Montag, 5. Oktober (927 177. Jahrgang Nr. 231 Erst« Blatt Des Reichspräsidenten 80. Geburtstag -itz 2 seine Hindenburgs Ehrentag Der 2. Oktober bei minatlorwn, so an einem Pünktlich xur festgesetzten Zeit betrat der Reichspräsident im schwarzen, mit dem bahn. Herr 2 L> £ er l < i D z e 2 c bomer Platz. wo aus Bild des Reiche Präsidenten angebracht ist, heben das Herr Reichspräsident im schwarzen, mit dem Blücher kreuz geschmückten Gehrock, begleitet von seinem Staatssekretär Dr. M e i h n e r und scincm Sohne und Adjutanten Major von Hinden - bürg, den Saal. Dor der Mitte der zur Beglückwünschung erschienenen Herren richtete der Am Vorabend. Riesiger Aremdenzustrom in der Rcichshanptstadt Reichskanzler die folgende Ansprache an den Herrn Reichspräsidenten: „3 habe die hohe Ehre, Ihnen, Herr Reichspräsident, an dem Tage, an dem sich die heißen Wünsche unseres ganzen Do'.koS Ihnen zuwenden, die aus tiefster Empfindung kommenden Glückwünsche der Reichsregierung darzubringen. Dor allem fühlen wir unS in dieser Stunde durchdrungen von innigster Dankbarkeit gegen die göttliche Dorsehung, die Ihnen am Abend eineß an Taten und Blühen überreichen Lebens die Dollkraft des Geistes und Körpers schenkt, um des höchsten Amtes im Deutschen Deiche zu walten. Sodann über ist es für unS Herzenslache, Ihnen selbst, hochverehrter Herr Reichspräsidrn, aufrichtigsten Dank dafür auszusprechen, daß Sie die Ihnen von der Dorsehung verliehenen hohen Gaben rückhaltlos dem Dienst des Daterbrndes geweiht haben. Das Doll in Waffen, an dessen Spitze Sie — von berechttgrem und begeistertem Bertrauen getragen — jahrelang den deutschen Gauen in überlegener Meisterschaft die Schrecken des Krieges ferngehalten hatten, haben Sie unter inneren und äußeren Schwierigkeiten nie erhörten Ausmaßes Ende 1918 zu den Werken des Friedens Sonntags xxb Feiertags. Beilage*. Gießener FamckienblLtter Heimat hn Bild Die Scholle NsUais-vezi-sprets. 2 Reichsmark umL 20 Retchspfesnig ftr Träge» loh», and) bei Mchter- fcheinen einzelner Thimwirm infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger siehe«. Postscheckkonto: gtanHurt am Main 116«. zn 5 S 3*2,' c ä-"f V HW so 31 rM*"3 ert? " dl 2.2? 0. ■■ 2« ? Tr. VM^a5-* von zahlreichen Fackelträgern auf. Ihr folgten die Jahnenkompagnve mit den Fahnen der drei Hindenburgreg unenter, nämlich: Infanterieregiment Generalseldmarschall von Hindenburg (2. Masurische») Dr. 14?, 3. Darderegiment zu Fuß und da» oldenburgische Infamerieregi- metti Dr. 91. Dann folgten die 10 Musikkorps unter Leitung de» Armeemusikinspizienten H a k- kenberger, die mit dem Dorsichen Marsch angerückl waren und im Dorhof des PalaiS Aufstellung nahmen. Don ungeheurem Jubel begrübt. betrat der Reichspräsident allein den prachtvoll mit Blumen geschmückten Balkon und salutierte. Unter atemlose Stille der gewaltigen Zuhörerschar spielte die Musik mit herrlichem Schwung den Marsch .Deutschlands Treuschwur", dann den Investiturmarsch der Ritter vom Io- hanniterorden von Richard Strauß, den Heeres- marsch Dr. 106, den Torgauer Marsch und auf ^persönlichen Wunsch des Jubilars den Hohen- friedberger Marsch Den Abschluß deS Programms bildete der Große Zapfenstreich Als die Musik intonierte .Ich bete an die Macht der Liebe" entblößten alle Zuhörer die Häupter und der Generalfeldmarschall zog Mütze. Dann spielte die Musik die erste Im Lauf« de» Dormiltags empfing der Herr Reichspräsident ferner ein aus führenden Wannern der deutschen Wirtschaft, nämlich Gehe-mal DuiSberg. Geh. Rat Ravens, Geh. Rat Richer. Gras Roedern. Herzog. Plate, Schäffer sowie als Dertreter Ostpreußen» Aam- merhcrrn v. Oldenburg-Ianuschau bestehende» Komitee, das dem Herrn Reichspräsidenten al» „Hindenburgdank" de» deuttchen Dolkes die EigentumSurtunde über das vtammguti der Familie v. Hindenburg Deudeck in Ostpreußen übergab, weichet d.e'es Komitee au» freiwilligen Beiträgen aller Gruppen bet deutschen Wirtschaft erworben und nun dem Herrn Reichspräsidenten zum persönlichen Geschenk übertragen hat. Ferner empfing der Herr Reichspräsident am heutigen Tage zur Entgegennahme persönlicher Glückwünsche den Dorstand des Deutschen Offiziersbundes unter Führung . des General» der Infanterie a. D. v. H u t i e r. die Dundesleitung des (Stahlhelms unter Führung von Leibte, den von Dr. Löwenstein geführten Dorstand des Bundes jüdischer Frontsoldaten sowie eine von Herrn Dr. 11 n g e r (Breslau) und Professor Dr. Schmeidler (Breslau) geleitete Abordnung des ReichSverbandeS akademischer Kriegsteilnehmer, die dem Herrn Reichspräsidenten al» Ehrengabe eine Sammlung von Werken der im Kriege gefallenen deutschen Dichter überreichte. Deben einer Reihe privater Empfänge nahm der Herr Reichspräsident auch den Besuch des Dor- standes des Allgemeinen Deutschen IagdschutzvereinS unter Führung des Prinzen Alfon« von Isenburg entgegen. der dem Herrn Reichspräsidenten namens der deutschen Jägerei feine herzlichsten Glückwünsche ausdrückte und ihm den Ehren- s ch i l d des Allgemeinen Deutschen Ja g d schütz- Vereins überbrachte. Der Reichspräsident bei den Gffiziersverbänden. Zu Ehren des Reichspräsidenten von H in - b e n b u r g veranstalteten heute abenb der Deutsche Offiziersbund, der Manonaloerbanb Deutscher Offiziere, ber Marineoffiziersoerband und ber Reichs- offizicrsbund in dem geschmückten Marmorsaal am Zoo einen (Erinnerung 5 abenb, an welchem etwa 1800 Offiziere mit ihren Damen tccknahmen. Als ber Reichspräsident in ber ©cneralfelb- marschallsuniform mit Mütze im Kraftwagen nahte, erschallte ein tausend stimmiges Hoch, das ich noch verstärkte, als ber Reichspräsident ben Wagen verließ. Beim Betreten ber Vorhalle überreichte ihm ein kleines Mäbchen einen Blumen- strauß, für ben ber Generalseldmarschall bankte. Unter ben Anwesenden sah man viele alte Heerführer, so Generalfeldmarschall v. Mackensen, die Generalobersten von Linsingen und von G a 11 w i tz, ferner die Generale o. Kübra, o. Strang, o. Hutier, Graf B o t h m e r, v. L o ch o w und d Steuben. Im Verlaufe des Abends beglückwünschte Generalfeldmarschall o on Mackensen den Reichspräsidenten auf das herzlichste und brachte ein dreifaches Hoch auf ihn aus, in bas alle Festteilnehmer begeistert einftimmten. Gegen 8,45 Uhr, nach eineinhalb Stunden, während der die Menge in der Budapester Straße ausharrte und sich von Minute zu Minute vermehrte, um auf die Abfahrt des Reichspräsidenten zu war- teq und ihm erneute Huldigungen barzubringen, erschien ber Reichspräsident, gefylgt von seinem Sohne und Generalfelbmarschall v. Mackensen, unter bem Abler-Portal des Marmorsaales am Zoo. Unter abermaligen brausenben Hochrufen nahm Hindenburg in seinem Wagen Platz, dem die Polizei nur schrittweise den Weg bahnen konnte. Die Menge war so begeistert, baß sie auch bem Feld- marlchall v. Mackensen stürmische Ovationen bar- brachte, so baß auch dessen Auto nur unter großer Anstrengung der Polizeibeamten davonfohren konnte. Auch den übrigen Heerführern und Generalen. die nach und nach den Zoologischen Garten durch das Adler-Portol verliehen, wurden laute Begrüßungsrufe zuteil. Der große Zapfenstreich Tie Huldigung der Armee vor dem Oberbefehlshaber. Am Samstagabend Großer Z a p f e n - streich vor dem Hindenburgpalais! Eine ungeheure Menschenmenge hielt die Wilhelm- und die angre senber. Straßen schon lange vor Beginn des feierlichen Moments dicht besetzt. Alle Balkons und Fenster der Häuser füllten Massen von Menscher.. Gegen 9 Uhr kehrte der Reichspräsi- dem von dem kameradfcbattlichen Abend im Mar- 1im|m w« la$- mvrfchall zu. Aks er in feen Palais onürat. wurde er von dem batet anweisnben R e i ch s ! anzier . von den Rechönrtr-cstern. dem Chef der He eres- und der Marinerer tung und der General»tät, fowre von den Freunden des Harstes begrüße Ge«n 91/, H^r marschierte dre Wacht truppe nrtt chren Sp-relleuten, begleitet •**,, _ 5 3 ; 3* “ __—— । »958 s-I» ist •Off " 0 »H'ä ”9 v- i 7- ,5"'S »Q.0 CTS5-2 1 ? ■ Cfd« »55 ;«* &S.cr 5 °r?- » ff"» 7" • - i MM I Wilhelmstraße und den anliegenden Straßen versammelt, die den Reichspräsidenten, al» er zurDreisaltigkeitSkirche fuhr, mit brausendem Jubel begrüßten. Der Kordon ber Polizei wurde säst überall von den vielen Begeisterten durchbrochen, so daß der Krastwagen de» Reichspräsidenten sich nur langsam durch die Menscben- menge hirrdurchwinden konnte Die Dreisaltig- keitSkirche war bl» aus den letzten Platz besetzt. Wenige Minuten nach 10 Uhr betrat der ReiMSpräsident in Begleituna seine» Sohne» und seiner Schwiegertochter die Kirch» und nahm in der Loge des Gotteshauses Platz. Superintendent Gießt hielt die Festrede über da» Wort des Apostel Paulu- an die Korinther: .Wer da säet mit Segen, der wird ernten mit Segen." Der Gottesdienst enbete mit bem Liede Gin feste Bury ist unser Gott unb mit einem Gebet des Superintendenten, in bem et den Segen des Himmels für den Reichspräsidenten als dem erwählten Führer des deutschen BvlkeS und für das Daterland herabflehte, dasi der allmächtige Gott auS der Zerrissenheit und Uneinigkeit zur wahren Freiheit führen möge. .Bei der Abfahrt wurden Hindenburg wieder stürmische Ovationen dargebracht. Als Hindenburg zum Palais zurückkehrte, hatte die ungeheure Menschenmenge alle Absperrungen durchbrochen, so daß die ©ittertore de» ReichS- präs identenpalais geschlossen werden mußt em Hindenburg, ber sich immer wieder ber Menge zeigte, dankte betvegt. Der (Empfang der Reichsregierung. Darm begann die Reihe der GratubrttvnS- empfänge mit dem Empfang der Reichsregierung. Um 11.30 Uhr versammelten sich im festlich geschmückten Großen Saale des Präsidentenhauses Reichskanzler Dr. Mats, sämtliche Reichsminister und Staatssekretäre des Reichs, serner der Präsident deS Reichsgerichts, der Präsident des Rech- nungshvss. der Präsident des Reichs- finanzhofs, der Reichsbankpräsident und der Generaldirektor der Reichs- Berlin, 1. Ott. (WB.) Hindenburgs 80. Geburtstag brachte btr Reichshouptstadt einen riesigen gremdenzu ström. Abgesehen von zahtloien Schaulustigen sind im Laufe des heutiaen Sarnswgs die mehr als 3000 Kraftwagen und Motorräder ber Reichshuldigungs fahrt bes Allgemeinen Deutschen » utomobUUube aus allen Teilen des Reiches elnoetroffen D<»zu kom- men bie Tausende von Mitgliedern ber Krieger- vereine, die an dem Reichskriegertag des Kpff- häuserbundes teilnehrnen. Infolgedessen waren heute abenb alle Hotels, Pensionen unb Hospize voll besetzt, so daß in großem Umfange Privatquartiere in Anspruch genommen werden muhten. Unter den Linden, in der Wilhelm- unb in der Friebrichsstrahe herrschte in den Nachmittags- und Abendstunden ein Verkehr, wie man ihn m diesem Umfange selbst in Berlin seit langem nicht mehr gewöhn! war. Tausende van Schaulusttgen besichtigten die Ausschmückung des Branbenburgcr Tores, die Festdekorteruna vieler Gefchäftshauser und bie Befiogpimg ber öffentlichen Gebäude unb Privat- Häuser. Besonders in ber Umgebung des Reichspräsibentenpalais sammelten sich die Massen frühzeitig, um Zeuge ber Ausfahrt Hm- benburgs zur Seiet ber Offiziersverbanbe zu fern. Irn Palais selbst herrschte ein unaufhörliches Kommen unb Gehen von Depefchenboten, Trägern von Blumenständen unb Paketen mit Ehrengaben. Die Em- zeichnungssisteu füllen sich immer mehr mit Namen aus allen Schichten ber Bevölkerung. An zahlreichen Stellen Berlins hat bereits bie Beflaggung zu Ehren des Reichspräsidenten begonnen. In ben Hauptgeschäftestraßen konnte man schon heute zahlreiche Auslagen ber großen Geschäftshäuser sehen, die, ber Bedeutung des 2. Oktober enksprechenb, zumeist bie Büste Hmdciiburgs Inmitten frischer Blüten ausgestellt haben. DieBerlinerSchulen haben zum größten Teil schon am Freitag, bem I'ge bes Schulschlusses, b efonber e Gedenkfeiern veranstaltet. Der deutsche Buchhandel veranstaltet schon feit einigen Tagen in allen größeren Buch- haiiblungen sogar Ausstellungen der außerordentlich umsangreichen Hindenburgliteratur. Vielfache Illu- >m großen Caf6 am Pots- Glühbirnen d^s riefenh-ifte KM 2 SS SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvck imö Dfrfcg: Vrihl'fche UntverstlLtr-Such' nnö Stetiöniderei R. taugt ti «ietzeti. Schriftlettung und Ksfchäftrffele: ZchuMraz« 7^ Strophe deS Deutschlandliedes, die alle Anwesenden wiederum entblößten Hauptes mit- sangen. Dann erfolgte der Abmarsch der Mufik- kvrps. Das Feuerwerk. AlS Abschluß deS ersten Feiertags veranstalteten die deutschen Pyrotechnischen Fabriken SamStag abend auf den Anlagen der Grüne- waldrennbahn ein gigantisches Z-eueNverksfchau- spiel. da» eine ungeheure Menschmmenge herbeisockte. DorauS ging e.n Promenadeirdoppel- lonzert unter der Oberleitung deS Armcemusik- inspizienten Pros. Dr. Hackenberger. DaS Feuerwerk kann wohl mit Recht als da» bisher grofc- a r 11 g ft e bezeichnet werden, daS in Deutschland vorgefüßrt wurde. Dach den Einleitung-signalen wurden gezeigt: Sine Künstlerfront, eine Sportfront, eine süddeutsche Front, eine norddeutsche Front und eine Tannenbergfront mit Denkmal. Den Höhepunkt bildete die von 21 Salutschüsien begleitete Hindenbura-Iubi- l ä u m S f r o n t mit einem riesigen Hinden- burgportrait. Zum Schluß wurde der Zapfenstreich gespielt, worauf die Menge begeistert daS Deutschlandlied sang. sigssz =| Z v ° »- S *1 5 2 zu Sänber hallen -um heutigen Tage ihre Staats-, * nerischen Ministerpräsidenten and Chef- ruich Berlin zur übermitteln. Weitere Gratulanten sonstigen RegiermraS- Beglückwünschung de« erüfandt. So waren Bach dem Empfang der Reichsregierung spra i daS Preußische StootSminlslc- r i u m unter Führung des Ministerpräsidenten 2raun dem Herrn Reich-Präsidenten die Glückwünsche ter Preußischen Regierung auS. Hieran schloß sich ter Empfang der Vertreter der deutschen Länder. Sämtliche deutschen DaS Stadion hatte heute sei.»en größten und schönsten Tag. Großberliner Jugend. 4 0 0 0 0 Dchüler und Schülerinnen huldigten dem Reichs Präsiden en an seinem 80. G.-bur slag DaS Stadion war festlich auSgeschmückt nach den Entwürfen von Prof. Bruno Paul und Prof. Hihberger und zeigte tm Oval reichen gär:- ' > und Flag-zenschmuck. Auch die Ätnknr Darauf empfing der Herr Reichspräsident den Dorftand deS Reichstages, den Präsidenten Lobe und den Vizepräsidenten R i e s - ser. Graes, Esser nebst den zwölf Schriftführern, die namens des Reichstages dem Herrn Reichspräsidenten Glückwünsche übermittelten. — Darauf erschien als Vertreter der Wehrmacht des Reichs der Reichswehrminister Dr. Gehler mit dem Chef der Heeresleitung, General der Infanterie Heye, und dem Ches der Marineleitung. Admiral Zenker, die dem Herrn Reichspräsidenten dir Wünsche der Wehmracht zum heutigen Tage aussprachen. Ihnen folgte das Präsidium des Preußischen Landtags. Präsident D a r t e l S, die Dizepräsiden- ten Dr. von KrieS, Dr. Porsch und Dr. Wiemer, und schließlich der Oberbürgermeister der Stadt Berlin, Dr. Böß, mit dem Stadtverordnetenvorsteher Haß, di« namens der Reichshauptstadt und ihrer Bürger dem Herrn Reichspräsidenten gratulierten. Die lang« Reihe der Empfänge fand gegen V»2 älhr mittags ihren Abschluß in einem großen Empfang der alten Armee, als deren Vertreter erschienen waren: Generalfeldmarschall von Mackensen, die Generalobersten von Blessen. von Kluck, von Einem, von Linsrngen, Graf von Dothmer, von Schubert. Ferner hatten Abordnungen entsandt: Der Reichsbund ehemaliger Kadetten, der Verein ehemaliger Angehöriger des 3. Garde- Regiments zu Fuß, des Jns.-Regt. Rr. 58, des Jnf.-Regt. Rr. 91 und des Ins.-Regt. Rr. 147, der Verein der Angehörigen des ehemaligen Kriegsministeriums unter Führung des Generalleutnants Scheuch, der Verein „Graf Schlieffen" unter Führung des Generalleutnants von Cramon, der Deutsche Ofsiziersbund unter Führung des Generals der Infanterie von futter, der Rationalverband Deutscher Offiziere unter Führung deS Admirals v. S ch r o e - der, die Marineoffizier-Vereinigung und der Reichsoffizierbund. 3m Ramen aller sprach Gene- ralseldmarfchall von Mackensen dem Herrn Reichspräsidenten die Glückwünsche der ehemaligen Angehörigen der alten Armee auS. Der Herr Reichspräsident erwiderte mit Worten herzlichen Dankes und treukameradschaftlicher Gesinnung. Die Hutdigung der deutschen Iug nd. Der Reichspräsident im Ltadion Dom stürmischen, nicht endenwollenden Jubel der nicht übersehbaren Menschenmenge, die bereits seit 2 Uhr in der Wilhelmstraße Aufstellung genommen hatte, begrüßt, begab sich der Reichspräsident um 1 $4 ülhr tm offenen Wagen in Begleitung von Reichskanzler Dr. Marx noch dem Stadion, um dort die Huldigung der Jugend vorzunehmen. Dem Wagen des Reichspräsidenten fuhr ein Wagen der Echuh- pvlizei mit Polizeipräsident Zörgiebel und Oberst Heymannsberg voran. 