwachen Zuges; der Springer steht hier voll- ständig deplaziert o. . . . 7. Sf3-h4? Le3-f4 U3-g4 f?> Tal-bl b2xc3 e2- e3 9. 10. 11. 12. 13. Das Reuhorker Schachturnier. Den Spitzenstand im Reuyorker Schachturnier behaupteten nach der neunten Runde: Capobianco unb Rimzowltsch mit je 61/» Punkten; al« britter folgt Alchejin mit 4*/. Punkten. Die Narrenhappe. Splitter unb Sparren vom Redakttonstisch. Der Lebensretter. Sin ungarischer Ar^t erzählt: .Die Anekdote ist alt unb sehr bekannt. Eine 5>ame überreicht dem Arzte, der ihrem Kinde das Leben gereitet hat, eine elegante Brieftasche, indem sie sagt, daß sie. um ihn für feine erfolgreichen Bemühungen zu entschädigen, nichts Besseres gesunden habe, al« ihm eine von ihr selbst angesertigteArbeit persönlich zu überreichen. Der Arzt antwortete etwa» unwirsch, dah die kleinen GeschenkezwardieFreundschast erhalten undkrästigen, aber den Magen nicht befriedigen. Die Dame, darob pikiert, verlangt nun die Rechnung, öffnet die Brieftasche. entnimmt ihr zehn Hundertmarkscheine, überreicht dem Arzte die fünf, die er verlangt batte, unb nimmt bie anberen fünf toieber an sich." .Ich erlebte neulich", so fährt bet Arzt fort .einen ganz ähnlichen Fall, aber ich kannte bie Anekbote. und deshalb nahm ich die elegante Brieftasche, die mir als Geschenk angeboten wurde, mit den lebhaftesten und ausgiebigsten Dankesbezeu- gungen ohne weiteres entgegen. Ak« die Dame gegangen war, beeilte ich mich, von Reugierde getrieben, bie Brieftasche zu öffnen. Sie war vollkommen leer!' 12. 13. 14. 15. Geiste unb im Lichtbllbl — Reisen in Zenttal- afrifa von West nach Ost, von Rorb nach Süd zu machen, die den Teilnehmern hohen Genuß boten. Daß man am Schlüsse dem ausgezeichneten Führer mit lebhaftem Beifall dankte und damit zugleich auch der hiesigen Ortsgruppe de« Bunde« der Kolonialfreunde die wohlverdiente Anerkennung für die Dermittekung diese» schönen Abends zum Ausdruck brachte, war nur recht unb billig. Denn der Abend war eine gute Tat für den Kolonialgedanken, unb hoffentlich wirkt sie für biesen auch in unserer Stadt stark in bie Tiefe unb in bie Breite. übte der Dorttag Schomburgk« eine starke Wirkung aus. die ihren Grund m dem Dortragsstoff sowohl, wie auch in der ansprechenden Art bcS Vortrages hatte. Die Werbearbeit für den deutschen Kolonialgedanken hat in diesem Redner einen ihrer besten Helfer. Er bringt es fertig, auch den regelmäßigen unb daher wohl etwas schwer zu begeisternden Besucher solcher Vorträge in den Dann feiner von starker Liebe zu unseren Kolonien eingegebenen Worte zu zwingen. Und so war es denn nur natürlich, daß man sich am Sonntag abend gerne der Führung dieses Reisemarschalls anDcrtraute. um — leider nur im Einfach unb start: verhindert S(5 unb dem Läufer bie wichtige Diagonale al—H8 “ 8. U8-g7 9. 0-0 10. d7-d6 11. Sf6-h5 Weiß zieht unb setzt in zwei Zügen matt. Weiß: 7 Steine Kb8; L)c5; laö; Le6, hö. Sg7; Bb7. Schwarz: 8 Steine Kg6; Dc2; Tal; Sh8; Bd4. c5, f3, h7. Partie Nr. 72. Gespielt im internationalen Turnier zu Reuyork, im Februar 1927 Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen. Lösungen uftr sind zu richten an die Schachrebaktton dr» „Siebener Anzeiger«" Problem Nr. 9N. Don 3. Berger lung gefallen 28 Pb 1x^63 28. Sd3xf4 29. Tb3-bl 29 Tc8xe3 30 Sh4-g2 30 Ic3xf3 Tflxß 31 Sf4xg2 32. Khlxg2 32. TaS —c8 33 K>2-fl 33. Ld5xf3 Ddlxf3 34. I)c5xg5 35. Tbl -cl 35 Te8xel+ 36. Kflxel 36 Dg5-gl-*- 37. Kcl-d2 37. 37. Dnlxh2+ 38. Kd2-cl 38. Dh2-c5 39. Kcl-b2 39. Kg8-g7 40. Dfj-f2 40. bö —b5 41. Df2-b6 41. d5xa4 42 Db6xa6 42. De5-e2+ c 4 2 a 5 3 8 7 Schwarz. Weiß. Verlangen Sie In der Apotheke oder Drogerie gegen Husten, Heiserkeit, Verschleimung Gustol-Bonbons für 50 Pf Sie wirken voreUgllch bei jung und alt und elnd ein gutes Vorbeugungsmittel gegen Grippe. Alleiniger Her«toller Haeeol-Werk GieOen. ' < Y k F * ... * - W : . ' - All WkskWkS Sissll- GksW sucht »um Beiuch von Pensionen und Haueballungen einige MW Wh Allen gegen Prooinon. Schriüliche Ungebote unier 2222D an ben «iehener An,einer Volks - Hochschule Fräulein Maria Lehne spricht im Auftrag des Landesamts für da» Bildungswesen über: ,,,,c „Neue Formen der Geselligkeit" am Samstag, 12. März, abends 8 Ubr im Slnglaal der Oberrealschule. (Eintritt 50 H. Für HSrer u. Mitglieder de» verein» 20 L,. 3 r ermabor- Kinderwagen ( >is Marke von Weltruf! 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen, sowie für die Kranzspenden, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers und unserer Schwester Berta für die liebevolle Pflege sagen wir unseren Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christoph Wagner. Förster. Großen-Buseck, den 7. März 1927. Das Bundesfest des Ohm-Lumdatal-Säiigerbundes Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme beim Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Familie Georg Haas. Oberhess. Geschichtsverein Donnerstag, den 10. Märt 1827, abends 8 Uhr (pfinktllch), im H6r- •aal des Seographlachen Instituts der Universität (Brandplatz 4) Vortrag des Herrn Dr. Ferd. Kutsch vom Landes- Museum Nassauischer Altertümer in Wiesbaden Der Heunstein bei Dilienburg eine germanische Ringwallanlage aus römisch. Zeit Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen und für die vielen Kranzspenden sagt herzlichen Dank Im Namen der Hinterbliebenen: Kaspar Rabenau II. Gestern morgen entschlief sanft in der hiesigen Klinik, nach längerem schweren, mit großer Geduld ertragenem Leiden mein lieber Mann, mein lieber Vater, Schwiegervater, Großvater. Bruder, Schwager und Onkel Herr David Jakob Kantor i. R. UkiliniWkn sucht Stelle in Giesten z. 15.3. ober los. Zcugn. verband Schr. Slnncb. u 01721 an d. Gien. Anz erb. Verkäufe | MMlsrMk Uoi-Eitoi Mietgesuche | Suche 2—3 «Zimmer- Wohnung geg. Abfindung oder Umzugsvergütung. DrtnglichkeitSschein vorh. Lchr.Angeb.tr 01730 a. d. Gieh. Anz. Laden iMitte d. Stadt) zum 1. 4. oder 15. 4. zu mieten gesucht, ©dir Angeb. unter '01724 an den Gien. Anz Stellenangebote Aelterer, erfahrener MfttjeWe gesucht. Schriftliche Angeb. m. Zeugnks- abschriftenu.Lebens- laui unter 01731 an d. Gleit. Anz. erbeten. 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Stoueaa&teitDng RächucTurnfnurde beute Dienstag, 8 Uhr. Goetbefchule iWenanlagei. Spleieraoteliung Donnerst g, 10 lll. 8 Uhr abend-, bei Fsnislieh lBahnho?» itrahci SDleluedammlg. Pünkil ti. vollzähl. Grfchein all Lvieler unbedingterforderl. Erste Kelchskart- sehriltoeseUsebalt „Babelsberger“ u. Damenabtei nng Gießen e. V. Sonntag,27 März, vormittags !)', llbr, in der Pestalozzi- schule, Rordanlageg: Bcrcins- Wcitichreibc«. Sonntag, 3 Avril, vormlltags 9*,'» llbr, im Kaufmännischen BcreinshaiiS: Ltenotypiften- Wcttschrciben. Listen zurEinzcich' nuni liegen In den Kursen auf. Wir bitten bei beiden Welischreiben umregcBeteiltaung. Ter Borstand. TonnerStag, de« 10. Mörz, abend» 8 Ubr: U,IW Weinstube vatz. Mittwoch, ft 3. 27: Hotel «übler. ”tiP Hubertus Mittwoch, 9. Mär» Versammlung mit Vortrag und Borfilbrnngen.. Mittwoch.O.Mar^ öünftl 8‘ t Uhr ab.: MonatsversaaiiiLlm ü. C., 1. St. irr schein. Pfiichi. DerVerslaM Stadttheater Mittwoch,« Mär» 22.mi!imomUÖ.'DrtL o. 7', b. geg 10 llbr- llufoecsonneufeltt Vuftiviel in 3 Akten von Blumenthal und Kadelburg. Rr. 56 Zweites Matt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)Dienstag, 8. Mär; (627 Dem Andenken des Grafen Zeppelin. gum 10. Todestag des großen Erfinders. Von Professor Dr Walter König. Direktor dcS Phyfikalilchen Institut- der Uni* versität Gießen. 2US am 8. März 1917 die Kunde von ^eppettns Tobe die Welt durchsiog. da uxir es in ganz Deutschland nur e i n Schmerz, der alle erfüllte, der Schmerz, daß uir- dieser Mann, der un- mit seinem Merle ein unerreichtes Vorbild in der Kraft de- Vertrauen- und der Energie de- Durchhalten- gewesen war. gerade in der höchsten Vot unsere- Vaterlandes entrissen wurde, und al- sich am 7. Juli jenes IahreS die Giehenbr zu einer Gedächtnisfeier für den entschlafenen Helden in der grohen Aula der Universität versammelten. da tonnte in der Gedächtnisrede. die die Entwickelung seines Lebens und seines Merkes bi- zur höchsten Höhe seiner Ersolge schilderte. der Klage Ausdruck gegeben werden, dah ihm das Letzte und Allerhöchste. den Sieg der deutschen Massen zu erleben, nicht mehr vergönnt gewesen fei. Heute dürften wir wohl geneigt sein, da- Schicksal zu rühmen, da- ihn abberufen hat. ehe Deutschlands Midcrstands- krast zusammenbrach, und ihn als besonderen Liebling der Götter zu preisen, die ihm Ruhm und Erfolg in ungewöhnlichem Mähe zu erreichen gewährten und cs ihm ersparten, sich und fein Merk in den Sturz des Vaterlandes hinein- gerifsen und nicht bloß zur Untätigkeit verurteilt zu sehen, sondern unter der dauernden Drohung der völligen. Zerstörung seines Werke- weiterleben zu müssen. Seinen tapferen Mitstreitern in Friedrichshasen ist eS gelungen, dieses äußerste Verhängnis von Deutschland abzuwcn- den. sein Merk und mit ihm die Gestalt dealten Grasen unserem Volke lebendig zu erhalten: und wenn wir heute, zehn Jahre nach seinem Tode, sein Gedächtnis feiern wollen, brauchen wir nicht bloh zu fragen: „Mas war uns Zeppelin einmal?", sondern wir können auch fragen: .Mas ist er uns noch heute?" Mas er uns war? — die Aelteren unter uns. die noch den Leidensweg des Erfinders mit all seinen zahllosen Enttäuschungen unb Unglücks- fällen miterlebt haben, und die ihn dann doch schliehlich mit seinen Schiffen über Deutschlands Gauen haben Hinwegfliegen sehen, sie werden diesen wunderbaren Aufstieg noch deutlich vor sich sehen, wie der .verrückte Graf", der verlachte und verspottete Erfinder zum Liebling des ganzen deutschen Volkes wurde, verehrt und gefeiert. wie es kaum jemals einem anderen Deutschen man kann wohl sagen nicht einmal BiS- marck in gleichem Mähe zuteil geworden ist: denn keine parteipolitischen Schranken standen zwischen seinem Merke und dem Volke, für da- er es geschaffen hatte Das Geheimnis dieses Erfolges lag letzten Endes in feiner Persönlichkeit. Man hat tchcrzend gesagt, er habe sich die Herzen deS deutschen Volles im Fluge erobert. Gewiß lag das Faszinierende seines Wirkens in dem Umstande. dah c- sich um die Eroberung der Lust bandelte. und daß er diese- beiß umstrittene Problem in einer Meise löste, die die anderen, zu jener Zeit gleichfalls ins Leben tretenden Lösungen an Vrauchbarkeit und Sicherheit — damals wenigstens bei weitem übertraf. Aber packender noch al- die Eigenart der Erfindung war die Eigenart des Erfinders, der dahinter stand — ein alter, weißhaariger, schnauzbärtiger General, der es sich in den Kopf gesetzt hatte, Luftschiffe zu bauen, und der von der Richtigkeit seiner Rechnungen und der Aussührbar- feit seines Gedankens fo überzeugt war, daß sticht-, aber auch rein gar nichts, auch nicht die schlimmsten Mißerfolge und die übelsten Rackenschläge ihn von der Verfolgung seiner Idee abzubringen vermochten, und dabei ein Mann, der dies alles tat und seine Persönlichkeit und fein Vermögen dafür einseyte. nicht aus Ruhmoder aus Gewinnsucht, sondern in selbstlosestem Idealismus und in reinster Vaterlandsliebe. Sein Werk war gewiß ein Geschenk an die ganze Menschheit: aber es sollte in erster Linis dochl seinem deutschen Volke zugute kommen. Cs wäre ihm wohl ohne Zweifel möglich gewesen, in jenen Jahren des Kampfes, als es durchaus nicht gelingen wollte, die Mittel für die Fortführung feines Merkes in Deutschland aufzubringen, das Ausland dafür zu gewinnen. Er hat es immer verschmäht, diesen Weg zu gehen, obwohl er doch schon ein Mann von 56 Jahren war, als er zum ersten Male mit feinen Plänen hervortrat, und obwohl er 14 Jahre lang, bis zu seinem 70. Lebensjahre, schwer