Nr. 52 Erster Blatt in. Jahrgang Dienstag, 8. Februar |927 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen t)nd und Verla-: vrühl'sch« llnioersilLlr-vuch. und Stetnönideret H. Lange in Gießen. SchrMletlung und Geschäftrttelle: 5-uslttaße 7. Cr|d)etm lüglich.ovtz« Sonntags unb feiertags. Beilagen. •ießener Jamtltenblättei Heimat tm Bild Die Schalle monati-Eejecineli; 2 Retdjsmarli unb 20 9teid)spfennig für Träger* lohn, auch bei Dichter» scheinen einjelnerTlumment infolge höherer Hewatt. Fer nlprechanl chlüll«: 51, 54 unb 112 3tn|d)nh füi Drahwach» richten ünjelger Siegel. poftschcckfovto: Frankfurt am Main 11688. lana)me oen lejetgen für bie Tagesnummer bis zum NachmtNag vorher. Preis |lr 1 ron höhe für Anzeigen do.i 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig, für Be» blamean eigen von 70 mm Breite 35 9*eid)sp|ennig, PlayvorschriU 20 , mehr. ChefrebaKteur Dr Friebr Dilh Gange, verantwortlich für Dohiib Dr Fr Wilh Gange, für Feuilleton Dr tz Thyriot; für Öen übrigen Ted Ernst Blumlchein; für ben An. leigented i.*Bmr tz.Deck. lämtlich in Dietzen. Frankreich und die Rheinlandräumung. Unmögliche Bedingungen. Gens, 8. Jebr. (III.) Der meist gut informierte pariser Rorrcfponbenl des .Journal d e (Beneoe“ berichtet über die Bedingungen, unter denen nach französischer riussassung eine Räumung des besetzten Gebietes denkbar wäre. Der Korrespondent betont zunächst, der deutsche Standpunkt, eine weitere «ufreästerhaltung der Rhein- landbesetzung sei mit den Grundsätzen des Locarno- Paktes unvereinbar, werde von Frankreich völlig abgelehnt. Gleichfalls habe nach französischer Auf,'asfnng der deutsche Hinweis auf die im Cocarnooertcag Frankreich gewährte Sicher- teltsgaranlle seiner Grenzen keinen Zu- mmenhang mit dem Problem der Rheinlandräu- mnng. 3n französischen Kreisen weist man demgemäß nach Darstellung des Korrespondenten auf den Brtlkel 6 des Locarnopaktes hin, der die llnssüh- rungsbestimmungen des Versailler Vertrages wiederum anerkenne, doch wäre man In Paris geneigt, nach Erfüllung folgender drei Bedingungen die fran}ofifd)cn Truppen aus dem Rheinland endgültig zurückzuzlehen: L Eine Räumung-kommission muffe Frankreich renügenb Zeit zum Ausbau eines D e - knfiosystems an der Grenze gewährleisten. 2. Errichtung einer ständigen Kon- trolle in der entmilitarisierten Zone, die fedoch unter keinen Umständen auf französi- sches Gebiet ausgedehnt werden dürfe. 3- Verzicht auf eine Revision der deutschpolnischen v st grenze. Diese oom pariser Korrespondenten des .Journal de (Deneoe“ gemeldeten Bedingungen der Rfjein- lanbräumung bedeute somit die Einführung einer flänblncn Kontrolle im Rheinlanb. Es erübrigt sich, barauf hiniuroclfen, bah eine derartige Verha.d- lungsbafis für Deutschland unter keinen Umständen al« annehmbar angesehen werden kann. Deutschland hat nach der nunmehrigen endgültigen Durchführung des Entwafsnungspro- gramms volles Recht auf die Anwendung des Artikels 43 des Versailler vertra- ges, die endgültige Räumung der Rhein- lanbe fehl schon zu fordern. Eine Revision der deutschen vstqrenzen ist gleichfalls eine Forderung, deren Unhaltbarkeit nicht erörtert zu werden braucht. Vaweslasten und Reichspost. (Sine Unterredung mit dem Reichdpostminister Tchätzel. Berlin, 8. _ Febr. (TU.) Der ..Berliner llokalanzeiger" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Reichspostminister Schätzet, in ter dieser u. a. sagte, daß das hohe Verdienst S t i n g l s darin bestehe, die Deutsche Reichspost innerlich konsolidiert und wirtschaftlich gemacht zu haben. Aber trotzdem stehe die Reichspost heute noch nicht wieder so da. wie vor Kriegsausbruch, da sie a n den Daweslasten mittelbar beteiligt sei. So verlange die Dawes-gebundene Reichsbahn für die Bahn- postbesörderung gegenwärtig rund 120 Millionen Mark gegenüber 12 Millionen im Frieden. Die 120 Millionen würden vielleicht in nächster Zeit noch erhöht werden müssen. Die Deutsche Reichspost werde sich also unter erheblich schwierigeren Umständen die alte Weltgeltung wieder zu erobern haben. Als Ziel und Pflicht schwebe ihm als Reichspostminister zähe, stille Arbeit vor. Er werde seine Pflicht auch dann tun, wenn sie unbequem ist und Opfer fordert. Er wisse, daß er bei dieser Zielsetzung die 360 000 Beamten im Reiche alle hinter sich habe. Die Vereinbarung über die Ostfestungen. Berlin. 7. Fcbr. (Wclff.) Der Rotenaus- tausch und bie Vereinbarungen über die De- fefiigimgcn an der Oft- und Südgrenze werden heute veröffentlicht. Die ausgetauschten Roten sind rein formalen Charakters. Die Vereinbarung vom 31. Ganuar 1927 zwischen dem bevollmäch- tiflten Vertreter der deutschen Regierung. De- ncralkutnant v. Paweflz und dem interalliierten Militärausichuß von Versailles über bas System der befestigten Werke der deutschen Ost- und Süd- grenze bestimmt u. a. das Folgende: 1. Unbeschadet der der Küstcnzone durch den Artikel 196 auferlegten Beschränkungen wird das System der befestigten Werke der deutschen Ost- und Südgrenze so aufrechterhalten, wie cs 1920 von der Interalliierten Militärkontroll- bmmilfion ausgenommen worden ist, wobei Einverständnis darüber besteht, dah unter Oft- anö Eüdgrenze das Gebiet zu verstehen ist. das sich Den der Linie der von der GnteraHiierten Dlilitärkontrollkommi sion aufgeno r nter.cn bese- tiflten Werke bis zur deutschen Grenze erstreckt. 2. Soweit nicht in Ziffer 3 etwas anderes vereinbart ist. werden in diesem Gebiet nur die befestigten Werke und Unter- tänöc aufrechterhalten werden, die 1919 befanden haben und 1920 von der Interalliierten Dilltärkontrollkommission ausgenommen borden sind, wobei Einverständnis darüber beicht, dast weder ihre Zahl noch ihre Arsdehnung vergrößert werden soll. Das verderbliche Material (Erde. Holz, Ziegel) kenn durch Beton oder Mauerwerk er» k h i werden. 3n diesem Gebiet wird kein befestigtes Werk unb Unterstand gebaut werden, auch nicht zum Ersatz alter eingeebneter Feldstellungen. 3. 3m Wege deS Vergleiches erklären sich die alliierten Regierungen damit einverstanden, dah von den feit 1920 gebauten Unterständen 54 erhalten bleiben, nämlich: bei Glogau aus dem linken Ufer der Oder 8 Unterstände, bei Lohen 15 Unterstände, bei Königsberg 31 Unterstände. Alle übrigen, nämlich bei Glogau auf dem rechten Oderuser 7. bei Äüftrin auf dem rechten Ooer- ufer 5, bei Königsberg 22 Unterstände werden innerhalb von vier Monaten vom 15. Februar ab gerechnet zerstört. Don den 22 zu zerstören- d en Unterständen bei Königsberg werden 17 durch die deutsche Regierung. fünf durch die alliierten Regierungen bezeichnet werden. 4. Deutschland gibt die Dersicheruna, dah in dem in Ziffer 1 bezeichneten Gebiet feine anderen befestigten Werke oder Unterstände vorhanden sind, als diejenigen, die der Interalliierten Militärkontrolllommission mit- geteilt worden find. Die Arbeitslosenversicherung. Die Regierungsvorlage vor dem Reichstag. Berlin, 7. Febr. (VDZ.) Auf der Tagesordnung steht als einziger Punkt die erste Beratung deS Gesetzentwurfs übet Arbeitslosenversicherung. Reichsarbeilsminisler Braun» begründet die Vorlage in längeren Ausführungen. Der Uebcrgang von der Erwerbslosenfürsorge zur Arbeitslosenversicherung solle auch den Uebcrgang zur Selbstverantwor- tung und Selostbeteiliguna der Versicherten bewirken, wie es die Vorlage will. Die Mittel für die Versicherung sollen durch Beiträge der Arbeitgeber unb Arbeitnehmer aufgebracht werden. Dazu komme ein Reichsanteil. Es sind sieben Lohnllassen eingerichtet um je 6 Mark steigend von 12 Mark Wochenlohn in der 1. bis 42 Mark In der 7. Klasse. Die Unterstützung beträgt in den beiden ersten Klassen 45 Proz., in den drei mittleren 40 Proz. und in den beiden höchsten Klassen 35 Proz. des Wo- chenlohneS. Die Anwartschaft auf die Unterstützung beginnt nach Leistung von 26 Wochenbeiträgen innerhalb von 12 Monaten. Die Unterstützung wird 26 Wochen lang, unter besonderen Umständen 39 Wochen lang bezahlt. Die Im vorigen Jahre beschlossene Krisenfürsorge ist in die Vorlage hineingearbeitet worden. Abg. Brey (Soz.) erklärt, leider werde in diesem Monat wieder die Zahl von zwei Millionen Erwerbslosen erreicht sein. Die Erwerbslosenfürsorge sei nicht ausreichend gewesen, die furchtbaren Folgen der Erwerbslosigkeit zu lindern. Gerade, weil eS dem Kapitalismus gut gehe, gehe es der werktätigen Bevölkerung schlecht. Die erste Forderung sei Arbeitsbeschaffung und ein schnelleres Durchsetzen deS Arbeitsbeschaffungs- Programms. Rotwendig fei aber auch eine Verkürzung der Arbeitszeit und ein energisches Vorgehen gegen das Ueberstundenwesen. Das vorliegende Gesetz sei unbefriedigend. Es sei nicht einzusehen, warum bie Arbeitnehmer der Land- I unb Forstwirtschaft aus der Arbeitslosenversicherung ausgeschaltet werben. Die | Unterstützungssätze bet Vorlage seien viel zu gering. Selbst in ber 3. Klasse erhalte der Versicherte bei 20 Mk. Wochenlohn nur 8 Mk. Unterstützung. Auch mit dem Familienzuschlag von 5 Prozent bes SinheitSlohns für jeden Familienangehörigen bleibe bie Unterstützung ganz unzureichend, zumal die Gesamtunterstützung in bleiern Falle auf 60 bis 70 Prozent des Einheitslohnes beschränkt fei. Abg. Dr. Rademacher (Dn.) bezeichnete bie groste Arbeitslosigkeit als eine Erscheinung, bie leider chronisch zu werden scheine. Eine der Ursachen scheine auch bie überstürzte Einführung des schematischen Achtstundentages Im 3obre 1918 gewesen zu fein. (Widerspruch unb Gelächter bei den Sozialdemokraten und Kommunisten.) Die Stärkung des 3nnenmarktes, vor allem ber Äauffraft ber Lanbwirtschaft, fei die Voraussetzung der größeren ArbeltSbeschassung. Zu begrüßen sei in diesem Zusammenhang auch bet in ber Regierungserklärung enthaltene Abbau ber Woh - nungSzwangSwirtschaft. Eine Stärkung beS Inneren Marktes burch Erhöhung der Löhne werbe sich nicht ermöglichen lassen. (Wiberspruch links.) Durch eine vernünftigere Steuerpolitik könnte aber auf eine Detminbe- rung ber Preise hingewirkt werben. Die Einführung der Arbeitslosenversicherung sei zu begrüßen. Dor allem deshalb, well sie mit ber Einführung ber Lohnklassen eine gerechtere Regelung bringt. Die neue Regierung habe baburch, bah sie als erstes Gesehgebungswerk die Arbeitslosenversicherung vorleot, bewiesen, daß sie bie in «ber Regierungserklärung betonten sozialen unb wirtschaftlichen Gesichtspunkte wirllich in bie Tat umsetzen will. Abg. Rädel (Komm.) bezeichnet die Vorlage alS einen ganz untauglichen Versuch zur Lösung bes Erwerbslosenproblems, das zu einem Dauerzustand geworden sei. Wir lehnen diese Vorlage ab und werden auch gegen ihre Kleber- Weisung an ben Ausschuß stimmen. — Weiterberatung Dienstag. Vatikan unö Regierungsbildung. Bislang keine Verhandlungen über ein Reichskonkordat. Berlin, 7. Febr. (WTB Amtlich) Den in ber Oeffentlichkeit immer noch verbreiteten Gerüchten über geheime Vereinbarungen mit dem Vatikan anläßlich ber letzten Regierungsbildung ist mittlerweile sowohl von kirchlicher Seite als auch burch bie Rebe des Zentrumsführers v. Gu^rarb im Reichstage am 4. Februar scharf entgegengetreten worden. Seitens ber Re i ch s r e g ie r un g ist zu ber Angelegenheit folgendes zu bemerken: Verhandlungen zwischen der Reichsregierung und dem Heiligen Stuhl über ben Abschluß eincä Reichskonkorkordates haben anläßlich ber Bildung ber neuen Reichs regier ung nicht geschwebt. Diese Frage ist in keinem Stadium ber Besprechungen über bie Regierungsbildung überhaupt nur berührt worden. 5m übrigen kann über die in ber Vergangenheit liegenben Konkordatsvorbereitungen folgendes mitgeteilt werben: Das Problem einer 23crftänbigung mit ben kirchlichen Stellen über die vielfachen Wechselbeziehungen zwischen Staat unb Kirche, soweit eine Ro-ichszuständigkeit auf biefem Gebiete in Frage kommt, ist seit Erlaß ber neuen Reichs- Verfassung säst von allen Reichskabinetten ernstlich erwogen worden. Ein früheres vom Reichskanzler Dr. Marx geährtes Reichskabinctt hat bn Oktober 1924 6c- ch lösten. bie nötigen Vorarbeiten für ein ReichSlonkordat wiederauszunchmen. Aber auch ^lchskanzler Dr. Luther hat immer auf ben Abschluß eines ber artig en Konkordat s Wert gelegt. Es bars ferner an die (Srilärungcn erinnert werden, die am 30. 3uni 1920 zwischen bem verstorbenen Reichspräsidenten E>cm beim Reich beglaubigten päpstlichen Runtius gewechselt worden md. Der Runtius hat damals bei lieber reich ung emes Beglaubigungsschreibens betont, es fn em« Ausgabe in Berlin, mit den zuständigen Stellen die Beziehungen zwischen Kirche und Staat in Deutschland von neuem so zu regeln, wie es ber neuen Lage unb den heutigen Bedürfnissen entspreche. Der Reichspräsident Ebert hat darauf erwidert, daß er mit dem Runtius Lte Au gäbe, das Verhältnis zwischen Kirche und Staat in Deutschland neu zu regeln, »u löfen gedenke. Das solle gelchchon aus Grund ber Verfassung der Repu- ! b l i f, bie völlige GewissenSsrcihÄt verbürge. Auf | dieser Grundlage sind die juftänb’.gen Ressorts seit längerer Zeit in einer Prüfung bet einschlägigen staatsrechtlichen und kirchenpolitischen Fragen begriffen, ohne daß es aber — wie eingangs bereits hervorgehoben — zu irgendwelchen Verhandlungen mit bem Heiligen Stuhl bisher gekommen ist. Der kulturpolitische Kurs in Preußen. 'Berlin, 7. Febr. (SIL) Bei ber Beratung des Kultusetats im Haap:aus chuß des preußichen Landtages betonte Kultusminister Dr. Becker. daß die Staatsregierung in der Konkordats- frage von rein staatspolitischen Beweggründen geleitet werde. Das Konkordat werde, wenn es komme, weder Reichsverfassung noch preußische Verfassung verletzen. Das besonders im Hinblick auf die Schulfrage. Von einem unmittelbaren Konkordatsabschluß könne nicht gesprochen werden: denn das preußische Kabinett habe sich noch nicht einmal mit dieser Frage befaßt Der baldige Erlaß eines Re ichs schul - gesetzes entspreche bem dringenden Wunsch: Preußens. Die Frage der Schullasten müsse grundsätzlich neu geprüft werden. Aus dem Ge- biete der Kulturpolitik müsse eine vernünftige Zusammenarbeit zwischen Reich unb Ländern in ginansfragen ftattfinben. Die Privatschu- I e n würden in ihrer Entwicklung vom Staat nicht gehemmt werden. Die Simultanaka- demie in Frankfurt werde leider von ber katholischen Kirche nicht als Lehrerbllbungsanstalt für katholische Volksschulen anerkannt. Der Versuch werde indes durchgeführt werden. 3n der Frage ber mittleren Reife sei eine Dor- ftänbigung zwischen Reich unb Ländern herbei- geführt worden. Von deutschnationaler Seite wurde hierauf betont, daß ber Kampf gegen ben vierjähriger Ctoang in ber Grunbschule gerade aus sozialen Erwägungen heraus geführt worden sei. Die Personalpolitik des Ministers sei scharf p a r- teivolitisch eingestellt. Minister Teuer führ' Deichluffe des Landtages, soweit sie sich auf eine kleine Mehrheit der Linken (tüten, sofort aus. Beschlüsse, die unter Mitwirkung der Rechten zustandegekommen seien, würden übersehen. Ver Vormarsch auf Schanghai. Eine Hilfsaktion Tschangtsvlins gegen die Aantonormcc. Paris. 7. Febr. (WTB.) Wie die 21 gernur 3nbo Pacific aus Peking berichtet, hat auf Grund ber Rachrichten, daß bie Südtruppen fegen Schanghai marschierten, Tschangtfo- i n, um Schanghai vor dem Eintressen ber engl. Truppen zu besetzen, ben Truppen von Echantung Befehl gegeben, nach bem Gäben abzugchen. Sämtliche Kontingente hätten bereits Ranking verlassen. Diese Bewegung werbe auch veranlaßt durch da- Zuräckgehen ber Truppen von Suntschuanfang vor bem Vorstoß ber Kan- tonarmee Im ©üben von Schanghai. 3n ber Provinz Houpe setzten bie 9. und 10. Kantonarmee besonders in Tschang, wo bie Zolleinnahmen beschlagnem! worben sind, ihre Plünderungen fort. — Rach einem Reu ter bericht aus Schanghai haben dagegen die Stveitkräste des Marschalls Suntschuanfang die Stadt T s ch u t s ch a u, den vorgeschobenen Stützpunkt ber kantonesischen Truppen erobert unb bie Kantonesen zurn Rückzug in sübwe st sicher Richtung gezwungen. Sollte sich dieser Erfolg bestätigen, so würbe vorläufig jebc Beb roh ung Schanghais geschwunben sein. Ein gemeinsames Ziel. TerBcrlincrGeschäftsträgcr über dicPolitil der chinesischen Zcnlralrcgierung. Berlin, 7. Febr. In einem Interview mit einem. Vertreter des „D. I." über die Ziele ber chinesischen Zentratregieruna in Peking beton!, bet hiesige chinesische Geschäftsträger, daß L; Zentralregierung im wesentlichen dieselben politischen Richtlinien verfolge wie di verschiedenen Parteien und Machthaber, närnlia die Durchsetzung der nationalen 3iele. 3m Gegensatz zu den einzelnen Parteien versuche die Pektnger Zentralreg'.erung aus diplomatischem Wege ihr Pro Stamm burchzusühren. Die Befürchtung. China könne völlig zerfallen, sei unberechtigt. Der 1921 Mischen Deutschland und China geschlossene Der- trag, ber sich vor ben übrigen mit anderen ßän- betn abgeschlossenen Verträgen günstig unterscheide. habe ben Grund zu einer aufrichtigen Freundschaft zwischen China und Deutschland gelegt, bie auch auf kommerziellem Gebiete für Deutschlanb bie günstigsten Folgen nach sich ziehe, so daß der Töert ber deutschen Ausfuhr nach China bereits die Vorkriegshöhe bei weitem überschreite. Auch le- suchten bie chinesischen Studierenden mit Vor- liebe deutsche Hochschulen. Ein Kolleklivjchritt der Mächte. Peking, 7. Febr. (Wolff.) 