Rr. 208 Erstes Blaff \XT. Jahrgang Dienstag, 6. September <927 Erscheint täglich,anher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. Monatr'vezvgrpreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger» lohn, auch bei Richter- scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehe«. Postscheckkonto: Zranftart am Main 11688. Bietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck Md Verlag: vriihl'sche U«iverfttffen des getöteten Knaben, zu ermitteln. Dieser gab an, dah er die seinem Zim- mergenoffen gehörende Pistole im Scherz auf diesen angelegt habe, ohne zu' wissen, daß die Waffe geladen war. Als er dann los- gedrückt und der Kamerad tödlich getroffen zusammen gebrochen sei, habe er in seiner Angst dem Erzieher die fa l s che M.i t t eil un g von einem Blutsturz gemacht, worauf er b anongelaufen und umhergeirrt sei, bis ihn die Polizer auf gegriffen habe. Schwere Autounfälle. In der Rächt zum Montag fuhr in Harburg ein Auto gegen einen Daum. Rach den „Hamburger Rachrichten" sollen drei Personen getötet und acht verletzt worden sein. — Bei den Salzbergrennen in Berchtesgaden verunglückte in einer Kurve die Gräfin Schlik aus Kitzbühel mit ihrem Automobil t ö d- l i ch. Anscheinend erhielt ihr Wagen eine starke Erschütterung, so daß die Gräfin yerausgeschleu- dert wurde. Schwerer Motorradunfall. Auf der Landstraße zwischen Karlshafen und Martinshagen stießen zwei Motorradfahrer unb ein Radfahrer an einer abschüssigen Kurve zusammen. Alle drei blieben schwer verletzt liegen. Zwei von ihnen sind unterdessen gestorben, der dritte liegt in lebensgefährlichem Zustande tm Krankenhaus. vereitelter Bombenanschlag in Buenos Aires. Vor dem Eingang zu dem im Zentrum der Stadt gelegenen Gebäude der Filiale bet Westindia-Oil-Companh, einer Tochtergesellschaft der Standard-Oil-Company, tourie eine Bombe gefunden, die sich als eine Höllenmaschine von großer Sprengkraft herausstellte. Eine Explosion wurde im letzten Augenblick nur durch die Geistesgegenwart eines Angestellten verhindert, der die brennende Zündschnur auslöschte. Die Polizei nimmt an, daß der Anschlag mit dem Boykott zusammenhängt, den gewisse Arbeitervereinigungen gegen die amerikanischen Oel-Gesellschaften ausgesprochen haben. Bombenexvlosion in Brooklyn. Montag vormittag explodierte in Brooklyn eine Bombe. Zahlreiche Fensterscheiben wurden zertrümmert, aber niemand verletzt. Die Explosion soll sich im Zusammenhang mit einem Protest radikaler Arbeiter ereignet haben. Explosionsunglück auf einem Schützenfest. Auf dem Schützenfest in Bernburg (Anhalt) explodierte das Zelt eines Schnellphotographen. 17 Personen erlitten derartige Verbrennungen und Verletzungen, daß sie ins Krankenhaus gebracht werden mußten. Das Unglück ist wahrscheinlich durch Explosion des zum Trocknen verwandten Spiritus enfftanden. Die Wetterlage. 45 x46 o l> « ®1 £ o TRon tag,(len S.S e Ins firantenljaus jlüd ist Wahlschein' cvLnrn vermntzien Der di« 24 Stundenzahlen van Mitternacht bi« Mitternacht «ine« Taget ent- hakende Kreit und die dich f>unhtiert« Linie, der eogenarmte Horizont, rind feet- etehend ru denhen. Der Sternhimmel dreht eich tarnt dem auf Mitternacht zeigenden geraden Pfeil — gewiuermaflen dem Zeiger der Himmeltuhr — in 23 Stunden und 56 Minuten im Sinne de« gebogenen Pfeile einmal «m leinen Mittelf>unht. Der eingezeichnet« Horizont umrahmt die eu der Stunde, auf die der gerade Pfeil zeigt, um die Monatrmitte achtbaren Sterne. Untere Karte zeigt alte den Zuttand «on Mitternacht der Monatemitte. Will man ru einer anderen Stunde beobachten, to denhe man eich den Sternhimmel tarnt dem geraden Pfeil to gedreht, daß dieter auf die Beobachtung! Hunde zeigt; dadurch werden die zu dieter Zeit eichtbaren Sterne m den nicht mitzudrehenden Horizont hin- etngedreht. Für je 5 Tage vor der Monatrmitte irt der gerade Pfeil */3 Stunde früher, für ie 5 Tage nach der Monatr- mitte Stunde rfätrr zu Hellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeutete Licht - Für die vielen Beweise der Teilnahme und Liebe, die uns beim Heimgang unserer teuren, unvergeßlichen Mutter, Schwiegermutter. Großmutter und Schwester von allen Seiten In so reichem Maße zuteil wurden, danken wir herzlichst. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Hille Familie Heutzenröder Familie Schäfer. Schluß des Monats langsam verringernden — negativen Breite, d. h. des Standes unter der Ekliptik, wenigstens teilweise ausgleicht. Den Abendhimmel des Monats beherrscht der Jupiter, der in die Gegenstellung zur Sonne kommt und infolgedessen Me ganze Rächt sichtbar ist. Hm den 12. herum steht er dem Frühlings- punkt am nächsten, dessen Stellung danach leicht erkannt werden kann. Er ist während des ganzen Monats rückläufig. Der Saturn ist nur noch kurze Zeit am Qlbenb zu sehen. Die Sonne erreicht den Herbstpunkt am 24. um 2 Uhr, womit der Herbst beginnt. Die gerade um diese Zeit schnell abnehmende Tageshelligkeit bedingt auch eine schnelle Aende- rung des Fixsternhimmels. Noch sind die Sommersternbilder im Westen sichtbar, und schon rücken im Osten die ersten Wintersternbilder nach. Der Perseus wird leicht gesunden, wenn man den 5., 3. und 2. Stern des W der nun sehr hoch am Himmel stehenden Cassiopeia durch einen Bogen verbindet. Der Perseus erscheint dann als dessen natürliche Verlängerung, die auf den Sternhaufen der P l e j a d e n hinführt. Andromeda und Pegasus erreichen um Mitternacht ihre höchste Stellung. Kü st ermann. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meiner geliebten Gattin, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Göbel, spreche ich auf diesem Wege allen meinen innigsten Dank aus. Wilhelm Weigel. Rundfunk-Programm. Mittwoch, 7. September. 15.30 bis 16 Uhr: Die Stunde der Jugend. — 16.30 bis 17.45: Konzert Les Hausorc, « ters: Aeue Tanzmusik. — 17.45 bis 18.15: Die Dücherstunde. — 18.30 bis 19: Beamtenfortbildungskursus: „Der Finanzausgleich in Deutschland und im Ausland". Dortrag von Dr. Fritz Reumark. — 19.05 bis 19.30: Stunde des Südwestdeutschen Radio-Clubs. 19.30 bis 20: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). — 20 bis 20.15: Eencken- bergviertelstunde: „Tierleben im Herbst", Dvrtrag von Dr. W. Sittig. — 20.15: Llebertragung von Kassel: Llebertragung aus dem Festsaal der Stadthalle. Hie. in Har- wröen fein. - ich; iit di Ml lerer wie QImc Herl Aoll Aol scheu leben mitte uni) fällt, alter und • ganz < feier eher c Seöeu: Streiik und m in De w Deut LÄMMM.N.U./WA Schanzenstrahe / Fernsprecher Nr. 844 und 845 / Schanzenstraße Bestäube die Kleider mit FLIT. Es tötet die Motten und stofffressenden Larven. Zahlreiche Versuche zeigten, daß FLIT- Zerstäubung selbst auf den feinsten Geweben keine Flecken hinterläßt. Ein auf wissenschaftlicher Grundlage hergcstclltes Insekten - VerttlgungsmittcL FLIT ist das Ergebnis jahrelanger Versuche bekannter Insektenforscher u. Chemiker. FLIT ist unschädlich für den Menschen. FLIT ersetzt die bisher gebrauchten Mittel, da es alle Insekten rasch und sicher vernichtet. Kaufen Sie noch heute eine FLIT - Packung nebst Zerstäuber. Ueberall erhältlich. Unseren Dreien wurde heute ein Schwesterchen geschenkt. Es soll Christa heißen. " In dankbarer Freude Dr. med. Zfiubolf Görlach Unb Frau ^Vlürgof geb. 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Jeden Mittwoch, O‘/8 Ubr: frischer tr to 'fe«üchtet Rr. 208 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Dienstag, 6. September (927 Herbstmanöver und Reichswehr. Don Major a. D. Drees. Wie alljährlich, so steht auch in diesem Jahre der September im Zeichen der Herbstmanöver, und dem aufmerksamen Beobachter wird anläß- ich dieser Tatsache die Erkenntnis kommen, dah in den Auslandstaaten jetzt in der Nachkriegszeit oielsach die Abhaltung der Armeemanöver in weit gröberem Nahmen und unter weit lebhafterer Anteilnahme der Bevölkerung vor sich geht wie früher. Ich erinnere nur an England und Amerika. In beiden Ländern spielten ehemals die Herbstübungen der Armee eine völlig belanglose Nolle. Interesse wurde lediglich den großen Flottenmanövern, besonders im Frühjahr, geschenkt. Heute, wo wir im Zeitalter der Abrüstung leben und der Pazifismus als Allerweltsheil- mittel uns Deutschen ständig angepriesen wird und bei uns vielfach auf günstigen Nährboden fällt, herrte ist das anders geworden. 3m Zeitalter der Abrüstung haben sich auch England und Amerika achtunggebietende Heere zugelegt, ganz zu schweigen von den Riesenrüstungen unserer westlichen und östlichen Nachbarn. Alle, aber auch alle Militärstaaten von irgendwelcher Bedeutung entfalten im Herbst ganz wesentliche Streitkräfte zur Abhaltung der Geländeübungen, und mehr denn je starrt besonders Europa heute in Waffen Als 3nsel in diesem wogenden Meer steht einsam und schutzlos unser entrechtetes Deutschland da, allen Zugriffen beutegieriger Nachbarn ausgeliefert: denn Recht gibt es nur für den Mächtigen, nicht für den Schwachen, das haben wir ja schon oft genug seit unserer Wehr- losmachung zu spüren bekommen. Und wehrlos sind wir zur Zeit, darüber müssen wir uns immer klar werden. Wir haben aber auch alle Ursache. diese Tatsache andauernd der weiten Oeffentlichkeit vorzuführen, denn wir wissen ja, daß trotz dieser Umstände, trotz unserer hilflosen außenpolitischen Lage andauernd weitere Borstöße erfolgen, um uns auch die bescheidenen Reste unserer Wehrkraft, die nur notdürftig zur Aufrechterhaltung der inneren Ordnung ausreicht, noch weiter zu beschneiden, sie wenigstens in ihrer gedeihlichen Fortentwicklung zu behindern. Trotz aller dieser Hemmnisse von außen, aber auch nicht minder trotz der vielfachen inneren Schwierigkeiten, mit denen der Aufbau unserer kleinen Wehrmacht zu rechnen hatte, ist inzwischen im Rahmen des möglichem recht erfreuliches geleistet worden. und unsere Reichswehr ist nunmehr so weit gefördert, daß auch sie wieder in der Lage ist, seit einigen 3ahren im Herbst zur Abhaltung größerer Geländeübungen auszurücken. Damit ist der Faden auch hier wieder mit der Vergangenheit unser esalten, stolzen Heeres angcknüpft. War es bei diesem doch eine Selbstverständlichkeit, dah 3ahr für Jahr zum Abschluß des LIebungsjahres die Herbstmanöver als Prüfstein des Erlernten stattfanden. Den Höhepunkt derselben bildeten dann die groh- anaelegten Kaiser-Manöver, die die Blicke der gesamten Welt auf sich zogen. War es doch die anerkannt erste Armee, die hier ihr Können zeigte, deren Anschauungen über Truppenführung und Gefechtsleitung zutage traten. Heute bei den veränderten Verhältnissen ist das alles anders geworden. Eine Wehrmacht wie die unsrige, der all und jedes neuzeitliche wichtige Waftengerät, wie schwere Geschütze, Tanks und Flugzeuge ermangelt, kann keineswegs mehr als Muster für die Fortentwicklung moderner Kriegskunst dienen: dazu fehlen eben alle erforderlichen Vorbedingungen. Sofern wir uns also heute bei der Abhaltung der kleineren Manöver überhaupt einer gewissen Beachtung der Ententestaaten zu erfreuen haben, so geschieht es lediglich aus dem Grunde, uin Vorwände zu weiteren Drangsalierungen zu finden bzw. solche mit Gewalt zu konstruieren, um unserer Regierung und der Reichswehr Schwierigkeiten zu bereiten. So ändern sich die Zeiten, oder auch „sic transit gloria mundi“. Doch immerhin, wir haben trotz allem auch Grund, mit gewisser Befriedigung anläßlich der Manöverzeit der jetzigen Verhältnisse zu gedenken, und zwar unter dem Gesichtswinkel, wie es noch vor wenigen Jahren gewesen. Natürlich dürfen wir nicht den Maßstab an die glanzvolle Vergangenheit legen, denn dann wird das Bild ein recht trübes: doch wenn wir heute und gestern in den Kreis der Betrachtungen ziehen, so ist es schon etwas wesentlich anderes. Wir „Luise von Coburg". Palast-Lichtspiele Gictzen. Zwischen den höfischen Tragödien, die, heute fast vergessen, vor Jahren die europäische Oeffenttichkett in Atem hielten — und die etwa durch die Namen der Marie Vetfera und des Kronprinzen Rudolf oder der unglücklichen Charlotte von Mexiko bezeichnet werden — steht die Tragikomödie der belgischen Königstochter Luise von Coburg und des k. u. k. Oberleutnants von