hl 3825 bis S01 0 40 75 h,50 bis 14,75. ^odutteubörie ss-L« LWS ttwSts nä^A 3" wünschen Lt “ «n Qualitäten für W e>mge Nachfrage- die weiteres be- alltQten smd mehr offeriert * Me blrfg notiert (1000 Kilogramm): IV ftnf260 e°mmer' 1 ’«5Q er' wartischer, 252 bis j? ,^lQlQ) 185 bis 187 (ftill); ^enrnehl 36,2-5 bis 38,25 1,25 >6 36,25 (ftill); Weizen. yiftonaerbfcn 44 bis 46- 23; Peluschken 21 bis 22,50; i3; Wicken 22 bis 24,50; Lu- 6; Lupinen (gelb) 16 bis 1$; 15,80; Leinkuchen 1930 bis t50 bis 13,20; Kartoffelfloden krDaK Und h. "te fich x° atvar i m i t qtk bah '«ti.T® etteV,,?6 inÄ Ä[ei« ihn9^ WM 27.50 Ä^et K-Progrmm futter ZenderS. Mio-Umschau''.) erring, 7.3u(L )r; Übertragung von Kassel: 6.30 bis 17.4-5 Uhr: Konzert Mche Dperettenrnufit. 17.45 eftunbe. 18.15 biß 18.45 Uhr: l: Aortrag. Direktor Herber- wichtige Winke für den Ge- Ihr-, uebertragung aus der $e Macht des Schicksals", n Verdi. Anschließend: lieber» Interhaltungsmusik, ozent- kN tittUNg 5^ 2.57 113,16 81.56 74.35 12,53 73,55 fl.» 23,97 80,513 »,>z Ä UH 59,3j jJ93 59. >. pawelfz und die Militärsachverständigen der Aestmächte reibungslos verlaufen ist. Damit ist die Angelegenheit der zerstörten Unterstände ii r Ostpreußen erledigt. Die Kommission wird sich nun der Besichtigung der übrigen (Entfefii- -’ungsarbeifet» an der deutschen Ostgrenze zuwenden. Das Moskauer Attentat. Moskau, 6. Juli. (Telegr.-Agentur der Sowjetunion.) Der Vorsitzende der staatlichen politischen Verwaltung, Jagoda, erklärte Pressevertretern gegenüber, daß die Weißgardisten der Sprengung eines in der Rähe des Gebäudes der staatlichen politischen Verwaltung gelegenen Hauses große Bedeutung beigemessen hatten. Jagoda führte weiter aus, kurz vor der Entsendung einer terroristischen Gruppe, die aus Sachartschenko, Schulz, Oberput und Wanessenski bestand, aus Finland nach Sowjetrußland habe sich General Kutepow nach Helsingfors begeben, wo er persönlich die letzten Vorbereitungen für das Attentat traf. Unter seiner Teilnahme sowie der Teilnahme des alten, zu diesem Zwecke besonders aus Reval eingetroffenen Hauptmanns Roß, eines Ange st eilten der britischen Gesandtschaft in Reval und Leiters des Spionagedienstes gegen Sowjetrußland, fanden mehrere Beratungen dieser Gruppe statt. Bei den auf der Verfolgung im Gouvernement Smolensk Erschossenen wurden englische Granaten vorgefunden. Außerdem hatten sie eine große Menge Sprengstoff bei sich von der gleichen Art, das bei dem vereitelten Attentat vom 3. Juli Verwendung finden sollte. Ferner wurden bei den Erschossenen vom finnischen Spionagedienst ausgestellte falsche Pässe, finnisches Geld und goldene Zarenmünzen vorgefunden. Deutscher Reichstag. Berlin, 6. Juli. (V.D. Z.) Rach Erledigung einiger Rechnungssachen wird die zweite Beratung des Gesetzentwurfes über die Arbeitslosenversicherung fortgesetzt. Abg. Thiel (D.Vp.) begründet einen auch von den Angestelltenvertretungen aus den Fraktionen der Deutschnationalen, des Zentrums und er Demokraten unterzeichneten Antrag, der die Zulassung von Ersahkassen für die Angestellten verlangt. Als solche Ersah- assen sollen unter gewissen Voraussetzungen die ötellenlosigteitsversicherungseinrichtungen der Ungestelltenverbände gelten. Der Redner betont, aß hinter diesem Antrag die nichtsozialdemokra- ische Mehrheit der organisierten Angestellten ehe. — Damit ist die Besprechung des ersten 'bschnittes geschlossen. Es folgt der dritte Ab- nitt des Gesetzes, der den Umfang der Ar- i tslosenversicherung behandelt. Abg. Schmidt- Köpenick (Soz.) bedauert, ß die Land- und Forstarbeiter so oft unter ein .'snahmerecht gestellt werden. Abg. Freiherr vonStauffenberg (Dn.) tont, in der Landwirtschaft bestehe Mangel ' Arbeitskräften, so daß ein Bedürfnis nach -er Arbeitslosenverficherung nicht bestehe. Die -rsicherungsbefreiung sollte sich auch auf die n landwirtschaftlichen Gärtnereien er» ecken. Geh. Rat Dr. Weiger vom Reichsarbeits- imfterium erklärt dazu, die Begriffsbestimmung r Gärtnereien sei ziemlich schwierig. Eine wei- re Abgrenzung werde sich aus der Spruchpraxis r Arbeitsämter ergeben. Abg. Obenbief (Kom.) verlangt die Einbe- Ijung aller Land- und Forstarbeiter und der (cinbauern und Kleinfischer in die Versicherung. Beim nächsten Abschnitt, der die Versiche- ngSleistnngen betrifft, bezeichnet Aba. Grote- ohl (0oa.) die Gewährung von Reichszuschüssen ir notwendig. Die Dezugsdauer der Unterstützung üsse auf 52 Wochen verlängert werden. Die So- ! lemokraten beantragten, daß auch bei Aus- ■rngen die Unterstützung gezahlt werde. Der Kampf gegen die Kriegrschuldlüge. Das Programm des Arbeitsausschusses der deutschen Verbände Daß ein Volk mit allen Mitteln versucht, eine ihm zu Unrecht angetragene Schuld abzustreiten, ist sein gutes Recht, ja noch mehr, ist seine erste und heiligste Pflicht. Daß man dabei aber nicht mit Mitteln vorgehen kann, die sich in der Form des bloßen Protestes bewegen, hat am deutlichsten der Eindruck jener Bewegung im Auslande bewiesen, die bisher glaubte, auf diese Weise eine Abänderung des Versailler Vertrages meiden zu können. Die Zeit hat uns eines anderen belehrt, und daß diese Erkenntnis Allgemeingut geworden ist, davon hat der Auftakt der Reichstagung des Arbeitsausschusses deutscher Verbände in Goslar das beste Zeugnis abgelegt. In jener denkwürdigen alten und schönen deutschen Stadt Goslar, die in der deutschen Geschichte so und so oft schon eine bedeutsame Rolle gespielt hat, haben sich die Führer der Vereine und Gesellschaften, deren Zweck die propagandistische Bekämpfung der Behauptung von Deutschlands Kriegsschuld ist, auf eine neue Formel in ihrem Vorgehen geeinigt, die Eurx dahingehend geschildert werden kann, wie es auch der Reichsauhenminister in seiner Osloer Robel- preisrede betonte, daß die Realpolitik jetzt den Sieg über alles Imaginäre und allen Illusionismus davongetragen habe. „Kein Volk hat das Recht, auf seinRecht zu verzichten", unter diesem Motto des berühmten deutschen Juristen Jhering führte das geschäftsführende Vorstandsmitglied des Arbeitsausschusses Hans Draeger aus, in welchem Sinne sich die Bewegung zmn Ziele der Revision des Versailler Vertrages entwickeln werde. Die große Aufgabe sei eben, jenen internationalen Willen herauszubilden, der endliche dafür eintreten würde, dem deutschen Volke sein ihm versprochenes Recht zukommen zu lassen. Als das geeignetste Mittel aber erkannte er, wie auch die andern Redner des Tages d i e objektive Arbeit der Wissenschaft an, an der sich die Gelehrten aller Rationen!, Politiker und Parlamentarier aller Länder beteiligen müßten. Diese Aufgabe, stelle zu gleicher Zeit eine Erziehungsaufgabe bar, eine Erziehung zur Sachlichkeit und zur Zähigkeit. Geht man von diesen Voraussetzungen aus. so hebt sich die innere Wandlung der Bewegung um so deutlicher ab, eine Wandlung, die wohl auch das ganze deutsche Volk, trotz noch so bitterer Erfahrungen durchgemacht hat. Und in diesem Sinne kommt der Goslarer Tagung eine symptomatische Bedeutung zu, indem sie zeigt, wie sich diese große Linie des deutschen Volkes immer mehr herauskristallisiert- und über den unmittelbaren Anlaß hinauswachsend jenen Weg zeigt, der über die politische und wirtschaftliche Konsolidierung des neuen Deutschlands zur toi rkli chen Freiheit des Vaterlandes führen muh, weil er die innere Freiheit zur Voraussetzung hat. Möge diese Bedeutung der Goslarer Tagung Symptom für alle Zeit fein, auf daß wiederum einmal das alte denkwürdige Städtchen Ausgangspunkt eines neuen erwachenden Deutschlands wird. Die Wos arer Tagung. Goslar, 6. Juli. Zur Tagung des Arbeitsausschusses deutscher Verbände fanden sich gestern über hundert Vertreter von großen Spitzenverbänden, außerdem zahlreiche Universitätslehrer und Abgeordnete der Parlamente ein. Als Vertreter Deutsch-Oesterreichs traf Exzellenz Riedl ein. Ein von der Versammlung einstimmig angenommenes Begrüßungstelegramm wurde an den Reichspräsidenten von Hindenburg abgesandt. Pros. Ja- st r o w - Berlin sprach über das Problem der Reparationen unter besonderer Berücksichtigung der Frage der internationalen Verschuldung, bei dem wiederum die Frage der Rechtsgrundlage des Vorfriedensvertrages, der nur Ersatz der Zivilschäden forderte, von wesentlicher Bedeutung sei. Ebenso mußte man betonen, daß das Versailler Diktat den Schuldparagraphen als Grundlage der deutschen Reparationsverpflichtung bezeichnet. Der Kampf gegen die Schuldlüge sei deshalb auch für diese Frage wichtig. Unsere Unterschrift unter das Versailler Diktat könne keineswegs ein Anerkenntnis dieses Paragraphen bedeuten, da sie unter Protest abgegeben wurde. Der Referent hält auch den Dawesplan für unausführbar. Auch im Dawesplan sei die Schuldsumme nicht festgesetzt. Deutschland müsse die Weltmeinung im Sinne einer Revision des Dawesplanes beeinflussen. Die beste Politik sei aber vorläufig feine möglichste Erfüllung. Prof. Obst von der Technischen Hochschule Hannover sprach scher das Thema: „Die Stellung Europas in der Welt." Am zweiten Tage der Reichstagung in Goslar sprach der durch die Herausgabe der belgischen Dokumente und des Wegweiser durch das Aktenwerk des Auswärtigen Amtes bekannte Oberst a.D. Bernhard Schwer t f e g e r - Hannover über „Deutschlands Kriegsschuld in der öffentlichen Meinung der Welt". Jetzt schon sei erwiesen, daß die Schuldthese von Versailles im historischen, juristischen und moralischen Sinne ein unerhörter F e h l s p r u ch bedeutet. Deutschland hatte keine Kriegsziele. Es hatte daher allen Anlaß, eine kriegerische Auseinandersetzung zu fürchten, die es, falls England sich auf der Gegenseite befand, im wesentlichen allein auf Oesterreich-Ungarn gestützt, einer übermächtigen Koa lition gegenüber ft eilen mußte. Auf der Seite der Entente waren Ziele vorhanden, die nur durch den Weltkrieg verwirklicht werden konnten. Als Hauptsache bezeichnete Schwertfeger die überparteiliche Behandlung der Schuldfrage, der vielleicht einzigen deutschen Frage, in der ein Zusammengehen aller ihr Vaterland aufrichtig liebenden Parteien möglich sei. Abg. Frau Arendsee (Kom) lehnt die Einführung von Lohnklassen ab und beantragt einen einheitlichen Unterstützungssatz, der auch bei Streiks und Aussperrungen gezahlt werden solle. Abg. Schneider-Berlin (Dem) bezeichnet die Leistungen als unbefriedigend und beantragt die Erhöhung der Hauptunterstützung um 5 Proz. Die ersten beiden Abschnitte des Gesetzes werden dann in der Ausschuhfajsung unter Ablehnung der Abänderungsanträge angenom- m e n. Abgelehnt wird auch der Antrag auf Zulassung der Ersahkassen. Dagegen wird ein Antrag der Regierungsparteien angenommen, der die bisherigen zehn Lohnklassen um eine vermehrt. Danach beginnt die erste Klasse mit einem Wochenlohn bis 10 Mk. statt bisher 12 Qltt Entsprechend ändern sich die Sähe des Einheitslohns auch in den übrigen Klassen. Die Hauptunterstützung beträgt in Klasse I 75 Proz., II 65 Proz., III 55 Proz., IV 47 Proz., V bis VI 40 Proz., VII 37,5 Proz. und in den Klassen VIII bis XI 35 Proz. des Einheitslohnes. In der Ausschußfassung wird im übrigen der Abschnitt 3 bis zum § 90 angenommen. Der Rest der Vorlage wird in der Ausschußfassung mit unwesentlichen Aenderungen in zweiter Lesung angenommen. Annahme fand guch eine Rovelle zur Reichsversicherungsordnung, wonach die Grenze der Krankenversicherungspflicht auf ein Jahreseinkommen von 3600 Mk. erhöht wird. Cs folgt die 3weite Beratung des Gesetzentwurfs über Kriegsgeräte. Abg. D a u ch (D. V.) empfiehlt als Berichterstatter des Auswärtigen Ausschusses die Annahme des Gesetzes im Ramen der überwiegenden Mehrheit des Ausschusses aus politischen Gründen und stellt fest, daß nach der Regelung der Reparationsfrage, durch die Annahme des Dawesplans, nach Abschluß der Locarnoverträge und unfern Eintritt in den Völkerbund nun nach Annahme des Kriegsgerätegefehes auch die Frage der Abrüstung definitiv erledigt fei und damit sämtliche Bedingungen des Versailler Vertrags erfüllt wären. Cs beständen also keinerlei Vorwände mehr für di e Besetzung de utschen Gebiets. (Lebhafte Zustimmung.) Die führenden Mitglieder des Völkerbundes haben uns zum Eintritt in den Völkerbund auf gefordert, dessen gleichberechtigtes Mitglied wir geworden find. In Anbetracht, daß sie auf Annahme des vorliegenden Gesetzes bestehen, ergibt sich aus den vertraglichen Bestimmungen das eine klar, nämlich daß sie mit den uns auferlegten Bedingungen den Umfang ihrer eigenen Abrüstung fest - gelegt haben. (Sehr wahr!) Würden sie das leugnen, so würde der Grundgedanke des Völkerbundes verletzt fein, nämlich die Gleichberechtigung aller ihm angehörenden Mitglieder. (Lebhafte Zustimmung.) Ms Abgeordneter erklärt der Redner dann kurz, daß die Regierungsparteien trotz aller Bedenken und berechtigten Einwendungen aus den vom Berichterstatter angeführten Gründen dem Gesetz zustimmen. Abg. Stampfer lSoz.) führt aus, der Zweck des Gesetzes sei die vollständige Entwaffnung Deutschlands. Der Begriff „Kriegsgerät" fei von der Botschafterkonferenz in außerordentlich weitgehender Weise interpretiert worden. Die Sozialdemokraten würden mit Freuden einem Gesetz zustimmen, das die Herstellung aller Mordwaffen verbiete, aber nur unter ber Voraussetzung, baß es in allen Ländern angenommen und gleichmäßig durchgeführt wird. In der jetzigen einseitigen Beschränkung auf Deutschland fei das Gesetz ungerecht und die Sozialdemokraten würden es ablehnen, wenn nicht hinter uns die große politische Zwangslage stände. Aus dieser realpolitifchen Einsicht heraus stimmten jetzt sogar die Deutfchnationalen ber Vorlage zu. Rur weil wir auf dem Verhandlungswege die im Versailler Vertrag versprochene Entwaffnung auch ber anbern Staaten erreichen wollen, stimmen wir für die Vorlage. Abg. Frhr. v. Richthvfen (Dem.) nennt das Gesetz ein überaus bedauerliches Resultat der gepflogenen Verhandlungen, bedauerlich in nationaler und wirtschaftlicher Beziehung. Es gehe noch hinaus über die Bestimmungen des Versailler Vertrags. (Hört! Hört!) Es werde auch die Möglichkeit einer deutschen Verteidigung unterbunden. Auf der andern Seite sei dieses bedauerliche Gesetz eine Rotwendigkeit zur Fortführung der Verständigungspolitik. Den Demokraten liege jede verantwortungslose Opposition fern. Darum werden wir auch diesem Gesetz zu stimmen in der Hoffnung, daß das schwere Opfer nicht umsonst gebracht sein wird. Abg. Graf zu Reventlow (Rat.