2km Samstag trat das diplomatische Korps von Peking zu einer Sitzung zusammen. Die Dertragsmächte mit Ausnahme Der Vereinigten Staaten sind überein gekommen, gegen die Francis 21 g len erteilten Instruktionen, deren Ausführung er abgelebt hatte und die dadurch Okranlaffung zu feiner Absetzung von bem Posten bes General- inspettorS der chinesischen Seezölle sührlen, Pro- te,t zu erheben. Ferner würbe vom diplomatischen Korps bas Eriuchen Tschangtsolins zu Rlaßnahmen gecen bie Tätigkeit, die in ber ruf- sichen Botschast innerhalb des E:sandt- sthaftsviertels ihren Ursprung haben soll, seine Einwilligung zu erteilen, abgelehnt. Was tut England? 2 o n b o n , 7. Febr. (Wolff.) 3n ber heutigen Kabinettssihung lagen befonbcrc 3nfor- mationen aus China vor, um bie nach der letzten Kabmetts.ihung telegraphisch er ucht worden war Die Frage der Absendung b?r für Schanghai bestimmten britischen Truppen ist wiederum erörtert worden. Es erscheint als sehr wahrschcin- lich daß bas Kabinett zur Bekuntnmg feiner fneblichen Absichten schließlich einer Ablenkung ber Truppentransporte nach einem anberen Hafen zustimmen wird, inzwischen in der Lage in Schanghai keine ernste Wendung eingetreten sein sollte. Totenfeier für Kaiser Boshihito. ??kio, 7. Febr. (WTB.) Heute abend ist die Leiche des verstorbenen Kaisers vom Paläste nach ben Shinjukugärten ü berge» fuhrt worben. Trotz der bitteren Kälte hatten sich viele hunber t tauf ende von Einwohnern aus dem ganzen Lande angesammelt. Der Weg war mit weißem Sande bestreut, um böse Geister zu vertreiben. Truppen unb Polizei bildeten beiderseits Spnlier. Fackelträger. Beamten in al.ertumlicher Tracht, Trommel- unb Gang- Kläger, Bannerträger unb Priester schritten bem 3uge Doran. Dem Katafalk schritten hohe Offiziere unb Beamte mit Fackelträgern zur Seite. Es solg.en hohe Hof- unb Regierungspcamte, bann Snnz Tsch11schibu als Vertreter des Kai- >ers, ber auf Rat ber Aerzte nicht an bem vuge teilnabm. Dem Prinzen folgten Abordnungen des Heeres unb ber Marine. 3n dem in Den ©b’.niufugärten errichteten provisorischen Pa- mllon würbe bie Totenfeier abgehalten. Um ^Li.terniacM wird ber Sarg nach bem Mausoleum bei Hlgakhi-Asawaka übergeführt werden. Anläßlich ber Beisetzung des verstorbenen Alikado haben sämtlicheReichsbehörden in Berlin Halbmast aeflaaaL Wenn nicht alle Anzeichen trügen, so wird der 6türm, der durch die sozialDemokratlschrn Angriffe gegen den neuen Reichsinnenminister v. Keudell verursacht worden ist, sich allmählich im Sande verlaufen. Wer ruhig und nüchtern urteilt, muß sich sagen, daß zwar namentlich in der Verteidigung Des Herrn v. Keu">oll selbst: einige Llngeschicklichleiten unterlaufen sein mögen, daß aber im Grunde genommen gegen ihn keine weiteren Anklagen aus der Zeit des Kapp- Putsche- erhoben werden können, als gegen eine sehr große Anzahl von "Beamten, die damals, fern von "Berlin und von wichtigen Informationsquellen abgeschnitten, nicht imstande waren, die Lage wirklich zu sehen. Außerdem ist seitdem eine Reih« von Jahren vergangen und wie so mancher, hat wohl auch Herr von Keudell inzwischen eingesehen, daß der damals beschrittene Weg n i ch t der richtige gewesen ist. Irren ist menschlich, und jeder denkende Mensch muß auch bas Recht haben, feine Ansicht und seine Aufsassung zu ändern. Daß man selbst in den höchsten fmialdemo- kratifchen "Beamtenkreisen über die Sache anders denkt als die sozialdemokratischen Agitatoren in- und außerhalb oeS "Reichstages, beweist die jetzt feststehende Tatsache, daß bereits ein Jahr nach der Absetzung deS LandratS von Keudell der damalige sozialdemokratische Innenminister Se - v e r i n g Herrn von Keudell einen Posten bei der Regierung in Stettin angeboten hat. Damals ist Herrn Severing jedenfalls die Erinnerung an die Vorgänge deS Kapp-Putsches und . dessen Folgen noch sehr lebhaft in Erinnerung gewesen, so daß man kaum sagen kann, Herr Severing habe in einem Anfall von Gedächtnisschwäche gehandelt. In diesem Angebot liegt das Zugeständnis, daß selbst der Minister des Innern irgendwelche hochverräterischen Pläne dem früheren Landrat v. Keudell nicht untergeschoben hat. Wenn also jetzt, sechs Jahre nach diesem Angebot, die Sozialdemokraten im Reichstag jene Tinge wieder hervorholen, so schlagen sie sich selbst damit ins Gesicht. Man merkt aus allen Angriffen, die gegen die neue Regierung erhoben werden, immer wieder den drängenden Wunsch der Gegner heraus, Linsrieden zu säen uni die Koalition zu sprengen. Das wird nicht gelingen. Die demokratischen und sozialdemokratischen Gegner der neuen Koalition verraten damit am deutlichsten, Wie unangenehm und peinlich ihnen die Wendung ist, die unsere Innenpolitik genommen hat. Darm sollte ein Ansporn für alle Teile der neuen Koalition liegen, nun um so fester zusammenzustehen, zugleich aber mich alle Unklugheiten, Unbesonnenheiten und Voreiligkeiten zu vermeiden, an denen leider die jüngste Zeit sehr reich gewesen ist. Wenn man mit Ent- schlossenheit und Besonnenheit vorangeht, bann muß es gelingen, die noch nicht fest zusammengeschmiedeten Teile der neuen Koalition enger zusammenzubringen und schließlich gedeihliche Arbeit zum Wohle des Vaterlandes zu leisten. Das muß jetzt der Leitstern fein, und um Klatsch, der von außen herangetragen wird, braucht man sich nicht weiter zu sorgen. Wenn, wie wir mit Bestimmtheit erwarten, die Untersuchung gegen den Reichsinnenminister v. Keudell befriedigend erledigt ist, dann ist der wichtigste Stein des Anstoßes beseitigt. Rur muß, namentlld) an die Deutschnalionalen, die Mahnung gerichtet werden, auch bei ihrem Auftreten in der Oessentlichkeit möglichst Zurückhaltung und Vorsicht walten zu lassen. Sprengung der völkischen Fraktion. Berlin. 7. Febr. Infolge des Ausschlusses des Rcichstagsabgeordneten Kube aus der deutschvöllischen Freiheitspariei sind nu mehr auch die Qlbg. Graf v. ReventIow. Jürgens, v. Ramin und S t o h r aus der völkischen Fraltion ausgeschieden. Weitere QIuMtritte sollen folgen. Bereits morgen wird voraussichtlich dem Aeltestenrat Mitte.lung von der Auslösung der Fraktion gemacht werden. Dr. Wirlh und bas Zentrum. Berlin, 8. Febr. (Wolss.) Da- Verhalten Dr. Wirths bei der Abstimmung über das Vertrauensvotum für die Reichsregierung wird wahr- fcheinlich am kommenden Sonntag sowohl den Reichsparteivorstand, als auch den Deichsparteiausschuß des Zen'rums beichäsligen. Unter der Ueberlchrift ..Ge'euossen- Helt ist notwendig" wendet sich die Germania Der Fall Keudell. Die Untersuchung des Reichskanzlers eingeleitet. Berlin, 7. Febr. (Amtlich.) Der Herr Reichskanzler hat am vergangenen Samstagnochmittag in unmittelbarem zeitlichem Zusammenhang mit seiner öffentlichen Erklärung während der Reichstags- {itzung vom Herrn preußischen Minister des Innern »ie Personalakten des Herrn Reichsministrrs des önnem Dr. o. Keudell angeforbert Die Verhandlungen werden nach Eingang dieser Akten m i t aller Beschleunigung durchgeführt. Sobald das Ergebnis zu Über'chen ist, wird es der Herr Reichskanzler den in Betracht kommenden Stellen unterbreiten. Zur Sache selbst kann heute schon mitgeteilt werden, dah Herr Reichsminister Dr. o. Keudell nach dem Kapp-Putsch von der preußischen Regierung allerdings zum 1. Juni 1920 zur Disposition gestellt worden ist, aber bereits im Juli des folgenden Jahres vom Herrn preußischen Minister des Innern (vertreten durch Herrn Staatssekretär Freund) in Uebereinstimmung mit dem Herrn preußischen Finanzminister vorübergehend der Regierung in Stettin zur Leitung eines Ausschusses zur Feststellung von Krlegsschädcn überwiesen und aufgeforbert worden ist, seinen neuen amtlichen Wirkungskreis in Stettin sofort zu übernehmen. Es ist behauptet worden, Reichsinnen- minifter v. Keudell habe im Jahre 1923 unmittelbar nach dem K ü st r i n e r P u t ich sich bei dem Ober» sten Gudooius für den Major a. D. Buch- rüder verwendet. Diese Behauptung widerspricht, wie wir an zuständiger Stelle erfahren, den Tallachen. Reichsmintster Dr. v. Keudell hat den Obersten Gudovins einige Tage nach dem Putsch lediglich zu dem Zwecke aufgejucht, um ihm dafür zu danken, daß er durch seine Haltung gegenüber dem Putschversuch von seinem Heimatkreise Königsberg in der Neumark, in dem Stüftrin liegt, schwere Unruhen abgewendet habe. Zugunsten des Majors Bud)rüder ist Dr. v. Keudell weder bei dieser noch bei anderer Angelegenheit eingetreten. Er hat den Küstriner Putsch stets aufs schärfste verurteilt. gegen das Verhalten Dr. Wirths und zitiert zur Bekräftigung ihrer Ausführungen das badische Zentrumsorgan, den Badischen Beobachter. Der u. a. schreibt, daß man die Abstimmung Dr. Wirths unter dem Gesichtspunkt der Partei- bisziplin ganz entschieden mißbilligen müsse. Wir befinden uns, so schließt daS Berliner Zen- frumdblalt, sicher in Uebereinstimmung mit der übergroßen Mehrheit der Zentrumswähler. wenn wir der Hoffnung Ausdruck geben, dah das politi.che Gewicht, das die ZentrumSparlei in dieser Koalition in die Wagschale zu werfen hat. fernerhin nicht durch Sonderaktionen gestört wird. Der Schutz der Jugendlichen in Hessen. Darmstadt. 3. Febr. Die ZentrumSabge- ordncten Frau Hattemer, Lenhart. Hoffmann und Genossen haben im Landtag eine Anfrage zum Schutz der Jugend eingebracht, in der gefordert wird, daß eine Uebcrschreitung der 48-Stunden- woche für Jugendliche unter keinen Um - ständen geduldet werden dürfe. Sonntags- unü Rach'.aröeit müsse für sie v e r b o t e n bleiben. Den jugendlichen Arbeitern müsse ein gesetzlicher Anspruch auf einen bezahlten Urlaub In jedem Jahrs gegeben werden. Jede Abgabe von Rauchwaren und alkoholischen Getränken an Jugendliche müsse unter Strafe gestellt Werdern Zahlreiche Verstöße gegen das Lichtsplelgeseh kämen vor. Die Zulassung Jugendlicher zu öffentlichen Lustbarkeiten sollte von einer aus- drücklichen behördlichen Genehmigung abhängig gemacht werden. Es wird dann angefragt: 1. Teilt die Regierung die hier vertretene Auffassung über die Maßnahmen, die zum Schutze der Jugend getroffen werden sollen? 2. Ist die Regierung bereit, soweit solche gesetzliche Bestimmungen zum Schutze Jugendlicher bereits erlassen sind, die unterstellten Behörden erneut anzuweisen, deren Beobachtung aufs schärfste zu überwachen? 3. Ist die Regierung bereit, soweit gesetzliche Vorschriften im Sinne unserer Anregung noch fehlen, solche unverzüglich zu schaffen, oder, sofern hierfür das Reich zuftändtg ist. auf ihren Erlaß bei der Reichsregierung unverzüglich hlnzuwirken? Brianö gegen die Preftigepolitik. Die Ursachen der Kriege. Paris, 7. Febr. (WB.) Außenminister Briand hat auf einem Bankett, das die ehc- maligert Frontkämpfer der Orienttruppen ihm zu Ehren veranstaltet hatten, u. a. erklärt: Ich habe die Gegner Frankreichs niemals unterschätzt. Indes haben 52 Rationen den Vertretern Frankreichs zugestimmt, als sie in ihrem Romen die Vertreter Deutschlands begrüßten und gesagt haben: Deutschland ist ein großes Volk mit Vorzügen und Fehlern. Man kann doch wirklich nicht sagen, daß Deutschland lein großes Volk sei, sei es durch feinen methodischen Geist, sei es durch die Kontinuität seiner industriellen Begabung. Je größer Deutschland ist, um so mehr erkennen die Franzosen an. daß der Sieg, den wir davongetragen haben, ein großer war. Aber, wenn man sich geschlagen hat, und wenn man nach dem Siege seinen ehemaligen Gegner wiedersindet, hat man da ntcht daS Recht, zu sagen: Soll das immer so bleiben, sollen wir unS alle zehn Jahre schlagen, und wenn man dann an d i e Ruinen des Sieges benft, an all die vernichteten Reichtümer, an den ungeheueren Verlust moralischer und materieller Substanz, soll nunt da nicht versuchen, alles das zu vermeiden? Pazifistisch fein, was heißt das? Doch nicht, bah man mit verbundenen Augen voranschreitet und um den Frieden winselt, wie gewisse Leute behauptens Die moralische Entwaffnung muß erzielt werden, es müssen engere Beziehungen zwischen den Völkern geschaffen werden. Man darf nicht jede Gelegenheit ergreifen, um die Ereignisse auszubsu- ten, damit der Haß zwischen den Völkern geweckt und unverändert erholten werden. Wie entsteht der Krieg? Er entsteht in einer besonderen Atmosphäre. Wenn die Bölter sich bewaffnen, sagen sie immer: Wir wollen kernen Krieg! Aber schließlich wird eine Erregung in der öffentlichen Meinung geschaffen und die Frage des nationalen Prestiges wird aufgeworfen. Die mit unsichtbaren Gasen gelagerte Atmosphäre erhitzt sich voll, und es ift nicht mehr möglich, die Ereignisse auszuhallen. Dann kommt der Krieg. Briand empfiehlt deshalb alles zu tun, damit im Rahmen des möglichen j u - r i st i s ch e Lösungen zwischen den Völkern an die Stelle der Gewaltlösung treten. Wer wage es zu sagen, daß Frankreich, wenn es das tue, sich erniedrige? Aus aller Well. Orbach-Tcuischland Lieger im Schachturnier von HyLres. Das in der Zeit vom 24. Januar bis 6. Februar (im Grand Hotel des Palmores) aus elf Teilnehmern bestehende internationale Schachmeisterturnier endete mit dem Siege von W. Orb ach (Deutschland), welcher mit 7*/, Punkten den 1. Preis erkämpfte. Orbach ist bekanntlich Schachredakteur des Gießener Anzeigers. Den 2. und 3. Preis teilen mit je 7 Punkten H. Grob (Schweiz) sowie L. Schwarz mann (Polen). Letzter Preisträger wurde mit 6" 2 Punkten A Bar al) (Rumänien). Es folgen: R. H. V. Scott und Reilly (England) je 6 Punkten, Dr. Georges (Griechenland) 5*/» Punkten. Der Altmeister 3. Gunöberg (England) erzielte nur 3 Punkte. Der End purt des Turnier war äußerst spannend, da die fünf ersten Preisträger dicht aufeinander folgten. Auffallend war, daß Orbach und Grob infolge irrtümlicher Kenntnisnahme des Turnier- reglementS je eine Partie durch Kontermazierung verloren und dennoch an erster bzw. zweiter Stelle landeten. (Ein kleiner Held. Im Kreise Q> l o g a u orachen vier Kinder im Mter von fünf bis acht Jahren beim Spielen aus dem Eise ein. Dem 13jährigen Schüler Deutscymann gelang es. alle vier Kinder zu retten. Schwerer Unglüdsfall in einer Papierfabrik. In der Dui>elDor,er Popiersaoar .^).u:nes" blieb eine der großen Zerkleinerungsmaschinen, die nach erfolgter Reparatur wieder in Betrieb genommen tourte, plötzlich ft eben, rst jetzt fiel den Arbeitern auf daß eine 2 3- jährige Arbeiterin vcrschrr unten war. Man fand die Mnal-'icT 'e n'ffin stückelt in fl e r e jgWtn, boh ff w*?1. ging SM prallA « G-bcii.» r-n 9t- ? !> ° A-.fizn o " 2n 6 d-eStim sirr ift c ir.u'fl"' .Hhultrrat vrrwerfcn. inngl die die MW i-chtcr Ea» pk'be ti« fc.-fdfre M spracht i in öer Schu flugtnnun c nenfprache) stell- zur ö stabt verdl flehen, die per- Darn 2us'prache 2m Dirigenten i Vorsitzende 6tro6'3i lauschen lvol siien Stfang Ser Shor „k Weber tourt gehend« "Aul die Frage 1 sichen. Linen tt wiche ouizearbri: teckeit" ur SchLttle bie Sänge: sitzender Ä dankte alle, fui beigetr De der obe: 2m 6oi vi uziakdi fammlung ttn 6änfl< 6« Otganifo v-nz Wfy Bünte, bit .ßkffifchen sich bei bb der einhrii Dchwieriale feine Selost ^radiüon auch n andern hes arganisierun der sehr ger 5>e Dersaml dem Desch ass lln'crori junbe angel derdänüen 31 Jon Ärcidöot beitrete einliefern. nis aus noch unbekanntor Ursache eine Sicherster Grippe Chinosol n c r - 5or- als den preußischen Studentenschaften k e i lei Machtmittel zur Erfüllung dieser berung zur Verfügung ständen. Stipendium für deutsche Studenten an amerikanischen Hochschulen. eignete sich Kesselerp ofion. Durch die ausströmenden Gase mürben fünf Arbeiter getötet und eine Anzahl fujroer verletzt. Einbruch durch den Schornstein. Einen eigenartigen Weg nahmen Einbrecher, die ein Konfektionsgeschäft in der Rühe des Aleranderplatzes in Berlin heimsuchten. Sie drangen durch eine Sisen'ür in einen Schornstein, dec das ganze Haus vom Dach bis zum Hausflur durchzieht, und gelangten von ihm aus in das Geschäft. Dort stahlen die Einbrecher, wie das ,B. T." meldet, für etwa 7000 Mark Wäsche. Sie entkamen mit ihrer Beute durch ein Hoffenster. fleffelerptofion in einer französischen Färberei. In einer Färberei in Thaün bei (Spinal er- breai.ai , „ »ch mit Chir.osollösung gurgeln und Nasenspülungen. Chinosol ist in allen Apotheken und Drogerien vorrätig. Versuchspackung nur §0 Pf., große Packung (vorteilhafter) 2.— RM. Gebrauchsanweisung liegt bei. Alle Packungen sind beit mm» vorrfltig- tu der Kaiser Dr-'ger'e ERNST NOLL. . ifidenplfltz 5. :Mm An der Universität os Eoüiornia in Bettelei) und an der Leland Stansord Junior Uni- versity in Balo Alto ist je ein Stipendium von 1500 Dollar aegrünöct worden, daS z u - gunsten deutscher Studenten Verwendung finden soll. Das Stipendium, das an beiden Universitäten für Die Dauer von drei Jahren in Aussicht genommen ist. soll In jedem der drei Jahre einem besonders fähigen deutschen Studenten zufallen. Stubcntetiittx-ir in Kairo. Bon 3000 Studenten der zur Azhar-Universi- tät gehörenden Scyulen haben nur 3)0 die Studien wieder aufaenontmen. Der Streit der Studenten der Azhar-Univrr'itäl geht weiter. E. brach am 1. Februar aus. weil das Parlament beschlo fen haue, die Schulen, darunter auch die Lehrerseminare, dem Unterrichtsmini'.erium zu unterstell-n der Maschine. Rach den bisherigen Feststellungen sollen die Schutzvorrichtungen ungenügend gewesen sein. Starke Schneefälle in Süddeufschland and der Schweiz. In Der Rächt zum Sonntag sind im ganzen Alpenlande neuerdings strichweise starke Schneefälle e.ngetreten Auch im Schwarz-ald, der Schwäbischen und der Bayerischen Alp bis Arlberg und Tirol hat sich das neue BJintertoetter eingestellt. Eia Pyrenäendors unter Schnee begraben. Paris. 