Dienstag, 5. Zu» (927 177. Jahrgang Nr. 154 Erstes Blatt Die ZoUvorlage vor dem Reichstag der 0 »«»«*• i. Sud- EU. |W,Ä Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 °/n mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmann, sämtlich in Gießen. Er sch eint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. MonatS'vezugspreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Hießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. LJ,-' 1,79-' a,6i iw,in uW II.u® s 4,20 <6.^ 69,0 griff __ 169,24 23,69 110.97 59.75 2,515 113,20 81,66 72JO 12,51 3.55 HL 1,788 3t.il 109,05 112,70 112,87 10,61 »,2? H>.‘ 4,21« 16.51 1,99, > B.» IM« 7,4'7 73.43 <317 l0,83 SiS fcfi 1,136 0.99 1,593 18,19 112,92 113,B 9.® 9,33 20.51 4,2235 16,55 61.30 2,102 uJ92 59,43 17.5'} 1,431 13,5' J.O53 20,92 81.9 2,187 5,756 4.71® 4,KJ 21.» übt scharfe Kritik an der Verschleppung Zollvorlage, deren Llrsache der Gegensatz der Poincare und Briand. Der Kampf um die Leitung der französischen AutzenpoMiK 3, 0*3 20,93 81.87 2,11» 5.7* 1.21 |,l*4 'Ltlfl OjCTt. _______ ■--- pTw 168,55 23,49 108,93 59.51 ltn 2,525 112.74 81,31 72,1'1 •' 12,48 73,25 , Kchlansäure-Gzhalt sehr er- 1er Zähne und das Mundes et- Schlafengehen eine Mundius- an, damit die schädliche Saure, ift neutralisiert und ublir/■ end Vrin grüner Original-P^iung, ntiert. niemals lese. » den litten. Rezepte gratis- handelspolitischen Ansichten innerhalb der Regierungskoalition sei. ®ie Gefahren der Hochschutzzollpolitik seien für Deutschland besonders groß. Die Vorlage der Regierung- diene weder unseren wirtschaftlichen Bedürfnissen noch unserem internationalen Prestige. Rach Wieder- zusammentritt des Reichstages werde es Aufgabe der Demokrattschen Partei sein, die Regierung zu drängen, daß ihren Worten in Genf die Taten in Deutschland folgen. Der Minister für Ernährung sei im Lause der Zeit ein Minister für Verteuerung geworden. Es würde zu prüfen sein, ob man sich solche Verteuerung auf die Dauer leisten könne. Die Demokrattsche Partei habe volles Verständnis für den Schuh der Produktton, aber nicht ohne gleichzeitig die Bedürfnisse der Verbraucher zu beachten. Der drohenden Unrentabilität der Schweinezucht müsse in erster Linie durch Aufhebung der Futtermittelzölle entgegengetteten werden. iDie Demokrattsche Frattion werde aber trotzdem auch der Erhöhung des Schweinefleischzolles zusttmnren. Die Erhöhung der Kartoffelzölle komme nicht den Bauern, sondern dem Großgrundbesitz zugute. Für die Erhöhung des Zuckerzolles bestehe keinerlei Bedürfnis. Die Demokratische Fraktion habe sich deshalb auf den Boden der Reichsratsbeschlüsse gestellt, die auch die Rechtsparteien beachten sollten. Die Vorlagen werden dem handelspolitischen Äusschuß überwiesen. — Es folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfs über die Arbeitslosenversicherung. Abg. Andree erklärt: Der Ausschuß habe den Gedanken vonLandeskassen alsVersicherungsttäger abgelehnt und sich fast einnrütig für die Errichtung einer Reichsanstalt ausgesprochen. Die Arbeitsnachweise würden mit der Arbeitslosenversicherung in engster Verbindung bleiben. Bei Annahme des Gesetzentwurfs werde Deutschland über eine Arbeitslosenversicherung verfügen, wie sie kein anderes Land der Welt aufweist. Ein Dertteter der bayrischen Staatsregierung gibt eine Erklärung ab, die sich gegen eine Reichsanstalt an Stelle von Landes- lasien wendet. In der Einrichtung einer Reichsanstalt als Versicherungsträger sehe die bayrische Staatsregierung eine neue Beeinträchtigung der Von unserem l..-dl.Berichterstatter. (Rachdruck, auch mit Quellenagabe, verboten!) Paris, 4. Iuli 1927. Das Verhältnis Poincar6-Briand dürfte für die Oeffentlichkeit nachgerade derart unübersichtlich geworden sein, daß es notwendig ist, einmal die politische Stellung beider und die Kräfte, auf die sie sich verlassen können, zu charakterisieren. Es wäre falsch, anzunehmen, daß Briand s e l b st ä n d i g die auswärtige Po- littk Frankreichs führe. Er hat Rücksicht auf Poincare zu nehmen. Poincares Einfluß ist ständig gewachsen und die Rede in Lune- ville wurde ganz richtig als die Erhebung des Anspruches von Poincare gedeutet, daß ihm als dem Ministerpräsidenten um) nicht dem Außenminister das letzte Wort in der Außenpolitik gebühre. Man weih, daß das Auftreten Poincarös sogar von seinen Anhängern Mißbilligung gefunden hat. Die Gegner Poincares behaupten sogar, daß er und Briand nicht mehr zusammen arbeiten könnten und daß nach der Rückkehr Driands von seiner Erholungsreise eine Klärung erfolgen müsse. Allgemein ist man sich jedoch darüber einig, daß Briand im Interesse seiner noch lange nicht abgeschlossenen politischen Laufbahn das Hervorrufen einer Regierungskrise nicht wagen darf und daß Poincare stark genug ist, selbst seine Macht zu mißbrauchen. Es ist eine paradoxe Lage: Poincar6 hat keine eigene Kammermehrheit, nicht einmal eine große Partei und ist doch stärker als irgendeiner seiner Vorgänger, der beides hatte. Poin- cate ou stürzen ist gar nicht schwer. Aber niemand wagt es... Darum nimmt die Regierungsmehrheit ohne Vertrauensfrage immer ab und ist sicher hundert Stimmen stark, wenn die Vertrauensfrage einmal gestellt wird. Rur einer ist es, der die Erbschaft Poincares als Leiter der Finanzen übernehmen könnte: Eail- l a u x, der aber auch eben nicht nur Finanz- minister sein möchte. Eaillaux übernimmt die Macht nur als Ministerpräsident. In fern Kabinett aber würden weder Herriot noch Pain- leve noch Briand eintreten. Zwischen Eaillaux und Herriot steht die Frage des Einflusses in der radikalen Partei, außerdem sind ihre persönlichen Beziehungen ziemlich gespannt. Brian d hat allen Grund, die diktatorischen Gelüste, den Machtwillen und die nicht sehr angenehmen persönlichen Eigenschaften Eaillaux' zu fürchten. Loucheur läßt sich in keine Kombi- natton ein und gab zu verstehen, daß man auf ihn nicht rechnen könne. Selbstverständlich würden de Monzie. Du- boin oder andere gern das Finanzmimsterium in jedem beliebigen Lmkskabinett übernehmen, unter Briand, Herriot, Painleve oder sogar Sar- Berlin, 5.Iuli. (DDZ.) Auf der Tages- Ebnung steht die erste Beratung des Gesetzes über Zolländerungen. Danach sollen der Zoll für Kartoffeln von 0,50 auf 1 Mk. und der Zoll für Zucker von 10 auf 15 Mk. für den Doppelzentner erhöht und die Zuckersteuer von 21 auf 10,50 Mk. ermäßigt werden. Der Reichsrat hat bekanntlich die Erhöhung des Kartoffelzolles und des Zuckerzolles abge- lehnt. Reichsfinanzminister Dr. Köhler begründet die Vorlage. Er weist darauf hin, daß es nicht möglich gewesen sei, bis zum Ablauf der Zolltarifnovelle am 31. Iuli d. I. einen neuen Zolltarif fertigzustellen. Darum sei die Verlängerung der Rovelle bis zum 31. Dezember 1929 notwendig geworden. Die Regierung verfolge die Tenders, das Zollniveau zu senken. Wenn dadurch auch die Einnahmen sich verringern, so würde ich das doch nicht bedauern. Die Steigerung der Zolleinnahmen von 590 Millionen im Iahre 1924 auf 940 Millionen Mark im Iahre 1926 bereitet mir eine gewisse Sorge . Die Zölle für lebensnotwendige Waren bedeuten eine verhältnismäßig allzu starke Inanspruchnahme der Bevölkerung init indirekten Abgaben angesichts der schon so starken Belastung mit direkten Steuern. (Hört, hört! links.) Darum ist auch auf meinen Wunsch die Zuckersteuer um 50 Prozent gesenkt worden statt der 331/s Prozent, die in der ersten Vorlage vorgesehen waren. Reichsernährunqsminister Schiele: Die in der Regierungsvorlage vorgeschlagene Erhöhung der Kartoffelzölle um 100 Prozent könnte den Eindruck erwecken, als stände dieser Vorschlag im Widerspruch mit den Beschlüssen 8er Weltwirtschaftskonferenz. (Abg. Koenen (K.): Sie merken aber auch alles.) Von einem solchen Widerspruch kann aber keine Rede sein. Auf der Weltwirtschaftskonferenz ist ausdrücklich die Rotwendigkeit betont worden, einen gewissen Ausgleich zwischen Industrie und Landwirtschaft in derZollpolitik zu schaffen. Die Konferenz hat weiter festgestellt, daß ein zu starker Abbau der landwirtschaftlichen Zölle die Gefahr einer Verminderung der landwirtschaftlichen Produktion heraufbeschwören könnte. Mit der vorgeschlagenen Erhöhung des Kartoffelzolles soll nur eine frühere Versäumnis und eine Verpflichtung erfüllt werden, die die Regierung auf Grund früherer Hinterlassungen der Landwirtschaft gegenüber hat. Wenn die Regierung mit ihrer Vorlage dieser Verpflichtung nachkommt, so handelt sie geradezu im Sinne der Weltwirtschaftskonferenz. (Lautes Gelächter links und Zwischenrufe.) Bei den Zuckerzöllen liegt es ebenso. Die Forderung der Landwirtschaft auf Parität in Fragen des Zollschuhes bedeutet keinen Gegensatz gegenüber der Industrie. Der außereuropäische Protektionismus ist die älrsache dec europäischen Rot. Für alle Länder, und besonders für Deutschland, ist es eine Rotwendigkeit, den heimischen Markt mehr zu pflegen.. Das Ziel ist der Abschluß oder die Korreftur langfristiger Handelverträge mit Hilfe wechselseitiger, weitgehender Ermäßigungen der übererhöhten Zolltarife. Aber bei der unverhältnismäßig starken Belastung der deutschen Wirtschaft ist es eine Llnmöglichkeit für uns, allein mit gutem Beispiel voranzugehen. Ein gewisser gleichmäßiger Zollschutz bedeutet auf die Dauer leine Verteuerung für die Verbraucher, eher eine Verbilligung, (Lachen links), denn er gewährt eine größere Sicherheit unserer Ernährung. Die immer ernster werdende Entwicklung unserer Handelsbilanz nötigt uns zur Verstärkung derjenigen Urproduktion, die die Einsuhr ersehen kann. (Abg. Dr. Hilferding (Soz.): Eurtius sagt das Gegenteil!) Selbst wenn die Anschauungen des Reichswirtschastsministers in dieser Frage von den meinen abweich en, so kann ich davon nicht abgehen. Sie können doch nicht von allen Reichsministern eine älni'for- m i t ä t ihrer Ansichten verlangen. (Gelächter and laute Zurufe links.) Zölle sind nicht S e l b st z w e ck, sie sollen der Produktionskraft der Ration und damit der eigenen Wirtschaft die notwendige Sicherheit geben. Solche Zölle bedeuten keineswegs, auf die Dauer gesehen, unter allen Tlmständen eine Erhöhung des Preis- Niveaus. (Widerspruch links.) Sie bedeuten eine Ersparnis an innerer Belastung und sie werden zum großen Teil vom Ausland mit getragen. (Rufe bei den Kommunisten: Es ist unerhört, daß man sich solchen Schwindel bie- , len lassen muh! — Der Präsident rügt die Zwischenrufe.) An den Kartoffel- und Zuckerzöllen ist in großem Umfange die klein- und mittelbäuerliche Wirtschaft interessiert. Der Zollschuh wird hier also unmittel- : bar zu einem wirksamen Bauern- und Land- ! arbeiterschuh. (Lachen links.) Ohne diesen Schuh, den die gegenwärttge Vorlage fördern Witt, kann das Programm der inneren Kolonisation nicht durchgeführt werden. Auch eine Prüfung ! des Zollschutzes für deutsche Halbprodukte und - für Eier, Obst und Gemüse wird er?ftderlich sein. Vor allem muß auch auf dem leichten Boden des deutschen Ostens die Pro- raut. Aber kein einziger der genannten Mrnister- präsidentenschaftskandidaten würde seine Karriere durch einen Finanzmrnister wie de Monzie riskieren wollen. Ein plötzlicher Franksturz und eine neue Finanzkrise würden jeden Politiker, er mag noch so populär sein, für lange Zeit, vielleicht auch für immer, politisch einfach unmöglich machen. Poincaräs Stärke besteht darin, daß er Schwerindustrie und Großbanken hinter sich hat. Kein Protest gegen die „Geldmacht" ändert etwas an der tatsächlichen Lage. Llnd diese besteht darin, daß sogar die Danque de Paris et des PayL Bas, der die Wahlen vom 11. Mai 1924 sehr viel Geld kosteten, und die den Linksblock stark protegierte, sich ebenfalls auf die Seite Poincaräs geschlagen hat. Außerdem ist die Kammer stets von dem panischen Schrecken bedroht, dem sich auch radikale Polittker nicht entziehen können, nämlich der Lleberzeugung, daß nach dem Sturz Poincares eine allgemeine Kapitalflucht ins Ausland einfetzen würde, was eine unabsehbare Katasttophe bedeutete. Rimmt es da Wunder, daß die auswärttge Polittk in) Frankreich immer noch eine geringere Rolle spielt, als die Finanzfragen? Ist aber nun einmal, wie es ja den Anschein hat, Poincarö auf lange Zeit hinaus gesichert, so wäre es vom Standpunkt der Klarheit der deutsch-französischen Beziehungen aus doch gewiß zu wünschen, daß Poincare auch die volle Verantwort u_n g für diese Beziehungen persönlich übernähme. Briand ist der Mann der großen Ideen und eines weiten Horizontes, aber er ist ein schlechter Ausführcr dieser Ideen. Er war der einzige französische Politiker, der den Vertrag von Locarno wagen durfte. Aber er ist auch Schuld daran, daß der Vertrag nicht verwirklicht wurde. Poincare ist Realpolitiker, sein Horizont ist beschränkt. Dafür weiß er aber, was er will. Hätte Poincare es übernommen, den Locarnovertrag durchzuführen, so hätte es sein Gegenspieler, Dr. Stresemann oder wer sonst, nicht leicht gehabt. Aber dieser Gegenspieler hätte wenigstens gewußt, welchen Preis er jeweils zu zahlen hatte. Es hätte keinen Ausflug nach Thoiry gegeben. Lage, die jetzt besteht befriedigt weder Deutschland noch Frankreich. Es ist schwer, zu einem Abkommen mit Poincare zu gelangen, denn er lebt noch in dem Gedanken von 1923, in den Gedankengängen des Siegers, der es nicht verstehen kann, daß diese Ideen den Frieden Europas nicht Herstellen können. Ich aber bin der Meinung, daß es nicht nur möglich, sondern auch notwendig ist, mit ihm zu einer Ver - ständigung zu gelangen und wenigstens festzustellen, was man in der Frage der weiteren Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich zu erwarten hat. dukttonsmöglichkeit gesichert werden. Die Hebung der agrarischen Produktionskraft durch Zollschuh ist auch der Auftakt zu einer schöpferischen Sozialpolitik, zur Vermehrung des Eigentums in Stadt und Land. Die Regierungsvorlage ist eine Folgerung aus den vitalen Interessen der deutschen Ration. (Beifall rechts. Lärm links. Rufe bei den Kommunisten: Zollräuber! — Ordnungsrufe des Präsidenten.) Abgeordneter Dr. Hilferding (Soz): Was ist das für eine Regierung, die ein« neue Zolloorlage mit einer Rede begründen läßt, die In schärfstem Widerspruch steht zu jenem Wort, das Stresemann in Genf und das Eurtius in Hamburg gesprochen hat. Diese beiden Reden hatten europäisches Format. (Lachen rechts.) Aber die Rede des Ministers Schiele gefährdet die ganze Außenpolitik und Wirtschaftspolitik des Reiches. Die Kartoffelpreise haben sich gegenüber der Vorkriegszeit um 180 Prozent gesteigert. Unter dem Zollsystem der Monarchie blieben doch die Kartoffeln zollfrei. Wenn jetzt in der Zeit der allerhöchsten Kartoffelpreise und der größten Kartoffelnot die Verdoppelung des Kartoffelzolles verlangt wird, so ist das die höchste Frivolität, die sich je eine Regierung erlaubt hat. Die Deutschnationalen verlangen immer die Homogenität der preußischen Regierung mit der Reichsregierung. Sie sollten erst einmal für Homogenität in der Reichsregierung sorgen. Der Zuckerzoll ift nur dazu geeignet, den Profit der Zuckerindustrie zu steigern. Die Reichsregierung hat sich eine verdiente Blamage dadurch geholt, daß ihr der Reichsrat ihre Vorlage vor die Füße warf. Der Redner betont, die Mitglieder der christlichen Gewerkschaften würden es den Zentrumsabgeordneten wenig Dank wissen, wenn sie auf Verlangen der Deutschnationalen dem Agrarier- tum weitere Konzessionen machen würden. Die Sied- lungspolittk würde außerordentlich erschwert werden, wenn durch Bewilligung der erhöhten Zölle der Preis der landwirtschaftlichen Grundstücke erhöht würde. Die Sozialdemo kralle werde die Vorlage a b- lehnen. Wenn die Regierung den Mut aufbringen würde, die Wähler zu fragen, so würde sie eine vernichtende Antwort bekommen. Abg. Meyer-Verlin (Dem.) fc., r ‘ des r^igieit staatlichkeit der Länder. (Gelächter links.) — Weiterberatung Dienstag. Es folgt die Beratung eines Antrages der Regierungsparteien, der für die Pensionäre die gleiche Aufbesserungsregelung wünscht, wie sie für die Beamten beschlossen worden ist. Abg. Reddermeher (Komm.) verlangt Aufbesserungen auch für die Kriegsbeschädigtem Ein sozialdemokratischer Antrag fordert gleichfalls prozentuale Zuschläge auf die Renten der Berufsopfer. Abg. Loibl (Bahr. Dpt.) erllärt sich im Ramen der Regierungsparteien gegen die Aen- derungsanträge der Sozialdemokraten und Kommunisten. Der sozialdemokratische und der kommunisttsche Antrag werden von den Regierungsparteien und der Wirtschaftlichen Vereinigung abgelehnt. Der Antrag der Re gierungsparteien wird angenommen. Vie Auswertung der weltwirtschastskonferenz. Die Genfer Beschlüsse vor dem Reichswirtschaftsrat. Berlin, 4. Iuli. (WTB.) Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, hat die Reichsregierung dem vorläufigen Reichswirtschaftsrat den Schluß bericht der Weltwirtschaftskonferenz vorgelegt und ihn um feine gutachtliche Stellungnahme sowohl zu der in dem Bericht zum Ausdruck gebrachten theoretischen Einstellung der Weltwirtschaftskonferenz wie zu ihren praktischen Vorschlägen gebeten. Im Vordergründe der Erörterung wird die Frage des industriellen Zollabbaues stehen, über welchen der Reichswirtschaftsminister Dr. Eurllus in feiner Hamburger Rede sich eingehend geäußert hat. Bekanntli chhat die Weltwirtjchafts- konfersnz, um der Erhöhung der Zölle Einhalt zu tun, einen dreifachen Weg vorgeschlagen. Sie emp- fahl einmal ein kollektives Vo rgehen der Staaten, zmn zweiten ein zweiseitiges Vorgehen durch Abschluß angemessener Handelsverträge und drittens ein Einzelvorgehen der Staaten auf dem Gebiet ihrer eigenen Tarife. Was den Weg anlangt, durch Handelsverttäge das Zollnweau zu ermäßigen, so werden neuettich Verhandlungen auf breiterer Basis mit Frankreich geführt. Außerdem stehen wir vor Verhandlungen mit Jugoslawien und der Tschecho - llowakei, von welchen zu erwatten ist, daß sie eine Ermäßigung für eine größere Anzahl von Tarifsätzen bringen werden. Trotzdem aber werden, auch wenn, wie zu wünschen ift, diese Verhandlungen erfolgreich endigen, noch eine größere Zahl von Tp- rftposillonen übrig bleiben, die in absehbarer Zeit handelspolitisch nicht aufgeroertet, werden können. Es wird also Sache des vorläufigen Reichswirt- fchaftsrates sein, zu prüfen, ob und unter welchen Voraussetzungen noch nicht ermäßigte Zollsätze des geltenden deutschen Zolltarifs alsbald sich herab- setzen lassen. Die Reichsregierung hat, wie 1925, den vorläufigen Reichswirtschaftsrat aufgefordert, auch diesmal die Mitglieder des Handelspolitischen Ausschusses des Reichstages zu den Verhandlungen einzuladen. Vie Politik des Zentrums. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers*. Berlin, 5. Iuli. Erst jetzt wird die Resolution, die der Reichsparteiausschuß des Zentrums in seiner Sonntagssihung in Anwesenheit des Reichskanzlers Dr. Marx, der Zentrumsmitglieder des Reichs- und des preußischen Kabinetts und zahlreicher Abgeordneter der beiden Zentrumsfraktionen (auch Dr. Wirths) einstimmig angenommen hat, veröffentlicht, in dem es vor allem heißt, daß der Reichsparteiausschuß auf Grund der bisherigen Haltung der Reichstagsfraktion überzeugt ist, daß die Fraktion auch in Zukunft eine selbständige, nach allen Seiten unabhängige Politik im Dienst des Volksganzen führen wird. Damit gibt die Zentrumspartei kund, daß sich die überwiegende Mehrheit des Parteiausschüsses zur These der Parteiführung bekannt hat, nämlich die bisherige Koalitionspolitik der Partei auch weiterhin fortzusehen. Diesem Entschluß haben alle Mitglieder einmütig zu- gesttmmt, unö damit ihr Vertrauen zur Parteileitung ausgesprochen. Mit dieser vom Reichsparteiausschuß des Zentrums angenommenen Resolution haben die Parteidiplomaten wieder einmal gezeigt, daß sie Meister auf ihrem Gebiete sind. Sie haben es verstanden, den gesamten Ausschuß zur Billigung einiger Sähe zu bringen, die unzweifelhaft nur die verschiedenen Strömungen in der Partei verdecken sollen, aber doch so abgefaßt sind, daß man aus ihnen alles mögliche, nur nicht das richtige herauslesen kann. Pessimisten und Optimisten wetteifern auch bereits miteinander, um an Hand dieser Resolution die künftige innerpolitische Entwicklung zu umreißen, üo wollen die einen aus der Wendung von der nach allen Seiten unabhängigen Politik der Reichs tagsfrattion schließen, das Zentrum trage lid) hüt dem Gedanken einer baldigen L o s l o fu. n g von den Deutschnationalen, während die anderen die Entschließung als V e r t r a ne ns tun d- ' gebung für die Reichspolitik des Zentrums auffassen, was gleichbÄ>eutend wäre mit einer Eichener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Drcrf vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steinöructerei H. Lange in Gießen. Lchnftlettuug und Geschäftsstelle: §chu!straße 7. 2 in 5tan,;Wa.fr » Sa? w'blleischjg J ^odupenbjirse fester. Übungen üb'rVtcbtr; die tvh “ * Wn äg L-M , ^köwmgen angebfi' ’ deutscher Aoggr kann. 2t M ächten von Dvaae ”iotn blieb uni c”N;?nten 330 Lome, taaltli^ befunden Lords Die Proch Preise. Gerste hakte eta t on Äklchafer komme einftem Ausmahr Um|än UNK verhindert das Aus ^t der Wintergerste, fe tbalfniifen bald aus der ißte. !c3 bis 265, SommcrgeÜ! >ckr (märf.) 252 bis 2b 11S6 bis 188, still, Weizer^ still. Loggenmehl 31,75 bü m 13.75. Liktoriaerbfen li n 28 bis 32, Futtererbb-, 121 bis 32,50, QldcrMnr 2 bis 24,50, Lupinen (blai gelb) 16 bis 18, Lapsluchr ikuchen 19.90, Lrockenschich Soya-Schrot 19 bis 19,i! bii 33,50. n bet tilebattion. 5,5 bis 7 Hl nachmittag! schlossen nyVmto Wanuftrip' ipotio toitb leine Gewo- tage sind lediglich an Ü in cichlen._________________ antwortlich i.$. 0r.Fr.W.Longe^ Ablehnung WirthS und der vom preußischen Zentrum dein Reich gegenüber geübten Taktik. )ie Resolution läßt also die verschiedensten Den- i ungen zu. Am nächsten kommt man aber wohl hrrm tatsächlichen Wert, wenn man sich vor Augen hält, daß ihre Form sowohl die Zustimmung des rechten als auch deS linken Flügels finden konnte, daß damit also das Mittel gegeben war, durch einstimmige Annahme nach außen hin die Geschlossenheit des Reichs- Parteiausschusses zu dokumentieren. Dennoch soll >ücht übersehen werden, daß Wirths Einfluß wieder im Wachsen begriffen ist, was auf der Tagung deutlich in die Erscheinung trat. Infolgedessen kann man mit Heberraschungen aus dem Zentrumslager rechnen. Auslegungsversuche. Berlin, 5. Iuli. Die vom Reichsausschuh der Zentrumspartei gefaßte Entschließung bietet der Auslegung einen weiten Spielraum und wird denn auch von den Blättern, je nach ihrer Parteirichtung, verschieden interpretiert. Die „Deutsche Tageszeitung" betont, daß der nachdrücklichen Billigung der Zentrumspolitik im Reich, also der Koalitionspolitik mit der Rechten. eine ausdrückliche Billigung der Koalitionspolitik in Preußen nicht gegenüberstehe. Zum mindesten müßte man also annehmen, daß der Reichsparteiausschuß des Zentrums sich gegen eine Durchkreuzung der Politik der Reichs- tagsfraktion ausgesprochen habe. — Die „T ä g l. Rundschau, die die gleiche Feststellung macht, sieht einen möglichen Grund hierfür in der Zuständigkeit des Reichsparteivorstandes, die sich wohl nur auf die Reichstagsfraktion erstrecke. Das Blatt sagt dann weiter: Der Beschluß läßt sich viel eher gegen Dr. Wirth auslegen, der mit allem Eifer die Linkskoalition predige und die gegenwärtige Bindung des Zentrums an eine bürgerliche Koalition bekämpft. — Die „D. A. Z." teilt mit, daß sich Dr. Wirth an der Abstimmung über die Entschließung nicht beteiligt habe und hebt ferner hervor, daß vom Reichsparteiausschuh keinerlei Maßnahmen gegen Dr. Wirth wegen seiner Disziplinlosigkeiten unternommen worden seien. 3n dem ebengenannten Blatt und im „D. T." wird die in der Entschließung betonte Unabhängigkeit der Zentrumspolitik in Verbindung gebracht mit dem kommenden Wahlkampf, zu dem man sich nicht festlegen wolle. Emeherbsttagung des Reichstags Berlin, 5. Iuli. (Priv.-Tel.) Das Reichs- schulgeseh wird in der gegenwärtigen Tagung den Reichstag nicht mehr beschäftigen. Cs ist ober damit zu rechnen, daß man im Iittevesse einer Förderung dieser wichtigen Frage die Beratung des Entwurfs im Reichstage nicht auf die Wintertagung verschieben, sondern den Reichstag zu einer Herb st tagung einberufen wird, damit er den Entwurf in erster Lesung eriebigen kann. Es würde sich dabei voraussichtlich um eine Sondertagung von zwei bis drei Tagen handeln, deren Dermin von der Fertigstellung des Entwurfs im Reichskabinett und im Reichsrat abhängig wäre. Der Gedanke, den Entwurf in der Form eines Initiativantrages der Regierungsparteien an den Reichstag zu bringen, ist von allen Seiten aufgegeben worden. Es bleibt also nur der übliche OBeg vom Reichskabinett über den Reichsrat zum Reichstag. Das Reichskabinett hat sich gestern abend mit dem Entwurf beschäftigt. Zu einem Abschluß scheint es dabei noch nicht gekommen zu fein. Im Interfraktionellen Ausschuß scheint man sich über die Rotwendigkeit einer Herbsttagung einig geworden zu sein. Die neue Vorlage über die Pofttarife. Berlin, 5. Iuli. (Priv.-Tel.) Wenn auch bei den gestrigen Besprechungen zwischen den Regierungsparteien und dem Reickspostministec S chähl noch keine volle Klarheit über die Gestaltung der Vorlage, betr. die Erhöhung der Posttarife, erzielt worden ist, so geht doch die Tendenz dahin, die Erhöhung möglichst auf das Porto für Briefe und Po st karten zu beschränken. Die endgültige Entscheidung liegt natürlich beim Verwaltungsrat der Reichspost, der sich bekanntlich für eine Erhöhung des Briefportos im Inlande von 10 auf 15 Pf. und des Portos für Postkarten von 5 auf 10 Pf. ausgesprochen hatte. Ob im übrigen aus Erhöhungen verzichtet wird, läßt sich noch nicht ganz übersehen. Die Einführung von Gebühren im Postscheckverkehr wird wohl nicht mehr in Frage kommen. Auch die Erhöhung der Telegrammgebühren ist zurückgestellt. Dagegen wird man voraussichtlich an der Erhöhung des Tarifs für Druck fachen festhatten, aber das Dreipfennigporto für Werbepostkarten im Geschäftsverkehr beibehalten. Die deutsch-polnischen Wirtschaftsverhandlungen. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin, 5. Iuli. Heber die Fühlungnahme zwischen deutschen und polnischen Wirtschafts- Verbanden, über die wir an dieser Stelle bereits berichtet haben, weih ein Berliner Börsenblatt noch folgendes mitzuteilen: Bor einiger Zett ist aus Kreisen der deutschen Por- zellanindustrie der Vorschlag gemacht worden, ohne Rücksicht auf die offiziellen Handelsvertragsverhandlungen durch direkte Verhandlungen zwischen den interessierten Wirtschaftskreisen der beiden Staaten schneller zu einer Verständigung zu gelangen. Es handelt sich hier jedoch um einen rein privaten Vorschlag, hinter dem die maßgebenden amtlichen Stellen, sowie die maßgebenden Kreise der deutschen Industrie keineswegs stehen. Man rechnet zwar in unterrichteten Kreisen damit, daß sich einige Persönlichkeiten von der deutschen und der polnischen Seite vielleicht in einigen Wochen treffen werden, um die Besprechungen aufzunehmen. Große Bedeutung hinsichtlich einer Verständigung dürfte jedoch diesen Verhandlungen nicht beizumesien fein. Wieder ein deutscher Militärattache in London. London, 5. Juli. (WTB. Funkspruch.) Die britische Regierung hat beschlossen, die vormals feindlichen Regierungen einzuladen, wieder M i l i= tärattchSs bei ihren verschiedenen Botschaften und Gesandtschaften zu ernennen. Man ist der Ansicht, daß Gegenseitigkeitsbehandlung in einer solchen Sache das einzig mögliche Verfahren ist, und britische Militärattaches sind bereits in den betreffenden Hauptstädten ernannt worden. Die britische Regierung hat sich niemals die französische Ansicht zu eigen gemacht, daß § 1 des Art. 179 des Versailler Vertrages Deutschland verbietet, Militärattaches ins Ausland zu entsenden, und sie hat dies 1920/21 klar und deutlich zu verstehen gegeben. Deshalb hat auch London, falls wirklich eine Militärmission zur Erhaltung des Friedens an die serbisch- jugoslawische Grenze gesandt worden wäre, den Vorschlag gemacht, daß ein deutscher Offizier an der Konferenz teilnehmen sollte. Nächste Woche wird als Militärattache der ungarischen Regierung Prinz Hohenlohe in London eintreffen. Italien nimmt die gleiche Haltung ein wie Großbritannien. Deutschland in der Mandatskommission Genf, 4. Juli. (WTB.) Die Mandatskommission, welche gegenwärtig in Genf tagt, hat zu Händen des Völkerbundsrates die Erklärung abgegeben, daß sie, wenn man von allen polittschen Erwägungen absehe, keinen Einspruch gegen die Ernennung eines weiteren Mitgliedes der Mandatskommission erhebe, und daß sie auch nichts dagegen habe, daß dieses Mitglied reichsdeutscher Nationalität sei. Man hält auch die Eingabe der französischen Kolonialunion, welche sich gegen diese geplante Ernennung ausspricht, für höchst unangebracht und die ausgesprochenen Befürchtungen für unbegründet. Der Dölkerbundsrat wird voraussichtlich in der kommenden September» session ein deutsches Mitglied ernennen. DeutschLumsarbeit in der Südmark. Leoben, 4. Iuli. (TH.) Dieser Tage hat der Deutsche Schulverein Südmark, der führende Schutzverein Deutschösterreichs und gleichzeitig Verband Oesterreich des Vereins für dasDeutschtum im Ausland seine Hauptversammlung abgehalten, in der Exzellenz Dr. Groß den TätiAeitsbericht erstattete. Der Verein habe die Schutzarbeit an den Grenzen fortgeführt und zu diesem Zweck in der Steiermark zwei Schulen gebaut, im Burgenland einen Grund für einen Schulbau in magyarenfreundlicher Gegend angekauft und auch in Kärnten gegen die eifrige Irredenta der Slowenen entsprechende MaßnaHnen ergriffen. Er habe ferner den Plan eines nord-südslawischen Korridors sowie die tschechische Einwanderung abzuwehren: aus- I an ddeutsche Studierende wurden unterstützt. Tagungen und Schulungswochen über und für die Grenz- und Auslanddeutschen wurden abgehalten. Der Verein gibt u. a. eine Familiefp- zeitschrift „Alpenländische Monatshefte" und eine Vereinszeitschrift „Das Grenzland" heraus. Mkrrbund und BalkMonsiM. Die Beziehungen zwischen Rom nndBelgrad. Rom, 4. Iuli. (WTB.) Eine Reche von Blättern kommentiert die Beilegung des Zwistes zwischen Iugoslawien und Albanien. „Popolo d'Italia" glaubt, daß es gut gewesen sei, den Völkerbund ganz aus dem Spiele zu lassen, denn durch feine Hnzuständigkeit hätte er die Panik nur vergrößert. Rur eine gemeinsame Intervention der Großmächte könne in ähnlichen Fällen wieder den Frieden garantieren. Sollte Iugoslawien aus dem Winkel, in den es sich selbst gesetzt habe, wieder heraus wollen, so würde es gegenüber Italien seinen guten Willen zeigen und bedenken, daß die Erkaltung der Beziehungen zwischen Italien und Iugoslawien begonnen habe, als Iugoslawien systematisch die Ratifizierung der Abkommen von Rettuno hintertrieb. Wenn Belgrad wirklich den Frieden sowie die Integrität von Albanien wolle, dann muh es zusammen mit Rom arbeiten. AegypLrscher Königsbesuch in London London, 4. Iuli. (WTB.) König Fuad von Aegypten, der in Dover vom Prinzen von Wales empfangen worden war, traf um 3 Hhr nachmittags hier ein. Zu seinem. Empfang waren der König, die Prinzen und die Minister am Bahnhof erschienen. Zu Ehren König Fuads fand ein großes Festessen im Buckinghampalast statt, dem mehr als 100 Gäste, darunter Mitglieder der königlichen Famttie, Botschafter, Minister, Vertreter des Heeres und der Marine usw. beiwohnten. Unmittelbar vor dem Festessen überreichte König Fuad der Königin von England den ägyptischen Orden El Kemal. In einem Trinkspruch auf König Fuad sprach König Georg die aufrichtige Hoffnung aus, daß sich die herzlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu deren dauerndem Vorteil fortsehen werden. In seiner Antwort sagte König Fuad, es sei für ihn ein Vergnügen, die wichtige Rolle anzuerkennen, die Großbritannien in der Vergangenheit bei der Verwirklichung des Fortschrittes Aegyptens gespielt habe, und er sei sicher, daß die Freundschaft zwischen den beiden Ländern von neuem bejaht und noch mehr gefestigt sein werde. Französisch-italienische Grenzzrvischenfälle. Paris, 5. Iuli. (WTB. Funkspruch.) Die Morgenblätter berichten von zwei Zwischenfällen an der französisch-italienischen Grenze. Im Gebiet des Rordens, wo nach den Behauptungen der französischen Presse italienische Offiziere. Franzosen, die auf italienischer Seite Grenzbesih haben, zum Verlassen ihrer Häuser für die Dauer von Schießübungen der italienischen Artillerie veranlaßt haben, soll nach dem „Iour- nal" am 3. Iuli, vormittags 5 Hhr, ein italienischer Offizier auch die Bewohner der Alpenhütte von Revers zum Verlassen dieser Behausung gezwungen haben. Der Besitzer, seine Frau und seine 8 Kinder, von denen eins krank war, hätten sich bis zur Beendigung der Schießübungen unter einem Felsvorsprung aufgehalten. — Rach einer Meldung des „Petit Parisien" hat am Sonntagvormittag ein italienischer Carabinieri in der Gegend des Mont Cenis 3 Schüsse auf zwei italienische Arbeiter, die sich 200 Meter von der Grenze entfernt auf französischem Gebiete befanden, abgegeben. Kritische Lage für Hankau. Paris, 4. Iuli. (WB.) Die Agentur Indo Pacific meldet aus Schanghai, daß in H an kau alle Vorbereitungen für den Fall eines Angriffes Feng-Iuhsiangs vom Rvröen her oder Tschiang-Kaischecks vom Süden her getroffen seien. Der mit der Verteidigung beauftragte bolschewisttsche General I allen soll erklärt haben, daß, falls die Stadt fallen würde, er hinter sich Nichts zurücklasfen werde. Zur präsidentschastswahl in Amerika. Die Aussichten des Präsidenten Coolidge. Washington, 4. Iuli. (WTB.) Wie gemeldet, hatte Senator Borah vor einigen Tagen in Bois (Idaho) nach seiner Rückkehr aus dem vorwiegend ackerbautreibenden Westen in einer Erklärung betont, daß man dort Coolidge auch für die Wahlen von 1928 als republikanischen Kandidaten aufstellen werde, obwohl die Demokraten mit einer Erbitterung gegen Coolidge wegen dessen Veto gegen das Gesetz der staatlichen Subventionierung der Farmer gerechnet hatten. „Washington Post" und ebenso „Star" halten diese Erklärung für „das letzte Glied in der Kette der zahlreichen Anzeichen", daß Coolidge die große Mehrheit des Volkes hinter sich hat. Seine Wahl sei so gut wie gesichert, insbesondere, da nun auch Senator Borah, der im Frühjahr angesichts der auswärtigen Politik gegenüber Mexiko, Ricaragua und Sowjetrußland manche Bedenken geäußert habe, jetzt für Coolidge eintrete. Kunst und Wissenschaft Evangelische Kirchenmusiklage in Frankfurt a. 2U. Bei den musikalischen Veranstaltungen, die im Rahmen des Frankfurter „Sommers der Musik" der evangelischen Kirchenmusik gewidmet sind, wird am 11. und 13. Iuli der Leipziger Thomaner-Chor unter Karl Straube Chorwerke aus älterer Zett und der klassischen Hochblüte der evangelischen Musik der Bach- Zeit aufführen. Der berühmte St. Michaelis-Chor aus Hamburg wird am 9. Iuli die bi-Moll-Messe von Iohann Sebasttan Bach bringen. Als Solisten sind an diesen Konzerten beteiligt: Anni Quistorp (Leipzig), Marie Philippi (Köln), Alfred Wilde (Berlin) und Rudolf Bockelmann (Hamburg). Der St.Engelbrechs- C h o r aus Stockholm unter der Leitung von David Ahlen wird in das unbekannte Reich schwedischer alter und moderner Kirchenmusik einführen. Ieden Tag nachmittags 12 Hhr soll die Dresdener Posaunen-Mission unter Leitung von Pfarrer Müller vom Balkon des Römers aus alte Turm-Musik blasen. Am Montag, dem 10. Iuli, wird in den meisten evangelischen Kirchen Fest-Gottesdienst stattfttiden. So wird am Rachmittag in bet Katharinen- Kirche die schwedische lutherische Hochmesse mit schwedischen Liturgien und Chor gefeiert. Die Predigt hält Professor Rygren aus Hpsala. Vorträge der Professoren Sinend, Wolf, Gurlitt und Moser werden die Gebiete des kirchenmusikalischen Lebens behandeln. Eine Tibekausstellung in Frankfurt. Eine Ausstellung tibetanisches Tempelschätze im Frankfurter Kunstverein vermittelt eigenartige und seltene Eindrücke von der Kultur eines asiatischen Volkes, dessen Abgeschlossenheit erst durch. Sven Hedins Forschungen einigermaßen beseitigt wurde, dessen buddhisttsche Religionsform mit dem religiös- politischen Dalai-Lama als Oberhaupt der Berührung mit abendländischer Kultur größte Schwierigkeiten bereitet. Hochinteressant, nicht so sehr vom ethnographischen, als künstlerischen! Standpunkt sind die Gemälde und Skulpturen, Keramiien und Kultgegenstände, welche in der Frankfurter Ausstellung vereinigt sind. Vor allem diese Rollenbilder in ihren großen Ausmaßen, die aus tibetanischen Klöstern stammen, die auf Seide gemalten Wandbilder und sonstigen Darstellungen sind der Ausdruck einer künstlerischen Entwicklung, die zum Beispiel in der bildlichen Darstellung einer buddhistischen Apotheose überrascht und entzückt durch die Schönheit der Bilder und durch die vollendete Technik. Vieles ist chinesischen Hrsprungs. Am stärksten vertreten ist die Mingzeit, von 1350 bis 1650 nach Christi und hier offenbart sich eine geradezu dramatische Kraft der Gestaltung und Schilderung der Vorgänge. Aber auch die frühe Tangzeit etwa von 617 bis 900 zeigt die hochentwickelte Kultur eines uralten Volkes, in seinen Vasen und sonstiger Keramik. Ein eigenartiges Kunstwerk ist eine Art Genealogie Buddhas, wundervoll in Zeichnung und Farbe, ebenso das große Pantheon der buddhistischen Relegion: chinesische Einflüsse sind unverkennbar, aber der Beweis hoher künstlerischer Begabung der Tibetaner ist überzeugend erbracht. Außer den zahlreichen Gauthama Buddha-Darstellungen beschäftigt sich eine fesselnde Sammlung von Edelmetall-Skulpturen mit der tibetanischen Götterwelt und hier sind es die Göttin der Barmherzigkeit und der Donnerkeil- Schleuderer, die wieder hohe künstlerische Qualitäten aufweisen. Außerdem sieht man noch erlesene Stücke ostasiatischer Kunst, die ebenso wie die tibetanischen Tempelbilder zum ersten Male in Deutschland gezeigt werden. L.W. hauplversamlung des Deutschen Fröbel-Derbandes. Die 23. Hauptversammlung des Deutschen Fröbel- Verbandes, zu dem über 1700 Teilnehmer in Eisenach erschienen sind, fand ihren Anfang mit einem Wartburgabend, zu dem als Festredner Prof. Friedr. Lienhard gewonnen war. Er stellte zwei deutsche Frauengestalten, die heilige Elisabeth und das elsässische Bauernmädchen Luise Scheffler, als Vorbilder deutscher Weiblichkeit hin. Die letztere fei eine Vorläuferin der Ideen Fröbels gewesen und habe im Elsaß die ersten Kindergärten errichtet. Oberbürgermeister Dr. Janson sprach über die Beziehungen Fröbels zur Wartburg und zu Eisenach und hob hervor, daß in Eisenach die Ideen Fröbels, der als junger Mensch im Alter von 20 Jahren zum ersten Male auf die Wartburg kam, zuerst auf fruchtbaren Boden gefallen, und daß hier die er st en Kindergärten in feinem Sinne errichtet worden seien. Am Montag hat die eigentliche Tagung begonnen mit einer Eröffnungsansprache der ersten Vorsitzenden des Verbandes, Frl. Lilli Dröscyer- Berlin. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag des bekannten Philosophen Professor Ed. S pranger-Berlin. Aus aller Welt. Rechtsanwalt Führ Senatsprafidenl in Düsseldorf. Der aus dem R o u z i e r »Prozeß in Landau bekannte Rechtsanwalt Dr. Führ aus Frankfurt a. M., der seit Jahren vor den französischen Kriegs- und Militärpolr- zeigerichten des besetzten Gebietes als Verteidiger deutscher Angeklagter fungiert, ist zum Senatspräsidenten b e i m O b e r- landesgericht in Düsseldorf ernannt worden. Dr. Führ wird vorläufig dieses Amt nicht annehmen, sondern weiterhin als Verteidiger vor den französischen Kriegsgerichten des besetzten Gebietes tätig fein. Dr. Führ steht in den 50er Iahren und war früher Richter in Frankfurt a. M. Unfälle durch Explosion von Feuerwerkskörpern. Reuhork, 5. Iuli. (W.T.B. Funkspruch) Die anläßlich brr Feier bes Hnabhänglg- keitstages veranstalteten zahlreichen. Feuerwerke haben im ganzen Lande viele Hnfälle, namentlich unter Kindern herbeigeführt. Zwar sind wenig Todesfälle zu verzeichnen, doch ist die Zahl ber Erblindeten ziemlich gro ß. Im italienischen Viertel Reuhorks ereignete sich eine heftige Explosion durch eine weg - geworfene Zigarette, die in einen mit Feuerwerkskvrpern gefüllten Korb fiel. In einem anderen Stadtteil entstand durch eine aus einem Hochbahnwagen abgefeuerte Rakete in einem Fabrikgebäude ein Brand, ber einen Schaden von 250 000 Dollar verursachte. Explosionskatasttophe in SfutarL In Skutari ist ein Kaffeehaus in die Luft geflogen. Die Fenster der in der Rähe liegenden Häuser gingen vollkommen in Trümmer. Die Explosion war von einer starken Erschütterung des Erdbodens begleitet. Das dem Kaffeehaus benachbarte Haus ist ebenfalls in die Luft geflogen. Im Augenblick der Explosion waren in dem Kaffeehause nur ein Kellner und zwei Kinder anwesend. Während die Kinder noch lebend unter den Trümmern hervorgezogen werden konnten, ist ber Kellner bis zur Hn- kenntlichtett verstümmelt worden. Die Hrsache der Explosion konnte noch nicht ermittelt werden. Schwerer Orkan über Odessa. lieber Odessa wütete ein schwerer Orkan, der erhebliche Verwüstungen, besonders in ber Umgebung der Stadt anrichtete. Verschiedene Häuser wurden abgedeckt und Bäume entwurzelt. Aus dem Meere kenterten mehrere Segelboote. Ueber 20 Personen sind er t r un t en. Ein Straßenbahnwagen, der mit Ausslüglern besetzt war, die vor dem Unweiter flüchteten, entgleiste in einer Kurve und stürzte um. Sechs Personen wurden getötet, 16 schwer und 39 leicht verletzt. Jleve Knochenfunde in Berlin. Auf einem Grundstück in der Nähe des A l e x a n- derplatzes wurden bei Ausschachtungsarbeiten in einer Tiefe von 30 Zentimeter vier menschliche Schädel und eine große Anzahl anderer Skeletteile gefunden. Durch die Entdeckung von Holzteilen an der Fundstelle ist erwiesen, daß es fick um eine alte Begräbnisstätte handelt. Es dürfte sich um einen alten Franzosenfriedhof handeln, auf dem französische Soldaten, die 1812 nach dem Rückzug Napoleons aus Rußland in Berlin starben, beigefetzt wurden. Wahlfälschungen in 51. Goarshausen. Bekanntlich wurde die letzte Kreistagswahl durch ben Bürgermeister Bernbt von Riedern gefälscht, indem er über 100 Stimmzettel in nie Hrne warf und in ben Listen bei ben Wahl- berechttgten Cinttagungen über bie erfolgte Wahl machte, obschon biese gar nicht gewählt hatten. Trotz bieser Fälschungen hat ber Kreistag ent- schieben, baß eine Reuwahl nicht erforderlich sei, sondern lebiglich nach bem Abzug bet ungültigen Stimmen die 24 Abgeordnetensitze neu zu verteilen seien. Das gerichtliche Verfahren gegen Berndt ist so weit vorbereitet, daß demnächst in Wiesbaden die Verhandlung stattfinden wird. Das Tragikomische für Bürgermeister Berndt ist, daß er auch ohne die Fälschung der 100 Stimmen das Mandat erhalten hätte. Die Kreistagspartei Berndt ist eine Splitterpartei des Zentrums: weil ber Bürgermeister Berndt auf der Zentrumsliste nicht an sicherer Stelle stand, gründete er die neue Partei „Bernd t". Aus dem Zuge gestoßen. In Magdeburg wurde bev Gärtner Reinhold Meyer aus Wolmirstädt schwer verletzt a u f den Geleisen auf gef unben. Er formte bishir nur angeben, gewaltsam aus dem Zuge gestoßen worden zu fein. Auf der Flucht erttunken. In Zweibrücken versuchte ein 21 Iahre alter Strafgefangene Kolbenschlag, ber im Außendienst beschäftigt war, zu entfliehen. Gr kam dabei an ben Schwarzbach, ben er zu durchschwimmen versuchte: anscheinend erhitzt, versank er sofort in den Fluten. Seine Leiche formte noch nicht gefunden werden. Ein deutsches Opfer eines Hotelbrandes in Yokohama. Das berühmte „Fünfte Hotel" in Yokohama ist durch Feuer vollkommen zerstört toorben. Ein deutscher Geschäftsreisender kam in den Flammen um. Explosion einer Feldküche. Ein schweres Explosionsunglück ereignete sich im Stadtteil Ostrog-Ratibvr. Als dort ber Kriegerverein Bosah-Ostrag-Plania mit einer Felbküche zu einem Marsch antrat, wurde plötzlich der Deckel des Kessels bet Vereinsseldküche infolge Dampfüberbruckes hochgerissen. Der ganze Inhalt des Kessels ergoß sich über bie umste- henden KlnderunbErwachsenen. Heber 25 Personen erlitten teils leichte, teils schwere! Verletzungen. Einige Kinder von fünf bis sechzehn Iahren wurden so schwer verletzt, daß sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mußten. Drei Kinder schweben in Lebensgefahr. Wettervoraussage. Zeitweise wolkig, auch aufheiternd, strichweise Gewitterstörungen, Gewitterregen und Abküh- lung. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 22,7 Grad Celsius, Minimum 9,1 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 31/2 Stunden. Heutige Morgentemperatur 17,2 Grad Celsius. Witterungsaussichten für Donnerstag: Vielfach cm sheiternd und vorwiegend trocken. $t. Gomchachn. )xe setzte AteiStaaStvohl Berndt vrm Äiedem übet 100 Stimmzettel m M Listen bei den W n über die erfolgte W ar nicht gewählt hatten, t bat der Kreistag ent- uwahl nicht erfof diglich nach dem Wfl t d.e 24 Abgeordneten- n feien. Tas ge** jst fo weit vvrberertet, sbaden Das Tragüm^se?G leset Rödgen, den 5. Juli 1927. 6314D Beuern, den 4. Juli 1927. 631OD Treis a. d. Lda., den 4* Juli 1927. 6285D Danksagung. Für die wohltuenden Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verlust unseres Heben Entschlafenen sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Job. Heinrich Funk. Für die überaus große Teilnahme bei dem Heimgange meines so jäh von mir gerissenen herzensguten, einzigen Sohnes, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers in der Klinik, für die ersten und letzten Hilfs- und Liebesdienste der Aerzte.Schwestern.Bahnbeamtenund Kameraden und allen die steh daran beteiligten, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Böchner, sowie des Herrn Lehrer Walter am Grabe, den lieben Kameraden für ihre treue Beehrung, für die so überaus zahlreichen Kranzspenden, und allen denen, die meinem lieben Sohne die letzte Ehre erwiesen, sage ich auf diesem Wege meinen aufrichtigsten Dank. Frau Elisabeth Erb Wwe. Für die Beweise liebevoller Teilnahme bei dem Verlust unseres Heben Vaters und Großvaters Konrad Vogt sagen wir herzlichen Dank. 6334D Die trauernden Hinterbliebenen. Gießen (Bleichstraße 8), 4. Juli 1927. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichster Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Adolf Hahn, Schmiedemeister. +M4M+ ohne Operation, vollständig ohne Berufs- störung, keine schmerzhafte Einspritzung. In Behandlung kommen: Leisten-, Schenkel-, Hoden-, Nabel- und Bauchbrüche. Ueber die (Erfolge unserer Methode schreibt: Herr Dr. med. H. 2., approbierter Arzt: Ohre Methode der operations« losen Vruchbehanülnng habe ich verschiedentlich an meinen Patienten erprobt und ich kann Ihnen nur von besten (Erfolgen dabei berichten. Selbst Brüche aüerschwerster Art kamen in verhältnismäßig kurzer Zett zu restloser dauernder Ausheilung. Herr I. B., Wittlich (Mosel): Och begab mich in Ohre Behandlung in höchster Not. Mein Leistenbruch, mit dem ich vom ersten Lebensjahre an behaftet war, nahm trotz aller Bandagen, die ich von säst allen bekannten Bandagisten verordnet bekam, den Umfang eines Kinderkopfes an. Dank Ihrer Methode und der dezenten, überaus gewissenhaften, freundlichen Behandlung Ihres Arztes wurde ich geheilt, mein schweres Leiden ist verschwunden. Ich bemerke noch, daß eine Operation als zwecklos angesehen wurde, da olles verwachsen war. Unauslöschlicher Dankbarkeit seien Sie gewiß. Der beste Dankesbeweis soll für mich darin bestehen, Ihre so erfolgreiche, dabei einfache Methode zum Heile oller Druchleidenden bestens zu empfehlen und bekannt zu machen. Herr I. E. in Heften t Für die vollständige Heilung meiner langjährigen Bruchleidens meinen besten Dank. Ueber 10 Fahre habe ich das Leiden gehabt, um so größer ist meine Freude, nun endlich, ohne Operation, das Leiden ganz ausgemerzt zu wissen. Während der ganzen Behandlungszeit habe ich meinen schweren Beruf als technischer Drubenbeamter voll und ganz versehen können. Sprechstunde unseres approbierten, speziell ausgebildeten Vertrauensarztes in: (Yieken, Babnbofs Hotel, am Donnerstag, dem 7. Juli, nachmittags von 4—6 Ubr, und am Jreitag, dem 8. Juli, vorm. von 8—12 Ubr. 6306V Laden mit Einrichtung und Warenbeständen, im Zentrum der Stadt, bei Vorhandensein einer geeigneten Tausckwohng.. evtl, mit Wobn. abzttgeb. Schr. Ang. u. 04981 an den Gieh. An». Laden sür Filialgeschäst geeignet, in guter Lage abzugeben Beding.: Jetziger Inh. mutz aisZilialleiter übernommen werden. Sckr. An geb. unter 04982 a. d. Gieh. Anz. Zwei Lagerräume ca. 275 qm groß, für Zigarren fabrikation geeign.» perl. Oktvb. zu vermieten. Schr. Ang. u. 04973 an den Gieß. Anz. Schön. möbL sonnig. Zimmer U41’e’ m. elektr. Licht und Zentral!). tNäbe des Babnbofs u. Kliniken! an berufstätigen Dauermiet. z. verm. Zuer s r Wart weg 50, Gut möbl. Wohn- u. 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Aug. 1927 o n R » » „ „ 8. „ „ 13. „ 1927 S „ U „ „ „ „ 15. n „ 20. „ 1927 V „ Z „ n „ n 22. „ „ 27. „ 1927 Da nach der obigen Bekanntmachung des Herrn Ministers des Innern nach dem 14. Juni 1922 ausgezahlte Sparguthaben auch der Aufwertung unterliegen, können in den oben angegebenen Zeiten die für derartige Sparguthaben auszustellenden neuen Sparbücher ebenfalls in Empfang genommen werden. Wir bemerken aber ausdrücklich, daß die oben angegebenen Termine keine Ausschlußfristen sind, daß irgendwelche Verluste aus der Aicht- vvrlage der Bücher nicht entstehen. Vorlage und Abholung der Bücher kann auch gelegentlich nach diesen Terminen erfolgen. Gießen, den 1. Juli 1927. Der Vorstand der Vezirkssparkasse Gießen. Z a cheis. 6311D Gaa&fäf'MatißtMad dihßfd- aß- Täßriß! 59-64 - 79 - 9 O - 1OO M risw. p Bequeme Wochen* und Monatsraten Mlfa-Fab rikverkaufstelle Gießen Neuenweg 4 / Leiter: /. P. Mono Frankfurt a.FL, Grosses Tandemhauptfahren aa x 26.6.27. 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Krieg zu beenden:. vollem Eigentum V a - und ein genügend um- in militärischer Hinsicht mohammedanischen Staate werden. § 6. Italien erhält zu Iona, die Insel Sassena fanareiches Gebiet, um es zu sichern. § 16. Der vorliegende Vertrag soll geheim- gehalten werden. Was den Anschluß Italiens an die Deklaration vom 5. September 1914 betrifft, so wird diese Deklaration der Oeffentlichkcit übergeben werden, sobald der Krieg durch Italien oder an Italien erklärt werden wird. Frankreich, Großbritannien und Rußland erklären ihr volles Einverständnis mit der vorliegenden denkwürdigen 2lufzeichnung, die ihnen durch die italienische Regierung vorgelegt ist. In bezug auf die §§ 1, 2 und 3 betreffend das Einvernehmen über die Heeres- und Flottenunternehmungen aller vier Mächte, erklärt Italien, daß es aktiv in möglichst naher Zukunft und in jedem Falle nicht später als einen Monat nach Unterzeichnung des vorliegenden Dokuments durch die vertragsschließenden Teile auftreten werde. Das Vorliegende haben in London in vier Exemplaren am 26. April 1915 unterzeichnet und mit ihren Siegeln beglaubigt Sir Edward Grey, C a m b o n, Marchese Jmpe ri a li, Graf Benckendorff." (Fortsetzung folgt.) 3. das mangelnde Verständnis für die Schwierigkeiten jener in Oesterreich-Ungarn gewünschten internen Reformen, die nach Ansicht Englands den Frieden zu sichern enthaltenden Auszug. § 1. Zwischen den Generalstäben von Frankreich, Großbritannien, Rußland und Italien soll unverzüglich eine Militärkonvention Der Hafen Duräzzo kann einem unabhängigen Albanien zugeteilt Die alte Germania. Von Liesbet Dill. Ich hatte ihr einen Besuch abstatten wollen auf der Durchreise von Bad-Rauheim nach Luxemburg, aus verschiedenen Gründen. Erstens, weil sie etwas aus dec Mode gekommen ist, Öie der Rhein überhaupt, leider, zweitens, weil ich sehen wollte, ob man ihr noch etwas von ihrem Unfall ansieht, den sie 1917 erlitten bat, als der Vlih in sie einschlug, und den deutschen Adler gespalten haben soll, drittens, weil ich hoffte, daß bei diesem kühlen, grauen Wetter niemand außer mir auf den Gedanken kommen würde, auf das Riederwalddenkmal zu pilgern und ich mit Fran Germania droben ganz allein sein würde... Alles dies erwies sich als Illusion. — Graublau und regenschwer hing der Himmel über dem Rhein, als das Motorboot von Bingen nach Rüdesheim rauschte, und die Germama, die ich alt, verrostet und mit der ehrwürdigen Patina überzogen erwartet hatte, schwang so sonderbar unternehmend die Krone, die von weitem aussieht wie ein Eichenkranz, und am Fuße des Riederwaldes warteten die Reisenden in Scharen und eine Zahnradbahn nach der anderen füllte sich mit Menschen, die alle hinauf wollten ... Steil führt der schmale Weg zwischen Weinbergen und Eichenwäldern hinauf. Die Germania nmdrängten so viel Menschen, daß man mit ihnen eine kleine Ortschaft hätte bevölkern können. Sie reckten die Hälse und lauschten dem Führer, den man vor Lieberziehern und Hüten nicht sah. Die Germania ist eine Matrone. Sechs Jahre hat man an ihr gebaut, sie ist 670 Zentner schwer. Kaiser Wilhelm I. hatte, aus Frankreich heimkehrend, diese Stelle dazu ausersehen als die schönste am ganzen Rhein. — Und er hatte recht. Das .Landschaftsbild hier oben ist überwältigend und großartig. Mit schweren Wagen wurde das Material heraufgeschleppt, 11.80 Meter ist sie hoch, diese Dame, und das Schwert, das sie noch immer in der Linken hält, ist 7 Meter lang, ihr Kopf, zu dem der Schöpfer, Professor 2. das unbesiegbare Mißtrauen gegen die durch Ludendorff verkörperte, Deutschland herrschende Richtung und endlich — Italiens ScheinVertrag mit den Mächten des Dreiverbandes Von Graf Ottokar Czernin, k. u. k. österreichisch-ungarischem Minister des Aeußeren. Schillings, als Modell seine eigene Tochter nahm, hat 4 Meter Durchschnitt. Es ist eine gewaltige Frau, bei der man nicht mehr fragt, ob sie schön oder häßlich sei. Als Kind fand ich sie nicht schön und sie ist seitdem nicht schöner geworden. Aber sie ist imposant, und die Stelle, auf der sie steht, ist so märchenhaft, romantisch uird so bezaubernd, daß sie selbst ein solches Denkmal aushält. An Seilen wurde die mächtige Frau heraufgeschleppt. Es war für die Monteure, die ihr den Kopf aussetzten, eine lebensgefährliche Arbeit. In dieser schwindelnden Höhe mußten sie zu einem Arm herein- und zum anbecen herauskriechen. Rur für Schwindelfreie! l’/s Million hat dieses Denkmal gekostet. Es ist gesetzt zur Erinnerung an einen siegreichen Frieden nach dem Kriege 1870. Lieb Vaterland magst ruhig sein ... Tief unten flieht der graue Rhein schwer und ernst, die Schisse ziehen wieder kohlenbeladen rheinauf- und abwärts. Schlösser ragen stolz und kühn. Doch alle diese Bilder find ernst und verändert. Sie erinnern an alte Schwindsche Gemälde, die lang in der Sonne gehangen und in der Farbe gelitten haben. Ruinen, Burgen, Schlösser ringsum. Man zeigt sie heute den Kindern, wie man sie mir einst gezeigt. Aber dazwischen liegt soviel. Wandlungen sind seither vor sich gegangen. Es ist die alte Germania noch und doch ist sie verändert. Man zeigt sie, wie man eine Riesendame auf der Messe zeigt. Diese Dame wiegt 350 Pfund, bitte meine Herren, sich zu überzeugen . . . Eiserne Kreuze, Lorbeer und Schwerter, Kaiserkronen und deutsche 2Dler, die so hilflos zum grauen Himmel aufschauen . . . uird der in Eisen festgehaltene Schwur des alten Kaisers: „Du Rhein bleibst deutsch wie meine Brust" . . . Drüben in Dingen marschiert ein Trupp fremder Soldaten auf und ab, uird der Rhein ist immer noch nicht frei . . . weshalb malt man den Marktplatz von Palermo und Kirchen von Verona, aber den Rhein malt man nicht mehr? Er ist schwer zu erfassen. Seine ernste, romantische Schönheit muß einem liegen. Als ich vergangenen Sommer von Rouen § 15. Frankreich, England und Rußland nehmen auf sich die Verpflichtung zur Unterstützung Italiens in der Angelegenheit der R i d) 15 u l a (• jung von Vertretern des Heiligen Stuhles zu irgendwelchen diplomatischen Schritten, betreffend den Abschluß eines Friedens oder der Regulierung von Fragen, die mit dem gegenwärtigen Krieg zuiammenhängen. ~ soll geheim- § 7. Wenn Italien das Trentino und Istrien gemäß § 4, Dalmatien und die Inseln des Adriati- schen Meeres gemäß § 5, sowie den Busen von Va- lona erhält, soll es im Falle der Bildung eines kleinen autonomen neutralisierten Staates in Albanien sich nicht dem möglichen Wunsche Frankreichs, Großbritanniens und Rußlands nach Aufteilung der nördlichen und südlichen Grenzstriche Albaniens zwischen Montenegro, Serbien und Griechenland widersetzen. Der südliche Küstenstrich von der Grenze des italienischen Gebietes Valona bis Kap Stiloa unterliegt der Neutralisierung. Italien wird das Recht in Aussicht gestellt, d i e äußeren Beziehungen Albaniens zu leiten: in jedem Falle ist Italien verpflichtet, sich mit der Uzeberlassung eines genügend umfangreichen Gebietes an Albanien einverstanden zu erklären, so daß die Grenzen des letzteren westlich von dem Ochridasee mit den Grenzen Griechenlands und Serbiens zusammenstoßen. § 8. Italien erhält zu vollem Eigentum alle von ihm jetzt besetzten Inseln des Dodekanes. § 9. Frankreich, Großbritannien und Rußland erkennen grundsätzlich die Tatsache des Interesses Italiens an der Erhaltung des politischen Gleichgewichtes im Mittelmeere an, sowie das Recht, bei einer Teilung der Türkei einen gleichen Anteil wie sie an dem Bassin des Mittelmeeres zu erhalten, und zwar in dem Teil, welcher an die Provinz Adalia anstvßt. § 11. Italien erhält denjenigen Teil der Kriegskontribution, welcher dem Maß seiner Opfer und Anstrengungen entspricht. § 13. Im Falle der Erweiterung des französischen und englischen Kolonial b e 1 i tz e s in A f r i k a auf Kosten Deutschlands erkennen Frankreich und Großbritannien grundsätzlich das Recht Italiens an, für s i ch gewisse Kompensationen im Sinne einer Erweiterung seiner Besitzungen in Erythrcia, So- maliland, in Libyen und den mit Kolonien Frankreichs und Englands grenzenden Kolonialgebieten zu verlangen. § 14. England verpflichtet sich, die unverzügliche Realisierung einer Anleihe in Höhe von nicht weniger als 50 Millionen Pfund Sterling zu günstigen Bedingungen auf dem Londoner Markt zu erleichtern. Hauptversammlung der hessischen Miffionskonferenz. * Gießen, 4. Juli 1927. Mit einem Familienabend in der Stadtkirche wurde am Sonntagabend die Hauptversammlung der Hessische nMifsions- k 0 n f e r e n z ein geleitet. Rach tiefempfundenem Orgelspiel des Organisten Lehrer Simon brachte der evang. Kirchengesangverein Gießen unter Leitung von Lehrer Linden st ruth in vollendeter Weise die Komposition des Darmstädter Komponisten Mendelssohn: O, lieber Herre Jesu Christ" zum Vortrag. Professor Werner (Friedberg), der Vorsitzende der Hessischen Missionskonferenz, eröffnete die Tagung mit herzlichen Worten und sprach von der Mission als dem nächsten Ziel des Christentums. Da die Rot der Mission heute größer ist als je, so müsse auch die Heimat größere Opfer bringen. Sodann ergriff Llniv.