3m folgenden Wagen hatte der Adjutant des Reichspräsidenten, Major von Hindenburg, Platz genommen. Gegen ,/44 Llhr erreichte der Wagen des Reichspräsidenten auf dem Wege nach dem Stadion den Großen Stern im Tiergarten. Durch oie breiten Laubhallen der Charlottenburger Chaussee, aus denen Fahnen in den AeichSfarben heranhängen, dringt bei der Annäherung des Wagens vom Brandenburger Tor her brausend hecanschwellender Jubelruf, der sich die unabsehbaren Reihen der die Straße umsäumenden Menschenmassen entlang sortpflanzt. Der Reichspräsident, der gerode und aufrecht barhäuptig im Wagen sitzt, dankt herzlich nach ollen Seiten, ülnd der Wagen zieht weiter die Charlottenburger Chaussee hinunter, auS der immer neuer Jubel herüHerdringt. Mm 4.IC ilfcr trifft er im Stadion ein. Die Schulkinder, die den letzten Teil des Spaliers bildeten, jubelten dem Reichspräsidenten bereit- begeistert zu. als sein Wogen von fern sichtbar wurde. Empfang teil. Die Glückwünsche öes diplomatischen Korps. Ter apostoliHe Nuntius beim Reichspräsidenten. Dann fand der feierliche Empfang des Apostolischen Nuntius Erzbischof Pacelli, des Doyen des Diplomatischen Korps, statt. Nuntius Pacelli überreichte namens des Diplomatischen Korps dem Herrn Reichspräsidenten eine in künst- lerischer Ausführuna auf Pergament geschriebene Adresse, die auf dem Einband das Familienwappen derer von Beneckendorff und von Hinden- bürg trägt und mit den Unterschriften der Missionschefs des Diplomatischen Korps versehen ist. In ihr spricht das Diplomatische Korps dem vom Vertrauen des Volkes berufenen Führer der Nation seine Glückwünsche und seine Verehrung aus anläß- sich seines 80. Geburtstages, den er in so bewunderungswürdiger Rüstigkert und Frische beginge. „Umgeben von trautem Familienglück", fährt die Adresse fort, „von der Liebe und Anhänglichkeit des Volkes widmen Sie, Herr Reichspräsident, noch immer in selbstloser Pflichttreue und Vaterlandsliebe Ihre Weisheit und Ihre kostbare Erfahrung ganz dem Dienste des allgemeinen Wohles. Möge es dem allerhöchsten Lenker der Menschengeschicke gefallen, Sie mit Segnungen, mit Wohlergehen und Freude zu beglücken und Ihnen zu gewähren, noch lange an der Größe Deutschlands in friedlichem und dauerhaftem Einverständnis unter den Nationen zu wirken, so daß in Ihnen jene klassischen Worte ihre volle Erfüllung finden: „Ad extremam senec- tutem non minus dignitate quam gratia fortunaque crevit (Nepos, Atticus, 21)!“ Der Herr Reichspräsi- dent dankte dem Apostolischen Nuntius in herzlichen Worten für seine guten Wünsche und bat ihn, seinen Dank den übrigen Chefs des Diplomatischen Korps Herrn Reichspräsidenten Preußen durch Ministerpräsidenten Dr. Braun, Hessen durch Staatspräsident UI* rtch vertreten. Die Ländergesandten und De- volunächtiglen der Länder zum Reichsrat nahmen in Begleitung ihrer Regrerungschefs an dem -nrrückseführt. Richt zuletzt durch diese Tat. welche Ihr unvergeßlicher Amtsvorgänger oriedrrch Ebert stets dankbar anerkennt hat, wurde dem deutschen Volke in einer der dunkelsten Stunden seiner Geschichte der einzig mögliche Weg zu einer helleren Zukunft gewiesen, der Weg der Selbstüberwindung und der Zurückstellung noch so leidenschaftlicher Gegensätze h.nter die große gemeinsame Aufgabe des Wieder- ^D^'heiße Wunsch, daß sich das deutsche Volk immer mehr auf diesem Wege z u s am * mens in den möge, hat Sie nach dem H-n- 'cheiden unseres ersten Reichspräsidenten zu dem ' Hweren Opfer bewogen, dem Rufe der Ration -u folgen und da- verantwortungsvolle Amt de« Reichspräsidenten zu übernehmen. D.e Grundsätze nach denen Sie Ihr Amt verwalten wollten 'haben Sie vom ersten Tage Ihrer Amtsführung an in einem, alle Deutschen ohne Unterschied gerecht umfassenden Gciste zur Anwendung ae&üupt. Und so erblickt jeder, der sich als Deutscher fühlt, heute in Ihnen, hochverehrter Herr Reichspräsident, die reinste Verkörperung und das leuchtende Vorbild der selbstlosen Hingabe an das Ganze, der unbedingten Treue zur übernommenen Pflicht und deS unerschütterlichen Glaubens an die Zukunft von Reich und Volk. In einer fieberhaft bewegten Zeit zeigen Sie der Welt mit jener eindringlichen Sicherheit, die aus den Tiefen echt religiösen Empfindens entspringt, und mit jener bezwingenden Kraft, die schlichte Größe ausstrahlt, was in Wahrheit die höchste Würde der Einzelperson- lichkeit wie jeder Ration ausmacht. Heute nimmt Deutschland — zwar leider noch entfernt von völliger Gleichberechtigung, aber doch in ganz anderem Maße als noch vor wenigen Jahren — geachtet und gefestigt seinen Platz unter den Völkern ein; die Erkenntnis von der Rotwendigkeit der Zusammenfassung aller Kräfte im Innern und der verantwortungsbewußten Mitarbeit an den großen Fragen internationalen Zusommeiilebeiis wird allmählich zum Geme-ngut des deutschen Volkes; Gesetzgebung und Verwaltung des Reiches können sich mehr und mehr statt notgeborener Improvisationen der plamnäßigeii Bearbeitung weitausf Hauender Aufgaben zuwenden. Wenn ich all dies in diesem unvergeßlichen Augenblick freudigen HerzenS fest- stellen kann, so weiß niemand besser als die Mitglieder des Reichslabinetts, die Ihr Wirken täglid) aus nächster Rähe beobachten dürfen, wie stark und richtunggebend Ihre Anteilnahme an unserer Arbeit ist. Und deshalb glaube ich, in Ihrem eigensten Sinne zu sprechen, wenn wir die Fülle der guten Wünsche der Reia)sregierung zum heutigen Tage in dem einen Wunsch zusaimnensassen, daß es unserem Reichspräsidenten befchieden sein möge, in seinem hohen Amte das deutsche Volk mit Gotte« Hilfe weiterzuleiten in wachsender Einigkeit und friedlicher Wiedererstarkungl- Der Reichspräsident erwiderte hierauf mit folgenden Worten: Haben Sie aufrichtigen Dank, Herr Reichskanzler, für die freundlichen Glückwünsche, die Sie mir soeben hier namens der ReichSvegierung ausgesprochen haben. Ich verbinde hiermit den Dank an das ganze Deutsche Volk, das meiner in so vielen Zuschriften und Zeichen freundlicher Gesinnung heute allenthalben gedacht hat. Mein besonder« Gedenken in dieser Stunde gilt unseren Volksgenossen in den besetzten rheinischen Gebieten, deren Befreiung von fremder Besatzung zu imferer tiefsten Enttäuschung noch nicht erreicht werden konnte; ich grüße sie bewegten Herzens mit dem Wunsche und her Hoffnung, daß dem Lande am Rhein bald die Freiheit beschieden sein möge. Dies zu erreichen, wird die txn> neh'nste Aufgabe der deutschen Politik sein. Sie, Herr Reichskanzler, haben in freundlichen Worten über mein Verdienst hinaus meiner Arbeit in den langen Jahren deS Friedens und in bet schweren Zeit des Krieges gedacht. Ich h^be aber st et« nur meine Pflicht getan. Die Arbeit meine« ganzen Lebens hat immer dem Vaterlande gegolten, und ich werde auch die Spanne Zeit, die mir noch gegeben ist, diesem Dienst widmen, nicht um der Ehre oder persön- lichen Vorteil« willen, nicht, um eine Partei oder eine Gruppe zu fördern, sondern um dem ganzen Deutschland zu dienen und, so Gott will, zu nützen. Mein höchster Wunsch an diesem Tage ist der, daß unserem Volke L i n i g k e i t beschert werde, lief sind Immer noch die Gegensätze zwischen den Anschauungen der einzelnen und den Interessen der fda'ien und verussslände. viele Deutsche vermögen die Verbindung zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nicht zu finden und stehen verbittert und mißtrauend im Leben des Tages dem Nächsten gegenüber. 3d) meine, daß es trotz aller verschieden- Helten in unserem staatlichen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben doch nicht so scywer sein sollte, über da», was uns an Weltanschauung und jntcr- e'> n trennt, hinaus uns zusammenzufinden in dem Gedanken an das, was uns eint und uns gemeinsam ist: Da» Vaterland, da» Land, da» uns mit unserer Väter Erde in Stamme»- und Volksgemeinschaft verbindet, und da» gemeinsame Schicksal, da» uns alle im Glück und Unglück, zu Gedeih und Derbe rb, umfaßt. 3n dieser Gemeinschaft ist Raum aenug für friedlichen Austrag der Meinungen und für gerechten Ausgleich der 3nteresfen: in diesem Rahmen hat feder das Recht, aber auch die Pflicht zur Mitarbeit Im Staate: hier soll ev nur einen Streit geben, nämlich den Wettstreit, am besten dem Vaterlande zu dienen. Achtung vor der Meinung de» einzelnen, Achluna vor dem ehrlichen Suchen nach neuen wegen, Achtung aber auch vor der großen Vergangenheit und der reichen Tradition unsere« Volke» müssen die Grundaesehe sein, aus denen sich diese Einigkeit aufbaut. Daß dieser Geist der Zusammengehörigkeit wachsen und alle Deutschen beherrschen möge, daß Deutschland in brüderl cher Ge- schtoUenheit au» den Rlederungen der Gegenwart aussteige zu dem wea der Zukunst, zu einem starken, freien und einigen Deutschland, da» ist der kierzen»- munfch, mit dem ich an meinem heutigen achtzigsten Geburtslage das Druff die Volk In unbeirrbarem vertrauen und In alter Treue grüße." selbst trugen wn der künstlerischen Ausschmückung bei durch Helle Gewandung, Blumensträuße und künstliche Kränze in den verschiedensten Farben. In der Milte der Arena war derGesangchor von 7000 Knaben und Mädchen auf geprellt. Als der Reichspräsident nahte, ertönten Fan- farenfignale. Hindenburg fuhr sofort, begleitet von ungeheurem Jubel der Kinder und der sonstigen Zuschauer, ringS um das Stadion herum. Rachdem er die Rundsahrt beendet hatte, wurde er vom preußischen Kultusminister Dr. Decker im Ramen der preußischen Schulverwaltung und vom Präsidenten Meier im Ramen der Provinz Brandenburg und der brandenburgische Schulen auf das wärmste begrüßt. Dann begab sich der Jubilar, umbraust von nicht enden» wollenden Hochrufen, in feine Loge, wo bereits zahlreiche Minister de« Reiches und Preußens, darunter auch der Minister de« Auswärtigen, Dr. Stresemann, und der preußische Minister des Innern, G r z e s i n s k i, ihn empfingen. Als dann vollständige Spille ein- getrelen war, fangen die Kinder mit ergreifender Wucht .Lobe den Herrn", .Ich bin ein deutsches Mädchen". .Hörst du das mächtige Klingen". .Wir möchten diese Lieder Weihan" und »Ich hab mich ergeben". Als das letzte Lied verklungen war, erhob sich der Reichspräsident und sprach tiefbewegt folgende Worte: .Habt vielen Dank, liebe Kinder, für die schönen Lieder, die ihr mir hier vorgesungen habt und die mich herzlich erfreuten. 3f>r habt gefangen von der Freude an der Heimat und der Diebe zum Vaterlande. Laßt diese Worte nicht nur auf euren Lippen fein, behaltet fic auch im Herzen. Haltet fest am Vaterlande und weiht ihm eure beste Kraft. Das wollen wir heute geloben, indem wir zusammen ausrufen .Deutschland unser geliebtes Vaterland Hurra, Hurra, Hurra!" Begeistert stimmten die Zehntaufende in den Ruf und fangen unter Begleitung der MusiLapelle die erste Strophe des Deutschlandliedes. Rach allen Seiten sich verneigend, verlieh daraus der Reichspräsident die Loge, umfuhr nochmals das riesige Rund des Stadions, immer wieder umtost von dem Jubel der gewaltigen Menschenmenge, um dann die Heimfahrt anzutreten. Den Abend verlebte der Reichspräsident im eng st en Familienkreis. Ein Festbankett beim Reichskanzler. Berlin, 2. Oft. (Tel.-Union.) AlS Ad- fchluh der offiziellen Feier de« S)ini>enburgge* burtstage« gab Reichskanzler Dr. Marr heute abend in der Reichs'anzlei ein F e st e s s e n . zu dem neben den in Berlin anwesenden Reichsministern, das preußische Staatsministerium, die Staatspräsidenten der Länder^ die Staatssekretäre des Reiche« und Preußens und andere mehr geladen waren. Der Reichspräsident selbst nahm an der Veranstaltuiw nicht teil, sondern verbrachte den Abend im Kreise seiner Familie. Die Hindenburgamnestie. Berlin, 1. Okt. (Wolff.) Aus Anlaß feines 80. Geburtstages hat der Reichspräsident auf Vorschlag des Reichsministers der Justiz in 75 Fällen Strafen, die von Gerichten des Reiches erkannt worden sind, im Gnadenweg« erlassen oder «mildert. Er bat sich ferner ent- schlossen, seine sämtlichen Strafanträge wegen De- letbigimg zurückzuziehen und bei den Länder regier ungen die Begnadigung :r wegen Beleidigung seiner Person bereits al,c,c stellten Personen in Anreaung zu bringest. Die Länderregierungen haben sich bereit erklärt, dieser Anregung zu entsprechen. Die Länder haben ihrerseits den 80. Geburtstag des Reichspräsidenten zum Anlaß genommen, in gleicher Weise für die Strafen, die von ihren Gerichten erkannt worden sind, Einzelgnadenerweise in größerer Anzahl zu bewilligen oder in Aussicht zu nehmen. Die Gna>denerweise sind vorzugsweise solchen Personen zuteil geworden, die aus polltischenBeweggründen gehandelt haben. Dabei ist auf die politische Einstellung der Verurteilten, soweit sie etwa in der Straftat zum Ausdruck kam. keine Rücksicht genommen worden. Berücksichtigt sind bei den Gnadenerweisen vor- zugsweise Straftaten, die zeitlich länger zurückliegen, insbesondere in die Jahre 1923 und 24 fallen. Vie Glückwünsche der Parteien. Berlin, l.Okt. ($H.) Die Reichstagsfraktion der DeutschenDolkspartei hat an den Reichspräsidenten folgende- Glückwunschtelegramm gerichtet: „In treuer Anhänglichkeit übermittelt die Fraktion der Deutschen Volkspartei im Reichstage ihre aufrichtigen, au« dankbarem Herzen kommenden Segenswünsche und verbindet damit die frohe Hoffnung, daß ein gütiges Geschick dem deutschen Volk feinen al« Mensch und Staatsdiener gleich vorbildlichen Reichspräsidenten noch eine Reihe von Jahren erhalten möge. gez.:Dr. Scholz, Drüninghaus. Das Glückwunschtelegramm de« demokratischen Parteivorstandes lautet: „Hochverehrter Herr Reichspräsident! Der Vorstand der Deutsch- Demokratischen Partei übermittelt Ihnen zu Ihrem 60. Geburtstag die herzlichsten Glück- und Segenswünsche der deutschen Demokraten. Die Wünsche gelten dem höchsten Repräsentanten des Deutschen Reiches, in dem sich uns Würde und Einheit der deutschen Republik verkörpern. Eie gelten aber auch dem großen Führer im Kriege und dem Mann, der 1919 treu ausharrend hals, daS Ehaos zu verhindern. So sind Sie allen ein Symbol der Pflichterfüllung, vielen ein Führer zur Staatsgesinnung geworden. Mögen Ihnen noch viele Jahre der Gesundheit und des Schal- fens beschieden fein. gez.: Koch. Erkelenz. Fischer. Die DeutschnationaleDvlkspartei hat an den Herrn Reich-Präsiden:en folgendes Glückwunschtelegramm gesandt: .Hochverehrter Heer Reich-Präsiden ! In unwandelbarer Treue übermittelt Eurer Exzellenz die D. R.V.D. die innigf.en Glück- und Segenswünsche zu Ihrem 80. Geburtstage. Mö^e Gott der $yerr, der Ihren Lebensweg bisher so sichtbar beschirmt hat, auch in Zukunft mit Ihnen fein. Gott erhalte Sure Srzellenz dem drutlchrn Volke noch l nge Jahve -um Sezen unseres geliebten Vater ande«. gz Graf We'tarp." Der Bundes Vorstand des Reichsbanner« lieh dem Herrn Reichspräsidenten au« Anlaß feine« 80. Geburtstage« eine künstlerilch auSgeführte Dlückwunschadresse überreichen, die folgenden Wortlaut hat: „An den Herrn Reichspräsidenten, Seine Sx-elleru Paul von Deneckendorf und Hindenburg, Berlin. Sehr geehrter Herr Reichspräsident! Zu Ihrem 80. Geburtstage entbietet Ihnen, dem Oberhaupt der Deutschen Republik, das Reichsbanner Schwarzrotgold, Bund der Republikanischen Kriegsteilnehmer, die herzlichen Glückwünsche. Der Bundesvorstand, im Auftrag: Hörsing. Höltermann, Dr. Bohner, Hahelrnann." Hessens Glückwunsch. Ein Telegramm deS LandiagSpräsidenten Adelung. Darmstadt, 1. Oft (111.) Landlagrpräfident Adelung sandte folgende» Gtüdnmnschtelegramm an den Reichspräsidenten von Hindenburg: Zum 80. Geburtslage entbiete Ich im Ramen de» sicssifchen Landtags Lw. Exzellenz die herzlichsten Glück- und Segenswünsche. Da» deutsche Volk hat am heutigen Tage Anlaß, mit großer Dank- b a r k e i t seine» Reichspräsidenten zu gedenken, was Sie in schwerster Zeil dem deutschen Volke waren, wird für Immer unvergessen bleiben. Möge ev Lw. Exzellenz vergönnt sein, noch recht viele 3ahre In gleicher ungc- schwächter Gesundheit und Kraft zu wirken. gez. Adclontz. Das Geschenk der preußischen Staatsregierung Berlin. 1. Oft. (WB.) Amtlich hat die preußische Staatsregierung auS Anlaß de« 80. Geburtstages de« Reichspräsidenten in der Staatlichen Porzellanmanufaktur Bersin ein Porzel- langemätbe au«führen lassen. Die Bilder zeigen in feinster Porzellanmalerei nach historischen Vorlagen gemalte Denkwürdigkeiten Alt-Be r li ns: Das Brandenburger Tor, die Alte Dache, da« Leipziger Tor und Schloß San«- fouci. Jedes der Kunstwerke tragt die Widmung der preußischen StaatSregierung. Die Glückwünsche der österreichischen Negierung. Wien, 2. Oft. (WB.) Bundeskanzler D r. S e i p el erschien heute vormittag in Begleitung de« Generalsekretär« für auswärtige Angelegenheiten Peter beim deutschen Gesandten Gräf Lerchenfeld, um ihm zu dem Festtage de« deutschen Volkes, den der 80. Geburtstag de« Reichspräsidenten von Hindenburg bedeutet, di- freundschaftlichen Wünsche der öster-reichischen Bundesregierung persönlich zum Ausdruck zu 6ringen. Präsident Loolidge gratuliert. Washington, 2. Oft. (TU.) Der Präsident der ^Bereinigten Staaten Calvin Coolidgc hat an den Reichspräsidenten folgende« Glückwunschtelegramm gesandt: ,3ch drücke Ihnen meine tiefgefühlten Glückwünsche aus Anlaß Ihre« Geburtstage« au«, der die Vollendung von 80 Jahren eine« starken und tatenvollen Leben« bedeutet. Ihnen ist e« gegeben, so dem Staatswesen zu Menen und ein hvched le« Beispiel yi aebr wie Sie es durch Ihre aufopfernde Aingaoe an die Verfassung getan haben. Mögen Jh^en nod> viele Jahre beschic c sein, getragen kie bisher von bet Zuneigung und Verehrung de« deutschem Volke«, dem das amerikanische Volk die Botschaft aufrichtiger Freundschaft sendet." Tausende von Glückwunschtelegrammen. Berlin, 2. Oft. (WB.) Beim Haupttele- araphcnamt Berlin sind zmn 80. Geburtstage des Reichspräsidenten bis 20 Uhr gegen 3500 telegraphische Glückwünsche ein gegangen. Der Telegramm^ustrom hält weiter an. Unter den telegraphischen Glückwünschen befinden sich solche von den Königen von Rorwegen, Schweden und Dänemark, vorn Papst, vom Präsidenten der Republik Liberia sowie von fast allen Staatsoberhäuptern der Länder. Huldigungssahrt der deutschen Automobilisten. Berlin, 2. Okt. lWTB.) Sine einzigartige Huldigung brachte am Sonntagvormittag der Allgemeine Deutsche Automobil-Klub dem Reich«- präsidenten dar. 2000 mit Blumen, Laub und Wimpeln geschmückte Kraftwagen und Motorräder aus allen Gauen de« Reiches, mit 8000 Personen besetzt, fuhren Korso. Die Fahrt ging von der Siegesallee durch da« Brandenburger Tor über die Straße Unter den Linden bis zum Alten Schloß und zurück zur SiegeSallee. Unter den Insassen der Fahrzeuge befanden sich auch Bergleute und Halloren in ihrer Tracht. Auch ein Postauto mit einer Kapelle, die Märsche und Lieder spielte, war im Zuge. SS ist Die« die größte Auffahrt von Kraftfahrzeugen, die bisher in Deutschland zu verzeichnen war. Ein Glückwunschtelegramm des G. D. A. Berlin, 2. Ott. (Wolff.) Der Gewerkschaftsbund der Angestellten hat folgende« Gluckwrmfchtelegramm an Den Reichspräsidenten gerichtet: .Dem Oberhaupte Der deutschen Republik senden wir herzliche Glückwünsche zmn 80. Geburtstag und ehrfurchtsvolle Grüße. Wir begrüßen eS besonder«, daß der Geburtstag de« Herrn Reichspräsidenten mit den sozialen Gedanken erwei- terterHilfefurdieKriegSbeschädig- ten und KriegShinterbltebenen verknüpft worden ift" Baron Gevers f. Bern, 2. Ott. (DB.) Der frühere niederlän- 'ijche Gesandte in Berlin, Baron Geoer», der leit feinem Rücktritte in Interlaken wohnte, ist am SamStag in Bern gestorben. Bar cm Gever« hat einen großen Teil feiner n Deutschland verbracht, in Bonn wurde er erzogen. Wie fein Vater trat dann ouq er in „vn diplomatischen Dienst se.nes Lande- ein. wo er zu Anfang deS Jahrhunderts Ck anb:er in Rom war 3m 3ahre 1936 wur>e er in gleicher Eigenschaft nach Berlin versetzt, wo er seither ununterbrochen bi« zu seinem Rücktritt im Früh- fommer diese« Jahres aewirkt hat. 2ün 1. 