7. Febr. (TU.) Seit dem 20. Dezember ist das Heine Dorf Hospitalet in den französischen Pyrenäen unter einer zwei Meter hohen Schneedecke begraben. Die Bewohner des in 1500 Meter Höhe gelegenen Ortes stehen jetzt vor dem Verhungern, wenn nichr eilig Lebensmittel aus der nächsten Amtsstadt herangebracht werden können. Eine Kirche durch Vlihschlag zerstäri. In Ceriale oei Genua lojiug Oec B.i.j in Den Turm einer aus dem 12. Jahrhundert stammenden Kirche und zerstörte ihn vollständig. Dis beiden schweren Glocken fielen herab, dis eins durchschlug das Gewölbe und fiel in dis Kirchs hinein. Personen wurden nicht verwund t. Gakfenmord im Rorden Berlins. Der im Aoroen Bsr.uis in einer Gemeindeschule wohnende Heizer Buchholz teilte seinen Verwandten mit, daß feine Frau seit mehreren Togen spurlos verfchwunden fei. Die Kriminalpolizei sand in einer Eie.nen Rumpelkammer des Schulgebäudes die Frau Buchholz In einer großen Blutlache tot auf dem Boden. Der Gerichtsarzt stellte fest, baß sie mit einem Ziegelstein erschlagen worden sei. B ch° holz, der verhaftet wurde, gab in voller Gelassenheit zu, daß er feine Ehefrau am vergangenen Freitag erschlagen habe, konnte aber keinen Beweggrund für die Tat angeben. Raubübersall. In St. G 0 a r orangen Hwei Bettler in ein abgelegenes Haus ein, überfielen die allein anwesende Tochter eines Schiffslapitäns, knebelten das Mädchen und stahlen, was nicht niet- uni) nagelfest war. Die sofort alarmierte Bopparder Gendarmerie konnte noch am selben Abend die beiden Raubgesellen festnehmen unb ins Gefäng- Brand des Krankenhauses in Jurtroangen. In Furtwangen tm Scywarzwald, ift nachrs um 3 Uhr im Städtischen Krankenhaus ein Groh- seuer ausgebrochen, das im Dachstuhl aufkam und sich schnell aus daS dritte Stockwerk ausbreitete. Sämtliche Kranke mußten schleunigst in Sicherheit gebracht werden. Der Dachstuhl und das dritte und zweite Stockwerk wurden durch Feuer und Wasser schwer in Mitleidenschaft gezogen. Ein Jubilar des deutschen Glockengufsee. Der Restor der deuiscyen Glockengießer. Ru» dolf 3 a u cf, der Inhaber der Glockengießersirma G. QL Iauck in Leipzig, begeht feinen 80. De- burtitag. Aus seiner Gießerei sind nahezu 40 0 große Kirchenglocken hsrrorgegangen, darunter die in Bethlehem, in Den M.ssions- gebieten Indiens, in Norwegen und aus Der Insel Cypem. Iauck hat sich aus Dem Gebiete des Feuerlöschwesens durch Herstellung der ersten Dampsspritze Verdienste erworben. Amsferdam—Bremen in 81 IHinufen. Der Hamburger Flieger Gerstenkorn legte mit einer dreimotorigen Junkers-Maschine D 950 Die 303 Kilometer lange Strecke Amsterdam-Bremen in 81 Minuten zurück und schlug so den bisherigen Rekord um eine Minute. Anfall Im Bahrwerkehr. Gestern nacht gegen 1 Uhr fuhr auf dem Bahn. Hof Nennig infolge falscher Signalstellung ein Güterzug auf einen haltenden Guterzug auf' Der Lokomotivführer wurde getötet, der Heiner schwer verletzt. Der Sachschaden ist bedeutend. Hochschulnachrichten. Studenten schaff unb Kultusminister. Eine Ausspra^)s zwilchen Rettore.. uer preußischen Hochschulen und dem Hauptausschuß der Deutschen Studentenschaft ergab eine vollkommen einmütige Haltung in der Auffassung, daß der Vorwurf, den der preußische Minister Dr. Decker Den preußischen StuDeutsn- fchasten in feinem Brief vom 24. Dezember 1926 machte, daß diese „gegen Geist und Wortlaut" der staatsministeriellen Verfügung vmn 18. September 1920 verstoßen hätten, unzutreffend sei. Zum zweiten wurde zum Ausoruck gabracht, dah das Verlangen des RrinisterS Becker, daß die preußischen Einzelstudentenschaften oaZ Studentenrecht der aurlandsdeutschen Eiudentsn- schaften ändern foliten, insofern unmöglich sei, Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 8. Februar 1927. Schneeglöckchen. Die Schneeglöckchen saßen zufammengedrängt unter der Erde unD beratschlagten. .Ich weiß nicht, wie mir ist," sagte das eine, das schon einen langen Trieb hatte, .aber ich habe das Gefühl, als müßten wir baC) das Licht der Welt erblicken." »Ihr Trieb ehrt Sie," sagte ein anderes, das noch nicht so weit war, .aber ich meine, Zurückhaltung wäre noch angebracht." .Was heißt Zurückhaltung" b.merkte ein dritte- streng, .wenn cs an der Zeil ist, erscheinen wir eben, Ordnung muh sein, und Gesetze sind dazu da, um eingehalten zu werden." .Ja, wenn nur alle Teile die Gesetze einhiclten." sagte daS vorige, .aber sogar die Raturgesehe haben ja heutzutage ihre Gültigkeit verloren. Ich bitte Sie. cS ist Februar, und der Winter hat noch nicht angefangen, ich habe meine guten Verbindungen nach oben und weih genau, daß noch immer kein Schnee gefallen ist. Wozu sind wir denn Schnee- alockchen? Wenn wir ohne dieses Btlrtout erscheinen, sinken wir ja zu ganz gewöhnlichen Glöckchen herab, wir werden womöglich für Maiglöckchen gehalten, eS gibt Fgmilisnkonflikte, Streitigkeiten bei dem Publlkum urttr In Gclchr- tenlrcijen — nein, nein, warten wir schicklicher- weise ab, bis es erst mal ordenUich geschneit hat." Der Streit war hin- und hergegangen unb hatte schon eine bübsche Weile gedauert, als da- erste Schneeglöckchen sich wieder vernehmen ließ. Sein vorwitziger Trieb hatte eS nicht ruhen lassen. sondern vielmehr and Licht gedrängt, unö nun berichtete eS ganz aufgeregt: .Es ist noch durchaus kühl oben, wenn auch nicht winterlich kalt, aber dis Menschen, die Frauen, tragen schon ganz dünne Florstrrimpfe und haben an ihren Mänteln Rosen. Veilchen und Stellen angesteckt. eS muß Sommer fein, anders ist eS nicht zu erfiären.“ Entsetzt schwieg alles. So eine Schande! Einfach nicht geblüht zu haben! Richt erschienen zu sein, wie es an der Zeit gewesen war! Das reifste Schneeglöckchen der Qkr ammlung wandte sich endlich an das mit dem vorwitzigen Triebe und sagte mit ausgesuchter Höflichkeit: .Bitte, bemühen Sie sich noch einmal nach oben und versuchen Sie zu hören, wovon die Menschen reden, man könnte da vielleicht AnhallSvunktc ?.ewinncn und schließlich doch noch erscheinen önnen. »Besser spät als nie," sagte einmal eine russische Bäuerin, als sie auf den Bahnhof kam, .aus dessen Halle soeben ihr Zug hinausdonnerte. ES liegt immer viel tiefe Weisheit In den alten Redensarten." Der Trieb meldete sich nach einiger Zeit Wieden, er sah noch recht verfroren auS, und gar nicht entwickelt. .Run?" fragte alles gespannt. „Sie reden hauptsächlich vom Wetter," berichtete er mit etwas heiserer Stimme, »die Männer sagen meist, es sei ein verdammte- Wetter, daS schuld an der Grippe sei, -die überall herrsche. Die jungen Mädchen aber sprechen von Maskenkostümen, von PierrotS, Pagen, Zigeunerinnen, Rixen, und dah e» sein am nächsten Samstag fein werde, und dah .Er" auch hinkäme." .So, so, na, Gott sei Dank, bann ist ja alles in schönster Ordnung, bann haben wir ja noch vollkommen Zeit," sagte Die reife Urgroß- zwicbel, .schlafen wir noch ein bisschen; wünsche allerseits angenehme Ruhe." ilnD mit ober ohne Triebe versanken sie alle beruhigt in sreundlichc ZukunstSträume. E. v. M. Preisausschreiben der Scho e. Gestern nachmittag versammelten sich die Be wertungsausschüsse der vier Gruppen unseres P r e i s a u s s ch r e l be n s der „Scholle" zur gemeinsamen Schlußsitzung, in der das Endergebnis der vorausgegangenen, sehr aründlichen Einzelprüfung der Arbeiten ermittelt wurde. Er war von den Herren Preisrichtern eine umfangreiche Arbeit zu bewältigen, da unter den eingt|anbten Antworten sehr viel wertvolles und lehrreiche» Mote- rial festzustellcn war. In Anbetracht der Güte zahl reicher Arbeiten haben die Bewertungsaurschüsse sämtlicher Gruppen, im Einvernehmen mit dem Verlag und der Redaktion, neben den Preisen noch eine Anzahl lobender Anerkennungen in Gestalt von wertvollen Büchern, die das Gebiet der Bearbeitung betreffen, zuerkannt. Näheres wird in unserer Ausgabe am kommenden Samstag mitgeteil» werden. ÄZ °Ltz ^"ich! ong? jungen nS ^■S tet Eb, ®{le» to« wi, Ech gtlö m» oouttt, al« 6m af’Nmtn llrt '•4t ruf)(n U|. «edränoi. ^"°«'»>ch°, r.y* Ü’hnh°i km v'nauibtmntrtt eil in den dir >4 einiger Zei! toten aui, vnb tagte alles geil bom Miln," ir Stimmt, ,6it rin onbommto 'Pe lei, M litt* en aber sprechen )>errvis, Paa», et sein am nach- bah ,6f auch t Dan!, dann ssi Sonn loben vir Vf reift Uraroff- Vgchen, wünsche > mit vdn ohne il in srruMchc t.b.U er Scho e ilttn sich die B< Truppen unsere» ■ „Scholle' jur her da» Int- , sehr aründlichen leit wurde. L, vor eine umsanpreiche den einzisondlen d lehrreiche Noie- ich! der Süle B MDithmgäWÜfr rnehmen mit de" neben den freiltn rfennungen In !ie da, Gebiet der l. Nähere» wird w Samstag mitgelei!» in Bietzen. n*i, ]-!» " 'jJo.utUti NW flatt nf.nren aus W dem Lck lee* arten >ttuW )Mbrtg (W‘ d von DarmM eine W^ 0* «••’Ä l^ulgik. t'V” *.?tras "Kd>rr.n lde/Äbtt^ Preis' $di'9,e J nk > SifSeSg« ier$tsr igegen ipPe: -rtsa lg?“nro60riefl ind^go Pf., Jfg JÄM- sfte,L bei- , lieg' be . ti< die itfigcn Aech »anwalt am Gnierdfen g< gehabt tiabi e, txrr» * * 5C cder.iXexajnacfosi txmr las/ jen fjialts jdrSCHAUFtMSTt^ Ch.it einen nach 2n- •unentbemrKich • ©letten, z. Febr. Sin Kaufmann au- Karl»rutt« bat In einer Rc' Honigbienen <*". der Be'ruchtuna ist durch eingehende wis'ersctaftUch« Un er'uchung (cj sei nur auf die verdienstvolle Arbeit M Prozessor» C:nert In LanbSberg an ter Warthe venoiclens. auf durchschnittlich 75 v H. berechnet Denn ich daher in meinem Tud>e „Die deutsche Dienen- Bequeme Teilzahlung WWWML^ BESTE GE5CHÄFTSPEKLAME IST STETS EIN INS TRAT IM GIESSENER ANZEIGER reine Herren-Schneiderei Mäßige Preise Die volkswirtschaftliche Bedeutung der Bienenzucht, Don K H. K t ei- tecleit" unter seinem Ehorleiier, MuliNehrer S chü 11 ler - Giehen. Brausender Beifall lohn.'c die Sänger unö ihren Shormeister. Kreisvorsitzen der Koch-Dielten schlos; die Tagung und bankte allen, die zum guten Gelingen de» Kur- sus beigetragen hatten. Verlrelerversammlung der oderhesfischen Sängerbünde. Am Sonntag fand in Giessen eine Dem Pro- vinzialvorstand de- „Ä c fsischen S ä n- aervundes" einberufene Dertreterver- sammlung aller In Oberhessen bestehen- kcn Sängerbünde statt, um über Fragen der Organisation zu verhandeln. In unserer Provinz bestehen ach! zehn gröbere unö kleinere 'Sünde, die bi- auf wenige Aus nah men dem .Hessischen Sängerbünde" angehören. S3 stellen sich bei dieser groben Zahl von Ginzelbünden der einheitlichen Durchorganisierung erhebliche Schwierigkeiten entgegen, da jeder der Bünde seine Seiostverwaltung, seine Geschichte und seine Tradition hat, die sie nicht ausgeben wcllen u.id auch nicht aufgeben sollen. 3n den beiden andern hessischen Provinzen war die Durch- organisicrung leichter infolge de- Fehlen« bzw. der sehr geringen Zahl schon bestehender Bünde. Die Der'ammlung fl:lang;e schlieblich zu folgen- dem Deschlub^ Die Bünde bleiben bestehen al- llnterorganisationen der Provinz: ihre Ge- schäft führt der BundeSvorfihende. Die keinem Bunde angehörendcn Dereine werden zu Kreis- Dcrbdnben zusammengefabt unter der Leitung Von KrciSvorsitzcnden. D.n dem .Hess. Sängerbund beitretenden Dereinen steht eS frei, ihre Organisation zu wählen. So dürfte eine allfett- hefriedigende Fassung gefunden fein. SS steht z.: erwarten, bah auch die dem »Hess- öär.gerbunS" Privatklage gegen die letztere ebenfalls wegen Beleidigung. Diese Klag: be-3 K. war jedoch um einen ^ag zu spät erhoben worden, so dast tho Frist von drei Monaten zur Stellung des Strat- antrag» bereit« verstrichen war ®r konnte auch keinen Beweis dafür erbringen, bah dcr junge H. ber die» in Abrede stellte, die Werkzeuge verunreinigt hatie. Die Parteien schloßen deshalb einen D e r g l e i ch. wonach K. bedauerte, den 3ungen geschlagen zu haben, und erflärte, er habe nicht die Absicht gehabt, die Frau H. zu beleidigen Sollte die» dennoch geschehen sein, so nehme er die D.leidiaung mit Bedauern zurück. Weiter übernahm er die Kosten Daraufhin wurden beide Prioatklagen zurückgezogen stellung weiterer ömlftlungen auch durchaus sachgemäst und erschöpfend erteilt wurde. Am Schluf-e seine» Schreibens teilte ihm der Anwalt mit k'st er für feine Bemühungen den Betrag von 15.20 Mark liquidiere, den er ihm einzusenden bitte. Hierauf crtotZkrte der Kaufmann, der Anwalt lasse sich offenbar seine Antwort mit Geld au'w'egen, 15 Marl seien sür zwei kleine Briese e wa« zu reichlich. Or tonne sein Geld nicht ohne wei eres zum Fenster hinnuswersen. ohne die Gewihheit zu haben, dafür auch den wirtlich entsprechenden Gegcnwert erhalten zu haben. Deshalb bitte er um Mitteilung, ob die Jrrbe- rung zu Ae-tht bestehe, und nach welchen privaten ober, amtlichen Grundsätzen sie ausgestellt sei. Selbstverständlich rechne er damit. datz ihm für diese dritte AuSiunft nicht weitere 5 Mk. berechnet würden. Der Anwalt gab ihm sofort die gewünschte Auslunst und verlangte Zahlung binnen zwei Tagen bei Meidung Der Klag« mit dem Anfügen. Daß et sich Die Erhebung einer Beleidigungsklage vorbehaue. Ginlge Tags später erwiderte D?c Kaufmann, er habe absichtlich einige Seit verstreichen lassen, um zu zeigen, dah er sich durch Die Drohung nicht einsa-üchtern lasse, ffr werde zahlen, wenn es ihm passe, sobald er fein Gehalt bekomme, und auch nur Dann, wenn sich Der Anwalt bi« Dahin ruhig verhalte und nicht etwa einen Zahlungsbefehl loSlasse. Andernfalls werDe er ihn noch Monate lang warten lassen und frühestens Dem Gerichtsvollzieher Zahlung leisten, auf die paar Mark Kosten komme es Die Bienenzucht hat immer noch nicht Stnügenbe Fori erung seitens des Staates alten: lehnte Doch noch vor kurzem Der Bei sinanzmini'ter den Wegfall der Zuck:tstei:er den an Bienen verfütterten Zucker ab. An'chei- nenb ist selbst in Den höchsten Dehördenstellen die vvlkswir'.fchattliche Bedeutung der Bienenzucht nur wenig bekannt. Der Zahresertrag an Honig und Wach« ist Im Durchschnitt mit 35 Millionen Mark zu bewerten. Zu diesem unmittelbaren Werte kommt aber der mittelbare zücht" den mittelbaren Wert auf jährlich 200 Millionen Mark angeb«, so ist diese Summ« ein sehr bescheiden angesetzter Mindestsatz. Die Gcsamtwertzahl der deutschen Dienenzucht beträgt allo mindestens 235 Millionen Mark. Demgegenüber seien De.tzahlen einiger anderer Sr- werbszweige gerannt Ccc- und Küften'ischerei 1925 : 55 Mitt. Ml Binnenfischerei, nach ö.täfrung von Prozessor Wuendsch jährlich 200 Mill OHL; Wert bc\ Förderung 1913: 191 235 000 Mk ; Der Braun- kohlenbergbaubetriebe 1524 3e9 195 003 Mar! Arsen- und K.ps.rerzgru en 1913 32 320 0C0 21U 1624 : 21 135 000 Mk.t Sahnen 1913: 16 763 000 Mark, 1924: 12 275 000 Mark, Erzeugung von Steinsalz: 13 409 000 Mk.', Erzeugung von Kalisalzen: 126 877 000 Mk.; Tee^erzeugung: Mark 31 063 000; Bcnzole.zeugung: 52 719000 Mark FörDerung an Aoherzen (Sisenerz): 47 215000 Mark; B:«i-, Sicher- und cinlerigtuben: Mark 22 247 000; Betriebseinnahmen der prcuhisch.i' Staats'orsten K23: 70 825 000 Mark. Diese lehrreichen Bergleiche sotten nicht etwa den Wert der b«.rossenden Zweige unserer Dolk»- wirtschaft Herabfeyen, sondern nur Die Beben- tung Der Bienenzucht, Die leider viel zu wenig bekannt ist, ins rechte Licht setz.n. Die Tat- fache, dah Die Deutsche Bienenzucht eine Jahresleistung bar minderen- 235 Mill. Mk. au’- weist und Damit viele bedeutende Zweige unserer Dott-wirtlchast )um Teil weit übertrifft, sprich daher nachdrücklichst für eine vermehrte Förd rung der Imkerei. Rundfunk-Programm. Mittwoch, 9. Februar. 3,30 bis 4 il&r; Die Stunde der Ougen^ 4,30 bi» 5.45. Konzert des HauSorchesterS. AI r Tanzmusik. 5.45 bi» 6,03: Die Bücher st und« 6,45 bi« 7,15: Funkhochschule: .Altdeutsche Tafelmalerei XVrr, Donrag von Dr. Oswald Götz Assistent am Städelschen Kunstinstitut. 7,15 bis 7,45: ilebertragung au» Mannheim: .Südwest- deutschland", Dortrag von s^ros. Dr D. Blau- stein, 1. Syndikus Der Handel»kammer für Den Kreis Mannheim. 7,45 bis 8,15: Funkhochschitlc „Qlcuere Seelenforfchung, I“, Dor'r.ig von Dr Hans Prinzhorn. 8,15 biS 9,15: Annette Kolb Dorlefung au- eigenen Dichtnngeir. 915 bi» 10,15: Ilebertragung von Kassel: Gello-Kon^en dDoll. Eine späte Amnestierung. De? frühere demolratifche Q^nitag»bgco.Diwte, Del- tot LooS in Siesten. Der im 3a*K‘ 1920 wegen feiner Eigenschaft als Leiter der hessischen Landesabteilung der A ich-zentrale für Heimat- dienst vom sranzöfischen Kriegsg.'richt in Mainz im Abwesenheitsver,ähren zu 20 Jahren ©e- fängni» unD 20 Jahren Aufenthaftvverbot im besetzten Gebiet verurteilt worden war, ist j«rt von Der Aheinlandlommission wegen des politischen Eharalters feiner Derurtellung amnestiert worden, Berichtigung. 