Nr. 182 Erstes Blatt 177. Jahrgang Samstag, 6. August <927 Erscheint täglich,sicher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. monats«Be3ngsprei$: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger, lohn, auch bei Richter» scheinen einzelnerRummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger riehen. Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11686. ®iciieitcr 2ln seiger General-Anzeiger für Oberhesfen vnick und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steinöradetei H. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Seschaftsstelle: Schulitratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Rachmitlag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen leil Ernst Diumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Weltpolitische Gegensätze. Die Genfer Dreimächtekonferenz hat erwiesen, daß auch die angelsächsische Einheitsfront Bruchstellen hat. Hatte man sich auf der Washingtoner Konferenz von 1921 über die Grohtonnage zwischen 10 000 und 35 000 Tonnen pro Schiff insofern geeinigt, als die Grundzahlen 5:5:3 (England -Vereinigte Staaten:2apan) England und den Vereinigten Staaten das gleiche Etärleverhältnis zubilligten, so sollte nach amerikanischer Auffassung nunmehr auch die Kleintonnage diesen „Abrüstungsbestimmungen" unterworfen werden, das heißt: der tatsächliche V o r s p r u n g, den sowohl England wie Japan heute noch im Kleintreuzerbau besitzen, zugunsten der Vereinigten Staaten nivelliert werden. Das Interesse Amerikas lag zunächst zweifellos mehr in der Richtung einer „Kontingentierung" der japanischen Schlachtflotte; aber die Schärfe der Verhandlungen auf dieser Konferenz brachte mit sich, dah mehr und mehr England zum un- hoslichen Gegenspieler wurde, während Japan, in kluger Ausnützung der Situation, den ausgleichenden Vermittler zu spielen wußte. Die wachsende Rervvsität Englands scheint begreiflich, da ihm in erster Linie an der durchgegliederten Sicherung des Empire gelegen ist, und auch diese Flottenkonferenz ein Teilstück aus der „Krise des Weltreichs" darstellt. Doch die glücklichere Reberlegenheit der Vereinigten Staaten, das wesentliche Ergebnis des Weltkrieges, trat auch hier zutage: auch England ist abhängig geworden und muh um so mehr Rücksichten nehmen, als es mit dem Zweimächtc-Standard endgültig vorbei ist. Auch die augenblickliche Heber» legenheit in kleinen Kreuzern bleibt eine Frage der Zeit. Hm die machtpolitische Grunddiskussivn dieser sonderbaren Abrüstungskonferenz in Genf (deren Auswirkungen auf die allgemeine Abrüstungsfrage bald zu spüren sein werden) lagerte sich diploinatisches Rebenspiel genug. Der Kredit Japans, das schon auf Grund seiner Armut an Eisen auf die Rückendeckung eines Mächtigeren angewiesen ist, stieg im Kurs. Aber auch die russische Politik gewann Aussichten, die durch den Abbruch der englischen Beziehungen verursachte schwere Kreditschädigung zu mildern; und die amerikanische Wirtschaft war gegen den englischen Freund unhöflich genug, ihrerseits diesen Möglichkeiten nachzugehen. Zwar führten die mit Rußland angeknüpften Vertragsverhandlungen der Standardgruppe nicht zum Ziel (die englische Intervention wirkte und mit ihr zusammen der Zwang zur Rücksichtnahme auf die in Mexiko liegenden amerikanischen Oelinteressen); doch schon die Bereinigung der amerikanisch- russischen Streitigkeiten in Sachen der sogenannten Tschraturykonzessionen des Harrimankonzerns sowie weitere Kreditverßandlungen haben zweifellos den englischen Vorstoß gegen Rußland bedeutsam abgeschwächt und das bolschewistische Selbstgefühl gesteigert. Auf der anderen Seite spürte Frankreich im englisch-amerikanischen Gegensatz ein wärmeres Interesse von feiten des englischen Alliierten, koobei selbstverständlich dieses Interesse sich in entgegengesetzter Richtung nach Deutschland hin auswirkte. Die deutschen Dokumente über Orchies haben einwandfrei klargestellt, dah die deutschen Truppen 1914 diese französische Ortschaft, in der deutsche Soldaten grausam verstümmelt waren, nach dem geltenden Völkerrecht bestraften. Die Bemühungen Poin- carös und der französischen Regierung, mit Hilfe falscher Zeugen diese Feststellungen zu widerlegen, verstärkten lediglich die französische Schuld. Wenn die „Times" trotzdem mit überraschendem Temperament die Partei Poincares nahm und an Deutschland das groteske Ansehen stellte, die Veröffentlichungen über die Kriegsschuld und die Verletzungen des Völkerrechts im Kriege einzustellen, so offenbarte diese Stellungnahme nur um so deutlicher, daß es den Eirg- ländern im Rahmen der augenblicklichen Weltlage weniger auf das Völkerrecht als auf das eigene Interesse ankommt. Richt die deutsche Regierung, welche die französische These über die Vorgänge irt Orchies pflichtgemäß berichtigte, verstieh gegen den „Geist von Locarno", sondern der Kriegsredner Poincare. Im übrigen hatten die „Times" in diesem Zusammenhänge nicht mehr zu erwähnen brauchen, daß die „Atmosphäre der Verständigung gestört" sei. Diese Störung wird so lange dauern, als die Besatzung des Rheinlandes nicht verschwunden ist bzw. über diese trennendste Frage eine das deutsche Lebensrecht berücksichtigende Einigung erzielt wurde. Atmosphäre der Verständigung? Der sogenannte „Dahnschuh" im Saargebiet (der bekanntlich auch aus englischen Truppen besteht) stört sie ferner nicht minder als die blutigen Hebergriffe polnischer Matrosen in Danzig. Mit der Erörterung der Kriegsschuldfrage und der Kriegsverbrecher von feiten Deutschlands (wie wäre es im Kriege einer deutschen Ortschaft ergangen, wo Engländer oder Franzosen ihnen angehörende Soldaten ver- Die Militärkontrolle des Völkerbundes. Der französische Außenminister scheint von seinem Augenleiden so weit befreit zu sein, daß er sich wieder einigermaßen um sein Ressort kümmern kann. Seine erste Amtshandlung sieht aber gerade nicht danach aus, als ob er noch immer der ist, als den er sich bisher hinstellen lieh. Es scheint auch bei ihm vom vielgepriesenen Geist von Locarno verdammt wenig übrig geblieben zu fein. Das zeigt die just in diesem Augenblick erbittertster Angriffe und Verleumdungen Deutschlands durch die französische Presse vorgenommene Veröffentlichung seines Briefes an den Sekretär des Völkerbundes, in dem er ihn davon in Kenntnis seht, daß die Interalliierte Militärkontrollkommission in Berlin auf gehört habe zu bestehen und dah nunrnegr die Befugnisse dieses Instituts auf den Dölkerbundsrat übergegangen seien. An sich mag es ja richttg fein, dah dieser Brief durchaus harmloser Ratur ist und nur feststellt, welche Situation für den Völkerbundsrat durch die Auflösung der Kommission entstanden ist. Dah aber Briand diesen Brief gerade jetzt durch die Pariser Presse gehen Üht, gibt doch zu denken. Wir haben ihn bisher für den Mann gehalten, der ehrlich für eine Verständigung mit uns eintrat, der aber nicht die nötige Ellenbogenfreiheit hatte, um sich durchsetzen zu können. Wir glaubten auch, er würde, wenn er wieder in das Amt zurückkehrt, sofort dafür sorgen, dah die gegen uns eingeleitete Hetzoffensive abgestoppt würde. Richts von alledem ist mehr zu spüren. Er hat noch ein übriges getan und den Kreisen um Poincare neues Material geliefert, mit dem sie im Auslande hausieren gehen werden. Denn dieser Brief ist für unsere Gegner ein heiliges Dokument, geht doch aus ihm klipp und klar hervor, daß wir noch mit mancherlei Abrüstungsverpflichtungenrückständig sind. Man wird sich zwar hüten, den Brief objektto zu behandeln und ihm Kommentare mit auf den Weg zu geben, die den tatsächlichen Verhältnissen Gerechtigkeit widerfahren lassen. Davon kann für die französische Propaganda natürlich keine Rode sein. Aber eins ist doch auch noch bezeichnend: was der fran- zösifche Außenminister, nxmn er es mit seiner Verständigung wirklich ehrlich meint, hätte unterlassen können, ist der Hinweis auf etwaige Inoestiga - Hauen des Völkerbundsrates. G,erade dieser Passus vermag eine Stimmung im Auslande bervor- zurufen, die uns außenpolitisch von ungeheurem Schaden sein kann. Aus dem einen Satz, daß der Rat gegebenenfalls von seinem Jnveftigationsrecht Gebrauch machen könne, geht für uns auch hervor, welches Ziel mindestens die französische Regierung anfteuert. Mögen die amtlichen deutschen Stellen behaupten, daß uns aus der Erledigung der kleinen Restpunkte (Küstengeschütze, Kasernen und Polizeibeamtengesetz) keine Schwierigkeiten mehr entstehen können, so kann man demgegenüber immer wieder nur daran erinnern, daß auf französischer Seite der feste Wille besteht, uns niemals aus der militärifdjen Ueberwachung herauszulassen. Genau wie bei den Ostbefestigungen werden wir auch bei den Küstengeschützen uns mit den Franzosen wegen einer Inspektion herumzustreiten habe». Die Gile,*mit der men die Abwicklung der letzten Abrüstungsfragen auf den Völkerbund übertrug, spricht dafür, daß die Pariser Regierung den Vorsitzenden des Jnvesnga- tionsEomitees, den französischen General Bara > t i e r, nicht mehr allzu lange ohne Beschäftigung lassen will. ———Ml—,—T^T-r, M! ■■■■■—T-rr-FTT— ftümmett auf gefunden hätten?) hat „Atmosphäre" und Verständigung nichts zu tun. Ja, gerade weil das entwaffnete Deu:schtum nicht über die im Machtkampf sonst selbstverständlichen Mittel verfügt, wird es um so lauter und deutlicher das unveräußerliche Recht für sich in Anspruch nehmen, die Wahrheit zu sagen. Vorbesprechungen im Reichskabinett. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin. 6. Aug. Die Ferien gehen zu Ende. Wichtige politische Ereignisse stehen bevor. Die Genfer Völkerbundstagung wird manche interessanten Momente bringen. Handelsvertrags Verhandlungen sirrd während der Sommerferien z. T. geführt worden. z.T. konnten sie zum Abschluß gebracht werden. Einige Minister, unter ihnen auch Dr. Stresemann, sind wieder nach Berlin zurück- gekehrt. Sie haben gestern vormittag bereits Veranlassung genommen, in gemeinsamer Sitzung mit den stellvertretenden Ressortchefs die allgemeine Lage zu besprechen, um somit die kommende wichttge Kabinettssitzung, die für den 10. d. M. anberaumt ist, und in der vor allem die Haltung der deutschen Delegation in Genf besprochen werden soll, vorzubereiten. Heute dürsten sie sich u. a. auch mit den deutsch-französischen Handels- vertragsverHandlungen beschäftigt haben. die doch wenigstens nach Ansicht der Fran- zosen noch bis morgen zu einem positiven Abschluß geführt werden sollen. Welche Beschlüsse gefaßt worden sind, steht nicht fest. Wahrscheinlich aber wird man sich über die letzten Berichte Briands Bries. Paris, 5. Aug. (Wolff.) Nachstehend der Text des offiziellen Dokumentes, das von der Botschafterkonferenz ausgeht und das dem Völkerbund erlaubt, von seinem Jnvestigationsrecht über die Entwaffnung Deutschlands evtl. Gebrauch zu machen: Paris, 22. Juli. Herr Generalsekretär! 2m Ramen der belgischen, der englischen, der französischen, der italienischen und der japanischen in der B o t s ch a f t e r k o n f e r enz vertretenen Regierungen habe ich die Ehre, Ihnen davon Kenntnis zu geben, dah die interalliierte M i I i * tärkontrollkom Mission, deren Funktion durch Artikel 203 ff. des Versailler Vertrages definiert wurde, unter dem 31. Januar aufgelöst worden ist. Es ergibt sich daraus, daß die Defugnisse, die die obengenannten Regierungen aus Artikel 203 ff. des Versailler Vertrages ableiten, von nun an erloschen sind. Doch sind gemäß einer am 12. Dezember in Genf erzielten Verständigung zwischen den Vertretern der obengenannten Regierungen und dem deutschen Reichsauhenminister die Sachverständigen bei den diplomatischen Vertretungen, die die Regierungen in Berlin unterhalten, beibehalten worden, um die endgültige Lösung der Frage zu verfolgen und zu gewährleisten, die im Zeitpunkte der Zurückziehung der Kontrollkommission noch nicht als vollständig geregelt langesehen werden konnten. Infolgedessen und um den Völkerbundsrat in die Lage zu versetzen, evtl, von dem Investigation s r e ch t Gebrauch zu machen, das ihm durch Artikel 213 des Versailler Vertrages zuerkannt ist, habe ich die Ehre, Ihnen zugleich mit diesem Briefe den bei Abschluß der Kontrollkommissionsoperationen aufgestellten B e r i ch t zu überreichen. Dieser Bericht wird später hinsichtlich der Punkte ver- v o l l st ö n d i g t werden, deren definitive Regelung die Sachverständigen seit dem 1. Januar 1927 verfolgen. Außerdem wird der Bericht später über ver- schiebene Fragen betteffend die Ausführung der Entwafstumgsllauseln des Vertrages vervollständigt werden, die infolge einer direkten Verstäub«- g u n g zwischen der Botschafterkonferenz und der deutschen Reichsreoierung geregelt worden sind. Ich lege diesem Brief bei: 1. ein summarisches Verzeichnis über den Bericht der Kontrollkommission; 2. die Liste der Bände, hinsichtlich deren die Botschafterkonferenz, wenn die Arbeit der Sachverständigen vollendet sein wird, die Ehre haben wird, zusätzliche Nachrichten und Dokumente zu überreichen. Die Botschafterkonferenz würde Ihnen dankbar sein, wenn Sie die vorliegende Mitteilung den Mitgliedern des Dölkerbundsrates zur Kenntnis bringen wollten. Genehmigen Sie usw. gez. Aristide Briand. Ein neues Mittel zur Hetze. Das Echo der Pariser Presse. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 6. Aug. Während sich in einem anscheinend konzenttischen Angriff, der zutiefst in dem Bewußtsein eigenen Versagens in der Frage der Abrüstung und der Friedenssicherung zu wurzeln scheint, die verschiedensten Vorhaltungen gegenüber Deutschland über die Weltpresse ergossen haben, ist das Schreiben Briands an den Generalsekretär des Völkerbundes, das schon am 22. Juli ausgefertigt war, veröffentlicht worden. Das Schreiben enthält zwar nur Selb st Verständlichkeiten, auch insoweit dabei von einigen noch lausenden Fragen die Rede ist. Um so bemerkenswerter ist die Aufnahme, die es in der französischen Presse bei seiner auffallend verspäteten Veröffentlichung gefunden hat; denn hier bringen es tatsächlich einzelne Blätter fertig, von einem Vorstoß „zur Auf- re ch t e r h a l t u n g der Botschafterkonfe- r e n 3* zu reden, und sie machen den Versuch, dieser für uns erledigten Instanz die Rolle einer Art Nebenaufsicht oder gar Oberaufsicht gegenüber den einschlägigen Funktionen des Völkerbundsrates zuzuspielen. Dabei verfährt man mit der künstlichen Konstruktion, es sei ja sonst keine Stelle da, um etwaige Verstöße Deutschlands gegen seine militärischen Berpstichtungen zur Kenntnis zu nehmen, und darüber beim Völkerbundsrat Beschwerde zu führen. Es scheint, daß man sich in gewissen französischen Kreisen noch niemals ernstlich mit dem Gedanken einer deutschen Gleichbe r echtigun g, einer Rolle Deutschlands a l s Ratsmitglied des Völkerbundes befaßt hat, sonst könnte man derartigen Unsinn nicht Vorbringen. Wir können dar- auf nur mit der Gegenfrage antworten, welches Organ denn besteht und von den Franzosen akzeptiert wird, um etwaige Verstöhe Frankreichs gegen künftige oder bevorstehende internationale Konventionen militärischer oder anderer Art zur Kenntnis zu nehmen und beschwerdesüh- rend dem Völkerbundsrat vorzutragen. Wir befinden uns nach Ablauf der Kontrolle in diesem Punkte genau in der gleichen Lage, wie die andern Mächte, und es wird nachgerade notwendig, daß man sich auch in Frankreich und anderswo an diesen Gedanken gewöhnt. Es handelt sich hier um ein vortreffliches Beispiel dafür, aber keineswegs um ein vereinzeltes, mit welch naiver Einseitigkeit noch immer alle Angelegenheiten Deutschlands von einem Teil des Auslandes beurteilt werden. Deutschland wird sicherlich gerne und als erstes Land sich bereit erklären, jede vernünftige Verpflichtung zur Friedenssicherung und zur Beschränkung der Kriegsmöglichkeiten einzugehen, soweit es in dieser Beziehung überhaupt noch etwas tun könnte. Aber es wird ebenso ent- schieden künftighin darauf bestehen, daß alle Verpflichtungen und K o n t r o l l m a ß n a h- men gegenseitige fein müssen. Und da muß bann doch endlich einmal auf der anderen Seite begonnen werden, bevor man weiterhin der Welt Sand In die Augen streut mit einer angeblichen „deutschen Gefahr". Eine amtliche Auslassung. Berlin, 6. Aug. (Wolff.) Wie amtlich mitgeteilt wird, liegt kein Grund dafür vor, daß die Veröffentlichung des Schreibens Briands an den Völkerbund wegen der Militärkontrolle in Deutschland so großes Aufsehen erregt hat. Briand hat als Vorsitzender der Botschafterkonferenz dem Viitzcr- bunb bavon Mitteilung gemacht, baß b i e Tätig- feit ber Kontrollkommission aufgc- hört hat und ihre Befugnisse auf den Völkerbund übergegangen sind. Durch die Dezem- ber-Abmackungen von 1926 war das Ende der Militärkontrolle auf den 31. Januar 1927 festgelegt und damit hat die im Versailler Vertrag vorgesehene Kontrolltätigkeit ihr Ende erreicht. Der französische Außenminister fügt seinem Brief eine Inhaltsangabe des Schlußberichts der StontrcU-- kommission bei und ebenso ein Verzeichnis der noch nicht völlig erledigten Fragen. Von einem „n euen Vorstoß Briands" kann daher nicht die Rede fein, weil das Ganze nur ein gefchäfts - ordnungsmäßiger Vorgang ist. aus Paris orrtentied haben. Da auf unserer Seite der ehrliche Wille besteht, so schnell wie möglich zu einem Abschluß der Wirtschaftsver- handlungen zu konmren, andererseits Frankreich selbst eine Beendigung des vertragslosen Zustandes heroeisehnr, dürfte es wahrscheinlich auch möglich sein, nunmehr einen endgültigen Abschluß durchzusetzen. Dermutlich dürst?» die Minister in ihrer heutigen Besprechung auch diese Ansicht vertreten haben. * Der deutsche Botschafter in Paris, Dr. v. H ö s ch, ist von seiner Erkrankung völlig genesen. Er traf aus München in Berlin ein, um mit dem Auswärtigen Amt vor der Rückreise nach Paris Rücksprache zu halten. Botschafter v. Hösch wird wahrscheinlich in der kommenden Woche seine Tätigkeit in Paris wieder aufnehmen. Beschlüsse des Znternaüsnalen G-MettschaftsfongtSsfes. Paris, 5. Aug. (WB.) Der Internationale Gewerkschaftskongreß hat auf Vorschlag Iouhaux eine längere Resolution angenommen, in der ber Kongreß baran erinnert wirb, daß bie Arbeiterbewegung der entscheidende Faktor des Friedens und der sicher st eVermittler ber Annäherung sei. Der Kongreß bittet bie Kriegsgegner aller Parteien, die Antikriegsaktion der Organisationen ber Arbeiterklasse zu unterstützen. Er bestätigte ausdrücklich die auf dem Wiener Kon- greß feftgelegten Grundsätze über die Aktion gegen den Krieg einschließlich des General st reikes und legt den nationalen und internationalen Arbeiterorganisationen die Verpflichtung auf, diese Mittel zu studieren und zu propagieren. Nach einem Hinweis auf die Propagandamittel zugunsten des Friedens (Plakatanfchkog, Flugschriften, Broschüren) fordert die Entschließung die Mütter und die Erzieher auf, bie junge Generation in ber Liebe zum Frieden zu e r zi e h e n und die Grundsätze der menschlichen Brüderlichkeit zu h. en, damit in einer nahen Zukunft bie Wieberoeriöhnung und Zusammenarbeit der Völker zur Wirklichkeit werde. Die Entschließung bestätigt den Grundsatz, des obligatorischen Schiedsgerichtsverfahrens und die Notwendigkeit, sämtliche zwischen den Staaten entstehenden Differenzen vor de» Völkerbund zu bringen. Insbesondere fordert sie, daß ber Konflikt des fernen Ostens durch dieses Verfahren schnell eine rechte und gründliche Lösung finden möge. Schließlich erinnnert der Kongreß daran, daß die Friedensverträge gewisse Länder entwaffnet haben. Dieses lege den Signatarmächten eben dieser Verträge bie Verpflichtung auf, den Weg ber Abrüstung zu beschreiten. In diesem Geist unb um das Werk ber allgemeinen Abrüstung zu fördern, fordert die Entschließung von allen Zentralstellen jede notwendige Aktion, damit die Delegierten ihrer Länder beim Völkerbund durchsetzen, daß Maßnahmen getroffen werden, um bie Herstellung von Waffen und Kriegsmaterial unter internationale Kontrolle zu stellen. Im Anschluß hieran wurde auf Grund des Referates des deutschen Delegierten L e i p a r t über die Frage des internationalen Kampfes um den A chtstundentag beraten. Es wurde eine Entschließung angenommen, in der es heißt: „Der Kongreß fordert die der Internationale angeschlossenen Organisationen auf, sämtliche Maßnahmen zu treffen, die geeignet erscheinen, um den Achtstundentag durch zu setzen. Der Kon- gveß fordert aufs neue von den Regierungen die soforttge Ratifizierung des Washingtoner Abkommens über den Achtstundentag und spricht sich kategorisch gegen sä m t ltche Gvnderabkvmmen OuS, bie gewisse Regierungen abschließen wollten, ohne sich vorher mit dem Internationalen Arbeitsamt in Genf in Verbindung zu sehen, weil dadurch eine falsche Auslegung und infolgedessen Verschlechterung des Washingtoner Abkommens Platz greifen könnte." 3m Anschluß an einen heut« vormittag von Iouhaux formulierten Vorschlag zugunsten Saccvs und Danzettis teilte Iouhaux mit. daß nach Prüfung seines Vorschlages durch die eigens hierzu ernannte Kommission der Kon- greh aufgefordert wird, eine Delegation sämtlicher auf dem Kongreß vertretenen Organisationen. und zwar je einen Delegierten für jede Ration, zu ernennen, die sich morgen vormittag zu dem amerikanischen Botschafter begeben soll, um im Vamen der Arbeiterklasse gegen die Bestätigung des Todesurteils zu protestieren. Dieser Vorschlag wurde von der Versammlung angenommen. Sacco und Vcmzetti. Paris 5. Aug. (WTB.) Dem „Reuyork He- rald" wird aus Boston gemeldet, daß der Gefängniswärter Sacco und Dancetti beim Früh- stück von dem Beschluß Mitteilung machte, daß ihre Begnadigung bzw. Wiederaufnahme des Verfahrens a ba e lehnt worden sei. Sacco und Danzetti schienen diese Rackricht ruhig aufzunehmen: sieben Jahre lang durchlebte Angst hatte sie auf diesen Schicksalsschlag vorbereitet. Als man ihnen jedoch die Mahlzeit hinstellte, ließ ihr Mut nach und Sacco stieß seinen Teller zurück. Danzetti fetzte sich auf sein Bell unter Dem Druck einer irervösen Depression. Keiner von ihnen hat gegen diese Entscheidung des Gouverneurs Fuller protestiert. 