Auftakt im Genfer Völkerbundsrat. polnischen Mi, Die Vertagung der Hreigabebill me les Novum, und chwere Der- uberwiefen werden. Vorläufig soll der Döller- bundskommissar in Danzig vom Döllerbundsrat mb der Entscheidung für den einzelnen Full beauftragt werden. — Ferner wird in der morgigen öffentlichen Sitzung der Bericht der Mandatskommission über die direkte Anhörung der Vertreter der Mandatsmöchte sowie über der öffentlichen Sitzung wird zunächst die Frage der Lagerung von Kriegsmaterial in Danzig zur Sprache kommen. Diese Frage wird voraussichtlich vom Völkerbundsrat zunächst an die im 3uni zusammentretende beratende Äom- mission des Völkerbundes zur Etellungnah^ überwiesen werden. Vorläufig soll der Völk« Eriche,ni täglich.a»hei Sonnlags und Feiertags Beilage!. Eletzenn Familiendlütter Heimat im Bild Die Scholle Monorr-kezogipret». 2 Neichvmart, und 20 Netchspfenntg f^i Träger» lohn, auch dei Nichterscheinen einzelner Nummern infolge häherek Gewalt. Fernsprechanschlüll«: 61, 54 und 112. Lnfchrift für Drahtnai^ richten Anzeiger Gietze«. Poßschrckkoino: frTanftnrtam nialn 11686. 2ln demselben Tage, an dem das deutsch-ame- rikanische Kabel feierlich eingeweiht wurde, ist im amerikanischen Senat ohne jegliche Feierlichkeit der Gesetzentwurf über die Rückgabe deS beschlagnahmten deutschen Privat e i g e n 1 u m s begraben worden. Natürlich ist daS nur ein zufälliges Zusammentreffen, aber eS war doch ein Wermutstropfen in den Freudenbecher. Freilich brauchte man über dieses Ergebnis nicht sonderlich überrascht zu sein, denn wer einigermaßen in Amerika Bescheid weist, war sich seit langem darüber klar, dast nur durch ein Zusammenwirken besonders günstiger Umstände die Annahme der Bill in der soeben abgelaufenen Kongrest-Session möglich gewesen wäre. Für den, den Dingen etwas ferner stehenden deutschen Leser ist es nicht ganz leicht, sich in dre amerikanischen Verhältnisse hineinzudenken. Der Kongreß wird immer im November der graben Jahre gewählt, um am 4. März eines ungraden Jahres zu Ende zu gehen. Nach der jeweiligen Wahl im November tritt aber noch der alte, zwei Jahre zuvor gewählle Kvngrest zu seiner Schlustsession zusammen, die am darauf folgenden 4. März endet, während der neugewählte Kvngrest sich erst am ersten Montag des Dezember, also genau dreizehn Monate nach seiner Wahl, versammelt. Nur wenn nach dem 4 März des auf den Wahltag folgenden Jahres der Präsident sich aus besonderer Veranlassung genötigt sicht, eine außerordentliche Tagung des Kongresses einzuberufen, können die Arbeiten zu einem f rü he ren Zeitpunkt aufgenommen werden. ®ie_ Kongrest-Session nun. die gesetzlich am 4. März des ungraben Jahres endet, heiht allgemein die kurze Session, weil sie nur rund drei Monate dauert, während die erste des neuen Kongresses zeitlich unbeschränkt ist und bis tief in den Sommer sich erstrecken kann. In der kurzen Session werden selbstverständlich als Hauptgegenstand die Etats behandelt, und dann kön- P?n meist nur diejenigen wichtigen gesetzgeberische.! Arbeiten zur Erledigung gelangen, gegen We feine grundsätzliche Opposition vorhanden ist. Auch dann, tocim man von grundsätzlicher Opposition kaum sprechen kann, wie im salke der Freigabe-Bill, sind solche Wast- napmen doch immer bis zum letzten Augenblick aufS äußerste gefährdet, weil es irgendeinem Senator, der besondere Wünsche hat. einsallen kann, dre Erfüllung feiner Wünsche d. h. die Nachgiebigkeit des Senats selbst, durch Obstruktion gegen alle anderen Bills zu erzwingen. Einer solchen Obstruktionspolitik ist auch die Freigabe-Bill zum Opfer gefallen. Aus parteitaknschen Gründen wollten einige demokratische Senatoren die Annahme einer Re- solution herbeiführen, wonach zweifellos vorge- kommene Wahlbetrügereien in verschiedenen Staaten der Union durch einen Kongreh- ausschuß untersucht werden sollten. Diese Untersuchung hätte sich hauptsächlich gegen re- erftcr Linie den genauen Endtermin für den Abzug der französischen Truppen sestzusetzen, ferner den D a h n s ch u tz insbesondere wegen seiner Drohe zu beanstanden, und schließlich die genauen Kompetenzen irgendwelcher neuen Organisationen sestMegen. Zur Frage des oberschlesischen Schulkonflikts liegt dem Nat eine Petition von Z041 Bewohnern Ostoberschlefiens vor: durchweg Leute polnischer Muttersprache, die um den Besuch der deutschen Schule für ihre Kinder einfommen. weil ihnen eine doppelte Kultur unerläßlich erscheint. Der Präsident der deutsch-polnischen gemischten Kommission für Ober- schlesien, Calonder, hat diese Frage nach dem Wortlaut der Genfer Konvention zugunsten eines deutschen Anspruch« der Einwohner Ostoberschlesiens entschieden. Polen hat sich mit dem Hinweis darauf widersetzt, daß ein solcher Anspruch auf Grund des Minderheitenrechts. der von Angehörigen der Mehrheit ausgehe, das ganze Minderheitenrecht auf den Kopf stelle, aber gerade damit ein Argument für die stets von Deutschland vertretene Auffassung in bezug auf die besondere Eigenart deroberschlesischenVerhältnisse geliefert. Es ist kaum anzunehmen, daß diese Frage in der gegenwärtigen Tagung entschieden wird, vielmehr ist zu erwarten, daß sie einem G utachten deS Haager Gerichtshofes unterworfen wird. polnische Propaganda in Berlin. Seltsame diplomatische Methoden. (Eigener Bericht des »Gieß. Anz") Berlin, 6. März. Die polnische 0e- |0 n dtschafI in Berlin hat in der letzten Zeit immer mehr den Charakter einer Propaganda- zentrale angenommen, wobei sie sich einer Me thodc bedient, die mit den Aufgaben und der Stel- lung einer diplomatischen Auslandmission in keiner Weise zu vereinbaren ist. In Berlin sind Zeitungen und interessierte Persönlichkeiten mit anonymen Zuschriften über die Unterbrechung der deutsch. den neuen Fragebogen für die Mandatsmächte syr Sprache gelangen. DeS weiteren steht auf der Tagesordnung der morgigen Sitzung der Bericht £er Hygiene-Kommission sowie das System der Wahl der nichtständigen Natsmitglieder. . heute vom DölkerbundSsekrelariat veröffentlichte Tagesordnung für die nächsten Ratssitzungen. die bis jetzt 40 Fragen umfaßt, geht bis zum Mittwoch, so daß allem Anschein nach nut einer kurzen Dauer der gegenwärtigen DöllerbundStagung gerechnet werden kann. Nach den bisherigen Dispositionen werden die Fragen der Neubildung der Saarregierung sowie des Rückzuges der französischen Truppen auS dem Saargebiet nicht vor Mittwoch zur Verhandlung gelangen. Auf der für Dienstag nachmittag vorgesehenen Döllerbundsratsitzung wird voraussichtlich der Protest des oberschlesischen Dollsbundes behandelt werden. Die deutschen Probleme. Die Laar und Lbcrschlesien. Genf, 6. März. (WB.) Die Tagung deS Volkerbundsrats begegnet im allgemeinen einer verhältnismäßig nüchternen Auffassung in bezug auf die Möglichkeit von Ergebnissen, die nicht scharf durch die umfangreiche Tagesordnung — nunmehr 40 Punkte — Umrissen sind. Die Tatsache, daß der deutsche Reichsaußenminister den Vorsitz führt, ist zu den verschiedensten Kombinationen benutzt worden. Sie sind vollkommen abwegig, da die alphabetische Reihenfolge diesen Vorsitz herbeigeführt hat. In der Saarfrage liegt daS sogenannte Korn p r »miß vor. das von der RegierungS- kommission des Saargebiets gegen die Stimme deS saarländischen Vertreters dem Rat unterbreit« worden ist. Dieser Vorschlag weist zunächst verschiedene offensichtliche Mängel auf; so vor allem den. daß die Zurückziehung der französischen Truppen nich> von vornherein an ein bestimmtes Datum geknüpft ist. Die Verhandlungen werden darauf abzielen müssen, in publikanische Politiker gerichtet, und beätoegen widersetzten sich die republikanischen Senatoren der Annahme. Durch diesen Kampf wurden die Demokraten zur O b st r u k t i o n geführt. und die Folge war, daß eine Anzahl von MllS, darunter die Fre i g a b e-Bi l l. nicht mehr durchkamen. Vielleicht wäre es doch noch möglich gewesen, die Annahme zu erzwingen, wenn sich der Präsident schärfer dafür eingesetzt hätte. Das ist nicht geschehen, weil Cov- lidge nicht noch mehr Zündstoff in die ohnehin r?tc Atmosphäre des Senats hineintragen wollte. Bekanntlich hatten er und Schatzamtsekre- lar Mellon sich für die Freigabe ausgesprochen, wie überhaupt bei beiden Parteien wohl Meinungsverschiedenheiten über die Ausgestaltung bet Bill vorhanden waren, nicht aber über den Gegenstand selbst. . , 2lus dem Dorhergesagten ist zu entnehmen, daß der Kongreß, wenn nicht besondere Zwischenfalle eintreten, erst im Dezember dieses JahreS wieder Aufammentntt, und zwar zur langen Session. Dann wird die Freigabe-Bill, hoffentlich in besserer und vollständigerer Gestalt, als jetzt, wieder auferstehen, und wir dürfen hoffen, daß sie auch etwa im Lause der ersten Monate 1928 Gesetz wird. Es stehl dann die Präsidentschaftswahl vor der Tür, und da wird es keine der beiden großen Parteien toageiK gegen ehre solche Dill zu stimmen, um die zahlreichen deutsch-amerikanischen Wähler vor den Kops zu stoßen. Solange aber müssen wir uns gedulden. Eine andere für unS sehr wichtige Vorlage sil vor dem Schicksal der Freigabebill bewahrt gebl.eben. Wir haben schon wiederholt darauf hmgewresen. daß der Kongreß vor einem Jahr ein Gesetz zur weiteren Beschränkung der Einwanderung erlassen hat. das neue Quoten in der Verteilung der Einwanderung mis die verschiedenen Nationalitäten einführte. Der Zweck war, Beschränkung unerwünschter und Förderung erwünschter Einwanderer. Unter Unerwünschten versteht man in Amerika in großen Zügen, romanische, slawische und ost- ludische Einwanderung, unter Erwünschten get- manikbe Einwanderung Es waren aber so man- mgfache. einander widersprechende SinftüHe zur Gütung gekommen, daß em heilloses Durcheinander entstand und eine Quotenverteilung bet- au«Iam öie nur die englische Einwanderung ungebührlich begünstigte, die deutsche und skandinavische dagegen auf« schwerst« be- c 'TLtxi) tm letzten Augenblick HAen beide Häuser des Kongresses einen Bc- geatzt, den der Präsident genehmigt hat. Dadurch wird jebe Bestimmung des neuen Ein- wanderungsg esetz es vorläufig für ein Jahr aufeet Äraft gesetzt, und es bleibt bei der bischerigen Quotenverte.lung. Inzwischen hoift man. ein neues Cinwanderungsgesetz fertig- neuen au rönnen, das dem Zweck, den man ursprünglich un Auge hatte, wirklich gerecht werden kann. Erste Fühlungnahme. Genf, 6. März. (IU.) Reichsaußenminlster Dr otrefemann ist heute vormittag kurz vor acht Uhr mit dem Staatssekretär v. Schubert aus San Remo in Genf eingetroffen. Er wurde auf bem Bahnhof von dem gestern Abend hier eingetroffenen Mitgliedern der deutschen Delegation sowie □an der gesamten deutschen Studentenschaft der (Ben- icr Universität empfangen. Bereits im Lause des Dormittag» halte Dr. Stresemann eine längere Unterredung mit Staatssekretär o. Schubert und Ministenaldirektor Dr. (Baus sowie dem Böller- bunbsreftrenien v. Bülow. Der französische Außenminister B r i a n d ist ebenfalls heute vormittag in Begleitung seines Kaknnettchefs L e r o y , des Dölkerbundreferenten Grafen de Clauzel und des Generalsekretärs der Botschasterlonierenz Massigli in Genf ^n-etroffen. Mit dem gleichen Zuge kamen Sir Austen Chamberlain und Lady Ehamber- lain, der japanische Botschafter Graf Jshii sowie der belgische Außenminister B a n Verve l d e an. Im Lause deS Nachmittages hat die erste Fühlungnahme zwischen den Außenministern ftattgefunöen. Um drei llhr suchte Eharnberlain den fran$öfi1dfcn Außenrnini- fter Briand auf, der vorher längere Zeit mit dem rumänischen Vertreter im Völlerbunds- rat, Titulescu, verhandelt hatte. Kurz nach fünf 11 br erschienen bei Briand Dr. Stresemann. Staatssekretär von Schubert, sowie Ministerialdirektor Dr Gaus. Anschließend daran begab sich der Reichsminister zu dem britischen Minister des Aeuhern. Sir Austen Eharnberlain, mit dem er eine ungefähr zweistündige Unterredung hatte. Die Unterredung zwischen Stresemann und Briand. Paris. 7.März. (W. T. B. Funkspruch.) lieber die gestrige Unterrebung zwischen Briand und Dr. Stresemann berichtet Havas aus Genf: .Man hat sich über die französisch-deutschen Beziehungen au-gesprochen, auf dem bereit- zurückgelegten Weg und dem zur Besserung der Beziehungen der beiden Lände: noch zurückzulegendem Weg einen Ucbcrblid geworfen. Briand und Stresemann sind glücklich gewesen, festzustellen, daß keiner von ihnen den Wunsch. sich der Wiederannäherung der beiden Länder zu widmen, irgendwie und in irgendeinem Punkte abgeändert habe. Der Abschluß dieser gemeinsamen Politll erfordert natürlich eine freimütige Zusammenarbeit der beiden Völker, stellt also eine Opportun itätSsrage hinsichtlich gewisser Maßnahmen dar. die von der öfsenllichen Meinung in Deutschland beharrlich gefordert werden und die von gewissen Bedingungen abhängen. die bis jetzt noch nicht erfüllt worden sind, da seit der Zusammenkunft von Thoiry Deutschland noch keinen bestinnnten Vorschlag als Gegenleistung für eine etwaige Räumung der Rheinlandgebiete gemacht hat. Es scheint auch nicht, daß bei der Zusammenkunst von gestern abend Stresemann nach dieser Richtung ein neues Moment beigebracht hätte. Sollt« das noch geschehen, so müsse man immer bedenken, daß es sich nicht um ein aus- schließlich deutsch-französisches Problem handelt, daß eS vielmehr auf Grund der bestehenden Verträge auch die Alliierten Frankreichs in- tcrcnUn. Das sind einige der tatsächlichen Wahrheiten, die Briand wahrscheinlich gegenüber Stresemann vorgebracht hat! Der Eindruck in französischen Kreisen war übrigens so. daß demnächst auf alle Falle, aber nicht in Gens. Derhandlun- aen über die R h e i nl a n d be s e tz u n g stattfinden würden. Briand gab einigen Journalisten die Versicherung, daß keine andere, Frage al- die, die amtlich bekanntgegeben würde, auf der Ratstagung aufgeworfen werden würde. Er fügte hinzu: „Keine Frage, fei sie alt oder neu." Das Programm der ersten Ratssitzung. Genf. 6. März. (TU.) Der Völkerbunds- rat wird morgen vormittag unter dem Vorsitz D r. Stresernanns um 11 Uhr zu einer Geheimsitzung zusammentreten. Hierbei wird der Antrag des VöÜerbundskommissars in Danzig, van Hamel, auf Uebemahme seines Gehaltes durch den Döllerbund zur Sprache gelangen. Man nimmt hier an, daß der Völkerbunds rat sich der ablehnenden Auffassung der Kvntrollkommifsivn ansc^iehen wird. — In polnischen siandelsoertragsverhandlungen überschwemmt worden, bereit Ävhalt den amtlichen polnischen Ursprung ohne weiteres erkennen läßt. Zu dieser Propotzgndo gehören ferner eine Reihe Kommuniques, bie Mitte Februar von der polnischen Gesandtschaft einer großen Zahl der ausländischen in, Berlin beglaubigten Missionen üln?rfanbt worden sind und die den polnischen Standpunkt in der Frage der Han- delsoertragsverhandlmigen nicht nur in fachlich un- treffender Weife, fordern auch in einer die deutsche Regierung schwer verletzenden Form darlegen. So heißt es z.B. in einem diefer Kommuniques vom 13. tlebrimr „Die Taktik der deutschen Regierung zielt faktisch dahin, unter Drohung des Abbruches der Handvlovertragsverhandsimgen von der polnischen Delegation das zu erpressen, was der deutschen Politik rim gegenwärtigen Augenblick als das wertvollste erßcheint, nämlich den weitgehenden Zustrom und die Pestfetzung des deutscher- Clementes auf polnischem, Boden zu ermöglichen." Es handelt sich hier um ei tu? unerhörteVerdäch- tigung, die nicht erprgi(d) genug zurückgewirfen werden kann. Was dir deutsche Regierung lediglich erreichen wollte, xoar, einen modus vivendi inderAusweisunasfragezu erreichen, da- mit die Fortsetzuna btr Handelsvertragsverhandlun. gen in einer friedlichen Atmosphäre und damit mit besserer Aussicht auf «Erfolg vor sich gehen könne. Es war alfo nichts weiter alt der Abschluß eines Art W a f f e n st i l l ft,a ndes vor dem Beginn der eigentlichen Friedenstterhandlungen in dem deutsche polnischen Handelskrieg angestrebt worden. Das oben charakterisierte Vorgehen der polnischen !DK| Hon in Berlin ist ein diplomatisch kann als nichts anders als eine f lehung des Gast rechtes bezeichnet werden. Daß die deutsche Regierung die unerhörte gandatatigkeit der polnischen Gefandtfchcht nicht widerspruchslos hinachwmmen und den deutschen Gesandten in WarfchOu Ulrich Rauscher beauftragt hat, energischen Protest bei der polnifchen Regierung einzulegen, ist selbstverständlich und wird von der gesamten deutschen Vefsenllichkeit nur begrüßt werden können. ITr. 55 Erstes UZ. Jahrgang Montag, Z. März |Y2Z GietzenerAilMgerW E AW • Dr Fnedr Will) Lange. General-Anzeiger für Gberhessen MZZ Dlumfchein,- für den An- Ornd Perlag: VUihI'Ichc Unw.rß.