-Soz.) bezeichnet das Gesetz als die zwangsläufige Folge der Verständigungspolitik. Diese Politik hätten die Rativnalsozialisten stets bekämpft. (Abg. Kahl (D. V.): Ohne je zu sagen, toie mans besser m acht.) Der Redner beantragt bie Einfügung: „Dieses Gesetz tritt mit der Räumung des besetzten Gebietes durch die Besatzungsmächte in Kraft." Abg. Henning (Völk.) protestiert gleichfalls gegen die Vorlage. Die Unterhändler, die mit einem solchen Gesetz nach Hause gekommen sind, hätten ihre vollständige Unfähigkeit bewiesen. Der nationalsozialisttsche Antrag wird abgelehnt. Die Vorlage wird in zweiter und dritter Beratung gegen Völkische, Rationalsozialisten, Kommunisten und einige Deutschnattonale angenommen. Die namentliche Schlußabstimmung wird auf Donnerstag vertagt. Aus der Tagesordnung steht ferner die dritte Beratung der Arbeitslosenversicherung und 2kr= längerung der Steuermilderungsgesehe. Einheitsstaat und Finanzausgleich. Eine Rede des hessischen Finanzministers. Wiesbaden, 6. Juli. ($H.) In einer öffentlichen Versammlung sprach hier ber hessische Finanzminisier Henrich unter Berücksichtigung des Finanzausgleiches über den Einheitsstaat. In seinen Ausführungen sagte Minister Henrich u. a., daß die Erdrosselung der Länder durch finanziellen Zwang ein Fehler sei, weil durch Zwang der Einheitsstaat nicht zu erreichen sei. Anschluß der kleineren und mittleren Länder an Preußen könne nicht in Betracht kommen, da diese: Maßnahme nur bie Entwicklung hemme. Auch die Zwischenlösung, daß einzelne Länder sich unmittelbar dem Reiche als Reichsprovinzen anschließen würden, bedeute keinen entscheidenden Fortschritt. Dagegen könne der Einheitsstaat sehr wohl durch organische Entwicklung erreicht werden, indem das Reich auf eine shstemati sche Erweiterung seiner Re ch t e abzielt, was aber im Zusammenhang mit dem Ausbau der Finanzhoheit des Reiches geschehen müsse. Auf dem Gebiet der Justizverwaltung und besonders der Schulgesehge- b u n g müßte die Erweiterung der Zuständigkeit des Reiches durchgeführt werden. Die gegenwärtige Reichsregierung erstrebe eine solche Reform und unterstreiche damit die wirklich reichsfreundliche Erzbergersche Steuerreform. In feinem Schlußwort verwies Minister Henrich darauf, daß im Interesse der Erreichung des Einheitsstaates den Gemeinden eine größere Selbständigkeit gewährt werden müsse. Durch den deutschen Einheitsstaat würde eine Vere infachuna des Verwaltungsapparates und eine glattere .Abwickelung des öffentlichen Lebens erreicht werden. Mehr Recht und mehr Einfluß für das Reich, das ist der Weg zum deutschen Einheitsstaat. Aus aller Welt. Großseuer in Oberlahnslein. In der Bauschreinerei von Schleikert brach Feuer aus, das im Ru auf die nebenanliegenbe Papierfabrik Löbbecke Übergriff. Die Feuerwehren! von Koblenz, Braubach Riederlahnstein, Ems und Oberlahn stein rückten sofort heran, tonnten; aber nur noch die eigentlichen Fabrikationsräume retten, während die riesigen Lagervorräte und die Stapelwaren in der Pergamentdruckerei restlos ein Raub der Flammen wurden. Mehrers beladene Eisenbahnwaggons, die auf dem Anschlußgleis standen, brauten vollständig aus. Der Funkenflug bildete bei dem Winde eine große Gefahr für bie Rachbargebäube. Die umliegenden Häuser wurden sofort geräumt und von der Feuerwehr unter Wasser gesetzt. Dennoch sind verschiedene Gebäude in Mitleidenschaft geaogeit Vor allem sind sämtliche Fensterscheiben in Trümmer gegangen. Die Cellulosevorräte gingen stichflammenartig in die Luft. Recht schwierig ge- ftaltcte sich bie Bergung der SchwefZlsäureoe- hälter, die bei der Pergamentpapierfabrilation! benötigt werden. Erst nach vierstündiger anstrengender Arbeit ber Feuerwehren war die Hauptgefahr beseittgt. Brandstiftung aus Rache. Mittwvchnacht gegen 3 Tlhr entstand auf dem Holzlagerplah in Döberih ein Brand, der in kurzer Zeit größeren Umfang cmnahm. Trotz- bem die gesamten Feuerwehren ber Umgegend unb die auf dem Truppenübungsplatz in Döberih stationierte Reichswehr zur Hilfeleistung herbeieilten, brannten die auf dem Platz lagernden! großen Holzmassen und die sämtlichen hölzernen Gebäude nieder. Der Besitzer brach an ber Brandstelle ohnmächtig zusammen. Es besteht der dringende Verdacht, daß das Feuer, das an mehreren Stellen gleichzeittg ausbrach, von Verbrecherhand angelegt worden ist. Anscheinend handelt es sich um einen Racheakt. vom Blih erschlagen. Lin Hirt und 15 Sklick Jungvieh vom Blitz getötet Blankenburg am Harz, 7. Juli. (W. T. D. Funkspruch) In Elbingerode finb gestern vom Vlitz 15 Stück Jungvieh unb der Hirt erschlagen worden. Das Vieh ist dann im Wasser nach Wernigerode abgetrieben worden. Aussperrungen in Köln. 3m Kölner Metallarbeiterstreik haben bisher 123 Firmen die Parole der Unter» nehmerOrganisation befolgt und bie Arbeiter aus- gesperrt. 3n 25 Betrieben, darunter mehreren Großbetrieben, wird noch gearbeitet Dis Mittwoch früh waren etwa 16 000 Metallarbeiter ausgesperrt. Es werden insgesamt etwa 22 000 Arbeiter von der Aussperrung betroffen. Mord im Rachkschnellzuge Grenoble—Paris. Rachdem vor einigen Tagen im Schnellzuge Cherbourg-Paris ein französischer Oberst ermordet aufgefunden worden war, hat sich im Rachtschnellzuge Grenoble-Paris ebenfalls ein Mord ereignet. Ein etwa 60-jähriger Reisender wurde in ber Rähe der Station Tourg - n u s auf den Schienen tot aufgefunden. Der Täter, ber sich beim Sprung aus dem fahrenden Zuge schwer verletzt hat, ist geständig. Bei dem ermordeten Reisenden handelt es sich, wie bereits bei dem Mord im Schnellzug Cherbourg-Paris, wieder um eine Militärperson und zwar um einen Militär-Jnbentanten im Range eines Generals, ber in Paris wohnte. Gattenmord auf einem mecklenburgischen Gut In einem Wasserloch der Feldmark des Gutes Schossin wurde eine weibliche Leiche gefunden. Die Tote wies schwere Kopfverletzungen auf. Die Ermordete wurde identifiziert als die fett etwa vier Wochen vermißte Frau des Arbetters Scharnweber aus Dümmerhütten. Der Gatte wurde feftgenommen und legte ein Geständnis ab, wonach er seine Frau nach einem Streit erschlagen hat. Er will in Rotwehr gehandelt haben. Die Llntersuchungsbehörde nimmt an, daß der Ehemann Helfershelfer gehabt hat. Rekordbilanz im Reiseverkehr. Der diesjährige Reiseverkehr weist für die Reichsbahn Retordzifsem auf, wie sie in dieser Höhe zur Ferienzeit kaum aufzuweisen gewesen sind. In den letzten Tagen haben z. B. nicht weniger als 600000 Berliner die Reichshaupt st adt verlassen, um Erholung in den Sommerfrischen des In- und Auslandes zu suchen. Den stärksten Reiseverkehr in diesem Sommer haben naturgemäß bie Tage vom 1. bis 5. Juli gebracht, ba der ungünstigen Witterung im Mai und Juni wegen nur recht wenige an das Reisen gedacht haben. Auch in diesen Tagen noch weisen bie Züge eine Besetzung von über 100 Proz. auf, eine Tatsache, bie für bie Reichsbahn um so erfreulicher ist, da auch alle Ferien- und Vorzüge bis auf das letzte Plätzchen beseht sind. Man erwartet auch in den nächsten Tagen noch kein fühlbares Rachlassen des Reiseverkehrs und ist ebenso wie an den vergangenen Tagen auf einen großen Ansturm gefaßt. Wettervoraussage. Wechselnd wolkig, noch Neigung zu Gewitterstörungen, feine starken Temperaturunterschiede und vereinzelt Niederschläge. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 24,4 Grad Celsius. Minimum: 16,2 Grad Celsius. Sonenscheindauer: 6 Stunden. Heutige Morgentemperatur: 20,6 Grad Celsius. Witterungsaussichten für Samstaa: Zeitweise aufheiternd, strichweise geringe Niederschläge wahrscheinlich. 6387V Heuchelheim, den 6. Juli 1927. ■ Lohholz-Dersteigerung ffVermietungen | Montag, den 11. Juli d. X, vormittags | möbl. Wobn- 10 Uhr anfangend, werden m der Bahn- Schlafzimmer Hofswirtschaft folgende Mengen -OolJ per sofort od. später mii lomlar wpaclte. und Schlafzimmer 6243D Ärbeitsvergebung Neuenweg 28: eine komplette Speisezimmer, Nähmaschinen, Waschmaschinen schuhe, Damen- Etn schönes, teilw. möbl. oder leeres Zimmer, n. Wunsch Kochgelegenh, Küche z. verm. Schr. Ang. u. 05036 an d. G. An». licher Frische. . *♦ Große Erdbeeren erntete tn diesem Jahre Herr Paul Sauer, Wehsteingasse 15 wohnhaft, in seinem Garten an der Lahn. Er zeigte uns heute morgen zwei Fächererdbecren (Roter Elefant) im Gewicht von je 95 Gramm, die er gestern in seinem Garten geerntet hatte. Wie er uns erklärte, hat er viele Früchte in dieser Gröhe bei seiner diesjährigen Erdbeerernte. ** Die Hegezeitder Enten. Das hessische Ministerium des Innern hat bestimmt, daß für das laufende Iagdjahr die Hegezeit für Enten bereits mit dem 14. Juli endet. Küche, ein komplettes Sofas, Betten, Seffel. Lisfchrank, 30 Bilder, und Mangeln, Kinder- ren, wenn immer mehr Mitbürger undDürgettrv- nen unserer Stabt dem Verein dI8 Mitglied bei» treten würden. 18305 Stück la Lohwellen ca 17000 Stück Durchforftungswellen. Distrikt 34. 3385 Stück la Lohwellen 11770 Stück Durchforstungswellen. Distrikt 20. ca. 70 rm Eichenknüppel ca. 20 rm Eichen-Reiserknüppel. Brandoberndorf, den 2. Juli 1927. Der Bürgermeister. Stahl. per sofort od. später z. verm. Ecke Stein- n. Dammstr. 41. hofswirtschaft „ öffentlich verkauft: Distrikt 43. 1820 Stück Lohstangen (Baumstützen) Damen- und Herrenfahrräder. Ludwig hartmeh Aukttonator und Taxator Gießen, Neuenweg 28. Telephon 1414. 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Hat auch der Geldmarkt in den letzten Tagen nicht die erwartete Erleichterung erlangt, so sind die vorliegenden Nachrichten (neue Auslandanlecyen, Reichsbahnaufträge usw.) nicht ungünstig. Am Devisenmarkt hört man Paris mit 124,02, Mailand 88,95/89,05 und das Pfund mit 4,8565. Svettas, den 8. ShH 1Y2S naOmtttasS 2 ilbt? z/ versteigere ich Neuenweg 28 im „Löwen , zwangsweise gegen Barzahlung: 1. 3 Schreibtische, 3 Sofas, 1 Trumeau, 2 Fahrräder, 1 Vertiko, 1 Schärfmaschine, 2 Kaffenschränke, 1 Büfett, 1 Kredenz, 1 Chaiselongue, 1 Ausziehtisch, 1 Regulator, 1 Bild, 1 Wäscheschrank, 17 Bände Brockhaus Konversations-Lexikon, eine Schreibladenkaffe, 1 Diwan, eine Fräs» maschine, 1 Strickmaschine. 2. Voraussichtlich bestimmt: 6375D 1 Sekretär, 1 Sofa, 1 Schränkchen, einen Seffel, 1 Kleiderschrank, 1 Regulator, eine Flurgarderobe, 1 Brieswage, 1 elektrische Lampe, 1 Bild, 6 Rohrstühle, 1 Barometer. Hebbel, Gerichtsvollzieher in Gießen Dammstraße 24 I.Telephon 239. bahn, das leider gegenüber den schönen städtischen Anpflanzungen dort oben direkt eine Verschandelung der oberen Bahnhofstraße ist. Mit großer Diffriedigung wird man die Anlagen in der Süd- und Ostanlage durchschreiten, wo prächtige saftig-grüne Aasenmatten und hübsche Blumenpflanzungen das Auge erquicken. Dagegen wird man an dem Instand der Anlagen in der Aordanlage noch einiges verbessern können, wo- bei man auch dem Kinderspielplatz hinter der Brauerei Denninghoff ein fürsorgliches Werk angedeihen lassen sollte; einige Fuhren frischen Sandes aus unserer Sandgrube sollte man hier nach Beseitigung der jetzigen Erde den Kindern als Spielsand für die Schippe geben. Bei dieser Gelegenheit möchten wir noch empfehlen, an dem großen Findlingsstein in den Anlagen in der Licher Straße doch die breitlaufende Beschriftung „Stadt Gießen" zu beseitigen, denn eine Hot» Wendigkeit scheint uns diese nicht zu sein und zur Verschönerung dürfte sie auch nicht beitragen. ** Die Renovierung des Hauses AllenVerwandten und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß unsere Innigstgeliebte Schwiegertochter. Schwester. Schwägerin u. Tante Motteten Werner im 29. Lebensjahre plötzlich und unerwartet, ihrem vor 8 Tagen verstorbenen Manne in die Ewigkeit gefolgt ist. Die trauernden Hinterbliebenen -. Familie Ladwifi Werner and Angehörige Familie Willi Hornberger. Wiesede (Ludwigsburg), Klein-Eichen (Oberh.), den 6. Juli 1927. Die Beerdigung findet Freitag, nachm. 7,5 Uhr, vom Sterbehause Ludwigsburg aus statt. 6388l) Jüngere Stenotypistin sofort gesucht. ' | Gefl. Bewerbungen möglichst mit Bild und Gehaltsansprüchen unt. 16385D an den Gieß. Anz. erbeten Kanzleiberg 5, das einen bemerkenswerten Fachwerkbau hat, wird nunmehr — entgegen der früher bestandenen Absicht, den bereits beseitigten Verputz vollständig zu erneuern — in der Weise durchgeführff daß nur die Gefache übertüncht werden, im übrigen aber das Holz- fachwerk in seinem früheren Zustand sichtbar bleiben wird. Hierdurch wird das Gebäude nicht nur in sein bei der Erbauung gestaltetes Aussehen zurückversetzt, sondern es wird sich auch als würdiges Baudenkmal seiner Umgebung anpassen. Es sei bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam gemacht, daß sich in unserer Altstadt noch eine Reihe von Holzfachwerkhäusern befinden, deren Aeuheres zur Zeit übertüncht wird. Es sollte bei jeder passenden Gelegenheit daran gedacht werden, diese Häuser wieder in den früheren Zustand zurückzuversehem Hoffentlich ist eine derartige Renovierung bei dem zur Zeit im Umbau begriffenen Geschäftshaus der Firma Mettenheimer am Kreuzplah auch möglich. Es sollte dringendstes Gebot eines jeden Hausbesitzers, ausftährenden Architekten oder Handwerkers sein, bei der Renovierung derartigen Gebäude die in Betracht kommenden Behörden rechtzeitig zu benachrichtigen, damit deren fach- verständiger Rat und Anterstührmg erteilt werden kann. Wenn alle bei der Renovierung von Gebäuden Beteiligten dazu beitragen, öaft_ im Sinne dieser Anregung gehandelt wird, so bürfte mit der Zeit noch eine ganze Reihe schöner Fachwerkhäuser sowohl im Interesse der Besttzer, als auch zur Freude der Allgemeinheit zum Vorschein kommen. •• Gute Förderung eines kolonialen deutschen Liebeswerkes. Der Kolonialabend des Frauenvereins vom Roten Kreuz für Deutsche über See, der am Sonntag im Stadttheater stattfand, hat den erfreulichen Reinertrag von rund 1200 Mi. erbracht. Ein Tert dieses Betrages soll zur Unterstützung einer deutschen Patenschwester in Windhuk Verwendung finden, weiterhin soll ein Teil des Geldes einem Kinderheim zugute kommen, schließlich sollen auch ru>ch andere gute Kolonialeinrtchtungen damit gefördert werden. Das vorbildliche Liebes- Werk des Vereins, das eine dringende Rotwendigkeit im Interesse des Deutschtums tst, wurde noch weitere wünschenswerte Förderung ersah- Xus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 7. Juli 1927. „Hallo, hier Welle . . Run hat sich auch Klettermaxe einen Radioapparat gebaut und damit bei seinem hinreichend bekannten »Streben nach etwas Höherem" alles bisher Dagewesene in den Schatten gestellt. Gestern war ich bei ihm, und während er den Zeiger langsam von einer Wellenlänge zur andern gleiten lieh, koirnten wir innerhalb weniger Minuten an den verschiedensten Veranstaltungen teilnehmen: »Sehr verehrte 'Abwesende! Wenn ich es unternehme, Sie heute in die letzten Gcheim- nisse des Funkverkehrs einzuführen, so ... haben sich die gleichen Einrichtungen bereits in den vv' fünf Jahrtausenden geschlossenen Grab- kam.::ern Tutand>amons gefunden, dessen... Verjüngung nach Prof. Steinach durchaus im Bereiche des Möglichen liegen soll: war doch ... 