Nr. ZI Erster Blatt 177. Jahrgang Montag. 7. Zebruar 1927 E ti Das Vertrauensvotum für das Kabinett Marx (Eine Erklärung des Reichskanzlers Annahme des Vertrauensvotums mit 235 gegen 174 Stimmen 3 = X ,3 c " 0 links: Will Reichsinnenminister v. Keudell ersucht ums Wort und erklärt unter trauensmann des Landarbeiterverbandes auf den lauten Hört! lediglich S 6 = Der „J-all Keudell" amerikanischen Reichtum». Großbritannien geht daher recht ernsten Zeiten entgegen, und die Erschütterung, die sich au» dieser Wirtschaftslage ergeben wird, dürste kein europäische» Land unberührt iasscn, auch Deutschland nicht. Diese Entwicklung wird nicht von heute aus morgen vor sich gehen. Man hat somit genügend Zeit, sich ans die Ereignisse vorzubererten, die au» dem Ende der bisherigen sogenannten europäischen Kolonisation in Asien sich ergeben müssen. 3 n T 8ha9 im Auftrage des Reichskanzlers Kapp jeden mit Strafe beörchte, der irgendwelche Veröffentlichungen oder Kundgebungen der ehemaligen Regierung verbreite. Der Regie- rungspräfident in Frankfurt (Oder) bestreitet, dem Landrat v. Keudell die Ermächtigung zur Befolgung der Anweisungen des Kappmilitärbefehlshabers gegeben zu haben. (Stürmische •Mvf® Äfi ”5= AS hWnl 1 ’ o London, 7. Jebr. (TDIB.-Junffprudj.) 3n ber „Dailn Tlews" schreibt IDhfon Harris in einem Artikel über „Der Völkerbund und China": „Der Völkerbund ist geschaffen worden, um die Welt vor Krieg zu bewahren. Er wurde geschaffen für die Regelung von Streitigkeiten zwischen Rationen auf ber Grundlage ber Vernunft unb Gerechtigkeit. Seine Satyjng enthält mindestens zwei Artikel, bie erlauben, bie chinesische Frage in (Senf au zuwersen. Es würbe einen schweren Schlag für bas Dreftige b e s Völkerbundes bedeuten, wenn beide Länder, die Mitglieder des Völkerbundes und des Rates sind, etwas unternehmen würden, was auch nur von ungefähr einem Krieg ähneln würde, ohne vorher die Organisation des Völkerbundes in Anspruch zu nehmen. Gegen einen Appell an den Völkerbund spreche, daß der Russe Borodin glauben könnte, er habe jetzt das Spiel in der Hand, unb daß bie vereinigten Staaten wohl kaum mit nach Genf gehen würden. Am besten sei die Vermittelung einer neutralen TR aä)t Deutschland, das unter dem Versailler Vertrag alle exterritorialen unb anbereu Vorrechte aufgegeben habe, stehe besonder s gut mit allen Teilen ber Cinesen. Slrefemann habe in ber Vergangenheit Beweise für feinen 2Huf in ber Diplomatie abgelegt, was hier nötig sei, fei Takt unb Urteilsfähigkeit. Eng ands ChinapolitiK. Tie Opposition der Arbeiterpartei. London, 6. Febr. (WTB. Funkspruch.) Bei einer stark besuchten Kundgebung der Ar- beiterpartn. die veranstaltet wur!'- um den Frieden mit Ehina zu fordern, erklärte Mac- donald, wenn Großbritannien alle '^rrechte der alten Dcrträge mit China aufgeben solle, so müsse dies im Wege der Verhandlung g en und nicht unter Gewaltanwendung geschehen. Er fürchte, das) die Expei-itionsstreitträfte. die nach China entsandt würden, womöglich mehr schaden als nützen würden. Großbritannien sollte dem kantonesischen Außenminister Tschen erklären, wenn das Hanlauer Dokument unterzeichnet würde, ko dah keine we'.terc Sicherheit für Schanghai erforderlich wäre, würden die Truppen nach England zurücktranspor- tiert werden. — Der Rationalrat der unabhängigen Arbeiterpartei nahm ein: Entschließung an. in der er ferne Forderung nach Zurückziehung aller Land« und See- Das Ende der europäischen „Kolonisation“ Bon Erich Lllienthal. Bon Port Said bi- zum japanischen Meer er-- strecken sich viele tausend Kilometer asiatischer Küste. Sie waren seit Jahrhunderten da- Ziel aller seefahrenden europäischen Böller. Bon allem Anfang an eröffneten die Kanonen (auch die Kauffahrer trugen Kanonen) die Unterhaltung mit den dort wohnenden Menschen. Nachdem bie Geschütze gesprochen unb freie Bahn für bie weitere Verständigung gefchaffen hatten, konnten bie Schätze ein» geheimst werden. Die Schätze Indien- wurden »rtchwörtlich, die Erzeugnisse ou- Arabien, dem holländischen Hnsulinbe und aus dem Reich der Mitte waren bie kostbarsten Tinge, bie der Europäer bi- in bie neueste Zeit kannte. Auch in der Gc- gcnroact hat sich bie Schätzung der Produkte dieses TeilS bet Welt nicht verringert. Im Gegenteil, eine große Zal;l von Rohstoffen, auf denen sich die Jn- ustrien der weißen Welt aufbauen, kommt von den hier liegenden Ländern. Ein großer Prozentsatz bei europäischen Wohlstände- beruhte auf der ungehemmten Ausnutzung dieser osiattschen Reich- tümer. Britannien wäre ohne sie niemals geworden, waö es ist. Europa braucht Asien mehr als je, aber es ist noch nicht ganz so klar, ob doS Asien von heute auch Europa braucht. Danach wurde bis vor kurzem von niemanden gefragt. Kulturell war der Einfluß Astens auf Europa in diesen dreihundert Jahren unbedeutend. Die große Masse der Europäer betrachtete die Asiaten kurzerhand all Wilde, und wenn auch eine wachsende Anzahl Weißer sich mit asiatischen Dingen abgab, so war das mehr berufSinäßig oder Modesache als ernsthaftes Beschäftigen. Die paar tausend Forscher können außer Ansatz bleiben, denn sie hatten gegenüber den .Kaufleuten, Beamten und Militärs nidjt das Geringste zu sagen. War den Kaufleuten irgend etwa! schief gegangen, bann setzten sie sich nicht etwa mit den Forschern, sondern eben mit Militärs unb Beamten in Verbindung. Nachbem einige hundert oder tausend Eingeborene die Ueberlegenheit der europäischen Waffen gefühlt hatten (manchmal waren eS auch ein paar Hunderttausend), war die Geschichte gewöhnlich zu Ende. Handel und Wandel gingen nach den von Europa bi [Her: en Leitlinien weiter. ES war ganz gleich, ob es sich um angloindisches Opium, um englische Dolle, englischen Kattun, um sogenannte Seeräuber, um Boxeraufstände oder AehnticheS handelte. Die Stationen brachten immer alles rasch inS Lot. So ging und geht das seit dreihundert Jahren etwa — unb warum soll cd plötzlich aushören? Tas Konzert der Mächte ist allerdings etwas disharmonisch geworden. Deutschland, Rußland, Japan flöten Melodien, aber England, Amerika, Spanien, Portugal und vielleicht auch Frankreich und Italien schicken ober werden Kriegsschiffe schicken. Die können alle jetzt viel weiter schießen als früher. Sie haben größere Besatzungen, stärkere LandunyStruppen. Man kann weit größere Truppenmassen in kurzer Zeit versammeln. Man hat überhaupt bie ganze durch den Weltkrieg io enorm angeregte Kriegstechnik. ES ist aber heule ziemlich gleichgültig geworden, wie weit die englisd)en Kanonen schießen können. Sie werden and) nicht allzuviel und nid)t allzulange schießen. Möglicherweise tut man es ein bißchen auS Prestigegründen, auS aller Gewohnheit, auS slolonialkoniervatismuS, aber so gern als früher tut man es nicht mehr. Am liebsten würde man nur verhandeln, nichts als verhandeln und auf die Ueberzeugilngskraft der militärischen Argumente gerne verzick)ten. Aber auch dies ist unendlick) fduoicrig geworden. In China ist man genau so klug wie in London. Tas ist den meisten etivas Neues, aber es ist unmöglich, sich dieser Einsicht länger zu verschließen, ohne erheblichen Sdiabcn weniger an seiner Seele als an seinem Geldbeutel zu nehmen. Was ist eigentlich passiert? KaS hat sid) so grunblegenb geändert? Es ist nicht zu schivicrig, sid) hierüber klar zu werden. An der Küstenstrecke von Suez bis zum japanischen Meer wohnen ein paar hunderttausend Europäer und Amerikaner. Eine halbe Million vielleicht. ES können aud) einige Hunderttausend mehr sein. Sehr viel ei'.ropäischer Abschaum verbirgt sid) in diesen menschenwimmelnden Küstenvlätzen. Man weiß nichts von ihnen. Keiner hat ste gezählt. ES tut aud) nicht not, denn es sind verlorene Menschen. Man rechnet nur mit den Laufleuten, Militärs unb Beamten. Wenige von dielen aber sind festwohnend. TaS Land ist ihnen Broterwerb, Turchgangsstation, ab und zu eine wertvolle Erinnerung im späteren Leden. Nur sehr wenige halten dauernd hier aus. DaS Klima setzt an den meisten Stellen eine unüber- steigliche Grenze für den Aufenthalt von Europäern für eine wirkliche Kolonisation. Biele verlassen daher bad Land, ohne von seinem Eigenleben daS geringste zu wissen. Die wenigen Kenner aber sind häufig genug für Europa verdorben. Sie sind im asiatischen Kulturkreis aufgcflongcn. Sieben-, achthundert Mil- lidifcn Asiaten, die eine eigene, uralte, sehr hochstehende Kultur haben, bildeten bis vor kurzem nichts als Hintergrund für die paar hunderttausend Weißen. Sie wurden nur als Objekte betrachtet und mit nackter Gewalt gezwungen, jeder Form von Demü- ttgung den geduldigen Nacken zu beugen. Japan bewies den Asiaten, daß die europäische Uebcrmacht verhältnismäßig leicht gebrochen werden könne, sowie man bie „weißen Teufel" mit ihren eigenen Waffen bekämpfte. ES genügte schon, wenn man von den europäischen Techniken sich das Wich- ttgste aneignete. Japan halte nicht ganz fünfzig Jahre gebraud)t, um die Unterlegenheit in Fragen der Bewaffnung völlig auszuglerchen. Cb bereitem e Ueberlegenheit vorhanden ist, wird die Zukunft lehren. Bon 1905, dem russisch-japanischen Kriege, stellen wir es an, daß wir in der nächsten Zeit in Asien nicht sehr viel schlechtere Geschäfte machen als bisher? Tie europäische Wirtschaft, ber ganze Welthandel wird durch die asiatischen Dinge entscheidend beeinflußt werden. Bon den Konzessionen dürfte nach einer Weile nicht mehr die Rede sein. Man wird sich freuen, wenn man überhaupt im Geschäft bleiben kann. Fällt der Kanonen- schütz in Zukunft weg, bann ist es mit der bisherigen leichten Einheimsung der asiatischen Schätze und dem Herrenspielen vorder. Auf dieser Einheimsung aber beruht ein großer Teil zum mindesten des anglo- =3« n f ” o S 8 ATÄ ? »5 ’ 2 Berlin, 5. Febr. Die große politische Mus» spräche wird fortgesetzt. Zur Verhandlung flehen das Vertrauensvotum der Regierungsparteien und die Mißtrauensvoten der Demokraten, Sozialdemokraten und Kommunisten: ferner der sozialdemokratische Antrag, die Rede des Abg. Graf Westarp auf Reichskoften in allen Gemeinden des besetzten Gebietes öffentlich anzuschlagen. Abg. Stegerwald (3.) wendet sich gegen die sozialdemokratische Behauptung, dah eine Große Koalition möglich gewesen sei. Diese Möglichkeit habe trotz aller Versuche nicht mehr vorgelegen. Es sei schließlich keine andere Lösung übrig geblieben, als die gegenwärtige Regierung. Sie sei, der Besetzung der wichtigsten Ministe- rlcn nach, eine Rechtsregierung. Praktisch werde von ihr eine ähnliche Politik gemacht werden, wie sie von der Großen Koalition gemocht worden wäre. (Zustimmung im Zentrum. Hört! Hört! links.) Der Redner wendet sich gegen die Bezeichnung der neuen Regierung als Bürgerblock. Mindestens bie Hälfte der Wähler der vier Koalitionsparteien sind auch Arbeitnehmer. Meine politischen Freunde wollen nicht wieder ein Klassendeutschland. Wir nehmen gern Kenntnis davon, daß Herr Koch alle Kulturkampfbestrebungen obgewiesen hot. Die Mehrheit des Volkes wünscht die Bekenntnisschule: das hoben die Wahlen zu den Elternbeiräten gezeigt. Es läßt sich auch bei verschiedenen Schuloord- nungen erreichen, daß die Schüler zu einer staatlichen Einheit verwachsen. Zn der Wirtschaftspolitik brauchen wir die richtige Synthese der Jnnenwirt- schaft und Etzportwirtschost. Die Landwirtschaft muß zoll- und h-andelspolitisd; genau so behandelt werden wie die übrige Wirtschaft. Mit Zöllen und hohen Preisen allein ist hier nicht geholfen. Eie muß ihre Produkte absetzen können. Darum ist die Stärkung des inneren Marktes notwendig durch Erhöhung der Löhne und Gehälter Der Redner verlangt schließlich Förderung des Mittelstandes und Schutz der Qualitätsarbeit. Die Sozialpolitik müsse fortgesetzt und ausgebaut werden. Die Zentrumspartei gebe von ihren sozialen Forderungen nichts preis. Abg. Städter (Komm.) erklärt: Der Reid)sinnenminister von Keudell habe gestern in einer Erklärung auf Behauptungen der Linken eigen! lich zugestanden, daß er beim Kapp-Putsch sid) als Landrat auf die Seite Kapps geschlagen und feine bewaffneten Gendarmen der Kappschen Regierung zur Derfügung gestellt hat. Man kann sich vor- stellen, wie dieser saszistische Zunker die gegen die antirepublilanifchcn Wehrverbände gerichteten Bestimn'.ungen des Regierungsprogramms als Innenminister anwenden wird. Abg. Landsberg (S.): Herr von Keudell hat es so dargestellt, als ob er während des Kapp-Putsches derselbe treue Beamte geblieben sei, wie vorh.-r. Tatsächlich hat er aber damals seine Sympathie für Kapp in Wort und Tat bekundet. Er hat als Landrat in seinem Kreise nur die Ausrufe und Bervrdnungen der Kappregie ung verbreiten lassen, nicht aber die ber rechtmäßigen Regierung. (Hört! Hört! links.) Als der Dertrauerrsmann des Landarbeiterverüandes in Bärwalde für den von der rechtmäßigen Regierung proklamierten Generalstreik eintrat, liej ihn Herr v. Keudell kommen und sagte ihm: „Die neue Regierung Kapp hat schon mit der alten Regierung eine 6ini» gung erzielt und erseht sie!" (Hört! Hört! links.) Laitdrat v. Keudell sagte dem Vertrauensmann weiter: Wenn er weiter für den General streik ftreitfräfte in China erneuert und feine Zweigstellen auffordert, die Bewegung gegen te.i Krieg zu verstärken und zum organisierten allgemeinen Widerstand vornüber:iten, der m der Verweigerung des Militärdienst e s einschließlich der Herstellung und Be- förderung von Munitton bestehen soll. In einer anderen Entschließung wird auf die Rctwen- digkeit einer Verständigung mit Rußland hingewiesen und erklärt, der Krieg mit Rußland werde aus den entschlvsiencn Widerstand der organisierten Arbeiterschaft stoßen. In unterrichtelen Kreisen verlautet, daß der englische KabinettSrat beschlossen hat, die bisherige Chinapolitik aufrecht zu erhalten. Die leh'.en in Kanton und in Peking gemachten Einigungsvorschläge blcib.n ebenso bestehen wie die bereits gefrorenen militär.schen Maßnahmen zum Schuhe des englischen Lebens und Elgentums in China. Rach Pekinger Meldungen hat Marschall Tsangsolin beim amerikanischen Gesandten gegen die Entsendung amerikanischer Kriegsschiffe nach China Protest eingelegt. Privatim habe der Marschall jedod) wissen lassen, daß ihm die ausländischen ©tre.tfrä,te in China zur Erschütterung der Macht Kantons nicht un - sympathisch seien. Warum keine anglo-amerikanische Allianz? Tie gemeinsamen Interessen in Rußland und China. London, 6. Febr. (WB.) In einem Ar- tdel tm „Observer" gibt Garvin offen seiner Enttäuschung über den Mangel an Zu- s a in m e n w i r k e n zwischen Amerika und Großbritannien in Weltftagrn, vor allem in der russischen und der chinesischen srage Ausdruck. Er betont: Der Völ- k e r b u n d ist heute, was Asien und Äord° und Südamerika, d. h. den größeren Teil der Welt betrifft, machtlos. Der Friede ist in Europa und in Asien noch nicht endgültig gesichert. Ein Krieg im großen Maßstab kann tn keinem der beiden ßänber ausbrechen, ohne daß das andere gleichfalls in ihn hineingero- gen wird. Das riesige Sowjetre.ch hat mit diesen beiden Konkurrenten gemeinsam, grobe Veränderungen bewirken zu können. Erschvttc 1-.=’*$■=> ? = ? = * 3H? E? v rungen in Europa bei einem Abseitsstehen der Vereinigten Staaten können inb.rekt toieDer veränderlich über die Herrschaft im Stillen Ozean entscheiden- Wie kann sich Amerika da zurüclhalten? Sine Vereinbarung zwilchen Washington und London in bezug sowohl auf daS chinesische, als auch das russische Problem vor Monaten würde die augenblicklichen Schwierigkeiten und Gefahren abgewandt haben. Rußlands Traum der Weltrevolution wird nur am Leben gehalten durch die Hoffnung, baß Großbritannien schwer verletzt wird, während Amerika zusieht. Deshalb läßt man die Fanatiker der Weltrevolution hoffen, wie wir es tun. bah Wallstreet sie finanzieren wird? Die kommerzielle -Zukunft der Harriman-Konzessionen und anderer, die noch hinzukommen, würden in Rußland sicherer sein, wenn Rußland ein für allemal mitgeteilt würde, daß Amerika niemals einen Cent leihen würde, bis die Verschwörung zur Herbeiführung der Weltrevolution in Chma und überall aufgegeben worden sei. Bei Fortsetzung gemeinsamer Aktionen unter Führung der Vereinigten Staaten würde jetzt im Fernen Osten eine weit weniger beunruhigende Lage bestehen als jetzt. Chamberlains Politik hatte jede Spur von wirklicher Wcinungsver- schiedenheit zwischen Downing Street und dem Staatsdepartement beseitigt. Großbritannien steht im Fernen Osten nur dadurch allein, daß es das Bündnis mit Japan opferte, und dies hat es nur deshalb getan, um den natürlichen Wünschen Amerikas entgegenzukom- men und Pfänder guten Willens zu geben. Eine englisch-amerikanische Vereinbarung würde die ..bolschewistische Verschwörung töten" und China retten. Weshalb geben die englisch sprechenden Mächte nicht gemeinsam vor? Auch auf Europa und den Weltfrieden würde die Frage zu- rücüvirken. Wenn Washington und London im wesentlichen meiner Ansicht sind, schließt Gar- »in, in Fragen von höchster Wichtigkeit wie der russischen und der chinesischen, so scheint es widersinnig und unvernünftig, daß sie sich nicht offen einigen sollten, ihren Zweck zu erreichen. Amerika für Neutralisierung Schanghais. Washington, 5. Jebr. (WTB.) Die Regierung der vereinigten Staaten schlug den Regierungen von Peking and von Kanton vor, daß die internationale Niederlassung in Schanghai während des Bürgerkrieges zum neutralen Gebiet erklärt werden soll. Die Vorschläge wurden dem amerikanischen Gesandten zur Weiterleitung übersandt. E» ist aber bis jetzt von keiner Seite eine Antwort erfolgt. Japanische Truppensendungen nach China. London, 6. Febr. (WTB. Funkspruch.) „Daily Mail" berichtet auS Tokio, die japanische Admiralität habe auf Grund von Informationen, von denen die Oeffentlichkeit nichts wisse, einen Kreuzer mit Marinetruppen an Bord, der jetzt in Kure liege, und vier Zerstörer veranlaßt, sich zur Abfahrt nach Ehina bereit zu halten. Japanische Berichterstatter in China berichten pessimistisch über die Lage in Peking und Hankau. DaS Flottendepartement berichtet von einer Spaltung in den Reihen der Kan- wnesen. die dazu führen könne, daß die Extremisten die Oberhand gewinnen. Die deutsch-österreichische Rechtsangleichung. 