Nr. 179 Erstes Blatt 177. Jahrgang Mittwoch, 3. August (927 General-Anzeiger für Oderheffen Drutf und Verlag: Vrühl'sche llnwersitär§-Buch- und Lteindruäerei R. Lange in Sietzen. Lchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Eriche int täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle. lltonatS'vezugrpreiL: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Traget; lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: 51, 54 und 112. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Zranksurt am Main 11686. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 n m Breite 35 Reichspfennig, Playvorschrist 20°/, mehr. Lhefredaktem: Dr. Fnedr. Will;. Lange. Verantwortlich für'Politik Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton Dr. H.THyttot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein; für den Anzeigenteil Kurt Hillmunn, sämtlich in Gießen. Loollöge verzichtet auf die Prüsidentschastslandidatur. Rapid City, 2. August. (WB.) Präsident Loolidge erklärte den Vertretern der Zeitungen, er sei n i ch t g e n e i g t, sich für die präsidenl- schaftswahl von 1928 a l s Kandidat auf. ft e l l e n zu lassen. Die Erklärung wurde vom Präsidenten den Pressevertretern ohne jeden Kommentar gegeben. Sie wurde heute am vierten Jahrestage seiner Wahl veröffentlicht. Die den Pressevertretern übergebene Erklärung war mit Schreibmaschine auf kleine Blätter gefchrieben. während der ganzen Konferenz wurden nicht mehr als ein halbes Dutzend Worte zwischen dem Präsidenten und den Pressevertretern gewechselt. — Ls gilt für sicher, daß Loolidge niemanden um Rat gefragt hat, als er seine Aufsehen erregende Erklärung vorbereitete. Von den Anhängern des Präsidenten wurde später betont, dah die Tür zur Nominierung Loolidges durch seine Erklärung noch nicht geschlossen sei, wenn die Wählerversammlung ihn wählen sollte. Der Vizepräsident, General Dawes erhielt Loolidges Ankündigung gleichfalls ohne Kommentar. Dawes gilt in weiten Kreisen als möglicher Präsidentschaftskandidat. Der Neuyorker Korespondent des „Daily Telegraph" berichtet: wenn Loolidge bei den nächsten Präsidentenwahlen nicht wieder kandidieren würde, so würde nach Ansicht vieler Personen der Handelssekretär Hoover sein Nachfolger werden. Japans Vermittlung. Die Krisis der Seeabrüstnngskonferenz. Genf, 2. Aug. (WTB.) Nach wie vor ist die japanische Delegation zur Marinekonserenz bemüht, zwischen England und Amerika zu vermitteln. Nach mehrtägigen Beratungen hat sie den Entwurf eines provisorischen Abkommens ausgearbeitet, den sie Montag abend der amerikanischen Delegation vorlegte, heute vormittag begab sich G i b s o n , begleitet von Admiral Jones, zum Chef der japanischen Delegation saito. Nach der Unterredung, der Viscount I s h i i beiwohnte, nahm der letztere Fühlung mit Bridgeman über die Möglichkeit eines Kompromisses, lieber die Beratung wird strengstes Still- jchweiSen gewahrt. Erst dann, wenn im Lause des Tages sich die Möglichkeit eines Kompromisses ergeben würde, könnten die Japaner aus der reservierten Stellung l)erauskommen. Für den Augenblick handelt es sich um Sondierungen. Der neue japa- aijche Dermittlungsvorschlag soll die Einschaltung eines „n a v a l holiday“, d. h. die Aussetzung weiterer Flottenbauten für einen bestimmten Zeitraum, Vorschlägen. Nach dem japanischen Vorschlag ioU jedoch Amerika die Möglichkeit eingeräumt werden, seine Flotte dem gegenwärtigen Niveau der mglischen Flotte a n z u p a s s e n. Bon englischer Seite wird jedoch schärfster Widerstand gegen die chwere Bewaffnung der leichten Kreuzer mit 8-Zoll- deschützen geltend gemacht. Diese Frage bildet zur 3eü die Hauptschwierigkeit der gegenwärtigen Verhandlungen. Welchen weiteren Verlauf die heute cingeleiteten neuen Erörterungen nehmen werden, st zur Zeit noch in keiner Weise zu übersehen, insbesondere da von den drei Delegationen außergewöhnliches Stillschweigen über den Gong der Verhandlungen gewahrt wird Ob die für Donnerstag unberufene Vollsitzung der Konferenz statt- iinden, wird, steht gleichfalls noch keineswegs fest. Romantische Zahlt zu Daudet. Paris, 2. Aug. (WTB.) Das „Journal" ver- öffentliche heute morgen den Bericht eines Sonder- derichtersts.tters über eine Unterredung mit Daudet. Der Bericht ist datiert vom 1. August Irgendwo i n Frankrei ch". Der Bericht- irftatter wurde in einem Privatwagen außerhalb Baris gebwdjt und auf offener Straße abgesetzt. Rach kurzem Warten wurde er von einem Sport- vagen in Empfang genommen und in rasender fahrt mehrere Stunden weit besör- ) e r t. Dem Berichterstatter war es durch eine un- lurchsichtige Brille unmöglich gemacht, sich über den Beg zu orientieren. Nachdem die Fahrt beendet vor, wurde er auf ein von dem Chauffeur ihm mit- ceteillen Stichwort an einer bestimmten Stelle von •unem jungen Mann in Empfang genommen, der ihn wenige Schritte weit zu einem kleinen, im Grünen •telegenen Haus führte, das von einem Geistlichen »ewohirt und in dessen oberen Stockwerk 2 au-det Zuflucht gefunden hat. Daudet ß-lbst erschien und erklärte: „hier bin ich in eigener Person. Ich halte mich weder im Ausland auf, noch ergenbroo versteckt in einem Keller." Daudet sagte, daß er den Kampf um seine Sache unbeirrt w e i- berfiihren würde. Nach Beendigung der Unterredung wurde der Berichterstatter des „Journals" in dem gleichen Sportwagen direkt nach Paris zurück- brfördert. verRichtungsiampf in Ruhlas TRoskou, 3. Aug. (Telegraphen-Agentur der Sowjet-Union, Funkspruch.) Das Bureau des Vereins alter Bolschewisten veröffentlicht einen Aufruf, in dem es verlangt, daß die Opposi - t-ionsführer aus dem Zentral-Komitee der Zwei Jahre Getreideschlacht. Mussolinis Kampf um die Ernährung Italiens. Bon unserem römischen -Korrespondenten. Rom, Ende Juli. Am 4. Juli 1925 gab Mussolini das Zeichen zum Beginn der battaglia del grano, der Getreideschlacht. Ein königliches Dekret verfügte die Einsetzung eines ständigen Getreiderates, des „Generalstabes des Getreidefeldzuges", Mussolini selber übernahm den Oberbefehl. Es ist nicht angebracht. über diese militärische Aufmachung zu spötteln, denn im heutigen Italien w.rd tatsächlich kommandiert, Krieg geführt, gekämpft auf Leben und Tod. Denn Tod bedeutet die Brotabhängigkeit vom Auslande, folglich muß das ganze Bolk heute fein Leben einsetz en, um es in einem kommenden Kriege nicht zu verlieren. Mit dem großen Kriege rechnet Mussolini genau wie Foch in zehn bis fünfzehn Jahren, also muß bis 1935 ungefähr der Sieg in der Getreideschlacht errungen fein. Das Ziel lautet nach Mussolini: Italien kann und muß das Getreide hervorbringen, das es verbraucht! An diesem Wort darf nicht gerüttelt werden. Wieviel Getreide verbraucht Italien? 75 Millionen Doppelzentner im Jahre. Wieviel erzeugt es bisher? Durchschnittlich 47 Millionen. Die Lage ist also klar. Auf welche Weise aber soll vorgegangen werden? Es ist nicht notwendig, so umschrieb Mussolini den Aktionsplan, die mit Getreide bebaute Doden- fläche zu erweitern, keinesfalls darf sie auf Kosten anderer Kulturgattungen, die für die Volkswirtschaft notwendig sind, verringert werden. Nötig ist nur, den Ertrag des Hektars zu heben, eine auch nur geringe Steigerung des Durchschnittsertrages kann schon genügen. Diesem Grundsatz entsprechend hat sich der Getreiderat mit folgenden Fragen zu befassen: der Samenauslese, der Düngung und Vervollkommnung der technischen Anbaumittel, dem Getreidepreis. Ein Feind der Kanzleiverfügungen, erkannte Mussolini. daß man „vor allem an die still und emsig arbeitenden Massen der Landleute herantreten muß, welche die Hauptmacht des über die Felder Italiens ausgrstreuten Heeres bilden". Dieser Apell an die Kerntruppe der nationalen Volkswirtschaft, an den Bauern, hatte einen ungeahnten Erfolg. Die Männer des Pfluges wetteiferten in der Arbeit wie unsere modernen Sportfexen, sie fürchteten plötzlich nicht mehr die eisenzerbrechenden Schuttfelder ihrer entwaldeten Berghänge, nicht mehr das furchtbare Gestirn des Südens. Griff der reiche und weltgewandte Großgrundbesitzer zu amerikanischen Motorpflügen, so tränkte das Schuldenbäuerlein die heilige Erde mit seinem Schweiße. Lieber das Gebot Mussolinis hinausgehend, griff man auch bisher brachgelegenen Boden an, nur um nicht hinter dem Nachbarn zurückzubleiben. Ausstellungen und Preise lockten, der Staat lieh sich nicht lumpen, -.vro es geldliche Unterstützung galt, bis zu den Saumpfaden des Apennins hinauf wehte der gebene- deite Atem der rauschenden Kornfelder Eine neue Epoche war angebrochen, Verheißung flimmerte über den Garben. Hinter der Dreschmaschine muhte natürlich gerechnet werden. In der Lieberzeugung, daß der freie Getreidehandel zur Aushungerung der auf die Einfuhr angewiesenen Länder führe zu Gunsten der ausbeutenden Monopolstaaten, richtete der Generalstab wieder die Zollwehr auf, als die gegebene Maßregel gegen den Getreidetrust. Der Zoll beträgt 40 Lire für den Doppelzentner, belastet also das Volk schon bei einer Einfuhr von 10 Millionen Doppelzentnern, dem bisherigen Minimum, mit 400 Millionen Lire. Andrerseits bedeuten zehn Millionen mehr herausgewirtschaftete Doppelzentner Getreide einen Gew nn von ungefähr 2 Milliarden! Das Ringen lohnt sich also auch vom finanziellen Standpunkte aus. 7 Millionen Lire gibt die Regierung jährlich für den landwirtschaftlichen Wanderunterricht aus, ebensoviel für Erweiterung der M u - sterfelder der landwirtschaftlichen Lehrstellen, 4 Millionen werden den staatlichen und genossenschaftlichen Versuchsan st alten und höheren Lehranstalten zugewiesen. Lleberall bestehen Beratungsstellen. Jene drei Landwirte, die in der Provinz die besten Anbauergebnisse erzielt haben, werden vom Minister für Volkswirtschaft zu Kommissionsmitgliedern ernannt. Für die Getreideschlacht zum Erfolg, so ist sie geeignet, das riesige Defizit der italienischen Handelsbilanz auszugleichen, denn der Posten Getreide macht mit einigen verwandt eit die Hälfte des Defizits aus, er ist, wie Mussolini sagte, der gefräßigste unter den Würmern, die an der italienischen Wirtschaft nagen. Führt die Getreideschlacht zmn Erfolg, so ist sie Ernte wird eingebracht. wie lauten die Berichte der Heerführer? Nun, es ist noch nicht die Stunde gekommen, um die Glocken zu läuten, aber die ersten Siege zeichnen sich unverkennbar ab. Die Ernte 1925 bewies nicht weniger, als daß die durchschnittliche Getreideproduktion von 9 bis 13 Doppelzentnern auf den Hektar durch rationelle Methoden verdoppelt, in manchen Gegenden sogar verdreifacht werden tonn. Tausendhektarflächen lieferten durchschnittlich 30 Doppelzentner, einige Mustergüter der Provinzen Cremona und Emilia, der früher kommunistischen, heute faszistischen Hochburgen. 40 Doppelzentner. Bei großen Flä- chen kommt man auf folgende Vergleichszisfern: Deutschland 17,5 Dz., Ungarn 12; Italien 20. Bei kleineren Flächen: Belgien 25. Italien 27; bei noch kleineren: Holland 27, Dänemark 29, Italien 30. Diese Ziffern sind auch in klimatischer Hinsicht interessant, beweisen sie doch die Hinfälligkeit des Vorurteils, trockene Hochländer seien für den Getreidebau ungünstig. In der Provinz Aquila sieht man jetzt iwch auf 1400 Meter Höhe, wo in vielen Ländern schon die Baumgrenze liegt, wogende Kornfelder, in Umbrien hat ein Bauer auf 800 Meter Höhe noch 20 Doppelzentner gegen die sieben früherer Zeit geerntet. Einer der rührigsten unö trotz seiner sünfundachtizig Jahre rüstigsten Vorkämpfer auf dem Gebiete des Getreidebaues. Professor C u s m a n o , stellt allerdings eine direkte Beziehung zwischen Regen- und Getreidemenge her, weist aber gleichzeitig nach, daß gut die Hälfte des Himmelsfegens in Süditalien nutzlos, ja in gefährlicher Weise (Malariaherde!) sich verläuft, wo sie durch Abzugs- und Sammelkanäle aufgespeichert werden könnte für die regenarme Zeit. Es ist keine Frage, daß die Getreideschlacht auch zu solchen Reserven Zuflucht nehmen wird. Die vorjährige Ernte überstieg bereits alle Erwartungen, sie erreichte nicht nur die 1923 einmal herausspringende Ausnahmeziffer von 61 Millionen Dz., sondern übertraf sie noch um ein Zwölftel, während der jährliche DurchschnittSer- trag bisher 47 Mill. Dz. betrug. Dabei muß berücksichtigt werden, daß die ungeraden Jahre stets einen größeren Ertrag liefern, unö so trennen uns in diesem Sommer voraussichtlich — der Drusch ist noch nicht beendet — nur noch wenige Millionen Doppelzentner von dem von Mussolini gewollten Ziele. Ein Erfolg, den niemand dem Duce und seinem fleißigen Volke abstreiten kann. Rechnerisch dagegen gibt dieser Erfolg der Kritik eine Waffe in die Hand, die auf den ersten Blick überaus gefährlich aussieht. Die Ge - treidepreise sind nämlich derart gesunken— von 180 Lire im Januar aus 138 im Juni. 125 im Juli — daß eine Krisis in der Landwirtschaft ausbrach. Die Scheunen sind nicht imstande, den Uebersluß zu bergen, die Mühlen ohnehin durch das 82prozentige Einheitsmehl, das ausschließlich in den Handel gebracht und zur Brot- bereitung Dertoeiibet werden darf, zu langsamerem Betrieb verurtellt, die Bauern wissen nicht, wie sie ihre Schulden an die Landwirtschaftsbanken bezahlen sollett. Schott taucht^ das Gespenst der Zwangsvertäufe auf dein Halm auf. aber es ist sicher, daß diese Erscheinungen einer ja nur scheinbaren Ueberproduktion bald verschwinden werden. In den letzten Tagen haben die Preise an den Getreidebörsen bereits erheblich angezogen. Ueberdies wäre es verfehlt, ein Unternehmen wie die Getreideschlacht nur vom augenblicklichen Prvvitstandpunkt aus zu betrachten, denn das hieße, von den Kanonen Kartoffeln verlangen. Die battaglia dei grano hat vielmehr die Aufgabe, neben das Heer als Schuhwehr für Land und Volk zu treten. kommunistischen Partei ausgeschlossen werden, und daß der gesamten Opposition die ultimative Forderung, sich bedingungslos dett Beschlüssen der Partei zu fügen, gestellt werde. Der Aufruf fordert alle Parteimitglieder auf, die Partei-Zentralinstitutionen vorbehaltlos zu> unterstützen und sich den Oppositionellen ohne Rücksicht auf ihre Stellung und ihre ehemaligen Verdienste um die Revolution energisch zu widersehen. Wie aus Wilna gemeldet wird, ist es kürzlich an der russisch-polnischen Grenze zu eitlem Feuergefecht zwischen Schmugglern und Beamten der G.P.U. gekommen. 3n dem Kampf wurden vier Schmuggler und zwei G.P.U.-Beamte getötet und acht Schmuggler und zwei G.P.U.-Beamte schwer verwundet. Die Schmuggler wollten einigeMitglneder der Leningrader Opposition über die Grenze in Sicherheit bringen. Es soll sich dabei um Personen gehandelt haben, die an dem letzten großen Attentat in Leningrad gegen das Sowjetgebäude beteiligt waren. Den Flüchtlingen soll es gelungen sein, sich während des Feuergefechts in Sicherheit zu bringen. In ihren Händen soll sich verschiedenes Material befinden, wodurch Stalin schwer belastet wird. Konflikt im rumänischenRegentschastsrat. "Berlin, 3. Aug. (TU.) Rach einer Morgenblättermeldung ans Bukarest ist zwischen dem Ministerpräsidenten Bratianu und dem Regentschaftsrat ein ernster Konflikt entstanden. Der Regentschaftsrat hat an Bratianu die Aufforderung gerichtet, dem Wunsche des verstorbe nen Königs entsprechend. ein Kabinett der nationalen Einigung zu bilden. Bratianu hat diese Aufforderung unter dem Hinweis ! darauf abgelehnt, daß eine Kabinettsumbil- \ düng ,etzt, wo Rumänien schwere innerpolitische - Ereignisse zu erwarten habe, weder mög-, lich noch angebracht sei. Luftschutz. Tie Lehren der britischen Luftmanöver. Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers". Berlin. 