'chon den alten Griechen bekannt, daß Schönheit des Gesichts auf unbedingter Ebenmäßigkeit beruht. So wissen wir, daß die Rase der Venus öon Milo ... mit einer Vielspindelbohrmaschine ausgcbohrt und unter der Diegepresse gebogen, ein ungewöhnlich exaktes Arbeiten ermöglicht... Kein Wunder also, daß alles sofort in Flammen stand beim Anblick jener jugendlichen Tänzerin, bildschön und elfenhaft in der Grazie ihres anmutigen Köpfchens ... dessen Oberfläche 50 Quadratkilometer beträgt. Das Interesse seiner Bewohner beschräntt sich ... auf die Quadratur des Kreises, die wir nunmehr endgültig für unmöglich halten. Sonst aber gibt es kein Gebiet, auf dem die Mathematik nicht schon die größten Triumphe gefeiert hätte... Wenn sie uns zähnefletschend, die zottigen Ohren tief her- abhängend in der Dämmerung unerwartet entgegentritt, bann ... stehen wir wie gebannt Mona Lisas rätselhaftem Lächeln gegenüber, einem Meisterwerk, wie es nur ein gottbegnadeter Künstler zu schaffen vermag. Wir alle kennen ja ... das von wallendem Vollbart umrahmte Gesicht, an dem seine achtzig Lebensjahre spurlos vorübergegangen zu sein scheinen, die Augen noch heute leuchtend von jugendlichem ... Trommelfeuer, das jede Unternehmung an dieser Stelle im Keime ersticken muhte. Welch ein Unterschied aber auch im Kampf von heute und ehedem! Und doch können wir uns die Bestürzung römischer Legionen sehr wohl vvrstel^n, wenn sich unsere Altvorderen mit dem Schlachtgesang auf sie stürzten... Run sei bedaaantt, mein liiieber Schwaaan, zieh durch die wette Fluuut zurück, dahiiin, woheeer mich truuug dein Kaaahn ... ein Typ, der mit unseren heutigen U-Booten allerdings nur sehr geringe Aehnltch- kett hatte. Immerhin sinden wir diese Waffe bereits erfolgreich verwendet in der Seeschlacht ... auf dem Mond, dessen Oberfläche Wasser in keiner Form kennt. Auf dem Mars dagegen ... notierten chemische Papiere etwas Hesse?: ferner erhöhten Luxemburger und Buderus, Laurahütte etwas erholt. AEG. eröffneten eine Kleinigkeit hoher ... woraus wir ersehen können, daß reichliches Schmieren in allen diesen Fällen unerläßlich ist, weil es die Beweglichkeit wesetttlich fördert und ... geeignet ist, den Haarwuchs anzuregen und ein oft seiden- Die am Kirchturm zu Grüningen vor- zunehmenden Neudeckungen mit Schiefer, (ca. 100 qm) sollen öffentlich vergeben! werden. Angebotsoordrucke werden bei Hessischem Hochbauamt Gießen, Stephan-, ftraße 18, abgegeben. 6378L Eröffnung der Angebote 12.3uli 1927, vormittags 11 Uhr. Zuschlagsfrist: 14 Tage. Gießen, den 1. Juli 1927. Hessisches Hochbauamt Gießen. J.V.: Kuhlmann. Scteiner-taile gesucht. 05M6 Wilhelm Petri Reiskirchen. Junger braver WltW vom Lande, per sofort gesucht. 05,31 Seibel. Ludwtasplatz 13. Perfekte M!M und flotte M afchtnen- schreiberin lEonti- neniall für Aushilfe Aum sofortigen Eintritt gesucht. Schr. Angebote mit Zeugnisabschriften unter 6379D an den Gieß. Anz. erbeten. Ich suche für meinen HauSh. 1 erfahr, alt. Rädchen bet gutem Lohn. Zweites Mädchen vorhanden. es?1D Fran Dr. Luft, Bntzbaoh, Ludwigst.4 [Stellenangebote Suche Fleck,eifcn- bändlcr, 50 Stück 2Rm. Watin, franko. «nA P. Holiter, Breslau F. «8. Aaskualtei vergibt Geschäftsstelle. Off. erb. u. Str. 2531 an d.Annonc.-Erv- Moritz Fay Nach!., Ntirnbero- 0368 D Lasien mit zwei Schaufenstern, in der Mitte der Stadt zu vermieten. 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Rhein, sein Werden ein hervorragende« Beispiel für eine Ausstellung, die ohne inneren Zwang aus Erwägungen, wie Die Ausstellungssucht der deutschen Städte . wird allmählich zu einem Problein, mit dem cs sich zu beschäftigen lohnt. Einmal im Interesse des öffentlichen Geldbeutels, zum anderen, um die Frage zu klären, wie denn eigentlich eine solche Flut von Ausstellungen ihre kulturelle Aufgabe lösen kann. Schon die Fragestellung an sich schließt von dieser Betrachtung Ausstel- lungsunternehmen aus. die lokal begrenzte wirtschaftliche Interessen fördern ivotlcn und dies auch freimütig bekennen, wie die Giestener Gewerbe Ausstellung. Aber in den großen deutsche Städten, wie Berlin und Köln, Dresden und Breslau, München lind Stuttgart, ja bis herunter zu Koblenz. Darmstadt unb dem kleinen Liegnih ist es mm doch glücklich so weit gekommen. daß der Riesenapparat einer „Aus- stellungsleitung" mit allem Drum und Dran nun einmal auf gezogen ist und jetzt jährlich auf sein Opfer wartet. In den Messestädten, wie Köln und Frankfurt, ist es noch verständlich. Man sucht hier die Pausen zwischen der Frühjahrs- und Herbstmesse nutzbringend auszufüllen durch Ausstellungen. die den einmal aufgezogenen Apparat in den sonst stillen Sommermonaten beschäftigen, die riesenhaften baulichen Anlagen solange nicht leerstehen lassen, und zugleich auch noch durch das Hermrziehen von Kongressen und enteren großen Veranstaltungen werberischen Zwecken ter Ausstellungsstadt dienen. Anters liegen aber nun doch die Dinge in den Städten geringerer zentraler Bedeutung, die „auch einmal" eine Ausstellung irr ihren Mauerrr haben wollten, nun aber den Geist nicht los wertem den sie riefen. Der große burcaulratische Apparat einer solchen Ausstellung läßt sich so schnell nicht wieder abbauen, wie er ausgezogen wurde. Er wird sehr bald zum Diktator ter Konnnunalverwaltung und stößt diese, betätigungswütig, wie er nun einmal von Qtatur sein muß. auf ter abschüssigen Bahn Weiler von Ausstellung zu Ausstellung. „Es tostet ja nichts": die Anlagen sind da. die Organisation! ist da. der Rummelplatz bleibt nach Möglichkeit gleich das ganze Jahr hindurch — nur schnell eine neue Generalidee, und man hat im Haud- umdrehen in der nächsten Saison wieder ehre Ausstellung, die sich sehen lassen kann. So ungefähr dürste ter Gedmckengang einer berufsmäßigen Ausstellungsleitung sein, und nach diesem Rezept wird dann auch verfahren, ohne Rücksicht darauf, daß unter der Fülle von Ausstellungen die Anziehungskraft der einzelnen, also auch ihr Wert als Werbemittel von Jahr zu Jahr geringer wird, ohne Rücksicht darauf, paß in ter Endrechnung dem Kommunalsäckel doch ganz erhebliche Kosten erwachsen, die auch durch moralische Eroberungen nicht wieder einzubringen sind, schließlich mich ohne Rücksicht darauf, daß durch die Unterhaltung eines Rummelplatzes den Bürgern der eigenen Stadt für kulturell völlig wertlose Dinge Geld aus dein ohnehin schmalen Deutel gezogen wird, sei es nun in mehrtägigen oder wochenlangen Veranstaltungen. Man könnte einwenten, die großen deutschen Städte sähen es als eine gerade ihnen im besonderem Maße obliegende hochpolitische Aufgabe an. durch Ausstellungen über deutsches Kulturstreben ter Vergangenheit und Gegenwart vorbildliche Aufklärungsarbeit zu leisten, über die Entwicklung deutscher Wirtschaft und deutscher Technik vor dem Forum der Welt Zeugnis abzulegen. Man wird diese mid ähnliche Einwendungen gerne gelten lassen für Unternehmungen wie die Frankfurter Ausstellung „Sommer ter Musik", wie die Kölner Jahrtausendausstellung aus dem Jahre 1925 und die jetzt in Darmstadt veranstaltete Ausstellung „Alle Kunst am Mittelrhein“. Zweifelhafter liegen schon die Dinge bei der Düsseldorfer „Gesolei" und ter Koblenzer Wein-Ausstellung vom vergangenen Jahr, den Jahresschauen deutscher Arbeit, die fortlaufend in 'Dresden stattfinten, bei der Wochenend-Ausstellung in Berlin und einer Reihe ähnlicher Veranstaltungen, die dasWör- unaussprechliche Ra- yS» HS ÄS Ser oo»dM. 9,leber?tiet nnl ft%rSur8taße8 be$ „V\»rnlicii>,nar' @83 SfgjSä Lander» »s^hrk» ®etUn Aebnen- •vilL iv|r£Lii) nult iidj bis »U Albi" S 13 bc6 S Internationale Gesellschaft für neue Musik. Das Fest in Frankfurt. Zum erstenmal betritt die „Internationale Gesellschaft für neue Musir deutschen Boden. Seit ihrer 1922 erfolgten Gründung, die von mehreren jungen Wiener Komponisten und Musikschriftstellern fortschrittlichster Haltung ausging, hat die Gesellschaft alljährlich ihre Mitglieder zusammengerufen: Salzburg. Prag. Venedig und Zürich sind die Etappen der praktischen Arbeit gewesen, die den Zweck verfolgte, neues Schaffen zu propagieren. Mit erstaunlicher Schnelligkeit ist das Hnterneh- men gewachsen. Aus der lleinen, zumeist durch persönliche Freundschaft verbundenen Gruppe hat sich in den wenigen Jahren eine großzügige Organisation gebildet, die in mehr als 20 Sektionen nahezu alle an moderner Musikpflege beteiligten Länder der Welt umfaßt. Wie jeter neuen Gründung sind der Gesellschaft Kinderkrankheiten nicht erspart geblieben. Doch mit jedem Jahr erkennt der Unvoreingenommene mehr, wie diese überwunden werden, und wie wichtig und notwendig das Vorhandensein einer solchen Gemeinschaft ist. Wichtig und notwendig nicht nur wegen des systematischen Austausches künstlerischen Gutes, sondern wegen der großen Anregung, die von diesen Zusammenkünften ausgeht. Es ist erforderlich, immer wieder darauf hinzuweisen, daß von den Arbeiten der in dieser Veranstaltung herausgestellten Autoren immer nur ein geringer Teil Anspruch auf nachhaltiges Interesse oder auf volle Anerkennung haben wird. Sind in dem halben Dutzend Programme wenigstens einige Werke, die die Präsentation an so hervorragender Stelle gerechtfertigt haben, dann ist der Sinn der ganzen Idee hinlänglich zum Ausdruck gekommen. • Das Festprogramm, in das von der Frankfurter Oper eine besonders szenisch sehr starke Aufführung von Busvnis „Doktor Faust" mit einbezogen ist, umschloß sechs Konzerte. Den Reigen der Komponisten eröffnete der Russe A Mossvlow, dessen erstes Streichquartett op. 24 vom Wiener Streichquartett gespielt wurde. Heber Klangexperimente dieses Typus ist die Gegenwart Oderhessen. Licher Beobachtungen. • Lich. Anfang Juli. Es ist ein Zeichen unserer Zeit, daß die meisten Menschen unzufrieden sind, daß sie stets über die schlechien Zeiten klagen, und fast scheint eS. als ob heb überhaupt niemand mehr recht freuen könnte. Da begegne ich kürzlich einem Bekannten und frage höflich: „Run, wie geht's. Herr Rachbar?" „Danke, auch schlecht" sagt er grob und geht werter, als ob es eine Selbstverständlichkeit wäre, daß alles, was wir heute singen und sagen, nur eine einzige Jeremiade sein müßte. ES ist nun einmal so in unseren Tagen, daß viele klagen, ohne eine Ursache dazu zu haben. Ich wllls ihnen nicht nachmachen, ja ich bin sogar der ketzerischen Meinung, daß man, wenn man nur seine Einsprüche nicht allzuhoch schraubt, auch oftmals Gelegenheit hat, sich zu freuen. So ging mir« wenigstens ein paarmal in letzter Zeit: Ich habe mich darüber gefreut, daß der diesjährige P f i n g st m a r k t einen so schönen Verlauf nahm und daß die von der Stadtverw.il- hmg getroffenen Neuerungen und Verbesserungen bei Einheimischen und Fremden Anllang und Zustimmung gesunden haben. Ich habe mich gefreut, als ich horte, daß die häßliche Plakat- tafel nm Schloßpark nun bald da« Feld räumen mid die natürliche Schönheit des Parkes damit wiederhergestellt werten soll, dank allen denen, die sich darum bemühten! Ich habe mich darüber gefreut, daß die Vertreter ter deutschen Presse bei ihrer Rundfahrt durchOb.u- hessen auch unsere Stadt berührten und recht befriedigt waren von dem, waS sie hier sahen. Ich habe mich darüber gefreut, daß Bürgermeister und Gemeinderat diesen geschätzten Besuchern die alte Stadtmauer am Wall n i ch t gezeigt haben, Weil trotz der Schönheit des allen Gemäuers mid besonders eines noch gut eryatte- neu Turmes man sich de« Anblickes hätte schämen müssen. Kölner Jahrtausend-AuSsteNung durch vielleicht fünf bis sechs Gemälde ungeteilte! wurde, ist hier in erschöpfender Weise mit sehr viel Geschick zur Durchführung gebracht. Schließlich wird auch die Bebauung teS Rheinstromgebieles, also die Formen ter menschlichen ©ietelung im Wandel ter Jahrhunderte, Land-, Forstwirtschaft und Weinbau, Fischerei und Jagd in sehr hübschen Einzelgruppen gezeigt. Selbstverständlich darf auf einer Ausstellung, die dem Rlwinftroin gewidmet ist, auch nicht eine Darstellung te« Wassersports sehlen. ter ja gerate auf dem Rhein eine große Schar begeisterter Jünger zählt. 