Nr. 53 Erster Matt 177. Jahrgang §rettag, 4. März 1927 Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Pol|d}cfle«io: Srawft*ri am moiN 11686. vntck »Ab Verlag: VrLHI'sche UlltversilLlr-vuch- mb Stdiöridcrti R. lange Ix Gießen. Zchrtftleitnn, und Geschästrrtele: Zchlllffraße r. Ericheinl tflghd), outet Sonntags und JJtiertag» Beilagen Elehener ^am dien blätter f>ntL) bedauert, daß auch Dr. Schreiber sich so pointiert dahin ausgesprochen hat, daß der Beamte sich zur republikanischen Staalsform bekennen müsse. Minister Külz hat zwar tm vorigen Jahr zunächst ein Bekenntnis zur Staats form gefordert, nachher aber auf meinen Einspruch diese Forderung ausdrücklich fallen lassen und lediglich ein innerliches Bcrbunbenfein mit dem Staat verlangt. Unfcre Stellung ist in der offiziellen Rede unseres Fraktionsführers Grafen Westarp zur RegierungSerllärung offen dargelegt worden, ohne daß sie bei den Regierungsparieien beanstandet worden wäre. Weiß man nicht mehr, wieviele monarchische Beamte und Offiziere zur Rettung des republikanischen Staates I h r Leben gelassen haben? Die Forderung, daß nur geprüfte Republikaner Personalreferenten sein dürfen, müßte das ekelhafteste Angeber- tum zur Folge haben. Angenommen wurde ein Antrag der Abg. Harmont) und Sch:nidt-Stettin (Sn.), worin die Reichsregierung ersucht wird, die Einstufung der ehemaligen e 1 f a h - l o t h r i n g i - schen Beamten in die Reichsbefol- dungsordnung einer Rachprüfung zu unterziehen. Weiter wurde eine Entschließung des Abg. Stcinkopf (Soz.) angenommen, worin die Reichsregierung ersucht wird, dafür Sorge zu tragen, daß an den Grenzen des Deutschen Reichs Grenzfähle mit den verfassungsmäßigen Hoheitszeichen und den Reichsfarben aufgestellt werden. Beim Kapitel des ReichSgesundheitSamts wurde angenommen eine Entschließung des Abg. Dr. Schreiber (Zentr.), die Reichsregierung möge der Bekämpf ung der Lupuskrankheit erhöhte Aufmerksamkeit widmen, im besonderen der Förderung der wissenschaftlichen Literatur und der Frage der Errichtung von Landheimen nähertreten. Die Gtatskapitel deS Reichsgesundheilsamts und der physilalisch-technischen Reichsanstalt wurden mit Ausnahme der Personaltitel vom Haus- haltsausschuß genehmigt, ebenso die Etatstapitel für das Reichsarchiv und die Etatskapitel über die LandeSvermessung. Weiterberatung Freitag. Die Beamlenvertreter beim Neichsfinanzminister. Berlin, 3. März. (X1L) Das Reichs- fenanzministerium gibt bekannt. Der Herr Reichsmini st er der Finanzen empfing heute die Vertreter der De am. en und Behördenangestellten, die ihm ihre Wünsche vortrugen. Der Minister nahm zu den einzelnen Fragen kurz Stellung, insbesondere erklärte er sich unter Hinweis auf seine Ausführungen im Reichstage bereit, die Vorarbeiten für eine Gesamt- reform der B e a m t e n b e s o l d u n g sofort in Angriff zu nehmen, damit diefe in Kraft gesetzt werden könnte, sobald die Wirtschaftslage es gestattet. Der Wohnungsgeld- zuschuß wird mit Rücksicht auf die am 1. Avril dieses Jahres bevorstehende Erhöhung der Miete entsprechend erhöht werden Beamtenschaft und Achtstundentag. Berlin, 3. Mör^ (Dolfs.) Der Allge« meine Deutsche Beamtenbund ist der Ansicht, daß für die Beamten die gleichen Boraus- setzungen wie für Arbeiter und Angestellte zutresfen und baß daher der Acht-Stunden-Tag bei den Reichs«, Staats« und Korn nfu n al« behörden und bei der Reichsbahn durchae- führt werden muffe. Der Allgemeine Sfuijd>e De- amtenbunb erklärt, daß er kn Kampf um die achtstündige Arbeitszeit Schuller an Schulter mit den anderen Gewerkschaften stehen mürb., daß aber die Regelung der Dienst« dzw. Arbeitszeit für den Beamten nur auf dem Wege des Beamten- rechtes festgelegt werden formt. Der Reichs« minister des Innern empfing gestern die 'Beamtenoraanifationen. um mit ihnen Fragen des Beamtenrechts durchzusprechen. Dabei nnir.', ^ich auf die Schwierigkeit einer einheitlichen Diea'izeit regdung hingewiesen. Die Deanitenoraanlsafonen wollen auch mit der Reichsbahn in SÄrbinb.ing treten, um dort die Forderung nach einheitlicher Regelung der Dienstzeit zu traben. In den nächsten lagen dürften bereits entsprechende Anträge dein Verwaltungsrat der Reichsbahn zugehen. Das Reichskonkordat. (Eigener Bericht deS .Gieß. Aaz.") Berlin, 3. März. Die Frage deS Ilb- schluffeS eines Retchslonkordats ist gestern im HauptauSschuh des Reichstages durch den Abgeordneter Dr. k ü I a angeschnit'.en worden, und zwar besonders hinsichtlich der Zuständigkeit deS Reiches. Die Aussichten für ein Reick>skonkordat wurden von dem ehema. en Reichsinncnminister ctlS wenig günstig hingestellt, denn ein ÄeichSkonkordat würde ent- weder inhaltlich verfassungSandernd fein und eine Zweidrittelmehrheit des Reichstages nötig machen oder aber eS würde weite, nichts als eine Wiederholung der in der Verfassung bereits vorhandenen Bestimmung sein. In beibcn Fällen würden Erörterungen einfeyen. die nicht ohne kulturpolitische Spannung bleiben lonr.tcn und das Zustandekommen des Reichsschul- gesetzeS, um daS sowieso schon ein heißer Kampf entbrennen wird, nur hemmend bee n- fluffen. Auch von einer anderen Seite ist gestern die Frage der Beziehungen bet Reichs zum Vatikan aufgeworfen worden. Die erste Versammlung deS durch den ehemaligen Hofprs^ger D. Doehring inS Leben gerufenen Luther- bundeS war eine Kundgebung gegen das „römische Konkordat". Der große Saal in «c Shausseestraße war bis auf den letzten Platz besetzt. Als erster Redner sprach D. Dochring, der u. a. erklärtem Wenn wir uns gegen das römische Konkordat wehren, wehren wir uns gegen den Papst. Da daS Konkordat ein Vertilg mit völkerrechtlicher Gelluna ist. verankert der Papst damit seine Machtstellung in Deutsch' '-'.d und Preußen auf eine Weise, die für das B" wußtsein der evangelischen Bevölkerung unerträg- lich ist. Die .Germania", die sich mit den Ausführungen Doehrings eingehend kritisch beschäftigt. betont vor allem, daß daS Konkordat m.cht nur vorn Papst angestrebt werde, wie cs Herr Doehrina betont, sonder auch von den deutschen Katholiken. Pflicht deS Papstes sei es. daß auch in Deutschland wie anderSwo dem Katholizismus eine gesetzliche Lage geschossen werde, in der er sich gedeihlich entwickeln könne. Preußen und das Konkordat. Berlin, 4.Rlärz. (Priv.-Tel.) Die Vorbesprechungen über den Abschluß eines Vertrages zwischen dem Päpstlichen Stuhl und dem preußischen Staat sollen zu einer gewissen Klärung geführt haben. Rach Auffassung des preußischen Staates müsse eines der Hauptziele der Ber- tragsverhandlungen darin gesehen weiden, daß die preußische Regierung ein Mitwirkungsrecht bei der Ernennung der Bischöfe erhÄt, da besonders an der östlichen und weltlichen Grenze Preußens den Bischöfen hervorragende politische Bedeutung zickomtne. und zwar vor allem deshalb, weil die Grenzen der bischöflichen Diözösen nicht mit der Reichsgrenze zusammenfallen. Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 3. März. Der Finanzausschuß deS Hessischen Landtags trat heute in die Spezialberatung des Staatsvoranschlags bei Kapitel 1 i Forsten und Kameralgüter in Fvrstverwaltung» ein. Es liegen hierzu mehrere Anträge und Vorstellungen ihauptsächlich der Kommunisten) vor. Abg. G a l m (komm.) und Genossen beantragen u. a. die Enteignung des dem ehemaligen Graßherzog gehörenden Vermögens. Die von den Zorsträten sefther gehaftete Arbeit soll von den Forstmeistern bzw. Oberförstern übernommen und die dadurch erzielten Erlparnisse zur Auf- befferung der Löhne der Forstarbeiter verwandt werden. Die in Regie ausgeübten Jagden sollen off entließ versteigert werden. Sämtliche finanziellen und fachlichen Zuwendungen an das ehemalige großherzvglichr Haus sollen eingestellt werden. Pachten für das in Einzelparzellen Der» pachtete Domanialgelände sollen um 23 Prozent ermäßigt werden. Eingaben des Hessischen Wald- belitzerverbandes und des OberbürgermeifterS der Stadt Darmstadt, des Bürgermeisters der Stadt Bensheim ufto beschäftigen sich mit den Be- angeführt, über die leiten wird der neue Der Schutz deS Rbeinlandabkommens und M Londoner Amnestie konnte nach Ansicht deS richtc-s den Angeklagten nicht zugute komme» die Strafe nicht annehme. Wegelagerer. Auf einer Chaussee nach 2 ü t e r b o g wurde der Kraftwagen zweier Berliner Bankiers durch zwei über die Chaussee geworfene Bäume zum Halten gezwungen. Drei, junge Burschen, die aus dem Unterholz heraussprangen, zwangen die Insassen mit gezogenem Revolver zur Herausgabe deS Geldes und der Wertsachen und verschwanden dann im Dunkel deS Waldes. Es gelang einem Landjäger auf dem Bahnhof Riedergörsdorf, die drei Räuber zu verhaften. Bel lebendigem Leibe verbräunt. In Klein-Rühden (Hannover) wurde die Frau eines Schachtarbciters vollständig verkohlt aufgefunden. Die an Rheumatismus leidende Frau muh in der Rächt dem Ofenfeuer zu nabe gekommen und dabei bei lebendigem Leibe verbrannt sein. Drei Kinder im Rauch erstickt. In R o g a s e n (abgetrenntes deutsches Ostgebiet) legte die Frau eine- Arbeiters, bevor sie zur Stadt ging ein Kissen auf di< Pfanne des eisernen Ofens. DaS Kissen sing Feuer und die drei Kinder im Alter von il.2, 2VZ und 5x/2 Jahren erstickten in dem entstandenen Rauch. Drei Schulmädchen vom Ertrinken gerettet. Auf der schon morschen Eisplatte der Heidenaab bei Zintlhammer in der Oberpfalz brachen vier Schulmädchen ein. Auf ihre Hilferufe eilte der Maurermeister Aenzer herbei und rettete drei Mädchen. Die zehnjährige Maurermeisterstochter i P ruh schenk konnte nur noch als Leiche geborgen werden. Große Ueberschwemmungen in der Ukraine. Die Stadt Charkow ist durch eine furchtbare äleberschwcmmung heimgesucht worben. Die ukrainische Regierung hat grobzügige Mahnah- men zur Rettung der Bevöllerung und ihrer Habe getroffen. In den letzten Tagen sind zwei- unddreibig Personen in den Stromfchnellen des Dnjpr ertrunken. Die jüngste deutsche Großstadt. Aus aller Welt. Hrdrutschkatastrophc auf Korsika. Aus Corte auf Korsika wird gemeldet, daß der Ort Bisinchi zusammengestürzt ist. Die Bevölkerung verläßt fluchtartig ihre Wohnstätten. Die Bewohner des Rachbarortes wurden zur ersten Hilfeleistung von den Behörden mobilisiert. Ueber die näheren Gründe des Zusammensturzes ist man sich noch nicht klar. Man befürchtet, daß es sich um einen Erdrutsch handelt, ähnlich dem von Roquebillieres bei Rizzo. Bisinchi zählt etwa 600 Einwohner. Da ein großer Tell von ihnen nicht mehr aufzufinden ist, verbreitet sich die Schreckensnachricht, daß zahlreiche Tote unter den Trümmern liegen. Der Präfekt und Unter- präfekt von Corte sind mit einem starken Gendarmerieaufgebot nach Bisinchi abgereist. Dos gerichtliche Rachspiel zur Rosenheimer Eisenbahnkotastrophe. für Frankreich. Rußland und Italien. Renaudel schloß mit den Worten: .Wenn jetzt die Kommunisten weiter uns Sozialisten zum Dorwurf machen, daß wir ebenso wie Rußland für die Sicherheit unseres Landes Dorsorge treffen, dann behalten wir uns das Recht vor, ihnen einige Fragen zu stellen. Wir werden die Kommunisten noch den Gründen fragen, weshalb Rußland der Reichswehr Waffen geliefert bat." Der Berichterstatter, der sozialistische Abg. Paul-Doncour. stellte fest, baß sich die Lage für Frankreich im Dergleich zu 1914 gebessert habe. Frankreichs Stellung sei sicherer, weil nicht mehr deutsche Regimenter in den Kasernen von Metz und Straßburg lägen und weil die freiwillige Llnterzeichnung der Abkommen von Locarno die natürliche Grenze Frankreichs und die Entmilitarisierung de« linken Rhe:uufers sichere. Auf den sozialistischen Kongressen habe er immer von der Revolution als Gegenmaßnahme gegen die Mobilisierung sprechen gehört. Er habe in dielen Fällen immer geantwortet, daß eine derartige Revolution daS unvermeidliche Ergebnis haben würde, die l i b e r a l st o Ration, nämlich die. die sich ergeben würde, unter das Joch der imperialistisch- st e n und militaristischsten zu bringen. Alsdann hob Paul-Doncvur den Wert des Artikels 2 des Entwurfs hervor, der festsetzt, daß die nationale Mobilisierung angeordnet werden könne entweder im Falle eines offenkundigen Angriffs, oder in den durch das Dölker- bundsstatut vorgesehenen Fällen. Die Erfahrung des letzten Kreiges. so schloß Paul-Boncour, habe gelehrt, daß das Hauptunterpfand des Sieges die Ausrüstung in Friedenszeiten sei. Frankreich möge sich dieser Aufrüstung in Friedenszeiten bedienen. Es möge aber auch bereit sein, diese Ausrüstung in eine Ausrüstung der nationalen Derteidigung umzuwandeln. darin einig, daß die definitive Lösung der Langerfrage nut auf einer Viererkonferenz mit Einschluß Englands erfolgen könne. Das „Popolo d'Italia" gibt dem ^emps, der davon gesprochen hatte, daß das Ergebnis wnen 'das Le der Tangervorbesprechungen England hätte nach- | kannte träglich vorgelegt werden sollen, dahin^ . eine scharfe Antwort, ferne Entschließungen über Mittelmeerfragen könnte ohne Italiens Zustimmung getroffen werden. Die Antwort im »Pvpolo d'Italia" dürfte von Mussollni flammen und muß als ein Monitum an die Adresse Frankreichs und Englands gewertet werden. Sie schließt damit, daß Italien als erste Mittelmeermacht in Tanger mitzusprechen hätte. Sie läßt durchblicken, daß Italien vorläufig Spaniens Tangerforderungen als Gegenmittel gegen die französische Vorherrschaft im Mittekmeer unter st ühen würbe. Die Stadt Hagen hatte bereits am 10. Oktober v. I. 100 198 Entwöhnet. Hiervon sind 51239 Personen weiblich und 48 959 männlich Liese sestgestellte Einwohnerzahl entbehrt jedoch einer sicheren Grundlage, weil die Haushaltung-» listen nicht alle einheitlich und in einem Sinne, sondern je nach Auffassung der Haushaltungs- odrstände ausgefullt worden sind Das Urteil im Düsseldorfer Regieschieberprozeh. Im Remeschieberprozeß wurve der Haupt- angellagte Koch zu zwei Jahren und einem Monat Gefängnis sowie fünf Jahren Ehrverlust verurteilt, der Kaufmann Küppert au6 M -Gladbach wegen fortgesetzter Hehlerei zu sieben Monaten Gefängnis. Zwanzig der Angellagten wurden zu Gefängnisstrasen biS zu zehn Monaten verurteilt. Gs wurde festgestellt, daß französische Offiziere an den Diebstählen auf dem Bahnhoi Derendorf beteiligt traten. Frankreichs nationale Verteidigung. Der Gesetzentwurf zur Reorganisation des Heeres. Paris, 3. März. (Wolff.) Die Kammer hat heute vormittag die Diskussion über die allgemeine Organisation der Ration für Kriegszeiten begonnen. Der der demokratisch-republikanischen Linken angehörende Abg. Fabry führte anS, der Entwurf lege Zeugnis von einer voll- fommenen Einheit bei der Organisierung der Rationalverteidigung ab. Er sei der Ansicht, | daß man in Zukunft noch viel weiter gegen müsse. I Die Ministerpräsidentschaft müsse das wirkllche Verteidigungsministerium werden, von dem Marine, Heer und Luftschisfahrt abhängen werden. । Deutschland sei zunächst in gewissem Maße entwaffnet. Cs habe sich aber sehr ernste militärische Mittel erhalten, und alle mit Deutschland über dessen Entwaffnungsverfehlungen abgeschlossenen Abmachungen böten Ursache, Meinungsverschiedenheiten bestehen zu lassen, gleich, ob es sich um die Schutzpolizei, um die Geheimverbände oder um die