zu kämpfen hatte, bis es ihm gelang, das deutsche Volk von der Richtigkeit und der Wichtigkeit feiner Idee zu überzeugen Um die ganze Gröhe dieser Leistung würdigen zu können, muh man sich die Schwierigkeiten vergegenwärtigen, die zu übertoinben waren. Sie lagen einerseits in der Anfähigkeit der Menschen. sich in die neuartigen, kühnen Ideen des Grafen hineinzufinden: die Sachverständigen, denen 1894 daS Projekt erstmalig zur Prüfung unterbreitet wurde, lehnten es als unausführbar ab. Rur der Erfolg konnte die Ungläubigen belehren. Ader die Schwierigkeiten lagen andererseits auch in der Sache selbst, in der Reuheit und Ungewohntheit deS Hantierens mit einem Objekt von fo riesigen Ausmaßen. Die Technik des Ein- und Ausfahrens aus der Halle, des Aufsteigens und Landens, die ganze Ravigation dieser Riefenschiffe muhten doch erst am Objekte selbst gelernt werden, und das kostete Lehrgeld, schweres Lehrgeld. Als mit Unterstützung des Vereins deutscher Ingenieure in der Bucht von Manzell eine schwimmende Halle erbaut und in dieser 1900 das erste Schiff entstanden war, fielen die ersten Fahrtverfuche. die im Juli und Oktober dieses Jahres unternommen wurden, fo kläglich gus. daß der Verein sein Vertrauen verlor und die weitere Unterstützung versagte. Das Unternehmen stockte: die Hilferufe, die der Graf mit Unterstützung von August Scherl in die Welt sandte, verhallten ungehört Schiff und Halle muhten abgebrochen werden. Und als es der Energie des Grafen schliehlich doch gelang, neue Gelder zu erhallen, durch eine Spende des Reichskanzlers und eine Lotterie. die der König von Württemberg bewilligte, und als er damit und mit Aufwand eigener Mittel 1905 eine neue Halle am Ufer von Manzell und ein zweites Schiff erbaut hatte da mißglückte der Beweis der Leistungsfähigkeit des Schiffes abermal8 durch tückische Zufälle. Bin der elften Fahrt wurde es durch Verklemmen eines Halle- laues befchädigt. und als eS nach der Ausbesserung am 20. Januar 1906 zur zweiten Fahrt emporstieg. versagte ein Motor, das Schiff wurde nach dem Allgäu abgetrieben, landete - ohne Schaden bei Klhlcgg. wurde aber in der Rächt vom Sturme geknickt und muhte abmontiert werden. Aber so sehr diese unglücklichen Fahrten geeignet waren, auch den letzten Rest von Vertrauen zu den Plänen des Grafen zu vernichten, ihn selber hatten gerade diese Fahnen, weil er die Zufälligkeit der Ursachen ihres Mih- lingens deutlich übersah. in solchem Mähe von der Vrauchbarkeit seiner Schiffe überzeugt, dah er schon im April 1906 ganz aus eigenen Mitteln den Bau eine- dritten Schiffes unternahm. Und mit diesem wurden im Oktober 1906 die ersten gelungenen Fahrten um den Bodensee herum ausgcführt Run schlug die Stimmung um. Der Reichstag bewilligte Gelder zunächst zum Bau einer neuen schwimmenden Halle, und als im Jahre 1907 mit dein dritten Schiffe eine ganze Reihe vorzüglich gelungener Fahrten auSg^ühN Niemals feit den Tagen des 70er Kriege» war das deutsche Volk fo einig gewejcn in einem großen Gefühle. Uebcr allen »laber der Parteien hin über leuchtete ihm „ein Mann und eine Tat", wie der Kladderadatsch in einem schönen Gedichte aus jenen Tagen jagte, lind was Zeppelin an diesem Unglückstage von Echterdingen für das deutsche Volk geworden war, das blieb er bis an fein Lebensende. Mit unbeirrbarem Vertrauen blickte es auf ihn und sein Werk, obwohl die Lehrjahre seines Unternehmens mit ihren schwierigen Prüfungen noch langst nicht vorüber waren. Es war ja, als ob ein tragisches Verhängnis über feinen Schiffen schwebte Endlos schien die Kette von Unglücksfällen, denen sie zum Opfer fielen. Das eine strandete an den Felsen des Lahntales bei Weilburg, ein anderes im Teutoburger Walde, ein drittes verbrannte in der Halle zu Oos, ein viertes verunglückte bei der Aus- fahrt in Düsseldorf und ebenda verbrannte 1912 die schöne „Schwaben". Gelaßen trug man es. Hunderte von glücklichen Fahrten, die seine Schiffe oollführten. sagten mehr als diese einzelnen llnglücksfälle. Fast täglich konnte man sie ja beobachten, und wo sich der Graf mit einem feiner Schisse zeigte, da strömte die Menge herbei und huldigte begeistert dem Gröberer der Luft. „Der Deutschen Stolz, dem Recken kühn, ihm gilt der Stein. Gral Zeppelin!" So steht es auf dein Gedenkstein zu Echterdingen. Das war uns Zeppelin. Und was ist er uns heute? Ist er uns heute mehr als ein Standbild Sonn’ auf! (Ein neues Lied vom Grafen Zeppelin, von Lasar J I a H 22 Bewerber. 18 Sieger): 1. L. Müller Tv. Griedel. 150 P., 2. O. Ary. Tv. Lang-Göns. H. De- chent, Tgm. Friedberg. 147 P.; 3. W. Dern, Tv. Lang-Göns, 143 P.; 4. E Weil. Tv. Muschenheim, 141 P.: 10. E. Galch.' Tv Muschenheim. 128 P. 3ugcnbturner-llnterftufe (41 Bewerber. 28 Sieger): 1. L. Belte T. u. Spielvg Aufbauschule Friedberg. 120 !>.. 2. Pb Schlamp T. u. Spielvg Ausbauschule Friedberg 117 P. 3. R. Dreier. To. Lang - Göns 112 P . 10. K Reitschmidt. Tv. Eberstadk KM P.: 13. K Dah. Tv. Lang-Göns, 98 P 14 R Müll Tv. Lana-Göns. 97 P. Schüler (135 Bewerber. 120 Sieger, 1. Erwin Müll. Tv. Lang-Göns. 12f* 2 S Stübner, Tv. 1860 Bad-Aauheim. 121 P. 3. <5 Aold. Tgm. Friedberg. 120 P.: 5. G Hofmann, Tv. Grün in gen. 118 P.: 6. Willi Artz. Tv Lang-Göns. 117 P. 9 O Sommer. Tv Lang-Göns. 114 P.: 11 Aug Weil Tv Lang-Göns, 110 P.. 12. K Bingel. Tv Grün in gen. 109 P.: 14. Hch Marsteller Tv Grüningen, A. Jäger. Tv. Grün in gen 107 P: 17. O. Dender. Tv. Grüningen 104 P.: 18. Hch. Kaub Tv. Grüningen. 2 Ruth. Tv. Lang-Göns. 103 P. 19. 0 Buß Tv. Grüningen. 102 P 20. 0 Fuchs, Tv Lang-Göns, 101 P. 21. W Beppler Tv Lang-Göns, 100 P.: 22. A. Bergf. Tv Lang-Göns. 99 P.: 23. E. Reusch Tv. L a n g- G ö n s, 98 P.: 25. W Zart. Tv. Lang-Göns. 96 P.; 26. W Faber. Tv. Lang-Göns R Wenzel, Tv. Lang-Göns. 95 P ©au Hessen. 1. Brzirk D. T. ][ Marburg, 6. März. Der heutige W i n- tergerätewettkampf des 1 Bezirkes im Turngau Hessen (D. T.) zeitigte bei etwa 200 Tellnehmern folgende Hauptergebnisse Aktive Turner 1. H Lang Turngem 1885 Marburg 162 P.. 2. A Eberspacher Turn- genteinbe 1885 Marburg 158 P 3. H Goll. T. it Sp.-V. 1860 Marburg J ug.-O ber stufe: 1. A. Ahrens. Turngem 1885 Marburg. 168 P.: 2. G. Kühn, T. u. Sp.-V 1860 Marburg. 160 P 3 W Fink, T. u. Ep -V 1860 Marburg Jug.-Unterstufe: 1. O Eyriax. Tv Biedenkopf, 127 P; 2. A. Wagner, Tv Marbach 116 P.: 3. K. Clemen. T. u. Sp -Tv 1860 Marburg Schäl erstuke 1 K. Fink, T. u Sp.-V 1860 Marburg 2. H. Roh. Turngem 1885 Marburg Turner-Fechten. vorsechter-Lehrgang des Mitlelrheiukretfe». bpw. Bad-Aauheim. 6. März. In der Turnhalle des hiesigen Turnvereins ncrnnftalttic der Mittelrheinkreis der D. T. beut; einen Lehrgang für Dorf echter unter ocr sachkundigen Leitung des Kreisfechtwariss O 11 (Offenbach a. M.). Die Veranstaltung war vor- züglich besucht, es nahmen aus 34 Vereinen etwas über 60 Fechter aktiv an den Hebungen teil. Du von 10 älhr vormittags bis in Den späten Aach mittag währten. Zweck des sehr anregenden Lehr gangs war. eine einheitliche Grundlage für Den Fecmbetrieb im Kreis herauszuarbeiten. Es fonn ten dabei auch Die Hebungen für das Kr.-i-tuni fest inDarmstaDt im wesentlictzen sestgelegt weroen. Es ist beabsichtigt, in Massen beim Kreistur ifest anzutteten und auch Durch allgemeine fechterischc 'Freiübungen für die schöne Fechtkunst zu werden. Den aus Dem besetzten Gebiet und dem Saarland anwesenden Teilnehmern am Lehrgang wurde gestern abend im Heim des Turnvereins 1860 ein würdiger Degrühungsabend geboten Die Wettkampfbestimmungen für Spiele der D. T. sind mit dem Februar d. I. in Straft getreten unö gelten für 1927/28. Die neue Spielordnung schreib Den Kreisen vor, für sich und ihre Unterocrbänb< die Spiele durch ihre Kreisspielordnung zu regu lieren, in der die Spielordnung der D. T. sinngemäß Der Mameluck von St. Helena. In der Geschichte Aapoleons spielt sein Leib- mameluck Rustan eine gewisse Rolle, denn Die romantische Erscheinung dieses Orientalen, den Aapoleon von seiner Expedition nach Aeghplen mitgebracht hatte, folgte ihrem Herrn wie ein Schatten, und wie em treuer Hund schlief Rustan vor der Tür seines Schlasgemaches. Trotz dieser scheinbaren Anhänglichkeit und Der Wohltaten, die auf ihn gehäuft (wurden, bestand aber Rustans Treue nicht die Probe, denn er verlieh seinen Kaiser 1814 in Fontainebleau, nachdem er sich noch ein letztes Geschenk erobert hatte. Ein anderer Mameluck, namens Ali der zunächst in Diensten Josephinens stand, wechselte nach der Scheidung Aapoleons mit Rustan bei ihm im Dienst ab; sein heißes Blut riß ihn ober zu Gewalttaten fort, so daß et 1811 entlassen wurde Seine Stelle, seine Kleidung, ja sogar sein exo tischer Aame gingen auf einen jungen Stall- bediensteten über, einen geborenen Franzosen. Louis-Etienne Saint-Denis. Der auf Empfehlung des OberstallmeisterS Caulaincourt an Stelle Ollis Kammerdiener des Kaisers wurde Dieser Pseudo-Ali hatte ein besseres Herz als [ein Kollege Rustan: feine Verehrung deS Kaisers überdauerte die Gefangenschaft auf der Insel Elba, die Verbannung nach St. Helena unD Aa- poleons Tod. Bei Der Hebetfühtung Der Leiche in Den Invalidendom im Jahve 1840 gehörte et zu den Getreuen, die dem toten Kaiser von St. Helena aus das Geleit gaben. 3m Testament Waren ihm 100 000 Fr. vermacht; eine Summe, Die sich durch verschiedene weitere Legate noch um die Hälfte vermehrte. Zehn Jahre nach Aapoleons Tode hat Ali seine Erinnerungen nie- iXrgefdirieben; er besah ein ausgezeichnetes Gedächtnis. durch das diese Aufzeichnungen zu einer wertvollen Quelle werden. Die „Erinnerungen Dee Mamelucken Ali an Den Kaiser Aapoleon' sind jetzt zum erstenmal von einem Aachkommen, Dem Professor an der Sorbonne Wichaui, hetausaegeben worden Sie enthalten überaus viel Interessantes unter anderem auch einen Anhang, in Dem Ali über Aapoleons Religion spricht. Obwohl der Mameluck sagt, dah „sein Geist sich höher erhob und fein Glauben anders war als der gewöhnliche Der Menschen, Die in Die Kirchen gehen", spricht er ihm Doch einen Gottesglauben zu, eclläri aber Dann. „Aie- manD hat gewußt, noch weiß es. ob Der Kaiser in Den letzten Tagen seines Lebens zu Den Tröstungen Der Religion seine Zuflucht nahm." All hat Den ganzen FelDzug nach Rußland auf Dem Bock des kaiserlichen Wagens mitge- macht Seine Erzählung des Brandes von Moskau zeigt, wie wenig zunächst die Bewohner des Kreml die Gefahr ahnten: „Es schien, daß man nicht das geringste zu fürchten hatte, fo lange der Kaiser in der Aähe war." Als dann aber Aapoleon Die Qlrmee verließ, begleitet von Rustan. währenD Ali zurückblieb, schildert er die Verzweislrmg Der Armee: „Da Der Kaiser nicht mehr da war. glaubte jeder, er sei nun sich ielbst überlassen. nichts anderes blieb einem übrig, als Dem Strome zu folgen und zu leben, wie es der Vvrjehmrg gefiele." Den Sturz Aapoleons hat fein Mameluck in allen Einzelheiten mitgemacht; er schildert ausführlich Das Leben auf Elba und war natürlich auch unter Denen, Die mit ihm sich nach Franb« reich einschifften. AachDem Rustan Den Herrn verlassen hatte, war er der erste und vertrauteste seiner Diener. Gr weiß manche bisher unbekannte Einzelheii von der Begeisterung mit- zuteilen, mit Der Der zurückkehrenDe Kaiser ausgenommen wurde. Von dem Schlachtfeld von Ligntz überliefert er uns eine Szene, in der Aapoleon einen jungen Stabsofftzier, Der einen Scherz machte, mit den Worten anherrschte: „Herr, man Darf nicht lachen und scherzen, wenn so viele tapfere Leute sich vor unseren Qlugen aufopfern" Auf der Flucht nach Der Schlacht bei Waterloo stand All, um seinen Herrn nicht zu oerlaffen. auf Dem hinteren Trittbrett Der schlechten Kutsche, in Der Der Kaiser mit Berirand fahr. Der wertvollste Teil dieser neuen Erinnerungen sind aber die