ä.- Such^ unö Steh.tn.frrei R. Eo.ge in rieften. Sd)nfiltih.ng und $Wfr 7. Deutsch-polnische Besprechungen h| Genf. 03erIin, 0.Olljärz. sPriv.-Tel. des G.A) Der polnische Außenminister Zaleski erklärte in einem Interview einem Mitarbeiter her .Wiener Neuen 5xeicn Prelle", er nehme an. öab er in Genf Gelegenheit zu einer Aussprache mitDr. Etresemann haben werde, und er werbe diese Gelegenheit um so lieber benutzen, als auf deutscher Seite eine solche Aussprache offenbar für erwünscht gehalten werde. Wenn dabei der pcftnische Außenminister betont, daß die polnische Otegierung ihren besten Willen zur Erzielung eine* Entspannung aufbringe, so muß demgegenüber -etont werden, daß das unerträgliche (Verhalten Polens in der Ausweisungsfrage dak Hindernis für die Fortsetzung der Verhandlungen gewesen ist. und daß Polen unbedingt in irgendeiner Form Z u s i ch e- rungen geben muß. die ein weiteres Fort- ayren in dieser Ausweisungspolitik verhindern. Selbstverstälndlich dürfte auch auf unterer Seite nichts unversucht bleiben, zu einer Verständigung zu kommen. Tanger. Spanien bleibt — Fran;ösisch,britischc Bespreuungen in <4enf. Paris, 6. März. (Wolff.) Wie der „Ma- tm aus Madrid meldet, erklärt die Prelle daß General Prrmo de Rivera im Mmifterrat über den Stand .der Tangerverhandlungen berichtet habe. DK- den spanischen Delegierten udeisandten 3nftEitft:onen seien in dernEinne derForderun^en des sPanifchenMe- rnor an du ms gchallen. D^e hauptsächlichsten Forderungen feien beibehalten, einige an» >er« nuanciert wurden D.e Zeitung ,.El Sol" schreibt hierzu, dVe pnftruftomm enthalten kein Anze-.chen von Schwäche ter spanischen Regierung, denn diese habc^ lang und sehr genau daS Problem ftu&icrt „El Debate" erklärt, da- spanrscye'Volk wissfe. daß General Prirno de Rivera sich weder mit einigen Brocken begnügen tonne, noch dürfe. Tanger müsse spanisch sein oder zum m.nf^ften von Spanien !on- trollicrt toerben. Die Jntcmat.onallsieruna fei nur eine Waske für ein französi- lche« Tanges. Wenn man schon auf der ?^"^onfung finden werden, die dem spanischen Jnterelle ReHnung trägt, ohne eine Aend erung des internationalen ^^naerstatuts von 1923 zur Folg« äu Haden. Diese Lösung soll das äußerste Zugeständnis sein^ das Frankreich und England Spanien machen Bmtt. ihm md* Der Wiener Waffenfund können. schang und Wusik vor. ein schwarz gekleideter eleganter Mann, dessen Gesicht durch eine tief herabgezogene Mütze sowie durch ein vorgehaltenes Taschentuch fasi"unkennt- sich gemacht war. Der Fremde forderte sofort mit vorgehallener Pistole die Herausgabe der Ladenkasse. Als er darin nur 20 Mark oorfand, drängte er die um Hilfe rufende Bev- käuferin in die Ecke. In diesem Augenblick be- Tarifverhandlungen bei der Reichsbahn. Wie die ..Central News" berichten ist General Sun von Schanghai nach Nagasaki in Japan abgereist. Wie verlautet, soll er 100000 Pfund Sterling nach seinem neuen nur für das Kapitalvermögen und das bewegliche Betriebsvermögen oorgenommen werde. Eine durchgreifende Vereinfachung sei allerdings erst möglich, wenn die R e a l it e u e r n der Länder und Gemeinden in eine organische und oerwattungs- mäßige Verbindung mit den Reichs- England imZeichen derAbrüstung! i Die britischen HeereSvoranschlägc. ‘ a- -reflC u-fl i gruppe zum Konflikt in der deutschen Studentenschaft. st« u e r n gebracht werden könnten. Es sei in Aus- lcht genommen, durch ein Reichsrahmenge- etz bereits im Sommer dieses Jahres für die Grundvermögenssteuern wie auch für die Gewerbe' teucrn einheitliche Besteuerungs- arundla gen mr dar Gebiet des ganzen Reiches aufzustellen, und zwar so. daß die Gewerbesteuern, so weit sie nach dem Ertrage erhoben würden, z u m Anne der Einkommensteuer der g e - werbl chen Betriebe gemacht würden und die Grundvermögcnsfteuer und auch, soweit st« nach dem Werte des Anlage- und Betriebskapitals erhoben würden, die Gewerbesteuer in die Gin» heitswertc für d i e Reichsoermögens- teuer einqeschlossen würden. Auf diese Weise könnte man ein lange angestrebtes Ideal erreichen, daß jeder Steuerpflichtige einen einheitlichen Steuerbescheid jedes Jahr erhalte, aus dem er den Wert seines Vermögens und der in den Grundstücken oder Gewerbebetrieben bestehenden Vermögenstcile sowie Umsatz und Ertrag feiner Erwerbstätigkeit und schließlich sein Einkommen entnehmen könnte und aus Grund dessen dann verhält- nlsmäßig leicht seine Vermögenssteuer, seine Um- atzsteuer, seine Gewerbesteuer und seine Grundteuer errechnet werden könnte. DieWerbungzurFremden;egion im besetzten Gebiet. Berlin, 6. März. (WTB.) Wie die „Tägliche Reichshaushaltsausschuß. Berlin, 5. März. Der Haushaltsausschuß Oes NeichStageS setzte die Beratung des Haushalts des Neisinnenministeriums fort. Die dem Unterausschuß Überwiesenen Kapitel, zunächst über die Besoldungen, wurden nach dem Antrag des Unterausschusses genehmigt. Der Titel .Förderung wissenschastlicher und künstlerischer Zwecke" wurde um 500 000 Mk. erhöht. Zn einer Entschließung wurde allgemein ersucht, mit den Landern wegen der Bereitstellung ansteUen will Die Steuerreform. Staatssekretär Popitz über „Gesamtausgaben der Steuergesetzgebung und Verwaltung". vor der Eisenbahnlinie Schanghai--Nanking stehen, die für General Tschang die Hauptverbin- drmoSlinie darstellt. Die Stadt Sukau, ungefähr 85 Kilometer westlich von Schanghai, soll bereits in ihren Händen sein. Gleichzeitig rücken die Kantoneser auch auf die Eisenbahnpunkte Kun- Ein Deutscher in Tanger verhaktet. Madrid, 7. Mär). (prao.-Iel.) 3n langer wurde ein deutscher Kaufmann verhaftet, der in Carrafd) in Spanisch-Marokko seinen Wohnsitz hat und vorher öfters unbeteiligt langer besuchen somit-. Die spanischen Zeitungen heben hervor, daß in letzter Zeil die Deutschenseindschasl der Verwaltung von langer zunehme. so daß die bisher manchmal für Deutsche stillschweigend gemachten Ausnahmen betreffend eine kurze Aufenthaltserlaubnis plötzlich ausgehört haben und die Anwendung der Grenzübertritlsoorscyristen mit aller Strenge gegen Deutsche durchgeführt werde Dies sei um so beklagenswerter, als langer internationaler Soden sei, auf dem jedoch nur eine einzige Autorität, nämlich die französische, maßgebend sei. Der verhaftete Deutsche befindet fich seil mehreren Tagen in strenger haft in der allen Zitadelle von langer und darf weder Besuche empfangen noch schriftlichen Verkehr pflegen. Chinas Kriegszie e. Tschangtsolin gegen den Bolschewismus. Paris. 6. März. (Wolfs.) Marschall L s ch a n g t s o l i n hat dem nach China entsandten Sonderberichterstatter des »Pe'.it Paristen" folgende Erklärung abgegeben: Die beiden großen chinesischen Parteien verfolgen dein Anschein nach einander entgegengesetzte Bestrebungen, wünschen jedoch ein und dasselbe Ziel zu erreichen. 3m Innern wollen wir alle die Einheit Chinas zu einem republikanischen Staat und eine Negierung des Volkes f für bas Volk und durch das Volk. Aber , zunächst müssen Ordnung und Fri^>en hergestellt werden. Außenpolitisch verlangen wir von den । Mächten die Gleichheit in der internationalen • Behandlung und die Achtung vor unfern souveränen Rechte n. Ich stehe keiner Partei feindlich gegenüber, aber ich erkläre offen und unmißverständlich, daß unsere gegenwärtige Expedition einzig und allein gegen den Bolschewismus gerichtet ist. Wir wünschen aus dem Iangtsetal die bolschewistische Südregierung zu vertreiben, um Frieden zu schaffen. Wtr werden gern mit der Kuomingtangpartei verhandeln, mit Ausschluß der Extremisten und s unter dem Vorbehalt, daß die Sow-e's weder I offen noch heimlich in die Verhandlungen etn- greifen. Wir kennen unsere Pflicht gegenüber den Ausländern in China und wollen ihr Leben und Eigentum schützen. Es ist bedauerliH, daß die bolschewistische Kantonregierung durch Gewalt und Drohungen durchgesührt hat. was die reguläre j Pekinger Regierung auf dem Wege normaler diplomatischer Verhandlungen nicht hat erreichen dehnt werden kann. Die Gewerkschaften erklären daher einmütig, daß die von der Regierung geplante Arbeitszeitregelung den berechtigten Wünschen der Arbeiter und Angestellten nicht im mindesten entspricht, und daß sie nichts von dem erfüllt. was alle Gewerkschaften, einschließlich der christlichen, gefordert haben. Sie geben ihrer Erwartung Ausdruck, daß die Fraktionen des Reichstages sich der Tatsache bewußt sein werden. daß hinter den Forderungen der Gewerkschaften auch heute noch der einmütige Wille der gesamten Arbeiter und Angestellten stehl, wenn -------- auch aus politischen Gründen der Christliche Wohnsitz mitgenommen haben. Es scheint deutsche Gewerkschaftsbund glaubt, diese Er- nmnnehr festzustehen, daß die Kantoneser kurz klärung nicht unterzeichnen zu können. Freiberg 1.6a., 7.März. (Telunion.) Der Reic^auSschuh Hochschulgrupve der Deutschen DolkSpartei faßte zum Konflikt in der deutschen Studentenschaft eine Entschließung, in der er erklärte, er erblicke in dem zwischen den Vertretern der preußischen' Studentenschaften und dem preußischen Kultusministerium getroffenen Vereinbarungen vom 15. Februar 1927 ein Mittel zur Detle- g u n g des bestehenden Konfliktes. Weiter erflärte der Reichsausschuß in einer Entschließung den Austritt aus dem Deutschen Hochschul ring. Aus aller Welt. Wirbelsturm aus Madagaskar. Wie aus Mauritius gemeldet wird, ist die ge- j samle Oslkuste Madagaskars von einem fürchterlichen Wirbelsturm betroffen worden, der überall große Verluste an Menschenleben und ungeheure Schaden verursacht hat. Allein in der Stadt Tarn a t a o e sind über 500 Tote und Schwer- ; verletzte zu verzeichnen. Der Ort Ist vollkommen zerstört, von den übrigen durch die Katastrophe betroffenen Ortschaften fehlt bisher jede Nachricht, da Telegraphen- und Telephonlinien überall zerstört sind. Man befurchtet, daß der Zyklon lausende von Opfern gefordert und zahlreiche Küstenorte m Trümmer gelegt Hal. vom hessischen Landesthealer. Wie aus Darmstadt berichtet wird, tst der langjährige Darsteller des Hess- Landestheaters Willy Lvehr. der auch eine Zeitlang zusammen । mit dem Intendanzrat Dr. Wauer das Landestheater leitete, dann Intendant in Gotha war. jetzt zum Intendanten des Meininger Landes» theaters berufen worden. Die neue Junkers-Großmaschine auf ihrer ersten Auslondreise. Das neueste Iunkers-Großflugzeug. hie mit Schlafkabinen ausgerüstete Maschine G.31. hat nach Beendigung ihrer Probeslüge Samstag früh von Dessau aus ihren ersten AuS° l a n d f l u g ang treten. der vorläufig noch Wien und von dort voraussichtlich weiter südlich führen wird. 8.15 Uhr traf die Riesenmaschine, das augenblicklich größte deutsche Landflugzeug. im Zentralflughafen Tempelhofer Feld nach halbstündigem Fluge von Deslau ein, um 9.40 Uhr erfolgte der Start nach Wien. Leipziger Ausstellung „Europas Kunstgewerbe 1927.“ Sonntag mittag wurde durch Oberbürgermeister Dr. Rothe die Ausstellung »Europas Kunstgewerbe 1927“ eröffnet. Die Ausstellung bietet eine repräsentative Auswahl der besten kunstgewerblichen Erzeugnisse der europäischen Länder und gibt ein lehrreiches Bild von dem Stand des modernen Kunstgewerbes. Die Ausstellung jeden Landes ist in einem besonderen Saal einheitlich zusammengefaßt. holeldicbe an der Arbeit. Sin Gast eines großen Berliner Hotels in der Eity ist in der vergangenen Nacht das Opfer eines schweren Hoteldiebstahls geworden. Diesmal ist die Bestohlene die Gattin eines Großindustriellen aus der Provinz. Das Ehepaar nahm an einer Privatfestlichkeit teil und kehrte erst um 4 Uhr nach dem Hotel zurück. AIS sie ihr Zimmer betraten, fanden fie das Gepäck ausgeschnitten und den Inhall im Zimmer verstreut. Aus einem Koffer waren E cb muckgegenstände tm Werte von 20 000 Mk. geraubt Man glaubte zuerst. daß es sich um einen Fassadenkletterer handele. Unterluchun- gen jedoch, die von den Hausdetektiven unternommen wurden, führten zu dem Schluß, daß es sich bei dem Einbruch um eine Spielart von Verbrechern handelt, die man als Hotelrat - ten bezeichnet Das sind aewerbsmäs ge Diebe, die als harmlose Hotelgäste Wohnung nehmen und sich keineswegs auffäll g machen. Es scheint, daß es sich bei den Diebstählen der letzten Zeit, in der sie sich besonders gehäuft haben, um eine Bande von Hoteldieben bandelt dir Berlin heimsuchen Der Räuber Im konsitürengesä)äjt. (Sin ungemein frecher Raububerfal. wurde Samstagabend während der Hauptgeschäftszeit in Bremen verübt. In ein Konsitürengeschäsi trat Deutschen Wissenschaft" verfolgten Zwecke und ihrer besonderen Wissenschaftsaufgaben. Die eintägigen Etatstitel mit insgesamt acht Millionen Mark wurden genehmigt. Der Statstitel zum Rcichskunstwart wurde alsdann genehmigt und baau eine Entschließung Dr. Äül a angenommen. worin die Reichsregterung ersucht wird, .-tag Amt des Reichskunslwarts alsbald zu einer elb ständigen Reichsbehörde auszugestalten. — Abg. Dr. Mumm (Sn.) fordert eine neue Durchsicht der Einheitsstenographie. Der Etalstitel zur Forderung von Bestrebungen auf dem Gebiete des Schul-, Erziehungs- und DolksbildungswesenS wurde von 250 000 auf 300 000 Mk. erhöht. Der Etatstitel Förderung des Turn- und Sportwesens wurde um 500 000 Mk. erhöht Von dem Mehr- oetrag soll ein beträchtlicher Teil der Verbesse- rung und dem Ausbau von I u g c n b Herbergen und Iugendwanderheimen zugcfährt werden Angenommen wurde Dann eine Entschließung, worin die Reichsregierung ersucht wird, nach Benehmen mit den Ländern einen Bericht darüber vorzulegen, in welchem Umfange die tägliche Turnstunde eingeführt ist Weiter wurde eine Entschließung, worin die Reichsregierung ersucht wird, einen Entwurf zu einem Reichsverwahrungsgesetz vorzulegen, angenommen. Angenommen wurde eine Entschließung, im Einvernehmen mit den Ländern die berufliche Fortbildung, insbesondere die handwerksmäßige Schulung, b.e staatsbürgerliche Erziehung und körperllche Ertüchtigung bei der schulentlassenen erwerbslosen Jugend zu erweitern. Der Ausschuß vertagte sich dann auf Montag. DieGewerkschaftenzurFrage der Arbeitszeit. Berlin, 6. März. (Prio.