3. August. Die englische Regierung hat in den letzten Tagen große Luftmanöver veranstaltet, die sich über London abfpielten und zweifellos in erster Linie den propagandistischen Zweck verfolgten, nachzuweisen, daß bei den bisherigen Methoden London gegen Luftangriffe nicht geschützt sei. Der Zweck ist auch erreicht worden, den Engländern ist doch ein Schreck in die Glieder gefahren, als ihnen ganz kithl mitgeteilt wurde, daß im Ernstfälle die ganze Eich vom Erdboden verschwinden würde, und die militärischen Sachverständigen haben in aller Ruhe daraus aufmerksam gemacht. daß die einzige Möglichkeit, derartige Katastrophen zu verhindern, die wäre, umnittelitär nach Kriegsausbruch die Zentrale der feindlichen Flieger zu vernichten. Sie werden, wenn es hurt auf hart geht, wohl noch andere Abwehrmahregeln haben. Die Luftangriffe, so wie sie durchgeführt wurden, waren mehr zur Aufrüttelung der Bevölkerung bestimmt und haben diesen Zweck wohl auch erreicht. Der Engländer wird sich künftighin wesentlich mehr als bisher die Sorge angelegen sein lassen, wie er sich und fein Eigentum in der Heimat gegen feindliche Bomben zu fchühen hat. Daraus können wir lernen. Deutschland ist ja in einer wesentlich ungünstigeren Lage als die Engländer. Uns ist durch den Friedensvertrag die Vorbereitung jeglicher aktiven Abwehr verboten. Wir sind baf)er, wenn wir im Ernstfälle in einen Krieg verwickelt werden sollten, den Wirkungen feindlicher Bombengeschwader ziemlich waffenlos preisgegeben; was das aber heißt, darüber macht man sich bei uns in Deutschland bisher nur ganz unklare Vorstellungen. Im letzten Kriege stand ja die Fliegerei noch in ihren Anfängen, immerhin, die Luftwaffe nahm von Jahr zu Jahr an Bedeutung zu. Hatten wir 1914 nur achtmal feindliche Flieger auf deutschem Boden, die 33 Bomben abwarfen, so wurden in den zehn Monaten des Jahres 1918 bereits 353 Angriffe durch über 2300 Flieger mit fast 8000 Bomben gezählt. Die absoluten Wirkungen dieser Angriffe waren schon groß genug. Es sind insgesamt während des Krieges durch feindliche Fliegerangriffe 2600 Menschen getötet worden, der unmittelbare Sachschaden betrug etwa 25 Millionen Mark, der mittelbare war sehr viel größer, weil die fortgesetzten Luftangriffe eine starke Belastung der Nerven der Bevölkerung bedeuteten, zur Unterbrechung der Arbeit führten und so indirekt die Verteidigung an der Front lähmten. Seitdem hat aber die Fliegerei unerhörte Fortschritte gemacht. Ihr Aktionsradius ist fast unbegrenzt. Die Bomben sind in ihrer Große unö in ihrer Wirkung ganz andere, das rheinisch-westfälische Industriegebiet konnte heute in etwa zwei- bis dreistündiger Flugdauer von 600 Flugzeugen in einem einzigen Luftangriff mit 600 000 Kilogramm Bomben belegt werden. Was das für unsere Industrie bedeutet, darüber braucht kein Wort verloren zu werden, besonders, wenn man sich vergegenwärtigt, daß eine Bombe von 500 Kilogramm imstande ist, einen ganzen Häuserblock niederzulegen, selbst wenn sie nicht unmittelbar das Gebäude trifft. Dazu kommen noch die furchtbaren Wirkungen der Gas bomben, die ganze Städte vergiften. Rein theoretisch würde es möglich sein, Berlin von der Luft aus wenige Stunden nach Kriegsausbruch fast bis auf den letzten Mann zu vergiften. Alle Llbrüstung ist bisher nur Komödie gewesen. Was wir bisher in Genf erlebt haben, sieht nicht gerade danach aus, als ob die Zeiten des ewigen Friedens näher kommen. Im Gegenteil, die Aufrüstung nimmt unheimliche Dimensionen an, das Wettrüsten der Siegerstaaten geht im verschärften Tempo weiter. Daß die Lust- fliegerei auch nur mit ihren Giftgasen verboten werden sollte, dafür sprechen keinerlei Anzeichen. Selbst die Pazifisten in Deutschland müßten also begreifen, welche ungeheuerlichen Gefahren für die Menschen und für die Wirtschaft Deutschlan" s sich daraus entwickeln können. Gerade weil uns aber jede aktive Abwehr verboten ist, mi?,.n wir wenigstens versuchen, passiv uns zu schützen, soweit das irgendwie Möglich ist. Das kann nur auf dem Wege der Aufklärung geschehen, vermutlich in der Richtung einer vollkommenen Umwälzung auf dem Gebiete des Stadtbaues. Es ist ein Ding der Unmöglichkeit, daß wir mit verschränkten Händen Zusehen, wie rund um uns ein Vernichtungskrieg vorbereitet wird, dem wir im Ernstfälle hilflos ausgesetzt wären. Cs ist daher höchste Zeit, daß zunächst einmal ein öffentlicher Aufklärungsdienst einseht, der auf die Gefahren, die hier lauern, aufmerksam macht und wirksame Abwehrmaßregeln schassen hilft. Der Dawesplan. Tic Auffassung eines amerikanischen Ainanzmannei. Neuyork, 2. August. (WB.) Der Finanzmann Bernhard Baruch, b-1 während Krieges Vorsitzender des Amtes fi-r Krieg wd' strien war, er- klärte nach jener Riicktt aus " ropa in einem ■>.teruien), es dürfte i n 1 ' , er nächsten el d o h r e sich als .weifen, den ciawi-ö-san oollk. zu . e n j * hier en. Eine annähernd ic.e fgabe des Dawesplcmes mit seiner beweglichen Zahlungsskala und die Festsetzung einer bestimmten Reporationssumme wird aus dem Konflikt zwischen den Zahlungen auf Grund des Damesplanes und den Zahlungen auf deutsche Industrie- und Stadtanleihen hervorgehen. Die' Reparationszahlungen werden wahrscheinlich 1928 ,hren Höhepunkt erreichen. Gleichzeitig müßten Milliarden auf die unzähligen Industrie- und Stadtanleihen gezahlt werden. Es werde dann die Frage sein, ob die Reparationszahlungen oder die Zahlungen auf die Anleihen den Vorrang hätten. Die Landtagswahlen im MemeUand. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 3. Aug. Wie aus Litauen gemeldet worden ist, soll sich die litauische Regierung endlich dazu bequemt haben, die Wahlen zum Memellandtage festzusetzen, und zwar für den 28. August. Wenn die Rachricht zutreffen sollte, so würde es sich nur rein formell um die Erfüllung des vom litauischen Ministerpräsidenten Wvldemaras in Genf abgegebenen Versprechens, die Wahlen bis spätestens vor Ende September d. 3. auszuschreiben, handeln. Denn, da der Landtag erst 15 Tage nach den Wahlen zusammentreten darf und erst dann über eine Regierungsbildung im Memellande Beschluß gefaßt werden kann, ist bis zu diesem Zeitpunkt der Völkerbund wieder ouseinandergegangen. Da die Regierungsbildung zu den wichtigsten Problemen des Memelgebietes gehört, hat natürlich die litauische Regierung das größte Interesse daran, diesen Staatsakt unbeobachtet und unbeeinflußt von Genf vornehmen zu lassen. Außerdem sei darauf hingewiesen, daß die Körperschaft, die die Regierungsbildung vornehmen soll, der neu zu wählende memelländische Landtag, unter den gegenwärtigen Verhältnissen im Memellande keineswegs als ein Produkt der freien Meinungsäußerung der Bevölkerung angesehen werden kann. Bekanntlich herrscht immer noch im Memelgebiet K r i egs- z u st a n d und damit verbunden strenge Pressezensur und Versammlungsverbot. Rur den groß- litauisch eingestellten Organen ist eine agitatorische Tätigkeit erlaubt. Der gesamte amtliche Wahlapparat wird von dem Kriegskommondanten kontrolliert und untersteht dem diktatorisch regierenden Landesdirektorium. Die bereits ernannten Wahlkreiskommissionen bestehen nurausGrvß- l i t a u e r n, die wiederum zu Vorsitzenden der Stimmbezirke ihre Anhänger bestimmt haben. Allein aus diesen Tatsachen erhellt, was von der Erfüllung des Versprechens Wvldeniaras', im Memellande eine Regierung auf parlamentarisch-demokratischer Grundlage zu bilden, übrig bleibt. Die deutsche Regierung wird es sich angelegen sein lassen, den Verlauf der Ereignisse im Memellande aufmerksam zu verfolgen, und, wenn nötig, die strikte Durchführung der Memelkonvention auch zu erzwingen wissen. Am Dienstag wurde dem Redakteur Warm vom „Memeler Dampfboot", der als Vertreter seiner Zeitung auf Einladung der Hamburg- Amerika-Lime sich zu einer Pressefahrt mit -dem Dampfer „ReuYork" nach Hamburg begeben wollte, vom litauischen Gouverneur das Visum verweigert, so daß er die Fahrt nicht antreten konnte. Ihm wurde erklärt, daß er wohl das Ausreisevisum, jedoch nicht das Wiedereinreisevisum erhalten könnte, was einer Verweigerung der Wiedereinreise und somit einer Ausweisung gleichkommt. An demselben Tage wurde der Frau des Chefredakteurs L e u b n e r, die zur Beerdigung ihrer verstorbefflen Mutter heute nach Prenzlau fahren wollte, das Visum verweigert. Bekanntlich waren Chefredakteur Leubner und Redakteur Warm v«n „Memeler Dampfboot", sowie Redakteur Brieskorn von der „Memelländischen Rundschau" am 1. Juli d. Is. ausgewiesen worden, jedoch war die Ausweisung auf Intervention der deutschen Regierung in Kowno bis auf weiteres aufgehoben worden. Eine Aufenthakts- bewilligung ist ihnen trotz Gesuchs bisher nicht erteilt worden. Neue Arbeiterentlassungen in Ostoberschlefien. Eigener Drahtbericht des Gießener Anzeigers". Berlin, 3. Aug. Ostoberschlesien scheint wirklich nicht zur Ruhe kommen zu können. Jedenfalls hat sich seither noch in keiner Weise die Lage der Oberschlesier in dem an Polen abgetretenen Gebiete geändert. Arbeiter entlassungen» dauern nach wie vor an. die Echulprüfungen lassen mehr als zu wünschen übrig, mit einem Worte, die polnische Regierung ist nur in jeder Hinsicht bestrebt, das Deutschtum zu unterdrücken, wo sie nur kann. So erfahren wir erst heute, daß wiederum 408 Arbeitern, darunter 24 Schwerkriegsbeschädigten zum 15. August von der Verwaltung der Grästn Laura-Hütte in Chorzow gekündigt worden ist. Die deutschen Gewerkschaften haben wohl eine Beschwerde an den Demobilmachungskommissar gerichtet, der für nächste Woche Verhandlungen zwischen den Re- gieimngsstellen und den Gewerkschaften angeordnet hat. deren Ausgang jedoch sehr zweifelhaft sein dürfte. Der Völkerbund dürfte sich deshalb in seiner kommenden Septembertagung noch einmal eingehend mit diesen Fragen zu beschäftigen haben. vie wiener Gemeindeschutzwache Paris, 2. Aug. (WTB.) Havas gibt folgende Rotiz aus: Man erklärt in den offiziellen Kreisen, daß im eigentlichen Sinne des Wortes kei ne Demarche der Botschofterkon- f e r e n z bei der österreichischen Regierung wegen der Wiener Munizipalgarde stattgefunden habe. Es handelt sich lediglich um eine Intervention der örtlichen Liquidierungs- stelle nach Verständigung mit den Vertretern der alliierten Mächte in Wien, die den Bundeskanzler Seipel aufgefordert habe, für die unmittelbare Auflösung dieser Formationen Sorge zu tragen. Die Mitglieder der Abwickelungsstelle hätten sich jeder innerpolitischen Erwägung enthalten und bei ihrem Vorgehen nur darauf hingearbeitet, dem Vertrage von St. Germain Achtung zu verschaffen. Rach dem ..Petit Varisien" wurde, wenn die österreichische Re- gierung diesen Dorstellungen nicht Rechnung tragen solle, allerdings die Botschafter- Konferenz zu entscheiden haben. Der internationale Gewerkschaftskongreß. Keine einheitliche Stellung zum Bolschewismus Paris. 2. Aug. (Sil.) Im Grand-Palais tagt der vierte ordentliche Kongreß des Internationalen Gewerkschaftsverbandes. An den Verhandlungen nehmen 250 Gewerkschaftsdelegierte der verschiedensten Länder teil. Der deutsche Gewerkschaftsverband hat 15 Delegierte entsandt. Die Leitung des Kongresses liegt in den Händen des Präsidenten P u r c e l (England), der einen Lieberblick über die Gewerkschaftsentwicklung in den verschiedenen Ländern gab. Die Internationale habe ihren Wirkungstreis noch nicht genügend ausgedehnt. Da der Kapitalismus keine Grenzen kenne, sei eine Reu Orientierung der Ziele des Verbandes notwendig. Mit der Internationalisierung des Kapitals entwickle sich auch die Internationalisierung der Arbeiterklassen. LIeberall wo der Kapitalismus auftrete. müßten die Gewerkschaftsorganisationen geschaffen werden Infolge der Rivalität der Mächte erstehe von neuem das Gespenst des Krieges und allein die Arbeiter könnten das Auftreten dieser Geister verhindern. Der Redner setzte sich dann besonders warm für dio Einbeziehung der russischen Arbeiterschaft in den Gewerkschaftsverband ein und erklärte, er persönlich sei geneigt, einen vollständigen Umarbeitung des Gewerkschaftsverbandes zuzustimmen, wenn hierdurch die völlige Konzentration der Arbeitskräfte erreicht würde. Seine mit dem Bolschewismus sympathisierenden Ausführungen riefen in zahlreichen Delegiertengruppen lebhafte Proteste hervor. Der französische Gewerkschaftssekretär I o u - ha u x erklärte, die Rede Purcells über das russische Problem binde nur den Redner selbst. Die Mehrzahl der Mitglieder des Bureaus und auch die deutschen Delegierten seien mit einem Teil der Ausführungen des Vorsitzenden Purcel nicht einverstanden. Die englischen Delegierten Hocks und Ben Tunner protestierten gegen die Kritik an dem Vorsitzenden. Purcel schloß den Zwischenfall mit der Feststellung, daß seine Ausführungen über die Rotwendigkeit, die russischen Arbeiter in die Gewerkschafts- internationale hineinzuziehen, seine persönliche Meinung darstelle. Es kam auch später wiederholt zu Anspielungen auf die Uneinigkeit innerhalb des Vorstandes. Der Belgier Mertens protestierte u. a. gegen die Eröffnungsrede des Präsidenten P u r c e l l. die ein Loblied auf die russische Revolution bedeutet habe. Purcell habe jedoch gewußt, daß die Mitglieder des Vorstandes nicht mit ihm in dieser Frage übereinstimmten. Es sei zu hoffen, daß die Konferenz Mittel finden werde, hier eine Aenderung zu schaffen. Der ständige Generalsekretär der Trade LInions, Citrin, griff Iouhaux an. weil dieser den Präsidenten Purcell angegriffen habe, ohne sich vorher mit "Den Vorstandsmitgliedern zu verständigen. Citrin erklärte ferner, daß die Gewerkschaftspolitik des Verbandes gegenüber den Russen immer entgegenkommend gewesen sei, aber, schloß er, was unsere nationalen Angelegenheiten betrifft, so lehnen wir jede Einmischung von außen her ab. Der Geschäftsbericht wurde von dem deutschen Gewerkschaftssekretär Sassenbach erstattet. Er gab seiner Meinung dahin Ausdruck, daß die drei abgelaufenen Jahre keinen besonderen Fortschritt der sozialen und wirtschaftlichen Lage der Arbeiterklasse gebracht hätten. Der Mitgliederstand der Gewerkschaften sei von 16 530 000 im Jahre 1923 auf 13500000 im Jahre 1926 zurückgegangen. Besonders fühlbar mache sich der Rückgang in Deutschland bemerkbar. Man werde aber in dieser Tatsache kein schlechtes Anzeichen sehen, da die Arbeiter heute wieder die Rotwendigkeit ftärferer Organisation begriffen hätten. Sassenbach wies dann darauf hin, daß der internationale Gewerkschaftsverband mit der bolschewistischen Internationale und dem panrussischen Gewerkschaftsrat einen lebhaften Briefwechsel geführt habe und immer geneigt sei, den Zentralrat der panrussischen Gewerkschaften zu den gleichen Bedingungenaufzunehmen. die für die anderen Gcwerkschaf tszentralen gelten. Bisher sei aber keine Annäherung möglich gewesen. Der deutsche Delegierte Großmann bedauerte u. a. die Rede des Präsidenten Purcell ebenso wie den Mangel einheitlicher Gesichtspunkte. Im Schoße des Gewerkschaftsbüros sei Disziplin notwendig und diejenigen, die sich nicht unterordnen wollten, müßten ausscheiden. Hörflngs Nachfolger. Berlin, 2. Aug. (Wolff.) Nach der Meldung eines Magdeburger Blattes soll damit zu rechnen sein, daß das preußische Kabinett heute mittag den sozialdemokratischen Landtagsabgeordneten Dr. W a e n t i g zum Oberpräsidenten der Provinz Sachsen ernennen würde. Wie das Wolff-Bureau auf Erkundigung an zuständiger preußischer Stelle erfährt, ist es zwar richtig, daß Professor Waentig für diesen Posten in er ft er Linie in Frage kommt; doch findet heute keine Sitzung des preußischen Kabinetts statt, vielmehr dürfte die endgültige Regelung der Nachfolge Hörsings erst in den näch- sten Tagen zu erwarten fein. Die „Deutsche Allgemeine". Berlin, 3. Aug. (Priv.