1 Berlin, 5. Febr. (WTB.) Heute wurden »in Wien ein Vormundschastsabkommen und ein Rachlaßabkommen zwischen dem . Deutschen Reich und Oesterreich unterzeichnet. Diese Verträge bedeuten einen weiteren Schritt auf dem Wege der gegenseitigen Rechtsangleichung. Die Vormundschaft über einen im andern Staate lebenden Minderjährigen kommt nach den geltenden Vorschriften des entsprechenden internationalen Haager Abkommens den Behörden des H e i m a t ft a a t e s zu. Künfiig sollen die beiderseitigen Staatsangehörigen hinsichtlich der vormundschaftsbehördlichen Fürsorge w i e Inländer behandelt werden. Das neue Abkommen ermöglicht eine wesentlich schnellere Bestellung des gesetzlichen Vertreters und erleichtert die persönliche Fühlungnahme dos Dormundschaftsrichters mit dem Mündel und seinen Angehörigen. Rach dem Rachlaßabkommen ist der gesamte Rachlaß grundsätzlich von den Behörden des Heimat staates des Erblassers nach dessen Recht zu regeln. Dies soll auch dann gelten, wenn zum Rachlaß Liegenschaften im andern Staate gehören. Hierdurch wird die einheitliche Behandlung deS Rachlasses gesichert rind es werden Schwierigkeiten vermieden, die bisher aus der Verschiedenheit der inneren Gesetzgebung beider Staaten erwachsen sind. Veränderungen in den Reichsminifter'ren. Berlin. 5. Febr. Die „Dost. Ztg." weih aus unterrichteten Kreisen zu berichten, daß im Zusammenhang mit der Regierungsumbildung auch unter den leitenden Stellen der Reichsministerien noch Veränderungen beoorstehen. 11. o. soll jetzt das Z e n- t r u m einen alten Wunsch erfüllt erhalten, indem die Ministerialdirektorstelle in der Bildungsabteilung des Reichsmini st e- riumsdes Innern mit einem Zentrnmsmann, den Ministerialrat P e l e n g a r, besetzt werden soll. Van Hamel leugnet. Haag, 5. Febr. lWD.) Ein offiziöses niederländisches Korrespmrdenzbureau veröffentlicht eine ihm vom Sekretariat des Danziger Bölker- bundSkommissarS, Prof, van Hamel, ^gegangene Erklärung, in der eS heißt, daß die durch die deutschen Blätter verbreitete Rach- richt, wonach Hamel in einen bestimmten Prozeß verwickelt sei und dadurch bei der Ausübung der Funktionen als DölkerbundSkommissar für Danzig behindert werde. Wort für Wort unwahr sei. Hamel, der in Danzig im Sinne der Politik der internationalen Verständigung wirke, könne sestftellen, daß man ihm in Danziger Kreisen nurSyinpathien-entgeaen- a eb rächt habe, und daß cr seine Arbeit im Zusammenwirken mit den verschiedenen Danziger Gruppen ungestört fortfetten könne. Van Hamel wurde vorgeworfen, zu der Frau deS Danziger Schuhpolizeikommandeurs in Beziehungen getreten zu sein, die einen Ehescheidung-- Prozeß und den gesellschaftlichen Boykott Hamels in Danzig nach sich gezogen habe. Belgien verweigert eine neue Debatte über Eupen-Malmedy. Brüssel. 5. Febr. (Belg. Xelegr.-ttgentur.) Da einige Zeitungen der kreise Eupen und Mal- medy die Meinung äußern und verbreiten, daß die Bevölkerung dieser Gebiete ausgesordert werden sollte, ; u ihrem Anschluß an Belgien Stellung zu nehmen, haben der Ministerpräsident, der Minister des Aeuhern und der Minister des Innern ein Schreiben an den Gouverneur der Provinz Lüttich gerichtet, in dem sie diesen aufiorbem, der Bevölkerung von Lupen und Mal- medy mitzuteilen, daß von einer wjederer- Öffnung der Debatte in dieser Angelegenheit, oder von der Anberaumung einer neuen Abstimmung nicht die Rede sein könne. Internationale Industriellenbesprechungen. London, 6. Febr. (WTD.) Sundah Times erfährt, daß angesichts der Konferenzen, die zwischen Führern der Industrie und Finanz Englands und Deutschlands stattgefunden haben, und angesichts der geplanten ähnlichen Zusammenkunft zwischen englischen und französischen Industriellen, der Verband britischer Industrieller von den Vertretern Italiens. der Schweiz und Schwedens aufgefordert worden ist. entsprechende Zusammenkünfte mit ihnen zu vereinbaren. Cs wird erwartet, daß Ende März britische und französische Industrielle in London zusammentreffen werden. Vor Beendigung dieser Konferenz und der englisch-deutschen Zusammenkunft, die in Berlin im April stattfinden soll, ist es unwahrscheinlich, daß weitere internationale Zusammenkünfte vereinbart werden. In industriellen Kreisen wird Befriedigung geäußert, daß der Wunsch besteht, diese internationalen Besprechungen auszudehnen. Für ^Beibehaltung des syrischen Mandats. Paris, 6. Febr. (WTB.) Die Akademie fürKolonialwissenschaft hat gestern zur Frage des syrischen Mandats Stellung genommen und in einer Entschließung die Beibehaltung das Mandats in Syrien gefordert. Frankreich, fo heißt es in der Entschließung, habe in Syrien bereits ein vertrauenerweckendes Werk des Friedens und der Organisation, das vom Völkerbund gebilligt worden sei, durch- geführt, so daß kein ernster und stichhaltiger Grund vorgebracht werden könne, um eine Mission aufzugeben, die bis zum ®nöc durchzuführen eine Ehrenpflicht für Frankreich sei. Die Regierung wird ersucht, durch eine feierliche und llare Erklärung allen tendenziösen Gerüchten end' gegenzutreten, die von einem Verzicht auf daö syrische Mandat zugunsten Italiens sprechen. Neue Sprachenpolitik in Elsatz-Lothringen. Von unserem Straßburger Mitarbeiter. Straßburg, Februar 1927. Die Stelle des obersten Leiters deS elfaß- lothringischen Schulwesens ist durch die überraschend gekommene Versetzung des Franzosen Charl 6 ty nach Paris frei geworden Durch den Weggang dieses Mannes, der feit nahezu acht Iahren für die Schul- und Sprachenpolitik Frankreichs in den „wiederg fundenen Provinzen" verantwortlich gewesen ist, ist die Pariser Regierung vor eine schwerwiegende Entscheidung gestellt worden, der man hier mit höchster Spannung entgegensieht. Charlety konnte seit 1919 seine verhängnisvolle Entrechtung der Deutschen, der Muttersprache fast des gesamten elsaß-lothringischen Volkes, ungehemmt betreiben, weil er von allen französischen Regierungen als der richtige Mann betrachtet wurde, die „Rationalsprache" zur Alleinherrschaft zu bringen. Gestützt auf diesen Rückhalt, konnte CharlLty den immer starker an- schwellenden Protest gegen diese Kulturwidrigkeit und die damit verbundene Züchtung seelischer Krüppel höhnisch mißachten. Rach seiner Oktoberreise nach Elsah-Lothringen hatte Poincars in einem viel kommentierten Brief Eharlätys seine höchste Anerkennung für die „tounberbaten Erfolge" seiner Methode ausgedrückt. Der Bries unterstrich aber auch die Rotwendigk.it. dem Hochdeutschen so viel Beachtung zu widmen, daß die Kinder bei der Entlassung aus der Schule das Deutsche in Wort und Schrift beherrschen. In elsässischen Blättern ist damals mit Recht bezweifelt worden, daß die Verwirttichung dieses Versprechens ohne Reubesetzung der höchsten Stellen des ^Interrichtswesens geschehen könnte. Die im Parlament ausgesprochene Ansicht Poin- cared, Charlety fei in Elsah-Lothringen „unersetzlich", wurde daher als Beweis dafür empfunden, daß es mit der neuen Beruhigungszusage Poincares auch nicht mehr auf sich habe, als mit früheren Versprechen französischer Staatsmänner. Run ist die Bahn frei für einen neuen Sprachenkurs. Die französische Oefsentlichkeit erscheint für eine Kursänderung freilich keineswegs reif zu fein; Poincarä, der loeben den elsaß- lothringifchen Abgeordneten in persönlicher Aussprache wiederum erflärte, die Sprachenfrage „wohlwollend prüfen zu wollen", aber wird zu zeigen haben, wie man feine Versprechungen ein- zuschähen hat. Das deutsche Fünfmillionenheer. Rom, 5. Febr. (Von unserem k-Korresponden« benten.) 3m größten römischen Morgenblatt ist buchstäblich folgendes zu lesen; „Deutsche Geheimbünde. Rach einem der preußischen Regierung einge« reichten Bericht zählen die deutschen Geheimbünde nun 4 Millionen 753000 Mitglieder. Die Hauptbünde sind: Die National sozialischc arbeitenpartei von München, die 37 000 Mitglieder hat; der Front Viriegerbud 48 000; der Welswoef 85 000, Wiking 8000, Olympia 3000, Preußenbund 2000, Offiziersbund 100 000, der Kigroawserbund 3 500 000, der Stalchercheim 900 000, der Iungstahthelm 100 000, der Jungdemtichau 70 000. Und es ist möglich, daß diese Liste noch nicht vollständig fft." Eine entsetzliche Möglichkeit !Nach diesen furcht« baren Enthülllmgen über ein Geheimheer, das sich Eine entsetzliche Möglichkeit! Nach diesen furcht« jeden Sioux vor Neid erblaßen läßt, kann man allerdings die Angst vor dem deutschen Erwachen begreifen. Kleine politische Nachrichten. Der Reichsminister des Auswärtigen, Dr. Stresemann, hat am Sonntag einen mehrwöchigen Erholungsurlaub angetreten. In seiner Abwesenheit führt Staatssekretär Dr. von Schubert die Geschäfte des Auswärtigen Amtes. Der deutsche Botschafter in Paris, Dr. v. Höj ch, ist in Berlin eingetroffen. Die Reise gilt der Er- örterung aller Fragen, die in der nächsten Zeit zwischen Deutschland und Frankreich akut werden, vor allem den Vorbereitungen für die anfangs März in Genf stattfindende Tagung des Dölkerbundsrates, in erster Linie aber auch dem Abschluß der Entwaff- nungsoerhandlungen. Der preußische Iustizminister Am Zehn- Hof, der der Zentrumspariei angehört, soll beabsichtigen, demnächst endgültig seinen Posten zu verlassen. Am Zehnhof ist seit längerer Zeit schwer leidend. Die preußische Zentrumsfraktion des Landtages wird an Stelle Am Zehnhofs den Abg. Kammergerichtsrat Schmitt in Vorschlag bringen. * Wie die „Montagspost" erfahren haben will, hat die Tatsache, daß Dr. Wirth am Samstag im Reichstag gegen das Vertrauensvotum für die neue Regierung gestimmt hat, im Zentrum große llnzufriedercheil hervorgerufen und der Vorstand der Zentrumsfraktion beabsichtige, eine Klärung der Beziehungen Wirths zum Zentrum herbeizuführen. Der Reichstagsabgeordnete Wilhelm K u b e ist durch Beschluß des Ehrenhofs der deutsch- völlischen Freiheitsbewegung aus der Partei ausgeschlossen worden, weil er trotz dreimaliger Ladung durch Richterscheinen die Klarstellung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe verhinderte. Der Prozeß gegen den aus der Fremdenlegion desertierten Deutschen K l e m s, der die Artillerie Abd el Krims befehligt haben soll, wird am Mittwoch vor dem französischen Kriegsgericht in Meknes beginnen. Der Rechtsanwalt und sozialrepublikanische Abgeordnete Moco- Giafseri hat die Verteidigung des Angeschuldigten übernommen. In Marokko soll eine spanische Abteilung in einen Hinterhalt geraten und von den Rif- leuten fast vollkommen vernichtet worbenfein. ♦ Ein Telegramm aus Mexiko kündigt an, daß General Ariola und der frühere Bürgermeister von Trinidad, Rivers, wegen Bekämpfung der mexikanischen Regierung zum Tode verurteilt und innerhalb 24 Stunden hin gerichtet worden seien. Aus aller Welt. Ein Alexander v. Humboldt-Hau». 3n Berlin fand die Einweihung des in der Fasanenstrahe gelegenen Alexander-v.-Humboldt- Hauses statt. Nach Worten der Begrüßung erläuterte Staatssekretär a. D. Dr. L e w a l d Zweck und Ziel des Humboldt-Hauses: Die echten Kräfte der ausländischen Fugend nach Deutschland zu ziehen, das ist der Gedanke der Alexander-v.-Hurn- boldt-Stiftung gewesen, die bereits 120 ausländische Studierende unter ihren Stipendiaten auf« zuweisen hat. Um diesen jungen Leuten ein Heim in Berlin zu geben, ist nunmehr dieses Haus ge- § rundet worden. Exzellenz Lewald übergab dann as Heim seinem Zweck. Als Vertreter des Neichs- minifters Dr. Stresemann überbrachte hierauf Gesandter Frey tag die Grüße und Glückwünsche des Auswärtigen Amts und sprach zugleich im Namen des Innenministers feine Glückwünsche aus. Die Grippe. Wegen der besonders unter den Schultindern stark auftretenden Grippe sind sämtliche Schulen in Tilsit bis auf weiteres geschlossen worden. — Rachdem vor 14 Tagen die Frau des Sparkassenrendanten Weiner in ReeS an Der Grippe gestorben war, folgte ihr jetzt auch der Gatte. Das einzige Heine Töchterchen liegt ebenfalls schwer krank darnieder. — Einem Landwirt in Gendringen (Rhld.) starben in etwa 14 Tagen von fünf. Kindern vier hinweg. Schwerer Betrugsfatt im „Berliner Lokalan zeiget". 3m Hause des Berliner Lokalairzeigerö sollen, wie der .Montag-Morgen" zu berichten weih, aufsehenerregende Betrügereien aufgedeckt worden fein, die zu Verhaftungen von vier Angestellten des Verlages Scherl geführt hätten. Die Verhaftetet werden beschuldigt, durch betrügerische Manöver, die sie mehrere Iahre hindurch regelmäßig verübt haben sollen, den Verlag Scherl um mehr als 100 000 Mark geschädigt zu haben. Bei Untersuchungen der Go- schästsgebarung in der Illustrationsab- teilung hat es sich hcrausgesrellt, daß zwei Zeichner Tag für Tag wertlose Skizzen verfertigten, die niemals veröffentlicht wurden, für die ihnen aber regelmäßig mit Hilfe eines Beamten der Honorarabteilung und eines Angestellten des Bilderarchivs Honorare von 10 bis 30 Mark pro Stück auSgezahlt wurden. Das Konsortium verdiente auf diese Weise im Durchschnitt wöchentlich 1000 Mark. Schweres Flugzeugunglück. In Kassel stieg der Fluazcugichüler K ü p - pes aus Oberkassel zu einem Probeflug auf. Er flog zunächst völlig sicher, als sich plötzlich in gar nicht besonderer Höhe, man spricht von 250 bis 300 Meter, das Flugzeug sich überschlug, abftürzle und völlig zertrümmert wurde. Küppcs wurde schwer verletzt in das Landkrankenhaus gebracht. Abends ist er feinen Verletzungen erlegen. Wettervoraussage. Wechselnd bewölkt mit Aufklaren, nachts noch leichter Frost, auch tagsüber noch keine wesentliche Temperaturänderung, trocken. Gestrige Tagectimperaturen: Maximum: 2 (Br. ddpus; Minimum: minus 0,6 Grad Celsius. Niederschlage: 0,3 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: Minus 1.4 Grad Celsius. AU5 der Provinzlalhallplstadt. Gießen, bett I. Februar 1927. Die Bedeutung des Krüppelheims in (Sieben. Don Geheimrat Prof. Dr. P o p p e r t. Direktor der Chirurgischen Universitätsklinik in Gießen. Der Hessische Fürsorgeverein für Krüppel hat sich schon seit Iahren die Ausgabe gestellt, m Hessen und den angrenzenden Gebieten eine planmäßige, umfassende Fürsorge für Krüppel einzurichten in Anlehnung an die Erfahrungen, die man in benachbarten Ländern mit der praktischen Durchführung der Krüppelfürsorge gesammelt hat. Trotz gut ausgebauter Organisation und Aufwendung erheblicher GeldmittÄ für die Pflege und Behandlung solcher Kranken ergab sich jedoch, daß eine erfolgreiche Lösung dieser Frage nur möglich ist durch die Beschaffung eines besonderen Krüppelheims, das unter sachkundiger ärztlicher Leitung steht. 