Festungen handele. — Der radikale Abgeordnete M e u n i e r erklärte, 1870 hätten sich die deutschen .Heere auf französischem Gebiet weniger grausam gezeigt als 1914—1918. Abgeordneter Meunier fragt, ob im Falle eines neuen Angriff - die Räumung des Gebietes, auf das sich der Einfall erstrecke, ~ durch die Zivilbevölkerung fakultativ oder obligatorisch angeordnet werde und welche zivile oder militärische Autorität diese Räumung anordne. Kriegsminister Paln le vs antwortete darauf, er könne die Versicherung geben, daß die von Meu- vier aufgeworfene Frage vom Obersten Rat für die nationale Verteidigung ernstlich studiert worden sei und daß entsprechend den Ereignissen verschiedene Lösungen ins Auge gefaßt worden seien, die Bevölkerung vor den Schrecken des Krieges zu bewahren. Der unabhängige Abgeordnete Ferdinand Faure wandte sich dagegen, daß man nach dem Kriege von 1914 bis 1918, der doch der letzte habe sein sollen, noch neue Kriege ins Auge fassen könne. Rach- mittags wurde mit der Einzelberatung des Gesetz entwurss über die aUacmeinc Organisierung der Nation für die Kriegszett begonnen. Attikel 1 siebt vor, daß alle Franzosen ohne Unterschied des "Zu* lers und des Geschlechts an der Detteidigung des Landes und der Aufrechterbaltung des materiellen »nd moralifdxn Lebens teilnehmen müssen. Der sozialistische Abg. Renaudel crflärte hierzu, es sei leicht, den Krieg zu verdammen, aber schwierig, Mittel zu seiner Verhinderung anzugeben. Gr glaube, den sozialistischen Ten- deirzen treu zu bleiben, wenn er den Entwurf unterstütze. Renaudel trat für die internationale Entwaffnung ein. Das Entwaffnungsproblem gelte nicht nur für Deutschland. I sondern auch für alle anderen Länder, auch hen nach Berlin und in drei Stunden und zwanzig Minuten nach Hamburg zu kommen. Hier feien nur diese beiden Beispiele Dielen anderen Möglich- Flugplan Auskunft geben. sörsterungsbeiträgen für 1925 und 1926. Wetter liegen Anträge von ZentrumSabgrordneten vor, die auf die Kameralgüter und auf die Pacht fiskalischer Grundstücke Bezug nehmen. Ern Teil der Anträge wurde besprochen, Abstimmungen sanden noch nicht statt. Die Hauptverhandlung und die Abstimmung wurden auf morgen (Freitag) vertagt. Die Krife in Mecklenburg. Eigener Bericht des Gießener Anzeigers. B e 11 i n, 3. März. Mecklenburg macht wieder einmal von sich reden. Längere Zeit hindurch hat man erfreulicherweise von die'ern Teilglled des Deutschen Reiches, das während einer Reche von Jahren durch heftige politische Kämpfe und eigenartige Rückfälle nicht in die Wesensart der Vorkriegszeit, sondern etwa diejenige de^ friöe- rizianischen Zeitalters, die Aufmerksamlett auf sich gelenkt hatte, nichts mehr gehött. Seitdem vor annähernd Jahresfrist die Rechtsmchr- fielt deS Landtags durch Reuwahlen gebrochen war, hatte die Linkskoalition unter dem Ministerpräsidenten Schroder, bestehend aus Sozialdemokraten und Demokraten, die Geschäfte geführt. Zwar war diese Regierung eine M i n d e rh e i t S k o a l i t i o n, der ein paar Stimmen an der absoluten Mehrheit fehlten, aber im Vertrauen darauf, daß die übrigen Parteien aiis so heterogenen Elementen wie dem deutsch- national^ölkisch-volksparteilichen Rechtsblock den Kommunisten und den Wirtschaftspattettern be- standen. hatte man diese einzig mögliche Regierung gebildet. Sie hatte bisher Bestand dadurch, daß die Wirtschaftspartei ohne Bindung in der Regel mit der Regierungskoalition stimmte oder sich wenigstens der Stimme enthielt. Run ist über die Abstimmung zum Haushaltsplan die Regierung neuerdings zu Sali gekommen. dadurch, daß sich sämtliche außenstehenden Parteien nicht nur zur Ablehnung des Budgets, sondern auch zu einem Mißtrauensvotum vereinigten. Die Wirtschaftspartei ist dabei wohl durch einen gewissen Druck von rechts und durch Versprechungen in bezug auf die Be- fürtoortung ihrer Ziele von der Opposition gewonnen worden, die der deutschnationale Abgeordnete Dr. von Oerhen führt. Immerhin gewährt es ein wenig erfreuliches Bild, wenn man nur um der Opposition willen einen Regie- ungssturz herbeiführt, zu dessen Erreichung man sich auf der Rechten mit den Kommunisten verbündet, wie das hier der Fall war. Was nun in Mecklenburg werden soll, ist vollkommen unklar. Denn zur A u f 1 ö s u n g d e s Landtages gehört ein Beschluß mit Zweidrittelmehrheit, d. h. mit einem -L-eilder Stimmen der jetzigen Regierunyskoalition. Oyne Landtagsauflösung ist aber keine andere Mehrheitsbildung denkbar, eS fei denn, man verstünde sich zu einer so grotesken Verbindung, tote sie sur dieses Mißtrauensvotum mit negativen Zielen herbeigefuhrt wurde. Verschiedene kleine Lander haben in letzter Zeit Zerrbilder deS Parlamentarismus geliefert, die allerdings nicht geeignet sind, diesen beim deutschen Volke populärer zu machen. Der Versassungskampf in der Studentenschaft« Berlin, 3. März. (Priv.• Tel. des G. A.) Nachdem es nach den Vereinbarungen zwischen dem Preußischen Kultusminister und den Vertretern der Preußischen Studentenschaften so ausgesehen hatte, als würde es zu einem Frieden in dem Kampf um die Verfassung der Deutschen Studentenschaft kom- . men. Diese Hoffnung fiat sich als trügerisch erwiesen, denn an einer ganzen Reihe von Universitäten l haben die Anhänger des Rasicnprinzips es durch, gesetzt, daß ihre Vertteter bei den Verhandlungen F mit dem Kultusminister desavouiert wurden. Die Studentenschaften an den Universitäten Kiel, '' Halle und Königsberg haben Resolutionen gefaßt, in denen sie unter verschiedenen Begründungen erklären, daß sie die Unterschrift ihrer Vertteter unter dem Kompromiß nicht anerkennen Es bleibt abzuwatten. welche Schritte nunmehr Kultusminister Dr. Becker ergreifen wird. Aus der Provinzialhauptftadt. Dießen, den 4. März 1921. Das Flugzeug als Verkehrsmittel. Ein alter EoupletverS lautet: .Der Geld hat, kann in'n ZirkuS ge8*n. Wer keins hat. muß durch die Ritzen seh'n.* Aus das Derkehrwesen umgedichtet kam» man sagen: .Wer Geld hat. kann im Flugzeug fliegen. Wer keins hat. muß auf der Erde kriechen." Die Zirkusse, die ihren Besuchern ettoai bieten, sind stets gut besucht, selbst, wenn sie hohe Preise nehmen, und mit den Flugzeugen wirds ebenso gehen, denn sie bieten ihren Benutzern unendlich viel, jedenfalls viel mehr als der beste Zirkus. Wenn wir einmal von dem unvergleichlichen Genuß absehen wollen, den ein Flug bietet und den kein anderes Beförderungsmittel auch nur annähernd zu bieten vermag, wenn wir gar nicht berücksichtigen wvllen, waS man auf einem solchen Flug in gevgravhischer. landeskundlicher und rneterevlogifcher 'Beziehung lernt, so ist allein schon der Zeitgewinn, den man durch die Benutzung des Flugzeuges erzielt, ein ganz gewaltiger und für unsere Geschäftswelt, für die doch Zett Geld bedeutet, von allergrößter Bedeutung. Zwischen dem .Fliegen" und dem .Kriechen" gibt es aber noch eine ganze Anzahl anderer Fortbewegungsmöglichkeilen, z. B. das Radfahren, das Motorrad- bzw. Autofahren, daS Fahren mit den verschiedensten Arten von Zügen usw. Keines hat bisher das andere verdrängt. Jet* dieser Bewegungs- und BeförderungSmögUch- feiten besteht neben der anderen, und alle dies« Arten werden auch in Zukunft nebeneinander bestehen können. Reuerdings ist auch da» Flugzeug in die Reihe der Beförderungsmittel getreten, und es gibt keinem der seither schon bestehenden etwas nach, übertrifft fie vielmehr alle an Schnelligkeit und erfüllt damit eine zeitgemäße Forderung. Während der Flugplan deS vergangenen Jahres Gießen nur mit Frankfurt a. M. und dann auch mit Kassel verband, hat der diesjährige eine ganz wesentliche Verbesserung gebracht: wir haben den Anschluß an bi« großen Strecken erhalten, speziell nach Rorden und Süden Je größer die Strecke ist, die man au benutzen vermag, um so größer ist der Zeitgewinn und damit auch der finanzielle Ruhen. Um den Zeitgewinn, den daS Flugzeug im Vergleich zu den hauptsächlichen anderen Beförderungsarten bietet, sinnfällig vor Augen zu führen, sei die nachstehende Skizze gegeben Sie zeigt, WaS man in etwa vier Stunden von Gießen au» erreichen kann Der Gedanke, über SamStag und Sonntag einmal nach Rorderneh fliegen zu können, ist doch recht nett. Ganz besonders reizvoll dadurch, daß hie Hin- und Rückreise Im Flugzeug (je 3' » S t u irden) zweiselloS schon an und für sich ein Hochgenuß ist. Aber erst in zweiter Linie dient daS Flugzeug zu Vergnügungsfahrten, genau wie die anderen Fortbewegungsmittel auch. In vielen Fällen wird der Geschäftsmann die verhältnismäßig flehte finanzielle Mehrbelastung gerne tragen, wenn er sich dagegen den ungeheuren Zeitgewinn vor Augen führt. Ist eS doch schon heute möglich, in vier Stunden und dreißig Minuten von Gie- 3m Prozeß gegen den Lokomotivführer A u b e l e, der im Sommer vorigen Jahres den Personenzug t Entgleisung bei Rosenheim 28 Per- .......Leben kostete, wurde der Angeklagte zu ___f'f. । 5 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 3 Monaten Untersuchungshaft oerutteilt. In der Begründung wird ausgefühtt, daß das Gericht die Uebeneugung gewann, daß das Signal, das auf Halt stand, von Au b e l e ü b e r f a h r e n wurde. Er habe dabei fahrlässig gehandelt. Es haben aber dabei Umstände mitgespielt, die, wenn sie nicht eingetreten wären, nicht derartige bedauerliche Folgen nach sich gezogen hätten. Diese Tatsache wurde beim Strafmaß berücksichtigt. Es wurde daher auf eine milde Strafe erkannt. Aubele erklärte, daß er Danzig greift zur Selbsthilfe. Vorläufiger Verzicht auf die Völkerbunds» anleihe. Der Senat der Freien Stadt Danzig Hai dem Völkerbünde eine Denkschrift über den Stand der Verhandlungen zur Durchführung der Empfehlung einer Völkerbundsanleihe vorgelegt. in der es heißt: Rachdcm die Regierung der Freien Stadt Danzig sich die größte Mühe gegeben hat, sämtliche Forderungen des Finanz- komitees des VölleichundeS zu erfüllen, ist es trotz erheblicher Opfer nicht möglich gewesen, eine Einigung zu erzielen. Bei dieser Sachlage muß der Senat der Freien Stadt Danzig bitten, daß die erneute Prüfung dieser Fragen durch die Organe des Völkerbundes bis auf neue Anregung von Danzig aus von der Tagesordnung a b g e - seh t wird Der Senat ist aber jederzeit bereit, die Verhandlungen fortzuführen und willens, sie möglichst bald zu einem Abschluß zu bringen, welcher den berechtigten Interessen der Freien Stadt entspricht. Der Senat glaubt ferner bei dieser veränderten Sachlage, nunmehr alle Versuche unternehmen zu müssen, um durch Prolongation der schwebenden Ver- pslichtungen und durch energische Sparmaßnahmen sowohl wie möglichste Cinnahme- fteigerungen und durch sonstige geeignete Anstrengungen die nach wie vor höchst ungünstige Finanzlage der Freien Stadt möglichst aus eigener Kraft zu verbessern. Der Prozeh gegen die Pfälzer Gendarmen. Berlin, 3. Marz. Die Verhandlungen vor dem französischen Kriegsgericht in Landau gegen die beiden nunmehr aus der Haft entlassenen Gendarmeriekommandanten von winden und 5 f e i n f e l b dürste in etwa acht lagen slattsinden. Die Anklage lautet auf K ö r p e r v e r l e h u n g und beleidigende Haltung gegenüber einem Angehörigen der Besahungsormee. Das Kriegsgericht, vor dem die Verhandlung statt- flnden soll, ist das gleiche, dos den Unterleutnant R o u 3 i e r frelgefpröchen hat. Von einer Körperverletzung des Agenten Lucien T o n d, der von den Gendarmen aus dem .Zuge gesetzt worden war, weil er sich geweigert hafte, sich auszuweisen, war bisher in der Oesfentllchkelt nichts bekannt. Italien und Tanger. Unterstützung der spanischen Ansprüche. Rom. 3. März. (TU.) Der Abbruch der französisch-spanischen Vorbesprechung zur Lösung der Tangerfrage hat in der italienischen Presse Mißtrauen gegen die frairzösischen Absichten auf- lommen lassen. Die italienische Presse zeigt sich Waffenfunde in Wien. Drohung mit dem Generalstreik. Wi e n. 3. März. (IDIB.) Die österreichische Regierung fiat heute die Interalliierte Militärkontroll- fommiffion von der Aushebung eines waf - ienlager« i m Arsenal verständigt und ihr i milgeteil!, daß sie im Sinne des Friedensoerttages non St Germain und des Gesetzes über die Entwaffnung der Zivilbevölkerung diese Massen b e - schlognahmt Hobe. Die 3ntcralllerte militärt ommiffion hat im Laufe des Rach- mittags ihre Organe entsandt, um die Quantität und Qualität der aufgefundene,'. Waffen sestzustellen. E» wurden ungefähr 6000 Gewehrläufe und etwa 1300 andere eiserne Gewehrbestandteile gefunden. Die vertteter der Interalliierten Milltärkonlrollkommis- sion nahmen den Tatbestand auf und beschlag- nah m t en die Waffen. Die Aufhebung des wasfenlagers im wiener Arsenal hat noch während der gestrigen Rächt und in den heutigen Morgenstunden große Erregung in der sozialdemokratischen Arbeiterschaft heroorgerufen. Ein Trupp von Schutzbündlern marschierte zum Arsenal, während das Militär dort seine Aufgabe ausführte, doch griff die Arbeiterttupve nicht ein. Roch in der Rocht erklärte der sozialdemokratische Abg. Domes dem wiener Polizeipräsidenten, daß im Falle der Fortsetzung der Amtshandlung heute früh ein allgemeiner Streik in Wien ausbrechen würde. Tatsächlich wurde sowohl in den städtischen Gas- und Elektrizitätswerken wie auch auf einigen Bahnhöfen und bei großen Firmen von der Arbeiterschaft der Wunsch nach einem Streik ausgesprochen, doch gelang es den Führern, sie zu beruhigen, während von sozialdemokratischer Seite behauptet wird, daß die Stteikdrohung den Polizeipräsidenten noch in der Rocht veranlaßt hätte, für die Einstellung der wassenräumung zu sorgen, wird von offiziöser Seite erklärt, daß der ganze Inhalt des wasfenlagers ablronsportlert und erst dann auch die Truppen zurückgezogen worden seien. Es wird behauptet, daß der heeresmlnister persönlich den Beseht zum militärischen Einschreiten gegeben habe. Der Minister hol auch in der Rocht die ganze wiener Garnison alarmiert Man hat in politischen Kreisen den Eindruck, daß die Angelegen- fielt ernst zu nehmen fei und noch weitere Folgen noch sich ziehen werde, wem die wossen gehört haben, ist nicht festgestellt, do sich kein Eigentümer gemeldet hat. Rorderneh Hamburg - 640 km Flugzeug Hannover Rottheim (Dann.) - 240 km V-Zug 5 km nördl. Münden (Dann.) 160 km Auto Reufiadt o. d. M.