ein Hunde riundfünfzig Seiten, Die Heb mit Dem Geben auf St Heknn beschäftigen. In schlichter, anschaulicher Schilderung bietet All ein Bild des alltäglichen Lebens und deutet Dabei Doch Die tiefgreifenden Veränderungen an, die in dem Charakter des großen Gefangenen allmählich vor sich gingen. „Wenn man fick eine kleine Anzahl bon Personen vergegcn- wärtigt, die für eine rmbegrenzte Zeit von der übrigen Menschheit getrennt und eng aneinander- gedrängt waren, fo hat man einen Begriff von unserem Dasein." Aapoleon, der auch schon früher grobe Spähe mit seiner Umgebung geliebt hatte, zeigte manchmal ein diabolisches Vergnügen, feine Diener zu ärgern, itz dem cr besonders Die Treue ihrer Frauen oder Bräute in Zweifel zog. Olli muhte Darunter lehr leiDen, Da er sich mit einer jungen Engländerin, der Gouvernante der Kinder Des Marschalls Berirand, verlobt hatte und auch mit ihr eine glückliche Ehe schloh. An groben Beschimpfungen und Beleidigungen Durch Aapoleon fehlte es nicht, aber All bezeugt, dah der Kaiser nach Diesen Oluibrüdwn sofort Worte Der EntschulDi» gung und sogar Liebkosungen fand. Die Den anderen wieder versöhnten. Der Kamps Aapoleons gegen Den Spleen und Die Erschlaffung tritt uns hier lebendig vor Au- gen in seiner geistigen und körperlichen Tätigkeit, in der Abfassung teiner Schriften und seinen Pflanzungen. Ali zeichnet Den allmählichen Verfall seiner Körperkraste und Die Veränderung seines Charakters sorgfältig auf; besonders eingehend ist Die Darstellung Der letzten Tage und des Todes. Dessen Zeuge Der treue Diener war. Seine Erzählung endet mit der Abreise der {leinen Schar Der letzten Getreuen, Die ihren an- gebeteten Herrn auf der einsamen Insel in Der Gewalt der Engländer zurücklasfen mußten Frankfurter Theater. Das wirklich gute, pointenreiche Lustspiel, von dem die alleren Generationen schwärmen ist un Aus sterbestadium. unsere heutige Zeit hat nicht mehr viel Raum für unbeschwerte, sorglose Lustigkeit. Darum |inh die meisten Lustspiels entweder von einer triHtgw Schärfe. Die die Fröhlichkeit erdrückt, oder sie sind von ziemlich faDei Belang- tofigleil. Ausnahmen bestätigen auch hier Du Regel. Aun tann man nicht gerade behaupten daß Rudolf Schneiders .Bluff" zu diesen Ausnahmen gehöre: es ist ein Mittelding zwischen Zeitsatire und harmloser Belanglosigkeit. eS ist ein auf Drei Akte ausgedehnter Sketsch Der Dich ter scheint sich auch darüber im klaren zu lein er nennt das Ganze voll schöner Bescheideicheit „ein lustiges Stück" unD blufft heiter drauflos Zeit: Heute. Ort: Hotellalon. palmenumrahmt« Veranda. Personen, ein kleines Mädelchen. ein vermeintlicher Hochstapler ein Dichter, ein Taschendieb und ein etwas rdiotisdres. zum 'Verwechseln ähnliches Drüdcrpaar. welches vom Hochstapler und seiner Gehilfin gerupft wird. 3m dritten und letzten Oltt große Aufklärung, alles war Bluff. Hochstapler ist lein Hochstapler, fon dern ein reicher junger Mann, der gewettet hat eine bestimmte Zeit als Hochstapler in einem erstklassigen Hotel zu leben, alle anderen waren Figurinen zu feiner Wette, das kleine Madel entpuppt sich als durchgegangene höhere Tochter. Verlobung; das Brüderpaac macht fein dümmste» Gesicht. Der Dichter sagt: ,HnD daraus soll ich eine Komödie schreiben." Vorhang Soweit der Inhalt des .Bluffs"; gespielt wurde er un Schauspielhaus in humorvoll bewegtem Tempo, so witzig und lebendig, wie es mögllch war; Franz Schneider fühlte sich anscheinend außerordentlich wohl in der Rolle des vvrge- täuschten Schwindlers, er überraschte durch feine zwingende Aatürlichkeit. Kundry Siewert girrte und hüpfte als verkannte höhere Tochter über Die Szene, bis sie endlich in den Armen des (Beliebten landete. Impekoven-Spa niet als Bräderpaar ein groteskes Duo und O d e m a r s Dichter eine parodistisch wirkungsvoll umrissene Erscheinung. Heber dem Ganzen waltete Hans A e r k i n g S zusammenfassende Regie. Das Publikum ging mit. hatte feine Freude an diesem „Bühnen-Lustspielfilm" (man merkt Die Beeinflussung Des Theaters durch daS Kino stärker. als im umgekehrten Sinne) und war sehr splendlt im Beifallsklatschen: Zeichen Der 3eU Bluff ist Trumpf! 1 W, iincnt. verl. 1 5 4 Runde der Zweiten: unent. verl 0 2 3 3 5 5 5 0 2 0 0 2 1 1 0 0 0 0 1 2 3 Punkte 6 6 2 2 2 gern. 4 3 2 1 1 1 Punkte 9 7 5 3 2 2 1. 3- ®. Nürnberg Vpielvergg. Fürth 6- D Frankfurt V f. B Stuttgart 2 3- L Hedarau F. 6 V. Main« 05 Tabelle der goto. 3 2 0 1 0 München 1860 Karlsruher F. B. Eintracht Frankfurt D. F- TL Mannheim 3- D Saarbrücken Spiele 5 Spiele 3 3u der Runde der Meister kam am Sonntag t -- r>>.r l)"he Lieg des Fußball portvereins Frankfurt I schlechter Verfassung anzutreffcn. Marburg-Ockershausen (Liga) — Sp. Vg. 1900 Gießen (Liga) 3:1 (Halbheit 1:1). ö 3m zweitletzten Spiel »er Saison enttäuschten die Gießener Vereinigten stark. 1900 beging während des ganzen Spiels den Fehler, mit der Lauferreihi. und der Verteidigung zu weit aufzurücken. so daß die Gastgeber mit ihrem schnellen, wuchtigen Spiel durch geschickte Benutzung der glügcl immer wieder d irchkamen. da man bei Gießen gar nicht daran dachte die beiden Außenstürmer in besondere Obhut zu nehmen. Durch zwei bestimmt zu verhindernde und ein aus glatter Abseitsstellung geschossenes Tor errangen die eifrigen Playbesiher den Sieg. Der Spielverlauf war vom Anfang bis zum Ende äußerst spannend. Beide Torhüter konnten sich über Arbeit sninngel nicht beklagen. Der Gießener war diesmal gut aus dem Posten, bis auf das letzte Tor, dagegen Verteidigung und Läuferreihe in ihren Leistungen äußerst mäßig, der Sturm viel zu weich und unentschlossen gegen die stet- vielbeiniae Abwehr Ockershausens, die sich auch nicht scheute, die Hände zu nehmen. Da» SckenverhältniS war genau ausgeglichen. 'Beim Platzverein überragend Torwart. Mittelund die beiden Außenstürmer. Trotz des Sieges boten die Gastgeber feine überzeugende Leistung. Sic hatten außerordentliches Glück. 1900 in so gegen Mainz 05 mit 4:0 nach den guten Leistungen der Frankfurter gegen he Nürnberger am vorhergehenden Sonntag nicht überraschend Ebenso entspricht der glatte Sieg der Nürnberger über Neckarau mit 3:0 den gegenwärtigen Stärke- Verhältnissen. 3n der Nunde der Iwetten konnte der Sportverein I8o0 München feine führende Stellung durch einen Sieg von 3 1 über die Mannheimer Rasenspieler start befestigen, zumal der Karlsruher Fußballverein gegen den Saarbrückener Fußballverein wider alles Erwarten nur ein unentschiedenes 0X)-Ergebnis erringen konnte Tabelle der Runde der Meister. anjuwendcn ist. Danach sind künftig ®au= und Le- ztrksipielochnungen hinfällig, soweit sie nicht ausdrücklich in der Sretsfptdorbnung vorgesehen wer den. Der Sinn der Betriebsformen: Pflicht, f P i el« und Freundschaftsspiele wird jeft- gelezt. Äa» die Pflichtspieltage betrifft, soll eine planmäßige Verteilung so erfolgen, daß die Mann schäften künftig alle 3 bis 4 Äschen einen Pflicht- ipidtag innerhalb der Spielreihe haben, so daß eine lieber Häufung der Wettspiele ausgeschlossen ist. Innerhalb einer Spielreihe Darf rin Spieler nur für einen Verein gemeldet werden. In den Spielregeln tritt keine Senderung ein. Die Bezirkstagung der Arbeitersportler in Wieseck. £ Nachdem am Samstagabend ein Turnsparten- lag oorausgegangen war, versammelten sich am Sonnlagoormitlag in Dirieck die Funktionäre und Vereinsoertreter des 3. Bezirks zu ihrer Jahres- tagung. von den 42 vezirksoereinen waren 33 mit 69 Delegierten anwesend, außerdem der gefamk Bezirksrat und feiten» des Kreise» besten technischer Leiter, B u r mest er. Frankfurt. Nach dem Ge- fchoft»bericht des Bezirkslelters S ch a s e r ■ Wieseck wtragt bie Mitgliedcrzahl 2500. Durch wesentliche Einschränkungen be rAusgaben hostl man. den Etat 4U entspannen. Das im verflossenen Geschäftsjahr veranstaltete Bezirksfest in Wieseck war m allen leiten als wohlgelungen zu bezeichnen. Der Bericht de- technischen Leiter», V m e n b - Krofdorf, stellte einen kleinen Rückgang im Geräteturnen fest, der aber durch das wesentliche Astwachsen der leichtathletischen und Fußballbewegung mehr als ausgeglichen wird. In einer regen Aussprache kam all- fertig der Dille zum Ausdruck, in ernstlicher Weise an der Vertiefung be» Turn- unb Sportgebanfen» lu arbeiten. Die Vorstands mahlen hakten folgendes Ergebnis: Keael, Wetzlar. Bezirksleiter, Schä f er-Wieseck, Kassierer, B e t h g e - Gießen. Schriftführer. Schneider- Krofdorf, 3ugcnblcitrr. 'n m en b - Krofdorf, technischer Leiter. Dem Turn- fpartenoorftanb gehören außerdem noch an: Pfaff- Krofdorf als Leiter, 0. Mandler Heuchelheim, Sportwort, D i e h m a n n - Kinzenbach, Turnspielleiter, Leiter des Frauenturnens blieb E. Mandler- Heuchelheim, ebenso die Leiterin des Schülerturnens. Frau E. Mandler- Heuchel heim. Die leichtathletischen Wettkämpfe für 1927 wurden Wetzlar übertragen. B u r m e st e r - Frank- furt hielt einen Vortrag über eine Reihe technischer unb Verwaltungvfragen und sprach in besonders interessanter Weise über das Kreisfest 1927 im Frankfurter Stadion Nach einem bemerkenswerten Be Idjlufj, der einstimmig gesoßt wurde, werden inner halb des 3. Bezirks bei allen Wettkämpfen keine Diplome oder dergleichen mewr zur Ausgabe gc langen. Die Bekanntgabe der Rangliste wrid als ausreichend betrachtet. Um Die westdeutsche Fußballmeisterschaft. DO In der Nunbe bet westdeutschen Bezirks- meister konnte am Sonntag Arminia Bielefeld durch einen allerdings knappen Sieg über Kur- hesien Kassel die Führung behaupten. Erwartungsgemäß siegte Duisburger SD. gegen Hagen 05. Kölner E f. N. blieb 2:0 Sieger gegen Fortuna Düsseldorf Nunde der Bezlrksmeister. Köln E f N Köln Fortuna Düsseldorf 2:0. Hamborn Duisburger 6. V Hagen 05 3: 0 I । Hamm Arrnina Bielefeld Kurhessen Kas- Um die süddeutsche Fustball-Meisterschaft. Süddeutsche prioatfpiele. 0. C. Stuttgart-Wacier Ntunohen iSametagj 1:3. Phöniff Karlsruhe— Wacker München fSonn- tag) 3:5. 1 F. E. Freiburg Offenbacher Kickers 3.-2. Union Niederrad—F. V. Speßer 4 1. V. f. L. Neu-Isenburg-S. V. Wiesbaden 2:0. F. 6. Pirmasens F. E. Hanau 93 22. Not-Weiß Franksurt a. M.—Wormatia Worms 2 0 Das Endspiel um den Fuhball-Bundespokal. das am Sonntag vor etwa 25 000 Zuschauern im Stadion zu Altona stattsand, endete mit einem verdienten 1:0 Siege der Mitteldeutschem die wie bekannt — in der Zwischenrunde gegen den Norden 2:3 verloren und nach dem Tter- äicht Berlins durch Los zum Gegner Nord- deulschlands im Endspiel bestimmt wurden! Etwa drei Minuten vor Schluß fiel das einzige Tor des Spiels durch den Nechtsaußen Francke- Chemnitz. Die Tabellenersten geschlagen. Die L i g a r e , e r o e gewann auf eigriiem Platz nach lehr schönem Stürmcripiel 6:2 gegen Dillen bürg» 3u>‘ue. Die 3a (Lehrmannichast» fertigt« Heuchelheims .iroeiie 5:2 ab unb errang damit fnbgültui die Gruppen meisters chatt Die 1. Jugend kehne von Borussia" Frankfurt mit einer ^1-Niederlage zurück (Vorspiel in Gießen uch 31 für Sranfnirt). obwohl nur 10 Spieler zur Stelle waren. Die 2. Jugend spielt, in sehr ichwacher Aufstei lang vor dem Liaaspiel m Ockershamen gegen die dortige 1. unb 2. Jugend komb. 2.1. Der Sieg war verdient in Anbetracht der weil befieren Leistung der Blauweißen. S. C. Niedergirmes schlägt Germania Marburg 3:2. tz Am Sonntag gelang es den Wetzlarer Vorstädtern wider alles Enoarten, gegen den Anwärter auf die Lahnkreismeisterfchaft einen verdienten Sieg zu erringen. Das Ergebnis gibt jedoch feinen Ausschluß über den Kampf sechst. Gs ist bestimmt für die Germanen zu glimpflich abgelaufen. Ins Auge fiel vor allem daS ungeheure Pech der Girmeser vor dem Tor DaS Spiel, das Germania vorführte, entsprach keineswegs den Erwartungen, die man im allgemeinen von einem Spitzenführer sagen darf Es begann mit einem Vorstoß der Niedergirmeser. der unbe- dingt zu einem Erfolg hätte führen müssen. Der- artige, Momente kamen im Verlauf des Spiels noch öfters vor. Niedergirmes sah man meist im Angriff liegen. Jeder in der Elf gab sein Bestes Aur die Leistuna des H. N. fiel stark ab. Hieraus war auch ein öfteres Versagen im Sturm zurück- zufüßren. Nach 20 Minuten kam der Plahverein durch einen wegen Handspiels verhängten Elser zu seinem ersten Erfolg. Noch vor Hochzeit fiel das zweite Tor für Girmes. Wiederum ein Elfmeter. Diesmal wegen unfairen Angehens des Stürmers im Strafraum. Kurz vor dem Wechsel konnte Germania nach guter Kombination durch feinen N. A. ein Tor aufholen. Bis jetzt hatte Girmes noch gegen den Wind gespielt und trotzdem die Führung an sich gerissen. Die Aussichten Germanias auf Sieg waren schon stark im Schwinden. Schnell und wechselvoll lief der Kamps weiter. Marburg war technisch besser. Doch die bessere Spielweise führte zu keinem Tor. Niedergirmes war die eifrige Mannschaft und arbeitete noch manche sichere Torchance heraus, die jedoch alle nicht ausgenuht wurden. Einmal hatte der M.