die Ä Jj* bin. •?»A' ?'< $t»jÄ tne*X3"®«- ■n foSf Wh, ,'9!ns<^ frei». ■; . 121 $• Ian. Fz. 29 bis MäZ ääSftj 1 «Wtd, । ‘ V» »-G. LZ B8 Äm,wX. Kn $«M, lo bah bat <Ä • matt, ® -7°. bommetgerlle 217 W S1"' m5rl ®Wlin) 186 bis 188; bet US bis 37,75; Soflflen. ienkleie 13,25 bis 1330- ; Äkloriaerbsen 51 bis J bis 33, Suttererbfen J W22; Mrbohnen ? j *ubin«n (blau) 13,50 1450 bis 15; 6maMc »buchen 16,40 bis 16,50; .20; Trvclenschn-Yel 9,90 MO bis 19,80; Äatioffeb rl. rtisch. rbuch. 17. Ichi. Ono itzr, Darmstadt 1926. - ;d eröffnet durch einen Paul Tillich. gibt einen igleit des Pertages unh und bringt überdies eine (einer bdannteften OEii- (Verlag Berlin W 9i, irgong mit dem ersten 3a- tn leii einer umfassenden mtbarftellunf] ber Arbeit aembmet i[t. Sie präg- e von Scfyiub, Müller ■bt erfahren eine in\tnib r als 60 AufnahMN der führender Aünftln. on zahlreichen wichtigen 1. Reich iüuftrien ist and) et die letzten Thealerereiz- let Äus dem übrigen Text-, Dr. Oskar Suttnwnn über md ein Aufsatz von oreb Andri de Larde' hervor. ,nd einfallsreiche Modente'l Leserin bereits an die |u* ijantf I Christen. Tausenav gelandet. ■JWÄW InjW «m 20. deS Rammeisters > ’bei AschasfenburS'ndtt lieSe'ti ile»«6l" $£!?«* T«. ^'»rieben mr. ,— Donnerstag, 6. Januar 1927 177. Jahrgang Ur. 4 Erstes Blatt GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dm! imt Dtrlag: vrLHI'iche llnivkrsititi-vuch. und Steinöruierei H. lange in Sietzen. Schnftleitnng und Seschäsirftelle: SchnNttatze 7. Annahme von anietgen für di« lagtsnummtr bis zum Nachmittag vorher. Prell für 1 mm höhe für Anzeigen do.i 27 mm Breite örtlich 8. ausnärts 10 Neichspsennig, für Re» hlamean’)Cigen von 70 mm Breite 35 Reichspseunig, Platzvorschrist 20' , mehr. Chefredakteur Dr Friedr Wilh Lange. Derantwortlich für Politik Dr Fr Wilh Lange, für Feuilleton Dr H Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den An« zeigenteil t Dertr. H. Beck, sämtlich in Gießen. Erschein, täglich, autzer Sonntags und FeieNags. Beilagen. Gr^enei Familienblätter tze'mcU im Bild Die Scholle Monoli'Vezvgsrrels: 3 Keichsmark und 20 Jrid)5pf«nn,g für Träger» Mm. auch Lei Richter» Urtneri einzelnerRummern Ufolgt höherer Gewalt. Aernsprechanl chlüsse: 51, 54 und 112 gildjrifi für Drahtnach» Süllen Anzeiger Sieben, poftfch.ckkonto: jiaeffurt am Main 11686. Polens Politik gegen Deutschland. Sekundanlendienste für Foch. Dir haben eS schon wiederholt erlebt, bah bi Augenblicken, die für die Beziehungen ztoi- schn Deutschland und Frankreich irgendwie ent» schidend waren, der polnische Außen- minlftcr, gleichgültig wer eS auch immer war^ durch einen Ausfall gegen Deut s ch l and fon Widersachern der Derstänvigungspolltik Bn- ml>S zu Hilfe gekommen ist. Die gleiche Ersah» nma haben wir jetzt gemacht. Unmittelbar nach da Kampfansage Briands an die Gegner der Tiumung der Aheinlande hat der polnische AuhcnministcrS Zaleski die Gelegenheit vom Aiun gebrochen, um eine Bede über die Be» Munaen Dolens zu Deutschland und Danzig au hallen. Der Inhalt der Rede ist nicht neu. Damals spricht der polnische Außenminister booon. wie sehr es ihm und der polnischen Re- gkrung am Herzen liege, gut« und sreundschaft» Qd)c Beziehungen zu dem deutschen Rachbarn zu hf! ,icn, fügt aber das Bedauern hinzu, daß sich im deutschen Volke gewisse Tendenzen zeigten, dic die Herstellung eines wirklich guten freunv- no^barllchen Verhältnisses verhinderten. So Ölde Krokodilstränen hat Herr Zaleski in Innigem Einvernehmen mit seinem Vorgänger eiizinsli schon öfter vergossen und infolgedessen fcüfjt das riihrsame Schauspiel allmählich an Wirksamkeit erheblich ein. Minister Zaleski hat in dem gleiten Zusammenhänge vor wenigen Wochen erklärt, die polenseindlichen Reigungen in einem Teil des deutschen Volkes übten eine ungünstige B lang aus die HandelsveNragsverhandlungen strichen beiden Ländern aus. Diesmal hat er k> zselbe, nur in allgemeineren Wendungen. fl(iCflt. Wohlweislich hat sich aber in beiden -Ail en der Herr Minister gehütet, näher darzu- feen welcher Art die von ihm so tief be- Cciten polenfeindlichen Tendenzen im deutschen dDift seien. In Paris wird man den Wink natürlich wohl verstanden haben, und wir können ws auf neue angebliche Enthüllungen über an- flbtiche Rüstungsvorbereitung:n Deutschlands zum Kriege gegen Polen gefaßt machen. Es Ei,vden also die in den nächsten Tagen wieder ans genommenen Verhandlungen über unsere De- s c't i g u n g e n im O st e n auf neue und ver- ftcjtc Schwierigkeiten stoßen. Wie wiinderbar |c i jedoch die Militaristen in Paris und Warst-, u einander in die Hände arbeiten, ergibt daraus, daß an demselben Tage, an dem jj'tr Zaleski seine heuchlerische Rede hielt. Mar° Td.’L! Foch und der französische Generalstab mit fläzen Artikeln und Krokis sich in der fran- ird)en militaristilchen Presse breit machten, durch Bi: der R ichweis versucht wird, daß die Räu- tnjng des Rheinlandes auch zum Schuhe der freunde Frankreichs im Osten verhindert werden müsse. Das genügt zur Kennzeichnung des schönen Planes. Run aber die Kehrseite der Medaille. Herr Zaleski betont die große Friedensliebe des pol- ni'chen Schäfleins, das nicht imstande sei. ein Täf'etlcin zu trüben. Wie stebt es mit Ober- fdilefien? Die polnische Regierung hat die 5ntfd)cihtmg des Vorsitzenden der gemischten Nvnmisiion für Oberschlesien, Calonder, über 5v T^erpflich'ug Polens, deutsche Schu len in Ostoberschle ien nach den Wünschen der Elim, einzurichten, nicht anerkannt. Die Folge f daß zunächst ein Eingreifen des Völkerbunds- ra:es als Ant nort auf die Beschwerde der deut- I4?n Eltern in Ostoberschlesien notwendig wird. Dcm hat auch in Genf bereits eingesehen, daß nan um diesen Schritt nicht mehr herumkommen 'Llrd, und deshalb die Absendung eines Vertreters nach Oberschlesien beschlossen, der sich • untere Tage dort aufhalten wird, um sich -in Ort und Stelle über die Verhältnisse zu unterrichten. Einen solchen Schritt können wir -tur mit großer Genugtuung begrüßen, weil wir on mi* Bestimmtheit das Ergebnis erwarten, "Wi den übrigen Mitgliedern des Völkerbunds- ■aee nunmehr etwas mehr die Augen über vol- xilöe Doppelzüngigkeit ausgehen werden. Wir innen i ur bedauern, daß ein solcher Schritt ilfit schon längst erfolgt ist. Seit dem Eintritt Zcutschlands in den Völkerbund und in den Rat khcint man also doch etwas mehr die moralische Jupflichtu'.-g anzueikennen, sich um die Zu- Etc-ie in Ostober chlc'ien zu belümmern, als bisher. Das wäre i nmerhin eine nicht zu unter- l4ahende Folge unieies Eintritts in den Völker- Etnb. Die Ablehnung der Calonderschen Cntschei» Bing durch Polen bedeutet jedoch noch mehr. 5k- läuft auf die Ablehnung oder richtiger Ver- Ceignung des Artikels 131 des seinerzeit in Genf wchlossenen Abkommens hinaus, auf den sich yfälibem Ealonder in seiner Entscheidung ge- Ritjt hat. Er besagt, daß ausschließlich die Litern zu bestimmen haben, ob ein Kind in 6h polnische oder in die deutsche Minderheits- idule gehen soll, während die Polen geltend «lachen, nur dann, wenn sich beide Eltern aus- 6rüdlid) als ausschließlich deutschsprechend be- lennt hätten, wäre eine solche Forderung be- ■xf'tigt. Wie die Ermittlung der Ein- oder 2wpelsprachigkeit von Ellern von polnischen Be- ®nfcn durchgeführt wird, läßt keinen Zweifel «rüber zu, daß eine Vergewaltigung des bestehenden Rechtes in unerhörtem Maße vor sich gegangen ist. Das ist Die Probe aufs Exempel für das. was das angeblich so friedfertige Polen unter Vertragstreue und der Pflege freundschaftlicher Beziehungen zu seinem deutschen Rachbar versteht. Als Polen zum halbständigen Mitglied des Dölkerbundsrates gewählt wurde, gaben wir der Erwartung Ausdruck, daß die übrigen Mitglieder des Rates bald in die Lage kommen würden, das wahre Gesicht Polens zu er- kennen. Diese Erwartung scheint sich früher zu erfüllen, als wir selbst angenommen haben. Außenpolitische Debatte im polnischen Sejm. Warschau. 5. Ian. (WTD) 3m Auswärtigen Ausschuß des Landtages begann die Aussprache über die gestrigen Darlegungen des Außenministers Zaleski. Der christlich-nationale Abg. S t r o n s k i ist der Ausfassung, daß die jetzige schwierige außenpolitische Lage Polens sich von Locarno herleite. Gegen die Enlwaffungs- I kontrolle in Deutschland durch Den Völkerbund beständen ernste Bedenken gegen diese Lösung. | Litauen sei ein Werkzeug In der Hand Deutschlands und Rußlands. Zwischen diesen beiden Staaten bestehe ein Einvernehmen, um Litauen gegen Polen auszuspielen. Der Sprecher der Sozialdemokraten glaubt, daß die Enl- wassnungskontrolle durch den Völkerbund nur dann wirksam sein werde, wenn der Genfer Bund Autorität besitze. Deshalb müsse Polen an Der Hebung des Ansehens des Völkerbundes arbeiten. Der Rationaldemokrat Sejda lehnt Die Darlegungen Zaleskis ab, da „ein solches Expose nur Deutschland aufstacheln könne, seine gegen Polen gerichtete politische Offensive möglichst stark zu betonen". Ohne Zweifel sei die Front Der DeutschenRüftungengegenDieWetch- se l gerichtet. Laut müsse gesagt toerDen, Daß Die gegenwärtige französische Politik in sich Gefahren für Die Zukunft Frankreichs und Polens berge. Roch unverständlicher als Der Optimismus Briands sei die Schönwetterstimmung des polnischen Außenministers. Zu dem passiven Verhalten in Genf in der Frage der deutschen Rüstungen komme noch im Innern des Staates die Schwächung des polnischen Clements und die Stärkung des Deutschtums in den West- marken. 3merften$taMumöerRegierung$bil6ung Vor der Betrauung des Reichswirtschaftsministers Dr. Curtius. Berlin, 5. Dan. wie das wolffbureau aus I parlamentarischen Kreisen erfährt, wird nun mit | Sicherheit damit gerechnet, daß der bisherige Reichs- wirlschaftsminlster Dr. Curtius (D. V.P.) gleich nach seiner Rückkehr von seinem Wiesbadener Erholungsurlaub vom Reichspräsidenten mit der Regierungsbildung beauftragt werden wird. Seine Bemühungen dürften sich in der Richtung der Bildung einer möglich st breiten Koalition mit feften Bindungen bewegen. Die Berufung Dr. Curtius' fei von dem Fraktionsvor- sland der Deutschen Boltspartci gebilligt worden. Ob der versuch Dr.Curtlus', ein Kabinett auf der Grundlage einer Koalition sämtlicher bürgerlicher Parteien zu bilden, gelingen wird, wird von dem volkspartcilichen Blatt unter Hinweis auf die ablehnende Haltung der Zentrums- presse stark bezweifelt. Sollte der versuch fehl- schlagen, so bliebe nur übrig, ein Kabinett der Mitte zu bilden. Die „Germania" hält es für ausgeschlossen, daß sich das Zentrum an der von Dr. Curtius geplanten Koalitonsbildung sämtlicher bürgerlicher Parteien beteiligen werde. Eine Regierung unter Beteiligung der Deutschnationalen mit volks- parteilicher Spitze wäre, wie das Blatt schreibt, eine ausgesprochene Rechtsregierung, die auf die Unterstützung des Zentrums nicht zählen kann. Sollte es jedoch wieder zur Bildung einer Regierung auf der bisherigen Grundlage kommen, so hält es die „Germania" für selbstverständlich, daß die Führung beim Zentrum verbleiben müsse. An die Möglichkeit einer Regierung der „kleinen Rechten" glaubt man auch in rechtsgerichteten Kreisen nicht mehr. Dagegen hofft man hier noch, mit Hilfe der Bayerischen Volkspartei das Zentrum für eine Rechtsregieruna zu gewinnen, um eine Koalition wieder zu erreichen, wie sie zur Zeit des ersten cuther-Kabinetts bestanden hat. Als der hierzu notwendige „rechte Mann im rechten Augenblick" wird der Führer der Bayerischen Volkspartei, Domkapitular Dr. Leicht, angesehen, der als geschickter Taktiker und gewandter Parlamentarier bekannt ist und auch im Zentrum großes Ansehen genießt. Ob eine bindende Vereinbarung zwischen den maßgebenden Persönlichkeiten der Deutfdjnationalen und der Bayerischen Volkspartei schon getroffen ist, war noch nicht festzustellen, wenn man auch nicht daran zweifelt, daß eine Verständigung zwischen den beiden Parteien verhältnismäßig leicht m ö g - 11 ch ist. Entscheidend ist aber immer wieder das Zentrum, ohne dessen offizielle oder inoffizielle Mitwirkung eine einigermaßen stabile Regierung nicht zustande zu bringen ist. Bel den Parteien der Linken arbeitet man natürlich entgegengesetzt und möchte das Zentrum für die große Koalition, und wenn diese abermals gescheitert fein würde, für d i e Weimarer Koalition gewinnen. Die Deutsche v o l k s p a r t e i soll dabei die Hilfsstellung übernehmen, die diese für eine rechtsgerichtete Regierung vom Zentrum verlangt. Auf der ganzen Linie der politischen Betrachlungen wird immer wieder auf das Zentrum hingewiesen, das die Entscheidung über den zukünftigen Regierungskurs in der Hand hält. Das Zentrum aber vermeidet vorläufig eine klare Stellungnahme und wird damit woyl noch weiter solange als möglich zurückhalten. Bemerkenswert ist, daß man von französischer Seite jetzt auf die deutsche Innenpolitik unberechtigterweise Einfluß zu gewinnen versucht. Besonders eine Aeuhcrung des dem französischen Außenminister B r l a n d nahestehenden „Quollen" wird viel beachtet, in der eine Linksregierung in Deutschland als notwendige Garantie gefordert wird, von der eine vorzeitige Räumung der Rhein- lanbe abhängig gemacht werden mühte, wie weit die Aeuherungen des „Quollen" auf den Einfluß politischer Persönlichkeiten Frankreichs zurüzusühren sind, ist natürlich schwer zu sagen. Außerdem ist es nicht ausgeschlossen, daß gewisse Berliner Kreise ein Interesse an derartigen Aeuherungen in einem immerhin als regierungsoffiziös anzusehenden Blaffe haben. 3m übrigen ist zu sagen, dah die Informationen, die in der Berliner Presse zur Frage der Regierungsbildung bisher erschienen sind, von gut unterrichteter parlamentarischer Seite zum größten Teil als Kombinationen bezeichnet werden, so namentlich auch die Rachrichfen über die voraussichtliche Besetzung einiger Ministerien mit bestimmten Persönlichkeiten. Richtig ist vielmehr, dah die Entwicklung der Krise sich noch in ihrem aller- erffen Stadium befindet und eigentliche Verhandlungen erst in der nächsten Woche beginnen werden. N eifliftt AMm in w tonet leiK London, 6. Jan. (WTB. Funkspruch.) Der Korrespondent der „Daily Mail" in hankau berichtet von gestern nachmittag, die britische Kolonie sei in äußer st er Gefahr. Ihre einzige Stühe seien die chinesischen Truppen, die sich gegen den Fanatismus wenden. Angesichts der gestern geplanten Landung englischer Marinesoldaten habe der Minister des Auswärtgen der Kantonregierung erNärf, wenn ein einziger Schuß abgefeuert werde, würde das britische viertel angegriffen werden. Die eingeborene Polizei hat sich geweigert, im Fremdenoiertel Dienst zu tun. heute nachmittag sott alle Arbeit eingestellt werden, die Arbeiterverbände verlangen, daß die Kan- fonregietung dem britischen Konsul ein 72stündiges Ultimatum stellen, in dem die Entwaffnung der englischen Freiwilligen und der Polizei verlangt wird. Im Falle einer Ablehnung soll der Generalstreik proklamiert und das britifme viertel blockiert werden. Auch der ameri- kaniscyc Generalkonsul in Schanghai hat Nachricht aus hankau erhalten, wonach die Lage dort sehr ernst ist. Alle Missionare im Innern Chinas sind aufaemrbert worden, im Interesse ihrer Sicherheit zurückzukommen. Rach Bcr'chtcn der Londoner Abendblätter ist unmittcUat nachdem zlv schen dem englischen Admiral, den englischen Behörden und dem chinesischen Polizeidireltor eine Dcrnnbarung über die Zurü.zkehung der er.gl s^en Marinelandungsabteilung zustandegekommen war, eine chinesische Volksmenge in die englische Konzession eingedrungen und hat sich der aus Sandsäkcn gebildeten provisor'schen Verteidigungsanlagen bemächtigt Daraus erhielten die englischen Soldaten Beeil, erneut zu landen der jedoch widerrufen wurde, da es im Salle einer Landung unmöglich gewesen Ware, auf Eröffnung des Feuers zu verzichten. Der chinesische Pöbel hat die Derteidi- gungfanlagrn zw schcn der brit schen Kon ession und dem chinesischen (^eb et z e r st ö r t iedoch ist das Kentoneser Milltär noch Herr dcr Lage. Die auöränb'schen Krn ess onen und Tanlen und auch das br't'sche Konsulat haben zum Schuh gegen den Pöbel chinesische Waffen erhalten. Das ; ol g bäubc und v rschiede^e andere Häu'er der britischen Konzession wurden vom Pöbel beseht gehalten. Rur die franzöfi'He und die japanische. Konzes irn^ sowie amer'.lanisches Eigentum sind bisher unbehelligt geb.ie.en. Alle verfügbaren britischen Flotten st reit- kräfte siud von Shanghai nach 5a'kau beordert worden. Di: Kreuzer „Dindiclibe" und „C'riZie" sind von Hongkong abgegangen. Infolge der sehr ernsten Lage find die Handelshäuser in der britischen Äon^efTion geschlossen worden. Man halt es nicht sur ausgeschlossen, dah das Konzessionsgebiet geräumt wird. Don den chinesischen Sronten wird ebenfalls größere Altivitäl gemeldet. In Shanghai trafen gestern zahlreiche Verwundete ein, die von schweren Artillerie'ämpsen am Flussr Tschirnting berichten. General S ch a n k a i s ch e k soN die Führung der Kantontruppen persönlich übernommen haben, was auf die Bedeutung der gegenwärtigen Operationen fchliessen läßt. Chamberlains Chinamemorandum. Die Rivalität dcr Mächte. Paris, 5. Ian. (WB.) Das „Journal Des Debets" beurteilt Die Wirkung, Die Das englische Memorandum an Die Mächte in internationaler Hinsicht gehabt hat, wie folgt: Die englischen Vorschläge hälfen auf internationalem Gebiet zur Folge gehabt, Daß sie Das Fehlen einer Einigung unter Den Mächten beleuchteten. Gewiß hätten Die in Dem Memorandum enthaltenen Vorschläge nicht Den Zustand geschaffen, der schon seit langem bestanden hätte. Aber sie hätten ihn vielleicht Dadurch verschlimmert, Daß sie ihn vor allen Augen brüsk enthüllten. Die englische Politik sei kühn gewesen. Habe sie nicht durch ihre Lieberstürzung Die spätere Verwirklichung einer Verständigung verhindert? Die Erfahrung allein werde darüber aufklären, ob England bei dieser Haltung gut beraten gewesen sei. Allgemein gesehen hätten die Mächte jedesmal, wenn sie sich einem aktiven Rationalismus im Orient oder im Fernen Osten gegenüber befunden hätten, gegenseitig mit ihrer Rivalität zu rechnen gehabt. Man sehe keinen Grund dafür, daß es dieses Mal anders fein sollte. Eine offiziöse Darstellung. London, 6. Ian. (WTB.) Reuter veröffentlichte gestern abend eine offenbar vom Foreign Office inspirierte Erklärung über die Lage in Hankau, in der es u. a. heißt: Die Rotwendigkeit, von den Waffen Gebrauch zu machen, wird sich hoffentlich vermeiden lassen. Rach den vorliegenden Berichten scheint Die Regierung von Kanton in Der Lage zu sein. Die Ordnung aufrechtzuerhallen. Die Frage, ob Der Bolschewismus für Die Gestaltung Der Lage in Hankau verantwortlich ist, toirD man wohl nicht uneingeschränkt bejahen können. Der Ausgangspunkt Der Bewegung ist Der Wunsch Der Chinesen, i h r Land selbst verwalten zu wollen. Die britische Politik entspricht Dem unD sie ist, abgesehen vielleicht von Den Vereinigten Staaten von Amerika, früher zu diesem Ergebnis gekommen, als Die anDern Mächte. Ein allgemeines Ueberein» kommen über Die Politik gegenüber China hat nicht bestanden, und England hat nichts getan, was gegen Den Geist Der Verträge von Washington ist. Forderungen der Arbeiterpartei. L o n D o n, 5. Ian. (WB.) Die engische Arbeiterpartei veröffentlicht eine Erklärung, in der es u. a. heißt: Das einzige Ziel Der britischen Regierung bei diesen Verhandlungen sollte sein, die Mindestbedingungen zu erhalten, die für die persönliche Sicherheit britischer Untertanen in China und für ehrenhaften Handel zwischen britischen und chinesischen Kaufleuten iwtwendig sind. Die britische Regierung muß die streng st e Neutralität im chinesischen Bürgerkrieg wahren. Sie muß die Beziehungen mit der Kantonregie- rung sobald wie möglich auf eine freundschaftliche Grundlage stellen und muh versuchen, im Zusammenwirken mit anderen in Betracht kommenden Rationen ein absolutes und wirksames Verbot Der Waffeneinfuhr nach China her- beizuführen. Amerika für eine selbständige Chinapolitik. Reuyork. 5. Ian. (£11.) Die amerikanische Regierung hat ihre Antwort auf Das britische China-Memorandum verschoben, um erst Den Bericht ihres nach Washington berufenen Pekinger GesanDten abzuwarten. Inzwischen hat der Vorsitzende des auswärtigen Ausschusses des Repräsentantenhauses, Porter, eine Resolution eingebracht, nach Der Die Vereinigten Staaten im Gegensatz zu Dem britischen Chinamemorandum mit Der Pekinger Regierung be- s o n D e r s in VerhanDlungen eintreten sollen. Die Pangtsestadt Wubu geplündert. LonDon, 5. Ian. (TA.) Rach einer Meldung Der British UniteD Preß ist die Stadt Wubu am Pangtse vollständig geplündert worden. In Peking hofft man, daß Der zum Schuh Der Europäer entfanDte Zerstörer noch rechtzeitig eintreffen toirD. In Hankau sink) zwei amerikanische Kanonenboote zum Schuh der amerikanischen Bürger eingetroffen. W.e weiter berichtet toirD, beabsichtigt Wellington Koo nur noch kurze Zeit an Der Spitze Der provisorischen Regierung zu bleiben. Die Berliner Konlrollverhandlungen. Die Krage des Aricgsgeräts. Berlin, 6. Jan. (Wolff.) Nach einer Mitteilung des Demokratischen ^jeitungsdienstes ist in Aussicht genommen, die in Berlin stattfindenden Deryandlungen mit der Interalliierten Militarkon- trollkommission über die noch strittige Frage des Kriegsgeräts Mitte Januar zu beenden. Sollte man jedoch nicht zu einer Einigung in Berlin kom- men, so werde der Schwerpunkt der weiteren Verhandlungen wohl bei der B o t s ch a f te r k o n f e- renz in Paris liegen. Bei den Berliner Verhandlungen kommen vier Streitpunkte in Frage: Die Frage der S ch i f f s m a s ch i n e n, in der die deutsch« Regierung im Gegensatz zu den Alliier- ten die Auffassung vertritt, daß diese Maschinen kein Kriegsgerät darstellen. Die zweite Frage ist die der Kriegsspezial- m a s ch i n'e n , wobei die Alliierten verlangen, daß nicht nur die Herstellung dieser Maschinen, sondern auch die Herstellung von H i l f s w e r k ze u g e n zur Herstellung dieser Maschinen verboten sein soll. Don der Regelung dieser Streitfrage hängt unter Umständen die Schließung von Spezialfabriken ob, die mehrere tausend Arbeiter beschäftigen. .. , . , Im Hinblick auf die Halbfabrikate fordert die Botschafterkonserenz schon dann ein Verbot, wenn diese Halbfabrikate vom Besteller zu m Kriegsgeröt ausersehen sind. Diese For- derung entspricht in keiner Weise den Bestimmungen des Versailler Diktats. Beim vierten Streitpunkt über Einzelteile der Optik verlangt die Botschafterkonserenz, daß der deutschen Industrie die Herstellung von Einzel- teilen als Hilfskriegsgerät verboten sein soll. In dieser rein wirtschaftlichen Angelegenheit dürfte die deutsche Regierung zu einer Regelung bereit sein, insofern als alle Sicherungen und Vorkehrungen getroffen werden sollen, die ein Verbleiben solcher Einzelteile in Deutschland unmöglich machen. Die Derwattungsresorm in Preutzen. Berlin, 5. Jan. (DDZ.) Der Landtagsousschuß für die Derwaltungsrefor.n schloß am Mittwoch Ne Beratung über die neue Land- g e m e i n d e o r d n u n g ab. Die Bestimmuiigen über die Gutsbezirke, wonach diese grundsätzlich ausgehoben und nur in wenigen Aus- nahmcsällen nod) bestehen bleiben sollen, tourte.; angenommen. Auf Borschlag der Deutschen Volkspartei wurde beschlossen, daß der Gutsbesitzer in seiner Eigenschaft als Eigentümer obrigkeitliche Funktionen nicht auszuüben haben soll, daß er aber vom Kreisausschuß mit den bisher ousgeubten Funktionen betraut werden kann. -3ur Frage der Polizei fand Annahme die Bestimmung des Entwurfes, wonach künftig der Amtsausschuß den Amtsvorfteher zu wählen hat. Dieienigen Flecken, die nicht zu Städten erklärt werden, können auf ihren Antrag einen kollegialen Gemeindevorstand erhalten. Zu einer eingehender Erörterung führte die Bestimmung des Entwurfes, wonach die auf Lebenszeit ongestellten Bürgermeister und Amts- manner im Rheinland und Westfalen ihren Anspruch aus lebenslängliche Anstellung verlieren und ^Neuwahlen stattsinden sollen. Bon der Regierung wurde dieser Regelung aus finanziellen und fachlichen Gründen widersprochen, dabei aber zugleich erklärt, daß auf Grund der neuesten Entscheidung des Reichsgerichtes die Regierung ihre bi. hörigen versassungsrechtlichen Bedenle; zurüclstelle. Der Ausschuß entschied sich jedoch mit den Sti amen des Zentrums, der Sozialdemokraten. der Kommunisten und der Wirtschaftlid'en Bereinigung für die Regierungsvorlage. Eine zweite Lesung der Borlage soll mit Beschleunigung erfolgen. Das Gesetz über Titel und Orden. Berlin, 5. Jan. (WB.) Wie das Wolsf- büro aus parlamentarischen Kreisen erfährt, ist das Gesetz übet Titel und Orden, das in einem Derli.er Blatte angekündigt wurde, bereits vom Reichskabinett verabschiedet worden. Das Gesetz wird alsbald dem Reichsrat zugehen und dann zur parlamentarischen Beratung gelangen. Es behält die Regelung des Ti el- und Ordenswesens der Zuständigkeit des Reiches vor. Wie in parlamentarischen Kreisen vermutet, bedeutet diese Einschränkung jedoch lei eswegs, daß das Reich die Verleihung von Ti eln und Orden ausschließlich für sich in Anspruch nimmt. B.elmehr dürste es audj den Wünschen und Bedürfnissen der Länder nach Möglichkeit entgegenkommen. Die Regierungskrists in Sachsen. Dresden. 