-Tel. des G. A.) Der Vorstand des '.Allgemeinen Deutschen Gewerkschafts- buntes, der Geweckschastsring deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Beamtenverbände und der Vorstand des Allgemeinen Freien Angestelltenbundes veröffentlichen eine Erklärung, in der es u. a. heißt: Der dem Reichstag vorgelegte Regierungsentwurf zur Abänderung der geltenden Arbeitszeitoerord. nung läßt die von den Gewerkschaften aller Richtungen erhobene Forderung nach Wiederher st el- lungdesAchtstundentages völlig unberücksichtigt. Er ändert nichts an der unerträglichen Rechtslage, daß die regelmäßige tägliche Arbeitszeit bis zu zehn Stunden und darüber hinaus a u s g e - Aus dem Finanzausschuh des Hessischen Landtags. Darmstadt, 5. März. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags setzte seine Beratungen des Staatsooranschlags bei Kap. 1 (Forst- und ft a • meralgütcr unter Forstocrwaltung) fort. Die Deutsche Volkspartei hat ein Erfinden an die Regierung gerichtet, in zwei Dberförftereien (in einer landwirtschaftlichen und in einer Jndustriegegend) eine Feststellung der Durchschnittsbrutwertrage des Nutzholzes und des Brennholzes je Festmeter und Mark für die Rechnungsjahre 1913/14 und 1925,26 zu veranlassen. Die Gehälter in beiden Bezirken sollen angegeben werden sowie die Durchschnittslöhne und der Durchschnittslohn eines bestbeschästig- ten Arbeiters. Abg. Dr. Leuchtgens hat einen An trag eingebracht, die Forstgesetze der Nachkriegszeit so abzuänbern, daß zu einer sparsameren Bewirt schaftung die angrenzenden Ißalbeigentümer (Staats-, Gemeinde- und Prioatwald) zu einem Zweckverband zusammengeschlossen werden. Der Antrag wurde mit allen gegen zwei Stimmen abgelebt. Ein Antrag Dr. Leuchtgens, die Regierung zu ersuchen, die Reinerträge der Wal- düngen zu erhöhen, wurde einstimmig angenommen. Ein weiterer Antrag, die Beiträge der Gemeinden zu den Beförderungskosten für 1925 26 nach demselben Schlüssel zu regeln, wie er hn Staatsooranschlag für 1927 vorgesehen ist, wurde ebenfalls einstimmig angenommen. Ein Antrag Weckler-Blank, die Verwaltung der Rameralgüter von den Forstämtern zu trennen und sie den Lan b- wirtschaftsämtern zuzuteilen, wurde abg«. lehnt. Mehrere kommunistische Anträge (Streichung von Forstratsstellen, Versteigerung der Regiejagden, Einstellung der Zuwendungen an das ehemalig« groyherzogliche Haus, Pachtermäßigung usw.) wurden abgelehrtt. Ein Antrag Heinstadt-Weckler-Blank, daß künftig die Gebote bei den Pachten i unter Einschluß aller Kosten zu verstehen sind, i wurde durch eine Antwort der Regierung für er- (ebigt erklärt. Eine Regierungsvorlage über bie Beiträge der Gemeinden und Privaten zu den Kosten der Forstverwaltung für das Jahr 1924 und 1925 wurde einstimmig angenommen Hieraus wurde das ganze Kapitel in der Abstimmung angenommen. Zu Kapitel 2 (S i e d l u n g s w e s e n) lag ein sozialdemokratischer Antrag vor: a) in das Kapitel 2 des Staatsooranschlags für 1927 die Mittel für22anbfiel)lung»ämtet, eines in der Provinz Starkenburg, eines in der Provinz Oberhessen einzustellen. b) Die A n l i e g e r s i e d l u n g weitestgehend M fördern mit dem Ziel, von der Landwlttschast in die Jndustriebezirke abgewanderte Arbeitskräfte wieder anzusieüeln, um dadurch die Arbeitslosigkeit auch in Hessen zu bekämpfen und den inneren Markt yx heben. c) Bei der Reichsregierung dahin zu wirlen, daß von den für Sisdlungszwecke bereitgestellten Reichs- Mitteln ein erheblicher Betrag für die Siedlung in Hessen bereitgestellt wird. Absatz a des Antrages wurde von den An- tragfteUcm im Verlauf der Verhandlungen wie- Berlin. 6.März. (Priv.-Del. des G. A.) Nachdem kürzlich Vertreter der Deamtenorgani- fationen beim Reichsminister des Innern vorstellig geworden waren, um ihre Forderungen «stszeit und der G e - Haltsregelung zu unterbreiten, sind nun auch Vertreter der Eisenbahnerorganisationen bei der Direktion der Reichsbahn- Gesellschaft zu Verhandlungen über die Neuregelung des Tarifvertrages erschienen. Nach Den Forderungen der Eisenbahner soll in dem neuen Larisvertrag die achtstündige Arbeitszeit genau umrissen und das Lohnabkommen den gesteigerten Lebenshaltungskosten angepaßt werden. Die Verhandlungen wurden vertagt, da die Reichsbahndirektion vorerst Erhebungen über die beiden genannten Punkte d o n Mitteln f ü r Studentenhäuser in Verbindung zu treten. Für die Junglehrer wurden 2.5 Millionen Mark bereitgestellt. Der Titel, der die Erhaltung von Bauwerken von. besonderer geschichtlicher Bedeutung betrifft, wurde von 600 000 auf 900 000 Mk. erhöht. Es folgte die Beratung der Etatstitel über die Fbrderuna der von der ..Notgemeinfchalt der , London, 7. März. (TA.) Die Heeresvor- anfchläge sehen für das kommende Finanzjahr einen Betrag von 41 565 000 Pfund vor, was gegenüber dem Vorjahre eine Reduzierung um | 935 000 Pfund bedeutet. In der Gesamtsumme l sind jedoch nicht die Kosten für das ! Schanghaier Expeditionskorps enthalten. Ein Zusahetat seht den Betrag für diesen Zweck bis Ende März auf 950 000 Pfund fest. Der Etat sieht für das kommende Jahr eine zahlenmäßige Stärke von 166 500 Mann vor. was eine Zunahme von 7100 Mann ausschließlich der in Indien dienenden britischen Soldaten bedeutet. Die Stärke der englischen Territorialarmee, ausschließlich der permanenten Stäbe betrug zu Anfang des Jahres 1927 6760 Offiziere und 139 762 Mann, was eine Vermehrung um 159 Offiziere und 1187 Mann bedeutet. Die Voranschläge für das englische Luftfahrt- ministerium sehen für das kommende Finanziahr eine Gesamtausgabe von nicht weniger als 15 550 000 Pfund vor. Die Anzahl der Front-Re- serven und Hilfseinheiten wird weiterhin ver- mehrt. Die raxfr aus der Krieaszeit herrührendcn Vorräte an Flugzeugen sind nahezu erschöpft und die neuen Flugzeug- und Maschinentypen werden in wachsendem Maße verwandt. Die englischen Luststrsitkcäfte umschließen zur Zeit 63 Geschwader. Die Verteidigungsstreitkräfte für das Mutterland belaufen sich auf 28 Geschwader, so daß mehr als die Hälfte der für diesen Zweck vorgesehenen Flugzeuge von 52 Geschwadern nunmehr fertiggestellt ist. Ferner sind Vorkehrungen für den Bau von zwei Luftschiffen getroffen, die beide im Jahre 1928 ihre ersten Flüge machen werden. Für den Bau des Lust- schifscs B 100 sind 90 000 Pfund vorgesehen. Für den Bau eines Flughafens m der Flottenbasis in Singapore werden 83 000 Pfund angefordert. Der Ausbau des Lufthasens von Eroydon soll 1928 beendet sein. Essen, 6. März. (TU.) Auf Einladung der volkswirtschaftlichen Vereinigung im rheinisch-westfälischen Induftriebezirk sprach Staatssekretär Dr. Popitz über „Gesamtausgaben der Steuergesetzgebung und Verwaltung". Die Ausgaben, die mit den Steuermitteln von den öffentlichen Körperscha « ten erfüllt würden, bedeuteten — ihre zweckmäßige Gestaltung vorausgesetzt — den Nutzen für d i c Allgemeinheit, dem die Kosten für die Privatwirtschaften gegenüberständen. Beide, Nutzen und Kosten, mühten sich in ökonomischem Gleichgewicht halten. Bei der Beurteilung der steuerlichen Verhältnisse Deutschlands sei der Ausgangspunkt die Grundsteuergesetzgebung des Jahres 1925 in Verbindung mit den Abänderungen, die seitdem insbesondere durch das Steuermilbe- rungsgesetz erfolgt seien. Es fei eine Forderung nicht nur vom Standpunkt der Steueroerwattung, sondern auch vom Standpunkt der Mittschaft aus, daß die steuerlichen Grundlagen, die durch dieses Gesetzgebungswerk geschaffen würden, möglichst auf längere Zeit unverändert bleiben. Die juristischen und technischen Formen der Gesetzgebung muh- ten sich in die Berechnungen der Wirtschaft^fest ein- o I gestellt haben, und Steuerpflichtige wie Steuerbe- itn Hörde müßten sich in bas vorhandene Recht voll -51<■ lly vll llll | cjngCnjjjf)nt haben, ehe man auf Grund der dann gesammelten Erfahrungen zu einer Steuerent- Wicklung kommen könne. Diese Forderung der Gesetzgebungsdisziplin hin- bere selbstverstänblich, nicht Vereinfachungen, bie vorzunehmen seien, wo sie die Struktur ber Steuer nicht berührten. Solche Vereinfachungen seien im Derwaltunaswege gerabe jetzt in Angriff genommen worben burch Zusammenlegung ber Zahlungstermine bei ber Lohnsteuer unb bei ber Umsatzsteuer, unb es sei auch geplant, ben Finanzämtern bie unbebingt gebotene Erleichterung baburch zuteil werben zu lassen, daß bas B e - Wertungsgeschäft für biefes Jahr fuspen- biert unb eine neue Dcrmögenssteuerveranlagung den, sind im Schwarzwald in den Höhen über 900 Meter Schneefalle eingetreten Bei 2 Grad Kalte betragt die Schneehöhe 110 Zentimeter. Rundschau" erfährt, wird die deutsche Regierung anläßlich der letzten Vorfälle bei der französischen Re, ... ... . gierung wegen ber Werbung zur Fremdenlegion trat eine andere Verkäuferin den Laden, worauf vorstellig werben. Von feiten Frankreichs ist selbst &cr Räuber blitzschnell die Tür gewann unb anerkannt worben, baß bie französischen Werber auf einem draußen stehenden Fahrrade in schnell- keinerlei Recht haben, im besetzten Ge- rtem Tempo davonsuhr. Trotz der sofort aufbiet eine Werbetätigkeit zu entfalten. Unbestritten genommenen Verfolgung gelang es nicht, 2e~ ift auch bas beutsche Recht, zur Fremdenlegion an- festzunehmen. geworbene deutsche Staatsangehörige beim Grenz- Schneefälle Im Schwarzwald. übertritt zurück, uhulteu. Börsenblätter vorn gelbbetg Wien, 5. März. (TU.) Das christlichsoziale Parteiorgan, die ^Reichs Po st", erklärt, die Folgen der Hungerblockade. Waffen im Wiener Arsenal gehörten dein repu- eine ganz eigenartige Erscheinung tst in dem biikanifchen Schutzbund, der sie während Moseldorfe Eisenschmitt Lei Wittlich feft* der Umsturzzeit sozusagen erbeutet und seitdem zustellen. Der Ort hat In diesem Jahre kein im Arsenal verwahrt gehalten habe. Das Dlatt einziges Kind, daS zur Kommunion gehen gibt an, im Vesihe der Kopie eines PlaneS zu ^nni sämtliche Kinder dieses Ortes aus den sein, der in Händen der Führer des republikani- Jahren 1917 und 1918 infolge der Hungerblockade schen Schutzbundes sei und in dem die Stellen an Verelendung und Unterernährung g e st o r - errennbar seien, an denen sich jetzt noch Waffen- &cn sind. lager befinden. Die bis jetzt gefundenen Waffen Schweres Automobilunglück, genügten zur Ausrüstung eines «arten Truppen, 7'B,r„°di _ »Ian. tDCperB tenburg fuhr aus noch nicht bekannter Ursache AVI «miiMnlltil ein Magdeburger Automobil in schnellem Tempo bie srrefemann an ^«NUffoNNi. €troa 4 Meter hohe Chaussee Böschung hinab IN Rom, 6. März. (Wolff.) Reichsminister ©reinen Wassergraben. Die Insassen, xmd Gtresem ann sandte vor seiner Abreise aus Herren, zwei Damen unb ber Chauffeur gerieten Öan Remo an den Premierminister Musso- unter ben Wagen. Einer ber 5xrrcn ist tot, bie lini folgendes Telegramm: drei übrigen Insassen wurden schwer verletzt. Ehe ich den gastlichen Boden Italiens wieder Schweres Bergroerlsunglücf im Elsaß verlasse, möchte ich nicht versäumen, Gurer Ex» g Wittenheim bei Mühlhausen r. E. siür-te zellena meine besten Gruße zu übermitteln. einem Dergwerksschacht in dem Augenblick Exzellenz wollen mir gleichzeitig gestatten, mei- «. $ . eineg Schachtes ein, als die Bergleute nen verbin dlichsten Dank für die außer- $ befördert wurden. Vier Vergleutq ordentlich liebenswürdige Fürsorge auszudrücken, getötet, zwei andere schwer verletzt, bie mir seitens aller Behörden der mengest I __ Provinz rmd Stadt zuteil getoorDen tft Wettervoraussage. q Wechselnd bewölkt, Temperaturen wema ver- ändert, vereinzelte Niederschläge noch teils in Dle volnsparteinche HocysLYUl- Schauern. Gestrige Tagestemperaturcn: Maximum: nwmn» »um Konflikt in der berschlage: 0,2 Millimeter. Heutige Morgcntempe- ratur: 2,6 Grab Eelsius. 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Rachrichttm über arohe. in Stehen abgehaltene Feste. sow e Flug, blutter sind der Sammlung be gefügt L-crtvoll find einige Gruppenbilder aus alter Zeit, so c;n Dkld der Mitglieder des längst «ingegangenen Dereins ..Wartburg" vom Jahre 1864 Auch in der Bibliothek des Verstorbenen befinden sich interessante Stücke, so die ersten Ausgaben der Darmstädter Lokalpossen des Ernst Elias Riebergall ..Der tolle Hund" und ..Dal- terich". lieber diese Bibliothek haben die Srben noch keine Derfügung getroffen, in ihr befinden sich auch wertvolle Ausgaben lateinischer undariechischer Autoren, außerdem viele Schulbücher und Schriften aus dem Gebiete der klassischen Philologie Die Leihbibltv- chek. die der Baker des Derstorbenen früher in der Schlafgäste betrieb, ist schon seit längerer Zeit in den Besitz der Universitätsbiblivthe: übergegangen. Es ist erfreulich, datz der Oberhessische Deschichtsverein diese Sammlungen an- gekauft hat' denn dadurch werden sie vor Ber- schlcuderung bewahrt und bleiben in ihrer seit- herigen Anordnung erhalten. Musikalischer Abend. Am Samstagabend veranstaltete Elisabeth Feich »er im Saale des Realgymnasiums mit einigen ihrer Schülerinnen unter Mitwirkung von Frl. Lore Sander (Sopran- und Privatdozenten Lic 3. 5. 2 a u n (Tenor) einen musikalischen Abend zum Besten des Krüppelheims in Dietzen. Die umfangreiche, geschmackvoll zusam- mengestellte Bortragssolge vereinigte ausschlietz- lich klassische Stücke verschiedener Stilgruppen, vom Bachschen „Klavierbüchlein" bis zu Liedern von BrahmS. Reger und Hugo Wolf. Den pia- nistifchen Teil des Abends eröffnete die von Frau Geh. Rat P o p p e r t und Frl. Felchner geschickt interpretierte Holberg-Suite zu vier Händen von Drieg. Des weiteren hörte man die Gigue Suite A-Dur (aus dem ..Alavierbüchlein") von 3. S. Bach und ein Stück aus Schumanns reizenden . Kinder szenen" (Frl. Herma Hech- l e r), drei kleinere Stücke von Bach, Tschaikowski von Snrico Bossi (Frl. Martha Krombach), das Regersche .Albumblatt" und das Rondo 0-Dur von Beethoven (Frl. 3ngeborg Pop- hert); alle diese Stücke wurden korrekt und sauber gespielt, stellten der pianistischen Ausbildung der Dortragenden das beste Zeugnis aus und sanden den wohlverdienten Beifall eines zahlreichen Auditoriums. Den gesanglichen Teil des BefmioyDQunifrrflf *3 4 - Zimmer- Wohnung -.u annehmbaren i Greife sofort gesucht rdiriftl Ängeb. uui i'ltj»! n j (»lietz An» Jcnn'ter sucht 3-Zimmer- Wohnung mit .Küche z. 1 oder 15-ilytiL Lchr. Änft, u,»iV2 a d. Äii An». Aus -er Prooinzialhauptstadt. Dietzen, den 7. März 1927 Wertvoller Ankauf des Oberhesfischen Geschichisvereins. Der Oberhessische Deschichtsverein hat die Sammlungen deS vor kurzem verstorbenen Oberlehrers L R. Prof. Dr. Richard Eduard Ottmann erworben. Ottmann. der infolge Kränklichkeit seit Jahren im Ruhestand lebte — er .unverheiratet — und ein sehr einsames iJtten führte, war nicht nur ein kenntnisreicher Philologe, sondern auch ein fleißiger Sammler von Rotizen, die sich auf die Ge schichte der Stadt Giehen beziehen ör sammelte' fahr- zehntelang Zeitungsausschnitte und ordnete sie nach bestimmten Gesichtspunkten Was er sammelte. wurde in einzelnen Kästen, die in grotzen Repositvrl« bereinigt find, verwahrt So hat der zurückgezogen, die beiden anderen Absätze wurden einstimmig angenommen Sin körn nunisti- scher 2lntrag. schlau reife Liölder in einem Umiang von lahrlich 200 Moigen zu -«edlungszweckeri nie- derzulegen, mürbe einstimmig abgelehnt. Das gesamte stapitel 2 wurde dann angenommen. Dien» •og Fortsetzung der Beratungen bei Kapitel 3. Der Hess Ftnanzmi Nister hat dem Landtag die nachstehende Vorlage zugehen lassens Die Sei- trage der ® e m e Inden und Privaten zu den - osten derFor st Verwaltung sind nach einer Anmerkung zu Kap. 1, Ziss. 2 des Lwa,-voran- chlag» jeweUs nach den wirklichen «osten zu berechnen. Für da» Vahr 1924 konnten die wirklichen Kosten zu der Zeit, zu der die Beiträge angeiordert werden mutzten, noch nicht sestaestellt werden. (Ein längeres 3umarten nut dem Ansordern dcr Beiträge .vor ober nicht möglich, weil der von mir im Ein- -ernehmen mit dem Herrn Minister des Innern zu- ■irblUlgte Ersatz an den Beiträgen des Jahres 1923 Erhebung der 1924er Beiträge ausgerechnet iieeben sollte. Aus diesem Grunde wurden für das jabr 1924 zunächst die ooranschlagsmätziqen Sätze anaesordert. Nachdem nun die wirklichen stosien für 1924 festgestellt stnd, ergibt sich eine Mehrausgabe gegenüber dem Voranschläge von 249 000 Mk. Diese Mehrausgabe ist veranlatzt durch Erhöhungen der Gehalte, des Dohnungsgeide» und des stinderzu- Schlages am 1. April 1924, 1. Äuni 1924 und 18. No. nember bzw. 1. Dezember 1924. Da der Beitrag für 1924 nun schon weit über Iahressrist nach den vor- ^nschlogsmätzigen Sätzen angeforbert und zum protzten Teil erhoben worden Hf. -beantrage ich von jner Trochsorderuno für 1924 ab.zuschen. Für das lahr 1925 beläuft sich der wirkliche Tesamtauswond rm nur ninb 5000 Mark hoher als der Voranschlags- mötzioe Kostenbetrag. Da der Ausschlag dieses Heb WI Betrages auf rund 172 000 Hektar Staats- und Semcinbemalb und 22 000 Hektar Prioatwald die soranschlagsmätzigen Lätze je Hektar nur um (Findet- Pfennige erhöhen wird, so beantrage ich im Inter- 'ff« «tner vereinfachten Berechnung die auf 10 Pf. abgerundeten voranschlagsmätzigen Latze je Hektar für 1925 erheben zu lassen und von dem weiteren Ausschlag der Mehrausgabe von 5000 Mark ab- jufeben. vuchbinder- gehilse fle.uanbiet varue- nrbetttr) ae lucht Brühl'sche Druckerei Tchuistr. 