3*.*b*Ä «u te !--«?? ftifltn x_tn r ft** L S^Nnt Utf* 11 V yrojent Avisen. 1 ändert«, s‘ Sq'K itint .eimatr iwl?rfipr Wten 8ui SCrrt ene Montan: nfl stärkere, ?n l),rDor. '"einiger fcl ’ienmarfi '" ^ni'ichen IMr daher M. NNt Ausnahme I‘jah5mübiflreil 'Uverhäll W nach tun. m. A4 "NMhtunysUü d'N Mmath n^len nennens- "rjeichnen auf 4,2195. cboric. ßs würben iw ^ggen, inlänbi- °e-ke 25 bis 26 ^i6, gelb 18.25 cpejial 0 40,25 A ’ffieiynlUit 1450. Tendenz börje. nlten die ersten icn in Loggen Lieferung wurde lonft die g^mi forlfehung nichl » neuerlich eine L, Mai 0,50 AI keine Anregung ich!. Auch Hafer ,tM still. - & Reizen, niärk 2W ommergerste 213 )5, Haler, wär! 83 bii 186: für 36,5. Loggen- 15,75. Loggen- V tont L-nlc- n b'ü 24. v- b\6 24. LMnen gdb 16 bis II. isfen,ter- techlelmöng »alMta M6g81 isstatiung iet haben auf hiivielbäulein den berahlien !ofstraße34 2056D jie illuiir-3üb’ ig iu haben bei 0,'straffe 6 3 , I i?rueiih>efl '• 0, 0.». • ' 0.2? 0.^ O.40 gnnabor* ierwagen rke von WeltmC >n Preisen Lafter ’D -d en Farben Nr. 52 Erstes Blatt UZ. Zahrgaitg Donnerstag, 5. März 1927 Reichskanzler Dr. Marx vor der Presse Die Aufgabe der Opposition im Staat Innern Einigungsversuche in China N MlMMiMl M 6eoi AWÜSMSsltzE 3eit«n, in denen wir von neuem beginnen an die vielen neuen wichtigste und die bcs Reichv- grötzte gesetzgeberische Aufgabe ist schulgesetzes. Reichsminister des v. Keudell wie in den gegenwärtigen zum größten Teil wieder muhten. 3d> brauche nur Linahme ew »«zeige» für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher, preis iur | mm hShe für Anzeigen oo.t 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfenmg, für Re- Klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Reichspfennig, Platzvorschnit 2D*, mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr Wilh Lange. Terantwortlid) für Pohhli Dr Fr Wilh. Lange, für Feuilleton Dr H.Tbyrwt; für den übrigen Ten Ernst Blvmschein; für den An» zeigenteil Ü Dertr H.Beck, sümtlich in Gießen. Si« alle kennen, und die einer solchen wirklichen und so notwendigen Verständigung zwischen den beiden Völkern noch im Wege stehen. Wir haben ferner die völlige Einmütigkeit der öffentlichen Meinung gegenüber den Differenzen zwischen England und den vereinigten Sowjetrepubliken feftftcUen können, und die Presse aller Richtungen hat mit Recht die Hoffnung zum Ausdruck gebracht, doh es gelingen möge, diese zwischen den beiden großen Staaten austauchenden Schwierigkeiten zu beseitigen. Unsere Haltung ist auf Grund der außenpolitischen Situation flar und gegeben Deutschlands Politik ist sestgelegl durch die Vertrage van Locarno und den Berliner Vertrag. Und an dieser Grundlage werden wir festhalten. Die Reparationslast. Reichsfinanzminister Köhler über den Tawcsplan. Reuhork, 2. März. C5U.) Die „OBotlb“ veröffentlicht ein Interview mit Reichelinanz- minister Dr. Köhler, in dem Dr. Köhler erklärt. daß Deutschland auch weiterhin versuchen werde, den ReparationSverpflichtun- Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Vrvck tmd Verlag: VrRhl'sch« Uittverstlütr-Vuch' »vd Stetubridcrti R. tauge hi «letzen. $<$rtftlethnig mb Seschäslrstelle: Schulftratze 7. Titel, der übrigens schon 1925 erschien. Für den Neubau des Kaiser - Wilhelm -Instituts für Anthropologie, menschliche Vererbungslehre und Eugenik 300000 Mk., ferner eine erste Baurate für den Neubau eines Auslandinsti- tutes in Dahlem, des sog. Harnack Hauses. Bemerkenswert sind iodann die Voranschläge für den Erweiterungsbau des Deutschen Stadions mit 500 000 Ml. Für die Vorbereitung und Durchfüh- rung der deutschen Beschickung der internationalen olympischen Spiele in Amsterdam im Jahre 1928 sind 150 000 Mk. ausgeroorfen, ebenso als Baukostenzuschuß für das Deutsche chyaienemU- («um in Dresden 1 Million Mark. Die Organisation des Ministeriums ist mit der Errichtung des Gesetzsammlun^samts zum Stillstand gekommen. Die 1926 geforderte Verwaltung sreform ist e r ft sehr langsam in Fluß gekommen. Bisher liegt nur eine neue gemeinsame Geschäftsordnung für die Ministerien vor. Der Beamten- austausch mit den Ländern läßt sehr zu wünschen übrig. Die Verabschiedung des Reichsschulgesetzes ist dringend zu wünschen. Als dringlich sind zu bezeichnen die Pflege des Naturschutzes, eine planvolle Auswanderungspolitik, sorgsame Ueberwachung der FUmreklame, Pflege der internationalen geistigen Beziehungen, die Sorge für die Jugend, Sport und körperliche Ertüchtigung. parlamentarisch regierten gen loyal nachzukommen. Die gaiuc Frage sei vom wirtschaftlichen und nicht vom politischen Gesichtspunkte aus zu betrachten. Hauptbedingung für Deutschland sei d i e Möglichkeit ausgedehnten Exportes. Eine weitere wesentliche Voraussetzung sei auch die Wiederher st ellung der normalen Handelsbeziehungen. Die finanziellen und wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland, sowie die Militärbelastung seien mit der Vorkriegszeit nicht vergleichbar. Zu berücksichtigen sei vor allem auch die große Zahl der Arbeitslosen. Trotzdem stehe aber die Belastung auS dem DaweS-Plan an der Spitze. Dr. Köhler erklärte weiter, er wünsche, großes Gewicht auf die Worte ,t m Augenblick" zu legen, wenn er erkläre, daß eS im Augenblick nicht ersichtlich fei, wie Deutschland in den Jahren 1928 und 29 erfüllen solle Im IaHre 1926 hätte Deutschland beispielsweise Vorteile durch den englischen Kohlenstreik gehabt Dr. Köhler schloß mit dem Hinweis, daß Amerika indirekt großen Anteil an der ganzen Reparationsfrage habe und drückte die Hoffnung aus, daß es gelingen werde, die Schwierigkeiten durch den freundschaftlichen Geist aller Beteiligten zu klären. Abg. Dr. Mumm (Dn.) betont als Berichterstatter die Sparsamkeit, mit der dieser Haushalt ausgestellt worden ist, hält aber eine erhöhte Förderung kultureller, gemeinnütziger Einrichtungen und Bereinigungen, eine Förderung von Studentenbäuscm, eine Beachtung der Notlage der deutschen Künstlerschaft für nötig. Wir stimmen in der körperlichen Ertüchtigung der Jugend zusammen, aber sie darf nichtaufKostendcrSee- len pflege und in der Richtung der Sportsexereien liegen. Die wieS auf die nennenswerte Steigerung der Ausgaben für wissenschaftliche und Kulturelle Fonds hin._Zur Frage der DerwaltungSrefonn erklärte der Minister, die Reichsregierung lasse sich nach wie vor die besondere Förderung angelegen fein. Der Minister gab seiner Genugtuung darüber Ausdruck, in wie erfreulicher Weife die Fortbildung der Beamtenschaft durch die Beamtenhochschulen erfolge. Rund 25 000 Beamte hätten sich an den Fortbildungseinrichtungen beteiligt Richt materielle Gründe seien für sie maßgebend gewesen, sondern m erster Linie rdeelle: Bildung zu Persönlichkeiten, die sich bewußt imt allen in ihnen schlummernden Kräften in den Dienst deS Staates und Volles stellen wollen. Bei Beantwortung der Frage nach der Politik, welche die Reichsregierung in Sachen der Auswanderung einlchlage, sei darauf hinzuweisen, daß zwischen drei verschiedenen Kategorien von Auswanderern zu unterscheiden sei: 1. solche Elemente, deren Hebetficblung inS Ausland geeignet erscheine, daS Deutschtum zu fördern, 2. weniger wertvolle Elemente, deren Auswanderung Im Interesse deS deutschen Anschc. -> besser unterbliebe, schließlich 3. die für unS wertvollste Gruppe von Auswanderern, deren Verlust für die Heimat a-.tf - ordentlich schmerzlich sei, nämlich die Dertrc . ■- wichtiger Berufe und hochqualifizierter Arbeit, in erster Reihe Leute der Landwirtschaft, also Arbeitskräfte, die für die Heimat fast unersetzlich erschienen. Hier sei es die wesentliche Aufgab- i . , Reichsministerium- des Innern, diese Au.'w.^n- derung gewissermaßen prophylaktisch zu hei. - m e n, sei eS durch Förderung der inneren Kolonisation. sei eS durch Schassung von Ausstieg- tnöglichkeiten für solche QualitätSarbciter in der Heimat. Zum Schluß betonte der Minister daß er als besonders Wichtige Aufgabe seines Min.- steriums die beschleunigte Einbringung deS R e i ch s s ch u l g es ehe s ansehe. Er bc- abrid)tige nicht, hierbei irgendeinen der vorhandenen Gesetzentwürfe zugrunde zu legen, sondern es werde ein neuer Gesetzentwurf ausgestellt werden. Wenn eine möglichst weitgehende Übereinstimmung hierüber erzielt würde, würde er dies besonders begrüßen. Abg. Sülz (Dem.) erklärte, die Groh-Hamburg-Frage sei keine ausschließlich preußische Frage, sondern eine ReichSfrage, da Hamburg Aus- und Sin- laßwr für den Weltwirtschaftsverkehr Deutschlands sei. Es sei der Zettpunkt getixnmen, um die Frage der Einführung einer Reichsange- Hörigkeit ernsthaft zu prüfen. Bei d e'er Gelegenheit müßten auch die Staatsangchöriglcits- verhältnisse der Frauen neugestaltet werd.n. Zur Pflege der deutschen Kultur gehöre auch eine zielbewußte Pflege des Deutschtums im Aus lande. Auch die Frage der kulturellen Sicherstellung der Minderheiten innerhalb und außerhalb Deutschlands bedürfe erhöhter Aufmerksamkeit. Was ein Reichskonkordat anbetreffe, so sei an sich die Zuständigkeit des Reiches nicht, zu bestreiten. Es wolle rhm aber nicht zweckmäßig erscheinen, nachdem Preußen sich jetzt offenbar in weit vorgeschrittenem Erwägungen über ein solches Konkordat beNnde. In beiden würden Erörterungen unnötigerweise e.n- sehen. die nicht ohne kulturelle Spannung u.eiben könnten, die vor allem aber auch das Zustandekommen des Reichsschulgesetzes hemmend beeinflussen müßten. Hinsichtlich des Reichsfchul- aesetzes wünsche er das Zustandekommen eines Gesetzes, das auf der einen Seite die berechtigten Interessen der Eltern sichere, aber doch die E i n- heitlichkeit und Staatlichkeit der Schule aufrechterhalte und die Erziehung des Kindes -um deutschen Menschen gewährleiste. Abg. SoUmana (So;.) hielt den KultuSetat des Reiches immer noch für zu bescheiden ausgestattet. Der R^.chsminister ist leider an allen politischen Fragen vorübergegangen. Wie steht er zum Ablauf des R e p u - blikschutzaesehes am 1. Juli d. I.7 Ich denke vor allem an die Rückkehr des ehe- maligenKaisers, gegen die das Republik- schutzgesey jetzt noch die einzige Schranke bildet, lieber das angekündigte Ausführungsge'etz zum Artikel 48 (Diklaturparagraph > hat sich der Herr ^Hiuister ausgclchwiegen. Rachdem die Grenzen des Reiches nach außen hin so gut wie gefestigt sind, wird die Frage der Reugliederung deS Reiches in den Vordergrund treten Die Politik -er Bolschewisten. Berlin, 2. März. (TU.) Nach einer Meldung des „lag“ aus Moskau fand gestern im Hauptquartier des Oberbefehlshabers der Kantonarmee eine Konferenz des Zentralkomitees der fiuomingtang statt. Bereits in den ersten Stunden dieser Sitzung ist es au nicht unbeträchtlichen Meinungsverschiedenheiten zwischen dem chinefifchen und dem radikalen Flügel der Partei gekommen. Auch General Tschanghai- f ch e k geriet in einen heftigen Wortwechsel mit dem General G a l o n t o, der als Vretreter der Moskauer Regierung an der Sitzung teilnahm. Der gemäßigte Flügel bemüht sich schon seit lanacm, den großen Einfluß Moskaus, der als Haupthindernis fiir eine friedliche (Einigung mit Tfchangsolin betrachtet wird, zurückzudrängen. Die Teilung Chinas in Nord- und Südchina mit dem Iangtsefluß wurde von Galonto als ein unannehmbares Kompromiß lebhaft bekämpft. Die radikale Gruppe unter Führung Borodins hat Dorläufig die Oberhand, was zur Folge haben kann, daß Tschanghaischek eine neue Regierung bilden wird, die Borodin und seinen Anhängern die Feindschaft erklären wird. In Hankau wurde ein einstündiger Solidaritätsstreik für die Radikalen erklärt. Das russische Konsulat tn Schanghai hat es abgelehnt, englischen Reisenden das Visum für die transsibirischen Eisenbahnen zu geben. Die Kriegslage in China. Eine neue Phase. London, 2. März. (WTB.) Reuter be- richtet aus Schanghai, daß die Zurückziehung der teilweise erschütterten Truppen des Generals Suntschuanfang von der Suntiangfront eine neue Phase der militärischen Lage in Ehina eröffnet. Zuständige Mllitärbehörden seien der Ansicht, daß das Kantvnheer einer fast unmöglichen Ausgabe gegenüberfte^e beim Versuch. in Sugkiang durchzubrechen, wenn die Schan- tungtruppen sich ihnen in den Weg stellen. Die Schantungtruppen seien gut ausgerüstet und gut ernährt und hätten seit ihrer Ankunft ihren Sold regelmäßig bekommen. Die Rordtruppen und die Südtruppen haben anscheinend beschlossen, die Schlachtfront aus dem Gebiet von Schanghai nach der Westküste deS Tailo-Sees, ungefähr ISO Mellen westlich von Schanghai, zu verlegen. Die Strategie der Kantonesen beruht jetzt anscheinend auf dem Plan, einen plötzlichen Vorstoß auf Nanking nördlich von Schanghai zu unternehmen, um die Rordtruppen von ihrem Stützpunkt in der Provinz Schantung abzuschneiden, während die Rvrd- truppen einen ähnlichen Plan von Ranking aus versuchen, in der Hoffnung, die Kantonesen zur Räumung von Hangtschau, der Hauptstadt der Provinz Tschekiang, zu zwingen. Ausländische militärische Beobachter glauben, die Folge der neuen Bewegungen werden sein, Schanghai für einige Zeit von der Gefahr eines unmittelbaren Angriffes zu befreien. Die Lhinapolttik der Arbeiterpartei. London, 2. März. Die Zeitschrift .Rew Leader" veröffentlicht eine Unterredung mit dem Iustizmimster der nationalistischen chinesischen Regierung, Dr. Hsue, in der der Vorschlag gemacht wird, daß die Vertreter der englischen Arbeiterpartei eine Abordnung nach Ehina entsenden sollen, um in unmittelbare Füh lung mit der chinesischen Kuomintang zu treten. Keine Kriegsgefahr. Moskau, 3. März. (WTB. Funkfpruch.) In einer Eisenbahnarbciterversammlung zur Besprechung der Wahlen zum Moskauer Sowjet erklärte Stalin in Beantwortung von Anfragen: Obwohl im allgemeinen eine Kriegsgefahr bestehe, werde es in diesem Jahre keinen Krieg geben, weil die Feinde der Sowjet- ilnion nicht daraus vorbereitet seien und die Ergebnisse eineS Krieges fürchteten, ferner, weil die Arbeiter Westeuropas nicht mit der Sowjet-Union Krieg führen wollten und well die Sowjet-Regierung fest und unerschütterlich eine Friedenspolitik verfolge: er halte einen Abbruch der Beziehungen durch England nicht für ausgeschlossen. Berlin. 2.März. (WB.) Die Derllner Vertreter der im Reich erscheinenden Zeitungen, ^reinigt im Berliner Verband bet auswärtigen Presse, veranftaltektzn heute abend gemeinsam mit ihren Verlagen einen EmpfangSabend tn der Industrie- und Handelskammer. an dem eine große Anzahl führender Persönlichkeiten der Politik. deS Parlaments und der Wirtschaft teil- nahmen. Begrüßt wurden die Anwesenden durch den zweiten Vorsitzenden deS DerbandeS Dr. Kriegk, der auf die besondere Stellung des Berliner Vertreters im deutschen Journalismus hinwieS, und durch Kommerzienrat Dr. K ru mb- ha a r - Liegnih im Ramen der in Berlin vertretenen Verlage, der die besondere Bedeutung der Heimatzeitungen betonte. Daraus hielt Reichskanzler Dr. Marx eine Rede, in der er einleitend betonte, daß er der Einladung um so lieber gefolgt sei. da er bereits vor einigen Monaten Gast der deutschen Presse und der deutschen Zeitungsverleger gewesen sei. Die Einladung gebe ihm Gelegenheit, sich vor einem politischen Forum zum ersten Male nach der Reubildung der Regierung in unge- zwungenerer Weise zu äußern, als dies im ftren- (jeren Rahmen des Parlaments möglich ist. Die auSwäNiqe Presse, die den Ereignissen des TageS in größter Ruhe und Sachlichkeit gegenütxr- ftehe. vermöge objektiver zu urteilen, alS dies in dem rastlosen Getriebe der Weltstadt möglich ist. Diese objektive Haltung, fuhr der Kanzler fort, scheint mir ein Beispiel dafür zu sein, daß wir tn Deutschland mit weniger Leidenschaft und dafür mit etwas mehr Sachlichkeit an unsere tägliche Arbeit für daS Wohl des Ganzen Herangehen sollten. Hierbei fällt nun der Prefse im heutigen demokratischen Staatswesen eine große Ausgabe aufbauender Arbeit zu. Helfen Sie unS dazu beitragen. daß für die schwere Arbeit der Regierung auch wirkliches Verständnis geschaffen wird. Wenn es auch ernste und schwere Probleme früher gegeben hat. so sind sie doch nicht mit der Dringlichkeit und solchen wirtschaftlichen und finanziellen D-'.''wierigkeiten an uns herangetreten. Degresse zu erinnern, die wir früher gar nicht gekannt haben Inflation. Steuernotverordnungen. Auswertung. Finairzausgleich, Arbeitszeit, Wahl- und Iustizreform. Das deutsche Voll darf sich den Luxus nicht leisten, diese Schwierigkeiten und zum Teil ganz neue Probleme mit unnötiger Polemik zu beschweren, wodurch eine sachliche Auseinaill>ersetzung zurückgedrängt wird. Wir haben eine neue Regierung. Sie ist schon sehr scharf kritisiert worden, noch ehe sie eigentlich recht am Geben war. Die Kritik geht aber in ihrer Anschauung fehl, wenn sie von vornherein der gegenwärtigen Regierung den Stempel der Einseitigkeit aus drücken will. Diese Regierung wird in ihrer Arbeit fein anderes Ziel verfolgen, als es auch die vorhergehende getan hat, an deren Spitze ich auch stand. Die deutsche Republik soll ihr Leben hernehrnen und Kraft schöpfen aus tief empfundener nationaler Gesinnung. Sie lvll eine lebendige soziale Gemeinschaft werden und sich zu einer wirklichen demokratischen Volksgemeinschaft ausbauen und zu dem Augenblick überleiten, dessen Kommen it glücklicheren Zeiten wir alle erhoffen, in dem sich alle in der deutschen Republik wohl- fühlen. Aber dazu müssen alle mithelfen. Der weg ;nr Besserung besieht auch darin, daß die Opposition eine Mitarbeiterin in der politischen Entwicklung wie in der Gesetzgebung ist. Es bedeutet keine Verstärkung der parlamentarischen Regierungsform und ihrer Autorität, wenn sich eine Opposition auf den Standpunkt stellen würde, alles, was von Regierungsseite kommt, ;u bekämpfen, und nur von rein negativen Gedankengängen auszugehen. Ich sage das nicht in meiner Eigenschaft als Reichs- tendier und Führer einer Mehrhellsregierung, die unbedingt um gutes Wetter bitten will, sondern als 'Rann, dem ernsthaft daran liegt das Widerfpiel Aker Kräfte im Staate zu einem planmäßigen und vernünftigen Zusammenspiel zu