Mattachich: ältere Generationen mögen sich noch der nicht uninteressanten Einzelheiten dieser Borkriegsepisode erinnern, die als ein unmöglich zu verbergender Skandal seinerzeit ein erhebliches Aufsehen heroorgerufen hat. Wir können nicht sagen, und es erscheint auch kaum von Belang, wieweit der Film den historisch erweisbaren Tatsachen gefolgt ist, wo er abweicht, was er etwa hinzugefügt oder unterdrückt hat — in großen Linien ziehen jedenfalls diese Bilder die Umrisse jener abenteuerlichen Begebenheiten nach, die am Wiener Hofe ihren Ausgang nehmen und in Wiesbaden kurz vor dem Weltkriege ein trauriges, klangloses Ende nehmen mit dem Tode der alt, arm, einsam und unglücklich gewordenen Prinzessin. Luise, Tochter des Königs Leopold von Belgien, wird von ihrem Vater mit dem Prinzen Ferdinand von Coburg verheiratet — gegen ihren Willen und gegen ihr Gefühl: sie hat ihn nie geliebt, er brutalisiert sie und macht ihr die erzwungene Gemeinschaft verhaßt. Fast romanhaft romantisch ist Luisens zufällige erste Beaegnung mit dem kleinen und vordenz völlig namenlosen Oberleutnant, der ihr Retter, ihr Entführer, ihr Freund und Geliebter wird, der mit ihr ins Elend geht und sein Dasein fortwirft, als sie, vom Leben abgewürgt, ihn endlich auf das immer wiederholte Drängen ihrer Schwester Stephanie verläßt. Glanz und Not, Glück und Ende, abenteuerliche Liebesfahrt einer fürstlichen Dame, von der man kaum zu sagen vermag, wodurch sie mehr ausgezeichnet war — durch ihre rassige Schönheit oder durch ihre unsinnige Verschwendungssucht und bemitleidenswerte Lobensuntüchtigkeit. haben alle Ursache, uns der Leistung unserer Reichswehr zu erfreuen, denn was geleistet werden kann, das geschieht hier in vollem Maße. Unter der sachverständigen Leitung seiner Führer ist das kleine Heer inzwischen zum beachtenswerten Faktor in unserem neuen Staatskörper herangereift und bildet wieder den Unterbau für ein m geordneten Bahnen wandelndes Staatswesen. Erfreulicherweise bringen jetzt wieder weiteste Volkslreise dem Heere Interesse entgegen, und das ist natürlich Vorbedingung zur gedeihlichen Weiterentwicklung. Ein Heer, das im Gegensatz zur Bevölkerung lebt, ist ein wurzelloses, schwaches Gebilde. Heer und Volk müssen eins sein, ein gewisses Verwachsen beider ist Vorbedingung für gedeihliches Staalsleben. Unter den obwaltenden Umständen ist den Geländeübungen der Reichswehr, abgesehen von ihrer unerläßlichen militärischen Notwendigkeit, deshalb so besondere Bedeutung beizumessen, weil sie die Truppe in enge Fühlungnahme mit der Bevölkerung treten lassen. Märsche mit Ortsunterkunft sind hierfür das beste Mittel. 3n engem Zusammenleben mit dem Quartierwirt unter dessen gastlichem Dach schwindet bald etwa in manchen Schichten noch vorhandenes gegenseitiges Mißtrauen, und das für unser Volk so wesentliche gute Einvernehmen zwischen Zivil und Militär wird, falls vorübergehend geschwunden, in weitem Ausmaß wieder hergestellt. Daß dem so ist, haben bereits die letzten Jahre zur Genüge gezeigt. Di« gastliche Aufnahme, die unsere Truppen allenthalben durchweg gefunden, ließen wirklich nichts zu wünschen übrig, weder auf dem Lande, noch aber, das verdient hervorgehoben zu werden, in den Städten. Besonders letztere, sofern sie früher Garnison gehabt und womöglich ihre Traditions-Truppenteile erhielten, wußten sich häufig kaum des Guten genug zu tun. Es bewahrheitet sich somit wieder einmal die Tatsache, daß diejenigen Einrichtungen die vollkommensten und besten sind, deren Bedeutung erst dann zutage tritt, wenn sie nstht mehr vorhanden, bzw. sind, wenn ihre reibungslose Tätigkeit unterbunden ist. Boll und ganz hat sich das zum Schaden unseres Staatskörpers beim Zerschlagen der alten Wehrmacht ausgewirkt. Faustballspiele des T. V. 1846 Gießen. Bei den Pokalspielen errang in der Meisterklasse die Faustballmannschaft Griesheim- Elektron den Pokal gegen den Verteidiger Turnverein Herborn. 3n der A-Klasse war die 2. Mannschaft des Turnvereins 1846 Gießen Sieger über ihre -beiden Gegner unö errang somit den ausgeschriebenen Kranz nebst Diplom. Handball D. T. Männerturnverein II. Mannschaft — Turnverein Dillenburg I. Mannschaft 3:3. 3m fälligen Rückspiel standen sich beide Mannschaften am Sonntag zu einem Freundschaftsspiel in Dillenburg gegenüber. Das Vorspiel, das von den ersten Mannschaften der beiden Vereine bestritten wurde, konnte der M T. D. mit 7:1 gewinnen. Das Resultat des letzten Spieles ist um so beachtenswerter, als die zweite Mannschaft in Dillenburgs Erster einen Gegner hatte, der in letzter Zeit recht viel hinzugelernt hat und in den kommenden Derbands- spielen in seiner Klasse ein ernstliches Wort mitsprechen wird. Das Zusammenspiel in der M. T. D.-Mannschaft war manchmal nicht so, wie es sein soll, und durch das eigennützige Spiel wurde manche Torchance ausgellrssen. Dis kurz vor Schluß stand das Spiel noch 3:1 für Dillenburg, im Endkampf jedoch fiel die Marmschaft dem Tempo der Gießener zum Opfer und muhte sich ein Unentschieden gefallen lassen. Leichtathletische Dereinsmeister- schaften der Sp. Vg. 1900. ö. Am Sonntag hielten die 1900er ihre diesjährigen Vereinsmeisterschaften ab, die teilweise guten Sport brachten. Gutes Wetter begünstigte die Veranstaltung, die von den Zuschauern mit regem Interesse verfolgt wurde. An der Organisation war Weil das aber der Fall war, so ist es erklärlich, daß den wiedererstarkenden militärischen Einrichtungen von seilen des Volkes Interesse entgcgenge- bracht wird und werden muß, sollen Heer und Flotte die Stelle einnehmen, die ihnen im Rahmen des Bolksganzen gebührt. lieber die Manöverbilder selbst wäre noch zu sagen, daß auch sie den Wandel der Zeiten mitgemacht haben: auch hier ist vieles der Vergangenheit gegenüber prosaischer geworden. Die bunten Uniformen, die das Gefechtsbild belebten, haben dem eintönigen Feldgrau Platz gemacht. Das Manöoer- fchlachtfeld selbst ist erheblich weniger belebt als früher. Die „Leere des Schlachtfeldes", im Burenfeldzug geboren, hat sich im Verlauf des großen Krieges als dauernde Erscheinung gezeigt, sie färbt somit natürlich auch auf das Manöoer'bild ab. Zum Schluß noch ein Hinweis auf die Abhaltung der diesjährigen Herbstübungen in Deutschland. Die Manöver finden wie folgt statt: 1. Division vom 5. vis 7. September in der Gegend Friedland — Bartenstein — Heilsberg — Pr.-Eylau. 2. Division: Die Manöver wurden in den letzten Tagen wegen der großen Ernteschäden und -schwie- rigkeiten von der Heeresleitung abgesagt. 3. Division kleinere Manöver Mitte September in fünftägigem Umfang in Oberschlesien und östlich Frankfurt a. O. 4. Division vom 13. bis 20. September im Raume Lützen — Mücheln — Bibra — Eckartsberga — Dornburg — Zeitz. 5. Division vom 15. bis 17. September auf Truppenübungsplatz Münsingen. (Zu dieser Division gehört auch unsere Gießener Garnison. D. Red.) 6. Division voraufgehend den am 26. bis 28. September ftattfindendem Manöver des Gruppenkommandos 2. 7. Division vom 12. bis 14. September auf Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Gruppenkommando 2 vom 26. bis 28. September großes Manöver der verstärkten 6. Division und 3. Kavallerie-Division im Gelände Paderborn — Brakel — Trendelburg — Grebenstein — Volkmarsen — Niedermarsberg — Salzkotten. lediglich die etwas schleppende Abwicklung der Wettbewerbe zu bemängeln. Die Kämpfe der Senioren hielten nicht ganz das, was man sich versprochen hatte, da die Mehrzahl der Teilnehmer teils durch Krankheit, teils durch Abwesenheit am Starten verhindert mar. Die besten Leistungen waren der 400-Meter-Lauf der ^-Jugendlichen Völker und Maus in 55,1 bzw. 55,4, Seipps Speerwurf von 44,10 und der 12,45 Meter Kugel- stoß des 16jährigen Müller. Die Ergebnisse: Senioren: 10 0 Meter. 1. Geist, 11,7; 2. Guyot, 11,8; 3. Seipp, Brustbreite zurück. Scharfer Kampf, den Geist erst in den letzten Minuten entscheidet. 200 Meter: 1. Geist, 24,2; 2. Guyot, 1 Meter; 3. Fleck. Guyot rückt zum Schluß stark auf. 1 500 Meter: 1. Peters 4:31,8; 2. Deck (100 Meter Vorgabe): 3. W. Guyot (60 Meter Vorgabe) leicht gewonnen. Speerwerfen: 1. Guyot 38,85 ; 2. Seipp 38,60; 3. Müller 38,50. Außer Konkurrenz kommt Seipp auf 44,10. Diskuswerfen: 1. Seipp 31,65; 2. Depperling 28,85 ; 3. Spengler 28,30. Fünfkampf: 1. Seipp 241 Punkte; 2. Guyot; 3. Birkenstock; 4. Hopfenmüller. Seipp gewinnt hier überlegen 3m Rahmen des Mehrkampfes kamen Seipp und Guyot im Speerwerfen auf 41 05 bzw 4260, der erste e und Dirke n st o ck im Kugelstoßen glatt über die 10 Meter. Hopfen müller war durch eine Zer- rung stark behindert. Jugendklasse A. 4 0 0 Meter: 1. Völker 55,1; 2. Maus 55,4 (beide vom Mal); 3. Glagow (20 Meter Vorgabe). Jugendklasse B. 100 Meter: 1. Müller 13,0; 2. Dalser 13,1; 3. Schlarb 13,2. Müller behält das bessere Ende knapp für sich. 600 Meter. 1. Balser 1:44,0; 2. Schlarb 1:44,2; 3. Gerstl. Wiederum eine knappe Entscheidung. 60 Meter Hürden. 1. Roll 9,9; 2. Dalser 10,3; 3. Knorr 10,4. Noll ist seinen Mitbewerbern klar überlegen. Dreikampf. 1. Müller 244 Punkte; 2. Dalser; 3. Noll; 4. Scheyer; 5. Rübsamen; 6. Grünebaum. Jugendklasse C. 100 Meter. 1. Gutt- Hardt 13,3; 2. Gräf 13,5; 3. Drescher 13,8. 50 Meter Hürden. 1. 3oh 10,0; 2. Otter 10,4. Speerwerfen. 1. Gräf 34,431 2. Brückmann; 3. Drescher. Standweit. 1. Gräf 2,351 2. Gutthardt 2,34; 3. Drescher 2,15. 3ugendklasse D. 50 Meter Hürden. 1. Schmidt 10,3; 2. Enders. E., 1 Meter zurück. Ballweitwurf. 1. Grün 37,40; 2. Schneider; 3. Massengeil. 3ugendklassc E. 3n den hier ausgetragenen Gymkhanawettbewerben erwiesen sich als die Geschicktesten: Grünebaum, W. Enders. Grün, Haupt, Wolf, Schmitz. Die zum Schluß ausgetragene Riesenstaffel mit Läufern, Reitern, Radfahrern, Motorradfahrern und Autos brachte über die ganze Strecke einen hartnäckigen Kampf zweier gleichwertiger Mannschaften bei stetig wechselnder Führung. Am besten gefielen der Zweikampf der Reiter und das schneidige Fahren der Motorradfahrer. Den Beschluß bildeten wieder Läufer, die eine Schwedenstaffel zu laufen hatten. Auch hier sah man noch ein gutes Rennen, und knapp hintereinander passierten die beiden Schlußleute das Ziel. — Die Staffel verlief ohne bemerkenswerte Zwischenfälle, und eine Wiederholung wird sicher beifällig ausgenommen werden. D. f. D. v. f. 2. verliert gegen Germania Marburg mit 2:5. Daß dieses Spiel gegen „Germania" Marburg nicht schon vorher als gewonnen zu betrachten war, mußte jedem, der die obwaltenden Verhältnisse kennt, klar sein, und war auch in I der Freitagvorschau mit einem Hinweis auf die I Tücke des Marburger Platzes gesagt worden. Daß i aber, selbst unter Berücksichtigung aller Um- I stände, V. f. B. mit einer solchen Tordifferenz verlieren würde, hatte wohl niemand, auch die Germanen nicht, gedacht. Dabei muß eingestanden werden, daß das „Wie" weit beschämender ist als die Höhe der Niederlage. Das Spiel war für die außerordentlich zahlreichen Dereinsanhänger, die die Mannschaft nach Marburg begleiteten, eine einzige Enttäuschung. Was sich da ein Teil der Elf, besonders aber der Mittelläufer, an 3n- disziplin in Form von fortgesetztem Kritisieren seiner Mitspieler leistete, übersteigt alles bisher Dagewesene und ist die eigentliche Ursache zum Spiel- und Punktverlust. Die Folge der gegenseitigen Nörgelei war natürlich das gänzliche Auseinanderfallen der Mannschaft, die sich während des ganzen Spiels zu keiner einheitlichen Aktion aufraffen konnte. Fehlte es schon an jeglichem Zusammenspiel, so stand auch das Niveau der Cinzelleistungen weit unter dem der bisher gezeigten. Gewiß muh bei der Erwähnung der schlechten spielerischen Leistungen auch die Unzu- länglichkeit des Platzes in Betracht gezogen werden, sie kann jedoch nicht als Entschuldigungsgrund für eine so blamable Niederlage gelten. Schon nach acht Minuten lagen die Germanen mit zwei Toren in Führung, ohne eigentlich überlegen zu sein. Gießen konnte sich auf dem viel zu schmalen und kurzen Platz nicht finden Kurze und wette Vorlagen gingen sämtlich fehl, letztere endeten meist in den angrenzenden Gärten oder im Zuschauerraum Nach viertelstündigem planlosen Hin und Her