-W^ Bahn 60 km Fahrrad 2 km nördt Bellnhausen - - 16 km Fußgänger Gießen Castet ab 13.45 an 14,35 Gießen Franfurt ab 14,20 an 14,50 Magdeburg an 17,10 mit Anschluß an die Berlin über süddeutschen Linien. Magdeburg an 18.25 Hannover an 15,50 Braun'chweig an 16,40 Berlin übet Hannover an 18,15 Bremen an 16,50 Hamburg an 17,05 Wangerooge an 13,00 Rorderneh an 17,30 Bottum an 18,06 Der Hund im Dienste des Menschen. Bit Bedeutung des Hundes erkenn! man am bellen aus feiner Arbeit auf dem Vanbe Der dem Bauer, der fa*n eigener Herr und Besitzer ferne» Hose» i|i, ih der Hund al» Wächter und Schützer, als Bekämoser alles Raubgesindel» durch nicht» zu ersetzen. Hunde» Lohn für feine menooUen Dienste» bestehl nur in der Freude an der Arbeit und im Lob leine» Herrn, dessen Liebe sein höchste» Out ist. Run wird vielfach angenommen, hast die städtische Lebenstunft und die oidierheitemaf»,nahmen eine* wohlgeordneten Staatswesens den Hund cl» Oehüfen und Wächter überflüfstq machten. Diese Ansicht ist em böser Trug. Lchrcckensiaicn wie kürzlich in Frankfurt der Fall Grebenau be weisen, daß nirgend» der Dach- und Schutzbund nötiger ist, al» gerade in den Großstädten Nr Arbeitshund des Bauern befommt alle seine notwendigen Tugenden al» vollkommene Anlagen mit auf Die Welt. Gerne Erzieher brauchen keine besondere Eignung zu diesem Ami. Der Städter iber. der vom Hunde vielfach verlangt. ioa» nicht in feinem natürlichen Äufgabenkrei» beschlossen liegt muh alle Möglichkeiten der Hundefähigkerten leimen und behandeln lernen, um sie ausnutzen zu können. Ju dieser Arbeit braucht er vor allem Liebe zum y» u n b e . unb diese Liebe ist e», die der Hundelieb- hoberei juarunbe liegt, unb die dem Hundeliebhaber die Aufgabe zuweist, den Hund zu erforschen, da» Wissen vom Hunde, seine Erziehung, Haltung unb Verwendung als Wissenschaft ;u schaffen, um sie nützlich zu verwenden, um so helfend auch numcher Mot be« Leben» zu steuern. Darin liegt der Sinn be» Hundesporl». Dieser Sport, besten Wert unb Bedeutung leiber noch viel zu wenig erkannt wird, hat die Aufgabe, die Erziehung unb Vervollkommnung bestimmter Rassehunde (Deutscher Schäferhund, Dobermann, Rottweiler, Airebale-Xerrier unb Boxers im stäblischen Leben zu forbern. In blefem Streben schafft er Einrichtungen, die her Allgemeinheit zum Bartell gereichen. Auf den Uebungsplätzen der Zucht-, Polizei, unb Schutzhunbeoereine wird jeder- mann in bereitwilligster Weise Rat unb Hilfe geboten. E» werben Uebungsstunden. Vorträge über Hunbchaltung unb Behandlung und Prüfungen oer- anftaüet Die überall im sportlichen Leben, ist auch hier der Wettbewerb die Lcbensguelle des Sports. Der Wettbewerb ist e», der den Sieger belohnt für seine außergewöhnlichen Leistungen. Trotz Anfeindungen berer, die kein Tier unb meistens auch keinen Menschen lieben, trotz ungerechtfertigter Besteuerung, lassen die wirklichen Hundefreunbe sich die Freude an ihrer Arbeit nicht nehmen, wissen sie doch, daß sie durch ihre Bestrebungen nicht allein sich, sondern dem Volksganzen dienen. Sie wissen, daß ein treuer, wachsamer Hund ihr zuverlässigster Schutz ist, unb sie vergessen auch nicht, wa» ihnen ber Hund in schwersten Zeiten, im Kriege unb m ber Rot, bedeutete. Meiner». Frankfurt a. M BornoNzen. — Tageskalender für Freitag. Stadl- iHeater: 7,15 Uhr „Die geschiedene 5rau* (Ende nach 10 Uhr). — Lichtspielhaus Bahnhofstraße ..Die Bruder Schellenberg". — Aftoria-Lichtfpiele: „Der lieberfall in ber Zedernschlucht.* — 2 us dem 6labltbeaterbureau wird uns geschrieben Nochmals sei auf die morgige Aufführung deS hochinteressanten Schauspieles .Iuarez und Maximilian" hin- getoiefen, die bei ermäßigten Preisen ftattfinbet und die unbedingt letzte des Werke- ist. — Die .Fibelio"-Aufsührung am kommenden Dienstag wirb ein Theatcrcreignis und eine würdige Gedenkfeier des 100. Todestages BeethovmS werben. Das Orchester wird mit 50 Mann besetzt fein. 48 Thormitglieder werden in den GesangS- chören Mitwirken, und die Solopartien zeigen erste Besetzung; im ganzen kommen zu der Aufführung 119 Personen aus Darmstadt. Die Spielleitung führt Intendant Legal, den Taktstock Deneral- bireftor Nosenstock. Da diese beiden Herren bekanntlich Darmstadt verlassen, wird es doppelt interessieren, sie vorher noch kennen zu lernen. — Deutsch-Oesterreichischer Alpen- verein. Morgen, Samstag, abend im Physikal. Institut Nchtbilber-Dortrag von Pros Dr. Erhard über .Hochtouren im 'Sinter". (Siehe Anzeige.) Wettervoraussage. Wechselnd bewölkt, zeitweise auch bedeckt milde und erneute Niederschlage. Gestrige Tageskmpera- turen: Maximum: 8,6 Grad Celsius, Minimum: 2.2 Grad Celsius. Riederschläge: 0,8 Millimeter. Heutige Morgentemperatur: 0,4 Grad Celsius. — Diesten muh Großstadt werden: Wan schreibt uns: Man braucht gar nicht weit zu reifen, um die Wahrnehmung zu machen, daß über die geographische Lage Diestens selbst in den Kreisen noch Unklarheti herrscht, die es eigentlich wissen müßten, z.D. reisende Kaufleute. Es mag hingehen, wenn man in Ostpreußen, Pommern. Schleswig-Holstein. Sachsen. Oberbayern usw. nach dec geographischen Lage Diestens gefragt wird, wenn aber diese Frage schon hinter Eisenach, Göttingen. Trier. Karlsruhe. Würzburg usw. gestellt wird, wieder von Leuten, die sich einbilden, dies und jenes von der Welt zu Wilsen, so ist das schon bedenklich. Ucbrigen* teilen auch andere Städte anS unserer näheren llnmebung bas gleiche Schicksal, wie Haunau. Friedberg, Marburg, Wetzlar, ja log ar Offenbach und die schon aus dem Wunde tedes Schülers gehörte Lulherstadt WormS Selbst angesehene Firmen im Deutschen Reiche leisten sich Mögliches unZ> Unmögliches in den Briefaufschriften. Da begegnet man, um nur v k Beispiele anzuführen. der Aufschrift en (Heben-Nassau). Diesten (Nheinprovinz). ■ien am Main usw. Diel' recht spärlich mit Geographie und der richtigen Schreibweise .'stete Leute schreiben Giesen, Giens.n. Diesten Vogelsberg. Steffen an der Umvcrtität. Sie» e an der Bergstraße (hier mag wohl die ’ (■ •er Straßenbenennung . Bergstrasse" mit- len. <$> t f-.cn an der Bahn (Laon). Die Sin- ■ onnerichaft Greßens hat sich in den letzten 50 wahren um 150 Prozent vermehrt, geht es so ■peitcr. dann rückt in den nächsten 50 Jahren .e Stadt in die Neihe der Großstädte; über eine geographische Lage wird bann wohl weniger Unklarheit hernchm. und der künftige ^eifeonkel wird nicht mehr von einem .ganz hübschen Nest", der angehende und gewesene Akademiker nicht mehr von einem ziemlich feudalen .Dierdorf" reden. ** Zur Internationalen Hunde- ausstellung in Frankfurt a. M. Am kommenden Sonntag. 6. März, findet in Frankfurt a M. die internationale Ausstellung von Hunden statt, zu der über 1003 Hunde von auswärts erwartet werden Der größte Teil wird am S. März vormittags zwilchen 6 und 10 Uhr in Franl'urt einireffer. Die Netchsbahn hat ausnahmsweise am 6. Mär- den D-Zug 76. ab Dießen 7BS Uhr norm, für Nellenbe mit Hunden freigeben “ Da» Cafe Leib in ber Walltornraße. das vor einiger Zeit durch Äauf in den Besitz des Wc.nhLudlers August Balzer und des Gastwirts Albert Nahnefeld überging, hat in den legten Wochen durch Umbau eine recht vorteilhafte Neu Gestaltung erfahren. Der Saal ist durch ttinbev.ebung de» Bühnenraumes und durch Schaffung e.ner neuen Bühne vergrößert unb zweckmäßiger gestaltet worben et faßt etwa 800 Personen. Den Parkett-Fußboden und die Trevvenanlagen »u den Gmporen hat man zeit- gemäß her gerichtet den Anstrich des Saales in sehr gefälliger Farbengebung geschaffen. Die gesamte öaalanloqe macht einen guten Eindruck. Als Dorbau des SaaleS befindrt sich rechts ber Garderoben raum. iur L nken ein äastz.mmer, da», für den täglichen Wirtfchaftsbeirieb bestimmt' ist. länfl?leitg des Saales besinder. (ich einige weitere Heben räume, die namentlich . c. Festllo)- feltcn allen denen einen angenehmen Aufenthalt bieten werden, die sich nicht in das Gewühl der Tanzenden begeben wollen. Neu ge chasfen wurde ferner eine Zentralheizung Sanlage ebenso wurde die Kegelbahn neu hergcrichtet Der Umbau wurde nur von Gießener Handwerksmeistern au5gesührt. die Oberleitung des Baues lag in den Händen deS Architekten Philipp Nicolaus Das ncugeschassene Lokal wird am kommenden Sonntag zum erstenmal von den Diehener Radfahrern mit einem Saals.«ortsest in Benutzung genommen werden. — Städtische Holzoer st eigerung. Bei der gestrigen Rutzho!^Versteigerung der Stadt Kiesten wurden rolgenoe Durchschnittspreise erzielt: Tlchenstammhalz 3. stlasie je jeftmeter 65 Mark: 4. ÄL 53; 5. Kl. 39; 6 Kl. 31 Mark; Äiercmbau- Holz 3. Klasie je oeflnicter 40,50 Mark; 4. Kl. 36; 5. Kl. -30,50 Mark; Fichtenbauholz 5a Kl. 37 Mk.; 5b Kl. 34 Mark; aiditenberbftangen 1 Kl. 32 Mk.; 2. Kl. 30 Mk. je Festmeter: Cichennugscheiter per Raummetcr 25 Mark *• Sperre der mittleren Justiz- beamten-Lausbahn. Der hessische Justiz- Minister gibt bekannt, daß eine Zulassung von Anwärtern für die Laufbahn der mittleren Iustizbeamten in diesem Jahre nicht ftattsindet. Der BorbereitungSbienst bleibt vielmehr vorerst gesperrt. •• Aus dem Gießener Standesamt S r e g i ft e r Cs verstorben in der Zeit vom 16. bis 28. Februar: 16. Febr Marie Klaus, 7 Jahre alt. Steinstratze 38. Kaspar Müller, Privatmann. 70 Jahre alt, Landgrafenstraße 4. 18. Febr.. Eduard Otto, Oberdesinfektor. 67 Jahre alt. Steinstraße 40. Heinrich Kahlhöfer, Hüttendlrcktor. 75 Jahre alt. Bergstraße II. Beate Marzog. geb. Tunt. Witwe, 97 Jahre alt. Wetzlarer Weg 11. 19. Febr.: Wilhelm Kreß. Glaser. 57 Jahre alt, vchanzenstraße 16. Gerhard Kühne, Student. 23 Jahre alt, Bismarckstraße 17. Anna Krühner, geb. Krähner, 61 Jahre alt, Mühkstraße 4. 21. Febr.: Marie Köhler, geb Heiß. 84 Iahr^ alt, Wolfstrahe 13. Philippine Loth. geb. Langsdorf, Witwe, 70 Jahre alt. Am Kugelberg 13. Marie Lüdeking. ohne Berus, 65 Oahre alt. Teuselslustgärtchen 8. 23. Febr.: Heinrich Lepper, Schuhmacher, 69 Jahre alt, SelterSweg 68. Anneliese Schaefer. 3 Jahre alt, Lessinastrahc 15. 24.: Karl Haas, Zugrevisor, 54 Jahre alt, Lieblgstraße 23. Ludwig Schweitzer, Lokomotivführer t N., 60 Jahre alt, Hillebrand- strahe 12. 25. Febr.: Theodor Eichen, 13 Stunden alt, Gnauthstraßc 22. 27. Febr.: Emil Willenbücher. Landgerichtsrat, 57 Jahre alt. Ludwig- strohe 29. 28. Febr.: Emil Lehmann, Eisenbahn- oberfefretär i. N.. 54 Jahre alt, Hammftratze 15. WSN. Keine Nachfrage nach deut- schenHandelsangeftellteninArgen- 11 n i e n. Die ungünstige Lage für deutsche Handelsangestellte in Argentinien hat sich auch in den letzten Monaten nicht gebessert. HundeNe von Angestellten Irren in den Straßen von Buenos-Aires herum, ohne auch nur die bescheidenste Betätigungsinöglichkeit zu toben. Glücklichere sind froh, sich als Handlanger bei Bauten ein kleines Einkommen zu sichern, das sie und ihre Angehörigen vor der ärgsten Not schützt. Erst wenn Argentinien wieder einige gute Ermen hervorgebracht hat, dürfte sich die Lage auf dem Stcllenmarkt befiern. WSN. Löst rechtzeitig Fahrkarten. Die Neichsbahndireklwn hat sestgesteÜt. daß daS Publikum von der Möglichkeit der BorauSlösung von FahrkaNen wenig Gebrauch macht und vielfach. was gerade an verkehrsreichen Tagen unerwünscht ist, die FahrkaNen erst kur; vor der Ab- fahN des Zuges löst. Es wird daher erneut daraus aufmerksam gemacht, daß die Geltungsdauer der FahrkaNen des gewöhnlichen Verkehrs. auch der als NücksahN gekennzeichneten, vier Tage beträgt. Es liegt nicht nur Im Interesse der Reichsbahn, sondern auch in dem ber Reisenden, wenn sie FahNaNen unter Beachtung der Geltungsdauer möglichst frühzeitig lösen. Hierdurch ersparen sich die Neisenden vielfach langes Anstehen am Schalter, da kurz vor Abgang der Züge erfahrungsgemäß stärkerer Andrang herrscht. Sonntagsrückfahrkarten können fchvn am Tage vor den Sonn- und FeieNagen gelöst werden, was gleichfalls im Interesse einer rafchen Verkehrsabwicklung an den Sonn- und Festtagen erwünscht ist. = Von der Fortbildungsschule. Eine für die Fortbildungsschule bedeutsame Tagung findet am nächsten Sonntag in Frankfurt a. M. im VolksbildungSheim statt. Sie wird gemeinsam von der Arbeitsgemeinschaft, der hauptamtlichen FortblldungSschullehrer in Hessen unb dem Verband hessischer Gewerbeschulmänner veranstaltN Wichtige Degenwarts- und ZukunfiS- fragen. wie auch schul- und standespolilische Fragen stehen zur Beratung. Die Hauptreferate behandeln: .Die DerufSlchule in Hessen" (Ne- fercixt Stadtschulrat Lösch- Darmstadt), und .Die Aufgaben bet neuzeitlichst Gewerbeschule" tNeferen: Gewerbeschuldirektvr Oelkrug- Stuttgart). . " Der Hessische Automobilklub, der dieser Tage feine Hauptveriammlung in Darmstadt abhielt ernannte den bisher gen Vorsitzenden Pfeiffer, der aus Desundheitsrück- fichten das Amt niederlegte, zum Ehrenvorsitzenden. Die Vorftandswahl hatte folgendes Ergebnis: 1. Präsident SrbgrafAlexan- der Erbach-Srbach. 2. Präsident Direktor Hermann K a h l e r t 3. Präsident Fabrikant Josef D a ft e 11. Schatzmeister Juwelier Ludwig Schmidt. Schriftführer Dr med Kurt Bernet. Oberhessen. Landkreis (Bietzen Großen-Linden. 4. März. Der hie- hge Bahnhof hat eine nicht unbedeutende Vergrößerung seiner Gleisanlagen erfahren Hierdurch ist cs möglich, daß selbst die längsten Güterzüge in beiden Nichtungen von anderen Zügen überholt werden Ibnncr. Dieser Zustand war schon lang-, e:n Bedürfnis unb wirkt sich auch auf die pünktliche Durchführung des Fahrplans gut aus. Wanenborn-Steinberg. 3. März. Die biefige Spar- und Darlehnskasfe hielt am Samstagabend ihre Derer loerfammlung ab. in der über 100 Mitglieder anwesend waren. Nach dem Berich: des Direktors zählt bie Kaffe 347 Mitglieder. In 1926 belief sich der Uni’ab auf 1* , Million Mart Gs wurden Lir IS OO? Mk Sparkarten verkauft, in der Schulfparkasie gingen 3CW Mk. ein. Gnde 1926 betrugen die öinlagen 130 000 Mk Die Nachfrage nach Geld war lehr groß Gs muhte ein namhafter Kredit bei der LandesgenosfenfchaftSbank in Anlpruch genommen werd - 5.7 3d).