m. 82 Erster Blatt 177. Jahrgang Donnerstag, 7. April 1927 f r|d)tmi läglidb.oe^tr Sonntags unh 5nir- «to sÄ»»» 9ung fteU . «b 2anJJittbanb ' Zuruf JtlS* ^lchrervnein 7R6t. Kgogischn unb 6^, Anzahl dn zSi. or 30 betragen.“ D« Annahme. iuA __ ' Lehrerver7in7 ue'nlührung", «In die Lehrcrl^st 181 bjv öladtschulm «flen trifft, wurde em. drängten sodann noch en )ur Annahme hir ^gen beuchen Ausbau nb Zahlung btt von le gShatttnen Stunden, und 10. LvilÄchuIjaht bends tonnte der Dor» -r-Damstadl. die ar. momsch verlaufene Aer. orten an alle, die mit- en. ^tsPie*e hFr^85' AS W Sündhölzern. w , 2lbg Behrens (Dn.' erstattet den Aus- lchuhbericht. Die Parteien, die für das Gesetz ritmmen, tun dies nur. weil hier ein A u s - lahmes all vvrliegt. der einen Eingriff in O.e freie Witts chafl rechtfertigt. Die deutsche ündholzindufttte stecht In einem aussichtslosen Vamps gegen einen ausländischen Trust. Ada. Rauch- München (Daher. Vpt.) gibt Orflürung ab, feine Fraktion fttmmc dem Eesetzentwurl zu. um die deutsche Zündholz- iibidtrie vor dem völligen Untergang gj bewahren. Ein Präzedenssall für andere 3n- buftrien soll dadurch nicht geschaffen werden. Siese Erklärung gilt auch für die anderen Re» erungSpa rieten 2Tba Heinig (©.): Es handelt sich um eine Lwfehgcberildx Auseinandersetzung mit der Ra- i .'»natihenntg. jedenfalls bcfeitxgt das Gesetz k»e Gewerbefreibeit. (Höttl Hört! links.) Dieses Besetz kann das Dvrdringen des SchwedentruslS *ar nicht aufhalten. Der Trust hatte auch gute Verbindung mit den A usschußrnit - rliedern, die angeblich dem Trust den Weg » tal zur Hälfte in den Händen des Schweden- lnists. zur anderen Hälfte in den Händen her Geldgeberin des Schwedentrusts ist? (Stürmisches > Sört! Hort! links ) Sie sind also nicht nur Sachverständiger, sondern auch Interessent! (Drohe Unruhe Im ganzen Hause.) Abg. Dr. Hilf er di na (S.): Da die Derr hterstattung in nicht ganz einwandfreien Händen lirgt. beantrage ich Zurückverweisung der Dorlage o den Ausschuß Dieser Antrag wird gegen die Stimmen der nur schwach vertretenen Regierungs- Parteien angenommen. Es stehen dann blc Schlußabstimmung über den Etat. die Entscheidungen über das kommunistische Mißtrauensvotum gegen den Reichsarbeit-Minister Dr. Brauns und über die Entschliessungen zum Etat ruf der Tagesordnung. Bor der Schluhobstimmung verweist Abg. Erkelenz (Dem.) in einer Erklärung, die er tarnen», feiner Fraktion abgibt, auf die Ableh- :t u n g des Vertrauensvotum- durch die kemokralen anlählich der Aeaierungserilärung. Die bisherige Entwicklung der Polttik des neuen .Rabinett» beweise, dah die Befürchtungen der Demokraten vollauf gerechtfertigt fgen. llnbe- 'chodet unferer ablehnenden Stellung zu vielen »nzelheiten des AeichshauShalts werden wir in tsrr Desamtabstimmung dem Haushalt zu- Mimmen. um die Arbeit der Deichs- und der lländerverwaltungen nicht zu hemmen. (‘Beifall Bei den Demokraten.) Abg. Müller- Franken (S.) gibt eine Sr- rärung ab. in der behauptet wird, der Haushalt enthalte in Wirklichkeit einen Fehlbetrag, c-vvohl er olle Reserven heranziehe Den So- haldemokraten fei es nicht gelungen, den 700 Millionen-S'.at der Reichswehr zu vermindern. 3m Gegensatz dazu würden die Äulluraufgaben rxrnachlasftgt Durch hohe Industriezölle fchlieh- I-ich würden die InlandSpreife hochgehalten. AuS Oefem Grunde lehnte die fozialdemokratifche Beichstagelraktion den Defamtetat ab. (Beifall bei den Soz.» Die Schluhabstimtnung ist namentlich. Sie er- (j.bt die Annahme des Etats mit 238 gegen 156 Stammen bei 6 Enthaltungen DaS kommunistische Mihtrauensvotum t*cgen Arbettsminister Dr. Brauns wird gegen bc Stimmen der Antragsteller abgelehnt Dor der Abstimmung über eine von den De- i i *olraten eingebrachte Entschllehung. die sich f gegen den Abschlust eines Ronkvr- ca 16 ausspricht. gibt Abg. ®raf Westarp CPU) nameras der Regierungsparteien folgende □rflärung ab: Die in der Entschließung der Tcmotraten behandelten Fragen find von so weit- Tehender Bedeutung und In ihren Einzelheiten roch so wenig geflärt. dah ihre Lösung durch »ehnbare, in chren fachlichen Auswirkungen nicht iberfeßbare Formulierungen, wie sie in der lemokratifchen Entfchllestung angewandt werden, eicht gefördert werden kann. Um einer fachlichen Stellungnahme für die Zukunft nicht vorzugrcifen, llchnen wir daher die vorliegende Entfchliehung Nnferrrfeits ab. um fo mehr, als es m dem gegenwärtigen Stadium der Etatsberatungen unmöglich ist. in die notwendige eingehendere 6r- erterung einzutreten. — Die Entschließung wird mit 226 gegen 185 Stimmen abgelehnt. Eine Au-tchuf^nischs^hu^^ bie den Reichs- dmstwart zur felbständigen Reichsbehörde machen tiUI. wird gegen die Linke abgelehnt. Die detnokratische Entschllehung. am Wehretat 10 Proz. z u sparen, wird gegen die Stimmen der Linken, des Bayer. Bauernbundes mh des 2kbg. Dreht (Dt. Pt.) abgelehnt. Sie Tatsache, dah Dr. Bredt feine Parteifreunde »ryeblich zu veranlassen fucht. dem Arrtrage zu- zistrmmeu. ruft groste Heiterkeit hervor. DaS Haus vertagt sich auf Donnerstag. Tfchangtsolin gegen Moskau. Verhaftungen in der Pekinger Sowjetbotschaft. Peking. 6. tlprll. (Reuter.) Etwa 100 Selbe ten Ischang Iso lins, die gemäh einer vom blplo- matifchen Korps unterzeichneten Ermächtigung han- beiten, drangen heute morgen, begleitet von bewaffneter polttei. In die Loffchajt bet Sowjetrepublik ein. Ein Schuh fiel. Darauf würbe e I n Hülfe aus bem Gebäude hinausgeworfen, g e - fesselt unb In einem Automobil I orige b r a d) L Bis jetzt würben etwa sechs Rusten unb 20 Chinesen zur Polizeiwache gebracht. Ein Maschinengewehr, 15 Gewehre unb zahlreiche Munition wurden In dcr Polschaft beschlagnahmt Der Geschäftsträger der Sowjets unb an- bere Beamte der Botschaft sollen in ihren Amtszimmern in hast gehalten werben. Vie Truppen halten bie ganze Botschaft beseht. Vie Polizei- iiche Durchsuchung erstreckte sich nur auf bie Rebengebaube brr Sowielgesanblschaft. da bie Vertreter bet Mächte, mit deren Erlaubnis bie Haussuchung erfolgte, nicht gestatten, bah bie Poti- listen In das eigentliche Botschaftsgebäude eindrangen. In einem Tiebengebäude brach ein Brand aus, da einige Russen versuchten, belastende Dokumente w vernichten, wobei unbeab- sichtigterwetic Munition explodierte. Ein Russe wurde schwer verletzt. 16 Huffen und 34 Chinesen wurden durch die Polizei aus der Botschaft entfernt und eine riesige Masse von Propagandaschristen usw. beschlagnahmt. Mährend der Haussuchung wehte die Sowjetslagge nicht aus der eigentlici-cn russischen Botschaft, sondern auf bem Rebengebäube. Rach einer bisher nicht beffällglen Meldung aus Peking soll Ischang Iso-liu bie bei ber Razzia gefangen genommenen russischen unb chinesischen Frauen unb Männer sofort haben hin richte» lassen. Die Meldung besagt weiter. Mehrere hundert chinesische Polizisten seien in das Diplomatenolertet elnacbrungen, durchsuchten einen leit der Sorojd- botschast und verhafteten eine Anzahl von Chinesen und Raffen, die beschuldigt werden, U n r o h e n unter Studenten und Arbeitern z u erregen. Die Behörden erklärten, dafz eine ganze Anzahl von Chinesen In oer Botschaft gehalten wurden. 3n offiziellen franzSfifcheu Kreisen wird erklärt, bie chinefifchen Behörden hätten beim diplomatischen Korps einen Antrag ans hansfnchnng in einer russischen Bank gestellt, die l m Gesandtschastsviertel liegt. Diese Bank, die in bem früheren russischen postgebäube unterge- bradjl worden war, kann, da bie Sowjetregierung aus ihre sämtiichen Vorrechte in China verzichtet hat. ein (£rlcrritorlalred)t Iur sich nicht m Anspruch nehmen. Da bas bipiomatische Koros sich besbalb ber Haussuchung nicht wibersetzen konnte, wurden die chinesischen Behörden ermächtigt, in bas Gebänbr ber Bank einzubringen. Rach anderen Meldungen soll ber Doyen des Pekinger diplomatischen Korps, der holländische Gesandte Duden- dijk vormittags um 11 Ahr die Polizei des Ge- sandlschastsoierteis instruiert haben, ber chinesischen Militärpolizei Zutritt zu gewähren, ohne batz bie anberen Gesandtschaften benachrichtigt wurden Ls wird behauptet. Dudendijk sei von 6 n g la n b vorgeschoben. Der Pekinger Sonberkorrespon- bent bes „Daily Chronicle" melbet. es werbe angenommen, basz Japan Ischang Iso-lln Garantien gegen einen sowietrusslschen A n - g e If f gegeben habe, aubernfalls würde er es nicht gewagt haben, einen Krieg in ber Manbschurel heran szusorbern. Der Jeibzng Ischang Tso-Iins gegen bie russische Propaganba scheint auch in anberer Rlchtuna sortgesetzl zu werben. Zwei Amerikaner. Ihrs. Mitchell, bie frühere Herausgeberin ber chinesisch-amerikanischen Rachrichtenagentur, und Mrs. Burton, wurden von ber chinesischen Polizei unter Anschuldigung, mit den Kantonesen In Verbindung gestanden zu haben, verhastet. Der Schutz der Konzessionen von Schanqhai. Paris, 7. April. (DTD. Funkspruch) Der Besieblshabor der englischen Streitkräfte in Schanghai. General Duncan, yar dem Sonderkorvefpon- denten der Agentur Havas etflärt, er halte hie französifchen Befestigungsanlagen für stärker als die Dvrkehrungen. die zur Derteidlgung bet englischen RvnzeffionSzone getroffen worden sind. Die internationale Kon- zlstlonszone verfüge über 23 000 Mann, davon 13 000 Mann Engländer. Patrouillen durchzögen bie Stabt unb überwachten sie. Die geringste An- farnrnluna werde die vorbereiteten Plane zum Schuhe der KonzeffionSzone jjur Durchführung bringen. Die Franzosen verfugten über 12 000 Mann, davon die Hälfte Anarniten, 600 weitere 1 ancrmitische Streitkräfte würden erwartet. Neue deutsch-polnische Spannung. (Eigener Drahtbcricht bes „Gießener Anzeigers*. Berlin, 7. April. Wir konnten bereits an biefer Stelle berichten, baß die deuffchpalvischev Verhandlungen seit Ihrer Wiederausnahme nach der Genfer Ratstagung nicht recht von der Stelle zu kommen vermögen. Die Mefdungen, bie aber im Laufe ber letzten Stunden eingelaufen sind, beuten darauf hin, daß durch bas Verhalten ber Polen in Vst oberschlesien außerordentlich gefährliche Spannungsmomente aufgetaucht find, bie felbstverfländllch eine Rückwirkung auf bie (Befamtflimmung Im Verlauf ber deutfch- poinischen Verhandlungen haben werden. Ls bedarf keines hlnweifes. daß für Polen das (Ben - f e r Schulkompromiß abfolut nicht maßgebend ist, fonbem daß man in der Sdjulfrage in Dberfchlesien in zahlreichen Fällen genau noch wie vorher vollkommen willkürlich unb beutfchfeindlich handelt. So sind vor allem auch bie seinerzeit verhängten Schul st rasen keineswegs aufgehoben, sondern es sind sogar noch neue Strafen verhängt worden, Maßnahmen atfo, die eigentlich nach der Unterredung Dr. S trete- manns mit dem polnischen Außenminister Z a - Ieskl vollkommen aus der Welt geschasst sein sollten. Dazu kommt aas kattowlh die Meldung, daß vberbergwerksdircktor pietsch, der Leiter der Bergwerke der Bereinigten Königs- und Caura- hutte zunächst einen dreimonatigen Urlaub erhalten hat, wobei man Ihm mitteilte, daß man dann auf seine Dienste verzichten werde. Vie Meldung von der Sprengung des Grabmals eines deutschen Pfarrers mit Dynamit In Mys- iowitz scheint in die Reihe der Dynamitattentate zu fallen, die seitens der Polen bevorzugt werben. Allerdings läßt sich diese Meldung zur Zeit noch nicht bestätigen. Und schließlich kommt die Meldung, daß bei der vereinigten Königs- und Laurahütte 8000 deutsche Arbeiter gekündigt worden seien. Diese Rachricht scheint sich zu bestätigen. Sie hat selbstverständlich in der dortigen Gegend eine außerordentliche Erregung hervorgerufen, und es steht zu erwarten, daß der veuffche Volksbund sein. Aus alle Fälle hat Polen bisher sich die größte Mühe gegeben, gegen eine deutsch-polnische Verständigung zu arbeiten. Polens Mißerfolg in Amerika. Nnbeständiqkeil dcr polnischen Politik daö Hindernis für wirtschaftliche Lanierung. Berlin, 6. April. (Pno.-Tel.) Die Anleiheoer- Handlungen, die Polen seit längerer Zeit in ’Jleu- York geführt hat, sind ohne greifbares (Ergebnis abgebrochen. Die polnischen Unterhändler sind wieder in Warschau cingetroffen, um ihrer 'Regierung über ihren Mißerfolg Bericht zu erftatlen. SHe ,D. 2L 3” veröffentlicht einen von der „Neuyork Times" im Anschluß an diese polni- schen Anleiheverhandlungen mit amerikanischen Bankiers gebrachten Auifay des amerikanischen Polenkenners Louis Fischer, in bem es u. a. heißt: Gs ist durchaus wahr, daß eine liberale Politik gegenüber widerspenstigen Minderheiten deren Haltung befänftigen würde. Die Polen lagen, das fei leichter gefügt, als getan. Es trifft auch zu, daß Polens Zukunft ungewiß und unbeständig ist. solange eS keinen Vertrag mit den Bolfchewisten und keine polittsche Vereinbarung mit den Deutschen hat. Wichtiger aber alS politische Verträge find Handelsabkommen. Poten hat weder mit feinen östlichen, noch mit seinen westlichen Rachbarn ein solches Abkommen ge- lroNen. Inzwischen treibt Me Pincho ' e dcr Furcht — oder — wenn man den Gegnern PilludskiS Glauben schenken soll, der Wunsch, daß Polen sich bis zum Rjemen und Bug ausdehnen solle, die Regierung in Rtchrung schwerer Rüstungen vorwärts. Offiziell gibt der Staat 33 Prozent seines Haushalte fiür Heereskvsten aus. ausschließlich der Pensionen. Darin sind aber Grenz'chuy. einige OsfizlersauS- bildung-schulen und einmalige Baukosten nicht einbegriffen. Ein Gesandter, der sehr pölenlrrundlich und hier zu Lande sehr bekannt ist, sagte nur auf meine Frage nach der Höhe bet Rosten für Polens militärische Ausrüstung. 40 Prozent deS Gesamthaushalts. Ein zweiter Diplomat meinte zwischen 40 und 45 Prozent, während ein dritter sie auf 45 Prozent schätzte. Das ernsteste Hindernis für den Erfolg der jüngsten Aeuyorker Anleiheverhandlungen Polen- war die Frage der ausläirdischen Kontrolle. Wenn die Polen sich der ^leberwachung von außen unterwerfen wollen, so wollen sie einen guten Preis datür haben. Die polnische Delegation wird wiederkommen. Es ist ein Kamps zwi'chen dem Einfluß der amtlichen und dem der geschäftlichen Streife. Die amtlichen Stellen lehnen die sich mit einem neuerlichen Appell an bie Gemischte Kvmmlfflvn wenden wirb. In hiesigen Kreisen werben bie Dinge selbstoerilänblich mit ernster Besorgnis verfolgt. Wie wir erfahren, sind bereits Vertreter vom Reichsauhenminlfterinm zur Prüfung ber dortigen Verhältnisse nach bort gesandt. Alles in allem scheint es, als wären in Oberfchlefien in allernächster Zeit wieder sehr ernste Zwischenfälle zn erwarten. Wer bafär verantwortlich ist, bürste nicht betonbers zu betonen Kontrolle ab, bie Geschäftsleute sehnen sich I nach ihr. Renaissance des Liberalismus. Eigener Drahtbettcht bes „(Bwfoencr Anzeigers". Berlin. 