vereinigen, alle Schichten an den Staat heranzuführen und um f«rcr Satatseinrichtung eine immer stärkere Festigest zu verschaffen. Ein Fortschritt ist es unbedingt, diß wir in der letzten Zeit die unsachliche Polemik an allem in der Außenpolitik uns abgewohnt haben. ®tr alle haben Anlaß zu einer solchen Haltung, ^ >sra!e^ werden nad> den bisherigen Mit- ■ <.en wiederum sämtliche ständigen Rats- i? / eher 'eü-.ehme 1. Chamberlain wird ■. ung feiner Frau am Sonntag früh in der Frau Burmeister fälschlich abgegeben habe. 3n Wirklichk.it habe sie Burmeister tot auf dem Fußboden liegen sehen. Der Schwager des Toten. Paul Verlach, habe die Leiche forderlichen Räume zur Derfügung gestellt werden. Am Montag hat nun der Magistrat beschlossen. unter Derwendung der architektonisch wertvollen Fassade des ehemaligen Darmstädter Hofes toll em solcher Anbau errichtet und darin dem Archäologischen Institut die benötigten Räume in vollem Umfang seine- Bedarfs bereitgestellt werden. Damit sind alle Hindernisse beteiligt, die dem Derbleib des Archäologischen Insttuts in Frankfurt entgegen- standen Goldenes Doktorjubiläum. In Frankfurt begeht der ao. Prof, der Mathematik. Geheimer Regierungsrat Dr. phil. Arthur Scho en flies, sein bdjähriges Doktorjubiläum. Geheimrat Schoenflies. der sich 1884 an der Universität Göttingen habilitierte, wurde als Ordinarius von der Universirät Königsberg 1912 an die Frankfurter Akademie für Sozial- und Handelswissenschaften berufen und amtierte bei der Eröffnung der Universität als erster Dekan der Raturwisfenfchaftlichen Fakultät. Im Iahre 1921 wurde er emeritiert. Zuvor wurde er für das Amtsjahr 1920 21 von dem Lehrkörper zum Rektor der Universität gewählt. verkauf der Sammlung £otb Larnavons nach Reuyork. Die Prioaisammlung ägyptischer Altertümer des verstorbenen Archäologen Lord Earavon, die einen Wert von angeblich 80 000 Pfund Sterling beträgt, ist vom Metropolitan-Museum in Neuyork angekauft worden Pur wenigen durfte cs bisher bekannt fein, daß sich in Lauerbach bei Erbach im Odenwald eine Sehenswürdigkeit befindet, die bisher nur wenig Beachtung gefunden hat. Diese Sehenswürdigkeit aus alter Zeit ist nämlich das größte Wasserrad Deutschlands. Das gewaltige Rad hat einen Durchmesser von 10,6 Meter. Do? Wasserrad das von einem Bergbach getrieben wird, macht bei jeder Umdrehung einen Weg von 33 Metern. Baldige Heimkehr des „Meteor". Das deutsche Permessungs- und Forschungsschiff Meieor. das eine Erpeditions- reise durch den Atlantischen Ozean macht, und bisher die ctrömirnq de; O'.erms durch 14 Proülsahr- müssen. Für uns ist bad Ideal die grvhdeutsche CinhcitSrepublik. Abg. Cremer lD.V. P.) hat den Wunsch, daß zwischen den Ländern und dem Reich eine Verständigung über die Forde- rung der Wirtschaft herbeigeführi werde und die Ander auf die Wünsche des Reick:i in der Ausbildung ihrer eigenen wirtschaftlichen Institute entsprechende Rücksicht nehmen. Be- dauers,'cherweise habe das Reich die Polizei den Ländern überlassen müssen. Die Derwendung der Polizeikosten habe aber nach den vom Reiche ausgestellten Gesichtspunkten zu erfolgen. Ebenso wie die Aufwendungen für das besetzte Gebiet vom Zeitpunkt soiner Befreiung an baldigst ab- gebaut werden müssen, darf auch der Osten keine dauernde Belastung deS Reiches werden. Das MinisterpenfionSgeseh ist dringend erwünscht. Der Redner sordert entschlossene Fortsetzung der D e r e i n h e i t l i ch u n g d e r D e r - waltungSreform und der Reichsnnanz» Mus aller Hielt (Eröffnung des deutschen lieber,eefabete Emden— Azoren. Am Freitag wird in Berlin die Eröffnung des deutschen Heberseekabels Emden—Azoren durch die deutsch-atlantische Telegraphengesellschaft im Beisein des Reichspostministers S ch ä tz le vor sich gehen. Bekanntlich waren im Laufe des Krieges alle eigenen deutschen Kabellinien durch unseren Gegner z e r st ö r t worden und somit auch die sehr wichtige deutsche Kabelverbindung Emden -Azoren verloren gegangen, so daß wir nach Beendigung des Krieges stets die Kabelleitungen ausländischer Gesellschaften benutzen mußten. Dieser llebelftanb hat jetzt dadurch sein Ende erreicht, daß die deutsch-atlantische Telegraph mgetellschaft ein modernes, technisch hochwertiges Kabel auf der genannten Linie ausgelegt hat. Dieses neue Kabel läuft Emden- Azoren unb erreicht dort zwei direkte Anschlüsse an die Kabelleitungen der Western Union Telegraphen-Gesellfchast und der Comrnercial Gable Company, so daß jetzt wieder Emden—Reu- York direkt telegraphiert werden kann. Der Reichstag will unter sich bleiben. Das Reichsministerium hat vor turzem einen Filmstreifen der „Deulig" verboten, der die letzten stürmischen Reichstagssihun- aen im Film fefthielt. Die Filmprüfstelle Berlin hat geltend gemacht, daß der Film technisch sehr schlecht sei und daß er außerdem eine Verhöhnung des Reichstages bewirken könne. In der Begründung des DerboteS wird der Eindruck des Films mit den Worten geschildert: .Die abrupte Darstellung gibt das Bild einer Versammlung von zappelnden und wild gestikulierenden Person e n.“ Die Film-Oberprüfstelle hat sich dem Standpunkt der Film-Prüfstelle Berlin angeschlossen. Reue Briefe vom letzten Zaren aufgesunden. In Petershof ist ein geheimer Kellergang von 41 Meter Länge entdeckt worden. In diesem Keller ist u. a. eine Kiste mit Briefen des Zaren Rikolaus II. an den englischen und italienischen König aufgefunden. Ferner sind bisher für verschwunden gehaltene historische Dokumente und Wertsachen gefunden worden. ®igenartiger Erstickungstod. Während der Bereitung des Abendbrotes erlitt in Wiesbaden eine Hausfrau einen Krampf- I anfall. Sie geriet so in Aufregung, daß sie ihr künstliches Gebiß verschluckte und bald darauf verstarb. Der Arzt konnte nur noch feststellen, daß die Frau erstickt war. Das Gedächtnis verloren. Berlin. 2. März. (Priv.-Tel. des G Al Obwohl die Ratstagung noch nicht begonnen hat. auf deren Programm die Saarfrage als einer der wichtigsten Punkte für Deutschland vorgesehen ist. sind ununterbrochen Derhandlungen über die Frage der Umbildung der Saar- icrung im Gange, in denen man sich be» „W5,k, ein Kompromiß zu finden. Aus zuverlässiger französischer Stelle verlautet, daß Frankreich und Belgien bereit seien, das belgisch« Mitglied Lambert zurückzuziehen und bei der Ernennung des neuen Präsidenten dem Wunsch der Saarregierung Rechnung zu tragen. In diesem Punkt scheint, aber die kanadische Regierung erneut Schwierigkeiten zu machen, indem sie großen Wert darauf legt, baj) auch diesmal wieder ein Kanadier die Präsidentschaft in der Saarregierung übernimmt. Man kann annehmen, daß damit die Frage auch schon entschieden ist. und die bereits vorgesehene Wahl des Kanadiers Arnes fichersteht. Heber die Frage der Einführung des internationalen Bahnschuhkorps im Saargebiet gehen hier die Meinungen noch außerordentlich auseinander, es dürfte aber möglich fein, auch darüber in Genf eine Einigung zu finden. Kunst und Willenschaft. Das Archäologische Institut bleibt In Frankfurt. Bekanntlich ist immer wieder davon die Rede, daß das Archäologische Reichsinstitut von Frankfurt nach Heidelberg oder Köln verlegt werden solle, weil es in 5 r a n f u r t in unzweckmäßigen und unzureichenden Räumen untergebracht fei. Der Leiter des Archäologisch m Instituts Prof. Drerel hat vor kurzen, dem Frankfurter Oberbürgerrncister die ausdrückliche Erklärung abgegeben daß jeder Grund für die Verlegung fv. falle, falls kn einem Anbau an Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 3. März 1927. Die Jagd im März. Ein Blick in den Schonzeitkatender zeigt fast ausnahmslos schwarze Felder. Das Rotwild, bei dem in Preußen nun auch der Hirsch Schonzeit hat, ist noch im Geweihwechsel. Die schwachen pirsche folgen dem Beispiel der starken. Da im Laufe des Monats allenthalben grün« Gräser und Kräuter heroorspriehen, ist das Wild auf Grünäsung nach der trockenen Winternahrung sehr erpicht. Rehwild tritt mit Vorliebe aus die Saaten aus. Für den Gesundheitszustand des Wildes bildet zu starke Grünäsung eine Gefahr, der erfahrungsgemäß besonders männliche Tiere zum Opfer fallen. Schwarzwild bricht eifrig im aufgetauten Boden. Die Bachen frischen. Die Hasen Hochzeit geht weiter. Für den Au»- fall des ganzen Hasenjahres ist die Witterung des Monat» von Bedeutung. Denn schon fmben sich die ersten Junghäschen. Wenn sie nicht Kälte und Rässe zum Opfer fallen, dann werden sie selbst noch in diesem Jahre für die Erhaltung der Hasensippe sorgen. Im alten Mutterbau gibt es Leben. Die Füchsin wölft. Ebenso hat die Dächsin Junge. Die Rebhübner paaren. Je bester die Deckungsverhältnisse, um so srüher schreitet die Henne zur Brut. Durch Anlage kleiner Remisen aus Dor- nensträu ehern oder niedrigen Fichten kann sie dazu veranlaßt werden. Dadurch wird auch der späteren Gefahr des Ausmähens vorgebeugt. Auerwild, auf das wir in unserer nächsten Umgebung leider verzichten müssen, tritt Ende de» Monats in die Balz. In voller Balz steht das H a s e l w i l d , das in unserer preußischen Nachbarschaft noch heimisch ist. Auch der Fasan läßt schon seinen Balzruf hören. Okuli, da kommen sie! Die Vögel mit dem langen Gesicht. Gegen Mitte des Monats ist der Rückzug der Schnepfen aus dem Süden im Gang. Der möchte die Poesie des abendlichen Schnepfenstriche» missen? Andere Abschußarten als den Abschuß auf dem Strich sollte man allerdings im Frühjahr unterlassen, um den Bestand nicht zu gefährden, zumal die Schnepfe nach .zahlreichen Beobachtungen offenbar mehr und mehr die Neigung zeigt, bei un» zum häufigen Brutoogel zu werden. Die Enten haben Schonzeit. Sie sind gepaart, und die Ente beginnt das Legegeschäft. Alle möglichen Frühjahrsarbeiten sollten den Weidmann recht oft in fein Revier führen Rur dann weiß er, was draußen vorgeht und was feinem Wild not tut. Auf die große Bedeutung einer nachhaltigen Be- kämvfung der Hauptfeinde der Ntederjagb, der Krähe und des Großwiefels, wurde Im Februar schon hingewiesen. Für die Kurzhaltung des letzteren fei vor allem die sog. Clausiussche Wteselsalle empfohlen. Bei der versteckten, schlüpfenden Lebensweise des Tieres wissen viele Jäger gar nicht, was ihr Revier an diesen Feinden iyres Niederwildes enthält. In einem Nachbarrevier wurden in einem Graben Im Laufe des Sommers 60 Stück gefangen! Vor allem aber fei heute auf die Bedeutung der Salzlecken hingewiefen. von denen noch zu wenig Gebrauch gemacht wird. Man beobachtet bei Pflanzenfressern, besonders wenn infolge her Bodenbeschaffenheit die Aesungspslanzen wenig Koch- salz enthalten, einen wahren Kochsalzhimaer. E» stellt für den Tierkörper ein wichtiges Nährsalz bar, hat aber daneben noch die Wirkung, daß es den Appetit unb den Durst anregt und die Verdauung sordert. Di eie letztere Wirkung ist besonder» wichtig bei dem Aesungswechfel im Frühjahr, von dem oben schon die Rede war. Die Ansichten über eine direkte Einwirkung auf die Geweihbikdung find verschieden. Indirekt sind sie bestimmt vorhanden, da unter dem Einfluß des allgemeinen körperlichen Wohlbefindens eine gute Geweihbilbung erfolgt. In den meisten Revieren nimmt Rot- wie Rehwild Salzlecken gern an unb wird durch sie veranlaßt, sich in ihrer Nähe einzustellen, so daß man geradezu von Kirr falzlecken sprechen kann. Wer sein Wild bei sich heimisch machen will, biete ihm Salz. Die Ausgabe ist gering und lohnend. Di Anlage erfolgt als Lehmfalzlecken, wobei Speise- ober Diehteri mit sanb- unb steinfreiem Lehm vermischt, burd)hwtet unb in von Brettern umgebene Löcher im Boden eingestampft werden. Weiter findei die Stockfulze Verwendung. Baum- stumpfe lStöcke), die im Wald stehen blieben, werden mit Salz bestreut, das, vom Waster aufgelöst, langsam einsickert und den Stock durchdringt. Solche Stöcke werden vom Wild mit der Zeit völlig auf- «leck' Diele Siocksulzen sollen nur für Rehwild bittet dringend um baldige Borlage des Mtnrster- pensionsgefetzes. Dte sozialdemokratische tfotoc- rung der Aufrechterhaltung des Republikschuh- aesehes müsse zurückgewiesen werben. Wir verlangen. daß die Beamten zum Staat pofitit? eingestellt sind und den Staat bejahen. Bein hung des Staates ist aber nicht das gleiche tote Bejahung der Staatsform. Die Verfassung muß forlentwickelt werden, nur muß dies auf geseh- licl>em Wege geschehen unb nicht gewaltsam. Abg. Dr. Schreiber sZentr.) erklärte: Wir halten an dem Gedanken des Föderativ st aates fest. Dte bayerische Psyche verlangt eine sorgsame taktvoll« Behandlung. Das Problem des Konkordats verdient jene Beachtung und jenen Ernst, den die große welthistorische Auseinandersetzung von Staat und Kirche verlangt. Das M in d erh e i t enp r o - bi« m bedars der genetischen Vertiefung. Die Errichtung von Studentenhäusern ist eine lulturelle und soziale Rotwenbigkeit. Die Selbsthilfe und der Genossenschastsgedanke müssen beachtet werden. In später Abendstunde vertagte sich der Ausschuß auf Donnerstagvormittag. Die Lockerung der Wohnungs- zwangswlrtfchaft in Hessen. Darmstadt, 2. Mär^ Der G e s e tz g« b u n g s- n u s s ch u ß erklärte zunächst eine Reihe von Eingaben wegen Niederschlagung von Strafen, Rechtsschutzes, Beschwerden usw. durch die von der Regierung erteilten Antworten für erledigt. Hieraus trat der Ausschuß in die Beratung der dem Landtag seit einiger Zeit vorliegenden Anträge der Parteien auf Abbau der Wohnungszwangswirt fchast ein. (Der Inhalt der Anträge ist früher bereits bekanntgegeben worden.) Es handelt sich um Anirage des Zentrums, der Deutschen Volkspartei, der Demokratischen Partei und der Kommunisten, außerdem um eine Eingabe des Vorsitzenden des Hess. Landgemeindetags In Gonsenheim über die Aufhebung der Wohnungszwangswirtschast unb um eine Eingabe bes Landesverbanbes Hess. Mieter- schutzoereine in Mainz über bie Lockerung der Mieterschutzgesetze für möblierte Zimmer, teuere Wohnimgen und gewerbliche Räume. Es folgte eine längere Aussprackx, in der alle Anträge gemeinsam beraten wurden. Während die Vertreter der bürger- tichen Parteien der Meinung waren, daß mit der Lockerung der Zwangswirtschaft der Anfang gemacht werden müsse, waren bie Sozialdemokraten und Kommunisten dagegen. Der TI in ift er für Arbeit und Wirtschaft erklärte, bis jetzt . die Sache mit großer Vorsicht behandelt zu haben, da die ihm von den ßänbem, die bereits eine 7 Lockerung der Zwangswirtschaft durchgeführt l)aben, zugegangenen Mitteilungen nicht g ü n st i g lauten. Der Minister bat, der Ausschuß möchte einen ganz bestimmten Vorschlag in dieser Frage an ihn gelangen lassen, damit er ihn dem Landtag unterbreiten könne. Die Vertreter der Parteien begründeten ihre Anträge, die zur Abstimmung gestellt wurden. Der Berichterstatter Abg. Mann (Soz.) stellte den Antrag, die Anträge der Parteien und di« Eingaben für erledigt zu erklären. Die Angele- genheit solle erst dann geregelt werden, wenn die Wirkungen der Erleichterungen in anderen Ländern bekannt sind Abg. Dr. Werner (Dn) brachte einen Antrag ein, die Regierung zu ersuchen, eine Lockerung der Zwangswirtschaft demnächst in Vorschlag zu bringen. Die Anträge der Parteien wurden ab gelehnt, weil sich für feinen eine Mehrheit fand: auch der Antrag des Berichterstatters verfiel der Ablehnung, ebenfalls der Antrag Dr. Werner. Dieser Antrag wird aber ais Minderheits- anlrag dem Plenum des Landtags unterbreitet und bat Aussicht wegen seines Kompromißcharakters dort eine Mehrheit zu finden. — Der Ausschuß vertagte prh auf unbestimmte Zeit. ■ 'criv’i hier Briand. der japanisch« < Graf Ishli sowie der belgisch« Avne'.'i.inifter Vandervelde eintresfen. Dr. ~ tre ' e m a n n wird nach den bisher hier vor- tegenßen Informationen in Begleitung des Staate iekrctärs von Schubert, der heute in Sa? Remo cingetroffen ift. am Sonntag früh in Ge? erwartet. Während der übrige Teil der deutfcd.'n Delegat ton mit dem Völkerbundsrefc- enten von Bülow und Ministerialdirektor Gauß berei'd SamStag abend hier eintreffen wir, Polens Vertreter im Völlerknrndsrat wird Araäe Minister Zalewski fein. Holland wird dem Vernehmen nach diesmal nicht durch den Außenminister Kaarnebeek, sondern durd- iv-n Berner Gesandten van Troestwijk, tSh'.na durch den Gesandten in Rom Zhu, Rumänien durch den Londoner Botschaf er T i - tuleseu ir nd Italien wie bisher stets durch ten zwischen Afrika unb Südamerika zu erforschen gesucht hat, wird im Juni dieses Jahres in die Heimat zuruckkehren. Das deutsche Vermessungsschiff hat während seiner Forschungsreise vor allem für bie geographische Wisienschaft eine sehr große Arbeit ge- leistet. Schon Heine läßt sich erkennen, bah bie ozeanographischen, biologischen, geologischen, chemischen, meteoralogiidxn Ergebnisse weil über diejenigen früherer Grpebitionen hinausgehen. Unter etwa 50 000 Tiefenbestimmungen mittels bes Echolots wurde die bisher größte bekannte Tiefe des Südatlantischen Ozeans mit 8050 Meter ertötet. Das Wasserflugzeug auf der „Luhow". Der vom Rorddeutschen Lloyd und der Lufthansa ausgeführtc Versuch, den Lloyddampser .Lühow" mit einem Wasserflugzeug auSzurüsten. Hal sich als ein voller Erfolg erwiesen. In Madeira ist die Maschine zu mehreren Rundflügen ausgestiegen, an denen sich über 50 Passagiere beteiligten. Die Flugveranftaltun- gen erregten bei den Landbewohnern und den gerade jetzt sehr zahlreich anwesenden fremden Gästen auf Madeira das allergrößte Intereffe. Das Zuwafserbringen und Wiederanbvrdtragen der Maschine konnte innerhalb ganz kurzer Zeit und ohne Schwierigkeiten durchgeführt werden. Sin weiblicher MetzgergeseA. In Solingen hat ein 16jähriges Mädchen. die Tochter eines Metzgermeisiers vor der zuständigen Prüfungskommission die Gesellenprüfung mit vollem Erfolg bestanden. Man hatte es dem wackeren Mädchen nicht leicht gemacht: als Gesellenstück hatte es ein Stück Großvieh regelrecht zu schlachten und für den Verkauf fertig zu machen. (Eine Pfarrgehilfin. Als erste Pfarrgehilfin ist nach bestandenem Katechetinnen-Eramen Fräulein P i ck h a r b t am Magdeburger Dom angestellt worben. Ausksärung eines verbrechens nach sieben Jahren. Rach sieben Iahren ift das Verschwinden deS Schlächtermeisters Gustav Burmeister aus kündigt worden. I L i p p e h n e in der Reumark aufgeklärt Worden, ♦ der seit Ende Ma- 1919 vermißt wird. Seine Nach einer Mitteilung des Allgemeinen Vcrban- Angehörigen verbreiteten seinerzeit, daß er nach des öcr beut|d)en Bankangestellten hat sein einem Ehezwist davongegangeu fei unb 60 030 Zentraloorstond in einem Schreiben an das Reichs- Mark mitgenommen habe, um nach Amerika arbeitsminifterium den Schiedsspruch vom 23. Fe- auszuwandern. Der Schwager des Vermißten, brimr h I. abgelehnt Paul Verlach, hat fetzt dem Unteriuchunas- 1 richt er in Landsberg gestanden, daß er D irmeiner in der Rächt zum 23. Mai 1919 getötet hat. und zwar, wie er behauptet, in Rotwehr. Eine Hausangestellte bekundete, daß sie ihre frühere Aussage, sie habe Vurmeister noch nach dem 28. Mai lebend gesehen. auf Veranlassung Platz an. e Australische Eingeborene vom Fest- _ M .. M .. ». x land haben die Millingimby-Mission auf den Kro- Don selten der Angestellten-Oraantsatlonen sind kodilsinseln am 13. Februar überfallen. Die Missio- bie Tarifoert rag e im chemischen Kahlenberg- nare brachten ben Angreifern eine Nieberlage bei bau, in der Kölner Me ta lli n du st ne, i m Kölner Groß- i un& nahmen mehrere von ihnen gefangen. handel, im Einzelhandel, Buchhcmdelsgewerbe, 3ei« tt'mgsgewerbe und in der Papierinbustrie mit Rücksicht auf bie fommenben Mietssteigerungen und bie andauernde Verteuerung der Levenshaltimg g e - Bergarbeiter fcunbgebungen gegen Baldwin. London. 