-St. die Germanenverteidigung überspielt und konnte 5 Meter vor dem Tor nicht einschieben. Ein andermal prallte der Ball Dreimal nacheinander an Latte und Pfosten ab. das Unvermögen des Innensturms trat klar zutage. Germania verlegte Ilch nun auf Durchbrüche. Nach schönem Durchlpiel kam es zum zweiten Erfolg durch Linksaußen. Noch 20 Minuten bis zum Schlußpfiff! Eifriger wurden die Germanen. Aus Ab- feitsstellung erzielten sie im Kampfgewühl vor dem Tore einen dritten Treffer, der vom Unbar- feilschen mit Necht nicht gegeben wurde. Trotz des Unentschiedens ließ Girmes nicht nach und setzte nochmal Dampf auf. Der Torwart erhielt viel zu tun. Kurz vor Schluß gelang ausgerechnet Dem H. N. des PlahvereinS. dem schwächsten Spieler auf dem Platze, der fiegbringenöc Treffer. Der Sieg kam jedoch für Niedergirmes zu spat Die Elf ist bereits dem Abstieg verfallen. Gladenbach - F. T. 05 Wetzlar 1:2 tz Einen recht knappen Sieg erfocht am Sonntag der Wetzlarer Fußballklub gegen den Landverein Gladenbach mit 1:2 Torem nachdem es bei Halbzeit noch unentschieden 0:0 gestanden hatte. Im allgemeinen war das Spiel verteilt, so daß der F. C. nur knapp verdient gewonnen hat, weil er technisch besser war. v. f. B. B. s. B. Iftga .Germania Wiesbaden 15. B. s. B. Liaareserve Herborn Ligarel. 14: 0 B. s. B. 1. Igd Nieder-Girmes 1. Igd. 3: 0. V. f. B. 2. Igd Nieder-Girmes 2. Igd 3 1. Aus Grund de» mit geschwächter Mannschaft errungenen 6. I-Sieges gegen Ockersdausen am nomergangemm Sonntag glaubte man auch Diesmal einen Sieg der V f B.-Mannschaft Voraussagen zu können um so mehr. alS sie. wenigstens den Namen nach, m wesentlich stärkerer Ausstellung stand Trotzdem konnte .Germania ' Wiesbaden. bt» fetzt immer noch Kreisligaverei i während des ganjen Spiel» nur mit >ehi» Mann spielend, der kompletten Platzmannlchast mit 5: I daS Nachsehen geben Dabei boten die Gäste durchaus keine überwältigende Leistung: die fünf Tore waren nicht etwa der Erfolg eine» besonders ausgeprägten Zusammenspiels sondern lediglich der rasche Start und das energische Nach- setzen zweier von den vier Stürmern vermochten die Hintermannschast der Einheimischen fünfmal zu schlagen Die D. s. B.-Mannschasi lieferte wohl mit daS schlechteste Spiel der Saison. Der noch einigermaßen angehende Sturm ding durch daS völlige Versagen der Läuferreihe, besonders des Mittel- und linken LauserS. gänzlich in der Lust, auch der rechte Verteidiger war um keinen Deut besser als seine Vorderleute. Daß unter diesen Umständen das Halbzeitresultat bereite 4 1 für Wiesbaden lautete, kann nicht wunder nehmen. Nach dem Wechsel änderte sich das Bild. V. s. B kam ziemlich aus und vermochte während der zweiten Halbzeit das Spiel durchweg überlegen zu gestalten, konnte jedoch infolge Schuhunsicher- heil des Sturmes. ui»befont*ere de» Halblinken, an dem Resultat nichts mehr ändern. Dagegen kam .Germania" kurz vor Schluß noch zu einem 5. Tor, das jedoch eine krasse 'Fehlentscheidung des aus der Mittellinie liebengebliebenen Schiedsrichters war. Einen Teil Schuld an dieser Fehl- entscheidung trug auch der sich als unsähig erwiesene Linienrichter. Alle» in allem war e» ein Spiel, wie es hoffentlich so bald nicht wieder vorgeführt wird. Die ,'Beifallsbezeugungen" der enttäuschten Zuschauer sollten der Mannschaft zu denken geben Anders machte es die Ligareferve. Sie schlug ihren Verbanbsspielgegner. die mit Recht gefürchteten Herborner auf eigenem Platz mit nicht weniger als 14:0. Das Resultat erübrigt ein Eingehen auf den Spielverlauf. Bemerkenswert ist, daß dieselbe Herborner Mannschaft vor 14 Tagen die Dillenburger Ligareserve ebenfalls mit 14:0 besiegen konnte. Jedenfalls hat die D. f. B.-Mannschmst bewiesen, daß sie im Lahnkreis keinen Gegner hat. Wenn sie mit demselben Siegeswillen und Kampseseifer auch in die noch ausstehenden Verbandsspiele gebt, dürfte ihr die Meisterschaft sicher fein. Ihr gehört ein uneingeschränktes Gesamtlob. Die Jugend bewies durch ihre Siege über Niedergirmes ihre weitere Formverbesserung. Aus dem Arbeiter*Turn« und Sportbund. Freie lurnerschaft Gießen £ Ersatzgeschwächt trat die 1. Mannschaft Gießens der 1. Mannschast des Turn- u. Sportvereins Butzbach auf dem dortigen Platz gegen über. Bei dem recht lebhaften Spiel hatte Gießen während der ersten Halbzeit den Wind im Rucken und konnte die Butzbacher fast ständig in deren Spielhälfte festhalten. Erfolge verhinderte die Hin- termannschast des Platzoereins. Die Angrifse Butzbachs scheiterten zumeist schon an der Gießener Verteidigung. Nachdem Gießen einen Elfmeter oer schenkte, wurden die Seiten gewechselt Nun war der Wind Butzbachs Bundesgenosse, diese hatten demzu folge etwas mehr oom Spiel. Aber auch jetzt sollte NWeitverbreitet iß der Neid, man tdutZirkulation. (gegen diejes immer mehr z- von. es in einen liehe 1 billig end zu vecflecken und fie ftch nicht an merken zu laßen. Das fortwährend notwendige Tlnferdrudeen des fdetdes aber kein beßeres fdeilmdbel als den Qenuß von- Greilinq-Aaslelc^ 7 7 4 . ne Kur für 4 Wochen nur Mk. 3 -. Niederlage In Gießen : Reformhaus Paul Scholz, Kreuzplatz 5. Verlangen Sie kostenlose Broschüre vom General-Vertrieb für Hessen und keine Partei trotz der stärksten Anstrengungen zu einem Erfolge kommen, so daß der Schlußpfiff des Schiedsrichters einem torlosen, aber trotzdem recht interessanten Spiele ein Ende machte. Die Id-Mannschaft Gießens trat der 1. Mannschaft von Harheim bei Bilbel gegenüber und mußte nach lebhaften und spannendem Spiel den Gastgebern den Sieg überlassen. Bis zur Pause lagen die .Harheimer mit einem Tor in Führung. Bald nach dem Wiederanstoß stellte der Halbrechte Gießen den Ausgleich her. 20 Minuten vor Schluß sicherte sich Harheim das zweite und Siegestor. Die 2. Mannschaft holte in R o d h e i m eine .twas kräftig ausgefallene Abfuhr. Das 7:2-Ergeb« X\s> für Rodyeim entspricht dem Spielverlauf. Freie Turnerschost Heuchelheim. Alle drei im Kampfe stehenden Mannschaften Heuchelheims konnten am Sonntag mit einen glück- udjcn Sieg zu landen. Am eindruckoollsten war der 7:1-Sieg der I.Mannschaft gegenüber den gefürchteten Naunheimer n. Beide Mannschaften erschienen komplett. Nach anfänglich etwas scharfem Spiel ging Heuchelheim durch einen verwandelten Elfmeter in Führung, der Borsprung konnte bis zur Halbzeit um ein weiteres Tor erhöht werden. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Heuchelheim das Resultat auf 3:0. Jetzt endlich glückte dem sonst so gefährlichen Naunheimer Sturm sein erster und einziger Treffer, Heuchelheim konnte bis zum Schluß noch ein viertesmal erfolgreich fein und hat mit diesem Spiel bewiesen, daß cs nicht ganz aussichtslos die Spiele in der Kreisklasse durchführen wird. Die Jugend hatte die Jugend des Männerturnoereins Marburg im Rückspiel als Gast und konnte nach gleichwertigen Spiel mit 2:1 glücklicher Sieger bleiben. Di« Schülermonnschaften Heuchelheims und Wetzlars brachten das gleiche Resultat zustande, auch hier siegten die Heuchelheimer mit 2:1. Alteu-Duseck I — Daubringen I 0:4. Seit einiger Zeit kann festgestellt werden, daß die Fuhballbewegung auf dem Lande immer mehr Anhänger gewinnt und ständig im Zunehmen begriffen ist. So nimmt nunmehr auch A l t e n -B u s e ck einen regelmäßigen Spielbetrieb auf, und hatte sich für den Sonntag die erste Mannschaft von Daubringen als Gegner verpflichtet. Zu erwarten war, daß Daubringen mit seiner größeren Spielerfahrung Sieger bleiben würde, überraschend war aber das verhältnismäßig niedrige Resultat. Dis zur Halbzeit stand das Spiel 2:0 für Daubringen, das Resultat wurde bis zum Schluß aus 4:0 erhöht. Daubringen war während des ganzen Spiels Herr der Lage. 2llten-Duseck erzielte in seinem ersten Spiel mit- stärkeren Gegnern trotz der Riederlage einen ganz annehmbaren Achtungserfolg. lurn- und Sportverein Fronhausen. Die 1. Mannschaft Fronhausens spielte mit der gleichen Leuns eine Remispartie, 1:1 lautete das Schlußergebnis. Fronhausen mußte mit zwei Mann Ersatz antreten. Die Jugend konnte ihr Treffen mit Hachborn 4:2 siegreich gestalten, nachdem die Halbzeit Hachborn mit 2:0 in Führung lagen. 21m die süddeutsche Meisterschaft fand am Sonntag ein Spiel statt. Rürnberg- West (7. Kreis) und Hegsfeld (10. Kreis) waren die Gegner. Dis Halbzeit führte Hegsfeld durch zwei überraschende Tore. Rach dem Wechsel zeigte Rürnberg ein glänzendes Spiel und erzielte in dieser Zeit 5 Tore. Das Schluß- ergebnis lautete 5: 2 für Rürnberg. Gießener B. D. R.-Vereine. Als Abschluß der Gaumeisterschaftswettbewerbe hatten die Gießener BDR.- Dereine für den Sonntagabend ein Saalsportfest organisiert. Das sportliche Programm wurde eröffnet durch einen 12er-Reigen. gefahren von Zugendmitgliedern der vier Gießener DDR.- Dereine. Gauehrenstraßenfahrwart Marx begrüßte die Gäste und Mitglieder, dankte den Ausschußmitgliedern, und davon ganz besonders den Herren Ehr. Pfund. Willy Werner. Jean Heimes. Karl Löwer und Willy Muhl für ihre unermüdliche Arbeit. Mit einem Hoch auf das Vaterland und dem Deutschlandlied schloß die Ansprache. Die folgende Siegerverkündung brachte das unten berichtete Ergebnis. Don Damen und Herren des Radfahrer- vereins „Fortuna" wurde ein Schulreigen flott gefahren. Der von „Die Wanderer" Gießener Radfahrergesellschaft von 1896 in schönen Rokokokostümen gefahrene Reigen, sowie der Glühlichtteigen des Radklub „Germania" riefen allgemeine Dewunderung hervor. Der Gießener Radfahrerverein 1885 fuhr mit seiner Meisterschaftsmannschaft einer 6er-Kunstreigen Rach den gezeigten Tlebungen wird die Mannschaft jedenfalls den Lahngau bei den am 3. April in Frankfurt o. M. stattfindenden Kreismeisterschaften würdig vertreten, besonders da sie sich bis dahin noch mehr an die erst am Samstag eingettoffenen neuen Spezial-Kunstreigenmaschinen gewöhnt haben wird. Die Ergebnisse: 2er-Kun st fahren: 1. Gau meister Rad- Club ,.Germania"-Giehen (Don Gifs—Pfund- 213,4 P. 2. Radfahr-Club 1885 Marburg (Keßler—Unverzagt) 209,4 P. 6 er-Kunstreigen: 1. GaumeistcrGießener Radfahrer-Derein 1885 (Gebr. Kehler. Gärtner, Lehfeldt. Kern, Deibel) 12,353 P. 2. Radfahrer-Derein 1887 Wetzlar, 11,055 P. 3. Radfahrer-Club 1885, Marburg, 9,797 P. 2er-Zugendradball: Gießen. 1. Rad-Club „Germania", 1. Mannschaft. Die Mannschaft errang damit zum ersten Male den C. C. Waldeck-Herausforderungspreis. 2. Rad- Club „Germania-Gießen, 2. Mannschaft. 3. Rad- Club „Germania"-Giehen, 3. Mannschaft. 2er Radball: Gaumcister und Sieger im Radballpreis der Stadt Gießen, Rad-Club „Germania", Gießen. 1. Mannschaft (Don-Eis, Pfund). 