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Preis für i mm höhe für ?lnzeigen do.i 27 mm Stritt örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig- für Ne» hlamtan’eigen von 70 rm Sreitt 35 Ntichspfcnnig, Playvorichrijt 20“ . mehr. Chefredakteur Dt Friedt Wilh Lange. Verantwortlich tur Politik Dr Fr Wilh Lange, für FeulÜeton D( H 2hgriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumichein; für den An- jeigcntttl t. Dertr 5». Deck, iümtlich in Gieren. Erfchetnt täglich,auher Sonntag» und Feiertags Beilagen. Qiefjtntt FamiltendlLlter Heimat tm Bild Die Scholle Monat, »Eejugsrrets: 2 Neichsmark und 20 Netchspsennig für Träge» lohn, auch bei Nichterscheinen emzelnerNummtrn infolge höhere, Gewalt. Fernfprechonlchlüffo: 51, 54 und 112 Lnfchrist für vrahtnach» richten Anzeiger Gietze«. Poftfd).Jfonto: gronffurtom Illain 11C86. Deutsch-französische Verständigung. TerTln, 4. 3cn. (W2.) 3m- 3a7ruarheft btt „Hilfe" wird das Problem der deutfch- franzöfifchen Dcr.iandigrrng von Driand, Marx, e-trefemann, Reinhold und anderen verantwort» lichen Leitern der Politik Deutschlands und Frankreichs besprochen . Briand schreibt dabei u. a.: „Frankreich und Deutschland gaben, indem sie den Meg der Zusammenarbeit ei'.tschlosien beschritten, ein herrliches Tei- fpuL Ohne di- noch zu überwindenden Schw.c- kigkeiten zu unterschätzen, werde ich mich der Verfolgung diefes grohen europäischen Werkes widmen, für das ich bereits meine ganzeiKrast einsetzte." Zur Wciterführung dieses Wertes fordert Driand in Deutschland und Frankreich die Mitarbeit aller Menschen, die glauben, dah vertrauensvolle loyale Ve.irhungen zwischen den beiden Ländern eine wesentliche Bedingung zur LAusrechtcrhaltung des Friedens sind. Ncichvkanzlcr Marx schreibt: »Das große Unternehmen des Ausgleichs der deutsch-französischen Gegensätze nahm innerhalb kurzer Zeit eine Entwicklung, die. wenn sie auch erst einen Ansang bedeutet, doch jeden- fallS den Beweis liefert, dah man sich in den führenden Schichten der beiden Völker auf die Pflicht der Erhaltung der Abendländischen Zivilisation besinnt." Der Reichskanzler fügt hinzu, das; diese Besinnung auch die beste Grundlage für eine fruchtbringende Arbeit der Staatsmänner und zugleich eine Bürgschaft dafür ist, dah die deutsch-französische Annäherung nicht etwa neue Gegensätze in das Leben Europas hineinbringt, sondern im Gegenteil die friedliche Entwicklung in der Welt sichert und fördert. Neichöautzenmirrlster Strcsemann bespricht die Verhandlungsmethoden und die beiderseitigen psychologi'chen Hemmungen und führt dabei aus. dah die deutsch-französische Annäherung auS dem Stadium warmherziger Klubreden in daS der diplomatischen Realisierung übergegangen sei, indem sich naturgemäß der Fortschritt nicht mit der Geschwindigkeit des Gcdankenfluges vollziehen kann. Aber gerade weil jeder einzelne Schritt vorwärts das Ergebnis sorgfältiger, oft mühevoll langwieriger Verhandlung darstelle, dürfen die erreichten Positionen als sicherer Besitz, als Grundlage weiterer Erfolge gewertet werden. Man dürfe sich die Verhandlungen zwischen Deutschland und Frankreich nicht als ein engherziges Feilschen um kleinliche Vorteile vorstellen. Rur durch eine immer wieder neu sich anpassende Verbindung von weitausschauendcn Konzeptionen mit den realen Krästen des Tages könne ein so vielseitiges und schwieriges Problem wie die deutsch- sranzösische Annäherung etappenweise gelöst werden. Für den französischen Staatsmann ist cs — so bemerkt Strcsemann weiter — keine leichte Aufgabe, die öffentliche Meinung seines Londes mit der Erkenntnis zu durchdringen, daß die Dreisgabe gegenstandslos gewordener oder die Defricdung hemmender vertragsrechte Tein wirkliches Opfer bedeutet, während aader- feiks die deutsche Oeffentlichkeit nur schwer verletzt, dah man in Frankreich dos Entgegenkommen, das für ein auf seine Vergangenheit stolzes Volk in der Freiwilligkeit der Anerkennung der unerhört hohen Dawes- loslen und in der Freiwilligkeit des Verzichts auf gewaltsame Grenzkorrekluren im Westen liegt, nicht in seiner vollen Tragweite zu würdigen geneigt scheint. Man kann aber nicht verkennen, daß das Ausmaß der Tlnterstühung, die diese Politik schon heute in der deutschen und französischen Oeffentlichkeit f.ndet, zu einer Hoffnung auf weitere Erfolge durchaus berechtigt. Diese Hoffnung kann sich aber nur verwirklichen, toenn das Verständnis für die Bedeutung der Loearnopolitik in unablässiger publizistischer Arbeit in immer weitere Volkskreise Deutschlands und Frankreichs hineingetragen wird. Rcichsfinanzminister Dr. Reinhold betont, daß die Rotwendigkeit der Verständigung vom finanziellen Standpunkt aus am zwingendstem sei. Er erinnert Frankreich an den Umstand, daß ihm die zweijährige Ruhrbesetzung effektiv höchstens 313 Millionen einbrachte, während es allein im zweiten 3ahr des Dawesplans 436 Millionen Goldmark erhielt. Briands Flucht in die Oesientlichkeit. 2luch Herr B r i a n d hat sich — für die fran- zösische Politik immerhin eine seltsame Sache — zu einer Flucht in die Oeffentlichkeit gezwungen gesehen; er hat um Reujahr gleich zwei Interviews aba:scho,sen, in denen er sich gegen seine nationalistischen Gegner zitr Wehr setzt und gleichzeitig, was ja noch viel boshafter ist, eine öffen l.che Aussprache inderKam- m c t über die Grundlagen der französischen Außenpolitik angekünd'gt. Das ist unzweifelhaft ein Akt der R o t w e h r. Als Briand das gefährliche Experiment machte, auch unter dem Ministerpräsidenten Poincare seine auswärtige Politik weiterzuführen, hat er sich von Poincarö vorher bestätigen lassen, dah die Linie von Locarno nicht verlassen würde, und er ist sogar vorsichtig genug gewesen, das im Kabi- neltsrat protokollieren zu lassen. Geholfen freilich hat es ihm nicht allzuviel. Herr Poincarö hatte zunächst alle Hände voll zu tun, um den Sturz des Franken aufzuhalten und hat damit ja auch verblüffende Erfolge erzielt. Er konnte aber niemals ganz aus seiner Haut heraus und hat deshalb in aller Heimlichkeit seinem Außenminister, wo es ging, einige Knüppel zwischen die Beine geworfen. Auch das wieder mit seinem ganzen taktischen Geschick. Er war viel zu klug, um nicht zu sehen, daß er gegen Briand direkt nicht angehen konnte, well damals auch die Innenpolitik eine ruhige Entwicklung nach außen brauchte. Er hat aber nach Krästen dazu beigetraaen, dah Briand f i ch f e ft- rannte, und die Abmachungen von Thoiry in der Luft hängen blieben. Es ist gewiß auch nicht ohne seine Zustimmung geschehen, dah die nationalistische Presse dauernd gegen Briand Sturm läuft und ihn als einen nationalen Schädling hinstellt. Die Ersatzwahlen für den Senat, die am 9. Januar bevorstehen, haben dieser Kampagne einen neuen Auftrieb gegeben, llnö Briand war Riga, 4. Jan. (TLl.) Die Revaler Konferenz der lettischen, estnischen und finnischenAußen- minister brachte zum Ausdruck, daß die Politik dieser Länder gegenüber Polen und Litauen ablehnend bleiben werde. Die Wilnaer Frage wurde von der Revaler Konserenz nicht berührt. Die Einberufung einer WirtschaftSkonfe- r e n z der drei Staaten wurde beschlossen. Der innische Vertreter forderte, dah Litauen eine Annäherung cm die übrigen Randstaaten erstreben müßte. Die politischen Richtlinien Litauens und der anderen Randstaaten gegenüber der Sowjet-Tlnion und Polen müßten in lleber- einftimmung gebracht werden. In politischen Kreisen wird den erzielten Ergebnissen, die aus dem Gebiet der auswärtigen Politik vollständige Einigkeit der sozialistischen Regierungen Finnlands und Lettlands mit der nichtsozialistischen Regierung Estlands an den Tag legten, große Bedeutung beigemessen. • Die Randstaatenkonferenz und die auf ihr ohne Litauens Beisein gefaßten Beschlüsse machen Litauens völlige Isolierung nach dem Putsch der Herren Smetona und Woldemaras deutlich. Wohin die Kownoer Regierung heute blickt, stößt sie auf mehr oder wenige;; schlecht verhülltc: Feindschaft, die sie zum Teil selbst erst sich in den letzten Wochen geschaffen hat. Wenn man bedenkt, daß Litauen sich in einer schweren Wirtschaftskrisis befindet und von außen her keinerlei Hilfe zu erwarten ist, dann erscheinen die Zweifel nicht ganz unberechtigt, ob es den neuen Machthabern gelingen wird, den litauischen Staat, der ohnehin schon morsch ist, am Leben zu erhalten. Bei der überwiegend sozialistisch oder lommunistisch eingestellten De- völlerung muß sogar angenommen werden, daß diese Krisis den Anlaß zu einer neuen von links her eingeleiteten und vielleicht auch durch Moskau unterstützten Tlmsturzbewegung ab- geben wird. Die Kownoer Regierung scheint sogar mit derartigen Möglichkeiten zu rechnen, da sie gegen alle linksgerichteten Politiker außerordentlich scharf vorgeht. Neue Brüskierung Memels. Litanev dekretiert ein neues Landcsdircktorium. Memel, 4. Ian. (LU.) Der litauische Gouverneur hat heute ohne Berücksichtigung der Wünsche der Mehrheitsparteien den Oberamtsanwalt S ch w e l l n u s zum Präsidenten des Memeldirektoriums ernannt. Eine weitere Brüskierung liegt darin, dah Schwellnus zu Mitgliedern des Direktoriums den Agenten Cheskleba und den Großlitauer Borchart berufen hat, der auch dem bisherigen sog. Arbeitsdirektorium angehörte und gegen den bereits mehrere Mihtrauens Voten angenommen wurden. Man rechnet hier mit der Möglichkeit einer Landtagsauslöfung, da sich der Memelländische Landtag kaum mit diesem Vorgehen zufrieden geben dürfte. Das illegale Landesdirektorium Falk hat ferner dem Landesgerichtsrat und Landiagsab- geordneten der Memelländischen Volispartei Rogge zum 1. Februar den Dienst als Richter gekündigt. Rogge war bekanntlich Mitglied der Landtagskommission, die die Klage der Me- melländer vor dem Völkerbund vertreten sollte. Auf Grund der umlaufenden Gerüchte, dah das Landesdirektorium den Beamten d:s Memelgebietes nur einen SeiI ihrer Geh älter werde auszahlen, können, da toegrn des Ausbleibens dctz Finanzantells aus Kowno, den das Memelgebiet aus den Einnahmen für Zölle, Monopolen und Accisen zu erhalten hat, die Kassen leer seien, wandte sich die Redaktion der „Memelländischen Rundschau" an das Lan- jetzt soweit, daß er entweder den Kamps aufgeben oder eine klare Entscheidung erzwingen mußte. Er hat den zweiten Weg gewählt, wobei er sich gewiß über die Folgen nicht im Tlnklaren war. Seine wahren Absichten hat er in einem Rebensatz enthüllt, als er daraus hinwies, dah die Grundlagen seiner Friedenspolitik nicht in Locarno zu suchen sind, sondern bereits in Cannes, das heißt also damals, als er von Poincar 6 gestürzt wurde, unmittelbar bevor er eine Verständigung mit England eInletten konnte, der nachher die Verständigung mit Deutschland gefolgt wäre. Die offene Feldschlacht, die er jetzt ankündigt, ist allerdings den Rationalisten mindestens ebenso unbequem. Sie fürchten, daß die Aussprache in der Kammer ba$ mühsam hergestellte Gebäude der nationalen Einheit zum Zusammenbruch bringen und das ganze System Poincare vernichten könne, weil es ja ein offenes Geheimnis ist, daß die Gruppe Tardieu-Dokanowski mit Briands Politik nicht einverstanden ist. Wie aber jetzt die Entscheidung noch einmal vertagt werden soll, nachdem Briand den Fehdehand- desdirektorium mit der Bitte um Aufklänmg. Hier wurde mitgeteilt, dah das Landesdirektorium eine Auskunft hierüber ableb ne, und beschloß, der „Memelländischen Rundschau" keinerlei amtliche Rachrichten mehr zukommen zu lassen. Der Kriegskommandant von Heydekrug, unter dessen Zensur die „Memelländische Rund- chau" steht, erhielt durch den litauischen Gouverneur die Anweisung, jede diesbezügliche Meldung zu unterdrücken. Polens Außenpolitik. Wa r s ch au, 4. Jan. (SU.) Außenminister Zaleski erklärte in feiner heutigen Rede vor dem Sejm-Ausschuß für Auswärtiges, daß Polens Außenpolitik auf der Basis des Völkerbundes aufgebaut sei und, daß die militärischen Interessen Polens nur auf die Selbstverteidigung gerichtet seien. Erfreulich fei es, so erklärte Zaleski weiter, dah Deutschland in letzter Zeit ebenfalls aufrichtig am Weltfriedenswerk mitarbeite. Der Minister beutete an, dah zwischen Warschau und Moskau gewisse Verhandlungen zur Regelung der polnisch- russischen Beziehungen noch in der Schwebe seien. Zu der Lage in Litauen erklärte Zaleski, dah sich Litauen auf dem Wege zur Stabilisierung befände. Die polnische Regierung lege größten Wert auf die Wiederherstellung guter nachbarlicher Beziehungen. Polen fei zu Verhandlungen mit 21- tauen bereit, wenn die dazu nötigen Voraussetzungen gegeben seien. Rach der Erklärung des litauischen Ministerpräsidenten Woldemaras, daß Litauen ebenfalls eine Friedenspolitik treibe, sei damit der Weg zu einer polnisch-litauischen Verständigung offen. — Polen habe nicht die Absicht, die finanzielle Wiederherstellung Danzigs zu erschweren, noch sich einer Anleihe zu widersetzen, die die (Sanierung, der Freien Stadt Danzig gewährleiste. Doch müsse Danzig vor allem die vom Finanzkomitee des Völkerbundes vorgeschlagenen Sparmaßnahmen durchführen. Eine Dölkerbundsuntersuchung in Oberschlesien. (Berlin, 4. Jan. Der Leiter der Sektion für nationale Minderheiten im Dölkerbunds- feiretariat, der (Norweger Colban, fährt am 11. Januar zum ersten Male nach Kattowih zu einem viertägigen Studienaufenthalt. Er wird zunächst mit dem schlesischen Wojwoden konferieren und dann ausführliche Besprechungen mit den Vertretern der deutschen Minderheit in Polnisch- Oberschlesien und der polnischen Minderheit in Deutsch-Oberschlesien abhalten und schließlich sich auch mit Vertretern der Industrie in Verbindung setzen. Oie Wendenlomödie in Belgrad. (Berlin, 4. Ian. Das „B. S.“ bringt heute eine weitere Meldung aus Belgrad, die das (Blatt die „Wendenkomödie in Belgrad" überschreibt. Danach sind d.e beiden in Belgrad anwesenden Spreewäldlerinnen als Gäste des Lausitzer Wendenführers Schmoller Gegenstand weiterer Kundgebungen. Die Veranstaltung in der ilniDcrfität soll wiederholt werden. Gestern legten die beiden Wen- dinnen Kränze auf dem Grabe des Unbekannten Soldaten und auf den Gräbern der großen serbischen politischen Führer nieder. Es wurde ihnen zu Ehren ein Bankett gegeben. Auch wurden sie von Frau P a s ch i t s ch und von dem Skup- schtinapräsidenten S r i s k o w i t s ch empfangen. Heute veranstaltet der polnische Klub zu Ehren der Lausitzerinnen e:ncn festlichen Abend. Der frühere Abgeordnete Dajmonj ruft zur Gründung einer „Lausitz-Serbisch-Südslawischen Liga" auf. schuh ausgenommen hat, ist schwer zu sehen; allerdings, auch dieses Gcae/.einanderintrigie- ren Im Dunkeln ließ sich nicht sortsetzcn. Die Angriffe der Rechten. Pari«, 4. Jan. (Sil.) 3m .Echo de Paris", dem Organ der Patriotenliga, macht sich Pcrtinax zum Wortführer der Widersacher Briands und einer Außenpolitik. Sroh der Eindeutigkeit der Erklärungen Briands, daß zwischen ihm und feinen Mitarbeitern tm Qual d'Or.ay stets volles Einvernehmen geherrscht habe, erheb! Per.inax den Vorwurf, Briand habe feit Bestehen des Locarnovertrages eine Geheimpolitik getrieben und seine Mitarbeiter nicht auf dem Laufenden gehalten. Besonders unzufrieden ist Periinax mit dem Locarnovertrag. Da weder eine Zusammenarbeit zwischen dem französischen und dem englischen Generalstab vorge- ehen, noch der Dölkerbundsrat sich in Konslilt- ällcn über die Bestimmung des Angreifers einig werden würde, dürfe Frankreich nicht.die g.-ringste kriegerische Geste Deutschlands dulden. Zum Schluß äußert Pertinax Zweifel, ob Briand bei Zu- ammentritt deS Parlaments Sieger bleiben werde. Die „Ere Rouvelle" hält heute Abrechnung mit diesen französischen Rationalsten, denen sie vorwirft, durch ihre Heye das W e r k von Locarno und die deutsch-französische Annäherung gefährdet zu haben. Zu der Absicht Briands, das Urteil d e s Parlaments über seine Außenpolitik anzurufen, stellt das Blatt unter anderen fest, daß eS sehr gut verständlich sei, day der Mann von Locarno der gehässigen Angrisfe der Rationalisten müde sei. Troy der unbestreitbaren positiven Vorteile, die Frankreich aus der Anwerrdung des Dawesplanes erhalte, trotz der Haren Beweise für den guten Willen Deutschlands und der Intervention deS DatilanS zugunsten der europäischen Entspannung setzten die Freunde Marins und Millerands ihren Kamps gegen Briand fort. Ihr Feldzug sei ungerecht und ihr Haß blind. Briand habe vollkommen recht, wenn er seine Politik öffentlich erörtert wissen mochte, weil der Ruf Frattkreichs in der Welt aus dem Spiele stehe. Keine Rücksicht auf die nationale Einigung könne die Kammer des Linkskartells vom 11. Mai zwingen, das vom Volke erhaltene Mandat zur Schaffung des Friedens zu verraten. Die Arbeitslosenkrisis in Frankreich. ,^Zn keiner Weise beunruhigend". Paris, 4. Jan. (WB.) Heute vormittag fand im Elysee unter dem Vorsitz des Präsioenten der Republik, Doumergue, ein Ministerrat statt. Außenminister Briand, Iustizminister B a r t h o u und Kriegsminister P a i n 1 e v 6, die sich augenblicklich nicht in Paris befinden, haben an den (Beratungen nicht teilgenommen. Rach dem Ministerrat, der sich auch mit der intensiven Ausgestaltung der Wirtschaftstätigkeit in Frankreich beschäftigte und sich über ein Programm, das dem Parlament vorgelegt werden soll, ausgesprochen hat, machten Innenminister Sarraut und der Minister für offenlliche Arbeiten T a r d i e u x gegenüber Mitgliedern der Preise Angaben über die Arbeitslosigkeit in Frankreich. Innenminister Sarraut erklärte, die Lage sei in keiner Weise beunruhigend und die Krise sei, was ihre Bedeutung anbetreff?, nicht mit derjenigen des Winters 1920/21 zu vergleichen. Abgesehen von zwei oder drei Industriezentren, wie Paris, Lyon und Marseille, wo die Zahl der Arbeitslosen ein wenig höher sei als im übrigen Frankreich, sei die Krise unbedeutend. In Paris zähle man augenblicklich 13 000 Arbeitslose, und zwar 3000 Handarbeiter, 2000 Techniker, 1500 Arbeiter aus der Leder- und Fellindustrie, 1500 Holzarbeiter, 1000 Arbeiter aus der Bekleidungsindustrie und der Rest verteile sich auf die übrigen Branchen. Der Minister für öffentliche Arbeiten gab einen ausführlichen ileberblicf über die Arbeitslosenziffern in den einzelnen Departements und führte dann aus. daß die Unternehmen des Ministeriums für öffentliche Arbeiten 8 bis 10 000 Arbeitslose beschäftigen könnten. In einzelnen Departements könnten in den staatlichen Betrieben unverzüglich 6000 Personen Beschäftigung finden. Bei Wegebauten, Drücken- und Eisenbahnbauten und bei Flußregulicrungen könnten außerdem demnächst, wenn sich ein Bedürfnis Herausstellen sollte, 35 000 Mann beschäftigt werden. Die Neubildung der Neqreruny. Berlin, 5. 