2. März. (WV.) Zu Kundgebungen von Bergarbeitern in Monmouthshire kam es. als Premierminister Baldwin dori aus Cardiff zu einem Beileidsbesuch anläßlich des Zechenunglücks eingetroffen war. Wie die Blätter melden, hatten die Einwohner von dem geplanten Besuch des Premierministers gehört und. strömten in beträchtlicher Zahl zu dem Schacht. Als der Premierminister vorfuhr und aus dein Wagen stieg, wurde er mit H o h n - rufen empfangen, die noch stärker wurden, als er wieder abfuhr. Einige Bergarbeiter riefen. „Wie ist'» mit dem Achtstundentag?", andere „Wo ist Evan Williams?" (der Führer der Zechenbesiher). Der Premierminister war äußerst erregt, verhielt sich jedoch vollkommen ruhig. Wie bie Blätter melden, betrug die Zahl der demonstrierenden Bergarbeiter mehrere hundert. Baldwin war ohne Hut und rauchte Pfeife. Sine Zeitlang standen er und seine Frau gD Hebbel SertchiSvou;ieber in Bietzen Dammstrane 24 I. Delevdon 23H. Utnthalben gräm ist bas ffiilb m Wntmvhnm- t Vorliebe m.t di« tsjuftanb bt; W. ine Tesahk, dn er- nlichk Ikrt zum ig Im Gufgeloulen iter. Für bin lu»- dl« Witterung de« djon linden sch die qt Äälk und HoMt i sie selbst noch in Tfl der -osenstppe Sedm. Di# Füchsin mgt. 3e bester bi« VhreMWtfW ärmsten an« der- chten tann he bayi d auch der späteren ugl in unserer nächsien issen, tritt Und« be« aselwild, bas in ist noch heimisch Üf- hon seinen bolznn ögel mit dem langen iats ist der 5W8 iden im Gang. Der jtn -chnepienlwch" 1(9 den Abschuß aus . im Frühjahr unter- zu grfübrbcn, g ßeobachlung" W" ig zeig'. EM eit Sie sind 9e’’Mrt faiutr Mrrn, ^ gtty yn» wae feln,m bXil über?' iUSgeb». t, 'Ne- "'nie "" C’ ^Üho«' SÄ * Sttl ** lu» e£ Kl™6 übriges FJfrt doTR L?-'e'Ie7. Wen TRan Nt lech, !* ein «‘Vf "ch'en und für ^rnaO°lM^ ■r Wfl * vurde im 8*®°2 »Ss ,T wurden in , *0 Stütf ges-nst^ ws die Sedeu'M^ von denen m , ■ Jtigs ®&s )id)ti9e5 (4 den Öi^L^rbcu’J-n inter ^ ^«4 I"“ haften 5eo>^ kjftm “bB einzu- taib* un?J W* nb i" 2 we^ »5"1S»s sireußen nun auch m Seweihwechs^. m Beispiel bn ituren Marimum 11.4 8,2 Arad Celsius. Nieder idjlägc: 0,9 Millimeier. Heu i he Morgen »em peratur. 5Z «rod Celsius. Sier 11 biS 35 bis 50. Sellerie 20 Gefängnis; Gernand zu n i S verurteilt gesprochen zwei Monaten Gelang Frau Fechter wurde frei dem städtischen hoben i RDB. Jehl Gestrige laaeslemperaturen Arad Celsius Minimuni f * Wohlfahrtsamt z u auch Reifen z u den tC*ettcrvoraiieiaflc. Wechselnd bewölkt, in bin Temperaturen keine wesentliche Äenderung. verein zell Niederschlags- schauer, iüdiiche bis westliche Winde. Oauichalbeirag erhoben, der Fahrt, ilnterfunft, Verpflegung. Autofahrt und kl^ntliche Reben ausgaben wie Steuern Trinkgelder ul»., einschliestt S ist es z. B möglich, von Köln aus ui dreitägiger Reife einen Friedhof eiwa 10 Kilometer von Rpern entkernt zu besuchen, die gesamten Reisekosten für diese dreitägige Reise stellen sich zur Feit auf 65 Mk. Hinzu kommen lediglich die Gebühren für daS Visum noch Belgien in Höhe von 6.75 Ml für einen sieden» tägigen Rukenthal' Dieser Sich:vermerk kann unter Einreichung deS Reisepasses und eines besonderen Lichtbildes bei dem für den Wo Hal in teS Reifenden zuständigen Belgischen Ksnular be- antragt werden wird aber auch auf Au sich vvm Mitteleuropäischen Reisebureau beschafft. •* Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Lchlachtviebmarki drei .Hübe. 1016 Äölbcr 392 Schafe 316 Schweine hielt Fechter ein Jahr drei Monate Schmal! wurde zu drei und •• 2 uS dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben RochmalS lei auf die morgige erste Rus'ührung von Lev Fall S Operette Die geschiedene Frau" hingewieien Um auch auswärtigen Intereksenien den ungestörten Besuch der Dorstellung der Lokolpokke Gesten wird Großstadt" za ermög'.i^en. ist der Beginn der Dorstellung am komiirenden Sonntag entgegen dem auSgegebenen Spiel- plan auf 6.30 Uhr abgeändert worden fo dast bestimmt mit Borstellungslchluß spätestens 9,45 Uhr zu rechnen ist Um mit dem Sonn- tag-Ab.mnement ouSzulommen. ist die Direktion genötigt, auch die Wiederholung der Polle am Sonntag. 6 März, im Abonnement zu geben. Sonntags-Abonnenten die «in anderes Stück zu fehen wünschen, erhalten kostenlos einen Gutschein Hühner 100 bis 123 Pf. daS Pfund: 12. Blumenkohl 6-3 biS 140. Salat Lauch 5 biS 15. Rettich 10 bis 15. biS 50 Pf das Stück. Vornotize». Segelflüge auf dem Hoherodskopf. WSR. Schotten.. 2. März Die Segelfliegergruppe deS Friedberger P o- lhtechnikums hat gestern daS Sege.slugzeuz .Rostbach- nach dem Hoherodskopf gebrach- Mil den Probeflügen auf dem dortigen günstigen Gelände soll demnächst begonnen toerbe;: Amtsgericht Giehen. • Diesten. 1. März. Immer wieder kommen Streitigkeiten zwischen Vermieter und Mieter. vielfach solche kleinlichster Art. in Beleidigungsklagen vor das Gericht. Zwischen einer Vermieterin und einem Mieter war vor dem MicteinigungSamt eine Vereinbarung getroffen worden, wonach letzterer sich zur Veschaffung eines neuen Abortbeckens verpflichtete, während die Vermieterin die Kosten der Aufmontierung übernommen hatte. AlS das Decken gesetzt worden war. stellten die Arbeiter die beschädigte Schüssel in den Hof. Roch einigen Tagen stand sie, angeblich in beschmutztem Zustande, unter dem Schlafzimmerfenster der Ver-mieterin. Da diese annahm, der Mieter hätte die Schüssel selbst dorthin gestellt oder stellen lassen, um fie zu ärgern, schrieb fie ihm einen Dries, der die Aufforderung enthielt, die zerbrochene Schüssel sofort zu entfernen, widrigenfalls sie sie ihm vor seine Türe stellen lassen würde eS sei eine große Frechheit von ihm, die Schüssel in den Hof zu stellen. Der Mieter antwortete hierauf mit einer Delcidigungsllaae. Im heutigen Termin ergab sich kein Anhaltspunkt dafür, dost der Mieter den Auftrag gegeben holte, das beschädigte Decken unter da- Schlafzimmerfenster der Dermieterin zu stellen, oder daß er dies selbst getan hätte Offenbar ist eS erst nachträglich dorthin gekommen Die Parteien einigten f i ch schließlich. Die Vermieterin nimmt die beleidigende Aeuherung mit Dedauern zurück, zahlt eine Duste von 10 Mk. an die vtadtarmen und trägt sämtliche kosten. Ein anderer Mieter, der vor kurzem wegen Deleidigung feiner Vermieterin zu einer Geld- Schöffengericht Gießen. * Gießen. 2 März. Der Kaufmann Aler Fechter, seine Ehefrau der Kaufmann Erich Schmal! und der Aaufm. Karl ® g. ®er- nand. alle von Gießen, hatten sich heute, elfterer wegen Rückfallbetrug- und Urfunhcnfäl- fchung. die anderen wegen Deihilse hierzu, zu verantworten Die Beweisaufnahme ergab folgendes F. hatte sich Anfang 1925 hier alS Kaufmann niedergelassen. Er bestellte bei verschiedenen äus- wärtigen Firmen Waren. Seine Briefbogen trugen je nach Bedarf den Ausdruck „Schuhwiren- grvsthandlung' oder ..Tertilwarengrohhandlunz" und einen Vermerk über seine Bankkonten, Postscheckkonto und Telegrammadresse. Auf diele großartige Aufmachung fielen denn auch verschiedene Firmen herein und lieferten Schuh- und Textilwaren, zumal da die Milan gell?. - Schmal! in zwei Fällen und Gernand i einem Fall geradezu glänzende Auskünfte über Fechter erteilten. 3n Wirklichkeit war F. mittellos. Seine ..Großhandlung" und sein „Etagengefchäft" existierte nur auf dem Papier- er bewohnte ein möbliertes Zimmer und mußte die auf die geschilderte Art erlangten Sachen alsbald abfehen. um von dem Erlös leben zu können. Bei einer Bank hatte er ein Konto von drei Mark, alle übrigen Angaben waren falsch. In drei Fällen hat er auch Auskünfte über sich selbst erteilt u-.id mit dem Ramen feiner jetzigen Frau unterschrieben. Mit Rücksicht auf feine Minderwertigkeit er •• DaS Bureau des Gießener Ver- kehrSvereinS. das bekanntlich im TorhouS am SelterSweg untergebracht ist, wurde auch im verfloffenen Monat vom Publikum febr rege In Anspruch genommen. Seit Mille Februar werden über die Tätiakeil des Bureaus genaue Aufzeichnungen geführt. Hiernach wird die Tätigkeit diefeS Bureaus in der Zeil vom 15. b i S 2 8. Februar wie folgt vermerkt, zehn ReiseauSkünfte. zehn Rachfrogen nach Bädern und Ausgabe von Prospekten. 22 Auskünfte über Angelegenheiten der Stadt Diesten, elfmal wurde daS ReichSadreßbuch begehrt. 32 Gespräche wurden von der öffentlichen Fernsprechstelle in dem Bureau auSgeführt. ferner waren 15 verschiedene Inanspruchnahmen zu erledigen An Dos- münzen wurden über 1000 Stück in dem Bureau auSgegeben. ** Eine Achtzigjährige Frau Karolina Reinschmidt geb Haubach. Witwe, Klinikstraße 22. begeht heute. 3. März, ihren 80. Geburtstag in seltener geistiger und körperlicher Frische. ee DaS Fröbel-Deminar veranstaltet im Anschluß an die Prüfungen von Freitag. 4. März, bis einschließlich Sonntag. 6 März, in den Räumen des Seminar». Dartenftraße 30. eine Ausstellung von Schülerinnen-Arbe ten der abgehenden Kindergärtnerinnen und Kinderpflegerinnen. Die Ausstellung ist täglich von 11 bis 1 ilbr und von 3 bis 5 Uhr geöffnet. Man beachte die heutige Anzeige. DSR. Verwendet WohlfahrtS- briefmarken. DaS Frankieren mit Wohl- fahrtsbriefmarken bürgert sich erfreulicherweise auch in Deutschland ein. Bekanntlich handelt eS sich bei triefen Marken um amtliche Postwertzeichen (5-, 10- 25- und 50-Pfennigmarken). die zum Doppelten des FrankierungswerteS verkauft werden. Der WohlfahrtserlÖS wird zur ergänzenden Fürsorge in Fällen schwerster Rot verwendet. lieberen haben die anerkannten Wohlfahrtsstellen den Vertrieb übernommen, so daß auf die verschiedenste Weise die Marken an die Bevölkerung herangebracht werden. Für den Monat März find an vielen Stellen besondere WohlfahrtSbriefmarken-Opferwochen in Vorbereitung. Der Postverkaus für die Marken ist bereits eingestellt: dagegen wird der Vertrieb durch die WohlsahrtSftellen bis April sortaefetzt Die Marken behalten postalische Gültigkeit biS zum 30. Juni 1927. (In Gießen sind die Marken bei — La geSkalender für Donnerstag Verein Rudersport: 8.30 llbr. Bootshaus außerordentliche Generalversammlung. — Spielvereini- gung 1900: 9 Uhr. Gasthaus Holler. Mitgliederversammlung — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Unter Ausschluß der Ocffentlichke t— Aftoria- Lichtipiclc. .Der ilebetfall in der Zedernschlucht". KriegSgräbern in Belgien! Vor einiger Zeit konnte mitgeteilt werden, daß eS dem Mitteleuropäischen Reisebureau in Gemeinschaft mit dem Dvlksbund Deutsche KriegSgräberfürsorge gelungen ist, den Angehörigen gefallener Krieger Reisen zu den KriegSgräbern in Frankreich zu ermöglichen. Zahlreiche Hinterbliebene deutscher Krieger haben von dieser neu geschaffenen Reisegelegenheit in den letzten Monaten Gebrauch gemacht. Wie unS mitgeteilt wird, können nunmehr vvm März an auch Reisen zu den Kriegsgräbern in Belgien, und zwar den Hauptzentren deS Friedhossgebietes. wie ©ent, Brügge. RoulerS. Bpern, Mons. Ramur. Reuf- chateau und anderen durchgeführt werden. DaS Mitteleuropäische Reisebureau hat Vereinbarungen getroffen, um derartige Reisen ohne jede Schwierigkeit für deutsche Reifende zu ermöglichen. Die Besucher der KrieoSgröber werden in Belgien in den eigens zu diesem Zweck aus- ?ewäl)Iten. nahe am Bahnhof liegenden Hotels rrundliche Ausnahme finden: ein Auw zum Besuch deS FnedhofS steht zu der gewünschten Zeit zur Verfügung. Für die gesamte Reise wird ein Verwendung finden' schließlich b^e bcauemfte An Aalzleckfteine. die sich im Handel beiinben und häufig bereits Einrichtungen zum Befestigen an Bäumen besitzen. Man rechnet in Kehrevieren auf 2>-> Morgen eine Lecke. Man soll damit nicht sparen. Dosier muß stets in t. r Nähe vorhanden fein. In Revieren, wo das Wild die Saljlfrfen noch nicht kennt, bauert dos Annehmen häufig länger. Als Mittel, nm das Wild leichter dazu zu veranlaßen, werden einige Tropfen Antsöl darauf geträufelt empfohlen. Man wird selbstverständlich die Lecken auch bei den Tagesstunden des Wildes ober an feinem Wechsel anlegen. Führt an der Lecke noch ein verdeckter Pirschpfad vorbei, dann gibt sie dem Reoierinhaber auch ein gutes Mittel an die Hand, um fein Wild zu beobachten llsberhoupi muß jeHt bald an die Neuanlage von si nchpfoden ober an ihre Wiederherstellung gedacht iwroen. Ihre Bedeutung für ein Beobachten de» Wildes ohne Störung ist ebenso groß wie für die leichtere Ueberwachung de» Revier» ober den Ab >chnß des Wilde, Wildäcker und Wildwiesen finden sich bei uns menifl, wenngleich sie in ausgezeichneter Weise der Mldhege zu dienen vermögen sachgemäße Anleitung zur Auswahl und Kultur der wichtigsten siesunasoflanzen bietet das Merkblatt: „Wilbäcker und Wilbwiefen" der Gesellschaft für Jagd künde Bor allem muß es 2lufgabe des Jägers fein, in den nächsten Monaten jede Unruhe und Störung aus feinen WUddahnen fernwhasten. Wenn fein Wild sich paart ober setzt, bann heißt es mehr denn ie auf pgenbe Hunde und streuneiche Katzen zu 'chtsn. Die higenbcii Hunde entwickeln sich vielfach zur Plage Mehr und mehr finden auf dem Lande Hunderassen Eingang, denen dos Jagen im Blute liegt. Schäferhund und Dobermann haben den alten Wachhund den Spitz, verdrängt Ein ober zwei dieser Hunde können allein durch da» Wtlbhetzen solche Unruhe in» JReoier bringen, daß das Wild abwandert, ganz abgesehen von dem Schaden, den sie durch Reißen anrichten. Darum überhaupt |u lebet landwirtschaftlichen Arbeit, wie man in manchen Dörfern beobachten kann der Hund mit auf, tjeto genommen werden muß um bann unbeaufsichtigt umherzuftrvmern, ist nicht einzusehen. Leider versagt in dieser Frage da, ländliche Feldfchutz. personal, da» doch eigentlich auw die Interessen be» Pächter, der Gemeindejagd wahren sollte, vielfach vollkommen. Der Naubvogelzug ist im Gang. Die Krähen Hütte verspricht Erfolg. Dor allem aber sollte sie gegen die Vögel angewendet werden, denen sie ihren Namen verdankt. Denn ihr Schaden an der Nieder- iagb durch Nestraub und löten von Jungwild ist ungleich großer al, der, den die doch schon stark ge= Kanteten stolzen Nauber der Luft an richten. Diesen aegenüber sollte nicht nur da, Herz des hegenden Weidmanne,. sondern auch da» de» Naturfreundes — da, sollte doch in sodem Jager stecken — sprechen. Hubertus. Rückgang der Maul-und Klauenseuche in Hessen. WSA Die Maul- und Klauenseuche hat nach einer soeben veröffentlichten amtlichen Rachweisung im Lande Hoffen erfreulicherweise einen beträchtlichen Rückgang zu verzeichnen. 3m ganzen find noch 34 Gemeinden mit 112 Gehöften von der Seuche betroffen. Die Provinz otarfenbura ist mit Ausnahme eines Falles im Kreife Dieburg ganz feuchenfrei. Kleinere Seuchenherde besteben noch in den Kreisen Gießen, Mainz, Oppenheim und Worms. Ausgesprochene Seuchröherde befinden sich nur noch in den beiben oberhessischen Kreisen Büdingen (9 Gemeinden mit 33 Gehöften) und Lauterbach (5 Gemeinden mit 44 Gehöften). Dagegen sind die Kreife Alsfeld, Friedberg und Schotten völlig keuchen frei. wiestener Wochenmarftpreise. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Butter 150 biS 170. Matte 30 bis 35. Käse (10 61.) 60 bis 140, Wirsing 2) biS 30. Weißkraut 10 bis 15, Rotkraut 25 bis 30, gelbe Rüben 10 bis 15, rote Rüben 10. Spinat 25 bi- 40 Anter-Kohlrabi 8 bis 10. Grünkohl 23 bis 25. Rosenkohl 40 bis 50, Feldsalat 150 bis 200. Endivien 83 bis 100, Zwiebeln 10 bis 20 Meerrettich 35 bis 63. Schwarzwurzeln 30 biS 50. Kartoffeln 6 bis 7. Aepfel 20 bis 50, Dirnen 10 bis 25. Honig 50. Rüsse 70. junge Habnen 100 bis 120. Suppen- Zreibanl. Freitag, den 4. März, von 8 Uhr vorimnogs ab B ,D WMkllNl. Büglerin emvnehti stch anher dem im ule. Näd Sichwea t vart. Televb. 