3anuar 1926 feierte er unter besonderer Ehrung von frtten der Reichsregierung das Jubiläum feiner zwanzigjährigen Gesandten-Tätigkeit ht Berlin. G4 D. 11* ge gratuliert. L (SUJSetWtati CMn Eoollvgc sibenten fvlMbet inbt; ire tiefgefühlten ®lüd« Mnrctötagtt au-, br chreneine- flathri ben- bedeutet. Ihnen staatsvesm zu bienen Beispiel pi «fr fopfernbt Kn-obe an . Mögen Hnm rod , getragen Nit Hft« nrhMtz bei deMtzm M die Dvt- :t Freundschaft mde htelegrammen. D2.) Okim tzaupttelf zum 80. Kdurt-M j 20 Uhr gtflm »W He Angegangen. Der Veit« an. Unler den chen befinden M) M< lorwegen, Schwe wm Pap«. V; b«ria sowie von M der Ander. igssahrt Lutomobiiisten. äS ,6 b Ä 8«6d «2 zur aui *.» n m ist^r und rapelle, W y hi«- die ^WtfaV»eu* y»*;**«** der kantsch^ vchtvarz. *?W Erstell. sttvUNsch. hwdeuL^^ JJ im Jia*,, v Ucni die J?1 )as be6H*/®f,n> KL ■s.;S gez. Übtin^1 henk ^Esregieruno 0) Amtlich hat - ^vn^vrzet. ®* jübtt mnaletei nach biftnri ^tMör^ Edenburg« XOT, die T°r und Schloß van-, ne trägt die Did. iat-regierung. vünsche n Negierung. Dunbeskanzler te vormittag in 1*, t^r- für au-toärtige n deutschen ®efanbten 5u bem Mage btf r 8J. ®eburti'.a1 de- idenburg bedeutet, bi: ' der öfteireichischen tlich M Ausdnut w= -M; trflI J ßanbj^ ^'et i" S«'”1 I»* ” 4tfj1 ■v«0tr. Die Wetterlaqe Die Mittelmeer-Begegnung Chamberlain bei Primo de Rivera. Unterredung batte. König gleichen STbenb zur Villa _— such Mussolinis zu erwidern. 3n diplomatischen römischen Kreisen versichert man, daß der König sich während seiner letzten Reise in Mitteleuropa verlobt habe, doch wird der Rame der zukünftigen Königin von Bulgarien noch geheim- gehalten. Die Verlobung werde erst im Lause de« Winter« während einer neuen Reise, die der König in Begleitung de« Ministerpräsidenten unternehmen will, besanntgegeben werden. Diese neuerliche Reise werde dem offiziellen Besuch der europäischen Höfe geltem Rom. 2.Oft. (WB., König Dori« von Bulgarien, der sich seit dem 25. September al« Privatmann in Italien aufhält, stattete in San Rossore dem König von Italien einen Be- such ab, der ihn zum Frühstück und Mittagessen einlud. Rachdem König Bori« Neapel besucht hatte, traf er am 30. September in Rom ein. wo ihm Mussolini im Hotel de Russie einen Besuch abstattete und mit ihm eine einftündige Unterredung hatte. König BoriS begab sich am gleichen Abend zur Villa Torlonia. um den ‘Belt Baron DeverS vor allem w wdxntim. dcch Me Bezichunsen zwischen Deutschland und Hollwid während de« großen Krites trotz^mannigfach« Schwierigke-.ten friedliche Sieben Sbenlo hat « sich in hervorragendem Wah nach dem Errege an der Durchführung de« holländischen Liebe«werfe« für Deut schänd beteiligt Vaden und da§«eichrfchulgefetz. Erhöhter schütz der Limultanschule gefordert. Karlsruhe. 1 Ott (Dolfs.) DaS Staats- Ministerium hat sich in mehreren Sitzungen mit dem Reichs'chulgesetzentwurf beschäftigt ä« tam eine einstimmige Jnstruktton an btt Reich«rat«bevollmächtiaten zustande. Zu § 20 de« Gesetzentwurfs. welcher die Schul- Verhältnisse in den Simulianschulländrrn behan- dell wird ein AbänderungSantrag ge- stcUt. baf) die fünsjährige UebergangSfrist auf 12 Jahre erhöht wird und Ine Qlnrta^e auf Umwandlung der bestehenden Schulart in eine andere statt ein« Zwei drittel- eine Dreiviertelmehrheit erforderlich machen. Zur Frage der Erteilung deS ReftgwnsunterrrchtS (8 14 und 16 de« Entwürfe«) sollen die in Baden geltenden Vorschriften über- nommen werden. Im übrigen hat da« Staats- miniftetmm im wesentlichen den preuhtschen Rbänderungsanirägen mit verschiedenen Ber- bekscrur^-Vorschlägen zugestimmt. Zentrum und Bayrische Dolkspartei. Berlin, 1. Ott. 3n Berlin hat eine Besprechung führender Persönlichkeiten de« Zentrums darunter der Abgeordneten v. G u tz- rar d und Iov« mit Führern der Bayerischen Brikspartei darunter den Abgeordneten Leicht und Dr Heim, stattgefunden. Die ^Handlungen. deren Ziel die Herstellung einer engeren Arbeitsgemeinschaft zwischen den beiden Parteien, besonders zwischen den Reichstag«- fraftinnen ist, dürsten bindende Abmachmrgen er- Sben Sine Verbindung der beiden Parteien eine nicht in Frage zu kommen. sondern nur eine Vereinbarung über ein engeS Zus a m- mengehen in der Reichspvlittk und dte Aiw- scheidung jede« Kampfe« gegeneinander bet Reichstagswahlen Streikbeschluß im mitteldeutschen Braunkohlenbergbau Halle a.d.S., 2.0«. (WTB.) Sine von 370 Delegierten aus allen mitteldeutschen Braun- kohlenveviercn und von allen am Tarifvertrag beteiligten Verbänden (den freien, den christliche» und den Hirsch-Dunckerschen Gewerkschaften) be- schickie Konferenz beschloß, da es nicht möglich gewesen sei. auf friedlichem Wege die Lohne in der Braunkohlenindustrie zu erhöhen, mit 368 gegen 2 Stimmen, daß auf allen Werken die Kündigungen einzureichen sind, und zwar so, daß am 17. Oktober überall die Arbeit eingestellt wird. Aus aller Welt Svanle ArrhcniuS f. Stockholms. Oft. (WB.) Nach ungefähr achttägiger Krankheit starb heute früh der weltberühmte Physiker und Astronom Professor Dr. h. e ©Dante Arrhenius im Alter von 68 Jahren. Vas Schicksal Filchne». Die deutsche Gesandtschaft in Peking drahtet, dah nach einer Mitteilung, die der britischen Gesandtschaft in Peking zugegangen ist, die nördlich von Lhasa angehaltencn Curopäcr. darunter offenbar Filchner. von t-en tibetanischen Behörden nach Ladkya (Rordindien) geführt werden. Line Frau mit drei Kindern überfahren. Zn Halle überfahr «m R « nnaut o eine Frau mit ihren drei Kindern. 3m Krankenhaus sind die Frau und ihr sechsjähriaeS Söhnchen gestorben, die beiden anderen Kind« sind schwer verletzt Der Rennfahrer wurde der Staatsanwaltschaft zugeführt Strafkammer Diesten. • Diepen, 30. Sept Am 2. Ofterfdertage diese« IahreS tarn eS Scke Schillerftrahe und Steinstrabe zu dn« Schlägerei, in der die Gebrüder K. drei andere junge Leute schwer mtst- handelten. Das Amtsgericht hatte sie deshaB zu Gefängnisstrafen von zwei Monaten und fünf Wochen verurteilt DieStrak- kämm« ermäßigte die letztere Strafe auf zwei Wochen, well der Gebrauch dneS Schlagrings nicht einwandfrei festgestellt werden konnte. Der Oberverwalter eines GuteS hatte im Oktober 1926 Rindvieh auswärts gekauft und aus dem Gut auf einet umzäunten Weide unter* gebracht: für eine Rächt hatte er eS ih einem etwa 100 Meter von der Weide entfernten Stall eingestellt. Es war seuchenverdächtiges B eh. das eine bestimmte Zeit von anderem Vieh getrennt in einem besonderen Raum untergebracht werden must und dessen Standort nicht gewechselt werden darf. DaS Amtsgericht hatte ihn von der Frage des Viehseuchenvergehens freigdproch^n. Die Strafkammer verurteilte ihn zu 20 M a rkG el d- strafe. Rach ihrer Auffassung lag in dem Weg- bringen von der Weide tn den Stall ein von dem Gesetz verbotener „Wechsel de« Standorte«. Amtsgericht Diesten. • Gießen, 30. Sept. Sinern hiesigen Hausbesitzer war von der Stadt Diesten wegen rückständiger Steuern die Miete gepfändet. IS der städtische Dollstreckungsbeamte erschien, um bei der Mieterin die Mietsume abzuholen. wurde er von dem Hausbesitzer mit Schimpfworten belegt. Die erwachsene Tochter mischte sich gleichfalls ein. Vater und Tochter wurden tätlich gegen den Beamten. Er wurde verhindert, der Mieterin die Quittung zu schreiben. Man zerriß ihm den Rock. Der Hausbesitzer drohte, mit einem Stuhl zu fragen. Der Beamte sah sich zunächst genötigt, da« Hau« zu verlassen. Erst unter polizeilichem Schuh konnte er seinen dienstlichen Auftrag erledigen. Strafe für den Vater und die pari«. 1.0h. (DB.) wie fjaoa« an« Palma meidet, ist die Iacht Delphin- mit Chamberlain anBorb am 30. September, nachmittag» 5 Uhr und der Kreuzer „3aime" mit primo b e Rivera abend» gegen 10,30 Uhr in Palma angekommen. General primo de Rivera begab sich sofort an Bord de» „Delphin". Ein in letzter Stunde veröffentlichte» KommunlquL betont, dah diese Unterredung, die von vornherein zwischen Chamberlain und primo de Rivera vereinbart gewesen sei, in der Hauptsache bezweckt habe, den gegenseitigen Wunsch, sich kennen zu lernen, tu befriedigen. Da» Kommunique fügt hinzu, e» fei sicher, daß in dieser Unterredung ein lUelnungeau»- lausch über die weltpolitischen Fragen fiatlgefun- öen j>abe. So habe General primo de Rivera erhärt. dast kein Abkommen und (eine Der- sländigung über die Haltung beider Länder über die Tragen, die den Gegenstand der Unterredung gebildet hätten, erfolgt sei. Chamberlain beabsichtige, Balcncla und wahrscheinlich auch Barcelona zu besuchen und stch bann nach 2H a - ro(fo ;n begeben. 3m übrigen geht fjaoa» Jeher Stellungnahme über die Begegnung vorsichtig au» bem Wege und zitiert nur da» von primo de Rivera über die Unterredung au»gegebene offizielle fiom- muniqutz. Auch die offiziöse presse läßt durch ihre vorsichtige fjalhing die Beunruhigung ernennen die in der französischen Oeffentlichkeit und in französischen politischen Kreisen über den Zweck der Begegnung Chamberlain - primo de Rivera herrscht. Die Gefahr einer englisch - spanisch - II a - llen 1 sch - griechischenMittelmeer-Ln- teufe, ber „Cleblingsibee" Mussolini», wird zwar bezweifelt, aber in die Erörterungen über da» Ian- ger-problem doch mit dnbezogen. 3cbcnfaü» hat bie schroffe Stellungnahme ber französischen Presse unb ber offiziösen Kreise gegenüber den spanischen wünschen in ben letzten Tagen einen merklich ver- söhnttchen Charakter angenommen. Eine Verschwörung in Madrid Pari». 2. Oft. (TU.) Nach einer Meldung btS Tlafin" aus Gibraltar soll bie Ipanische Polizei in Madrid eine D e rs chw ö r u n g a u s - gedeckt unb bei Haussuchungen meherer hundert Bomben gefunden haben. Leiter der Der- schwörung sollen die republikamschen Führer Mar- Schöffengericht Wetzlar. Ein Mctzgerselle aus Dillenburg hatte im 2uli während der Nacht in den Anlagen in DUlenburg zwei Lindenbäume abgebrochen, wes- halb Anklage wegen Sachbeschädigung gegen ihn erhoben wurde. Der Angeklagte war geständige er will die Tat in sinnloser Trunkenheit begangen haben, auch erklärte er sich bereit, für den Schoden vollen Ersatz zu leisten. Das Gericht erkannte auf 100 Mk. Gelbstrafe evtl, im Nichtbeltrev bungsfalle für je 5 Mk. 1 Tag Gefängnis. Eine früher in Wetzlar wohnhaft gewesene Kassiererin hatte ihre Arbeitgeberin, die Firma Rosenau, um einen größeren Geldbetrag geschädigt, indem sie ihre Stellung dazu benutzte, sich nach und nach Geldbeträge anzueignen, die nach Angaben des Geschädigten sich auf zirka 2000 Mk. beliefen. Um bie Unterschlagungen zu verdecken, hatte die Angeklagte Kastenzettel und Kontroll- streifen gefälscht unb Gelder vereinnahmt, ohne bie •Beträge burch die Kontrollkasse auf die Kontroll- streifen zu brücken. Auch brachte sie bie aufbewahr- ten Kassenzettel unb Kontrollstreifen in völlige Um orbnung, so daß eine etwaige Nachprüfung sehr erschwert, ja sogar fast unmöglich gemacht wurde. Wegen dieser Straftaten war nun Anklage wegen Unterschlagung und Urhinbenfäl|d)ung erhoben. Die Angeklagte war geständig, bestritt aber, daß die Unterschlagungen bie eingangs angebene Hohe erreicht haben. Aus der Tatsache aber, baß eine Schwester ber Angeklagten sich bereit erklärt hatte, bem Geschäbigten 2000 Mk zu erstatten, schloß bas Gericht, daß die Unterschlagungen der Angellagten tatsächlich diese Höhe erreichten. Das Urteil lautete wegen fortgesetzter Unterschlagung in Tateinheit Tochter: j e 4 0 M a r k wegen Wiberstands gegen htc Staatsgewalt. Wegen Belei d igung erhielt der Vater eine G e l d st r a f e von weiteren 20 Mark. Dabei wurde den Angeklagten ihre Rotlage zugute gehalten, sowie ihr mangelnde« Verständnis hafür, dast der Dollstreckungsbeamte, aus den sich ihre Wut richtete, lediglick' einen Dienstauftrag erledigte und keinerlei Einfluß auf die Mietpsändung hatte. Din Kraftfahrer auS Dutenhofen erhielt eine Geldstrafe von 20 Mark weil er ein Auto, dessen Rummerplatte durch Beseitigung deS Stempels ungültig gemacht war. burch Giesten gefahren hat. Die Straf« war de^alb nicht höher, weil eS sich lediÄich um die äleberführung de« Autos zu einem Äutohändler handalte. Aus der Strafhaft vorgeführt wurde die mehrfach wegen Diebstahls und Unterschlagung vorbestrafte Karoline Z. Sie hatte einer Zellen- genossin, mit der sie im Land geeichtSg es ängnis ein« Zelle teilte, Wäschestücke entzogen. Zugunsten der Angeklagten wurde Unterschlagung, nicht Diebstahl, angenommen. Strafe: 1 Monat Gefängnis. Abschluß de» Philologentags. Der vormittag des letzten Tage» der Philoloaen- versanunlung war wiederum der Arbeit der Sessionen gewidmet. Im englisch-amerikanischen Kulturkreise wurde die Frage „A n g li st i k in U n i ve r • fitfit und Schule" erörtert. Reserent und Korreferent war aus ber Reihe der Schulmänner entnommen, und brachten von ihrem Standpunkt aus Forderungen zur Sprache, deren Berechtigung auch von feiten der Universitätslehrer anerkannt wurde. In der am Nachmittag ftattfinbenben letzten Doll- Versammlung behandelte Prof. Wettsteln ((Böttingen) bas Thema »Herkunft und Schicksal der st u 11 u r k ö m p s e.E Den letzten Dortrag hielt Prof. Dr. Sali» (Münster) über da» Thema „Die griechische Malerei und ihre Noch- ro i r t u n gc n“. Nach einer kurzen Pause über- brachte Studienrat Dr. Lieh mann ((Böttingen) eine Entschließung zur Verlesung, die folgen- bermahen lautete. „Die 56. Versammlung der deutschen Philologen hält es für unbedingt notwendig, daß ben Lehrern der höheren Schulen wieder die Möglichkeit zu wissenschaftlicher Arbeit gegeben wird. Nur bann wird die Jugend in wistenschattlicher Weise erzogen und die hierfür unerläßliche Mitarbeit der Lehrerschaft der höheren Schulen an den Aufgaben ber Wissenschaft möglich. Del der UebeHaftung burch hohe Stundenzahl und starke Klastenfrequenz ist da» jetzt nicht möglich." Der nächste Tagungsort ist Salzburg, ber übernächste entweder Mainz ober Trier. Mit Prahm» „Akademischer Festouoertüre“ fand die Versammlung ihr Ende. Sieben deutsche Seeleule ertrunken. (Sin 2CO? Tonnen großer deutscher Oelleichter geriet im KorSfjvrd tn der Rähe von Bergen auf Grund und brach auseinander Die aus lieben Mann bestehende Besatzung, die in die Takdage flüchtete, konnte, obwohl ein Rettungsdampfer nach der S trän dun gS stelle geschickt tourb?. nicht mehr gerettet werden, da sie von den Wellen fortgespült wurden. Zwei Leichen wurden bereit- gefunden.________________ nrtl schwerer llittlndeeffitschun, auf I Monate (ieffingni», sowie Tragung ber Kosten durch die Angeklagte. Seger. Salbung einer Geldbuße von 300 Mk erhält bie Angeklagte Strafaufschub von 3 Jahren Der z. R. inhaftierte frühere Verwalter de» Sägewerk» Braunfel • ber Deutsch-Luxem- burgWn Bergwerk»- unb Hütten-» -G war wegen schwerer Urkundenfälschung und Unterschlagung angeklagt. Der Angeklagte zog für seine Ztrma mit seiner Unterschrift einen Wechsel von 5000 Mk aus einen anderen, versah ben Wechsel unbefugt mit der Unterschrift be» Akzeptanten und gab ihn bann an einen Dritten. Beim Fälli»iwer- ben des Wechsel» betfte der Angeklagte 3000 Mk mittel» unterschlagener Gelder, über den Nestbe trag stellte er einen neuen Wechsel au» und verfuhr ebenso wie vorher. Auch in einem dritten Fall verfuhr er mit einem Wechsel über 750 Mk auf die gleiche Art Der Angeklagte unterschlug seiner Arbeitgeberin insgesamt etwa 5000 Mk., bie er für stch verbrauchte. Einmal fälschte er auch eine Quittung über 375 Mk., um biese Unterschlagung zu vertuschen. Der Angeklagte war tn vollem Umfang geständig unb wurde zu 1 Jahr (Be- f ä n g n i • und zur Tragung der Kosten de» Verfahren» verurteilt. Rundfunk-Programm. Dlcnelag, 4. Oktober: 15.30 bis 16 Uhr: Die Stunde der Jugend, 16.30 17 45 llbr: Skandinavische Lieder. 