3n Rcuy^rk hat die kommunistische Arbeiterpartei in einer Massenversammlung der letzten Dacht alle Arbeiter in den Vereinigten Staaten aufgeforöert, am Dienstag um 12 Uhr in den Generalstreik einzutreten als Protest gegen die Hinrichtung von Sacco und Vanzettt. Die Polizei schützt die Banken durch starke Wachtrupps gegen Dom- benatlentale. In Washington bewacht die Geheimpolizei di« staatlichen Schatzkammern und die anderen Staatsgebäude, ebenso das Haus Kelloggs wegen etwaiger Bombenattentate von Anhängern Saccos und Van- zettis. Für Kellogg ist außerdem eine Spezialwache als Schutz gegen Meuchelmord bestellt worden. Sacco und Danzetti bezeichnen in einem offenen Bries, in welchem sie die Anarchie verherrlichen und den Gouverneur angreifen, diesen als den schuldigen Mörder. Der Brief schließt mit einem Hoch auf die Anarchie. Explosionen in der Neuyorker Untergrundbahn. Reu York, 6. Aug. (WTB. Fimlspruch.) In der vergangenen Rächt kurz vor 12 Uhr erfolgten in der Untergrundbahn 4 Explosionen, durch die die Bahnsteige zertrümmert und in mehreren Häuserblocks, die an den Broadway und das Geschüftsvierlel grenzen, die Fensterscheiben zertrümmert wurden Unter den Gasten in einem Hotel entstand infolge der Explosionen große Erregung. Wce die Polizeibehörde bekannt- gibt, ereigneten sich die Explosionen sämtlich i m Stadtzentrum zwischen der 23. und 33. Straß«. Die Explosion an der 28. Straße war so heftig, daß am Broadway die Fenster in sechs Häuserblocks zertrümmert und in den nahegelegenen großen Hotels viele Personen aus den Stühlen geworfen wurden Auf den Unterarimdbahnhöfen wurden mehrere Personen verletzt. Einige von ihnen haben schwere Verletzungen erlitten In den wegen der Gxplo- sionsgase angehaltenen -Zügen brach eine Panik ans. Der deutsche Rekordflug. Die Vorbereitungen für die Atlanlitübcrqucrung. Dessau, 6. Aug. (TU.) Wie wir in einem Teil der gestrigen Auflage bereits melden konnten, sind die beiden Weltrekordflieger Risticz und Edzard um 10 Uhr 13 Minuten auf dem Dessauer Flugplatz glatt gelandet, nachdem sie 52 Stunden und 23 Minuten in der Luft geblieben waren. Der Weltrekord wurde um 9,01 gebrochen. Insgesamt haben die Flieger bei vorsichtiger Schätzung mindestens 6000 Kilometer zurückgelegt. Die beiden Piloten waren nach Beendigung ihres von ganz Dessau gefeierten Fluges in glänzender körperlicher Verfassung. Als gegen 10.10 Uhr das Flugzeug in schneidiger Kurve über dem Platz lag, hörte man plötzlich, wie der Motor abgestellt wurde. Die Menge brach in einen orkanartigen Iubel aus, der wie ein Wirbelsturm über den Platz tobte. Man sah, wie das Flugzeug in kurzer Schleife niederging, und Int nächsten Augenblick, bevor noch das Flugzeug den Boden berührte, durchbrach die nach Tausenden zähleirde Menschenmenge alle Absperrungen und stürmte über das Feld, um die Piloten zu ihrer Fahrt zu beglückwünschen. Um 10.11,8 Uhr war di« Landung nach einer Gesamtflugzeit von 52 Stunden 23 Minuten auf dem Feld mit stehendem Motor erfolgt. Rachdem sich die Aufregung etwas gelegt hatte, und es den angestrengtesten Bemühungen der Flugleitung allmählich gelang, einigermaßen die Ruhe iviederherzu stellen, begann ein kleiner Festakt. Als erster sprach Prof. Iunkers, der vor Rührung kaum sprechen konnte, und zuerst immer nur den Fliegern die Hände drückte. Danit sprach ein Vertreter der Arbeiter und Angestellten, der betonte, daß dieser Erfolg nicht nur das Werk ehre, sondern daS ganze deutsche Volk in seiner Gesamtheit. Er schloß mit (einem begeisterten Hoch auf daS deutsche Vaterland. Darauf stimmte die Menge das Deutschlandlied an. Die Untersuchung deS Rekvrdflugzeuges im Dessauer Flughafen ist im Laufe deS gestrigen Tages abgeschlossen worden. Der Motor der Maschine hat den 62-stündigen Flug ohne irgendwelche Schädigungen überstanden. Glctchu>ohl wird der Motor noch einmal völlig überholt und bis in die kleinsten Kon- struktionSteile auf etwaige Abnutzungen untersucht werden. Man hofft, daß bis zum 8. A u° gu ft die Ueberhvlung der Maschine und des Motors durchgesührt ist, so daß die beiden Maschinen „Europa" und „Bremen" von diesem Tage an als startbereit für den Ozean flug gelten können. Der Termin für den Ozeanflug wird nach Abschluß dieser Vorbereitungen nur noch von den Wetterberichten abhängig fein. Die Hamburger Seeweiterwarte unterricvtet schon jetzt die Iunkerswerke fortlaufend über die Wetterverhältnisse auf dem Ozean. Wie die Reichspost mitteilt, können für den deutschen Ozeanflug Driefsendungen mitgegeben werden. Das Gewicht eines Brieses darf 20 Gramm nicht übersteigen. Die Portogebühren für eine Postkarte betragen 12 Mark, für einen Brief 25 Mark. Auflösung -er wiener Gemein-eschutzwache Einspruch der interalliierten Militärkontrolle. Wien, 5. Aug. (WB.) Bundeskanzler Seipel hatte am 30. Juli Bürgermeister Seitz mit geteilt, daß dem Bundeskanzler vom Liquidierungsorgan der interalliierten Militärkontrolle am 29. Juli eine Note zugegangen sei, worin unter Berufung auf Artikel 123 des Vertrages von St. Germain gegen die Errichtung der Wiener Gemeindeschutzwache protestiert und deren Auflösung verlangt wurde. Der Bundeskanzler hatte seinem Schreiben das Ersuchen beige« lügt, alles zu verhindern, was außenpolitische Kom- I plikationen in dieser Angelegenheit verursachen | könnte. Der Bürgermeister gab dem Bundeskanzler betannt, daß er auf Grund des Gemeinderatsbe- schlufses vom 29. Juli die Gemeindeschutzwache zum 18. August auflösen und Weisung hierzu hellte ergehen lassen werde. Gleichzeitig werde er auf Grund desselben Gemeinderatsbeschlusses Anordnung und Organisierung des Wachdienstes in den städtischen Aemtern, Anstalten und Betrieben erlassen. Die Gesamtzahl aller Wachangehörigen darf den Höchststand von tausend Mann nicht überschreiten. Um Aufnahme in die Gemeindewache kann sich jeder Bundesbürger im Atter von 22 bis 36 Jahren bewerben. Bürgermeister Seitz richtete an den Bundeskanzler ferner ein Schreiben, worin er zunächst betont, daß der Einspruch der Militärkontrolle mit Unrecht auf den Artikel 123 des Staatsvertrages von St. Germain sich stütze. Dieser Artikel gäbe den Alliierten und assoziierten Machten nur das Recht, Überschreitungen in der von ihnen festgesetzten Gesamtzahl der Sicherheitsorgane anzusech- ten. Ob aber diese Sicherheitsorgane G e - m ci nt) e • ober Bundespolizeiorgane find, sei innere Angelegenheit der Republik Oesterreich. Der Bürgermeister erwarte daher, daß die Bundesregierung gegen die unbegründete Einmengung der Liquidationsorgane in innere Angelegenheiten der Republik Einspruch erheben wird. Die gescheiterte Marinetonserenz. Der Genfer Mißerfolg. Von unserem ständigen Berichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Genf, den 5. August 1927. Doch keine der Genfer Tagungen, besonders aber keine der „Abrüstungs"-Konferenzen, hat mit einem solchen offenen Eingeständnis des Mißerfolges geendet, wie die „Konferenz der Drei" über die S e e a b r ü st u n g. Die Schlußsitzung, in der die Konferenz zu Grabe getragen wurde, war eine kurze Trauerfeier von 70 Minuten, bei der die einzelnen Leidtragenden ihre Ansicht Über den Dahingeschiedenen kundgaben. Schon vor der Vertagung der Konferenz waren die Aussichten aus irgend ein praktisches Ergebnis der Konferenz auf den Gefrierpunkt gesunken, aber man wollte doch immer noch versuchen, wenigstens eine kleine Einigung zu erzielen. 2lbcr über die Kreuzerfrage, die ja im Mittelpunkt der ganzen Verhandlungen stand, lieh sich eben, auch infolge der veränderten Gesamtlage, nicht so leicht ein Hebereinkommen treffen, wie seinerzeit vor fünf Jahren in Washington über den Bau der Groh- kampsschiffe. Die peinliche Feststellung, daß die F e st - setzung des Verhältnisses von 5:5:3 für die großen Schiffe keineswegs eine wirksame Beschränkung der Seerüstungen bedeutete, veranlaßte Amerika schließlich zu Der Initiative für die neue Konferenz. Die europäischen Staaten hatten anaesangen, leichte Kreuzer, Torpedoboote und Unterseeboote in größerer Zahl zu bauen, und die Praxis des Weltkrieges hat ja erwiesen, daß gerade diese kleineren Einheiten im Gegensatz zu den in Ihrem, Wert fragwürdig gewordenen Großkampf, ^chifsestberufen fein können, eine entscheidende Rolle rm modernen Seekrieg zu spielen. Wenn Deutschland, sagte einer der englischen Sachverständigen, während des Krieges einige Dutzend „Emden" ge- babt hätte, statt der unnütz vor Anker liegenden Dreadnoughts, so wäre der Krieg vielleicht anders ausgefallen. So sehr man sich wiederum vor der Ueberschätzung der einen Waffe gegenüber der anderen hüten muß, so hat sich Großbritannien doch nicht ohne Ueberlegung besonders den Ausbau seiner leichten Streitkräfte unter 10 000 Tonnen angelegen fein lassen. Frankreich uyd Italien haben die Einladung Coolidges zur Konferenz mit aller Höflichkeit abgelehnt und sich darauf beschränkt, drittklassige und keineswegs in Marinefragen besonders sachverständige Beamte als Beobachter zu entsenden. Wenn England und Japan an der Konferenz teilnehmen, so waren hierfür durchaus v e r s ch i e . bene Orünbe für sie maßgebend. England konnte zustimmen, weil es, obwohl feine Großkampfschiffe mit denen Amerikas 5:5 stehen, durch seine Kreuzer flotte von mehr als 550 000 Tonnen über die größte Flotte der Welt verfügt und so einer Rüstungsbeschränkung unter Respektierung seines Bauprogramms, nichts entgegenziisetzen hat. Japan aber war sich klar darüber, daß es, auch noch ge- schwächt durch Erdbebenkatastrophen uno Finanz- jchwierigkeiten, auf dem Gebiet des Baues von Kreuzern und Unterseebooten mit den beiden angelsächsischen Mächten nicht in Konkurrenz treten kann. Deshalb konnte ihm eine Beschränkung der englischen und amerikanischen Kreuzerflotten durch- aus wünschenswert erscheinen. Und der Einberufer der Konferenz, Amerika, hatte die ganze An- gelegenheit schließlich deswegen ins Rollen gebracht, da ihm eine Vermehrung feiner eigenen Kreuzer- flotte nicht mehr praktisch und deshalb als unnötige Ausgabe erschien. So waren die Mächte, die sich zu der Konferenz der Drei in Genf zusammengefunden hatten, mit dem festen Entschluß nach Genf gekommen, den anderen, aber nicht sich selbst zu entwaffnen. Hinter langwierigen Derhand» lüngen, die öffentlich oder meist hinter verschlossenen Türen abgehalten wurden, und einem Wust von Zahlen und technischen Berechnungen verbarg sich nur mühsam das zähe Ringen der drei Seemächte um die Erhaltung ihrer Position zur See. Bis zur letzten Iuliwoche. als die englischen Delegierten nach London reisten, um sich neue Instruktionen zu holen und die offizielle Stellungnahme zu den bis dahin verhandelten Punkten zu erfahren, war in einer Reihe von Fragen eine gewisse Einigung erzielt worden. Dies galt besonders hinsichtlich der Unterteilung der kleineren Streitkräfte in beftimmte Klassen und vor allem der Zerstörer und der U-Boote. Englands Forderung, den einzelnen Mächten ein verhältnismäßig kleines Kontingent großer Kreuzer und dafür eine beträchtliche Menge an kleinen Kreuzern zuzuteilen, stieß jedoch auf den schärfsten Widerstand Amerikas, da dieses bann, bei Zugrundelegung des englischen Bestandes, eine große Zahl von kleinen Kreuzern bauen müßte, an denen es infolge der geringeren Bedeutung der Seehandelswege für seine Wirtschaft gar kein Interesse hat. So beharrte schließlich jeder im wesentlichen auf feinem Standpunkt und eine Einigung war in der Tat nicht zu erzielen. Die Erklärungen dcS englischen Marineministers in der Schlußsitzung lassen den englischen Standpunkt klar heraustreten. Bridgeman sagte, daß die von Amerika vorgeschlagene Festlegung einer G e- famttonnagc für die in Frage kommenden Streitkräfte ohne eine Unterteilung die Möglichkeit für die unbeschränkte Erbauung der größten Einheiten biete und daher auch keinen Schuh gegen die Koickurrenzgefahr schaffe. England brauche zum Schuhe seiner Schiffahrtswege eine große Zahl kleiner Kreuzer und nur sehr wenige Engländer würden troh Steuerdrucks und Wirtschaftskrise das Geld dazu verweigern. Dafür habe England den Amerikanern aber die lieber- legenheit in Zerstörern und Unterseebooten zu- gestanden. Während der japanische Adnriral S a j t v mit unverkennbarem Wohlwollen für den englischen Standpunkt sein Bedauern über die Ablehnung über den japanischen Dermittlungsvorschlag aus- drückie, brachte der Amerikaner G i b s o n die amerikanische Auffassung schroff zur Geltung, indem er erklärte, daß eine als lebensnotwendig bezeichnete Forderung, die so unbedingt vertreten werde, sich mit der Voraussehung einer allgemeinen Abrüstung nicht vertrage. Amerika begreife nicht, wieso England im tiefsten Frieden und im Zeitalter der Ersparungstendenzen! ein erweitertes Bauprr ]tamm als lebensnotwendig ansieht. Es gäbe keine deutsche Flotte und andere Rivalen beständen auch nicht. So ging man denn auseinander, in höchster gegen* sei tiger Mißstimmung, nachdem schließlich noch vereinbart tvorden war, vor dem August 1931 eine zweite Konferenz über diese Frage ftatt* finden zu lassen. Welches werden nun die Folgen des offen bekannten Mißerfolges der Konferenz der Drei sein? Zweifellos ist die Wirkung dieser Tatsache nicht allein auf den Kampfwert oer verschiedenen Kriegsflotten beschränkt, sondern greift auch in die Gesamtlage der Weltpolitik ein. Für die unbeteiligten »Beobachter", Frankreich und Italien, ergibt sich nicht nur das angenehme Gefühl, an dieser Blamage nicht mit schuld zu sein, sondern auch gleichzeitig eine gewisse Wertsteigerung ihrer selbst. Wenn man auch aus dem Munde des englischen Marineministers die schönen Worte hören konnte, daß die Meinungs- verschiedenheiten der Kreuzerfrage keinen Antagonismus zwischen den Mächten bedeute, so ist ein solcher zwischen England und Amerika doch zweifellos vorhanden. Japan, das in wirtschaftlicher Beziehung, vor allem aber hinsichtlich der Eiseneinfuhr, von Amerika stark abhängig ist, wird ebenfalls versuchen, nicht durch unzeitgemäße Bindungen sich die Aussicht auf eine Stellung als Zünglein an der Waage zu verderben. In diesem Augenblick, in dem die angelsächsische Weltpvlitik dem Höhepunkt der Ärtfe zu eilt, wenn sie ihn nicht schon erreicht hat, bedeutet das bloße Vorhandensein auch des russischen Imperiums schon einen zu berücksichtigenden Faktor. Das Problem des Machtausgleichs im Stillen Ozean ist von neuem aufgerollt, wenn es vielleicht auch gegenüber der unmittelbaren Berührung der beiden angelsächsischen Mächte in der Atlantik zurücktritt. Mögen die weltpolitischen Folgen für die einzelnen Mächte unb ihr Verhältnis zueinander sein wie sie wollen, eins ist sicher, baß der Gedanke der Abrüstung ober auch nur der Rüstungsbeschränkung durch den Ausgang dieser Konferenz einen ganz erheblichen Schlag erlitten hat. Run kann Frankreich ohne jede Sorge das Problem der Lan>d- abrüftung zur Diskussion stellen, es wird nach der Ablehnung durch die anderen dann die beste Gelegenheit haben, auch mit seiner 2lbvüftung zu warten. Und die Konsequenzen, die das um das Versprechen der allgemeinen Abrüstung betrogene Deutschland daraus ziehen müßte, wären schließlich auch einmal zu überlegen. Was tut Amerika? Reuyork, 5. Aug. (WTB.) An einer Erklärung der „A s s o c i a t e d Preß" heißt es: Infolge des Zusammenbruches der Genfer Konferenz befindet sich die amerikanische Regierung genau in der gleichen Lage wie in dem Augenblick der Einberu- fung der Konferenz durch Coolidge. Die Regierung sieht sich jetzt der Aufgabe gegenüber, ein Flöt tenbauprogramm auszuarbeiten, das auf einer richtigen Schätzung der Bedürfnisse der nationalen Sicherheit aufgebaut ist. Der Fehlschlag der Genfer Konferenz dürfte der Bewegung z u m B a u einer großen Flotte einen neuen Anreiz geben. Es gelte jedoch für ausgemacht, baß bie Regierung Coolibge keinerlei Kreuzerprogramm billigen werbe, bas darauf gerichtet wäre, ein neues Wettrüsten bervorzurufen. Es stehe fest, daß die Regierung unb bie politischen Kreise bas britische Programm, so unbefriebigenb es auch vom amerikanischen Standpunkte aus ist, nicht als eine Drohunq für die amerikanischen Ideale ober die amerikanische Politik ansehen. In sämtlichen Kreisen wirb bie Ansicht vertreten, es sei zu erwarten, baß Großbritannien versuchen werbe, Amerika die Schuld für den Zusammenbruch der Genfer Konferenz auszubürben, weil bieses sich geweigert habe, den britischen Stanbpunkt hinsichtlich des aggressiven Charakters von 10 000-Tonnen-Schisfen mit achtzölligen Geschützen anzuerkennen. England baut. Reuyork, 6. Aug. (W. T. B. Funkspruch.) In einer Rede vor dem Instttut für Politik in Williamstown (Massachusetts) sagte der Leiter der Presseabteilung des Londoner Forcign Office, Sir Artur Willert über den Abschluß der Genfer Konferenz: „Großbritannien wird fort* fahren, seinen Bedürfnissen entspre - zu bauen. Die Amerikaner können tun, was ihnen gut dünkt. Es wird keinen Llnterschied für uns bedeuten. Wir wissen, was wir unbedingt! brauchen. Wir müssen eine gewisse Anzahl schneller leichter Kreuzer Habern, um unsere Handelswege und Verbindungen zwischen den weit voneinandergerissenen Teilen des Reiches zu schützen und einen Schuh gegen ll-Boote zu haben. Wenn die amerikanische Regierung wünscht, einen Rüstungswertbewerb zu beginnen, und die amerikanische Ein* kommensteuer entsprechend zu erhöhest, dann ist das eine amerikanische Angelegenheit. Iedev Schuljunge in England weiß, daß uns vor zehn Iahren unsere Leb'ensmittelbelieferung beinahe abgeschnitten wurde und in diese Gefahr wollen wir nicht noch einmal kpmmen." Das Pariser Echo. Paris, 5. Aug. (WB.) Zur Beendigung der Seeabrüstungskonserenz in Genf schreibt das „Iournal des D6bäts": „Die in Gens vertretenen Regierungen sind schließlich der Ansicht gewesen, es sei besser, schlecht und recht einen! Mißerfolg zu registrieren, den kein Dehelss- mittel mehr verbergen formte. Bis zum letzten! Augenblick aber hätten die Amerikaner versucht, eine Entschließung zu v e r s ch l e i e r n , die ihnen recht unangenehm sei. Es ist ziemlich vergeblich, einen Verantwortlichen für den Mißerfolg zu suchen, wie man dies in ähnlichen Fällen zu tun geneigt ist. In Wirklichkeit hat dieses Erperi* ment eine gewisse Anzahl von Tatsachen bestätigt, die man in den angelsächsischen Ländern zu unrecht geheimgehalten oder außer acht gelassen hat. Die wichtigste dieser Tatsachen ist, daß nichts absurder ist, als das Problem der Rüstungsbeschränkungen lösen zu wollen ohne aller derer zu gedenken, die das Abkommen hierüber abschließen sollen. Die Engländer hatten dies zum erstenmal, weil sie direkt interessiert sind, erfaimt. Hoffentlich vergessen sie diese Wahrheit Nicht art dem Tage, an dem es sich nicht allein um sie und ihre Flotte handelt." Der „T e m p s" erklärt, zwangsläuftg schaffe dieser Mißerfolg ein Unbehagen auf internattonalem Gebiet, und man brauche nur die englischen und amerikanischen Pressekommentare! f)u lesen, um sich darüber klar zu fein, daß sowohl in Washington wie in London di e Enttäuschung groß sei. Es sei nicht zweifelhaft, daß die Kontroverse zwischen London und Washington in den letzten Tagen lediglich zu dem Zweck, die Verantwortlichkeit für das Scheitern auf den anderen abzuwälzen, konstruiert sei. Es sei ein bedauerlicher Geisteszustand diesseits und jenseits deS Ozeans geschaffen worden Es sei zu wünschen, daß man gegen einen derartigen Geisteszustand reagiere und sich zum wenigsten bemühe, flat festzustellen. daß das Scheitern Der Genfer Konferenz keine Bedrohung für irgendeine der drei in Frage kommenden Mächte in sich schließe. Aus aller Welt. (Ein Fuhrwerk von einem (Eifenbahnzug überfahren. Zwischen Pflaumheim und Großostheim hat sich an einer Bahnüberführung ein schweres Unglück ereignet. Der Landwirt Adam Koch befand sich gerade mit seinem von Kühen gezogenen Gespann, auf dem seine Frau und zwei Kinder saßen, auf dem Bahnkörper, als der Abendzug aus Richtung Höchst heranbrauste. Trotzdem er die Kühe kräftig an- feuerte, gelang es ihm nicht, ganz vorbeizukom- men. Die Lokomotive erfaßte noch den Wagen, schleifte ihn einige Meter weit mit und schleuderte ihn dann die Böschung hinunter. Der 11jährige Sohn Kochs erlitt eine schwere, Schädel- Verletzung und verstarb bald darauf/während die Frau und die 17jährige Tochter leicht verletzt wurden Koch selbst kam mit einigen Beulen davon Der Wagen wurde vollständig zertrümmert. Merkwürdigerweise kamen die beiden Kühe ohne jeglichen Schaden davon (Ein tödlicher Kopfsprung. 