8PA strafe von 300 Mark verurteilt worden war. hatte nunmehr selbst Beleidigungsklage gegen die e erhoben, war aber im BerhandlungA- termin ncch: erschienen. Die Privat- klage gilt deshalb als zurückgenommen und der Privatttäger hat alle Kosten zu zahlen. Kleine Straftammer Wetzlar. L1 Cin Olrbcder au# Kraftsolms mißhandelte nach ^iner Schlägerei gelegentlich des Sangerfestes in Krös'elbach einen gänzlich unbeteiligt ?n jungen Mann aus Schwa Ibach in schwerer We se Das Amtsgericht Wetzlar Der- ■ 150 Mark Geldstrafe an Stelle von zwei Monaten Ge ängnis. Dagegen legte der Verurteilte Berufung ein b’.e jedoch v e r » o r- s e n wurde. Wegen Betteln#. Landstreicherei und Hausfriedensbruchs war e.n in Untersuchungshaft sitzender Schmied u 4 Wochen Haft b z w j 2I'rcbe Gefängnis verurteilt worden. Der Angeklagte, der gegen dieses Urteil Be- ruiung einkgie. hatte in Kölschbausen in e.nem House, in dem nur die schulpflichtigen Kinder anwelend waren, sich sehr übel benommen Die Strafkammer bestätigte das erstinstanzliche Urteil, worauf der ..Ritter der Landstraße" sich zufrieden gab. Gerichtssaal, verurteilter V-Fugrdieb. WSR. Höch st d. M.. 2 März Das hiesige Schöffengericht verort eilte gestern den in Nordamerika geborenen 63 Jahre allen angeblichen Kaufmann David Ciroiimann, der auf der Strecke zwischen Wiesoaken und Frankfurt am 2°. Januar einen schlafenden Mitreisenden beftoblen hatte, trotz seines hartnäckigen Leugnens zu drei Jahren Gefängnis und Drei Jahren Ehrverlust. Das Gericht betonte in der Urteilsbegründung, daß das Publikum mit allen Mitteln gegen derartige unlautere Elemente geschützt werden müsse. Bei Durchsicht der Sachen des Angeklagten fand man Schlüssel, die zu allen Abteiltüren und Schränken in dem D-3ufl paßten Zuchthaus für Aahrradhehler. WSR. Frankfurt a. M., 2. März. Das Schöffengericht verhandelte gestern gegen zwei von der Polizei ermittelte Hehler, die gestohlene Fahrräder angekauft hatten. Einer derselben wurde zu einem Jahre Zuchthaus. der andere zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt Zuchthaus für einen Taschendieb. WSR. Frankfurt a. M.. 2. März Der 23jährige Reisende Paul Stottnik, der schon mit 14 Jahren das Stehlen gelernt hatte, kam Gnde August aus 6:m Zuchthaus. Kurze Zeit daraus beobachtete ihn Der Kriminalkommissar Geinitz am Hauptbahnhof, wie er im Gedränge sich an Damen heramnachte, um deren Handtaschenzu visitieren. DaS Gericht verurteilte den Burschen, dem sünf vollendete und drei versuchte Diebstähle nachgewiesen werden konnten, zu der exemplarischen Strafe von vier Jahren Zuchthaus fünf Jahren Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Isr. ReNgionsgemetnde. Gottes). I. d.Shnagoge lSüdanlage). Sarnvtag, den 5 März 1^27. Borabd: 6 00 morgens 9.00 Predigt Abends 6.20 und 7.00. Gottesdienst der isr. ReligionSgesellschast Sabbatfeier, den 5. März 1927. Freitag abend 5.45, Samstag vormittag 8.30. Predigt, nachm. 3 30. Eabbatausgang 7.00. Wocher.gottesdienst: morgens 6 45, abends 5 30. Reform- Haferzwieback Belte Nahrung für kleine m große »tn- Oer ’Bnfei 33 W Ktforml)aus Krenzvlatz 3. Lprcesiskundcu brr ^edakkiot«. 12 bis 1 Uhr mittags, 5 bis 7 Uhr nachmittag». Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne bei gesägte» Rückporto wird keine Gewähr ä vernommen Anzeigenaufträge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. ■'.allrel-Verxailiilellee: (.eiauuia-brog, Frankfurter .-'traue 3U; Kaiser Dr >gerie, Lindenvlatz 5; Ladwlzipfatz-Proa'erte, Hoonstraße 2, Vlcroria- ro erie. \!nrktriedberg. lliänner- Turnverein 3[onenaötellUQfl. Nächste Turnuunde TamStag, den 5. «tärz. 8 Uhr, In der Turnhalle der OberrealschulefBtS- marckstrahei. **'c Der Oberternwert. | Kaufgesuche Sofa oder Diwan gut erh^ zu kau», gef. Schr. Ang. il 01565 an den Gtek Anz. ^Vorsedislisnes^ GiktzkM Bhtöffliütn- tole * 1 9t m. sind tn allen durch Plakate kennJtchcn Geschäften zu haben. General-Vertrieb Buchacker, Neuen Bäue IL Daselbst 11 Lose für 10 Nm. und 28 Lofe für 2') Nm. 18391) ß üt den Führer der Gewerde- ausftellung können Jnicratc bet uns aufgegebetttwer- den. Herio, Al A.-G, GicKen, Plockür. 5. Tel. 1335. "156^h Deutsche Scbälerhiiiidin zugelaufen. ?lbvi- holen tnnerhalb ort't Tagen geg. Erstaun, der Unkosten 1 ' Beuern, BerSröder Weg 33. Für die vielen Beweise liebevoller Teilnahme beim Heimgange meines unvergeßlichen Mannes, unseres treusorgenden Vaters sagen wir allen, insbesondere für die Kranz- und Blumenspenden herzlichen Dank. Besonderen Dank für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Hartmann am Grabe und für die ehrenvollen Kranzniederlegungen des Herrn Bürgermeister Becker, des Herrn Rechner Rabenau, sowie allen Vertretern der einzelnen Ortsgruppen und Vereine. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Luise Becker geb. Stiehl nebst Angehörigen Hausen, Steinbach, den 2. März 1927. Die Beerdigung findet Freitag, den 4. März, nachmittags 21/, Uhr statt. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Theodor Freitag Familie Karl Freitag Familie Wilhelm Haas. 2. März entschlief unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Amalie Will geb. Borchert im Alter von 79 Jahren. Hermann Will und Familie Max Will und Familie Frieda Will Karl Berg und Familie August Noll und Frau. Gießen und Bielefeld, den 3. März 1927. Am 1. März, abends 10 Uhr, entschlief sanft nach kurzem Leiden im 83. Lebensjahre unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Herr Christian Freitag 01556 Todes-Anzeige. Gestern früh 77, Uhr verschied nach kurzem schweren Kranksein mein innigstgeliebter Mann, unser lieber Bruder, Schwager und Onkel Herr Heinrich Weller III. Weißbindermeister nach kurz vollendetem 60. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Clara Weller geb. Lohrey. Gießen (Großer Steinweg 12), den 2. März 1927. Die Beerdigung findet Samstag, den 5. März, nachmittags 3". Uhr von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus statt. "Il derei Verkäufe J^ufflesucheJ Sofa ober Diwan W- »u tam Ifi. ft 0nl u 015® MW gtiä AM * 1 Rm, inb in flOfn buri vlakair fenn lieben selchälien zu hoben. General-Bmnrb Buchicker, Neuen Viur 1L 2aklbn 11 Volt für 10 Nm. und 28 Volt lür L> Rm. Mp Ur btnßübrtt btt Gewerbe- ausftellung können Juicraik bti un9 tnilflcgcbenhcco Githtn, 'Clotfhr. \ jellSfo .UIM Tculickk verschiedenes ttta WM ie| nt Vt !l n V 16 en be »r» en zu aift bt. en, 00* B9« ins- iier H ßtn erb iB ttb- Sekt,0"f Kgl» Segen Qin ß liaueI finbei ^>t81 N»L1415 6.»»,P Halt-, .u 5onD' Sgäfes® -Mott! jurnnerem itiut1*1"**- Jl*. ®Df« Ohr, K, Wlz, ' j(; ««"""öfciK-1 zugelaulen, * holen inntrtdb om 1 tagen aen tttltflvfl. der Mntn Beuern, Rnirödrr Sto '•& Stadttheg . ÄS S SijfSg MH turnballe. 12'vUr. 5, abtnbe Armband auS kl. bunten e:ei- nen mH Kilben"" lallungLitdcrbun' SttS- Oedeten golöene W ’ fdjiu. Pin''- ud TiamariL SojJJ Seliersvea bivuo Stlobn.velVkzvU' jjtuenwet^^’ greint Nr. 52 Zweiter Blatt Ciehener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Gberheffen) Donnerstag, 5. Mörz (927 Das Volk ohne Raum. Don Jürgen Uhde. Die Auffassung, daß ein Autor unbedingt Eigenes geben muh. halt« ich für ebenso irrig, wie die. daß der deutsche Schriftsteller in be- fonbern geistreichen und femgefchliffenen Wonen möglichst neue Nebensächlichkeiten erwähnen muh New, vielmehr kommt es für das deutsche Dolk darauf an und viel besser stände es um unser Schrittstellertum, wenn alle die deutschen Autoren Zusammen wie eine einzige große Sinfonie wirken. wenn sie die wenigen großen Grundthemen deutscher Qebendfragen variieren und in rnög- Iichst knappen und eindringlichen Worten Tag um Tag und. wo angängig. Stunde um Stunde predigen wollten. DaS Verdienst nun. eins dieser ganz großen Grundthemen und nach meiner Ansicht das wichtigste deutsche Thema überhaupt, dargelegt zu haben, gebührt Hans Grimm, dem CBerlallcr von .Volk ohne Raum" I Albert Langen 1926), Das. waS dieser Vierzigjährige. der mit dem Erscheinen seiner Werke gewartet hat, bis seine Zeit da war. sagt, ist, und wir wollen uns hier nicht täuschen, das deutsche Thema der Nachkriegszeit. In einem Dries an mich hat Grimm, tote ld> glaube, die beste und eindringlichste Kritik von Duch und Thema in folgenden knappen Worten gefügt: .Mein Duch will gar nichts, als in die Köpfe hämmern, dah wir eine gemeinsame Not haben, nämlich die Raumlosigkeit. Ich suche gar nichts, als die Einigungsformel, die zugleich keine Phrase ist. Und von dieser gemeinsamen Not her, die zugleich eine außen- pvlittsche Not ist, ist vielleicht möglich, daß wir ntxb einmal ein Dolk werden, wir waren eS noch nie.“ Del einem Dolk, tote dem deutschen, tft es tm Grunde weniger die große geldliche Schuldenlast, die den Keim möglichen Derderbens der Nation in sich birgt, alS die ungeheure Schuldmehrung, die darin besteht, daß jährlich über dreimalyunderttausend Menschen neu geboren und daß von diesen Neugeborenen mehr oft der dritte Teil von unvorhergesorgter Zukunft und vorher- fiesehener Arbeit-Möglichkeit in seiner Entwick- una begleitet fein wird. Man kann bei diesem Dolk ohne Naum, ohne einer der üblichen Nach- kriegsphrasen anheimzusallen, schon sagen, dah saft alle aktuellen großen politischen Probleme hieraus zurückzuführen sind, ilnfere Arbeitslosigkeit ilt erst chronisch geworden seit der Zeit, in der Deutschland 70 500 Quadratkilometer Land genommen wurden und über 400 000 Rückwanderer in eS strömten. Auch unsere ganze Kulturlosigkeit, oder, sagen wir, unsere teilweise Kulturlosigkeit, unser Sozialismus wenigstens in seiner heutigen Form und die durchaus un« genährte NeligionSsehnsucht. die bei allem Zweisel an allen bisher für sie üblichen Formen, unS doch nie In Duhe läßt, sie alle führen sich natur- notwendig auf daS Dolk ohne Raum zurück. GS ist. alS läge hier der Keim zu einer bösartigen Krankheit, zu der politischen und kulturellen Der- etterung unseres öffentlichen Lebens, denn, dah Menschen, die nicht ihre Luft und ihre Arbeit allein für sich haben, in Streit und zwar in kleinlichen Streit miteinander geraten müssen. daS lehrt unS jede- Paar Familien, die. unS seien sie von den friedlichsten Absichten beseelt, in zu engen Notwohnungen miteinander Hausen müssen. Irgendein seiner Kopf hat gesagt, dah eigentlich die Arbeit, und zwar die tägliche Arbeit, unsere wesentlichste Kulturgrundlage sei. Man sollte hinzufügen, dah zur Arbeit Gestaltung gehört und daß sie, sowie das Dolk ohne Naum unser wichtigstes soziale- Problem beengt. Die Industrie, die Große-, aber große Derlegenheit geleistet hat, indem sie glaubte, den Nährwert de- DodenS ergänzen zu müssen, um bat Dolk in den Stand zu sehen, seinem Zu- wach- an raumverengten Menschen standzuhalten, hat doch gerade die wesentlichste Förderung zu dem heutigen raumlosen Dolk geboten. Die Zusammenstellung großer Arbeiterheere ohne individuelle Möglichkeit, Arbeit nach eigenem Geschmack zu gestalten, hat den Kulturwert der Arbeit abgetötet. Sie hat auch die Lust, die unS die Welte de- Raumes erst sühlen läßt, vergiftet. und man geht vielleicht nicht zu weit, wenn man in dem heutigen Sozialismus vielmehr einen unbewußten Protest gegen eine Rechtlosigkeit die vorwiegend in der Ausschaltung des eigenen Persönlichkeit-werte- liegt, sehen will, alS eine klare revolutionäre Idee. Man hat vielleicht recht, in dem Sozialismus h e u t i g e r Gestaltung einen unbewußten Drang nach Raum« getolmxung und im Kommunismus dessen Abart zweites Vaterland. von Albert h. Rausch. I. Venedig. Gegen Dozen. auf das sich Abendahnung senkte, bedeckte sich der Himmel von Süden her. Nach rückwärts, dem Drenner zu. leuchteten die scharfen Ränder der glycinenblauen Derge. Der Tag war strahlend und heiß gewesen. In Trient war es schon Nacht. Die Luft wurde schwül. 6in Offizier, mit dem ich sprach, sagte, daß in Venedig schwere Gewitter niedergegangen seien. Wir fuhren unter anhebendem Sdrocco der Ebene entgegen. In großen Zwischenräumen ging Wetterleuchten über die Landschaft, von keinem Donner gefolgt. Wir kamen um Mitternacht in Venedig an. AlS wir die Treppe zur wartenden Gondel niederstiegen, hob ich die Blicke: der Himmel lag in leichtem Flor. Hier und dort zitterten Sterne, sehr schwach, sehr fern. Kein Hauch bewegte die Lüft, die heiß und bleiern stand. Seirocco. Heber tote- Wasser ging die Fahrt. Wasser von hartem Glanz, taub, unfreundlich. Die Fassaden der Paläste schienen zurückgedrängt von leblosem Licht. Die Uferiaternen blinkten ohne Helle. Kaum begegnete uns eine andere Gondel. Seltsame, bellemmende Ankunft in Venedig. ... Zum wievielten Male in wieviel Jahren? Ich weih es nicht mehr. Vielleicht zum achten, vielleicht auch zum zehnten Mal. Ich war niemals dem Zauber dieser Stadt verfallen gewesen. Kommen und Gehen waren mir nie Ereignis. Ich hatte mich auch niemals ihrem Zauber entzogen. Ich hatte sie mit mir gewähren -u erblicken DaS, was Deutschland braucht, ist SiedlungSland im weitesten Maße Eine zweite Frage, die von ®nmm nicht angeschnitten ist. die aber auch über das stoffliche Element eine- jeden Romans weit hinauS- geht. ist die. wo wir diesen Raum suchen sollen. Sie ist im Grunde nicht fo schwer für Deutschland zu beantworten, wie etwa für Italien. Dekanntllch darf man drei Gebiete heraus- heben. Zunächst das afrikanische. Im früheren Deutlch-Südweft. dann aber auch in Transvaal selbst und, wenn nicht alle Anzeichen trügen, in Zukunft mehr und mehr in Angola, liegt siedlung-fähiges Gebiet. Da- zweite Land. daS deutschen Zustrom gern ausnehmen würde, ihn aber vielleicht der Gefahr einer Vermengung mit anderen Völkerschaften, ähnlich dem nord- amerikanischen Prozeß. prciSgibt. ist Kanada. DaS dritte aber ist im weitesten Maße Der deutsche Osten. Dieses .StütT* Land ist für uns auch schon deshalb das wertvollste, weil es den unmittelbaren Anschluß andieReichs- grenze gewährleistet und dadurch in dem sicherlich unabwendbar kommenden Prozeß .Asien gegen Europa“ die RcichSgrcnze selber abstützt. Durch Verständigung mit Rußland. daS seit jeher deutsche Siedler verhältnismäßig gern auf genommen Hal, müssen wir unS über Polen hinaus auch die west sibirischen Siedlungsgebiete, die viel aussichtsreicher sind. aU der DurchschnittS- deutfche annimmt, erschließen. Die Frage deSErkennen» Deutschlands olS eine- überfüllten VolkeS hängt also wesentlich mit Der Erkenntnis Der Scholle zusammen. Die etwa- andere- ist a!S .Erde“ schlechthin, und eS hängt weiter zusammen mit der Erkenntnis de- deutschen Mensch e n al« einer raumverengten Eriftenz und feiner Kultur als Der deS Osten». Gehen wir einer „neuen Eiszeit" entgegen? Don Professor Dr. Rich. Hennig, Düsseldorf. AuS Amerika kommen, unter Berufung auf Ansichten wissenschaftlicher Autoritäten, arg beunruhigende Nachrichten über bevorstehende u m- wälzende Aenderungen in Den Wärmeverhältnissen unserer Erde. Zwei amerikanische Meteorologen. Prof. Drown und Pros. Humphreys, sollen für die nächsten Jahre bis 1930 ein ilebermab von Regen und allerhand Unwettern auf Grund der Öonnen- slecken-Deobachtungen und. im Zusammenhang damit, Temperaturerniedrigung prophezeit haben, die temperamentvolle Meldungen sogar alS beginn einer neuen Eiszeit frisieren wollen. Man lasse sich durch derartige Sensationsnachrichten nicht in- Bockshorn jagen! Der Amerikaner muß bekanntlich immer irgend etwa- Nervenaufregendes haben unb bringt alle paar Jahre einmal ähnliche linier ei en bezüglich Der künftigen Witterung zur Welt. Ob die genannten Meteorologen wirklich etwas AehnlicheS gesagt haben unD was. ist zur Zeit von hier aus nicht au kontrollieren. Aber das eine ist unbedingt sicher: dah sie entsetzt sein würden, wenn sie wüßten, was amerikanische Reporter auS ihren zweifellos ziemlich harmlosen Aeuße- rungen gemacht haben! Die Ankündigung der .neuen EiSzeit" ist gar zu charakteristisch laienhaft. Eine neue EiSzeit der Erde, wenn sie unS überhaupt beschieden fein sollte, wird nie und nimmer durch ein paar Jahre schlechten Wetters bedingt, sondern bedarf einer durch viele Jahrhunderte, ja Jahrtausende fortgesetzten Vermehrung der Niederschläge und Temperatur- emieDrigung, die theoretisch natürlich denkbar, aber bisher auch nicht in bescheidensten Ansätzen wahrnehmbar ist. Wir. unsere Kinder und Enkel und noch ungezählte weitere Generationeu werden eine neue EiSzeit der Erde ganz sicher nicht erleben. Ob man in 3000 oder 5000 Jahren vielleicht Anzeichen einer bedrohlichen Klimaverschlechterung bemerken wird, braucht unS vorläufig wohl noch keine schlaflosen Nächte zu machen. Im übrigen wird seit vielen Jahrzehnten in leidlich regelmäßigen Zwischenräumen bald eine AuSdörrung des Erdballs, bald eine neue Sintflut und EiSzeit. bald der .Wärmetod". bald Der .Kältetod^ Der Menschheit angekündigt, so daß wir gelassen jede neue Prophezeiung dieser Art, mag sie sich auch auf noch fo viel angebliche .Autoritäten" stützen, mit dem Gefühl .Tut's zu dem übrigen" in den Papierkorb versenken tonnen. Es ist immer wieder dieselbe Erscheinung: wenn mal ein paar Wochen starke Hitze und Dürre über uns kommen, wie etwa im Sommer 1911 oder 1921, so heißt eS allenthalben, .die Erdachse habe sich verdreht" und die Menschheit drohe an Feucht ig- keitSmangel zugrunde zu gehen: wenn aber kalte, regnerische oder stürmische Witterung irgendeinem Lande längere Zeit unbequem zusetzt, so sind die Bewohner auch überzeugt, daß die Erdachse sich verschoben habe und nunmehr eine neue EiSzeit unausbleiblich sei. Und ein paar Wochen später ist alles wieder vergessen, und kein Mensch spricht mehr davon I Diesmal ist daS Gerücht nun etwas bestimmter als sonst aufgekommen, well die letzten Monate allerdings ganz ungewöhnlich reich au Unwettern aller Art in sehr verschiedenen Tellen der Erde waren. In Deutschland war der Sommer 1926, bei ungefähr normalen Mittelt emperaturen, ganz extrem reich an schweren Gewittergüssen und, zumal in seiner ersten Hälfte, mit einem Uebermaß an Regen auSgestattet (wenn auch im Mat strichweise ausgesprochene Dürre herrschte). Der Herbst hat demgegenüber eine Häufung schwerster Stürme, vornehmlich in Amerika, gebracht, wie sie in dieser raschen Aufeinanderfolge und dieser Schwere anscheinend nie zuvor beobachtet worden sind. Seit dem 17. September wurden in nur sechs Wochen Florida. Mexiko. Kuba, die Antillen. Panama, Brasilien und Paraguay nacheinander durch Orkane heimgesucht, die ganze Städte und Stadttelle in Trümmer legten, also eine zerstörende Straft bekundeten, wie sie in anderen Erdteilen noch nie beobachtet worden ist. Aber auch in Europa hat Der Herbst mit heftigen Stürmen unD Sturmfluten der deutschen Meere eingesetzt, und noch stehen wir mitten drin in dieser sehr großen Unruhe des LuftrneerS, die sich möglicherweise nach längeren Pausen den ganzen Winter hindurch sortsetzen wird. Ob die seit Weihnachten 1925 ft a r f g e - steigerte Sonnenkleckentätigkeit mit