7. [neD “• Don der Matthäusgemeinde Herr Pfarrer Mahr hat vor kurzem zwecks Wiederherstellung seiner Gesundheit einen längeren Urlaub beantragen müssen Ss ist damit zu rechnen, datz Pfarrer Mahr In den nächsten -tagen für längere Zeit aus seinem Pfarramt- liehen Wirken ausscheidet. In seiner Stellver- tretung wird Pfarrer Hertel die Dienstgeschäfte der MatthäuSgemeinde versehen. ch Der Frühling kommt. Liri, liri, lüh — schön ists in der Frühl so tönts uns seit einigen Tagen aus den Lüften entgegen: Die ersten Lerchen sind eingetroffen. Auch die Grasmücken künden raufend den neuen Frühling an. ' Flugzeugbau in Dietzen. Die Iugcndgruppe des Gietzener Vereins für Luftfahrt, die zur Zeit 10 Schüler umfaßt, baut gegenwärtig einen Gleitflieger (Schulflug- zeug „Zögling"). Das Modell war vor einiger Zeit bei 6er Firma Wilhelm Möser, Helters- weg, ausgestellt. Der Kostenvoranschlag für den Bau des Flugzeugs beläuft sich auf 350 Mk. Aufgebracht sind bereits 175 Mk. vom Verein und 37 Mk. auS eigenen Mitteln der Mitglieder der Iugendgruppe. Gs fehlen also noch ungefähr 150 Mk. Die Arbeiten am Flugzeug sind schon weit gediehen. Ss sind bereits 26 Rippen, das Seitensteiler und das Höhensteuer mit Dämp- sungsfläche fertiggestellt. Um die Weiterführung des Baues zu ermöglichen, hofft die Iugendgruppe auf die opferfreudige Hilfe aller am Flugwesen interessierten Mitbürger. " Vogelsberger Höhen-Diu b. Unter gewohnt starker Beteiligung seiner Mitalieder beging der Zweigverein Gietzen des D. H.T. am Samstagabend in der Turichalle am Oswalds- garten fein 19. Stiftung-- und Auszeichnungsfest Ein reichhaltiges und abwechflungsvolles Programm wurde von allen Mitwirkenden in bester buche für meinen bohn, 15 Jahre alt, eine passende Lehrstelle »rUrur. Dchrifil. Angebote unter 01846 an den Gteh An*, erbeten. I Vek-küuf« | Em photographische» Atelier ibie eine Sette «last sofort auf Abbruch au verkaufen. 8u erfragen 017® Zu Ihrem Schutz: Lux Seifen- flocken werden nie lofe verkauft. LUX Deisc ahgettndeü und dadurch den Besuche« Stunden onregenber Unterhaltung aeboten Dee Borsidende des Zweigvereins. Oberreallehoe« Will, wics in seiner ^egrüsiungzaniprache auf die hohen ^emütswerte hin, die im aride«, im 14.00 10.00 Glotzen-Vuseck, 6. März 1927 Z. 3- Dietzen Universitäts-Frauenklinik ßonieihilöer zu taufen aefudn ftaiierallce 18 v. Dienstag. 8. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei unserem schweren Verluste sprechen wir hiermit unseren innigsten Dank aus. Im Namen der tieftrauemden Hinterbliebenen: Martha Willenbücher. Männer- und Frauen-Dereinigung der Matthäusgemeinde Gietzen. 3u der am Dienstag, dem 8. Marz 1927, abends 8 Uhr, im Gemeindesaal, Kirchsiratze 9, stattfindenden Haupt-Versammlung werden alle Mitglieder freundlichst eingeladen. Tagesordnung: l. Jahresbericht; 2. Nechnungsablage; 3. Voranschlag 1927; 4. Vorstandswahl; 5 Gründung einer Sterbe-Unterstützungskasse; 6. Verschiedenes Zuckerkranke erhalt, wichtige Aufklärung kostenlos durch Fr. Löw, Walldorf F. 67 (Hessen). schlaflos« küchle. Ein« «in-tg« Waschuaq mll W«di»wal. VCrDa 'VCIJC foiapig« Uebcl der Äi«in«n. 6t. M. -.63, 3O60 t>«rftärft M. 1.~. 3ur Nachbehandlung Ist tzerdo-Erew« disond. t-«mps. 3u hab«n M allen Apoih. Drog. ».Parfüm. Universitäts-Apotheke, Peltkan-Avotheke, Htr sch'Avotheke, Di ogeiie Otto Wlnterhoss. Krenzdrog. 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Obwohl das Land schon den Alten bekannt war. die es schon wegen der besonderen Sigen'chasten seine- Klima- und DodenS in scharfer Unterscheidung gegen da- übrige Arabien. .Arabia felix“. das glückliche Arabien" nannten, ist es doch noch heute eine- der unerforschtesten. nur von wenigen Europäern läng- der Hauptverkehrsstraßen bereisten L.inder der Erd«. Dies kommt daher, weil der größte Teil der Vr- völkerung einer besonder- sremdenscindlichen 'llamttilchcn Sekte angehört und geographische Verhältnisse die 'Detteidiguna de- Lande- gcgen Eindringlinge besonders erleichtern. Iahr-ehnte- lana besahen die Türken das Land, aber obwohl alljährlich viele brave anatolischc Soldaten ihr Leben lassen muhten, war e- ihnen doch niemals gelungen, die türkische Herr'chast bauernd über da- Gebiet von Sana, der 2033 Meter hoch gelegenen Hauptstadt bcS Land«-, und deren Tk-r- bindungsllrohen zur Küste hinaus auszudebnen. Als während de- Weltkrieg«- die Türken da- Land der großen Entfernung von Anatolien wegen nicht mehr zu verteidigen vermochten, übertrugen fie die Verwaltung desselben ihrem bisherigen, lange von den Engländern protegierten Feind 3mam 3ahl0 und überliehen diese- alles dort vorhandene Kriegsmaterial und türkische Offi- ziere und Beamte zur Organisierung seiner Armee. DaS var ein Schachzug, der nicht nur einen sofortigen Umschwung in den Sympathien Iahia- veranlaßte, sondern noch heut« für die Engländer und deren arabische Politik recht unangenehme Wirkungen auSlöst. Obwohl England nach dem Weltkrieg die Unabhängigkeit des 3emen auch weiter anerkannte. unterstützte eS doch offensichtlich jede eingeborene Macht der arabischen Halbinsel, die im Degensatz zu Imam 3ahla stand und diesem gefährlich werden konnte, zunächst den König deS Hedschas. H u s s e i n, dann, al- dieser zugunsten des mächtiger gewordenen Mahabitensürsten fallen gelassen wurde, den Sultan Ibn Saud. Dieser Gegensatz Iriit besonders in der Angelegenheit des zwischen Hedschas und Jemen gelegenen Reiche- A l i r zutage. Dort halten sich chon zur Türkenzeit aus Westafrika eingewanderte Abkömntlinge der Familie der Idrisiten ein kleines Reich gegründet, welche- während >es Weltkrieges von England subventioniert und I# unabhängig anerkannt worden war. Während >ie Grenzen Asirs sowohl von König Hussein Is auch von Ibn Saud respektiert wurden, fand >mam 3ahia die Gelegenheit für günstig, die Grenzen seines Gebietes gerade auf Kosten des lum mehr Einwohner als daS ehemalige Monte- cgro zählenden 3drisitenstaateS zu erweitern. >m 3ahre 1924 besetzte Imam Iahia den osiri- ' Yen Hasen Höbet da. der seitdem den Haupt- ' afen 3emenS darstellt. Rur die energische Hal- ung Englands hinderte ihn. daS ganze Asir inzustecken Der Sultan von Asir. Di di Aly. ist leither eifrig bemüht, seine Stellung zu stärken. Durch Berkaus der Petroleumguellen auf den zu Asir gehörenden Farsaninseln an eine englische Gesellschaft verschaffte er sich Geld. Waffen und Munition, während ein Bertrag mit dem Waha- bitensultan 3bn Saud ihm Rückenfreiheit und militärische Hilfe sicherte. Aber auch Imam 3ahia hat angesichts des Zustandekommens dieser Koalition zwischen England. 3bn Saud und Asir Anschluß gesucht und ihn bekannllich bei — Mussolini gefunden. Durch einen Bertrag sicherte sich Italien ein gewisses Handels- Monopol in 3emen, wofür eS die 11 n o t> - hängigkeit diese- Landes garantiert. Das Wichtigste an den italienischen Beziehungen ist für 3mam Iahia jedoch, daß er Flugzeuge. Waffen unb anderes Kriegsmaterial als Geschenk der Italiener erhalten hat, uttd daß italie- Nische Ofsiziere ihm Radiostationen und ähnliche nützliche Dinge einrichten usw. Es stehen sich also zwei scharf umrissene Gruppen gegenüber, die beide mit fremden Mitteln Wettrüsten und jeden Augenblick aneinander geraten können. Dorläufig sind sie das zwar noch nicht, wenn cs europäische Blätter auch behaupteten und ein aus Sübarabien zurückgekehrter deutscher Iournalist unlängst zu erzählen wußte, daß er selbst die Kricgserllärung Asirs an Iemen überbracht hätte: wenn auch schließlich die Mission Zweites Vaterland. von Alberi h. Bausch. . in. Rom. Bur verließen Florenz am soaten Nachmittag und kamen vor Mitternacht nach Rom. Ein glühender Mittag, den wir in den Gortenheimlichkciten von Fiesale verbracht hatten, ein Mittag, ganz in blauen Glast gespannt, überschwemmt vom heißen Duft des Labkrautes, hatte uns leicht und fröhlich gemacht, die Kinne gelockert und der Empfängnis vorgcahntcr, noch tieferer Schönheit geöffnet. So erschien uns die Fahrt sehr kurz, und die Stunde der Ankunft fand uns in seltener Frische. Fast alle Menschen denen das Rom vor 1914 sehr vertragt war. betreten das Rom von heule mit Beklemmung — und die meisten verlaßen es voll Enttäuschung. Sie finden sich nicht mehr zurecht in der sehr veränderten Stadt. Sic agen, ihnen fehle das Heimatliche, das sic früher o lehr bestrickt und sestgehalten habe. So oft ich oliye Dinge sagen hone, konnte ich mich des Ge ühles nicht erwehren, daß dielen Enttäuschten niemals gerade dos in Rom die Heimat gab. was das überzeitlich-römische ist. und ich konnte nicht viel Bedauern für sie auf bringen. Dor allem aber fand ich. daß sie offenbar schon in den letzten fünf Jahren vor dem Ausbruch des großen Krieges die sichtbare Wandlung nicht gespürt hatten, die sich in „ihrem" Rom vollzog, oder daß sie sie nicht hatten spüren wollen, weil sie der überkommenen Romantik chrer Einstellung unbequem und feindlich war. Die meinen Deutschen, die noch keine Gelegenheit hatten, in Vie Ewige Stadt zu kommen, verknüpfen mit ihren Darstellungen von Rom noch Eindrücke, die sie in Goethes .Italienischer Reise" oder in den Schilderungen eines Grcgorooius und Dicwr Hehn vielleicht auch in Schlözers Briefen oder ähnlichen Zaki Paschas, eines arabischen VclehNen. her von ägyptischen Prinzen nach Arabien griandt war, um die beiden feindlichen Gruppen zu versöhnen, offiziell al- gescheiten erklärt wurde. ES ist nämlich gegenwärtig höchst unwahrscheinlich, daß cs überhaupt zu einem Kriege — von bedeutungslosen Pläukc'een ahzeschm — kommt, einfach deshalb, weil feiner der bciden Teile da- Risiko des 2 n g r i f s s aus sich nehmen wird. Imam Iahia wird dicS nicht tun. well er nicht mehr einem ungerüsteten und freund los en Asir gegenüberstcht und feine Leute sich bdkr zur Verteidigung der Ieminitischen B.Tge als -um Angrisf eignen Ibn Saud und Sidi 2ll: andererseits wissen, waS das Kriegsührcn in eben diesen Ieminitischen Bergen «inst den ungleich kriegs» tüchtigeren Türken gekoste: hat. Trotzdem wird weiter gerüstet, einfach deshalb, weil eS auf beiden Seiten andere — England bzw Italien — sind. welche die Kosten tragen Es müßten wohl besondere Krästcver'ch eaungen eintreten. um einem der beiden Teile einni Krieg genügend erfolgversprechend erscheinen zu lassen Man hat auch behauptet, daß die italienische offenbar gegen englische Interessen gerichtete Innenpolitik nur den Zweck habe, gegen ein Ausgeben der jungen italienischen Interessen in Südarabien. wirtschaftlich wertvollere Kompensationen, etwa in Syrien, zu erhalten Ich kann die Möglichkeit solcher Kompensationen nicht einschen — Frankreich geht meiner Ansicht nach heute aus Syrien weniger denn je heraus —. dagegen scheint es unS wahrscheinlicher. bah eS England nicht ungern flcfjt, wie der unruhige Mussolini sich im Iemen festlegt, wo er möglicherweise noch recht unangenehme Erfahrungen machen wird. Schon hat sich der mißtrauische Imam Iahia nach anderen Derbindungcn als Gegengewicht zu seinen italienischen Bundesgenossen umgefehen und einen Gesandten nach Angora geschickt: nach Angora deshalb, weil die Reise nach — Moskau viel länger dauert und schließlich auch in Angora des letzteren orientalische Geschäfte besorgt zu werden Pflegen Die Angaben über die Devölkerungsstärke des Iemen schwanken zwischen einer und vier Millionen Die Wahrheit dürfte der unteren Grenze näher liegen Etwa dreiviertel der Einwohner gehört der schiitischen Sekte der ®ci- b i t c n an, deren religiöses und wcltllches Oberhaupt der jeweilige Imam aus der Familie des Kalifen Ali ist. der stets al- Vertreter des Propheten und unfehlbarer Bollstrecker des göttlichen Willens auf Erden gilt. Die Sekte steht bei allen übrigen QHuflamen, die anderen Schiiten mit cingeschlossen, im Gerüche der bösesten Ke^erei. Die Hafenstadt Höbe i da ist vom Suezla il in etwa vierzehntügiger Dampferfahrt zu erreichen, welche durch mangelhafte Anschlüsse bedeutend verzögert wird. Hodeida hat etwa 10 030 Einwohner und kein Trinkwasser. Die Reise nach der 250 Kilometer entfernten Hauptstadt Sana nimmt ungefähr fünf Tage in Anspruch. Als Landeswährung gilt der Marientheresientaler. was geht in Rußland vor? Don • , * Während ble Augen Europas nach dem Fernen Osten gerichtet sind, wo sich in Ehina unerwartete Lösungen vorzubereiten scheinen, kommen aus der Ukraine, wenn auch noch so spärlich, Rachrichten, die zum Aufmerken zwingen Der ukrainische Sowjet-Kongreß, der Anfang Iuni in Charkow tagen wird, soll auf seinem Programm nichts mehr und nichts weniger stehen haben als die Frage einer vollkommenen Autonomie des ukrainischen Staates und eine Umwandlung des kommunistischen SystemeS in ein republikanisch-demokratisches. Erwägt man, daß die Ukraine 40 Millionen Einwohner hat, daß sie über eine außerordentlich fruchtbare Erde und gewaltige Bodenschätze verfügt, so wird man ermessen, was die Derwirllichung der erwähnten Pläne an Rückwirkung auf Europa auSlösen müßte. Man hat In London, in Rom — und zu allererst in Berlin schon seit geraumer Zeit den Dorgängen in der Ukraine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Gerade für uns Deutsche würde die Schaffung einer unabhängigen und nicht mehr kommunistisch regierten U&ainc von außerordentlicher Bedeutung sein Sie würde ein Absatzgebiet für menschliche Arbeitskraft und industrielle Produkte darstellen, daS sich zu gewinnen und zu erhalten oberste Ausgabe der