3m Hinblick auf die durch den Krieg bedingten schweren Gesundheitsstörungen der Kinder — es sei hier nur an die auffällige Zunahme der Erkrankungen der Knochen und Gelenke, -Ln^Rachilis und Tuberkulose mit ihren nachteiligen^ Folgeerscheinungen erinnert —. ist die Lösung bieder Frage zu einer ungemein wichtigen und dringlichen sozialen Ausgabe geworden. Die einem Krüppel heim gestellten Aufgaben sind recht vielseitig; in erster Linie sollen Krüppelkranke hier Heilung finden von den Entstellungen und Verkrümmungen ihrer Glieder durch chirurgische und orthopädische Maßnahmen, gleichzeitig soll auch durch Einrichtung von Werkstätten dem Krüppel die Möglichkeit geboten werden, ein passend?S Handwerk zu erlernen, damit er später sich als nützliches Glied der menschlichen Gesellschaft betätigen und für seinen Unterhalt selbst sorgen kann. DasKrüppel- fürforgegefet) vom 6. Mai 1920 sieht für die Krüppelheime noch ein weiteres Wirkungsgebiet vor. nämlich die dauernde Pflege und Hcimgs- währung für solche Krüppel, die nicht heilföchig sind und die sich im freien Existenzkampf nicht durchsetzen können. Es liegt auf der Hand, daß die Errichtung eines Krüppelheims sehr erhebliche Mittel beansprucht; da der hessische Staat infolge der ungünstigen Finanzlage keine größeren Zuschüsse zu leisten vermag, so müssen diese Mittel durch Die opferwillige Hilfe weitester Kreise brr Bevölkerung aufgebracht werden. ES ist daS große Verdienst des Hessischen Fürsorgevereins für Krüppel, durch seine rege, unermüdliche Werbetätigkeit bereits eine größere Summe als Grundstock des DaukapitalS gesammelt zu haben; der noch fehlende, sehr erhebliche Rest der Bausumme soll mit Hilfe der vom hessischen Minister des Innern genehmigten Wohlfahrtslotterie aufgebracht werden. Da in der Lotterie zahlreiche und wertvolle Gewinne ausgespielt werden, so ist hiermit ein besonderer Anreiz zum Erwerb von Losen gegeben. Abgesehen davon Darf sich jeder, der ein LoS erwirbt, sagen, daß er hierdurch einer wahrhaft guten Sache einen Dienst leistet, und daß fein Scherflein mithilft, den unglücklichen, von einem grausamen Geschick heimgesuchten Kranken ärztli«A Hllfe und Heilung zuteil werden zu lassen. DaS geplante Krüppelheim soll in Gießen errichtet werden, unb zwar in engem Anschluß an bie Universitätskliniken. Die Stadt Gießen hat sich in dankenswerter Weise bereit erklärt, daS erforderliche Gelände, daS in nächster Rähv der Chirurgischen Klinik gelegen ist, unentgeltlich zur Verfügung zu stellen; infolge der räumlichen Rahe können die kostspieligen Einrichtungen dieser Klinik für diagnostische und therapeutische Zwecke für die Insassen des Krüppelheims nutzbar gemacht werden, wodurch die Kosten für dessen Inneneinrichtung wesentlich verbllligt werden. Es besteht begründete Hoffnung, daß schon im Laufe des Sommers der Dau begonnen und schon im nächsten Iahre seinem Zweck zugeführt werden kann. Durch den engen Anschluß des Krüppelheims an die Landesuniversität ist bie Gewähr gegeben, daß es auch bie wichtige Aufgabe, zugleich cklS Lehr- und Forschungsinstitut zu dienen, erfüllen wird, und die mustergültigen fli- nischen Anstalten der älniversität werden durch die Erbauung eines Krüppelheims eine wichtige Ergänzung unb Bereicherung erfahren, insbesondere im Hinblick auf die Möglichkeit, durch einen späteren Anbau an daS Kruppelheim eine eigene orthopädische Abteilung an der Landesuniversität zu schaffen. Die Einwohner Hessens haben demnach allen Anlaß, bet Krüppelheimbaulotterie das größte Interesse entgegrnzubringen und sich eifrig an dem Erwerb und Vertrieb der Lose zu beteiligen. Wird doch durch die Erbauung dieses Krüppelheims am Orte der Landes-Universität eine Einrichtung geschaffen, bie auch ber Aus- bilbung ber jungen Letzte unb so mittelbar den Kranken im ganzen Lärche zugute kommt. Jur Verschönerung des Stadtbildes. Wie der „Gießener Anzeiger" vor furxem berichtete, sind gegenwärtig viele Hände am Werk, um nach langer, durch die 'wirtschaftlichen Verhältnisse bedingter Ruhepause die städtischen Anlagen wieder neu herzu richten, schiefen und überflüssigen Baum- und Strauchwuchs zu beseitigen, um dadurch Luft und Licht für junges Wachstum zu schassen. Man darf wohl erwarten, daß dabei auch die Liebig ft raße zwischen Frankfurter- und Bahnhofstraße in den Bereich dieser wohltätigen Aufräumungsarbeiten einbezogen wird, um die dortigen lieberreste einer von Anfang an verfehlten Straßenbepflanzung mit Platanen vollends zu beseitigen. Was sich hiervon unter dem Druck der hohen und breit'ronigen Ulmen der Alten Klinik noch erhalten konnte, sind haltbtote, mit %tu- len und Wunden überdeckte Krüppel. Dringend notwendig ist auch ein« gründliche und schleunige Aufräumungsarbeit in dem freien Gelände (Garten darf man das jetzt nicht nennen!) um bas ß i e b i g m u f c um; ein Müllplatz sollte hier doch wohl nicht zu sehen sein! Die Rajen - fläche vor der AltenKlinik dürfte der bessernden Hand gleichfalls zu empsehlen sein. Auch die im vorigen Jahre ihrer Kronen beraubten Lindcnbäume am Bahnhofsplatz vor ; dem Hotel Kühne dürsten inzwischen den Nachweis । erbracht haben, daß sie als unoemein .zöblebiye ' Kreaturen zwar wieder grünen, auf Schönheit m I den nächsten 15 bis 20 Jahren jedoch keinen 'Anspruch mehr erheben können. Es dürfte sich darum 1 empfehlen, auch diese recht bald fortzunehmen, um der Kälber. 118 Schafe. 3716 Schweine 67 biS Brennholzverstergerung. । holzversteigerung Nutzholzversteigerung Wlontng, bcn 14. ftcbrucr wird im G*alc und Znsammcnlunft bei dem Pslanzgarten. 1227V 1162V ca. zur ca. 7000 Stadl. ijiiwiiiiiiufiimmiiiiiuiiii) Lang. 1232V tchtenstangen 2. Klaffe ichtenstangen 3. Klaffe 84 257 287 1600 100 470 “"iS». rung: Stamme: Buchen- wichen- und Eschen-Scheitholz, Krefem-Schcitholz, Eichen-Knüppel, Liciern-Knüppel, Fichton-Knüppel, Buchen-Wellen, Eichen-Wellen, Kicfern-Wellen, Fichten-Wellen, Eicken-Stöcke, Kiefern-Stöcke. sind 3m noch 11 Stück 8 Stück 2 Stück 74 Stück 56 Stück 500 Stück 220 Stück 65 Stück ca. 6000 3 114 40 ichtenstämme mit 22A ^jtm. la ichtenstämme mit 3,18;3|tm. 1b ichtenstämme mit 5,31 ftftm.2h ichtenstämme mit 2,74 Fstnr. 3b ichtenstangen 1. Klasse Brandodcrndorf, den 3. Februar 1927. Der Bürgermeister. Stahl. ffwncrob, am 5; Febr. 1927. Bürgermeisterei Annerod. Horn. Nutzholzversteigerung Tienolag, bcn 15. Februar l. I. kommt im Nieder-Weiseler «Salb 1. lagen, dah i Sache einer, fletn mtlhilh. amen beschick > unb pu-hellstätte haben jetzt Schotterbelao und 'Bürgerst eineinfaslung erhalten. Die Fußwege mit Schlacken und Kies beworfen worden. Brennholzversteigerimg. Mittwoch, bei 9. Februar 1927, vormittags 10 Uhr aisangenb, werden im Deutschen HauS dahier folgende Mengen Holz öffentlich verkauft: 330 bis 4: Die Stunde der Jugend. 4.3C 5.45: Konzert des HausorchesterS: Slawische Musil. 5.45 bis 6.05: Die Lesestunde. 6.45 bis Buchen Rm.: 0,98 2. Kl., 6,57 3. SH., 5,95 4. ftlah'e; Hainbuchen Rm.: 0,74 5. SU., 1,98 6. Klasse: Eichen Rm.: 18,30 1. Kl., 16,90 2. Kl., 19,91 3. SU., 50,52 4. Kl., 38,14 5. fil., 45,31 6. Kl. (darunter ca. 125 St. Teichsclnusw.s Skirsckbaum Rm.: 0,17 5. Kl.; Erle Rm.: 1,27 5. 81., 3,40 i erdeten. Ticclben müssen verschlossen sein und die Aufschrift tragen „Lieferung für die Zellenstrafanstalt". Zur glctcken Stunde sollen geöffnet werden die bis dahin ein- gc’aufcnen Angebote bcu. Bezug der Knochen, der Lumpen (ciuichl. alter Strümpfe), des alten Eisens, der Zink- blechabfallc, Mesiinghülien und der Küchen- abfälle für das Rechnungsiahr 1927. Wegen der Bedingungen für die Bewerbung und die Lieferungen wird auf den Mimsterialerlaß vom 16. Juni 1893 ver- wiesen. Er lann nebst deu übngen festgesetzten allgemeinen und besonderen Bedingungen an bcn Verklagen von vormittags zwischen 9 und 11 übt und nachmittags zwischen 3 und 4 Uhr auf dem (3e- fchäftSzimmer des Lekonomen und deS Van-ÖberinsvektorS bzw. Arbcitsinsvek- rm andere Laubholzscheiter rm Radelholzknüppel rm R adelholzreiserknüppel. Brandoberndori, den 3. Februar 1927. Ter Bürgermeister. 1080V Zunötr-flnitM! Jnkol e Renooierg meine» Laaerv Der- kauie ichnochE Len" Schlafzimmer in mo- dern.. wild Auöfütr 1 ^PCtfCAimmer tn Elche, beides komvl, sowie einige Divl.- 2t6irtbiifcbc wen nnt Breis b. gun t. Die Fürstlich-Solmsische Oberförsterei Hohensolms versteigert: Am Mittwoch, den 9. Februar, im Saale des Gastwirts Führer in Hohensolm, ans den Forstorten Lchcucrnwald, Eichelsberg, Annewald und Pfaffenstrauch: Stamm- Holz: Buchen 3. und 4. Kl. 13 Stück mit 8,97 fm (Schnittholz); Eichen 1. bis 3. Kl. 33 St. mit 15,67 fm (Wagner und Küferholz), 4. und 5. Kl. 2 Et. mit 1,88 fm (Sa,reinerholz); Eschen 1. bis 4. KI. 25 St. mit 8,67 fm ; Ahorn 2. bis 4. Kl. 5 St. mit 2,49 fm; Kirschbaum 2. und 3. Kl. 3 St. mit 2,61 fm; Lärchen 4. Kl. 1 St. mit 1,11 fm (ächreinerholz); Fichten Id- bis 2d-511. 7 St. mit 2,18 fm, 3a-Kl. 1 St. mit 0,94 fm, 4a««1. 1 St. mit 1,01 fm; Rollen 2 m lang: Lirjckbaum 2 rm; Scheit« und Prügelholz rm: Buchen 397, Eicken 28, Esche 1, Lindei, Erlen 9, Fichten 26; Ncisholz Wellen: Buchen 13500, Eichen 3190, Eschen 150, Erlen 140, Fickten 130. AuS dem Forstorte Wivd elbach, Abt. 2c, Stammholz . Eichen 1. Kl. 11 St. mit 2,04 fm, 2. Kl. 42 St. mit 15,48 fm, 3. Kl. 7 St. mit 3,56 fm (Wagner-, Bau- und Sckreinerholz). — Anfang 11 Uhr. Am Lamstaa, den 12.Febrnar, im Saale des Gastwirts Werlach in Bieber, aus dem Forftorte »elfholz: Stammholz: Fickten Ja- bis 2b-SL 13 St. mit 4,48fm; Stangenholz: Fichten 1. Kl. 7 St., 2. Kl. 18 St., 3. Kl. 26 St., 4. Kl. 16 St.; Scheit- und Prügelholz rm: Buchen 271, Eichen 10-1, Erlen 7, Fichten 2; Reisholz Wellen: Buchen 6290, Eichen 3880, Erlen 150. — 15c folgendes Holz versteigert werden: 6,6 Rm. ~ Dienstag, den 8. Februar 1927, vormittags y210 Uhr, werden im Wege det schriftlichen Angebots auf dem Rathaus dahier folgende Mengen Holz verkauft: 143 Stück lyicktenstümme mit 26,10Fstm. la 138 Stück Fichtenstämme mit 44,53 wftm. Jb 26 Stück Fichtenstämme mit 17,27 Fstin.2r> 3 Stück Fiwtenftämme mit 2,04 Fftm. 2b in Summa 310 Stück mit 89,94 Fstm. 465 Stück Fichtenstangen 1. Klasse 494 Stück Fichtenstaugen 2. Klasse 500 Stück Fichtenstangen 3. Klasse Tie Angebote sind nach Losen getrennt mit dem Vermerk „Holzvcrkauf" vor dein Termin abzugeben. Anschliessend daran werden im „Deutschen Hauö" dahier wei tere Mengen Holz öffentlich verkauft: 12 Stück —- rm Eichenscheiter rm Eichenknüppcl rm Eichenreiserknüppel Stück Eichenwellen rm Buckenscheiter rm Buchenknüppel Stück la BuchendurchforstungS- wellen Stück Buchenwellen .^tt. in an MäM Habt DnsM berat erstatt, nächster 2Lhe t, mmttgÄtlich ter räumlichen chiungvi dicker mtiidje Zvvst ls nutzbar afr en für * :gt tonten. W chon im Laufe unb schau im efühtt lverten Arüppelheims ewähr gegeben. zugleich all tilut zu «gültig® Jw* werden durch z eine Vichts -sahrm, >b igliM durch uppelhcim eint teiluns »mmdbat bm kommt. ung es. * "S 2 eit Ski* SÄ’ in,L PlotankN Ulmin d«r • '*|Ä * f durste ^ aa4 Hirn l^ubien tonen por i.iA* en ,ähletn?£ 6. Klaffe; Derbstangen: Eichen Rm.: 2,69 1. Klaffe; Nutzjcheit: Eicken Rm.: 23,1 (baninter 7 Rm. Rollen 1,25 Meter lang). Vorherige ÄuL-kunkt durch Förster Becker, Haufen bei Buyback. 3Hf bis zum 20. April durch die über das ganze Reich verzweigten Organe der Deutschen Aothilfe bezogen werden. (3n (Ziehen beim Städtischen Wohlsahrtsaml, Gartenstrahe.) Die Gültigkeit der Wohlfahrtsmarken zum Freimachen der Postsendungen erlischt erst mit dem 30. Juni 1927. W2A. Finbebuch im Frankfurter Hauptbahnhof. Seit einigen Monaten liegt im Wartefaal erster und zweiter Klasse deS Frank'urter Hauptbahnhofs ein sog. Findebuch auf. Don dieser neuen Einrichtung wird bisher nur in geringem Mähe Gebrauch gemacht. Es sei deshalb nochmals darauf hingewiesen, dah das Findebuch den Zweck hat, die Auffindung von Personen, die man im Hauptbahnhof treffen wollte, aber verfehlte, zu crieichtern. Für jede Eintragung wird eine Gebühr von 15Pfg. erhoben. • Die Ortsgruppe Giehen deS Republikanischen Lehrerbundes hatte für SarnStagnachmittag zu einer Versammlung in den großen Saal dcS Gymnasiums eingeladen. 2llS Vortragende war Frau Studienrätin Dr. Gertrud Klausner aus Derlin, Mitglied des preuhischen Landtages, erschienen. Aach kurzen DegrühungSworien von Rektor Loos-Gießen ichtenstangen 4. Klasse ,-icktknfiangcn 5. Klasse 292 Nm. Eichen-Nutzknüppel (2 Meter lang 9 Nm. Buchcn-Nutzknüppel (2 Meter lang 14 Rm. Efchen-Rutzknüppel (2 Meter lang) 83 Rm. Nabelholz-Rutzkn. (2 Meter Inngi 4 Rm. andere Laubholz-Nutzknüppcl (2 Meter lang). 1081D 7.15: Funkhochschule: „Ernährung des Kleinkindes", Vortrag von Stadtärztin Lande. 7.15 bis 7.30: Senckenbergviertelstunde: „Der statische Sinn". (Bortrag von Dr. T. Edinger. 7.30 bi» 8: Englischer Sprachunterricht. 8 bÜ 8.15: „Don Tarlos. Insanl von Spanien". Trauerspiel in fünf Auszüge^ von Schiller. Darenempsehlungskanen. ttnt unbigun gen ober anderen Drucksachen ober ÄbbÜbungen, welche in der Form ober Verzierung bem Papiergelde ähnlich sind, strafbar ist. Das Reichsbankbirektonum warnt daher vor Anfertigung, Derbrritung unb gleichzeitig auch vor Annahme berorliger Blüten. " Verkehrssünder 3n der Zeit vorn 1. bis 31. Januar wurden folgende Airzcigen wegen Zuwiderhandlung durch Fahrzeugführer bzw. Kratt- und Radsahrer gegen verkehrspoltzeilichc Vorschriften erhoben. 14 Anzeigen wegen Fahrens zur Aacktzeit ohne hellbrennende Laterne. 2 wegen Fahrens auf Vürgersteigen. 1 wegen Fahrens mit udermähiger Geschwindigkeit. 1 wegen Fahrens ohne die rechte Strahenseite einzuhaltrn, 5 wegen Fahren« durch gesperrte öt raßen, 5 wegen sonstiger Zuwiderhandlungen in Dcrfcßr«- polizcilicher Hinsicht ’• D i c Anmeldungen sür die htesi- g en höheren Schulen werden am Freitag 18. d. M. entgegengenommen Man beachte die heutige Anzeige. " Die neuangefegten Straßen hinter dem Klinikviertel bei der 2u- Amtsgericht Wetzlar. Q Diebstahl war einem Landwirt aus Gleiberg zur Last gelegt. Aach der Anllage Tollte der Angellagte der Gemeinde Gleiberg gehörige Zwelschenbäume im Werte von etwa 3o biS 40 RM. entwendet haben. Der Angeklagte bestritt energisch, die Absicht eines Diebstahls gehabt zu haben, und wenbctr ein, daß er feil langen Jahren daS Grundstück, auf dem die Zwetfchenbäume standen, von der Gemeinde gepachtet habe, älrsprünglich seien nur zwei Däuwe vo^anden gewesen. Weitere habe er im Lause der Zeit selbst gepflanzt und diefe auch mit Zu ftimmung deS früheren Vorstehers beerntet. Ais im vorigen Jahre zwei Bäume abgestorben waren habe er sich für berechtigt gehalten, diese zii fällen und auch das Holz zu verwenden. Dem pflichtete das Gericht bei und fvrvch den Mann kostenlos frei. en ihre Stelle — außerhalb des Fußgängerverkehrs — entweder Rvtdornbäume ober Kugelahorne zu vflanzen, deren Umfang unb Äroncniorm bem neuhergerichteten Platz sich bester anpaffen mürbe, als Die zu einem gequälten Dasein oerurteilten köpf, losen Cinbenbäume. Ueberhaupt wäre es mit Freube zu begrüßen, wenn bte Fürsorge dcr Etadtverwal. hmg sich diesem Teile unserer Stabt ganz besonders liebevoll zuwenben mürbe, weil er berjenige Plag ist, den der ankommenbe Frembe zuerst sieht. Aus diesem (Brunbe märe es auch gut, bas im vergangenen Jahre beifeite gelegte Projekt der Errichtung eines Springbrunnens zwischen Houptoost unb Eingangsweg zum Ho- tel Kühne micber aufzunehmen. Wie wir hören, sollen bie unmittelbar an Den Bahnhofsplatz angren- zcnben Gaststätten (5)otels unb Cafe) im nächsten Sommer einen bdonbers reichen Lluinenjchmuck erhalten. Es wäre darum an der Zeit, baß bie zuständigen Behörden sich einmal über bie Frage schlüssig mürben, was mit bem unglücklichen Blumen- b e e t geschehen soll, bas vor bem ehemaligen h u r ft« n 5 i m m e r gelegen in dem seitherigen Zustande keine Zierde bcs Dahnhojsplatzes der Uni- versitäts unb Provinzhauptstabt Gießen bebeuieL schon aus Anlaß der geplanten Gcwcrbeausstcl- lung bürste es sich empfehlen, hier vor Beginn des Frühjahrs noch zu hanbeln. R. icfcncr Töochenmar'tpreise. Es kosteten auf dem Wochenmarkt am Samstag. Butter 140 bis 160. Matte 30 bis 35. Wir- sing 12 bi« 20, Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 12 biS 20. gelbe Rüben 10. role.Rüben 10. Spinat 25 biS 30, Sinter-Kohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20 biS 25, Rosenkohl 40 bis 45. Feldsalat 120 bis 200. Zwiebeln 10 bis 20. Meerrettich 35 biS 60, Schwarzwurzeln 35 bis 50. Kartoffeln 6. Aepfcl 15 bis 30. Birnen 10 bis 25. Aüsfe 70, Honig 50, junge Hahnen 100 biS 110, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 80 bi» 100 Ps. das Pfund, Käse 10 Stück 63 bi« 140; Sier 16 biS 18. Blumenlobl 60 bis 140. Salat 30 bis 35. Endivien 60 bi» 80. Lauch 5 bis 15. Rettich 10 bi» 15, Sellerie 20 bi» 40 Pf da» Stück Bornotizen. - Tageskalender für Montag. Dortrag»-Bereinigung: 8 Uhr. Reue Aula Vor- trag. — Oberhcsfifcher Gefchichtsvercin: 81/, Uhr. Hörsaal 44 des Dorlesunasgebäude« der Uni- verlltät, Dortrag. — Wohllätigteitskonzert -um Vesten der Zuflucht in Gießen: 8 Ußr. Rcal- «mmnülium, Ludwigstraße 11. — Gieß. Freiw. ^uertoebr: 8 ilbr. bei Mitglied Drücken (Darmstädter Haus) Monatsveriammlung. — Verein Hundesport sür Gießen und Lli.igcgend: Bei Mir- alied Henkel, Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße .Die veriunlene Flotte". — Aftoria-Lichtspiele: ,Hm hohen Preis" Anfang 10 llhr. | Kaufgesuche | iiiiiiHiiiiiiiiiiiinmiiiiiiiiiii Die neuen Beyer Vobach, Lyon Favorit und Wiener MHta Sommer 11*27 sind einRCtroflen Pfeiffersche Buchhsndlg. W’alltorstraöe 21 •• A u s m ü ch f e des Rcklamewejens. On letzter Zeit find wieberholt Nachahmungen von Neicksbanknolen (fogenannte Blüten) zu Reklame- zwecken verbreitet worden. Trotz bcr oorhanbcnen Abrocitfaungcn, zeigen bieje Blüten, besonders wenn sie zusammengefallet sind, Aehnlichkeit mit den echten Noten, fo daß es in einer Reihe von Fällen Betrügern gelungen ist, sie zu Zahlungen zu Der- wenden. Es erscheint angebracht, bas Publikum, ins» befördere bie gewerblichen Steife, barauf hinzuwei- fen, daß bie Anfertigung und Verbreitung von Vergebung Im Wege des schriftlichen Angebots sollen die nachstehend ausgcsühtten Gegenstände für die Zeit vom 1. April 1927 bis 31. März 1928 vergeben werden: A. Verzehrung eg egcnstäaoe: ungefähr: 1. 1500 kg Rindslcisck, 2. 2000 Kilogramm Rindsnierensett, ausgelassen, 3. Sveck rnh und geräuchert nach Bedarf, 4. Würstchen nach Bedarf, 5. 1200 kg Schweinefleisch, 6. 2000 kg Schweineschmalz, ausgelassen, 7. 5000 Liter Vollmilch, 8. 1500 kg Quark, 9. 3000 kg weiße Bohnen, 10. 3000 kg Diktoria-Erbsen, 11. 2000 kg Linsen, 12. 3000 kg geschälte Gerste, 13. 2500 kg Burnn-Reis, 14. 3000 Kilogr. Nudeln, 15. 2000 kg Gerstengrütze, 16. 2000 kg Hafergrütze, 17. 