17.45 bi» 13.05 Uhr: Die Lesestunde. 18.30 bl» 19 Uhr: lieber- trogung von Kassel: Jtllngenbe Saiten — Tanzende Elektronen-, Vorttag von Dipl.-Ong. Max Mengeringhausen 19 bis 19.30 Uhr: Funklioch- schule: „Berufthngiene des gelftiaen Arbeiter»", Vortrag von Stadtarzt Dr. Neinheimer. 19.30 bis 20 Uhr: Die Schachstunde. 20 Uhr: Ueberttagung aus bem Festsaal der Lieberhalle in Stuttgart Gesang-Konzert Anschließend: Uebertragung von Kastel: Kasteler Mundart Abend. Daraus: Neue Schallplatten. Ovomcnio^ ounter om» 6fdfc*t® vottia. • t>förc»t »Mranx V Schnee At'iupnn. ■ heoci X 6twitter.(g)wme>iiiit.«O' V.M •eichte» 0$t j5 «issifln SOdSuflwciL q itunn»cntf nordwc$% Oie »lene hicgen mit dem wmac ote oooen siebenen stcncroen zehren geren die Temperetge en v e Linien veromeen Orte teil e'cichcnx «uf nrtreimeeev umgcrechniien Luttdruct •^cttcwovAMciage. Das geltem über Island erschienene neue Drucks«llgebiel ist rasch ostwärts weiteraetzogen und liegt heute bereits über Schweden. Qvtifcbcr Daromeleranstieg fetzt alsdann von Westen her ein und läßt den Borst ost eine« neuen Hochdruckgebiete« erkennen. Im Bereich hohen Drucke« haben wir mit durchweg trockenem Herbstwetter zu rechnen. Infolge der klaren Rächt gehen die Tempevaturen stark zurück und sie durften tn höheren Lagen den Gefrierpunkt erreichen. Wettervoraussage Rach lübler und klarer Aacht morgens vielfach Rebelbildung, tagsüber Aufheiterung und trocken. WittcrungSauösichten für Mittwoch: Kein« wesentliche Llenderung. Lufttemperaturen am 2. Oktober: mittags 13,5 Grad Telsius, abends 14,1 Grad Celsius, am 3. Oktober: morgens 10,5 Grad Celsius. — Crdtempera- turen in 10 Zentimeter Tiefe am 2. Oktober: abends 12,7 Grad Celsius; am 3. Oktober, morgens 11,5 ®rab Celsius. Maximum 14,8 Grad Celsius, Minimum 9,4 Grad Celsius. — Niederschläge 1,6 Milli- meler Das schönste Haar werden Sie besitzen, wenn Sie alle 8-14 Tage mildem seit 1908bewährten Helipon-Kopf- Waschpulver Ihre Haare waschen. Dr. nr. 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Die Abendpresse spricht von einem gegen Primo de Rivera inszenierten Aufstand, der aber rasch habe unterdrückt werden können. Bisher sollen 18 Personen verhaftet worden sein. Mehrere Generale hätten beim König ein« Damarche für die Aushebung des gegenwärtigen Regime» unternommen. Italienreise des Bulgarenkönigs. Qual^äiszeichen derffuten JZamp OSRAM Donnerstag, den 6. Oktober 1927t Wies eck, den 3. Oktober 1927. M9D (hofie hauswirtsdiaftlidie Ausstellung BH 07144 atz zur Krankenkasse ist von 7 v. H. auf 6'/, Der Beitrags Ihre Verlobung geben bekannt 8943V Bietzen, den 30. September 1927. MMei,ieSkkslranrMsse öes LaMeW Sirtzeii. Wieseck Mietgesuche Gießen (j. 3- UnlversitSts-ArauenkllnIk), 30. Sept. 1927 8967 D Statt Karten! ^KANADA Gießen, den 3. Oktober 1922. 07118 Damen Mäntel Kleider 07140 [07071 fach 143. MMWMWWI gesucht. 89650 £ VleAWW I. gesucht. 89710 vorm. ab t» Ubr Wellfleisch mit Kraut Zwangsversteigerdng K 68/26 gesucht 07128 21 MrliiiZ geiacht. 8946 D 89610 SufTitf. 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Zu erh. in der GefchäfiSst de» Tüchtige» Hausmädchen gegen hohen Lohn ! o Gehörbildung, Musikdiktat Primavista-Singen, Theorie Harmonielehre Geschichte der Musik Elementar- und höheres Klavierspiel (Solo, Ensemblespiel, Uebungen im Begleiten) Gießen, Steinst!. 55 2. Oktober 1927 MAMBURG - AMERIKA LINIE HAMBURG ■ Anläßlich des Pferdemarkles an der Pnlvermöhle. _____"_________________________________________ 8949D unter gütiger Mitwirkung von Magda Spiegel von der Frankfurter Oper Annf Hannewald, Neues Theater, Frankfurt a. M. Stephan Mortschitchin, Balalaika GürtleneDuo, die lustigen Hessen H. Sternfeld, Conferencier •• Salon■ Orchester Von der Reise zurück Prof. Brüning Sprechstunde von 11—1 Uhr Für die anläßlich ihrer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken herzlichst Hermann Jröde und Frau Elisabeth geb. Heß Oie Geburt eineS gesunden Jungen beehren sich anzuzeigen Frih Höxter und Frau Aenne geb. Kuhn MSI. Simmet m. ei. L. a. vrm. Wa6 Wetzsteinstr 44Il,r. Zu der am 15. 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R o l o s f das Wort zu seinem F e st o o r t r a g. Er führte u. o. aus: Hindenburg entstammt einem alten osipreußi- schen Adelsgefchlccht, das dem Vaterland schon viele tüchtige Offiziere und Beamte gestellt hatte. Er ging aus dem Kadettenkorps hervor und gelangte nach Darauf hieb der Ortsgruppenführer Spie* vom „Stahlhelm" die grobe Festgemeinde herzlich willkommen und tagte dann in seiner Ansprache u. a. nxUer: Der Herr Reichspräsident, unvergleichlich in feiner Bescheidenheit. Selbstlosigkeit, feinem Opfersinn und Pslichbewubtscin hat gewünscht von össent- lichen Feiern abzusehen und die dafür bcrcifgc- ft eilten Beträge wohltätigen Zwecken zuzusühren. Dennoch Haden wir eS uns nicht nehmen lassen, die'en Weihetag unsere- EhrenmitglledeS im L ahlhelm“. de- besten Kameraden im D. O. B. (Deutscher Offizier-Bund) festlich zu begeheiv Selbstverständlich wird niemand unter unS sein Schm.lein für die Hindenburgspende vergessen. Wir wollen kein üppige- Fest feiern, sondern wir wollen diesen Ehrentag dazu benutzen. um eine Schar echt deutsch denkender und handelnaer Manner und Frauen, Mädchen und Gi'iigltnfle aud allen Schieb'.en unserer Stadt ohne Rücksicht auf Rang und Stand hier zu vereinigen al- Bild einer Dc3gemeinschast, wie wir sie im „Stahlhelm" umfassen, einer BolkSgemeinschaft, die alles Trennende zurückstellt, zersetzenden Klassenhab und Klasseniamps zurückweist und die nach dem großen Dorbild unsere- Hindenburg sich die innere und die äuHere Befreiung Deutschlands ?,um Ziele setzt. So wollen wir im Ausblick zu Hindenburg al- hen besten Deutschen, den getreuen Ekkehard, Kraft schöpfen, um überall her- fine Baterland-liebe, Sinn für Zucht und Ordnung, Ehre und Pflicht zu wahren und un» da- feste Denrauen auf Deutschlands glückliche . lufunft zu erhalten. Da- will unsere heutige Feier. Wenn wir si« in diesem Sinne begehen, dann wird sie ein Geburtstagsgeschenk für unsren 'cichsvrfiioenten-Feldmarschall. da- einen wnr- i igen Platz in der Reihe der Festgaben bean- ■frueben kann. Wir wollen jeder an feiner Stelle mithefien, um das große vaterländische Ziel zu «rreicheil. DaS wollen wir geloben in folgendem Telegramm an den Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg: „Dem Vater de- Vaterlandes zum 80. Geburtslage ehrfurchtsvoll« Glückwünsche. Gott erhalte Ew. Erzellem noch viele Zähre. Die hier versammelten viele hunderte deutsche Männer und Frauen geloben treue Mitarbeit an der Schaffung wahrer Volksgemeinschaft" lich abgeneigt, die in einet Zett anbertr Ledens- und Macht Verhältnisse geschaffene Lage im Mittelmeer- gebiet den (Erforbcrntfien der Gegenwart anzupasfen. Diese Anpassung müßte natürlich durchweinen friedlichen Ausgleich aller beledigten Staaten geschaffen werden, und sie würde, wie jede» Äompro» mitz. nicht alle Wünsche befriedigen. Aber es ist wahr, daß auf diesem Dege die sich grsähttich hauenden Spannungen neutralisiert werden konnten. Nicht umsonst hört man immer wieder Andeutungen von einer weitherzigen Umgruppierung des englisch-italienischen Kolonial- und Mandats- besitz«» im östlichen Mittetmeer. Nicht umsonst Nagt eine ähnliche Ausgabe wie Hindenburg, zu erfüllen hatte Wir sind Hindenburg zu graßicm Dank verpflichtet für seine gewaltigen Leistungen noch aufjen, wie nach innen. E» gilt auch für ihn, wa» auf dem Blücherdenkmal zu 'JioftcJ steht „vm Harm und Rrtcg, in Swrz und Not, bewußt und grob, so nh er uns vom yeinbe los." Brausender Beifall dankte dem Redner für seine markige An- proche. Frau Dr Fischer und Herr Herr mann brachten hieraus in vortrefslicher Weise da» Larghetto" und den „Deutschen Tanz" von Mozart zu Gehör. E» folgte dann der ein- drucksvolle Vortrag de» Gedichts „Mein Glaube" von B v. Selchow durch Studienrat Dr. Mül- I e r. Sehr beifällig ausgenommen wurden auch die letzten beiden Musikvorträge: „Tu bist die Ruh' von Schubert und „Elfentanz' von Popper. Tic beiden künstlerischen Kräfte, Frau Tr. Fischer und Herr yjerrmann, die auch diese Vorträge übernommen hatten, brachten als Zugabe nochmals den Teutschen Tanz von Mozart. Ter 1. Vorsitzende, Prof. Dr. Rrausmüller, dankte in seiner Schluhansproche allen, die zum Gelingen de» Festabend» beigetragen hatten. Ehrung durch die allen Soldaten. Spanien gerade über bk französische Unduldsamkeit hi der TtaroUofroge und bas mangelnde Ent- gegen kommen Frankreich» gegenüber den spanischen Wünschen in Tanger. Es wäre verfrüht, heute schon Folgerungen au» dieser Lage zu ziehen. Aber e» kann deutlich festgestellt werden, daß das oielbe- sprochene Sicherheitsproblem, das noch lange nicht aus den Abrustungsoerhanblungen ausgeidellet fit. emen neuen Brennpunkt gefunden zu haben scheint. Einen Brennpunkt, der nicht mehr in Mitteleuropa und auch nicht eigentlich im Osten, sondern im Mittelmeergebiet liegt. KansteichsZicherheitsbediirsnis am IHirtelmeer. von unterem diplomatischen L-N.-Berid^terftatter. (Nachdruck auch mit Oeflenangabe, verboten.) Gens, 1. Oktober 1927. wjUin bat viel geredet über di« unliebsame Der- ouickung der Abrüstungsfrage mit dem Slcherheitsprodlem, man hat sich darüber (xftntien, welches vor dem anderen zu regeln wäre, und man hat ja auch eine Kompromißlösung gelungen die die An der Zusammengehörigkeit von Sicherheit und Abrüstung 6otumenturt. Die deutsche Oeffenttichkeit scheint zu glauben, bafe mit diestr Rompromtfcformel der trogen mitzbrauchlichen Be- Nutzung der Sicherst''tswünsche zur Verhinderung der Abrüstung ein Ende geniadst werde. Aber man aeljt habe! wohl von der falschen Voraussetzung au», daß Front:eich bk Erinnerung an die secu- rik immer nur im Hinblick aus seine Grenzen zu Der 80. Geburtstag bei Reichspräsidenten von Hindenburg wurde gestern auch In unserer Stadt in würdiger OTrle begangen. Dem Wunsche de- Präsidenten entsprechend. hatten die Behörden von ossiziellen Feiern al^gelehen. Da- sür waren von anderer Seite private Ehrungen veranstaltet, die einen denkwürd'^en Verlauf nahmen' über diese Feiern bercht.-n wir weiter unten. Zu Ehren des AeichSpräsik-enten wiesen die Straßen der Stadt zahlreichen «jlaggenfchrnuck aus' die amtlichen ®ebäu'*c hatten ixe Reichs- slagge gehisit. während auf den mi( türischen Gebäuden die ReichSkriegSllagge und nach der neuesten Anordnung de- Reich»wehrmin sterS auch die RcichSflagge Schwarz-rot-gold zu sehen war. Am Bormittage um 10V-- Übr fand auf dem Hofe der Zeughauglaserne ein Appell der gesamten Garnison statt, daran anschließend war in der IohanneSkirche für die evangelischen Trup- penangehörigen besonderer Mil.tärgotteSdienst, während die kathvNschen Soldaten der Messe in der katholischen Kirche beiwohnten. 3n der Mittagsstunde versammelte sich bei einem festlichen Mil tärkonzrrt . m L ebigDcn'mal eine gr h Menschemnen«. Zn den ^ormittag--Gottes- diensten her Zivilbevölkerung wurde in den Predigten. wie auch fürbittenb im Debet de- Herrn Reichspräsidenten von Hrndenbirrz gedacht. Die LandeS-UniversitSl bekundete in cipem Glück- wum'cch-Tclegramm an den Präsidenten ihre ehrfurchtsvolle 6 nebenbeit 3m einzelnen ist fol» gendes zu berichten: jlänzenber militärischer Laufbahn zu einer der jöchsten Stellen, die cs im alten Heere gab. In ein- jeweibten Kreisen galt er als befähigter, tüchtiger )ffizier von lauterem Charakter Ohne den Krieg, der ihm Gelegenheit gab, seine Feldherrnkunst zu zeigen, wäre H ndenburgs Name aber einer größeren Oefsentlichkeit unbekannt geblieben. Man stellte ihn vor die austerordentlich schwere Aufgabe, die Vernichtung der deutschen 8. Armee durch die russische Uebecmacht abzuwenden. Hindenburg zeigte, als er diese Ausgabe zu lösen begann, ruhiges, klares Urteil, eiserne Entschlossenheit und Kühnheit. Mit rücksichtsloser Verwegenheit ergriff er die notwendigen Mahnohmen. Ter Erfolg gab ihm recht. Er umgmg in der Schlacht bei Tannenberg mit viel schwächeren Kräften den viel stärkeren Gegner und vernichtete ihn. Diese Schlacht war ein ungeheures Ereignis. Damit errangen die deutschen Truppen mit einem Schlag die moralische Ucbermacbt über die Russen. Das Zarenreich wurde in der Folgezeit niedergerungen. Hindenburg war der populärste Mann Teutschlands Mit der Größe der strategischen Leistung verband sich aber mich die Größe des Menschen. Die innere Pc- scheidenbeit hat ihn nie verlassen. er ist bei aller Vornehmheit der einfache Mann geblieben, nie hat man einen Zug von E tclfeit bei ihm gefunden. Ihm fta-'b aber noch Schweren bevor. Deutschland unterlag trotz oller Siege der U. rme stt. Hindenburg sah seine Ideale am £kXn liegen Der Augenblick des Zusammenbr'. chs s- Ute an ihn die höchste Anforderung, er mutz'e sich entscheiden, ob er den Gewalten sich zur tuet* igunM stellen wollte, die setzt in Teutlchlard die Macht hatten. Menn er sich ihnen versagte, wenn er die zfrmee sich selbst überließ, bann wäre die größte Unordnung, wo- möglich der Bürgerkrieg, die Folge gewesen. Er hat keinen Augenblick geschwankt. Wie mag sein Herz geblutet haben, als er selbst die Hand dazu bieten mußte, die Armee auszulösen! Er hat sich selbst überwunden. Das Vaterland stand ihm höher als Ne Staatsform. Den inneren Kamvf hat er in der Einsamkeit oiisgefochten. Sein Pflichtbewusstsein und seine Würde haben alle Gegner, die nach dcm Kriege gegen ihn auftrat-n, entwaffnet Seine Vor- nebmbeit und seine Reinheit haben Ihn auch an den Plcitz gestellt, auf dem er heute steht Das deutsche Volk wollte eine ausgeprägte Persönlichkeit als Führer haben. Darum berief es Hindenburg an die Spitze b< 3 Reiche •. Der Monn, der In oft im n-.-'j, tä risch en Lben im rechten Augenblick den richtigen Entschluß faßte, hat dies auch oft schon im politischen getan Das Volk hat also damals richtig pe- wählt? Hindenburg steht über den Parteien. Weil man seine Pflichttreue, fein gesundes, klares Urteil kennt, deshalb kann keine feiner Handlungen unbeachtet bleiben Das zeigt fein Auftreten in der Frage der Schuld nm Kriege. Bei der Betrachtung der Perfönlichkeit Hindenburgs werden mir unwillkürlich an den alten Kaiser Wilhelm erinnert, her ebenfalls durch seine menschlichen Eigenschaften Deutschland gememt habe. Da» ist, roe mir prominente Mitglieder der franzostschen Teicgatien versichert haben, durchaus nicht der Fall. Es sei rin Irrtum, wenn man meint, die frunzosische Delegation heg« dm Wunsch nach weiteren Garantien ^genuber Deutschland. Hier genüg« der Cocarnoocrtrag vollkommen, und in Frankreich sorge sich niemand um die Grenze zu Deutschland. Besorgt um seine Genze mit Deutschland muß, so tagte man mir, nur Polen sein. Deshalb versucht man auch, einen Garantiepakt im Osten zu schäften. Besorgt um Frankreichs eigene Gr e n z e n ist man nur gegenüber 3 t a • den. Wenn die Franzosen in der vorbereitenden Abrüstungskommifsion über die Abrüstung unter dm gegenwärtigen Bedingungen tatsächlich vorhandener Sicherheiten sprechen werden, jo »»erden sie sofort auf den Widerspruch Italien» stoßen, weil Frankreich nach dieser Rictstund wegen des Fehlens jeglicher (Garantien nicht abrüsten kann. Es ist tm (Begenteil sogar dazu gezwungen, die Rüstung zu v e k st a r k e n , rnn im Rotfall an zwei fronten kämpfen zu können Die Reform der italienischen Armee, di« im Jahre 1929 beendigt sein soll, ist so gedacht, daß das italienische Heer, was Bewossnung anlangt, dem französischen gleichwertic, ist und W- gleich einen stärkeren Mannschaftsbestand als Die Armee Frankreichs atstweist. Di« Franzosen haben um di« Verflechtung und die dufrcd’krhaltung der unteilbaren Einheit zwischen Sichert und Abrüstung mir deshalb so zäh gekämpft, weil sie alle mit Sicherheit zu erwartenden staiienischen Einro-ndungen dadurch widerlegen könnten, daß sie Italien einen TI ittelmeer- pakt zwischen Frankreich, Italien, Südslawien und Griechenland vorschlügm. Ein Pakt, der v o n England garantiert werden konnte. Italien würde die 'Verantwortung für das Aufstiegen der Abrüstungskonferenz durch die Ablehnung eines folchen Paktes gewiß nicht auf sich nehmen. Außerdem wäre eine solche Weigerung der klar« Beweis dafür, daß nicht Frankreich die 'ÄbriHtung sabotiere. — Einen vollen Erfolg von der Abrüsttingskonferenz Dtrfprcchcn sich die Franzosen nur dann, wenn das Sicherheit.'Problem vocher gelöst ist. Aber sie sind auf jeden Fall bereit, mich unter den gegebenen, imvollkommenen Sicherheilsbedingungen über die Abrüstung zu verhandeln, selbst wenn das Ergebnis naturgemäß nicht völlig befriedigend fein kann. Soweit di« ©tcUunanahm« der französischen Delegation. Die Engländer erklären bemgegen- über, daß sie feine einzige Sicherheitsyarantie n.ehr übernehmen kannten. England hat nichts dagegen und wiwscht c» sogar, daß die europäischen Staaten 1 selbst kann neue Verpflichtungen nicht mehr übernehmen. Die einzig« Ausnahme dürfte berTtittel- m c c r p a t t sein. So die Engländer. — Wir können als Kommen- fnr hierzu wohl sagen, daß der Mittelmeerpakt, für den England die Garantie übernehmen würde, wahrscheinlich anders aussehen müßte, als der P^itt. der dan Franzosen vorschw'bt. Die Fran- zosen wollen von einer Lösung der vielen im Mittelmeergebiet ungelöst schwebenden Probleme nichts wissen. Sie wollen sie einfach beiseite räumen durch die glatte Garantie des gegenwärtigen Zustands. England dagegen ist nicht grundsätz- „SNcrrn Reichspräsidenten von Hindenburg Berlin. Die Hessische LandeSuniverfität in Gießen bringt Eurer Erzellenz zur Dvllendung des achtzigsten Lebensjahre- in Ehrerbietung und Dankbarkeit die herzlichsten Glückwünsche dar. Der Rektor: Rosenberg." Fe»er der Deutschen Dolkspartei. Dl« hiesige Ortsgruppe der Deutschen 23 o (f sparte! veranstaltete am Freitagabend anläßlich des Geburtstages unsere» Reichspräsideoten «ine Familienfeier. Im Auftrag bt» 1. Vorsitzenden, der durch die lange Stadwerordnetensitzung n'cht gleich anwesend sein konnte, begrüßte Lnndg richtsd'rektor Schudt die Parteifreunde. Er wies darauf hin, daß die Partei, dem Wunsche Hindenburgs folgend, von einer größeren Veranstaltung abgesehen habe, den lag aber nicht vorübergehen lassen wolle, ohne seiner in schlichter Weise zu gedenken. Der wir- kungsvolle und fehr beifällig aufgenommene Vortrag des „Cargo“ von Händel durch Frau Dr. Fischer IKlavier) und Steuerassistent Herr- mann (Cello) leitete die Feier ein. Studienrat Dr. TI ü l le r trug alsdann packend das Gedicht .