2. Rad-Club „Teutonia". Krofdorf. 3. Gießener Radfahrer-Derein 1885, 2. Mannschaft. 4. Gießener Radfahrer-Derein 1885, 1. Mannschaft. ler Kunstfahren: Gaumeister Radfahrer-Derein 1887 Wetzlar (Willy Göbel), 251,60 Punkte. 2. Radfahrer-Derein „Rassovia", Limburg (Walter Göbel), 216,70 P. 3. Radfahrer- Club 1885, Marburg (Kehler), 214,55 P. 3er Radball: Gaumeister Rad-Club „Germania" Gießen (Don-Eis. Pfund. Rödiger). 2. Gießener Radfahrer-Derein 1885 «Deibel. Rieger, Kehler). Deutschland schlägt Holland im Wasserball. Das erste Wasserballspiel Deutschland gegen Holland, das am Samstag im Krefelder Stadtbad stattsand, nahm bei auherordentlich gutem Besuch einen interessanten Verlauf. Die Holländer lagen bis zur Pause mit 5:2 in Führung, muhten aber nach einem prachtvollen Endspurt der deutschen Mannschaft sich mit 6:7 für Deutschland geschlagen bekennen. Arn zweiten Tage war das Krefelder Stadtbad ausverkauft. 3m Wasserball-Länderkompf Deutschland — Holland zeigte die deutsche Mannschaft einen hervorragenden Kampfgeist, der auch zum Siege führte. Die Holländer lieferten besonders im Zusammenspiel prachtvolle Leistungen. Das Spiel endete 7:5 (4:3) für Deutschland. gwei neue Weltrekorde im Rückenschwimmen. vo. Zwei neue Weftrelorde im Rückenschwimmen wurden anläßlich eines Wettschwimmens in Rew Haven aufgestellt. George F i s h l e r vom Reuyorker Athletikklub schwamm 150 Parbs in 1:42. Der alte Rekord wurde von Kealoha- Hawai mit 1:44,8 gehalten. Den zweiten Welt- über 400 Meter, die er in 5:57 zurücklegte, rekord schuf C a h i l l von der Paleuniversität den alten Rekord von D li h - Belgien von 5:59,2 verbessernd. Das erste Slenotypiften- Wettschreiben in Gießen. Man schreibt uns: Der Dezirk Gießen des He s f i s ch - R a s s a u i s ch en Kurzschrift- Verbandes Gabelsberger «Verband für Einheitskurzschrift) wird am Sonntag, 3. April, im Kaufmännischen Vereinshaus zu Gießen zum erstenmal ein Stenotypisten - Wett- schreiben veranstalten. Es handelt sich dabei um ein Wettschreiben in Schnellschrift in Verbindung mit der S chreib - maschine. Schreibmaschine und Stenographie gehören ja eng zusammen, denn auf allen Aem- tern, Dureaus und Kontoren werden Schreibmaschinen in Verbindung mit der Kurzschrift verwendet. Rachdem die Cinheitskurzschrift ihren Siegeszug überall gehalten hat und in den Schulen nur noch nach der Einheitskurzschrift unterrichtet wird, haben die Stenographen- Vereine sich zum Ziel gesetzt, den bereits vor- gebildeten jungen Leuten ganz besondere Fertigkeiten in der Kurzschrift beizubringen. Der Bezirk Gießen hat daher die Stenographie auch auf das sportliche Ge biet ausgedehnt, indem er sogenannte Mannschaftskämpfe und Staffelwettschreiben eingeführt hat. im vorigen Herbst auf dem Bezirkstag in Wieseck zum erstenmal ausgetragen wurden. Dazu kommt nun noch das Stenographie- und Maschinen- Wettschreiben. Es wird dabei ein gedruckter Text von 1000 Silben übertragen, außerdem ist noch ein Diktat in der gleichen Eiibenzahl aufzunehmen und in die Maschine zu übertragen. Dabei kommt es nicht allein auf ein schnelles Stenographieren an. sondern neben der Schnelligkeit vor allen Dingen auf richtiges ^Überträgen. Rach einer bestimmten Punkttabelle werden die Arbeiten gewertet. Die Teilnehmer können sich ihre Maschinen selbst mitbringen, was sogar sehr zu empfehlen ist. weil sie diese am besten kennen. Die Geschäftswelt und Behörden haben ein großes Interesse an der guten Ausbildung von tüchtigen Stenotypisten und bekunden dies dadurch, daß sie für das Wettschreiben Schreibmaschinen leihweise zur Verfügung stellen. Das Stenotypistenwettschreiben wird ein öffentliches fein und sehr interessant werden, weil es dabei ganz besonders auf die Fingerfertigkeit ankommen wird. Man wird auch dabei Vertreter des 10-Fingershstems (Dlindschreiben) beobachten können, das leider trotz seiner Llcberlegenheit noch gar zu wenig angewandt wird. Da an wirklich brauchbaren Stenotypisten immer noch Mangel herrscht, während es eine große Menge Stümper gibt, so ist das Wettschreiben des Bezirks Gießen sehr zu begrüßen. Wir hoffen, daß sich zum Stenotypistenwettschreiben eine recht große Zahl junger Leute melden wird _ Gerichtssaal. WSR. Wiesbaden, 6. März. Das Schöffen^ gericht verurteilte den 27jährigen Maschinentechniker Adolf Stewens aus Bernburg in Anhalt, der im Januar den gefüllten Oder» stock der katholischen Kirche in Ahmannshaufen erbrochen und beraubt hatte, wegen schweren Diebstahls im Rückfall zu zwei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Rundfunk-Programm des frankfurter TenderS. (Aus der .Radio-Umschau".) Mittwoch, 9. März. 3.30 bis 4 Ufjr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 lühr: Konzert des Hausorchesters: Operetten von Cysler. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Bücherstunde. 6.15 bis 6.30 LIHr: Senckenbergviertelstunde. Pros. Drevermann: „Tagesfragen und Beantwortung eingegangener Briefe." 7.30 Uhr. Liebertragung aus dem großen Saal des Saalbaues: „Salomo". Oratorium von Händel, neubearbeitet von Carl Straube. kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 9. Marz. Iohanneskirche. 6: Passionsgottesdienst. Psr. Ausfeld Die Hilfe gegen Gicht und Rheumatismus. Sic wissen kein sicheres Mittel gegen diese Plagegeister, Einreibungen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern meistens nur für einige Zeit die Schmerzen, aber sie packen nicht immer das Nebel an der Wurzel. Ich empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes Mittel, und Sie sollen cs selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet; aber ehe ich Ihnen mehr sage, lesen Sie den folgenden Brief: Ich bin von der Wirkung Ihres wundervollen Präparates „Gichtosint" förmlich überrrascht, es hat nicht nur meine Hoffnungen erfüllt, sondern bei weitem übertroffen, wofür ich Ihnen meinen herzlichsten Dank an dieser Stelle ausspreche. Schon am zweiten Tage nach dem Gebrauch von Gichwsint waren die fürchterlichen Schmerzen, die mir des öfteren die ganze Nachtruhe raubten, nicht mehr so heftig und konnte ich daher, seit einigen Jahren zum ersten Male, einen erquickenden, ruhigen Schlaf finden. Seitdem ließen die Schmerzen täglich immer mehr nach, und kann Ihnen heute zi> meiner größten Freude mitteilen, daß alle Schmerzen spurlos verschwunden sind und ich mich wieder wie neu geooren fühle. Hochachtungsvoll I. M. i. M. Solche Briese besitze ich Tausende, und nun hören Sie weiter: Gicht und Rheumatismus können nur von innen heraus wirk- lich kuriert werden durch Entgiftung des Blutes. Dieses ist verMif Mplinnn bitte Ihre Haare waschen« * * * ** d I 11 denn es gibt nichts Vorteilhafteres für Sie als dieses wunderbar verschönernde Kopf Waschpulver. 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Forstamt Gießen. 2253D Holzversteigerung in den Waldungen der Gemeinde Wieseck. Freitag, dem 11. d. M., vormittags 10 Uhr beginnend, sollen im Forstott Hegwald nachverzeichnete Holzsottimente versteigert werden: 15 Eichenstämme 4. Klasse (30—39 cm Durchrn.) mit 10,48 fm: 45 Eichenstämme 5. Klasse (25—29 cm Turchm.) mit 19,60 fm; 56 Eichenstämme 6. Klasse (ca. 25 cm Durchrn.) mit 16,59 fm (Für Wagner sehr geeignet). 26,5 rm Eichcn-Nutzknüppcl 2,5 m lang, (Gartenvfosten); 95,8 „ Eichen Schnittholz 58,8 „ Eichen Knüppelholz 150 „ Eichen-Reiiig 24,8 „ Eichcn-Stockbolz Die Zusammenkunft ist an der Ludwigsburg. Wieseck, den 7. März 1927. __Schomber.______2246D Oberförfterei Krofdorf. Vrennholzverfteigenmg (letzte Versteigerung) am Dienstag, dem 15. März 1927, 10 Uhr vormittags, bei Freund in Krofdorf, aus Försterei »ttofdori, Distrikt 17, 20, 21, 22, 8, 7 und Tot.: Eiche: 110 rm Scheit, 90 rm Knüppel, 1250 rm Reis 11/III: Buche: 500 rm Scheit, 90 rm Knüpvel, 2800 rm Reis III; Erle: 6 rm Scheit, 15 rm Knüppel, 230 rm Reis III; Fichte: 3 rm Scheit, II rm Knüppel, 400 rm Reis II. 2236V Drucksachen allerArt Odert in jeder gewünschten Ausstattung stilrein and preiswert die Brflhriche Ualv DruekertL ft Le ege Vergebung Zu der am 28. und 29. Mai 1927 m Alsfeld auf dem Lindenplatz stattfindcndcn Landvolkstagung des Hessischen Land- jugendbundes sind die Plätze für Karussell, Zuckcrständen, Schießbuden u. s. w. zu vergeben. Angebote sind zu richten an den Bundesvorsitzenden Robert Schmidt, Stcinheim, bis zum 17. März 1927. Dort- selbst kann auch nähere Auskunft eingezogen werden. 22351) Für die Autolinic Nidda—Ulfa soll die Lieferung von 50001 Benzol in Leiheiscn- fässcrn und 500 Liter gutes Del frachtfrei Station Nidda vergeben werden. Abnahmefrist 6 Monate, Zahlung nach Lieferung. Schriftliche Angebote bis zum 15. März 1.1. an die Bürgermeisterei Nidda. 22590 Fischereiverpachtung. Am Mittwoch, dem 23. März d. I., vormittags um 10 Uhr, wird auf dem Obcr- förstereigeschäftszimmer in Strupbach die Fischereinutzung im Etz- und Haustädter- bach in der Gemarkung WaldgirneS auf die Dauer von 12 Jahren öffentlich meistbietend verpachtet. Die Pachtzcit beginnt am 1. 9lpril d. I. 2258D finden Photoliebhaber in groUer Auswahl im Photohaus der Central- Drogerie Schulstraße Ich empfehle MjUMUMl vitaminreich, vcrdannuasiördcrnd für Magen und Zuckerkranke, fettleibig' feit und Stoffwechselttörnngeu. Aerztlich begutachtet: Ferner das so beliebte Simonsbrot u Vi o- I Karl Baas II., Sädermeister Vleichttrastc 21. WD Telephon R5». Nr. 56 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Dienstag, 8. März 1927 lebung woh f. Obctrcgi n> so ziemlich auf dem vorjährigen Stande. Rheinhessen WSR. itim Schmidt von ©eine Ti der Oberhessen. Landkreis Gictzen. bringen. T Allendors a. d. Ld a., 7. PersvnalauSgaben halten sich mit einigen Verschiebungen erste diesjährige Versammlung hielt ..._____ __ Zmkervereln Lumdatal in der Wirtschaft .Zum Bahnhof" dahier, die vom Vorsitzenden Lehrer S ch m i b t - Kesselbach. geleitet wurde. Vach Erstattung de- Jahresberichtes durch den Vorsitzenden berichtete der Rechner, Beigeordneter Döll. hier über die Kafseirverhältnisse, die „ , äst Herrmann, «Ziehen, haben ihr« Mitwirkung zugesagt. Der erste Teil des Programms ist dem Andenken 3. ®. Bachs (1655—1250) gewidmet. Gs werden Weiter Chöre von Hegar, Lurti, Mozart, Abt. MendelSfohn-Bartholdh und Breu vorgetragen. Der Verein steht unter Leitung von Lehrer Stein. Sie kaufen MAGGI5 Würze am vorteilhaftesten ‘2 f2n*ePÄm 0”9'”aff'asche N?6.aus welcher Sie Jhr MAGGI-Fläschchen nach Bedarf Mta^ur«25-beq'femep' und Sie haber> außer Geldersparnis auch die Gewahr der Echtheit. MAGGIs Würze ist unbegrenzt haltbar. Gründe genug für den Einkauf in plombierter Originalflasche zu RM. 6.50 £ W i e s e ck. 8. März Eine interessante Vorführung fand gestern nachmittag mit der vom ftreit ® iefoen neu angeschassten M o - torfeuerspritze hier statt. Um 3 54 Uhr wurde die Motorspritze von der hiesigen Bürgermeisterei au- alarmiert, bereits nach 12 Minuten war die Spritze auf dem Philosophenplatz zur Stell«. Unter Hinzuziehung einiger Feuerwehrleute der hiesigen Freiwilligen Feuerwehr wurde die Spritze nach der Wiefeckbrücke verbracht, wo da- benöt.gte Waller aut der Wieseck gesaugt wurde. S.eben M'.nuten später konnte bereit- die Wasserabgabe crfolaen. Der Uebu len bei Provinzialdirrktor Graes. Obcrregie- rungSrat Dr. Hetz, der Diehencr städtisch« Branddirektor Braubach, der Kreisfeuerwehr- inspekloc Dick ort und der KreiSausschuh. Die Leistungen der Motorspritze waten sehr zufriedenstellend. ft« dürste bei eventuellen Bränden nämlich die Durchführung der Feldbereint- gung. Seit einem Zaht wird daran gearbeitet, der Zeitpunkt der Fertigstellung kann noch nicht bestimmt werden. Wenn dies« Ausgabe gelöst ist. wird die Gemeinde an die Erbauung einer Wasserleitung hcrantreten müssen. Starkenburg. DSV. Offenbach 7. März. Der Oberbürgermeister legte derStadlverordnetenversamm- lung den Entwurf beS Haushaltsplan e« für 192 7 vor. Der Adfchlust gestaltet sich, wie in allen gröberen Städten, auch in Osfenbach noch wesentlich ungünstiger. Er zeigt einen ungebe d t c n Fehlbetrag von rund 3 600 000 TU art, wobei die von dem Oberbürgermeister beantragten Sinnahmesteigerungen von ISO 000 Mark aus einer Erhöhung der Krankenhaus- pflegesätze. 