-Tel.) Der „Vorwärts" teilt mit, daß die DAZ. vom 1. April kommenden Jahres ab nicht mehr in der Druckerei der Preußischen Staatsregierung, sondern von Hugenberg gedruckt werden wird. Diese Aenderung im Verlag soll, nach den Informationen des sozräldemvktatischen Blattes, gleichbedeutend sein mit dem völligen Liebergang der DAZ. in den schwer- industriellen Hugenberg-Komern, dem ja bekanntlich schon u. a. die Scherl-Blätter „Tag" und „Lokal-Anzeiger" gehören. Eine Ferienkonferenz des Reichskabinelts. Berlin, 3. Aug. (Priv.-Tel.) Rach einer Mitteilung des „Lol.-Anz." werden die außerhalb Berlins auf Urlaub weilenden Reichs- mmifter zum größten Teil Ende dieser oder Anfang nächster Woche zurückkehren, um an der Feier des Verfassungstages teilzunehmen und dabei eine Aussprache über die allgemeine politische Lage zu haben. Wie es in der Mitteilung des genannten Blattes heißt, erscheint eine Fühlungnahme der Ka- i binettsmitglieder um so gebotener, als es wahrscheinlich die letzte Zusammenkunft vor der Septembertagung des Völkerbundes sein wird. dine Hindenburg-Amnestie. Eigene Drahtmeldung des „Gießener Anzeigers". Berlin, 3. Aug. Es darf wohl als feststehend angesehen werden, daß der Reichspräsident von Hindenburg aus Anlaß seines achtzigsten Geburtstages von seinem Begnadigungsrecht einen umfassenden Gebrauch machen wird. Da es sich aber nur auf die Fälle erstreckt, die vom Reichsgericht bearbeitet worden sind, soll dem Reichstag ein Amnestiegesetz zugehen, das Richtlinien auch für Begnadigungen in den Ländern enthält. Mit einer Annahme dieser Vorlage ist natürlich zu rechnen, da es wohl kaum eine Fraktion des Reichstages geben wird, die nicht für einen möglichst umfangreichen Straferlaß ist. Man sollte aber von vornherein es dem Reichsjustizministerium überlassen, zu bestimmen, welche Verbrechen unter die Amnestie zu fallen haben und nicht die gan^e Angelegenheit in den Rlittelpunkt parteipolitischer Streitigkeiten rüden. Denn dadurch wird der Sache nicht gedient, schon gar nicht, wenn, was bei den politischen Verbrechen in greifbarer Rähe liegt, die Parteien sich hier bekämpfen und nur diejenigen amnestiert wissen wollen, für die s ie Sympathien hegen. Im Reichsjustizministerium wird gegenwärtig an der der Fertigstellung eines Entwurfs gearbeitet, der dem Reichstag noch in seiner kurzen Septembertagung vorgelegt werden soll. Wie ein Berliner Abendblatt wissen will, schließt sich der Entwurf eng an das im August 1925 erlassene Amnestiegcseh an. Auf Grund des neuen Gesetzes soll eine große Zahl politischer Gefangener sowohl der rechtsradikalen als auch der linksradikalen Parteien, darunter auch solche, die zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt sind, begnadigt werden. Aus aller Welt. Hundslage und hihperiode. Die gegenwärtig in Deutschland herrschende Hitzeperiode, die nun doch noch nrift den kalender- mäßigen Hundstagen zusammenfällt, gibt Veranlassung zu einigen Feststellungen, wie lange Hitzeperioden im allgemeinen zu dauern pflegen. Die bis jetzt längste Serie aufeinanderfolgender heißer Tage betrug 1886 11 und 1925 20. Die längste Hitzeperiode wies jedoch der Juli und August des Jahres 1834 mit 22 Tagen auf. Dabei wurden Temperaturen bis zu 37, in Schlesien bis zu 39 Grad Celsius verzeichnet. Dabei sind natürlich nur die Schattentempera- turen berücksichtigt, während in der Sonne die Hitze wett über 40 stieg. In Deutschland haben die Hitzperioden im allgemeinen eine nicht so lange Dauer wie man anzunehmen geneigt ist. Rach einer Feststellung des Geologen Hellmaim kann man nur solche Sommer als besonders heiß bezeichnen, in denen mehr als sechs heiße Tage, mehr als 10 sehr warme und mehr als 35 warme Tage feftgeftdttt werden, wobei als mittlere Tagestemperatur 25 Grad angenommen werden Es ist im übrigen immer beobachtet worden, daß die größten Hitzen tatsächlich in die Zett der Hundstage faßen, obgleich die Sonne um diese Zett bereits ihren Höchststand merklich überschritten hat. Schwere Unwetter in der Schwei). Verschiedene Teile der Schweiz wurden von schweren Llnwettern heimgesucht, im besonderen die Gegend von M o n t r e u jt, das Gebiet um Bern, das Emmenthal. das Berner Oberland sowie auch Teile der Rord- und Ostschweiz. Die S i m p l o n - Linie war zeitweilig unterbrochen. Auch der Zugverkehr zwischen Bern, Luzern, Spiez und Zweisimmen war mehrere Stunden unterbrochen. Lleberall hat schwerer Hagelschlag die Kulturen zum Teil zerstört. Zahlreiche Häuser wurden schwer beschädigt. Vielerorts ist auch der Telephon- und Telegraphenverkehr unterbrochen Die Ueberschwemmungsschäden in Indien. Aus Baroda wird gemeldet, daß der Verlust an Menschenleben infolge der Lleberschwem- mungen n icht so groß ist, wie anfangs befürchtet wurde, daß aber in mehreren Bezirken des Staates große Berluste an Eigentum, Vieh und Erntevorräten zu verzeichnen find. In der Stadt Baroda und den umliegenden Dörfern sind viele Häuser eingestürzt. Es wurden Rotlager für die Obdachlosen eingerichtet. Die Regierung gewährt Darlehen zum Dau neuer Häuser und zum Ankauf von Saatgut. Im Staate Gujarat ist nach amtlicher Schätzung der Verlust an Menschenleben vermutlich nicht groß, der Materialschaden aber erheblich. Junkerswerke. Norddeutscher Lloyd und Transozeanflüge. In den vergangenen Wochen haben zwischen den Junkerswerken in Dessau und dem Norddeutschen Lloyd über die Durchführung eines Re> kordfluges Deutschland — Neuyork Verhandlungen stattgefunden, die, wie ein Berliner Spätabendblatt aus zuverlässiger Quelle erfahren haben will, nunmehr zu einem Abschluß geführt haben sollen, lieber die Gründe, die die Leitung des Norddeutschen Lloyds veranlaßt haben dürften, ein solches Unternehmen unter eigener Flagge zu betreiben, erklärt das Blatt, daß der künftige Flugverkehr über den Ozean eines Tages bestimmt einen Teil derjenigen Aufgaben übernehmen werde, der heute derSchiffahrt zufalle. Auf diesem Gebiet wolle der Norddeutsche Lloyd anscheinend führend vorangehen. Um den Dauerflugrekord. Dessau, 3. Aug. (WTB. Funkspruch.) Heute früh um 5.25 Llhr sind die beiden Rekordflieger Loose und R i st i c z mit ie einem Hilfsflieger in Iunkermaschinen mit 3unrermotoren auf dem Dessauer Flugplatz zu einem Angriff der nächsten Woche ä d anderen betiH-h.-- ike ausiührm weck' lächsten vonntag • otischen Festspie!« p 'inge derselben LP ? 1926 i Szenen von Syr tzekatzm. Äm kautet den Bestt l Berlin. mit, dah beim » M Angebote sür k naiiti int Desiend, ad in Treptow ein- deutlchen Sinnen, die sich MtPP S°lz. rlinische^^' 0, Len z & U F ,habmann & W , Es handelt M ® z'/.md 4‘„ > .rl ausgerüstet 'eit liegt m der ö gederDerztnsB dmden Miete. £ Firmen beanMch ausMsteuernnttel. -V -8- er Sohn oe» (oL (e6un' uren- h ae[fiuM 5r,N tfl' t ! jUn9«n Trr. Un^h« 'st n irn . ntet. ^Qf EaÄ"^rrgtz. °us, bÄj W b-. ln bekaL>°u.a. ^en h^j İu- t, toQt Tarn, Sfl. ging !k'S""L Ä» Nachdem jMKaß SSfufi s* ”c Wemafoonafc 3-ü im 2Qmmtn9etrtten ift, Sm' u. a. auch * Terich^ ersGetzene Mitgii^ '"-.2°r SeneraT ^-mellebersicht'L e s i«i 15 -ms die mzwiicht» imenarbert der & 1 des Sekretariotr «Wte hin. Nochden^ IMJ8 und Präses,ar "btt do; englisch, ie Schule der ^djts- . wurde dir Atzum der Zreurburg. telegenen Freusburg Teilnahme von über aden aus allen ßrb. H- Die Beratungen, laben den Zweck, di- rArbeit sür der n. Aus Deutschland >nd 22 Bünde bti< mg hielt Frih vor die Bedeutung bei «lche mit stümischW ist ein W uri1 ® .»-Mt > iren, UIU/ indenx^rn u^om5Ä ind h^ten bE lebens M auf?;: n. daß ^gest"L >len groß« Freude an dieser Tätigkeit empfinden. Sin Blumentopf im Fenster der Mansarden- ,lube ist der Garten des Kindes und kann ein .ostbarer Schatz sein: er muß bald besprengt, bald gejätet werden. Haben die Kinder ein Beet im Garten, wo sie ihre Blumen züchten können, dann ist es um so besser. In den Blumen erleben die Kinder den großen Zusammenhang, in der Natur und mit der Natur: Entstehen und Vergehen. Llnversehens rücken die Endpole des Lebens in ihr Bewußtsein. Sie erfahren, daß nicht nur Sonnenschein, sondern auch Regen und Wind notwendig ist. Das Kind wird ehrfürchtig durch seine Blumen. Jedes Kind sollte ein paar Blumen haben, di« es betreuen darf! K. Sleuerfälligkeiten im August. Irn Monat August werden folgende Steuerzahlungen fällig: Am 5. August: Steuerabzug vom Arbeitslohn l Lohnsteuer für die Zeit vom 16. bis 31. Juli einschließlich der für die Zeit vom 1. bis 15. Juli noch nicht abgeführten Beträge ohne Rücksicht auf deren Höhe unter gleichzeitiger Abgabe der Lohnsteuerbescheinigungen). Am 5. August: Gewerbescheine 1927. Am 10. August: Landjudenschaftsbeitrag 5. Ziel 1926 (Nachtrag). Am 15. August: Vermögen st euer auf Grund der Bescheide von 1925/26. Am 15. August. Hundesteuer 2. Rate 1927. Am 20. August: Steuerabzug vomArbeit s l o h n (Lohnsteuer) für die Zeit vom 1. bis 15. August, sofern der Gesamtbetrag mehr als 200 Mk. beträgt. Am 25. August: Landes steuer 3. Ziel 1927. Bei verspäteter Zahlung der Lohn-, Vermögen- und Landessteuer sind vom Tage der Fälligkeit ab 10 Prozent Jahreszinsen zu entrichten. Empfang der Sieger vom Kreisturnsest. Gestern abend holte der Turnverein von 1 846 seine Wettlämpfer auf dem Bahnhof ab. Wie ein Lauffeuer hatte es sich in der Stadt verbreitet, daß es ein besonders herzlicher Empfang sein sollte. Kopf an Kopf stand die Menge in der Vorhalle des Bahnhofs und dem Bahnhofsplah. Jubelnde Gut-Heil-Ruse ertönten, als Karl Reuter, der erste Sieger im Zwölfkamps, die Krone des deutschen Turnens, und Hans Geismar, der erste Sieger im Mehrkampf der Schwimmer, auf den Schultern ihrer Turnbrüder getragen, und die übrigen Sieger, den Bahnhofsplatz betraten, begleitet von Fackeln tragenden Turnern. Mit Musik wurden die Sieger zur Turnhalle geleitet, freudig mit Gut-Heil-Rufen begrüßt und mit Blumen beworfen. Der erste Sprecher Erle begrüßte die Sieger und insbesondere Turner Reuter in herzlichen Worten. Dasselbe tat auch Gauoberturn- wart Will namens des Gaues und erwähnte dabei noch, daß noch ein Hessenturner einen ersten Sieg im Zwölfkampf B (mit Schwimmen) errungen habe, Turner Götsch von Marburg. Allen Siegern und den Turnwarten galt sein Gut-Heil. Mit herzlichen Worten beglückwünschte alsdann der zweite Sprecher des Männerturnvereins im Ramen seines Vereins Turner Reuter zu seinem Erfolg. Ferner sprach noch Turner Adolf Schäfer von Berlin. Alle Teilnehmer vom Kreisturnfest standen noch unter dem Eindruck des wunderbaren Festes, das für jeden, der es mitmachen konnte, ein Erlebnis bedeutete. Die Sieger des T. V. von 1846 sind: im Zwölfkampf: 1. Sieger K. Reuter: 32. Sieger: Bernhardt: im Mehrkampf für Schwimmer: 1. Sieger: Hans Geismar: im Streckentauchen für Turnerinnen: 1. Siegerin: I. Hauck: im Hauptschwimmen sür Turnerinnen: Hannelie Weeg 3. Siegerin: im Sechskampf der Frauen: 4. Siegerin: Elfriede Münnich. (Sie turnte ihre drei Geräteübungen mit je 20 Punkten.) 20. Siegerin: Lotte Mohr: im volkstümlichen Sechskampf: 16. Sieger Erich Dil - g e s: Neunkampf der älteren Turner: 23. Sieger: Heinrich Hamel: Neunlampf, älteste Jahrgänge: 19. Sieg: Ernst Jung. Die Musterriegen der Aktiven (9 Turner), der Aelteren (24 Turner) und der Schwimmer (12 Turner) erreichten alle die höchste Note sehr gut. Bornotizen. — Tageskalender für Mittwoch. Palast-Lichtspiele: „Das süße Mädel". — Astoriw Lichtspiele: „Der Mittemachtsexpreß". *• Personalien. Ernannt wurde am 7. Juli der Kanzleigehilfe Ludwig Hahn in Oppenrod, Kreis Gießen, mit Wirkung vom 16. Juli 1927 an zum Kanzlisten bei der Verwaltung der Plniversitäts-Augen- und Kinderklinik in Gießen: am 9. Juli die Schulamtsanwärterinnen Emilie Mohr aus Herbstein, Kr. Lauterbach, und Maria Eckert aus Mainz zu Lehrerinnen an der Volksschule zu Viernheim, Kreis Heppenheim: am 28. Juli der Landmesser Peter Ackermann aus Nauheim zum überplanmäßigen Oberlandmesser. ** Lehrer Heinrich Becker wurde gestern in aller Stille zu Grabe getragen. Der im Alter von 52 Jahren Verstorbene gehörte zu jenen gemütstiefen Menschen, welche nach den Mühen des Berufslebens Erholung und Genuß im Umgänge mit der Natur als Gartenfreund suchen und sinden. Der Garten seines schönen Heims war bald nicht mehr groß genug, um seine zahlreichen Lieblinge aus dem Pflanzenreich alle zu fassen. Es wurde darum ein zweites noch größeres Grundstück hinzu- genommen, in welchem zur Sommerzeit die auf- und untergehende Sonne ihn bei eifriger Arbeit sah. Seit 1920 als Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins gewählt, ward er. der gegen jedermann zuvorkommend und gefällig war, zum Berater aller, die seine Hilfe in Fragen des Obst- und Gartenbaues in Anspruch nahmen, wobei ihm die eigene reiche Erfahrung zustatten kam. Daß der Obst- und Gartenbauverein trotz der schweren Zeit, welche die Nachkriegsverhältnisse brachten, außer der Pflege der Schrebergärten, die eine Musteranlage geworden sind, auch nach außen hin durch Abhalten von Vorträgen und einer Reihe wohlgelungener Ausstellungen eine rege Tätigkeit entfaltete, war zum größten Teil sein Werk. Mit ihm ist ein lauterer Eharakter voll tätiger Menschenliebe aus dem Leben geschieden. " Di« Po st am Verfass ungstag. Bei der Deutschen Reichspost wird per Betriebsdienst im Verkehr mit dem Publikum am Derfassungstage wie an Werktagen verrichtet werden. Eine Beschränkung der Schalterdienststunden, Zustellgange und Briefkastenleerungen sowie des Fernsprech- und Telegrammverkehrs findet nicht statt. Zur Teilnahme an Verfassungsfeiern oder Festgottesdiensten erhalten die Beamten, Angestellten und Arbeiter die erforderliche Zeit frei, soweit die dienstlichen Verhältnisse es irgend gestatten. "Po st paketemit Zeitungen von Selbst- buchern können auch weiterhin in vereinfachter Weise (ohne Paketkarte usw.) aufgeliefert werden. Für Pakete mit Zeitungen gilt vorn 1. August an der gewöhnliche Pakettarif. " Heue Silbermünzen im Werte von 3 und 5 Mk. ImReichsgesehblatt werden soeben zwei Bekanntmachungen über die Ausprägung von Reichssilbermünzen auf Grund des Münzgesetzes vom 30. August 1924 veröffentlicht. Die Silbermünzen im Nennbeträge von 5 Ml. werden in einem Mischungsverhältnis von 500 Teilen Silber und 500 Teilen Kupfer hergestellt. Be: der Prägung werden aus 1 Klg. Feinsilder 80 Stücke zu 5 Mk. ausgeprägt. Das Stück hat also ein Gewicht von 25 Gramm. Der Durchmesser beträgt 36 Millimeter. Die Münze wird im gerippten Ringe geprägt. Die Münzen irn Nennbettag von 3 Mk. haben ein Mischungsverhältnis von ebenfalls 500 Teilen Silber und 500 Teilen Kupfer. Bei der Ausprägung werden aus 1 Klg. Feinsilber 133'/, Stücke zu 3 Mi. ausgeprägt. Danach hat die Münze cm Gewicht von 15 Gramm. Der Durchmesser beträgt 30 Millimeter. Die Münze wird im Ringe mit einem glatten Rande geprägt, der die vertiefte Inschrift „Einigkeit und Recht und Freiheit" führt: Ansang und Ende dieser Schrift sind durch einen Stern mit zwei Arabesken getrennt. Warnung vor Betrügern. Durch einen Teil der Presse geht die Nachricht, daß nach den Aussagen eines angeblich kürzlich aus Neu-Kaledonien zurückgekehrten ehemaligen deutschen Feldwebels Hans Pyttel dort noch 860 deutsch« Kriegsgefangene in Strafhaft seien und wie gemeine Verbrecher behandelt würden. Da diese Nachricht geeignet ist, bei den Angehörigen der über 43 000 deutschen Kriegsgefangenen, die aus Frankreich und Belgien nicht zurückgekehrt sind, und über deren Schicksal bisher Angewißheit herrscht, erneut Beunruhigung und Sorge hervorzurufen, weist die Reichs Vereinigung ehemaliger Kriegsgefangener e. V. auf Grund amtlicher Auskunft daraus hin, daß die Angaben Phttels bewußte Lüge sind. Pyttel heißt richttg Johann Pöttel. Er ist ein ehemaliger Fürsorgezögling, nie Soldat gewesen, bereits 23mal, darunter wiederholt mit Zuchthaus bestraft und befindet sich zur Zeit wiederum wegen Betrugs in Haft. Pöttel ist gelegentlich auch unter dem Namen Johann Bender aufgetreten. — Immer wieder muß vor Betrügern gewarnt werden, von denen die Angehörigen noch vermißter deutscher Kriegsgefangener in geradezu verbrecherischer Weise getäuscht werden. Die Reichsvereinigung ehemaliger Kriegsgefangener e. V. (Berlin W 8, Taubenstraße 54) bittet, ihr auch das kleinste Lebenszeichen bisher noch vermißter Kriegsgefangener mitzuteilen, damit sie den Dingen sorgfältig auf den Grund gehen kann. “ Dauer der Beschäftigung von Not standsarbeitern. Notstandsarbeiter dürfen nach den Bestimmungen über öffentliche Notstandsarbeiten vom 30. April 1925 bei einer Maßnahme höchstens drei Monate beschäftigt werden. Arbeitsausfall infolge imgünftiger Witterung oder aus sonstigen Gründen ist in die Beschäftigungszeit einzurechnen. Wenn hiernach beispielsweise ein Erwerbsloser am 1. August zu einer Notstandsarbeit überwiesen wird, so darf er höchstenfalls bis 31. Oktober beschäftigt werden, ohne Rücksicht darauf, wieviel Tagewerke er in dieser Zeit geleistet Hut. ** Wiedersehensfeier der 87er. Die Wiedersehensfeier der ehemaligen Angehörigen des 1 Nass. Inf.