Den vielen Unwettern dieses Jahres zusammenhängt, ist nicht sicher zu sagen. Die Möglichkeit hierzu besteht jedenfalls. Und da die Astronomen vermuten, daß im Jahre 1927 die Sonnenfleckentätigkeit noch lebhafter werden wird, wäre es denkbar (wenn auch keineswegs erwiesen), dah wir an den gehäuften Wetterkalastrophen noch geraume Zeit zu leiden haben werden. Aber die Witterung der Erde wird auch wieder friedlicher werden und die Sonne ihre Fleckenzahl und -große wieder vermindern. Bis zu einem grundsätzlichen Umschwung der Witterung oder gar einer neuen Eiszeit ist noch ein sehr weiter Schritt. Sine zeitweilige Vermehrung der Wetter- ParoxhSmen gibt eS. solange die Erde steht, und wird es auch weiter geben. Irgendwelche Sorge um Die Kultur unD Wirtschaft Der Menschheit brauchen wir unS Darum noch lange nicht zu machen. Eine DauernDe Verschlechterung unseres europäischen KlimaS kann wohl überhaupt nur eintreten, wenn etwa eine- Tages Der Golfstrom einen anderen Weg einsch 1 a gen sollte. Aber warum sollte er Dies tun? Er strömt seit vielen tausend Jahren dahin, und es ist nicht einzusehen, warum er dies nicht noch ein paar weitere tausend Jahre tun soll. Kleine Schwankungen in der Strvmrichtung und der Temperatur des Golfstroms kommen vor und mögen sich auch vorübergehend in unserer Witterung aus- wirken. aber bei der großen Tiefe der vom Golfstrom durchfluteten Meere mühten schon ganz ungeheuerliche Grdkatastrophen und Umwälzungen in Der Erdrinde vor sich gehen, um die feit Jahr- zehntaufenden eir * hielten Kräfte wirklich nachhaltig umzutoan. Dah Aender einschneidender Art in den Meer es ström unge n vor sich gehen können, soll Dabei nicht bestritten werden. Wir haben gerade in Den letzten Jahren ein sehr bedeutsames und lehrreiches Beispiel hierfür erlebt. Anscheinend infolge von gewaltigen Seebeben hat sich Der warme Nordäquatorialstrom. Der im Stillen Ozean in ungefähr westöstllcher Richtung auf Die mittelamerikanische Küste zuströmt, feit einiger Zeit südwärts verschoben. Daraufhin Ist das Klima von Ecuador, zum Teil auch von Peru, recht erheblich beeinflußt worden. Während früher ein großer Teil der Küste des Landes im Bereich der von Süden kommenden. kalten .Peru» Strömung“ lag, ist jetzt Die Temperatur des Meer- wasserS um durchschnittlich 5 Grad erhöht und lassen. Nur einer Ankunft entsinne ich mich genau, der allerersten. Das war frühmorgens, gegen fünf Uhr. ... vor vielen Jahren, von Paris her. ES war im Mai, und daS Licht brach gerade über den Dächern auS. Sin L.cht wie ein Regen auS Mandelblüten, und in feinem verhaltenen Glühen schwammen, von ihm aufgelockert. Taulende von fieinen Lämmerwollen. Durch deren Spiegelbild in fiiberblauem Wasser glitt die Gondel, leicht, fröhlich: eine Gondel der Erwartung, und der Knabe, der sie antrieb, fang mit plötzlich erwachenden Glocken. Er fang zwilchen kaum geöffneten Lippen, aber feine Worte verstand ich nicht. AIS wir am ®emüfe- marft vorbeikamen, flog eine Lohe hellroten FeuerS über Die auf geschichteten Früchte und Kräuter und die Rialtobrücke nahm Den starken Sprung von Ufer zu User durch purpurnen Brand, der in hemfelben Augenblick verschwunden war. als wir am Fondaco bei TedeSchi in Den Seitenkanal einbogen, um unter der Seufzerdrücke durch zur Riva Degli Schiavoni zu gelangen. Qlun fuhren wir die gleiche Strecke. Und wie eS mir so oft schon im Rückwärtsdenken erging: ich begriff nicht mehr, dah ich eS fein sollte. Der an jenem Maimorgen auf diesen Wassern seine Einkehr in Venedig hielt. Vierzehn Tage war ich damals in der Stadt geblieben, von morgend bindend- unterwegs: ausgerissenen Auges, aufge- rllsenen Herzens von Wunder zu Wuillrer eilend: und dennoch nicht Eingenommen, nicht überwältigt. Glicht von den Palästen, in deren glänzenden Fronten sich tief die blauen Schatten fingen, nicht von Den Kirchen, Deren Prunk mich erdrückte, nicht von Den Bildern, Deren Ueppigkeit keine Macht über mich hatte — ja vollkommen befremdet und fast feindlich vor Dem Ueberichwang des Tinlo- rettofchen Paradiese-. Ueberall schreckte mich ein Zuviel.... jene» Zuviel, daS fast immer vorherrscht, wo patrizischer Geist menschliche Haltung und Gepflogenheit bestimmt. Unvergeßlich aber bleibt Jene eine Stunde mit ihrer wundervollen Entdeckung deS Zufalls, als ich, planlos durch die Seitenkanäle gleitend, aussteigcmd wo eS mir gerade gefiel, in einen kleinen, grasbewachsenen Klosterhof geriet, über dessen EingangStor Die Worte hingemeißelt waren: O BEATA SOL1TUDO O SOLA BEATITUDO Ich habe bei jeder späteren Wiederkehr versucht, die stille Stätte wiederzufinden: es ist mir nie mehr gelungen, und niemand konnte mir sagen, wo ich gewesen war. Aber ich weih: ich bin — wie selten um jene Zeit ausgehenden, erraffenden Lebens — in jener vergoldeten Abendstunde ganz bei mir gewesen, in langem AuSruhen. entrückt belastender Fülle: mitten in der Mitte meines SeinS, sichtend, klärend, mich. besinnend . . . und ganz gewiß, dah mich nicht noch so großer Uebersluh der Schönheit je fortschwemmen könnte aut dem Gleichgewicht der eignen Seele, in dem der Wert Der Dinge, der Wert Der Welt geprägt wird... Palazzo Durale, Rezzönico, FöScari, Samer della Ea Grande, Grimani, Ei d Orv. Dendramin. . . Eta. Maria Della Salute. I 5rari, 6. Giorgio Maggiore, S. Giovanni e Paolo, San Marco: sie vermochten mich nicht in Der ersten Verwirrung zu halten. Die nur eine Verwirrung des durch Ueberiluß Unüberschau- baren war. Sie vermochten daS Staunen vor Der Fvrmsehnsucht und Formsülle des MenfchengeifteS zu vermehren oft Entzücken, oft auch Wehmut auSzulösen: aber sie wiesen niemals den geraden Weg zum Urgrund alles Schöpfertumes. zu Gott. Wie muhte, ich all dies ost Gedachte wieder durchdenken, während wir nun in der heißen, stummen Nacht dahinfuhren, vorbei au Brücken, an Geländern, an moosbewachsenen Stufen, an wundervollen, vergessenen Portalen, die — wer seil nicht ganz zwei Jahren hat eine gewaltige Steigerung Der niedergehend.n Regenmengen eingesetzt. Die Wirkung ist übertoiegenh wohl uenher Art. Sie hat die rouftenbilDenDe Kraft des kalten Peru-Stroms in Den Küftenbezirken Derart ab- gefchwächt und zurückgeDrängt. Daß sich Die 10 000 Quadratkilometer große Sechura-Wüste jetzt mit Vegetation zu bedecken beginnt* E- wird Durchaus von dem weiteren Verhalten der aenannten Meeresströmungen abhängen, ob Die Klimaänderung und Umwandlung Der Wüste von Dauer sein wirD oder nicht. Aehnliche- kann sich theoretisch auch in Europa einmal ereignen. unD e- kann eine toeit- gehende QknDerung unserer Witterung zum Schleckteren eintreten, ohne daß e- Der etwa- stark laienhaften Vorstellung einer .Verschiebung her Erdachte" bedarf Aber Die Wahrscheinlichkeit Dafür ist bei der riesigen Breite hc* Gol strom- so gering wie nur möglich Kein Anzeige i Dafür liegt vor, und man mag getrost 1 Million gegen 1 wetten. Daß von Den heute lebenden Europäern niemand Zeuge einer solchen. Durch Verlegung her Meere-ströme bedingten Klimaumw.'nd'.ung sein wird. Da- Gespenst Der . neuen EiSzei:" aber möge nun gar niemanden schrecken Diele- Gespenst hat mit seinesgleichen Die Aehnlichke t. daß es nur Dem oberflächlichen Beurteiler Schrecken in Die Glieber jagt, und Daß eS spurlos oer- fchwinDet. wenn man ihm zu Leibe geht und es kritisch unter die Lupe nimmt. Oberhesfen. L'anMreie Gictzen • Wieseck. 2 März Da- Evangelische Pfarramt Wteseck schreibt uns .Der Gemeinberat-bericht Des L-Be« richterstatterS in Nr. 49 Des .Gieß Anz" enthält eine Reihe von Aeuherungen. Die im Interesse einer für da- Gemeindeganze nötigen Zusammenarbeit von Kirche und Gemeinde und im Interesse Der Wahrheit richtig gestellt werden müssen. Bei Dem Rechtsstreit ging eS nicht um Die bauliche Unterhaltung Der Kirche, sondern um Die Frage Der Baulast an den kirchlichen Gebäuden, also auch Pfarrhaus mit Nebengebäuden. Die evangelische Kirche hat nicht „um Gewährung eine- vorläufigen Kredits ersucht, um ihren Verpflichtungen nachkommen zu lonne.i", sondern wiederholt an Zahlung langst fälliger Schulden der Gemeinde an die Kirche erinnert. Bereits am 14. Mai 1926 hat sie in einem ausführlichen Schreiben an Die Bürgermeisterei Darauf hinyewiefen, daß in den Voranschlägen 1926 beiderseits der Entscheidung des OberlandeS- gerichtS vom 20. April Rechnung getrag n werden müsse. Dies ist nur seitens der Kirchengemeinde geschehen, nicht aber seitens der bürgerlichen Gemeinde. Ein formeller Einspruch hiergegen von Jetten deS Damaligen Spezialvikars unterblieb auf Die mündliche Versicherung des Bürgermeisters hin, daß Die Sache auch ohne das ihre Erledigung finden werde. Don den feit Beginn des RechtSstretteS durch die Kirche in Fragen der Baulast gemachten Dorlageir find bis yeute nur die in Der Abstandssumme von 1000 Mark enthaltenen 961,33 Mark nach hm Stand vom 19. Juli 1924 zurückerstattet. Daß seitdem das Grundstück gründlich erneuert wurde und dazu Anleihen in her Höhe von 16 000 Mark ausgenommen wurden, wußte Der Gemeinderat mindestens seit jenem Schreiben vom 14. Mai 1926. Auch sind sämtliche Ausgabebelege von dem Bürgermeister in seiner Eigenschaft alS auS- führendem weltlichen Mitglied de- Kirchcnvor- stände- seinerzeit mitunterschrieben worden. In genanntem Schreiben sind verschiedene Posten angeführt, die schon damals die angeforderte Abschlagsrate von 1000 Mark rechtfertigten, toenn diese jetzt endlich beschlossen wurde, so trägt |tc al- vorläufiger Kredit für die Rechnungsjahre 1925 und 1926 nicht nur einen falschen Namen, sondern ist auch völlig unzureichend. Hat sich doch seither schon der Betrag für Zinsen von Daudarlehen weiter gesteigert und die Gemeinde durch Hinausschiebung deS Zeitpunktes der Ueber- nahme dieser Darlehen sich mitverantwortlich Dafür gemacht, daß zu den Zinsen auch noch Kosten kommen z. B. von feiten der als Hauptgläubigerin in Betracht kommenden Dezirksfpar- kasse Gießen. Der Vorwurf. .Der ©emeinherat sei völlig im unklaren Darüber gelassen wordern, wie sich Die Ausgaben tm einzelnen zusammensetzen und daß ihm nur zugemutet wird, Gelder zu bewilligen", muß demnach mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen werden. Die noch nicht für Ratenzahlungen, sondern erst für die endgültige Regelung der finanziellen Beziehungen zwischen Kirche und Gemeinde nötige Aufstellung Der Einweih wie lange — keine- Pförtners Hand mehr geöffnet, fein JeiDener Schuh mehr heimlich durch- fchritten, keine golDne Zechine mehr verbotenem Besuch erschlossen ... O Feste von Venedig, lang verblühte Feste: nicht die Hälfte dessen, waS heißer Wunfch, waS nachllingende Phanta'ie auS euch machte, und doch so wirklich, so verschwenderisch und königlich, well ihr Die Kraft habt, soviel Träume zu entzünden, so viel Lust aus dem Dunkel der Sinne heraufzulocken, soviel Mittelmäßiges und Niedriges deS Keinen Geben« in vorgestellten Bildern aufrauschen zu lassen ... Und nun — im Rückerleben aller Tage, aller Nächte, die ich je in dieser Stadt erlebt — kam auch das Seltenste zurück, das mir hier begegnete. ein Nichts und doch ein Alles: so tief als Beispiel, als frühe, frühste Mahnung an oen — fast noch — Knaben blieb es in mir haften, eine Jugend, ein halbe« Leben lang. Ich habe es nie ausgezeichnet, kaum erzählt. So mag c« hier gebucht sein. Bei meinem zweiten Aufenthalt in Venedig — fünf Monate nach meinem ersten — wohnte ich. Die Ankunft eine« Freundes au« ©rica/tn- land erwartend, in einem her großen Gasthöfe am ÄanaL Ich kannte niemand, wollte niemand kennen. Fast wie ein Schüler eine Aufgabe, wiederholte ich, verbefsernd, berichtigend, ergänzend, da« Erlebni« meine« Besuches Im Frühjahr. Es war September, noch verweilte stiller, blauer Sommer über Der Lagune, hie Tage waren oftmals glühend, die Nächte lau und warm und lässig. Es waren wenig Fremde in der Stadt. Der Speisesaal das Gasthofes war hall» leer. An einem Pfeller, mir gegenüber, stand der Tisch einer Frau, die meine Aufmerksamkeit erregt hatte. Sie war nicht das. waS man schön zu nennen pflegt. Sie war weniger — und bedeutend mehr. Sie konnte dreißig, f'.e konnte auch vierzig Jahre alt fein. Sie war immer allein. Oberhessens Eisenbahnfahrplanwünsche beschieden worden. Dir wollen tret) der erlebten Sch. ur Lat! * schmetterte Musil. Ich la. wünschend, n bi 5 4 mir ent* ein- wie haft trotz tum mit das sol Ire mich hin, den Bildern nachhängend, die ungerufen kamen: Bilder aus Abendland und Morgenland gemischt, pathetisch und bunt zugleich hti 71 St pt ho Ä M Sy fit 28.; uni 25 llf auf 6in ßh^ bat bat t»oi Jät t>'< 0}« bei 6' Musil. Ich lag ganz ruhig, nichts licht« vermissend. Ich dämmerte vor fremden Frau leer. Aber man überreichte einen Brief, der nur die wenigen Worte diese ganze Stadt, sinnenhaft und troum- ineinanbcrfleiDoben, irgendwie unwirklich aller Greifbarkeit: beladen mit allem Aeich- beutegieriger Vergangenheit... überladen allzu vielem Ornament, wie es beliebig Gold deS Handelsherren erkauft ... spalt herüber gefpie--*e(t wurde. Fliegen summten. Dampfer liehen die Sirenen tu‘en Don irgendwo y:« An Ae art 5le Wo ftrri grn! rer« mti btt Dc Hi fta ar A & ftt Sy an Ml su N Ä fof bai ein fti mJ 3d bta «■ Tut ie» Gemeinderat» wurden die einzelnen Arbeiten folgenden Unternehmern übertragen Erd-, Maurer-, Beton« und Derputzarbeiten dem Maurermeister G ü m b e l » Hörnsheim, Zimmerarbeiten dem Zimmermeister Schuster- Hochelheim, Dachdederardeiten dem Bauunternehmer Schuft e r . Hochelheim, KlempnerarbeUen dem Installateur Kob. Drüdel - Langgöns. Schmiedearbeiten den Schmiedemeistern Di eh mann und Althen- Hochelheim, Schreinerarb.'iten dem Dchreinermetfter A l t h e n - Hochelheim, die An- st reicherarbeiten dem Weissbinder Ioh. 3 u n g II., Hochelheim Die Gefamlbaukosten belaufen sich auf rund 5500 Mark. Hiervon trägt die Stadt Diesten 15CX) Mk.. der Aest wird von der De- mein de Hochelbeim aufgebracht. Die Gemeinde Hörnsheim zahlt zu der Derzinsur.g der Bau- lummc einen jährlichen Zuschuß von 50 Mk. Vie Halle wird zur Unterstellung von zwei Wagen ting«rkbtet Mit den Arbeiten soll sofort begonnen werden. Die Bauleitung hat das Kreisbauamt zu Wetzlar. • Hohensolms 2. Mörz Nachdem am 1. Februar in der bieiigen Volkshochschule ein Burfchenkurs von der Dauer eine» Vierteljahrs und gleichzeitig ein Stur* für erwerbslose Zugendliche der einen Monat gedauert hatte, beendet wordcn find, konnte am 15. Februar ein neuer Kurs für Mädchen eröffnet werden, der von 27 Teilnehmerinnen befucht ist. Am 5.b. M. foll nun ein neuer Kur» beginnen, der nur für jugendliche Erwerbslos« bestimmt ist. An Lehrstoff sollen brennende Wirtschaft»- tragen. Fragen der persönlichen Lebensführung. Deutfch und Geschichte behandelt werden. Das Wesentliche dteier Lehrkurse, die ganz im Sinne der Heimvoltshochkchule durchgeführt werben, liegt in dem engen Zu'ammenleben der Teilnehmer unb der Lehrer, in der kameradichaftlichen Lebens- und Arbeitsgemeinichail. Der KurS wird diesmal, einem Wunsche früherer Teilnehmer entsprechend. fünf Dechen dauern. Den erwerbslosen Teilnehmern entstehen keine Kosten, wenn fic von ihrem Arbeitsamt das für diese Zeit di? Unterstützung an die Schule zahl' beurlaubt werden. Slreie Marvura. lch. Marburg 2. März. 3n der gestrigen Stadtverorbnetensihung wurden n. a. die Zuschläge zur Dewerbeertrags- steuer bei der allgemeinen Gewerbesteuer von 475 auf 356.25 Proz und bei der Zweigsteller- steuer von 570 aus 427.50 Droz, herabgesetzt. Für verschiedene, in diesem Zähre vorzunehmende S t r a st e n a r b e i t e n . die bis zum Universitätsjubiläum scrtiggestellt sein sollen, wurden 410 000 Mark aus Anleihemitteln bewilligt. ferner würbe mit Nüdlicht auf die augenblicNiche Arbeitslosigkeit beschlossen. für da» laufende Rechnungsjahr geplanteInstandsetzunas- arbeiten im Innern der städtischen Gebäude bereite jetzt zur Ausführung zu bringen. Diner zwischen dem Hessisch Nassauischen Wirtschastsv r- oand und den Arbeitnehmer-Gewerkschaften vereinbarten Lohnerhöhung der städtischen Arbeiter l3 und 2 Pf. die Sirr' i wurde zugestimmt. Weitere Punkte Wurden vertraulich behandelt, darunter die Errichtung einer Siedlung von 10 Häusern in der Knuhbach. In der 38 obdachlose Familien imter- gebracht werden sollen. Dillkreis. WSN. Dillenburg. 2 März. Bekanntlich schweben seit 1923 Verhandlungen über das Weiterbestehen der seit 1858 bestehenden Dillenburger Bergschule bzw. der Verschmelzung derselben mit der Siegener Bergschule. Im Kreishause zu Dillenburg traten nun dieser Tage die Vertreter de» Betgfchulkurato- rium» und der kommunalen Behörden zu einer Sitzung zusammen. Nach vorausgegangenen Sin- zelbesprechungen hatte die gemeinsame Beratung folgende» Ergebnis: Eine Verschmelzung mit der Siegener Betgschule wird abgclehnt. die Berg- schule Dillenburg mit Vergvorfchule unter Analiederung von Kursen für Steinbruchmeister bleibt bestehen, von den drei kommunalen Verbänden wird die weitere Zahlung und Erhöhung sriiher geleisteter Beiträge erwartet bzw in Aussicht gestellt. 61. Herborn. 2. März. Zur besseren ile- berwindung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten und zweck» günstigerer Regelung der Produk- tionsoethältniff« beabsichtigt die B a f a 11 i n - Duftri« des Wester Wal de» «inen Zu - lammenschlust mit den gleichen Industrien de» westdeutschen Bezirk». An den Bestrebungen sind bi« grössten Balalt- w«rke de» West«rwaU»-. des Rh«st,- und de» Odenwald-Bezirk«» beteiligt Di« Selbständigkeit der W.rk« toll erhalten bleiben dvch tollen die Peoduk ior. und der Absatz nach einem bestimm- ten Sc. lüssclstzstem txneili werden Man will ferner versuchen, staatlich«. Provinz!«!!« und städtische Verwaltungen zur Teilnahme an den le* abstchtgien Verband der Basaltwerte zu iniereNieren. Rrei# tVefterbnrg. WSN. Westerburg. 2. März. InDroß- f, olboch bei Wallmerod brach gestern abend m Anwesen de» Landwirts Schöneberger aus bisher unbekannter Ursache Feuer aus, wodurch dasselbe trotz der Bemühungen btt Feuerwehr d i s auf den Grund nieder- brannte. Die gcfamten Ernte- und Heuvor- rötc wurden ein Raub der Flammen Der Schaden ist nur teilweise durch Versicherung gebedt. Strrid ^imburq. WSR. Montabaur. 