'Besonderen Dank verdient es, daß die beiden bef rennte len Länder, in deren Gebiet Quelle und Mündung des RheinstromS fallen, die schweizerische Eidgenossenschaft und daS Königreich ter Niederlande sich mit sehr viel Hingebung an der Ausstellung beteiligt haben. So zeigt z. B. das holländische Ministerium vom Waterstaat sehr instruttive ORotelL' tes Hafens von Rotterdam und der großartigen Deichbefestigungen, denen Hollands Schiffahrt und Landwirtschaft so viel verdanken. Die Schax iz zeigt u. a. in interessanter Weise die hohe wirtschaftliche Beteutung deS Rheinstromes für das Gebiet der Eidgenossenschaft. So schlägt die Koblenzer Ausstellung eigentlich die Brücke von der Kölner Jahrtausend- Ausstellung zu ter großen internationalen Schis f- fahrts- und Strombau-Ausstellung, die im vergangenen Jahre in Basel veranstaltet wurde. WaS in Koblenz gezeigt wird, verlangt gründliches Studium. Wer nur oberflächlich von Saal zu Saal huscht, mit einem schnellen Blick Karten und Skizzen. OHotetlc und Apparate streift, um sich dann befriedigt im Rhein- oder Moselbaus te« Weindorfes zu einem solennen Frühstück nieterzulassen. wird nicht recht auf seine Kosten kommen. Ater wer sich Zeit nimmt und Ge- duld und Fleiß mitbringl. dem wird hier in Koblenz ein sehr anschauliches Bild von de« größten deutschen Stromes Werten und Wuien vermittelt. & sie oben allgemein geschildert wurden, veranstaltet ist. Dafür ist rein Gegenbeweis die Tatsache. daß in sicher sehr mühseliger und aufopferungsvoller 2lrbeit in erschöpfender Weise überaus interessantes Material zusammen getragen und unter einem einheitlichen Gedanken iibersichtlich gruppiert wurde. Die Anregung zu ter Ausstellung ist von dem Koblenzer Rhein- Museum ausgegangen und die ganze Ausstellung ist denn auch im Grunde genomnien ein erweitertes Rhein-Museum. Es ist vielleicht das größte 'Verdienst der Ausstellung, wenn sie ihre Besucher nachdrücklichst auf die Existenz tes Rhein-2Nufeums. das in Deutschland wirklich einzigartig ist, hinweist. Wenn die Ausstellung dazu anregen würde, dieses Rhein-Museum durch ^Bewilligung größerer finanzieller Mittel in den Stand zu setzen, seine Sammlungen zu erweitern, so hätte die Koblenzer Rhein-Ausstellung auch einen hohen ideellen Zweck erreicht. Eine Gesamtdarstellung des Rheines in allen seinen Beziehungen zur natürlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Lebensentwicklung an feinen Ufern sucht die Ausstellung in 18 verschiedenen Abteilungen anschaulich und al [gemeinter ftänte lid) darzustellen. Die ersten fünf Gruppen geben gleichsam die geographisch-tiaturwis- senschaftliche Grundlage zur Betrachtung des Rheins und seiner Landschaft. Das Studium gerate dieser Abteilungen ist, toenn auch versucht wurde, e« dem Laien durch graphische Darstellungen, Skizzen, Rekonstruktionen und Modelle besonders schmackhaft zu machen, nicht ganz leicht, ater wenn man sich Zeit zu einiger Vertiefung nimmt, gewiß lohnend. Es wird jedenfalls eine erschöpfende Darstellung von den geftßraphischen. geologischen, klimatologischen, biologischen, hydrographischen Bedingtheiten, denen die Rheinlandschaft unterworfen ist, gegeben. In weiteren Abteilungen wird auf die wirtschaftliche Nutzung des Dheinstromes eingegangen, sei es in direkter Beziehung zur Schiffahrt und Krafterzeugung. sei eS indirekt in den großen Wirtschaftszweigen, die durch die geologische Struktur des Rheinstromgebietes in ihren Standorten besttmmt sind. Eine umfassende Darstellung hat die Rheinlandschaft im Wandel ter Kunstzeitalter erfahren. In einer ganzen Reche von Sälen sind aus allen möglichen Galerien Gemälde, Handzeich- nungeu und Graphik zusammen getragen, in denen die Rheinlandschaft als malerisches Mottv be- I hantelt wird. Ein Gedanke, ter schon auf ter Das humanistische Schulwesen in Hessen. Der Hessische Landesverband der Freunde des hunianistischen Gymnasiums hat sich an die hessischen evangelischen Dekanate in einem Aufsatz im Hessischen Kirchenblatt gewandt und gebeten der hessischen Dildungslage ihre Aufmerksamkeit zuzuwenden. „Wir stehen," so heißt es dort, „in einer folgenschweren Entwicklung unseres höheren Schulwesens. Die alten ländlichen Lateinschulen sind realistischen höheren Anstaltstypen gewichen. Ihr Verschwinden wirkt sich in mehr als einer Hinsicht schädigend für unser Volk aus. Sie waren wichttge Beiträger für die städtischen Gymnasien: ihr Verlust isoliert die humanistischen Dildungszentren. die Gymnasien der Städte. Deren Frequenz muh unter dem Versiegen des ländlichen Zustroms beträchtlich leiden. In den Dildungsverhältnissen von Stadt und Land tritt eine ernste 3er- schi «bung ein. Es mehrt sich sichtlich die Gefahr, daß die Vertreter der humanistischen Bildung sich im ivesentlichen, ja fast ausschließlich aus den größeren Städten rekrutieren, weite Landstriche von der humanistt- sehen Bildung abgeschlossen werden, zum unermeßlichen Schaden für unsere Kultur. Die Lateinschulen haften den Aufstteg der Begabten , te« Landes gefördert, diese Begabten der ihnen gemäßen humanistischen Bildung zugeführt und ihnen damit eine hochwichtige Grundlage für die gegenüber Volk und Staat zu leistenden Berufsaufgaben geschaffen. Den unerschöpflichen Kraftquellen des Bauerntums, des Lehr- und Pfarrstandes und des Beamtentums des Landes war einer der bedeutsamsten Zugangswege zur Kultur geöffnet. Wie oft sind aus diesen Quellen die Tüchtigsten erstanden: und auch mancher einfachere Junge ist vornehmlich auf diesem Wege zu hohen und höchsten Stellen im Staate emporgestiegen: so dienten diese Schulen auch dem sozialen Ausgleich." Der Aufsatz verweist dann auf Württemberg. wo ein über das ganze Land verbreitetes Reh von Lateinschulen allen Volksteilen gleichmäßig die Möglichkeit der humanistischen Bildung bot. Weiter wird bann die Forderung vertreten, daß in den ländlichen höheren Schulen ein grundständiger (mit Sexta ein- sehender) L atein unt erricht durchgeführt werden muß. Es sei zu befürchten, daß der angesichts der Schwäche des neuen Realschulthps voraussichtlich sich entfaltende Typ te« sog. Reformrealgymnafiums mit seinem dürftigen, au die oberen Klassen aufgepfropften Lateinunterricht in weniger urteilsfähigen ländlichen Kreisen als Ersah dÄ grundständigen gymnasialen und realghmnasialen Lateintyps als erträglicher Rothinweg. Aus Ansätzen kann man die Hoffnung schöpfen, daß die teilte Gebärde, die dieses Werk beherrscht, einmal abgesireift wird. Richt wesentlich besser schnitt Willem Pijper (Holland) mit einer Sonate für Flöte und Klavier ab. Ein eklatanter Mangel an Erfindung wird durch modernistisches Getue überdeckt. Einzig und allem der Schlußsatz besitzt einige Substanz. Den bedeutendsten Inhalt des ersten Abends lieferte Leo Janacees ..Concertino". In ihm pulsiert echtes Volkstum Böhmens. Alles in diesem zugigen. wahrhaft jugendlichen Werk des nunmehr Dreiundsiebzigjährigen hat Phantasie und zugleich gebändigte Form. Mario Castelnuovv- Tedescos in Melodieführung und Harmonik recht interessanter „Danze del Re David ist ohne Liszt und Chopin nicht denkbar. Er ist ein dankbarer Kvnzertreiher, der allerdings eines ausgezeichneten Spielers bedarf. Der Komponist konnte sich in Gemeinschaft mit feinem glänzenden Interpreten Walter Gieseking mehrfach zeigen. # Der Wettkampf Amerikas ist, wie auf allen Gebieten künstlerischen Lebens, jungen Datums. Hm so energischer macht sich neuerdings der Wille geltend, spezifisch amerikanische Kunst zu schaffen. Auch Henry F. Gilbert ist es in der symphonischen Dichtung „The dance in Place Congo darum zu tun, die geistige und seelische Atmosphäre seine« Landes mitzuteilen. Wir, die wir gewisse gefühlsmäßige Bindungen nicht spuren, und nur den rein musikalischen Gehalt abschatzen, werden dieser durch geschickte Aufmachung etwas veredelten, bald reißerischen, bald sentimentalen Hnterhaftungsmusik nicht viel Geschmack abge- winnen. In eine dünnere Lust führt die siebente Suite op. 48 des Oesterreichens Josef Matthias Hauer. Dem Komponisten schwebt eine bestimmte, von ihm selbst aufgestellte Theorie vor nach der das melodische Material in einer Art mathematischer Verknüpfung mit stereotypen Tonfolgen engmaschig von allen Instrumenten wieder- gegeben wird. Es entstehen — soweit das Wort überhaupt die musikalische Erscheinungsform be- febreiben kann — flimmernde, schillernde, durch rhythmische Gegensätze unterschiedene Sarbkom- plexe von eigenartigster Beschaffenheit. Ob sich auf dieser Grundlage weiterbauen läßt, muß die Zeit zeigen. Als Exponent eines neuen Stll- willens hatte Hauer jedenfalls ein Anrecht znr Sinnlosigkeit übt r steigernde Papier n 1 beim besten Willen nicht mehr ertragbare Be- lastting dar. Zu der spröden, unsinnllchen OHufiC Bergs hätte man sich kaum einen schärferen Kontrast denken können, als die französischen Rovi- täten. Claude Delvincvurt geht in feiner „Choreographischen Dichtung" „L’Offrandc a Siva“ von Bühnenvorstellungen aus (ohne, soweit sich erknnen ließ, das Theater direkt in Anspruch zu nehmen). Was aber, zu pantomimischen Leben gebracht, in prunkvoller szenischer Herritztung vielleicht wirken kann, vetblaßt in ter. anderen, Bedingungen unterworfenen Sphäre tes Konzertsaales. Der „Cantico del Sole“ von Raymond Petit stellte durch feinen wenig belangvollen Gehalt eine übers lüssitze Ausweitung des Programms dar. Die Ausführungschancen sind für mooernc Werke gegenwärtig so gestiegen, daß bereits eingeführte Autoren wenig Veranlassung haben, die alljährlichen Tagungen abzuwarten. Auch Ernst T ochs neues Klavierkonzert op. 38 bedurfte nicht mehr dieser Plattform. Sie bleibt dennoch auch ihm erstrebenswert durch di? besondere Struktur der Hörerschaft. Diese bereitete Tod) einen spontanen, und zwar verdienten Erfolg. Doch zeigt sich in dem Konzert als phantasiereicher, die Form wie wenige beherrschender Willensmensch, ter Weg und Ziel fester denn je im Auge hat. Er hat jetzt, dürft) die sichtlich aufsteigende Kurve seiner Laufbahn ermutigt, das Stadium des Experimentierens überteunten und ten zupacken den Griff bekommen, ter Vorbedingung einer durchschlagenden Wirkling ist. AuS dem Programm tes letzten Kaminer- nmsikabends hoben sich noch die witzige „^heater- muflt* te« Amerikaners Aaron Copland, eine anspruchslose Sonatine für drei Holzbläser tes Dänen Joergen Ben hon und ein melodiefreudiges, von Debussy beinflußteS StvelchtnS Joaquin Tur Inas (Spanien) heraus. Als Ausführende waren neben den Komponisten die besten Rainen ter treten: S urt- toängler, Scherchen, 21 inar, n , mith, Stesan Frenkel, Claudio ^Irrau, Kolisch. Gieseking und Walter Fr ey. Das Publikum war so stark wie noft) bet lernet Tagung ter Gesellschaft von Mitgliedern der tn- unb ausländischen Presse durchsetzt. Für de nächste Zusammenkunft ist Siena. Stallens Juwel, In Aussicht genommen. A- n- । arauf, gerate an dieser Stelle einmal zur Diskussion gestellt zu werten. Ob Bela Bartoks Klavierkonzert in das Repertoire der Pianisten übergehen wird? Oder wird es das Schicksal auch dieses charaktervollen, yroßintenttonierten Werkes sein, als Produkt einer Hebergangsepoche am Wege liegen zu bleiben? Solche Fragen entscheiden sich in unserer, auch in kiinst- lerischen Dingen aus ein eiliges Tempo bedachten Zeit meistens schnell. In der diesmaligen Ausführung war das Votum der Hörerschaft günstig. Dariok lädt seine Musik mit vehementen rhythmischen Energien, die ihren Hrsprung in der Vollslunst Ungarn« und des Balkans haben. Auch die merkwürdig dissonante, auf fortgesetzt benutzten Sekundenschritten beruhende Harmonik des tleintalibrigen Motivmaterials entstammt demselben Mutterboden. Was in knappester Form sehr reizvoll wirkt, nutzt sich in ten großen Dimensionen eines Konzertes schnell ab. Um Jo mehr, als Bartok anscheinend au« einem gewiften Mangel an konstruktivem Vermögen fast nur in der Breite und nicht in der Tiefe und Höhe baut. Rur sehr bedingt ordnete sich den Tendenzen der „Internationalen Gesellschaft" die fünfte Symphonie op. 50 des Dänen Carl R i e l f e u ein. Cs ist aus romantischen Bezirken stammende, etwas bürgerlich moderierte Ausbrncks- musik eines mit gediegenem Rüstzeug ausgestatteten Kontrapunktikers. Das Bestreben, auch den kleinen Staaten nach Möglichkeit eine aktive Rolle in den Aufführungen zu geben, dürfte dem dritten Quartett des Schweizers Conrad Beck die Aufnahme in ein Programm der diesjährigen Tagung zum mindesten erleichtert haben. Auch Wladimir D o g ei wird bei der Ansehung seines Stteichquartettes des Wohlwollens einer um stärkere Leistungen verlegenen Prüfungskommission tedurst haben. Zu einer schweren Enttäuschung wurde für diejenigen, die in dem Komponisten des „Wozzek eine der charaktervollsten und aussichtsreichsten Erscheinungen in der neuen Musik feben, das Kammerkonzert für Klavier und Geige mit drei- zchn Bläsern von 2llban Berg. Wer in das Partiturbild eindringt, wird sich nut Erstaunen und sogar Bewunderung die nach bestimmten formalen Prinzipien erfolgente Tlcrfiiübfung des motivischen Materials vergegenwärtigen. Für das Ohr stellt diese, Schonbergs Methoden fast bis behelf angesehen wird. „Ernsteste Aufmerksamkeit aber erfordert die Haltung weiter evangelischer Kreise, die sich der überwiegenden technischen Orientierung unserer Zeit und ten diese Richtung unmittelbar dienenden Dildungswegen in ganz besonderem Maße zugänglich zeigen, jedenfalls mehr als 2. I^lholischen Kreise. Cs ist eine Erscheinung, die sich offenbar über das ganze Reich erstreckt. In Bayern sind in evangelischen Bezirken Progymnasien eingegangen, während allenthalben in katholischen Bezirken die Ghm- nafialanftaltcn sich in günstiger Entwickelung zeigen und jeden Verlust, zahlenmäßig wenigstens, ausgleichen. In Hessen entwickeln sich Gymnasien in lleinen Städten mit katholischer Bevölkerung und unter katholischer Förderung günstiger als manche Gymnasien in größeren Städten mit überwiegend evangelischer Bevölkerung. Erforderlid) erscheint unter dieser Sachlage die einteinglidje Aufklärung in ten evangelischen Gemeinden, daß für jeden Beruf und jedes Studium — auch im Zeitalter der Technik — die humanistische Bildung die gediegene Grundlage bietet, daß sie daneben aber noch für die menschliche Durchbildung un allgemeinen unersetzliche Vorzüge mitgibt... Gegen- ;>v gieße*1 der"Ng- SonniaK' über ter Abwendung weiter evangelischer Kreise von ten geisteswissenschaftlichen und damit aud) theologischen Studien, namentlich anscheinend in den Städten, steht heule keine 2llöglich- keit des 2lusgleichs durch die ländlichen Kreise gegenüber, deren Ausstieg zum geistigen Beruf sich gern und erwünschtermaßen dem Pfarrer beruf zuwendete. Hnd wo das Bedürfnis doch noft) erfreulicherweise vorhanden ist. da zeigt sich infolge der engmaschigen Verbreitung und überwältigenden Frequenz des Realschulwesens die Zahl ter von den realifti- 13ali, abends 8V, W w Emmerseß Mit* öertoiN* 638W । v\ \ r mf Noch viel mehr aber hätte ich mich gefreut, wenn tndn den Gästen strahlenden Auges auch iefen Teil der alten Stadtbefestigung iitie zeigen können. Wie manchs Stadt würde ihren ganzen Stolz darein setzen, solche Schmuckstücke zu besitzen. Gehen wir doch einmal 7.5 Jahre zurück! Da war die Gegend des ^estungswallcs der idyllischste Platz weit und weit: der erhabene Wall, aus dem man im Semih er so gern sein» Spaziergänge machte, 5et tiefe