3m Göttinger städtischen Freibad ereignete sich ein schwerer Unglücksfall. Beim Springen vom Sprungturm aus fünf Meter Höhe sprang das 35jährige Fräulein Scho p p e, eine Schwester des Göttinger Arztes Dr. Schoppe, aus einen unter dem Turm schwimmenden Studenten Dabei stieß die Dame mit dem Kinn aus den Kops des Studenten, der eine blutende Kopfwunde davontrug, sich aber noch an Land begeben konnte. Der Springerin wurde durch den Airprall das Kinn gespalten, sie ging sofort unter und konnte erst nach sechs Minuten geborgen werden Die angestellten Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos, da die Verunglückte noch auf dem Wege zur Klinik verstarb. Gräßlicher Tob. In E r f u r t geriet der Mühlenbesitzer Conrad milde rnKopfineineKreissäge. Der Kopf wurde ihm zerschnitten. Es wirb vermutet, baß Conrab in einem Ohnmachtsanfall in bie Kreissäge gestürzt ist. Tod in den Bergen. Wie aus Chur (Kanton Graubünden) gemeldet wird, ist der 39 Jahre alte in Tschiertschen als Kurgast weilende Fritz Raum aus Frankfurt a. M. beim Ebclweißpslücken vom Ochsenstein tödlich ab gestürzt. Die Leiche konnte geborgen werden. Wolkenbruch bei Salerno. Freitag richtete bei Salerno ein Wolkenbruch schweren Schaden an Die Wasserleitung wurde zerstört und die Straßen durch mitgerisseneS Gestein stark beschädigt. Häuser wurden unter Wasser gesetzt. 13 Menschen wurden verwundet und einige getötet. Wettervoraussage. Langsame Bewölkungszunahme, warm mit später vereinzelten Regenfällen, auch stellenweise mit Gewitter. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: 26,7 Grad Celsius, Minimum: 16.0 Grad Celsius, heutige Morgentempcratur: 21,0 Grad Celsius. Gestrige Sonnenscheinbauer: 9j Stunden. Witterungsaussichten für Montag. Wolkig und Gewitterneigung mit stellenweisem Gewitterregen. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 6. August 1927. Sommernächte. 3n den warmen Sommernächten ist die Stille von feinem, fernen Saitenspiel durchzaubett. Die Qieber der Sehnsucht und die gedämpften Capriccios geheimer Wünsche irren gleich nachtblinden, phantastischen Vögeln durch das sternenfahle Dunkel. Klingen in einem Qloctumo well entflogen en Deglücktseins. als eine selig-suße Sphärenmusik über der tagmüden Erde. Ein Vachtfalter flattert c»us dein Dämmer auf, taumelt, vom Licht geblendet, zurück und verschwindet, wie der Geist einer gequollen Seele, wieder im Unsichtbaren. Die laue Luft lieh seinen Lebeirshung^r erwachen. Cln leuchtender Tlnnke stiebt irgendwo auf. Blitzartig. Für Sekundenlänge. Wie ein verwir- rcnücr Gedanke, der als Feuer'trom durch die .^chirndrähte rast, was an Explosivstoffen zwi- : ' en dcw Reh unerfüllter Hoffirungcn und Pläne : -rumhäirgt, entzündet, zur begeisternden Rakete l vchschichcn, zersprühen und verglimmen läßt. Cs ist dann etwas Feierliches um die Blumen und Blüten, die wie verschleiert aus dem Dunkel dämmern. Richt mehr in scharfumrissenen Formen. nicht mehr in satten Farben, nicht mehr wie eben fertig gewordene Stillcben, sondern mehr w!e auf den Gemälden alter Meister, über die die Jahrhunderte einen stumpfen äleberzug gelegt hoben, ohne dadurch ihre ursprüngliche Lebendigkeit zu töten. Wie in abendlichen Domen, wenn sich das letzte Licht durch die bunten Fensterscheiben stiehlt und alles Farbige langsam mit mystischer Ungewißheit umk.eidet, die einen seltsamen Reiz auf Seele und Sinne ausübt. Bisweilen verfängt sich ein verschlafener Vogelruf in den Zweigen. Halblaut. Hingehaucht. Wie ein Traumfeyen gelallt. Unwirklich weich. Wie ein verlangender Seufzer. Oben blinken aus tiefblauer Kuppel die Dterite. Bald wie ein schelmischer Gedanke, bald wie ein liebeversponnenes Auge. Bald wie ein leidenschaftlich flackernder Blick. Und verleiten zu weltentrücktem Sinnieren... K. I. G. Schwarzfahrt und Kaskoversicherung. Die im Folgenden besprochene gerichtliche Entscheidung dürfte für die breite Oeffentlichkeit von Interesse sein. Der Berufung muhte der Erfolg versagt bleiben. Der Unfall des versicherten Autos ist, wie der Kläger nicht ausdrücklich bestritten hat, bei einer Fahrt eingetreten, die seine Tochter mit dessen Prokuristen F. unternmnmen bat. Nach der Schadenanzeige war die Ursache des Unfalls das Platzen des Reifens eines Hinterrades, so daß das Auto gegen einen Kandelaber fuhr. Die Beklagte behauptet, die Fahrt fei ohne Wissen und Genehmigung des Klägers erfolgt, daher eine Schwarzfahrt gewesen; F. und der Fahrer Hütten hierbei reichlich dem Alkohol zuge- sprachen; für dieses Verhalten sei der Kläger verantwortlich und haftbar; er habe auch durch grobe Fahrlässigkeit den Schadensfall herbeigeführt. Dieses Vorbringen kann die Klagsabweisung nicht rechtfertigen. Zunächst ist dem Landgericht darin beizutreten, daß die Schivarzfahrt gemäß § 1 l 8 der AVB. unter den Versicherungsschutz fällt, denn bei Eintritt des Schaldens ist der Führer unstreitig im Besitz des zur Führung des versicherten Wagens berechtigenden Fahrscheins gewesen. Die Berufung der Beklagten auf § 61 DBG. greift nicht durch. Die Beklagte behauptet grobe Fahrlässigkeit des Klägers durch Vernachlässr- gung der Beaufsichtigung hinsichtlich der Verwendung des Wagens. Die Beklagte hat die grobe Fahrlässigkeit des Klägers, also die außergewöhnliche Außerachtlassung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt vorliegend nicht ausreichend dargelegt. Der Kläger hat^hier vorgetragen, e r habe den Vorgänger des Fahrers R. wegen eiyer Schwarzfahrt fristlos entlassen, dem R. bei seiner Einstellung des gleiche für den Fall einer Schwarzfahrt angedroht, ihn auch wegen dieser Schwarzfahrt fristlos entlassen. Die_ Beklagte hat zur Darlegung der groben Fahrlässigkeit nur vorzubringen vermocht, daß schon vor dem Schadensfälle von der Tochter des Klägers des öfteren Schwarzfahrten ausgeführt worden seien, und hieraus die grobe Fahrlässigkeit des Klägers gefolgert. Sie hat gegen die Schuhbehauchtungen des Klägers im einzelnen nichts vvrzubringen vermocht, sondern diese lediglich ganz allgemein bestritten. Dieses allgemeine Bestreiten reicht hier nicht aus. Die Behauptungen des Klägers müssen daher als zutreffend angesehen werden. Dann ist aber nicht ecnzu- sehen, was der Kläger sonst noch zur gehörigen Beaufsichtigung des Wagens und feines Führers hätte tun sollen. Daß der Fahrer, wie der Kläger nicht bestreitet, den Schlüssel zum Unter» stellraum gehabt hat, ist in großstädtischen Verhältnissen nicht einmal ein leichtes Verschulden. Kläger konnte dem ihm seit langen Jahren als zuverlässig belannten R. bis zum Beweise des Gegenteils auch vertrauen. Rach alledem ist eine grobe Fahrlässigkeit des Klägers nicht ausreichend dargclegt. so daß die Berufung der Beklagten aus § 61 VDG. versagt. (Hicherr: < -ichcnmnrttprcise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 170 bis ISO, Matte 30 bis 35, Käse (10St.) 60 bis 130. Wirsing 20, Weißkraut 20, Rotkraut 25, gelbe Rüben 20, rote Rüben 15, Spinat 30 bis 35, Bohnen, grüne 15 bis 25, gelbe 20 bis 30, Erbsen 15 bis 30, Tomaten 25 bis 50, Zwiebeln 15, Pilze 25 bis 30, Kartoffeln 5 bis 7, Frühäpfel 25 bis 50, Birnen 25 bis 50, Kirschen 50 bis 55, Heidelbeeren 55, Stachelbeeren 20 bis 35, Johannisbeeren 25 bis 30, Pflaumen 25, Mirabellen 70. Reineclauden 50, junge Hahnen 30 bis 100, Suppenhühner 100 bis 110 Pf. das Pfund; Eier 13 bis 14, Blumenkohl 20 bis 100, SalÄt 5 bis 10, Salat gurken 55, Einmachgurken 5, Ober-Kohlrabi 5 bis 10, Rettich 10 bis 15 Pf. das Stück, Radies- chen Dd. 10 Pf. Borirotizen. — Tageskalender f ü r Samstag: Geflügel- und Vogelzuchtoerein Gießen u. Umg.: 8.30 Uhr, „Pfälzer Hof", Monatsversammlung. — Gesangverein „Heiterkeit": 8.15 Uhr, Italienische Nacht auf der Hardt. — 222er: 8.30 Uhr, Versammlung bei Böß, Kaiserallee. — Bund der Kolonial- freunde: 8 Uhr, „Karlsruhe", Koloniale Kundgebung. — Altersvereinigung 1866/1916: 8 Uhr, „Liebigs- höhe", gesellige Zusammenkunft. — Palastlichtspiele: „Leichte Jsabell". — Astoria-Lichtspiele: „Die Höschen des Fräulein Annette" — T a g e s k a l e n d e r für Sonntag: Bauerscher Gesangverein: 4 Uhr nachmittags, „Lie- bigshöhe", Sümmerfeft. — Bund der Kolonial- freunde: 3 Uhr nachmittags, „Karlsruhe", Kinderfest. — Reichsbund der Kriegsbeschädigten: 3 Uhr nachmittags, „Philosophenwald", Feier des lOjähri- gen Bestehens. — Lichtspieltheater wie Samstag. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Es fei nochmals auf die interessante Erstausführung am Dienstag, 9. August, hin- gewiesen. Gegeben wird „Der Lebensschüler" von Ludwig Fulda. Das anziehende und spannende Stück wird sicher Anklang beim Publikum finden, zumal sich eine sehr glückliche Besetzung ermöglichen lieh. Die Hauptrollen liegen in den Händen der Herren T a n n e r t und Geffers, die weibliche Hauptrolle spielt Frl. Baumann. Die Spielleitung hat Herr Volck. * “ Personalien. Ernannt wurden am 15. Juli: die Gendarmeriekommissare Rikolaus Diehl zu Gießen, Karl W ö r n e r zu Schotten, zu Gendarmerie-Inspektoren, mit Wirkung vom 1. April 1927 ab; die Polizeikommissare Georg Stock zu Bad-Rauheim, Wilhelm Schmidt, Johannes Schaub, Wilhelm S ch w i n n zu Gießen zu Polizei-Inspektoren, die Polizeioberwachtmeister Hermann Hau, Heinrich Wolf zu Gießen, Fritz Diehl zu Friedberg zu Polizeikommissaren, der Kriminaloberwachtmeister Karl K r e i h e zu Bad-Rauheim zum Kriminalkommissar, mit Wirkung vom 1. April 1927 ab; die Polizeiverwaltungs^ekretäre Georg Seipel, Heinrich A u l b a ch, Karl B i n g e l, Philipp L a i st zu Darmstadt zu Polizeiverwaltungs- Obersekretären, die Polizeioberassistenten Josef Mord eck, Wilhelm Dieterich, Fritz Lyh, Franz Herz, Anna G e r st zu Darmstadt, Ludwig Wallbott, Wilhelm Benz le r zu Gießen, Jakob Späth zu Bad-Rauheim, Karl Holler zu Friedberg und der Gendarmeriewachtmeister Wilhelm Ber nhardt zu Darmstadt zu Polizeiverwaltungsselreiären. die Polizeiassistenten Georg Abmuth zu Darmstadt, Elias Stein zu Gießen zu Polizeiverwaltungssekretären, die Kanzleigehilfen Karl Keiner zu Gtehen, Georg Bormuth zu Bad-Rauheim zu Polizeiverwaltungsassistenten, mit Wirkung vom 1. April 1927 ab; am 26. Juli der Lehrer Georg Knecht zu Mittel-Seemen, Kreis Schotten, zum Lehrer an der Volksschule zu Mühlheim, Kreis Offenbach a. M.; am 28. Juli der Lehrer Wilhelm Rößler zu Ober-Erlenbach, Kreis Friedberg, zum Lehrer an der Volksschule zu Heldenbergen, Kreis Friedberg. *• I n der Gießener Kunstsammlung im Reuen Schloß, Eingang Senckenbergstraße, wurden folgende Arbeiten neu ausgestellt: Radierungen von E. Eilers, E. Hausmann, H. Kohnert, W. Leistikow, R. M. Seemann und H. Stuck; Graphiken von E. Bracht, K. Fries. W. Wachlmaier und W. Zügel; Aquarelle von Hugo von Ritgen, „Motive von Oberlahnstein". „Griechische Landschaften", „Schweizer Motive" und „Glcibera-Motive". Bleistiftzeichnungen von Rudolf Koch „Motive von Wimpfen". Auch ist vom Oberhessischen Kunstverein wieder ein Oelgemälde „Pferde" von K. Scheld der Sanrmlung einverleibt worden. Geöffnet ist die Kunstsammlung jeden Sonntag von 11 bis 13 Ähr bei freiem Eintritt. Kinder haben nur in Begleitung Erwachsener Zutritt. *e Vorsicht bei Bahnübergängen! Rach den eingegangenen Meldungen haben im Jahre 1926 die Unfälle an bewachten und insbesondere an unbewachten Bahnübergängen zugenommen. Hauptsächlich sind die Unfälle auf Fahrlässigkeit von Kraftwagen- und Kcaftrad- fahrern oder von Fuhrwerkslenkern zurückzu- führen. Um die Gefahren des Eisenbahnbetriebs nach Möglichkeit zu verringern, wird die Bevölkerung auf die besonderen Gefahren hinge- wiesen, die beim Ueberschreiten und Ueberfahren von unbewachten Bahnübergängen und Bahngleisen, insbesondere auch bei den Straßenbahnen, durch Unaufmerksamkeit der Beteiligten entstehen. ** Autounfall. Auf der Straße Krumbach—Fellingshausen geriet das Auto des Reisenden H. Blum von Gießen mit dem Vorderrad in ein Loch, wodurch dem Führer das Steuerrad aus der Hand kam, und das Auto gegen einen Baum rannte. Der Wagen wurde stark beschädigt; einer der Insassen wurde durch Glasspitter im Gesicht verletzt und von dem zufällig daherkommenden städtischen Scrnitätsautv mitgenommen. ** Waage und Wagen. Der Herr Staatspräsident — Landesamt für das Dil- dungswesen — hat im Anschluß an das Vorgehen der Reichsbehörden bestimmt, daß in den Schulen in Zukunft folgende Schreibweise gelehrt wird: Waage — Werkzeug für Gewichtsbestimmung, Wagen = Fahrzeug. ** Geschäftsjubiläum. Die Firma Zigarrengeschäft Jacob Friesleben, Bahnhofstraße 48, konnte am 1. August auf ihr 25jäh- riges Bestehen am hiesigen Platze zurückbllcken. " Provinzial st raßensperrungen. Wegen Vornahme von Kleinpflasterarbeiten wird die Provinzialstraße Gießen—Rodheim vom Abzweig der Hardtallee bis Landesgrenze für den Wagen- und Automobilverkehr gesperrt. Umleitung erfolgt von Gießen über Krofdorf. — Wegen Vornahme von -Brückenbauarbeiten wird die Provinzialstrahe Rockenberg—Griedel vom 8. August ab auf acht Wochen für den Wagen- und Automobilverkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Münzenberg—Ober-Hörgern. ** Der nächste Viehmarkt in Gießen findet statt: Dienstag, 9. August, Rindvieh- (Ruhvieh-)Markt; Mittwoch, 10. August, Schweine- und Schlachtviehmarkt. ** Lungenseuche in L i ch. Das auf Grund des § 194, Ziffer 1 a gebildete Beobachtungsgebiet in Lich wird aufgehoben bis auf das Gehöft des K. Fr. Fischer II. zu Lich, welches im Beobachtungsgebiet bis auf weiteres verbleibt. " Briese an die Redaktion. Um unliebsame Verzögerungen zu vermeiden, bitten wir, alle für die Redaktton bestimmten Briefe nicht mit namentlicher Anschrift eines der Redakteure zu versehen, sondern allgemein „an die Redaktion" zu richten. Rur dann kann eine schnelle Erledigung gewährleistet werden. Die Gasversorgung in Wieseck. £ Schon seit einer Reihe von Monaten beschäftigt sich die Gemeindeverwaltung unserer Nachbargemeinde Wieseck mit dem Plane, die Versorgung ihrer Einwohnerschaft mit Koch- und Heizgas in die Wege zu leiten. Als der Gedanke erst einmal festen Fuß gefaßt hatte, war bezüglich der Zweckmäßigkeit und Annehmlichkeit, speziell des Kochgases, bald eine Einheitsfront innerhalb des Gemeinderats hergestellt. Allgemein erkannte man, daß der Verbrauch von Gas in Haushalt und Gewerbe mit vielen Vorteilen verbunden ist. Offen war seither nur die Frage, wie diese Gedanken in die Wirklichkeit umgesetzt werden können, ohne dabei die finanzielle Leistungsfähigkeit der Gemeinde zu Überspannen. Die einsetzenden Verhandlungen mit der Gas- und Kraftwerke -A. °G. (Barnag- Meguin) zu Berlin ergaben bald einen gangbaren Weg, der nach eingehender und reiflicher Prüfung zum Ziele führte. Ön feiner letzten Sitzung be- }d)äftigte sich der Gemeinderat an erster Stelle mit einem vorliegenden und schon eingehend geprüften Pachtvertrag mit dieser Firma, der nach längerer Aussprache die Zustimmung der Gemeindevertretung sand, so daß zu hoffen ist, daß nach Erledigung der notwendigen Formali- täten in ganz kurzer Zeit mit den Bauarbeiten des Ortsnetzes begonnen werden kann. Einleitend berichtete der Bürgermeister über eine Besichtigung der Gasanlagen in Fechenheim a. M., wo unter ähnlichen Bedingungen die gleiche Firma vor kurzem ein Ortsnetz für Gasversorgung gebaut hat. Die dort gemachten Beobachtungen seien für uns nur ermunternd. Die Durchführung des Baues des Ortsnetzes, der Hausanschlüffe und Hcntsinstallattonen wird sich etwa unter folgenden Gesichtspunkten vollziehen: Den Bau des Ortsnetzes und der Hausanschlüsse führt die Firma Ba- mag-Meguin mit eigenem Kapital für Rechnung der Gemeinde aus. Irgendwelche geldliche Verpflichtung entsteht hieraus für die Gemeinde nicht, die Firma tritt nur als Pächterin dev Anlage in den Vertrag ein. Als solche übernimmt sie die technische und kaufmännische Verantwortung auf eigene Rechnung, das heißt, sie unterhält die Betriebsfähigkeit der Anlage und zieht die Gelder für entnommenes Gas ein. Sollten in den ersten Jahren Zuschüsse zu leisten sein, so hat hierfür nicht die Gemeiirbe, sondern die Firma auszukommen. Dieser Vertrag, wozu noch ein besonderer D a s l iefe - rungsvertrag tritt, läuft auf vorläufig 25 Jahre. Sind für die Gemeinde vor Ablauf des Vertrags die wirtschaftlichen Verhältnisse gegeben, die Anlage auf eigene Rechnung zu übernehmen, so ist dieser Vertrag erstmalig nach Ablauf von 5 Jahren mit einer zweijährigen Kündigungsfrist kündbar. Alsdann geht die technische und kaufmännische Verwaltung auf die Gemeinde über. Mit anderen Worten ist die Sachlage etwa folgende: Die Gemeinde erteilt der Firma Bamag-Meguin die Konzession, auf eigene Rechnung und Gefahr die Gemeinde Wieseck mit Gas zu versorgen. Frühestens nach 7 Jahren kann die Gemeinde, falls es gefahrlos erscheint, die Verwaltung selbst übernehmen. Diese Regelung der Angelegenheit birgt aber noch weitere Vorteile in sich, indem die Firma die Herstellung der Hausinstallationen vornimmt und die Rückzahlmrg der hierfür entstandenen Kosten auf eine längere Reihe von Jahren verteilt. Genau so verhält es sich mit der Anschaffung der erforderlichen Kochherde. Man sieht also, daß seitens der Firma alles geschieht, um die Einführung des Gases zu beschleunigen und zu erleichtern. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Regiebetrieb ist, daß die Firma vertraglich verpflichtet ist. ihre reichen Erfahrungen und guten Organisationen in den Dienst des Unternehmens zu stellen. Durch besorrders geeignete Beamte kann die Firma viel besser als die Gemeinde für die Popularisierung des Gases wirken, kann die Anlagen sachgemäß überwachen, und schließlich infolge ihrer Großbezüge günstigere Einkaufs- und Lieferungsvorteile bieten. Richt unwichtig ist ferner die Bestimmung, wonach die Firma verpflichtet ist, bei Vergebung von Lieferungen und Arbeitsleistungen in erster Linie Gewerbetreibende und Arbeitskräfte der Gemeinde Wieseck zu berücksichtigen. Die übrigen Bestimmungen find allgemeiner und rechtlicher Ratur. Der Gaspreis wird voraussichtlich 22 Pf. für Kochgas und 12 Ps. für Heizgas pro Kubikmeter betragen. Jeder Gasabnehmer hat monatlich mindestens 10 Kubikmeter zu bezahlen, einerlei, ob er sie bezogen hat oder nicht. Die Feststellung des Gasverbrauchs geschieht durch Gasmesser, wofür eine monatliche Gebühr von 50 Pf. zu zahlen ist. Seitens der Gemeindevertretung werden hierzu einige Abänderungen gewünscht. So vor allem die Früherlegung des ersten Kündigungsrechts, so daß statt nach sieben schon nach fünf Jahren die Gemeinde das Unternehmen selbst ausnuhen kann. Ferner wird gewünscht, die Zuleitungsrohre statt in Mannesmannrohren in Stahlrohren zu verlegen. Dies ist durch den säurehaltigen Boden in der Gemarkung begründet. Die Durchführung dieses Planes hat nunmehr seitens der Gemeindevertretung seine Zustimmung erhalten. Wenn sich die weiteren Vorarbeiten glatt erledigen, so ist zu Höften, daß mit den Bauarbeiter: bald begonnen wird. Bei den Einrichtungen und Möglichkeiten der bauenden Firma ist wohl kaum mit einer längeren Bauzeit als zwei Monaten für das ganze Ortsnetz zu rechnen, so daß immerhin die Aussicht besteht, daß die Einwohnerschaft Wiesecks noch in diesem Jahre die Annehmlichkeiten eines Gasherdes empfinden wird. Sowie 72111) Off iv icher Lederwaren-Vertrieb C. Röder nur Kirchenplatz 9 / Tel. 1750 ff ~vV /r'-'Ot ~ GMe «AsMsnz bietet sich rührigen, angesehenen Herren, welche die Vertretung nuferer für die Landwirtschaft, Industrie und die Behörden hoch bedeutsamen und preiswerten Artikel übernehmen. Anher hohem Verdienst werden bei entsprechendem Umsatz Barzuschüsse aewährl. Schristl. Anaeb. mit Angabe der seither. Tältgk. unt. 7188D an den Gieß. Anzeiger. GEiLWt Für einen konkurrenzlosen Artikel mit glänzender Vertriebs-Organisation suchen wir einen Herrn mit ca. 3090.— Mk m teilende selbständige Position für Filiale Schristl. Offerte an „Elektra Frankfurt a. 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Wie mussten wir uns noch mit der Ufa sehe plagen, als es noch kein (fersfl gab! (Juch heute allerdings hat noch nicht jede von uns Güten ganz umgelernt. Und es ist doch so über□ zeugend, wenn man es einmal ohne Vorurteil und richtig versucht: Mit fersi! waschen macht die halbe Grbeih und die Wäsche Kann gar nicht schöner seinI Frauen, » . wqkm m» Demi; Troisdorfer Erzeugnisse: VENDITOR laaMKaö Gießen, den 5. August 1927. 7237 D Celluloid In den bekannten vorzüglichen Qualitäten Gummon Isolations-Material Die Beisetzung findet Montag, den 8. August, nachmittags 4 Uhr, von der Kapelle des Alten Friedhofes aus statt. Dr. med. Rolf Langreuter und Frau Marianne geb. Gail Kammerdirektor August Freiherr Löw von und zu Steinfurth und Tochter Gertrud Frau Oberstleutnant Goldmann geb. Knorr Frau Präsident Nebel geb. Knorr. rJn7 SS Bandsägen, Fräsen, Hobelmaschinen usw. bearb.-Maschinen Klein&Stiefel,Fulda Cellon D.R.P. Wortsdiutz eingetragen. Flammsicher. Trolit Kunststoff. D.R.P. 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Bayern- Verein. Heute abend 8*/i Uhr Mitgliederversammlung im Pranklarter Hof. Erscheinen dringend erforderlich. ,,euD Der Vorstand. Hcute.dcu fl.Aug., abendö 87, Uhr: Monats- verfammlung im VercinSlokal. Sonntag, 14.9lun.: Milien-liussiug nach der WcUerSburg. Um zahlreiche Beteiligung wird ge- beten. f7221c Der Vorstand. Stadttheater vlenskug. 