-Negts. 87 und seiner Kriegsformationen, Res.-Inf.-Negt. 87, Landwehr-Regt. 87, Inf.-Negt. 186, Rcs.-Inf.-Negt. 223, Res.-Inf.-Regt. 253, Inf- Regt. 349, Inf.-Negt. 365, Inf.-Negt. 468 und deren Ersatzformationen findet am 27. und 28. August in Marburg statt ' Aufgehobene Straßensperre. Die Sperrung der Bahnhofstraße in Großen- Linden ist wieder aufgehoben. ** D i e Maul- und Klauenseuche ist erloschen in Altenstadt (Kreis Büdingen). Turnen, Sport und Spiel. Ergebnisse vom Kreisturnsest. Wir fahren nachstehend mit der Wiedergabe der Ergebnisse im Auszug fort. Zwölfkampf A der Männer. (341 Bewerber, 193 Sieger.) 1. Sieger Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen, 213 Punkte (beim 32. Kreisturnfest in Gießen vor zwei Jahren war Reuter zweiter Sieger). 2. H. Hollfelder, Tgm. Bornheim. 209 P.: 3. A. Hermann, Tv. Varenthal, 206 P.: 5. W. Sinnwell. Tv. 1860 Bad-Nauheim, 203 P: 19. Heinrich Keller, Tv. Burgsolms, 187 P.: 21. Heinrich Keil, T. u. Spv. Marburg, 135 P.: 24. Fritz Weitershaus, Tv. Großen-Linden, 182 P.: 25. Heinrich Loh, Tv. Dorn-Assenheim, 181 P.: 33. Wilhelm Bernhardt. Tv. 1846 Gießen, 173 P.: 34. Paul Hardt, Tv. Herborn, 172 P.: 40. Wilhelm Weiß, Tv. Großen-Linden, 166 P.: 41. Martin Böhm. Tv. Sinn. 165 P. Zwölfkampf B derMänner. 1. Paul Goetsch, T. u. Spv. Marburg, 134 P.: 2. Kurt Bernhold, Tv. 1860 Frankfurt a. M., 182 P,. 3. Adolf Wissel. Tv. Offenbach a.M. 179 P_; 4. Ludwig Malkomesius. Mtv. Gießen, 169 P. Turner-Zehnkampf. (425 Bewerber. 278 Sieger.) 1. R. Haß 1 er. Tgm. Griesheim am Qllain, 190 P.: 2. Peter Kretz, Tv. Mainz- Kastel, 189 P.: 3. W. Benz, Tv. Rüsselsheim. 180 P.: 19. Hans Rehn, Tv. Nidda, 164 P.: 20. Anton Nies, Tv. Nidda, 163 P.: 21. Hrch. Hardt, Tv. 1861 Büdingen. 162 P.: 28. Christian Geiß, Tv. Schlitz, Richard Seth. Tv. Großen-Linden, 155 P.: 31. Willy Blumen- schein. Tgm. Friedberg, 152 P.; 33. Martin Weih. Tv. Dorn-Assenheim. 149 P.: 36. Fritz Wolf. Tgm. Friedberg, Otto Meier, Mtv. Bad-Nauheim, 147 P.: 39. Arnold Köhler, Tgs. Büdingen, 144 P.: 41. Hans Islei. Tv. Lauterbach. 142 P.: 47. August Richter. Tv. Nicder-Weisel, 136 P.: 49. Frih B ohn - acker, Tv. Schlih, 134 P.: 50. Willi Stellet. T. u. Spv. Buhbach, Robert II r f f. T. u. Spv Duhbach, 133 P. Turner - Sechskampf (volkstümlich). (379 Bewerber, 108 Sieger.) 1. PH. Müller. Tv. Okriftel, 110 P.: 2. A. Schall, Tv. 1860 Frankfurt a.021., 103 P.: 3. A. Jäger, Spvg. Weiskirchen, 102 P.: 14. Willy Glock. T. u. Spv. Buhbach, 89 P.: 16. Erich Dilges, Tv. 1846 Gießen, 87 P.: 17. Otto Schmück, Tgs. Büdingen, 86 P.: 21. A. L a n g s d o r f. Tv. 1860 Bad-Nauheim, 82 P.: 23. Kuno May, Tv. 1860 Bad-Nauheim, 80 P. Riegenturnen. Vereinsriegen der Turner. Mit der Note „sehr gut" wurden 82 Vereinsriegen gewertet, darunter stehen mit an vorderster Stelle die Riege des T v. 1846 Gießen und des Tv. 1 860 Bad-Nauheim. Die aus 46 Teilnehmern begehende Riege des Tv. 1846 Gießen setzte fi wie folgt zusammen: Aktive Turner (Leitung Karl M ü l - ler): Karl Reuter, Wilh. Bernhardt. Karl Stork, Hrch Trechsler, Otto Hein- stadt, Walter Loh, Georg Dahmer, Attis Burkhardt, Willi Wagner: Altersturner (Leitung Oberturnwart Karl Erb): Wilh. E r l e , I. G e ck, Ehr. Spieß, R.Gla- g o w , H. P i e p e r, F. Weber, W. 0)1 i Herrn a i e r , W. Laudon, W. Döpper, F. Linker, F. Rau, L. Petri, A. Man - gold, W. Ochs, P. Treuke, Fr. Wiegand, E. Jung, Gg. Wahl, L. Bcpler. H. Hamel, Gg. Bellos, K. Strack. Schwimmer (Leitung F. Sauer): Turnerinnen: H. Weeg, Elfriede Münnich, I. Hauk. E. Zipp. Emmi ONünnich. L. Trechsler und die Turner: Ehr. Ziegler, H. Geismar, Ehr. Weeg.W. Kaminka, F. OLer- ner, K. Horehsek. Das Wertungsergebnis „gut" erhielten 20 Vereinsriegen, darunter aus dem Gau Hessen: Tv. Ober-Mörlen und Tv. Nidda. D e r e i n s r i e g e n t u r ne n der Turnerinnen. Mit dem Wertungergebnis „sehr g u t“ wurden 25 Riegen ausgezeichnet. An zweiter Stelle in der Punktzahl steht die von Ober- turntoart R. Paul geleitete Riege des Mtv. Gießen (Paula Hofmann, Else Klemm- r a t h, Ria Schwan. Hermine Schwan, Anni Schön, Emmi Heß, Betty Blum), deren Stabübungen starken Anklang fanden. „Sehr gut" erhielt atfdj idie Riege des Tv. Wehlar. Mit „gut“ bewertet wurden 21 Riegen, darunter aus dem Gau Hessen Tv. 1860 Bad-Nauheim. Die Note „genügend" erhielt eine Riege. Bei den Sondervorführungen erhielt vom Gau Hessen der Tv. OOetzlar die Note „sehr g u t". Zum Turnen der Gaue (Freiübungen und Stillauf) waren die 27 Gaue des Kreises angetreten. Unser Heimatgau Hessen, der mit 120 Teilnehmern auf dem Plan war, schnitt unter Leitung von Gauoberturnwart Wilh. W i l l(Giesten) aanz vortrefflich ab. Er kam mit 63 Punkten an die sechste Stelle. Linser Nachbargau Lahn- Dill (80 Teilnehmer) nahm mit 69 Punkten die vierte Stelle ein. Rundfunk-Programm. Donnerstag, 4. August. 13.30 bis 14.30: Neue Schallplatten. — 16.30 bis 17.45: Konzert des Hausorchesters: Operettenmusik. — 17.45 bis 18.05: Die Lesestunde. — 1815 bis 18.45: Siebertragung von Kassel: „Wie besichtige ich Galerien, Museen und Kunstausstellungen?" Vortrag von Studienrat Otto Kneip. — 18.45 bis 19.15: „Die Venetianer Karnevalsnacht des Jahres 1499“, Novelle von I. D. Hagerer, vorgelesen von der Dichterin. — 19.15 bis 19.20: Wirtschaftsmeldungen. — 19.20 bis 1945: Sunde des Südwestdeutschen Radio- Clubs. 20.15: Sinfonie-Konzert. AGA der Wagen, dessen Wartung und Pflege die geringste Zeit erfordert Günstigste Zahlungsbedingungen I Vorführung jederz,durch d.Generalvertretung: Automobil-Verkaufsgesellschaft m.b.H. Gießen, Marburg. Str. 68, Fernspr. 1090 6895a Gvstzs Vevtteigeemtgr Donnerstag, 4. Aug., von nachm. 2 Llhr ab, versteigere ich im Löwen, Aeuenweg 28 daselbst gegen Barzahlung: (Sine große Anzahl Bilder für Schlaf-, Speise- und Wohnzimmer und sonstige Bilder, rechteckige, ovale und viereckige Bilderrahmen mit und ohne Glas, Schreibpapier, Schulhefte, Postkarten, Rechnungen, Tüten, Wechselformulare, I^omanbücher, Zeichenheste, Kinderspiele, Postkarten- u. Briefmarkenalbums, drei Schreibgarnituren u. v. andere. 7132D Ludwig Hartmeß Neuenweg 28 / MA444 NB. Größere Posten an Wiederverkäuser werben abgegeben. T^J^attenfänger vonftameln hat- Julius TjJolff ein feines £pos gewidmet-. Auch Greiling= (/ T^uslefc 'ZU ZU64 (ein. ^0as ko ft liehe 'Aroma der aus den beften orientalifchen Tabaken hergeftellfen 'Zigaretten übt auf alle ftiafen und deren Qeruchsfinne-S einen größeren Zauber aus, als diejloten^// töne der verfährerifehlten TJirtuofen fie aufsr Ohr fertig brincjen_J J J J ein feines (Sjpos gewidmet. Auch eine Oper ift- nach ihm benannt-. QfTamals-^ war es fchon möglich, junge fttenfehen mit-1'’ \flötentönen in den Zauberberg Bahnhofstr. 64. 30—40 Zentner Hafer- und Roggensiroh zu vertausen. 04,60 Hch. Leib, Win- mar, HauS Nr. 142. Einen Posten v. einigen Ztrn. phosphor- sauren Zutierkalk **oibt als Gelegen- heitskauf sehr billig nbO. Weißbrodt, Limburg Lahn. .^i 2Bücherschränke, 2 Berlikos, 1 Küche, alles neu, billig zu verkaufen 05664 Sclnlierstrahe 19. Berichicdenc Möbel usw. aus Nachlaß preiswert zu verkaufen. Näheres 05653 Dammttraße 32. Vierteilige SporLanzüge Windjacken Gummimäntel usw. ,666S Scfaillerstr. 19. kmlM HeHeiom&ne Band 1—25 zu verk. 5-7 Uhr abds. VöWcnooffc 20 ll. Kaufgesuche Billiges abgeieg. Baugelände zu kaufen gesucht. Schrifil. Angebote n 05667 a. d. Gteß. An; Schweres Motorrad gegen Barzahlung zu kaufen gesucht. Aeußerste Preisangabe. sowie genaue Beschreibung der Maschine sind u. 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Dieser Druck ist aber zu hoch für Dampfmaschinen, die man bis jetzt nicht für viel mehr als 100 Atmosphären bauen kann, denn die uns zur Verfügung stehenden Werkstoffe setzen uns darin eine Grenze. Also entspannt man den Dampf, indem man ihn sich ausdehnen läßt. Dei der Entspannung sinkt aber die Temperatur des Dampfes, so daß sich etwa fast die Hälfte des Dampfes wieder in Wasser verwandeln würde. Hm dies zu verhüten, führt man dem Dampf vor der Entspannung weiter Wärme zu, und zwar so viel, daß sich seine Temperatur auf 400 Grad steigert: Läßt man nun den Druck von 224,2 auf 100 Atmosphären sinken, so hat der Dampf 311 Grad und ist gerade gesättigt, d. h. er scheidet noch kein Wasser ab, würde dies aber bei weiterer Entspannung oder Wärmeentziehung tun. Diesen „irodenen“ Dampf von 311 Grad erhitzt man nun abermals auf 400 Grad und läßt ihn in diesem Zustand in die Hochdruckturbine eintreten. Da er sich infolge seiner Ausdehnung in der Turbine gegen Ende wieder abkühlt und sich infolgedessen zum Teil niederschlagen würde, be- kommt er vor dem Durchströmen der letzten Stufen nochmals eine Aufladung mit Wärme auf 350 Grad. Die ganze Kesselanlage ist überhaupt keine Kesselanlage im gewöhnlichen Sinn: Es ist einfach ein langes Rohr, das in mehreren Windungen in den Flammen einer Oelfeuerung liegt. In das eine Ende des Rohres wird von einer Pumpe mit einem Druck von 224,2 Atmosphären fortlaufend Wasser hineingedrückt, das an der Stelle, wo es 374 Grad warm und zu Dampf geworden ist, durch eine Verengung gedrosselt und so unter dem erforderlichen Druck gehalten wird: Dahinter kann sich der Dampf dann unter der oben beschriebenen weiteren Wärmezufuhr aus- dehnen. Die erste Versuchsanlage wurde 1924 in England in Betrieb genommen. Dann erwarben die Siemens-Schuckert-Werke, die die Vorteile des Verfahrens sofort erkannt hatten, die Patente und bauten eine eigene Anlage in ihrem Kraftwerk in Siemensstadt bei Berlin, die Ende 1924 in Cßeirieb kam und seitdem etwa 2000 Stunden gearbeitet hat. Die Versuchsergebnisse waren so günstig, daß zur Zeit eine weit größere Anlage gebaut wird. Hnd nun wird der Leser denken, ein Kessel mit so unerhört hohen Drucken müsse ungeheuer gefährlich sein: Das Gegenteil ist der Fall: Der Kessel — wenn man die Rohrschlangen so nennen todl — enthält eine so geringe, schnell durchfließende Wossermenge, daß die darin enthaltene Energie trotz des hohen Druckes und der hohen Temperatur nut ganz gering ist. Das ist nicht etwa Theorie: Dei einem Versuch, der aber Verhältnisse schuf, wie sie im regelmäßigen Betriebe nicht vorliegen, platzte ein Rohr. Dieser Bruch hatte nur zur Folge, daß das Feuer ausgeblasen wurde, und wurde lediglich als Zischen bemerkt: Der austretende Dampf zog durch den Schornstein ab. Aus dem Rohr wurde 1 Meter herausge- schnitten und ein neues Stück mit Thermit ein» geschweißt: und der Kessel war wieder betriebsfähig. Man könnte also eine solche Anlage sogar unbedenklich unter bewohnten Räumen aufstellen, was bekanntlich bei anderen Kesseln nicht gerade empfehlenswert ist. PF Hessen" in vanzig. Bon Korvettenkapitän S t r a e h l e r. Linienschiff „Reffen", Ende Juli 1927. Zum ersten Male nach der Abtrennung der „Freien Stadt Danzig" vom deutschen Mutterlande waren vom 12. bis 19. Juli deutsche Kriegsschiffe, bas Linienschiff „Hessen" und bas Flottillenboot der 1. Flottille, T. 190", als (3 ä fte dort, wo die deutsche Flotte einst einen ihrer Heimathäfen hatte. Als es an Bord bekannt wurde, daß die „Hessen" ausersehen worden wäre, in Danzig die deutsch« Flagge zu zeigen, da beschlich jeden an Bord, der die alte deutsche Hansestadt von der Zeit her kannte, so auf seiner Reede Deutschlands große, stolze Flotte lag, bevor harte Tage über Stadt und Flotte kamen, neben der Freude zugleich Wehmut. Und auch die Danziger Bevölkerung, die lange Zeit auf den Besuch deutscher Kriegsschiffe hatte warten müssen, hatte klopfenden Herzens dem Besuch der Vertreter der neuen deutschen Reichsmarine entgegengesehen. Doch wie bas Grau bes Himmels, bas verschleiernd bei unserer Ankunft über ben Türmen unb Giebeln ber alten Weichselstabt lag, wie der feine Regen, ber ben zahllosen, uns entgegenfahren- ben Lanbsleuten anfangs die Sendboten ber deutschen Heimat unscharf und unklar erscheinen ließ, bald vor strahlendem Sonnenschein schwinden mußte, so wichen bald Wehmut und Zweifel bei unseren Gastgebern und uns der Wiedevsehensfreude und der Hoffnung auf das Glück ber Zukunft. Begeistert mürben „Hessen" und „T. 190" empfangen. Dampfer, Motorboote und Segler mit festlichen, freudig erregten Menschen drängten sich um die Schiffe. Jubelnd rauschte Hurra um Hurra auf. Immer wieder machte sich die Liebe, bas Bekenntnis zur deutschen Heimat im Anstimmen des Deutschlandliedes Luft. Schwer sind die Worte zu inden, die gewaltige Begeisterung, die uns von allen Schichten ber Bevölkerung entgegengebrachte, von Herzen kommenbe Gastfreundschaft zu childern. Eine Triumphfahrt wurde unser Einlaufen nach Neufahrwasser, nachdem auf ber Reede bas bas Zeremoniell und ber Besuch bes Präsiden- ten bes Senats Dr. h. c. Sahm an Bord erledigt worden waren. Wohl nie ist ein deutsches Schiff im deutschen Danzig so gefeiert, so sehr aus tiefstem, gläubigstem Herzen heraus begrüßt worden. Ganz Danzig stand während unseres Aufenthaltes im Zeichen der Freude über unseren Besuch. Wohin man kam, wohin man hörte, bildete bas Ereignis den Mittelpunkt des Tagesgespräches, überall versuchte man, seiner freudigen Anteilnahme an dem Besuch der deutschen Kriegsschiffe beredten Ausbruch zu geben. Und so wie bie beiden Schisse mit Grüßen aus ber Heimat für alle Danziger, ohne Ansehen der Partei ober Gesellschaftsklasse, gekommen waren, so bemühte sich bie gesamte Bevölkerung, ber Besatzung Freude und Abwechslung zu bieten. Veranstaltung reihte sich an Veranstaltung: nur mit Mühe konnten Offiziere und Mannschaften den Einladungen aller der vielen gerecht werden, denen es ein Herzensbedürfnis mar,'ben Vertretern ihrer geliebten beutfchen Heimat eine Freude zu bereiten, ihnen wenigstens einmal bie Hand zu brücken. Wohl in keinem ber vielen Feste. Empfänge, Sportveranstaltungen u. a. spiegelte sich so erhaben unb unvergeßlich all bas ivieber, was Gastgeber unb Gäste beim Besuch ber beutschen Schiffe im deut- chen Danzig bewegte, wie bei bem Empfang im 21 r t u 5 f) o f. Jebem Teilnehmer an biefem Fest- abenb, ben bie Regierung ber Freien Stadt Danzig Offizieren und Mannschaften in ber altehrwürdigen Halle bes Artushofes barbot, wirb biefes Erlebnis unvergeßlich bleiben. Der Raum, in bem wir uns befanden, unb bie Zeiten, bie ber Präsibent bes Senats in feiner Rebe erstehen ließ, gaben ein Bilb gemeinsamen beutschen Erlebens unb Fühlens, das Jahrhunderte umspannt, von den Hochborbigen Danziger Koggen, bie unter ber Decke hingen, bis zur Uaanaimmg-XTrSiaaia.iJJ.J I - >'J.