Wallgraben, die alten Daumriesen mb anschließend die Stadtmauer mit ihren Liirmem ein Bild, wie zum Malen! ilnb was :ft es gellte? Auf bet einen Seite die ein« üöckigcn, niedlichen Siedlungshäuser, die einen' ganz leidlichen Eindruck machen, wenn sie auch manchen Leuten nicht recht gefallen wollen. Aber das, was auf der anderen Seite im letzten Jahrzehnt hier entstanden ist, spottet jeder Beschreibung und ist ein Schandmal für eine Stadt. Hier stehen dicht an der Straße Schuppen, Baracken, Scheunen, halbvollendete Bauten und dergleichen Mehr, die alte Stadtmauer verdeckend, — Kriegs-, Re- voluticns- und Jnflationsgewinne übelster Art. Die Behörden sind anscheinend Nicht wachsam genug gewesen. Ich habe mir sagen lassen, daß es ein Gesetz gibt, wonach an einer Straßenfront nur Wohnhäuser oder Hauptgebäude errichtet werden dürfen, afte Nebengebäude Müßten wenigstens 10 Meter zurückgestellt werden. Wozu hat man solche Vorschriften, wenn nicht' auf ihre Durchführung gesehen wird? Gibt es denn gar kein Mittel, hier einmal Wandel Äu schaffen, oder soll die Verschandelung der Stadt so weiter gehen? Wo bleibt bet Verkehrs- und Verschönerungsverein, um in Wort und Schrift gegen eine solche Verunzierung unserer Stadt zu eifern, wo bleibt bet sonst so rührige Verein für Handel und Gewerbe, der doch auch verkehrsfördernd wirken will? Wo bleibt der gute, echte Bürgetsinn und Bütgerstolz, der sich immer so aUfgelehnt hat gegen die Vögel, die ihr eigenes Aest beschmutzen? Es ist Zeit, daß nun endlich alle auf- aerufen werden, die guten Willens sind, ihre Stadt nicht zum Aschenbrödel werden zu lassen. In Butzbach hat eine weitsichtige Stadtverwaltung eine Scheune angekauft, um sie Niederzulegen, damit die alte Stadtmauer an dieser Stelle sichtbar wird und den Besuchern gezeigt werden kann. Will Lich denn immer rückständig bleiben? Wenn die ordnungsmäßige Herstellung einzelnen der Betroffenen finanziell zu schwer wird, dann sollte die Stadt und der Staat helfend eingreifen Und Leistungsschwache unterstützen, aber eine Wendung Muß es geben! Es war überhaupt nicht richtig, die Stadtmauer in Privathände übergehen zu lassen, nur im Besitz der Stadt wäre ihre bauernbe Unterhaltung und Erhaltung gewährleistet gewesen. Aber noch ist es nicht zu spät! Ich gebe die Hoffnung nicht auf, daß die Mißständigen Hallen eines Tags schleunigst Reißaus nehmen, so wie es die Plakattafel am Schloßgarten zu tun vorhat. Die alte Stadtmauer ist es wirklich wert, daß sie geschont und erhalten wird, hat sie doch jahrhundertelang die Bürger und ihre Wohnungen geschützt vor Plünderung, Brandschatzung und Zerstörung, und was der heutige Besitzer ererbt hat von seinen Vätern, das dankt er auch diesen Mauern, ohne die im 30jährigen Krieg und bei späteren Kriegszügen vielleicht kein Stein auf den anderen geblieben wäre. Mitbürger, vergeltets nicht mit Undank! Schützt eure Altertümer vor Zerstörung und Verfall, die Nachwelt wird es euch einst danken. Spectator. Gauturrrfest in Heuchelheim. Vom Presseausschuß wirb usts geschrieben: Zu dem Gauturnfest in Heuchelheim vom 9. bis 11. Juli find die Meldungen überaus zahlreich eiNgetzangen. Dank der gast- freundlichen Gesinnung der Einwohner können sämtliche Turner in Bürgerguartieren unter- gebracht werden. Die Ausschüsse haben ihre wochenlähgen Vorarbeiten soweit abgeschlossen. Ans dem ideal schön gelegenen Festplatz ist eine Zeltstadt entstanden, itt der Tausende von Festbesuchern gastliche Aufnahme finden werden. Samstag nachmittag 3 älhr beginnt in der Müllerschen Badeanstalt das Wettschwim- m e n. Die Festeröffnung findet um 7 Rhr abends am alten Nathaus statt, wobei die vereinigten 4 Gesangvereine in Stärke von 240 Sängern einen Massenchvr zUm Vortrag bringen. Zum Meisterschaftsturnen sind die besten Kräfte des HssseNgaues gemeldet. Der fest- gebende Heuchelheimer Verein hat alles auf» geboten, um das Fest in jeder Hinsicht so zu gestalten, daß <*5 einen bleibenden Eindruck bei allen Besuchern hinterlassen wird. Als Fest- musik ist die R e i ch s w e h r k a p e l l e des 3. Jäger-Bail. 15. Inf. - Ngts. Kassel gewonnen, außerdem wirken die Kapellen Wel- l e r und Otter am Fest mit. Das Festzelt allein faßt 3000 Personen. Daneben können die 1000 Personen Platz bietende Turnhalle, sowie die besonders errichteten gedeckten Hallen für Cafe- und Wirtschastsbetrieb zahlreiche Personen aufnehmen. Der Heuchelheimer Verein hat ein Festbuch herausgegeben, das außer der Geschickte Heuchelheims interessante Beiträge namhafter Verfasser enthält. Wenn das Wetter einiger- maßen günstig ist, steht zu hoffen, daß das Gatt- turnfest. das erstmalig einem Landverein übertragen ist, einen für alle Teilnehmer befriedigenden Verlauf nehmen wird. Landkreis Gietzcn. .£. Wieseck. 6. Juli. In seiner jüngsten Sitzung beschäftigte sich ber Ätz mein berät mit der Vergebung der KaNalisieruNgs- u n b Wasserleitungs arbeiten für eine Neihe von Straßen. Teils sind diese neu an» gelegf worden, teils traten sie an das Kanal- net) noch nicht an geschlossen. Es handelt sich hierbei um den Eichenröder Weg, Am Eichelbaum, LUdwigstraße, Grabenstraße, Kornblumenstraße. Mit Rücksicht darauf, daß diese Arbeiten etwa 30 000 Mi. Kosten verursachen, ivurbe die ebenfalls mitgeplciNte Kanalisierung der Gatten- straße für dieses Jahr zurückgestellt. Für die Materiallieferung waren fast gleichhohe AlMe- bote eingereicht: sie gelaufen sich auf 13 832Mk. Die Angebote für bfr Ausschachtnngs- und Vet- legungsarbeiten wiesen recht beträchtliche Unter«* schiede auf; so forderten Pflastermeister Schäfer (Wieseck) 12 758 Ml., Ninn (Gießen) 14 305 Mark, Bauunternehmer Schäfer (Wieseck) 14913 Mk., Scherer (Wieseck) 21 751 Mk. L. Schneider (Heuchelheim) 22 311 Mk. Der Gemeinderat beschloß einstimmig, dem Bauunternehmer Schäfer (Wieseck) die Materiallieferung zum Preise voN 13 832 Mk. und die Ver- legungsarbeiten zum Angebotspreis von 14913 Mark zu übertragen. Nach einer ebenfalls einstimmig beschlossenen Aenderung des Orts-- baustaluts wird für die neu anzulegenden Straßen die sogenannte offen eB au weise bestimmt. Hierbei können die zu errichtenden Häuser als Einzel- oder Doppelhäuser gestellt werden. Stangen tob, 6. Juli. Bei dem diesjährigen Reit - und Fährturnier in Alsfeld, das alljährlich anläßlich des Prämiiett- matktes veranstaltet wirb, errang Landwirt Karl Erb vom Grünberger Reit - und Fahr- Verein bett 1. Preis unter achtzehn Bewerbern. Erb ritt eine gut gebaute Hannoveraner Stute. *'!* Grün berg, 6. Juli. Nachdent erst vor kurzem ein Einbruch bei Christoph Schweiß- guth versucht würde, hat ein lichtscheuer Geselle in der vergangenen Nacht in das Manst- fakturwatettgefchäft von Philipp Kropp Nachfolger, Heinrich Kappes Wwe., einen Eiu - b r uch verübt. Der Dieb drang durch ein Seitenfenster in den Laben. Soweit bis jetzt übersehen Werben kann, wurden ein Mantel und sonstige Kleinigkeiten entwendet. Die heute früh benachrichtigte Kriminanlpolizei nahm mit einem Polizeihund die Spur auf, die nach dem Bahnhof führte. Vermutlich hat bet Dieb mit einem Frühzug Grünberg verlassen; es kann sich aber auch um einen Täuschungsversuch handeln, da man annehmen muß, daß eine mit.den örtlichen Verhältnissen vertraute Person als Täter in Betracht kommt. t Gründer g, 6. Juli. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde die stabt. KvhlenlieferUng vergeben, und zwar erhielt die Lieferung der Steinkohlen Fr. Dahme t, die Kokslieserung Karl Södel, die Versorgung Mit Nußkohlen N. Schott, die Brikett- liefetung Statt Schmieret. — Der Platz vor dem Denkmal von 1 870/7 1 soll instand gesetzt werden, vom nächsten Iahte ab wirb dann dem Kriegerverein ein jährlicher Zuschuß von 50 Mk. zur Instandhaltung des Denkmals- Platzes überwiesen. — Die Verwaltung ber B U tz- bach — Sicher Eisenbahn hat an die Anliegergemeinden Schreiben geschickt, in denen Kenntnis gegeben wird von einem Defizit der Bahn aus 1925'25 in Höhe von ungefähr 74 000 Mk. Die Bahnverwaltung ersucht die Gemeinden Um Beihilfen zur Deckung die- tt ft e ö. Ser Gemeinderat ist grundsätzlich nicht abgeneigt, eine entsprechende Summe zu zahlen, wenn diese in mäßigen Grenzen bleibt. Die Beschlußfassung hierüber soll abet erst nach ' * I I 11 III■IIIIMMl ■■■! Eine VerUnerAusftellung Adolf Beyers. Die Galerie Schulte in Berlin hat am 2, Juli eine mehrwöchentliche Ausstellung von Werken urtfer.'S Hess. Meisters Professor Adolf Beyer eröffnet, in bet sie einen Aleberblid über fein Schaffen der letzten Jahre gibt. Die reiche Auswahl von Gemäldern — es sind mehr als 30 — zeigt mit überzeugender Kraft, wie Beyer, der stets unbeirrt von Schlagworten und Modeströ- murtgen ber Kunst seinen Weg gegangen ist, als künstlerische Persönlichkeck sich weiterentwickelt hat und heute mehr denn je Aufmerksamkeit verdient Es muß einmal in aller Oeffentlichkeit gesagt sein, daß er, ber in seiner engeren Heimat Hessen nicht als „Hessenmaler" gezählt wird, weck er feine Trachtenbilder malt, ein Maler deutscher, hessisch?'' Heimat ist tote kaum ein anderer der jetzt wirkenden Künstlergeneration; gerade die in Ber- 'in zahlreich ansässigen Hessen werden diese Tat- 'ache stark empfinden. Beyer war von Beginn seiner Tätigkeit an mit ber Heimat, insbesondere mit feiner Vaterstadt Darmstadt, aufs engste verbunden. Seine Initiative war es, die 1898 die „Freie Vereinigung Darmstädter Künstler" ins Leben rief, ihre ersten Ausstellungen organifierte und damit den Anstoß zu ber für Deutschlands Kunstleben so bedeutungsvollen „Künstlerkolonie" gab. Mag diese Tatsache auch von der schnelllebigen heutigen Generation vergessen sein, mögen seine Repräsentationsbilder des Ehemaligen Großherzogs zum Teil Opfer der Revolution geworden sein, so hat seine Bedeutung als Malet doch nicht abgenommen, sondern gerade diese Berliner Ausstellung zeigt, daß uns bet Meister noch immer etwas zu sagen hat. Das große Asternstück in Rot, Lila und Weiß zeigt ihn von seiner besten Seite als Blumen-' maler. Zatt sind die Tone aufeinander abgeftimmt und vereinigen sich zu einer Fatbensymphonie. deren Feinheit keine Reproduktion je zu erreichen vermag. Lind bei allet Zartheit haben diese Blüten eine Plastik, die wir nicht häufig auf Stil- I leben beobachten. Bei dem Mädchenakt fesselt den Beschauer immer von neuem bet Reiz der Linie, die Ungezwungenheit der Bewegung und das Spiel des Lichtes, ohne daß ein Bild des Meisters nicht denkbax ist. Die FcischingsstUdie und das brünette Mädchen mit dem rotseibenen Schäl sind nicht zu übersehende Bildet, bie Beyer als vorzüglichen MeNscheNdarstellet zeigen, dem bei aller Gründlichkeit bet Charakteristik immer das Malerische die Hauptsache bleibt. In seinem Verhältnis zur Landschaft scheint die Starke des Meisters zu liegen. Um die Landschaft, die er so liebt, hat er immer und immer wieder gerungen, rastlos oft zu verschiedenen Tageszeiten sich um dasselbe Fleckchen Erde gemüht. Der „Oberwaldhausteich bei Darmstadt", ber „Schilfwinkel' Wohl ein Motiv aus dem Kramchsteinet Park, sind Eindrücke von Licht und 6orbe, die mit flotten Pinselstrichen festgehalten sind. Die Dilbwirkung ist geschlossen und tief durch bie vorzügliche Luftperspektive. Leuchtend und froh sind bie Farben des „Rosendoms" der Rosen- hohe bei Darmstadt, wo sich bie Sonne gleichsam mte in einem Brennpunkt in dem roten Blüten- rneer sammelt. Dahinter steigt ein blauer Mittags- lylmmel aüf, über den kleine Weiße WolkcheN Swbett. Indem „Frühlingstag" aüf ber Marien- yDPe hat das Licht seine Härte verlören. Ein geheimnisvolles Leuchten verklärt das Fleckchen Erde, das in dem milden Licht zu neuem Leben erwacht ist. So recht ein Bild züm stillen Be° schäUen und Sichverfeicken! Nicht versäumen wollen wir, auf zwei Pastelle aufmerksam zu machen, die erst in den letzten Wochen in dem immer reizvollen Büdingen entstanden sind. Es sind Motive aus dem dortigen „Oberhof". Auf dem einen sehett wir die kraftvolle Architektur des Torbaues im Licht der warmen Maisonnc; auf dem andern scheint ein rundbogiges Türchen in die Blüten- Pracht eines Märchengariens zu fuhren. Gerade öie Freunde hessischer Heimat werben angesichts oer beiden letzten Bilder bedauern, nicht mehr von den jetzt in BübiNgen entstandenen Werken ber Hauptversammlung ber Bahngesellschaft erfolgen. — Die Aufwertung ber städtischen Anleihen unter 500 M k. wurde mit 6 gegen 4 Stimmen abgelehnt. — Die Bestellung einer Ersatzglocke für bie am ersten Pfingstfeier- ' ag im Kirchengeläut gesprungene Glocke wurde beschlössen. Die Nette Glocke wird rund 2000 Ml. kosten, wovon jedoch 900 Mt. als Erlös für bie alte Glocke abgehen werden. Die An- ichasittngskosten sind bekanntlich durch die Hochherzige Spende eines Deutsch-AMeriiatters aus Grünberg gedeckt. Ferner wird ein aimhänaen bet Glocken und evtl, elektrischer Antrieb des Geläutes ins Ange gefaßt. - - Im übrigen beschäftigte Man sich Noch mit kleineren Angelegenheiten. < Eberstadt. 