188 000 Mark au» der Erhöhung der Dailerpreise usw. bereits berücksichtigt sind. Diese ungünstige Finanzlage findet ihre fast auSschliest- liche Erklärung in dem wesentlichen Anwachsen der Ausgaben für die Wohlfahrtspflege. Daneben wirken sich noch im wesentlichen die Anforderungen der Schuldenverwaltung aus. Die Preuhen. bircib Wetzlar. Lützellinden, 7. März. Die Gemeinde Grohen-Linden ist vor kurzem an bie hiesige Gemeinde wegen einer Kostenbe- t eilig un g an einer Drainierunq einer über 100 Meter langen Wegestrecke deS beiderseitigen Grenzwegcö im Flurstück »PilgerSherm" herangetreten. Dieser Weg ist für die Gemeinde Lützellinden insofern von besonderem Interesse. alS er täglich von einer großen Mizahl hiesiger, auf dem Kalkofen und im dabei belegenen Bergwerk beschäftigter Arbeiter benutzt wird, aufar- dem stellt er einen wichtigen Zufahrtsweg zu dem in der Gemarkung Grohen-Linden gelegenen .Markwald" der hiesigen Gemeinde dar. Bei schlechtem Wetter ist der Weg kaum passierbar, ebenso haben die anliegenden Grosten-Lindener Grundstücke stets unter dem hohen Grundwasserstand zu leiden. Zur gründlichen Abstellung dieser Uebelstände soll das betr. Wegestück gelegentlich deS augenblicklich in der Gemarkung Grostcn- Lmden im Gange befindlichen Zusammenlegungsverfahrens der Grundstücke trockengelegt und das Grundwasfer durch «inen 30 Meter langen Ab- zugSkanal in den nahen Mühlgraben geleitet werden. Kreis viedenkopf. WSA Gladenbach 7. März. Am Samstag wurde auf dem hiesigen Bahnhof der Schaffner Ludwig Sohn beim Rangierest überfahren und auf der Stelle getötet. Der Mann ist vermutlich mit dem Fuß in einer Weiche hängen geblieben. WorckS. 7. März. Bei der Reu- anlage einer Gärtnerei stiest man in D.u nd « rS- heirn in einer Tief« von 60 Zentimeter auf mehrer« alte Tvnkrüg«. Bei vorsichtigem Wciter- araben wurden neben weiteren Tongesästen eine Anzahl Gold- und Silbermünzen. Waffen und Perlen aufgefunden. Di« Funde stammen auS der Zeit um 400 vor Christi Geburt. DaS hiesige PaulSmuseum hat die Altertümer angekanft. T 2 i ch, 7. März. Der hiesige Männer- gesangverein .Läcilia", einer der führenden Gesangvereine im Lahntal-Sängerbund und bekannt durch seine alljährl ch ttrieberfebren- den Konzerte, die wegen ihres hohen volks- blldenden Wertes allgemeine Anerkennung finden. veranstaltet am 2 0 März sein diesjährig^ Konzert. Wilhelm der Mainzer Oper und Cell! Ein Notruf an die Reichsbahn. gck. Grvhen-Dufeck. 7. März. Obwohl Kreits in einem Artikel auf die ungünstige Lag e der Frühzüge auf der Gt rette Gießen— Fulda hingewiesen wurde, sei gestattet. £u dieser breite Schichten des Busecker Tales tief berührenden Frage nochmals einige Worte zu sagen, die der allgemeinen Stimmung der Betroffenen Ausdruck geben. Man kann einfach nicht begreifen, dah bei wirklich gutem Willen der in Betracht kommenden Behörden das nicht möglich fein sollte, was vor dem Kriege gerne getan wurde, um bie Gesundheit der Heranwachsenden Jugend nicht un- noi'fl zu gefährden. 3m vergangenen Jahre wurde ein« AeichsgesundheitSwvche veranstaltet, und hier sollte eS für eine ReichS- behorde nicht möglich fein, durch passende Zugverbindung einen Teil des damals geäußerten guten Willens und der vielen schönen Worte in die Tat umzusehen? Rach dem schlimmen Ausgang des Krieges hat man oft gehört, dah fast das einzige Deutschland gebliebene Gut df« deutsche Jugend sei. Und hier kann nicht ^rhutet werden, dah mit der Gesundheit eines TeueS dieses Gutes Raubbau getrieben wird wem» die Jugendlichen um 5 Uhr morgens und noch früher auti dem ihnen fo notwendigen Schlaf gerissen werden müssen? Man hat gesagt dah bas Land der Jungbrunnen der Stadt fei, und hier stellt man die GesuncHeit vieler Landfugend auf eine harte Probe, derselben Jugend, die später einmal als Arbeiter, Angestellte, Handwerker, Dienstpersonal, Beamte usw. in die Stadt übersiedelt. Man veranstaltet Reichsjugend wvhlfahrtsta gung en bei denen auf berufenem Munde Berufenen auS Stadt und Land mit tiefem Ernst die ungeheuere Verantwortung bei der Erziehung der Heranwachsenden Jugend vor Augen gestellt wird, Und hier zwingt man Jugendliche, aus gesundem Schlaf herausgerissen. 85 Minuten auf den £ct 9 cin n, 6 c n *e r r i 61 8 zu warten, feöt sie inzwischen körperlichen und seelischen Sefahren aus und erwartet nachher dieselbe + Lich, 7. März. Der zwischen der oerlanger- ten Lahnhofstrahe und der Langsdorfer Strabe süh- rend« Weg, der (ogenannte .Hohle W eg", der die Geleise der Odnhdufer und Grünberger Eisenbahnlinie schneidet, wird zur Zeit zur festen Straße auwebauL Die Ausführung dieser arbeiten ist sehr zu begrüben, zumal dieser Weg als Zufahrweg zur neuen Verladerampe des Bahnhofs starkem Fuhr- werksoerkehr ausgesetzt Ift i Beltershain, 7. März. Dt« Feld- berelnigung ist bei uns zu Ende geführt. 3m Winter konnte man überall im Feld ge- schätiigeS Treiben beobachten. Der milde Winter kam den Landwirten sehr zugute. Mil Schippe und Kreuzhacke zogen sie täglich hinaus in die neuen Felder, um Hecken und Rain«, di« oft kreuz und quer die neuen Grundstücke durchziehen, zu toben. Wenn auch das Verschwinden Der Hecken alS Ristgelegenheit für die Vögel sehr zu bedauern ist, so ist dies für den Landwirt doch eine Qlottoenbigfeit, denn die Hecken und Raine mm vH en der Grundstücke kann der Landmann nicht gebrauchen. Der Sommer 1927 wird die erste Ernte auf den neuen Grundstücken alS gut zu bezeichnen find: schloß daS 3ahr 1926 bei 30 Mitgliedern doch mit einem Ueberschus) von 42 Mark ab. Vs wurde beschlossen, für 1927 bas .Archiv für Dienenkunde" zu abonnieren. Die Bestellungen auf daS neue DerernSglaS sind bei dem Vorsitzenden anzumelden. Die Vereins- Werbemittel werden auf der nächsten Versammlung im Mai verteilt werden. Zum Schriftführer wurde Lehrer W e i s«l - Rüddingshausen. zum Abgeordneten zur Vertreterversammlung am 3. Ostertag in (Sieben Lehrer Stöhr - Londorf ernannt. Pfarrer Büchner-Treis berichtete kurz über die Ausschuhsitzung. die am 13. Rovbr. In Hungen stattgefunden hatte. Darauf wurde des längeren nach eingehenden Ausführungen deS Vorsitzenden über die Pflege der Dienen im März berichtet. Kreis Büdingen. y. Bad-Salzhausen, 7. März. Hier wurde gestern nachmittag die von Kreismedizinalrat Dr. Balser dahier gegründete neue Äugendherberge «ingeweiht. Zu der Feier waren bie 3ugenbt»ereine ton Friebberg sehr zahlreich vertreten und zogen mit ihren Wimpeln geschlossen zur neuen Herberge. Rach dem Gesang eines frischen Wanderliedes fcielt Dr. Balser eine herzliche Begrüßungsansprache, worauf bie Weihere7>e von Pfarrer Köhler in Ridda folgte. Gerne übernahm er den Vorsitz über das geweihte Heim und wünscht« ihm recht viele Freunde, bie zu seinem weiteren Ausbau stellte Generalkulturplan beS Dogelsber- geS. Gebanken und Vorschläge, die Staatsrat Dr. Weber- KonradSdorf zu verdanken sind, s. Zt. leider nicht feine Verwirklichung gefunden hat. bab aber die allen Pläne unbedingt ausgegriffen und durchgcsührt werden müllen, wenn der Vogelsberg wirtschaftlich sich erhalten und vorwärts kommen will. Der Vogelsberg dem Vogelsberger Vieh! Mehr Drüniand. mehr Weide! Kein Getreidebau! Mehr Viehzucht! das sind kurz gesagt die dem Vogelsberg so iwtuxitfigen Belange und Forderungen )—( Ruppertsburg. 7. März. Zu den reizendsten Plätzchen unserer an Raturichönheitsn aubcrrrbcntlidj reichen Gemarkung gehört daS fogenannte .Alte Gericht" an dem Fuhwege von hier nach Laubach. Hier, oder wenigstens ganz m unmittelbarer Rühe, war die Frei- gerichtSstätte der Grafschaft Laubach. Der Rame des angrenzenden Gewanns ist .Galgenberg". Auf feinem höchsten Punkte, bereit» im Laubacher Gebiet, stand der Galgen. Vom .Alten Gericht", einem lauschigen Waldeck, genieht man einen herrlichen Blick aus Ruppertsburg und bi« Wetterau. Sine vom D. H. E. ausgestellte Ruhebank läd zum Rasten em. Sie war seither überschattet von vier mächtigen, uralten Buchen. Zwei berfeiben, und zwar bie stärksten unb schönsten, waren seit einigen 3ahren abgestorben und faul geworben, so das) sie nun zum groben Leidwesen der Ratur- und Heimatfreunde gefällt werden muhten, da sie unmittelbar am Fahrwege standen. Kreis Alsfeld. ** AlSfeld. 7. März. Am Sonntag fand der Stern st afettenritt Südwest - deutschland mit dem Endpunkt Alsfeld statt, der den Umkreis um Wiesbaden. Kassel, Fulda. Melsungen. Bebra. Lauterbach. Schlitz um- fabte. älm 3 Uhr waren alle Stafetten eingetroffen unb die Veranstaltung war. wie der Leiter Graf von Bredow. Altenburg. in seiner Ansprache erklärte, genau nach dem Plan verlaufen. Aus dem städttschen Festplatz führte der Reiterverein Alsfeld eine sehr gut gelungene und flott gerittene Quadrille vor. bie lebhaften Beifall fand. RamenS der Stadt Alsfeld begrubte Bürgermeister Dr. Völling die Teilnehmer und Gäste der Veranstaltung, wobei er feiner Freud« unb dem Danke Ausdruck verlieh, bab man die Stadt AlSfeld zum Endpunkt deS Stafettenrittes ausersehen habe. Alsdann folgte die Reiterprüfung deS Reitervereins, wobei daS Hürdenspringen besonderes Interesse fand. Die Wertung sand durch Oberst Grimmer vom Fuldaer Reichswehr • Artillerie - Regiment und Oberst auher Dienst Bleibt reu statt. Die Preisverteilnng erfolgte im .Deutschen Hause", woran sich ein geselliges Zusammensein anschloh. — Das am Sonntagabend auf Veranlassung des Vereins ehemaliger 116er AlSfeld und Umgebung im groben Saale des .Deutschen Hauses" veranstaltete Militärkonzert der Kapelle der Siebener Reichswehr unter Leitung von Obermufifmeifter 26 b er erfreute sich eines sehr guten Besuches: der geräumige Saal war bis aus den letzten Platz besetzt. Die hervorragenden musikallschen Leistungen der Gicftener Kapelle fanden ein begeistertes Publikum, daS stürmischen Beifall fbenbete, so daß sich Herr Löber zu wiederholten Zugaben erüschlieb'm muhte. San- besonderen Beifall fand daS grobe militärische Tongemälde von A Sarv, das den Schlich des Programms bildete. L Ruppertenrod. 7. März. Augenblicklich ist der Bauunternehmer H. Kell II. von Ober-Ohmen damit beschäftigt, die in der Gemarkung Ober-Ohmen liegenden Quellen für bie hiesig« Wasserleitung zu fassen. Die von dem Besitzer der Luchmühle erworbenen Quellen waren nicht stark genug, um bie nötige Wassermenge zu liefern. Hnfcre Gemeinde erwarb deshalb noch von dem Besitzer eines Rachdar- «undstückes H. Erbes eine sehr ergiebige Quelle. Diese sprudelte seither schon sehr stark. Die in der Rähe auf dem Feld« tätigen Leute Hollen sich dort im Sommer einen kühlen Trunk, denn das Wasser zeichnete sich durch ganz besondere Kühle und Würze aus. Die so vereinigten Quellen liefern drei Sekundenliter, mithin in der Stunde rund 11, an einem Tage 264 Kubikmeter. DaS ist eine Menge, bie allen Erfordernissen unserer Gemeinde gerecht werden dürfte. Denn die Arbeiten zur Fassung der Quellen beendet sind, wird mit der Legung der drei Kilometer langen Rohrleitung begonnen werden. — In den letzten Wochen hat der Automobilverkehr, begünstigt durch die milde Witterung, sehr zu- •genommen. Beide ©traben, sowohl die nach Alsfeld. wie die nach Ulrichstein, sind sehr von Automobilen belebt. Stündlich fahren oft mehrere Dutzend Autos durch unser Dorf. Krcis Lauterbach. la. AngerSbach, 7. März. Kurz nach Dem Krieg, als die Beleuchtungsmittel so schwer zu beschaffen waren und die Versorgung mit elektrischem Licht durch die Ueberlandzentral« noch nicht in Aussicht stand, ging unsere Gemeinde daran, ein eigeneS Kraftwerk zu schaffen. Unterhalb Lauterbach wurde die Lauter abgeleitet, bis in die Räh« der Riedeselschen Ziegelei. Hier steht das Kraftwerk, aus dem sich die Gemeinde schon seit Zähren mit Strom versorgt. Die Anlage de- währt sich in jeder Beziehung gut. DaS Licht brennt sehr hell, und der Strom kann weit billiger geliefert werden als durch die Ueber- landzentrale. Den Kraftüberschuh verkauft die Gemeinde an das staatliche Werk. Aus diese Weise wird jedes Jahr ein bedeutender Ueberschuh erzielt, der der Gemeindekasse zugute kommt. 