6. Jan. (TU.) Heber die Besetzung der einzelnen Ministerien der kommenden Regierung in Sachsen verlautet, daß der bisherige Ministerpräsident Dr. Heidt (Altsozialist) wieder die Präsidentschaft und zugleich auch das Finanzministerium übernehmen werde. Das Innenministerium soll einem Demokraten, und zwar dem bisherigen Reichsinnenminister Dr. Külz übertragen werden. Das Wirtschaftsmini st erium soll mit einem Mitglied der Wirtschaftspartei — in Betracht kommt der Landtagsabgeordnete Kaiser — beseht werden. Ob, wie verlautet, auch das Wohl- fahrlsministerium mit dem W-rlschaftsrninisterium verbunden wird, steht noch dahin. Kultusminister Dr Kaiser und Justizminister Bänger dursten ihre Ministerien behalten. Die endgültige Entscheidung über die Besetzung der einzelnen Minister,en wird jedoch von den heutigen interfraktionellen Besprechungen abhängen. EineliberaleVereinigung in Bayern. M u n ch e n. 5. Jan. (WB.l Die neu gegründete Liberale Bereinigung in Bayern hatte nach Müncbcn zu einer Kundgebung eingeladen. Der Einladung waren zahlreiche ehemalige Minister und Parlamentarier aus dem Reich und den Ländern gefolgt. Zu dem Frühstück im Hotel Wagner, das der Beranstoltung vorausging hatten sich u. a. eingefunden: Die früheren Reichsund «Siaateminiftcr H a in m. Fischbeck Dr b. 'Siebter, Kopsch D r Müller-Mei n in gen, frühere Landtags- und Reichstage abgeordnete, ferner ehemalige und je.-'qe füh rende Persönlichkeiten der D'utfchen Bolkspar i und der Deutschen Demokratischen Partei De, Vorsitzende, Oberstudiendirektor Geheimrat Dr. Hammerschmidt dankte namentlich den norddeutschen Gästen für die tatkräftige Unterstützung der in Bayern neu ins Leben gerufenen Bewegung. Die Ziele seien im Sorben wie im Süden gleich. Es soll im Reich wieder ein kräs tiger, lebensfähiger Liberalismus entstehen Die Parteigegensätze im Liberalismus müßten aufhören und wiederum ein kräftiges liberales Bürgertum fein Gewicht in die Wagschale werfen. Dr. Dirr und Dr. Weber- Berlin streiften auch die jetzigen Schwierigkeit^; bei der Regierungsbildung im Reich. Diese Schwierigkeiten wären nicht so groß, wenn ein starkes Gebilde in der Mitte stünde, um das man weder rechts noch links herumgehen könnte. Die große historische Aufgabe des Liberalismus sei, dem Selbstbestimmungsrecht des einzelnen und der Ration wieder die Bahn zu ebnen. Nicaragua. Neue amerikanische Truppenlandungen. Rach Washingtoner Meldungen haben die amerikanischen Marinetruppen den Befehl erhalten, die Hauptstadt Ricaraguas, Managua, zu besehen. Der englische und italienische Geschäftsträger in Ricaragua hätten gegenüber dem amerikanifchen Geschäftsträger erklärt, daß das Eigentum ihrer Staatsbürger in Ricaragua gefährdet und daher ausländischer Schuh erforderlich sei. 160 amerikanische Marine- soldaten, die heute morgen gelandet worden sind, befinden sich auf dem Wege nach Managua, wo sie den Schuh der amerikanifchen Gesandtschaft übernehmen sollen. Wie weiter berichtet wird, hebt General Diaz alle in- und ausländischen Landarbeiter für feine Regierungstruppen aus. Die ausländischen Plantagenbesiher haben gegen diese Maßnahme schärfsten Protest erhoben, da durch die Arbeiteraurhebungen d i e Einbringung der Kaffee-Ernte bedroht ist. Wie die „Associated Preß" meldet, hat das Staatsdepartement in Washington Diaz die Erlaubnis erteilt, aus den Bereinigten Slaa- ten 1000 Gewehre und 160 Maschinengewehre sowie einige Millionen Patronen zu beziehen. Starke Verstimmung in Südamerika. Reuhork, 5. Jan. (TLl.) In sudamerikanischen diplomatischen Kreisen Washingtons wird die Erklärung des Weißen Hauses über das weitere Verbleiben der amerikanischen Truppen in Ricaragua auf das schärfste kritisiert. Aud) aus Südamerika werden zahlreiche Pressestimmen gemeldet, in denen der „nordaineri- konische Imperialismus" scharf abgelehnt wird. Die amtliche. Erklärung wird durch eine Verlautbarung ergänzt, wonach die Vereinigten Staaten ihre Politik gegenüber Mexiko beibehalten würden. Von der Oeffentlich- keit wird mit Spannung erwartet, ob und was die amerikanische Regierung nach dem Inkrafttreten der mexikanischen Oelgesehe gegenüber Mexiko unternehmen will. Das mexikanische Kabinett hat unter Vorsitz des Präsidenten Calles beschlossen, daß der mexikanische Oberste Gerichtshof die Entscheidung über die Durchführung des Oel- gesehes gegenüber den ausländischen Oelinter- essen fälle. Damit tritt die zentralamerikanische Krise in ein neues entscheidendes Stadium, denn es wird sich nun zeigen, ob Mexiko gewillt ist, gemäß dem Oelgesey auch tatsächlich englische und amerikanische Konzessionen zu beschlagnahmen. Englands Bündnispolitik. Chamberlain und der italienisch-albanische Vertrag. London, 5. Jan. (WB.) In unterrichteten britischen Kreisen wird erklärt, daß die von Pariser und Reuhorker Blättern aufgestellte Behauptung, die britische Regierurtg habe den Pakt von Tirana schon vorher gebilligt in dem Bestreben, der Gefährdung des bestehenden Mächtegleichgewichts in Europa durch die sich anbahnende Freundschaft zwischen Franlreid) und Deutschland mit einem Annäherungsversuch an Italien entgegenzutreten, durd) die 'Tatsache widerlegt wird, daß seit dem Waffenstillstand die britische Politik ständig daraus hinarbeitete, den Wiederaufbau Europas zu fördern und das alte System des Mächtegleichgewichtes in Europa zu beseitigen. Es wird zugegeben, daß die albanische Frage bei der Zusammenkunft zwischen Mussolini und Chamberlain in Livorno von Mussolini aufgeworfen wurde. Die Erörterungen waren jedoch nur allgemeiner Art. Das Foreign Office habe die ersten Informationen über den Abschluß des italienisch-albanischen Vertrages am 1. Dezember erhalten. Chamberlain habe tatsächlich die Bedingungen dieses Paktes erst in Genf bei der Dezembertagung des Völkerbundsrates erfahren. Wenn die Beziehungen zwischen Großbritannien und Italien auch herzlich seien, so sei doch von irgendeinem Bündnis zwischen den beiden Staaten keineRede. Völkerbund und Baltikum. Danzig, 5. Jan. (TU.) Aus Revat wird berichtet, daß die Konserenz der drei baltischen Außenminister die Bildung eines skandinavisch-baltischen Blocks geprüft habe, der bei den Wahlen zum Völkerbunds- r a f eine bestimmte Rolle spielen werde. Die Bindungen der baltischen Staaten zum Völkerbund spiegeln sich in den Beschluß der Konferenz wieder, daß ein Vertrag der baltischen Staaten mit Rußland, sollte er zustandekommen, auf keinen Fall gegen die Bestimmungen des Völker» bundes verstoßen darf. Die an der Konferenz beteiligten Staaten sind mit dem Ergebnis zufrieden. Dagegen verlautet aus Moskau, daß die Sowjetregierung sehr ungehalten über die Revaler Bescylnsse ist. Fnszismus und Beamtentum. R o in, 5. Jan. (WTB.) Da die Vollmachten der Regierung bezüglich der >og. Säuberung des Dcarnlenstandes von regierungsfeindlichen Elementen mit der Jahreswende erloschen ist, bestimmte der Ministerrat, daß । t'it Rechtslage der Beamten insofern abgeändert mir, a!s sämtliche Beamte, die sid) im Gegensatz I den Absichten her Regierung befinden, z u jeder > 3 e i t entlassen werden können. Diese Bestim- 1 nnnn soll auch für Mc Gemrindebemnten Pronin Aialbeamten usw. gelten, mögen sie sich nun im Amte oder außerhalb des Amtes in Gegensatz zur Regierung gestellt haben. Kunst und Wissenschaft. Auszeichnung eines deutschen Journalisten. Der bayerische Ministerrat hat beschlossen, den langjährigen Münchener Vertreter der ,Kölnischen Zeitung". Dr. Phil. Hugo Zöller, der in früheren Jahren an dem Erwerb und der Ersterforschung der deutschen Kolonien in Afrika und der Südfee hervorragend beteiligt war, den P r o f e s s o r t i t e l zu verleihen. Es ist dies die erste Auszeichnung dieser Art, die von bayerischer Seite einem Journalisten zuteil wird. Eine Frankfurter Sunda-Expedilion. In diesen Tagen reist eine Expedition unter Führung von Dr. B. R e n s ch - Berlin nach den kleinen Sunda-Jnseln ab. Die Expedition ist ermöglicht worden durch reiche Spenden zweier Frankfurter Bürger und der Rotgemeinschaft der Deutschen Wissensd)aft. Cs ist der Besuch zahlreicher wenig oder gar nicht erforschter Inseln in dem zoogeographisch wichtigen Grenzgebiet zwischen der indischen und australischen Tierwelt geplant. Aus aller Welt. Schwere Grippeepidemien in Frankreich, der Schweiz und Spanien. Die (Srippeertranfungen in der IDeft- und Zenral- fchreeiz nehmen bedenklich zu. Trotz des verhältnismäßig leichten Charakters der Epidemie sind zahlreiche Todesfälle zu verzeichnen. 3n den Kantonen Bafel. Freiburg und Genf haben viele Schulen infolge der Zunahme der Erkrankungen unter den Schülern den Unterricht einftei- l e n müssen. 3m Kanton Gens sind bisher 28 000 Grippeerkrankungen gemeldet worden. 3m Genser Kantonspital liegen allein 690 Grippekranke. Die Epidemie hat von der Schwei; auch aus Baden übergegrissen. insbesondere aus das Wiesental und auf den Breisgau. Die Fabriken Im Wiesental und Badisch-Rheinfelden haben Infolge der Grippeerkrankungen unter der Arbeiterschaft Be- triebeeiuschrankungen vornehmen müssen. Die In Südfrankreich grassierende Grippe forderte in Montpellier von den dort an der Grippe erkrankten Personen innerhalb dreier Tage 103 Tote. 3n Lyon sind gestern 69 Todesfälle zu verzeichnen gewesen und in Marseille 61. Auch in ganz Spanien reifet eine fje.tige Grippe. 3n Barcelona sind über 100 000 Personen erkrankt. Täglich sterben Dutzende von Kranken. 3n Madrid reutet die Grippe ebenso heftig roie im 3ahre 1918. Drei Kinder beim Schlittenfahren ertrunken. Zwei Mädchen im Alter von 7 und 10 Jahren aus Kaisheim bei Donauwörth vergnügten sich mit Schl.Neujahren auf dem zugefrorenen Dorfteich. Plöhilch brach die Eisdecke und beide ertranien. Ihr zwölfjähriger Bruder, der ihnen zu Hilfe kommen wollte, brach ebenfalls ein und ertrank. Zwei Kinder erstickt. In der Scheune eines Landwirtes in Merken (Rheinland) wurden zwei Knaben in einem Spreuhaufen erstickt vorgefunden. Die beiden Kinder müssen wohl beim Spiel in den Haufen gesprungen fein, in den sie s o tief einfanfen, daß sie sich nicht mehr befreien konnten und ersticken mußten. Bei lebendigem Leibe verbrannt. Mittwoch nachnsi.tag sahen Bewohner eines Hauses in Kaulsdorf bei Berlin aus der Wohnung des Kellners Hell.rig Rauch dringen. Die alarmierte Feuer ehr sand die 52 Jahre alte Ehefrau Heil igs in halb verkohltem Zustande auf. Sie war mit der brennenden Petroleumlampe zu Fall gekommen und hatte hierbei den Tod ge unden. Ein neuer Fall Mngerfteln? Die Berliner vibcuOoiati.r te a)äftigen sich mit einem seit zwei Jahren unaufgeklärten Kri- minalfall a^s dem rheinisch-westfalischen Industriegebiet. Der Bergmann Broda, der sich seit zwei Jahren unter dem Verdachte, seine Frau und seine fünf Kinder ermordet zu haben, in Llntersuchungshaft befand, mußte vor einigen Tagen wieder auf freien Fuß gesetzt werden, da man ihm eine Schuld nicht nachweisen konnte. Die Kriminalpolizei ist nadj wie vor fest davon überzeugt, daß es sich um ein furchtbares raffiniert ausgedachtes Verbrechen handelt. Der Bergmann lief bei feiner Rückkehr nach Recklinghausen Gefahr, von den aufgeregten Rachbarn gelyncht zu werden und mußte sich unter Polizeischuh begeb n. wieder ein Chauffeur ermordet. In der Rähe von K a 11 o w i tz wurde ein Kraftwagenführer ermordet aufgefunden. Das Auto lag umgestürzt im Chausseegraben. Die Leiche des Chauffeurs wies eine tödliche Schußwunde am Kopfe auf. Wahrscheinlich haben die Täter, die man inSchrnuggler- kreis en vermutet, den Wagen in den Graben gestürzt, um einen Unfall vorzutäuschen. Cs ist anzunehmen, daß die Schmuggler einen unbequemen Mitwisser beseitigt haben. Panik in einer Schafherde. In Reuengcsele, Kreis Soest, drang ein fremder Hund in der Rächt in eine Schafherde und zerriß mehrere Schafe. Unter den Tieren entstand eine Panik, wobei insgesamt 104 Tiere getötet wurden. 5turmfdjäben im Kaukasus. Ungeheure Stürme und Zyklone haben im Kaukasus und im Gebiet des Schwarzen Meeres furchtbare Verwüstungen angerichtet. In Baku und in Tiflis hat man bisher vier Tote und 60 Verwundete festgestellt. Ueber 20 Personen werden vermißt. Ein Personenzug wurde durch die Gewalt des Sturmes aus dem Gleis geschleudert 140 Bohrtürme sind im. Bakuer PetrolKimgebiet um gestürzt. Diainanlenschmuggel in Reuyork. Am Sonntagabend wurden in Reuyork Diamanten, deren Wert auf 25 000 Pfund Sterling' geschäht wird, beschlagnahmt. Die Diamanten waren in den Strümpfen eines Seemannes verborgen, der am Sonntagvormittag mit einem aus Antwerpen kommenden Dampfer hier etngeltoffen war Wie von Zollbeamten erklärt wird, vesteht guter Grund zu der Annahme. daß man es mit einem gutorganifierten S ch m u g g l e r r i n g zu tun habe, dessen Zen- | trale in Europa liege und der Juwelen durch > Seeleute, hie sich aii( aus belgischen Hafen aus- laufenden Schiffen befinden, in Amerika elnzv- schmuggeln versuchen. Explosionsunglück auf einem französischen Schulschiff. Bei einer Explo.ion auf dem französischen Schulschiff .Richelieu" in der CurtiS-Bcch wurden drei Kadetten getötet und mehrere verletzt. Jamilienftagöblc. In Deutsch-Liebau bei Mähr',sch-Schönberg erwürgte der Weber Kunschner nachts fein« Frau, einen 15jährigen Sohn, erschoß einen 17jährigen Sohn und erhängte sich. Während er schon im Todeskampfe in der Schlinge hing, hatte er noch die Kraft, einen Revolver zu ergreifen und sich eine Kugel in den Kopf zu jagen. In einem hinterlassenen Abschiedsbrief erklärt er seine Tat durch Krankheit. Auf einem Scheiterhaufen lebendig verbrannt. Polnische Bauern haben in einem Dorf bei Czenstochau einen Dieb, der auf frischer Tat ertappt wurde, auf einem Scheiterhaufen lebendig verbrannt. — — Elf Stunden zwischen den Schienen. Nach „Daily Chronicle" fiel auf der Great Eastern-Linie ein Mann aus einem Wagen eines Nachtzuyes und lag 11 Stunden bewußtlos zwischen den Schienen. Während dieser Zeit fuhren mehr als 70 Personen- und Güterzuge über ihn hinweg, ohne ihn zu verletzen. „Sport“ in Odessa. - In Odessa sand vor kurzem ein großes Fuß- ballmatch statt, bei dem die Moskauer Fußballspieler den Kampf mit den Spielern von Odessa ausgenommen hatten. 3m Eifer des Wettkampfes versetzte ein Odessaspielcr seinem Moskauer Gegner einen Schlag mit dem Fuß inS Gesicht, so daß der Moskauer Sportsmann blutüberströmt zu Boden sank. Seine Mitspieler nahmen Partei für ihn, und in kurzer Zeit entbrannte ein Faust- lampf, zu dem sich das Publikum gesellte, das sich gleichfalls in zwei Parteien gespalten hatte. Der Zustrom der Mitkämpfer wurde immer größer, so daß in einer Viertelstunde auf dem Matchplatz eine regelrechte Schlacht tobte. Die Gegner kämpften in geschlossenen Reihen gegeneinander. Die Polizei war machtlos, und die wüste Schlägerei konnte nur mit Hilfe eines eilig bestellten Truppenaufgebots zu Ende gebracht werden. Wie man neue Haustiere „erfindet“. Der Schafzüchter träumt wohl von dem Besitz eines Merinomutterschases, von dem er Wolle in bester Qualität und . großer Fülle erzielen kann und daß ihn in regelmäßigen Abständen mit gesunden Zwillingen versorgt. Dieser Traum ist von der Wirklichkeit gar nicht mehr so well enternt, wie man wohl annehmen möchte. Der Jahresbericht des englischen Forschungs nstitutS für Tierzucht entfjüILt einige erstaunliche Tatsachen über die Art, auf die man heutzutage nützliche Haustiere geradezu „etfinbet“. Die neuesten Experimente zeigen, oaß es möglich ist, eine ganz bestimmte Sorte von Wolle bei einzelnen Schafen zu erzielen, und ebenso hat man wichtige Entdeckungen gemadjt, um ein .Jdealschwein" zu erzielen, das die schmackhaftesten Schinken und die beste Fleischmenge gibt. Man kann sogar Ziegen aufztehen, die keine Hörner mehr haben und deren Milchertrag dem der Kühe nicht nadj- steht. Die Ziegenmilch dürfte infolgedessen mit der Kuhmilch in Wettbewerb treten und auf ihren Preis Einfluß gewinnen. Der größte Teil der modernen Forschungsinethoden bei der Aufzucht der Tiere beruht auf den Mendelschen Bererbungsgesehen. und ihnen verdankt man es auch, wenn es geglückt ist, einen äußerst ertragre.chen, krankheitssreien Weizen zu erzielen und die (St- erzeugung der Hühner beträchtlich zu steigern. Die Bedeutung dieser Forschungen ist allgemein anerkannt, und dem Institut wurden in letzter Zeit große Stiftungen gemadjt, darunter eine Summe von 600 020 Mark durch das Rockeseller-Jnstitut. Die Krone der Großen Katharina. Obgleich die Sowjet-Regierung erst kürzlich eine Ausstellung der Zaren-Juw-len txranftal* tete, von denen sie behauptet, daß sie noch voll» ständig in ihrem Besitz seien, wissen doch englische Blätter davon zu erzählen, daß namhafte Kostbarkeiten des russischen Kronschatzes in der letzten Zeit auf dem Londoner Juwelenmarlt von Hatton-garden verkauft worden sind. Käufer aus allen Teilen der Welt erstanden Juwelen, die einst von den Beherrschern aller Reußen getragen wurden. Der Mann, der viele der russischen Kronjuwelen auf den Markt gebracht hat, ist einer der bedeutendsten Sachverständigen von Hatton-garden, R. Weiß, der im Herbst in Rußland weilte und dort die Sammlung besichtigte, die die Sowjet-Regierung zu Verkaufs- Zwecken von Petersburg nach Moskau gebracht hatte. Er hat Käufe für fast 2 Millionen Mari abgeschlossen. Unter den Juwelen, die er mit- brachte, befand sich die Krone der Kaiserin Katharina der Großen, sodann der Ring Peter, des Großen und ein juwelenbesehtes Zarenschwert. „Ich habe mehr als 89 verschiedene Stücke aus dem Kronschah erworben", erklärte Weiß Dm Berichterstattern. „Alle sind wieder verkauft worden. Das kostbarste der Schmuckstücke, die Kro« der Katharina, bleibt in England und ist von einem Privatmann ettoorben. Die Amerikaner machten große Anstrengungen, die Krone für Du Vereinigten Staaten zu erwerben, wo sie in dm Besitz einer amerikanischen Millionärin übergehen sollte, aber sie ist in England geblieben. Manche der Schmucksachen, die ich gekauft und verkaufi habe, werden wohl zerbrochen und Die Jureelm einzeln verwendet werden, aber die Mehrzail bleibt unversehrt." Es befinden sich noch Dielt Tausende von Schmuckstücken in der russischen Juwelensammlung des Staates, und Weiß hofft im neuen Jahr weitere Käufe vorzunehmen. Ein illustrierter Katalog der Juwelen, der in englischer Sprache gedruckt ist, wird von dem Sowjet Kommissar der Finanzen vorbereitet. Wettervoraussage. Bedeckt, auch zeitweise wolkig, etwas mild« stellenweise Riederschläge. Gestrige Tagestempcraturen: Maximum 2 Minimum 1 Grad Celsius. Heutige Morges temperatur minus 0,2 Grad Celsius. Bericht über die Wetterlage auf dem hoherodskosl Dom 6. Januar, morgens 8 stlhr: Windrichtung: Rord-West. Windstärle schwach. Temperatur: minus 4 Grad Celsius Höchsttemperatur der letzten 2- Stunden: minus 1 Grad Celsius. Gesamlschneehihe: 50 Zentimeter Höhe des in den letzten 24 ©iunb.n gefallenen ReuschnecS: 30 Zentimeter. Beschaffenheit Schneedecke: etwas verweht Sportmöglichftit febr gut ^rren Äs, m.a öltet sto' AM' !»"'" °/w" e*. 4™ "■ rÄS «Li|li k>rM uni tiger und Horn % am T-ge uni nit die oben »Heien sich lM« Am QanWnti lummen diesogeno : in unferen SotWj -Set! der seit 18- ßjon bestimmt 'st 6ol unter den Kn gdi/len und einen meM und nuß« sehenden Mssions nit Freude und iefi In den letzten «Ituonfänge gemnd)l true klrbeitrselder 5stren zu den alten jkhiei haben. Auch l fteln Hinsicht wie itu hinaurac|andten ter Salier Mission lichcn Forl|chrilt gcl ten sowie den Miss werben, wenigstens Mion handelt. 3m Lause des 3 Bin Ausbau des S md ist, tonnte ein itrn auf die oerje ianbl werden. Ma h’imallidjtn MG Sitfyfn der MW Verstärken unb st> gjlam weiter auszvi 'China allein (onr um dort ihre heilige in Anguss tu neljmi Simple Ichon seit Mlobl ist. Von Ö Eichten die Basier H Eingang dort sinde rstwegung die gct' nsritanischen Q Wb der Basier Mi oie durch den Well ’.u Beginn de; Qc Weben; sie nahm i einen verheihungso sen yinierlande dir ^.Jamerun nei **|/|i«nat dost nei ^MaHen Baler kutter Hand und lommeln, die do ■jebiete in unoeranl ’p >"d die ihn L? "°ch 9Ner NMegt wurden ein ne ö*” 'm Bi« c ^"k°"M°gl roeri Ml q ML L'LsA Zeuer, U _°t 2'Mrs N'rchenb, w;*’' 'Hen ,^nb iihJn hien»"°^ri n besV!’ bQ6 fc!r’ine L-,-S SS?1: ‘in Ob*. biger und Hörer des Evangeliums finb. besow 1. 2. 3. 5. irengunfl^ o; to0 sie i» g J( MW vom S. bis 19. Januar Seltersweg 63 137D a ® s Rechtsstellung der evang Kirchenbeamten in Hessen. (Inen verheißungsvollen Ausblick, besonders im weilen Hinterlande dieses Gebietes. Schließlich ist auch in Kamerun neu begonnen worden und mancher Missionar dort neu in die Arbeit eingetreten. Die bubenhaften Boten des Herrn versuchen dort mit ftirfer Hand und mit heißer Liebe die Ueberreste >ir hier im besonderen Sinne ist eine Pflicht derer, tir das Licht haben und kennen, und darum auch tmc unabweisbare Pflicht zur Mission, damit es lirrf) ihren Dienst licht werde in der Heidenwelt! sich gepflegt wurden durch eingeborene Prediger und Lehrer. Es hebt ein neues Blühen an. Das darf mit .Freuden im Blick auf alle Arbeitsfelder der Basler rermehmen ist, verstehen und beherzigen! Das iwier, das ongezündct ist, muß zur Hellen, lohenden jrlimtne werden. Der Glaube ist der Sieg, der die Nclt überwindet, auch die Welt des Aberglaubens unb des Irrglaubens bei den Heiden. So stärke der lommenbe Landesmissionssestsonntag unsere evan- telischen Gemeinden im Glauben und in der Liebe, bieten sich immer mehr ihrer Erfüllung nähere! Arn LandeSm.s ion^sest wird nach altem Her- Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 6. Januar 1927. gum Landesmissionsfest am 9. Januar 1927. Don Hofprediger Widmann- Gedern. Unb die Heiden werden in deinem Licht wandeln und die Könige im Glanz, der über dir ausgeht. Jesaja Kap. 60, D. 3. werden sollen, erst abwarten solle, ehe mwt in den einzelnen Landeskirchen an die Sicherung dieser Rechte des Pfarrstandes herantrete. Da jedoch die Verabschiedung des zu erwartenden Reichsbeamtengesetzes sich möglicherweise noch länger hinausziehe und wir in Hessen wahrscheinlich eine Revision der Kirchenversassung bei dem nächsten Zusammentritt des Landeskirchentages zu erwarten hätten, so empfehle es sich vielleicht doch, vor diesem Termin in eine Besprechung des Gegenstandes einzutreten und einen Ausschuß zu wählen, der gemeinsam mit dem Lorstand sich eingehender damit befaßt. Beide hätten die Forderungen sestzustellen und zu begründen, die bei der demnächscigen Revision der Kir- ch c n v e r s a s s u n g zur Wahrung der Rechtsstellung der Geistlichen zu erheben seien. gur Verbesserung des Sonntags* Zugverkehrs Giesien-Schotten. Das Eisenbahnverkebrsamt Gießen und der Derkehrsbund Oberhesfen inb in einem gemeinsamen Anträge bei der Reichsbahndirektion Frankfurt a.M. dahin vorstellig geworben, den Sonntag S z u g v e r k e h r von Gießen nach Schotten so zu verbessern, daß breiteste Bevölkerungsschichten daraus Nutzen ziehen können. Es wurde beantragt, etwa um 6' 2 LI h r vormittags a b Gießen einen direkten Zug überNtdda nach Schotten gehen zu lassen, der dort gegen 8.15 Uhr eintreffen würde. Auf diese Weise wäre es zunächst im Winter den Skisportlern möglich, ohne das bisherige lieber» nachten in billigerer Weise zu ihren Winter- sportsreuden im Vogelsberg zu kommen und doch an jedem Sonntag so frühzeitig am Ausgangspunkt der Sporttouren einzutreffen, daß noch der ganze Tag zur Sportausübung zur Verfügung stünde. Für die Sommermonate hätten die zahlreichen Wanderlustigen mit Hilfe dieser Zugver- bindung Gelegenheit, ebenfalls zu früher Stunde am Ausgangspunkt ihrer Wanderungen zu fein, und auf diese Weise könnte mancher Ausflug in den Vogelsberg unternommen werden, der unter den seitherigen Vormittags-Fahrplanver- hältnifsen an Sonntagen nicht gut ermöglicht werden konnte, weil die zum Wandern verfügbaren Stunden allzu beschränkt waren. Die Einrichtung des erbetenen direkten Frühzuges Gießen—Schotten würde also in hohem Maße der Erschließung des Vogelsberges zum Nutzen der Erholungsuchenden und auch der Vogelsbergorte dienen. Der Antrag des Eisenbahnverkehrsamtes und des Verkehrsbundes Oberhessen Unterliegt z. 3t. der Prüfung durch die Relchsbahn- btreflrn Frankfurt a. M. Man darf wohl hoffen, baß die Angelegenheit mit weitgehendem Wohlwollen und großer Beschleunigung behandelt wird, damit die neue Bahnverbindung vielleicht schon in wenigen Tagen zur Verfügung stehen kann. Die Kraitposten in Hessen. Der Krastpo st verkehr in Hessen hat sich im abgelaufenen 3afire gut entwickelt, wenn auch die gespannte Wirtschaftslage und die schlechte Witterung des v rslossenen Sommers den Reiseverkehr beeinträchtigt haben. 