-HL- Jt.wi jgm ebenfalls von bort herabhängenden Gösch bes kleinen Kreuzers „Danzig" unb in bie Gegenwart. Unmöglich ist es, alle Veranstaltungen zu nennen, bie uns in diesen unvergeßlichen Danziger Tagen mit echt deutscher Gastfreundschaft bargeboten würben; gar zu leicht könnten einzelne unter ben zahllosen vergessen werben. Den Deutschen in Danzig kam es barauf an, ihrer Treue zur Heimat irgend- roie ,3um Ausbruck zu geben. Hiervon war jebes Fest, jebe Veranstaltung, jebe Einladung, jebe Rebe beseelt. Zwei B o r b f e st e sollten Offizieren unb Mannschaften Gelegenheit geben, in kleinem Maße ihre Dankbarkeit für bie gastliche Aufnahme zu bezeugen. Für beutsche Kinber würbe ein befonberes Fest an Borb gegeben; benn ihnen ist bie Aufgabe ber Zukunft in bie Hände gelegt, den eigenen deutschen Geist unb bas beutsche Wesen unverzagt zu bewahren, wie es sich so eindrucksvoll bei ben Eltern in diesen beutschen Tagen zeigte. Die Kinber sollten selbst sehen, baß sie stolz auf ihr Baterlanb fein bürfen, sowie es alle die Tausende von täglichen Besuchern, die das Schiff förmlich erstürmten, als frohe Zuversicht mit sich nahmen. Nachdem in würdiger Feier, an ber eine ungeheure Menschenmenge teilnahm, ein Kranz auf dem Grabe ber Gefallenen S. M. S. „Magdeburg" durch ben Kommandanten niebergelegt worden war, lief „Hessen" am Freitagoorrnittag auf die Reede von Zoppot aus, um auch hier ben zahlreichen Sommergästen — in ber Hauptsache aus ben abgetretenen polnischen Gebieten — bie Freube eines Kriegsschiffsbesuches zu machen. Der Technischen Hochschule, Abordnungen der Schutzpolizei, des Zolls, der Marinevereine u. a. wurde Gelegenheit gegeben, die Fahrt nach Zoppot an Bord mitzumachen. Auch in Zoppot fanden „Hessen" und „T. 190" herzlichste Ausnahme. Ein großer Empfang am Seesteg, Bolkssportfest und Tanzabende zeigten auch hier bie tiefgehende Freube, nach so langer Zeit ein deutsches Kriegsschiff als Gast auf Zoppots Reede zu sehen. In ber Morgenfrühe des 18. Juli verließ „Hessen" die Freie Stadt Danzig. In Eintracht und von deutschem Geist getragen sind die denkwürdigen und unvergeßlichen „Deutschen Tage in Danzig" verlaufen. Besonderer Dank gebührt hierbei dem deutschen Generalkonsul Freiherrn von 21) ermann. Die Zeitungen waren voll des Lobes über den Besuch der beiden deutschen Schiffe. Die bis zum letzten Tage zunehmende Begeisterung läßt uns hoffen, daß wir mit unserem Besuch der alten deutschen Hansestadt Danzig auf ihrem steinigen Wege die stützende Freundeshand ber deutschen Heimat gereicht haben. Auf der anderen Seite haben wir neben herzlicher Dankbarkeit für die gastfreundliche Aufnahme den Eindruck mitgenommen, daß der Versailler Vertrag zwischen Danzia und Deutschland zwar Grenzen gezogen hat, daß aber in Danzig die Herzen aller deutschen Kinder, Frauen und Männer, ebenso warm für Deutschland schlagen, wie in früherer Zeit.______________ ____ Oberhessen. Landkreis Gießen. * W ixe ffe ck, 2. Aug. Am Sonntag feierte der dem Lahn-Dünsberg-Gau angehörigeT u rn- Derein e.V. 1862 Wieseck sein Objähriges Stiftungsfest. An dem aus diesem Anlaß am Morgen veranstalteten Wettkampf der einzelnen Vereinsriegen beteiligten sich insgesamt 90 Turner, Turnerinnen, Schüler and Schülerinnen. Am Rachmittag bewegte sich xin stattlicher Festzug durch den mit Fahnen geschmückten Ort. 3m Anschluß an das von der Gesangsabteilung des Turnvereins im Vereinslokal bar gebotene Begrüßungslied hielt der l._ Vorsitzende eine Ansprache. Besonders erwähnt wurde beim Rückblick auf die Geschichte des Vereins der noch einzig überlebende Gründer Heinrich Kolb I.. dem für seine stete Meßener Siadttheater. Bcrnauer und Ocsterrcicher: „Der Garten Eden." Hm es gleich mit Schonung und Kürze vorweg zu sagen: dies ist ein Schmarren aller- gröbsten Formats — aber ein Theaterstück neben- bei, das so ziemlich alles, was wir in diesem eommer auf dem Spielplan gehabt haben, mit Grazie in den Sack steckt: in bezug auf Handfertigkeit und geschickte Technik nämlich Als der Schmarren (viele Wochen lang) in T^erlin über die Bühne in der Königgrätzer Straße geschleift wurde, da hieß es noch im Untertitel: vier Kapitel aus dem Leben eines „unanständigen" Mädchens. Was ein harmloser Publilumsfang und im übrigen ehrlich unb anspruchslos war. Inzwischen wurde eine kleine Rangerhöhung oorgenommen, und man muß die Besprechung wieder einmal mit ber Feststellung beginnen, day es sich auch hier nicht um eine Komödie ijanbclt, wie ber Theaterzettel einem einreben mochte (wie oft wirb bas noch gesagt werben müssen!) unb baß es um so vorteilhafter für siiief unb Autoren ist, je weniger die ÄrittS "ch bemüht, bie richtige Art- unb Rangbezeich- nung dafür zu finden. Das Ganze ist also eine Geschichte in vier Kaptteln: wenn bie Courths-Mahlec von ber 2a.che gehört haben sollte, wird man die Fori- eh ung halb als Roman zu lesen kriegen. Als Vornan vom ach so anständigen jungen Mäb- chen Tilly Hasselberger, das sich im harten Veruf einer ringeltangelfängerin ihr saures Brot verbienen muß unb trotzdem die Standarte der Tugend siegreich flattern läßt: nach dem lebe- männischon 3nbustriekapitän, bem sie von ber geschäftstüchtigen Leiterin des Gtabliffements zu- gedacht war, schmeißt sie eine Sektflasche, daß es nur so knallt. Die Wände zittern noch, da ist sie schon von der erbosten Besitzerin entlassen, jetzt wäre es wirklich schlimm, wenn nicht so eine gute Seele von Garderobenfrau in der Lasterhöhle wirkte, bie in Wahrheit eine Oberstenwitwe mit einem Hümpel ersparten Geldes ist. Unb mit einer vornehmen Vergangenheit. Rosa heißt sie. Machen sich bie beiden auf unb reifen selbander in den ©arten desVaradieses; sprich: Edenhotel an der Riviera. Wo sich die kleine Tilly alsbald in einen jungen Privatdozenten verliebt. Der will sie wahrhaftig heiraten. 3eht kommt der ganze Schwindel raus? Bewahre: Mama Oberst „adoptiert" geschwind ihren Schützling; es wird geheiratet. Aber ach noch lebt der scheusälige Generaldirektor: ein kleiner Zufall,, daß er des jungen Gelehrten guter Freund ist. Schon ist er da, zur Hochzeit zu gratulieren. Er macht das so geschickt, daß der freche Schwindel doch noch rauskommt, fünf Minuten vor ber Trauung. Und die tugendhafte Tilly wirft der ganzen empörten Verwandtschaft ihr kostbares Brautkleid vor die Füße unb geht (infolgedessen) sehr leichtbekleidet ab, zornig über den wasch- lappigen Verlobten, der nicht zu ihr stehen will — vorüber am erstaunten Kultusminister, der Trauzeuge sein sollte. Wie das wohl ausgeht. So geht es aus — unb ber Courths-Mahler hätte nichts Schöneres einfallen können —: die Tilly nimmt kein Engagement an, wie Harry Domela, als am andern Morgen ber Skandal in allen Zeitungen steht, und sie über Rächt „berühmt" geworden ist: sie zerreißt sogar ben stattlichen Scheck, ben die edle Familie ihres 77 dennoch geliebten — gestrigen Bräutigams Gr als Abfindung bietet. Hnd sie nimmt ben (etwas plötzlichen) Antrag des zwar ziemlich trottelhaften, jedoch steinreichen Fürsten Ebersmark an, mit bem sie hoheitsvoll unb abermals sregreich entschreitet. Die gute Rosa aber wird aus Dankbarkeit mitgenommen. So ist bas Leben! Wenigstens in diesem Stück, durch die Brille von Bernauer und Oe st erreiche r. Aber wie das gemacht ist — großartig. Altbewährte französische Technik; Sudermann hat es nicht besser gekonnt. Jede Szene ein Treffer, jeder Sah wirksam, jeder Vorhangfall von Theaterleuten berechnet. Der erste Akt bringt ben bekannten Blick hinter bie Kulissen (des Tingeltangels) — ein nie versagendes Mittel; das Theater von hinten, Austritt, Abgang. Schmink- topf, Deeolletö unb Inspizientenaeschrei. Dazu ber Barkellner, die Dektflajche unb das Separe. Der zweite Akt gipfelt in einer raffiniert gemachten Liebesszene im Süden, bie von ben Klängen ber Tanzkapelle bezent begleitet wirb. 2m dritten platzt die Bombe. Die Brüsseler Spitzen rauschen nur so. Hab ber vierte haut ben „tragischen" Trumpf auf ben Tisch des Hauses: sie kriegen sich nicht. Der Ebersmari kriegt sie ... ganz, ganz zuletzt, ehe ber Vorhang fällt. — Der Bonvivant Tannert, ber sich zu bemerkenswerter Vielseitigkeit entfaltet, inszenierte] bas Ganze. Rücksichtslos, reißerisch, effektvoll; mit Schmiß und Tempo und unter Aufbietung eines großen Betriebes. Rebenbei gab er den Verlobten so wahrscheinlich, wie fein Text es gestattete. Es wurde überhaupt gut gespielt: in ber Bombenrolle ber Tilly erschien Alix Kräh- m e r; sie brannte ein Feuerwerk prachtvoller Temperamentsausbrüche ab: sie fanb sogar Töne des Herzens und ließ ein paar echte Lichterchen blitjen mitten im unechten Scheinwerferspiel des Paradiesgariens an ber Riviera. Zwei entzückende Partien: die unverwüstliche Garderobenfrau Rosa, die sich in eine charmante Dame von Well verwandelte (Luise Jüngling) unb ber lapergreishafte, meckernde Fürst Ebersmark, ben Goll spielte. Sehr hübsch war auch G e f f e r s als schürzenjägerischer Generaldirektor. 3n kleineren Rollen angenehm zu sehen: M a r ck s unb Volck. Man amüsierte sich ungemein; ber Beifall rauschte. Dr. Th. Hochschulnachrichten. Aks Privatbozent für Zeitungskunde ist an bc.’: S*$nifdj€n Hochschule in Aachen Dr. phil. Wilhelm Hermanns zugelafsen worben. Seine Habllitationsschrift trägt ben Titel: „P. 3. Franz Dautzenberg unb sein „Aachener Zuschauer", 1790 bls 1797. Ein Beitrag zur Zeitungskunde. Kul- turgeschichte unb Geisteshaltung des ausgehenden 18.3ahrhunderis." — Der Privatbozent für Mühlenwesen an ber Technischen Hochschule in Darm stabt. Chemiker Dr. phil. Karl Mohs ist zum 3nstitutsbirektor und Professor an bet Versuchs- unb Forschungsanstall für Getreideverarbeitung unb Futtervereblung in Berlin berufen unb mit ber Leitung des 3n- ftitutS für Müllerei betraut worden. — Das durch Treue zum Verein ein Vereinsehrenbrief überreicht wurde. Alsdann mürben in abwechslungsreicher Folge Gesangsvorträge, turnerische Darbietungen ber Lahn-Dünsberg-Gauriege, ber Wiesecker Turnerinnen, sowie Vorführungen des hiesigen Rabfahrervereins gebracht, die alle lebhaften Beifall fanden. Die gegen Abenb borge» nommene Preisverteilung ergab folgende Sieger: Akive Turner. Fünfkampf: 1. August Becker, 2. Otto Schreiner, 3. Hch. Römer. Zöglinge, Reunkampf: 1. Otto Balser. 2. Otto W a a ne r, 3. Hans Weller. Turnerinnen Oberstufe, Zehnkampf: 1. Paula Hildebrand, 2. Anna Bernhard, 3. Minna Kreiling. Turnerinnen Hnter- st u fe, Sechskampf: 1. Emma Schreiner, 2. Emma Wagner, 3. Emma 3 u ng. Schüler, Fünfkamps: 1. Karl Schneider, 2. Karl Trautmann, 3. Gustav Mank. Schülerinnen, Fünfkampf: 1. Ottilie S chr einer. 2. Emma Lotz, 3. Ellh Pau sch * Arnsburg, 2. Aug. Am Sonntag fand hier eine größere Frauenversammlung der evangelisch-kirchlichen Frauen- vereine von Gießen (Markusgemeinde), Münzenberg. Muschenheim, Lollar und Eberstadt mit 200 Teilnehmerinnen statt. Rach einem gemütlichen Kaffee in bem schattigen Garten ber Wirtschaft von Thörner sammelten sich die Frauen auf bem von hohen Felswänden halbumschlossenen Kohlenmeiler-Platz, wo Schwester 3r m a von ihrer Arbeit in der „Zuflucht" in Gießen anschaulich und ergreifend erzählte. Hierauf wies Dekan Guß mann auf einige wichtige Aufgaben unserer Vereine hin. Mehrere frisch gesungene Lieber gaben das dankbare Echo ber Versammlung toiber. Die ganze Schar vereinigte sich nochmals im sog. Paradies zur Abendandacht, bei der Dekan Gußmann den heilig-ernsten Christenberuf nach dem Wort des Herrn zeigte: 3hr seid bas Salz ber Erde, ihr seid das Licht ber Welt! * Lang-Göns, 3. Aug. 3n bem gestrigen Bericht über bie Dürgermei st erwähl ist ein Druckfehler unterlaufen: gewählt ist Beigeordneter Rompf (nicht Kampf). Rachzutragen ist noch, baß Landwirt B r ü ck e l seine zuvor abgegebene Rücktrittserilärung zurückgenvmmen hat und vor der Wahl Sttmmzettel und ein von ihm unterzeichnetes Flugblatt im Ort verteilen ließ, worin er mitteilte, baß seine Erklärung im Gieß. Anz. ungültig sei, und er für bie Stichwahl fanbitiere. is. Steinbach, 2. Aug. Hier ereignete sich dieser Tage ein bedauerlicher H ng ludd* fall. 3n dem Basallsteinbruch von Görlach wurden Sprengungen vvrgenommen, dabei flog ein Stück eines Sternes in einen Rachbarsteinbruch und traf einen bort beschäftigten Mann aus Burkhardsfelden am Kopf, daß er schwerverletzt in die Klinik gebracht werben muhte. — Am Sonntag hielt ber Turnverein Steinbach sein diesjähriges Abturnen ab. Morgens ging ein Vereins-Wetturnen ber Turner, Zöglinge und Schüler voraus. Mittags war größeres Schauturnen, wo besonders die Freiübungen einer Mädchenriege viel Anklang fan-- ben. Die Vorführungen zeugten von guter turnerischer Durchbildung. •/' Aus dem mittleren Horloff- t a l, 2. Aug. 3nfolge der langen Regenperiöbe unb des nun plötzlich eintretenben heißen Wetters sind Roggen unb Gerste fast gleichzeitig zur Reife gelangt, so daß nun alle Hände vollauf zu tun haben, zumal auch schon der Weizen durch die anhaltende Hitze zu reifen beginnt. Dazu kommt noch, daß man infolge ber häufigen Rieberschläge auch mit dem Hacken der Kartoffeln und DickwUA noch nicht fertig geworben ist. Da nun all diese drängenden Arbeiten nicht gleichzeitig bewältigt werben können, tritt hier und da das in nassen 3ahren so gefürchtete Cinbrechen der Frucht, besonders ber Gerste, auf. Stark verzögernd wirkt außerdem der Hmstand, daß bie Verwendung von Maschinen wegen der Lagerfrucht fast vollständig ausscheibet. Dagegen ist der Schaden, ben der Hagel beim letzten Hnwetter cm- gerichtet hat, nicht bedeutend. :/: Htphe, 2. Aug. ©eit kurzem hat unser Ort keinen Arbeitslosen mehr. In der ganzen Gegend haben zwei Faktoren auf dyr Arbeitslosigkeit stark herabmindernd gewirkt unb sie mancherorts ganz beseitigt, nämlich die außerordentliche Arbeitssteigerung im Dasallwerk zu Ober-Widdersheim, sowie bie baulichen Berauben Weggang des Prof, ßanbmann an ber Hniversität Basel freigeworbene Ordinariat für Rationalökonomie ist dem a. o. Professor, derzeitigen Inhaber ber Gothein-Gedächtnis-Professur an ber Hniversität Heibelberg Dr. Edgar Salin übertragen worden. Der Professor ber Musikwissenschaft ber Hei- belberger Hniversität, Hans 3oachim Moser hat ben Ruf als Direktor ber staatlichen Akademie für Kirchen- unb Schulmusik unb als Professor bet Hniversität Berlin angenommen. Moser wirkte seit 1926 als Rachfolger Kroyers in Heibelberg. — Zum Rektor ber Hniversität Würzburg für bas Studienjahr 1927-28 ist ber Professor ber alttestamentlichen Exegese der biblisch-orientalischen Sprache Geh. Rat Regierungsrat Dr. theol. et phil. 3ohannes Hehn gewählt und vom Kultusminister bestätigt worben. 1899 erwarb Hehn in Würzburg ben theologischen Doktorgrad und 1903 in Berlin ben Dr. phil. unb habilitierte sich gleich barauf in der Würzburger theologischen Fakultät. Dort wurde er balö/Darauf Extraordinarius und 1907 Ordinarius. Geheimrat Hehn bekleidete im 3ahre 1912 13 auch das Rektoramt ber Würzburger Hochschule. - Der Direktor ber Chemischen Sabril Cassella, Dr. phil. Ludwig Benda in Main- k u r bei Frankfurt a. M., ist von ber mebizinischeu Fakultät ber Frankfurter Hniversität zum Ehrendoktor ber Medizin ernannt worden in Würdigung seiner vorzüglichen Leistungen auf dem Gebiete ber Chemie, durch welche er bie Medizin unb im besonderen bie Chemotherapie in hervor» ragendem Maße gefördert hat. — Bei der in der alten Aula der Berliner Hniversttät ab» gehaltenen Wahl des neuen Rektors wurde Geheimrat Professor Dr. Eduard Rorden von der philosophischen Fakultät gewählt. Geheimrat Rorden, ein geborener Emdeirer, steht im 60. Lebensjahr und dozi-ert seit 1906 an der Berliner Hniversität. Er hat sich besonders auf dem Gebiet der antiken Sprach- und Literatur- Wissenschaft betätigt. — Die Hniversität Genf hat Professor Hlrich von Wilamowich - Mvellendorf, Berlin, den befannten Altertumsforscher, zum Ehrendoktor ernannt. Der Staatsrat von Gens hat diesem Beschluß des Senates der Hniversität feine Zustimmung gegeben. retung nolgk" das 2 reira lelltc M unter RaÜw au, w fahrt «f. Ipeilt' nifj ten l O ' trän’ auch 65jäf) ein I name Friel ncier Lisch Larb unter Jub 8. Ai fest ist d Hau! sicher tperft frago von ä um 2 W roürbij an untere Gesa der fi ©tunt beschli meint) Ncnkn Jam Archit ftiftet. wohin daran versto tarn Schi gettte fefun unb prüfu; unter (eiftete Sprach iiaiieni 8r tool bckdc ltädüjc Meilen MoS |i alten i henälei iknöei hohe tz Dir eit 15. 