- verkehr bürgert« fich gut ein OberrtDdor Hartmann fprach der Verwai- tung. insbesondere Direktor P i n und Aewner Schmitt für die vorbildsiche Gelchätts- führung seine Anerkennung aus und r?fetiertc roch über verschiedene wichtige Tagesfragen al. Allendorf (Lahn» 3. März. Gestern fand die Verpachtung der Gemeinde- grunhftüde statt bei bei unerhörte 1-acht- preife erzielt wurden. Für Wiesengelände wurden tm Durchschaut pro Quadratmeter 4 biS 6 Pfennig geboten, je ein Stück von 1256 Quadratmeter minderwertiges Wiesrngelände kostet jährlich 90 Mark Pacht Für Ackergelände, durchschnittlich die schlechtesten Klassen. wurden für den Quadratmeter 3 bis 4 Pfennig geboten. Der Gesamterlös der Verpachtung beträgt zirka 2400 Mark y. Mainzlar, 4. März Hier ereignete sich der seltene Fall, daß zwei Glieder eines Hauses gleichzeitig zu Grabe getragen wurden, Vater unb Sohn. Nachdem der 54- jährige Landwirt Johann Ludwig Kreiling der Grippe zum Opfer gefallen war, folgte ihm an demselben Tage der fast 8 4jährige Vater im Tode nach. Die Doppel-Beerdigung geschah unter allgemeiner Teilnahme z. A 11endors a. d Lda.. 3. März, ölne nennenswerte Bautätigkeit hat auch in hiesiger Gemeinde begonnen. Neben drei im Noh- bau sertigstehertden Häusern sind weitere fünf vorgesehen und infolge des milderen Wetters Mim Teil In Angriff genommen. Auch die hiesige Ziegelei bat beschlossen, da durch die starke Bautätigkeit stets große Nachfrage nach Ziegel aller Art, Backsteinen und Drainageröhren vorliegt, die Ziegelei erheblich zu erweitern und Maschinenbetrieb einzurichten. — Bei der heutigen Holzversteigerung, zu der zahlreiche Kauflustige aus nah und fern erschienen waren, wurden je nach Lage und Qualität nachstehenke Durchschnittspreise für je 2 Nm. erzielt: Buchenscheit 19 bis 21.40 Mk., Buchen- knüppel 16.20 bi» 18 Mk.: Duchenstöcke 14 bis 20 Mk., Vuchcnreiser (4 Nm.) 11 bis 16 Mk.; Gichennutzholz 20 bis 22.50 Mk.; Eichenknüppel 8.60 bis 19 Mk.; Kiesernknüppel 14 bis 16 Mk.; Fichtenknüppel 5.40 bis 13.40; Fichtenreisig 2 biS 2.60 Mk.; Fichtenderbstangen 1. Kl. 2.50 biS 6 Mk.; Zichtenderbstangen 2. Kl. 2.60 bis 7 Mk. t Lauter, 3. März. Die Bautätigkeit in unserem Orte hat wieder eingesetzt. Aehnlich wie im vorigen Jahre, wo vier Wohnhäuser im Nohbau fertiggestellt wurden, werden voraussichtlich auch In diesem Jahre mehrere Bauten yergestellt werden. BiS jetzt sind an der Straße nach Grünberg bis zur Vingmuhle, sowie nach der Hochstraße zu eine Neihe Häuser erstanden. * Oberhörgern, 3. März Der hiesige Männergesangverein .Germania" veranstaltete am Sonntag sein diesjähriges K o n- z e r t, bad von hier und aus den Nachbargemeinden sehr gut besucht war. Unter der Leitung . feines altbewährten Ehormeislers Georg S a m e s aus Holzheim brachte der Verein eine Anzahl Chöre in vortrefflicher Weise zu Gehör und legte damit Zeugnis ab von dem Verständnis und dem liebevollen Fleiß, mit denen Dirigent und Sänger das deutliche Lied pflegen. Die Darbietungen fanden verdientermaßen den lebhaften Beifall ber Zuhörer. Der 1. Vorsitzende Otto Düringer eröffnete und schloß die Veranstaltung mit ausgezeichneten, von echt deutschem Geiste getragenen Ansprachen jRvciö Friedberg sf Friedberg, 3. März Heute mittag sand eine Staotverordnetensitzung statt In ber Mainzertoranlage werden bie au dicht werdenden Lindenbäume zur Hälfte entfernt. Die Herrichtung einer Verdunlllungsanlage in Oer Musterschule wird einstimmig genehmigt, ebenso der Ankauf einer Toranlage auf dem Sportplatz Die ^Stunbungs- und Verzugszinsen werden mit Wirkung vom 1. Februar ab auf 8 Prozent festgesetzt In dem städtischen Neubau in der Oberen Qiebfrauenftrafje werden sech- weitere Wohnungen zum Preise von 4800 Mark errichtet. Auf Ersua n des Wettcrauer Netter- Vereins wird die S e e w i e s e durch umfangreiche Erdarbeiten in einen besseren Zustand verletzt werden. Die Dozenten des Polytechnikums sind nach einem früheren Beschluß der Sradtverordneten-Verfammlung von diesem Jahre an f e st angestellte städtische Beamte. Der Neubau des Polytechnikums wird fortgesetzt. Während das Maschinenbaulabora- ■ orium in diesen Wochen vollendet wird, wird jetzt mit dem Bau des zweiten Flügels, des elektrotechnischen Laboratorium-, begonnen, was einen Kostenauswand von 200 000 Mark verursachen wird. Der südliche Tell der Kaiser- strahe. die Frankfurter und Sauet* dacher Straße sollen mit Kleinpfla ste rung versehen werden. Der llntoftenanteü der Stabt wird mit etwa 112 000 Mk. genehmigt. Sine sehr lebhafte und lange Debatte enlspinnt sich bei der Besprechung des Wohnungsbauprogramm- für 1 927. Die Stadt hat bei ber Hessischen Girozentrale den Betrag von 4OO 000 Mk. auf genommen zu sehr günstigen Bedingungen. Hiervon werden 300 000 Mk. alS Bauzuschuß an Baulustige verwandt werden. Mit dieser Summe übersteigt der Betrag, der seither von der Stadl zur Änderung der Wohnungsnot aufgebracht wurde, bereits eine Million Mark. SS liegen zur Zeit 84 Gesuche um Bewilligung von Bauzuschüsfen vor. Mindesten- 40 Wohnungen werden mit Hilfe des neuen Kre» dites errichtet werden Förnten Sin Antrag, di« Stadt solle Wohnungen in eigener Regie errichten. wird abgclcbnt. da das Privatkapital am Bauen inicnlfiert werden muh. Zum Schluß teilt der Bürgermeister noch mit, daß die Stadt dem neugegründeten Verkehr-Verein als Mitglied be.getreten ist. Rödgen 3. März. Stn schwerer ll n g l ü ck s f a l t ereignete sich am Fastnacht-- dienstag in unserem Ort. Der zur Zeit erwerbslose Gartner L i n n e n k o h I. Vater von sechs Kindern, ging mit seinem 4jährigen Töchterchen. das loftümtert war. über die Straße. Vor einem Hause stand ein unbewachtes Pferve- gespann. AIS ein Auto vorbcckuhr. scheut» da» Pferd und war im Begriff durchzugehen. Gärtner Linnenkvhl iprang hinzu um das wild- aewordene Tier ;u beruhigen. In demselben Augenblick folgte ihm unbemerkt das fletne Töchterchen und wurde dabei überfahren. Mit einem s chweren Oberf chenkel- b r u a) mußte das Kind in bas Bad-Nauheimer Krankenhaus gebracht werden. Mreie Lchotten. 0 Laubach. 3. QKätx In der gestrigen Sitzung deS Gemeinderats wurde bie Frage der Revision des Schulhauses und der Herstellung deS Nathaus- saals vorerst zurückgestcllt. sie soll jedoch noch im Voranschlag vorgesehen werden DaS Wohnhaus des Georg Kratz am Kirchenplatz, da» älteste HauS der Stadt (auS der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts), das unter Denkmalschutz steht, ist einer dringenden Ausbesserung bedürftig. Der (Demcinberat bewilligte 500 Md unter der Voraussetzung, daß ber Staat unb bei Besitzer des Hauses entsprechende Summen helft eitern; andernfalls soll die Unterstützung unterbleiben. — Durch den Gemeinderat, daS Schotte- ner Bauamt, bas Hungener VermessungSamt und den Vorstand ber hiesigen Sieblungsstelle soll bemnächst eine Besichtigung von Dau- g c l ä n b e stattfinden. — Der Bürgersteig in ber Kaiser st raße und in der Wetter- selber Straße soll gepflaftert werden. — Der Kleinkinberschule wurde eine Unterstützung durch Geld unb Abgabe von Holz bewilligt. — Die Abgabe von Bürgerholz an auswärts wohnende frühere Ortsbürger wurde als unstatthaft erklärt. - Der Prämiie- run gSmarkl am dritten ,AuSfchuß- tag" (zweiten Dienstag vor Johanni) wurde endgültig genehmigt. Mreie Lauterbach. 8 HopfmannSfeld. 3. März. Die Eheleute Dillmann dahier erhielten gestern ander Hand deS KreiSdlrektorS Dr. Michel ein Glückwunschschreiben deS Staatsregierung nebst einem Geldgeschenk zu ihrer in ber vorigen Woche gewesenen goldenen Hochzeit. DaS Jubelpaar erfreut sich noch körperlicher Nüstigkeit unb geistiger Frische Preußen. Mreie fGetilar. 4 Salzböden, 3. März. Mit diesem Winter waren 25 Jahre verflossen, seit Herr Jakob Nau alS Holzhauermeister unserer Gemeinde tätig war. Mancher Hieb ist in dieser Zeitspanne durch seine fleißigen Hände gegangen, mancher Dalken unb manches Brett auS dem von ihm geschlagenen Holz der Bevölkerung zugute gekommen, monier Öfen auS den geschlagenen Brennholz gespeist worben. Zwischen dem Holzbauermeister unb bet Gemeinde bestand stets ein harmonisches Verhältnis. Der Bürgermeister er- kannte dies namenS ber Gemeinde dankbar an unb überreichte bem Jubilar gelegentlich ber jüngsten GemeinderatSllljung em entsprechenbes Diplom. Kreis Limburg. WSN. Limburg, 3. März. Heute nacht kurz nach 12 älhr wurde von dem Heizer eines DüterzugeS auf bet Fahrt über bie Frankfurter Straße dem Schrankenwärter gemeldet, dal« etwas auf den Gleisen liege. Der Beamte suchte sofort den Bahnkörper ab und fand eine weibliche Leiche. Die Polizei stellte fest, daß bas junge Mäbchen wahrscheinlich von dem um 10 llyr abends von Frankfurt kommenden Gillugc überfahren worden war. Die Staatsanwaltschaft be- schlagirahmte bie Leiche. Gs ist möglich, baß bas Mäbchen einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist, ba die Leiche eine Schädelver- lehung sowie eine Wunde am Dein aufwieS unb auch Drosfelmetkmale am Hälfe zu sehen sind. ‘.-JltttltflOU. DSN. Frankfurt a. M, 3. März. Kurz vor den Fastnachtstagen ist em hiesiger, etwa 16 Iahte alter Kaufmannslehrling seinen Eltern unter Mitnahme ernes Geldbetrag- in Höhe von 4 0 0 00Matk entlaufen. Er verlebte die Zaschingstage in den verschiedensten Städten herrlich unb in Freuden unb machte Autospritzfahrten bis an bie Schweizer Grenze. Gestern wurde er jedoch in Karlsruhe von der Polizei fest genommen. Der hoffnungsvolle Jüngling wurde seinen Eltern wieder Augefteflt. Einen nicht unbeträchtlichen Tell des Geldes hatte er bereits flüssig gemacht. — AuS dem Fenster sprang vergangene Nacht tun nach 1 Ubr eine bei rhren Verwandten wohnende Frau in ber Seckbächer Landstraße. Sie wurde in das Krankenhaus eingellefett. wo sie an den erlittenen Verletzungen gestorben ist. Rundfunk-Programm. Samstag, 5. März. ■3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: „Rächt- mufir. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Lcsestunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: Der Briefkasten. 6 45 bis 7.15 Uhr Funthochschule: „Die Karolingische Renaissance", Rortrag von Prof. Dr. Naumann. 7.15 bis 7.45 Uhr. „Wesen de» Tarifverttaaes für Angestellte", Dortrag von Rich. Schawer 7.45 bis S.15 Uhr: „Handschrift und'Schulunterricht, neuere Gedanken und Ziele", Dorttag von Rektor Pabst. 8.15 Uhr .Michel Auclair", Schauspiel in drei Akten von Chattes Dildrac. Anschließend bis 12.30 Uhr: Ucbertragung von Dettin: Tanzmusik. Brandwunden. Chino,ol trocknet sie und be it eie sch ne II. Ve.-suchspnckung 00 Pi in allea Apotheken uad Drogerien. Alle Packungen sind beitimmt vorrätig bei Hau» Hindent>anr. Med.-I>rofr. H. F.lge», Seltere- weg 68a; Kaiser-Droz Ernst Noll, LmdenpLfc LudwigsDlatx-Drogerie Hans NolL Roonstr. L p'•ogerie Carl Seibel, Frankfurt Str. 39. (94m Särge 1B0D entrissen. Telephon 1414. Neuenweg 28 S'“D Gießen, den 4. März 1927. 2135D Gießen, den 4. März 1927. 8 S. 2022 r 7 Mark zu entrichten. 2060V 01615 zu verkaufen. 2126V Ard)itekt. 2106V Wir empfehlen: Schulstr. 7. D 2129D burcmt serallee. 21080 be- sich 01601 verkauft 27 18 fl. Schultbeis, Taubringen. 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Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und für die überaus reichen Kranzspenden beim Heimgang unserer lieben Entschlafenen sagen wir hiermit unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: H. Muhl. H. Loth. H. Hahn. Carl Stückrath .Möbelfabrik Asterweg 47 Haltestelle der Elektrischen (grüne Linie) Asterweg Stadttheater SamStag, V.März, außer Abonnement, Boilsvornellung ermäßigte Vretie von 7 bis 9* 4 Uhr: MM unö mailniillaQ Dramatische Htuorie in 3 Phasen und 1 Epilog '13Bilder») von irren» Werfel. bnfa jnjelmif«! Abzubolen aeg. Er» staitungderUnkosteu Wilbelmftr. 3« I. Weißes Schaf mit schwarzem Kopf und Mntterlamm entlaufen. Wieder- drmger erhält gute Belohnung Jie* H»lBriek Starck IV., Laalen. ff. Sauerkraut selbst eingemacht, Pfund 15 Pf. Frische Eier garantiert trtnkfrisch, St. 13 Pf WliSMM» Badnbosstr. 27, Fernivr. 1631 la 9Unb>i. Wtnjkifd) ?fk. SRL1.I0 U Mastfleif» Pfd. 0.75 Mk. Kalbfleisch, alle Stücke.,^ Schweinefleisch, Bauchftücke A. Grünebaum Bahnhofstraße 35. 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Ilm zahlreiches Erscheinen bittet «*c der Vorstand. „ 1 „ 6. „ -- 0,21 „ Das Holz ist mit Rinde gemessen und wird erwünscht, dasselbe vorher etnzu- sehen, da spätere Einwendungen wegen der Güte des Holzes nicht berücksichtigt werden. Angebote sind getrennt nach Klassen pro Festmeter bis zum 14. März, nachmittags 4% Uhr, bei unterzeichneter Stelle einzureichen, woselbst die Verkaufsbedingungen vor der Eröffnung bekanntgegeben werden. Rodheim, 3. März 1927. 2127D Hess. Bürgermeisterei. Bekanntmachung. Sämtliche Fuhrleistungen für Zwecke des Stadtbauamtes, einschl. Fahren der Leichenwagen für die Zeit vom L April 1927 bis 31. März 1928 sollen auf Grund der Reichsverdingungsordnung öffentlich vergeben werden. Dre Unterlagen liegen bei uns zur Einsicht offen und sind Angebotformulare zum Preise von 20 Pf. daselbst zu haben. Angebote sind verschlossen, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum Eröffnungstermin am SamStag, dem 12. März 1927, vormittags 10 Uhr, beim Stadtbauamt abxugeben und erfolgt die Oeffnung der Angebote im Beisein der erschienenen Bieter. Gieße«, den 1. März 1927. 2117B Ttadtbauami. Braubach.____________ Verdingung. Für den Neubau eines dreiklafsitzcu EchulhauseS mit Lchrerwohnungen hier- elbst sollen folgende Arbeiten vergeben werden: Los I Erd- und Maurerarbeiten, Los II Massivdecken, Los III Zimmerarbeiten, Los IV Dachdeckerarbeiten, LoS V Klempnerarbeiten. Sämtliche Arbeiten mit Materiallieferung. Angebotsvordrucke können zum Preise von 3 Mark für LoS I, 1,50 Mark für Los II, III und IV, und 0,75 Mark für Los V zuzüglich Porto von mir bezogen werden. Berschlossene, mtt entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis spätestens zum Eröffnungstermin, am Dienstag, dem 15. März d. I., nachmittags 3 Uhr, hierher einzureichen. Die Eröffnung erfolgt in Gegenwatt etwa erschienener Bewerber im Gemeindebureau Hierselbst. Zuschlags- frifi 3 Wochen. Driedorf (Dillkreis), 2. März 1927. W. 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Bei diesem Verfahren muhten naturgemäß diejenigen Kriegsopfer am stärksten leiden, die noch mit mehr oder weniger Beschwerden in der Lage waren, sich ihren Leben-unterhalt selbst zu verdienen. TS war kein leichter Entschluß für den Reichstag rund 766 003 Kriegsbeschädigte, deren Erwerbsfähigkeit um 10 bis -20 v. 5). beschränkt war. und denen nach dem früheren VersorgungS- rscht jährlich 240 biS 300 Goldmark Rente zuge- stariden hätten, auS jedem Rentengeuuh völlig aus-uschliehen. TS geschah aber, um in den allerdrinqendsten Fällen helfen zu können. Die Verhältnisse brachten eS mit siH, dah Wohlerworbene RochlSanspruchc der Äneg6be- schädiaten, über di« sie während ihrer millläri- s^en Ausbildung in der Instruktion-stunde unterrichtet worden waren, nicht gehalten werden formten. In welchem Umfange bei den sogenannten .Leichtbeschädigten" hie Leistungen hinter den Rominalsätzen (also ohne Berücksichtigung der Geldentwertung) der Bezüge nach dem bet Kriegsausbruch gültigen Mannschaftsversor- gungSaesetz von 1906 zurückgeblieben sind, Darüber ein paar Vergleiche- der •) In diesen Gruppen sind die großen Massen Beschädigten, nämlich 413105 von 735 000. KriegSbeschädigtenfragen mit Dem damaligen Reichsmmister Der Finanzen Dr Reinhold geführt wurde, hat er aus meine Anfrage hin sich dahin geäußert, dah ihm eine Ausbclserung der KriegSbeschädigrenoersorgung auch außerhalb des RahmenS der allgemeinen Ausbesserung der Beamten- und Pensionsbezüge als dringend notwendig erscheine und dah er sich angelegen sein lassen werde, dafür die criDrDcrlidxm Mittel sobald alS möglich bereit zu stellen. Im Haushaltsvoranschlag für 1927 konnten aber infolge deS Herauswachsens von Äricgettoatlen und zulageberechtigten Kindern von Kriegsbeschädigten auS dem VerforgungSrecht sowie infolge des Sterben- von Kriegereltern nicht weniger als 96 764 030 Rm. gekürzt werden. Bei dieser Sachlage erscheint es nicht nur al- gerechtfertigt, sondern unumgängliche Pflicht, den berechtigten Klagen der Kriegsbeschädigten nunmehr zu entsprechen. Daß angesichts deS Umstandes, daß der PensionSetat allein für die Angehörigen der ehemaligen Wehrmacht und deren Hinterbliebenen einen Betrag von 1 282 657 400 Reichsmark erfordert, auch diesmal noch bei der gespannten Finanzlage des Reich- eine Fülle von berechtigten Forderunaen der Kriegsbeschädigten und Äriegcrbtntcrblicbenen wird unberücksichtigt bleiben müssen, ist leider eine traurige Gavißhell. Hier kann erst in dem Umfange Besierung ein- treten. in dem sich unsere gesamtwirtschaftlichen Verhältnisse bessern und der KreiS der Der» sorgungsberechttgren Heiner wird. Was aber unter Den obwaltenden Umständen irgendwie möglich ist. da- soll geschehen. Der Spaltpilz in den Parteien. (Eigener Bericht des „Gieß. Anz.") D e r l i n . 