^Hindenburg“ von Salewski vor. Großen Beifall fand auch Frau Prof. Logue ur, die stimmungsvoll ein Volkslied und zwei Lieder von Hugo Wolf fang-, die Begleitung der Gesänge hatte Prof Dr. L a • q u e u r übernommen. Studienrat Dr Müller Anläßlich de- 3). Geburtstage- de- Reichs- präftoenten, Generalieldmarfchall- von Hindenburg veranstalteten .Der S t a bI b e lm' Bund der Frontfolbaten und der Deutsche Osfizier-Bund am SainSiagabend im Saale de- Lase Leib eine sehr stark besuchte. eindruckS- volle Feier. Der mit Fahnen in den alten Reichs- iaiben und in den hei>t;chen LandeSfarbcn ichmückte Saal war vollkommen besetzt, auf Bühne sah man inmitten guter Dekoration großes Bild de- Feldmarschalls. Die Kapelle Topp leitete di« Feier einem Atmeemarsch und einer Ouvertüre Revue der Eitelkeit. Bon Softe von Uhde. Berlin, Anfang Oktober. Sn Berlin ist eure Art Epidemie ausgebrochen, eine recht lietxn-würdige, voll Dust uno Glanz, da- muh man fagcit, aber von ganz verheere.r- der AnsteckungSkraft. ö;e ergreift vorzugsweise da- weibliche Geschlecht aller Altersstufen, bei den Mannern ist sie mehr fehmbärer Art. Unmöglich zur Zeit mit einer Dame in Berlin ein vernüi»fttgeS Wort zu reden, fei sie die würdige ®rDpmutter Rugby spielender Enkel oder ein windiger „flappcr“. Kaum haben Sie den Mund aufaemaebt. um beispielsweise über Aetherwellen- Umsttz mit ihr zu reden und beginnen: .Haben Sie schon —", so sehen Sie sich bereit- stürmisch unterbrochen: .die Modeauästellung gesehen, meinen Sie? Aber Gott, natürlich doch, ich bin jeden Tag zweimal draußen!" Und nun ergießt sich ein Suada der hellsten Begeisterung über Sie. Gehen Sie auf dem Kurfürstendamm spazieren und begegnen Bekannten, so werden Sie nicht mehr begrüßt wie ehedem: .Oh. guten Tag, entzückend, daß ich Sie treffe I — sondern ehe Weeden atemloö bei der Hand ergriffen: .Liebste. diese ModeauSsteftung!! Ich bin ganz boul «versiert! Ich träume Tag und Rächt davon I RäcbstenS werde ich mir eineß dieser echt goldenen Klsider anicheften." Unb der Gatte mit den Rügen befragt, bestätigt'- melancholisch Wenn- Sie eine Zeitung öffnen: Die Mode der Dame' Denn Sie vor den clegantrn Läden der Eich oder des Westens stehen: Hinweisung auf die Ausstellung? Und wen?: Sie sich mit einem obrer Freunde ein Rendezvous geben, so wagt er fcho:t ganücht mehr. Sie au? irgend einen Tanztee zu bitten, sondern er meint ergeben: .Dir werden wohl auf die Modeausstellung geben?" och habe mir vorgenommen, dieser aktuellen Epidemie nicht zu unterlegen, und da ich meinet Statt nicht so ganz traue, bm ich zunächst der Rettung überhaupt fern geWiebctv Aber das ^efrt ja nicht auf die Dauer, man kommt sich ia in einer Weise antiquiert vor. wenn man für.? Tage nach der Eröffnung immer noch nicht dort war, man wagt es garmemembea zu sagen. Hnb schließlich begibt man sich, mit Dista-« gewappnet — aber doch ein wenig erregt, zum Ausstellungs- gelande am Funkturm. Eie glauben in den Gärten der Semir am iS zu fein! Der zarteste blaue Himmel der Welt, lauter duftige Tülkvolken verhüllen die faW- kvnsiruktive Form der Halle. Und wa- da schimmert an sanftem Seiden glanz und hellem Leuchten goldener Brokate, an weich riefelnden Spitzen und kostbar schwerem Fall der Pc'.ze. an Blüten, Bändern und Agraffen. daS ist wahrhasttg eine Sinfonie weiblicher ©tcEteiten! Alle Typen Signierter Kleidung sind hier in erlesenen Modellen vorgeführt, vom aufrauschen- txm Abendkleid, bis zur sportlich herben knappen Linie des Straßenkomplets — dazwischen die zur Eleganz unerläßlichen bunbert Klerni^eiten. Man schaut und wandert und vergißt völlig die Zeit. — Gütiger Himmel, wie ist mir denn? 3; ich habe eine gairzr Stunde damit zugebracht, ctraig und allein das Publikum $u studrren, die meisten waren verhetratet. Aber haben totr nun auch alles gesehen? Sind wir lange genug im Eaf 6 .Samt und Seide" g^dkn, haben torr die Svirale-Manne- qutnä gerutgenb tn uns a uf genommen, die wirklich ap to date ftnd und bewirken, daß eenem ganz stilisiert zu Mule wird, haben wir unS die Schlager aus der AusstellungSrevue .D e r- lin ist Mode" auch ordentlich gemerkt? Wir können allo von jetzt ab mitreden. Wir können ebenfalls der nächsten Bekannten, der wir begegnen, statt aller Begrüßung ergriffen entgegenrufen: .Oh, ich habe einen Pelz auf der Ausstellung gesehen, einen Pelz!!!" Unb es kommt uns von Herzen, gestehen wir eS nur. Wir find gar nicht so frei von dieser merkwürd gen Epidemie. und wenn totr auch ein leichter Fall sind, immerhin — Aber draußen, vor dieser Halle der Der- führung, steigt der Funtturm in einen herbstlich klaren Hunmel, der blauet ist alS alle Tüll- wollen der Welt. Unb da uns nun doch ein wenig sehr samten und brokaten zumute ist, wie wär's, wenn wir tn dte Freiheit echappierten, zu den duftenden märstschen Kiefern, an die kleinen, stillen Deen, di« so rem und Ichün sind und so hoch über aller menschlicher Eitelkeit? Schriststellerhonorare vor 100 Jahren. Di« .Opinion" hat einen Artikel ausg: graben, der im Jahre 1835 erschienen ist, und tn dem die Schriftsteller tn fünf Klassen ein geteilt werden 1. Diejenigen, von deren Büchern sich diS zu 2500 Exemplaren verkauften Sie erhielten für jedes Werk 3000 bis 4000 Franc. Rur zwei Schriftsteller erfuhren dieses Glück: Victor Hugo und Paul de Kock. 2. Diejenigen, von deren Werken bis zu 1500 Exemplaren abgesetzt wurden Es gab derer vier: Balzac, öoufie. ©ugüne, Sue und Jules 3arm. 3 Diejenigen, von deren Büchern man bis au 1203 Ssemplare verkaufte unb die für ein solches Buch 1000 bis 1200 Franc erhielten 4. Diejenigen, denen man für 600 b>s 900 Exemplare 500 Franc bezahlte. Es waren ihrer zwöll. darunter Müsset. 5. Diejenigen die für weniger als 500 Exemplare 100 vis 300 Franc erhielten Zu ihnen zählte Thöophile Gautter! .300 Francs für 500 Exemplare!" bemerkt dazu der .Quotibien“, der sich mit diesem Qlrtifel beschäftigt. .Während heute «in ern- faches Exemplar einer Schrift von Paul CDaldrn, das nur wenige Seiten enthält, für mehr als 1500 Franc verkauft wird." Rack dies« mit lebhaftem 'Leisall aufgenom- menenAnsproche hielt Professor Dr. Schmoll die Festrede, in der er u. o. fogte: Meine Aufgabe heule ist leicht unb doch auch schw«; leicht ist sie. weil kein Wort au groß und zu kühn ist. um die Verdienste des ManneS zu würdigen, der an der Spitze teS Deutschen Reiches steht: schwer ist sie, weil es dem schlichten Sinne Hindenburgs widersprechen würde, wenn man ihn laut rühmen wollte. Hindenburg, der das Veste unseres deutschen Volkstums in sich verkörpert, bet allgemein und warm geliebt und txrrtfjrt wird, war der erste im Kriege, er ist der erste im Frieden, der erste im Herzen des deutschen Volkes. Der Redner schildert« hierauf in großen Zügen den Lebensgang des Marschall- bis zu der größten Schlacht des Weltkrieges, bei Tannenberg, den Schlachten in Masuren und der dadurch erreichten Vefreiung Ostpreußens von den Russen. Weit« sagt« dann der Rebn«: Mit einem Schlage war der bis dahin unbekannt«! Raine dieses Führers nun in der ganzen Welt bekannt, mit einem Schlage war « d« Held des deutschen Volkes. Au- der Rot heraus war dieser Mann an feine Aufgabe berufen worden, den nun in unvergleichlicher Weise das Vertrauen deS deutschen Volles trägt. Di« lange und schwere Kriegsjahre mit unzähligen Siegen stand « an unserer Spitze. Aber die wunter- baren Siege führten nicht zu dem ex- sehnten Frieden, well d« Bismarck sehlle, der nach heldenhaft durchgeführtem Kriege -um ehrenvollen Frieden führte, weil bet kraftvolle Staatsmann fehlte, der dem Maulheldentum und der Phrase daheim en«gisch entaegengetreten wäre. So kam d« furchtbare Zusammenbruch Ab« auch und «st recht im Unglück zeigte sich die Gröhe Hindenburgs. Er führte das Heer über den Rhein zurück und «rnöglichte eine im großen uni) ganzen geordnete Demobilmachung, bewahrte uns« Vaterland vor dem Ehaos und dem Elend. DaS war eine Leistung, die sich den großen Siegen Hindenburg- würdig an die Seite stellte, weil sie in ein« Zeit des allgemeinen Wankens und d« stärksten Erschütterung vollbracht wurde. 3n diesem Zusammenbruch faßte Hindenburg wohl den größten all« feiner großen Entschlüsse: Mag alles wanken und sinken, ich bleibe auf meinem Posten. So wurde aut dem Chef deS Gen«alstabes des Feldheeres ^Oberbefehlshaber d« Deutschen Republik. Wie schwer mag tem Soldaten, der drei deutschen Kaisern und Königen gedient hat. dies« Entschluß geworden sein. Damals wuchs dieser Mann zu einer übermenschlichen Gröhe hinaus, « wurde zum Sinnbild oer Pflicht und d« Liebe zum Volk. Rach der Unterzeichnung des D«saill« Diktats legte er den Oberbefehl nieder und zog sich ins Privatleben zurück, eine unsterbliche Größe der Weltgeschichte. Rur knapp sechs Jahre dauerte die Ruhe. Als das deutsche Volk zum erstenmal selbst seinen Führ« wählen durfte, nicht die Partei, da berief es seinen besten Mann an die Spitze des Reiches: Generalfeld- marschall von Hinixmbura, ein Beweis für die Volkstümlichkeit dieses Mannes. D« getreue Ekkehard des deutschen Dolles brachte mit seinen 78 Jahren auch noch diese- riesenhafte Opf«. Er wurde wahrhaftig d« Vater des Vaterlandes. Fast 2Vi Jahve waltet Hindenburg nun seines hohen Amtes. Manche Schranken sind in dies« Zeit schon gefallen, manch« Zank und Streit ist begraben. Hindenburg versteht auch eine Kunst, er versteht zu schweigen. Das heißt nicht etwa untätig zu sein, sondern « versteht schweigend zu handeln. Al- « jetzt bei der Weihe des Tannenb«g-DenkmalS dieses Schweigen brach und fei«lich vor der ganzen Welt behmtete, daß wir Dein in den Krieg gezogen sind und mit reinen Händen das S^.wert geführt haben, da sprach er das aus, was alle Menschen, die noch deutsch denken unb fühlen. Wir alten Soldaten wollen ihm für diese Worte ganz besonders dankbar fein. Das Beispiel deS großen Reichspräsidenten lehrt uns in seiner vorbildlichen Pflichterfüllung, daß über der Staatsform der Staat selber steht. Wir begrüßen es als ein Derdienst des Reichspräsidenten von Hindenburg, daß nicht nur in diesen 2*/t Jahren das Ansehen Deutschlands in der Welt gewaltig zugenommen hat, fonbern daß auch viele Deutsche. Herbstmelancholie. Don Anton Schnack. Jetzt ist es Zeit, an den Gärten vorbeizu- 0reifen, jetzt, da bet Herbst mit seiner Derwildc- rung in sie herein gebrochen ist und alle Gärten mit der unwiderstehlichen Derzaub«ung sein« Trauer und feiner Todesnähe, mit grausam« und einsam« Stille und mit schmerzlichen und schwermütigen Gerüchen ungefüllt hat. Jetzt in diesen verchl eierten unö leblosen Tagen denke ich an viele Gärten der Jugend. Sichst du ihn stehen, den Knaben Johannes mit glühenden und zugleich verdunkelten Augen, verdunkelt von einem unbekannten und schwärmerischen (Srgriffmfein, wie er im windlosen Kasta- niengeböL$e stehl, die Hände voll g'.änzend« und feuchter Früchte, die eben auS d« Schale gesprungen sind und üb« das Gras, da- t<ßon lange keine Mäh« mehr faß. hinkollert en. Siehst du ihn stehen am moorigen Rande des kleinen Weih«-, der bew gungslo- einen grünlich fahlen Spiegel in das graue Rachmittags'.icht des sterbenden TageS hebt. D« Knabe starrt hinunt« in den sumpfigen unö sickernden Boden des ®c- wässers, in dem die Frösche zum letzten Male ihre Schwimmsüße bewegen, um In die schlam- n.ige Tiefe vor dem einbrechmden Wint« fick zu vergraben. Dies« Knabe bin ich, erregt, blaß und ersckfit «t, denn immer stand mir der Tod näh« alS da- Leben, immer hat mich die Der- fchwiegenheit und Leblosigkeit des Herbstes tief« ergriffen al« die feurige unö gewalt.ge Fanfare des Frühlings unö des Sommers. Roch jetzt, da ich im All« stehe, suche ich die Gärten, und die Ränder der Wald« des Herbstes mit ein« unwid«ftehlichen Leidenschaft und Liebe, wie man seltsame S Löte, eine Geliebte ob« das Meer auffudji. Was will ich da? Ach die 2Tbcn- teuer sind gering mi ihrem äußeren Gesicht, aber er.chüt emö iin Geheimnis des inneren LebenS unb verschlossen« Qi ei gütigen. Im seinen Qte et des Rackmittags, fast schon mehr dünner Regen als Reb.-lschlei«. sehe ich kne 0>enus''.atue vor en blät «den und trostlosen Bäumen. In den naaten Schultern der an^bete- ten Gö'tin krümmt sich ein Frö' ein. Langsam und st.merzlich verfällt bas Lächeln d« Liebe au« schwulen Frühlings- und Sommernächten in den Mienen ihr« Schönheit. Aus iyre Brust hat sich die früher verbittert und angewidert von den neuen Verhältnissen sich zurückhielten, sich wieder dem Staate und Volk zur Verfügung stellen, unö zwar darum, well ein Mann an der Spitze steht, öer «S uns 80 Jahre vorgelebt hat: nicht- für uns, aber alle« für da- Doll! Ein Wann, der nicht- von Rechten wissen wlll, sondern sich mit einfacher Erfüllung fein« Pflicht befcheidet, bet Opfer über Opf« bringt und der Entsagung übt über Entsagung, an den kein Parteigetriebe und kein Parteigezänk, vor allem aber nichts Gemeines heranreicht. Da- ist ein Segen von Gott, dessen wir uns aus tiefster Seele freuen dürfen, nicht nur in festlichen Stunden, sondern auch bann, wenn diese verrauscht sind unö wir Wied« vom Alltag umfangen werden. Möchte Hindenburgs Glaube an Gott, feine grenzenlose, opferbereite Liebe zum Daterland und sein Vertrauen auf eine bessere deutsche Zukunft uns alle «fassen und erfüllen. Ihn, den verchnmgswürdigen 'Kettet bet Vaterlandes wollen Wit — ich bitte die Versammlung sich von den Plätzen zu erheben — mit folgenden Worten eines deutschen Dichterin tiefer Dankbarkeit grüßen: „Et leuchtet über Trug unö Tücke, Ihn beugen nicht die achtzig Iaht, Den Herrlichen, der groß im Glücke Und größer noch im Unglück war. Dem Höchsten Dank, der ihn erhalten Zu des zertretenen Volkes Heil; Herr Gott, laß ihn noch lange walten, Und Segen, Segen sei sein Teil." Nachdem der überaus starke Beifall der Fest- Derjarnmlung verrauscht war, sprach General (Bros namens des D. 0. B.: Dem Fellmrarschall-Reichspräsidenten wollen wir heute unsere herzlichsten Glückwünsche darbringen. Möge das deutsche Volk in seinem Feldmarschall allezeit einen seiner besten und größten Söhne ehren. Mögen di« Deutschen, insbesondere unsere deutsche Jugend, in ihm nicht nur den siegreichen Feldherrn und späteren Reichspräsidenten, sondern dos leuchtende Vorbild menschlicher, militärischer und bürgerlicher Treue sehen. Treu dem Vaterland« bienen bis zum letzten Atemzug, das ist feine Losung, Gott schenke unserem Feldmärschall-Reichspräsidenten noch ein langes, gesundes Leben, zum Heil und Segen des geliebten deutschen Vaterlandes. Das deutsche Vaterland, es lebe hoch. Begeistert stimmt« die Versammlung in die Hochruse ein unö sang anschließend den elften Vers der Nationalhymne. Im weiteren Verlause des Abends wurde der Film „Der achte Reichssrontsoldatentag in Berlin" vorgesührt, anschließend fand noch Konzert der Kapelle Topp statt, die sich um den Abend sehr verdient machte. Man wird an diese würdige Feierstunde immer gern zurückdenken. Aus der Nrovlnzialhaitplstadt. Gießen, den 3. Oktober 1927. Das Schulflugzeug!. Unweigerlich mußte es einmal so kommen: genau so, wie es bisher zur Velehrung und praftischen Einübung feiner Schul« einen Elektrisier apparat, ein Mikroskop, ein Teleskop usw. besaß, verfügt das moderne Gymnasium jetzt auch übet ein Schulflugzeug zu denselben Zwecken. Den Anfang hat ein Knaben-Evllege in Sidney ^Australien) gemacht, dem ein draußen im praktischen Leben Millionär gewordener ehemaliger Zögling zu Uirterrichtszwecken ein vollständiges, nagelneues Flugzeug mit dem dazugehörigen Fluglehrer und einem stabilen Hangard geschenkt hat. Seinem Wunsche gemäß werden die Schul« d« oberen Klassen in einem «sten Lehrgang mit allen Fragen und Problemen der Flugtechnik theoretisch v«traut gemacht und erhalten dann in einem zweiten Lehrgang praktische QluSbildung in bet Bedienung unb Führung b« Maschine, ba, w:e der Stis c in seiner Schenkungsurkunde bemerkt, jeder einiger a',en mit Glücksgütern gesegnete Staatsbürger in 25 bi- 30 Jahren mit seinem Aeroplan ebenso verwachsen sein wird, wie heut« mit dem Automobil oder dem Motorrad. Das Beispiel wird Schule machen, zumal bei jenen Dottern, besonders der angelsächsischen Qtaffe, die den Wetteifer auch um Kultursort- schritte zu einer Art Sport «hoben haben. Bc- neibenLwerte Jugend dieser neuen Generation! ein Wettes Ahornblatt geklebt. Liebe? Liebe? Was will sie h er im kühlen Hauch des St«bens und b« Verlassenheit? Hin'.er ben Büschen schäkert kein Paar mehr in leichtem Kleib unb mit leichten Worten. Die QMäli« sink) von ben Gesträuchen gefallen unb mit ben Winden ins Unbekannte verweht. Die Liebe hat fdnen Dust unb keine Spur mehr hint«lassen, sie mußte sich nun. ba b« Herbst heroingebrochen ist unb mit ihm Kälte, Rässe unb Schaub«, in die Gemach« au8 Seide, Wärme unb Samt unb in die Dars und in die v« st oh len en Ecken bet roten Lampenschirme flüchten. Lebe wohl, schöne PH llis deS Sommers l Qkrfcßültete Wünsche tauchen in meinem Herzen und in meinem Blut« auf: die Lust nach dem Wein«. 