Nr. 2 Erstes Blatt 177. Jahrgang Dienstag, 4. Januar |927 Erscheint töglid),oufeet Sonntags und feiertags Beilagen: Vietzener Familienblätter Heimat tm Bild Die Scholle monai$iEejug$ptei$; 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger, lohn, auch hei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernfprechanfchlüfse: 51, 54 und 112 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Sieben, poftfch.ckkonto: KranlsuNam Main 11686. Siebener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnttf und Verlag: vrühl'sche Univerfttötr-Vuch- und Steindruckerei R. Lanze in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Lchnlstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für | mm Höhe für Anzeigen do.i 27 mm Drerle örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig- für Re- klamean ,eigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahoorschrijt 20vo mehr. Chefredakteur Dr Friede Wilh. Lange. Verantwortlich mrPolnik Dr. Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein: für den Anzeigenteil i.Vcrtr H.Deck, sämtlich in Gieren. Die mittelamerikanische Krisis. Die Vereinigten Staaten und Mexikos Oetgefetzgebung. Mit dem 1. Januar ist das Verhältnis zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten von Amerika in ein kritisches Stadium getreten. An diesem Tage hat die mexikanische Verfassungsänderung gesetzliche Kraft erlangt, durch die Ausländern der Besitz von Grundeigentum unter bestimmten Einschränkungen untersagt wird. Diese vielumstrittene Maßnahme hat eine längere Geschichte hinter sich. WaS die rein formale Seite anbelangt, so muh hervorgchoben werden, dah sich die Mexikaner recht geschickter Weise ganz an das amerikanische Vorbild gehalten haben. Es ist zwar in den Vereinigten Staaten in dieser Hinsicht nicht von einer einheitlichen Gesetzgebung zu reden, wohl aber hat eine sehr große Anzahl von Einzel- staaten die Bestimmung getroffen, dah nichtamerikanische Bürger kein Grundeigentum erwerben und besitzen dürfen. Freilich wird auch diese Bestimmung vielfach umgangen, indem Strohmänner vorgeschoben werden: vielfach erwerben Ausländer auch Grundeigentum, lassen aber den Belltzwechsel nicht im Grundbuch eintragen, wobei sie freilich die Gefabr laufen, eines schönen Tages ihren Grundbesitz überhaupt zu verlieren. Jedenfalls haben die Mexikaner sich das zum Beispiel genommen und vor längerer Zeit ihre Verfassung mit Wirkung zum 1. Januar 1927 in dem angegebenen Sinne geändert. Das bezieht sich natürlich in erster Linie auf die Petroleum- quellen, in zweiter aber auch auf die reichen Erzvorkommen. In all diesen Industriezweigen ist das amerikanische Kapital vorherrschend, nachdem es das englische so ziemlich verdrängt hat. Der Wettkampf zwilchen Amerika und England um daS Weltmonopvl im Petroleumhandel wird bekanntlich noch in anderen Gegenden der Erde ausgefochten. Durch die Aussührungsbestimmunaen zu der Verfassungsänderung haben die Mexikaner versucht, den amerikanischen Kavitalisten etwas ent» geacnzukommen, weil sie sich sehr wohl sagten, dah man doch nicht gut durch einen Federstrich Kaufverträge aufheben oder rechtsungültig machen könne. ES war den amerikanischen Besitzern von Grundeigentum vorgeschlagen worden, ihre Dcsih- titel in Pachtverträge auf 99 Jahre umzu- wandeln, wodurch für praktische Zwecke die Ausnutzung der Petroleumauellen, Erz- und Silbergruben ihnen Vorbehalten worden wäre. Aus diesen Vorschlag sind nur bie’eniaen Besitzer eingegangen. die nach der Annahme des ersten Amendements zur mexikanischen Verfassung Grundeigentum erworben hatten. Die übrigen Besitzer älterer Rechte haben es abgelehnt, das Kompromih an^unehmen. Zweifellos ist dieses Vorgehen im Einverständnis mit der Regierung der Vereinigten Staaten erfolgt. Wenn man daraus einen Schluß ziehen darf, so ist es der, daß sich die amerikanische Regierung der Besihrechte ihv^r Angehörigen annehmen und bei der mexikanischen Regierung dahin vorstellig werden w'rd. eine derartige Gesetzgebung laufe auf Konfiskation von gesetzmäßig erworbenem Eigentum hinaus und verstoße gegen die Grundsätze des Völkerrechts. Man muß zugestehen, daß in der Geltendmachung dieses Anspruchs viel Berechtigung liegt. Die weitere Entwicklung wird zeigen, ob die amerikanische Regierung bereit und geneigt s'in wird, im Falle der sicheren Ablehnung durch Mexiko zum Schutz ihrer Bürger schließlich zu den Waffen zu greifen, oder ob sie den Versuch machen wird, wenigstens zunächst ein internationales Schiedsgericht anzurulen. Rach den in letzter Zeit herrschenden Anschauungen könnte man sich der letzteren Annahme zuneigen. Was die Beziehungen zwischen den beiden Ländern, die ohnehin gespannt genug s nd. noch verschlimmert, ist die Tatsache, daß auf beiden Seiten die St'mmung eine sehr gereizte ist. 3n Amerika empfindet man das Vorgehen Mexikos als einen sozial stisch-bolschewistiscben Schritt und es ist unbestreitbar, dah e'nmal Regierung und Mehrheit des rnerikanischen Kongresses sozialistisch sind und dah das Vorgehen Mexikos ein Ausfluß sozialistischer Wirt^chastsauffassung ist. Für die große Masse der Amerikaner find heute die Begriffe Sozial smuS und Bolschewismus dasselbe und aufs äußerste verhaßt. In Mexiko wiederum spricht die Feindseligkeit gegen den nördlichen Rachbarn, die seit bald hundert Jahren sprichwörtlich geworden ist. bei der Haltung des Landes und seiner Regierung ebenso ein gewichtiges Wort nvt. wie die weitere Tatsache, daß man sich augenblicklich in Mexiko im Hinblick auf die Vorgänge in Ricaragua als Vorkämpfer ganz Mittelamer-kas gegen die Ausdehnungs- und Erob.'rungsge'üste der ameri- kanischen Kapitalisten fühlt. In Ricaragua hatte, wie sich nunmehr herausgestellt hat, die amerikanische Regierung aus der gleichen Abneigung gegen einen sozialistischenn Prä identen auf das falsche Pferd gesetzt und den Rebellen- Prätendenten Diaz unterstützt. Dieser ist geschlagen trotz des Eingreifens amerikanischer Seestreitkräfte und dad".rch hat das amerikanische Prestige einen gewaltigen Stoß erlitten. Wegen der Möglichkeit uno Wahrscheinlichkeit des Baues eines zweiten Kanals zwischen Atlantischem und Stillem Ozcan durch die Landenge von Ricaragua sind dort jedoch die amerikanischen Interessen so überwiegend, daß die amerikanische Regierung ihre Zurückdrängung nicht vertragen könnte. So spitzt sich der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und Mexiko, dem ganz andere Ursachen zu Grunde liegen, als die amerikanischen Interessen in Ricaragua, doch zu einem Konflikt zwischen jenen und ganz Mittelamerika zu. Das haben einsichtige Politiker, wie Senator Borah, erkannt, und sie sind nach Kräften bemüht, in Washington zu bremsen. Wenn in den nächsten Tagen der amerikanische Kongreß wieder zusammentritt, kann man sich auf scharfe Debatten in den Auswärtigen Ausschüssen von Senat und Haus gefaßt machen. Vielleicht zieht man dann doch ein Schiedsgericht der Waffenentscheidung vor. Die neue amerikanische Flottenvorlage. R e u h 0 r k, 3. Ian. (TA.) Die neue amerikanische Flottenvorlage sür 1927 in Höhe von 316'/- Millionen Dollar ist jetzt dem Kongreß zugegangen. 23 Millionen Dollar sollen für den Bau von drei Unterseebooten, sechs Fluß» fanonenbooten für die Chinaflottille und fünf leichten Kreuzern verwendet werden. Bei der Beratung der Vorlage durfte es im Flotten- ausschuh zu heftigen Kämpfen kommen. Eine Wenn auch die Verhandlungen des letzten Jahres über eine Rückgabe Eupen-Mcllrnedys gegen finanzielle Zugeständnisse durch das Eingreifen Poin- caräs gescheitert sind, so hat die deutsche Bevölkerung dieses Gebietes die Hoffnung doch noch keineswegs aufgegeben, eines Tages wieder von den belgischen fesseln befreit zu werden. Sie hat wiederholt ihren festen Willen zum Ausdruck gebracht, an ihrem Deutschtum festzuhalten und es niemals aufzugeben, sie ist jetzt um die Jahreswende einen Schritt weiter gegangen und hat an die Brüsseler Regierung die Bitte gerichtet, ihr endlich das Recht zu geben, auf dem Wege einer Volksabstimmung selbst z u b e st i m m e n, ob EupemMalmedy im belgischen Staatsverband bleiben oder wieder zum Deutschen Reich zurückkehren soll. Gegenüber dem Vorjahr haben sich die Dinge allerdings insofern geändert, als Belgien heute nicht mehr so sehr auf die ihm seinerzeit von Deutschland zugesicherten Summen angewiesen ist. Außerdem übt aber P 0 incar 6 auch in Belgien hinter den Kulissen nach wie vor einen so starten Einfluß aus, daß die Brüsseler Regierung sich hüten wird, durch Anfassung des heißen Eisens Eupen-Malmedy sich die Finger zu Derbrennen und bei Poincars in Ungnade zu fallen. Sie wird auf die Bitte der deutschen Bevölkerung Eupen-Malmedys nicht reagieren, kommt aber damit um die Vflicht nicht herum, ihr endlich das ihr zustehende Selbstbestimmungsrecht zu geben. Die Volksabstimmung aus dem Jahre 1920 kann jedenfalls nicht als zu recht bestehend angesehen werden, Das Problem der Mitte. Der Verhandlungen über die Neubildung der Regierung werden in den kommenden Tagen langsam, aber sicher einsetzen. Ihr offizieller Beginn ist zwar erst auf den 9. Januar festgesetzt, weil bann der Haushaltsausschuß seine Arbeiten aufnimmt und wenigstens die Parteiführer in Berlin erreichbar sind. Ganz eingeschlafen aber sind die Besprechungen nie, sie haben vor allem in der Presse dauernd ihre Fortsetzung gefunden, die Zeitungen, die sich zum linken Flügel der demokratischen Partei rechnen, arbeiteten zielbewußt darauf hin, die Kluft zwischen der Sozialdemokratie und dem linken Flügel der Regierungsparteien zu überbrücken, die nach der Rede Scheidemanns sich aufgetan hatte. Man gab zwar zu, daß die Rede Scheidemanns nicht schön gewesen sei, aber da die Deutschnationalen für das Mißtrauensvotum der Sozialdemokraten gestimmt hätten, so sei eine Art Schuldausgleich ein- getreten, mit den Deutschnationalen sei auch nicht zu arbeiten, es blieb also schon gar nichts anderes übrig, als trotzdem neu mit den Sozialdemokraten zu verhandeln. Das Zentrum hat sich um eine klare Stellung- nah ne bisher herumgedrückt. Es liegt nur ein Artikel der „Germania" vor, der so vorsichtig gehalten war, daß man ihn teils als eine Absage an die Sozialdemokratie, teils als ein Angebot zur Großen Koalition auffaßte. Er legte sich eigentlich nur negativ darauf fest, daß das Zentrum mit den Deutschnationalen keine Geschäfte machen könne: nicht etwa um der Partei willen, sondern weil aus außen- und innenpolitischen Gründen die Mitarbeit der Deutschnationalen gefährlich sei. Wer zwischen den Zeilen las, mußte danach annehmen, daß dem Zentrum die liebste Lösung wäre, wenn ein Kabinett Marx, vielleicht mit einem anderen Kanzler, wieder ans Ruder käme und durch eine leise Hinstarke Gruppe von Ausschuhmitgliedern tritt f ü r den Dau großer Kreuzer ein. Der Vorsitzende c-es Ausschusses, Hutler, hat außerdem angekündigt, daß der Ausschuß die Ausrüstung der Grohkampsschisse mit schwersten weittragenden Geschützen fordern wird, um der englischen Flotte nicht nachzustehen. Die Kämpfe in Nicaragua. Managua, 3. Jan. (WB.) Rach der Schlacht zwischen den Liberalen und den Konservativen wurde kein Versuch gemacht, die Toten zu begraben. Zahlreiche Verwundete blieben in benachbarten Sümpsen liegen und fanden dort den Tod. Tausende von Geiern kreisen jetzt über dem Schlachtselde. Ein Veteran des Weltkrieges, der zahlreiche Kämpfe der zentral- amerikanischen Revolutionen mit acht, berichtete, daß der Anblick nach der Schlacht unbeschreiblich gewesen sei und daß er sich abwenden mußte, da er solche. Schreckensszenen nie gesehen hätte. Der Oberlommandierende der konservatt. en Kräfte gibt bekannt, daß es notwendig fein wird, jeden tauglichen Mann zwischen 12 und 50 Jahren unter die Fahnen zu rufen. ba seinerzeit die deutsche Bevölkerung unter stärksten Druck genommen und das Wahlergebnis in ein probelgisches u m g e f ä l f d) t wurde. Die Belgier selbst sind sich auch völlig im klaren darüber, daß eine Volksabstimmung eine überwiegend deutsche Mehrheit ergeben würde: aus diesem Grunde haben sie es auch im vorigen Jahre vorgezogen, sich auf Dechandlungen mit Berlin einzulassen, die um eine Volksabstimmung herumführen, dafür aber das umstrittene Gebiet gegen eine Befreiungsanleihe dem Reiche zurückgeben sollte. In der Brüsseler Presse hat der Reujahrswunsch der Presse von Eupen- Malmedh und St. Vieth einigermaßen Eindruck gemacht. „Ration beige“ und andere Blätter machen Deutschland den Vorwurf, es treibe systematische Propaganda gegen den Versailler Vertrag. Man dürfe nicht glauben, daß die Bevölkerung der betreffenden Gebiete tatsächlich eine derartige Campagne billige. Die belgische Regierung wird aufgefordert, umgehend eine entschiedene Erklärung abzugeben, in der eine neue Volksabstimmung abgelehnt wird. In Regierungskreifen ist demgegenüber zur Stunde noch nicht das geringste über eine eventuelle Stellungnahme zu erfahren. Es verlautet, daß die Regierung auf den Prefseaufruf nicht weiter eingehen werde, da man nicht annehme, daß er eine unmittelbare und spontane Demonstration der Stimmung in den Gebieten von Eupen und Malvedy darstelle. Überneigung nach links langsam die Fäden der Sozialdemokratie wieder anknüpfte, bis über den Fall Scheidemann einigermaßen Gras gewachsen ist. Von links her möchte man das aber nicht ab« warten, sondern den Druck zur Sozialdemokratie hin oerp-ärfen und deshalb die taktische Handhabung der ganzen Krise so anpacken, daß die Verbindung zwischen der Mitte und der Sozialdemokratie als letzte Lösung übrig bleibt. Deshalb wird darauf hingearbeitet, daß die Mitte zunächst in die Bresche springen soll, entweder mit Herrn Lammers und Herrn Stegerwald vom Zentrum oder Herrn Eurtius von der Deutschen Volkspartei. daß alle drei sich dann an dem Problem einer Mehrheitsbildung die Zähne ausbrechen, ähnlich auch Graf Westarp scheitert und endlich auch Herr Müller- Franken das Mandat zurückgibt, damit bann der Raum für eine Kombination frei wird, die irgendwie die Verbindung zu den Sozialdemokraten wieder anbahnt. Ein Weg, den wir für verhängnisvoll halten. Gerade wenn man etwas Vernünftiges zustande bringen will, muß man an den Flügeln an« fangen und zunächst sehen, ob von da aus eine Rettung kommen kann. Scheidemann zur Lage. Berlin, 4. Jan. (211.) Reichstagsabgeordneter Scheidemann verteidigte auf einer Berliner Kundgebung seine jüngste Re chsiags- rede und forderte die Bildung einer aus Republikanern zusammengesetzten Regierung, in der auch die Sozialdemokraten vertreten seien. Die Weimarer K 0 a l t't j on, die die beste Lösung für die Sozialdemokraten sei, habe eine Mehrheit nur mit der Deutschen Volks- Partei und schon der Rame Dr. Scholz lasse ihre Unmöglichkeit erkennen. Die sogen, kleine Rechtsregierung würde einen glatten Verfassungsbruch bedeute^ Auch eine Reichstagsauslösung brauche die Regierung der Weimarer Koalition nicht zu befürchten. Die Iube'seier des Reichsjuftizministeriums. Berlin, 3. Jan. (WB.) Aus Anlaß des 50jährigen Bestehens der Reichsjustizverwaltung halte der Rcichsministcr der Justiz Einladungen ergehen lassen. Außer den Mitgliedern und ehemaligen Mitgliedern des Ministeriums waren in Vertretung des verhinder en Reichspräsidenten. Reichskanzler Dr. Marx, ferner die in Berlin anwesenden Reichsminister und Staatssekretäre, mehrere ehemalige Reichs- justizminister, der österreichische Gesandte, das Rcichstagspräsidium, die stimmsührenden Bevollmächtigten der Länder zum Reichsrat, die Präsidenten des Reichsgerichtes und des Reichs- Patentamtes, der Oberreichsanwalt und der Reichspressechef, sowie Vertreter der Universitäten, des Richterbundes und der Rechtsanwaltschaft erschienen. Relchsjuslizmlnlsler Dr. Bell hielt eine Ansprache, in der er einen Rückblick auf die 50jährige Arbeitszeit dieser Behörde gab. Er gedachte dabei des ers.en Leiters des Reichsjustizamtes, Heinrich v. Friedberg, und der Aufgaben, di.' dem neuen Reichsamt gestellt waren, um der politischen Einigung Deutschlands ein einheitliches Rechtsband hinzuAufügen, daS dann im Reichsstrafgesetzbuch, den großen Zivilund Strasproze Ordnungen, im Reichsgerichte mit dem ersten Präsidenten v. Simson an der Spitze, im bürgerlichen Gesetzbuch, mit dessen Geschichte der Rame des Staatssekretärs Rieberding unauslöschlich verknüpft sei, und im neuen Handelsgesetzbuch verwirklicht wurde. Dr. Bell erinnerte weiter an die verantwortungsschweren Aufgaben der Reichsjustizverwaltung in der Kriegs- und Rachlriegszeit, die den Gesetzgeber Tag ,ür Tag vor neue Aufgaben stellten. Mit besonderer Genugtuung gedachte er der rechtlichen Bande, die uns seit langem mit dem stammverwandten Oesterrcich ixr^mden u. gab dem Wunsche Ausdruck, das Recht u. Gerechtigkeit die Grundpfetter bleiben für das Staatsge^äude der deutschen Republik. Dr. Bei! schloß mit einem Hoch auf das Reich und den Herrn Reichs- präsidenten. Als Erwiderung hirtt Reichskanzler Dr. Marx eine Rede, in der u. a. ausführte: Das Reichsjustizministerium ist und muh in unserem neuen Reiche die Stelle sein, die das Recht als solches entwickeln und fördern soll und nur ein Ziel kennen darf, dem Gedanken des Rechtes die Stellung zu geben, die ihm gebührt. Das Reichsjustizministerium bezieht seine Beamten durch Verwendung hochqualifizierter Persönlichkeiten aus dem Oustizdienst der einzelnen Länder. Cs ist, wenn ich mich so ausdrücken darf, der Generalstab. der die neuen Gedanken auf dem Rechls- gebiete, die durch die rastlos vorwärts, chrei- tende Zeit aufgeworfen werden, aufnimmt und ihnen in enger Fühlungnahme mit den Erfordernissen des täglichen Lebens und der juristi chen Praxis die juristische Gestaltung gibt. In dieser Arbeit wird das Ministerium gestützt durch tie juristischen Fckaltäten der deutschen Universitäten, die Forscher und Lehrer der juristischen Wissenschaft. Wir wollen uns nicht sagen lassen, dah der Riederbruch deut'cher Macht ein kieines und schwaches Geschlecht gefunden hat, sondern wir wollen mutig vertrauen auf Gottes Hand und die Kräfte unseres Volkes in der Arbeit zum Wiederaufbau! Wir zweifeln alle nicht, daß das Reichsjustizministerium dieser Aufgabe gewachsen fein wird, wenn es sich von dem Geiste beteten läßt, der seine bisherigen Leistungen und Verdienste ermöglicht hat. Wir sprechen ihm hierfür am heutigen Tage die herzllchsten Wünsche von Regierung und Doll aus. Der Neichsarbeitsrninister zur Wirtschaftslage« München, 3. Ian. (TU.) Auf Einladung der Christlichen Gewerkschaften sprach am Sonntag in Kempten Deichsarbeitsmini ft er Dr. Brauns über „Die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Rachkriegszeit“. Er wies auf die ernste Lage im deutschen Wirtschastsleb'n hin. Erfreulicherweise sei eine Steigerung der Intensität der Wirtschaft zu beobachten. 