deutschen Außenpolitik wäre. Sin freundschaftliches DerhälttriS zu dem neuen Staat würde aber auch, rein politisch, die Stärkung unserer Stellung im Konzern der europäischen Mächte Berichten geistig bedeutsamer Menschen empfangen haben. Und eben weil ihnen der Begriff der „Ewigen" Stadt tief im Blute sitzt, nehmen sic an. dieses „Ewige" muffe sich auch in nur sehr geringem Wechsel der Erscheinungen des äußeren Lebens bestätigen Einer solchen Auffasiung fehlen alle Voraussetzungen der Wirklichkeit. Sie sind blutlos und schwächlich, sic zeugen von einem starken Mangel an gesundem Menschenverstand und Willen Die natürliche Sprache des Heute zu verstehen. Rom ist die Hauptstadt eines fühlbar wachsenden Reiches, das. ganz wie das deutsche, seine Einheit nach unsäglichen Leiden und mit viel kostbarem Blut der eignen Söhne erkauft hat. Mehr als ein Jahrtausend lang immer wieder die Beute und Ausbeute fremder Mächte, hat sich schließlich das Doll auf feine höhere Sendung innerhalb des Mit- tclmeerkulturkreises — also Europas — besonnen und begreifen gelernt, daß es nur als staatliche Einheit feine wirkliche Aufgabe erfüllen kann. Als es dann nach Vertreibung der Franzosen aus dem Kirchenstaat und nach der Vernichtung der welttichen Macht des Papstes Rom zur Hauptstadt des neuge- schaftenen Staates erhob, übernahm es natürlich schon mit diesem Romen das Gewicht einer ungc beuren Vergangenheit und damit natürlich die Verpflichtung, feiner Metropole auch aus eignen Kräften eine ebenbürtige Gegenwärtigkeit zu schaffen. Es hat Iahr,zehnte gedauert, bis dieser Gedanke, der in jedem italienischen Herzen lebte, von leidenschaftlicher Äugend (die sich um die Ädea Rationale sammelte) zur Forderung erhoben wurde. Selbstverständlich war im Lause der vierundoicrzig Jahre, die zwischen der Reichsgründung und dem Ausbruch des Weltkrieges lagen, schon vieles geschehen, was in der Richtung dieser Forderung lag: aber es war nach Auffasiung der heißblütigen Derlanger immer noch nicht genug geschehen. Es ist mehr als begreiflich, daß sich der junge Italiener beleidigt fühlte, wenn er immer wieder von den Fremden zu überhaupt bedeuten. Unser Verhältnis zu Rußland brauchte in keiner Weis« getrübt zu werden. Polen gegenüber hätten wir c.ncn wertvollen Bundesgenossen und die Erleichterung unseres Absatzes gäbe unS freiere Hand in der Modifizierung unterer Handelsverträge mit Westeuropa. Eine wefentllche Entspannung des russisch- englischen Gegensatzes ist von der Autv- nonnsierang der Ukraine nicht zu erwarten Rußland wird, nach wie vor, in Asien stark bleiben, und England wird ihm kaum ander- beikommen können, als durch ein neue- Bündnis mit Iapan, dessen antibolschewistische Haltung ja au- »einer Stellungnahme zu den chinesischen Wirren her- vvrgeht. Brächte eS die englisch« Politik. im Deretn mit der japanischen, fertig, dte nord- und südchinestschen Geaensätc zu überbrücken, d. h. den einheitlichen Staat Ghtna. In welcher Form immer (sofern einer mdx pp[fdx:unft'JdNn' wieder herzustellcn: so hätte sie einen ungeheuren Triumph errungen. Es tarnt als sicher angesehen werden, daß England jede freiheitliche Bewegung in der Ukraine unmittelbar und mittelbar seit langem schon unterstützt hat. so wie es ja auch seit geraumer Zeit Polen den Rücken stärkt, um eS in dem großen Spiel gegen die Sowjet- ein- setzen au können. Man hat sicher wieder in Europa Den Fehler gemacht, die Deine Prestige« Riedetlage Englands in Schanghai zu über» schätzen. Die Politik dieses Staate- erscheint stets von neuem genial, sobald man von dem Einzel- Hören bekam, man komme ja nur in bas „alte" Rom (ober in bas Rom, welches bas Symbol ber katholischen Kirche ist), als ob bic Lebenden nicht zumindest den Anspruch darauf erheben könnten, daß ihr Sc-Sein nicht übersehen werde neben dem Roch-Da-Sein großer Vergangenhetten: und sei es nur im Anhauch einer noch wehenden tragischen Atmosphäre. Es ist sogar vollkommen begreiflich, daß die jungen Stürmer und Dränger einen Haß auf dieses „Gewesene" warfen, das ihnen auf Schritt und Tritt als Hemmnis entgcgentrat, und feine Dernichlung predigten. Es blieb kühleren, wenn auch nicht weniger ihr Land liebenden Herzen Vorbehalten, auf die enae wirtschaftliche Verknüpfung gewesenen und seienden Lebens hinzuweisen und Torheiten zu verhindern, die leicht hätten begangen werden können. Aber keine noch so große Ehrfurcht vor ber gewaltigen Geschichte der otabt und den vorhandenen Zeugnissen für diese Geschichte ver- mochte noch den Willen zu heftigster Bewußtheit des Geschehnisies der „rinnenden" Minute zu er- sticken: und es begann, schon Jahre lang vor dem Krieg, jene Epoche gesteigerter und übersteigerter Tätigkeit, die ihren letzten Ausdruck erst durch die Teilnahme am Ärieae selbst und durch taffen erfolgreiches Ende fand. Nirgends wie in Rom, der Hauptstadt — von Mailand und Genua abgesehen —, wurde der Rhythmus, der oft noch überhitzte, so bis ins Kleinste fühlbar: nirgends auch zwang er sich so sehr dem fremden Besucher auf, der oft nicht geringe Mühe hatte, sich mit ihm abzufindcn. Er suchte in Rom ein Idyll — wie er es in anderen Städten noch gefunden hatte — und fand Lärm und Tumult einer Weltstadt, welche vor allem die Hauptstadt eines einbcitlich, nicht bundesstaatlich regierten Königsreichs ist. Er fand saufende Wagen, em un-- unterbrochenes Ineinandergellcn von Hupen, kreischende Bahnen, eine nach der anderen, in den wasiergekühlten Kurven der auf- und absteigenden Schienenstränge, Last karr en mit Bausteinen, wohin Phänomen (da- natürlich einmal ein negatives reichen tragen kann!, auf die Gcsamtzusam- menbänge Hinblick! Da ergibt sich mit einem Male das ganze Spiel der Kräfte: unbeirrbar«, aber äußerlt gezügelte Energie Im Hinschreiten auf das Endziel, unendliche Geduld. Geheim» Haltung und bewußte Derdunllung des Ange» ftrebten. und mehr als deutliche Sprache da. tun eS di« Umstände gestatten. Deutschlands eitle liegen an weu kleinerer Peripherie Es scheint, tatst, insoweit die Ukraine in Betracht kommt. England- Absich.cn uns gute Perspektiven eröffnen Sine ausgesprochen russische Orientierung ist in Dcutlchlaird immer nut von Darren befürworte, worden. Wenn eS die Gunst der Stunde erlaubt, brauch:« wohl auch Deutschland nicht aus lauter Wohlwollen für die Sowjet- eine gute Gelegenheit zu .verpassen, die ihm von einer rußland-feindlichen Macht gegönnt wird: ja die eS sich selbst mit zu schassen alle Gründe hat. DaS Auswärtige Amt wird die Hände nicht in den Schoß lege \ dürfen. Reben den ungeheuren Ausgaben, die cs noch int Westen zu lösen hat. scheinen ihm In aller Still« nicht minder bedeutsame im Osten zu erwachsen. E-s ist an der Zeit, deut Doll die Augen zu offnen über beginnende Möglichkeiten, und das Interesse von bedeutungslosem innerem 3anl auf Ziele zu lenken, bereit Erreichung Einheit und Haren Willen vorau-schen. er nur die Schritte lenkte, fei es für neu zu pflasternde Straßen, sei es für neu zu errichtende Hau fer ungeheuren Umfanges, er sand verschwindende ©orten und Feldwege, niedergelegte Gossen, damit Platz werde für bequemere und gesündere Fahrstraßen, neue Villenviertel, wo noch bis vor kurzem Derträumtc Debe und Einsamkeit sich ausgebreitet hatte. Und er fand Menschen, die ganz beseelt waren vorn Geiste der Tat, im großen und im kleinen, Menschen, die an den Sinn dieses Wirkens und Werkens glaubten: weil sie eine fanatische Liebe zu chrem Vaterland hatten, desien unbedingte Größe und äußere Macht sie hcrbeigefuhrt und gesichert sehen wollten. Äein Volk, das die fruchte eines für es erfolgreichen Krieges erntet, wird jemals auf am deren als stofflichen Gewinn bedacht sein, auf Reichtum, Glanz und Fülle aller äußeren Dinge. Um anderes. Höheres zunächst zu erstreben: dazu bedurfte cs einer Reife, die, solange die Erde besteht, noch nie eine auffteigenta oolkhastc Gesamtheit besessen hat. Wie es — neben seiner äußere» Vervollkommnung — seine geistige, künstlerische und echische Oberschicht bildet: das ist eine Frage für sich: eine Frage, die den Massen, in welchem Staat auch immer es fei, fremd und gleichgültig bleiben wird. Daß sich — vor der Geichichtc und Gott — erst durch die äußerst« Leistung ferner Ober schicht ein Volk „erweist": das wissen seine Berufenen und Erleuchteten: es ist also ihre Aufgabe, die ihnen innewohnende Sendung zu erfüllen. Es bleibt abzuwarten, was Rom auf die Fragen, die nach dieser Seite hin an es gestellt werden, ant warten wird. Und es bleibt die Pflicht der Fremden, keine Urteile zu fällen, ehe die Zeit erfüllet ward". Wer sich nicht abfinben will mit dem Rom des heurigen Tages, wer, von schwächlichen Empfindlichkeiten und Ressentiments erfüllt, der Meinung ist, die Stabt habe sich durch eben ihre Wandlung an ihm persönlich — gerade an ihm — oeriünbigt der Fahrplankonferenz in Nidda. In dankenswerter Weis« hatte der Fahr- plan-Dczernent der Rcichsbahndirektion Frank- furt a. M.. Oberbahnrat Pietz, zur Erörterung ber verschiedenen Anträge den IahreSfahr- plan 1927/28 betr. bic Interessenten auf Samstag vormittag nach R i b b a in daS Gasthaus .Zur Krone" eingclaben. Etwa 40 Herren hatten ber Einladung Folge geleistet. Erschienen waren u. 's Stunde später abgehen. Neu eingelegt soll werden ein Zug ab Friedberg etwa um lli,_> Uhr vormittags. Ankunft in Nidda ca. 12i/2. Nachmittags soll ein Zug um 3 Uhr in Nidda abgehen, der Zug 4.25 Wegfällen, dagegen täglich abends ein Zug 7,46 nach Friedberg ab- gelassen werden. Strecke: Nidda — Schotten. Die Züge 4181 und 4182 sollen künftig auch Sonntags gehen. Zug 4183 soll etwa 5 Minuten später in Nidda abaehen. Zug 4183, seither nur Sonntags verkehrend, soll täglich verkehren und unmittelbar nach Ankunft in Schotten wieder zurückfahren. Zug 4187 soll Sonntags wie am Werktag fahren, in Schotten unmittelbar nach Ankunft zurückgehen und während des Sommers abends 10,23 von Nidda wieder nach Schotten fahren. Strecke: TNücke — Hungen — Friedberg. Zug 42t 1 soll im Laubacher Wald halten. Zug 4270 von Mücke soll Anschluß an Zug 508 und 505 erhalten, auch Sonntags. Zug 4273 und Zug 4267 sollen künftig täglich gehen. Neu in Aussicht genommen ist ein Zug ab 340 Hungen nach Friedberg — Rückfahrt ab Friedberg 4.29, Ankunft Hungen 5.29. Strecke: (Stehen — Gelnhausen. tag 504 soll künftig täglich fahren, deSgk. ug 513. Zug 507 soll Anschluß haben an 706 und Zug 512 an den O-Zug 275. Wenn wir diese Ergebnisse der Konferenz hier bringen, so wollen sie nicht den Anspruch auf Unfehlbarkeit Theben. Irrtümer sind bei der Lebhaftigkeit und Vielgestaltigkeit der Verhandlungen nicht ganz ausgeschlossen. Es ist hierbei weiter zu betonen, daß die Aenderungen Ln Aussicht genommen werden, aber noch nicht Tatsache sind. Amtliche Mitteilungen über die definitiven Resultate werden wohl bald in der Presse erscheinen. Dem Vertreter der Reichsbahndirektion Franl- kurt, Oberbahnrat Pietz, gegenüber wurde in den Verhandlungen mehrfach betont, daß die Provinz Oberhessen sich bei der bisherigen Gestaltung des Fahrplans stiefmütterlich behandelt gefühlt habe. Mit um so größerer Genugtuung und Anerkennung wurde am Schlüsse dieser Konferenz bas weitgehende Verständnis und wohlwol ende Entgegenkommen des Reichs- bahnvertreters für die Wünsche der Provinz Oberhcssen allgemein vermerkt und dem Ober- bahnrat Pietz in den Schlußworten aus der Versammlung heraus dies zum Ausdruck gebracht. Man darf wohl als sicher annehmen, daß nicht nur die gugesagten, sondern auch die in Aussicht gestellten Verbesserungen des Fahrplans auf den oben genannten Strecken zur Tatsache toerben. e s der Die Entlastung des hessischen Ministeriums der Justiz Die Verordnung vom 4. Dezember 192 . F r a u. oder, in Ermangelung eines Wohnsitzes in Hessen, durch das Amtsgericht ihres hessischen Aufenthaltsortes. Notfalls ist das Amts» gerickst Darmstadt I zuständig. 3. Jeder Eheschließung soll ein Aufgebot vorausgchen („Aushang im Kasten" usw.). Das Aufgebot darf unterbleiben, wenn die lebensgefährliche Erkrankung eines der Verlobten den Aufschub der Ehefchlleßung nicht gestattet, und es kann auch in anderen Fällen Befreiung vorn Aufgebor gewährt werden, (§ 1316 Absatz 3 des VGV.). Das entsprechend begründete Gesuch ist künftig an das übergeordnete Amtsgericht desjenigen Standesamtes zu richten, vor dem die Ehe geschlossen werden soll. Diese Bestimmung ist sehr wichtig, da die früher erforderlich gewesene Einholung der ministeriellen Genehmigung erfahrungsgemäß oft großen Zeitverlust und mit ihm verbundene Unannehmlichkeiten (Nachdruck verboten.) Nach den bisher geltenden Bestimmungen hatte das hessische Justizministerium Rechtsangelegenheiten zu bescheiden, die in anderen Ländern schon längere Zeit den lokalen Iustizbehör- den übertragen waren. Viele Sachen toarteten hierdurch in Hessen längere Zeit auf ihre Erledigung, weil das Ministerium fast ausnahmslos auf die Einholung gutachtlicher Berichte der Personen- und sachkundigen lokalen Stellen angewiesen war, bei denen sich auch meist daS einschlägige Aktenmaterial befand. Wie sich die neue Verordnung im einzelnen auswirkt, sei an Hand deS GesetzesterieS kurz erläutert. Vorweg sec bemerkt, daß die durch sie begründete Zustänbigkell die gleichzeitige gesetzliche Befugnis des Iustizministers, tm Einzelfalle selbst eine Entschließung zu treffen, unberührt gelassen hat. 1. Nach § 1312 deS Bürgerlichen Gesetzbuches darf eine Eye nicht geschlossen werden zwischen einem wegen Ehebruchs geschiedenen Ehegatten und demjenigen, mit dem der geschiedene Ehegatte den Ehebruch begangen bat, wenn dieser Ehebruch in dem Urteil als Grund der Scheidung festgestellt ist. Von dieser Vorschrift kann Befreiung bewilligt werden, und zwar von jetzt an von dem Präsidenten des Landgerichts, in dessen Bezirk der geschiedene Ehegatte wohnt, der der Befreiung bedarf, oder in" Ermangelung eines Wohnsitzes in Hessen, sich aufhält. oder, sofern er in Hessen keinen Aufenthalt hat, zuletzt gewohnt hat; notfalls ist der Präsident deS Landgerichts Darmstadt zuständig. 2. Nach § 1313 B. G. B. darf eine F r a u erst zehn Monate nach der rechtskräftigen Auflösung oder Nichtigkeitserklärung ihrer früheren Che eine neue Ehe schließen, es sei denn, daß sie inzwischen geboren hat. Befreiung von dieser Vorschrift ist möglich, und zwar nunmehr durch das Amtsgericht des Wohnsitz« ' ‘ Frau. oder, in Ermangelung eines W brachte, wenn z. B. schon alle Vorbereitungen einer Hochzrit für einen bestimmten Tag getroffen waren und dabei nicht an die innezu- haltende zweiwöchige AufgebotSsrist gedacht worden war. 4. Nach § 1723 BGB. kann ein uneheliches Kind auf Antrag seines natürlichen DaterS als dessen eheliches Kind erklärt werden. Heber den Antrag deS (hessischen) Vaters entscheidet der Präsident desLand- a e r i ch t s des Wohnsitzes des Vaters, oder in Ermangelung eines Wohnsitzes in Hessen der Präsident des Landgerichts in Darmstadt. 