3mm« denke ich an alten roten Wein, wenn ich das Gelände des Herd,les durchstreife. Komme mit mir unbekannt, aller Mann, den ich auf ein« Steinbank sitzen sehe, komm', wir wollen uns hint« einen Tisch bi einem ver- dunkclten Simmet sehen, vor uns eine Flasche und zwei hohe Glas«! Es tut gut, in die schillernde schwermütige Rö « bet Wem s zu ftanvn, unverwandt, nur zuweilen trinkend, aber sprich kein 'Dort mit mir, schweige und trinke, damit sich das Schmerzliche löst im tiefsten Grund uns«es Herzens. Denn wir alle haben unsere Schmerzen und Geheimnisse, und jed« von uns leidet an etwas. Ich leide an der Schwermut mein« Jugend und du an bet Last beines un- nachsichtlichen Atters. Ick bin froh, bah ich mir Pfeff«minzkraut unb Thtzmian gesammelt habe, als noch die Sep- temberbienen um die Hügel flogen. 3mm« wieder muß ich von meinen schweif.mben Irrgänger, zurück in mein Hau-, um meine T ruhen zu öffnen, in denen ich bi« getrockneten ke 'baren Kräuter liegen habe. Ach. es ist ein guter Duft. Wald'.äl« unb Walbwegcinsamkeit liegen barn. Es ist Duft, b« beruhigt unb begütigt Es ist bet ben bie Großmut:« unb bie Dichter lieben. Er gibt Berte ein, bie gut sind unb weife, ab« ich se-reu»e sie niemals n cter. 3ch lass? ft- in ter Vergessenheit unb im Schweigen mr ne- Herzen-. Auch bin ich froh, baß ich eine graue unb «rreße Katz« in bi cf« Zeit bet Dtlar.nh i: unb Treuer habe. Kaum« ich zurück von meinen un» rostigen unb wetten Streitereien, fo wnß ich, Wir, di« wir noch au- dem Ende des vorigen 3ahrhundertS stammen, erinnern uns wohl noch, wie wir. manche von uns «st im vorgeschrittenen Wannesalt«, mit einer aus Ehrfurcht unb Zagen gemischten innerlichen Scheu zum erstenmal «in Auto bestiegen haben. Da- neue Geschlecht ab« wird, moderne Jkariden, hoch in den Lüsten übet die alte Srde e.nhersteuem und sieghaft auf alles das h«absehen. waS uns noch fabelhaft« Fortschritt und ungeahntes Wund« gewesen ist. 3n zehn Jahren etwa w«den Die Schulen ihre großen Ausflüge nicht mehr auf der Erd« unternehmen. In unser« Jugend noch wanderten wir, am grünen Band die Q5otanifiet- trommel übet der Schulter, einen ganz bescheidenen Zehrpfennig aus den Händen der mahnenden Mutt« in der Tasche, mit dem Lehr« durch Wald unb Bruch, durch Feld unb Wiesenhänge; als wir etwas ält« waren, fuhr man schon mit der Eisenbahn im QBagen 4. Klasse ein Endchen aus d« Daterstadt hinaus und trug schon Wanderstock und Rucksack; heute begegnen uns in den Tälern od« aus den Höhen uns«er Waldstraßen hin und Wied« Primaner und 6e- kundan« unter Führung ihres Studienrat- laut singend im bahineilenden Last- ober AuSfluas- auto. Morgen ab« wird bet Primaner feUbft schon die Propeller bet Ausslugs-Großflugzeugs andrehen, unb der Schulausslug wird dann erst der richtige AuS f l u g fein. Es liegt auf der Hand. — unf«e Jugend wird auf diese Art schnellere unö umsassenöere Kenntnisse von d« geographischen und topographischen Gestalt ihres Landes, von den Lehren der Atmosphäre unb b« Witterung unö yon ben bedeutenden technischen Problemen gewinnen. Sie wird gegen bedeutsame Forderungen deS modernen LebenskampseS besser gewappnet sein, als wir es waren. Aus Kosten anderer Dinge und QBerte, bie uns vertraut gewesen sind: innige Raturbetrachtung, Gelänbekunte des Auges, Kenntnis des Jnsektenlebens, bat stille Vollgefühl in der Ratur.--Unb von hier aus betrachtet, bekommt die Gewinn- unb Derlust- rechnung dieses neuesten Fortschrittes in t« Erziehung ein ganz anderes Gesicht. Der Protest gegen das Neichsschulgesetz. Die gemernfame Kundgebung, die — wie am Samstag schon kurz berichtet — von der Stadtverwaltung und der Stadtverordnetenversammlung gegen den Entwurf bet neuen Reichsschulgelcyes mit großer Stimmenmehrheit angenommen wurde, hat folgenden Wortlaut: ,,D« Entwurf eines Reichsschulgesetzg- zerstört den bewährten Aufbau des hessischen Volts« schulwes«s, unt«gräbt bie Schulhoheit des Staates, sührt zu unabsehbaren Schuttämpfen unö v«ursacht neue finanzielle Lasten. Die 6taöt- i>«or'cnctcnDxrfammlung richtet daher an oie hessische Regierung das dringende Ersuchen, be.n Entwurf eines Rrichsschulge'etzes mit Rach druck entgcgenzutreten." Bornstizen. — Tageskalender f ü r Montag. Palast Lichtspiele: „Die geschiedene Frau". — Asto- ria-Lichtspiete: „Um Recht und Liebe". ** Krisen Unterstützung f ü r Arbeitslose. Der Reichsarbeitsminister hat die Krisen- Unterstützung auch für die Zeit nach dem 30. September 1927 bis zum 31. März 1928 für die Berufe zugelasfen, für die sie bisher zugänglich war, d. h. für die Gärtnerei, Metallverarbeitung, Lederindustrie, das Holz, und Schnitzereigewerbe, Bekleidungsgewerbe und sämtliche Angestelltenberufe. Die Bestimmungen find dabei in einer Reihe von Punkten geändert worden. Für Arbeitnehmer, die sich am 30. September bereits in der Krisenfür- sarge befinden, ober die am 30. September bereits Erwerbsloscnunterstützung beziehen und später in die Krisenfürsorge übergchen, gelten aber die bisherigen Bestimmungen über Höhe der Unterstützung und Prüfung der Bedürftigkeit weiter. ** Di« Gießener Herbstmesse erfuhr gestern bei günstigem Wetter und sehr starkem Besuch einen verheißungsvollen Auftakt. Soweit man beobachten konnte, erfreuten sich sämtliche Darbietungen der Schausteller regen Besuchs. Auch öer Besuch vom Lande war gestern recht stark. Wenn daß, wenn ich die Türe öffne, etwas Warmes unö Sanftes an meine Fuße sich drängt. Ich höre die Stimme meines Katers, die für mich nichts Tierisches unö Fremdes hat, sondern es scheint mir tote ein Rus unö wie e.n Laut au- unbeschwerten Jugendtagen, wo meine Mutt« noch lebt« unö an Öen Herbstaben Öen Märchen «zählte, wähvenö die Katze mit den Wollknäueln in der warmen Stube spielte. Grün unö ernst glühen mich öie Augen des Ti«es an. Run weiß ich, baß ich wieter zu Hause bin unt« meinen Büchern, ©loben und Atlanten, in d« Wilöheit unö Bezauberung meiner Blumen- unö Kräutergerüche unö in d« Seltsamkeit mein« Kakteen, die mir wie lebendige Gnomen und Kobolde «feßeintn. lieb« meinem Herde hängen Schnüre von Steinpilzen und Wie enchampignons. Ich prüfe sie mit den Fing«n. ich kann die P lze von den Schnüren nehmen, sie sind gut und trocken Es lag schon Red auf den Wiesen und tiefe Stille in Öen Wäl c: . als ich viele Rachmittage umhergmg. um sie aus dem gelben Laub d« 'Wälder unb aus dem kurzen unö geschorenen Gras ö« S.ptemb«wie'en zu brechen. Run habe ich meine Ernte für öie Tag« öes Regens unö öer kalten Lust. Dezaubernö ist ihr wilö« Pilz- geruch, herrlich unö verführerisch ihr Geschmack. Don den Büchern blicke ich manchmal aus. viele Stunden habe ich so grübelnd und v«bohrl gesessen. Ich weih, daß draußen in der tiefen Rächt alles in Rebel und Verwesung liegt. Allo Gärten sind geplündert. Alle Wiesen sind tot. In ben Gräben steht bat Wasser viel« Regennachmittage. Die Lurche unb Molche schla- sen tief unb hart in ben Gängen der Erbe. Licht« finb nicht mehr ba. Sterne sinb keine auf getan. Schleifende, nasse Wolken verbergen den Mond. Riemand lebt mehr al- ich Wind unb Regen ft reifen unbarmherzig um meine Fenster. Unb es gehört zu mein« Berlafsenhell unb tiefen Trau«, baß ich an Lilie, bie Gelebte, unb Dlanchefkur. die Freundin, denken muß Auch sie finb mir Im Herbst verloren gegangen unb fo habe ich auch noch ben H-tbst beS Herzen- unö der Liebe erlebt. Roch zittert unö glüht in mir ein Hauch ihr« Wärme, nock sHeint es mir. als ob ich die Herrlichkeit ihr« Leb- fofungen auf mein« Haut unb an meinen Hän- bie günstig« Witterung cuchätt. dürften bie Schau- stell« wohl auf ihre Rechnung kommen. • • Da- Segelflugzeug bet 3u- gendgrupp« deS G iehener Luft« fahrtvereinS wurde am Samstagnachanittaa und gestern von einem erfahrenen Rhön-Segei- flieg« «ftmalig geflogen. Die Hebungen fanden in ö« Rähe d« 05«gschenke in Richtung nach den Gailfchen Tonwerken statt. ODee wir hören, ist man mit dem Ergebnis der bisherigen Probe- flöge recht aufnebot ” Große Geflügelschau In Dießen. Am 26. unö 27. Rovember findet in der hiesigen Dottshalle bi« 15. Land«sschau hessischer (Beflügel- zuchtvereine unö im Hinblick auf da- 30jährige Bestehen des Geflügel- unb Bogelzuchtverein- Gießen unb Hmgegenb eine allgemein« Geflügel- ausstcllung statt. DaS Protektorat über bie Veranstaltung hat Provinzialdireftor Graef üb«- nommen. Di« Vorbereitungen finb schon seit längerer Zeit rege im Gange, namhaft« Preisrichter finb fest verpflichtet, viele Spezialverein« hab«n ihre Mitwirkung zugesagt. Voraussichtlich werden über 3000 Tiere zur Ausstellung kommen. Terminschluh für die Anmeldungen ist am 8. Rov • • E t n Achtzigjähriger. Am Samstaa konnte Herr Johannes Nickel. Großer St«nw«g IS wohnhaft, feinen 80. Geburtstao begehen. Herr Nickel war her Begründer öer Bafaltwerke in Ober- Widdersheim und Dreihaufen. Kur» vor bem Kriege trat er von fein« rastlosen Geschäftstätigkeit zurück und übergab das Geschäft seinen beiben Söhnen. Der alte Herr erfreute sich feines Lebensabends tn verhältnismäßig großer Rüstigkeit und Gesundheit. * • Das Fest der Goldenen Hochteit begingen gestern in geistiger und körpenicher Frische der Rentner Julius Schultze unb Frau Johanna, geb. Grüneberg. Wiesenstr. 1, wohnhaft. • • Arbeitsjubiläum. Am Samstag tonnte d« in der hiesigen Reichsbahnbetriebs- werkstätte beschäftigt« Vorschloss« W. Knapp auS Heuchelheim fein 25jährige- Arbeitsjubi- läum begoßen. D« Dienststellenleit«. Reichs- baßnamhnann v. ö. Heydt, sprach dem 3ubUar di« Glückwünsche öer Verwaltung aus, während die Mitarbeit« ihm durch ein JubilLumsaeschenk und Schmückung seines Arbeitsplatzes ihre Ehrung darbrachten. •• Der Hessische Handwerks- unb Dewerbeverbanb hält sein« diesjährig« große Tagung am 15. unb IS. Oktober in Vao- Rauheirn ab. Während für SamStag eine Sitzung des Landesausfchufscs einberuscn worden ist, findet Sonntag, den 16., vormittags 10 Uhr, bie c,f nt ich? Hauptver a nmlung im Großen Vühiren- faal des Kurhauies statt. Vekannte Hanbwerker- füßrer, wie Dorsitzcilder der Handwerkskammer R o ß I, Darmstadt; Shrcnmeist« Schmuck, Worms; LandtagSabgeordneter Lauten- b a ck e r, Dieburg, u. a. werden sprechen. " Weltspartag 1 9 27. Die derttschen Sparkassen w«den auch in diesem Jahre den 31. Oktober, den Termur deS QDoltspartages. dazu benutzen, um in d« Q?ffentllchk«t intensiv für daS Sparen zu werben. 'Bekanntlich hat b« erste internationale Sparkassenkongreß, d« im Oktober 1924 In Mailand abgehalten wurde, eine alljährlich Ivioderkehrende gemeinsame W«b?akt:on für den Spargedanren beschlossen unb den 31. Oktob« als Tag festgelegt. Auch die Krebitgenoksenfchaf- ten in Deutschland beteiligen sich an dieser Aktion, die bish« einen guten Erfolg aufzuweifen hatte. •* Auftrieb auf dem heutigen Frank surter Schlachtvtehmarkt: Ockfen. 90 Dullen. 604 Kühe, 401 Färfen, 525 Kälber, 98 Schafe und 5956 Schweine. Berliner Börse. Berlin. 3.Okt. (WTB. Funkspruchy Da das Geschäft noch sehr still und das Publikum besonders heute zum Wochcnveginn mit Orders noch nicht vertreten ist, kann man eine Tendenz im heutigen Frühoerkehr schwer erkennen. Man schätzt die Essek- icnkurse gut behauptet, glaubt aber, daß die freundliche Stimmung, die in den lcpten Tagen für Spezialwerte hervorgetreten war. ,etzt auch auf die bisher vernachlässigten Märkte übergehen wird. Farben härt man mit 303 bis 304. Am Devisenmarkt ist Paris 124,02, Mailand 89,15, Madrid 27,85 und das Pfund 4,8665 genannt. Öen spüre. Ab« wie wirb et werden, wenn öie Tage immer finster« unö trostlo'er werden, wie toirö et werden, wenn ter Wint« mit sein« langen Schncenacht fiter mein Hau- ffttlt?!... Traurig und mit einem Weinen in den Augen lösche ich mein Licht unb tappe in- Dunkel. Das „aussterbende" Pferd. 3mm« toteber wirb bavon geredet, daß ter Motor bat Pferd verdränge. In ben großen Qtäbten namentlich glauben viele, „fo gut wie gar feine" Pferde mehr zu sehen. Dabei hebt sich die Zahl ter Pserd« in Berlin B. dauernd, unö in ganz Deutschland haben wir heute trotz allen Verlusten unö Einbußen mehr als 1913. Wie Gustav Rau, ter hervorragende Fachmann, in einem von Wilhelm W e st e r o p farbig illustrierten Aufsatz bet Oktoberhefte- von Beltz a g e n & Klastng - Monat-Heften a u-- einantersetzt, gibt es wohl Betriebszweige, bie in einzelnen Gliedern vorn Pferde abtoantem. Die Verwendung bei PferbeS fintet aber «hierfür reichlicken Ersatz burch Betriebe, bie, au- kleinen Qkr6äHnifl«n heraus stark anwachsenö. für ba» Pferd reif werben. In vielen Fällen ergänzen Auto unö Pferö sich sogar. In den großen Betrieben. die Motoren anschassten. mußten auch die Pferde vermehrt werden, well die ganze landwirtschaftliche Arbeit in allen Betriebszweigen an Ausdehnung gewinnt unb vor allem schneller geleistet werden muß. Das Pserb tritt hi« als Binbeglieb zwischen ter Arbeit ter Maschinen aus. In ben kleinen landwirtschaftlichen Betrieben wirb ber Motor niemals Fuß fassen können, weil er zu teuer unb zu einseitig ist. Hier wirb für immer das Pfecb ber beste Motor bleiben, vor allem das schwere warmblütig« (halbblütige) P'erd, betten Hauptwert in feiner Vielseitigkeit liegt. In Amerika, tem Canbe der Moioren. nahm bie große Vewegung „Zurück -um Pferbe", bie jetzt auch Europa ergriffen hat ihren Ausgang. Man fanb bort bald, daß Lastauto und ..öifemeö Pserb" für ben betrieb in den Großstädten teuerer als Pferbe- ' altung find, weil das oftmalige Aiü alten bie (chinen schnell abnuyt unb well Lastauto unb ! 7neS Plerd" durch ben Riefenver'ehr ter I' Grof/rädte behindert, au!) nicht schneller vorwär.s kommen als Pserbcgespanne. daher ihre größere Schnelligkeit nicht au-nfitzen können. Halpaus aus daher besonders preiswerte 5Pfg. Cigarette! Dies kurze Wort bedeutet in der Cigarettenherstellung alles. Es ist unser Programm. Es besagt: Halpaus Qualität ist Halpaus Stärke.- Das ist das Fundament, auf dem wir stehen; das ist es, was uns das Recht gibt, aus innerer Überzeugung heraus zu sagen ARNAUD ^bleiben^ •es oksoc Scheuer- Tücher! ende" Pserd» d-von änge.. pn foul den wk h-bt »u x.I. bauend in W-. heute Wj I 5L al« 1913' # Fachmann, n-orrage^ Allu' »esterop i37%,|* obet^t8b tü do» bas Publikum besonder» it Order» noch nicht wr Tendenz im MJ« i, Man schätzt die Md bt aber, dcß die frEd. letzten Tagen jur Spe- r, jetzt auch aus bitblt- übergehen wird. tW i 2lm fitmlenmartt V Madrids undd-» ■£«.?* v- DM H bl ÄL,an^ ltt. QBtetSnat ““i 2? S*1- «SÄ ?4äi* ist-Sf ZZLZ ?*" Wb« ßebrnsabfR feil uni) Eesimdhn, 'denen hoch.,,. ,~r, nnd kvrperllchn LLs w Reicht, sprach den 3MM 2 bt« 4 Mk ÄeUeräpfd 1 bu? 1.50 Mk. Idfdbimeu 1 bi« 1.30 OHL. AonlaMtneix k? Pf bi« 1 Mk Ter Se«amterlbs l einig 296 90 Mk gegenüber im Borsahre »Ida 500 cnn. Aus dem benachbarten Gur-dos« Neu- 2 I r i ch st e i n, da« »u Dannenrod politisch zählt, wird in diesem Jahre wegen gering« Trnte keine Versteigerung abgebalten; ba* Jahr 1926 erbrachte dort einen (Sri6* von etwa 1000 Mk Aus der Beritc.gerung de« Obste« von der Provinzial st ratze Dannenrod- Homberg waren Dirnen saft gar nicht gesucht und wurden mit 20 Ps. pro Storb bezahlt. Der Preis für KelterLpsel betrug 80 Ps. bl« 1.20 71IL, Tafeläpsel 1 bt« 2 Mk. pro Äorb (— l/e 3tr.). Der B.hang war sehr gering. y. Lehrbuch. 2. Oft. 3m benachbart«« Niederkleen ist bei dem bortLien Öanb* Hoden infolge der aroszen Niederschläge diese« Jahre- die Ä a r t o f f e l e r n l e aurgezeich- n c t geraten. Srötzere Landwirte verkaufen 400 bi« 500 Zentner Kartoffeln Der Prei« für gelbe Industrie beträgt seht 4.50 Mk. pro Zentner und ist im Steinen begriffen. Nu« dem Bedous von 5rüb!artrffeln losten einzelne Landwirte 1000 Mk. Täglich werden mehrere Waggon Kartoffeln verladen. KreiS Lauterbach. P. Schl i tz, 1. Olt. 3n einer in Abwesenheit de« Bürgermeister- unter Vorsitz de« 1. Beigeordneten. de« Kaufmann« A. Hinkel stattgehabten Sitzung de» Semeinderat« wurde unser bi-heriger Dürgermei ft er Dr. Nle- poth. M. d. L.. in gcheimer Abstimmung auf 9 3 ahre al» Bürgermeister einstimmig wiedergewählt. S« ist die« ein eindrucktz- Oberhessen. Jeitungsiubiläum in Oberhessen WSN Schotten. 1. Ott Arn 2. Oktober sind 7 5 Jahre seit dem erstmaligen Erscheinen de« .Schottener K r ei• b l a 11 e «“ ver» flössen. Begründet von Philipp Engel, flom ba« Blatt später an dessen Schwiegersohn Wilhelm Ongel über, der da« .Schottener Strei«» blatt" und die Buchdruckerei in eifriger Arbeit au«baute und zu dem gestaltete, was H heute ist 3m 3abrt 1923 trat er die Firma an feine Tieffen Dr Heinrich Dambmann und Erich Tombmann ab. Die »nfel führen jetzt weiter, wa« der Großvater einst begonnen. 