6 Spvi ’ag ei aihlet des ( an di dingen 3m C herein über Has ° öoi 3n | teum i sn r üfien ■ u°tm W öj ratlos chon liofoer rürf L ÜQtor ’Dirifc 'Ni uemefi lohnff -unne lies, ’nnte ter ,Mmen, dabei flog m Bachborsteinbruch ftigten Mann aus daß er schlver» acht werden Mhte. ;r Turnverein ges Wturnen ab. Drtturnen der Tu» raus. MUtags war »esmders die Frei« Diel Anklang san- zlen von guter tu» eren Hvrlvsf« ingen A^enperiodr Sen heißen Detlev faß gleufccitig zt Ke 5M>r vvllaui ijou -er Weizen zu reifen begannt, a infolge der hau- it dem Hacken der ch M fertig g» fe drängenden D- iigt verden kämen, iflen JahM fö fle- t Frucht, befm> :f verzögernd toiru H die Demnduna Lagersruchi mV legen ist der Lcha- Uten Unwetter an- eit kurzem hatuckr sen mehr. Ä der ■ Faktoren auf diL indernd geöndi l, nämlich die aufre» im Daf atzM/ je baulichen Deran- Landmann an da rdene Ordinariat fm S3*ft Schulmusil äS jbdmwW L 18ktöj)Dd >er Chrin»Mi„, er ernannt >* Ä!< »iff# -'WJÄ' n bln y . d'^Lstm^ r ine rcrungen, die im Zusammenhang mit der Ilm- Heilung der Grube ..Friedrich" zu Trai^Horlosf norgenommen werden. — Eine Sammlung für das Auslandsdeutschtum ergab hier den Betrag von etwa 24 Ml. Sireiö Fricvbcrg. sf. Friedberg, 2. Aug. Am Sonntag weilte eine Gesellschaft deutsch-amerikanischer Schuhen in unserer Stadt. Im Garten des Kasinos fand ein Empfang statt, an den sich eine Besichtigung der Friedberger Sehenswürdigkeiten anschloß. Hierbei wohnten die Gaste auch der großen Hebung bei, die die Friedberger Freiwillige Feuerwehr anläßlich ihres 65jährigen Stiftungsfestes abhielt. Nachher fand ein schlichtes Festessen statt, wo Rektor Koch nanrens der Stadt die Gäste begrüßte. Bom Friedberger Schühenverein sprach Stadtverordneter Ferber, im Auftrag der Presse Robert Freundlieb. Es wurden eine große Anzahl Tischreden gehalten, umrahmt von den schönen Darbietungen des Friedberger Doppelquartetts unter der stellvertretenden Leitung von Karl I u d e r s 1 e b e n, was von den amerikanischen Schützen mit befonberer Freude ausgenommen wurde. Zum Schlüsse des offiziellen Teils verteilte der Präsident der amerikanischen Gesellschaft noch die Ehrenmitgliedschaft an verschiedene Herren. Später begab sich die Gesellschaft zum Schühenhaus auf der Seewiese, und von hier unter Vorantritt einer Musikkapelle durch die Kaiserstraße und die Burg nach Bad-Aauheim zu. wo die Gäste mit ihren Autos die Weitcr- fahM antraten. * Bad-Aauheim, 2. August. Dom 6. bis 8. August findet hier das große Gausommerfest des Lahngaues im B. d. R. statt. Es ist von der Aadfahrervereinigung 92/96 Bad- Aauheim trefflich vorbereitet und dürfte in sportlicher Hinsicht zu einer bedeutenden Veranstaltung werden. Heber 70 Konkurrenzen werden ausgetragen. Ein imposanter Festzug unter Beteiligung von über 50 Vereinen bewegte sich am Sonntag um 2 Hhr durch die Stadt zii dem schön gelegenen Festblah. Die schöne Dadestadt gibt dem Feste den würdigen Rahmen. (Siehe heutige Anzeige.) am. S t a m m h e i m, 2. August. Auch in unserem Orte hat man die Errichtung eines Gefallenendenkmals beschlossen. Aachdem der Kriegerverein in einer Haussammlung den Grundstock gesammelt hat, wurde im ©erneiliberal beschlossen, die fehlende Summe aus der Gemeindekasse zuzulegen. Den bereits durch den Denkmalpsleger, Geh. Oberbaurat W a l b e in Darmstadt genehmigten Entwurf hat ein junger Architekt unserer Gemeinde, Herr cochwing, ge- stistet. Hoffen wir, daß es nun bald an die Errichtung des Denkmals geht. Slrcis Vüdirrgcn. ^Büdingen, 2. Aug. Es wird den Bewohnern unserer Stadt nicht unwillkommen sein, daran erinnert zu werden, daß der am 2l. Juli verstorbene Hessische Minister Ootto v. Brentano drei Jahre lang bis zur Reifeprüfung Schüler des hiesigen Gymnasiums gewesen ist. Er trat zu Ostern 1871 in die Obersekunda ein, Durchlief sodann das Gymnasium glatt und bestand zu Ostern 1874 die Maturitätsprüfung. Er war in den alten Sprachen etwas unter dem Durchschnitt (als früherer Realschüler), leistete jedoch Hervorragendes in den neueren Sprachen und in Mathematik und Physik: dis italienische Sprache beherrschte er schon völlig. Er wohnte in der sog. „Kleinerei" am Marktplatz btföcm fürsil. Registrator Klein), im ehemaligen städtischen Wirtshaus „Zum Schwanen", in dessen zweitem Stockwerk damals die Räume des Ka° inos sich befanden. Brentano hing sehr an seinem alten Gymnasium und an seinen alten Kon- venälern. Diese empfanden nicht die geringste Aenderung in seinem Verhalten, als er seine hohe Stellung erlangt hatte. In aller Liebe legen tvir einen Strauß auf sein Grab! R. i. p. Ridda, 2. Qlug. Anläßlich seines 15. Stiftungsfestes veranstaltete der hiesige Sportklub ..Viktoria 1912" am Sonntag eine Anzahl Wettkämpfe, die die Leichtathletik, ötafcten u. a. umfaß.en. Im Mittelpunkt des Interesses standen die Fußball-Pokalspiele, an denen sich die Vereine von Schotten, Büdingen, Gedern und Ober-Schmitten beteiligten. Im Entscheidungsspiel siegte her letztgenannte Verein in überlegener Spielführung mit 1:0 über Büdingen. Infolge Reusassung i!■ imebp» mm . in li i iii i ■ Geld und Erfahrung Novelle von Max E y t h. 6 Fortsetzung Nachdruck verboten. In der St. Charlesstraße fanden wir das übliche Gewimmel von Menschen und Tieren. Es war kaum möglich, meinem übereifrigen Führer zu folgen. Da plötzlich, hinter dem Rücken eines vierschrötigen Negers, war er verschwunden, als hätte ihn oor meinen Augen die Erde verschlungen, ohne sich >u öffnen. Ich stand etwas erschrocken und völlig ratlos da, ging auf dem Fußsteig der Straße, vom Strom der Vorübergehenden geschoben und gestoßen, zehn Schritte weiter, dann zehn Schritte zurück und wiederholte dies mit wachsendem Staunen. Lawrence blieb verschwunden. War dis ganze Land- wirtschastsgesellschaft von Louisiana samt ihrem Aus- schußmitglied eine amerikanische Sinnentäuschung gewesen, deren Bedeutung ich noch nicht begreifen tonnte? Plötzlich hörte ich aus dem Dunkel eines kleinen Tunnels, der unmittelbar von der Straße in ein lies, finsteres Gebäude führte, die mir wohlbe- innte Stimme „Wo stecken Sie denn? Hier haust er .Picayune'! Kommen Sie! Schnell!" Ich stürzte mich erfreut in die stockfinstere Nacht, , der mein miedergefundener Freund völlig zu wuse zu sein schien, erwischte ihn am Rockärmel ud mar entschlossen, ihn nicht mehr zu verlieren, is der Preis für den besten Dampfpflug schwarz lf weiß ausgeschrieben mar. „Dies sind die Geschäftsräume des .Picayune ," ,gte er, mich an der Wand des Tunnels oorwärts- cibenb; „das älteste Blatt der Stadt. Die größte Leitung im Süden. Nehmen Sie sich in acht, was .'ie sagen. Guter Demokrat. Südliche Sympathien. Der Redakteur ist Oberst, hat in Texas komman- üert, aber nicht viele Schlachten gewonnen. Mehr Federmann. Hier sind wir!" Es dämmerte in der Wand, die sich teilweise auf meinen Rock übertragen hatte. Seitlich ging es eine schmale, steile Treppe empor, die den letzten Grad der Abnutzung erreicht zu haben schien, den eine Treppe erreichen kann. Mehrere Herren kamen uns hastig entgegen; auch Arbeiter mit Setzkästen. ®s war nicht leicht, hinaufzudringen. Oben summten und raffelten die Preßen. Dort in dem schwülen einer Quelle in der Gemarkung Michelnau kann den an den Hocydruckstrar.g oec hiesigen Wasserleitung angeschlossenen Häuern nur cn wenigen Tagstunden Wasser zugcführt werden. Da die Arbeiten noch e.wa zehn Tage anbauern, wirb bei ber augenblicklichen Hitzeperiode das Fehlen des Wassers sehr unangenehm empfunden. -.-Wenings, 2. August. Auch unser Städtchen wird sich bald der Segnungen der Feldbereinigung erfreuen. Von 76 hiesigen Grundeigentümern, welche zusammen 423,7677 Hektar Fläche besitzen, ist unterschriftlich die Einleitung des Feldbereinigungsverfahrens eingeleitet worden. Hiermit liegt die für das Zustandekommen des Unternehmend gesetzlich erforderliche Mehrheit von mehr als ein Fünftel ber beteiligten Grundeigentümer, welche mehr als ein Fünftel des Gesamtflächengehaltes be ihen. vor. Die Lan- deökommission für Feldbereia.gung hat taber die Durchführung des Verfahrens für zulässig erklärt. * Dauernhei m, 2. August. Bei dem am Sonntag abgehaltenen Jahresfest für die Innere Mission des Dekanats Ridda wurden auch die neuen Kirchenfahnen des Dekanats feierlich in Gebrauch genommen. Dekan Scriba wies in seiner Ansprache auf die Bedeutung der ©bang. Kirchensahne hin, die auf weißem Grunde des Kreuz in violetter Farbe zeigt. Die Predigt und in der Rachversammlung die Festrede über die notwendigen Liebeswerke der Inneren Mission hielt Pfarrer Memmert- Oberwidderc hemi aus Grund feiner reichen Kenntnisse und Erfahrungen auf diesem Gebiet. Die Festkollekte von 109 M!. kommt dem Oberhessischen Verein für Innere Mission, der Gießener „Zuflucht" und dem Oberhess. Schwestemkreis zugute. Das Fest wurde durch Mitwirkung hiesiger Gesangschöre sowie des Ober-Mockstädter Posaunenchors verschönt und verlies bei zahlreichster Beteiligung dec hiesigen Bevölkerung und einige: . barocte aufs beste. KrciÄ Schotte,t. „?" S ch o lleN, 2. Slug. Die Tochler eines hiesigen Beamten glitt beim Fen st er putzen aus und fiel auf eine am Boden stehende abgebrochene Flasche, so daß die Glasscherben die Hand durchschnitten und Sehnen verletzten. Die Be dauernswerte mußte nach Gießen in die Klinik überführt werden. — Der heutige Ferkslmarkt war wiederum gut beschickt. Händler aus der Wetterau waren stark vertreten. Die Nachfrage war gering. Bei nachgebenden Preisen wurden sieben bis acht Wochen alte Tiere für 10 bis 12 Mark, jüngere sogar für 8 und 5 Mark bei Marktschluß verkauft. Die niedrigen Preise für Fettschwelne verlocken nicht mehr zur Schweinemast, wahrend Jungvieh von Rindern lebhaft begehrt ist. □ Gailbach, 2. Aug. Dieser Sage hielt die Liga zum Schuhe der Deutschen Kul- t u r eine Versammlung ab, in der vornehmlich dem offenen Landesverrat von Mitgliedern der sog. Deutschen Friedensgefellschast entgegengelreten werden sollte. Don Gießen waren erschienen als Vertreter der Liga Ingenieur Ertel, der die Versammlung leitete, und Sekretär Dr. Rennert. Die Versammlung war sehr stark aus Laubach und drn umliegenden Ortschaften besucht. Als Redner hatte man Chefredakteur H Wendel- Würzburg gewonnen, der schon seit acht Jahren mit dem Rüstzeug wissenschaftlicher Forschung die Kiiegsschuldfrage bearbeitet. H. Wendel wies darauf hin, daß bereits im Ausland eine Aendrrung der Ansicht über die Kriegsschuldsrage sich mehr und mehr geltend mache, wie er selbst aus dem Munde von hervorragenden Pressevertretern erfuhr. Aehnliche Aenderungen der Gesinnung mache sich mehr und mehr bei den Franzosen geltend, welche die moralische Anständigkeit der Deutschen betonten. Auch bei den zurückhaltenden Engländern sei neuerdings die allmähliche Wandlung der Gesinnung sestzustelleu. In scharfer Weise, aber immer in beweiskräftiger Ausführung, wandte sich der Redner gegen den Geist der Zeitschrift „Das andere Deutschland". Redner verwahrte sich dagegen, eine Parteirede halten zu wollen; er sprach in völliger Objektivität. Lauter anhaltender Beifall wurde gespendet. Der Vorsitzende dankte ihm und forderte wiederholt vergeblich zur Aussprache auf. Gedern, 2. August. Der Fürst zu Stolberg-Wernigerode stiftel dem hiesigen Schützenverein zum Ankauf eines Schießplatzes einen ansehnlichen Betrag anläßlich seines 50jährigen Jubiläums, das aaeeoeMÄEWMQtzMaD5tnyMra«e«xa»cöeB«»HMrzsHB*urov*eöe®i Halbdunkel eines großen niederen Saals wurden in allen Richtungen feuchte Zettungsblätter von wunderlich zuckenden und rollenden Maschinen in beängstigendem Takte ausgefpien. Lawrence zog mich weiter, durch den Setzersaal. Es war jetzt nicht an der Zeit, Maschineubewegungen zu studieren. In der kleinen, aber fürchterlichen Höhle, die wir ohne jede Zerenwiiie betraten, hauste der Geist, der diese halb dämonische Welt regierte. Ein Räuberhauptmann, dem Aussehen nach, braun wie ein Mulatte, mit gewaltigem Schnurrbart und einer imponierenden, unzweifelhaft rötlichen Adlernase, maß uns mährend des energischen Händeschütteins mit schwarzen, stechenden Augen, machte jedoch gleichzeitig mit einer nicht unhöflichen Bewegung zwei Stühle frei, indem er die Berge von Manuskripten, Zeitungsschnipfeln und Fahnenabzügen, die sie bedeckten, auf den Boden fegte. Dann deutete er uns mit einer riesigen Scheie an, Platz zu nehmen, wenn uns unser Leben lieb sei. „Mit was ist Ihnen gedient, Mister Lawrence?" fragte er, indem er mit seiner Waffe nach der Wand wies, wo auf einem langen Papierstreifen in roten Buchstaben der Zauberjpruch „Time is money“ prangte, lieber der Ueberschrift waren zwei sich kunstreich kreuzende Revolver angebracht, der einzige Schmuck an den im übrigen kahlen Wänden. Man hatte den Eindruck, daß man sich hier nicht am richtigen Ort für ein gemütliches Plauderstündchen befand. „Ich wünsche. Ihnen diesen Gentleman vorzu- ; stellen," sagte Lawrence eifrig: „Mister Eyth, Mister Rawley; Mister Rawley, Mister Eyth, — mit dessen Ankunft eine neue Zeit für unfern unglücklichen Süden beginnen wird. Mister Eyth ist der Vertreter der größten und berühmtesten englischen Fabrik für Dampftulturgeräte: Dampfpflüge, Dampfkultioatoren, Dampfeggen, Dampfwalzen, Dampfsämaschinen, Dampfzuckerrohrschneider und Dampfbaumwollpicker. Sie machen doch auch Dampfererntemaschinen jeder Art, Herr Eyth? — versteht sich — natürlich!" wandte er sich an mich im Ton unerschütterlichen Glaubens an seine Inspiration. „Kurzum, Mister Rawley, die Negerfrage existiert nicht mehr, wenn wir Herrn Eyth in Louisiana aufnehmen, wie er es verdient." Rawley brummte mürrisch: „Hm! sehr ange- nehml Immer noch lieber von England als von jen- der Verein demnächst festlich bogehrn wird. Die Vorder..tungen zum Feste sind m vollem Gange. Auch von hiesigen Freund? r und Gönnern erhielt ter Verein namhafte Zuwendungen und Stiftungen. Gedern, 2. August. Dieser Sage stürzte der Landwirt Seibel beim Heustolen von der Leiter in der Scheune ab; er mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. — Am Sonntag kam die Tochter des Schmied-emeisters Gans; beim Radfahren auf der Straße Steinberg-Merlenfritz zu Fall. Dabei fugelte sich der rechte Arm aus. Am linken Arm erlitt sie starke Hautabschürfungen. Ein auswärtiger Arzt mußte zu Rate gezogen werden. ->.» Hartmannshain, 2. August. Dieser Tage hatte sich der Bezirkslehrerverein Gedern zu einer Konferenz versammelt, an der auch der Kreisobinann, Lehrer Sind - Rudingshain, teilnahm. Der Bezirksobmann, Lehrer Keller- Oberseemen, begrüßte die Anwesenden und richtete nach Erledigung ber geschäftlichen Angelegenheiten an Lehrer Westrupp - Oberseenren aus Anlaß seines 25jähriaen Amtsjubiläums einen längere Ansprache. In bewegten Worten sprach Lehrer W e st r u p p für die ihm zu Teil gewordene Ehrung seinen Dank aus. Im weiteren Verlauf der Konferenz gedachte der Vorsitzende der Verdienste des Kreisobmanns, Lehrers L i n ck - Rudingshain, der am Konfcrenztage zum letzten Male unterrichtlich tätig gewesen war und infolge Erreichung der Alkersgreirze in den Ruhestan) tritt. Weiterhin gab der Obmann Kenntnis von der am 20. August ds Is. auf dem Hoherods- köpf stattfindenden größeren Lehrerkonserenz, zu der die umliegenden Bezirksichrcroereine einge'.a- den sind. =.