3000 kg Kock- salz, 18. 10 -tonnen Heringe (Holländer), 19. 300 kg Bohnenkaffee, tob, 20. 700 kg Malzkasfee, 21. 30000 kg Noggcnmehl, 22. 15000 kg Weizenmehl, 23. Weizenmehl 00 nod) Bedarf, 24. 150 kg Staub- mehl, 25. 1500 kg Handkäse. Tie Pkuster find von Angeboten getrennt vorzulegen. B. Perbrauchogcgevständr. ungefähr: 1.1000 kg Kernseife,2. 1000kg Seifcnspäne, 3. 1500 kg Sckmicrseise, 4. 2000 kg Soda, 5. 1000 kg Makulatur Papier, 6. 100 kg Fenfterpapier. C. Stoffe zum verarbeiten, ungefähr: 1. 1000 m Baümwollköper 0^0 m breit, 2. 3500 m prima Halbleinen, Rasenbleiche für Hemden 0,80 m breit, 3. 500 m prima Halbleinen für Bettückcr 1.60 m breit, 4. 6uü m Tuch, grau zu Anzügen 1,40 m breit, 5. 800 kg Sohlleder m ganzen Häuten, 6. 200 kg Eroupons, 7. 100 Kilogr. Rindleder, 8. 500 kg Gips, 9. 300 Koilgr. Blei weiß in Cd, 10. 500 kg Leinöl, 11. 50 kg Eichenholzlack, 12. 50 kg Email« lack, 13. 25 kg Bernsteinlaü, 14. 700 kg Kreide, gemahlen, 15. 50 kg Ocker, hell und dunkel, 16. 50 kg Sikkativ, 17. 200 kg Ter« veittin-Ersatz. Angebote auf Stoffe sind in den angegebenen Breiten einzurcichen, mit ie höchstens 2 Mustern. ton. yefaw- S dir ergab y Ä Wunß Runter * Folge- dvvg. M- hnben t>on M ihrer 'chvMschk Euirich, 'feAöM. tob für Krüppel- W für bie | ?»adlimgSbeb. Erstll. । iwriree orteg- Gewi» flrheit. Lckt ^nfl.u. ■umwind..—. <06 an den G. An^ tors einaesehen, auch gegen Erstattung der entsprechenden Schrcibgebühr abschriftlich bezogen werden. Zm Gesuche um Abschrift ist der Lie- ferungsacaenstand näher zu bezeichnen. Tic ZuschlagSftist beträgt 14 Tage. Für die Angebote ist cm besondere« For- mular vorgc'ckriebcn. welches zum Stück« preis von 10 Pf. auf unserer Kanzlei erhältlich ist. Die Vergebung der Verzchrunasgegen« stände erfolgt für bie Zeit vom 1. April bis 30. September 1927. vuybach, bcn 2. Febr. 1927. 1223V rirektio» der Hess. Zcllcnsrrafanftalt. tzolzversteigerüng aus bcn Waldungen der Gemeinde lstupperlsbnrg. Freitag, den 11. Februar, vormittags 10 Uhr, sollen im »aale deS Gastwirts Schlörb dahier aus bcn T istrikten Hohenberg, Buchwald, Elsterberg, Herzberg und Roden versteigert werden: Stämme: Fichten 5. Klasse, 21 Stück — 2,96 fm, Kirickbaum 5. Klasse 1 Stück = 0,26 fm, Tcrbstangen Fichte: 1. Klasse 6 fm, 2. Klasse 6 fm, Reisslängen Fickte 1. Klasse 8 fm, 2. Klasse 1,78 fm (teil? Bohnenstangen): Rutzkniwpel rm: Eiche 2, Latche 5,7, Fichten 6,5; Nutzreisknüppel rm: Fichte 2. Scheiter rm Buche: 310, Eicke 15, Knüppel rm: Buche 220, Hainbuche 33, Eicke 28, Birke 3,9, Cbftbaum 1,2, Erle 1,2, Fickte 8,5, Lärckc 6,5; Knüppclrcisig: Eiche 23,3, Stammreisig: Buche 3,19, Hainbucke 195, Fickte 11, Astreisig: Bucke 362, Stöcke. Buche 46,9, Eiche 9,6. Montag, den 14. Februar, vormittags 10 Uhr, sollen im Saale des GastwittS Becker dahier aus den Tistrikten Bürgelberg, Langenderg, Borngrabcn, Hirzau, Glaus- hau und Großer Steinbügel oerfteigert werden: Tcrbstangen: Fickte 54 Sluck — 1,57 fm, Reiestangen: Fichte 203 Stück 1,01 fm, Nutzlnüpvel rm: Eiche 50,4 (2 m lang), Lärcke 3,9 (3 m lang), Scheiter rm: Buche 500, Hainbuche 1,5, Eiche 10, Birke 5, Knüppel rm: Buche 120, Hambuchc 27, Eiche 99, Birke 4, Lärche 2, Fickte 4, Knüpoelreisig rm: Eiche 21, Anreifig rm: Buche 174, Stöcke rm: Buche 184, Eicke 4,9, Lärche 1. TaSicnige Holz, welches am zweiten Tage zur Betsteigerung gelangt, ist blau unterstrichen. Ruppertsburg, den 4. Februar 1927. Bürgermeisterei Ruppertsburg. Högm 1145V Verkaufe sofort 2 tracht. Simmental, äühe 1 tracht. Simmental. Mn b Nottchcck 5 Schweine tm Gewichic 150 und 2X) Vfd 100 Rentner Ltrob 50 Ztr. Grummet Landwirt MkrmhMM Mauldach KreiS Alsfeld 1 MerrierhtinötB a. 1 Sollet nerraoe 8 $?oiien alt, febr anbänqlicb. tn nnt a lerdeste Hände ab- tttqeben. 1228D 9. Ö'küwer. ftonnen Grüntzetect Srr. 7 Heu und Grnmniet zu oerlaulen. mD Steinbach. Kitchlltake 22. Asbest- Platten. 1. 2. & 4 u mm. wieder uin Laaer 240 > CarlSchunck j Verkäufe (Stete Vbikllj- und Fahrknh Mtt '.n.utterkalb zu uttf infcn. *Jütt Itödzen« Drcieckstroße S. 0911 1212V Die trauernden Hinterbliebenen Familie Ludwig Ranft Familie Heinrich Schön Familie Wilhelm Ranft Familie Karl Ranft Familie Otto Ranft Löhnberg, Wieseck, Norrsingen, Bedesbach (Rhein pfalz), den 5. Februar 1927. Beerdigung Dienstag, den 8. Februar, mittags 2 Uhr in Löhnberg. Gießen, den 7. Februar 1927 Die Beerdigung findet am Dienstag, 8 Februar, um 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt [0907 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, sowie für die zahlreichen Blumenspenden bei dem Heimgange unserer lieben Entschlafenen sagen wir hiermit herzlichen Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Lieh. Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten zur schmerzlichen Mitteilung, daß es Gott gefallen hat, meine liebe Frau, unsre gute, treusorgende Mutter, Schwieger- mutter und Großmutter in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Ludwig Offenbacher nebst Kindern. Gießen (Bleichstr. 18), Elberfeld, Hausen, Düsseldorf, Frankfurt a- M, den 6 Februar 1927. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 9. Februar, nachmlttacs 3 Uhr. auf dem .\euen Friedhof statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Maria Kreiling geb. Keller. Wieseck, den 7. Februar 1927. 1?1d Sterbehaus, Frankfurter Straße 11 aus statt. 0913 Todes-Anzeige. Samstag vormittag 11 Uhr verschied meine herzensgute Frau und Mutter ihrer Kinder Frau Rosa Clos geb. Mer im blühenden Alter von 34 Jahren in der Frauen- Klinik zu Gießen. Sie folgte einen Tag ihrer Mutter im Tode nach. In tiefer Trauer: Karl Clos nebst Kindern. Gießen (Landgr.-Phil.-Platz 9), 7. Februar 1927. 0904| Todes-Anzeige. Gott dem Herrn hat es gefallen, unsere UebeMutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Margarete Ranft Wwe. nach langem schweren Leiden In ein besseres Jenseits abzurufen. Am 6. Februar, vorm. 6.30 Uhr, entschlief plötzlich und unerwartet unsere liebe Tante u. Schwägerin Elise Häuser Taubstumm im Alter von 70 Jahren. In tiefer Trauer: Familie Jakob Harnisch nebst Angehörigen. Klein-Linden, den 7. Februar 1927. U vV:, K <7 6^ E? W F. L W % (/' k: A. 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Diejenigen Eltern, die glauben, datz ihre Kinder schon nach 3 Jahren Grundschule in eine höhere Schule übertreten können, müssen zunächst einen entsprechenden Antrag an die Schule, die das Kind augenblicklich besucht, richten. 1222D Gießen, den 7. Februar 1927. Dr. Saur. Henk. Or. Roller. Dr. Kalbfleisch. Morgen Di 1210V hessischer hos Frankfurter Sir. 7 Frankfurter Str. 7 Dienstag, den 8. Februar Metzelsuppe Vormittags Wellfleisch mit Kraut Karl Rösinger. Cafe Astoria Mittwoch, den 9. Februar Großer Faschings-Rummel 0914 TAIN Z. Durch tSunftfetn Heiner ftlnftet betWnngen Dte(< schlaflose Nächte. Eine einzig« Waschung mu Odermeyer «« fi» be(eilt*x v^soS Mc^inal- va VClfv st, lästig« Uedtl der Weinen. 6l. M. -.65, 30*,u b*cR4m M. 1^-. Zur 91 »ch de Handlung ist 6«rba-S rem« beten*, t «mpj. Zu Haden in allen Apoih. Dtoj. «.Parfüm. Univerütäts'Avoihefe, Belikan-Aooibefe Hilfch-Avoihefe, D-ogeneOtioWinierhoff, SlreinbrO)!. 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DaS Elnlagebnch Nr. 3G73 der Bezirks fvarkaffe (dienen, lauiend auf den Namen „Landioirischasiiiche «vachschast" (fließen, ist abhanden gekommen. Der Inhaber des genannten SvarbuchS wird hiermit autgesordert. seine Ansprüche an diese binnen drei Monaten, vom Erscheinen bteier Bekannun chun i an. bei unS geltend zu machen, anüernsalis die Mroftlo-crtlärung beo Sparbuches erfolgen wird Älesten. den 4, Februar 1927 Der Borstand der Bezirkssparkaffe Giesten 121 ID ZachetS. Rut Wir haben ein gesundes Sonntagsmädel bekommen S. Bensinger und Frau Gretel geb. Mayer Gießen (Leihgesterner Weg 24), den 6. Februar 1927 8- IL Katholisches Schwesternhaus Gesellschaft für Erd-u.Völkerkunde Donnerstag, 10. Februar 1927, abends 81/« Uhr in der Neuen Aula der Universität: Lichtbildervortrag Prof. Dr. Gustav Braun, Greifswald: Wanderungen u.Studien in Lappland Eintritt: Mitglieder frei. Nichtmitglieder 1 RM. Studenten, Schüler. Militär 50 Pf. Karten-Vorverkauf bei Dr. Töpel- mann. Südanlage 4, und Abendkasse. 12:OD Eröffnung! Der werten Einwohnerschaft von Sachsenhausen zur gefl. Kenntnis, dah ich meine Filiale Krofdorfer Str. 10 am 5. d. 7eröffnet habe und empfehle meine ff. fleisch- und Wurstvaren. een Karl Born, Metzgermeifter Waagen aller Art empfiehlt u. werden eichfähig hergestellt Karl Schmidt, Neuenweg 42, Tel. 1075 0902 i Cafe Amend i Mittwoch, den 9. Februar: hHMliUtad Bajazzo-Tanz-Kapelle (5 Herren) TanzelhberraschungenfürDamen 1217c Kfchmehl, Zleischmeh! Wir suchen für den hiesigen Bezirk tüchtige, bei den Mastern und Verbrauchern gut eingesührte Vertreter gegen hohen Verdienst. Wir errichten in den Hauptverbrauchözentren eigene Läger und ermöglichen den Vertretern somit ein gutes, laufendes Geschäft. Offerten unter VV. Q. 513 an „Knnex“ Annoncen-Expedition, Hamburg 11. 1225D Lichtspielhaus Nur noch heute und morgen: Die varsunkene Flotte Eine Spitzenleistung deutscher Lichtsplelknnst. Der große deutsche Marinefilm, mit Orieinalauf- nnhmen aus der Skagerrakschlacht. In den Hauptrollen: »Gräfin Agnes Esterhazy* und ,Bernhard Götzke*. “ Dazu ein gutes Beiprogramm! ■■ iiwr *'■■■« «ii in nun i i Astoria-Lichtspiele BIr etnechließlloh Dienetag: Um hohen Preis Sensations-Schauspiel in 6 Akten. — Ferner. Anna Christie 7 Akte aus dem Leben einer Entehrten nach dem gleichnamigen Roman von ,Eu^en O’Neil“. 1216c Drucksachen aller Art liefert dir Stuhl lebt Stickerei Verschiedenes! Die Aussage gegen Alb. Peppler u Zr. Krämer in Nodbeim nehme ich als unwahr zurück. 0917 66. w. Michel Rodheini. W- und WMck« in ff. Wäschenäben il Kleidern von akademisch nebtlöctei Dame Zu ersr. ano tuDroigftr. 26 p. 1 Verichlnhd ckcl zitmAnio^ erdeckein. AgamagenS, auf der StreckeÄteben-Clin» buch-Bersrod-Win- nerod-Saaien Reis- kirchen-Gteuen verloren. Uin9lndir. ro. gebeten. Raiffeisen- lager Gieken. 1211D JaodgelegsBlteil! Umsiändehalb eine sehr fliue Vasen- u. 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Ang. unter Nr. 0830 an den Gteb- Anzeiger erbeten Stadttheater Dic«L«tag,8.Febr.. lS.Ltensllig-Ao.'vrst. oon7'/, b. nach 10 Uhr 311Ö11D Traaöüte tn 5 Auszügen <7 Bildern) vonFriedrtchHebbel »Dii 3 besten Die^ Vie^ netf; sichd. fefi v)iedcr gehört gcr, n rie^ vm o< ßint.l tänbif unfchn lappe! rette der 6 junge raten den - 6r g« hinge iveife tzretlv zu lvei ist nu( Mann Motive schaffet dann Aber IrJ pill a und m Hamp' Deihr Vardei - es vohnt Mensch finden und gc barstest mett 1 er ist c dem n Degist 11 Sorpo Zar« Ruhla hat ih lat fii vehk hältnis vemoc die ni des za und @i der Mi Eie gtl düst ein stegchri umtDOt der b« verurt verstä wird, 2bich - ab Vorzug ift. 2e Aaymc George feit lau als ein wunder Serin, h jedoch i .6i Deronb Eorda du! 3n lobt du mal Ipai der noct Ditte st 2°rsühri oilinrib fla6 es ; Dan |Ql drrtrS.i Sitzen h Die unb di« reihe D des efy ren, n ölülflich, «ilöerfo den Ro. ^erlich pmmenF Pfiflfeit °"berlich Filn Oenau fef S De! übttlegen 8s y.i , yii , 1 fji in, '((1LVer' 6dn2nin 3"kl°i u |d!" ®le mckie *n eifter H ■en) lamen ichtige, bei den Zeitreter gegen rbrauchözenleen lomit ein gute«, 3 an „Idnnex“ ' 225D den jpielknnir- iJoelaaf- ■ht ;$terhaiy* af: «eis . Ferner- tie “(yjä‘dem en: lotle Nr. 51 Zweites Blaff Gießener Anzeiger lGeneral-Anzelger für Dderheffen)Montag. 7. Februar 1927 Aus der Welt des Films. Berliner Filmpremiören. 3ebe bessere Filmgesellschaft muh »um mindesten einmal einen Zirkussilm gedreht haben. Die Nordist brachte den .Tanzenden Toren", die Marim-Filmgesellschaft bearbe.lete Karl Ros- nerS Nomon .Der Herr deS Todes", mit Harry U-iel ist was los im ZirkuS Becly und so zirkust fid) bas lustig weiter biS zum .ZirkuSteu» f e [“ der Metro-Goldwyn-Mayer. Da hatte man wieder alles beisammen, was zu einem Zirkus gehört: einen abscheulich-brutalen Löwenbändiger. der junge unschuldige Mädchen verführt, die eigentlich nicht in den ZirkuS gehören, aber um dcS bihchen täglichen Brote- tollten, usto. Eine sehr schöne, aber sehr eifersüchtige Löwenbändigersgattin. die in rasender Mut daS junge unschuldige Mädchen vom Trapez in der Zirkuskuppel abstürzen läht und eine sehr liebe und nette Garderobenfrau, die xum Schluß alS rettender Engel auftritt. GS gibt da auch noch einen jungen Monn, der auf abfällige Dahn geraten ist, dieweil er sich seinen Unterhalt auS den Taschen seiner lieben Mitmenschen stibitzt. Er gehört nur Indirekt zum ZirkuS, da er dos junge unschuldige Mädchen liebt, daS von feinem zweifelhaften Handwerk keine Ahnung hat. Um ihretwillen gelobt er fich »ein besserer Mensch" Ju werden. AlS ob das so leicht wärel Und es ft auch wirklich nicht leicht, denn der junge Mann wird rückfällig — natürlich ouS edlen Motiven, weil er sich ganz fix die Mittel beschaffen will, sein Mädchen zu heiraten, um bann relativ ein besserer Mensch zu werden. Aber eS klappt nicht. Er wird ertappt, muh InS Gefängnis. Sein Mädchen verzeiht ihm und will auf ihn Wärtern Inzwischen verunglückt sie und muh nun ihren Unterhalt durch Verkauf von Hampelmännern beftreiten. Ausgere^net am Weihnachtsabend begegnet ihr die ehemalige Garderobenfrau, nimmt sie mit in ihr Heim un7> — eS trifft sich herrlich — im selben Hause wohnt der Freund, der wirklich ein ehrlicher Mensch und Schuster geworden ist — und sie finden sich Wundervoll kitschig das alles — und gor nicht langweilig. Die beiden Hauptdarsteller Norma S h a e r e r und Charles Emmett M a ck spielen mit ruhiger Zurückhaltung. ES ist auch viel Feine- und Stilles in diesem Film, dem man trotz allem die künstlerische Hand des NegisseurS Benjamin Christensen anmerkt. Um die Stilechtheit deS Universal Pictures Corporation-FllmS »Die Tänzerin deS Zaren" beurteilen zu können, muh man in Rußland gelebt haben. Die hauptstädtische Presse hat ihn zum größten Teil verrissen. Und daran lat sie unrecht. Der Nüsse Dimitri Buchowe h k i. der die Regie führte, hat russische Verhältnisse bi- ins kleinste getreu toiederzugeben vermocht. Er Zeichnet die Welt, die vergangen ist, die nicht mehr Wiedererstehen wird, die Welt de- zaristischen Ruhland- mit all ihrem Glanz und Elend. Um dieser Illustrierung wegen ist der Film wertvoll, die Handlung taugt wenig. Sie geht über da- übliche nicht hinaus, denn dah eine schöne Tänzerin von einem Grohfürsten begehrt, von einem unangenehmen Finanzmann umworben wird, aber einen jungen Ossizier liebt, der den Drohfürsten tätlich beleidigt, zum Tode verurteilt und im letzten Moment, so selbstverständlich wie zwei und zwei vier ist, gerettet wird, da- kennt man nun schon zum Überdruß. Auch Nihilistenverschwörungen sind nichts Neues. — ober, wie gesagt, Regie und Spiel sind so vorzüglich, doh man viel zu verzeihen geneigt ist. Besonder- angenehm fiel der junge Offizier Raymond Keane- auf. Vorzüglich war auch George S l e g m a n. den man kürzlich in dem feit langem besten Film »Hotel Stadt Lemberg" olS einen der hervorragendsten Schauspieler bewundern konnte. Laura la Planta, die Tän- ferin. hatte einzelne sehr gute Momente, konnte edoch nicht ganz befriedigen. Aber nun folgt: »Eine Dubarry von heute". Regie Alexander C o r d a. Hauptdarstellerin Maria C o r d a. Lieber, guter Ufa-Palast — wie konntest du! In diesen sonst so kunstgewohnten Hallen läßt du einen Vorstadtfilm lausen, der nicht einmal spannend ist. Ich habe mich gelangweilt — wer noch? Zu Anfang ging cs noch — in der Mitte stockte eS. stockte so. doh es selbst dem DorsührungSapparat zuviel wurde. — er streikte. Filmrih — ein paar Minuten lang. Zum Schluß gab cs dann wieder etwas lebhafteres Tempo. Man sagt der Regie Cordas allerlei Lobenswerte-, und da- verdient sie auch Manche Szenen zeigen im Ausbau und in der Einstellung eigene L ......