7. April. Die augenblickliche Dis- kuffion über die Frage des Konkordats schließt unmittelbar an an die Kundgebung der Deutschen B o l k » p a r t e i. mit der sie sich als Erbin der Rationalliberalen Tradition m Hannover anläßlich der 60-3ahrfeier dargetan hat. Es geschieht nicht von ungefähr, daß eine Betonung des Liberalismus und der liberalen Grundgedanken gerade im jetzigen Augenblick erfolgt, wo die Vertreter diele» Liberalismus im Reiche in einer Äoalltion stehen mit den stärkeren Rachbarn, die gemeintem den konservativen Ge- danken vertreten Stresernanns übet die prinzipielle Haltung seiner Partei zur Frage eines Konkordats so oder so gelautet haben, so oder so ausgelegt werden können, ist im Verhältnis ■ Grundgedanken und den Endzielen seiner 5kund- gebung wie überhaupt den jüngsten Lebens- äufoerungen deS Liberalismus verhältnismäßig belanglos. Woraus eS ankommt, ist bie Feststellung der Tatsache, daß eS einen solck>en Liberalismus überhaupt noch gibt, und daß er Anspruch auf Berücksichtigung der inneren unb' Kulturpolitik mit einer Bestimmtheit erhebt, bie man nach Jahren völliger Verwischung ber kulturpolitischen Unterscheidung mit einiger Uebet- raschung feststellt. SS ist beinahe schon ein Ariom geworden, baß der Liberalismus tot fei. Der ebenso geistreiche wie zynische englische Schriftsteller Al. L a r t h i l l hat vor Jahresfrist das Absterben des Liberalismus wenigstens für England konstatieren zu können geglaubt. Die englische Liberale Partei ist über Grey und Asquith zu dem populäreren. kulturpolitisch weniger interessierten Lloyd George übergegangen und hält sich in einer mitunter kompromittierenden Rähe der Cabour- party auf. In Frankreich findet man überhaupt keine Parteienbezeichnung mehr, bie das Wort .Liberal" enthält. Hcbctafl in ber Welt treten bie radikalen Richtungen in den Vordergrund. und bie Tatfache, baß es stets überall in ber Welt bie drei Elemente nebeneinanbet gegeben hat: bie Besitzenden, bie die bestehende Rechtsordnung aufrechterhalten, die Befitzlofen, die sie umstür-en wollen, und die Liberalen, die bemüht sind, bie Gerechtigkeit ber Wettbewerbsbedingungen unter Erhaltung der Gesellschaftsordnung herbeizuführen. fcheint vollständig ner- gefsen. Indessen ist der Liberalismus so wenig tot, wie er jemals tot gewesen ist. Er Hot nur sein Vorzeichen geändert, hat bis zu einem gewissen Grade in Fragen des materiellen Daseins seine Mission erfüllt, seitdem bie Frage der Grundrechte zu einem Ausgleich gebracht und 1 bie praktische Macht ber beiden anderen politischen Faktoren in ein gewisses Gleichgewicht gebracht worden ist. Jetzt handelt es sich für ihn darum, bie Güter zu verteidigen, die bei diesem Ringen von beiden Seiten gefährdet worden sind, die auch von den anderen politischen Faktorerz je nach ihrer Aussassuna gewürdigt, aber hinter diesen nächstliegenden Zielen -urückgestellt wurden Die Aufgabe deS Liberalismus, so wie feine Vertreter sie auffaffen. beginnt deshalb genau da wieder, wo ber Ausgangspunkt gewefen ist. nämlich bei dem weltanschaulichen Gegensatz zwischen denen, bie auf grunbfätzlicher Erhaltung des Bestehenden abzielen, ohne selbst zu bemerken, daß sie an bie Entwicklung täglich Konzessionen machen, und den anderen, die bie Umwälzung wollen, ohne bemerkt zu haben daß he mittlerweile schon Errungenes zu verteidigen haben. Der Äampf to’.rh interessant fein unb der Liberalismus wird unter befonders schwierigen Verhältnissen seine Esislcnzbeieligung barzutun haben. Das Arbeitszeitnotgefetz. Aus bem Lozialpolitifchen Ausschuß des Reichstags. Berlin, 7. April. lV D. I.) Der Reichs» tagSausschuh für sozialpolitische Angelegenheiten beschästigte sich mit dem Gesetzentwuri zur Abänderung der 2rbeitszeitverord- n u n g. In der Diskussion kam zum Ausdruck, dah die nach der geltenden Arbcitszeitregelung mögliche und vielfach in Anspruch genommene langen Arbe tSzeiten sozialpolitisch bedenklich und mit der bestehenden Arbeitslosigkeit nicht vereinbar fei. Auch die Reichs- reg erung bestätigte die Klage über ben großen Umfang der Ueberarbeit in gewissen Industrien, wenngleich Mißbräuche nicht in dem Umfang feftgestellt worden feien, wie vielfach angenommen werde. Dcr Vertreter der Reichsregierung betonte aber, dah eine Abänderung ber Arbeitszeitverordnung nicht soweit gehen könne. Mh jede produktive Mehrarbeit mit einem Schlage beseitigt werde. Eine derartige starre Durchführung deS Achtstundentages würde der deutschen Wirtschaft Lasten auferlegen, die sie heute nicht zu tragen vermag. S.e ginge nicht nur über die Regelung hinaus, die das Washingtoner Abkommen für die Arbeitszeit vorsieht, sondern auch über alles, was. soweit bekannt, in irgendeinem Lande der Welt bisher gesetzlich verwirklicht worden ist. Eine Rotregelung — und um die allein könne eS sich hier handeln — dürse nicht das geilende Arbci^Szciirechi vollständig Umstürzen und die endgült'ge Regelung vorwegnehmen, die das dem RcichSrat vorliegende 21 r b ei tsfchiltzge s e tz bringen soll. Dementsprechend wurde» die über die Regie- cungsVorlage hinausgehenden 'ozialdemokra!ilchen anb tommun.stifcheo Anträge von der Au-schuß- mehrheit abgelehnt. llngenomr m mürbe folgende neue Beftim- munfl: .War die Arbeits-ett tarifvertraglich geregelt unb ift der Zarifocrtrag feit nicht mehre als drei Monaten abg Hauten, bann dürfen die Behörden nicht längere Ar- b e t t - - e i t e n Aulaffen, als n a ch dem La rif- vertrag zulässig aewefe-n Wären/ Der Auelchuß beschloß alsdann, folgenden neuen Paragraphen 6 a cnnzuschalken .Wird Mehrarbeit geleistet. fo haben d'.e Arbeitnehmer mit Ausnahme der Lehrlinge Anspruch auf eine angemessene Vergütung über den Loyn für die regelmäßige Arbeit-- Ajrit hinaus. Dies güt nicht, soweit b.e Mehrarbeit tnfolae von Lotfällen, Laturereig- nissen. Hnfltüdbfmlen oder anderen unvermeidlichen Störungen erforderlich ist. Als angemessene Vergütung gilt, sofern die Beteiligten nicht nach dem Inkrafttreten dieses Grietzes eine andere 'Regelung vereinbaren oder bet andere Umftänbe eine solche rechtfertigen ein Zuschlag von 25 Prozent. Wird In Gewerben, die Ueberarbeit in gewissen Zeiten des Jahres regelmäßig zu crbeb- lich verstärkter rütiakeit benötigen, von di et en über die Grenzen hinaus gearbeitet, so kann der Aeichsarbeitsminister nach Anhüren der wirtschaftlichen 'Bereinigungen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer oeftImmen, daß die 'Borschriften feine Anwendung finden, sobald die Mehrarbeit durch Berkürzung der Arbeitszeit in den übrigen Zeiten des Jahves ausgeglichen wird" Weiterberatung Donnerstag. Das Handelsprovisorium mit Sranlreich im Reichsrat. Wegen die Stimmen der vier süddeutschen Länder angenommen. Berlin, 7 Aprll (B.D.Z.) Auf der Tagesordnung der össeMlicken 6Ü)ung des LeichS- rats vom Mittwoch ftand der Gesetzentwurf über Berlängerung des deutsch-französischen Kandel-provisoriums bis Ende Juni. Bet der Berlängerung um einen Monat ift Frankreich bekanntlich die Einfuhr eines Weinkontingents z u ermäßigtem Zollsatz - umstanden, während Frankreich seinerseits der Rutschen Industrie einige Zollten- Zessionen macht. Die Au-lchüfse des Leichsral- vaben die Borlage abgeleh nt 3n der Bolte sitzung, ließ die preußische Legierung erklären, das» sie trotz aller Bedenken, namentlich wegen des Weinkontingenl-, doch der Borloge zustimmen werde, somit nicht etwa uner- wünschte Wirkungen für das Zustandekommen eines Ha uptver trage- mit Frankreich entstanden, über den die Berfranbl ungen bereits begonnen sind. Die gleiche Erklärung gab Dr Kam- macher namens der Bertreter aller Preußi'chen Provinzen ab. und ebenso erklärte Graf Holtzendorff. daß die sächsische "Regierung trotz sehr erheblicher Bedenken, namentlich wegen der Erhöhung des Mehlzolls, für die Borlage stimmen werde. Bayern ließ erklären, baß es die Borlage ablehnen werde, wegen der Bewilligung eines Weinkontingente- an Frankreich unb weil Frankreichs Gegenleistungen eine ?ianze Leihe von Industrien nicht berührten, die ür Bayern von wesentlichster Bcbcutung seien. In namentlicher Abstimmung wurde von der Boflüedommlung die Borlage mit 44 gegen 23 Stimmen angenommen. Dagegen stimmten Bayern. Würltemberg. Baben, Thüringen. Kes« f e n und Bremen. Die Diäten der Rei stagsabgeorbneten Berlin. 6. April. (B. D. Z.) Der heute im Leichstag angenommene Ge enenttnurf über die Entschädigung der ÄNtglteder des Leichstags hat die Beft im mutigen über den Diätenbezug her Abgeordneten in neuer Fällung zusarnmengesaßt Die A u s w a n b » c n i । ch ä bi- guna beträgt wie bisher monatlich 25Proz. des Grundgehalts eines LeichsmlnisterS. also 619 Mk. Für jeden Tag des Fernbleibens von einer Bollsitzung oder bei Äichtteilnahme an einer namentlichen Abstimmung wird ein Abzug in Höhe von einem Dreißigstel der monatlichen Aufwandsentschädigung gemacht. Ferner ist der Bezug der Diäten ausgedehnt worden bis zum Tage der neuen Wahl. Die Entschuldigung de» Fernbleiben» wegen Krankheii »st an neue Äontrollbefhmmuiigcn geknüpft worden. In Zveiselsfälien kann der Präsik^nt bieBeibrtngung des Gutachtens eines beamteten Arzte« verlangen. Aus bem Finanzaus chuh bes Hessischen Landtags. Darmstadt. 6. April. (Eigener Bericht.) Der Fi na nza uo schuf, des Hessiiei-en Laichtags setzt« heute seine Beratungen des StaatSvoran- schlag» bei Kapitel 85 (Landwirtschaftstamm e r) fort Ein Antrag Angermeier will, daß der Zuschuß von 195 000 Bit nur geleistet wird, wenn die Äammee landwirtschaftlichen Besitz bis zum Werte von 10000 Bit steuerfrei laßt unb keine Gehälter Über 6000 Bit lahrlich zahlt Der Antrag wurde dbgclebru unb da- Kapitel genehmigt - Zu Kapitel 38 (Kirchen, lug ein Antrag Golm vor. beu Zuschuß ab,ul ebnen der Antrag wurde abgelehnt 6m Antrag Hctnftadr- Biank will, boß der unter Titel 4 eingesetzte Betrug von 125 000 Bit auf 250 000 Alk erhöbt wird unb baß em Darlehen zu den allen Bedingungen von 1 Million gewährt wirb Lach- dem bte Legierung Vorschläge gemacht batte, die nitfet so weit gingen, zogen die Antragsteller ihren Intrag zurück Lach dem Leaierungsvorschiag lott die Aegierung ennäMgt sein, den Archen ein weiteres Barleben bis zum Betrage von oOO OCX) Jif unter den gleichen Bedingungen zu gewähren, wie sie bei den bisherigen Darlehen bestimmt waren Bon ben alten Darlehen «oll bU auf weitere« (ein höherer Zrns'atz als 2 Pro-ent in Ansatz gebracht werden Der Zu- fchuß wird mit der Maßgabe um 125 000 Akk erbdbt. daß hierfür ebentetwnia n Lechtsan- lpruch anerkannt trneb. Vie die bisher unter dem äid*en Titel bem Utgten 125 000 Mk Der Bor- «♦lag »uxfh mit 8 gegen 5 Stimm. . genebelt unb das Äapitel mit 8 gegen 6 et mmen a n - genommen. Zu Äapttd Ss < X e 1# t>« r - Heber ung) beantragte her Al»g baß das Gehalt des Prättbenten au* höchtz^ «> 9000 Mark fetgefeßt wird und bad bv Posten v^n zwei Legierungsräten gestrichen werden. Der Antrag wurde abgelehnt und daS Kapitel genehmigt. - Kapitel 87 Schlichtungswesen) wurd. genehmigt. - Sin Antrag der Sozialdemokraten pi Kapitel 83 (Arbeittnach- weiswesen ufa>.). den für Wohlfahrt «pflege vorgesehener. Beiraq von 3 439 OOO Ml. um 252 XO 7HL zu erhöhen, wurde gegen 2 Stimmen mit 2 Sri mm enthalt ungern angenommen *3.n Antrag Ceufebner, den zur Unterstützung gemetn- nützger Ä echt saus kun»tsstellen im Etat eingesetzten Betrog von 5000 Mk auf 10 002 Bit zu erhöhen, wurde gegen 4 Stimmen angenommen Ebenso wurde ein Antrag Widmann-Kaul usw. in dem Borschläge zur Behebung der Erwerbs- loligkett in Offenbacfr unb Umgebung gemacht werden, angenommen. Ein Antrag Greiner auf Einreibung von Künstlern in die Srwerbslosen- ftitforge wurde abgelehnt, gleichfalls ein Antrag Angermeier. Klernyandwerler. Kleinbauern und Hausierer in b;e Erwerfrslofenfüriorae einAube» ziehen Die Kap.tel 89 (Landes kredttkalke). 90 (Bergbau), 93 (Gewerbeauskitkü). 94 »Dampf- 1 95 Llchweien) und 9t) mufeum) wurden genehmigt Zu Kapitel 94 unb 95 hatte Abg. Deckler Anträge gestellt, daß die Ueberfchüsse nicht in d.e entlprechenden Fonds fließen, sondern Der Staat-kasse zuaeführt werden: beide Anträge wurden jedoch abgelehnt Lohnverhandlungen. Die Lohnabkommen für die Betriebe der Berliner Straßenbahn-. Hochbahn- unb Autobus- gesellschast wurden von den Arbeitnehmern zum 31. März gekündigt und eine Lohnerhöhung von 15 Pf pro Stunde gefordert. Die BerßanMun- gen bei der Straßenbahngefellfchaft haben begonnen. Die Lohnverhandlungen zwischen den Gewerkschaften unb bet Lcichsbahnverwal- tung über die Neuregelung der Arbeiter löhne wurden von den Organisationen abgebrochen, da ihnen die Zugeständnisse der Leichsbahnverwaltung als ungenügend erschienen. Die Bet- Wallung hatte eine durchschnittliche Erhöhung von 3.5 Prozent angeboten. Der Verband der Metallindustrielle n L l e d e r s ch l e s i e n S hat den Schiedslpruch abgelehnt, während die Arbeitnehmer ihn in dein Geltungsbereich angenommen haben. Der Schiedsspruch für Breslau wurde von beiden Parteien abgelehnt. Die Metallindustriellen haben die Generalaussperrung ausgesprochen. Bon der Maßnahme werden 15 000 Metallarbeiter betroffen. Der Albanienkonflikt. Deutschland-) Teilnahmc an der Kommission der Mächte. Eigener Drahtbericht de» „Gießener Anzeiger»". Berlin, 1. April. Die Frage der Teilnahme Deutschlands an der Blbamentommifflon ift nunmehr durch einen offiziellen Schritt des französischen unb englischen Botschafters in Berlin akut geworden. Dabei ist der deutschen Legierung mitgeteilt worden, daß. wahrend zwischen Lorn und Belgrad zunächst direkte Bet- Handlungen über die Beilegung des Konflikts geführt werden sollen, eine Zi v i 1 ko m m i s s i on aus Berttetem Frankreich-, Englands unb DeutschlanbS gebildet werden solle, die bei einem eventuellen Zwischenfall sofort in Aktion zu treten hätte, den Fall auf Hären unb für Beruhigung Sorge tragen müßte, akut geworden. Die deutsche Beglenma hat auf diesen Schritt ihre grundsätzliche Zustimmung zur Teilnahme an der Kommission zugefagt. allerdings unter der Boraus- seyung, daß die Zustimmung sämtlicher interessierten Mächte, dH. Italien-. Albanien- und Jugoslawiens zu ber Bildung ber . unb baß die Funktionen ber geplanten Kommission zunächst genau fest- gelegt werden müßten. Sie Kommission wird voraussichtlich auS dem englischen unb französischen Militärattachc-, ber englischen unb französischen Gesanbtschaft in Belgrad unb einem Mitglied ber dortigen deutschen Gesandtschaft bestehen. Es dürfte keine Frage sein, daß die Teilnahme Deutschlands an einer derartigen Kommission nicht ohne gewisse grundfätzliche Bedenken zugesagt würde. Soweit Deutschland damit bem ^rieben ber Welt bienen kann, wird es selbstverständlich zu jeder Mitarbeit bereit fein, eine irgendwie parteiisch geartete Stellungnahme kann aber niemals in Frage kommen. Die Spannung in Rumänien. Besserung im Befinden des Königs. — Die Nolle Carols. Bukarest, 6. April. (XU.) Lach dem Heu- llaen amtlichen C o in m u n i q u e hat der rumänische Honig eine gute Lacht verbracht Die Besserung der Krankheit nehme zu. Das Fieber hab« gestern abend 37,5, freute 36,5 betragen der Puls 90. die Atmung 22. Das Allgemeindefinden sei viel leiser. - Aus der Umgebung des sich in Paris aufhaltenden ru- manischen E,kronprinzen Sarol verlautet, daß Sarol sich nicht im geringsten mit bem Gedanken eines Eingreifens in bie innere rumänllche Situation beschäftigt. Einem Aussrager erk.ärte er dieser Taae, er pfeife auf den Thron. Ihm fei leine persönliche Ruhe lieber als bet stürmisch politische Kamps vor allem wünsche er nicht, daß sein sterbender Baier unnütz beunruhigt werde, weshalb er den Aussrager auch druck in mtlbercr Form weiterzugeben Aver der König Ferdinand fei genaue ft em» über die £üUhtng aarois unterrichte: unb habe seinerzeit einen Borschlag der rumänischen Sicherhe.tspoli- -ei, die Geliebte Sarols. Lupesca. übet b;< Älinflt springen zu lasten, abgcleßnt mit bem Hinweis, baß sich dann auch «arol bas Geben nehmen würde. Das könne er als Batet nicht ertragen. Jedoch auch nach bem Tote des Soma« will Sarol In das Politische Leden Lu- mäuicns nicht eingreisen. 'tn unterrichteten Kreisen wird diese Absage damit erklärt, daß Ministerpräsident Ave» re,cu dem Führer der Liberalen Bratianu versprochen Haden soll. äavol mit teuxm Fuß au’ ben rumänischen Boden zu la"en. Dafür dar Bratianu Avereseu bte Derficherung gegeben, baß er ihm bis zum Ablauf feiner .Aeg.erungs- Periode' bU 1828 frtn« hrionberen Schweerrg* feiten mAdjen ttxrN tge^jen den Beteuerungen der Freunde äarols wird bchauptet. bte Sym- batßie« des rumänischen Bolles teen jar nicht fo groß wie das immer hinge stellt werde Earot fei nicht nur ein heißblütiger Kavalier, sondern auch politllch wenig .lusgegllchen. Ihm werden 'ozialistifch-konnnunistische Svmoathien nachgefagt. er fvll ’ogar geäußert haben, er würde, trenn es einmal datau’ ankäme. Bessarabien an die Sowietunion abtreten, denn Laßland fei freute ber Träger einer neuen 3lw. Römische Trinktspruche. Ter ungarisch tkslienischc Vertrag Bem. 6. AprrL ।