= Hartmannshain, 2. Aug. Bekanntlich bewarben sich in richtiger Ertenntnis der daraus erwachsenden wirtschaftlichen Vorteile die Orte Ber- mutshain und Hartmannshain daruni, Einmun- dungspunkt der geplanten Bahn von Birstein her, in die Vogelsbergbahn Stockheim—Lauterbach zu werden. Während von Bermuishain aus die angeblich bessere Rentabilität infolge vorhandener Steinindustrie, eines Sägewerkes, starker Holzverfrachtung u. dgl. geltend gemacht wird, glaubt Hari- maNnshaiu mit Recht den Umstand für sich in An sprach nehmen zu sollen, daß es schon immer als bequemer Ausgangspunkt nach dem oberen Vogelsberg gegolten hat (Hoherodskopf, Taufstein und neuerdings auch die Herchenhainer Höhe, die durch das Jugendheim eine besondere Anziehungskraft ausübt). Außerdem muß der'etwas kürzere Weg nach Harimannstein und der dadurch verbilligte Bahn'oau in Betracht gezogen werden. Die Entscheidung darüber, wclcheni der beiden Orte der Vorzug gegeben werden soll, liegt bei der Regierung. -. Glashütten, 2. Aug. Als Bürgermeister unfersr Gemeinde wurde vom Kreisamt Schotten Glo.sermsister Dinges, hier, vereidigt, nachdem seitens der Reklamanten gegtn die Bürger- meisterivahl weiterer Rekurs nicht verfolgt wurde. Wingershausen, 2. Aug. Neben Einartshausen ist cs unsere Gemeinde, die noch keine Wasserleitung besitzt. Der Gemeinde rat faßte nun in seiner letzten Sitzung in Anwesenheit des Regierungsrates Dr. H e l m r e i ch und eines Vertreters des Kulturbauamts Gießen den für unsere Gemeinde so bedeutsamen Entschluß, eine Wasserleitung zu bauen. Krers Alsfeld. d” Homberg, 2. Aug. Hier tagten die Mil glieder des Geflügel-, Kaninchen- und Vogelzüchtervereins 1921 Homburg an der Ohm und Umgegend. Zu dem wichtigsten Punkte, Bezirksausstellung in Grünberg vom 7. bis 8. Januar 1928, wurde beschlossen, daß der Hornberger Verein in diesem Jahre seine Lokalausstellung wie gewöhnlich am zweiten Adventsonntage abhalten will. Dem Zusammenschlus; steht er freundlich gegenüber und wird seine Mitglieder veranlassen, auch bei der Bezirksaussiellung auszustellen. — In einem Lindenbaum unweit des Förster Ehristschen Hauses hat sich seit einigen Wochen ein Bienenschwarm eingenisiet. — Ober-Ohmen, 2. Qlug. Ain Sonntag veranstaltete der hiesige Kriegerverein sein diesjähriges Preisscheibenschießen, zu dem wertvolle Preise zur Verfügung standen. Den ersten Preis, einen Regulator, errang der Gastwirt Heinrich Krebs. Dis Ehrensaieibe schoß der Landwirt Heinrich Horst von hier. Die Beteiligung an der Veranstaltung war infolge des günstigen Wetters sehr rege. •~T~r*TTttr~T rt-rmiz—lji । iwn m i m -i-"t.~iinwiini im n.'.j j feite des Potomaks. — Sehr angenehm, Mister Eyth. Ich nehme an, daß Ihr Dampfpflug uns besser hilft, als Ihre Landsleute es getan haben. Ah so — Sie sind kein Engländer; um so besser! — Wie gestillt Ihnen unser schönes Land in seinem jetzigen jammervollen Zustand? Nicht übel — wie?" „Longftreet, der General, hat die Agentur für die Sache übernommen", fiel Lawrence ein. „Der General Longftreet, die rechte Hand von Lee? Das ist etwas anderes ? Warum haben Sie das nicht gleich gesagt?" fragte Rawley, während sich seine Räuberhauptmannszüge in etwas menschlichere Fallen (egten. „Wir werden Sie mit Interesse beobachten, Mister Eyth! Wann soll es lo-gehen?" „Was meinen Sie, Herr Rawley'" fragte ich, etwas Mut schöpfend. _ „Die Rettung des Südens, das Gepflüge", versetzte der Redakteur. „Sie geben doch ein Frühstück, um die Sache einzuleiten? Wir werden einen Berichterstatter hinschicken, wenn ich nicht selbst kommen kann. Sie wünschen ohne Zweifel eine redaktionelle Notiz schon vor dem Frühstück? Natürlich! Wollen Sie die Gefälligkeit haben, mir einige Anhaltspunkte zu geben. Wie alt sind Sie? Verheiratet ? Glücklich verheiratet? Wo wurden Sie erzogen? Bitte, teilen Sie mir alles mit, was zur Sache gehört. General Longftreet ist mein Freund, ein Mann, den ich hoch verehre. Nehmen wir einen Tropfen Rum — echten Jamaika — wie. Herr Lawrence?" Sie winkten sich verständnisinnig. Eine geschäftige Freundlichkeit durchbrach endlich die rauhe Schale des Räuberhauptmanns. Es gelang mir var nicht, feine Aufmerksamkeit von meinem Curriculum yitae auf die Vorzüge der Fowlerschen Doppelmafchinensystems zu übertragen. Auch Law- rence half mit, meinem Iugendleben und meinen persönlichen Wünschen und Hoffnungen auf den Grund zu kommen, und fügte, gegen Rawley gewendet, von Zeit zu Zeit die Versichentng bei, daß ich von Kindesbeinen an ein wirklicher Gentleman und ein unzweifelhafter Demokrat — im amerikanischen Sinn des Wortes — gewesen sei. In der Sttavensrage halte ich noch jetzt „mit Zähnen und Klauen" an den geheiligten Gesetzen unjerer Vorfahren fest. Dies brachte mir jedesmal einen stummen, schmerzhaften Händedruck des Redakteurs ein, der seinerzeit selbst fünf Neger besessen hatte. Da- .zwifchen wurde festgesetzt, daß Longftreet ein großes Frühstück geben müsse, zu dem die gesamte zu ret- d Dannenrod. 2. Aug. Am Sonntag hielt der Schützen verein Dannenrod sein erstes P r e i s s ch e i b e n s ch i c ß e n ab. Wenngleich in» folge der vielen auswärtigen Feste der Besuch aus der Umgegend nicht so stakt war, dürste der Verein doch auf seine Rechnung gekommen sein. Es wurde mit den Gero-Kleinkaliberbüchsen geschossen. Die Preise bestanden in schönen Haushaltungs- und Gebrauchsgegenständen. Sie wurden verteilt an: 1. Konrad Friedrich (Appenrod), 2. Aug. Dippel (Appenrod), 3. Heinrich Friedrich (Appen» rod), 4. Georg Hedrich (Appenrod), 5. Karl Schmidt (Romrod), 6. Gustav Wald (Maulbach), 7. Georg Sehrt (Dannenrod), 8. Heinr. Schmitt (Dannenrod), 9. Will). Georg (Dannenrod), 10. Gg. Klein (Appenrod). Starkenburg. * Darmstadt. 2. Aug. Geh. Dourat Ludwig Hoffmann, der Erbauer des Reick)sgcrichts in Leipzig, der dann jahrzehntelang daS Bauwesen ter Reichshauptstadt leitete, bis er vor einigen Jahren in den Duhestaird trat, ist ein geborener Darinstädter. Er beging jetzt seinen 80. Geburtstag; aus diesem Anlaß hat ihm die Darmstädter Stadtverwaltung ein Glückwunschtelegramm gesandt. Im Anschluß an das 3 3. Mittelrheinische Kreisturnfest fanden heute zahlreiche Turnfahrten in den Odenwald uni) an die Bergstraße statt. Die romantisch gelegenen Städtchen, Dörfer, Burgen und Schlösser mit geschichtlichen Erinnerungen und großen landschasllia)en Reizen waren die Ziele der Wanderungen. Leider war das Wetter in den Morgenstunden nicht günstig. Heute mittag verließen unter Musilbegleilung die 1 4 00 Saarländer Darmstadt in Scm- derzugen. Die Bevölkerung bereiste ihnen beim Durchzug durch die Straßen lebhaft? Kundgebungen. in denen die Verbundenheit mit den Bewohnern des besetzen Gebietes zum Ausdruck kam. Abends, bis einschließlich Samstag, werden in der Festhalic Konzerte veranstaltet. Am Sonntag ist ein Volksfest mit turnerischen Darbietungen und Fcüerweri, womit die Feiern aus Anlaß des 33. Mittelrheinischen Kreisturn- festes ihren Abschluß finden. Preußen. Kreis WetzLar. Reiskirchen. 2. August. Die hiesige G e m e i n d e j a g d, die den bisherigeir Pächtern wegen Richterfüllung vertraglicher Leistungen gekündigt worden ist. wird in Kürze im Wege des öffentlichen Meistgebots auf einen neunjährigen Zeitraum neu verpachtet. Die Gröhe des Jagdbezirks beträgt 3016 Morgen; davon sind 1062 Morgen Wald und 1954 Morgen Feld. Die Jagd hat einen guten Rehwilbbestand. ... 6 Kirchenkonferenz, Bericht über diese Ausruhen! Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse ®ahtnr. Datum: Telegraphische Auszahlung. Banknoten. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 6 Prozent, Lombardzinsfuß 7 Prozent. Mosel, Lausanner erstatten. .7 .8 io io .6 io io . 8 10 .7 16 .8 .9 .0 .6 .8 Sch les. Elektr. . . . Schucfert...... Siemens L HalLka Transradio..... Labmeyer L Co. - . BuderuS. . . . . Deutsche Erdöl . . Essener Sieinkohle Gelsenkirchener . ■ Harvener... Voesch Eisen . . . . ylfc Bergbau . . . Klöckncrwerkc . . . Köln-Neueffen . . Mannesmann . . ,\ Proöedöseuih.groschflne Uber moderne Säuglings- ofiegekosrenios und unverbindlich durch: ,linm--gesellschaft BERLIN VöZ Berliner Börse. Berlin, 3. 2lug. Bei minimalen Limsätzen gaben die ersten Kurse heute weiter nach. Für einen Teil der Bebenpapiere kam keine Notierung zustande. Die Durchschnittsverluste betrugen 1 bis 2 Prozent, nur wenige Werte waren stärker gedrückt. Schon geringes heraus- kommendes Material drückte auf die Kurse, da so gut wie keine Aufnahmelust bestand. Die Spekulation diskutierte reichlich den soeben erschienenen Reichsbankausweis, der eine Zunahme der Wechselbestände um 233 Millionen Wetter zum Opfer gefallen. Auf der Weide des Domänengutes stand eine riesige Eiche. Sie ist vom orkanartigen Sturm, der das die ganze Gegend in voriger Woche heimsuchende Gewitter begleitete, entwurzelt worden. Der Äm- fang des Stammes betrug rund 1 Meter; der gewaltige Stamm faßte etwa 30 Festmeter, und das gesamte Holz wird mit 40 Festmeter nicht zu hoch bemessen sein. Urkundliches über das Alter ist nicht vorhanden, es wird jedoch mindestens auf 700 Jahre geschätzt. Maingau. am. Frankfurt a. M., 2. August. Der hessische Vorstand und die Leiter hessischer Werbebezirke der Evangelischen Volksgemeinschaft hielten hier am Sonntag ihre vierte Monatsversammlung ab. Reichsgeschäftsführer Weidner legte vor den sehr zahlreich Erschienenen einen Bericht über den steten Fortgang der Werbearbeit in Hessen ab. Alsdann trat man in eine vorläufige Besprechung des Reichs- schulgesehes ein. Man wählte einen Ausschuß, welcher den Gesetzentwurf gründlich prüfen und die Stellungnahme der Evang. Volksgemeinschaft vorbereiten soll. An Stelle des verhinderten Vorstandsmitglieds Kose hielt Georg Anka-Frankfurt a. M. einen Vortrag über die Bestrebungen der „Gemeinschaft der Freunde in Wüstenrot". f.»/. I. 4 8 . .... .5 8 . . . .SV, ß I- 4 TKnrr phne A. E G. . Bergmann Elekkr. Lieferungen. . Licht und .(traft fetten & Guilleaume . Ges. f. Elektr. Untern. Hamb. Elektr. Werke . Rhein. Elektr Sn der nächsten Versammlung wird Pastor H. W. der Vertreter der E. V. bei der II Die bue MAHLZEIT Ist ein Genuss, und ihre Bekömmtia keif verschafft m einen weiteren: &lo Dt Reichsanleihe v. 1927 Di. Anl Ablös. Schuld mit AuSlos-Rechten . .... Desal. ohne AuSlos.-Rechten 7«/o »rauft. Hvp..Bk. Goldpf. unkundbar bis 1932 .... ‘Vö* 6w-Bau' 2>,.E. G abg VorkriegS-Ob- ltgationen, rückzahlbar 1932 4% Schwei;. BundcSb.-Anl. 4% Oestereichische Goldrte. . 4,20°/» OeUcrreich. Silberrte. . 4% Oesterreich, einheitl. Rte 4% Ungarische Goldrte. . . . 4% Ungarische StaatSr. b.1910 473’/., deSgl. von 1913 .... 4% Ungarische Aroncntte . . 4% Türk. Zollanleihe v. 19)1 4’/» Türk. Bagdadbahn-Anl. Serie l 4°/0 deSgl. Serie II 4% Rumänen contiert Rtc. i'/z’/o Rumänen Goldanl. . vou 1913 . . Alla Deutsche Eisenbahn .4V, Hamburg-Amerika Paket. . 6 Vainb.-Südam Dcunpssch. .8 Hansa Dampfschiff.....6 .Norddeutscher Lloyd .... 6 'illg. Deutsche Eredilcmft.. 10 Banner Bankverein ... 10 Berliner HandelSaesellsch. 12 Commerz- und Privat-Bk. 11 Tarrn ft. u. Nationalbank. 12 Deutsche Bank. ...... 10 Tiskonto-Gesellschast AM. 10 Dresdner Bank......10 Mitteldeutsche Sredttbavk. 9 Metallbau!........ -8 RetchSbauk......... »0 Bereinigte Stahlw. f. V, I 3 Olavi Mioen 1 sh Kali Aschersleben ... . . lo KaltWesteregcln 10 Kaliwerk Salzdetfurth . . 12 3. G. Farben-Jnduftrte. 10 Dynamit Nobel ......0 Scheideanstalt ...... .8 Goldschmidt i . .5 RütgerSwcrke . . . s » ». .0 Metallgesellschaft .... 10 * Die Reuordnung der Rormal- gütertarife. Die Verhandlungen der ständigen Tarifkommission über die Reuordnung der Rormalgütertarife sind nunmehr abgeschlossen Die beschlossenen Tarifänderungen toer&en bereits ab 1. August durchgeführt. Die Reuordnung beseitigt die anerkannten Härten des bisherigen Tarifes und bringt der Wirtschaft frachtliche Erleichterungen im Gesamtbeträge von über 70 Millionen Mark jährlich. Die wichtigsten Aenderungen sind die Serckung der oberen Tarifllafsen, eine starke Entlastung der Rahentfernungen bei den Tariftlassen a bis e sowie die Einführung der neuen Tarifflasse zwischen den Klassen d und e. * Einheitliche Bankenzinssätze an den deutschen Börsen. Die Berliner Stempelvereinigung, die Bankiervereinigungen von Breslau, Frankfurt a. M., Hamburg, Köln und München sind dahin übereingekommen, für die Festsetzung ihrer Zinssätze eine bestimmte Einteilung zu treffen, und zwar soll unterschieden werden ein Zinssatz für Geld, das im gleichen Monat mehr als 14 Tage oder am 1. des der Hereinnahme folgenden Monats fällig wird. Dom 1. August ab ist für die Gelder ersterer Art ein Sah von höchstens 5 Prozent, und für die Gelder der letzteren Art ein Sah von höchstens 6 Prozent festgelegt worden. ' Finanzierungsgesellschaft für Landkraftmaschincn A.-G. Die Finanzierungsgesellschaft für Landkraftmaschinen A.-G. schließt ihr erstes Geschäftsjahr mit 36 000 Mk. Verlust ab. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats berichtete, daß die am Ende des Geschäftsjahres eingetretene Belebung des Absatzes von Land- kraftmaschinen und Anhängegeräten verstärkt fortdauere. Sm Geschäftsbericht wird darauf hin- gewtesen, daß die Gesellschaft der Landwirtschaft durch Gewährung längerer Ziele, in der Regel bis zu zwei Sahren, die Anschaffung von Maschinen ermöglicht. Anfangs wurde nur der Absatz^ von Motorpflügen, Traktoren und Dampf- Pflügen, für deren Finanzierung das Reich eine zehnprözentige Ausfallgarantie übernahm, finanziert. Die allgemeine Rotlage zwang jedoch bald, dem Drängen der Landwirtschaft und der Sndu- strie nachzugeben und auch sogenannte Anhängegeräte, d. h. solche landwirtschaftliche Maschinen, die mittels der genannten Kraftquellen betrieben werden können, in den Tätigkeitsbereich mit- hineingubeziehen. Frankfurter Börse. Frankfurt a. M., 3. Aug. Tendenz: Schwächer. — Die Börse erfuhr heute eine weitere Abschwächung. Kursdrückend wirkte weiter, daß die zweite Hand noch immer fast völlig fehlt. Dann verhindert vor allem die Geldmark klage eine stärkere Entfaltung des Geschäftes. Rach wie vor ist kurzfristiges Geld stark gesucht und Monatsgeld kaum verfügbar. Die befriedigende Lage in der Metall-Sn- d u st r i e konnte keine Wirkung ausüben in Anbetracht des Berichtes der Düsseldorfer Handelskammer über den allgemein stillen Geschäftsgang im Rheinlande. Bei der allgemeinen Geschäftslosigkeit blieben Meldungen von neuen Patenten der Kunstseiden-Sndustrie ohne Einfluß auf die betreffenden Märkte. Stark beachtet wurde dagegen der neue Reichsbankausweis, der wenig günstig beurteilt wurde. Die starke Snanspruchnahme der Reichsbank zum LIltimo kommt darin deutlich zum Ausdruck. An den Effektenmärkten stellten sich gegenüber den Rotierungen der gestrigen Abendbörse im allgemeinen Verluste von 0,5 bis 2 Prozent ein. Stärkere Abgaben erfolgten aber nur in S. G. Farben und Zellstoff-Waldhof. Kleher konnten bei Heinen Umsätzen um 1,75 Prozent anziehen. Deutsche und fremde Renten blieben weiter vernachlässigt und etwas schwächer, auch Pfandbriefe schwächten sich ab. Sm weiteren Börsenverlaufe blieb die Geschäftstätigkeit minimal, doch zeigte die Tendenz ziemliche Widerstandsfähigkeit. Die Kurse blieben knapp gehalten. Sn S. G. Farben wurden vereinzelt Rückkäufe