3m Durchschnitt leiste der Arbeiter von heute mehr als früher. Es sei wieder eine langsame Kapitalan- fammlung zu beobachten. Heute könne sich die Wirtschaft keine Lohn kämpfe mehr leisten. Ein Streik, wie der englische Arbeiterstreik, würde in Deutschland den Ruin der Wirtschaft herbeisühren. Die soviel propagierte Arbeitsbeschaffung durch das Reich würde viel mehr Mittel verschlingen als die Erwerbslosenfürsorge. Der Reichspostminister in Wien. Wien. 3. Ian. (WTB.) Anläßlich der feierlichen Eröffnung des neuen Fern- fprechkabels Rürnberg — Wien ist Reichspostminister S t i n g I mit mehreren Beamten seines Ministeriums heute vormittag hier eingetroffen. Mittags war Stingl Gast des beut- . 2." aus Belgrad, daß am 2. Januar in der Belgrader Universität eine große politische Kundgebung für die Lausitzer Wenden stattfand, zu der man sich mehrere Lausitzer, darunter zwei Spreewälderinnen in Volkstracht, verschrieben hatte. Hniversi'.ätsprofessor Rowak verlas eine lange Rede über den Hrsprung und die Schicksale der Lausitzer .Sorben, die jahrhundertelang den blutigen Metzeleien durch das deutsche Volk und der ^wangsgermanisierung ausgesetzt" gewesen seien. Auch die heutige Zeit sehe einen Der- zweifelten Kamps dieses „Heinen serbischen Brudervolkes". Dann verlas eine der Lausitzer Wendinnen ein Gedicht des Lausitzer Politikers Skala, das nach dem Bericht des „B. T." erst ins Serbische überseht werden mußte, damit es überhaupt der Versammlung verständlich wurde. Wie es in der Meldung des Blattes weiter heißt, bringen dir Belgrader Zeitungen Bilder der beiden Lausitzerinnen, die sogar in die Schulen geführt wurden. Die als offiziös bezeichnete „Somouprava" bringt einen besonders scharf gehaltenen Artikel, in dem den Deickschen Hnterdrückung der nationalen Minderheiten vorgeworsen wird. Das „B. T." erklärt, es wolle annehmen, baß auf den Propogandaunfug gewisser ganz kleiner Kreide der wendischen Bevölkerung in Deutschland die politischen Kreise Südslawiens hereingesallen seien. Der gw schensall in Wörsdorf, Wiesbaden, 3. Ian. (TH.) Vor dem englischen Militärgericht fand heute die Vor- Verhandlung der Wörsdorfer Angelegenheit statt. Sn Wörsdorf hatte bekanntlich am Wechnachts- lcbenb eine Schlägerei zwischen englischen Soldaten und einigen jungen Leuten stattgesunden, die deshalb in Haft '.g eno mm en worden waren. Der Verteidiger der Angrschuldigten verlangte die Freilassung der vier Inhaftierten unter Hinweis daraus, daß es sich um angesehene Gemeinde- nd glichet handele, denen die besten Zeugnisse zur Verfügung ständen. Der Zwischenfall sei durch das herausfordernde Benehmen der Sol baten hervorgerufen worden. Dbr Antrag des Verteidigers wurde vorn Staatsanwalt abgelebnt. Die Hauptverhandlung rrirb in kürzester Zeit stattsinden. Kommunistenausstand in Sumatra. schwere Kämpfe mit den Aufständischen. p ada n a (Westsumatro), 3. Jan. (ÖB.) Aast der ganze Distrikt Siloengkong befindet sich In Hellem Aufruhr. Ein holländischer Skrecken- ousseher sowie vier eingeborene Lehrer sind von den 5:ommun,sken ermordet worden. Eine Autokolonne, auf der sich eine militärisä)e Abteilung nach dem Aufsiandsgebiet begab, wurde von Kommu- nisten überfallen. Die Angreifer wurden unter schweren Verlusten zurückgeschlagcn und batten etwa 30 Tote. Eine Anzahl von Aufständischen wurde gefangen genommen. Auf holländischer Seite siel ein Leutnant; mehrere Soldaten wurden verwundet. — 3n Dadang hat eine kommuniskiscke Bande den Bahnhof überfallen, um sich In den Besitz der Slalionckasse zu sehen. Das Eisenbahnpersonal konnte sich durch schnelle Flucht in Sicherheit bringen. Das Eingeborenenoberhaupt wurde von den Kommunisten gefangen genommen und e r in o rdct. Die Eisenbahnlinie und die nach Solok führenden Telegraphendrohte wurden von den Kommunisten Isilweise zerstört. Die Ortschaften Batötabal und S'.ngkarah erbaten militärische Hilfe. Die weiter aus demselben Gebiel gemeldet wird, wurden in der cer- cönGetien Rächt bei einem Gefecht zwischen einer Militärpatrouille und kommunistischen Aufständischen ein holländischer Offizier ge t ö t e t und zwei eingeborene Soldaten schwer verwundet. Die holländischen Abendblätter enthalten ausführliche Meldungen über die Vorgänge in Wefl- Su natra. hiernach handelt es sich bei den kommunistischer' Unruhen um einen wohlvorbereiteten, über den gröhlen Teil der Padangschen Oberlande auegebreiteten Ausstand, in dessen Verlaus es bereits zu regelrechten Gefechten zwischen der Polizei und Truppenabteilungen und den Aufständischen ge- kom neu ist, die für beide Teile, besonders aber für die Aufständischen, stark Verluste zur Folge hatten. Anscheinend erstreckt sich die Avfstandsvewe- c-.ing bis in die pblldjen Teile der Insel Sumatra, da auch aus Palembang die Aufdeckung eines kommunistischen Ausstandsoersuches gemeldet wird. Kunst und Wissenschaft Professor Dr. Perthes (Tübingen) f. Wie aus Tübingen geneidet wird, i’t der Dorstand der Universitätsklinik, Dr. Perthes, in Llrosa, wo er zur Erholung weilte, in der 9ladn zum Montag an einem Kerzschlag gestorben Aus aller Welt. A. v. Simson f* An den Folgen einer Grippe ist im Alter von fast 90 Iahren der Senior der Berliner Rechtsanwälte, Geheimer Iustizrat August v. Simson, gestorben. Er war der Sohn Eluard von S.msons, des Präfidenten der Frank- furtcr Rationalversammlung, des ersten Reichstags des Rorddeutschen Bundes, wie des Zollparlaments und des ersten Deichsgerichtspräsidenten. Diele Iahre war der Verstorbene Vor- sitzenber der ‘Beniner Anwaltskammer. Ferner führte er den Dorsch des Aufsichtsrats des Amsterdamer Hauses der Firma Mendelssohn und war Mitglied des Auslichtsrats der Krupp A. G. in Essen und der I- G. Farbenindustrie. Das Lawinenunglück in Vorarlberg. Ein Augenzeuge der Lawinenkataftrophe am Arlberg stellt in der „Innsbrucker Reuestcn Zeitung" fest, daß das schwere Tlnglück darauf zurückzuführen sei, daß sich durch den dauernden Nordwind auf dem Gipfel des Paziel-Gletschers eine große Lawine loslöste und bei ihrem Sturz die auf dem Felsen liegenden Schneemassen mitriß. Es seien gleichzeitig drei Lawinen abgegangen, von denen sich zwei vereinigt haben. Unter diesen wurden die Skifahrer begraben. Die Schneemassen erreichten zeitweise eine Tiefe von 5 Metern. Als die beiden verunglückten Sk.fahrer-Partien gerade im Zick-Zack-Aus st eg waren, wurden sie tm Derg- kessel von den Schneemassen ersaßt. Fest steht es, daß bei dem Unglück acht Personen den Tod gefunden haben. Von den beiden Geborgenen, zu denen der Bruder des verunglückten Oberregierungsrates Dr. Lehr der Marburger Kun st Historiker Dr. Lehr gehört, war die Engländerin Ws. Moore dem Ersticken nahe, als sie gerettet wurde. Sie hat eine schwere Gehirnerschütterung erlitten. Treue Dienstboten. Die beiden Schwestern Philippine und Katharine He.m au-3 dem Dorfe Riederbrom -- bach bei Oderstein standen am 1. Ianuar 63 bzw. 62 Iahre ununterbrochen bei einer Herrschaft in Diensten. Den beiden trauen D'.enst-- boten wurde eine vom Reichspräsidenten von Hindenburg persönlich. unterzeich- ncte Ehrenurkunde für treue Dienste überreicht. Ein Dynomitdepot in die Lust geflogen. In Grängesberg in Schweden flog dasDevot- haus der Dynamitfabrik, in dem 1200 Kilo Dynamit lagerten, in die Luft. Alle umliegenden Gebäude wurden zerstört. Sämtliche Fensterscheiben in der Umgebung wurden zertrümmert. Die ganze Stadt und Umgebung bebte unter der gewaltigen Detonation. Wegen der Arbeitsruhe an den Feiertagen sind Menschenleben nicht zu beklagen. Die Ursache dürfte Selbstentzündung sein. Erst im Mai vorigen Iahres hatte eine ähnliche Explosion stattgefunden und die jetzt zerstörten Häuser waren erst vor kurzem wieder fertiggestellt worden. Aeberfall auf eine Bahnhofskafse Ein schwerer Raubüberfall wurde auf die Fahrkartennachlösetasse des Bahnhofs Karnap verübt. Angeblich um nachzuzahlen erschienen vier Personen an der Kasse, die dann plötzlich auf den allein anwesenden Eisenbahnsekretär eintaangen und die Kasse zu plündern versuchten. Es kam zu einem Handgemenge, bei dem einer der Räuber von dem Beamten durch einen Schlag am Kopf verletzt wurde. Die Burschen ergriffen die Flucht, konnten aber von der Polizei gestellt und verhaftet werden. Beim Abspringen vom fahrenden Zug verunglückt. Als auf dem Bahnhof Lichterfeld e-Ost ein Reisender während der Fahrt von einem Personenzug abspringen wollte, stürzte er so unglücklich, daß er zwischen die Trittbretter eingeklemmt, einige Meter mit' geschleift wurde, ehe der Zug zum Halten gebracht werden konnte. Der Unglückliche konnte durch die Feuerwehr nur a l s Leiche geborgen werden. Rätselhafter Mord an einem Chauffeur. Der Chauffeur eines von auswärts kommenden Autos entdeckte in der letzten Nacht auf der Chaussee unweit Hannover-Linden eine Autodroschke, dessen Führer in schwerverletztem Zustande an seinem Steuer saß. Er hatte einen Schuß in den H i n t e r k o p f erhalten vnb starb auf dem Transport. Es handelt sich offenbar ~um einen Raubüberfall, bei dem jedoch die Täter frühzeitig gestört wurden, da ein größerer Geldbetrag bei dem Verletzten noch gefunden wurde. Die Ermittlungen sind im Gange. Schweres Automobilunglück. Infolge Reifenschadens überschlug sich gestern nachmittag auf der Chaussee Wolfenbüttel— Braunschweig ein mit zwei jungen Leuten besetztes Auto. Die beiden Insassen gerieten unter den Wagen und wurden schwer vrrletzt. Einer von den Verletzten starb noch im Laufe deS gestrigen Tages. Erfroren. In Kaiserslautern wurde der Hausierer Hager, der feit der strengen Kälte an den Weih- nachtStagen vermißt wurde, in der Rähe des Waldschlößchens erfroren aufgefunden. Schwere Bluttat eines Wahnsinnigen. In Ribadeo (Spanien) ermordete ein im Asyl ausgenommener Greis, der plötzlich wahnsinnig wurde, drei andere Alylisten in der schrecklichsten Weise. Rauchvergiftung. Bei einem in der großen Markthalle in München durch unvorsichtiges Hantieren mit einer Azetylen- Laterne in einem Kühlraum entstandenen Brand, der sich rasch ausbreitete, erlitten durch Rauchentwicklung acht Feuerwehrleute eine Rauchvergiftung. Sie mußten ins Krankenhaus einaelie- fert werden. Das Feuer konnte nach dreistündiger Tätigkeit gelöscht werden. Wettervoraussage. Kälter, zunächst leichter Nachtfrost, nördliche bis westliche Winde, stellenweifc Niederfcklagsfchauer (Schnees. Gestrige Tagestemperaturen: Maximum 4 Grad Celsius, Minimum: 0 Grad Celsius. Niederschläge: 0,1 Millimeter. Heutige Morgentemperatur' 0,9 (Brat Celsius. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 4. Ianuar 1927. Prof. Dr. Koeppe. Wie gestern im Gieße ner Anzeiger bereits berichtet, begeht unser Gießener Kinderkliniker Pros. Dr. K o e p p e heute seinen 6 0. Geburtstag. Eine abschließende Würdigung der wissenschaftlichen Arbeiten Prof. Koeppes aus diesem Anlaß zu schreiben, ist noch nicht möglich, da er noch mitten in ihnen steht. Verdankt doch noch in der letzten Zeit sein Lieblingsgebiet, die physitaiische Chemie, der er sich als einer der ersten Mediziner schon früh zuwenöete, ihm interessante und bedeuturegsvoile Tlntersuchungen. Aber über Kveppes wissenschaftliche Bedeutung sei hier nicht gesprochen, es sei vielmehr daraus hingewiesen, was er als Arzt für Hessen und besonders für Gießen gewesen ist. Do er schon früh die Wichtigleit einer rationellen Säuglingspflege erkannte, so widmete er sich ihr mit Feuereifer. Das Aufziehen kränklicher Kinder ist ja lein Aniämpfen gegen das Ausleseprinzip der Ratur. Richt nur die Tüchtigsten überleben. sondern blindwaltend rassen Krankheiten auch sie hinweg. Wer mit der Geschichte der sozialen Einrichtungen unserer Stadt vertraut ist. weiß, was das Sauuglingsheim und die Milchküche Pros. Koeppe verdankt. Seiner aufopfernden Tätigkeit in der Großh. Zentrale für Mutter- und Säuglingsfürsorge ist cs zu Der- danken, daß durch Sammlungen das Geld zum Bau der jetzigen Kinderklinik aufgebracht wurde. Erst in einem, mit allen Einrichtungen der Reu- zoii eingerichteten Hause konnte den Kindern die rechte Pflege gegeben werdeWenr dir Kinder- sterblichleit langsam aber stetig sinkt, so ist auch dies mit ein Verdienst des IubilacS. der durch Belehrung und Beis i l in der Klinik und in medizinischen Gesellschaften die Grundzüge der Säuglings- und Kinderbehandlung klarlegte. Auf die Lehrtätigkeit Prof. Koeppes sei noch besonders hingewiesen, weil sie mehr als jede andere direlt sich an das Volk, an die Mütter wendet und deshalb große Wirkung haben kann. Unermüdlich widmet er sich der Ausbildung der Säuglings- und Kinderpflegerinnen. Iede dieser Schwestern geht hinaus, übt das Gelernte und wird so eine Keimzelle, van der sachgemäße Kinderpflege und Gesundheit im Volk verbreitet wird. Der unverdrossene Lehrer, der den großen Wissensstoff den Lernenden im-ner wieder in anderer Form nahezubringen weiß, ist andererseits auch wieder ein m Iber Examinator, der nicht auf wissenschaftlichen Steckenpferden herumreitet, sondern der immer das praktisch Wichtige hervor- zukehren weih. Gerade diese Eigenschast bewährte sich im Kriege, an dem er trotz seines Alters aus Pflichtgefühl gegen sein Vaterland teilnahrn. Als Truppenarzt sorgte er für die Vedürfnisse seiner Leute nicht nur dadurch, daß er Kranke und Verwunde c betreut3. sondern besonders dadurch, daß er oft unter Den schwierigsten Verhältnissen alles herbeizuschasfen wuß»«-. was zur Erhaltung der Gesundheit und Der Spannkraft der Truppe notwendig war. Ec sah fein Hauptargenwerk in der Prophylaxe und in der Hygiene des Körpers. Aber alle diese Dinge machen allein noch nicht den tüchtigen Arzt. Dazu gehört noch eine Eigenschast. die sich nicht erlernen läßt, die angeboren im Menschen liegt. Sie läßt sich schwer in Worte fassen, aber man braucht nur Die strahlenden Augen der kleinen Patienten zu sehen, wenn .Onkel Koeppe" an ihr Bett tritt, um zu wissen, daß die Kinder sie verstehen. Zwischen ihnen ist sofort das geistige Band geknüpft. Wie gut weiß er sich in den Geist der Kleinen zu versetzen, wie kann er mit wenig Worten sie aufmuntern und die eben noch aus vollem Halse Schreienden beruhigen. Hier zeigt es sich, daß der Iubilar ein guter Arzt, nicht nur ein Mediziner ist. Als ärztlicher Freund lebt er daher im Gedächtnis feiner Patienten und deren Eltern. Hochbetrieb bei derGiehenerPost Der Iahreswechsel 1926/27 hat auch den Gießener Postämtern einen Hochbetrieb gebracht, Der weit über den Umfang ihrer vorjährigen Betriebsleistung hinausging. Die glatte und pünktliche Bewältigung der starken Verkehrssteigerung durch unsere Postbeamtenschaft vermag nur Der recht zu würdigen, der sich hineinversehen kann in das Denlen und Fühlen der Postbeamten, die auch an hohen Feiertagen, wenn so viele andere Erwerbstätige eine vollständige Ruhepause genießen, mit Hingabe ihrer Pflicht genügen, die Tausende von Mitbürgern in den Besitz ihrer Postsachen zu bringen. Diesen wackeren Beamten hier ein Wort der warmen Anerkennung für ihre vorbildliche Pflicht- .erfüllung zu sogen, erscheint uns sehr angebracht. Lind nun wollen wir einige Zahlen aus dem Gießener Postbetrieb im Vergleich zum vorhergehenden Iahre sprechen lassen. 