3 an. (Wolff.) Wie die Blätter berieten, werden die Verhandlungen des Reichspräsidenten mit den Parkei'ührern über die Bildung der neuen Regierung, die am Montag beginnen, mit einem Empfang des Reichstagspräsidenten Lobe eingeleltet werden. Bisher haben lediglich ganz interne Vorbesprechungen zwischen einzelnen maßgebenden Persönlichkeiten ftiftgejin- den. Wie das „B. T." wissen will, wird der erste Auftrag zur Regierungsbildung voraussichtlich an einen Volksparteiler (vermutlich an den bisherigen Reichswirtschastsministcr Dr. C u r t i u s) ergehen. Litauens Isolierung. Beschlüsse der Randstaatenkonferenz. Fernsprechkabel Deutschland — Oesterreich. Begrüßungsansprachen der Staatsoberhäupter. Wien, 4. San. (WTB.) Der Fernkabel- verkehr Deutschland—Oesterreich ist heute vormittag durch einen Festakt im Zeremoniensaal der Hofburg feierlich eröffnet worden, an dem der Bundespräsident Hainisch, Bundeskanzler Seipel sowie die Vertretungen der auswärtigen Staaten, außerdem die Spitzen sämtlicher bundesstaatlichen und sonstigen Behörden in Wien, nebst den führenden Männern von Handel, Industrie und Presse teilnahmen. Die österreichische Post- und Telegraphrnverwal- tung war durch ihren Generaldirektor Hoheisel, die Deutsche Reichspost durch den Reichs- Postminister S t i n g l und Ministerialdirektor Dr. Grüner vertreten. Der Festakt wurde um 10.15 Uhr eröffnet, indem _ Bundespräsident hainisch ein den Reichspräsidenten von Hindenburg über die neue Linie die folgenden Worte richtete: „Herr Reichspräsident! Ich eröffne die Benützung der neucrbauten Fernkabellinie Wien—Nürnberg mit dem Ausdruck meiner persönlichen SZerehrung und den besten Wünschen für Ihr Wohlergehen. Ich spreche meine aufrichtige Befriedigung über die glückliche BoUendung dieses gemeinsamen Werkes unserer Verwaltungen aus und erwarte mit Zuversicht, daß der neue Verkehrsweg seine Aufgabe, den Fernsprechverkehr zwischen Oesterreich 'und Deutschland zu verbessern und neue Sprechdeziehungcn mit anderen Staaten zu ermöglichen, in vollem Matze erfüllen wird." Der Reichspräsident erwiderte: .Herr Bundespräsident! Für die freundliche Begrüßung bei der Eröffnung der ncucrl)auten Fernkabnlime Wien—Nürnberg und für die meiner Person gellenden guten Wünsche danke ich verbindlichst und erwidere sie aufs herzlichste. Es darf uns und unsere Verwaltungen mit besonderer Freude erfüllen, daß Has Jahr 192?, welches uns das 50jährige Jubiläum der Einführung des Fernsprechers in Europa bringt, mit der Vollendung dieses wichtigen Verkehrsweges zwischen Deutschland und Oesterreich beginnt. Möge das neue Kabel dazu dienen, den geistigen und wirtschaftlichen 3usammen- hang zwischen unseren Volkern noch enger zu gestalten, und möge es sich zu einem wichtigen Zwischenglied für den europäischen Ge°- famtverkehr entwickeln." Daran schloß sich ein Gesprächswechsel zwischen Bundeskanzler Dr. Seipel und Reichskanzler Dr. M.a r x. Hierauf folgte die Eröffnungsansprache des Bundesministers für Handel und Verkehr, Dr. Schürff, dir mit be- fonberer Wärme Reichspostminister S t i ng l begrüßte und den Anteil der Deutschen Reichspost an dem Zustandekommen des großen Werkes hervorhob. Auch der Bundespräsident gedachte mit besonders herzlichem Dank der tätigen, Hilfe der Deutschen Reichspost. Reichspostminister 6 t i n g l erkannte mit warmen Worten die bei der Ausführung des schwierigen Werkes bewiesene Leistungsfähigkeit der österreichischen Postverwaltung und der österreichischen Technik an. Der Generaldirektor der österreichischen Post- und Telegraphenverwaktung. Hoheisel, bezeichnete es als notwendig, in rascher Folge die -anderen wichtigen Linien in Angriff zu nehmen und zu vollenden. Für den Frühsommer stände die Fortsetzung des Kabels von Wien bis Budapest in sicherer Aussicht. Die Anklage gegen Barmat und Genossen. Berlin, 5. Ian. Am Dienstag kommender Woche nimmt vor dem Schöffengericht Berlin- Milte der Riesenprozeß gegen Barmat und zehn Genossen seinen Anfang. Man rechnet vorläufig 4iiit einer Verhandlungsdauer von ca. neun Monaten. Das Aktenmaterial füllt ein geräumiges Zimmer bis an die Decke. Die Anklageschrift ist ein Buch von 648 Seiten in Folioformat. Zum erstenmal in der Geschichte der deutschen Justiz hatte es sich als notwendig erwiesen, die Anklageschrift drucken zu lassen. Vorläufig sind allein von der Anklagebehörde mehrere Hundert Zeugen und sieben Sachverständige geladen worden. Aus dem hessischen Landtag. Die beut|d)nationale Fraktion beantragt: Der Landtag beschließt: Die Regierung um beschleunigte Vorlegung von Gesetzentwürfen folaenden Inhalts zu ersuchen: Verringerung der Zahl der Landtagsabgeordneten um 20. Dereinfachunb in der Smatsleitung unter Anlehnung an frühere Verhältnisse. Herabsetzung der Ministerbezüge. Neuregelung der Ministerruhegehalte in Anlehnung an das preußische Ministerpensionsgesetz vom 13. Juni 1924. Die deutschnationale Fraktion beantragt, die Re- rnerung um schleunige Vorlegung eines Gesetzentwurfes zu ersuchen, der die Verlängerung der Mandatsdauer für den im Herbst neuzuwählenden Land- i ig und dessen Nachfolger von 3 auf 4 Jahre vorsieht, und die Verbindung eingercichter Wahllisten gestaltet. Die sozialdemokratische Fraktion beantragt: Der Landtag »volle beschließen, die Regierung zu ersuchen, bei der Reichsregierung dahin vorstellig z»t werden, daß sofort und ohne Verzug Maßnahmen zur Sicherung einer gleichmäßigen und gerechten Durchführung des Reichsbewertungsgesetzes ergriffen werden, damit die der hesfis.ben Wirtschaft drohenden Gefahren einer stärkeren Her- «nziehung zu Reichcstcucrn unterbunden werden. Die amerikanische Politik in N caragua. Washington. 4. Jan. (Reuter.) Ist der Umgebung des Präsidenten Coolldge spird die Meinung vertreten, daß die Vereinigten 6.aalen von Amerika gezwungen sind, ihre Politik "gegenüber Ricaragua zum Schutze des Lebens und Eigentums b«r amerikanischen Staatsangehörigen fortzusetzen, zumal es sich um zahlreiche Amerikaner handle, d e dort hohe Positionen inne hätten. Außerdem hallen die Vereinigten Staaten Rechte in Ricaragua da fte 3 Millionen Dollar z u »st Bau eines Kanals, der die Westküste mü der Ostküste verbinden soll, und zur Anlegung einer Mari n e b a s i s in der Bucht von F o n s e c a bezahlt hätten. Die Lage in China. Das Fremdenviertcl in Hankau bedroht. London, 4. Ian. (Wolff.) Die „Times" berichtet aus Hongkong vom 3. Januar: Rach einem Bericht aus Kanton ist die Kournin - tschang-Flagge jetzt anstelle der chinesischrepublikanischen Flagge auf den Verwaltungsgebäuden gehißt worden. Die ausländischen Kaufleute zahlen ohne Widerspruch die Zuschlagszölle, die, wie es heißt, in Kanton allein täglich 3000 Pfund Sterling ergeben. Die Lage in Hankau ist äußerst schwierig, da der geringste Zwischenfall ernste Folgen nach sich ziehen kann. Der kantonesische Außenminister ist aufgefordert worden, Maßnahmen zu ergreifen, um dem Steinewerfen und dem Eindringen von Volksmengen in die Fremdenviertel ein Ende zu machen, da andernfalls der britische Admiral zu Gegenmaßnahmen gezwungen sein würde. In dec Rähe des britischen Viertels kam es wieder zu englandfeindlichen Kundgebungen. Marinesoldaten zerstreuten die Menge mit Hilfe eines Panzerwagens, ohne daß ein Schuß abgefeuert wurde. Bei einer neuen Ansammlung wurde ein britischer Matrose durch einen Bajonettstich am Bein ven'vundel. Erst am Abend zerstreute sich die Menge. Ein von der revolutionären Partei und englandfeindlichen Elementen organisierter Umzug, von dem weitere Unruhen erwartet wurden, ging ohne Zwischenfälle von statten. • Rach einer letzten Meldung aus Hankau haben gestern abend die in die britische Riederlafsung eingedrungenen Chinesen das Zollgebäude und das Gebäude der Gemeindeverwaltung der Niederlassung beseht und die Briten aus der Riederlassung vertrieben. 3n der Niederlassung wird die Ordnung von chinesischer Polizei aufrechterhalten. Japan lehnt das englische Memorandum ab. London, 4. Ian. (Wolff.) Der diplomatische Korrespondent der „SaUl) Mail" berichtet, die britische Regierung habe jetzt die Rückäußerung aller beteiligten Mächte zu der britischen Denkschrift über China erhalten. Der allgemeine Charakter der Rückäußerungen fönne als günstig bezeichnet werden. Dar Vorschlag, wie man sofort die Erhebung der Zollzuschläge entsprechend der Washingtoner Vereinbarung verwirkliche, scheine von allen Mächten, mit Ausnahme von Japan, angenommen worden zu sein. Der japanische Außenminister Baron Shide - Hara empfing den englischen Botschafter, dem er erklärte, die Tokioer Regierung glaube nicht, ich der von der enalischen Regierung borge* chlagenen Kollektiverklärung anschließen zu muten. Sie könne nur bedauern, daß die englische Regierung sich geweigert habe, ihrer Anregung zu folgen und eine Konferenz zwischen den Vertretern der Mächte, die das Washingtoner Abkommen unterzeichnet haben, und den Delegierten aller chinesischen Provinzen abzuhalten, um offiziös über die Zollfraaen zu verhandeln. Es scheine somit, daß in Zukunft die Aufrechterhaltung einer Einheitsfront der Mächte gegenüber China schwer durchführbar sein werde. Kleine politische Nachrichten. Der Schullreuzer „Hamburg" ist am 3. Januar von Alexandrien nach Marmaritza in See gegangen. Wie aus Bozen berichtet wird, ist an Stelle des bisherigen Präfekturkommissärs in Bozen, Stessanini, Commandatore Dr. Alfons Limon- g e 11 i nach Bozen berufen worden. • Aus Anlaß des Neujahrsfestes hat der König von Bulgarien neun wegen Vergehens gegen das Gesetz zum Schuhe des Staates zum Tode Verurteilte begnadigt. Aus aller Welt Sine neue Zenlralajierimifsion Sven hedins. Sven Hedin, der in China weilt, hat von der Pekinger Regierung die Zustimmung zu einer neuen Expedition in das innerasiatische Wüsten- gebiet erhalten. Sven Hedin wird von einem wissenschaftlichen Stab begleitet, dem der bekannte junge Forscher Norin und die beiden chinesischen Geologen Wamg und Schao angehören. Die tägliche Zugleistung der Reichsbahn. Die Züge der Deutschen Rcichsvahn haben während des Jahres 1925 insgesamt 538 000 000 Kilometer zurückgelegt. Das macht auf einen Tag umgerechnet täglich 1 500 000 Kilometer. Das ist eine so gewaltige Zahl, daß man sich von ihr nur durch einen Vergleich einen Begriff machen kann. Der Erdum ang beträgt am Aequator 40 000 Kilometer. Es müßte also ein Cisenbahnzug 37 mal den Aequator umgreifen, um die tägliche Zugleistung der Reichsbahn auszudrücken. Eine Seilschwebebahn im bayerischen Allgäu geplant. Wie aus Füßen gemeldet wird, will sich eine Aktiengesellschaft mit dem Sitz in Ehrwald bilden, um auf dem 1700 Meter hohen Seeben von Ehrwald aus eine Seilschwebebahn zu bauen. Die Dahn wird ohne jede Stütze eine 1450 Meter lange Trasse überqueren. Man rechnet init einer Bauzelt von dreiviertel Jahren. Die Kosten einschließtich des zu erbauenden Hotels werden auf 6)0 C00 Mark veranschlagt. 1,6 Millionen Fremde in Berlin. Nach den vom Statistischen Amt der Stadt Berlin veröffentlichten Zahlen üb'.r den F.em- denbesuch in Berlin im Jahre 1923 kann fest- gestellt werden daß mehr als 1.31 Millionn Fremde 1926 in Berliner Gasthöfen gemeldet toareru Ueberschivemmungegefatir für die Danziger Weichselnieverung. Ser starte Rordoststurm der letzten Tage hat besonders in den Weichselniederunqen des Danziger Gebiets arg gehaust und großen Schaden angerichtet. Der orkanartige Sturm trieb die Schollen gegen die neuen Deiche. Trotz ihrer starken und modernen Bauart wurden die Dämme auf der Danziger Seite in einet Länge von 200 Meter vollständig durchbrochen. An einer benachbarten Stelle erfolgte ein Durchbruch in etwa 50 Meter Länge. Man versuchte zunächst, durch die verschiedensten Absperrungsmah- nahmen das Unglück zu verhindern, doch erwiesen sich alle Bemühungen dem tobenden Element gegenüber als zwecklos. Es besteht Gefahr, daß bei einem erneuten Einsetzen des Rordost- sturmes das ganze Deichgebiet überschwemmt wird. Neue Unglücksfalle In den Alpen. Bei einer Stipanie auf* die Schneealpe hat ein Teilnehmer aus Graz einen Schwächeanfall erlitten. Auf dem Transport zur Unterkunftshütte ist der Kranke verstorben. — Bei Delah (Bludenz) wurde der 25jährige Gemeindevorstehersohn Rudolf Fritz von einer Lawine über einen 15 Meter hohen Felsen geschleudert. Er erlitt einen Genickbruch und war sofort tot. Grippe-Epidemie in Frankreich. In Paris und in der Provinz hat die Grippe- Epidemie, die seit einiger Zeit eingesetzt hat, einen ziemlich ernsten Charakter angenommen. Besonders beunruhigend tritt sie in Montpellier auf, wo bis zum Montag allein 32 Todesfälle zu verzeichnen sind. Grotzsener in einem Elektrizitätswerk. 3n Bad Kiss Ingen zerstörte ein Grohfeuer in der vergangenen Nacht das staatliche Elek- tri'.itätswerk, das die verschiedenen Kurgebäude, und den Kurpark bisher mit Licht und Strom versorgte. Die Maschinen und Motoren sowie die gesamte Inneneinrichtung des Werkes dürften unbrauchbar geworden sein. Der Schaden beträgt nach sachverständiger Schätzung gut 100 000 Mark. Heber die Ursache des Brandes konnte bis jetzt noch nichts Gewisses ermittelt werden. Beim Spielen mit Streichhölzern den Tod gesunden. In der Wohnung eines Ackerpächters in Berlin entstand vermutlich durch Spielen eines Kindes mir Streichhölzern ein Brand. Die Feuerwehr fand die beiden Kinder des Ackerpächters bewußtlos auf. Das eineinhalb Jahre alte Mädchen war bereits tot, während der fünfeinhalbjährige Junge ins Leben zurückgerufen werden konnte. Drei Kinder erstickt. Auf dem Güte R e 11 a u e n im Kreise Friedland (Ostpreußen) hatte eine Arbeiterfrau ihre vier Kinder im Alter von einem Vierteljahr bis fünf Jahren allein gelassen. Hinter dem Ofen zum Trocknen liegendes Holz führte einen Brand herbei, bei dem die drei jüngsten Kinder erstickten. Rieseneinbruch in eine Pelzwarengroßharchlung. In der vergangenen Nacht drangen Diebe auf einem Grundstück in der Berliner Grünstraße vom Keller aus, nachdem sie in mehr- stündiger Arbeit ein Loch in die 40 Zentimeter dicke, stark gewölbte Decke gestemmt hatten, in eine Pelzwarengroßhandlung und erbeuteten kostbare Felle im Betrage von über 70 000 Mark. Wettervoraussage. Nach anfänglichem leichten Temperaturfall wieder milder, meist trübe und Niederschläge (liebergang zu Regen). Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 2,4. Minimum 0,0 Grad Celsius. Niederschläge: 0,4 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 0,8 Grad Celsius. Alts der Prsvinzialhauptstadt. Gießen, den 5. Januar 1927. Unser Wandkalender. Wenn man einmal durch die Straßen geht und sein Augenmerk darauf richtet, was einem auf diesem zwanglosen Streifzug an Plakaten vor die Augen kommt, dann wird man sich wundern müssen, wie wenig wirkliche Kunst sich darunter befindet. Wie der Durchschnitt keineswegs dem entspricht, was wir auf nahezu allen anderen Gebieten seit etwa 20 oder 30 Jahren dazugelernt haben. Und dies ist wiederum sehr merkwürdig in einer Zeit wie der unfern, wo das kaufmännische Prinzip schlagkräftiger Reklame eine Forderung geworden ist, von bereu zwingender Selbstverständlichkeit man zuvor nichts ahnte: denn wirksam ist immer nur das gute Plakat, das künstlerische Werbebild. (Nicht jedes gute Bild freilich kann ein gutes Plakat sein. Aber das schlechte hat immer seinen Zweck verfehle) Und wenn man den Rundgang, von dem wir oben sprachen, auch in anderen Städten wiederholt, wird man bald gewahr werden: wir haben nur wenige Künstler in Deutschland, die die ganz besonderen Erfordernisse des Plakates erkannt haben und ihnen künstlerisch gewachsen sind. Zu diesen Wenigen gehört Ludwig Hohlwein in München: der neue Kalender auf das Jahr 1927, den er für den Gießener Anzeiger entworfen bat. ist ein Beispiel dafür, toi? man die Erfordernisse und Möglichkeiten eines Wandkalenders künstlerisch in Einklang bringen kann. Der Plakatmaler muß ähnlich arbeiten wie der Bühnenbildner. Die große Linie, die Sparsamkeit, Einfachheit, Klarheit der Bildelem.'nte ist erste Forderung. Nichts Nebensächliches, nichts Ueberslüssiges! Nur Ausdruck! Das Auge darf nicht suchen, nicht herumraten. Man muß sofort wissen, im ersten Blick: dies und nichts anderes! Darauf kommt es an! Das ist gemeint! In solchem Sinne erscheint uns das Kalenderbild Hohlweins als eine glückliche Schöpfung, die nicht erklärt zu werden braucht. Die einfachen und naheliegenden künstlerischen Motive Heimat, Scholle. Arbeit und Ausbau sind klar und gemeinverständlich in der oberen Bildhälfte gestaltet. Unten fassen jetoüls rechts und links zwei kleinere, ornamental behandelte Bildfelder den Textsatz des Kalendariums ein: Tier und Pflanze beuten den Kreislauf und Wechsel der Jahreszeiten an. lieber diesen einfachsten gedanklichen Inhalt hinaus aber soll das Auge des Beschauers sich freuen an der bedachtsamen, stetigen Kraft, die von den schwer hinschrcitenden Tierleibern ausgeht, an der heimatlichen Vertrautheit des Landschastsbildes. an den zartgetönten Farben und dem zierlichen Linienspiel des schmückenden Beiwerks, das der Künstler dem neuen Kalender mitgegeben hat. Mochte er jedem ein treuer Begleiter fein durch alle Tage des jungen Jahres' Kopsschmerz. Gerade in dieser Jahreszeit wird besonders häufig über Kopfschmerzen geklagt. Pflegen doch die Erkältungskrankheiten, die in der feuchtkalten Pe- riode an der Tagesordnung sind, zumeist von Kopfschmerz eingeleitet und begleitet zu werden. Schnupfen, Mandelentzündung, Katarrhe der Bronchien und dgl. gehen gewöhnlich mit Temperaturerhöhun- f|en einher, die —‘ wie Fieber überhaupt — fast tets mit Kopfschmerz vergesellschaftet sind. Kopfschmerzen können aber auch auf zahlreiche andere Ursachen zurückzusühren sein, und |e nachdem eine ernstere oder harmlosere Bedeutung besitzen. So kann langanhaltender Kopfschmerz die Folge von Katarrhen oder Eiterungen in deck Nebenhöhlen der Nase, wie im Mittelohre sein. Bis zur Unerträglichkeit vermögen sich die Kopfschmerzen bei Geschwülsten und Abszessen im Gehirn zu steigern. Uebermäßiger Genuß von Alkohol, Nikotin und Kaffee haben ebenso wie „innere“ Vergiftungen bei Zucker- ober Nierenleiden peinigende Kopfschmerzen im Gefolge. Nicht selten tritt ein dumpfer Kopfschmerz bei Blutarmut und ytbererjeits bei der Arterienverkalkung auf: im letzteres Falle gewöhnlich ein Zeichen, daß die Verkalkung an den Gefäßen des Gehirnes vorgeschritten ist. Auch Herz- fehler, bei denen die Herzkraft zu versagen droht, führen oft infolge Blutstauung im Gehirn zu quälenden Kopssihmerzen; ähnlich wie z. D. das Tragen von engen Kragen ober allzu fest gebundenen Kra- vatken. Zahlreiche andere Organleiden, wie Erkrankungen des Magens und des Darmes — hier vor allem die Verstopfung — sind vielfach von Kopfschmerzen begleitet, migenftörungen — Kurzsichtig, feit, Weitsichtigkeit, Astigmatismus, Tragen unpassender Gläser — bilden gerade bei Schulkindern, aber auch bei Erwachsenen nicht selten die Ursache von Kopfschmerzen. Ferner haben manche Frauen und Mädchen bei Störungen an den Unterleibs- organen unter heftigen Kopfschmerzen zu leiden. Aber wohl den höchsten Prozentsatz stellt der nervöse Kopfschmerz bar — als Zeichen einer allgemeinen Neurasthenie ober .Hysterie, ober auch als Symptom geistiger Ueberani'trengung. Er tritt zumeist als Kopsbruck auf — ein Gefühl, als ob der Kopf zusammengepreßt würbe. Davon abzutrennen ist der auf Vererbung beruhende Kopfschmerz, der meist schon von Jugend an besteht und seinen Träger bis ins hohe 2Uter begleitet. Eine besondere Stellung nimmt der anfallweise auftretende Kops- schmerz bei Migräne em. Damit sind jedoch die Grundkrankheiten, bei denen Kopfschmerz ein Symptom bildet, noch keineswegs erschöpft. Allgemein pflegen Aspirin, Dyramibon, Arcanol u. dgl. die Kopfschmerzen aller Art zu lindern. Neuerdings erfreut sich auch das Deramon als schmerzstillendes Mittel großer Beliebtheit, zumal wenn die Schmerzen Schlaflosigkeit im Gefolge haben. Aber es ist bei der Anwendung all dieser Mittel stets zu bedenken, daß sie nur vorübergehend helfen können, und daß die Feststellung und die bauernde Behebung der jeweiligen kopfschmerzaus- löfenben Ursache nur durch eine gründliche ärztliche Untersuchung und Behandlung gewährleistet wer den kann. Dr. M. Vornotizen. — Tageskalenber für Mittwoch. Stabttheater: 7.30 Uhr, „Iohannisfeuer“ (Enbe gegen 10 Uhr). — Schützengesellschaft 1926: Erster Schießabenb. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße! „An ber schönen blauen Donau“. *— Astoria-Lichtspiele: .In Sachen Norini“. — D i e Gießener Frauenvereine laben am 10. Januar, abends 8 Uhr, in den Einhornsaal zu einem öffentlichen Vortrag von Frau W a r l i ch (Harleshausen) über „Sittlichkeitsfragen und unsere Jugend" ein. Der Eintrittspreis (30 Pf.) ist so niedrig gesetzt, daß jedem die Teilnahme möglich gemacyt ist. Allen Eltern und Erziehern, aber auch ber schulentlassenen Iugenb fei ber Besuch bringenb empfohlen. Es soll Gelegenheit zur Diskussion gegeben werben. — Neuschnee. Seit gestern mittag ist im hohen Vogelsberg erneut Schneefall eingetreten, ber bis zur Stunde noch anbauert. Es waren bis gegen 10 Uhr heute vormittag bereits etwa 20 cm Neuschnee gefallen, so daß die Schneedecke jetzt etwa 60 bis 70 cm hoch ist. Bei etwa 5 Grad Kälte bestehen sehr gute Sportmöglichkeiten, die dem Skiklub für das Skirennen am nächsten Sonntag beste Aussichten bieten. Aus aus den übrigen Gebirgsgegenden Deutschlands wird Neuschnee gemeldet, so au8 dem Harz, Thüringer Wald und Schwarzwald. Die Temperatur liegt dort ebenfalls einige Grad unter dem Gefrierpunkt. * Die städtischen Not st andsarbei- t e n, die kürzlich von den maßgebenden Körperschaften bewilligt wurden, sollen, nachdem die Arbeiten in den Anlagen schon seit mehreren Tagen im Gange sind, auch in den übrigen Zeilen in den nächsten Tagen in Angriff genommen werden, falls die Wilterungsverhältnisse es ermöglichen. Bekanntlich sind hierfür Straßenbau- arbeiten, Planierungen usw. vorgesehen. Eine weitere Anzahl hiesiger Erwerbsloser wird bei diesem Arbeitsabschnitt Beschäftigung finden. *• Zu dem Streit zweier Patienten der hiesigen Heil- und Pflegeanstalt, über den wir gestern berichtet-en, und der bekanntlich kurz nach seiner Beendigung den Tod des einen Kranken zur Folge hatte, erfahren trtr von zuständiger Sviie, daß nach dem Ergebnis ber ger:d)t£är tlicßcn Leio' enössnung bei dem Verstorbe. ei irgend e.che Verletzungen ober erhebliche Gewalteintoirkunge.i infolge fremder Täterschaft als Todesursache nicht nachweisbar sind. Bei dem Verstorbenen bestand eine Vergrößerung der Thymusdrüse, sowie der Milz bei schlaffem Herzmuskel. Es muß angenommen werden, daß auch infolge leichter Gewalteinwir- kungen und infolge ber damit verbundenen seelischen Erregung auf Grund einer thymo-lym- phitischen Körper-Konstitution und des schlaffen Herzmuskels der Tod als mittelbare Folge eintreten konnte, daß also das Ableben des Mannes durch einen Schlaganfall infolge Aufregung eingetreten ist. Wie die gerichtliche Hnteriut)ung irci.cr ergeben hat, handelt es sich bei dem Vorfall um den Streit zweier Anstaltltranlen — wie er in einer solchen Anstalt nie ganz vermieden worden kann — an dem das Wärter-ersonal in keiner Weise beteiligt war. Der tragische Ausgang des Zu- faminenstoßes ist hernach lediglich als ein unglücklicher Zusall anzusehsn. Der „Gegner" des Toten ist jebenfalls iür f in: Handlungsweise als Kranker nicht verant örtlich. ** Kirchliche Personalie. Dem Pfarrer Otto Hohgraefe zu Asfenheim würbe die cvan- gelische Pfarrstelle zu Affenheim. Dekanat Friedberg, übertragen. g-- >m&ren611 av! cinLrnon,n1 i**: übe l*rlc«o trat bte engen V *”Si W 16 «viele Met uw 'eitrige Metvor konnte, weil et n wat. Um den Ke Mtcn örsay zu d soll in etwa 14 r Zuge. Sei, furje wMW ' rannt ist - ö« lr Ment Zuschlag oi löjuna im Zuge m jie Gebühr wird einer AnschluWu sohrt meßen Zugue gangsM nicht gei Mitersahrt im W zu ber bie Fahrtar eine höhere Wagen Zuges mit höheren ausgesetzt, baß fid) bert beim Zugschr M Die i [räulejn. Wenn Sinder unter einer Eisenbahn allein n bodj in manchen Man wirb bann bie ein llicheigen unb bas ftinb p Personals, insbef geben. Es tmpfitl) $rie[umfrf)lflg ausc ijafjrfarte für -os den Reiseweg unh ausgeschriebene Lor Angabe her Adresse Reiseziel befinden, teres fytmnlar dies Eisenden selbst üb tuhigende yesühl h dem Kinde eine qu Kirch! } Mainz!, wurden im @olft htbcn wir infoh PELZ- UN «och abzugeben I Wh- verkai Schulstrai "erz. > hSUSA "i'Htet iy ~ l«lt nlo ere ■* M- !nbjr 4ten«k. ^’^ninoen erj di. 11 ®i'leloffi.iln bei, n sich h X1 km. $i5 Hessen a?e^i ksÄ Unb ir5n(bU,rW ! im leLrMi s bei bi- 8* ,'lchritten if Ajn?en Mi Su °!rlL^' ?*\^Ä *?■& r«i «fch* JJ* r «»4t TiiSä ^pllchmerzen zu [eih.n Ä'Wtan.: °E Alchen einer all«. vA"ie, ober auch als m kenoung. Tr tritt »u. ’ ->n Tefuhl, als of; (]fI ,k k»00 nbzutrennen “1'ft, ^psschmerz, her b Rt unb (einen Zrä. ^filcitet. Eine bejonbere Me auHreienbe W. Dmii fmb (ebach bie n KoBchmerz ein 6nmp, l5 erschöpft. ün, Dyramibon, Mrranol n nüer Ülrt zu lindem, auch bas Üernnwn als roficr Beliebtheit, zumal -Mlosig'eit im (Befolge '■X anroenbung all biefer aß sie nur vorübergehend die Feststellung unb bie meiligen lovfschmerzaus- eine gründliche ärztliche Klung gewährleistet wer Dr.M. itiyn. der für Mittwoch ,Lohannlsfeuer' (Ende engcsellschast 1926: Erster aus, IBaljnlfolllrabtt „Sn - 2tftoria-üid)ljpiiie: taumtttint laben Uhr, in btn Einhornsaa! trag von Frau Wariich imid)ttitifranen unb um intrittsprcis (30 ?f.) ist I« m bie Teilnahme möglich unb Erziehern, ober auch nb fei ber Besuch dringend genieit zur Diskufsion gt’ Seif gestern mittag ist im g erneut öchneesal em> funöe Wch andauert. ES Ihr heule vormittag M* ifchnee gefallen, K na 60 bis 70 cm hoch Kälte bestehen sehr gu fiHlub für da» Sag LV «*! 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So war die neue Bereinigung von vornherein gesichert, und nach der einleitenden Ansprache eines aus dem Dereinsgebiete besonders beschlagenen Fachmannes, in der die Ziele der Gießener Altersvercinigungen betont wurden im Sinne engen kameradschaftlichen Zusammen- schlusfes durch Pflege fröhlicher Geselligkeit, ohne Rücksicht auf Standesunterschiede und unter vollkommener Ausschaltung jeglicher Politik, wurde die Wahl eineS vorläufigen Borstandes von fünf Herren vorgenommen. Sie wurden beauftragt, die in der Borverfaminlung nicht anwesenden Alterssceunde zu ermitteln und zu einer Hauptversammlung einzuladen, in welcher der endgültige Dorstand gewühlt werden soll. 3m Anschluß daran entwickelte sich schneit ein heiterer geselliger Arend, der eingcrnhmt wurde von Darbietungen einer ganzen Reihe von wort-, inufil» um) sangeskundigen Altersgenossen. Sie fröhliche SUmmung aller Erschienenen darf als guter Au,kalt für die geplanten Beranstaltun- gen alter>-iameradschaitlicher Art in der Folge eingeschätzt werden. •* Sie Direktion der Palast-Lichtspiele bittet uns mitzuteilen, daß der für die gestrige Kindervorstellung angckündigte Märchenfilm .Dornröschen" nicht vorgesuhrt werden konnte, weil er nicht rechtzeitig hier eingetrosfen war. Um den kleinen Besuchern einen annehmbaren Ersay zu bieten, wurde der Film „Rübezahls Hochzeit" geboten. Der „Dornröschen"-Film soll in etwa 14 -Lagen in einer Kindervorstellung gezeigt werden. RDÄ. Die Fahrkartennachlösung im Zuge. Seit kurzem ist von der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft — wie noch nicht genügend bekannt ist — der in den Tarifbestimmungen vorgesehene Zuschlag von 50 Pf. bei Fahrkartennach- löfung im Zuge in einigen Fällen beseitigt worden. Die Gebühr wird nicht mehr-erhoben, wenn auf einer Anfchlußstation eine Fahrkarte zur Weiter- sahrt wegen Zuguersvätung oder zu kurzer Ueber- gangszeil nicht gelost werden konnte, ferner bei Weiterfahrt im gleichen Zuge über die Station, bis zu ber die Fahrkarte gilt, oder beim Uebergang in eine höhere Wagentlasse, oder bei Benutzung eines Zuges mit höheren Fahrpreisen. Hierbei wird vorausgesetzt, dass sich der Reisende unaufgefordert beim Zugschaffner zur Rachlösung meldet. RDB. Die Eisenbahn alsKrnder- fr ä u (e i n. Wenn es auch nicht empfehlenswert ist, fiinber unter einer gewissen Altersgrenze auf der Eisenbahn allein reifen zu lassen, so wirb sich dies doch in manchen Fällen nicht vermeiden lassen. Man wird dann zweckmäßig Züge wählen, durch die ein Umsteigen nach Möglichkeit vermieden wird und das Kind p e r | ö n l i d) der Obhut des Zugpersonals, insbesondere des Zugschaffners, übergeben. Es empfiehlt sich, dem Schaffner einen offenen Briefumschlag auszuhändigen, in dem sich neben ber Fahrkarte für das Kind eine genaue Angabe über den Reiseweg unb das Reiseziel, ferner ber deutlich ausgeschriebene Dor- und Zunahme des Kindes mit Angabe ber Adresse auf ber Heimatstation und am Reiseziel befinden. Wenn man dann noch ein weiteres Exemplar dieser Aufschreibungen dem kleinen Reisenden jelbft übergibt, darf man wohl das beruhigende Gefühl haben, alles getan zu haben, was dem Kinde eine gute Reife gewährleistet. Kirchs unb Schule. Statistisches. __ t) Mainzlar, 4. 3an. Am Reujakrstag wurden im Gottesdienste dahier dir kirchlichen Bekanntmachungen bekanntgegeben. Danach wurden im Kirchspiele Kirchberg 1926 ins- gesamt 57 Personen beerdigt (Mainzlar 8), 35 Brautpaare kirchlich eingesegnet (Mainzlar 4) und 97 Kinder getauft (Mainzlar 16). 17 Kinder dieser Zahl wurden in der Klinik zu Gießen getauft. Weiterhin wurde die Wiederherstellung der Hauptkirche in Kirchberg erwähnt und allen Spendern, die die Anschaffung von gemalten Kirchenfenstern ermöglichten, Dank ausgesprochen. Ebenso wurde der Dank des Evangelischen Schwesternhauses für die gesammelten Raturalgaben übermittelt und dabei besonders die Aamen der Landwirte genannt, welche diese Gaben freiwillig nach Gießen fuhren, nämlich Müller in Staufenberg, F o r b a ch in Lollar und Jung in Daubringen. V Watzenborn-Steinberg, 4. Jan. Aus dem kirchlichen Leben des Jahres 1926 ist folgendes festzustellen. Es fanden statt: 60 Taufen (45 Watzenborn, 15 Garbenteich», 22 Trauungen (14 bzw. 8), 27 Beerdigungen (17 bzw. 10), am hl. Abendmahl nahmen teil: in Wagenborn 1108 männliche, 1338 weibliche Glieder, in Garbenteich: 614 männliche, 613 weibliche: die Zahl der Kirchen- bsfucher betrug in Watzenborn. 12 072 Erwachsene, in Garbenteich: 10 622. ri. Lich, 4. Jan. 9n ber hiesigen evangelischen Gemeinde wurden im vergangenen Jahre 42 Kinder geteuft (1925: 33), es fanden 12 (16) Trauungen statt und 25 (23) Beerdigungen. Konfirmiert wurden 60 Kinder, von denen 48 aus Lich waren, 1 vom Frankfurter Waisenhaus, dessen Zöglinge zum Teil hier in Lich erzvgen werden, und 11 aus Kloster Arnsburg. ri. Rieder-Bessingen, 4. Jan. Hier fanden im Jahre 1926 10 Taufen statt (1925: 4), 6 (2) Trauungen, 7 (9) Beerdigungen, 11 (8) Kinder wurden konfirmiert. )—( Ruppertsburg, 4. Jan. Beim Rückblick auf das kirchliche Leben unserer Gemeinde im abgelaufenen Jahre kann folgendes mit» geteilt werden: Es wurden getauft 15 Kinder (fünf Knaben, 10 Mädchen), konfirmiert 15 (7 Knaben und 8 Mädchen), getraut 8 Paare, kirchlich beerdigt 10 Personen (4 Männer, 3 Frauen, 2 im Witwenstand, 1 Kind). An Opfern und Kollekten gingen ein 661,71 Mk. Rechnet man dazu noch die Naturalsammlung für das Krankenhaus Laubach, so kommt auf ben Kopf ber Bevölkerung etwa 1,10 Mk. wg. Gedern, 4. Jan. (Kirchliche Statistik 1926.) Im Jahre 1926 fanden hier statt 40 Taufen (1925: 37), 18 Trauungen (1925: 11) unb 26 Beerdigungen (1925: 17). Konfirmiert wurden 41 Kinder (1925: 30). Am heiligen Abendmahl nahmen teil 1158 Personen gegen 1054 im Borjahr. Dorfkirchenvorsteher-Tagilng in Dutenhofen. Am Dienstag. II. Januar, veranstaltet die D o r f k i r ch e n v e r e i n i g u n g des nördlichen Oberhessens, des KreisesWeh- lar und der Rach bärge biete (Dorsitzen- der: Pfr. Mahr, Gießen), zu Dutenhofen eine Dorfkirchenvorstehertagung. Den Gottesdienst um 10 Uhr hält Generalsuperinten- bent D. Klingemann. Koblenz. Es folgen zwei Dorträge: „Das althessische Kirchenseniorat in seiner Derwandtschast mit dem rheinischen Presbyteramt" (Juaendpsarrer lic. theol. von der A u, Darmstadt); „Das rheinische Pres- bhteramt nach seiner Entstehung und Bedeutung" (Pfr. H. Müller. Diersfordt). Daran an schließt sich eine Aussprache über die Aufgaben des Dorslirchenältesten-Amtes in heutiger Zeit. Außer dem Generalsuperintendenten v. K l l n g e- m a n n hat auch der Präses der rheinischen Provinzialsynode, Superintendent D. Wolff. Aachen, seine Beteiligung zugesagt. Doraussichtlich nehmen auch der Prälat der hessischen Landeskirche, Dr. D. Diehl, und der Superintendent der Provinz Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner, an der Tagung teil. Das Dekanat Gießen, die Kreissynode Braunfels und Wetzlar haben die Einladung unterzeichnet. Der beschleunigte Personenzug. ab Gießen 8.50 Uhr. hält in Dutenhofen. Die Tagung verspricht einen glänzenden Derlauf zu nehmen. Zwei Jahre gweckverband Wetterau. 00 Am heutigen 5. Januar jährt sich der Tag der Gründung der Au t oli nic Frieoberg— Florstadt zum zweiten Wale. Bei dieser Gelegenheit lohnt sich ein Rückblick auf den Derlauf und die Entwicklung des letzten Jahres. Als erster in seiner Art hat der hiesige Zweckverband viel Rachahmung erfahren. Der Wagenpark, der zuerst einen Omnibus mit Anhänger und einen Lastwagen mit Anhänger umfaßte, hatte im vorletzten Jahre schon eine Ergänzung durch zwei gebrauchte kleinere Wagen erfahren. 3m letzten 3ahre wurde ein weiterer gebrauchter, offener Omnibus dazu gekauft, der neben den Fahrten nach Friedberg während der Sommerzeit auch die Verbindung von Friedberg nach Bad-Rauhe im herstellte und viel benutzt wurde. Ein Omnibus, dessen Karosserie schlecht war, wurde zu einem 3-Tonnen-Lastwagen umgebaut. Am Ende des Jahres stehen dem Zweckverband drei Omnibusse, davon einer mit Anhänger, und zwei L a st w a g e n. ein 5°Tonnenwagen mit Anhänger und der umgebaute 3-Tonnenwagen, zur Dersügung. Mit diesem Park konnten neben dem Personenverkehr auch die Anforderungen an 2 a ft - | führten bewältigt werden. Die Preise für Einzelfahrten blieben in ihrer seitherigen Höhe mit 9 Pf. pro Kilometer bestehen, jedoch mußten die Wochenkar'en wegen der Erhöhung der Betriebsstoff- und Gummipreise etwas heraufg-setzt werden. Die Erhöhung beträgt für die Fahrt von Rieder-Florstadt nach Friedberg 25 Pf., die Wochenkarte kostet nun 3,25 Mk. Obwohl ein O nnibus in Generalreparatur ist, läßt sich der Verkehr mit 9 Doppel- führten täglich ganz gut durchführen. Allerdings wird dabei der große Lastwagen zum Personenverkehr benutzt, fine Maßnahme, die schon von Anafng an als vorläufig gedacht war, und auch jetzt mit dem Ankauf eines weiteren Omnibusses verschwindet. Der Lastwagm bietet im Sommer wenig Schuh gegen Staub und schützt im Winter nur ungenügend gegm Kälte. Dennoch wurde er von der einheimischen Bevölkerung gern benutzt, während Fremd' oft lieber den Weg zu Fuß machten, wenn der Lastwagen fuhr. Auch im verflossenen Jahre waren an Sonntagen wieder einzelne Wagen zu Ge■ sellschaftsf ährten vermietet, auch der Lastwagen wurde öfter zu solchen Fahrten genommen. Dabei zeigte sich der Mißstand, daß gerade an Sonntagen für die Einwohner nicht die besten Wagen zu den Führten nach Friedberg zur Dersügung standen. Das schöne Wetter im Sommer veranlaßte viele Arbeiter und auch sonstige Personen, mit dem Rad oder zu Fuß den Weg nach Friedberg zurückzulegen, auch die ArbeitslosigLst machte sich in diesem Jahre wieder bemerkbar. — Durchschnittlich wurden im Sommer etwa 120 Wochenkarten ausgegeben, auch der pr'-vate Derkehr brachte mit ätglich etwa 50 Fahrgästen keine hohen Zahlen. Mit Eintritt des schlechten Wetters hob sich der Zuspruch auf täglich etwa 70 Fahrgäste und 150 Wochenkarten. 3m vorigen 3ahre wurde die Straße durch Walzarbeiten verbess rt und ein Stück vom Ausgang von Fauerbach bis zur Ilsabrückp mit Klein- pslaster belegt. Da die Straße durch den Verkehr lehr stark belastet ist und der Zweckverband jährlich ungefähr 3500 Mk. Kraftlahrzeugsteuer bezahlt. darf erwartet werden, daß auch im 3ahre 1927 wieder ein Stück Kleinvslaster geregt wird. Während im ersten 3ahre ein leichter Unfall vorkam, wickelte sich der Derkebr im zweiten 3ahre g an z ohne Unfall ab. Die durchschnittliche Frequenz gibt die Gewahr dafür, daß sich das Unternehmen auch weiterhin trägt 3n der Führung des Betriebes herrscht die größte Sparsam- I feit. Die Fastrer v^rf den »ugleich a" chden Schaff- verdienst, unb neben der Personenbeförderung werden von den vier Kraftfahrern fast alle Reparaturen au-geführt und noch viele Lastsahr- ten gemacht. Die Leitung des Derbandes hat sich in ihrer seitherigen Zusammensetzung bewährt, nach Möglichlei! wurde den Wünschen des Publikums Rechnung getragen und der D.rlehr verbessert. Die Bilanz für das letzte 3ahr ist noch nicht fertiggestellt, fie wird aber keine Enttäuschung bringen. Amtsgericht Wetzlar. Q Sin Arbeiter aus Wetzlar, der. obwohl er seit Oktober in Beschäftigung war, weiter seine Arbeits lofenuntersliitzung empfangen halte, würbe, da er wegen ähnlichen Deliktes schon vorbestraft, wegen Betrugs im Rückfall unter Anklage gestellt. Die Höhe ber zu Unrecht bezogenen Unterstützung betrug rund 40 Mk. Der Angeklagte war gestänbig, will aber zuletzt nicht mehr bie volle Untcrstützung, son dern nur einen Teil erhalten haben. Das Gericht erkannte auf 3 Monate Gefängnis, sicherte bem Verurteilten aber Bewährungsfrist zu. Auch ein Schneider aus Wetzlar hatte sich un ter der gleichen Beschuldigung wegen Betrugs zu verantworten. Diesem noch unbestraften Angeklagten waren deswegen durch gerichtlichen Strafbefehl 70 Mk. Geldstrafe, Hilfsweise 14 Tage Gesängni- zudiktiert worben. Er legte gegen den Strafbefehl Einspruch ein. Der Angeklagte war ebenfalls geständig, will sich aber wegen seines gerinnen Der bienstes zum Weiterbezug der Erwerbslosenunter- stützung für berechtigt gehalten haben, und bat, zumal der ihm zuviel gezahlte Betrag der Erwerbslosenunterstützung von 54,65 Mk. bereits wieder von seinem Berdienst abgezogen unb der Fürsorge stelle erstattet worden ist, um milde Bestrafung. Mit Rücksicht auf die persönlichen Verhältnisse des Angeklagten erkannte das Gericht auf Frei f p r e d) u n g. Gerichtsfaal. Reoolverfchuß im Gerichtssaal. — (Ein alter Sünder. 1[ Marburg, 4. Jan. Einen aufregenden Ab schlutz fand gestern eine Verhandlung gegen einen wegen Sittlichkeitsvergehens angeklagten Mann von hier im Amtsgericht. Als das Urteil, ein Jahr vier Monate Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust, verkündigt wurde, zog ber Verurteilte eine Schußwaffe aus seiner Tasche unb gab einen Schuß auf sich ab, der je doch sein Ziel verfehlte. Der Mann wurde sofort entwaffnet. — In W i e s e ck bei Gießen wurde kürzlich ein Mann festgenommen, der ein in Marburg von ihm gestohlenes Rad ver kaufen wollte. Es handelt sich dabei um einen alten Sünder, ber in Anbetracht seiner vielen Vor strafen zu zwei Jahren Zuchthaus, 200 Mt Geldstrafe und fünf Jahren Ehrverlust verurteil' wurde. Chlnosol schnelle Heilung. 1 -indenplafz 5. 94sr Jede Wunde sofort mit Chlnosol reinigen. Stillt die Blutung und bewirkt erstaunlich Auch bei Verbrennungen, Eiterungen, Entzündungen. Gegen Schnupfen Nasenspülungen, gegen Husten und Halsschmerzen gurgeln mit Chlnosol. Za haben In allen Apotheken und Drogerien. Versuchspackung nur 60 Pf. Verlangen Sie daselbst zugleich die kostenlose Broschüre .Die Haus- und Stallapotheke, Anleitung zur Einrichtung und Benutzung". Chlnosolfabrlk A.-G., Hamburg AllePackunjren sind bestimmt v o r.lti# in der Kaiser Drogerie ERNST NOLL. 