0eii9.Aug., nüenos 8 Uhr: Gastspiel des kurtheaters Vad'7?auheim Erstaufsührung! Der Lebensschüler Komödie in 4 Aufzüg. von Vubtüig Kulda. Ende gegen 107, Uhr. Der Borverkauf findet am nächsten SamSlag, Montag und Dienstag In den gewühnlichanKaffen» stunden stau. m« m. '82 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen) ---ZIInniHiKH’^,3BIBnan||HBa|HHHBBBaBaBBIBIIDnnHBBkQUK*“ ZXUTSn£i:*BCnAX axcgivr.T.’L ^raBBxrsaazirsanzxcäaBTaDBHnHannBaBEHi Kautschuk, eine der Stützen englischer Weltmacht. Von Dr. Manfred Sell. Die britische Weltmacht, die in ihrem Aufbau ein außergewöhnliches politisches Kunstwerk darstellt, beruht in hohem Grade auf wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die von großem Scharfblick zeugen und besondere Aufmerksamkeit verdieneir. England hat es strategischgeographisch verstanden, seinem Reichsgebäude die wesentlichen Stützpunkte zu verschaffen, ein zusammenhängendes Reich rings um das Indische Weltmeer aufzubauen und sämtliche Zugangsstraßen zu diesem Weltmeere in britische Hände zu bringen. England hat es wirtschaftlich verstanden, sein Reich zu einem gewaltigen Länderkomplex zusammenzuschmieden, der in fast jeder Hinsicht im äußersten Rotfalle von den nichtbritischen Weltgegenden unabhängig sein kann. Kleber diese Möglichkeit hinaus zielen jene Maßnahmen der britischen Wirtschaftspolitik, die England einerseits die unbedingte Vorherrschaft in seinem Reiche sichern, anderseits England eine beherrschende Stellung auf dem Weltmärkte einräumen und auch nicht dem britischen Reichsverbande angehörige Mächte an die englische Gefolgschaft zu knüpfen geeignet sind. In dieser Hinsicht denft man zuerst an die britische Erdölpolitik. Aber was Erdöl betrifft, muß England die erste Stelle mit den Vereinigten Staaten und ihren Rieseirunternehmun- gen teilen. Hingegen besitzt England auf einem Gebiete eine Monopolstellung, in der es sogar in der Lage ist, der nordamerikanischen Wirtschaftsmacht Bedingungen vorzuschreiben. Die Erzeugung des Kautschuk ist zum größten Teile, der Kautschukhandel fast ausschließlich in britischen Händen. Wenn man die mannigfaltigen Anforderungen des modernen Wirtschaftslebens an Kautschukwaren berücksichtigt, zumal aber den ungeheuren Kautschukbedarf der immer größere Ausmaße annehmenden Automobil- und Fahrradindustrie erwägt, so erhellt dies kraß die Bedeutung, die Erzeugung und Handel dieses Pftanzenproduktes erhalten, zumal wenn diese Gewinnung und dieser Umschlag machtpolitisch fast ausschließlich in einer Hand vereinigt sind. Bis becnahe zum Ausbruche des großen Krieges im Jahre 1914 lag das Schwergewicht der Kautschukerzeugung, die damals eine Iahreswelt- produktion von ungefähr 100 000 englischen Tonnen erreichen mochte, in der Gewinnung des Wild kautschuks. Mehr als die Hälfte der Gesamterzeugung wurden durch eine Art von Raubbau in den tropischen älrwaldgebieten der Welt gewonnen. An verschiedenen Arten Kautschuk liefernden Pflanzen ist kein Mangel doch sei hier nur der in Brasilien heimischen Hevea gedacht, eines als Baum auftretenden Wolfsmilchgewächses (Euphorbiacea). Diese eine Art der Kautschuk liesernden Pflanzen wurde nämlich zum Gegenstand einer neuen und rationellen Kautschukerzeugung in der Gestalt eines ausge- dehneten Plantagenbaues. Unter den afrikanischen und asiatischen Beständen an wildwachsenden Kautschukpflanzen hatte der rücksichtslose Raubbau mit seiner unbedachten schonungslosen Zerstörung der Bäume und Schlinggewächse furchtbare Verheerungen angerichtet, während in Brasilien um ein weniges glimpflicher verfahren wurde. So konnte der brasilianische Wildkautschuk bis heute eine bescheidene Rofte. auf dem Weltmärkte behaupten, während die Wildkautschukge- biete der Alten Welt plötzlich und fast gänzlich ausschieden. Der Wcltbedarf an Kautschuk mußte seither durch den Plantagenbau gedeckt werden, der sich fast ausschließlich aus die Kultur der brasilianischen Hevea erstreckt. Aber dieser Plantagenbau, der größte Ausmaße annahm (die Gesamtanbaufläche der Kautschukkultur stieg im Laufe der ersten zwei Jahrzehnte d:s zwanzigsten Jahrhunderts um das dreihigsache!), der die jährliche Gesamterzeugung an Kautschuk innerhalb eines Jahrzehntes vervierfachte, wurde zuerst bodenständig nicht in allen ursprünglichen Wildkautschukgebieten, sondern nur auf einem beschränkten Raum und nicht in der Heimat der angebauten Hevea. In nennenswertem Amfaage setzte die Kautschukkultur zuerst ein im feuchtheißen Tropenklima Südost asiens, zumal in den britischen Besitzungen der Halbinsel Malakka (Straits Settlements, Malayenstaiten), dann auch in einigen Strichen Vorderindiens und auf Ceylon. Sie griff bald über nach den ähnliche Bedingungen aufweisenden malahischen Inseln, nach Borneo, Sumatra, Java. Auch in diesen niederländischen Kautschukpflanzungen ist englisches Kapital beteiligt, der Kaut- schukabsatz unterliegt auch dort gänzlich briti- Jndien unter britischer Kapitalbeteiligung erzeugt und auf britischen Märkten in den Handel gebracht wird. Aeußerst fühlbar mußte sich diese britische Monopolstellung sehr bald für diejenigen Mächte gestalten, die als Verbraucher großer Kautschukmengen in Betracht kommen. Die Vereinigten Staaten von Rordamerika sind das Land der riesenhaften Automobilindustrie mit ihrem außerordentlichen Kautschukbedarf für die Reifcnherstellung. In den Vereinigten Staaten empfindet man äußerst schmerzlich diese Schwäche der eigenen Wirtschaftsmacht, die Kautschukfrage ist zu einer wirtschaftspolitischen Angelegenheit erster Ordnung geworden. Das gleiche gilt für die großen Industriestaaten Europas, zumal Deutschland, Frankreich und Italien. Es ist selbstverständlich, daß diese verschiedenen Mahnung zur Hindenburgspende Reichskanzler a. D. 5ürft von Bülow: Mit den Eigenschaften, die uns einst groß machten, wahrt Hindenburg in traurigerGegenwartHoffnung bcssererZukunfl Reichskanzler a. D. Dr. W. Cuno: Helft Hindenburg helfen, der uns allen Führer und Vater war in harter Kriegs- und Friedenszeir. Reichskanzler a. D. Dr. Hans Luther: Aufschauend zum sturmerprobten Führer Hindenburg, ward deutschem Volk die stärkste Rraft zum Glauben an sich selbst. Reichskanzler Dr. Marx: Hindenburg gehört dem ganzen deutschen Volke. Ihn zu seinem So. Geburtstag in der von ihm selbst gebilligten Weise zu ehren, ist unser aller Pflicht-. Gaben für die Hindenburgspende werden angenommen in der Geschäftsstelle des „Gießener Anzeigers", Gießen, Schulstraße Vir. 7. scheu Einflüssen. Das englische Singapore, das Rückgrat des britischen Reiches am Indischen und Stillen Weltmeere, erfuhr neuen Zuwachs an Bedeutung als älmschlagehasen für die Welt- erzeugung an Kautschuk. Kautschukerzeugung und Kautschukhandel veränderten in wenigen Jahren grundlegend das Landschaftsbild und den wirtschaftlichen Aufbau einer ganzen Weltgegend. Aber am bedeutsamsten wurde der ungeheure Zuwachs an wirtschaftlicher und politischer Macht, der dem englischen Reiche aus dieser Monopolstellung in der Kautschukerzeugung zuteil ' r'e. Daß es sich tatsächlich um eine Monopol Wellung handelt, beweist die Tatsache, daß insgesamt 90 Proz. der Gesamtkautschukerzeugung der Welt auf dem Boden jener englischen Reichsteile gewonnen oder im nahen RiederländischMächte getrachtet haben, sich aus der Abhängigkeit von britischem Gutdünken zu lösen. Besonders begünstigt sind in dieser Hinsicht die Mächte, die dank ausgedehnter tropischer Besitzungen, deren feuchtheißes Klima den Kautschukanbau ermöglicht, in der Lage sind, zu einer Eigenerzeugung an Kautschuk überzugehen. Immerhin ist zu erwägen, daß dieser Entwicklung namhafte Schwierigkeiten entgegenstehen, nicht zuletzt auch die lange Frist (bis zu 25 Jahren), die bis zur Erzeugungsfähigkeit einer Kautschukplantage verstreicht. Dennoch sind Besitzungen wie das französische I n d o ch i n a oder die amerikanischen Philippinen zu günstig gelegen, als daß sie nicht zu dem Versuch anlocken sollten. Kautschuk aus Jndochina spielt auch bereits eine, wenn auch noch recht bescheidene Rolle auf dem Carl Bantzer. Zu seinem 70. Geburtstage am 6. August. Von Dr. Christian Rauch, o. Professor der Kunstgeschichte an der Landesuniversität Gießen. Carl Roah Bantzer wird am 6. August 70 Jahre. Er ist 1857 in Ziegenhain geboren, und seine hessische Heimat blieb zeitlebens die Kraftquelle für sein künstlerisches Schaffen nach Inhalt und Form. Die Bilder, die er im Künstlerdorfe Willingshausen an der Schwalm gemalt, denen das Land und die eigenstämmigen Leute den Inhalt gaben, diese Bilder sind es vor allem, bte ihn berühmt gemacht haben, mit denen er das Schwälmerland berühmt gemacht und feine Anschauung dieser eigentümlichen Schönheit durch Deutschland verbreitet hat. In seiner besonderen Form: der künstlerischen Steigerung des Eigenwuchses und Eigencharakters dieser bodenständigen Dauern zum Heroischen. Der Gipfel dieser Gestaltung ist Wohl das Bild von 1907 „ Schwalmer Bauern vor der Kirche" in der Darmstädter Galerie. Der Werdegang Carl Danhers bis zu diesem hohen Zeugnis seiner schöpferischen Kraft war lang und viel gewendet: er führt durch ein gut Stück der Entwicklung neuerer deutscher Malerei. Seine Lehrzeit war auf der Berliner Akademie 1875 bis 1880, bei Leon Pohle in Dresden und dann in Paris 1882 bis 1883. Sein Meisterstück gewissermaßen, und das Bild, das zuerst in die Oeffentlichkeit durchschlug, „Die Wallfahrer am Grabe der heiligen Elisabeth", 1888 gemalt, in der Dresdener Galerie, zeigt deutlich noch, was die Schule der Akademie aus ihren Talenten machen wollte. Es ist das große dekorative Historienbild: Schon der historische, also ideelle Inhalt erfordert ein Studium für sich, das dann in eklektische altmeisterliche, das heißt an älteren Vorbildern ebenfalls ftu- öierte Form umgeseht wird. Also ist an diesem Bilde einstweilen nur der Rame hessisch: aber man spürt in der Energie und dem Können, mit dem der Dreißigjährige hier Lichtprobleme, gedämpftes Tages- und Kerzenlicht gegeneinander und die Farben darin über den historischen Inhalt hinaus meistert, etwas künstlerisch Kommendes. Realistischen Inhalts sind „Genrebilder", die in gleicher Zeit entstehen: auch die „erzählen" ebenso wie das Historienbild, aber sie schildern Gleichzeitiges, dqs nicht ideell rekonstruiert zu werden braucht — und so kommt von selber schier, wenn auch an Interesse noch von dem literarischen Inhalt des Sittenblldlichen überwogen, das Bodenständige in Figuren und Landschaft zu wachsendem Ausdruck. Bezeichnend, wie zu dem Bilde „Vor dem Dorfe" der gleichzeitige Kunstkritiker in der Zeitschrift „Die Kunst für Alle" Bantzer zunächst als hochbegabten Rachfolger Ludwig Richters feiert, dann aber besonders von dem „Eindruck glücklichsten Raturlebens" spricht und der „gesunden Raturempfindung der ganzen ©jene, die um so beglückender ist, je ungesuchter ihre Anmut erscheint . Und ebenso bedeutsam, daß' ein anderer Kritiker der Dresdener Ausstellung von 1894 von dem Bilde Bantzers „Rast im Schatten", also einem ebenfalls noch genremäßigen Vorwurf sagt, daß es „in bezug auf feine malerische Empfindung zu den besten Landschaften der Ausstellung gehöre." Bildnis- und Landschaftsstudien führen ständig auf dem Wege weiter, das Eigene im Ausdruck hervorzuheben und zu steigern. Im Bilde „Abendmahlfeier in Hessen" von 1892 in der Berliner Rationalgalerie ist hier ein Gipfel erreicht. In der strengen einfachen Architektur der kleinen Dorfkirche, deren weiße Wände das helle Tageslicht zurück- strcchlen, daß die Kerzen auf dem Altar verblassen, scharf abgeseht in wirkungsvoll Raum schaffendem Tiefenzuge die Reihe der Männer, die zum Altar schreiten. Trotz dem starken Rhythmus der verhaltenen Gesamtbewegung dieses Zuges dann aber doch jeder einzelne als Charakterkopf gegeben. Im Vordergrund in den Kirchenbänken wieder wuchtig Raum bildend die sitzenden Frauen. Das Ganze der ernsten Handlung und Darstellung zusammengehalten in einer kühlen blauen Farbenharmonie, die objektiv durch die dunkle Abendmahlstracht bestimmt, künstlerisch subjektiv durch die nun vollendete Freilichttechnik bedingt ist. Für diese moderne Aufhellung der Farbe mag der zweimalige Aufenthalt des Künstlers in Paris kräftigen Antrieb gegeben haben. In diesem Bild wird das Sittenbild zum Sinnbild, zum heroischen Symbol der ernsten Handlung, ausgedrückt durch die ernste Gestaltung dieses llrbauemvolkes. Weit erhoben nun über das ältere Historien- und das Genrebild, das «etwa in der Art des Ludwig Knaus zierlich, geruhig in wesentlich gezeichneter Form erzählte. , Die gleiche Steigerung in dem Bilde „der Schwärmer Tanz", aber in interessantem ©egenfatj oer künstlerischen Mittel. In einer leuchtenden Symphonie von glühendem Rot der Frstestracht gewaltige Bewegung, deren wogender Rhythmus das Breitbild erfüllt. Dort im Abendmahlsbild ernst kühle, hier warme Töne, dort trotz des malerischen Freilichtes, in der verhaltenen Bewegung, statuarisch zeichnerisch plastische Wirkung, hier rauschende Bewegung impressionistisch ekfaßt, durch den brünstigen Rotfarbenklang, der tote beim Vogel schillernden Festestracht der Tanz des Hessen-Dauern zu dem Tanz, dem heißen Spiel der Geschlechter symbolisch erhoben. — Was in dem Abendmahlsbild, so weit ich sehe, zum erstenmal in Danhers Schaffen als fein Eigenes voll erklang, Hingt nun noch stärker. noch reiner und voller in dem Werke von 1907, das ich für sein bedeutendstes halte: Schtoälmer Bauern vor der Kirche (im Landesrnuseum zu Darmstadt). Wieder eine kühle Farbenharmonie, die der Stimmung Ment, dem stärksten Ausdruck, hier in der Ruhe gegeben, sich unterordnend ihn unterstreicht. Lebensgroße wuchtige Gestalten — dunkel in Grauschwarz und Blauvioleti in großen Flächen gekleidet, Flächen, die nur leise von einigen goldgelben und weihen Flecken unterbrochen, getrieben, stützend verstärkt werden — sind in stärkst überlegter Gruppenstellung, die sich nach rechts hin auftöst, vor die hellst grauweiße Kirch^nwand ' auf rötlich-grauen mit Herbstblättem bestreuten, gegen die Kirchenmauer nach hinten grün bewachsenen Boden gestellt. Aber 'beherrscht wird schließlich diese monumentale Formenwucht in diesem Farbenklang, durch den geistigen gesammelten Ausdruck, der aus den rissigen Antlitzen dieser alten Männer spricht: wieder sind es großartige Charakterbildnisse, Sinnbilder eines ganzen Lebens. ।— Es sind zwei Jahrzehnte vergangen, seit Bantzer dieses {ein Höchstwert schuf. Wir haben seitdem sehr viel Reues tn der Kunst erlebt und die Heutigen stehen zu Bantzers Bildern vielfach etwa so, wie der Impressionist zum Historien- und Genrebilde stand. Ich glaube, daß Bantzers Schöpfungen künstlerischen — ja das verpönte Wort sei gesagt — auch kulturgeschichtlichen Dauerwert «haben: vor allem die Werke, die ich aus der reichen Fülle des Gesamtwerkes heraushob. — Der 70jährige ist jugendfrisch und schafft noch immer in «dem Altersheim, das er sich Marburg gegenüber ins Freie gebaut und auch in Willingshausen imb anderswo. Wir in Gießen Samstag, 6. August 1927 Weltmärkte. Die ostasiatische Politik, das Streben der Philippinen nach staatlicher Selbständigkeit erhalten durch die nordamerikanische Kautschukpolitik erhöhte Bedeutung: dem llnabhängigkeits- drang der Philippinen dürften die nordamerikanischen Kautschukpläne schwerlich erforderlich sein. Doch ist auf absehbare Zeit die britische Monopolstellung in der Kautschukerzeugung und auf dem Kautschukmarkte ungebrochen. Für die englische Weltgeltung, für den Zusammenhalt des britischen Reiches ist die englische Rolle in der Kautschukwirtschaft eine starke und wirksame Waffe. Cs wird zäher und mühseliger Arbeit bedürfen, ehe es der übrigen Welt gelingen! wird, sich aus dieser englischen Bevormundung zu befreien. Einem Deutschland ohne eigenen tropischen Kolonialbesitz ist auch dann noch nicht viel geholfen. Außer den Gebieten der drei großen Mächte England (das ja auch den niederländischen Kautschukabsah kontrolliert), Vereinigte Staaten und Frankreich kommen als Ein- kaufsmärkte Brasilien (Wildkautschuk und wachsende Plantagenkultur) und einige andere Tropengebiete in Frage (Belgisch-Kongo). Es verdient Erwähnung, daß im früher deutschen Kamerun verheißungsvolle Ansätze zu einer Kautschukerzerzeugung zu bemerken sind. ------- J Der hksen Gdingen und polens Seemachtspläne. Von Max Kramuschke. Zur Illustrierung dessen, wo Polen seinen maritimen und handelspolitischen Schwerpunkt gesucht und gefunden hat, möge die folgende historische Erinnerung dienen. In der Nacht vom 22. zum 23. August 1870, wahrend des deutsch-französischen Krieges, verließ das deutsche Kriegsschiff „N y m p h e" den Danzig vorgelagerten Hafen Neufahrwasser, um drei französische Panzerschiffe und einen Aviso zu rekognoszieren, die im Putziger Wiek vor Anker gegangen waren. In einer Entfernung von 2500 Schritt — so heißt es in einer Notiz darüber — begann die „Nymphe" die französischen Schiffe zu umkreisen und G e s ch ü tz f e u e r auf sie zu richten, das von französischer Seite sofort erwidert wurde. Rauch aus den Schornsteinen der Panzerschiffe ließ darauf schließen, daß sich die Schiffe zur Verfolgung des Angreifers bereit machten, worauf auf der „Nymphe" das Kommando zur Rückfahrt gegeben wurde. In der Tat versuchten die französischen Schiffe, der „Nymphe" den Rückzug abzu- schneiden und sie in den Bereich Ihres Feuers zu ziehen, jedoch ohne Erfolg. Die „Nymphe" war schnell genug, ohne die geringste Beschädigung, den schützenden Hafen wieder zu erreichen. Diese harmlos verlaufene Schießerei nennt der Bericht darüber übertreibend Gefecht bei Oxhöft, und zwar nach dem gleichnamigen Fischerdorf an der polnischen Ostseeküfte, das wiederum Gdingen benachbart ist, mit welchem Namen sich für Polen nichts Geringeres als feine Zukunft auf dem Wasser verbindet. Soll doch Gdingen, von wo man halb- südlich nach Zoppot gelangt und das gleichfalls bis vor kurzer Zeit ein unbedeutender Fischereiflecken und kleiner Badeort war, derpolnifche Hafen par excellence werden, Ausgangspunkt für ein Meeresprogramm, das sowohl dem Gedanken wirtschaftlicher wie politischer Expansion dienen will. Der Bau des Hafens von Gdingen durch ein angeblich von der Morganbank finanziertes französisch-polnisches Konsortium geht bis auf das Jahr 1921 zurück. Mit den Arbeiten war nicht immer alles in Ordnung. Die Anlage einer Mole mißlang, und es kostete viel Geld, den entstandenen Schaden wiedergutzumachen. Ja zeitweilig wurde die mit dem Bau des Hafens beauftragte Gesellschaft kontraktbrüchig. Die Arbeiten geriet ganz ins Stocken, und wieder war ein großer Aufwand nutzlos vertan worden. Seit Herbst 1926 aber ist beim Hafenbau ein entschiedener Fortschritte verzeichnen. Das Tempo der Arbeiten hat sich beschleunigt, wie es auch mit dem Ausbau Gdingens selbst, das jetzt etwa freuen uns 'des Dildniftes, das er 1924 Dort dem Germanisten Behagyel für unsere Universität gemalt hat und nun neuerdings auch irt unserer städtischen Sammlung der Studien, für das Abendmahl, «die seine ehrliche, kluge und kraftvolle Arbeitsweise uns wirksam erkennen lassen. Möge dem rüstigen Meister die Kraft zu schaffen, lange noch erhalten bleiben. Student und Presse. Don dem vorbereitenden Ausschuß für die akademische Abteilung der Internationalen Presseausstellung Köln 1 9 2 8 ist ein Ausstellungsplan ausgearbeitet worden, nach dem das akademische Schrifttum auf dem Hintergrund typischer Darstellungen aus dem akademischen Leben der; Vergangenheit und Gegenwart ge- seigt werden soll. Der Plan sieht im einzelnen! folgende Einteilung vor: In dem mit Dildern aus dem deutschen Studentenleben geschmückten Hauptraum, der von einem überlebensgroßen! Modell der Studentenvlastik der Rhmphenbur- ger Pvrzellansabrik beherrscht wird und in dem Rachbildungen für die Denkmale der gefallenen! Studenten und Modelle mustergültig eingerichteter Korporativns- und Studentenhäuser auf die Gegenwart des deutschen Studententums Hinweisen, soll durch anschauliche Statistiken und Tabellen eine Gesamtübersicht über die Entwicklung und den heutigen Stand des akademischen Pressewesens gegeben werden. Einer der Rebenräume soll naturgetreu einem alten Stu dentenkarzer (Jena, Heidelberg oder Rkarburg) nachgebildet werden mit seinen interessanten Inschriften und Zeichnungen. Im Zusammenhang damft werden die verbotenen und sonstigen akademischen Schriften aus der Gründungszeit der Burschenschaften und aus den 48er Jahren gezeigt. Die übrige studentische Literatur der Vergangenheit soll im Rahmen der historischen Studentenbude des Rürnberger Museums (Original oder Rachbll- dung) und das akademische Zeitschriften wesen der Gegenwart in einem Raum eines modernen Studentenhauses (Münchep) ausgestellt werden. Die akademische Abteilung der Pressa findet ihren Abschluß in EinzelaussteL- lungen der verschiedenen akademischen Organisationen und der studentische^ Verbände. Äin beftmder^r Raum ist dem internationalen und ausländischen akademischen Schrifttum Vorbehalten. . 