3 n Gießen zur Beförderung auf- geliefert wurden zu Reujahr 1925/26 (30. und 31. Dezember 1925) an Briefen rund 6 8000 Stück, zu Reujahr 1926'27 (30. und 31. Dezember 1926) erhöhte sich diese Zahl auf rund 92000 Stück. An den beiden letztgenannten Togen wurden im Durchgangsbetrieb. d. h. ausschließlich Gießener Auflieferung, noch rund 180 000 Briefe festgestcllt, so daß also zu Neujahr 1926 27 rund 270 000 bis 280 000 Briefe in Gießen postalisch behandelt wurden. In dieser gewaltigen Ziffer ist ein? Sonder- auslieferung eines hiesigen Geschäftsmannes von rund 36 000 Sendungen nicht eingerechnet. Die von auswärts für Gießen eingegangenen Briefe bezifferten fich am 31. Dezember und 1. Ianuar: zu Reujahr 1925 26 auf 41 400 Stück, zu Reuiahr 1926 27 auf runD 66 000 Stück. Selbstverständlich konnten Diese gewaltigen Vriesmengen nicht im einzelnen gezählt werden, denn zu einem solchen Zählgeschäft find die Beamtenlräfte hier nicht vorhanden. Die zahlenmäßigen Ermittlungen beruhen auf Schätzungen. die nach einem ost bewährten System vorgenommen werden und dem tatsächlichen Ausmaß bisher noch immer recht nahegeiommen sind. Die Feststellung des Pokelverkehrs. ist — im Gegensatz zum Briefverkehr — auf genauer Grundlage an Hand der Kon- trollbücher möglich. Hiernach eig.bt sich für Den Paketverkehr in Gießen während der Weihnachtszeit (18. bis 24. Dezember) folgendes Bild: in ©leben auf gegebene Paket«, im Iahre 1925 insgesamt 11 615 Stück, im Iahre 1926 Dagegen 12872 Stücks in Gießen angekommene Pakete: im Iahre 1925 insgesamt 11 207 Stück, im Iahre 1926 Dagegen 12957 Stück. In diesen Zahlen offenbart sich eine 2Iuf- wär sentwicklunz. Die n ch: nur für Die Wirtschaftlichkeit des Postbctr'.ebs b.'Deutungsvoll ist. sondern die auch für unsere Stadt nach mancherlei Richtung hin sehr bemerkenswert erscheint. Steuerfälligfceiten im Januar. Im Monat Ianuar werden folgende Steuern und Abgaben fällig: 5. Ianuar: Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeit vom 21. biS 31. Dezember 1926 einschl. Der für di? Zeit vom 1. biS 10. Dezember 1926 bzw. 11. bis 20. Dezember 1926 einbehaltenen, noch nicht abg?führeen De- träge, ohne Rücksicht auf deren Höhr und unter gleichzeitiger Abgabe der Lohnbefcheinigung. 10. Ianuar: Tlmfatzsteuervorauszahlung der Monatszahler und der Vierteljahrszahler. Proz. der Umfätje für Monat Dezember bzw. für Oktober bis D.zember 1926 unter gleichzeitiger Abgabe der Voranmeldungen: Einlommensteuer-- rate It Steuerbescheid für 1925. 15. Ianuar: Steuerabzug vom Arbeits lohn (Lohnsteuer) für die Zeit vom 1. bis 10. Januar, sofern Der Gesamtbetrag mehr als 100 Ml. beträgt. 2 5. Ianuar: Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeit vom 11. bis 20. Ianuar, sofern Der Gesamtbetrag für genannte Zeit oder mit Dem für Die Zeit vom 1. bis 10. Ianuar einbehaltenen und noch nicht abg-führten Betrag zusammen mehr als 103 Mk. beträgt. Bei verspäteter Zahlung sind 10 Proz. IabrcSzinsen vom Tag? Der Fällig! it ab zu zahlen. Die bisherige S ch o n f r i st von 7 Tagen ist ab 1. Dezember 1926 in Fortfall gc- kommen. Unzuläsfige Briefumschläge. Nur wenige Briefschreiber machen sich wohl be der Ausfüllung der Vorderseite von Briefumschlägen Gcdan'cn darüber, wie außerordentlich wichtig für die Postbesörderung eine klare, deutliche Anschrift, sowie eine übersichtliche Anordnung aller übrigen, in der Regel auf der Vorderseite der Brief- Umschläge sichenden Angaben (Absenderbezeichmm" gen, Reklamen, Geschäftsobzeichen usw.) ist. Durch die Beachtung dieses Hinweises und der nnchstehen den Ausführungen können die Briefversender ganz welcntlich dazu beitragen, daß sich der P o ft v e r kehr flüssiger gestaltet und Briesfendungen infolge glatter Abwicklung des Briefbeförderungs Dienstes ohne Verzögerung und unliebsame Weite rungen in die Hände der Empfänger gelangen. Die ungeheuren Massen der bei der Post zur De förberung eingelieferten Briefsendungen erfordertes, daß in immer weiterem Umfang die Maschi n e n jch st halb aufgebraucht unb neue berartige Umschläge nicht hergestellt werden. Die Deutsche Neichspost richtet daher an die Postbenutzer die Bitte, nur Briefe mit Aufschriften zu verschicken, die den postalischen Vorschriften entsprechen, und beton- ders bei der Bestellung von Firmenumschlägen mit aufgebrudter Absender- ujro. Angabe auf die ge neue Beachtung der vorsteyend angeführten Bestimmungen zum eigenen Vorteil der Versender 311 achten. Gießener Wochcnmarktpreisc. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Das Pfund Butter 130 bis 140 Pfennig. Matte 30 bis 35. Käse (10 Stück) 60 bis 150, Wirsing 8 bis 15, Weißkraut 8 bis 10. Rotkraut 10 bis 15, gelbe Rüben 10. rote Rüben 10. Spinat 30. llnterkohlrabi 8 bis 10, Grünkohl 20, Rosenkohl 45 bis 50. Feldsalat 150 bis 200, Tomaten 100. Zwiebeln 10, Meerrettich 35 bis 80. Schwarzwurzeln 40 bis 50. Kartoffeln 6, Aepfel 15 bis 30. Birnen 10 bis 25. Dörrobst 30. Honig 50. junge Hahnen 100, Suppenhühner 100 bis 110. Gün'e 90: dos Stück Eier 17 bis 19, Blumenkohl 80 bis 150 Endivien 10 bis 20, Lauch 5 bis 15. Rettich 10 bis 15. Sellerie 20 brs 40 Pfennig. Bornotizcn. — Tageskalender für DienStog. Sradttheatcr 7.30 Llhr .Leonie". (Ende gegen 10 ilfjt.) — Elsaß-Lothringer: 8.15 llhr, Hotel Köhler. Monatsocrsammlung. — A. V. 1877 1927: 6 Ühe. Restaurant Hindenburg, erste Vcrsamv.- luna Deiitlcbnat'onaler Handlungsgehilfen- OJerbanb: 8.30 Uhr. Kaufmännisches Vereins- Sis. Plauder-Vortrag. — Lichtspielhaus Bahn- straße: .An der scyonen blauen Donau". — oria-LichtsPiele: .In Sachen Rorini". — Palast-Lichtspiele: 4 Uhr. Kindervorstellung .Dornröschen". •• Di e Regelung des faufmdnni- * *en Lehrlingswesens. Das Kreisamt Gie- steo bringt im Amtsverkündigungsblatt die Derord- nung vom 2. Juni 1926 über die Beschränkung der Zahl der kaufmännischen Lehrlinge in Erinnerung. Es wird dabei darauf hingewiesen, daß in Betrieben, die z. Z. mehr Lehrl.nge l-alt-n, als die Lerordnung zuläßt, neue Lch.lingc nicht eingestellt werden dürfen. In der Verordnung selbst wird u. a. be stimmt: Im Interesse einer ordnungsmäßigen Ausbildung der kausmännischcn Lehrlinge darf die Zahl der kaufmännischen Lehrlinge in den einzelnen Belieben die nachstehenden Grenzen nicht überschreiten: a) in Betrieben ohne Angestellte darf nur 1 Lehrling gehalten werden; b) in Betrieben mit 1—10 Angestellten darf in jedem Jahr nur 1 Lehr- lina bis zur Höchstz-Hi von 3 Lehrlingen, darüber l-iniUG für je 5 Angestellte ein weiterer Lehrling ein- . -stellt werden. Als Angestellte im Sinne des Abs. 1 ählen nur solche Personen, die eine ordnungs- ; ästige kaufmännische Lehrzeit durchgemacht haben > -r mindestens vier Jahre kaufmännisch tätig ge- , . n sind. Solche Angestellte, die in der Regel h.'O. als den vierten Teil ihrer Tätigkeit von dem Betriebe abwesend sind, dürfen nicht hinzugerechnet werden. Kaufmännische Betriebe, die ihre Geschäfte nicht im Sinne des § 38 des Handelsgesetzbuches führen — sogenannte Minderkaufleute — sind nicht berechtigt, kaufmännische Lehrlinge auszubilden. Betriebe, die bei Inkrafttreten dieser Verordnung mehr Lehrlinge halten, als in Artikel 1 gestattet ist, sind berechtigt, diese bis zum Ablaus der Lehrzeit weiter in der ßdjre zu behalten. Nacheichung der Maße und Ge- Wichte. Die in zwestähriger Wiederkehr gesetzlich vorgeschriebene Nacheichung der im eichpflichtigen Verkehr befindlichen Meßgeräte (Längen- und Ftüs- sigkeitsmaße, Meßwerkzeuge für Flüssigkeiten, Hohlmaße, Gewichte und transportable Handelswagcn bis ausschließlich 3000 Kg.) findet in der Stadt Gießen, wie wir zur Richtigstellung einer früheren Notiz noch einmal bemerken, in diesem Monat wie folgt statt: Bom 3. bis 8. Januar: Kreuz- platz, Seltersweg, Maigasse, Plockstraße, Teufelslust- oärtchen, Johannesstraße und Diezstrah«. Vom 10. b i b 1 5. I o n u a r: Marktplatz, Mäusburg, Lindenplatz, Kirchenplatz, Schulstraße, Schloßaasse, Kapla- neigasie, Wagcngasse, Wettergasse, Kirchstraße, Burggraben, Auf der Bach, Drechäufergasse. Vom 17. bis 2 2. Januar: Marktstrabe, Rittergasse, Neustadt, Löbershof, Mühlstraße, Kleine Mühlgasse, Kornblumengassc, Westanlage, Nordanlage, Oswalds- garten, Hammstraße, Lahnstraße, Rodheimer Straße, Krofdorser Straße, Schützenstraße, Hardt. Es sei besonders darauf hingewiesen, daß die Neigungs- mögen am Standort der Wage geeicht werden. Diese Eichung ist besonders zu beantragen. Welkere Eichungen finden im Februar und März statt. Bekämpfung der Schnakenplage. Das Polizeiamt Gießen erinnert an die Befolgung der Polizeioerordnung vom 28. November 1911 betr. die Bekämpfung der Schnakenplage, wonach jeder (Grundstückseigentümer verpflichtet ist, die Keller und andere 'Räume, in denen erfahrungsgemäß Schnaken zu überwintern pflegen, in den Monaten Dezember bis Februar mindestens einmal im Monat gründlich auszubrennen oder auszuräuchern. ' Die Lichtreklame, die man bisher nur in den Großstädten in den vielfältigsten . r rmen und buntesten Farben schauen konnte, ge- innt jetzt in den Mittel- und Kleinstädten immer :hr Eingang. 3n den letzten Monaten ist sie auch in unserer Stadt in der verschiedenartigsten Gestalt in Erscheinung getreten. Wir haben nun die sog. wandernde Lichtschrift, originelle Fnrben- gcbilde mit Hilfe des elektrischen Glühfadens, ja sogar eine beleuchtete Uhr. die unserer Stabt bisher sehr gefehlt hat und für deren Vor- handensein eigentlich die Stadtverwaltung schon früher hätte sorgen müssen, da bislang keine unserer öffentlichen Uhren abends beleuchtet war. Seit einigen Tagen hat jetzt ein bekanntes hiesiges Geschäftshaus die Lichtreklame als Glühbirnenschnüre in Gestalt von Pfeilen und eines Rechtecks zur Anwendung gebracht und damit unstreitig einen wirksamen Eindruck erzielt. Ein abendlicher Gang durch unsere Straßen wird dem aufmerksamen Beobachter mancherlei interessante Lichteffekte zeigen, die bartun, baß auch unsere Geschäftswelt gewillt ist. mit dem Zuge 6er Zeit gleichen Schritt zu halten. •* Ein Streit mit tragischem Ausgang ereignete sich in der letzten Rächt zwischen 12 und 1 Uhr in der hiesigen Heil- und Pflegeanstalt. Dort befand sich ein Patient im Be- dürfnisraum, als ein anderer Patient hinzutrat und der erstere jedenfalls in einem Anfalle krankhafter Täuschung glaubte, von dem letzteren bedroht zu sein. Ersterer schlug auf den Hinzu- gekommenen ein, dieser schlug zurück, und im Ru war eine Schlägerei zwischen den beiden Patenten im Gange, die sich so rasch entwickelte, daß die diensthabenden Wärter k:ine Möglichkeit mehr hatten, die beiden Leute an dem Handgemenge zu verhindern. Dem Eingreifen der Aufsichtsbeamten Ö es schließlich, die Kämpfenden auseinan- ringen, jedoch verstarb der eine Patient kurz nach dem Vorfall. Ob der Tod dieses Mannes auf die Aufregung zurückzuführen ist. oder auf innere Kopfverletzungen (der Kopf des Toten weist Blutspuren auf, die auf Schläge hindeuten) muh die gerichtsärztliche Alnterfudjung erst noch ergeben. Die Sektion der Leiche findet heute nach» inittag statt. Der Tote, der den Streit begonnen hatte, stammt auä unserer Stadt und hatte schon wiederholt Anfälle von krankhaften Täuschungen, die ihn zu Gewalttätigkeiten hinrissen. "Ein vorzeitiger Frühlingsbote in Gestalt eines Schmetterlings wurde uns heute von Geh. Justizrat Hellwig. Goethestr. 27, überbracht. Wir nahmen von der Existenz des kühnen Fliegers, der in unseren Zimmern sofort Flugversuche unternahm, gebührend Rotiz. " Der Ski-Kub Gießen beabsichtigt, cm nächsten Sonntag auf dem Hoherodskopf ein ''i-Rennen abzuhalten. Räheres im heutigen Anzeigenteil. Ferner hat sich der Ski-Klub für den Vogelsberg ilm zur Verfügung gestellt. " Der Verein ehemaliger 116er Gießen veranstaltete unter großer Beteiligung seine diesjährige Weihnachtsfeier in der Turnhalle am Oswaldsgartcn. Rach den flotten Klängen des Alexandermarsches begrüßte der 1. Vorsitzende des Vereins die Gäste und Äo;-eraben. wobei er einen Rückblick auf das verflossene Jahr gab und die Kameraden aufforderte, auch im noiten Jahre in Kameradschaft und Treue zum Verein zu stehen. Im Mittelpunkt des Abends land die Aufführung eines von Kam. Fritz Dunkel mit viel Liebe und Eifer einstudierten Volksstückes mit Gesang, bei der die C h o r Vereinigung .Arminiu«" unter ihrem Diri- Senten Kam. W. Krengel mitwirkte. Die Dar- ictung wurde recht flott herausgebracht und sand den vollen Beifall der Besucher. Bei den schneidigen Klängen der Kapelle, fein zum Dor- frag gebrachten Solls, einer Verlosung und Tanz verlebte man im übrigen einige schöne gesellige Stunden, die den Teilnehmern in bester Erinnerung bleiben werden. *• Die Maul- und Klauenseuche ist neuerdings in Petterweil und Ockstadt (Kreis Friedberg) ausgebrochen. In Annerod, Hungen, Oppenrod (Kreis Gießen), Ober-Erlenbach und Ober-Florstadt (Kreis Friedberg), Reibertenrod (Kreis Alsfeld), Holzhausen, Blasbach, Edingen, Greifenstein und auf dem Hofgut Büblingshausen (Kreis Wetzlar) ist die Seuche erloschen. Tragisches Neujahrsschiehen. Zu dem tragischen Vorfall in Müschen» beim, wo in der Silvesternacht wenige Minuten nach 12 Uhr die 33jährige Ehefrau des Satt- lermeisters Häuser beim Reujahrsschießen erschossen wurde, ist noch zu berichten, daß die Frau mit ihren beiden Kindern im Aller von 4 und 11 Jahren an das Fenster getreten war, um bem Läuten der Kirchenglocken zuzuhören und den Betrieb auf der Straße zu beobachten. Plötzlich brach die Frau, von einem Schuh in d i e Schläfe getroffen, bewußtlos zusammen, und gegen 10 Uhr vormittags verschied sie, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Der alsbald von Lich herbeigerufene Gendarmerieoberwachtmeister Weber nahm sofort die Ermittlungen nach dem Täter auf. der im Dunlel der Rächt unerkannt geblieben war. Der Beamte durchsuchte verschiedene Häuser, beschlagnahmte dort Pistolen, Gewehre und Revolver und verhaftete drei Personen, wobei er den Täter mitgefaht hatte. Als solcher wurde der 24 Jahre alte, bei seiner Mutter wohnende Wagner und Landwirt Wilhelm L ö s ch h o r n festgestellt, der den verhängnisvollen Schuß ohne Tötungsabsicht abgegeben hatte. Löschhorn wurde zunächst nach Lich in Haft verbracht und dann dem Untersuchungsgefängnis in Gießen zugeführt. Gestern nachmittag fand die Beerdigung der Erschossenen unter großer Anteilnahme der Gemeinde statt. Die Frau hinterläßt außer den beiden obenerwähnten Kindern noch den Gatten, mit dem sie in glücklicher Ehe lebte, und ihre hochbetagte Mutter. Der Unglücksfall in Lumda, wo ebenfalls das N e u j a h r s s chi e ß e n für einige junge Leute einen schlimmen Ausgang nahm, ist auf eine Handlung zurückzuführen, die man als Unfug gröbster Art seitens der beteiligten Burschen bezeichnen muß. Der dabei ums Leben gekommene 18jährige Sohn des Obersteigers Sekt und der Maurer Ernst Theiß, Schlosser Heinrich Seng und Landwirt Otto Stark hantierten an einem Wasserleitungsrohr herum, das an beiden Enden zugeschweißt, vorher aber mit Pulver gefüllt worden war. Aehnlich waren noch einige weitere Rohre hergerichtet worden, mit denen man das neue Jahr anschießen wollte; diese Rohre sind bei dem Vorfall glücklicherweise nicht explodiert, sie befinden sich jetzt in behördlicher Verwahrung. Als die jungen Leute an dem Unglücksrohr hantierten, erfolgte auf bisher noch unaufgeklärte Weise die Explosion, die eine furchtbare Wirkung auslöste. Sekt wurde, wie gemeldet, auf der Stelle getötet; ihm war ein Arm und eine Hand zerrissen, ferner hatte er sehr schwere Verletzungen an der linken Körperseite, am Knie und am Hals davongetragen. Der Maurer Ernst Theiß erlitt Verletzungen an der Hand, die drei Finger in Mitleidenschaft zogen, ferner einen Unterarmbruch; der junge Mensch wurde in die Gießener Klinik verbrach!, wo sein Befinden heute den Umständen entsprechend gut ist. Der Schlosser Heinrich Seng kam mit Fleisch- wunden am Arm davon, der Landwirt Otto Stark mit leichten Brandwunden im Gesicht. Der Vorfall dürfte jedenfalls noch ein Nachspiel für die leichtfertigen jungen Leute haben. Die von auswärtigen Blättern verbreitete Meldung über drei Tote bei diesem Unglücksfall ist völlig unbegründet. Die Spielstunde in unseren Volksschulen. Don Dr. Balser, Daubnngen. Wie bei so vielem, hat der Krieg auch in der körperlichen Ertüchtigung unserer Jugend eine Wandlung mit sich gebracht. Sah man früher im Turnen und in der militärischen Ausbildung die Hauptwege der Körperausblldung, so stehen jetzt weite Kreise dem leichtathletischen Sport und Spiel sl)mpathischer gegenüber. Wie ip dem modernen Tanz eine gewisse Emanzipation und Jndividuali- sicrung gegenüber den starren Formen des ehrwürdigen Walzers eingetreten ist, so sucht auch unsere Jugend in Sport und Spiel eine mehr freiheitlichere, selbständigere körperliche Betätigung. Daß unsere Turnstunden in der Schule den modernen Anforderungen der Körperausbildung nicht mehr genügten, erkannte man auch bald seitens der obersten Schulbehörde, und wenn man auch nicht der Forderung der täglichen Turnstunde Raum gab, eher das Zehnminukenturnen wie in Preußen ein- führte, so suchte man ihnen in der Einführung der Spielstunde einigermaßen gerecht zu werden. Welches soll das Ziel dieser Spielstunde fein, und wie ist sie zu gestalten, daß sie das gesetzte Ziel auch erreicht? Die Einführung der Spielstunden geschah wohl, wie oben gesagt, um der körperlichen Ertüchtigung zu dienen. Wer sich aber im Spiel selbst stark betätigt hat und die Wirkungen des Spieles im Heimatland des Sports und Spiels darf die Charakterbildung beobachtet hat, wird das erziehliche Ziel, das man ihm stecken muß, mindestens eben so hoch, wenn nicht höher darin erblicken. Ein wirklicher „Sportsmann" sollte, wie bei unseren Vettern überm Kanal, auch bei unseren jungen Leuten das erstrebenswerte Ideal sein. Sportsmann ist man aber noch nicht, wenn man alle Fußballgrößen mit Namen weiß, sondern unter „Sportsman" versteht der Engländer den durch den Sport herauskristallisier- ten Typ des Erziehungsideals „Gentleman". Großzügigkeit und Selbstbeherrschung sind seine wesentlichen Merkmale. Nicht der einzelne ist im Spiele die Hauptsache, sondern die Partei. Das Handeln des einzelnen geschieht mit und für die Spielgruppe. Das Zuspielen ist der Kernpunkt der meisten Spiele. Wie könnte also schon früher das soziale Hanseln: „Einer für alle, alle für einen', geweckt und geübt werden, als beim Spiele. Nicht den eigenen Trieben, die im Spiele sehr stark, manchmal überstark Schach-Ecke. Dea,bettet von W. Orbach. Alle für die Redaktion bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. sind zu richten an die Schachredaktton deS „Gießener Anzeigers". Problem Nr. 94. Von W. 21. Shinkman. ö 6 5 4 3 2 W 8 h 8 6 5 4 3 2 Schwarz. =3- a b c d e Weiß. Weih zieht und setzt in drei Zügen matt. Weih 3 Steine Kb3; Dc2; Tal. Schwarz: 2 Steine Kb6; Ba7. Endspiel Nr. 27 Don H. Caro. Schwarz. a b c d e t e h a b c d e r g h Weiß. Schwarz am Zuge gewinnt. 