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Der nachfolgende Aufsatz ist von beson- derein Interesse im Zusammenhang mit unserer kürzlichen Meldung von einer Propa- gandaoersammlung für die Wenden in Belgrad. D. Red. Kürzlich erschien ein recht bemerkenswerter Aufsatz über die Wendensrage unter dem Titel „Ein Volk, das bestimmt ist, unterzugehen: die Sorben" aus der Feder von P. de S L o a u x in der in Paris erscheinenden katholischen Tageszeitung „ßa Croix". Sevaux ist Sprachwissenschaftler, der sein Interesse aber auch internationalen Fragen zuwen- det; er kämpfte stets für die religiöse und kulturelle Freiheit der Minderheiten. Angeregt durch die Bücher „Un peuple martyr" von Bierset und „Die Wenden" von Schmidt unternahm SLvaux eingehende Untersuchungen in den wendischen Gebieten Preußens und Sachfens, die in der internationalen Welt so viel mehr genannt werden als in der deutschen Presse. Er sagt: „Um unter allen Umständen objektiv zu bleiben, fragte ich Personen in jeglicher Stellung. Ich lietz mir manchmal vollkommen entgegengesetzte Gedankengänge oortragen und sprach mit Priestern, Lehrern, Beamten, Bauern, Handwerkern usw. ohne Unterschied der Religion oder der politischen Einstellung." Ssvaux verzichtet auf geschichtliche Untersuchungen und beschränkt sich auf die Schilderüng der Heu- tigen Lage. Er glaubt in Vergangenheit und Gegenwart scharf zwischen den Wenden der Oberlnusitz und der Rioderlausitz unterscheiden zu müssen, welche durch ein rein deutsches Jnduslriereoier getrennt seien. In der sächsischen Obcrlausitz glaubt er „ein noch lebhastes nationales Gefühl" zu bemerken, besonders im katholischen Volksteile, der etwa ein Drittel ausmache, während in der preußischen Niederlausitz, in der protestantischen wendischen Bevölkerung dieses Gefühl fast völlig erloschen sei. Wörtlich führt er aus: „Die in jeder Hinsicht wohlwollende sächsische Regierung trägt den Wünschen der Wenden (Sävaux sagt ßnmer Sorben) bezüglich ihrer Sprache und ihrer Gebrauche voll Rechnung. So vor allem in den zweisprachigen Schulen (die Elternausschüsse, welche den Charakter der Schule bestimmen, ziehen freilich in steigendem Maße rein deutschen Unterricht vor), in denen das Wendische in den unteren Klas- ien vorherrscht, mindestens aber drei Stunden in er Woche einnimmt. In Preußen verhalten sich die Behörden weniger aktiv, ohne daß man freilich im mindesten von Unterdrückung, ja selbst nur von Nichtbcgünsiigung (döfaveur) sprechen könnte. Der große Unterschied gegen Sachsen liegt darin, daß die drei Wochenstunden, die dem Wendischen gewidmet sind, außerhalb des gewöhnlichen Klassenunterrichts erteilt werden uno nicht obligatorisch sind. Es kommt noch hinzu, daß nur ganz obesonders eifrige Wenden (les Sorbes ardents) ihre Kinder hinemschicken. Gläubige Protestanten in der Nieder- lausitz wünschen, daß wendische Kinder in rein deutschen Schulen wenigstens die Bibel aus wendisch lesen lernen. Im übrigen bemühen sich mehrere ye- wiisenhafte Pastoren oft deutschen Ursprungs, hier Abhilfe zu schaffen, indem sie Katechismusunterricht in wendischer Sprache erteilen." SLvaux fährt fort: „Ueberoll geht das Wendische bedenklicherweise zurück, besonders wenn es zu einer Industrieentwicklung kommt, welche Tausende von Deutschen oder Fremden heranzieht. Der Wende, ein ausgezeichneter Landwirt, hat wenig Neigung zur höheren Bildung: daher ist auch der Wunsch nach einer wendischen Mittelschule in Bautzen, dem geistigen Mittelpunkte der Oberlausitz, praktisch undurchführbar, angesichts der geringen Zahl junger Leute, die sie besuchen könnten. (In Deutschland differenzieren sich die verschiedenen Typen mittlerer Schulen schon in den untersten Klassen.) Die wendischen Lehrer, schon an sich zu gering an Zahl, zieht es nach der Stadt, sei cs.Mpcil das Leben dort angenehmer ist, sei es, wen sie dort sich leichter fort- bilden und ihre Kenntnisse vermehren können. Der Ausfall an wendischen Pastoren, welche häufig deutsche Frauen heiraten, ist noch größer. Manchmal gibt es nicht einmal genügend Anwärter (can- didate«) für verfügbare Freistellen wie an der Universität Leipzig. Ueberall, selbst in der Oberlausitz, wo das Nationalgefühl noch lebhaft ist, fühlen sich die Wenden in großer Mehrheit als Bürger S 11 ■............ Deutschlands Uohlenschötze. Don Dr. Heinrich Krüger. Der Kamps, der in den letzten Jahren zwischen den Weltmächten um die Petroleumquellen der Erde geführt wird und die Tatsache, daß ein tzroher Teil der Wclthandels'lotte mit Oel- feucrung versehen worden ist, hat viele zu der Auffassung verleitet, daß die Herrschaft der Kohle sich ihrem Ende zuneigt. Diese Auffassung ist schon deswegen falsch, well die Del- borlommen viel rascher versiegt sein werden, als mancher glaubt, ohne daß bei dem ständig steigenden Oelbedarf besondere Aussichten bestehen, neue ergiebige Quellen zu erbohrew Andererseits ober sind die Kohlenlager unserer Erde so gewaltig, daß sie noch für Hunderte von Jahren ausreichen und viele Generationen von der Sorge des Kohlenmangels befreien. Die deutschen Kohlenschähe (die in Europa mit von denen Englands übertroffen werden) werden auf etwa 2 6 4 Milliarden Tonnen berechnet, von denen allein in Rheinland-Westfalen 210 Milliarden Tonnen noch des Abbaues harren, während der Kohlenvvrrat des Saargebiets auf etwa 8 Milliarden, der von Westoberschlesien aus rund 30 Milliarden Tonnen geschätzt wird. Der gesamte Draunlohlenvorrat Deutschlands ist auf 18 Milliarden Tonnen berechnet worden, die jedoch bei gleichbleibendem Abbau in etwa hundert (Zähren aufgezchrt sein werden. Die Förderung von Steinkohlen in Deutschland betrug vor 1914 jährlich rund 160 Millionen Tonnen und ist im Jahr 1925 auf 170 Millionen Tonnen gestiegen, von denen im Inland 130 Millionen Tonnen beansprucht wurden, so daß 40 Millionen Tonnen für den Export zur Verfügung standen. Trotz der zunehmenden Industzriealisierung ist jedoch der Bedarf an Kohle nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Landern in ständigem Rückgang begriffen. In Deutschland hat dies feinen Grund nicht nur in der systematischen Ausschließung der Wasserkräfte, sondern vor allem in der Ausdehnung der verbesserten Wärmewirtschaft. d. h. in der besseren Ausnützung Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Ita ien und Deutschland. Don unserem römischen ll.-Korrespondenten. Rom, Januar 1927. Während daS mißliche Verhältnis zwischen den lateinischen Schwestern allgcm.in bekannt, zu einem schon landläusigen politischen Witz geworden ist, liegt über den Beziehungen zwischen Deutschland und Italien noch ein geheimnisvolles Dunkel. Was Rom von Frankreich will, das weiß man, was aber will Mussolini von seinem nördlichen Rachbarn? Das Rätselraten hat eingesetzt und doch scheint die Lösung so nahe, das eine bedingt das andere, ja, man braucht nur das primitive Wetterhäuschen am Palazzo Chigi zu betrachten: scheint über Paris die Sonne, so regnets über Berlin, und umgekehrt. Diploma- tifd) ausgedcutet: Entweder mit d i r oder mit dem andern — die Herren belieben sich danach zu richten! In Paris hatte man frühzeitig verstanden und bemühte sich redlich, den italienischen Sonnenschein von Berlin abzuwenden, aber jenes Schicksal. das die Völker mit einer unerforschten Gewalt gegeneinander schleudert od r vorübergehend verbindet, erwies sich als stärker. Mühsam nur noch schleppt sich das Spiel der Wettermacher weiter, schon klirrt es an der Grenze verdächtig nach Waffen, und immer mehr und immer schnellere Sendboten finden den Weg über die nördlichen Alpen. Das abgelausene Jahr ist gekennzeichnet durch einen Umschwung in dem Verhältnis zwischen Rom und Berlin, wie ihn historische Entwicklungen nur vereinzelt so schnell und bestimmt aufweisen. Drohte ein Mussolini nicht noch vor einem Jahre, die Trikolore über den Brenner hinauszutragen? Wurden nicht ein paar Dutzend südtiroler Dauernburschen vom harmlosen Biertisch weggerissen und ins Gefängnis geworfen unter der Anklage, einen Tiroler Ausstand angezettelt zu haben? Schäumte nicht die gesamte italienische Presse gegen die „Barbaren, die den heiligen Boden der Basiliken entweihen" ? 11 n b heute: Die römischen Zeitungen versichern nicht nur, was ja nicht abzustreiten ist. es gebe kein Hindernis auf dem gemeinsamen Wege der beiden Völker, sie reden sogar der deutschen „Besrei- ungspolitik" das Wort, indem sie die deutsche Bezeichnung gebrauchen. In Verona wurden die Südtiroler aus freien Fuß gesetzt, die Brennerfanfare wurde mit SchiedS- und Freundschaftsvertrag überseht und Stresemann werden schon Blumen auf den Weg gestreut, noch bevor er seine Romfahrt angetreten hat. Hält man nach äußeren Kennzeichen des neuen Kurses Ausschau, so steht am Beginne des Versöhnungsjahres 1926 der Handelsvertrag. der nach ungemein zähem Ringen schließlich durch persönliches Eingreifen Mussolinis unter Dach gebracht wurde. Die Meinungsverschiedenheiten, die sich bei der Ausführung ergaben. führten überraschend schnell zu einem Zusatzabkommen. Dann räumte der zielstrebige Wllle des Duce die südtiroler Eigentumsfrage aus der Welt. Die deutschen Besitzer erhielten ihre beschlagnahmten Güter entweder zurück oder sie wurden, fast durchwegs im Einklang mit ihren Forderungen, entschädigt. Leider gelang es nicht. d'Annunzio zum Verlassen ^seiner" Villa zu bewegen. Am Ende des IahreS steht, mit ungewöhnlichem Eifer aufgerichtet, der Freundschaftsvertrag, der höher gedacht ist als die trennende Brennerwand. Das alles Ringt so friedlich, so brüderlich, so altruistisch, daß es — kindlich wäre, an ne innere Wandlung des einstigen Bundesgenossen zu glauben. Hm der schönen Augen des deutschen Michels willen seht sich in Rom gewiß kein älnterstaatssekretär an die Schreibmaschine, härter als je regiert, wie überall seit Versailles, der sacro egoismo. Wo Rom die Hand ausstreckt zum Gruße, da will'es etwas haben, und von Deutschland will es sogar recht viel haben, nicht mehr und nicht weniger als die Hnter- stühung in seinem kommenden Zweifrontenkrieg um die Herrschaft in der Adria und im Mittelmeer. Das weih man natürlich auch in Paris und deshalb und aus keinem anderen Grunde kommt man unter Unterdrückung des Rationalhasses Deutschland entgegen, in Locarno und Thoiry, scheinbar oder ehrlich. In Rom sieht man um- des Heizwerts der Kohle, wodurch ein Minderverbrauch von 10 bis 15 Prozent erzielt wird. Ferner hat man durch neue Rostkonstruktionen in den Kesselanlagen und durch Einführung von Kohlenstaubfeuerung die Möglichkeit geschaffen, auch minderwertige Brennstoffe mit gutem Heizeffekt zu verfeuern. Richt zuleht aber werden auch durch die Verwertung der Abwärme noch bedeutende Ersparnille erzielt. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß die Kohle auch weiterhin stets eine der Hauptgrundlagen unserer Wirtschaft bleiben wird. Aber ebenso ist gewiß, daß die weitere Entwicklung dahin drängt, immer mehr die Verbrennung der Kohle durch Vergasung zu ersehen, um die so außerordentlich wertvollen Rebenprodukte in erhöhtem Maße für industrielle und chemische Zwecke nutzbar zu machen und so durch eine möglichst restlose Zerlegung der Kohle die verborgenen Schätze dieses kostbaren Raturproduktes auszuwerten. Wenn wir daran denken, daß die gewaltige deutsche chemische und Farbenindustrie sich in der Hauptsache aufbaut auf der Verwertung der Rebenprodukte der Kohle, so ergibt sich wohl von selbst die Forderung, die deutschen Kohlenschähe nach sinnvollen Methoden auszu- nützen und jeden Raubbau zu vermeiden. Es sind in diesem Jahr genau hundert Jahre, daß es einem deutschen Forscher gelang, aus Teer Anilin herzustellen, eine Entdeckung, die in den nachfolgenden Jahrzehnten durch gründliche wissenschaftliche Forschungen immer mehr ausgebaut wurde und Deutschland bis vor dem Krieg zum alleinigen Weltve rsorger mit Ani- linerzeugnissen gemacht hat. Aus Nem Teer gewinnt man jedoch nicht allein Anilinfarben (und zwar Hunderte der verschiedensten Art), sondern auch eine unendliche Zahl von Heilmitteln, z. D. Aspirin. Antipyrin, Salizyl. Pyramidon usw.. die wertvolle Ausfuhrartikel geworden sind. Ferner darf bei dieser Gelegenheit erwähnt werden, daß das bei der Gas- bereitung gewonnene Ammoniakwasfer zur Herstellung der Ammoniakfalze dient, von denen wiederum das schwefelsaure Ammoniak ein sehr wertvolles Stick st offdüngemittel darstellt. Deutschlands. Ganz gewißlich denken sie nicht an eine Verbindung mit einem der Grenzländer. Sie wissen, daß die Lausitz nur als Teil Deutschlands zu leben vermag. So wollen sie auch nichts, als in Frieden arbeiten zu können. Es ist wohl richtig, daß eine beträchtliche Anzahl von Wenden unter dem Eindruck des Zusammenbruches 1918 gewissen Volksfreunden (amis de peuple) folgten, welche ihnen alles möglichen Vorteile versprachen. Aber bald begriff die große Masse mit ihrem gesunden Menschenverstand, daß diese Herren, mit Ausnahme einiger ernsthaft zu nehmender Ideologen, nur ein Sprungbrett gesucht hatten, um eigennützige Ziele zu erreichen. Diese selbst lehnen heule den Namen ..Radikale" ab; im Bewußtsein, falsch gesetzt zu haben: alle erklären mit Energie, sie hätten auch im 2al)re 1918 im Schoße des Deutschen Reiches bleiben wollen. Alles würde ruhig fein, wenn nicht die bekannte Zeitung „Serbske Nowiny", welche planmäßig Spaltungspolitik betreibt, alles, was die beiden Völker gegeneinander einnehme,t könnte, unterstreiche und das, was sie einander annähern könnte, verschwiege. Selbst überzeugte Wenden stellen melancholisch fest, daß das Wendische, beson- ders in der Niederlausitz, zu verschwinden verurteilt ist. Die Industrieentwicklung, die Mischehen, das Aufgeben von Bauerngütern und die Gleichmacherei des modernen Lebens sind die Hauptgründe einer langsamen aber sicheren Assimilierung. Sogar die wendische Sprache, welck)e überall arm ist, wo es sich nicht nur um landwirtschaftliche Ausdrücke handelt, ist stark mit deutschen Ausdrücken gemengt. Wendische Intellektuelle schöpfen daher, um sie zu bereichern, aus dem Polnischen, andere aus dem Tschechischen." Aus alledem schließt SSoaux, daß sich die Masse der Wenden keineswegs tyrannisiert oder unterdrückt fühle, daß sie nicht daran denke, einen autonomen Staat zu bilden und noch viel weniger, sich an einen der Nachbarstaaten anzuschließen: „Die Zeit, als man daran denken konnte, daß die Lausitz sich aufstacheln und zu bedauerlichen Ausschreitungen hinreißen lassen würde, ist längst vorüber. Es gibt leine wendische Nation, es gibt nur eine große Zahl von Sprachinseln, benagt vom Deutschen, welche auf die Dauer unter der steigenden Flut verschwinden- werden. Der Gelehrte, der Freund alter Sitten und Trachten, fühlt hierbei ein stechendes Bedauern: die grausame Wahrheit ist es aber, daß der endgültige Zusammenbruch unucrmeiblid) ist." Wir haben dieser Schilderung fast nichts hin- zuzufügcn. Sie ist wahrheitsgetreu, indem sie ausspricht, daß weder die Reichsregierung noch die sächsische oder die preußische die Wenden auch nur im geringsten unterdrückt. Niemand, kein Deutscher tut den Wenden etwas zu leide. Die wendische Sprache wird sogar — über die Wünsche der wendischen Bevölkerung hinaus — in öffentlichen Schulen Preußens und Sachfens gepflegt. An der Erhaltung derselben und an der Pflege wendischer Trachten und Volksbräuche arbeiten seit vielen Jahrzehnten deutsche Lehrer, Pastoren und Forscher; sie taten vielleicht zuviel des Guten und baten so polnischen und vor allem tschechischen Wühlern die Werkzeuge, welche sie nutzten, um spaltend einzugreifen und einen Keil zwischen das deutsche und das wendische Volk zu treiben, freilich, wie wir sehen, im großen und ganzen vergeblich. Nur an einer Stelle teilen wir Ssvauxs Auffassung nicht, wenn er nämlich sagt, nur in der Ober- lausitz gäbe es noch ein wendisches Nationalgefühl, in der Niederlausitz aber nicht mehr. Die geschicht- liche Reihenfolge ist umgekehrt. Es hat noch vor wenigen Jahrzehnten überhaupt fein wendisches Nationalgefühl im Sinne des modernen Nationa- lismus gegeben, weder in der Ober- noch in der Niederlausitz. Dazu fehlen ja auch alle Voraussetzungen in der Vergangenheit. Was Sävaux in der Oderlausitz als „den Rest eines alten Nationalgefühls" ansieht, das ist in Wirklichkeit etwas ganz Junges, künstlich von außen,, vor allem durch die Tschechen Hineingetragenes, Ergebnisse panslawi- scher Versuche, die Wenden gegen das beutffy? Volk einzunehmen und ihnen mit Hilfe einer tschechisch orientierten Hetzpresse allslawischer lunwereine, wirtschaftlicher und anderer Propagandamaßnahmen ein tschechischbetontes, deutschfeindliches, nagelneues Nationalgefühl einzuimpfen. Die sog. „wendische Bewegung" ist also im Grund nichts als ein fehlgeschlagener Versuch der indirekten Tschechisierung der Wenden, der in der Niederlausitz völlig mißglückte und in der Oberlausitz nur sehr bescheidene Teilerfolge hatte. ' Richt zuletzt aber muß an die geniale Erfindung erinnert werden, durch die es neuerdings möglich ist, auf dem Wege der Verschwelung aus den Rebenprodukten der Kohle O e l e zum Schmieren von Maschinen, sowie Treiböl und Benzol zu gewinnen. Welche wirtschaftliche Bedeutung diesem Veredelungsverfahren beizu- messen ist. beweist die Tatsache, daß zur Zeit jährlich 400 COO Tonnen Benzin (im Wert von 200 Millionen Goldmark) in Deutschland eingeführt werden, während der Verbrauch an Benzol sich auf jährlich 150 000 Tonnen stellt. Sobald die für die Verölung der Kohle notwendige industrielle Balis geschaffen ist, wird Deutschland von ausländischer Oelein- fuhr unabhängig sein und damit eine erhebliche Entlastung unserer Handelsbilanz ein- tteten. Was das bedeutet, wird erkennbar, wenn wir an den durch den rapiden Ausbau des Automobilwesens bedingten ständig steigenden Bedarf an Mineralölen denken. Die Entwicklung des Kraftverkehrs ist in Deutschland (infolge der Kriegsauswirkungen) gegenüber an* deren Ländern um ein volles Jahrzehnt zurückgeblieben. Während der Verbrauch an Mineralöl in den Vereinigten Staaten im Jahre 1923 pro Kopf der Bevölkerung 860 Liter betrug, stellte er sich in England auf 100 Liter, in Frankreich auf 60 Liter, in Deutschland dagegen nur aus 11 Liter. Wenn diese Ziffer sich für Deutschland in den letzten Jahren erheblich erhöht haben dürfte, so bedeutet, was wir nicht übersehen dürfen, die erhöhte Einfuhr von Dc- triebsstofsen eine Belastung unserer Handelsbilanz. d.e wir auf andere Weise wieder auszugleichen suchen müssen. Da aber die deutsche Erd- ölprvduktion aus eigenen Quellen nur 0,04 Pro;, der Weltprvduktion ausmacht, also ganz unerheblich ist, so bietet die Verölung der Kohle, wie sie nunmehr in Angriff genommen werden soll, ein Mittel, den Bedarf an Mineralölen aus eigener Produktion zu decken. So ist d:e Verflüssigung der Kohle ein Problem, dem nicht nur eine w ssenschaftliche, sondern auch eine eminent wirtschaftliche Bedeutung zu- kommt. Während im Jahre 1900 die Weltproduktion an flüssigen Brennstoffen aus Erdöl 19,5 Millionen Tonnen betrug, erreichte sie im Jahre Mittwoch, 5. Zanuar 1927 gekehrt Deutschland schon In den Armen Mariannen- liegen und fühlt sich daher gedrängt, hart gedrängt, es auS dieser gefährlichen Umllammc- rung zu befreien, zum Wohle Italiens Vielleicht ist man in Berlin sogar so aufgeweckt, die beneidenswerte Lage des von zw i Seiten Umschwärmten zu erkennen und sie auszunützen. Jedenfalls zeichnet sich über dem Grabe der Entente eine Umgruppierung der europäischen Kräfte ao. die unsere Autoren kriegerischer Zukunftsromane besser beobacht n sollten. Man fängt an, Deutschland zu brauchen — damit ist das Fundament der nächsten Entwicklung umschrieben. Am dringendste braucht das in trostloser Rohstofsknechtschast schmachtende Italien den vor zwölf Jahren so... egoistisch behandelten großen Bruder. Kommt im kritischen Augenblick nicht der englische Freund zu Hil e, und das ist bei dem kühlen Monokel Chamberlains nicht zu entscheiden, so wird auch die heldenhafteste Tapferkeit des königlichen Heeres und der schwarzen Legionen Italien nicht vor dem Schicksal bewahren können, im ersten Anlauf von den übermächtigen Heeren der Republik erdrückt zu werden. Das mindeste, was von Deutschland erbeten, gefordert, erreicht werden muß, ist eine Neutralität, wenn möglich eine „wo' 1 vollende". Lind dies beizeiten, lieber h.mte als morgen. Bevor Stresemann sich in einem dritten Stelldichein Briand verpflichtet. Deshalb und aus keinem anderen Grunde läuft Italien drin Teutonen entgegen, tm gleichen Maße, wie sich die Beziehungen zu Frankreich trüben, müssen die zu Deutschland sich klären. Die Reutralktäl Deutschlands muß um jeden Preis erzielt, der Rachbar muß gebunden werden — durch einen Schiedsvertrog. Wie seinerz it die Schweiz. Run erst darf man in Rom aufatmen: im Ror- den und Rordwesten stehen ^toei sich.re Schildwachen, der Bewegungsfreihett beraubt. Gewehr bei Fuß. ja. aber den Vertrag um die Handgelenke gebunden. Wer möchte noch Mussolini das Zeugnis verweigern, ein geschickter Diplomat zu fein? Günstige Winde fallen dem klugen Steuermann ins Segel. Im Gegensatz zu Frankreich besitzt Deutschland keinen Fußbre t italienische Bodens, es beherbergt nicht den H:rd der anti- faszistischen Bewegung, es nennt keinen gefährlichen Angrenzer der Alpeninenhalbinsel sein Mündel. In Berlin hat man sich nicht wie in Paris törichterweise über den Vertrag mit Albanien aufgeregt. Törichterweise: denn wahrlich. Frankreich, das Montenegro ins vorderste Treffen hetzte, und Serbien, daö es zum Dank dafür mit Haut und Haaren auffraß, haben keinen RechtS- titel für ihre Entrüstung, wenn sich Italien, als der natürliche Rachbar. die Vorhand in Albanien sichert. Wenn es die Skipetaren lieber mit einer Großmacht, als mit nicht minder appetitreichen, aber unzuverlässigeren Dalkanstaaten halten, wer möchte es ihnen verdenken? Für Deutschland ist es ein Glück, daß eS die romantischen Dynastieträume eines Prinzen von Wied ausgeträumt hat, und sür Europa ein Vorteil, wenn Italien, mit Zustimmung Englands, dem serbisch-griechischen Liebäugeln mit Albanien ein Ende macht. Somit bleiben nur noch zwei Reibungsflächen zwischen Rord und Süd, Brenner und Anschlußfrage. Aber diese Fragen brauchen nicht tragischer genommen zu werden, als sie sind — sie werden sich automatisch regeln, sowie eS zum Kampfe ums Mittelmeer kommt. Als reife Frucht fällt dann Deutschland In den Schoß, was eS so lange vergeblich anstrebte, denn gewichtiger als Verträge sind Kompensallonsobjekte. Daher und aus keinem anderen Grunde will Italien jetzt noch nichts von Anschluß und Südtirol hören — sollten die Bande des Schiedsvertrages reißen, und man hat ja Beispiele aus der Geschichte für die mangelhafte Haltbarkeit sogar von Bündnisverträgen, dann steht Rom doch nicht ganz mittellos da. Es ist Realpolitik, die Mussolini treibt, und daher wird ihr der Erfolg kaum versagt bleiben. Svrc^ftnnden der Redaktion. 