Hl > Der ungar sche Mi- nisterpräfidenr Gras Bethlen hatte heute vormittag mit bem Unterstaarstekretär des ita- Imifchen Auswärtigen Amtes 'S no Grandi. <;ne emftünbig« Unterredung Um 12 Ufrt mittags wurde Graf Bethlen nn Ouir.nal vom xönifl in Peivataudlenz empfangen, fr« fast eine Stunde dauert. Um 1 Uhr folgte Gras Bethlen einer Einladung de- Äbnigä zu einem Diner in der Billa Savoya, an dem Mussolini. ® r a n b i unb der ungarische Unterstaatssekretär Grat ftfruen Heber vaty teilnahmen. In einem Trin Mussolini u. a. au- Unsere in Jemen Zetten entßanbene Freundschaft hat ihre größte Fest.- gur.q erhallen in bet hervi'chsten Epoche unser.- nationalen WiedererwachenS. als an ber Leite unserer Freiwilligen unb an‘er et Soldaten zahlreiche hochherzige Ungarn ihr Blut vergasten. Seit dieser Zeit fühlten sich das Uallenische unb das magyarische Boll brüderlich eng verbunden, so oft die beiden Lander schwierige Augenblicke erlebten Unb nicht einmal die tragische Stunde, die die 'Welt in jüngster Bergangenfreit durchlebte und In der politische Staat-notwendigkeiten unfett beiden Länder in zwei feindliche Lager trennten, hat diese gegenseitigen Freundschaftsgefühle erschüttern können. Heute mehr als je sieht Italien mit Genugtuung und Freude Ungarn jener besseren Zukunft entgegenschreiten, die cS wohl verdient. Wenn von nun an durch den Hafen von Fiume der ungarische Handelsverkehr den freien Ausgang zum Blcerc findet, so wirb dies eine Beleoung des Wirtschaftslebens her beiführen, da- soviel zur Berftärfung der bestehenden Beziehungen beiträgt. Gestatten Sie mir also, das Glas zu erheben zu Ehren der burchlaucht'gen Hoheit des Legen ten, der mit soviel Festigkeit da- ritterliche ungarische Bolk leitet, unb auf da- Wohl Ihrer Bation zu trinken, indem ich In Ihnen unb Frau Bethlen bie aeschäytesten Vertreter der italienisch-magyarischen Freundschaft begrüße. Graf Bethlen erwiderte in seinem Trinkspruch u. a.: Eurer Erzellenz unb der befreundeten italienischen Lation spreche ich heute aufrichtigen Dank auS für die Ungarn in seinem schwierigen Kampfe um seine Jahrtausend alte Sristenz gewährte Unterstützung. Die wenigen Tage, Die ich in der Ewigen Lladt verbrachte, waren hinreichend, mir den großartigen patriotischen Schwung unb die andauernde Arbeit des italienischen Bolkes zu zeigen, das unter Führung Eurer Exzellenz dieses glänzende, unnachahmliche Ergebnis erzielt hat. Das Hoch Betfr- lens galt dem König und der Königin, der italienischen Kation unb ihrem Ministerpräsidenten. Mißvergnügen in Paris. Paris, 6. April. (TU.) Der .Ternps" schreibt Man verstehe sehr gut. baß Ungarn diese- Abkommen mit Italien unterzeichnet. daS es aus ber Isolierung befreie, in der sich Ungarn seit Kriegsende befunden habe und da- für die Entwicklung seiner Wirtschaft Erleichterungen und seinen Zutritt -um Abriameer bringe. Dieser doppelte Erfolg bedeute vom rein ungarischen Standpunkt aus ein persönlicher Erfolg de- Grafen Bethlen. aber vom Standpunkt der allgemeinen Lage wäre der Freundschaft-Vertrag zwischen Italien und Ungarn nicht geeignet, an ben Verhältnissen in de il- unb Osteuropa etwas zu ändern. DaS Blatt . .eit auf die Gerüchte an. wonach Bethlen die Unterstützung Mussolinis zur Regelung der Königsfrage in Ungarn angerufen habe. - DaS .Journal des DebatS' meint, daß. wenn die Kleine Entente gegenwärtig fein Schicksal nicht Mussolini anvertrauen wolle, dies deshalb geschehe. weil sie sich vereinigten, um zu verhindern, baß Ungarn seine früheren Grenzen wieder erhalte. Die Kleine Entente werde daher mit großer Aufmerksamkeit die Entwicklung de- Bertra- ges vom 5. April zwischen Rom unb Budapest verfolgen. Sranfretd) und die Abrüstung. Vriand über da» neue französische Alllikargesetz Paris. 6. A»>ril (WB.) Außenminister Briand hat an!.'. ...b ber zehnten Wiederkehr des Tages, an bem l Bereinigten Staaten in ben Krieg eingetreten find, bem Pariser Bertreter drletz»fchisken deschiosten habe (Einigungin dersranzösisch- russischen Schuldenfrage? Ltga. 7. April. TAI ) Die rusl.fch-fron- zös.kchen Berhandlungen find zum Lert ähgt- schlossen Der ruff.kche Bottchatter Lakowski soll Ine Bollmacht erhalten Haden, mit der tean- -dl'chen Legierung ein Abkommen zu unterzeich» nen. wonach die Srvjetregierung Ihre Staats- f ch u l d im Betrage von 450 Millionen Gvll- franken anerkennt. Zrankre ch der Sow'et« un.on einen Warenkredit ;n Höhe von 250 bis 350 Millionen Gvldfranken geträfrrt und d.e Sowjetregierung die in dem tunesischen Kriegs- Hafen Biferta internierte Flotte zurückerhält — Lach einer Pariser Meldung der Boff Z»g * fiebt das Protokoll über die E'.niguna In ben Schulden Verhandlungen vor. daß Lichiand' ent Annuität von 70 Millionen Qolb- franken an Frankreich zahlt, die für den Schuldentllgungsdienft der russischen Bor.r egs- Ichuld Berwenduna finden sollen. Zur Sicher* ftellung ber französischen Kredite hat die französische Delegation die Berpfändung der außer* ordentlich ergiebigen Petroleumquellen von Grosnl im Kaukasus vvrgeschlagen für deren Erschließung und Ausbeute iranzöfische Gesellschatten ein Monopol erhalten sollen. Aus aller Wett Oer evangelische Vlschvs In Preußen. 9m Kirchlichen Gesetz» unb Verordnungsblatt wirb ber Entwurf eine» Gesetze» über bte Benbe- ning von omUichen Bezeichnunaen veröffentlicht, bem ber Kirchensenot ber Evangelischen Kirche ber Altpreußijchen Union ber am 23. April in Berlin zusammentretenben General- • n n o b e norleaen wird. Noch diesem Entwurf soll an Stelle ber Amtsbezeichnung Superintendent bte Amlabezeichnung Dekan unb an stelle der Amtsbezeichnung (Beneralluperintenbenl die Amtsbezeichnung evangelischer 'Zifchof treten Dem Gesetzentwurf ist ber Entwurf einer Entschließung ber Generalfynobe beigegcden. worin erklärt wird, daß durch diese neuen Amtsbezeichnungen keine Aende« rung in ber verfassungsmößigitz Abgrenzung ber Zustanbigkeit der Bischöfe uegenüber den anderen Organen angejtrebt wirb D1 Provinzen ’ß e ft • faten und LheinIanb bleiben zunächst uon dieser Bestimmung ausgenommen, bis bie Aenderung ihrer Kirchenorbnung beschlossen wird. Lngiisch-deuffche Jllm-ftorporallon. Der deutsche fliimotiettor Dupont, der kürzlich von einer britischen Film-Gesellfchaft mit einem Wochenaefralt von 1000 Pfund Sterling engagiert wurde, um ihre Ateliers zu leiten, frat. jetzt eine engllfch-deutsche Film-Korporation gebildet, die fünf „Ueberfilme ‘ mit Unfoften non je 50 000 Pfund Sterling Herstellen soll Das Kapital der neuen DZellfchaft »ft bereits volttg gezeichnet. Unter den vier Direktoren befind^ sich der Urheber des Golem-Films. L i p p m a n n. von der Deutschen Dloria-iDetellschatt 111bei 50 Prozent der Aktien befinden sich in englischen Händen Schwerer Grubenunsail in Lothringen. Während der Frühschicht eragneu- sich auf dem Gargan-Schacht der de Wentel schon Gruben in Qotbnngen ein Unfall, der leicht zu einer Katastrophe hätte führen können. Durch das Einatmen giftiger Dose, tne einer im Förderstollen verwendeten Benzoilvkomo- tive entströmten, fielen In kurzer Zeit 13 Bergleute in Ohnmacht Nachdem die schadhaft gewordene Lokomotive aus dem Schacht entfernt war, wurden die Verunglückten gefroraen und 'ofort ins Knappfchattslazarett gebracht. Dic Ber» giftungen sind größtenteils f chwerer B^ti«, 15 Jahre .Zuchthaus für einen Eisenbohnanichlag. Das Schwurg.rich: Fürth i. B verurteilte den Maurer Bleimüller auS Herzvaenaurach. der im Auaust 1925 ver'ucht hatte, den D - 3 u g Nürnberg Würzburg zum Entglei * fen zu bringen mit der Abficht die ver* u n g I ü d t ♦ n Leitenden zu berauben, .zu 15 xiafrren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrverlust Blein uller war nadfr der Tat in die fronzöfifch« Fremdenlegion etngetreten. wurde aber auf deutsches Ersuchen ousgeliesert. Aufklärung eine» angeblichen Datennorbe». Bor etwa einem Monat stellte sich der Leie* phonift Friedrich Muller aus Huckinaen der Polizei und erflärte, er habe seinen Batet c r m p i b r wurde In Äaft genommen, und er widerrief später fein Gest infrnij. D e geheimnisvolle Angelegenheit hat letzt eine übe»* raschen de Aufklärung gefunden Dem Untersuchungsrichter ist es gete^rn. in Hamm i. W. den angeblich ennowten Baler bet bester Gesundheit als Zechenarbeiter auszusinden. Der Sohn, der das Opfer einer Aeroenkrankhett sein soll, wurde frelgeloffen. Ein bekannter Hockey gestorben. Der bdannle enaltsche Zocke^ i/eurge Archibald ist in Lew-Market nach e n. n Lennen an dem ei tellgenommcn hatte plötzlich v-rftorfren. Archibald hatte ungefähr 180 Siege in England unb ungef ähr 100 im Auslande zu verzeichnen, u. o auch in Drut'chland und Oesterreich Künstliche Robelbafrnen. 3ebl hat in Berlin au a neben der feil langem bestehenden künstlich... Lchlittfchuhbahitz im Sportpalast auch eine künstliche Lodelbahn erhalten, bte es ermöglicht, auch im heißestem Hochfommer LodellPort zu treiben Sie ist eine Lrf.nduna des Engländers Apscougfr. Die Schnee* bahn soll übrigen# weiter ausgebaut und veo» vvllständigt werden und ein regelrechter Ber* liner Schneepolast entstehen, der die erste k-eraniae Einrichtung aus der ganzen Weit sei« wird. Es werden *uxi Sprungschanzen» a n l a a e n. zwei Lodeldahnen und SkiübungOe hänge in großem Ausmaße aufgebaut werden. B)ektrrvoraussafte. Dolltfl. etnw* kühler, meist trocken, höchstens vereinzelt Legenfällr. Gelte,ae Inßretemperoluren. Ttapmum: 144 Wrob Eelfius. Minimum: 64 Grob Gdfius. '^lieber* läMaoe: 54 Millimeter. fte ulge Morp-ntemperotur 34 Grob Eekfiu». ete «'m 2 den kZ. „ hlltr k-?" KeZfL S"M«, mü tL6^ klommen ü>,, «8i«nn5rrfj>4 ,nJM Wtol’i"' »«ÄM. Ndit in «uJ e°^tt. >hankn 13?* °c' Le x.2?" 9«Däf)rt ua x >rr di! Z‘. •üo ! 3m• tot, d^' ■ffij f l*i zahlt, ^°'d. der runiid»T\rur ftSSj ff,l* er Weir »JIM In Dmini über bie ttnb». *y otrofltjiüidjL l‘blepoangtli|d1t| 'fe'l^en Union btr am WretenbtntBtneral. ■ uiQd) bie|tm Entwurf ItO ^nung Suptrinienbim btt n unb an Lielle bit Ümit, rmtenbenl bit Umtibtw* ch°I treten. Ztm Gt|t|. 1 einer Enlichlittzuns der n. worin erflän wird, bei 'ezeichnungen feine fltnbt. 'mastigen Abgrenzunc btt |f Gegenüber Öen anbtnr i- ß't Provinzen Stil- nb bleiben zunächst dm figenommen, bl» bit norbnung bt|d)lofitn wirb. ! SMotporofwn. m'onettor Dupont, tw Ichen AIm-TM'chasi mit )on 1000 Pstmb fletiini ihre Qllelitrt zu leim Rutsche 5ilm«ÄDrboraii8i eberfüme" mit Unfc'tf ttling berftenfii loll •Ulfaft ift bereite ro.'tii vier Direktoren besiiidri ü)Nü.«T»rsrUschast. Utbd befinden sich in engli'chc an bieten Ölreden ftnb Marmth* m bet Fahr- Wen an d Nar in ben lauiv.'djcn ?l?r 1 Büttner ITbam unk» 3e t & (je 31), Ändb unk» Otto (je W ö oV eine ^ttta'-'ebervcrtdnimlunQ her vor ntnct Addern gearünbcten Bereinigung ebemahger In» gebbriger Se* Xfalgtuiinahum« »>te^en ftatt Im iablr<"4>en alteren unb längeren Thtgliefrcvn bi.lt überini bien rat Seiler <^\chcxv bte Be- grüstung«an«prache. in ber er namentlich auf oa>cd unb Liek ber Ikexungung zu sprechen kam 3U «rhe unb nornebmlle Sulgabe plane plantinaobc bei Verkehrs dunk<« Oberbt” bit 3 von Gieren laiftäftig anncbmen 3u ber Sitzung ftnb alle an btcWn Steeden in» terefllerten Lande-- unb Äommunolbebbrben. •• Provinzialau-fchuh-Litzung 3m nächst en Sam-tag. Dormlttaq» 8.30 Uhr be- ginncnb. findet im Sttzungs'aale des 3eg:eruna6- gebäuM zu Dieben eine öffentlich« Sitzuna des Prvvinzialau-schulles der Provinz Ober bellen ftatt Aul ber Xaartorbnung stehen folgende Angelegenheiten. 1. Drmeindcbeamtenbefcldung in ber Gemeinde rBettenhaufen; hier: Berufung des «rei-direktors de« Greife« Drehen argen ba« Urteil de« ArcUau«fd)ul|e6 be« Äreifrt ©ipen vom 13. 3anuar 1927. 2. Berufung bei Minister« be« Innern gegen ba« Urteil de« ftreUou«« •• Hoher Wasserstau d. Die Rieder- fchläge ber letzten Tage, befonber« ber gelinge heftige Regen, haben der Lahn unb ber TDicfed bedeutende TDaHennalfcn zugcfühN. Während die Lahn sich noch innerhalb ber Ufer halt, hat die Wiefed die Wiesen im Suledertal stum Xeu überschwemmt Der Weg nach dem PhilosoHcn- wald ist zur Zeit noch passierbar. Weitere« 6teigen de« Wasser« ist aber gegentoättig wohl nicht zu erwarten. •• Sänger-Sprung. Am Samstagabend bereiteten die Mitglieder de« Gesangverein« »HeiterleU" einer Airzahl verdienter Sänger eine eindrucksvolle Ehrung Aach einem Gelang be« Thores hielt der Vorsitzende Heinr. Weber die Begrüstungsansprache. wobei et mit anerkennenden Worten dem Sunger Ehr. Reitz für 50- jährige oltivc Sängertätigleit den Shrenbrief be« Deutschen Sängerbundes, da« Goldene Ehrenzeichen be« Deutschen Sängerbundes mit bet Zahl 50 und eine Blumcnlpende überreichte. Ferner konnte 11 Mitgliedern für mehr al« 30jährige Tätigkeit die Goldene und 5 Mitgliedern für mehr al« 25jährige Tätigkeit die Silberne Ehren- nabel des Verein« überreicht werden. Die Gefeierten lind folgende Sänger: Sei bewand. (49 Sängerjahrc). Eise (46i. ß6ffeit (44). Dechert (40). Berber (37). Heb (33), Arnold und Beder (32), Schuck. Ender«, aegen 2 Uhr zog wieder ein Gewitter über unsere Stabt hinweg. E» brachte zu den bauernden 3egcnfällen der vorhergegangenen Aach! und M Vormittag« noch weitere starke Aiederschlägc und in seiner Gefolgschaft ein Sturm- und Regenwetter. Wie es so recht . . 1. . pastt. Die elektrischen Entladungen bei dem Wetter waren allerding« nur gering Untere Gärten unb Selber Haven jetzt vorerst genügend Fruchtig- feit, nunmehr wäre ein« Reihe von sonmgen Tagen sehr notwendig. Hoffentlich nimmt ber Wettcrgott darauf geoührend Rücklicht die Bereinigung die Errrchtung et ne« Gedenkstein« für bte Im Weltkrieg gc’allenen Heiden, bie au» dem R«algvmnastu,n bernorgeg äugen sind. Darüber hinau- tedoch liege der tbeeile Zweck unb ber ethische Wen eine« solchen Zu- sammenlchlus'e« in der Pflege der ÄameraNtbah unb be« Gemeingeiste« An tHefe imi tebbaltem Beifall aufget'cmmenen Wort« be« Redner« schkost fich ber geschäftliche Teil an Allgemenre Zustimmung erfuhr der Gedanke in Metern Jahve eine Wieberkhensferer aller früheren Angchdn- gen be« Realgvmnalium« zu peranftaltcn unb bei dieser Gelegenheit bi« Grundste iilegung für ba« geplante Äbten mal vorzunehme>i 31« Zeitpunkt wurde Samstag. 3. unb Sonntag. 4 September In Aussicht genommen Die zur »Irrichiung des Gedenkstein« erforderlichen Geldmittel sind zum Teil schon vorhanden E« wurde ein Auslchust gebildet, der unter dem Vorliv be* Herrn Hau- bei Me Sammlung weiterer Mittel organisieren wird Ein weiterer Ausschust unter dem Vorsitz be« Herrn Forst rat Schneider ist mit ber Vorbereitung be« Feste« betraut worden. Bemerkt fei noch dast da» Fest in engstem Zusammenhang mit ber Schule begangen werden |oIL An ben geschäftlichen teil Wob sich eine ae- klligc Avendunterhaltung an, bei ber sich besonder« da« neugegründete Schule: c-rchester be« Realgymnasium» auszeichnetc E« ergeht erneut die Bitte an alle ehemaligen Angehörigen bei Siebener Realgymnasiums, ihre Mitgliebschasi anzumelden. •• Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter S ch l a ch i v i e d m a r k t vier Kühe. 1125 Kälber 276 Schafe. 66 Schaflämmer, 519 Schweine____ Wci(t)äftli(t)co. Tine neue weibliche handarbelll Tat an sich aufoerorbenllid) inlerefjantc und unerfchSpfstcht Gebiet der weiblichen Hand irdelten bat durch eine Münchener Erfindung, die Dlchti-spihe. eine beachtenswerte Bereicherung erfahren. Tie örfin« düng befiehl dann, dast mit Hilft von cpipen« bändern unb Unterlagen allen, wat an weiblicher Handarbeit im opifoenrefche dem Haushalt Lchmuck und Zierde verleiht, auf die denkbar ein« fachste Weise ohne jegliches Borfiudium und ahnt mühfame Utbung von der Hautfrau ober Tochter in kürzester Frist leib ft lertiggcfteUt werben sann 3n Gießen hat bie Firma Mobeho ut Salomon ben AUeinoerlauf bet Material» zu dieser in allen beutfchen Städten von ber Tomen- weit mit grubtem Interesse aufgenommenen Handarbeit übernommen. Tie Firma läfet In ihrer Spe- zial.Hanbarbcitt Abteilung (Haue der Handarbeil) ©ellereroeg 81 durch eine Handardeiltkünsllerin die Anfertigung unb pietfeilige Verwendung ber Dichtl-Spiye kostenlos vorführcn.