4. März. Je mehr Parteien ein Parlament hat. um so lockerer ist das Gefüge dieser Einzelgruppcn. DaS kann man deutlich am französischen Parlamentswesen beobachten. da- eine ganze Anzahl lose gefügter Gruppen aufDeist, die ineinander übergehen, bald stärker, bald schwächer sind und eS dem einzelnen Abgeordn«en leicht machen, ohne Preisgabe einer Wellanschauung hinüber- und herüberzuwechseln, während umgekehrt bei dem englischen Parlament mit feinen früher ßtoei, jetzt Drei Parteien, jeder einzelne ilebertntt eine politische Sensation bildet. Auch bei unS hat man in Der jüngsten Vergangenheit Vereinzelle MmbUDungcn und Austritte erlebt; ein oder zwei Dolkspar- l eil er sind mi den Deutschnationalen gegangen, einige Deutschnationale zu Den Völkischen und Dize-Dcrsa: ausgetretene Demokraten haben Die Liberale Vereinigung gebildet, und auch in Der Wirtschaftspartei finden sich einzelne Clemente auS Den allen Parteien. Aber erst feit kurzer Zell, seit sich die Verhältnisse zu stabilisieren beginnen und die dringendsten Ausgaben des Parlaments nicht mehr auf die Erhaltung des Reiches, auf die nackten Lebensfragen beschränkt sind, zeigt sich Die mangelnde Einheit verschiedener Parteien. ES handelt sich nicht mehr um einzelne Austritte ober Liebertritte, sondern waS sich jetzt anbahnt, läßt «in vernehmliches Krochen im Debäll erkennen. Bei den Völkischen geht daS schon eine ganze Weile: Mitglieder des nationalsozia- listischen süddeutschen Flügels und des deutsch- völlischen preußischen Flügels beschimpfen sich aegenfettig in der Ocfsentlichleit und werfen sich die Annahme von finanziellen Unterstützungen, wechselseitig durch Die Großindustrie und den Grc-^grundbesih vor. Mit Dem AuS tritt des Ratiolalsozialisten Strasser auS der Fraktion bat lie Die Fraktionsstärke eingebüht. Die sie seinerzeit durch den ilebertrüt deS Aufwertungsführers OberlandesgerichtSrat B e st nach Beginn Der LegislaturperioDe erwarb. Der äußere Anlaß für das Zusammenbleiben der vier heterogenen Elemente, aus denen sich die Fraktion -usammensetzte, ist damit entfallen, und man geht wohl nicht fehl in der Annahme, daß die Zersplitterung nun auch äußerlich Durchgeführt wird. Handelt eS sich hier aber um eine Fraktion von nur zeitweiliger und rasch vorübergehender Bedeutung, so sind die Erscheinungen ira deutschnationalen Lager alS Spaltung-- svmplom« innerhalb der zweitstärksten deutschen Partei von erheblich größerer grundsätzlicher Bedeutung. Der deutsch-konservative Flügel strebt sich auS seiner parlamentari'chen Din- Dung an Die Deutschnationalen zu lösen. Durch eine Kundgebung, unterzeichnet vom Grasen Sevdlitz—Sandrecki, in der Kreuzzeitung, hat sich dieser schärfer akzentuiert. Diele Erklärung stellt ein klare- und eindeutiges Bekenntnis zur Monarchie dar. wie eS mit den Verpflichtungen der Deulschnarionaien Partei bei ihrem Eintritt in die Regierung und mit der Vereidigung ihrer Minister durchaus unvereinbar ist: und es sind auch bereits die Konsequenzen auS dieser Unvereinbarkeit gezogen, insofern die Inanspruchnahme der parlamentarischen Selbständigkeit für die Konserva iven an- gekünbigt wird. ES dürfte sich dabei um etwa 20 Mitglieder Der Deutschnationalen Fraktion handeln, die bei Verwirklichung der angekündigten Absicht entweder schon in Der gegenwärtigen Legislaturperiode oder bei Den nächsten Dahlen 1928 sich selbständig machen wollen. Den Vorwurf der Zweideutigkeit, den einige LinlSblätter au8 diesem Anlaß Den Deutschnationalen machen, wird man bei diesem offenen Vorgehen nicht ausrecht erhalten können. Staatssubventionen (Eigene Meldung deS .Gieß. Anz.".) Berlin, 4. März. Man erinnert sich, daß vor einiger Zeit ein Kredit, der hoch in bis Dutzend Millionen ging, für die Zwecke einer Erhaltung der Essener Guß stahl- werkeKrupps verlangt und nach eingehender Prüfung bei den Reichs- und Staatsbehörden und Den zuständigen Parlamentsausschüssen ab- gelehnt wurde. Damals handelte es sich nach Oer Dem Gesuch mit gegebenen Begründung Darum, durch eine gründliche Rekonstruktion dieses altberühmlen. ursprünglich durch Die Aufträge für Heer und Marine groß gewordenen und getragenen Kruppschen EpezialwerkS Die Mög- lichkeit zur Weiterbeschäftigung von 2 0000 Arbeitern zu schassen, Die andernfalls bei einem Eingehen Des offenbar in mancher Hinsicht unmodernen oder doch unrationell gewordenen Werks teilweise der Stadt Essen zur Last gefallen oder in andere Betriebe ab- gewandert wären, also scheinbar um einen Durchaus gemeinwirtschastlichen Zweck. Die Ablehnung erfolgte mit etwa Der DegrünDung, daß es aus angemein wirtschaftlichen Gründen untunlich erscheine, einem einzelnen Betriebe, sei er auch noch so wichtig, mit Staatshilfe einen Um» und Ausbau zu ermöglichen. Den man Der Gesamtheit der beteiligten Industrie nicht gewähren könne, den diese vielmehr auSeigener Kraft vollbringen müßte. Das finanzielle Moment hat bei dieiem En:scheid nur eine nebensächliche Rolle gespielt, da die Stadt Offen zur Erhaltung de« Krupp-Derke in ihrem derzeitigen Umfang zu Sicherheitsleistungen und anderen Opfern bereit war. Seither sind neue Anforderungen xrn den Staatssäckel gestellt worden, die sich erheblich weniger gut rechtfertigen lassen, so der Antrag auf Subventionierung Der Ufa, bei der offenbar in wenig geschickter und zweckdienlicher Weise mit großen Kapitalien geivirl- schattet und gewaltige worden waren, und in den jüngsten Tagen ein» Antrag Der Molvga - A. - G jener großen HolzkonzessionS^Tesellschaft zur Ausbeutung russischen WaldbesiycS. an Der Die vielgenannte Freiburger Firma Gebr. Himmelsbach beteiligt unD Reichskanzler a. D. Dr. Wirth Mitglied des AussichtSrat ist. Wir haben nicht Die Absicht, Die Zweckmäßigkeit Der einzelnen Subventionen oder Kredite zu untersuchen. Die hie.- gefordert waren oder sind, aber vom grunDiatU J*cn Standpunkt aus muß man jede Finanzpolitik, die öffentliche Mittel für Stützung oder Erhaltung notleidender privater Betriebe aufwcndet, ablehnen. Richt etwa, weil diese Gelder für die Steuerzahler verloren gehen kannten, dagegen kann man zur Rot in nicht ganz hoffnungsloien Fällen Kautelen schaffen, sondern einfach d. ö'..lb. weil damit eine Differenzierung zwischen den subventionierten Unternehmungen einerseits und den von ReichSmiiteln unabhängigen, dasür aber ganz auf eigene Kraft angewiesenen. andererseits geschaffen wird. Wcr haben vor dem Kriege unseren Stolz darein gefetzt, dah diejenigen Unternehmungen, die in anderen 2anDcrn in stärkstem Maße Subventionsbetriebe waren, so unsere stolzen Dampserkinien. oh na eine derartige Subvention rentabel geworden unk» an Die Spitze Der Weltkonkurrenz getreten sind. Wir sollten uns hüten, durch eine Umkehr de- EhstemS den Eindruck in der Well zu erwecken, als werde an Stelle eine- Dumpings mit Waren, das uns früher meist zu Unrecht vorgeworfen wurde, neuerdings ein Dumping mit Finanzzuschüssen begünstigt und wir sollten unS hüten, in die Wirtschaftskämpfe eine Schärfe hineinzutragen, die neben vielen ReibungSsiäche-.» durch das Schlagwort vom Subventionsbelrieb nottocnDig würde. Läßt sich in gern intvtrt- schafllich entscheidenden Fällen eine RotstandS- aftion nicht vermeiden, so suche man dasür wenigstens einen Weg. Der daS unmittelbare Auftreten deS Fiskus als eines Geldgeber- mit Rücksicht auf Derlei Odium auSschaltet. Turnen, Sport und Spiet. Probleme der Leibesübungen. Leibesübungen an sich, ihre Formen, Methoden und Ziele, ihre geschichtliche Entwicklung in den einzelnen Ländern von Urzeit an. ihre Einfügung in das Dollslum, ihre medizinischen, physischen und pshchischen Grundlagen und Auswirkungen, sind eine Wissenschaft geworden. Die zwar erst am Anfang Der Erkenntnisse sich befindet, Die aber vielen anderen das eine voraus hat, Daß sie mit Dem praktischen Leben in innigster Berührung steht, aus ihm immer neue Anregungen gewinnt. Die sie in geläuterter Form alS Erfahrungen unD Richtlinien zurückgibt. ES ist ein großes, vielleicht daS größte Der- Dienst Der Wiedercntdeckung unseres Körpers, seiner WieDererweckung Durch Leibesübungen, daß wir von Der einseitigen Geisteskultur zurückge- führt werden zum Ausgangspunkt allen menschlichen Seins, zur Ratur. auS Der wir geboren sind. Dieses Zurückfinden zur Ratur äußert sich sowohl in einer neu gewonnenen Lebensform und LebenSanschauung, nach Der insbesonDere unsere Jugend Drängt, alS auch in der rein äußerlichen Weise, in welcher Leibesübungen irgendwelcher Art betrieben werden. ES ist ein weiteres Verdienst der Leibesübungen, insbesondere des Sports, daß sie uns zurückgeführt haben zu der doch gar nicht so fern- liegenden Einsicht, daß Vorbeugen bester ist alS Heilen, daß wir viel besser Daran tun, unS zu schützen gcaen die schädigenden Einflüsse deS Berufs, der Zivilisation, indem wir unseren Körper und dadurch ihn auch unsere Rerven kräftigen und widerstandsfähig machen, als daß wir Schwächen, Krankheiten, geiftige und seelische Störungen heilen, indem wir Den ungeflegten, Den vernachlässigten Körper einer KrankenhauS- BehanDlung unterwerfen. So wie wir allo Durch Die Pflege von Leihe-Übungen wieder zurück- ftnden wollen xu einer natürlichen Lebensweise, so soll und muß unS Der Wille, unseren Körper zu entwickeln, auch hlnführen zu einem Höchstmaß von Hygiene, Die wir nicht bloß auf Gru.id von Belehrung, sondern auS innerem Bedürfnis heraus unserem äußeren Menschen angedeihen lassen: Die Auswirkung auch auf unsere ganze LebenSanschauung unD Lebensart ist Dann ein gar nicht so großer, sondern selbstverständlicher weiterer Schritt. Licht, Luft und Sonn« sind die wichtigsten Faktoren irdischen Leben-, Ohne sie welll der Mensch Dahin, stirbt er nicht nur körperlich, sondern auch geistig und seelisch ab. Darum führen uns Turnen und Schwimmen, Laufen und Springen, Wandern und Spielen hinaus in Luft und „Jumbo". As- dem Leben eined afrikanischen Elefanten. Bon HanSSchomburgk. Mll Erlaubnis deS DerfasierS. der am Sonntag hier einen Vortragsabend hält, bringen wir nachstehend ein Kapitel aus dem Buche .Dwakuhama. Fahrten und Forschungen Im unbekannten Afrika." Verlag Deutsch-Literarische- Institut, Berlin. 131 Der kleine Elefant wußte gar nicht, was geschah. Unwillkürlich lief er Der Mutter nach und entging mit knapper Rot der Gefahr, von der Allen erdrückt zu werden. RatloS steht er nun Da. Er form nicht verstehen. warum sich DU Mutter so plötzlich -um Schlafen niedergelegt hat. 2engst!ich miefenD läuft er um sie herum. Liebkost sie mit Dem Rüsseichen. Schlägt sie auch sanft, um sie auf-uwecken, damit sie mit ihm weiterziehe Sein klein«- Herz pocht -um Zerspringen. Die Angst schnürt ihm Die Kehle zu. Furchtsam schmiegt er sich an den Körper Der Mutter. Totenstille herrscht ring- umher. Rachdem Die Alle gefallen Ist. hat sich Der Weih« mit seinem Jäger vorsichtig zurückgezogen. Sr weih, daß Der Kleine ruhig bei Der Mutter bleiben wirb. Er lässt Die Träger. Die ihm noch Sblieben sind, die Lasten ablegen und befiehlt. t -stricke herauSzunehmen. Die immer zum evtl. Tierfang bereit sein sollen. Jetzt wirst sich Der Europäer auf ihn. ilm- Qannnert feinen Hals. In ToDesangst versucht er, ihn abzuschütieln. Läuft bllndlinas in Gestrüpp unD Dornen hinein. Da packen ihn rohe Fäuste am Schwanz Arme umschlingen seine Deine. Er fällt, unter ihm liegt Der Weihe. Der Boden ist weich, denn es ist Regenzeit. Im Augenblick haben die Reger die Beine des laut schreienden Tiere- gefeffdt Aber in welcher Derfafluna befindet sich der Bwana (Herr)? lieber und über mit Schlamm und Exkrementen des Elefanten bedeckt. Die reichten Iagdüeider in 5a>en. Mll blutüberströmten Gesicht. Auf der Fahrt durch das Dornenge- strüpp hatte er einen Riß über Die Rase bekommen. Eine klaffende Wunde, aus der Blut floß- Der weiße Jäger gönnt sich keine Ruhe. Die ganze Rächt sitzt er bei seinem Zögling. Redet ihm freundlich zu. in Den rief gurgelnden Tönen deS Elefanten. Streichelt und herzt ihn, wie eS Die tote Mutter getan. Bald ist Der Kleine bc- ÄLcgt vertraulich fein Rüsfelchen um Die »r des Menschen. Gr hat gemerkt, daß der Mensch ihm wohl will. Sein liebebedürftiges kleines Herz lechzt nach Zärtlichkeiten. Gegen Mitternacht wird er hungrig. Saugt noch einmal an Den erkalteten Brüsten Der toten Mutter. Dann legt er sich ermüdet nieder. Schläft ein, die Hand Des ManneS im Mund, den Rüffel vertraulich um feine Schulter. So fühlt er fich geborgen. Aber wehe, wenn der Weiße fich rührt. Sofort ist er wach. Drängt sich ängstlich an den neuen Beschützer. Am nächsten Morgen wird Der Weg zum Hauptlager an getreten. Ohne sich Weller um seine Mutter zu kümmern, folgt Der Kleine Dem Weißen. Fortwährend drängt unD stößt er ihn. Damit er schneller marschiere, alS habe er Angst vor Verfolgern. So überträgt der Kleine seine ganze Liebe auf den Weißen. Er folgt ihm auf Schritt und Tritt und fängt kläglich an zu schreien, wenn er ihn nur einen Augenblick aus den Augen verliert. Er kann gar nicht verstehen, warum fein Freund immer versucht, ihm etwa- Kalte- und Hartes in den Mund zu schieben. Aergerllch stößt er e- immer wieder fort Tropfen einer Flüssigkeit, die ihm Dabei in den Mund kommen, schmecken zwar ganz gut, fast ebenso wie die Milch, die ihm Die Mutter spendete. Aber die Flasche, denn um eine solche handelt eS sich, flößt ihm Furcht unD Widerwillen ein. Gegen Mittag wird er Dürftig, so Daß er anfängt, an einem feuchten Tuche, da- man ihm vorhält, zu lutschen. Wasfer ist ja nun nicht gerade seine Leidenschaft, aber Durst ist bitter. Dieder fetzt er an und zu seinem Erstaunen rideü ihm diesmal schöne, warme Milch in die Kehle. Hei, wie das schmeckt, toerm man hungrig und durstig ist. Gierig Drängt er nach mehr. Flasche auf Flasche leert sich in Den schier unergründlichen Schlund. Daß der feucht« Lappen einfach in | Ermangelung eineS großen GummisaugerS um Den Flaschenhals gewickelt war, merft er nicht. Todmüde von Der durchwachten Rächt und den Aufregungen deS Tages legt der Weiße sich auf feine leichte fafari kitanda (Reisebett). Rach wenigen Minuten ist er fest eingeschlafen. Froh, daß der Elefant sich beruhigt und friedlich neben ihm steht. Wüste Träume quälen Den Jäger. Er steht am Abhänge eine- Berge-. Feindliche Reger werfen Jelsblöcke hinab. Er möchte fliehen, doch festgewachsen ist fein Fuß. Ein großer Steinblock rollt langsam auf ihn zu. Begräbt ihn unter sich. Laut krachend birst Die Erde. Schweißgebadet erwacht er. greift im Dunkel um sich. Findet sich mit Der zerbrochenen Bettstelle auf Der Erde. Halb auf ihm Der kleine Elefant, unter dessen Last Das leichte Bett zusammen- gebrrchen ist. Die Liebesbezeugungen und Das Anfchmicgebedürfnis DeS flctncn Elefanten wirken wirklich erdrückend. Den Rest der Rächt verbringen Die beiden friedlich auf Der Erde. Prächtig gedieh Der Kleine unter sorgfältiger Pflege. Wuchs heran zu einem richtigen Elefantenlümmel, Der nur Dumme Streiche im Kopse hatte. Sein Hauptspaß war eS. einen gedeckten Tisch abzuräumen. Saß fein Herr beim Essen, kam er ganz ruhig angeschlenkert, als ob er nicht- BoscS im Schilde führt«. Ruhig legt er fein Köpfchen mit auSgeftrecktem Rüsiä auf den Tisch, schaut treuhemig Den Weißen an. Plötzlich kommt ihm der Schelm in Die Augen. Steif wird Der Rüffel, und mll einem Schwung fegt er alles vom Tisch. Vergnügt quietschend eilt er davon, froh, feinem