12 big 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittags. Samstag nachmittag geschlossen. $ür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefügtes Rückporto wird keine Gewahr übernommen. 1924 rund 135 Millionen Tonnrn. älnd jedes Jahr bringt ein weiteres Anwachsen des Dr- darfs, an dem auch wir in erheblichem Maße mitbeteiligt sind. Gerade im Hinblick auf den wachsenden Oelbedarf der Welt ergibt sich die Rotwendigkeit, der nutzbringenden Verwertung unfrnvr Kohle (wie dies u. a. bere'ts durch das Kaiscr-Wil- helm-Institut zur Erforschung der Kohle in Mülheim-Ruhr geschieht) erhöhte Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die Fortführung der Drrede- lungsversahren ist eine der größten, freilich auch der schwierigsten Ausgaben. Aber von der Lösung dieser Ausgabe hängt für Deutschlands wirtschaftliche Wellstellung so viel ab. daß mit dem Einsatz aller Kräfte und Mittel die Cö.ung dieses Problems erstrebt werden muß. Konzertverein Lich. Wit einem Programm, das ein durchaus klassisches Gepräge trug, trat der Konzertverein Lich in seinem 6. Konzert vor eine erlesene, beifallsfreudige Hörerschaft: Trio für Flöte Geige und Klavler. von Philipp Emanuel Dach. Solo Sonate A-moll von demselben Komponisten, Trio in G-dur für Flöte, Geige und Klavier, von Ioh. Sebastian Dach, drei Soli für Geige und Klavier (Max Reger. K. v. Dittersdorf, Kreisler), Trio in G-dur für Geige, Flöte und Cembalo. Fräulein Alice Graes aus Gießen, die jugendliche Diolinvirtuosin, beherrscht ihr Instrument mit wahrer Meisterschaft. Sie haucht den Tönen ein höheres Leben ein. Musik wird ihr in unendlicher Steigerung zur Sprache der Seele. Fräulein Mag'.'alene Merck aus Darmstadt, die Flötenlünstlerin, überraschte durch ihren lebendigen Vortrag und die Fazilität, mit der sie schwierige Passagen überwand. In ihrer Tonfülle wußte die Flöte sich der Geige gegenüber giänzend zu behaupten. Mit einem Menuett von Haydn, das Fräulein Alice G r a e f zugab. schloß der wahrhaft festliche Abend. Den Klavierpart hatte Dr. Roller aus Gießen übernommen. S.ine 'Begleitung war diskret und voller Sicherheit. D e vortreffliche Akustik im Konzertsaal des Schlosses bewährte sich aufs neue. B. Oberhessen. ' Landkreis Gießen (D Collar, 4. Jan. Der zweite Teil des B e t h c l f t l m s wurde jetzt den Gemeindegliedern des Kirchspiels Kirchberg vorgeführt. Alle Vorfüh- rungen, zwei am Sonntag in der Kirche zu Kirch- bsrg und eine gestern abend in dem Saale „Zur Linde" in Collar, waren überaus zahlreich besucht. Die Aufführung hinterließ bet jedermann einen tiefen Eindruck. !—! Saubringen, 4. Ian. Anläßlich der geplanten Kanalisation in unserer Gemeinde wurde vom Gemeinderat in feiner jüngsten Sitzung eine Ortssatzung über dis Entwässerung der Grundstücke aufgestellt. Zur Finanzierung der K a n a l i s a t i o n s a r b e i t e n nimmt die Gemeinde durch das Arbeits- iind Wirtschafts- amt Darmstadt ein Darlehen von 15 000 Mi. auf, außerdem erhält sie, da die Albciten von den Arbeitslosen auLgeführt werden, einen Zuschuß. Mit den Arbeiten wird in den nächsten Tagen begonnen, unsere Arbeitslosen, etwa 30, finden dabei alle Beschäftigung. d Alten - Buseck. 4. Jan. 2im Reujahrs- tage veranstaltete der hiesige Gesangverein „G e r m a n i a" im Opperschen Saalbau fein diesjähriges Winterlonzert. Die außerordentlich stark besuchte Veranstaltung stand unter der bewährten Leitung des Chormeisters Meyer- Wieseck, unter dessen Stabführung die künstleri- scheti Leistungen des Chores ausgezeichnet zur Geltung tarnen. Die Kapelle eh:maliaer Militärmusiker unter Leitung des Kapellmeisters Krengel erfreute durch ausgezeichntt'e Instrumental- Darbietungen. Gesangsvorträge von Sri. Giselg Wanner- Gießen und des Frauenchors des Gesangvereins „Sängerkranz"-Wieseck reihten sich den lüiistlerisch hochstehenden Leistungen der übrigen Mitwirkenden bestens an. Einige Theateraufführungen beschlossen den genußreichen Abend. Das Publikum spendete allen Mitwirkenden des Abends wohlverdienten reichen Beifall. — Unsere Gem.i.delrankenschwester Margarete Heil, der es im vorigen Jahre vergönnt war, ihr 25jähriges Dienstjubiläum am hiesigen Ort zu begehen, verläßt uns dieser Tage, um vorläufig nach dem Mutterhause in Darmstadt zu- riiuzukehcen. Während der langen Zeit ihrer hingen Täügleit hat die Schwester in hohem Maße zum Segen unserer Gemeinde gewirkt uub sich allgemein« Beliebtheit und Anhänglichkeit erworben. Ganz besonders unsere Schwerkranken und deren Angehörige fühlen sich ihr für aufopfernde Pflege und außerordentllche Hilfsberett- schast zu dauernder Dankbarkeit verpflichtet. Die Wünsche der Gemeinde begleiten die scheidende Schwester auf ihrem ferneren Lebenswege. : Beuern, 4. Jan. Der Konfumver« ein Beuern II hielt am Iahresschluß feine G e - n c r a I d e r f a m m l u ng ab. Die Mitgliederzahl beträgt 130. Da der seitherige Konsumhalter Karl Haber körn verstorben ist und die Kinder die Weiterführung ablehnten, wurde fürs neue Jahr Heinrich Pfeifer in der Hosgartenstraße zum Konsumhalter bestimmt. Direktor bleibt auch im neuen Jahre der Landwirt Ludwig Stein. z. Rödgen, 4. Jan. Am Neujahrstag veran, Pallete der Mannergesangverein „Har- monie" Rödgen einen UnterHaltungsabend im Saalbau des Gastwirts Heinrich Balser. Ein Theaterstück wurde flott gesvielt. Die fein curchgearbeiteten Chöre, die die Pau en ausfüllten, wurden von der Zahlreichen Zuhörer chaft mit led- • haftem Beifall aufgenommen. —.— Garben teich, 4. Jan. Der Gesang- l verein „Frohsin n" veranstaltete im Suale „Zum weißen Roß ein Konzert, das sich eines T außerordentlich starken Besuches erfreute. Die musikalische und gesangliche Leitung haste Dirigent (9g. Harnisch aus Steinberg. Die Chöre zeugten von vorzüglicher Schulung unb'ernteten lebhaften Beifall. Besonders ist dies von dem zweiten Teil des Konzertes zu sagen, der dem Volkslied gewidmet war. Die instrumentalen Darbietungen boten ebenfalls einen hohen Genuß. Der Gesangverein „Frohsinn" wurde bereits bei Gesangswettstreiten durch hohe Preise ausgezeichnet. Er gedenkt auch 1927 unter Leitung feines Dirigenten Harnisch wieder an einem Wettstreit teilzunehmen. T Lang-Göns, 4. Jan. Die hiesige Kirchen gemein de beabsichtigt den Bau eines Gemeindehauses, das in dem Pfarrgarten in der Aeugasfe seinen Platz haben soll. Die alte Pfarrscheune, die noch gutes Holz besitzt, soll abgebrochen und zu dem Neubau verwendet DerZrosch mit derMasks Roman von Edgar Wallace. 32 Fortsetzung Nachdruck verboten „Ich--ich habe Fräulein Bennett sehr gern", sagte er stockend. „Und ich möchte gern, daß sie erfahrt, daß Herr Maitland gar nicht so schlecht ist, wie er aussieht. Ich möchte mich nicht unanständig gegen ihn betragen." „Armer Teufet!" sagte Eik und sah dem Manne nach, der niedergeschlagen Harley Terrace entlang ging. „Das ist ein Schlag für ihn. Sie halten ihm jaft ausgeplaudert, daß Sie Maitland heute morgen gesehen haben? Ich habe es gemerkt unb war schon bereit, Sie zu unterbrechen. Denn es ist das Geheimnis der jungen Same", fügte Elk vorwurfsvoll bei. „Wollte Gott, dem wäre nicht fo", seufzte Dick. Und nun erst fiel es ihm wieder ein, daß er ja eigentlich Herrn Johnson zum Frühstück eingeladen haste. XXL Herrn Johnsons Besucher. Elt ward um die Mitternachtsstunde dringend nach Fitzroy Square Nr. 431 berufen. Es hatte ein Einbruch in Herrn Johnsons Wohnung ftattgefun- beu und als der Philosoph den Eindringling überraschte, war er mit einem schweren Gegenstand über den Stopf geschlagen worden, so daß er bewußtlos zus.unmengesunken war. Als Elk ankam, war der Philosoph schon verbunden und saß bleich und zitternd auf seinem Sofa. Das Hous wimmelte von Schutzmannschaft und auf der Straße hatte sich eine erregte Menschenmenge ungejainmelt. „Er hat Ihnen einen ganz schönen Hieb versetzt", sagte Elk aneriennenb. „Aber ich zweifle daran, daß es der Frosch selbst gewesen ist, obgleich Sie sagen, daß er sich dafür ausgageben hat. Denn der Frosch hat, soweit ich mich erinnern kann, niemals irgend einen UebcrfaÜ selbst aurgeführt. Elk untersuchte die Wohnung auf das genaueste nnb als er in das Schlafzimmer kam, fand er in der Nähe des offenen Fensters einen Garderobe jchein. Es war dies ein grüner Zettel, der die lieber» Der Sternhimmel int Januar. (Buchdruck verboten!) Sonnenaufgang von 8.15 bis 7.45 Uhr. Sonnenuntergang von 3.55 bis 4.40 tlhr. Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 10., 4 Uhr nachmittags; Bollmond am 17., 11 Llhr nachmittags; 3. Viertel am 26., 3 Uhr nachm. ms. Der Januar ist nicht nur vom Standpunkt der Witterung, sondern auch für den Sternfreund der Höhepunkt des Winters. Am Anfang des Monats bald nach Beginn der Dunkelheit — gegen Ende bei ihrem Beginn — ist der schönste und für den Winter am meisten längerung des schrägen Gürtels des Orion steht, und seinem Borläu'ser, dein kleinen Hund. Auch die Wandelsterne bieten ein schönes, leider freilich nicht vollständig sichtbares Schauspiel. Im Westen nämlich bemerken wir den Riesenplaneten Jupiter, der nun immer kürzere Zeit sichtbar wird, weil er von der sich in derselben Richtung, nämlich nach Osten, bewegenden Sonne bald eingeholt wird. Amgekehrt enteilt die zu Beginn des Monats noch unsichtbare, weil der Sonne zu nahe, Venus, dem Strahlenbereich der Sonne, so daß sie nunmehr bald als Abend- (/)/ Zf er ne; K/e/ne ßucA- \ jfaben (*)/onne D /Werfe/ @ /o//moz?d (J 3. Werfe/ 7*ro/ryont\fi^ /T£7Wß/lO£/t: fftO/Z£ MW /A^ /W Der die Stundenzahlen enthaltende Kreit und die dich punktierte Lime, der sogenannte Horizont, sind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht sich samt dem damit verbundenen, durch Mitternacht gezeichneten Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 4 Minuten weniger als 24 Stunden im Sinne des durch f2 Uhr mittags gezeichneten Pfeils einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeichnete Horizont bildet ein Fenster, das die um Mitternacht der Monatsmitte sichtbaren Sterne umschließt. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel so gedreht, daß der durch Mitternacht gezeichnete, mitzudrehende Pfeil nunmehr durch die Beobachtungsstunde gehl, wodurch dann die zu dieser Zeil sichtbaren Sterne in den nicht milzudrehenden Hör. :onl hineingedreht werden. Für je 5 Tage vor der Monatsmitte ist der Sternhimmel um '/□ Stunde früher, für je 5 Tage nach der Monatsmilte um Stunde später einzustellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wenn er die angedeulele Lichtgeslall zeigt- bezeichnende Teil des Sternhimmels voll sichtbar. Vom Scheitelpunkt an erstrecken sich die Winter- sternhilder bis zum Südpunkt des Horizonts. Hoch zu unfern Häuptern bemerken wir die Ca- pella im Fuhrmann, rechts unter ihr den Stier mit dem rötlichen Aldebaran und dem Sternhaufen der Plejaden, der schon mit dem bloßen Auge, erst recht aber dem mit einem kleinen Feldstecher bewaffneten, als solcher erscheint. Links unter der Capella steht das schöne Sternbild der Zwillinge und unter diesen und dem Stier das schönste aller Sternbilder, der Orion mit seinen beiden Hunden, dem großen Hund mit dem Hauptstern Sirius, der in der Ver- ftern sichtbar wird. In den ersten Tagen des Februar wird sie den Jupiter, und zwar ungefähr an der Dämmerungsgrenze, einholen, so daß sie nunmehr sichtbar, der Jupiter aber unsichtbar wird. Unter günstigen Umständen können wohl beide Planeten zugleich gesehen werden. Sehr gut sichtbar ist der Mars, der gegen Schluß des Monats nicht mehr allzu weit von den Plejaden entfernt steht. Am Morgenhimmel ist der Saturn im Sternbilde des Skorpion in sehr langsamer Bewegung nach links. Am 3. Januar findet eine — bei uns frellich nicht sichtbare Sonnenfinsternis statt. Küstermann. werden. Das neue Haus bekommt Kraulen- und Kinderschulfch.Dester-Wohnungen, einen Kinder- schulsaal, daran anschließend einen Saal mit Tribüne für Versammlungen usw. — In unserer Gemeinde wurde ein Frauen verein gegründet, der bereits eine große Anzahl Mitglieder zählt. 4- Cid), 4. Ian. Der hiesige Verein für Volksbildung hat eine Bibliothek, die vielleicht als eine der größten in den Land- städtchen Oberhessens bezeichnet werden kann. Rund 2000 Werke aus allen Gebieten der allgemein verständlichen Literatur, so aus Geschichte, Bürgerkunde, Erd- und Völkerkunde, Naturkunde, Technik und Kunst stehen den Mitgliedern des Vereins ohne Entgelt zur Verfügung. Auch für Unterhattungs- literatur ist reichlich gesorgt. An Klassikern, Volksbüchern, Romanen und Novellen sind etwa 1000 Bände vorhanden, darunter eine große Anzahl ganz neuer Werke. — Wie in anderen größeren Landorten, so haben sich auch in unserem Städtchen viele Pferdeliebhaber, namentlich aus landwirtschaftlichen Kreisen, in den letzten Monaten zusammengefunden, um dem Reitsport Zu huldigen. An Sonntagnachmittagen finden unter Leitung des Fürstlichen Reitlehrers T a b o 11 ch a t die Uebungs- stunden statt. Die große Feldscheuer in der Kirch- hofstraße wurde für diesen Zweck von der Fürp- lichen Gutsoerwattung zur Verfügung gestellt. Erfreulicherweise beteiligen sich auch einige Damen an dem gefunden und edlen Sport. df. B e 11 e n h a u s e n, 4. Jan. Am Sonntag hatten unsere Turner ihre diesjährige Winter- Veranstaltung. Rach einem flotten Marsch hielt der 1. Sprecher, Lehrer S ch i« s e r st e i n, eine Begrüßungsansprache, in der er auf die hohe Bedeutung der Leibesübungen, besonders der Jugendlichen, hinwies. Er forderte fi? aus, alle Zeit den Zielen der Deutfchen Turnerschaft nachzustreben. Die Turner, unter Leitung ihres regen nähme einer Handtasche bestätigte. Und er war von der Endstation der Nordbahn ausgestellt. Elk hielt Has Papier aps Licht und prüfte den Datumstempel. Das Gepäckstück war vor vierzehn Tagen hinterlegt worden. Elk legte den Schein vorsichtig und zärtlich in seine Brieftasche. Was den Uebersall für Elk bemerkenswert machte, war, daß der Mann, der ihn ausgeführt hatte, sich für den Frosch ausgegeben haben sollte. Elk kannte die Organisation gut genug, um zu wissen, daß keiner der billigen und angelobten Sklaven des Frosches es gewagt haben würde, dessen Namen zu mißbrauchen. Elk begriff nicht, warum der Frosch gerade Johnson feiner persönlichen Anwesenheit für würdig gehalten haben sollte. „Unb Sie meinen, daß es der Frosch selber gewesen ist?" fragte er skeptisch. „Es war entweder der Frosch selbst ober einer seiner vertrauten Gesandten", sagte Johnson mit einem gutmütigen Lächeln. „Sehen Sie her." In der Mitte seines rosafarbenen Löschblattes sah Elk das gestempelte Zeichen des unausbleiblichen Frosches. Es erschien auch auf dem Türpaneel. „Das war als Warnung vermeint, nicht wahr?" sagte Johnson. „Nun, ich hatte Zeit, mich an diese Warnung zu gewöhnen/ bevor ich meinen Teil bekam." „Es gibt ärgere Dinge als den Knüttel", sagte Elk fröhlich. „Vermissen Sie irgendetwas?" Johnson fchüttelte den Kopf. „Nein, nichts!" „Haben Sie vielleicht irgendwelche Prioatpapierc von Maitland hierhergebracht, die Sie ihm wiederzugeben vergaßen?