2. März In der Nacht zum Sonntag erbrochen unbekannte Ticbe. die von auswärts in einem Auto gekommen waren, den Laden eines hiesigen Schneidermeister» und stahlen für etwa 2000 Mark AnzugSstoffe. Mil dem Raub'' konnten st« unerkannt entkommen. Al» Abschiedsgruss hatten sie an die ßabcniür noch di« Worte .Aus Wieberiebens" geschrieben ^•aingau. WSN. Franksurt a. M 2 Marz. In ihrer Wohnung in der Schichaustrahe wurden heute morgen ein Eifenhoblet H. und sein Sohn durch Leuchtgas vergiftet vorgefunden. Am gestrigen Faftnachtsdienstag wurde in der Eoimsstraste im Verlaufe eines Streit«» der Former Kaiser von dem Schleifer Achenbach mit dem Mesfer in die Lunge g e ft o • chen Achenbach wurde lebensgefährlich verletz« im Krankenhaus eingeliefert. Buntes ‘UUerlci. 50 Sonnen Elfenbein unter dem Hammer 50 Tonnen Elfenbein, für deren Gewinnung ai. die 20 000 mächtigen Tiere sterben muhten, werden jetzt in London versteigert und wurden von einer Anzahl von Käufern, hauptsächlich Deutschen und Amerikanern, besichtigt. Diel« letzte Elfenbein-Ernte flammt auS Afrika, Indien und Eeylon und dem Polarkreis. Die Massen waren auf einer Flüche von 80 a ausgelegt, damit sie von den Sachverständigen begutachtet werden konnten Man leuchtete mit cleklrifchen Lampen in öle Löcher der groben Elfenbeinhauer und forschte nach Spuren von Bruchstellen oder Krankheiten. Es kommen auch mancherlei Betrügereien vor, indem die Eingeborenen, um daS Gewicht der Elfenbeinzähne zu vcrgröhern, geschmolzenes Blei hineintun. Der grösste Teil des Elfenbein« Rammt von Ginge- oorenen, die das Geheimnis der riesigen Elefantenfriedhöfe tm Innern Afrikas kennen. Dlcfe Friedhöfe liegen tief im Innern des Urwalds, und die Rüffelträger wandern dahin von weither, wenn sie ihre Herde verlasien, um zu sterben. Nur wenigen sind diese Orte bekannt, in Denen riesige Berge von Skeletten liegen und in denen man noch g«toaltige Slfenbemichätz« sm den kann. Der Katalog führt auch gro i« Mengen von .SeepfetDzäbnen* auf. Da« finD Hauer von FlustpferDen, aufwrDtm Zähne von Walrvsien. *>aucr von Edern und Rdinoze:os-Hörner Au« dem Polarkreis kommen kostbare Hartodlhörner. Die einstmals Di« ZierD« der.Kuriositäten-Kabinette" grosser Herren waren und auch heu'e noch hochbezahlt werden Mark Twain» Schlips. Ametlkanitchc S.aller erzählen eine hübsche Geschichte von Dem grafen Spassvogel Mark Twain. Der in seiner Kleidung «ehr nachlässig war. Sine« Tage» macht« er einen Be uch bei seiner Nachbarin Harriet Beccher-Siowc. Der ocruhmten Dertasienn von .Onkel Tom« Hütt« Nachdem er sich mit der geistvollen alten Dame rorzügdch unterhalten hatte, febrtt et vergnügt beim und wurde von seiner Gattin mit Dem entrüsteten -Kumt empfangen: .Du bist doch em unverbesierlichet Taugenichts! Da biß Du wieder ohne Schl vs zu Mrs. Stow» gegangen." Mark Twain lagt; kein Won. aber nach einigen Minuten kam er au« feinem Schlafzimmer heroor und überreichte dem Dienftmädchen ein g«d«imnis- volle« Padchen, Da» er ferner Nachbarin schidte Es befanD sich Darin — fein Schlips, und dazu ball« er folgende Zeilen geichrieben .Oben tagte meine Frau. Dafj ich bei Jbnen eine halbe Stund« ebne Schlips war. Beiliegend mein Schlips. Bitte, leben Sie ihn sich so lange an, wie ich bei 3bn«n war. und senden Sie ihn mit dann freundlichst zurück Es ist der einzige, den ich besitze " Bettler-Reisen an die Riviera. Die dunti Der Pariser Bettlet blidt nicht nut auf ein ehrwürdige« Aller zurück, fonbtrn sie genießt auch ein befondcre» Anfehcn. Da tPdbre Aristokraten Des Belllergewctbes zu Ihren MitglieDern geboren. Da« Hau», mu Den sieben Turcn in einer Strasse hinter Holt«- Dam« zu Halls, in Dem Die Bett lervereinlgung tagt, hat fchon manche« prunkvolle Fest gesehen. Die teuersten IDeinc unD dieausetlefensten Speisen werben hier nicht selten aufgetragen, unD ein Journalist, Der i auf Den Rus eine« F.-infchineders Anspruch erhebt * unD Dem e« vor einiger Zeit gelang, sich bei einem । wichen Feste rinzuschmuggkln, berichtet, er habe noch niemals w vortrefflichen Ehampagnet getrun- ten, wie bei Dem Gelage Der Bettler Diese Hert- «chasten reisen natürlich in Der schlechten Jahreszeit nach Der Riviera, wo sie ihre besten Pariser i KunDen wieD.rtreffen. .Ich habe viele alte Bekannte auf Der Promenade des Anglais wleDergclroffen." fchreidt ein Befucher von Nizza: .Da fast ich den Mann mit Der Hasenscharte. Der so jämmerlich Dteinzuschauen versteht, Öen DlinDen Bettler mit Den weihen Mäusen unD Den Krüppel ohne Beine, bet sich selbst in einem kleinen Holzkotten so geschickt vorwärts bewegt. Alle Diese Bettler, Die man sonst in Pari« sieht, sonnen sich hier unter Dem blauen Himmel, über Ihre Stute ist In Diesem Iaht, wie Die Der Hotelbesitzer, nicht sehr gross. Als Der Franc so nieDrig stand. Da flcdten ihnen amerikanische und englische Besucher 20, - ja sogar 50 Frcs- Roten in Die aufgehaitenen Hände. Das wat zu Der Zeit, da Die jungen Banke«» eine zusammengefaltet« 100 Ftc« -Note im Knopfloch trugen unD ein« 5 FrcS -Note auf ihre Koffer klebten, um ihre Verachtung dieses .Beinahe-GelDes" ausübenden. Heute ist bet Franc wieDet etwa« weit, unb er fliegt nia)t mehr so leicht au« Der Tasche. Deshalb haben Die Bettler schlechte Zeit. Sie Durften Daher balD wieDet nach Paris zutückkehten, wo Da» Ernt«- selb immerhin gröher ist unD wo man genug v«r- Dient, um sich auch einmal ein Fest leisten zu können . . . Warum werden Miete 1 u VI e Original Miele I QQSES2233SE231 Weil Ihnen be-m Einkauf eines Fahrrades ein tüchtiger Fachmann Gewähr leisten «al Weil es nur rech! und Mlig ist daß der Mann, der für 5* in seiner Werkstatt ade möglichen kleinen unrentablen Reparaturen eusführen ;aÄ auch Ihr Fahrredlieferant ist Weil em tüchtiger und zuverlässiger Fahrrad- händter der in Ihrer Nähe wohnt, der an Ihrem Orte Gewerbesteuer zahlt und den Sie vielleicht lange persönlich kennen, keine übermäßigen Profite durch den Verkauf scheinbar billiger minderwertiger ittor eriielen will, sondern im Interesse einer zufriedenen Kundschaft gerne n) mäßigem Preise das Beste vom Besten, ein Miderad verkauft MielewerKeA:G. Gütersloh/Wesffalen Fahrradfabrik In Bieleleid. Jä Nur 5 Tage! Ä a> maöaiiolflni'5il(!ereien (danöroare) AAnlNer mH Orniö-SBoeilpige littr flonftrinnnbcn febx vasiendt nr zu bcbcutcnb bcrnbncichtcn $rriicn! spez.-Spitzengeschäst Schmitt Wwe. remrlslnttgärtcheU 26.01580 gNerlanHet -Atrumpfe M fit finö öurrfi Pnirwüröigkcit uni angonessmos Tragen ä-aivU . Käfchen SilberfchiU. zntafEo Kätche« GolüschU-.Seiüenflor. nucduo£le2n hast mir diese Freudenstunde bereitet: da ich alle meine Wäsche unversehrt blütenrein, und herrlich duftend, wieder wegschließen kann! Nie wieder werde ich meine köstlichen Sachen scharfen Waschmitteln ausliefern. Sunlicht Seife löst mühelos allen Schmutz, ohne die Gewebe im geringsten anzugreifen. CI_i_i ___/ Der große Würfe! 35 PT. das Doppelstück 40 Pf. Drucksachen aller fln liefert 6lt Srützi tcke Dri«trt Technikum Jlmenau t Th&r. IngwUourechuie tör Vaach -enbeu jrd Elektrotechnik. Wiaeen- •chafttiche Belr wbefQhnxnfl. Werumeteterabtedjny S&F-Konserven Melms Holzsubmission 0.38 gorottea 38.6röi?nm.8orotlea 0.72 0.62 Spinat 1. Qualität 1 St. — 1,46 fm 1-Liter-Dose 0.75 Feinste Marinaden Dose 0.30, 0.50, 0.55 Oel-Sardinen Pfund 0.22 Feinste Fett-Bückinge = 18,74 84 Pfund 0.32,0.40 ßtöfen grün, mit Schale 0.361 Einten ertra grob, Pfund 0.55 Schade&Füllgrabe ES Eine höbe Belohnung l fm 4. Klasse -- Fichtenderbstg. Margarine Pfd. 0.65, 0.75,1.00 Soweit Bedarf, wöchentlich frische Fischsendung. tanfflin (Men und Iran e. G. m. b. H. 2091a miiiiiiiiiir miiiiiiiiiiiiiliii = ■ Z 1 it, unersetzlich für die Wäsche. Tafelöl Backöl Wimen mit Stein.... 0.90 Birnen -><-1°- ^....0.95 Kiefernstamm Fichtenstämme Mellen.. Beinedanöen Breiöelöeeren 1.20 1.20 1.40 11,40 24,17 31,68 8,63 2,01 0,81 W 1 12 1 1 13 58 81 166 108 ' .Dose .0.78 verspricht eine Privatfirma, soll derjenige bekommen, welcher nachweist, daß Zugaben einen höheren Preis gebracht haben. — Solche Firmen spekulieren doch nur auf die Dummheit oder Unkenntnis der Verbraucher. Jedes Mittel ist ihnen heilig, um am Verbraucher Geld zu verdienen. steigert: 13 Eichenstämme 6,01 4,39 0,27 0,64 10,72 32,01 Seltersweg 81 im Hder Handarbeit Ltr. 1.20 > 1.08 = 25,44 - 15,53 = 4,89 m lang Es bleibt dabei, der Konsumverein gewährt seinen Mitgliedern günstige Preise, am Jahresschluß eine Rückvergütung von 4°/0, reelles Gewicht und gute Ware. Wer einmal ernstlich darüber nachdenkt, wird Mitglied im Konsumverein und deckt restlos seinen Bedarf im Konsumverein. Warenabgabe nur an Mitglieder. 14 34 67 23 2 2 SlldlWonmnMkeMiWz Aus dem Domanialwald der Försterei Glashütten wird zu den für den Holzner- kauf aus hessischen Staatswaldungen gel- tenden Bedingungen verkauft: Fichten- Bauholz fm: II. 1 St. 0,91; III. 32 St. 47,47; IV. 60 St. 66,01; Va. 89 St. 57,96; Vb. 146 St. 41,21; Gebote sind mit der Aufschrift „Submissionsholzverkauf" am Forstamt Nidda bis längstens Dienstag, den 8. März 1927, vormittags 10 Uhr bei unterzeichnetem Forstamt einzureichen. Eröffnung der Gebote auf dem Amtszimmer daselbst 11 Uhr vormittags. Hessisches Forstamt Nidda. 2052 D 5. 6. 3. 4. 5a 5b 1. Vickwmz zu verk. Können angefahren werd. Launöbach 179. Rollmöpse 1 Ltr. 1.10 u. 0.88 Bismarckheringe 1 Ltr. 1.10 u. 0.88 Bratheringe 1 Ltr. 1.20 Sardinen ....... 1 Ltr. 1.00 Oelsardinen Bücklinge zum Tagespreis Schmalz Kokosfett, lose . dto. Tafel Holzfubmifsion. Zu den bei der Hess. Staatsforstverwal- tung üblichen Bedingungen kommen zum Berkaus ca.: 1500 St. Bohnenstangen 5 m lang, 25000 „ „ 4 m „ 10000 „ „ 3m „ TaS Holz sitzt in Partien von 25, 50 und 100 Stück. Das Zuspitzen und Einbündcln kann gegen Ersatz der baren Auslagen übernommen werden. Angebote mit der Aufschrift „Bohnem stangen" werden erbeten bis Montag, den 14. März, vormittags 11 Uhr, auf unser Amtszimmer. Nähere Auskunft burdi die unterzeichnete Stelle. Schotten, den 1. März 1927. 2062V Hessisches Forstamt Schotten. ' '.Dose Zunge MMOlMll 0.55 GenMüMen 0.60,0.68 Zunge Ekvlen 0.83 30,3 rm Ftchten-Nutzscheit, 3 22,2 „ „ -Nutzknüppel 3 m lang. ES wird empfohlen, daS Holz vorher anzusehen. 2047V Lützellinden, den 28. Februar 1927. Der Gemeindevorsteher: Norsck). Tie Stadt Alsfeld verkauft auf dem Wege schriftlichen Angebots aus dem Stadt- walv Dümmling: .Pfd. 0.82 . » 0.56 . > 0.57 messen. Zahlungsbedingungen: 20% Anzahlung nach Bertragsabschluß. Ter Rest wird bis 11. November 1927 gegen 4% Zinsen vom Vertragsabschluß ab gerechnet, gestundet. Zur Sicherung des Kaufpreises ist bei Vertragsabschluß ein zahlungsfähiger Bürge (evtl. Bank) zu stellen. Angebote mit der Aufschrift „SubmissionSholzver- kaus" sind bis znm 10. März 1927, vor. mittags 11 Uhr, bei und einzureichen. Ter Zuschlag bleibt Vorbehalten. Die Bieter sind 14 Tage an ihr Gebot gebunden. Alsfeld, den 1. März 1927. Hessische Bürgermeisterei Alsfeld: Dr. Völsing. 2082V Aicfcrnstämme: 2. Kl. » 3. „ 4. „ „ n Lärchcnstämmc: 5. „ Fichtcnstämme: 4. „ 5a „ 5b „ 84 ,, --- 18,74 Die Angebote sind nach Holzarten und Stärkeklassen getrennt abzugeben. Das Nadelholz ist geschält und ohne Rinde ge- Gesetzliche Gesellenprüfung Bezirk Lich. Anmeldungen zu den Gesellenprüfungen im Frühjahr werden bis zum 20. März bei dem Unterzeichneten entgegengenommen. Der Lehrvertrag ist bei der Anmeldung vor- zulegen und die Prüfungsgebühr von 7 Mark zu entrichten. Der GcscllcnPrüfuugs-AuSschuß. Dr. Schmidt. 2060V Holzsnbmisfion. Zu den bei der hessischen StaatSforst- verwaltung üblichen Bedingungen werden auf dem Wege des schriftlichen Angebots aus den Förstereien Strebendorf (Mersch- rod), Köddingen (Roßbachergrund) und Meiches (Kirchköpfel, Elend, Röderwald, Lohwald, Haag) in je einem LoS verkauft (alles Rundscheit ein LoS, alles Lattenholz ein LoS): Fichtenrundscheit 290 Rm., davon 154 entrindet (Köddingen und MeicheS); Fichtcnlattcnhol) 71 Rm, 3 m lang, entrindet (Försterei Meiches). Sämtliches Holz stammt aus dem Wirtschaftsjahr 1926 und muß übernommen werden, wie es im Walde sitzt. Angebote mit der Aufschrift „Holzsub- Mission von Fichtenrundscheit und Richten- lattenholz" sind bis Freitag, den 11. Marz 1927, mittags 12 Uhr, bei der unterzeichn neten Stelle einzureichen. Die Eröffnung der Gebote erfolgt am gleichen Tage zur angegebenen Stunde. Nähere Auskunft durch die Herren Förster Richtberg, Stre- bcndorf, Gaul, Köddingen (Fernruf Ulrich- stein 8), Körber, MeicheS und die unterzeich- nete Stelle. Ltorndorf, 26. Febr. 1927. 2061V Hessische» Forstamt Storudorf. NAUMANN'5 weisse Kernseife Nutzholzversteigerunq Montag, den 7. März 1927, von vormittags 10 Uhr ab, werden in dem Saale der Gastwirtschaft „Rur Eiche" in K>> «n- Linden auS verschiedenen Distrikten t>c< „MarkenwaldeS" der Gemeinde Lüs.c'- linden (Försterei Großen-Linden) ver« Ausnahme-Angebot! Nur solange VorratI ™’c Nur solange VorratI me Kapitalkräftigste ■ Privatkrankenversicherung ist die Deutsche Krankenvers. A. G. zu Berlin - mit 2 MtUionen R5L Aktienkapital. - Sie ■ Wich (erkrankten bedingangsgemäß bi« *n 80 » der elnrezahlten JahreRprttmle r.urück und Ist hlnsichtl. dermit Operationen und Krankenhausaufentbalt zusammenh. ■ Kostenerstattung fluß. weitgehend Prospekte erhältlich durch Generalvertretung fOrObertiessen undGeschaitsslelle Gießen: Fritz Reiher, Bleich« EM- Vertreter und Mille Vermittler gesucht! W Holzversteigerung. Mittwoch, den 9. d. M., vormittags 91/2 Uhr beginnend, werden in der Wirt- schäft des Heinrich Ziegenhain dahier aus den Waldungen der Gemeinde Nieder- Ohmeu 130 Fichten-, Kiefern-und Lärchen- stämme II. bis V. Klasse mit 105 fm, sowie 47 rm Fichten-Schichthaufen versteigert. Unter dem Stammholz kommen eine Anzahl schwere Schnittstämme zum Ausgebot. Nähere Auskunft erteilt Förster Grün | in Nieder-Ohmen. I Hessische Bürgermeisterei Nieder-Ohmen. | Neeb.2093 D 'Jieur englische MntjcS'Herinac Glück 35 <5, 3 Stück •/< 1.— flJnllmnnß «elee- n. BiSmarck- JlO!iniOP5, beringe die 1 Liter- doie 90 4 Bratheringe und Sardinen die 1 Liierdose 85 Marinaden in 2 u. 4 Literdosen, sowie lose WMslMMld Babnbosstr. 27, Fernspr. 1031 Unsere Kaffee- u ■ Tee-Werbewoche für alte treue Kunden eine Freude, ein Ansporn für neue Kunden — Nur noch bis einschl. SamstagI Thams & Garfs / Gießen / Mäusburg 3 Husche Ksche heute einirefsend: 2095a irijdit Brals^klljislht Äso* timt SAWe ff. tolian vrima Nordseeware, im LkklllUlS Ausschnitt 'Vfö. 30 Frisch FttkchkotelettsPfd.35u.40^ Frisch.Bücklinge ©t.norro Settbthflinge Cfö.22^ Kieler Bollüüöllnge pfunD 40 || Im Npezlalgcechttft kaufen! ,e6,a ßarriinon nur ^»»0,= ildlS BlilBlell —- Leberragend groüe Au.wahl! UUI Ulli Wil Koatenanechlttßc bereitwillig*!! Bol)n?n toet6.....Pfund 0.1^ tlnfen Leichter Adler-Lie- scrwageu, in gutem Zustande, zu verk. O. Faber, Fahrzeuge , Gießen, Mliblstralre 22. NSWasitzliie falt neu, vor- und rückwärts nähend, Herrenrad (Halbrenner), sehr gilt erhalten, mit Bull!-Licht, beides sehr billig au verk. R. Bornemann, w« Sonnenstrabe 5. Leichter Pritschenwagen Break, Bäcker- n. Metzgerwagenbill, zu verkaufen. 01576 O. Faber, Wagen-u.Karosserie« bau, Mühlstrgtze 22. Sehr gut erhaltene tteihinastie Orga-Prioat, s. 90 gegen bar au verk. Wo, sagt d. Geschäfts- stelle d. G. (Siegener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Hlt2 Drittes Blatt Am Rande Tibets. Don unserem Sonberberichterstatter. Dr. AlphonS Dobel.. Darjeeling, Februar 1927 Ser Anblick ber höchsten Q3etgt der Welt ist so oft beschrieben worden, daft einem falt der Mut fehlt, eS wiederum zu versuchen. Dies« überaus hohe, von W lken umbrodelle Zackensette schneeiger Pyramiden also ist da- „Dach der Erde", oder schon sein First, wie die Tibetaner sagen Don meinem Hotelzimmer sehe ich herab auf den in tausend schlanken Cypressen «ast versinkenden Ort, der sich über abgrund- riesen Tälern an den Kamm eineet gen Sikkgvn und Aepel vorgeschobenen Höhenzug^s Hämmert. dahinter verschwimmen im Dunst des öon- uenoormittageS lerne Dergreihen: in den Tälern liegt noch der QUorgenncbel; den Horizont um» 'chwebcn (tumulUDolkn Io weit ilt alle» in Ordnung. eS könnte der Abhang italienischer Alpen, vielleicht an der 211Diera sein. Aber Öai Wunder ist dies: über den UumuliwoUen, herrlich hoch über dem Horizonte, wirtlich mitten am Himmel steht der Himalaja in weiftet Pracht. Habe ich in Superlativen gesprochen? Wan soll eS nicht tun. Denn selten bestätigt sich so ein Superlativ in der Wirklichkeit. Ich habe daS am Mount Everest erfahren. Denn die höchste Spitze da vor meinem Fenster ist, fast mit Beschämung schreibe ich es nieder, gar nicht der höchste Berg der Welt: er ist „nur" der dritthöchste, nur der Kinchinjinga und ärgerlicherweise ist er 240 Meter weniger hoch als der Mount Everest. Aber er, dieser Kinchinjinga mit feinen 8600 Metern sieht viel höher und überhaupt viel besser als der Mount Everest auS, der doch 8840 Meter hat. Das ist eS eben. Auch den Mount Everest habe ich gesehen. ES ist mit Schwierigkeiten verbunden, aber man will doch den Anblick gehabt haben. So lätzt man e» sich etwa« -kosten. Man mietet ein Pony und reitet fröhlicher Dinge davon: ein tibetanischer Pserdejunge läuft hinterher. So geht es bergauf; wir sind in Darjeeling schon 2000 Meter hoch, aber unter 2500 ist es nicht zu machen. 