__ .Hande Islammem. Handwerks- unb Landwirt- tchattslammcm und d.e in Betracht krmmenben Derkehrsorgan lationen geladen Revision im (Biebener FemeproZejz. ODit vir von zuständiger Sette hären, ist letten« der Staatsanwaltschast und te« Verteidiger« de« Angeklagten von Salomon. Rechtsanwalt Qütgebr une. gegen da« Urteil be« G>ebener Schwurgerichte« im Femepr o ze st Schwing und Gen. ba« Rechl-rntttel der Retz tf i o n eingelegt worden Bis zur Stunde ist noch nicht bekannt ob auch für ben Angeklagten Schwing da« gleiche Rechtsmittel geltend gemacht wird die Frist hierfür läuft heute abend 6 Uhr ab. Wenn die Revisionen aufrecht erhalten werden, wird sich als nächste Instanz das Reichsgericht bzw die Reichsanwaltschaft mit ber Sache zu befassen haben. . ' :ncr Wochen Marktpreise. Es kosteten aus brm heutigen Wochen markt ba« Dfund Butter 160 bis 170. Matte 30 bi« 35. Ääfe 60 bl« 140. Wirsing 15 bi« 20. Weistkraut 10 bi« 20. Rotkraut 15 bi« 20. gelbe Rüben IC bl« 15. rote Rüben 10. Spinal 30. Unter-Äoäl- rabi 6. Grünkohl 20. 5*1 Malat 100 bis 120. Tomaten 100 bi« 120. Zwiebeln 10 bi« 20. Meerrettich 40 bis 80. 'Schwarzwurzeln 30 bis 50. Rhabarber 40. Kartosfeln 7. 2Lepfcl 20 bis 50, Birnen 15 bis 25. Hvnia 50 i^nge Hahnen 100 bl« 120 Suppenhühner 103 bis 120. Endivien 100 Tauben 50 bis 60' ba« Stück Eier 10 bi« 11. Blumenkohl 30 bl« 120. Salat 20 bi« 30. Lauch 5 bU 10. Sellerie 20 bi« 50; ba« Bund: Radies- chen 20 bi« 25 Pfennig. ttornotiien. — Tage« kalender für Donnerstag. Liga zum Schuhe der deutschen Äultur 8 Uhr. 3eue Aula. Vortragsabend. — Deutfchnationaler Handlungs-Gehilfen-Verband: 8.30 Uhr. Kaufmännische« Verein« hau«. Vortrag. Spiel Bereinigung 1900 (e. 23.): 8.30 Uhr. Vere-.nslokal. 'Mitgliederversammlung. — Vieherier Tennis- Llub 1922 9 Uhr. U. 2. Generalversammlung.— Lichtlpielhau« Bahnhosstrahe: .Eine tolle Rachf. . Palast-Lichtspiele: .Ich hab dich heb . - Astoria-Lichtspiele7 .Die Goldmine von Te,a« schütte« des Ämle« Giesten vom 22 Rooember l«2o betretten> StUge des Kart Älüdrv in Lich wegen Wert'estsetzung «eine« Hxy- Lungenseuche- verbuchte« abge'chlachteten Rindotth«« 3 Berufung de« Minister« des Znnern gegen das Und Kreisaus'chuf'e« des «reife« G esten vom 18 Dezember 1925 betreffend Klage de« Paul Kächler in Lich wegen Entschädigung für eine wegen Lungenfeucheverbachre« cbge,S!ad>- teten Kuh. •• Keine Lut.darkeiten am Kar- freitag und Palmsonntag Ta« Po'.izei- amt Gtesten teilt uns mu Auf Grund der Verfügung de« Minister« de« Innern vom 10 Dlär* 1924 haben am P a l m s o n nt a g und am Karfreitag öffentliche Lustbarkeiten jeder Art «wie i. B auch ernste Ausführungen im Theater, Vorführungen in Lichtfpte.yäufern. Fustballwettspiele uhn.) zu unterbleilen 3n den übriqen Tagen ber Karwoche e.nschl Ostersonntag hnb theatra- hiebe Vorführungen und Konzerte aller Art. ein- Ichliestlich der Beglcitmufik bei Lichtspielen, zulässig, wenn sie ernsten, belehrenden Inhalts und der Bedeutung unb Weihe dieser Tage an- gepafit sind Oessentliche Tanzlust da ekelten wer- den für diele Tage grundsätzlich nicht genehmigt. Die für die Karwoche vorgatr - .Beim Errest ist e« auch nicht otel anders." entgegnete der Rebenmann Ich schmeichle mir, mich einigermasten in Bieter Welt surecht-ufinden. Man hat Ichliestlich och nicht ganz vergebens fein Schulgeid b.,ahlt Mber hier verstand ich die Leute nicht und ragte mich Reden die eine andere Sprache? Ober sind das Geheimwvrie? Oder sind es Tip« ur ein gute« Geschäft, an dem du dich auch beteiligen könntest? Ich wurde nicht klug So ging ich ni ben beiben Streuenden bin mb fragte, was denn Offert und Errest zu bedeuten pabe. Sie sahen mich grost an. 'uyrcn auf unb fragten, ob ich sie foppen wolle Dabei bedeuteten sie mir, mich schleunigst zu entfernen. ' ' und jenes passieren, da« Mit die Lust an der Fopperei permebe Ich zog ab trte ein begottener Pudel und fragte auf der Straste einen Schutzmann .Wissen Sie F Der drehte sich auf dem 3b'an herum ^unb brummte etwas wie . Frvzzeln Sie Ihre ^Grvstmutter" , __ ... , Zwei Vorübergehend« unterhielten sich laut, und ich Härte wieder da« DoN Fauefst«. Ich trat auf sie zu unb fragte: .Können Sie mir nicht tagen...r Sie prüften mich von oben big unten, bann bddte ber eine zum anbem hin- übet. lachte, tippte sich auf bie Stirn bann gingen fle ihre* Wegs Gs schien hiernach, al« ob ich es nie erfahren würbe, welche Vewanbtnis es mit diesen geheimnisvollen Wörtern hatte. Bis ich eine« Tage« wieder meinen Freund traf. Ich hielt 'hn an unb sagte zu ihm .Du weist' doch sozusagen alles. Kannst du mir sagen ?" .3a.“ antwortete er mir. .das kann ich Es sind die abgekürzten Ramen von Vereinen. Mein Freund unterliest es nicht, mir zart anzudeuten, welch rückständiger Mensch ich fei. und ich glaube es jetzt auch und kann verstehen. dast mich die Leute so sonderbar unhöslich behandelt haben. Rur frage ich mich noch immer: Man hat doch zu so viel unnötigen Dingen Zeit. Muh da gerade an der deutschen Sprache gespart und berumgefchuslert werden, zumal eine solche Cr- iparni« kaum eine Ersparnis genannt werden fann! ® Fahrplan-Konferenz in Alsfeld. Zur Erörterung der ®l| enbaön- 5abtplan- Dünsche der Strecken Diesten-Fulda. Alsfeld Hersleid, BadSalzsLhrl lliebciaula unnd Die- Sen Vofar Drünberg hat die Reichsbahndirek- •ton FranNurt a M eine 5 a b r p l o n l o n f e- een# auf kommenden Samstag vormittag nach Alsfeld einberufen. Die Wünsche der Orte mniaU In Coüjringen. Wchichl ereignete u4 « ler de Dcndellchen ®nü« nsall. der Id-tü »u tina ihren können. Durch m ier Vase, die w« » Wen Denzvllo c^mv. -n in kurzer Zot 13 -W t. Nachdem dl« IchaM aus dem Schach' cn:!er; ninglückten Sörzen u^ ilazareii gebracht. Du A schwerer W jt einen Silfbatjn* Mb iW^S raus Herrogenaumchd« irit ba »*>.«' °7 eten. wurde aber a»' elieferi- angeblichen er bnbe ' genommen ir M ;cm eine übef W 'Lm linier^ l® *?2?*d®* che Jockey ^r^nncn « lei nach S perf^S hatte, ln Samant ihr riopj Sari*«* ^^Oesterreich nd und ven Rodelbahn^^ der "d *•« iperatur^ 1 soll man arilßgen,4^er5^ H Ust der Mehrerlös in der 5 Pf.-Preislage als 5 Pt-Zigarette so gut machen,wie wir es können,und ihm ratenjieber 5 statt+Pfg. anzulegen, weil er für 2.5 Mehrzahlung eine um 100% bessere Qualität erhält. Vermehrung unserer Over/tolL- Zigarette und die damit verbundene Rationalisierung unserer Betriebe erzieltenjucht besser für eine Senkung des Preises verwenden soll ten.als für eine Verbesserung der Qualität Es gibt aber Gründe, die entschieden gegen eine Senkung von 5auf 4-Pfg sprechen. 0er Betrag,den der Raudwr iahlt,kommt nur zum kleinen Teil in die Hände des FabnKanten,denn neben ihm teilen sich der Händler und hauptsächlich der Staat in den Erlös Davon hat der Fabrikant zunächst die sehr erheblichen Herstellungskosten zu bestreiten, die jedoch bei einer 5P£-Zigarette nicht höher sind, als bei einer Zigarette zu+Pfg. OVERSTOLZ zu4$ wäre nur die Hälfte vom TabaKwert der OVERSTOLZ ?u5P£ sehr erhebliche Rolle zu spielen. Qtnsere genauen Berechnungen haben erwiesen, dass wir bei gleichen Herstellungskosten für9enTabak9er5Pf-3^^e mfyfäJyr das Honette au/werßen können, als für den Tabak aner-Ffr Zigarette. Das wir für uns bestimmend. Wir glaubten,dem Rau eher den besten Dienst zutun,wenn wir unsere halb ift OVERSTOLZ eine Jffy-ligarette un£ infolge iftrts gUten Tabaks die meiftgerauclf U ligarette Wutfdftanßsr0 ^Wir haben uns oft die Frage vorgelegt, ___ ob wir die Ersparnisse, die wir im letzten auch nur genng, so reicht er doch aus, Jahr durch die bedeutende Produktion?- um beim Tabak in der Kalkulation eine « o -H • O- N SROTJS ME Tafel KAISERS SCHOKOLADE b - Einkauf f jt "2 1 MARK J ^^^JZucker aL.sg#»schlcssen)^^^5 Kostprobe KAISERS SCHOKOLADE bei Einkauf t ji 1 MARK ^^(Zu>eF au sgeschlossenj^^^S Schachtel KAISER'S PRALINEN be: Einkauf für 3 MARK . (Zu« Ker vp .i#x.chl< sse Bn^-J Akr X* t.. *un( ':Tn tm fi St”«-« •>’ aorüb; 6tn m eine ?..t'CUid) tfll -. s:m ;mi ^'stvvhl Mefo UEBER 1000 FILIALEN KAFFEE- UND TEE-IMPORT KAISER'S KAFFEE-GESCHÄFT Europas grösster Kaffee-Röstereibetrieb mit eigener Schokolade-, Zucker- und Backwarenfabrik Bei Einkauf von 1 Pfd. 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April 1927 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhcffen) ztr. 82 Zweites Blatt beb tagetrabien tm Herbft ift inen irdose —nun 02hS i sich anzuzeigen pul 1927 B37D Är Ärodmtta den 6. April 1927 ilveßernhauö Mädchens zeigen rüde an „'geb. Guthnian imit$MinPauta er M Herrn Sch. ’°f. Vr. pftiffer unb >-> andere Duige hmein. Io vor allem die Ausl ich: aut b:e X.*anb- Sompromib dem bie IXebrubl der ordneten keine»weg» mit innerer Be'r edigung zupetUmmt hat. Der Finanzouslfl ch da', nährend de» Manat» tlpr.l noch ein pul c! t Arbeit v-i ertebuien. »nenn er rif . rdern will beb der Londiep wie vorf.e- lit.-i i|i u.r Beratungen de» etc >hau»hait» am «3. Mar anfnebmen kann Ftrome» lüt t>eibe Ufer. Hunberttausenden gibt er rigl-ch ihr Brot. Au» Runnan bringt er 6ah. Lee und Äo&k. au» Szcchuan Opium 11 nb beute b.idet er zugleich den ersten Wall, an dem 1) bie bosichewifttsche Propaganda von Süden Das 'Yangtse-Problem. Bon Pro c'er Dr LvalbemarOehlke. ub -ta» etir tet Strom, ter Dang Xk Ä c.vfl »s den z. 3 bie 'Bilde der ganzen Welt ge- htzt l linb, Jt zwar für d e mehr echilch al» difliös gerichteten iLh.nelen kein Dtznvl gön- schcr ^arflte.: Vie der Gange» hir die 3aber. Jmlo flröhrt ab: r .ft ’elne vo' tttche und wirt» oaitlim-- De eutung und wenn er auch nicht zeradc q> neli'che Anbetung gen ek t. so doch d)> ckische L e x u*j na «ft mit Recht stolz aus r.ncn Dan'» «. beim Täler zu den fruchtbarsten >e» Erdball» gchdren, und traut ihm alle» zu. oa» schöpf er-Ich ft Al» ,ch meinen Pekinger Stubent n e nmol b:e Weimarer Ilm. an der rebr al» e;ne Dichtung Goethe» entstanden «ft. r Bilde ze zr«. meinte einer halblaut. _So klein! Wicricl gröber ft der Danglie. Vie >cl mehr läßt sich an leinen Usern dichten!" Durch seine Breite imponierend Ichon bei Banling wo ich chn aut der Dampllähf über- jjerte. trennt der Jangtse Ehtna in zwei unge- 'ähr gleich grobe Hälften. Horb und Süd. die 'ch khr ronr.nand^r unterscheiden Bord- und Lud-Eh nesen verstehen einander bi»weilen eng- . 'ch bellet als chinesisch AI» 'ch an der Pe- ! nfler Universität meine Antrittsrede hielt und dese von einem Ludchinelen .n» Lhmelrlche übertragen wurde, sagten m.r nachher einige Bord- linden, mein Deutsch hätten sie schon Version- ton. aber n cht lein Sh nesisch Vermag also der Dangtse »emdliche Heere, die ihn so ost a>crld)r tt -n haben, nicht zu trennen, so doch yibifle Kampf- unb 3nlerrfknxt>nen. Damit et- forbt sich nach dem FaU von Rauling und Schang. politisch da« Pangtst-Problem. Unentbehrlich «ft die Ar bet diese» Stiel en- ke.ne Parte. unmittelbar vor den Wahlen wichtige Entscheidungen in Stcuerltagen keilen will. Deshalb diele Vori.cht unb d.e vielen Einwendungen in den 'LuSlchuftberatungen! 3ng.*n sich so b.-i den Cteuerfragen gewiUe innere Hemmungen, zu denen zweilellr« gewichtige sachliche Gründe hinzukommen. die da« Werk nut langsam in den Beratungen srrtlchrei- len lallen. Io wird die Orle'iauna de» Staat»- haushalt» im ZinanzauSichust nicht unerheblich durch äußere Mittel verlang1 amt Die Äom» m u n i H e n . die im hessischen Landtag nur vier Abgeordnete haben, sind nicht stark genug, um nach den Bestimmungen der Delchäsieordnung de» Haule» eine Stahlen zu bilden lie sind darum auch nicht im Finanzausschuß vertreten. Run haben sie durch eine klug ersonnene Lift doch erreicht, wa» sie wollen, sie haben saft zu jedem Kapitel des Staat»voranlchlag» A n- träge g e ft c 111. bie nach der Geschäftsordnung behandelt werden müssen auch sind die Antragsteller vom Ausschuß zu hören. Die Solge davon ist. daß die Kommunisten geradezu al» im Ausschuß vertreten gellen können. natürlich werden durch die vielen Anträge die Arbeiten ausgchalten. Ss zeigt sich hier wohl eine Lüde in der Geschäftsordnung de» Landtag», weil sie einer Partei auf Umwegen etwa» zu erreichen ermöglicht, wo» sie unmittelbar niart erlangen kann. Selbstverständlich wirkt sich diese» Verfahren nachher bei den Verhandlungen im Plenum ebenlall» al» eine Verzögerung au». Höchst wahrscheinlich werden darum die Etat»- Verhandlungen im QTlal sich durch eine Fülle von Sieben auözeichnen. Es war bisher schon üblich, den Beginn der Wahlreden und de» Wahlkampfe» gewissermaben in die Landtagsverhandlungen zu verlegen: diesmal wird e» kaum anders werden und so dürsten die Etatsdebatten vermutlich stark politisch gefärbt sein. Gin Vorspiel davon waren bereits bie ßanbtags- verhandlunaen wahrend der drei Tage vom 29. bis 31. März: sie brachten, namentlich am letzten Tage, längere politische Auseinandersetzungen, die kaum noch etwas mit dem Berotungsgegenstande zu tun hatten. (Ls ist Zwar eine Tagesordnung von etwa 30 Punkten erledigt worden, doch waren nur wenige wichtige Vorlagen darunter: an diese heftete sich auch die Aussprache. Die Erstredung de» Finanzge- fe tz e » von 1926 auf die ersten drei Monate des '.Rechnungsjahres 1927 fand keinen ernstlichen Wider- stand: wenn die Rechtsparteien nicht zugestimmt hoben, so geschah dies'aus formalen Gründen. Vach parlamentarischer Gepflogenheit lehnt die Opposition, das Budget ab; sie kann ihm daher auch nicht teilweise zustimmen. Die Aussprache, die sich im Zusammenhang mit dem Steueroorauszah- iungsgefefe über bie Mietpreiserhöhung entspann, hat zur Klärung der Ansichten im Haufe nur wenig beigetragen. Es kam schließlich zur Annahme des Vorschlag» der Regierung, wonach 8 io de» Steueraufkommens für den Staat und *lu für die Hausbesitzer bereitgestellt werden. Mit dieser Regelung ist, wie au» den Erklärungen her- vorging, eigentlich keine Partei einverstanden gewesen. Anders war e» mit der Regierungsvorlage über dieErrichtungeines Braunkohlen- fchwelkroftwerke» bei Wölfersheim; hier herrschte Im Grunde genommen Einmütigkeit; die kritischen Einwendungen bezogen sich vorwiegend auf die formale Seite der Verträge Die Wölsers- Heimer Betriebe hoben im hessischen Staatshaushalt immer die Rolle von Sorgenkindern gdpiclt, die Aussicht, daß sie nun gesunden und außerdem noch eine holde Million Mark Mehreinnahmen abwerfen sollen, hat die Mehrzahl der Abgeordneten der Vorlage geneigt gemocht, obwohl es sehr schwer ist, die Tragweite vieler Bestimmungen zu uberichouen. Am letzten Verhandlungstage gingen die Meinungen wieder stark auseinander. Auch die Regelung der Vergütungen für die Staatsdienstanwärter hat niemand voll befriedigt, und wenn schließlich ein Antrag angenommen wurde, der für die ersten fünf Jahre die Bezahlung nach den Sätzen der Regie- rangsoortage oorsieht und für die weiteren Jahre die Desolbungssätze de» Reiche», so war dies nur ein sich h. inner nationalen Selbstbefreiung au' bW Besitzestn. X. allo ou« führerlose Elemente, zu stützen. weil bie Buchenden zu stark nach Westen hin festgdegt seien unb mit ttrunb viel, trenn nicht alle» zu verlieren fürchteten. Da» Zangi'c-Problcm hol nrdb seine besonder.-ü bedenklichen Seiten für bie weih« Italic. n.cht ohne ihre Schuld. Durch ihre Ausbeu ung de» Land>» unb bie oft unmenschliche Behandlung brr Kult» hat sie die heutige gefährliche 2l:nwstphäre geschaffen. Wte kann Ue iich da über Srplostonen wundern! Sharakierifti ch ist in 09a,ten oft da» Benehmen der wc.ßen Rinder, bie chinesischen Bedienten onvertraul werden, ohne daß bick die Möglichkeit hätten, ihren Dienst treu, wie sie e» möchten, wahr- zunehmen ein so widerspenstiges. ungezogene», ja verächtliche» Bkfcn legen schon bie kleinsten der europäischen Rangen an den Tag Sogar in der japanischen Eisenbahn zwilchen Tokio unb dem Babeort Komakura mußte ich lefbft einmal ringrctten. um w.tße Kinder, die unbeaufsichtigt fid) ba laut al» einzige Herrensprößlinge gebärdeten. mit ein paar d.utüchen Worten zur Ruhe zu bringen, wa» im Beisein der Japaner unb ihrer mäuschenstillen Ämbtr höchst nötig war. Von sich aus vermag ba» Ausland nur noch rein menschlich burch ba» Beispiel de» Einzelnen ba» Pangife-Problem lösen, bie Äuli- Ssahr eindämmen zu helfen. 