3n dem Anikei von Professor Krüger über Trautmann sind Die Brahmsschen Sinfonien in L) und F Bittet ent- lich unter Bruckner eingereiht worden Ä.,ch muffen, Da Die Auszählung auf Die Zähre 1900 bi- 1915 beschränkt sein sollte. Die nachträglich von anderer Hand eingefügten Werk« von Bruckner unD Aeaer, wie auch der Elias von Mendelssohn, gestrichen werden. •' Hundebefitzer, gebt acht aus eure Hunde! Nachdem Mitte voriger Woche auf der Bahnhofftraf;« ein grofjtt Schäferhund von einem Auto überfahren wurde, Der im Posthof, wohin er sich noch geschleppt hatte, verendete, wurde am Sonntag in der Walltorstratte ein wertvolle- Sier derselben Art von einem Auto überfahren unD sofort getötet. Wan kann öfter beobachten, dast Hunde mit knapper Dot vor dem älebersahren bewahrt bldben. Wan führe die Tiere In den verkehrsreichen Straßen an der Leine! •* Goang. Arbeiterverein. Der für Mittwoch abend oorgefehene Beethoven-Abend muh infolge Erkrankung eines Tlitmirtenben verschoben werden. (Liehe heutige Anzeige.) 2lmtsgericht Siesten. Siesten. 1. gebt. Ein Installateur K. aus Lang-Göns. der In einem Neubau daselbst arbeitete, fand bei seiner Rückkehr zur Arbeit einige feiner Werkzeuge in verunreinigt-m Zu- stände vor. Er vermutete, datz der Sohn De» Alihändlcrs H., Der mit anderen Jungen in dem Olcubau gewesen war, der Täter gewesen sei. eilte ihm deshalb nach und gab ihm ein paar Ohrseigen. Als Die Frau H .Dies hörte, stellte sie Den K. zur Bede. unD eS entwickelte sich ein Wortwechsel zwischen ihnen in Dem von beiden Seiten Beleidigungen gefallen fein sollen. Der Ehemann erhob de-halb gegen K. Privatllage wegen Mißhandlung feines Jungen und wezen Deleidigung feiner Ehefrau. K. Dage en erhob beute noch fernstehenden Bünde wnb Einzel- vereine jetzt fich Dttfem anschliesten. Gtchcncr T6ockienmarstpreise. Es kosteten auf Dem heutigen Dochenmarlle: Butter Iflü bis 170, Matte 30 bis 35. Kose 60 bis 140. Dirstng 15 bis 20, Leistkraut 10 bis 15, Rot- kraut SO, gelbe Buben 8 bis 12, rote fRübcn 10, Spinat 23 bis 30, Unter-Äohfrabi 8 bis 10, »hin- kohl 20 bis 23. Kosenkohl 35 bis 40, Feldsalat 150 bis 250, Zwirbeln 10 bis 20, Meerrettich Zn bis 60, kchwarzwurzefn 35 bis 50, Kartoffeln 6. Aeofe! 15 bis 30, Birnen 10 bis 23, Honig 50. junge Hchnen 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120. Tlüffc 70 T'f. je Pfund; Lier 16 bis 18. Blumen fohl 60 bis 140, Salat 30 bis 35, Gndioien 90 bis 100, Lauch 5 bis 15, Rettich 6 bis 15, Sellerie 20 bis *) Pf. je Stück. t^ornoti^cn. — Lageskakender für Dienstag. Stadttheater 7'/. Uhr .3iDitbe. * W-n r/itb Herr Otto Lotz, Oberschaffner i. R 0951 | Verkäufe | Lieh, den 8. Februar 1927. Lehrer Sarnes und Frau. 1243 0 Lauterbach, 6. Februar 1927. Los II: 4 Los III: 76 LoS IV: 189 [ Kaufgesuche | Angelernte I Mietqesuche | Aelteres ■ Won fleih neu Bie nen gefammcliev Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme beim Heimgänge unseres lieben Vaters danken herzlich mit 24,24 fm Inhalt, Fichtenstämme 3. Klasse mit 6,64 fm Inhalt, Fichtenstämme 2. Klasse mit 48,14 fm Inhalt, Fichtenstämme von löbis 19 cm Durchmesser mit 63,56 fm Inhalt. sind getrennt für vor- 3üDtrl. lllflüditii in fL HauSH. gesucht, e n l auch s. tagsüber e öberftr. 26 L ki«sWiliciiha»S mit ar. Garten, fof beAicbbnr, au reif., vass. für Studenten- beim. Schr. Ana it 0942 an d. G. Anz. 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Zufammeni'rellaiig von ftragen aus den verfchled nen KifienSgebieien. 3 Unoerblndliche Borbeivrechung einer oolkSkundFchenFerienwanderangiAuguftl und einer Studienwoche iTevtember). 4. BersckfedeneS. Im Hinbl-ck auf die Dichtigkeit der TageS- oidnana werden d e Hörer gebeten, und- Aähl a au erscheinen. 1247c Achtung! §trrtn-5o6kn n. -Abshe 4.20 Mk. ?Weir-§ohltn«. -Absätze 3.20 „ genätzte sohlen 1 Mk. mehr. Zwßigverein Gisßen vom Roten Kreoz Die diesjährige ordentliche MiMMfßMlW soll Mittwoch, den 23. ftebrnar I. I., nachm. 5 Uhr, im Saale Nr. 52 des LandgerichtSgebäadeo au Gießen flau» finden, rooAu alle Piiialleder des tfroeig- veretnS hiermit einaeladen werden. Tagesordnung: 1. vrefchäftvberlcht, L Nech- nangöablage und Entlastung des Schatzmeisters, 3. r>estfetznng des Jahresbeitrags. 4. Befchlnstfastuna über Anträge von Mitgliedern, die mindesten» 1 Woche vor der iPcr- fonimluna bet dem Bornyenden einzureichen sind, 5. BerfchiedeneS. Gießen, den 7. Februar 1927. 1285D Der Vorsitzende: Wiener. Hanl ia Krokodil Kaiserallee 27. Morgen Mittwoch, den 9. Febr. 1927 Kappenabend Jazzband — Verlängerung, fi __________________________ 0039 8 Zrifche Zische Mittwoch früh 9 Uhr eintxcffcnb: 0.65 Pfund 0.45 Pfund lose .... Pfund 0.45 Mittwoch, den $)• d. M PortioaS-Schellstsche Pfund Grüne Heringe . . .Pfund tut Ausschnitt.. Prima Seelachs im Ausschnitt 0.32 0.50 0.25 Frische FischkotelettS 0.35,0.50 Viicklinae (frische Fettbücklmgef das Pfund 0.35, die Kiste mit netto 5 Pfund 1.50 Türk L Papst'S Maiiounaise Feinste große Schellfische im Aus'chnltt. ...Pfund ff blütenbcöcr Cabliau Margarine'BIaub n.Raniail.OO Lanclla-. feinste Pflan.enba tier- 'Jltargarme.....P nnd 0.85 Schweine-Schmalz Pfand 0.85 Palmin in' i- ii. l/'-Pfd'Pak. 0.85 Pflanzenfett, tn 1-Ptz -Tas. 0.65 Frische Süßradm Butter MlOKkVkM Babnbosstr. 27 Feruivr. 1631 ____________ 1258a__________________ H- Blum ~ EiMMWMMLWi von nachmittags 2 Uhr ab versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28, gegen Barzahlung: 1 Büfett» 2 Komplette Küchen (neu), 1 Kommode, Tische, drei Sofas, drei Schreibmaschinen, mehrere gut erhaltene Betten, 1 Klavier, gut erhaltene Damen- und Herrenräder, einige Liege- ftühle, einen Feuerlöschapparat, neue Maskenkostüme, Mödellack, 1 antiken klelderichrank, Schuhe, Herren- und Damenkleider, Herren- und Damenuhren, Operngläser, neue Federdechen und Aisten. 1254V Versteigerung bestlmmL Ludwig tzartmetz Auktionator Neuenweg 28 Telephon 1414. 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Goldwaien- gefchäfi CßümMciif, Neuen 2'äiie, Lchrih- l'attS SÜn, Markt- itTflhe, SvorthaaS Schneider, Neuenweg, Ztgarrenge' fdiäft Henkel, vlanSgaffe. IA8l> Mittwoch: Hotel ttöblcr. 1241D Stadttlieater Mittwoch.O.Febr^ IS.miinüOß) W-IrfL von 7', bis y , Ubr: B00f[-d0lQl6 Luftfviel in 3 Aufzügen von Berftl. Nr. 52 Zweites Blatt Ieitungsschau. Hebet bit Dorgeschichte deS zu einem .Fall Äeubell" auffrifierten Vorstöße» bet Sozial- bemofraten und Kommunisten gegen den neuen deutschnationalen Gnnenminifiet schreibt bie .Deutsche Tageszeitung": .Niemals hat eS auch im Deutschen Reichs- tage eine viderwättigere und verlogener» Komödie gegeben als bie Beschuldigungen gegen ben Reichsinnenminister von Keudell wegen feiner Haltung in den Tagen beÄ Kapp-VutscheS. Herr von Keudell hat damals al» Landrat nur ein einzige» Destreben gehabt, bie Ruhe und Ordnung in dem ihm anvertrauten Kreise zu sichern. Gr hat die ihm unterstellte Gendarmerie, verstärkt durch zwei beamtete Zivilisten, ausgeboten, um den KreiS nach Möglichkeit gegen kommunistische Banden zu sichern. Bei Dem Fehlen jeder Verbindung mit Berlin gab eS nur eine Autorität, die neben dem Landrat und seiner Handvoll Polizisten wirksam für bie Aufrechterhaltung der Ordnung eingesetzt werden konnte: ben MiUtärbesehlSbaer. Der Landrat von Keu- dell aber hat ausdrücklich erst bei der vorgesetzten Behörde, dem Regierungspräsidenten in Frankfurt a. d. O. angeftagt, ob er dem Verlangen de» Militärbefehlshabers nach Veröffentlichung seiner Erlasse nachzukommen habe: er ist in seiner Korrektheit soweit gegangen, dah er, als auch hiev die normale Verbindung versagte, einen besonderen Boten in Bewegung setzte, um den Willen der vorgesetzten Behörde festzustellen: und erst auf deren ausdrückliche Weisung hat er sich entschlossen, bie Erlasse des MUitarbefechlShaberS in der bann selbstverständlich gegebenen Weise zur Veröffentlichung mi bringen. Wenn der Regierungspräsident persönlich diese Weisung nicht erteilt hat, so war daS für den Landrat von Keudell natürlich völlig gleichgültig: es zeigt nur, bah bieser sozialdemokratische RegierungS- präsibent in ben kritischen Stunden nicht auf feinem Posten gewesen sein kann. Die Behauptung allo, dah Herr von Keudell. der sich trotz des 9. November entschlossen hatte, dem Staate auch weiterhin, zu dienen, den Kapp-Putsch .unterstützt" habe, tst ein ungewöhnlich dreister und törichter Humbug. Dah das Zentrum diesen klaren Sachverhalt nicht sofort übersehen und den Schwindel durchschaut hätte, ist ni$t gut anzunehmen: um so weniger, alS ben Führern bei Zentrumsfraktion nicht unbekannt sein konnte, dah die Denunziation gegen Herrn von Keudell von preusti- schen Regierungsstellen auSging. Insbesondere fällt noch ins Gewicht, dah Herr v. Keudell damals ausdrücklich ein Difzipluiarverfahren gegen sich beantragt hatte, die preuhische Regierung aber auf feinen Antrag nicht eingina. Gewiß hatte die Regierung gute Gründe dafür: denn jedes Disziplinargericht, daS eben nach richterlichem Wissen und Gewissen entscheiden muhte, hätte selbstverständlich nur zu dem Spruch kommen können, dah der Landrat v. Keudell durchaus korrekt seine Pslicht getan habe. Daraus ergibt sich aber, dah bie Entfernung deS Can brat» v. Keudell vom Amt ein einfacher politischer Akt war, und dah auch die damalige preuhische Regierung sich nicht in der Lage sah, eine Verfehlung deS Herrn v. Keudell, bie Anlaß zur förmlichen Disziplinierung gegeben hätte, auch nur zu konstruieren. Der Versuch, sieben Jahre, später, nachdem selbst die Urheber deS damaligen Putsche» längst amnestiert sind, dem Reichsinnenminister au» jenem Vorgänge einen Strick zu drehen, ist nach allem geradezu grotesk: man braucht nur etwa daran au denken, wie da» Zentrum sich zu einem solchen Versuch stellen würde, wenn er beispielsweise gegen drn damaligen sozialdemokratischen Oberpräfibenten Winnig unternommen würde, der für die gleiche Haltung in keiner Weise die Deckung einer verfassungsmäßigen vorgesetzten Behörde für sich gehabt hat! Der Reichskanzler Dr. Marx hat offenbar deshalb den Innenminister v. Keudell nicht sofort restlos gedeckt, weil auch er auf den linken Flügel seiner Fraktion Rücksicht nehmen wollte. Ganz unverständlich aber ist, dah der Kanzler von einem .Disziplinarverfahren" sprechen konnte. Dah der Reichsinnenminister sich einem solchen Verfahren feiten» Preußen» unterwerfen könnte, ist selbstverständllch ausgeschlossen: und e» bleibt deshalb nur die Annahme übrig, dah Herr Dr. Marx sich dabei im Wort ver- ariffen hat. Jedenfalls muh erwartet werden, daß mit dieser Komödie Schluß gemacht wird." Gießener Konzertverein. Liederabend Helge LindbergS. 3c öfter man Helge Lindberg hört, um so klarer erweist sich seine Begabung für dramatische Gestaltung. Ts gibt kaum einen Gänger der Jetztzeit, mit dem er sich darin vergleichen ließe, denn über dem Sänger steht bei ihm der Gestalter. Da» Konzertpodium wird für ihn zur Szene, und mit bewundernswerter Treffsicherheit weiß er sich von Lied zu Lied urnzustellen. Ost möchte e» erscheinen, als welle et nicht selbst vortragen, sondern bad Werk habe derart in ihm Raum gewonnen, daß er gewissermaßen nur als Werkzeug des Werke» dastände und sich ihm willig füge. öin starker Teil dieses mystischen Einfühlungsvermögen» ist sicherlich nordische Rassenbegabung. der er freie Auswirkung zukommen läßt. Die in ihm wohnende Naturkraft zündet und steigert sich bis zum Dämonischem Hnb so oirgt seine Vortragsart etwas Elementares, Gewaltiges in sich. Mit seinem Einleben tn das Kunstwerk bringt er bis auf die letzten, zugrunde- liegenden, realen Handlungen und Situationen rot, und diese sind der Quell, an dem sich sein Gestatten bereichert, das Werk wird so stets zum realen Geschehen in engste Beziehung gebracht. Ja, er geht so wett, daß der reale Grund in ihm mächtiger sich auswirkt, als die Fassung, die der Komponist ihm gegeben hatte. So mochte es zeitweilig kommen, dah seine Vortragsart nicht mit der traditionellen in Einklang stand, und konnte man ihm nicht immer znstimmen. so mußte man ihn doch bewundern. Denn Helge Lindberg ist kein nur auf das Aesthetifche gerichteter Künstler, sondern ein Erlebnis-Künder. Damit, ist ihm auch sein SBirfungsfcR) gefenn- zeichet. Es ist ein Künstler des Erhabenen und (3c» wattigen, mithin des großen Stiles. Mag es nun im Religiösen wurzeln oder im menschlichen Schicksal, stets wird er die Hörer fesseln. Dagegen wird ihm niemals das auf das Weiche, Intime Eingestellte sonderlich liegen, und von dem Gesichtspunkte Gießener Anzeiger (General-Anzeiger stir Gberheffen) vienstaa, 8. $ebniar 1927 In Deutschlands größtem Stickstoffwerk. Ein Streifzug um Leuna, eine Industriestadt, die man nicht betreten darf. von Harrs SotoneL Ter Ärbeiterzug schnauft und rattert durch die Morgenfrühe. Vorbei an mürrischen Vorstadt-Gast- hauSgärtcn mit umgetippten, regennassen Tischen. Alles hat ein graues herbstliches Wcrktagsgesicht, als würden Sonntags nie die weihen Kleider luftig durchs Grün geweht haben. Bei solchem Regenwctter fährt man wohlgemuter zur Arbeit als bei strahlendem Sonnenschein. Tic Menschen im Leunaer arbeitet- zug, den der LolkSmund trabionell ben „Bolschewisten erpreß" nennt, sind daher auch guter Tinge. Man merkt hier weder vom etwas LolschewiSmus noch vom Erpreß. Man sckerzt und plaudert über allcS, nut nicht über Politik. Zumal wo Mädchen sind, geht eS laut und lustig zu. Zn ihren Hüsten ist schon am frühen Morgen bet Tanz, ben sie am Abend tanzen werden. Alle Wagentüten fliegen auf, schwatz quillt es hervor und wird sogleich vom Werkeingang verschlungen. Tort stehen die seht gut uniformierten Wächter bet Badischen Anilin- und Sodafabnk und visttieten die Pässe der Arbeiter. Ja, es gibt Leuna- Pässe, und eher kommt man zum Talai Lama in die verbotene Stadt Lhasa als in das Ammoniakwerk Leuna. Diese Vorsicht, die wegen „Spionagegefahr" keinen Besuchet zuläßt, scheint unS übertrieben und verfehlt. Tie Ententekommissionen sind durch das Werk gegangen, haben daS Fabrikationsverfahren ftubiert, und bie Gewinnung von Stickstoff aus der Luft wird bereits auch im Ausland geübt. Und glaubt man denn in Leuna, daß man einen Ptessebesuch in da» Fabtikgeheimnis einweihen muß und daß er Fachmann genug wäre, um ein hochkomvliziertes chemisches Verfahren zu kapieren? .... Ein unvergleichliches Bild: von allen Seiten saugt dieses ungeheure Werk Menschen, Material, Stosse und Energien in sich, die in dem Ricsentransformator von Leuna in neue Energien umgewandelt werden. Schwarze Menschenschlangen winden sich auf den Zu- gangSwegen entlang. Ununterbrochen fauchen Koh- lenzügc mit seltsamen Sippwagen heran. AuS dem Harz holen besondere Gipszüge diesen Stoff; ein Gipsberg, irgendwo in der Nordhauser Gegend, wird allein von dem Ammoniakwerk in Leuna abgebaut; er wird wohl eines TageS verschwunden sein, umgewandelt in Dämpfe und Säuren. DaS Leunawetl, daS m den KriegSjahren zu amerikanischen Dimensionen gewachsen ist, hat sich gerade in die mitteldeutschen Btaunkohlengruben hineingepflanzt, die »um Zeil Eigentum des Werkes geworden sind. Eigene Bcrbindungsbahen holen bie Kohle heran, die aber bei weitem für die zahllosen Kessel nicht genügt. Gleich am Bahnhof Leuna erheben sich Riesenberge von englischem KokS, gleichsam Tagbauten in verkleinertem Maßstabe, bie von den geheimnisvoll birigierten Maschinerien abgebaut werden. Eiserne Tatzen wühlen sich mit ihren Gigantischen Finaern tief in die schwarzen Schätze, eben sie hoch, schütten sie in die Kipploren, die von den seuerlosen Dampflokomotiven innerhalb deS Werkes weitertranSpottiert werden. Im Werke selbst werden nur diese feuerlosen Heißluftlokomotiven verwendet, weil der Funkenflug der gewöhnlichen Lokomotiven auf diesem Gelände, zwischen den gewaltigen Türmen unb Behältern mit explosiven Gasen, ein Gefahrenrisiko bedeutet. Wenn auch hier nicht jene hochexplosiven Gase Vorkommen, die tn dem badischen Schwesterwerk in Opvau zu der entsetzlichen Ex- plononSkatastrophe geführt haben, so bilden sich doch auf dem komplizierten Wege der Stickstofferzeugung au5 bet Lust, der Ueberführung beS Stickstoffs in Ammoniak unb seine Salze, allerlei Gase — u. a. das geruchlose und hochexplosive Wassergas —, die die größte Vorsicht notwendig machen. RingS um Leuna. Ein ftunbcnlanaer Spaziergang in einer Landschaft von heroischer Nüchternheit. Neun Schlote, an 120 Meter hock, recken ihre Türme in die durchschwelte Luft. Blickt man vorn Dorfe Leuna in bie Längsrichtung des Werkes, sehen diese scheinbar aneinanbergerüdten Essen wie Riesenorgelpfeifen auS. Riesenorgelpfeifen sind eS in der, Tat auf denen die Arbeit ihr lautloses Lied spielt. Eisen- konstruktionen von der Schönheit eineS Spitzengewebes, gewaltige Ueberführungen, schwebend in der Luft. Seilbahnen, auf denen sich etwas bewegt — unb nirgenbS, nirgends ein Mensch zu sehen. Irgendwo dirigiert ein mächtiger unsichtbarer Geist diesen dampfenden Körper. Pyramidenförmige Türme, wie llcineDullane, strömen unablässig gelbeSchwaden auS. Wie erratische Blöcke liegen die Gasometer da. Tie Landschaft, zerrissen unb zerklüftet durch bie Erweiterungsbauten, Ausschachtungen, burch bie Ablagerungen ber ungeheuren aidicnmengcn, ist durchaus verwandelt. Das Werk selbst hat fid), wie ein umwühlendes (Hementarcrcigni», seine eigene neue Landschaft geschaffen. Solch ein Betrieb hat, wie jeder Organismus, Exkremente, deren Beiseiteschasfung ein Problem ist. Tic Asche, aus den Neuerungen auSgeworsen, würbe wahre Berge in die Landschaft setzen, der Abtransport durch eigene Züge Unsummen verschlingen. So kam man auf den