8 8 6 6 5 5 Weiß: 5 Steine Kd3; Tg5; Lf3: Bg2, h3. Schwarz: 7 Sterne: Kd5;Tf4; Ld4; Bc3, e3, f5, h4 Durch eine elegante Opse ’ioxrv i iGtion erzwingt Schwarz den Sieg. Lösung des Problem) Nr. 93. Don 21. Arsig. 1. Df5-g4!, Sf6xg4 2. Tg6-d6 matt. 1. ..., Kd5-c6 2. Dg4xe4matt. 1. . . ., e4 -e3 2. Dg4 - c4 matt. 1. . bei. anders. 2 Dg4-dl matt. Lösung des CnbfrhM Nr. 26. Don A. Trcitzkh. 1. Sc5-d34-, c4>-d3 2. Td5-e5+, Kel-H 3. Te5-f5+, Kfl-gl 4. Tß-a5, d3-d2 5. Ta5xa2. d2-dlD ö. Ta2-g2-f-, Kßl-fl 7. Tg2-ßl+ Kfl xgl patt. (Auf 1. . .. Kel-dl oder d2 gewinnt Weih mit 2 Sd3-b4+, auf !...., Kel-fl ober ez mit 2. Sd3-c!(4-). • Richtige Lösungen zum Problem Rr. 92 er hielten wir von den Herren: Lehrer Breidecker, hier; D. O., Schm. Endspiel Rr. 26 wurde richtig gelöst von Herrn D. £>., Schm. • Aus der Schachwclt. Vorige Woche begann in München ein Schachturnier. Cs nahmen an demselben teil: E. D. Bo- goljubow, Spielmann. Przepiorka, Sämisch, sowie die beiden Münchener Schmitt und Gebhardt. Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonStifch. Gemüt. Der Doktor B. hat sich soeben zur Ruhe begeben, als das Telephon ihn mit schrillem Klingeln aus dem ersten Schlafe weckt. Er stürzt zum Apparat. Eine aufgeregte Frauen- stimme erklärt ihm, der kleine dreijährige Sohn habe ein Markstück verschluckt, der Doktor möge doch schleunigst kommen. Seufzend kleidet der Arzt sich wieder an und macht sich auf der. Weg. Die Mutter des kleinen Missetäters öffnet ihm, ohne besondere Erregung an den Tag zu legen, und sagt auf Befragen: „Sie hätten gar nicht zu kommen brauchen. Herr Doktor. Es war bloß ein Groschen. Wir haben die Mark unter dem Sofa gefunden." Du Dois-Reymond'Anekdotcn. Der Berliner Physiologe Du Bois - Rey mond liebte es, wenn die Stilblüten seine» Vorlesungen im Examen wörtlich wiederholt werden konnten. Zu diesen Stilblüten gehörte auch. „Frech kreuzt das schwache Stinktier den Weg des reißenden Jaguars!" — Sämtliche (Stilblüten waren von einem früheren Hörer in einem Heftchen zusamMengestellt und mit Anmerkungen versehen. Btt obigem Sah stand: .Wenn er gut gelaunt ist", d. h. er sollte nur zitiert werden, wenn Du Bois im Examen guter Laune wäre. Einem unglücklichen Kandidaten, der das Thema „Schutzvorrichtungen bet Tieren" gezogen hotte entfuhr aber der ganze Satz: „Frech kreuzt das schwache Stinktier den Weg des reibenöcn Jaguars, wenn er gut ge launt ist!", worauf Du Bois geantwortet haben soll: „Wen meinen Sie damit, Herr Kandidat, das Stinktier, den Jaguar, oder gar etwa mich selbst?" Mangelhafte Antworten im Examen konnten Du Bois-Reymond recht verstimmen. Als ein Prüfling von den Harnniederscklägen nur die sargdeckelförmigen Kristalle von phe-sphorsaurer Ammoniak-Magnesia fhxfenb erwähnte, brach er in die Worte aus: „3a, die Sargdeckelkri st a 11 e, die wenigstens merken sich die Herren fast immer; wahrscheinlich denken sie dabei an den Sarg, in den sie später ihre Patienten legen wolle n.“ zum Ausdruck kommen, ist zu folgen, sondern es gilt, im höchsten Drang Zügel anzulegen und im Rahmen der gegebenen Spielregeln zu handeln; es heißt, um der gemeinfamen Sache wegen den eigenen Starrsinn brechen, sich in die Spielregeln ein- ordnen, sich beherrschen. Das Beispiel der Mutigsten feuert die Zaghaften an, hilft ihre Aengstlichkeil und Zaghaftigkeit überwinden, gibt ihnen allmähliches Selbstvertrauen, macht sie zu ganzen selbstsicheren Menschen. Um aber gerade diese erziehlichen Eigensdiaften beim Spiele ausbilden und kontrollieren zu können, ist es von zwingender Notwendigkeit, daß der Spielleiter, hier der Lehrer, selbst mitfpielt. Seine Aufgabe darf sich nicht darauf beschränken, Spielregeln 3u lehren und Aussicht zu führen, die Jungen müssen fühlen, daß er einer von ihnen fein will. Erst als Spieler selbst kann er Regeln kontrollieren und die Leidenschaften und ihre Beherrschung miterteben. Welche yreube löst es unter den Schülern aus, wenn „der Herr Lehrer" einmal nicht Respektsperson sein will, sondern sich als einer von ihnen den Spielregeln fügt, und feine Spielbegeisterung wird sich hypnotisch auch auf den Lässigsten übertragen. Daher sollte man aber auch die Spielstunde nur solchen Lehrern übertragen, die mit Sport und Spiel vertraut und noch körperlich in der Lage sind, selbst mitfpielenb tätig zu sein. Welche Aussicht hat nun die Spielstunde zur Zeit in unseren Volksschulen? Gemäß den letzten Verfügungen über Sparmaßnahmen in den Fortbildungsschulen hat man in manchen Kreisen Hessens die Spielstunden ganz von dem Stundenplan der Volksschulen gestrichen, damit die Fortbildungs- schulstunden innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Stundenzahl gehalten werden können, und somit eine besondere Vergütung dafür eingefpart werden kann. Unter keinen Umständen dürste aber die Ertüchtigung unserer Jugend, die ja auch der Reichskanzler in feiner Weihnachtsbotschaft an das deutsche Volk wieder von neuem verkündigt hat, auf Kosten der Fortbildungsschule vernachlässigt werden. Statt eines Abbaues sollte uns das neue Jahr einen Ausbau guf diesem Gebiet bringen. Schulbehörden, Turn- und Sportoerbände und nicht zuletzt unsere Abgeordneten sollten den hohen erziehlichen Wert der Spielstunde in der Dolkschule nicht unterschätzen, und Sorge tragen, daß unserer Jugend das geistige Rüstzeug in einem gesunden Körper mitgegeben wird, der sich in strammer Selbstsucht frühzeitig geübt, und bei dem Selbstbeherrschung und Achtung vor dem Gegner zu besttmmenden Eharaktereigenschaften geworden sind. Erziehen wir, und nicht zuletzt mit Hilfe der Spielstunde, ein solches Geschlecht, so werden sich auch die späteren Lebenskämpfe immer in Formen bewegen, die allen Kämpfenden zur Ehre gereichen werden. ®erid)t5faal. Streng bestrafter Fahrradmarder. WSR. Frankfurt o. M.. 3. Jan. Wegen Rückfalldiebslahls verurteilte das Kleine Schöffengericht den Arbeiter Georg Dotterweich zu 14 Monaten Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust. Ebenso wurde Polizeiaufsicht für zulässig erklärt. Der Angeklagte hatte einem Arbeitskollegen im Osthasen ein Fahrrad gestohlen, doch wurde er auf der Flucht feftgenommen. Mildernde Umstände wurden dem Angeklagten, trotzdem der Geschädigte sein Rad zurückbekam, nicht zugebilligt weil D. erheblich vorbestraft ist und sich aufs Leugnen verlegte. Buntes Allerlei. Jeder hak seinen Vogel. In diesen V. /‘ tswochen, in denen sich alles in den Geschäften drängt, nimmt auch die Zahl der Ladendiebstähle wieder zu, und es zeigt sich bei so manchen Erwischten, daß sic aus einem „unwiderstehlichen Drange" gehandelt haben, nicht eigentlich aus dem Wunsche, sich zu bereichern. Die Kleptomanie ist nur eine der zahlreichen nervösen Zwangserscheinungen. denen besonders der Großstädter unterliegt. Cs gibt unzählige andere Formen, in denen sich solche nervösen Störungen äußern, und man kann Wohl sagen, daß kaum ein Großstädter ganz frei ist von solchen unnormalen Erscheinungen. Deshalb ist es nicht uberechtigt. wenn ein englischer Psychologe behauptet: „Jeder hat seinen Vogel!" Es müssen ja nicht immer so schwere Forrnen von Zwangs- und Angstvorstellungen sein, wie etwa die Platzangst, bei der man bestimmte Plätze oder Straßen nicht überschreiten kann, oder die Angst, sich und andere zu töten, wobei der Befallene alle spitzen Gegenstände nicht mehr anrührt. Es gibt auch eine Menge harmloserer nervöser „Ticks" wie z. 2. das „Lampenfieber" bei Schauspielern und Vortragenden, der Zählzwang, den Rapoleon 1. und Zola halten und bei dem man Laternenpsähle. Pflastersteine u. a. zählt. Sehr merkwürdig ist die „Telephon-Manie", die der englische Gelehrte beschreibt. „Durch die bloße Handlung des Telephonierens verlieren die Betreffenden das Gefühl für Verantwortung", schreibt er. „Sie versprechen alles mögliche, das sie nicht halten können, und verstricken sich in die unnötigsten Konflikte. Bei manchen wird der „Vogel" durch das Wetter hervor- gerufen. So kenne ich eine sehr sensible Dama. die bet trübem oder gar nebligem Wetter nichts eintaufen darf. Sie leidet dann an dem unwiderstehlichen Drang. Dinge zu kaufen, für die sie nicht die geringste Verwendung hat. Wenn sich jeder die Frage vorlegte, ob er nicht einmal von einem solchen „Q3ogef‘ besessen getee'en ist, würde tM)I keiner diese Frage ganz verneine.' können Das Eigentümliche dabei ist daß der Befallene wie in einer Art Traumzustand handelt un dnicht imstande ist, sich von den Berne- gründen seiner Handlung genau Rechenschaft geben ' Sämtliche Waren gebe ich zu außerordentlich billigen Preisen ab und finden Sie bei mir Gelegenheit in Bettkaitun Flockköper Sportflanell Betttuchleinen Bettbarchent Zefir Kleider, Pouloverstofffe, Samte ■ Einen Posten Reste enorm billig MD 58a Exportbier Lagerbier 47 D Von Beileidsbesuchen bitten wir abzusehen. im 46. Lebensjahre. Gießen, 3. Januar 1927. zustellen 46D ijöi/.. erbeten. 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So schreibt Heinrich R i p p l e r in der „Täglichen Rundscha u": „So ist der Weg zu Deutschlands Befreiung und Europas Befriedung von der deutschen Regie tung mit Klugheit und Zähigkeit, ober auch mit Erfolg in diesem Jahre weiter beschritten worden, trotzdem sich die Widerstände häuften. An seinem Ende stehen recht beträchtliche Ergebnisse, deren weitere Auswirkung im neuen Jahre wir mit Sicherheit erwarten dürfen. Wir haben uns trotz aller innerer und äußerer Anfeindungen nicht von dem Wege drängen lassen, den wir als den einzig richtigen und möglichen für Deutschland erkannt haben, und mir hoben auch die fremden Mächte auf der Bahn gehalten, die sie mit uns eingeschlagen hoben. Die so viel ongefeindetc Locarnopolitik hat sich durchgc.ctzt und ist hen Komponisten und ein Trio in O-Dur von I. S. Bach. Weiter kamen zum Vortrag Teile aus der A=TloU--Sonaie von Mar Reger und ein Scherzo von K. o. Dittersdorf. Den Schluß bildete ein Trio von I. S. Bach. Reicher Beifall lohnte die Künstler, die sich noch zu einer Beigabe, einem Menuett von Haydn, entschlossen. Leider war das Konzert mit auch Millionen. Bei mir1 hat immer alles auf den Penny gestimmt. Natürlich, — denn wenn das nicht der Fall gewesen wäre, so hätte er es ja sofort entdeckt. Er ist der größte Mathematiker, dem ich je begegnet bin. Und er kann doppelt so schnell rechnen und schreiben als sonst irgendein Mensch", fügte er I mit widerstrebender Bewunderung hinzu. „Es ist eigentlich merkwürdig, daß ein Mensch von so ungeschlachtem Benehmen und so roher Sprache solche Talente hat", sagte Dick. „Für mich ist er ein Wunder gewesen, seit ich ihn kenne", gestand Johnson. „Wenn man ihn reden hört, so könnte man glauben, er wäre ein Straßenkehrer. Und bodj ist er ein sehr belesener Mann von großer Bildung." „Kann er sich vielleicht auch Jahreszahlen mer ken?" fragte Elt ehrfürchtig. „Natürlich kann er das!" antwortete John,on ernst. „Er ist ein merkwürdiger Mensch, wenn er auch in mancher Beziehung ein unangenehmer alter Herr ist Ich sage bas nicht, weil er mich jetzt entlassen hat, ich war immer dieser Ansicht. Aber er hat nicht den geringsten Funken von Güte. Ich alaubc, das einzig Menschliche an ihm ist die Lieoe zu dem kleinen Jungen." „Was für ein kleiner Junge?" fragte Elk Höch llchst interessiert. „Ich habe ihn selbst nie gesehen", sagte Johnson. „Das Kind ist noch nie ins Bureau gebracht wor den. Ich weiß nicht, wessen Kind es ist, aber möglicherweise ist es ein Enkel von Maitland." Es folgte eine Pause. ,Zch verstehe jetzt!" sagte Dick leise, und er hatte wohl das Recht, dies zu sagen, denn in jenem Augenblick hämmerte ihm das Verständnis für den Frosch und bas Geheimnis des Frosches auf. „Warum hat er Sie entlassen?" fragte Dick. Johnson zuckte die Achseln. „Einer ganz törichten Sache wegen. Heute morgen, als ich kam, war er schon zugegen, ein ganz ungewöhnlicher Vorfall, denn er kommt gewöhnlich erst eine Stunde später als wir ins Bureau. — .Johnson,' sagte er. Sie kennen Fräulein Senneti9' Ich antwortete, daß ich dieses Vergnügen hätte. .Und wie ich höre,' fuhr er fort, .sind Sie einmal ober zweimal dort zum Essen geloben gewesen.' — .Das ist vollkommen roabr. seinem hohen künstlerischen Wert mir verhältnismäßig schwach besucht. Unter den Gästen befand sich auch das älteste noch lebende Glied der Solmfer Linie, die Prinzeß Marie, die im Februar dieses Jahres ihren 90. Geburtstag vollendet. Kreis Friedberg WSV. Friedberg, 3. Jan. Am Aeu- jahrstage machte ein hiesiger Buchdruckmaschinenmeister fernem Leben freiwillig ein Ende. Nachdem er stark gezecht hatte, begab er sich in seine Wohnung und erschoß sich vor den Augen seiner Frau. Der Verstorben« war in letzter Zeit stark nervös, auch dürften materielle Sorgen zu dem Entschluß, aus dem Leben zu scheiden, beigetragen haben. KrciS Büdingen. l:. Aidda, 3. Ian. Hier bestand schon seil langer Zeit vor dem Weltkrieg ein Geflügel- zuchtverei n, der eine recht rege Tätigkeit zur Förderung der Geflügelzucht entfaltete. Zur Inflationszeit war er aber nicht mehr in der Lage, Futtermittel, Zuchttiere usw. seinen Mitglieder nzu beschaffen. Deshalb schlief der Ber- ein allmählich ganz ein. Da sich nun die Verhältnisse wieder gebessert haben, wurde der Verein auf Anregung mehrerer Mitglieder mit Beginn des neuen Jahres wieder ins Leben gerufen. Die alten Satzungen sollen vorerst weiter gelten. Auch der frühere Vorstand, dessen Mitgliedern zu beschaffen. Deshalb schlief der Ver- in sein Amt eingesetzt. Vorfichender des Vereins ist Iustizinfpettor Baer, hier, ein Züchter, der auf vielen Ausstellungen früher bedeutende Preise erworben hat. Man hofft, daß alle ehemaligen Mitglieder dem Verein wieder beitreten, sich noch neue anmelden und dadurch zur Hebung der deutschen Geflügelzucht mit beitragen. y. Bad Salzhausen, 3. Ian. Hier sand eine Versammlung bei Bürgernreis er Aöper statt, in der eine Ortsgruppe Aidda-Dad Salzhausen des Verbandes Deutscher Iugendherbe rgen gegründet wurde, der die Verwaltung der neugeschaffenen 3 u g e n d - Herberge in Bad-Salzhausen obliegen soll. Die Errichtung einer Jugendherberge erwies sich hier als dringendes Bedürfnis, weil auf der Strecke Friedberg—Hoherodskopf noch keine bestand. Dieser etwa 10 Stunden lange Weg ist aber für einen Tagesmarsch viel zu groß. Deshalb wurde er auch meistens von jugendlichen Wanderern gemieden; führt aber unstreitig durch eine der schönsten Gegenden Oberhessens. Die hie- lige Jugendherberge verdankt ihr Entstehen dem eifrigen Bemühen des hiesigen Badearztes Dr. Balser, der Vorsitzender der Ortsgruppe Friedberg ist. Für die neue Ortsgruppe Aidda- Bad-Salzhausen wurde Studienrat Braune- w e 11 dahier zum Vorsitzenden und Dr. med. Fritz Koch in Aidda zu dessen Stellvertreter gewählt. Die Jugendherberge umfaßt drei größere Unter« lunftsräuine in einem Nebengebäude der Aoth- schen Besitzung in der Bähe des Gradierbaues .ttreis Schotten. Schotten, 3. Ian. Eine Sitzung des Verkehrsausschusses sand in der Krone statt, die sich mit den verschiedenen Verkehrs- wünsch e n, Eisenbahnfahrplänen, dem kommenden Sommerfahrplan usw. beschäftigte. Die Wünsche sollen dem neugegründeten Verkehrsbund Oberhessen zur Weiterbehandlung der Angelegenheit mitgeteilt