-Professor D. Julius Richter (Berlin), der Vorsitzende der Brandenburger Missionskonferenz, das Wort zu fernem -Vortrag über: „Die deu t s che e v ang. Mission nach dem Weltkriege". Als nach dem Weltkriege unsere ehemaligen Feinde uns die Ausübung der Mission in China verbieten wollten, wurde von den Chinesen das Bleibekr der deutschen Missionare in China verlangt. Aehnlich war es in Südafrika und Deutsch-Ostafrika. Die LInkvsten der deutschen evang. Mission belaufen sich im Jahre auf ungefähr 4 Millionen Marr, das sind auf den Kopf der deutschen De- völkerrmg noch keine 10 Pfennige, und diese soN- ten wir Deutsche nicht aufbringen können. Der Rachwuchs der Missionare ist infolge des Krieges stark zurückgegangen, es fehlen heute in der Mission die fungen Leute. Auch hat die neue Zeit neue schwere Aufgaben mitgebracht, die von der Heimat gelöst werden müssen. Rach Chor- imb Gemeindegesang fand die erhebende Feier ihr Ende. Am Montägmorgen um 10 Llhr fanden sich die Teilnehmer der Hauptversammlung im Jo- hannessaal zusammen. Die Versammlung war recht gut besucht, auch Starkenburg und Rheinhessen hatten Vertreter entsandt. Der Vorsitzende, Prof. Werner (Friedberg), eröffnete di^Versammlung und gab das Wort dem Llniw-Prof. D. Dr. Cordier (Gießen), der seiner Schriftbetrachtung das Wort der Heiligen Schrift: schluß von Lissgrik und Trebinje im Norden und allen Besitzungen bis zu einer von der Küste bei Kap Planta nach Osten auf der Wassersd>eide gezogenen Linie im Süden. In gleicher Weise werden Italien alle nördlich und westlich der dalmatinischen Küste gelegenen Inseln zugesprochen mit allen zu ihnen gehörigen Klippen und Eilanden, aber ohne die Inseln Groß- und Klein-Zirona, Bua, Solta und Brazza. Der Neutralisierung unterliegen: Die ganze Küste von Kap Planka im Norden bis zum Südende der Halbinsel Sabbioncello, so daß in die Grenzen der neutralisierten Zone die ganze Bucht von Cattaro mit ihren Häfen Antivari, Dulcigno, San Giovanni di Medna und Durazzo fallen, sowie die Inseln, welche Italien nicht zugewiesen werden. Die folgenden Länder im Adriatischen Meer werden von den Mächten des Dierverbandes den Gebieten Kroatiens, Serbiens und Mont e = negros zugeteilt: Im Norden des Adriatischen Meeres die ganze Küste, beginnend von der Bucht Volosca an der Grenze Istriens bis zur Nordgrenze Dalmatiens mit Einschluß der ganzen jetzt zu Ungarn gehörigen Küste, der ganzen Küste Kroatiens, des Hafens Fiume und der kleinen Häfen Novi und Carlopago. Im Süden des Adriatischen Meeres, wo Serbien und Montenegro interessiert sind, die ganze Küste von Kap Planka bis zum Flufse Drina mit den wichtigsten Häfen Spalato, Ragusa, Cattaro, Antivari, Dulcigno und San Giovanni di Medua. und in dem Ausschalten „nationaler Hegemonien" zu bestehen hätten. Die ersten zwei Punkte bedürfen keiner Erklärung. Was die Aenderung der internen Struktur der österreichisch-ungarischen Monarchie anbelangte, so war der Gedanke, daß alle das Reich bewohnenden Nationen — es waren deren neun — gleichbe = r c d) t i g t und gleichgestellt nebeneinander •leben sollten, gewiß theoretisch wünschenswert aber praktisch undurchführbar, jedenfalls soweit sie realisierbar waren, nicht über Nacht durchführbar. Der Plan bedingte durchgreifende Aende- rungen der Verfassung. Mensdorff klärte die englischen Herren sachlich und eingehend über alle diese Schwierigkeiten auf und wie sehr seine Argumentation, daß nicht der schlechte Wille, sondern die Schwierigkeit der Materie das Hindernis sei, richtig war, beweist der heutige Zustand in jenen Staaten, welche sich in das österreichisch-ungarische Erbe geteilt haben. Niemand, der die Lage kennt, wird behaupten können, daß die Magyaren in Rumänien oder die Deutschen im italienischen Tirol besser daran seien, als die nationalen Minoritäten in der alten österreichisch-ungarischen Monarchie es waren. Immerhin gelang es dem Grafen Mensdorff Smuts und Kerr die Ueberzeugung beizubringen, daß es in den Intentionen Kaiser Karls liege, die nationalen Reibungen denkbarst zu verringern. In der Frage der territorialen Konzessionen, welche England von der Monarchie verlangte, erstanden neue große Schwierigkeiten, insbesondere seitens Italiens, welche aut die von der Entente so streng geheim gehaltene „Londoner Konferenz" vom 26. April 1915 zurückzuführen waren, die Oesterreich-Ungarn furchtbare Opfer auf- I erlegte, und England die Freiheit des eigenen Handelns nahm. Diese Londoner Beschlüsse, welche von Grey (England), Cambon (Frankreich), Imperial! (Italien) und Benckendorfs (Rußland) gezeichnet waren, waren gefaßt worden, um Italien zur Kriegserklärung gegen d i e Mittelmächte zu veranlassen, und versprachen demselben alles das, was Italien tatsächlich nach dem Niederbruche der Mittelmächte erhalten hat. Für das Verständnis des weiteren ist es nob wendig, zu erklären, daß diese Londoner Beschlüsse vor Wilson geheimgehalten worden waren und er dieselben erst bei den Friedensverhandlungen in Versailles zu Gesicht bekam. Das geschah deshalb, weil die Staatsmänner der Entente mit Recht fürchteten, Wilson werde alle diese 2(nnettionen nicht gut heißen und sein Widerspruch werde wieder Konflikte mit Italien heraufbeschwören. Ich gebe hier aus dem Text dieses Lon- dyner Geheimdokumentes einen, das wesentlichste Hochschulnachrichlen. Rach einer uns soeben aus London zu- gehenden Rachricht sind die Liften für deutsche Teilnehmer an den Ferienkursen in Cambridge und London geschlossen worden. Man war zu dieser Maßnahme genötigt, da die Anmeldungen aus Deutschland ungewöhnlich zahlreich waren und an den Ferienkursen grundsätzlich Angehörige möglichst vieler Rationen in entsprechendem Verhältnis teilnehmen sollen. — Ernannt wurde vom 1. Oktober 1927 ab der ordentliche Professor für Mathematik Dr. Robert König in M ünster i. W. zum ordentlichen Professor in der mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Jena. — Der Oberbibliothekar in der Heidelberger Universitätsbibliothek, Dr. Max Crone, ist in den Ruhestand getreten. — Dem Verleger der „Danziger Reuesten Rachrichten". Senator a. D. Gustav Fuchs (ein geborener Heilbronner) ist anläßlich seines 70. Geburtstages vom Großen Senat der Stuttgarter Technischen Hochschule die Würde eines Dr.-Jng. ehrenhalber verliehen worden. Gleichzeitig wurde der Jubilar von Rektor und Senat der Technischen Hochschule zu Danzig in Anerkennung seines unentwegten Eintretens für die Danziger Hochschule und seiner besonderen Verdienste um die studentischen Wohlfahrtseinrichtungen zum Ehrenbürger ernannt. — Der außerordentliche Professor Dr. jur. et phil. Ferdinand Graf von Degenfeld-Schonburg in Würzburg hat einen Ruf als ordentl. Professor für Wirtschaftswissenschaft an die Universität Rostock erhalten. Graf v. Degenfeld-Schonburg habilitierte sich 1920 in Marburg >y:V *»er_ „Die Motive des volkswirtscb der deutsche W°rxi^iu^ un(tantieepriscb folgte er einem Rufe nach - , „ jL. ua..t ordentlicher Professor an en verleihend Wie wir ferner hören, erhü tlQClldfHöCilC. Schonburg soeben auch eint^J^fuim ».a ♦ Professor an die Universb I. Am 18. und 19. Dezember des Jahres 1917 . fanden in der Schweiz Friedensverhandlungen zwischen England und Oesterreich-Ungarn statt. An denselben nahmen englischerseits General Smuts und der Privatsekretär von Lloyd George, Philipp Kerr, österreichischerseits der Botschafter Gras Albert M e n s d 0 r s s teil. Diese Verhandlungen, welche durch einige Wochen ungemein hofnungsvoll erschienen, hatten eine lange Vorgeschichte: Knapp vor meinem Amtsantritt als Minister des Aeußern, Ende 1916, war das offizielle Friedensangebot der Mittelmächte erfolgt. Seine unfreundliche, fast höhnende Ablehnung durch die Entente hatte mir gelehrt, daß dieser Weg, den Frieden zu machen, nicht der richtige scheine, und ich versuchte daher andere Wege. Ich beauftragte verschiedene fähige und diskrete Diplomaten, welche wir in neutralen Ländern hatten, auf die vorsichtigste Art und Weise ihre Fühler auszustrecken und tastend zu erforschen, ob eine Basis, auf welcher über den Frieden gesprochen werden könne, zu schaffen sei. In erster Linie bewährte sich in dieser Hinsicht der österreichisch-ungarische Legationsrat Ladislaus v. S k r z y n s k i, welcher in der Schweiz tätig war und bald zu melden wußte, daß englischerseits ein ähnlicher Vorgang eingeschlagen worden sei, und daß der ägyptische Prinz Djemil Tussim offenbar die gleiche Mission habe, ferner ein anderer Diplomat namens P a r 0 d i, ein Engländer im ägyptischen Außendienst. Die Instruktionen, welche Skrzynski erhielt, lauteten dahin, daß er vor allem alles anzuhören und jeden wie immer gearteten Friedensvorschlag nach Wien zu melden habe, und daß er zweitens ermächtigt fei, zu erklären: Oesterreich-Ungarn werde niemals einen Separatfrieden schließen: es halte sich aber für geeignet, vorerst unverantwortlich im Namen der Mittelmächte über die Friedensmöglichkeiten zu sprechen und wünsche zu roiffen, wie sich England diesen Frieden vorstelle. Monate verstrichen, in welchen Skrzynski langsam und vorsichtig seinem Ziele näherrückte, bis er endlich anfangs November 1917 zu melden wußte, daß England die Anregung zu einer Aussprache gegeben habe. Das war das erste Mal, daß sich eine Stimme Lloyd Georges hörte, die nicht das drohende Grollen seiner öffentlichen Reden wiedergab, sondern die wirkliche Stimme, und ich schlug meinem Kaiser vor, den Botschafter Graf Albert Mensdorff in die Schweiz zu senden. Gras Mensdorff hatte für diese Mission viele Vorteile. Abgesehen davon, daß er ein kluger wie vorsichtiger un$ taktvoller ZHpIpmat war, war er jahrelang österreichisch-ungarischer Botschafter in London gewesen. Er kannte nicht nur alle maßgebenden politischen Persönlichkeiten des britischen Reiches, er, war auch dank seiner Eigenschaften ganz besonders beliebt in London sowohl in der politischen Gesellschaft als auch bei Hofe, mit welchen ihn verwandtschaftliche Beziehungen verknüpfen, und er war endlich ein Vertreter jener Richtung, welche erkannte, daß selbst ein Friede ohne Eroberungen und Siegespalmen besser sei, als eine Fortsetzung dieses Europa zerfleischenden Krieges. Graf Mensdorff erhielt aus dem Munde Sr. Maj. des Kaisers Karl die obenerwähnten Skrzynski gegebenen Instruktionen und hatte darauf am 18. und 19. Dezember 1917 in Gens Unterredungen mit Smuts und Kerr. Seine einschlägigen Berichte gehören zu den interessantesten Dokumenten, meldje in dem Archiv des Ministeriums des Aeußeren liegen, weil sie einen klaren Einblick in die englische Psyche jener ^eit geben und folgende drei charakteristische Momente widerspiegeln: nach Le Havre wollte, riet mir dec Reisebureau - Ijerr in Paris zur Fahrt auf der Seine, weil sie viel schöner sei als der Rhein. Er kannte Mayence, er war an bord du Rhin gewesen. Welcher Franzose von heute kannte den Rhein Milcht? — Lind diese Fahrt ist reizend und stimmungsvoll, aber der Rhein ist es nicht. Ihr fehlte alles, was dem Rhein feinen Zauber verleiht, es fehlten die Burgen, die Romantik, seine tragische Gröhe. . . In das eiserne Gewand der Germania sind deutsche Märchenmotive gewebt, Schwäne und Genovefa, Siegfriede und Drachen... Sagen und Märchen umschweben den Rhein . . . 2llle diese CH amen des Denkmals: Metz, Mars la Tour, Sedan und Spick)ern stimmen melancholisch, alles das ist fast sagenhaft geworden, wie das ganze Denkmal. Hinter der Germania im Eichenwald liegt, vom Blitz gefällt, der Stamm einer alten Eiche ... an dem Denkmal selbst sieht man keine Spuren mehr. Durch enge Weinbergsgassen gehts steil bergab. Ich folge einer Schule. Die Buben haben sich Eichenbüsche an die Hüte gesteckt, dieser kleine Zug gleicht einem wandernden Eichenwald. Er geht in einer Staubwolke bergab. Sie haben die Germania gesehen, sie waren am Rhein. Ernst und fttK umfließt der graue Strom die leichten, eleganten Rheinbrücken, die schwimmenden grauen Inseln und den zierlicheir Mäuseturm an dem Binger Loch. Die Weinberge sehen von weitem aus wie geflickte, große bunte Süd>ec, und vor mir der wandernde Wald beginnt zu fingen. Das Wandern, das Wandern. Sie haben die alte Germania längst vergessen, sie denken an das weihe Schift, das sie heimwärts trägt, an die Mutter, der sie erzählen werden, wir haben die Germania gesehen. Die Sonne blickt durch die graue Wolkenwand, und am Fuße des Riederwald toarten schon neue Wandervögel und Schulen und Vereine. Unter den Weinbergen, die blühend grün schimmern, leuchten die graublauen Schieferdächer uralter Weinstädtchen, Burgen stehen stolz und kühn, und auf den Schiften flattern bunte Fähnlein im Sommerwind. . « schlossen werden. § 2. Seinerseits verpflichtet sich Italien, mit allen ihm ßur Verfügung stehenden Mitteln den Feldzug einheitlich mit Frankreich, Großbritannien und Rußland gegen alle mit ihnen kriegführenden Staaten zu führen. § 3. Die Seestreitkräfte Frankreichs und Großbritanniens sollen Italien ungeschwächten aktiven Beistand bis zur Vernichtung der österreichischen Flotte oder bis zum Augenblick des Friedensschlusses gewähren. Zwischen Frankreich, Großbritannien und Italien soll unverzüglid) eine Marinekonvention abgeschlossen werden. § 4. Beim kommenden Friedensschluß soll I t a - lien erhalten: Das Gebiet des Trentino, ganz Südtirol bis zu seiner natürlichen geographischen Grenze, als welche der Brenner anzusehen ist, Stadt und Gebiet von Triest, die Grafschaften Görz und Gradiska, ganz Istrien bis zum Quarnero mit Einschluß Volo'scas und der istrischen Inseln Cherso und Lussin und gleichfalls der kleineren Inseln Plaw- nica, Unie, Canidole, Pala,zzoli, sowie der Inseln St. Peter von Diembi, Asinello und Gruica nebst den benachbarten Inseln. § 5. In gleicher Weise erhält Italien die Provinz Dalmatien in ihrer jetzigen Gestalt mit Ein- nur !Wm Serin IbSeife ine Schönheit! .Lolchen Glauben fjabe ich in Israel noch nicht gefunDen“ zugrunde legte. Prof. CSenier begrüßte dann alle Erschienenen herzlich, besonders die Redner des Tages, ferner den Superintendenten für Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner, und die Vertreter der theologischen Fakultät der hiesigen Universität. Superintendent Zentgraf war infolge Krankheit am Erscheinen verhindert. Die hessische Missionskonferenz blickt in diesem Jahr auf ihr 25jähriges Bestehen zurück. Im letzten Jahre Der lot sie zwei ihrer tüchtigsten Mitarbeiter, Pfarrer Wilhelm Röm Held (Rie° der-Ramstadt) und Pfarrer E. S c r i b a (Wetter- selb). Die Versammlung ehrte das Gedächtnis der beiden Entschlafenen. Wer tieferen Einblick in die Missionsarbeit gewinnen will, dem stehen die Schriften Römhelds zur Verfügung: „Lebensbilder aus der äußeren und inneren Mission" und „Die Sache der Heidenmifsion in Hessen". Der nun folgende Ja h r esber i cht des Schriftführers, Pfarrer K ö d d i n g (Eberstadt b. Lich), wurde genehmigt. Der Vorsitzende gab ergänzenD noch Mitteilung darüber, daß im letzten Jahr einige junge Leute an der Missionskonferenz in Halle teilgenommen haben. Ferner wurden zwei Sendboten in die Heidenwelt entsandt, einer nach Kamerun und einer nach China. Der Bericht des Rechners fand ebenfalls Genehmigung, er schließt in Einnahme hüt rund 1250 Mark und in Ausgabe mit rund 800 Mark, so daß an Darvermogen 450 Mark vorhanden sind. Der nun folgende Vortrag von Llniversitäts- Professor D. Richter (Berlin) über: „Die Aufgaben der protestantischen Mission bei Anbruch der neuen Zeit in der nichtchristlichen Welt" fand aufmerksame Zuhörer. Der Redner zeigte, wie die Menschheitsentwicklung der letzten Jahre auch Einzug im Heidenland hält. Groß sind die Aufgaben und schwer die Probleme, die ihrer Erledigung harren. Das Rassenproblem, das Rationalitätenproblem, das Erziehungsproblem und das Rationalkirchen- problem sind schwierige Aufgaben, die unbedingt von der Missiotz gelöst werden müssen. Der Vorsitzende dankte unter dem Beifall der Zuhörer dem Redner für den hochinteressanten Vortrag. An der folgenden Aussprache beteiligten sich Llni- versitäts-Professor D. Dr. Frick (Gießen), Missionar Laut, Missionar Groh (Langd) und Dekan Guhmann (Lollar). Rach gemeinschaftlichem Mittagessen fand eine Vorstands- und Helfersihung statt. An Stelle des verstorbenen Pfarrers S c r i b a wurde Pfarrer l).Jäger (Leihgestern) in den Vorstand gewählt und später durch die Generalversamm- lung bestätigt. Der Jahresbetrag beträgt 2Mk. In der Rachmittagssihung hielt Pfarrer Dr. Vömel (Bergebersbach) einen Vortrag über: „Das Werden der Kirche Jesu Christi in China". Im Jahre 1814 wurde in China der erste evangelische Christ getauft, 1864 betrug die Zahl 100, im Jahre 1907 waren es schon 175 000 und hvute ist die halbe Million faist «erreicht. Die Chinesen sind in die Konferenzen einaezogen. Der Aufbau der chinesischen Rationaliirche ist im Werden. Die Südchinesen sind die Bahnbrecher für die Kirche der Freiheit. Entscheidende Beschlüsse müssen aus gemeinsamen Beratungen hervorgehen, bald vielleicht sogar unter bexn Vorsitze eines Chinesen. Die Schulleitungen liegen in den Händen der Chinesen. Von vielen Chinesen werden die Missionare ob- gelehnt, aber auch viele wünschen, daß die Missionare bleiben sollen. Rur noch mit bester Vorbildung ausgerüstete Leute können als Missionare entsandt werden. In der folgenden Aussprache wurden von Missionar L a u k noch einige Ausführungen gemacht. Professor Werner sprach den Dank der Versammlung für die sehr bedeutsamen Mitteilungen aus. Zum Schluß berichtete noch cand meb. Geißler (Watzenborn-Steinberg) über dir Missionskonferenz in Halle, an der er im Auftrage den hessischen Missionskonferenz tetlgencmmen hatte. Rach einem Choralgesang sprach Pfarrer Heß (Darmstadt) das Schlußgebet und den Segen. Damit hatte die sehr arbeitsreich? Generalversammlung ihr Ende erreicht. 