3m 3ahre 1926 wurden folgende neue Krastpost liniert eröffnet: t haussiere „erfindet', träumt wohl von bem flffl Mies, von dem et Doli« und grober Fülle erziel« m regelmäbigen Qlbflänbei ngen versorgt. Skier Traun >keit gar nicht mehr so weil vohl annehmen möchte. Da mglischen ForichungS nftltuU illt einige erstaunliche Jal« :t, auf die man hcutzuta? letabau .erfindet". Die neue igen, dah es möglich ifl, ein rte von Dolle bet einzelne , und ebenso hat man wichtig icbt, um ein .FdeolschdM ble schmackhaftesten Lchnte )menge g'.bt. Man kann löge ie feine Hörner mehr habe ig bem bet Sfüfje nicht nach ch dürste Ir.fofgcbeffen m bewerb treten und auf fbta Hon bestimmt ist. Gerade die Basler Muston ha! unter den Kriegsereignissen unsagbar schwer gelitten unb einen großen Teil ihrer blühenden, innerlich unb äußerlich in schönster Entwicklung siechenden Missionsfelder verloren. S; darf alee mit Freude unb mit Dank festgeft llt werden, doß In den letzten zwei Jahren verheißungsvolle Üeuanfänge gemacht worden sind und daß sich teils !>rue Arbeitsfelder aufgetan, teils auch wieder die Dlren zu den alten verlassenen Arbeitsgebieten gS- rnfnet haben. Auch das verflossene Jahr 1926 hat in fielet Hinsicht, wie deutlich aus den Berichten der ch'ÄS L U-' °brend.. Vorigen «1?E ■toÄ*** ?b, der auf'T.^rf bei 'N aus einem'V" ®rfQ' Stunden betnulT eint- d?ser Zeit fuh nD£i6)en * Von der Oberpostd'roktion in Darmstadt werden zur Zeit 2 7 Linien mit einer Streckenlänge von 603 Kilometer betrieben. Die Vorarbeiten für zwei weitere neue Linien: Alsfeld-Meiches unb Offenbach (Main) — Vilbel finb soweit vorgeschritten, baß diese Linien bald eröffnet werden könnm. Durch den Ausbau des Kraftpvsiwefens werden viele abseits der großen Verkehrswege liegende Landorte an den Verkehr an^eschlofsen. Außerdem ermöglichen die Kraftposten eine schnellere Besorgung des Brief- Zeitungs- und Paketverkehrs nach dem platten Lande. Mit den Kraftposten der Deutschen Reichspost werden auf Bestellung auch Sonderfahr- t e n (Ausflugsfahrten) ausgeführt, soweit Wagen hierfür verfügbar gemacht werden können. (tficfccner Wochenmarktpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Das Pfund Butter 120 bis 140 Pfennig. Matte 35 bis 40, Käse (10 Stück) 60 bis 150, Wirsing 10 bis 15. Weißkraut 8 bis 10, Rotkraut 10 bis 12, gelbe Rüben 10. rote Rüben 10, Spinat 25 bis 30, rinterkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20, Rosenkohl 45 bis 50, Feldsalat 150 bis 200, Tomaten 100, Zwiebeln 10. Meerrettich 35 bis 80. Schwarzwurzeln 35 bis 50, Kartoffeln 6, Aepfel 15 bis 30. Birnen 10 bis 25. Dörrobst 30, Honig 50, junge Hahnen 100 bis 110, Suppenhühner 100 bis 120, Gänse 100 bis 120; das Stück Eier 17 bis 20, Blumenkohl 80 bis 150, Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 15. Rettich 10 bis 20. Sellerie 20 bis 40 Pfennig. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag. V. f. B., Jugend: 8 Uhr, Universilätscase, Versammlung. — Paddler-Gilde: Puloermühle, Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: ..An der schönen blauen Donau". — Astoria-Lichtspiele: „Unter Rothäuten und Düffeln". — D i e Vortragsvereinigung veranstaltet am kommenden Montag ihren vierten dieswinterlichen Vortragsabend, der — fo schreibt man uns — durch seine Einzigartigkeit allseitiges 3ntcreffe finden dürfte. Prof. Dr. Doegen. Direktor der Lautabteilung an der Preußischen Staatsbibliothek in Berlin, hält einen durch zahlreiche Laut- unb Lichtbilderdemonstrationen erläuterten Vortrag über „Stimmen bet Völker" und macht dabei feine Zuhörer mit bet Einrichtung dieses einzigartigen Berliner Lautmuseums •* Schulbeginn. Rach zweiwöchiger Dauer der Weihnachtsferien hat heute vormittag der Schulunterricht wieder begpnnen. Manchem Mädel und Buben, die in der schönen Ferienzeit vor allem Immer gründlich ausgeschlafen haben, dürfte heute früh das zeitige Aufstehen und damit der Wiedereintritt in btn strengen Kreis der Pflicht etwas schwer geworden sein. Aber eins tröstet ja schon heute: die Aussicht auf die Osterferien! •* Aus dem Gießener Standesamt s r e g i It c r. Es verstürben In der Zeit vom 16. bis 31. Dezember v. 3.: Dez. 24.: Lina 3ost geb. Heinbach. 41 3ahre alt, Welcker- straße. 26.: Friedrich Fischer Rechtsanwalt, 52 3ahre alt Bahnhofstraße 65a; 27.: Wilhelmine Amend geb. Schupp. 63 3ahre alt, Hunds- gasse 4; 30.: 3ohanna Hohmann geb. Marscheck, 20 3ahre alt, Lindengas e 18; 31.: Elisabeth Katharine Muth geb. Hankel, 58 3ahre alt, Moltle- straße 28; Marie Heß geb. Keßler, 73 3ahre Eintragungen sind im abgelaufenen ah re alt, Mittelweg 14. WSR. Fahrkarten sürBlindenbe- gleitet un d Blindenhunde. Rach einer Mitteilung der Reichsbahnbirektion haben erblindete Kriegsteilnehm:r, die im Besitze eines entsprechenden Ausweises sind, die Beförderung einer Begleitperson bzw. ihr:s Hundes frei. Gin solcher Ausweis wird auf Grund des Zeugnisses eines beamteten Arzt.s, und wenn der Ausweis ein ständiger sein soll, unter Vorlage ber Militär- papiere von der Reichsbabndirektion ausgestellt. Von anderen Blinden ist für den Begleiter bzw. für den Hund eine halbe Fahrkarte dritter Klasse zu lösen. . Der Hebung des Obstbaues in der Provinz Oberhessen haben die Behörden. die Kreisobstbauvereine und die Land- wirtschaslslammer ihre besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Reuerdings wurde beschlossen, im kommenden Frühjahr in verschiedenen Teilen der Provinz Baumpflegelurfe, Psropflurse, Obst- baumprämiierungen unb Dc'itr ur.g vcn Musteranlagen vorzuncymen. So finden u. a. ein Baum- Pflegekursus in Grebenau, Pfropf- und Veredlungskurse im Kreise Schotten im März und April statt. Obstbaum-Prämiierungen sind in folgenden Bezirken beabsichtigt: Alsfeld-Grebenau, Friedberg-Reichelsheim, Lich-Hungen. Echzell. th. Findigkeit der Post. Eine am 31. Dezember -1926 in Königsbach in der Rheinpfalz zur Post gegebene Reujahrsglückwunschkarte erreichte bereits am 3. 3anuar 1927 den richtigen Empfänger in Holzhausen bei Gladenbach, obwohl die Anschrift nur lautete: „An Familie Leinweber. Kreis Biedenkopf, Hessen-Ras sau." Trotz des lebhaften Reujahrsverkehrs und der beiden Feiertage kam die Karle doch so schnell in den Besitz des richtigen Empfängers. Alle Hochachtung vor dieser Findigkeit her Post, da es im Kreise Biedenkopf fast in jedem Ort mehrere Familien Leinweber gibt. t WSR. Ein Haupttreffer, der an den Richtigen gekommen ist. Der Haupttreffer der Lotterie „Haus der 3ugenb" ist. wie uns aus Frankfurt a. M. mitgeteilt wird, an die Frau eines stellenlosen Frankfurter Kaufmanns gefallen. Die glückliche Gewinnerin hat damit ihrem arbeitslosen Gatten eine schöne ileberrafdjung bereitet; der Haupttreffer besteht bekanntlich in einem Einfamilienhaus im Werte von 30 000 Mt. oder (nach Wahl) einem vollständigen Warenlager mit Geschäftseinrichtung unb Laden ober sonstigen Wertgegenständen, die geeignet finb. bem Gewinner eine Existenz zu gründen. ♦* 2111 gern. Deutscher Frauenver- ein, Ortsgruppe Gießen. Man berichtet uns: Aus Montag hatte die Gießener Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins zu ihrer 3anuarsihung eingeladen. Die 1. Vorsitzende, Frau Minna R a u m a n n, leitete die Versammlung nach herzlichen Begrüßungsworten durch einige Mitteilungen vom Hauptvorstand ein. Sodann berichtete Frau Geh. Rat Bier- m ann über die Tagung: „Frau unb Wohnung", die im Oktober 1926 in Berlin abgehalten wurde. Die Tagung war durch den Bund Deutscher Frauenvereine einberufen worden und beleuchtete das Problem der Wohnungsnot in Deutschland von den verschiedensten Seiten. Am dringlichsten ist selbstverständlich die Frage der Fami- lienwohnungen, doch darf die Wichtigkeit der Wohnsrage für die alleinstehende, berufstätige Frau nicht unterschätzt werden. Es beftebt eine unbedingte Rotwendigkeit, Wohngemeinschaften zu schaffen für berufstätige Frauen unb für solche, die infolge von Alter ober Krankheit ihren Beruf nicht mehr ausüben können. Ein trübes Bild unseres Wohnungselends erbrachte das Referat über die „Behausungsziffern" Deutschlands im Vergleich zu denen anderer Länder; sie stellen sich vor allem für Berlin sehr ungünstig. Doch ist natürlich mit der Einsicht in die Rotlage allein noch wenig getan, denn die Schwierigkeiten der Geldbeschaffung, hauptsächlich für den Kleinwohnungsbau. finb nach wie vor außerordentlich groß. Als Ergebnis der Tagung wurde mit Rachdruck gefordert, daß die Hauszinssonder- fteuern in Zukunft ausschließlich den Zwecken des Wohnungsneubaues zugeführt werden sollten, wie bas z. B. die Stadt Wien getan hat. Andere Beschlüsse lauteten auf energische Durchführung der bereits ungebahnten Typisierung und Ror- malifierung auf den Gebieten des Wohnbaues Gießen- Krofdorf — Fellingshausen, Gießen — Hochelheim — Pieder- f I e e n, Mainz — Kostheim — Gustavsburg -- Trebur—Rauhcim (Kr.Groß-Gerau) Bhf., Alzey — Dautenheim — Monzernheim — Westhofen Bhf., Groß-Biebcrau—Ricdernhauscn -Brandau. ’-t ur säst ‘ er mii : den 3“®enc Der §oisen Ich Die Krone o $rtcD hen, l0ÖSÜhfe$ Zorcnschw^ ;u®c!en?&nc Stücke an » 80 versch' U ^ih N Mben", Äwvtau^ erworben- ^für« enniv- ® Im „Hessischen Kirchenblatt ist kürzlich die V.r In ? age der Rechts st ellung der evangeIi - len Kirchenbeamten im Dolksstaate i f; i e n erörtert worden. Dekan D. 9 a u b t teilt ,nu(f|tüdcn Deih s.s’sSr" Finanz^. |c seien, »illen bod> «J n u erzählen, M natnW ÄS'S-s berfouft worden liitft « D-« «l|dn6S,3ä Mh-rrlch-.-" * ji Weih, der un j Mission gesagt werden. Mochte die neue Saat, die ijl dort die draußen gesät wurde und die so erfreulich nus- ■ i 'r"ni1 ,u - 1 in sprießen beginnt, sich zur reichen Ernte entwickeln! zreilicb, das ist nur bann möglich, wenn die Heimat« iiche Missionsgemeinde ihre Pflicht erfüllt denen bekannt, bas er im Jahre 1920 selbst gegründet hat. 3n zahlreich aufgenommenen Geschichten, Märchen. Erzählungen. Rätseln. Sprichwörtern, Gebeten, Reben unb Gelängen bei Hochzeits- unb Totenfeiern, weltlichen unb religiösen Festen treten hier bic fremdartigen Völker lebendig an unser Ohr. unb gleichzeitig werden sie unferm Auge sichtbar. Prof. Doegen hat mit seiner nunmehr schon über 3000 Schallplatten zählenden Sammlung Sprache und Musik der Völker der Erbe festgehalten unb für die Rachwelt aufbewahrt. Unschätzbarer Stoff ist damit der sprach- wifsenkchastlichen unb musikalischen Forschung gegeben. Ferner werden die Stimmporträts führender Persönlichkeiten unserer Zeit (Staatsmänner, Dichter. Sänger, Schauspieler u. a.) in diesem Stimmenmufeum gezeigt. (Siehe heutige Anzeige.) men. Der größte Test dr ;methvden bei der AMrch iu( Den Nendeßchen 2eo ihnen üttbanll man ti aus einen äuhtrst ertragre.chr. izen zu etjitlen und die » er b:itäW steigern. neu hinausac|andten Missionare und der Verwaltung ter Basler Mission zu erkennen ist, manchen erfreulichen Fortschriit gebracht. Darüber soll den Gemeinten sowie den Missionsfreunden ganz kurz berichtet □erben, wenigstens soweit es sich um die Basler tlilsston handelt. Im Laufe des Jahres 1926, das durch einen fteti-- gtn Aufbau des Basler Mislionswerkes gekennzeichnet ist, konnte eine große Zahl von Misfionsarbei- :ern auf die verschiedenen Missionsfelder hinausge- 'inbt werden. Man war dank der Unterstützung der teimatlidjcn Missionsgemeinde in der Lage, die leihen der Missionare in Borneo erheblich zu rsrstärken und so die christliche Front gegen den Marn weiter auszudehnen und zu festigen Rach sshina allein konnten 30 Missionsleute ausziehen, Rach alter frommer Sitte wird am kommenden Sonntag, dem 1. Sonntag nach Epiphanias, in evangelischen Hessenlanbe das all- öhrliche Lanbesmiffionssest gefeiert. 3n ](!en gottesdienstlichen Veranstaltungen wird des rdtumfaflenben unb weltburchdringenben Werkes ier Heibenmifsion gedacht unb den Ge- neinben wiederum die heilige Pflicht zur Mission lachdrücklich ans Herz g'legl werden. 3n der Tat: Mssion ist eine der vornehmsten Aufgaben bet Christenheit; denn Gott will, baß allen Men- chen geholfen werde unb bah alles zur Erkenntnis )er Wahrheit kommen, wie einst der größte Hei« ^nmillionar Paulus an seinen Schüler und ,'inger Timotheus schrieb. Die Christenheit, der lag Licht der Wahrheit in 3efus Christus auf- jffgangen ist, hat der noch im Dunklen wandeln- ’rea Hcidenwelt gmenüber — und das ist doch inmer noch der größte Teil der gesamten Mensch- Inventur-Ausverkauf I I VI A VII III VM V 11 ” ein groM %,lfl Stauer KJ" ......- — — --------- ■ L11« Vielem 6on nS " eine gewaltige Verantwortu-.g und muß 3m Eifer bei l)T seelisches und auch körperliche« Wohl aus ilct Innern lelenbem unb hrls.nken Her en tr.?gm. Die2rbe dem Suh Ine K*. ?' L-risti dringet unÄ also! Möge dieser lebenbige fyotttmann blutHÜ e<^lc Missionsgeist alle di > erfüllen. bte Pr.- ^"bielct naSm 5 di «er und Hörer des Evangeliums slnd. Mon- : Seit entbrannte X I i? kt6 am Tcge unsres Lan>:sm fswnsf stes da- das PMlum fl.Slf. mit die oben angeführte Weissagung ^5 ^0- ^atUien oÄ! kdheten sich immer mehr ihrer Erfüllung nähere! »S Am Ganbe«mlf ionjeft wird nach altem Her- inet ^iertclflunb? JT! Icmmcn die sogenannte Epip ha n i as ko l l e ft e elrediff 'n unseren Gottesdienstsn erhoben welche für das toat. machtlos, unb bie dulle r mit Hilst eines eilig bv lebotß zu Ende gebrach! un dort ihre heilige Aufgabe in einem Riesenlande In Angriff zu nehmen, bas durch äußere unb innere Pimpfe schon seit vielen Jahren aufgewühlt und 1 burd)tobt ist. Von dem Missionsfelb in 2 n d i e n belichten die Basler Missionare, baß sie einen schonen Eingang dort finden unb daß eine starke religiöse xv «—1 tzeröegung die gebildeten Hindus erfaßt hat. Auf ;or|chungcn ist ailgemun onn vfr af>-jsanifchen Goldkiiste , dem ersten Arbeits- nflUut wurden in letzter & t>cr Basler Mission seit fast 100 Jahren, konnte icmacfot, darunter eine Lum ^je ^urc^ ^cn Weltkrieg ins Stocken geratene Arbeit durch das Äockeseller-InW )u Beginn des Jahres 1926 wieder ausgenommen merben; sie nahm einen guten Anfang unb eröffnete in hierzu mit. daß im engeren unb weiteren Borst!,nd des Verbandes deutscher evangelischer Pfarr- ../Hieiwo- 3 rtiilK reine eine Mehrheit der Ansicht zuneige, daß etwa»" FCn das Erscheinen des in Vorbereitung befind- .Meist 6,0 ' . m iten Reichs beamtenvertretungsgesetzes, in dem 1 schläge^ tpn' 'uch die Rechte des geistlichen Standes gewahrt =$5^ ?atur: und bet Gebrauchsgegtnstänbe. auf Zuziehung von Frauen zu den Wohnungsbauausschüssen, sowie auf stärkeren Ausbau der Wohnungsergan- zung in Gestalt von Gärten, Spiel- und Sportplätzen. von öffentlichen Bädern. VolkShäusern u|f. 3m Anschluß an diesen Bericht sprach Frau Dr. Steinreich über Organisation und Ziele des Ostlandbundes. Der Ostbund, der jetzt ungefähr 20 Lpndesverbände zählt, ist frei von allen politischen und konfessionellen 'Tendenzen Sein Bestreben geht dahin, bei allen, die aus den Ostmarken stammen, die Heimatliebe wack) zu erhalten. Damit sie auch aus der Ferne am Wiederaufbau ihres Heimatbodens Anteil nehmen. Er ist aber auch zugleich bestrebt, die Gleiär- gültigkit, die in Mittel- und Westdeutschland dem Schicksal der östlichen Gebiete gegenüber herrscht, zu überwinden, und so dazu beizutragen, daß ein einheitlicher deutscher Staatsgedanke entsteht. Zum Schluß bat die Vorsitzende noch um regen Besuch des von den Gießener Frauenver- einen veranstalteten öffentlichen Vortrags im Einhorn am Montag, 10. 3anuar. N. M. Vermischtes. „Madame vuttersty" In Japan. Es gibt kein abendländisches Bühnenstück, das in 3apan einen so ungeheuren Lacherfolg erzielt, wie Puccinis Oper „Madame Butterfly". Die Komik, die dieses tragische Spiel von dem Schicksal der verlassenen Geisha auslöst, liegt natürlich nicht in den ergreifenden Klängen der Musik des großen italienischen Kompotristen, sondern sie ist unfreiwillig und wird hervor- gerufen durch das Erscheinen europäischer Schau spieler und Schauspielerinnen in den japanischen Kostümen. Erst kürzlich ist wieder eine Ausführung von „Madame Butterfly" in Tokio unter nicht endenwollenden Lachsalven begraben worden. Das gleiche Schicksal haben alle Versuche gehabt, die Oper, deren Handlung dem japanischen Publikum ja eigentlich sehr nahe liegt, aus dec Bühne des 3nselreiches einzubürgern. Als eine russische Operngesellfchaft dos Werk zum ersten Male im 3ahre 1921 auf- führte, konnte der erste Akt nicht zu Ende ge spielt werden, weil sich das Publikum vor Lachen wand. Als eine italienische Truppe 1923 Puccinis Werk wieder in ihr Repertoire aufnahm, mußte ebenfalls der Vorhang vorzeitig fallen, weil der Gesang auf der Bühne von dem dröhnenden 3u5el des amüsierten Publikums übet tönt würde. 1925 erlebte eine andere Gesellschaft dasselbe Fiasko. Die Sänger, die von den Fehlschlägen ihrer Vorgänger nichts wuß ten. waren aufs höchste erstaunt, als plötzlich verschiedene Herren so zu lachen ansingen, daß sie von ihren Sitzen fielen, und ihre V:rwit> rung wuchs, als jedes Erscheinen einer neuen Perfon neue Lachstürme entfesselte. Es scheint, daß die letzte Ausführung von „Madame Butterfly" im Rovember 1926 nun das Werk end gültig in 3apan unter Lachsalven begraben hat Die unwiderstehliche Komik, die für den 3a paner durch die Darstellung ausgrlöst wird, liegt darin, daß der Europäer bei der Vor führung japanischer Sitten und Kleidung nur eine höchst lächerliche Karikatur der echten japanischen Haltung Darbietet. Besonders find es die Kostüme und die Art und Weise, auf die sich die Darstellung in ihnen bewegen, die die Lachmuskeln des Japaners unwiderstehlich in Bewegung sehen. Eine Europäerin, die den Untertanen deö Mikado die Vorstellung einer Geisha vermitteln will, bietet den Gipfelpunkt des 2uftigen für dieses Volk, das einen so starken Sinn für Humor hat. Aus diesem Grunde ist es unmöglich, dah trotz der prachtvollen Musik, die die 3apaner ohne die Vorgänge auf der Bühne wohl zu würdigen wissen. „Madame Butterfly" auf einem japanischen Theater zu Ende gespielt werden kann. Der Bergsteiger, der auf die falsche Seife fiel. Ein merkwürdiges M.ßgeschick ist kürzlich einem österreichischen Alpinisten begegnet. Er stürzte nämlich nach der „falschen Seite" ab und gelangte fo ohne Paß auf italienisches Gebiet. Rach der Meldung Genfer Blätter hatte dieser Bergsteiger einen Aufstieg auf einen Gipset bei San Candido unternommen, und zwar auf österreichischem Grund und Boden. Er stürzte aber von einem Vorsprung ab und wurde schwerverletzt von italienischen Führern aufgefunden, die ihn nach dem Bozener Krankenhaus brachten Da er keinen Paß bei sich hatte, wurde ihm erklärt, daß er in Gefangenschaft gesetzt werden müsse. Wäre er nur wenige Meter weiter nördlich abgestürzt, so wäre ihm nicht auch noch dies Mißgeschick zu feinem Leiden passiert. Er Tagte melancholisch, daß fein Besuch in 3talien „ganz unfreiwillig" sei. (Balgen oder (Biff. Das alte russische Strafgesetz, bas in Estland noch jetzt in Wirksamkeit ist, soll durch ein neues erseht werden. 3n der Beratung der Kommission äußerten sich die verschiedensten Ansichten über die Art der Todesstrafe. Unter anderem wurde beantragt, die Todesstrafe durch Erhängen - wie es das russische Strafgeseh vorschreibt — beizubehalten, doch dem zum Tode Verurteilten zu gewähren, sich durch Gift selbst zu töten. Gegen diese Gesetzesvorlage sprach mit Entschiedenheit der deutsche Beauftragte; er meinte, daß nicht alle zum Tode Verurteilten die Charalterstärke eines Sokrates aufbringen konnten, um den Giftbecher zu trinken. Eingehend wurde über die Frage gesprochen, in welcher Form der aufgc drängte Gift-Selbstmord eines zum Tode Ver- urteilten vor sich gehen sollte: ob durch Gift- Pulver, Einspritzung oder Gas. auf Strickwaren.... 20°/o Ra- aufalle übrigen Artikel io%htt Bitte mein Schaufenster zu beachten! llr.E BeachtenSie meine Schaufenster! 125D Inventur-Ausverkauf 146D Wieseck, den (i. Januar 1927. 7. bis 21. Januar 1927 vom von 0.75 an Blautuch Schürzenleinen 120 br., 0.95an an von von an ta 10. bis 14. Januar Empfehlungen Gießen (z. Zt. Evang. Schwesternhaus), 6. Januar 1927. 162D vunderblindeterlttieger Untergruppe Gießen 067 1. Der Vorstand. herzlichsten Dank. Dammstrahe 24 I. 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Die Beerdigung findet Freitag, den 7. Januar, nachmittags 2 Uhr, auf dem Neuen Friedhöfe statt/ Beginn der Turn» stunden Tounerotag, 6.1.: für Tnriiertnnci. Freitag. 7. I. Säiüler tnachm.s Turnern. Zögling DanksaennK- Für die vielen Beweise hei zl ich er Teilnahme bei dem schweren Verlust unseres lieben, unvergeßlichen Söhnchens und Brüderchens, für die vielen Kranzspenden sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Sattler am Grabe sagen wir allen unseren inn'gsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Familie Angnst Kreiling. (neben Schade & Füllgrabe) 139a 'Jiotnifiib und KWchHcu werden abgeholt vro Stück Jh ü.10. Zuschriften unter 155D an den Gies;. Anz- 1 Vertiko, 1 Ausziehtisch, 1 Spiegelschrank, 2 Waschtische, 3 Sofas, einen Bücherschrank, 1 Tisch, 2 Schreibtische, 1 Flurgarderobe, 1 Eisschrank, zwei Kleiderschränke, 1 Schrank, 1 Schreibmaschine, 1 Diwan, 1 Küchenschrank, 1 Büfett, 4 Chaiselongues, 1000 Cba- besoflaschen. 138D Sonntag, 9. Jan.: WeihfiMtziet im Kalb. Beremi» bauS. Beginn 4 Uhr. Liederbücher mit« bringen. Freitag, 14. Ja«.: Hauptversammlung bei Hopseid. Berichte, Ergä» Aungswahl-Berschio deueS. Sonntag, 16. Javr Dünsberg» Wanderung. Abm. 10 Ubr Vabn» brücke. Freitag, den 7. Aarniar von nachmittags 2 Uhr an versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28: 1 Büfett, 1 Chaiselongue (neu), 1 Sofa, 1 Waschtisch, 1 Kommode, 1 komplette Küche, mehrere Tische, Nähmaschinen, 1 Kinderstühlchen, 1 Winde, 2 komplette Betten mit Federzeug, Bettstellen mit Matratzen, Dezimalwage, Gasherde, Fahrräder, Schuhe, getragene Herren- und Damenkleider, 2 dreiteilige Vogel, hecken mit sämtlichen Zubehörteilen, Weinbrand, Zigarren, neue Bett« und Damenwäsche, Handtücher u. n. v. a. Versteigerung bestimmt. 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Die Mitglieder nebii ihren Angehörigen werb. hterAU freundlichst eingeloben. "* Der Borstaiid. G Donnerstag, 6. Januar 192? Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 4 Zweites Blatt h 8 5 Hessisches Landestheater den von weit Sei* Teil und je Schau- u beach- lanuar ich die Weise pedokles" fehlt die dramatische Spannung. Die Bedcutung dieses Dramas recht'ertigt aber doch eine Ausführung, denn seine sprachlichen Schön- Erwartet niemand die helfen den Galliern natürlich wird sich ändern! sie werden es doch mühen das ist eigentlich eine versteckte Drohung gerade so wie einer, der in alten Seiten in niederdeutschen Landen ohne Rot den Notruf I o d u t t e ausstieh, oder der heute aus der Eisenbahn ohne drohende Gefahr die Notleine zieht. Auf Waltershof, einer Ewinsel bei Hamburg, hing noch vor wenigen Jahren ein solches Gerät auf der der Landungsstelle entgegen» draußen im Felde arbeitenden Leuten das chen zum Essen. Der Name ist lautmalend. Der erste heiten sind so groß und der Schwung der Ge- danken ist so hoch, dah sie allein schon zu fesseln vermögen. Die Inszenierung durch den Generalintendanten war von starker Eindrucks- kraft. Die Weihnachtstage und die Tage zwischen den Jahren brachten vor allem den „Fidelio" und die „Meistersinger" mit hochstehenden künstlerischen Leistungen. Auch dem Wunsche nach etwas mehr Untergattung wurde insofern Rechnung getragen, als u. a. die „Puppenfee", „Wiener SHut“, „Der Detter aus Dingsda", sowie „Robert und Bertram" gegeben wurden. Die zuletzt genannte Posse, die zum neuen Iahre überleitete, sand eine besonders dankbare Aufnahme. weil sie hier seit Jahren nicht mehr aufgeführt worden war. Auch sie war von dem Generalintendanten inszeniert worden, der jüngst von Leopold Ießner eingeladen wurde, am staatlichen Schauspielhaus in Berlin im Januar für ein Werk von Rehfisch die Spielleitung zu übernehmen; er hat aber diesen Anttag ab- gelehnt mit.Rücksicht auf seine künstlerische Ar- beit am Landes th rat er, die eine längere Unterbrechung gegenwärtig nicht zuläht. Die letzten Borstellungen des Landestheaters waren durchweg gut besucht, was wohl nicht zum wenigsten dem abwechslungsreicher gestalteten Spielplan zuzuschreiben ist. E- b. Die HMebille. In der Stadt werden wenige wissen, was das ist. Es ist ein aus niedersächsischem Boden sehr verbreiteter Name für ein uraltes Gerät, mit dem man aus weite Entfernungen hin Seichen gibt. Nach Berghaus, Sprachschatz der Sassen, ist es ein im Walde angebrachtes dünnes Brett, an das die Förster mit einem Holzhammer schlagen. Nach anderen bedienten sich besonders die Köhler (im Harz usw.) solcher frrihängen- den Buchenbretter, um je nach der Sahl der Schläge zu Hilfe, zum Essen usw. zu rufen. Wer die Hilleüille ohne Grund schlug, wurde bestraft. Randbemerkungen Kaiser Wil- elms II.: Glocke trägt, nur daß in unserem Worte das i einen höheren Ton ausdrüctt. Die ll geben deutlich die Tonschwingungen wieder. Die anlautenden Buchstaben der beiden Teile haben mit dem Klange nichts zu tun; sie dienen nur zur Wortbildung. Die deutsche Sprache liebt es, in solchen Doppelwörtern mit Gleichklang die beiden ersten Laute verschieden zu gestatten (z. B. Hackemack, Holterdipolter). Doch unsere H i l l e b i l l e gerät in Der- gessenheit. Wir benutzen jetzt in unseren Häusern das Gong (auch Gonggong genannt) und das Tamtam, Tonwerkzeuge der Inder und Chinesen. 