3a, und dann sieht man ihn... Ich habe im Leben manche Enttäuschung gesehen: aber dieser Everest ist eine der schmerzlichsten. Da ragen endlich in fagenhaster Ferne drei weifte Gipfel, wie Stectnaüclköpfe winzig, (c$ sind 170 Kilometer Entfernung I) über kahle Höhen. Der am weitesten rechts geht no<6: eS must eine Felsenwand von 5300 Metern Steile fein. Der Gipfel ganz links ist blendend Weift, eine schöne Pyramide. Doch der in der Mitte, niedriger als die Dachbarn. sieht eigentlich, in solcher Umgebung, nicht nach viel aus — und gerade er ist eS, der höchste Gipfel dieses Planeten. Deshalb tst der 221cunt Everest auch so lange nut seinem Dorberge, dem ©aurifanlar, verwechselt worden. Und deshalb hat er auch feinen ordentlichen Hamen; denn Everest, WaS ist daS? Herr Everest war ein zufällig der Landesaufnahme präsidierenLer englischer Degie- rungsrat und sicherlich ohne dem Mount ent- sprechende Geistesgaben. Freilich von Tibet, also vom Morden auS gesehen, soll der Berg einen majestätischen Anblick bieten. Di« Tibetaner nennen ihn denn auch mit einem groften und schönen Damen' „Königin Mutter der Berge." Doch der Kinchinjinga genügt mir. Eigentlich scheint Darjeeling von den Engländern 'vor säst einem Jahrhundert) nur gebaut, um diesen Miesen des Himalaya zu betrachten. Wie eine Kanzel ist eS an die äufterste Mordgrenze Indiens vorgeschoben und gewaltige, immer dunstige Täler, in denen Urwälder sind, trennen uns von der Echneeregion. Hier gelten andere Maste als in den Alpen Europas. Wir sind noch fo Weit, Wie München von den Alpen, entfernt von der groften Himalayaketie unb doch sehen die Diesen von oben auf uns herab. Hier gedeiht tn Zugspitzenhohe noch die Eyprefse unb in Mont- blanchöhe liegt noch kein Schnee. DichtS erinnert an Indien als die Bries- matien und die Engländer. Die Bevölkerung ist offensichtlich mongolisch und vom Inder grundverschieden. Sie ist heiter. Endlich gibt es wieder lachende Menschen. Indien ist daS Land Märtyrer der Liebe. Roman von 3. Schnelder-Förstl. 14 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Renkell stand, beide Arme ausgebreitet, am Tor unb fing die Atemlos« auf. Annemarie preßte die Arme um seinen Hals, ihre glühenden Bäckchen Ichmiegt«i sich an seine Wangen, ihr frischer, lallen- der Kindermund drückt« sich immer wieder auf den feinen. „Baterle!" Sie sah ihm. im Küsten innehaltend. strahlend in bi« Augen. „Wo ist benn mein Wildfang gewesen? — Wo ist er denn gerne fen?" Renkells Stimme klang weich unb kosend. Er hatte seinen Liebling wieder. Das machte chn für den Augenblick ganz erregt. Annemarie machte plötzlich ein ganz zerknirschtes Mäulchen. Schau doch, Baterle, die vielen Siu men! Nur bic schönsten, di« größten, habe ich gepfückt, drüben aus der Walbwiej«. Und nun habe ich die Halste verloren. Ich wollte dir einen Kranz binden, aber Fräulein Gerhard hat mir gedroht, als sie mich ,ah — sic hatte es mir nämlich verboten — da habe ich Angst gekriegt und mich in Sicherheit gebracht. Als ich dich dann rufen hörte, bin ich wieder über den Fluß und hab« dort hinten an dem Schlehdorn auf dich gewartet." -fr strich ihr zärtlich über die zerzausten Locken. „Willst du Mama begrüßen?" frug er unb zeigte nach der Terrasse. „Nein! — Bitte, nein! Mama zankt! Ich bin barfuft und mein Kleid hat einen Riß — hier", sie zeigte ängstlich nach einer geschlitzten etelk, knapp über den Knien. , Das macht nichts", tröstet« er. „Aber Fräulein Gerhard!" .Ist nicht mehr da!" lachte er. „Ist nicht mehr dal" jubelte sie. Sie frug nicht, wie da 5 gekommen sei. sie strebte zu Boden und umtanzte ihn wie ein übermütiges Lamm. „Warle!" riet sie. lief über den Rasen, rosste von den Blumen, die zur (Erbe gefallen waren, so viel auf, als ihre Kinderhände zu fasten vermochten, und ihn wiederum umtanzend, bewarf sie ihn mit Blüten, bis sie keine mehr in Händen hielt. ohne Lachen. Dielleicht ist dieser schreckliche Emst ei ft Zeichen von Tiefe (oder die Inder find selbst zum Lachen zu bequem?' Jedenfalls paftt der stockemfte Engländer in dieses Dolk besser hinein als er ahnt. Aber Tibet scheint heiter, wenn man von den Tibetanern hier schlieften tarnt Die Tibetaner sind deshalb auch beim Buddhismus geblieben, dem unten in der Ebene die Brah- manen vor eineinhalb Jahrtausenden den Garaus machten. Hier regiert Buddha, nicht der furchtbare Zerstörer Schiva. Doch, liebe Leute. waS habt ihr aus Buddhas Lehre gemacht' Gaulama Siddattha, der Buddha, hat der Welt den .arischen Weg der Weishett" gelehrt: das rechte Betragen, die rechte Aufmerksamkeit. den rechten Willen und die rechte Anschauung um dem Leiden zu entgehen. Er hat vor bem Götzendienst gewarnt und nun haben ihn die lächelnden Mongolen zum obersten Götzen gemacht. Es ist ein lieünSwürbiger Götzendienst, gewift! Ich weift nicht, ob noch «ine Religion Blumen opfert. Diese hier tut es. Es ist den Buddhisten hier zu Lande nicht genug, hunderttausend Duddhabilder zu haben — sie stellten sich in Lhasfa auch einen lebenden Buddha, den Dalai Lama auf. Die Engländer kennen ihn. Sie haben ja, da sie vorsichtige Leute sind und die Rückversicherung lieben, auch ihnen der Himalaya als chinesische Mauer Indiens nicht hoch genug scheint, aus Tibet einen halb abhängigen Pufferstaat. den gröftten der Welt, gemacht. Uno der in Lhassa lebend« Buddha betete im Weltkriege mit seinen Klöstern: daft England den bösen Elefanten Deutschland zu Fall bringen möchte. ... Doch gewöhnlich beten die Tibetaner anberd; der Leser weift schon: o m mani padme hum. Was es heiftt. Wissen auch die Lamas nicht. Dielleicht: oh du Geliebter im Lotus, Amen. Eigentlich ist es Wohl eine Zaubersortnel und alle- kommt daraus an. daft die Worte unaufhörlich ertönen. Die GebetSmühlen (teils gedreht, teils vom Winde getrieben) schnarren es und an jedem Heiligtum« flattern unzählige Fähnchen, auf denen der geheimnisvolle Satz geschrieben steht. Aber wir hüten uns, zu spotten Die Zauberformeln Europas und Amerikas sind ebenfalls töricht, obschon incht geheimnisvoll: ,time is moncy“ zum Beispiel? DaS Schreckliche an den Asiaten ist eben gerade, daft sie Zeit zur Torheit haben, öic können Warten. Worauf? Dielleicht daft Europa ausstirbt ober sich umbringt. Wer Weift, was nach tausend Jahren ,om mani padme hum“ fein wird! Dielleicht daft dort aus dem Kinchinjinga eine tibetanische Dahn fährt und hier unten die Tibetaner Ausgrabungen veranstalten und als Sehenswürdigkeit den Del- fenben die Beste des Palastes zeigen, von dem aus jetzt im Sommer Lord Lytton mit feiner Lady daS gewaltige Bengalen regiert! Berlin erhall ein neues Aerzlehaus. Berlin, 2.März. (Priv.-Teb des G. A.) Wie wir erfahren, wird eS von der Berliner Aerztefchaft bereits feit längerer Zeit als unangenehm empfunden, daft die Bureauräume der verschiedenen Organisationen deS Berliner Aerzte- bundes und der Aerztekamnter, der ärztlichen Tarifgemeinschaft, der Dersicherungskaffe, der Aechtsschuhabteilung ufw. sehr weit voneinander entfernt über ganz Groft-Berlin verteilt liegen, und daft diese Organisationen vor allen Dingen durch mangelnde Bureauräume in ihrer Entfaltung start behindert sind. DaS Projekt elneS möglichst zentral gelegenen Acrztehauses ist bereits vor Jahren aufgetaucht, doch die in Betracht kommenden Aerzte lehnten damals aus bestimmten Gründen eine derartige Realisierung des Projektes ab. Die Berlin-Brandenburgische Aerztekammer hat. Wie wir hören, das Projekt nunmehr Wieder oufgenemmen und erörtert es von verschiedenen Gesichtspunkten auS. Bereits in der nächsten Sitzung Wird die Aerztefchaft zu der Frage des neuen Berliner Aerztehatises eingehend Stellung nehmen. * „Ntm geh, mein Wildsang, und mach' dich schön!" befahl er. „Ich warte hier auf dich", setzte er bei, als er sah, wie st« erschrak. „Komm mit!" schmeichelt« sie. ,Lch kann mir ja das Kleidchen nicht selbst zunmchen — und Fräulein Gerhard ist nicht mehr da." Sie lachten beide. Obwohl sie barfuß war, schlich sie doch auf den Zehen über den weißbekleideten Weg an der Ierraffe vorüber. „Geh leise, Dati! Mama hört uns sonst", flüfterte fie mahnend Da ging auch er auf den Fußspitzen, eie sahen sich an und kicherten verstohlen. Als sie, ohne von Nella bemerkt 311 werden, im Hause verschwanden, siel Annemarie dem Vater glückselig aufjauchzend um den Hals und erstickte ihn beinahe mit Stoffen. Renkell aber schwor bei sich selbst: Vater und Mutter wollte er Annemarie sein! Kein Schatten einer Sorge sollt« in ihre Kindheit fallen. » Nun lag aus Elisabeth von Merkens Bett doch ein weiches, duftiges Brautkleid aus weißer, knisternder Seide. Ein Prachtwerk war «s geworben! Es mußte sich herrlich um die schlanken Glieder des zarten Mädchenkörpers schmiegen. Hamm stand davor unb bewundert« «s nach Gebühr. „So fein — und so 'n dezentes Machen", lobte sie und strebte wieder nach der Tür. „Bleib doch!" bat Elisabeth. .Zch habe dir ja den Schleier noch nicht gezeigt, und du mußt auch . . ." .Ich kann nicht! Ich kann wirklich nicht, kleine Liese. Ich hab« eine Torte im Rohr unb den Kaffeekuchen, und bie Hühner sind noch auszunehmen, und der Kapaun zu rupfen! 2er Friedrich ist ein Schaf unb zu nichts zu brauchen." „Ich Helf' dir, Hanna!" „Nein! Heiliger Gott! Du laßt mir ja heute doch alles verbrennen ober verwechselst Salz und Zucker. Ich schaff' es schon. Wär' sauber, wenn ich das nicht mehr 311 weg brächte! Lauf in den Park und sag' dem Friedrich, ^r soll im Keller nachsehen, ob nicht noch ein paar Flaschen Wein versteckt liegen — alte — ich hab' seinerzeit ziemlich Diele beikite geräumt Ganz hinten in der Ecke muffen st« liegen." Allgemeiner Deutscher Iagdschutzverern Der seitherige Präsident des ADID., Fürst zu Stolberg-Wernigerode, hat wegen Erkrankung das Präsidium niederkegcn müssen. In der kürzlich in Berlin staltgehabten Gesamt- vorstandssitzung wurde an seiner Stelle AlsonS Prins von Isenburg in Langenselbold tum Präsidenten unb der seitherige Präsident, Fürst zu Solberg-Wernigerode, -um Ehrenpräsidenten gewählt. In der Hauptversammlung des ADID. Wurde die bereits angebahnte Einigung mit der Deut- schen Iagdkammer weiter beraten. Die Deutsche Iagdkaminer hielt jedoch an einem Paragraphen der von ihr vorgeschlagenen Satzungen bezüglich der zu gründenden neuen Spiyenorganisation fest Diefer Paragraph war ihr von der Kommisiion deS ADID. ale unannehmbar bezeichnet worben. Es muhten daher bedauerlicherweise seitens deS ADID. die Einigungsverhandlungen als gefcheitert betrachtet werden. Der bereits seit mehr als 50 Jahren bestehende Allgemeine Deutsche Iagdfchutzverein Wird nunmehr einen Zusammenschluß der deutschen Jägerei unter seiner Führung in die Wege leiten. Gießener Jugendgericht. AIS Iugendschöfsen wirkten mit: Frau Marie Heimes von Gieften und Heinrich Peter 7. von Reiskirchen. Ein 15 Jahre alter Lehrling bediente sich bei einem an sich harmlosen Streit m Ucbcr- schreitung der Notwehr eines Messers. Er Würbe für nicht schuldig erkannt, da er nicht die nötige Einsichtssähigkeit besaß. Der Bormundschafts- richter wird Erziehungsmaßregeln anordnen. Zwei Jungen, die sich auf der Messe aus einer Hänblerdude allerlei Tand, Abzeichen und dergleichen aneigneten, sind des Diebstahls schuldig. Auf Grund des Iugendgerichtsgesetzes werden an Stelle einer Strafe gleichfalls Er- ziehungsmaftregeln angeordnet. Unter anderem wird ihnen auch das Betreten des Meß» Platzes auf di« Dauer von drei Jahren verboten. Etn fünfzehnjähriger Junge wurde in einem Geschäft Wegen Ardertsmangels entlasten. Aus nicht ganz aufgeHärter Ursache, vielleicht unbegründeter Furcht vor häuÄicher Strafe, begab er sich auf Wanderschaft und machte sich auf seinen planlosen Irrfahrten mehrerer strafbarer Handlungen schuldig, wegen deren er zu einer Freiheitsstrafe unter Aufrechnung der erlittenen Untersuchungshaft und Strafaufschub unter Festsetzung einer Bewährungsfrist verurteilt wurde. Der Lehrling einer hiesigen Frrma lernte auswärts einen Wegen Trunksucht entmündigten „Dolmetsch" kennen, der übet Neujahr in der Trinkerheilstätte, in bet et ausgenommen war, einen Urlaub erhalten hatte und der beabsichtigte. nicht mehr in dies« Anstatt zutückzukehren. Er überredete den Lehrling, ihm 50 bis 60 Mk. Reisegeld zu verschaffen, um übet die Grenze zu kommen. Der Lehrling traf den ..Dolmetsch'' am Bahnhof Tieften, und da ihm an dem mit dem anderen verabredeten Tage eine bedeutende Summe zur Einzahlung anvertraut worden war, verabredeten beide, zu entfliehen. Mit Hilfe des amtlichen Rundfunks, bet alsbald in Tätigkeit trat, gelang es, die beiden, die sich unterwegs getrennt hatten, nahe der holländischen Grenze dingsest zu machen. Don dem Gelbe war nur noch ein kleiner Betrag übrig. Der ..Dolmetsch" hatte, in alte Gewohnheiten zurücksallenb, unterwegs bas Geld bei Autofahrten und in liederlicher Gesellfchast mit vollen Händen hinausgeworfen. Das Jugendgericht verurteilte den Lehrling, der keineswegs unintelligent ist. zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten unter Ausrechnung eines Monates der erlittenen Untersuchungshaft, unb gewährte ihm im übrigen hinsichtlich bes RestcS bedingten Strafaufschub. Der „Dolmetsch", ein noch unter den W.rkungen des früheren Alkohol- miftbrauchs stehender Reurastheniker wurde wegen Anstiftung hinsichtlich des Bettages von „3a, Hanna!" Elisabeth hörte deren Schritt über die Treppe hasten. Die junge Braut stand noch immer und sah nur, daß sie ein Gefühl der Angst nicht los wurde, sooft sie die knisternde Seide unter ihren Fingern fühlte. Und der Traum von gestern nacht! Wie eigentümlich! Es war ein Traum, aber ihr war alles so klar, als sei es im Wachen gewesen: Zwei mächtige Tore hatte sie gesehen, nur einen Schritt waren sie voneinander entfernt gelegen. Das eine stand halbgeöffnet und ringsum von Glaswänden umgeben, die eine durchsichtige Mauer bildeten. Sie sah da- hinter Blumen, köstliche Früchte und knospende Sträucher, sah sich selbst über bic weiften Wege tummeln und hörte ihr eigenes silbernes Lachen, sah sich neugierig unter die geöffnete Tür treten und nach dem andern Tor hinüberspähen. Mit einem Male klappte das erste zu, sic stand vor einer hohen Mauer, die jeden Einblick verwehrte. Zögernd legte sie die Hand aus die Eisenklinke des Tores, das ins Innere führte. Geräuschlos drehte es sich in den Angeln. Sie schritt hindurch. Kaum hatte sie ihren Fuß über die Schwelle gesetzt, schlug es dröhnend ins Schloß. Es war dunkle Nacht! Sie schrie und rüttelte verzweifelt an den schweren Eisenbändern. Niemand gab ihr Antwort. Nur eine Hand griff unsichtbar aus der Nacht und faßte nach der ihren. Die Hand war kalt und feucht. Sie suchte die ihre loszureißen, aber die andere hielt sie wie Eisen klammem fest. Als sie erwachte, fühlte sie, wie ihr Haar ganz durchnäßt war. Sie konnte sich eines minutenlangen ©rauens nicht erwehren. Hanna hatte irellich über den Traum gelacht und ihn nicht «rnft genommen. Such' chn im Traumbuch, kleine Liese", war alles gewesen, was sie als Erwiderung bekam. Die gute Alle war von so gesundem Denken, daß 2räume am Morgen erledigt waren. Mochten diese noch so verführerisch sein oder noch so dräuend erscheinen, sie achte nie ihnen irgendwelche Deutung unter» pischieden. Elisabeth aber hatte es feine Nahe gelassen. Sie mußte misten, was das Tvatmibuch sagte. Es gehörte dem alten Friedrich und war voll von Nisten uni) Flecken und umgefnirfenen Nändern, kurz, man merkte: es wurde viel benützt. Unb da hatte die angsterfüllte Braut denn auch gefunden, was unter Donnerstag, 5. März (927 60 Ml., im übrigen wegen Hehlerei zu einet Gefängnisstrafe von einem Jahre verurteilt Er nahm die Strafe alsbald an. Ein hiesiger junger Menfch hat sich bet Teilnahme an xtoei Schlägereien schuldig gemacht, wegen deren früher bere.tS fünf andere, nicht mehr jugendliche Angeklagte zu mehrmonatigen, inzwischen verbüßten Gesängn. Istras en Dcrurteill worden sind, weit es sich um Aoheiten brutalster Art handelte. Die Intelligenz deS Jugendlichen ist b. .-.en seiner Komplizen zum mindesten ebenbürtig In Anbetracht der gemeingefährlichen Handlungsweise must auch der heutige Angeklagte in möglichster Airpassuinz an die Strafen feiner fünf 21 utätet zu einer Strafe verurteilt werden, die eine Mahnung zu künftigem Wohl- verhalten in sich trägt Er erbält eine Gefängnisstrafe von drei Monaten, von denen er zwei Monate zu verbüßen hat. während ihm hinsichtlich eines Monates bedingter Strafaufschub gewährt wird. Mit Bedauern muhte der Dorsitzende seststellen. daft der An- genagte zugeben mußte, in der Berufungsverhandlung der Komplizen gegen da- erstinstanzliche Urteil bemuftt zum Zwecke derTau- schung de- Gericht» die Unwahrheit gesagt ,u haben, während er jetzt trotz ent* gegenstehender Aussagen glaubwürdiger Zeugen den Anspruch aus besondere Glaubwürdigkeit zu erheben versuchte. Schöffengericht Wetzlar. O Ein in Untersuchungshaft befindlicher Kaufmann auS W e i d c n a u war der Unterschlagung in mehreren Fällen beschuldigt. In einem Falle hat er ein QHotorrab, das er aus Teilzahlung getauft, an dem die Lieferfirma sich aber bis zur vollständigen Bezahlung des Kaufpreises da» Eigentumsrecht vorbehatten hatte, weiter verkauft, obwohl noch 500 Mark daraus zu bezahlen waren. In einem anderen Falle bat er in feiner Eigenschaft als Dertreter einer Berliner Firma Geldbeträge einkastlert unb nicht abgeliefert, sondern verpulvert. Auch «ine Re- llameschrcibmaschine. seiner Firma gehörig, hat er eigenmächtig verkauft und den Erlös für sich verwertet. Der wegen des gleichen Deliltes vorbestrafte Angetlagte war geständig unb wurde zu drei Monaten Gefängnis unb den Kosten des Verfahrens verurteilt. Zwei Monate der Unterfuchungshast wurden angerechnet. Wegen schweren Diebstahls stand ein Ehepaar aus Oberscheld unter Anklage, di« Ehefrau außerbem noch wegen Beleidigung. 