5. Wer keine ehelichen Abkömmlinge hat — Mann. Frau oder Eheleute — und einen anderen an K i n d e s st a i t an nehme« will, muß nach 8 1741 BGB. das 50. Lebensjahr vollendet haben und mindestens 18 Jahre älter fein als das Kind. Nach beiden Richtungen ist Befreiung zulässig Heber entsprechende Gesuche entscheidet das Amtsgericht. daS für die Bestätigung des Annahmevertrages zuständig ist. Dieses ist nach 8 66 des Gesetzes über die Angelegenheiten der freitoitligen Gerichtsbarkeit das Gericht, in dessen Bezirk der Annehmende zu der Zeit, zu welcher der Antrag auf Bestätigung eingereicht wird, feinen Wohnsitz, ober in Ermangelung eines inländischen Wohnsitzes. seinen Aufenthalt hat. Sofern hiernach kein hessisches Amtsgericht zuständig wäre, entsche.det das Amtsgericht Darstadt l. 6. Juristische Personen bedürfen zum Erwerb von Grundstücken staat'icher Genehmigung. um zu verhindern, baß öffentliche Interessen durch einen solchen Erwerb etwa verletzt und daß beispielsweise durch Beteiligung ausländischer Personen ober ausländischen Kapitals an dem fraglichen Unternehmen, ober wegen Beziehung von Beteiligten zum Ausland die Gefahr besteht, daß fremde Interessen zum Schaden der deutschen Wirtschaft gefördert ober deutsche Interessen gefährdet werden. Die Erteilung der Genehmigung ist nunmehr Sache des Amtsgerichts, in dessen Bezirk die Grundstücke liegen. In Zweifelsfällen wird jedoch der hessische Iustizminister selbst auf Grund bet stattgehabten Sachuntersuchung seine Entscheidung treffen. Sine weiters Bestimmung der Verordnung über die Genehmigung zur Bestellung von Vergleichsbehörden auf Grund bet Strafprozeßord- nung berührt keine privatrechtlichen Interessen. Nach diesen Ausführungen ist es ersichtlich, daß diese Verordnung nicht nur der von Parlament und Presse schon lange geforderten Entlastung der Zentralbehörde Rechnung trägt, sondern daß sie auch künftig dem recht- suchenden Publikum ein erheblich bequemeres und beschleunigteres Verfahren der Behörden bei den In Rede stehenden Angelegenheiten gewährleistet. F. G. Dom deutschen Kleinkaliber-Schietzsport. Von W. L i n d e n a u, Kreisschießmelster, Gießen. Immer mehr breitet sich das Kleinkaliberschießen im Vaterlande aus, immer mehr sieht man ein, daß man es nicht mit irgendeinem geheimen, die Oeffentlichkeit scheuenden Rüsten zu tun hat, sondern mit einem reinen Sport, wie es Tennis, Fußball, Turnen usw. auch sind. Eine neue innere Festigung hat der Kleinkaliberschießsport durch den am 3. Dezember 1926 erfolgten Zusammenschluß der drei großen Spitzen- verbande, nämlich des Deutschen Schützenbundes, der Deutschen Sportbehörde für Kleinkaliberschießen und der Reichszentrale zur Förderung des Kleinkaliberschießwesens in Deutschland zur „Reichsgemeinschaft für Kleinkoli- b c r j di i e b f p o r t" gefunden. Diese Reichsge- meinjchaft ist in den Deutschen Reichsausschuß für Leibesübungen aufgenommen, wodurch erneut ihr rein sportlicher Charakter bargetan wird. Um aber nochmals jeden Zweifel an diesem alten, schon vom Turnvater Jahn gepflegten Sport zu beseitigen, seien im folgenden die sportlichen Leitsätze für unsere Tätigkeit allen Sportfreunden dargelegt. 1. Wir haben mit Politik nichts zu tun, nichts mit Außen-, nichts mit Innenpolitik. Wir wenden uns an den einzelnen jungen Deutschen, der in Bejahung seines Vaterlandes in unserem Sport Kräftigung seiner körperlichen und geistigen Eigen- schaften, seiner Persönlichkeit, seines Charakters — unabhängig von feiner parteipolitischen Einstellung — erstrebt. Einbeziehung irgendwelcher Fragen des politischen Tagesstreites In unsere sportliche Tätigkeit ist ein Ausschließungsgrund. 2. Wir treiben nur Kleinkaltberspori und die diesen tragenden Leibesübungen. 3. Wir schießen nur auf festen, polizeilich abgenommenen Scheibenständen, nicht im Gelände. Unsere Sportentfernung ist nicht größer als 60 Meter. Wir führen die 12er-Ringscheibe mit dem großen, schwarzen Spiegel. Der Ringabstand beträgt 1 Zentimeter. Auf Entfernungen von 30 Meter und darunter, z. B. beim Schießen in Kegelbahnen usw. im Winter, haben wir eine kleinere Ringscheibe mit 6 Millimeter Ringabstand. Wir führen keine Figuren oder anderweitige Scheiben. 4. Wir benutzen nur die einfache Kleinkaliber sportbüchse von 5,6 Millimeter Kaliber, ohne Mehr- wdeoorrichtung, mit nicht wechselbarem Laus. Wir brauchen nur ein die Korrektur verschiedener Treffpunktlagen zulassendes Standvisier. 5. Unsere Munition ist die im internationalen Handel übliche Randieuerpatrone mit Weichbleigeschoß. 6. Unsere Vereinsbüchsen, im Durchschnitt 1 bis 2 je Verein, werden unter Verschluß Des Vereins gehalten, so daß mißbräuchliche Benutzung außer- halb des Sporriweckes ausgeschlossen ist. Mißbrauch führt zum Ausschluß. 7. Wir lehnen künstliche Ergänzungsmittel des Sport» ab, wie Diopter, gemrohrnffiennrg, a» steckbare Mehrladevorrichtung u. dgl. 8. Wir lehnen als Ziel des Sports die oorzua*- weise Erreichung von Spitzenleistungen ab. Wir erstreben als Grundlage eine gute Durchschnitts- leiftung, aus der sich im Laufe der Entwicklung von selbst die größere Leistung, die bann auch dem zunehmenden Wettkampf gewachsen ist, cryibt. 9. Wir fordern die sportliche Freiheit, die jeder anderen Sporian zugebilligt wird, (ebnen aber auch die Verantwortlichkeit ab für Verstöße, die in den zahlreichen anberroeitigen Vereinigungen außerhalb unserer Drganifation gegen die Merkmale reinen Sports Vorkommen. Wenn diese Leitsätze erst einmal mehr Allgemeingut unseres Volkes geworden sind, dann werden auch bald alle Zweifler verschwinden. 9n reiner Sportarbeit werden wir weiter kommen, und ich will hoffen, daß wir auch in unfern engeren Heimat dann Sporikräst« finden, die schon in diesem Jahre auf Einladung des Deutschen Schützenbunde» zu seinem in München beabsichtigten Bundesschiehen auf dem dem Kleinkaltberschießsport ein weiter Raum Vorbehalten wird, gesandt wer den und mit Ehren bestehen können. Radfahrer-Wettkämpfe und Saalsporrfeft in Gieren. Gestern veranstalteten die Gießener D. D. 9t- Vereine (Gießener Radfahrer-Verein 1885, die „Wanderer", Gießener Radfahrer-Gesellschaft von 1896, Rad-Club „Germania" und Radfahrer-Verein „Fortuna") im Saale des Cafe Leib den Kampf um die Meisterschaften 1927 des Lahngau e s Bund Deutscher Radfahrer im Saal- fahren, um den 2er Radballpreis der Stadt Gießen, verbunden mit einem auher- ordentlich fesselnden Saalsportsest. 9lad)bem am vormittag Die Dorwettbewerbe statigefunbe« hatten, wickelte sich nachmittags ber Hauptkampf um die Meisterschaften bes Lahngaues im Saalfahren ab. Ein sehr großes Zuschauerpublikum hatte sich zu diesen Wettbewerben eingefunden, das die verschiedenen Kämpfe mit starkem Interesse verfolgte. Ein hübscher, exakt gefahrener Degrüßungsceigen (12er Jugendreigen, eingeübt von Gaufahrwatt Muhl) bildete den Auftakt der radiporilichen Darbietungen. Hierauf hielt der Gau-Eyrenstraßenfabr- wart Marx die Begrüßungsansprache an die Ehrengäste, unter diesen Prooinzialbirektor Graes und Oberbürgermeister Keller, und die außerordentlich zahlreichen übrigen Besucher, wobei er die Bedeutung des Radsports für die Ertüchtigung unserer Jugend betonte und um die wohlwollende Förderung dieses Sports warb. Rack; einem Posaunensolo des Bundcsmitglieds Haoermehl dankte Gauoorsitzender Bellinger- Alsfeld den Gießener Vereinen für die Herrichtung des Festes und der Stadt Gießen für die Stiftung des Ehrenpreise», den die Vereine als einen Ausdruck des Interesses der Stadt für den Radsport betrachten. Weiter wies der Redner auf die erzieherische Arbeit hin, die im Bund Deutscher Radfahrer im Sinne des vaterländischen Wiederaufbaues durch die Weckung und Vertiefung ber Sportbegeisterung unserer Jugenb ausgeübt wirb. Diese Arbeit oerbkne bk vollste Unterstützung aller, bamit sie halb zu bem erstrebten Zkk führe. Anschließenb begannen nun bie spott- lichen Wettkämpfe, bie einen höchst feffelnbcn Sport, reich an fparmenben Momenten unb zeugenb von ungemein hoher Kunstfertigkeit in ber Beherrschung de» Fahrrads, brachten. Sämtliche Darbietungen wurden mit Recht durch lebhaften Beifall geehrt, sie offenbarten, daß in den Vereinen eifrig gearbeitet und dabei Wett gelegt wirb auf bie Aus bilbung von Gewanbtheit, Mut unb schnellster Entschluß ber Jungmannlchatt, baß hierbei in ber Tat erzieherische Wette geschaffen werben, bie volle Anerkennung oerbienen. lieber bas sportliche Ergebnis ber Wettkämpfe werben wir morgen berichten, ebenso über ben Verlauf ber Abenbveranstaltung, bei ber neben ben rabspottlichen Darbietungen auch das gesellige Moment zur Geltung kam. Das Marburoer Univerfiläts- jubttaum. Die 400-Jahrfeier der Marburger Philipps-Universität ist in großem Rahmen geplant. Am Freitag, 29. Juli, wird da« Gefallenendenkmal der Universität enthüllt werden, ein Fackelzua' und Begrüßungsabend in ber Festhalle, bie auf bem Kärnpfrasen errichtet wirb, schließen sich an. Der Samstag, 30. Juli, wird ein* geleitet durch einen Festgottesdienst in ber lutherischen Pfarrkirche. Um 11.30 Uhr finbet in ber Unk verütatskirche ber erste Festakt statt, bei bem bie Stiftungen überreicht unb bie Behörden unb Rektoren ber Schwesteruniversttäten begrüßt werben Am Nachmittag finbet bann bie Uebergabe ber neuen Institute statt: es finb bas bic Kinber- unb Ohren klinik unb oor allem ber JubilSumsbau, bas neue soll fern von Rom bleiben. Denn bie Tatsache allein, daß ihm der oeränberk Rhythmus bes äußeren Werktagslebens soviel Unluft unb Mißstimmung erweckt, erweist zur Genüge, baß er gar nicht so tief unb schicksalsmäßig mit bem Ewigen Rom ber tragischen Vergangenheiten oeriniipft war, wie er sich unb anderen einreden möchte. Wäre es so: er würde über allem Lärm und (Betriebe dieses Ewige Rom auf Schritt und Tritt wiedorfinden. Es würde die selbe erschütternde Sprache zu ihm sprechen, die es zu allen sprach und spricht — heute wie je — die hingeneigten Ohres zu ihm kommen und um so deullicher hören, je liebenswürdiger sie dem Ge räufd) des zeitlich äußeren Lebens seine Berechn- gung zugestehen. So oft ich nach dem Krieg in Rom war: cs war immer das Ewige, das überzeitliche Rom, das ich mühelos neben bem zeitlichen «lieber ranb: ja seine Gewalt über mich war noch gesteigert durch bic Wirkung ber Gegensätze (ber im OJrunbe nur scheinbaren): so wie Die Macht alles wahren Seins sich immer steigert an bem Beispiel allzu- heftigen Werbens! Aber es ist ja gar nicht dieses gott- unb flöttercrfüüte Sein ber Ewigen Stabt, bem jene Enttäuschten unb Ernpsinbsarnen nachtrauern: cs ist ja nur ihre eigne, zerstörte Bequemlichkeit, bie sie bejammern, ihre verschwunbene Beschaulichkeit: ihre ganz unb gar bürgerliche Art unb Weise, sich mit Rom auseinanderzufetzen unb in ben Schätzen Roms zu stöbern. Aber Rom hat nichts an ihnen verloren: so wenig es verloren bat an all ben Schreibern, Pinselern, Meißelern, Die ihre Mittelmäßigkeit durch die berühmten Irattcrlen und Osterkn spazieren trugen und sich für Lieblinge der Götter hielten, weil sie weinseiiger als kunstselig waren . . . Rom kann verzichten auf dieses „Volk der Künstler": seine großen Liebenden werden im mer die Einsamen sein: die aus sich heraus zu ihm kommen und lautlos untertauchen im xaO'ßXcv seiner Seele, zu langer unb beftätigenber Weihe. Denn es ist unb bleibt bas große Vatcrlanb aller ergreif; baren unb crfdiütterbaren Menicken di, zu den ewigen und deutlichen Sinnbildern irdischer Geschichte flüchten, um sich der ganzen Tiese Gottes einzuvcrkiben. Hat man es auf sich genommen, Freunden, die zum ersten Male in Rom finb, in wenig Tagen einen wesenhaften Einbruck von ber Ewigen Stabt 3« geben, so muß man nichts so genau wissen als dieses: welches Licht unb welche Schatten zu jedem Ding gehören: in welcher Stunde es fein eigenstes Leben lebt und am süßesten mitteilt. Unser erster Gang galt den Gärten des Pincio. Mit kaum einem Namen Roms verbindet sich so sehr wie mit diesem ein Festliches und Feierliches, das ruht und ausruht, ein wenig fern bleibt, nicht ganz aus seiner Zurückhaltung hervottritt Unb irgenbeine Melancholie birgt, wie sie immer Orlen üiibaftct, die in breiter Terrasse an ein Meer von nahen Dächern und Türmen, an verlausende flache Hügel unb Ebenen rühren. Vom Gelänber bes Pincio kann man nickt, wie von dem bes Piazzale Michelangelo in Florenz, losgelöst von ber Stabt in der Tiefe, zu gleich hohen unb höheren jenseitigen Hügeln hinanschweben. Man ist noch in der Stadc, obwohl schon über ihr, ihre Schwere zieht noch nieder, ihr Atem schlägt noch an unseren Mund . . Und wenn auch in unserem Rücken kühles, grünes Dunkel winkt und wartet, Dunkel aus Steineichen unb Lorbeer, wenn verborgene Brunnen mit Dünnem Strahl unb perlenbein (Betropf aus flachen Schalen einlaben zu schläfrigem Traum, der die Stunde tötet: wir können uns der Stadt, ber anbrängenben, nicht erwehren, müssen immer wieder versuchen, sie zu deuten, in ihren Teilen zu benennen, an denen wir so wenig unmittelbaren Anteil hoben . . . Unb es wirb immer eine Beklommenheit von uns fallen, wenn wir ben Fuß auf die oberste Stufe der Spanischen Treppe fetzen, um langsam hinabzuskigen in bas Leben ber mittag« licken Stunbe. bas uns sogleich mit sich vermengt, an bie Schaufenster zwingt, vor bk ’Blumenftänbe, an bies unb jenes schone menschliche Bildnis. au» dem uns — vielleicht — ein Abenteuer, eine Begegnung, ein Erleben erblühen kann. Es ist immer entzückend, durch Lichtgesprenkel und flatternde Farben die via Condotti entlang nach bem Eorso zu gehen, bie Richtung ber Piazza Venezia zu nehmen, am Faraglia seinen Vermouth zu trinken unb ,zu« rückzuschkenbern in bie Gasthosc ber oberen Stabt, beren Vestibüle kühl unb voll goldbraunen Schweigens sind . . . Unb es ist (ommelnb unb belebcnb zugleich, nach Tisch eine halbe Stunde lang zu träumen, an jedem neuen ersten ober ersten ersten Tag in Rom. sich leße zu sagen. ..Dies ist Rom: biejes steile Licht hinter den geschlossenen Lädcn, dieies Rufen über einen glühenden Hof hin, dieser Fall einer Orangenschale auf ein Glasdach, dieser Singsang eines Hausburschen, ber brühen, im Nachbarhaus, ein leergewordenes Zimmer reinigt . . Aber eine Stunbe später werbe ich auf bem Forum stehen, über Stufen roanbeln, bie ber Fuß ber Vestalinnen berührte, an rofenumftanbenem Wasserbecken sitzen, wo bie heiligen Frauen abenbs ausruhten, wenn es sie noch gekühlter Luft unb bem gelösten Duft ihrer gehüteten Blumen verlangte . . . Unb um abermals eine Stunbe später werbe ich im verbrannten Grase bes Palatin liegen, nicht fragend, nicht wißen wol- lenb, ob dies Das Haus ber Livia sei unb jenes Der Palast bes Tiberius ober bes Septimius Severus: nur liegen unb wieber leise vor mich hin« sprechen bie verzaubernben, silbernen Silben: Palatin: Silben des Glanzes unb bes Lichtes, Silben kaiserlicher Höhe über bem Abgrunb kaiserlicher Schwermut: benn ben Göttern bes Schmerzes wehrt fein menschlicher Türhüter — unb jene Fernen, Vergangenen litten unb trugen wie wir unb lösten doch nie bas Geheimnis . . .