314 Ganzem ist auch merika. wo man augenblidlich mit ber wichtigen Feststellung beschäftigt ist. baß Ford» Barhermögen 2 Milliarden Dollar, dasjenige Rode- leller» bereit» fünfmal übertreffe, für die ibeeile Bekämpfung entfesielter besitzloser Mafien in Lhino längst auSgeschieden. Der Vangtle wird zunächst sein Problem allein lösen müssen baburch. daß et bie 3u»- breitung ber Borodinschen ©lüdögüter aufhält unb hemmt, befonber» im Frühling, wenn er, geschwellt burch ben Schnee von ben Hochgebirgen Tibet», rasend dohinschießt und über die Ufer tritt. Ehe aber ber Bolschewismus von I Qlorben kommt, hat sich vielleicht schon Herrn Borobin» Gehalt in ein letztes Al'schiedsgefchenk verwandelt, wofür auch ibcalgefimue Kommunisten überaus empfänglich sein sollen. Zwischen Moskau unb Peking liegt ja noch immer Gibt r i e n . baS nach ber soeben veröffentlichten Volkszählung wenig mehr als acht Millionen — unb keineswegs bolschewistische — Köpfe zählt. Da nun ber kommunistische Gedanke so schlecht I fliegen will, sollen denn auch neue Eisenbahnen für seinen Transport erbaut werden. Aber allein die jetzt neu — wie OstasienS Presse meldet — I geplante russische Bahn von Semipalatinlk nach chinesisch Turkestan, wohin von Peking auS z. Z. I Sven Hedin auf Kamelen strebt, soll W Millionen GolddollarS kosten. Wann wird die Baumwolle I das wieder einbringen? KeinenfallS vor der Lösung des Vangtse-ProblemS. EhinaS aufrichtige Freunde dürfen auf ben gefunden Sinn selbst seiner von Ratur guten unb I einfältigen KuliS bauen, auch wenn ihre Gesichter von Rot und Arbeit zersägt sind, und baS übrige ber chinesischen VollSkraft überlassen: sie muß sich rechtlich tote menschlich Bahn brechen zu nationaler Einigkeit unb wird dabei am Vangtse- Problem sicherlich nicht scheitern. Die Arbeiten des Hessischen Landtags, von unserer Darmstädter Redaktion. Zu Beginn diese» 3ahre» schien eS. al» wollten sich die parlamentarischen Arbeiten glatt vollziehen. Der Finanzausschuß trat bereit» im 3a- nuar zusammen und hätte, wenn er nicht durch andere Arbeiten behindert worden wäre, seine Beratungen so fördern können, daß sie biS Anfang März beendet waren. Da» Plenum de» Landtag- hätte dann in vier Wochen genug Zeit gehabt, um den StaatSvoranfchlaa zu verabschieden. Die Regierung hat jedoch dem Landtag, außer dem StaatSvvranIchlaa eine Reihe von Steuergefetzentwürien zugehen [affen, die erst ben Finanzausschuß passieren müssen. So wurden die 6tat»beratungcn aufgehalten, weil auch die Steuervorlagen im Ausschuß erörtert wurden. An dielen bat keine ber Parteien beS Landtag» eine rechte Freude und sie haben e» auch in Ijtr brechen muh Denn diese ist ja russische», nicht chinesische» Werk, da» Werk vor allein Michael Markowitsch I Borodin», de» rusisichen Berater» in Kanten. obwohl er nur englisch neben russisch spricht. iH cht chinesisch. 3m Jahre 1923 kam er nach Iljina und errang die Gunst de» verstorbenen I Kinesi'chen Rationalsozialisten Dr. Sun Pat Sen in einem Maße, daß dieser einmal ben ?.u»spruch tat: ..Vergeßt nicht. Borodin» Wort I v. mein Dort!" Da» wirkt nach. Der listige tchwarzhaar.ge Bolschewist tut nun folgende»: er macht au» dem chinesischen Soldaten, der bi»- ibtr nur ben Kr.eg seine» General» im Kopfe f)itte, einen Kämpfer für die Politik der Befitzlofigkeit. Dazu kann er nur Rull» gebrauchen, befonber» solche, bie bi»her 5ron-3rbeit für Ausländer leisten mußten. Da- | mit ist bann zugleich für die nahonal denkenden Shinesen ber nationale Standpunkt gerettet. ber al» solcher Herrn Borodin sehr un- rrnaenehm ist Ader es geht vorläusig nicht aiiber». Zu einem Journalisten hat er kürzlich qriagt, für den „reinen“ (!) Kommuni-mu» fei w'tuna leider noch nicht reif, e» werde noch mc6« rrre kapitalistische Zwischenstufen zu übersteigen bibcn. um zu diesem ^öhenziel zu gelangen. Bor bereiten soll immerhin die Wyampoa-Aka- drmie bei Kanton, die selbst au» dem Kuli einen k nimunisttschen „Akademiker" macht. Auch der christliche General Feng Vu Siang war ja früher Kuli, hat feine mannigfachen Methoden erfolgreicher Hinrichtung aber ohne Akademie gelernt. Borodin versichert, die bollchewistiIch« Propaganda fei jedenfalls besser al» die christliche, denn sie erstrebe mit irdischen Mitteln auch nur irdische Ziele, nicht himmsische. Die Ehinesen lassen sich emftöcilen feine Vermittlung gefallen und befahlen ihn jetzt sogar selbst, wa» zu denken gibt, kenn früher erhielt er sein Gehalt von Mo-kau. Qr ist nicht mehr Freund, sondern Angestellter. Den man bezahlt, den kann man entlasten. Solange er Ernfluß hat, bedeutet das Vangtse- Siroblem immerhin eine .Kuli-Gefahr, für Ehi- ■tefen sowohl wie für Ausländer. Ein befreundeter Südchinele schrieb mir vor einigen Tagen, daß bie politische und kriegerische 2u»rinanberiebung ben Vangtse entlang an sich jan» ungefährlich für Leben und Recht sein oürde, wenn Südchina nicht gezwungen wäre, Kleine Straftammer Giehen. • Gießen. Ö April Ein Pol.ze beamter beobachtete nacht» einui Arbeiter der am Eingang einer schon geschloffenen Dirsichaft staub unb auf Befragen angab daß er sich noch einigt Zigarren holen wo!!' Al» ihn darauf ber Wach«- meificr au» die bereit» langst c.ngetreime Polize.- ftunfe aufmerksam machte, antwortete er in sehr ausfallender kaum w ed rzugebender Weise. Wegen Beleidigung etbult er durch ba» Amtsgericht Butzbach eine Geldstrafe von 50 Mk. evtl 10 Tage Gefängnis Seine gegen Mele» Urteil zweck» Herabsetzung der Slrase eingelegte Bcru’ung hatte keinen Erfolg da auch heute das Ger>cht der gleichen Ansicht war. daß der Angeklagte durch nicht» zu diesem Vorgehen veranlaßt worden war. und daß bie Polizei beamten in ihrem nicht leichten Dienst nur burch Verhält- ^ung empfindlicher Strasen gegen derartige Aug- Ule geschützt werden müssen. Ebenfalls keinen Erfolg mit feiner Berufung hatte ein ZuchthauSgefangener. ber einen Strafanstalt-Wachtmeister ohne jeglichen Grund beleidigt hatte Rur mit Rücksicht daraus, daß c» sich bei dem Angeklagten um einen lehr nervösen Menschen handelt, lab da» Gericht davon ab. die erkannte Gefängnis- ftrafc noch zu erhöhen. Weiter wurde em z. Z. in Marienfchloß Strafe verbüßender, trotz seine» jugendlichen Alter» erheblich vorbestrafter Gefangener vor- geführt, der wegen absichtlicher Beschädigung de» Zelleninventars durch da» Amtsgericht Butzbach zu zwei Monat Gefängnis verurteilt worden war. Auch feine Berufung wurde kostenfällig verworfen, ba die erkannte Gefängnisstrafe in anbetracht feine» ganz rabiaten Verhalten» für durchaus angemessen erachtet wurde. Wegen Diebstahl» eine» Ringe» wurde ein 18 3ahre alte» Mädchen durch ba» Amtsgericht Ortenberg an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von vier Tagen zu einer ©elbftrafe von 40 Mk. verurteilt. 3n ber heutigen Verhandlung beschwor die Eigentümerin de» Ringe», daß sie leibst der Angeklagten den Ring von dem Finger gestreift habe, unb daß diese damals zu ihrer Gntlchuldifliing angegeben habe, daß sie b?n Ring, ben sie sogar mit nach Haufe genommen hatte, nur habe .putzen' wollen Trotzdem bestritt bie Angeklagte, ben Ring jemals besessen zu haben. Da ba» Gericht e» für nötig hielt, noch nähere Erkundigungen über daS Vorleben ber Angeklagten einzuziehen, wurde bie Verhanblung auSgefetzt Gin wegen Betrug» durch ba» Amtsgericht Ortenberg zu 60 Mk. ® e I b ft r a f e verurteilter Landwirt nahm bie gegen ba» Urteil von ihm eingelegte Berufung zurück, woraus auch die Staat»anwaltfchasi die vorsorglich eingelegte Berufung zurückzog. Ein wegen Betteln» in ben letzten Jahren erheblich vorbestvafter älterer Mann au» einem benachbarten preußischen Ort, dessen Strasrealster in früheren Jahren eine sehr große Anzahl Vorstrafen wegen Eigentum» bei ute aufweift, war wegen Bettelns durch baS Amtsgericht Gießen xu vier Wochen Haft verurteilt worden, dagegen hatte man von ber llebertoeifung an bie LanbeSpolizeikxchörde abgesehen. Die be»wegen von ber Staatsanwaltschaft verfolgte Berufung hatte mit Rücksicht auf ba» Alter de» Angeklagten keinen Erfolg. Lprcchftunden brr Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt elngefanbte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wirb keine Gewähr übernommen. Unjelgenaufttäge sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richten. 3361 JJ65Ö * ngetommenl f)6n Wv beit [betiöj Mod. gM' ,s «•* Kir»*;,. W1 as* B Hust^ iet KKAL 56$ Kcntra'' versa«"«^ im Märtyrer der Liebe. Roman von 3. Cchneide^-Förstl. 43 siortsetzung. Nachdruck verboten. ,jr)errflott. wenn man auch so wandern könnte. — Roch einmal so wandern!" Reichmann saß in siibertts Karten, da, wo der Schatten am tiefsten oar unb dar Astwelk einer Vlutduche beinahe änc Laube bildete. Er streckte beide Füße von sich mb lehnte den blonben Kops gegen ben glatten Stamm. „So wandte doch!" saate Hilbertt. Er hatte die Bugen im naldschtas geschlossen. Die Hitze machte trldblaffen. obwohl kaum zehn Meter weit ber kleine vlufo vorübergurgelte unb ber Hochwald seine Schatten beinahe bis herüber warf. „Wandern möcht' ich! — Hörst du, Hans Jörg?' „Ja doch, ich hab's gebärt/ „Faulpelz/ schalt Reichmann. ..Mach' doch die flugen auf! So kann man ja gar nicht vernünftig nit dir sprechen/ ..Wa» soll's bennf Hikbertt ermunterte sich und ab den Freund an. .Also'" Reichmann machte mit der Rechten einen nifb durch die Lust. ,3d) nehme für drei Wochen Urlaub und du vertrittst mich!" „Schön 1" „Zu tun ist nidyt viel jetzt. Ich wenigstens hab' zur Zeit keinen einzigen schweren Fall, der dir Zeit rauben und Mühe machen würde/ ,3a/ ,JDu bist spartanifch kürz, Hans Jörg. Denn ich zejagt hätte, 'ch habe den Typhus, hättest du wahr- cheinlich auch nur .Schon' und La' gesagt!" Hilbertt lachte. „Also du willst wandern, mein Reber, und ich soll dich venreten. Ich habe beides irfaht. Und deine grau?“ „Auf das habe ich nur noch gewartet/ spottete steichmann. .Die kann ich natürlich nicht mitnehmen. Die Liesl taugt jetzt nicht zum Wandern/ „Weshalb?--Laß mich erst ausreden, Georg. Zum Wandern, so im strengen Sinn genommen, elbswerftändlich nicht. Aber du könntest deine Frau nttnehmen und sie an irgendeinem schönen Fleck Erde einquartieren, von wo au» du dann deine Touren machen kannst/ „Der weise Salomo/ sagte Reichmann mit einer Derneiguna. ..Deine Siebe ist groß und dein Rat ist gut. Also, die Liesl kommt mit/ „Sie wird sich unendlich freuen, Georg." Reichmann faßte ihn an ber weihen, weichen Hemdbrust und bog sich zu ihm herüber. „Ein anderer hätte gesagt: Laß deine Frau da. Und hätte sich wer weiß was dabei gedacht unb erhofft. Kneif' nicht aus/ befahl Reichmann, als chn Hilbertt ab« schütteln wollte. „Du bist schon der, für ben ich dich gehalten habe. Hans Jörg. Die Hanna faat, du seiest der edelste Mensch, ben bie Erde trägt Und sie hat recht'" In Hilbertts Gesicht stand eine glühende Flamme. „Seit mann schmeichelst du? Anders bist du mir lieber/ „Ra ja! — Du hättest es ja nicht gerate zu wissen gebraucht. Aber nun du's weiht, schadet'» auch nichts. Aber jetzt fetz' deiner Weisheit die Krone auf. Do soll ich meine Frau einquartieren?" Hilbertt schloß im RaGdenken die Augen. Gr zog die Schultern hoch, und feine Stirn zeigte ein paar tiefe Falten. „Laß sie bei meiner Mutter", sagte er aufsehend. Reichmann sprang wie elektrisiert in bie Höhe. „Glücksmensch du! Natürlich bei deiner Mutter! Do denn ionft? Ser Gedanke ist einfach prächtig. Bc''cr ist sic nirgends aufgehoben. Ob deine Mutter wohl ein freies Zimmer für uns hat? Es wäre ewig schade, wenn sie uns nickst behalten könnte/ ,5d) will ihr schreiben!" Hilbertt erhob sich und schüttelte ben letzten Meinen Rest von Schläfriakeit ab. .^eute ist Samstag. Bis anna, die Koster vorn I Speicher, meine Genagelten schmieren, die Joden- joppe, wenn sie die Motten nicht schon gefressen haben, und meinen Rucksack!" „Gerechter Gott! Der Herr Doktor . . / „Verreist. Jawohl", ergänzte er lachend „Und bie Frau Doktor?" Reichmann sah Hilbertt mit einem Blinzeln an. „Dieder eine. Verstehst du wohl?" — „Die Frau Doktor kommt natürlich mit", wandte er sich an Hanna. Elisabeth war unter die Tür des Wohnzimmers getreten und war so rachlos vor Staunen. Sie vergaß sogar Hilbertt zu begrüßen. „Georg, ist es wirklich wahr?" „Sieh einmal die Weiber, Hans Jörg. Meine Frau hat Ohren wie ein Luchs. Also, es ist wirklich 3. Wir oerreifen, du and ich und ber Junge. du mir keine Geschichten deichselst, Liesl Sonst nk' ich mich im Lobenlee." An den Bodensee ping’s! Ihr Herz klopfte in eiligen Schlägen. Ein tiefes Rot ber Freude lag auf ihren schmalen Banoen. Einen Augenblick zögerte sie, dann warf sie beide Arme um ihren Mann und drückte chr Gesicht gegen besten breite Schulter. Reichmann legte die Hand unter chr Rinn. ,>jab* ich's nicht gefugt. Hans Jörg, daß sie mich vor Glück» feliakeit erdrückt? Dir werden bei Jörgs Mutter wohnen können, Liesl. Es wirb dir gefallen. Die Berge mache ich allein, aber es gibt noch taufend anderes, wo du mit dabei fein kannst . . * „Unb deine Pattent en?" frag sie wie in plötzlichem Erwachen. „Die häna ich Hans Jörg an den Hals. Er wird Ichon damit fertig werden!" beruhigte er. Hilbertts Mutter hotte Platz. Schon am Mittwoch lief ein Telegramm ein des Inhalts, daß ein Zimmer mit zwei Betten freistehe .Kommst du nickst mit, mein Bub?" war der Mitteilung angefügt Die gerne er mitgefommen wäre, das durfte die Mutter nicht wisten und Reichmann noch rief weniger. Damals, an dem Rochmittad im Garten, hatte er es sich Io schön ausgemalt, rote wundervoll das würde, wenn er in die Heimat könnte, Mutter zu überraschen unb wieder em paar Wochen an ben Ufern feines geliebten Dobensees zu weilen. Mitten in seins Träume war bann Reichmanns Frage gekommen, ob er ihn vertreten wollte. „Kusgeträumt!" jagte er resigniert. Vielleicht kn Spätherbst, wenn dos junge Paar zurück kam. Zwei Jahre hatten er und seine Mutter sich schon nicht mehr gesehen. Im vorigen Sommer, als er sich Urlaub nehmen wollte, hatte unter den Hindern eine Masernepidernie eingesetzt, bie ihn in Eisenbach Hl- hielt: Heuer nun kamen ihm Reichmanns Pläne bazwischen. Mutter würde sich gewiß sehnen nach ihrem Einzigen. Aber er würde reifen, sobald es sich ermöglichen liefe. Die Hauptsache war. daß Elisabeth sich freute. Er brachte ihr noch einen fRiefenftraufe roter unb weißer Rosen zur Bahn: feinen aanzen Garten hatte er geplündert. .Hch will sie sorgsam hüten. Hans 3ärg/, versicherte sie. „Die schönsten davon bekommt Ihre Mutter als Gruß von Ihnen/ Im Rachhausegehen dachte Hilbertt immer darüber nach, wie bas kam. daß sich feine und der Iungen Frau Gedanken so oft in Uebereinftimmung trafen. Meist sprach fie bas aus, was er buchte, und bin und wieder hatte sie ihn schon angeftaunt: .Hans Jörg, woher kommt es, bafe Sie mir beinahe immer das Dort vom Munde nehmen?" Woher es kam? Ja, das frag er sich selber wieder und wieder. 