_ _______ „Die versunkene Flotte." Gießener Lichtspielhaus. Sie sechs Akte, die der Registeur Manfred Noa und die Textdearbciter Willi Rath und Marga- rcche Maria Langen nach dem bekannten Roman des ehemaligen Kapitänleutnants Helmut L o • renz geschaffen haben, stellen eine selten erreichte, glückliche Verbindung von Spielfilm und historischer Bildersolge dar. Das Werk kann selbstverständlich den Roman weder ersetzen, noch ihn aucschöpfen: innerlich nicht (mir halxn neulich in anderem Zusammenhang die Gründe für die Aussichtslosigkeit solchen Beginnens angedeutet) und auch äußerlich nicht: es ist eine Erfahrungstatsache, daß ein Film, besten Vorführung-zeit eine ziemlich fenau festzulegende Zeitdauer überschreitet, an Wir- ung verliert. An Bildkraft und sinnfälliger Ein- dringlichkeit aber ist der Kurbelstreifen dem Buch überlegen. Wesentlicher, als der Spielfilm, die gesellschaftlich-romanhafte Einkleidung des Themas bleibt die Geschichtschronik, die in diesen Bildern mit großer Treue bewahrt wird. Der Film könnte dreimal, viermal so lang sein, wie er jetzt ist, — er würde für das Publikum dadurch ungeeignet werden, er würde aber als Dokument nur an Bedeutung und Schwergewicht gewinnen. Diele Bilder einer deutsch Marinechronik aus den Jahren 1914 bis 1918 in könnte sie unter das Motto des alten War- t n Hause Seefahrt stellen: „navigare necesse - vere non est neersse" — diese Bilder gehen in Hrunde jeden Deutschen etwas an. dem das Schicksal und die Zukunft seines Volkes und Vaterlandes am Herzen liegt. Das braucht mit politischer Gesinnung nichts zu tun zu haben; der Film Auffassung und sicheren Blick für da- Wirkungsvolle. Aber man hat doch keinen zufammen- hängenden Eindruck gewinnen können. eS wurde zuviel einzelnes gezeigt. WaS man an den Toiletten Maria CordaS verschwendet hat. wurde an der Szenerie gespart. Künstliche Landschaften aufzubauen — siehe Pappselsen und Papicr- palmen am Hafen einer angeblich südlichen Stadt — daS heiht dem Publikum etwa- zuviel zumuten. Maria C o r d a hatte viel Anmut und spielte die Rolle des jungen Pariser Ladcn- mädelS. da- einen königlichen Geliebten findet und ihn nach mehreren Hindernissen, durch die der Monarch des Heinen Staates um seine Krone kommt, heiratet, sehr frisch und bezaubernd. Daß man auch Friedrich Kayhlcr wieder einmal auf der Leinwand zu sehen bekam, war eine besondere Freude. Die 2iollc d:s königlichen Freundes spielte der noch unbekannte, aber sehr sympathische Jean Bradl n. Eine Sensation unter den Berliner Film- premiören der letzten Zeit war der neue Berg- ner-Film »Cie 6c", über den wir in einem besonderen Aussatz berichten. A. Der neue Bergner-Fllm. Die Berliner Uraufführung. Es war hübsch zu sehen, wie das Berliner Publikum, schwer verliebt, feine Elisabeth Bergner feierte. Man hatte GefcllschaftS- Heibung angelegt, obwohl eine Kinopre niere ohne Paule jede Gelegenheit zur Schaustellung vcr- fagt. Man faß vis ein Uhr nachts im Capitol, um Mrs. Cheneys Ende und ihre Ankunft abzuwarten. Man überhäufte die kleine, zögernd vortretende Gestalt im Silberkleide mit Huldigungen. Alles aus dem Gefühl heraus: wir danken dir, daß du auf die Welt gekommen bist. Auf die Kinowelt sollte sie nach zwei problematischen Versuchen nun endgültig kommen. In einem neuen, von Paul (Spinner geschriebenen und inszenierten Film „Liebe". Ort: Paris, Zeit: Krinoline. Eine Geschichte nach Balzacscher Erfindung von einer kleinen koketten Herzogin. Eie sucht einen Marquis in Offiziersuniform aus, um mit seinem Herzen zu spielen, alles zu verheißen, nichts $u gewähren. Als er sie nachts fordernd überfällt, wird er schnöde abgewiesen. Aber nun, da ihr Ge'ühl erwacht, verzinst er ihr die De^ü igung grausam. Er stellt seine Besuche ein, er läßt sie von einem Balltest in sein Haus versteppen, nur, um sie fortzujagen, er beantwortet ihre Briefe nicht. Je kälter er scheint, desto mehr erhitzt sich ifjre Liebe. Sie kompromittiert fich mit Ab- slcht, sie schleicht verkleidet zu ihm, findet den Stapel ihrer uncröffneten Schreiben, stellt ihm ein Ultimatum: wenn er zu einer bestimmten Stunde nicht kommt, wird er sie nie Wiedersehen. Die Stunde naht. Drinnen im Hause dcS Marquis dreht ein Freund auS Neckerei seinen Uhrzeiger rückwärts, draußen auf der Straße wartet die Herzogin. Weil die Stunde schlägt, ohne ihn herbeizuführen, nimmt sie den Schleier. Der Marquis sucht sie jahrelang, entdeckt sie endlich im Kloster, will sie entführen und findet sie nur noch im Sarge. Ohne Beschönigung: „Liebe" ist ein mißglückter Film. So recht ein Gegenbeispiel zu den natürlichen Forderungen des Kinos. Denn der Zuschauer sieht illustrierte Romankapitel, f'.eht eine Erzählung mit abgekürztem Text, aber leinen Film. Aus dem Wort, nicht aus dem Bild hat Paul Czinner sein Buch entwickelt. Er malt aus. Das bedeutet schon im Theater (Tschechows „Drei Echweslern" haben es jüngst bewiesen) eine Gefahr, im Film den Untergang. Er malt obendrein auS, was nicht geschieht, wie der MarquieS nicht kommt, nicht schreibt. Solche Negationen sind auf der Bühne, an deren Bedingungen Czinner ängstlich ha,tet, möglich. Auf der Leinwand nicht. Hier muß Uebcrrafchung regieren, hier muß der Reichtum der Einbildungskraft das Einfache abwandeln, hier muß das Gefühl ins Sinnfällige, das Wort In6 Bild überseht werden. In diesem Sinne filmisch geformt ist nur jene Szene, da die Herzogin draußen auf der Straße steht, während drmnen im Zimmer der Marquis mit dem Uhrzeiger betrogen wird. Czinner muß dahinkommen, ein ganzes Buch und nicht bloß eine Szene auf solcye Wirkungen zu stellen. Dazu fei ihm ein einfaches Rezept verschrieben: Phantasie. Sie wird Erfindungen wie die vom Klatsch umzingelte Stadt von den Dorhat keine Tendenz, die auf solchem Felde zu suchen wäre. Es bandelt sich darum, daß es vielleicht doch heilsam und förderlich für uns wäre, wenigstens den Versuch zu einer Widerlegung jenes hoffnungslosen Erfahrungssatzes zu machen, daß wir aus der Geschichte, aus der Vergangenheit, aus der Chronik des Volkes seither nichts gelernt haben und niemals etwas lernen werden. Was einer daraus für Er- fenntniffe, Einsichten und Lehren entnimmt, muß jedem überlasten bleiben. Daß man heute überhaupt dergleichen — in objektiver Form natürlich! — an- sieht, sich mit dcm Gewesenen vorwärts- blickend beschäftigt, scheint uns not zu tun und uns wichtig zu fein. Hierin muß der Wert und die Bedeutung des neuen Werkes in erster Linie zu suchen sein. In starken, oft ans Herz greifenden Bildern baut sich ein deutsches Schicksal vor uns aus, Glück und Ende unserer Kriegsmarine, auf die wir einmal stolz gewesen sind, und um die uns eine Welt beneidet hat Noch einmal reißt uns dieser Film zurück und hinein in die vier eisernen Jahre, wo wir um eine seit Jahrhunderten ersehnte Seegeltung unseres Volkes gekämpst haben. Die Höhepunkte der sechs Akte: die gigantische Schiffsschlacht am Skagerrak und das traurige Ende 1918 — erzwungen aus Revolution, verlorenem Krieg und feindlichem Di'tat. Wir erleben die in ein paar zufammengeballten, furchtbaren Stunden entschiedene Schlacht an den Drennpunlten mit, im Geschützturm, auf der Kommandobrücke, in der Hölle des Heizraumes. Wir fchen noch einmal, ganz zuletzt, den alten guten Geist der Flotte erwachen in der U Boot-Besatzung, die in spanischen Gewässern ihr havariertes «chitf versenkt und die Waffenchre rettet. Eine Reihe namhafter Schauspieler sind am Wer' und tragen die geschickt komponierte, echt und glaubhaft gestaltete Begleithandlung, die vor dem bildern abheben, sie wird Banalitäten wie die Klosterbilder vom Kino in den Kintopp verweilen. Dor allem würde Phantasie, in einem wirklichen Filmregisseur verkörpert, endlich da-Gottesgeschenk verwerten, mit ElifabethBcrg- n e r arbeiten zu bür.en. Heber die .Nju" hinaus, mit der Paul Czinner die Künstlerin fo ungeschickt in« Zilmland einsührte, bedeutet die neue Rolle einen gewaltigen Fortschritt. Ihre Persönlichkeit ist stark genug, das Le. re zu füllen. Selbst die eintönigen Bilder deS WartcnS macht ihr Umherflattern im Salon, von Kiffen zu Kiffen, eine Weile erträglich. Aber im Kamps gegen diese Häufung des passiven, kinosrcmden Elements reibt sich selbst ihre Ra'.ur auf. Richt einmal auS der Erscheinung der Bergner weiß ihr Regisseur Gewinn zu z ehen. Sine Frisur, die ihre Stirn seltsam verlängert, macht fte fast unkenntlich. Man glaubt zuwe len, ein? verjüngte Irene Tricsch zu sehen. Auch bei ihrem Partner versagt der Blick deS Regisseurs. Gr sieht nicht, wie das Bild b.e langen Beine HanS Rehmanns, eines jungen Talents der Dolksbühne, zu Stelzen macht, wie starr die Befangenheit des Neulings seine Züge werden läßt. So bleibt von Elisabeth Bergners Leistung nur ein Bild. Freilich ein unvergeßliches: die Wartende auf der Straße. Don einem schwarzen Kapuzenmantel umhüllt, steht sie an der Mauer, den Kopf an die Steinwand gelehnt, alS wolle der Schmerz ihn abmähen. Eine Säule mehr a S ein Mensch, eine Abgeschiedene in der letzten Sehnsucht, wieder zum Leben erweckt zu werden. Auf den Uhrturm blickt die Erwartung, auf den Portier, der auS der Haustür tritt, die Enttäuschung — alles zu einer Stille, zu einer Lautlosigkeit des Wehs abgedämpft, die unendlich rührt, die keiner Steigerung fähig scheint. Aber es gibt eine Steigerung: d.e Wartende nimmt Abschied von dem Geliebten, indem sie auf die kalte Mauer feincS Hauses einen Kuß drückt, bevor sie davon geht, mit zitterndem Schritt, in der Hilflosigkeit des verirrten Kindes. Um dieses Bildes willen lohnt es sich, die unvergleichliche Kunst Elisabeth Dcrg- ners im Film zu bewundern. M. J. Die Sensation im Film. Don Dr. Ian Brinkner. Ohne Zweifel: jeder von unS ^at in einem Winkel seines HcrzenS eine gewisse Sympathie für das, was von der simplen Richtung des Selbstverständlichen und Alltäglichen abzuweichen scheint. Indessen: das Leben gebt mit solchen abenteuerlichen Dingen ein wenig sparsam um. Gewöhnlich sind gerade wir meistens nicht dabei, wenn eine Höllenmaschine explodiert, oder wenn ein guter Mensch sich vor seinen Dertelgem durch einen Sprung aus dem dritten S ockwcrk rettet. Diesem peinlichen Mangel hat der Film abgehoben, als er die Sensation schuf. Wenn zwei Lokomotiven mit rasendem Anprall inelnanoer- sahren. wenn ein führerloser Wagen wild und hemmungslos dem nächsten nicht unter zweihundert Meter tiefen Abgrund zuiagt: wir dürfen dabei fein. Wir dürfen sogar dabei sein, oh.te und in die Gefahr zu begeb n. Denn dar. ro.Jlk'-e Leben nimmt manchmal taktloserwcise nur toe. ig Rücksicht darauf, ob jemand lediglich als Zuschauer folchen Ereignissen beizutoohncn gedenkt. Jedenfalls ist das Kino ungefährlicher als das Leben. Daß abstürzcnde Flugzeuge, cinstürzende Häuser und dergleichen an sich nicht allzuviel mit der Kunst zu tun haben, dahinter sind wir unterdessen allmählich schon gekommen. Und well wir ein paar Jahre lang häufig genug mit erschreckenden Brandunsällen, UebcrfchwemmungSunglücken und zerschellten Automobilen g?füttert worden sind, sind wir nicht alQju neugierg mehr darauf, wie nun wobl andere Flugzeuge ab flut;,en. andere Feuersbrünste entstehet und andere U^berfchwcm» mungSkatastrophen eintreten. Wir find höchsten- noch darauf neugierig, wie und unter welchen Umständen solche Begebnisse stattfinden. Wenn man als sogenannte nervenspannende Einlage für unS ein paar Dampfer oder meinetwegen sogar eine ganze Stadt in die Luft sprengte, wir würden kaum mit der Wimper zucken. Denn wir haben schon zum mindesten eine Sensation gesehen, bei der cS noch weit aufrcgcnb.r und aus peitschender zuging. Wir sind verwöhnte Leute g worden, denen so leicht nicht- mehr imponieren kann. Alle Dinge dieser Art ertragen wir nur noch, wenn sie da- Schlußglieb einer Onttoid- lungskette oder die letzte Steigerung eines straft und unbeirrt dorthin geführten Geschehen- sind. Wenn die innere Bewegtheit eine# handelnden Menschen sich gctoiflcnnaßen den Dingen seiner Umgebung mitteilt und sie In den Bereich seiner Katastropyen mit e.nbezieht. Schlagende Wetter eines Bergwerks an sich sind im Film gar nichts AIS das gleichnishafte Bild eine- fce.ischen Ausbruches können sic alle- fein. Wer indessen die Entwicklung der letzten Jahre gesehen hat. bemerkt, dah die Spannungen, ohne die der F I n gewiß nicht l den kann, immer mehr auf die sogenannten Sen'a ionen verzichten. Selbst da, wo sie nicht al- bloße Reizmittel gedacht sind, sondern alS geschickt verflochtene Teile eine- GesamterlebnisfeS. da- hier feinen Gipfel und Höhepunkt finden foll Die besten und einfallsreichen Regisseure haben eine andere Form der Spannungen eit- dcckt. Sie entdeckten, daß die knappe, beherrschte Gebärde eines W?rncr Kra-aß eine viel tiefere und erregendere Spannung in sich trug. alS sie je ein Prunk- und Prachtstück der Filmtechnik au-lösen könnte. Daß ein Kopsneig'n ein Höhepunkt fein kann. Und eine Handvcwegung ein Gipfel. Aus dem Reich des Königs der Könige. Ter Abcfsinicnfiim her Cmcika. Don Dr. Wilhelm Ruland. Abessinien, das christliche afrikanische Reich zwischen item Quellengebiet dcS RilS und der Eomaliküste. ist noch heute ein wenig erforschtes Land. ES war daher zu begrüben, daß di« Münchener Lichlspielkunst-A.-G. zu Anfang vergangenen Jahres eine Zilmerpedit.on auSrüstcte, die bezweckte, von der unberührten Natur dieses Landes und der materiellen Kultur seiner Bewohner erd- und völkerkundliches AnschauungS- gut zu heben. WaS während fünf Monaten in den verschiedensten Teilen des a es,mischen Hochlandes, sowie auf der Heimreise in Aegypten öiS hinab zum Nildelta u1 ter erheblichen Schwierigkeiten gedreht wurde, liegt nunmehr in einem abendfüllenden Film vor. Der Film beginnt bei der Eingangspforte zu Abessinien, der französischen Hafenstadt Dji- butl Abessinien ist ein absolute- Kaiserreich mit mehreren Teillönigreichen und Provinzen. DaS Christentum ist seit dem 5. Jahrhundert Staatsreligion, jedoch zu leeren Formen erstarrt. Der Film zeigt den Regenten RaS Taffari in 1 einem Familienleben, den Patriarchen (Abuna d. i. „Unser Dater") bei einem kirchlichen Auszug. fern r uralte liturgische Gebräuche, u. a. Priestertänze — die daS Wesen deS abessinischen Christentums scharf beleuchten. Daneben nimmt da- Orakel eines heidnischen Dorsgottes sich recht wunderlich auS. Ebenso scharf ist der Gegensatz -wischen den jämmerlichen Straßen und Häusern der Hauptstadt und ihrer tadellosen Rennbahn, an deren Pferderennen, wie im Film zu leben, die Mitglieder der europäischen Gesandtlcha.t.ni persönlich teilnehmen, während die Tochter Meneliks goldene Pokale al- Preise auSsetzt. Don der Hauptstadt AdiS-Abeba brach di« Emelka-Efpedition mit 25 Maultieren und eingeborenen Kolonnenträgern nach dem wenig- bekannten Süden deS Landes auf. Sie folgte dem Omosluß, der bei fünf Grad nördlicher Breite in den Rudolffee mündet, und gelangte in bewohnte Derggelände von 2700 Mct.r Höhe. Wertvolle Aufnahmen für Länder- und Völkerkunde wurden insbesondere in der Provinz Kaffa gemacht. Diele Siedelungen auf den rauhen Hochebenen hatten früher durch Hungersnöte zu leiden. Heute gewinnen die Eingeborenen andern Mark einer einheimischen Palmenart ein Pflanzenbrot. Gin Stamm am T elekisce. die WoatoS. verlegt sich daneben auf die Nilpferdjagd. obgleich ihm der Genuß deS Nilpferd- fleisches die Dcrachtung der anderen Stämme einträgt. Die Hauptstadt Kaffas, Dcherada, hat sich zu einem Handelszentrum des Landes auS- gebilttet. Auf Den dortigen Wochenmärlten finden sich bis 20 000 Eingeborene zum Handel großen, geschichtlichen Hintergründe packende Einzel- schickjale entwickelt. Eine Reihe scharf umrissener L>f fiziersgestaltcn: Goetzke, Stuart, A st her, Pit tschau und Mierendorff: ein Terzett schöner Frauen: Agnes E st e r h a z y, Dary Holm, Käte Haack. Die große, blutvolle Kunst Heinrich Georges (Obermaat Röwer) schafft tiefe Ein- drücke: Hans Albers führt temperamentvoll das Gegenspiel als revolutionärer Oberheizer Tim Kreuger. 