3n einem Festartikel verspricht da« .Schottener Arei«bLatr. bah e« weiter eifrig Mitarbeiten wolle an allem, was geeignet ist. dem BogelSberg feine ihm gebührende Stellung zu verschaffen und die Lage feiner Einwohner zu Heven und zu f&rbern. Landkrct« Wiefcen OO «lein Linden, 2.DU. 3n den letzten Tagen weilte der hessische Denkmalpsleaer. Professar »albe (Darmstadt) hier, um Ratschläge zu erteilen über die künstlerische Ausgestal - tung unseres Kirchinneren 6» wurde u. a. auch die Ehrung unserer Krieasgefallenen in Er- trdfluna gezogen, und zwar foluen die Namen der M Gefallenen unserer Gemeinde in den Feldern an der «ruftung der Empore angebracht werden. Die Fertigstellung unferer Kirche zieht sich infolge- besten noch einige Zeit hinaus, so daß die in die- lern Monat beginnenden Abendmahle ab nächsten Sonntag in der Kleinkinderschule abgehalten »erben sollen • Darbentetch,2. Olt. Da« hies.ge Nat - bau« an der Einmündung der Diehener ©trabe tn die Sicher Stratze ist bei den heutigen Ber- tehrsmitteln schon seit langem ein Derkehr«- binberni« geworden. Auch der bauliche Zustand entspricht nicht mehr den heutigen Erfordernissen. Der Gemeinderat hat daher, wa« au begrüben ist, beschlossen, ein neue« Nathau« in Verbindung mit dem bestehenden Gemeinde» backhauv zu bauen und da« alte Nathau« z u beseitigen. Für den Neubau Hal der Gemeinderat in seiner letzten öibung 22 000 TR. bewilligt. Da« Projekt de« Neubaue« ist Der Bedauernswerte erlitt schwere innere Verletzungen. WSN. Bad-Nauheim. 2. Oh. 3n der letzten Stadtverordnetenversammlung wurde über llnregelmäfiigleiten gröberen Umfange« beim Bau der Kläranlage einem Projekt der S'.adt für mehrere 100 000 21k. Mittelung gemacht. 41 sollen falsche 3t« tonmischungen gemacht worden sein, wodurch der Stadt ein beträchtlrcher Schaden erwächst Sin 'Sculettet der au«sühvenden Firma ist brr eil» cmla'len worden. Arci# Schotten. • Schotten, 2. Oft Ein Motorradfahrer von hier, der dieser Tage abends gegen 9.30 Uhr auf her Fahrt von Laubach nach Schotten war, kam im Laubacher Wald, etwa M) Meter von dem Iagerhau« entfernt, schwer zum Sturz Wie uns mitgeteiit wird, ist der Unfall daraus zurückzuführen, datz ein etwa 50 Zenti meier hoher «teinhoufen bi« etwa Meter entfernt vom 6trobenbanfctt auf die Fahrbahn geworfen war. Für die berechtigten Belange eines gesicherten Verkehrs auf der Landstraße dürste auf diefe Weise allerdings nicht gesorgt sein. Ärcie Alsfeld. (•) Grotz-Felda. 2. Okt Da die zur Zeit bestehenden Quellen den hiesigen Wasser- Verbrauch nicht decken können, wurde tn der letzten GemeindercU-sitzung beschlossen, neue Quellen zu erfchlieben. (.) Kestrich. 2. Ott. Die bidige christlich« und die jüdische Gemeinde kamen vor 3ahveSfrist in den Besitz einer amerikanischen Erbschaft von je 1 6000 NN. Die beiten Erblasser waren hier geborene Juden, die in der Jugend nach Amerika au-wandertim. Don den Erbschaften dürfen jedoch nur,die Zinsen verwandt werden, und zwar nur für Kirch« und Schulen. Mit den erstiährigen Zinsen hat nun die jüdische (Aemeiirde Die hiesige Synagoge neu bedachen und gründlich Herstellen lassen. Mit den Zinsen eine« weiteren Kapital«, die für die Instandsetzung der Gräber der Angehörigen ter Erblasser festgelegt sind, wurden deren Grabsteine von Grund au« verbessert. (=) Windhausen, 2 Oki Ein Zusammen st o ß zwischen einem Motorra d und vom hessischen 5)vchbauamt gefertigt, da« auch die weiter« Baute.tung übernimmt. Der Neubau soll noch in diesem Herbst unter Dach gebracht und im nächsten Jahre (ertiggebellt werten. t Kesfelbach, 2 L>'t In der Dastwirstchast von höchst hielt heute nochmittaa Landwirtschaft»- afirfior £*r Selber vom Landwirljchasi^anu (Brünbera einen Lichtbild'rvortrag über ,4Ji e Dungung tandwinschaftticher ÄulturHnd)en, insbesondere die Kalkdüngung' Di« Hueführungen des 9tebner« wurden durch lehr gute und lehrreiche Lichtbilder unterstützt. Die Aussprache zeigte, welches Interesse man dem Thema des Ponroge» ent- gegenbrachte h (Brünbera. 1. Oft. Heute vormittag fand der Abtrieb der Fohlen und Hinter von der Iungviehweide Warthos statt. Di« Tiere machten sämtlich einen gefunden kräftigen Eindruck. Die Gewicht-zunahme war im Durch- fchnitt 95 bi« 100 Kilogramm — in einem Fall 135 Kilogramm. Die Zunahme te« Körpergewichte« ist al- recht gut zu bezeichnen. - - Der 7t e i t • und Fahrverein Grünberg und Umgebung hielt gestern abend in der Gastwirtschaft von Karl Hofmann eine gut betuchte Mitgliederversammlung ab. Dl« Vorbereitungen für da« Reitturnier am GalluSmarkt. ba« in großem Umfange abgehalten wird, sind in vollstem Gang«. Am Abend de« zweiten Gallu«- madttage« wird in der Turnhalle ein 71 eiter- obend mit Musik und sonstigen Darbietungen stattsinden. Sandstallmeister Schörk« und der benachbart« Neiterverein Nabenau. sowie die Stadt Grünberg haben zu dieser Veranstaltung je einen Ehrenpreis gestiftet. Au« den Kreisen der Bürgerschaft sind aufkrtem sehr wertvoll« Preis« gestiftet worden. xlx ® rünberg. 2. Oft. Der 17jährige Sohn te« Landwirt« Jakob Queckbörner wollt« gestern mit dem Bein den Laufriemen von ter Dreschmaschine entfernen. Er hat sich dabei das eine Bein erheblich ver- Palast - Liditspiele Heute bis cinscbUeßllch Mittwoch wieder ein erst klMiigei Doppel-Programm: 1. Schisser Die geschiedene Frau Nach der weltberühmten Operette von Viktor Leon. Musik von Leo Falt PERSONEN; Gonda van der Loo ......Ctwistiaas Karel van Lyisewegbe, Staatssekr. Walter Rdla Jana, seine Frau ■areella Albani Lucas van Decsteldonk, Gerichtspräsident ........ Bruno Kastner Pr. Scrop. Schlafwagenkontrolleur Viktor Janson Krater Gerichtsbeisitzer..... Paul Morgan Zweiter Gerichtsbeisitxer Wilh. Bendow. 2. Schlager Sdiützenliesl Ein heiteres Filmspiel in 7 Akten. In den Hauptrollen; Xenia Desai, Livi» PavanelU, Karl de Vo|t, Lette LerrtM. WoUgaag XUser. Sowie die neueste Ufa.-Wodiensduiu Astoria-Liditspiele Ab heute bis einschließlieb Mittwoch; 1. *chlager- Um Recht und Liebe Gesellschaftsdrama in 5 Akten. In der Hauptrolle Bannt Beinwald. 2. Seh'arer Gehetzte Frauen Ein Sittendrama aus Berlin W in 8 spann. Akten. S95U IDRUCKSACHEN ALLER ART liefert in jeder Ausstattung stilrein und preiswert j Brühl'sche Universitlts-Oruckerel fL Lange. Oiefieo Hausfrauen!kauft nur zu haben in allen einschLDeiailgesdiäfiBn Grossisten zum Bezüge weist nach. Gebrüder Friese, Akitengesellschafi Kirschau in Sachsen. volle- Zeugnis bafür, dcrtz die auf des Fortschritt unserer Stadt gerichtete Arbeit, die streng sachliche Wirksamkeit unseres Oberhauptes die Anerkennung der Gefanttgemeindc ohne Rücksicht der Parteizugehörigkeit gesunLen hat. Für die hessische Simultanschule. -= Darm stadt, 2. Oft. Dieser Tage tagte hier im Gebäude deS Landeskirchenamtes der aus Vertretern der evangelischen R e- ligtonslehrerschaft der Volks- und höheren Schulen, sowie der evangelischen Geistlichkeit zusammengesetzte Reli- aionSlehrerausschuh der Evangelischen Landeskirche in Hessen unter dem Dorsiy von Prälat D. Dr. Dieh l. Hauptpurckt der Tagesordnung war die Stellungnahme zu der durch den Reichsschulgeseyentwurf geschaffene Lage. Rach eingehender, von hohem Ernst getragener ‘Beratung beschloß man, sich die Entschließung zu eigen zu machen, die vor wenigen Tagen von den Vertretern der Kir- chenregierungen von Baden, Hessen, Frankfurt a. M., Rassau und Thüringen einmütig gefaßt worden ist, und fordert, daß allen Ländern, in hcnen zur Zei t Gemeinschaftsschulen bestehen, daS Recht gegeben werde, diese Schulen unbefristet zu erhalten. Maßgebend für diesen bedeutsamen Beschluß deS Ausschusses war die ^leberzeugung, daß die uneingeschränttc Erhaltung der in Hessen geschichtlich gewordenen und bewährten S i - multanschule im dringenden Interesse von Schule, Kirche und Volksgemeinschaft liegt. Preußen. Kreis Wetzlar. ~ Reiskirchen, 2. Ott Auf der Kraftpvstlinie Wetzlar — Reiskirchen — Volpertshausen — Weidenhausen -W e h l a r tritt vom heutigen Tage ab folgende Aenderung ein: Es finden Fahrten mir noch Mittwochs und SamstagS, tmb zwar vormittags und nachmittags statt: vornritagS ab Wetzlar Bahnhof 7.30 (über Rauborn), an Weylar Bahnhof 9, nachmittags ab Wetzlar Bahnhof 15.40 (über Dauborn), an Wetzlar Bahnhof 17.30. Kreis Kirchhain. WER. Kirchhain, 2. Oki. Der Gesangverein Kirchhain feiert im nächsten Oahre sein S0)ähriges Bestehen. Mit dieser Feier ist das nächst« Lahntal- Sängerbundesfest verbunden. Rachdem nun als Festtage der 7.. 8. und 9. Juli 1928 fest gelegt sind, wird mit den Vorarbeiten zur Feier begonnen. An diesen Tagen werden etwa 1000 Sänger in der Stadt weilen. Kreis Limburg. WER. Limburg, 2. Oft. Auf dem' hiesigen Bahnhof stürzte ein Lokomotivführer aus Altenlirchen so unglücklich vom Trittbrett des Packwagens, daß er sich einen Schädelbruch, verbunden mit einer Gehirnblutung, zuzog, so daß er kurze Zeit darauf verschied. Maingatt. WSN. Frankfurt a. M., 2. Ott. Wie überall im Reich, so ist auch in Frankfurt der 8 0. Geburtstag des Reichspräsidenten festlich begangen worden. Neben den öffentlichen Gebäuden hatten auch viele Prionthäuser Flaggen- jchmuck angelegt. Der am Vorabend veranstaltete Fackelzug unter Leitung des- „Stahlhelms", Bundes Mr Frontsoldaten, denen sich der Kreiskriegeroerband, die vereinigten Frankfurter Ofsiziersoerbände und eine große Zahl der vaterländischen Verbände angeschlossen hatten, fand starke Beachtung der Bevölkerung. Die offizielle Feier der Stadt am Sonntagvormittag, zu der der Oberbürgermeister an alle Kreise der Einwohnerschaft Einladungen hatte ergehen lassen, vereinigte die Spitzen der Frankfurter Behörden und Vertreter aller Schichten in dem historischen Kaisersaal des Römers. Nach der Einfüh- rungsrcde des Oberbürgermeisters hielt der Göttinger Pttvatdozent Dr. Mommsen die Festrede, der nach einer Schilderung des Werdeganges Hinden- burgs das Wirken der beiden Reichspräsidenten Ebert unch Hindenburg einer eingehenden Bettach- :ung uni erzog und mit dem Motto Hindenburgs schloß: „Vorwärts und aufwärts!" Ein Hoch auf den Reichspräsidenten und das 'Absingen des Deutschlandliedes schloß die von Mustkoorttägen eines Stünftlerquartetts umrahmte Feier. Gleichzeitig fand im Hippodrom eine große nationale Kundgebung statt, bei der der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt war. Hier hielt die Festrede Pfarrer Abraham von der Paulskirche, der Hindenburg als Staatsmann und als Soldaten schilderte. Am Abend fanden sich die Mitglieder der Verbände nochmals zu einem Hrndenburgabend zusammen, bei dem Hindenburg als Führer des Feldheeres gefeiert wurde. WSN. Frankfurt a. M., 1. DtL Die E r - richtung eines Ehrenmals auf dem Frank- furter Hauptfriedhof ist nunmehr gesichert. Mit dem Bau soll in allernächster Zeit begonnen werden. Das Denkmal soll aus einer sieben Meter hohen und 1,5 Meter dicken kreisrunden Mauer aus Taunusschiefer und Lavabasalt mit einem schwach vortretenden Torbau mit einer liegenden Kriegerfigur im Innern bestehen. — Wie Wagners Südwestdeutschem Nachrichtendienst aus Wien gemeldet wird, fuhr dort heute nacht das Privatauto des Fabrikanten Arthur Metzger aus Sprend- lingen in Hessen auf einen Geratezug der Straßenbahn. Der Fabrikant wurde g e t ö te t, seine Gattin schwer o e r l e tz t und das Auto zertrümmert. Ihre zwei Kinder durch Gas vergiftet. WSD. Frankfurt a. M., 2. Oft. Heute mittag gegen 1 Uhr bemerkten die Bewohner des Hauses Windeck st raße 17 im vierten Stock Gasgeruch. Die herbeigerufene Polizei öffnete gewaltsam die von innen verschlossene Tür und fand die Frau deS Wohnungs Inhabers Mundschenk, der augettblicklich außerhalb Frankfurts weilt, bewußtlos in ihrem Bett liegend vor. Ihre zwei Kinder im Alter von fünf und drei Jahren waren bereits tot Die Frau wurde dem Krankenhaufe zugeführt, während die Leichen der beiden Kinder in die Leichenhalle transportiert wurden. Da die Frau noch nicht vernehmungsfähig ist, konnte noch nichts über die Ursache der furchtbaren Tat festgestellt werden. Schweres Automobilunglück bei Vad Homburg. WSR. Homburg v. d. H., 2. Oft. Gestern abend furz nach 9 Uhr verunglückte zwischen Hohemark und dem Sandplacken ein Kraf twagen. Drei Personen wurden dabei schwer verletzt. Ein kleiner Opelwagen, der dem verunglückten Wagen folgte, nahm die Verletzten auf und wollte sie in das i Homburger Krankenhaus bringen. Am Hom- ' Integer Schlohgarien verfehlte er den Weg und stürzte in einen Graben. Hierbei trugen Die Verunglückten erneute Verletzungen! davon. Emer der Verletzten wurde in hoffnungslosem, die beiden anderen in ernstem Zustand dem Krankenhaus zugeführt. Die (Hamen der verletzten Personen sind: Herbert Weise. Michael Emmer tch und Rv- tert Gahdoul. Alle drei sind auS Frankfurt cu M. gebürtig. Der am schwersten von dem Unfall betroffene Wette hat schwere Kopfverletzungen erlitten. Die beiden anderen haben Quetschungen mit Bluterguß resp. einen Oberarmbruch davon getragen. Chlnosol wirkt ausgezeichnet gegen Schnupfen. Zu haben In allen Apotheken und Fachdrogsrkn. y 29, Fortsetzung Nachdruck verboten was hatte Valentin in dieser Straße zu tun? er in der Färberei Gebr. Rover Laden: Marktplatz 8. Telephon Nr. 1459. Annahmestelle in Lollar: Heinrich Zeug. ' Bin unter [07134 slijSperrholz an Telephon 149. Ladenkassen, einen nm I.atiea in allen Stärke» »rampt Uelartar Theodor Gerlach. «M4D Tische, Stühle usw. 07129 07141 MmlLÄtM Schlafzimmer Speisezimmer Herrenzimmer ElBzei-Möbel AMeeh 1790. Die Anachafluntr Ihrer Möbel wird Ihnen durch die sehr bequeme Zahlweise, die ich Ihnen einräume. lelchtRemacht Ich verkaufe zu billigen Preisen in einwandfreien Qualitätswaren Valentin gesehen hatte an diesem Nachmittag, war ein Freund, der Valentin in einem Tabakladen traf ... Er habe noch etwas Geschäftliches zu erledigen, sagte dieser, er wolle ihn dann im Caffe Westminster treffen. — Der Freund hatte über eine Stunde in dem Caffe gewartet, aber Valentin kam nicht. Achtung! Bit M im Satt nriro sich! semusl, Sie sie erst sehen, Bmm tiraml Well In Sie SWersW' öle »n zu belehn! lEnj$;UQg Pferdeverkauf. Am 6. Oktober 1927, Dorrn. 10 Uhr. werden auf dem Hofe der neuen Kaserne Ein Waggon Küchen Hatte ihn jemand unter irgendeinem Vorwand in diese stille Sackgasse gelockt...? War .. Tat dorthin gegangen, um eine geschäftliche Ange- legenheit zu erledigen ...? Aber mit wem ...? Nie- Herren-Ulster, Paletots, Loden- und Regenmäntel, Windjacken, Lodenjoppen, Herren-, Burschen- und Knabenanzüge, Sportanzüge, Herren-Normal», Sport- u. tkinsah'oemden, Strümpfe, Damenschlupfhosen, Waschkleider, Schürzen und Stümpfe, Herren-, Damen- und Kinderschuhe aller Art, Damenfabrräder, Zink- und Emaillewaren, Bücher-, Kleider, und Küchenschränke, Dertikos, Diwans, Chaiselongues, Flurgarderoben, Betten, Stahl- und Auflegemattatzen, Dettschoner, Wer gab den Schuß im Nebel ab? Wem gehörte das Auto, das an der Ecke wartete? Und Nr. 2534 das Fernsprechnetz angeschloffen. Emil Althoff ^£*2 tn Elche. Gaboon u. SHefcr 3-25mm " A & ° Bretter und Dielen aller Stärken E " 55 schwedische und bäuerische Hobel- »L breiter, Svatterlaiten, Eichen- u. Buchen - Schnittwaren liefern in allen Stärken ImrD j| h Sogen M & Co.. fiiflfi?1 Dienstag, den 4. Oktober, nachmittags 2 Ahr, versteigere ich im „Cöroen", Neuen- weg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 8954 D eine Waschmaschine, ein Bild in Gold- rahmen, ein Grammophon, drei Büfett», ine Waschkommode, zwei Klaviere, eine Chaiselongue, einen Trümern,spiegel, ein ‘Jclgemäfbe, zwei Diwan», ein Vertiko, -inen schwarzen Anzug (fast neu), jroci Schreibtisch, einen üieiderschrank, einen diufifaufomat, einen Liegestuhl, eine cadentheke, zwei Waagen, eine Vezt- malrooage, einen Glaskasten, ein Herren- fahrend, eine Stahl stanze, eine Kopierpresse mit lisch, zwei Warenschränke, einen Eisschrank. Wöll Gerichtsvollzieher k. A. in Gießen Iheringstraße 7. Der Tod de» jungen Valentin fiel In die Zeit, als sich die Stadt noch mit dem Selbstmord der Gattin Manfted» beschäftigte. Man sprach eigenllich mir von ihr, dieser eigenartigen, gefeierten Frau, so glücklich verheiratet, eine geniale, große Künstlerin. Sie war Im Begriff, ihrer Erholung in ein Sanatorium nach dem Süden zu reifen. Unterwegs war sie in einem kleinen Bad am Rhein aus- gestiegen und ins Hotel gegangen, hatte ein Zim mer genommen und sich Tee bringen lassen. Dann hatte man nichts mehr von ihr gehört. Am andern Mittag fand man sie tot auf ihrem Bett. Sie hatte Brom genommen. kSchluß folgt.) 5 überzählige Pferde und 1 Meldehund I öffentlich versteigert. 8960V *————*9 I Fritz. Oberstltn. u. Daiaill^ Kommandeur. 1 Waggon Küchen, naturlasiert Küchen, bestehend an» Schrank Tisch. 2 Stühle, auch mit Anric1 t-> zu Mk. 170.-, 250.-. 296.- 850.