6» mußte doch irgendwie Gleiches. Uebereinftirnmenbes in ihren beiden Serien fein. Während Hilbertt ben Rätseln ber Psyche nachsann, >aß Reichmann am halboffenen Fenster eines Abteils des O«Zuges, der ihn immer weiter von den heimatlichen Wäldern wegführte. Er reckte die Arme und dehnte seinen Körper im Uebermafe von Lust und Erwartung. Herrgott, war bas köstlich! Da sah man doch endlich die Welt einmal wieder, wie sie in Wirklichkeit war. An nichts wollte er denken! An gar nichts! Weder an feine Praxis, noch an Haus und Hof unb Garten, und bie Liesl, na, bie faß ja mit strahlenden Augen neben ihm und fand kaum ein Wort vor lauter Dafeinswonne. Georg — ich wußte nicht, daß bie Weit so roun- dcr-, wunderschön Ist." ,3a, mein Häschen, und fie wird immer noch ichöner — immer noch schöner." Die junge Frau wurde nicht müde des Sehen». Aur am Nachmittag fielen chr für ein Stündchen bie Augen xu. Als sie erwachte, nahm Reichmann bereits die Hanbkofter aus dem Gepäcknetz unb half ihr sorglich in ben Mantel. (Fortsetzung folgt) Der Sammler aus Kunlt und Wissenschaft. Gesellschaft fürErd-undvölkerkunde 3um Gedächtnis Mod) • Hrünbcrflo. Der letzte Vortragsabend der Gesellschaft für Srh- und Völkerkunde war dem Andenken deS verdorbenen Forschungsreisenhen und Völkerkundlers Theodor Koch-Grunberg gewidmet 3n der lehr stark be- setzten Reuen Aula der Universität begrützie der Vorsitzende der Gesellschaft. Prof. 3. Klute die Versammlung mit folgender Ansprache. .Meine sehr verehrten Damen und Herrn! Datz die Gesellschaft für Srd- und Völkerkunde *u Giehen daS Andenken Koch-Grünberg- durch dielen Abend ehren will, dazu hat sie das Aechl und die Pflicht. Einmal verbinden die Mitglieder mit dem verstorbenen das Vand der Stammesvcrwandtschaft, denn eine lange Aeih« seiner Ahnen lebten In Ober- Hessen, in der TD eil trau und dienten dem Hessischen Staate im höheren Forstdienst und als Geistlich«, wie auch sein Vater als Dekan in Grimberg sein Leben beschloh, wo Theodor Roä) 1872 geboren wurde. Andererseits hat der Dahinaegangcne deü öfteren durch die Verichie seiner Aeisen die Gesellschaft erfreut, deren Mitglied er war. und halte Irin« geographischen Studien bei dem Gründer der Gesellschaft. Geh Rat Stever-abgeschlossen. Und wie die Gesellschaft die Verdienste der Lebenden durch die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft anerkennt. so ist eS ihre Pflicht, den zu früh Dahingegangenen durch ein Gedenken zu ehren und die Erinnerung an ihn wach zu halten. Die GeburtSstadt Grünberg ist mit dem 'Hamen deS Verstorbenen verbunden, und er schrieb mir einmal, als ich in Unkenntnis der tzerkunst deS Doppelnamens daS Wort falsch geschrieben hatte: .Ich nenne mich Koch-Grünberg nach dem Städtchen in Oberdesten, wo ich meine Sturm- und Drangperiode verlebt habe." Und eS war in diesem eigenartigen '7Hcn|d)cn mehr Gä.ung und innerer Kamps, mehr Leidenschaft und Kraft, als in anderen. Dies zeigte sich auch noch in seiner Studentenzeit in Giehen, seiner AktivitaS bei der Landsmannschaft Darmftadtia, von der manch' lustige Erinnerung weiterlebt. Vach bestandenem Gramen war er in Giehen und Offenoach^m Schuldienst tätig. Seine Persönlichkeit fand in seinem Aeuheren Ausdruck. Er gehörte jenem dunklen Schlag von Menschen an, der gerade in Oberhesten häufig ist, von hohem schlanken Wuchs, mit markanten Ge- sichtSzügen und strastem schwarzen Haar. Aus seinen dunklen Augen mit offenem Blick schaute sein 3nnc- reS Die Traume der Jugend waren der sehnliche Wunsch deS reifenden Manne- geworden. €ie sanden in der Veise mit Hermann Meyer, dem Leipziger Verleger und Wissenschaftler, an den Lingu ihre erste freudig ergriffene Verwirklichung. Vach seiner Rückkehr ist er Assistent am Museum für Völker, künde in Berlin uno seine Veiaung von ehemals wird sein Beruf. ES folgt bald seine erste grohe Veise, die er allein unternimmt. Sie führt ihn an den Vio Vegro und Vio Dapurä im Amazonas- gebiet, und eine reiche Ausbeute ist das Ergebnis Der zwei Jahre in der Wildnis. Sie zeigt deutlich neben der wissenschaftlichen Begabung die Koch- Drünberg eigene Fähigkeit. das Vertrauen der Indianer zu erwerben, eine Zähigkeit, die letzten Ende« im Gemüt und Charakter eines Menschen verankert ist. Denn wie Kinder haben die Wilden ein instink» tioeS Gefühl für den Menschen und eröffnen nur dem ihr inneres und eigenes Wesen, der eS achtet und begreift. Welches Zutrauen beweisen schon die Zeichnungen der Indianer, die Koch-Grünberd gesammelt hat. «enter seine Teilnahme an allen ihren geheimen Festen. Dadurch konnte er tiefer in ihre Psyche eindringen alS viele andere. Vach seiner Rückkehr folgen ruhigere Jahre der Ausarbeitung und seine Habilitation in Freiburg i. V. 190) Gerne bin ich damals seinen Vorlesungen gefolgt und habe mit Begeisterung die au-griuchten Stücke seiner Lamm- iungen betrachtet, deren ja auch daS ®iebener Museum eine AuSlefe besitzt. Eine neue Veise führte ihn 1911— 1913 nach Vordbrasilien und Venezuela, in das Gebiet des Vio Branco - Uraricuern und des unerforschten Vio Bentuari. eines Vebenflustes deS Orinoco. Seit 1915 ist er Direktor des Museums für Länder- und Völkerkunde in Stuttgart. Vach dem Kriege erwacht auch in Koch-Grünberg wieder die alte Sehnsucht nach neuen Forschungen, denn obwohl er manchen unbekannten ^ndionerttomm inS Licht der wiffemschaftlichen Forschungen gezogen und den Schleier manche- Strome- gelüftet hatte, der bi- zu seinem Kommen für die Wissenschaft ungesehen und ungekannt in breiten Schlingen und reihenden Stromschnellen durch den dunklen Urwald sioh. so hatte ihm jede neue Entdeckung eine Menge ungelöster Probleme mitgegeben, die ihn bewegten und wieder hina «trieben. Da eS in damaliger Zeit in Deutschland an Mitteln fehlte, wenn auch der Geist der Forschung keineswegs erloschen war. so ist eS leicht verständlich, dah Koch-Grünberg daS Angebot von Dr. Vice annahm, diesen auf einer groh angelegten und reich auSgestatteten Erpedilion zu begleiten, deren Ziel die Quellen deS Orinoco waren. Vice wuhte, dah er in Koch - Drünberg den besten Kenner dieser Gebiete für sein Unternehmen gewonnen hatte. Während der verstorbene auf seinen früheren Reisen in anspruchloser Weise gereist war, und seine groben Leistungen seiner eigenen Tatkraft verdankte, seiner vollen geistig-körperlichen Hingabe an die Reisen mit all ihren Strapazen, io standen der amerikanischen Expedition die modernsten Hilfsmittel reichlich zur Verfügung. Doch war eS ihm nicht vergönnt, diese seiner Arbeit nutzbar zu machen. Auf seiner ersten selbständigen Forschungsreise stand ihm daS Gedenken seiner Verlobten zur Seite, die über JahreSsrist ohne jede Vachricht bleiben muhte. Vach seiner Rückkehr führte er sie als seine Frau heim, und sie stand ihm in seinem arbeitsreichen Leben treu zur Seite. Voch deS öfteren fiel in diese glückliche Ehe der Schalten der Trennung, bis zu jener Reise, die zur letzten Koch-DrünbergS wurde. Er erlag dem Fieber, dem er früher so oft widerstanden Halle. Wenn wir uns vor diesem Schicksal neigen, so können wir unS doch wieder aufrichten im Gedanken an den Verstorbenen, der seine Ziele mit vorbildlicher Kraft und Zähigkeit verfolgte und auf seinem Arbeitsfeld den Tod fand." Darauf bat der Vorsitzende die Anwesenden, sich zur Ehrung deS verstorbenen von den Sitzen zu erbeben. — Der Vorsitzende begrübt« hierauf den Vedner deS Abend-, Herrn Hermann Denglet aus Stuttgart, der Koch - Grünberg auf der letzten Äeifc begleitet und bis zu seinem Tode In aufopfernder Weise gepflegt hatte, und erteilte ihm daS Wort zu seinem Vortrag über die Kavahid- Indianer. Die Kava hem (Mehrzahl von Kavahib» sind ein Indianerstamm, der da- Urwaldgebiet am oberen Madeira, einem rechten Vebenflutz de- Amazonenstroms, bewohnt. Die Verkehrs entlegen- beit, die auhervrdeutlich schwere Zugänglichkeit des Urwaldes, wo nur die groben Ströme ein Dor- wärtskommen ermöglichen, hat es mit sich gebracht, dah biS n'.f) wenig hem oder Parinnntin. wie sie von ihren 3emben spottend genannt werden, mir wild« öerüchte umgingen. Doch war nichts Tatsächliches berichtet worden. Am längsten von allen Indianersiämmen hatten sie sich jeber friedlichen Berührung mit en entzogen. Jm ? 1 wurde einem Deutschen, der oon einem Indianerhäuptling adoptiert worden war, die Anbahnung triedlicher Beziehungen zu den Kavadem au,getragen Er Drang m ihr Gebiet vor, bekam aber zunächst überhaupt keinen einzigen Indianer zu Gesicht. Erst im März 1922 landete er mit seinem Boot mitten im Kava- hid-Gebiet, errichtete ein WellblechbauS und hatte nun eine Reihe schwerster Angriffe der Indianer zu bestehen, die er alle mit erstaunlicher Friedker- tigfeit erwiderte — so band er Geschenke an Ne zusammengelesenen Indianerpfeile und steckte d e Pfeile entfernt von seinem HauS in Den Boaen zum Zeichen srieDlicher Gesinnung. Die Langmut blieb nicht unbelohnt, wiewohl es sehr lange Dauerte, biS Die InDianer Die Scheu ganz überwunden halten. Allmählich bahnte sich ein friedlicher Verkehr und Warenaustausch an, bei dem zum ersten Mal ein Weitzer Einzelheiten über die sehr eigenartige Kultur der Kavahem erfahren konnte. GS sind meist schöne, ziemlich kleine Gestalten mit angenehmen GesichtSzugen. tiefschvarzem dis rotbraunem Haar, bellrvilichgelber braunaetßnter Haut, die Körper meisten- dunkler al- daS Gesicht. Die Frauen gehen ganz unbekleidet, die Männer tragen prachtvollen KrieqSschmuck. in Dem Vogel» feDem (SiaDeme) und Pflanzenfasern Die wichtigste Rolle spielen. Bogen von zwei Meter Länge, Dolch, meffer auS BambuS unD Pfeile stad Die Bewaff. nung. Die Behausungen Der Kavahem sinh noch kaum von einem Weitzen erblickt worden. Sie sollen sehr lang und oft auch sehr hoch sein, aber wenig HauSgeräl enthalten 2114 Verkehrsmittel dienen RindenkanuS von fünf bis sieben Meter Länge- So wenig über Die Deisteskultur und gesellschaftliche Schichtung Der Kavahem bekannt ist, so ist doch jetzt schon erkennbar. Datz sie weit bester sind alS ihr Ruf. Die Frauen erfreuen sich einer besonders guten Stellung, ja sie leben in völliger Gütertrennung von Den Männern. Selbst das Eigentum her Kinder wird berücksichtigt. Datz da- Zauberer- und Beschwörung-Wesen eine grohe Rolle spielt, kann bei der geringen Berührung mit der Autzen- well nicht wundernehmen. Aber auS dem Umstand, dah die Kavahem nur zwei Zahlworte haben, darf man nicht auf geringe geistige Höhe schlietzen. Sie sind im Gegenteil vo» schneller AuffastungSgabe und scherzen oft und gern. Ihre gefürchtete Wildheit beruht auf der eigenartigen Auftastung vom Krieg. Der Krieg ist für sie eine Art Sport. Der Kopf deS Feindes ist das heitz ersehnte Ziel jeden ManneS. Mit dem abgeschlagenen Kopf deS Feinde- zum Tanz zu schreiten, gilt al- höchste ManneS« ehre. Darum werden Kriegszüge aus irgendeinem nichtigen Grund unternommen. Gefangene nie geschont. Die nunmehr vorgenommene Befriedung Der Kavahem hat ihnen diese- Krieg-ideal geraubt und ihnen damit fast den Lebenszweck genommen, sodatz sie langsam aber offensichtlich verkommen. Die Kullurm'.ff ion hat Beste- gewollt und ein leb«* kräftiges Volk dem Untergänge pretigegeben. Die Ausführungen de- Redners waren eo» vorzüglichen Lichtbildern begleitet und wurden mit dankbarem Betfall ausgenommen. P. Oberhessischer Seschichtrverein. Tr. ärektorialaffistent am 'Jan» de--Museum Vasiauischer Altertümer in Die-baden, bereit erklärt. Er sühne etwa Folgende- aut: Grabungen de- Lande-rnufeumS Vasiauischer Altertümer in Wie-baden vor dem Kriege ergaben, datz die .Burg" bei Ritter-Hausen an fet Wasserscheide zwischen Dill und Siea 'r tilgen Hfr sprungs und von Germanen nie benutzt war Dagegen ist der Dünsberg von diesen um Die Zeitwende au-gebaut. Vachdem nun auch bei E,l«m- rvtb auf der Wasserscheide -wischen Dill und oberer Labn germanische Gräber der spätesten Sisenzeft aukgetaucht waren, muhte die Frage von grotze, Intereste werden, weichem der beiden genannten Völker der Heunstein bet Dillenburg zuzuweisen sei Ausgedehnte Grabungen de- vortragenörn in der Ringwallanlage in den Iabren 1925 und 1926 liehen erkennen, dah sie genau wie die Wälle de- Dün-derg- den Germanen, wahrscheinlich Ehatten. zuzuweilen ist, die die einst gewaltigen Mauern in Den Kämpfen gegen Die Römer errichtet haben. Die Schichtung innerhalb des einen Haupt- walleS ergab Drei Bauzeiten tBrustwebrmauer, Erdsteinmauer. reine Steinmauer), von Denen Die bei Den ersten zeitlich eng zusammen gehören, während Die Dritte von jenen Durch einen längeren Zeitraum getrennt war. Dagegen zeigen die Funde, dah alle Perioden der späteren Silenzeit. also den bei. Öen Jahrhunderten um Ehristi Geburt angeboren. Daraus ist zu schliehen, datz die letzte Blauer in dem Domiiianischen Lhattenkrieg (63 n. Ehr.» zu» gründe gegangen ist, und die beiden ersten Be'esti. gungen während der Augusteischen Feldzüg« (Schlacht im Teutoburger Wald«' entstanden. Der Berg war nur eine Fliehburg, d b er wurde nur in Zeiten der Vol autgesucht, nicht dauernd besiedelt. Dafür waren die Wasterverhäftniste zu schlecht. Die gewaltigen Pionierarbeiten der ausgezeichnet dem Gelände angepahten Betest'gungcn. di« wirtschaftliche Borsorge für hie Zeiten deS Krieges (Ackerraine) unb her Umstand, datz der Heunstri» ja nur ein Glied einer gewaltigen Maste vo» Ringwällen de- Westerwalhe-, TaunuS und her östlichen Vachbargebirge ist, alle nach wohlüberlegten taktischen unb strategischen Gesichtspunkten angesetzt. — daS alle- lätzt uns auch diese Germanen in ganz anderem Lichte erscheinen, al- sie tue landesübliche Meinung siebt. So wächst die Ring, wallforschung über die wiffenschaftlichen Inter, si.« weit hinaus. Wir flehen dort am Anfang der deutschen Geschichte, Die wir seither nur durch die drille der Römer sahen, nun ober auch auS unserem eigenen Grund und Boden erfassen können Der Vortragende fand lebhaften Beifall. Besonders zu bemerken ist, dah die zahlreichen von ihm selbst gemachten lu’nohmen. die im Lichtbild gezeigt wurden, auhekvrdentlich tchön und f'.ai und und wesentlich zum Verständnis des Vorlrag- bettnigen. Dr. M. Ein preisgefrönter Roman. Juliane Mat): „Abenteuer im Sommer". Wer ist 3u(iane Kay? Wer batte diesen □tarnen zuvor gehört? Keines der üblichen Vach- schlagewerke gab Darüber Auskunft. WaS wir jetzt wissen, ist noch immer nicht allzuviel: diese bU vor kurzer Frist gewissermaßen namenlose junge Dame aus Oesterreich halte einen Einfall, schrieb einen Roman, und dieser Roman wurde von einem sehr zuständigen unb berufenen Richterkollegium unter vielen, vielen andern auSerwahU: Iuliane Kao erhielt für da» Buch .Abenteuer Im Cammer"*) den Iugendpreis Deutscher Erzähler 1926 (abermals fiel ein wichtiger Li.eraiurprei- de- vergangenen IahreS nach Oesterreich) — in Höbe von 10000 Mark, und nut einer Erstauflage von 10000 Exemplaren Und nun wir diese- (übrigen- entzückend au-geftattete) Buch gelesen haben, wissen wir zwar von der Person der Iuliane Kav Immer noch nicht viel, visien aber #unh freuen uns hoffen), bah hie junge deutsche Literatur um einen hoffnungsvollen Flamen reicher aeworden ist; zugleich freut man sich auch Darüber, dah dieser IugendpreiS nun jede- Iahr verteilt werden wird, das scheint un- notwendiger au sein als eine Dichterakademic LS soll durchaus keine Wertung, sondern ein- such eine nicht uninteressante Feststellung sein, wetin wir uns erinnern, dah vor genau 30 Fahren schon einmal jemand den Einsall der Iuliane Kay hatte und auch einen Roman daraus machte, damals uxir H ein Mann, ein Professor für Mathematik und Physik. namenS Kuri Lasiwiy, und sein mit einer fabelhaft plastischen Ein- blldung-kraft geschriebener Xoman hiesi .Auf -Wei Planeten' Sicherlich war Iules Verne nicht ohne Einflutz auf ihn aeblleben; aber e- kommt un- hier so wenig auf eine bequeme JUuftnerung bet Goetbeschen Wortes an. dah alle- Gescheite schon eiiunal gedacht worben lei, une etwa darauf. Den Roman der Kav literarhistorisch-cntwicklung-- geschichillch cinzuoronen. Viel interellanler ist, zu sehen, wie au- ganz ähnlichen Ideen Grundverschiedene- künstlerisch entwickelt wurde. Lasiwitz gab vor 30 Iahren eine mit wunderbarer geistiger Abenteuer im Sommer. Rowan Mit einem Gelritwon von Iakvb Schaffner. U5 Selten Deutsche Buch^önneinfchaft G. m b H.. Berlin 125 Beweglichkeit inS Futurum der Menschheit springende Phantasie, einen Marsrvman. eine Zu» kunstSmufik. die heute, im Iahre 1927, so ahitell ist (unb von Tag'zu Tag aktueller Wird), dah man sich Wundern und bedauern muh. wie wenig her Roman des verstorbenen Professors bekannt und verbreitet ist. Aber wir wollten ja von Iuliane Kay sprechen; der gleiche, über die Grenzen unlere- kleinen Planeten hinau- reichende Erstlingsge» banke, zwei Weltkugeln irgenbw e mit einanher zu verbrühen ... her spukhafte Einfall, gewiffer- wahen jemanden vom Himmel fallen zu lassen in Bezirke hinein. Die von seiner Heimat durch Lichtjahre getrennt sind: — dieser Gedanke, der vor 30 Iahren zu einem naturwissenschaftlich gründlich unterbauten Deltmärchen wurde, reiste im Herzen der österreichischen Iuliane au einem entzückend unweit gemäßen, romantischen Idyll auf her alten Erde. Ihr genügt her erste Anstoh; Mars sendet einen au- und läht ihn, armselig und hilflos, unter uns fallen Sr ist da. Die- flenügt Ihr. 3ener damals bevölkerte, belebte, bebaute und durchdachte einen fernen Himmelskörper mit feiner ftaunendtoeri ins Kleine dringenden öinbilöungdfraft — diese hier steht mit großen Augen vor dem einzigen Wunder und schlagt gleichsam über UnfahlicheS die Hände zusammen, über dieses kaum glaubliche und nicht ganz geheure Abenteuer, das da beginnt mit den schlichten Worten: .Und da standen wir auf der Terrasse und sahen hie Aolenstöcke an...