3m Grunde ist es doch dasselbe Gerät; ob die Ränder eingebogen find oder nicht, darauf kommt es nicht an. Es wäre zu wünschen, dah man den Asiaten ihre Namen liehe und dafür das alte deutsche Wort Hille- 6lHe wieder belebte und vor Vergessenheit bewahrte. Denn das Gerät stammt sicher aus den ältesten Seiten unseres Dolles, und das Alte soll man ehren. Prof. H. steht im Ablaut zu hell (von Tönen) hallen, wie ja das Gerät auch im Wesergebirge H e l l e b e l l e heiht; der zweite Tell schliefet sich an bas niederländische bellen, schellen, englisch bell, die Glocke, niederdeutsch B e l l h a m m e l, d. i. der Leithammel, der die Das Hessische Landescheater hat in letzten Wochen vor Weihnachten eine Reihe bemerkenswerten Ausführung en hcrausgebracht, die den im Publikum und im Landtag geäußerten Wünschen nach einer verstärkten Aufnahme der Klassiker in den Spielplan entsprechen. Auf die erfolgreiche Aufführung von Shakespeares „Macbeth" wurde bereits hingewie- fen. An eine besonders literarisch interessante Suhörerfchaft wandte sich das Trauerspiel „Der Tod des Empebolles", von Friedrich Holder- I i n. Der Ausführung war eine Textbearbeitung von Wilhelm Michel zu Grunde gelegt. _ Das Stück an sich hat die auch an anderen Bühnen bereits gemachte Erfahrung bestätigt, dah Hölderlin kein Dramatiker war; auch seinem ,.Em- 10, den M8W i ab «*u MM Trabi Kde Vbrnili*t > ^cncral- gewissermahen sich selbst überlebt Seine orthodox- zentralistische Einstellung war dem neuen Drei- länder-Rahmen nicht angemessen. Auch in außenpolitischer Beziehung erwies sich sein imperialistisches. nachbarscindliches, jedoch von der par- lamentaristüchen Mehrheit unterstütztes Streben alS der stärkste Hemmschuh für Rintschilsch biegsame Verständigungspolitik und es bleibt nun abzuwarten, inwieweit die künftige Gesinnung durch das Hinscheiden von Paschitsch führerlos gewordenen radikalen Partei die gesunden Außenziele von Rintschilsch im Nachtrag doch noch rechtfertigen wird. Nicht minder drückend als die Sorgen der jugoslawischen Außenpolitik erweisen sich die Komplikationen in Rumänien mit Hinsicht auf das dynastische Problem. Wiewohl die augenblickliche Lebensgefahr vom Haupte des Königs getrieben ist. bleibt in Anbetracht seines fortgeschrittenen Leidens die Frage der Thronfolge dennoch hochaktuell. Durch seine morganatischen Ehen und seinen freiwilligen Verzicht auf den Thron hat Kronprinz Carol im Sinne der Verfassung sein Crbfolgerecht verwirkt Nichtsdestoweniger tritt eine ansehnliche Innengruppe, an ihrer Spitze mit der Königin Maria, die die königlichen Agenden derzeit faktisch versieht, für den Exkronprinzen ein. und auch ausländische. namentlich jugoslawische Sympathien sind ihm sicher, wobei wohl der Wunsch, durch Lockerung der dynastischen Bande die politische Ein- slußsphäre Rumäniens zu schmälern, Vater des Gedankens ist. Auf keinen Fall wird Rumänien beim Akutwerden des Herrscherwechsels eine dynastische Krise ernstesten Kalibers erspart bleiben, zumal die Stellung des Hauses Hohenzollern in traditionellem Sinne nicht derart befestigt ist, um royalistische und republikanische Gegenströ- WM» Kl ÖB5 MWW WWW Englands Stellung iw kommenden Weltkriege. Die heiligen drei Könige. Am 6. Januar wird das Feist der heiligen drei Könige oder der Weisen aus dem Morgenland gefeiert, denen die Legende die Namen Kaspar, Melchior und Balthasar beigelegt hat. Die Gebeine der drei Heiligen wurden zur Sett Kaiser Darbarvssas nach Köln gebracht und die Stadt wurde hauptsächlich dadurch zu einem berühmten Wallfahrtsorte. Die drei Kronen im Kölner Stadtwappen beziehen sich auf diese Reliquien, denen die Stadt 8um großen Tell ihr Aufblühen verdankt. Weniger bekannt dürfte eine andere Form der Legende von den heiligen drei Königen sein, die sich in Asien erhalten hatte und die der berühmte italienische Reisende Marco Polo, der Ende des 13. Jahrhunderts Jnnerasien durchquerte unö dessen Berichte sich als durchaus zuverlässig erwiesen ha- ben. wiedergegeben hat. Danach sollen die drei Weisen unweit Teherans in Persien begraben liegen, ihre Leichen waren damals noch unversehrt unb ihre Grabstätten durch prachtvolle Denkmä'ec geschmückt. Die drei Könige zogen, so berichtet die persische Sage, einst mit Gold. Weihrauch und Myrrhen aus, um einen neugeborenen Weisen zu huldigen und um zu erfahren was er feinem innersten Wesen nach wäre .' . . Wählt er das Gold, so sagten sie. ist er ein König, nimmt er den Weihrauch, so ist er ein Gott, und sollte et die Myrrhen bevorzugen, so ist er ein Arzt. Als die Drei von denen der eine ein Greis, der zwe.te em QUann von mittleren Jahren, der dritte ein Iungllng war, an den Ort kamen, betraten sie zunächst einzeln den Raum, in dem sich das Krnd befand. zu ihrem Erstaunen sah aber keiner ein kleines Kind, sondern einen Menschen im eigenen Alter. Erst als sie gemeinsam eintraten, fanden sie ein Kind, dem sie ihre Geschenke kniend darbolen. Es griff nach allen Gaben, und zeigte auf diese Weise, daß es sowohl ein Gott, wie ein König und ein Arzt sei. Die iavendS' j. ’BlooW'cVr. *itdi'.crö»rL ßSs Stadtthe^. I I Weisen aber erhielten von dem Knaben eine geschlossene Büchse. Als sie diese auf der Rückseite öffneten, sanden sie einen einfachen Stein und warfen die Gabe, die sie nicht verstanden, fort, wobei der Stein in einen Brunnen siel. Aber sofort loderte ein Feuer daraus empor. Nun begriffen sie, daß der Stein geheinnrisvolle Kräfte besessen hatte, nahmen einen Brand des Feuers mit sich in die Heimat und erbauten zu Ehren der Flamme ein großes Heiligtum. Seitdem werden dem Feuer in Persien göttliche Ehren erwiesen und alle Opferfeuer werden an ihm entzündet. Niemals darf seine Flamme erlöschen. — In dieser Legende findet sich eme anziehende Verknüpfung des altpersischen Feuer- kultus und des Christentums, während der Stein, den die Könige fortwarfen, an den „Stein der Weisen" erinnert, der im ganzen Mittelalter eme große Rolle spielte und der dem Menschen, der ihn entdeckte, höchste Erkenntnisse und Kräfte vermitteln sollte. mungen unter allen Umständen auszufchließen. Man kann in diesen Sonen einer unausgegorenen Verwaltung und Verfassung auf die verlchieden- ften Regierungssormen, auf die Möglichkeit einer Rechts- und Linksdiktatur gleicherweise gefaßt sein. Bezeichnend ist es allerdings, daß Presse und Oessentlichkeit in Ungarn, von wo bereits öfters Kombinationen über eine Form der Personalunion mit Rumänien nach dem Ausland drangen, die Ereignisse in Bukarest mit größter Aufmerksamkeit verfolgen. Nach Abschluß der Wahlen, die für die Regierung noch bei weitem günstiger verliefen, als vorauszusehen war. ist auf ungarischem Gebiete heule Graf B e t h l e n unbeschränkter Herr der Lage. Von 245 Mandaten entfielen 213 auf die Regierung und die unter ihr koalierten Fraktionen. Sozialisten und Demokraten verloren sowohl wie der rechtsradikale Rassenfchutz etliche Mandate, und die ersteren beiden Parteien vermochten sich nur durch das Ergebnis in jenen wenigen Städten, wo die Abstimmung geheim erfolgt, insbesondere aber durch das Budapester Wahlresultat, das den Regierungsmännern die einzige nennenswerte Schlappe brachte, mit Not über Bord zu halten. Möge nun auch die Feststellung eines Wiener Blattes, laut welcher Ungarn zu Füßen des Grafen Bethlen liege übertrieben sein — immerhin ermächtigt der Ausgang der Wahlkampagne den ungarischen Ministerpräsidenten. sein wirtschaftliches Konsolidierungspro- gramm ungestört zu vollenden. Seinen eigentlichen Befähigungsnachweis dürfte jedoch Graf Bethlen erst durch die Art und Weise erbringen, auf die er das Kardinalproblem des Landes: die Königsfrage einer definitiven Lösung entgegenführt. wörtlichen Leiter der deutschen Polittk muhte es seit der Seit klar sein, welches unerhörte, wenn nicht gar für Deutschland aussichtslose Unternehmen die Entfesselung eines europäischen Krieges sein würde, zumal auf italienische Hilfe wenig zu rechnen war. Die Tatsache, daß die Deutsche Regierung mit der Gegnerschaft Englands rechnen mußte, entkräftet deshalb auch die in der Welt so oft erhobene Behauptung. Deutschland habe auf den Weltkrieg hingetrieben, weil es bestimmt angenommen habe, daß England beiseite stehen würde. Heber die Frage der Stellung Englands bringen wir hiermit aus dem in Kürze erscheinenden 39. Bande der Großen Aktenpublikation des Auswärtigen Amtes* die nachfolgenden bemerkenswerten Schriftstücke zum Vorabdruck: Der Dokschasler in Corbon, Fürst von Lichnowsky, an bea Reichskanzler von Belhmann Hollweg. Ausfertigung London, ben 3. Dezember 1912. Lord Halda n e besuchte mich heute, um mit mir die politische Lage zu besprechen. Während der längeren Unterredung betonte er wiederholt die Notwendigkeit, in der orientalischen KrisiS zu einem Ausgleich der Gegensätze zu gelangen, da es unabsehbar sei. welche Folaen eine kriegerische Verwickelung, In die eine oder mehrere der Großmächte hineingezogen würden, haben könnte. England sei unbedingt friedlich und kein Mensch wolle hier den Krieg, schon aus wirtschaftlichen Gründen. Aber bei einem allgemeinen europäischen Wirrwarr, der sich doch aus dem Einmarsch Oesterreichs In Serbien ergeben könnte, falls Serbien nicht gutwillig die besetzte Adriaküste räumte, sei es kaum wahrscheinlich, dah Großbritannien der sttlle Suschauer werde bleiben können7. Ich entgegnete, ich wolle nicht die Frage an ihn richten, ob das soviel hieße, als ob Gng- • .Die Große Polittk der Europäischen Kabinette 1871—1914.“ Sammlung der Diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes. Im Auftrage des Auswärtigen Amtes herausgegeben von Johannes Lepsius (t). 'Albrecht Mendelssohn Bartholdy. Friedrich Thimme. 5. Reihe. Dritte Abteilung: Band 34 bis 40. „Europa vor der Katastrophe." Im Verlage der Deutschen Ver- lagsgesellschast für Politik und Geschichte in Berlin W 8. Sonntag, 9. Aei^M Im M 8t«'» haue. Benin» I» a>cderbiicher wh bringen. Freitag, l*;3»1 Haupt» Versammlung bei Hopstld. Kerich'e, Ergr MMablkerO jimöberg« immdcrM. eim. io Jahreswende im Südosten Die jugoslawische Kabinettsbildung.— Krise der rumänischenTynastie.—Ungarische Wahlen. Von Dr. Gustav Erenhi. Budapest. Januar 1927. Rach einer Regierungskrise von fast vier Wochen, in deren Verlaus dieselben Kombina- tioncn wiederholt aufgegriffen und vereitelt wurden, erfslg.c endlich knapp vor Weihnachten ixe Konstituierung eines neuen jugoslawischen Kabinetts unter der Präsidentschaft von Uzuno- witsch und im Wege einer Koalition zwischen Radikalen und der unter Raditsch' Leitung stehenden kroatischen Agrarpartei. Man einigte sich also zu guter letzt in der Person jenes Mannes, der als Vertrauter des bis zum leh.en Atemzuge allmächtigen Paschitsch von allem Anfang die größten Chancen besaß, und der in der Hauptsache wohl nur aus dem Grunde, um die widerspenstige R a d i t s ch - P a r t e i für Me Koalition mürbe zu machen, seine Berufung etliche Male zurückstellte und es auf die fruchtlosen Versuche von Außenstehenden wie der Demokraten- führet Dawidowitsch und dem Skupsttna- Vorsitzenden Triskowitsch ankommen lieh. Der eigentliche Kern der Lauerkrise im Innern ist aber unUrcitbar in außen politischen Schwierigkeiten zu suchen. Es darf füglich behauptet werden, daß der jugoslawische Staat in den jüngsten Wochen die größte politische Erschütterung seit seiner Gründung erlebte. Eigentlich kann die Kabinettskrise bis zuletzt als eine ausgesprochene Hin* tschitsch-Krise betrachtet werden, da doch zuvörderst das kühne Werk des letzten Außenministers auf dem Spiele stand und da Nm- tschiisch' jäher Rücktritt zwingend eine Revision des außenpolitischen Gesamtprogramms erheischte. Dem außergewöhnlichen diplomatischen Geschick von Nintfchitsch glückte es in hervorragender Art. über drei Grenzen solide Nachbar- vindungen zu schaffen und Jugoslawien somit aus ferner isolierten Stellung herauszureißen, aber er rechnete nicht in zureichendem Maße mit Gefühlswiderständen an der Jnnensront. an denen seine weit ausholenden Pläne just im Moment größter Krästeanspannung scheitern mußten. Nintfchitsch erkannte richtig, daß der Anschluß an die Kleine Entente an und für sich Jugoslawien keine hinlängliche Sicherheit und Aksivitäl gewährleistet und brachte in der Folge die italienische Orientierung gegen alle italien- feindlichen Traditionen und die Hemmungen einer nach wie vor vorhandenen gegenteiligen Volks - stimmung zustande. Wie tief indes die Abneigung gegen eine "Verständigung mit Rrnn in breitesten Volksschichten wurzelt, beweist zur Genüge der Umstand, dah eine Ratifizierung der Rettuno-Verträge durch das Belgrader Parlament bis auf heute nicht erzielt werden konnte. Ohne Swcisel war diese Weigerung verschiedener politischer Fraktionen, die Jtallenpolittk von Nin- tschitsch mitzumachen, der Hauptgrund dafür, daß die italienische Regierung sich freie Hand behielt und überraschenderweise das Einvernehmen nut Albanien inszenierte. Der Vertrag von Tirana, so belanglos er in bezug auf einen italienischen Machtvorstoß anmulct, muhte In der Form, in der er ohne jede vorherige Fühlungnahme mit der jugoslawischen Regierung vor sich ging, al« ein unfreundlicher Akt gegen diese bewertet werden. der nun anstelle des bisherigen Gefühls einer ergiebigen Flankendeckung plötzlich das Gespenst der Einkreisung auftauchen läßt Unter solchen Umständen wird ein seit Jahr und Tag aktuelles, obschon nicht minder unpopuläres Problem. nämlich die Anlehnung an Sowjet-Ruhland lebhaft erörtert, und daneben kursieren mannigfache Gerüchte über eine abermalige festere Eingliederung in den Verband der Kleinen Entente, über Orientierungen nach der französischen, ja sogar nach der deutschen Seite. Ein seltsames Geschick verquickte mit der unvermittelt entfachten Krise von Regierung und Außenpolitik den Tod von Altmeister Paschitsch, der ungeachtet seiner vollendeten achtzig Iahre die innenpolitischen Leitfäden unentwegt in den Händen hielt. Dieser Gründer des neuen Reiches, der noch Im besten Mannesalter den Umschwung vom Extremsoziallsten zum Na- tionalpolitller von äußerster Färbung vollzog — mehr Dollssührer durch seine allen Wendungen gewachsene Psiffigkeit. denn durch die Ducht seiner staatsmännischen Ueberzeugung hat ungen | M Minen cti bei : iibzab- - :n wird perl, eg 39. land alsdann gegen uns feindlich vorgehen mürbe1. Er erwiderte, bah das gewiß nicht die notwendige, wohl aber die mögliche Folge eines Kriege- sein würbe zwischen beiden kontinentalen Gruppen. Die Wurzeln, so brückte er sich aus, bet englischen Politik lägen in der hier allgemein verbreiteten Empfindung, daß bas Gleichgewicht der Gruppen einigermaßen ausrechtzuerhalten sei1. England würde daher unter keinen Umständen eine Niederwerfung der Franzosen dulden können', die er. ein großer Bewunderer unseres Heerwesen- und unserer militärischen Einrichtungen, mit einiger Sicherheit Voraussicht. England könne und wolle sich nicht nachher einer einheitlichen kontinentalen Gruppe unter Führung einer einzigen Macht gegenübersehen". Sollte also Deutschland durch Oesterreich in ben Swift hineingezogen werden, und dadurch in Krieg mit Frankreich geraten, so würden in England Strömungen entstehen, denen keine Regierung widerstehen könnte, und deren Folgen ganz unberechenbar mären*. Die Theorie von dem Gleichgewicht der Gruppen bilde eben für Englands Außenpolitik ein Axiom- und habe auch zu der Anlehnung an Frankreich und Rußland geführt. Er könne mir verbürgen, daß man hier das beste Verhältnis mit Deutschland wünsche» und die Ausnahme, die zum Deifpiel die Ausführungen Euerer Exzellenz und des Herrn von Kiderlen im Reichstage sowie meine neuliche Rede beim Festmahl der Royai Society gefunden, müßten mir die Richtigkeit dieser Ansicht beweisen». Auch würde uns niemand hier ben Krieg machen wollen, solange keine europäischen Verwickelungen'" einträten. Die Folgen eines europäischen Krieges aber seien ganz unberechenbar. unb könne er alsbann für gar nichts cin- stehen". Lorb Halbane kam auch auf bie Politik Sir E. Greys unb seinen Vorschlag au sprechen. Er ist bekanntlich mit dem Foreign Secretary intim befreunbet. unb Dieser wohnt sogar zeitweise bei ihm. Er bestätigte mir. baß Sir Ebward nach Möglichkeit banach trachte, eine vermittelnde Haltung einzunehmen, unb es bermeibe, als Parteigänger der Ententegruppe in dieser KrisiS zu erscheinenLord Halbane meint, bie angeregte Vorbesprechung werbe Russen und Oesteroeicher zwingen, mit greifbaren Anträgen hervorzutreten, was bisher nicht geschehen, unb befürwortete bie Wahl von Lonbon als ben geeignetsten Ort. Inzwischen müsse aber alles vermieden werden, was zu einer scharfen Sonderung der Gruppen (harden the groups) führen könnte13. Dieselben müßten sich vielmehr möglichst in „Gelatine" verwandeln". Lichnowsky. oder KampfansageI • richtig; haben wir schon berechnet 7 sie ist ein Blödsinn I unb wirb England ewig zu unsren Feinden machen 8 bei solchen Auffassungen gärizlich nutzlosi 8 alles Quatsch! ohne ernste Folgen 10 die werden eintreten 11 ich auch nicht! 11 er bleibt aber doch Parteigänger der Gallo- Slaven gegen die Germanen! 11 Quatsch! " weil England zu feige ist Frankreich und Rußland offen in diesem Falle sitzen zu lassen, unb sehr neidisch ist auf uns unb uns haßt, deßwegen sollen anbere Mächte ihre Interessen nicht mit dem Schwert vertheidigen dürfen, Da es dann trotz aller Versicherungen, trotz Marschall und Lichnowsky doch gegen uns gehen will. Das richtige Krämervolk! Das nennt es Friedenspolitik! Balance of Power! Der Cnbkampf der Slaven und Germanen findet bie Angelsachsen auf Seiten der Slaven u[nbj Gallier Aufzeichnung Kaiser Wilhelms ll. für den Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Kiderlen. Eigenhänbig; ohne Oct unb Datum. Die Unterhaltung Halbancs mit Lichnowsky, bie ich heute morgen gelesen zerreißt alle Schleier ber Unsicherheit. England wird aus Reid und aus Haß gegen Deutschland unbedingt Frankreich und Mißland gegen uns beistehen. Der eDent[uel]l[e] Existenzkampf, den die Germanen in Europa (Oesterreich, Deutfchland) gegen die von Mit Erlaubnis dcs Auswärtigen Amtes unb der Deutschen Derlagsgesettschaft für Politik unb Geschichte bringen wir fort» laufen!) aus der in Kürze erscheinenben letzten Abteilung des großen deutschen amtlichen Aktenwerkes eine Folge von zu Kapiteln zu^ammengestellten besonders wichtigen Dokumenten zur deutschen Außenpolitik ber entscheidenden Iahre 1912 bis 1914 zum Vorabdruck. Die Stellung, welche England in einem deutsch-französischen unb eventuell in einem großen europäischen Kriege einnehmen würde, ist jahrelang vor Ausbruch des Weltkrieges von manchem als äußerst problematisch angesehen worden. Ebenso ist der Eintritt Englands in ben Weltkrieg an ber Seite unserer Gegner vielfach ausgiebig als völlig überraschend unb als perfide gekennzeichnet worden. Der Vorwurf ber Perfidie konnte allerdings mit Rücksicht daraus naheliegen, daß England von höchster offizieller Seite irgendwelche Abreden mit Frankreich, die England zu einem militärischen Einschreiten verpflichten könnten, stets bestritten hat. Ueberraschend jedoch hätte die Haltung Englands in einem rein ‘ deutsch-französischen Kriege in Anbettacht dessen, daß England von dem Prinzip befl europäischen Gleichgewichts sich niemals loSgesagt hat, logischerweise nicht sein können. Eine andere Auswertung erforderte allerdings das europäische Gleichgewicht im Falle eines Sweifrontenkrieges, den Deutschland im Weltkrieg gegen Frankreich und zugleich gegen Rußland zu führen hatte. Der Ausgang des Krieges hat ja auch sehr zum Schaden englischer Vorherrschaft das kontinentale Gleichgewicht recht schief zugunsten Frankreichs verschoben. Trotz allem hat in Deutschland an maßgebender Stelle feit 1912 fein Stoeifel über bie Stellung Englands in einem europäischen Kriege bestanden. Wenn auch der Grey- Cambonsche Briefwechsel vom 22. und 23. November 1912, der eine starke moralische Bindung Englands gegenüber Frankreich für den Kriegsfall in sich schloß, erst im Frühjahr 1914 zur Kenntnis der deutschen Regierung gelangte, die ihn bann nach Ausbruch bes Weltkrieges am 16. Oktober 1914 veröffentlichen liefe, so bringen doch feit Ende 1912 die Berichte des deutschen Botschafters in Lonbon, Fürsten Lichnowsky, bie Stellung Englanbs in einem künftigen Kriege unzweibeutig zum Ausdruck. Für die verant- gefefeten Seite des Wassers, zu dem Stoe je, bem Fährmann brüben zu rufen. Es war aber bereits aus Eisen hergestellt. Ebenso sinb auch noch auf mecklenburgischen Gütern eiserne Hille- 6Ulen in Gebrauch; man gibt Damit den v. n. Ö, 4. v, Sektion Gießt Sonntnn, 9. jlan. LMraoi. Matti- &27 do: CewolbSdQtitn »ach Rtolbotl. 6iMi> iWMti- fain Sltjii Tountaa, 9. Ja, nadjmut. \ Utt 1 btt Liabt Wcv!i lÄlWlDiabl: Familien- abend verbunden niii Kinberbtltym. lomlfätn Qorttiii. unb MImmAW TitWitbtrir ibten Anaeböri? werd, hierin Iren- Mit etngtlabcn.1 Der Aoriitt S’r.16l,,en unltr ÄÄet davon ^«nlszuntbmti H °Ue nad) hin °en änmt dunae ",unltrer A mm mehr btlijM "L w'lden könnet 5»! Romanen (Galliern) unterstützten Slaven (Ruh- land) zu fechten haben werden findet die Angelsachsen auf der Seite der Slaven. Grund: Reid- hammelei, Angst unseres zu groß werdens! Eine erwünschte Klärung, die für uns hinfort die Basis unserer Politik sein muß. Wir müssen mit Bulgarien ufnb] Türkei ein Militärabkommen machen, ebenso mit Rumänien. Wir müssen auch mit Japan ein solches Abkommen schließen. Jede Macht, die zu haben ist, ist gut genug unS gu helfen. Es geht um sein oder nicht sein Deutschlands. — Der junge Stolberg, der im Herbst durch Sofia kam und Ferdinand besuchte, kurz vor dem Krieg, erzählte vorgestern an Adalbert bei einer Jagd in Primkenau, daß der König ihm sagte: .Wir werden bald einen Krieg haben, bei dem es Deutschland kaum möglich bleiben wird Frieden zu halten, es wird mitschlagen müssen und mitverwickelt werden, wenn es Bundestreu bleiben Willi" Wilhelm I. R. Daß auch 1914 die Lage dieselbe geblieben war, ergibt sich aus dem folgenden Bericht Llch- nowskys. Der darin anfangs erwähnte, hier des Umfanges wegen nicht wiedergegebene Bericht des deutschen Marineattaches in London. Korvettenkapitäns von Müller, behandelt unter eingehender Begründung die Anzeichen für das Bestehen geheimer militärischer und maritimer Abmachungen zwischen England und Frankreich. Der Botschafter in Conbon, Fürst von Lichnowsky, an den Reichskanzler von Dclhmann hollweg. Ausfertigung Ar. 72 London, den 19. Februar 1914. Der Bericht des diesseitigen Marineattaches, Rr. 150, welcher die Frage erörtert, ob zwischen England und Frankreich für den Fall eines gemeinsamen Krieges gegen Deutschland und den Dreibund Abmachungen bestehen, die sich aus die gegenseitige Unterstützung der beiden Flotten beziehen, berührt insofern das Gebiet der Politik, als Kapitän von Müller den anscheinenden Widerspruch erwähnt, der zwischen den von beiderseitigen Marine- oder Militärbehörden etwa getroffenen Vereinbarungen und den bekannten Erklärungen der britischen Regierung bestehen würde. Ohne der Frage nähertrelen zu wollen, ob es wahrscheinlich ist, daß hinsichtlich eines etwaigen Zusammenwirkens beider Flotten ein Plan verabredet ist, möchte ich darauf Hinweisen, daß ich zutreffendenfalls ein derartiges Abkommen für vereinbar hielte mit den amtlichen Erklärungen der hiesigen Regierung. Denn bei letzterem handelt es sich im wesentlichen um die Frage, ob diesseits eine Berpslichtung besteht, dem französischen Freunde im Fall eines Krieges mit Deutschland beizuspringen. Daß diese Verpflichtung vertraglich nicht besteht, steht für mich außerhalb jedes Zweifels. Es widerspricht dem englischen Charakter und namentlich dem Wesen der jetzigen Machthaber, öffentlich eine bewußte Unwahrheit auszuspvechen. Cs widerspricht al-er ferner auch der Sinnesrichtung der jetzigen Regierung, sich mit neuen Geheimverträgen und noch dazu in einer für die Zukunft des Landes so wichtigen Frage zu belasten. Für eine vertragliche Festsetzung der englischen Unterstützung läge aber auch keine logische Rotwendigkeit vor, da man in Frankreich genau weiß, daß keine britische Regierung, wie ich wiederholt darzulegen mir erlaubt habe, eine zweite Demütigung und Verkleinerung Frankreichs zulassen und daß England, um auf dem Kontinent gewissermaßen das Gleichgewicht der Gruppen wahren, seine schützende Hand über Frankreich unter allen Umständen halten wird. Andererseits weiß man Lier auch zu genau, daß die Franzosen eine ihnen günstige Gelegenheit zur Wiedereroberung Clsaß-Lothringens mit oder ohne schriftlichen Vertrag benutzen, sich aber ohne Unterstützung Rußlands in keinen Krieg mit uns einlassen werken. Die Rotwendiale'.t eines Vertrage! liegt also süc beide Seiten nicht vor, und uns kann es überdies gleichgültig sein, ob ein solcher besteht oder nicht, da wir im Fall eines Krieges mit Frankreich sowieso damit zu rechnen haben, daß die englische Flotte die Franzosen schützt. Da aber dem englischen Interesse die Aufrechterhaltung des Friedens und deS Status quo in Europa entspricht und England einen kontinentalen Krieg schon deshalb zu verhindern sucht, weil es befürchten muß, in ihn hinein- gezogen zu werden, so hat es wohl mehr eine theoretische Bedeutung, ob zwischen den beider- s:i'.igen Marinebchörden Verabredungen bestehen, welche für den Fall ihres Zusammenwirkens die beiderseitige Tätigkeit geregelt haben. Cs wäre jedenfalls überraschend, wenn hierüber noch kein Gedankenaustausch stattgefunden hatte. Lichnowskh Ergebnisse der Berufsund Betriebszählung in Hessen. Die „Mitteilungen der Hessischen Zentralstelle für die Landesstatistik" veröffentlichen jetzt die ersten Ergebnisse der Berufs - und Betriebszählung in Hessen, die mit der Volkszählung vom 16. Juni 1925 verbunden war. »Leider', so heißt es in den Mitteilungen, „sind Vergleiche mit der letzten Vorkriegszählung von 1907 vorerst nur in beschränktem Umfang möglich, weil die neue Zählung, besonders die 'Berufszählung, nach ganz anderen Gesichtspunkten ousbereitet ist. so daß zeitraubende und schwierige almceck nurgen vorgenommen werden müßten, un die beiden Zählungen in Beziehung zu sehen. Vergleiche müssen deshalb zum größten Teil einer späteren Zeit Vorbehalten bleiben." Unter dem Gesichtspunkt der Erwerbstätig- leit unterscheidet die deutsche Bernfsstatistik fvl- gende Bcvolkerungsgruppen: 1. Erwerbstätige. 