vorgenommen. Am Geldmarkt stellte sich Tagesgeld auf 7 Prozent. Sm Devisenverkehr notierten: Reichsmark gegen Kabel 4,2022, gegen London 20,406, Paris gegen London 124,03, Mailand 69,25, Madrid 28,48. Wirtschaft. Die Lage Les Ruhrber^baues und die Kohlenpreisenlwickiung Es war von vornherein damit zu rechnen, daß der Ruhrbergbau seine während des englischen Streiks erreichte Höchstförderziffer (rund 430 500 Tonnen arbeitstäglich im Durchschnitt des Rovember 1926) nicht werde halten können. Der Abstieg ist aber in den letzten Monaten derartig schnell erfolgt, daß er zu Bedenken Anlaß gibt. Sm Ruhrrevier ist die arbeitstägliche Förderung von 414 000 Tonnen im Sanuar auf 389 000 Tonnen im Suni zurückgegangen; gegenüber dem März war die Monatsförderung des Mai um beinahe 1,4 Mill. Tonnen geringer. Der arbeitstägliche Gesamtabsah des Kohlen- shndikates betrug im Rovember 1926 rund 325 000 Tonnen, in den ersten zehn Tagen des Suli dagegen nur rund 241 000 Tonnen, der arbeitstägliche Absatz war im Mai um 15 500 Tonnen geringer als im entsprechenden Monat des Vorjahres. Besonders stark zurückgegangen ist der Absatz in das bestrittene Gebiet; er beträgt zur Zeit nur 94 700 Tonnen arbeitstäglich gegenüber 160 000 Tonnen im Oktober/Rovember 1926; auch im unbestrittenen Gebiet ist mit zur Zeit 146 800 Tonnen ein Rückgang im Absatz von rund 15 Prozent gegenüber dem Höchststand von rund 172 800 Tonnen um die Sahreswende 1926/27 zu verzeichnen. Bei einem ganz großen gemischten Konzern beträgt der Rückgang der Gesamtförderung an Kohle seit Rovember 1926 bis heute im Durchschnitt der Monats- und Tagesförderung reichlich 10 Prozent, obwohl bei diesem Konzern die Zechen ihre Kokserzeugungsanlagen restlos ausnutzen können (die Koks- erzeugung ist dort seit einem Sahr um rund 40 bis 50 Prozent gestiegen), so daß ein Ausgleich für den verringerten Absatz an Kohle in Gestalt einer gesteigerten Erzeugung an Koks möglich war. Würde der Kohlenmarkt an der Eisenindustrie nicht die starke Stühe haben, würde es auf ihm wahrscheinlich recht schlimm aussehen. Die reinen Zechen, besonders diejenigen mit geringer oder gar keiner Kokserzeugung, haben jetzt wieder mit so großen Schwierigkeiten zu kämpfen, daß erneut Stillegungspläne mit Ernst erwogen werden. Aus einer statistischen Aufstellung ergibt sich, daß der Index der Brennstoffe (und zwar sowohl für Kohle als auch für Koks) in viel stärkerem Ausmaß gesunken ist, als der Großhandelsindex. Dieser Umstand ist um so bemerkenswerter, als der Ruhrbergbau in den letzten Sahren mit ständig erhöhten Unfoften hat arbeiten müssen, gangenen Sahres allein an Arbeitgeberbeitrügen So hat z. B. die Knappschaftsnovelle des ver- dem Ruhrbergbau eine Mehrbelastung gebracht von rund 25 Millionen Mark jährlich; die letzte Lohnerhöhung hatte Mehraufwendungen von rund 90 Millionen Mark jährlich zur Folge; der Wert des Gesamteinkommens je Kopf und Schicht des Hauers ist gestiegen von 6,24 Mk. im Sanuar 1924 auf 9,05 Mk. im Mai; von einer kleineren Zeche ist errechnet worden, daß auf der Tonne Absatzkohle jetzt nicht weniger als 3,87 Mk. an Steuern und sozialen Lasten ruhen. Kreis Marburg. IC Marburg, 2. August. Sn dem im Rahmen der Feierlichkeiten des plniversitätsjubiläums im großen Festzelt auf dem Kämpfrasen abgehaltenen Kommers überreichte Kultusminister Dr. Becker die Summe von 150000Mark als Beitrag zum Bau einesHallenschwimm- b a d e s in Marburg. Bekanntlich bemüht man sich hier in Marburg schon seit vielen Sahren um den Bau einer solchen Einrichtung, da hier die Winterbadeverhältnisse völlig unzureichend sind. Es ist auch bereits ein Grundstock zur Bausumme vorhanden, so daß der Bau eines Hallenschwimmbades in nächster Zeit für gesichert erscheint. — Durch persönliche Mitteilung des Kultusministers Dr. Becker wurde aus Anlaß des plniverft- tätsjubiläums folgenden Herren der Charakter eines außerordentlichen Professors verliehen: Theologische Fakultät: Lic. Dr. Theodor Siegfried; Suristische Fakultät: Land- gerichtsrat Dr. Wilh. Ludewig, Dr. Hans Gerber; Medizinische Fakultät: Dr. Oskar Wiedhopf, Dr. Gerhard Den ecke; Phlloso- phische Fakultät: Dr. Maximilian Krafft, Dr. Johann Mannhardt, Musikdireftor Dr. Hermann Stephani, Studienrat Dr. Wilhelm E n ß l i n , Dr. Siegfried K a e h l e r. — Gestern abend brachte die Studentenschaft dem bisherigen Rektor der hiesigen Hninerfität, Geh. Reg.-Rat Pros. Dr. Busch, dessen Amtsperiode mit Schluß des jetzt abgelaufenen Subiläumssemesters beendet ist, einen Fackelzug, der seinen Weg vom Bahnhof durch die Altstadt irach der Wohnung des Rektors am Rotenberg nahm. sch. Marburg, 3. August. Zu den mannigfachen Stiftungen für die Marburger Philipps- universität anläßlich der Vierhundertjahrfeier, deren letzte Kultusminister Becker mit dem Betrage von 150 000 Mark für ein Hallenschwimmbad überreichte, ist noch eine gekommen. Die Sn- Haber des Bankhauses Baruch Strauß in Marburg und Frankfurt a.M., die Herren Carl und Allert Strauß, haben eine namhafteStif- tung zur Förderung wissenschaftlicher Forschungen gemacht, die der noch im Werden begriffenen Gesellschaft der Wissenschaften zur Verfügung gestellt worden ist. Es handelt sich zunächst um eine Summe von 25 000 Maick und einer jährlichen Beihilfe von 1000 Mark, doch ist zu erwarten, daß diese Zuwendungen noch vergrößert werden. Die Stifung ist nach dem inzwischen verstorbenen älteren Chef des bekannten Bankhauses, Carl Strauß-Stifung genannt worden. — Bei der Ausführung von Dacharbeiten am Landratsamtsgebäude stürzte der 50jährige Dachdecker Heinrich Preiß aus Ockershausen aus einer Höhe von 14 Metern ab. Der Unglückliche zog sich solch schwere Verletzungen zu, er bald nach seiner Uebersührung in eine Klinik verstarb. IC Aus der Schwalm, 2. August. Ein in den 50er Sahren stehender Einwohner von Wasenberg in der Schwalm, Wilhelm L e m m e r, kam beim Ausbessern eines Hauses auf dem Weißbindergerüst mit dem Kopf an die Starkstromleitung und wurde sofort getötet. Dillkreis. bl. Dillenburg, 2. Aug. Nach dem Stande vom 30. Juli befinden sich im Kreise 152 Vollerwerbslose, worunter 145 männlichen und 7 weibl. Geschlechts sind. An Zuschlagsempfängern zahlt man 265 Personen. Die Zahl der Notstands- ■ arbeiter wird mit 80 bis 90 angegeben. In der letzten Woche waren 13 Zugänge und 8 Abgänge zu verzeichnen. Ausgesteuert sind 60 Mann. bl. Haiger, 2. Aug. Auf der neuen Bahnstrecke von hier nach Rabenscheidt hat sich der Güterverkehr, vornehmlich ab Station Flammersbach, nach hier recht gut entwickelt. Hauptsächlich kommt der Transport des Basalts in Frage. — Die Verhandlungen bezüglich dem Weiterbau der Bahnlinie bis nach Gusternhain resp. Driedorf sollen in Kürze wieder aufgenommen werden. Der Plan geht bekanntlich dahin, mit der Zeit einen Anschluß an die Strecke Stackhausen—Beilstein zu erzielen. Kreis Usingen. * Usingen, 2. Aug. Die Firma Z. Rosenberg & Söhne, Branntweinbrennerei, Apfelweinkelterei und Weingroßhandlung, hier, konnte am 1. August auf ihr 50jähriges Bestehen zurückblicken. Die Erzeugnisse des Geschäftes sind weit über die Grenzen der Provinz Hessen-Naffau hinaus bekannt und beliebt. Die Firma hat es verstanden, sich weit und breit großes Ansehen und Bedeutung zu erwerben, so daß die Inhaber mit Stolz und Befriedigung auf das vergangene halbe Jahrhundert zurückschauen können. Kreis Limburg. Limburg, 2. Aug. Das einzige Ratur- denkmal der Welschneidorfer Gemarkung, das unter Denkmalsschutz stand, ist dem letzten 11 n- und eine Zunahme der umlaufenden Roten inti 545 Millionen Mark brachte. Die Ansichten darüber, ob dieser Ausweis in Anbetracht des Ultimos als günstig ober ungünstig zu bezeichnen ist, sind sehr geteilt. Ferner verweist man auf Berichte der Textil- und Eisenindustrie die einen gewissen Stillstand in der Konjunktur erkennen lassen. Geld ist eher eine Kleinigkeit leichter. Tagesgeld 63/< bis 8 Prozent. Monatsgeld 8 bis 9 Prozent. Anleihen ruhig. Ablösungsschuld einschließlich Auslosungsrecht heute etwas erholt. Ausländer eher etwas schwächer. Sm Verlaufe blieb das Geschäft weiter sehr ruhig, die anfangs stärker gedrückten Werte lagen um Bruchteile von Prozenten erholt. Elektro- toerte und S.-G.-Farben etwas lebhafter. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 3. Aug. Das Frankfurter Getreidegeschäft ist nach wie vor ruhig. Veuer Snlandroggen ist genügend zu nachgebenden Preisen angebvten. AuslandroMen wird nicht mehr gekauft. Das Mehlgeschäft ist still. Roggen- mehl aus Roggen neuer Ernte, lieferbar in 14 Tagen, wird mit 34,25 bis 34,50 gehandelt. Von Futtermitteln liegen insbesondere Oelkuchen fest und werden sehr gesucht. Die Preise für Kleie sind unverändert. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer neuer Ernte 28, Roggen, inländischer neuer Ernte 23,50 bis 23,25, Hafer, inländischer 25,50 bis 26, Hafer, ausländischer 23,25 bis 25,25, Mais, gelb 18,75 bis 19, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 39,25 bis 39,50, Roggenmehl 36, Weizenlleie 13 bis 13,25, Rvqgenkleie 13,75 bis 14. Berliner ^rosuktenbörsc. Berlin, 2. Llugust. Der Markt nahm heute ohne jegliche Anregung einen sehr ruhigen Verlauf. Die ausländischen Weizenforderungen waren leicht erhöht und dies brachte im Lieferungsmarkt eine Befestigung von etwa einer Mark. Am Roggen- markte ergaben sich außerordentlich kleine Preisverschiebungen. Das Jnlandangebot von Roggen ist an- gesichts der dringenden Erntearbeiten ziemlich klein bei unnachgiebigen Forderungen, die hier nur selten durchzusegen sind. Für Weizen soll einige Export- Nachfrage bestehen; Abschlüsse sind jedoch daran, daß die Äbgeber sich weigern, zu den geforderten Preisen zu verkaufen, geschc tert. Roggenmehl in prompter Ware ist für den Konsumbedarf gefragt und wenig offeriert, sonst blieb der Mehlmarkt still. Am Hafermarkte macht sichZuruckhaltung seitens der Käufer geltend, das Börsengeschäft hat sich etwas gebessert. — Es notierten (1000 Kilogramm): Weizen, mär?., September 266,25 bis 266,50, Oktober 265 bis 265,75, November 267,50; Roggen, märkischer, 221 bis 226; Sept. 226 bis 225, Okt. 226,50 bis 225, Nov. 227 bis 225,75, (matt); Wintergerste, neue, 189 bis 196, (beh.); Hafer, märk., 257 bis 264, (schwach), Sept. 200, (schwach); Mais, La Plata, 186 bis 188, (ruhig); Raps 275 bis 285 (flau). (100 Kilogramm): Weizenmehl 34,50 bis 36,75, (ruhig);Roggenmehl 32 bis 33,50, (ruhig); Weizenkleie 13,75, (still); Roggen- kleie 15 bis 15,25, (still); Viktoriaerbsen 44 bis 58; kleine Erbsen 28 bis 32; Futtererbsen 22 bis 23; Peluschken 21,50 bis 23,50; Ackerbohnen 22 bis 23. Aus dem Amtsverkü..-,rgungsblatt. •* Das Amtsverkündigungsblatt Rr. 57 vom 2. August enthält: Kreisfatzung des Kreises Gießen. — Ordentliche Sitzung des Kreistages des Kreises Gießen. — Straßensperre. — Ansteckende Blutarmut der Einhufer. — Die Brandhilfeleistung. — Förderung der Völls- büchereien. — Die Hagelunwetter in den Kreisen Mainz und Oppenheim. — Dienstnachrichten. Verantwortlich für Lokales, Provinz und Wirtschaft i. V. Dr. Hans T h y r i o t. McrnSlclder "... 7 Obcrschles. Eisenb- Bedarf 0 Oberschles. Koköwerte . . .0 Phöntr Berabau. f. V, 9 3 Rheinische Braunkohlen . io Roeinstahl o Rtebeck Montan c Frankfurt a.M. Serttn Schlug- flurs l-Uhr. fluro Schluß- flirr» itt118 2. 8. 3. 8. 2.8. | 3. 8. — — 86,1 86 66 67,75 58 _ 16,6 16,5 16,6 — — — — — — — — - — — — — — — — — 6,5 — 6,1 — — —— —- 26 24,9 __ 22,5 — — -- — 23.75 — —— — 1.9 —- 16 15,13 15,25 — — —- 18 15,75 15,76 15,0 15,5 — — — — — — —• — 89,5 89 149 148 149.25 148,4 —- — 229.5 228.5 **— 229.75 227.2> 149,25 148,75 149,4 149.13 14'J 148,25 148.25 148.5 151,5 149,5 149,75 149,5 —- — 245,75 178.6 176,6 178,25 176,25 232 -'32 282 281,25 162,25 160.75 162,18 161.25 160 160 160 160 168 166,25 167,5 166.13 254 — 253,25 260 145 142,5 145 142,75 170 171 170.5 171,75 Frankfurt a.M Berlin Schlich -Uhr. Schluff» Anfang flurc Kur» flute flute 2. 8. 3. 8. 2. 8. | 3.8. 184.76 184 184.65 183 194 192 194 191.75 187 — 186.9 185 198 197.5 200 197 138,13 138 139 137.9 — — 249 248 —— — 163.75 163.7.5 — 162,35 165 161 203,25 201,25 201.5 201 288,25 286,5 288 286.75 —> —— 131 134 173 — — — 115 116,5 114,25 157,5 — 155,2 —— — 169 167 161,5 161 162.25 161.5 201,5 -’Ol 205 200.5 —- — 179,5 178,2. 271,6 — 162,5 161,75 162,25 161.5 — 175.25 17.! 187 185,9 133.5 186,75 185 .. 133.5 133,5 133,25 99.5 100,25 — — 97,75 — 122,5 123 122,65 121,2 203 262 263 261 218 217 217 215 5 164 179 136,75 134,75 136,13 135.. — 35 31,1" 176 174,4 177 173.. 187 186 188 185 . — — 238.5 017,5 315,5 319 314,2.. — 152,5 _ 216 214.25 130,25 180 180,25 130,25 98.25 185.5 97.5 98.25 97,25 Berlin. 2. August- (Selb Brief Französische Noien....... 16,47 16.53 Holländische Noten...... 167,91 168.59 Italienische Noten...... Norwegische Noten...... 22.85 22,95 108,28 108,72 Deutsch-Oesterr-, 5 ioo Kronen 59.18 59,42 Rumänische Noten...... 2,53 2,55 Schwedische Noten...... 112,27 112.73 Schweizer Noten....... 80,92 81.24 Spanische Noten....... Tschechoslowakische Noten . . 71.41 71.69 12,418 12,478 Ungarische Sloten..... 72,95 73,25 Devisenmarkt Berkin —Frankfurt a. M. Frankfurt a M Berlin Schluff Kurs 1'Uhr» flurs Schluff flurs । Anfang 1 flurs Datum: 2. 8. 3.8. 2. 8. 1»- Pbillpv Holzmann . . . 12 194 194 195 193.5 Heidelberger dement . Tement Karlstadt. . . . 8 151,5 189 151.5 Nayß & Freitag .... . 10 165,5 164.9 - Schultheis Payenhofer T stwerke........ . 15 — 457 455 Ber. Glanzstoff .... . 15 —- _ 7'0 710 "'emberg........ . !ellstosf Waldhof. . . . 12 337,75 335,75 '38,75 335 Zellstoff Aschaffenburg . 10 204,25 204 Charlottenburger Waffe . 7 — 153 151,5 cffauer GaS . . . R Daimler Motoren. . . . 0 123,5 122,4 123.4 121,75 Demag . ....... . 0 _ 93,13 92.13 Adlerwerke Kleher. . . . 0 117 118,75 118 Ludw- Loeire ..... . lu • — 281 Nat. Automobil.... . 6 — — 125 — Orenstein L Koppel. . . 4 — — 138,25 — !'inke Hofmann . . . . 0 — - — — Leonhard Tietz..... . 6 — —— 159 - Bamag-Meguln.... . 0 45,5 — — Franks. Maschinen ». . O 76.1 78 78 —- ' ritzner...... . . 7 122 — Hehiiaensiaedt ..... . 0 24 — 7.unghans . ...... . 6 122.5 — — ^cchwerke. . ...... . 8 122,75 — — — '-Wahifrafttocttc ...» . 8 126 128 — :NIag.......... . 10 140 141 138 Aekarsulmer ...»%. . 8 118.5 117 _ 'bi'terß Union ..... 116 120 Gcbr. Roeder ..... . 10 _ L Haeffner . .. . 6 141.25 143 — _ Cnbb. Zucker..... . O 142 142,5 141,4 — 2. August. 3. August. Amtliche Notierung Amtliche Notierung (Seid Briet Geld 1 Brief __ Amlt.- Ron 168,26 168,6a 168,33 168,67 Buen--Atres 1,784 1.788 1,785 1.789 Brff.-Antw 58,37 o8,49 58,41 68,55 Christtania 108,42 108,61 108,49 108.71 Kopenhagen 112,41 112,43 112,37 112,59 Stockholm H2,49 112,71 112,53 112.75 Helsingfors. 10,585 10,602 10,575 10,595 Italien . . -2,845 22,885 22,84 22.88 London. . . .0,391 20,4 1 20,385 20.425 Ncuhork . . 1,199 4,207 4.1985 4.2065 Paris. . . i6,4J 16,48 16,435 16,475 Schweiz . . '0,89 81,05 . 10,93 61,69 Spanien . 71,58 71,66 71,37 71,51 Japan . . . 1.988 1,992 1,990 1,994 0,4975 Rio de Jan. u.496 0,498 0,4955 Wien in D - Ceft. abgeft 29,13 59,25 69,11 69,23 Prag . . . '2,45 12,47 12,444 12,464 Belgrad . • 7.388 7,402 7,390 7,404 Budapest. - Bulgarien 73,23 u.037 73,37 3,043 73,20 3,042 73,34 3,048 Lissabon . . 20,78 20,82 20,78 20,77 Danzig. . . 81,82 81,48 81,80 81,46 Konstantin. 2,116 2,120 2,108 2,112 Athen. . . 5,495 5,506 5,634 5,046 Canada .. 4.101 4,202 4,196 4,204 Uruguay. . 4.178 4,186 4.176 4.184 20,947 Cairo . . 20,91 20,95 20,907 ___ Berlin. 2. August. Geld Brief Amerikanische Noten..... 47153 47205 Belgische Nöten...... Dänische Noten ...... 68,48 112,12 68,72 112,68 Englische Noten ....... 20,34 20,42