650-Iahrseier der Stadl Alzey. WER. Alzey, 4. Juli. Am.2. und3. Juli feierte die Stadt Alzey das Fest ihres 6 5 0- jährigenBestehens. Am Samstag fand ein Festkommers statt, an den sich am Sonntag der Festakt schloß, zu dem Vertreter der hessischen Regierung, der Provinzialdireition, der Kreise, HII1H tyrill—I IWIIHI IWIFII- ’IIMklMWHWMBeg 24. Fortsetzung Nachdruck verboten TÄ ca. 275 qm groß, für Zigarren sabrikation geeign.» perl. Okwb. zu vermieten. Schr. Ang. u. 04973 an den Gieß. Anz. in älterer, graubärtiger Herr st hinaus — das Auto fuhr da- igfn^errn?" Ana ^h, glaubte Ich, es sei der an der Herr auf die Straße relLmMMWWeSe Roman von Sven Elve st ad. Copyright bei Georg Müller, München. „Sehr richtig. Und das erklärt mir alles. Diese Leute sind mit einem sehr seltenen narkotischen Gift betäubt worden, das sichin Indien und Tibet findet. Ich habe erst vor wenigen Tagen eine Beschreibung davon in einer englischen medizinischen Zeitschrift gelesen." „Ist es gefährlich?" „Nicht im geringsten bei einem einzelnen Mal. Aber die Betäubung kann mehrere Stunden andauern, wenn man nicht das einzige Mittel anwendet, das ein Erwachen bewirken kann." „Was ist das für ein Mittel?" fragte Krag. „Schleckt und recht Koffein. Das ist ein Mittel, das wir Aerzte auf solchen Expeditionen immer bei uns zu haben pflegen." Der Arzt öffnete ein kleines Lederfutteral und begann, mit Fläschchen und Lanzetten zu hantieren. Während er damit beschäftigt war, klopfte es an die Tür, und ein Konstanter trat ein. Er hatte eine Meldung zu erstatten. Dieser Konstabler war ein vollkommen neuer Mann in der Angelegenheit: aber der Umstand, daß er eine so wichtige Konferenz störte, deutete darauf hin, daß feine Meldung von Wichtigkeit sein mußte. „Ich höre, hier ist die Rede von einem gelben Automobil?" sagte er. „Jawohl, einem gescklossenen gelben Automobil", gab Krag zu. „Wissen Sie etwas davon?" „3a, ich weiß etwas davon." „Erzählen Sie." „Ich stand an der Ecke der Theaterstraße, da sah ich ein Auto in langsamer Fahrt die Weidenstraße entlangkommen. Da im Augenblick nichts anderes a-tHah, Jaf^r ' ' dieses Auto ins Auge. Während -rebäude abbog, wurde die Tur Städte uni) des Wirtschaftslebens erschienen waren. Rachdem Bürgermeister Dr. Hüll die Erschienenen begrüßt hatte, hielt Pfarrer Decker die Festrede. Ramens der hessisch>en Regierung sprach Staatspräsident äl l r i ch Glückwünsche aus. Rachmittags s-md ein großer historischer Fest- zug statt. Oderhessen. Schweres Explosionsunglück in Vad-Aauheim 4 Bad-Rauheim, 4. Juli. Ein ernster Unglücks fall ereignete sich heute mittag in einer Dienstwohnung, die sich über einem der Badehäuser befindet. Da das Gas schlecht brannte, sollte eine Reinigung der Gasleitung vorgenommen werden. Cs wurde dazu eine Sauer st osslasche benutzt, mit der die Rohre durchgeblasen werden soNten. In der Küche wurde die Flasche angeseht. In demselben Augenblick erfolgte eine heftige Explosivn: in der Küche und noch mehr im Keller traten starke Stichflammen aus. Die zwei in der Küche tätigen Monteure erlitten weniger gefährliche Brandwunden, während der im Keller befindliche Schlosser Karl Horn lebensgefährliche Verbrennungen davontrug. Auch die Frau des Beamten wurde leicht verletzt. Von Keller und Küche aus erfüllten undurchdringliche Dampfwelken Flur. Treppenbau und Räume, so daß das ebenfalls im Hause anwesende Töchterchen des Hauses nur dadurch gerettet werden konnte, daß man es durchs Fenster in ein über dem Erdboden ausgespanntes Tuch warf. Auch einer der verletzten Arbeiter mußte diesen Weg ins Freie suchen. Feuerwehr und Sanitätskolonne waren rasch zur Stelle, und die Verletzten konnten in kürzester Zeit ircs Krankenhaus verbracht werden, lieber den Zustand des Karl Horn kann noch nichts besttmmtes gesagt werden. Ebenso harrt die rätselhafte Ursache des Unglücks noch der Aufklärung. Das anschließende Badehaus wurde durch die Explosion in keiner Weise berührt, so daß der Badebetrieb nicht gestört, überhaupt nicht im geringsten gefährdet war. Lanvkrcrs Gießen * Klein-Linden, 4. Juli. Das 4 0 jähr. Stiftungsfest des hiesigen Gesangvereins „Harmonie" wurde am Samstag durch einen Festkommers auf dem Festplatz, der „Pfingstweide", eingeleitet. Der erste Vorsitzende, Kaufmann Jung, dankte allen, die in wochenlangen Vorbereitungen unermüdlich tätig gewesen waren. Der hiesige Gesangverein „Arion" ließ durch seinen Vorsitzenden, Herrn Weinandt, dem festgebenden Verein einen Fahnennagel überreichen, während der Gesangverein „Eintracht" durch seinen Vorsitzenden, Herrn B ö ck i n g, den. Jubel-Verein mit ä.leberreichung eines Bildes beehrte. Der befreundete Dutenhosener Gesangverein stiftete einen Fahnennagel. Wie immer bei derartigen Gelegenheiten, so hatte auch diesmal wieder der Turnverein (DT) seine Mitwirkung zugesagt und stellte Pyramiden. Die Mädchenriege turnte unter Führung von Fritz Mornewea am Barren. Der Sonntagmorgen versammelte Die Mitglieder der „Harmonie" in ihrem Dereinslokal zu einer schlichten, aber würdigen Gedenkfeier für die im Weltkrieg gefallenen Mitglieder des Vereins. Ab 10 Tlhr konzertierte die Musikkapelle Harnisch- Watzen- born-Steinberg vor der Kirche. Der Festzug am Rachmittag umfaßte etwa 25 Vereine und führte durch die reichgeschmückten Straßen des Dorfes. Aus dem Festplatz begrüßte die „Harmonie" ihre Gäste mit dem Sängergruß und einem Chvrlied, geleitet von ihrem Dirigenten, Musiker Burger. Der Vorsitzende der „Harmonie", Kaufmann Jung, tief den Gästen herzliche Willkommensworte zu und trug einiges aus der Geschichte des Vereins vor, der am 8. Mai 1887 gegründet worden war. Et gedachte dann der noch lebenden Gründer Wilhelm Jung und Philipp Jung, ferner des Seniors der Sänger, Herrn Wahl, und der verdienstvollen Dirigenten deS Vereins, namentlich des unter den Festgästen weilenden Ehrendirigenten Lehrer Möller von hier. Die Ehtenjungfrauen ließen durch Fräulein Marie Müller einen Fahnennagel überreichen. Kaufmann Schimmel übergab im Auftrag des Kriegervereins ebenfalls einen Fahnennagel und betonte in seiner Anhinabsprang, kannte ich an der Art, wie er ging, erkennen, daß er es nicht war." „Sie haben also gesehen, wie er auf die Straße hinabsprang, konnte ich an der Art, wie er ging, „Ja, vorher hatte er die Automobiltür ge- schlossen." „Erregte denn ein solches Manöver nicht die Aufmerksamkeit der Passanten?" „Doch. Aber weil der Mann lächelte und jemandem im Wagen zuwinkte, glaubte man, das Ganze sei ein Scherz, und achtete nicht besonders darauf. Mir gab jedoch die auffällige Aehniichkeit des Mannes mit dem Herrn Polizeichef zu denken." „Sind Sie ihm nachgegangen?" „Ja, ich bin ihm nachgegangen. Als er vor dem Haufe Theaterstraße 7b ankam, einem von den alten Gebäuden in dieser Straße, ging er hinauf." „Und bann haben Sie draußen gewartet?" „Dann habe ich draußen gewartet. Ich dachte, es werde doch interessant sein, zu sehen, ob er dort wohnte, oder ob er nur einen Besuch in dem Hause machte." „Wie lange haben Sie gewartet?" „Ungefähr eine halbe Stunde." „Kam er zurück?" „Nein. Er blieb oben." Krag dachte einen Augenblick nach. Dann fragte er: „Aber kamen denn gar keine Menschen aus dem Hause?" „Doch, vier Stuck, während ich wartete. Eine alte Frau und ein junges Mädchen mit einem Korb unterm Arm, ein Angestellter der Elektrizitätswerke oder Telephonarbeiter in blauer Bluse und endlich ein junger Mann, der wie ein Buchhalter oder so etwas Aehnliches aussah." „Danke", sagte Krag, ersichtlich neubelebt, „Sie sind ein guter Beobachter, aber trotzdem haben Sie sich hintcrs Licht führen lassen. Ich wette, daß der alte Mann, der ins Haus hineinging, einer von den vieren war, die wieder herauskamen. Vielleicht war es der Telephonarbeiter, vielleicht war es die alte Frau. Wer weiß. Aber ich kann Ihre Mitteilungen gebrauchen." Während Asbiörn Krag mit dem Bericht des Konstablers beschäftigt war, hatte der Arzt mit den Schlafenden experimentiert. Auf den Rat des Po- spcacye die gemein:amen o^eie, Die Z>r.e^er- uiw Gesangverein verbindet, nämlich Pflege des Heimatgefühles. Auch der Lollarer Verein stiftete einen Fahnennagel. Run wurde durch den Vorsitzenden der „Harmonie" jeder Gastverein mit einer künstlerisch ausgestatteten Fahnenschleife als Erinnerungszeichen u:x das 40jährige Vereinsjubiläum bedacht. Sodann traten die Vereine zum Singen an. Die Leistungen waren im allgemeinen sehr gut und sind ein Beweis dafür, daß sich die Gesangvereine ihrer Aufgabe, das deutsche Lied zu pflegen, bewußt sind. Ein Volksfest vereinigte jung und alt bis zum andern Morgen. Der heutige Montag ist der allgemeinen Volksbelustigung gewidmet. H Großen-Linden. 4. Juli. Am Sonntag hatte der Dentist Otto Rudolph von hier an dem Motorradwettrennen auf dem Nürburgring in der Eifel teilgenommen. Aus dem Heimwege (mit ihm auf dem Soziussitz fuhr ein Freund aus Gießen) stieß den b eiben Fahrern in der Nähe von Montabaur ein schwerer Unfall zu. Montag früh gegen 4 Uhr wurden sie auf der Straße liegend in bewußtlosem Zustande mit schweren Verletzungen aufgefunben und in das Krankenhaus nach Montabaur gebracht. Rudolph hot einen Bruch des Schlüsselbeins und schwere innere Verletzungen erlitten, während sein Gefährte sich eine Kops- und G e - Hirnverletzung zuzog. )( A 11 e n - B u s e ck, 4. Juli. Auf Veranlassung des Landwirtscho. ftsamtes Grünberg hielt hier gestern nachmittag Landwirt- schaftsassessor Dr. Böcker einen Feldrund- g a n g ab. Zahlreich hat en sich interessierte Landwirte cingefunoea, die den Rundgangsleiter zu den verschiedensten Getreide- und Hackfruchtfeldern, sowie Klee, Wiesen u. o.. folgten. Dr. Bocher besprach die an ihn gerichteten Fragen und gab Vorschläge und Weisungen zur Abstellung von Fehlern und Mängeln. An Pflan- zenkrankheitcn wurden beobachte!: Gelbrost an Weizen, Blasenfuh an Roggen und Streifenkrankheit an Gerste. Die neuesten Tekämpfungs- methoden wurden im einzelnen erwähnt. § Beuern, 4. Juli. Der 22 Jahre alte Landwirtssohn Otto Funk von hier zog sich vor einigen Tagen bei der Arbeit eine kleine, unscheinbare Verletzung an derHand zu, die er anfangs nicht weiter beachtete. Jedoch schon am anderen Tage stellten sich Schmerzen im Arm ein, die den jungen Mann veranlaßten, einen Arzt zu Rate zu ziehen. Es war aber schon eine Blutvergiftung eingetreten, welche die Ueberfübrung des Patienten in das katholische Schwesternhaus in Gießen notwendig machte. Die Maßnahme kam jedoch zu spät, denn schon am Tage Darauf verstarb Der bedauernswerte junge Mann an der Blutvergiftung. Die Gemeinde nimmt an dem tragischen Schicksal des braven Burschen tiefen Anteil. D Lich, 4.Juli. Am Samstag, Sonntag und Montag veranstaltete der vor einigen Jahren gegründete Arbeitergesangverein „Einigkeit" ein Fest und verband damit die Weihe feiner neuen Fahne. Die Feuerwehrkapelle spielte am Samstagabend zum Konzert auf dem Adlerplah auf. Anschließend marschierten die Vereine zum Festplatz, wo Der Vereinsvorsitzende, Karl Trechsler, und Bürgermeister Völker Ansprachen hielten. Es wechselten nun Chorlieder des festgebenden Vereins unter dem Dirigenten Friedrich Sektor- Gar- bentcich und der beiden anderen hiesigen Vereine, „Cäcilia" und Rothscher Männerchor, beide geleitet von Lehrer Stein. Am Sonntagnachmittag bewegte sich ein Festzug mit 37 Vereinen durch Die reichgeschmückten Straßen Der Stadt zum Festplah. Hier sang zunächst Der' Verein „Einigkeit" unter Begleitung des Orchesters den machtvollen Chor „Hymne an die Musik". Rach Der Begrüßung durch Den Vorsitzenden, Karl Drechsler. und Dem Prolog von Fräulein Marie Drechsler hielt Bürgermeister Völker Die Festrede und weihte die neue Fahne die von Der Firma Max Hisgen-Lich geliefert war. Eine von den Frauen und Jungfrauen des Vereins gestiftete Fahnenschleife wurde durch Frl. Marie Drechsler überreicht. Dann begann das Singen der Gastvereine, das fast Den ganzen Rachmittag in Anspruch nahm. Tanz unD Volksbelustigung füllte Den Abend und Den Festmontag aus. Kreis Büdingen. !! Büdingen, 4. Juli. In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der Vor» lizeichefs entschied er sich dafür, zuerst den einen der beiden Schutzleute ins Leben zurückzurufen. Nach Verlauf von einigen Minuten, während deren der Mann laut stöhnte, schlug er endlich die Augen auf. Verwirrt blickte er um sich. Endlich schien er seine Gedanken zu sammeln. Er richtete sich auf, griff mit den Händen vor sich hin, sank aber wieder zurück. Der Arzt nahm ihn von neuem in Behandlung, und nach zwei Minuten war der Schutzmann so weit bei Bewußtsein, daß er sagen konnte: „Ich durchschaue ihn ..." Krag verstand, was er meinte. VI. Asbjörn Krag mußte sich, wenn auch ungern, eingeftehen, daß er von bem verwegensten der beiden Schwindler auf die geschickteste Art genarrt worden war. Aber die Aktion war doch nicht ohne Wert für ihn gewesen: vorläufig hatte die Polizei den Nächstkommandierenden gefangen, den kleinen, lebhaften Italiener Ferro, und einen von den Gehilfen, den rothaarigen Kellner. Der Polizeichef fragte Krag, ob er ein eingehenderes Verhör des verhafteten Schwindlers wünsche. Krag wollte gern ein paar Fragen an ihn stellen. Sobald der Schwindler seine Maskierung abge- waschen Hatte, wurde er zum Verhör vorgeführt. Es war ein mittelgroßer Mann von kaum dreißig Jahren. Von deutlich südländischer Abstammung. Schwarze, spielende Augen in einem nervösen Gesicht. Dem Chef und den anderen Beamten gegenüber trat er mit ausgesuchter Höflichkeit auf. Ein merkwürdig überlegenes, fast triumphierendes Lächeln leuchtete in seinen Zügen, während er Asbjörn Krag lange firierte. Der Detektiv dachte bei sich selbst: Warum ist er so vergnügt! Er sitzt doch jetzt in der Falle und kann jeden Augenblick erwarten, daß auch der Führer der Bande oorgesührt wird. — Dieses Lächeln war sehr auffällig.... Krag hatte das stechende Gefühl, daß noch neue Ueberraschungen bevorstehen konnten. Ueberhaupt glich diese Sache keiner anderen, mit der er jemals zu tun gehabt hatte. Sic druckte einen Hauch von draußen mit sich, aus merkwürdigen, wilden Verhältnissen. Ihm schien, als wäre dies ein Spiel mit Akrobaten und nicht mit Verbrechern. a i; | a> t a g | u r veraun und in Der vom Bürgermeister vorgelegten Form angenommen. Die für 1927 aufzubringende Umlage beträgt 92 000 Reichsmark, was ein Mehr von 15 000 Reichsmark gegenüber 1926 bedeutet. Als zweiter Punkt stand der Ausbau des alten Schul- Hauses am Marktplatz auf der Tagesordnung. Es wurde beschlossen, in dem Hause acht neue Mahnungen herzurichten, die einen Kostenaufwand von 4000 Reichsmark verursachen. nd. Nidda, 4. Juli. Gestern versammelten sich hier die S e ch z i g j ä h r i g e n , die vor 46 Jahren hier konfirmiert worden waren, zu einer gemeinschaftlichen Feier des Wiedersehens. Nach dem Besuch des Gottesdienstes, in dem Pfarrer Köhler in der Predigt auf die Altersoereinigung in treff« lichen Worten Bezug nahm, fand im Gasthaus „Zur Eisenbahn" gemeinsames Essen und fröhliches Zusammensein statt. Die Jubilare wollen sich in zehn Jahren wieder zusammensinden. — Das in der Bahnhofstraße gelegene Anwesen des Kaufmanns Bernhard Schäfer, hier, ging-bei der Versteigerung in den Besitz des Bäckermeisters Hühn in Eichelsdorf über. Der Steigpreis beträgt 38 000 Mark. Bäckermeister Philipp Raak, hier, war Zweitletztbietender mit 37 500 Mark. L Düdelsheim, 4. Juli. Hier feierten in voller Rüstigkeit Lehrer i. R. H. Michel und Frau Wilhelmine, geb. Reichert, bas Fest ber g o l b e n e n Hochzeit. Dem Paare wurden zahlreiche Glückwünsche, Geschenke und Ehrungen von allen Schichten der Bewohner entgegengebracht. Kreis Schotten. I Ober-Lais, 4. Juli. Die hiesige Spar- und Darlehnskasse hielt gestern ihre ordentliche Generalversammlung ab. Äe Rechnung und Bilanz für 1925 wurden genehmigt und Vorstand und Aufsichtsrat Entlastung erteilt. Es wurde eine Erhöhung der Geschäftsanteile auf 75 Mk. beschlossen, ebenso die entsprechende Erhöhung der Haftsumme auf 750 Mk. je Geschäftsanteil. Aus dem Reingewinn sollen Betriebsrücklage und Reservefonds gespeist und eine Dividende von 10 Prozent auf die voll eingezahlten Geschäftsanteile gewährt werden. Die Timsätze der Kaste haben sich, besonders im Warengeschäft, verringert. Man erhofft jedoch eine Reubelebung des Geschäftes. Kreis Alsfeld >■» Alsfeld, 4. Juli. Eine vorbildliche und nachahmenswerte Tätigkeit hat die hiesige Feldbereinigung auf dem Gebiete Der Heimat- Pflege geleistet, um die alten historischen Ge- wannebezeichnungen in der Gemarkung zu erhalten und das Interesse an ihnen, die ein Stück Heimatkunde sind, in weiteren Kreisen zu wecken. Mit Unterftüining Der Stadtverwaltung wurden in allen geschichtlich bedeutenden Gewannen Gewannbezeichnungsst eine durch Kultur-Inspektor Buhl-Alsfeld aufgestellt, auf denen der Rame der Gewann aufgczeichnet, d. h. in den Stein eingehauen ist. Bisher wurden 21 Steine mit Gewannbezeichnung auf diese Weise in unserer Feldgemarkung aufgestellt. Zur Errichtung einer weiteren Anzahl solcher Steine bewilligte nun auch der hiesige Geschichts- und Altertumsverein unter Leitung von Kommerzienrat R a m s p e ck einen Betrag von 50 Mk. Dieses verdienstvolle Werk der Errichtung dieser Steine, durch welche die Ortskenntnis innerhalb der Gemarkung auch für Richtlandwirte erleichtert und bereichert, und zugleich die Erinnerung an Die Vergangenheit des Gemarkungsgebietes wach e-< halten wird, kann von der Oeffentlichkeit nur mit Dank begrüßt werden. Eine weitere Bereicherung wird das Landschaftsbild erfahren durch die vom hiesigen V. H. C. bereits in Angriff genommene Errichtung eines schmucken Aus» sichtstempels auf dem in nächster Räße Der Stadt gelegenen, sehr schönen Aussichtspunkt. dem „W ö l f i n g ° B e r g", wozu Do.^ er# forderliche Gelände im Wege der Felbberein'guna ausgeschieden und der Stadt zu diesem Zwecke zur Verfügung gestellt worden ist. O Ruppertenrod, 4. Juli. Landwirtschaftsassessor D r. S e l z e r vom Landwirt- schaftsamt Grünberg hielt gestern nachmittag hier einen Feldrundgang ab. Trotz Der Ungunst der Witterung hatten sich viele Landwirte eingesunden. Der Rundgangsleiter führte die Erschienenen au den Winter-. Sommer- und Brachefeldern und besprach mit ihnen auf dem Acker Fehler und Mängel aller Art. Insbesondere wurden Saatgut- und Sortenfragen, Füt- terungsfragen, Bekämpfung von Pflanzenkrank- Der Schwindler gab seinen Namen an: Giovanni Ferro, geboren Eintausendachthundertvier-' undachtzig in Mailand. Von Berus Kunstschmied. Asbjörn griff bas Wort auf. „Kunstschmied?" fragte er. „Das ist ein umfassender Begriff. Für welchen Teil des Handwerks haben Sie sich besonders interessiert?" „Für alles, was Schmuck betrifft", erwiderte der Italiener. „Gitter aus Schmiedeeisen, Ornamente, kunstfertige Türen ... „Und Türschlösser?" fragte Krag. Monsieur zog die Augenbrauen in die Höhe: „Es versteht sich von selbst, daß mir nichts in meinem Handwerk ganz fremd ist." „Wann haben Sie nun dieses schöne Handwerk aufgegeben?" „Ich habe es nie ganz ausgegeben." „Aber in letzter Zeit haben Sie ein anderes, ein» tragischeres Handwerk betrieben." „Das ist nicht die richtige Bezeichnung," antwor» tete der Italiener, plötzlich ernst werdend, als ob es ihm darum zu tun fei, daß alle feine Aeußerungen stets vollkommen korrekt waren. „Welcher Worte wünschen Sie sich selbst zu bedienen?" fragte Krag. „Ich möchte lieber sagen, daß ich eine inte» effantere Beschäftigung gefunden habe." „Das heißt: Sie sind Verbrecher geworden." Der Schwindler zuckte bedauernd mit den Achseln. „Ich merke," sagte er, „daß ich weit nach Norden gekommen bin." „Wieso?" „Die Benennungen haben nicht mehr die Geschmeidigkeit wie in den großen Kulturländern. Ich bin kein Verbrecher, und doch bin ich's. „Das hört sich rätselhaft an. Wollen Sie sich nicht näher erklären?" Der Italiener dachte ein paar Augenblicke nach. Endlich schien er den rechten Ausdruck für feine Gedanken gefunden zu haben. „Ich will als Beispiel diesen Diebstahl beim Herrn Polizeichef wählen", sagte er. „Sie gestehen also diesen Diebstahl ein?" fragte Krag. „Ja," erwiderte Ferro, „ich gestehe den Diebstahl einzig und allein deshalb ein, weil ich Ihnen mit Hilse dieses Beispiels klar machen kann, was ich meine." (Fortsetzung folgt.) in der fr'*»! L'S-m-m. ält™ wfc’s- 'N-« »S fr fr»Ä Al°re £L #“h Zu, '"I'nden. 