9m ganzen: ein starker und wertvoller Film, der mehr als Tagesinteresse beanspruchen darf, den man gesehen haben sollte. —r— Musikalisches aus „Metropolis". In letzter Zeit bürgert es sich immer mehr ein. dem Grohfilm eine besondere musikalische Untermalung zu geben an Stelle deS aneinander- gereihten Nv'.konzerts von öden Schlagern. So ist eng verknüpft mit dem Film „Metropolis" die von Got.fried Huppertz komponierte Begleitmusik, denn dieses großangelegte technische Märchen unserer Zeit bedarf unbedingt einer melodischen Ergänzung, soll eS unter Auge nicht ermüden. Sehr geschickt hat d r Komponist, der als ehemaliger Kammerünger seine Melodien stets .sanglich" empfindet, den Mangel an lyrisch n Stimmungen im Fil'-bilde durch reiche melodische Lyrik ausgeglichen. Selbst das Anfangemotiv der Stadt Mct.opoli- strömt mit feinen wuchtigen acht Acht.In trotz des unverkennbar n Arbeitsrhythmus eine QTtoif e Lebensfreude aus. Geradezu b.törnd fuße W i'ei findet der Komponist bei der Schilderung der .Ewig-n Gär.en", dem Eden der reichen Söhne von Metropalis. Hier nimmt uns besonders ein wiegendes, lockendes Walzermotiv von feiner harmonischer Prägung gefangen, welches daS zärtliche Sirren der Frauen fast plastisch untermalt. Don faszinierender Schlichtheit klingt das Motiv der Maria, daS in ferner ruhigen Steigerung von strahlender Zuversicht und fast sieghaftem Jubel beseelt ist. Ganz ähnliche da« LiebeSmo.io Freder-Maria. w IcheS Sefahlsiiefe und hingebende Sehnsucht auf hing en laßt. 3m bewußten, aber keineswegs unmelodischen Gegensatz zu diesen rein menschlichen Melodien läßt Huppertz die stampfenden und hämmernden Rhythmen der Aiesenmaichinen und der monoton trottenden Arbe ter m.t markiger Wucht erdröhnen. Auch das Motiv deS Herren von Me ropoiiS atmet einen nervösen, fast maschinellen Arbeitsrhythmus, der bei dem Motiv dcS bösen Erfinders Rotwang nur in den Düften dröhnt, toäbrenb daS Thema auS lauernden Akkorden gebildet wird. Don schauerlich-unheimlicher Wirkung ist das Flötenlied des Sensenmannes, dessen knöcherner TotenrhythmuS durch daS kalte Piccicato der Pikloloslöten charakteristisch getroffen wird. Auch die Melodien deS .Künstlichen Men- fchen" fallen durch eine gewisse seelenlose, hohle Rhythmik ins Ohr. welche vollkommen den Eindruck eines Automaten geben. Don hinreißendem Schwung ist aber noch der Fortrott, der die Szene illustriert, in der die befrackten Herren den Maschinenmenschen in Gestalt der schönen Maria im Freudentaumel durch die S.adt tr g n. Mit einem Motiv deS .Maschinenm nschen" beginnt übrigens auch der grandiose Revolutionsmarsch, der eine kurze disharmonische Abwandlung aufblitzen läßt. Mit zwingender Wucht peitscht er förmlich die empörten Arbeiter vor sich her. W. L. Und das führt irrig Noch einen Schlitt weiter. Irdutmann rödr* Univesitäts- Musikdirs'töl. Im geistigen Leben unserer Stobt hat Vie Unioef- ptät die Führung. Daß sie e» auch im musikalischen hat, entspricht nicht nur alter Ueborlieferung, sondern ist in 8er Sachs begründet. Es kann nur (SinftihTntlgfeif darüber herrschen, daß es fd blei- den mutz. Auch im wohlverstandenen Interesse der Universität. AVer immerhin, sie hm in erster Linie die Wissenschaft zu Pflegen, und so kann sie sich der Tatsache nicht verschließen, daß nun schon leit geraumer Zeit Vie M u s i k w i s s e n s ch a f t an ihre Tore pocht und Einlaß begehrt, um ihren Platz ebenbürtig neben den älteren Schwestern einzu- nehmen. Trauttnonn hatte seit über -wanzia Jahren einen Lehrauftrag für Musikgeschichte. Aber er übte ihn nur in 8er Form aus. daß er auch für Laien zugängliche, durch Beispiele am Klavier unterstützte Dorträge hielt. Diese Borträge syste- malisch zu unterbauen und zu vertiefen, auch sich selbst in eigener gelehrter Arbeit am Fortschritt der Wissenschaft zu beteiligen, dazu war er weder vorbereitet, noch hätte ihm die Ueberfulle amtlicher Aufgaben dazu die Zeit gelosten. Bei seinem Nach- folger werden Vie Dinge kaum anders liegen. Der Kreis der omtlichen AukaaSen eines akademischen Musikdirektors ist ja mif dem, was oben verzeichnet wurde, nicht erschöpft, vielmehr erst umschrieben mit öem Hinweis auf die Pflege der Musiktheorie und die Pflicht, den Sfublerenbert die Wege auch Zur praktischen Ausübung der Kunst, zu zeigen. So häufen sich Sie Zchwiericfleitcn. Wie sie zu beseitigen sind, wie da« Dilemma Universität-: musik- bireitör und Musikwlssenschaiter zu lösen, das gehört nicht hierher, unterliegt zudem gerade jetzt der Erwägung durch Vie maßgebenden Steden. Soviel aber ist sicher, daß das Gießener Musikleben unter diesem Dilemma nicht leiben darf. So ist auch Vie Stadt, und gerade sie. an der Gewinnung eines hervorragenden Musikers für die Stelle des UnioersitätAmusikdirektors auf das höchste mter« ejfiert, und wir begrüßen es als eine erfreuliche Wendung, daß unsere S'-obtvöker durch kräftige Unterstützung unserer Bestrebungen diese Einsicht in Vie Tat umlegen wollen. Dur so ist es möglich. Saß unser Musikleben von der Höhe, die es vor dem Kriege erreicht hatte, und auf der es sich trotz der Nöte der Kriegs- und Nachkriegszeit mtö dadurch unvermeidlich aewordener Schwankungen pi halten vermochte nicht herabsinkt, sond-rn im Sinne besten, Bef es z" jener Höhe führte, weiter . Rückblick nnb AuHtzlick. Von Professor v. vr. Gustav Krüger, Geh. Kirchenrat. Die jüngst« Aufführung des deutschen Requiems, die der Konzertoekein und der Äkademijch« Gesangverein zum Gedächtnis Gustav Otto Trautmanns veranstaltet hotten, ruft uns jene Aufführung vom Mai 1897 in bie Erinnerung, in der ber ausgezeichnete Musiker zum ersten Male in Gießen bei einem größeren Chorwerk den Taktstock führte. Was die drei Jahrzehnte feiner Wirksamkeit für Gießen be= beuteten, bas Hot in knappen Warten unser Oberbürgermeister xum Ausdruck gebracht, als tr ber Witwe schrieb: „Es war bas Verdienst der Heimgegangenen, bah bas Musikleben unserer Stabt sich zu besvnberer Höhe erheben durfte und in ber deutschen Musikwelt einen Rang einnehmen konnte, um den — wie ich weiß — selbst Großstädte bie Stabt Gießen beneideten." Wer, wie ich, dies« breißig Jahre mit voller Anteilnahme an leitender Stelle bat erleben dürfen, ber bars sagen, baß in diesem Satze kein Wort zuviel gesagt, kein Ton zu hoch gegriffen ist. Ihn naher au erläutern, möchten diese Zeilen einen Beitrag nefem. Ich greife die Jghre 1900—1913 heraus weil nur diese Zeit bei normalen Verhältnissen einen vollwertigen Maßstab für bie kritische Betrachtung zu geben vermag, unb stelle zunächst einfach Daten zusammen Wahrenb dieses Zeitraums wurden unter Trautmanns Leitung bie folgenben Chor, unb Orchester werke größeren Hüls — Komponisten in alphabetischer Reihenfolge —. zu Gehör gebracht: Bach, Matthäus-Passion (1904, 1907, 1914), Hohe Meße 1908), Weihnacht- oraiariuni (1900. Kantaten,. Beethoven, sämtliche Sinfonien mit Ausnahme der fünften (erft 1923), barunter die neunte wiederholt (1903. 1910. 1905 bei ber Schiller-Jubelfeier nur der Schlußsatz), M:ssa solernms (1901, 1909, 1913, auch 1924), Chorfantasie (1909), Messe in C (1913). bie zweite Leonoren-Ouvertüre (1904), bie Ouvertüre zu Corlolan (1905), bie Ouvertüre op. 124 (1906) unb di- (kqmontmusit (1909); Berlioz, vfequiem (1913); Brahms, Triumphlieb (1907), Schicksalslieb, Gesang ber Parken Nanie (1906). DruckNer, aroße Messe in ?-MoU (1924) unb Te Deum (1925). Sinfonien in D (Nr. 2, 1010) smb F (fJlr. 3,1900); Delius, Im Meerestreiben (1910); Händel, Messias (1900, auch 1920), Judas Makkabmw (1911), Jephta (1914); Haydn, Sinfonie mit dem Pau.enfchlag (1901), MilitärünföNi« (1936)» Oxfordfinfonie (1907), 12. Sinfonie (19 0); Herzoge n b e r g, Die Geburt Christi (1915); Joachim, Ouvertüre (1907), Liszt. Dis heilige Elisabeth (1905). Der 13. Psalm (1911). Die Glocken Öes Straßburger Münsters (1911), Lamento 6 Trionfo (1900), Les Pr^ludes (1901, 1906L Tasia (1908). Faustsinfonie (1911), Menbelssoyn, Walpurgisnacht (1903), Elias (1917); Mozart, Requiem unb Maurerifche Trauermustk (1905). Sinfonie in Es (1904, 1907), Ouvertüren zur Zauberflöte (1901, 1905, 1912) unb zu Don Juan (1910); Reger, Ein- siebter und drei Choralmelobien (1917); Schubert, Sinfonie« in tl Moll (1906 1907) urtb C (1910); Schumann, Faust szöncn (1901), Manfred (1906), Sinfonie in B (1902); Strauß, Tob unb Verklärung (1005) Don Juan (1906); Tschaikowsky, Sinfonie oälhätique (1901); Verbi, Requiem (1000): Wagner, Chvrszenen aus Parsifal (1912), Vorspiel nnb Schluß bes dritten Auszugs aus Parsifal (1906, 1907), Vorspiel und Liebestod aus Tristan und Isolde H907), Siegfried Idyll (1907), Vorspiel, zu den Meistersingern (1906). Ouvertüren zu Tannhäuser (1901). Rule Britrtmfa kl908), Christoph Columbus (1908), Faust (1912); Wolf-Ferrari, La Vita Nudva (1910); Wolfrum, Weihnachtsmysterium (Urausführung mit szenischen Bildern, 1901). Wie diese Aufzählung zeigt, ist neben den StanbroerTen unserer Klafsikcr auch bie moberne Musik ergiebig zu Worts gekommen. Es fehlt nur ber Name Reger. Daß wir mit ihm bekannt wurden, dafür sorgte der Meister selbst, der uns bei Gastspielen seiner Meininger seine Lustspiel- duöertüre (1912), die Hiller-Variativnen (1912), die Nonnen (1913), die romantische Suite (1913) und die Tondichtungen nach Bicklin (1914) vorführte. Auch bie erste Bekanntschaft mif Bruckner (3. Sinfonie, 1913) unb 8er öSDldlLSinfonie von ?r a h m s lNr. 1, 1914) verbankt Gießen Negers aktsiock. Die Aufführung aber bes Regerschen 10 0. Psalms (1925) sollte bl« letzte Tot Trautmanns bebeuten. Will man bei trockenen Daten Leben einhauchen so muß man sich vor allem der gewaltigen Arbelwleistuna eines einzelnen erinnern, bie hinter ihnen steht. Trautmann hatte ja nirfjr, wie feine großstädtischen Kollegen, ein für größere Aufgaben geschultes Ord*«ffcr zur Verfügung, bas er nur mit leinen 'Absichten vertraut zu machen brauchte, und auch im Chor war es boch immer nur eine Minderheit, auf Sie er sich oon Anbeginn verfessen konnte. In müyfamcr Kleinarbeit hatte er zäh von unten auszubauen. Da mär’« mit wenigen Proben, auch beim Orchester, nicht getan. Und wenn endlich bie technischen Schwierigkeiten gemeistert waren, wenn alles „geschliffen" war und „W. bann fehlte, ach so off, das (Selb, um noch ein, zwei Proben zuzu- ieljen, in benen ber Dirigent feine Scharen zu einer oergeistigtcN Auffassung hatte reif machen, sie „freilchwebend" Ztt ben Höhen hätte führen können. Ost genug war es Glücksache, db bie Aussührung gelingen oder ein« tückische Hemmung sich dem Cr- solge'in Öen Weg stellen würde. Mochte so Nicht selten bas Setzte fehlen, so steht doch fest, rwß olle biese Aufführungen, aufs sorgfältigste vorbereitet, getragen waren von echtem Musikergelst und sich, auf bas Ganze g'esthen, vor großstöbtischen Der- aiistaltungen nicht Zu verstecken brauchten. Wie ost haben uns Sänger urtb Sängerinnen von erstem Rang ihr freudiges Erstaunen zum Ausdruck ge- brachl Über bie tadellose Sauberkeit des Chor- gesangs und die unfehlbare Sicherheit des Dirigenten, dessen ßeltuno zu folgen Ihnen Genuß war, nicht selten auch Bereicherung ihres eigenen Könnens brachte. Wie oft haben uns andererseits die Mitglieder der Frankfurter, Homburger, Nauheimer Orchester. Vie wir zur Ergänzung der Kräfte unserer NegiM^Ntskavelle — auch ihres Leiters, des trefflichen Kakl Krauße, fei in Viesern Zusammenhang dankbar gedacht — heranziehen mußten, wie oft haben sie uns versichert. Satz unter Traiitmcmns Stab zu spielen ihnen ein« Ehr« und ein Vergnügen bedeutete. Der Mann ober, dem Hießen das olles zu der# Santen hatte, war Sie Bescheidenheit selbst. Nie und niraenvs schob er seine Person in den Vordergrund. Äuch seine Kollegen am Orte, so deutlich sie seine Ueberfegenfteit empfanden, fühlten sich nicht durch ihn gedruckt. Sie sa,hen. wie wir alle, Saß es Trctutmanft nur um die Sach« zu fun war, und daß diese Sache für unsere Stadt ein Großes bedeutete. Niemand darf und wird verkennen, daß bie zahlreichen Vereinigungen, bie sich in Gießen der Pslege der Musik widmen. ]«be in ihrer Weise und an ihrem Platz kulturförbernd wirken. Aber ihre Aufgaben sind ber Natur der Sache nach und nicht ,t durch bas ifmen innewohnende gesellige Moment beorenzr. Aufgaben, wie die dbert skiZZier- ten, zu erfüllen, sind allein der Konzerwerein und der Atademisa^e Gefangvereirt in der Lage, aber u«ch deren Tätigkeit ist zur Mttielmäßigkcit der- dämmt, wenn nicht eine überragende Perlönttchl'eii sich ihrer dnrihnmt. Atsch« ftana Miltc W (12). 5-6. 2WM( An M Mz» Kikhes Irntr Pcn» ®cnt Hot' Offei L.D ■Sie fliinfl de- $ Demckke st- 5^-1 stellen'« gen öe» g(jn^ lährlE Spick 0 Spiel 3-6- Karl Lntsc Spot r.f. 1:0. Im i M der drrstM i krausc 9,15 ilbi Halberflc eine gidt Dom tungsg eine Besc wals in meistsrs llebsrschkc Dachmeis des Steinl MM«lu in.etWti flänge ba schied, da ner vorschi öer A 60 nörflei -Mnf brachen. „ nahe, beso aus einer ^che schie, möglichen! An ganze raur ®ert, der o ..Am, d iert Ju b N Alte -"omitiei mein Shreni 8«i »erschiK ». W Be ?le hinütz Attt 1 ein oölliq ut yiöngnii c «'‘’Tuftuna $re'|e. itiif wurde, auf wußte gei ßefoTgt unt ».dehn $ Tur und fr 2ie ch« morert g-M , Der ”‘r ®^riif '"bett Hanl II Lch we J^itonbe n fcanime $je 2 ®ä«'e un ihm^v Sänfte ei k".Men< ».hinli £Neif. (i Sonstige verbanbsfplele: <5.(5-. Fürth A S V. Qlürnbtta 3:3. Alemania 'IDor.n» Goar 05 Saarbrücken 3: 2. 3m Ausscheidungsspiel um die Meisterschaft deck Bezirks Hessen-Hannover fd>[ufftn- öle Kur h es s en len E V. Staffel mit 2:1. Gesellschaftsspiele: Eintracht Fron^urt vteu 3.ar Olymptque Parier 5:3 (2:0). Germania Frankfurt—Wormstla Worms 4:2. Not-Weih Frankfurt G. E. Freiburg 5:1. Ofsenbacher Kicker-— F. E. Pirmasens 1:0. G. V. Wiesbaden—G. V. Darmstadt 6:3. Sonstige Fußballspiele. Kanada schlügt Vcrt»n 7:3 <5;0) Mittclschlelien g:gen Oberlaufiy 7:3 (4:2). Rorddeutfchland gegen Westdeutschland 4:3 (12). Flugzeuglandung auf dem Brocken. Am Sonntag landete ein Fokker-Wuls-Flug- zeug der Luftfahrtgesellschaft ©. m. b. H Halberstadt unter Führung des Thespiloten Stein- kraus aus dein Brocken. DaS Flugzeug startete 9,13 Llhr vormittags mit einem Passagier in Halberstadt und konnte bereits um 9.35 Uhr eine glatte Landung vornehmen. den Süddeutschen Weister München 1880 überlegen mit 6:1. Fürth errang damit die süddeutsche Weillerschaft. Die Futzballergebnisse vom Sonntag. Die Süddeutsche Meisterschaft begann mit den Spielen vom 6. Februar. Keines der Spiele brachte ein überrafchendes Ergebnis Bemerkenswert jü die haushohe Niederlage. Me sich der FuhdaltsporlVerein Frankfurt a. 2t in Furch holte Sie ist aber zu crNÜren, da der FSV. für die beiden Verteidiger Erlay einstellen muhte, und durch die glanzenden Leistungen der Fürther. 1. F. E. Nürnberg bewies leine glänzende Form durch einen glatten 3:0-Gieq in Stuttgart. Auch Aeaarou könnt: trog des gefährlichen Platzes m Mainz einen Sieg mit nach Hauke bringen. 3n der Runde der Zweiten gewann der Karlsruher Fustbollvereln das erste Spiet gegen Saarbrücken glatt mit 3:1 Kunde der Ersten: D. f. B. Stuttgart — 1. F. S Nürnberg 0: 3. Spiel-Bga. Fürth — Ä. S. 2. Zranlsurt 7: 0. F. S. 2. 06 Mainz - 2 f. 2. Neckarau 2 3. Kunde der Zweiten: Karlsruher F. 2. — j. 2. Saarbrücken 3:1. Entscheidungsspiele am den zweiten Platz: Sportverein it.60 — 2-aoer Munch.n i; 0. 2. f. R. Mannheim — Phönir Ludwigshafen 1:0. Dom Derwaltungsgerichlshof. • Darmstadt, 6. Febr. Der Berwal- tungsaerichtshos verhandelte gestern über «ine Beschwerde des Sieinbruchbeltyers Gdtk- Wals in Ulfa gegen den Gendarmrriewachr- meisters Lkyius ist Eichelsdars wegen Ueberschreiluna seiner Dienstbesugnisse. Der Wach:meister fort mehrfach unbefugt die Wiesen dcS Steinbruchüesihers überschritten haben. Das Ministerium hatte um einen Vorbescheid in dieser Angelegenheit ersucht. Der 2crtft*fer de» Gtdckts- ineressc» machte geltend, daß es sich um Dienst- oänge handelte. Der VerwaltungSgorichtShos entschied. daß sich der Gendormeri.Wachtmeister keiner Ueberschreitung seiner Dienstvorschriften schuldig gemacht habe. Oberhessen. taxMrcie Wtcftcn 00 1t l e i n • 8iii b e n , 5 Febr. 3n der iung. ften @emelnberafifieunfl wurde aus Anregung des hessischen Ministeriums über die für unsere Gemeinde geplanten Steüerfdae beraten Aus 100 Mark 5teueru>erl sollen an «ander- aeböudesteuer 58,7 Pfennig erhoben werden. Di« früher festgesetzten träge für «rund st euer werden erhöht, und zwar für 100 Mark Lleuerwen der Gebäude und Bauplätze von 25 auf 30 Pfennig. Dagegen werden die -äste für land wirtschaftlichen Grundbesitz für je 100 Mark ötcueraiert von 62 auf 54 Pfennig erniedrigt. Sie übrigen Steilcrausschlagsststs, über Die schon in irtiherer Sitzung beraten mürbe, »erben beibe» halten Der Anichasiung eines Beroielfälti- au ngsapparates für Vas Bursmi der Bürger- meisteret wurde zugestimmt. -Klein-Linden. 6. Febr. Kestern abend bot der hiesige Kriegerverein feinen Mitgliedern einen schon verlaufenen Familien- aben d. Oberleumant a. 'S), von Hagen hielt dabei einen Lichtbildervortrag über „Ti? Abwehrschlacht am Narvtschkee". Einige Thsaterausfüh- rungen und musikalische Darbietungen bercicherken den Abend X Wiefeck. 5. Febr. 3n unserer Kirche zeigte nachmittags für die Schuljugend und abends für die Erwachsenen Missionar Keller von der Basier Mission Lichtbilder über Kamerun. Ferner fand ein Mütterabenb mit Lichtbildern in der Kirche statt. Was bei ihm die hessische Wanderlchrerin für Nüchternheit»- unterricht. Frl. Lehne-Darmstadt über „Zwei Feinde eurer Kinder" < Alkohol und Nikotin) sprach, verdiente 2c6?rxigung auch von den anwesenden jungen Menschen. In einem Ächlust- wort danste Pfarrer Sattler auch für Viesen Misitonsvortvag. T Allendorf a. d. Lahn, 5. Febr Dieser Tage sand unter großer Beteiligung hiesiger und auS benachbarten (Gemeinten flanme iber Einwohner die erste Versteigerung von rund 30 Morgen aus der Fcldber inigung gewonnenen Massegcländes statt. Die Preise waren sehr hoch: sis liegen weit über den Preisen, die bei sonstigen, in unserer Gemeinde vorgenommenen Versteigerungen von Qlcfct- unö W e eNland er« zielk worden sind. Mit zu den hohen Prüfen maa Der Amstand beigetragen haben, dnh die Zahlungen in sechs jährlichen Naten. beginnend im November 1st27, geleist t werden können. Der verbleibende Ast ist mit 8 Prozent zu verzinsen. Der Gesamkerlös Der Versteigerung beträgt für die rund 30 Morgen Land etwa 50 00) Marl. Für einzelne Stücke wurdn für Den Quadratmeter mehr dl» eine Mark angelegt. Die Stet» getcr war:n nur in wenig n gäHe-.i Landwirte V Londorf. 5. Febr. D?i 6er gestrigen V 0 rstand »Wahl der israelitischen Asli gionsgemeinde Londorf und Filialen wurde an Gtesie des verstorbenen Vorstandsmit- aliede» Vlarkus Rotfchlkd Kaufmann 5 u f i u » Jonas gewählt. f. Linden st ruth, 5. Febr. Der neue 51 u 6 f a u f der Wiefeck ist jetzt zwischen Reiskirchen und Andenstruth soweit hergestellt. Nunmehr haben noch die VerböschungSarbeiten und die Verlchleifuna der Erde, die zum Teil ins alle Fluhbett überführt wird, zu erfolgen. Ausserdem müssen die Seitsngräben hergestesik werden, die baS 'Hoffet dem Hauptgraben zuführen. 3m F^ühjnhr wird die Verrnesiung und Bereinigung des Wief.ngrunb es vorg?nomrnen werden. Dicke Arbeiten w.rbsn noch den ganzen Sommer in Anspruch nehmen. t Drünberg, 5. Febt. Bei Ser staatlichen Nutz- und Bvennholzverfteigerung war starker Zuspruch Der Bieler zu verzeichnen. Das Nutzholz kostete im Durchschnitt: Kiefern- stamtnholz 2. RL 50 21t. 3 KI 37 10 Mk.. 4. RL 30 Mk. und 5 Kl. 23.70 Mk je Fstm. Fichten- stommholz So-Kl 30.40 Mk. 5b-RL 20 2« je Fstm. Kiefemnuyknüppel 10 Alk je Raummeter Für Brennholz wurde im Durchschnitt bezahlt Kielernscheiter 7.70 Mk. Buchenknüppel 1130 Wk.. Kicsernknüpvel 6.30 Mt. K'es-ern- knüppelreisig 1 JO Mk Buchen reisig 16) Mk.. Buchenstdcke 7.50 TRI Kiefemstöcke 3 40 Mk je Raummeter. b». Hungen. 