AuSweg, die Aschenmengen zu durch- schlemmen und abzusühren — mit der Wirkung, daß in der Umgebung Leunas ganze Morastfeldcr entstanden sind. Ueberbiefl sickern bie Wasser in die Tiefe, bringen in ben Aeckcrn roieber empor, und die Landwirtschaft (die dem Leunawcrk, dieser Kunstdünger- zentrale, so viel zu danken hat), schlägt Krach. Manche Aecker haben, als dieser Riesenkörper sich auSdehnte, daran glauben müssen, dafür ist das weite, stickstosf- gedüngte Land ringsum um so fruchtbarer. Eine Industrie von solchem AuSmaß ist wie ein Naturereignis und landschaftSbildend, sie ist ein Weltuntergang im kleinen, aber eine noch größere Neuschöpfung. Tort, wo daS Werk am Dorfrande Leuna endet, steht ein alte», efeuumsponncnes Wirtshaus „Zur schönen Aussicht". Tie schöne Aussicht von einst, in freies grünes Land, ist durch die Lrgel ber Schlote, durch Schwaden unb Dampf unb Förberbahnen unb Gasometer grünblich verbaut. Aber eine andere schöne Aussicht in biese neue heroische Landschaft hat sich aufgetan. Wie Ironie neben Pathos, wie ein Idyll neben einem Drama steht dieses alte Wirtshaus „Zur schönen Aussicht" am Rande deS Leunawerkes . . . Richt nur von Leipzig, dessen Völkerschlachtdenk- mal bei klarem Wetter herüberwinkt, vonMerseburg, dessen Dom von Leuna auS sichtbar ist, von Halle unb von den umliegenden Dörfern, die zum Zweckver- banb Leuna zusammengcschlossen sind, strömen täglich Tausende, Arbeiter unb Angestellte, in daS Ammoniakwerk: eine neue Stabt, eine Leuna-Stadt ist, unmittelbar am imposanten Haupteingang mit dem säulengetragcnen DircktionSgebäude von^heut' auf morgen emporgewachsen.Es i ft eine fcltfameStabt, in der man tagSüocr keine Männer sieht: mit ihren kleinen einheitlichen Doppelhäusern, mit Fensterläden unb Mullgardinen und den breiten Straßen wirkt sie einerseits traulich — ber Charakter der Kolonie — hebt aber andererseits diesen traulichen Eindruck wieder auf. Alles Neue, daS noch von den Spuren angesessenen LedcnS unberührt ist, hat etwas Un- chnlichcS. Dazu kommt, daß auf den Straßen und Plätzen die Glühbirnen unb Bogenlampen mitten in den hellichten Tag fahl hineinleuchten. Man hat soviel Strom in Leuna, daß die Verschwendung keine Rolle spielt. In dieser Kolonistenstadt Neurössen wohnen lauter Menschen, die zu'ammengehören, wie eine große Familie. Und so will der bunte Eindruck „Stadt" nicht recht entstehen, wiewohl c8 hier Schulen, Kirchen, Apotheke, Damenfrisierialon unb sogar eine Leichenfrau nebst Hebamme gibt unb bie Straßenbahn Leuna —Dürrenberg —Merseburg hindurch- Hingelt. Allerdings fehlt das Kino, und welche Stadt wäre eine Stadt — ohne Kino? — Wenn ber gefürchtete Leipziger Wind weht, kommt nebst einem leichten Ammoniakgeruch cm feiner Aschenregen gezogen, der sonst durch den ungeheuren Luftzug der Riesenschlote in die Höhe geht: die Ncu- rössener Hausfrauen in ber Nernst- und Bunsen- siraße, auf dem Sachsen- unb Bayernplatz bringen ihre zum Trocknen aufgehängte Wäsche schleunigst in Sicherheit unb schließen Fenster und Türen. Kunst und Wissenschaft. Richard-Strauß-Festspiele In Jranffurf a. 211. 2n Verbindung mit der Internationalen Ausstellung „Musik im Leden derDölker" (Juni bis August 1927) veranstaltet bas Frankfurter Opernhaus unter dem Intendanten Professor Clemens Krauß in der Zeit vom 20. bis 28. August Richard-Sttauß-Festspiele. Richard Strauß hat nunmehr endgültig seine M i tw i r k u n g an der Aufführung der sechs großen Opern „Frau ohne Schot- ten", „Ariadne , „Salome", „Elektra", „Intermezzo" und „Rosenkavalier", die im Rahmen der Festspiele zur Wiedergabe kommen, zugesagt. aus war Schumanns duftige „Mondnacht" für ihn vielleicht keine glückliche Wahl. Erweist er sich so als ein Künstler des Tragischen, dem er sich völlig ergibt, so vermag er sich auch über die Situation zu erheben und nun von hoher Watte aus die Unvollkommenheiten, die sich da zeigen, zu belächeln. Und das ist die Ouelle feines Humors. Hier zeigt sich denn seine Fähigkeit als bewußter Gestalter. Davon zeugte seine Auf- faffung der Repistcrene des Leporello aus Mozarts „Don Juan . Dieses Ueberlegene, fein Pointierte seines Vortrags konnte mehr Ergötzen wecken, als die Leistung unserer Größten im Bühnen- rahmen. Dieser feine Humor vermag sich bei ihm auch zeitweilig zu ironischer Schärfe auszuwachsen, dafür fand er seinen stärksten Ausdruck in Hugo Wolss: «Herz, verzage nicht geschwind, weil die Weiber Weiber sind." Seiner fast unermeßlichen Gestaltungskraft gehorcht fein stimmliches Vermögen bis zum Ickten. Schier endlos erscheint fein Atem, wenn er feine Kantikene in prächtig glänzendem Bogen spannt wie im „Grazie, Signor", von Händel, ober im Rollen der Koloraturen, das in seinem Auf und Ab einer mächtigen Affektwoge gleicht. Tön« der Verklär- rung in dem Dachschen Choral: „Komm, süßer Tod", der erklang wie ein Requiem. Markige deklamatorische Akzente prägten sich im Rezitativ zu Bachs Atte: J)err, so du willst", aus. Eine über'chäumende Fülle an Lebenskraft unb Lebenswillen gab er in dem oft gehörten .Wanderlied" von Schumann: Resignation flang durch das Sieb .In der Fremde". Schumanns .Grenadiere" wurden zu einem realistischen Drama. Durch feine vom Hergebrachten abweichende Ruffassung gewannen sie neue Wirkunas- feiten. SituationsmaßigcS Gestalten offenbarte sich am stärksten bei Hugo Wolf. Tiefe Zerknirschung in .Tief im Herzen trag ich Pein". Koketterie bei der ewigen Frage nach dem ,3a" unb .Nein" in .Auf dem grünen Balkon". Einen feinsinnigen Humor erschloß er in Hugo Dolfs .Tambour". Eine so starke schöpferische Potenz mußte jubelnde Begeisterung wecken, und daß ihm das Geben ein Dcdürfni» war, bewies die große Zahl seiner Zugaben, älnermüdlich. stets frisch, stimmlich unb in ber Auffassung, lieh er den Nummern des Programms noch eine weitere Reihe folgen: Hugo Wolf, zwei Händel-Arien, ein finnisches Volkslied und ein Lied von Dr. Temesvary als besondere .Lleberraschung": ,Sängerspruch", mit starken schöpferischen Akzenten. Wenn man Gelegenhett hatte, Helge Lindberg mit verschiedenen Begleit.m zu hören, so vermag man erst voll und ganz zu ermessen, welchen starken Anteil an seinem restlosen Sich- Auswirlen Paul Meyer- Frankfurt hatte. Hier standen zwei Gleiche zueinander, die in ihrem Schaffen völlig zur organischen Einheit verschmolzen. Mochte e» eine Händel-Arie sein, ein stimmungsvolles Schumannsches Lied oder Hugo Woll. stets stand er mit dem ersten Ton mitten im musikalischen Geschehen. Die Töne des Tasteninstrumentes wurden zum weihevollen Gesang in der Einleitung zu dem Dachschen Choral, und erst auf diesem Stimmungsuntergrund konnte sich die Kantttene des Sängers voll erschließen. -in- §ritz von Unruh: „Bonaparte". Erstaufführung am Frankfurter Schauspielhaus. Sehr früh schon schlingt sich das Rankenwerk der Anekdote um die Gestalt Bonaparte-, hebt die Legende seine irdische Dafeinsform ins Mythische empor; sehr früh auch spiegett sich das menschliche Lebermaß des Korsen im Dichterischen wieder. Zu Lebzeiten bereits beschattet sein unkörperliches Bild, sichtbar für alle, die sehen konnten, bei Kleist die erregte Szenerie zwischen Rom und Germanien in der .Hermatmschlacht". Dann immer wieder taucht der Name auf, bis in die nahe unb nächste Gegenwart hinein. In unseren Sagen erlebt der Napo'-^nstoff, zugleich mit der Historiendramatik übe^upt, eine seltsame Renaissance. Immer aufs neue erscheint die korsische Gestalt, versucht sich einer an ihrem Ausmaß. Zuletzt dieser hier, äl n r u h, in dem Oderhessen. Landkreis Hieben. ± Lang-Göns. 7. Fcbr. Nächsten Sonntag. 13. Februar, findet hier bie Büraer- meister-Stichwahl statt. Al» Äanb.oaicn stehen zur Dahl: ber seitherige Bürgerme.ster Wilhelm Müller 5., sowie der Beigeordnete Wilhelm R o m p s. — In unserem Dorfe konnte man vor Iahresittst etwa zehn Runbfunk- a n s ch l ü s s e zahlen: heute ist lyren Zahl auf mehr al» das Doppelte, nämlich 25. gestiegen. — Im vergangenen Jahre, wie auch in den Jahren vorder hat bie Bautätigkeit in unserem Dorfe einen recht erfreulichen Ausschwung genommen. Ist doch jenseits ber Mam—Wefer- Sifenbahn ein ganz neuer Dorsteil. die sog. .Fauerbach , entstanden, die nun insgesamt au« etwa 20 Hofraiten besteht. Die meisten Baulustigen bevorzugen gerade die Holzhe.mer Straße deshalb, weil ihre Wohnungen in ber Nä >e be« BahnhosS zu liegen kommen und da die Inhaber der neuen Wohnungen durchweg Arbeiter sind, brauchen sie au ben Zügen nur eine kurze, also bequeme Tbegftredc zurückzulegen. —: Beuern, 7. Febr. Bei der Brenn- holzversteigeruna im hiesigen ©cincinbe» waid wurden recht ansehnliche Preise erzielt. Es wurden für Buchenschetter 14 bis 16 Mk., Buchen- Knüppel 10 bis 12 M?., Buchen-Slock 6 bis 7,50 Mark pro Raummeter bezahlt. Buchen-Reisig kam pro Raummeter auf 2,50 bis 3,50 Mk. — Begun- ftigt durch bas feucht« Wetter der letzten Zeit tritt in unserem Dorfe die G r i p p e recht stark aus. Doch verlausen die einzelnen Fälle bis jetzt gutartig. b». Obbornhofen. 7. Febr. Die Bohrungen, bie — wie berichtet — schon seit vergangenen Nachsommer am hiesigen „Obborn" von der Staatsverwaltung vorgenommen werden, haben jetzt rasch ihren Abschluß gesunden. Während der Bohrarbeit mit einer cleltr.sch betriebenen Bohrmaschine nahm ber QSaffcrauttourf der Quelle plötzlich derart zu. daß die Wasser- massen sprudelartig in Höhe von 20 Zentimeter über das Bohrloch auollen und täglich rund 2000 Kubikmeter Wasser lieferten. Ölkit zunehmender Wasserergiebigseit deS abgeteuften Brunnen» ließ die Quelle dcS VersuchSlvcheS nach, aber auch die Brunnen des Oberdorfes versiegten, so bah die hochgelegenen Ort6teile Dölltg trockengelegt sind. Sofort wurde auf Beschluß des GememderatS seitens deS Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft daS Dohren eingestellt unb gleichzeitig beantragt, eine Notwasserleitung zu erbauen. Gegenwärtig werben die Rohre vom „Obborn“ Öen Dörnberg hinauf zum Heinen Wasserbehälter gelegt, der unterhalb der Felsenkettec angelegt wird. Ein Elektromotor pumpt daS Wasser hinauf. Jede in Wassernot befindliche Familie -bekommt eine Zapfstelle in ben Hof frei angelegt Weiterhin faßte der Gemeinderat ben Beschluß, sofort daS Kulturbauamt Gießen mit der Ausarbeitung der Pläne und deS Voran- schlage» zum Bau einer Wasserleitung zu beauftragen. Wan hofft, nach der Frühjahrsbestellung mtt den Arbeiten beginnen zu können, und sie so zu beschleunigen, dah sie bi» Eintritt de» Herostfuhrverkehrs beendet sind. r.Hungen.7. Febr. Gestern nachmittagver- sammeften sich int »Solmsar Hof" die Lehre« und Lehrerinnen deS Bezirks Hungen unter dem Vorsitze des LehverS Weltern Nonnenroth, um dem Vottrage deS Dioektcr» S ch i f f m a n n zu lauschen, D ein einem längeren Vortrage die geologische Entwicklung unserer engeren Heimat, im besonderen der Wetterau, den Erschienenen vor Augen führte. Direktov Schiff mann verstand eS durch feine interessanten und tiefgründigen, auf vorzüglicher Kenntnis der geologischen Verhältnisse unserer Gegend beruhenden Ausführungen die Aufmerksamkeit sämtlicher Zuhörer zu fesseln. Lehrer B e p p l e r« Steinheim verteilte dann Werbematerial deS V. D. A. unb betonte, baß bieser Verein wert fei, ihn mehr zu unterstützen, alS bie» bis jetzt geschehen. Lehrer Jockel- Hungen wurde ein* stimmig al» Vertrauensmann des V. D. A. gewählt. Geschäftliche Mitteilungen des Obmann» und bie Beratung einzelner Anträge für die Hauptversammlung deS LandeSlehrervereinS zu Offenbach nahmen noch längere Zeit in Anspruch und lösten eine lebhafte Aussprache au». eine jenem Kleist verwandte Latte toe.tetge» spönnen unb weiterzuklingen scheint. (In den ersten Dramen war bie» ganz bittlich vernehmbar: vom ,Homburg" her laufen geheime gäben zum .Louis gerbinanb", zu ben .Offizieren".) Run ber .Bonaparte": viel Licht unb viel Schatten ist in diesem Schauspiel. Dennoch — man hat Freude daran. Ist es schon ungleich- wertig. ist es doch allenthalben mterefianl. Gleich in den ersten Szenen erweist sich Nar ein gort* schritt, die Entwicklung über Früheres hinaus: Unruh blieb »sicht stehen. Sein Stil vor allem ist reifer geworden. Noch ist seine Sprache gedrängt Vie früher: aber viel klarer. Verständlich. Man braucht keine Sprünge mehr mitzumachen beim Hören unb Lesen. Er denkt und schreibt nicht mesir — wie Altenberg es einmal ähnlich ausgedruckt hat — .in siebenten Sätzen". Man versteht ihn. Geben toir ruhig zu, daß auch lluge Leute ihn früher nicht immer unb überall verstanden haben: unb daß bie Schuld vielleicht nicht immer nur auf Seiten bieser Leute war. Hier mit diesem neuen Schausviel — wenn man die Begriffe nicht pressen will — ist ein Schritt nach vorwärts getan... von ekpressionistisch-ekstatischer Ballung zur klaren Nüchternheit, zu neuer Sachlichkeit. Dah solche Nüchtembett (natürlich ist daS Wort vorsichtig unb vergleichsweise zu verstehen) auch die stofslicye Behandlung betr.fit. anS Innere unb Eigentliche heranreicht, scheint kein Mangel, knüpft an Früheres an und kommt zugleich einem neuen Zeitstil — wofern man von so etwaS schon sprechen kann — durchaus entgegen. Dem unbestreitbaren Allgemeininteresfe der Gegenwartsdramatik an ber Historie: man bemüht sich heute, wie viele Beispiele erwei'en, um eine neue gorm. geschichtliche Dinge auf dem Theater zu gestalten. Daß eine große Vorliebe dabei auf Aapoleon fiel, ist eine Sache für sich. Man will über die klassische Staatsakt on hinaus und kommt zur Ehronik. Von der Stilisierung und pathetischen Rhetottk des Heldentums zur D?re:nfachung und Vermenschlichung. (Möglicherwe.'e eine Reaktionserscheinung gegen das Erlebnis des Krie- Alle für die Set) oft ton bestimmten Mittei Preiöproblcm Nr. 2. die Vc 1 Pjl» DR- De2- 8 1. Lg7 - f8, Lbl-a2 2 Lf8-a3. Kd-bl 3. Sa4 7 7 6 6 5 5 4 2 3 3 2 2 1 h g Schwarz: 8 ©leine Kd5; Df3; Lfl; Bc5, d6, e5, f4, g3. Oer die Stimme 16 Bildern Sg8-e7! Kd3-e4 3. Df2-e2, Kd5-c6 3 matt. Tc4; Ba7. zieht und setzt in drei Steine Khl; Tc2; 1.16: Weist zieht und setzt in drei Zügen Weist: 7 Steine KaS; Da4; Lgfr, SF7, (8; Endspiels Ar. 28. D. Kosek. d e Weist. *1 Der für der L. Wall > neuen tium u Hanni troat ein 2< Zügen matt. Sc6, dl; Bf3. gL -c34 , Kbl-cl 4 Kd-e2. 1^2-bl 5. Ke2xe3, Lbl-a2 6 Ke3-d3. Li2-bl 7 Kd ’-e2, Lbl-a2 8 Ke2-el, La2-bl 9. Sr3-e2 matt. Problemlösungsturnier. Wir bitten alle Leser, welche sich an unserem Preisausschreiben beteiligen, sämtliche 10 Losungen zusammen nach Beendigung bei tue- niers einsenden zu wollen sowie, um Irrtümer zu vermeiden, jede Lösung aus ein besondere» Blatt zu schreiben. Derim 'bedb Ehem) Diesd Düffel Ellen Fran Aanitt Hanno MN Karlsn Mel We( Sein £eM( Wgd Mann Müncs Cleltin öluligi Zvlda 2 w mittOi hilf Lut schV losem werde Weist zieht und setzt in zwei Zügen matt. Weih: 8 Steine Ka4, De7; Tao, f4; La7, h3; Sd5 d6. Schwarz: 13 Steine Ke5; Db2; Tg4, h4; Le6, Sd2 h8; Ba3, b3, d3, g3, h2, h5. Preiöproblem Nr 6. Bon QL W. Tiongrebien a de DilleneuKe SSclapvn. 1.....Ke4-d3 2. -e2 matt 1.....Ke4-d5 2. -b5 malt Lösung deS Don vorig' (totfu die 2 für 21 hielte" Weist Weist: 7 Schwarz: s h immer fortgesetzt Der im G.me.ndewal) amebg'e Dersuchsschacht ist bereits bi^ zu ein:r Tief.' von 17 Meter gwracht. Mü« hat hierbei auch W s et feftgestellt. das jedoch nicht ausreicht, um den. ganzen Ort damit zu speisen. Die Temeindever-' Iretung hat daher beschlossen, die Bohrungen um weitere 8 Meter bis zu einer Gesamttiefe von 25 Meter fortzuführcn. Die Arbeiten sind der Westerwälder Tiesbohr-Ge'ellschaft zu Giesten übertragen, die damit in den nächsten Tagen beginnen und sie bis Anfang März fertigstellen wird. O Dornholzhausen, 7. Febr. Bei der im hiesigen Gemeindrwald stattgehabten Autzholzversteigerung wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Tichenstümme ÄL 3 19 Mk., KL 4 30 Mk., Kiefernstämme Kl. la 16 Mk.. Kl. 1b 16 ML. Kl. 2a 18 Mk.. Kl. 2b 18 ML. Kl. 3a 19 ML, Kl. 3b 19.50 ML. Kl. 4a 23 Mk. je fm, Kiesernnutzholz (3 m lang) 27 ML. Fichtenstämme Kl. la 20 ML, KI. 1b 20 ML Schach-Ecke Dearde11el von W Orbach 10 Steine Kf4; Tb5; Lbfr, Sb7, kS; Bb4, c7, d4, f5, g3. Schwarz, a b c d e luv gen, Lösungen usw. sind zu richten an Schachredaktion des ..Giestener Anle gers" Vroblem!ö[ungstournier. Preisproblem 9h:. 5. Don ®. S>. Goethard. Schwarz. Losung deS Problems Ar. 96. Don ©. Szabd. 1. Dh2-f2!, Ke4xe5 2. Sg8-f6, Ke5-d6 3. D f2-c5 matt. 3ort|( 3n di« gb da, »QIC ' wr |tl -Hebe fyr l«lb|t U' *Q9t ar J'ngs-ll «mbrui m°n ein "chtet l)( j-il w)re Ak Himer Wer eg ”Ü«U ।n Stiefen r;ld)l frei, jwfälfe. i ft Der 5 htm q . Mn j "2« 7« nii tri feit & 6^' a b Kl. 2a 20 Mk. je fm, Fichtenstangen 1. Kl. 2,25 Mk 2. Kl. 1.35 Mk. je Stück. Kreis Ufingen. —!— Cleeberg, 7. Febr. Bei der hiesigen Gerneinde-Brennholzversteiäe- r u n a waren die Preise im allgemeinen Den vorjährigen gleich. Der Raummeter Eichenscheit kam auf 9—10 Mk., für Eichenknüppel zahlte man pro Am. 7 Mk., 100 Sichenwellen gingen mit 10 Mk. ab. Buchenscheit erreichte pro Klafter (4 Am.) 54 Mk., für das Klafter Buchen- knüppel gab man 43 Mk. Buchenwelle, wurden im allgemeinen gut bezahlt. 