beiderseits verwandelte Flachskamp eine Steil- vorlage direkt und verbesserte auf 1: 2. Bei diesem Stand des Spiels hätte V. f. B. bei einiger Energieentfaltung und vor allem etwas Selbstbeherrschung der Nörgler das Resultat umdrehen können, zumal Marburg wirklich nicht überzeugen konnte. Statt dessen fiel 'die Mannschaft immer mehr auseinander. Vor Halbzeit erhöhte Marburg durch Elfmeter auf 3:1. Nach der Pause versuchte Gießen aufzuholen und schnürte Marburg für längere Zeit in seine Hälfte ein Während V. f. B. drückte, verteidigte Germania mit der Mehrzahl seiner Spieler. Die Angriffe Gießens waren jedoch zu planlos, als daß sie zu Erfolgen führen konnten. Dagegen erhöhte der Gegner, zeitweise wieder das Kommando übernehmend, das Resultat durch zwei weitere Tore, denen V. f. B. wenige Minuten vor Schluß nur noch eins durch Elfmeter entgegensetzen tonnte. Germania hat das Spiel und die wertvollen Punkte verdient gewonnen. Wenn die D.'f. B- Mannschaft in der Form des Dorsonntags ge- Turnen, Sport und Spiet. Menschlich näher kommt einem das Schicksal des jungen Offiziers, den eine große Leidenschaft bedingungslos mit Leib und Leben an die fürstliche Abenteurerin bindet. Doppelte Flucht, zwiefache Entführung, kurze Sonnentage und langer Leidensweg in aller Herren Ländern bis zum elenden Ende. Wien, Paris, Brüssel, Lugano, Coswig und Agram, Frankfurt, München, Bad Elster und Wiesbaden sind die Schauplätze und flüchtig wechselnden Stationen der Reise nach dem Glück. Der Regisseur und Bearbeiter R a f f 6 hat aus den vergessenen Begebenheiten einen guten und wirksamen Histvrienfilm gebaut, an dem man nur zweierlei auszusetzen hat: daß er, einmal, textlich etwas zu sehr belastet ist, was ja freilich, da die ge- schichllichen Grundlagen dem Beschauer von 1927 kaum noch geläufig sein dürften, schwer zu umgehen war; zum andern ftört eine gewisse Unausgeglichenheit des Tempos, das im Anfang manches überstürzt, gegen Ende ein wenig verschleppt wird. Im Mittelpunkt der Bilderfolge steht die eigenartige Schönheit der Erna M o r e n a , deren elegante und bis zuletzt vornehme Erscheinung dem geschichtlichen Urbild eine angemessene Verkörperung ist. Neben ihr Rudolf Basil, die sehr ritterliche und sympathische Gestalt des Leutnants Mattachich, und Eugen N e u f e l b , der es mit Erfolg übernommen hat, die fatale Rolle des hoffnungslos degenerierten Coburgers zu geben. — Im ganzen: ein interessantes Filmschauspiel, das den Besuch lohnt. —r— Unbekannte Erinnerungen an die Karlsschule. Der Maler und Kupferstecher Karl D a r t h, der von 1787 bis 1853 lebte, hat Lebenserinnerungen hinterlassen, die in dichterisch anschaulicher Weise eine vergangene Kulturepoche malen und in ihrer warmherzigen, anmutigen Schil- derungsweise an Ludwig Richters Memoiren und an die des „Alten Mannes" gemahnen. Barch hat die Kupferstecherei auf der alten Karlsschule erlernt und gibt in seinen „ Federzeichmmgen nach dem Leben" nach alter Ueberlieferung Züge aus dem Leben der Karlsschüler und besonders Schillers wieder, die bisher von der Schillerforschung noch nicht beachtet worden sind. Er schildert den furchtbaren Zwang, unter dem die Zöglinge standen und erzählt dabei u. a.: „Schiller half sich, von seinem Freunde Gaus, einem von der Natur herrlich ausgestatteten Schauspieler unterstützt, dadurch, daß er sich eine kleine Blendlaterne und Wachslichterstumpen verschaffte, und wenn alles im Saale im tiefsten Schlafe lag, leise aufstand, Licht anmachte und so die Nächte schreibend und dichtend in stiller Seligkeit verbrachte, dagegen fteilich am Tage in den Lehrstunden oft schläfrig und verdrossen erschien. So entstanden in stiller Heimlichkeit, bei steter Gefahr, ertappt und bestraft zu werden, viele der exzentrischsten seiner Gedichte der ersten Epoche und das Trauerspiel „Die Räuber". Die Rollen des Karl Moor und der Amalia, waren, mit Berücksichtigung aller persönlichen Eigenschaften, eigens für Freund Gaus und dessen Freundin gedichtet. Daher weckte Schiller, sobald ihm eine solche Szene besonders gelungen schien, seinen Freund und las solche gleich in der ersten Schöpferfreude, mit leiser Stimme, aber den heftigsten Gesttkulafionen vor. Auf diese Weise blieben auch hier List und gewalfiger Naturdrang Sieger gegen Zwang und alle Vorsicht. Und wie gemäß göttlicher Weltordnung jedes Schlimme oder Verkehrte außer dem Verderblichen auch noch gute Folgen hat, so brachte hier der tyrannische Zwang die Herzen ähnlich gefilmter Jünglinge sich näher; felsenfeste, das ganze Leben hindurch ungetrübt andauernde Freundschaften schlossen sich." Barth gibt eine genaue Darstellung der Einrichtungen auf der Karlsschule, die im wesentlichen mit den bekannten Tatsachen übereinstim- men. Unbekannt aber ist auch eine Geschichte, die er aus dem Leben des Malers Anton 3oseph Koch berichtet, der seine erste Ausbildung unter dem damals berühmten Künstler G u i b a I auf der Karlsschule erhielt. Der Tiroler Bauernknabe, der von Kindheit an an die Freiheit gewöhnt war, konnte sich besonders schwer in den drückenden Zwang finden. Einst machte sich ein adliger Kadett, der schon das Leutnantspatent hatte, spottend über seine bäurischen Manieren luftig, worauf Koch wütend in die Worte ausbrach: „Waas toitt denn due, adligr Bub? Bischt due eppet besser wie miet? 3 getrau miet aus eine jede Zaunstecke en Leutnant z'schnizze. wie due einer bischt!" Diese Beleidigung wurde dem Herzog gemeldet, und dieser beschloß, ein strenges Exempel zu statuieren, weil es beständig zwischen den adligen und bürgerlichen Zöglingen zu Reibereien kam. Er ließ also im großen Fest- |aal der Akademie alle Lehrer und Schüler zur Untersuchung des Falles zusammenkommen, und nachdem der Uebeltäter seine gewagte Aeußerung eingestanden hatte, kam auf einen Wink des Herzogs ein Aufseher herbei, dem er etwas leise ins Ohr flüsterte; dieser entfernte sich feierlichen Schritts, kehrte aber bald ebenso feierlich zurück, einen neuen langen Rebenpfahl und ein Messet tragend, und reichte beides zeremoniös dem Koch, während der Herzog langsam, mit starker Stimme ganz ernsthaft die Worte sprach: „Run schnitze einen Leutnant, so Dir Gott und ich gnädig fein soll!" Während der Verhandlung herrschte im ganzen Kreise die tieffte Stille, der Ausdruck der gespanntesten Erwartung lag auf den Gesichtern aller Anwesenden, aber alle, und der Herzog selbst, hatten die höchste Anstrengung notig, um ernsthaft zu bleiben. 3n feiner tödlichen Verlegenheit fing der Tiroler bewußtlos wirklich am Pfahl zu schnitzen an. Kein Laut hörbar, alles hielt den Atem an, jede Fliege hörte man summen. Da tönte unerwartet aus der Peripherie des Kreises die tiefe volle Baßstimme eines jungen Kupferstechers, der laut zu denken die üble Gewohnheit hatte:„3 mießt recht lache, wenn er vin' rausbrächt'", und unermeßliches, allgemeines Gelächter, zu welchem der Herzog selbst mit_ hingerissen wurde, machte mit einemmal die Wände des Saales erbeben und die Fenster zittern. Der Herzog entfernte sich, den Unterleib mit den Händen haltend, ohne die Untersuchung zu enden. Koch war diesmal gerettet. Bald danach aber mußte er, wie später Schiller, durch heimllche Flucht sich retten. spielt hätte, wäre ihr ein hoher Sieg über dis sehr primitive Spielweise Marbuzs sicher gewesen. so aber triumphierte zu Recht forschen Angriffsgeist und zähe Energie über die durch Indisziplin einzelner zerrüttete V. f. B.-Cls. Dor dem Ligaspiel lieferten sich kombinierte Mannschaften, meist Ql. H., ein friedliches Treffen, das Diesten mit 5:2 gewann. Spielvereinigung 1900 Metzen. o. In letzter Stunde war es noch geglückt, für die spielfreie 3b-Mannschaft einen Gegner zu einen: Gesellschaftsspiel zu verpflichten. Es wurde ein weiterer schöner Sieg von der eifrigen Mannschaft errungen. Die 1. Elf vom Fuhballverein Steinberg verlor das Spiel mit 8:0. Halozeit 2:0. Bei 1900 gefiel besonders Halbrechts, der allein ca. 6—7 Tore erzielte. Be- bäuerlich ist. daß durch das Dazukommen vieler neuer Vereine in der Gruppe Gießen-Buhbach ein empfindlicher Schiedsrichtermangel besteht. Diesem Mangel fielen auch sämtliche Zugend- spiele zum Opfer, so dast hier keines zum Aus- trag kam. Einen Achtungserfolg errang 1900s 11. I u g e n d m a n n s ch a f t. die in Leun mit 10 Spielern der dortigen 1. Iugendelf im 1. Diplomspiel ein Unentschieden (1:1) abrang, obwohl die Gastgeber körperlich weit im Vorteil waren. FutzdaU in Heuchelheim. Sp.v. 1920 I — B. C. 20 (Sieben I 10:0. ck. Auf dem Hiesigei: Sportplatz trafen sich am Sonntag obige Mannschaften im Verbands- spiel. Wie aus dem Resultat ersichtlich, war es ein Spiel zweier ungleicher Mannschaften. Schon nach 10 Minuten stand das Spiel 3:0. In der 23. Minute wurde ein Elfmeter zum vierten Tor verwandelt, und zwei Minuten später stand es schon 5:0. Eine Minute vor Halbzeit siel nach schöner Kombination das 6. Tor. Halbzeit 6:0. Hatte man befürchtet, dast die Einheimischen in der zweiten Hälfte nachlasien würden, so sah man sich angenehm getäuscht. Heuchelheim lag wieder dauernd im Angriff. Sn der neunten Minute fiel das 7., in der 21. Minute das 8. Tor, in der 29. Minute hieh es 9:0, und in der 42. Minute fiel das zehnte und letzte Tor. Die zweite Mannschaft weilte in Lich zum Verbandsspiel und verlor knapp 3:2 durch Elfmeter. Aus dem Arbeiter-Turn- und Lportbund. £. Der erste Derbandsspielsonntag brachte im groben und ganzen die erwarteten Sieger, nur im Treten Lollar—Wieseck gab es insofern: eine iLeberrafchung, als allgemein mit einem Siege Lollars gerechnet wur^e. Lollar stand seither nur zwei Punkte hinter dem Spitzenführer Raunhein:. nach dieser Rie^rlage sind die Mcisterschafts- ausfichten für dieses Sahr en^ ;ältig dahin, ^leberraschend kommt noch rer r^cht knappe Sieg Raunheims über Marburg, hier hätte n:an einen etwas eindrucksvolleren Punktgewinn erwartet. Eine recht ehrenvolle Riederlage erlitt Diestens I b gegen Wetzlar, das sich noch recht cm- strengen muhte, um den Sieg sicherzustellen. (kosten Ib.—Vehlar I. 3:5. Wer mit einem leichten Sieg Wetzlars rechnete, sah sich recht enttäuscht, denn Diesten ging bald nach Spielbeginn durch seinen flinken Halblinken in Führung. Wenige Mimiken später holte Wehlar den Vor prung der (Siebener auf und stellte kurz darauf das Ergebnis auf 2:1. Das aufopfernde Spiel Diestens fand noch m der ersten Halbzeit seinen Lohn im Ausgleichstor. Stand bei der Pause 2: 2. Rach .dem Wechsel verschossen beide Parteien zunächst eine Anzahl Ecken, bis Wetzlar in Auswirkung eines Alleinganges des Linksauhen abermals die Führung mit dem 3. Tor übernahm. Eine etwas harte Entscheidung des Schiedsrichters brachte für Wetzlar einen Sp.elerv?rlust, die verbleibenden 10 Mann schosse:: aber trotzdem das 4. und 5. Tor. Diesten fiel nunmehr stark ab. konnte aber trotzdem kurz vor Schlust einen Strafstost zum 3. Tor verwan- ieln. An dem 5:3-Rei chtat für Wetzlar wurde bis zum Schlust nichts mehr geändert. Deide Mannschaften zeichneten sich durch reichliche Unruhe und viel unnötiges Reden aus. Marburg I.—Raunheim I. 3:4. Cs hätte gar nicht viel gefehlt, dann hätte sich der im voraus schon sichere Sieg der Raunheimer gegenüber den sehr eifrigen Marburgern ■mwuwi।in ■nunn j—i i 11tirrr1." '“•'** * Zwischen Mund sieben Roman von Liesbet Dill, vopyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin. 8. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Weshalb singst du nie eines meiner neuen Lieder?" fragte er. „Weil die früheren besser sind ... Verzeih, du hörst das nicht gern." „Du hast die anderen ja noch nie studiert ..." „D doch, aber sie gefallen mir nicht so ... Die alten sind wärmer und tiefer." Es klingelte draußen und man hörte eine Helle Frauenstimme im Flur. Der Diener ließ eine Dame eintreten, im Gesellschaftskleid und Zobelumhang. „Ah, Ihr seid schon bei der Probe! Ich will nicht stören, nein, ich lege nicht ab, ich bin eingeladen heut abend, aber ich mußte dich vorher noch sprechen, Melitta. Ich habe den ganzen Nachmittag draußen im Wald zugebracht. Ach, das ist ein Herbst I —" Gräfin Leslie-Nobbe, eine Engländerin, die einen Herrenreiter geheiratet hatte, von dem sie sich hatte scheiden lassen, als sie entdeckte, daß er ihr nicht treu war, war seit ihrer Mädchenzeit mit Melitta befreundet. Sie lebte in einer Villa im Nerotal und machte ein großes Haus. Zierlich, tief brünett, schlank, etwas gemalt, in dem Halbdunkel des Sessels, in das braune Pelzwerk geschmiegt, mit dem silberfunkelnden Turban, den zwei großen blauroten Rosen an der Taille, sah sie noch sehr reizvoll aus. „Sing weiter, Melitta", bat sie. Melittas Stimme schwebte über dem Raum, sie leuchtete und stieg, sie triumphierte. Ihre Gefühle flössen in das Lied ... ihre Gestalt wuchs, ihr feines Profil hob sich ernst von der dunkelroten Wand, bas leuchtend blonde Haar fiel in weicher Welle über die seine Stirn ... ihre Augen schauten in die Ferne. Sie sang ... So hat sie noch nie gesungen, dachte er. Niemand singt meine Lieder wie sie. „Doch der Tod, der dich erwartet, Ist der schönste Tod von allen, Sterben wirft du nach dem edlen Sterbebrauch der Nachtigallen ..." in das Gegenteil verwandelt, denn bald wäre Marburg verdienter Sieger geblieben. Das Spiel wurde mit einem sehr scharfen Tempo begonnen und stellte von Anfang an starke Anforderungen an die Spieler. Bald sah man QRarburg in überraschender und kurz entschlossener Weife in Führung gehen. Der Torschütze war der Halbrechte. Sm Rachschub konnte Rauicheims Mittelläufer bald darauf ausgleichen. Das abermalige Ringen um die Führung lieh beiderseits eine scharfe Spielweise aufkommen. Marburg schoß ein zweites Tor, das aber wegen Abseitsentscheidung nicht gegeben wurde. QHit dem Stande 1:1 wurden die Seiten gewechselt. Trotz der un* gemein scharfen Angriffe Marburgs konnte Raunheim nach dem Wechsel die Führung an sich reihen, bann setzte nach kurzer Zeit der Marburger Halblinke den abermaligen Ausgleich entgegen. Derselbe Spieler brachte seine Mannschaft mit dem krönenden Abschluß eines erfolgreichen Durchbruchs durch den 3. Treffer wieder in Führung. Raunheim merkte nun, was eigentlich auf dem Spiele stand und antwortete mit energischen Ai^rifsen, die endlich in einer verwandelten Ecke ihren verdienten Lohn fanden. Fast schien es so, als ob es mit dem unentschiedenen Ausgang sein Bewenden haben sollte, als kurz vor Schluß Raunheim einen vom Marburger Tormann mit der Hand abgewehrten Ball zum 4. und Siegestreffer einsenden konnte. Die knappe Riederlage Marburgs zeigt, daß die Mannschaft mit einem anderen Maststab gemessen werden muß. Lollar I.—Wieseck I. 4:6. Die Anziehungskraft der Spiele dieser beiden Rachbarvereine erwies sich auch diesmal, die recht zahlreichen Zuschauer brachten dem spannenden und an interessanten Momenten reichen Spiel lebhafte Anteilnahme entgegen. Wenn angenommen wurde, dast die Begegnung dieser Mannschaften ein knappes Resultat bringen würde, sah man sich infolge des sehr schußfreu- digen Sturms auf beiden Seiten stark enttäuscht. Das Spiel als Ganzes war zwar scharf, hielt sich aber im Rahmen des sportlich Erlaubten, einige Entgleisungen sind in der Hitze des Kampfes entschuldbar. Lollar drückte vom Anstoß an beängstigend und konnte in der 13. Minute auch zum erstenmal erfolgreich sein: ein hoher Ball, nach dem der Tormann Wiesecks zu früh sprang, fand den Weg ins Retz. Das nun folgende verteilte Spiel brachte beide Tore wiederholt in Gefahr, allmählich machte sich das Aufkommen Wiesecks bemerkbar. Eine Prachtleistung vollbrachte Wiesecks Halbrechter, der nach glänzendem Täuschungsmanöver ein unhaltbares Tor schoß, das schönste des ganzen Spiels. Richt lange danach riß Wieseck durch ein zweites Tor, das aus einem Gedränge heraus erzielt wurde, die Führung an sich. Auf beiden Seiten wurden nun eine ganze Reihe Ecken erzielt, ohne dast sich bis zur Pause an dem 2:1-Aesultat für Wiesea 'etwas geändert hätte. Rach dem Wechsel drückte Lollar wieder stark, ein wegen zu harten Angehens verhängter Elfmeter wurde von Lollar zum Ausgleichstor verwandelt, dem wenige Minuten später der dritte und Führungstreffer folgte. Allzulange dauerte die Freude jedoch mcht, denn Wieseck drehte den Spiest nun um, der Vorsprung Lollars war bald aufgeholt und nicht lange danach sogar ein 4. Tor geschossen. Run war es an Lollar, den Ausgleich wieder herzustellen. was nach kurzer Zeit auch tatsächlich gelang. Vielleicht wäre der unentschiedene Ausgang zu halten gewesen, wenn Lollar nicht umgestellt hätte. Dadurch wurde die Verteidigung geschwächt und Wieseck konnte innerhalb von 2 Minuten sein 5. und 6. Tor schießen. Ein Spieler Lollars wurde vom Schiedsrichter, der das Spiel zu jeder Zeit in der Hand hatte, vom Platz gewiesen, so daß Lollar während der letzten 20 Minuten mit nur 10 Mann spielte. Bei Wieseck bemertte man zwei Mann Ersatz, die jedoch ihren Platz gut ausfüllten. Eine ausgesprochene Aeberlegenheit zeigte sich auf keiner Seite, das Spiel war ständig vertellt. Arn besten konnte die gute Arbeit des jungen Wiesecker Sturms gefallen. Die unteren Mannschaften in den Verbandsspielen. Die ersten Mannschaften Grohen-Lin- d e n s und R o d h e i m s traten In Großen- Linden zu ihrem ersten Derbandsspiel der Herbstrunde an und zeigten einen scharfen aber fairen Kampf. Nach anfänglich ausgeglichenem Spiel drängte Großen-Linden mehr und mehr und er- »I», I IM —r—n—uMni—u Tn—mtw■mm» Ethel lauschte, den Kopf in den Händen, der Pelz war auf den Teppich gesunken, die Blumen an ihrer Taille entblätterten langsam. In Melittas Stimme war heute etwas von Rausch und Tod ... Die Stimme verklang. Sie schwiegen. „Von wem sind die Worte?" fragte Ethel aus ihrer dunklen Ecke. „Von Säumer" ... sagte Melitta. „Aus den Dichtungen des Morgenlandes." „Sie sind schön ... als seien sie für dich geschrieben Niemand antwortete ... Die Uhr im Nebenzimmer schlug langsam neun. Plötzlich sagte Melitta, sie sei müde und legte die Noten fort. Das Auftauchen der Freundin schien sie zu beunruhigen. Er sah, daß die beiden allein zu sein wünschten, und verabschiedete sich. „Und wann fahren wir zur Madonna?" fragte Ethel. „Zu welcher Madonna?" ,Lu meiner Madonna." Melittas hellgraue Augen leuchteten ihn an ... Sie sahen aus wie chöne Kinderaugen ... „Du weißt doch, Rudolf, die chönste Madonna vom Rhein. Wir haben sie Ethel chon so lange versprochen ... Sie will photographische Ausnahmen dort oben machen ..." „Und wenns regnet?" „Es regnet nicht", sagte Melitta mit Sicherheit. „Ich habe Wetterglück ..." „Nun bann, in Gottes Namen ... Sobald mein Konzert vorbei ist, fahren mir", gab er nad) ... Er hatte ihnen diese Ausfahrt schon so oft versprochen, immer wieder war ihm etwas dazwischen gekommen. „Nach deinem und meinem Konzert bist du sie uns schuldig", sagte seine Frau. „Ich habe Sehnsucht nach den Höycn, der alten Wallfahrtskirche, wo ich so oft als Mädchen war, und nach der süßen Madonna ... Es sind zwei da, die eine hat zwei Gesichter, Ethel ... und schwebt auf Wolken. Ach, ja ... Morgens um acht fahren wir. Ober ist das zu früh für dich?" „Für mich sicher nicht", sagte Manfred. Melitta halte schon den ganzen Plan im Kopf. Erst hinauf durch die Dörfer und Wälder zur Ma- zielte kurz hintereinander zwei Tore, die für den Torwächter Rodheims nicht zu hallen waren. Sn dieser Drangperiode glückte Rodheim ein Durchbruch, der auch zu einem Tor führte. Den Ausgleich erzielte Rod heim kurz vor der Pause durch eine verwandelte Ecke. Rach dem Wechsel hatte Großen-Linden mehr vom Spiel, der sehr gut arbeitende Tormann Rodheims verhinderte aber alle Erfolge. Erst zwei Minuten vor Schluß konnte der Mittelläufer Großen-Lindens einen unvnchofften Fernschust anbringen und damit seiner Mannschaft den 3:2°Sieg sicherstellen. Das Eckenverhältnis 6:6 läßt eine Gleichwertigkeit beider Mannschaften erkennen. Marburg II trat gegen die komplette Raunheim II mit nur 9 Mann an und mußte naturgemäß verlieren. Das Schlußergebnis lautete 5:0 für Raunheim, die Marburger haben sich also immerhin noch gut gehalten. Gießens Sugend Holle sich in Wetzlar eine empfindliche Riederlage. Bis zur Pause Lieh das 2:1-Ergebnis für Wetzlar noch eine gewisse Widerstandskraft Gießens erkennen, nach dem Wechsel jedoch erzielten die eifrig spielenden Wetzlarer drei weitere Tore. Erwartungsgemäß holte sich Raunheims Sugendin Klein-Linden die Puntte. Das 5:1-Resultat entspricht dem Spielverlauf und zeigt das Stärkeverhältnis der Parteien. De Sugendmannschaften Wiesecks und Heuchelheims lieferten sich ein unentschiedenes Treffen. Resultat 3:3. Wieseck trat nur mit 10 Mann an, Heuchelheim zog erst in den vopl Schiedsrichter gegebene:: Spielverlängerung gleich. Ein Tor Wiesecks resultierte aus einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters, weshalb das Spiel von Heuchelheim angefochten wurde. Alten-Busecks und Oppenrods Su- gend spielten ebenfalls remis. Oppenrod verschenkte einen Elfmeter in dem Glauben, doch noch zu gewinnen. Damit war's aber nichts, das Treffen ging 0:0 aus. Die beiden Spiele der Schülermannschaften brachten ebenfalls unentschiedene Resultate. Daubringen und Lollar spielten 1:1, und Wetzlar und Gießen trennten sich nach einem 2:2-Ergebnis, obwohl Gießen seine Schülermannschaft regelwidrig verstärtt hatte. Die Europameister chaften im Schwimmen. Die Kämpfe bei den Europameisterschaften im Schwimmen am Samstag nachmittag in Bologna brachten den deutschen Teilnehmern nur Teilerfolge. Sn der 4xl00-Meter-Frei- stilstaffel für Damen endete Deutschland nur auf dem dritten Platz. Die englische Mannschaft mit den Damen Laverty, Davis, King und Cooper siegte in 5:11 vor Holland 5:11,3 und Deutschland 5:11,4. Bei den deutschen Damen versagte Frl. Schmidt (M.-Gladbach). — Sm 400-Meterfreistilschwimmen für Herren war Arne Borg (Schwebender Sieg nicht zu nehmen. Er gewann leicht in 5:08,6 vor Herbert Heinrich (Leipzig) 5:15,8. Der Deutsche muhte hart kämpfen, um den zweiten Platz vor dem mit 5:16,2 neue tschechische Rekordzeit schwimmenden A n t o s behaupten zu können. Auf den nächsten Plätzen endeten Feher (Ungarn), Bacigalupv (Italien), Berges Deutschland), Vannay (Ungarn), Whiteside (England) und Koutek (Tschechoslowakei). — Sm Turmspringen der Damen siegte die Engländerin Belle White vor Srene Däwodvn (Frankreich) und Eva Olivier (Schweden). — Sn den Ausscheidungskäm p fen zur 100- Meter-Rückenmeisterschaft für Herren siegte im ersten Vorlauf Ernst Küppers (Deutschland) in 1:15,2 vor dem Ungarn Bitzkeh und dem Schweden Lundahl. Sm zweiten Lauf schwamm Gustav Frölich in 1:17,2 einen knappen Sieg gegen den Belgier Thienpondt und dem Ungarn Ullrich heraus. — Die Europameisterschaft im 400-Meter-Frei- stilschwimmen für Damen wurde von der Holländerin Marie Braun mit 6:11,8 in neuer holländischer Rekordzeit vor der Engländerin Laverty 6:13,6, Fritz: Loewh (Oesterreich) 6:21 (österreichischer Rekord) und Reni Erkens (Deutschland) 6:27,8 gewonnen. Ledoux (Frankreich) wurde mit 6:42 letzte. — Sm Wasserballendspiel siegte Ungarn über Frankreich 3:1. Beide Mannschaften taten sich in Roheiten hervor. Schweden konnte Oesterreich 4:2 besiegen. Arn Samstag gab es in bei: Wasserballspielen noch folgende Ergebnisse: Belgien—Eng- bonna, bann über Kloster Eberbach herunter an ben Rhein, in bie Festung. Sie wollte bie alte Stabt Wiedersehen, bie sie feit Jahren nicht mehr betreten hatte. Sie hatte niemand mehr dort, seit die Festung geschleift war und von deutschen Soldaten geleert. „Es wird sein, wie wenn man einen Kirchhof besucht ... hier ist ein Name, dort einer. Namen sind wie alte vertraute Gesichter. Sie schauen einen an von den Türen, und in den Häusern wohnen andere ... Ich zeige euch auch die Museen und wir gehen zum Grab Frauenlobs ..." Sie sprach wie im Fieder, ihre Wangen brannten. Irgend etwas schien sie innerlich erschüttert zu haben. Die Vorfreude nur? ... Ober---erwartete sie von dieser Madonna etwas Besonderes? ... Sie hatte ihm einmal gesagt, daß sie ihr früher ihre heimlichen Wünsche dargebracht hatte und die Madonna hatte sie ihr erfüllt ... außer dem einen, der unerfüllbar war ... Was wollte auf dem Grad Frauenlobs --jetzt? Er ließ die beiden allein uni) ging auf sein Zimmer. Er hätte die beiden Frauen im Mujikzimmer