5. Febr Die im Vorjahre. fo fand auch Heuer wieder D?r oberh essifche Schäsert a g hier statt. Neben über hundert Schäkern auÜ Oberheiken und Den angrenzenden Gebieten beteiligten sich auch eine grobe Zahl Schafbe itzer aus der Umgegend daran Den Will- kommensgrutz Der Stadt entbot Bürgermeister Fendt. Vorn LandwirtlchaftSkammer-Ausschuß für Oberhefen nahm Oekonomierat Dr. D a g n S r teil. Der vorgesehene Lichtbildervvrtrag über die Leberegelkrantheit und ihr«' Bekämpfung muhte wegen Erkrankung des Referenten auafallen. 3m Anfchlust an die Derfammlung fand ein Schüfe r- welllauf stakt, du» Dem — wie im Vorjahr — Schäfer Karl Raab au» Ober-Rosbach und Die SmäferStachter Grnilie Pfannkoch von Nidda al» Sieger hervorgingen und je ein Schaf erhielten. Nach einem originellen Festzug durch Die StaDt befchlokfen Musikvortrüge unb Danz, sowie Verlosung im „Darmstädter Hol" Die anregend verlaufene Feier. tirei» ^rievbcrg am. Staden, 5. Febr Hier war für den 13. Februar Bürgermeisterwahl angesetzt. Da jedoch nur ein Wahlvorschlag, der des seitherigen Bürgermeisters Christian Dauch. eingereicht wurde, fo findet lein Wahlgang statt. Älrcie Büdingen. * !• Echzell. 6. Febr. Am 7. Februar feiern Dauinspektor Bücher und Frau das Fest der goldenen Hochzeit. Eine Tochter d eS Paares ist zu diesem Ehrentage der Eltern au» Amerika gekommen. Mrcid Alsfeld. M Alsseld. 5. Febr. Aus Veranlassung des Zweigvereins Alsfeld des GaangeUschen Bundes sand am Frei.ag in der Turnhalle ein evangelischer Gemelndeabend statt, bei dem Qnivorsitätsprofcssor L). Dr. F r i ck- Glehen einen Vortrag hielt über das Thema „Di e Kirche und das öffentliche Leben in A m e r i k a". Der Vortragende verstand es auf Grund seiner eigenen Erlebnisse anlählich einer S udienreise nach Amerika ein überaus fesselndes Bild über die Eigenart der dortigen Kirche und des kirchlichen L?bens zu geben, das für unsere Anschauung völlig ander« ist. 3nter- essant waren insbesondere feine Ausführungen über das Aerhäl nis zwischen Kirche und Staat, wo trotz Trennung der beiden der Staat In engem Einvernehmen mit dieser steht. Die Zuhörer lauschten mit großem Interesse den Ausführungen. Der Vortrag wurde umrahmt von mehreren L.ed rn des Kirchenae angverrinS. Namens der Verfammlung sprach D-tan Dr. Unverzagt dem Vortragenden den Dani au» für seinen geistvollen Vortrag, der lebhaften Beifall fand. - er. Homberg a. d. Ohm. 5. Febr Der Verschönerung^- und Touri st enver- e i n hielt jetzt feine diesjährige Hauptversammlung ab. Die Rechnungsablage ergab einen Kasfondestand von 65,61 Mk. Bei der Dor- stam rwahl tour iw der seitherige Vorstand wieder- gewählt. Von dem Vertreter der Htadf wurde dem Verein die erfreuliche M.:t, lung gemacht, daß ihm awS einem der Stadt zugesallenen Vermächtnis von 5000 Mk. Dte Zcnfcn zu V-rfchönerungszWecken lnnerlmw he» Weichbildes der Stadt zustehen. Der DorstanD soll sich imt dem Stadtvorstand wegen der geplanten Herstellung eines Kreisfilms ins Benehmen fetzen. Die Anschaffung von noch fehlenden Versinsabzeichen und Lieder- büchern wurde allgemein empfohlen. — Die Stadl Homberg beadfichttgl am 3. Psingstfcier- t a g c einen Prämienmarkt gröberen Stil» abzuhalten und hat bereits mit den sehr umfangreichen Vorarbeiten begonnen. L Ober-Ohmen. 5. Febr Die Arbeitslosigkeit in unserer Gemeinde ist vorläufig behoben. Einige Arbeitslose haben in den Buderusschen Eisenwerken in Wetzlar 'Arbeit gefunden, andere in den beiden hefigen Steinbrüchen Der Rest ist beim Hofmachen im Gemeindewald beschäftigt 3n den beiden hiesigen Steinbrüchen herrscht augenblicklich Hochbetrieb. ck. Wett la äsen. 5. Febr Dieser Tage sand auf der hiesigen Bürgermeisterei eine Besprechung des Gemeinderates mit dem Leiter des Kutturbauamte» Gießen. Baurat Steinbach, über die Frage einer Wasserleitung für unteren Oct statt. Nach eingehender Prüfung aller Möglichkeiten und Projekte wurde eine Brunnenbohrung Innerhalb unterer Gemarkung als bas Empfehlenswerteste angesehen. ES besteht Aussicht, daß die erforderttchen Wasiermengen hierdurch beschasft werden. ES soll evtl, ein Hochdruck- behälter errichtet werden, in den das Blasser mittels elektrischer Kraft zu pumpen wäre. Die Kosten dieser Anlage dürsten insgesamt 29 000 Mark auSmachcn. Heber dieses Projekt wird demnächst Beschluß zu fassen fein. — Der von unserer Gemeinde gewünschte Anschluß an die Postautolinie Ulrich st ein — Mücke dergestalt, daß die PostautoS zwischen Qllüde und Ruppertenrod über unfern Ort geleitet würde:,, wird leider keine Verwirklichung finden. Die Postbehörde machte für die Herstellung des Anschlusses die Vefeiligung der steilen und scharfen Kurve der DurchgongS- straße in am, er em Orte zur Bedingung. Hierdurch wäre. Da man Gebäude hätte abreißen müssen, eine so hohe Ausgabe entstanden, daß unsere Gemeinde sie nicht hatte tragen können. An diesem Umstand ist nunmehr da» Projekt gescheitert. Starkenburg. WEN. Darmstadt. 5. Febr. Wie die ,Hesi. Landeszeitung" erfährt, hat ein Angestellter der Hessischen Eisenbahn A.-G. iHcag) h^er UnterschldgungeN in beträchtlicher Höhe verübt. Rheinhessen. WSN. Mainz. 6. Fe^r. Dein ..Mainzer Anzeiger" zufolge wurden einem Wiesbadener Kaufmann in dem von Köln nach Wiesbaden fahrenden PersEnzug vor einigen Tagen ein schwarzlederner M u st e r k o s f e r. welcher für einen Betrag von etwa 1 8 000 M k. Herren- und Damen-Armband - und Taschenuhren aus Gold und Silber in verschiedenartigen AuSsührungen, ferner goldene Phantasie^ und Siegelringe enthielt, gestohlen. Preutzen. Miete Wetzlar. WSN. Wetzlar, 5. Febr. Reichspräsident von Hindenburg hat dem Elektriker 3 a k o b B e ck e r aus Niedergirmes, der über 5 0 3 ahre im Dienst« der Karolinenhütte steht und heute 67 3ahre alt ist. ein persönliches Oer Frosch mit derMaske Roman von Edgar W d 11 d c e. 60 Fortietzunz, (achörud verboten „Kannst du mir vergeben, frdg« et ge- brochcn. ,Lch mutzte es tun. Ich verhungerte bei» nahe, bevor ich mich Vaiu yergab. Ich mar gerade aus Siner medizinischen schule geforttmen, und die Lache schien mir nicht fd schrecklich. Ich versuchte all« möglichen Berufe, um Geld zu verdienen unb lebte mein ganzes Leben in Angst, datz jemand mit dem Finge rauf mich zeigen und sagen würde: „Da' gehk Ben, der Scharfrichter'" „Ben, der Lcharsrichter?'' fragte Ra st verwundert. „Du bist Ben?^ Der Alte nickte. „Kommen Sie heraus. Beu. Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, datz ich die Hinrichtung auf morgen verschieben merbe. Ihr rörtrtt nicht hier Weibert!'* John Bennett fah auf dos abgefd)r.itterte Seil. Dis Hinrichtung konnte Nicht ausgeführt werben, bertn eine Gepflogenheit des Todes verlangke, daß ein völlig ungebrauchtes Seil vom Polizeibirektions> gefängni« aucgefolgt werben mutzte. Die gesamte Ausrüstung der rzinrichtuna bis auf bas Stück Kreide, mit bem das T auf die Klappe gezeichnet wurde, ailf bas der Mann feive Füße stellen sollte, mußte gei aueslens aus bem .siauvtqefängnis aus gefolgt unb ebenso genau zurückgestellt werben. John Bennett zog den Riegel zurück, öffnete Die Tür unb .trat hinaus. Sie Gesichter bet Leufe in Der OefatiyenenzeUe waren geisterbleich. Der Gefängnisarzt schien zusammengeschrumpft, Der Sheriif sah auf bem Bett und hatte bas Gesicht in ben .ßänben verborgen. „Ich werbe nach Lonbon kelearaphieren unb die Um stände miitcifen'*, sagte ber Direkisr. „Ich ver dämme Sie Ihrer Hanblungsweise wegen nicht. Ben, es rod re ungeheuerlich, zu erwarten. Satz Sie bas vermocht hätten!" Ein Wärter kam ben Gang herabgerannt. Hinter ihm hinkte ein borhnupter, staubbedeckter Mann, mit zerkratztem Gesichk, übet das vertrocknete Blühst rifen hinliefen, die Augen rot geschwollen, vor Müdigkeit. Eine Minute lang erkannte ihn John Bennett nicht. „Aufschub odn des Königs eigener Hand" stammelte Dick Gorbon schwankenb unb überveicyke bad blutbefleckte Kuvert Dem Direktor. XXXIX. DasErmachen. Während Des ganzen Tages lag Ella Bennett halb wacheitb, halb im Schlaf. Sie erinnerte sich später, baß ber Arzt gekommen war unb sie auf Elks flehentliche Bitte bag zubereitete Getränk zu sich genommen hotte. Unö Obgleich sie vermutete, was es war urtb sich Saaegetl Seh.tc, bdrt milchweißen Trank einzuschtürien, hatte sie schliMIch nachgegeben. Sie mar durch ben innerlichen Kamps, ben sie geführt hakte, um ihren gdunbert Berstand ju bewahren, völlig erschöpft. Als ihr Bewutzkseirt zurückzukehren begann, fühlte sie, bah sie in einem Bette lag unb bah je- manb ihr Sie Schuhe ausgewogen unb ihr Haar ge- löst hatte. Es kostete sie entsetzliche Anstrengung, die Augen zu öffnen, urtb sie sah, datz eine jrou am Fenster faß und las. Das Zimmer roa.r sictzllich das eines Manäes untf röch schwach nach Rauctz. „Dicks Bett!" murmelte sie. Die Frau legte ihr Buch hin unb stand auf. Ella sah sie verwunbert an. Warum trug sie nur Öle meitze Haube urtl ihr Haar unb die blaue Jacke mit Den weihen Manschetten? Ach, natürlich, sie war eine Pflegerin. Zuirieben, bieses Problem gelöst zu haben, schloh Ella b!e Autzett unb verlor sich wieder flt Scks Sand ber Träume. Sie erwachte nochmals. Die Frau war noch Da, aber biesmal war Ellas Geist völlig klar. „Die spät ist es?" fragte sie. Die Pflegerin kam mit einem Glas Doffer zu ihr, bas Ella gierig trank. „Es ist sieben Uhr", sagte sie. „Sieben?" Ella schauberte und versuchte mit einem Aufschrei aufzustehen. „Es ist Abend!" stammelte sie. „Was ist geschehen?" „.Ihr Herr Baler ist unten, Fräulein," sagte Die Pflegerin, „ich werbe ihn rufert/ „Detter ist hier?" Sie runzelte Die Brauen. .Herr Gorbon ist auch unten unb Herr Johnson. ' Dis Frau führte getreulich Die Instruktionen, bie man ihr gegeben hotte, aus. ^Sdnft nierfiemD?" fragte Ella flüsternd. „Nein. Fräulein, ber andere Herr kommt erst morgen ober übermorgen." Mit einem Schluchzen vergrub Sos Mäbchen das Gesicht in bie Kiffen. „Sie sagen mir nicht bie Wahrheit!" „O -Höch!" sagte bic Frau unb etwas in ihrem Lachen lieh Ella ausblicken. Die Pflegerin ging aus bem Zimmer unb noch einer Weile öffnete sich bie Tür unb John Bennett kam herein. Do lagjie auch schon irt seinen Armen unb schluchzte vor jreube. ,Lst es wahr? Ist cs wirklich wahr, Papa?" „Io, mein Herz, es ist wahr!" sagte Bennett. „Ratz wirb morgen hier fein. Es sind noch einige Formalitäten zu erledigen. Sie können feine Pe freiung nicht sofort erwirken, wie man das irt Romanen liest. Wir sprechen gerade über feine Zukunft. Ach, mein Mädel, mein armes Mädel!" „Wann haft du es erfahren, Baler?" .Heute morgen", sagte er ruhig. „Hat es dich nicht entsetzlich geschmerzt?" fragte Ella. Er nickte. „Johnson möchte Roy die Führtmg Der Bereinigten Maitlands übergeben", sagte er. „Dos wäre etwas Herrliches für Ray. Ella, unter Junge hot sich sehr verändert." „Hast Du ihn gesehen?" fragte sie überrascht. „3a, heute morgen." Es kam Elio ganz natürlich vor, baß ber Baler ihn gesehen habe, unb sie bochte auch gor Vicht heran, wie e9 ihm,wohl gelungen sei, hinter bie elfcrlüa,« behüteten Gefängnismauern zu gelangen. „Ich glaube aber nicht, Öatz Ray Iohnsorts Anerbieten annehmen wirb", sagte ber Vater. „Wenrt ich ihn recht verstehe, so wirb er es gewiß nicht tun. Er roirb jetzt keine ihm fertig artgebdtenc Stellung cülnehmen wollen, sonbern sich lieber selbe? empor arbeiten. Ella, er kommt wieder zu uns." „Popo, wenn Ray rofeber zurückkkomMI,' sagte sie nach einem langen Schweigen, „würde es dir dann möglich sein, deine Beschäftigung, hie du hoch so hastest, aufzugeben?" ,3ch habe sie schon aufgegeben, Sieblirtg/' wiherie er ruhig. „Nie wieder! Niemofs wieder! Gott fei gebankt!" Sie sah fein Gesicht Nicht, ober sie fühlte ben schauer, ber hurch hes Vaters Gestatt rarin. Das Arbeitszimmer lag voller Rauchwolken. Dick Gorbon, besten Stopf ganz banbogiert unb besten Hübsches Gesicht ein wenig durch brei Querkratzer verunziert war, fatz in feinem Schlafrock unb Pantoffeln, eine SHalpfeife zwischen den Zähnen, wie ein Bild ber etwas mitgenommenen Zufrieden- heit ha. „Sehr nett von Ihnen, Johnson", sagte er. „Ob Roy wohl Ihr Anerbieten onuehmen wirb? Glauben Sie es ehrlich, baß er befähigt ist, als Direktor eines so ungeheuren Unternehmens zu füngieren?" Johnson sah zweifelnb brein. „Bei Maitlcmb war er bloß Angestellter, aber man hat vielleicht keine Ahtiung von feinen abmlniftrahpen Qualitäten." „Sind Sie nicht fast ein bißchen zu großmütig gegen ihn?" „Dos weiß ich nicht. Vielleicht", sagte Johnson. „IM möchte ihm natürlich gern helfen. Es find ja auch noch andere, weniger wichtige Stellungen da unb vielleicht würbe Ray, wie Sie jagen, nicht einmal einen so verantwortlichen Platz einnehmen wollen." „Sicherlich nicht", sagte Dick entschieden. „Mir scheint," sagte Elk, „das schwierigste ist, haß wir ben Jungen ganz aus ben Klauen ber Frösche befreien. Einmal ein Frosch, allezeit ein Frosch! Urtb bieser alte Herr Nr. 1 ist nicht ber- jenige, ber mit bert Hänben im Schoße basitzt unb feine Niebettage wie ein kleiner (Ebelmann auf« nimmt. Heule früh batten wir einen Beweis baoon. Johnson wurde in Ihrer Straße angeschossen." Dick nahm hie Pfeife aus bem Munb unb sandle eine Wolke blauen Rauches in ben Nebel, ber über bem Raume log. „Der Frosch hat austzespielt", fdgle er. „Die einzige Frage ist rtur bie, was ber beste unb wirksamste Weg fei, ein Ende mit ihm zu m-chen? Bal- her ist gefangen, Haan im Kerker Lew Braby, eiltet her hilfreichsten Agenten ist tot, nur Lola —" ,Loio ist fort'" sagte Elk. ,Heule morgen hot sie sich noch ben Bereinigten Staaten eingeschifft unb Joshua Broad war es, her ihr hie Ueberfahrt er- m'öglichke. Es bleibt also nur noch ber Frosch selbst übrig und bie Organisation, die er leitet. Fängt man ihn, so ist es mit ber ganzen Bande zu Ende." (Fortsetzung folgt.) und dann - nicht vergessen Suppen, Soßen. Salate. Gemüse werden beim Anrechten tm Geschmack gekräftigt und verfeinert durch Zusatz einiger Trapfen MAGGI5 Würze.. Schreiben übersandt, in dem er dem Veteranen der Arbeit seine Anerkennung für Vie treuen Dienste ausspricht und ihn herzlich beglückwünscht. — Der seit dem 26. Dezember vorigen wahres vermißte 59 Jahre alte Arbeiter Ludwig Luh von hier wurde am Donnerstag in der Nähe von Kirschhofen (Ober- lahnkreis) tot aus der Lahn gelandet. DaS Hochwasser der letzten Zeit muh den Körper diese weite Strecke abgetrieben haben. • Krofdorf, 5. Febr. Durch den unglücklichen Ausgang des Krieges und die Inflation sind die Schulsparkassen überall gezwungen gewesen, ihren Betrieb einzustellen. Das war auch in den Gemeinden der Bürgermeisterei A h b a ch und Launsbach der Fall. Nachdem die Währung nun stabilisiert ist, erscheint es an der Zeit, den Sparsinn der Äugend durch entsprechende Einrichtungen wieder neu zu erwecken und zu fördern. Zu diesem Zwecke haben einige Gemeinden der Bürgermeisterei Atzbach und Launsbach neuerdings die Einrichtung getroffen, allen zur S ch u l a u f n a h m e gelangenden Kindern ein auf ihren Namen lautendes Sparbuch mit einer Einlage von 1 Mark auf Kosten der Gemeinden zu überweisen. Die Sparbücher sind erstmalig für die Ostern 1926 schulpflichtig gewordenen Kinder ausgestellt worden und gelangen in diesen Tagen an die Kinder zur Aushändigung. Die Schule ist an der neuen Einrichtung nur indirekt beteiligt, insofern, als sie den Sparsinn der Kinder zu fördern sich bemüht, während die Einzahlung der Sparbeträge lediglich in den Händen der Kinder und deren Eltern liegt. Die Sparbücher tragen einen Sperrvermerk. Zum Teil dürfen die Beträge erst bei der S ch u len t l a s s u n g, zum Teil erst bei der Verheiratung, spätestens ober mit dem 2 1. L e b e n s- j a h r der Kinder abgehoben werden, je nachdem dies die einzelnen Gemeinderäte bestimmt haben. Möge die neue Einrichtung allen Beteiligten zum Segen gereichen. O Niederkleen, 5. Febr. Bei der ersten Brennholzversteigerung im hiesigen Gemeindewald wurden folgende Durchschnittspreise erzielt: Kiefernknüppel 7 bis 8 Mk., Kiefernwellen 8 Mk. je 103 Stück, Eichendurchforstungswellen 25 bis 28 Mk. je 100 Wellen, Fichtenstangen 3. Kl. 8 Mk.. 4. Kl. 3 bis 4 Mk., 5. und 6. Kl. 2 Mk. je 10 Stück, Bohnenstangen (7. Kl.) 3 bis 4 Mk. je 50 Stück. Buchenscheitholz 18 bis 20 Mk., Eichenknüppel 13 bis 14 Mk. je Naummeter und Buchenreiscr 30 Mk. je hundert Wellen. — Wegen der starken Verbreitung der Mumps und der Grippe in der hiesigen Gemeinde ist die Schule, die zuletzt nur noch von 16 Kindern besucht wurde, von heute ab vorläufig bis zum 12. Februar geschlossen worden. Kreis Limburg. WSN. Limburg, 6. Febr. In der Nacht zum Samstag brach in Niederhadamar ein gewaltiges Schadenfeuer aus, durch das die Schermen der Landwirte Schott und Kaiser völlig eingeäschert wurden. Das Heber» greifen des Feuers auf die Nachbargebäude konnte von der Feuerwehr nodj verhindert werden. Außer großen Heu-, Stroh- und sonstigen Vorräten sind auch viele landwirtschaftliche Maschinen und Geräte ein Raub der Flammen geworden. Die Hrsache des Feuers ist nod) unbekannt. Kreis Westerburg. WSN. Westerbura, 5. Febr. Gestern abend gegen 9 Hhr wurde an einem Wegübergang der Eisenbahnstrecke Westerburg— Altenkirchen in der Nähe der Station Hattert ein Arbeiter aus Oberingelbach von einem Pers onenzug angefahren 'und getötet. Der Verunglückte wollte auf seinem Fahrrad noch vor dem heranbrausenden Personenzug den Wegübergang überqueren. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 5. Febr. Die Grippe hat hier ihren Höhepunkt überwunden. 3n der letzten Zeit ist keine Steigerung der Zahl der Erkrankungsfälle zu verzeichnen, cs macht sich im Gegenteil ein deutlicher Ansatz zum Rückgang bemerkbar, so daß die vorgesehenen Vorsorgemaßnahmen nicht in Kraft zu treten brauchen. — Auf der stark abschüssigen Hausertorstrahe über fuhr ein Radfahrer die Frau eines hiesigen Arztes und deren Kind. Die Frau wurde bewußtlos vom Platze getragen. Das Kind erlitt schwere Kopfverletzungen. Der Radler konnte unerkannt entkommen. Wirtschaft. Süddeutscher Produktenmarkt. Die Tendenz der internationalen Gelreide- märkte war in der vorigen Woche stetig, wobei die Preise teilweise gegen die Vorwoche etwas erhöht waren. 3m ganzen jedoch scheint das Geschäft etwas kleiner geworden zu fein. An den süddeutschen Märkten blieb die Tendenz gut behauptet, die Hmsahtätigkeit war jedoch nicht sehr groß. 3n 3nlandweizen und 3nlandroggen macht sich immer noch Mangel an Angebot bemerkbar. 3n Roggen greift man immer mehr auf Auslandware zurück, der Absatz der Mühlen in Weizenmehl ist weiterhin zufriedenstellend. Roggenmehl liegt im Preise unverändert, die Nachfrage hierin läßt jedoch nach. 3n Anbetracht des Mißverhältnisses im Preise zwischen Weizenbrotmehl und Roggenmehl hat sich für ersteres lebhafte Nach- frage eingestellt, nachdem es wochenlang vernachlässigt war. Weizen, ausländ. 31,75 bis 32,50, Weizen, inländ. 29,75 bis 33.25, Roggen, ausländ. 27,50 bis 28. inländ. 26.75 bis 27,25, Weizenmehl, Februar/Mai 40,25 bis 40, Weizenbrotmehl 30 bis 30,25. Roggenmehl 37 bis 39. Plata- Weizen, März/Mai-Lieferung 29,75 bis 30. Gerste ist preislich gegen die Vorwoche unverändert, bei ruhigem Geschäft. Gute Futtergerste lebhafter gefragt, Braugerste, nordbadische 25,50 bis 26,50, fränkische 26 bis 28, pfälzische 29 bis 31, je nach Qualität, Futtergerste 22 bis 23. Hafer weiterhin sehr fest bei unveränderten Preisen, 3nlandhafer südd. Provenienz je nach Qualität 21 bis 21,50, Plata-Hafer spätere Lieferung 21,75 bis 22,25, Mais stetig, wurde in disponibler Ware bis 19 Mk.. gehandelt. Virginia-Mais zu Saatzwecken 32,75 bis 33. 3n Futtermitteln hat die Nachfrage in prompten Mühlennachprodukten noch nicht nachgelassen. Hauptsächlich Kleie ist in sofortiger und prompter Lieferung sehr gesucht, in Anbetracht der guten Preise rentiert elsässische Kleie nach hier, und wurde einiges bei sofortiger Verladung ab Kehl zu 13,25 umgeseht Oelkuchen, Biertreber, Malzkeime und Trockenschnitzel finden regen Absatz, Weizenkleie, fein 13,53. grob 14 bis 14,25. Weizen-Futtermehl 15,25 bis 12, Weiten- nachmehl 22,50, Roggenkleie und Rogg;nfut er- mehl nicht angeboten. Crdnußkuchen 21 bis 21,25, Rapskuchen 17 bis 17 25. Malzkeime 16,53 bis 17, Biertreber 16,75 bis 17,25. ♦ • Die amtliche Grotzhandelsinde?- z iss er. Die auf den Stichtag des 2. Februar berechnete Großhandelsindexziffer des Statistischen Reichsamtes beträgt 135.4 und ist gegenüber der Vorwoche um 0.4 v. H. gesunken. Die Indexziffer der Agrarstoffe ist um 0.8 auf 138.8 zurückgegangen. Die Indexziffer der industriellen Rohstoffe und Halbwaren hat leicht auf 129 nachgegeben, während die Preise der industriellen Fertigwaren eine leichte Erhöhung auf 141.6 verzeichnen. 3m Monatsdurchschnitt 3anuar ist die Gesamtindexziffer gegenüber dem Vormonat um 0.9 v. H. auf 135.9 zurückgegangen. Einem durch das Nachgeben der Preise für Vieh und Vieh- erzeugnisse saisonmäßig bedingten Rückgang der Agrarstoffe um 2.4 v. H. auf 140.3 steht eine Steigerung der Indexziffer für industrielle Rohstoffe und Halbwaren um 0.3 v. H. auf 128.8 gegenüber. Gleichzeitig ist die Indexziffer der industriellen Fertigwaren um 0.5 v. H. auf 141.6 im Durchschnitt 3anuar zuvückgegangen. Berliner Börse. J Berlin, 7. Febr. Die rückläufige Tendenz der letzten Geschäftsstunden der Samstagsbörse übertrug sich auch auf den heutigen Börsenverkehr. Ein Teil der Dörsenspeku- lation und die Mitläuferschaft der Provinz nahmen Gewinnsicherungen vor, von denen hauptsächlich die in der letzten Zeit scharf gesteigerten Märkte in Mitleidenschaft gezogen wurden. Braunkohlenwerte und einige Montanwerke setzten 10, 3lse sogar 25 Prozent niedriger ein. Von Kaliaktien gingen Westeregeln 6 Proz. zurück. Vereinigte Glanzftoff verloren 15, Bemberg 12 Proz. Die flaue Haltung der Favoriten drückte naturgemäß auf die Gesamtstim- mung, die Aktienmärkte schwächten sich daher zunächst überwiegend ab. Nach Festsetzung der ersten Kurse lenkte die Kulisse ihr Augenmerk auf Bankaktien und Elektrowerte. sowie auf verschiedene Nebenwerte wie Schult- heiß-Ostwerke, Gummiwerte und Textilaktien, so daß die Abwärtsbewegung zum Stillstand kam und stellenweise aus R ü d t ä u f e wieder Kursbefestigungen einsetzten. 3nfolgedessen erholte sich die Grundstimmung allgemein etwas, zumal später berichtet wurde, daß die auf die Reichsanleihe gezeichneten Beträge dem offenen Geldmarkt vorläufig nicht entzogen werden sollen. Tagesgeld stellte sich mit 5 bis 6l Proz. etwas leichter. Monatsgeld 51/. bis 6'/, Proz. Am Devisenmarkt lag Mailand gegen Con- Don mit 113,65 etwas schwächer. Die sonstigen Hauptvaluten waren nicht wesentlich verändert. Toden tiirie. 'ranffnrt a.M. Berlin 5<ülu # fins flute Schluß.'Anfang flut« I «tir-. Datum: 5. L 7 L 5.2. 1 7. 2. 6»/e ücnHdw ReichSanleihe . 4°/0 Deutsche Reichsanleihe . 3'/,% Deutsch: Reichsanleihe 3Vn Deutsche Reichsmleihe . Deutsche Svarpranncnanleih« 4% Preu gisch« «onsotS . . . 4“ o Helsen........... 3'/s% Hessen 3°/» He neu........... Deutsche ä?crtb. Tollar-Snl. dio. Toll.^Schatz-Lmreisng. . 4e/0 Hollhirfen......... y/e Goldmerikaner...... Berliner Handelsgesellschaft. Commerz, und Privat-Bank. Tarmst- und Raiionaldank . Tcuuche Bank TiSkonlo Commandtt . . . . DrcLdner Bank Metallbau! Mitteldeutsche Kreditbank. . Oesrerrcichische CredilanstaU. Rcichsbank.......... Bochumer Guß ...... BuderuS............ Coro Deutsch Luxemburg ..... Gelsenkirchener tiergtiferfe . . Harpencr Bergbau . .v . . • Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln..... Laurahültc • • • Mannesman» ...... ................... * • Oberbedarf • • Phönir Bergbau Rl)cinische Braunkohl« . . . Rhein stahl......... . Riebe« Montan........ TelluS Bergbau...... . Bereinigte Stahlwerke.... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llovd .... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg .. . Philipp Holzmann ..... Anglo Cont Guano..... Chemische Mayer Map in. . . Goldschmidt.......... Holzverkohlung......... § G Garden Industrie. . . RütgerSwerkc......... Cchcideanstalt......... Alla- Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Elektr. Lieferungen Licht und Kraft Mainkrastwerke ....... Schultert Siemens L Halske ..... Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ..... Heyltgenstaedt ........ Mcguin........... t Mannheimer Motoren .... Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . Metallgescll'chaft Frankfurt. Pct. Union A--G Schnd'adrik Herz . Sichel Zellstoff Aschaffenburg.... Zellstoff Waldhof....... Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . 1.8862 0,886 0 88 25 9.8825 — 0.89 1.88'3 __ — 0 875 । 0.88 0.8*6 —» 0>9 0,9 0,552.5 f — O 58 । — O.b9 — 0 875 0.8^ 0 84 — 0,63 — —— 0.87 — — — 100 — —. 17 17 — — 44.9 48 | — 295.5 292 | 299 222 222 220.25 । 223 5 SUI 30-' :u0 302.5 207 5 207 25 208 207 9 196 i«:,5 197 190.75 19, 5 191,5 192.75 193.5 18 i 179 MI.75 181 196.5 — 196 5 197.75 10.5 10,10 10.1 IU 05 193 — 191.75 194.9 — — SOI 194 135,5 135 137 136 19S1 197 201.75 196 2U3 198 2tM 198 235.75 230 232.75 '29.75 217.5 214 216 219 5 217 25 214 221 5 213 5 116 241.25 106,5 107.25 108 238,5 242 239 9 165 162.25 164.9 162,12 136 25 — 137.5 138,25 143 143.75 143.9 141.75 324,9 318-5 322 315 234.5 232,25 232 25 232 190 25 —• 190 — 124 — —• 157.5 157,25 159 158 173 174 173 174.5 160 162.75 160 160,25 150 —- 182 177 — — 196,25 197,5 198 196,75 170 165,25 167.25 163,25 95 92 327.25 331.25 327, ft 332 160 117.5 148,25 144,5 265 261,25 — 179 179.5 177,5 178,75 196.5 193 194.25 197,62 187.5 192.5 ISO 194,75 2CO.5 200.4 198.5 197.25 139 140 * 186 189 186 184.4 228 228 75 226 62 228.75 1’6 134,5 134 133 107 108,5 105,5 107,75 39.9 ■ E 74 74.25 — «■» 41 «M» 25 - — • — 77 215 *■ 137.5 139 79,5 80 2.8 6 192,75 191,25 197.5 105 284 383,5 — 284,75 130 131 136 — 163,5 163 160 - Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht deS „Gießener Anzeigers"^ Frankfurt a.M., 7. Febr. Tendenz: Un- sicher, überwiegend abgeschwächt. — Zum Wvchen- anfang trat insofern ein Umschwung ein, als die Börse für die letzthin favorisierten Werte sehr unsicher wurde und zahlreiche Abgaben vornahm. Eine Ausnahme machten nur die bisher vernachlässigten Schiffahr 1 s - attien und Elektrowerte, die weiter an- zogen, bei letzteren regte die bevorstehende Abschluß-Veröffentlichung der AEG. und die bekannten Kombinationen über den internationalem Elektrotrust an. Siemens & Halske und Lahmeyer je plus 1,5 Prozent. Am Chemie markt setzten 3, G. Farben amtlich mit 331,25 Prozent plus 1,25 gegenüber der Samstagnotierung ein. 3n Verbindung damit waren Rheinftahl ebenfalls befestigt, im Verlaufe aber schwächer. Arn Montanmarkt lagen die Werte der Rhein-Elbe-Gruppe stark gedrückt, besonders Gelsenkirchen, bei denen trotz des Der- waltungs - Dementis ein dividendenloser Abschluß erwartet wird. mtnu8 5 Prozent. Die reinen Kohlenwerte unterlagen gleichfalls starkem Druck. 3lse verloren 23, Rhein. Braunkohlen 7 Proz. Auch Mannesmann stärker angeboten und minus 2,75 Proz. Dankak t i e n gaben bis zu 0.5 Proz. nach, nur Darmstadter plus 1,5 Proz. Die Werte der Metallbankgruppe lagen schwächer. Metallgesellschaft minus 4, Metallbau! minus 1, Scheideanstalt minus 4 Proz. Am Dan- markte war die Haltung weiter freundlich, besonders für Dyckerhofs sowie Wayh & Freytag je plus 2,5 Proz. Petroleumaktien dagegen 2,5Piwz. schwächer. Von Zellstoffaktien büßten Waldhol 0.5. Aschaffenburg 2,75 Proz. ein. Karlsruher Maschinen minus 3 Proz. Der heimische Anleihemarkt zeigte schwächere Haltung. Kriegsanleihe 0,S82l/2. Am Geldmark t ist die Lage unverändert. Lagesgeld 4, Monatsgeld 4.75 bis 6 Proz. 3m Devifenverkehr lag Madrid fest. Paris gegen London notierte 123/0. London-Kabel 4,8595. Die Reichsmark stellte fick gegen Kabel auf 4,2190. Der weitere Börsen- verlauf blieb durchaus ruhig und sehr unsicher Montan-, Bank- und Farbenaltien weiter gc« drückt. Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M. Telegro vhische dudAabluna. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) 5. Febr. - 7. Febr. Amtliche Ron rung 21mtliche •. Geld iottennia Briet iS’eft* Briet Ämst - Ran 168,54 168,96 168.47 168. Bucn. Aires 1.748 1,752 1,748 1.752 Brss-Anttv 58.61 68.75 58.61 58 75 Cdristlania. 108.51 108.79 108.71 108.99 Kopenbag-'n 112,34 112,62 112.30 112.58 Stockbolm . 112,48 112.76 112.43 112.71 Helssngsors. 10.602 10.042 10,597 10.637 Italien. . . 18.04 18 08 17,955 17.995 London. . . 20.4 3 20,4*7 40,435 20.487 Wem)ort . . 4.2145 4.2245 4,2145 4.2245 Paris.... 16.57 16.61 I6,.i6d I6,hl5 Schweiz . . 81,045 81.245 51,035 61,235 Svant-n. 70.62 7u.8U 70.88 71.06 Japan . . . Rio de Jan 2,056 2,01.0 2.055 2,0-59 r.494 0.496 0.497 U. 499 Wien inD. Ceft. abgesi 59.39 59,53 69,37 59.51 Prag .... 12.576 12.616 12.475 12.5,5 Belirad . . 7.407 7.427 7.416 7.426 Budapest - 73.66 73.84 73.67 73.85 Bulaarieu 3,045 3.055 3.043 3,048 Lissabon - . 21,6.0 31,585 21,535 21.585 Danzig. . . 81,29 81,53 51.30 öl.40 Konst.mtin 2,17 2,18 2,143 2,1.2 Alben. . . 5,54 8,51 5.54 5 56 Lanada . . 4.21 4.22 4.207 4.217 llrn uah - ■ 4.225 4.245 4.225 4.135 Tatro . - - •40.975 21.016 20.974 .uns Frankfurt er Getreidebörse. Frankfurt a. M., 7. Febr. Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 29,50, inL Roggen 27 bis 27,25, Sommergerste für Brauzwecke 26 bis 27,50, inl. Hafer 21,25 bis 22,25, Mais, gelb 18,50 bis 19, inl. Weizenmehl, Spezial 0 40,25 bis 40,75, Roggenmehl 38,25 bis 38,75, Weizen- und Roggenkleie 13,50, Erbsen 35 bis 60, Linsen 55 bis 90, Heu, süddeutsches, gut, trocken 10,25, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreht 4,25 bis 5, gebündelt 3,75 bis 4, Treber, getrocknet 17 bis 17,50 Mk. Tendenz: stetig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a.M., 7. Febr. Auftrieb: 1199 Rinder: darunter 326 Ochsen, 48 Bullen, 55t- Kühe, 244 Färsen, 2 Fresser. 467 Kälber. 118 Schafe. 3716 Schweine. Es notierten: Rinder Ochsen: vollfleifch., auSgernästete, höchsten Sch ch • Werts: 1. jüngere 58 bis 61 Mk.. 2. älter: 5! bis 57; sonstige vollfleischige: 1. jüngere 4°. 52, 2. ältere 44 bis 47. Dullen: jüngere, voll fähige, höchsten Schlachtwerts 53 bis 56. ft??, vollfleischige oder auSgemäftete 48 bis 52. *'/; jüngere, vollsleifchige, höchsten Schlachtvieh bis 53, sonstige vollfleischige oder auägcnt-n 38 bis 46, fleischige 31 bis 37, gering genä /• ; 25 bis 30. Färsen (Kalbinnen, 3ungrinbcr): v I fleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwer:^ ' bis 64, vollfleischige 51 bis 57, fleischige bis 50. Kälber: beste Mast- und Saugläl? 73 bis 77, mittlere Mast- und Saugkälber bis 70, geringe Kälber 56 bis 63. Schafe: Mo' lämmer und jüngere Masthämmel (Weidemcst 50 bis 53, mittlere Mastlämmer, ältere Mol hämmel und gut genährte Schafe 40 bis Schweine: Fettschweine über 300 Pfund bendgewicht und vollfleischige Schweine von zir! 240 bis 300 Pfund, und 203 bis 240 Pfund um von 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 71 bis 73 fleischige Schweine von zirka 120 bis 160 Pf um' Lebendgewicht 69 bis 72, Sauen 65 bis 68 Mk Marktverkauf: Lebhafter Handel in allen Vieh- gattungen und ausverkauft. WWDV II Willi [WOHLFAHRTS-LOTtERI E | KRÜPPELHEIMS MmilWI||lß!miiinwwiMmMni™mi”^ FÜR EINE MARK I DIESEM HB^ILLA Was man van flieset Wohllohrlslollerie wissen iniifl! In unserem Hessenlande werden von dem Hessischen Fürsorgeverein für Krüppel, dem erste Kapazitäten der Medizin und Verwaltung als Vorstandsmitglieder angehören, jährlich ca. 400 Heilbehandlungsfälle von verkrüppelten Kindern mit erheblichen Kosten durchgeführt In allen Landesteilen hatdieser Krüppelverein öffentliche Fach- und Beratungsstellen, in denen unentgeltlich und ohne Unterschied von Partei und Bekenntnis Auskünfte. Rat und Hilfe in Krüppelfällen erteilt wird. Hauptsächlich giltes.ausden Erfahrungen der Heil- und Beratungsstellen festgestellt, die ungeheuerlichen und fast unglaublichen Schäden, die die spinale Kinderlähmung verursucht, zu heilen und bei dieser Gelegenheit eine restlose Bekämpfung dieses furchtbaren Bazillus zu finden. Zu diesem Zwecke wird ein Krüppelheim zur Aufnahme der Verkrüppelten dringend benötigt Der Krüppelverein, dessen Sitz in Darmstadt ist, beabsichtigt dieses Krüppel- heim nach dem Wunsche der Landes-Universität dieser in Gießen anzugliedern und zu gleicher Zeit ein Forschungsinstitut mit Klinik zu errichten, damit auch für einen gut ausgebildeten Ärztenachwuchs gesorgt ist Denn die rechtzeitige Erkenntnis der Krüppelschäden ist halbe Heilbehandlung. Da die hessische Staatsregierung leider die Mittel zum Bau eines solchen Krüppelheims und zur Erweiterung der Landes-Universität um das erwähnte Forschungsinstitut mit Klinik nicht zur Verfügung hat, hat der Herr Hessische Minister des Innern dem hessischen Fürsorge-Verein für Krüppel die Genehmigung zu einer Waren -Wohlfahrtslotterie erteilt damit sich dieser Verein an die gesamte hessische Bevölkerung zwecks Förderung dieses sozialen Vorhabens wenden kann. Unter den Gewinnen ist als Hauptgewinn ein Haus vorgesehen, dann werden ganze Wohnungs- Einrichtungen, Klavier, Nähmaschinen, Räder und sehr vieles andere für jeden Brauchbare ausgelost Die Lose kosten — wie es die bekannten Plakate besagen — nur 1.— Mark, sodaß jeder sein Scherflein für die der hessischen Allgemeinheit zugute kommenden Sache beitragen kann und dabei noch die begründete Aussicht hat, für diese billige soziale Pflichterfüllung auch noch ein eicenes Haus oder sonst was Schönes zu gewinnen. Deshalb darf kein Hessischer Bürger ohne Los sein. Der Losvertrieb geschieht ehrenamtlich, die Losverkaufsstellen sind durch Plakate kenntlich gemacht Wo keine öffentlichen Verkaufsstellen sind, wende man sich bitte an die Herren Schulleiteroder direkt an dieBeamten- bank Darmstadt e. G. m. b. H., Rheinstraße, Lotterieabteilung, die dann entweder gegen Nachnahme oder bei Voreinsendung des Betrages franko die gewünschten Lose zustellt (202 ÄlsoWtelsclii! Bürger muß Lose haben I