* Ja: bieses ist es, was in uns hinüberzkht ben ungeheuren Duft ber Gröhe, den namenlosen Schauer des Leibes über Dem Vclatin: nur )u verharren unb zu lauschen in bie raunenbe Lust, bie ben Gesang ber Steine tönen läßt: ihn ausiauqt aus verwitterndem Atom und jedem Lauscher so am Ohr verwandelt, wie et ihn hören muh durch die Bestimmung seine» Blutes . . . Unten aber, hinter dem Geländer, ist wieber Rom, sich bes sinkenben Nachmittags freuenb, finb Brunnen, unzählige, mit quirknbem Wasser und dort ist die Campagna, in Staub unb Thymianbust... unb bort bie Berge von Frascati, mit Kastanien- wäldern . . . unb hier, wie nah unb areifbar plötzlich im sich roanbelnben Licht: ber Aventin, noch süßerer Lautverschwisterung, noch rührenberer Me- lobic . . . Dies ist ber Berg ber Tagesneige ... ber Hüpel bes gefriedeten Sichres . . . Diele neue Häuser finb hier gebaut worben, oiek Felbwege zu Straßen ge wölbt unb geglättet: aber es thronen über bem Werk der Menschen San Alesstos Türme, Santa Sabinas wundervolle Säulenschwünge — wir sahen sie schon gefüllt vom grauen Duft der Nacht, vom Beben der ewigen Lampe angeschattet — unb bie unverletzliche (Barkneinfamfeit bes Maltheserprio« rotes . . Eines noch bleibt, ehe mir nieberjktgen: im Gatten bes Castello bei Cesari jene Viertelstunde zu verweilen, wenn die Sonne, versinkend, ihr Blut in den Zypressen des Judensriedhofs unb ben Stein eichenwipseln bes Palatin verströmt . . . Doch schon bebt bas Angelus von Santo Prisea unb brängt ben Schauer zurück, ber uns bem Abenb selber gleichmacht. In vielem Licht ber lauten, frohen Ufer und schwerem Weine von Frascati verlosch uns dieser erste Tag von Rom. Erlauscht war Maß unb Melodie: was uns bk anbern Tag« brachten, verwob sich zu bem großen Gesang, ber uns im Abschieb ganz in feinem Dann hielt. In feinem AusNang rauschten die Wasser der Villa b'Este aus sonnen- gesprenkelten Lauv, über seiner Trauer brannten die schweren, trüben Feuer am Himmel ber Tarn pagna, bie unsere letzte Einfahrt in bie rufenbe, bergende Stadt begleitet hatten. kunstwissenschaftliche Institut. Übenb* wird ein Feil essen in den ctabifälen veranstaltet. Da bei der Be 'chrSnkthett des Raumes nur ein Teil der Festteil nehmer den Veranstaltungen dieses Tage« beiwohnen können sind daneben künstlerische Xkr- aifttaltungen größeren Stiles, eine Theaterous luhrung und Symphonie Kontert geplant #im Bonn tag. dem 31. Juli, findet um 11 Uhr in der (jeftpalk ein zweiter Festakt statt, der mit der Festrede ind den (Ehrenpromotionen ausgrftilll wird. Für den Nachmittag sind ein Festzug und ein Volksfest auf dem Schloßbrrg acvlant. tim Hbr.ib wird ein Festtammers In der Festhalle den oft. ziellen Teil der Jubiläumsfeier ablchließen Für die 2uartierbeschaffung hat das unter der x.'ei- unq oon Pros, i) aepke sichende Duartleraml 'chaii weitgehende Dorbereitungen c.ciroffen. Es wird in kurzer Zeit auch in (Hieben ein: N e benftelle errichten. Es sind bereis Schritte gc- an, um auch in (Biegen eine möglichst grobe An- zahl oon Wohnungen frei zu bekommen, tluch ba» platte Uenb, insbesondere die Ärei|e Marburg tirchhr.in und Biedenkopf, sollen in weitestgehendem Maße zur Unterbringung von (Haften herangezogen werden. Besondere Fahrtnerbindungen, namentlich *■' 51 ra AÜ g e zwischen (Sieben und Marburg, wer den für die beschleunigte -f)eranbef6rbenihg der He- ni-rgebrachten Gäste Sorge tragen ich Marburg, 5. März. Dem Marburger Universitätsbund brachte das vergangene Jahr wieder einen gröberen Zuwachs an Mitgliedern. Arn 1. Januar 1927 wurden 292 4 Mit- «lieber gezählt, gegenüber 2*07 vom 1. Januar 1926. Die einzelnen Bundeegruppen sind hieran wie tolat beteilig!: Marburg 328, Raffel 312, Essen und Induftriebezirk 196, Berlin 157, Höchst 137, Donau 128, Wiesbaden 107, Eorbach PU, Hamburg R7, Frankfurt a M. 75, Hersfeld 61, Fulda 45, Hvsgei». mar 29, Melsunaen 27, Schmalkalden 25, Eschwege 24, Hannover 20, Wilhelmshasen Nüstriaaen 13 (neuk Für das Jahr 1927 haben 61« und Stimme im '^erroaltungerai: Marburg, Kastel, Essen. Berlin Höchst, Hanau, Wiesbaden und Corbuch Aus -er Provinztaihauplsta-t. Gießen, den 7. Mörz 1927 k der preustischen, zur Jubelfeier deS Bezirks, mit der gleichzeitig das Bezirks- krieyerfest verbunden El, einaeladen. Sskann mit einer Tellnehmerzahl vvst drei- bis viertausend Personen gerechnet werden Der Veteranen- und Kriegerverein Alsfeld hat di« Ausrichtung des Festet übernommen. Starkenburg. • Darmstadt, 6. März. Der ehemalige hessifch« Minister deS Innern Fritz von Hom- bergt z u Dach feiert heute feinen 70. Geburtstag. Er entstammt einer hessischen Ossi- zierSfamilte! sein Vater Ist als Hauptmann 1870 bei Gravelotte gefallen. Bach seinem juristischen Studium trat F. von Hombergk in den hessischen Staat-bienst und war m seiner Deamtenlausdahn an den KreiSämtern in Schotten. Worin-, Alzey und Offenbach tätig. 1908 wurde er Pro- vinzialdirekior von Ahelnhessen In Maiiu. feit 1910 bis zur Staatsumwälzung war er Minister des Innern und Bevollmächtigter beim Bundesrat. In allen Stellungen, die Minister von Hom- vergk im Staatsdienst bekleidete, hat er sich als ein ausgezeichneter Beamter bewährt. Dem Jubilar wurden zahlreiche Ehrungen bereitet Preußen. Ärtie Wetzlar. WSN. Wetzlar, 6. März. Die Industrie - «nb Handelskanimer Wetzlar wählte an Stell« be? oerftorbentn ®en«ralmrcftors Dr h. c. Aber wenn er sie nicht liebte, warum machte er sie dann morgen zu feiner Frau? Weil er die ander« nicht hoben tonnt«, kombinierte sie, weil die andere bereits gebunden war. Nur deshalb' Sonst hätte er sie längst fallen gelasien! Ihre Wangen glühten in verzehrender Scham. Der Schn-erz kroch in ihr hoch. Sie wimmerte oul. Verstecken können. Die Demütigung war zu groß. Womit hotte sic diesen Schimpf verdient, daß sie au» Mitleid, vielleicht nur au» Trotz genommen wurde. Unter ihren Füßen spritzte das Wasser au*. Sie nahm den gleichen Weg. den Annemarie gekommen war. Aus der anderen Seite hetzte sie weiser in den Wald hinauf, strauchelte und blieb reglos liegen, das Gesicht ins Moos gedrückt. Von fernher klang ein Hupensignal. Sein Drei- klang. cie schrak auf und netzt« den Hang hinunter. Da sah sie ihn den gleichra Weg ko:nmen, den sic oorher oon Regendach herabgesangen war. Er erblickte sie, blieb stehen und winkt« mit dem Hut. Sie ocrahnete und sah unverwandt zu ihm hinüber, iah, wie er den ftopf wieder bedeckte und bann beide Arme nach ihr ousdreftetc. Aber sie rührte sich nicht. vielleicht haften kurz zuvor Nellas Lippen ihn geküßt, und nun drückte er seinen Mund wieder auf den ihren. New, siie wollte nicht. Lieber mit dem Vater betteln gehen. „Soll ich dich holen?" klang jein« Stimme über das Wasser. Denn sie nun fiele, immer den Hochwald hinaus, dah er sie nicht mehr sand. Sie hafte einen große» vorsprang. Aber es erschien ihr lächerlich kindisch, die flucht zu ergreifen. Ausfprecher. wollte sie sictt mit ihm. Wisien wollte fie, ob er sie iretgab von Stein zu Stein iprifitc das Master auf. Sie fprang fo leichtfüßig wie Annemarie. Nur ehe sic den ktjten Schritt wagte, hielt sie für eine kurze Minute inne. Sie übersah seine Hand, die sich ihr entgegenstreckte. Kaum yot-« sie jedoch den weichen Dalddoden unter den Füßen, legte er den Arm um fie. Sie machte sich noch schlanker, schmaler, um iein«m Körper nicht zu nah« zu fein. Ein eigenes Riefeln burebftrömte fie, sic fühlte, baß fie feinen Mut mehr hatte, daß sie ihn nie uvrgcffcn könnte, nie baffen — immer nur lieben. „®o bist du gewesen?" frag «r. .Hast du dich gelangweilt? Bin ich nicht rasch gvkommen?" „Ja, rasch war er gekommen — und doch zu spät, um den Schlag, der sie getroffen hatte, abfluhalten. — »Wer ist bei Renkell krank?^ Warum konnte sie sich nicht besser verstellen! Cs wollte alle» gelernt jein. Ihre Stimme hatte ganz brüchig geklungen. Er horchte auf. „Niemand," sagte er gleichmütig. „(Ein Buch. Halter hat «Inen Schlaganfall erlitten. Cs gehl ihm achenlltch." "Hast du Frau Renkell gesehen?" „Nein!" sagte er erstaunt. Sie sah ihn an. (Er erschrak oor diesem leeren Blick. Ga» mar norgefallen? -.3ft jemand bei dir gewesen?" erkundigte er sich unsicher „Nur Annemarie!" „Annemarie?" — Er mußte sich scheinbar erst besinnen. „Ach so!" meinte er erleichtert. Was hat fie dir denn ooraeplaubert?" Einen Augenblick zägersc sie. Dann sprach sie ruhig, jedes Don abwägend. „Sie läßt dich bitten, ihre Mutter nicht mehr zu küsien - wie gestern abend. E» könnte ihrem Vater wehe tun. wenn er es wüßte." Reichmann- Arm, den «r um Elisabeths Nocken gelegt hatte, fiel herab. Da» junge Mädchen fürchtete sich cor dem Ausdruck seines Gesichtes unb trat unwillkürlich Inen Schritt gegen das Wasser zu. er saßt« mit einem schmerzenden Grsts nach ihrem Arm. „Bleib hier — Ich will dem Ehausfeur lagen, daß er vorausfahren lall " Er sprang die Höhe kstnaus, um den Befehl zu geben. Elisabeth vergegenwärttate sich feinen Blick oon vorhin. (Eine wilde Angst schnürt« Ihr die Kehle zusammen. Sie sah in die Richtung, welche er genommen hatte. C» war nichts mehr zu sehen von ihm. Nun tat sie dach das Kindische, Lächerliche! Sie sah sich nicht mehr um, hetzre nur durch den Wald. Nicht über den Fluß, da sah er fie zum ersten. Quer durch die Stämme. Sie hörte Stein» rollen, hörte, wie er in langen Sätzen den Abhang bimmteretf*. (Fortsetzung folgt.) Für 1 Pfund 57-69 54-68 55-68 52-67 Schweine 59-66 50-61 55-68 61-66 56-69 60-69 56-65 55-65 55-65 50-63 46-62 64 — 68 58-66 Gerichtssaal. Einbrecher mit Zuchthaus bestraft. QBö'Jl. Mainz, 5. März. -Zwei im August vorigen Jahres auf frischer Lat hier festgenom- racnc Einbrecher, der Kellner Karl Emil !. u s s e r o w aus Rostock und der Arbeiter Karl Cito Bröhel aus Hamburg, wurden heute vom B.zirksschöffengericht abgeurteilt. Bei ersterem wurde auf vier Jahre Zuchthaus, bei dem a.;Deren auf 21/2 Jahre Zuchthaus erkannt, .'ferner wurden beiden Angeklagten die bürget* ha,en Ehrenrechte auf zehn Jahre aberkannt und die Stellung unter Polizeiaufsicht verfügt. Wirtschaft. Von den Schlachlviehmärkten. An den Schlachtviehmärkten der vorigen Woche war die Marktlage weiterhin unverändert. Das Geschäft war meist langsam, be- 'onders bei Schweinen und auch bei Kälbern. Die Auftriebsziffern blieben auch in der Be- richtswoche im wesentlichen unverändert. Die Preislage war dem langsamen Geschäft entsprechend teilweise gedrückt. Während sich bei Bindern nur geringfügige Aendecungen nach oben und unten ergaben, waren die Preise für Kälber fast allgemein abgeschwächt. Ebenso setzten sich die Preisabschläge für Schweine größten- teils fort, doch zeigte sich hier wiederum mehr Widerstandskraft mit stellenweisen Preiserhöhungen. Dei Schafen war die Tendenz uneinheitlich. Lebendgewicht wurden in Pfennig 50-63 49-71 60-69 Süddeutscher Produktenmarkt. swd. Die verflossene Woche zeigte bei den nord-, sowie südamerikanischen Getreidebörsen besonders gegen Ende festere Tendenz, die zum Teil auf spekulative Einwirkungen gewichtiger Haussiers, zum Teil auf die sich im Gang befindliche Streikbewegung der argentinischen Hafenarbeiter zurückzuführen ist. Inwieweit sich letztere Tatsache auf dem Weltgetreidemarkt aus- wirlen wird, bleibt abzuwarten, jedoch dürste darin wenigstens ein positiver Grund zu einer Aufwärtsbewcgung zu finden sein. Auf die süddeutschen Märkte hat sich die festere Grundtendenz noch nicht ausgewirkt. Man verhielt sich bisher abwartend. Das Geschäft der Mühlen bewegte sich weiterhin in kleinen Dahnen, da diese nur den nötigsten Bedarf deckten. 2n Anbetracht der andauernd stabilen Auslandweizenpreise sah der Handel keinen Anloh zu gröberen Unter« nehmungen, so daß das Weizengeschäft klein blieb. In Roggenmehl dagegen wurden bei leichter Erhöhung der Preise einige Geschäfte abgeschlossen. Man verlangte für Manitoba I hfl. 16,45; Manitoba ll hfl. 16,13; Manitoba lll hfl. 15,35; Hardwinter U März hfl. 15,— ; russischen Weizen hfl. 15,-; Darusso 79 Kg. März 13,83; Rosasä fällig, hfl. 14,43; alles cif Rotterdam. Darusso neu, 79 Kilogramm März-April-Lieferung Mk. 30,50. Waggonfrei Mannheim Hardwinter II dispbl. Mannheim 32,25; Jnlandweizen 29,75 bis 30 Mark; ausländ. Weizen 30,25 bis 32,75; Plataweizen März bis Mai 29,75 bis 30: inländ. Roggen 27 bis 27,25; (Rufs. Roggen 72 Kilogramm 27.—.); ausl. Roggen 27,50 bis 27,75: Weizenmehl, spez. 0 40 bis 40,25 März bis Mai; Weizenbrotmehl 30 bis 30,25; Roggenmehl 36,25 bis 38.50. 2n (-erste tonnte sich das ruhiggebende Geschäft in dieser Woche auch nickt beleben. Die geringe Rachsraqe richtete sich vor allem für Draugerste I. Qualität. Die Preise lieben etwas nach. Pfälz. Sommergerste prompt 27 bis 30 Mk.: Hess. Draugerste 26 bis 28 Mk., nordbadische Braugerste 25,75 bis 26,75 Mk. Platagerste 25,50 waggonfrei Mannheim, Hafer blieb bei ruhiger Tendenz unverändert, ml. 21 (8 r 0 ebler den Generaldirektor der Buderusjchen Eijcnroerke, Kommerzienrat Koehler, zum ersten Vorsitzenden, zum ersten stelloerlretenden Vorsitzenden Apotheker Bahr, Vorsttzender des Einzel- handesoerbandes für Hessen und Hessen-Nassau, zum 3 ro eiten stell vertretenden Vorsitzenden Direktor Schmitt. Ferner beschloß die Kammer, die seit langen Jahren bestehende, vom Handelsverein Wetzlar unterhaltene Berufsschule des Hande l s v e r e i n s auf die Kammer zu übernehmen. Kreis Marburg. j[ Marburg, 6. März. Während die Maul - und Klauenseuche in den Kreisen Marburg und Kirchhain sich noch hier und da bemerkbar macht, so daß der für Dienstag in Kirchhain vorgesehene D i e h m a r k t wieder a u s s a l l e n muß, ist sie inc K r e i s e D i e d en- ko p f, wo in den letzten l‘/2 Jahren 31 Gemeinden in Mitleidenschaft gezogen waren, völlig erloschen. Auch die in einigen Gemeinden sestgestellte Schafräude ist abgeheilt. Dillkreis. WEN. Haiger, S. März. Auf der Grube Stangenwaage kam gestern mittag der dort beschäftigte 26 Jahre alte Elektromonteur Heinrich Stein brenner bei der Legung einer Fernleitung mit der 22 000 Volt führenden Starkstrom- 1 e i t u n g in Berührung und war sofort lot. Dies ist schon der zweite tödliche Unglücksfall, der sich innerhalb eines Jahres auf der Grube ereignete. bl. S ch ö n b a ch, 5. März. Im E 1 e i n b r u ch „Steinringsberg" wurde der Arbeiter E p ü t h von' Guntersdorf durch herab stürmendes Gestein so schwer verletzt, daß er in das Herborner Krankenhaus eingeliefert werden mußte. bis 22 Ml., ausl, 21,25 bis 22,25 Mark. Mais hatte unveränderten Markt bei laufendem De- darfsgeschäsl; La Plata rheinschwimmend 18,75 Mark; Virginia Sackmais 32,50 bis 33 Ml. mit Sack. In Funermitteln ist die Rachfrage nach naher Ware, insbesondere Wühlennachprvdukten weiter gut. Die Preise hierfür haben sich nicht verändert. Immerhin wird nur das Rotwendizste gekauft und auch im Einkauf für spätere Lieferungen hält man sich zurück. Weizen-Futtermehl prompt 15,75, später 15.25 bis 15,50 Mk. Weizenkleie fein, prompt 13,50 bis 14 Mark, später 12,75 bis 13 Mark: Weizenkleie grob, prompt 14.25 bis 14.50 Mk., später 13.75 bis 14 Mk.; Weizennachmehl prompt 22,50 bis 23,50 Mark. 1 pater 21,50 bis 22 Mark; Erdnuhkuchen 21 bis 21,25 Mk.; Rapskuchen 16,75 bis 17,25; Malzkeime 16,50 bis 17,50 mit Sack; Biertreber 17 bis 17,50 Mark. gusammensassungderpreutzischen Eleklrizitälsunlernehmungen. Wie wir erfahren, werden zur Zeit im preußischen Handelsministerium Beratungen gepflogen, um die preußischen Clektrizitäts- unter nehmungen in einer besonderen Gesellschaft zusammenzufafsen. In Frage kommen selbstverständlich nur diejenigen Elektrizitätsgesellschaften, die zu 100 Prozent im Besitz des preußischen Staates find. Hierzu gehören das Großkraftwerk Hannover und die Preußischen Kraftwerke Oberweser A.