2 Ehefrauen ohne Haupterwerb. 3. Uebrige Familienangehörige ohne Haupterwerb, 4. Berufslose Selbständige. Als hauptberuflich erwerbstätig werden alle Personen gezählt, die als S lbstäadige. Angestellte. Arbeiter. HauSang'ste'lte oder auch als hauptberuflich mithelfende Fami'.imangehörige einem Erwerb nachgehen. Die vorübergehend Erwerbslosen sind dem Berufe zuaezahlk worden den sie zuletzt ausgeübt haben, sie gelten also' als Berufstätige, die allerdings noch besonders a's zur Zeit der Zählung arbeitslos gekennzeichnet werden. Die Gruppe der nicht hauptberuflich erwerbstätigen Personen setzt sich zusammen aus Ehefrauen und sonstigen Familienangehörig:u, die keine oder nur eine nebenberufliche Erwerbs- tätigkcit ausüben. Zum erstenmal w rden die Ehe- kauen ohne Haupterwerb von den übrigen Äa« milienargehörigen getrennt Durch die g'eichz: >:nc Rachweisung der erwerbstätigen Ehefrauen wird ein Gesamtüberblick über die Tätigkeit der verheirateten Frauen ermöglicht. Zu der Gruppe der berufslosen Selbständigen gehören die Renten- und Llnterstühungsemp- fänger. die von Pensionen oder eigenem Vermögen lebenden Personen, die Insassen von Armenhäusern, Irrenanstalten, Strafanstalten. Waisenhäusern, schließlich die nicht in ihrer Familie lebenden Studierenden und Schüler und alle sonstigen Personen ohne eigentliche Berufstätigkeit. Die Empfänger von Erwerbslosen- untcrstützung gehören nicht zu dieser Gruppe, da z. B. der arbeitslose Schlosser als Schlosser und nicht etwa als berufsloser Unterstühungsernp- fänger gezählt wird. Es folgt nun in ben Mitteilungen der Zentralstelle eine Tabelle, in der die Selbständigen, die mithelfenden Familienangehörigen, die Erwerbstätigen. die Berufslosen usw. ziffernmäßig ausgesührt werden, und zwar nach den Feststellungen von 1925 und 1907. Hiernach wurden bei einer Gesamtbevölkerung von 1 347 279 Personen (655 964 männl, und 691315 weibl.) u. a. gezählt: Selbständige, Angestellte, Arbeiter 544 693 (415 773 männl, und 128 920 weibl.), mithelsende Familienangehörige 161 068 (37 765 männl, und 123303 weibl.): Berufslose 75136 (32 837 männl, und 42 249 weibl.): Ehefrauen ohne Haupterwecb 188 371: übrige Angehörige über 14 Jahre 55 431; Gesamtbevolkerung über 14 Jahre 538274; Angehörige unter 14 Jahre 153 041. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung, nämlich 52 Prozent sind erwerbstätig. Darunter sind 12,4 Prozent mithelfende Familienangehörige. Bon sämtlichen verheirateten Frauen waren 187 732, das sind 66 Proz. Hausfrauen, 78 576, das sind 28 Proz., im Betriebe ihres Mannes oder sonstiger Familienangehörigen tätig; 4133, das sind nicht ganz 2 Proz., standen einem Betrieb vor: 2113, dos sind knapp ein Proz., waren selbständig ohne Beruf; und 9500, das sind 3Pzt., in fremdem Betriebe beschäftigt. Seit 1907 hat die Zahl sowohl der männlichen, wie der weiblichen Erwerbstätigen beträchtlich zugenommen. Die starke Zunahme bei den weiblichen mithelfenden Familienangehörigen ist zum Teil wohl darauf zurückzuführen, daß 1925 diese Tätigkeit genauer ersaßt wurde. Im übrigen wird schon durch den starken Geburtenausfall während des Krieges erklärlich, daß die Zahl der Angehörigen ohne Beruf seit 1907 erheblich ab genommen hat. Die Angehörigen unter 14 Jahren haben sowohl bet den männlichen, wie bei den weiblichen Personen >o stark abgenommen, um 30 600, bzw. 36 300, daß ein großer Teil der Abnahme der berufslosen Angehörigen erklärt ist. Die Bevölkerung über 14 Jahre hat seit 1907 bei den männlichen um 68 900, bei den weiblichen Personen um 109 500 zugenommen. Der größte Teil dieser Zunahme, 61 500, fällt bei den männl. Personen auf die erwerbstätigen Selbständigen, Angestellten und Arbeiter, bei den weiblichen, 90 000, auf die mithel^enden Familieangehörigen; 24 300 auf die übrigen erwerbstätigen, 10 000 auf die Personen ohne Beruf. Die Angehörigen über 14 Jahre haben bei den Männern um 5700, bei den Frauen um 14 800 Personen ab- geiwmmen. Es ist anzunehmen, daß diese 1907 als Angehörige gezählte Personen nunmehr unter den mithelsenden Familienangehörigen erfaßt sind. Faßt man die Angehörigen über 14 Jabre und die mithelfenden Fcmilienangehö"igen zusammen, so ergibt sich für die männlichen Angehörigen eine Zunahme von 4200, für dir weiblichen eine solche von etwa 75 200. Der Nechtsspiegel. Die Haftung aus dem Verlöbnis. Don Rechtsanwalt Friedrich Schauer in Freiburg i. D. (Rachdruck verboten!) In der Reuzeit tritt das formelle Verlöbnis mehr zurück indem es häufig nicht mehr öffentlich bekanntgegeben wirb; vielmehr wird dann nur die Eheschließung bekanntgegeben. Dies ändert aber nichts daran, daß diejenigen, welche sich das Versprechen der Heirat in irgendeiner Form gegeben, d. h. sich verlobt haben, dadurch insofern verpflichtet werden, als aus der ohne wichtigen Grund ersolgenden Auflösung des Brautstandes für sie schwerwiegende rechtliche und wirtschaft.iche Folgen entstehen. Diese seien in folgendem dargelegt: Zur Warnung vor leichtfertigem Verlöbnis und zur Aufklärung derjenigsn Verlobten, welche ihr Verlöbnis aufgelöst haben oder auflösen Müssen. I. Aus dem Verlöbnis kann nicht auf Eingehung der Ehe geklagt werden. Das Versprechen einer Strafe für den Fall, daß die Eingehung der Ehe unterbleibt, ist nichtig. Wohl aber wird durch das Verlöbnis eine bringende sittliche Verpflichtung zur Eingehung der Ehe begründet. II. Wer kann sich rechtsgültig verloben? Ratürlich kein Geschäftsunfähiger, d. h. kein Kind bis zum 7. Lebensjahr, nicht derjenige, der sich im Zustand von Bewußtlosigkeit befindet, und kein Geisteskranker. Ein Minderjähriger (d. h. zwischen dem 7. und 21. Lebensjahr) kann sich nicht selbständig verloben. fein Verlöbnis wird nur wirksam, wenn es t’tn sein m geseh.ichenV r r ter ccn hm gi w'rd, ober er volljährig ge vorden ist und das Verlöbnis selbst genehmigt hat, sofern der andere Teil nicht vorher zurückgetreien ist. Danach kann nach Ansicht des Reichsgerichts auch ein Eheunmündiger, d. h. eine Frau zwischen 7 und 16 und ein Mann zwischen 7 und 21 Jahren mit Genehmigung des gesetzlichen Ver- treiers sich für den ausdrücklich oder stillschweigend vorauZgesehlen Fall der Erlangung der Ehemündigkeit ve loben. Obwohl eine Che zwischen einem wegen Ehe bruchs Geschiedenen und demjenigen, mit welcher er die Ehe gebrochen hat, nur nach Bewilligung durch die Landesregierung geschlossen werden kann, ist ein Verlöbnis zwisch.n ihnen nach Entscheidung des Reichsgerichts wirksam, wenn es im Hinblick aus die erhoffte Befreiung vom Eheverbot erso.gt. Ein Ablommcn 1 er Verlobt.'n über die Einschränkung der Kinderzahl verstößt, nach einer reichsgerichtlichen Entscheidung, dann nicht gegen die guten Sitten und macht das Verlöbnis nicht nichtig, trenn die Braut wegen eines Unterleibs- leidens Ursache hat, die mit der Niederkunft verbundenen Gefahren zu fürchten. III. Welche rechtlichen Verpflichtungen können aus dem Verlöbnis (im Falle seiner Auflösung) entspringen? 1. Die Verpflichtung, dem anderen Verlobten und dessen Eltern, sowie dritten Personen, welche an Stelle der Eltern gehandelt haben, den Schaden zu ersetzen, der daräus entstanden ist, bab sie in Erwartung der Ehe Aufwendungen gemacht haben ober Verbindlichkeiten eingegangen find. A.so die Scha enersatzvrrpslichlung des Verlobten für vergeblich gemachte Aufwendungen (z. B. die Gewährung einer Aussteuer zur Errichtung des Haushaltes oder einer Ausstattung zur Begründung ober zur Mchaltung der Wirtschaft oder der Lebensstellung) oder übernommene Verbindlichkeiten (z. B. Mietung einer Wohnung) be'teht nicht n.ir gegenüber dem an- bereu Verlobten, sondern gegenüber jeglichem, freierer die Aufwendungen gemacht hat, ober Verbindlichkeiten cingcgangen ist. 2. Die Verpflichtung, dem anderen Verlobten auch den Schaden zu ersehen, den dieser dadurch erleidet, daß er in Erwartung der Ehe sonstige sein Vermögen oder seine Erwerbsstellung be= rührende Maßnahmen getroffen hat. Solche Maßnahmen können z. B. sein: Aufgabe einer Anstellung oder eines Berufes, Ausschließung einer während des Brautstandes dem Verlobten angebotenen Anstellung ober sonst eines ver- mSge ns rechtlichen Erwerbes, z. B. eines Hndels- gelchaftes. R'ch: aber ist (nach rücksger-ichtlicher ^rechtlprechung) eine solche Maßnahme darin zu rvtreren. daß eine Drlobte einen Heiratsantrag aoiernt der ihr während des Verlöbnisses von einem zweit-en, vielleicht wohlhabenderen Freier gemacht ist. Unter 1 und 2 ist der Schaben nur insoweit zu ersetzen, als die Aufwendungen, die Eingehung der Verbindlichkeiten und die sonstigen Maßnahmen den Umständen nach angemessen traten. Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn ein wichtiger Grund für ben Rücktritt vorliegt. Wann liegt fin wichtiger Grund für den Rücktritt vom Verlöbnis vor, welcher die Schadenersatzverpflichtung aus 1 und 2 ausschlietzt? Das hängt von den Umständen des einzelnen Falles ab. Der wichtige Grund ka:rn in der Person des Zurücktretenden, ober In der Perfon des anderen Teiles liegen. Richt erforderlich ist, daß der wichtige Grind durch Verschulden hervorgerufen ist. Die Versagung ober Zurücknahme der Einwill g ing des Vaters in die Eheschließung, welche bis zum 21. Lebensjahre des Verlobten erforderlich ist, kann nach Re.chsger.cht nicht schlechthin und etn für allemal als wichtiger Grund für den einfeitgen Rücktritt einer Tochter vom Verlöbnis ang.sehen werden, namentlich bann nicht, wenn die C nw.lligung aus verwerflichen und nichtigen Gründen verweigert wirb. Rach Reichsgericht können nachträglich entstandene, nicht leichtfertig hervorgefuchte. ernste Bedenken ein25 Verlobten gegen wesentliche Eigcnfchaften des anderen Teils (z. D. Morphiumsucht der Braut) einen wichtigen Grund zum Rücktr tt bilden, doch ist daran sestz:-halten, daß dir gedachten Bedenken sich auf erhebliche Tatsachen stützen müssen, die nach der in den Gesellschaftskreisen der Brautleute herrschenden Auffassung bei einer sachlichen, die Umstände des einz men Falles berücksichtigenden Wird g ing g e gn t g-wesen wären, den anderen Teil von der Eingehung b'S Verlöbnisses abzuhalten. Rach Reichsgericht kann ein nervöses Leiden der Brant nicht ohne weiteres einen Grund zum Rücktritt geben. Pflicht der Braut ist eS, berar.ig' aus e ner he lbaren Krankheit sich erg-benbe H'ndern sse der Eheschließung zu beseitigen; anders. Wern es sich um ein dauerndes Leiden hand'st. das geeignet ist, die nach dem Wesen der Ehe erforderliche geistige Gemeinschaft zu gefährden 3. Die Verpflichtung der unbescholtenen Verlobten. welche ihrem Verlobt:n die Gemeinschaft gestattet hat. auch wegen des Schadens, der nicht DermögenLfchaden ist, eine billige Entschädigung in Geld zu gewähren. Dieser Anspruch ist nicht übertragbar und geht nicht auf die Erben über, es fei denn, daß er durch Vertrag anerkannt, oder daß er rechtshängig geworden ist. 4. Die Verpflichtung jedes Verlobten, wenn die Eheschließung unterbleibt, dasjenige, was er vom anderen geschenkt oder zum Zeichen des Verlöbnisses erhalten hat, nach den Vorschriften über die Herausgabe einer ungerechtfertigten Bereicherung herauszugeben. Im Zweifel ist anzunehmen, daß die Rück- jorderung ausgeschlossen sein soll, wenn das Verlöbnis durch den Tod eines der Verlobten aufgelöst wird. Die Beteiligten können jedoch abweichende Bestimmungen diesbezüglich bindend vereinbaren. Zu diesen sog. Verlobungsgeschenken gehören a. B. Verlobungsringe, Service», Handarbeiten, Silbersachen, Schmuck. Also hat auch derjenige, welcher ohne wichtigen Grund vom Verlöbnis gutücfgetreten ist oder den Rücktritt des anderen schuldhaft veranlaßt hat und schadenersatzpflichtig gemacht werden kann, Anspruch auf Zurückgabe der von ihm dem anderen gegebenen Derlobungsgeschenke. Nicht aber hat der Verlobte, welcher die Eheschließung wider Treu und Glauben verhindert hat, diesen Anspruch. IV. Wen treffen die Lrfahvcrpflichtungen? 1. Den, der vom Verlöbnis zurücktritt, es fei denn, daß er einen wichtigen Grund dazu hat (vgl. über den wichtigen Grund III. und 2.). 2. Den, der den Rücktritt des anderen durch ein Verschulden veranlaßt, das einen wichtigen Grund für den Rücktritt bildet (vgl. ebenso III. und 2.) Andernfalls könnte ein Verlobter, ohne sich den mit einem ungerechtfertigten Rücktritte für ihn verbundenen Nachteilen auszusetzen, es darauf anlegen, durch sein Verhalten den anderen Teil zum Rücktritte zu veranlassen. Zurücktreten vom Verlöbnis kann auch der Minderjährige, welcher ein Verlöbnis nicht selbständig eingehen kann. Der Rückirit kann ausdrücklich oder stillschweigend erklärt werden und wirkt, wenn er dem anderen Teil bekannt geworden ist. Durch den Rückirit wirb das Verlöbnis unbedingt gelöst, und auch ein ungerechtfertigter Rücktritt Hai nicht zur Folge, daß die Verpflichtungen aus dem Verlöbnis fortdauern, sondern zieht nur die besprochenen Schadenersatzverpflichtungen nach sich. Zum Schlüsse seien noch zwei für dir Verlobten wichtige Vorschriften erwähnt. Die An- spräche aus Schadenersatz gegenüber dem anderen Verlobten, welche vorstehend behandelt wurden, können nur innerhalb zweier Jahre nach der Auflösung des Verlöbnisses geltend gemacht werden. Eine lehtwillige Verfügung, durch die der Erblasser feinen Verlobten bedacht hat, ist untotrffam, wenn das Verlöbnis vor dem Tode des Erb- lafsers aufgelöst worden ist. Welche Umbauten fallen unter die Ausnahmebestimmungen des Reichsmietengesetzes? (Nachdruck verboten.) Zur Anregung der Bautätigkeit werden durch die Ausnahmebestimmungen des § 16 Abs. 1 RMG. die Vorschriften über die Berechnung der gesetzlich e n Miete „auf Neubauten ober durch U rn • und Einbauten neu geschaffene Räume" unter bestimmten Bedingungen ausgeschlossen. Dieser Ausschluß der ge,etzlichen Miete mit dem an seine Stelle tretenden Recht zum Fordern der angemessenen Miete wirb aber nicht von der Tatsache des Umbaues an sich beherrscht, sondern — wie in der neuen Reichsgerichtsentschei- ouna vom 11. November 1926 in grundjätzticher Weste ausgeführt wird — von dem Erfolg her Raumbeschaffung. Aus den üeichsgerichrlichen EntscheidungsgrunLen ist hierzu folgeiloes als ausschlaggebend mitzuteilen: Um die Bautätigkeit anzuregen und so der Raumnot abzuhelsen, befreit § 16 Abs. 1 RMG. die durch Uin- oder Ein- bauten neugefchasfenen Räume von den Mietzinsbeschränkungen der gesetzlichen Miete. Nicht also auf bas Mittel, den Ein- ober Umbau, sondern auf ben Erfolg, die Neubeschaffung von Räumen legt ber Gesetzgeber entscheidendes Gewicht. Nur sie, nicht Um- und Einbauten schlechthin, sollen zwecks Bekämpfung ber Raumnot wirtschaftlich bevorzugt werben. Als neu im Sinne bes Gesetzes sinb daher nur solche Räume anzufehen, die bisher zu Wohn- oder Geschäftszwecken nicht geeignet waren, aber durch die Bautätigkeit des (Eigentümers oder eines anderen gerade einem dieser Zwecke dienstbar gemacht werben. 9m gegenwärtigen Falle handelt es sich um einen dem Beklagten vermieteten Erbgeschoßlaben nebst zwei Hinterräumen, einem Keller und um eine im dritten Stock gelegene Wohnung, für welche die Klägerin unter Berufung auf § 16 RMG. feit dem 11. Juli 1924 eine angemessene Miete fordert. Die in dem Hause der Charlottenstraße 46 in Berlin gelegenen Räume waren ursprünglich als Läden gebaut und verwendet worden. 9m 9ahre 1905 wurde das ganze Gebäude dem Hotelbetrieb gewidmet: demgemäß wurden auch die Läden für die Zwecke des Hotels umgestaltet. Nach Einstellung des Hotelbetriebes im 9ahre 1920 wurde das Erdgeschoß durch neuen Umbau wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zugeführt, die Fußböden wurden gesenkt, Scheibewände würben gezogen, eine unmittelbare Verbinbung zwischen ben Laben unb bem Hofe geschaffen usw. Wesentlich ist bamit noch baß ein Teil ber jetzt bem Beklagten vermieteten Räume aus dem ehemaligen Luftschachte des Hotels besteht. Durch alle diese baulichen Eingriffe sind aber — so wird in den rcichsgerichtlichen Entschcidungsgründen weiter ausgeführt — nicht neue Räume tm Sinne des Reichsmietengesetzes hergestellt, sondern lediglich bereits vorhandene Geschäftsräume in eine Anzahl kleinerer zu geschäftlichen Zwecken bestimmter Räume zerlegt worden. Das kann aber die Anwendung des § 16 Abs. 1 RMG. ebensowenig rechtfertigen, wie es die der neuen Nutzungsart unb ben geschäftlichen Bedürfnissen entsprechende bauliche Ausgestaltung der Räume vermag. Die Haftung beim Autounsall. (Nachdruck verboten.) Am 20. Februar 1925, abends 6.30 Uhr, fuhr der Kaufmann G. in Breslau mit der Ehefrau des Kaufmanns S. in Breslau auf seiner von ihm selbst gelenkten Zyklonette, aus bem 9nnern Breslaus kommenb, burch bie Kaster-Wilhelm-Straße. Bei Ausführung ber Absicht, einen vor ihm fahrenden Radfahrer zu überholen, fuhr er auf bie an ber Kreuzung ber Goethestraße gelegene Sira- ßeninfel auf. Der Kraftwagen wurde umgeworfen, und die Ehefrau des Klägers fiel durch die Wind- schutzsct)eibe des Wagens auf die Straße. Sie wurde so schwer verletzt, daß sic sich einer mehrwöchigen klinischen Behandlung unterzichen mußte. Rach ber Behauptung des Klägers, der Schadenersatzansprüche und Schmerzensgeldfordcrung geltend macht, ist sie auch jetzt noch nicht ganz wiederhergestellt. — Landgericht und Oberlandesgericht Breslau haben den beklagten Kaufmann zur Zahlung von 500 Reichsmark Schmerzensgeld, so wie zur Tragung der Heilungskosten verurteilt, unb außerbem festgesiellt, daß der Beklagte auch für den dem Kläger aus dem Unfall feiner Frau tbeb terhin noch entstehenden Schaden in Anspruch ge- nommen werden kann. Das R e i ch s g e r i ch t hat die vom Beklagten eingelegte Revision als unbegründet zurückgewiesen. Aus ben reichsgc- sichtlichen Entscheidungsgründen geht hervor, baß die Mitnahme eines Fahrgastes aus Gefälligkeit nicht von der Haftung befreit, wenn ein Unfall auf Verschulden des Kraftfahrers zurückzuführen ist. Das Obcrlandesgericht hat im gegenwärtigen Falle eine Fahrlässigkeit des Beklagten fesigestellt, der mit dem Ueberholcn des Radfahrers bis nach der Kreuzung der Kaifer-Wilhelm-Straße mit der Goethestraße hätte warten müssen, zumal er von der dort befindlichen Straßeninsel Kenntnis Halle. Auch das gereicht ihm zum Verschulden, wenn — wie er behauptet -r ber eine Radreifen seines Fahrzeuges so schmal gewesen ist, daß -er in den Straßenbahnschienen stecken blieb. Unzutreffende KredUauskunft. (Nachdruck verboten.) Mit der Frage der Haftung für Kreditauskunft hatte jich vor kurzem anläßlich eines interessanten Einzelsalles das Reichsgericht zu belassen. Es stellte in seinem Urteil Richtlinien auf, bie in weiteren Kreisen bekannt zu werden verdienen. Der Angestellte einer Bank, einer Genossenschaft m. b. H , hatte über die wirtschaftlichen Der- hältnisse eines Darlehenssuchers, der bei ihm selbst in der Kreide stand, seiner Bank günstige Auskunft erteilt, was die Bank bewog, dem Betreffenden einen erheblichen Kredit einzuräumen, mit dem Endergebnis, daß sie die borgeftredten Beträge verlor. Wegen des ihr auf diese Weise entstandenen Schadens nahm sie ihren Angestellten, ber zugleich Mitglied der G. m. b. H. war, in Anspruch, indem sie behauptete, daß er wider besseres Wissen den Darlehenssucher als kreditwürdig empfohlen habe. Das Oberlandesgericht Breslau wies die Klage der Bank ab, das Reichsgericht hingegen hob dieses Urteil auf die Revision der Klägerin auf und wies die Sache an die Dorinstanz zurück, indem cs u. a. ausführte: Der Beklagte hat nicht nur den ihm durch das Genossen chef sstatut aufcrlcg'.en Pflichten zuwidergehandelt, seine Handlungsweise ist auch sittenwidrig. Wer tm geschäftlichen Leben eine Auskunft über bie Kreditwürdigkeit eines lehr alten und Oberhessen. Landkreis Gießen des Gastwirtes Heinrich Berghäuser auS Oberbiel bei Wetzlar wird seit drei Tagen vermißt. Sie ist 21 Jahre alt. von triftiger >4 Alsfeld. 5. Ian. AuS der Stadt- Vorstandssitzung: Zu Beginn der ersten Sitzung im neuen Jahre, die gestern stattsand. übermittelte der Vorsitzende der Versammlung die besten Wünsche zum neuen Jahre. Der erste Punkt der T“x" “ €* “"*“**' * Leide schon lo Jahre an rheumatischen schmerzen im Arm, Rücken, sowie in den Beinen. Habe schon allerlei Mittel versucht, aber nicksts Hali. Aus Anraten meiner Frau versuchte ich auch einmal Ihre Gich- tosint-Tablettcn, und die Wunderwirkung blieb nicht aus. Ich spüre keine Schmerzen mehr. Bei meinen 66 Jahren kann ich wieder gut lausen und meine Arbeit verrichten. Ich sage Ihnen nun meinen besten Tank und kann jedem Reiben: gesährtcn Gichtosint-Tablcttcn warm empfehlen. W. B. i. Sch." Solche Briefe besitze ich Tausende, und nun hören Sie weiter: Gicht und Rheumatismus können nur von innen heraus wirklich kuriert werden durch Entgiftung des Blutes. Tiefes ist verunreinig: täglich spüren sie sich sowokl Im Walde, al auch aus den angrenzenden Feldern. Gröberen Schaden haben sie bisher nicht angerichtet. I Klein-Rechtenbach, 5. Ian. Bei ein« von den Pächtern der hiesigen Gemeinde,ag? ab- gehaltenen Waldtreibjagd wurden insgesamt nur 4 Hasen erlegt. Rehwild kam zahlreich vor. durste jedoch auf Grund der bekannten Polizciverordnung des Oberpräsidentcn der Rheinprovinz nicht geschossen werden. Wie überall in den benachbarten Jagdrevieren, so ist auch hier der diesjährige Bestand an Hasen lehr gering. ---Oberbiel, 5. Ian. Die Tochter ,Jch möchte Ihnen heute meinen Tank aussprechen für die Wun- durch zurückgebliebene harnsaure Salze, und diese müssen heraus, der wirkenden Gichtosint-Tablclten. sonst nützt alles Ernreiben und Warmhalten nichts. Schieber zum Teil verrostet find und nicht mehr ..... — • • "" Bau- Zur Beseitigung der Harnsäure aber dient das G i ch l o s i n t. Sie können das glauben oder nicht, aber Sie sollen keinen Pfennig dafür ausgcben, ehe Sie sich überzeugt haben. Teilen Sie uns Ihre Adresse auf einer Postkarte sofort mir und adressieren Sie diese an: Generaldevot der Viktoria-Apotheke, Ber lin A 23ö, Friedrichstraße 19; es geht Ihnen dann vollständig kosten frei eine Probe Gichtosint mit weiteren Aufklärungen und genaue Gebrauchsanweisung zu. Wenn Sie sich überzeugt haben, so steht es Ihnen frei, mehr von dem Mittel zu beziehen, oder es in einer dortigen Apotheke zu kaufen Gichrosim ist in allen Apotheken zu baben. 11 ür* Die Hilfe gegen Gicht und Rheumatismus. Sie wissen kein sicheres Mittel gegen diese Plagegeister. Einreibun gen, Packungen, Bäder, Salben usw. lindern meistens nur Tür einige Äeit die Schmerzen, aber sie packen nickt immer das liebel an der I« empfehle Ihnen ein wirklich erprobtes.Mittel, und Sie sollen es selbst versuchen, ohne daß es Sie etwas kostet: aber ehe ick ^hnen wehr sage, lesen Sie den folgenden Brief ziemlich umfangreichen Tages- | ordnung behandelte die Wahl von D r e i | Vollerwerbslose mit 1898 Zuschlagsemp- sängern. Gegenüber der Vorwoche kamen 115 Personen neu hinzu, während 39 Abgänge zu verzeichnen waren. Maiugau. WSR. Frankfurt a. M., 5. Jan. Heute abend gegen 6 Uhr ereignete sich im Betriebe der Firma O st e r r i e t h ein schweres Unglück, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Beim Verladen von Waren st ü r z t e aus bisher unbekannter Ursache der F a h r st u h l in die Tiefe, wobei der Abteilungsvorsteher Wilhelm I o st aus Ginnheim mitgerissen wurde. Er wurde so schwer verletzt, bah er kurz nach seiner Einlieferung im Krankenhaus verstarb. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Isr.ReNgionsgemetndr. Gottesd,d.Shnagoge (Südanlage). Samstag, den 8 Jan. 1927. Vorabend: 4.30, morgens: 9.00. abends: 4.55 und 5.35. Gottesdienst der isr. ReligionSgesellschost Sabbatseier, den 8. Jan. 1927. Freitag abend 4.20, Samstagvormittag8.30,nachmittag3.30,SabbatauS- gang5.35, Wochengottesdienst: morgens 7.10, abends 4 00. Sprechstunden der Ncdaktion. 12 bis 1 Uhr mittags. 