6. Juli. Ein schwerer Ang lücks fall ereignete sich heute nachmittag gegen > 5 Ahr auf der Landstraße zwischen Eberstadt und Hof-Gill. Zwei Knechte in Begleitung des Verwalters vom Hof-Gill hatten in der Maschinettbäuanstalt In Gambäch einen dort zur Reparatur gewesenen Dreschwagen abgeholt. Als der Transport kürz hinter bellt ÖrtSaü’gang von Eberstadt Nach Hof-Gill KU fuhr, wollte bet 32 Jahre alte Knecht Otto SchmUlke während des Fahrens bie Bremsen anziehen. Hierbei kaltt et zU Fall und mit dem Kopf unter das Hinterrad des Dresch- wagens. De>n bedauernswerten Männe wurde bek Kopf zerdrückt, so daß 6ev Tod auf der Stelle eitttrdt. Der auf so tragische Weise aus dem Leben Geschiedene hinterläßt eine Frau und drei Unmündige Kinder. KreiS Friedberg. Pb. Butzbach, 6. Juli. In bet gestrigen Stadtverordnetensitzung teilte vor Eintritt in die Tagesordnung Bürgermeister Dr. Jansen mit. daß er Geh. Schulrat Dr. Otto bie Chrenbürgerurkunbe überreicht habe. Sodann fand bie Weitcrberatung des Voranschlags statt. Stv. B i e r h e 11 e r stellte hierbei den Antrag, den Voranschlag, der genügend in den AusschUßfitzungeN durchberaten sei, nur noch hinsichtlich der abgeättbe-rten Sinzelpösitiv- nen zu besprechen, im übrigen aber im ganzen anzunehmen. Hiergegen erhob bie gesamte Linke heftigen Widerspruch, und verließ, da der Antrag Vierheller angenommen wurde, geschlossen den Sitzungssaal. Nach Feststellung ber Beschlußfähigkeit wurde bann die Beratung fortgesetzt und der stäb - ti s che Voranschlag, der in Einnahme und Ausgabe Mit 454 400 Mk. abschließt, angenommen. Aus diesem sei folgendes hervok- gehoben: Das Vermögen beläuft sich auf 2 292 516 Matk, die Schulden betragen 839 204 Mk., worunter rund 148 000 Mk. Aufwertungsschulden der Stadt und des Wasserwerkes sind. Die Ausgaben für die Stadt- und Fortbildttngs- schule belaufen sich auf 24 400 Mk., für die Ober- realschttle auf 28 920 Mk. An Gemeindeumlagen wird erhoben: a) Grundsteuer 24 Pf., b) Gebäudesteuer 12 Pf., c) Sondergebäudesteuer 45 Pf. auf je 100 Mk. Wert. An Gewerbesteuer ist der Betrag nach dem vorjährigen Ergebnis mit 84 000 Mk. eingesetzt. — Das Wasserwerk sieht in Einnahme und Ausgabe den Betrag von 40000 Mk. vor. Das Elektrizitätswerk schließt in Einnahme und Ausgabe mit 216 000 Mk. ab. Hierbei teilte der Bürgermeister mit, daß mit der Zcllenstrafanstalt ein Lieferungsvertrag auf weitere 20 Jahre abgeschlossen worden sei. Die Anstalt erhält den Licht- und Krast- strom zum Preise von 20 Pf. die Kilowattstunde. Kreis Büdingen. !! Büdingen, 6. Juli. Im Alter von 82 IahreN verschied gestern früh Ihre Durchlaucht Die Fürstin Bruno zu Vsenburg- Büdingen. Mit ihr ist eine Frau aus dem LebeN geschieden, deren Name mit der Geschichte Büdingens eng verknüpft ist und die wegen ihres liebenswürdigen, stets hilfsbereiten Wesens von bet gesamten Büdittger Einwohnerschaft geachtet und verehrt wurde. Fürst Bruno ging seiner Gattin im Tobe um 22 Jahre voraus. L Nidda, 6. Juli. Auf dem heute hier abgehalteNeN SoMmetmarkt waren etwa 20 Pferde, 28 Fohlen Und 621 Schweine und Ferkel aufgetrlkben. Der Handel in Pferden und Fohlen war sehr gering. Zu der von der Landwirtschaftskammer veranstalteten Fohlenauktion waten 20 Fohlen gemeldet. Es wurde aber nut ein Fohlen verkauft für 350 Mark. Bei dem großen Angebot in Ferkeln waren die Preise sehr niedrig. Für ein Paar wurden bezahlt: 6 Wochen alte 24 Mark, 8 Wochen alte 32 Mark. Läufer wurden das Paar zu 60 bis 80 Vliarl verkauft. Unter den Verkäufern waten auch Mehrere Händ- sehen zu können (vielleicht aber bald im Kunst- veteitt in Gießen?), denn sie sind ein Erlebnis von seltener Tiefe, ein Bekenntnis zum Heimatland, ein Versprechen für die Zukunft. Möge es Adolf Beyer noch lange vergönnt sein, uns Aehn- liches zu schenken! Dr. D. Lade. Frankfurter Theater. Max Adalbert, einer- der beliebtesten Komiker von Berlin, ist mit feinem Ensemble für einige Tage im Netten Theater eingekehrt. Er bringt Fritz Friedemann- Fredrichs Lustspiel „Müllers" mit. Eigentlich aber ist es ganz gleichgültig, was er bringt, denn erbringt sich selber, und das ist geitüg. Wie er die Hauptperson, den Hauptmüller sozusagen, hittlegt, ist fabelhaft, wie et diese Type charak- terisiert, komisch-dramatisch zerlegt, ist großartig. Sein nHnjÖ" vereinigt bie erstaunlichsten Eigenschaften itt sich; alle Temperamente wogeii in ihm auf und ab. Er fattn urgemütlich und behaglich fein, dann wieder ein ganz gferi feuer Junge mit einer bewunderungswürdigen Schttod- brigkeit, und diese Schnobdrigkeit Wechselt er wiederum gegen gefühlsvolle Sentiments ein. Nein, er ist alles In allem eine Kanone, man Wird von seiner Beredsamkeit einfach erschossen. Das Stück, die Müllersgeschichte, ist ah und für fick) schon recht erheiternd, Adalbert bereichert es aus dem Stegreif so an Komik, daß bas Publikum sich vor Lachen windet. Nebenbei gesagt, ist auch das Ensemble ausgezeichnet, kein Starshstem, sondern um Adalbert herttm lautet famose Schauspieler, wie Max Landa, sein glänzender Gegenspieler, S p i r a, Starn- burg, Pittschau, Altschul und Ketsten (alles Darsteller, die die Provinz bereits aus den verschiedenen Filmen kennt). Bon den Damen seien erwähnt Hermine St er ler (ein Wieder- feben) und die famose Frida Brog. Hans Kuhnert als Regisseur sorgt für wirbelndes Tempo. Das Publikum rast Beifall. L.W. ler mit einer größeren Anzahl Ferkel erschienen, aber nicht alle Tiere wurden verkauft. Geldknappheit und Kartofsclmangel werden als Gründe der schwachen Kauflust angegeben. Heute nachmittag fand itt der Stadt auf dem Marktplätze Krämermarkt statt. Ausgeschlagen waren etwa 15 Verkaufsbuden; das Geschäft war aber unbedeutend, weil die Besucher des Viehmarktes schon mittags zur Heuernte nach Hause eilten. „ ?“ Ükt^tzt-Sch mitte n. 6. Juli. Beim Abbruch einer baufälligen Scheune fand man auf dem Dache Ziegeln von enormer Größe, die die Inschrift trugen: Peter äühl, Kohden 1669 und 1670. Sie lassen erkennen, daß man in den an bie Horb grenzenden Dörfern schott recht frühzeitig sich dem Ziegelbache zuwandte, was wohl darauf zurückznführen ist, daß bie Harb einen guten Lehm und Ton für Ziegler und Töpfer lieferte. Kreis Schotten Wingershausen, 6. Juli. LInsere Gemeinde hat den Bau einer Wasserleitung beschlossen, der noch in diesem Jahre zur DUssühtung kommen soll. Da keine hochgelegene Quelle mit natürlichem Wasserdruck in' Frage kommen konnte, muß Maschinenkraft das Wasser in den Hochbehälter pumpen. Die Gesamtlänge des Rohrnetzes einschließlich der Hauszuleituttgen wird nur etwa 2 KilöMeter betragen. Kreis Alsfeld. Nieder-Ge münden, 6. JUli. Beim Heuladen stürzte der Landwirt Und Schmiede- Meister Karl Wittich vom beladenen Heu- wagen ab und zog sich einen Beinbruch zu. Da das Bein vollständig geknickt war und der zersplitterte Knochen frei lag, wurde der Verunglückte sofort mittels Autos in die Gießener Klinik verbracht. — Homberg a. b. Ohm, 6. Juli. Der heutige Schweinemarkt war mit 257 Ferkeln befahren. Aber sein Besuch litt sehr unter drr noch überall im Gange befindlichen Heuernte; es waren nämlich nur wenig Käufen da. Infolgedessen waren auch die Preise niedrig. 6 bis 8 Wochen alte Ferkel kosteten pro Kopf 18 Mark, 9 bis 11 Wochen alte Tiere wurden mit 30 Mark durchschnittlich bezahlt. Es wurden nicht alle Ferkel abgesetzt. , cf Dannenrod, 6. Juli. Bei der günstigen Witterung dieser Woche in unserer Gegend geht die Heuernte güt vorwärts; sie wird wohl bis zum Schlüsse bet Woche beendet sein. Es gibt eine gute Mittelernte. — In einigen Gärten tritt wieder — wie in den feuchten Vorjahren — der Stachelbeermeltau an den Stachelbeeren in Strauch- ortti stark auf, der sogar auf die Hoch- und Halb- tammformen übergreift. Die von der Krankheit be- allenen Beeren bleiben unreif, eignen sich nach Abwaschen des Meltaus noch zum grünen Einfachen. Da der Stachelbeermeltau sehr ansteckend ist, ist die Ausrottung und sofortige Verbrennung der Stöcke oft besser als ihre Behandlung, für die es an Zeit fehlt. Begünstigt durch die kühle, feuchte Witterung seither tritt hier am Weizen wieder stellenweise der Getreiderost auf. Der Befall ist nicht so stark wie im Vorjahre Und läßt demnach erwarten, daß die Weizenerttäge nicht viel beein- ttächttgt werden. Starkenburg. * Darmstadt, 6. Juli. Zum Rekto r Ser Technischen Hochschule ist für die Zeit vom 1. September 1927 bis zum 31. August 1928 ber orbentliche Professor Dr. Ing. Emil Kammer gewählt und vom Gesamtministerium bestättgt worden. — Die Mannh e imer Li se- lotteschule kaufte von der Gemeinde Ober» finkendach im Odenwald ein Jagdhaus an, bas bie GeineiNbe von einem Iagdpächter. der itt Zahlungsschwierigkeiten geraten toat, erworben hatte. Die Liselotteschiile bezahlte für bas Gebäude 14000 Mark uttd wird darin ein San d- schulhei m einrichten. WSN. Rüsselsheim, 6. Juli. Gestern vormittag wurde in der Mainzer Streiße eine Radfahrerin von dem schwerbeladenen Anhänger eines Lastkrafttvagens erfaßt, vom Rade gerissen und übetfahren. Die Räder des Anhängers gingen der Frau über den Kopf, so baß infolge Schädelzcrtrümmerung der Tod auf ber Stelle eintrat. Die Getötete ist bie Ehefrau des Hausmeisters im Bovtshause der Rudergesellschaft,,L.indine". Rheinhessen. WSN. Mainz, 6. Juli. Ein schweres Unglück, dem zwei Mainzer zum Opfer fielen. Gochschulnachrichten. Die Frage der Wiederbesehung des Lehrstuhls für deutsche Philologie art der ilniberfität Berti n. den bisher Prof. Roethe innegehabt hat. ist seitens ber älnterrichtsverwaltuttg dahin gelost worden, baß zwei Gelehrte, Prof. Panzer. Heidelberg, und Prof. Hübner. Münster, gleichzeitig einen Ruf erhalten haben. — Rektor und Senat der Aachener Technischen Hochschule haben durch einstimmigen Beschluß auf Antrag ber Fakultät für Stoffwirtschaft: dem als Hütteningenieur weitbekannten Herrn Dr. jUt. li. c. Emil Mährisch in Gutem» b ü t; g, ihrem ehemaligen Studierenden, in Anerkennung seiner hervorragenden Derdienste um die Entwicklung des Eisenhüttenwesens b'ie Würde eines Dr.°Ing. ehrenhalber verliehen. — Edmund St ein acker, der Nestor der Führer des europäischen ANslaiidbeutschtums, nahm trotz seiner 88 Jähre in voller Frische und Rüstigkeit oft dem 75jährtgen Stiftungsfest seines Korps Teutonia in Stuttgart teil. — Für bie Fächer Vollswittschastslehre und Finanzwissenschaft habilitierten sich an ber Universität Marburg Dr. rer. pol. Rolf Fricke und Dr. rer. pol, Erwin WiSkeMann. — Der Ordinarius und Direktor des zahnärztlichen Instituts ber Universität Breslau Dr. med., Dr. med. dient, h. c. HermanN Euler hat einen Ruf an die Universität Berlin als Nachfolger von Prof. Fritz Williger erhalten. Euler ist ein gebürtiger Rhein- psälzer, war Schüler und Assistent bei Prof. Port in S)eibelberg. In Erlangen wurde er Vorstand ber zahnärztlichen Universitätsklinik. Ostern 1921 siedelte er nach Göttingen über, wo er bald ibatauf zttm Ordinarius befördert wurde. — Der planmäßige Professor imb Divektor der medizinischen Polikliiiik ati der Universität Heidelberg, Dr. med. Siegfried Thann- Hauser, hat cittett Ruf an die medizinische Akademie in Düsseldorf als Nachfolger des Geh. MediziNalrats Attg. Hoffmann erhalken. lüt WZ • ’Sni 6*’6- Gült X:b E C" ’M «Sötten. °ulen. s xa. deiner K. Nfti noch in IotL Da fiWt Mit 8 ^Q^Mtah xJ? Stege fWj1JJ Wt l r.lich t^Tr^Hähgt »«U|eu. " Mwiii tiÄ**1* JvaWsfe ?„»?!*' 6. M ®,t ?kk! lvar mit $7 -v^ ^Besuch ®W befinSiich^ M, nur tovnig Kaut« rSI e0^ pW Kops IMra alte Tine wuüm! M bezahlt, tzz tourbeit leieht. 6- 3uh. Sei drr günstigen ■ in un,erer Gegend geht die mte; sie wird wohl bis M M-t sein. Es gibt eine gute igen Gärten tritt wieder - iochhren - der Stachel, n Stachelbeeren in Strauch, jcr aus die hoch- und halb- it. Die von der Krankheit be- ?n unreif, eignen sich nach ms noch zum grüben EiN- Xlbcermcltau sehr ansteckend g und sofortige Verbrennung als ihre Behandlung, für die ünstigt durch die kühle, feuchte itt hier am Weizen wieder reiderost aus Det Befall m Vorjahre und lahl detnnach teizknerträge nicht viel beein- lenDurg. 8.Juli. Zürn Äektv r Hochschule ist für die r M A M 31. August HrcWvr Dr. Ing. Emil und Dom Tefamimimstertum Aie Alannhetmer Lise- ■ von der Gemeinde Oder- )denvald ein Jagdhaus ide bon einem IagdMter, 'ierigfcilen geraten fort, «* lelomfcbule bezahlte für das sm-wird darin ein vaitö- !TL äAj. sheim. 6. IO der Mainzer S» ein , schwerMiMrn M tvagens erfaßt, vom W fahren. Die Wer A r Frau über den Koh^ L-L-r bitte". nhessen. 6. 3ul>. 1£m« Ä* os. »°ny «urttrt dahm ge* Ä»"' i ßeWJOf Olthn- a’ÄiSB AM t Wt.d.c. rztliHrn med. g yni; ’rr19 werden war. Der Sternhimmel im Juli w STERNBILDER: 6ROTTE BUCHSTABEN S/ürh fc : Kleine Buch- stoben dafür aber seit seiner äleberholung durch die Venus im Dormonat der Sonne um so näher steht und auch — wegen seiner großen Entfernung von der Erde — ein schwaches Sternlein geworden ist. Günstiger ist die Sichtbarkeit der beiden äußeren Planeten, nämlich des Jupiter, der sich immer entschiedener vom Morgen- auf den Abendhimmel verschiebt, wo er unter dem großen Htmmelsquadrat im Pegasus, nicht sehr weit vom ^eignete sich gestern nachmittag auf der Straße ivm Ehausseehaus nach Gcorgenborn in der Rahe les KaUsMaNnserhvlungshetmeZ. Dort kam cs .wischen einem Motorrad mit Deiwa- Ic n und einem mit fünf Personen besetzten ersonen wagen zu einem Zusammen- roß. Der Motorradfahrer erlitt schwere Der etzungen ant Kopf, an den Sjahben urtO Deilen, während der Insasse des Deiwagens !o- vrt tot war. Die Insassen des Autos bliöbeN mverleht. meindewicsen wurden für etwa 1500 Quadratmeter große Fläac n im Durchschnitt 5 bis 6 Mi. bezahlt. Es handelt lich yierbeh um sumpfige und sehr saure Wiesenpärzellru. d r cu Erträgnisse wegen der schlechten Qualität nur als Schaffutter oder Stallstreu Verwendung finden. Die erzielten Preise sind um e i N D t i t e t niedriger als bci der vorjährigeli Drrneige- @ Sonne D 1. Viertel (I Vot/mond d 3. Viertel V ttiJ/Äi ito Ny6./ WSR. Frankfurt a. M., 6. Juli. Heute mittag gegen 11','. .Uhr geriet ant Schciuspiel- haus ein Straßenbahnwagen der Linie 16 d u r ch K u r z s ch i u ß i n. D r a n d. Dem "Nagen- sührer gelang cs, obwohl er bis an die Ellenbogen in Flammen eingehüllt war. mit bewundernswerter Geistesgegenwart am Führerstand auszuharren und den in voller Fahrt befindlichen Zug zum Stehen zu bringen. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Die sofort alarmierte Feuerwehr brauchte nicht mehr in Aktion zu treten, da der Brand inzwischen mit Sand gelöscht Preußen. Ein Nachspiel zum Homburger NutoungMür. WSR. Bad Homburg, 6. Juli. Der Schlußakt der vielerörterten Automobilta- a st r o p h e auf der Oberurseler Chaussee am !4. April, bei der der Spieldirektor ®; Rein- larbt und der Kaufmann ötern nebst ihren Sattinnen ums Leben kamen und die drei ihrigen Insassen des Wagens schwer verletzt oUrvöN, steht nunmehr bevor. Gegen den Füh- ot des Wagens, Schaub, ist jetzt Anklage liegen fahrlässiger Tötung erhoben wdr- )on. Es wird ihm der Dorwurf gemacht, daß •r dem Drängen Reinhardts, schneller zu sahen, nachgegeben hat, wodurch es zü der Ka- astrophe gekommen sein soll. Der eine der Schwerverletzten ist völlig wiederhergestellt, während der andere sich noch einer SchädelopetätiöN unterziehen muß. Kreis Wetzlnr. selben Stelle auf dem Abendsitz einen Frischling: die B.-.