^ fragte Elk nachdenklich. „Die Formulierung Ihrer Frage ist sehr liebenswürdig", sagte Johnson lächelnd und mit feinen Augen zwinkernd. „Es gibt hier nicht ein einzige» Do ument von geringstem Wert. Ich war allerdings früher daran gewöhnt, mir Arbeit von Maitlands Bureau nad) Hause zu nehmen unb bin oft bis Mitternacht darüber gesessen. Das ist auch der Grund, warum meine Verabschiedung mir als ein solcher Beweis von Undankbarkeit erscheint. Aber wenn Sie wollen, können Sie den Inhalt meiner sämtlichen Schränke, Schubladen und Kasten durchsuchen, aber ich kann Ihnen versichern, daß ich ein sehr pedanter Mann bin und tatsächlich jedes Papier kenne, daß sich bei mir befindet." Auf dem Nachhausewege überdachte Elk die ganze Angelegenheit in allen ihren überraschenden Erscheinungen. Er war in Wahrheit froh, daß ein neues Problem ihn von dem Gedanken an die ihm bevorstehende Untersuchung ablenkte. Kapitän Gordon würde sicherlich alle Verantwortung dem Präsidium gegenüber auf sich nehmen, aber dem Kriminalpoliziften kamen „die Leute dort oben" ebenso furchtbar vor, wie der Frosch selber. XXII. D i e Untersuchung. Elk beabsichtigte, den Bahnhof von Kings Croß zeitig zu besuchen, um den Inhalt der deponierten Reisetasche zu prüfen, aber als er am nächsten Morgen erwachte, war er einzig von der kommenden Untersuchung erfüllt. Obgleich er den Einbruch bei Johnson sorgfältig ins Rapportbuch eintrug und den grünen Garderobeschein in sein Safe versperrte, war er viel zu beschäftigt, um sofortige Nachforschungen anzustellen. Dick stellte sich zur Untersuchung ein, und Elk gab ihm eine kurze Skizze von dem Einbruch in Fitzroy Sqare. Und dann sperrte Elk das Safe wieder auf und holte den grünen Schein hervor. „Der Schein ist an irgend etwas anderes angeheftet gewesen", sagte Dick, der den Zettel gegen das Fenster gehalten hatte. „Hier ist der ganz frische Abdruck einer Papierklammer. Vielleicht kann das irgendwie zur Information beitragen." „Ach, ich fürchte, daß die Leute da oben uns jetzt die Hölle heiß machen werden", sagte Elk |euj- zend. „Machen Cie sich keine Sorgen darüber, tröstete Dick. „Unsere freunde dort oben sind so zu Tode froh über die Auffindung des Vertrages, daß sie uns nicht allzusehr mit Hagn quälen werden." Es war dies eine bemerkenswerte Prophezeiung, die fid) bemerkenswert erfüllte. Als Elk zu den Großen Ijereinberufen wurde, zu all diesen Polizeichefs und Räten, die um den grünen Unterfuchungttifch herumsaßen, war er von der Entdeckung freudig überrascht, daß die Haltung feiner Vorgesehen ih:r freundliches Interesse, als falte Mihbilligurg verriet. „Unter gewöhnlichen Umständen wäre das Entweichen Hagns der Anlaß gewesen, strenge MaßTurnwarts Robert Bangel, wiesen sowohl im Geräteturnen, als auch in Freiübungen gute Leistungen auf. Theatralische Darbietungen und einige Rheinlieder des Schulverwalters Herbert Kruger, eines Sohnes unseres Dorfes, bereicherten den Abend weiter in bester Weise. Tanz bildete den Abschluß der schönen Veranstaltung. Hreis Friedberg O Steinfurth, 4. Jan. Einen Volks - unterhaltungsabend bester Art bot unserer Gemeinde der Evangelische Jünglings- und Männerverein Bad-Nautzeim. Eine abwechslungsreiche Dortragssolge, zu der auch unser Gesangverein einige stimmungsvolle Chöre beisteuerte, fand den dankbaren Beifall der zahl reichen Besucher. Mrcid Büdingen. —Büdingen, 4. Jan. Die 2 7. große Provinzial-Geslügelschau für Oberhessen findet hier vom 7. bis 9. Januar statt. Der hiesige Geslügelzuchtverein trifft gegenwärtig die letzten Einrichtungen zur Ausstattung. Bis jetzt sind 710 Rummern mit 850 Stück Geflügel der verschiedensten Rassen angemeldet. linier den Ausstellern sind die Züchter sämtlicher 33 Zweigvereine aus der Provinz vertreten; darunter auch die entlegenen Vereine Alsseld, Lauterbach und Schlitz. Wertvolle Ehrenpreise und hohe Geld preise des Bundes deutscher Geflügelzüchter, der Landwirtschaftskammer, der Stadt Büdingen, von Geflügelzuchtvereinen und Förderern der @c flügelzucht stehen zur Verfügung. —I— Ortenberg, 4. Ian. In den letzten Tagen des alten Jahres tat der Turnverein, der längere Zeit wegen fehlender Turnhalle untätig fein mußte, einen für fein Dereinsleben sehr wich tigen Schritt: er kaufte den Mauergarten, der nach Auflösung der Metallwerke Niddertal frei geworden war, zum Preise von 11 500 Mk. Da durch steht dein Turnverein jetzt ein geeigneter Saal sowohl im Sommer, als auch im Winter zur Verfügung. Dos Geld soll durch Zeichnung von B a u ft e i n e n , durch eine Verlosung und durch die Verpachtung der Wohnung mit Wirtschaft aufgebracht bzw. verzinst werden. Im Laufe dieses Monats will der Verein mit einer größeren Werbeveranstaltung vor die Oefsentlichkeit treten. -/- Stockheim, 4. Jan. Bei guten Obst ernten, besonders bei guter Birnen- und Zwetschenernte, war es den Obstzüchtern oft nicht möglich, das Obst zu verkaufen. Meist mußte es zu Schleuderpreisen abgegeben werden, oder wenn ein anhaltender Regen das Steinobst ausplaheni ließ, mußte es verderben. In Erkenntnis dieser Liebelstände war bereits 1919 für den Kreis Büdingen eine Obstbrennerei-, Kelterei- und °Verwertungsgeno f s en- schäft gegründet worden, die aber aus ver schiedenen Gründen noch nicht in Tätigkeit treten konnte. Dieses Unternehmen soll jetzt auf breitere Grundlage gestellt werden. Eine von dem Obst- und Gartenbauverein, dem Verband der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschofien und der Obstbrennerei-, -Stellerei- und -Verwertungs- genossenfchaft auf Freitag, 7. Januar, einberufene Versammlung wird sich mit der für den heimischen Obstbau außerordentlich wichtigen Sache 6efd)äftigen. Das neue Unternehmen soll sich die Verarbeitung des Obstes zu Dauerwaren, wie Obstsäften, alkoholfreien Getränk, n. Obstweinen. Cdclbrantweinen. Dörrfrüchten, al io die vollständige Verwertung der heimischen Obst- erzeugung unter Einschluß der Waldfrüchte, zur Aufgabe machen. Im Hinblick auf die drohende Erdrückung des heimischen Obstbaues durch das Ausland, insbesondere Amerika. Italien. Span en. Tschechoslowakei. Rumänien und Ungarn, soll auch eine Zentralstelle für die Frischobstverwer- tung, die Versendung besten einheimischen Obstes in der Einheitskiste geschaffen werden. Im Interesse des einheimifchen Obstbaues, dessen Wichtig- keil immer noch nicht ganz von manchen Seiten erkannt wird, ist zu wünschen, da.ß es gelingt, die gehegten Pläne voll und ganz zu verwirklichen. O Kreis Schotten. '* Schotten, 4. Jan. Zu der vor einiger Zeil im „Gieß. Anz." aus dem hohen Vogelsberg veröffentfichten Meldung, daß in Burkhqrds 30 Stück Jungvieh und eine Anzahl älterer Tiere an Maul- und Klauenseuche eingegangen f.im, teilt das Kreisamt Schot- t e n jetzt mit, daß ’m Burkhardser Grund" regeln gegen die neniHu>orliid)en Stellen zu erlaßen", sagte der Polizeipräsident. „Aber in diesem besonderen Falle möchte ich keinen Tadel aussprechen. Die Wahrheit ist, daß die Frösche ungeheuer mächtig sind." Nicht alle Mitglieder der Untersuchungskominis' sion waren so freundlich gesinnt wie der Polizei- pläsident. „Es ist Tatsache," sagte ein weißhaariger Polizeirat, „daß im Zeiträume einer einzigen Woche zwei Gefangene unter den Augen der Polizei getötet wurden und t— ebenfalls vor den Äugen der Polizei — ein Gefangener aus dem Gewahrsam entfloh! Das ist sehr schlimm, Hauptmann Gordon! Sehr schlimm!" Er schüttelte den Kopf. „Vielleicht würden Sie, Herr Polizeirat, selber sich mit der Untersuchung befassen wollen", sagte Dick. „Es handelt sich hier nicht um einen gewöhnlichen, unscheinbaren Verbrechertyp, und das hohe Präsidium wird wohl in diesem Falle eine, das gewöhnliche Maß überfteigenbe Geduld üben müßen. — Aber ich kenne jetzt den Frosch", sagte er einfach. „Sie kennen ihn? Wer ist es?" fragte der Präsident ungläubig. „Obgleich es ganz leicht für mich Ist, noch heute morgen einen Haftbefehl gegen ihn zu erlassen, jo ist es doch keine so leichte Sache, einen überzeugen- den Schuldbewcis zu schaffen. Ich muß noch um eine Spanne Zeit bitten!" Als Gordon und Elk in ihr Bureau zurückgekehrt waren, sagte Elk geheimnisvoll flüsternd: „Wenn das ein Bluff gewesen ist, so war es der schönste, den ich gehört habe!" „Es war kein Bluff", sagte Dick ruhiy. „Also wer, um Himmelswillen, wer ist es?" Dick schüttelte den Kops. „Ich möchte Sie bitten, sich jetzt über den Garderobeschein zu informieren", jagte er mit Würde. Elk hastete verstört nach dem Bahnhof. Er wies den grünen Schein vor, bezahlte die Extragebühr für die abgelaufene Aufbewahrungsfrist und es wurde ihm eine braune Ledertafche durch den Beamten ausgcfolgt. „Nun, mein Sohn," sagte Elk, indem er sich zu erkennen gab, „vielleicht können Sie mir jetzt sagen, ob Sie sich erinnern können, wer diese Handtasche gebracht hat?" (Fortsetzung folgt.) ’befA" «o|,£„ ''4uäÄ*w LZKr Mf ‘'Men. t- bli Q c>nnl u*)gf NntS"UQr ftatt. zur «Whig m‘t 850 Äljü flnSemeÄft s^rK: steife unh rs $ Un^ taiuL',in '*" ft* Wr wid? ÄÄi m\' >1 500 nt. L" n(r 'n * ■ln ^'eignetet •Art «Mi , J durcy Zeichnung 'Ä/me !8erlo|una unb ®°>nj mH TiMch ®eröen. 3ni Laufe Bs In mit einer größeren fl vor bie vefsentlichkei, 3an. Lei guten Obsl- 1 guter Dirnen- und )en Obiföüd)tctn oft nichi tlaufen. Meist muhte geben werden, ober wenn das Steinobst ausplahen. n. 3n Erkenntnis dieser 4 1919 sür den Streik cennerei-, Reite- ertungsgenossen- en, die aber aus der nicht in Tätigkeit treten men soll jetzt auf drei- werden. Eine von dem rein, dem Derband der lchen Tenviienichas'.en unb .terei» unb -Derwertungs- tag, I. Januar, einbeni- d sich mit der sür den ußeroröentlich wichtizen neue Unternehmen soll des Obfttf zu Sauer alkoholfreien Setränkn inen, Dörrirstchten, ol\o ung der heimiichen Obst- utz der Mibsrüchte, zur Mick aus bie drohende den Obstbaues durch bas Amerika, Italien, Span en. inien und Ungarn, soll sür die Frischobstverwer- leiten einheimischen Obstes hassen werden. 3nt3n«r- Obstbaues, dessen M i* ianz von manchen Snten lünschen, daß es gelrngst ll und ganz zu vervm Schotten. rMr- z!e ein ! einer emEA Met Singen w J ziugen der S-S.S.Ä« ■äffe? >r NW um „nh bas hvye rbrcd)crtDP' fl (jnf, das »**"'**» ■m für mich Ju cr Am >" u zprüE WKr gewesen '!•- ft Dick ruH, es?' , ln9 •«(-« wer ist Mir .4 d-»> 9S66 tr««‘‘^ t> 6VLW ebrachr »«»gesamt folgend« Verlust« an dieser Seuche entstanden sind: 3n Burkhards not- geschlachtet ein Dulle, gefallen drei Kühe, zwei Rinder. fi«ben Kälber. n Laubach, 4. Jan. Am Sonntagabend hielt der hiesige Zweigverein des Vogelsberger Höhenklubs gemeinsam mit dem hiesigen Stenographenverein im Solmser Hof" fein Winterfest ab. Zwei Gin- ökter wurden ausgezeichnet gespickt. Alle Dar- stellet ernteten reichen, wohlverdienten Beifall. An die Ausführung schloß sich ein Ball, wobei bie neugebildete Jazz-Kapelle des hiesigen M u - sikvereins zum erstenmal ihre eigenartigen Weisen erklingO» lieh - ---- Gedern, 4. Jan. Am Sonntag fand bei starker Beteiligung die Stichwahl zur Bei« geardnetenwahl statt. Es wurden abgegeben für Jean Oberheim 410, für Philipp Ha rt - mann 592 Stimmen. 8 Stimmen waren ungültig. Somit ist Philipp Hartmann. Landwirt und Sägewerksbesitzer, gewählt. Altem Herkommen ge- mäß wurde vor der Wohnung des neugewählten Beigeordneten ein buntbebänderter Baum ausgestellt und durch die Feuerwehrkapelle ein Ständchen gebracht. , . )—( Ruppertsburg, 4. 3 an. Jn den letzten beiden wahren hat di« Zahl der Ge- werbe treibenden unseres Dorfes erheblich -ug5nomm:n. Es sind neu entstanden eine Wirtschaft, eine Metzgerei. zwei Kolonial- und Spezcrciwarcng fchäite. eine Brot- und Mehl- verkaussstcklc. eine Schreinerei, ein Diehhandels- geschöst und eine Porzellanwarmsta".d uag. * Rudingshain, 4. Jan. Auch in unserem Orte wurde jetzt die Gründung eines Klein- kaliber-Schutzenvereins beschlossen. Obwohl hier bereits sechs Vereine bestehen, hofst man doch, daß d.'r neue herein, der sich ausschließlich die Pflege des Kl-inkalibersports angelegen sein lassen will eine günstige Aufnahme bei der Einwohnerschaft finden wird. Mrcid Lauterbach. ZSchlitz, 4. Jan. Auch die hiesige Bezirks- fparfaf fc hat die Aufwertung b e r 5 p n r- einlagen mit 125 Prozent beschlossen. Der Zin- sendienst beginnt am 1. Januar 1927 mit 3 Proz. Aufgewertet wird der Goldmarkbetrag aller Spor- guthaben, auch derjenigen der Inflationszeit. Den Einlagegläubigern des früheren hiesigen Vorschuß- Vereins, der 1922 in Liquidation getreten ist, gedenkt die Bezirkssparkasse ein Entgegenkommen insofern zu zeigen, als sie 40 Proz. des Goldmarkbe- trags mit 125 Proz. aufwerten will. Bedürftigen Gläubigern sollen schon baldigst Abschlagszahlungen auf den Aufwertungsbetrag gewährt werden. In weiten Kreisen der Bevölkerung ist man der 51 affe sehr dankbar für das anerkennenswerte Bestreben, ihren Pflichten im Rahmen des Möglichen gerecht zu werden. Starkenburg. • Darmftabt, 4. Ian. Zu dem Einbruch im hiesigen Arbeitsamt, das im ehemaligen Ludwigsbahnhof untergebracht ist, hat bie nähere Untersuchung ergeben, daß den Sieben nur ein geringer Geldbetrag in die Hände gefallen ist. Die Unterstützungsgelder für die Arbeitslosen, auf die sie es abgesehen hatten, erlangten sie nicht. In zahlreichen Bureaus haben die Kerle die Schränke unb Pulte erbrochen unb diese dadurch beschädigt. WSA. Offenbach, 4. 3an. Der Inhaber einer Lederwarensabrik, Moses Stolinsky. über dessen Vermögen der Konkurs verhängt wurde, ist ins Ausland geflüchtet. Sto- Nnskh, btt _. O _ Grau-und Ig gilf Weiß-Stück ■W Vra mf von bester Quali- ■ lät und größter W MU^WWdM Ergiebigkeit zu bilt. Preis C. Rübsamen, Gießen Fernsprecher 1059 93c Gute Ware Niedrige . Preise! , Das Stadtgespräch ! Aus meinen Lagerbeständen empfehle zu besonders ermäßigten Preisen« Pullover für Mädchen reine Wolle.....von 3.50 an Sweater-Anzüge 1 Posten reinwollene, schwere Qualität.........von 7.50 an Kinder-Westen in großer Auswahl...........von 3.35 an Mädchen-Schlupfhosen gerauht, Größe 35 von 0.65 an schwere Qual., Gr. 35 v. 0.95 an Damen-Schlupf Hosen gerauht................1.45 schwere Qualität.......1 95 Kunstseide gefüttert .... 3.50 reine Wolle............5.25 Reformhosen für Damen blau, schwere Qualität .. 2.75 für Mädchen.....von 0.95 an Leibhosen wollgemischt.. Größe 60 1.35 baumwollene.. 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Wegen des zu erwartenden Andrangs bitten wir, mögt die Vormittagsstunden zum Einkauf zu benutzen Fritz Nowack Sschesabrik und Ausstattungshaus Mechanische 5 82a Jt Nr. 3 Drittes Blatt Gießener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Gberheflen) Aus dem Reiche der Frau. Mittwoch, 5. Zanuar 1927 Mode und Gesundheit. Q3on Lisa Honroth-Loewe. Die Mode, eigenwillig, wie eine schöne, Der- wohnte Frau, kümmert sich selten um die Zweck- Mäßigkeit. S'.e kommt dabei mit allen möglichen Dingen in Konflikt. Hausig mit dem Geldbeutel, noch häufiger mit der Gesundheit. Zwei Dinge lind es vor allem, was die Gesundheit anlangt, die uns Frauen den Modeforderungen gegenüber bedenklich machen sollteiG Alle Arten von Aerzten. Frauenärzte, wie solche für Erkrankung der Almungs- und inneren Organe berichten über zunehmende Erkrankungen der Frauen infolge mangelhaften Schutzes gegen Wetter und Wind. Und wenn man sieht wie die Frauen den Winter gleichsam in der Kleidung zum Gommer machen, wundert man sich, daß nicht noch viel mehr Frauen Lungenentzunoungen. Nieren- und Unterleküserkranlunaen bekommen. Es wäre an der Zett, das; wir Frauen einmal darüber nachdächten, welchen Gefährdungen wir durch eine "von der Citelkelt diktierte Kleidung nicht nur uns aussehen, sondern auch, sofern wir noch Kinder haben wollen, die zukünftige Generation. Denn gerade die inneren Organe bei der Frau sind gegen Erlältungen sehr empfindlich. ebenso wie eine durch Erkältung erworbene Äierenerkranlung mit allen ihren Folgeerscheinungen die Gebärfähigkeit der Frau für immer in Frage stellen kann. Wir sollten also doch lieber auf ein Gramm Eitelkeit verzichten und die Linie um ein Gramm stärker erscheinen lassen und dafür unsere Gesundheit schlitzen. Es ist ja nicht nötig, daß wir wie früher uns ganz in Wolle packen. EL gibt jetzt so wunderschöne Schlüpfer aus Seide mit Wolle gemischt, die man über der dünnen Kombination aus Seide oder Batist tragen kann und die wirklich auch unter einem dünneren Kleide nicht zu merken sind. Unter allen Kleidern aus Sammet. Wollstoff. Kasha lassen sich diese Schlüpfer sehr gut tragen. Freilich — bei hauchdünne,i Kleidchen aus Geor- aettc, Chiffon und Spitzen ist nur eine kleine Kombination aus Seide oder Seidentrikot möglich. Und die reicht ja auch im geheizten Raum, im Dallsaal, wo der Körper schon genügend erwärmt wird. Ungenügend aber ist und bleibt solche Bekleidung auf dem Hin- und Rückweg. Nicht jeder ist in der glücklichen Lage, sich ein Auto leisten zu können, und auch in diesem ist die Temperatur nicht solch dünner Kleidung entsprechend. Um wieviel weniger, wenn man in; Winter den Weg zu Fuß oder mit einer Dahn zurücklegen muß. Seit zwei Jahren haben sich wenigstens die Ueberschuhe in niedrigen und hohen Formaten für die dünnen Seiden- und Brotatschuhe eingebürgert. Warum aber ent» schließen wir uns nicht, einen leichten Schlüpfer anzuzichen, den wir. wenn wir uns des Mantels und Der Schuhe entledigen, schnell in der Damengarderobe oder in der Toilette abstreifen und in einem unauffälligen hübschen kleinen Seiden- beutelchen mitsamt der Garderobe abgeben? Einen solchen kleinen Seidenschlüpfer unter dem Kleide ab- und wieder anzuziehen, ist entschieden bequemer, als die schweren Ueberschuhe wieder an die Fühe zu bringen. Und mit einer kleinen Unbequemlichkeit schützen wir uns auf jeden Fall gegen allerhand unangenehme Krankheiten, die aus der mangelhaften Unterbekleidung kommen. Unseren Töchtern jedenfalls sollten wir es von Kindheit an angewöhnen, in dieser Hinsicht vorsichtig zu fein. Ebenso sollten wir streng darauf Halter', dah bei Regenwetter die dünnen, ausgeschnittenen Schuhe und die seidenen Strunipfe von der Straße verscywinden. Abgesehen davon, daß solche dünnen Schuhe abscheulich im Straßenschmutz aussehen. ebenso abscheulich wie die unweigerlich bespritzten Seidenstrümpfe, sind sie im höchsten Maße ungesund. Für die nasse Jahreszeit gehört zum mindesten als Fußbekleidung der Schuh mit der gegossenen Gummisohle. Dazu natürlich der Wollstrumps, den man ja jetzt in den apartesten Farben und Musterungen herausbringt. Noch besser aber der gutgearbeitete hohe Stiefel. Der große Ueberschuh sollte nur als Schutz für den Abendschuh erlaubt sein, er ist in seinem mammutähnlichen Format viel unkleidsamer für Wachstum und Leibesübungen im Hindesalter. Don Dr. S ch w e n n. Chemnitz. Wer sich mit der Jugend und ihrer körperlichen Entwicklung besaßt, versteht die Sprache unserer Kinder und hört die berechtigte Forderung heraus, daß sie in ihrem geistigen, aber auch körperlichen Werdegang unserer intensiven Unterstützung bedürfen. Es ist erfreulich, daß hierzu die Notwendigkeit der Anwendung der Leibesübungen, auf das Ziel der Förderung ihrer Gesundheit hin. mehr und mehr anerkannt wird. Denn dem jugendlichen Organismus fällt als Sonderausgabe die gewaltige Mehrleistung zu. aus dem Kinde den fertigen Menschen hcranzu- bilden, und seine Entwicklungs- und Wachsrumsoorgänge werden dem Kindesalter so gleichsam die charakteristische Prägung aufdrücken. Deshalb ist cs unsere Pflicht, zumal im Hinblick auf eine günstigere Weiterentwicklung, ihnen ßi? rechten Berater und Helfer zu sein uni) vor allem auch Eltern und Erzieher Auftiärung über Notwendigkeit und günstigen Einfluß der Leibesübungen zu geben. Cs ist verständlich, dah eine Mutter allgemein geneigt ist. bei der Entwicklung ihres Kindes den Maßstab des gleichaltrigen anderer Leute anzu- Icgen. Wenn nur gar der Vergleich zum Nachteil des eigenen ausfällt, dergestalt, dah es an ..Größe'' oder „Gewicht" zurucksteht. so trägt fie ernste Besorgnis in sich. Und doch ist oft nicht in dem Maße ein Grund dafür vorhanden, wenn wir uns die Tatsache Dcrg egen ir>ürti gen. dah zwei gleichgroße Einjährige mit fünf Jahren eine nicht unerheblich verschiedene und doch wieder mit zehn Jahren die gleiche „Körverlängc auf« weisen können. Denn bei dem Wachstum des Kindes tijti immer wieder die Erscheinung in den Vordergrund, daß das gleiche Endziel von den Individuen auf mannigfachen Wegen verfolgt wird und daß hierbei die verschiedensten Variationen Vorkommen. Daß in der Entwicklung das ...Körpergewicht" allein nicht ausschlaggebend die Straße zum Spazierengehen als der gutge- arbettete hohe Stiefel. Der niedrige Pelzschuh, den man voriges Jahr viel sah. ist schon hübscher. Dagegen wird sich der russische Schaftstiesel, den man von London aus hierher verpflanzen möchte, seiner Extravaganz wegen kaum einbürgern. Er zeigt aber deutlich das Bestreben der Frauenmode. das Notwendige mit dem Aparten zu verbinden. In bezug auf die Ueberkleidung scheinen wir in diesem Jahre vernünftiger werden zu wollen. Für den Dormittag wird ausschließlich warmes Material verarbellet. Sammet. Kasha, Delours und alle möglichen Sorten Wollstoffe. Aber es sei wiederholt — auf die Wärme der Ueberkleidung kommt es erst in zweiter Linie an. Die Hauptsache für die Gesundheit bleibt die genügende Bekleidung der Deine und des Unterleibes. Hierbei sei auch gleich darauf hingewiesen, daß die Sitte, unsere kleinen Kinder den ganzen Winter hindurch fast mit unbekleideten Deinen und Schenkeln gehen zu lassen, eine Unsitte bat* stellt, die mit wahrer Abhärtung nichts zu tun hat. Sowie öte Jahreszeit falt wird, muß das Kind den langen Strumpf anziehen, muß der Unterleib durch warme Schlupshöschen geschützt sein. Auch sollte man die gewebte Wasche an die Stelle der sommerlichen Leinenwäsche treten lassen. Gerade der Kinderkörper braucht ziemlich Diel Wärme und leidet in seinen Kräften, wenn ihm diese Wärme zu sehr entzogen wird. Ist das Kind an den Füßen. Unterleib und im Bucken genügend geschützt, so kann es am Hals ruhig frei gehen und braucht Wind. Wetter und Kälte nicht au scheuen. Die reizenden Wollanzüge. Jumper. Pullover geben genügend Materials um die Kinder hübsch und doch zweckmäßig zu kleiden. Richtig aber ist es. im warmen Zimmer das Kind dann leichter gekleidet gehen zu lassen: besonders für die Wohnungen nut Zentralheizung ist dieser Unterschied zwischen der Bekleidung drinnen und draußen durchaus notwendig. Man muh dos Kind daran gewöhnen, sich selbst daheim die Schlüpfer, die Pullover auszuziehen. Denn es kommt ja vor allen Dingen darauf an. den Temperaturunterschied auszugleichen- Vorbedingung in allem, so auch hier aber ist, daß wir unseren Kindern mit gutem Beispiel vorangehen. Frau und Geselligkeit. Don Arme-Marie M a m p e l. Eine der reifsten Früchte verfeinerter Kultur ist Geselligkeit, die. über die engbegrenzten Interessen des Alltags hinaus, Menschen zu Gedanlenaustausch und geistiger Weiterentwicklung. 