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlosten. Jür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigesügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. hing zu übernehmen und für die Darlehen bis zur Eintragung der Eicherungshnpothek für die Reubauten die Dürgfchast zu übernehmen, dagegen soll an dem grundsätzlichen Beschlüsse, daß die üleberschreibung erst erfolgt, wenn das Haus im Rohbau vollendet ist. festgehalten werden. — AuS Anlaß der Herausgabe des illustrierten Werkes über die Stadt Alsfeld von Dr. Meyer-Barkhausen. dessen sehr schöne und geschmackvolle Ausführung anteiligen Beifall gefunden Hal. wurde beschlossen, der Bürgermeisterei einen Kredit von 100 Mk. zu bewilligen zur Anschafsung einer Anzahl Exemplare zwecks Versendung an Freunde und Wohltäter der Stadt, besonders von Amerika. - Bezüglich der Faselholtung wurde aus Anregung des Landwirtschaftsamtes Alsfeld beschlossen, einen Bullen der Vogelsberger Rasse, vorbehaltlich der kreisamtlichen Genehmigung, anzuschaffen, nachdem sich die Mehrheit der Viehbesitzer in einer Versammlung dafür ausgesprochen hat. — Unter Mitteilungen berichtete der Vorsitzende über die kürzlich in Gießen unter dem Vorsitz des Provinzialdirektors stattgehabten Besprechung über die Gasfernversorgung der Provinz Oberhessen, bezüglich derer demnächst Verhandlungen eingeleitet werden sollen. — Ferner gab der Vorsitzende bekannt, daß der Unterricht der Logischen Handelsschule in Alsfeld am 4. Januar mit zunächst 16 Schülern eröffnet worden sei, es bestehe jedoch Aussicht, daß sich die Schülerzahl demnächst noch erhöhen werde. — An die Sitzung schloß sich eine nichtöffentliche an, die sich hauptsächlich mit den GrunbstücksankLufen der Stadt beschäftigte. = Ober-Ohmen, 5. Ian. Ueble Erfahrungen mit einem fechtenden jugendlichen Handwerksburschen machte eine hiesige Familie. Der Walzbruder bat um ein Mittagessen, das ihm gegeben wurde. Als er dabei einige Zeit unbeobach- tcl blieb, benutzte er diese Gelegenheit zu einem D i e b st a h l. Erst nach dem Fortgang des frechen Menschen entdeckte man seine üble Tat. Bis jetzt hat man von dem Langfinger noch keine Spur. Kreis Lauterbach. L a u t e r b a ch. 5. Ian. (WB.) Wie Wagners Südwestdeutscher Rachrichiendienst erfährt, wurde heute abend der etwa 60 Jahre alte Schreinermeister Hermann Eifert aus Angers- b a ch von dem hier um 7.16 Uhr aus Richtung Fulda einfahrenden Personenzug erfaßt, zur Seite geschleudert und getötet. Eifert wollte zu dem auf dem andern Gleise stehenden Personcnzug hinübergehen, hatte aber infolge seiner Schwerhörigkeit den -Zuruf des Bahnsteigschaffners und das Herannaheii des andern Zuges nicht gehört. WSR. Lauterbach, 5. Jan. Rach iln- terfchlagung von 3 0 0 0 Mk. ist hier ein etwa 25jähriger Handlungsgehilfe flüchtig gegangen, vermutlich nach dem Auslande. Kraftfahrsorgen im Vogelsberg. + Treis a. d. Lda.. 5. Ian. Einen . reichen und zugleich erbaulichen Abend bot die Vorführung des 3. T eil S D e $ e t &ell< I i [ m ö öl? gestern abend in Will- Saal dahier durch zwei Beamte der Anstalt Bethel bei Diele- leid stattfand. Während die beiden ersteren Bethelfilme zeigen, wie Kranke gepflegt, bei pas- lenber Beschäftigung zufrieden und froh erhalten. Gebundene. Führerlose, Haltlose wieder auswärts geleitet werden, wo praktisches Christentum wal- tet. führt der 3. Teil nach der Insel Amrum, wo der alte Pastor Bobeis chwingh sechs Ho- fpize zur Aufnahme von Erholungsbedürftigen jeder Art. jeden Alters, Geschlechtes und Stan- beS errichtet hat, und zeigt das Leben und Treiben auf der Insel, nebst ptächtigen Ansichten von dieser und der Rordsee. Darnach wurden Laus- Bilder von der Volkshochschule Lindenhof bei Bethel vorgeführt, die der Ausbildung junger Leute aus dem Bauernstand in ihrem zu- künftigen Berufe bient. Den Schluß machten DUder aus dem Werdegang eines Bethel-Dia- kon«. Der Film verdient, wie die beiden ersten Teile, uneingeschränktes Lob. Vertretern für den Verkehrs- und Derschönerungsverein Alsfeld, der vor kurzem gegründet wurde und für dessen Vorstand die Stadtvertretung satzungsgemäß drei Mitglieder zu wählen hat. Es wurden mit Mehrheit die vvrgeschlagenen Mitglieder des Stadtvorstandes. Beigeordneter Weih. L e n t h und Ginsberg, gewählt. Gleichzeitig wurde beschloßen, daß die Stadt dem Verein als Mitglied beitritt. — Zu dem nächsten Punkte der Tagesordnung. ..Verkehrsbund- Ober» »esse n", wurde beschlossen, daß die Stadt dem Bunde mit Wirkung vom Rechnungsjahr 1927 ab mit dem sahungsmäßigen Beitrag als Mitglied beitritt. - Die Voranschläge Über die beiden städtischen Reubauten in ber Siedlung Rambach in Hohe von 21 000 RM. und 29 000 RM. wurden geneh- '^brutf n.rf, . “Stinten “Derf,0M lbe3h6Än>d) 'bauu Qn £ abfr „ich, u*n Arich,O behttrA iS: von Z Ä' k". in. oÄ2id)l °>l° Wed),* ■ fiÄ >" 9lie'-in ftif bem 11. n J Miete fordert. Die in 46 in Berlin «. HPWtö al, Läden efi wurde nolelbetrleb gtmib. die Läden für die ?in'ltUun9 der ™ wurde bas ErdMoß «bttJfin«t ur|prünfllid)tn Oie Fuhboben wurden ge> )en Schgm, eine unmittel- i den Läden und dem Hofe f) ist damit noch bofj ein en vermieteten Räume au« i)ti de; Hotels bestehl. Eingriffe sind aber - |o hen Enischeidunasgründen |t neue Räume im Sinne WftM, fonbern lediglich l'äfisTäumt in eine K;ahl chrn Zwecken bestimmter Das kann aber dir Anwen- lMT. ebensowenig rcdjiftr- tuen Nutzung»«! und den m entfpredjenbt bauliche 1 vermag. *im Hutounfatt. (Hochdruck verboten.) abends b.N Ui)t. fuhr der lau mit der Ehefrau de» stau auf feiner von ihm le, aus dem 9nnem Lres- die Kaifer-Withrim-Strohe. ibsichl, einen vor ihm sah- iberhoien, fuhr er auf. öie doclhcftraße gelegene cira- wagen wurde umgeworien, lägers fiel durch die üflmb- auf die Slrohe. Lie wurde [j( lich einer mehrwöchigen Öberlanbesgendj beklagten Kaufmann ju smark Schmerzenkge d, |o iungsfofien oerurtei t, un * der Beklagte auch su m Unfall feiner Örau W ?» X«s WH?'(Liften, wenn - feit bßeb. ** verbalen.' Senoff^ ÜtgSÄ E'S-SÄS klagt M . dieses Dic auf u.a- 'et Kreis Friedberg WSR. Bad»Rauheim, 5. Ian. Vorgestern erschoß sich hier in der elterlichen Wohnung ein 21jährigrs Mädchen. Das Motiv der Tat ist unbekannt. Z Bad-Rauheim. 5. Ian. In feierlicher Handlung wurde gestern abend dwneueTutu- lehrer des Turnvereins 1 860, Willi 6 Inn fee II, in fein Amt eingrführt. Es nahmen über 100 ausübende Turner und Turn r .n: e i d?s Vereins und außerdem zahlreiche andere Mi> glieder daran teil. Turnlehrer Sinnwell. der in Baden beheimatet ist und sine Au-brldung an der badischen Landesturnanstalt erhalten hat. steht im 28. Lebensjahre. Als Tuml hrer war er bisher in Villingen in Baden und in Cur- havon mit großem Erfolge tätig. Sein turne- risches Können befähigte ihn zur Teilnahme an bei Amerikafahrt ber Deutschen Turner- schäft im letzten Sommer, von der et als Sieger beim Louisviller Turnfest heimk.-hrte. 1922 war er Zwölfkampfsieger bei den dei_itschen Kampfspielen in Berlin. 1923 holte er sich beim Deut- sch en Turnfest in München als Zwölskämpfer den Eichenkranz, 1924 wurde er erster Sieqer beim Kreisturnfest des TurnkreisrS Baden. W. Smn- well meistert b^sond^rs die Geräte, was in erster Linie Veranlassung gab. ihn in di 2 Amerika-Riege aufzunehmen. — Zwei Turnern des Vereins, die an dem Gießener Lehrgang zur Ausbildung von Vorturnern mit Erfolg teilgenommen. wurden im Verlauf der schlich'en Feierlichkeit die von der Leitung des Kursus ausgestellten Zeugnisse mit anerkennenden Worten überreicht. m Schwalheim , 5. Ian. Die hiesige G e - meindevcrtretung hat einstimmig beschlossen. die Gcmeindeschuldkapitalien mit 1 21/, Prozent aufzuwerten. 4 Ober-Morl en, 5. Ian. Eine von uns schon vor mehreren Wochen gebrachte Rachricht, wonach mit einer Dergrößernnng der katholischen Kirche unserer 2300 Einwohner zählenden Gemeinde in nächster Zeit zu rechnen ist. scheint sich, einer Meldung der ^B.-R. Ztg." zufolge, nun zu bestätigen. Das vor 200 Jahren erbaute Gotteshaus reicht für die heutigen Ver- hältnisse nicht mehr aus. zumal unser Ort in den letzten Jahren eine starke Bevölkerungszunahme oufzuweisen gehabt hat. Vor dem Kriege dachte man sogar daran, eine neue Kirche zu bauen. Der BausondS in Hohe von bald 100 009 Mk. ist aber ein Opfer der Inflation geworden, so baß man sich heute mit einer Erweiterung des Gotteshauses begnügen will. Auswertung und erneute Sammeltätigkeit haben jetzt wieder einen neuen Fonds für den Umbau auf rund 12 000 Ml. anwachsen lassen. Man beabsichtigt, auch eine Heizungsanlage zu schassen. Bis zur 200-Jahr- Feier der Kirche, die 1928 begangen werden kann, hofft man die Erweiterungsarbeiten zu vollenden. y. W ö l f e r S h e i m, 5. Ian. Rach amtlichen Eintragungen sind im abgelaufenen Iah re in unserem Orte 26 Kinder getauft, 25 Schüler konfirmiert, 7 Paare getraut und 14 Personen beerdigt worden. Zur Schulausnahme gelangen an Ostern 31 Kinder. D.e Einwohnerzahl unseres Fleckens betrug bei Kriegsbeginn 1125 und beläuft sich z. Zt. trotz des schweren Kriegs- verlustes von 50 Personen auf 1270. Kreis -Ilsfeld. andern erteilt, ist noch Den im Deschästsleben herrschenden Grundsätzen gehalten, zu sagen. waS er über ihn weiß, zumal wenn er annehmen muß. daß eS für dre Prüfung feiner Kredit- VÜrbiakeit wichtig ist. Das gilt um so mehr wenn dem AuSlunftgeber wie hier auch noch die genossenschaftliche Pflicht ablieyt. die Zwecke und Ziele der Genossenschaft, nämlich den gemeinschaftlichen Betrieb des Bankgeschäfts, zum Rutzen ber Mitglieder zu fördern. Möglicherweise hat ber Beklagte mit seiner Empfehlung 6er Klägerin Schaden zuzufügen nicht beabsichtigt, aber bei Dor Ihm bekannten, nich's weniger als günstigen Lage des Kreditsuchers mußte er mit Verlusten für die Bant rechnen. Da jedoch der Beklagte den Kreditsuchenden nicht als kreditwürdig in jeder Höhe bezeichnet hat. so ist zu erwägen, ob er für den ganzen Schaden aufzulommen hat. seine völlige Befreiung von der Schadenersatzpflicht ist jedoch keinesfalls gerechtfertigt. tReicksger.lv. 59. 26.) WSR. Limburg, 5. Ian. Im benachbart ten Langendernbach hatte der Chauffeur Maars mit einer Gesellschaft Reujahr gefeiert L Mücke. 5. Jan. Der V 0 g e ls b e r g hat nun einmal feine Krastfahrsorgen. Be- fonders haben sich diese bei den starken Schneefällen vor Weihnachten bemerkbar gemacht Während in Der Wetterau und um Gießen herum fast kein Schnee anzutreffen war. lag er im oberen Vogelsberg stellenweise 1 Meter hoch. Weit höhere Schneewehen bedeckten an vielen Stellen Die Straßen, so daß fast der ganze Postautoverkehr lahmgelegt wurde. Die Postauto-Strecken Lllrichstcin—Schotten und Lllrichstein—Lauterbach wurden ganz eingestellt. Die letztere wurde nach Beseit.gung der Schneewehen nur von Cngelrod nach Lauterbach befahren. Aus dieser Strecke war ein Post- auto im Schnee steckengeblieben. Ein anderer Wagen hatte einen Bruch des Getriebes erlitten. Dieser Aussall von zwei Wagen brachte auch empfindliche Storungen auf Der Strecke Ulrichstein—Mücke. Am besten bewährt hat sich bei dem Schneefall ein älterer Wagen mit hohem Rahmenbau. während die neueren Wagen mit niederem Rahmenbau stecken blieben. Im Interesse des geregelten Autoverkehrs im Vogelsberge läge es. wenn bei Harten Schneefällen die mit. Die dazu erforderlichen Glaser- und Schrelncrarbeiten wurden gemäß Den Vorschlägen der Baukommission zugeschlagen. Die bei- >cn Häuser sollen bereits im nächsten Zrüh- ahr bezogen werden. — Aus nicht aufgeflärter Ursache ist einer Der beiden Heizkessel der Fernheizanlage im Weinhaus durch unsachgemäße Behandlung so stark beschädigt worden, daß er nicht mehr zu benutzen ist. Es wurde daher ein neuer Heizkessel von der Finna H. S ch a s f st a e d t G. m. b. H. in Gießen angeschasst. Die Versammlung erteilte hierzu ihre Genehmigung. — Aus Antrag des Stadtdauamts wurde die Anschafblng einer Anzahl neuer Abstellschieber für d i e Wafserleltung genehmigt, da Die funktionieren. — Auf eine Eingabe der plahkommission der Deutschen Bau- Siedlungsgemeinschaft. Ortsgruppe Alsfeld, wurde beschlossen. Der Gesellschaft bei dem Erwerb von Bauplätzen die Vermitt- kurze Zeit allein war. eine Geldkassette, die hinter Dem Bufett aufbewahrt wurde. Es befanden sich etwa 750 Mark Bargeld, Sparkassenbücher und ein Scheckbuch I dann eingeladen worden, bei' einer be in der Kassette. I freundeten Familie zu übernachten. Kaum hatte WSR. Offenbach 5. Jan. Heute vormit- I er sein Schlafzimmer ausgesucht, als dir anderen tag stieß ein Straßenbahnzug mit einem Bewohner einen Schuß Härten und ihn in seinem Autolastzug aus Reu-Isenburg mit vol- Blute schwimmend tot ausfanden. Auf welche ler Wucht zusammen. Dabei wurde der 2lrt und Weise der junge Mann sein Leben ver Strahenbahnwazen aus Den Geleisen geschleudert joren hat. ob durch unvorsichtiges Hantieren oder und quer über diese gestellt. Der Vdrderperron ^rch Selbstmord, steht noch nicht fest, des Motorwagens wurde vollständig eingedrückt. €>r««iä Ott<*£*<*t-hnrn Der Anhänger des Lastautos wurde abgerissen 5tre19 nicru,irB* und ebenfalls auf die Straße geschleudert. Der | bl. Dom Westerwald. 5. Ian. Die Straßenbahnwagen mußte abgeschleppt werden, großen Meliorationsarbeiten auf Personen sind glücklicherweise nicht zu- dem Westerwald, die durch Die Boden- schaden gekommen.' - Hier wurde wegen ge- Verbesserungsgenossenschaft der Kre/e Wei.r- werbsmäßiger Abtreibung die Frau bürg. Marienberg und des Dilllreües schon sc^l Katharina Gruber s e st g e n 0 m m e n. Sie war 1923 im Gange sind, sollen in Diefem 2ahre in bereits früher deswegen angellagt worden, mußte stärkerem Maße durchgesührt werden. In den aber mangels Beweises freigesprochen werden. Jahren von 1924 bis 1926 wurden rund 500 Hek- Am 30. Dezember starb nun hier eine 25 Jahre tar bei einem Kostenaufwand von rund 1 80 000 alte Ehefrau. Es wurde nachträglich festgestellt. Mark meliorisiert. Im lausenden Jahre ge- daß ein unerlaubter Eingriff bei ihr vorgenom- I denkt man auch etwa 500 Hektar urbar zu men worden war. Frau Gruber hat nun nach machen. Man rechnet mit annähernd 200 000 Mk. längerem Leugnen Die Tat eingestanden Kosten. Die Mittel tragen Staat, Krets. Be- und auch, daß sie sich für diese Tättgkeit be- zlrksverband und Gemeinden gemeinsam, zahlen lieh. Sie wurde dem Amtsgerichts- Dlllkrcis. gefängnis zugeführt. bl. D i l l e n bu r g, 5. Ian. Aach dem Stande I vom 31. Dezember zählte man im Dillkreis 1190 Kreis Wetzlar. 4-Krofdorf, 6. Ian. Im Bezirke der Bürgermeisterei Atzbach-Launsbach hat die Maul- und Klauenseuche jetzt etwas nachgelassen: nur In Wißmar wütet sie noch in ziemlich starkem Maße. Insgesamt sind der Seuche in den Orten Krofdorf, Gleiberg, Kinzenbach und Wißmar bis jetzt 113 Stück Dieh zum Opfer gefallen; davon entfallen auf Krofdorf-Gleiberg 64, Wißmar 30 und Kinzenbach 19 Stück. • Krofdorf. 5. Ian. Die erste und zweite Radballmannschast des hiesigen Rad-Clubs „Teutonia" gewann bei einem Saalwettbewerb des Radfahrervereins „Wanderlust" in Okriftel bei Höchst a. M. unter starker Konkurrenz (darunter Frankfurt und Wiesbaden) den ersten und zweiten Preis Der Klasse B. Der Verein kann mit berechtigten Stolz auf diesen Erfolg bilden. <> Hochelheim, 5.3an. Der Pächter der hiesigen Gemeindejagd veranstaltete dieser Tage in der Feldmarck ein Kessel- treiben auf Hasen, bei dem nur 9 Mümmelmänner zur Strecke kamen. Die Tatsache, daß in früheren Jahren ein Vielfaches dieser Strecke erreicht wurde, beweist, daß auch hier in diesem Jahre der Bestand an Hasen ein sehr geringer ist. Bei dem Treiben wurde ein Schütze durch einen Schrotschuh im Gesicht leicht v erkeht. O Riederklee n. 5. Jan. Bei einer Treib jagd in den Waldungen der hiesigen Gemeinde wurden 1 Wildschwein. 4 Hasen und 2 Füchse zur Strecke gebracht. Die Wildschweine. Die bisher hier nur als Wechselwild vorkamen, sind seit einiger Zeit Standwild geworden. Fast Straßen möglichst schnell f teige- mackt würden. Daran fehlt eS noch seht. So sott das Postauto Ulrichstein-Schotten heute noch nicht verkehren. ES fehlt an der nötigen Organisation. Don feiten der in Frage kommenden Kreisämter müßten Wittel und Wege gesunden werden, damit die ihnen unterstellten Hauptverlehrsstraßen so schnell wie irgend möglich für den Postautoverkehr fahrbar gemacht würden Diese Organisation Darf nicht erst geschaffen werden, wenn sich haushohe Schneewehen über Die Straßen türmen. Dann liegt natürlich jeglicher Verkehr tage- oder wochenlang brach. Es muh ein regelrechter Schnee dien st eingerichtet werden, den die Etraßenwärier zu versehen hätten. In jedem Dorf sollten Schnee- pflüge. Gespanne und Mannschaften bereitstehen. - - um nötigenfalls sofort mit der Arbeit zu be- Gestatt und etwa .60 Meter groß, ginnen. Wenn hierbei Die Kreisämter, Die K r a f 1 s 01 ms. 5. Jan Unser Rachb.ii Gemeindebehörden und die P 0 st Hand dort Kröffelbach dürste wohl der einzige in Hand arbeiten, so braucht es nicht zu Wochen- Ort unseres Kreises sein, in dem im vorigen langen Verkehrshemmungen zu kommen, die das I Jahre kein Einwohner gestorben ist ganze Wirtschaftsleben der abgelegenen Gebiete Demgegenüber hat das etwa 4d0 Einwohner empfindlich stören. Natürlich entstehen durch die »ählend? Dors 16 Geburten zu verzeichnen. Beseitigung des Echnee-s auch ansehnliche Kosten. ZIreiH Bicvenkopf. Aber was in den Städten und deren Umgebung . nnn of.,* in .... "ögUch M. kann oud> wli-Wch 6kr °bon nicht „ n >. Ü n " ° u. n unrn^I ich sein. Ausbau und > e u ch e unter den Viehbeständen schweren die Schaden an BI. |.M mm £r 7°r nAUm ÄU- schwör' »erluf,. Den auszubauen und den Erfordernissen und ÜVCIÖ Marvurg. dringenden Wünschen der Bevölkerung anzu- WSR. Marburg, 5. Ian. Durch Feuer passen. Das gilt insbesondere von der Strecke tout&Ci wie schon berichtet, in der Silvesternacht Ulrichstein —Mucke, die wohl den lebhaf- 6lc Scheune des Gastwirts Conrad Vogel In testen Verkehr auszuweisen hat. Ein dringendes or deck (Kreis Marburg) volttoinmen Vernich- Bedürfnis für die beteiligten Orte ist, daß Der tc( |^on fange kränkliche Landwirt gebaut Schmidt, der in der Scheune sein Stroh unter- I gebracht hatte, erregte sich infolge des Verlust ei- derart, daß er einen Herzschlag erlitt und Fahrplan dieser Autolinien aus wird, so daß ein weiteres Auto an _ „ 11.10 lUjr vormittags ab Mücke nach Gießen liefe. Auf der Rückfahrt könnte es die Reisen- 1 verstarb. Den. Die 1.18 von Gießen kommen, mitnehmen. Märbu rg. 5. Ian. Dieser Tage san Bis jetzt fährt nur morgens und abends ein bcn in Ä a । j c l Besprechungen Der Landes- 1 n Wagen. Der Verkehr nach Dem Zug um 11 Uhr Staatsbehörden stall, a.i Denen der Vorsitzend. ist aber bedeutend starker als abenDs, so Daß Landesausschusses, so^ie Oberbürgermeister eine Erweiterung des Fahrplanes sehr notig 0 i g t - Marburg teilnahmen. Hierbei wurde wäre. Wir wollen hoffen, daß Di: Po st v e r - fct(, ^rage des Ausscheidens Der Stadt toaltung den Bedürfnissen Der Bevölkerung in cniarburg aus Dem Kreisverband Ec' diesem Sinne entgegenkommt. D-.e Geine.nden Hoheit Ci ic Schwierigkeit liegt noch darin, daß und die Privatpersonen, die ein Interesse daran das Gesetz eine Einwohnerzahl von 25 000 Seelen hoben, sollten alles tun. Damit Diefc Ogircgung Dcr(angi ' die Die Stadt Marburg jedoch noch weiter verfolgt und schließlich verwirklicht wird. ni^t ^reicht hat. Es ist aber anzunehmen, daß Da wir in absehbarer Zeit mit dem Dau einer Provinziallandtag der AuLscheidung zu- Bahn nicht werden rechnen können, müssen Die voraus das Ministerium des Ini ern D:.- bestehenden Auiolinien weiter vervolllommnet Zustimmung seinerseits nicht versagen Dürfte, werden. Damit sie schließlich ein möglichst voll- wertiger Ersatz für Die Bahn sind. LvcrlahNkrclS. --------- WSR. Weilburg. 5. Ian. Im Steinbruch Geilnau verunglückte Der 21jährige Steinbruch' OtGrHCnuUrg. arbeitet Albert Kaiser aus Giershausen Durch - SarmftaM, 5. Ian. In tintr HI«I>g«n h-r°bstllr,-nd.S V°st«in tödlich. Wirtschaft entwendete ein Gast, der auf 5ircid 4*iinb 11 r. DerFrosch mit derMaske Roman von Edgar Wallace. 33 Fortlegung. Nachdruck verboten. Der Beamte grinste. „So ein gutes Gedächtnis habe ich nicht", sagte er. „Da sympathisiere ich ganz mit Ihnen", sagte Elk. „Aber wenn Sie versuchen würden, sich daran zu erinnern, könnten Sie vielleicht doch einige wichtige Auslagen machen. Gesichter sind doch schließlich keine Jahreszahlen. Der Diener blätterte in seinem Buche. „Stimmt, an dem Tage hatte ich Dienst. Aber wir bekommen so viel Gepäck herein, daß es mir unmöglich ist, mich an eine bestimmte Person zu erinnern. Ich weiß nur eines, daß ich mich erinnern würde, wenn diese Person etwas Merkwürdiges an sich gehabt hätte." „So. Sie glauben also, daß der, der das abgegeben hat, ganz gewöhnlich allssah? — War es vielleicht ein Amerikaner?" Der Diener dachte wieder nach. „Nein, das glaube ich nicht", sagte er. „Wir haben schon seit Wochen keine Amerikaner hier gehabt." Elk trug die Handtasche in das Amt des Bahn- Hofpolizeiinspektors und öffnete sie mit Hilfe seines Dietrichs. Der Inhalt war ungewöhnlich. Ein kompletter Anzug, Hemd, Kragen und Krawatte. Ein funkelnagelneues Rasierzeug. Eine kleine Flasche Annatto (Ein Färbemittel, das gewöhnlich von Milchmännern gebraucht wird.) Ein Paß auf den Namen „John Henry Smith" lautend, aber ohne Photographie, eine Browning-Pistole mit gefülltem Magazin, ein Kuvert mit fünftausend Frank und fünf Einhundert-Dollar-Scheinen. Die Kleider trugen keine Marken, der Browning war belgisches Fabrikat, und der Paß mochte falsch sein, aber zumindest das Formular, auf dem er ausgestellt war, war zweifellos echt. Eine spätere Nachfrage beim Auswärtigen Amt ergab, daß er nicht amtlich ausgestellt war. Elk schaute die Gegenstände, die auf dem Schreibtisch des Inspektors in langer Reihe ausgebreitet waren. „Das ist die wunderschönste Reiseausstattung, die ich je gesehen habe", meinte der Bohnhofsin- spektor. „Die schönste Ausstattung, um durchzubrenncn. Das ist auch meine Meinung", sagte Elk. „Und wissen Sie — ich möchte wetten, daß eine gleiche Handtasche auf jeder Endstation von London zu finden ist. Ich werde die Sachen auf die Polizeidirektion bringen. Vielleicht wird der Mann zu Ihnen kommen, um nach der Tasche zu fragen, aber ich halte das für höchst unwahrscheinlich." Elk trat aus dem Bureau des Inspektors. Einer der Nordexpreßzüge war gerade mit zweistündiger Verspätung eingetroffen. Elk stand zerstreut und müßig da und beobachtete den Strom Der Reisenden, der sich vor den Schranken staute. Und da er eine Weile so gestanden war, bemerkte er ein bekanntes Gesicht. Da er aber so völlig in andere Gedanken versponnen war, erkannte er den Betreffenden erst, als dieser schon den Ausgang erreicht hatte. Es war John Bennett. Elk schlenderte durch die Schranken zu dem Stationsbeamten. „Woher kommt der Zug?" „Aus Aberdeen, Herr." „Letzter Aufenthalt?" fragte Elk. „Letzter Aufenthalt in Doncaster", antwortete der Beamte. Während sie sprachen, sah Elk zu feinem Erstaunen Bennett zurückkehren. Er arbeitete sich eilig durch den entgegendrängenden Strom der Reisenden durcy, die eben die Schranken passiert hatten. Augenscheinlich hatte er etwas vergessen. Als Bennett wieder erschien, trug er den gewohnten schweren, braunen Kasten, und Elk erkannte die Filmkamera, das Steckenpferd des seltsamen Mannes, durch das er seinen Verdienst zu erwerben suchte. „Sonderbarer Kauz!" sagte Elk zu sich selber, rief einen Wagen an und brachte seinen Fund in die Polizeidirektion. Er schickte nach zweien seiner besten Leute. „Die Aufbewahrungsräume jedes Bahnhofs in London sollen nach Handgepäck von dieser Art untersucht werden", sagte er, indem er die Tasche vorwies. „Alle Stücke sind wahrscheinlich schon wochenlang eingelagert. Stellen Sie die gewöhnlichen Fragen nach dem Manne, der die Sachen hinterlegt hat und, um ganz sicher zu gehen, öffnen Sie auf der Stelle jede der Taschen. Wenn Sie ein vollständiges Rasierzeug, einen Paß und Geld vorfinden, so bringen Sie sie nach Scotland Pard." Dick anerkannte bewundernd die Organisation, als Elk ihm seinen Fund vorwies. „Er hat dafür gesorgt, sich zu jeder Tages- und Nachtzeit in Sicherheit bringen zu können", sagte Elk. „Bei jeder Endstation hätte er Geld, andere Kleider, den nötigen Paß, um ins Ausland zu fahren, Annatto, um Gesicht und Hände zu färben, gefunden, und mußte nur seine eigene Photographie mithaben. — Uebrigens, wisien Sie, daß ich John Bennett getroffen habe?" „Wo? Auf dem Bahnhof?" fragte Dick. Elk nickte. „Er kam aus dem Norden aus einer der fünf Städte, — Aberdeen, Arbroarth, Edinburgh, Park oder Doncaster. Er hat mich nicht gesehen, und ich habe mich auch nicht vorgedrängt. — Geben Sie mir Antwort, Herr Hauptmann, — was halten Sie von dem Manne?" Dick antwortete nicht. „Ist er vielleicht Ihr Frosch?" forderte ihn Elk heraus. Aber Dick Gordon lächelte nur. „Sie können sich eine Menge von Arbeit ersparen, wenn sie sich den Gedanken aus dem Kopfe schlagen wollten, daß ein Kreuzverhör mit mir irgendein Resultat für Sie zeitigen könnte." „Das weiß ich ohnehin", murrte Elk., „Dieser John Bennett ist mir ein Rätsel. Wenn er wirklich der Frosch ist, so hat er doch gestern abend nicht in Johnsons Wohnzimmer anwesend sein können." „Außer, falls