sprechen, ihre Stimmen klangen gedämpft. Einmal lachte Melitta. Sie konnte singen und lachen ... und sie hatte ihn t belogen vorhin. Die beiden fachen sich heute zum erstenmal, und Melitta sagte vorhin ... Was sagte sie noch? ... Ich war bei Ethel zum Thee ... Das Zimmer in der Platanenstraße stieg vor ihm auf ... Daß sie so fingen konnte! Mit einer göttlich schonen Stimme, einem Gesicht, so rein und unberührt ... während noch die Luft dieses Zimmers in ihren Kleidern hing. Madonnengesichter können auch trügen ... Die Madonna in dem alten Wallfahrtsott batte auch zwei Gesichter--- Und, den Kopf in den Händen, malte er sich aus, wie es hätte enden können, wenn er das Fenster aufgestoßen hätte mit feiner Faust und dem anderen eine Kugel in ben breiten Nacken gejagt ... In Romanen war das so... In Wirklichkeit hatte man im geeigneten Augenblick meist keine Waffe zur Hand--- Er zog die Schublade seines Schreibtisches auf. Geordnet lagen seine Briefschaften dann. Es waren keine Liebesbriefe darunter. Wenn er einmal den Weg ging, den alle gehen müssen, so fanden die Hinterbttebsnen von ihm nichts, was auf andere ebnen Schatten werfen konnte. land 5:2, Deutschland—Tschechoslowake: 8:0, Oesterreich—Sugoslawien 2:0. Die Europameisterschaften würben am Sonntag beenbet. Deutschland konnte im Kunstfpttngen durch Riebschläger (Zeitz) den ersten Platz vor Lindmark (Schweden) und Eozzi (Italien) belegen. Dr. Lechnir wurde nur vierter. Im 1 0 0 ° Meter- Freistilschwimmen für Damen ging die Holländerin V i e r d a g im Stichkampf gegen die Engländerin Cooper siegreich hervor. Die deutschen Teilnehmerinnen Frl. Lehmann und Ftt. Erkens belegten nur den dritten bzw. den vierten Platz. Das 100-Meter-Freistilfchwim- men für Herren gewann der Schwede Arne B o r g in genau 1 Minute vor dem Ungarn Barany und den beiden Deutschen Heinrich und Heitmann. Mit einem Mißklang endete die Entscheidung im 100 - Meter - Rückenschwimmen. Küp- p e r s (Viersen) siegte überlegen, wurde aber wegen angeblich falschen Wendens disqualifiziert, so daß Lundahl (Schweden) in 1:17,4 zum elften Platz vor Bitzkey (Ungarn) und Frölich (Deutschland) kam. Das Kunstspringen der Damen gewann die Oesterreicherin Kornett vor Frl. Söhnchen und Frl. Rehborn (Deutschland). Einen glänzenden deutschen Sieg schwamm im 2 0 0 * 'Ul e t e r «58 r u ft« schwimmen für Damen Frl. Schrader (Magdeburg) in 3:20,4 vor Frl. Muhe (Hildesheim) und der Oesterreicherin Heddy Bienefeld heraus. In der 4X200-Meter-Frei st il staffel für Herren siegte die deutsche Mannschaft in neuer Rekordzeit von 9:48,6 vor Schweden, Ungarn und Italien. In den Herrenkonkurrenzen gewann Deutschland den Europapokal vor Schweden und Ungarn. Am Montag kamen noch einige Wasserballspiele zum Austrag. Frankreich schlug Belgien mit 3:2, während Belgien über Schweden mit 3:1 siegreich blieb. Hinter dem Europameister Ungarn besetzte Frankreich den zweiten und Belgien den dritten Platz. Der Tennisländerkampf Deutschland - Holland wurde am Sonntag mit einem überlegenen Siege von Deutschland nut 21 Punkten, 53 Sätzen und 359 Spielen gegenüber 3 Punkten, 10 Sätzen und 192 Spielen der Holländer gewonnen. Oberhessen. Landkreis Gießen. d Alten-Buseck, 5. Sept. Der hiesige Schützenverein veranstaltete an den beiden letzten Sonntagen auf seinem Schießstande ein Preisschiehen. Die Leistungen der Schützen waren durchschnittlich gut zu nennen. Den 1. Preis errang Weiß bindermeister Wilhelm Lepper mit drei Schuß = 36 Ringen. — Der diesjährige reiche O bft segen , der sich überall bemerkbar macht, brachte es wohl mit sich, daß sich zu der auf Porigen Samstag anberaumten Frühob st Versteigerung der Gemeinde fast kein einziger Steigerer eingefurv den hatte, so daß die gesamte Frühobsternte an einen hiesigen Obsthändler in Pauschal abgegeben wurde. : Aus dem Busecker Tal, 5. Sept. Die Ernte ist m unserem Tal soweit geborgen. Sie wäre sehr gut ausgefallen, wenn nicht die lange Regenperiode den Erttag wesentlich herabgemindert hätte. Roggen, Weizen und Gerste waren viel gewachsen, besonders in der Rähe der Wälder, wo die Luft nicht trocknen konnte. Der Hafer war zum größten Teil noch nicht geschnitten. Aber hier war ileberreife eingetreten, und ein Teil der Körner lag auf den Aeckern. Die Grummeternte wird be: günstigem Wetter in wenigen Tagen beendet fein. Der Ertrag ist als sehr gut zu bezeichnen. Dis jetzt ist das Futter gut eingetommen. z Rödgen, 5. Sept. Die Reubesetzung der hiesigen Psarrstelle macht die Herrichtung der Innenräume des Pfarrhauses notwendig. Die Kirchengemeindevertre- tung und der Gemeinderat haben schon vor längerer Zeit die Mittel dazu bewilligt. Die Arbeiten sollen jetzt in Eingriff genommen und so beschleunigt werden, daß der neu ernannte Geistliche, Pfarrer Bönning aus Freiensteinau im Vogelsberg, noch Ende dieses Monats einziehen kann. —. — Leihgestern, 5. Sept.Rege Bautätigkeit herrscht auch in diesem Zahre in unserer Gemeinde. An der Strafte nach Gießen entsteht ein kleines Dorf, das im Volksmund Er suchte bie Akten seiner Scheidung. Plötzlich fanb er, was er gejucht. Der letzte Brief seiner Frau. Er enthielt ihre Zustimmung zur Scheidung und baß sie bereit sei, die Schenkung als Abfindung anzunehmen, und war geschrieben aus der Pension von Frau Anna Heine, Taunusstraße 66, Dort hatte sie während ihrer Scheidung bei der Freundin gewohnt. Mit einem Ruck saß er aufrecht ... Anna Heine ...Ich hatte also Recht. Die Besitzettn der Pension in der Taunusstraße war einfach in die Platanenstraße verzogen. Ein teuflifcher Zufall — daß sie gerade dieses Haus zu ihren Zusammenkünften gewählt hatten ... Er legte den Brief wieder zu den Akten und verschloß bie Schublade. ♦ „Das Haus Platanenstraße 3 gehött einem Bankier Kirsch aus Ems. Es ist im ersten Stock links an den Kammerherrn Graf Rödern ver- mietet, rechts an bie Prinzessin Samarow, im Unterstock ist eine Fremdenpension, bie Besitzettn heißt Frau Anna Heine ..." „Haden Sie die Dame selbst gesprochen?" „Jawohl. Das betreffende Zimmer links vom Eingang vermietet sie tageweise an Fremde, in ben anberen Zimmern wohnen ein paar Engländerinnen, alte Damen." „Unb wer augenblicklich bas Zimmer links vom Eingang bewohnt, haben Sie nicht feststellen können?" Durch Manfrebs Stimme klang eine leichte Nervosität. „Doch ... Augenblicklich soll ein Tscheche brin wohnen." „Ein Tscheche? Unb ber Name?" „Sie weih ihn noch nicht, er ist heute erst ein» gezogen ..." „Und vorher? Wer hatte bas Zimmer am Tage vorher ...?" „Das habe ich nicht gefragt", sagte ber fette Mann, der in seinem grünlichen Havelock vor Manfred stand. Manfred ballte die Hand, als wollte er etwas zermalmen ... (Fortsetzung folgt) h3u! link erbau S leiia beH hier, irr-ec geria ^x\ nur bet' 3u|H ten' Jas bet ( ötaM Zim M • Haus? oerei Mw hielt ti nufe er fjreiübi Wenp 3.Prei! ber au |d)Tiebt Aeinhc Z.Sitz nur oc mers Bret Willi s erhielt 2. höchst erfter ( Miet! landen schüfe: ßeitimo lumvi W Rup' ber 'ä beutfd # in be: bau u (ehr ten fit wärtei werbe: weiter ber fii des A dazu t Sorten wie bii würben mtn durch @ des Obfl ßbjb ur eingefiif fortierbi per nat „miteffei ein 3hn bes DM Nalt, Mafien öl um S schiech! schuld das f der E dem stellte fachver Auren all | sogar ( ®eme nmg k schlossen m eifte hnbm. ®el JWe Adrige Ner ätitbri W 5( tz k Mir augf, 100 A unb 3 KM Klebst vondei slen T sanye dvnix blähe dirtsch fletoeif “efoer °äub?f „Funkstadt" genannt wird. Der Gemeinderat gibt hier an Baulustige Gelände zu sehr billigem Preise, den Quadratmeter zu 10 Pf., ab. Das Gelände, das zwischen der Rindsmüyle und dem Walde liegt, eignete sich zur Landwirtschaft sehr wenig. DiS jetzt stehen dort 16 Einfamilienhäuser, deren Besitzer Beamte und Arbeiter sind. Auch ein Gesch äftshaus wird soeben errichtet. Insgesamt sollen hier etwa 60 Häuser erbaut werden. öj» fild), 5. Sept. Nach rund 20jähriger Tätig, kett am hiesigen Amtsgericht schied am 1. Septembers 3ustizinspelior Wilhelm Ritter von hier, um ein« Stelle am Gießener Gericht anzutreten. 3n unserer Stabt und in den zum Amtsgericht Lich gehörigen Ortschaften sieht man den gewissenhaften und allzeit hilfsbereiten Beamten nur ungern scheiden. Auch der Zweigverein Cid) des Vogelsberger Höhenclubs, dessen Vorsitzender 3ustizinspeltor Ritter viele 3ahre war, bedauert den Weggang seines verdienstvollen Führers. — Das ehemalige Gasthaus »Zur Rose" in der Oberstadt, eines der ältesten Häuser unserer Stadt, das seither dem Kaufmann Ferdinand Zimmer gehörte, ging für den Preis von 8000 Mk. in den Besitz des seitherigen Pächters, Kaufmann Willi Hahn, über. P" Obbornhofen, 5. Sept. Der Turnverein „Gut Heil" (21.T.), Mitglied des Gaues Wetterau der Allgemeinen Deutschen Turnerschaft, hielt gestern sein Ab turn en cw.'Jn der Oberstufe erhielt im Neunkampf (Reck, Barren, Pferd und Freiübung) Heinrich Kämmerer den 1. und Ehrenpreis, den 2. Preis Hermann Hahn, den 3. Preis Otto Schneider. 9n der Mittelstufe, in der auch acht Pflicht- und eine Kürübung vorgeschrieben waren, wurde Friedrich Gros 1. Sieger, Nein hold Kammer 2. Sieger, Adolf C e s ch h o r n 3. Sieger. In der Unterstufe wurde im Scchskamps nur volkstümlich geturnt. Es errangen Otto Bom - mersheim den 1., Otto Roth den 2., Fridolin Brettschneider den 3., Albert Gros den 4., Willi Kammer den 5. Preis. In der Damenriege erhielt Paula Hahn den 1., Paula Gros den 2. Preis. Beim Austrag der Meisterschaft im Stab- hochspringen blieb zum dritten Male Hugo Hahn Ster Sieger und erwarb somit den vom Verein tisteten Wanderpreis endgültig. — Anschließend tben die Reichsjugendwettkämpfe der Schüler und Schülerinnen der Volksschule unter Leitung der Lehrer Rupp und B o p f statt. Der Turnverein überreichte durch seinen Vorsitzenden Wilhelm Zu laus dem Mitbegründer Lehrer Rupp ein künstlerisch ausgeführtes Diplom, dabei der Verdienste des Geehrten bei der Förderung der deutschen Turnsache würdigend. Kreis Ar »cdberg. # Friedberg, 5. Sept. Am Samstag fand in den Räumen der hessischen Lehranstalt für Obstbau und Landwirtschaft ein Obstverpackungs- l e h r g a n g statt. Im Gegensatz zum Vorjahre hatten sich diesmal so viele Interessenten, meist Baumwärter, angemeldet, daß ein Teil nid)t berücksichtigt werden konnte. Es ist deshalb die Abhaltung eines weiteren Lehrganges geplant. Im theoretischen Teil des Kursus wurde die Wichtigkeit der Bekämpfung des Auslandobstes hervorgehoben und als Mittel dazu die Erzeugung von Qualitätsobst möglichster Sortenbefchränkung empfohlen. Auch Obstpflege, sowie die Schädlingsbekämpfung der Obstbaumfeinde wurden gebührend in den Kreis der Betrachtungen gezogen. Anschließend wurden die Teilnehmer durch Garteninspektor R e n t s ch in das Verpacken des Obstes in die vom Reichsverband des deutschen Obst- und Gartenbaus herausgcgebene Einheitskiste eingeführt; sie lernten dabei den Gebrauch des Obstsortierbrettes kennen und nach ausländischem Muster nach dem Grundsatz arbeiten, daß das Auge „mitessen" muß. Den Abschluß der Tagung bildete ein Rundgang durch den großen, gegen Schädlinge des Obstbaus musterhaft gepflegten Lehrgarten der Anstalt, wobei Gelegenheit gegeben war, die zum Massenanbau empfohlenen Sorten kennen zu knien. z Rockenberg, 5. Sept. Auf eine Eingabe um Steuerherabsetzung der durch die schlechte Witterung der letzten Wochen unverschuldet geschädigten Landwirte erfolgte durch das Finanzamt in Friedberg eine Besichtigung der Getreideernte, soweit sie noch auf den Feldern stand. Das Landwirtschastsamt Butzbach stellte in Landwirtschaftsassessor Schmidt den sachverständigen Beirat. Es wurde in einigen Fluren ein 50Prozentiger Körnerausfall festgestellt, in einer Gemarkungslage sogar ein Schaden von 7 5 Prozent. L Melbach, 5. Sept. 3n der jüngsten Gemeinderatssihung wurde die Erneuerung des Verputzes am hiesigen Pfarrhause beschlossen. — Die bevorst^ende Bürger- mei st erwähl soll am 25. September stattfinden. Wahlvorschläge müssen bis zum 12. September eingereicht werden. — 3m Degens«h zu den von anderen Orten gemeldeten niedrigen Preisen für Grummetgras wurden hier für den Morgen bis zu 31 RM. erzielt. — Dieser Tage feierte unser älterer Flurschühe Friedrich 3 v st I und Frau Karoline geb. Linker das Fest der goldenen Hochzeit. 