100 S.cL kamen durchschnittlich auf 15 Mark. Kiefernscheit erreichte pro Klafter 26 Mi. uno Kiefernknüppel erzielten 22 Mk. pro Klast.r. Für Fichten- stangcm zahlte man pro Stck. 2. KL 1.10 ML. 3. Kl. 0.60 ML. 4. KL 0.10 TM.. 5. Kl 0.06 Mk. und 6. Kl. 0.05 ML 1. Klasse wurden leine versteigert. Lrhost läuft hingen Äanlei aber < amtlich ein fri Oinffigj arsiern 1 «leit Qinbnu schlulir lagen sonstig, unü sich an Schult! lichem ersten i Des w ist innerlich gesehen, mit dem Dl-al leidenschaftlich erfühlt. Der hinreißende ^,on mancher Partien des »Louis Ferdinand" ist hier wieder lebendig. Bonaparte, Der Mensch, Der Liebhaber, aller äußeren Hoheit und Gewalt entflciDet; bürgerlich fast. Und dennoch erdrückt die Umgebung, die Situation nicht fein B ID. Weil man Die schicksalhafte Mission vieler schönen Geliebten zu spüren meint, ohne Die Der Erste Konsul an der großen Wende feines Lebens innerlich an Haltung verlieren würde. Die Verschwörui,g zur Rettung EnghienS schwelt treifer. Man erlebt die Begegnung einer verdämmernden alten und eben beginnenöm neuen 3eii: Mut er Enghien vor Bonaparte. Dann Die große KriegSgerichtsfzene in Vincennes ldrf'er Akt). Geaeneinandergcstellt: Bonaparte und der todgeweihtc Enghien Dazwisä>en die von Hulin eine unglaubliche Skala von Möglichkeiten.. Immerhin: auch hier gab es brüchige Stellen: im dritten Bild, wo der Schauspieler über den Menschengestalter hinausspielt, und im letzten, wo Der Dichter Unruh versagt. Wen soll man noch nennen? Man brauchte dreifachen Raum, all das Äusgezoichncte nur anzudeuten... Margarete Anton, eine ent» aückende Hosrphine,. geradezu geschaffen für diese schillernde Frauengestalt: Odemar, ein edel gefaßter Bourbonenprinz: Sattlers wilder, leidenschaftlich aufgewühlter Hulln, ein Revolutionskopf mit der DopvelgängermaSke Dona- Par es, TaubeS unendlich vornehmer Tarnst: die leidvoll gebeugte Mutter Enghien der Ellen D a u b. Genug. Der Beifall, merkwürdig matt, schwoll erst hoch, wenn George sich zrigte. Dr. Th. Krcis Aricdberg WSN. Friedberg. 7. Febr. In bei vergangenen Nacht find unbefannle Diebe im hie» pgen Polytechnikum eingebrunaen, ohne daß ihnen eine nennenswerte Beute in die Hände gefallen ift — Buhbach. 7. Febr. Aus den benachbarten Täunusdörfern mehren sich täglich die Klagen, wonach die Z i g e u n e r p k a g e für hie Bevölkerung immer schärfere Formen annimmt Ss vergeht kaum ein Tag, an dem nicht mehrere Wagen dieser Gefallen durch die Dörfer ziehen, vor ihnen Halt machen, vorübergehende Leu e in aufdringlichster Weise um Geld anbetieln und auf frechste und unverschämteste Art sich die nötigen Aahrunssmit el vcr'chaffen. Das Holz, das die Bonden zur Heizung und Feuerung benötigen, stehlen fie in den nahen Waldungen. Don Den Poltzciorganen werden sie aus einer Gemeinde zur andern, von einem Kreis zum nächsten abgeschoben. Strcie Büdingen. ♦ Tlibba, 8. Febr. Die Holzsirma Zlotof H i :n m e l s o a ch , Freiburg i. B.. Die in 01 i D D a und EichelSdors grö,ie.e Wecke bes.tz,, hatte 1L.26 ein über Erwarten gutes Gefa^äcksjahr. Obgleich im Sommer eine zweite Schi t eingesteckt wurde, war die Me.>ge Der Bestellungen kaum zu bewältigen. Runmehr sind die Hotz« vorräe restlos verarbeitet, ne. cs Holz wird nur langsam angeliefert und Dte Firma sieht sich gezwungen, in Aidda zu Kurzarbeit und ArbeUere.illafsungen zu schreiten und das kleine.e W.rk in E i 6) e l s d o r f stillzulegen. Die entlasse, en Qlrbcl ec sind in der Hauptsache im lcyckn Sommer auf Zell eingestellte Leute und Hil darbeiter. Da Die Holzhauerci fast beendet ist, Staat und Gemeind.n kaum Weg« bauen, Dürf.e sich für Die Entlassen.n schwerticy eine neue Arbeitsstätte finden. Bis jetzt wurden 60 2eu:e entlaffea. △ Nieder-Mock st adt 7. Febr. Hier und in mehreren Doriern Der U naegenb tritt neben Der Grippe Die Mumps fast epidemisch auf, von Der selbst alte Leute nicht verschont bleiben. 6 Blofeld, 7. Febr. Hie, starb Der in weiteren Kreisen Oberhessens bekannte Bauunter- nchmer Land- und Gastwirt Georg Mogk Im 79. Lebensjahre. Der Verstorbene verlegte im Jahre 1889 seinen Wohnsitz von Echzell hierher, wo er ein Bauerngut käuflich erwarb, das er durch zähen Flei st, Ausdauer und Umsicht mit feinen erwachsenen K.ndern bauüd) vergröberte und durch Ländereien vermeh.te, so dast es jetzt das größte in unserer Gsmcindr ift. Mehrere Strastenneubauten hatte Der Berstorbene übernommen; die wegen ihrer enormen Steigung für den Verkehr nicht zweckmäßig angc> legte Kreisstraße Blofeld—Dauernheim teilweise umgebaut. Don Berus Maure?, entstammte er einer Familie, die zur Zeit des Srhloßbaiies in Echzell aus Ungarn einwanderte und Dortfetbft Beschäftigung fand. Kreis Schotten. I Schotten. 7. Febr. Das Hessische Künstlertheater (Direttion Hans Meißner, Frankfurt a. M) ist zu vier Gastspielen hier gewonnen worden. Es gab jetzt in der gut besetzten Turnhalle Die Posse »Pension Schöller". Um das Zustandekommen der Gastspiele hat sich der DolkSbildungSverein verdient gemacht, der auch eine umfangreiche gute Bücherei, Die sehr stark benutzt wird, sein eigen nennt. — Wieder ist gestern eine große Anzahl Schneeschuhläufer mit den Zügen hier eingetroffen, darunter auch Angehörige der Reichswehr und der Schupo, die dem HoherodSkopf zuströmten. ID. Cichelfachfen, 7. Febr. Heute fand hier Die erste Holzversteigerung dieses Winters statt. Buchenscheiter 1. Kl. kosteten 12 bis 13 Mk., Buchenknuppel 8 Mk., Buchenstöcke 5 ML, Buchenreiser 2 Mk. Durch auswärtige Steigerer wurden Die Preise, besonders am Schlüsse Der Versteigerung, stark in die Höhe getrieben. Kreis Lllsscld. A l s f e 1 d, 7. Febr. Am Santotag hielt Der Zweigverckn Alsfeld des Vogelsberger HöhenclubS im großen Saal deS ..Deutschen HauseS" fein diesjähriges Winter- unö DekorierungSfest bei sehr guter Beteiligung ab. Rach einer einle.tenden Begrü- ßungSansprache des Vorsitzenden, Bürgermeisters Dr. Dölsing, und mehreren stimmungsvollen Borträgen der GesangSabt.cklung deS V. H. C. gelangte ein dreiaktiges Bolksstück mit Gesang zur Aufführung. Dieses brachte den Beweis, daß auch Dilletantenkreise bei richtiger Spiellcilm.g recht beachtenswerte Leistungen herauszubringen vermögen. Die von Regierungsrat K o r f m a n n einstudierte und geleitete Ausführung zeigte ein so hohes Riveau in Der Darstellung Der Rollen, wie man sie auf Dereinsbahnen wohl selten findet. Das dankbare Publlkum spendete stürmischen Beifall. Bei Der anschließenden Verteilung der Wanderauszeichnungen erhielt.'n 21 ÄlubmitglieDer das goldene Abzeichen. Zur Der- schönerung des in allen Teilen wohlgelungenen Abends trug das Alsfelder 3ugenD- orchester unter Leitung des Reallehrcrs Dotter wessntluh bet Bei Dem anschließenden Tanz kam die Jugend zu ihrem Recht. -er. Homberg a. d. Ohm. 7. Febr. Unser Städtchen steht jetzt vollständig im Zeichen Des Verkehrs. Schon feit einem halben Jahre ist hier Reiselustigen Die angenehme Gelegenheit gcbcken. jederzeit durch ein Auto an Die Zuge ln Rieder-Gemünden oder auch Kirchhain gebracht zu werden, wenn untere Reben- vahn an diese leinen Anschluß hat. Auch zu anderen Fahrten stand es stets zur Derfüguna. Der Besitzer des Kras'wagens hat sich nunmehr noch ein größeres Auto zugelegt, um auch den weitgehendsten Ansprüchen gerecht zu werden. Mehrmals mußte er täglich, besonders an Sonntagen, seine Fahrt nach Riedcr-Gemünden unternehmen. Aber was ist ein Unternehmen ohne Konkurrenz! So sehen wir denn, daß auch von andrer Sckte die gleiche Einrichtung getroffen wurde, um Die gleichen Deför7erungsmöglichkei- len zu bieten. Der glückliche Dritte Dürfte Der Fahrgast fein, der jedenfalls von jetzt ab zu einem billigeren Prei e befördert werden wird. Kreis Lauterbach. ÄLauterbach, 7. Febr. Unter Dem Vorsitz des Gemainderechners Wahl von Angersbach tagte hier Der Kreisrechnerverb and. Uber Die Besoldung der Gemeindebe- amten teilte Rechnungsrat Bechtold- Lauterbach mit, daß an Stelle der seitherigen Richt- linicn Grundfähe festgestellt worden seien, Die bei Der Berechnung Der betreffenden Dtzüge zukünftig In Anwendung kommen werden. Grundgehalte. Ortszufchläge, Beschäftigungsgrad und Einstufung in die Besoldungsgruppen bleiben hiernach in der seitherigen Weise weiter bestehen, Frauen- und Kinderzulagen kommen in Fortfall, ein Aufrücken in höhere Stufen findet nicht mehr statt: ohne Rücksicht auf Dienstalter wird das Gehalt allgemein nach Stufe 5 berechnet. Bertealtungsinspettor Kirschbaum gab wichtige Fingerzeige für Die BehanDlung des Schrck- und Lleberweisungsverkehrs. Rechnungsrar Bechtold hielt zum Schlüsse einen Vortrag über Die Beitreibung Der Gemeindegefälle unD Die rechnungsmäßige Behandlung der Ausstände Der Gemeinden. WSR Maar. 7. Febr. Der hiesige Kriegerverein konnte gcktern fein SOjäh'.iges Bestehen feiern. Aus diesem Anlaß fand vormittags ein Festgottesdienst statt, bei dem Pfarrer Veller predigte. Rachmittags wurde ein Festakt veranstaltet, wobei Krcisdirektor Dr. Michel Die Glückwünsche Der BehörDen über- brachte und betonte, Daß die alten deutschen Tugenden, ..Wehrhaftigkeit, Wahrhaftigkeit, Kameradschaft und Rilterlichleil" auch unter Dem Banner Der Republik erhalten bleiben mögen. Dem Dorfitzenden des Vereins, 21. G. D en se l und dem Redner W. Euler I., wurden aus Anlaß des Jubiläums das Hassia-Der* dien st kreuz verliehen, während 3 noch lebend« Gründer des Vereins mit dem Hassia-Abzeichen für 50jährige Dereinsangehörigkeit, f eben weitere für 40jährige und 28 Mitglieder für 25 und mehrjährige Mitgliedschaft aus.^ez ichnet wurden. -S Aellershausen. 7. Febr. Kreisdirektor Dr. Michel au3 Lauterbach- überreichte Den Valentin Schäfer II. Eheleuten dahier anläßlich ihrer goldenen Hochzeit ein Glückwunschschreiben der Staatsregierung nebst einem Geldgeschenk. Preußen. Kreis Wcl/lar. D Wetzlar. 7. Febr. Das bekannte „Ochse n- fest", das sich in Der S'ad' und auf dem Lande allgemeiner Beliebtheit erfreut und zu einem wahren Volksfest für Die Bevölk rung De, Kreises Wetzlar geworden ist. folf in diesem Jahre am 14., 15. und 17. Juli im ..Finsteckoh" b:i Wetzlar gefei.rt we d n. Zum letzten Male fand dis F:st im Vahrs 1924 statt. L-Hochelheim, 7. Febr. Die S ch ü r s u n - 9 e n nach Wasser zum Bau einer Wasser- leit u n g für Die hiesige Gemeinde werden noch Weiß. 8 7 6 5 8 7 6 5 Don L. R:ack. Nachstehendes Problem geben mir als Ersatz für bas Prcisprobletn 7lr. 2, welches leider inkorrekt war. Schwarz. mn «LV 2 e 5 4 3 ? e n s 2 Z 4 Weiß. • bade *T~' Maingau. WSR. Frankfurt a. M. 7. Febr 3n der 2Lhe deS Schauspielhaufes wurde heute nach- mittag ein 2 ljähriger Handlungsgehilfe beim Ueberltireuen der Straße von einem Automobil angefahren. Sr erlitt |o schwere Derleyungen. bah er in bewußt- Ufern Zustande im Heiliggelstholpiral «ingeliefert werden mußte. Wirtschaft. Don den SchlachLviehmärKten. An den deutlchen Schlachtviehmärkten der vorigen Woche Ul in der Marktlage bei keiner Gattuua eine Beränberung etageucten. Auch die Auftri'bsLiNern beweg.en sich aas der gleichen Hähe wie in der Vorwoche Die Prelle blieben für Ainder beraubtet; für Kälber und Schale hielten fich Pre'Söefserungen und -daöußcn die 'IDage. während Schweine allenthalben größere Au ujlüße aufwiesen. den na4)ftebenben Märkten wurden für 1 Pfund Lebendgewicht in Psenn.g notiert: Rinder Berlin 18-6) Bremen 25 €0 Beestau 16-55 Chemnitz 20-63 Dortmund 25—60 Dtesden 21 -tO Düsseldorf 25-64 Clbetlelb 20-62 Elsen 30 -64 Frankfurt M. 23 61 Hamburg 18-60 Hannover 20-59 Husum — Karlsruhe 20—53 Kassel 24-61 Kiel 19-51 Köln 20-61 Leipzig 25 - 59 Magdeburg 22-58 Mannheim 14-60 München 16-58 Stettin 15-54 Stuttgart 14-60 Htvickau 15-56 Kälber Schate Schweine 42-81 26-58 55-65 45-8) - 55-63 45-76 25-58 59-69 60-83 40-56 56-70 50 - 94 30 - 53 60 - 69 54-80 35-62 55-72 50-85 - 61 -69 50-85 - 55-88 45-105 42-54 57-69 50 - 80 35 - 50 50-K 30-83 22-60 50-65 40-75 40-55 50-65 66-76 - 67-76 45-70 - 53-72 34-69 24-60 43-63 52-UO 42-56 55-69 53-75 30 - 59 63-69 36-70 20-50 52-67 50 - 83 32 - 45 50 - 69 62-86 - 54-74 30 - 76 15 - 52 60 - 70 56-81 - 60-75 55- 80 35 - 60 60 - 74 * J2D a h ß & Frehtag, Frankfurt a M Der für den 23. Februar einbe.ufenen T.-B. wird der QL-1L eine Kapitalerhöhung um 4 Millionen Mark auf 12 Millionen Mark Vorschlägen. Die neuen Aktien werden von einem Bankenlonsor- tium unter Führung der Rheinischen Kreditbank. Mannheim fefl übernommen und sind ab 1. Februar dividendenberechtigt. De r Aktionären wird ein Bezug-recht von 8:3 zu 138 Mk. eingeräumt. Berliner Börse. Berlin. 8. Febr. Die starken KurSrück- ßänge am Wochenbrginn hatten in den besonders in Mitleidenschaft gezogenen Wertpapieren leichte Erholungen zur Folge, die mit Deckungs- läuten br Baissespekulation zusammen« hingen, weiten- des Publikum- liefen bei den Banken vorwiegend Berkaufsaufträge ein, die aber zum größten Teil minimal waren. Die amtliche Mittag-börse setzte daher nicht ganz ein- hetlkich ein. 3m großen und ganzen war jedoch ein freundlicher Grundton zu erkennen. Günstigere Kurie zeigten in erster Linie die Qcflern stark grdrückten Montanwerte, ferner Elektroaktien unter dem vorteilhaften Eindruck der Beröfsentlichung des AEG.-Abschlüsse-. Außer den reinen Clektroaktien lagen auch die zum AEG. • Konzern gehörigen sonstigen Gesellschaften, wle Rationale Auto und Poliphon. befestigt. Außerdem zeigte sich anhaltende Nachfrage nach den Merlen d:S SchultheiS-Ostwerke-KonzernS. Rach uncinhci - kichern Beginn börte man daher gejen Schluß der ersten Stunde Ub.ri’.ej rö w ed. r Geldlurse. DaS Geschäft blieb allerdings infolge der noch vorhandenen Un i.bereit rtthiz und beschränkte sich in der Hauptsache auf Elektro- und Montan- ak.ien. sowie einige Rebenpc» Piere und Bankaktien. Der heimische Ltaatsrentcn- markt stand nach wie vor völlig im Hin-er- gründe, doch war auch hier ein Anziehen der Rotierungen festzustellen, zumal bck .n itlich der Umtausch der ReubefiNan'eihe in u lung5an!eihe voraus i^t! ch am 15 F br ar beginnen wird. 21 n Oer Frosch mif derMaske Roman von Edgar Wallace. 61 Fortsetzung Nachdruck verboten 3n diesem Moment kam John Bennett zurück, und das Gespräch nahm eine andere Wendung. Wenig später verabschiedete sich Johnson. „toic haben Ella doch nichts gesagt, Herr Ben- nett?" fragte Dick. „lieber mich? Nein! Ist es nötig? -3d) glaube nicht," sagte Dick ruhig, „lassen Sie dies Ihr eigenes und Rays Geheimnis bleiben. Mir selbst mar es schon lange Zeit bekannt. An dem Tage, an dem (£lf mir erzählte, daß er Sie auf dem Kings (Iroß-Batznhof getroffen habe und daß ein Embruch verübt worden fei, habe ich erfahren, daß man einen Mann im Gefängnis von ftorf hinge- richtct hat. Ich nahm mir die Mühe, in dm Spalten der Zeitungen nachzus.'hen und fand heraus, daß Ihre Abwejeaheit tanächlich wie Elk behauptete, immer mit Einbruchsdiebstählcn zusamm,ntrai. Aber es werden lin Laufe eines Jahre» so viele (fin- brüdx in England verübt, baß es nur merkwürdig gewesen wäre, wenn sich dieses Zusammentreffen r.id)t ereignet hätte. Es gab aber auch noch andere Zufalle. An dem Tage, an dem der Mord in Ibdlry stopfe verübt wurde, waren Sie in Gloucester. Und an dem gleichen Tage wurde Walbsen. der Mörder von Hercford, hingerichtet." 3®hn Bennett senkte den Kops. „Sie haben es geu) itzt und dennoch--' er zögerte. Dick nickte. ..Ich kannte das Scheitern all Ihrer Plane, das Sie in Ihren schrecklichen Beruf getrieben hat", sagte er freundlich. „Mir erscheinen Sie als ein Boll, st reck er des Gesetzes, — nicht mehr oder minder schrecklich als ich selbst, der ich soviel dazu beigetragen habe, Menschen aufs Schafott zu bringen. Sie sind nicht unreiner als der Richter, der adur- teill und der das Todesurteil unterschreibt. Wir alle sind nur Instrumente der Ordnung." Ella und ihr Dater blieben in jener Nacht in Harley Terrace und fuhren am Morgen nach Pad- dington.Station, um Ray dort zu treffen. Weder Elk noch Dick begleiteten sie. „Aber es kommt mir sehr auffallend vor," sagte Elk, „daß weder Sie noch ich Bennett kannten." i.W u.e? u »7 t.Utt ') »71» 0 »75 « 14 10 10 11.1 AM I« U4 114 25 W IM IM. 78 15» 25 1 157.75 194.5 162.» 210 17 5 n d 178 5 192.25 w.5 MU 131.» iS« 15V 75 IM 8 197.5 24». I UH 5 19t I3M IBS.5 IM 175,5 193 IW 5 IM af s '489.3 S 14 !• IW ZS l«Z l»< 181.75 IM S 197,13 27.74 L34.75 Ulti 25 II 44 2.» 141.75 310 <29. U USA 7 8 Ui ex i JJU d«6 132 1«3 14" 25 425 64 136 15 211 5 ZU n* 113.7t B.I7J u *75 186.23 • 71 73 15» 198 191 Za 210 106.75 Mrt.5 138.5 al« 23’ INI I 1Z2 a 145 138.35 78 0.5 171.75 195 19". 5 189.« <75 132 162 m ZU?. 4 zu l"4 ZS eUt 5 15« 35 136 5 Ul 315.75 227 114,43 H» l«6 1X5 7j 134.5 tv«. 5 ■M "F 22" i 14 9U5 A IM I9Z 17*.5 10.ui.; I»u 187.5 m 5: 183,5 li* 3» 9 74 Ii7 «5.75 134.75 IU5.5 159 M 28 Ul , 260.5 | 177.ü 195 5 ; 194 75 19» 1 297 5 ZUS.5 191 w i loo.r. i 274 74 | 42,13 ! t/L ®i. Teiiti.be Steift»miet« . Trutiftf d; aivr..miriualeitx «*( tnugilftr AonloM . . . «•, 6e8ru.......... V/fk Hede»......... ....... Itunfte tfmb Teüarttnl bio loll S» 'Änneinig. ♦i» HonniTfen......... y/e (»JDnimfanei..... berliner ftan»f Uqtfedfftdfl. Uomr. cn- oi<6 pNv»1-fo:it TarrnfL und fljtionaloanf • Tkunch' iHant....... Ti«Ionto ffonuamM • .. TreSdnei tiaiif....... . MeiaUdaiu ......... ‘tUntelbeui'fte grtbitbanf . . Dcüe rnftdfte ierebtionftatl 9t. iftibant........ floftumer (8u| ....... tliibtr.6 .......... Car, ............. Teudft Vumnbara . ... . Oklfcnhrfteiter Vergib ttfe . . Harpe.,cr 'i'rrgb.ia . . . . . uainu.