er mit einem Motorrad nach Doncaster gefahren märe, um sich ein Alibi zu verschaffen", sagte Dick lächelnd, und nach einer Pause fuhr er fort: ,Hch bin wirklich neugierig, ob die Polizei von Doncaster unsere Direktion aufrufen wird oder ob sie sich auf ihr eigenes Nachrichtendeparie- meni verläßt?" . „Nachrichten? Worüber denn?" fragte Elk überrascht. „Mabberley Hall, das außerhalb Doncaster liegt, wurde gestern von Einbrechern ausgeraubt," sagte Dick, „und Lady Fitz Hermans Brillanientiara wurde gestohlen. Das unterstützt Ihre Theorie wohl so ziemlich, Elk, was?" Elk antwortete nicht. Aber er wünschte inbrünstig, irgendeine Entschuldigung erfinden zu können, um John Bennetts Handtasche ein einziges Mal zu durchsuchen. XXIII. Eine Begegnung. Herons Klub, der auf Befehl der Polizei zeitweilig geschlossen gewesen war, durfte nun wieder seine Pforten öffnen. Ray nahm seinen Lunch fast immer bei Heron ein, wenn er die Mahlzeit nicht mit Lola teilte, die eine glänzendere Atmosphäre oorzog, als der Klub sie zu Mittag bot. Als er ankam, waren nur einige Tische besetzt. Die Erinnerung an die Polizeiunter- suchung war noch immer wach in den Gemütern, und die vorsichtigeren Kunden hatten noch nicht gewagt, zurückzukeyren. Es war allgemein bekannt geworden, daß Hagn, der Direktor, feit der Nacht der Aushebung nicht wieder gesehen worden war. Unbestätigte Gerüchte über seine Verhaftung liefen um. Ray war nicht gewohnt, seine Post nach Herons Klub adressiert zu erhalten, und daher war er überrascht, als der Kellner, der seine Bestellung übernahm, ihm zwei Briefe, einen vielfach gesiegelten und sehr schweren, und einen anderen, kleineren übergab. Ray öffnete den großen Umschlag zuerst und wollte den Inhalt herausziehen, als er gewahr wurde, daß das Kuvert nichts anderes als Geld enthalte. Er wollte die Noten selbst vor einem spärlichen Publikum nicht dem Umschlag entnehmen und stellte nur zu seiner Freude di^hohe Anzahl und Gattung der Scheine fest. Es lag keine schriftliche Mitteilung dabei. Aber da war ja noch der andere Brief. Ray riß ihn auf. Das Schreiben trug weder Anrede noch Datum, und fein Inhalt lautete in Maschinenschrift, wie folgt: „Am Freitagvormittag werden Sie die Kleidung anziehen, die man Ihnen zustellen wird, und sich zu Fuß auf der Landstraße nach Nottingham begeben. Sie werden tan Warnen Jim Carter annehmen, Legitimationspapiere auf diesen Namen lautend, werden in den Taschen des Nockes zu finden fein, der Ihnen morgen durch einen besonderen Boten überbracht wird. Don nun an dürfen Sie sich nicht mehr rasieren. Sie dürfen nicht in der Oeffentlichkeit erscheinen. Besuche machen ober solche empfangen. Ihr Geschäft in Nottingham wird Ihnen mitgeteilt werden. Vergessen Sie nicht, daß Sie zu Fuß reisen müssen und in Unterkunftshäusern — gelegentlich auch in Schlafstellen der Heilsarmee — nächtigen werden, wie sie Vagabunden mit Vorliebe besuchen. In Barnett, auf der großen Nordstraße, in der Nähe des neunten Meilensteines, werden Sie jemanden antreffen, den Sie kennen und der auf der übrigen Reise Ihr Begleiter fein wird. In Nottingham werden Sie weitere Befehle erhalten. Man wird wahrscheinlich Ihrer gar nicht bedürfen und die Arbeit, die Sie zu leisten haben, wird Sie in keiner Weise bloßstellen. Vergessen Sie nicht, daß Ihr Name (Tarter ist. Vergeßen Sie nicht, daß Sie sich nicht rasieren dürfen. Vergessen Sie nicht den neunten Meilenstein und den Freitagmorgen. Wenn Sie sich diese Tatsachen Ihrem Gedächtnis eingeprägt haben, so nehmen Sie diesen Brief und den Umschlag, der das Geld enthält, und verbrennen Sie alles im Kamin des Klubs. Ich werde Sie dabei beobachten." (Fortseß'mq folgt.) ®eee®®e»ae»®eit_ bin ich hierher geritten, um deine Worte zu hören. Gib Antwort auf meine Frage! Es soll dich nicht gereuen." Da faßte die Alte Mut und spracht ..Wenn es denn sein muß, Herr, so will ich's Euch erzählen - Ich bin ein altes Weib und viele, viele Jahre trage ich schon die Bürde des Le^ bens. Ich erinnere mich noch wohl daran, daß vor langer Zeit hierzulande ein Aga herrschte, öer so böse, so unmenschlich und blutgierig war. daß alle jammerten, Gott habe uns die furchc- barstc Plage geschickt, die ein Wenlch ertragen könnte, ilnb wir alle baten Goll unteren Peiniger von uns zu nehmen und ihn zu töten. Der Himmel erhörte das inbrünstige Flehen dcr Serben, und der böse Aga starb. Der war Euer Großvater. Herr. Rach seinem Tode geschah etwas, was niemanb für möglich gehalten hätte: Wir bekamen einen neuen Aga zum Gebieter, der noch viel schlechter war. als dcr frühere. Zu Hunderten peinigte er Manner. Weiber und Kinder, bis sie dahmstarben, und die letzten Groschen Geldes zog er denen aus der Tasche, die er am Leben lieh. Unb wieder gab es überall Gebete Gott möge den Wüterich von uns nehmen. Gott möge uns von der schlimmsten Plage der Menschheit erlösen. Und ehemaligen^ USP. kommandieren, denen die Mayen längst zum Kommunismus davongelaufen sind Die alten USP.-Häuptlinge aber glauben, ihre Lorherrsä)aft in dcr Partei nur dadurch behaupten -u können, daß sie die Anhängerschaft der Partei dauernd in Unruhe über die Staatssorm erholten, die sie für bedroht crflären. Es war daher ein hübscher Knallesscft, als die Partei in der letzten Sitzung des Reichstages das Kabinett stürzte — und vertrauensvoll in V ‘ - Beim Menschen kennen wir das Ende b:v Kindheit, b. h. bie Grenze der körperlichen Eni Wicklung, ganz genau unb wissen, baß im allgemeinen bie südlichen Völker bas Kinbheits stabiurn rascher burchlaufen als bie Menschen bei nördlichen Rassen. Bei ben Tieren ist es aber viel schwerer, festzustellen, wann sie ganz erwachse, sind. Der eriglische Zoologe Dr. Chalrners M, tchell hat barüber ein reiches unb interessante gesammelt. Da bie menschenähnlichem ©Uberberg« neuerdings in manchen Unternehmer- kreisen der alle Herrenwille des Kampfes gegen bie Arbeiterschaft wieder laut wirb — so ist dies eben Merkmal bet Übergangszeit. Anzeichen ber Wegwende, vor der wir stehen und bie einzelnen eine innere Entscheidung Koblenz, 5. Ian. Der Versiche- rungSinspektor Gustav E. aus Frankfurt a. M unb der Kaufmann A. aus Berlin hatten sicb wegen Münzverbrechens in Koblenz zu verantworten. R. hatte 400 Stück Fünfrenten- nistet begehen noch in der Ministerwohnung das Familiensefl, unb vor dem 4. ober 5. Januar totrb jedes politische Gespräch unter Strafe gestellt. Run ist diese Karenzzeit bald vorüber. Sind schon munkelt man allerlei von den kommenden Reichskanzlerkandidaten. Zwei Ramen werden hauptsächlich genannt: Curtius unb Stegerwald. Wenn Stresemanns Ramc bisher in der Oeffenttichkeit noch nicht ausgetaucht ist, so liegt das wohl hauptsächlich daran, bah man Curtius. ben Freunb bei Außenministers, für dessen Ministerschaft er sich stets sehr warm eingesetzt hat, als den edlen Ritter ansieht, ber für Stresemann jederzeit bereit ist in die Tiefe zu springen, wie es einst sein berühmter Ramens- -etter für das römische Wohl getan hat. Stresemann Hal mit seinem dauernden Hinweis auf des Freundes Ministerbefähigung keine üble Sat getan. Denn Curtius ist ein guter Wirlfchasts- minifter gewesen. Einer, der seine erfahrenen Räte vernünftig arbeiten ließ. Er hat sich als ein Mann von Sleberblid unb politischer Duldsamkeit erwiesen. Die im Rcichswirtschastsmini- sterium ausgesammelte Tüchtigkeit des Beamtenkörpers hat sich im allgemeinen unter seiner Ministcrschast gut auswirken können. Aber in diesem Minister schlummern dunkle Regungen. Richt dunkel in schlimmen und politisch rückschrittlichem Sinn, sondern dunkel- = unentwickelt, triebhaft, unbewußt. Schon in seiner Tätigkeit als Wirtschaftsminister hat sich in ihm Nacht bt |ClQrn& Qnb4 T8eIlen öro&en lud ,le|neten ,IS QnberecSriDahr S chlag entn> « Sünb $5 s «rief. an £* ®e bie ty, b« M*'. .»rben Ä*t lat. 'N den Tosch!«?"! diesen >"en morgen b!!5?0^"5 ^acht wirb, Ä',nen A rasieren Ci? hkeit erldvjn,» 0?Ur'6n Langen ^fir ra -?^nchr . migiF'Achäst in «ueiil werden. mee Qud) in 'S?» n unb der au ber übrin-n M ?lbeburjen 'mb die ten haben, wirb Sie ;n Jollen Sie nicht, bah ,-5r9e^n Sie nicht, bah ’urfen. Sergefien Sie nicht JfÄ Ore'tagmorgen, jfMen Ihrem Gedächtnis wijmen Sie diesen Brief r dos Geld enthält, und m Samin des Klubs, hch chlen." mg folgt.) Holsteiner . nn “ l Material gesammelt. Da die menschenähnliche: Assen sich in der Gefangenschaft nur schwer län gcTc Zeit am Leben erhalten, hat man die Entwicklung verhältnismäßig selten beobachtet, bar aber annehmen, daß die Kindheit dieser Tiere Vic zum 8 oder 12. Iahre währt. Die erheblich kleineren Mandrills brauchen ebenso lange, um ausznwachsen. während bei den Meerkatzen bi- Kindheit zwischen bem 3. unb 6. Iahre abschließi unb die kleinen amerikanischen Affenarten schon nach 2 Iahten erwachsen sind. Bei ben Raub treten bauert bie „Kindheit" der Löwen unb Tiger burchschnittlich 3 bis 5 Iahre. die der Leoparben 1 bis 3 Iahre. Langsamer wachsen die Bäten heran: die großen brauner. ‘Bärei- brauchen 5 bis 6 Iahre. und bei den Eisbären dauert es noch länger. Die Kindheit der Robben umfaßt 4 Iahre. Die kleineren Hunde haben eine erheblich kürzere Kindheit als die großen. Doggen sind erst nach 2 Iahren voll erwachsen, d^ Jagdhunde etwa nach 18 Monaten: die Pointers unö Setters beanspruchen nur 15 Monate, die Foxterriers etwa 12, bie Dackel 6 bis 8 Monate. Das größte lebende Säugetier, der Elefant, erfreut sich auch der längsten Kindheit: ec ist erst mit 20 bis 24 Iahrcn erwachsen. Trotzdem geh' sein Wachstum sehr viel schneller vor sich als beim Menschen, denn der ausgewachsene Clesani ist 50,naI so schwer wie das neugeborene Elefantenbaby. Schwierig sind die genauen Beobachtungen beim Rashorn: die Heinen Rashörner bleiben etwa 7 bis 8 Iahre bei der Mutter, um sich dann .selbständig zu inachen". Bei den Pferden und Eseln ist die Kindheitszeit unter bem Einfluß ber Zähmung sehr zusammengefchrumpft. sie dauert nur noch 3 bis 4 Iahte, häufig sogar kurzer. Sehr schnell wächst das Rilpferd heran, das nach 5 bis 6 Iahre» oft schon 4 Tonnen totegt. Das Schwein erreicht die Grenze seines Wachstums nach 10 Monaten bis 2 Iahren. Die Giraffen wachsen 6 bis 7 Iahre. wahrend d,e Die Entwicklung der wittschafts- unb sozialpolitischen Lage gibt der. F r a n k s u r t e r Zei- t u n g" Anlaß zu folgenden Betrachtungen: „Gerade in Deutschland kann man kaum mehr einen InbustrieNen von Rang treffen, ber einem nicht erklärte, baß „fic im Prinzip alle Freihändler" seien. Aber in der Praris ändert sich nichts, nichr in Europa, nicht in Deutschland. Einzelne Großindustrien reichen sich über die nationalen Grenzen hinweg die Hände: die Internationale des Eisens wächst empor, die stärkste unb realste aller Internationalen, zur gemeinsamen Regelung unb Beherrschung der Märkte, eine ungeheure Machtzusammenballung gegenüber den Staaten, den Abnehmern und der Arbc'.terschaft. Die Zollmauern aber bleiben, durch wenige, wirklich zustande gekommene Handelsverträge «.Schweden. Schweiz. Finnland. Lettlands kaum gemildert: mit Frankreich kommt es nur zu einem kurzfristigen Provisorium, mit Polen geht ber Zollkrieg unvermindert weiter. Ganz fern bleibt der Gedanke, daß Deutschland heute mit äußerster Entschlossenheit Bauernpolitik treiben mühte: wir erhöhen im Gegenteil im 3uli noch die 1925 wieder eingeführten Getreidezölle. die ben schon ins Wanken geratenen ostelbischen Grohgrund- besitz von neuem befestigen, unb während jetzt auch im beutschen Süden und Westen die nachgeborenen Bauernsöhne zur Siebclung drängen, machen wir so bie Bobenpreise toieber steigen unb dulden es, daß bie preußische Bureaukratie bie vorn Reichstag geforberte Siedelungsaklion lähmt. Ganz fern aber bleibt ebenso ber Gedanke. daß wir durch Abbau ber Zölle, der Industrie- wie der Getreidezölle, die Kauflraft der Massen unb unb mit ihr bie Probuktionskraft selbst heben müßten: unangetastet bleibt bantm auch bie Macht ber Kartelle, bie hinter den Zollmauern ben deutschen Abnehmer sich tributvflichtig machen. Eine wesentliche Erleichterung allerdings erfährt die Wirtschaft: der Reichsfinanzminister Dr. Reinhold baut sehr energisch die Steuern ab. bie sein deutschnationaler Vorgänger allzu lange im Uebermah aufrecht erhalten hatte. Aber zu mehr kommt e* nicht; der zweite Teil einer wirklichen Steuerreform - eine wirtschaftlich vernünftige unb sozial gerechte Reuverteilung ber Steuerlast — wirb nicht in Angriff genommen. Sinb von ber sozialen Gesetzgebung gilt bas Gleiche. Derselben Quelle wie die Steuerüberhöhung. nämlich ber Rotgeschgebung 1923 24 aus ber Krisenzeit des Jnflationsendcs, entstammte ja auch die speziell auf die Arbeiter- und Angestelltenschaft gelegte Sonderlast der Arbeitszeitverlängerung. Auch diese Frage bedarf einer Aeuregelung. Aber mit ihr ging es nicht so schnell wie mit der Steuerkürzunge sie steckt als Teil des Arbeitsschuhgesetzes noch ganz in den Anfängen. Darf man sich wundern, daß die soziale Spannung wächst? Man dars es nicht? Denn eine ungeheure Aufgabe bleibt für die private Wirtschaftsführung wie für die staatliche Wirtschaftspolitik zu lösen: bie Einreihung ber anderthalb Millionen Arbeitslosen in den Produktionsprozeß. Erst wenn das gelungen sein wird, nicht durch eine doch stets unzureichende künstliche Arbeitsbeschaffung. sondern durch wirkliche Eingliederung in bie reguläre Produktion, wird man von einer tatsächlich erreichten Normalität der Wirtschaft und von einem tatsächlichen Funktionieren des Wirtschaftssystems sprechen dürfen. Bis dahin bleibt ein Krankheitsherd, über dessen furchtbaren Ernst diejenigen, bie davon nicht betroffen sind, sich durch Börsengewinne und Di- videnbensteigerungen nicht Hinwegtäuschen dürfen. England mit der Ungeheuerlichkeit seines sieben Monate hindurch fortgcführten Streiks von mehr als einer Million Bergarbeitern ist ein Warnungszeichen Hier brodelt unterirdisch ein Bullau. Unb wenn heute die Wirtschaftspolitik von Reich und Ländern die Riescnaufgabe. die hier gestellt ist. im wesentlichen noch als eine Refsortangclegenheit des Sozialministers ansieht: wenn gegenüber der auf Ausgleich der Spannung unb auf Zusammenarbeit von Arbeitgebern imb Arbeitnehmern bebachten klugen Mahnung Dr. Io ^unb^i 3n Den „Leipziger Neuesten Nachrich ten* geht Paul Hermes den Sünden unserer inner politischen Krisis nach und meint: „Wir werden das Jahr 1926 einst daran messen, wie weit es uns aus der oben Praris der bloßen Foriwurstelns heraus- gebracht hat" — wurde hier vor Jahresfrist ange- kündigt. Nun, wir müssen leider bekennen, daß es uns innerpolitisch aus dieser Praxis nicht heraus, sondern nur immer tiefer hincingebracht bat. Fori- wursteln war dcr innerpolitischen Weisheit letzter Schluß für den Reichskanzler Marx geworden, über die er kurz vor Jahresschluß dann noch gestürzt ist. Das ganze Jahr hat unter den Folgen des Wirrwarrs gelitten, der dadurch angerichtet wurde, daß die Deu1sck)nationalen Ende 1925 aus der Rechtsmehrheit überraschend ausbrachen. Eine Mchrbeits- regierung, wie sic der parlamentarischen otnatsfonn allein entspricht, kam barauff)in überhaupt nichr mehr zustande. Die Sozialdemokraten wurden „ausschlaggebende" Pariei, ohne sich der Muhe des verantwortlichen Mitregiercns unterziehen zu brauchen. Dazu bleibt die „vereinigte" Sozialdemokratie an- ,fähig, weil in ihr die Häuptlinge der USP. kommandieren, denen die Massen türkisblaue Hinterteil, und nur die gigantischen Scheren heben sich mit ihrem satten Rot vom Steingrund ab. auf bem sie gebettet sinb. Roch vor wenigen Wochen hatte der Hummer nur eine Riesenschere: jetzt ist die zweite wieder uachge- wachsen und verspricht bald ebenso groß zu fern Im Becken nebenan hausen seit jüngster Zeit vier Langusten, die ihren verkümmerten, eilige» bogenen Hinterleib gerne in den Felsenspalten verstecken. Co sitzen sie wie Fabeltiere. Hirschen ähnlich, auf staksigen Gliedersühen, violett-rot, schwarz und weih gesprenkelt, am gepanzerten Kopfbruststück die Stacheln, und blicken aus hochgestielten Augen sich gegenseitig an. 'Wenn sic marschieren, legen sie die langen Fühlerpaare in herrlichen Kurven rückwärts, sträuben sie aber, sobald der Wärter auch ihnen Nahrung zuwirft und zanken sich um bie Beute. Der stärkste treibt die anderen am zerklüfteten Felsen hoch, den sie halb schwimmend, halb rückwärts gehend, ertlimmen. dieweil ber Sieger in aller Gemächlichkeit aussucht, was ihm am besten schmeckt. In ihrem Becken, beffen Grunb feinster Sand bebedt. leben auch bie Schollen, von vielen Besuchern des Aquariums übersehen, weil sie in erstaunlichem Mimikri kaum vom Sand zu unterscheiden sind, wenn sie ruhend auf ihm liegen. Erst bei genauem Hinsehen erkennt man bas schwarz glänzende Auge und die orangeroten, kleinen Tupfen auf ihrer flachen Oberfläche. Schwimmen sie, so flattert Ihr Leib ebenso wie der des gefleckten Steinbutts unter horizontalen Flossenschlägen. Meist aber ruhen sie mit schwach atmenden Kiemen. In stillen. Langen Kreisen schwimmt der Stör über sie hinweg. Seine gebogene Schnauze hat am vorgestreckten Unterliefet vier elfenbeinweißc Fühler — Bärtel genannt — die gleich entzückenden Hirschgeweihen abwärts ragen und richtunggebend zucken, sobald sie einen Gegenstand ertasten. marlscheinc angefertigt, die beide in verschiedenen Städten au£gaben. In Kreuznach wurde C.. alter einen falschen Schein an den Mann bringen wollte, festgenommen, während R. in die Schweiz flüchtete, dort aber ebenfalls verhaftet wurde Beide Angeklagten sind geständig Das ertoeitertr Gericht verurteilte sie zu je drei Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaussicht. Zuchthaus für einen Hehler. WSR. Frankfurt a. M.. 5. Jan. In bei Berufungsinstanz würbe gestern unb heute gegen ben früheren Geschäftsführer des Mieterschuhver- bandcs Gustav Hammer verhandelt. Hammer war seinerzeit wegen Hehlerei zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden, gegen welches Urteil sowohl ber Staatsanwall, tote Hammer Berufung eingelegt hatten. Zu der neuen Verhandlung waren 33 Zeugen und sechs Cacd- verständige geladen. Die neue Verhandlung gestaltete sich sehr ungünstig für den Angeklagten dem zahlreiche Hehlereien nachgewiesen wurden Das Urteil lautete wegen schwerer Hehlerei au! ein Iahr Zuchthaus. Wegen ber Hohe ber Strafe würbe Hammcr. gegen ben auch nocv ein Verfahren wegen Verleitung zum Meineid schwebt, sofort verhaftet. Der böse Aga. Don Friedrich Wallisch. Ich will euch etwas aus der Tairtenzeic erzählen. 'Aber kein Märchen, sondern ein ®e= schichtchen, bas burefc unb durch wahr unb wahrhaftig tu. Da herrschte einmal — es ist wohl hundert» fünszig Iahre her — über einen Landstrich in Serbien ein böser türkischer Aga. Alle, bie das Unglück hatten, ihm untertan zu sein, lieh er seine Macht so fühlen, baß jeder zu Gott flehte, ber Tob möge ben grausamen Herrn ereilen. Rur ein altes Wciblcin betete für seine Gesundheit unb sein langes Leben: währenb alle den Aga verfluchten unb sehnlichst ben Tag erwartetem an bem Goll ben Furchtbaren von ber Welt nehmen würde, sprach sie nie ein schlechtes Wort über ihn unb ließ nicht ab, zum Himmel zu flehen, bah ber Aga ein hohes Aller erreichen möge. Der böse Türke wußte recht wohl, tote übel ihm bas Serbenvoll gesinnt war, und er erfuhr auch durch feine Spione von ber sonderbaren Akten, die für sein langes Leben betete. Eines Tages bestieg er fern Roß unb ritt zwei Sage weit, bis er zu der Hütte bes Weibes kam. Der Schreck fuhr ihr nicht wenig in bie Glieder, als sic den geschmückten Reiter m einer Staubwolle bahersprengen sah. Unb als er bann gar vor ihrer Hütte die Zügel anzog unb Halt machte, da wußte fic sich vor Angl, kaum zu fassen. Sie erhob sich von ihrer kleinen Holz- bant auf ber sie vor der Tür mit ber Webspindel in der Hand gesessen hatte. „Pomozi bog!" grüßte der Aga. „Weiht du. wer ich bin?" „ Ich glaube nicht, Euch je gesehen zu haben , gab die Alle zögernd zur Antwort. .Aber wer Alltel Ihr sein, wenn nicht der Aga? Ich kenne ber bewährten Obhut Hindenburgs überlassend. IBte diesmal ihrem Vertrauensmann Marx, so hatten die frisch „vereinigten" Sozialdemokraten Ende 1922 ihren Vertrauensmann Wirth gestürzt — damals, «Die heute, um ihrer inneren Zerrissenheit und Halt- losigkeit nach außen Luft zu machen. Auf der anderen Seite, auf seilen der Rechten, hält man es gleichfalls für unerläßlich, mit der Staatsform un° _ „ xufriehen zu fein oder Unzufriedenheit mit der t6nne )nö$tc so gern Dcutschncllionale und Staatssorm zu markieren. So kommt es, daß sich Sozialbemotraten in einem Kabinett vereinigen, auch im Laufe des verflossenen Jahres der leidliche Hoehsch als Prophete rechts. Hilserding als Pro- Deharrungszustand nicht einstellen wollte, ohne den v-)ete links, und er selbst unb Stresemann als rin Regieren in wirklich varlamentarischcr Form in ^e Welt sinder in der Mitten, das würde so Deutschland, bei der allgemeinen Parteizersplitte- ein Robinett nach feinem Herzenswunsch abgeben, runa, nicht möglich ist. v ist immer erfreulich, wenn ein Minister sich Was dem deutschen Parlamentarismus fehlt, sind | fcincn Optimismus und seinen Idealismus erhält. Schade nur, baß die Dinge sich doch auch härter im Raum stoßen als in den raumlosen Träumen des Ideals. Die Deutschnationalen würden sich vielleicht beteitfinben lassen, sich auf biese Weise in bie Regierung zu schlängln. Qtber bie Sozialdemokratie hat nach den Erfahrungen der letzten Iahre sicher keine Neigung, sich in ein solches Kabinett zu begeben und wieder einmal als Aushängeschild für die Außenpolitik zu fungieren, in ber sicheren Erwartung. rin paar verläßliche Trager der Staatsgewalt neben dem Reichstag, eine Art von Senat vor allem neben der Kammer' des allgemeinen Wahlrechts. Heute steht alles aus ben zwei Augen des Reichspräsidenten, und dem fehll auch die verfassungsmäßige Be- uu fugnis, von sich aus ein Kabinett zu bilden und zu , stützen, wie sie der Präsident der Vereinigten Staaten hat. Obwohl diese Mängel auf der Hand liegen unb ’ nach Reformen schreien, dachte dcr Kanzler des Jahresansangs, Luther, nicht an dergleichen. Er be- u QU -------------------- onügte sich habet, In den alten ausgefallenen Weifen k^rt ^us bem Kabinett hinauskompLirnentieri einer Minderheitsregierung fortzuwurfteln, und als werden, wenn mit ihrer Hilfe die Rheinlandc er entgleist war, setzte sein 9lad)fotgcr das Geschäft sind und nunmehr wirtschaftspolitische des Fortwurstelns mit der ihm eigenen Selbst- unö Qnt)erc innerpolirischc Probleme bie zusriedenhell fort. Kurz vor Weihnachten war auch Rcichsrcqierung beschäftigen. Der zweite er so weit, daß der Regicrunaskarrcn ummarr, und Raiididat Stegerwald ist als alter unb in dem Graben liegt er noch. Das Mißtrauensvotum, erprobter Arbeiterführer von solchem Uebcr» - womit der hohe Reichstag vor fünf Wochen in bie schwang ber Ibeale frei. Er wirb, wenn es sein Ferien ging — das ist das Erfreuliche daran — mu& und wenn es geht, auch in eine Regierung 'chloß unausgesprochen ein unbegrenztes Ver- ßer Großen Koalition eintreten. Sympathischer ttaucnsootum für Hindenburg ein. freilich ist ihm wahrscheinlich, ein Kabinett Der So schließt das Jahr innerpolitisch in jeder Be- ^Nitte zu bilden und sich durch lose Abmachungen ziehung unbefriedigend unb die Aussichten für bie &ie Sozialdemokratie zu verpflichten. Auch bei ihm Zukunft sind kläglich. In ber engen (9 ichastlhuberci 5^ ,u cinem gewissen Grade die Gefahr, des Parteitteibens, mit feinem kleinlichen Kontur- ^ah fein Kabinett der Mitte nach einer gewissen renzneid und der ewigen Furcht, vom Nachbarn zur Karenzzeit den Anschluß nach rechts sucht. Aber Linken ober Rechten über- ober unterboten zu wer- für Stegerwald ist immerhin seine Zentrumsge- den, läßt es zu feiner gesunden Einstellung zum izundcnheit von maßgebender Bedeutung. Er wird Staate kommen, und ber Wille zur notwendigsten n^2t ohne die Partei die Regierungsbildung Reform verkümmert mehr und mehr. Nur die übernehmen und er wirb nicht, ohne baß das Bureaufratie umklammert den Staat und die oentrum ;n feiner Gesamtheit die Haltung wech- Staoten immer fester unb dichter, und bie txrage, fe{l oie Richtung feiner Kabinettspolitik ver- wic lange der staatliche Organismus das wohl noch Zubern So sehr auherbem Slegerwalb Politiker aushäll, ist schon nicht mehr unberechtigt. und durch seine große Gewandtheit zur boliti- • schen Arbeit befähigt wäre, so ist er anöcrer- Zum gleichen Thema sagt Georg Berichard scits doch viel zu sehr mit der Arbeiterbewegung fn ber „Dossischen Zeitung" Es ist ein verwachsen, um nicht an chr bauernd feine dn- herrliches Zeichen deutscher Slnbekümmeriheit, fünfte zu kontrollieren. Gewiß ist die Differenz Mft bei uns zu gewissen Zeiten die Welt- zwischen der sozialdemokratisch organisierten und «eschichte auf Ferien geschickt wird. Es kann der christlich orientierten Arbeiterbewegung immer passieren, was da will. In film, um Ulm unb noch viel zu groß, um an eine in absehbarer um Ulm 'rum. So um ben 20. Dezember herum Zeit mögliche Derscomelzung glauben zu können. - - - ■ ' ' ~ Doch gibt es gewisse innerpolitllcye