'n zehn . ti n m 11, n ?b in der «»0 Mark ' w»r ’-M*' &el'cicrkn in u,nHrnu 'e wurde,, e n c n ^«pSS** regengebrnch,. cn '-H Schotten. «bn«!affe W» Ä "alvcr gww 9ftcTn »iianz für iS^y °b. h» uiT fite"/- SL2 ES? Nenxlonb» “ft*? 10 Dozent auf ®c!^ahäantci[e gctoäfirt Jfe lidj, L W dernngrrt. 'Ulan er. Hebung des Geistes i Alsfcld. 3n[j. Eine vorbildliche und gltil hat die hiesioe Feld- Mi Seb'-ete der Heimat' 1 °>e alten historischen Ee- n der Demacking zu er» tnesse an ihnen, die «in w, in weiteren Kreisen zu l'äPng der Stadtverwaltung '.chtl'.ch bedeutenden Aewan« üchnungsftein« durch h I - Alssetd aufgeßellt, aus Tewann ausgezeichnet, d. b. lauen ist. DiShcr wurden abrzeichnung aus diese Meile itlung ausgestellt. Zur §r« ren Anzahl solcher Steine der hiesige Teschichts- und t Leitung von Kommerzien« n 'betrag von 50 Wl. Dieser ier Errichtung dieser Steine. Kenntnis innerhalb der ®c- chtlandvirte erleichtert und ch bic Erinnerung au die MarkungSgebietes wach f"* tm bet QesienLchleit nut erden, ^ne weitere 'S-:«" >ndschasMd ersahren durch V.H.E. bereits in Angüss ng eines schmucken Aus- aus dem in nächster Olaae n sehr schonen Aussicht^ lng'Dcrg'. »ozu da-'er- m Dege der Zeldde-em'guim er Stadt zu diesem Zveae llt worden ist. „ ., ,rod. 4. Juli. Cantern-- clzer vom Landwirt« nbng H 8*™ Ä eldrundgang ab. ^-rung halten hchv^N 5er Äundgangsleiter suy-ie dm Winter-, Sommer« und ^orach mit chnen aus dem Wiler Art. und Sorten ragen. W von Pllanze^ ZE MM -chmuck b.(lbr'K/nrhessische Dauern- tänze, Volkstänze von Jugendgruppen, historische Schwertertänze des akademischen Turnvereins, Liedervorträge der Marburger Gesangvereine, Belustigung der Kinder durch Puppenspieler, Spinnstubendarstellungen, Hans-Sachs- Spiele usw. werden für Unterhaltung und Frohsinn sorgen. Um 9 Uhr abends findet im Fest- zelt auf dem Kämpfrasen ein Kommers und gegen 12 Uhr nachts große Schloßbeleuchtung statt. Handelskammer-Tagung m Hanau. gur 400-Iahrseier der Marburger Universität. H Marburg, 4. Juli. Stadt und Universität sind eifrig mit den Vorbereitungen zu dein Ende Juli stattfindenden Universi t ä t s - j u b i l ä u m beschäftigt. Der Gang der Feierlichkeiten ist kurz folgender: Am Rachmittag des 2 9. Juli Einweihung des Denkmals für die Gefallenen der Universität am Audolphsplatz, der turnerische Veranstaltungen der Studentenschaft im Stadion vorangehen. Für den Abend ist seitens der Universität in dem großen Festzelt auf dem Kämpfrasen eine Begrüßungsfeier vorgesehen, während die Studentenschaft einen Facielzug veranstaltet, wobei die Häuser der Stadt illuminiert werden. Am Vormittag des 3 0. Juli finden zunächst Gottesdienste statt, und um 11 Uhr der erste Festaktus in dem großen Festzelt auf dem Kämpfrasen. Rachmittogs werden das neue Kunstinstitut, die neue Ohren-, sowie die Kinderklinik ihrer Bestimmung übergeben. Abends schließt sich ein Festessen an. Daneben finden an anderen Stellen eine „Faust - Rezitation von Wüllner und ein Sinfoniekonzert statt. Roch dem zweiten Festaktus im Festzelt am Sonntag, 31. Juli, vormittags Wird sich nach- Werh. Weiß zieht und seht in drei Zügen Weiß: 3 Steine Ke4; Db5; La5. Schwarz: 1 Stein Kc8. Internationales Schachturnier zu Bad-Homburg. Amtsgericht Metzen. • Gießen, l*3uli. Die Angeklagten L. F. aus Kl.-L.. W. F. und W. R. aus Gießen, der erstere aus der Straf-, der letztere aus der Untersuchungshaft vorgeführt, alle mehr oder weniger vorbestraft, sämtlich sich als „Kaufleute bezeichnend. haben im Jahre 1925 26 mit dem Elektroinstallateur A. W. aus W. mehrfache Geschäfte abgeschlossen, die an Unübersichtlichkeit nichts zu wünschen übrig ließen. Der Zeuge W. behauptet, den Angeklagten einzelne Gegenstände, wie Rad.o- apparate. Heizöfen, Bügeleisen u. dgl. übergeben zu haben, teils „in Rechnung", teils unter Eigentum svorb eh alt. Die Angeklagten bestreiten das letztere, behaupten, die Gegenstände seien chnen, z. T. als Pfand, jedenfalls nicht unter Eigen- tümsvorbehalt geliefert worden. Da als einziger der Zeuge W. in Frage kam und des,en oft wenig klaren Rechtsgeschäfte gerichtsbekannt sind — er hatte übrigens erklärt, kein Interesse mehr an der Bestrafung zu haben — wurden die Angeklagten von der Anklage der Unterschlagung mangels Beweises freigesprochen Der vorgenannte Zeuge A. W. saß 6alb nachher selbst auf der Anklagebank. Er gatte Abonnentengelder unterschlagen. d,e er für eine Frankfurter Firma, die Zeitschriften vertreibt, vereinnahmt hatte. Es lag zugleich Untreue vor. Strafe: 7 0 R M.. im Fall der Unsinbringlichkelt macht das Wasser weich und antiseptisch Die täglichen Waschungen verleihen der Haut Zarthrit und SugcndfHsche Heinrich Mack N»M. Ubn a. 0. Kaish-Borax' "das hygiemfche Hautpflegemittel unterlassen hatte. Auch erschien es recht fraglich, ob man bei der geschilderten Sachlage die Angeklagten i. S. des Gesetzes als „Hilfspersonal' des W. jun. ansehen konnte. Trotzdem konnte auf Grund dieses Sachverhaltes nicht verurteilt werden, da den Angeklagten nicht nachzuweifen war. daß sie sich bewußt waren, unberechtigt zu fischen. Es scheinen in dieser Beziehung in beteiligten Kreisen rechtlich irrige Auffassungen zu bestehen, die den Angeklagten zugute zu halten waren. Da jedoch festgestellt wurde, daß die beiden Angeklagten auch dann noch gefischt hatten, als W. jun. schon weggefahren war, wurde jeder von ihnen in eine Geldstrafe von 20 RM. genommen. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonSttsch« Das Aepfelchen. Bevor wir - es war 1915 — in die Karpathen einmarschierten, lagen wir in Ragy-Berezna, einem kleinen ungarischen Städtchen. Der Kompagnie- schnutenfeger war abgängig geworden, und so ließ der Feldwebelleutnant Pulverloch den Barbier des Ortes zu sich inä Quartier kommen. Herein trat ein kleiner, buckliger Kerl, der sich unter vielen Verbeugungen vorstellte, und geschäftig Messer, Schere, Seife, Schleifstein, Riemen, Puderquaste, Handtuch und — ein ganz kleines Aepfelchen auspackte. Dann stellte er einen Stuhl zurecht, sagte in seinem Ungarisch-Deutsch: „Teszik, nemmen Sie Platz", und seifte den Feldwebelleutnant mit einer stark parfümierten Seife ein. „Stinko gutt, Gnaden, nit wahr?" Mit flinken Bewegungen zog er das Messer ab: „Habe oft Ehre gehabt, gnädige Herren zu bedienen." Run ergriff er das Aepfelchen: „Haben Gnaden Gnad' und nemmen Apfel in Maul, damit ausfillt Wange." Und weil der Apfel wirklich ganz appetitlich ausfah, tat es der Feldwebelleutnant auch. So wurde er über den Apfel rasiert, gewaschen und gepudert. Zufrieden erhob er sich und gab dem Barbier seinen Lohn. Der dankte und bat mit vielen Bücklingen um sein Aepfelchen. „3 — das habe ich ja gegeben und heruntergeschluckt." „3oi, joi, — hab' ich schon viel' Kunden mit jennern Aepfelchen rasiert — wo soll ich nun her- nernrnen Aepfelchen so klaines?" Mediziner-Spässe. Die folgenden Kleinigkeiten sind den in der „Medizinischen Welt" mitgeteilten „Anekdoten um Erb" entnommen. Erb hatte in der Vorlesung bei einem Kranken die Diagnose auf einen apfelgroßen Tumor gestellt, und als der Mann starb, fand sich bei der Autopsie nichts. Erb sagte bei der Besprechung des Falls in der Klinik mit großer Verachtung: „Traurige Kerl, die Pathologe, noch nit ernol mein Tumor hawwe fe g'funnel" Kolleg, Praktikant: Patient von einem Baum gefallen, geringe Störungen in den unteren Extremitäten. Der norddeutsche Praktikant macht seine Sache ganz gut. Diagnose: Ouerfchnittslrauma des Rückenmarks. Erb, gemütlich mit dem Kopf nickend: „Ra, junger Freund, e bissel zu nobel und zu viel. Sagen mer halt, er Hot sich ordentlich de Hinnere verbellert!" Der Rorbdeutsche verstand kein Wort. • Dem Chefarzt des Krankenhauses fällt es eines Tages auf, daß der Inhalt der großen Weingeistflasche im Operationsfaal stärker abgenommen hat. als es dem chirurgischen Verbrauch entspricht. Er stellt seine Diagnose auf „innere Anwendung" durch das Personal und hängt an die Flasche einen Zettel mit der Aufschrift: Methylalkohol! Gefahr der Erblindung! Am andern Morgen fehlt wieder etwas, doch nur halb so viel wie beim ersten Male. Auf dem Zettel aber steht geschrieben: „Een Ooge riskier' ick!" 7 Tage Gefängnis. W. war seither noch nicht vorbestraft. Deshalb wurde von einer Freiheitsstrafe abgesehen. H. B. aus Lg. hatte nicht für sein uneheliches Kind gesorgt, obwohl er von der Bürgermeisterei seines Heimatortes dazu aufgefordert war. Er behauptete, wirtschaftlich nicht dazu in der Lage gewesen zu sein. Das Gericht nahm jedoch an, daß der Angeklagte wenigstens etwas für das Kind habe tun und er zum mindesten seine Arbeitskraft intensiver habe verwerten können. Strafe: 2 Wochen Haft. Bei der Urteilsverkündung wurde darauf hingewiesen, daß bet dem Justizminister eine bedingte Begnadigung angeregt werde. Der Angeklagte hat es dann in der Hand, durch eine gewisse Fürsorge für das Kind sich den Erlaß der Strafe zu sichern. Der Eisenbahnbeamte i. R. G. H. aus H. war angeklagt, im August vorigen Jahres den Rachtwächter von Gr.-L. mit gröblichen Beschimpfungen beleidigt zu haben, als dieser ihn nachts archielt, weil er mit dem Rad ohne Laterne fuhr. Der Angeklagte bestritt, der Täter gewesen zu sein. Sein Arzt, bei dem der Angeklagte 4 Tage später zur Konsultation erschienen war, hielt es für fraglich, daß der Angeklagte 4 Tage zuvor noch Rad gefahren sei. Der als Rachtwächter vernommene Zeuge hatte jedoch den Angeklagten, den er schon lange kennt, an Stimme, Gestalt und Gesicht mit einer jeden Zweifel ausschließen'oen Gewißheit erkannt. Er hatte ihn mit einer hellbrennenden Taschenlaterne beleuchtet, als er auf ihn zufuhr, vor ihm hinfiel und dann mit dem Rad in der Hand wütend auf ihn losging. Das Gericht sah den Angeklagten als überführt an. Strafe: 40 R M., im Fall der Uneinbringlichkeit 7 Tage Gefängnis. Dem 'Rachtwächter wurde das Recht zugesprochen, das Urteil durch Aushang an der Ortstafel zu veröffentlichen. Die üblichen Fälle von Verstößen gegen das Kraftfahrgesetz fehlten nicht. Ein Fall wurde zur weiteren Aufklärung vertagt, im anderen auf eine Geldstrafe von 20 RM. erkannt. Beidemal wurde die mißbräuchliche Benutzung eines Probefahrtkennzeichens zur Last gelegt. Eine Fifchereisache nahm längere Zeit in Anspruch. W. fcn. war 1926 Pächter einer Fischerei an der Lahn. Er gestattete seinem Sohn, die Fischerei für ihn auszuüben. Dieser beauftragte im Juli v. I. den Gastwirt A. S. und den Schuhmachermeister T. E., auf einem Kahn mit einem Reh zu fischen, während er selbst in einem Paddelboot hinterher fuhr. S. und E. hatten wegen unberechiigten Fischens Strafbefehle erhalten, gegen die sie Einspruch einlegten. In der Hauptverhandlung wurde festgestellt, daß W. sen. nicht ohne weiteres die Ausübung der Fischerei an W. jun. überlassen durste. Der letztere mußte eine Fischereikarte Hen was er Bearbeitet Problem Nr. 116. Don W. Shinkman. Schwarz. Amtsgericht Wetzlar. £2 Verstoß gegen die Verordnung des Ober- Präsidenten der Rheinprovinz — weil sie in Öen Gemarkung Dorlar entgegen dem Verbot ein weibliches Reh und einen Rehbock gelegentlich der Treibjagd abgeschossen haben sollten — war zwei Jagdberechtigten aus Altenhundem bzw. Rodheim a. L. zur Last gelegt. Gegen die erlassenen gerichtlichen Strafbefehle über je 100 Mk. Geldstrafe hatten beide Angeklagte Einspruch erhoben. Das Gericht vermochte nur die Schuld des heiten, Dearbeitungs- und Düngungsfragen erörtert. Linker den beobachteten Pflanzenkrankheiten sind besonders hervorzuheben: Gelbrost an Weizen. Blasenfluß an Roggen und Streifenkrankheit an Gerste. Heber Die Rostkrankheiten und ihre Bekämpfung gab Dr. Selzer auf Befragen näher Anschluß und empfahl die Rot- wendigkeit sachgemäßer Düngungs- und Bodenbearbeitungsmaßnahmen. Die Gemeinde Ruppertenrod war durch den Beigeordneten Philippi vertreten, der am Schluffe des Ganges Dr. Selzer für seinen belehrenden Rundgang und seine allgemein verständlichen Ausführungen dankte. Die versammelten Landwirte äußerten fernerhin noch den Wunsch, daß im Winter ein Vortrag über „Düngungsmaßnahmen" gehalten werden möchte. «o, Schadenbach, 4. Juli. Unter starker Beteiligung von hier und auswärts feierte gestern die hiesige evangelische Kirchen- gemeinde ein G u st a v - A d o 1 s - Fe st. Zu Dem Festgottesdienst am Vormittag hatten sich so viele Teilnehmer eingefunden, daß die Kirche bei weitem nicht alle Besucher fassen konnte. Die Festpredigt hielt Pfarrer Hoffmann, früher in Maulbach. Der Gottesdienst wurde durch Gesangsvorträge der Gemischten Chöre von Deckenbach und Schadenbach sehr bereichert. Im Anschluß cm den Gottesdienst waren die auswärtigen Gäste von den hiesigen Ortseinwohnern zur Bewirtung eingeladen. Die Rachversammlung im Freien hatte gleichfalls starken Besuch aufzuweisen. Dieser Tage trafen sich Vertreter der hessischen und hessen-nassauischen I n - dustrie- und Handelskammern in Hanau zu einer gemeinsamen Versammlung. Nach einem Referat des Syndikus Dr. E h a r i f f e-- Mainz über die wirtschaftliche Lage des besetzten Gebiets nahm die Versammlung olgende Entschließung an: „Die in Hanau versammelten Vertreter der Industrie- und Handelskammern des Gebietes am Mittelrhein und Main halten sich für verpflichtet, mit Nachdruck auf das schwere, immer fortwirkendc Hemmnis hinzuweisen, das die Besetzung eines großen Gebietes des Rheinlandes durch fremde Mächte für eine freie Entwicklung der Wirtschaft in den besetzten Gebieten selbst und den angrenzenden Bezirken darstellt. Allein die Tatsache der Besetzung schafft eine unsichtbare, aber stark trennende Grenze auch in wirtschaftlicher Beziehung. Das Vertrauen der Wirtschaftskreise des unbesetzten Deutschlands zu einer ruhigen und ungestörten Entwicklung der Geschäftsbeziehungen mit dem besetzten Gebiete ist nach den Ereignissen der letzten Jahre noch nicht zurückgekehrt, besonders auch da die Auswirkungen der Verträge von Locarno im besetzten Gebiet noch immer auf sich warten lassen. Die Wirtschaft des besetzten Gebietes selbst, die ihrer Struktur nach mit der des unbesetzten Gebietes in inniger Wechselbeziehung stehen muß, wird hierdurch aufs Schwerste geschädigt. Dazu kommt noch die lähmende Wirkung, die die Anwesenheit von fremden Truppen auf den einheimischen Unternehmungsgeist und die freie Entwicklung der ansässigen Unternehmungen aus- üben muß. Noch heute ist z. B. durch die Besetzung der freie, für die Wirtschaft immer bedeutungsvoller werdende Luftverkehr unterbunden und das besetzte Gebiet in einen Ausnahme- zuftand versetzt, unter dem kein anderes Gebiet der Welt steht. Wertvolles Jndustriegelände ist für militärische Zwecke beschlagnahmt. Die oben genannten Handelskammern ersuchen daher die Reichsregierung dringend, mit Nachdruck auf eine baldige Beseitigung d e r B e - s e tz u n g hinzuwirken im Interesse einer freien wirtschaftlichen Entfaltung der für die gesamte deutsche Volkswirtschaft so wichtigen, von der Besetzung mittelbar ober unmittelbar betroffenen Gebiete." r , , , ... Zur Frage der B i n n e n u m s ch 1 a g t a r i s e berichtete das Mitglied der Industrie- und Handelskammer Mainz, Philipp Schmitt. Hierzu gab die Versammlung einstimmig folgende E r kl a r u ng ab: „Schon seit Jahren muß die Rhein- und Main- schisfahrt mit Befremden feststellen, daß die Tarifpolitik der Deutschen Reichsbahn immer wieder darauf gerichtet ist, Transporte, die seither auf dem Wasserweg zur Verfrachtung gelangten, durch Ausnahmetarife der Eisenbahn zuzusühren. Mit großer Sorge beobachten die Wirtschaftsvertretungen diesen immer starker werdenden Kampf gegen die Binnenschiffahrt Die am 28. Juni d. I. in Hanau versammelten Vertreter der Handelskammern des Rhein-Maingebietes stehen daher auf dem Standpunkt, daß die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft die einseitige Bevorzugung der Seehafenplätze beseitigen und der Binnenschiffahrt die ihr zukommenden Umschlags- t a r i f e gewähren muß. Es muß insbesondere erwartet werden, daß die von den rhein-mainischen Handelskammern bereits feit langem gestellten Forderungen auf Wiedereinführung einzelner Wasserumschlagstarife endlich erfüllt werden. Ueber die kommende Reichsra hmen- reaeliing für die Gewerbesteuer sprach Syndikus Dr. Cratz, Offenbach. Eine baldige reichsgesetzliche Regelung der gesamten Gewerbesteuern wurde von der Versammlung als dringend erwünscht bezeichnet. Weiterhin standen noch zur Beratung meinsame Vorschriften für Bucherrevisoren, sowie für Sachverständige im allgemeinen. Starkenburg. Lpd. D a r m st a d t, 4. Juli. Heute um die Mittagszeit wurde in der Langestraße ein eineinhalbjähriges Mädchen durch ein Bierfuhr- werk schwer verl etzk. Das Kind faß mit hem Rücken an ein Haus gelehnt auf dem Fußsteig. Als der Bierwagen umwenden wollte, ist er wahrscheinlich mit dem Hinterteil des Hauswand ziemlich nahe gekommen und hat dabei das Kind ersaßt oder an die Wand gedrückt. Das bedauernswerte Kind wurde mit einem Schädelbruch und innerenVer- l e h u n ge n ins Krankenhaus gebracht. Lpd. Erbach i. O., 4. Juli. Die in der Rahe vvn B i e l b r u n n im Talkeffel gelegene G eyersmühle brannte mit dem. anschließenden Wohnhaus vollkommen nieder. Die Scheune konnte vor dem Feuer bewahrt werden. Der Sachschaden ist sehr bedeutend, wenn auch teilweise durch Versicherung gedeckt. Die Ursache des Brandes ist vermutlich in dem Heißlaufen von Lagern zu suchen. Der angestrengten Tätigkeit der Feuerwehr von Vielbrunn gelang es, das Feuer zu löschen. Preußen. Kreis Wetzlar. -t- Hochelheim, 4. Juli. Eine ansehnliche Festgemeinde war am gestrigen Sonntag hier zusammengekommen, um gemeinsam mit der hiesigen Christlichen Gemeinschaft dieEin- weihung des neuerbauten Vereins- Hauses festlich zu begehen. Eingeleitet wurde das Fest, das von Prediger Tripp le r lGrvß- Rechtenbach) geleitet wurde, durch eine Begrüßungsansprache des Ortsgeistlichen Pfarrer Schneider. Hiernach hielt der Direktor der Evangelischen Gesellschaft, Pastor Essen (Elberfeld) die Festansprache. Im Anschluß hieran folgten kurze Begrüßungsreden durch ^Prediger Meng (Grohen-Linden), Missionar Bär (Groß- Rechtenbach) und Rektor Ahbach (Rieder- girmes). Das Schlußwort sprach Prediger Semmel (Darmstadt), worauf Prediger Trippler (Groß-Rechtenbach) in warmen Worten allen denen dankte, die bei dem Bau des Vereins- Hauses tätig mitgeholfen haben. Die gemeinsamen Lieder wurden durch mehrere Posaunenchöre der Umgegend, unter Leitung des Dirigenten Doller (Lang-Göns), würdcg begleriet, ebenso trugen die Gemischten Chöre bou ojer, Hörnsheim und Lützellinden durch gesanglichL Darbietungen zur Verschönerung des Festes bet. Das neue Dereinshaus ist am Dorsausgang nach Lang-Göns errichtet. Es enthält einen größeren unb einen kleineren Saal von 11 bzw. 6 Meter Länge und 10 Meter Breite, die gegebenenfalls vereinigt werden tonnen. Der Bauplatz wurde der Gemeinschaft von einem hiesigen Emwohn^ geschenkt. Die Bauarbeiten wurden, wte auch sonstige Arbeiten, wie Backsteinbrennen, Sandgraben usw-, von Mitgliedern der Gemetnschaft. unter denen viele Maurer sind, kostenlos ausgeführt. Die übrigen Baukosten wurden größtenteils durch Verkauf von sog. Bausteinen m den umliegenden Gemeinschaften aufgebracht. Kreis Kirchhain. ][ Kirchhain, 4 Juli. Gestern nachmittag ereignete sich tn der Rähe des Raden- häuser Hofes ein schwerer Motorrad- Unfall durch Platzen eines Radreifens. Einer der beiden Fahrer, der Schreiner Fischer aus Moischt bei Marburg, mußte mit lebensgefährlichen Kopfverletzungen m die Marburger Klinik gebracht werden. - Auf dem Wege zum Frankfurter Flugtag blieb gestern ein Flugzeug der Kasseler Raab-Kahenstein- werke in den Bäumen des Herrenwaldes hängen. Das Flugzeug wurde beschädigt und muhte abmontiert werden. von W. O r b a ch. London 5 P. 2. Pr.: Bleutgen. Mainz 4 P. 3. Pr.: Bre.h Aachen und Haar, Frankfurt a. M., 3V-. P. 4. bis 5 Pr. get; Dr. Stern. Würzburg 3 P. 6. Pr.: Springe, München 2»,'s P. 8. Pr.: Riemann. Frankfurt a. M. 1 P. 8. Pr. Lösung des Problems Rr. 113. Dvn A. don Elbe. 1. Dh3 — h2! usw. Das Sechs meisterturnier zu Bad Homburg v. d. H. ging Donnerstag, den 24. Juni, zu Ende, über das wir schon kurz berichteten. Rachstehend geben wir die Resultate zu den einzelnen Runden. 