-rte Aiftir-Jtebe.t. . . . ÄaÜroerf tDeftmgeln..... Vaurabuite 1 annecmana Manr rtdcr........... Ebeibcbari ...... . . . "Ifhönir t1. rtT.au ...... 'Ui)ftnt(fte tlraunfoble» . . . 'Hiicinfi.ibl........... Jlt.be d Moni^n ....... Trilli» Wrtpb.iu...... 'Bcrrlitlgic ßtntilni rfe . . . . Hambura tlmmfa Patel. . . florbbruifftrr VloUO (lOeramllfte Werk, TUbi» . . Srntentwerl feribeiberg . . udilivv ftohmaun..... Witglo (iom «uans ,... . (£bfiiii(ftr Tlntjcr tttipin. . i' olbfdjmlbt . ßoliper-obhiihi ..... j i» Rar rn .utbnftrte. . . JtiiKjcraucrtr ..... «Sftcib.aiinnii ..... Äüfl Elrtirtu iScfclUftah Z'ciflntünn ..... til flr. ltic(rn;:iflr(i ...... ftt und ii.' ....... i’iüinfra uucilr ....... Schulten • • . Sicinenl A Halste ..... 9|»lenwrhr tilener ...... Daimler Molaren ..... beoliqniflatDt '"-rauii!............ yiannürlmrt fflotomt . . . ffranffurtrr yirmnturen . • . Äoitfrruenfabrif l’raun . . Mnallgrscll ftaft Frankfurt. «d Union yi..<9 Sftuli'apetk Hrrz ...... Sichel.............. ZrNliosi liynivarg . . . . .'lrklslv f 8Piif8b0l....... Zuckrr^adrit Zrankcnlhal . . .-ludtrabuf Wagl-autel . . . ® ei bm at!t nannle man die gestri«n Sätze, nämlich für Tagesgeld 5 bis 61 , Proz. für WonatSgeld 51/, bis 61,. Pro». Die Rückflutte sehen nur zögernd ein. wenn auch die innere Geldmarktlage eher als leichter bezeichnet wird. IDarenwechket 4 8 bis 41 . Prvz 3m Devisen- verkehr lagen Madrid und Oslo schwächer. London gegen Madrid 28.93. gegen Oslo 18,86. London-Kabel 4.85 schwächer. TdrtintirH. 163 12 M 328 .5 14» -'60 176 25 IM 191 Frankfurter Börse. Frankfurt, 8. Febr. Tendenz: still und uneinheitlich. — An der Effektenbörse ist die Spekulation nach wie vor äußerst vorfichtig und wenig am Markte tätig. Weder der optirniftifche Bericht der AEG. noch der neue Kurssprung der 3lse-Dergbau-Aktien, der auf Dlattstellung von Baisse-Engagements und aus neue Mei- nungskäuse zurückzusühren ist. vermochten dev Börse ein« einheitlich sreundltche Stimmung zu geben. Auch die seit einigen Tagen getippten 3. Q>. Farven und Rheinstahl konnten sich nur anfangs etwas durchseyen, während der Berkaus auch hier Abschwächungen und Ruhe brachte. Das Gesamtbild war durchaus uneinheitlich. Am Montanmarkt lagen die Werte der Rhein-Elde-Gruppe unverändert, nur Deutsch.Lux minus 1,5 Prozent. Kali Westeregeln pluS 2 Prozent, Man-felder plus 1,25 Prozent. ManneSmann 0,5 Prozent niedriger. Kohlenwerie zunächst außerordentlich fest. Ilte-Bergdau 370 IranHan e.18. ferltii Sxia 1’lUf. tat* f.ur« -»■»lut- Susan» Snr» 1 ' i» Tim— 11 • 1 ll 41 „Wie sollten wir auch?" sagte Dick. „Weder Sie noch ich pflegen Hinrichtungen beizuwohnen, unb die Perjon des «charfrichters bleibt für gewöhnlich unbekannt. Nur wenn er vorzieht, con sich reden zu machen, genießt er ein« zweifelhafte Berühmtheit. Bennett aber idjeute vor der Oessentlichkeii zurück und vermied sogar bic Bahnhöfe der Städte, In denen Exekutionen ftattfanben. Er flieg gewöhnlich in einem obfeits gelegenen Dorf« aus und mar- schiene zu Fuß In bie Stabt. Der Hauptwärter in Gloucester sahie mir, baß e rimmer erft um Mitter- nacht vor einer Hinrichtung in bas Gefängnis körne. Niemand hat ihn je kommen oder gehen sehen." „Der alte Maitland muß ihn aber wohl erkannt hoben." „Der wohl", nickte Dick. „Maitland war eine Zeitlang im Kerker, unb es ist möglich, daß befon ders bevorzugte Gefangene den Scharfrickter sehcn konnten. Unter «bevorzugten Gefangenen^ verstehe ich Leute, di« roegen ihres guten Betragens sich im Gefängnis frei bewegen dürfen. Maitland hat Ella doch erzählt, daß er «im Loch' war. Und das ist sicherlich^ die richtige Erklärung tiafur. Alle offiziellen Briefe für Bennett kamen nach Dorking, wo er ein Zimmer fürs ganze Jahr gemietet hatte. Seine geheimnisvollen •Hafen in die Stabt schienen den Leuten nicht geheimnisvoll, die ihn weder dem Aussehen, nach dem Namen nach konnten." Zu Elks Ueberroschung war, als er abends tßarlcy Terrace auffuchte. Dick nicht anwesend. Der Diener meldete, daß der Herr ein wenig geschlafen unb sich umgekleidet hätte. Dann sei er ausgegangen, ohne Botschaft zu hinterlassen. Dick pflegte in der Regel nicht auf einsame Spaziergänge auszu. gehen, unb Elk dachte zuerst, er wure nach Horsham gefahren. Elk dachte sehnsüchtig an sein eigene- bequemes Beit, aber er wollte sich nicht zurückziehen, bevor er nicht seinen Vorgesetzten gesprochen hatte. So machte er es sich im Ardcitszimincr bcauem und war fest eingeschlafen, cis ihn jemand leise an der Schulter rüttelte. Er schlug die Augen auf und sah Dick vor sich stehen. ,Hollo." sagte er schläfrig, „wollen Sie die ganze Nacht aufblciben?" „Mein Auto st-ht vor der Tür." sagte Dick, „nehmen Sie Ihren Uederrock, wir fahren nach Horsham." (plus 35 Prozents, dann aber rasch wieder 355 roAent. Rbein-Braunkohian plus 4,5 Prozent. 3. &. Sa rbm und Ahc:nstahl je plui 1 Proz. Bon Bankaktien zogen Darmstädirr Bank um 5,25 Proz. an, Barmer Bankoevein pluS 3.87 Pro-., dagegei Eommerz minus 0,5. SchisfahrtS- alt len aus den ungünstigen Stand der Frei- gabcangeleg«nß«il weiter abgeschwächr Hapag minus ILPzt.. Rordlloyd rn-.nus 0.5Pzt. Di- der stand-fähig lag der Elekiromarkt bei »eilwe.fe geringen Besserungen 36®. wurden von kern Abschluß kaum berührt. SlemenS bl ul 0,75 P-l. Lanmeyer-Konzern unvrändert. Bergmann p'.u- 2Pzl.. Clcktr. Lieserung plus 1 Pzt. 2 ariable Werte schwächten sich überwiegend c.waS ab. Dsn Zellsto'faktien verloren Woldhos 2 Pzt., Aschassenb 2 75 Pzt., Bauaktien weiter leaMurt, besonder- Wayß s Frei) az aus da- enttäuschend« BczugSrecht minus 7.75 Pzt.. Holzmann minus 0.75 P-t, dagegen Dyckerho'f auf den günstigen Abschluß plus 2,62 Prozent. Autvektien unemheiil.ch. Daimler e;neul gesucht und 1L5 Pzt. höher, dagegen 2®U. minus 2,5 Prozent. A:n heimischen Anleihemarkt waren Kriegsanleihe bis auf «twa 900 erholt. Bon fremden Renten Türken lebhaft. Zolltürken 18. Der Geldmarkt war für Toges- Seld etwas leichter. Der Satz stellte fich auf Pzt.. Monallgeld 4.75 Pzl. 3m Devifen- verkehr stellte sich Paris gegen London auf 123,40; Mailand gegen das Pfund 114.—. London-Kabel 4,85. Die Reichsmark notierte gegen das Psund 20,465; gegen Kabel 4,2125 fester. Devisenmarkt Berlm—Frankfurt a. TL Teleoraphilcde A usza bjun a 7. ih-br. 8 »6nei (*c(D flinn.» 41 ou I6K.47 166.1’1 1.759 168.49 161.91 yir-i flirt I.7IS 1.740 61.605 1,750 iMrfl.-flniiu S8J! 59 7i 68.74' itbniiianiii HI6.il HW w 10«.36 106 84 Vov-nkaa.-u 114.30 112,58 111.3(1 111,68 Stodholm 144.4 iU.il 111.4 HZ.7t er 10,89? 17,90b 10.637 17,995 10,591 17.965 10,631 18.0(5 Von6on. . . Wranorf . . .Ü.4..4 1,1143 .'U.4H7 -9.4 8 Z0.49J 1.8215 1.114 4,194 ftrl-J- . . IC, >6.i 16,0 15 16.56 K.6 Wrn.-rlfanllfte Noten..... 4.197 4,317 belgische flöten ........ 08.52 08.»? TauHfte flöten ........ 111.97 IlZ.öt (FnghbOf flöten ........ 20.463 20.595 ftronioii’fte flöten ..... l«.6i 16 61 poüanbiifte flöten . . . . 161. KJ 161.t<7 filnlirntffte 'flöten . 11.85 18.15 flonvetztlfte "flöten . . . IUR.5.J 169.06 Teuiift-Ccfterr ,4100 Qronen 69.36 69.60 giitmnntfto." flöten . . Lftwedilfte flöten • . eftrccivr flöten — 112.19 81.04 112.75 81.41 Lvonilch- flöten . . TiftechoslowaNift. flöten 76, VZ 71.28 IZ.485 12.525 Unaarlldv flöten 7.1,54 73.96 Aranksurter Metren .1 örfc. Frankfurt a. M, 8. Febr. Es wurden notiert; Wetterauer Weizen 29,50, inl. Roggen 27 bis 27,25, Sommergerste für Brauzwecke 26 bis 27,50, inl. Hafer 21,25 bis 22.25, Mais, gelb 18,50 bis 19. inl. Weizenmehl, Spezial 0 40,25 bis 40,75, Roggenmehl 38,25 bis 33,75, Weizen- und Roggenkleie 13,50. — Tendenz: Stetig. Krai.lfurtcr Pferdemarkt. WSR. Frankfurt a.M., 7. Febr. Der Auftrieb mit 700 Stück bestand vorwiegend aus Arbeitspferden mittleren Schlageä, schwere Arbeitslicre (belgische Rasse) und norddeutsche Kutscherpferdc waren in guter Qualität vertreten. Der Handel war nach zögernd verlaufenem Bormarkt anfangs schleppend, zog jedoch im Lause des Bormitkags an. und öal ®«>chäst entwickelte sich bis gegen Mittag zu- fricuenstellend. Ps-rd« mittlerer Qualität, sowie Ächlachrpkerde wurden nahezu ausvcrkaust. Die Elk gähnte die Uhr an. „Sie wirb jetzt an ihr Bettchon denken", protestiert« er. „Hoffentlich!" sagte Dick. „Aber ich hab« meine Befürchtungen. Um neun Uhr abends hat man den Frosch auf der totroße nach Horsham gesehen." Jetzt war Elk vollkommen wach. „Woher wissen Sie das?" fragte er. .Lch habe ihn ben ganzen Abend beobachtet," sagte D,ck. „aber er ist mir entkommen." „Sie haben den F.osch beobachtet", wieberholte Elk langsam. .Ja, — kennen Sie ihn denn?" «.Ich kenne ihn schon seit einem Monat'." sagte Dick. «.Nehmen Sie Ihren Revolver mit!" XL. Frosch. Es gibt eine Glückseligkeit, bie mit feiner anderen im Leben zu vergleichen ist, unb das ist jene, die uns überkommt, wenn einer unserer Lieben uns nach Gefahren roiebergegeben ist. Ray Bennett saß neben seinem Baler unb war glücklich, all diese Hiebe und Zärtlichkeit zu genießen. E» schien ihm rot« ein Traum, baß er wieder in diesem gemütlichen Wohnzimmer mit seinen Kretonoorhängen, feinem schwachen Laoendeibufl, feinem großen Kamin, feinen bleigefaß-.en Fenstern faß und, als schönstes von allem, Ella vor sich sah. . Der Regenflurm, der an bie Fensterscheiben prasselte, verlieh der Behaglichkeit und dem Frieden seines Daheims noch gesleigerte Wirkung. Bon Zeit zu Zeil betastete er wie abwesend sein rasiertes Ge- sicht. Es war ihm dies der sicherst« Beweis, baß er wach sei unb seine Einbrück« ber Welt der Wirklich, keil angehörten. .Hol' deinen Stuhl heran, 9unge , lagte John 'Bennett, als Ella mit der dampfenden -leefanne ins Zimmer kam. Ray erhob sich gehorsam unb stellte seinen Windsorjessel dorthin, wo er immer gestanden, zur rechten Hand scines Vaters. John Bennett faß bei Tische und beugt« das Haupt, las olle Tischgebet erklang, das der Vater j.ihrel'.ng gebetet halle, und das Ray in vergangener 3«ii stels mit heimlichem Spott bedachte. Nun aber schien es ihm von schöner Bedeutung erfüllt, die ihm das Herz Kusammenschnürte. „Für all die Segnungen, bie wir heule erfahren haben, mache ber Herr uns wahrhaft banlbar." Es war eine wundervolle Mahlzeit. Diel wunderbarer als jene, die er im Herons Klub oder in Preise stellten sich wie folgt, für beste Arbeite pferdc schweren bclg. Schlages 1503 dis 2CO01HL ArbcitSpscrdc mittleren Schlages 1003 biS 1500 Mark Arbeitspferde leichten Schlages 800 bis 1200 Mk.. Deschäft-wagenvserde 600 biS 1000 Mark, Schlachtpferde 80 bl- 150 Ml. Einzelne Sterbe und Defvanne wurden über Rotlz ge- mbclL Eingesandt. (FKl Form und Intzali aller unter btefer Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung > Stadldenoaltvns. hilf tea, Klepper-äßchen? Rimmt man den .Dtcßen.r Anzeiger zur Hand, so lieft man oft unter Eingesandt die berechtigten Klagen ber Anwohner verschiedener Straßen, die sich teils auf Beleuchtung, teile auf Straßenbau beziehen. Eine der am meisten vernachlüffiglen Straßen ist wvbl am Rah- rungsbcrg da- sogenannte Klepperaä sichen. da man dort weder etwas von Beleuchtung. noch Den Straßenbau überhaupt bemerkt Di« Sage erzählt, daß vor uralten Zeiten von Zeit zu Zeit ein städtischer Arbeiter im Klepper- gäßchen gesehen wurde, um einigermaßen Ordnung zu halten; jedoch nur die ältesten Anwohner können sich dessen erinnern. Da- Kieppcr- gäßchen, da- Sonntags sehr viel von Besuchern des alten FriedhoscS begangen wird, ist ein steil nach der Stadt absallender Weg, der rechts und linlS von großen (Bärten eingerahmt wirb. |o baß man nach Eintritt ber Dunkelheit nicht die Hanb vor den Augen siebt. Be^ Regenwetter gehört die Kunst eines erstklassigen Artisten dazu, um ohne Hals- und Beinbruch durch den ausgeweichten Boden an- Ende des Eäßchens zu gelangen. Die Anwohner müssen, um zu ihrer Wohnung zu gelangen, da- Gäßchen in seiner ganzen Länge passieren, unb oft sieht man abends einen besorgten Familienvater mit der Laterne in der Hand auf feine Ehefrau oder Äinber warten. da dort schon öfter Belästigungen weiblicher Anwohner geschahen. B i Rächt bas Klepper- gäßchen zu passieren, könnte einem wohl dos Gruseln beibringen; ich rate jedem, der das Gru- sein lernen will, einen Rachlspaziergang juni Rahrungsüerg zu unternehm.n. 3ch hosfe bestimmt. daß cd nicht mehr in allzuweiicr Ferne liegt, wo man auch im Klepporgusichen Beleuchtung anbringt, besonders, da ja die Masten ber Lichtleitung im Kleppergäsichen stehen und men nur Lampen onzubringen braucht. 3n Rr. 24 de- .Gießener Anzeigers'' vom 29.3anuar 1927 las man unter Wohnungsbauprogramm bie Au» regung eines Sladtverordneten, den Wiesenweg -um Philosophenwald zu beleuchten. Wichtiger wäre doch wohl die 3nftandsetzung b?8 Klcpper- gäßchenS, vor allen Dingen mit B.leuchtung. damit die Schulkinder abenbS ungesährdet naw Hause können und nicht oft lange warten müffen, um Begleitung zu finden. Warum behandelt man eigentlich bie Anwohner deS RahrungsbergeS als Siieftindcr. während in allen Ecken und Kanten für Beleuchtung unb Straßenbau gesorgt wird? Ein Anwohner. Letzte Nachrichten. Mord und Selbftmorb. Langen b. Darmstadt, 8. Febr. (WSR Drahtbericht) Gestern in den frühen Morgenstunden hat der 19jährige Schneideracfelle W e g e r aus dem benachbarten D r e i e i ch e n - Hain auf einer Anhöhe außerhalb der Stadt ein 17 3ahre altes Mädchen von hier,, Marl« G la ff er. mit einem Revolver erschossen und dann die Waffe auf f i ch selbst gerichtet Auf die Schüsse herlxngeeilte Hilfe konnte nur noch den Tod des jungen Manne» scst- stellen, während das Mädchen, das noch Lebens- zeichen von sich aab. in daS hiesige Kreis- kranlenhaus gebracht wurde, wo eS um 11 Ußr vormittags fanen Berletzungen. einem Kopfschuß erlag. Hebet bai Motiv zur Tat und ob das Mädchen freiwillig mit in Den Tod gegangen tst. ist noch nichts bekannt. Man nimmt aber an daß der junge Mann, der daS Mädchen erst vor kurzem kennenlernte, auS Eifersucht die Tat begangen hat. Wahrscheinlich hat er das Mädchen, das am vorhergehenden Abend noch ohne den Weger zum Tanze gegangen war, am frühen Morgen unter Vorspiegelungen aus dem Hause gelockt, da das Mädchen unter dem Mantel nut notdürftig bekleidet. jenen teuren Restaurants genossen hatte, die Lola so liebte. Er legt« Messer unb Gabel nieder und lehnte sich mit glücklichem Lächeln zurück. .Lu Raufer sagte er einfach. Und fein Batet faßte unter dem Schutz des Tischtuches seine Hand und drückte sie so fest, daß es den Jungen fast schmerzte. „Ray, man mochte dir die Direktor- stelle bei Maitlands geben. Johnson trägt sie dir an. Was denkst du darüber, mein Sohn?" Ray schüttelte den Kopf. «Lch bin ebensowenig geeignet, das Geschäft der Bereinigten Maitlands ju fuhren, wie ich Präfi dent der Bank von England fein könnte", sagte er mit einem kleinen Lachen. „Nein, Papa, meine Er- Wartungen sind heute nicht mehr so übertrieben mle früher. Ich glaube, ich könnte mir einen ganz schönen Lebensunterhalt mit dem Ausgraben von Kartoffeln verdienen. Ich würde es gerne tun." Der Alte sah nachdenklich auf das Tischtuch. ,Lch, — ich wurde wohl dringend einen Assistenten bei meinen Aufnahmen brauchen, fall» sie, wie Selinski sagt, weiterhin Erfolg haben werben. Inzwischen kannst du ja vielleicht Kartoffel graben — wenn Ella erst verheiratet ist." . Ella soll heiraten? Wirtlich? Ella?" Ray sprang auf das Mädchen zu und küßte sie. „Aber der Vorfall mit mir, wirb dir doch nicht schaden nicht wahr?" „Nein, mein Lieber," sagte fie. »Letzt nicht mehr.' „Was willst du damit Jagen?" fragte John Bennett, als er sah, wie Ellas Antlitz sich verdüsterte „Ich hab« an etwas sehr Unangenehmes gedacht Pava", sagte sie und erzählte von dem schrecklichen Besuch. „Was, der Frosch wollte dich heiraten?" fragte Waj) atemlos. „Das ist ja unglaublich! Und haft du sein Gesicht gesehen?" Sie schüttelte den Stopf. „Er trug eine Maske," sagte sie. „Reden wir lieber nicht Darüber." Sie stand rasch auf und begann nbjuräumen und Zum erstenmal nach langer Zeit half Ray ihr dabei. »Es ist eine schreckliche Nacht heute," fagle sic. als sie aus der Küche zurückkam. „Der Wind hat das Fenster aufgeriffen und die Lampe ausgeb la fen. Unb es regnet in Strömen herein." (Fortsetzung folgt) Turnen, Sport und Spiel V. f. B. v. f. B. Ligareseroe — 1900 Ligareserve 7:2. (=) Daß diesem Spiel außergewöhnliches Interesse entgegengebracht wurde, bewies die verhältnismäßig große Anzahl Zuschauer, die einen von Anfang bis Ende spannenden Kampf zu sehen bekam. Der V. f. B.-Mannschaft gelang es, durch einen einwandfreien und verdienten 7:2-Sieg über ihren Ortsgegener ihr besseres Können unter Beweis zu stellen. Damit soll nicht gesagt sein, daß 1900 ausgesprochen schlecht war: es mußte sich eben trotz energischer Gegenwehr dem systemvolleren und technisch feinerem Spiel der Platzmannschaft beugen, die von gemeinsamen Siegerwillen beseelt war. Trotzdem 1900 zu Beginn des Spieles nicht vollzählig war, konnte es nach kurzer Zeit bereits mit 1:0 führen. Langsam fand sich ledoch auch V. f. B. und zeigte ein immer besser werdendes Feldspiel, ohne bis zur Halbzeit an dem Ergebnis etwas ändern zu können. Erst nach dem Wechsel vermochte die Platzmannschaft ihre Ueberlegenheit durch zählbare Erfolge zum Ausdruck zu bringen. Euler, Mißler, Hcurich. Hausrath, Klein und R. Schmidt schossen sichere Tore, wie sie dem Spielverlauf nach fallen mußten. Während der Letztgenannte einen zugesprochenen Elfmeter glatt verwandelte, meisterte Niedermeyer im V. f. B.