ä)c mit den iibrgien Frischlingen konnte unbescholten in brr Dichtung verschwinden. Mnurgn'.r. Der He 24 Stundenzahlen von Mitternacht hie Mitternacht eines Tages enthaltende Kreis und die dich funleitrti Linie, der sogenannte Horizont, sind feststehend zu d:rthen. Der Sternhimmeldreht eich samt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — «n 23 Stunden Und 56 Minuten itt Sinne des gebegtnen Pfeili einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont umrahmt die zu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt. kHi die Monatsmitte sichtbaren Sterne. Unsere Karte zeigt also den Zustand um Mitternacht der Monatsmitte. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denhe man sich den Sternhimmel Samt dem geraden Pfeil so gedreht, daß dieser auf die Bt- obachtungsstundi zeigt: dadurch werden die zu dieser Zeit sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hin- emgedreht. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der gerade Pfeil M) Stunde früher, für io 5 Tage nach der Manatsmitte *,3 Stunde später zu stellen. Man vergleiche die nächste Mcnatsharte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Licht• gestalt zeigt- wird, ihre Rolle äusgespielt sein, denn sie flieht zwar noch vor der heraNuahendeN Sonne Nach Osten — die Bewegung der SonNe sowohl als auch der Denus ist im Dergleich zum Flxstetn- himMel nach Osten gerichtet: bei dieser Flucht sieht sie nämlich die tiefer gelegenen Gegenden des Tierkreises vor sich, daher steht sie beispielsweise schon im Sternbilde des Löwen, wenn die Sonne noch in den Zwillingen weilt. So toitö der TagesbogäN der DenuS mit xunehmender Geschwindigkeit immer kleiner und kleiner uno demnach auch die Dauer ihrer Sichtbarkeit nach Sonnenuntergang kürzer und kürzer. Richt güi^ stiger steht es mit dem Mars, der zwar noch in den höheren Teilen des Tierircises weilt, flausten- (7) Venus Q) Jupiter (4) Ja funi Als er mit dem Polizeichef allein geblieben war, sagte er: „Das war ziitetzt ein sonderbarer AuflcUi. Ich habe deutlich gesehen, daß er in Wirklichkeit nicht stolperte, denn ich habe ihn die ganze Zeit scharf im Auge behalten. Es war KoMödie. Aber wozu? Welchen Zweck verfolgte er? „Sie sollten doch Ihre Brieftasche untersuchen , erwiderte der Ehef lächelnd. f.Dem geriebenen Burschen ist alletz zuzuirauen." Krag sah nach. Die Brieftascl)e und alle Papiere waren da. Nichts war ihn, gestohlen wvrdeN. Sollte alles nur ein Narrenslrelch sein, in Szene gesetzt, um die Polizei zu verwirren? Krag ilnd der Chef zählten nun die Ergebnisse des Tages zusammen: Sie hatten den Hauptzufluchtsort der Bande in Öer Rathausstraße entdeckt. Wahrscheinlich befand sich dort auch das dem Chef gestohlene Mobiliar. Sie hatten zwei Männer der Bande erwischt, den genialen Taschendieb Ferro und den rothaarigen Verbrecher, der als Kellner im Continental-Hotel ^(^mar kein schlechtes Resultat. Aber den Hauptmann, dessen Absicht es war, gaNz Christiania zu plündern, ihn hatten sie noch nicht in Händen. Don ihm hatten sie sich anführen lassen. Aber sw hatten seine Spur. Der Konstabler, der von dem Auftritt vor dem Hause in der Theaterstraße erzählte, hatte deutlich die Richtung für die künftige Untersuchung angegeben. . . . Asbjörn Krag wollte nun sofort nach der Theaterstraße gehen, um zu sehen, was dort zu machen sei. Inzwischen wollte der Polizeichef Mit einigen Kriminalbeamten die UntersUchting m dem verdächtigen Hause in der Rathausstraße soriietzen Als Krag das Polizeigebäude verließ, und auf die Straße kam, ereignete sich wieder etwas Merk- ~ Krofdorf. 6. Juli. Trotz vieler Hem- ttungen durch die fortgesetzten Material-Preisteigerungen und trotz Schwierigkeiten Bet der Finanzierung hat auch hier in dem verflossenen Halbjahr eine ziemlich rege Privatbau ° -ätigfeit eingesetzt. Außer einer ganzen An- >ahl, vor allem in dem neuen Viertel ausgeführ- ien und jüngst begonnenen Reubauten, ist auch an manches uralte Fachwerkhaus die bessernde Hand angelegt worden. Dazu wird an dem inneren Ausbau der stattlichen Turnhalle rüstig gearbeitet. zu der vor Jahvesfrist der Grundstein gelegt wurde Unser der Deutschen Turnerschast zugehöriger Derein zählt bekanntlich zu den stärksten Landvereinen und kann nunmehr auf ein iOjähriges Bestehen zUVückblicken. 8 L a u n s b a ch, 6. Juli. Die Eisenbahn beabsichtigt, den hiesigen Haltepunkt elektrisch zu beleuchten. Der Gemeinösrat ist bereit, den elektrischen Strom nach Maßgabe der Bestimmungen der OrtssahUng zu liefern. Zll dem Erlaß eiltet neüeN De rgnügu ngssteuer- ordnung nach dem vom Dorsihenden vorgeleg- ten Entwurf gab der Gemeinderat seine Zustimmung. Die Beteiligung der Gemeinde an den Beihilfen für Hochwasserschäden wurde erneut abgelehnt. Zu der DebemahMe der Garantie für eins versuchsweise in Aussicht genommene A u t o l i n i e konnte sich der Gemeinde- rat nicht entscheiden. Für die Ausstellung der landwirtschaftlichen Lokcklobteilung in WStzlar stiftete der Gemeinderat einen Ehrenpreis von 20 Mk. Ded Beschaffu ng eines Leichenwagens steht der Gemeinderat shmpathtsch acqenüBcr. Die Kosten sollen durch eine Sammlung aufgebracht, vorerst aber Offerten einge- sordert werden. ..... > Atzbach. 6. Juli. In der juttgiten ®e* meinderats sihung wurde u. a. folgendes verhandelt: Der K i r ch en gsm ein d e soll vorbehaltlich der Abrechnung am Jahresschluß ein nertelsährlicher Vorschuß von 120 Mk. gezahlt werden. Für die neue KleinkiNderschule wurde ein einmaliger Zuschuß von 50 Mk. bewilligt Dem Gemeindebockhalter wurde cm einmaliger Zuschuß von 120 Mk. zu den Kosten der Beschaffung neuer Bocke bewilltgc. Die Reichsbahnverwaltung fordert von der Gemeinde. daß sie die Kosten öer Bele uch t un g der Haltestelle auch weiterhin tragt. Der Gemeinderat konnte sich mit dieser Stellungnahme nicht abfinden und Beauftragte den Vorsitzenden, die Angelegenheit dem Reichsverk^hrsmintstertum zu unterbreiten. Z'.u dem Erlaß einer neuen Vergnügungsste uerordNUNg gab der Gemeinderat seine Zustimmung. Die von dem Kreise verlangte Beteiligung der Gemeinde an den Zuschüssen für die Hochwasserschaden im Jahre 1924/25 tourbk erneut abgelehnt. - - Lützellinden. 6. Juli. Bei der hiesigen G r a s v e r st e i g e r u n g auf den Ge- Wirtschaft. Die Dervule am Kapitalmarkt Von Dr. Georg Kanzow. Oioch vor einem Vierteljahr schien die Entwicklung denen Recht zu geben, die eine Verknappung des deutschen Geldmark- t e s in absehbarer Zeit für ausgeschlossen hielten. Gerade die Auflegung der fünsprozentigen 500- MiUionen-Anleihe Les deülscheit Reiches auf dem Inlands-Geldmarkt bot ja eine Stütze für diese Auffassung. Lieferte diese Emission doch an- cheinend den besten Betociö für das Bestehen einer „natürlichen" Flüssigkeit am deutschen Geldmärkte. Man rechn.'ke vielfach schon mit einem weiteren Rückgang der Zinssätze und hielt deshalb auch in der Ausnahme neuer Kapitalien zurück, eben um sich des Vorteiles der EindecküNa mit billigen langfristigen Betr edSlrediteN bei sinkendem Zinsniveau nicht zu bSgeben. Inzwischen hat sich aber die Situation gewissermaßen über Rächt von Grund auf geändert. Von einer Flüssigkeit des Geld- und Kapitalmarktes ist überhaupt nicht mehr zu reden, seitdem die Zufuhr ausländischer Kapitalren infolge der unbegreiflichen Wiederauflegung vec Kapitalertra-gsstcuer auf Ausländsanleihen im Dezember vorigen Jahres ins Stocken geriet und die planlose Prestige-Emission der deutschen Reichsanleihe bett innerdeutschen Kapitalmarkt ast vollständig absorbierte. Lediglich lurz- r i st i g e Auslandsgelber standen noch zur Ver- ügung, die aber zumeist an der Börse Anlage achten. Durch die Maßnahme vom 13. Mai, deren Folge eine weitgehende Einschränkung der Börsenkredite war. wurde dem deutschen Geldmarkt auch noch die letzte, recht schwache Stutze entzogen, so daß heute ohne D.ebertreibuna von einer völligen DevastierUng des in den Rach- inslalionsjahren mühsam aufgebauten Geld- und Kapitalmarktes Deutschlands gesprochen werden wvrdeN. Er kannte das Haus in der Theaterstraße nicht, das er jetzt missachte... war nie dagewefen. Aber er kannte den Typus. Die Bauart flammte aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts. Diese (Üebäilöe waren alle dreistöckig und hatten fchinale, knarrende Treppen und enge Rorribore. Er klingelte im ersten Stock und fragte die öff= nenbe Dame, wer die Wohnung innehabe. Er gab vor, vorn Einwohneklneldeamt zu kommen. Sie sagte, sie wohne allein hier mit ihrem Sohn, der Schauspieler fei. Krag kannte die Namen, die er fich ans eiN Stück Papier notierte. Untermieter waren nicht vorhanden. „Ueber Ihnen," fragte er weiter, „wer wohnt da?" „Doktor Saling." . Krag kannte auch diefen Namen, der in dec wissenschaftlichen Welt einen guten Klang hatte. Doktor SaliNg mar ein älterer, vermögender Sonderling, dessen Studien über die ältesten agyptychen Raritäten ihm eine gewisse Berühmtheit unter allen verstaubten, grübelnden Aegypiologen verschafft hatte. Beim großen Publikum war er nicht bekannt. ., ,, , Als Kräg schellte, öffnete die Wirtschasterin. Sobald diese Dame Asbjörn Krag erblickte, fuhr sie zusammen und wollte ihm die Tür vor der Nase zumachen, aber Krag setzte den Fuß dazwischen. Er wußte sofort, daß er ihr Gesicht schon einmal gesehen hatte, erinnerte sich nur nicht, wo. „Ist der Herr Doktor zu Hause?" fragte er. „Nein," erwiderte die Dame, die sich nun Meder gefaßt hatte. Ein wohlwollendes Lächeln glitt über rung. ch ©nebenbei m, 6. Juli. In öer jüngsten Gemeinderatssitzung wurde bem Erlaß der von dek Verwaltung oorgelegtcn neuen Ver- gnügungsftcuerorbnung zugestimnrt, als Lichtmärter Hermann Groh durch das Los gewählt, dem Kreis z i e g e n z U ch t v e r e l n mit einem Beitrag von 5 Mark beigetreten und der Landmirtfchaftlichen Lokalabteilung Wetzlar für das bevorstehende OchseNfest ein Ehrenpreis von 20 Mk. bemilligt. Die alte Schule soll demnächst zum Verkauf ausgestellt und dabei der Zuschlag unter den drei Höchstbietenden Vorbehalten werden. <•) G io ß - Ä e ch t e n b a ch, 6. Juli. S ch marz- wild, das in der hiesigen Gemarkung jahrelang nicht mehr ausgetreten ist, hat in dem in der Nähe des Stoppelberges belegenen Distrikt „Grainsacker" ein Mit Kartoffeln bestelltes Grnnd- ft ü ck in einer Größe von etwa einem halben Morgen vollständig durchwühlt. Der Schaden ist von dem Jagdpächter ersetzt worden. <> Dornholzhausen, 6. Juli. Das Schwarzwild, das in den letzten Jahren hier nur als Wechselmild vorknm, ist jetzt als Standwild nnzusprechen. Fast täglich werden Sauen im hiesigen Gcmeindewald gesichtet. Gemeindevorsteher Watz erlegte im Distrikt „Tränkbach" des Gemeindewaldes auf dein MorgeNpirfchgang einen Keiler und Jagdaufseher Markus Göres an n .in ......... HL---ir.„. .. kann. , r. r Diese Entwicklung der Dinge muß sich der Landtoirt Und der Gewerbetreibende vor Augen führen, wenn er die weitere Gestaltung bet Lage erkennen uub danach seine Dispofitonen treffen will. Zunächst ist auf Monate hinaus an eine Entspannung der Verhältnisse aus dem Markt sür l a n a f r i st i g e Kredite Nicht zu denken. Die beutschen Vodenkrebitinstitute haben als bie zuständigen Vermittler langfristiger Ka- pitalien für die deutsche Industrie und Landwirtschaft den Stoß, den der Kapitalmarkt durch die verschiedenen oben geschilderten Manipulationen erhalten hat. dadurch auszufangen versucht, daß sie eine einstweilige Sperre über die Gewährung neuer Hypotheken verhängten. Ztoeiseklos hat bie baraufhin einsetzende Stockung der Kapitalzufuhr weite Kröise der, deutschen Wirtschaft, namentlich der Kleingetperöstreibenden. hart getroffen. Manche Pläne, bie auf einen zeitgemäßen Ausbau der Betriebe durch Reuinveftietungen yinzielten, sind vorerst zunichte gemacht unb müssen bis zu ge- [egenerer Zeit zurückgestellt werben. Denn wenn auch bie kürzlich erfolgte Wiebereinfühtung bet KapltalserttagSsteuer-Freiheit für gewisse Produktive Ausländsanleihen den Zustrom lang- sristiger Auslandskredite von neuem m Gang bringen wirb, so ist doch künftig iN jedem Ernzel- sall.genau zu Überlegen, ob sich auch bie Wen der Kreditaufnahme lohnen. Allem Anschein nach sinh die Darlehensbedingungen im Auslanoe zur Zeit nicht so günstig wie etwa vor Jahresfrist. Dies hängt wohl in eiltet Linie damit zusammen. Saß sich bie allgemeinen Kapital- unb Kreditverhältnisse in Europa während der letzten beiden Jahre ziemlich weitgehend verschoben haben. Einmal hat sich innerhalb dieses Zeitraumes der Kreis der kapitalsuchenben Rationen mit stabilisierter Währung beträchtlich vergrößert — es seien hier nur Belgien, Italien unb Polen genannt —. unb zum anberen sind bie Amerikaner mit ihren Kapitalangeboten an das Ausland gegenwärtig nicht niehr so SrängeNb wie in den Jahren 1924/25. Der amerikanische Kapitalmarkt leihet im Augenblick unter der gleichen Uebersäitigung Mit Cmissionsmatenal wie bet beutsche. Alle diese Umstände Müssen in Rechnung gestellt werden, wenn man ein klares Bild der künftigen Kreditmöglichkeiten ftir bie beutsche Wirtschaft getoinneN Will. Wie bisher, so wit'b sich auch in nächster Zeit Die KapitalvetmittlUng zü einem großen Teil auf dem P f a n b b r i e f m a r l t vollziehen. Sonnenaufgang von 3.45 bis 4.20 Uhr. Sonnenuntergang von 20.25 bis 19.50 Uhr. Lichtgestalten besMonbes: 1. Viertel ant 7. um 1 Llhr. Völlmonb am 14. um 20 Uhr. 3. Viertel am 21. um 16 Uhr. Im ganzen Frühjahr bieses Jahres war bie Venus der leuchtenoe AbeNdstetn. und sie bleibt Nes nunmehr auch im Hochsommer: aber bald FrühllNgspunkt. zu finden ist. und des S a t ii t n. dem es im Slvrpion sehr güt zu gefallen scheint, da er dort fast unbeweglich feststeht. Det Fixsternhimmel bringt Nicht Viele Veränderungen gegen den Vormonat. Die Zwillinge, in heuert ja nurt bie Sortne steht, sinb gänzlich vom Äbendhimmel verschwunden, auch der' L ö w e ist nur noch recht kurze Zeit am Abend sichtbar. ReU taucht im Osten langsam die Andromeda auf. Der größte Teil oes Himmels Wird, wie im Vormonat, von den eigentlichen Sommersternbitdern Bootes, H e r k u - Iles, Schwan urtb Adler sowie tiefer am Horizont vom Skorpion utib her Wage •u u 0 ut 1 3 st n U .....-------.. . ...LT UT xr -r— VT' -rrns. Roman von Sven Elve st ad. Copyright bei Georg Müller, München. 