werden. Eine nähere Aussprache sand weiterhin über den Verkehr der Kraftwagenlinien statt. - Obwohl der Schnee in unserer Höhenlage bei dem rnllden Wetter fast ganz weggeschmolzen ist, liegt der Schnee noch im Oberwald. Hoherodskopf, in großer Menge. Eine große Anzahl Wintersportler traf über die Feiertage mit den Zügen ein und pilgerte den Höhen zu. Der starke Raureif hat in den Wäldern durch den Echnee- bruch großen Schaden angeridjtet. viele Fichten sind gebrochen worden. Kreis Alsfeld V (Siebend u, 3. Jan. Am Silvesterabend verunglückte die Frau des Schreinermeisters Schmidt Hierselbst beim Kreppeibacken. Wohl infolge ^leberhitzung geriet das Oel in Brand und explodierte. Die Frau versuchte das Feuermeer zu dämpfen unb geriet dabei felbft in Brand. Der herbeieilende Ehen:? n konnte nur mühesam seiner Frau zu Hilfe fommen, aber nicht verhindern, daß die Herr Maitland', antwortete ich. — .Sehr schön, Johnson', sagte Maitland, ,Sie sind entlassen'." „Das war alles?" fragte Dick verblüfft. „Ja, das war alles", jagte Johnson verzweifelt. „Können Sie das begreifen?" Dick antwortete nicht. Der neugierige Elk, der leidenschaftlich danach strebte, mehr über Maitland zu erfahren, stellte noch eine Frage. ,F)err Johnson, Sie sind doch jahrelang mit biefem Manne beifammpn gewesen, haben Sie nicht irgend etwas an ihm bemerkt, was Ihnen besonders verdächtig oorgekommen wäre/ Hat er nicht geheime Besuche empfangen? Haden Sie nicht zum Beispiel gewußt, daß er etwas mit den Fröschen zu tun gehabt hat?" „Mit den Fröschen?" Johnson riß die Augen auf, und feine Stimme verstärkte noch den Eindruck seines Unglaubens. „Gott behüte! Nein! Ich kann mir nicht einmal denken, daß er etwas über diese Leute weiß. Nein, Herr Elk, nie habe ich etwas gehört, gesehen oder gelesen, das mir diesen Eindruck gemacht hätte." „Sie haben doch Berichte über die meisten seiner geschäftlichen Transaktionen gesehen, gibt es etwas, bas Sie glauben machen könnte, Maitland hätte, — sagen wir durch den Tod des Herrn Maclean in Dundee oder durch den Ueberfall, der auf den Wollhändler in Durby gemacht wurde, profitiert? Zum Beispiel, wissen Sic, ob er nicht an dem Einkauf oder Verkauf von französischen Likören und Parfüms interessiert war?" Johnson schüttelte den Kops. „Nein, Herr Inspektor, er handelte einzig nur mit Realitäten. Er hat Bodenbesitz in England, in Südfrankreich und in Amerika. Er hat auch ein bißchen auf der Börse gespielt — ja, ja —, wir haben sogar ein ziemlich großes Börsegeschäft gehabt, ehe die Mark fiel." „Was gedenken Sie jetzt zu tun, Herr Johnson ?" fragte Dick. Johnson machte eine hilflose Handbewegung. „Was kann ich denn anfangen, Herr?" sagte er. „Ich bin beinahe fünfzig Jahre alt, — ich habe den größten Teil meines Lebens in einer Stellung verbracht. und cs ist sehr unwahrscheinlich, daß ick) noch eine zweite bekommen werde. Glücklicherweise habe ich mir nicht nur Geld gespart, sondern aud) ein oder zwei gute Käufe gemacht, für die ich dem Bedauernswerte sehr schwere Brandwunden am Kopf und im Gesicht davontrug. Er selbst zog sich ebenfalls Verbrennungen im Gesicht und an den Händen zu. Am nächsten Morgen wurden beide ins Krankenhaus Alsfeld gebracht. An dem Aufkommen der Frau wird gezweifelt. Starkenburg. WSA. Offenbach a. M.. 3. Jan. Ain Silvesterabend griff die Polizei den 28jährigen Ferdinand Häger auf der Straße in total betrunkenem Zustande auf. Man schaffte ihn ins städtische Krankenhaus, wo er noch am Sonntag nachmittag verstarb. Die Untersuchung hat ergeben, daß Häger an einer Alkoholvergiftung gestorben ist und nicht, wie Gerücht wissen lassen wollen, einem Mord zum Opfer gefallen ist. Preußen. ftrciö Wetzlar— - - Ehringshausen, 3.3an. Die no vor kurzem dem Fürsten von Braunfels gehörir Fischereigerechtsame i.nferer ©emarfun die durch Kauf in den Besitz unserer Gemein, übergegangen ift, wurde dieser Tage in für Teillosen auf die Dauer von sechs Jahren ne verpachtet. Die Fischerei der Dill wurde in d- Teilen zu insgesamt 336 Mk. vergeben. Lemv und Mühlbach tarnen auf 70 bzw. 33 Mk. 6ämi liche Pächter haben sich verpflichtet, alljährlie 2000 Setzlinge einzusehen, außerdem darf nur die Angel in Tätigkeit treten. Die Fischerei de. Aachbargemeinde Dillheim wurde gleichzei-i für 150 Mk. auf sechs Jahre verpachtet. Hreis Marburg. Jl Marburg, 3. Jan. Der sog. Silvester markt brachte unserer Stadt lebhaften Fremdenverkehr. Der Marftplah reichte bei weitem nicht aus, um die Verkaufs ftä ick» e und Buden aller Art zu fassen, so daß diese noch in den anliegenden Straßen und Ecken der Oberstadt Aufstellung nehmen mußten. Zu Tau senden war besonders die Jugend der Land- bevöllerung herbeigeströmt. Die jungen Mädchen in ihrer kleidsamen hessischen Bauerntracht gaben dem Straßenbild ein buntes Gepräge. Der Eil vestermarkt ist besonders als sog. »Heiratsmarkt bekannt. — Der Oberhessische Gebirgs verein, der sich um die Erschließung der Ao turschönheiten der oberhessischen Heimat groß Verdienste erworben hat, hielt dieser Tage sein diesjährige Hauptversammlung ab. Au dem Jahresbericht ist besonders bemerkenswer! daß der A i m b e r g t u r m im Lause des letzte: Jahres neu hergestellt und auf dem Hemme r i ch bet Gladenbach eine neue Schutzhütte er richtet worden ist. Weiter wurde die Wander Wegebezeichnung gut ar sgebaut. Die ver griffene Wegekarte vom Marburger Wandere' biet soll in Kürze neu herauskommen. Der fei herige Vorstand wurde wiedergewählt und bc Wanderplan für 1927 feftgelegt. Kreis Westerburg. OO Westerburg, 3. Jan. Am Jahresschi I fand im Sitzungssaale des Kreisgebäudes die ' Sitzung bes Kreistages für das Jahr 1926 ftat. Vor Eintrit in die Tagesordnung stellte sich D. S ch u n k als neuer Landrat vor. Von der Tage, orbnung interessiere die Öffentlichkeit am meiste die Sanierungsfrage der Kreisspar k a s s e, sowie die «chulangelegenheit in Wester bürg. Am 17. und 18. Juni des vergangenen Jahres hatte eine unvorhergesehene Revision der Kreis s p a r k a s s e stattgefunden. Dabei wurden Ausfälle an Kontokorrentforderungen und ungedeckten Kre biten gefunden, die sich nach weiterer eingehender Prüfung heute auf 81) 0 0 0 Mark belaufen, die zum größten Teil verloren sein werden. Man trat sofort mit der Nass. Landesbank und der Deutschen Kommunalbank zwecks Sanierung der Kasse in Der bindung. Nach einer Besprechung mit der Regierung tarn man zu ber Ueberzeugung, daß der einzig mög liche Weg ber sei, bie Kreissparkasse an bi e Lanbesbank ü be rz u f ü h re n. Nack) langwierigen Verhandlungen kam es dann zu einem Vertragsentwurf, nach dein die Kreissparkasse am 1. Januar 1927 an die Landesbank übergeht. Der Antrag auf Prüfung ber Möglichkeit, eine höhere Schule in Westerburg zu errichten, wurde von der Versammlung abgelehn! ein anderer dagegen angenommen: Der Kreisau-schnß wird beauftragt. Alken dankbar sein muß. Ick) glaube ja zwar nicht, daß er sich besonders gefreut hat, als er sah, baß ich seinem Beispiel gefolgt war, aber bas gehört jetzt nicht zur Sache. Das verdanke ich ihm ieden falls. Ich habe gerade genug Geld, um für den Rest meiner Tage, wenn ich keine außerorbentlichen Spe- tulationen anfange und sehr, sehr bescheiden bin, leben zu können. Aber ich kam eigentlich hierher, um mich an Sie zu wenden und Sie zu fragen, ob Sie nicht vielleicht eine kleine Stellung für mich wüßten? Ich würde dock) gern ein bißchen arbeiten und am allerliebsten mit Ihnen." Dick war ein wenig verlegen, beim für Herrn Johnson gab es, wohin er auch sah, feine Anstellungsmöglichkeit. Nichtsdestoweniger wollte er ihm doch nicht absagen. „Lassen Sie midj die Sache ein paar Tage über denken", sagte er. „Wer ist jetzt Sekretär des Hern, Maitland?" „Ich weiß es nicht. Das ist ja meine größte Kränkung. Ich habe einen Brief auf seinem Pull liegen sehen, der an Fräulein Bennett adressiert war. Und da ist mir ber Gedanke gekommen, daß er vielleicht ihr meine Stellung anbieten will." Dick vermochte kaum seinen Ohren zu trauen. „Was veranlaßt Sic, das zu denken?" „Ich weiß nicht, — aber ein paar Mal hat stöber Alte bei mir nach Rays Schwester erkundigt. Es war ebenso verwunderlich, wie alles, was er sonst gemacht hat." Johnson tat Elk von Herzen leid. Er schien jo absolut ungeeignet für den rauhen Konkurrenzkampf, und die Möglichkeiten, die einen Mann von fünfzig Jähren erwarteten, der immer in einer Stellung gewesen war, schienen, praktijd- genommen, gleich null. ,Lch glaube nicht, daß Fräulein Bennett dieses Anerbieten annehmen würde, wenn Herr Maitland es ihr machen sollte. Bitte, geben Sie mir Ihre Adresse für den Fall, daß ich Ihnen etwas mitzu- teilen hatte." „Fitzroy Sqare Nr. 431", sagte Johnson und murmelte eine Entschuldigung der etwas schmutzigen Visllenkarte wegen, bie er darreichte. Er ging zur Tur, aber noch mit ber Hand auf der Klinke zögerte er. (Fortsetzung folgt.) > 11U'10 m m«n ibutft a. N. ? °h'id«L> Clrnk . ONgkr ,er noch uii >e Hiucru6onnto.Q iner J ?US 6a * *Ätl- ha rtzlar^ 3.3Q1X ’e vnlertt ®Jrtorif d-escr Tage?*" 0 bzlo. 33 Dk ߣ "ä *te QUBetöan ba rf «„ ’® wurde , ^re verpachte,. aburq. '^^Silbefter . btM irdhaften Set Mt 7 die JlJa Io dah bi^ Ötra&en und 8dm der men muhten. Zu $flu. ne 3ugeni> der Land- J- Die jungen Däbche? hen Dauerutcacht gäbe- ites Gepräge. Ger 6ü als log. »tzeiratSmaril hessische Gebirge le Erschliehung der Ola >ellilchen Heimat grvh . hielt dieser Tage leir sommlung op. ju sonders bemerlenitver! m im Lause bei letzte nd auf dem Hemme e neue Sckuhhülte ti wurde die Wander it ausgebaut. Die oti Aarburger Wandere ittatilommm. Der sei tviebrrgewW und ' -Kgelegt. esterburg. 3. San. Am gahresschl' ; Kreisgebäuöes die , ; für das ZaHr 1926 ftc Ordnung stellte sich 2 :at vor. Am der lagt. desjeMchleit am meisu ge der Sreisspar iangelegenheit in Wester ü des vergangenen Jahrce me Revision der Kreis n. Dabei wurden Aussä- ;en und ungebeten Sy nach weiterer eingehender )00 War! btlaujen, btf en sein werden. Mn Vai lesbank und der Deutsche" mierung der Kaste in » rechimg mit der Regierung gung, daß der einzig mog 'jtrei6|pat!aHc o" iberzusuhren. nkamesdannzueM. m die Landesbank ubeM^ Möglichkeit, eine h h ”' cq zu errichten.iO^e M hm ein andere’ W Sw* M jwr-Hws nuq Geld.umsurdm^ 'SÄ*” &nen- Atnn {nb "eine * er EL er stowemger »$iiv(*®?s ltn SN-! > -d-M Zraulein ^.^»iniven.60 'S*,-.- sL-'Ä 3»Sl- - .. ffr schien I1’ Werten W>- "S’S-rä enen. P1 fe Zröllle'" sich für die Errichtung der L Rafsouifchen «ufbauschule in Westerburg einzusehen. KrciS Hulda. "DS2. Fulda. 3. 3an. 3m letzten 3ahre find in der Stadt Fulda insgesamt 1 19 Dohnungsbauten errichtet worden, davon 36 ohne öffentliche Mittel. Außerdem wurden durch Umbauten noch zwei Wohnungen gctoonnen, so daß ün ganzen im verflossenen 3ahre 121 neue Wohnungen erstellt worden sind. Seit Ende deS Krieges sind in der Stadt Fulda insgesamt 1071 neue Wohnungen geschaffen worben. Den Stiefvater erschlagen. Frankfurt a. M., 4. Jan. (WTB. Funk- spruch.s Gestern abend hat im Stadtteil Bornheim ein 19jähriger junger Mann seinen Stiefvater mit einem Handbeil erschlagen. Doraufgeganaene Streitigkeiten waren die Ursache zur Tat. Sein fünfjähriges Schwester- chen verletzte er ebenfalls mit einem Beilhieb auf den Stopf schwer. Der Täter ist flüchtig. Neue Kraftwagen-Linien. Hungen—Ulfa—Lichelsdorf—Schotten. —Don den Gemeinden Scholten, Hungen, Rodheim, Langd, Rabertshausen ist ein Zweck- verband gegründet worden mit der Ausgabe, den Personenverkehr zwischen den genannten Orten durch Einrichtung einer ständigen Kraftwagenlinie zu regeln. Ein schöner, moderner, ISsitziger Daimler-Benz-Kraftwagen ist geliefert worden, die Probefahrten sind sehr gut ausgc fallen. Eine Versicherung des Wagens gegen alle Arten der Beschädigung (Autokaskooersicherund), sowie gegen Haftpflicht ist mit einer leistungsfähigen Firma abgeschlossen. Als Kraftwagenführer ist ein bewährter, zuverlässiger Chauffeur engagiert wor den.Der Fahrpreis ist niedrig gehalten, 10 Pf. pro Kilometer, Kinder unter 4 Jahren frei, von 4 bis 10 Jahren zahlen halbe Preise. Ebenso werden für Schüler- und Wochenkarten halbe Fahrpreise berechnet. Für Mitnahme von Fahrrädern wird der halbe Fahrpreis erhoben, für Gepäck bis zu 1 Zentner 50 Pfennig. Als Haltestellen find bestimmt: In Eichelsdorf am Bahnhof, Gastwirtschaft Hainbach, inll I f a an der Gastwirtschaft Lotz, in Rabertshausen an der Bürgermeisterei, in Rod heim am freien Platz bei der Wage, in Langd am Dorfeingang am Schulhaus, in Hungen auf dem kleinen Marktplatz und am Bahnhof. Rach Bedarf wird noch gehalten am Ringelshäuser Hof, Hof Graß und an der Molkerei Hungen. Der Fahrplan ist vorerst wie folgt festgesetzt worben, unter Berücksichtigung bestmöglichster Zugverbindung. Dormittag«: Eichelsdorf ab 6.15, Ulfa an 6.30, Ulfa ab 6.45, Eichelsdorf an 7. Eichelsdorf ab 7.15, Ulfa an 730, Ulfa ab 735, Rabertshausen ab 730, Rodheim ab 8. Langd ab 8.20, Hungen (Bahn! an 8.40, Hungen ab 9, Langd ab 930, Rodheim ab 9.30, Rabertshausen ab 9.40, Ulfa ab 9.45, Eichelsdorf an 9.55 Uhr. Nachmittags: Eichelsdorf ab 1.30, Ulfa an 1.40, Ulfa ab 1.42, Rabertshausen ab 130, Rodheim ab 2, Langd 2.10, Hungen (Bahn^ an 230, Hungen, Stadt, ab 3.45, Langd 4, Rodheim 4.15, Rabertshausen 4.25, Rabertshausen ab 4.40, Rodheim 430, Langd 5, Hungen an 5.20, Hungen ab 8, Langd ab 820, Rodheim 8.30, Rabertshausen 8.40, Ulfa 830, Ei chelsdorf an 9.10 Uhr. Es ist beantragt, den Zug ab Eiche 1 sdorf — Schotten 9.58 Uhr etwas später zu legen. Aenderunaen des Fahrplanes bleiben Vorbehalten. Die Fahrkosten Eichelsdorf— Hungen werden 130 Mk. betragen, Ulfa—Hungen 1,20 Mk., die übrigen Strecken entsprechend billiger, im Durchschnitt 30 Pf. An Sonntagen wird der Wagen zu Sonderfahrten bestmöglichst ausgenutzt werden. Er steht der Allgemeinheit zur Verfügung zu Sonderfahrten in den Vogelsberg u. dgl. Pro Kilometer werden hierfür 1 Mk., mindestens 30 Mk. berechnet. Für die nächsten Wochen ist der Wagen bereits vergeben. Der regelmäßige Wochentagsverkehr auf der genannten Strecke Eichelsdors über Ulfa nach Hungen wird in den allernächsten Tagen, jedenfalls noch im Lauf dieser Woche, aufgenommen. Ulfa—Nidda. g. Ulfa, 2. Jan. Heute wurde die neue ÄUtolin i e U 1 fa — Nidda in Betrieb genommen. Der mit Girlanden geschmückte Waaen^ unternahm vier Fahrten nach Nidda und zurück. Sein Standort ist hier. Als Chauffeur ist Karl Braun aus Nidda angesie. i worden, der seither bei der Firma Himmelsbach in Nidda Autolenker war und als äußerst sicher er, ruhiger Fahrer bekannt ist. Der Fahrpreis beträgt für die 7,5 Kilometer lange Strecke dasselbe wie bei dem früheren Betrieb mit- i reis eines Postwagens, nämlich 50 Pf. Für Arbeiter werden Wochenkarten für tägliche Hin- und Rückfahrt zu 2 Mk. 40 Pf. ausgegeben. Die Fahrzeit dauert durchschnittlich 15 Minuten. Unfej sonst als abgelegen bezeichneter Marktflecken ist nun als Mittelpunkt zweier Autolinien plötzlich dem Verkehr erschlaffen zum Nutzen und Wohle der etwa 1100 Bewohner. Aus dem Amtsverküudigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 10 5 vom 31. Dezember enthält: Gebühren für amtstierarzll.be Dienstverrichtungen. — Regelung des faufmänniidjen Lehrlingswej. ns. — A wsührung der Fleischbeschauordnustg. — Maul- und Klauenseuche in Annerod, Hungen, Oppenrod uni) Steinbach. — Nacheichung der Mähe tntb Gewichte m der Stadt Gießen. — Dienstnachrichten. Verband süd- und südweft- deutscher Iägervereinigungen. Rürjlid) fanden sich in Frankfurt a. M. die Delegierten zahlreicher Jägervereinigungen aus süd- und südwestdeutschen Ländern zusammen, die insgesamt etwa 25—30 000 Jäger vertraten. Die Versammlung, die Oberlandgerichtsrat Conradi, Darmstadt, leitete, führt zur Gründung eines Verbandes füd- und füdwe st deutscher Jägervereinigungen. Die Gründe für einen solchen Zusammenschluß mit dem Charakter einer Arbeitsgemeinschaft legte der Ehrenvorsitzende des Hess. Jagdklub-;, Prof. Zimmer, Darmstadt, eingehend dar. Darnach geht die Anregung gerade von Hesien aus, weil dieses eingekeilt zwischen Preußen, Baden, Bayern, selbst in zwei Teile getrennt, liegt und damit all die Unannehmlich, feiten kennt, die sich aus den in den einzelnen Ländern verschiedenen Jagdgesetzen usw. ergeben. So z. B. sind die Schuß- und Schonzeiten aanz verschieden. Enten roerden auf der rechten Rheinseite noch geschossen, während sie auf der gegenüberliegenden hessischen Seite längst Schonzeit haben. Ricken haben in Bayern überhaupt keine Schubzeit. In Hessen ist sie ein Monat, in anderen Ländern länger, dabei auch zu verschiedenen Zeiten. Das führt zu Unmoral und Streitigkeiten, bei denen stets der Unschuldige, nämlich das Wild, den Schaden zu tragen hat. Die steuerliche Belastung ist ganz verschieden und schwankt zwischen 10 und 30 Proz. Das schlimmste aber ist, daß in manchen Ländern der Nichllandes- angehorigc als „Ausländer" behandelt wird und bei Lösung des Paffes oder bei Pachtung besonders bezahlen darf. Hier merkt man nichts von einem einigen deutschen Reich. Das sind einzelne Beispiele für die große Zahl von Mißhelligkeiten, die sich aus den staatlichen Verhältnissen unseres Vaterlandes ergeben. Zwar haben sich große Organisationen, wie der Allg. Deutsche Jagdschutzverein und die Deutsche .Jagdkammer, stets um Besserung bemüht und z. B. in Preußen vor allem mit Erfolg gearbeitet. Aber ihre Zentrale liegt uns zu fern. Das Reich kommt für das Jagdrecht kaum in Frage. Jagd- recht ist Landesrecht. Der Schwerpunkt der Arbeit muß also in den Ländern liegen. Und hier müssen sich die Jäger selbst die Hand zu gemeinsamer Arbeit reichen und ihren Regierungen Veranlassung zu verständnisvoller Zusammenarbeit geben. Um eine Zentrale für eine solche Zusammen- arbeit au schaffen, ist die Gründung einer Arbeitsgemeinschaft nötig geworden, die das Material sammelt und an den zuständigen Stellen verwendet. Für die Dauer des nächsten Jahres wurde der Hessische Jagdklub zur Spitze des Der- banbts erwählt. Luch der Hubertus Gießen trat sofort dem Verband bet. zumal feine Tiit- glieber z. T. hier an der hessisch-preußischen Grenze die ganzen Dinge aus eigener Anschauung kennen und wissen, wie erwünscht eine Abhilfe wäre Der Verband ist sofort In Tätigkeit getreten. Baden bearbeitet ein neues Jagdgesetz, Preußen eine neue Jagdordnung. Er ist im Sinne einer Angleichung der Schuß- und Schonzeiten dort vor- stellig geworden. Hoffentlich ist seiner Arbeit im ©inne der Erhaltung unserer Wildstände, der Natur- und Heimatschutzes und des Schutzes bev Jagd als nicht unbedeutender Faktor unserer Volks wirtschaft der gewünschte Erfolg beschieden. H. Ium Lohnslreit in der Schuhindustrie. WSW Frankfurt a. TU. 3. 