-Tor zweimal dieselbe Gefahr. 1900 konnte beim Stand von 5:1 nochmals einsenden, so das Resultat wenigstens etwas verbessernd. Die B. f. B.-Elf kann auf ihren wohlverdienten Sieg stolz sein. V. f. B. III. — V. f. B. IV. 4:1 (Berbandsspiel). B. f. B. 1. Jugend — Marburg 0:4. Spielvereinigung 1900 Gießen. o. Die Liga Mannschaft setzte ihren Siegeszug fort und schlug auf eigenem Platz den Sportverein 1920 Herborn 4:2 (Halbzeit 1:1). Die Gäste waren mit außerordentlichem Eifer bei. der Sache und gestalteten das Treffen zum größten Teil offen. Herborn führte durch unhaltbaren Schuh seines Halblinken bis kurz vor der Pause 1:0, dann glich der Gießener Halblinke aus. um kurz nach dem Seitenwechsel aus einem Gedränge auf 2:1 zu erhöhen. Einen Bombenschuß des Mittelstürmers 1900 konnte Herborns vorzüglicher Torwart nicht bannen. Das Spiel stand 3:1. Durch Leichtsinn bei 1900 kamen die Gäste zu einem billigen zweiten Erfolg. Erst eine Prachtleistung des nach innen gegangenen Gießener Rechtsaußen stellte den endgültigen 4:2°Sieg der Platzbesitzer sicher. Fünf- oder sechsmal waren Pfosten und Querlatte für Herborn Retter in der Rot. Ueberragenb spielte bei 1900 der linke Läufer, während auch der'Mittelläufer unb die drei Innenstürmer in der zweiten Hälfte durch ihr schönes Pahspiel gefallen konnten. Das lasche Spiel der Verteidiger kann bei stärkeren Gegnern den Sieg kosten. Herborn zeigte an* neSnbare Leistungen. Seine faire Spielweise überraschte angenehm und befriedigte. 1900 Illa—19COIVa, letztere verzichtete. 1900 1. Jugend—Borussia Frankfurt a. M. 1. Jugend 1:3. Frankfurt war technisch etwas besser. 1900 2. Jugend—Butzbach 2. Jugend, letztere nicht angetreten. Handball. 5p. Dgg. 1900 L — J. C. Polizei wehlar I. und II. komb. 1:2. ö. 1900s I., auf eigenem Platz spielend, befriedigte sehr durch flottes, technisch schönes Spiel. Die körperlich glänzend durchgebildeten Leichtathleten über- ra schien vor allem durch ihr sehr schnelles Kombinationsspiel, und standen ihrem durch jahrelangen Spielbetrieb geschulten Gegner in keiner Beziehung nach. Bis kurz vor Schluß stand die Partie noch 1:0 für 1900. Während einer Schwächeperiod« der Gießener Verteidigung erzielte der bekannte Mittelstürmer Boß das Ausgleichstor, dem bald durch eine Unaufmerksamkeit des sonst vorzüglichen Gießener Torhüters der siegbringende Treffer folgte. Die Gäste verscherzten sich die Sympathie der Zuschauer vor allen Dingen durch ihr allzu lautes Spiel. Es hagelte nur so von gegenseitigen Vorwürfen und Reklamationen gegen den Unparteiischen. Die 1900-Mannichast ist sehr glücklich zu- sammengestellt und verfügt nach recht kurzer 3eit bereits über eine ganz beackftliche Spielstarke. Dorinittags stand 1900 II. einer aus Jungmannen und Spielern der I. und II. zusammew- gestellten Mannschaft des F. C.S Wehlar gegenüber und mußte sich nach durchaus offenem Spiel 5:1 geschlagen bekennen. Den Sieg in dieser Höhe verdanken die Wetzlarer lediglich der Mitwirkung des bekannten Spielers Phillip. der allein vier Treffer erzielte und alle anderen Spieler weit überragte. Das Spiel begann mit einer kurzen Lieberlegenheit der Gastgeber. doch erzielten die Wetzlarer gerade in dieser Periode zwei Tore, die unbedingt zu halten waren. Bis zur Halbzeit konnten die Gäste noch zweimal einsenden. Rachdem die Gießener nun umgestellt hatten, kam Phillip nur noch einmal zum Torwurf. Bald führten dann auch die eifrigen Bemühungen der hiesigen zum verdienten Ehrentor. Beide Mannschaften zeigten eine vornehme Spirlweise und machten dem Schiedsrichter sein Amt leicht. Aus Dem Arbeiter-Turn- und Sportbund. Freie Turnerschaft Gießen. ch Wenn man bei dem Spiel der Gießener I b.-Mannschaft mit der 1. Mannschaft des MännerturnvereinS Marburg mit einem leichten Sieg der Gäste rechnete, so sah man sich nach dem Spielverlauf enttäuscht. Die Gießener I b.-Mannschast, allerdings durch einige Kräfte der 1. Mannschaft verstärkt, zeigte ein ganz annehmbares Spiel und war den Marburgern jedenfalls gleichwertig, was sich auch im uncnt- fcbiebenen Spielausgang (2:2) äußerte. Bon einer LleberlegenhÄt irgendeiner Partei konnte niemals gesprochen Werdern War das Tor der Gießener einmal in Gefahr, so folgte unweigerlich ein flotter Angriff auf das gegnerische Tor. Diese schnell wechselnden Situationen in Verbindung mit dem frischen, lebhaften Temvo und der vorbildlichen Ruhe und Fairniß, mit der daS Spiel zum Ausdruck kam. machte den Zuschauern sichtbar viel Freude. Der Schiedsrichter konnte sich dem ganzen gut einfügen. Vorher trafen sich die zweiten Mannschaften der gleichen Vereine. Hier gelang es den Gießenern, mit Mühe und Rot bei einem 1:0-Resultat den Sieg an sich zu bringen. Die erste Jugendmannschaft Gießens weilte in Offenbach-Bürgel zum Rückspiel gegen die dortige Jugend. Das errungene 1:1-Resultat ist für die hiesigen sehr schmeichelhaft. zählt doch Ofsenbach-Dürgel zur besten Jugendklasse. Die erste Spielhälfte endete torlos, in der zweiten Halbzeit verwandelte jede Partei einen Elfmeter. Freie Turr.erschaft Heuchelheim. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge beendete die Heuchelheimer 1. Mannschaft ihre Reise nach Reu-Isenburg (nicht Riedercschbach. wie in der Vorschau irrtümlich angegeben). Das Spiel wurde eine halbe Stunde vor Schluß vom Schiedsrichter abgebrochen, da sich ein Heuchelheimer Spieler weigerte, den Platz zu verlassen. Bis dahin hatten sich die Heuchelheimer mit 2 gegen 1 Tor in Vorteil gesetzt, ein Resultat, das gegenüber den als sehr gut bekannten Reu-Jsenburgern alle Anerkennung verdient. (Eine wichtige Neuerung beim Arbeitersport. £ Bei der am Sonntag in Frankfurt abgehobenen Tagung der Kreis- und DezirkS- funktionäre der Fußballsparte beschäftigte man sich u. a. mit der brennenden .Frage der Reuregelung des Spielshstems. Bereits seit zwei Jahren ging der Kampf um die Errichtung einer besonderen Kreisklasse, der nun endlich zum Abschluß gekommen ist. Rach den gefaßten Beschlüssen beginnen die Veroandsspiele der Kreis- klasse bereits Anfang März. Die daran teilnehmenden Vereine wurden auf der Tagung ebenfalls festgelegt. DicS Verfahren mag manches gegen sich haben, es handelte sich aber darum, zunächst einmal eine Grundlage zu schaffen. In Wirklichkeit existiert die KreiSllasse erst nach einigen Jahren, wenn sich durch daS neue Spiel- shstem die besten Mannschaften herauslristallisiert haben. Dis dahin müssen alle noch so berechtigten oder unberechttgten Wünsche, ebenfalls zu dieser Sonderllasse zu gehören, zurückgestellt werden. Diese Vereine müssen so diszipliniert sein, daß sich der Beginn der Spiele reibungslos vollziehen kann. Zur erstmaligen Durchführung der Spiele wurden die teilnehmenden Vereine in drei Gruppen eingeteilt, dir zunächst unter sich den Gruppenmeister ausspielen. Gruppe 1 umfaßt die Vereine: Hanau. Teuton'.ä'-Sffenbach. Weiskirchen, Ostheim, Sachsenhausen. Bornheim und Dorwärts-Riederwald. Gruppe 2: Mörfelden. Darmstadt, Arheilgen, Sprendllngen. Wiesbaden, Mainz. Bretzenheim. Gruppe 3: Dockenheim, Praunheim. Wellend. Friedberg. Dorheim. Gießen und Heuchelheim. Die Vereinsoertreter des 3. Bezirk» beschäftigten sich auf ihrer letzten gutbesuchten Tagung, die in Gießen stattfand, ebenfalls mit einer notwendig gewordenen Reueinteilung der Mannschaften für die im März beginnenden Der- bandsspiele. Einmütig einigte man sich auf den Vorschlag des Spielausschusses, der folgende Einteilung vorsah: Gespickt wird 1927 in einer 1. Klasse der 1. und 2. Mannschaften, einer 2. Klasse, einer 1. und 2. Jugendklasse und einer Schülerklasse. Rach der Aufwärtsentwicklung deS Arbeitersports ist mit einer guten Besetzung aller Klassen zu rechnen. Ganz besondere Austnerksam- keit soll nach wie vor dem Echiedsrichterwesen gewidmet werden. Sämlliche aus der Llniversitäts-Bibliothek vor dem 20. Januar 1927 entliehenen Bücher (mit Ausnahme der von Studierenden entliehenen) sind bis spätestens 19. Februar 1927 zurückzugeben. 1238V Gießen, Den 8. Februar 1927. Der Direktor: Gbel. Holzsubunfsion. Die Gemeinde Londorf verkauft im Wege schriftlichen Angebots: 33 Fichtenstämme 3. Kl. = 62,22 km 59 „ 4. „ = 70,77 „ 64 „ 5a „ = 50,49 „ 48 „ 5b „ - 13,64 „ 1 Eichenschnittstamm 2. „ — —,64 „ 2 Eichenstämme 4. „ «= 1,14 „ 24 Buchenstämme 4. „ = 16,64 „ 91 Stämme Buchen-Schwellenholz 1. Kl. (2,6 m lang) — 42,89 km 12 Stämme Buchen-Schwellenholz 2. Kl. (2,5 m lang) = 1,83 km Sämtliches Holz ist mit Rinde gemessen. Angebote sind getrennt nach Sortiment Imb Klassen bis spätestens Samstag, den 12. d. Mts., vormittags 11 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, jvoselbst auch die Verkaussbedingungcn eingesehen werden können. Londorf, den 5. Februar 1927. Bürgermeisterei Londorf: Aumann. 1233V Mittwoch, den !). Februar 1927, vormittags 9 Uhr, wird im Gemcinjrewald Lang-Göns, Distrikt Heide, nachstehendes 2 Eichenstämme 3. Kl. 1,60 fm 27 1, 4. n 15,76 43 5. 16,54 38 6. 9,85 1 Buchenstamm 3. 1,00 2 4. p 0,98 6 Kiefernstämme 2. jj 6,21 ff 139 ■ 3. ff 83,32 .. 145 4. 67,32 53 5. 17,24 4 Fichtenstämme 2. 5,04 9,53 10 3. ff ff 12 4. ff 7,79 ff 20 5a 8,89 42 5b 7,65 115 Fichte-Derbstangen 1. ee 5,77 119 2. 3,91 9 Uhr Zusammenkunft vormittags an der Kreisstraße Lang-Göns- -Holzheim am Waideingang. 1141D Nutzholz-Submission. DaS nachverzeichnete, mit Rinde ge- messene Holz soll auf dem Wege der Submission verkauft werden. Angebote sind spätestens bis Mittwoch, den 16. Fcbr.1927, vormittags 11 Uhr, bei und cinzureichen, woselbst auch die Verkaufsbedingungen, denen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, offenliegen. Vuchenfchnittholz I. Kl. 4 St. = 7,97, I I. Kl. 8 St. = 10,63, 111. Kl. 18 St. = 21,85, IV. Kl. 3 St. - 2,47 km. Hainbuchen IV. Kl. — 6,—, V. Kl. — 15,—, VI. Kl. = 22,— km. Birken V. Kl. = 0,74, VI. Kl. = 0,21 km. Fichten III. Kl. = 1,99, IV. Kl. = 13,57, Va-Kl. = 32,60, Vd-Kl. = 67,75 km. Lärchen III. Kl. - 0,32, V. Kl. = 4,86 fm. Weymuthskicfern V. Kl. — 1,02 km. Wegen Vorzeigung des Holzes wolle man sich an Forst wart Bommersheim, Billtngen, wenden. I257D Hungen, den 4. Februar 1927. Bürgermeisterei Hungen. Fendt. Nutzholzversteigermg Aus den Waldungen der Gemeinde Beuern soll nächsten Freitag, den 11. d. M., vormittags von 10 Uhr an, nachverzeich- netes Nutzholz im Distrikte Burghain und Marck versteigert werden. Zusammenkunft am nördlichen Ausgang des Otts. I. Eichenstämme I. Kl.60 u. mehr 3 St. 4,47 fm , II. Kl. 50—59 2 , 2,04 „ „ I I I. Kl. 40—49 3 ,, 3,87 „ „ IV. Kl. 30—39 20 _ 13,27 „ „ V. Kl. 25—29 21 „ 9,27 „ „ VI. Kl. unter 26 42 „ 11,85 „ 91 St. 44,77 fm II. Kiefernstämme Ill.Kl. 30—39 13 St. 9,83 fm III. Fichtenstämme Ill.Kl. 30—39 8 St. 16,94 fm „ IV. Kl. 25—29 10 „ 12,04 „ 18 St. 28,98 fm Die Bedingungen werden vor der Versteigerung bekanntgegeben. 1250V Beuern, den 7. Februar 1927. Bürgermeisterei Beuern. ___________Lindenstruth.___________ Holzsnbmission auö den Waldungen der Gemeinde Geilshausen kommen folgende Holzsortimente zum Verkauf: Los 1: Fichtenstämme: Klasse 3 22 Stück = 32,05 fm „ 4 58 „ = 53,08 „ „ 6a 90 „ = 51,98 „ „ 5b 130 „ = 34,76 „ Kiefcrnstämmc: Klasse 3 32 Stück = 46,38 fm „ 4 52 „ = 49,31 „ „ 4 39 „ = 22,56 „ Eichcnschnittstämme: Klasse 2 2 Stück — 2,17 fm Eichenbauholz: Klasse 2 1 Stück = 0,81 fm ,, 3 1 „ = 1,10 „ LoS 2: Kicfcrnstämmc: Klasse 4 19 Stück = 17,89 fm n ö 100 „ = 52,85 „ Die Angebote sind verschlossen, nach Sottiment und Klassen getrennt, bis zum Freitag, den 11. Februar 1927, nachmittags 2 y2 Uhr, bei unterzeichneter Bürgermeisterei einzureichen, wo anschließend die Eröffnung erfolgt. Mit der Einreichung unterwirft sich der Käufer den Verkaussbcdingungcn, welche bei uns eingesehen und vor dem Termin bekannt- gegeben werden. Das Holz ist vorher einzusehen, da spätere Reklamationen nicht berücksichtigt werden können. Das Holz wird auf Wunsch von Förster Wallenfels üotgcAeigt. Geilshausen, den 5. Februar 1927. Hessische Bürgermeisterei Geilshausen: ____________Wagner.________1237 V Mittwoch, den 9. Februar» nachmittags 2 Uhr versteigere ich Neuenweg 28 (im Löwen) zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Kastenwagen, 1 Ladenthcke, 1 Sofa mit Umbau, 1 Serviertisch, 1 Vertiko, 2 Sofas, 1 Schreibmaschine, 1 Fahr- rad, 1 Schreibtisch, 1 Kassenschrank. II. 21 n Ort und Stelle: 2 fahrbare Lokomobilen, 1 Partie Mannesmannbohrröhren und Wasser- röhren. 1260V Junker Gerichtsvollzieher in Gießen. G.H.17 I« Imffl Ium WKTEWKiZ iRK '1 MMMU 5®^ k Bekamttmachimg. Die nachstehend aufaeführtenAnstrcicher- arbettcn sollen auf Grund der Reichsverdingungsordnung für Bauleistungen öffentlich vergeben werden: 1. Anstreicherarbeiten der Einfriedigung an der Bezirksschule Westanlage (Goethe- schule). 2. Oelfarbenanstrich der Fenster von außen in der Gnauthstraße Nr. 6—28. — 5 Lose —. Die Verdingungsunterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen und sind Angebotsformulare zum Preise von 20 Pf. für das Los daselbst erhältlich. Die Angebote sind versiegelt und mit entsprechender Aufschttft versehen fpäte» stens am Eröffnungstermin, am Montag, dem 14. Februar, vormittags 11 Nhr, beim Stadtbauamt abzugeben, wo die Eröffnung der eingegangenen Angebote im Beisein der etwa erschienenen Bieter erfolgt. — Zuschlagsfrist 14 Tage — Gießen, den 8. Februar 1927. 12648 Stadtbauamt Gießen. Braubach. Nutzholzversteigerung Dienstag, den 15. Februar l. F. kommt im Nicder-Weifelcr Wald zur Versteigerung: Stämme: Buchen Rrn.: 0,98 2. Kl., 6,57 3. Kl., 5,95 4. Klasse; Hainbuchen 91 m.: 0,74 5. Kl., 1,98 6. Klasse; Eichen 91m.: 18,30 1. Kl., 16,90 2. Kl., 19,91 3. Kl., 50,52 4. Kl., 38,14 5. Kl., 45,31 6. Kl. (darunter ca. 125 St. Deichseln usw.) Kirschbaum 91m.:0,17 5.Kl.; Erle Rm.: 1,27 5. KI., 3,40 6. Klasse; Tcrbstangeu: Eichen Rm.: 2,69 1. Klasse; Nutzscheit: Eichen Rm.: 23,1 (darunter 7 Rm. Rollen 1,25 Meter lang). Vorherige Auskunft durch Förster Becker, Hausen bei Butzbach. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr auf der Straße Butzbach—Hausen an der Waldecke. Nicder.Weifel, 5. Febr. 1927. 1214V Hess. Bürgermeisterei Nieder-Weisel. Winter. RealschuleiENidda Die Aufnahme neu cintretender Schüler findet Montag, den 25. April 1927, um 9 Uhr in der Schule statt. Vorzulegen sind dabei: Geburtsscheir, Impfschein und letztes Schulzeugnis (mit Einzelnoten). Die Realschule i. E. befolgt den amtlichen Lehrplan der Realschulen und Oberrealschulen. Mit dem Bau eines neuen Schulhauses wird noch in diesem Frühjahr begonnen. Um den aus der Richtung Gelnhausen—Stockheim kommenden Schülern den Besuch zu erleichtern, lassen wir den Unterricht erst um 8,40 Uhr beginnen. Zur Aufnahme in die untersten Klassen der höheren Schulen werden zugelassen: 1. Schulkinder nach vierjähriger Grundschulpflicht, 2. Im Einzelfall besonders leistungsfähige Schulkinder nach dreijähriger Grundschulpflicht. Unter den besonders leistungsfähigen Kindern sind solche zu verstehen, deren geistige und körperliche Veranlagung und deren Schulleistungen bestimmt erwarten lassen, daß sie auf die Dauer mit guten Schülern, die 4 Jahre Grundschule durchlaufen haben, Schritt halten können. Die unter 2. genannten Schüler müssen sich einer Aufnahmeprüfung in Deutsch und Rechnen unterziehen; gefordert wird das Pensum des 3. Grundschuljahres. Anträge auf Zulassung zu dieser Aufnahmeprüfung sind alsbald bei dem Leiter der betr. Volksschule zu stellen. Anmeldungen bis 12. Februar erbeten. Nidda, den 4. Februar 1927. Die Leitung der Realschule i. E.: ___________Lauckhard.______1256 D M-llüöMWW slkMW im Kirchgönscr Gcmcindcwald. Donnerstag, den 10. Februar 1927, kommt int Kirchgönser Gemeindewald folgendes Bau- und Nutzholz zur Versteigerung: 41 Eichenstämme von 36—73 cm Durchm. 5—10 m lang, 43,66 fm 36 Kiefernstämme, v. 25—47 cm Durchm. 6—10 m lang, 19,27 fm 4 Lärchenstämme, v. 21—33 cm Durchm. 5—9 m lang, 1,36 fm 128 Fichtenstämme, v. 15—30 cm Durchm. 12—21 m lang, 72,24 fm 24 Fichte-Derbstangen, 18 rm Kiefern- Nupschcit. Zusammenkunft vormittags 10 Uhr auf der Kreisstraße Pohlgöns—EberSgöns rm Distrikt Heide. / Bemerkt wird, daß daS Eichenstammholz nachmittags im Tistttkt Schneidwald zur Versteigerung kommt. Kirchgöns, den 3. Februar 1927. Hess. Bürgermeisterei. _______________Hanack.___________115ID Große Nachlahverste'gerung Auftraggemäß versteigere ich Mittwoch, den 9. Feoruar, von 1 Uhr ab, den gesamten Nachlaß der verstorbenen Frau Schwaab Witwe, Ludwigftrahe 7 pari., und zwar zuerst Porzellan, ®lä:er, Küchengeräte, seine Messer, Gabeln, Löffel, Weiß- zeug, Tilchdecken, Vorgänge, Vorlagen usw., Wdann 1 Büfett, 4 Kleiderschränke, 2 Betten, 2 Auszug- und andere Tische, Konsol und andere Schränkchen, Waschkommoden (mit und ohne Maimor), Nachttische, 1 Vertiko, 2 Irumeaus, 3 andere 5riegel, 3 Sofas, 12 Stühle, Sessel, 2 Regulatoren, 1 Nähmaschine, 1 Küchcnschrank, 1 Kassette, einen Gasherd mit Tisch, 1 Wage mit Gewichten, 1 Waschbütte und verschiedenes andere. H. Benner II.Tluklionaloru. Taxator Seltersweg 83 H. 0944