1. Turnus: 1. Runds: Tartakower gewinnt gegen Orbach. der jedoch Remis erzielen konnte. Reti gegen Sämisch Bogoljubow gegen Jades, trotz besserer Position des letzteren. 2. Runde: Tartakower gewinnt gegen Bogoljubow trotz einer toten Remisposition, da Bogoljubow vergebliche Gewinnversuche unternahm. Reti gegen Jates. sowie Sämisch gegen Orbach in einer Gewinnstellung für Orbach, der jedoch in Zeit- bedrängnis einen groben Fehler beging. 3. Runde: Orbach gewinnt in glänzender Weise gegen Jates, Bogoljubow gegen Reti, Sämisch gegen Tartakower remis. 4. Runde: Orbach gegen Bogoljubow remis, Tartakower gegen Reti remis, Sämisch gegen Jates remis. 5. Runde: Jates gegen Tartakower remis, Bogoljubow gegen Sämisch remis, Reti gewinnt gegen Orbach ebenfalls in einer ausgesprochenen Remis- tellung infolge eines Versehens Orbachs. 6. Runde: Tartakower gegen Orbach remis. Bogoljubow gegen Jates remis. Reti gewinnt gegen Sämisch durch kraftvolles Spiel. 7. Runde: Bogoljubow gewinnt in glänzender Weise gegen Tartakower, Reti gegen Jates. Sämisch unb Orbach spielen remis. 8. Runde: Orbach gewinnt gegen Jates, Bogoljubow gegen Reti, Tartakower und Sämisch spielen remis. 9. Rmwe: Die interessante Partie Bogoljubow gegen Orbach endet unentschieden, desgleichen Reti gegen Tartakower, unb Jates gegen Sämisch 10. Runde: Tartakower schlägt Jates, die Partie Orbach gegen Reti endet nach kurzem Kampfe unent- chieden. Bogoljubow schlägt Sämisch Das Endresultat ist somit folgendes: Bogoljubow 7 Punkte 1. Preis: Reti 61/2 P 2. Pr.: Dr. Tartakower 6 P. 3. Pr.: Orbach 4^2 P. 4. Pr. Es folgen: Sämisch 4 P.: Jates 2 P. Das mit 24 Teilnehmern begonnene internationale Hauptturnier zeigte in der Siegergruppe folgendes Schlußergebnis: Weißgerber, Saarbrücken 51/2 Punkte 1. Preis: Morrison, ö 8 6 e=m< h a b c einen Angeklagten festzustellen, 5er zu 3 0 M k. Geldstrafe verurteilt wurde, während der andere freigesprochen wurde. Unter der Anklage des Betrugs hatte sich ein Viehhändler aus Kraftsolms zu verantworten. Wie die Verhandlung ergab, beschuldigte ein Schmied den Angeklagten, ihm eine Kuh als gesund verkauft zu haben, obwohl das Tier krank gewesen fei. Der Angeklagte bestritt jegliche Schuld. Er will vielmehr den -Zeugen darauf hingewiesen haben, daß die Kuh einen kranken Magen hatte. Gr behauptet ferner, daß er gleichzeitig vom Zeugen ein Rind in Tausch genommen habe und dabei von diesem betrogen worden sei, denn das Rind habe sich trotz Garantie für Gesundheit bei der Schlachtung als tuberkulös erwiesen. Das Gericht gelangte zur kostenlosen! Freisprechung des Angeklagten, bürdete dagegen die Kosten dem angeblich geschädigten Zeugen auf. Ein Einwohner aus R a u b o r n wurde, als er nachts auf der Straße Wetzlar-Rauborn mit nnem Fahrrad ohne Laterne fuhr, von einem Landjäger festgestellt. Hierbei leistete er der Aufforderung des Beamten, sein Rad zu schieben, feine Folge, worauf der Beamte das Rad beschlagnahmen wollte. Der Radfahrer widersetzte sich diesen Maßnahmen des Beamten, und hatte sich daher jetzt wegen Uefcertretimg, sowie wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt zu verantworten. Er gab wohl ersteres zu, bestritt aber letzteres, doch sein Leugnen half ihm nichts. Durch die eidlichen Aussagen des als Zeuge vernommenen Beamten sah ihn das Gericht als überführt an und ertarmte auf Geldstrafen von 5 und 30 Mark, hilfsweise für je 5 Mark I Tag Haft bzw. Gefängnis. Eine Anklage wegen groben Unfugs und gefährlicher Körperverletzung führte einen Burschen! aus H ochelh eim auf die Anklagebank. Der Angeklagte hatte seinerzeit gemeinschaftlich mit mehreren anderen, deren Ramen nicht festzustellen! waren, drei Einwohner aus Rauborn überfallen: und diese mit allen möglichen Gegenständen übel zugerichtet. Der Angeklagte bestritt natürlich alles, er will vielmehr von den Ueberfallenen angegriffen toor&en fein und sich nur seiner Haut gewehrt habe, was jedoch im Verlauf der Beweisaufnahme widerlegt wurde. Er erhielt Geldstrafen von 20 und *50 Mark, eventuell Freiheitsstrafen von je 1 Tag für je 5 Mark. Auch muh er sämtliche Kosten tragen. Vermischtes. Gewaltiger Ferienverkehr in Berlin. Mit dem Beginn der Berliner Schulferien hat auf allen Verkehrsmitteln ein gewärtiger Ferienverkehr eingesetzt. Von der Direktion der Reichsbahngesellschaft wird uns mitgeteilt, daß ihre Erwartungen weit übertroffen worden^sind. Sämtliche Sonderzüge der ersten Ferientage waren schon im voraus voll besetzt. Es mußte auf fast allen Strecken eine große Zahl von Vorzügen eingelegt werden, um den ungeheuren Andrang auf den Berliner Bahnhöfen zu begegnen. Für die erste Iuliwoche sind nicht weniger als 200 Vorzüge bereitgestellt worden. Trotz der veränderlichen Witterung ist das Hauptreiseziel aller Ferienreisenden die Ostsee. Aber auch nach Thüringen und dem Harz hat den Reisebureaus und den Bahnhöfen herrscht ein ein bedeutend verstärkter Verkehr eingesetzt. Aus Massenbetrieb. Mach den bisherigen Schätzungen haben an den beiden ersten Ferientagen über eine Viertelmillion Reisende Berlin verlassen, ohne all die Wochenendfahrer, die so wie so in den letzten Tagen der Woche die Eisenbahn stark frequentieren. Austritt der Heidelberger Studenten aus dem Deutschen hochschulring. Die im Heidelberger Hochschulring vereinigten Studierenden der Universität Heidelberg haben ihren Austritt aus dem Deutschen Hochschulring erklärt, nachdem sich diese Verbindung mehr und mehr von ihren ursprünglichen Zielen entfernt und in letzter Zeit sogar begonnen habe, sich parteipolitisch festzulegLN. Gleichzeitig haben die aus dem Hochschulring deutscher Art ausgetretenen Kommilitonen die Großdeutsche S t u d e n t e n ge se l r sch a f t Heidelberg gegründet, die sich zum Ziel gesetzt hat, den ursprünglichen Idealen des Deutschen Hochschulrings nachzustreben, nämlich auf wirklich großdeutscher Grundlage jedem national gesinnten Studenten die Möglichkeit zu geben, ohne Rücksicht darauf, zu welcher Staatsform er sich bekennt, ohne Unterschied ob freier oder Korporationsstudent, nach besten Kräften an den großen Aufgaben, vor welche die Gegenwart den Ideutschen Studenten stellt, zu arbeiten. Grotzfeuer in Wächtersbach. 3n Wächtersbach brach im Altpapierlager der Firma Gebrüder Adt A.G. auf noch ungeklärte Weise Feuer aus, das bald auf den Sortierraum üE> er griff. Auch das Maschinenbaus und die angebaute Formerei wurden bald von den Flammen erreicht. Die Löscharbeiten gestalteten sich äußerst schwierig, da es an Wasser mangelte. Rachdem noch einige Wehren der Umgebung am Brandplatz erschienen waren, gelang es bald, des Großfeuers Herr zu werden. Der Schaden ist beträchtlich, doch durch Versicherung gedeckt. Durch flüssiges Eisen verbrannt. In Mannheim ist im Strebelwerk III beim Transport eines mit flüssigem Eisen gefüllten Tiegels die Achse des Transportwagens gebrochen. Dadurch kippte der Wagen um und ein Teil der glühenden Masse ergoß sich über den Gießer Ellwanger, wodurch dieser derartige Brandwunden erlitt, daß der Tod alsbald eintrat. Sechs Todesopfer der Ueberschwemmungen in Norwegen. Der durch die Ueberschwemmungen angerichtete Schaden beläuft sich allein für den Bezirk Skien auf 1 Mill. Kronen: der in Rjukan und Umgebung angerichtete Schaden soll 2 Millionen Kronen betragen. Am Rjukanfluh wurden die Leichen von sechs Personen gesunden, die bei den Erdrutschen ums Leben gekom- inen sind. Die letzten Berichte sprechen von großen Erdrutschen, bei denen viele Menschen nur wie durch ein Wunder davonkamen. Hauseinsturz. In dem St. Ingbert benachbarten S u l z b a ch ist mit furchtbarem Krach ein zweistöckiges Wohnhaus eingeftürzt. Der obere Stock war nicht bewohnt. Die Bewohner des unteren Stockwerks befanden sich im Schlafzimmer. Sie kamen aber mit dem Schrecken davon. Die Aufräumungsarbeiten nahmen einige Stunden in Anspruch. Es handelt sich um ein altes Haus, dessen Zusammenbruch durch die Senkung infolge des darunter betriebenen Bergbaues beschleunigt wurde. Sturmkalafirophe in Leningrad. Ein heftiger Sturm brachte mehrere Flußschiffe auf der Newa und in den Kanälen zum Sinken oder Stranden. Die Dächer vieler Häuser wurden abgedeckt und Telegraphenstangen und Bäume in den Parkanlagen umgebrochen. In den Niederungen trat die Newa aus ihrem Ufer. Mehrere Personen sind ertrunken. Bier Knaben beim Spielen ertrunken. In der tschechischen Riefengebirgsgemeinde A r n a u hatten vier Schulknaben ein Floß gebaut, mit dem sie auf einem Teich umher- gondelten. Plötzlich kenterte das Floß und die vier Kinder stürzten ins Wasser. Sie konnten nur noch als Leichen geborgen werden. In einer v-Zug-kuche. Ein recht interessantes Thema, für das sich ganz besonders wohl unsere Hausfrauen interessieren dürften, ist das des Betriebes in einer V-Zugküche. Wir wollen ihn daher jetzt einmal näher betrachten und uns vergegenwärtigen, wie dort gearbeitet, wird und wie der Betrieb vor sich geht. Ein jeder kennt wohl den beschränkten älm- fang eines Speisewagens. Fangen wir bei der Küche an. Auf einer etwa 125x67 Zentimeter großen Herdplatte muß täglich für etwa 100 Personen gekocht und angerichtet werden. Zum Vorrichten steht ein Heiner Tisch von der Größe einer Tageszeitung zur Verfügung. Der Gang zwischen Tisch und Herd ist nicht breiter als 90 Zentimeter. In dieser grausig fürchterlichen Enge muß jeder Handgriff und jede Bewegung in der konzentriertesten Form ausgeführt werden, daher sind alle Handwerkszeuge, die Der Koch für seine Arbeit braucht, in wohldurchdachter Anordnung an den Wänden und unter dem Tische aufgestellt. In der Küche befindet sich aber noch ein sehr wichtiger und nützlicher Gegenstand, das ist der Eisschrank. In ihm werden neben einigen Zentnern von Kartoffeln, die auf jeder Fahrt verzehrt werden, das Fleisch und die Früchte aufbewahrt. In dieser Küche schaltet und waltet ein einziger Koch, dessen Aufgabe es ist, all die vielen Fahrgäste des Tages zu erfrischen und zu sättigen. Rur eine Küchengehilfin ist ihm beigegeben, deren Hauptarbeit aber lediglich im Kartoffelschälen besteht. Dieser Küchenchef hat also allerlei zu hm, und er wird wohl von niemanden irtir seine Arbeit beneidet werden, noch dazu, wenn man bedenkt, in welchem „Ääfig“ er seine Pflichten ausübt. Zweimal täglich hat er für Hauptmahlzeiten zu sorgen, abgesehen von all den Svnderwünschen, die die einzelnen Fahrgäste noch haben. Gewaltige Mengen von Kaffee brüht und braut er und muß zwischendurch immer noch Zeit finden, auch für die gesamte Organisation in seiner Küche zu sorgen. Ein ottkrettscher Jnschristen-Ring. Die ältesten Grabkammern, die bisher auf der Insel Kreta entdeckt wurden, sind jetzt von dem englischen Archäologen E. I. Forsdhke näher untersucht worden. Dabei fand man auch einen! Ring mit einer Inschrift aus dem 17. vorchrisb- lichen Jahrhundert, der eine einzigartige Entdeckung dar stellt und ein neues Kapitel in der Geschichte der altkretischen Schrift eröffnet. Der kostbare Fund ist ein Siegelring aus rotem Gold mit einer Inschrift von 19 Zächen, die in der Form der vorgeschrittenen Minoischek Ctnear* schrift gehalten sind. Die Buchstaben scheinen alle von bekanntem Typ zu sein, und einer von ihnen, der am Anfang und am Ende auf tritt, ist auS dem altkretischen Symbol der heiligen Dovpelaxt gebildet. Vrillal-Savarins Rezept für die schlanke Linie. Man wird gewiß in dem llassischen Werk der Küchen-Philvsvphie, in Brillat-Savarins ^Physiologie des Geschmacks", nicht nach einem Mitte! zum Abmagern suchen, und doch hat dieser Weise, der noch nach alter Mode an der Frau die runden Formen liebte, wertvolle Ratschläge zur Bekämpfung des Embonpoint gegeben. So empfiehlt er, jeden Sommer 30 Flaschen Selterswasser zu trinken, ein großes Glas am Morgen, zwei Heine vor dem Mittagessen und ebenso vor dem Schlafengehen. Wer schlanker werden will, soll nur leichte weihe Weine trinken, viel Spargel, Sellerie, Artichocken und anderes deratiges essen und von Fleisch nur Geflügel und höchstens noch Kalb. Sodann rät er, jeden Tag in einem Glas Weißwein ehren Kaffeelöffel mit Chinarinde zu nehmen. Dann werde man eine elegante Figur bekommen, ohne sich zu sehr kasteien zu müssen. Rundfunk-Programm des frankfurter Senders. (Aus der .Radio-Amschau".) Mittwoch, 6. Juli. 15.30 bis 16: Die Stunde der Jugend. 16.30 bis 17.45: Konzert des Hausorchesters: Charakterstücke. 17.45 bis 18.15: Die Büchwstunde. 18.45 bis 19.15: „Aus der Geschichte der drahtlosen Telegraphie und Telephonie". 19.15 bis 19.45: Stenographischer Fortbildungskursus für Anfänger und Fortgeschrittene (Diktat von 80 Silben aufwärts). 19.45 bis 20: Senckenberg-Viertelstunde: „Tagesfragen und Antworten". 20: Heber* tragung aus dem großen Saal des Saalbaues: Der Humor in der Musik. Achtung Markenablieferüng Fürs ganze Haus-Wig* .Sunlicht" Mannheim Vito Einrrttt frei Eintritt frei. Der akademische Ausschuß für Leivesübüggen. (Eiserne Garten-Röbel Vom S. bis 20. Juli d. J. sind in den Verteilungsstellen Markenkarte mit Umsatzmarken sowie Anteilkarte gegen Quittung abzuliefern. Wir bitten unsere Mitglieder um pünktliche Ablieferung, damit die Verrechnung der Rückvergütung erfolgen kann. Versäume kein Mitglied die Ablieferung, sonst geht die Rückvergütung verloren M Vom Boden bis zum Keller ist Arbeit für VIM, das alles — Tische und Gestelle, Spülstein und Herd, Bad, Türen, Treppen und Fenster schmuck und ran macht. Lassen auch/ Sie sich den Hausputz durch VIM erleichtern. So leuchtet im Nu das ganze Heim von Sauberkeit. Mittwoch, den 6. Juni 1927, nachmittags 2 Uhr versteigere ich Aeuenweg 28 (im Löwen) zwangsweise gegen Barzahlung: 1 Küchenschrank, 1 Schreibmaschine (Mignon), 1 Kleiderschrank, 1 Büfett, 2 Pianinos, 1 Ladentheke, 1 Kassenschrank, 1 Nähmaschine, 25 Karton Schokolade, 1 Sofa, 1 Vertiko, einen Kleiderschrank, 7 Sandsteinblocke, einen Trumeauspiegel, 1 Rauchtisch, 2 Sessel u. v. a. Voraussichtlich bestimmt: 1 Singernähmaschine, 1 gut erhaltenen Ofen. 6332D Junker, Gerichtsvollzieher Goethestrahe 29. GIESSEN Ein neu einßericht. 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M., versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, ab 2 Ahr: ein komplettes Speisezimmer (t£idje), eine Küche (weiß), drei Sofas, Betten, eine Chaiselongue, Tische, eine Dezi- malwage, einen Eisschrank, eine Wäschemangel, eine Waschmaschine, zwei Räh- maschinen, zwei Motorräder, herren- und Damenräder (ein gebrauchtes), zwei elektrische Leuchter, Kleider- und Anzugstoffe, Hosen, Zigarren, Zigaretten und Schuhe. 6327V Versteigerung beftimmt. Ludwig hartmeh Auktionator und Taxator, Neuenweg 28 Telephon 1414. (Tische — Stühle — Äünle) in reicher Auswahl Friedr.HeydHSohn Seltersweg 12 6300lh, 6.3nIL Gnmöe der Jugend. 16.30 Hausovchesters: Charakter. Die Dücherstmde. 18.45 Geschichte der drahtlosen phome". 19.15 bis 19.45: Mdungskursus für 2n« ttene (Mat von 80 Silben 20: Senckenberg-Diertel- M Antworten". 20: Ueber« Hen Saal des SaolbWes: kufil. 630® rfitise zurück iüewitz nntmachung. IU der chändelstraße, Beet» Breie; Richard. Wagner« t, Iho erst roße und vttatze lollftod. iu obenbenannter «trotzen nd »er eben werden, «ngetroie im lag, den 12. 3bü M irmittags l0 M Mauonil. Asterweg ». jtimnfe sm» »"I* * ** die Sieter an ihr ®»or 9 den 4.2ui> E . ■ ut ® « ii h a u). "Seiten und wggg, fcttS gAT« iMenhaur- hei uns &• *t “SuK 3 K-tzSs 9 11.Zoll L Lohn' läftpÄ** srüer Der Sar[5ru^er Fußballverein wurde zum Sieger Redner schloß mit den Worten: „ Wir toouen <;rf(ärt nachdem die Nürnberger bei Verlängerung arbeiten und nicht verzweifeln, wir wollen glau- öe5 Spieles nicht mehr antraten. ben und hoffen, wir wollen treu fein und in un- ^ie Sp. Vgq. Fürth konnte Bayern-München gebrochenem Idealismus das Haus unserer Zu- überlegen 4:0 (Halbzeit 2:0) schlagen. funft aufrichten." Die Musik spielte hierauf die u ' ' ° \ Weise: „Ich hat! einen Kameraden , und die Fechtmeisters asten der D. T. tM-KK 6%: mSngtn ch. Erlch-in-n. dem Dr. jjooes, Berlin mit 11 Siegen und -mein Pfarrer Rückert für die erhebenden Worte und Doppeltresser. Professor (Sauer für das in kunstsinniger Weise Die MeillerlchasteN ausgestaltete Denkmal, sowie allen Spendern für ihre reichlichen Gaben, durch welche die Errichtung Aer 6ande5vervÄNde der des Denkmals ermöglicht wurde. Unser aus ^ie Meisterschaften der Landesverbände der Erz und Stein geformtes Denkmal soll kommenden DSB. brachten am Sonntag durchweg gute Leistun- Geschlechtern berichten, daß es zwei ehrwuttnge unb beachtenswerte Ergebnisse. Bei den tapfere hessische Feldartillerieregimenter gegeben süddeutschen Meisterschaften, die in hat, hervorgegangen aus dem im^relL9v Stuttgart zum Austrag kamen, lief Dr. Wich- eittchteten hessischen Feld-Attilleriekorps die intt I m q n"n Eintracht-Frankfurt a. M., die 100 Meter ihren 57 in 10,5 Sek.; Engelhardt, Darmstadt gewann hessischen Wahlspruchs: -Gott, Ehre Vaterland! 4Q() ^^^r in 49,9 Sek.; Jenuwein, Mün- im Jahre 1919 ruhmvoll und unbesiegt leidei .. im 1500 Meter-Lauf in 4,06.4 Minuten, untergegangen sind Die ^aten rer hessischen Ai- gn ^^r mal 100 Meter-Staffel wurde Phö- tülerie im verflossenen Jahchundett stehen ge Karlsruhe in 42,9 Sek. Sieger, sichtlich fest und werden nicht vergessen Ueber ^ie norddeutschen Meisterschaften bie Tattgkeit rm Weltkrieg aber oll Braunschweig sahen über 100 Meter Hintze, nnmerbar unser Denkmal ^hlem Die fitfMfe Wilhelmshaven in 10,9 Sek. als Sieger. Den 5000 Arttllerie kämpfte rn d^i Schlachten bei MaissiN ß f Dieckmann, Hannover in in Belgien, an der Maas, Marne, Aisne, Somme, 72 )» ° M nuten ÄttSSfÄ s «Ä-'Sf.’