“ Denen nun dies wiberfährt. solches Wunder und Abenteuer im Sommer, sind d»e Geschwister Wolfgang und Blanka von Bradoch und ihre Freund.n Emma Bolche die Bewohner des sehr alten, sehr vornehmen, sehr kultivierten und — mü einem Dort — sehr uiueiiflemäbcn und gegenwartsfernen Schlosse- Bradoch. e.neS Schauplatz«». wie ihn Rilke und Hoftnann-thal schaffen und bevorzugen würden. Menschen sind da-, die so merkwürdig fern und autzerhalb unserer hastigen und nüchternen Gegenwart stehen, Leute. Du Die Glockenschläg« ihrer Uhren zählen, und ftM non Der Höhe ihre- alten, kühlen ade« Uflen Turme- in Die flimmernDen Farben de- Sommerabends hinau-fchauen können. Deren Gespräch« In- Schweigrn einfacher Gemeinschaft Der- kl.ngen; Geschöpf«. Die aus bi« Climmcn Der Er» tnntrung und Der Vergangenheit zu lauschen vermögen, Den Vllck ihrer Augen m sich selbst gt- ächtet unD Die mit Den Ahnenbildem leis« Zw^elprache hallen, welch« ruhig und gleichtam nritlebenh an ihrem Beisammensein teilhaben; so sinh Die. Denen die- Widerfährt: sie standen in einer duftenden Rächt auf her Terrasse unb sahen Die Rofenstöck« an; unb siehe, ha begab eS sich, bah auS ben Rosen ein Mensch sich erhob — ein Mensch? gleichviel: — ein Gesicht zu ihnen herüberleuchtete, ein Wesen ihnen ent- aegenfam, Da- — wie soll man lagen? — vom Himmel gefallen War, von einem anhem Stern. 0o fängt Diese Geschichte an; Romantik anno 1927. UnD Dann? W;e geht eS weiter, einen Sommer lang? ES ist schwer. DaS Gegen- (tänbliAe dies - BucheS in Worte au fassen. Man kann eigentlich nur versuchen. Die ersten AkkorDe wieder anzuschlagen unD Weitcnuge(>en. hafi Präludium dieses Romans. Es ist nicht so. alS ob eS ihm an Handlung sehlte; im Gegenteil: man fühlte sich fast verwirrt, wenn man unternehmen sollte, mit kurzen, zusammen- fassenden Worten DaS zu wiederholen. waS in den folgenden Kapiteln sich anfpinnt und auftut an Ereignissen und Erlebnissen unb Gesprächen und visionären Szenen, waS vor uns hintr tl an leibhaftigen unb dennoch traumhaft vorüber- gleitenden und fich verlierenden Gestalten und Gesichtem. Der ..Inhalt" der zweiunhzwanzig Kapitel d«S Buches lebt eigentlich nur in ben seltsam versponnenen Ausstrahlungen jener ersten erregenden Idee — und er w rd t>egrenzt vom Zeitpunkt deS Erscheinen- und Wieterver- schw.ndens jene» Mannes von Drüben. Des Herrn ötern"; man Würbe Der Eigenart Dieses neuen Buches nur Abbruch tun. wenn man versuchen wollt«, auf geDrängtem Raum mit Dürren Dorten den Gang Der HanDlung in seiner Kapitel- folg« nüchtern auszuzählen: unD wahrscheinlich würde auch gerade das Best« an dem Roman dabei verloren gehen. Man muh ihn lesen und sich mit ihm auSeinanderietzen Iakob Schaffner, Der schweizerische Erzähler. bat Dem Roman ein Geleitwort gefchr e- oen. mit Dein et ihn gewisscrmatzen in bi« Literatur cmführt unD Dem verehrlichen Publrco horftellt, er spricht dabei nicht nur von allen Bvrzügen. L.cbcnSwürDigkeiten und Genialitäten — auch non den Mängeln eines jugendlichen Grifte». D.p möchten Die Schattenseiten De» Roman» - welches Erstlingswerk hätte kein«? — im wesentlichen in gewissen, formalen L nzilhriten wi«DerfinDen Der Stll, Di« rr-ähl«rftche Form Der Iuliane Kay ist nicht frei von allerlei sprachlichen Ungrichlifsenheiten. Hemmungen. Fehlem. Unklarheuen unD Provinziali-men; man könnte dies au-giebia belegen, unb wer ein Ohe unb empftnblicheS Gefühl für Dies« Ding« bat, ben wirb Dergleichen immer etwas stören unb ärgern; aber eben wer nicht Darüber hinwcg- lieft .Wirb, anhererseits. auch hie ganze, weiblich- graziöse unb ein Wenig wienerisch« Anmut unD Gigenaxt Dieses Stils, sein« B«lc>nD«rheiten unb ni-ht alltäglichen Feinheiten banDarlich aufnehmen unb in sich nachkkingen lassen. Unb wen» man au-gelesen hat unD Den Blick langsam von ben abschtiehenben Worten erbebt, wird als Letztes Wieher jenes Erste ha sein, das koplschüt- telnbe, halb läcbelnb«. halb wchmüt.ae Isirwun- bern ob eines solchen Buches in unserer argen, unromantifchen Zelt. -y. Ausrottung des Wildes in Estland. “THit Der Aufteilung Der Güter Estlands ist auch dem Wild in Den Wäldern und manchen Fischen in den kleinen Gewässern Der Untergang bereites Worben. Di« Berechtigung zum Wasfcntragen Heiden schon ganz junge Bauernburschen und ft« Durchstreifen au allen Zeiten selbst in Der Schonzeit — Korst unD Fluren und erlegen, walle erspähen. Rehe sind nur noch in kleiner dab( unb nur in Wenigen Distrikten des Landes z» treffen. Der Elch ist eine Sehenswürdigkeit geworden. unD lelbft das flink« Eichhörnchen ist in vielen Wäldern nicht einmal mehr tn rineui einzigen Eremplar anzutreffen. Fasanen werde» ebenfalls bald ausgestorbcn fein. Wenn de» Bauern Der Halensang durch Schlingen und andere unfinnige Mittel nicht Haid verboten wirst, so wird auch Meister Lampe In ganz kurze« Zeit zu den Idienen Tieren zählen. Den .Fuchs erleg: man nur noch Durch ouSgeftreute Gift- Pillen, von Denen auch andere Tiere fressen. Di» einst bekannt groben Kr b-süng« gehen In viele» Teilen Estland» ebenfalls zurück durch Den Unverstand her Bauern. Wahrend sonst die ffrint» Krebse wieder zurück in- Wa"er getan wurde», kocht man fte jetzt mit den groben zusammen, um Ht für Suppenzweckc zu -erstampfen. Auch Der fang Wird von den an der Küste !cbenDM Bauern planlos betrieben, da sie grobe Menge» der lebenden Hechte in Säcke stopfen, tagdanf barin lassen, um he endlich zur Sradt zum Ber» kauf zu bringen. Es läht sich leicht vorstellen. t» welcher Verfassung Di« Tiere ankommen und nicht gekauft werden, so stab sie fortgetporien werde» Vietn Privat. Mindcrgarte» befindet sich ad l i'lei \ . utlndl sh. 9Huaninelbun«c» erbeten (drrtrub Kotz, 8abnbolliTaÜe tTfl En lern' n odnende 9;nbrr roeibrn aal Wunlch nberbeh » 8, wfc Zammen gehören,^ ?XenTereB Äa L1®“ hle Sunbt. bot Hf} °ll° den angeboren L?Vl? T'auitu ,nb b*e beiden ersten Mfr, r LUgusietschrn Jeldwa. enlslanden. r« "bburg, d. h. er wurde nm flacht, nicht dauernd bdir- Dasserverhäitnissc,u schiech, nierarbetien der autoruich. lepahlen Bele^gungen du für die Zeilen drS Äriegd Imftanö, dah dn tzeunstm er gewaltigen Maste tu Waides, Taunus und de ist, alle nach vohlüder, ttaiegischen Tesichlst-unttr- ihiuns auch diese Sermanei hle erschetnen. als fit die g sieht. Sv wächst die ling- : wtstenschahlichen 3itmfln ehen dort am An'anz be ie wir seither nur durch b-i i, nun aber auch aus unser» öden erlassen tonnen inö lebhaften JeilaH. 2«- f, bafj die zahlreichen w ufnabmen, Die im MM ordentlich lch'vn uwb VxC i Lrriiändnii bti Dr. \\ tuna Der Ludwig nur bis zum Schmu^ bt» nach bet ÄornbL............ - — Don einem Zeil bei G'mein berat» wurde g«l- lenb gemacht dah bi« in den letzten Jahren neu angelegten Strassen bringen Der lanahfteri werden müssten, b|«k deshalb mtl der handln «• runfl bet Vubto gst ratze zusammen ausgefuhrt werden loUen Aachbern JejigeflelU wurde bass i belegen, und tver ein Cty lesühl für diele k t immer ettoad slören ir- lver nicht darüber hmtn» its, auch die aanze. Cc;bl4' nig wienerisch« Anmut i* z, seine Desond-rheüen uti Einheiten danlbar tch -• .achtlingen lassen- Md und den Ud langlaw » Sorten ergebt, ptri «W J* cste da fein, das MJ- e halb wchmut.ar n Juches in unter« iüjfces Wildes litlanö. Un «"*" K il” h”,™leIS'nti«r jttgung ö und ': i& f * •n Zeiten cvf "nb 8Iurcnun» jab! n *6tirbigkit y t e'ENhbmchcn - das fl ^^hr in em- Ml S'safanen Denn * , u-ch f ®t.=«* Ät=wm S w faU4.?“Sw»"L iebeN-ba^Aen. E gefleigen » e m < in be t a t • 11 • u n g vor etre klunde früher al» lonft üblich ar.gc<<Ät. Dtrtr , Dotznahme env es sich al» lehr zweckmützig, da sich der Schtutz der Sitzung nicht bl» nahe an » hie mlttemädbtlldx Stunde hlnzog Dee Heil' ßehisse Lues au» Dietzen beablufcugie tm Lao e Ges Sotzwirt» Wallder hier, eine Da he- «nftalt mit - e i l b e h a n d l u n g einAurt*- len. 3n einer trüberen Sitzung mutzte ein Gesuch tzm einen Zulchutz feilen» brr Gemeinde hier- tu abaelehnt werben Aach einem Schreiben an ie Bürgermeister«i wirb diese be^rützen»werle Einrichtung nunmehr aber doch Tatsache, fo Hatz es sich notwendig macht, die 5tanaTille» der Vudwigftratze, die gegcnwürlig >un!l der Al'ceilratze führt, itz mit einer XauHummc von 2Z00 TZt einver- ’ standen. Die Der Pachtung kneles neuerwerchencn remeindegeländc» soll bereit» in den nüchtzen Tagen futtfinben. Heinrich Ddagner eriachte um Ueberlallung eines Bauplatzes der al» Garten zur früheren Klingtpnr ixn Zadrik gebürt Bekanntlich wurde dieses iDeländc »ür ein? Beide pon 'I&obnungen und zwei ^oribildunaeschussäle umgehaul. Da man ba» Lnwelen als ! bringend eriorderlich fei, so dah bet Demeinderal unter Berücksichtigung der finanziellen Leistungsfähigkeit der Demeinde die Instandsetzung von drei Zimmern nach ben Angaben be» Vauausschusle» befchlotz. Die Blil- beratung diese» Punkte« lehnte txr Äommunift Hildebrand ab, der demonstrierend den Sil- Singlfaal verlieh — Die Freireligiöse e m e t n be Wieseck veranstaltet am kommenden Sonntag ihre Jugendweihe und ersuchte um Ueberlofsung de« ®cmeinbefaalc«; dem Gesuch wurde stattgegeben. Der Bürgermeister teilte zum Schluss ein Schreiben des ArelBamt» mit, wonach eine Bevision der Äaffenge» schüs te und Kassenführung der Gemeinde ftatt- gesunden hat. Die sorgfältige und nrbnungl- mützige Bechnungsführung der Gemeinde wurde besonder« lobend anerkannt. 1 Treis a. d. L da., 6. April Am Sonntag trafen sich hier die Oberheffischen Ge- birg« - und Tvandervereine pon Homberg an ber Ohm und Marburg Troy be« schlechten T2etter» waren beide Dereme in stattlicher Zahl erschienen. Die Marburger hatten bi« Dreihaufen die Ärci«babn benuht und waren von dort au» über Dordeck hierher getoanbert. Die Hornberger hatten den ganzen IRcg zu Fuss AurüdgelegL In Treis wurden die Ausgrabungen unter Führung be» Leiter« derselben. Dr Dichter, besichtigt. Hieran schloss sich ein gemütliche» Beifarninenssin in der ..Lempschen Gasswirtlchast". Um 4 Uhr nachmittag» brach man wieder aus. Mährend die Hornberger zur Bückkehr schon von hier au« die Bahn benutzten, wanderten die Marburger über Staufenberg nach Friedel- Haufen, um von dort au« nach Hause zu fahren. al. Allendorf (Lahn), 6. April Am Sonntag fand in der hiesigen Kirche ein Passt o n «-K r e u »s p i e l statt, da» von der Lehrerin Fräulein Stoll mit Schülerinnen der Fori- hildungSschule und der Volksschule eingeübt worden war und in feiner, sinniger Weise zum Vortrag kam. Die Kirche war bi« auf ben letzten wasser nicht zugemulcl werden kann, erteilte der Derneinherat zur sofortigen Äanalmerung der Ludwigstratze feine Genehmigung 5ur die neueren Crt«teik kann Die beabsichtigte und bereit« befchlossen« Xonah'ierung erst nach Fertigstellung der Pläne durch die Baubehörden durchgefuhri werden — Da» r Rundfunk-Programm. Jeeilag, 6 April: 3,30 bi« 4 Die Stunde der Jugend. 4,30 bi« 5.45: HauSfrauen-Dachmlttag. Programm u. a.: Mit vielem kommt pian au«, mit wenig hält man Haus', eine gMauberei über häu«liche Buchführung von Henriette Fürth. 5,45 bi« 6,05: Die Cefeftunbe 6.15 bi« 6.55: Italienischer Sprachunterricht 6.55 bU 7.20 Uebertragung von Aönigswusterbausen: .Da« deussche EEno' cn» sd>afi-wesen". Vortrag von Pr?f Dr Ph. Stein. 7,20 bi« 7.45 ,Au« be» Arbeiterdichter« Heinrich Lerich neuem Schaffen-. Vortrag und Vorle'ung von Alfred Auerbach 8.15 bi« §.15: .Frühling Operette in einem Akt (3 Bildern! von Audols Öger. Musik von Franz Lehar. 9.15 bl« 1?15: Uebertragung von Staffel: Maifeier 5tab ir die Anwohner der durch eine an ba« OrtSnc» ange'. Date Wafferleitunq. tna« nur ein Vot» bebelf ist Durch die jetzt in Angriff genommene Ztleinpflasterung der Marburger ettafw warf sich die Frage auf, dort nunmehr seitens ber Gemeinde Me Dasserleitung zu verlegen, ba« stellte sich sekwch nicht al« so einfach betau«, ba begreiflicherweise bl« Provinz einen Aufbruch ber Strotz« unmittelbar vor ber Pflasterung nicht gehalten kann Die Ausführung dieser Arbeiten musste »urückgestellt werden. Dagegen wurde ber Bau ber Wasserleitung in der neu- anzulegenden Stratze, in ber die Ädufer bet gemeinnützigen Baugenossenschaft au stehen kommen und die noch namenlos ist. beschlossen. Gleichzeitig toll hierbei die ÄanaHfatton durchgesührt und dem Gemeinderat der Voranschlag hierzu vorgelegt werden. — Der Faselwürler Deibel. der diesen Posten 38 Jahre zur vollsten Ausriedenheit versah, gibt diese Dienststellung nunmehr auf. An seine Stelle wurde an« ber Aeihe ber Bewerber Otte Deibel gewählt. Dein sche denden Gemn Bismarck bi« Ltresemann" Gima« Gedanken des Vortragenden seien hier sestaedaiten: Sr führte aus, dass die Deutsche Volks'.^ariei bereit fei an dem Aufbau des republikanischen Deutschland« mitzuarbeiten. sie wolle ke.ne billige Agiiaf.onspol.tik betreiben, selbst auf bi« Gefahr hin etwa» unpopulär zu werden Die Parte: verdanke Bismarck ihr Gntstehen den Männern der PaulSkirche, die Vorarbeit für bi» Oinigung Deutschland» geleistet hätten, veriage sie die Anerkennung nlchi Von Bismarck bis Ltresemann sei die Parte, einen rieldewusstrn. Uatcn Weg gegangen, der c« ihr ermeg ichie. Hervorragende« für das Vaterland zu leisten Die nationale Einigung sei immer e ns der vornehmsten Ziele gewesen O» bürfr keine Zerreissung bc« deutschen Volkes in nationale und nichtnationale «teile geben Wahrhaft national lei jeder, bet dem Vaterland und Volk fleaenuber ehrlich feine Pflicht tue. Der Vortrag fand dankbare Zuhörer, die zum Schluss bann auch mit ihrem Beifall nicht kargten. Platz besetzt. Sämtliche Iuhdrer lauschten mit hoher Befriedigung her Darbietung die durch das Otgcltp.d des Lehrer« Himmler noch verichont wurde Pfarrer Schultheiss hielt eine kurze Ansprache und beendete die Feierstunde mit dem Schlutzgebet Sm gemeiner Streich wurde einem hiesigen chtnwohner griplclL Au» dellen Mas chendrahtzaun. mit dem der Hoi umgeben ist. schnitt eine bl» letzt noch undc- kannte Peelon cn Stück von etwa W Ztm 2rri:e und 80 Ztm. Höhe heraus und nahm es mit sich Ob Diebst ayl sadklcht oder ein Bacheakt oorftegt steht bis jetzt noch nicht sest o Oberbellinacn. 6. April. Gestern versammelten sich Me Ollern unserer Schuler unb zahlreiche weitere g.nwohner zur Schul- s ch l u tz s e i e r. mit der zugleich eine 9 b r u n g unterer gefallenen Krieger verbunden war. In $3 Lichtbildern, umrahmt von Gedichten, Gesängen uixb. Crl.iuterunaen. wurde zunächst der toten Helden des Weltkrieges gedacht. Gin £boral leitete hierauf zur Schuientlassuna»- frier über, die nach einer eindrucksvollen Ansprache be« Lehrer« mit einigen Liedern ab- iichloh Die Hochschule unserer Mädchen- lortbilbung« schule hatte kurz vor Schulschluss an zwei Tagen den Besuch von Gemeinde- Vertretern und Schulvorstandsmitgliedem au» ben an der Schule beteiligten Aachdaroricn Die Herren wohnten dem von Fri. A b b I e r erteilten Unterricht bei und hatten bann Gelegenheit, die «rzeugnisle der «tochkunst der Schülerinnen beim Mitiagmahl zu beurteilen unb dabei al« vorzüglich zu befinden. : : Inheiden. 