2000 Einwohner zählt und einen für seine Verhältnisse pompösen Bahnhof erhalten hat, vorwärts gegangen ist. Man will Gdingen in absehbarer Zeit auf 60 000 Einwohner bringen, ohne wohl zu bedenken, daß Polen nicht Amerika ist und daß Danzig in der Nähe liegt, das Jahrhunderte gebraucht hat, ehe es zu dem wurde, was es heute ist. Immerhin hat sich Gdingen großer Fürsorge von feiten der Regierung zu erfreuen. Es hat Ätadtrechte erhalten, wird subventioniert und verwaltet sich im Bereich eines eigens geschaffenen Mcereskreises selbst. Der polnischen Gesellschaft aber ist Gdingen zum n a - tionalen Talisman geworden. Ein polnischer Flott en verein entwickelt für die polnische Wasserkante eine lebhafte Propaganda unter besonderer Betonung des Gedankens, daß es die größte Nieder» läge für Polen bedeuten würde, wenn es mit Gdingen den Zugang zum Meere verlöre. Es ist kein Geheimnis, daß Polen sich zum Bau des Hafens von Gdingen, der samt Ausrüstung etwa 50 Millionen Zloty kosten wird und mit dem man 1930 fertig zu sein hofft, nicht entschlossen hätte, wenn ihm mit Pommcrellen auch Danzig zuge- sprochcn worden wäre. Bekanntlich ist aber Danzig, obgleich mit Polen durch Zollunion verbunden, ein Staatsgebiet für sich, dessen Hafen von einem Hasenrat verwaltet wird, der sich aus je 5 Polen und Danzigern zusammenseßt und an dessen Spitze ein neutraler Präsident (bisher zweimal ein Schweizer) steht. Festgelegt ist dieses Verhältnis zwischen Polen und Danzig in den Artikeln 100 bis 104 des Versailler Vertrages und in den Bestimmungen der polnischen Danziger Konvention, die am 9. November in Paris abgeschlossen wurde. Fachmännische Kreise der Freien Stadt versichern nun, daß Danzig in der Lage ist — heute ebenso wie früher — mit seinen ausbaufähigen Hafenanlagen die gesamte Aus- und Einfuhr seines Hinterlandes allein zu bewältigen. Allerdings will Danzig nichts mit m i l i t ä r i s ch e n Zwecksetzungen der polnischen Republik zu tun haben, ein Gesichtspunkt nun, der mitentscheidend gewesen sein mag, als sich Polen zum Bau eines eigenen Hafens entschloß. Strebt doch Polen nicht nur den Bau einer starken Handelsflotte an, sondern es will auch eine ihr adäquate Kriegsflotte besitzen, und polnische Zeitungen schreiben auch ohne Umschweife, warum: Sie soll in einem möglichen Konflikt mit Deutschland die Aufgabe haben, eine Verbindung zwischen Ostpreußen und dem Reich zu verhindern. Weiter soll sie jeden Versuch, Reserven aus Stettin, Kiel und Homburg nach Ostpreußen zu schaffen, paralysieren. Mit 'allem Nachdruck wird betont, daß die Verteidigung des Korridors, die Vereitelung eines Angriffs auf Warschau von Norden d)ne eine starke Kriegsflotte ein Ding der Unmöglichkeit sei. Die Kriegsflotte soll Polens zweites Schwert und Gdingen seine Scheide fein. Daß sich Polen eine eigene Handelsflotte zulegen will, kann man verstehen, wenn man bedenkt, daß sich der polnische Seehandel auf etwa 3 Millionen Tonnen beläuft, wobei der polnische Anteil nur 1 Prozent beträgt. 44 Prozent der Seefrachten besorgen deutsche Schiffe, 55 Prozent andere ausländische Flaggen. Man will es nun in Polen dahin bringen, daß wenigstens 10 Prozent dieser Gütermengen unter eigener Flaage seaeln. Da nun die Versuche privater Gesellschaften, die polnische Schifffahrt zu organisieren, mißglückt sind, so hat sie die polnische Regierung in eigene Regie genommen und eine staatliche Schiffahrtsgesellschaft gegründet, die bereit/ eine Anzahl Handelsschiffe und Personen- damcher erworben hat. Neben Gdingen, das in kommerzieller Hinsicht besonders als Kohlenhafen dienen soll und das zu diesem Zwecke in naher Zeit durch eine Eisenbahnlinie mit dem oberschlesischen Industriebezirk verbunden sein wird, und neben Danzig, das die Weichsel dem Weltverkehr eröffnen soll, ist in letzter Zeit ein dritter Hafen in Dirschau angelegt worden, damit, wie es heißt, Danzig entlastet werde. Während die staatliche Schsffahrtsgesellschaft mit ihren Sitz in Gdingen üffer Handelsschiffe mit einem Inhalt von etwa 20 000 Tonnen verfügt, besitzt die private Gesellschaft des Dirschouer Stromhafens nur Leichter und Schlepper mit einer Raum- oerdrängung von etwa über 10 000 Tonnen. In Dirschau befindet sich auch eine polnische Marineschule, in der Seeoffiziere und Schiffstechniker ausgebildet werden. Alles in allem kann wohl gesagt werden, daß noch viel Wasser die Weichsel hinabfließen wird, ehe Polen aus die Bezeichnung einer Seemacht wird Anspruch erheben können. Immerlstn ist feftzuftellen, daß die Regierung Pilsudsti in ihrem Bestreben, Polen wenigstens relativ maritime Selbständigkeit zu verschaffen, nicht ohne Initiative ist. So hat sie, um den Kader einer Kriegsflotille zu schaffen und um die vorhandenen Schul- und Versuchsschiffe zu ergänzen, französische Werften mit dem Bau von zwei Torpedobootszerstörern und drei Unterseebooten beauftragt. Muß man sich aber nicht fragen, warum sich Polen den Luxus von Hafenbauten leistet, wo es doch in Danzig nicht nur den Ausgang zum Meer, sondern auch das hierzu, erforderliche Instrumentarium gewissermaßen auf dem Präsentierteller erhalten hat? Hierzu ist zu erwidern, daß nach polnischer Auffassung Hafen und Schiffe nicht nur einen realmünzbaren, sondern auch einen polonifierenden Faktor darstellen sollen. Mit einer solchen Tendenz läßt sich aber Danzigs Charakter als Freie Stadt nicht vereinbaren. Prestigefragen und politische Erwägungen bilden also bei dem Streben nach Seegeltung die ausschlaggebenden Momente. Außenpolitische Umschau. Von Professor Dr. Otto H o e tz s ch. Die Ostfestungen sind geschleift, das Kriegsgeräte» Gesetz ist angenommen. Was sonst an Verabredungen Deutschlands noch vorliegt, dafür ist ein ganz bestimmter Terminkalender zwischen uns und der anderen Sette verabredet, der bestimmungsgemäß ab» läuft. Die Entwaffnung Deutschlands ist vollständig beendet. Die vernünftige englische Presse erklärt darauf auch, daß die Rheinlandräumung nun fällig sei. Demgeaenüber sind von deutscher Seite die Besatzungsziffern veröffentlicht worden, die freilich nur auf Schatzungen beruhen können. Danach standen im Frühjahr 60 000 Franzosen, 6700 Belgier, 8000 Engländer, nn ganzen über 75 000 Mann auf deutschem Boden. Die früheren deutschen Garnisonen in der zweiten und dritten Zone mochten nicht ganz 51 000 Mann umfassen. In der zweiten Zone standen 1.3 000 gegen heute 19 000 Mann, in der dritten Zone 27 000 gegen 55 000 fremde Soldaten heute. Im Frieden gab es 26 deutsche Garnisonen in diesem ganzen Gebiet, heute steht die ftemde Besatzung in 115 Garnisonen, in denen über 9000 Wohnungen beschlag» nahmt sind» außer den Einzelzimmern und außer den Diensträumen. Das ist die Lage, auf die man sich aus Frank» reich bisher nur geäußert hat in den Reden Poin- eures in Lunsville und Onhies, auf die man sich geäußert hat von Belgien aus in den Reden des Herrn v. Brocqueville und auf die man sich in England auf eine Frage am 28. Juni in einer Antwort des Unterstaatssekretärs dahin geäußert hat, daß das Abkommen über Aufhebung der Militärtontrolle nicht nur die Schleifung der Ostfestungen, sondern auch gewisse andere Punkte der deutschen Abrüstungen umfasse, in denen die Anforderungen noch nicht völlig befriedigt seien und daß daher nicht gesagt werden könne, die Abrüstung Deutschlands sei vollständig. Herr Locker Lampson verband damit gleich einen weiteren Vorbehalt und Vorwand, daß nämlich die Räumung des Rheinlandes auf Grund von Artikel 431 nicht nur von den Abrüstungsverpflichtungen, sondern von den Vertragsoerpflichtungen Deutschlands im allgemeinen und ihrer Erfüllung abhänge. Das ist im ganzen eine sehr unerfreuliche Lage. Wir hören nur aus einigen unab- gigen Zeitungen die Anerkennung der Lage, wie sie tatsächlich ist, und hören amtlich, aus Frankreich, Belgien und England, nur Vorbehalte und Vorwände, die gestatten sollen, die Räumung hinauszuziehen, die doch auch nicht von heute auf morgen ausoeführt werden kann, sondern deren Anfang schon sehr erhebliche Vorbereitungen mit sich bringt. Namentlich die englische Erklärung steht im Widerspruch mit den Aeußerungen Chamberlains über die Notwendigkeit der Rheinlandräumung, die er in Genf getan und die er dann im Parlament ganz förmlich wiederholt hat. Jetzt find alle Minister auf Ferien, und das internationale Geschäft stockt. Alle benutzen die Zeit, sich für die Genfer Verhandlungen im September vorzubereiten. Aber die Aspekte sind in dieser Frage nicht erfreulich und die Erwägungen, die die deutsche Politik in bezug auf ihre Haltung in Genf anzustellen hat, müssen von diesen Gesichtspunkten sehr erheblich bestimmt werden. Man muß das Ding beim Namen nennen und dem deutschen Volk sagen, wie die Lage ist. Mit Vorleistungen und neuen Konzessionen ist endgültig S ch l u ß zu machen, Schließlich kann Deutschland ja, so schmerzlich es für das Rheinland ist und so stark unser Recht eine Aende- rung erzwingt, warten, dis das Jahr 1935 herankommt. Aber vor aller Welt soll dann auch klar sein, w e r Europa nicht zur Ruhe kommen läßt! Denn es ist nicht eine Frage Deutschlands allein, die Rheinlandbesetzung und Verweigerung der Räumung. Es ist eine europäische Frage, weil an dieser reizbaren und verwundbaren Stelle die Aufrechterhaltung der Besatzung zugleich einen allgemeinen Spannungszustand aufrecht erhält. Wie soll denn Europa zu der Ueberzeugung kommen, die Locarnomächte arbeiten wirklich im Sinne des berühmten Geistes von Locarno, die Gleichberechtigung der Staaten im Völkerbund soll eine Tatsache werden, sei nicht nur Phrase? Wie soll denn Europa in den drängenden gemeinsamen Fragen der Wirtschaft und der Finanzen, der ganzen gemeinsamen Anschauung der Probleme, die so bringend notwendig ist, vorwärtskommen, wenn das Verhältnis zwischen Deutschen und Franzosen unausgesetzt mit dieser Verweigerung der Räumung wund gerieben wird? Es kommt dabei wesentlich und entscheidend auf Frankreich an. Wir erwarten nichts von England, das, wie sich wieder zeigt, doch seinen Standpunkt, selbst wenn er einmal uns günstig ist, nicht durchbiegt. Es hält für nötig, Frankreich weiter Sekundantendienste zu leisten, weil ja die eigenen Schwierigkeiten wieder steigen. Denn die europäische Lage ist dadurch charakterisiert, daß England seine russische Politik in den letzten zwei Monaten nicht in feinem Sinne vorwärtsgebracht fjat und daß andererseits in den immer schwierigeren Verhandlungen der Seeabrüstungskonferenz in Genf zum ersten Male seit langer, langer Zeit Risse im Verhältnis zwischen England und den Vereinigten Staaten sich zeigen. Man kann sich denken, wie Rußland mit schärfster Wachsamkeit darauf blickt, und vielleicht schon mehr daraus erhofft, als der wirklichen Lage entspricht.. Dann wäre England gezwungen, seine Politik gegen Rußland etwas umzugestalten, und möglicherweise richtet sich Rußland auch darauf ein, im passenden Moment mit bestimmten Vorschlägen zu kommen, für die Chamberlain in seinen letzten Unterhaus- reden die Tür geöffnet hat. Diese großen Fragen nehmen England in Beschlag Die deutsche Räumungsfrage wird darüber vergessen oder unwillig zu-rückgeschoben. Es ist Deutschland allein überlassen, in den nächsten Wochen in dieser Frage seinerseits seinen Weg vorzubereiten und zu nehmen! Oderhessen. Landkreis Gießen. ■£ liefert, 6. Aug.» Anschließend an die Gasversorgung (siehe besonderen Artikel) beschäftigte sich der Gemeind erat mit ejnem Antrag des Kreisamts, toonad) Wohnungsbauten, die im Jahre 1927 errichtet oder begonnen werden, für das laufende und die nächsten fünj Jahre von der Grundsteuer befreit sind. Begonnene Wohnungsbauten sind hierbei solche, bei denen mindestens das Mauerwerk steht. Der Gemeinderat gibt hierzu seine Zustimmung. — Das Gesuch des Gastwirts Gust. Gobel um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft wird, da es sich hier um eine Uebernahme handelt, befürwortet. — Seither unterlagen Gebäude und Grundstücke, die während der Inflation gekauft und jetzt verkauft werden, einer Wert zuwachs st euer. Infolge des Finanzausgleichs für Reich, Länder und Gemeinden macht sich eine andere ©teuer» erfassung notwendig. Der Gemeindetat beschließt drese umgeänderte Wertzuwachssteuer und übernimmt die vom Ministerium des Innern vor» gelegte Mustersahung unverändert. — Infolge der vermehrten Rindviehzucht macht sich die Reuanschaffung eines vierten Bullens notwendig. Dem wird zugestimmt und die Anschaffung eines Dogelsberger Bullens beschlossen. — In der ilrsulum besitzt die Gemeinde eine Sandgrube, die zur Ausbeutung ausgeschrieden war. Höchstbietender war hierbei Maurermeister Karl Schäfer mit 1.68 Mk. pro Kubikmeter, dem auch der Zuschlag erteilt wurde. Die Verpachtung erfolgt auf drei Jahre. Kreis Friedberg. sf. Friedberg, 5. Aug. Kürzlich hielt der Kreishebammenverein hier seine Sommertagung ab, die sehr gut besucht war. Es wurde hauptsächlich über die Ergebnisse der Landeshauptversammlung zu Büdingen verhandelt. Med.-Rat Dr. Rebel wies auf neue Verordnungen hin, wonach Prof. Dr. Walther- Gießen einen sehr lehrreichen Vortrag über Blutungen hielt. Am 31. Juli konnte die Hebamme Broder aus Gambach das Fest ihres 50jähri» gen Dienstjubiläums feiern. Med.-Rat Dr. Rebel überreichte ihr aus diesem Anlaß ein An- erkennungsschreiben der hessischen ‘Regierung. Frau Broder hat schon bei annähernd 1000 Ge- Nätsel'Ecke. Silbenrätsel. aet — be — buk — bei — dorn — eu — hi — Hoop — feet — tu — mans — na — o — o — pe — pe — pfaff — ru — sal — ter — ter — tim — trug — tu — ya Aus vorstehenden 25 Silben fino zehn Wörter Zu bilden, die folgende Bedeutung haben: 1. gesetzwidrige Handlung, 2. Fluß in Korea: 3. lieb Haufe: 4. Singvogel: 5. Vulkan: 6. Stadt im ehemaligen Deutsch-Südwestafrika: 7. amerikanischer Staat; 8. Salz: 9. sudanesische Handelsstadt, 10. Muse. — Wurden die Wörter richtig gebildet, ergeben deren Anfangsbuchstaben von vorn nach hinten und Endbuchstaben von hinten nach vorn die Namen zweier Flieger und ihre sportliche Leistung. Kreuzworträtsel. io 13 25 VL4- 29 0 32 17 22 26 WZ 6 6 7 ......-.AZ 4_ 8 r9* UM 1. Von links nach rechts: 1. Obstbrei; 3. Schicksalsgöttin; 5. weiblicher Personenname; 8. Gemüsepflanze; 10. Erfinder; 13. bolschewistischer Staatsmann; 15. Pferdeart; 17. männlicher Personenname; 18. Stadt in Italien; 21. feierliche Versicherung; 22. Stadt in Italien; 24. andere Bezeichnung für Leumund; 25. italienische Münze; 26. männlicyer Personenname; 28. Stabt in Schleswig-Holstein; 29. bebürftige Lage; 31. römische Göttin; 32. Papageienart; 33. Edelwild; 34. große Eingangspforte. 2. Don oben nach unten 1. Alkoholisches Getränk; 2. Spitzname ber Norbamerikaner; 3. englisches Bier; 4. Tanz- unb Vortakt; 6. Holzstachel; 7. wie 32, wagerecht; 8. Schlachtort in Böhmen; 9. männlicher Personenname; 11. andere Bezeichnung für Nahrung; 12. griechische Landschaft; 13. altdeutsches Schriftzeichen: 14. junge Tiernachtommenschaft; 16. Stadt in Holland; 19. ausgeftorbene Rinderart; 20. bekanntes Schloß bei Marseille; 23. weiblicher Personenname; 25. Kriechtier; 27. Tonart; 28. germanische Göttin; 30. Handlung: 31. chemischer Grundstoff (ch - ein Buchstabe). Zusammensetzaufnabe. Ar — As — Bein — Ei — Eins — Eis — Fang — Hus — Jli — Land — Lei — Liebe — Lust — Rum — Stoa — Tand — Text — Ur — Wild — Zoll. Je zwei ber vorstehenben zwanzig Wörter, richtig ancinanbergefügt, müssen roieber ein Hauptwort ergeben, unb biefe in ihren Anfangsbuchstaben, richtig ancinanbergefügt, eine sommerliche Naturerscheinung. Silbenkapselrätsel. Sauerland — Areal — Gurgelwasser — Korkenzieher — Arbeitszeit. Vorstehenden fünf Wörtern entnehme man je eine Silbe. Aneinandergereiht ergeben diese eine burschikose Bezeichnung für die Hundstoge. Sprichworträtsel. I. Kleine Fliegen stechen große Leute 2. Um Geld und gute Worte. 3. Wer gute Freunde hat, ist reich. 4. Wer gibt, hat. 5. Es ist in guten Händen. 6. Wenn er lacht, kriegen die Ohren Besuch. 7. Er bringt Licht in die Sache. 8. Das zergeht wie Butter in ber Sonne. 9. Wenn die Sonne scheint, erbleicht der Mond. 21 us vorstehenden neun Sprichwörtern — an ber Reihenfolge wird nichts geändert — nehme man je ein Wort. Aneinandergefügt, müssen diese bann ein neues Sprichwort ecgeM Bilde.rätsel. f Worträtsel. Wenn ich den Ton auf ber ersten habe, Kann ich ein Mann sein oder ein Knabe; Manch lieber Leser ist auch so benannt, Sicherlich jedem mein Name bekannt. Legc man mir aber den Ton auf die zweite. Dann ist die Ernte in meinem Geleite; Einmal im Jahr erschein' ich in der Weit' Ob sich nach mir wohl die Wärme noch hä't ? Auflösungen Silbenrätsel. 1. Legat; 2. Erfolg; 3. Indianer; 4. Cello. 5. Hippokrates; 6. Trapez; 7. oamum; 8. Ilmenau, 9. Nogat; 10. Nom'nativ; 11. Veronese; 12. Edgar; 13. Nedwitz; 14. Grenadine; 15. Jli, 16. Schlittschuh; 17. Zoppot Leichtsinn vergißt, Großmut verzeiht 3ufammenffeUaufgabc. Alt—Damm — Borg—Horst — Braun—Au — Claus—Thal — Franz—Burg — Grün—Hain — Heil—Bronn — Hirsch—Berg. Buchstabenrätsel. Ocker — Laura — Pirna — Weste — Fab-» — Sturm — Lachs - Schaf. Kursbuch. Rätsel. Die Kartoffel. Blumenrätsel. otiefmülierdjen — Edelweiß — Immergrün — Nelke — Edeldahlie — Rose — Begonie — Reseda — Aster — Usambaraveilchen — Tuberos» Seiner Braut. Kreuzworträtsel. jab HS0E1I öflti gnniEiB fflBO MD G. O £ G O s, T_ O 1 A £ x 5 R M AIKIRIO AUST R N A AI f]O Te rr Bilderrätsel. Handele raschen, entschlossenen Mutes, Das ist was Echtes, Tüchtiges und Gutes. Dis Narrenkappe. Splitter unb Sparren vom DedakttonStisch. Der freche Stubent. Als Professor Wilson seinerzeit zum L.'ö- arzt der Königin Viktoria von England ernannt worden war, verfehlte er in überquellendem Stolz auch nicht, diese Tatsache auf dem Ec'>w'r» zen Brett der Universität als Rachscbri'. u seinem Lehrplan bekanntzugeben. „Professor Wilson benachrichtigt hierin.r Die Studentenschaft im allgemeinen und seine Sy rer» schäft im beso cderen, daß er Ehrenleibarzt uer Königin geworden ist!" Als er am anderen Tag in der Frühe durch den Lichthof der Universität schritt, f-el ihm auf, daß unter seiner Bekanntmachung ein zweiter Zettel haftete. Erstaunt trat er näher und las die Worte, die ein Student zugesetzt hatte: „God save the Queen!" bürten glückliche Hilfe geleistet und erfreut sich noch jetzt einer guten Gesundheit. Die Gemeinde hatte an ihrem Jubelfest lebhaften Anteil ge- Tütinrmen. Kreis Scholten. & Schotten. 5. August. Der altbekannte Schottener Sommermarkt ist gut verlaufen. Der Schweinemarkt am Dienstag war stark befahren, zirka 600 Schweine. Der Handel war. offenbar vevanlccht durch die seitherigen Witterungsverhältnisse, etwas schleppend. Der Krämermarkt am Mittwoch war außerordentlich stark befucht. In den Marktslraßen wogte eine große Menge, Wirtshäuser und Tanzboden waren überfüllt. In der Turnhalle hielt der Turnverein ein sehr gut verlaufenes Fest für seine Mitglieder. — In feiner letzten Sitzung beschloß der G e m e i n d e r a t , die baldige Errichtung des projektierten Krankenhauses in Angriff zu nehmen. Damit wird ein schon seit Jahrzehnten bestehender Wunsch der Bürgerschaft endlich erfüllt. Das Krankenhaus wäre von der Stadt längst errichtet worden, wenn nicht früher immer der Kreis durch Pläne der Errichttmg eines Kreis- oder Bezirkskrgnkenhauses die Absichten der Stadt durchkreuzt hätte. Der Gemeinderat war sich darüber klar, daß er von Errichtung eines großen Krankenhauses unter Heranziehung der benachbarten Gemeinden unbedingt absehen und nur ein städtisches Krankenhaus, dos für die Zwecke und den Bedarf der Stadt ausreicht, errichten will. Es sind vorgesehen etwa 12 Betten. Die Kosten des Baues sind auf etwa 40—45 000 Mark veranschlagt. Es soll so einfach und billig, wie möglich, andererseits moderner Anforderung entsprechend gebaut werden. Der Rohbau soll im Herbst fertig werden. Ein auswärtiger Arzt (Ehi- rura). der mit einem hiesigen Kollegen tauschen will, ist als Leiter des Krankenhauses vorgesehen. Das Krankenhaus wird auf der sogenannten Pfarrgalle errichtet, einem Grundstück etwa 4—5 Morgen groß, das die Stadt von der Kirche durch Tausch erworben hat. — Der hier im Ruhestand lebende, frühere Stattonsvorsteher Frey- mann, der bei Eröffnung der Bahnlinie Schot- ten-Ridda 1888 hierher verseht wurde und bis 1920 diesen Posten versah, wurde zu Grabe getragen. =•= Schotten, 5. Aug. Bei ber ortsgerichtlichen Versteigerung ber Grunbstücke von Frau Kaspar Spanier IV. ging bas Grundstück mit Wohnhaus Ecke Erbsengasse unb Hauptstraße zum Preise von 7700 Mk. in ben Besitz des Herrn Aug. S ch a ach über. =.= K a u l st o ß, 5. Aug. Der Basaltstein - b r u ch von Blößer & Trapp ging zum Preise von 6000 Mk. käuflich in ben Besitz bes Herrn Jean Krebs in Frankfurt a. M. über. Außerdem erwarb der neue Besitzer einige an den Bruchgrenzen liegende Grundstücke, für welche die seitherigen Be» sitzer angemessene Preise erzielten. =.= Hartman nsbain, 5. Aug. Die hiesigen Sommerfrischen haben in diesem Jahre einen außergewöhnlich starken Zuspruch aufzuweisen, so daß diese oft Mühe haben, allen Ansprüchen ,zu genügen. Zahlreichen Einwohnern ist dadurch Gelegenheit geboten, durch Gewährung von Logis an die Sommergäste eine willkommene Nebeneinnahme zu erzielen. Man geht wohl nicht fehl in ber An» nähme, daß dieser starke Sommerverkehr eine er» freuliche Wirkung der planmäßig betriebenen Pro» paganba für den seither recht . vemachlassigken Vogelsberg ist. Kreis Alsfeld. i— Aus dem Ohmtal, 5. Aug. Nun hat auch im Ohmtal die Getreideernte begonnen. Hier und da ist man bereits mit dem Schnitt von Roggen und Gerste beschäftigt. Infolge ber feuchten Witte, rung bemnnt die Ernte bedeutend später als im vorigen Jahre. Die letzten warmen Tage haben aber das Reifwerden des Getreides sehr gefördert. Eine schwere Arbeit ist in diesem Jahre das Hacken der Rüben. Hat doch auf manchem Acker bas Unkraut, begünstigt durch die reichliche Feuchtigkeit, die Rüben fast überwuchert. Preußen. öLreis Wetzlar. — vorbereitete Schiebungen um mindestens 600 000 Mark betrogen worden. Die Probeentnahmen der täglich in Bahnwagen angelieferten Aschenreste aus Gießereien wurden durch i)en Vertrauensmann der Lieferanten, einem gewissen Winterfeld, absichtlich mit einem höheren Prozentsatz an Kupfer bewertet, als der meistens wertlose Mull enthielt. Es handelt sich um etwa 3000 Donnen solcher Gießereiabfälle, die statt der falsch errechneten 800 Tonnen höchstens 300 Tonnen reines Küpser enthielten. Eine Anzahl Inhaber der Cieferfirmen In Köln. Barmen und Frankfurt a.M wurde verhaftet. Fünf von ihnen werden weiter festgehalten. Das Vermögen aller an dem Schwindel Beteiligten! wurde mit Beschlag belegt. . Schwerer Autounsall In Spanien. Auf der Rückfahrt von einem Volksfest ist ein Lastauto mit zwölf Personen bei Capota in der Nähe von Guadarrama verunglückt. Fünf Personen wurden getötet, fünf schwer und eine leicht verletzt. «pielplau ver Frankfurter Theater. Opernhaus. Wiedereröffnung der Spielzeit. Donnerstag, I I. August, 7 bis. gegen 10.30 Mr: „Die Zauberflöte". Freitag, 12., 7.30 bis 10 30: „Wiener Blut". -- Samstag, 13., 6.30 bis 10.30: „Lohengnn". — Sonntag, 14., 7.30 bis nach 10: „Turandol". — Montag, 15., 7 bis 10: „Doktor Faust". Sch auspielhaus. Sonntag, 7. August, bis einschl. Mittwoch, 10. August, jeweils von 8 bis 10.45 Uhr: „Das Dreimäderlhaus". Dom 11. bis 31. August geschlossen. - Wiedereröffnung der Spie'zeit am Donnerstag, 1. September, abends 8 Uhr mit: „Leonce und Lena", Aus vom Amtsverkü iZUNgsblatt. Das A m ts v e r k ü n d i a u n 5 s b l a t t Ar. 58 vom 5. August enthält: Straßensperren. — Voranschlag des Kreises Gießen. — Unfälle auf Bahnübergängen. — Lungenseuche in Lich. - Schreibweise des Wortes „Waage". — Feier des Derfassungstages 1927. — Maßnahmen zur Verkehrsregelung in der inneren Stakt. - Feldbereinigung Groften-Linden. — Dicnstnachrichten. Briefkasten der Redaktion. (Aechtsgutachten sind ohne Derbindlichkeil der Schriftleitung.) (Ein sehr alter, treuer Abonnent. Wir bedauern, auf anonyme Anfragen grundsätzlich keine Auskunft geben zu können. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen $üt unverlangt eingefanbte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewahr übernommen Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richten Verantwortlich für Lokales, Provinz und Wirtschaft i. V. Dr. Hans T h y r i o t. In Apbth£Xen unä Drogerien erhältlich. Bevor Sie einen Gas- oder Kohlenherd kaufen, lassen Sie sich Oaggenau bei mir vorführen. 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August, wieder aus Zahnarzt Dr. Hinrichs 05730 Palast - Hiditspiele Nur noch heute und morgen: LEE PA RR Y in Die leichte Jsabell Eine entzückende Liebesgeschichte in 6 Akten nach, der gleichnamigen Operette. Eine schöne Frau, ein Haus und 100000 Mk. im Jahr. In den Hauptrollen: Lee Parry, Frieda Richard, Adele Sandrock, Gustav Fröhlich, Julius Falkenstein, Max Landa, Eugen Rex, Otto Wallburg, Hans Wassmann. — Ferner.- Monty beim Ballett Lustspiel in 2 Akten. Sowie: Das reichhaltige Beiprogramm. Ast©ria=LiditspieIe Heute letzter Tag: Der Mitternachts-Expreß. Ab morgen bis einschL Sonntag; DieHösdien desFrl. Annette Großes Ausstattungs-Lustspiel in 6 Akten. In der Hauptrolle: Magde Beilamy. — Ferner: öerMillionenraiibimRiviera'Expreß Gewaltiger Sensationsfilm in 6 Akten. 7201c Oeffentliche Erinnerung Die Zahlung der nachstehenden Steuern usw. kann noch bis einschließlich 13. August 1927 ohne Kosten an die unterzeichnete Finanzkasse erfolgen : 72170 1. Juli-Rate der Reichseinkommensteuer; 2. 2. Rate Beträge nach dem Aufbringungsgesetz; 3. 2. Ziel Landessteuer 1927. Gegen Schuldner, die nicht binnen oben angegebener Frist Zahlung leisten, wird — ohne weitere Mahnung —die Zwangsvollstreckung eingeleitet. Die Kosten fallen dem Schuldner zur Last. Es sind dann außerdem noch 10 Prozent Verzugszinsen vom jeweiligen Fälligkeitstage ab zu entrichten. Finanzamt (Finanzkasse) Gießen. Bekanntmachung. Betr.: Die vorläufigen Umlagen und die vorläufige Sondergebäudesteuer der Stadt Gießen im Rj. 1927. Auf Beschluß der Stadtverordneten-Ber- sammlung vom 28. Juni 1927 und mit Genehmigung der Hessischen Herren Minister des Innern, der Finanzen und für Arbeit und Wirtschaft sind für das Rj. 1927 die vorläufigen Ausschlagsätze wie folgt festgesetzt worden: 72238 1. 22 Rpf. auf je 100 Mk. Steuerwert der Gebäude und Bauplätze; 2. 32 Rpf. auf je 100 Mk. Steuerwert des land- und forstwirtschaftlich genutzten Grundbesitzes; 3. a) 80 Rpf. auf je 100 RM. Steuerwert des gewerblichen Anlage- und Betriebskapitals; b) 80 Rpf. für je 1 RM. des für das Kalenderjahr 1925 festgestellten staatlichen Gewerbeertragssteuersolls; 4. 47,2 Rpf. auf je 1 RM. des für das Rj. 1927 festgestellten staatlichen Sondergebäudesteuersolls einschließlich Kreissondersteuer. Die Aufrechnung der hiernach entrichtenden vorläufigen Steuerbeträge auf die endgültig festgesetzte Steuer bleibt Vorbehalten. Die Erhebung sämtlicher Steuern erfolgt in 6 Zielen, und zwar das 1. und 2. Ziel bis zum 25. Juli, die weiteren Ziele bis jeweils zum 25. September, 25. November 1927, 25. Januar und 25. März 1928. Mit Rücksicht auf die Zusammenlegung der beiden ersten Ziele werden für das 2. Ziel vor 25. August 1927 keine Verzugszinsen in Ansatz gebracht. lieber die zu zahlenden Steuerbeträge werden den Pflichtigen in den nächsten Tagen besondere Steuerbescheide zugestellt. Gießen, den 4. August 1927. Der Oberbürgermeister. Dr. Keller. Bekanntmachung. Für den Ausbau der Straße entlang dem Eulerschen Grundstück in der Steinstraße sollen die Maurer-, Pflaster- und Chaufsierungsarbeiten auf Grund der Reichsverdingungsordnung vergeben werden. 72008 Angebote sind spätestens bis Montag, den 15. d. M., vormittags 11) Uhr, beim Stadtbauamt, Asterweg 9, abzugeben. Angebotsvordrucke sind daselbst zu haben. Zuschlagsfrist 3 Wochen, während welcher Zeit die Bieter an ihre Gebote gebunden sind. Gießen, den 4. August 1927. Stadtbauamt. I. V.: Patron. x • V/_ '*4* i J VORANZEIGE ler Wohnsitz der schönen Pfalzgräfin Adelheid. Ihr Galan, Ludwig der Springer, hauste auf der „Schönburg", die Zscheiplih gerade gegenüber liegt. Ging der Herr Pfalzgraf auf Reisen, gab Adelheid ihrem Verehrer dies durch ein Zeichen kund von ihrem Fenster. Ihre Liebesmacht über Ludwig war so stark, daß sie ihn aum Gattenmord trieb, den er hinter den dicken Mauern einer anderen Saaleburg, dem trotzigen Giebichenstein büßen sollte. Ludwig aber sprang kühn aus der Höhe seines Verließes in die Saale — was ihm den Beinamen eintrug. Aber bitter ward ihm die Freiheit. Reue zernagte sein Herz, er beendete sein Leben als bußfertiger Mönch Noch steht seine „schöne Burg", spiegelt sich uni) ihren hohen Beifried wie einst vor 900 Jahren in den Fluten der Saale. Der Weg zu ihr von Naumburg führt durch den „Dlütengrund" unterhalb der Naumburger Weinberge. Einer von ihnen war einst der Sommersih eines großen deutschen Mcistcrs: Max Klingers. Hier, wo er unvergängliche Werke geschaffen, ruht für immer, was vergänglich an ihm gewesen. Heber seinem Grabe, das inmitten dichter Obstanlagen liegt, wuchtet das von ihm selbst geschaffene Grabmal, weithin sichtbar: ein überlebensgroßer Athlet. Hntoeit dieser geweihten Stätte liegt auch die älteste aller Saaleburgen, Schloß Goseck, ein typischer, groß angelegter Durqsitz des frühm Mittelalters, in dem einst die Pfalzgrafen residierten. Ein weiter Schloßpark umgibt es. Das altersgraue Gebäude selbst schwimmt wie auf einer Flut von Flieder, und Naumburgs Bürger besuchen es gern, wenn er blüht. Mitten durch diese gesegnete Landschaft windet sich die Saale in weiten Bogen, den Weg zeigend, den Viktor von Scheffel einst gewandert, als er von hier „ins Land der Franken gefahren" — hinüber nach . Lichtenfels zum Heilgen Veit von Staffelstein... Wanderfahrien. Ins Lahntal! Ich habe mich gefreut, daß ich in der Nr. 201 vom Jahre 1926 des Gießener Anzeigers den Aufsatz fand: Zu Rad durch das Lahntal, daß damit einmal auf ein Stückchen Deutschland hingewiesen wird, das zu den schönsten in unserem Vaterland zählt. Aber gar viele machen sich nichts aus einer anstrengenden Radtour. Sie gehen lieber zu Fuß und können so unbelästigt und bequem in voller Muße alle Schönheiten genießen. Auch ich war vor einiger Zeit wieder einmal im Lahntal und — war von neuem entzückt. Ganz kurz möchte ich nur die Punkte erwähnen, die in dem genannten Aufsatz nicht gestreift wurden. Hnzweifelhaft ist der Teil von Diez bis Nassau der schönste im ganzen Lahntal, rein landschaftlich betrachtet. Wenn man dem Limburger Dom seinen Besuch abgestattet hat, dann tritt man kurz hinter Diez in das enge, romantische Fluh- tal. Hier häufen sich die Schönheiten. Schloß Schaumburg, von Diez in einer Stunde zu erreichen, wurde erwähnt. Man versäume nicht beim Abstieg über den Talhos (von den Franzosen besetzt) etwa 300 m weiter südlich zu gehen, um von da noch einmal ein ganz eigenartige^ Dild der Schaumburg, die hier ganz der Wartburg ähnlich sieht, in sich aufzunehmen. Wer Dalduinstein, ganz herrlich gelegen, kennt, besucht von der Schaumburg aus den Gabelstein, mit prächtiger Aussicht. Heber 100 Meter fallen hier die Felsen senkrecht ins Lahntal ab. Das ganze Gebiet um den Gabelstein steht unter Naturschutz. Wir finden hier noch den Wanderfalken und sehr seltene Pflanzen (Schriftfarn u. a.). Wer sich vor einer Klettertour nicht fürchtet. kann von hier aus absteizen. Rings rieseln zahlreiche Wasserlein über die Felsen, überall dichtes, wildes Gestrüpp. Wenn man Glück hat, kann man die ©lattnctter sehen, den Fischadler und die Rohrdommel beobachten. Auch die Geologen kommen voll und ganz auf ihre Rechnung. — Ganz wunderbar liegt Kloster Ainst ein. Wer da einmal im Abendsonnenschein gestanden, und die Landschaft, wie in flüssiges Gold getaucht, angestaunt hat, der vergißt diese Minn en nie wieder. Am schönsten ist jedenfalls der Dlick von der Kanzel (25 Minuten weiter), einem Felsvorsprung gegenüber Schloß Langenau. Kloster Arnstein aber liegt am Eingang e nes Tales, das man ruhig die Perle der Seitentäler nennen kann. Das ist das Jammertal. Es ist unvergleichlich und reicht in seiner eigenartigen Schönheit an viele Täler im Harz, im Schwarzwild und Thüringen heran. Man geht unter schattigen Bäumen auf gutem Wege über eineinhalb Stunden, ohne ein Dorf zu berühren. Nur hier und da eine einsame Mühle. Felsenwand schiebt sich vor Felsenwand. Jetzt glaubt man am Ende zu sein, da öffnet sich von neuem ein wunderbares Panorama Senkrecht emporsteigende Felsen, teils mit prächtigem Waldbestand. Einsam und still ist es Überall. Nur das leise Glucksen des Dörrbaches unterbricht die Stille. Einmal links, einmal rechts springt ein Wässerlein aus einem Seitentälchen hervor. Da. wo die letzten Mühlen liegen und man die Straße nach Attenhausen kreuzt, beginnt ein kleines. fast unbekanntes Seitentälchen. das Hasen- bachtal. Gerade dieses Tälchen möchte ich besonders hervorheben. Es ist ganz reizend und erinnert lebhaft an das Ilsetal im Harz. Den Rückweg nahm ich wieder durch das Jammertal, weil es eben so schön ist. daß man es von beiden Seiten durchwandern sollte. Von Obernhof aus kann man dann Nassau und Bad Ems besuchen. Ph. Hoffmann. Anspach—Feldberg—Homburg v. d. h. Der bequemste Aufstieg zum höchsten Gipfel des Taunus, dem Großen Feldberg, dürfte wohl der folgende fein: Wir fahren mit dem Frühzug über Wetzlar und Ufingen nach dem anmutig gelegenen Taunusstädtchen Anspach. Hier folgen wir grünen Strichen, die uns in mäßiger, aber steter Steigerung, hübsche Rückblicke gewährend, alsbald in schönen Wald leiten. Nach einer guten Stunde erreichen wir die Kanonenstraße, auf der wir bis zum Sandplacken mit guter Wirtschaft weiterwandern. Don hier folgen wir ein großes Stück dem Pfahlgraben, den das Zeichen später wieder verläßt, um uns auf das Plateau des Feldbergs (880 Meter) zu führen. Heberaus umfassend ist die Aussicht von dem 25 Meter hohen Turm und erstreckt sich bis in die Eifel, das Siebengebirge, die Kasseler Gegend, den Thüringer Wald, Röhn, Spessart, Vogesen uni) Hunds rück. Auch der Dlick vom nahegelegenen Drunhildisfelsen in das Weiltal und auf die übrigen Taunusberge und -Dörfchen ist sehr schön. In den Feldberghäusern ist sehr gute Hnterfunft Zum Abstieg wählen wir bis Schriften und Nachweis billigster Bezugsquellen durch die Kurverwaltung Bad Wildungen 3ß49S8 IfliHuiw» MmenquM Erholung in Schütz Ein altertümliches, idyllisch gelegenes Äurgstadtchen. Verpfl. von 4 Mk. an. MH. durch den Derkehröverein. Kurgästen und Passanten hält sich bestens empfohlen Hospiz Bad-Nauheim Telephon 2096 (Dir. Armin Hanke) Denekestr. 6—8 vollkommen neuzeitlich eingerichtet. 80 Zimmer, 100 Betten. Beste Kurlage. — Vorzügliche Verpflegung. — Mäßige Preise. Das ganze Jahr offen. 3158D Luftkurort, Sommerfrische Zchcnsonderziige der Reichsbahn Verschiedene Reichsbahndirektionen gehen neuerdings dazu über, neben ihren beliebten Wochenend- und Sonntagssonderzügen auch größere Reisen zu veranstalten. Diese Reisen werden in beschleunigten Sonderzügen 4. Klasse mit 33,3prozentiger Fahrpreisermäßigung ausgeführt und erstrecken sich ungefähr über eine Woche. Das Programm einer derartigen Reise, wie sie z. B. die Reichsbahndirektion Kassel mit 900 Teilnehmern in der Zeit vom 6. bis 12. Juni von Kassel nach München, dem Chiemsee und Berchtesgaden und die Reichsbahndirektion München an die Ostsee nach Wustrow In Mecklenburg vom 11. bis 17. Juni durchsuhrten, ist immer bis ins kleinste aus« aearbeitet; die zur Verfügung stehende Zeit ist für Erhclung, Besichtigungen und auch Vergnügungen genau eingeteilt; auch für gute Ver- Pflegung und älnterkunft ist gesorgt, so daß sich die Teilnehmer um nichts zu bekümmern brauchen. Manchem, der sonst kaum größere Reisen unternehmen würde, wird dadurch — zumal der Preis sehr niedrig gehalten ist — die Anregung gegeben, auch weiter entfernt liegende Gebiete seines Vaterlandes zu besuchen. So gewinnen diese Sonderzüge der Reichsbahn auch in kultureller Hinsicht besondere Bedeutung. Diese Erweckung der Reiselust wiederum dürfte zu einer Hebung des Fremdenverkehrs nicht unwesentlich beitragen, denn was kann fürs Reisen besser werben als die Erinnerung an eine schöne Reise! Verlorene (Gegenstände bei der Reichsbahn. Wer einmal Gelegenheit hatte, einen Blick in die Fundbureaus der Reichsbahn zu werfen, wird erstaunt sein über die mangelhafte Aufmerksamkeit des reisenden Publikums für seine eigenen Sachen. Um im Hinblick auf den zunehmenden Reiseverkehr bei Beginn der Sommerserien das Publikum vor empfindlichen Verlusten zu verwahren, wird empfohlen, die Gepäckstücke nicht nur vor Antritt und Abschluß der Reise, sondern auch während der F a h^ t selbst von Zeit zu Zeit nachzuzählen. Im Falle eines Verlustes wird sich der Reisende zweckmäßig der an den Fahrkartenschaltern erhältlichen Vordrucke bedienen und diese möglichst genau ausfüllen, um den verlorenen Gegenstand rasch wieder zu bekommen. Die Zustellung seitens der Reichseisenbahn erfolgt sofort bei Auffindung des verlorenen Stückes. Dis Siebener Skudentenhilfe im Jahre 1926. Aus dem uns vorliegenden Tätigkeitsbericht der Gießener Studentenhilfe e. D. für das Jahr 1926 dürften die nachstehenden Auszüge für die breitere Oeffenilichkcit von Interesse fein. Das vergangene Jahr 1926 ist nicht ohike äußere Bedeutung für die Gießener Studenten- Hilfe. Es war das Jahr, in dem die Studentenhilfe auf eine sünsjährige erfolgreiche Arbeit zurückblicken [?nnte. Aus ganz kleinen Anfängen heraus, ohne feste Einnahmen, eingestellt auf die Behebung ärgster wirtschaftlicher Rotlage unter dem größten Teil der Studentenschaft, hat sich die Gießener Studentenhilfe zu einem ansehnlichen, kaum wegzu den lenden Faktor im Leben der älni- D er ft tat entwickelt. Dankbar anzuerlcnnen sind ditz hervorragenden Verdienste des 1. Vorsitzenden des Vereins Gießener Studentenhilfe, Prof. Dr. Eger, der sich seit Gründung für den Aufbau des Vereins mit ganzer Kraft einsetzte. Mit geradezu vorbildlichem Interesse und größtem Verständnis für studentische Belange, insbesondere für die wirtschaftliche Lage der akademischen Jugend in den Rachkriegsjahren, nahm er 1921 als 1. Vorsitzender das Steuer in die Hand und führte den Verein durch manche Klippe hindurch zu dem sicheren Bestand. den er jetzt aufzuweisen hat. Der spezielle Arbeitsbericht wird eingeleitet durch ein Referat über die Studentenspeisungen. Im vergangenen Jahre mußte die Speisung noch in zwei Heimen vorgenommen werden. Den größten Zuspruch hat natürlich wegen seiner Größe das Studentenheim Burggraben mit einer Durchschnittsteilnehmerzahl von 220 mittags und 150 abends, ilm jedem Besucher des Studentenheims den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen, wurden die Speisesäle völlig renoviert. Dazu hatte der seit 1. J'iii 1926 neue Hausbesitzer des Studentenheims. die katholische Verbindung Hasso-Rhena- nia. dem Studentenheim durch umfangreiche Verbesserungen auch äußerlich ein gutes Ansehen gegeben. Auch im Studentenheim Schöne Aussicht findet eine Speisung statt, insbesondere für die Studetz- tenhausbewohner und wegen der günstigen Lage zu den Kliniken für Mediziner und Veterinärmediziner. Die Teilnehmerzahl schwantt zwischen 60 und 80 mittags. Hoffentlich wird es möglich, das geplante Studentenhaus im begonnenen Jahr serttgzu st eilen, damit dort die Speisung vereinigt und die jetzt bestehende höchst kostspielige räumliche und betriebstechnische Trennung beseitigt wird. Die Frühstücksstube von vormittags 10 bis halb 12 Ähr befindet sich leider immer noch in den zu engen Räumlichkeiten der Universität. Die Inanspruchnahme ist ebenso stark wie in den früheren Jahren. In der Rachtrage nach einer Wohngelegenheit im Studentenwohnhaus ergibt sich stets dasselbe Bild: Die Rachfrage ist immer größer als das Angebot an freien Plätzen. So gern man Einzelzimmer einrichten möchte, so veranlaßt doch die starke Rachfrage vorläufig bei der bisherigen Einrichtung der zweibettigen Zimmer zu bleiben. Dem Verlangen, die auf der Schönen Aussicht stehenden, der Studentenhilfe gehörenden Miethäuser von den jetzt privaten Mietern freizubekommen, um darin Einzelzimmer für Studenten evtl, ein ganzes Haus für Ausländsdeutsche einzurichten, hat die Stadt Gießen infolge der Wohnungsnot noch nicht stattgeben können. Sämtliche Einrichtungen, der Tennisplatz, die Turngeräte, Brause- und Wannenbad wurden eifrigst benutzt. Die in Räumen des Haupthauses der Schönen Aussicht untergebrachte Wäscherei hat bedeutende Verbejserungen erfahren. Zu dem im Jahre 1925 angeschafsten Kulissentrockenapparat kamen nunmehr eine Waschmaschine und Schleuder mit elektrischem Antrieb. Durch Einführung der maschinellen Kraft ergibt sich eine Ersparnis an Löhnen; außerdem wird dadurch die Wäscherei leistungsfähiger. Die Gärtnerei hat das ihr zur Verfügung stehende Gelände von zirka neun Morgen wieder vollständig bebaut u d der Ertrag an Kartoffeln und Gemüse stand über dem Durchschnitt. Abnehmer der Erzeugnisse waren in erster Linie das Studentenheim und die Universitätskliniken. Die Schuhmacherei gewährte bedürftigen Kommilitonen bei Reparaturen einen Zuschuß vvn 25 Prozent. Insgesamt wurden im Jahre 1926 von der Studentenhilfe Zuschüsse im Betrage von 407,20 Mark geleistet. Arbeitsamt. Entsprechend der schwierigen Wirtschaftslage in Industrie und Landwirtsc^rst war es sehr schwer, dis Arbeit suchenden Kom- militonen unterzubringen. Wenn die Zahl der arbeitswilligen Kommilitonen gering ist. so ist nicht daraus zu schließen, daß die Kommilitonen nicht mefjr auf einen Verdienst durch Werkarbeit angewiesen sind, sondern daß sie wegen der Aussichtslosigkeit sich gar nicht erst bei dem Arbeitsvermittlungsamt gemeldet haben. In den großen Universitätsferien bewarben sich 10 Kommilitonen um eine Stellung, 7 Kommilitonen davon nahmen die vermittelten Arbeitsstellen an. Wohnungsamt. Die Vermittlung von Wohnungen ging ohne Schwierigkeiten vor sich. Das Verhältnis der Wohnung suchenden Kommilitonen zu den Zimmerangeboten ist im allgemeinen sehr günstig. Das einzige jedoch, worin dem Verlangen des Studenten häufig nicht immer entsprochen werden kann, ist der Rach- weis von billigen Zimmern. Im ganzen haben 258 Kommilitonen das Wohnungsamt in Anspruch genommen. Sämtlichen Ansprüchen konnte genügt werden. Die drei im Studentenheim 'Burggraben zum Selbstschreiben zur Verfügung gestellten Schreibmaschinen wurden durchweg eifrig benutzt. Die Benutzungsgebühr beträgt pro Stunde 10 Pf. Durch Erweiterung des Kundenkreises im Rahmen der Universität konnten für die Druckerei viele Verbesserungen eingeführt werden. Reben Vervollständigung des Schriftenmaterials sind besonders nennenswert die Anschaffung einer Tiegeldruckpresse, einer Heftmaschine und Papierschneidemaschine. Daß die Arbeiten uinserer Druckerei zur vollsten Zufriedenheit der Arbeitgeber ausfallen, beweist die Tatsache, daß bisher jeder, der der Druckerei einen Auftrag erteilt hatte, immer wieder zu ihr treu zurückgekehrt ist. Einzel - und Krankenfürsvrge. Eine Abwandlung des ehemaligen Zieles der Massen- unterstühung ist in der Richtung erfolgt, daß heute von feiten der Studentenhilfe nur den würdigen und begabten Studierenden Unterstützung zuteil wird. Dabei schwebt u. a. der Gedanke vor, daß die Studentenhilfe nicht zum Studium allgemein anreizend wirken darf, sondern daß sie nur darin ihren Zweck sehen soll, jungen Leuten zur Durchführung des Studiums zu verhelfen, die nach den Schutteistungen zu großen Erwartungen auf wissenschaftlichem und menschlichem Gebiet berechtigen, denen aber die Mittel für das ©tubiujn von Haus aus fehlen. Im ganzen wurden 50 560,21 QRl. für Zwecke der Einzelfürsorge (Freittsche, Erholungsaufenthalte, Beihilfen, Darlehen usw.) verwandt. Dazu kommen die Mittel, die der Sti- pendiaten-Ephorus der Universität für Freitische in der Mensa zur Verfügung stellt und sich auf etwa 6000 Mk. belaufen. Tuberkulosefürsorge. Fünf Tuberkulosefälle mußten zur Ausheilung des Leidens m sanatorische Behandlung geschickt werden. Wahrend von diesen ein Kommiltone noch bis April 1927 seine Kur fortsetzen muß, konnten die vier übrigen als wiederhergestellt entlassen werden. Der Studien st iftuna des Deutschen Volkes, die geschaffen wurde, um