3m vergangenen Jahr betrug der Ueberschuh 6000 Mk. Zur Zeit Hal der Gemeinde- vorstand eine andere wichtige Aufgabe zu lösen. stet» eifrig mithelsen möchten. Rach dem Gesang eines ansprechenden Liedes der Wandergruppen fand eine Berichtigung der einfach, aber behaglich eingerichteten Achime statt, deren Verwaltung dem Pächter der Hofreitt O. Wildhack übertragen ist. Die meisten Teilnehmer an der Feier versammelten sich hierauf zu einem gemütlichen Rachmittag im Saale des Beigeordneten Schulz. Die 3ug end vereine führten auf den Parkwiefen Spiele und Reigen auf und ernteten damit bei den zahlreichen Zuschauern groben Beifall. Bedauert wurde allgemein, dab Dr. Balser bald unseren Badeort verlassen und nach Alsfeld übersiedeln wird. *! * Echzell, 7. März. Dieser Tage verunglückte der hies.ge Landwirt Heinrich A l - ter, der von Berstadt gebürtig ist. dadurch, dab er beim Holzabladen von einem Baumstamm getroffen wurde und schwere Quetschungen an HalS und Brust baoonlrug. Trotzdem er sich noch zu Fub in seine Wohnung begeben konnte, verschlimmerte sich sein Zustand so. dab er am Freitag ins Friedberger KraickenhauS gebracht werden muhte, wo er noch am Rachmittag starb. Alter, der schon seit 1913 verwitwet ist. hinter- läßt einen Sohn von 17 Zähren. — Mit dem Frühling regt sich auch hier die Bautätigkeit. Am RordauSgang deS Dorfes toerben zwei Wohnhäuser gebaut; daS von der Gemeinde errichtete HauS. daS mehreren Famllien Raum bietet, wird in diesem 3ahre vollendet. So wird auch die hier herrschende Wohnungsnot gelindert und die Arbeitslosigkeit vermindert. d Rieder-Mockstadt, 7. März. In unserer Gemeinde tritt der seltene Fall ein, daß unser« bei- den definitiv angestellten Lehrer uns demnächst verlassen und andere Schulstellen übernehmen. Lehrer Kraft, der seit 1913 hier an- gestellt ift, erhält auf seinen Wunsch eine Schulftelle in Büdingen und Herr K a u s, der seit 1920 Wer amtiert, eine solche in Rodheim v. d. Höhe Beide Lehrer gehen nur im Interesse ihrer Kinder, die jetzt höhere Schulen besuchen müssen, von hier weg, demi der tägliche Weg zur Station Ranstadt (vier Kilometer) wäre zu anstrengend, ja im Winter manchmal unmöglich. Di« Gemeind« sicht beide Leh. rer nur ungern scheiden, da sie Tüchtiges in der Schule geleistet haben. Lehrer Kraft war auch noch Rechner der Genoflenschafiskasse. H Dindsachsen. 7. März. Da vielen Einwohnern unseres Ortes kein gutes Trinkwasser -ur Verfügung steht, wurde das Verlangen nach einer Wasserleitung immer dringender. Zufolge einer von vielen Bürgern unterzeichneten Eingabe hielt der Gemeinderat am Samstagabend eine Gemeindeversammlung ab. worin diese Sache besprochen wurde. Die vorherrschende Meinung war. dab das Bedürfnis nach gutem Trinkwasser die Bedenken wegen der Kosten zurückdrängen mühte (zumal die Gemeinde einen groben Waldbesih hat): in der Abstimmung sprachen sich etwa dreiviertel der Anwesenden für die Einrichtung auS. die also nunmehr wohl in Angriff genommen werden wird, vielleicht in Gemeinschaft mit unserer Rachbargemeinde Gelnhaar. Für die Lieferung deS Wassers kommen hauptsächlich die unterhalb des Ortes Im Wald« In der Rähe des Wvlfsbaches gelegene reichen Quellen in Frage. Auch die DurcAührung der Feldbereinigung ist seit vorigem Herbst in Angriff genommen worden. KreiS Schotte». I S ch o t t e n, 7. März. Am Sonntag fand hier in der Turnhalle bie Delegiertenversammlung der Vereine statt, die sich an dem groben Sängerfest in Schotten beteiligen, das am 25., 26. und 27. Zuni hier in Verbindung mit der 90jährigen Gründungsfeier des hiesigen Turn- und Gesangvereins festlich begangen wird. 2lach Degrübungsansprachen seitens des Bürgermeisters Menget und des Vorsitzenden des Turnvereins, Z e s ch k h, begannen die eingehenden Beratungen über bie Abhaltung des Wett- gesangeS. Angemeldet sind 35 Vereine mit über 1200 Sängern, bie nach schwierigen Verhand- lungen in bie einzelnen Klassen je nach Stärke eingeteilt würben. Zirka 2000 Mk. stehen an Gelbpreisen zur Verfügung, baneben kommen wertvolle Kunstgegenstände und Ehrendiplome zur Verteilung. Für ausreichende Säle unb Räume, in denen baS Singen stattfinbet, ist hinreichenb gesorgt. Die Turnhalle wird burch die neuangebaute neue Turnhalle und einen eigens geschaffenen Singsaal wesentlich ertoeiten. Den Anmeldungen nach verspricht der Gesangswettstreit auberorbent» lich besucht zu werden, die Vorbereitungen zu dem Fest sind im vollsten Gange. Schotten. 7. März. »Di« Zukunft der Landwirtschaft im Vogelsberg und dessen Bedeu- tung als landwirtschaftliches Kulturland", unter diesem Motto hatte die Landwirtschaftskammer zu mehreren Versammlungen im Vogelsbergs darunter zu einer solchen am 4. März in der Turnhalle zu Schotten, eingeladen. Weither waren die interessierten Lanowirte zusammengekommen, um die interessanten Vorträge mit- anzuhöten. Rach Degrübungsansprachen des Präsidenten der LanbwirtschaftSkammer Hensel und deS KreiSdirektor Geh. Rat Doeckmann hielten die Referenten ihre Vorträge, und zwar Daurat Thaler über »moderne Stallbauweile", Direktor Dr. Hamann über »Die zukünftige Gestaltung der landwirtschaftlichen Detriebsverhältnisse im Vogelsberg", Generalsekretär Dr. Wagner über »Der Aufbau der Viehzucht im Vogelsberg", Kullurbauoberinspektor Kunz, Lauterbach übet zDie Feldbereinigung als Grundlage der im Vogelsberg notwendigen Meliorationen" und Abteilungsvorsteher Dt. Finget. Darmstadt über »Die Technll der Weidewirtschaft im Vogelsberg'. Eine eingehende Diskussion, an der sich viele praktische Landwirte beteiligten, schloh sich an. □Ilan gewann aus der ganzen Verhandlung den Eindruck, dah der schon vor 30 Zähren aufge- auch in weiter entlegenen Orten des Kre ses eine wirksam« Unterstützung der örtlichen Wehren bedeuten. Jedenfalls mub dankbar anerkannt werben, dah auch sef-enS des KreiseS alles geschieht, um Leben und Eigentum seiner Bewohner zu schützen, und in dieser Beziehung war die Anschaffung bet Motorspritze seitens des Kreises eine gute Tat. ® rün Ingen , 7. März Heute nachmittag gegen 3 Uhr brach in der Scheune b«S Landwirt- Christian Fatz IV Feuer auS, dem die Scheuet samt den darin geborgenen Heu- unb Strohvorräten xum Opfer fiel. Di« lanbtoirt- schafllichen Maschinen konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Den tatkräftigen und zweckdienlichen Masrnahmen der hiesigen Feuerwehr getana «S, die Flammen auf ihren Herd zu beschränken und daS nur kurze Zeit gefäht- bete WohnhauS mit den übrigen Gebäuden zu erhalten. Die zur Hllf« herbeigeeilte Holzheimer 'Feuerwehr brauchte nicht mehr in Tätigkeit zu treten. uLpcrlichr uftö geistige Frische, wie sie von Schu- lern höherer Schulen verlangt werden muß. Diesen Unterschied zwischen Theorie und Praxis kann man aus dem Lande nachdem immer wieder auf alle mögliche Art, allerdings vergeblich, versucht wurde, die Un- Haltbarkeit dieses Zustandes klarzulegen nicht verstehen. Sollte in obigem ein ungewohnter uno harter Ton angeschlagen sein, so wolle man versuchen, ihn zu verstehen als Notruf von Eltern, die ihrerseits zwar ihr Möglichstes tun. um die Gesundheit ihrer Kinder zu erhalten, die aber glauben müssen, daß man ihnen dabei nicht das nötige Verständnis und die nötige Unterstützung zuteil werden läßt. Kirche und Schule. )( Stockheim, 7.März. Dieser Tage fand unter dem Vorsitz von Dekan Schäfer- Büdingen im Gasthaus Walther dahier eine Deka- n a tsk o ns e renz statt. Zunächst gedachte me Konferenz ihres Heimgegangenen Dekanatskollegen Pfarrer Otto Adam in Lißberg, dessen sterbliche Hülle eine Stunde vorher aus dem Bessunger Friedhof in Darmstadt beigesetzt worden war. Die Konferenz verkannte bei ihrer Aussprache die Mißstände nicht, die die Osterkon- sirmotion in vielen Gemeinden mit sich gebracht hat, (Kuchenbacken an Karfreitag. Wegfall deS zweiten Feiertags als Ostertag und a. m.). beschloß aber doch, zunächst die Osterkonfirmatwn in den Gemeinden, in denen sie eingeführt ist. beizubeholten. Bei den Kindertaufen sollen, den gesetzlichen Bestimmungen entsprechend, nichtkon- firmierte Kinder als Paten allgemein zurückge- wiesen werden, auch die Stellvertretung durch ihre Eltern kann nicht als gleichwertig angenommen werden. Die Paten, die aus anderen Gemeinden stammen und in einer Dekanatsgemeinde Paten werden wollen, sind in Zukunft gehalten, einen Patenbrief ihres Heimatpfarramtes dem taufen* den Pfarrer vorzulegen. Diese Bestimmung ist durch die veränderten Zeitverhältnisse nötig geworden. Amtsgericht Gießen. Gießen, 4. März. Vor kurzer Zeit wurde dahier in zwei Instanzen ein hiesiger Einwohner wegen Beleidigung von Beamten des Arbeits-Nachweis es zu mehrwöchiger Gefängnisstrafe verurteilt. Heute spielte sich eine Verhandlung gegen einen hiesigen Händler in fast demselben Nahmen ab. Der Be- leidiger war wiederum ein vielfach bestrafter Mensch: die Beleidigten waren wiederum Beamte des Arbeitsamts, z. T. die nämlichen, wie da- mal»; die Beleidigung erfolgte wiederum aus dem Amtszimmer eines der Beamten, aus dem der Angeklagte in sehr drastischer Weise seinem Unwillen, daß ihm bie Erwerbslosenunterstühung entzogen worden war, Ausdruck verlieh. Bei dieser Gelegenheit machte er zweimal dem Beamten den völlig haltlosen, aus der Lust gegriffenen Vorwurf eines schweren Amtsvergehens. Den Beweis der Wahrheit versuchte in diesem Falle der Angeklagte gar nicht anzu- treten; er berief sich nur darauf, mißverstanden worden zu lein. Die Aeuherungen waren aber nicht mihzuvcrstehen Die Erwerbslosenunterstützung war ihm mit Recht entzogen worden. Der Angeklagte erhielt eine Gefängnisstrafe von d r e i W o ch e n. Die Beamten hatten ihre volle Schuldigkeit getan und korrekt gehandelt. • Das gleiche gilt von Beamten des hiesigen Wohlfahrtsamts, die, gleichwie diejenigen L des Arbeitsamts, wie die beiden heutigen Der- ^Handlungen ergaben, des öfteren ernstlichen, ja »tätlichen Angriffen der Beteiligten ausgesetzt sind, sobald es sich z. B. um Maßnahmen wegen Un- * tetbiingung von Fürsorgezöglingen handelt. Das Wohlfahrtsamt hatte zwei Ehepaare zur Anzeige bringen müssen, weil sie einem Fürsorgezögling, der bei feiner Mutter gesucht wurde, Unter« schlupf gewährten, damit er dort nicht gesunden werden sollte. Sie wurden auch für überführt erachtet und zu Geldstrafen von je 25 und t-5 Mark verurteilt, zu einer höheren Strafe um deswillen nicht, weil sie sich offenbar der ganzen Tragweite ihres Tuns nicht bewußt ton- ren und sich von der Mutter des Zöglings verleiten ließen. Märtyrer der LieLe. Roman von I. Schneider-Förstl. 