fragen, in denen die verschiedenen Flügel unb Gesinnungsrichtungen Der Arbeiterschaft in Dcutschlanb zu» lammenhalten. Gcrabe Diejenigen wirtschaftlichen Probleme. Die in ber nächsten Zeit zu lösen sinb, werben es Weber bem Zentrum noch auch Steger- Kamele schon rmt 3 wahren „die Kinderschuhe I ausgetreten haben". Der mächtige Bison ist nach 2 bis 3 Jahren voll ausgewachsen, bas Elentier nach 2 Jahren und die Antilopen je nach der I Gröhe noch 1 bis 4 Jahren. Das Känguruh ver- läßt nach 6 Monaten den Tragbeutel seiner Mutter und ist nach 1 bis 2 Jahren voll ent- I wickelt. Unter den Ragetieren hat der Biber eine Kindheit von 2 bis 3 Jahren, während der Hase sich mit rund 15 Monaten, das Kaninchen mit 8 bis 12 Monaten begnügen muh: Ratten sind nach 6 Monaten ausgewachsen. Mäuse nach 3 bis 4. Anders sind die Berhültnisse bei den Bögeln. Obgleich viele von ihnen länger leben als die Säugetiere, ist ihre Kindheit verhältnismäßig kurz. Der Strouh, der größte Bogel, erreicht die volle Entwicklung schon nach 3 bis 4 Jahren, im gleichen Zeitraum wie die Paradiesvögel und Kondors. Die kleinen Raubvögel hoben eine ebenso lange Kindheit wie die Hühner I und Fasanen, nämlich 2 Jahre, während die viel größeren .Flamingos in kürzerer Zeit ausgewachsen sind. Im allgemeinen gilt für das Bogel- reich eine Kindheitsdauer von 1 bis 4 Jahren. Bei den Reptilien und den Fischen ist eine Grenze schwer zu sehen, weil hier die inneren Temperoturverhältnisse. die nicht konstant sind, eine große Rolle spielen. Man kennt eine ganze Reihe von Wassertieren, die sich fortpflanzen, ohne je eine bestimmte Grenze der Entwicklung zu erreichen, und ähnlich ist es auch in der I Jnsektenwelt. Die Rothäute in Zivil. Die Romantik verschwindet immer mehr aus dem Leben der ursprünglichen Besiedler Kanadas, der Indianer, die sich dort noch in größeren Stämmen erhalten haben. Die Rothaut in Kriegsbemalung und Federschmuck lebt jetzt tatsächlich nur noch in den wunderschönen Geschichten, die die Jugend noch immer so eifrig verschlingt. Wie würden unsere Buben enttäuscht fein, wenn sie einen modernen „Indianer in Zivil" sehen könnten, der das eintönige und arbeitsreiche Leben eines Bauern führt, moderne Kieidung trägt, in einem hübsch eingerichteten Haus wohnt und sich bei der Tierschau auf dem Jahrmarkt mit seinen Mastochsen um einen Preis bewirbt. Die Zivilisierung aber ist der einzige Weg. um die Rothäute vor dem Aussterben zu schützen und diesen geschichtlich berühmten Stämmen eine neue Entwicklung zu gewähren. Rach den neuesten Meldungen der kanadischen Regierung nimmt die Bevölkerung in den noch ganz von Indianern bewohnten Gebieten dauernd zu. Es gibt gegenwärtig mehr als 107 000 Indianer in Kanada. Die besseren hygienischen Lebensbedingungen und die größere Sorgfalt in der Aufziehung der Kinder macht sich bemerkbar. Der „Medizin- I mann", der der Bevölkerung mehr schadete als i ein feindlicher Stamm, ist aus den Präriegegenden verschwunden. Rördlich von der Transkontinentalen Eisenbahnlinie leben die Indianer noch völlig ungestört in den weiten^ Landstrecken zwischen dem Atlantischen und dem Stillen Ozean! sie sind als Trapper und Fischer, zumeist im Dienste der Hudson-Bay-Gesellschaft, tätig. In den östlichen Provinzen haben sich die Rothäute ans Stadtleben gewöhnt und sind dort als Arbeiter und Handwerker tätig; manche begnügen sich damit, Kanus und Mokassins für die Reisenden anzufertigen, die durchaus« echte indianische Erinnerungen" mit nach Hause bringen wollen. Sie sind fast ohne Ausnahme römische Katholiken. -In den drei Prärie-Provinzen Manitoba, Sas- katschewan und Alberta, hat sich der Jndianer^zum tüchtigen Farmer entwickelt. Hier sind ca. 35 000 Rothäute in 125 Schutzgebieten angesiedelt und sie haben aus diesen Gebieten blühende, fruchtbare Landstriche gemacht. Wenn man durch diese indianischen Ansiedlungen fährt, dann glaubt man. völlig sich in einem von Weißen bevölkerten Land zu befinden. Die Indianer haben ihre Schulen, ihre Kirchen, Kranlenhäuser und Läden; sie gehen ganz so angezogen wie andere Farmer. Rur noch ein paar alte Leute gibt es, die noch von Wigwams und Tomahawks schwärmen, aber -sie werden bald ausgestorben sein. Die meisten dieser jungen indianischen Bauern haben ihre Ausbildung auf einer der Ackerbauschulen der Regierung-erhalten; sie kommen dorthin mit 7 Jahren und bleiben bis zu 18 Jahren; sie lernen alles, was zur Ackerbau- und Gartenwirtschast gehört. Die indianischen Kinder, die nicht auf diese Schulen geschickt werden, lernen lesen, schreiben. rechnen und andere gute Dinge in den Schulen der einzelnen Siedlungen. Die Indianer sind so angesicdelt. daß jede Familie von fünf Personen eine bestimmte Menge Land erhält; sic haben während des letzten Jahres das von ihnen bestellte Terrain um fast 5000 Hektar vergrößert und mehr ols eine Million Bushels Getreide erzeugt. Sie sind Landleutc mit Leib und Seele und wollen von den Gewohnheiten ihrer Borväter nichts mehr wissen. Wirtschaft. Jur Reform des Eisenbahngüiertarifs. Die feit mehr als einem Jahr bearbeitete Gütertarifreform steht vor dem Abschluß. Soweit bekannt, ist zwar die Einführung einzelner Tarif- und Güterermäßigungen geplant, dagegen soll an dem grundsätzlichen Aufbau des Tarifsystems nichts geändert werden, eine Absicht, die erhebliche Bedenken mit sich bringt Bor dem Krieg hatte die Eisenbahn den Kilometertarif, jetzt hat sie den Staffeltarif. Der Hauptunterschicd zwischen dem Staffeltarifsystem und dem Kilometersystem besteht darin, daß beim Staffelsyftem die nahen Entfernungen zu gunsten der weiten sehr stark belastet werden. Man hat geglaubt, zur Entlastung der weiter entfernt liegenden Gebiete Deutschlands den Staffeltarif ein- führen zu müssen, und zwar auch um den Preis der zu starken Belastung der Gebiete, die hauptsächlich auf nahe Entfernungen Güter empfangen und versenden. Interessant ist nun. daß die Gebiete, denen man eine Entlastung hat gewähren wollen, von dieser Absicht gar keinen Ruhen gehabt haben. Für O st p r e u ß e n haben z. B. Berechnungen der Ostpreußischen Handelskammern loigendes Bild ergeben: Es sind im Jahre 1913 insgesamt befördert worden 7,471 Mill. To., 1924 6,311 Mill. To. (84 Prozent von 1913'. Davon entfallen auf den Rahverkehr 1913 4,366 Mill. To. (58 Prozent des Gesamtverkehrs), 1924 4.391 Mill. To. (69,6 Prozent des Gelamtver- kchrs). Die Mengen der Güterarten, die vorwiegend (d. h. über 50 Prozent' am Rahverkehr beteiligt waren, betrugen 1913 5,591 Mill. To (74,8 Prozent des Gesamtverkehrs'. 1924 5,477 Mill. To. (86.8 Prozent des Gesamtverkehrs' wovon nur auf den Rahverkehr 1913 4,160 Mill. To.. 1924 4,195 Mill. To. entfallen. Aus diesen Angaben geht ganz einwandfrei hervor, daß Ostpreußen vorwiegend am Rahverkehr interessiert ist (die Durchschnittsentfernung aller ostpreußischen Eisenbahntransporte beläuft sich auf 130 bis 140 Kilometer), daß es also durch die Staffeltarife keine Entlastung, sondern im Gegenteil eine Belastung erfährt. Wie stark diese ist. ergibt sich daraus, daß in der für Ostpreußen wichtigsten Bahnverbindung gegenüber der Bor- kriegszeit Frachtsteigerungen eingetreten sind, die zwischen 172 Prozent bzw. 219 Prozent schwanken. Ein ähnliches Bild ergibt sich für Bayern. Für den an der Grenze des Reiches liegenden Bezirk Süd-Bayern zum Beispiel hat sich gezeigt daß der Güterversand zu über 83 Prozent aus einer Entfernung unter 300 Kilometer erfolgt, während der Güterempfang zu über 67 Prozent ebenfalls aus einer Entfernung von unter 300 Kilometer kommt. Dabei ist beim Güterempfang zu berücksichtigen, daß der größte Teil des Fernempfanges auf Brennstoffe entfällt (über 20 Prozent des Gesamtempfangs), so daß ohne diese der überwiegende Anteil des Rahverkehrs noch deutlicher in Erscheinung treten würde. Man sieht also, daß die Gegenden, die nut dem Staffeltarif bevorzugt werden sollten, von dieser Absicht feinen Borteil gehabt haben. Dagegen sind die Rahverkehrsgüter außerordentlich belastet. Es ist z. B. nachgewiesen, daß die Guter- tariftlaffen D und E bis zu 500 Kilometer viel höhere als die Durchschnittssrachten tragen müssen. nur um den Staffeltarif ermöglichen zu können. Sehr interessante Zahlen über die aus dem Staffeltarif sich ergebende Rahbelastung sind für landwirtschaftliche Erzeugnisse errechnet worden. Die Frachtsteigerung für Getreide beträgt jetzt gegenüber dem Frieden auf 100 Kilometer 60 Prozent, auf 200 Kilometer 47 Prozent, auf 300 Kilometer 40 Prozent; für Zuckerrüben auf 100 Kilometer 9 Prozent, auf 200 Kilometer 11 Prozent, auf 300 Kilometer 6 Prozent; für Mühlenfabrikate auf 100 Kilometer 60 Prozent, auf 200 Kilometer 47 Prozent, auf 300 Kilometer 40 Prozent; für Berbrauchszucker auf 100 Kilometer 61 Prozent, auf 200 Kilometer 53 Prozent, auf 300 Kilometer 46 Prozent; für Kartoffeln zu gewerblichen Zwecken auf 100 Kilometer 9 Prozent, auf 200 Kilometer 11 Prozent, auf 300 Kilo" meter 6 Prozent. Eine rückläufige Tendenz weisen nur die Speisekartoffeln auf. Was diese Belastung ausmacht. möge zeigen, daß auf 300 Kilometer Entfernung für Roggen, Weizen und Zuckerrüben der Frachtanteil am Preise zwischen 10 und 35 Prozent schwankt. Angesichts dieser Sachlage wäre eine stärkere als die' bisherige Berücksichtigung des Rahverkehrs wirklich nicht unbillig. Für besondere Fälle (z. B. Brennstoffversand in weit entfernte Gegenden) könnten ruhig Ausnahmetarife eingeführt werden. Der Kaliabsatz im Dezember 1926. Der Absatz des Deutschen Kalisyndikates G. m. b. H. im Dezember 1926 betrug 957 269 Doppelzentner Reinkali gegen 589 777 Doppelzentner im gleichen Monat des Vorjahres. Der Gefamtabfatz in den ersten acht Monaten (Mai bis Dezember) des lausenden Düngerjahres beträgt 6 2'29 359 Doppelzentner Reinkali gegen 6 466 763 Doppelzentner Reinkali in den ersten acht Monaten des Düngerjahres 1925 26. Der Absatz im Kalenderjahre 1926 beträgt 10 997 138 Doppelzentner Reinkali gegen 12 255 117 Doppelzentner Reinkali im Kalenderjahre 1925. • Aus dem Interessenbereich der I. G. F a r b e n i n d u st r i c. Die Deutsche C-ellu- loid-Fabrik in Eilenburg, die im August v. I. den Generalkartell-Anschlußvertrag mit der Köln- Rottweil A. G. infolge Niederganges der letzteren auf die I. G. Farbenindustrie in Frankfurt a. M. aufgehoben und danach einen neuen Vertrag mit der Dynamit A. G. vorm. Alfred Rodel u. Co. (hiernach sollten die Aktionäre der Deutschen Celluloid-Fabrik die gleiche Dividende erhalten wie die Dynamit-Robel-Aktionäre) abgeschlossen hatte, steht nunmehr im Begriff, mit der 3. G. Farbenindustrie A. G. in Frankfurt a. M. einen neuen Jnteressengemeinschaflsvertrag abzuschließen. über den die auf den 18. Januar einberufene o. H. B. zu entscheiden haben wird. iyrantfuriv. . Frankfurt a. TR.. 6. Jan. Tendenz Ab- geschwächl. Die Effektenbörse war heute von Betrachtungen über die künftige Entwicklung des Geldmarktes beeinflußt. Vorbörslich konnte sich die freundlichere Tendenz der gestrigen Abend- börse durch noch vorliegende Kaufaufträge behaupten. zumal der Geldmarkt auch für Termingeld wieder recht flüssig ist. Da heute die Diskontermähigung der Bank von England erwartet wurde, jedoch bei dem amtlichen Beginn der Börse noch nicht vorlag, so setzte man einige Zweifel in die englische Diskontermähigung. wodurch naturgemäß auch die deutsche Diskontermäßigung ßinausgeschoben wurde. Infolgedessen trat allgemein eine leichte Abschwächung ein. Eine Ausnahme bildeten nur Bankaktien, die durchweg um 1 Prozent s e st e r lagen. Bayr. Hypotheken plus 3 Prozent. Am M o n t a n in a r 11 konnten sich nur Kali- aktien befestigen (Westeregeln plus 1,75 Proz.). Harpencr minus 2.5 Proz. Von Chemiewer- t c n setzten I. G. Farben 2 Proz. schwächer ein, in Verbindung damit Rheinstahl minus 2.5 Proz. und Riebcck minus 0.75 Proz. Schifffahrtsaktien schwächer. Hapag minus 1.5. Rordd. Lloyd minus 3 Proz. B a u st o f f a k t i e n überwiegend freundlich. Zement Heidelberg plus 1.5 Proz. Z e 11 ft o f f a 11 i c n uneinheitlich. Waldhof minus 2 Proz. Aschaffenburg plus 1 Proz. Gut behauptet lagen die Werte der Metallbaukgruppe. Scheideanstalt plus 2 Prozent. Am heimischen Anleihemarkt drückten die zahlreichen Hausseengagements der letzten Tage, wodurch ein leichter Rückschlag der Kurse eintrat. Kriegsanleihe 0,862.50. Schutzgebiet 17,65. | Fremde Renten verkehrten etwas lebhafter bei anziehenden Kursen. Am Geldmarkt trat eine weitere Entspannung ein. Tagesgeld 4’ , Prozent. Monatsgeld 5' t Proz. für erste Adressen und 7 bis 7' . Proz. für zweite Adressen. Im Devisenverkehr waren keine wesentlichen Veränderungen zu verzeichnen. London-Kabel 4.8537 mäßig schwächer. Die Reichsmark stellte sich gegen das Pfund auf 20.435, gegen Kabel I auf 4.2095 leicht erholt. Paris-London 122.92. I Der weitere Verlauf der Börse wurde äußerst I ruhig bei abbröckelnden Kursen. Berliner Börse. Berlin. 6 Jan. Sie Erörterungen an der heutigen Börse waren fast ausschließlich von der Frage der Gestaltung des Geldmarktes Datum: Devisenmarkt Berlin-Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung. (Ohne Gewähr.)____________ Arankfu r r Getreid. .sc. Frankfurt a. M., 6. 3an Es wurden notiert: Weizen. Wetterauer, 29 bis 29.25; Roggen. inländ.. 24.50; Sommergerste für Brau- zwcckc 25 bis 26.50, Hafer, inländ., 19,50 bis 20; Mais (gelb) 18.50 bis 19; Weizenmehl, inländ.. Spezial 0. 40,75 bis 41,75, Roggenmehl 35 bis 36, Weizenkleie 11.75 bis 12: Roggenkleie 12. Tendenz: Flau beherrscht. Die Rückflüsse vollziehen sich jetzt so rasch, daßkurzfristigeGelder kaum unterzubringen sind. Die Sähe zeigten eine scharfe Tendenz nach unten und man rechnet daher mit einem Rückgang des Privatdiskontsahes. Tagesgeld 4,5 bis 6,5 Prozent. Monatsgeld 6.5 bis 7,5 Prozent. Warenwechsel mit Dankgiro 5 bis' 5,75 Prozent stark gefragt. Die Börse wandte sich bei ihren Operationen hauptsächlich den Werten zu. die bei der erwarteten Herabsetzung des Reichsbankdiskontes interessant erscheinen. So kamen am Bankenmarkt größere Käufe zur Ausführung bei Kursbefestigungen bis 3.5 Prozent. Die übrigen Aktienmärkte lagen freundlich, aber sehr ruhig. Rur für einige Spezialwerte (Maschinen- und Baualtien) trat etwas Interesse hervor. Im Devisen- verkehr konnte sich die Reichsmarl gegen Kabel auf 4,2095 befestigen. Paris-London 122.95, Mai- land-London 109,12. Das englische Pfund lag in Erwartung der Herabsetzung des englischen Bank- diskontes etwas schwächer. London-Kabel 4,85. Bisher sind aber noch keine bestimmten Rachrichten über einen solchen Beschluß der Bank von England eingetroffen. -Soden tnfle. (Ohne Gewähr.) 5% Deutsche ReichSanleibe . 4% Deutsche ReichSanicihe . 3Ve°/6 Deutsche Reichen leihe 3% Deutsche RcichSanIeibe . Deutsche Svarpränucnanleihe 4% Preußische flonfolS • . ■ 4% Hessen........... 3l/i°/n Hessen.......... 3% Hessen -------- - - Deutsche Wertb- Dollar-Aul- dto-Doll.-Schatz-Anlreisng. . 4% ZoNtürlen 5% Goldmexikaner Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bont. Darmst. und Nationalbank - Deutsche Bank Diskonto Commandit Dresdner Bank........ Metallbau!......... • Mitteldeutsche Kreditbank. . Ocstcireichische Creditanstalt. Rcichsbant Bochumer Guß ....... BudcruS. .......... Coro.............. Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. - Harpencr Bergbau Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurahütte Mannesman« ..... Manslelder Oberbedarf ...... Phönix Bergbau....... Nheinische Braunkohle» . . . RhcinstM........... Ri-beck Montan........ TeüuS Bergbau........ Bereinigte Stahlwerke.... Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd Cheramische Werke Albin - . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann...... Anglo Cont. Guano Chemische Mayer Alapin. . . Goldschmidt......... Holzverkohlung....... . I ®. Färben-Industri« • • . RütgerSwrrke......... Schcideanstalt Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann........... Elektr. Lieferungen ..... Lickt und Kraft ....... Mainkraftwerke • • Schlickert • • • • Siemens & Halske ..... Adlcrwerke Kleycr Daimler Motoren..... . Heyligenstaedt......... Meguin............. Mannheimer Motoren . . . frankfurter Armaturen . - Konservenfabrik Braun . . Metallgescllschaft Frankfurt. Pct. Union A.-G Schuhlabrik Herz Sichel SeQftoff Aschaffenburg. . . . Senfton Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . . Frankfurt a.M. Berlin Sdiluj» 1-Utjr. Schuch.' Anfang Kur» Nur» Kur» flurc. 5. 1. | 6.1. 5.1. | 6. 1. •J.870 0.8675 0.87 0,8725 0.86 -- 0,8675 0.86 0.850 — 0 865 0.86 — 0.95 0,95 0.555 — 0.555 — 0.84 — 0 8575 0.845 0.81 — 0.88 — — — — 0,85 — 0 845 —- 100 — 98.85 — —- — — — 16,15 17.4 — 43,5 43.65 -- 274 — 274 281 223 5 224 223,25 225 26? 274 194.75 '64.75 271 191.75 191.5 194.75 183.5 181 184 5 183 185.25 178.25 179 183.25 180 183 180.75 182 176 181.5 179.5 181 8.65 8.9 8.85 9 173.75 171 173.7.9 175 180 181 182.75 116.25 117.25 115 117.5 -— —- - 179 — 180.75 1x2.5 180 182,5 180.75 182,5 193.5 191.5 191,5 159,75, — 159 161.9 165 168.75 167 168.5 81 — 81 82 209.75 211,25 209 211.25 147,5 — 147,75 149 122 126.75 123.75 126 136,75 17 135.25 136.75 250 251 248,25 2.-0 202.5 201,5 201.5 200 75 182.25 184.75 181.9 111 — — -- 153,5 152.5 152 159 176,9 175 174.5 174.75 169,9 167,5 170 167 — — — — 14i — — — 171,9 172 171 — — — 108.5 - -- - — 151 152 148,25 151,5 76.5 —* d- — 24.5 322.5 324,5 142.25 143 141,25 (42.9 206 210 — — 169.75 170 168,25 169.5 166.15 — 166.75 166 162 — 160.5 166 164,75 164.75 163,5 165 130 130 — —— 167.5 163.5 165,5 ,167.25 2IF2 204.5 '01,13 204,5 118.5 119 117 U6.75 87 86 25 87 87,5 39 - — — 61,5 60 -- — — 42 - — — — - 15 — — 191 5 192 75 — — 123.75 — 124 5 — 74 — —» 2 — — — 113 175 170,75 1176,75 240.5 .'42 .40 241,75 118 118.9 117,5 — 145 144 147 — 5. Jan. 6. Jan. Amtliche Notierung Amtliche Notierung Keld Briet Geld Bries Am st.- iHoti 168,31 138,73 168,31 168,72 Buen.-Aires 1,731 1.735 1,733 1,737 Bns -AnlN) 58,49 58,63 58,505 58,645 Christiania 107,19 107,4- 106,97 107,23 Kopenhagen 112,22 112,66 112,18 112,16 Stockholm 112,34 12.66 112,37 112.65 HelffngforÄ 10,572 10.611 10,572 1O.612 Italien. - 18.77 18.81 18,71 18.75 London. - - .0.411 .-0.463 <0,408 20.416 Ncuyork - . 4,205 1.215 4,2055 4,2115 Paris - - - 16,58 16,6 L 16.605 16,645 Schweiz . . »1,23 51.4 81,20 »1.40 Spanien . 65.00 65,16 64.96 65,12 Japan - . . 2.055 ! 2,059 2,055 2,059 >Hio de Jan 1.485 1.487 •1.483 0.485 Dien in T Oest. abgeft 59,27 59,41 59,27 o9,4i Prag • 12,45 12,49 12.45 12,49 Belgrad 7.407 7.427 12.407 12.427 Budapest . 73.58 73,76 73,59 73,73 Bulgarien (,038 3,048 1.04 3.05 Lissabon -1,525 21,575 21,525 -1,575 Danzig. 81,49 81,69 *1,49 81.69 Konstantin. 2.117 2,125 -11» 2,12» Athen. . . 5.31 633 o,61 5,.»v Tanada 4.195 4.205 | 4.198 4,20* UruaudO - 4.245 4,255 4.235 4.245 Tarro 20.915 20.97 1 ! 20.924 20.976 Banknoten. Berlin, 5 Jan Held Brie' 4,18 4,20 Belgische Noten ..... M . 58,42 58,74 Dänische Noten ...... r • 111,02 142,42 n7nff*n . . . , . . 20,34 20,44 Jranrosffche Noten . . . . 16,60 16,68 Holländische Roten .... 167 »00 IÖ8,i 4 Italienische Noten - . . ■ a 18,78 18,88 Norwegische Noten. . . . 106,88 107,42 Deutsch Ocfterr .iioo Kronen 59.16 69,46 Rumänische Noten . . - . 2.215 2,255 Schwedffche Noten - - - 112,02 <12,58 Schwerer Noten ... . 81,07 81.47 Spanische Noten..... 64,84 65,16 Tlchechoslowatische Noten 12.415 12.475 Ungarische Noten . . 73,42 73.78 frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 6. Jan. Auftrieb. 68 Rinder. 861 Kälber, 467 Schafe. 147 Schweine. -- Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 82 bis 87. mittlere Mast- und Saugkälber 74 bis 81. geringe Kälber 65 bis 73. — Schafe: Mast" lämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 40 bis 46, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 35 bis 39, fleischiges Schasvieh 26 bis 34. — Marktverlauf: Kälber und Schafe bei lebhaftem Handel ausverkauft. Bei Schweinen unterblieb die Rotiz wegen des schwachen Auftriebs. Berliner Produktenbörse. Berlin. 5. Jan. Die ermäßigten argentinischen Offerten wirkten sich im Berliner Weizengeschäft heute im Verein mit dem ziemlich flauen Rordamerika zu einer allgemein kräftigen Abschwächung aus. Hinzu kam aus dem Inland größeres Angebot, so daß im Lieferungshandel Abschwächungen bis 1,5 Prozent sich durchsetzten. Die Forderungen für Roggen tosten, entgegen kommender und sanden auch Aufnahme. Der schon in den letzten Tagen nach hier gehandelte Westernroggen war auch heute leicht tm Preise ermäßigt im Markt. Lieferung wurde ähnlich wie Weizen bis 1,50 Mark schwächer. Juli sogar infolge Angebot 3 Mark niedriger. Besonders Roggenmehl in regelmäßigem Verkehr. Gerste und Hafer gehalten. Sonst still. Sonstige Futter- stoffe ruhig. Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, 263 bis 266; Roggen 233 dis 238; Sommergerste 217 bis 245; Wintergerste 192 bis 205; Hafer, märkischer, 179 bis 189: Mais, loco Berlin 186 bis 188; (100 Kilogramm-: Weizenmehl 34,50 bis 37,50; Roggenmehl 33 bis 34; Weizenkleie 13 bis 13,25; Rvggenkleie 12 bis 12,25; Viktoriaerbfen 51 bis 61; kleine Speiseerbsen 31 bis 33; Futtererbsen 21 bis 24; Peluschken 20 bis 22; Ackerbohnen 21 bis 22; Wicken 22 bis 24; Lupinen, blau, 13,50 bis 14,50; Lupinen, gelb, 14,50 bis 15; Serradelle, neu, 22,50 bis 25; Rapskuchen 16,40 bis 16,50: Leinkuchen 22,80 bis 23,20; Trockenschnitzel 9,90 bis 10,10; Soyaschrot 19,10 bis 19,80; Kartoffelflocken 28 bis 28,50 Mark. Bücherlifch. — Der Musikus ist der Titel eines musikalischen Almanachs für das Jahr 1927. der sich durch seinen reichen Inhalt und seine geschmackvolle Form an alle Freunde der Musik wendet. Der neue Almanach wird von dem bekannten Musikschriftstetter Walter Dahms herausgegeben. Die Absicht des Herausgebers war. ein gleichzeitig vornehmes und doch volkstümliches. unterhaltendes, anregendes und dabei doch belehrendes Werk zu schaffen, in dem sich das Beste unseres heutigen Musiklebens gesammelt und in schöner Form als positive gegen- warts- und zulunftsfrohe Kraft offenbart. Dazu haben führende Ramen aus der musikalischen und literarischen Welt beigetragen. Man findet Dich- tungen. Novellen. Aufsätze, Anekdoten, Erlebnisse und Bekenntnisse darin, die in jedem empfänglichen Leser Interesse erregen müssen. — In Halbleinen 3 Mk. (Panorama-Verlag, Berlin-Steglitz.) 738 D i e Eroberung der Luft. Ein Handbucv der Luftschiffahrt und Flugtechnik. Rach den neneften Erfindungen und Erfahrungen gemeinverständlich dargestellt für alt und jung. 4. gänzlich neu bearbeitete Auflage. 432 Seiten mit 296 Abbildungen. Ganzleinenband 9,80 Mk. Union Deutsche Verlagsgesellschaft. Stuttgart. In erster Auflage 1909 erschienen, hat das Bucy in der Reihe seiner Auflagen den Aufstieg des Flugwesens milgemacht. So bildet die vorliegende 4. Auflage ein Ruhmesdenkmal für die Entwicklung der Luftfahrt. Ans der Zusammen- arbeit führender Fachleute entstanden, behandelt es das Gesamtgebiet der Luftschifsahrt und Flug- technii Die Darstellung ist wissenschaftlich zuverlässig und gründlich, dabei völlig gemeinverständlich. Ihr haftet nichts Trockenes und Lehrhaftes an, sondern lebendig, anschaulich packend läßt sie vor dem Leser alle Stadien des Kampfes um das Luftreich, alle Zweige der Luftschifsahrt erstehen: Die Rolle des Freiballons. Hochgebirgsfahrten, wissenschaftliche Luftfahrt, das Luftschiff, das Flugzeug. Sehr reichhaltig ist das illustrierende Bildermaterial des Buches, das auch in jugendlichen Leserkreisen viele Freunde finden dürfte. 777 — System des Religiösen Materialismus. Von Dr. H. Tyoden van Velzen. II.: Wissenschaft der Gesinnungen. 467 Seiten 8°. Leiden, A. W. Sijthosfs Uitgevers-Matschappij. Rundfunk Programm deS frankfurter Genders. (Aus der.Radio-Umschau".) Freitag. 7. Januar. 3.30 bis 4: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45: Hausfrauennachmittag, Programm u. a.: „Von der Kindesseele, 4. Teil: Allerlei Spiele und Spielzeug". Vortrag von Lehrer Karl Stricker. 5.45 bis 6.05: Die Lesestunbe. 6.15 bis 6.45: Friedrich Rietzsche als Mensch» Dichter und Denker: 4. Vortrag: .Einführung in Rietzsche» Lebensbuch: Also sprach Zarathustra", Vortrag von Dozent Pfarrer Clemens Taesler. 6.45 bis 7.15: „Die genossenschaftliche Selbsthilfe im Handwerk"'. Vortrag von Dr. Bentz. Syndikus des Handwerksamtes Hanau a. M. 8.15 bis 9.15 . ilebcrtragung aus dem Mannheimer Besprechungsraum: Konzert des „Mannheimer Kammerchors". 9.15 bis 10.15: Modernes Cello-Konzert Maurits Frank Sonaten von Kodaly, Hindemith und Honegger. Letzte Nactzrichten. Ski-Londcrzug Gietzcn-Lchotten. Im Hinblick auf das für nächsten Sonntag auf dem Hoherodskopf vorgesehene 6 fite n n e n wird ein Ski-Sonderzug der Reichsbahn am Sonntagmorgen 6.45 Ufjr in Gießen abfahren und um 8.30 Uhr vormittags in Schotten eintreffen. Der Zug wird von Gießen direkt bis Schotten durchgeführt, U m ft c i g e n in Ridda ist also nicht erforderlich. Die Einlegung dieses Zuges erfolgt unabhängig von der Prüfung der Anträge des Eisenbahnverkehrsamtes und des Verkehrsbundes Oberhellen, über die wir im heutigen lokalen Teil näheres berichtei-