wissenschaftlich ausnahmsweise tüchtigen und begabten, menschlich wertvollen Abiturienten, die nicht aus eigenen Mitteln studieren können, das Studium zu ermöglichen, gehörten im Berichtsjahr fünf Kommilitonen, darunter eine Studentin, an. Sie stehen in der Fürsorge der Studentenhilfe. Die Darlehnskafse wurde s. Z. geschaffen, um Kommilitonen in höheren Semestern, in denen die Leistung von Werkarbeit nachteilig ist, die völlige Durchführung des Studiums und das Abschluß- examen zu ermöglichen. Daß dabei für die Bewilligung der Darlchn die wissenschaftliche Befähigung, Würdigkeit und Bedürftigkeit ausschlaggebend sind, ist selbstverständlich. Es hat sich gezeigt, daß die Inanspruchnahme der Darlehnskafse in den letzten drei Semestern, besonders aber im W. S. 26/27, bedeutend zugenommen hat. Der Bücherbestand der Leihbücherei ist im Ä ganzen derselbe wie im Vorjahre geblieben. raünftigung, daß die Bücher auf ein Semester ausgeliehen werden, wurde rege in Anspruch genommen und ersparte manchem Kommilitonen die Ausgaben für mitunter nur für ein Semester benötigte Bücher. Allgemeine Vergünstigungen. Das schon seit Jahren mit dem Friseur Schmidt getroffene Abkommen, um verbilligtes Rasieren und Haarschneiden zu erzielen, wurde im vergangenen Aahr beibehalten. Es ist eine hohe Inanspruchnahme dieser Vergünstigung im Berichtsjahre festzustellen. Weiter haben sich wieder 4 Kohlenhandlungen bereit erklärt, Kohlen und Briketts an Studierende, die mit einem Ausweis der Studentenhilfe versehen sind, zu ermäßigten Preisen abzugeben. Besondere Vergünstigungen sind allgemein ausgemacht und werden Kommilitonen gewährt bei Besuch von Kino, Theater und öffentlichen Vorträgen. Rach außen l,in ist die . Studentenhilfe im Berichtsjahr zu Anfang des Jahres in Mainz durch Veranstaltung eines -Frühlingsfestes zugunsten der Gießener Studentenhilfe heroorgetreten. Ein Fest von besonderer Sebeutung war das fünfjährige S t i f t u n g s f e ft am 5. Juni 1926 in den Räumen der Universität. Die landwirtschaftliche Werbung im Herbft 1926 zeigte einen so schönen Erfolg, besonders an Kartoffeln und Kraut, daß der größte Teil des Winterbedarfs an den genannten Erzeugnissen gedeckt werden konnte. Die gewohnheitsmäßig veranstalteten Heimabende, die den Zweck verfolgen, Dozenten, Freunde der Universität und Studenten zusammenzuführen, verliefen ^stets harmonisch und zweckentsprechend. Den Studentinnen wurde besondere Aufmerksamkeit zugewandt durch die Leiterin der EiN' zelfürsorge, Fräulein stuck, phil. Freda Bethcke. Sie veranstaltete in jedem Semester einen Kaffee im Studentenheim, zu dem sämtliche Studentinnen eingeladen wurden, und im Verlaufe dessen von Herrn Professor Eger Berichte über die Tätigkeit der Studentenhilfe gegeben wurden. Einer besonderen Einrichtung, um die Gedanken der Studentenhilfe und des Werkstubententums in weite Kreise der Bevölkerung zu tragen, muß noch gedacht werden, nämlich des Stubenien-Orchesters. Musik- liebende Kommilitonen haben sich zusammengeschlossen zur Pflege der Musik, des Zusammenspiels im Orchester und zum Erwerb eines Zuschusses für den Lebensunterhalt durch Spielen bei Korporationen und privaten Gesellschaften. Man kann heute er» freulicherweise feststellen, daß sich das Studeniew- Orchester mit seinen Leistungen in jeder Beziehung bewährt und durchgesetzt hat. Wirtschaft. Wochenbericht von der Frankfnr er Börse. An iter Börse herrscht weiter sommerliche Ferienstimmung. Die Lustlosigkeit und Zurückhaltung fast aller Börsenpreise nahm in dieser Woche ein kaum noch zu überbietendes Ausmaß an, und an einigen Dörsentagen konnte von einer Geschäftstätigkeit überhaupt kaum noch die Rede sein. Bei aller .Unlust war jedoch eine gewisse Widerstandsfähigkeit der Bö^se nicht zu verkennen, iverm auch nach wie vor die zweite Hand dem Markt fast völlig fehlt. Gegen.- über der vergangenen Woche waren zwar für die Mehrzahl der Papiere Kursabschwä- chungen festzustellen, doch hielt sich diese weiter rückläufige Bewegung i.i sehr engen ®ren* ^€n, da die berufsmäßige Spekulattvn zeitweise in verschiedenen Spezialwerten ein etwas regeres Geschäft zu entwickeln versuchte, was die allgemeine Stimmung günstig beeinflußte. Ein Haupthindernis für eine regere Entfaltung drs Börsengeschäftes bot wie In der Vorwoche die angespannte Geld Marktlage. Erst allmählich trat hier, namentlich für kurzfristiges Geld, ein?, wenn auch noch geringe Erleichterung ein. Die starke Inanspruchnahme der Reichsbarck zum Ultimo, die in dem Reichsbankausweis dieser Woche zum Ausdruck kommt, wirkte zunächst ziemlich ungünstig auf die Tendenz, doch griff.später eine ruhigere Beurteilung Platz beim Vergleich mit dem Reichsbankauswers zum Halbjahrsultimo. Wenn auch die Wechsel- und Scheckbestände um 223 Millionen zugenommen haben und der Rotenumlauf beträchtlich ge- sttegen ist, hält man diese Anspannung für normal, zumal die Zunahme derDevisen- be stände einen -guten Eindruck machte. Die Tatsache, daß im Juli für rund 400 Millionen Mark Au slandanleihen ausgenommen wurden, läßt nicht die Hoffnung berechtigt erscheinen, daß dadurch der Börse neues Geld zu- flieht, da man annimmt, daß diese Summen zum größten Teil von der Industrie und zur Finanzierung der Ernte in Anspruch genommen werden. Verschiedene Momente, die unter anderen Umftänben stimulierend gewirkt hätten, blieben bei der allgemeinen Unlust und Geschäftsstille ohne nachhaltigen Einfluß. So waren verschiedene handelspolitische Forttchritte zu verzeichnen, wie der Teilerfolg der deutsch- tschechoslowakischen Handelsvertragsverhandlungen, der Fortgang der Verhandlungen mit Südslawien und die Aussicht auf ein baldiges Ergebnis der deutsch- französischen Wtrtschaftsbespre- chungen. Ferner Tauten die Monatsberichte der Commerz - Und Privatbank und der Dresdner Dank ziemlich günsttg, besonders der Bericht der Dresdner Dank bemüht sich, die größten Besorgnisse über die Passivität der deut- schen Außenhandelsbilanz zu beseitigen. Andererseits wurde die Meldung über die schlechte Lage des Röhrengeschäftes, der ungünstige Bericht der Düsseldorfer Handelskammer und die Berichte der preußischen Industrie- und Handelskannnern stark beachtet, aus denen hervorgeht, daß bei der Großeisen- industrie ein Rachlassen der bisher lebhaften Geschäftstätigkeit eingetreten ist. Auch bei der Textilindustrie soll der Höhepunkt der Konjunktur bereits überschritten sein. Zeitweise etwas lebhaftes Geschäft Formte sich nur in Glektrowerten, die auf eine bisher unbestätigte Meldung von einem größeren tschechischen Auftrag an die Siemensgruppe überwiegend etwas anziehen konnten, in den Schiffahrtswerten aus Jnteressenkäufe lplus 5 Prozent) und in Mansfeld (plus 5,50 Prozent) auf die In- essennahme mit Stolberger Zink entwickeln. Auch I. G. Farben lagen zeitweise etwas lebhafter, doch gegen die Vorwoche 2 Prozent schwächer. M^o n t anwerte erlitten dagegen Einbußen von 3 bis 5 Prozent, Danken gaben bis 2,50 Prozent nach und Zellstoff aktien bis 4 Prozent. Rur Berliner Handelsgesellschaft 7,50 Prozent fester. Auf den übrigen Märkten gab es überwiegend geringe Kursrückgänge. Die Renten märkt« blieben wie auch in der Vorwoche verödet bei Kursrückgängen für deutsche und ausländische Anleihen. Ramentlich Ablösungsschuld für Altbesih lag stärker rückläufig; man vermißte hier stark Interventionen von Staatsseite. Der Geldmarkt erfuhr im Verlaufe eine geringe Entspannung. Termingeld steht aber nach wie vor kaum zur Verfügung. Am Devisenmarkt hat sich die Lage wenig geändert. Der französische Franken konnte sich wieder erholen. Wochenbericht vom Frankfurter Produktenmarkt. In dieser Woche war das Geschäft am Frankfurter Produktenmarkt sehr klein. Die Käufer üben grotzeZurückhaltung, so daß nur sehr bescheidene Umsätze getätigt wurden. Die Einbringung der Ernte machte infolge des günstigen Wetters weiter gute Fortschritte, die sich un allgemeinen preisdrückend auswirkten. Reuet In landsroggen wurde stärker angebotent Weizen wurde nur noch in ganz geringen Mengen gehandelt. Das Mehlgeschäft ist sehr still bei nachgebenden Preisen Rur in Futtermitteln wurden größere Umsätze getätigt, da sich hauptsächlich Interesse für Oel- • Ameri Aach öen minm< im ersten Halb ßfaaten ausländ von 786 Mllior Aelorö darstellt Halbjahr angenv ländischer Anlris lionen Dollar, hingetviesen wer schen Porteseui! gationen fremde liarden Dollar t anleihrn der 2 2hli diesen au- amrilMschen ü einet Milliarde ' Ileu e r Firma Fri DaS hauptlvr Vertreter der Doilkstvsli, ei rung der bis; •terfian Manyt auf eine Mache ■ Port .Tirb au ‘'. "tau’ unb ' * • Pro:enfu-’i7? ur.5 Q'.if-evöem euerer '3erqün ■. "on gilt bis ] g'^ung zur De ‘ ^erleue: • 'lUe?Me ■ ■ :'i einer nl -■-’J in der d • ihren Sninb *^n ‘Norbetir nian spricht im 33 und JW in hm n? Zeilen komme- uMentlichr ' Marktes zur F "fa dahin s Ä>ung noch ■ m Seit nie ^allerdings hangt köod »WO SÄ'’ ^Wi„, Vs •““Lßl 1,23 2 Az, Aoggenkl Lochende §ch 3n dieses surter W ils auch am Binder standen gegen waren gtiebcrJö cintrc^'S stand au§: " 310 Färsen, lv" gangenen W JA« 52 SW "Hr MdrPwWtt bis 61,1158 du c 44 bii 48, Du a 52 bi? ob, b 36. Färsen a W Kälber a -, b Schafe a 148 bi bis 64, b 62 b e 60 bis 62. D vergangenen T unverändert, m 2 bis 3 M imt Ä • i-SK f ’ nnJQ°l5 V ä m&Wss II. 8?sh«* :r b |en> mup M ivei,x hSsAl rKkc % Än4 |I.Q) Sag cLv* er. »ft. 'richt ’S?’“* i ^enlrei e nhStaF ZB^ $MWe oor ß I bßJ‘9 M Gegen! Ä^n Mar für ^rsabschdä. : Äh* S™ ,We J£rt n em elioaz ^-.n versuch^ was günstig breinsluhte i'^Emsaltung te der Dowv^ ^lage. Erst U"? iur kurzfristiges geringe Erleichterung °hme ^r ÄeichsbaZ "ichsbankaus' isorulk kommt, wirkte -ms bie Lendaa, tt -oeurleilung Platz chsbankausweis zum h die Dechsel, und monen zugcnommen aus beträchtlich ge. 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Man spricht im allgemeinen von einer ng Ke'd Brief ^rlin. n Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 7. Äugust. 8. Sonntag n. Trinitatis. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Mahr. Zugs. Christenlehre für die Reukonfirmierten aus der Matthäus- gemeinde. 9'/, Uhr: Pfarrer Decker. Johanneskirche. 8 Ahr: Pfr. Bechtolsheimer. Zugleich Christenlehre für die Äeukonfirmierten aus der Lukasgemeinde. 91/, Ahr: Pfarrer Ausfeld. Zugl. Militärgottesd. 8 Ahr: Bibelbesprechung im Johannessaal. Pfr. Becker. - Lich. Kollekte für die innere Mission in Hessen, 97,: Pfarrer Koch von Lützellinden. 2: Stistspfr. Schorlemmer. Die Seiet des hl. Abendmahls ist um eine Woche verschoben (14. August). - Kirchberg 10; 11: Christen!- f. d. konfirmierte, männl. Jugend. Daubringen nachm. 11 /,. —Mahrnborn-Hausen-Garbenteich.Wahenborn- Steinberg 9. Hausen 107,: (Christenlehre). Garbenteich 17«. (Pfr. Staubach-Wahenborn). - Wieseck. 7,10; 8/4ll: Kinderkirche. Katholische Gemeinden. Gießen. Samstag, 6. August. 47, und 7 Beichte Sonntag 7. August. 9. Sonntag nach Pfingsten. 67, Deichte,7 Messe, Kom. d. Männer,8 Kommunion. 9 Hochamt m. Pred., 11 Messe m. Pred.» 2 Andacht. — Grünberg. 97, Messe mit Predigt. — Laubach. 10 Messe m. Pred. - Lich. 77, Hochamt m. Pred. Sprachunterricht. — 20,15: »Wo?". Ein Abend der verirrten Mikrophone. Sonntagsdienstr'.Aeräte u.Avotheken am 7. 8. 27 Dr. Geyer. Frau Dr. Marr. Htrschavolbeke. Zahnarzt: Dr. Jäger t236D bis zu 30 und 40 Prozent und nimmt an, dass es schon in den nächsten Wochen zu den erhöhten Preisen kommen wird. Dies durfte eine nicht unwesentliche D. _!i lröchtigung des gesamten Marktes zur Folge haben, zumal jetzt das Bestreben dahin geht, möglichst billig Kleidungsstücke einkaufen zu können. Ob die bevorstehende Erhöhung noch weitere Folgen haben wird, läßt sich zur Zeit nicht überblicken. Aus Textilkreisen wird allerdings versichert, daß man nichts unversucht lassen will, um der Teuerung zu steuern. Dies hängt jedoch im wesentlichen von dem Ausgang der Lohnbewegungen ab, die in der nächsten Zeit im Rahmen großer Verhandlungen einsehen werden. * Ausnahmetarif für Garn und Baumwolle. Die Deutsche Aeichsbahngesell- schaft führt mit sofortiger Wirkung bis auf jeder- daß in den ersten sechs Monaten die Deschäf- tigung unzureichend gewesen sei, so daß verkürzt gearbeitet werden mußte. Don der Reichs- bahn seien wiederum nur geringe Aufträge erteilt worden. Im zweiten Halbjahre habe sich erst der Auftragseingang gebessert, so daß wieder voll gearbeitet werden konnte. Der Reingewinln beträgt noch 51 628 (80 059) Mk. Der Auftragseingang im neuen Geschäftsjahr sei bis jetzt zufriedenstellend und erlaube eine wesentliche Erhöhung des Amsatzes, so daß die Gesellschaft hofft, die Dividendenzahlung wieder aufnehmen zu können. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 5. Aug. Die Abendbörse eröffnete zunächst gut behauptet. Im Derlaufe konnten sich aber für die meisten führenden Werte Kurserholungen durchsetzen, da noch verschiedentlich Deckungen zum Wochenschluß vorge- nommen wurden. Im allgemeinen blieb das Geschäft aber klein. Gegen den schwachen Berliner Schluß ergaben sich für I. G. Farben, Sie- ntens, A. E. ©., Bergmann Rütgerswerke und Harpener Kurserhöhungen von 1 bis 2 Prozent. Renten weiter geschäftslos. Abl. Schuld 16,13, Schutzgebiete 9,90, Barmer Dank 150,50, Commerzbank 178,75, Danatbank 271, Deutsche Bank 161,13, Disconto 158,75, Dresdner Bank 168, Buderus 112, Gelsenkirchen 160, Harpener 202,50, Mannesmann 184, Mansfeld 134,25, Phönix 118,50, Rheinische Braunkohlen 262, Rhein stahl 216,50, Laurahütte 93, Stahlverein 131,50, Adlerwerke 118,50, A. E. G. 186, Bergmann 198,25, Licht und Kraft 200, I. G. Farben 317, Felten 136,50, Goldschmidt 132,50, Holzmann 195, Jungst ans 120, Rütgerswerke 98, Schuckert 204,50, Siemens u. Halske 289,75, Zellstoff Aschaffenburg 203, Südd. Zucker 142,50, Hapag 151,75, Rordd. Lloyd 151,50. Berliner Börse. Berlin, 5. Aug. Die heutige Börse hat zwar an Geschäft nicht wesentlich zugenommen, ist aber freundlicher geworden. Der für heute angekündigte Bericht der Stahlwerksverwaltung war gar nicht so pessimistisch, wie man befürchtet hatte. Bor allem hat aber die Senkung des Diskontsatzes in Reuhork zu dem Um» schwung beigetragen. Die Spekulation schritt zu Deckungen, und da an einigen Märkten, besonders in I. G. -Farben und Elektrowerten, ein größeres Deeouvert bestand, waren die Kursgewinne teilweise erheblich. Für Spezial- werte lagen kleinere Orders vor. Ludwig Löwe, Zellstoff-Waldhof, Kunstseide, Harpener, Salz-Detfurth, Rheinstahl und Rheinbraun lagen über 3 Proz. fester. Schwächer notier en SchubertLSal zer. Der Geldmarkt ist weiter leicht. Lagesgeld 6 bis 7Vs Proz., Monatsgeld 7% bis 83/t Proz. reichlich angeboten. Heimische Anleihen ruhig, Ausländer eher fester. Im 03erlaufe ließ das Geschäft wieder nach, als die Deckungen beendet waren. Das Fehlen der zweiten Hand machte sich bemerkbar. Die Kurse der führenden Werte gaben 1 bis 2 Proz. nach Zellstvfs-Waldhof gingen wieder unter 340 Proz. zurück. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. TO., 5. Aug. Die Abschwächung der Preise für Roggen ist zum Stillstand gekommen. Die Vorräte der Mühlen an Auslandweizen sind äußerst minimal und daher ist etwas mehr Kauflust zu verspüren. Roggen-Auszugsmehl ist sehr gesucht, aber nur in kleinen Posten zur Bahnoerladung ab Norddeutschland erhältlich. Die hiesigen Händler fordern ca. 40 Mark für 100 Kilogramm. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer (neue (Ernte), 28 Mark: Roggen, inländischer, 23; Hafer, inländischer, 25,50 bis 26; Hafer, ausländischer, 23,25 bis 25,25; Mais (gelb) 18,75 bis 19; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 39,25 bis 39,50; RogRundfunk-Programm. Sonntag, 7. August: 8 bis 9 Uhr: Uebertragung von Kassel: Morgenfeier. 9.15 bis 9.30 Uhr: Uebertragung des Geläutes der neuen Glocken für die Nikolai-Kirche in Hamburg von der Musikausstellung. 11.30 bis 12 Uhr. Die Elternstunde. 12 bis 13 Uhr: Uebertragung von Kassel: Mittagsständchen. Musik aus dem 18. Jahrhundert. 15 bis 16 Uhr: Die Stunde der Jugend. 16 bis 17 Uhr: Konzert des Mandolinenquartetts Frankfurt. 17 bis 18 Uhr: Bortragsstunde Irene Triefch. 18 bis 19 Uhr: Stunde des Rhein-Maini- fchen Verbandes für Volksbildung: „Stunde des Westerwald", Vortrag und Vorlesung von Willy Arndt. 19 bis 19.30 Uhr: Sportnachrichten. 20 Uhr: Uebertragung von der Stiftsruine Hersfeld: Mendelssohn-Konzert. Anschließend: Bunter Abend. Darauf bis 0.30 Uhr: Tanz-Programm. Montag, 8. August. 16,30 bis 17,45: Konzert des Hausorchesters: Die Oper der Woche. — 17,45 bis 18,05: Die Lesestunde. — 18,30 bis 19: Die Universität Tübingen, zu ihrem 450jästrigen Iubiläunr, Vortrag von Theodor Eschenburg. — 19 bis 19,25: Wie schreiben die verschiedenen Völker der Erde, Vortrag von Dr. Ludwig Harald Schütz. — 19,25 bis 19,30: Wirtschaftsmeldungen. — 19,30 bis 19,45: Englische Literaturproben, vorgetragen von Paul Olbrich Studienrat an beg zeitigen Widerruf einen neuen Ausnahmetarif für Garn- und Daumwollgewebe ein, welche von den bayrischen Textilstationen nach schlesischen Empfangsstationen gesandt werden. Der Neue Taris bient der Unterstützung der notleibenden schlesischen Textilverebelungsindustrie und bringt im Vergleich mit den bisherigen Frachtsätzen in ber Klasse A eine Ermäßigung um 10 Prozent. Es ist die Möglichkeit vorgesehen, weitere Emp- sangs- unb Versandstationen des begünstigten! Gebietes in den Geltungsbereich des neuen Aus- nahmetarises aufzunehmen. * Fortschreitende langsame Besserung des kaufmännischen Stellenmarktes. Bei einer gewissen Stabilität der Wirtschaftslage waren im Juli besondere Ereignisse, die beit kaufmännischen SteUenmarkt wesentlich beeinflußten, nicht zu beobachten. Größere Entlassungen fanden nur vereinzelt statt unb waren teils auf wirtschaftliche Schwierigkeiten, teils auf betriebliche Umstellungen bzw. Detriebs- zusammenschlüsse zurückzuführen. Die ausgesprochenen Kündigungen zeigten insgesamt einen weiteren Rückgang. Der Zugang an gekündigten und stellenlosen Bewerbern bei ihr blieb um rund 23 Prozent hinter dem Zugang des Vormonates zurück. Dagegen waren die Anmeldungen junger ungekündigter Bewerber, die den Wunsch staben, ihre Beruf skenntnisse durch Stellenwechsel zu vermehren. wieder recht bedeutend. Die Rachfrage nach kaufmännischem Personal blieb auch im Juli lebhaft und zeigte in einzelnen Geschäftszweigen, u. a. in der Metallindustrie, in ber Rahrungs- und Genußmittelindustrie und im Großhandel sogar eine Steigerung. * Der Eisenmarkt im Lahn- und Dill- g e b i e t. Die im Monat Juni verhältnismäßig günstigen Absatzverhältnisse für die Eisenerze aus dem Lahn- und Dillgebiet haben auch während des Monats Juli noch angehalten. Die Förderung konnte nlatt untergebracht werden, und der Versand erlitt keine Störung. Der demnächst bevorstehende Ablauf der Staatshilfsaktion erfüllt allerdings die Bergbau- treibenben mit einiger Sorge, da noch nicht abzu- sehen ist, ob und welche Sicherungen für die Erhaltung der wiedergewonnenen Absatzgebiete bis dahin erreicht werden können. Die bisherige grundsätzlich ablehnende Haltung der Reichsbahnhauptver- roaltung, dem Bergbaugebiet an Lahn, Dill und in Oberhessen weitergehende frachtliche Erleichterungen zu gewähren, läßt in dieser Richtung nur wenig Hoffnung. Wie verlautet, sollen dagegen Bestrebungen von anderer Seite, für die Einfuhr französischer Minette, welche in unmittelbarem Wettbewerb mit den Erzen des Lahn- und Dillgebiets steht, noch billigere Frachtsätze zu erhalten, einige Aussichten auf Erfolg besitzen. (Eine Aenderung der Frachtsätze in dieser Richtung würde indessen den Absatz ber hiesigen Erze voraussichtlich weiter stark beeinträchtigen. * Westerwalbbrüche A.-G.. Bonn am Rhein. Die zum 29. August einberuser.e Generalversammlung ber Weste walbbrüche-Attieagesell- schaft, Bonn a. Rh., soll neben Erledigung der Regularien Beschluß fa sen über die Zusammenlegung bes Aktienkapitals von 7 aus 4,9 Millionen Mark zwecks Beseitigung bes Kapitalentwertungskontos unb über eine weitere Zusammenlegung bes Kapitals von 4,9 auf 2,8 Millionen Mark. * Tornows che Terrain A.-G., Frankfurt a. TO. Im abgelaufenen Geschäftsjahr gingen nahezu sämtliche Aktien der Gesellschaft in den Besitz der Stadt Frankfurt über. Verkäufe von Teilen des Geländes wurden infolge der gedrückten Lage am Grundstückmarkt nicht getätigt. Der Grundbesitz von 151 505 Quadratmeter blieb unverändert. Wesentliche Veränderungen in den Bilanzposten gegenüber dem letzten Jahresabschluß sind nicht vorgekommen. • Metallwerke Knobt A.