6 Schwalheim, 5. Sept. Für das 3ahr 1927 wurden für unsere Gemeinde die Steuer- ausschläge zu den Gemeindeumlagen für je 100 M. Steuerwert wie folgt festgesetzt: Gebäude und Bauplätze 12,6 Pfg., land- und forstwirtschaftlicher Grundbesitz 36 Pfg., gewerbliches Betriebskapital 64 Pfg., Gewerbeertrag 75 Pfg., Sondergebäudesteuer 36,7 Pfg. — Heldenbergen, 5. Sept. 3n der jüngsten Gemeinderatssihung wurde der gesamte Steuerausfchlag für 1927 in Höhe von 18 0 5 9 Mark festgesetzt. 3m einzelnen wurden folgende Sätze beschlossen: Gebäude und Bauplätze 14,95 Pf. (1926: 14 Pf.), land- und forstwirtschaftlicher Grundbesitz 27,35 Pf. (25,3 Pf.), gewerbliches Betriebskapital 49 Pf. (50 Pf ' Gewerbeertrag 120,3 Pf. (100 Pf.), Sonderaebäudesteuer 15,9 Pf. (11,9 Pf.). 0 Kreis Büdingen. A Ridda, 5. Sept. Gestern und heute fand hier Kirchweihe und Herbstmarkt statt. Der Markt war mit 150 Dullen, Kühen und Rindern, 575 Einleger und Ferkeln und 76 Ziegen befahren und sehr stark besucht. Die Preise betrugen für Ferkel, sechs Wochen alt, 10 Mark, acht Wochen alt 15 Mark. Einleger kostete das Stück durchschnittlich 35 Mark. Besonders hoch am Preise war das Rindvieh. 3ungrinder wurden mit 120 Mark, Kalbinnen mit 600 bis 700 Mark, Bullen mit 820 bis 980 Mark bezahlt. Die Landwirtschaftskammer hielt eine Versteigerung von Herdbuchbullen ab, wozu 30 Tiere angemeldet waren, die aber nur zum Teil an Gemeinden für obige Preise verkauft werden konnten. Auf dem Ziegenmarkt war der Handel gering. Da eine große Auswahl vorzüglicher Simmentaler und Vogelsberger Bullen und Kalbinnen zur Prämiierung stand, war die Arbeit der Kommission recht schwierig. Auch Ziegenböcke wurden prämiiert. Rachmitlags wurde auf dem Marktplatz eine Verlosung von Dich und landwirtschaftlichen Geräten und Haushaltungsgegenständen vorgenommen. Der erste Preis, eine Kalbin, war für 550 Mark angekaust worden. Der Krämermarkt war gut besucht. Das Geschäft war befriedigend. Viel 3nteresse wurde den ausgestellten Oefen, Herden, Kvchapparaten und landwirtschaftlichen Maschinen entgegengebracht. Kreis Schotten. □ Laubach, 5. Sept. Zufolge der trockenen Witterung der letzten Woche war es möglich, den größten Teil der noch stehenden Getreide- hau st en einzufahren. Auch der gestrige Sonntag wurde zur Arbeit, die jetz' in allen Ecken drängt, benutzt. 3edoch ist wohl noch ein volles Drittel des Getreides aus dem Acker. Auch die Grummeternte ist jetzt in vollem Gang; nach Menge und Beschaffenheit fällt sie sehr gut aus. — Die Hühnerjagd ist diesmal so schlecht, wie seit langen 3ahren nicht. Was das Raubzeug übrig ließ, hat der nasse Sommer vernichtet. 3n der ganzen Gemarkung trifft man Höchens drei Ketten an. — Eine ganze Reihe von Pensionären und Rentnern, die ihren Lebensabend auf dem Lande verbringen wollen, sind in den letzten 3ahren in unser Städtchen gezogen. Dagegen sind in diesem 3ahve weniger Sommerfrischler wie früher eingetrofsen, offenbar wegen der ungünstigen Witterung. — Von der städtischen Finanzkommission ist nunmehr beschlossen worden, auf Grund des Gemeinderatsbeschlusses vom 23. März d. 3. den Altbesitzgläubi- g e r n der Markanleihen anstatt eines Umtausches in Ablösungsanleihe eine Darabfindung in Höhe von 20 Prozent des Goldmarkwertes anzubieten. Die Bavabfin- dung, die auch die Spiheirbeträge einbegreift, ist zahlbar ab 1. Dezember bei der Stadtkasse und gilt auch als Abfindung aller bis zum Zahlungstag laufenden Zinscmsprüche. -.- Gedern, 5. Sept. Am Samstag und Sonntag unternahm der Odenwaldklub Worms (Vorsitzender Kreisdireitor Wolff) in Verbindung mit dem unter Leitung des Lehrers W. D o n a l t - Worms stehenden dortigen B.H. E. - Zweigverein eine li/2 tägige Wanderung in den Vogelsberg. Von Hirzenhain aus erreichten die Wormser Gäste über Steinberg und die Gederner Seen am Samstag gegen Abend unter Führung der Herren Limpert und Veesenmeher unser Städtchen. Hier fanden sie freundliche Aufnahme. die ihren äußeren Ausdruck fand in einem Begrüßungsabend im Dergwirtshause. Am Sonntagmorgen wurde die Wanderung fortgesetzt, welche die Teilnehmer von hier über Burkhards, den Bilstein, Hoherodskopf, das V.H.E.- Ehrenmal und Vater Bender-Heim auf der Herchenhainer Höhe nach Hartmannshain führte, von wo aus die Heimkehr erfolgte. -.- K a u l st o ß, 5. Sept. 3m hiesigen Schulhause versammelte sich gestern der Dezirks- lehrerverein Gedern zu einer Konferenz, in deren Mittelpunkt ein Referat des Lehrers E m r i ch - Rieder-Seemen über die Sütter- lin-Echreibweise stand, die mit Beginn des Schuljahres in verschiedenen Schulen des Bezirks versuchsweise eingeführt wurde. Kreis Alsseld. d* Kirtorf, 5. Sept. In der Wirtschaft „Z u r grünen A u e" wurde dieser Tage, als die Leute auf dem Felde waren, eingebrochen und etwa 15 Mk. entwendet. Der Dieb ist durch das Küchenfenster eingestiegen und mit den Oertlichkeiten genau vertraut gewesen, zumal er sich sogar an der Sparkasse des Kindes vergriff. Z Maulbach, 5. Sept. Das An wesen des Landwirts Heinrich Fischer, aus der Hainmühle bei Homberg gebürtig, mit etwa 55 Hess. Morgen Grundbesitz und sämtlichem Inventar wurde dieser Tage für 40 000 Marl an Landwirt ©immer aus der Marburger Gegend verkauft. Landwirt Fischer hat in Merzlos (Kreis Lauterbach) ein ländliches Anwesen mit 83 Morgen Land gekauft und unseren Ort bereits verlassen. Kreis Lauterbach. tz Schlitz, 5. Sept. Die Bautätigkeit in diesem 3ahre ist wieder recht lebhaft gewesen. So hat die Baugenossenschaft ein Vier- samilienhaus soweit bezugsfertig, und auch das Beamtenwohnhaus, das der Staat errichten lieh, wird zum Herbst wohnfertig. 3m Bau sind noch drei Wohnhäuser, die zum Winter im Rohbau fertig werden sollen. Außerdem liegen noch mehrere Baupläne fürs nächste 3ahr vor. Starkenburg. * Darmstadt, 5. Sept. Die Turner des Main-Rhein-Gaues der Deutschen Turners ck)aft unternahmen gestern eine Turnfahrt nach dem Franken st ein. Dort ist ein Denkmal errichtet worden, das die Erinnerung an den langjährigen Kreisvertreter Schulrat Emanuel Schmuck wachhalten und zugleich ein E h r e n m a l für die 900 im Weltkrieg gefallenen Turner des Gaues Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orb ach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 125. 8 6 5 4 3 2 7 a b M g h 8 7 6 5 3 4 2 Weiß. Don Kohtz und Kockellorn. Schwarz, d e U U Weih zieht und seht in drei Zügen matt. Weiß: 9 Steine. Khl; Dg2; Tg7; Ld4, h3; Sf2, f4; Bh5, h6. Schwarz: 7 Steine. Kf6; Dc6; Lei; Se5, f3; Bb4, h7. Partie Nr. 85. Die nachstehende, von Schwarz sehr gut gespielte Partie wurde in der 5. Runde des Ahein- meisterturniers zu Aachen gespielt. Anregelmäßig. Weiß: Dr. v. NÜH, Düsseldorf. Schwarz: Hussong, Ludwigshafen. 1. e2-< Dr. v. Rütz ist durch seine bizarren Spieleröffnungen bekannt; der geschehene Zug ist nicht schlecht, aber jedenfalls überläht er dem ziehenden die Wohl verschiedener guter sehungen. 1..... 1. d7-d5 2. Sgl — f3 3. b2 —b3 4. Sfl-b5+ 5. c2-c4 6. Sf3-e5 2. Sg8-f6 3. c7-c5 4. Sb8-d7 5. e7-e6 Rach- Fort- Solche voreiligen Angriffsmanöver haben sich noch nie als günstig erwiesen, der Weihe sollte seine Entwicklung vollenden, ehe er zum Angriff übergeht. 6..... 6. a7 - a6 7. Lb5xd74- 7. Lc8xd7 8. Lei — b2 8. Dd8 —c7 9. 0-0 10. b3xc4 9. d5xc4 10. Lf8-e7 Dies ist besser als 10. .... Ld6, da der Läufer zur Verteidigung verwandt werden soll, und die Stellung des Se5 dock) nicht ohne andere Schwächung zu erschüttern war. 11. d2-d4 11. 0-0 12. Ddl -b3 12. c5xd4 Hierdurch erhält Weiß hängende Dauern in der Mitte, welche in der Folge ein Angriffsobjekt für Schwarz bilden. 13 e3xd4 13 Tf8-d8 14. Sbl-d2 14. Ta8-c8 15. Tal -cl 15. Dc7-b8 16. f2-f4 Schwächt den Königsflügel empfindlich. 16..... 16. Sd7 - e8 Schwarz will sich nun mit Recht seinen Damenläuser erhalten. 17. Tcl-el 17. b7-b5 Ein sehr seiner Zug, der Weiß in arge Verlegenheiten bringt. 18. c4-c5 Hierdurch opfert der Anziehende einen Dauern, um einen heftigen Königsangriff einzuleiten, dieser scheitert jedoch an der ausgezeichneten und umsichtigen Verteidigung des Rachziehenden. 18. . . . 18. Le7xc5 19. d4>-'c5 19. Td8xd2 20. Db3 — c3 Man erkennt jetzt die Drohung, es soll nun Sg4, mit verschiedenartigen Mattvarianten, folgen. 20..... 20 Td2-d5 Der Schwarze findet die beste Verteidigung, nicht so gut wäre z. B. 20.....Tcd8 21. Sg4, Sh5 22. Sh6 +- KhS und Weih hätte verschiedenartige starke Fortsetzungen des Angriffs. 21. Se5-g4 21. Td5-f5! 22. Sg4-e5 22. Sf6-d5 23. Dc3-d4 23. (7-f6 24. Se5-d3 Beide Spieler arbeiten mit Problemzügen; es droht nun außer Txe6 auch g4 mit Turmgewinn, aber der Schwarze hat eine glänzende Parade auf Lager. 24..... 24. Sd5-d7! Dieser feine Zug rettet Dauern sowie Turmverlust und entscheidet somit das SpieL 25. g2 —g4 25. Tf5-d5 26. Dd4 — c3 26. Tc8-d8 27. Sd3-d4 27. Td5-d2 28. Tel — e3? Das weihe Spiel ist auf die Dauer nicht zu halten, aber der Textzug führt zu einem raschen Ende, länger konnte sich Weih noch mit Lei halten. 28..... 28. Db8-b7 29. Te3-g3 29. a6-a5! Dies entscheidet sofort. 30. Dc3-cl auf 30. Se2 konnte Schwarz durchTd8d3 die Dame, oder durch b4! nebst a4 den Läufer b2 gewinnen, Weiß hätte daher aufgeben sollen. 30..... 30. a5xb4 31. Tfl-f2 und gab auf. Losung des Problems Rr. 122. Don K. Erlin. 1. Ka2-b3!, Ke5-d5 2. Le3-d4 usw. 1..... Ke5-f5 2. Le3-f4 usw. sein soll. Das Denkmal steht In der Rähe der Durgruine Frankenstein, in einer Lichtung des Waldes, von der aus man einen schönen Fernblick hat. Zur Enthüllungsfeier hatten sich zahlreiche Turner mit ihren Dann em eingefunden. Gauvertteter Roth widmete dem Gedächtnis Emanuel Schmucks ehrende Worte; sein Wirken sei eine Mahnung, deutscher Art und deutscher Erde treu zu sein. Es gelte, an seinem Werke weiter zu arbeiten. Bei Musikbegleitung wurde hierauf das Riederländische Dankgebet gesungen; Gauvertreter Roth sprach im Anschluß hieran tiefempfundene Worte zum Gedächtnis der gefallenen Turner, unter denen sich auch der Gauvettreter Saum befinde. Die Musik intonierte die Weise »3ch hott' einen Kameraden", dann fiel die Hülle. Das Denkmal trägt als Schmuck zwei Schwerter und die vier F der Turner. Die Zuschriften lauten: „3n ehrendem Gedenken feinen im großen Weltkrieg gefallenen treuen Turnbrüdern errichtet durch den Main- Rheingau des 9. Kreises Mittelrhein der Deutschen Turnerschaft" und „Gedenket der Toten und dessen, wofür sie starben". Die Vereine des Gaues legten Kränze nieder. Gauvettreter Roth dankte in einer Ansprache dem Schöpfer des Denkmals Dieter- Rieder-Deerbach und dem Stifter des Steines Decker- Reichenbach. Es folgten dann noch Ansprachen des Forstrats Hofmann im Ramen der Forstbehörde und des Ministettalrats Wagner, der mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland schloß. Rach einigen Liedervorträgen fand die Feier ihr Ende. Rheinhessen. Lpd. Mainz, 5. Sept. (Tel.-Union.) Das sechsjährige Töchterchen des Landwitts Dreivogel in Rieder-Olm, das allein in der Küche war, machte sich am Herdfeuer zu schaffen. Plötzlich wurde es von den Flammen erfaßt und sofott brannten di e Kleider lichterloh. Die Eltern waren im Feld und die im Gatten beschäftigte Großmutter hötte nicht das Schreien des Kindes. Dis die Rach- barsfrau $u Hilfe kam, war das Kind an der linken Seite schwer Derbrannt. 3m Mainzer Krankenhaus ist das Kind unter großen Schmerzen feinen Verletzungen erlegen. Preußen. Kreis Wetzlar. X Dutenhofen, 5. Sept. Eine schwere Blutvergiftung erlitt ein hiesiger älterer Landwirt dadurch, daß er anscheinend eine leichte Verletzung der linken Hand nicht weiter beachtete. Es trat eine starke eitrige Entzündung des ganzen linken Armes ein, die das Schlimmste befürchten läßt. — Eine ziemlich reiche Z w et- sch e n e r n t e steht hier in Aussicht, so daß sich wieder ein lebhafter Handel einstellen dürfte, da alljährlich zahlreiche Aufkäufer aus dem Sieg- und Ruhrgebiet hier einzustellen pflegen, welche die Verfrachtung der Zwetschen in Waggonladungen vornehmen. Auch hiesige Händler vermitteln den Ankauf in großen Mengen. e Lounsbach, 5. Sept. Beim Ausschachten an seiner Daustelle fand der Hüttenarbeiter Karl Kraft von hier in einer Tiefe von 1,90 Meter ein irdenes Gesäß mit 5 6 Geldmünzen, die aus dem 15. und 16. 