.fiS ?SB, SÄ5 sää «ms ... Iciftungen und ihrer Opferfreudigkeit nicht nachzu- Meisterschaften in Jnsterbung auf- stehen und sich Öen Geist von 1914 zu erwerben, tischen Meler cyafr 2 tal ^sMÄ-niaeioip Wittschast. Die ReichsbanÄ Ende Juni. Wie der Ausweis der Reichsbank vom 30. Juni zeigt, hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln. Schecks, Lombards und Effekten um 602,4 Millionen auf 2734,2 Mill. Mk. erhöht. Die Bestände an Wechseln und Schecks für sich allein stiegen um 477,2 Mill, auf 2494,6 Mill. Mk., während die Lombardbestände um 125,3 Mill, auf 146,6 Millionen Mark angewachsen sind und die Bestände an Effekten um 0,1 Mill, auf 92,9 Mill. Mark abgenommen haben. An Reichsbanknoten sind 595L Mill. Mk. neu in den Verkehr abgeflossen, so daß sich ihr Umlauf auf 3815,2 Mill. Mk. stellt. Der Umlauf an Rentenbankscheinen erfuhr eine Vermehrung um 74,3 Mill, auf 1017,1 Mill. Mk.; die Bestände der Reichsbank an solchen Scheinen haben sich demgemäß auf 46,5 Mill. Mk. verringert. Am 30. Juni waren sonach an Reichsbanknoten- und Rentenbankscheinen zusammen 4832,3 Mill. Mk. im Verkehr; der gesamte Zahlungsmittelumlauf erreichte an diesem Tage eine Höhe von zirka 5775 Mill. Mk. (Ende Mai 5698 Millionen Mark). Die fremden Gelder gingen um 100,0 Mill, auf 669,5 Mill. Mk. zurück. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen verringerten sich um 3,6 Mill, auf! 1869,6 Mill. Mk., und zwar haben die Goldbestände geringfügig um 276 000 auf 1802,6 Mill. Mark und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 3,3 Mill, auf 67,0 Mill. Mk. abgenommen. Die Deckung der Roten durch Gold allein ging von 56,0 Proz. in der Vorwoche auf 47,2 Prozent, diejenige durch Gold und deckungsfähige Devisen von 58,2 Prozent auf 49,0 Prozent zurück. gur deutschen Auslandsverschuldung. In ihrem Monatsbericht beschäftigt sich die Direktion der Discontogesellschaft mit der Ausnahme deutscher Anleihen im Ausland und stellt darin u. a. fest, daß die gesamte langfristige Auslandverschuldung sich per 30. Juni 1927 auf 3i Milliarden Mark be* zifsert, woraus im Laufe des Jahres 1927 zu zahlen sind: An Zinsen 220 Millionen Mark, an Tilaungs- betrügen 120 Millionen Mark, insgesamt also 340 Millionen Mark, die sich auf die wichtigsten Gläu- bigerlänöer wie folgt verteilen: Vereinigte Staaten insgesamt 260 Millionen Mark, England 34, Holland 30, Schweiz 13 Millionen Mark. Im Schlußabsatz des Berichts heißt es dann: Im Gssamtrahmen der deutschen Zahlungsbilanz spielt immerhin der Dienst der Auslandschuld heute noch eine sehr untergeordnete Rolle. Der für 1927 mit 340 Millionen Mark angenommene Betrag wird annähernd durch die Ueverschüsse aus dem Schiffsverkehr gedeckt, die das Statistische Reichsamt für 1926 mit rund 300 Mill. Mark berechnet hat. Er ist geringfügig vor allem im Vergleich zu der Belastung, der die Zahlungsbilanz durch die Reparationen unterliegt. • Handel und Gewerbe im Juni. Rach den Berichten der preußischen Jndustrie- und Handelskammern und des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammettags setzte sich im Juni die Besserung der Wirtschaftslage trotz eines gewissen durch die scharfe internationale Konkurrenz bedingten Rückganges der Kohlenförderung und des Kohlenabsatzes des Ruhrbergbaues langsam fort. Die Zahl der Unterstützungsempfänger ist gegenüber dem Vormonat gesunken. Die Ziffern der Wagengestellung durch die Reichsbahn sind gestiegen. Richt zu verkennen aber ist, daß es der Wirtschaft im allgemeinen! noch an innerer Festigkeit und Stetigkeit fehlt. Auf die Gesamtindusttte wirkte günstig, daß die infolge des Reinigungsprozesses an der Börse erfolgten Umschichtungen im Effektenbefth ohne schwere Erschütterungen durchgefühtt werden konnten. Für die weitere Entwicklung des Jnland- matttes wird auch die Ernte von besonderer Bedeutung fein. * Günstige Beschäftigung in der Pflastersteinindustrie. Im Zusammenhang mit der gegenwärtig herrschenden Baukonjunktur, die sich auch auf das Bauen deck Straßen erstreckt, ist die Beschäftigung in der Pflastersteinindustrie im vergangenen Monat recht lebhaft gewesen und hält gegenwärtig noch an. Die Wette sind voll beschäftigt und nut Aufträgen so reichlich versehen, daß die Einhaltung der Lieferfristen auf Schwierigkeiten stößt. Man erwartet jedoch im Laufe des Monats Juli einen Rückgang des Auftragseinganges, doch wird die Beschäftigung immerhin ausreichend bleiben. * Otavi Minen- und Eifenbahngesellschaft. In der Verwaltungsratsihung der Olavi Minen- und Eisenbahngesellschaft wurde beschlossen, der GV. am 26. Juli die Verteilung einer Dividende von 11,11 Prozent vorzuschlagen. mit 7:4. Motorradrennen aus dem Nürburgring. Als die internationalen Motorradrennen so dah nach Abzug der Kapitalertragssteuer zwei Schilling pro Anteil zur Auszahlung gelangen, Aach Abschreibung von 91 434 Pfund Sterling, sowie nach Zuführung von 10 000 Pfund Sterling an den Reservefonds verbleibt ein Reingewinn von 97 702 Pfund Sterling. Frankfurter Börse. (Eigener Drahtbericht des ..Gießener Anzeigers"^ Frankfurt, 5. Juli. Tendenz: Weiter etwas erholt. -- Aachdem heute vorbörslich lediglich erholte Kurse genannt wurden, war die Tendenz bei Beginn des offiziellen Verkehrs nicht so gut behauptet und nur für einzelne Werte erholt. Die Lage am Geldmärkte ist zwar weiter entspannt, doch nicht in dem erwarteten Matze. Auch mahnte der Bericht der Disconto-Gesellschaft zur Zurückhaltung. Bei Festsetzung der ersten Votierungen stellten sich gegen die gestrige Abendbörse nur unwesentliche Veränderungen heraus. Bis zu 2 Prozent erholt waren nur Rhein st ah l, Zell st off Wald Hof, Bauwerte und Elektro- a k t i e n. Am Rentenmarkt entwickelte sich in Schutzgebiet regere spekulative Geschäftstätigkeit. AuH im weiteren Verlaufe blieb die Hm» satztätigkeit äußerst beschränkt. Kleine Deckungsläufe führten zu weiterengeringenKursbesserungen. Berliner Börse. (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 5. Juli. Die Grundstimmung der heutigen Börse ist entschieden zuversichtlicher geworden. Der Geldmarkt zeigt eine weiter« Entspannung. Tagesgeld stellte sich auf 7 bis 8-/2 Proz. Ob Privatdiskonten heute schon eine weitere Ermäßigung erfahren, ist noch nicht ganz zn übersehen. Der vorliegende Bericht der preußischen Handelskammern über die Wirtschaftslage im Juni ist freundlich gehalten. Diesem stehen jedoch einige sich widersprechende Bankberichte entgegen. Hierdurch wurde das Publikum, das schon durch die Reisezeit abgelenkt ist, noch vorsichtiger gemacht. Auch die Grohspeku- lation nimmt von größeren ©ngageinentä Abstand und begnügt sich mit kleinen Tagesgewinnen. Die heutigen ersten Kurse liegen unter den höch- sten gesprochenen vorbörslichen Taxen, aber immer noch 1 bis 2 Proz. über dem gestrigen Schluß. Aur wenige Spezialwerte, wie Mitteldeutsche Credit, Lechwerke, Schultheiß und einige Elcktro- papiere tooren etwas mehr erholt. Heimische Anleihen und fremde Renten ruhig. Etwas Interesse bestand für Schutzgebiet unb Schantung. Im Verlaufe wurde die Tendenz etwas fester. Glanzstoff und Bemberg lagen bis 6 Proz. höher, I. G. Farben bis 2 Proz. Während der zweiten Stunde bröckelten aber die Kurse infolge der herrschenden Geschäftslosigkeit wieder etwas ab. Frankfurter (Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 5. Juli. Auf dem Produktenmarkt war das Geschäft bei sehr kleinem Besuch recht gering. Die gestrigen Preise blieben vollkommen unverändert. Weizenmehl und Weizenkleie ist etwas reichlicher angeboten, aber behauptet. Es notierten Weizen, Wetterauer 31,25 Mk.; Roggen, inländischer, 28,50 bis 28,75; Hafer, inländischer, 26; Hafer, ausländischer, 23,50 bis 26; Mais, gelb, 19; Weizenmehl, inländisches, Spezial 0, 41 bis 41,25; Roggenmehl 38/75 bis 39; Weizenkleie 13 bis 13,25; Roggenkleie 14,75 bis 15. Frankfurter Kartoffclmart! WER. Frankfurt a. M., 4. Juli. Es notierten: neue Pfälzer Kartoffeln, weißschalig und weißfleischig, 10,50 Mk., weißschalig und gelbfleischig, 11,50 Mk. für je 50 Kilogramm. Berliner Produktenbörse. «Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin, 5. Juli. Das Effektivgeschäft in Brotgetreide schrumpft von Tag zu Tag mehr zusammen. Der Konsum befriedigt nur den allerdringendsten Bedarf, der angesichts des sehr schlechten Mehlabsatzes nur klein ist. Vom AusKurszettel der Berliner lande fehlt es heute an Anregung, da der Ehicagoer Martt gestern Feiertag hatte. Die von Liverpool gemeldeten Preissteigerungen blieben ziemlich ohne Einfluß. Am Cifmaäte hörte man ungefähr gestrige Forderungen, ohne daß jedoch Abschlüsse zustandekamen. Das sonnige Wetter und die günstigen Prognosen ließen die Preise um etwa 2 Mk. nachgeben. Mehl war in den Offerten bis zu 25 Pf. pro Sack ermäßigt. Trotzdem blieb das Geschäft schwierig. Am Hafermarkte zeigte sich für prompt verladbare Ware gröbere Begehr. Gerste blieb ruhig. Es notterten: Roggen (mark.) 260 bis 262 matt, Sommergerste 240 bis 273 still, Hafer (märk.) 252 bis 259 still, Mais (La Plata) 185 bis 187 matter pro Tonne; Weizenmehl 36,50 bis 38,50 matter, Roggenmehl 34,50 bis 36,50 matter, Weizenkleie 13,50 bis 13,75 matt, Viktoriaerbsen 44 bis 56, kleine Erbsen 28 bis 32, Futtererbsen 22 bis 23, Peluschken 21 bis 22,50, Ackerbohnen 22 bis 23, Wicken 22 bis 24,50, Lupinen (blau) 15 bis 16, Lupinen (gelb) 16 bis 18, Rapskuchen 15,40 bis 15,80, Leinkuchen 17,80 bis 20, Trocken - schnitzel 12,50 bis 13,10, S oh aschrot 19 bis 19,90, Kartoffelflocken 33,20 bis 33,50 Mk. pro Doppelzentner. Fra: Hurter Pserdemarkt. Lpd. Frankfurt a. M„ 4. Juli. Der Auftrieb zum heutigen Pferdemarkt war. wie alljährlich um diese Zeit, äußerst gering; es standen nur etwa 450 Pferde zum Verkauf, und zwar größtenteils mittlere Arbeitspferde und einzelne Transporte schwerer belgischer Zugpferde. Der Handel setzte in den frühen Morgenstunden zögernd ein und wurde später lebhafter. Die Preise waren fest, bei Pferden guter Qualität etwas höher als im Vormonat. In Schlachtpferden war ein zufriedenstellendes Geschäft zu konstatieren. Es wurden folgende Preise erzielt: 1. Qualität ca. 38 Mk. je 50 Kilogramm, 2. Qualität ca. 28 Mk. Der nächste Pferdemarkt findet am 1. August statt. und Frankfurter Börse- Buntes Allerlei. Bolivianische Schulzustände. In der südamerilanischen Republik Volivla, einst zum Deiche der Inkas von Cuzco gehörig, dem Lande, das das zahme Lama im Wappen führt, herrschen zeitweilig noch unbezähmbare Sitten. So fand vor kurzer Zeit, wie wir einem Briefe aus La Paz, einer aufblühenden Stadt Boliviens entnehmen, daselbst ein „Schulstreik" statt, wie er für europäische Begriffe kaum denkbar ist. Den Anlaß dazu gaben — die Lehrer, die vom Staate seit Monaten ihre Gehälter nicht bezahlt bekamen und ihre Zahlung nicht erreiche konnten. (Warum wohl nicht?) Es ging bei der Aktion schlimm, sehr schlimm her. Die Schüler zogen in langen Zügen durch die Strahen, warfen Türen und Fenster mit Steinen ein, so dah die Polizei und schließlich sogar das Militär ein* schreiten mutzte. Es gab Verwundete und — Totei, sowohl unter den Polizisten .als auch unter den „Schülern", da mächtig herüber und hinüber geschossen wurde. Verschiedene Tage stand die Stadt unter dem Belagerungszustand, um Schlimmeres zu verhüten. Die deutsche Schule die ein Privatunternehmen ist, war am Streit nicht beteiligt. Aber auch sie wurde von den anderen Schulen bombardiert, so datz die Kinder nach Hause flüchten mutzten. Alle Fensterscheiben wurden eingeschlagen und grotze Steine flogen nur so in die Schulstuben. Glücklicherweise passierte hiev nicht noch Schlimmeres. Der Direktor der Schule benachrichtigte sofort das Militär, das die Hebeltäter arretierte. Die Schule mutzte so lange geschlossen bleiben, bis wieder Ruhe eintrat. Die letzten Präriehühner. Die früher in den Vereinigten Staaten fdyr verbreiteten Präriehühner sind immer mehr zusammengeschmolzen, so datz schließlich nur noch eine einzige Siedlung von 2000 Stück auf der Insel Martha's Vineyard in Massachusets vorhanden war. Wie im „Raturforscher" berichtet wird, sind davon nur noch 35 am Leben. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfutz 7 Prozent. Franks ta.M. Berlin Schluß Kurs -Uhr- Kurs Schluß- Kurs Anfang Kurs Datum: 4. 7. 5. 7. 4. 7. S. 7. 5°/0 Dt. ReichSanlcihe v. 1927 Dt. Anl Ablos. Schuld mtt — 87.65 87.75 AuSloi -Rechten .... 304.5 — — Desgl. ohne Ausles -Rechten 7°/0 Krankt. Hvp.°Bk. Goidps unkündbar biS 1932 . . . 18,13 18,5 — 18.4 — — — 4‘IfP/o Rheinische Hhp -Bank Ltgu -Goldpf .... — _ _ _ Ä E. O abg Borlriegs-Ob- ligationcn. rückzahlbar 1932 — — — — 4% Schweiz Bundcsb-Anl. — — _ 4% Lestereichische Goldrte. ■ — — — 4,20°/§ Oesterreich. Silbcrrte . 4% Oesterreich, cinbeill. Rte — — — — — — —— 4% Ungarische Goldrte. — — — 4°/0 Ungarische Staatör. v 1910 — — — — 4*/.% desgl. von 1913 .... 4% Ungarische Kronenrte . . — — — — ,— — 1.8 4°/a Türk. Zollanleihe v 1911 13,9 — — 18,9 40/, Türk. Dagdadbähn-Anl. Serie 1......... — — — 19.4 4P/e deSgl. Serie II...... 4% Rumänen convert. Rte. 4'/,«/, Rumänen Goldanl. . — — _ — — —» — — von 1913 ....... . . — — Alla Deutsche Eisenbahn .4'/, Hamburg-Amerika Paket. . v 140,6 — 88,5 139,5 87,5 140 Hamb-Südam Dampfsch. .8 — — 229.5 231 Hansa Dampfschiff.....e — — 218.5 213.75 Norddeutscher Lloyd ... 6 141,5 142,25 141,13 142.25 Allg. Deutsche Ereditanst.. 10 148.75 149 149,5 Barmer Bankverein ... 10 — 151 151,25 151.25 Berliner Handelsyesellsch. 12 Eommerj. und Pnvat-Bk. 11 244 179 242,75 179 241 178 243 179,5 Darmst. u. Nattonalbank. 12 237 — 237,25 238,5 Deutsche Bank......10 167 — 166.75 166 5 sHiSkonto-Gesellschaft Ant. 10 163.25 162 162.65 162.5 Dresdner Bank.....10 169 — 168 166 Mitteldeutsche Ereditbank 9 — — 223 228 Metallbank..........8 147.75 147,25 147 — RetHSbmck....... 11 167 — — 167,13 Frankfurts M Berlin Schluß Kurs 1-Uhr- Kurs Schlutz- Kurs 1 Anfang Kurs Datum: 4. 7. 5.7. 4. 7. | 5.7. A. E G......... . .7 183 183.5 182.9 183.5 Bergmann........ . .8 185.75 187.25 184 5 187 Eleitr. Lieferungen . . . . 10 183 — 180,5 181 Licht und .straft..... . 10 196 — 191.75 197 139,5 Felten & Guilleaume . . . -6 140 — 138.5 Ges f. Elektr. Untern . . 10 — — 229 232 Hamh. Elektr. Werke . . . 10 — — 166.75 Rhein. Elektr...... . . 8 — — 168 5 170 schief. Elektr....... . 10 — — 184 185,5 Schuckerk......... . . 7 — 187.75 186.25 >88 Siemens L Halske . . . . 16 279 278 275.9 277 Tranöradio........ . . 8 — 139 25 Lahmeher L Co...... . .9 178 — BudernS........ . . 0 123 122 122 121,75 Deutsche Erdöl..... . .6 159 159,5 167.5 — Essener Steinkohle . . . . .8 — — 174.5 — Gelsenkirchener . . f. */. I. 4 173.5 176 173,5 174.9 Harpener......... . .8 208 207,25 206.5 207.75 Hoesch Eisen....... . .5 — — 200 187 Ilse Bergbau...... . .8 — — 273.5 278 Klöcknerwerke...... . .5 174.76 175 174.13 174,5 Köln-Neuessen ..... .5*/, —- — 182.75 186 Mannesmann . . .f. ’/« I 4 195 194.9 191.9 194.4 Manslelder........ . . 7 133,5 — 132.65 Obcrscklrs. Eisenb. Bedarf 0 Oberschlcs. Kokswerke . . .0 Phönix Bergbau. f. »/, Q 3 _ 105,5 104 104,5 128,75 128 127,65 127.65 Rheinische Braunkohlen . 10 271 275 Rhein stahl........ Ricbeck Montan..... . . 0 206,25 207.5 204 205 9 . .6 — 164,25 161 163.25 Bereinigte Stahlw. f. V. 3 142,5 141,65 141,25 Otavt Minen...... 1 sh — — 36 Kali Aschersleben . . . . . 10 179 177 175,5 KaliWesteregeln..... Kaliwerk Salzdetfurth. . 10 184 185 183 186 . 12 240 3- G Farben-Jndustrie . 10 285 285,25 284 25 285 Dynamik Nobel .... . . 0 — — 140 Scheideanstalt...... . .8 09 — — _ Goldschmidt....... . .5 138 — — 138,5 Rütgerswerke...... . .0 104.9 107,6 106 105,5 Metallgeselllchast . . . . . 10 — — — Data«: «vuijinujui .... , Heidelbergs dement . . s. Gement Karlstadt......8 Wayß & Freitag ...... 10 Schultheis Patzenhofer. . 15 Ostwerke..........12 Ber. Glanzstoff ..... 15 Bemberg..........8 Zellstoff Waldhof.....12 Zellstoff Aschaffenburg ■ . lü Charlottenburger Wasser. 7 Dessauer GaS.......8 Taimler Motoren.....0 Demag............ Adlerwerke Kleyer.....0 Ludw. lioelre.......10 Nat. Automobil......6 Orenstein & Koppel.... 4 Linke Hofmann ...... 0 Leonhard Tietz....... c Bamaa-Mcguln......0 Krauls. Maschinen .... 0 Kritzner ..........7 Heyliaenstaedt.......0 JungbanS ......... 6 Lechwerke..........8 Mainkraftwerke ...... 8 Miag............10 Nekarsulmer......... Peters Union ....... 8 Gebt. Roeder.......10 Voigt & Haeffner.....6 Süvo. Zucker ....... 0 ss-rankfnrt a.M Berlin Schluß. Kure I i-Uhe. Kurs Schkutz. Kur» lAnfang 1 nnre 4. 7. 5.7. 4.7. 6.7. 201 102 200 202 153 — — 169 171 — — — — 418 422,5 — 400 405 — — 660 — — —— —— —— 306 307 304 307.5 204,75 — - 159.25 160 - — 204,5 205,40 126,75 128 125.9 127.75 — — 101 102 128,6 — — *- — - 274 277,5 — _ 124.5 126,75 — 132.25 133,5 — 68.5 — 169 170 •Wl 74 — . —. — — «■w — — — — — — — — — — —— 129 — — — —- 124 124 — — — *— — — 134 _ — — 142.5 143 — Banknoten. tra Berlin, 4 Juli. Geld Briet Amerikanische »Roten..... 4.197 4,217 Belgische Roten........ 58,62 58,86 Dänische Roten....... 112,51 112,97 Englische Noten........ 20.445 20,525 Telegraphische Auszahlung. Berlin. 4 Juli- Geld Brief Franzchische Okoten 16,59 F5765 Holländische Roten ..... 168,58 169.26 Italienische Roten...... Norwegische Noten...... 23,41 23,51 108,88 109,32 Deutsch-Oesterr-, ä 100 Kronen Rumänische Noten...... 59.53 59,77 2,555 2.575 Schwedische Noten...... H2.59 113,05 Schweizer Noten....... 81,21 81,53 Svanischc Noten....... 71.91 72.20 Tschechoslowakische Noten . . 12.455 12,515 Ungarische Noten..... 73,25 73.55 Devisenmarkt Berlin —Frantfiw a. M. 4. Jul- 5. Juli. Amtliche Okoti.rung Amtliche Notierung 0,612 10,632 10,607 10,627 Italien. . . 23,29 23,33 23,36 23.40 London. . . -0,47 20,51 20,467 20,507 NetWork . . 4,2155 4,2235 4,2155 4,2235 Paris.... Schwei; . . 10,61 16,55 16,50 16,54 81,14 M, 30 81,135 61,295 Spanien. . 72,23 <2,37 72,25 72,3» ^apan .. . Nio de Jan. 1,998 2,002 '.493 2 2.004 .491 0,491 1.493 Wien in D^» Sest. abgest Prag .... 59,31 12,491 59,43 12,511 59,32 12,494 59.44 12,514 Belgrad . . 7.417 7,431 7,4(9 7,433 Budapest. • <3,43 <3,57 73,43 73,57 Bulgarien . >,047 3,053 20,92 1.047 .053 Lissabon . . <0,88 ^0,88 10,92 Donjtg. . . 81,66 81,82 81,64 61,80 Konstantin. ,183 2,187 2,178 2,182 Athen. . . .,694 5,706 5,695 5.706 Canada . . 1.208 1,216 4.208 4.216 Uruguay . . 4.136 4.141 4,136 4,144 Cairo . . ?0.99 21.03 20.995 21,035 tl ** einstimmige Urteil der Käufer; Much fite werden urw dies bestätigen, wenn Sie mit Henschelwegen einen Versuch machen. Ueberzeugen Sie sich bitte durch unverbindliche Vorführung sfehrt Die Wirkung der D. FR. P. Motorbremse Ist unübertroffen, die Steuerung Ist vorbildlich welch und die Wendigkeit des Wagens Ist hervor- rtsgend. Der außergewöhnlich elastische Motor sichert dem Wagen besondere Im Gebirge größte Durchschnitts - Geschwindigkeit; — ein vorzüglicher Bergsteiger. 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