5um Genuß von Musik, Literatur und Kunst vereinigend, im Rahmen schöner Häuslichkeit von geistvollen und liebenswürdigen Frauen gepflegt wirb. Frühere Zeiten wußten sie zu schätzen: der historisch gewordene Salon der Madame de Rambouillet und mancher anderen tonangebend gewesenen Französin zeugt davon, und auch in Deutschland haben wir Deispiele dafür in dem klassischen Zirkel der Herzogin Anna Amalia in Weimar und dem Salon der Rahel Bornhagen in Berlin. In unseren Tagen des ruhelosen Hastens und Jagens aber hat man den Sinn für diese Art vertiefter Geselligkeit großenteils verloren. Man glaubt, sich nur außerhalb seiner vier Wände vergnügen und anregen zu können und denkt in Ausnahmefällen da«m, die gute alte Hausgeselligkeit wieder aufleben zu lassen. Wirtschaftliche und räumliche Beschränkung — zwei böse Nachkriegserschcinungen — leisten dem Vorschub. Wie soll man eine große Gesellschaft unterbringen und bewirten? Wo soll man das Küchen- und Hauspersonal hernehmen? Drohenden Gespenstern gleich erscheinen Kochfrau und Lohndiener vor den Augen der Hausfrau und, sofern sie nicht eine wohlassortierte Aussteuer aus Friedcnszeiten besitzt, macht ihr auch der Gedanke an Silber, Kristall und andere dazu nötige und oftmals nicht vorhandene Dinge Kopfschmerzen. Aber nein — offizielle Abfütterungen großen Stils zählen nicht zu jener Geselligkeit, die wieder auserweckt werden soll. Die andere hingegen, Die echte, nur auf geistige und menschliche Werte »«CTnnnyj., wmtmMMMlUtLl. ■■ II H III—M—MB ist für ein allgemein günstiges Urteil, mag daraus verständlich fein, daß wohl infolge von Wasser oder Fettansatz eine Gewichtszunahme bei manchen Kindern zustande kommen kann, ohne doß jedoch der kindliche Körper in einem seiner Telle wächst. Umgekehrt können Depotstoffe eingsschmolzen werden, ein Körpertell an Gewicht ab- oder zunehmen ein Organ auf Kosten des anderen wachsen, ohne daß wir hierbei über die Wachstumsvorgänge den rechten Ausschluß erhalten. Richt auf die einzelnen Perioden bei der Kör- perenlwicklung des Kindes der sogenannten „Streckung" und „Füllung" näher eingehend, soll der Entwicklungsgang durch den Vergleich mit dem Bau eines Hauses deutlicher illustriert werden. Wie sich ein Hausbau verschiedenartig durchführen läßt, so tann auch der wachsende, kindliche Körper aus verschiedene Weise aufgebaut werden. Entweder baut man beim Hause zunächst Gerüst und Mauerwerk für das ganze Haus grob auf Grund, und wenn der Rohbau annähernd fertig ist, wird mit dem Ausbau begonnen, oder es wird nur zunächst das Erdgeschoß ausgebaut, das bann erst ausgebaut wird, bevor man mit den anderen Stockwerken beginnt. Aehnlich können wir uns das verschiedene körperliche Wachstum des jugendlichen Organismus vorstellen, bis zu seiner Vollendung. Die einen sind eben bestrebt, möglichst schnell den ..Aufbau" des Körpers zu vollenden. der durch das Längenwachstum ausgedrückt wird: die anderen dagegen eilen nicht so sehr und füllen stets das neuerrichtete Fachwerk annähernd zum vollendeten Dau aus. inbem sie durch Entwicklung ber Muskulatur und Organe den „Ausbau" des Körpers fördern. Wir dürfen deshalb nicht so sehr diesen einzelnen Faktoren der Körpsöünge und des Körpergewichts die entscheidende DedeuLung zusprechen. sondern viel- nichr dem proportionalen, harmonischen Derhall- nid beider zueinander. Mag es mancher Mütter zur Beruhigung dienen, zu wissen, daß es eben verschiedene ..Tvpen" in der Entwicklung der Kinder gibt: die einen, die zunächst mic großen Sprüngen vorwärtsstreben, dann aber mit klei- bedachte, verursacht weder unnötige Auslagen noch Raum und Aufmachung. Em trauliches Wohnzimmer mit gemütlicher Plauderecke —_ um Himmels willen keine harten, steijlehnigen Stühle, — milde verschleiertes Licht oder vielarmigc Leuchter, ein paar Blumen tu schönem Glase, das genügt, um den „äußeren Schauplatz" anheimelnd zu gestalten. Die Bewirtung selbst ist einfach und mühelos, so daß sie weder das Budget des Gastgebers noch eines der zur Erwiderung verpflichteten Gäste belastet. Am besten reicht man, gleichviel ob es sich um die Abendstunden oder etwa um einen Sonntag-Rachmittag handelt, Tee mit belegten Brötchen und kleinern Gebäck. Man kann aber auch, sosern ein Beisammensein in Betracht kommt, das sich zwanglos bis in die Rächt hinein ausdehnt. ein kaltes Büfett Herrichten, an dem sich die Gäste selbst mit Braten, Ausschnitt, Mayonnaisen und leckeren Kleinigkeiten bedienen. Je nach der Jahreszeit wird man sich gern einmal zu einer Bowle oder einem Punsch versammeln, und immer wird die feinsinnige Hausfrau dafür sorgen, daß alles gefällig und geschmackvoll gereicht wird. Darüber hinaus muh sie aber auch aus die geistige Harmonie ihrer Veranstaltung bedacht sein. Sic wird gut tun, einer allen Regel folgend. nie weniger als die drei Grazien und nie mehr als die neun Musen zu sich zu bitten, und sie wird, Die Wahl ihrer Gäste mit Takt und Menschenkenntnis vornehmend, nur Leute vereinen, die einander sympathisch sind _unD gemeinsame Interessen haben oder sich glücklich zu ergänzen vermögen. Sie wird die Konversation geschickt leiten. Die selten gewordene Kunst des teilnehmenden Zuhörers üben, durch musikalische Vortrüge — aber nie von Stümpern —, Rezitationen oder Diskussionen über ein bestimmtes Thema Abwechselung schaffen und vor allem darauf achten, daß Engherzigkeit und kleinlich- menschliche Schwächen ihrem Kreise fern bleiben. Und wenn fie all dies bedenkt und ausführt, wird sie, ehe sie sich dessen versieht, ihren „Salon" haben und in ihm einen Teil jener köstlichen alten Geselligkeit, an der es uns heute so bitter mangelt. Litern und verheiratete Hinter in einer Wohnung. Durch die große Wohnungsnot sind vielfach die Kinder, wollen fie nicht bis ins Endlose warten mit der Heirat, gezwungen, .n die Wohnung der Eltern mit hineinzuziehen, wenn diese den nötigen Mehrraum hat. ©in oder zwei Zimmer werden dem jungen Paar eingeräumt, und die Küche ist dann zu gemeinschaftlicher Benutzung da. Wenn diese Lösung der persönlichen Wohnungsfrage auch wohl nur da möglich ist. wo ein freundliches Verhältnis herrscht, so' birgt dieses Cemcinfar e doch eine Fülle von Streit- und Der« ftimmunasstofs. so daß von beiden Seiten mit großem Takt vorgegangen werden muß. Die Mutter mit der größeren Lebenserfahrung muß dafür sorgen, daß Die junge Hausfrau auch wirklich frei schalten kann, damit die jungen Leute nicht das Gefühl des Beaufsicytigtseins haben. In erster Linie vermeide man gemeinsame Wirtschaft. Stellt es sich heraus, daß die gemeinsame Kocherei nicht so ideal ist. wie man es sich gedacht hat. so ist eine spätere Trennung doch nicht ohne Verstimmung möglich. Dann ist es natürlich von den alteren Leuten zu viel verlangt, daß sie sich nach den Wünschen der jungen richten und doch muß man dem jungen Hausherrn auch zugestehen, daß er. wenn er heiratet, seine eigenen Wünsche erfüllt bekommt. Eine große Gefahr liegt auch für die unbeschäftigte lange Hausfrau in der zu geringen Arbeit. Denn in einem neuen Haushalt gibt es noch nicht die vielen Flickereien wie im älteren. So fehlt die Beschäftigung. und ein Unbefriedigt- fein der jungen Frau drängt sie zu dem Wunsch nach Zerstreuung. Sie wird an den Mann, der müde aus dem Beruf kommt, viel zu große Ansprüche stellen, um von der Langeweile befreit zu werden, und es dauert nicht lange, so ist der ■ ■II—i Bll II II IMIIiri—HIBIIIMI !■ ■ IIIIII1111WI1TM IMMU3 neren Schritten, oder umgekehrt, und dah hierbei ein gewisser Spielraum gegeben ist und beide doch das gleich günstige Endziel erreichen können. Beschäftigten wir uns bisher vornehmlich mit dem lörperlichen Werdegang des Kleinkindes, dessen erste Streckungsperiode etwa ins fünfte bis siebente Lebensjahr fällt, so wollen wir uns jetzt mdjr der Entwicklung der Kknder im zweiten Jahrzehnt zuwenden. Wir finden hierbei oft einen gewißen Unterschied -wischen den sozial besser gestellten Kindern im Gegensatz zu denen ärmerer Volksschichten, insofern, atS die ersten wohl während einiger Jahre an Äörperlänge die letzteren überragen, aber nicht ein entsprechend hohes Körpergewicht haben. Wenn aber die Länge und Maße des Skeletts zunehmen, ohne daß das Gesamtgewicht des Körpers gleichzeitig entsprechend steigt, so kommt es zu einem disproportionalen Verhältnis zwischen beiden, und wir haben unsere „hochgeschossenen Stadtkinder" vor uns. die entweder wohlgehütet oder unter ungünstigen schädigenden Lebensbedingungen auf» wachsen und die Sorge der Eltern ausmachen. Zumal in der Periode der „Entwicklungsjahre" treten sie uns mager, mit auffällig langen Beinen, verhältnismäßig kurzem Oberkörper und flachem Brustkorb entgegen und legen uns so das Zeugnis ab. dah sich das Verhältnis der Masse des Skeletts zur Masse des übrigen Körpers und der Muskulatur ungünstig verschoben hat. Diese Entwicklung bedingt eine „schlaffe Haltung", und wir bezeichnen Üe als „muskelschwache" Kinder. Im Gegensatz hierzu finden wir auf dem Lande im allgemeinen meist kräftige, stämmige Kinder. Mehr als die ersteren sind fie der wachstumsfördernden Wirkung Der frischen Luft und Sonne, die zumal im Frühling mitzusprechen scheint, ausgcftht. anderseits wird durch die ganz arideren Lebensbedingungen meist ein gewisses Maß körperlicher Arbeit gerade in den Cntwick- lungsjahren von diesen verlangt. Durch den Reiz der körperlichen Betätigung werben nicht nur bve Muskeln zu kräftigerem Wachstum angeregt, sondern* es wird auch auf die Entwicklung ber Körperlänoe. zumal in der Streckungsperiode. erste Streit da. Ja. eS wird sehr schnell eine un- verstandene, unglückliche Frau aus ihr. und die Schuld trägt nur die zu geringe Beschäftigung Ein weiterer Punkt ist die Geldfrage. Die Einnahmen des älteren und dos jungen PaareS sind wohl fast nirgends so gleich, daß die Hausfrauen eine gleiche Summe zum Wirtschaften zur Verfügung haben. DaS wird natürlich in ganz kurzer Zeit zu Streitigkeiten zwischen den Eheleuten führen, wenn nicht von beiden Seiten das Prinzip beachtet wird, daß jeder tun und lassen kann, was er will. Hier ist jede Einmischung der alteren Hausfrau ein verhängnisvoller Fehler. Aber auch die junge Hausfrau möge sich darüber klar sein, daß sie die größte Rücksicht zu nehmen hat. Ihr sollte es selbstverständlich sein, daß sie eher eine Arbeit der Mutter abnimmt, als durch Unordnung ihr etwa Mehrarbeit auf* zubürüen. Bis jetzt ist nur von der Gemeinsamkeit in der Küche und Wirtschaft die Rede gewesen. Roch wichtiger ist es aber, daß nie ein Wort fällt über die Art. wie sich die jungen Leute ihre Zeit und ihr Leben einteilen. Ob sie nach der Meinung der Eltern zuviel ausgehen, ob sie zu spät heimkommen, ob der Mann einmal allein ausgeht, alles ist und muß Privatsache der jungen Menschen bleiben. Wenn sie allein wohnten, wüßten die Eltern auch nichts davon, und so steht den Eltern auch nur da ein Einspruchsrecht zu, wenn fie durch Lärm und Rücksichtslosigkeit der Jungen gestört werden. Auch in den Verkehr der Jungen dürfen fie sich ohne Aussorderung nicht mischen, denn junge Menschen wollen auch mal unter sich sein ohne die Eltern dabei zu haben. R. Zehn Gebote für Damen beim Ztrchenbahnfahren. 1. Suche nach dem Cinsteigen in die Straßenbahn alsbald dein Fahrgeld für den Schaffner zusammen, und unterhalte dich erst nachher weiter mit deiner Freundin. 2. Bedenke, daß es die anderen Fahrgäste nervös machen muß, wenn der Schassner eine ganze Weile mit dem Fahrschein in bei Hand vor dir steht, während Du langsam erst den Handschuh ausziehst, die Handtasche öffnest, aus der Handtasche das Geld» täschchen herausholst, die Handtasche zu- machst, das Geldtäschchen öffnest, das Geld herausnimmst und es schließlich dem Schaffner reichst. 3. Stelle dich nicht schon fünf Minuten vor deiner Hallestelle, an der du audft eigen möchtest, an die Ausgangstüve oder auf das Trittbrett. 4. Laß dein kleines Söhnchen oder Brüder dien, das du bei dir hast, nicht auf den Sitz knien und seine schmutzigen Schube an der Kleidung der Mitfahrenben abwischen. 5. Nimm beim Cinsteigen in die Straßenbahn nicht zu lange und zu zärtlich Abschied von Deiner Begleiterin. Die Straßenbahn kann nicht warten, bis du damit fertig bist. Auch wirst du deine Begleiterin sicher in nicht all* zulanger Zeit Wiedersehen. Eine Straßen* bahnfahrt ist ja keine Orientreife. 6. Freue dich, wenn dir jemand im überfüllten Wagen feinen Sitzplatz anbietet: aber vergiß auch du nicht, wenn du jung bist, älteren Frauen Deinen Sitz einzuräumen. 7. Führe Unterhaltungen im Straßenbahnwagen nicht genau so laut, wie zu Hause in Deiner Wohnung. Es ist durchaus nicht nötig, daß sämtliche Wageninsassen Horen, wie dein neues Kostüm aussehen wird oder warum deine Tante kein rohes Obst vertragen kann. 8. Belege den freien Platz neben Dir nicht mit mitgebrachten Paket .. Hast du es aber doch getan, dann mache 'ein pikiertes Gesicht, toenn sich jemand auf diesen Platz setzen will und du deine uete infolgedessen wieder wegnehmen mußt. 9. Du sollst nicht allzustark nach Parfüm duften, und wenn es ncch so köstlich und teuer wäre; auf daß b-t nicht kränkest die Rase ein nicht zu unterstützender Einfluß ausgeübt. In ber Wirkung zweckmäßiger häufiger körperlicher Arbeit, in der natürlich auch Maß gehalten werden nn j, ist eine wichtige Ursache für ein langsameres Längenwachstum zu sehen. Das Wachstum der Muskulatur und das des Skeletts können unter dem Einsluh maßvoller Muskel* arbeit möglichst gleichen Schritt hallen. Die systematische Arbeitsleistung und die kräftige Entwicklung Der Muskulatur haben einen gewissen wachstumshemmenden Eins mH aus das zur Länge em» porstrebende Skelett ausgeübt und zwingen dadurch zu seiner Breitenentwicklung, im Gegensatz zu Dem einseitig beschleunigten Längenwachstum gewisser StaDtkinder. Diese Erlenntnis muh uns bei Der Beurteilung der Kinder im Schulalter zu dem Schluß drängen, Den Hauptwerk auf Die gleichmäßigen Wachstumsproportionen zu legen Auf diese Beobachtungen und Untersuchungen gestützt, sei es unser Bestreben, unsere Jugend in ihrem Entwicklungsgänge zweckmäßig durch die Leibesübungen zu unterstützen. Und zwar auf das Ziel hin, daß der Aufbau ihres Körpers möglichst gleichmäßig und langsam erfolgt. Wenn sich z. D. der Kampf um die „tägliche Turnstunde" abspielt. so wird sich unsere Erwartung, dah ein weiterer Ausbau der Leibesübungen auch für unsere Schulkinder durchgeführt wird, hoffentlich erfüllen. Daß man allgemein mit Eifer der Klärung Der Fragen, die zur Förderung der Gesundheit unserer Kinder, von großer Bedeutung sind, zustrebt. ist zu begrüßen. Wir Aerzte müssen jedoch mit aller Enlschiedenheft betonen, daß unsere Vorschläge und Maßnahmen durch Tatsachen bereits ihre Erhärtung gefunden hoben und daß untere Arbeit im Interesse der Jugend vornehmlich auf vorbeugende Maßnahmen eingestellt ist. Deshalb wird man uns verftändlicherweise im Lager derjenigen finden, welche Turnen, Spiel und Sport auch in den Schulen befürworten. Wenn wir zur rechten Zeit. d. h. bei der Jua'nd und im umfangreichen Maße, d. h. auch die Masse erfassend. den Hebel anfetzen, so bekämpfen wir durch die Leibesübungen unsere Vollscraniheit. Die Tuberkulose und die englische Krankheit. Leines Nächsten, (&n leichter ParfümLuft ' ist erfreulich. zuviel davon ist garstig. 10. Vergift nicht auszusteigen. Riemand freut sich darüber, wenn du im letzten Moment, nachdem schon die neu Einsteigenden in den Wagen drängen, dich hinauswindest und alles aufhälst. Hast du es aber doch vergessen, dann kchsängcle dich still und bescheiden hinaus, ohne den Cinsteigenden vorwurfsvolle Blicke zuzuwerfen. Die sind aus jeden Fall ganz unschuldig. M. C. Das Sauerkraut als Heilmittel. Das Sauerkraut, dieses mit Recht als Rationalspeise der Deutschen bezeichnete Gericht, soll nach den neuesten wissenschaftlichen Feststellungen eine überaus heilsame Wirkung besitzen. Man hat gefunden, daft rohes Sauerkraut neben Tomaten den höchsten Gehalt an -Vitaminen aufweist Es ist daher zur sogen. ..Vitamindiät" ober ..Rohkost" das souveräne und zugleich das billigste Mittel. Daneben kann, wie Pros. QI. Hartmann ausführt, ungekochtes Weift- oder Rotkraut, mit Oel oder saurer Sahne zu Salat verarbeitet, gegessen werden. Eigentliches Heilmittel ist rohes Sauerkraut gegen Würmer, wo ihm allerdings in rohen Möhren ein Konkurrent erstanden ist. Sehr wertvoll ist auch der hohe Mineralstoffgehalt des Sauerkrautes. Die darin enthaltenen Milch- säurcbazillcn üben, ähnlich wie bei der sauren Milch, einen bokterientötenden Einfluft auf anormale Darmträgheit aus. Der Pariser Bak- tcriologe Pros. Dr. Metschnikoff, hat fest- ' gestellt, daft in den Gegenden, wo- am meisten Sauerkraut gegessen wird, die Leute am ältesten werden. Zu den Deutschen kam das Sauer- front erst im Mittelalter von den Slawen, die heute noch die Hauptsauerkrautesser sind. Wie der römische Ackerbauschriftsteller Columella im 1. Jahrhundert n. Ehr. angibt, machten die Römer zwar auch Kohl ein, aber in ganzen Köpfen mit Salz überstreut und Essig übergossen. Diese als Kr-mpositum - woraus dann das mittelhochdeutsche Kumpost hervorging bezeichnete Kohlkonscrvc wurde als römisches Erbe in den Klöstern des frühen Mittelalters hcrgcstellt, sand aber feinen Eingang beim Volle. Erst das slawische Verfahren der Saucrkrautbereitung hat dann wenigstens in Deutschland allgemeine Verbreitung gesunden, während es heute noch nicht recht in Frankreich bekannt ist. Während wir das Sauerkraut bisher nur als Gemüse zu Kar- tosseln oder Erbsen mit SchweinefleisH atzen, ist für die Folge auch dem rohen Sauerkraut, dank seiner heilsamen Wirkung, mehr Beachtung zu schenken. Obwohl nun in Deutschland das Sauerkraut von zahlreichen leistungsfähigen Fabriken hergestcllt wird, ist jeder Hausfrau dennoch zu emsehlen, der Sauer, rautbereitung ihr Interesse zuzuwenden. Wer es versteht, der gewinnt ein Produkt, das viel mehr dem persönlichen Geschmack entspricht, als die Mossen- ware der Fabrik. Wirtschaft. Konjunkturentwicklung 1926/27 Zweifellos ist — rein wirtschaftlich beträchtet — der Verlauf des Jahres 1926 besser gewesen, als bei seinem Beginn fast allgemein geglaubt wurde. Wenn man noch den Gründen für diese erfreuliche Entwicklung fragt, so ist zunächst die Tatsache festzustellen, daft die Wirtschaft in einem ganz radikalen Selöstsanierungs- und Llmstel- ' lui'.gSprozetz rücksichtslos alles ausgemerzt hat, was in ihr krank war. Diese Gesundungsaktion häkle sich ober nicht auswirken können, wenn nicht zwei wesentliche Momente sie unterstützt hätten. Das eine liegt in der starken Geld- und Kapital- slüssigkeit. Diese hatte einerseits ihre Ursache in der reichlichen Versorgung mit Auslandkapital, andererseits war sie eine Folge per Umwandlung von „Sachwerten" in Kapital und der weitgehenden Zurückhaltung in der gewerblichen Betätigung. Erfreulich waren diese Gründe für die Kapitalsllisfigleit zwar sicher nicht! sie werden uns noch vor manches schwierige Problem stellen. 