3ahrhundett stammen. Kreis Biedenkopf. oo Biedenkopf, 5. Sept. Der Kreistag hat die Einstellung von 2000 Mark in den Kreishaushalt zur Gewährung von Zinszuschüssen an Bauernsöhne des Kreises, die sich in den östlichen Provinzen ansiedeln wollen, vorläufig auf fünf Jahre genehmigt. Dillkrcis. bl. Dillenburg, 5. Sept. Auf der Landstraße zwischen hier und Sechshelden stürzte gestern Mittag ein Motorradfahrer namens Emil Röder von Sechshelden. Der Mann erlitt Derart schwere Verletzungen am Kops, daß er dem Dillenburger Krankenhaus zu- gefühtt werden mußte. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 5. Sept. Der Frankfurter Stadtmedizinalrat Dr. Hagen erlitt am Samstagabend auf einer Dienstreise nach Rezept zur Apselweinbereiiung. Die geschälten ober ungeschälten Aeviel werden nach Entfernung aller Druck- oder FaulüeUen kletn geschnitten m einen Siemfluttovf getan Aul 20Vid. Äepsel gtefct man 5 Liter kochendheißes Wasser. Nach dem Erkalten seiht man öen Saft ab, eiblfct ein noch einmal bis -um Kochen und gießt ihn noch einmal kochendheiß auf öte Aeofel. Ist die ganze Masse abgekühlt, so gibt man die zweckmäßig vorgekeimte Vterka-Nüdeshetnier-Hese hinzu, vreßt nach einigen Stunden in einem Tuch mit der Hand, ober in einem Sack, der zwischen zwei Brettern liegt und dessen oberstes Vrctt mit Steinen beschwert ist. ab. Der gewonnene Säst wird in die Gärflasche gefüllt. Dazu gibt man eine zuvor durch Kochen und Abschäumen bereitete Lötung von 1.50 ■ g Zucker in einem Liter Wasser und läßt in gewohnter Weise unter Gärverschluß vergärew Diese Sonderart Bierkawetn ist einfach hervorragend. |6522A MASSA^y ZIGARETTE ZIGARETTE EDEL W6E OED NAME Darmstadt in der Nähe von Langen einen schweren Unfall. In der Dunkelheit stieß das Motorrad, auf dessen Soziussitz eine junge Dame sah, mit einem unbeleuchteten Fuhrwerk zusammen. Die Dame erlitt dabei so schwere Kopfverletzungen, daß sie noch in derselben Nacht im Langener Krankenhaus verstarb. Dr. Hagen erlitt eine schwere Schädelverlehung. doch soll er sich bereits auf dem Wege der Beiserung befinden. Lebensgefahr besteht nicht mehr. Am Hellen Tage aus dem Gefängnis entsprungen WEN. Frankfurt O.M., 5. Sept. Einem der kühnsten und verwegensten Einbrecher, dem Elektrotechniker Wilhelm Stegmann, gelang es am gestrigen Sonntag, aus dem hiesigen Gerichtsgefängnis zu entweichen. Stegmann, der auch schon aus dem Diezer Zuchthaus aus- gebrochen ist, betrieb seinerzeit mit dem gleich übelberüchtigten Fassadenkletterer Harrs Brey Billeneinbrüche, wobei beide mehrfach ihre große Kletterkunst bewiesen und dabei sich unheimliche Dinge leisteten. Es gab Fälle, in denen sie urplötzlich mit Blendlaternen und geladener Pistole vor den Betten schlafender Personen standen, woben sie zur älnkenntlichmachung rote Kapuzen vor dem Gesicht trugen. Bor einigen Wochen wurden beide deshalb zu je 15 Iahren Zuchthaus verurteilt. Stegmann hatte sich die Zeit nach dem Spaziergang der Häftlinge zur Flucht erkoren und ist amhellenTageüber das Dach des Gefängnisses entkommen. Wirtschaft. Von den Schlachlviehmärklen. An den Schlachtviehmärkten der vorigen Woche genügten die Zufuhren, mit Ausnahme von Schweinen, in allen Gattungen. Die Auftriebszahlen bewegten sich auf der Höhe der Vorwoche, nahmen jedoch bei Schweinen als Auswirkung der lebhafteren Nachfrage gegen Ende der Woche zu (81 000 gegen 78 000 in der Vorwoche). Die Geschäftstätigkeit war bei Rindern und Kälbern auf Grund der Beeinträchtigung des Konsums durch das sommerliche Wetter nicht besonders rege, zumal auch die Fleischgrohmärkte meist wenig günstig verliefen und der Export große Zurückhaltung an den Tag legte. Bei Großvieh trat in fast allen Gattungen ein, wenn auch nicht erheblicher, Preisdruck ein. Vielfach erreichten nur beste Stalltiere die vvrwöchigen Preise. Namentlich waren Bullen vernachlässigt. Kälber konnten die alten Notierungen in der Hauptsache halten. Beste Mast- und Saugkälber profitierten in den Spitzenqualitäten durchweg um 1 bis 2 Pfennig. Schafe hatten bet üblichem Absatz unter Bevorzugung von prima Stallämmern verschiedentlich unbedeutende Preiserhöhungen zu verzeichnen. Schweine zogen auf der ganzen Linie Weiler namhaft an. Sehr gesucht waren besonders gute, magere Tiere, aber auch beste fette Schweine wiesen etwas mehr Nachfrage als in der letzten Zeit auf; Das Angebot 'wurde meist glatt und restlos geräumt, wobei Preisaufbesserungen von 3—6 Pfennig, vereinzelt auch 7 Pfennig die Regel bildeten. Es wurden in Pfennig per Pfund Lebendgewicht notiert: Berlin Bremen Breslau Chemnitz Dortmund Dresden Düsseldorf Elberfeld Essen Frankfurt M. Hamburg Hannover Husum Karlsruhe Kassel Kiel Köln Leipzig Magdeburg Mannheim München Stettin Stuttgart Zwickau Rinder Kälber 22-61 60-88 25—59 50-85 18-61 50-76 23-62 60-70 25—60 60—95 25-66 62-90 23—63 50 - 85 25-62 58-88 30-63 55-115 30 - 67 60 - 83 17-58 32-87 25 - 60 45 - 86 20-60 21—64 58-80 36-65 60-72 21-57 39-87 25-66 60-120 25-66 55-83 22-63 45-88 14-62 55-82 21-65 70-84 15 - 60 40 - 80 15-65 48-82 15-62 60-74 Schafe Schweine 33 - 67 65 - 74 35-60 55-70 31-60 58-70 55-65 65-77 60-73 45 - 69 60 - 77 40-45 63-78 62-78 28-57 60-74 34-55 62-76 25-62 60-74 25-62 60-74 42 - 54 — — 55-74 - 60-74 36-62 43-71 40-57 60-76 40-66 60-78 40-60 56-75 40-45 65-75 54-74 20-58 55-74 - 54-71 40-60 62-78 • Zufriedenstellende Lage der Waggvnindustrie. Die Weiterentwicklung der Lage in der Waggonindustrie, die sich in den letzten Monaten im allgemeinen leicht gebessert hat, wird nicht ungünstig beurteilt. Erzeugung und Absatz sind zufriedenstellend, allerdings sind die Preise infolge des starken inländischen und ausländischen Wettbewerbs sehr gedrückt. Der Auftragsbestand hat sich durch die Bestellungen der deutschen Reichsbahn gehoben. Es stehen neue Aufträge unmittelbar vor der Vergebung. Der gegenwärtige Auftragsbestand und die neuen Aufträge werden den einzelnen Werken, soweit sie an ihnen beteiligt sind, voraussichtlich für das nächste Halbjahr eine genügende Beschäftigung sichern. • Deutsche Schiff- und Maschinenbau - A. - G. In der gestrigen Aufsichtsratssitzung der Deutschen Schiff- und Maschinenbau- A.-G. in Bremen wurde dem vorgeschlagenen Projekt einer Fusion mit der Stettiner Ma- schinenbau-Actiengesellschaft Vulcan zugestimmt. Die deutsche Schiff- und Maschinenbau-A.-G. wird ihr Aktienkapital um 5 Mill. Mk. erhöhen: der Umtausch der Vulcan-Aktien soll im Verhältnis von 1:1 erfolgen. * Günstiger Zementabsatz. Der Monat August hat gegenüber dem gleichen Monat der Iahre 1926 und 1925 wieder eine Steigerung des Zementabsatzes gebracht. Wie der Norddeutsche Zementverband mitteilt, hat auch der Export eine entsprechende Erhöhung aufzuweisen, wenn auch die Ergebnisse aus den Lieferungen nach dem Auslande nicht befriedigen konnten. Durch den deutsch-französischen Handelsvertrag ist eine allgemeine Senkung des Zementzolles um 25 Prozent eingetreten, die von der Industrie als ein großer Nachteil empfunden wird. Rindermarkt in Gieren. Gießen, 6. Sept. Auf dem heutigen Nutzviehmarkt waren 893 Stück Großvieh und 412 Kälber aufgetrieben. Auswärtige Käufer waren zahlreich vertreten. Der Markt nahm einen guten Verlauf; es wurde ausverkauft. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe, 1. Qual., 650 bis 700 Mk., 2. Qual. 500 bis 600 Mk., 3. Qual. 250 bis 350 Mk.; Rinder, ein- bis zweijährig, 180 bis 250 Mk.; Zuchtkälber bis zu 2 Wochen, 75 bis 80 Mk. Bessere Tiere wurden über Notiz bezahlt. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 6. Sept. Tendenz: schwächer. — An der heutigen Börse setzte sich biß A b - wärtsbewegung fort. Die allgemeine G e - schäftsunlust und Zurückhaltung hat ein kaum noch überbietbares Ausmaß erreicht. Der Geldmarkt steht weiter im Mittelpunkt der Besorgnisse, dessen Entwickelung zum Vierteljahres- Ultimo die Tendenz wesentlich beeinflussen wird. Termingeld bleibt weiter stark gesucht. Verstimmend wirkte vor allem der Rückgang des Absatzes in Kali und die weitere Ausdehnung der Lohnbewegungen im Reiche. Neben Blankoabgaben der Baissespekulation sollen auch Verkäufe aus der Provinz Vorgelegen haben. Schon verhältnismäßig geringes Angebot drückte infolge der Aufnahmeunlust stärker auf -das Kursniveau, so daß die Mehrzahl der Papiere gegenüber dem gestrigen Abendstande Einbußen von 1,5 bis 4 Prozent erlitten. Stärker gedrückt waren wieder Zellstoff- Wal d h o f mit minus 7 Proz. und Rhein. Braunkohlen, sowie Riebeck, die je 5 Prozent verloren. Scheideanstalt minus 4,25 Prozent. Gut behauptet lagen Metallbank. Als einziges Papier waren Voigt & Haeffner um 1 Proz. befestigt. Deutsche und ausländische Renten fast geschäftslos bei rückläufigen Kursen. Jrn weiteren Verlaufe staa- ' vierte das Geschäft fast vollkommen. Die Kurse gingen weiter beträchtlich zurück. I. - G. - F a r b e n senkten sich bis auf 276 Prozent (minus 5 Proz.). Die Unsicherheit und Nervosität nahm noch zu und führte zu weiteren Leerverkäufen, die erneut auf die Kurse drückten. Im Devisenverkehr notierten: die Reichsmark gegen Kabel 4,2041, gegen London 20,442; Paris gegen London 124,03; Mailand 89,85; Madrid 28,60. Berliner Börse. Berlin, 6.Sept. Auch heute hält die Lustlosigkeit und Unsicherheit an, zumal wieder eine Reihe ungünstiger Momente die Stimmung beeinflußte. Der Kaliabsatz ist stark zurückgegangen; die Konjunkturaussichten in derSchwerindustrie werden Pessimist i s ch beurteilt. Verstimmend wirkten weiter Pressenachrichten aus Neuyork und London, wonach man an diesen Plätzen weiteren Auflegungen von deutschen Anleihen nicht allzu günstig gegenüberfteht. Schließlich tragen auch die sich immer weiser ausbreitenden Lohn- kämpfe in Deutschland zur Beunruhigung bei. Der Geldmarkt ist im wesentlichen unverändert, von einer Entspannung ist nichts zu merken. Die Sätze blieben unverändert. Das Publikum, das noch bisher an einigen Werten fefthielt, wird allmählich mürbe, um nicht zu große Einbußen zu erleiden. Das herauskommende Material fand nur zu 2 bis 6 Prozent niedrigeren Kursen Aufnahme. Qstwerke verloren 13 Prozent. Die Rentenmärkte blieben vernachlässigt. Der Verlauf war sehr uneinheitlich und stark schwankend. Die Kurse waren noch 0,5 nach oben oder unten verändert. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 6. Sept. Weizen tvar heute gut angeboten, die Mühlen zahlen heute nur für besonders gute Ware 27,50 Mk. franko Frankfurt a. M. Roggen ist dagegen weiter knapp und wird eher über Notiz bezahlt. Mais liegt ganz besonders still. Kleie ist unverändert. Es wurden notiert: Weizen (Wcckerauer) 27.75; Roggen (inl.) 24 bis 24.25; Sommergerste für Brauzwecke 26.50 bis 28; Hafer (inl.) 23 bis 24.25; Hafer (ausl.) 24 bis 25; Mais (gelb) 19.25; Weizenmehl (inl., Spezial 0) 39.50 bis 40; Roggenmehl 35 bis 35.50; Weizenkleie 13.25; Roggenkleie 13.50. Frankfurter fiarioffclnotierungen. LPD. Frankfurt a. M., 5. Sept. (Täl.) Es notierten je 50 Kilo Frachtparität Frankfurt: weihschalige und weißfleischige Kartoffeln 3 Mk., runde gelbfkeischige Kartoffeln 3 bis 3,25 Mk. Tendenz ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 5. Sept. Das Inlandangebot von Weizen und Roggen hat sich zwar weder verstärkt, noch ist es dringlicher geworden, bei Roggen macht sich sogar eher Materialknappheit geltend, Haferrealisationen und Verkaufsaufträge hatten eine Senkung des Preisniveaus um 1,50 bis 2 Mark zur Folge. Bei Weizen war hierfür auch das Nachlassen des Mehlgeschäftes mit verantwortlich. Für sofort verladbaren Inland- roggen werden nach wie vor reichlich Aufgelder bezahlt, doch mangelt es an Angebot. Arn Mehlmarkt besteht lediglich Nachfrage nach Lokoware, während größere Abschlüsse per später kaum zustande kommen können. Roggenmehl blieb im Preise unverändert. Weizenmehl war 0,25 Mark billiger zu haben. Hafer ist nunmehr auch in besseren Qualitäten vermehrt angeboten, liegt aber etwas schwächer. Mittlere und abfallende Sorten werden verschiedentlich dringendst offeriert und sind kaum unterzubringen. Sornmer-- gerste ist fast geschästslos, z. T. infolge der unnachgiebigen Haltung der Provinz und auch Wintergerste blieb ziemlich ohne llrnsah. Cs notierten für je 1000 Kilo: Weizen, märk. 264 bis 269, Sept. 278 bis 277, Ott. 276,50 bis 276, Dez. 276,50 bis 275,50 bis 276 (schwach»; Roggen, märk. 240 bis 244, Sept. 251 bis 250,50 bis 251,50, Ott. 246 bis 246,50, Dez. 243 bis 242 bis 242,75 (matter); Sommergerste 220 bis 266; Wintergerste und Futtergerste 203 bis 209; Hafer, märk. 197 bis 214 (matter), Dez. 211 (matter) ; Mais, La Plata 197 bis 198 (ruhig); Raps 295 bis 305; für je 100 Kilo: Weizenmehl 37,50 bis 37,25 (ruhig); Roggenmehl 32,50 bis 34 (still); Weizenkleie 15,75 bis 16 (ruhig); Roggen- fleie 15,25 bis 15,50 (ruhig); Viktoriaerbsen 44 bis 50, kleine Erbsen 24 bis 27; Futtererbsen 21 bis 22; Peluschken 21 bis 22; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; Rapskuchen 15,80 bis 16,20; Leinkuchen 22,60 bis 23,1p; Sohaschrot 20,10 bis 20,60; Kartoffelflocken 23 bis 23,50 Mk. Berliner Börse. Berlin, 6. Sept. (WTB. Funkspruch.) Der heutige Vormittagsverkehr bietet dasselbe Bild der Geschäftslosigkeit wie gestern. Bei den Banken liegen keine Orders vor, und die Spekulation wartet bis zur Börse. Der starke Rückgang des Kaliabsatzes im August und die sich immer ausbreitenden Lohnkämpfe verstimmen. Man hört nur einen Farbenkurs von 284 eher Brief. Am Devisenmarkt kommt London gegen Paris auf 124,02, Mailand 28,825 und Kabel 4,86075. Buntes Allerlei. Die Opfer der „Oniuwan'-Filmgefellfchaft. Wenn es auch eine Filmgesellschaft unter dem angeführten Namen in Wirklichkeit gar nicht gibt, und man dieserhalb annehmen sollte, daß es infolgedessen keine Opfer des Oniuwan-Filmes geben könnte, so können wir versichern, daß doch etwas Wahres an der Geschichte ist. Die Oni- uwan-Filmgesellschaft ist freilich nur das Phantasiegebilde eines jugendlichen Schwindlers, der für diese Gesellschaft „hausieren" ging. Seine Spezialität waren dabei gewöhnlich junge Mädchen, die er auf der Straße kur-erhand ansprach, ihnen etwas vom Film und Filmbetrieb erzählte und ihnen schließlich versprach unter Vorzeigung aller möglichen gefälschten Legitimationen, sie beim Film als Komparsen unterzubringen. Die ahnungslosen jungen Mädchen waren natürlich für die Vorschläge ihrer neuen Bekanntschaft stets Feuer und Flamme, und akzeptierten das Anerbieten sofort. Es wurde dann nur noch ein Besuch bei den Eltern vereinbart, bei dem das weitere besprochen werden sollte. Dort wurde dann jedesmal ein regelrechter Vertrag mit hohen Gagen festgesetzt und lediglich bestimmt, daß auch eine Untersuchung bei einem Vertrauensärzte notwendig sei. Für diesen Vertrauensarzt nun aber mußten jekesmal im voraus 10 Mk. hinterlegt werden. Dann war alles fertig und die Mädchen durften im Atelier der phantastischen Oniutoan erscheinen. Das fiel ihnen aber recht schwer, denn dort, wo sie hinbestellt waren, wußte niemand etwas von ihrer Existenz. Die Mädchen, die bereits davon geträumt hatten, einmal als berühmter Star der Oniutoan die ganze Welt zu begeistern, waren die Reingefallenen und mußten unverrichteter Dinge wieder öai'ontreiften. Der jugendliche Schwindler hat es bisher verstanden, allen Verfolgungen aus dem Wege zu gehen. Der Reinfall, den die geprellten Mädchen aber erlebt haben, soll andern bei ähnlichen Vorkommen zur Warnung dienen. Glatze, 6uß und Lippenstift. Ein Kuß, das ist ein schnurrig Ding. Schnurriger ist er noch, wenn er auf die Glatze eines Kabarettbesuchers fällt, am schnurrigsten bann, wenn er unter diesen ümftänben zum Gegenstand eines langwierigen Prozesses wird. Der Kuh, um den es sich in diesem Falle handelt, war, wie angedeutet, einem Kabarettbesucher auf die Glatze gedrückt worden, hatte dort sichtbare Zeichen seiner Existenz hinterlassen, und diese Zeichen hatten sich schließlich auch auf das Taschentuch des Kußempsängers übertragen und waren zu Gesicht der Ehehälfte des Kabarettbesuchers gekommen, die aus diesen Anzeichen einen infamen Ehebruch konstruierte, sich nicht belehren und besänftigen ließ und kurzerhand Scheidungsklage einreichte. Vor Gericht hatte man nun Gelegenheit, die ganze Vorgeschichte und den Verlauf dieser Kutzangelegenheit zu verfolgen. Gemessen und ruhig trat der auf die Glatze Geküßte in den Verhandlungsraum ein, und erschien von vornherein des Sieges im Laufe dieser Gerichtsverhandlung gewiß zu sein. In seiner Begleitung befanden sich ein Chemiker, der Conferencier eines Tanzlokals, zwei bildhübsche Tänzerinnen und drei Herren des besagten Lokales, in dem der streitbare Kuh gefallen war. Daun begann die Verhandlung, in der zuerst die beiden Tänzerinnen das Wort ergriffen und eingehend ihre Kuhmethoden zu schildern begannen. Diese sind so: Während die eine sich auf der Bühne produziert, geht die andere auf einen ^beliebigen Herrn im Zuschauerraum zu, der eine Glatze hat, drückt ihn darauf einen Kuh unter allgemeinem Beifall der Zuschauer und hinterläßt einen schönen roten Abdruck der Lippen. Also war es auch bei dem Ehebrecher geschehen. Dann kam der Chemiker zu Worte. Aus Grund seiner genauen Untersuchungen hatte er feststellen können, dah die Lippenschminke des Taschentuchs von jenem Programmkuß herrührte. Die drei Gäste des Lokals bezeugten, dah es sich so verhalten habe. Da blieb den Richtern denn weiter nichts mehr übrig, als die Scheidungsklage der sich betrogen fühlenden Frau abzuweisen und eine Versöhnung, die auch tatsächlich vollzogen wurde, vorzuschlagen. Die ehemaligen Prozehgegner mitsamt den Zeugen und den beiden Tänzerinnen feierten dann bei einem guten Souper die Versöhnung, bei dem es dann allerdings nicht noch einmal zu dem gefährlichen Glahenkuh kam. Der Geburtstagswunsch des 70-Iahrigen. Die Deutsche Luft-Hansa bekommt viele Anfragen, die bei anderen Verkehrszweigen, mit denen das Publikum seit langem verwachsen ist, ausgeschlossen wären-eine Tatsache, die begründet liegt in der Neuartigkeit des Luftverkehrsgedankens. Wollte also jünqst ein Herr aus Zschopau aus Anlaß seines 70. Geburtstages das modernste Verkehrsmittel zu einer Reife benutzen. Er bestellte bei der zuständigen Flugleitung feinen Platz und schloß mit den Worten: „Meine jetzigen Zeilen wollen Sie bitte als Anmeldung betrachten, damit mir auf jeden Fall ein Sitzplatz gesichert ist, da ich das Stehen nicht lange vertragen kann, denn ich bin bereits 70 Fahre alt.“ Da es im Luftverkehr keine Stehplätze gibt, sondern Plätze nur nach Maßgabe der vorhandenen Sitzgelegenheiten verkauft werden, konnte der Wunsch des alten Herrn ohne weiteres erfüllt werden. Sommerkur fUr RierweiBBireinke und Nervös-Erschöpfte. Spezialkuranstall Hofhela Im Taunus bei Prankiurf a. M. - Prospekte durch Dr. M. Schulze-Kahleyss, Nervenarzt Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchloffenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Frankfurt a Ri. Berlin Schlich- Kurs ''Uhr- Kurs Schluß. Kurs Anfang Kurs Datum: 9. 6. 9. 5. 9. 6. 9. 5°/0 Dt. Reichsanleibe o. 192? Dt. Aul Ablos. Schuld mit »7,1 — 87,5 — Auslos -Rechten . . . . 54,9 65 55,3 65,2 Desal. ohne ÄuSlos.-Rechten '°/o Franks. Hl-p.-Bk. Go>opf unkündbar bis 1932 .... 14,1 14 14 13.9 — — — — <'/?/» Rheinische Lvp -Bank 2tqu -Goldpf...... A E. G abg VorkriegS-Ob- — — — Hgationen, rückzahlbar 1932 — — — — 4% Schwei;. Bundesb.-Anl. — — — — 4°/o Oestereichische Goldrte. . 27 — — — 4.20°/, Oesterreich. Silberne . 5 — 4.8 — 4U/O Oesterreich, cinbeitl. Rtc — — — — 4°/0 Ungarische Goldrte. 25,5 — 25,9 25,9 4°/o Ungarische Staatör. 0.1910 — — — —— 41/i% desgl. von 1913 ... — — — —— 4°/, Ungarische Kronenrte . . — — 2,1 4% Türk. Zollanlcihe v 1911 4°/0 Türk. Bagdadbahn-Anl. 13 — 13,3 — ■acric 1....... 15 _ 4°/c desgl. Serie II..... — 13,25 12,7 4°/0 Rumänen convert. Rte. — — — 4,/3°/o Rumänen Goldanl. . von 1913 14.25 — 14 — Alla Deutsche Eisenbahn .41/, 83 — 82 81 Hamburg-Anierila Palet. . 6 144 143 143,25 143 oamb.-Südam Tampssch. .8 — 217.25 215,7a Hansa Dampfschiff . . .6 — — 2,0,75 — Norddeutscher Llovd • . 6 144,75 143.5 144.25 143.25 .lug. Deutsche Crcditanst.. io 143 142.25 142.75 141,7a Barm, r Bankverein - io in 14D 141.75 140 Berliner HandelSqcsellsch. 12 Commerz- und Pnvat-Bk. 11 236 168 165.5 237.5 167.75 235 166,4 Tarmst. b. Nationaldank. 12 221.5 217 219,5 218 Deutsche Bank......10 159 157.5 158 158 Diskonto-Gesellschast Ank. 10 152,13 151 152 150.65 Dresdner Bank . .... 10 159 156.6 159,25 157 Mitteldeutsche Creditbank . 9 223 222 228 222 Metallbank..........8 141 141 141 — Rcichsbank ...... . 10 166,25 — — 167,75 Frankfurt a. M. Berlin Schtuh Kurs | -Uhr. 1 Kurs Schilch- Kurs Anfang Kurs Datum: 5.9. 1 5. 9. | 6. 9. A.E G..........7 178,65 176,4 176,75 175.5 Bergmann..........8 187 185.5 187,25 185,13 Elektr. Lieferungen . . . 10 183 18U 181,25 — Licht und Kraft......10 198 197,75 197 Felten & Guilleaume ... .6 133 130.5 133.13 131,13 Äef. f. Elektr. Untern. . . 10 Hamb. Elektr. Wefte ... 10 262,75 259 260 258 — — 163 161 Ähcin. Eleltr.......8 156,5 155 159 155 Schiel. Elektr........lo — — 167.5 166,5 Schuckert . ........7 196,5 195.25 198 195,9 Siemens ± Halske . ... 16 278.5 275.5 278 275,75 Transradio..... .... 8 — — 128 126 Labmevcr & Co........9 170 — 167 164 BuderuS..........0 105.5 104 105.13 104 Deutsche Erdöl.......G 117 144,25 146.5 144.5 Essener Steinkohle.....8 — — 154.5 154.5 Gelsenkirchener . f. '/, I. 4 152 150 150,75 150 Harpencr . ......8 196.5 196.25 197,75 — Hoesch Eisen.......... — — 166,75 162 Ilse Bergbau . .......8 147 253 250 148.5 253 145 5 Köln-Ncuessen ......5»/, — — 163,75 160.5 Mannesmann ■ .f. V« 8 4 162,75 161.65 163,75 161 ManLleldcr..........7 Obcrlchlcs. Eilend. Bedarf 0 120,5 — 120 118.13 — — 91.5 87.2t Öberschlcs. Kokswerke . . .0 Phönix Bergbau. f. I 3 Rheinische Braunkohlen . io — — 98 97 112 _ 112,13 110.6a 239 234.25 238 235.5 Rheinstahl ... . . .0 184 181.25 182.75 180 Riebeck Montan.......6 161 159 163 159,25 Bereinigte Stahlw. f. ’/» 8 3 Otavi Pkirren......1 sh 125 124 125 124 a — 33,4 Kali Aschersleben.....lo 166 161,25 168 163 KaltWetteregelu ... . . io 176 177,5 174.25 Kaliwerk Salzdetfurth . . 12 230 - 234.5 230.9 8 G- Farden-Jnduftrle. 10 Dynamit Nobel ......o 284 281 283,25 135,5 280.25 134 Scheideanstalt ....... .8 211,25 207 Goldschmidt..... .5 126,25 124 127 RütgcrSwerke ....... .0 94 91.5 93,75 91.9 Metallgcsell'chaft.....10 185 5 181 — — Frankfurt a.M. Berlin Schlu.i» 1-Uhr. ISchluh. Anfang Kurs Kurs Kur» 1 Kurs Datum: 5. 9. 6. 9. 5. 9. 6. 9. Philipp Holzmann . ... 12 191,5 188,25 190 189,25 Heidelberger Ccment . . 8 158 135,5 — Gement Karlstadt......s 181 - Wahß 6 italienische Noten...... 22,82 22.92 Norwegische Noten...... 109,68 110,12 Deuisch-Oeste: r,5100 Kronen 59.15 59,39 Rumänische Noten...... 2,57 2,59 Schwedische Noten...... 112,62 112,98 Schweizer Noten....... •<(1,80 81,12 Spanische Noten . ...... Tschechoslowakische Noten . . 79,66 12,415 70,74 12,475 Ungarische Noten 73.34 73,64 5. Scptbr. 6. Septbr. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld «rief Geld Briet , Autft.» Ron 168,32 168,66 168,30 168,64 Buen.-Aires l,79i 1,798 - 1,79 t 1,797 Brss.-Antw >8,47 >8,59 58.465 58,685 Ehristiania. 104,99 110,21 110,13 110,35 Kopenhagen 112,47 112,69 112,41 112,65 Stockholm . 112,80 113,02 112,74 112,95 SelsingforS. Italien. . . London. . . Ncupork . . 10,573 22,795 10,593 22,833 10,574 22,81 10,594 22,85 -0,417 -0,457 .0,414 20,454 1.201 1,209 1,200 1,265 Paris. . . . 16,46 16,50 16,465 16,505 Schwei; . . -0,98 >1,14 ,0,99 ol,15 Spanien . :o,88 71,02 70,91 71,05 Japan . . - Rio de Jan. 1.987 1,991 1.981 1.985 .4975 '1,4995 1.4978 0,4998 Wien in T-° Oest- abgoft 19,21 59,33 59,20 69,32 Prag .... 12,451 12,471 12,418 12,468 Belgrad . . 7,397 7,411 7,399 7,4i3 Budapest. . Bulgarien . 73,51 ),035 73,65 5,041 73,47 3,034 73,61 3,040 Lissabon - - -0,20 20,24 20,35 20,42 Danzig. . . Konst intin- 81,415 81,575 81,40 81,56 130 2,134 2,125 2,129 Atncn. . . 5,514 5,626 6,494 6.506 Canada . 1,200 4,208 1.191 4.207 Uni aat). . 1,176 4.184 4,196 4,-04 20,975 Cairo . . .0.937 20.977 20.935