- Auf Teilzahlung Besichtigung ohne Kaufzwang Möbelhaus J, Jttmann Gießen, Inh.: A. Brumlik, Bahnhofstr. LS Lieferant des Hessischen Beamtenbundes. im Weg liegenden Körper gestoßen. Er lag mit dem Gesicht auf der Erde, an einer Laterne ... Niemand meldete sich, der einen Zusammenhang wußte. Die einzigen, die vielleicht hätten wissen können, was Herr Valentin in dieser Straße zu tun hatte, schwiegen. Die alle Köchin der Fremdenpenfion La SR opfere, mißtrauisch gegen alles, was mit Polizei zusammenhing, hatte — ihre Taubheit vorschützend — nichts auszusagen, und Frau Anna Heine war eine fromme Dame. Sie glaubte an die Bestrafung der Sünde auf Erden und an das Fegefeuer obendrein. Aber mit irdischen Gerichten wollte sie nichts zu tun haben. Als sie auf dem Markt zufällig hörte, daß der Masseur Gaul die Stadt verlassen habe, empfand sie eine gewisse Erleichterung darüber ... Das Zimmer links vom Eingang war schon wieder an einen Amerikaner vermietet, aber sie sagte ihm gleich, daß ihr Haus ein solides sei und sie keinen Damen auf der Treppe zu begegnen wünsche, was ihr der Amerikaner mit einem festen «hake-hands versprach Sie war nur genötigt, sich neue Schlüssel m diesem Zimmer und der Haustüre machen zu lassen, denn unter der Matte hatte sich nur ein Paar gefunden . mand kannte den Toten in der Platanenstraße, weder seinen Namen noch seine Persönlichkeit. Die Bewohner der ersten Billa waren verreist, die zweite, ein unterbrochener Neubau, stand leer, in dem letzten Haus wohnte ein alter Herr in seiner Wirtschafterin, der in diesen Tagen bettlägerig gewesen war. Und die Bewohner des Hauses Pia- tanenstraße 3 kümmerten sich nicht um die im Hause ein- und ausgehenden Gäste der „Rosifere". Niemand meldete sich, der einen Zusammenchang zwischen dem Toten und seinem MSnder cu'fdcck n konnte. Nicht einmal den Führer ober bk Nummer bes Autos, das am Eingang der Strafte gehalten hatte, konnte man feststellen. Valentin war tot ... mit einer Jbrgct von rückwärts getötet Der Schuß mußte ganz au» der Nähe angegeben worden sein. 2n der „Rosifere' hatte man den Schuß wohl gehört, aber es war niemand zu Hause gewesen als die taube, alte Wirtschafterin und di« achtzigjährige Prinzessin ... Die Engländerinnen waren um diese Seit im Kurhaus und lasen die „limes" im Lesezimmer, und die Herren in ihren Rollstühlen waren noch nicht von ihren Ausfahrten zurück ... Gegen sieben Uhr fanden Graf Rödern und sein Diener den Toten. Der Rollstuhl war gegen seinen Der Schuß im SteM ... Jedermann in der Nachbarschaft der Platanen- strahe hatte ihn gehört und jeder behauptete, daß er kurz vor sechs Uhr gefallen sei ... Ein Briefträger hatte am Eingang zu der stillen Straße ein Auto halten sehen, das auf jemand zu warten schien ... Ein Auto ohne Führer und Insassen ... Aber niemand hatte den Herrn gesehen, der in seinem dicken grauen Mantel, die Zigarette im Mund, die Straße hinunterging ... Der Nebel war zu dicht ... Der letzte, der Edgar Zwischen Mund sieben Roman von ßiesbet Dill. Copyright bei Morawe & Scheffelt Verlag, Berlin. Der Weg zur Hygiene und Sauberkeit führt eigentlich zwangsläufig zur chemischen Reinigung ihrer Garderobe und aller Gegenstände, mit denen Sie täglich in Berührung kommen. Nicht nur Schmutz, Flecken und Krankheitskeime werden aus Ihrer Kleidung, Ihren Decken, Kissen, Teppichen, Vorhängen, Handschuhen usw. beseitigt, die meisten Dinge werden auch wieder wie neu. Auch das Auffärben und Plissieren aller Arten Stoffe wird von uns in der bekannten erstklassigen Weise ausgeführt. 2473 Id Wistschasts-stebeniahnie Mit dem heutigen Tage geht die von mir seit 3abr- zehnten betriebene Wirtschaft Zur ©ermania auf Theodor Gcrlach über und bitte ich bas mir bewiesene Vertrauen auch meinem Nachfolger zukommen gu lassen, indem ich gleichzeitig meinen Dank hierfür abstatte. Dieseck, 3. Oktober 1927 Gustav Schneider. „Wer mag nur vorhin geschossen haben?" fragte Manfred nach einer Weile. „3a ... wer mag das gewesen sein? Die Jugend läuft jetzt mit geladenen Revolvern in der Tasche in den Strafen herum. Es kommt fortwährend vor, daß so eine Pistole losgeht." Der Arzt nahm das Hörrohr ab und stellte es fort ... „Eine Besserung, die ganz überraschend ift/ Er gab ihm Verhaltungsmaßregeln. „Sie müßten jetzt Urlaub nehmen." „Eine radikale Heilung stellen Sie wohl nicht in Aussicht?" „Es wäre unvorsichtig, das zu versprechen ... Ich kann nur sagen, daß ich erstaunt bin über die Besserung ... Vielleicht kommt cs daher, daß Sie vorher zuviel auf sich geachtet haben und sich selbst in eine Art nervösen Zustandes hineindachten ... das kommt vor ... kommt sogar sehr oft vor .... Eine junge Frau, die an Herzzuständen litt, kam neulich zu mir, sie hielt sich für eine Todes- kandibatin. Ich untersuchte sie uno stellte je ft, daß sie nur ein nervöses Herz hat, aber gar nichts Dr» ganifd)es vorliegt, — sie geht keim und ist von dem an gesund ... Das gibt*5 ... Vielleicht haben Sie über dem, was sie in den letzten Wochen beschäftigte, Ihren eigenen Körper einmal ganz vergessen ... Das ist sehr heilsam — oft. — In diesem Fall war es das Beste. Für Sie wenigstens." Sch ü« Mm würde folgendes tun: Bevor mir ein anderer zuvorkommi. sofort die Vevtveiung «Damen und Herren» 8948D unterer welibekannien Heilkrauier-TeeS u. ionsiiger Heilmittel übernehmen, um dadurch eine Berbienstiuvaltchket: von monatlich mehreren hundert Mark ohne Risiko zu haben. Kohlen» schlacken sur Wegebau, Beion- bau u. Sleinfabrika- tion laufend lieferbar ab Wetzlar a. d. V. u. Müdihetm a M. Brennstoll Bewinn- aangs- and ereile- lange- BeMllechelt tn. d. H. Frankfurt a. H. 8,1’A Roßtaarkl 83. 3€Jugncbmenb auf obiges empfehle ich mich allen Gasten, Nachbarn und Bewohnern aufs beste. (3d wird mein Bestreben fein, durch Verabreichung guter Speifen unb Getränke, aufmerksame Bedienung den alten Ruf der Wirtschaft zu erhalten. Zum Audschank bringe Ich die beliebten Biere der Burgbrauerei Lauterbach. Dleseck, 3. Oktober 1927. 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Und dl« asthmatischen Anfälle?" ,Lch habe feinen einzigen mehr gehabt, seit ich bei Ihnen mar." „Sonderbar, sehr merkwürdig ... Erlauben Sie nachmal» den Puls ... Er gebt wieder etwas rascher ..." Der Arzt ftchr im Zählen des Pulses fort. Plötzkch zuckte Manfred $ujammen unb wandte den Kopf. „Haben Sie nicht even einen Schuß gehört? — Es klang genau wie ein Schuß!" „Ich habe nichts gehört", sagte der Arzt. „Doch — es war ganz deutlich hörbar — es muß hier in der Nähe gewesen sein." Die beiden lauschten eine Weile. Aber als alles still blieb, fuhr der Arzt mit seiner Untersuchung fort. Montag, Z. Oktober 1927 Eichener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 251 Drittes Blatt Turnen, Sport und Spiel. LlmLrfolgundLiebe. Roman von Robert Misch. Copyright by Corl Dunker. Berlin SW 62. 7. Fortsetzung. Nachdruck verboten. „Wenn Fräulein Isa," ein verliebter Blick traf sie — „Konzertsängerin werden will, würde ich zur Selben raten. Als Stimmbildnerin ist sie vielleicht vorzuziehcn. Aber der Lukrin kann auch sehr viel — und was das Dramatische betrifft, wenn man zur Bühne will, da ist er natürlich Nummer la. Mit seiner Stimme ist nicht mehr viel los; ober wenn er die Schmiedeliedcr singt oder das Venuslied aus dem Tannhäuser — nur Albert Niemann, den ich ja nicht mehr gehört habe, hat ihn vielleicht übertroffen. Und übrigens wird man Sie gar nicht fragen. Wie ich Lukrin kenne, der läßt Cie gar nicht mehr aus den Klauen. Da — die zanken sich schon um Sie .. ." Er öffnete eine der gepolsterten Doppeltüren und lauschte hinaus. „No ja, die Selben jammert wieder." Man hörte von drinnen einige laute Stimmen durcheinander reden: ohne jedoch die Worte zu verstehen. Herr Halban schloß schnell wieder die Tür unb rieb sich lachend die schmalen, langen Pianisten- Hände. „Die hübschesten Stimmen unb vor allem die hübschesten Mädchen nimmt er ihr fort." „Und was für ein Interesse —?" „Mein Gott — feder will doch in seiner Klosse die Besten haben — und bei den Aufführungen und in den Reklamen heißt es bann: „ausgebildet von Herrn Berengar Lukrin". Er hat doch die Wipper- Wipperstein ausgebildet und die Marini, die eigentlich Meier heißt. Die Marini hat er doch vor kurzem nach München gebracht. Na ja — er mußte sich doch revanchieren." Er lachte häßlich, in seinen Augen zuckten kleine Flämmchen. Isa begriff plötzlich: aber sie lächelte den Jung- ling unschuldig an, als verstünde sie ihn nicht. Mama Mengers ungeduldig, voll Begier, solchen Kunst- und Theaterklatsch, der ihr vergangene Tage zurückzauberte, in sich einzusaugen: „Uns können Sie ruhig alles jagen, Herr Kapellmeister — meine Tochter ist verschwiegen." „MarKa, laß doch das!" Isa wußte genau, daß ihr wenige Tage nach ihrem Eintritt alle persönlichen und sonstigen Der- hältnisie des Instttuts aufs genaueste bekannt sein würden. Der junge Pianist schien ihre Gedanken zu erraten und äußerte ruhig: „No, in so 'ner Kunstbude wird natürlich viel geschwatzt. Das werden Sie schon alles erfahren. Daß Lukrin ein großer Damenfreund ist, weiß übrigens alle Welt.'" In diesem Augenblick öffnete sich die doppelte Pforte und der Sänger streckte freundlich lächelnd Isa die Hand entgegen. „Kommen Sie nur herein, mein liebes Kind — cs ist alles in Ordnung. Sie werden meine Schülerin. Dramatischen Unterricht erhalten Sie vom Hof- schauspieler Börklitz. Ich gratuliere Ihnen und mir zu solcher Schülerin." Auch der Direktor, der jetzt auf die Schwelle trat, drückte ihr mit freundlichen Worten die Hand und verwies sie ins Sekretariat, wo sie den ihr vorgezeichneten Studiengang und olles übrige erfahren würde. Draußen Aog Mama Mengers ihre Tochter gerührt in die Arme. „Meine liebe Iso, der erste Schritt nach eben ist geschehen, und der liebe Gott--" „Aber Mama, das ist doch alles selbstverständlich — Darüber braucht man sich doch nicht so auf- zu regen, und den lieben Gott zu bemühen." Aber ein gewisses Hochgefühl empfand sie doch, wenn sie daran dachte, daß sie die Kommerzienrätin batte zur Kammerjungfer degradieren, der Kommerzienrat in die Tippkarriere hatte stoßen wollen, bei der cs keinen Ausstieg gab, höchstens der Ausweg einer kleinbürgerlichen Heirat dos Ende war. An die amerikanischen Geschichten, in denen das Tipp- fräulein den steinreichen Chef heiratete, glaubte sie nicht. Wohl aber war die Opernbühne das Podium, auf dem sie auch die Reichen und Vornehmen dicker Welt sehen konnten, von dem schon manche, die nicht einmal so schön waren wie sie, in das Palais eines Geld- oder wirklichen Magnaten triumphierend ein- gezogen war. Und diese. Bühne, deren Glon; und Freuden mit ihren bunten Farben verlockend winkte, Sinbenburgfeierftunbe der Deutschen Turnerschast. Berlin, 2. Oft. (XU.) Der H aupt au«- schuß der Deutschen T urnerschaf r. der am 2. Oktober hier tagte, hielt vor Eintritt in die Beratungen eine Feierstunde ab. in der der Vorsitzende der Deutschen Turnerschaft. Dt- rellor Dr. Verger, die Bedeutung des Reichs- prüf identen von Hindenburg würdigte., Es wurde ein Glückwunschschreiben an den Reichspräsidenten gerichtet, in dem betont wird, daß -12400 Vereine der Deutschen Turnerschaft innerhalb tote außerhalb der AeichZgrenzen mit Eifer her Anregung gefolgt sind, zur tigfeit 22 bis 24, Roggen, inländischer 24,io bis 25, Sommergerste für Brauzwecke 26 bis 28, Hafer, inländischer 22 bis 24, Hafer, ausländischer 24,50 bis 25, Mai§ (gelb) 19 bis 19,25. Weizenmehl, inländisches. Spezial 0 38,75 bis 39,25, Roggenmehl 35 bis 35,50, Weizenkleie 12,75 bis 13, Roggentleie 13,50, Erbsen 40 bis 60, Linsen 50 bis 80, Heu, süddeutsches, gut, trocken 6 bis 7, Weizen- und Roggenstroh. drahtgepreßt 4.50 bis 5. gebündelt 3 bis 3,25, Treber, getrocknet 16.50 bis 17 Mark. Frankfurter Schlachtvie^markt. (Eigene, Drahtbeitch des ,®.cöenei Anzeigers*.) Frankfurt a. M.. 3. Ott. Auftrieb: 1491 Rinder (darunter 396 Ochsen. 90 Bullen, 604 Kühe. 401 Färsen), 525 Kälber, 98 Schafe, 5956 Schweine. Rinder (Ochsen): Bollflei- fchige. ausgemästete, höchsten SchlachtwettS (jüngere) 61 bis 64 Mk.; (ältere) 57 bis 60; sonstige vollfleischige (jüngere) 56 bis 58; (ältere) 52 bis 55. (Bullen): 3üngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwert^ 57 bis 61; sonstige vollfleischige oder audgemätete 52. (Kühe): 3üngcre, voll- fleischige. höchsten Schlachtwerts 50 bis 54: sonstige vollfleischige oder ausgemästete 44 bis 49; fleischige 37 bis 43; gering genährte 30 bis 36. (Färsen — Kalbinnen, 3ungrinöcr—): Dollflei- schige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 60 ,bis 64; vollfleischige 55 bis 59; fleischige 47 bis 54. — Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 80 bis 85; mittlere Mast- und Saugkälber 72 bis 79; geringe Kälber 60 bis 71. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 50 bis 54; mittlere Mastläminer. ältere Masthämmel und gut genährte eochafe 44 bis 48. — Schweine: Fettschweine über 300 Psund Lebendgewicht 72 bis 74; vollste ischige Schweine von etwa 240 biS 300 Psund Lebendgewicht 71 bis 74; von 160 bis 240 Pfund Lebendgewicht 70 bis 73; fleischige Schweine von et ton 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 64 bis 69; Sauen 58 bis 65 Mk. — Marktverlauf. Rinder. Kälber und Schafe ruhig und ausverlauft, Schweine schleppend unß Ueberstand. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Zistern geben die Höhe der zuletzt beschlostenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardäinsfuß 7 Prozent. Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a.M Berlin Schlu • Kurs l-Uhr. flute Schlich- ftnr» Anfang n-irs Sd)iub Kur» -Uhr- 1 Kur» va-luh» Kurs Ülnfang Kurs Tatuiv 1 10. 3. 10. 1. IC. 3. 10! Datum: 1. 10. 3. 10. 1 10. 8. 10. ■*'o Dl Rkich-anlklhe v 1927 Tt Slnl Vtblcf edjulö UI!! «u . lof • 'Jü-diirn . . $'c8al. ebne Au-los.-Rechten 7"/a stronkl C-np .^t. »o bpf unkündbar bl« 1932 . . *'/?;» Rheinische Ppp -Bant L'iou -otoidp, . Sl E S üba ttortrtrot-Cb Hflatiorun. rudioblbar 1932 <% Schweiz. BundeSd-Anl. 87,4 «7,5 — «.ES..........7 Bergmann ......8 1«8 75 2U3 193.5 229 14D 309 65 169 206.5 301 188.75 2 4,65 190 142.25 311,.' 166 - 207 75 302,5 1-8 9 205 6 189 25 229.25 142,5 310 169 65 169 17« .'07 25 302 25 188 205 5 190 229.5 14 £09 5 109 165 5 178 207.4 IO11 • 66 35 16 S6.6 78.25 83 16,25 - 55.4 15.9 66,6 16,1' Eletir. Lieferungen . . . . lö Licht und Krott......10 Selten & Guilleaume .... 6 Ses f. Elckir Untern- . . 10 vamb. Elektr. Werke . . . lo Rhein. Elektr- .....8 Lchlks. Elektr.......... kett ........7 LiemenS 4 Holökr . . . . io <°/o Ccftcreld)ild)t k^oldrie ’l _ 31,5 Irin rabio ........8 133.25 1 4.20°.» Ccftcrr.1 id). Silberne <" o Oesterreich rlnneiil. Rtc Ungarische dwldne 4%llnoontctc SiootCr v 1910 ♦ Irl» dcogl von 1913 . . 4% Unoankbt flroucnrte . . 4 /> Turk. SollanletUe v 1911 4°/^Turk Bagdadbahn-Anl 6 — _ Lobmever ± tfo. ...... .9 189 25 (90.5 199.13 191 1 27 24 65 24,8 13.9 H 1 1 1 | 27,65 25 2,9 13,6 1 1 1 he 1 Bubcru» . . ........ 0 Tcuklche Erdöl........ Eüencr Steinkohle ... .8 etelieukirchtner . f. '/, I. 4 Horvciicr ........8 Hc-esch Elten.......... Ilse Bergbau . ........ 111.5 150 153,5 206 250 (12 5 150 156 208,25 112.5 151 164.5 155.75 .'09,5 183 5 246 5 112.5 152.5 166 155,3 209,5 18 2 147 <*l» de «al. Sette II. . . . i 4“# Rumänen eonvert. R«e 4 ifh Rumänen Äoldaul. . von 1913 6,3 17 1 III 17 14.3 17.75 SSI 1 niecknerwette ........ 5 Köln-Neurssen ......5'., ."sonncSmann . . ,f. */• 3 < ManS-elder .... .7 ^derlchlel Eisend- Bedarf 0 160 173 131 101 162,75 176.75 131 162.25 183,5 176 5 132.75 105 162 6- 181 177 130 6 > Bau Deuiichc $lknbabn .4'.', 64 — —- _ Cbfddiki «kokswerke . . .0 104,25 ^anibura-Amerika Paket. . vamb -Sudam Tontvlcb s 152 153 5 153 153,25 Zshouir Bern bau f */. 3 3 Rhemische Braunkohlen . io 113.5 ■15,5 115 5 116 232 230 249.75 251,75 2515 254 Hansa Tampsschiss . . . g 234.75 214 Rhetnftahl .....0 I"8 196 iS-7,75 V.'orddeut'chcr Uloyd . . 6 155 15b 166.5 176,25 Riebcck Montan.......6 174 Htlfl Tfuiftljt drtbitQnft.. io 144 145.4 145.9 v«"iniate Ckoblw. f.«/. 3 3 127 _ l;6 .1 «tonn r Bankverein . io 147 146 H6 14« Ctobi Minen.....] sh ;«..5 7.3 berliner HandelSaelrllsch. 12 Sommer,, und Pnvar eif, n 248 175 175 247,5 175 5 248 175.2j Ä«ll Atcher-le den....... ÄaH®efttr ViciaNbank........... HlctchSbant......... u 231,75 234 233.4 <33.5 271 262 1 26u 165 157 163.5 239 165.25 158.5 164 !4.‘i 166 158.3 164 242.5 1'6 15« . 164 -'43 25 3- S Garden Indufktte. li) Dynamik Nobel ......c Echkid.ausialt......... oldschunbk ..... 5 303 216 301 <17 302.65 143,5 । 131.5 ”-* 1 300 112.4 130.25 97,5 142 169 142 168,5 11 169,9 141 168,13 Mulger-wette ........ ö Metallgesell'chatt ..... IC ^6 192,5| 192 1. Cftbr. 1 '^ekd : ^rniuntiGjc holländische 16, 4h 16.3' Sd)lufc l-Ubr. bdjlul; Anfang Noten . . . 167.»1 168.49 Kur, Kur» Kur, fiur» italienische Nölen . . . 22,90 23.00 Datum: 1.10. | 3. 10. 1. 10. | 8. 10. Norwcgi'che Noten...... Dentsch-llesterr. A icx) Kronen 110,23 58,98 110,67 69,23 Bvilivv Hvlzmunn . . . tz 200 a 1 ■ 201 5 ■ 01 Numänilche Noten . . . 2.60 2.63 veidelberaer titmenl . . > 142.5 141 75 Schwedische Noten . . - Lchweiier Noten . . . . 112,61 113.07 ittment Kaelstadk . . . . . x 195 - - «0,69 «1.CI ^.'ayß A streikaa . . 10 163 164,25 __ Cvanüche Noten . . . . 73.05 73,85 SchultbeiS Bayenhottr. . 15 Cftrorrfr . . . 12 433 410 435 410 Tschechoslowaki'che Noten . . Ungarische Noten 12,39 73,20 73.50 Ber. Glanzsiost......15 — — 661 665 Devifemnartt Derlm —Frankfurt a. M. Bemberg . . ......x ^ellsio' Waldbos . . . . 12 319,5 21,5 »14 75 120.75 519 323 Telegraphische Auszahlung. Zellstoii Aschasfenbura . . lö Charlottenduraer Waffer. 7 - cssauer GaS . . . . « Tatmlet Motoren...... Demaa........0 20 .5 201.5 201 143 142 1. Ohbr. 3. Cftbr. 122 121,75 201 4'1.75 90 75 HO 295 200 I2l,7i «9 110,25 290 75 Amtliche Notierunc» «^eld Btte> Amtliche Notierung 'lelo Bttei Adlerwette nieder. ... v t'UblD. rotllt .... 1 110,5 110,5 Timst.-Nolt Buen.-Aires ■f Mainkrattwerke ...... 115 123 — — — Spanten . . Japan . . . .3,11 1.955 <3,27 1,959 <3.41 1.95« 73,55 1,962 Maa ..... 10 Nekarlnlmer........ x 136 11?.75 135,5 112.5 — ‘Hto de Jan Styicn in D » 5005 9,502 1.500 '-.501 Beter» Union ....... x 114 — — — Ctft. obytii »v,l4 59,16 59.28 Srbr. Roeder ....... v Hl — — 1 — Braa ... '2,429 12,449 12,435 12,455 Voigt