'Die dauernde Geld- und Kapltolfküssigkeit hatte aber auch das Gute, allmählich den Drang und die Möglichkeit zu neuer Betätigung auszulösen. Diese Entwicklung befand sich in den ersten Anfängen, als der englische Bergarbeiterftreik (das zweite für die Wirtschaflsentwicklung des vorigen Jahres günstige Moment) ausbroch. Rur aus dem Zusammenlresfen dieser beiden Umstände konnte ab Mai-Juni 1926 eine allmähliche Wen- düng zum Besseren eintreten, während bis zu diesem Zeitpunkt die Krise angedauert hat. Wenn man über die künftige Gestaltung der deutschen Wirtschaft sich klar zu werden bemüht, so ist zunächst sestzustellen, daft eine einheitliche Gestaltung der Konjunktur sich immer noch nicht deutlich feststellen läftt. Je nach den Gegenden und Gewerben werden Lage und Aussichten ganz verschieden beurteilt. Immerhin liegen manche günstige Momente grundsätzlicher Ratur vor. Vor allem hat der Selbstsanierungsprozetz die Psychologisch wertvolle Folge gehabt, daft die Ausmerzung schwacher ober untüchtiger Elemente das lange Zeit schwer erschütterte Vertrauen i'm Kundenverhältnis wieder befestigt hat und daft der Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Solidität und der Qlnpassung an die wirtschaftlichen und finanziellen Bedingtheiten des einzelnen Unternehmend wieder weitgehend zum Durchbruch getommen ist. Auch auf die Preisgestaltung bat der Sanierungsprozeß der deutschen Wirtschaft günstigen Einfluft gehabt. Deutschland ist im grotzeN-Und ganzen hinsichtlich seiner Preise wieder konkurrenzfähig, wobei freilich die Währun.gs- bereinigungen namen sich der lateinischen Länder mckgeholfen haben: sie befreiten den Weltmarkt von einem sehr unangenehmen Dumping. Auch weltwirtschaftlich liegen günstige Momente vor. Zwar sind die internationalen Handelshemmnisse immer noch nicht gefallen, es scheint jedoch, als ob wenigstens die Erkenntnis von drr Unhaltbar- keil der jetzigen Zustände allmählich auch Allgemeingut sogar der Politik würde. Den günstigen Momenten stehen jedoch auch ungünstige gegenüber. Eines der wesentlichsten l egt darin, daft die deutsche Arbeitskraft bei den Absatzmöglichkeiten noch aus Jahre hinaus nicht voll auSgenutzt werden kann. Damit in Verbindung steht die nach wie vor noch recht schwache Aufnahmefähigkeit des Inlandmarltes Löhne, Gehälter. Einkommen aus Llnternehmergewinn usw. weisen zwar schon seit längerer Zeit Tendenz zum Steigen aus c« fehlen aber noch immer die stillen Reserven die in der Vorkriegszeit der Wirtschaft eine außerordentlich sichere Grundlage gaben Zwar hat man durch das Mittel der Konsumfinanzie- Tung versucht, wenigstens die private Kaufkraft zu ftärien. Diesem Experiment gegenüber sollte man jedoch ganz erhebliche Vorsicht an den Tag legen. Schließlich sind an ungünstigen Momenten noch zu erwähnen die Belastungen aus dem Dawes-Abkommen. die im laufenden Jahre eine Erhöhung erfahren werden, der nach wie vor viel zu hohe Druck der Steuern. Eisenbahntarife und so weiter. Trotz der hier erwähnten Bedenken darf man mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit mit der Fortsetzung eines allmählichen und in mäßigen Grenzen sich bewegenden Weiteraufstiegs rechnen. Eine unbedingte Voraussetzung dafür ist freilich die, daß die Wirtschaft in Zukunft nicht mehr von der Politik in dem bisher zeitweise zu beobachtenden Maße behelligt wird Die Reichsbank am Iahresschluh 1926. Roch dem Ausweis der Reichsbank vom 3 1. Dezember 192 6 hat die gesamte Kapllalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 470,5 Mill, auf 2003,6 Mill. Mark zugenommen. Die Zunahme entfällt mit 415,8 Mill. Mark auf die Bestände an Wechseln und Schecks, die auf 1828.6 Mill. Mart angewachsen sind: die Lombardbestände haben sich um 54,7 Mill, aus 84.1 Mill. Mark erhöht, während die Anlage in Effekten mit 90,9 Mill. Mark annähernd unverändert geblieben ist. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 454,3 Mill. Mark neu in den Verkehr abgeflossen: der Umlauf an Reichs- banknot en erhöhte sich um 437,4 Mill, auf 37,35,5 Mill. Mark, der an Aentenbank- scheinen um 16,9 Mill, auf 1164,1 Mill. Mk. Für 52,3 Mitt. Mark Rentenbankscheine wurden getilgt, und zwar der auf dem Rentenmark- tilgungsfonds noch bestehen gebliebene Restbetrag in Höhe von rund 49.2 Mill. Mark und weitere 3.1 Mill. Mark gemäß § 7a des Gesetzes über die Liquidierung des Umlaufs an Rcntenbank- scheinen. Die Bestände der Reichsbank an solchen Scheinen sind dementsprechend um 69.2 Mill, auf 7,7 Mitt. Mark zurückgegangen. Der gesamte Zahlungsmittel umlauf stellt sich unter Einbeziehung von ea. 745 Mill. Mark Scheidemünzen und ca. 185 Mill. Marl Privatbanknolen auf rund 5830 Mill. Mart gegen rund 5210 Mill. Mark Ende 1925. Die fremden Gelder zeigen mit 648,0 Mill. Morl einen Zuwachs um 62,7 Mill. Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen stiegen um 72,7 Mill, auf 2350,6 Mill. Mark, und zwar die Bestände an Gold um 25,5 Mill, auf 1831,4 Mill., die an deckungsfähigen Devisen um 47,2 Mill, auf 519,2 Mill. Mark. Die Deckung der Ql o t e n durch Gold allein betrug 49 Proz. gegen 54.8 Proz. in der Vorwoche und 40,8 Proz. Ende 1925, die durch Gold und deckungsfähige Devisen 62,9 Proz. gegen 69,1 Proz. in der Vorwoche und 54.4 Proz. Ende 1925. Dic Wirtschaftslage im Dezember 1 9 2 6. Zu der vom preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe auf Grund von Berichten der preußischen Industrie- und Handelskammern und des Deutschen Handwerks- und Gewerbetages zusammengestellten älebersicht über die Wirtschaftslage im Monat Dezember 1926 wird bemerkt: Der letzte Qiicnat hat die Hoffnung befestigt, daß der Tiefstand als überwunden gelten darf. Gcwih sind noch manche unsichere Fattoren vorhanden, doch lätzt der Stand der Schlüsselindustrien in Verbindung mit der Entwicklung der chemischen Industrie gewisse Hoffnungen für die Zukunft zu. Die automatische Steigerung der Reparationslasten und die Höhe der Arbeitslosenziffer warnen jedoch vor einer üleberspannung der Hoffnungen. Auch die Handelsbilanz der zweiten Jahreshälfte wird Passiv, obwohl das Handelsvertragswerk fortgeschritten ist. Die Kurse erreichten in der zweiten Hälfte des Dezembers den Höchststand in dem Hausse- jahr. ' T e r m i n h a n d e i in den Vorzugsaktien der Deutschen Reichsbahn- Gesellschaft. Wie der DHD. meldet, wurde in der Dienstag-Sitzung des Berliner Dörsen- vorstondcs beschlossen, die Vorzugsaktien der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft vom 18. Januar ab zum Terminhandel an der Berliner Börse zuzulassen, nachdem diese Aktien bisher variabel notiert wurden. Bekanntlich werden in diesem Monat noch am 17. Januar Medio-Kurse notiert, da sich die Liquidation bis zu öie’em Tage hinziehn Kohlenverschwelungslizenz der Rütgerswerke A. G. für England. Wie aus Verwaltungskreisen der Rütgerswerke A. G. mitgcteilt wird, ist das jährliche Ergebnis der an die Spencer-Gruppe übertragenen Verschwelungslizenz aus Umsatz abgestellt. Die Kohlenverschwelung auf Grund des Verfahrens der Chemischen Gesellschaft wird demnächst, und zwar nach enbgültiger Fertigstellung der erforderlichen Betriebsanlagen, durchgeführt werden. Die Rütgerswerke werden an der englischen Gründung stark beteiligt sein. -- Der Geschäftsgang bei den Rütgcrswerkcn wird nach wie vor als sehr gut bezeichnet. In den letzten Monaten haben die Rütgerswerke A. G. sehr große Aufträge für den Teer-Straßenbau erhalten. Cs verlautet ferner, daß mit Oberkoks Verhandlungen über ein Zusammengehen in der Dachpappenfabrikation schweben sollen. * Zunahme der Konkurse in Amerika. Rach den Zusammenstellungen von Brad- street-Iournal stieg die Anzahl der im vergangenen Jahre erfolgten Konkurse von 18 859 im Zahre 1925 auf 20 032 Konkurse im Jahre 1926. Den Passiven von 655 043 000 Dollar standen laut „Prall. Amerikadienst" im Jahre 1926 Aktiven im Werte von 77 615 000 Dollar gegenüber. Frankfurt j*. Frankfurt a. M., 5. Jan. Tendenz: unsicher. An der Effektenbörse war die Haltung gegenüber der freundlicheren Abendborse bereits wieder un- sicher geworden, besonders für die Hauptwerke, die überwiegend schwächer eröffn neten. Es drückten dieselben Geldsorgen, die gestern au starken Abschwächungen geführt haben: auch scheint die Spekulation den Verlaus des heutigen Zahltages abwarten zu wollen. Gut behauptet logen K a l i a k k i e n auf die Erhöhung der Dezem- berprobultion; außerdem wirkt sich auch die Preiserhöhung allmählich aus. Mfdjersleben plus 3 Prozent, Westeregeln plus 2 Prozent. Die Werte des La hm eyer- Konzerns konnten ihre Festigkeit behaupt«i. dagegen Ingen Siemens gedrückt. Süddeutsche Zuckeraktien erholt. Waghäusel plus 2, Frankenthal plus 1 Prozent. Bauaisien unoerän- bert. Schcideanstalt leicht befestigt. Gut behauptet lagen Autoakkien. Petroleumwerte uneinheitlich. Rütgerswerke plus 1, aber Deutsche Erdöl minus 0,5 Prozent. Am C h e mi e in a r k t schwächten sich I.-G.-sarben non 325 auf 322,5 Prozent ab. Der Montan markt wies Kurseinbußen bis 2,5 Prozent auf. Deutsch-Lux minus 1,25 Prozent, Mannesmann minus 1,9 Prozent, Rheinstahl minus 2,5 Prozent. Großbankaktien konnten sich knapp behaupten. Am Anleihemarkt ist bas Geschäft ruhiger geworden. Kriegsanleihe 0,870, Schutzgebiet 17,8. Der Geldmarkt ist wieder leichter geworden. lagesgelb 5,5 Prozent, Monatsgelb für erste Adressen 5,75 bis 6,25 Prozent, für zweite Mressen 7,5 bis 8 Prozent. Im Devisen- verkehr schwächte bie Reichsmark etwas ab, ber Kurs gegen Lonbon stellte sich auf 20,44, gegen Kabel auf 4,21. Paris-London schwächer 123,20. Lonbon-Kabel 4,8550. 3orfcntnne. (Ohne Gewähr.) Damm: 5% Deutsche ReichSanleihe . 4°/0 Deutsche Reichsanleihe . Deutsche ReichSanleihe 3®/e Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Svarprämtenanleihe 4°/0 Preußische Konsols . - . 4° o Hessen.......- . • 3'/3% Hessen 3% Hesse» Deutsche Werth. Dollar-Anl. dto.Doll.-Lchav'Anireisng. , 4n/0 Zolltürken 5% Goldmexikaner Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank. Tarmst. und Naiionalbank . Deutsche Bank DiSkonto Commandit • . Dresdner Bank ....... Metallbant........... Mitteldeutsche Crcditbank. . Ocsteircichische Creditanftalt. Rcichsdank Bochumer Guß BuderaS........... Coro Dcuisch Luxemburg...... (Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpencr Bergbau . . . . Kalkwerte Aschersleben. . . . Kaliwerk Westeregeln..... Laurabültc....... Mannesmann. ....... Mansicldcr. .......... Oberbedars ...» Phönix Bergbau ..... Rheinische Braunkohlen . .. Rheinstahl........... RiebeU Montan. ..... TelluS Bergbau....... Bereinigte Stahlwerke . • • . Hamburg Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd . ... Cheramische Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann Anglo Cant Guano..... Chemische Mäher Älavtu. . . 'Goldschmidt . . . . . . Holrverkohlung I 'S Farben-Jodustrie. . . Rütgerswerke Scheideansralt Allg. EleltrtziiätS-Gesellschaft Bergmann Elektr. Lieferungen...... Vicht und Li rast........ Mainkrastwerke Schlickert Siemens 116 116 145 145... 122 — 124 122 i:4.75 135.75 133.5 135 251 247.25 249.3 199 201 5 198,13 201 ist 183 181,5 111 — — — 151,5 152,25 (51.25 152,25 173,5 175 172 174.25 168.75 168.5 167 — - — 146,5 147 1)0.5 172,5 171 Dl — - 107 — 148.8 151 150,2.5 1.50 75 76.5 324 323.5 (23.75 -23 137.1 140.75 138 Ul 2'.'4.» 205.5 — — 167.75 169.25 167 16b.. 164,5 >6!' 165,7. 162 — .63,75 163,5 129 130 — — 166.15 166.75 1*>5 166.25 202,5 202,5 201.75 202,5 117.5 118 1'5 116.5 86 5 >6.5 W 84 89 59,75 — GO - — — 12 — _ 73 — - 191 — — 124,25 — 121 — 7$ . — 71.5 — — 4.75 — 169,5 174.75 170 173,62 <40 239.5 237 4 .38,25 115,5 118 118 - 142 145 148,5 — Devisenmarkt Berlin -Frankfurt a. M. Telegraphische Auszahlung iOhne ©etoäbr.) Banknoten. 4. Jan. 5. Jau. Amtliche Geld stoti nuta Bviei Amtliche rlotieruna Geld Brief Amst-' IMoii 167,"9 168,51 168,31 (68,73 Bucn-Aircs 1,732 1.736 1,731 1.735 Brss.-Äniw 58,14 58,58 58,49 58,63 Cbristionio. 107.17 107,43 107,19 107.45 .qopenbag.11 (1*2.19 <12.3S 112,22 112,66 Stockbolm . 112,22 112,50 112,34 112,6« ßclfingfotö. Italien. . 10,56 18,8« IÜ,6r 18 9" 10,572 18,77 10.611 18,8l L'onbrm . . :ü,385 .11.438 10,411 20.4b Vkunotl . . 1.21X15 1,2105 16,6t 1,205 4,21. PariS. . . . 16,60 (6.58 16,62 Schwei; . . 81,10 '1.30 81.23 61,4 Spanien. >5.1(1 55,26 »5.00 Japan . . . .054 2.058 2,055 2,059 ‘Siö de Inn Wien in D-- .494 ’. 195 -485 1.48-. Ceft. abgeil »9,23 »9,37 »9,27 59,41 Prag .... 12,438 <2,478 '2.45 12,49 Bclirad • 7.407 7.427 7.407 7.427 Dudapell - 73,50 73,69 73.58 73,76 Salo arten .1,038 »,048 >,638 1,048 l-'ifiabon -1,525 1.57' .1,525 21,575 Danüg. . . 81,4" 81,69 81,49 1,6" Konstantin. 2.113 .121 2.117 2,125 Silben. . 5,31 5,33 5.31 5.33 Canada 1.191 1.201 4.195 1.205 Uni uati l.2.> 1.26 4.245 1,255 Cairo -D.899 20.951 20,915 .0.971 Berlin. 4 Jan Geld Briet Amcnlaniiche Note»..... 1,179 1,199 belgische Noten . . ..... 58,30 58 fil1 Täiitlche Noten ....... 111,77 112,33 Tnglische Noten..... . . 20,35 20,45 Französische Noten ...... 16,58 16,66 Holländische Noten .... 167.68 168.52 Italienische Noten...... 18.81 18,91 Norwegische Noten..... 1(16,94 107.46 Dcut'ch 4 Prozent. Im Devisenverkehr lag das englische Pfund sehr fest, gegen London gaben Paris auf 123,20, Mailand aus 109, Brüssel (Belga) auf 34,91, Madrid auf 31,45 nach. London-Kabel 4,8547. Die Reichsmark stellte sich gegen Kabel auf 4,21. Frankfurter Gctrcivc fe. Frankfurt a. M., 5. Ian. Es wurden notiert: Weizen. Wetterauer, 29 bis 29,25; Roggen, inländ., 24,50; Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 26,50; Hafer, inländ., 19,50 bis 20; Mais (gelb) 18,50 bis 19; Weizenmehl, inländ., Spezial 0. 40,75 bis 41.75; Roggenmehl 35 bis 36: Weizenlleie 11,75 bis 12; Roggenkleie 12 Tendenz: Flau. Berliner Produkter^orsc. Berlin, 4. Ian. Im Gegensatz-zum Früh- verkehr übten an der Mittagsbörse die etwas ermäßigten argentinischen Offerten einen empfindlichen Druck auf den Weizenmarkt aus, obwohl Rordamerika und Australien nur unwesentliche Veränderungen meldeten. Prompter Inland- weizen ist unverändert hoch offeriert, aber nur zu recht ermäßigten Preisen unterzubringen. Im Lieferungshandel wurde der März 2 Mark, Mai 2.50 Mart und Juli 1,50 Marl niedriger. Gegenüber dieser Verslauung zeigte Roggen sich ziemlich widerstandsfähig. Die hiesigen Mühlen bekunden weiter umfangreichen Bedarf, so daß das schwache Angebot Deckungen recht schwierig gestaltete. Futtergetreide in guten Sorten gefragt, sonst vernachlässigt. Mehl still. Bon sonstigen Artikeln noch Speise-Hülsenfrüchte gefragt. Es notierten per 1000 Kilo: Weizen, märt., 264 bis 267; Roggen 233 bis 238; Sommergerste 217 bis 245; Wintergerste 192 bis 205; Hafer, mark.. 178 bis 188; Mais (loko Berlin) 186 bis 188; per 100 Kilo: Weizenmehl 34,75 bis 37,75: Roggenmehl 33 bis 34,75; Weizenlleie 13,25 bis 13,50; Roggenkleie 12 bis 12,25; V.ktoriaerbsen 51 bis 61; kleine Speiseerbsen 31 bis 33; Futtererbsen 21 bis 24; Peluschken 20 bis 22; Ackerbohnen 21 bis 22; Wicken 22 bis 24; Lupinen (blau) 13,50 bis 14,50; Lupinen (gelb/14,50 bis 15; Serradelle (neu) 22,50 bis 25; Rapskuchen 16,40 bis 16,50; Leinkuchen 20,80 bis 21,20; Trockenschnitzel 9,90 bis 10,10; Soyaschrot 19,10 bis 19,80; Kartoffel' flocken 28,50 bis 29 Mark. Büchertifch. — Reichls Bücherbuch. 17. Jahr. Sjtio Reichl Berlag Der Leuchter, Darmstadt 1926. Der Verlagskatalog wird eröffnet durch einen Leitaufsah von Professor Paul Tillich, gibt einen ileberblid über die Tätigkeit des Vrrlliges uni) seine Reuerscheinungen und bringt überdies eine Reihe von Lichtbildern seiner bekanntesten Mitarbeiter. — „Das Theater" (Verlag Berlin W 9), eröffnet seinen achten Jahrgang mit bem ersten Januar-Heft, bas zum größten Teil einer umfaffenben unb aufschlußreichen Gesamtbarstellung ber Arbeit aller Hamburger Bühnen geroibmet ist. Die prägnant geschriebenen Aufsätze von Schaub, Müller Rastati und Hans Bobenstebt erfahren eine instruktive Ergänzung burch mehr als 60 Aufnahmen ber Hamburger Bühnenleiter, führenber Künstler, szenischer Entwürfe unb von zahlreichen wichtigen Premieren ber letzten Zeit. Reich illustriert ist auch ber Wiener Brief, ber über bie letzten Theaterereig- nisse an ber Donau berichtet. Aus bem übrigen Text-, teil seien Aufsätze von Dr. Oskar Gurtrnann über Mozarts „Don Juan" unb ein Aufsatz von Freb A. Angerrneyer über „Anbrö be Sorbe" hervor- gehoben. Der amüsante unb einfallsreiche Mobenteil Des Heftes entführt bie ßeferin bereits an bie südlichen Gestabe. Letzte ’Jtachridhten. Tcr erste Tote von Dausenau gelandet. Bad Ems, 5. Ian. (WSR. Drahtmeldung.> Gestern vormittag gegen 12 Uhr wurde als erster der bei dem Ünglück am 20. Dezember Ertrunkenen die Leiche dcs Rammeisters W. Roth aus Waldaschaff bei Aschaffenburg in der Rähe der staatlichen Versandthalle aus der Lahn geborgen. Die Leiche hatte etwa drei Meter tief aus dem Boden gelegen, in etwa vier Meter Entfernung vom Ufer. Die Lüche wurde durch Absuchen des Flußbettes mit Stangen gefunden. Man hofft auch die anderen Leichen oberhalb der Fundstelle zu finden, da der ertrunkene Meister am weitesten abgetrieben war. fff \ 1 UM A .^aW1 9*"”’ "S', p«. Gewalt t'lRÄf für »i-i-» fenfi einen 2usi ^.Widersachern „u .u Hilfe gekoM'w Ag Sahen ®tr M S jJniniM Za le JUtn aebwchen, um fc’ÄT* lienmg am Herzen N Drehungen zu de »slM. lüg! ober das le deutschen Volle g? lie die Herstellung Mailichen Verhaltn |idt KrvlodilSttänen h Itn Einvernehmen KtjirJa schon öfter ve dilft das rührsame ocha smkeil erheblich ein. Minister Zalesli l smmenhange vor wer svlenseindUchen tat M deichen B\4ung au) d e Ha i tollen beiden Lönl bllSlelbe, nur in gesagt. Wohlweislich Sähen her Herr Mn kft'fi, welcher 2lrk Ballen pofenfdntfidjen leite leien. 3n Pari »a'urlich wohl verstand! ms auf neue angeblich reiche Rüftungsvorbi pr firieqe gegen lieben also die in de< h 1F Gruben. Elt . to Je, rNt auf bcö fc> Lk|4 |0([ J d Ra; U"«, 2*166, °n< bah 0 eine qj tufienommenon Terhon lestigungen im 0 Iciitc Echwierigfeiten gen jedoch die Mia Wau einander in die M) daraus, daß an i |Krr ßaleffi feine hruck fccll Joch und der fr ss''ben Oltfildn und V militatiftil(f);n I der Aachtveiz veü bes Ahcinlandrz L^unde ^tanfr BWcrt werden mi||e, »es , 6tun o6et f,,. b-t°n, die gt [ &re4if1einS, * £ kZLkT ^vstobn chü'ren 2 Mö» * ft fern S ^ntport aus rird, unb 2,t6c6tlf! ftfterS nÄlb öie Obrere • Ott JfJW. ai »:rrrich^° ü[ ?• mit Wstn mi* SrO DM HÄKs