Herrn einen Streich gefpiell zu haben. Alle seine Schelmenstreiche aufzuführen, würde zu well führen, aber einige feien berichtet. Eines Tages marschierte er lustig in einen Inderladen, aus dem Die schwarze Damenkundschaft eilends floh. Ganze Korbe mit Grdnüsien, seiner Lieblingsspeise, standen umher. Wie eine Maschine arbeitete sein Rüssel. Leer geht er zum Korb, gefüllt in den Rachen. Vergeblich Die Bemühung Des Inders, ihn auS dem Laden xu bringen, ruhig futtert er weiter. Aber selbst em Elefant ist mal gesättigt. Da saugt er sich Den Rüllei doll weiß«- Mehl, da- in einem andern Korbe steht, pustet es dem Inder ins Gesicht, und stolz verläßt er unter Dem 3ufrel der Zuschauer Den LaDen. Ein andere- Mal trifft Meister Jumbo eine Suaheli hihi (Frau), ein pingeS schlankes Mädchen. Eie zeigt ihm im Scherz eine Flasche, auf Die er, Milch vermutend, gierig zukommt. Reckend zieht sie Die Flasche immer wtcder zurück. Da merkt er. Daß Die Flasche leer ist. Fährt prusteird auf Das Mädchen loS. Das eilig die Flucht ergreift. Schon hat Jumbo einen Zipfel ih.e^ Tuche- mit dem Rüffel erfaßt, reißt ihr das Tuch vom Leibe, und schreiend, im Evakostüm, gefolgt von dem Elefanten. Der triumphierend da- Tuch im Rüffel schwingt. läuft sie. vom Lachen der Passanten begleitet, durch Die Straßen. Wer Den SchaDen hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen Besonders verdietll machte sich Jumbo al- wandernde Lllfahfäule. Gab es ein Konzert oder frische Würste, sollte eine Auktion flaltfüiDen oder ein anderes wichtiges Ereignis den Bürgern Der Stadt mitgeteilt werden, zog Jumbo Duvch Die Stadt, auf jeder Selle ein großes Plakat. Rur selten fah er seinen Herrn. Der wieher auf Iagdreisen im Innern war. Doch wenn er zurückkam. gab es einen Freudentag für Jumbo. Rie hat er seinen ersten Freund unter Den Menschen vergessen Eines Tages kam ein anderer Weißer, brachte ihn auf ein große- Schiff, auf Dem schon viele andere Tiere waren. Mit einem TiertranSport von Hagen deck kam er nach Europa. Groß war aber feine Freude. alS er hier feinen alten Herrn wieder traf. Fast erdrückt hat er ihn mit feinen Liebkosungen Blauer Himmel wölbt sich über Dem alten Rom. Im Zoologischen Garten der alten Stadt steht ein großer Elefant. Weiße Stoß^ähne leuchten Gutmütig blickt das Auge auj die italienU fchen Kinder, Deren erkorener Liebling er geworben ist. Wenn die Sonne über Dem Tiber Oer- fünfen, einsam am Abend Der Garten, steht er träumend da, wiegt bedächtig da- fluge Haupt. Denkt zurück an Die Tage Im fernen Afrika, als er mit feiner Mutier Wälder und Steppen Durcheilte. Denkt er auch wohl noch mll Liebe an den Weißen der einst Wutterstelke an ihn oertrat?' der technischen lieber le genbeit der Heuchelheim« v stehen. Jronfraufen. 5< im as der Sonntag bringt <| F 15. rei 4 i* plastischen Wodelli«l Ziegler neben der Jtj zumeist Gegner bleibt. ft ö< 91 oli ab. die en rü A o| n >hl gai he reb Hal 34 in Flo 001 lu «1 bi L L ui w w 'I ti ei fit UN Di hi w tt fr ni einem Spiel mit der 1. Mannschaft von heim a. b. B. Das Spiel wird einen offenen Charakter tragen, bei dem der mit der größten Spielerfahrung Sieger Freie Turnerschaft Heuchelheim. sachlichen" Studien von Harfe Farben bei Maria neben der fulttbierien Pastclltechnik von Carola Her r m a n n. Die gedämpfte Farbigkeit von Frieda 03 c ft neben gai * Ruppert. Prismatis H M w r'.b vpi ziskuskopf Jakob Schmidt- ist solche Kunst. AuS einer inneren Gläubigkeit geboren, fromm und groß zugleich. Die Plastik beanspruchte einen Platz In der Kirche. L. N. ■= Der 5. Dez i r k im Turngau Hessen hielt fein diesjähriges BezirkS-Derätewett- turnen kommenden Sonntag in Lang-DönS Der dortige Turnverein hat mit Umsicht nötigen Vorbereitungen getroffen. iM 2 (h |U1 15 22 ai a\ ai (0 bi IC Jii bei & 1« um 3n fla 5 ne ge io noi fiel ng pit au ft« ix m 2 fr fa ai ni m he 5. Äi ga De et fei A alt Ku Ui ü ft fl| n bi al le Auch Heuchelheim schickt seine 1. Mannschaft auf Reisen. Seulberg i.T. ist daS Ziel. Der Ausgang des Treffens dürfte kaum zweifelhaft fein. Hat der Heuchelheimer Sturm einen guten Tag, so steht bei den reckt guten Leistungen der übrigen Wannschaftsteile ein Sieg bestimmt in Erwartung. Die Jugend Heuchelheims geht zu ihrem nächsten Rachbar nach Klein-Linden. Das Spiel wird aller Voraussicht nach im Zeichen legenheit, auf heimischem Voden anzutreten. Gegner sind die hier im Bezirk bestbekannten „Sportfreunde" Siegen, die diesmal in ihrem Sübwestsalenbezirk hinter Hagen 05 an zweiter Stelle landeten. Auch hier wieder dürfte sich so ziemlich die einzige Möglichkeit für Kassel bieten, zu einem Punktgewinn zu kommen. Doch sckeint uns bei der derzeitigen Form des Hessen-Han- 'iwver-Zweiten immer noch kein genügendes Gleichgewicht gegen das Können der Siegener gegeben, selbst in Anbetracht dessen, daß diese in ihrer Leistung zweifellos auch zurückgegangen Um die westdeutsche Fuhball- mersterschast. fturßeffeo Kassel — Arminia Bielefeld tz. In Hamm treffen sich diesmal zwei ungleiche Gegner. Der Westfalenmeister Arminia überraschte am vergangenen Sonntag durch seinen hohen 7: l-0ieg über den Meister des Rhein- beztrks, Kölner Klub für Rasenspiel«. Allerdings waren die Kölner entschieden weit unter Form (Karneval!), so daß man mit Recht behaupten kann, daß dies nicht da- wahre Stärkeverhältnis der beiden ist. Fest steht, daß einer wie der andere mehr kann als die Kasseler Kurhessen. So besteht nicht die geringste Hoffnung auf Erfolg in irgendeiner Form: es sei denn, daß die Ueberraschung noch größer würde als gegen C. f. R. Viel eher wird man damit rechnen müssen, daß Kurhessen Mühe hat, nicht allzu hoch zu verlieren. Soviel über die hiesige Vezivksbeteiligung an der Runde der Ersten. In der Runde der Zweiten hat unser Vertreter, Spielv. Kassel in Marburg, Ge- Zu der am kommenden Sonntag, 6 März. Festsaal deS Cas^ Qeib stattfindenden Meisterschaften des .LahngaueS". Dunb Deutscher Radfahrer, im Saalfahren sind folgende Meldungen abgegeben: Ser-Kunstreiaen: Gießener Aads.-Verein 1885, Marburger Radf.-Club 1885, Radf.-Verein 1887 Spielöereinigung 1900 Gießen. ö. Roch zwei Spielsonntagc trennen die Ligaels der Spielvereinigung vom Ende der Meisterschaftsspielsaison 1926 27. Diese beiden Sonntage bringen ^Begegnungen van größter Ve- deufung. Gilt es doch für die 1900er jedesmal unbedingt einen Sieg zu erringen, damit dis Anwartschaft auf die Lahnkreismeisterschaft nicht verloren geht, denn der einzige Konkurrent, n0etmania“»OHarburg, ist mittlerweile bei gleicher Epielzahl punktgleich geworden. Erschwerend für bte Gießener ist, daß beide Spiele auf auswärtigen Plätzen ausgetragen werden müssen. Es kommt also zu fremden, teils unberechenbaren Spielfeldern fremdes Publikum, was nur allzuoft ausschlaggebend auf den Spielausgang ist. DaS für den kommenden Sonntag in dem Marburger Vorort OckerShausen angesetzte Treffen findet schon vormittags statt. Das Vorspiel in Gießen konnte 1900 leicht überlegen gestalten. Wenn es trotzdem 0:0 endet«, so lag das an der schwachen Stürmerleistung. Seitdem hat sich aber Gießen durch Um- und OTeuetn- stellungen sehr zu feinem Vorteil verändert. Trotzdem ist der Ausgang der bevorstehenden Begegnung vollständig offen, denn der Fußballverein 1920 OckerShausen zeigt mit das beste Stürmerspiel im Lahnkreis. waS Ueberraschun- gen nicht ausschließt. Die Blauweißen müssen von Anbeginn an mit vollem Ernst bei der Sache sein, wenn die beiden Punkte nicht in Ockers- Hausen bleiben sollen. Als Schiedsrichter fungiert Dörrbecker von Kassel, der kürzlich das Spiel gegen F. C. 05 Wetzlar in Gießen leitete. Die Ligareserve erwartet nachmittag- auf eigenem Platz die gleiche Elf der Sportvereinigung Dillenburg. Die Aufstellung der Einheimischen hat eine Aenderung erfahren, so daß ein günstiges Abschneiden zu er- warten ist. Die 3a (Lehrmannschaft) empfängt vor dem Spiel der II. die 2. Mannschaft vom Sportverein Heuchelheim und dürfte ihren ungehemmten Siegeszug auch weiterhin fortsehen. Die 1. Jugendmannschaft fährt zum Rückfpiel nach Frankfurt a. M. Gastgeber ist die sehr gute Jugendelf des FußballvereinS „QBoruffia5 Frankfurt a. M. Das Vorspiel in Gießen konnten die Frankfurter Gäste 3:1 gewinnen. Die 2. Jugendelf begleitet die Ligamann- schaft nach Ockershausen und trägt daselbst ein Gesellschaftsspiel aus. wahrend die Schüler in Wetzlar bei der neugegründeten Schülerelf des Fußballklubs 05 ihr Können offenbaren wollen. Man erhofft beide Mannschaften siegreich. Aus dem Arbeiter-Turn- und Svortbund. Frei« Turnerschast Gießen. L Am kommenden Sonntag ist Gießen mit seinen gesamten Mannschaften nach auswärtigen Plätzen verpflichtet. Die 1. M ann schäft tritt in Butzbach der dortigen Ersten gegenüber und dürste wohl als unbestrittener Sieger anzusprechen sein. Obwohl Butzbach einen recht beachtenswerten Gegner abgibt, der gerade in letzter Zeit erfolgreiche Spiele stärkeren Mannschaften gegenüber absolvierte, reichen sie in punkto Spielerfahrung und rationellem Angriff doch nicht an die guten Leistungen der Gießener heran, und werden wohl, wenn auch ehrenvoll, unterliegen müssen. Die I b - Mannschaft Gießens tritt der Die 1. Mannschaft FronhausenS tritt am Sonntag in Leun gegen die dortige Erste an. Beide Mannschaften zahlen zu den Besten der 2. Klasse, so daß die Leuner ein reckt ansprechendes Spiel leben werden, bei dem die Chance« geteilt sind. Bezirkstag in Wieseck. Am Samstag und Sonntag treffen sich bit Vereinsfunktionäre und -Vertreter des gesamten Bezirks zu ihrer JahreStagung. diesmal inW ie- s e ck. Der Samstagabend gehört ausschließlich den Turnern. Am Sonntagvormittag beginnet die Beratungen über das gesamt« Gebiet der Leibesübungen. Alle Sportarten sind hier vertreten, um zunächst die Jahresberichte der einzelnen Spartenleitungen entgegenzunehmen und um neue Wege zu suchen, den Sportaedanken in immer weitere Kreise zu tragen. Reben Vorträgen und den Vorstand-Wahlen steht da- diesjährige Kreisturnfest im Vordergrund des Interesses. daS im Frankfurter Stadion abgehalten wird und nach den Richtlinien der letzten Olympiade durchgeführt werden soll. Heuchelheim. Kommenden Sonntag tritt die er*fle Mannschaft des Sportvereins 1920 H euchel- heim gegen D. C. 1 9 2 0 Gießen Atun fälligen Verbandsspiel an. Wenn Heuchelheim komplett antritt, müßte es gewinnen 5aa!fportfeft der (Siebener BDR-Dereine. Frankfurter Theater. Am Iaschings-'DienStag zog Rudolf Rel- son mit feiner Berliner Revue .20 Jahre R e l s o n“ in den heiligen Hallen deS Schauspielhauses ein. Der Komponist Relson war unS Frankfurtern ja längst ein lieber, guter Bekannter, feine Rhythmen und Weisen klingen aus aller Mund. Run haben die Frankfurter ihn, feine Gattin, die ebenso berühmte Käte 8 r t» ß oIa, und den Stab feiner künstlerischen Mtt- arbeüer vor allem Kapellmeister Walter Joseph (prachtvoll In der Ouvertüre tm Zusammenspiel mit Relson auf zwei Flügeln) aus nächster Räbe persönlich kennengelernt und waren begeistert. Die Jublläumsrevue Relkons zerfällt in zwei Teile: .Einst und Jetzt". And (n dem .Einst" — Zelt 1936 — weiteten sich die Herren all derer, bi« .Chat Noir" noch gekannt haben und di« ersten Erfolge der Schlagerlleder, wie .Lusttger Ehemann". .Miß Dudelsack", .Alfdorfer" und .Ladenmädel" erlebt haben. In der darauffolgenden Pause war allcS begeistert, schwärmte in Erinnerungen an eine Zrit. die heute nack 20 Jahren tn politischer, literarischer und modischer Beziehung schon als historisch betrachtet werden kann. Willi Schaeffers, ebenfalls gut bekannt In Frankfurt, fungierte als Regifseur, Konfcrencier und Darsteller, er hielt voll launigen Humors den Kontakt mü dem Publikum aufrecht. Der zwette Teil war revue- mäßig flott aufgemacht und zelate gute Einfälle. Käte Srlholz, Sva Ttnschmann. Dom P auIf en und Fritz Berger. Steißl, Lindau. Ritter und Schaeffer- nahmen fick der Desanastesste liebevoll an. Das Ganz« ist keine AuSstaitungSrevue, aber eine famos inszenierte Schlagerrevue, bei der sich das Publl- tum glänzend amüsierte und unterhielt, und die 'Berliner Gäste mit dem Franksurler Publikum sehr zufrieden fein konnten. L. W. Aber die Problemlofigkeit der ausgestellten Werke hat einen sehr positiven Sinn. Einmal bedeutet die Abkehr von der Kunst deS Expressionismus ein Wieder-auf-den-Schild-heben der rein künstlerischen, malerischen Werte. Es ist dem Beschauer wirklich allerhand zugemutet worden. Run findet er sich wohl wieder leichter zurecht: vor allem aber: es braucht bei dem schassenden Künstler nicht der innermenschlichen Kräfte, die au einem wirklich wertvollen expressionistischen Bild nölig waren. So ist das handwerkliche Können wieder stärker in den Vordergrund gerückt und damit daS Gesamtniveau gegeben. Die eigentlich malerischen Kräfte können In den ihnen lieben Bahnen der Technik ihre eigensten Werte wiedergeben, ohne unmodern gescholten zu werden. So Ist der Gesamtanblick der Ausstellung um viele- erfreulicher, als dies bei ähnlichen Veranstaltungen vor Jahren war. Vor allem aber muß von dieser Kunstübung betont werden, daß sie die naive, reine Freude am Bild als solchem wieder möglich macht: das Genießen. Die Freude am Kunstwerk t[t vor lauter Problemen in Verruf gekommen. Künstler und Kunschristststeller sind daran in gleicher Weife schuld. Run haben die Künstler vielfach, wenigstens die in Mainz ausstellenden, sich von der Problematik abgewendet, sie geben frohe Farben, starke Linien, Bildnisse. Ansichten. Stilleben, und nichts weiter. Vielleicht daß auch der Geschmack sich nun wendet und nicht hinter jedem Bild glaubt ein tiefes Geheimnis geborgen sehen zu müssen. Man kann sich ja doch auch einfach an etwas freuen, und das ist mindestens so wertvoll wie finge Reden. So ist eS auch eigenllich müßig, abzuwäaen. welche der Künstler voran weisen, welche in überkommener Technik Gutes ßlnftelten. Der Geschmack deS einzelnen wird daS oder jenes vorzichen, und man ist über die Mannigfaltigkeit des Gebotenen gar nicht böse. Da ist die bei,rohe pointM'.stisch anmutende Manier von Anna Bornemann sind. II. Bezirksklasse Lahnkreis. y. Die Punktespiele werden sorigesetzt. Eine nicht gerade leichte Aufgabe bei den beseitigen Witterungsverhältnissen hat Gießen 1900 in Ockers Hausen zu erfüllen. Die Gießener müssen sich darüber klar fein, daß sie nicht mehr einen einzigen Punkt verlieren dürfen. Andererseits ist Ockershausen auf seinem jetzt fast grundlosen Platz ein sehr schwer au schlagender Gegner, so daß wir uns im vorhinein nicht ohne weiteres für den einen oder anderen entschetden können. rung der Kauernden von St eg maher. Man läßt das alles ruhig nebeneinander stehen und freut sich der Vollendung. Mainz hat nun eine Kunsthalle. Die Malerei hat einen Weg gefunden, auf dem sie sehr wohl weitere Kreise erfassen konnte, eS i t ein Mittelweg, der für die Künstler wie für die Beschauer beschreitbar ist. Aber eS ist wie ein 'Verhängnis. Dte Krise der Malerei wird nicht aufhören. Man wird auch in dieser Mainzer Ausstellung den Eindruck nicht los. das seien recht gute Sachen, aber von der geistigen Haltung unserer Zeit spüre man doch eigentlich wenig. DaS liegt aber nun nicht an einem Richtkönnen der ausstellenden Künstler, sondern betrifft öle gesamte Malerei als solche. Unser Auae stellt sich immer mehr auf Raum ein. die Architektur ist der Hat ft e künstlerische Ausdruck unseres Empfindens, und In dem Augenblick, da wieder Bilder für unsere Wohnstube gemalt werden, fragen wir ernstlich, ob wir denn überhaupt Bilder aufhängen sollen, ob dadurch nicht die Wand und der Raum zerstört werden. Hat die Malerei überhast die Möglichkeit. Ausdruck unserer Zelt zu sein? Diese Frage soll hier nicht beantwortet werden. aber sie schwingt doch in der Wertung der Ausstellung mit Man sieht deshalb genauer bei dem einzigen plastischen Werk. daS die Ausstellung enthält, der FranziLkusbüste von Jakob Schmidt. Richt deshalb, weil sie Plastik ist, — ein Ausspielen verschiedener Künste gegeneinander in so allgemeinen Formeln ist ja gar nicht möglich — auch nicht deshalb, weil man vielleicht weiß, daß der Künstler tm Kneg erblindet ist und erst als Blinder die Bildhauerei erlernt hat Wenn man den Oberlichtsaal betritt, so bannt diese Büste sofort den Blick.. 