3an. Der Houptauöschuß des Verbandes der Deutschen Schuh- und Schäftefabrikanten E. D. beschloß in seiner am 3. Ian. in Frankfurt a. M. stattgefundenen Sitzung, unter ‘Seitiitt der anderen am Reichs-Tarifverträge für die Schuhindustrie beteiligten Arbeitgeberverbände, gegen eine starke Minderheit, unter Aufrechterhaltung der seither von Arbeitgeberseite geltend gemachten Bedenken und unter entschiedener Hervorhebung der Unzufriedenheit mit dem Schiedssprüche, der am 31. Dez. 1926 von der seitens des Rcichsarbeüs- ministeriums eingesetzten SchlichtungLlammer gefällt worden ist, lediglich im Interesse der Aufrechterhaltung des Arbcitsfriedens in der Schuhindustrie dem genannten Schiedsspruch zuzu stimmen. Weiter wurde beschlossen, die Mitglieder darauf hinzuweisen, eine Nachprüfung der Verkaufspreise für Schuhwerk vorzunehmen und diese unter Berücksichtigung der im Schiedsspruch festgesetzten Lohnerhöhung zu revidieren. ävytfid) empfohlen - überall erhältlich 'XÄtx aueQRal) unb £)opfen. ohne 2ucb»r)uf tty Alleinige Hersteller-iiv.A. ' an das Telephonnetz angeschlossen Färberei Wallenfels diverse Modelle geschweifter«. Biock-Abjafi ferner täglich frische Kreppe!. Karl Euler, 028 Vubrotn^vlnU 3 Mk. 4.75 bis 9.50 Mk. 4.75 bis 6.50 Mk. 4.25 bis 8.— Mk. 2.— Mk. 1.50 bis 3.75 Mk. 2.95 Mk. 1.95 Mk. 0.50 bis 2. Mk. 2.— Mk. 2.50 A üi f s.Nt di mit guter Allgemeinbildung, flott und sicher arl eilend,firm inBuchhaltuna.zumsofortigen Eintritt gesucht. Selbstgeschriebene Angebote mit Zeugnisabschriften, Altersangabe und Gehaltsansprüchen unter 32v a.den Gießener Anzeiger erbeten. 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Milchen Men- - fei übet die 3U'C tat«; aiüdtdlt t>< tianu, General ■ fiiening. - , April 8.: ■ miti Posilsch. A gienmg. - 9.: ® lvn General Pang ruhen in Indien. Tdlnahme an der ab. - 12. Ms!0 S «hischen Prästd« ehrheit für Pa russische Dertrag u zosen besetzen 6uci leien bet Aechten eines Dollsbegehu Mai 3.: Mgit lenbetgatbeiter in polnischen Kabine! Ätbn lehnt die f bedingungen ab. zwischen Deulschlar Deutsch-spanischer suchungen bet pr rechtsradilaier 1 Robinett« Luther nung; Mi.ürau in Polen; btt am imb Zmimbfen ml &ben llotbboL , PilsMi er Das polnisäu Aa Dcichspräsideni en lanzler. -19.: Fra 21.: llnterzeichnur Handelsvertrages. Lustabkommen. -; Md el KtimS, t M - 26. M । zosen. - 31.: P polnischen Staat«; feidi tztaatSprSsid , 2 uni 1.: 2(i wmmtsstonen in 1 °vÄ^-^''lche" ^Slisch.tnrkischer Ml Pascha. , Brasilien schch^ »nomiflen. - 14. Äh N r1 °ret 3ahre i». D.Halb5chuhe und R.Chev.SHafel - Schwarz Chevreaux A 85 D.ti oiDschuhe — 9 ^üliischer^ neues MtneÄ rninister. - Ä lettilS äJ Nr. 2 Drittes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)Dienstag, 4. Januar 1927 1926 int Spiegel der Politik. Januar: 3.: General Pangalos verkündet in Griechenland die Diktatur. — 4.: Verzicht des rumänischen Kronprinzen Carol auf die Thron« fvlae. — 5.: General Fenyuhsiang verläßt Ehrna. — 13.: Simvnaitis zum Präsidenten des Direktoriums im Memelgebiet ernannt. — 16.: Graf O"Route. Bischot von Danzig. — 19.: Das Kabinett Luther in seinem Amt neu bestätigt: die Franzosen beschießen Damaskus. — 31.: Räumung der ersten Zone des besetzten Rhein- landeS. 'Februar 1.: Vertagung der vorbereitenden Abrüstungskonferenz. — 16.: Zulas ung des von So ialdeu o!ra en und Kommun.sten beantragten Volksbegehrens auf Einbringung eines Gesches über die Fürstenabfindung. — 22.: Erlast einer Verordnung gegen die militärische Betätigung privater Organisationen. März: 2. Annahme der Locarnv-Dertrage in der französischen Kammer und im polnischen Sejm. — 3. Schlacht vor Tientsin. 5.: Rücktritt des Vorsitzenden der Regierungskommission Rault im Saargebiei, der Kanadier Stephens übernimmt den Dors y: der Holländer van Hamel VölkerbundSkommiffar für Danzig. — 6.: Das französische Kabinett Vriand gestürzt. — 9.: Schwere Kämpfe in Syrien. — 11.: Die Auf- nahmelommission des Völkerbundes beschließt die Annahme des Berichts über die Aufnahme Deutschlands. — 16. Die Ausnahme Deutschlands in den Völkerbund ist bis zum September vertagt. — 17.: Rücktritt des tschechischen Kabinetts Swehla. — 19.: Londoner Arbeitszeitabkommen zwischen Deutschland, England, Frankreich und Italien. — 30.: Deutschbrasilianischer Briefwechsel über die Zusammensetzung des Völkcrbunds- ratS: Rücktritt des rumänischen Kabinetts Bra- tianu, General Averescu bildet die neue Regierung. — April 8.: Rücktritt des serbischen Kabinetts Pasitsch, llsunowitsch bildet die neue Regierung. — 9.: M litaraufstond in Saloniki wird von General Pangelos unterdrückt: religiöse lln- ruhen in Indien. — 11.: Rußland lehnt die Teilnahme an der Abrüstungskonferenz in Gent ab. — 12. Musiolinis Besuch in Tripolis: die griechischen Präsidentenwahlen ergeben eine starke Mehrheit für Pangalos. — 24.: Der deutsch- russische Vertrag unterzeichnet. — 26.: Die Franzosen besehen Sueida. — 28.: Die hessischen Parteien der Rechten beschließen die Durchführung eines Volksbegehrens auf Landtagsauflösung. Mai 3.: Beginn des Generalstreiks der Kohlenbergarbeiter in England. — 5.: Rücktritt des polnischen Kabinetts Skrzynski. — 6.: Abd el Krim lehnt die französisch-spanischen Friedensbedingungen ab. — 7.: Lustverkehrsabkommen zwischen Deutschland und der Botschafterlonserenz: Deutsch-spanischer Handelsvertrag. — 11. Haussuchungen der preußischen Polizei bei Führern rechtsradikaler Verbände. — 12. Rücktritt des Kabinetts Luther aus Anlaß der Flaggenverordnung: Mili.äraufstand des Marschall Pilsudski in Polen: der amerikanische Flieoerleutnant Byrd unß Amundsen mit dem Luftschiff Rorge überfliegen den Rordpol. — 14.; Straßenlämpse in Warschau, Pilsudski erstürmt das Belvedere. — 16.: Das polnische Kabinett Barthel. — 17.: Der Reichspräsident ernennt Dr. Warf zum Reichskanzler. — 19.: Französische Offensive in Marokko. 21.: Unterzeichnung deS deutsch-österreichischen Handelsvertrages. —' 22.: Deutsch-französisches Lustabkommcn. — 25.: Ta gift, das Hauptauartier Abd el KrimS, wird von den Franzosen besetzt. — 26. Abd el Krim ergibt sich den Franzosen. — 31.; Pilsudski lehnt die Wahl zum polnischen Staatspräsidenten ab; Professor Mo- scicki Staatspräsident. 3uni 1.: Aufhebung der Militärkontrollkommissionen in Königsberg und München. — 2. Deutsch-däi.ischer Schiedsgerichtsvertrag. — 6.: Englisch-türkischer Vertrag über Mossul. — 11.: Zaglul Pascha, ägyptischer Kammerpräsident; Brasilien scheidet aus dem Völkerbund aus; Strafverfahren gegen die elsaß-lothringischen Au- tvnomisten. — 14.: Die kleine Entente zwischen Rumänien, Iugvslavien und der Tschechoslowakei auf drei Jahre verlängert. — 15.: Rücktritt des französischen Kabinetts. — 21.: Ablehnung des Volksentscheids über die Fürstenenteignung; Eucharistischer Kongreß in Chicago. — 23.: Ein neues Kabinett Briand mit Caillaux als Finanz- Minister. — 25.: Revolutionäre Bewegung in Spanien niedergeschlagen; Verhaftung des Feldschalls Weyier: der panamerikanische Kongreß schlägt die Bildung eines amerikanischen Völkerbundes vor; Zalesll polnischer Außenminister. — 27.; Italienisch-jugoslawischer Vertrag; Sultan Attrasch unterwirft sich den Franzosen; Deutsch- lettischer Handelsvertrag. — 29.: Rücktritt des kanadischen Kabinetts King; der Konservative Meighen bildet die neue Regierung. Äuli: 5. Aufstand in Persien. — 8. Gemeinsamer Kampf der Marschälle Tschang-tso-lin und Du-pei-fu gegen die Rationalarmee von Kanton. — 10. Brasilien zieht seine Völkerbundsdelegation zurück — 11. Französisch-spanisches Marokko- abkommen, Abd el Krim wird nach Reunion verbannt. — 12. Französisch-englisches Schuldenabkommen. — 13.: Aufstand persischer Truppen in Ehorassan. — 16. Dr. Bell zum Reichsjustizminister ernannt — Ausnahmegcsehgebung in Dvüs el zur Durchführung der Finanzreform. — 17. Sturz des Kabinetts Briand-Caillaux. — 19. Das Kabinett Herriot in Frankreich. — 21. Sturz des Kabinetts Herriot. — Ministerialdirektor Pünder zum Staatssekretär der Reichskanzlei ernannt — Riederwerfung des Aufstands in Persien. — 23. Poincarö bildet das neue Kabinett — 27. Reues Bombardement in Damaskus. — Abessiniens Protest gegen das englisch-italienische Abkommen. — 29. Poincares Finanzprogramm im Kammerausschust angenommen. August: 1. Inkrafttreten der neuen Kir- chengesehe in Mexiko, das päpstliche Interdikt.— 5. Das deutsch-französische Handelsprovisorium unterzeichnet — 7. Deutch-iapanisches Farbstoffabkommen. — Spanisch-italienischer Reutralitä.s- vertrag. — 10. Französisch-rumänischer Freund- fchaftsvertrag. — Schließung der ausländischen Handelskammern in der Türkei. — Ablehnung des Bermittlungsvorschlages der englischen Bischöfe im Bergarbeiterstreik. — 13. Kontinentaler Eisentrust zwischen Belgien, Deutschland, Frankreich und Luxemburg. — 15. Primo de Rivera fordert die Einbeziehung Tangers in die spanische .Protektoratszone. — 16. Spanien beantragt beim Völkerbund die Einberufung der Studienkom- prifsion für die Ratsfrage. —' 17. Griechisch-jugoslawischer Vertrag über Saloniki. — Frankreich protestiert gegen die etwaige Rückgabe von Eupen und Malmcdy an Deutschland. — 19. Revolution in Ricaragua. — 22. Sturz des griechischen Dik- tators Pangalos durch Kondyl s. — 2k Spanien fordert Tanger für den Verzicht auf einen ständigen Ratsslh. — Malos und Ruth Fischer aus der kommunistischen Partei ausgeschlossen. — 25. Kongreß der nationalen Minderheiten. — Ricaragua protestiert beim Völkerbund gegen die klnterstühung der Revolution durch Mexiko. — 26. Die Mächte protestieren gegen die Auflegung einer inneren Anleihe in China. — Militärrevolte in Spanien. — 27. Landung amerikanischer Truppen in Ricaragua. — 30. Zweite Tagung der Studicnlommis.ion für die Ratsfrage in Genf. — 31. Bildung einer Heimatschutztruppe im Elsaß. — Einigung über die halbstündigen Ratssihe in Genf, Ablehnung eines ständigen Sitzes für Spanien. September: 1. Luftsahrtkontrollkommission in Berlin abberufen. — China empfiehlt die Abberufung des russischen Botschafters Karachan. — 2. Tagung des Völkerbundsrats in Gent. — 4. Deutschland ein ständiger Ratssitz zugebilligt. — Abessinien zieht seinen Protest gegen das englisch-italienische Abkommen zurück. — 8. Amerika erklärt den mexikanischen Kirchenstreit für eine innere Angelegenheit Mexikos. — Beschießung von Wanhsin am Iangtsekiang durch britische Kreuzer. — Die Ausnahme Deutschlands in den Völkerbund beschlossen. — Bestechungsprozeß gegen den früheren amerikanischen Gencralstaatsanwalt Daugh- terth. — 10. Die deutsche Delegation nimmt in der Völkerbundsversammlung Platz. — 11. Mißglücktes Attentat auf Mussolini in Rom. — 12. Französischer Protest in Rom gegen fran- zosenscindliche Kundgebungen. — 14. Wahlsieg der Liberalen in Kanada. — 15. Annahme deS neuen Reglements für den Völkerbundsrat. — 16. Reuwahlcn zum Völkerbundsrat. — Italienisch- rumänischer Freundschaftsvcrtrag. — 17. Aussprache zwischen Briand und Stresemann in Thoiry. — 18. Jugoslawisch-polnischer Freund- schaflsvertrag. — Spanien gibt seine Tanger- ansprüche auf. — Schwere Orkanschäden in Süd- Florida, die Stadt Miami zerstört, 500 Tote. — 22. Der Landcsabstimmungsausschuh in Hessen stellt 61 999 gültige Unterschriften zum Volksbegehren fest. — 24. China protestiert in Genf gegen die Beschießung von Wanhsin durch britische Kreuzer. — Rücktritt des kanadischen Kabinetts Meighen, — Mackensie King bildet eine liberale Regierung. — 25. Rücktritt des polnischen Kabinetts Barthel, Pilsudski bildet eine neue Regierung. — 23. Russisch-litauischer Freund- schaftsver'rag. — 30. Begegnung zwischen Mussolini und Chamberlain in Livorno. — Abschluß des kontinentalen Eisenkartclls. — Türkisch-chinesischer Freundschaftsvertrag. Oktober 3.: Erster Paneuropakongreh in Wien. — 6.: Rücktritt des preußischen Innenministers Severing. der bisherige Berliner Polizeipräsident Grzesinski wird sein Rachfolger; Rücktritt des Generalobersten von Seeckt, General Heye zu seinem Rachfolger ernannt; Der- gleichsabkommen zwischen Preußen und dem Hause Hohenzollern. — 9.: Deutsch-englische Wlrt- schaftsbesprechung in London. — 12.: Rücktritt des tschechischen Kabinetts Cerny, zwei deutsche Minister treten in das Kabinett Swehla ein. — 15.: Annahme des Vergleichs mit den Hohenzollern im preußischen Landtag; Verhaftung von Anhängern Cornelius Petersens in Rordschles- wig durch die dänische Polizei; Rücktritt des österreichischen Kabinetts Ramek, Prälat Seipel bildet die neue Regierung. — 16.: Sinowjew und Trotzki Führer der Opposition innerhalb der Kommunistischen Partei Rußlands. — 18.: Besuch der Königin Maria von Rumänien in Amerika. — 19.: Eröffnung der britischen Reichskonferenz; Veröffentlichung des Weltwirtschaftsmanisestes; Dr.-Ing. h. c. Dorpmüller zum Generaldirektor der Reichsbahn ernannt. — 23.: Der Reichsbankpräsident nimmt gegen die zunehmende Auslandsverschuldung Stellung; polnische Protestnote gegen den russisch-litauischen Vertrag; das kommunistische Zentralkomitee erteilt den Anhängern der Opposition einen Verweis. — 25.: Stabilisierung der belgischen Währung; schwere üleberschwcmmungsschäden in Florida und Kuba. — 30.: Botschaftsrat Dufour-Feronce zum deutschen Llntergeneralsekretär im Völkerbund ernannt. — 31.: Mißglücktes Attentat auf Mussolini in Bologna, scharfe Angriffe der italienischen Presse auf Frankreich. Rovember 2.: Konferenz der Landes- finmizminister über die provisorische Regelung des Finanzausgleichs; amerikanische Kongreß- Wahlen: Sieg der Demokraten im Senat; — 4.: Der Pressechef der Reichsregierung Dr. Kiep tritt zurück, Geheimrat Zechlin zum Reichspressechef ernannt; Aufdeckung einer katalanischen Verschwörung an der französisch-spanischen Grenze. — 5.: Die italienischen Minister Federzoni und di Scalega treten zurück, Mussolini übernimmt das Innen- und Kolonialministerium. — 6.: Mißtrauensvotum des Memelländischen Landtages gegen den Landespräsident Simonaitis. — 8.: Riederlage der Reichsregierung im Reichstag in der Frage der Erwerbslosensürsorge; Auflösung des dänischen Folketings; zahlreiche Verhaftungen von katalanischen Separatisten in den Pyrenäen; amerikanisch-mexikanischer Rotenwechsel in der Frage der Land- und Petroleumgesetzgebung; republikanischer Wahlsieg in Griechenland; die belgische Regierung beschließt ihre Verordnungen für Eupen-Malmedy in deutscher Sprache heraus- zugeben. — 9.: Einführung der Todesstrafe in Italien. — 10.: Die Kantontruppen besetzen Hukau, die Provinz Kiansi in ihrem Besitz. — 12.: Einigung der Parteien über die Krisenfürsorge; Annahme des niederländisch-belgischen Scheldevertrags in der niederländischen Zweiten Kammer. — 13.: Die Botschasterkonferenz erklärt die Frage des Oberkommandos der Reichswehr als geregelt; türkisch-russische Konferenz in Odessa; kommunistischer Aufstand in Riederländisch-Jn- dien. — 15.: Rücktritt des belgischen Ministers Francqui, des Schöpfers der neuen belgischen Währung. — 16.: Auslösung der ungarischen Rationalversammlung. — 18.: Deutscher Wahlsieg bei den Gemeindewahlen in Ostob erschienen; der kommunistische Ausstand auf Iava niedergeschlagen; Amerika interveniert gegen die Revolutionäre in Ricaragua. — 19.: Vorbereitende Kommission der internationalen Wirtschastskonferenz in Genf; Ablehnung der Friedensvorschläge des englischen Kabinetts durch die Bergarbeiter. — 20.: Die Ausnahmegesehgebung im italienischen Senat angenommen. — 22.: Aufstand in Albanien. — 23.: Wiederherstellung der Wümarer Koalition in Baden, Dr. Köhler zum Staatspräsidenten gewählt. — 24.: Scharfer amerikanischer Protest gegen die mexikanische Pctrolcum- geseygebung. — 25.: Landesdirettor Falk zum Präsidenten des Direktoriums im Memclgebiet ernannt. — 26.: Annahme des Ermächtigungsgesetzes in Danzig. — 27.: Italienisch-albanischer Sicherheitsvertrag, scharfe Kritik in Iugoslavien. 