-G., Frankfurt a. M. Im Geschäftsbericht ber zum Tellus- Konzern gehörenben Gesellschaft wirb ausgeführt, * Amerikas Auslanbanleihen. Rach ben nunmehr feststehenden Zahlen würben im ersten Halbjahr 1927 in ben Vereinigten Staaten ausländische Anleihen in einem Betrage von 786 Millionen Dollar emittiert, was einen Rekord barstellt. Die bereits für bas zweite Halbjahr angemeltcten Emissionen weiterer aus- länbischer Anleihen betragen jetzt schon 875 Millionen Dollar. Bei biesem Anlaß kann darauf hingewiesen werben, baß ber in ben amerikanischen Porteseuilles befindliche Betrag an Obligationen fremder Provenienz ungefähr 14 Milliarden Dollar beträgt, wobei indessen die Kriegsanleihen der Alliierten nicht eingerechnet sind. Aus diesen ausländis '. en Anleihen fließen den amerilanischen Titelhesihern Zinsen von ungefähr einer Milliarde Dollar jährlich zu. * Reuer Konzessionsvertrag ber Firma Friebr. Krupp in Rußland. Das HaupllonzZsionskomitee schloß mit dem Vertreter ber Firma Friedr. Krupp, Baron von Woilkowski, einen neuen Vertrag in Abänderung der bisherigen lanbwirtfchaftlichen Kon- ze"ion Manytsch im nordkaukasischen Gebiete ng zur Bestätigung unterbreitet. ’ Verteuerungen in ber Textilin- b ■ strie? Wie zu erwarten war, wirb es nun- r zu einer nicht unerheblichen Erhöhung der ; vjeife in ber deutschen Textilindustrie kommen, i':ihren Grund im wesentlichen in den neuerlichen Anforderungen der Lohnbewegungen findet. kuchen bemerkbar macht, die gegen Ende der Woche sogar stark gesucht waren unb im Preise anziehen konnten. Hafer konnte sich im Preise be- haupten, da bas Angebot inländischer Ware sehr bescheiden ist. Im Vergleich zu den Rotierungrn. ber vergangenen Woche, waren Roggen 1,50 Mark, Mais 0.25 Mark, Weizenmehl 0,50 Mark, Roggenmehl 1,25 Mark, Weizenileie 0,25 und Roggenkleie 0,25 Mark billiger, während Hafer inl. im Preise unverändert blieb. Es notierten: Weizen 28, Roggen 23, Hafer inl. 23,50—26, Hafer ausl. 23 25—25,25, Mais 18,75-19, Weizenmehl 39.25 bis 39,50, Roggenmehl 35,50, Weizenkleie 13 bis 13,25, Roggenkleie 13,75. Wochenbericht vom Frankfurter LchLachLoiehmarkt. In dieser Woche war das Geschäft am Frcmk- futter Schlachlviehmarkt usmlich schleppend, doch konnten alle Märkte sowohl am Hauptmarkt als auch am Rebenm-wkl geräumt werden. Rinder standen etwas weniger zum Verkauf, dagegen waren aber Kälber bedeutend mehr an» getrieben, so daß hier größere Preisabschläge eintre en konnten. Der Gesamtauftrieb bestand aus: 273 Och'en, 86 Bullen, 619 Kühen, 31.0 Färsen, 1600 Kälbern, 232 Schafen unb 5428 Schweinen Verglichen mit dem Austrieb ber vergangenen Woche waren 42 Rinder, 136 Schweine weniger ar.getricben, während 366 .Kälber und 52 Schafe mehr zum Verkaufe standen. Bezahlt wurde pro Zentner Lebendgewicht Ochsen: al 63 bis 67, II 58 bis 62, bl 51 bis 57, II 49 bis 53, c 44 bis 48, Dullen 57 bis 60, b 52 bis 56. Kühe a 52 bis 56, b 45 bis 51, c 37 bis 44, d 30 bis 36. Färsen a 62 bis 67, b 57 bis 61, c 50 bis 56. Kälber a —, b 70 bis 76, c 60 bis 69. d 54 bis 59, Schafe a I 48 bis 52, b I 40 bis 47, Schweine a 62 bis 64, b 62 bis 64, c 62 bis 64. d 62 bis 64, e 60 bis 62. Verglichen mit den Rotierungen der vergangenen Woche waren Rinder im Preise unverändert. Kalber waren 4 bis 8 Mk., Schafe 2 ibis 3 Mk. und Schweinie 2 bis 3 Mk. billiger. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Deichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuh 7 Prozent. genmehl 35,50; Weizenkleie 18 bis 13,25; Roggen- kleie 13,75. Tendenz: ruhig. Berliner Produktenbörse. Berlin, 5. Aug. Die hohen Forderungen für Auslandweizen unb das tbciter knappe Angevot aus dem Jnlande hatten für Weizen eine Befestigung um etwa zwei Mark zur Folge, ohne daß das Geschäft jedoch größere Lebhaftigkeit zeigte. Auch für Roggen machte sich bei ziemlich kleinen Umsätzen festere Grundtendenz geltend und das Preisniveau erhöhte sich um etwa eine Mark. Neuroggen ist nur in heute ober morgen verladbarer Ware reichlicher, sonst nur sehr spärlich angeboten. Der Preis für prompte Ware blieb ziemlich unverändert. Weizen- und Noggenmehl zur sofortigen ßieferung haben u>eiter normales Bedarssgeschäjt; Umsätze für Herbst tarnen nach wie vor selten zustande. Für Wintergerste hält die Deckungs- und Konsumnachfrage an, während Sommergerste und Hafer ruhiges Geschäft behielten. — Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, Sept. 269 bis 269,50, Oft. 268, Dez. 268,25 bis 268,50; Roggen, märkischer, 216 bis 221, Sept. 226,75 bis 226,50 bis 226,75, Oft. 225,25 bis 225,75, Dez. —.—, (fester); Wintergerste 197 bis 200, (fest); Futtergerste 197 bis 200, (fest); Hafer, märkischer, Sept. 200, Oft. 199, Dez. —.—, (ruhig); Mais, La Plata 187 bis 189, (fest): Raps 275 bis 285, (still); (100 Kilogramm): Weizenmehl 34,50 bis 36,75, (behauptet); Roggenmehl 31,25 bis 32,50, (be- hauptet); Weizenileie 13,75, (still); Roggenkleie 15 bis 15,25, (still); Viktoriaerbsen 44 bis 58; kleine Erbsen 28 bis 39; Fultererbsen 22 bis 23; Peluschken 21,50 bis 23,50; Ackerbohnen 22 bis 23; Wicken 22 bis 24; Lupinen, blau, 14,75 bis 15,75; Lupinen, gelb, 15,75 bis 17,75; Rapskuchen 14,80 bis 15; Leinkuchen 21,20 bis 21,60; Trockenschnitzel 12,50 bis 13; Soyafchrot 19,50 bis 20,30 Mark. mltqeteili vom Oberhes ischcii Aulomobil-Elub tk. D., Gießen. Welche Strecke wirb gesperrt? 3n welchem Strahenzug liegt die Strecke? Für welche Fahrz. erfolgt die Sperrung? Voraussichtliche Dauer ber Sperre Umleitung Rockenberg — Griedel Butzbach - Münzenberg Lastkraftwagen. Für Fuhrw. u. Persoirenkraft- wagen wirb eine Notbrücke geschlagen. 8 Wochen Münzenberg-Oberhörgern Wetzlar - Hermannstein Wetzlar - Herborn Für alle Fahrz. 8 Wochen Ehringshausen - Leun bzw. 'Jltebergirmes Frankfurt«. M. Berlin Frankfurta M. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Schlah. Rurs Schlußh Abend» bflrle fiur6 1 l'örle Schluh. Kurs SchmhK Abendbörse Schluh- Kurs Schluhk Mittag börse Schluh- fiuta Sttfufch. Abeni), oörie Schluh. Rurs S.-MU66 Mittag Datum: 4. 8. 5.8. 4.8. 5. 8. Datum: 4. 8. 5. 8. 4. S. 5. 8. Datum: 4 8. 5.8. 4.8. 5 8. 5e/0 Dt. Ncichsanleihe v. 1927 — _ 1*6.1 86.1 SU E G..........7 183 186 182.5 185.25 Ptnuvv Holjmann . ... 12 193,6 195 195,5 194.5 Dt Äul Ablos Llvuld mit Bergmann ........8 192,5 198,25 192 195,9 Hctdelberacr Ccinent . . . 8 148 Au-los -Rechten . 57 25 57,13 58 57.5 Elcktr. Lieferungen. ... 10 183 — 183 185 5 Ccment Karlstadt......8 187.5 188 — Desgl. ohne Ausl s »Rechten 7°/o stranls Hnv - Bl. Co dvt unkündbar bis >932 .... IG,3 16.1 16 Licht und Kraft......10 198 200 198.75 199 L-avß & streitaa ... 1C 164 164,5 — — 137 136.5 136.75 250 135.5 -49.75 Schultbets Patzenhofer. . 15 Ostwerke.........12 Ber. Glanzstoff......15 Bemberg..........8 Zellstoff Waldhof..... 12 Zellstoff Aschaffenburg . . 10 452 433,5 715 568 456 435,25 721,5 — Öcf. f. (£lehr Untern. . • 19 — “■ ♦*/a% R he mache Luv -Bank ^:au -Coidvi ■ . 91 E (S Qbg Borlrlces-Lb- lignttonen, rudjQblbar 1932 — - — — Hamb. Elektr. Werke ... 10 Rhein. Elelkr. ...... 8 fflrffr. . ..... 10 1 1 1 1 i l 163 162.5 181.5 200,9 286,.5 164 161 181 203,5 287.5 III ' 1 1 200 204.5 134,26 — 336.75 338,75 Siemens & HalZke .... 16 201 203 202 _ 1°:, Lchwest Vundest' -Anl. 93 — tu 87,25 -'89,75 Charlottenburger Wasser. 7 151 151,25 46,o Ccfterclcbifdjc Goldrke. * - _ _ Transradio....... 8 132.25 133.5 . cssauer Gas.......8 — _ 208.65 210,25 l.Ln'a Lesterr ich. Silberrke . 6 — 4,75 Labmevcr & Co........9 172 173 — Daimler Motoren..... o 121,5 131,5 123 120,75 i /» äenerreich. ernt citl Rle * — — BuderaS . ...... 0 113,25 112 114 111.65 Demag.......... — — 92.25 92 . llnaartsche Goldrte. r Iin«artschc Staatsr. V.14I0 _ Deutsche Erdöl . .....C Essener Steinkohle.....8 153,25 154 153,5 Adlerwerke Kleber. .... o (17,25 118,5 117,13 279 124 22,25 — — _ 169 166.75 283 vlj*l desgl. von 1913 . . . 24 —« 23 8 14 Gelsenkirchener . f. */» I. 4 159 160 159,13 157.65 _ 123 > Ungarische jtioncnrte . . 1°/ Turl. Sollanlctfje v 1911 ♦"n Tnrk. Bagdadbahn-Anl. < rte 1. l", vesal. Serie 11 . . 46 o Rumänen converl Rte. 14,5 15 14.75 15.5 1.7 14,9 18.4 15,5 1,9 14,8 17,9 15,3 Harpener . . ....... 8 Hoesch Eisen.........5 stlse Bergbau........8 Klöcknerlverke ........ 5 Köln-Ncuessen • ■ ■ • • -SVi Rtannesmann ■ .f. V» 9- 4 199,6 159 184.75 202,5 — 159,5 184 200 178.13 269 160 173,4 185.25 200 177.5 271 157 172 184.75 Drrnst-in A Kovvel.... 4 Linke Hofmann....... Leonhard Tietz....... c Bamaa-Repum ...... o Franks. Maschinen .... 0 Arianer ..... 7 u7t> a74 45.5 75 136,75 155,75 46 119,5 i 11 si 4*/1v o Rumänen Goldaul. Mans'cldcr.........7 134 134.25 135 134 24,5 24,25 _ von 1913 — — — Oberschlcs. Eiscnb. Bedarf 0 99 —■ 98.5 98 Iunghans • •■**•*». c, 120.75 120 120 — Allg Deutsche Eisenbahn 41/? bamdurg-Amerila Palet. .6 vamb -Südam Tnrnpfftti. 8 Hansa Damvsschlit - ■ . . 6 — _ 87,5 151) 25 228.5 226 87,75 152 230 227.75 Oberschlcs. KokSwerke . . .0 Phönix Bergbau. f */* 9 3 Rheinische Braunkohlen . io Rheinstahl..........0 — —■ 96 96 122 126 138 117 .51,5 151,75 120 259 216 181 184 H8.5 262.75 216,5 120 260 215.13 H875 261.5 216,5 Lkainkraftwerke ...... 8 Mag ........ io Rekarsulmer ...... 8 PeterS Union ...... 8 ösebr. Roeder . ...... io 123 186 116.5 138 118 1 11 Rorddculscher Lloyd ... 6 Allg. Deutsche Credilanst.. 10 Dann r Bankverein . 10 Berliner HondelSarsellsch. 12 Kommerj- und Prtvai-Bk. 11 Lärmst, u. Nationalbank. 12 Dcuttche Bank..... .10 Diskonto-Gesellschast Ank. 10 151.25 152 150 147.75 151.5 147.5 150 246.5 178,73 230 162 Riebcck MoMan....... Vereinigte Stahlw. f. V* 9 3 131,5 176 133,75 178 132 116 140.25 145 142,5 knoten. 116 117 150.5 248 176.5 m 161.5 1511 249 178.75 231 161,13 158.75 149.75 249 176.13 230 161,5 Olavi 'DMnen......1 sh Kali AschcrSleben.....10 ZkoliWesleregeln ■ . ■ . . 10 Kaliwerk Salzdetfurth . . 12 9- ®- starben-9ndustrie. in Dynamit Nobel ...... 0 34,6 174 184 17 5 Illi 35 171,5 185,5 235.5 317 150,5 34,75 175,5 187.5 240 316 151,5 Borgt & Haeffner ..... 6 Südd. 3udcr ....... o Dan 143,5 144,75 143,25 — 169.75 160.25 169,75 — Berlnr. 5. August. | (Seid Br,et Dresdner Bank .....10 Mitteldeutsche Lredttbank . 9 Metallbank..........8 RetchSbank. ....... iu 1 LLZ 168 145,5 166,5 250 145 171,5 167 251 146 Scheidecmsialt ....... .8 (Goldschmidt..... .5 Rütgerswerke ....... .0 Melallgesellichaft.....10 214 130 97 186 132.5 98 167 130.25 97,4 132.25 96,75 Amerikaniflje Noten..... Belgische Noten ... ... Dänische Noten ...... Englische Noten . ...... 1 4,192 58,48 1 112,17 20,847 4,202 58,72 112,63 20,437 Fran;onsche Noten...... 16,48 16.ul Holländische Noten...... 168,04 168.72 tnalicnische Noten...... 22.86 22.96 Norwegische Noten...... 108,18 108.62 Deutsch-Oesterr.Lioo Kronen 59.165 59,405 Rumänische Noten...... 2.67 2,59 112.22 112.68 80,94 81 26 Spanische Noten ....... 71.08 71,36 Tschechoslowakische Noten . . 12,41 12,47 Ungarische Noten...... 73,07 73,37 Devisenmarkt Berlin —Frankfurt a. M. Telegraphische Auszah l u n g. 4. August. 5. August. Amtliche Noti>rung Amtliche Notierung Geld Brief $elb Brief Amft^Rott 168,25 168,59 168,31 168,65 Buen.-AireL 1,785 1.789 1,788 58,40 1,792 Brfs.-Antw. 58.41 58,53 58,52 l5dristiania. 108,44 108,66 108,49 108.71 Kovenbagen 112,43 112,45 112.49 112,71 Stockholm . 112,45 112,67 112,49 112,71 Helstngfors. 10,585 10,602 10,58 10,60 Ämlien. . . 22,856 22,895 22,845 22,%5 London. . . Neuyork .. 20,396 20,4 6 20,402 20.442 4,199 4,207 4,1985 4,2065 Parts.... Schweiz .. 16,44 16,48 16,435 16,475 80,94 81,10 60,935 61.695 Spanien . . 71.26 71,40 71,19 71,33 Japan . . . Rio de Jan. 1,992 0.495 1.996 0,497 1,989 0.4957 1,993 0,4977 Wien in D-- Ceft. Lögest. 59,115 59,235 59,135 59.255 Prag .... 12,442 12,462 12,444 12,464 Belgrad . . 7,395 7,409 7,393 7,407 Budapest. . 73,23 73,37 73,26 73,40 yn In arten 3.039 3,045 ö,0ö7 3,043 Lissabon . . 20,68 20,72 20,72 20,76 Danzig. . . Konstantin. 81,31 81,47 81,32 81,48 2,116 2,120 2,110 2,114 Silben. . . 5,495 5,506 5,634 5,646 Eanada . . 4.193 4.201 4,196 4,204 Urugnay. . 4,166 4.174 4.176 4.148 Tatro .. . 20,93 20,96 20.087 20.867 Geld und Erfahrung Novelle von Max Eyth. 9 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Noch weiter unten liegen die Segelschiffe: Schoner, Brigantinen, und Dreimaster jeder Art und Größe, Die mit ihren Rahen und Tauen eine zierliche, wenn nich unentwirrbare Filiaranarbeit in den goldene« llbendhimmel zeichnen. Das sind die Gäste aus der Öaoanna und Neuyork, aus Rio und Quebeck, aus Zenua und Stockholm, aus Liverpool und Southamp- :on und vor allem aus der eignen Heimat, aus Bremen und Hamburg. Auf den Levees selbst, der riefigen Holzplattform, die sich in stattlicher Breite und mehrere Meilen lang zwischen Fluß und Stadt isinzieht, liegen Hunderte von Zuckerfässern, Taufende von Baumwollballen, Pyramide an Pyramide Don Fäßchen mit gesalzenem Schweinefleisch aus Kentucky und Illinois, Berge von Mais aus Illinois und Missouri, alles hübsch geordnet und aufgestellt wie die Bataillone einer Armee, die vor dem Abmarsch ins Feld ihre letzte Parade erwartet. Dieses Bild beleben ttotz der Abendstunde Gruppen von Negern, auf den Ballen umherlungernd, unermüdlich schwatzend und lachend, und da und dort ein paar Mattosen, die der Stadt zueilen, sichtlich entschlossen, mit leeren Taschen und schwerem Kopfe zurückzukehren. Doch der Lärm der Tagesarbeit war verstummt. Eine schwüle Stille lag über dem Ganzen, und der Mond, eine blutrote Riesenscheibe, stieg yinter der Stadt zwischen den Türmen der Kathedrale des heiligen Ludwig auf dem Jacksonsquare langsam in die Höhe. Wo die Tschapatulastraße in den Landungsplatz einmündet, ragte ein gewaltiger, pechschwarzer Dampfer über die kleineren Schiffe heraus, die ihn umgaben, und sendete noch zarte Rauchwölkchen in den Abendhimmel empor. Er hatte die schmucklosen, trotzigen Formen englischer -Frachtschiffe, die man überall auf den ersten Blick erkennt: keinen Bogen, keine Krümmung, die nicht unbedingt erforderlich war, keinen Farbenfleck, der seine dunkle Geschäftsjacke verunziert hätte. Das war mein „Wilder Westen"; es war unmöglich, sich zu irren. Und in der Tat, am Fuß der haushohen Schiffswand, die fensterlos und senkrecht von der Landungsplattform aufstieg, standen schon in wildem Gewirr etliche dreißig wuchtige Kisten, ein ßofpmo» tivkessel, ein halbes Dutzend schmiedeeiserner walzenförmiger Riesenräder, wie sie auf dem leichten Bretterboden der Levees noch nie gesehen worden waren. Der „Wilde Westen", das war klar, ließ sich nicht viel Zeit. Die Kisten und Räder gehörten mir; mein Dampfpflug war schon halb ausgeladen. Da er als Deckladung herüberkam, war er das erste, was das Schiff ans Land setzen mußte. In reiner Freude kletterte ich über die Kisten und feierte ein kleines Wiedersehen; ich war zu Hause in diesem kyklopischen Wirrwarr. „Hallo! Wer ist da drunten?" schallte plötzlich hoch über mir eine scharfe Stimme, und ein Kopf erschien über der Schiffsbrüstung. „Wozu krabbeln Sie auf den Kisten herum?" „Eigentümer der Kisten!" schrie ich hinauf. „Gut, daß Sie kommen!" rief es zurück. „Wir brauchen Platz. Morgen früh müssen sie abgefahren sein." „Na, so geschwind schießen die Preußen nicht!" rief ich hinauf, mich in meinem Kistenheimatsgefühl ein wenig vergessend. „Was?" brüllte es herunter. „So schnell werden die Nigger von Louisiana nicht kutschieren", übersetzte ich dem Mann, der jetzt am Nachthimmel etwas deutlicher zu sehen war. „Haben Sie einen Engländer mitgebracht, einen Monteur?" „Nicht daß ich wüßte", war die Antwort. „Was!" schrie ich entsetzt, „keinen Monteur von Fowler aus Leeds? Einen Passagier, James Parker. Sie müssen einen Passagier mitgebracht haben." „Wir führen feine Passagiere. Nur manchmal — aus Gefälligkeit — ausnahmsweise!" erklärte der Mann von oben. „Dann ausnahmsweise! Sie müssen James Parker an Bord haben! Den Mann, der zu den Maschinen gehört!" Ich bestand darauf und fühlte, daß ich zornig wurde. „Mein guter Herr," rief es begütigend zurück, „ich bin der Zahlmeister des .Wilden Westens' und sollte es wissen. Wir haben ausnahmsweise einen Methodistenpfarrer mitgenommen und seine zwei Töchter. Wenn Ihnen mit diesen gedient ist — aber sie sind aus Bradford." „Also keinen Monteur, der zu den Kisten gehört?" rief ich nochmals hinauf und fühlte, daß mich die Kraft meiner Lungen verließ. „Keinen Monteur!" tönte es wie aus weiter Ferne zurück. Der Kopf des Zahlmeisters war verschwunden. Ich setzte mich und dachte nach. Also kein Monteur, keine Erklärung nach der feierlichen Zusage, daß Parker mit den Stiften ankommen solle! Was konnten sie in Leeds gedacht haben? Wußten sie doch so gut als ich, daß kein einzelner Mann nut seinen zwei Händen einen Doppelmaschinendampfpflug in Bewegung setzen kann, der sich vom ersten Tag an wenigstens leidlich präsentieren sollte. Es handelte sich hier, wenn der Himmel nicht eingriff, um eine physische Unmöglichkeit. Die Stiften um mich her, die jetzt der Mond grell beleuchtete, wuchsen mit ihren viereckigen, schwarzen Schatten ins Ungeheure; um das offene, rot angestrichene Feuerloch des ausgeladenen Kessels spielte ein dämonisches Lächeln. Ich kochte vor Zorn. Was konnten sie in Leeds gedacht haben? Mich so hinzu- jetzen! Aber ich kam nicht über die Frage hinaus, lieber mir begannen die Sterne zu funfein, still und friedlich, als ob hier unten alles in Ordnung wäre. Der reinste Hohn! „Was machen Sie da droben?" näselte jetzt eine grätige 5)anfeeftimme von unten, die zu einem her- umlungernden Schutzmann gehörte, der wahrscheinlich an der Nachtwache der Levees beteiligt war. „Luft schöpfen! Eigentümer!" brummte ich, ohne Anstrengung, so mürrisch als möglich. „Gut, daß Sie kommen!" sagte auch dieser Mann. „Die Kisten müssen morgen früh von der Levee abgefahren werden, Mister! Und so schnell als möglich. Die Levees find für Baumwolle gebaut, nicht für vierschrötige Eisenklumpen wie diese Engländer." — Er klopfte entrüstet auf meine Kisten. — „Die Fundamentpfähle sind heute abend schon um drei Zoll gesunken, sagt der Levee-Inspektor. Sie werden eine gesalzene Rechnung bekommen, Mister Eigentümer! Wenn die Bohlen brechen, ist der Teufel los." Ich hütete mich, zu antworten, und schlüpfte lautlos von meiner mondbeglänzten Höhe auf der anderen Seite des Kiftengeoirges in die Tiefe. Fünf Minuten später sah man entlang der finsteren Schattenseite der Tschapatulastraße einen Mann, den Hut über die Augen gedrückt, mit gefenfr Manchmal murmelte er halb laut vor sich hin. tcm Kopfe langsam seiner Wohnung zusteuern. Manchmal murmelte er halblaut vor sich hin. Dann versank er wieder in tiefes Nachdenken. Der Mann war ich. Und ich fühlte nur ein: noch ehe ich heute einschlief, mußte ich wissen, was am nächsten Morgen zu geschehen hatte. Arbeitstage. Ein kurzer, tiefer Schlaf tat das übrige. Mit beiden Füßen sprang ich in den jungen Tag; ich wußte jetzt, was zu tun war. Zuerst mußte Kapitän Owen aufgesunden werden. Die seine war die einzige Adresse einer Prioatwohnung in der Stadt, die ich kannte. Auf dem Wege fang ich eine meiner Schlachthymnen, aber nur und wiederholt, den ernsten Zeiten entsprechend, ihren dritten Ders: „Und wenn die Welt voll Teufel wär'!--Er war mir schon als kleiner, ahnungsloser Junge der liebste gewesen und hat mir im :päteren Leben mehr als einmal treulich gedient, wenn ich nicht mehr wußte, wo hinaus. Warum auch nicht? Hatte ich nicht ein Recht zu dem Vers, so gut als ein anderer? Stand ich nicht feit Jahren mitten in einer Art von Bodenreformation, in der „der arg’ böse Feind" oft genug fein Wesen trieb? Sie sind im allgemeinen keine Langschläfer in Neuorleans. Der frühe Morgen ist der beste Teil des Tages an den Bayous des Mississippi. Doch schlief Owen noch, als ich versuchte, ihm die Adresse der nächsten besten Maschinenfabrik zu entlocken, und war, sich die Augen reibend, über meinen Besuch nicht wenig erstaunt. Eine halbe Stunde später stand ich in einem fast leeren Fabrikhof, der müde und lebenssatt aussah. Wie alles in der Stadt, war das Geschäft halb bankrott und hatte keinen Mangel an müßigen Arbeitern. Man ließ mir die Wahl. Nach weiteren dreißig Minuten hatte ich zwei junge Monteure ausgesucht — der eine war allerdings, wie sich später herausstellte, ein gelernter Schneider —, die, mit Brechstangen, Hämmern und Meißeln bewaffnet, hinter mir drein liefen. Auf den Levees war alles schon voll Leben. Zuckerfässer rollten hin und her, Baumwollballen flogen durch die Lüfte. Dampfer rauchten und spien Wasser und Feuer aus. (Fortsetzung folgt.) Kein itro vanille o AuMionshaus B£i MIGRÄNE KOPFSCHMERZ NEURALGIE ZAHNSCHMERZ Keine Magen* bes di werden Man kocht pro Person 1 starken Eßlöffel voll Knorr Haferflocken 1 ,'4 Stunde in Milch oder Wasser und salzt oder zuckert je nach Geschmack. Das Gericht wird durch etwas braune Butter verfeinert „Knorritsch“ das Rohkost-Frühstück. Für Jede Person werden abends 2-3 gehäufte Eßlöffel Knorr Haferflocken, 1 schwacher Eßlöffel Zucker mit 3 Eßlöffel Milch zusammengerührt, damit das Ganze über Nacht ziehen kann. Am anderen Morgen reibt man 1 Apfel samt der Schale und dem Gehäuse hinein, gibt den Saft einer viertel Zitrone und nach Belieben 1-2 Kaffeelöffel geriebene Haselnüsse, Mandeln, oder beides hinzu. Der Apfel kann auch durch Apfelsinen, Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen usw., je nach Jahreszeit, ersetzt, bzw. ergänzt werden. läge InsenIbuR'Schule nfff- MeschinenoinEletfro- i^tecnnu.Hoctt-u. Defoza. Toninousrrit. Frledrlchstr. 8 Maingau 5799/5805 Die diesjährige grobe Frankfurter AUTO- N APOTH EKWiSSSsr hnrhnt* bewahrt Raxb and mild wirkend. Pulr-Pckg. Mk. 1.1*. 10 ObLPckg. Hk. 1J0. Prospekte kestenlr* Otte * Ca_ FrenJtfart/MitoSM I I Beeren s ..... Sartbeutel Friedrich Heyd& Sohn Seltersweg 12. 6247a findet statt Donnerstag, 11. August 1927 nachmittags 2 Uhr Eschenheim. Landstraße 320 (TrambahnUnien 23, 24 und 25} Es gelangen zum Ausgebot ca. 7225id 50 Wagen in- und ausländischer Fabrikate jeder Gröhe und Stärke, darunter auch Lastwagen, Modelle bis 1927. - Versteigerung gegen Höchstgebot Zahlung nach Vereinbarung. Verzeichnisse kostenlos. IWM’... ©AS Bleich-Soda IDAS Sdieuermiüel IDAS Feinborax IDAS feri&Ä das beste für die prakMe.Hausfrau Generalvertrieb und Auslieferungslager: Raebel&Beisenkötter Frankfurt a. M. Fichardstraße 38. M08sl Äin neuerdings anstatt meiner früheren Nummer 868 seht unter der Ar. 2LW an das Fernsprechnetz angeschlossen. 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