26. Fortfetzung Rachdruck verboten „Ist das notwendig?" fragte er, zu Kräg.gewandt. „Ich verspreche Ihnen, daß ich noch »emen Versuch machen werde, zu fliehen. „ Asbjörn Krag nickte: „Ja, es ist notwendig. Dann gehe ich", erwiderte der Mann unb tut einen Schritt vorwärts. Aber er schiert fo lange vor der Schranke gestanden zu haben, daß et müde in den Beinen geworden war. Er stolperte MNtlich und fiel gegen Asbjörn Krag, dieser sing 'hü ih den 'l^Eiii Saugkälber 68 bis 73, geringe Kälber 60 bis 67. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel, Weidemast 50 bis 54, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 40 bis 49. Schweine: Fettschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 59 bis 61, vollfleischige Schweine von ca. 160 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 60 bis 62, fleischige Schweine von ca. 120 bis 160 Pfd. 59 bis 61. Marktverlauf: Bei ruhigem Geschäft in allen Viehgattungen ausverkauft. Berliner Produktenbörse. Berlin, 7. Juli. Die Marktlage blieb im großen und ganzen unverändert. Vom Auslande lagen kaum irgendwelche Anregungen vor, und hier beharrt der Konsum in seiner Zurückhaltung. Für Westenroggen war die zweite Hand mit wiederum ermäßigten Preisforderungen am Markte, ohne Ware absetzen zu können. In sächsischem Neuweizen ist in den letzten Tagen für August- und September- abladung einiges gehandelt worden. In Neuroggen halten sich die Mühlen nach wie vor reserviert im Hinblick auf das schlechte Mehlgeschäft. Im Lieferungsgeschäft ergaben sich bei geringen Umsätzen nur unbedeutende Veränderungen. Das Mehlgc- schäft verharrt in Stagnation. Nachdem der Konsum seinen dringendsten Bedarf in Hafer gedeckt hat, werden heute die Forderungen der Provinz auch für gute Qualität und für prompte Verladung nicht bewilligt. Gerste blieb still. Es notierten (1000 Kilogramm): Roggen, märkischer, 258 bis 260 Mk.: Sommergerste 240 bis 273 (still); Hafer, märkischer, 251 bis 258; Mais (La Plata) 184 bis 186 (still); (100 Kilogramm): Weizenmehl 36 bis 38 (still); Roggenmehl 34 bis 36 (still): Weizenkleie 13,25 (matter); Roggenkleie 14,50 bis 15,60 (matter); kleine Erbsen 28 bis 32; Futtererbsen 22 bis 23; Peluschken 21 bis 22,50; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24,50; Lupinen, blau, 14,75 bis 15,75; Lupinen, gelb, 15,75 bis 17,75; Rapskuchen 15,40 bis 15,80; Leinkuchen 19,80 bis 20; Trockenschnitzel 12,50 bis 13,10; Kartoffelflocken 34 bis 34,60 Mk. Große Strafkammer Gießen. * Gießen, 28. 3uni und 4. 3uli. Eine Militärpersvn war vom Schöffengericht von der Anklage des Unternehmens der Verleitung zum Meineid freigesprochen worden. Auf Berufung der Staatsanwaltschaft fand heute eine längere Verhandlung statt, die jedoch mit der Bestätigung des erstinstanzlichen Urteils endete. Der Staatsanwalt selbst führte aus, der Angeklagte sei zwar der Tat nach wie vor verdächtig, die Beweise reichten jedoch zur Ueberführung nicht aus. Zwei Landwirte aus dem Vogelsberg waren in 1. Instanz wegen gemeinsamen schweren Fvrst- widerstands — Widerstand und tätlicher Angriff auf einen Forstbeamten mit der Folge der Körperverletzung — zu der Minimalstrafe von je drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Sie legten Berufung gegen dieses Urteil ein. Die Verhandlung hatte sachlich dasselbe Ergebnis wie vor dem Schöffengericht. Der Verteidiger bestritt aber, daß der Angegriffene auf den Forstschuh verpflichtet und überhaupt Beamter sei. Das Gericht vertagte die Verkündung der Entscheidung auf den 4. 3uli. 3n dem neuem Termin wurde die Berufung der Angeklagten kostenfällig zurückgewiesen und die Beamteneigenschaft bejaht. - Ein Kaufmann aus A. ist beschuldigt, in vier Fällen Frachtbriefe gefälscht und Sendungen, die er gar nicht effettuiert hatte, als verloren bei der Eisenbahn angemeldet und sich dadurch in drei Fällen Schadenersatz erschwindelt zu haben. Bei dem 4. Fall schöpfte die Dahn- Verwaltung Verdacht und übergab die Sache der Staatsanwaltschaft. Die Ermittelungen führten zur Anklageerhebung. Das erweiterte Schöffengericht Gießen erkannte nach umfangreicher Beweisaufnahme auf ein 3ahr GefängKurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. nis. Auf Berufung des Angeklagten sanden am 28. Juni und 1. 3uli umfangreiche Verhandlungen vor dem Berufungsgericht statt. Der Verteidiger gab zu, daß der Angeklagte stark belastet sei; der 3ndizienbeweis reiche aber zur Verurteilung nicht hin. Trotzdem sich der Staatsanwalt energisch für die Wiederverurteilung! einsehte, erkannte das Berufungsgericht auf Freisprechung mangels ausreichenden Beweises. GerichtssKAl. * D a r m st a d t, 6. Juli. Das Bezirks- Schöffengericht verurteilte einen Beamten wegen Unterschlagungen im Amt in etwa 35 Fällen, wobei der Staat um ungefähr 17 000 Mark geschädigt wurde, zu zehn Monaten G e fä n g n i s und Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von drei Jahren. Bücherlich. — „Essiggurke n". Von Emil Ludwig Luckelborst. 94 Seiten 8°. 1. bis 3. Tausend. Schlieften-Derlag, Berlin W 35. Preis brosch. 2.50 Mk. — Soeben erscheinen als neue Serie dir B. Z. -Autokarten die Blätter: Hamburg, Uelzen, Erfurt, Koburg, Plauen, Amberg. Rosenheim, Augsburg. Kassel. Rü..lberg, München, Frankfurt. Mannheim und Stuttgart. 3m vorigen Jahre erschienen bereits folgende Blätter: Berlin- Rordost, Berlin-Rordwest, Berlin-Südost, Berlin-Südwest, Rostock, Stettin, Dresden und Leipzig. Die B. Z.-Karten zeigen durch übersichttiche, Nare Markierungen die besten Wege von Ort zu Ort und warnen durch besondere Zeichen vor Gefahren. Die Entfernungen kann man mit einem Blick ablesen. Auf der Rückseite bringen die D. Z.- Karten Durchfahrten durch Städte aus besonderen Plänen. Der Maßstab beträgt 1:250 000. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Lin rücksichtsloser Motorradfahrer. Am Dienstagabend (5. Juli) verursachte ein Motorradfahrer vor dem Hause Goethestraße 33 bei dem Versuche, sein defekt gewordenes Rad zu reparieren, eine fünfmalige furchtbare Detonation, so daß die schlafenden Kinder der ganzen Umgegend erschreckt nuffuhren und lange Zeit nicht zu beruhigen waren. Gibt es gegen solche Menschen keine Abhilfe? ‘ , R. Liebes Gaswerk! Schon vor der Gewerbeausstellung hätte ich mich wegen deiner schlechten Gasflamme beschweren können. Ich tat es nicht, weil ich kein Nörgler sein wollte. Meine Bescheidenheit wurde auch mit Beginn der Ausstellung belohnt, wenigstens für einige Wochen. Wie prachtvoll war die Gasflamme, besonders um die Mittagszeit. War es da ein Wunder, wenn sich auch Männe über das stets pünktliche Mittagessen freute und mir einen Gasbackofen zu kaufen versprach? Gleich nach der Ausstellung sollte der Wunsch in Erfüllung gehen. Und jetzt kommt das traurige Ende für Dich, mein liebes Gaswerk. Kaum hatte die Gewerbenusstellung ihre Pforten geschlossen, als auch die Gasflamme wieder zu ihrem alten unscheinbaren Dasein zurückkehrre. Es ist wirklich keine Reklame für Dich, liebes Gaswerk, daß Du nur während einiger Werbewochen vorzügliches Gas lieferteft und nachher alte und neue Kunden im Stiche lässest. Wie gut war es doch, daß Männe noch keinen Gasbackofen kaufte, denn nun bekomme ich bestimmt eine elektrische Backhaube. Eine Hausfrau, die nicht mit Dir zufrieden f ft. Rundfunk-Programm deS Frankfurter SenderS. (Aus der .Radio-Umschau".) Freitag, 8. 3uli. 16.30 bis 17.45 Uhr: Hausfrauen-Nachmittag. Programm u. cf.: „Wie kann die Hausfrau in der Wohlfahrtspflege tätig fein", Vortrag von Hedwig Stiebe, Sozialbeamtin. 17.45 bis 18.05 Uhr: Die Lefestunde. 18.15 bis 18.45 Uhr: „Die Schädlinge unserer Kulturpflanzen und deren Bekämpfung", Vortrag von Rudolf Vogt. 18.45 bis 19.15 Uhr: „Schopenhauers Leben und Charakter", Vortrag von Pfarrer Clemens Taesler. 19.15 bis 19.45 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 20.15 bis 20.30 Uhr: „Aufruf an die Rundfunkhörer" von Dr. Hans Flesch. 20.30 bis 22.15 Uhr: Heiterer Abend. Anschließend: Spätkonzert: Ioh. Seb. Bach. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuh 7 Prozent.__ Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a M. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Berlin. 7 Juli. Geld Brief Französische 'Jietcn...... Holländische Noten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten ...... Deutsch-Oeslerr.,5100 Kronen Rumänische Noten...... Schwedische Noten ...... Schweizer Noten....... Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten....... Devffemnartt Berlin Telegraphische 16,57 168,62 23,07 108,88 59,38 2,57 112,71 81,16 71,55 12.47 73,27 —Stanifttc Auszah 16,63 169,13 23,17 109,32 59,62 2,59 113.17 81,48 71.85 12,53 73.57 a. M. lung. Schluß Kurs -Uhr- Kurs Schluß- Kurs Anfang Kurs Schluß» Kurs 1-Uhr- Kure Schlich. Kurs Anfang Kure Schlud- Kurv ar Schiuh- Kur» Anfang Kure Datum: S.7. 7. 7. 6. 7. 7. 7. Datum: 6. 7. 7.7. 6. 7. 7. 7. Datum: 6,7. 6-7. 5°/0 Dt. Reichsanleihe v. 1927 Dt. Anl. Ablös. Schuld mit Auslos -Rechten . ..... Desal. ohne Äuslos.-Rcchten 7°/0 Franks Hvp.-Bk. Go'.dpf. unkündbar ms 1932 .... W/o Rheinische Hhp -Bank Liqu-Goldvi ....... A E- (S abfl Borlriegs-Ob- ligalionen, rückzahlbar 1932 4% Schwei;. Bundesb.-Anl. 4°/o Oestereichische Goldrte. . 4,20°/o Oesterreich. Silberrte. . i’lo Oesterreich, einheitl. Rte. 4°/0 Ungarische Goldrte. . . . 4°/0 Ungarische StaatSr. v. 1910 4'/-,% dcsgl. von 1913 .... 4°/o Ungarische Kronenrte . . 4°/., Türj. Zollanlcihe v 1911 4»/0 Türk. Bagdadvahn-Anl. Serie 1............ 4°/0 desgl. Serie II...... 4°/0 Rumänen convert. Rte. 4'/io/o Rumänen Goldanl. . von 1913 ....... . . Allg. Deutsche Eisenbahn .4V2 Hamburg-Amerika Paket. . 6 vamb--Sudan, Damvlsch .8 Hansa Dampfschiff.....6 Norddeutscher Lloyd .... 6 Ällg. Deutsche Crediianst.. 10 Banne r Bankverein . . . 10 Berliner Handelsyeiellsch. 12 Commerz- und Privat-Bk. 11 Darmst. u- Nanonalbauk. 12 Dcutiche Bank.......10 Diskonto-Gesellschaft Ant. 10 Dresdner Bank ...... 10 Mttlcldeutsche Credftbank . 9 Metallbant..........8 Reichsbant.........1* 1 S-. 1 1 11111,111=’- <11,1151 18 co 00 2 ** *’• g 88 18,2 141 141,5 179 237 106 162,5 169 165,75 88 304 18,1 26,25 24 1,8 16,9 89 140,75 233 225.5 143 149,75 151,25 240 179,5 238 166,75 163.75 168,75 233 148,5 87,9 18,1 1 19,65 140.5 232,75 142 149,75 159 238 178,65 238 166.75 163.25 169 166,13 A. E G............7 Bergmann..........8 Elektr. Lieferungen . . . . lo Licht und Kraft......10 Felten & Guilleaume .... 6 Ges. f. Elektr. Untern- . . 10 Hamb. Elektr. Werke ... 10 Rhein. Elektr........8 Schles. Elektr........10 Schultert........... 7 Siemens & Halske .... 16 Transradio. .........8 Lalnnevcr L Co- ...... .9 Buderus...........0 Deutsche Erdöl.......6 Essener Steinkohle.....8 Gelsenkirchener . . f. V, I. 4 Harvener...........8 Voesch Eisen .........5 Ilse Bergbau . .......8 Klöcknerwerke ....... .5 Köln-Reuessen ......51/» Mannesmann . . .f. V, I 4 Mansieldcr..........7 Oberschles. Lisenb. Bedarf 0 Oberschlcs. Kolswerke ... 0 Phönix Bergbau. f- V, I 3 Rheinische Braunkohlen . 10 Nheinstahl..........0 Niebeck Montan.......6 Bereinigte Stahlw. f. Ve I 3 Dtavi Minen......1 sh Kalt Aschersleben.....10 KaliMesteregeln......10 Kaliwerk Salzdetfurth . . 12 I- G- Farben-Jndustrte. 10 Dynamit Robe» ......0 Scheideanstall . .......8 RütgerSwerke........ 0 Metallgesellschäst.....10 183,75 186,75 196.5 140 279,5 179,25 121,25 159 25 176 20J 175 193.75 132,5 126.5 273 212,25 141,5 180 284,5 211 138 107,5 184,5 5 *2 - «»-öS - - 5> US <0 *1 W “JO CO C£ NÄÄS I L I L I I I I I > I £ 1 1 1 1 1 £ 1 S'2 1 1 1 1 1 1 S 1 183.25 188,5 186 197 140,75 232.5 166.5 167 185,75 188,25 279 139,5 122,25 159,25 177.25 209.13 187,9 174,75 187,25 194.25 132.5 106 106,4 127,13 235 211,75 141,25 37,75 186 244 285,25 140 188.75 108,5 183,75 187 182.5 139.25 229 166,5 187 279,4 138.5 121,25 176 208,5 186.13 173.13 186 192 131,13 104,5 126,65 275,65 213,75 142 180 184 284,5 136 107 Phllivv Holzmann .... 12 Heidelberger Gement ... 8 Gement Karlstadt......8 Wahß & Freitag......lo Schultheis Patzenhofer. . 15 Ostwerke..........12 Ber. Glanzstoff......15 Bembcrg..........8 Zellstoff Waldhof.....12 Zellstoff Aschaffenburg . . 10 Charlottenburger Wasser. 7 Dessauer Gas.......8 Daimler Motoren.....0 Demag..... 0 Adlerwerke Kleyer.....0 Ludw. Loewe ....... 1c Rat- Automobil......6 Orenstcin & Koppel .... 4 Linke Hofmann....... Leonhard Tietz....... 6 Bamaa-Meguin......0 Franks. Maschinen .... 0 Grtyner........ . 7 Heyligenstaedt ....... v JunghanS ........ 6 Lechwerke ........ 8 Mainkraftwerke ...... 8 Mtag............ 10 Nekarsulmer ...... . 8 Peters Union ....... 8 Gebr. Roeder ....... 10 Boigt & Haeffner ..... 6 Sädd. Zucker ....... 0 Ban 201 170 313.75 206,75 133,5 1 126 131 143 123 133,75 143 knoten. c2 x to Sä 1 1 1 1 1 1 £ 1 1 1 13 1 1 1 1 1 ■ £ 1 £ 1 11 1 1 1 aM 1 202,5 426 410 691,25 540.5 313.25 »4,25 157 206 134 104 128,4 277 130,75 135,75 69.75 170,75 47 74,25 121,75 126 143,5 122 132,5 Illi I 'ßI ! III KRL * 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 1 < 1 6. Juli. 7. Juli. Amtliche Notierung Geld 1 Brief Amtliche Notierung Geld | Brief Amst.-Rott- Buen.-AireS Brss.-Antw Ehristiania - Kopenhagen Stockholm . Helsingfors. Italien. . . London. . . Neuyork . . Paris.... Schweiz . . Spanien. . Japan . . . Rio de Jan. Wien in D-- Oest. abgest Prag .... Belgrad . . Budapest. . Bulgarien. Lissabon . . Danzig. . . Konstantin. Athen. . . Canada . . Uruguay. . Cairo . . . 168,93 1,790 58,625 109,04 112,69 112,89 10,612 22,93 20,472 4,2155 16,51 81,14 71,75 1,998 u.493 59,31 12,49 7,417 <3,44 3,052 20,88 81,62 2,183 6,664 4,208 4.136 20,99 169,27 1,794 58,745 109,26 112,91 113,11 10,632 23,97 20,512 4,2235 16,55 81.30 71,89 2,002 0,495 59,43 12,51 7,431 73,58 3,058 20,92 81,78 2,187 5,676 4,216 C144 21,03 168,91 1,790 58,625 108,94 112,70 112,85 10,614 23,07 20,467 4,2155 16,505 81,145 71,85 1,994 0,493 59.32 12,493 7,415 73,45 3,052 20,78 81,55 2,178 5,664 4,208 1,436 20,99 169,25 1,794 68,745 109,16 112,92 113,07 10,634 23,11 20,507 4,2235 16,545 81,305 ’ 71,91 1,998 0,495 59,44 12,513 7,429 73,59 3,058 20,82 81,71 2,182 5,676 4,216 4,144 21,03 Berlin. 6 Juli. Geld Brter Amerikanische Noten..... Belgische Noten....... Dänische Noten........ Englische Noten........ 4,196 58,70 12,49 »,443 4,216 58,94 112,95 20,553