30.: Wiederaufnahme der Arbeit im englischen Kohlenbergbau. Dezember 1.: Chile nimmt die neuen amerikanischen Dermittlungsvorschläge in dem Streit um Tacna-Arica an; d e strittigen Gebietsteile sollen gegen eine Entschädigung Bolivien zugeteilt werden, Arica wird Freihafen. 2.: Rücktritt des memclländischen Präsidenten Falk; Tschangtsolin Oberkommandierender der nord- chinesischen Streitkräfte; Zusammenbruch des albanischen Aufstandes. 3.: Annahme des Schund- litcraturgesetzes im Reichstag; Wahlniederlage des dänischen Ministeriums Stauning. 4.: Deutschenglische Industriebesprechungen. 6.: Der Bolls- entscheid in Hessen ergibt keine Mehrheit für eine Auflösung des Landtags. 7.: Rücktritt des jugoslawischen Kabinetts Usunowitsch. 8.: Kanton ersucht die Mächte um Anerkennung. 10.: Iugo- slawischer Protest gegen Öen ital enisch-albanischen Vertrag; Wahlsieg der ungarischen Regierung; Anschluß Oesterreichs. Ungarns und der Tschechoslowakei an die internationale Rohstahlgesellschaft; die Sozialdemokraten fordern Klärung der innerpolitischen Lage. 11.: Der Friedensnobelpreis für Briand, Stresemann und General Dawes; Verhandlungen in Genf über die Militärkontrolle und das Investigationsprotokoll; die Zurückziehung der Militärkontrollkommission für den 31. Ianuar 1927 beschlossen. 12.: Der amerikanische Haushaltsausschuß billigt die Freigabe deS deutschen Eigentums, England verhandelt mit Kanton über die Anerkennung der nat.onalen Regierung. 13.: Das ArbeilSgcrichrsgeletz im Reichs.ag angenommen; die französ.scheu Truppen verbleiben weiter im Saargebiet. 14.: Rückkehr StrescmannS von Genf; Verhandlungen der Parteien über eine RegierungSerweitcrung; das Kabinett Madsen-Mygdai In Dänemark. 15.: Die Sozialdemokraten fordern Rücktritt der Reichsregierung; Protektoratsvertrag Amerikas mit Panama; Rückkehr der deutschen Gran-Chaco- Expedition; Schulstreik in Westfalen. 16.: Inner- politische Debatte im Reichstag: Scheidemanns ^Enthüllungen". 17.: Sturz der Reichsregierung; Deutschenversolgung in Ostoberschlesien; Umsturz in Litauen: Smetoma zum Staatspräs dcnten gewählt. 19.: Vertagung der Kabinettsbildung ,m Reich bis zum Ianuar; Annahme der Gesetzes- Vorlage über die Rückgabe des beschlagnahmten Eigentums im amerikanischen Repräsentantenhaus; Prozeß Rouzier in Landau (Germersheimer Bluttaten). 20.; Englandfeindliche Propaganda in Hankau; Beendigung des westfälischen Schulstreiks. 21.: Das Schandurteil von Landau: der Angeklagte Rouzier freigesprochen, sechs Deutsche zu schweren Gefängnisstrafen verurteilt. 22.: Der ehemalige Reichskanzler Dr. Luther von seiner Südamerikareise zurückgekchrt. 25.: Die Verurteilten von Landau begnadigt. 27.: Der preußische Landtagsvizcpräs.dcnt Garnich gestorben. 28.: Schwere Riederlage der konservativen Regierung von Ricaragua, Amerika schafft eine neutrale Zone; englisches China-Memorandum an die Mächte. 29.: Der deutsch-italienische Schiedsvertrag unterzeichnet; Ausweisung deutscher Redakteure aus Memel. Turnen, Sport und Spiel. Um die Kreismeister"chaft im Arbeiter-Turn- und Sportbund. Gießen I.—D.f.L. 1913 Bornheim I 2:6 (1:4). £ Das letzte Spiel um die Kreismeisterschaft des 9. Kreises, das für tiefe Spielserie in Gießen zum Aus trag kam, darf wohl als das bedeutungsvollste angesprochen werden. In der Bornheimer Mannschaft hatte Gießen einen Gegner, der über alle Erfordernisse eines zukünftigen Kreismeisters verfügt, und nach dem Schlußpfiff des Schiedsrichters den denkbar besten Eindruck hinterließ. Alles das, .was in der Vorschau über die Mannschaft gesagt wurde,bewahrheitete sich. Vorbildliche Ruhe, unbedingte Disziplin und hohes spielerisches Können aller Mannschaststeile machten das Spiel für die außerordentlich zahlreichen Zuschauer zu einem sportlichen Genuß. Für den Geist, der in der Mannschaft steckt, nur einen Beweis: Rechtsaußen lieh für einen Moment die notwendige Aufmerksamkeit außer acht. Sofort erfolgte vom Mannschaftsführer in ruhigster Weise eine Zurechtweisung, die ohne jegliche Gegenrede hingenommen wurde. Mannschaften, in denen eine derartige Disziplin zu halten möglich ist, müssen unbedingt zu Erfolgen kommen, der Beweis hierfür wurde am Sonntag glänzend erbracht. Die Gießener Mannschaft wurde an dieser Stelle schon mehrfach gewürdigt. Im Spiel am Sonntag kämpfte die Mannschaft einen heroischen Kampf, um möglichst wenig schmerzvoll dem sicheren Verhängnis zu entgehen. Der Mittelläufer, sonst die Seele der Mannschaft, zeigte sich zumeist von einer etwas merkwürdigen Seite. Der Sturm ist nach wie vor das Schmerzenskind, beice Außenstürmer schwache Stellen, das Innentrio zwar gute Drippler, aber schlechte Torschützen. Im großen und ganzen befriedigte die Gießener Mannschaft jedoch durch ihr sehr eifriges Spiel, die Schwächen traten nur deshalb deutlicher hervor, weil der Gegner ein ganz raffiniertes technisches Spiel vorführte. Mit geradezu verblüffender Selbstverständlichkeit stand immer dort, wo der Ball binfam, ein Wann, ballstoppen und kurz toeiter- passen war das Werk eines Augenblicks. Und stets stand auf dem freien Raum ein Bornheimer, der sich dann wunderbar dem Ganzen anpaßte. Wenn das Resultat nicht höher wurde, so war dies ein Hauptverdienst der Gießener Hintermannschaft, die mit sehr viel Glück und Geschick arbeitete. Auf der anderen Seite ließ der Sturm Gießens eine Reihe günstiger Torgelegenheiten nicht ausreifen, die Spieler tarnen immer einen Moment zu spät vom Ball los. Aber was die Hauptsache war: das ganze Spiel wurde ohne Schärfe durchgesührt, es war sehr flott und lebhaft, und ebenso fair. Der Anstoß Bornheims gelangte sofort bis vor das Gießener Tor, wo der Tormann rettete. Sehr schnell zeigte sich ein etechnilche Ueöerlegen- heit Bornheims, die sich in einer Reihe gefährlicher Angriffe ausdrückte. In der 7. Minute hielt ein Verteidiger einen Schuß aus kurzer Entfernung auf dec Torraumlinie stehend mit den Händen, der dafür gegebene Elfmeter wurde von Bornheim unhaltbar zum Führungstor verwandelt. Gießen konnte nun das Spiel offenhalten, aber die zu stark an der Verteidigung klebende Läuferreihe unterstützte ihren Sturm zu wenig. Trotzdem erzwang Gießen unmittelbar hintereinander drei Ecken. Eine schwache Abwehr des Gießener Tormanns verwandelte ein blitzschnell nachsetzender Bornheimer zum zweiten Tor. In rasendem Tempo ginge weiter. Bereits eine Minute später schoß der Gießener Mittelstürmer ein sehr schönes Tor. Bornheim zeigte nunmehr ein energischeres Spiel, um den Vorsprung zu vergrößern, mit dem Erfolg, daß nach weiteren fünf Minuten Nummer 3 im Netz klirrte, Gießens Mittelläufer und Mittelstürmer tauschten nunmehr die Plätze, dies rettete die Situation aber auch nicht, denn in der 34. Minute schoß Bornheim sein viertes Tor. Bis zur Pause kam Gießen kaum noch über die Mittellinie hinaus. Die drei Schlußleute Gießens zeigten bei ihrer Abwehr recht gute Leistungen. Nach dem Seitenwechsel erschien Gießen wieder in alter Ausstellung und mußte in der Hauptsache auf Abwehr spielen. Bornheim zeigte sich in Hochform und hierbei gerade zu blendender Kombina- tionsarbeit. Nach 1.5 Minuten wurde das Resultat auf 5:1 erhöht. Einige Ecken folgten, die ins Feld zurückbefördert wurden. Bei einem Angriff der Gießener verschuldete Domheim einen Elfmeter, und Gießen schoß sein zweites Tor. Mit erstaunlicher Selbstoerständlichleit lag Bornheim sofort nach dem Anstoß vor dem Gießener Tor, erzwang eine Ecke, ein ganz kurzes Spiel von Mann zu Mann und das 6. Tor war vollendet. Wenige Minuten darauf beendigte der Schlußpfiff des sehr korrekt und peinlich genau amtierenden Schiedsrichters ein Spiel, daß seine Zuschauermengen von Anfang bis Ende in Spannung hielt, und in dem der Bessere verdienter Sieger blieb. Friedberg — Wiesbaden 1:4 (0:4). Mit diesem unerwartet hohen Sieg sicherte sich Wiesbaden Öen zweiten Platz in der Tabelle, allerdings mit 4 Punkten Unterschied hinter Bv'.nheim. Der Ausgang sollte für Friedberg eine Lehre sein. Fast während der ganzen Spielzeit wurde Wiesbaden eingeschnürt, hieran beteiligte sich die Hintermanni^ast Friedbergs ebenfalls. Wiesbaden stellte sich auf Verteidigung und schnelle Durchbrüche ein. Diese Taktck brachte der Mannschaft bis zur Halbzeit 4 Torerfolge. Als Friedberg seinen Fehler verbesserte, war es zu spät. Trotz weiteren überlegenen Spiels konnte die Mannschaft bis zum Schluß mir ein Tor ausholen. Dem Tormann Wiesbadens, der der beste Wann der Mannschaft ist, fällt daS Hauptverdienst am Sieg zu. Hanau — Mörfelden 3:2. > Der Verlaus dieses Spieles zeigte, daß Hannau als Reuling in der Arbeitersvortbewe- gung sich schwer an die dort herrschenden Formen gewöhnen kann. Für die Mannschaft gidtS nur einS: Sieg. Wie dieser zustande kommt, ist dabei einerlei. Dis kurz vor Schluß führte Mörfelden 2:1. verhielt sich dann aber völlig passiv. alS Hanau immer rücksichtsloser angriff und das Hanauer Publikum immer unangenehmer wurde. Wenige Minuten vor Schluß lieh Mörfelden, als es Hanau einen billigen Sieg hatte zukommen lassen, diese aber immer noch nicht manierlicher wurden, daö Spiel abbrechen. Freie Turnerschaft Dietzen £ Vor dem Kreismeisterschastsspiel am Sonntag standen sich die Iugendmannschasten Gießens und Bornheims gegenüber. Das Spiel war eine würdige Einleitung des Haupttreffens, wenn auch hier die Gießener Iugend eine empfindliche Riederlage einstecken mußte. Bornheim stellte auch hier die reifere Mannschaft mit einem verständnisvolleren Zusammensp.el, obwohl die Mannschaft nur mit zehn Mann antrat. 6:1 für Bornheim lautete das Ergebnis beim Schlußpfiff des recht entscheidungssicheren Schiedsrichters. Am 1. Januar weilte Gießen mit drei Mannschaften in Butzbach zum Rückspiel. Mußte die etjte Mannschaft Butzbachs in Gießen noch eine 3:0- Ntederlage einstecken, so tonnte sie diesmal der Gießener Ib-Mannschast die Wage halten und nach gleichwertigem Spiel ein 2:2-Resultat buchen. Die zweiten Mannschaften lieferten sich gleichfalls ein unentschiedenes Tressen, das im gleichen 2:2-Torverhältnis ausklang. Auch hier waren die Leistungen gleichwertig. Der einzige Sieger war die Gießener 3 u • gendmannschaft, die gegen Butzbachs Jugend nach technisch vollendetem Spiel in gleichen Abständen vier Tore erzielte. Die Anstrengungen der Butzbacher blieben erfolglos. Wetzlarer Futzball. Dillenburg — 3- Dehlor 4:3. tz. Der Wetzlarer F. C. 05 beachte es am Sonntag fertig, gegen Öen Tabellenletzten zu verlieren. Rach ausgeglichenem Spiel in der ersten Halbzeit hatte Wetzlar mit besserem Stürmerspiel die Führung mit 0:2 an sich gerissen, erhöhte diese gleich nach dem Wechsel sogar auf 0:3, und war dann in keiner Beziehung mehr wiederzuerkennen. Vollständiger Zusammenbruch bei Wetzlar, stürmisches Drangen auf Ausgleich bei Öen Dillenburgern belohnte der letzteren Mühe sogar mit einem verdienten Sieg, wenn dieser auch mit Eigentor und Elfmeter zustande kam. Gut war der Gießener Schiedsrichter Grünewald, dem leider daS Publikum durch skandalöses Benehmen das Amt recht schwer machte. D. C. Wetzlar — Ockershausen 3:2. B. C. Wetzlar schlug am Sonntag einen der besten Vereine des Lahnkreises. Die Ockers- Hauser waren unter Umständen noch Anwärter auf den Meistertitel. Ieht ist diese Möglichkeit in etwas weitere Feme gerückt, und B C. steigt in der Tabelle über zwei Vorderleute hinweg. Gladenbach — 5. 6. Niedergirmes 5:1. Auch der dritte Wetzlarer Vertreter konnte in Gladenbach keine Lorbeeren ernten. Die Riedergirmeser befinden sich immer mehr auf der absteigenden Linie. QIm Sonntag hielten sie sich nur bis Halbzeit gut. Bei dieser lag Gladenbach nur mit 1:0 in Führung. Girmes gelang sogar der Ausgleich nach dem Seitenwechsel. Dann kamen jedoch die Platzbesiher mit ihrer größeren Wucht mehr und mehr auf. und die überlastete Hintermannschaft der Wetzlarer Dorstädter mußte sich noch viermal geschlagen bekennen. (Niedergirmes ruckt damit an die zweitletzte Stelle der Tabelle. Handball. G'chen 1900 I. — $. L. 05 Polizei wehlac II. 10:1 (4:1). ö. Wer nach dem Debüt der 1900er Handballer vor einigen Wochen trotz des damals für die Wetzlarer Iungmannscha't lautenden S>iel- ergeönissrs von 10:1 noch Hoffnungen auf die Gießener Mannschaft gesetzt hatte, ist darin nicht betrogen worden. Daß sie aber an Sonntag gerade den S-ieß umdrehe und ihrerseits der gewiß nicht schlechten F.-C -Zweiten auf eigenem Platz mit 10:1 das Dach sehen gäbe, hatte wohl niemand gedacht. — Der Spielverlauf sei kurz damit gekennzeichnet, daß die 1900er von vornherein den Ton angaben und gegen Schluß hin schließlich das Heft ganz in die Hand nahmen. Die Wetzlarer stellten zwar eine ausgeglichene, äußerst stabile, sich meist aus Leuten der Schutz- Polizei relrutierende Elf, ließen aber ©djrc'lirjlct und axaltes Zusammen s. iel vermissen. Allerdings waren die Gießener Declungsleute derart gut auf dem Posten, daß fast alle gegnerischen Angriffe im Keim erstickt wurden. Die Verteidigung spielte recht sicher, und der eigentlich noch zu junge Mittelläufer war der Eifer selbst. Der Sturm war der unbedingt beste Mannscha'tsteil, auch wies die Fünferreihe die besten Einzeispieler auf. Es wurde viel und erfolgreich geworfen. Halblinks brachte 5, Linksaußen 3 Tore, und die beiden Alteure vom rechten Flügel je 1 Tor auf ihr Konto. Auffallend schwache Punkte wies die Mannschaft kaum auf, womit jedoch nicht gesagt sein soll, daß nicht noch manches zu bessern ist. Aber schon die Tatsache, daß die Mannschaft keinen Augenblick locker ließ, sondern bis zum Schluß zielbewußt weiterarbeitete — wie wäre sonst ein 10:l-Sieg zustande gekommen — läßt die 1900er als ernstlichen Gegner erscheinen. Wirtschaft. 0 D i e Konkurse im Jahre 1 9 2 6. Trotz der langsamen Abnahme im ersten und der stärkeren Abnahme im zweiten Halbjahr geht die Gesamtzahl der neu verhängten Konkurse im ganzen Jahre 1926 noch über die hohe Ziffer von 1?25 hinaus, da in der ersten Hälfte des letzteren Lahres relativ niedrige Zahlen zum Vergleich standen. Cs wurden nach einer Zusammenstellung der Finanzzeitschrift „Die Dank" im Lahre 1926 12 394 Konkurse eröffnet, gegen 11 184 im Lahre 1925 und 5929 im Jahre 1924. Ebenso weist die Zahl der neuen Geschäftsaufsichten eine Steigerung auf, und zwar von 5903 im Lahre 1925 auf 7929 im Lahre 1926. 3m Monat Dezember K26 wurden insgesamt 452 Konkurse neu verhängt. Die Zahl der Ge'chäslSaufsichten im Dezember beläuft sich auf 120 (im Rovernber 463 Konkurse und 130 GeschSftsaufsichten). " Ermäßigung der Superphosphalp r e i s e. Wie der DHD. erfährt, sind die .Superphosphatpreise bei Beginn des neuen Lahres bedeutend herabgesetzt worden. Der Super- t Phosphatpreis stellt sich im Lanuar auf 36 Pf. und ab 1. Februar auf 37 Pf. je Kiloprozent 1 wasser! suche Pbosphorsäure. Das bedeutet eine erhebliche Ermäßigung der Preise gegenüber ' denen im letzten Frühjahr, die um 7 Pf. bzw. 19,4 Prozent höher waren. Die Lieferungsbedingungen haben keine Aenderung erfahren. v Vereinigte Stahlwerke A. G. Vor einigen Tagen ist zwischen der rumänischen (Regierung und dem Beauftragten des Otto Wolf- Konzerns, Dr. Kind, als weiteren Vertreter der Vereinigten Stahlwerke ein Vertrag unterschrieben worden, wodurch (Rumänien bei den Vereinigten Stahlwerken Eisenbahnmaterial im Wert von 40 Millionen Dm. aus Reparationskonto bestellt. Es handelt sich dabei um Eisenbahnschienen, Werkzeuge, Eisenbahnmaterial usw. Die Lieferung wird in der allernächsten Zeit beginnen. ° Schiffsbestellungen der Hapag. Die Schiffsbestellungen, über welche die Hapag mit der Bremer Vulkan und der Flensburger Schiffsbau-Gesellschaft verhandelt, sind nunmehr nach dem „Hamburger Fremdenblatt" abgeschlossen. Die Bremer Vulkan-Werst erhielt den Aus- Irag auf ein Motorschiff von 9000 Tonnen, die Flensburger Werft auf einen Turbinendampfer von 9500 Tonnen. • Zunahme der Konkurse in Belgien im Lahre 1 926. Wie dem DHD. aus Brüssel gemeldet wird, find in der Zeit vom 1. Lan. 1926 bis zum 25. Dez. 1926 insgesamt 645 belgische Firmen in Konkurs geraten. 