3a, sie wirkt auf die Fernsicht stärker als bei einem Sehen auS nächster Rähe. Da kommen manche Weichheiten der Modellierung au stark in den Vordergrund, die sicher nicht gewollt sind, sondern daher rußten, Daß die Formen ertastet, nicht gesehen sind. Franziskus ist nicht der romanttschc Spielmann GotteS, er ist ein herber Asket, gottbegeistert und voll Macht des Künde,is. Wir suchen eine Kirchenkunst, Die dem Kitsch der Gipsfiguren begegnet und hem Volle verständlich ist. Dieser Fran- Sonne, magS Sommer sein, mag winterlicher Schnee und Kälte die Statur in tiefen Schlaf legen. Gerade den Winter hat ja allein der Sport wiedergewonnen für den Menschen, der sich daran gewöhnt hatte, durch dicke Pelze und heiße Getränke sich seiner zu erwehren, statt durch kräftige Bewegung und dadurch, daß man sich Schnee und Eis untertan machte. Je länger und je energischer wir die wahren Ziele de- Sports verfolgen und in der gesamten Bsröllerung festwurzeln, um so mehr wird sich das auch in der äußeren Erscheinung de- Menschen bemerkbar machen. Der Tyv deS schmalbrüstigen, hochaufgeschossenen, bebrillten Jugendlichen wird langsam schwinden, auS einem kräftig gebauten, widerstandsfähigen Körper sollen wieder frohe, lebenslustige Auaen schauen: unsere Jugend, männliche wie weibliche, soll sich freuen eines LebenS, das nicht bloß im Besitz und Verbrauch äußerer Güter lebenSweri erscheint. Die ßebenStoeife des modernen Menschen steht stark unter dem Einfluß der die Gesundheit untergrabenden Gifte und Vergnügungen. Das Bedürfnis nach frischer Luft und Bewegung ist eine der vornehmsten Aufgaben der Körperpflege durch Turnen und Sport. Ganz von selbst stellen sich dann gesündere Formen der Ernährung, stellen sich Ermüdung und kräftigender Schlaf ein, bte ihrerseits Desundheitsfaktoren ersten Ranges sind. Auch hier geht der Weg weiter, machen sich doch die Vorteile einer vernunftgemäßen natürlichen Lebensweise bemerkbar im ganzen Menschen, über den Körper hinaus auch in seinem Gemüt. So' kommen wir durch Leibesübungen zu einer Harmonie der Entwicklung, die ihr höchste- Ziel in der Heranbildung eines vollwertigen ganzen Menschen sieht. Bestandserhebung 1927 in der D. T. vo. lieber die diesjährig« Bestandserhebung in der Deutschen Turnerschaft werden jetzt die ersten Zahlen bekannt: Eine Reihe von Turn- Aehnliches gilt für da- Rückspiel Gladenbach gegen F. C. Wehlar. Schon auf eigenem Platz waren die F. C.er nur mit 4:3 die Besseren. In Gladenbach kann unter den dortigen Verhältnissen nicht ohne wetteres mit einem Erfolg gerechnet werden, wenn auch die reifere Leistung und das bessere Können auf Seiten der Wetzlarer Gäste ist. Germania Marburg wird sich in Riebergirmes seine letzten Pluspunkte nicht entgehen lassen (mit Ausnahme des noch rückständigen Spieles gegen F. C. Wetzlar!). Marburg dürfte sicher gewinnen. V. f. B. -i- Für die L i g a m a n n s ch a f t ist zum kommenden Sonntag „Ge r m a ni a" - W i e -- baden nach hier verpflichtet worden. Die Gäste stehen schon seit Jahren mit an führender Stelle der dortigen Kreisliga: ein schon fast zur Tradition gewordenes Pech im entscheidenden Spiel versverrt ihnen nach einer Reihe von Erfolgen jedesmal den Aufstieg zur Dezirksliga. Bei D. f. D. wirken nach längerer Pause erstmalig wieder Mandler und Flachskamp mit, was sicherlich eine Verstärkung der Mannschaft bedeutet. Man darf auf den Ausgang dieses Treffens gespannt sein. Die Ligareserve geht nach Herborn. Die dortige Ligareserve ist ihr Gegner im fälligen Derbandsspiel. Die Spielstarke des Gegners, der auch noch den Vorteil des eigenen Platzes hat, läßt eine knappe Niederlage der geschwächten Gießener Mannschaft als durchaus möglich erscheinen. Ebensogut kann sie dieses für die Meisterschaft sehr wichtige Spiel aber gewinnen, wenn sie den Siegeswillen der letzten Spiele mit nach Herborn bringt. Die Dritte ist durch eine Absage der Friedberger Polizei ohne Spiel. Die Vierte gewinnt ihr fälliges Verbandsspiel und damit die Punkte kampflos, da ..Hessen" seine 2. Mannschaft aus den Der- bandsspielen zurückgezogen hat. E r st e und zweite Jugendmannschaften haben die gleichen von Ried er - G i r m es zu Gast. Die erste Schülermannschaft trägt ein Freundschaftsspiel gegen die Qollarer Schüler aus. 1. Mannschaft von Harheim bei Vilbel gegenüber. Die Gießener werden wohl einen schweren Stand haben, aber unter Berücksichtigung ihrer seitherigen erfolgreichen Spiele sich auch in Harheim nicht ohne weiteres unterkriegen lassen. Die 2. Mannschaft Gießens geht zu Rod- Ausstellung des Drei §tädte-vnndes in der Mainzer Aunsthalle. CS war ein glücklicher Gedanke, die alte Hauptwache am Liebfrauenplatz zu einer Kunsthalle umzugestalten. So sind endlich in Mainz ein paar lichte Räume im Zentrum der öiabt geschaffen, in denen die Künstler ihre Werke zeigen können. Man weilt gerne tn dem hellen Oberlichtsaal des ersten Stockes und schreitet auf roten Läufern gemächlich an den Bilderreihen im Erdgeschoß entlang. Die äußerea Bedingungen find geschaffen, daß das Volk größeren Anteil an dem künstlerischen Schaffen der Zeit nehmen kann. Man meint, auch die innere Einstellung der eben dort ausgestellten Werke des Drei-Städte- Dundcs. einer Vereinigung Frankfurter. Mainzer und Darmstädter Künstler, sei dazu geeignet. Diele der Gemälde wünscht man in eine Stube, sie sind so. daß sich wohl mit ihnen wohnen läßt. Solcher Eindruck bedeutet eine bestimmte Wertung der Kunst. Zunächst negativ: sie ist problemlos. Das ist vielleicht der durchgreifendste Unterschied von der jüngst vergangenen Kunst. Da wurde immer wieder versucht, in letzte Tiefen vorzustoßen. Dinge sichtbar zu machen, die jenfeitS deS Wahrnehmbaren lagen. Programmatisch war der Sah von Franz Mare: das Reh so malen zu wollen, wie es sich selber empfindet, »rebhasf. wesentlich, nicht wie es dem Menschen erscheint. Für solche- Beginnen brauchte es Menschen von ganz großen Inneren Ausmaßen. Versuchte sich ein Kleiner daran, so würde eS lächerlich, bizarr. Aber diese Kunst, sofern sie wirklich ihrem Wollen Form geben konnte, erschütterte den Vdenschen biS inS Innerste hinein. Es gibt Bilder, hie einen Schleier von dem Geschehen reißen, die Abgründe aufbeden, vor denen man schauert. Solche Kunstwerke kann man sich nicht in die Stube hängen. GS wäre ein Hnbing. Tiefe Erlebnisse kann man nicht beliebig wiederholen, und Bilder, die einem zu solchem Erlebnis ver- Holsen haben, kann man nicht beim Kaffeetrinken besehen. kreisen weist nach den bisherigen Ergebnissen recht beträchtliche Steigerungen der Mitglieds- zahl auf, denen allerdings andere Kreise Verminderungen in der Mitgliedszahl gegenüber» stellen müssSn. Immerhin dürfte das Gesamt- eraebnis eine weitere Aufwärtsentwicklung bedeuten. Im Kreis Rordosten bedeuten die bisher vorliegenden Zahlen eine Verringerung des Mitgliederbestandes um etwa 400. der KreiS Schlesien muß sogar eine Abnahme von rund 1800 schätzen. Im Turnkreis Brandenburg haben die letzten Milgliederzahlen einen Zuwachs von einigen tausend Turnern und Turnerinnen ergeben. wenn auch hier das Endergebnis noch nicht feststeht. Die Kreise Mittelrhein und Thüringen rechnen ebenfalls im Gesamtbestand der Mitglieder mit einem Abgang. Ganz bedeutende Mitgliederzunahmen können jedoch Kreis älnterweser-Ems mit 1500, West- falen-Lippe mit rund 3000, die Pfalz mit etwa 2500 melden. Die endgültigen Ziffern der Bestandserhebung sind nicht vor Mai zu erwarten. Aus dem Gau Hessen der D. T. Wetzlar. ler-Kunstfahren: Keßler (1885 OHarbtag). Göbel (Rassovia, Limburg). Döbel (R.-V. 188t, Wetzlar). 2er-Kunstf ähren: Keßler-älnverzagt (1885, Marburg), Don-Eifs-Pfund (Germania. Dießen). 2er-Jugend-Radball: 1885, Gießen (2 Mann* schäften). Wanderer. Gießen (1 Mannsch.), Germania, Gießen (3 Mannsch). 2er-Radball-Radballpreis der Stadt Gießen: 1885 Gießen (2 Mannsch), Germania, Gießen (2 Mannsch). Krofdorf (2 Mannsch.). AlSfeld (2 Mannsch). Kirchhain (1 Mannsch), Marburg 1891 (1 Mannsch). 3er/Radball: 1885 Gießen (1 Mannsch). Krofdorf (1 Mannsch), Germania, Gießen (I Mann ch.). Kirchhain (1 Mannsch.). AlSfeld (1 Mann ch). D e einzelnen Wettbewerbe sind sehr gut besetzt: es sind scharfe Kämpfe zu erwarten. Sternstasettenritt nach Alsfeld. Sin Sternstasettenritt mit dem Zentrum AlSfeld, veranstaltet vom Verband der Ober- hessischen Reitervereine, wird am kommenden Sonntag mit zwei seiner Strahlen unsere Stadt berühren. Eine von Friedberg ausgehende, über Großen-Linden kommend« Stafette wird in Gießen vom Reiterverein Großen-Linden dem Reiterverein Drohen-Buseck zur Weiterleitung übergeben. Ein zweiter Stafettenstrahl nimmt hier In Gießen seinen Ausgang, um 11,30 tthr vormittags am Krokodil, Kaiserallee. Die Beförderung der Stafette von Dießen nach Londorf hat der Reit- und Fahrklub Gießen und Umgebung übernommen. Die Strecke läuft Gießen—Wieseck— Wellersburg — Lollar — Staufenberg — Mainzlar — Treis — Allendors — Londorf. ES sind bei diesem Ritt für den Kilometer 2 biS 3 Minuten angesetzt, so daß die letztgenannte Stafette bereits um 12,50 Uhr in Londorf anlangen soll. DaS Ziel der Veranstaltung, der Marktplatz von AlSfell), soll nachmittags um 3 ilßr von allen Stafetten (die dort zusammenlaufen) erreicht sein. Sprechstunden der Redaktion. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschlossen. Jür unverlangt eingesandie Manuskripte ohne beigesügles Rückporto wird keine Gewähr Übernommen. Anzeigenausträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. ___ Heinrich-Leipzig schwimmt Rekord. vo. Anläßlich der Schwimmwetlkämpfe des Poseidon-Leipzig gegen S. E. 11. F. Paris gelang es dem mehrmaligen deutschen Meister Herbert Heinrich vom veranstaltenden Verein, am Donnerstagaoend den angekündigten Rekordversuch mit vollem Erfolg durchzuführen. Er verbesserte den von ihm gehaltenen Rekord von 2:23,2 auf 2:19, im 200-Meter-Freistilschwimmen. Wirtschaft. Die Lage des Arbeitsmarktes. Das Lcuidesamt für Arbeitsvermittlung tn Frankfurt o. HL teilt mit. Bei den 41 öffentlichen Arbeitsnachweisen >m Landesamtsbezirk (Hellen Hetsen-Aalsou und Wolbeck) waren am 15. Februar lo3169 (140 724 männliche 22 445 weibliche) Arbeitsuchende gemeldet das find 4935 mehr al- am 15. Januar (158 234, davon 135 953 männlich« und 22 281 weibliche). 3n dielen Zahlen lind die aus der ErwerbSlvlensürsorge unterstützten. d,c aus der Srwerbslosensürsorg« ausgesteuerten und aus der ÄrifenfürforQ« unterstützten Arbeitslosen. sowie die bei öftcntlichen Rolstandsarbetten beschäftigten Personen enthalten. Die leichte 2er- Ichlechterung der Arbeitsmarltlaae war »um größ- tea Dell auf WitterungSeinslütse zunickzulüyren die die Deschafligungsoerhollnifse In den Auoen- berufen unaunstig beeinflußten. Sv stieg z. B. die Zahl der Arbeitslosen im Baugewerbe um rund 1700 auf 21 328, in der Beruf-gruppe Ungelernte um rund 1400 auf 43 400 In den hauptsächlichsten Inbustrtegruppen blieb dagegen die Lage ziemlich stabil. • • Weitere Absatzbelebung in Lahn- und Dill - Erzen tm Februar. Die Verhältnisse auf dem Srzmarft des Lahn- und Dislgebietes einschl. Oberhessen haben sich, wie dem ,3. Ä." berichtet wird, im Februar weiter günstig entwickelt. Die bereits in den Vormonaten nach Einlösung der Staalssubven- tion eingetreten« Delebung der Aachsrage, die einen verstärkten Versand zur Folge hatte, setzte sich im Februar fort, so daß die Förderung weiterhin mühelos abgesetzt werden konnte. Der Versand ging ohne Störung Donflatten. * Weitere Herabsetzung der Lfandbriefbonifikationen. Wit Wirkung vom 1. März 1927 find die Psandbriesboni- sikationen, die bisher 1, 1', und 2 Prozent betrugen. auf 1. 1' < und 1', Prozent im Höchstfälle herabaescyt worden. llnDtr ändert bleibt demnach der Aormalsatz von 1 Prozent. Verein für chemische Industrie, Frankfurt a. W. Die außerordentliche ®c- neralversammlung genehmigte gestern den vor- Snen Interessengemeinschaftsvertrag mit der bischen Aktiengesellschast Aaamloozc Dee- nootschap Algemeene Rorit Waatschappij. Amsterdam. Die Anregung zum Abschluß des 30jäh- rigen 3.-®.-Vertrages ging von der Aorit (Äa- Pital: 5 Mill. fL, Dividende für 1925 : 8 Pzt.) aus und sieht die Zusammenarbeit zur Herstellung von aktivierter Kohle vor. Die dazu benötigte Holzkohle wird vom Verein für chemisch« Industrie hergestellt. GKichzeitig hat der Verein m Deutschland gelegene Betriebe, die aktivierte Kohle erzeugen, übernommen. Die Zusammenarbeit mit der Rorit. die sich außer auf bas Gebiet des Datennvelens und der technischen Errungenschaften auch auf das Kaufmännisch« erstreckt, werd« ein« gut« Ausnutzung der Fabrikattonsbetriebe des Vereins gestatten. Sodann wurde die zu dieser Transaktion nötig« Kapitalserhöhung um 2,5 Mikl. Mk. durch Ausgabe von 1500 Stück auf den Inhaber lautenden. ab 1. Ian 1927 divtden den berechtigter Stammaktien von je 1000 Wk. beschlossen unter Ausschluß des gesetzlichen Bezug-rechtes der Aktionäre. Davon werden 2 Will. Mk. den allen Aktionären im Verhältnis 2:1 zu einem Kurse von nicht über 110 Pro-, angeboten werden 500 000 Mark bleiben der Desellschaft zur Verwendung überlassen. Auf Anfrage von Aktionärsseite wurde mitfleteilt, daß über da- Ergebnis des abgelaufenen Geschäftsjahre# noch nicht- Definitives fcststehe und genaue Angaben deshalb nicht gemacht werden könnten. Es sei aber vorauszusagen, daß der Abschluß günstiger lei als im Dorsahre. * Ein Dementi der I.V -Farben- i n b u ft r i e. Wie der WTB -HandelSdienst hört, entbehren die an der Börse v.rbrciteten Gerüchte. wonach die 3 D.-Farbe:nndustrie «inen Ankauf von Kuren der Zechen Bismarck, Ewald oder anderer Zechen beabsichtige, jeder tatsäch- lichen Unterlage. * Deutsche Kohle für Oie alg«ri- s ch cn Staatsbahnen. Wie ^Evening Standard" berichtet, ist «in Auftrag auf QicL'rvng von 91000 Tonnen Steinkohle und Brikcl für die algerischen Staatseifenbahnen bei deu schon Fir- Märtyrer der Liebe. Storno n von 9. Schneider-Förstl. 