-G. Welche Form die neue Gesellschaft haben wird, steht noch nicht fest. Konzem- gesellschaften dieser An ftnb bekanntlich die Preußag und die Diag-Gesellschaft des Deutschen Reichs. Wenn auch der wirtschaftliche Zweck dieser Pläne unverkennbar ist, so dürften zu seiner Aufstellung auch die Derhältnisse zwischen der privaten und gemischtwirtschaftlichen Elek- trizitätswirtschaft einerseits und dem preußischen Staate andererseits, die bekanntlich zu starken Kontroversen, besonders in den Enteignungstragen geführt haben, ausschlaggebend gewesen sein. Bon der Durchführung dieser Pläne wird es abhängen, ob die Angriffe, die bisher gegen die Elektrovolitik des preußischen Handelsministeriums cryoben worden sind, noch eine Berechtigung haben. • D i e Großhandelsindexziffer. Die auf den Stichtag des 2. März berechnete Groh- handelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes beträgt 135,6 und hat gegenüber der Dorwoche um 0,1 v. H. angezogen. Die Indexziffer der Agrarstosfe ist um 0,6 v. H. auf 137,6 zurück- gegangen. Die Indexziffer der industriellen Rohstoffe und Halbwaren ist dagegen weiter um 0,3 v.H. auf 130,4 gestiegen, und zwar haben vor allein die Indexziffern der Gruppen Metalle, Textilien und Daustoffe angezogen. Die Indexziffer der industriellen Fertigwaren hat sich bei anziehenden Preisen für Textilwaren um 0,1 v. H. auf 141,7 erhöht. 2m Monatsdurchschnitt F e b r u a r ist die Gesamtindexziffer gegenüber dem Vormonat um 0,2 v. H. auf 135,6 zurückgegangen. Die Indexziffer der Agrarstoffe ist gleichzeitig um 0,9 v. H. auf 139,1 gesunken. Die Indexziffer der industriellen Rohstoffe und Halbwaren ist dagegen um 0,4 v. H. auf 129,5 gestiegen, während die industriellen Fertigwaren mit 141,6 unverändert blieben. * Brown, B 0 veri A. - G. In der Di- lanzsihung des Aufsichtsrats wurde die Verteilung einer Dividende für das Geschäftsjahr 9126 von 8 Proz. (i. D. 7 Proz.) für die Stammaktien und letztmalig von 6 Prvz. für die zum 31. Dezember 1926 gekündigten Vorzugsaktien beschlossen. Ferner sollen von dem Reingewinn von 1028 358 (i. D. 860 506) Mark au Sonderabschreibungen auf Werkanlagen 586 903 Mark Verwendung finden. Die ordentliche General- Versammlung wird auf den 30. März d. I. nach Mannheim einberuscn werden. Dei der gesteigerten Deschästigung der Fabrik im Berichtsjahr ist die Gesellschaft mit einem wesentlich erhöhten | Auftragsbestand in das laufende Geschäftsjahr eingetreten. Arantfurter Börse, (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeiger«'".) Frankfurt, 7. März. Tendenz: Still und matt. — Der Wochenbeginn lieh sich an der Börse sehr ungünstig an. Der Haupt- druck ging von der Beurteilung der tünftigen Geldrnarktlage aus. Es verstimmte sehr, daß aus angebliche Einwirkung der Reichsbank von den Großbanken Kürzungen der Report- I gelber vorgenommen werden sollen. Durch die Geschäftsunlust wurde ein weiteres stärkeres Abgleiten der Kurse begünstigt. Von Montan- attien verloren Rhein-Elbc-Univn 2 Prozent, I Mannesmann 5 Prozent, Klöckner 425 Prozent, Rheinstahl 4,75 Prozent. I. G. F a r b e n eröffneten 2,5 Prozent schwächer und verloren rasch noch weitere 3 Prozent. Bankaktien lagen I sehr schwach, besonders Darmstädter und Eom- merz, die 4 bis 5 Prozent einbüßten, da man sich in den Dividendenhoffnungen doch enttäuscht sehen wird. Die Werte der Metallbankgruppe I schwächten sich bis 3 Prozent ab. Scheideanstalt minus 6,5 Prozent. Von Bauaktien verloren Wayß & Zreytag und Holzmann je 2 Prozent, I nur Dyckerhofs in Erwartung der heutigen Aufsichtsratsbeschlüsse plus 2 Prozent. Von Auto- a k t i e n waren Kleyer am schärfsten gedrückt und gaben 5 Prozent nach. Don sonstigen Werten erlitten stärkere Verluste: Vereinigte Chemische I Frankfurt minus 5b/t Prozent, Goldschmidt 43/, Prozent. Heimische Anleihen im allgemeinen schwächer. Anleiheablösung 25. Schutzgebiet 13. Bon fremden Renten lagen Türken matt. Am Geldmarkt ist Tagesgeld leichter mit 4‘/o bis 5 Prozent, Monatsgeld gesucht zu 5*/j bis 1 Prozent. Privatdiskonten 41/. Proz. Im Devifenverkehr stellte sich Paris gegen London auf 124,10, Mailand auf 110,5. London Kabel 4,8520. Die Reichsmark stellte sich gegen das Pfund auf 20,470 und gegen Kabel auf 4,2195. Der weitere Börsenverlauf blieb schwach und brachte für Terminwerte einen weiteren I Rückgang von 2 bis 3 Prozent. Berliner Börse. IEigener Drahtbericht des Gießener Anzeigers" 2 Berlin, 7. März. Die Börse begann die neue Woche bei lustlosem Geschäft in gedrückter Stimmung. Die Bantenkundfchast hielt sich vorn Effektenoerkehi fast vollständig zurück, jo daß die Umsätze auf den führenden lerminmärften einen minimalen Umfang hatten. Die Baissegruppe trat heute stärker hervor, so daß die ersten amtlichen I Notierungen im allgemeinen Kursrückgänge von 1 bis 3 Proz. aufwiesen, die schweren Favoriten büß» I ten teilweise sogar 5 bis 6 Prozent ein. Auch im notiert: Rinder Kälber Schafe Berlin 22-58 35-75 32-62 Bremen 24-60 35-80 —* DreSlau — — — Chemnitz 20-57 55—78 55-65 IDortmund 30-62 40-80 —1 Dresden 23-60 60-78 50-64 Ibüficlborf 35-64 40-75 — .Elberfeld 20-62 40-78 — 'Essen 32-65 40-95 45-56 Frankfurt M. 25-62 50-73 32-55 Hamburg 20-61 25-82 25-63 Hannover 17-60 35-75 35-60 Husum — —— Karlsruhe 20-60 60—73 —— Kassel 30-60 40-65 —- Kiel — *• —• Köln 22-62 38-72 — Leipzig 25-59 40-72 40-64 Magdeburg 20-58 25-150 30-54 Mannheim 14-62 40-74 34-45 München — — —• Stettin 15-55 30-76 15-55 Stuttgart 14-61 55-81 — Zwickau 15-53 50-75 45-60 weiteren Derlaufe hielt die Nerovsimt an. Am Geldmarkt hat sich der Satz für Tagesgeld um J Prozent auf 5 Prozent ermäßigt, doch begegnet die weitere Entwicklung der Geldverhällnisie ftär seren Beiorgnisien. Man befürchtet Kürzungen der Deport gelber obwohl die Banken bisher noch keine Entscheidung getroffen haben. Im Deoisenoer- k eh r fanden'zahlreiche Dollarverkäufe zwecks Beschaffung flüssiger Mittel statt, so daß die Reichsmark gegen Kabel fest notierte. Im übrigen waren wesent liche Veränderungen nicht zu verzeichnen. Börsenkurse. (Obne Gewähr.) efrtmtfatt a.M. Berkin Datum: Hn(et6e»tolöfang 9lr. 1-30000 do. Nr. 30 001-60000 do. obne Au4lofunaSrecht Deutsche Spa. ramienanletoe Tratsch« Wend. Dollar»Anl. 4e/6 Zolltürken 5% Äoldmerikaner Berliner HandelSqescllschaft. Commerz- und Pnval-Bank. STarmft und Nationalbant - Deutsche Bank......... TiSkouto Commandlt .... Dresdner Bank........ MetaUdank........... Mitteldeutsche Kreditbank. . Leste^eichischc Ereditaaftalt. ReichSbank. . ..... Bochumer Guß DuderuS............ Deutsch'Laremburg Gelsenkirchener Bergwerke. Harpcner Bergbau...... Kaltwerke Aschersleben. . . . Kaliwerke Westeregeln. ... Uüurobüttt........... ri'.anneSmann ManSflder........ . Lbcrbedarf........... Plsönir Bergbau ....... iHbctniftfjc Braunkohlen . - Rbcinuahl........... Diitbtrf Montan TelluS Bergbau ........ Bereinigte Stahlwerke.... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd..... Zementwerk Heidelberg . • . Philipp Holzmann...... Anglo Toni. Guano Goldschmidt.......... tolzverkohlung G Farven-Industrie. . . ütgerswerke......... Scheideanstalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Elcktr. Lieferungen Ltchi und Kraft Mainkraftwerke Schuckcrt............ Siemens 175.75 17-3.5 177.5 I 175,5 269 1 264,5 271 1 «5 Dedisetnuartt CBtrim—3rapan . . . 2.072 8,076 2,071 2.075 w(o de Jan ",4985 '>.5005 0.4975 '.4995 Dien In D - Ceft. abneft »9,31 50,45 59,43 Brag ... 13,473 12,513 13.473 13,513 Äelzrab . • 7,40 7,42 7.40 7.42 Budapest 73,61 73,79 78,58 78,76 Bulaarien J.M.3 J.063 3,043 3,053 Lissabon -'1,575 21,625 21,575 21,625 DänUa. . . 81,72 81,92 81,71 81.92 Konstantin 2,135 .145 2,12 1,13 Äthen. . 6, <9 5,öl 5.39 5.41 Lcmada 4.205 4,215 1.204 4.214 Urujuon 4.2.35 4.245 4,225 4,235 Tatro ■0,96t .'1.016 .*1.969 21,MSI Banknoten. (Ohne Gewähr.) Berlin. 5 Mär; Geld 8rie; Amerikaniiche 9?otee ..... 4,197 4,217 68,45 111,96 58,75 Dänische Noten ....... 112,62 .'0,418 29,51* Französische Noten . ..... 16,535 16.615 Holländische Noten .... 168.2.) 199.09 Italienische Noten...... 18.60 18,70 Norloraische Noten...... Deutsch ccftrrr . 5100 Kroam 1'19,18 i9»,7- e»,M 59,44 Rumänische Noten ... Schwedische Noten ... 113,24 113.85 Schweiler Roten . 50,92 81,3- Spanische Noten . . Tschechoslowakische Noten 71,12 13.445 • 1.48 12,506 Ungarbtie Noten 73,42 .3.78 ReichSbantdistont 5 Prosen, LombardzinSfuß 7 Prozent 5-vantfurtcr tzietrciocbörfe. (Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers' > Frankfurt, 7. März. Es wurden notiert Weizen, Wetterauer 29,25 bis 29,50, Roggen, in= ländischer 27, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 26, Hafer, inländischer 21,50 bis 22,50, Mais, gelb 18,25 bis 18,50, Weizenmehl, inländisches Spezial 0 40,25 bis 40,75, Äoggenmehl 37,50 bis 37,75, Wetzen kl eie 14 bis 14,25, Roaaenkleie 14.25 bis 14,75, Erbsen 35 bis 60, Linsen 50 bis 80, Heu, süddeutsches. gut, ttocken 8 bis 9, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 4,25 bis 5. gebündelt 3,75 bis 4, lieber, getrocknet 17 bis 17,25. Tendenz: Fester. frankfurter Lchlachtvteymarll. lEigener Drahtbericht deS „Gießener Anzeiger«".) Frankfurt a. M., Auftrieb: 1439 Rinder, darunter 396 Ochsen. 57 Bullen, 591 Kühe, 314 Färsen. 460 Kälber; 73 Schafe 5300 Schweine, ES kostete. Ochsen, vollfleischige, ausgemästete, höchsten ochlachtwerts: jüngere 59 bi« 61, ältere 55 und 58. fleischige 44 biS 49; Bullen: jüngere, vollfleischige höchsten Schlachtwert- 54 bis 56, sonstige vollfleischige ober ausgemästrte 48 bis 53. Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 47 bis 52. sonstige vvllflcischige ober auS- gemästete 40 bis 46, fleischige 32 bis 39, gering genährte 25 bi« 31. Färsen: vollfleischige, au«- gemäftetc, höchsten Schlachtwerts 57 bis 63, vollfleischige 51 bi« 56. fleischige 42 bis 50; Kälber: Beste Mast- unb Saugkälber 67 bi« 72. mittlere Mast- unb Saugkälber 58 bis 66. geringe Kälber 50 bis 57. Schafe: Mastlämmer unb jüngere Masthämmel. Wcibemast 50 bis 55. mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel unb gut genährte Schafe 47 bis 49. S chwetne: Fettschweine über 300 Pfb. unb vollfl. Schweine von ca. 240 bis 300 Pfd. Lebenbgewicht 62 bis 63. von ca 200 bis 240 Pfd. 63 bis 64. von ca. 160 bis 200 Pfd 62 bis 63. von ca. 120 bis 160 Pfb. 61 bis 62. Marktverkauf Das Geschäft war ruhig. In Kälbern unb Färsen langsamer Handel, in Schweinen mäßiger Erfolg Letztere nicht ganz ausverkaust. Berliner Produktenbörse. Berlin. 5. März. Die Tendenz gestaltete sich heute im Berliner Probuktengeschäst fast allgemein freundlicher. Rord- unb Südamerika hatten ihre Forderungen für Weizen erhöbt unb dies, im "Verein mit unnachgiebigen Jnlandofscrten lieh bic Wcizenpreise etwa ’-'O P? anziehrn. Dio Umsätze waren allerdings recht Nein das schwächere Liverpooler Riveau bedingte seitens der Käufer vermehrte Vorsicht Im ^Gegensatz hierzu war der Roggen im Lieferungshanbel verhältnismäßig lebhaft Die Preise wurden durchweg fast 1 Mark fester. Gerste ruhig unb in ben Preisen gegenüber den Vortagen kaum Der- änbert, desgleichen Hafer Im Mchlhanbel zeigt sich keine Belebung. HilsSfutterstoffe sowie Oel- faaten ohne Beachtung. ES wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märt 267 bis 270, Hoggen 248 biS 251, Sommergerste 213 bis 241. Wintergerste 192 bi« 205, Hafer, märt. 196 bis 204. MaiS. loko Berlin 183 bi« 186; für 100 Kilo Weizenmehl 34,50 bis 37, Roggenmehl 34 bi« 35.75. Weizenkleie 15,75 bis 16. Roggenkleie 15,25 bis 15.40, Diktoriaerbfen 48 bis 64. Heine Speiseerbsen 32 bis 35. Futtererbsen 22 bi« 24. Peluschken 20 bis 21. Wicken 22.50 bi« 24. Lupinen, blau 14,50 bis 15.50. Lupinen, gelb 16 bis 17, Serradelle, neu 24,50 bis 26,50. Rapskuchen 16 bis 16,40, Leinkuchen 20,70 bis 21, Trockenschnihel 11,80 bis 12. Soya^chrot 19,40 bis 20.50. Kartoffelflocken 29.80 bis 30,30. •Buntes Allerlei. Juwelen-ftleider. Der Schmuck gehört heute so eng zum Kleid, daß er eigentlich mit diesem zusammen getauft werden muh. Die eleganten Pariser Mode- geschäfte haben diesem Bedürfnis schon seit einiger Zeit Rechnung getragen, indem sie einen lebhaften Handel in künstlichen Perlen, jutoelen- besehten Broschen und anderen Verzierungen, Ohrringen usw. eröffneten, die auf ihre Modelle ab- geftimmt waren und deren Eleganz erhöhten. Diese Schmucksachen waren aber doch nur mehr ein Zubehör, das nicht unbedingt mit dem Kleid erworben werben muhte. Bei den neuesten Toiletten ist der Schmuck zum wesenllichen Bestand- teil des Kleide« geworden. Die Juwelenorna- mente, die der ganzen Schöpfung erst die Bollen- dung verleihen, werden nämlich sofort auf die Toiletten aufgenäht. Armbänder z. B. werden vom Handgelenk bis zum Ellbogen angenäht wobei man 16 bis 20 schmale Reife nebeneinander seht. Die Broschen mit farbigen Steinen find an der Schulter oder an der Hüfte angenäht, wo sie sich am besten auSnehmen. Die Dame, die ein solches -„Juwelenkleid" erwirbt, hat also bald den dazugehörigen Schmuck mitgekauft und braucht sich nicht mehr erst zu einem Juwelier zu bemühen und lange die dekorativen Stücke auszuwühlen, die den Glanz ihrer neuen Toilette vervollständigen sollen. Gegen Methusalem. Wittel der Lebensverlangerung sind gegenwärtig in der Medizin viel erörtert, und es ist geradezu Mode geworden, daß man den Menschen verkündet, sie könnten 100 und 200 Jahre leben und wahre Methusaleme werden. Gegen diese Mode, die besonders in Amerika von vielen Aerzten betont wird, wendet sich mit erquickender Deutlichkeit der Gcsundhettskommissar des Staates Reuhork, Dr. Mathias Ricol. Er erklärt, daß er persönlich noch niemals einen Hundertjährigen gesehen habe, aber ein genaue« Studium der Lebensweise und Photographien von Hundertjährigen habe ihn zu der Erkenntnis gebracht, daß diese weder sehr anziehend noch sehr nützlich sind. Das Schicksal der Methusaleme ist nach seiner Ansicht durchaus nicht beneidenswert; sie haben nur für Biologen, Statistiker, Lebensversicherungen und die Dörfer Interesse, In denen sie das Licht deS Tage« erblickten. Dagegen bezeichnete er die Hundertjährigen als „ein Kreuz für ihre Verwandten und Freunde". Dr. Ricol protestiert daher gegen die „Wahnvorstellung eines Glücks, das in einem langen Leben besteht", und ermahnt die Hygieniker sich statt mit der Verlängerung des Lebens lieber mit der Verlängerung der Jahre de« Lebens zu beschäftigen, in denen der Mensch gesund und kräftig, sich und der Umwelt ein Segen ist. Briefkasten der Redaktion. (RechtSgutachteu find ohne Verbindlichkeit der Schristteitang.) w. ft. in w. Nein. Eine Abfindung ohne Zu ftimmung ist nur zulässig, wenn seit dem Unfall zwei Jahre vergangen sind und die Rente nicht mehr als ein Zehntel der Dollrentc beträgt. Beträgt im Übrigen die Rente eine« "Verletzten, nicht mehr als ein Viertel der Vollrente, so kann ihn die ®cnoffcnfaft mit seiner Zustimmung durch Gewährung eines dem Werte feiner Jahresrente entsprechenden Kapitals abfiuben Das Lebensalter ist hierbei ausschlaggebend. Rundfunk-Programm de- frankfurter Tenders. (Aus der .Radio-Umschau'.) Dien-tag, 8. März. 3,30 vis 4 Uhr. Die Stunde bei Jugend. 4,30 biS 5,45 Uhr: Konzert bes Hausorchesters Alte Tanzmusik. 5,45 biS 6,05 Uhr Die Lee- stunde. 6,45 bis 7,15 Uhr: Funkhochschule ..Wie bekommen wir unsere Zähne", Vortrag von Dr Tholuck Direktor der Frankfurter Schulzahnklinik. 7,15 biS 7,45 Ußr: Funlhochschule: ..Alldeutsche Tafelmalerei XXI", Vortrag von Dr. OSwall) Götz. Assistent am Städelschen Kunstinstitut. 7.45 biS 8,15 Uhr. Die Schachstunbe. 8,15 Uhr. „Die Landpartie nach Königstein", von Earl Walz. Anschließend: Ucbertragung von Kassel Tanzmusik