6. tlpriL Die f a na II Heran g unsere» Dorfe» ist nun beendet. Da hierbei die Strassen ohnehin aufgebrochen werden muhten, wurden gleichzeitig auch sämtlich« Hau»anschlüsse unseres Wasserlei- tungsnetze» erneuert, denn in leyter Aeu waren andauernd Reparaturen notwendia. Vie (Erneuerung der Zuleitungsrohre musste die Provinz laut Vertrag auf ihre Kosten au»fübren lassen. (Einen Zuschuss zu den stossen ber Kanalisierung hat teboch die Gemeinde von der Provinz nicht erhallen. Man nimmt aber an, dass zu den stossen ber Wieder- herstellung»arbeiten an ber Strasse, bie durch bte Rohraufbrüche in viel arösscrem Umfang noiwenbig werben ab durch die Kanalisation allem die Pro- oinz mit beiträgt. tc:pac ba e #.n< ÄiuHjuellc m aürn Wider- wartigke:ien ba» Dafrins iss 3n biefev Zusammen- Hana gedachte er auch Berthooen». Mrrit Frtcdderg WSA 3 r ; e b b « ra . t April. Gestern ver- starb in Butzbach tm Haute feiner Tvchter Geh Hi-L'.Mr.altat Dr W - ckerI»ng im 54. Le- ;/: Utphe (L April. Die Schulvorstände der Gemeinden Utphe und T r a i » - ri o r 1 o f f haben beschlossen, ben h a u » w i r t f ch a s 11 i ch e n U n • terr i d)i in ber Mabchenfortbildung». schule, bie gemeinschaftlich in Utphe stau findet, auch im Sommerhalbsahr durchzuführen, während der übrige Unterricht ausfällt. Der Beschluss ist mit Rücksicht darauf erfolai, dah erit im Sommer sich die Möglichkeit bietet, die Gemüse de» >)aus- zarten» zu verwerten sowie die verschiedenen Äon- eroierungsarten vorzunehmen. Mil Rücksicht auf die Landwirtschaft sollen während ber i)aupt- Die Mädchen Benutze VERSAIE -es erhält Dir Deinen Wäscheschatz! Außerordentliche Vorteile Kleiderstoffen bietet Ihnen unsere jetzt wesentlich vergrößerte STOFF-ABTEILUNG wofür wir den II. Stock unseres Geschäftshauses ganz neu einrichteten Modehaus Salomon gemeinsamen Einkauf mit 200 gleichartigen Kaufhäusern sind wir in der Lage, Art besondere Preisvorteile zu bieten: Durch auch in Stoffen aller Onnalina r'inc Wolle, ® cm breit, in O RA rOPelinC vielen Farben LM, ÄiOU Popeline Ware, 106 cm. Ml, 5.00 Hips-Popsiine 5.50 Doppel-Rips sksSsSä 9-50 Kleider-Karos Au*w , In. mod-Must. 2.75 Pullover-Stoffe modernst- Muttern 2.50 Pnmnno^ f dn* mod.Kleid.rrlncWoUe, C RA uUllipUuB - infarr i» mit pass. Karos Kasha-Bordiiren i hell u-dunk. 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April Aus dem Staatsdienst entlassen wurde ber BermellungSoberasfistent beim Ber- mefsungSamt GiehenLand 3alob Zimmer In Siesten auf fein Aachsuchen vom 16. April 1°27 ab. 4 Der Deutsche Republikanische Lehrerbund, Ortörcrem Giehan. hatte sür Lamstagnachmittag in den Singsaal des Real- » zu einem Bortrag des ötubicnrat» 5t. Schwarte- Weilburg über ,Mussolini und bte fafzlftisch« Staatsidec" eingeladen Aach kur- itr Begnihung und einigen GinleitungS Worten des Vorsitzenden. Professor Hüter, sprach Dr. Schwarte über lein Thema Or schilderte in 'einem ersten Teil den Alen schon Mussolini, in fernem zweiten Teil bie Entstehung der faszisti- 'chen etaateibcc Benito Mussolini, der Sohn eine* Dorfschmiebes. wurde Mehrer in einem kleinen Dorfe Oberiiahcn», beschäftigte sich al» Sozialist mit ber Politik, muhte aber halb seinen Berus aufgeben, da er mit seinen kaum 40 Schü- lern nabt fertig wurde. Aus seiner Manderschast kam er in bi« Schweiz, wo er als Tagelöhner arbeitete, aber halb wegen politischer llmtr.ebe auSgewiesen wurde Ebenso erging e» ihm in Oesterreich Zurückgekehrt in fein Heimatland, wurde er Schriftsteller und Agitation»reifender der Sozialistifchen Partei, muhte aber bald Wegen Volk»ausrei,zung hi» Gefängnis. Später trat er mit einer Schrift .Philosophie der Gewalt" hervor, und nun begann sein Ausstieg in der Sozialistischen Partei. Bereit» im Frühjahr 1914 machte er einen Versuch, mit Hilfe von Gewalt die Macht an sich zu reihen, jedoch umsonst. Aach Ausbruch de» Weltkrieges war Mussolini einer her größten Heyer gegen Deutschland und suchte die Bollsmassen für den Krieg zu begeistern, ledvch mit dem Ersolg. bah er aus ber Sozialistischen Partei außscheiben. muhte. 1916 wurde er.Soldat, wurde aber wegen einer bei einem ilnsall erlittenen Berfetzung entlassen. Am 23. März 1919 gründete er den .Bund der Frontsoldaten" und suchte auch Kammermitglied zu werden, erhielt aber nur wenige Tausend Stimmen. Iowischen hatte die italienische Sozialistische Partei den Anschluß an die Moskauer OWecnatwnalc beschlossen und sich ber Fabriken bemächtigt. Eine wirtschaftliche Katastrophe brach herein. 3n diesem Augenblick erschen Mussolini auf dem Plan und riß bie Macht an sich. Da» nEUgeschafsene Heer und bie vaterländischen Ber- bänbe standen hinter ihm. unb Straferpeditionen liehen die Menschen erzittern Der au»br«benbe Generalstreik scheiterte völlig, bie Massen muhten sich ber Gewalt des einen Menschen beugen. Die Kammer wurde aufgelöst, und Mussolini zog nrit 35 Abgeordneten in di« neue Kammer. Aun l^egann auch ber Kamps gegen die Deutschen in Südtirol. 3m Oktober 1922 erfolgte ber Marsch auf Bozen und die Prob«Mobilmachung. Sin Schreckens regirnent spielte sich ab. wie wenig in der Geschichte Aach dem Fafzistenkvngreh in Aeapel wurde der Marsch auf Ao in an getreten und diese» eingenommen. Da rief ber .König Mussolini, der noch in Mailand geblieben war. nach Aom zur Ucbernabtnt der Regierung. Sin Bahr nach der Srnwrbung MatteotttS. am 10. Junt 1924. begann ber Ausbau der Diktatur. Die Prestesrei^it wurde auf gehoben, und eine Despotie herrschte wie unter Aapoleon I. Zügelloser Ehrgeiz und ungeheure Menschenverachtung find die Ursachen von Mussolinis Gewaltregiment. 600 Jahre sind verflossen, seit ber er?■•tc Italiener. Dante, vor Anwendung von Gewalt warnte. Wie lange noch mag Mussolmi» Herr- schäft bauern? Mit Hinweis auf d.e gegenwärtige StaaiSform in Deutschland. auf Sr-icbung zur wahren Volksgemeinschaft schloß ber Bortragende feine Ausführungen. Lebhafter Beifall ber Ber- ' immlung und der Dank des Vorsitzenden, Prof. Hüter lohnten den Aebner. •• Kleinkaliber-Schützenabteilung de» Schüyenvereins Man berichtet uns: Dieser Lage erfolgte unter Anschluh an den Schützenvercin Giehen die Gründung euwr Klein- kaltber-Schützenabkcilung. Die Abteilung trägt den Flamen , Kleirckalibcr-Schüycnabteilung des SchüL- zenvereins Gichen S. B." Das Ziel ber Gründung ist bte körperlich« Gerüchtigung durch Betätigung im Schtkchtpvrt' vor allem ist hierbei an bw deranwachsende Jugend gedacht Sin Beweis für da- Bntetrfte. das ber Sach« entgegengebracht wird, kann darin erblickt werden, dah bei der Gründung bereit» etwa 153 Anmeldungen Vorlagen. S» kann somit erwartet werden, dah die Abteilung weiterhin gut gedeihen wird Oberhesfen. Mrcie Schotten. -4- S,ch«l»borf. 5. Apnl. Das hiesige Säg ewerk war bis kurz vor dem Krieg« da» einzige Unternehmen der Firma 3. Himmel»- bad) in Oberhefsen LI» Geländrichwicrigkriten ber Bergröherung de» Werkes hindernd im Wege standen, errichtet« die Firma in Aidda. wo bereitwilligst Gelände zur Berfügung gestellt wurde, ein bebrütend gröhcres Werk, während da» hiesige in bescheidenem Lahmen weiter geführt wurde. Jetzt ist es gänzlichstillgelegt worden Ob es ftch um eine vorübergehende oder bauernde Maßnahme handelt, kann noch nicht festgestellt werden wenn ach letzteres nahe liegt. Die gesamte Arbeiters chaft wurde von dem Aiddaer Werk übernommen. wo sie vorläufig in einer 2 Schicht non mittags 12 bi» abends 9 Uhr bei einstündiger Pause arbeitet. Kreis Büdingen. rl. Blei chenkach. 6. April. Am Samstag beging die hiesige Schule ihre Entlassungsfeier. Die Gemeinde beteiligte 1 ich daran weit über den Kreis der Gltern und Angehörigen der Schüler hinaus. Nachdem der ®e- angDcrein mit einem schön vorgetragenen Liede die Feier eingeleitet hatte, begann die feierliche Entlassung der Schüler auf olumengefchmückter Bühne. Der Lehrer sprach non der Treue, bte über allem Wechsel des Leberts allein ewig bleibt. unb was sie im Alltagsleben von dem Menschen verlangt. Die Schüler ergänzten feine Worte an geeigneten Stellen durch Gedichtvorträge. Zum Schluh ber Gntlassungshairdlung wurden den Schülern künstlerisch au»geführie Entlassungsscheine (Bilder beutfdjer Maler) mit vom Mehrer ausg«wählten Lebenssprüchen au» deutscher Dichtung au-gehändigt 3m zweiten Teile des Abends führten die Kinder drei verschiedene Bilder aus unserem Volksleben vor und fangen dazu eine ganze Anzahl alter, heute leider im Helft fast unbekannter Volkslieder. Auch durch den Gesangverein unb einen vierhändigen Klaviervortrag ber Lehrer würbe Dieser Teil der Feier verschönt. Eine Sammlung am Schluß der Feier ergab einen schönen Zuschuh für Die Schulkasse. Kreis Alsfeld. ►4 21sfelD, 6. April. All» Der Stadt- vorstanDSfitzung Der Voranschlag für den diesjährigen Prämienmarkt, der sich mit 14 850 Mark in Einnahme und Ausgabe bc- tt>egt, wurde in der vorgelegten Fällung gench- migt. Zugleich wurde beschlossen, dah der Prämienmarkt in 1928 von Dem ersten auf Den zweiten Montag des Monats Juli verlegt werden soll. Da er sonst zu früh und in eine landwirtschaftlich nicht günstige Zeit fällt, da bie Heuernte noch nicht beendigt sein wird. Verschieden« Verpachtungen von Grund- st ü ck e n wurden nach Den Vorschlägen der Land» wirtschaftökommission genehmigt. Da verschiedene Wege und Triften, die an die Schäsereigenossen- 'd:aft verpachtet find, mit Anpflanzungen für Anlage eines DogelschutzaehölzeS und zur Verschönerung des Landschaft-Hildes mit Bäumen und Sträuchern versehen worden sind und daher nicht beweibet werden Dürfen, wurde Der Genossenschaft ein Pachtnachlah von 33 Mk. auf die vertragSmähig festgesetzte Pachtsumme von 303 Mk. gewährt. Bezüglich der Badeanstalt wurden die vorgesehenen Schlosserarbeiten dem K Seyffarth und Genossen zu ihrem An- ?ebot vom 26. März 1927, die Herstellung deS »olzsteges zwischen dem Bassin für Schwimmer und Atchtschwimmer wurde Der Firma Sonder- mcknn 8t Bücking übertragen. Der von Dem Stadtbauamt vvrgelegte Voranschlag über Die Befestigung De» Gelände» zum Zugang der Fefth alle mit 1900 Mk. wurde genehmigt und der erforderliche Kredit bewilligt. Aul Antrag Der Baufornmillion wurDe für die Der- gebung von städlilchen 2 r beiten und Lieferungen solgender allgemeine Be'chluh aefafit. .Die Unternehmer Haden künftig eine Kaution in Der Weise zu stellen, bah die Stadt berechtigt ist. einen gewillen Prozentsatz der Sub- miffionSfumme. bellen Höhe von Fall zu Fall festgefetzt wird, bis zu erfolgten Schtuhabrechnung zuruckzubehalten. Wie der Borlltzende hierzu bemerkte. haben verschiedene unliebsame Vorkommnisse bet Ausführung um Arbeiten in der letzten Zeit Den Anlaß hierzu gegeben.” Um zu ©c- fchenkzwecken und als Stiftung zu Ehrenpreise n bei DereinSfestlichkeiten einen geeigneten Gegenstand zu bekommen, wurde beschlossen, bei der BerlagSbuchhaiidlung A. G Eiwert in Marburg eine Anzahl Lichtdrucke zu bestellen von Dem Bilde des Alsfelder Marktplatzes au» dem Werke von Dr. Mayer-Burkhaufon .Als- seid Die Bürgermeisterei wurde ermächtigt, mit dem Kreisarzt Medizinalrat Dr. Balser . der an die Stell? deS nach Giehen versetzten Kreisarztes Medizinalrat Dr. Zinsser nach Alsfeld kommt, einen Vertrag über bie Ausübung ber schul ä rz tkichen Tätigkeit an Der DolkSschule zu Alsfeld auf Der seitherigen GrunDlage abzufchliehen. Zugleich wurde der Bericht des seitherigen Schularztes Dr. Zinller über Die schulärztliche Tätigkeit im Zahre 1926 bekannt gegeben. Dem zu entnehmen ist. dah sich Der Gesundheitszustand ber Schüler im letzten Äahre gca 01.235 74,4. 2.061 0.495 59,3 V 11,511 73,70 21,535 81.85 2.152 4.295 11.044 Berlin, 6 April Geld Briet Amerikanische Note» ..... Belgisch« Noten ........ Dänische Roten ........ Englische Roten........ Franjo st ich c Roten ...... Holländische Roten...... Italienische Noten...... Norwegische Noten...... Teutsch l>strrr.äioo Kroneo Rumänische Noten ...... Schivediiche Noten...... Schwerer Noten....... Spanisch- Noten....... Hd)td)?llon?nri((tx Noten . Ungarische Noteo..... Reichsbankdisko Lombardzinsfus 4,212 112,14 -0,422 16.54 168.15 21.45 109.28 59.17 112.54 81.06 12.457 73.37 it 5 Prozen 7 Prozen 4,232 112,70 21,55 75.79 71.73 t L frankfurter Gctrcidcöarfe. Frankfurt o. M.. 7. April Es wurden notiert: Weizen (Wetterauer), 29; Roggen (in- länd), 27 biS 27,25: Sommergerste (für Brau- zwecke 26 b s 25. Hafer <«L). 2250 bis 23. Mas gelb« 16. Weizenmehl intonb.i. CPU- 0 39.75 b.S 4025. Roggenmehl 36 75 bis 37; Deizenkleie 14 Roggenkler« 1450 bis 14.75: Tendenz befestigt frankfurter Zchlachtviehmarkt. Frankfurt a. M. 7 April Auftrieb: 102 Stuck Rinder. 1125 Kälber. 374 Schafe. 519 Schweine Es wurden bezahlt für 103 Pfb Lebendgewicht Kälber Beste Mast- unb Sauotolb« 76 biS 85. mittlere 68 bis 75. geringe Kälber 60 bis 64 Schafe: Mastlämmer und iüngtre Masthämmel. Weidemast 50 bis 56, mittlere Mast- lämmcr. allere Masthammel und gut aenäLrte Schale 40 bis 49 Schweine. BoLlfIril4ige von ca. 160 bis 300 Pfd Lebendgewicht 61 bis 64. fleischige von ca. 120 bis 160 Pfd. Lebendgewicht 60 biS 62 Ilarftoerlau» Schweine bei langsamem Handel nahezu ausverkauft, Kälber und Schafe bei lebhaftem Geschäft geräumt. Letzte Nachrichten. Schwing aus der Haft entlassen. 3m Anschluß an unsere, an anderer Stelle dieses Blattes wiedergegebene Rachricht über die Einlegung des Rechtsmittels der Revision im Gieyener Femeprvzetz erfahren vir nach Redaktionsschlutz von zuständiger Seite weiter. datz der in diesem Pvozetz ebenfalls verurteilte ttbauffeur Ernst Kasimir Schwing auf Antrag feines Verteidigers deute aus der Haft entlaffen wurde. Schwing erhielt bekanntlich wegen Beihilfe zum versuchten Totschlag 1 Iahr 6 Monate Gefängnis, auf die 8 Monate verbühter Untersuchungshaft angervch- net wurden. Schwing hat die Rechtskraft diefeS Urteils anerkannt und auf Re- vifivn verzichtet. Ein britischer Dolkswirtschaftler für Revision des Dawesplanes. Reutzvrk. 7. April. iDTB Zunklpruch) Der britische Volkswirtschaftler Sir George Paif h hat heute dem Präfidenten Eoolibg« einen Befuch abaestattet und ihm erflärt. der Dawesplan, das Schuldenabkommen und der Zolltarif der Vereinigten Staaten mühten einer Revision unterzogen werden, da das Aufnehmen europäischer Anleihen in den Vereinigten Staaten nicht noch «in weiteres Iahr fortgesetzt werden könne, ohne bah die Gefahr eines internationalen finanziellen Zufammenbruches herauf beschworen werde. Die Vereinigten Staaten mühten mehr von Europa kaufen und die Dariffchvanken aufheben. Grotzbritannien kaufe fünfmal mehr von Amerika alS umgekehrt. Wenn hierin keine Aenderung eintrete, so würde England fich gezwungen sehen, anderswo zu kaufen. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeind«». Oft. Rellgionsgrmeind«. Gottesd. I. b.Synagog« iSüdanlage). Samstag, den S April 1927. Dorabd^ 6.45, morgens: 9.00. Abends 7.15 und 755. Gottesdienst der isr. Reltgtonsgesellschaft Sabbatfeier, den 9. April 1927. Freitag abend 6 40, Samstag vormittag &30. Predigt, nachm. 3.30. SabbatauSgang 7.55, WochengotteSbienst: morgen» 6.30, abends 6 30. Die Bevorzugte! IZum Hausputz 3356 D Patzet 0.45 von an von an . von an M 4 Fiillg* 0.35 0.60 0.80 Stahlspäne Fiberbürsten... Wurzelbürsten Schrubber Ich bin erstaunt über die wunderbar« Veiltung, der Ävvarat leistet mehr iui« versprochen. schneeweiste Waich« In 1 Siunbe; iebet'auAfrau, bie ibre^alche Heb bat. in uh denAvvarat benützen ufro. io lauten die taallch Aiblteidj cm lausenden Vlnertennuiiaen auch von Kasseler Hausfrauen. ^^.V^u»fraukommeu.üb«rie >g«stch Schmutzige «.'alttze bnre mttbnnaen. nach ."» Minuten Wa ' ^'rn «rbtl cn 2. le dieselbe tauber .eira'chen in- ru«. Der Vre s des Apparate» lit so aer n* dah rtbe i>ran benfelben anfchosten rann. Putztücher, Stück 0.50,0.55,0.70 Parkettwachs,Ouar.14t W1.85 'V100 ■?*r.n6 0.60 Wb« anderen Putz, und Waschartitzel In großer «u.wahl ju billigen Preise«. 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