15. Fortsetzung. Nachdruck verboten Sie war selbst in den Keller gestiegen und trug in ihrer großen Küchen schürz« einen Hügel von Flaschen nach oben. Prustend strich sie den schweiß von der Stirne. „sechzehn Flaschen noch! Alle Heiligen! Das reid)i noch einmal für eine Hochzeit" Erschrocken hielt sie inne. Am Eingang stand Reichmann, das sonst so ge- sund gerötete Gesicht in fo .in (Brau spielend. Sein Nörpc r neigte sich etwas vornüber, als vermöchten die Füße dt« Last nicht mehr zu tragen. Elisabeth schrie auf und lief auf ihn zu. G«ory, was ist dir?" „Gib mir ein bißchen zu trinken! Irgend etwa»!" Er suchte nach einer Sitzgelegenheit. Hanna hatte ihm bereits einen Stuhl ird gemacht, auf den er ganz erschöpft niederfiel. Vas Glas mit Wein, welch«» sie ihm, schnell di« Fassung wieder findend, reichte, kerbe er auf «inen Zug. . Danke!* faate er halblaut, noch inner etwas benommen. Dieses ^chlmndelgesühl war einem Schiagtressen ganz ähnlich gewesen. Aersluchtes Dpiu::*' Was ist es Denn?” bat Elisabeth Sie kniet« vor ihm mitten zwischen oll den Iamu-n juxigen und streichelte feine Hand,. Bist du trank. Georg? Hast du eine böse Nachricht belommtn. Liebster? Sag' doch!" „Nein, nein! Sei ganz ruhig. Kleine,!' Er merkte, wie Hannas und Friedrichs Augen 'orschcnd an ihm hingen. Das macht« ihn unsicher Es war das bef e, sie horten von ihm selbst den ganzen Sachverhalt joweit sie ihn eben wissen Rarsten. Die Wahrlxtt durste er natürlich nicht sagen. End di« Lüge fiel ihm schwer. -Cd) habe — ich — bin — ich roar gestern ein '-'ißchen lange aus — Iunggesellenabfchied — und haue abend», als ich hrimkam, wahnsinnige» Kops« weh' — Di« Lüge ging glatter, als er geglaubt hau«, fein« Stimme wurde sicherer. — ,Lu Hause habe ich mir einen Schlaftrunk gemacht, um heute ganz 'risch zu sein. Ich habe mich vergriffen und Opium erwisch'. Denn Hilderlt nicht gewesen märe. men plaziert worden, deren Angebot 3 Schilling pro Tonne niedriger war als das Angebot der Wattier Drüben. * Dis conto-Gesell schäft In Berlin. 3n der gestrigen AR -Sitzung wurde be- schloffen, der auf den 29. März ernzuderufenden HD die Verteilung von wieder 10 Prozent Dwl- bende vorzutchlagen Der Reingewinn bekiff er. sich für 1926 auf 17 500 511 Mark Börsenkurse Aranksurtcr Börse. Frankfurt a. M., 4. März. Tendenz schwächer. — Der Tendenz-Umschwung an der gestrigen Abendbörse setzte sich heule weiter fort, wobei man von großen holländischen Verkäufen zu den letzten hohen Kursen spricht. Im übrigen bildete die unveränderte Dividende der Discontv-Gescllschaft keinen Anreiz, wenn auch der Abschluß günstig ist. Beachtet wurden vor allem die Berichte vom deutschen Kohlenmarkt. die wieder von Haldenbesränden unö Feierschichten Kenntnis bringen. Montan- werte, insbesondere reine Kohlenwerte, waren daher stark gebrüdt: Harpener minus 5 Prozent. Rhein Braunkohlen minus 7.75, Ilse minus 14, Gelsenkirchen minus 4,5, Klöckner minuS 5, Mannesmann minus 4 Prozent. 3. ® Farben und Rheinslahl verloren je 3 Prozent. Kaliaklien ebenfalls schwächer Mansselder minuS 4,5 Proz.. Aschersleben minus 4 Proz. Westeregeln minuS 2,25 Proz. Banka kt t en schlossen sich der all- Siemclnen Aufwärisbew.gung an. wobc: Darm- tädter und Eommerz je 5.5 Proz.. Disconto 3.5. Deutsche und Dresdner je 3 Proz «inbüßten. Bei Schlfsahrtsaktien verstimmte di« weitere Verschleppung der Freigabe-Bill. Hapag 5,5 Proz., Rordllotzd 2,25 Proz. schwächer. Auch Slektroaktien setzten niedriger ein. Sie- >tanMeri *.JS. 8aflB »-Ude. - ‘üae »n» 4«r» * JT« Tttwe: 11 4 1 L L 4- 1 flnlrtbt Abltfuna Ar >4»000 * 444 13»,5 do St )u o . -«• üoj 3t». i _ y-7 5 ja a M- obne aa3lo 192 j Didkorno gwnmanbh Drrldnrr Baut....... Ttotollbanf......... IM 5 im IG6 1X3.5 '«r IW.» 184.4 IK 165. j rs IM itt 164.25 S9 5 Muttldkvl'che tnbtttanf CetUrrrUtmäc «frrbtiaelfllt 3ZS i.u — t n N.V StiOKbenf . 1»' — IW. 4 l#9 Foditnnrr Ha*. IM« — im — Suber i».......... Len.'ch dnremdarg..... Oelfenhr&nier ^-ralperft IW 25 123 124 iro IV7.S L-R 5 lhS.75 IW 75 IM» 1* 5 15> Harpener tkradau .... Ri llmcrft 8 21 218.2« Kauicbutu.......... IC3 101 5 H«.,5 ■ cnnttinann........ rz4 5 <21 25 <22.4 SRanitrlbfr. . ........ 156.25 154 155 5 15.1 L Lerbtbarf........... >»,.25 • 125 75 124 1.3.75 1 fcomr Bergbau....... IM. 71 132, S 3W 143.75 300 9tfvnu(d)c >6raunTob(ee . . U> JV2.H *lKtnüai'l . . .... Ü5 233.75 27.5 04 Ihutrd ‘l'i'cnuin..... 177 172.75 175 172 ItUu» Bergbau. \t> t^retaic« etoblroirft . . . 147 6 147 147,5 146.5 6rrf Heidelberg 1f» 169.25 Vdttlvl. Holtmann...... IM •— 27,5 U7 Snalo tont (Buano..... * — 130 — c*aldi«dmidk . ..... 157 6 15«. i \> I> Holjverii'bluug........ '»< 95 * — & <*> Larven Jnbuftrte. . tt'.d 110,3 11U 111 •Rnrgrreroerfc........ IM.I 112 i >36,5 13» e<6c1btanftal<........ ?« « 743 Hao 8leftrütiät»-Oefe[lfd)oft I7U IM 166.5 I6< |92 191.5 m.b «15 l»?, 75 204 199 l^l'krr VlefemngeH..... Llidt und <-e ‘Roten .... '68.30 <69.14 gteilten,(Le Noten...... IK.55J 18.6a. Nonvea'iche Noten . ... I09.UJ 109,67 Demsch-i?. fierr , 6100 ttonrn Alnmanilcd« Noten . . 5». 14 >9.41 2.52 2.5« Lchwedilche Noten..... Schweltet Noten 111.22 MI,M IU.7K 41,31 Span'tcbe Noten ..... Tschechollowottsche Noten • • 70.77 71.13 12.442 12.502 Ungartfdx Noten 78.47 73.Kt Berliner Bi-rjc. Berlin, 4. März. Di« Börse eröffnete im Gegensatz zu der festen Dortagsstimmung in g e - drückter Haltung. Schon an der gestrigen Frankfurter Abendbörse kam zum Schluß em stärkeres Abaabebedürftiis zum Durchbruch, da ostentative Verkäufe einer Großbank verstimmten. Die Spezial- werte, die sich in der letzten Zeit stark befestigen konnten, verloren während der ersten Stunde 4 bis b Prozent, im übrigen bröckelte da» Niveau der Termin- und variablen Wert« nur leicht ab, da das Publikum an seinen Beständen nach wi« vor fest- hält und die Baissespekulation nur außer- ordentlich vorsichtig operiert. Blankooerkäufe fanden anscheinend nicht statt, zumal die allgemeine Wirtschaftsentwicklung auch nach Ansicht der preußischen Handelskammern eine fortschreitende Besserung zeigt und auch die Geldmarktloge eine leichte Entspannung erfuhr. Taaesgeld 6 bis 7t Pro-., Monatsgrid 5j bis 7 Proz., Warenwechsel mit Großbankgico 4j Proz. 3m Devisen- verkehr lag das englische Psund sehr fest mit 4,8528 aegen Kabel. Mailand gegen London 110,25. Die Reichsmark notierte gegen Kabel 4,2195. errautfhe. r • s.ie. Frankfurt a. M., 4 Marz. Es wurden oo- tiert: W«i',en, Wetterauer 29,25, Roggen, inländi- merkte natürlich am allerweniasien. Dar dankbar für jedes schöne Wort, das für *ie abfiel, und duckte sich wie ein armes Hundert, wenn der Gestrenge nicht guter Laune war. Armer kleiner Hascher! Biellricht wär's bester gewesen, sie könnte ihn heute zu den loten rechnen. Don der Küche her kam ein Brandgeruch. Heiliger Gott! Diese» verdammte „ich hab« — ich bin — ich war" hatte ihr ganzes Denken verschoben Sie hastete, so rasch es ihre Leibesfülle gestattet«, den langen, dunklen Gang zurück. Der Geruch wurde immer verdächtiger. Die Tür der Küche stand weit offen. Vor dem aufgeüapptcn Herdrohr stand mit spöttischem Lächeln, da» all« Wonnen Der Schadenfreude widersoiegelte, Baron Merken und sah mit einem Blinzeln auf da» vollständig verkohlte Back werk. „Lin Trätschchen gemacht? — Da»?" „Herr 2esu»l — Mein Gott, wenn ich nur drei Minuten aus der Küche hinausschmecke, ist'» schon gefehlt", sagte sie und griff zappelig noch dem halb verkohlten Backwerk. „Meinetwegen könnten Sie das Zeug olle» weg- lassen. Und die Lies« wird sich auch mit anderen Süfrgleiten entschädigen. — Ist sie oben? — Bei ihrem Doktor? So!" i Mit schwerem Schritt ging er nach der Tür. Die Tassen und Teller des großen Eckjchrankes flirrten leite aneinander. Friedrich räumte eisig die fertigen Kränze beifeite, denn der Baron dampfte unbeküm- m?rt mitten durch Tannengrün. Farne und Rosen, »ein Tritt zerknickte und zertrat alles ervar- mung»los. Oben In dem breiten, mit Stein fliesen belegten Korridor tanzten em paar Lichtfünkchen, die schmal hüftia durchs Schlüstelloch geschlüpft kamen. An den Danven hingen noch Uebcrrefte von Kupferstichen die ieinerze:t keinen Liebhaber gefunden hatten und so de» Baron- Eigentum geblieben waren. Au» ver- blaßten, auffrischungsbedürftigen Goldrahmen sahen die Merken früherer Generationen auf den Letzten ihres Namen» herab. Alle batten sie diele» bärtige Gksichi und diese massige Gestalt Raum, daß hm unb wieder ein Frauen gesicht oder ein kleiner Lockenkopf die Aufmerksamkeit auf sich zog. Hu» einem der Zimmer, die den Gang slan- kierten. kam Eüfabem» Stimme. Aber keine Ant- scher 27, Sommergerste sui Vrauzwccke 25 oi» 26 Hafer, inländischer 21.25 bi» 22,50, Mai», gelb 18.25 bi» 1S.5Ü. Weizenmehl, inländische», Spezial 0 40.25 bi» 40.50. sstogaenmeb! 37,50 bi» 37 75. Weizenkleie 14 bis 14.15 ‘.Roggenflei« 14.25 bi» 14,50. Tendenz: Ruhig. • berliner 4?ro»attcnl)orjc. Berlin 3. Würtz Vach dem Aufhören der Deckungen für Htänlicfmmg. die gestern wohl der Haup!anlaß zur festeren Tendenz traten, wurde heute die Haltung wieder lehr unlieber. Das Ausland mit seinen leicht befestigten Forderungen blieb hier ohne Eu.ftuß. da zweithän- diges Material zu unveränderten Preisen iu haben war Das Inland zeigt sich aber für Weizen nur mit geringen Offerten, so daß Lieferung kaum verändert eröffnete. Für Roggen kamen größere Wengen amcrtkanttcher Wesiern- roggen. die durchweg kontraktlich waren, zur Ablieferung und fanden auch allgemein Interesse. Lieferung war still und in den Preisen ebenfalls unverändert Gerste stetiger. Hafer hatte in besten Sorten mehr Frage. Futtermittel und sonstige Artikel im Preise unverändert. Es wurden notiert per 1000 Kilo: Weizen, märt. 267 bis 270; Roggen 249 bis 251. Sommergerste 213 bis 241; Wintergerste 192 bis 205; Hafer märf. 194 bis 202. WaiS tloko Berlin' 183 NS 186. per 10? Kilo Weizenmehl 34JW bis 37; Oteggen- mehl 34 bis 35.75; Weizeniici16; Roggen- klei« 15 25 bis 15.40, Dikionaervsen 48 bl# 84. kleine Speileerbsen 32 bis 35: Futteverbfen 22 biS 24; Peluschken 20 b-S 21, Wicken 22.50 bis 24. Lupinen (blau) 14 50 bi# 15,50; Lupinen (gelb) 16 bi# 17; Serradelle (neu) 25,50 bi# 27,50, Rapskuchen 16 bi# 16,40; Leinkuchen 20,70 bis 21; Trockenschnihel 11.80 bl# 12; Scpafchrot 19^0 bi# 20; Kar. off elf locken 29.80 bi« 30,30 Wk Büchertisch. .Das Theater" (Verlag Berlin W 9) bnngt in seinem ersten 2Närz-Hefi eine reichhaltige Umschau über die letzten Ereignisse de« Theaterlebens der Well. Der Wiener Brief befaßt sich tz B. mit der Uraufführung der „Oefter- recchi'chen Komödie von 2Tkr. Lernet-Holenia, der trefflich gelungenen «Diktator "-Premiere de» Burgtheat^rö, und mit jener lleberraschung die da» Deutsche DolkSthealer mit der außerordentlich starken, interessanten, tiefen und dramatischen Tragödie von Grillparzer, Bruderzwist im Hause Hob#burg" nicht nur dem Wiener Publikam. sondern der Schar der Dramaturgen bereitet hat. 2. V Allum schickt au# Australien einen bemerkenswerten Theaterbrief, während ö ®rupc- Lörcher, die spanisch« Berichterstatterin des „■Sbeatet", über den historischen und modernen Don Iucm von Sevilla plaudert. Letzte Nachrichten. Die Freigabe-Bill. B«rl tn, 4. Vlärz. (Priv.-Tel. deS G 2L) Der Freigabe-Bill geht es wie einer Fiberturve, nur mit der Ausnahme, daß diese Kurve außerordentlich stark gefallen ist, so daß man im Bulletin nur noch sagen farm: Allerhöchste Lebensgefahr. Konnte man vorgestern nech von einer günstigen Wendung in letzter Stunde sprechen, so wirst das heutige Kabeltelegramm auck den letzten OptimiSmuS um, und man dars wohl jetzt schon sagen, daß die Sach«, falls nicht noch ein Wunder eintritt, für diese Session verloren ist. Aus Washington wird gemeldet, daß der Antrag des demokrattscheic Senators Robinson, der den Veseyentwurs über die Rückgabe des deutschen Eigentum# an vierte Stelle der noch unerledigtere Vorlagen gesetzt wissen wollte, abgelehnt wurde. Heute mittag 12 Uhr nach amerikanischer Zeit, d. h. 6 Uhr abend# nach europäischer Zeit schließt die Session de# Kongress#. Zwar hat man in Amerika die Gepflogenheit. jedeSmal bei Schluß der Session den Uhrzeiger innerhalb der letzten Stunden immer wieder eine Stund« zurückzudrehen, fo daß der wirkliche Schluß zumeist mitternachts amerikanllcher Zeit stattfindet, wodurch seinerzeit z. B. auch die Winflow-Bill noch zur Annahme gelangte, ob aber diesmal dadurch die Annayme der Freigabc-Bill ermöglicht werden wird, erscheint mehr denn fraglich. wort fiel. Merken legte die Hand auf die Klinke und ließ sie wieder sinken. Ißer weiß, was dlc beiden sich noch äu sagen batten9 Morgen war fein einziges Kind Die Frau «ine» Fremden. Jawohl, eine» Fremden. Herrgott, es gab doch auch noch andere Männer, die besser al» Schwiegersohn für ihn gepaßt hätten! Die Liese würde sich in manches fügen müssen, viel schweigen und wenig reden dürfen. Solch einen Eisenkopf zu heiraten war keine Kleinigkeit. Na, solange er lebte, rpürbe er schon zur rechten Zeit nachsehen, wie der Doktor scin, des Barons Kind behandelte. Nur einen Finger, wenn er ihm krümmte, dann gnade ihm Gott! Don den Merken stand keiner im Heiligen- kalendrr, aber er und alle Merkens vor ihm hatten ihr Weib in Ehren gehalten. Keiner war darunter, der nach der Hochzeit noch nach fremden Haaren gesehen hätte. Sie lebten für Weib und Kind und damit basta. Und wie hatte er, der letzte, seinem 2veibe gelebt! Sie hatte kein rohes Dort zu hören bekommen, auf Händen hatte er sie getragen, verehrt wie ein Götzenbild. So falt und verschlossen, wie tr jetzt mar, so heiß hatte er «inst geliebt. Alles war mH ihr in di« Grube gefahren. Nur das Kind hotte eben unter seinem Wesen ju leiden gehabt. Ra, jetzt wußte sie ja, daß er sie liebhatte, feine klein« Liesl. Seit jenem Abend, wo er so roh In» Zeug gegangen war, fürchtete sie sich nicht mehr vor ihm. Getreu» sich war sie gekommen und hotte mit ihm dos Wie und Das der Aussteuer besprochen. Anfangs gab er nur mürrische Antworten, von nichts verstehen und D-ibersache. Aber sie hatte nicht locker gefallen. Sogar das Brautkleid mußte er helfen aussuchen. 3-tzt, nachdem sie sich so gut verstanden, ging sie. Da» war so Kinderart. Der Sohn, die Tochter tarnen und sagten ganz einfach: ich hab' jemand lieb. Mit dem will ich gehen. Behüt' dich Gott Hab' Dank, daß du mir das Leben gabst, daß du mich liebtest! Da» war alle». Und Baler und Mutter ftonben und lohen verzweifelt das von bannen >i«hen, roa» ihre« Daseins eigentlichster Inhalt gewesen war. D»e Tochter schmiegte sich an den Fremden, den sic nun ihren Mann nannte, und der Soljn — gut, daß er keinen Sohn hotte! Da» sollte er mit einem Erben, wo er allein nichts mehr zu nagen und zu beißen fand, tztoch eins mehr, da» im Unglück faß. ^Fortsetzung folgt.) DIREKT AB FABRIK Stammhalter angekommen! Das QualifäfsWhrra Besondere Sparverkehrs Mifa-Fabrik-Verkaufsstelle Gießen Leiter: J. P. Mono Neuenweg 4 Deutscher u. Oesierreichischer Alpenverein Transaktionen 11031) Section Iberfitsi 163D 2116D Eintritt frei Gummi-Mäntel Pfund 2101a | hob "izo nDD ty ier: la ^BlutsOrangen reif uitb mN 3 Mund 1.00 für Konfirmanden-Kleider Mr. Modehaus Salomon ■ Gießen 2139a Sein Laden. 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