3ic Angeklagten wurden beschuldigt, fortgesetzt handelnd aus einer verschlossenen Wohnung und auS verschlossenen Schränken unter Zuhilfenahme von Dietrichen bzw. anderer Werkzeuge eine größere Menge Kleidungsstücke, Haushallrmgsgegen- stände u. a. entwendet zu haben Die Beleidigung erblickte die Anllage in einer Aeufterung der an genagten Ehefrau gegen die Ehefrau deS Bestohlenen. Beide Angellagten bestritten den Diebstahl. Das Gericht sah nur die Ehefrau als deS einfachen Diebstahls überführt an. Demgemäß lautet« das Urteil gegen den Ehemann auf Freisprechung, gegen bie Ehefrau wegen fortgesetzten cinfadxn Diebstahls und wegen Beleidigung auf insgesamt sechs Wochen Gefängnis unter Auferlegung der Kosten desDer- fahrens. Aus dem AmtSvcrründigungoblatt. * Das Amtsverkündigung-blatt Ar. 15 vom 1. März enthält: Gelet; über die Zuckerung der Weine. — Maul- und Klauenfenche in Gieften, Lich unb Alten-Buscck. Feldberrini- gung Lindenstruth. — Straßensperre. — Dienst- nachrichten. (4cid)ßimrt)C9. Ein böser Husten ist oft der Vorläufer weiterer unb schlimmerer Leiden. Achten Sie daher auf den scheinbar harmlosen Husten rechtzeitig. damit sich nicht ein chronischer oder ein Bronchialkatarrh entwickeln kann. Bei Husten, Heiserkeit, Schleimanhäufung, rauhem unb schmerzendem Hals, starkem Auswurf unb katarrhalischen Erkältungen helfen Aeichel'S Hustentropfen. baS millionenfach erprobte Aozept, überraschend schnell unb sicher „Tor — plötzlich zufallendes —" geschrieben stand: Innewerden eines großen Geheimnisses. „Bist du letzt zufrieden?" lacht« Hanna. Und Elisabeth lachte mit, denn eines Geheim« nif|es innezuwerden, hatte immer einen eigenen '.Re 13. Als sie bie Stimme des Alten heraufklingen hörte, fiel ihr deren Auftrag erst wieder ins Gedächtnis. Sie mußte ja mit Friedrich wegen des Weines sprechen. Eine Kußhand flog von der Tür her noch rasch zu Reichmanns Bild, das in einem zierlichen Rahmen auf dein ovalen Tische am jenfter stand, dann eilte sie die Treppe hinab und durch bie Hintertür in den Park, 'aber Friedrich war nicht zu finden. Sie rief mit ihrer vollen All- stimm« seinen Ram«n in den (Barten, da kam Antwort aus dem Parterre des -Hauses. Mit flinken Füßen lief sie dorthin. Er faß fast verdeckt inmitten »ines Berges von Strängen unb Girlanden und tugte strahlend nach dem Treppengeländer, das ein einziges grünes Schlangengewinde darstellte. Der qiof-c Saal im Erdgeschoß, der in den Tagen des Glanzes rauschend.- jefte geleben und an manchen Abenden die Zahl der Gaste kaum zu fassen vermocht hatte, war in einen feierlich kühlen Wald oerwanbeh. Elisabeth schlug die Hände zuiammen und lubelte wie ein Kind. „Friedrich, ich dank« Ihnen! Ach, wie danke ich Ihnen!" Sie nahm dessen grauen stopf zwischen ihre ffänbe und strahlte ihn an. Vergessen der Ira um von dem dunklen Tor und der schwarzen Nacht dahinter, ausgelöscht da- 6)rauen vor der feuchten Hand, die nach ihr gefaßt, vorbei das Bangen und die Angst vor dein Etwas, das jedes Weib empfindet, wenn es sich einem Manne zu eigen gibt, von besten Existenz es vielleicht erst seit kurzen Wochen weift. Elisabeth fetzte sich zu Friedrich, mitten zwischen all das grüne Gezweig«,.und reichte ihm (orgfatn entwickelten Bindfaden, der sich trotz aller Mübe immer wieder verwirrte. Nebenbei pflückte sie Aessi chen klein, damit er sie nur den Kränzen ein zu fügen brauchte. Zwischenhinein platzte Hannas Altstimme. „Ich hab's ja gewußt, daß du heute alles ver- gißt, kleine Liefe." (Fortsetzung folgt.) Der Sternhimmel im März Wirtschaft. WSV. lXaabe 16.25 43,75 127 ' 128,25 l 187,75 186 202.5 Banknoten. E*)/onne D /.Werfe/ @ /o/Zmond d 3 Werfe/ Beurtei- Gebiete, 216 286 194,25 185.25 183 ö 166 229 9 190 159 310,25 136 242 25 167,5 192 205.62 198 186 258 134 120 Ptane/e/t Q^Venuf ®Mers (3)Jtf>/fter Q)/afum 188 187.5 228 217.6 219.5 103 223.75 155,75 158.9 310.12 136 179.5 277,75 fr£7Wß/lD£R: f/TO/Zfß- sfaben 186 119.5 158 >10.75 137 169.9 193 205 196,5 188.9 259 133 121,62 72.75 39.4 Proz., Prioaldiskonten 41 Proz. Jin Devisen verkehr stellte sich Paris gegen London auf 124, Mailand 111, London-Kabel 4,8510. Die Reichsmark notierte gegen Kabel 4,2185, gegen 20,4675. Devisenmarkt Derlm—Frankfurt o. M. Telegraphische Auszahlung. baren Sternbilds des Stiers steht, am Anfang etwa auf der Verbindungslinie des rötlichen Aldebaran zu den Plcjaden. dann immer weiter links von ihr. Der Saturn, der bisher nur am Morgenhimmel stand, wird gegen Monatsschluh etwa um Mitternacht sichtbar. Der Firsternh.mmel zeigt noch immer die volle Pracht der Mintersternbilder. vor allem den Orion, am Monatsende freilich nur noch 80.5 5 179,5 278 Reichsbankdiskont 5 Prozent. Lombardzinsfuh 7 Prozent. Berliner Börse. Berlin. 3. März. Die günstige bis 9 2hr abends. Hingegen ziehen im Osten schon die ersten Frühlings- und Sommersternbilder herauf, vor allem der Frühlingsbote Arctur in der Verlängerung der drei Deichselsterne des Magens oder Großen Bären, der nun immer früher am Osthimmel sichtbar wird. Verlängert man den Deichselbogen des Wagens über den Arctur hinaus, so kommt man auf die später als Arctur aufgehende Spica in der Jungfrau, die schon als ausgesprochener Sommerstern anzusprechen ist. Links vom Arctur erhebt sich nun auch die Wega zu immer größeren Höhen. Küstermann. 168.75 192 206 5 199 187.62 258.75 134 I 120.5 Mars, dessen Bewegung bequem verfolgt werden kann, weil er in dem schönen und leicht erkenn- - | 187,75 123 124.75 134,6 303,5 238 175 147.5 16,25 44 283 212,25 284 194 185,5 182.6 167,25 224 9.2 190 187.25 124 187,5 187,6 225.5 215,5 219.75 101.5 221.4 155 125.75 134 300 230 173,9 147,75 164 153 (Vachdruck verboten!)^ Sonnenaufgang von 6.50 bis 5.40 älhr. Sonnenuntergang von 5.35 bis 6.30 llfjr. Lichtgestalten des Mondes: 1. Viertel am 10. mittags, Vollmond am 18. 11 Uhr vormittags, 3. Viertel am 26. 1 Uhr nachmittags. Der Löwenanteil der in diesem Monat dem Sternhimmel gewidmeten Aufmerksamkeit gebührt wohl der Sonne, die — wie ja alljährlich — am 21. März den Himmclsgleicher überschreitet. Die genaue Einhaltung dieses Tages ist freilich kein Der die Stundenzahlen enthaltende Kreit und die dich punktierte Linie, der sogenannte Horizont, tind feststehend zu denken. Der Sternhimmel dreht eich tarnt dem damit verbundenen, durch Mitternacht gezeichneten Pfeil — gewissermaßen dem Zeiger der Himmelsuhr — in 4 Minuten weniger als 24 Stunden im Sinne des durch 12 Uhr mitlagt gezeichneten Pfeile einmal um seinen Mittelpunkt. Der eingezeirhnete Horizont bildet ein Fenster, das die ■um Mitternacht der Monats mitte sichtbaren Sterne umschließt. Will man zu einer anderen Stunde beobachten, so denke man sich den Sternhimmel so gedreht, daß der durch Mitternacht gezeichnete, mitzudrehende Pfeil nunmehr durch die Beobachlungttlundegeht, wodurch dann die zu dieser Zeil sichtbaren Sterne in den nicht mitzudrehenden Horizont hineikgedreht werden. Für je 5 Tagt epr der Monalsmitle ist der Sternhimmel um */» Stunde früher, für je 5 Tage poch der Monalsmitte um *[j Stunde später einzustellen. Man vergleiche die nächste Monatskarte. Der Mond nimmt die gezeichneten Stellungen ein, wcafl dr die angedeutele Lichtgestalt zeigt Bank 2,5 Prozent, Mitteldeutsche Credit 6 Proz. Deutsche Erdöl tourden lebhaft beachtet. Am Geldmarkt ist die Lage noch nicht wesentlich verändert. Tagesgeld stellte sich auf 6*A bis 8 Prozent. 3m Devise nverkehr stellte sich die Reichsmark gegen Kabel auf 4,2195. London- Kabel 4,8517. Frankfurter (Getreidebörse. Frankfurt a. M., 3. März. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 29,25, Roggen, inländischer 27, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 26, Hafer, inländischer 21,25 bis 22,50, Mais, gelb 18,25 bis 18,50, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 40,25 bis 40,50, Roggenmehl 37,50 bis 37,75, Weizenkleie 14 bis 14,15, Roggenkleie 14,25 bis 14,50. Tendenz: Ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. März. Auftrieb: 3 Kühe, 1023 Kälber, 398 Schafe, 316 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht. Kälber: Beste Mast- und Saugkälber 66 bis71, mittlere Mast- und Saugkälber 57 bis 65, geringe Kälber 50 bis 56. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel. Weidemast 49 bis 57, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 45 bis 48, fleischiges Schafvieh 40 bis 44, gering genährtes Schafvieh 32 bis 36. Schweine: Vollfleischige Schweine von ca. 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 62 bis 64, von 200 bis 240 Pfd. 63 bis 60. von 160 bis 200 Pfd. 62 bis 64, fleischige Schweine von ca. 120 bis 160 Pfund 58 bis 61. Marktverkauf: Langsam und ausverkauft. Berliner Produktenbörse. Berlin, 2. März. Die festen ausländischen Getreideforderungen blieben auf die Entwicklung des Berliner Produktengeschästes heute nicht ohne Einfluß. Da nennenswerte Andienungen für Weizen nicht erfolgten, veranlaßten Deckungen für März eine Steigerung von annähernd 3 Mk., für Mai und 3uli von 2 resp. 1 Mk. Die Llmsatz- tätigkeit ist aber im allgemeinen nicht groß, da in der Provinz höhere Preise als hier erzielbar sind und somit wenig Material an den hiesigen Platz gelangt. Die ausländischen Angebote in Roggen bleiben fast ganz aus. Lieferung wurde durchweg 1 Mk. höher. Das Mehlgeschäft hat für Roggenmehl zu gedrücktem Preise Frage, Weizenmehl dagegen stiller. Haser zeigt steigende Tendenz. Gerste recht vernachlässigt. 3n zweiter Stunde wurde das Viveau für Brotgetreide 0,50 Mk. niedriger und still. Cs wurden notiert für 1000 Kilo: Weizen, märt 267 bis 270, Roggen 248 bis 251, Sommergerste 213 bis 241, Wintergerste 192 bis 205, Hafer, märt 193 bis 201. Mais, loko Berlin 183 bis 186;; für 100 Kilo. Weizenmehl 34.50 bis 37. Roggenmehl 34 bis 35.75. Weizenkleie 15,75, Roggenkleie 1525, Vik- toriaetbfen 48 bis 64. kleine Speiseerbfen 32 bis 35, Futtererbsen 22 bis 24, Peluschken 20 bis 21, Wicken 22,50 bis 24. Lupinen, blau 14,50 bis 15,50, Lupinen, gelb 16 bis 17. Serradelle, neu 25.50 bis 27,50. Rapskuchen 16 bis 16.40. Leinkuchen 20,70 bis 21. Trvckenschnihel 11.80 bis 12, Loya-Schrot 19,50 bis 20. Kartofselflocken 29,80 bis 30.30. i 278.6 214.r. 1 287 194.6 185 ,183,75 167 1229 75 । 9.15 ,190.62 ; 188 5 126.1 I 189 i 189 221.5 2I8 219.25 1019 224.5 155 62 124.5 1.14.5 301 238.45 177 148 I 164.5 154 22 80 203.25 125.5 80 179 276 186.5 1 188 325 1 215 217 103 ' 221 155 großes Kunststück für die Sonne, denn der ganze Kalender ist allein darauf zugeschnitten, daß dieses Ereignis immer am 21. März eintritt. Ihr zuliebe haben wir die Einrichtung der Schaltjahre, und ihr zuliebe lassen wir sie alle hundert Jahre einmal ausfallen. Aber auch sonst ist mancherlei von der Mutter Sonne zu melden. Den vor ihr herfliehenden Jupiter hat sie am 1. des Monats endlich erreicht, so daß er unsichtbar bleibt. Die Venus aber entfernt sich immer weiter von der Sonne nach Osten und bleibt auf diese Weise abends immer länger sichtbar. Roch länger sichtbar als sie bleibt der Vassauische Landesbank. Dem soeben veröffentlichten Gefchäftsbericht der Rassauischen Landesbank und Vassauischen Sparkasse, Sih Wiesbaden, ist zu entnehmen, daß 'ich das Institut in einer erfreulichen Aufwärtsentwicklung befindet. Die Umsätze stiegen von 2.6 Milliarden in 1925 auf 4,7 Milliarden im Jahre 1926, während sich die Bilan^umme von 63,9 Mill, im Vorjahre auf 116.4 Mill. Mark 1926 erhöhte. Insgesamt wurden im Berichtsjahr 4842 Hypotheken im Betrage von rund 21 Mill. Mark bewilligt, d. h. etwa dreimal soviel wie tn den beiden Vorjahren zusammen. An Gemeinden wurden 1926 336 Darlehen in Höhe hon 16,8 Mill. Mark gewährt, während die Sparkasse 221 kurzfristige Kredite in Höhe von 9,2 Mill. Mar! an Kommunalverwaltungen begab. Die Höhe der an Private begebenen Kredite beziffert sich auf 21,9 Mill. Mark gegen 14 Mill. Mark im Vorjahre. Der Spareinlagen- bestand betrug Ende 1926 bei der Sparkasse rund 37,4 Mill. Mark gegen 20,3 Mill. Mark 1925. Die Anzahl der Sparkonten hat sich von 38 528 auf 64 300 erhöht, was einer Zunahme um 84 Prozent gleichkommt. Dom Reich wurde lung der Wirtschaftslage verschiedener schwebende Transaktionen und Interessenkäufe, sowie Urteile über die Entwicklung einiger besonderer Branchen boten Anregung zu neuen Kaufen. Die Börse begann in fester Haltung bei kräftigen Spezialhaussen. Schubert K Salzer wurden für sächsische Rechnung gekauft und zogen um 16 Prozent an. Schultheiß lebhaft umgesetzt und 17 Prozent höher. Ilse-Bergbau waren Gegenstand neuer Interessentäufe und befestigten sich um 12 Prozent. Am Montan- । mark. lagen Kauforders von rheinischer Seite vor Harpener. Rheinstahl und Mannesmann zogen um 5 bis 10 Prozent an. Riebeck plus 13 Prozent Kaliaktien, S chi s s a h r t s w e r t e und Clektroaktien lagen freundlich. Am 4-B ankaktienmarkt gewannen Darmstädter Frankfurter Börse. F r a n k f u r t a. M., 3. März. Tendenz behauptet, Rheinstahl fest. — Am heutigen Zahltag waren die Umsätze am E s f e k t e n m a r k t außerordentlich gering und der Börseroerlauf sehr unsicher, da an= schtzinend größere Differenzen zu begleichen sind. Ueberwiegend zeigten sich die fllirse jedoch behauptet, mit Ausnahme von Elektro- und Schiff- fahrtsaktien, die aber schwächer einsetzten. Auch variable Werte tendierten eher nachgebend (Autowerke bis 1 Proz. schwächer, Holz- destillationswerte bis 2,5 Proz. niedriger). Am M o n t a n m a r k t waren neue Machtkämpfe in Ilse zu beobachten. Das Papier zog um 8,5 Proz. an. Rheinstahl wurden lebhaft gekauft und zogen bis auf 240 Proz. an, später senkte sich der Kurs auf 238 Proz. Im übrigen gewannen von Montanaktien Harpener 1. Mannesmann 0,75, Rhein-Elbe- Union 0,5 Proz. Kaliaktien sehr freundlich. Westeregeln plus 3, Aschersleben plus 2,5 Prozent. Auffallend war die starke Vernachlässigung der I. G. Farben, die 1,25 Proz. verloren. Elektrowerte setzten zumeist niedriger ein. AEG. und Siemens minus 1,5, Lahmeyer minus 0,5 Proz. Bankaktien uneinheitlich. Commerz plus 2,5 Proz., Dresdner plus 0,5 Proz., dagegen Disconto, Deullche und Darmstädter abgeschwächt. Von sonstigen Werten verloren Deutsche Erdöl 2 Proz. Bau - und Zellstoffaktien widerstandsfähig, Ze- ment Heidelberg plus 2, Zellstoff Waldhof plus 1,5 Prozent. Die Werte der M e t a l l b a n k g r u p p e lagen uneinheitlich, Metallgesellfchaft minus 1,5, Metallbank dagegen plus 1,25 Proz. Heimische Anleihen anfangs gedruckt, im Verlaufe jedoch freundlicher. Anleihe-Ablösung 25,75—26,50. Der weitere Börsenoerlauf blieb ruhig und unsicher. Der Geldmarkt zeigte sich etwas erleichtert. Tages- gelb ermWgte sich auf 6 Proz. Monatsgeld leicht gedruckt' 5t bis 7 Proz. Warenwechsel 4f bis dem Institut ein Wohnungsbauzwischenkredit in Höhe von 1.5 Mill. Mark zur Förderung des Kleinwohnungsbaues zugewiesen, wovon fast 700 000 Mark an kleine Städte und Baugenossenschaften, sowie Private gegeben wurden. Die Zahl der bei dem Institut beschäftigten Beamten erhöhte sich von 592 im Vorjahre auf 679 Ende 1926. Der Rohgewinn bei den beiden Instituten beträgt 2,96 Mill. Mark; nach Abzug der Verwaltungskosten in Höhe von 2,53 Mill. Mark verbleibt ein Gesamtüberfchuh von 424 000 Mark. • D i e amtliche I n f o l v e n z z i f f e r n für Februar. Vach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurden im Februar durch den „Reichsanzeiger" 473 neue Konkurse — ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 132 angeordnete Geschäftsaufsichten bekanntgegeben. — Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 493 bzw. 93. Börsenkurse._________________ 312 282.5 193.75 185 । 182.5 165 | 220 f 9.1 , 189,75 4°/e Zolltürken . - 5% Goldmexikaner Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Privat-Bank. Donnst. und Nationalbank . Deutsche Bank Diskonto Commaudit .... Dresdner Bank Metallbau!........... Mitteldeutsche Creditbank. . Oesterrrtchische Lredltanstalt. Reichsbank Lochumer GuH vudcrnS............ Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke . • Harvenrr Bergbau...... Kaliwerke Aschersleben. . . . .Kaliwerke Westeregeln..... Laurahiitte ........... Mannesmann......... . Mans'elder......... Oberbedarf Phönix Bergbau Rheinische Braunkohlen. . . ‘Siptinfiabt........... Rieberl Montan TelluS Bergbau....... Bereinigte Stahlwerke .... F Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Llohd .... • Zementwerk Heidelberg . - . Philipp Holtmann...... Anglo Tont. Guano «Goldschmidt.......... Holzverkohlung I iS Farben-Jndustrie. . . Rülgcrswcrke......... Echeidcanstalt Ällg. EleltrizitätS-Gesellschast Bergmann Elcktr. Lieferungen...... Licht und Kraft Mainkraftwerkc........ Schmiert............ Siemens 4 Halske...... «dlcrwerke Kieper Daimler Motoren. ...... Hehligcnstaedt ..... Mcguin............. Mannheimer Motoren . . - . Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgescllichast Frankfurt. Pet. Union Ä °G........ Schuhiabrik Herz Sichel.............. ^Zellstoff Aschaffenburg. . . • Zellfton Daldhos....... 132,5 ' 302 229 128.5 146.5 164 j 153.75 167.5 । 186,5 | 157,5 94,9 312 137 244.75 169.25 192.5 207.5 199.25 137,75 186 I 256 1 134 5 120 6 37.5 | 70.9 Frankfurt a-M. Berlin 5» flat» l.Ubr. Hur» Schluh-'Anfang Rnre aurt Dahn»: 2.3. 3.3. 2. 3. 3. 3. Anleihe-Ablösung 91r. 1-30000 327 •25 324.5 do- Nr. 30 001-60000 329.5 — 328.25 338 do. ohne Auslosungsrccht 25,9 25,75 26,1 25,8 Deutsche Svarprämienanicihe Deutsche Wertb. Dollar-Ant. — — — — — 85 — 2. Mär». 3. Mär». Amtliche Geld Notierung Brief Amtliche Notierung Geld Briet Amst--Nou 168,68 169,12 169,13 Bucn -Airek 1,774 1.778 1,781 Brff.Antw 58,60 58,74 58,575 58.715 Christiauia 109,26 109,54 112,58 109,33 109,61 Kopenhagen Stockholm - 112,30 112,31 112,59 112,49 112,77 112,59 112,62 Hclstngsors. 10,602 10.642 10,602 10,642 Qtalten. . 18,44 18.48 18,424 18,465 London. . . •20,440 20,492 20,442 20,491 Ncnhork . . 1,2135 1,2235 1,214 4,224 Ports. - . 16.485 16,525 16,48 16,6? Schwei» . . '1,03 61,23 bl,04 öl, 24 Spanien. 70.77 70,92 70,73 70,91 Japan . . . 2.061 2,067 2,071 2,075 >Hto de Jan Wien In D-» 1.498 >.500 0.4985 0.5005 Lest, abgest 39,315 59,455 59,345 59,485 Prag . . 12,473 12,513 12,472 12,513 Belgrad . 7.402 7.422 7.402 7.419 Budapest - 73,62 73,80 73,64 73.8'2 Bulgarien 1.045 3.055 3.04a 3,055 Lissabon 21.675 21,625 21,575 21,625 Danzig. 81,78 81,98 81,70 81.911 .»onftuntin. 2,135 2,145 2,128 2,138 Athen. . . 5.47 5.49 5,47 5,49 Tanada 4.206 4.216 1,206 4,216 Nrn iuqI) . 4.25 4,26 1.25 4.26 Cairo 20.964 21.065 I 20.964 21 016 Berlin. 2. März Geld Briet 91mrrifanlftfiF NotkN ..... 4,197 4,217 «elgischc Noten ....... 58.45 58,75 Tnnttdir Noten . . ..... Ul,9, 112,53 Englische Noten........ rtmn)nfif