3m Lahre 1925 belief sich die Zahl der Konkurse in Belgien auf 506. * Frankreichs Kohlenbezüge aus Deutschland irn 3ahre 1 9 2 6. Während der ersten elf Monate des vergangenen Lahres wurden nach Frankreich 6 837 000 Tonnen Kohle gegenüber 5 038 000 Tonnen im gleichen Zeitraum des Lahres 1925 aus Deutschland eingesührt. Die Einfuhr von Koks belief sich aus 4 056 020 Tonnen gegenüber 3 825 000 Tonnen und die Einfuhr von Briketts aus 472 600 Tonnen gegenüber 356 000 Tonnen. Durch den Einfuhrüberschuß an deutscher Kohle gegenüber dem Lahre 1925 konnte Frankreich teilweise den Lmportaussall an englischer Kohle decken, die Einfuhr englischer Kohle verringerte sich gegenüber 1925 in den ersten elf Monaten des letzten Lahres von 9 823 000 Tonnen auf 4 089 000 Tonnen. Berliner Börse. Berlin, 4. Lan. An den Aktienmärkten gelangten heute seitens der Spekulation erhebliche Engagements zur Lösung, was zu starken Kursabschwächungen führte. Während der ersten Stunde war die Tendenz ausgesprochen matt. Die durchschnittlichen Verluste stellten sich bei B a n k- a t t i e n, S ch i s f a h r t s -. Bau-, Z e l l st o s s Sprit-. Metall-, und Maschincnaktien auf 3 bis 5 Prozent. Am Markt der Elektro- und Montanwerte sowie in L.G. Farben traten jedoch erheblich schärfere Rückgänge ein, die mehrfach 8 biß 9 Prozent betrugen. Der Anlaß für die überstürzten Abgaben waren Geld- sorgen, insbesondere die Meldung, daß die Berliner Hanbelsgesellfchast zum Medio ihre Reportgelder aus 25 Prozent cinfcbranfen wolle und mit der Möglichkeit ähnlicher Maßnahmen seitens der übrigen Banken zu rechnen sei. Diese erklärten zwar, daß bis jetzt noch keine Entscheidung über die Frage der bei der Medio- Liquidation zu gewährenden Summen getroffen worden sei, doch nahm die Spekulation das wiederauftauchende Problem der Reportgeld- Kompensierung zum Anlaß, sich an den Termin- markten zu enilaften. Auch der schwache Verlauf der Frankfurter Abenbbörfe verstimmte. Die Version, wonach ein Teil der Verkäufe nicht ganz freiwillig erfolgt sei, läßt sich schwer nachprüsen. Der Kurssturz kam nach der ersten Stunde, als sich eine ruhigere Auffassung durchsetzen konnte, zum Stlllstand. Am Geldmarkt erfuhren die Sätze eine weitere Ermäßigung. Der Satz für Tagesgeld ging zurück, auch Monatsgeld war mit 7 bis 8 Prozent billiger. Lm Devisen- verkehr tagen Oslo, London und Madrid fest. London-Kabel 4,8545 Die Reichsmark notierte unverändert 4,2050. Börsenkurse. ftranffart a.M. Berlin Tittx-n: 3. t. | 4. I '>.8225 0.81 0,8 100 16,75 16.1 181) 116,5 164.5 151,5 156.25 173 I 173,75 149 | 146,75 1172,75 176 ! 171.12 154,75 152,5 H6 164 132 | 59,5 42,5 IW Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M Telegraphische Auszahlung. 121 88 240 115,5 198 181 117 85 381 145.9 324.5 138 165.5 163,62 164.25 164,25 172 238 184.5 184,62 198.13 162.5 16.25 42 5 169.9 269 119 90 8.75 172.5 5ctiiut)»>tiniang ftUMTVir-, 178.25 178 189,5 158 164.75 81 75 •208 114 124 123.5 249 5 145 183 U 820 U P 0,805 0 95 11.54 184 120 208 5 116 122 165,75 202,5 116 87,75 151.6 76 324.75 175,6 107,6 177,5 179,25 190 153 77 330 >72.25 110,5 168.9 165,25 228 •269 194.75 185.5 179,25 184 185 170 I 164 208,5 ! 203,62 öchlu .1 I.Ubr Kurs । Kur» 172.75; 166.75 170.75 | 163,6 169,9 , 176 246.25 < 122.5 150, 14 193.5 . 126! 76.75 । 126 71 5 4.5 178 247 123,75 150,6 0.83 0,8225 li 82 0 92 6.53 0 8175 0.18 0 78 U 78 Si 220 262 191,13 183 184.9 185 198,25 16» 169 84 214.9 151 5 <8.5 111 5 | 2-9 > 209 5 188 ui! 156.5 83,25 214,9 151,4 126.9 14 > 253,75 207 75 186,5 227,5 267,5 195 184.5 179 25 183.9 183.9 9.15 175 184.75 119,75 I »52 173 1168,15 10,8225 i 0.81 | 0.81 । 0,03 6% Tcutf^c ReichSanlekbe . 4n/> Tonische 9kitb'Va::teine . 3'/,»/« Lettisch. Stcid);auleiera' an ...... Rl-einikchc Braunkohlen . . . 9Ihri!istar.l........... Niebcck Montan ....... TelliiS Bergbau........ Bereinigte Siahlw rke. . . Hamburg 9lnieri!a Paket. . . viorbbrutftber Lloyo..... Cheramischc Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Phtlivv Holzmann...... Anglo Cont Guano..... Chemische Mayer Alaptn. . . '•»oldschmidt.......... Holzvcr oblung u G Mareen-Industrie. . . Ri'ilgerswcrkc. ....... Schcid.anstatt ...... Sltln. ElektriziiätS-Gesellschaft Bergmann El Nr. Lieferungen ..... Licht und Krall Matnkrastwcrke . Schuckert........ . •. Siemens A Halske Adlcrwerke .Meyer ...... Daimler Molaren. ...... Hehligenstacdt..... . .. Meguin............. Mannheimer Motoren . . . . frankfurter Armaiuren Konservenfabrik Braun . . Mctallgesell'chalt Frankfurt. Bet Union R.<3.. Schub'abrik Herz Sichel Zellstoss Aschaffenburg. . . . Zellstoii Waldhof ..... Zuckermbrik ckrankcnthal . . Zuckcriabrik Wagheiulel - . . H6 137 5 208.5 | 204.75 275,6 22) 261 19 i >81 176 178 1811.5 8.95 173.5 178.5 116.25 3. Jan. 4. Jan- LlniNtchc Geld Jlott rund Brief Amtliche Notierung Geld Brief Anist.- Di ol t 168.08 168,60 167,69 168,61 PUrcfc 1,733 1.737 1,132 1,736 Brss-'AnNv 68,12 68.56 58,44 58,58 Gtjrii'tiama. 106,81 107,(3 107,17 107,41 flopciif)nq?n 112,06 112,34 112,1U 112,38 Stockholm . 112,18 112.46 112,22 112,50 HelsinaforS. Italien. . . London. . . 10,552 18,18 10.592 18.82 10,56 18, X6 10,383 10,60 18.9t» 20,378 20.431 20,438 VZ7,ll Druilch Ocsicrr.zioo Kronen 69.10 69.10 Dittniänilche '.T?oicn...... 2.18 2.22 Schwedische Noten..... 111,82 >18.38 Schwerer 'Ji'öten..... . 81,08 61,4t Evanisch.- Vloten ....... 64.18 64.44 Tschechoslowakische Nolcn . . 12.39 '2.45 Ungarische *J«otcn . . . . 73,22 73.58 Zrankfurtcr ^6rfe. Frankfurt, 4. Jan. Tendenz flau, Kriegsanleihe fest. — An der Effektenbörse folgte den bisherigen unentwegten Aufwärtsbewegungen' heute plöglich ein kräftiger Umschwung. Der Markt eröffnete in ausgesprochen flauer Tendenz. Der Anlaß hierzu waren in erster Linie Sorgen über die tünftigen Geldverhältnisfe, da infolge der allgemeinen Besserung der Wirtschaftslage ein vermehrter Industriebedarf su erwarten ist und deshalb von der Berliner Handelsgesellschaft und Discanto-Eejellschaft eine Einschränkung der Reportgeld- Ausleihungen oorgenommen bzw. angekündigt wurde. Die übrigen Großbanken wollen in diesem Sinne später folgen. Don Montanwerten waren scharf gedrückt: Deutsch-Lux minus 7,5, Harpener minus 7,5, Ilse minus 14, Oberbedarf minus 6,5, Rheinftahl minus 8,25 Proz. 21m Bankaktienrnarkt hatten Commerzbank (minus 7 Pro§.) und Darmstädter (minus 5 Proz.) die stärksten Einbußen zu verzeichnen. Die übrigen Werte dieser Gruppe lagen bis zu 21 Proz. schwächer. Schiffahrtsaktien verloren 5 Prozent. Elektroaktien gleichfalls stärker abgeschwächt. Don Chemiewerten gaben I. G. Farben auf stärkeres Angebot 5,25 Proz. nach. Don den oariab. len Werten büßten Zell ft off-, Zucker- und A u t o a k t i e n bis zu 6 Proz. ein. Maschinenaktien bis 3 Proz. schwächer. Eine bessere Haltung zeigten heimische Anleihen, vor allem Kriegsanleihe, die mit 0,8221 eröffneten und im Verlaufe stark anzogen, gegen 1.15 Uhr mittags stellt sich der Kurs bereits auf 0,8601. Don ausländischen Renten waren Zolltürken behauptet. dagegen Anatolier nachgebend. I. Anatolier 20,25. Am Geldmarkt ist die Lage bedeutend leichter geworden. Tagesgeld stellte sich auf 6 Proz. nach 61 Proz. Monatsgeld für erste Adressen 61 Proz. Bries, für zweite Adressen 71 bis 8 Proz. Im Devisenoerkehr liegt Oslo sehr fest. Die Reichsmark stellte sich gegen London auf 20 4137 schwächer, gegen Kabcl auf 4,205 unverändert. Der weitere Verlauf war ruhig. An den Effektenmärkten kamen die Abschwächungen zum Stillstand. Anleihen blieben weiter fest, Kriegsanleihe anziehend. Frankfurter ®efreilu\ . ^fe. Frankfurt a.M , 4. Januar. Es wurden notiert: Wetterauer Weizen 29.25 bis 29,50; inL (Roggen 24 50, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 26,50, inl. Hafer, 19 50 bis 20, Mais (gelb) 19 bis 19,50, inl. Wnzenrnehl, Spezial 0 41 bis 41,50. Roggenmehl 35 bis 38,50. W?i-,en- und (Roggenfki? 11,75 bis 12 Mark. Tendenz: ruhig. Frar.^furLcr Pfer-cmarkt. WSR. Frankfurt a. M., 3. Lan. Auftrieb: Heber 600 Stück. Bei etwas angezogenen Preisen für junge Arbeitspferde besserer Qualität ist der Handel und Hrnsah im Durchschnitt mit „mittel" zu bezeichnen. Kauflust war unter den Interessenten wohl sestzustellen, aber die Geldknappheit legte manchem Landwirt Zurückhaltung auf. Lebhafter war die Rachfrage nach Schlachtpserden. Lupuspferde werden der Zeit entsprechend nur vereinzelt gehandelt, und demgemäß lassen sich für diese Gattung feine Durchschnittspreise angeben. Lm übrigen wurden bei den anderen Pferdefchlagen annähernd die gleichen Preise wie beim Dezembermarkt notiert. — "Nächster Pscrdemarkt: 7. Februar 1927. Berliner , dnkkenbörse. Berlin. 3. Lan. Der erste Verkehr im neuen Lahre bewegte sich für Brotgetreide in durchaus rufigen Bahnen. Das Inlandsangebot war nicht größer als bisher, aber auch die Käufer zeigten zunächst keine befriedigende Unternehmungslust. Die Weizenkurse vom letzten Freitag konnten sich heute im hiesigen Zeitgeschäft nicht behaupten, da bei größter Kausün'ust manches Angebot am Marit? 6 ieb. Die ersten Kurse waren 1,50 Mark niedriger. Lm Gegensatz dazu wurde im handelsrechtlichen Liesernngsverkehr der Roggen mehr beachtet und für Juli 1,50 Mark, für Mai 0,75 Mark höher bezahlt. Gerste und Hafer werden groß angeboten. Mehl und Hilfsfutterstoffe ohne Beachtung und in den (Notierungen wenig verändert. Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen, märkischer, 264 bis 267; Roggen 233 bis 238; Sommergerste 217 bis 245; Wintergerste 192 bis 205; Hafer, märkischer 177 bis 187; Mais, loco Berlin 189 bis 191; (100 Kilogramm): Weizenmehl 34,75 bis 37,75; Roggenmehl 32,75 bis 34,50; Weizen!leie 13,25 bis 13,50; (Roggentleie 12 bis 12,25; Diktoriaerbsen 51 bis 61; kleine Speiseerbien 31 bis 33; Futtererbsen 21 bis 24; Peluschken 20 bis 22; Ackerbohnen 21 bis 22; Wicken 22 bis 24; Lupinen, blau, 13,50 bis 14,50; Lupinen, gelb, 14,50 bis 15; Serradelle, neu, 22,50 bis 25; Rapskuchen 16.40 bis 16,50; Leinluchen 20,30 bis 21.20; Trockenschnihel 9,90 bis 10,10; Soyaschrot 19,10 bis 19,80; Kartofselflocken 29 bis 29.40 Mar:. Vermischtes. 88 000 Studenten in Deutschland. An den wissenschaftlichen Hochschulen im Reich waren im Sommer 1925 insgesamt 88 069 Studierende eingetragen, davon an Universitäten 59 563. den Hochschulen für Technik 20 300, für Handel 3517, Landwirtschaft 2119, Bergakademien 1117, an den philosophisch -theologischen Hochschulen 785, den tierärztlichen 335. forstlichen 283. der medizinischen Akademie Düsseldorf 50. Reichsaus lä n b c r befanden sich darunter 7924 oder 9 Prozent, Frauen 7551. darunter an Universitäten allein 6773. den gesamten technischen Hochschulen 398, für Handel 334, Landwirtschaft 33 usw. Don den Vätern her Studierenden waren Beamte 40 Proz., im Gewerbe 38, in freien Beruf 8,5, Landwirt 7.1, Arbeiter 1,2 Proz. An den Universitäten studierten Rechtswissenschaften 11 936. Volkswirtschaftslehre 8897, Medizin 7708, Rechts- und Staatswissen- schäften 1163. Chemie 693. Mathematik und Raturwisscnschastkn 2446. Landwirtschaft 2165. Pädagogik 1935, Deutsch 1931. evangelische Theologie 1811. katholische 1704. Pharmazie 1505, Geschichte 1273. An den technischen Hochschulen studierten Maschinenbau 6-03, Elektrotechnik 4167, Chemie 2415. Architektur 1315. Eine neue Lahnbrücke. Zwischen Oberlahnstein und R i e d erlab n st ci n ist dieser Tage eine neue Lahnbrücke fertigqestellt und dem (Berte1;r übergeben worden. Di? se erliche Einweihung dürfte voraussichtlich Milte Lanuar erfolgen. Die neue Drücke, die an die Stelle her alten baufälligen Eifenbrücke getreten ist, wurde im 3uni d. Ls. in Angriff genommen und in der kurzen Z'it von sechs Monaten sertiggestelll. Sie führt in einem einzigen (Bogen über die Lahn und ist ganz aus Eisenbeton hergestellt. Die etwa 90 Meter lange Fahrbahn ist so gestaltet worden, daß sie in die projeltierte gro?,c Derkehrsstratze Wiesbaden— Koblenz cinrangiert werden kann. Die bci.'en Drücket enden Herden oe enwärtig mit den Wappen der beiden Schwestersläde Ober- und Riederlahnstein gcschmück!; jerrer sollen noch die Patrone der beiden Städte St. Martinus und St. Johannes angebracht werden. Hm die Verdienste des emsig sür hi? Modernisierung der 16 000 Einwohner zählenden Lahnmündestähte lä- i tagen Bürgermeisters Dr. Weder anzuerkennen. soll die Brücke „Alfred Weber- Brücke" benannt werden. von Wildschweinen angegriffen. Don Wildschweinen angegtihcii wurden dir Treiber bei einer Jagd in dec ööterner Gemar hing bei Oberstein. Die meisten Treiber et- kletterten die Bäume, während leider ein Treiber geworfen und aufs schwerste verleyt worden ist. Schloß Eisenburg in Jlammen. „3 m Schloß Eisenourg bei Memmingen (Württemberg) brach am Silvesterabend ein großer Brand aus. Kurz nach 8 Hhr abends stand der ganze Dachstuhl in Flammen. Die (Rettungsarbeiten waren durch Wassermangel sehr erschwert. In dem Schloß, dessen Dachstuhl und oberste Stockwerke ausbrannten, wurden reiche Kunst- und kun st gewerbliche Schätze vernichtet oder stark beschädigt. Der Gesamt- schaden ist erheblich. Das Feuer soll durch einen schadhaften Kamin entstanden sein. Eine Familientragcdie in der Sllveskernacht. 3n Hamburg erschlug in der Silvesternacht der Seemaschinist von K o 1 n i d i. wahrscheinlich im Verlaufe eines Streites, feine Frau mit einem Briefbeschwerer. Er I.ilete dann von der Küche her einen Schlauch von der Gasvorrich- tung nach dem Schlafzimmer seiner beiden Kinder und ließ das Gas ausströmen. Als er seine Familie tot wußte, schrieb er noch Briefe und traf tehtwillige Verfügungen. Dann jagte er sich s e l b st eine Kugel durch den Kopf. Das Motiv der furchtbaren Tat war Eifersucht. Aus Unvorsichtigkeit feine Braut erschossen. 3n der Reujahrsnacht hat sich in Vlai - bach im Allgäu ein erschütternder Vorfall abgespielt. Der Händler Schönberger spielte mit einem Revolver und legte dabei auf sich und seine (Braut an. Plötzlich entlud sich die Waffe und die Braut brach schwerverletzt zusammen. Sie verstarb nach toe- nigen Minuten. Schönberger wurde ins Gefängnis eingeliefert. Neues Unglück an der Garzer Oderbrücke. SilvesternachmiUag sollte der noch erhaltene Brückenbogen der seinerzeit e.ngestürzten Garzer Oderbrücke entfernt werden. Hierbei brachen die au^ Oderkähnen ruhenden © e t ü ft e, die den Brückenbogen aufnehmen sollten, plötzlich unter großem Getöse zusammen. Die Arbeiter, deren sich eine Panck bemächtigte, sprangen zum Teil ins Wasser. Cs ist jedoch niemand ums Leben g efommen. Der Brückenbogen fache nach dem Zusammenbruch der Gerüste wieder auf die alten Drückenlager, die die Last aushielten obgleich sie als unsicher beanstandet waren. Die Freimachung des Schif.ahrlsweges Stettin—Berlin dürste dadurch eine beträchtliche Verzögerung erfahren, da die notwendigen Sprengarbeiten erst nach Entfernung des Brückenbogens, der der Stadt Garz erhalten bleiben soll, durchgeführi werden können. Starke ftälte in Spanien. 3n ganz Spanien herrscht starke Äälte. Mn- aufhörlich fällt Schnee, sogar in Malaga. Fünf Züge sollen durch den Schnee, der stellenweise drei Meter hoch liegt, blockiert fein. Ln Madrid find 6 Personen der Kälte zum Opfer gefallen. Das V oct ter auf Se? hat vier Dampf r zum Sinken iu.it. Der ungerichtete Schaden wird auf to.n.v, .ns 250 Millionen Pesetas g-- schätzt. Großseuer in Amsterdam. In einem Hauic, in dem sich ein Cas6 sowie ein Tanzinstitut befindet, entstand durch Umfallen eines Weihnachtsbaumes im obersten Stockwerk ein Brand, der sich schnell aus die unteren Stockwerke ausdehnte. Infolge der entstehenden Panik und der starken Rauchentwicklung wurden verschiedene Personen ohnmächtig, konnten jedoc^ von Feuerwehrleuten gerettet werden Etwa 10 Vertonen erlitten (Verletzungen, darunter zwei schwere Brandwunden. Der Schaden ist erbebliu; <. .u' s anze Familie ermordet. In B l a n d s ch i u s (Litauen) haben unbekannte Töter eine aus sechs Personen bestehende Familie ermordet. Die Räuber waren spät abends in die Wohnung der Familie eingedrungen und hatten die beiden Eheleute, den 72 Jahre alten Landwirt Schimolornis und dessen Ehesrau, mit einem Jagdgewehr erschossen. Den vier Kindern des Ehepaares wurden die Kehlen durchschnitten. Rach der Tat setzten die Mörder das Wohnhaus in Brand und flüchteten. Herbeieilende Nachbarn konnten nur noch die Leichen der Familie bergen. von einer stürzenden Blauer erschlagen. In Melilla stürzte eine Mauer, von den heftigen und anhaltenden Regengüssen der letzten Tage unter- höhlt, zusammen. A ch t Personen wurden von den Steinmassen «rzchlagen. Der Flug ..Rund um Amerika-. Bier Flugzeuge eines fünfgliedrigen Armeege- fchwaders der "Bereinigten Staaten, da- den 20 000 Meilen-Flug „Rund um Amer h" unternommen hat, find aus Tampico, wo sie feil hem 23. Dezember aufgebalten waren, in "Veracruz eingetreffen. Das fünfte Flugzeug ist bereits vor einer "Drehe angekommen. Voraussichtlich werden alle fünf Flugzeuge gemeinsam die Weiterreise antreten. Nundsunk-Programm des Frankfurter Senders. (Aus der .Radiv-Hmschau''.) Mittwoch. 5. Januar: 3.30 bis 4 Uhr: Die Stunde der Jugend. 4.30 bis 5.45 Uhr: Konzert des Hausorchesters: Neue Tanzmusik. 5.45 bis 6.05 Uhr: Die Bücherstunde. 6.15 bis 6.45 Uhr: Uebertragung von Kassel. 6.45 bis 7.15 Uhr: „Die Krankenversicherung der Angestellten11, Vortrag von Krankenkassengeschäftsführer Hoffmann. 7.15 bis 7.45 Uhr: Die Schachstunde. 7.45 bis 8.15 Uhr: Senckenbergviertelstunde „Tagesfragen und Beantwortung von Briefen'1, Vortrag von Prof. Dr. Drevermann. 8.15 Uhr: Sinfonie-Konzert.