18 Fortsetzung. Nachdruck verboten „Elisabeth!" Sie gab feinen Laut von sich, wagte nicht mehr zu lausen, jeder Schritt wurde zum Verräter. Aber ihr weißes Kleid zeigte ihm den Platz, wo sie stand. Und er kam. Er sagte nichts, nur mit einem langen Blick maß er ihre Gestalt. Dann nahm er seinen Hellen Staubmantel ab und legte ihn über einen Baumstumpf. „Setz dich, bitte!" Sie gehorchte wie ein Pagode. Aber sie mußte beide Hande vor das Gesicht schlagen. Er Hatzte Tränen! „Sitzt du auch bequem?" Sie nickte. Wie gleichgültig war es doch, ob sie bequem saß oder nicht. Er lehnte an einem Baumstamm und sah aus sie herab, er suchte nach einem einleitenden Wort und fand keines. Das Schweigen lastete wie ein Alp aus ihr. Ich will ihm helfen, dachte sie. Er hat nicht den Mut, sein gegebenes Wort zurückzu- nehmen. Die Hände im Schoß, sagte sie, ohne ihn anzu- i.hen, das, wovon sie glaubte, seinen Wünschen ent- vgenzukommen „Bitte, Georg, gib mir mein Wort zurück —" Er zuckte zusammen. „Nein!" ..Ich--du sollst nicht glauben, daß du mich un jeden Preis mit durchs Leben schleppen mußt! begann sie stockend von neuem. „Mit Vater werde ch alles regeln. Er braucht ja die Wahrheit nicht zu wissen!" „Ja, fang nur an zu lügen, dann dringst du es genau so weit, wie ich's gebracht habe, lochte er schneidend auf. Und dann begann er ihr alles zu sagen! — Alles! — Auch sein yestriges Beisammensein mit Rella verschwieg er nicht. Als er erwähnte, daß seine' 'Vergiftung von dem Dpiumtrun! herrühre, streckte sie abwährend beide Hönde aus. Er griff hastig danach, aber sie zog sie ebenso rasch wieder zurück. Schöffengericht Wetzlar. Q Im November 1925 war in das Laboratorium der Buderusschen Eisenwerke i n W e h l a r ein Einbruch verübt und dort Platin- und Silbertiegel von beträchtlichem Wert entwendet worden, die die Diebe in Frankfurt zu Gelds machten. Der Haupttäter, ein Reisen- der auS Oberhaufen «Rheinland), erhielt mit Nückficht auf feine zahlreichen einschlägigen Dor- strafen bie empfindliche Strafe von einem Jahr, sechs Monaten Zuchthaus und wurde sofort verhaftet. Eine Anzahl Hehler, darunter solche aus Frankfurt und Herborn, erhielten bis zu 6Monaten Gefängnis. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit wurde gegen einen Hüttenarbeiter aus Wißmar verhandelt, der beschuldigt und geständig war. als Pflegevater sich an seinem 15jährigen Pflegekind vergangen zu haben. Er wurde zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Mehrere Arbeiter einer Wetzlarer Firma gründeten unter sich eine WeihnachtS- sparkasse. mit deren Verwaltung sie einen Kollegen aus ihrer Mitte betrauten. Als zu Weihnachten die Einleger ihr Geld zurückverlangten. konnte der Verwalter nicht alle befriedigen, da er einen Teil des Geldes für sich verbraucht hatte. Er war jetzt wegen Unterschlagung ange- tlagt. Der Angeklagte gab den Sachverhalt zu, will aber nicht die Absicht einer Schädigung der Einleger gehabt haben. 3n der Verhandlung ergab sich, daß sämtliche Einleger mittlerweile restlos von dem Angeklagten entschädigt worden sind. Auch wurde dem Angeklagten ein guter Leumund ausgestellt. Das Gericht erkannte demgemäß auf eine milde Strafe, nämlich 6 0 Mk. Geldstrafe, Hilfsweise 12 Tage Gefängnis. Wirtschaft. • Norddeutscher Llohd. 3n der Gewinn- und Verlustrechnung des Nordd. Lloyd sind als rechnungsmäßiger Gewinn 30 838 Mill. Mark ausgewiesen. Nach Anschreibungen von 12 587 Mill. Mk. sollen aus dem verbleibenden Ueberschuß von 7,4 Mill. Mk. nach Ueberweisung von 2,5 Mill. Wk. an den Erneuerungsfonds 6 Proz. Dividende verteilt und 701 420 Mk. auf neue Rechnung vorgetragen werden. Die Generalversammlung ist auf den 28. März einberufen. • Der Kampf um den Filmkrebit. Die Vereinigung beutscher Filmfabrikanten hat nunmehr eine dritte Eingabe an den Reichswirt- schaftsminister gerichtet. Sie erhebt noch einmal die Forderung, daß bie geplante Krebit- aktion der ganzen Industrie zugute kommen muh. Es wird u. a. daraus hingewiesen, baß die Mitglieder der Vereinigung deutscher Filmfabrikanten zahlenmäßig bedeutend mehr hergestellt hätten, als diejenigen Firmen, bie der Spihen- ocganisation angeschlossen sind. Frankfurter Börse. § r a n k f u r t a. M.. 8. März. Tenbenz. er» holt, doch unsicher. Die freundlichere Abend- börse wirkte auf den heutigen Effektenverkehr nach, der sich allgemein erholen konnte, doch blieb der Verlauf sehr nervös und unsicher, da Haussiers und Baissiers sich in verstärktem Maße gegenüberstanden. Der Geldmarkt gibt weiterhin zu Bedenken Anlaß trotz dec Erklärung, daß man sich einem Diktat in der Report- gelbfrage nicht fügen wolle. Monatsgelb blieb bei anziehenden Sätzen zu 5,63 bis 7,75 Prozent weiter gesucht. Tagesgelb war mit zirka 4,5 Prozent zwar leichter, hat aber für den Effektenverkehr weniger Bedeutung. Privatdiskonten 4,5 bis 4,63 Proz.; Warenwechsel 4.88 bis 5 Proz. Die Erholung am Effektenmarkt ging zunächst von den alten Spezialitäten aus und zwar gewannen 3.°G.-Farben 2, Rheinstahl 3, Siemens 4,5, Mannesmann 5,25 Prozent; ferner Harpener 1,75, Rhein-Elbe-Union 1,5 Prozent. Bankaktien nicht einheitlich. Darmstädter plus 3, Dresdner plus 0.75, Deutsche plus 1,25 Prozent; dagegen Eommerz minus 2 Prozent. Metallbank Pius 2 Proz., Scheibeanstalt plus 3,5 Prozent. Dem Clektromarkt gab bie Bewegung in Siemens & Halske einen starken Rückenhalt. Schuckert plus 1,5, Siemens plus 2, AEG. plus 175, gelten plus 3,5 Prozent. Sehr gering waren bie Umsätze in variablen Werten, in denen es durch Verkäufe des Publikums zu Rückgängen kam Wayß & Freytag minus 3, Dnckerhoff minus 0.5. RSU. minus 2,75. Hirlch-Kupfer minus 3. Deutsche Erdöl minus 0,75 Prozent. Fest lagen dagegen Zellstoff Waldhos plus 2,5. Aschaffenburg plus 0,5. Goldschmidt p!uS 3,5 Prozent. Anleihen lagen unsicher und eher schwächer. Anleihe-Ablösung 23,5. Schutzgebiet 12,7. Fremde Renten schwach, nur Anatolier verhältnismäßig behauptet. Der weitere Böclenverlaus wurde wieder schwächer, wobei 3-G.-Farben 1.5, Rheinstahl 1L Prozent wieder hergeben mußten. 3m Devisenverkehr notierte Paris gegen Von- Don 124,5, Mailand 110,5 Zürich 25,33. London- Kabel 4 8520. Die Reichsmark stellte sich gegen London auf 20,4725. gegen Kabel auf 4,2180 Börsenkurse. Frankfurt a.M. Berlin Säjlu • flirr 6 1-Ut>r. Aute Schlutz- Anfang flurt vir. Datum: 7.3. | 8.3. 7.3. | 8- 3. Anleibe-Ablölung Nr 1-30000 — — 320 -122 do- Nr- 30 001-60000 J32 - 3ZU.5 ; 325.5 do. ohne rluslolungrrcchi 4.35 <3.1 24.5 1 23,1 Lcuiiche 6parvramitnanlei0-: Deutsche Wend- XoUar-flni — —- — —— 100 — 16 >,22 ’-L'Urn. Äirte 1.77V 1.783 1.791 4>rfL'^nnv Ul.-75 8.715 hx.?05 iiörtfhania. i U1.8V 109.07 109.29 109,57 .tkopenbagen H2.24 113,52 119.41 112.49 Ltoekbolui 112.56 '12.„4 111,52 112.80 velüngforS iU.601 10.Ml IÜ.6O 10.64 0-alten. - 19.41 16.55 16,63.5 18 >75 London. . . .0.442 30.491 30.441 20.493 •)i tun ort . . 1,2125 4,2225 4 21 ' 4,223 Pri4.. . '6,475 16.515 16.41 16.52 Schweiz - . '1.025 70,51 *1.225 61.015 61.215 Spanien . 70,69 71.76 71,94 Japan . . . 2.071 2.075 .•.06* 4.073 *Hio d« 9an i *975 '.4995 .4975 0.4995 Wien in T > Ctfl. abge't 19,23 59.43 >9,28 59,42 Prag ... '2,473 12.5'3 12,47 11,51 Belgrad ■ 1.40 7,42 7.40 7.42 Budap:it. Bulaarien 73.5» 73,76 73.se 73.74 .,043 3,053 4,045— j.053 Lissabon . 21,575 21,625 21.575 ■'—21.625 Tanjig. . . 81,71 81,92 81.65 81.85 .«tonst.nun 2,12 2,13 -2.115 .-,125 Alben. . . 3.39 541 5,87 5.41 Tanada 1.204 4.214 4,203 4,213 Uru uat) 4,225 4.235 4.235 4.245 Cairo 20.969 1.021 1 41.964 21.016 Reichsbankdiskont 5 Prozent. Lombardzinsfuß 7 Prozent. Berlin, 7 März Geld Brie Amerikanilche Noten..... 4,199 4,219 Belgische Noten ....... 58.4S 58,75 Täniiche Noten . ...... Ul.94 112.54) Engl'lche Noten........ 20,4! 20,51 französische Noten...... 16.53 16.61 ftoUäu6if(6f 'toten .... 168.18 163 02 Italienische Noten...... 18 67 18.73 Norwegische Noten..... Deu'sch-Oesterr . i 100 »ronro IU9.O8 109,62 59.19 W.49 Numäntiche Noten...... 2,605 2.545 Schwedische Noten .... 112 25 H2 8t Schweizer Noten ...... 80.945 81 345 Spanische Noten....... Tschcchollowokische Noten • ■ 71,52 71.88 '2.445 12.615 Ungarische Noten ■ . 73.42 73.71 Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt, 8. März. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 29,25 bis 29,50, Roggen, inländischer 27, Sommergerste für Brau zwecke 25 bi» 26, Hafer, inländischer 21,75 bis 22,50, Mais, gelb 18,25 bis 18,35, Weizenmehl, inländisches Spezial 0 40,25 bis 40,75, Roggenmehl 37,50 bis 37.75, Weizenkleie 14 bis 14,25, Roggenkleie 14,25 bis 14,75. Tendenz: Stetig. Berliner Produktenbörse. Berlin. 7.März. Es notierten je 1002Kg. Weizen, märt. 267 bis 271, Roggen 248 bis 251. Sommergerste 213 bis 241, Wintergerste 192 bis 205. Mais, loko Berlin. 183 bis 185; für je 100 Kilo: Weizenmehl 34,5 bis 37, Roggenmehl 34,25 bis 36; Weizenkleie 15,75 bis 16, Roggenkleie 15,25 bis 15,4, Diktoriaerbfen 48 bis 64. kleine Speiseerbsen 32 bis 35. Futtererbsen 22 bis 24, Peluschken 20 bis 21. Wicken 22,5 bis 24. Lupinen, blau 14,5 bis 15,5, do. gelb 16 bis 17. Serradelle, neu, 24 bis 26, Rapskuchen 16 bis 16,4, Leinkuchen 20,70 bis 21, Trockenschnihel 11.8 bis 12, Soyaschrot 19.5 bis 20, Kartoffelstöcken 29,6 bis 30. Letzte Nachrichten. Das französische Kriegsgesetz. Paris, 8. März. (TU.) Die Kammer ,at die Gesetzesvorlage über die Mobilisation der Nation im Kriegsfälle gegen die Stimmen der Kommunisten angenommen. Die Debatte brachte heftige Vorstöße der äußersten Linken gegen das Gesetzesprojekt. Vor allem wehrten sich die Kommunisten gegen das Recht der Regierung, mitten im Frieden sogen. Versuchsmobilisierungen anzuordnen, wodurch jeder Streik unmöglich gemacht und das Ausland provoziert werden könnte, ferner kritisierte die äußerste Linke, daß die Gesetzesvorlage der Regierung die Möglichkeit ein räume, durch Dekret alle wirtschaftlichen und finanziellen Boykottmaßnahmen gegen einen Staat auszusprechen, den der Völkerbund für schuldig erklärte. Wenn du nicht zufrieden mit mir bist, sollst du deine Freiheit zurückhaben!" „Ich will nicht frei sein von dir!" stammelte sie erregt. Er küßte sie dankbar. Don Ludwiastal herauf tarnen nun auch die Abendglocken. Vater werde sich sorgen, meinte sie, und Hanna auch. Sie lief mehr als sie ging neben ihm her. Er sah, wie sie allmählich mühsam atmete. „Will's nicht mehr gehen, mein Häschen? — Komm'" Er hob sie trotz ihres Sträubens in die Arme und setzte sie nicht mehr zu Boden, bis sie das Herrenhaus vor sich sahen. Die blauen Fenster spielten dunkeloiolett in der untergehenden Sonne. Unter dem Toreingang stand Merken und winkte aufgeregt mit beiden Händen. „Wo steckt ihr denn so lange?" rief er ihnen entgegen. „Wir hätten dich notwendig gebraucht," wandte er sich an Reichmann, als dieser ihm die Rechte zum Gruße entgegenstreckte, ohne Elisabeths Arm loszulassen. „Die Hanna hat sich den Fuß gebrochen! Ist ausgeglitten auf dem Krimskrams von Tieften und Zweigen, und da war der Knacks. Hil- bertt hat gesagt, es wird immerhin vier bis sechs Wochen dauern, bis sie wieder richtig laufen kann." Elisabeth hatte sich ganz bestürzt von ihrem Verlobten frei gemacht und eilte die Stufen hinauf und zurück in Hannas Zimmer. Laut aufjchluchzend warf sie sich an den Hals der treuen Alten. „Ist gar nicht so schlimm, kleine Liese — gar nicht jo schlimm!" tröstete Hanna tapfer. „Ls gibt auch kein Durcheinander morgen, der Friedrich holt seine Schwester, weißt du, die Line, die früher immer in ersten Häusern kochen war. Die richtet alles, daß es keine Störung gibt. Wein' doch nur nicht!" Aber Tränen waren Elisabeth eine Erlösung. Ihre Nerven sanden dabei die Ruhe wieder. Das Gesicht neben Hannas Kopf auf deren Kisten gelegt, weinte sie fassungslos. ..Es ist wirklich nicht so schlimm, Baroneste!" jagte fjilbertt, der in dem Dunkel einer Fensternische stehend, ein Rezept notiert hatte. Elisabeth fuhr erschrocken auf. Verlegen sah sie in fein Gesicht, das fast nur Schatten zeigte. Sie wollte die Tränen zurückhalten, aber es ging nicht. Unaufhaltsam rannen sie über ihre Wangen. (Fortsetzung folgt.)